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Full text of "Ausgaben und Abhandlungen aus dem Gebiete der romanischen Philologie"

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'^^^RA^V^'^ 



AUSGABEN UND ABHANDLUNGEN 

AUS DEM GEBIETE DER _i-i---^ / 

ROMANISCHEN PHILOLOGIE. 

VERÖFFENTLICHT VON E. STENGEL. 



GEBETE UND ANRUFUNGEN 



IN DEN 



ALTFRANZÖSISCHEN 

CHANSONS DE GESTE. 



VON 



JOHANNES ALTONA, 



MARBURG, 

N. G. ELWERT'SCHE VERLAGSBUCHHANDLUNG. 

1883. 



A3 3 



Herrn 



Professor Dr. E. Stengel 



in dankbarer Verehrung. 



z 



Iwei Strömungen sind es, die sich im alifranzösischen 
Epos in hohem Grade bemerkbar machen: eine nationale und 
eine christliche. National sind die Chansons de geste, dies zeigt 
uns der Patriotismus der Franken, welcher sich in der selbst- 
losen Aufopferung für das Vaterland und dem glühenden 
Hasse gegen die Feinde desselben kundgibt. Aber mit vielleicht 
noch grösserem Rechte dürfen dieselben als christlich bezeichnet 
werden, denn sie sind ja insgesammt eine Verherrlichung 
dieses Glaubens. Die nationalen Gegner der Franken sind 
jederzeit die Feinde des Christentums, werden sie doch unter- 
schiedslos, mögen sie nun Spanier, Lombarden, Sachsen, Dänen, 
Perser, Araber u. s. w. sein, von allen Dichtem als ^Sarraeins^ 
oder *paiens€ bezeichnet. 

Es ist deshalb nur naturgemäss, dass auch die Liehre 
und die Riten des Christentums im altfranzösischen Epos 
einen breiten Raum einnehmen und dass uns vor allen 
Dingen Gebete und Anrufungen in reicher und mannigfacher 
Zahl darin entgegentreten. Sie sind es, welche ich in nach- 
folgender Arbeit nach Form, Anlass und dabei beobachteten 
Gebrauchen einer eingehenden Betrachtung unterziehen möchte. 
Gerade sie gewähren nämlich, bei ihrer notwendigen Formel- 
haftigkeit, einen Einblick in den typischen Charakter der allen 
altfranzösischen Epen eigentümlich ist und zeigen gleichzeitig, 
welcher Fülle von Variationen ein im Grunde so einfaches 
technisches Hülfsmiltel fähig war, wie die schlichte Form, der 
einfache Inhalt erst allmählich sich complicirte und wie eng 
sich doch zumeist spätere Dichter dabei an die Schöpfungen 
ihrer Vorgänger hielten. Meine Untersuchung wird .dabei auch 

1 



manches Streiflicht auf die noch so dunkle Genealogie der 
Chansons de geste fallen lassen. Eine derartige oder ähnliche 
Aufgabe hat sich, soviel ich weiss, bisher noch Niemand ge- 
stellt; es lag mir also keine Arbeit vor, welche der meinigen 
als Vorbild oder Ausgangspunkt hätte dienen können, und wird 
daher nachstehender Versuch um so mehr auf gutige Nachsicht 
rechnen dürfen. 

Das von den Chansons de geste gebotene Material in 
kultur- oder kirchengeschichtlicliem Sinne zu verarbeiten, lag 
zur Zelt nicht in meiner Absicht, wiewohl ich hoffe, für eine 
spätere derartige Arbeit mancherlei nützliches Material lierbei- 
geschafft zu haben. Neben den christlichen Gebeten mussien 
schon des Gegensatzes halber auch die heidnischen mit zur 
Vergleichung herangezogen werden. Doch mag liier gleich bemerkt 
werden, dass dieselben nicht nur bedeutend seltener sind, 
sondern auch inhaltlich ersteren weit nachstehen. Selten 
werden sie im Wortlaut angegeben; die Dichter beschränken 
sich gewöhnlich darauf zu bemerken: Die Heiden rufen ihre 
Götter an. Viel häufiger sind dagegen die Schmähungen, 
welche die Heiden gegen ihre eignen Götter ausstossen. Vergl. 
Abschnitt III S. 19 Anm. 

Als Quellen legte ich ausser der Handschrift A der Lothringer 
(Arsen. 180) folgende Texte zu Grunde: 

1. Das altfranzösische Rolandslied, Abdruck von E. Stengel 
Heilbronn 1878. (Rol.)»). 

2. Guillaume d'Orange, p. p. Jonckbloet. LaHayel854. Enthält: 

a) Li Coronemens Looys (Coron. L.) 

b) Li Charrois de Nymes (Ch. N.) 

c) La Prise d'Orange (Pr. d'O.) 

d) Li Covenans Vivien (Cov. Vi.) 

e) La Bataille d' Aleschans (Bat. d'A.) 

1) Die Gedichte sind in der Arbeit nach den beigeschriebenen Ab* 
kürzungen citirt. Wo die laufende Versnummer angegeben ist, citire 
ich nach dieser, sonst (mit Ausnahme des Fierabras) nach der betr. 
Seitenzahl. 



3. Renaud de Monlauban, bsg. v^ Michelant. Stuttgart, litt. 
Verein 1864. (R. d. M.) 

4. La Chanson des Saxons , p. p. Francisque Michel 2 Bde. 
Paris 1839. (Saisn. I u. II.) 

5. Aiol u. Elie de Saint Gille, hsg. v. W. Förster. Heilbronn 
1876 ff. (Aiol u. El. Sl. G.) 

6. Le Voyage de Chai-lemagne ä Jerusalem et ä Gonstantinople, 
hsg. V. Ed. Ko.^ehwitz. Heilbronn 1880. (Voy. Gh.) 

7. La Ghevalerie Ogier p. Raimbert de Paris p. p. Barrois. 
2 Bde. Paris 1842. (Ghev. O.) 

8. La Destruction de Rome , p. p. G. Gröber. Romania 11 
S. 1 flf. (Destr. d. R.) 

9. Berte aus grans pies, p.p. Aug. Scbeler. Bruxelles 1876. 
(B. a. gr. p) 

10. Li Romans de Raoul de Gambrai, p. p. Edward le Glay. 
Paris 1840. (R. d. G.) 

11. Anciens poetes de la France publik sous la direclion de 
F. Guessard. Paris, Vieweg 1859 flf. 

a) Fierabras (Fiebr.) 

b) Aye d'Avignon (Aye d'A.) 

c) Gui de Nanteuil (6. d. N.) 

d) Gui de Bourgogne (G, d. B.) 

e) Olinel (Ot.) 

f) Floovant (Fl.) 

• g) Gaydon (Gayd.) 
h) Macaire (Mac.) 
i) Doon de Mayence (D. d. M.) 
k) Gauflfrey (Gauffr.) 
1) Huon de Bordeaux (H. d. B.) 
ni)Hugues Gapet (H. C.) 

12. Bruchstück von L' Entr^e de Spagne, in : Nouvelles recher- 
ches sur VE. de Sp. par Antoine Thomas. Bibliotheque des 
Ecolesd'AthenesetdeRome. fasc.25. Paris 1882. (E. d*Esp.) 

13. La reine Sebile, Fragments uniques p.p. Auguste Scheler. 
Academie royale de Belgique, Bulletin avril 1875 (R. S.) 



14. liO Roman d*Aubory le Roiirsroing, piibiie |>ar P. Tarb^. 
Reiiiw IHI'J (A. !.• R.) 

15. Ijo Roman de Foiilque de C:indic luir llorbi*rt le duc de 
Danimartin p.p. P. Tarl)^. Reims IStiO. (F. d. C.) 

16. La niort du rui Gormond, piiblie |»ar An^ii<to Scbeler 
im Ril)liophile Ri^lgo X. Rnixellef« ls7r>. (M. G.) 

17. La prise de Pami)ebine, in: Altfranz. Gi*<lichte, ht^. von 
Adolf Mudsaiia. Wien 18r4. (Pr. de P.) 

18. Gerard de Viane und Agolant (AspremontK in: Der Roman 
von Fierabras, hsjr. vcm lnmianu«*l Ik*kker. Berlin 1n20 
(G. de V. und Ag.) 

19. Auberon, in : I complenienti della Cb. d*Huon de Bordeaux 
p. da A. Graf. Halle 1878 (Au.) 

'10. Li moniages Guillaume, bs^^ von K. Ilofniann in den Abb. 

der Münch. Ak. 1853. (M. G.) 
21. Amis et Amiles und Jourdain.*« de Blaives, lisur. von K. 

Hofmann. i. Ausg. Erlangen I88i. (A et A. und J. d. B ) 
±2. Bueves de Clommarcliis , pubiie \tiir Auguste Scbeler. 

Bruxelles 1S74. (B. d. C) 

Bei Au*:fübnmg meiner Arbeit sucbte i« b der Reibe narb 
folgende Fragen zu lM*antworten : 

1. Wer lH»tet und zu wrni wird geUb-t? 

2. Wie betet man? 

3. Bei welcbem Anla^s wird geUrtet ? 

4. Welches sind die beim Gebet vurkommenden rL*ligiÖ!>i*n 
Ceremonien ? 



I. Abschnitt- 

Wer betet und zu wem wird gebetet? 

A. Wer betet? 

Die Dichter legen direkte Gebete besonders hervorragenden 
Personen in den Mund. Das Volk , welches in den Chansons 
de geste als Staffage dient und durch Freudenbezeugungen, 
Schmerzensausrufe u. s. w. nur zuweilen seine Gefühle äussert, 
betet lediglich in der Gesammtzahl. Ich führe die Stellen, welche 
mir in den oben citirten Texten aufgestossen sind, hier an: 

— E li Franceis curius et dolent. 
N'i ad celoi n'i plurt et se dement. 

E prient deu qu*il guarisset Rollant. Bol. 1835. 

— Francs les cumandent a deu et a ses nuns. ib. 3694. 

— Mult par fu Guenelon des barons esgardez; 
Trestout prient a Diu que il soit escapes. Fiebr, 5518. 

— Durement prient le pere tot poissant, 
Qu*il le garisse contre le mescreant. Ot 21. 

— A yois s'escrient, ainc ni ot arestue: 

Abi, Ogier! Jbesu fest en aiue Chev. 0, 10226. 

— Arrier se traient, si se vont escriant: 
»Abi, Ogier! Jbesus te soit aidant. ib. 10269« 

— As uraisuns se jetent, 8*unt lur culpes batut, 
E prient Deu del ciel et la sue vertut, 

Del rei Hugun le Fort k'il les guarrisset bui. Voy, Ch. 668. 

— Crestien loent Deu qui fist etterre etnue. B,d.MAn,b. 

— Lors en aorent le glorioz dou ciel. Gayd, 9. 

— Quant Francois Tont oi, Jbesu en ont loe. Fiebr. 2246. 

— Toutes lors niains en tendirent vers De: 
»Peres de gloire, tu soies mercie. Coron. L, 58. 

— Vrais deus celestres, tu soies aore, 
Kant nos aveiz par mesaige raande, 

Par le vostre aingle ki ait a nos parle. G, d, V. 3056. 

Was von den Christen bemerkt wurde, gilt auch von den 
Sarazenen: Gebete Einzelner sind ein Privileg der Hauptper- 
sonen. Ich führe auch hier die betreffenden Stellen an: 



— Paien escrient: aie nos Muhuni! Rol, 1906. 

— Paien recleiment Mahomet et Cahu. Gauffr 7131. 

— A Mahommet lor Dieu trestous lequemanderent. ib.2 1 1. 

— Sont Tarne queniandee Mahon et Appolins. ib. 285. 

— Dont Tame ont quemandee Mahommet et Cahu. ib 98. 

— S'ame ont a Mahommet mainte fois quemande, 
Moult maudient Garin, de Tervagant lenr De. ib. 30. 

— A vois B*e8crient la gent de maint langage: 
»Mahomet sire, soies li hui aidables. Chev, 0. 1667. 

— Mil Sarrasin s^escrient de tos sens: 
»Mahomet, sire, soies lui or aidiins. ib. 1682. 
— ' Paien s'escrient tot ensanlle a un cri : 
»Mahomes, sire tu le puisses garir. ib. 2759. 

— Dient paien: »Mahom le nos otriti« ib. 1012. 

— Li paien le saluent en la loi dont lor menbre: 
Mahome« soit o uous, seur doucbe, araie gente Afol 5172. 

Im Allgemeinen ist die Anzahl der Gebete ein ziemlich 
sichres Krilerium für die Bedeutung , welche der Dichter der 
betreflfenden Person beizulegen wünscht. So betet im Rol. 
Karl 12 mal (137. 339. 698. 2384. 2479. 2518. 2887. 2934. 2998. 
3066. 3100), Roland 8 mal (1854. 2252. 2261. 2303. 2337. 23C4. 
2368. 2384.), Turpin zweimal (2196. 2239), Olivier — und dies 
würde obige Behauptung allerdings nicht stützen — einmal 
(2013), die Franzosen zweimal (1837. 3694). In B. a. g. p. 
ergiebt sich ein noch bedeutenderer Unterschied. Die Haupt- 
heldin gleichnamigen Gedichtes spiicht hier nicht weniger als 
33 direkte Gebete. Alle andren Personen treten in dieser 
Hinsicht neben ihr bedeutend in den Hintergrund. So betet 
die Königin von Ungarn nur dreimal (1780. 2126. 2354), ihr 
Gemal zweimal (1981-. 3103) Symon, der Beschützer Bertas 
ebenfalls zweimal (2814. 3197), Äliste, die falsche Königin, 
viermal (353. 685. 1861. 2106). — Von heidnischer Seite betet 
im Rol. je einmal Baligant (3490), sein Bote (2711), der des 
Marsilie (416) und die Sarazenen (1906). In Gauffr. — ein 
Gedicht, welches uns den meisten Aut'scliluss über die Vorstellung 
der Jongleure von der heidnisch-sarazenischen Religion gibt — 



betet der König Machabre dreimal (183. 255. 254), der heid- 
nische Gesandte zweimal (251, 253), König Gloriant einmal 
(271). Bei den Heiden tritt also dieser Unterschied nicht so 
deutlich hervor. Doch ist daran zu erinnern, dass, wie 
schon in der Einleitung bemerkt wurde, heidnische direkte 
Gebete überhaupt selten vorkommen. 

B. Zu wem wird gebetet? 

Hier sind zu berücksichtigen : einmal die Namen der Gott- 
heiten sowie das numerische Verhältniss ihres Vorkommens und 
dann die besondren Funktionen, welche einigen derselben bei- 
gelegt werden. 

Von christlicher Seite werden angerufen: Gott (generell), 
Christus (speciell), der heil. Geist, die Dreieinigkeit, die Jungfrau 
Maria , sowie eine grosse Anzahl Heilige '). Die ersten beiden 
werden am häufigsten angerufen, der heil. Geist nur an zwei 
Stellen in Verbindung mit Gott und Christus oder mit Gott 
und der Jungfrau Maria. 

— Damediex le vous mire et le preudome ermite ; 
Que dou Pere et dou Fill et dou saint Esperite 

Soit yostre arme et Ui seue hui ce jour beneite. B. a. g.p. 1350. 

— »Dex! dist li rois, sire Sains Esperis, 

Sainte Marie, salves moi mes deux fix. Chev, 0. 2016. 

Zwei Dichtungen stellen ihn als bekehrende Kraft dar, welche 
hervorragende heidnische Helden veranlasst das Christentum 
anzunehmen. 

— Oies de Fierabnis con fu de grant fierte: 
Ck)ntremont vers le ciel a li rois resgarde; 
De Damediu li membre, le roi de maleste, 

Et dou Saint Esperit ious fu enlumines. Fiebr, 1490. 



1) An einer Stelle wird auch das heilige Grab angerufen; doch steht 
dieser Fall vereinzelt da: 

En haut s^escrie: »Sains sepulcres aidies. Chev. 0, 8273. 



8 

— A ces paroles yint .1. colon volant; 
E^arles 1e vit et tote Tantre gent. 
Saint Espirit aus Otinel descent, 

Le euer li niue par le Jhesu coiuniant. Ot 21. 

Die Dreieinigkeit wird, soweit ich sehe, nur einmal angerufen : 

Dix, sainte Trinites, s'il vous piaist, car m^aidiez. Fiebr. 4088. 

Häufiger dagegen bei Beteuerungsfornieln (Gauflfr. 175. ib. 
220; R. d. C. 249; Gayd. 298). 

Die Jungfrau Maria, zu der im Rol. nur einmal gebetet 
wird (2303), wird von spätem Dichtern mit Vorliebe ange- 
rufen '). (z. B. H. d. B. 24. 158. 176. 212. 230. 241; Gayd. 11. 
53. 201. 277. 319). 

In einigen Gedichten wird sie ausdrücklich als Ver- 
mittlerin zwischen Gott und den Mensehen bezeichnet. 

— Sainte Marie, danie, priies ent Daraede 

Que li paiens creist eainte crestiente. Fiebr. 1408. 

— Ue, Dex, dit-il dame de paradis, 
Proie ton fil, roine genitrix. Gayd. 42. 

— Sainte Marie, proies vo fil Jesu 

Hui mete m'aroe en paradis lasus. Chev. 0. 6391 . 

— Sainte Marie, ce dist li duz Garin 
Car priez hui cest ior yostre fil, 

Que par moi Boit destruiz eis arrabiz. Lothr, 5 a. 

— Mere dieu, car yeuilles vostre douz fill priier, 

K*a ce besoing me voeille, se lui piaist, conseillier. B. a. g, p. 969. 

~ Mere Deu, dame Isembart dist, 

Depreez en vostre beau fiz, 

Qu*il ait merci de cest chaitif. üf. G, 652. 

Die Heiligen kommen bei Beteuerungsformeln sehr häufig 
vor^); selten dagegen wird direkt zu ihnen gebetet. 



1) Aus der zunehmenden Zahl dieser Ausrufungen würde sich vielleicht 
ein weiterer Anhaltspunkt für die Chronologie der verschiedenen Epen 
gewinnen lassen. Doch müssten dann ausser den Gebeten auch die 
Beteurungsformeln (eingeleit^^t mit par oder pour) hinzugezO}<en werden. 

2) Im Rol. nicht. In reichhaltigster Weise dagegen z. B. in Gau ffr. 

36: par le cors saint Amant. (ib. 279). 

86: par le cors saint Symon. (ib. IM, 223. 258). 



D reclama le baron Saint Martin, 

Et Saint Andrui, Saint Pol et Saint Fermin, 

Et Saint Quobert qui det desor le Rin, 

Et le cors saint Beneoit Florentin, 

Et le haut angle qa*en claime Serafin, 

Qn'il le maintiegnent vers la gent Apolin. Bat, d' A. 340. 

— A haute voiz. s'escrie: >Ber saint Denis, aidiez. Sains I. 24i. 

— Ferraus reclainme Deu, de bon euer verai, 
Et Amaufrois, le ber saint Nicolai. Gayd. 242. 

— Sainte Barbe reclaime, qui fu vraie converte, 
Et Sainte Eaterine; chascune fu Offerte 

Pour Dieu a grant martire B. a, g. p. 889. 

— Lors se met a genous, la terre va baisier, 

»Saint Juliens«, fait ele, »vueillies moi conseillier. ib. 973. 

— Francois Orient: »Mongoie! Dix, aidies! Saint Denis! JPte&r.52. 

— Et Aiols reclama saint Nicolai: 

>Si voirement, biaus sire, ma creance ai, 
Les pucheles salvastes del vilain plait, 
Les .lu. clers sussitastes por voir le sai, 
Dones moi aventure, desire Tai. Aiol. 3073. 

— Et escrie: Monioie! dex, ^aint Denis aidies! ib. 6930. 

— Dex, dist li quens, peires de maieste, 

S. Morise biau sire, vostre home secoure. G. d. V. 570. 

Auch als Vermittler werden die Heiligen angerufen. 

— Enchue, baron Sant Jaques, soies en jenoillon 
Devant Diex a proier de ma delivreson. E. en E, 232. 

Eine bestimmte Funktion wird nur dem hl. Julian zuge- 
schrieben. Derselbe gilt als Schutzpatron der Reisenden '). 

— A Dieu s'est commandee et au baron Saint Pierre, 
Et a la mere Dieu, la douce dame chiere, 

Et a Saint Julien qui fu vrais herbergiere. B. a. g. p. 981. 



139: par le cors saint Helye. 
157: par le cors saint Omer. (ib. 223.) 
160: par le cors saint Ligier. (ib. 213. 268.) 
265: par le cors saint Fremin. 
273: par le cors saint Marcel. 
1) Vergl. Otto Klein, Der Mönch von Montaudon, Marburger Diss. 
Ausg. u. Abh. VII. 1882. S. 39 und 40. 



10 

— Saint Juliens de nos ames pensez! 

Que de la vile sni je tot esgares! F. d. C, 45. 

Von heidnischer Seite werden die verschiedensten Götter 
angerufen. Wir sagen »Götter« , denn die Sarazenen sind nach 
den Chansons de gesle bekanntlich nichts Andres als Heiden'). 
Das Rolandslied nennt vier heidnische Gottheiten*): Mahom 
(8. 416. 1906); Apollin (8.); Jupiter (1392 nicht im Gebet); 
Tervagan«) (611. 2589. 2696. 3267 nicht im Gebet). Die Ver- 
fasser späterer Epen fugten diesen, auch bei ihnen häufig vor- 
kommenden Namen noch verschiedene neue hinzu. So haben 
wir: Burgibuz (Gauffr. 261); Cahu (Bat. d'A. 6157; ib. 7134; 
Gauffr. 254; D. d. M. 285); Margos (Gaufifr. 261; Aye d'A. 
119); Pilatus (Gauffr. 87. 209 nicht im Gebet); Baratron (Ghev. 
0. 9815. 11750 nicht im Gebet); Noiron (Gauffr. 261); Mar- 
mouzel (Gauffr. 243 nicht im Gebet); Fabur (Fl. 18). - Vergl. 
Index zu Ausg. und Abhandl. IL 

Bei diesen Namen kann man die Beobachtung machen, 
dass die Jongleure zuweilen solche wählen, welche den Christen 
unangenehm und verhasst sein musslen f z. B. Burgibuz, Pilatus, 
Noiron). Es geschah dies wohl in der Absicht, den Grimm 
ihrer Zuhörer gegen die Sarazenen, die gefahrlichsten Feinde 
des Christentums, noch mehr zu schüren und zu nähren. 



1) Auch der Cultus ist heidnisch. Von ihren Göttern verfertigen die 
Sarazenen Bildnisse aus Gold. (Rol. .S492; Fiebr. 3159; Chev. 0. 9898; 
Fl 23.) Dieselben sind gewöhnlich hohl, so dass Menschen hineinkriechen 
können. Zu welchem Zwecke dies geschieht, ersieht man aus Aiol 9G30; 
Fiebr. 5325 und Ausgaben und Abhandl. IV. S.63. Anm. 18. Der Ort der 
Verehrung heisst »mahommerie« oder »sinagogue«. In demsell)en ist ein 
Altar angebracht, auf dem sich das geschriebene Gesetzbuch der heid- 
nischen Gottheit befindet. (Rol. 610; ib. 3602; Gauffr. 8541; Fiebr. 3157; 
Aiol 36«;2; ib. 9656; Aye d'A. 1519.) 

2) Nicht drei, wie L^on Gautier in seinem Glossar zum Rolandsliede 
unter Tervaj^an angibt. 

3) Der Name Tervagan kommt noch in späteren Dichtungen des 
Mittelalters vor. Auch Shakespeare kennt ihn, allerdings nicht mehr 
als sarazenische Gottheit. Vergl. Hamlet, Act III Sc 2. 



11 



II. Abschnitt. 

Wie wird gebetet? 

Bei der Anrufung der höhern Wesen kann man zunächst 
die Beobachtung machen, dass der Betende selten vergisst, dem 
Namen derselben irgend ein Epitheton hinzuzufügen. Es wurde 
von keiner wesentlichen Bedeutung sein, dieselben hier alle 
aufzuzählen; ich beschränke mich darauf, eine allgemeine 
Charakteristik derselben zu geben. 

Bei Gott und Christus bestehen diese Epitheta gewöhnlich 
in Zusätzen, welche sich beziehen auf die Passion (qui en crois 
fu penes, qui soiiffris passion), die Schöpfungskraft (qui tout 
le mont fesistes, qui formas tout le mont, Adan, Lazaron etc.), 
oder auf die Wahrheitsliebe der Gottheit (qui onques ne menti) '). 

In den verschiedenen Bezeichnungen der Jungfrau Maria 
zeigt sich deutlich die hohe Verehrung, welche ihr die Dichter 
der Chansons de geste zollten. Wir nennen: Heilige Maria*) 
(Rol. 2303; Coron. L. 2549; Lothr. 55 a. ib. 72 c. 96 a; H. d. 
B. 24. ib. 176; Gayd. 201. 277; Fiebr. 3366; R. d. C. 118; 
G. d. V. 2468). Jungfrau (H. d. B. 24; C. L. 2549; Bat. d'A, 
6838; H. C 144; Fiebr. 3186; A. le B. 88). Heilige Jungfrau 
Maiia (E. en E. 235). Gottesgebärerin (H. d. B 24; Lothr. 
55a. ib. 96a; Ch. N. 1471; Bat. d'A. 5524; Fiebr. 3186; A. 
le B. 88). Mutter Gottes (B. a. g. p. 969; M. G. 635. 652). 
Königin (H. d. B. 24. ib. 176; Lothr. 96 a). Königin der 
Schönheit (Gayd. 201). Gekrönte Königin (D. d. M. 210; Fiebr. 
3366; R. d. C. 118; Bat. d'A. 6839; J. d. Bl. 3956). Jungfräu- 
liche Königin (Ag. 331). Himmelskönigin (Gayd. 277). — 



1) Fiir ähnliche und andre Epitheta vergl. man besonders den Anfang 
des biblischen Gebetes, des Qriisses und der Fürbitte beim Abschied. 
S. auch L^on Gautier, Ep. fr., Tome I S. 19 Anm. 

2i Das Epitheton »minie* wird bei dem Namen »Mariac nie aus- 
gelassen. (Vergl. die Heiligen.) Bei andren Bezeichnungen dagegen, 
z. B. »virge* fehlt es zuweilen (C. L. 2549; Fiebr. 990; Gauttr. 73). — 



12 

Die Zusätze zu den Heiligen sind mannigfacher Art. Ausser 
dem nie fehlenden Epitheton T^$aint€ wird zuweilen ein "^cors^ 
oder ^haron^ ihrem Namen vorgesetzt. Vergl. S. 8 Abschn. I. 

Bei der heidnischen Gottheit sind die Epitheta weniger 
reichhaltig. Am häufigsten treffen wir dieselben bei Beteuerungs- 
formeln. Dieselben hier zu betrachten liegt ausserhalb des 
Kreises meiner Arbeit. Erwähnt mag noch werden, dass die 
heidnische Gottheit an zwei Stellen (Aye d'A. 45; Gauflfr. 271j 
^gentil deu€ genannt wird, eine Bezeichnung, welche mir bei 
der christlichen nicht aufgestossen ist. — 

So viel über die Epitheta. Was nun die Form der Gebete 
anlangt, so sind dieselben entweder stumm, durekt oder indirekt. 
Unter ersteren verstehe ich solche, deren Wortlaut nicht näher 
angegeben wird. Zuweilen werden dieselben durch die bei den 
andren Gebeten üblichen Ceremonien angedeutet (vgl. S. 35) 
und zwar entweder durch Emporheben der Hände (gewöhnlich 
Zeichen des Dankes) : 

Li eraperes tent ses mains vers deu. Bot. 137. 
Quant Berte rentendi, ses mains a Deu en tent. B, a. g. p. 12. 
La dame Tot: ses mains tent vers le ciel. 22. d, C. 206. 
La dame Toit, ses mains vers deu en tent. A. et Ä. 3147. 

oder durch Bekreuzigen (vergl. Fürbitte beim Abschied Abschn. 
III): 

Lors a saignie son chief a Diu s^est commandes. Fiebr, 253. 
Lors a saignie son vis dou signe de la crois. Saisn. II 186. 

Et quant Garins Toi, si en ot joie grant; 
De la chartre est issu, de Dieu se va seignant. Gauffr, 2H1. 

Zu den direkten Gebeten rechne ich im Allgemeinen Bitt-, 
Dank- und Beichtgebete ; zu den indirekten : Gruss, Fürbitte beim 
Abschied, tür Todte und Fürbitte des Dichters selbst. Allen 
diesen Gebeten wird unter Abschnitt III eine besondere Betrachtung 
gewidmet werden. 

Eine eigentümliche Form des Gebetes, welche ich hier nicht 
ausser Acht lassen darf, ist die biblische. Biblisch nenne ich 
dieselbe in so fern, als der Betende sich darin auf die ver- 
schiedensten von der Schrift erzählten Wundertaten Gottes 



13 

beruft. Eine kurze Analyse dieses Gebetes wird meine Be- 
zeichnung noch mehr veranschaulichen. 

Es beginnt mit einer Anrufung der Gottheit : Veire pateine 
(Rol. 2384. 3100). Dex (Bat. d'A. 580. 1044. 6772; H. de B. 
46; Gayd. 42. 71. 301). Damne dex (R. d. M. 277i4; Par. la 
D. 65; Chev. Og. 11603; I. d. Bl. 2449). Vrais Dex (R. d. C. 
46). Glorius Peres (Pr. d'O. 541. 805; R. d. C. 122; Aiol 
23&5; G. d. V. 2i02). Glorius Sire (Aiol 3047; Chev. O. 226). 
Glorious Sire Pere (Fiebr. 920. ib. 4055; Saisn. IL 31; Aiol 
6183. ib. 6219; R. d. M. 175i7; Par. la D. 42. ib. 25; G. d. B. 
17. ib. 18. 42. 70. 80). Dann folgen verschiedene Stellen aus 
der Bibel, besonders solche, welche auf die Wunder, Güte und 
Allmacht Gottes Bezug nehmen'). 

Indem nun der Betende auf diese Taten der Gottheit hin- 
weist, bittet er sie gewissermassen indirekt, auch ihm seine 
Bitte zu gewähren. »Wie dieses alles wahr ist, und wir es 
glauben, errette Du (welcher so vielen geholfen) auch meinen 
Leib vor Tod und Bedrängniss!« Dies ist zugleich der Schluss 
des Gebetes. Mit geringen Modißcationen hat dieser in fast 
allen Gedichten denselben Wortlaut Ein Beispiel, welches ich 
aus R d. M. entnehme, wird als Erläuterung des oben Gesagten 
dienen. 

Damne Dex, sire pere ki formastes le mont 
Et alastes par terre com autres povrcs hom, 
Et garistes Jonas el venire del poisson; 
Marie Magdalaine fesistes le pardon, 
Et Daniel salvastes en la fosse au lion, 



1) Apokryphische Stellen nur Bat. d'A. 6772, Gayd. 42, Chev. 0. 

11664 und A. et A. 1182. Zuweilen beruft sich der Betende auf Heilige, 

denen Gott seine Wohltaten hat zukommen lassen. 
Biax sire Dex, qui dedenz Bethanie 
Susdtas Lazaron qui la char ot porrie, 
Li don donnastes, Sire, Sainte Sophie. . . Gayd, 235. 
Dex, dist Amiles, par ton saintisme non, 
Mels Saint Pierre au chief de Pre Noiron 
Et conyertis saint Pol et saint Simon. . . A, et A, 1178. 



u 

De mort rosuscitates le cors saint Lazaron, 

Et fesisies Adan de terra et de liiiion 

Et d'un fruit li feistes, sire desfension, 

Et il en nianga, puis ne li fist se mal non 

Issi com 90U est voirs et nos bien le creon 

Si garissies mon cors de luort et de prison. R. d. M, 211, h. 

Die meisten dieser Gebete machen sich durch eine unge- 
wöhnliche Länge nicht gerade zu ihrem Vortheil beinerklicii *) ; 
doch kommen aucli kürzere Gebete vor (z. B. G. d. N. 63; Rol. 
2384; G. d. B. 42; Par. la D. 42. ib. 65; F. de C. 114; J. d. 
Bl. 2449). In andren fehlt der Hinweis auf biblische Stellen, 
aber Anfang und Srhluss ist derselbe (Aiol 6891 ; R. d. C. 
122; Fiebr.4055; G.d.B. 16.ib.l7). Ein Gebet mit lateinischen 
Floskeln durchzogen habe ich nur an zwei Stellen (L'entr6e en 
Espagne pag. 231 und Aye d'A. 85) gefunden. 

Von den heidnischen Gebeten wurde bereits hervorgehoben, 
dass sie sich durch Armul der Form sowohl als auch des Inhalts 
auszeichnen. Charakteristisch ist, dass die Sarazenen oft, zu- 
weilen auch die Christen, anstatt zu ihren Göttern zu beten, 
sie mit Schmähungen überhäufen (Vergl. Abschn. lUb). 

Im Rol. (3490) sucht der Admiral Balant die Unterstützung 
seiner Götter zu gewinnen, indem er ihnen verspricht, im Falle 
er siegen würde, alle ihre Bildnisse aus Gold fertigen zu lassen. 

Li aniiralz recleimet Apolin. 
E Tervagan et Mahumet altresi. 
Mi damnedeu io uos ai mult servit. 
Tutes tes ymagenes ferai d*or fin. 

1) Im Coron. L. sagt der heidnische König Corsolt zu Wilhelm von 
Orange, der, bevor er den Kampf mit dem Sarazenen aufnimmt, ein 
langes Gebet gesprochen: 

»Di moi, Francois, garde ne soit cele, 
A cui as-tu si longuement parle ?c Coron, L. 790. 
Eine ähnliche Aufforderung treffen wir in Fiebr. (968): 
»Biaus amis Oliviers, ne me va pas celant, 
Quele orison est ce que as devise tant?« 
Die Fragen der Sarazenen sind nicht ganz unberechtigt. In erst^rem 
Gedicht zählt das Gebet nicht weniger als 98 Zeilen, in Fiebr. 48. Das 
längste findet sich H. d. B. 58 (104 Zeilen). 



15 

Ein Analogon hierzu bieten die Dankspenden der Christen, 
die aber vor dem Gebete dargebracht werden. (Vergl. Absehn. 
IV. S. 39.) 

Aiicli in andrer Weise suchen die Christen die Gunst der 
Gottheit durch ein Versprechen zu erlangen. So geloben sie 
wohl im Falle glücklicher Errettung eine Fahrt in das heilige 
Land anzutreten (Chev. O. 815; M. 6. 4733). Der Franke 
Grifon (Gaufifr. 93) verspricht in seiner Not zur Ehre Gottes 
ein Armenhospital zu gründen: 

Et Grifon reclama le roi celestial, 
Et si pvoniet a Dieu, le pere esperital, 
Que s'il puet escaper de chel estour mortal 
Que pour ramour de li fera .i. hospital. 

Mit grosser Entrüstung fügt der Jongleur hier gleich hinzu 
(ib. 93), dass er dieses Gelübde nach glücklicher Errettung 
später nicht gehalten habe: 

Mes 11 86 parjura, le glouton desloial. 

Wilhelm von Orange sucht den Schutz des heiligen Julian 
zu gewinnen, indem er verspricht, sein ganzes Leben hindurch 
an jedem Weihnachts- und Osterfeste drei Byzantiner auf seinen 
Altar zu legen : 

.111. besans d*or; au noel et a paske 

Les yo8 rendrai a trestout mon eage. M. G. 93. 

III. Abschnitt. 

Bei welchem Anlass wird gebetet? 

Ein Gebet kann der Ausfluss verschiedener Empfmdungen 
und Gefühle sein. Entweder ist es eine unmittelbare Aeusserung 
der Frömmigkeit (Lob- und Dankgebet), oder eine Bitte für 
uns und Andre (Bittgebet, Fürbitte), oder endlich ein Mittel 
zur Erlangung der göttlichen Gnade für einen bestimmten Fall 
im Leben (Buss- und Beichtgebet). 

Ausserdem lassen sich noch verschiedene Unterabteilungen 
dieser Hauptnibriken machen. Es mag hier übrigens bemerkt 



16 

werden, dass In den Chansons de geste selbst die Hauptarten 
nicht immer sireng von einander geschieden werden: ein Bitt- 
gebet schliesst oft eine Fürbitte ein, ein Beichlgebet enthält 
ausser dem Sündenbckenntniss des Betenden gewöhnlich noch 
eine Bitte, nämlich um Vergebung der Sünden und Erlangung 
der göttlichen Gnade. So haben wir im Cov. Vi. ein Beicht-, 
Dank-, Bittgebet und schliesslich noch eine Fürbitte — alles in 
derselben Anrufung. 

II bat sa colpe, et rent graces a de: 
»Dex! dist li enfes, et quar ine secorez 
Pensez des ames et si les recevez 
Des coi-8 sera einsi com vos vorrez. Cov. V, 455. 

Dass sich einem Bittgebete eine Fürbitte anschliesst, kommt 
ziemlich häufig vor. Man vergl. hierüber besondei-s die bib- 
lischen Gebete. 

Ich werde jetzt die einzelnen Gebete in folgender Ordnung 
betrachten: Bittgebet, Fürbitte, Beichtgebet, Dankgebet. 

A. Bittgebet. 

Der Inhalt des Bittgebetes kann selbstverständlich ein ver- 
schiedener sein ; doch ist es in den meisten Fällen eine Bitte um 
Hülfe in grosser Not. Die Wirkung ist oft rasch erkennbar: 
entweder fühlt der Betende sich neu gestärkt und kämpft 
»mutiger als ein Leopard oder Löwe« — 

Quant Viviens ot fini s'oroison 
Lors fu plus fiers, que liepart ne lion. Bat d'A. 340. 
— Dist Renoars : Sainte Virge honnoree 
Secorez-moi, roine coronnee. 



A icest mot est sa vertuz doublee. t&. 6838 — 

oder die Gottheit hilft durch ein direktes Wunder. Diese direkte 
göttliche Intervention geschieht besonders bei hervorragenden 
Führern, vor allem bei Karl dem Grossen. Im Rol. lässt Gott 
auf seine Bitte die Sonne stillstehn, damit er die Feinde ver- 
folgen kann: 



17 

Sur Terbe verte descent li reis en nn pred 
Culchet sei a tere si priet damne deu 
Que li soleilz facet pour lui arester. Bol. 2448. 
~ Pur Karlemagne fist deus yertuz malt granz 
Car li soleilz est reines en estant. ib, 2458. 

Eine Stadt, welche Zwist zwischen Roland und Gui von 
Burgund zu erregen droht, wird in Folge seines Gebetes von 
der Erde verschlungen: 

Et karles se coucha desor Terbe en lapree, 
S*a faite .i. orison bien faite et enparlee 
Qae cele vile soit a tel fuer atornee 
Que de ceus ne d*autrai ne soit mes golosee. 
Dont n*eussieB tos mie demie liue alee 
Que la citez est toute en abysine coulee. G. d. B, 130. 

Nur einmal wird von ihm die göttliche Hülfe angerufen 
zur Ausführung höchst zweifelhafter Unternehmungen. Es ist 
dies die bekannte Stelle in der Voy. Gh. 668 ff. Gerade sie 
spricht wohl am meisten für den possenhaften Charakter dieses 
Gedichtes. 

Aber nicht nur dem Kaiser, auch anderen Helden wird in 
Folge ihres Gebetes die direkte göttliche Hülfe zu Teil. Der 
Normanne Richard, von den Feinden hart bedrängt, wird durch 
einen Hirsch gerettet*): 

Atant es vous .i. cerf, que Diex i fist aler, 
Et fu blans conime nois, biaus fu a resgarder. 
Devant le ber Richart se prent a demostrer. Fiebr. 4370. 

Auch Gui von Burgund wird durch ein göttliches Wunder 
auf sein Gebet hin der Verfolgung seiner Feinde entzogen : 

>Ue, Diex! ce dist li enfes, qui en crois fu dreciez, 
Si m^aides tu, Sire, com tu hons et Dieus ies 



1) Der Hirsch dient in den chansons de ges^ häufig als Wegweiser, 
von der Gottheit zur Reitung gesandt. Charakteristisch ist, dass ihm in 
den meisten Fällen das Epitheton »blanc* zugefilgt wird. Vergl. Gaston 
Paris, Hist. po^tique de Charlemagne, S. 360 und Ausg. und Abband 1. 
IV. 8. 63. Anm. 17. 



18 

C*ancor puissons E[ar)oii dedens Luiseme aidier. 

Or oez des yertus com Diex ot Guion chier: 

Ain9oi8 c'on fust ale le trait a .1. archer, 

Fendi la tour de raarbre 'parmi an .11. moitdes 

Ains la sus ne remest Sarraain ne paien. G, d, B, 22. 

Ein eigentümliches Bittgebet findet sich in Li moniages 
Guillaume (683 fif.). Wilhelm von Orange , von Raubern über- 
fallen, hat seinem Saumtiere ein Bein ausgerissen, um sich damit 
zu verteidigen. Nachdem er die Angreifer erschlagen, fleht er 
zu Gott, dass er das Bein wieder anwachsen lasse. Sein Gebet 

wird erhört: 

I fist dex grant miracle. 
Quant li bona cuens ot s^orison fine, 
Lora prist la quisse dou bon soniier . . . 
Se li reinist, tantost fu resane. 

B. Fürbitte. 

Unter Fürbitte verstehn wir ein Gebet, welches Jemand 
für seinen Nächsten zu einem höhern Wesen emporsendet, sei 
es um die Hülfe oder den Segen und die Gnade des Himmels 
für ihn zu erbitten. Als Fürbitte unterscheiden wir in den 
Chansons de geste: 

a. Fürbitte in Not. 
Einzelkampfe zwischen Christen und Sarazenen zum Zweck 
irgend einer Entscheidung sind nichts Seltenes im altfranzösi- 
schen Epos. Dieselben beruhen entweder auf einer persönlichen 
Herausforderung zweier Gegner oder sie gelten als Entscheidungs- 
kanipf zwischen feindlichen Heeren. Die Dichter wissen einen 
solchen Streit, in dem die tüchtigsten Helden sich messen, oft 
höchst dramatisch darzustellen. Besonders lebhaft zeichnen sie 
uns die Teilname der Zuschauer, welche sich teils in Gebeten, 
teils in Verwünschungen äussert — je nachdem der Ausgang 
des Kampfes für die eine oder andre Partei günstig oder ver- 
hängnissvoll erscheint. Bei dieser Gelegenheit ist es auch, wo 
Angst und Aufregung bei Christen sowohl wie bei Heiden oft 
mitten im Gebet Schmähungen gegen die Gottheit hervorrufen. 



1$ 

Doch treten dieselben — wie es ja auch in der Natur der Sache 
liegen musste — bei den Sarazenen ungleich häufiger und 
kräftiger zu Tage'). 



1) In ihrer Wut überhäufen sie ihre Götter mit den bittersten 
Worten, zerbrechen und insultiren deren Bildnisse und Statuen. S. Rol. 
2580. ib. 2600; Fiebr. 5146; Cov. V. 1884; El. St. G. 460. ib. 976; F. d. 
C. 25. Gegenseitige Schmähungen ihrer Gottheit kommt bei Christen 
und Heiden vor. In der Regel geschieht dieses vor dem Zweikampfe, wo 
ein jeder den Gegner zu bekehren sucht, indem er die Gottheit und den 
Glauben desselben als lächerlich und verächtlich darstellt. Im Coron. L. 
(846) sagt Wilhelm von Orange zu einem Sarazenen, Muhamed sei zwar 
ein Prophet gewesen aber ein schlechter, da er zu viel getrunken und 
desshalb von den Schweinen gefressen worden sei. Derselbe Wilhelm 
nennt an einer andren Stelle (Cli. N. 1431) Muhamed einen Gott »^ui 
ne valt une alie€. Aehnliche Ausdrficke finden sich auch in andren 
Gedichten. So bezeichnet ihn Olivier (Fiebr. 726) mit mauvais Diu falli. 
In zwei verschiedenen Gedichten wird mit fast denselben Worten eine 
Invektive gegen den heidnischen Gott geschleudert: 

Ja ne kerrai Mahoiu ne vos dieujL meserres. 
Autresi les puet on ruer par ces fosses, 
Ck>m on feroit .i. kien, se il estoit tues. Fiebr. 1324. 
— Si 1e puet Ten giter en ces fossez 
Et com un chien se il estoit tuez. Bat d^A, 6632. 

Die Schmähungen der Sarazenen gegen den Christengott sind mehr 
allgemeiner Art. Werden sie aufgefordert sich zu bekehren, so rufen 
sie wohl aus: »Wie kann ich un einen Gott glauben, der sich erniedrigen 
uud martern liess! Wie kann er mir helfen, da er sich selbst nicht 
helfen konnte!« 

Ja ne querrai nul jor que soie via 

En vostre Deu que penerent Juis; 

II le tuerent, puis ne fu surrexis: 

Ki en lui croit, il est plus faus que bris 

Tos ses pocHrti ne vaut*deu8 parisis. Chev. 0. 11317. 

— Vos estes del tut fini, 

N*avez garant pur iceli 

Qui fut par force en cruiz mis, 

E ja Tunt fous Jueus occis; 

Quidez vus dune k*il surrexist 

Ne qu*il vus puisse garantir? 

Mal guarra, par Apollin, 

2» 



90 

Im Coron L. (1055 flf.) betet der Papst für Wilhelm von 
Orange, der die christliche Sache gegen den heidnischen König 
Corsuble verficht: 

»Saint Pere, sire, secor ton champion 
Se il i maert, male iert la retrai^n; 
£)n ton mostier, por tant com nos vivon, 
N*aura mes dit ne messe ne le^on. 

Er sucht Gott alsc» indirekt zu gewinnen, indem er hervor- 
hebt, dass, wenn der christliche Streiter unterliegen würde, auch 
keine Messen mehr dargebracht werden könnten. (Vgl. Abschn. 
II. S. 15.) Als Wilhelm dennoch zu unterliegen droht, glaubt 
der Pabst seine Bitte durch einen Vorwurf verstärken zu müssen : 

Dist Tapostoiles: »Que fez-tu or Saint Pere? 
Se il i muert, c*icrt male destinee. ib. 1078. 

Die Person des Kaisers, welche uns besonders im Rol. so 
gross und erhaben entgegentritt, wird bekanntlich von spatern 
Dichtern als schwächlich und leicht verzagt dargestellt. Er ist 
es denn auch allein, der sich öfters mitten im Gebet in Zeiten 
grosser Not und Gefahr zu Schmähungen gegen die christliche 
Gottheit verleiten lässt. So bittet er im Fiebr. (S. 28) zunächst für 
Olivier, der sich mit Fierabras im Zweikampf misst : 

»Sainte Marie dame, dist Kalles au fier vis, 
Garisies Olivier qu^il n*i soit mors ne prins. 

Sogleich fügt er aber schon eine Drohung hinzu, falls der 
Kampf für seinen Pair einen verhängnissvollen Ausgang nehmen 
sollte : 



Qui sul sun cors ne pot guarir 
Ke li n*estu8t de mort murir. M, G, 187. 
— Ne crerroie en cheli qui en Jerusalem, 
Fu batu a Testage sans nisun yestement. 
Et pendu en la crois si doulereusement. 

Comment m*aideroit il? Ne se pot estre aidant. Oauffr, 74. 

VergL ib. 105. 108. An letzterer Stelle wird die Diminutivform 
»JhesuseU offenbar in verächtlichem Sinne gebraucht. 



21 

Gar par Tarme nion pere, se il estoit ochis, 
Ja en moustier de France ni en tout les pais, 
Ne seroit clers ne prestres a nul jour revestis. 

Das ist also derselbe Gedanke, den imCoron.L. derPabst aus- 
spricht, nur dass derselbe hier mehr in die Form einer Drohung 
gefasst ist. Von seinem Vertrauten Naymes wird Carl denn 
auch auf das Unpassende einer solchen Handlungsweise auf- 
merksam gemacht: *Betet lieber für das Wohl unsres Streiters 
als dass Ihr Euch in so lästerlichen Reden ergeht!« 

Mais pries pour le conte le roi de paradis 
Qu'il li Roit en ate par ses saintes merchis. 

Eine ähnliche Stelle wie die obige findet sich im Sachsen- 
Hede des Jean Bodel (II 156): 

He« Diex, ce dit li rois, com ci a mal deport! 
Quant mes nies est ocis» ci a mauvais confort: 
Ma nes est |)erillie, qassez en est li bors; 
C^est pecbiez et dolors quant je an sui estorz. 
He, Saint Denis de France! tu somoilles et dorz^). 

Uebrigens flehen Christen sowohl wie Heiden bei dieser 
Gelegenheit ihre Gottheit an, ohne sich gerade in Schmähreden 
gegen dieselbe zu ergehen. Doch bieten diese Stellen weder 
formell noch inhaltlich ein besondres Interesse. 

b. Fürbitte beim Abschied. 

Bei ihr können wir uns kurz fassen. Von beiden Seiten 
beschrankt man sich darauf, sich beim Abschied mit einigen 
Worten dem Schutze irgend einer Gottheit anzuempfehlen. Von 
den Christen wird zuweilen gar kein Wortlaut angegeben, 
sondern nur das Zeichen des Kreuzes gemacht (Voy. Ch. 87. 

1) Auch die Sarazenen werfen ihren Göttem Schlafsucht vor. 

— Mahom, dist Fierabnis, vous estes endormis. Fiehr. 906. 

— »Mahom! dist Nasier, je croi que vous dormes. Gauffr. 108. 

— Mahom, dist Taroirans, vous estes oublies 

Trop estes endormis quant tel honte soufres. Fiebr, 5311. 

— Lor Dies veille por aus, qui les tient en bonte; 

Mes li nostre se dorment, qui tuit sont rasote. O, d. B. 16. 



22 

ib. 255; D. d. M. 207. Vgl. S. 12). Das Bekreuzigen dient 
auch als Segen für in den Kampf ziehende Krieger, am meisten 
von Seiten des Kaisers. 

— Charles fii as fenestres, si les a regardes; 

De Den les a saignies, le roi de majestes. R. d. M. 26,9. 

— Karies Toit bien qa*il vient commencier estotie: 
Lora a tresfcout sa gent saignie et beneie. Saiim. II 60. 

— Li aropereres a aa deetre main levee 

Sa compaignie soigne» a Dieu Ta commandee. ib. 131. 

— Cil sunt par eis en un val suz an tertre 

Sie beneist Carles de sa main destre. BoL 3065. 

— Et respont karle: Jhesu te soit aidant 
Leye sa main si a senie RoUant. OL 12. 

— Son fil apele 1i rois qui France tient: 
Biaus fix, dist'il, Ya-t*ent a Dieu du ciel; 

Lieve sa main, si Ta de Deu signie. Chev. 0. 1750. 

c. Fürbitte beim Gruss. 

War beim Abschied wenig zu bemerken, so müssen wir 
dem Grusse desto mehr Aufmerksamkeit zuwenden. Derselbe 
spielt bekanntlich bei der ganzen Anlage und poetischen Technik 
der Chansons de geste eine höchst wichtige Rolle. Vor allen 
Dingen sind es die indirekten Fürbitten im Beginn von feier- 
lichen Gesandschaften, welche wir hier näher ins Auge zu fassen 
haben. Mit wenigen Ausnamen (Rol. 428; Bat. d'A. 2886; 
H. d. B. 75; Par. la D. 43) beginnen dieselben mit ^Cil Dex€ 
(Dieu, Deu^ Damne deu etc), dem in vielen Fällen noch ein 
itde gl<nre€ folgt (Fiebr. 2571; Gauflfr. 5. ib. 290; Lothr. 66 d. 
ib. 64a. 104c; Destr. d. R. 1148; El. St G. 843. ib. 2503. 
2574; Gayd. 38. ib. 100. 179; Par. la D. 68. ib. 70. 79. 86; 
G. d. B. 26. ib. 29. 57. 58. 88; Fl. 31. 74; A. le B. 63; F. d. 
C. 4. 127; Pr. d. P. 2601; M. G. 120). Dem Namen der Gott- 
heit wird in der Regel ein Zusatz beigefügt. (Vergl. S. 11.) 

Hieran anknüpfend erfolgt die eij^entliche Begrüssung. »Der 
Gott, welcher dies getan (erduldet), möge auch Euch schützen 
und bewahren !€ 



23 

Cil Dez de gloire qui en la crois fa mk 

II saut et gart Tempereor Pepin. Lothr, 104 c. 

Dann kommt der Inhalt der Botschaft, der uns hier 
aber nicht weiter berührt. Bemerkt mag nur werden, dass 
derGresandte sich gewöhnlich fast desselben Wortlautes bedient 
wie derjenige, welcher ihm den Gruss aufgetragen hat. In 
eigentämlichem Widerspruche zu dem am Anfang ausge- 
sprochenen Segen steht die zuweilen am Schlüsse ausgestossene 
Verwünschung oder Drohung*)- Der Gruss wird gewöhnlich 
mit kurzen Worten wie *Et Dex te sauU erwiedert. 

Cil Dame -Dex qui tos tans fu et iert 

n sali et gart Kallon le droiturier, 

Ses dus, ses contes et ses barons proisies. 

Et dist le rois: Dex te salt amis cbiers! Chev. 0. 9391. 

Verworfene Menschen dagegen weisen eine solche, im 
Namen Gottes an sie gerichtete Anrede mit Hohn zurück. 
(Vgl. Aiol 5715 flf.; El. St. G. 1075; D. d. M. 81.) - 

Der heidnische Gruss ist dem christlichen fast analog, 



1) Hierbei lassen sich drei Fälle unterscheiden: entweder beziehen 
sich dieselben auf denjenigen, an welchen der Gruss gerichtet ist (Rol. 
434; Fiebr. 2574; Bat. d'A. 2889; Par. la D. 68; H. d. B. 61; Gauflfr. 262; 
Gayd. 107; G. d. B. 57. ib. 58; Ot. 3; R. d. M. 634) — oder auf die 
Feinde desselben (GaufTr. 150 ; R. d. C. 38) — oder endlich auf die Feinde 
dessen, von welchem die Botschaft ausgeht (Gayd. 38. ib. 117. 179; 
Chev. 0. 4110). — üebrigens wird trotz der starken Ausdrücke, deren 
sich die Gesandten zuweilen bedienen, ihre Unverletzbarkeit von Christen 
und Sarazenen in der Regel respektirt. 

— Che n'en iert ja, se Deu piaist , esgardes 

Que messagiers soit ferus n'adeses; 

Mais an9ois die totes bes volentes. Chev. 0. 4521. 
Ausnamen kommen vor. So im R. d. M. (7 st u. 17i), wo Herzog 
Bueves zwei Boten des Kaisers, darunter sogar einen Sohn des letzteren, 
mit eigner Hand tödtet. Der Herzog Godefroi (Chev. 0. 12) tödtet Karls 
Gresandten zwar nicht, aber er entehrt sie auf sonderbare Weise, indem 
er ihnen Tonsuren und den Bart scheren Iftsst. (Vergl. auch Pr. de P. 
2640 ff.) Versuche, die Gesandten zu schädigen, kommen häufiger vor. 



24 

sobald man nur dem Namen der sarazenischen Gottheit eine 
christliche substituirt. 

— Cil nostre Mahommet qui nos feit les vertÜB, 
Et feit olr ]e8 sours et bien parier les mus, 

n saut le roi Ganor et garisse Baudus. Aye d^A. 102. 

Werfen wir jetzt noch einen kurzen Blick auf die Be- 
grüssungen zwischen Christen und Sarazenen '). Im Rol. hat 
der heidnische wie der christliche Gruss an zwei Stellen an- 
scheinend denselben Wortlaut. Blankandrin sagt zu Karl: 

— SaWet seiez de den 

Le gloriuB qne deves aurer. [Roh 128.) 

In ähnlicher Weise redet Ganelon den Marsilie an: 

— Et dist al rei: salvez seiez de den 

Li glorins qui devum anrer. (Rol. 428.) 

Eine genaue Prüfung zeigt uns aber, dass dennoch ein 
wesentlicher Unterschied vorhanden ist. Blankandrin gebraucht 
die zweite Person Pluralis (deves), er sagt also: Derjenige möge 
Euch bewahren, an den Ihr glauben niüsst. Er empfiehlt ihn 
damit dem Schutze der christlichen Gottheit (vci-gl. S. 25). 
Ganelon hingegen wendet die erste Person Pluralis an, er 
sagt damit: »Derjenige beschüty^e Euch, an den wir glauben 
müssen«. — 

Die Heiden benutzen den Gruss zuweilen, um ihren Gott 
zu verherrlichen. 

— Cil vons saut sire, en cui creance aves. R, d, C. 298. 

— Et dist Corsubles: eil te croisse bonte, 
Qui fist negier et plovoir et vanter: 

Ce fait Mahons et Mahomet no Dez. ib. 298. 

Die Christen ihrerseits beten für die Sarazenen zu Gott, 

1) Wir reden hier nur von feierlichen ßegrüssungen. Treffen Christen 
und Heiden auf deui Schlachtfelde zusammen, so wird das Nichtg^flssen 
— wenigstens 'von Seiten der ersteren — vom Dichter ausdrücklich her- 
vorgehoben. 

— Quant il vint au paien, s'a sa regne tire, 
Devant lui s*are8ta, pas ne Ta salue. Fithr, 367. 

Vergl Gauffr. 94. 



25 

dass er ihre Bekehrung bewirke, damit die Seelen derselben 
vor Verdamniss bewahrt bleiben möchten 0- 

— Baron, de Mahomet soyez vos benei»! 
Amis, Diex mete en toi creance et saint Espir, 

Que il ne perde Tame que dedens ton cors gist. G. d B. \A. 

Uebrigens scheuen die Christen sich nicht, auch im Namen 
der sarazenischen Gottheit zu grüssen (s. p. 24). Es geschieht 
dieses aus List, um ihre Gegner glauben zu machen, dass sie 
ihre Religionsgenossen seien. 

— Chil Mahommet, dist il, en qui estes creant 
A polin et Noiron et Jupiter le grant, 
Margot et Burgibuz, ou vous estes creant, 

Chil gart et beneie le fort roi Gloriant. Gau ffr. 261. 

Vergl. H,d,B, 181; Pr.d:0. 476; G.d.B, 42; Fl 38. — 

d. Fürbitte für Verstorbene. 

Gross ist die Sorge der Freunde und Verwandten für ihre 
verstorbenen Angehörigen. Nicht nur bemühen sie sich, die- 
selben würdig zur letzten Ruhe zu bestatten^), auch für das 
geistige Wohl derselben sind sie eifrig besorgt, indem sie Gebete 
zum Himmel senden, in welchen sie die Seelen ihrer Genossen 
der göttlichen Gnade empfehlen. Wir treffen diese Art der 
Fürbitte besonders häußg im RoI. Vor allen Dingen ist es der 
Hauptheld, welcher als der zuletzt Uebrigbleibende von den 



li Solche Bitten kommen auch in direkten Gebeten vor. Mit Vor- 
liebe geschieht dieses da, wo es sich um vornehme Sarazenen handelt, 
welche sich nachher auch wirklich zum Christentum bekehren (^vergl. 
Fiebr. 440. ib. 971; Ot. 21). 

2) — Tuz lur amis qu*il i unt morz truvet 

Ad un camer sempres les unt portet. Bol. 2953. 

— Ben sunt lavez de piment et de vin. ib. 2969. 

— Le cors li leve de froide eau et de vin. H. d. C. 329. 

— De caillex et de terre moult bien le recouvri. Gau ffr. 1 77. 

— I firent un sarcui qui fu et bei et gent, 

Et aromatis erent et bei et gentement. R. d, M. 45». 

— Les mors qui el champ ierent, fist trestos enterrer. ib. 83 to 



26 

bei Renceval äberfallenen Christen der Reihe nach für seine 
erschlagenen Genossen zu Grott betet. Zunächst geschieht dieses 
für die Franken: 

— Seig^ors barons de vob ait deus mercit. 
Tutes V08 anmes otreit il pareis *) 

En seintes flurs') il les facet gedr. Bol. 1854. 

dann betet er für den Erzbischof Turpin, kreuzt ihm die Hände 
(vergl. Saisn. II 135: De ses bras a faü croia ei sor son piz 
posez^ und Destr. d. R 1096: Li quiens esteint ses mains, en 
crois les a jette^ Sur sa poitrine antont, sa vie a si fine), rühmt 
seine Vortrofflichkeit und empfiehlt ihn dann T^alGlorius celeste€. 
Als er schliesslich den eignen Tod herannahen fühlt, betet er 
noch einmal für seine Pairs und empfiehlt sich dann selbst 
dem Engel Gabriel. 

— De 8e8 pers priet deu ques apelt 
Et pois de lui al angle Gabriel. 2261. 

Die Selbstlosigkeit Rolands, der zuerst an seine Gefahrlen 
und erst dann an sich selbst denkt, ist hier vom Dichter sehr 
schön dargestellt. Ausser Roland beten noch Turpin (2194), 
Carl (!2518. 2887. 2933) und die Franken (3694). 

1) Die Bitte um das Paradis für sich und andere ist eine häufig 
wiederkehrende beliebte Redewendung. 

— Si priet deu que pareis li duinst. Roh 2*241. 

— Amis Rollanz deus metet t'anme en flors 
En pareis entre les glorius. ib. 2898. 

— Amis Rolant de tei ait deus mercit 
L'anme de tei seit niise en pareis. ih. 2934. 

— Le guierdons m'en iert reguerdonez. 
En Paradis en serai coronez. C, Vi. 1881. 

— Sainte Marie, proies vo fil Jesu 

Hui mete m'aiue en paradis lasus. Chev. 0, 6891. 

— Diex la resoive en son saint Paradis. R, d. C. H27. 

— Or prion le Segnor qui maint en Orient, 

Que paradis aion par no deservement. Oauffr. 322. 

2) Dieser Ausdruck findet sich ausser RoL (1856. ib. 2197. 2898) 
mit einiger Modification nur noch Gayd. 327: Quant il mourut, s'arme 
en ala florie. 



27 

In den andren Epen treten diese Fürbitten dem Rolands- 
lied gegenüber inhaltlich und numerisch bedeutend in den 
Hintergrund. Wir setzen diesi^lben zur Vergleichung hierher 
(vergl. Fürbitte des Dichters). 

— He, Berart! dist li rois, Dex la toe arme gart. Saisn. II. IZS. 

— Cil alt vostre arme qui le mont doit jugier. B.d.C. 101. 

— Mi bon anii a Jhesus vos comant 

Qi les vos ames mete en sain Abraham. Chev. 0. 8030. 

— Dame Dex en ait Tarne par sa redemption. R. d. M. I9li. 

— Dieu eit merchi de s'alme, qui en crois fu penes. Destr. d. B, 1105. 

— Dex ait mercbi de s'arnie par la soie dol^or. B,. d. M, 190ai. 

— Diex ait merchi de s'arme, qui tous nos jugem. H» C. 26. 

— Damnedex ann ait Tarme, le fix sainte Marie. Par. la D. 6. 

Auch die Heiden beten zu ihren Göttern für ihre ver- 
storbenen Angehörigen. 

— Abi, nies Clarion, tant vous avoie cbier 
Mabonz et Apolins, qui tout a a jugier 

Aient merci de vous, c'or en est grant mestier. Fiehr. 4283. 

— Moult par ont dessus li et plaint et regrete 

S'ame ont a Mahommet mainte fois quemande. Gauffr. 30. 

e. Indirekte Fürbitte des Dichters. 

Wie die antiken Epiker, so beginnen auch die Verfasser 
der Chansons de geste ihre Erzählung in der Regel mit An- 
rufungen an die Gottheit, indem sie den Segen derselben auf 
sich und ihre Zuhörer herabflehen 0- Zuweilen haben wir diese 
Fürbitte erst am Schluss der ersten Tirade (Mac); in andren 
Gedichten dagegen wird dieselbe auch im Laufe der Erzählung 
wiederholt (A. le ß. 57; A. et A. 903; B. a. gr. p. 2; El. St. 
G. 490. ib. 1283; Fl. 2; R. d. M. 136; Chev. 0. 27. ib. 3104. 
5551. 5576. 5689. 7311. 8368. 10211). Dasselbe geschieht am 



1) Der Jongleur stellt auch wohl die Bitte an die Zuhörer, sich 
ruhig zu verhalten (Aye d'A. ; öauffr.; H. d. B.; Destr. d. R.; Fiebr.). 



28 

Schlüsse des Liedes : »Gott möge segnen Euch, die Ihr zugehört 
habt, und mich, der das Lied so gut vortrug!«*) Er wünscht 
ihnen langes Leben, das Paradis u. s. w. und sciiliesst zuweilen 
mit Amen (Gauffr. ; Aiol; H. C; A. le B.). In einigen Fällen 
ist die Fürbitte am Schlüsse weggelassen, besonders in einem 
Cyklus, wo sich ein Gedicht unmittelbar an ein andres an- 
schliesst (Guillaumc d'Orange; EI. St. G. und Aiol; Aye d'A. 
und G. d. N.). 

Aber nicht nur für seine Zuhörer, auch für die in seinem 
Liede auftretenden Personen ruft der Jongleur den Segen und 
den Schutz der Gottheit an^). Besonders geschieht dieses für 
seinen Haupthelden, den er mit seinen Anrufungen durch alle 
Phasen seines tatenreichen Lebens begleitet und so das Interesse 
der Zuhörer für ihn zu gewinnen sucht. Erscheint derselbe, so 
begrüsst er ihn wohl mit einem Ausruf der Bewundrung und 
des Segens: 

Ez-vo8 Bertran, cui dex puist beneir! Bat d'A. 115. 

Vergl. Lothr. 61c; B. a. g. p. 2624; Chev. 0. 6522. 

Nimmt er Abschied oder geht er drohenden Gefahren ent- 
gegen, so haben wir die häufig wiederkehrende Redewendung : 
Or Ic conduie (gnrisse, beneie etc.) Dex! (Lothr. 68 d; B. a. g. p. 
2973; Aiol 2932; Pr. d'O. 1022; Fiebr. 1678; Gayd.218; H. d. 
B. 141; G. d. B. 97; Bat. d'A. 1026; Mac. 188; Par. la D. 10; 
Chev. 0. 5378; A. le B. 3). Ist der Held den Gefahren und 



1) I^Hcheidenbeit ist keine besonders hervorragende Tugend bei den 
Jongleuren. 

Or cotntnence ohanchon de bien enluminee; 

Puis que dieux fist Adam et Eve s'espousee, 

Ne fn plus fiere dite, s'el soit bien escouiee. Chev. 0. 

2) D. h. natürlich nur für Christen. Auf Heiden und Verräter da- 
gegen wünscht er den Zorn und die Rache des Himmels herab. Zahl- 
reiche Bele^j^e dafür finden sich in fast allen Qedichten. Ein Beispiel, 
welches eine besonders heftige Verwünschung enthält und auch sonst sehr 
Ihizeichnend ist, möge hier Platz finden: 

Or les puist governer Pylate et Antecris. O, d, B. 218. 



29 

Anstrengungen erlegen, so fleht der Jongleur zum Himmel für 
das Heil der Seele des Dahingeschiedenen: 

— L*arme 8*en torne: Diex, Tait en paradis. R. d. C. 366. 

— L*arme 8*eii part del gentil Chevalier : 

Dame Diex Tait, se on Teil doit proier. ib. 123. 
-^ Diex en ait Tarme par la soe pitie. Ot 74. 

— Dex en ait Tarme par son digne comant. Chev. 0, 5685. 

— Dens en ait Tarme qui onques ne menti. Lothr. lld. 
~ DeuB face a Tarme et merci et pardon. ib. 95 a. 

— Cil en ait Tarme, qui le mont estora. A. le B. 124. 

C. Beichtgebet. 

Dass das allfranzösische Epos von tiefchristlichem Hauche 
durchweht ist, zeigte sich uns bereits bei verschiedenen Gelegen- 
heiten. Ein weiterer Beleg dafür , dessen wir noch nicht näher 
gedachten, ist der, dass die Franken die Sarazenen nicht wegen 
nationaler Unterschiede allein, sondern vielmehr aus religiösem 
Antriebe bekämpfen. Von den Jongleuren werden sie daher 
Gotteskämpfer genannt, deren Lohn das Paradis ist: 

— Li home Deu, or ne vos dehetiez, 
C*e8t tot por Deu, que vos vos traveilliez. 
£n paradis sera vostre loiers. Cov. V. 778. 

— Pur nostre rei devum nus ben murir 
Chrestientet aidez a sustenir. Rol. 1128. 

— Si TOS murez esterez seinz martirs 
Sieges avrez el greignor pareis. ib. 1134. 

In diesem Sinne betrachten die Christen das Leben auch 
nur als eine Uebergangsperiode; durch Kämpfe und Entbehrungen 
streben sie nach einem höheren, besseren Dasein. Sehen sie 
ihr Ende nahe, so suchen sie sich vor allen Dingen würdig auf 
den Tod vorzubereiten. Dies geschieht durch das Beichtgebet, 
zu dessen Betrachtung wir uns nunmehr wenden wollen. 

Die Dichter legen bei diesem Gebet weniger Gewicht auf 
den Wortlaut, als auf die dabei beobachteten religiösen Gere- 
monien. Vielleicht wollen sie damit andeuten, dass der Sterbende 
nicht mehr im Stande ist, längere Gebete zu sprechen. Gewöhn- 



30 

lieh beschränken sie sich darauf zu bemerken : H bat (cleimet) 
sa colpe (Rol. 2014. ib. 2239. 2364; Cov. V. 455; R. d. G. 
327; Bat. d'A. 408. ib. 921; H. d. B. 192; Aye d*A. 98; Ghev. 
0. 5634; Pr. de P. 3821). Nur die Schilderungen der letzten 
Augenblicke Rolands und Vlviens bilden hiervon Ausnahmen. 
Drei Mal lässt der Dichter denErsteren sein Beichtgebet sprechen'). 
Für seine Sünden (2365) bietet er dem Himmel seinen Handschuh 
dar^). Nachdem derselbe vom Engel Gabriel in Empfang ge- 
nommen ist, faltet er die Hände und stirbt 

Eine ähnliche Scene, wie sie uns das Rolandslied vorführt, 
treffen wir in Bat. d'A. (S. 238 ff.) Auch hier werden uns 
die letzten Augenblicke eines sterbenden Helden in ergreifender 
Weise vor die Augen geführt. Vivien, der jugendliche Neffe 
Wilhelms von Orange, liegt dem Tode nahe auf dem Schlacht- 
felder). Sein Oheim kniet neben ihm und hört seine Beichte an. 



1) Die Jongleure lieben es bekanntlich, besonders effectvolle Scenen 
mehrfach zu wiederholen. Vergl. 0. Dietrich, Die Wiederholungen in den 
Chansons de geste, Romanische Forschg. Bd. I. S. 1 if. 

2) Was bezweckt Roland mit dem Emporstrecken des Handschuhs? 
Der Dichter sagt nur, dass er dieses für seine Sünden tut (2365) » doch 
gibt er uns damit noch keine Erklärung, wesshalb Roland hierzu den 
Handschuh auserwählt. Ähnliche Fälle , bei denen dem Handschuh eine 
symbolische Bedeutung beigelegt wird, dürfen uns vielleicht darüber 
Aufschi uss geben. Der Handschuh ist in den Chansons de geste: 

a. ein Zeichen des Boten (Rol. 247. ib. 281. 331; Chev. 0. 3613). 

b. ein Zeichen der Herausforderung. Ausdrücklich wird dabei bemerkt, 
dass dies der rechte Handschuh sei. In zorniger Aufwallung wird 
er dem Gegner in das Gesicht geschlagen (Rol. 3815. ib. 3851; 
Fiebr. 171; R. d. M. 524). 

c. ein Zeichen des Lehnverhältnisses (R. d. M. 272t8; Chev. 0. 2i89). 
Der Empfänger verpflichtet sich dadurch, demjenigen, welcher ihm 
den Handschuh übergeben hat, zur Treue und für ihn zu streiten. 
Vermag er letzteres nicht mehr, so gibt er den Handschuh seinem 
Lehnsherrn zurück (Rol. 2830). In dieser Weise haben wir auch 
wohl unsere Stelle aufzufassen. Roland überträgt das weltliche 
Lehnsverhältniss auch auf sein Verhältniss zur Gottheit. 

3) Es mag hier bemerkt werden, dass in dem der Bat d' A. (nach Jonck- 
bloet) vorangehenden Gedichte »Li Covenans Vivien« die Darstellung der 



31 

— Vitien fist en son devant cliner, 

Moult doucement le prist a acoler. 

Lora 86 commence Tenfes a confesser: 

Toz li gehist, n*i lessa que conter 

De ce qu'il pot savoir et remembrer. S. 239. 

Darauf gibt er ihm geweihtes Brod') und erteilt ihm dann 
die Absolution: 

— A icest mot li fist le pain user, 
A Tanor Deu en son cors avaler. 

Wir sehen also, dass unter gewissen Umstanden auch Laien 
geistliche Handlungen vollziehen können. Aehnliche Belege finden 
sich auch in andren Gedichten (z. B. Saisn. II 135; R. d. G. 
95. ib. 327 ; El. St. G. 244). An unsrer Stelle wird nicht gesagt, 
dass kein Priester zur Hand sei; Wilhelm von Orange motivirt 
seine Handlung mit folgenden Worten: 



Persönlichkeit Rolands und Viviens viele Analogien bietet. Es ist des.^- 
halb nicht unwahrscheinlich, dass der Verfasser des Guiliaiime d 'Orange 
den Neffen Karls als Vorbild für die Charakteristik seines Helden go- 
nonmien hat. Einige besonders hervortretende Züge mögen hieii'ür rls 
Beweismittel dienen: 

a. Beide Helden weigern sich, trotz des Drängens ihrer Freunde, das 
Hom zu blasen, wodurch ihnen die ersehnte Hülfe gebracht werden 
soll (Rol. 1051; C. Vi. 291). 

b. Der sterbende Olivier kennt Roland nicht mehr; er hält ihn für 
einen Sarazenen und versetzt ihm deshalb einen Schlag (Rol. 1995. 
C. Vi. 1430). 

c. Als beide sich entschliessen , das Hom zu blasen, spiingt ihnen 
vom furchtbaren Drucke die Schläfe (Rol. 1762; Cov. Vi. 1490). 
Vergl. auch L^n Gautier, £p. fr^es. 2. Aufl., Tome IV. 

1) Ist solches nicht vorhanden, so wird die Communion in sym- 
bolischer Weise vollzogen. Gewöhnlich nimmt man dazu drei Blätter: 

— De .111. pois d*erbe fresche au non de Trinitez 
S^estoit commeniez, ni fu prestres mandez. Saisn. IL 135. 

Vergl. LoÜur. 89c; B. d, C. 95 ib. 327; Gauffr. 18; Ausg. und 
Abhandig. IV.S.VI u 14 und L^on Gautier, La Chanson de Roland, S. 190 Anm 

In El, Si, O. (244) wird dem Sterbenden nur ein Blatt zu diesem 
Zwecke überreicht: 

— Prist u n e feulle d'erbe, a le bouce li mist 
Dieu li fait aconoistre et ses pecies jehir. 



32 

— »Nies«, dist 1i cuens, »or te feroi certain, 
De tes pechiez verai confes remain. 

Je siii tes oncles, ni as or plus prochain 
Fors Damledeu le verai soverain 
En leu de lui serai ton chapelain«. 

Aber nicht nur unmittelbar vor dem Tode, auch in Stunden 
der Not und Gefahr spricht der Christ sein ßeichtgebet: 

— Cbescon bat sa poitrine, si ont merchi clame: 

Dieu eit merci de nous ki en crois fu penes. Destr. d, B. 1077. 

— Sa cope bat li gentis Chevalier: 
Por ses mesfais si prent a pulier, 

Confes se rent a Dieu le droiturier. Cheo, 0. 12427. 

In der Regel ist ein Priester zugegen, der zum Beichten 
auffordert und dann die Absolution erteilt. Dies ist besonders 
der Fall vor dem Beginne einer Schlacht: 

— Bataille avrez vos en estes tuz fiz. 



Clainiez vos culpes si preiez deu mercit 
Asoldrai vos por voz anmes guarir. Rol, 1130. 

— Quant Turpin ot sa gent seignie et beneie 

Et il les out assous de Dieu le fil Marie. G. d, B. 17. 

~ Et respont Tapostoille: bien le voil affier. 

La main en a leve, les comence a seignier 

De touB lour pechies fais depuis lour jour preiuier. 

Destr. d. R 803. 

— .1. arcevesque apele; si li dit sa pansde 
Et treztoz ses pechiez, n*i a fait recelee, 

Sa penitence apres, tel con li a livree. Saisn, II. 56. 

Im Rol. beten auch die Kämpfer vor dem Gottesgericht: 

— Ben sunt cunfes et asols et seignez 
Oent lur luesses et sunt acuminiez. 3859. 

In andren Gedichten wird bei dieser Gelegenheit nur er- 
wähnt, dass die Beteiligten eine Messe anhören (Gayd. 3ö; Par. 
la D. 13). — 

Auch Verräter sprechen Beichtgobete : 

— Dist Machario: Ora me confese 

Si mi asolvrai de tot li pe^e. Mac. 96. 



33 

Nachdem er seine Sünden bekannt hat, erhält er die 
Absolution : 

— Avant i que Pabe faist deseyrament, 
Si le segno si le dono penetant. ib 104. 

Das heidnische Beichtgebet wird nur einmal in negativem 
Sinne erwähnt. Der Dichter bemerkt bei einem sterbenden 
Heiden: 

— . . . ne demande confesse 

11 reclaime diables, que il Tarme en portaissent*). Eh St G. 331. 



D. Dankgebet. 

Bei diesem können wir uns kurz fassen. Obwohl numerisch 
stark vertreten, bietet es sonst wenig Charakteristisches (vergl. 

5. 15). In den meisten Fällen zeichnet es sich durch grosse 
Knappheit aus. 

a. Direkte: Dex dist (folgt die Person) tu soies aoure 
(grade). H. d. B. 12. ib. 14. 193; Gayd. 83; Saisn. I. 172. 
ib, 174; C. L. 58; Fiebr. 2791; ib. 2817. 2833; Chev. 0. 4865. 
ib. 9420; B. a. g. p. 3104; Gauflfr. 3196; G. d. V. 2189. — 
Dex en soit aoure (gracie): C. L. 1553. 1576. 2198; R. 
d. C. 24. ib. 87; Pr. dU 163; C. V. 670; Bat. d'A. 6965; 

6. d. B. 48; D. d. M. 277. — Jhesus en soit loez (Bat 
d'A. 6968). — Diex en soit graciez et sa mere aoree (B. a.g. p. 
2814). — La mere dieu, dist ele, si en soit aoree (Gaufifr. 34). 
— Andere direkte: 

' Dez, fait la bele, glorious peres sire 

Vos en ren-je et graces et merite. B. d, C, 219. 



l) Wie die Engel die Seelen der erachlagenen Christen mit sich 
in den Himmel nehmen, so befördern die Teufel diejenigen der Heiden 
in die Unterwelt (enfer, poafine, palu). 

~ L*anme de lui en portet Sathanas. Bol. 1268. 

— L*anme de lui as vifs diables dunet. ib, 3647. 

— L*ame enportent deables en la grant puafine. OauffrAW. 

— Et deables d*enfer en vont Tame emportant. ib. 57. 

— .VOM. diable ann ont Tarme port6. P. la D, 19. 



34 

— La dame Tot, ses mains tent vers le ciel: 
Biaus sire Dex, vos en doi mercier., ib, 206. 

— Andous SC8 mainz an taut vers damede : 
Glorieus sires, vos soies aore. G, d, V, 8082. 

— Sire pere de glore, tant m'aves hui ame 
Et donne en cest siucle si tres grant poeste; 
Moult par puis estre lies, quant trestout ce barne 

Puis conduie a mon bon et a ma volente. Fiebr. 5123. 

— Vrais deus celestres, tu soies aore, 
Kant nos aveiz par niesaige niande, 

Par le vostre aingle ki ait a nos parle. G. d. V. 3056. 

— Ha, Diex, ce dist Pepins, qui fis ciel et rousee 
Sire loez soiez de ceste destinee. B, a, g, p. 3103. 

— Biau sire Dez, dist il, aore soies tu. Gauffr, d7. 

b. Indii'ekte. Der Dichter flicht dieselben im Laufe seiner 
Erzählung ein, ohne eigentlichen Wortlaut des Gebetes an- 
zugeben. 

-— Quant Ferraus Toit, s'en a Deu mercie. Gayd, 122. 

— Quant Doolin Tentent, a Dieu graccz en reut. Z>. d, M, 97. 

— Quant Kallemaigne Tot a Dieu gracez en rent. ib, 299. 

— Quant FranQois Tont ot: Jhesu en ont loe. Fiebr. 2445. 

— Quant ch'a fet Antequin, Damedieu en loa. D, d, M. 32G. 

— Quant sot que le bataille, estoit desbaretce, 

Jhesu Crist en loa qui fist chiel et roussee. IL H. 168. 

— Quant Berte Tentendi, ses mains a Dieu en tent. B. a. g.p. 1212. ' 

— Et quant Uemaut Toi, Damedieu en loa. Gauffr, 22. 

Man sieht, die meisten dieser Gebete haben in ganz ver- 
schiedenen Gedichten fast denselben Wortlaut. 



IV. Abschnitt. 

Religiöse Ceremonien beim Gebet. 

Auf die Beobachtung gewisser religiöser Ceremonien beim 
Gebete wird von den Dichtem der Chansons de geste grosses 
Gewicht gelegt. Wir unterscheiden Ceremonien: 

a. Vor dem Gebete. 
Ist der Betende zu Pferde, so steigt er ab: 



35 

— Descent a piet a ![a] tere se culchet 
Durement en halt si recleimet sa culpe. Roh 2013. 

— Li gentilz reiz deseendut est a piet 
Culchet sei a tere sin ad deu graciet. ih. 2479. 

— A pie descent del destrier sejome, 
Gontre Orient avoit son vis torne, 

Une proiere a dit de grant honte. C. L. 683. 

— Del cheval descendi, a terre se coucha, 

Par grant humilite Jhesu Crist reclama. G, d. B. 127. 

-> Gar descendons a terre et si nos confesson. 22. d. M. 181«8. 

Dann kniet er nieder oder wirft sich zur Erde, deren Boden 
er zuweilen küsst: 

— Gulchet sei a tere si priet damne deu 

Que li soleilz facet pur lui arester. Roh 2449. 

— Sur Terhe verte se est culchet adenz 
Recleimet deu mult escordusement. ib, 3097. 

— A genoullons s'est mis droit encontre Orient. V. d. M, 69. 

— A nus genous sus terre souvent s'agenoilloit. B.a,g.p,lbO. 

— Lors se met a genous» la terre va baisier: 

Saint Juliens, fait ele, vueillies moi conseillier. ib. 972. 

— Vers oriant a jenoillons s'est mis. Gayd, 42. 

— Puis s*agenoille li dus lez lui en pre. ib. 56. 

— Les chies contre Oriant, les genous aclinez. G, d. B. 16. 

— Ains s*agenoille li rois sans nul demor 
Et tent ses mains vers deu le creator: 
Deu, dist-il, pere, par la vostre douchour 

Mort receustes por nous meitre a honor. A. le B. 34. 

Die Hände faltet er und streckt sie zum Himmel empor. 
Letzteres lässt sich besonders beim Dankgebet beobachten. 
(Vergl. S. 12 u. 34.) 

— Li empereres tent ses mains vers Deu. Bol. 137. 

— Guntre le ciel amdous ses mains ad iuinz. ib. 2240. 

— Le roi Tentend, si fort s'en esjoi, 
Ses jenolis nuz contre terre flati, 

Ses capiaus oste, vers Diex ses mains tendi: 

Glorios pere, a toi en rend merci: 

Plus qe ne sui daigne, lu'aves send. E, en E. 240. 

— Andeus ses mains vers le ciel estendi: 
Biaus sire Dex qui en la crois fus mis. 



36 

Or te proi-je, par la ioie merci 

(TOgier ne soit mors ne 868 con malbaillis. Ch. 0. 2945. 

— See 11. mains estendi adez contre Orient 
Et prioit Damedieu le roy omnipotent 

Que il la delivrast de chu felon tourment. Z>. d. M. 33. 

— Ses .11. mains a tendnes envers nostre seignor: 
Glorieus dre pere, par to saintisme non 

Conseillies moi, biau sire par to redemption. R.d, M. 19884. 
~ Ses mains tendi contremont vers le ciel: 
Glorieus Dens, tu soies aores. Ch. 0. 9419. 

— Andeus ses mains en tendi vers le ciel: 

Hai, pere de gloire, tu soies grasies. El. St. G. 2047. 

— Andous ses mainz an tant vers daniede: 
Glorious sires, vos soiez aore. G. d. V. 3082. 
-- Andeus ses mains en tendi vers le ciel: 
Dame-Dez, sires, tu soies gracies. Chev. 0. 675. 

— Andeus ses mains torna vers oriant, 
E prie Deu le pere roi amant 

Ogier desfende du cuvert souduiant. ib. 2893. 

— Ses .11. mains jointes anvers le ciel tandi. Gayd. hl. 

— Quant Berte Tentendi, ses mains a Dieu en tent. 

JB. a. g. p. 1212. 

— La dame Tot: ses mains tent vers le ciel. R. d. C. 206. 

— Toutes lors mains en tendirent vers De: 
Peres de gloire, tu soies mercie. Coron, L. 58. 

Wird das Gebet in einer Kapelle oder im Kloster (nioustier) 
abgehalten, so treten noch besondre Ceremonien hinzu. 

— De Bon mantel de soie a son cief couverte, 
A sa capele vint, le cief tint encline 

Puis a du crucifis les .ii. pies acoles. 

Humelemcnt de euer a Jhesu reclame. Fiehr. 765. 

— L*autel baisierent u Diz tu presentes. H. d. B, 85. 

— En sa capele son cief acovertant; 

Devant Tautet li rois en crois s^estant. Chev. 0. 10953. 

— Entre el moustier saint Julien le ber 
Desscent a pie« si encline Tautel, 
S^orison y a faite. 

Lieve sa mnin si saine son visage. M, G, 78. 



37 

Das Gesicht ist beim Gebet gewöhnlich gegen Morgen ge- 
wandt *). 

— Turnet sun vis vers le soleill levant, 
Recleimet deu mult escorduseinent. RoL 3098. 
Contre Orient avoit son vis torne^ 

üne proiere a dit de grant bonte. Coron. L, 684. 

— Contre oriant a retome son chief. Lothr, 89 c. 

— Contre Onent tuma sun vis, 

A terre vait, culpe bati . « . M, O. 659. 

— Vers Orient toma son vis et son roenton. 

De bon euer et de vrai commence .i. orisson. i2. d. M. 277«. 

— Devers saint Orient a son chef trestome: 
Glorios Sire pere qui maint an trinite, 

Secore« moi, beauz Sire, par le vostre bonte. Par. la D. 18. 

— Par devers Orient a sa face drecie, 

Damedieu le poissant moult doucement deprie. Aye cTA. 15. 

— Amont vers Orient a tome son viaire. Saisn. II. 136. 

— L^aroevesque se couche, le chef contre Oriant. G. d. B. 80. 

— Puis s'agenoille tot droit vers oriant, 

Une proiere comencha doucemant Chev. 0. 11601. 

— A genoullons s^est mis droit encontre Orient, 
Damedieu depria mult ententivement. D. d. M, 69. 

— En croi(e)z se jete Karle contre Oriant, 
Une pralre a fet molt gent«ment. Ot 18. 

— Fran^ois se jetent en croi(e)z contre Oriant .. . 
Durement prient le pere tot poissant. Ot, 20. 

— En crois se couchent tuit troi a orison. Gayd. 243. 



b. Während des Gebetes. 

Die hierbei stattfindenden Ceremonien kommen ausschliess- 
lich beim Beichtgebet vor. Der Betende schlägt an seine Brust 
als Zeichen der Reue und Busse: 



Ij Beim heidnischen Gebet wird dieser Ceremonie nicht Erwähnun«^ 
getan. Den Jongleuren scheint es daher unbekannt gewesen zu sein, 
dass die Sitte auch bei nicbtchristlicben Völkern, besonders des Orients, 
sehr verbreitet ist» 



38 

-< A une roain si ad 8un piz batud. 

Deu8 uieie culpe vers les tues vertuz. Rol. 2368. 

— Vers Dainede vet sa coli)e clamant, 
De sa main destre aloit son piz batant, 

Dex! moie coI))e quant je ai foui tant. Bat d'A. 97. 

— Chascuns se fist confes a cez de sa contree 

Batent corpes et piz et genoz en la pree. Saisn. II. tS7. 



c. Nach dem Gebet. 

Das Falten der Hände geschieht gewöhnlich vorher (S. 33). 
Nach dem Gebet wird, soweit mir bekannt, diese Ceremonie 
nur an einer Stelle erwähnt. 

Juintes ses mains est alet a sa fin. Rol. 2392. 

Auch das Küssen der Erde (S. 33) nach dem Gebet habe 
ich nur einmal hervorgehoben gefunden. 

La terre baise si 8*est lev« alant. Ot. 18. 

Die am meisten gebräuchliche Ceremonie nach Beendigung 
des Gebetes ist das Bekreuzigen. Wir müssen hier unter- 
scheiden: 1. Wo? (Kopf, Brust); 2. In wessen Namen? (Gott, 
Christus, Maria) 

— Lors a leve sa roain, si a son chief saignie. Fiehr. 755. 

— Puis a seignie son cief, 8*a le ciel encline. ib. 5127. 

— Dex! dist Ogiers, a ton cor me comant. 

Son vis Signa, et son destrier corant. Chee. 0, 8083. 

— Li dux se drece, signa son vis devant. ib. 11676. 

— Dou signe de la croiz a sa face aornee. Saisn. II. 57. 

— II fist crois sur son front a Dien s^est oommandes. D.d. M.Ab. 

— Son pis seigna de Dieu de paradis. H. d. B. 47. 

— Lor a leve sa niain de Diu se va saignant. Pidfr. 963. 

— Lors a leve sa main, de Jhesu s'est signies. ib. 4092. 

— Sa paternostre a dite, que n'i volt detrüer, 

De Dien et de sa mere se commence a saignier. B.a.g.p'91A. 

Im Rol. (3110) bekreuzt sich Karl der Grosse im Namen 
»der mächtigen Kraft ic 

— Cum ad oret si se drecet en estant. 
Seignat sun chef de la vertut poisant. 



39 

Wird das Gebet in einer Kapelle abgehalten, so spendet 
der Betende zuweilen eine Gabe, welche er auf dem Altar 
niederlegt*). In der Regel geschieht dieses vor dem Gottesgericht, 
nachdem der Priester die Messe gelesen hat. Auch Verräter 
unterziehen sich diesem Gebrauch. 

— Oient lur messes e sunt acuminiez 

Mult granz oiFrandes metent par ces musters. Rol. 3860. 
~ AI grant mostier Saint Gile fönt la messe chanter; 
Li dus Raimons offrit .1111. pailes roez. Par. la D. 13. 

— II dist la messe, et li dus Tescouta. 

Grans fu l*oiFrande que li dus ofPert a. Gayd. 12. 

— Messe li chante Tarcevesque Guimer; 



II vait offrir, com Chevaliers membrez, 
.1. marc d*argent et .1. paile roe. ib, 36. 

— Puis se leva li damoisiaus gentis 

Baisa Tautel et s'ofrande sus mist. U. d, B, 47. 

— Au nioustier saint Nicol sunt por orer ale; 
Mult fu grande Tofrande qu'il ont niis sor Tautel 

Quant la messe fu dite et li mestiers fines. R, d. M. 179i». 

— E dieus, c'or me consele, vniie poissance, 
Saint Denise en ferai mout bele oifrande, 

xur. mars d*argent tout en balance. Aiol. 2198. 

— Et li bons abes ne se vout atargier; 
La Deu servise velt par tens commenchier. 
Sil escouta Gascelin au vis fier. 

Le ber i oifre 1. riebe paile chier; 

Et apres offrent li baron ce valier. A, le B, 138. 

Bei heidnischen Gebeten kommen religiöse Ceremonien fast 
gar nicht vor. Merkwürdiger Weise wird nur des Bekreuzigens 
Erwähnung getan. 

— Et quant li Aubigant la parole escouta 

Selonc la loi Mahom maintenant se seigna. D, d. M, 306. 

— Lieve sa main de Mahomet se saigne. Bat d^A. 5281. 

1) Wahrscheinlich sind diese Stellen von den Jongleuren im Interesse 
der Kirche geschrieben worden. In ähnlicher Weise benutzen dieselben 
häufig die Gelegenheit, im Laufe ihrer Erzählung darauf hinzuweisen, 
daM bei grossen Festlichkeiten auch ihre Standesgenossen reichlich bedacht 
worden. 



AUSGABEN UND ABHANDLUNGEN 

AUS DEM GEBIETE DER 

ROMANISCHEN PHILOLOGIE. 

VERÖFFENTLICHT VON E. STENCJEL. 

IL. 



SPRACHLICHE ÜWERSUCHUNO 



DER 



REM BERNARTS VON VENTADORK. 



VON 



RICHARD HOFMEISTER. 



MARBURG. 

N. G. ELWERT'SCHE VERLAGSBUCHHANDLUNG. 

1884. 



Herrn 



Professor Dr. Edmund Stengel 



in dankbarer Verehrung 



gewidmet. 



Rai 



lymon Feraut, Verfasser der »Vida de St. Honorai« 
sagt: 

*Per que prec per VOmnipotevU Que per enveia nulla 

jent Non mi carrampa mos bels dite Cam tan gran 

trabayü ay escritza (6d. Sardou S. 208) 
und in ähnlicher Weise: 

»Non mo tengan a mal Car ma lenga non es Del drech 

proensales Si li play si oprengna Si non non men reprengna 

Ni corrompa mons düe Cant los auray escrite (6d. Sardou 

S. 3). 

Dass die Werke der Dichter thatsächlich willkürlichen 
Aenderungen von Seiten der Copisten Preis gegeben waren, 
davon legt auch Bernart Amoros im Eingange der Liederhs. 
a 2ieugnis ab, wenn er sagt: ^E si ai moui emendai d'aqo 
q^ieu trabet en Vissemple. Dan ieu o tiein e hon e dreig segan 
lo dreig lengatge. 

Somit kann uns ein noch so vollständiger Handschriften- 
apparat bezüglich Feststellung der Sprachformen provenzalischer 
Dichter keine sichere Gewähr leisten. Wir sind daher genöthigt, 
bei sprachlichen Untei*suchungen über provenzalische Literatur- 
werke uns nach Kriterien umzusehen, durch welche wir ihre 
Ueberlieferung genau controliren können. Glücklicher Weise 
bieten uns hierfür die Metra und besonders die Reime ein 
ausreichendes Mittel. In nachstehender Arbeit beabsichtige ich 
nun die Sprache des hervorragendsten Minnesängers, die Bemart*s 

1 



2 

von Ventadorn unter ausschliesslicher Berücksichtigung der 
von den Reimen gebotenen Thatsachen zu behandeln. Neben 
einem kleinen Beitrag zur provenzalischen Grammatik hoffe ich 
damit zugleich eine nicht unwillkommene Vorarbeit für eine 
kritische Herstellung der Werke unseres Dichters liefern zu 
können. 

Bezüglich der Anlage der Arbeit bemerke ich, dass ich 
es für zweckwässig hielt, zuerst ein vollständiges, übersichtlich 
geordnetes Rimarium zu geben. Zu den in demselben alphabetisch 
geordneten provenzalischen Reimsilben führe ich die ent- 
sprechenden lateinischen Endungen an und füge den letzteren die 
zugehörigen provenzalischen Worte bei. Nur in einzelnen 
Fällen, in denen mir die Aufzählung der provenzalischen 
Worte unnöthig erschien, beschränke ich mich auf Angabe der 
bezüglichen Stellen. 

Auf Grund des Rimariums verfolge ich dann die Schicksale 
der lateinischen Laute und zwar behandle ich die Vocale in 
alphabetischer Ordnung, die Consonanten in der Reihenfolge 
»Dentale, Labiale, Gutturale, Liquide und 5.« Die dem 
Lateinischen am nächsten kommenden Laute stelle ich voran 
und lasse die übrigen je nach Massgabe ihrer Entfernung vom 
ursprünglichen Laute folgen. Innerhalb der einzelnen Laut- 
gruppen ordne ich zunächst nach den Quantitätsverhältnissen 
(bei den Vocalen), sodann nach der jedesmaligen Stellung der 
einzehien Laute (bei Vocalen und Consonanten). Bei den 
einzelnen Bindungen stelle ich die den angegebenen Wandel 
beweisendsten Fälle voran und führe zuletzt diejenigen an, in 
denen ein Laut mit sich selbst reimt. Die gleichartig be- 
weisenden Fälle ordne ich nach den dem fraglichen Laute vorauf. 
gehenden oder folgenden Lauten und zwar folge ich hier def 
oben von mir angegebenen Reihenfolge. 

Im letzten Theile gebe ich die Flexionslehre unseres 
Dichters, führe darin aber nur die Fälle auf, welche lautlich 
nicht zu erklären sind. 



Ueber die Benutzung der Handschriften bemerke ich, dass 
ich im Allgemeinen Hs. I zu Grunde legte. Bei fehlerhafter 
Lesart derselben oder in Fällen , wo uns die Lesart von Hs. I 
nicht überkommen, folgte ich der nächst bessern Handschrift. 
Die Abweichungen von der zu Grunde gelegten Handschrift 
kennzeichnen sich genügend durch Beifügung des Siegels. Die 
Gedichte 3, 5, 11, 14, 18, 20, 24, 34, 37, 40 fehlen überhaupt 
in Hs. I; desshalb wurden für sie folgende Handschriften von 
mir zu Grunde gelegt. A: 37, C: 3, 11 , 18, 24, 40, L: 14, 
V: 5, 20, 34. Hierbei unterblieb die besondere Angabe des 
Siegels. 

Es bleibt mir nun noch die angenehme Pflicht zu erfüllen, 
Herrn Professor Stengel meinen tiefgefühlten Dank auszu- 
sprechen einmal für die Unterstützung, welche er mir bei 
Anfertigung der Arbeit stets gewährte, sodann auch für die 
bereitwillige Ueberlassung der Handschriften der Lieder unseres 
Dichters, sowie des von ihm zusammengestellten Rimariums der 
provenzalischen Lyrik. 



6 



-'*alom, Eigenname Bartal 21,56. mbst. 

m. fenestral 28,44. jornal 28,42. adj, 

f, coral 28,35. 41,39. 
-alet, cal28,36. 41,31. val 2 1,59. 28,41. 

41,32. 
-*ali, svib9t m. jornaHl,?. ad[;. m. 

leiaUl,16. 
-♦al(i)iim, al28,37. 41,8,52C. 
-alum, mal28,39. 41,48,49. 
-alvet, sal41,24{.alet, cal 0U),51C. 
-*alYnm, 8al28,34. 

cMia CR (aiWa V; axXha, alhia, 
agla, alJaßb. 

-aleat, Yailla35, 18,44. 

-*alia, trebailha35,46 a. 

-*aliam, batailha35,6. devinailla35,42. 

nuailla35,12. trebailla 35,24. 
-aliat, 8ailla:i5,30. 
-*alliat, failla35,36. 

ama 3,12. 

**ama, adj. gramal2,4(-amat, relama, 

wohl für reclama R). 
-amam, subst. laiDal2,9. 
-*amam, sttbst, rama3,31. 
-amat, ama 3,53. 12,2. clamar2,7. 

reclama3,20. 
-*amat, enliama3,42. Iiamal2,14. 
-amma, flama3,9. 
-ammam , flama 3,64 (-*aiiiat , afama 

S). 12,11. 

an 4. 14. 28. 29. 3 1.34. 36. 37. 38. 39, 45. 

-abent, volran37,26. 

-*aoii]it, fan28,24. 34,47. 37,22. 39,36. 

-amniim, dan 14,25. 28,17. 29IV4A. 
31,20. 34,7,38. 36,24 (^«anniim , 
afan C; ? massanM). 37,39. 39,28. 
45,24. 



-andern, adj: m. gran28,18. /.31,48. 

34,31. 
-*andet, aD31,52. 
-andit, e8paxi38,l. 
-*and(i)o, blan28,26. reblan39,10. 
-ando, commanl4,10. 36,33. 45,43, 

deiiian4,58. 14,4. 28,31. 31,49. 

89,12,20. man29,42. Gerund. 14,7. 

28,23,27. 29,12,18,34,IVaA- 36,26. 

88,4. 39II2C. 
-andmii, Eigenname Ferran 4,62A. 

subst m. coraan 29,20 (-*antaiii, 

talanCMV). 31,4(-*antem,8cemblan 

[2. Lesart] L, -Tantum, talen st 

talan 0). 
-anni, adj. truan36,57 (-ante, adv. 

auan a). 
.*anno [oder -*ano, s. ZUckr. f. r. 

Ph. VI. 111] 8oan36,22. 
-annom, an4,54. 28,28. 34,38. 
-*aniiiim,afanl4,28. 28,20. 29,44. 31,32. 

36,20. 37,38(-andem, adj. m. gran 

OVa). 38,14. engan (s. ZUchr. /. r. 

Ph. III 102) 14,19. 28,22. 29,10. 

31,17C. 37,28. 39II4C, soan [« 

-*aimo, Boan] 14,22. 34,14. 45,22. 
-ante,denan29,36. 31,36. de8enan34,39. 

enan36,27. 
antem, Eigenname Aziman36,60. subst. 

m. ainaxi28,21. 36,29. enfan31,45. 
-*anteni, subst. m. destinan 38,11. 

8emblan4,55. 14,13. 28,30. 29,26. 

31,29. 34,6. 36,35. 37,36. 39,18. 

45,36. vertchan29,2. 39,2. 
-*anti, subst m. aman37,24. devinan 

34,46. enfan28,25. 39,26. garan [«. 

.«entns, guirenz] 38,21. adj. m. 

e8tan39,44. trian31,33(-*antem, sub- 
st 8emblan R). 
-ante, chan29,4. 81,1. 45,1. 



-antam, 8%ä)8t chanH.l* 39,4. adv, 
aitan 45,15. atre8taxi37,29. can34,23. 
tan 4,52,59. 28,19. 31,13. 34,22. 
36,31K. 37,32. 39,54. 

-^antum, Eigenname Tristan 4,6oA. 
subst, m. enan28,29. talan [s. -entmn, 
talen] 4,50. 14,16. 28,32. 29,28 
(-antem, a<^'. m. melestan V). 31,16. 
84,15. 36,36,59(-*andum , coman a, 
-^annuin, enjan S), 37,34. 38,24^ 
89,42. 45,8. 

ana 22. 37. 

-ana, crestiana 87,57. humana 22,30. 

37,45. vana22,14(-*anam, vilanaA). 
-*aiia, subst ufana [tihd. ubbä od. 

uppft] 22,22. adj. aurana 22,37. 

certana 37,61. 8obrana22,5. vilana 

22,13,VmiC. 37,41. 
-anam, subst. setmana 22,38. 37,53. 

adj. crestiana 37,64. humana 22,4 5. 

plana22,57. 37,55. 
-^anam, Eigenname Viana 22,58. adj, 

certana22,46. 37,43. adv. sotzmana 

37,47. 
-anat, 8ana22,6. 

-^anat, apana22,29. vana22,2t. 37,60. 
-^annat, afana 22,53. 37,50. engana 

f «. -annnin, engan] 22,54. soana [s. 

-♦anno soan] 22VIII2C. 37,51. 

anda 26. 

-*andam, subst comanda26,31. ganda 

[goih. vandjan] 26,15. landa 26,1. 

provianda26,24. adj. normanda26,38. 

adv. a randa [ahd. rand] 26,36. 
-andat, i. prs. d6manda26,10. manda 

26,29. cj. prs. e8panda26,3. 
-♦andat, t. prs. garanda [ahd.wKrtn] 

26,22. truanda26,17. 
-♦and(i)am reblanda26,8. 



anJia CERR« (ainha M, 19Vra, aigna 

BLPS, 25 A, aingna 25: IK, agna G ; 

aignha, angna, agnia) 19.25. 

-anea, estraingna 19,20. 

-aneam, romaingna 19,32. 

-*aneat, e8traingna25,43. 

-angam, plaingna25,87. 

-angat, fraingna 19,21. 25,45. plaingna 

19,29. 8ofraignal9,24. 25,47. 
-♦angat, coutraingna 1 9,26. 
-♦aniam, compaignal9, 18,51, 54. 25,39. 
•♦aniat, gazaigna [ahd. weidanjan] 

19,28. 25,41. 



a/ns s. am. 

cmsa CMR, 1: IKP, 25a, 44: IK 
{anza F, 25: DGV, 44: DSV, 45: 
DcG, anga 1 : DcGQ, 44 N, 45 Q. ance 
WX.ancha L; anssa, anzha] 1. 25. 

44. 45. 

-ancea, lansa 1,46. 

-anceam, lansa 45,28. 

-♦anceat, lanBa25,65. 44,43. 

-anciam, J^t>en>iameFran8a44,36.45,41. 

-antia, enfan8al,37. 

-♦antia, alegran8al,6. e8peran8a25,63. 

fiansa 45,48. 
-♦antiam, acordansa 45,49. alegransa 

1,61C. 45,14. aman8al,13. 25,67. 

balansa44,39. benanan8al,38. 44,30. 

45.6. comen88an8al,5. destioansa 

45.7. doptansa 1,14,57. egan8al,54. 
e8peran8al,62C. 44,37. 45,21,51,55. 
fermanza 45,20. fiansa 1,22. 25,61 . 
44,26. 45,35. ismansal ,53. membransa 
1,21. pe88an8al,30. 25,69(-^antiat, 
desenansaM), 44,32.45,13. semblansa 
1.45. 25,71. 44,28. 45,34,54. veniansa 
45,27. 



8 



-^antiat, aaan8al,58. dezenan8a44,41. 
enaii8al,29. 45,42,52. 

a/nz DS, 15: TK, 21: IKD»G, 26: 

IKG, BOG, 33: IKG (ans AGEMPR, 

30: IE, ang 26N, 33N; anU, ansz) 

15.21.26.30.33. 

-^aniEiis, daii8l5,16. 21,11. 26,20. 30,9. 

33,39. 
-andes, ODgrans [«. Tobler, Di» dou 

vrai aniel Annikg, zu S. l\ 21,3 

(-Lantus, enans M). 
-annos, ans26,6. 30,2. 33y4R. normanz 

33,45. 
-*anno8, afanB33V7B. 
-annna, oi^'. normanz 26,43,46. 
-^anniis, afan8l5,44.drogoman8 \aräb. 

torg'otu&n]21,49. engranz [«.-^aniiiim, 

engan] 15,23. 21,9. 
-*aiiteiii+8 , Eigenname Azimans 21 

V1I3 E(-*anii08 , sti59t.forfan8Gj26, 

41,47. partprsim, 21,25. 26,26,27, 

33,34,40. 33,4,28,32C,42, /. 21,41,43. 

33,21. 
-antes, subeU obl, m. amanzl5,30. 
-*ante8, aubsL obl. m. 8emblanzl5,37. 

21,35. 26,13. 33,35. 
-*antiii8, adv. abanz26,44. desabanz 

33,18. 
-antos, tan821,33. 30,11. 33,14. 



-antus, chan8l5,2. 21,27. 26,5. 38,7. 
-*antui, amirans [arab. amtr] 21,19. 

abanz 33,25. enans 26,19. talana [s. 

-entuB, talens] 15,9.21,1. 26,12. 30,4. 

ar 4. 19. 38. 89. 40. 

-acere, subat inf, obl far 40,62. inf. 
escalfar 40,39. far [«. faire] 4,39. 

-are, subst, inf. obl 38,17. 39,19,33. 
40,23; inf. 4,34,38,42,46,47. 19,17, 
19,22,27,30,49. 38,6,26,27. 39,25,35, 
41,II3C. 40,6,7,10,15,19,26,35,42,46, 
50,54,58,59,66,70, adv. dar 39,3. 

-*are, ittf. 4,36,44. 19,23,25,31,52. 
38,7,16. 39,11,17,27,11 IC. 40,2,11,14, 
18,27,31,34,38,43,47,55,67,71,75,76. 

-arem, ac^j. m. ampar 40,22. par 40,63, 
/. par 40,3. 

-aret, ampar40,51. par39,l. 

-*aro, esgar [ähd. warön] 39,43. 

-arum, adj. m. car 19,53. /. car et 
cara 39,9. 

-amm, Eigenname Esgar 19,50. 

ara^) a («r«, a»ra):3. 

-ara, cu^\ clara3,34 (cleraR, clairaS, 
sera M). 



1) Diese R«imreihe ist nur in Hs. a durch^efQhrt, alle übrigen Hss. 
bieten daneben noch -^ra. Die hierher gehörenden Verse sind nach Hs. C 
folgende : 

Vers 1. Amors enqueraus preiera 
12. Mout via a sran mesquinera 
23. Totz tempe de Heys me lauzera 
34. Tant es freso e belh e clera (claraM.G. 208). 
45. Doussa res cuinda e vera 
56. Soven plor tan que la chera 
(N*ei cfestreh e vergonhoza). 



9 



-*araiii, subni. aliscara [nM. härm- 
8cara]3,r2(a8eBcaraSa, mesquinera 
G, alischera MB), cara [griech. 
Mfiffo] 3,56 (qara S, chera C, clera M). 

-ar(i)a, ad;. vara3,45 (vera CM, 
yeraya R). 

-averam, lau8ara3,2o. preiara8,l. 

OS (ains Q; aits, am) 30. 

-anus, subst ohl. pl, mas 30,53. adj. 

plas 30,51. Sans 30,44. 
-*aiiii8, subst, lt. grans 30,46. 

at 6. 30. 32. 

-atem, meitai6,29. pietat30,39. vertat 

6,5. 32,7. voluntat 30,37. 
-*atem,aiui8tat6,21. 32,28. foudat6,30. 

32,15. 
-•ati, pari, prt ajo8tat6,46. 
-atam, subst. cotujat6,54. 32,25 N, 

pecchat 30,32. adj. ohl. deseretat 

6,22. irat30,30. privat6,6. part. prt 

6,45,53(.*atem, subst) M: 57,58; 

6lO(-*acius, adv.), 620. 32,1,4,14, 

22,35. 
-*ataiii, subst grat6,37. 32,8. [a grat 

jjTfTie^m], pen8at6,13. adj:obhdoh\&t 



6,14. for8sat6,38. n. iißu^r. acostumat 
32,36. part prt 32,11,18,29,32,39, 
42,45,48. 
V, at [=ForiÄci7] 32,21. 

atge BLP,19: ACVa, 20V,23V,25A, 

42 C {atie R', 19R, aieN, a^cFSX, 

19: DMQ, 23 G, 25: DG, 42:MDcQ; 

agge, aitge, aige) 19.20.23.25.42. 

-*adiiim, gatge [goih, vadi] 20,43. 

42,39. 
-*atici, boscaie 23,16. 
-aticnm, viatge 20,16. 23,18. 
-*aticiiiii, subst badaie 19,12. 23,32. 

boscaie 42,2, corraiel9,l0. 20,14,47. 

23,560. 25,73,VII7A, 42,3. damnaie 

19,8. 23,8. 25VniA, 42,44. estaie 

19,2. 20,5. 23,10. 42,23. follagel9,4. 

25 VII 5 A. 42,45. lignatge 23,26. 

messatge 23.420. 25VII9A. 42,24. 

O8tatge20,25. 25,75,V1I11A. paratge 

42,18. salvaiel9,5. 8ejnoratge20,41. 

23,500. 42,15. usaio 19,13. 20,23. 

23,40 0. 25 VII 3 A. vassalatge 20,32. 

42,14. vilanatge23,24, : 48,60. 42,35. 

volpillatge20,34. adj. agradatge20,7. 

salmtge 23,2. 42,36. volatge 19,16. 

23,340. 



Die Reim Worte »vera« (45)-=: tot. vera oder varia, »clera« (34 ) r= /a^ clara, 
»chera« (56) =r^rtec^. xa^a sind aus lautlichen Gründen für die Reim reihe -era 
unzulässig. Bartsch [Ztschr. f. r. Ph. I, 74] stützt das in d. Lais Markiol 
zwei Mal vorkommende der nur mit unserem Beispiel (clera), das aber 
nicht beweiskräftig sein kann, da sich die Reimreihe -era leicht in die von 
-ara umsetzen lässt. Für mesquinera (12) setze ich die Lesart der Hss. 
DaH »aüscara« ein, und vara (45) ist als Nebenform von vaire anzusehen, 
die ich sonst allerdings nur in der männlichen Form im Reime angetroffen 
habe, so bei: 

Arn. d. Mar. 15 : Pos am, e ses cor var 
Rainib. d'Aur. 1 : A lieis qu*am ses cor var 
Raimb. d. Vaq. 6: E quar de re noua suy vars. 



10 



atz KEMV, 16: IC, 22: AC, 24C, 
351 (az D, 16: GS, 35 A, ag 16Q; 
atg, an) 16.22.24.35. 

-acem, patz 22,39. 30,8. 

-*acem, Eigenname AWernatz 16,19. 

-acet, platz [s. plai] 22,55. 24,37. 

35,10. 
-♦acliios, bratz 24,35 E. 35,20. 
-aoiem, fatz 16,34. 
-acio, fatz22,7. 35,4. 
-♦atem+8, arai8tatzl6,3. 22Vni3C, 

24,29. 35,43. beutatz 16,35. 35,23. 

foudatz 22,23. 35,45 a. voluntatz 

24,13. 
-ates, ohl pl. voluntatz 35,32. 
-*ate8, obl. pl ami8tatz22,15. 35,14. 

eneniistatz 22,40. 
-atis, peDBatzl6,2. 
-♦atis, oblidatel6,ll. 
-atinm, obl sg. 8olatz22,31. 35,2. 
-atoa, adj. obl pl chantatz 22,8. 
-♦atos, subst datz 35,40. fulhatz24,5. 

gratzl6,18. 35,17. pr&iz2Afi. part.prt 

mandatz22,60(-*atn8, enviatz C). 
-atns, 8ub8l : n. privatz 22 VIII 4C. obl 

latz 22,47 K. a^, iratz 16,42. 22,32. 

35,16. privatzl6,26,42. 22,24. 35,35. 

pari. prt. 16,10,27. 22,59. 24,11,19, 

21,43. 35,11,38,41. 
-*atii8, subst. enseingnatz 22,16. adj. 

enseingnatz 35,28. pari prt 16,43. 

22,48,56. 24,27,45. 35,5,22,26,29,34. 

au {ali s. al) 13.21. 

•abet , abau 13,30K. 21,28 (-andet, 
esjau R, -alem, adj.m. cabauMa), 
uientau 13,29. 

-♦aco, faul3,21. 21,21. 

-ado, Vau 13,11. 21V1I4C. 



-ale, adv, aitau21,20K. 

.*aleiii, Eigetiname Peitau2lVII5C, 

adj' w. corau 21,41. 
-alet, caul3,48 vau 13,38. 21,29. 
-♦all, desliau 13,47. 
-*al(i)iini, au 21,13. 
-alnm, mau 21 ,45. 
-*ao, estau 13,39. 
-andern, subst. obl lau 21,4. 
-aiid(e)o, esjau 21, 37(-*ao, estau D*, 

-aado, lauS). 
-aadet, ^a^s : ind. e8jaul3,3.jau21,12. 

(j. lau 21 VIII IG. 
-aiid(i)o, au 13,20. 21,5. 
-audo, lau 13,12. 
-ave, adv. suau 21,36. 
-avem, adj. m. suau 13,2. 

aus KACDa ials a) 15. 

-ales, adj: obl m. csperitaus 15,47. 

n. f. venaus 15,25. 
-aus, subst. m. nadaus 15,16. ac{j:m. 

cabau8l5,5. natu raus 15,33,50. /. 

aitaus 15,19. cgaus 15,32. 
-*ali8, acy. f. comunaus 15,18 K. 

corau8l5,4. leiaus 15,39. 
-alsns, faus 15,26. 
-*alii8, subst. maus 15,11. 
-avis, adj. m. saus 15,40. 
-^el8, adv. sivaus 15,12. 

auna IKAMNS (auza GD»E) 4. 

-ansa, clausa 4,43. 

-ansani, causa 4,33,37. pau8a4,40. 

-ausat, pau8a4,45. 

-*ansat, ausa4,35. 

-aii8(e)a, nau8a4,41. 

-*aY(i)8at, asuaa8a4^48. 



II 



-Td, que3,27. 17,36(-e,meCM). 32,6. 

perque 2,38A. 
-ydem, fe [s. fei] 4,15. 16,20. 17,20. 

25,30. 32,33,47. 36,30. 41,10. 
-Wet, vel6,33. 17,42K. 36,45. 37,42. 

41,42. 43,45. 
-♦lfn(at)iiiii , cle 36,32 [«. Diez Et. W]. 
-?, adv. anc8e3,28. dese 16,12. 43,7. 

jase 32,26. 

egra CHMa (era) 3. 
-ebn(e)ram, degra3,59. 
-*ev(e)ram, e8tegra3,15. qaeregra3,48. 
-*ev(e)rat, e8cazegra3,26. paregra3,4. 
-igram, negra3,37. 

ei IKABD»GM, 7Q, 21E(eF, 21 S, 
24W; ey) 5.7.21.24. 

-c, mey [«. rae] 24,31. 

-ecit, fei24,21. 

-ectnm, subst. drci21,34. 

-edem, mercei[«.merce] 7,47,49. 21,42 

(-C, meyC). 
-cdit, crei[«. cre]7,23. 
-edo, crei[«. cre] 24,22. 
-egem, rei5,28. 21,50. 
-icet, autrei7,15. cabalei 24,47. folei 

24,46. 
-Tcitnm, subst e8plei5,14. 
-!C0, soplei 24,14. 
-♦ico, esbaudei 24,6. guerrei 7,31. 

reverdei24,7. 8ejnhorej5,7. 8ordei7,7. 
-icnm, dorapnei 21,26. 
-idem, feif«. feJ2l,10. 
-ideo, envei7V7A. 21,18. 24,13. vei 

5,21,35 »). 7,39,51. 21,2. 24,38. 
-?, 3 sg. cj. prs, e8tey 24,39. 

1) In Öed 5, nur in H8. V erhalten, lautet der letzte Ver8 (35): 

"^Es la meillor que el mon sen* 
Der Reim verlangt für sen ein auf -et endigendes Wort, ich setze dafür 
o«tund lese: 

Es la meillor que el mon vei, od. besser 
Es la meiUor quieu el mon vei. 



S 2.3.4.16.17.25.32.86.41.43. 

-e, pron.i m. me [s, mey] 3,50(-ede]ii, 
merceD*H)4,2. 16,40. 17,10. 25,32. 
82,13. 86,53. 41,44. te43,21. se32,40. 
43,28. /. te36,47(-«m, reRa). se 
86, 42, 51 , 58. 43,13 (-idem , fe K, 
-^innuB, senNOVWa). 
-edeiB, merce [s. mercei] 2,31. 8,5. 
4,4. 16,44. 17,12. 25,34. 32,19.86,28. 
41,34. 48,37. 
-edit, cre [«. crei]3,17. 36,44. 
-«do, cre [s. crei] 32,44. mescre 43,31. 
recre 32,20. 86,19. 41,36. 43,53 
(-•neo, 1 sg. i. prs, rete L),59(-e]ieo, 
1 sg. 1. prs. reteU;. 
-«m, re3,49. 4,10. 16,17. 17,26(-e, pron. 
me)25,36. 32,4 1 ,46. 36,40. 4 1 ,26. 43.15. 
-«ne, be4,7. 16,1. 17,52. 32,5,43K. 41,20. 
-enem, le 36,54 (-ennm, ple a). 
-«net, retel6,28. 41,12. 43,55. te4,l4. 

17,2,28. 32,27. 43,29. 

-eni, ple 3,89D»(-edit, recre S). 

-«nit, ave8,16. coYe2,30. 3,38Da(4det, 

veS), 4,6. 16,36. 17,50. 25,26. 32,34. 

86,25. e8deve4,12. 16,25. 17,34. 

36,23(-«m, reRS),34. 43,39. reYel7,44. 

(-«net, teR). 41,4. sove2,37A(-endo, 

defenE). 3,6,60. 16,9A. 36,38. 41,28. 

vel6,4. 17,18. 32,12. 36,48(-«iiet, 

teMS). 41,18. 43,5(-endit, pren 

NOVWXa). 

-enwB, subst frel7,4. adj. 8ere41,2. 

-•«nttm, subst beH,61. 25,28. 36,21. 

48,47(-edem, merce K). 



12 



eUl (eieX, cyaR", 7C, 29C, ea7F; 
ee) 7.29.42. 

-ebeat, deia 29,27. 42,17. 

.«ediam, recreia 29,43. 42,8. 

-"'ediat , creia 42,37. descreja 7,24 

(-*adiat, decbaia? ER). 
-*eviat, greia 29,41. 
-icat, pleia29,l7. 
-*icat, de8autroja7,16. doroneia29;9. 

42,16. e8baudeia29,l. 42,7. felneia 

291 V3A. folleia 42,29. guerreja7,32. 

29,19. iDercoja7,48,50. 29,11. plai- 

deia29IVlA. 42,49. 8eingnoreia42,l 1 . 

8ordeja7,8. 
-ideam, veia7,52. 29,35. 42,28,52. 
-ideat, veia7,40. 29,25(-*ediat , creia 

ABDRSV). 
-idia, envcia 29,3. 42,32. 
-idiam, enveia7V8A. 
V , cj. pra: 1 sg. esteia 42,38. 3 sg. 

e8teia29,33. 42,54. 

el 38. 

-aelum, cel 38,22. 
-ellnm, chastel 38,12. 
-*ellum,auzel38,3. morsel 38,13. ramel 
38,2. tropel 38,23D». 

elh IC («i7iKABDEFGLS, 6'i7/»M; 
ilh, el, ilj ei) 7. 

-*ic(u)li, verinelh 7,9. 
-*ic(u)lo, apareih 7,41. 
-*ic(u)lum, fiolelh 7,1. 
-ifir(ijlo, velh7VlA. 
-*iliet, meravelh 7,33. 
-*ilii, con8elh7,17. 
-*ilio, corelh7,25. 



elhu IC(ci7ZaKBDFGLP, .eilÄaM, 
eillaS, etile W; ilha, illa) 7. 

-♦io(u)lft, vernielha7,12. 

-♦ic(n)lat, aparelha7,44. 8olelha7,4. 

-Tfir(i)lat, e8velba7V4A. 

-♦iliam, meravelha 7,36. 

-♦iliat, con8elha 7,20. corelha7,28. 

eUa IKAGLMQa (c/oRV; eUia, 
eilla) 25. 

-ellam, bella 25,15. 
-*ellam, aissella 25,19. novella 25,13. 
-ellftt, ai)ella 25,17. revella 25,23. 
-♦ellat, cabdella 25,21. 

en 2.3.6.10.13.15.16.17.20.27.30.31.34. 

-onde, aten 15,54. enten 15,53. 
-endit, aten10,6(-entnm, subst talen 

V). 15,52. 34,26. defen3,54. encen 

17,48. entenl5,5l. 17,53.27,11. mee- 

prenl6.15(-eiido, 1 sg.prs. sobrepren 

AGMOPQSTa), pren3,52. 10,12. 

15,21. 16,7. 17,57. 30,21. 31,21. 

(-ensum, part prt. pres? MNQRWa). 

reprenl5,.34. 
-endo, apren 13,57. aten 3,19. 15,14. 

16,53. 30,59. 31,8. conten 13,54. 

defen6,34. enten 15,6. niespren 16,21. 

pren6,26. Gerund. 3,32. 10 Villi C. 

16,13,45. 27,21. 34,19. 
-*endo, rendo31,5G. 
-ente, adj. n. ng. neutr. avinen 10,34. 

dcsavinen 2,29. plazen 3,22. ado, 

len 3,10; — cubertamen 10,27. 

doloirozamon 3,63. finaniem 2,39A' 

20,46. 31,40. lonjamen6,4. 10,13. 

16,29. 17,45. 3I,59G(-inde, sovenG). 

34,3,27. paubi amen 10,33. 8olao]en 

3,21. vilanamen 15,27. 



13 



-*ente, adv. gen3»43. 6,42. 16,39. 

17,32K(-«m, re R)31,25. 
-enttm, subst. m: ohl. paren 17/29. 

27,20. 8eraeD30,49C; beiivoleiil3y45. 

escien 2,32. 6,28. espaven 20,15. 

noienl5,42. 27,48. 31,24. paryen3,65. 

15.20. 27,12. presen 34,35. tenen 

17.21. n. parven31,4l. auhst /. gen 
6,18. 13,9. 31,12. avmen6,52. adjim, 
aYinen3,44. 27,38. conoixen 34,42. 
covenen 15,41. 16,37. dolen2,36A, 
10ni5C. 8oflFren6,20. valen34,18. /. 
covenen 16,50. a<2i;. neien30,56(-6ndo, 
prenA). 

-e]it(i)o, con8en6,12. 27,29. sen 10,20. 
27,30. 

-♦ent(i)o, men 15,28. 

-entit, sen3,66. 31,9. 

-ento, presenl7,40. 20,33. 

-entnm, subst. argen31,37. ta]en [s. 
-antnm, talan]3,30. 17,5K. 34,43. ven 
3,33. 17,16. 27,3. 31,44. num, cen 
6,50. 15,49. 30,42. 31,28. 34,10. 

-*eiitnm, 9t<&«t.atenl6,5. 34,11. presen 
20,42; — acordamen30,14.acuilimen 
1011160. adiramen 13,36. ardimen 
16,31. 17,8. chaptenenien 17,37. 
chauzimen6,36. comandamen 31,53. 
comensamen 3,8. contenemen 27,2. 
esgardamen 13,18. faillitnen 3,55. 
6,44. gardamen27,56. jauzimen3,ll. 
10,5,19. 15,13. 30,7. meilluramen 
30,28. parlamen 34,34. partimen 
30,35. pensamem 6,10. 17,24. 27,57. 
salvamen 17,56. adj: o&Z.m. gen 10,41. 
17,60(«llfc»^parlamen)20,6. 27,47. n. 
neutr. gen 15,35. 

-inde, soven 16,47. 

•Mnnnm, sen [germ, sin] 3,41. 6,2. 



10,26,40. 13,27. 15,7. 16,23. 17,13. 
20,24. 27,39 (-OBtem, ac^j,J. rizen 
V).31,5. .34,2,25. 

ena(eweW)2. 

-enam, arena2,33. cadena2,12. 
-*enam, careütena2,40A. 
-**nat, abena2,19. 
-^inat, amena2,43. demena2,5. 
-*innat, de8ena2,46. 
-oenam, pena2,26. 

endu 19.26. 

-endam, aprendal9,34. contendal9,45. 
-^endam, subst. calenda26,48. esmenda 

19,48. 26,7. 
-endat, atenda 26,14. defendal9,40. 

entendal9,44. prendal9,42. 26,21. 

8obreprenda26,45. ten(la26,3."). venda 

19,36. 26,28. 
-^entaiD, subst. atendal9,37. 

endre 4. 

-endere, contendre4,17. entendrei,19, 
32. defendre 4,24. deiscendre 4,25. 
prendre4,21. vendre4,29. 

-*endere, rendre4,27. 

etÜlQ/ C (eigna D», einha M ; eighha, 
egnUt enga, enna)3. 18. 

-*eiidiam, prenha3,7. reprenhal8,28. 

-eneam, contenhal8,7. 

-eneat, captenha3,62. retenha3,29. 

18,21. 
-eniat, avenha3,40. covenha3,18. 
-igna, imp. en8enbal8,32. 
-ingat, de8trenhal8,14. e8tenha3,51. 



14 



ens 8. Sn». 

Snsa IKCRfi^-eraDGa, engaQ, enssa 

A)30. 

-*eiitiam, bistensaSO.SS. parven8a30,29. 

peneden8a30,81. 
-*inciat, ven8a30,.36. 

enta 37. 

-*eiitam, suhst cntenta37,7. geiita37,5. 

-entat, prezenta37,l 1 . 

-^entat, aialenta37,10. e8payenta37,20. 

venta37,l. 
-eiit(i)am, 8enta37,3 
-*e]it(i)am, iiientH3745. 
-ent(t)at, co86enta37,18. 
-öe]i(i)t(e)am, repenta37,17. 

enz DD»DcPSU, 1: IK(cncGN, entz 

F, ciwsO, ewsBW«, 1:ACRV,5V; entg, 

engSf enks^ einhSt ein8)\.b.S9. 

-*em(i)n8, blastens [griech. ßkao^ßtTw] 
39,16. 

-*entem+8, sub8t.etiBienshf2Q. guirenz 
[s. -*anti, gai'an]l,44. nien8*)545. 
adj: m. jauzenzlJ2. valensl,20. /. 
rizenzl,41. part prs, m. conoissenz 
1,28. 8abens5,12. temen839,58A. 

-entes, subst, f. valen85,33. 

-entns, (idj. Ien839,48. 

-*entn8, subst. talen8 [s. -^antns, 
talanz]5,20. adiramen85,27.ardimenz 
1,17. comen8amenzl,4. 5,6. enseig- 
namen8l,36,52(-*e]item+8, adj: m. 
pla8enz M, /. rizensCLPQSüVa, 
plai8en96).failliroenzl,25 jauzimens 
5,5. adj. m. genzl,49. 



-ifirnes, denh839n7C. 

-Mgnos, entrecen839,23. 

-ignns, 8eng839,32C(-e]item+8, n. sg. 

deD8lK,-eBte8, n. plur. densA). 
-incit, ▼enzl,9. 5,19,34. 39,8. 
-inctii8, cen889,7. e8ten8d9,40(-YBii8, 

mcgnsV). 
-Mnctiu, aienh8391I8G. depein839,47A 

(.«inctnm, depeinsIKCMOVa). 
-Ynitio comenslyl. 
-M111108, cenz[=: Seite, Richtung,8.DieM, 

Et.W.8enno]39,31. 
-*iiiBii8, 8enzl,33. 39,24(-eiiiii8, geinhi 

CMNORV). 
-Ifnii8, men339,t5(-i]iota8, sufreinhaG), 

57A. 
-^inxit, de8tren839,39. 



er 2.4.10.15.21.25.42.43.45. 

-«re, ^i^eianame Vezer42,33,50. subst 
inf. 2,22. 4,26. 10,25, III4C, 15,45. 
21,8,48. 42,27,40.43,51. 45,3,23. imf, 
2,15.17. 4,18,28,30,31. 10,2,11,16,37, 
39, m2C. 15,1,3,10,24,31,38,43. 21, 
16,32. 25,4,6,8. 42,5,6,19,20,26,41, 
53,P. 43,1,11,19,27,33,43,49. 45,10,16. 
17,30,31,44. adv. 8erlO,4. 45,9. 

-♦ere, subst inf. 4,22,23. 10,23,32. 
15,8. 21VII8C. 25,10. 42,47. «t.-«re 
42,48(-ereNQ),51. iV- 15,29. 42,12. 
43,17,35. 45,24. st «rel0,9,18. 15,7, 
15. 21VIII4G. 25,2. 42,13. 43^,9. 
45,38,45. 

-cro, de8e8per25,12. 43,25. e8per4,20. 



1) In Ged. 5, nur in H8.V erhalten^ lautet Ver8 15. 

>Que totz autres mala sons niens« 
Ich 8etze de« Reimwortes wegen es für son und lese: 

»Que totz autres mala es niens«. 



16 



-enun, subst ▼er2,24. 10,30. 15,22. 

43,41. 45,2. adj. n. neutr. ver21,24 

(subst obl verC). 
-*enim, «ti5«t.e8perl5,36. 21,40.42,34. 

45,37. 

Ss 2.5.10.12.14.21.22.31.34. 

-edera+s, merce8l0,15. 14,12. 31,23. 

34,28. 
-enis, a4j. m. Ie8l2,17(-*e]i8i8, cortes 

MOBV, -*i8Cii8 [ahd. frisc] fres 

PGQS). 
-*«]108, be8l2,22. 
-e(]i)8em, me85,l. 10,1. 31,14. 
-*e(]i)8e]ii, Eigenname France8l0VIII2 

C, subst: m.cortes22,20./. necies34,4l. 
-6(]i)8et , pes5,25. 14,23. 22,18. 31,58C. 
-*e(ii;8i, 1. sg. f. perf, pre8l4,24. 
-*e(]i)8i8, EigennameYiBineabt29. adj. 

corte82,16. 31,54. 
-*e(]i)8it, pre85,15. 
•e( 11)80, pe822,26. 
-e(]i)8nm, a4j' defe834,l7. part prt. 

mespreslOlIföC. pre8l0,10. 12,15. 

22,52. 
-*€(ii)8nm, subst defe«10,3(-i88iim, a^. 

espesOGMNQa), pes ')34,25. 
•e(]i)8ii8, entre8pre931 ,46. me8pre831 , 1 5. 
-eniui, ple8l4,17. 
-*enii8, fre831,7. 
-^niui, negat ge82,25A. 10,38. 14,5. 

22,36. 31,55. 34,20. 
'Hnua, be82,l8. 14,6(-c8, re80). 22,42 

(e«t, 680). 31,30. 



-es, stibst n. re8lO,3G. 14.12. 22,28. 

num. obl ire82,23. 14,18. 
-est, 685,32. 10,8. 12,19. 22,4,44. 31, 

31,570. 34.44. 
-Ydes, subst: n. sg. fe8l0IIllO. 21,52. 

obl, plur. f68l4,30. 
-issem, ague8l0,29. 31,38. 34,9. pogue8 

5,11. 12,27. 8aub6«12,20. 34,1 vol- 

gae8l2,26. 
-isset, ayengue85,4. aa8iesl0,22. cog- 

nogu6822,12. 31,39. conque85,22. 

21,51. dixe85,8. fez68l 0,1 7,24. 22,34. 

plagu68l0,31. 22,50. 34,33. pogue8 

5,18. 22,10. 34,4,12. 
-*i8sit, St. -isit, prome8l4,29. 
-issnm, me831,6,22. st. -^[itjnm, 

conques22,2. 
-*i88iis, sU -♦i8[it]ii8, conque831,47. 

es 20. 

-&(T)i88em, cel6820,13. chaDtd820,1. 

mande820,4. torne820,28. 
-&(T)is8et, ame820,]9. 
-*&(T)i88et ?, na8que820,37. 
-«des, pe820,40. 
-essnm, adv. pre820,22. 
-*e8ti, eDgr6820,10. 
-ipsum ? [s, BomaniayiII,156] ade8 

20,31. 

ia 17.21.25.30.45. 

-«a, subst pron, mial7,22. 21,30. 45,18. 
-*ia, cortesial 7,30.21,7. 8eingnoria21,31. 



1) In Ged, 34, nur in H8 Y erhalt6n, findet 8ich Vers 25 das Reim wort 



»sen« 



»Qui en amor a 8on cor ni 8on sen« 
Der Beim verlangt ein auf -^ ausgehendes Wort, für welches mir pes 
((bedanke) am besten zu passen scheint. 



16 



-*iam, auhst drudenaMfi, 21,6. 25,25. 
feunia 17,23. 45,25. fuollia 30,20. 
yilanial7,38. 45,50. st -lam, Eigen- 
name, Noriuandia2iyiI6C, ȟbst 
via21,47, VI1I,2,3G. 45,5. st. -lem, 
dia45,l9. 

-♦iftt, St. -*iat, 8ial7,47K, 58. 21,46. 
25,33. 30,27. 45,26. 

-ibam, cscria 17,54. 

-*Tbam, st. -ebam, impf, dizia45,46. 
podial7,6. 45,40. reinania21,38.8olia 
45,12. yolia21,22. cond. II. aneria 
45,47. jurarial7,46. 25,29. perdria 
45,32. poiria21,23. 

-*ibat, st. -tfbat, impf, avia 17,59. 
pla8ial7,55. 25,27. cond. IL amaria 

17.14. 21,14. coYenria2lVII7C. 
enquerial7,7. faria25,31. saubria 

21.15. volria45,4. st. -iebat, fasia 
21,39. 

-ioam, subst. aiiiia45,53. 1. sg. cj. prs. 

dia30,26. 
-idat, aucial7,31. 25,35. 
.«idat, fia45,33. 
-ideam, ria45,39. 
-igat, ca8tia30,l9. 
-♦igat, entrelial7,39. 
-*itat, cria45,ll. 

ic 24. 
-♦ichnm, ric [dhd. richi]24,20. 
-*ici» guarric24,l. 
-ico, dic24,35. 
-icnm , aiuic 24, 1 2,4 1 E (-iqunm , adj. 

anticC). 
-*icnm, adj. mendic24,17. 
-Iget, ca8tic24,28. 
-*i^m, ca8tic24,33. 
-♦ihvo [s. ZUchr.f. r. Ph. II, 310/.] 

gic24,9. 



-iqni, ciiic24,4. 
? , pic veränderlich j adj, obl. sg. 
24,25E. 

? , bric24,44E (bic C) \s. Böhm. vom. 
Stud. 1V.328]. 

Ula 23.30.38. 

-ita, adj. cobida23,35C. encobida30,50. 
-*ita, subst deschauzida [goth. kausjan) 

23,25. <idj. aizida23,51C. colorida 

30,52. 8oa8ida38,29. st -ita, traida 

23,27. part prt 23,3,49C , st -ita, 

30,45K. 
-itam, subst vida23,9. 30,43. 38,19. 

part prt 23,1,19,33C. 
-*itam, subst chau8ida38,9. escarida 

\ahd. scara] 23,41 C, adj, jauzida 

23,43C. 
-^tat, guida[^o(^. vitanJ23,ll. oblida 

23,17. 

ier CR (tTa)23. 

-aero, quier23,52C. 

-arie , voluntier23,55C(-aerit, qierR, 

-«rit, soferV). 
-*arii, subst derrier23,3l. lauzengier 

23,44C. me88ongier23,47C. vergier 

23,15. 
-arinm subst e8cudier23,39G. 
-Barium ; subst, C088irier23,4. desirier 

23,12. adj. de8torbier23,20. leugier 

23,23. 
-e^ri, entier2S,59C. 
-erit, fier23,28. 
-*^r(i)iim, me8tier23,7. 
-erv(i)o, 8ier23,36C(-aero, (lierR). 

lern IACR(ersG)33. 
-*ario8, cayallier833,41. 
-arins, ac{j, premiers33,19. 



17 



-*ariiL8, subst. con8erier833,34. deriers 
33,20. mes8agiers33,33,43. soudadiers 
3BV6R, adj. drei...er833V5R. par- 
lier833,12. pre8entier833,40. 8obrier8 
33,13. vertadier833,27.oeiv.volentiers 
33,6,44. 

'^ägTua, entier8o3,26. 

-*er(i)iis, ine8tier838,5. 

ina 18. 

-Ina, vezinal8,19. 
-•Ina, final 8,25. 
-inam, dissiplinalS,!!. 
-♦inat, final 8,4. taynal8,29. 

ir (8. iVe) 1.2.9.13.14.25.34.38. 

-ibrem, vir 13, 10. 

-ibret, vir 1,23. 

-ibro, vir9,34. 

-icere, dirl,r,9,64C. 2,10. 

-♦rder(i)i, de8ir9,36. 

-ider(i)nm, conssirU,:]. de8ir34,13. 

-idero, C068irl'>,22. 3S,25. de8ir38,15. 

-Vgere, acuillir25,16. 

-ire, mtbst. inf. 1,8. in f. 1,40,48. 2,9. 
1 3,37. 1 4,2,8,9, 1 4 ,27. 25, 14, 1 8,20. 
34,2,10,35,45,48. 38,28. 

-*ire, subst. inj. 34,24. inf. 1,7,16,24, 
31,32,47,60,630'. 2,2,3. 9,41,44. 13,1, 
4,13,19,28,31,40,49. 14,20,21,20. 25, 
22,24. 34,5,8,29,40. 38,8,18. st. -fc're 
1,15,39. st. -ere 13,46. 38,5. 

-*iret, a2irl4,15. 

-iro, 808pir9,37. 

-♦iro, rennrl,56. 9,40. 

-itr(i)nm, albirl,55(-*ire, subst. inf. 
chauzirCGLPQRSUVa«, -iret, 3 sg. 
cj, prs. mirMj34,32. 



ira 9.18. 

-ibrat, vira9,33. 18,1. 
-iderat, de8ira9,35. 
-iram, iral8,S. 
-irat, 808pira9,38. 
-♦irat, mira9,39. tiral8,22. 
-♦iveram, jauziral8,15. 

ire (». tr>4. 9. 12. 25. 27. 30.35. 44. 

-Ibere, e8crirel2,2S. 

-ibrat, vire30,l. 

-Tbrem, vire44,64. 

-Ibret, vire35,15(-*Irem, reniireV). 

-ibro, vire27,31. 

-leere, dire4,49,60,6lA. 12,21. 25,49. 

27,40,41. 30,3. 35,21,33. 44,66. escon- 

dire27,23. 35,39. 
-idere, au8irel2,25. 25,53. 27,50. devire 

35,37. 
-*rdere, st. -idere, subst inf. rire30,8. 

tn/. ai88ire27,5. 30,10. 35,27. rire 

4,57,64 A. 27,14. 35,3. 44,68. 
-*rder(i)i, dezire4,56(-*irii, niartireR, 

808pireE,-iriam, martireS). 
-ider(i)nm, con8ire27,4. 35,1. dezire 

27,49. 
-Idero, con8ire4,51. 2h, hi)(lir\Jkm, subst 

obl sg. albireR). 44,62. de8irel2,l8. 

25,51. 35,25. 
-•iret, mirel2,l6. 
-•irii , 808pire4,53 (-*i dor(i ji , dezire 

R). 44,72. 
-Irinm, martire27,59. 35,7. 44,76. 
-♦iro, aire27,22. 35,31. mire25,57. 

remire27,32. 35,19. 
-•itor, jauzire9,42. 25,59. 27,13. servire 

12,23. 27,58. 35,13. 8ofrire9,43. 35,9. 



18 



U 1.11.20.21.37. 
-gensem, pai8ll,24. 20,11. 37,2. 
-icem, subst. f. amairi8ll45. 
-icn^, anii8ll,3. 
-*il(i)0B, lisl 1,9,12. 
-inis, subst. fiel, 8. adj. ac]i820,39. 21,57. 

37,6. 
-mos, subst vezisl,18. adj. esdevins 

20,12. 
-Tniis, ve8i821,59. 
-"^-nuB, fi820,21. 37,16. 
-*^cit, abeli820,l. aforti8l,19. 37,19. 

aizi820,20. enfoleti8ll,27. feiii8ll,45. 

grazi820,3. reyerdezi8ll,42. 
-*i800, e8broi8l,l]. feni8l,2. 8ofri8l,l0. 
-*isem, Eigenname Eli8ll,6. 
-^it, conqui8ll,39. enqui8l,34. st 

-idit, auci8l,43. 
-1808, ris 11,30. 
-^08, subst 8ervi8ll,21(-i88em, cj, 

plusq. 8ervi8C*R, -*i8Cit, praes. 

abelli8SPo). 
-issem, parti820,30. 37,9. vi820,38. 
-*i88em, menti8l,35. 
-^isset, trai8l,42. 
-i8nm, subst devi8l,27. paradi8ll,36. 

20,29. 37,4. vi8ll,33. 
-'^nm, a88i837,8. conqui8l,50. 
-18118, ri821,53. vi8l,26,5l. 37,12. 
-ixit, di837,18. 

i^27. 

-idit, Yit27,33. 

-itnm, part prt 27,6. 

-^tum, subst ardit [goth. hartjan] 
27,42A. chauzit27,35,53. crit27,26. 
adj: n. neutr, e8carit \ahd, 8karjan] 
27,15. obl m. aizit27,44A. florit27,8. 
garit [goth. varjan]27,60. 8t.-Ktam, 
trait27,24. part prt 27,17,51,62,65. 



ie^40C(t>D, ig Q; itQ, igz, m)33,40. 

-ioem, razitz40,8. 

-icit, ditz40,45. 

-*ict08, subst ditz33,24. 

-"^tos, cntz40,4. st -it08, e8peritz40,60. 

-itu8, part prt 33,2,9,31,38. 40,20,57, 
61,64,72,74. 

-'*ltii8, subst obliiz40,5. adj. arditz 
40,32. e8baitz33,3. jauzitz40,9. mar- 
ritz33,37. 40,37,73. petitz33,10. part 
i>re.33,16,17,23,R:V2,3. 40,1,12,16,25, 
28,33,36,40,41,44,48,49, 52,53, 56, 65, 
77, st -ttns, subst esperitz 33,30. 
part prt 40,13,17,24,68,69, «t-etns 
part prt 40,21. 

?, . . . fitz40,29. 

iza D(isaS; iga^ %ssa)4i. 

-*ioiat, e8raiza44,25. 

-i8am, viza44,31. 

-^sam, subst deviza44,29. gwiza44,18. 

part prt conquiza 44,27. enquiza 

44,21. 
.♦i8(i)am, Eigenname Friza44,24(-i8am, 

PisaV). subst chamiza44,14. 
-♦ys8(e)am, biza44,16. 

I>K)f, 6: IKa, 9N, 30: IKADGQ(ö:E 
MSV,6A,30C,32: ANj:6.9.20.30.32. 

-öo, 32,88. 

-ön, non6,15. 20,35. 

-*öiie, adv. eviron6,48K. 

-önem, subst: m. Iairo20,17. leon32,31. 

/. ocai8on9,20. 32,16. prei8on9,18. 

20,45. ra*on6,56(-öii, Neg. AEGOR 

af),60M. 9,32. 20,27. 30,16. 32,8. 

8azo20,26. 
.«önem, Eigenname E\AonS0,2S. subsi: 
I m. compaiiignon6,7. reso 20,18. /. 



19 



ch'<vn8on6,24. 32,2. fai8on6,55. tenson 
32,10. adj. m. fellon6,31. 32,17. 

>önet, don6,23,640(-ö]inm, adj, boB). 

-*önet, ocai8O'20,36. 

-öni, sttbsL 8on30,25. adj. bon9,24. 

-♦öno, perdon6,40. 9,210». 32,37. razo 
20,48. 

-önnm, don9,26. 

-*ön«m, guizardon [ahd. widarl^u] 
6,39. 9,29. perdon30,18. 32,24. pron 
6,16(-tf]iam, adj. n, neutr. boGMO 
BSV 0,32 (-önum , bo S),59 M . 20,9. 
32,30. 

-önnm, bon32,9. 

-uit, fon6,8,630, 20,44. 32,23. 

-am, 80n6,47. 20,49. 

-ünnm, jaon9,28. 

Öia IKDS(02/a, ueia)U. 

-*andia, bloja laltnord. blaud]44,3. 
-^andiam, joja44,l. 
-ödiat, poja44,7. 
-üYiam, ploja44,5. 

Öl {8. 14002)27. 

-ölet, dol27,54. 8ol27,63. 

-♦ölet, vol27,9. 

-oUit, tol27,18. 

-oUnm, col27,45. 

-«ölnm, dol27,27. 

-olvit, a8ol27,66. revol27,36. 

6n (Önt)b,i3. 

-*ond(e)o, re8poii43,54. 
-ondit, e8coii5,2. 
-endo, e8con43,60. 

-onttm, stibst: m. mon43,40. pon43,38. 
/. fon5,3. 43,24. fron5,24. 



-nnde, on5,17. 43,56,58. 

-nndit, coffon5,23. 43,30. fon43,8. 

-nndo, aon43,48. 

-nndnm, subst. inon5,30. 43,14. adj. 

jauzion5,16. 43,6. preon5,9. 43,22. 
-*andnm, adj. deziron5,10. 43,46. 

volon43,16. 
-nnt, 8on5,31. 43,32. 

6na (öneX)9.2d. 

-♦öna, adj. bretona23,38C. 

-öna, bona23,54C. 

-önam, subst. corona23,57C. cj.praes. 
repona23,21. 

-*önam, Eigenname Narboiia23,58C. 

-önam, bona9,23. 

-önat^ doxia9,25. 23,5. 

-*önat, abandoiia23,13. arrazoDa9,31. 
a8a8ona23,6. de8asoiia23,22. guizar- 
dona9,30. 23,37C. ochai8ona9,19. 
23,30. perdona9,22. 23,460. preisona 
9,17. ra8ona23,29,53C. ten8ona23,45C. 

-önat, 8ona23,14. 

-Unat, jeona9,27. 

ända 26.44. 

-ondam, e8conda44,42. 

-*ondam, stibst e8ponda26,32. 44,44. 

adj. blonda44,48. 
-ondat, e8conda26,4. 
-*ond(e)at, re8ponda26,ll. 
-nnda, jauzionda44,53. 
-nndam, subat. onda44,40. a^j. preonda 

26,39. 44,51. 
-^ndam, ironda44,49. 
-nndat, praes: tnci. aonda26,25. 44,38. 

qj. cofonda26,18. fonda44,55. 



so 



Ar 2 013.19.25.28^1.36.39.44. 

-örtB, »mbtCobl m. aiiiadors33. 19,:i'>. 

41,46. terridoraKriO. aotor39II6C. 

ineillorH9.22. teDior«.!. 13,43. 2S,9. 

31.«M. :M>.1. :{9.:iSi -■»!■. socorCa). 

oW. /. amor2.7.44.48. «U. 1.{>.17. 

2tJ,:tö.44.53.50. 10.3^. 2:».i;0. 28.10. 

3U. ;;*;.7. :W.21. 44.1».2l.3.l.«&.57.tK). 

color 25.5h. 2**.2.4. 31.42. 3l».30. 

44,51». aolür2,20. 6.11. JS.l \, 31.27. 

3ö.lfi. MJ,\X 41.47.75. dnu*Mor44.lU. 

error6.9. 13,25. flor2.6. 28,1. r,9.5. 

KeDfor6,51. 28.15. .-^9.29. 44.74. 

onor2.27 13.1G. 19.41. 28.14. 36.10. 

39.14. 44.22 i>iM)rts3.-,. 1:^.52 19.;*H. 

3l.4:i. 39.4»». nbnr2««.S. :U.10.2»V 

44,71. ¥alQr2;V4.45. 13.:'r4. 31.11. n. 

f. flor4 1,11. a4j ' M. major »9.ti. nienor 

6,27. p^jor25,.VJ. f. loigDor2.t1A 

ineillorl9,t6. 31.18. p»*jor2.42.\. 
•%reB. jiiMfrii(:m.chantiidurIi<..V>. .11.2. 

36,5. d»*iionor6.17. <lonifi«*ia4lurl9.4o. 

doDaAlorl9.39 eniiingnadr»r2. t5.fo|or 

2,14. 6.25 25.50. mirador 25.'»4. 

|NucMr*4^,l. riior 44.23. veo««*iJor 

39.;»7 /. b.lUu«M)r 25.52. 36.12. 

-**ri, «M6»t ;utiAdor.M.;. 2*^.5. ;i.;«. 

iluuiUdoriV'- tnii.lor*>.U Iruha- 
dor31,t.V j»luM»r»J.l*». a*ij. traidor 
»i.ll. 
-oro. a*lMr 1 1. .'»*<. j»lorf». ü». 2**.T. .;i.r.». 

:;»;.:i. 4 !.:«•. 

-trsMB. .ull.>psli.:u;.i ( \\»\\:r 41. :.V 

•*uniB. nutmt. pl«>r2.21. ^rim. m. lor 

115.7. 2^.i2A. f. l.TJ.>.»7. 
••rr«. c.»rl».7.*. 
-■rrit. ;irnr.r*»,16. ritrll.:;!. -•corl'.MT 

•■rra. ior3:*.i:». 



1 - 

i 



I 



ör II. 

t4»tor41.2f». 
-4r. »ub4t. obi cor 11,6.14,22,30,38,46. 
-*Arit, uiuorn.13. 

-*dro. deoior 1 1.37(-örea. »mbni. amor). 
-•rnB. Mubai. tor41,5. (>r 41,21. mir. 
dftor4l.l5. 

&rfi 3. 

•*6nit, alugora3.'{6. aNM>nhora3,14. 

d«*.<udolora:{.3. dMacolora3,.V6. eiia« 

uiora^{.2''i. 
-dtrat. foni3.45. 

<>ni orLW.212. 

-trno. toni2.ll(-Mrro. c4>rL). 12^ 

( •■rro, corij, -■risB, MtAtt jora V). 
-*ornnB. Eigenmame V<niiedoni2,l. 

12,1. i^uhft. c4idornl2,8. adj. niora 

I /ihd, mornAn] 1 2.5. 
-nnio. M>jornl2.6. 
-■niBiB. forn 12,12 joni2,4. 12.ia 

iiojorD2,H. 
-*nrnnB. dorn 12.1.;. 

Arn 22. 

-*öreB « 8. tuÖMt : m. dolor«22, 1 1 liooon 
22,1. f»i«irp»22.2'.. /. auMiin22,9. 

••res. Muh'^t. oltl. pL ;iniadnr»'J2.1i. 
a*ij /. iiieill(»r«22.3.;. 

-*nrkMs. *Hon»22,r.». 

ort r,. 

-•trU. lortJ5.«>; 

-orteB. M>itj:>.i.2. 

•*orto. d*|«Tt'.:5.72 df»4 on«Hi2.V7ii 

•*ortaB. i^Hhtt. t'»rt-j.%.*>. »t. -#rtiBB« 

}»art prL iiiort -•'•,«'» I 

6m y^ 11.22.2^. 
••■#■••. attbit. m. liMtu* 11.19. /. 



21 



chansos 1 1 ,44. preiso822,5 1 . sazosl 1,7. 

28,49. trai80828,61. 
-önes, subst, obl. /. messios 11,28. 

occaizoB 11,32. 
-*önes, sübst: obl.m. üigroB[ahd.heigro] 

11,8. boissoslljlO. sablosUjU. /. 

chan8088,l,9. 28,67. fai88088,33.28,57. 

tracio8ll,16. 
-♦dnos, perdo8ll,17. 
-*önii8, subst. dos 28,56*). guizardos 

8,28. 11,23. 28,52. adj: m. pro8ll,4. 

22,27K. /. pro88,25. 28,50. 
-onus, b08 8,36. 11,43. 22,3. 28,62. 
-öS, |)r(m. /. V088,4,44. 11,1,5. 28,59,66. 
-ösi, subst enyeio88,41. 
-ÖS08, subst enio8 22,11. 28,68. 
-*öB08, adj. amoro88,20E. 28,58. 
-ösnm, subst glorio8ll,37. 
-*ö8iiin, subst er bo8 11,38. adj. obl: m, 

deleito8 1 1 ,40. dopto8 22,35 . neu tr. 

genolho8 11,31. st -onsnm, subst 

resposl 1 ,34(-*Ö8um, adj. amoro8C*P 

ES, -♦ösus, adj, amoros c). 28,60. 

adv. a resco828,51. 
-ösns, adj. enveio822,19. 28,54. 
-*ösiis, adj. angoissosl 1,29. azirosl 1,26. 

dezamoros 11,13. doloiros 11,2,22. 

frachuro8ll,14. gelo8ll,25. jojo88,l7. 

orgoillo828,63. podero828,64. 
-uissem, fo88,l2. 28,53. 
-üiBset, fo8ll,20,41. 22,43. 28,65. 
-QOS, dos28,55. 



6za CR(6sa D^MS; 6ga)S. 

-*ösa , amoroza 3,2,24. doptoza 3,35. 

erg^lhoza3,46. 
-*ösam, angoi880za3,l3. vergonhoza 

3,56. 

udu 8.30. 

-*ogitam, subst cuda8,38. 

-üda, nuda8,39. 

-Uta, imper. 8aluda8VII2C. 

-♦Qta subst ajuda8,30. part prt 8,7, 

14,31,47,VI2C. 30,13. st -jtam,8,22, 

46. 30,12. 
-*ütftm, part prt 8,23,VI3C. 30,6. st 

-ttom, 8,6,VII3C. 
-ätat, muda8,15. 30,5. 

Ui (uy) 29. 

-*iicliio, estui [ahd. stüchio] 29,45A 

(-U0, estruilKCDN, -Qco, desduiQ. 

esduyR). 
-ücit, aidui [s. adutz] 29,29. desdui 

29,37. e8dui29VI5A. redui29,22. 
-üdit, conclui29,38(-ücit, conduiBCDc 

MNR*Va. reduyR, -uic, subst au- 

trui S). 
-ügit, fui29VI6A. 
-*ügit, brui29,30. 
-üi, pron. cui. num. amdui29,46. dui 

29VI1I2A. 
-uic, pron. autrui29,6. celui29,13. 



1) Die Hss. bieten in Ged. 28,56 drei Lesarten; In Hs. A(B) lautet die 
Stelle : 

C'us bes val d'autres dos 
56. Quan forsa es d'anidos; 
Hb. M liest: 

Quan per forcas datz fos, 
während die übrigen Hss. [IKCDGNOKa] die Lesart bieten : 

»Qan per fors* es faitz dose. 



22 



üit, de8fcrui29/21. 

.♦äjo ?, 8ui [s, so] 29, 14, VIII lA. 

l^oiM25AB(oiHDcFL, uelhCn», ueilh 
M, ueiim, oima ; uell, ueil, uit)9. 25. 41. 

-öculi, oill 25,46. 41,41. 

öleo, duoill 9,5. 41,43. suoill25,40. 41,33. 

-*öleo, voill9,8. 25,44. 41,9. 

-dlio, de8puoill41,25. 

-♦»lio, orgoill9,lO. 

-ölium, fuoill9,4. 41,1. 

-♦Mium, bruoill 0,2. 41,3. orgoill25,38. 

41,17. 
-olligit, acuoil 141,11. 
-olliffo , acuoill 9,12. 41 ,35 (-♦ollio, 

tueilhM). cuoiU9,16. 25,42(-*ollio, 

toillD). 
-ollignm, subst escuoill 41,19. 
-*ollio «t.-ollo, tuoill9,13. 25,48. 41,27. 

(•olligo, cuell /. -*oleo, vuelh«). 

UOÜla 25 AB, 42A(oi7iaDc, 27L, 42F, 

uelhaC, 25R, 42R, ueilhaA2yi, uelleX; 

Mc/to, ueillaf olla^ oiJha, ogla, uilla) 

9.25.26.27.42. 

-ölewn, duoilla9,6. 42,31. 8uoilla42,9A. 

-*»leam, voilla25,5. 27,64. 

-öleat, duoilla2r),3. 27,34(-*öliat, orgo- 

illa L0),6f . 
-♦öleat, cabduoilla42,21. descabduoilla 

26,37. voilla9,7. 26,16. 27,52. 
-♦oliam, bruoilla9,l. fuoilla9,3. 25,1. 

26,2. 27,7(-*öleat, vuelhaC).42,l. 
-öliat, despuoilla 26,30. 27,43. 42,42. 
.♦öliat, broilla42,4. orgoilla9,9. 26,9. 

42,22. 
-♦olliftm s<.-ollam, tuoilla25,9. 42,10, 

46. 27,25(.*öleat, vuelhaCGMVa). 
-♦olliat, moilla42,43. st. -oUat, tuoilla 

9,14. 27,25(-olligftt, acueilha MV). 
-olligam, cuoilla9,15. 



-oUigat, acuoilla9,10. 25,7 (-«öliat, 
orguoilla ABCDGLMPQBSTVa),ll 
(-*öleat, vuellaV, -*oUiat, tueilha a), 
26,23. 27,16A. 42,25. cuoilla42,30. 

ura (MrcW)8. 13. 16. 24. 30. 44. 
-iörat, mellurabVIUC. 13,14. 16,51. 

24,18,48. 30,34. 44,8. 
•fira, subst. escritura 30,40. mesura 

13,41. natura 16,40. adj, dura 8,5. 

30,33. e8cura8,40 pural3,33. segura 

8,48. 
-*üra, aventural6,8. 44,6. freidura44,4. 

verdura24,2. 44,12. 
•Qram, subst cura8,16. 13,5. 24,16. 

44,19. me8ura8,24. 13,23. 16,24. 

natural3,51. 24,8. adj, dura 16,48. 

pura 24,42. 
-üram, Eigenname Mura? 8 VII IC, 

subst. aventuraSVIlC. bonaventura 

13.15. 16,54. 24,10. 30,41. faitura 
24,40. folatura 24,34. tbrfaitura 8,8. 

16.16. 24,26E. freidura 13,6. parla- 
dural3,50. rancura8,29,Vl4C. vesti- 
tura8,S7. 44,13. adj. tafura8,45. 

-ürat, augura24,32. desniezura 44,17. 

dura 13,24. 24,24. 
-*ärat, adreichura8,32. a8egural6,32. 

44,15. atura8,l3. de8a8egural3,32. 

desnatura 4 4 ,2. faitura 8,21 . 

tltz IKACMRR"Va(«<jDG, 12S,u(; Q, 
19N)12.19. 

-ücit, adutz[8. aiduij 12,40. 

-Utes, salutz 12,36. 19,15. vertutz 

12,38,43. 
-ütnS}' adj. mutz 19,7. 
-*ütii8, subst, drutz [ahd, drüt] 12,41. 

19,14. st. -itns, adj. e8perdutzl9,l ; 

part. prt. 12,29,34,44. 19,3,11. st 

-itii8,12,31. 19,6,9. 



23 



Betonte Vocale. 

Lat. a. 
a = prov. a. 

1. a^z^a^^i aP), ar% ama, ana, atz^\ ag% ara, =(X): 



ada, at, as^). 



1) Neben -dl (=-a/«, -alem, -alet, -ah, -alum) finden wir bei Bern, 
y. Vent. auch -au. Gleiches lässt sich constatiren für Aim. de Peg. und 
zwar ffebrancht derselbe -al in Ged. 43 = «ai {-alvetf 3. sg. cj. prs,), in 
d. Ged. 11, 23, 40, 52 nicht beweisend, -als in d. Ged. 17, 28, 38, 42, 
45 nicht beweisend , -au in Ged. 31 =: lau {-audo). Folgenden Worten 
begegnen wir in doppelter Gestalt: aital-aitau, coral-corau, leial-liau, 
fUJUural-naturau. Bei nachstehenden Dichtern finden sich zwar beide 
Formen im Reime, doch kann immer nur die Form mit zu u aufgelöstem 
l gesichert werden, so bei B. d. B. -a2 12, 21, -au I9'=lau (-audet, 3. sg. 
cj. prs.), -aus b=^enclau8 (-ausus, part.prt.) Sb-=::pau8 (-*aw«Mm, subst.). 
Guill. Adern, -äl 7, -aus 11=: /aus (-audeSt subst. obl. pl.), Guir. de Born. 
-afö,74. -flte71,72 -aMs67=toM« (-andern-}-«), P.Vidal -a/4,27,32,36,49. -alsl, 
-au24= /au(-att(2o), Pons de la Garda aM, au^^i^lau^-audem, subst.), 
Raimb d*Aur. -a2 9,14, -a2«2, -au8lS^=.enclau8{-auiiumf part. prt.). — 
Als beweisend für Erhaltung von l (in -al . . .) dürfen Bindungen mit // 
(in 'dll . * . ) nicht herbeigezogen werden, da auch II in u aufge- 
löst werden konnte. Dem Rimarium hinter dem Donatus provincialis 
(s. S. 111 ed. Stengel) nach schien diese Auflösung nicht eintreten zu 
können, doch mögen folgende Beispiele das Gegentheil beweisen : B. d. B. 
dbcavau8('aÜ08) =^ paus{'*au8umf subst.) Guill. IX. 7 chevaui-allum)^ jau 
(-allumj Buhst. ) ^ contraclau {-avem j subst.), Gir. de Ross. 113 vassau 
(-*aWcin)=/raM(-audew, subst.). — Einige Dichter scheinen Worte mit 
aufgelöstem l überhaupt nicht verwandt zu haben ; obgleich wir bei den- 
selben Reime auf -au finden, begegnen wir unter den einzelnen Worten 
keinem, das auf lat. -al zurückgeht. Dies lässt sich nachweisen bei P. 
Brem. (Ric. Nov.) au 16, all4 P. Card, au 13. an6,l7, 37,63 -als § 32,3; 
28,42,69, Sordels au 28, ab34. — Raim. Vidal hält die Formen auf al für 
correcter (Ras. s. S. 85,86 ed. Stengel). 

2) Wie unser Dichter gleichzeitig {far) und \faire] im Reime ver- 
wendet, so auch Aim. de Peg. 30,46 :2X,47,52 (2,19,44,50) 21,41,42,451-], 
Alb. de Sest. 14(-)15:2xH, Arn. de Mar. 8,15(12)5 :2X,12:2X,19,23:2X 
[21], Bereng. de Palaz. lO(-) 4:2a[-], Bern. Marti 7(-)8|-], BertoLZorgi 
5:2X,8:2X, 17(13,15)7:2XH, B. d. B. 21 : 2 X, 35: 3X, 39,43 (1,7,15, 
33,45) 26:2X, 38[43], Caden. 10:3X, 23(-) 4 :2X, 9,12,22 :4X,23[-J, El. 
Cair. 10,13 :2x, 14(3) ll:3xr9] Esperd. 3(-)2[-], Folq. de Lunel § 32,15; 
1:2X, 5(-) § 32,15[-J, Folq. de Mars. 8,20 (13) 24 :4X[-], Folq. de Rom. 6, 



24 

Comj. (-)4:3X[-], Gaue. Faid. 4:2X. 5,19,37,41,42: 5x, 55(13,18,63)4 :2x, 
7,2-2 :2X, 33; 2x, 36: 2x38:2X[-l»Guigo l(.)2;3xt-],Guill. Adem.3:2x, 7(12) 
2H, Guill. de Berg. 3,11 (§ 29,7; 5,6) 1 [«,17,22], Guill. Fig. 2,4(-)2:2x 
(-], Guill. de S. Leid. 4(6)2 :2x, 8,9: 2X[16] Guir. de Born. l,7:2x,ll, 
31,32,83,38:2X,45,50,63,78(3,24,55,60,01,74j2:2x,12,16,18: 2X136,61,64,67], 
Guir. Riq. 2,14: 2X, 15,16,19,30,37,45 :2X,4() : 2x, 49,53,59,<;1 :2x, 63,68, 
76: 2X , 79,87,88: 2x (3,7,22,24,27,57,60,70) 15,32,38,40,49,51,66 |73,78j, Joj. 
de Toi. 1(-)1|-J, Mrcbr. 8,15,29 (1,19,20,23,32,40,43)5: 2X. 9 : 2X, 17,30: 2x, 
32:2X[24], P. d'Alv. 10,1 1(1,17)2,18,23 f-j , P. Card. 9,12,36,42 :2X, 63,66 
(42,07) § 32,3; 2,27 :3X , 45,48: 2 X, 52,09[-], P. Raiin. de Toi. 3(1,8,16) 
9:2X,10[-], P. Vidal 22,30,37,43: 2X(2,23,24,44)1,12[-], Pons de Capd. 16, 
18,25,27 (22)8,22 [-], Raimb. d'Aur. 19,39 :2X (18,25)22,32 :2X[-], Raim. 
Gauc.de Bez. 9:2X(1)4 :2[-], Sordel 2,7,12,18,20,23,24 (1,3,31) 1,12 [-]. Da- 
gegen begegnen wir: nur far bei Dalf. d'Alv. 7 (3) [9], Guir. de Cal. 11 



(7)[GJ, Lamb. de Bon. 7 :3X,8(-)[6], Rainib. de Vaq. 20 :2X,21,23 (3,4,11, 
32)17,32], nur faire bei Guill. Aug. 3:2X,5 [11(3), Peirol 3:2x, n:2x, 
15:2X,17:2X,30[-](12,33). — Hier möge gleich bemerkt sein, dass ich 
beim Vorkommen von Doppellormen die Belege in folgender Weise 
citirte: Die vor ( ) oder [ ] stehenden Zahlen bezeichnen die Gedichte, 
in denen das fragliche Wort enthalten ist, während die in den Klammern 
eingeschlossenen Zahlen die Gedichte anheben , in denen zwar die be- 
treffende Reimreihe vorkommt, aber mcht das fragliche Wort. Bei 
Nennung der Doppelformen wird von mir jedesmal die Art der Klammer 
für jede Form angegeben. 

3) Bern. v. Vent. verwendet im Reime (plai) und \^platz\ 3.8g.prae8.; 
sonst finden sich beide Formen bei Aim. de Bei. 4,14(20) 6 [9, 10,18], Aim. 
de Peg. 10,44(25) 16,19,28 [4,6,34,44,45,50,53], Arn. de Mar. 2(11,22)18,21 
[1,3,14,19.20,22] Bern, de Tot-lo-mon 1 :4X,2,3(-)2:2x[-], Bertr. d*Alam. 
12,23(20) 11 :3X [4,8,13,17], Bonif. Calvo 13(14)4,6,7,11,13 : 2X [5,8,10], 
Caden. 3,17(20,21) 12,21 [7,13,18,22,24,25], El. Cair. 10(1,3) l,3,6,b,12:5X 
im Refrain, 13:2X[14], Folq. l:3X(-)2[-], Folq. de Mars. 18(-)20,27:2X 
[9,16,26], Folq. de Rom: Comj. (-) 11,13, Comj. [4,10], Gaue. Estaca 
l(-)l[-], Gaue. Faid. 11,44», 51 :2x (2,3,18,63) 7,18,32,47 :2X, 56,61,62 [12, 
15,63], Guill. Anel.de Toi. l:2X(-)2[-], Guill. de Berg. § 29,7 (-) 14 [§ 29, 
7; 3,0], Guiraudo lo Ros l(-)6[-], Guir. de Born. 2:2X13,18,19,26,29,34, 
39,48,61,63,65,68,73,78,81) 5,6 :2X,y,l2:2x, 15,25,33,36,39,40,46 :2X,47,48,52, 
53,f)7,58,62,64,65,68 : 2x , 70,73,81 [3,20,23,30,31,35,42,51,56,69,71] , Guir. de 
Cal. l (5)5,10 :2X [6,7], Guir. Riq. 5,26,40,43 :3X, 51,59 :2x, 64,82: 2X(1,68) 
9,15,20,23,28: 2X,39,43,47,65,67,72:3X,83,89:2X[4,6,12,36,48,.V2,56,62,81,87], 
Guir. de Sal. 5(-)4[-], Jaufre Rud.de Blaja 2(-)2[-], Lanfr. Cigala 22,25 
(3)9 : 6X, 15 :3X, 17,18 :2X, 20,22,25 [2,8,1 1,23], Paul de Mars. 2(-)2[-l, P. 
d'Alv. 6 :2X (16,23) 10» [17,19,21], P. Card. 9,46,58 (§ 32,3; 10,36,42,50,52) 
52,64 [§32,3; 3,7,26,32,33,34,43,51,62,69], P. Raim.de Toi. 1,20(13) 15 [-], P. 
Vidal 38 (22,23) 3,10,16,30,31,44,45 [32,48], Peirol 8,17,22(2,7,9,10,14,15,26) 
1 :2X, 2 :2X, 18,26,30 [6,7], Pons de la Garda 6:2X(3)4:2x,6:2X,7|-], 
Raimb. d'Aur. 8,17: 2X,19,37(-)3:2X [9], Riiimb. de Vaq. 7,32(16,29)22 [7, 
8,19,26,30,32], Ralm Bist.d'Arle 2(-)4[3], Serv. do Gir. 13: 3X (2,14) 2,13, 
14 [9,10], Sordel 23(31,36) 12,25: 2Xt2t>,29,3l,35 [14.16,36], Uc de Matapl. 
2(-)l[-1, in dem anonym. Ged. 461,104: IX(-) IX [-]• — Nur ylai findet 
sich bei Aug. Nov. 3(-)[3], El. de Barj. 8,ll(12,lo47|, Gui d'Uis. 7:3x 
(17) [16], Guill. Aug. 5(-)[l], Guill. do S. Leid. 6(-)(l,10], Guill. de la 
Tor i:2X (2,7,9) [2,9], Guir. d'Esp. 4,8 : 2X(14J[8], Uc de S. Circ 1,7,21 
(28,40,41) [20,29]. - Nur platz bei Blacatz 6:2X [1,7J(1,6), Daude de 



2. a'» = co: an'), anda, ansa, am, atge, aiha, anha. 



Pradaa8,l8[15]f9b), Guill. Fig. 6[2,5](6). Jsn. d'Entre». 1M(12), Mrcbr. 
1 [16, 18,24.25,26,39,49] (16,20,25,29,31,32,43), MontaQ4 [-](!), P. Rog, 4[2,71 
(6,7,9), Pons de Capd. 4,ll,13,23[8.15,20i(18), Raim. Mir. 16[14,29,34,38] 
(33,41), in dem auonyin. OeU. 461, 142>; IXH(l)' 

4} Bei P. Vidal begegnen wir »uit(-^;uin)22 und maoS, plai (obl.ig) 
23 und -plag (a. p!.)8, 

5) Das Rimarinm dea Donatus proTiDcialiB unterscheidet ai larp nnd 
m aü-eit Letzteres (^lat. anusi lautet im heutigen limouaiDischea 
Dialect o; wir müssen also annehmen, das» n znn&chä die Verdumpfung 
von a EU ä betrirkte. 

1) Qiorhßr Bind auch die Verbaltbrinen an und fan zu rechnen. 
Gleich unserin Dichter brauchen sowohl tallan), rcap. IcUians) ;i1h tallen] 
tesp. uaietu] Aim. de Feg. 8,14,37,46,51(15,16,25,26,27,32,40,42,44,43,50)2, 
12,39,41,47,50 |3,6,7,H,17,2l,22,23,25,26,27.37,40,42,44,451,Aini.deSarl. 1(2) 
"' " "■ ' ^ ■ i.Öat "'•'■" ■ 



15,26] -Il3,15,20r6,12,14,lli], Bern. Marti 3(2) 
4[-], Bertol. Zorgi 5,6,7(2,3,14,16,17)7,10,18,12,8,12], B. Carb. 4(2,8,10,12,31, 
32,36,39,48,60,69,87) -J(3,19,2l,67,80,88)2,4,31,50,66.!i3n,3,4,8,9.10,12,U,15, 



17,18,19,22,25,32,34.35,41,43,53,54,57,63,67,68,70,75,80,81,82,88,891 -?[-]. 
Chden. 1 :3X,3.n,18:2X,21:2x.25(I,7,9,19,20,23)-ü8,16(3,10) 18,19:2X11, 
2,12,14,20,22,25>iL5,6,16], Cavaire l(-)ir-l, Daude de Pradaa 3(-)-il,17(-) 
10,12,13[3,S.,t4,15]-i[-l, El. Cair. 10(l.ll,12,13,14)-«(3)fl,4,5,6,8,101-2ri4], 
folq. de Mars. 9,17(3,7,13,24)-i(20) 5,10,15,22,33 II, 14,16,17]-*27[l3,22,a3]. 
Polq- de Rom. 2 (Cornj.) 6,9, Comj. [2,3,5,12], Gaue. Faid. 7,20.29,34,53, 
e5i2X,57,59(8,22,27,35,41,49,51,63)-i30,39,46(l6) 6,27,31,42,44,61,63t 2xri, 
7,ll,12,I3,17,19,;i0*,32,35,36,5I,56.60] -25,28(57], Oranet 5(1,2)114,5], Guill. 
JX l(-) -i(-l3:2X,l2[7W10[ll], Goill. Adem. I(4)-jl2(ll)[3i-fl[7], Guill. 
-da Berg. § 29,7 (3,21) 15:2X|§29,7i 5,211, Guill. de S. Leid. 6,15(3,7,8) 
-il4(-)6,15[4,-5,8,101-z[l,6,I3], Guir. de Born. 5,6,30,31,39,41,42,47,53,56 
(16,17,29,34,40,46,68,72,74,79) -«15,29,37,49,55,62.71 (20,30,31,32,40,45,47,58, 
69,66,74,76.78)2,3,77 [I3,18,lfl,22,ü8,31,34,39,40,41,42,48,56,61,63,68,78] -«8,12 
13,11,23,24,36,41,60,66,74,76], Guir. Riq. 42,48,51(3,4,11, 1S,22,26,.'}4,49, 
84) -f65(10,15,16,29,31,36,4ü,68,7S,89)3,27,^,34[5,ll,1B,24,36,42,49,55,S7,59, 
«9,71,75,78,80i -«[2,7,10,14,18,26,33,41,44,53,65,66,67,72.74,81], Lanfr. Cigala 
8(4,7,9,12,16,17) Ü.1S:2X,20 [12,14,19,24,25], Mrcbr. 44(2,417,22.24.41) -^25 
(20) 10.24 [111 -z [16,20,23,40,44], Mönch v. Foiw. 3(-).a2(-) [2] -*![-], P. 
Cwd. 2:2X. 84,52.54 (4,10,12,21,42,57,63.67^68) 62 [8 32,3; 10,13,15,16,21, 
27,29,32,34,37,42.43,46,49,S1,55,S9.60,63,67,67,,691, P. Raim.de Toi. 1,7;2X, 
■9,10(15) -e(13)6.8,l6[I,5,17,18|-£ [15], PVidal 33 ;2X (5,25,34.49) -«(22,24) 



19,21,28,29,30], Pcrd. 14(lj -j(-) 7[4,5,l3]-s9H. P"toL 2:2x,4(-)4[3,6,71 
Pons de Capd. 5,17,27(1,4,7,8,23)11,18,19,2511,2.5,6,7,9,20,21,22.24,26,27], 
Pona de la Qarda 1 (6)-z5(-)2:3x [-J-4-1, Bninib. d'Aur. 4,37(9,17,19,33) 
-* I2l,-)1,13,32[U] -12,17,23,31 [-], Baim.Gauc. 2,3(7) -jS.t(-)4 [2,5,9]-i[ll, 
Raim. Joi'd. 8(6,9)6,7,11 1-]. Raim. Mirav. 3,27:2X,41,46(21,3Ö,40,43.46J 
-*37(2,6,i:(,16)24,44[5,ll,16,37,38,39,42] ■«25,36[U,28,29,34], Sordel 23(3, 
8,6,7,10,17,29,34) -i35(-Jia; 2X, 27 1.1.5,11,12,21,23,26,29,31] -«2 [9,13,20»], 



36 

a = prov* ai. 

3. a+6^=a*' (vorr)+attr. j (jr=rj; j=i\ a + compl. Gutl., 
a+compl. Dent. (dr, tr): aire. 

4. a + Dent.= ai-6utl., a+compl. c {et), a+j, a"" (vor 5) 
+attr. j (J='i) a+attr. j (c^*, 6/, pj, gj, hj; j=e, i), au + Mr. 
j {dj'jj='i): ai. 

5. a+Gutt. = a+j, a^ (vor 5)+attr. j {j=t), a+attr. j 
idj, hj, <y, hj\ j=e, i): aja. 

6. a+compl. c {cs=x) = a+c, a+attr. j (hj; j=i): ais. 

a = prov. au. 

7. a + o =^ a^-^o, a-4-zu u aufgelöst. Lab. (6, t?), a+zu 
u aufgelöst. 2, acic: au. 

8. a+zu M aufgelöst. t; = a + zu m aufgelöst. Z, a + zu u 
aufgelöst, compl. 2, 6+ zu u aufgelöst, compl. l: mis, 

9. a + zu M aufgelöst, compl. v = tm^: ausa. 

a = prov. e. 

10. a+attr. t=^° (vor d), €^{ss^ st\ i^^ips?): es. 



404,450,610,661) -x:229,588 (9,24,117,200,353,512,665) 16,31,64,13 1 , 186,247,250, 
299 : 2 X , 371,480,496,534 : 2 X , 570,572 : 2 X , 669 [93,121,123,219,291,301,313, 
326,403,412,453,500,527,591,616,639,642W[32,151,266,337,369,444,628,6521.- 
Nur tal(an) leep. tal{anz) bieten die Keime bei Alegret l (-)[!], Am. Dan. 
4(1 )r2], BereM. de Palaz. 5,8,9 (-) --Sil (12) [6,9] -2rf 7,10], Bern. d'Auriac 2(-) 
[1,4], B. d. B. 12,17,28(4,21,22,26,34,40,42) -2r20(3) [18,41,42] -^[21,29,38] 
B. del Poj. lC-)[2], Castel. 2(-)[l], Gausb. de Poic. 3,15(6,9).£:8,11(13)[1, 
2,7,10,13] --e: [6,14], Gen. lo Jogi. \(-)[\l Gui d'üis. 2,3,14,17,19(12) -2r6(-) 
[3,6,15,18,19] -4-], Guill. de Gäbest. 4:2X(2)[5,6], Guill. Magret 1(-)[1,3], 
GuiU. de 




de Mars.' 3;6[4,7](6), F. Je V'al. 3[-](l), Raimb.'de Vaq. 8,19[.](17,19,22), 
Ralm. Bist. d'Arle 1 [2] (1,2,4,5), üc Brun. 2[5,7] -<er4[-](3}-2t4). - Nach 
Raim. Vidal (Ras. s. S. 86 ed. Stengel) wäre talen die richtigere Form. 



27 

a=prov. iö. 

11. a<^(vorr) + diitr. j {j^ = rj; j=t) = a^^ ^^ (vorr): ier^ 
ef^ und zwar (vor gr) ; ier, iera (vor ry) : ier. 

Lat. e. 
e = prov. A 

12. g»') =^««) ^») ^«: i. 



1) mi für me ist im Reime zu belegen beiAim.de Peg. 7,24,45,49,50, 
Alb. de Sest. 11, Bern, de Bond. 1, B. d. B. 17, Blacatz 5, El. de Bari. 
12, Folq. de Mars. 3,17, Gavauda 4,6, Gui d'üis. 15, Guill. IX. 2, GuiU. 
Auff. 4,5, Guiraudo lo Bos 3, Guir. de Cal. 5, Guir. d^Esp. 2, Jaufre Rud. 
de BLija 3, Joan Esteve 5,8, Mrcbr. 26, Ozil de Cad. 1, Paul, de Mars. 
3, P. Brem. (Ric. Nov.) 20, P. de Buss. 1, P. Vidal 2,50, Perd. 14, Raim. 
Escriva 1, Raim. Jord. 2,4, Raim. Vidal 2, Ralm. Bist, d'Arle 2, Rieh, 
de Tarascon 2, Serv. de Gir. 14, Sordel 10, Türe Malec 1, Uc de Matapl. 
1 (8i). 

2) Die den Endungen -ffdit und -^do entsprechenden proveuzalischen 
Endungen sind nach den Rasos de trobar (Ras. s. S. 84 ed. Stengel) e 
und et. So finden wir bei Bern. v. Vent. cre{=^'idit) in Ged. 3,17. 
36,44. crei{-=-edo) in Ged. 24,22. Doch scheint unser Dichter cre und 
crei mit Vorliebe gerade umgekehrt gebraucht zu haben. Zu den beiden 
bereits von Raimon Vidal aus unäerm Dichter citirten Stellen (Ged. 48,31. 
41,36) führe ich noch folgende an: crei(^=Z'edit) Ged. 7,23. cre(-=^-ido) 
Ged. 32,44. recre 32,20. 36,19. 43,53,59. Bern. v. Vent. steht übrigens im 
Gebrauche dieser Formen, wir wir gleichfalls von Raimon Vidal erfahren, 
Guiraut de Borneill und Peirol zur Seite und auch sonst finden sich 
zahlreiche Belege, cre st. creij so bei Aim. de Bei. 4, Aim. de Peg. 
23,24,47,52, Bern, de Tot-lo-raon2, B. de Paris de Roergue 1, Caden. 3,7, 
9:X(cre und recre), Castel. 2, (cre, rccre:2X)3(recrc), Daude de Pradas 
16, Folq. de Mars. 2 (recrc:2X),8,26, Gaue. Faid. 4,18, 29 (recre), 51 (cre, 
recre), Guill. d' Autpol 1, Guill. de Gäbest. 2, Guill. i'ig. 2, Guill. P. de 
Caz. 7, Guill. P. de Caz. 7, Guill. de S. Leid. 4 (recre), Guill. de la Tor 
2, Guiraudo lo Ros 1,5, Guiraut 1, Guir. de Born. 34,48,71, Guir. Riq. 
im Lehrgedicht »Qui conois et entenc, Guir. de SaL 5, Lanfr. Gigala 4, 
Mrcbr. l, Paul, de Mars. 6, P. Brem. (Ric. Nov.) 7, P. Card. 3;2X,42, 
52, P. Rog. 5,8, P. Vidal 2,20, Peirol 23, Perd. 8 (recre), Pons de Capd. 
10,16,19,20, Raimb. d'Aur. 11, Raimb. de Vaq. 12, Raim. de Gastein. 
3( recre), Ralm. Bist. d'Arle 4, Rofin 1, Uc de S. Giro 34, in dem anonym. 
Ged. 461,79«. — Weit seltener ist crei st. cre, so bei Gaue. Faid. 64 
{recrey), Guill. IX. 4, Mrcbr. 24, P. de Buss. 2:2X. 

merce und — mercei zugleich begegnen wir sonst bei Arn. de 
Mar. 19,21,-11, B. d. B. 21,-31, Guill. d. Ber^. § 27,7;— 2; merci st. 
merce bei Gaue. Faid. 50, Guiraudo lo Ros 3, Guir. d'Esp. 7, Rainaut de 
Tres-Sauz 2, in d. anonym. Ged. 461,148; merces und — mercia zugleich 
zeigen Gaue. Faid: n. sg. 4,6,11,22,43,59, — obl. pl. 57, Gir. d. Ross: 
obL pl. 646,-521. 

3) Für re('im) finden wir rei bei B. d. B. 20, für re«(-ee): rei bei 
3frcbr. 1. 



13. ff^S': ina, is^e": & = oe': e»a=i', i": cno, es 
=s<x): er. 

14. e"^oe": enta=V: em^t": en, ensa, em, egra, enha 
1=00; enda, endre, 

e=prov. e*. 

15. g") = ff-|-d, g+Gutt, e+coKipl- Cj if + ßi i+compl 

16. e+attr.^' (d;, Äj, vjij = e, ») = 3t+c, I + atlr.^ (c{;'; 
;=e, t): eia. 

e = prov. d. 

17. Ö* (vor d)=e" (vor s«, st), o+attr. i, »""(vor ps?): es. 

18. c"*) (vor fl) = ae' (vor l): el = tx): Hla. 

e=prov. {^. 

19. S' (vor *-J = 6" (yoi gr): ier, iers (vor rv): ier=ae': 
ier = a' (vor r) + attr. i: ier, iers. 

e = prov. i. 

20. ?"*) (vor «5) mit voraufgehend. g = ^, f + compl. c 
{cs^x), ¥' (vor SS, sc): is. 

21. e' = V, r: ia. 

1) In der franz. Form mei, tei, sei treffen wir die Pronomina me, te, 
te an bei Aim. de Bei. 7, Aim. de Sari. 3, Bern. Sic. de Marv. 1, B. d. 
B. 31, Grtill. de Cabett. 5, Joan Esteve 11, Jord. de Cof. 1, Mrcbr. 23, 
24,25, P. Bog. 6, Ralm. Biet. d'Arle 2, Eich. I, I (moi), in d. anonym. 
Qed. 461,112; 461,190 [mai soi), im Gir. de Boss. 43,77,87. 

2) aisstUa (AchselnOhle) kann nicht auf das classisch überlieferte 
weiBa surückgehen, da dies geschlossenen e Laut hatte ergeben müssen ; 
es ist vielmehr auf 'axella zurOck^nfUbren. 

3) Das Provenzalische kennt neben (pais) auch jjia«] , doch wird 
letitere von unseriu Dichter nicht gebraucht ; dessgieichen findet sich 
nur paiB bei Arn. de Mar. 11(7,8,!))[6,U, 1:1,20], Folq. de Mare. 12(23)1141, 
Gaue. Faid. 2,9,20m(i3,J0,50,57)[4,G.ll,22,40,43,46,59.631. Üuill. de Cabest. 
7,8(5)151, Guir.de Born. 13,28(3,54,58,76j [3,4,7,16,IÖ,li4,27,31.33,3*,40,50, 
54,58,61,68,76], P, d'Alv. 3i7.1*',ll,13.15jLll,16,ai], Peirol 9,.'J1 (-)I13,16, 
20,2632,34], Serr.de Gir. 6(14)|2,ä,l:!,14], — während nur paei gebraucht 
wird von Aim. de Bei. 3[7](2ü), Gausb. de Poic 1(13), Guill. Adern. 3(71 
(7,10), Goiraudo lo Rob 7[H)(3), P. Card. 70[l,3,5.6,8,lf),12,42,43,46.50,ä7, 
591(§32,3; 10,20,41,43.44,63). - Beide Formen zugleich l<icten die R«iime 
bei B. d'Alam. 15(.) 15[10,[2,2I1 B. d. B. 19(8)45[2Z,3J,3!,411, P. Vidal 



29 

e=prov. au. 

22. e + zu u aufgelöst. compL ? = a + zu w aufgelöst, 
v, a + zu M aufgelöst. ?, a + zu w aufgelöst, compl. l : aw«. 

Lat. i. 
i=prov. <. 

23. r = ^% ^'^ ia. 

24. i'==t+ compl. c {ct):itzj {es): i5 = t* (vorr)+ attr. j 
(jr=:rj; j = 'i): t>e=f=*^: ir, ira, irCy ic^iza^ is =^+ compl. 
g (gr) =oo: ida^ it, ina. 

<=prov. S. 

25. r^ = i**: ewa, ew^, es=e«: ew-s^, es=oe'=: ena=^^: e 
= e*, ^^'r ena, es, e. 

26. i«« = e**: CM, ensa, enha^ egra = ^: elh, elha, 

i = prov. ei. 

27. !:+d = ^+c, T+ compl. c {et), ^-f-attr. j (dj; ;=e), 
^4-Gutt., e+ compl. c {ct\ e-j-d, e": ei. 

28. l + c = i + attr. j (d;; j^'e, '%), e + attr. j (d;, 6j, ty'; 

i(?) = prov. d. 

29. i«« (vor jps?) = a + attr. i, e" (vorss,sOi ^(vord):^^. 



27,33 (.) 8,35 [14,21,27,30,31,39,47], in d. Chans, de la Crois. 21,36 :2X.38, 
85 : 2X,129 : 2X(-)149 : 2X, 171 : 2X, 202,210 : 2X [13,50,57,61.89,136], im Gir. 
de Ross. 27,165,220,292,432,521,537: 2X, 599,608(56,127,128,147,191, 194,203, 
279,282,310,396,437,543,546,581,647,647)318[115,118,232,309,311,323,341,392, 
441,457,484,505,565,631,646]. Stimming |B. d. B.Anmkg. 19,19.] M&Xt paes 
für correcter. 

1) In dem Adv. «ivaus (= lat. vel^s) ist yielleicht Angleichung an 
das Suffix 'dlis anzunehmen. 

2) Für fei-Xdem) finden wir fei auch bei Bern. Sic. de Marv. 1 , Guill. 
IX. 4, Guill. de Gäbest. 5, Guill. P. de Caz. 4 (daneben /c8), Guir. d'Esp. 
14, Jord. de Cof. 1, P. Card. 40 (daneben /c 11,13,42,52,58), Rieh. 1. 1 (/o*). 

vei{'idet) st. ve ist im Reime zu belegen bei Aim. de Sari. 3 (Ras. 
8. S. 84 ed. Stengel), umgekehrt vel}] {-ideo) st. vei bei Guir. d'Es^. 16. 

Das Adj. de in der Itedensart ^^cap de* ist unserm Dichter eigen- 
thümlich. Die übliche Form dafür ist dt, die häufig im Reime zu be- 
legen ist. 



30 

Lat. o. 
o = prov. 6. 

30. ö*^^) = ö^: ö[w], öna, 6s = o": 6r = ü"": 6[n] = m": 

31. 0^""= u"": 6n, önda, orn, 

o = prov. ö. 

32. ö' (vor = 0*' (vor II, Iv): hl. 
o''{\ov r) = au^iör. 

33. 0" (vor rt) =00: ör^. 

o = prov. öi. 

34. d + allr. ^' (dj; j=i) = Ä + attr. ; (v;; i=y, aw + 
atlr. j (dj; j='i): bia. 

o = prov. teoi. 

35. d -\- cornpl. c (cl) = ö"" (vor J^ + attr. j (=e, y, 
0" (vor H) + attr. j (=^ g) : uoiU. 

36. ö' (vor Z) + attr. j (= c , *) = 0« (vor Z^ + attr. 

o = prov. tl. 

37. ö*^) mit voraufgehend, i = ü'^^): wra. 

38. ö*)+compl. flf (^(7^^ = «j*^: uda. 



1) Raimon Vidal erkennt neben dem Nomen melhor auch melhur, 
neben j)e«or auch pciwr an (Ras. s S. 86 ed. Stengel) — sehr selten be- 
gegnen wir im Reime der zweiten Form; ich vermag dieselbe nur durch 
zwei Stellen zu belegen, so finden wir peiurs: obl. pl. bei Raimb. de 
Vaq. 5, n sg. bei Guir. de Born. 79. 

2) Analog der Umwandlung des S zu i in pais^ finden wir hier den 
Uebergang von zu ü in melhura; wie dort die Umbildung des if zu ♦ 
dem voraufgehendem g zuzuschreiben ist, so hat sich hier durch Einfluss 
des vorhergehenden i die Wandlung des zu ü vollzogen. 

3) DerDonatus provincialis unterscheidet *ura larg* und ura eatreiU, 
doch wird diese Scheidung durch die Reime nicht bestAtist, da die 
Worte unter *ura Uirg* mit solchen unter *ura estreiU gebunden werden. 

4) Nach Verwandlung des g zu j in cogitam vereinigte sich dieses 
mit {^=oi) und ergab dann dien ü Laut. 



31 

Lat. u. 

ii = prov. Ä. 

39. il*^) = o + compl. g (gt): uda=^ö' mit voraufgehend. 
i: ura = oo : tUjs^. 

w = prov. u4. 

40 ü + d = ü + c, dem Diphthongen üi, ü 4- nachtonig, 
erhalt, i, ü + g, ü+j,^ ü + attr. / (^cä;; j='i): ui. 

u == prov. ö. 

41. ü^^)=ü''j ü'': o[n] = ö*: o[w], öna, ora, os = ö^: 
6[n], öna, 6s. 

42. 1^=0*: ora, ös=^ö^: 6s. 

43. wt«=o*''*: an, oncia, or, ötw, örs=ö*, aw*, Ö*: or. 

te = prov. 6i. 

44. Ä -f- attr. j (vj ; j = i) = au + attr. j (d; ; j = i), 
er + attr. j (dj; j='i) : oia. 

Diphthonge. 

Lat. de, 
ae = prov. e. 

45. ac*' (vor l) = e" (vor II): el 

ae = prov. ie, 

46. ae* (vor r) = ^^^ (vor r^, e^'' (vor ^r, rt?^, a*' ("vor r) 
-f- attr. i: ier. 



1) Neben a(2u^^ gebraucht unser Dichter auch aidui\ beiden Formen 
begegnen wir auch bei Guir. de Born und zwar erstere in 6ed. 12, 
letztere in d. Ged. 47,62,71,73. 

2) Bern. v. Yent. verwendet im B«ime 8U\ und so und zwar Jede 
Form 2 Mal; gleichfulls beide Formen sind anzutreffen bei Gaue. Faid. 
50,-5, P. Raim. de Toi. 5:2X,— 13. 

3) jaon{:=^jejünum)t jeona(-=ijejiinat), ähnlich den franz. Eigen- 
namen Ij€um(-=zLavd4mum)y Lyon{:=^Lugdünum) ^ daneben findet sich 
dejunaSt so bei P. Card. 27, dejuna im Roman de Flamenca s. Bartsch 
Chr. IV 294,13. 



32 
Lat. au. 

4 

au = proY, au. 

47. au*'=a-\- Lah.ß.v): aw=a 4-compl. v (vs): ausa^ 
a i- zu u aufgelöst ^ a + nachtonig, erhalt, o: au. 

aw = prov. 6. 

48. au* ^) = ö', 0", w", d* : 6r. 

au = prov. &i. 

49. au + attr. i (^(i;; j =:'i) = ü + attr. i (^ty; > = i>, 
ö + attr. ^' Cd; ; j^='i) : oia. 

ate = prov. ai. 

50. aw«) + attr. j {dj\ j=i) = a + Gutt., a + compl. 
c, a+i, a^ rvor 5^ + attr. j (j=.'i),a + attr. i Cd;, hj. pj, 
9Jy hj; j=€, •), o + Dent.:ai. 

Lat oe. 
oe = prov. ^. 

51. S'= ^, r, i", ^': ena. 

52. oe" = e": enta. 

Lat. üi. 
ili = prov. wi. 

53. Ä/' = ü/' , i* + <^i «* + ^» Ä + nachtonig, erhalt, t, 
w + ^» Ä + J, Ä + attr. 7 (cA;; j = 'i): ui. 

Nachtonige Vocale. 

L in letzter Silbe. 

Lat. a. 

a = prov. a. 

54. a =oo: la, «da, ada, o/a, e/a, o/a, /ra, e^ra, attöa, 
f>a, elha, alha^ uaflla^ ella^ ama, ?>mi, ona^ anOy bw, anda^ onda^ 
enda, enta, enha, ensa, ansa^ anha, ara, ora, nra, ojsa, 

1) Mit Erhaltung von au finden wir tesaur bei P. Vidal 38 und in 
dera Ged. über die sieben Freuden Marias von Gui Folqueys § 20,3 
(Chr. IV 291,7.) 

2) Jn jaH=:gaudium). 



33 

Lat. o. 
o = prov. if, 

verschmolz, mit dem vorhergehend. Tonvoe., 

55. ^oO und ^0% s. 7. 

Lat. Bf if Of u. 
e, i, o, ti = prov. o. 
und zwar: 

56. e, «, w = o u. 00 : e, atiSy = oo : es^ at, utZy al^ hl. 

57. c, i, 0, I« =o u. Qo: o[w], ai, aw, ei^ es^ 6s^ m^ =oo: 
aircy ir^ ire^ atz^ itz^ an^ ic^ ?5, elh, enZy ew, /er, 6r. 

58. e, 0, M = oo: anz^ ar^ er, or^. 

59. c, w =oo: agr, or5. 

60. i, =o u. oo: w/. 

61. t, 0, w = oo: aiSj uoilL 

62. i, w = 00 : a^grc, it. 

63. 0, w =00 : iers, am. 

64. ?* t= Qo : 05. 

IL in vorletzter Silbe. 

Lat. e. 

e == prov. i, 
verschmolz, mit dem vorhergehend. Tonvoc. 

65. V^^a), s. 3. 

e = prov. o. 

66. ^e<^ = o: 6ra, 

67. «e«=o: «V, /re, ara, ira, egra, aire, ar =oo: endre, 

e im flia^ = prov. o. 

68. : ia {-tdeam): önda (-ondeat): enta ('Oeniteam): ausa 
(-awsea): iza (-ysseam): au (-audeo): 6n (-o^ideo) = <^. 



1) In e8tau(=-*8tao). 

2) In vau{^=vado)t fau('=i*faco). 

3) In aire{'=:^CLerem), 



34 

Lat. i, 

i == prov. i. 

verschmolz, mit dem vorhergehend. Tonvoc., 

69. •••»), s. 10. 

i == prov. c. 

70. ^i« = o: ÖS. 

71. «/«=o: ausUy mla, elh, elha, äff, ai, pi\ uoill 
uoillay enta. 

i im Hiat = prov. o. 

72. :anda('*andiam) enta(-entiamy'*entiam, -cntiat): ara 
(-aria) : aire (-aMetHj -^atriiim) : is (-llios) : enz(-^emhis) : iers 
('*erius) : ir('*T derii^ -I derium, 'itrium) : ire('*T derii, - F der tum): 
au (-audio) : an (-^andio) : en (-etitio) : yVV (-ervio) : al {-^lium) : au 
(*alium) : ihr (-erium) - - o. 

Lat. u. 
te = prov. o. 

73. ^u^= o: elh, cZ/wi, uoill. 

Stützvocal e 
findet sich In den Reimreihen aire, atge, ire, endre und 
zwar ist derselbe gesichert durch Reimweclisel 

74. aire: in Ged. 4 durch ausa^ in Ged. 12 durch ama, 
in Ged. 30 durch ta, in Ged. 37 durch inta^ in Ged. 44 durch 
ota, wra, — nicht gesichert in Ged. 29. — 

75. atge\ in Ged. 19 durch eWa, in Ged. 25 durch ubilla, 

76. ire: in d. Ged. 4, 12, 30, durch dieselben Reime wie 
aire in den gleichen Gedichten, in d. Ged. 9 u. 25 durch uoillay 
in Ged. 44 durch ura — nicht gesichert in d. Ged. 27,35. — 

77. endre: in Ged. 4 durch ausa, 

Consmianten. 

Lat. d, 

d = prov. d, 

78. 'd* = ''f\7*(nach zu i aufgelöst, u. vom Tonvoc. attr. 
g): uda. 

1) In den Endangen -^vissem, 'avisset, -^avisset 



35 

79. Ul^^H": enrfa = oo: amiei, onda, 

80. *^d« = o: endre. 

d = prov. t. 

81. ''rf s.a. = ^t s.a.: iY. 

d = prov. <, 

verschmolz, mit dem vorhergehend. Tonvoc. 

82. -d s.a., s. 4, 15, 27, 40. 

83. "d' (vor r), s. 3. 

d = prov. o. 

84. "d" = <o, ''c": ia aw, = 6, </, ^ in gl. St.:m. 

85. "'f/* (vor r) = o, b in gl. St.: /r, ira, ire = t; in gl. St. 
:ira = c in gl. St. :eV, ire = zu i aufgelöst, und mit dem Ton- 
voc. verschmolz, g in gl. St. :i>=^ in gl. St. :/r, ire\ (vor s) 
= c: es, es=p in gl. St. :e5, =m in gl. St. :e5. 

86. *=d s.a. =o, *^ s.a.: aw, eu, dw, ='^*: an, ön. 

87. 'd*==^d s.a., o, "m", "71 s.a.: ^. 

Lat. dj C/=ö, «). 

rfj = prov. i, 

verschmolz, mit dem vorhergehend. Tonvoc. 

88. ^dj, s. 4, 5, 16, 27, 28, 34. 

dj = prov. f (jf (palat. Laut). 

89. 'dj = Hj : a^flfe. 

Lat. rl+«. 
rf + « = prov. »(«). 

90. *d (nach n) + «'= ^ ^ — in gl. St., 's' (nach wn, 
nn): an^er. 

Lat. t 
f = prov. f. 

91. H" - 00: ew^a. 

92. "t s.a. = ^(Z s.a. :it = <x>: at 

93. «^ s.a. (nach r) = oo: or^ 



36 

t = prov. d, 

94. */^ = «/^ (nach zu i aufgelöst, und vom Tonvoc. attr. 

95. H''='d^:enda. 



1) via für vida{=-vitam) ist im Reime zu belegen bei: 
E ja al jorn de ma via: sia 
No serai d'autra jauzire. Aug. Nov. 2. 
'- £ se mais non ben ai amor servia 
Eu8 servirai tot lo jorn de ma via:partria(l 8g. cond.). Guill.de Gäbest.?. 

— Canc a nuill jorn de ma via : manentia (subst. obl.) 
No voill far autre labor. Lamb 1. 

— Offcnsio no U8 fis jorn de ma via: sia 

Ni cn ferai, comque m*en dega prendre. Lamb. de Bon. 9. 

— Domna merces quar maves onrat tan 

Vostre sui e serai a ma via:]^iria (3. sg. cond.). Lanfr. Cigala. 4. 

— Ni ai cor que m'en desapil 

Si m dures mil ans ma via: sia. id. 5. 

— En Bonifaz es clamatz falsamen 

Car anc bon faig non sap far a sa via: sia. id. 6. 
via und vida zugleicn begegnen wir bei P. Card. 11 

Donan me mis en sa merce 

Me, nion cor e ma via: sia — . 

Sei jorn Inr salva la vidaimarrida (adj. obl.), 
in den anonym. Ged. 461, 92. 

Donna pos vos ay chausida 

Faz me bei semblan 

Quieu suy a tota ma vida 

A vostre coman, 

A vostre coman seray 

A totz los jors de ma via 

E ja de vos non ])artray 

Per degun antra que sia. 
ohlia für oblida finden wir bei: 

B. Carb. 16:«/o, P. d'Alv. 22: Maria, P. Card. II .sia. 
das ))art. praet. auf -ta st. -ida bei: 

Beatritz de Dia 2. trahiaisiat Guill. de Gäbest, s. oben »via för 
vida*, Rieh, de Berb. 9. sei'via: «eignona (subst. n.). 

Im Provenzalischen findet sich au(:h:[guida] und (guia); Bern. v. Vcnt. 
kennt nur die erstere, ebenso Arn Dan. 12 [2,16] (16), Arn. de Mar. 22[-] 
(5.7,17,20,21), Cercam. 2[-](l), Daude de Pradas 4[-](l,4), Guill.Raim.de 
«ir. 3:2xl-](3), Guir. de Born. 217G1(2,18,28,:U,35,61,64.66.70), P. Vidal 
6,441421(7,13,43,46), Raimb. d*Aur. 35[.](11), Rjiimb. de Vaq. 7[9](9,11, 
12,26,:32), während nur guia auzutretien ist bei Lanfr. Cigala 5.23 (2,4,6, 10. 16, 
17)j2]. - Beide Formen zugleich gebrauchen Bertol. Zorgi 3,6[-|5(7,9,17;, 
Mrcbr. 26: 2X, 36142]32( 10,24,25.27.30.42.44), P.Card. 27[10|38,45,70 (§32, 
3; 1,4,6,8,10,11, 12jy,25,26,27,31,41,16,o2,ii6,67j, Uc de S. Circ 181-140(4,7, 
9,17,20,21,26,30,40). - 



37 

f = prov. i. 
verschmolz, mit dem vorhergehend. Tonvoc. 

96. 't' (vor r), s. 3. 

97. ^^, s. 4. 

t = prov. o. 

98. ^t^ ') = o, 6, Gutt., d in gl. St. : m. 

99. H'^ (vor r) =o, 6, c, d in gl. St.: i> i>c = zu i auf- 
gelöst, und mit dem Tonvocal verschmolz, g in gl. St. : ^>. 

100. H s.a. = ^': ow, aw, es=o: a</, ai, ei, aw, ^w, e5 = 
m': es^^^'d s.a.: aw, en, ow. 

101. H* = ''t* (nach 5): es = o: ada, aja, alha, ama, ana, 
anhay ansüj ausa^ eia, eViGj enha^ ia, ida, ina^ oia, öna^ önda^ 
udüf ura; aire, aZ, ar^ atz^ au, elh^ iCy ir, ircj 6s; ai, an, e, ei, 
eSj iSj o[n], bl; aiSj en^ enz^ ier^ an, 6r, ui, uoilj titz = m* : ada^ 
ajttj cUhaj ama, a^ia^ anda^ anha^ ansa, ausa, egra, eia, elha, 
ella, ena, enda^ enha, ensa, enta^ ia, ida, ina^ ira, üa, 
oia, onuj onda, uda^ ubilla, ura; aire, al, ar, atz, au, elh, ic, 
ir, ire, ös; ai, an, e, ei, es, is, 6[n], öl; en, ier, it, itz, 6n, ör, 
uoill = Qo : ora. 

Lat. tj(j = l). 
y = prov. tz. 

102. Hj s.a. = ''^ + 5', g, cj, chj {j='i) in gl. St.: atz. 

y = prov. »(s), 

103. Hj (nach n) s.a. = H (nach n, nc)+Ä% 'f (nach n) 
^.a., ^s^ (nach m, n, gn, nn), *s (nach nc) s.a.: enz. 

y = prov. tg (palat. Laut). 

104. Hj = ''dj'.atge. 



1) Von den Doppelformen (cria) und [crida] kennt unser Dichter 




40). — cria und crida zugleich finden wir im Heime bei Cercam. l(-) 
21-],Perd. 15(1)13[-], Raimb. de Vaq. 32(11,12,19,26)9[7J. 



38 

y=prov. s. 
t05, *(/ (nach n)=c; (j=^e^ i) in gl. St.: aiwa, ensa. 

Lat. iiJ(j^l)-Y8. 
tj+s = prov. z. 

106. •^;Tnach w)+s* = d, Hn gl. St., «s' (nach wn, nw); an^. 

Lat. t-\-8. 
t-{-8 = prov. f». 

107. H-\-s^=^H (nach zu i aufgelöst, und mit demTonvoc. 
verschmolz. c)4-5': itz = ''g s. a.: t^^, utz, 

Labiale. 

Lat. &. 

& = prov. li, 

verschmolz, mit dem vorhergehend. Tonvoc, 

108. ^6 s.a., s. 7. 

& = prov. o. 

109. *6^ = o, Dent, Gutt. in gl. St.: ia. 

110. ^6'' = o: t>, ira, ire, an^), egra=^ Dent in gl. St.: 
ir, ire = ''d'':iray V: ir, ire, an = zu i aufgelöst, und mit dem 
Tonvoc. verschmolz, g in gl. St.: t> = ''«;•: ira. 

Lat. bj(j = 6, l). 

&^* = prov. <, 

verschmolz, mit dem vorhergehend. Tonvoc. 

111. ^6;, s. 4, 5, 16. 

Lat. p. 
jp = prov. o. 

112. "p"" (vor s)=o, s, d in gl. St.:e5. 



1) In d€gra{=zcUbueram) nehme ich Consonantirung des nachtonigen 
tt zu t; an; aus debveram entstand durch weitere Assimilation von b 
»dewram* und weiter degra. 



39 

Lat. iyYi=i;, 

pj = prov. i, 

verschmolz, mit dem vorhergehend. Tonvoc., 

113. "pj, s. 4. 

Lat. V. 

V = prov. u^ 

verschmolz, mit dem vorhergehend. Tonvoc, 

114. "v s.a., s. 7. 

115. "v^ s. 9. 

v = prov. g. 

116. 't;''') = V, Y: ^9^^t s. Anmkg. zu HO. 

i? = prov. o. 

117. ^r^=o: es, 

118. ^t;'= = o, d, 6 in gl. St.: ira. 

119. 't? s.a. = o : ic, a?, öZ, «er^). 

Lat. vj(j=l) 

iy=prov. i. 

verschmolz, mit dem vorhergehend. Tonvoc, 

120. "vu s. 16, 34. 

Guturale. 

Lat. (jf. 
flr = prov. g. 

121. ''flf s.a. = V s.a., germ: A^, jd in gl. St.:«^. 

122. ^3) (vor r)=t; in gl. St.:eöfra. 

fir = prov. c. 

123. ''flf s.a. = c in gl. St., ''c*' (vor v) s.a., germ. cA in 
gl. St., germ. "h*" (vor v) s.a.:ic. 



1) Das Condit. auf egra habe ich bei andern Dichtern im Reime 
nicht constatiren können. Der Uebergang von bv zu g erinnert an die 
Verwandlung von germ. to in rom. g. 

2) In 8ier{-=8erv{i)oy 

3) negra (nigratn). 



40 

g = prov. -*, 
verschmolz, mit dem vorhergehend. Tonvoe., 

124. ^</, s. 4, 5, 15, 40. 

125. y, s. 3, 24, 38. 

(jf==prov. o. 

126. ^^''rrro, Deiit, 6, c in gl. St.: ia, 

127. "g'^ (vor r) = Oü'er, iersl 

Lat. fly* 

ft/ = prov. i, 

verschmolz, mit dem vorhergehend. Tonvoe., 

128. "'gj s.a., s. 4. 

Lat. gl, Ug s. {; gn, ng s n. 

Lat. c(=k) 
c = prov. c. 

129. ''c s.a. = V (vor i;) s.a., g, germ. cA in gl. St., 
germ. "h' (vor v) s.a. : ic. 

c= prov. g. 

130. "c^'s.a. = ^i^r s.a., germ:A^, ;Vi in gl. St. :a<7. 

c = prov. i, 
verschmolz, mit dem vorhergehend. Tonvoe, 

131. "€% s. 5, 16. 

132. ^c% s.^ 24, 3, 6. 

133. ''c' s.a., s. 4, 27. 

134. V s.a.,s.2) 4, 15,40. 

135. "C , s. 4. 



1) In ditz{'*ict08)t in dis{'ixit; x=c8). 

2) Die Formen trait retrai entsprechend lat. '*aco (für -oÄo) werden 
YonRaim. Vidal als fehlerhaft bezeichnet (Ras., s. S.82, 83 ed. Stengel). 
Er citirt hierfür 2 Beispiele aus unserm Dichter, nämlich Ged. 7AV3 
nnd 43,34, denen ich als weitere hinzufüge: trai 25AVII2, refrat7,35. 
37,44. Die correcten Formen sind nach ihm vielmehr traCf retrac, während 
die erst genannten der lat. Endung -*acit (für -ahiQ angehören. In 
gleicher Weise finden wir trai für trcic bei Aim. de reg. 25., El. Föns. 



41 

c = prov. o. 

136. ''c'' = o: ia, auy atge=^^A*:ia, au=^ t^ i, ^r in gl. 
St. : ia, 

137. ^c^ = o: an, ar, ir, ire,^) /5 = Dent, b in gl. St. : an, 
Vr, Ire, is = lj n in gl. St. : is = zu i aufgelöst, und mit dem 
Tonvoc. verschmolz. g:ir. 

138. ^c"==o : wi = w, n in gl. St. : (>[m] = ''^» :w/ =^n 
s.a. : ö[n], 

139. ^c (nach s) s.a. =o:is. 

Lat. cj(j = S) 

cj = prov. i , 

verschmolz, mit dem vorhergehend. Tonvoc, 

140. Vj\ s. 5. 

Lat. c?, s. ?. 

Lat. p. 
p = prov. i?;('«). 

141. '^f (nach w) s.a. = ^t (nach m, nc) + 5% (; (}' = ^ in 
gl. St., s* (nach «n, flrn, w, n):en-s'. 

p = prov. tz. 

142. ^i'«) s.a. = ^^ + 5':a^-s, 17^, ntz = tj, chj d(J = '0 in 
gl. Si.iatz. 



1, Gaue. Faid. 2 estrrtt 44a, Guill. de S. Leid. 6, Guiraudo lo Ros 1, Guir 
de Born. 68, Guir. d'Esp. 14, Lamb. de Bon. 1, Peirol 22, Raimb. d'Aur- 
37, Raim. Jord. 7 : 2x, Rieh, de Berb. 8, Rost, de Merg. 1. Sordel 23, im 
Gir. de Ross. 4; efitrai bei Daude de Pradas 9, El. de Barj. 11, retrai 
bei F. Vidal 38. 

1) Nach Raim. Vidal (Ras, s.S. 87 ed.Stengel) ist amics die richtige 
Form, während amis' als französische Form von ihm getadelt wird. 
Trotzdem wird amifi resp. enemis häufig im Reime verwandt, so von 
Arn. Dan. 16, Bonif. Calvo 17, Gaucelm 5, Gaue. Faid. 50, Guill. de 
Gäbest. 7, liamb. de Bon. 6, Mönch v. Mout. 12, Palais 2, P. d'Alv. 10a, 
P. Milo 1, Pons de Ia Garda 4,5, Raim. Jord. 4, im Gir. de Ross. 165, 
292,396,432,537,5 43,581, «347, in d. Chans, d. 1. Crois. 36,85,129. — Bisweilen 
verwenden die Dichter amia resp. enemis und amics resp. enemics im 
Reime, so Guir. de Born. 3,13,-72, P. d'Alv. 10a,— 15, P. Vidal 27,-38, 
Raimb. de Vaq. 11,-24. 

2) Wandlung von intervocalem lat. c zu prov. s zeigt sich in: adus 
{'ücit)=^plus bei B. d. B. 6, hos {-ocet) •=. dos bei Raimb. de Vaq. 32, 
plas('acet)z::^anaras bei Gar. d* Apch. 2. 

3* 



42 

p--=prov. 8. 

143. "^ s.a. = s, SS in gl. St., «s s.a. (nach zu / aufgelöst, 
und mit dem Tonvoc. verschmolz, c), s' (nach l, n):is. 

ß/ = prov. z(8). 

144. ''gf = s^ SS in gl. St.: ?>a. 

ß/ = prov. Ä. 

145. 'cj" (nach n) = tj in gl. St. : ansa, ensa. 

fj = prov. tz. 

146. ''c; s.a. ='^4-5'; tfi chj, g in gl. St. :a/^. 

Lat. chj(j=l) + s 
c7iJ + ^ = prov. fÄJ. 

147. "chj 4- 5* = ^^ + 6- ; /;, f , gj in gl. St. : atz. 

Lat. J 

jf = prov. *(;/;, 

verschmolz, mit dem vorhergehend. Tonvoc, 

148. Vi s. 4, 5. 

149. *^Y== nach r, s. 3, 24, nach 5 s. 4, 5. 

Germ, j'd 
jrf = prov. flr. 

150. V^ s.a. =flr in gl. St., ^c* (vor t), germ. A^ in gl. 
St. : ag, 

Germ. Ä 
h = prov. c. 

151. "Ä* (vor v) =^c s.a., c in gl. St., germ. "ch s.a., 
''^ s.a.: tc. 

Germ. 7it 
ht = prov. g. 

152. ^Ä< s.a.=5f in gl. St., 'C (vor Oi germ. jd in gl.St.-.ajr. 

Germ, hj (j = l) 

hj = prov. i , 

verschmolz, mit dem vorhergehend. Tonvoc., 

153. "hj, s. 4, 5, 6. 



43 

Germ. chj(j = i) 
ehj= prov i, 

verschmolz, mit dem vorhergehend. Tonvoc, 

154. VA;', s. 40. 

lAquide. 

Lat. l 
l = prov. ?. 

155. n s.a. = ^^:a?, hl = 11 in gl. St.:eZ bl. 

j; = prov. w, 
verschmolz, mit dem vorhergehend. Tonvoc, 

156. H s.a., s. 7, 8. 

157. -^ s. 8. 

Z. = prov. o. 

158. H' (vor s) = o, c, w in gl. St.:i5. 

Lat. II 
W = prov. W. 

159. ^J^=oo: eZZa. 

W = prov Z. 

160. Hl s.a. =^Z' s.a.; ? in gl. St.: bl. 

Lat. lj(j^'6, l), gl, cl, UJ(J = i), Ug. 
IJi gh cl, llj, Mflr = prov. 1J. 

161. Hj=^ "llj : alha , 2*027Za , mill = K^ : uoilla, uoiU = 5^? : 
eZAa, elh = cZ: eZAa, e?A, iwilL 

Lat. an. 
TO = prov. an. 

162. ''m^ = ''mw'' : ama. 

an = prov. n. 

163. ''w* (vor 5) = w, wn, gn in gl. St., ""nc® (vor s, ^+^) • ^w*^* 

m = prov. o. 

164. m* = o : aäa, aja, dlha, ama, ana, anAa, ansa, ara^ 
ausa, eia, elha, enha, ia^ ida, ina, öia, ana^ onda, oea, uda^ 
ura; aire, al, an, ar, at^ atz, e, ei, en, es, es, ir, ire, is, ö[n]. 



44 

6n, or, ör, ort, 6s; ag^ ai, atge, elh, er, ?c, ier, orw, uoill = t* : aday 
aja, dlha^ ama, ana, andäy anha, ansa, ausa, egra, eia^ elha, 
ella^ ena, enda^ enhüj msa, enta, ia, ida, ina, ira^ iza, bia, ona, 
onda, uda, uailla, ura; aire, dl, an, ar, at, atz, e, ei, en, es, 
es^ ir, ire, is, ö(n), an, ör,br, ös\ ai, elh, ic, ihr, it, dl, uoill =^oo : eL 

Lat. mm 
iwiw=prov. 7n. 

1 65. "mm" =" m" : ama. 

Lat. mn 
mn = pTov. n. 

166. ^mn'' = nn^ n in gl. St.:«»-^. 

Lat. n 
ii, = prov. n. 

167. "'n"="nn":anay ena = <x>: ina, ona. 

1 68. "n^ = "nn^ : anz , enz = "mn^ : anz = "gn^ : enz = oo : 
anda, enda, onda, enta, ansa, efisa, cnire. 

169. ''n*' s.a. = 'n'' s.a., "nn s.a., "mn s.a. : au = oo : on. 

1 70. ^n s.a. = oo : örn. 

n = prov. o. ») 

171. ^n' = o : e5, is, 6s = ''d* : es = c,l in gl. St. : ?s ~ oc : as. 

172. ^w s.a. =^n':ö[w] =o: e, (>[n] = d in gl. St., 'd*: 
e = *m':(5[n]. 

Lat. nn 
nn = prov. n. 

173. 'nn'='n^: ana, ena. 

174. ^nn*= *n': an-^, enz = "gn% "nc^ (vor 5, ^+s): enir= 

175. ''nn s.a. =^mn s.a., ^w* s.a.: an, e», = *n' s. a.:an. 



1) Schwund von n nach r lässt sich nachweisen in jor{-umum) bei 
Folq. de Mars. 6, 20 =:dolor, amor(-örem), Gaue. Faid. 50 =^error{'ör€m), 
Raim. de Mir. 45 r=hlancor{* örem), in jorM-urnos bei Peirol 8 z=:amort 
(-örem+«), in retor{'Orno) bei Gaue. Faid. 50 ^=iamor{'örem).^ 



45 

Lat. nj(j = e, l), ndj(j=l), ng, gn. 
nJ, ndj, ng, gn = prov. nj. 

1 76. ^n/= "^idj'': enha =''ng'': anha, enha= ''gm enha. 

Lat. ng. 
ng = proY. n. 

177. "gn' {vor s) = n, nn,m: ingI.St./wc«(vor5, t-\-s)\ene, 

Lat. nc. 
nc = prov. n. 

178. "ne (vor s in cs=a?; t+s)=''n\ "nn', "m^ "gn^^xenz. 

Lat. r. 
r = prov. r. 

179. >^= V: «Ve, ira, ara= V*: ire = co: ora, ura. 

180. V* = '^r'': a«>c = V: ?ers = V; aire = oo: ör^, 
orw,^) ors, 

181. ^r'' = Qo: e^rra, endre. 

182. "r s.a. = V* s.a.: or, ihr ^ ^r s.a.: ir, ier^ ar = 
y« : or = ''rr s.a.: or = oo : er. 



▼«•a 



Lat. rr. 
rr = prov. r. 

183. ''rr s.a. = "r'' s.a., ''r s.a.: or. 

Lat. «. 
Ä = prov. 8. 

184. ^s" = ^s^ : ausa. 



1) Nach Diez (Gr. Iiy 400 Anmkg.) trat in der Endung örs zuweilen 
Yerstumraun^ des r ein; folgende Bindungen mögen dies zeigen, bei 
Blacatz 1: aillo8{'Orsum)'=zme8ftio8, Mrcbr. 7: dompneiado(r)8[^öres)z=: 
con8iro8, P. Guill. de Tol.2: ricors{-*örem-^8) z= me88ios, in den anonymen 
Gedichten 461,114 ra/ido(r)s (-*öre«) = amdo» , 461,193 honors {-öres) ■= 
compagnoSy 461,215 Jlors{'Orem-\-8)z=:bo8. — Sogar rr konnte vor « aua- 
falien; wir finden bei Bern, de Rov. 3 folgende Verse: 

S'ar no vezem tendas e pabalhos 
£ murs fondre, e cazer autas to(r)8(-urres). 

4 



46 

185. ^5* s.a. =^5 s.a.: 6s, is = ^s'': es= «s« (nach d): 
is, eSj (nach c, l): is, (nach n): es, iSj = 'ss s.a.: ^6*, i5, es = 

186. "'s s.a. = V, ""SS s.a.: os. 

187. *s s.a. = *5*: ais, atis, örs. 

188. *«" =00 : 05, iers. 

^ = prov. z, 

189. ^s^ = Yj^O* = i), ^55^ : ?>a = oo : oza. 

190. *s" (nach m, w, ^rn, ww, nn) = ^s (nachnc) s.a.: ena 
= '^ (nach w)+5*: awvsr, enr = '^ (nach nc) -f- s*: enz=^tj 
(nach n) s.a. : an^sr, enz = ^g (nach w) s.a. : enz. 

8 = prov. o. 

191. ^5« (vor j= i) =o\ ata. 

192. "s' (vor ; = s.a. = «•*), o : ai. 



1) In haia (=ba8%at), bat (=ba8iOj basiet). — Bei gleichzeitigem 
Gebrauche von Reimen auf ai und ais finden wir nur 6a/: und zwar als 
snbst. (obl. 8g.) bei Guir d'Esp. 4, P. Raim. de Toi. 1, nur bais und zwar: 
1) als subst. (obl. sg.) bei Caden. 4, Folq. de Rom. 8, Gaue. Faid. 7,54, 
Guill. Adem. 8; 2) als praes: (1. sg. ind.) im Gir. de Ross. '»71, (1. sg. 
conj.) bei GuilL Adem. 2, (8 sg. conj.) bei Aim. de P«'j^. 3, Bern. Marti 
1, Guir. de Born. 43. — Beiden Formen begegnen wir bei Haini. de Mir. 
und zwar bais (1. sg. ind. praes.) 42, baia (3. sg. ind. praes) 19. 

2) Das Adverb magis nnden wir im Provenzalischen in den Formen 
(mai) und [iwaw]. Bern. v. Vent. verwendet im Reime nur die erstere, 
desgleichen Aim. de Bei. 14,20(4)[6], El. Cair. 3,10(1 )[10], da«;egen wird 




Marti 4(-)l[-l, Daude de Pradas 9b(-)l[-], Gaue. Faid. 3,11,18(2,44»,51, 
63) 7,27 :2X, 29,30» [49,54], Gui d' Uis. 7:3X.17(-)11 [-]. Guill. Adem. 4,5 
(.)2,8:3X,10:2X[7], Guir. de Born. 2,26,84: 2 X(3, 18, 19.29,39,4 8,6 1,63,65,68, 
78,78,81)1,4.8 :2X,29,30,33,36,43,46,57,63,73,78120,371, Guir. de Esp. 14:2X 



(4,8)11 :2XM, P. d'Alv. 6,16,23(-)3,l2:2x,17[lÜ,l6,201, P. Raim. de Toi. 

' ' 6], t>. Rog. 6,7(9)2[11, P. - - - - - - ~ 

29(7,16,32)12,32[-], Raim. de Mir. 33(41 )9,12,15,28,42>6;47[.], Serv.de Gir. 



1,20(13)116], P. Rog. 6,7(9)2[11, P. Vidal 23(22,38)34[85] , Raimb. de Vaq. 



13(2,14)14[.], üc de S. Circ 21,28(1,7,40,41)19,26», 35[.], in d. Chans, de 
la Croifl. 63:2x,71(-)22[-], 



193. 's ') (nach r) s.a. ^ o : ör. 

Lat. S8. 
SS = prov. «. 

194. *s« s.a. = 's' s.a.: es, is, es= 's s.a.: «s, is, ös^'S': 
is, 6s=' s.a.: es='s'(nach rf): es, es, (nach c, i).- is, (nach »): 
is, (S = 'f s.a.: h: 

38= prov. X. 

195. 'SS' ='c/* {y=i)i 's': wa. 

Lat. *+«. 
« + s i= prov. «. 

196. 's-f-s' ='sss.a.: e's,is,ös = 's's.a.: C5,(S='5 s.a.: fe, 
IS, ös = 's*: es, ÖS = 's (nach c) s.a.: is = 's' (nach d).- es, 
(nach c, 0: 's, (nach n): es, /s, ös='c s.a.: is. 

197. '^s+s"^'s' (nach r): ors. 



Il Von den Doupelformea (atfior) und [alh«rs] (^lat. aJiomni) ist 
bei B. V. Tent. nur alhnr zu belegen, ebanao bei Alb. de »est. 13(2,7,8. 
9,I6U1II B Cttrb. 7{l,2,12,20,31,47,51,64,ä9,Ö4,68,70,7(i,81,9:iU21,-2«.<0,84, 
"""21. Caden. I " .,.,.--.•.. , - 



1H,22)(13,I5,24], Diilf. d' Alv. 8(-)r6,7], Quill, de E 

_ ,„ .,., .,..,__. J9.171, Quill, de S. Leid. 13:2X(I,J)[I0,12]. Guir. ae 

Cnl, 1.7,9i5,;0iril], Guir. de Sul. i\,Am, Mönch v. Moot. Ull,13)l4[-I, 

" "ard. I9ig32,3i 4,7,l3,17.19,2.VJl,TO,42.43,52,55)r2,10,2tJ,38,42.t4,46,S9. 

91, Pvrd. Si2,3,5)[1.10|, Pons de la, Gorda 1(-H'1. Haitn Jord. 5(1,8 

"' 1,218] ' -' " ' 



P. Card. I9ig32,3i 4,7,l3,17.19,2.VJl,TO,42.43,52,55)r2,10,2tJ,38,42.t4,46,S< 
65,69], Pvrd. 8(2^,5) [1.10), Pons de la, Gorda 1(-H'1. Kaitn Jord. 5(l,i 
[6], nur alhnrs dagegen flnden wir bei ßlacdss. 1,2181(:1), Bonif. Calvt 



de la Tor 4[21(2,4,ö), Paul, de Mara. h[i\\%M. 
11,21), P. Rog. IN(2), Peirol 8,12,1 0|6,1 8,28p 
sich bei Aioi. de Bei. 9,15,21(1, Iü.l3,l8,::0)7r-|, 



8,15[1.^,24J(13), El. de Bari. 9 [-1 (4,6), Gaue. Faid. 5:2X,1.%18.27,30,59,81 
[.1(13.29,31.41,42,49,50,51,57,58,62,63), Guill. de Gäbest. 4,8[5|( 1,2.3), Guill. 

^- '- "■- ■'■-"■■'■• - ■■-'■3,4,6,8). P. d'Alv. 1119J(1.5,10, 

!S|(3Ü) - beide Formen finden 
:,:;0)7f-|, Aim.de Peg. 4,7,12,38,17 
(1A6,11, 15.18,19,29,32,33,40,48,49,501 i6,27,39.45,53[l7,30,521, Am. Dan. 
6,I6(-)2,4,12{18J, Am. de Ma,r. 6,26|2,18)ie,24f9,17,19,21,23J. Daude de 
Pradaa 12(5,9«,I.->,I8.>6J-1, Folq. de Mars. 8,24(5,6,7,20,21)2,14:2X[-!, Gui 
d'UiB.13(2,8,17lt)nil,Guill.deMontaig.9(33,4,7H3|11, Guir, de Born, 8,52(3, 
18,19,22,37,43,51,6I,67,a8,72)l,20,40,68,81|5,9,25,-J9 ,32,49,60,62, 7:fJ, Guir. Riq. 
2l,47,82(4,7,l3,17.20,L'9,:)l,45,49,53,6.'(,68,70,30,e6)7416.13,26,y9,65,87,70,87j, 
Janfre Rud. de Blaja 1(-)4M, P. Vidal 12,21,46(5.13,16,25,2<).31,35,;i7.46, 
47)6,I1,20[9I, Raimb. de Vaq. 13(9,21,',i3)29117,24,32], Raim. Mir. 7,15,24 
( 16,45)2,31 [5,25,37 j. 



48 

Fleoeion. 

I. Nominalflexion. 

198. Das secundäre s des nom, sg. könnte als fehlend 
betrachtet werden in flor 44,11. 

"»(^ue Vivenis me sembla flor=cor(currit), da unser Dichter 
eine deutliche Nominativform verwandt hat in 15,46. 

^Caquel jornz nie sembla tiadaus^ = esper itaus (obl. pl.) 
Nichts dagegen beweist Bertran de Born 40,5, wo nach Stimming 
Textverderbniss vorliegt. 

199. Nicht nur unserm Dichter, sondern der provenzalischen 
Sprache überhaupt ist die Vernachlässigung von s eigenthömlich 
in den Redensarten »m'es parven, m'es senMun,* Ich untei- 
lasse Belege hierfür anzugeben und citire nur einige Gegenfalle. 
Wir finden m'es parvefis bei Guir. Riq. 66, in dem Bittgesuche 
an Älfons X (M. W. 4, 178), m'es semhluns bei Guir. Riq. 66, 
in dem Bittgesuche an Älfons X (M. W. 4, 169), P. de Buss. 
1, P. Guill. de Toi. 1; bei Guir. de Born. lässt sich sowohl 
m^es semblan als m'es semblans nachweisen und zwar in d. 
Ged. 6, - 74. 

200. Für desir (n. pl.), cofissir^ desir, (Ob), sg.) sollten wir 
wegen der schweren Consonantengruppe rfr, tr *>desh'e u. 
conssire^ erwarten, (vgl. hierzu dieselben Worte in der Reim- 
reihe ire). 

201. In Verbindung mit esser zeigt das Adj. in neutraler 
Geltung kein flexivisches s, vgl. aco5/?<ma^ 32,36. a?'/;teM 10,34. 
desmnen%''19, gfen 15,35. plazen3ß2. escarit^l.lo. tcräl,24. 

202. Neben dem Adv. voluntier begegnen wir bei Bern. 
V. Vent. auch volutUiers; ebenfalls beide Formen gebrauchen 
im Reime Bertol. Zorgi 17, — 5, Daude de Pradas 5,-3, Peirol 
27, — 21 ; doch finden wir bei unserm Dichter nur auf -cm aus- 
gehende Adverbia, während solche auf -en und -etisietis) sonst 
häufig anzutreffen sind, so finden wir bei Arn. de Mar. finamen 
4, — zl25 Bonif.Calvofrreifme« 16,— z9, Daude de Pradas Jc/c/Zme« 
15,— z 2, Folq. de Mars, eissamen 1,— z23, finamen o, — z 23, Gaue. 
Fddd. doussatmnl% — z57, humilmeno&^—z57j leialmenSi, — z57, 



49 

Guill. de Berg. e/s5awew § 29,7 ; — z9, Guill. de Monlaig. maZam<?n 
12, — z 13, Guir. de Born. humünten56j—^z 60, Guir. Rlq. breunien 
16, — zl4, coraimenM, decaralmenzGl^ SordelcoraZ»»enl2,— z 2, 
m^amen 29, — z 13. 

II. Verbalflexion. 

Für die erste und dritte Person sing, praes. lassen sich 
durch die Reime einige Doppelformen constatiren. 

203. Für die 1. pers. sing. ind. praes., welche im Pro- 
venzalischen kein flexi visclies e zeigt, finden wir in der Reim- 
reihe ire folgende Formen mit e: aire^7,^2. 35,31. mire^h^hl. 
renureTI,3^. 35,19. vgL hierzu als Gegenfall in der Reimreihe 
ir T^sospir<f^ 9,37; dagegen sollten wir nach den Regeln der 
Lautlehre in cossir und desir wegen der schweren Consonanten- 
gruppe dr ein e erwarten, vgl. zu cossir 13,22. 38,25 und 
desir 38,15 als Gegenfalle dieselben Worte in der Reimreihe ire. 

204. Die 3. pers. sing. ind. praes. der a Conjug. , welche 
den Lautgesetzen gemäss auf a endigen muss, lässt sich nach- 
weisen mit auslautendem e in vire 30,1. 

>Lo teiupe vai e ven e vire«. 

205. Besondere Formen sind: estau 1 pers. sing. ind. praes. 
13,39. estai 3 pers. sing, praes. 36,15. 

206. Statt virCj 1. u. 3. pers. sing. conj. praes. finden 
wir: vir 13,\0 und 1,23; die wegen der schweren Consonantun- 
gruppe br lautlich richtige Form vire vgl. in d. Reimreihe ire, 

207. Für die 3. pers. sing. conj. praes. begegnen wir: 
azir st. azire in 14,15. 

»Nos taing qhom ab aniar samr^, vgl. hierzu als Gegenfall 
mire 12,16. 

208. Als Doppelformen für die 1. u. 3. pers. sing. conj. 
praes. zugleich sind zu nennen (prenda)i\nd[prenha] mit ihren 
Compositis. Gleichfalls beide Formen sind im Reime nachzu- 
weisen bei Alb. de Sest. 12(-)14[-], P. Card. 10,27,38,43,61 (-) 
26[-]2,15], dagegen gebrauchen nur die erstere B. d. B. 35(-) 
[26], Blacass. 10(-)[8], Bonif. Calvo 2(-)L2], Caden. 17(-)[13,24], 



50 

Guir. Riq. 6,32,65(1 5)L26,40,64,78,88], Peirol 12,18,27,31(-}[3,12, 
26], Ralm. Bist d'Arle 2(-)[3J, während nur prenha sich nach- 
weisen lässt bei Uc Brun. 5[-](5), Raimb. de Vaq. 16[-](32). — 

209. Besondere Formen sind: estey 3 pers. sing. conj. 
praes. 24,39 esteia: sing. conj. praes: 1. pers. 4i,38, 3. pers. 
29,33 42,54. 

210. Für d£is pari, praet. von cottquerre gebraucht Bern. 
V. Vent. (conquis) und [aytiques]; conquis erklärt sich durch 
Uebertritt zur i Conjug., während conques als Analogiebildung 
zu mes(=missnm) aufzufassen ist. 

Beide Formen sind gleichfalls zu belegen bei Aim. de Peg. 
45(18) i2,28,33,46L6,16,26,30,41,44,45,49,51] Arn. de Mar. 8,11 
(7,9)6, 13,26[ 11], Caden. 5:2X(-)23[10], Daude de Pradas 17(-) 
2[4,9',18] Gaue. Faid. 2,9:2X,20",40,57(13,50)6,11,22,63[4,40,43, 
46,59] Guir. de Born. 13,28 (3,54,58,76)27 [3,4,7,16,19,24,31,33. 
34,40,50,54,58,61,68,76], Palais 2(-)4[lJ, P. Milo l,9(-)7[-], P. 
Rog. 3(6,9)4[9], P. Vidal 33:2X(27)8,21,30:2X,39:2X,47[14,27, 
31.35J, Raimb. d'Aur. 11(16)28[-], in d. Ghons. d. 1. Grois. 21, 
36(:{8,85,129)50,57,I49,171,202:2X,210( 13,61,89,136], im Gir. de 
Ross. 128,191,432^27,56,127,147,165,194,203,220,279,282,292,310, 
39(i,437,521,537,543,546,5«l,599,608,647)565[l 15,1 18,232,309,31 1 , 
318,323,341,392,441,457,484,505,631,646]; dagegen begegnen wir: 
nur conquis bei Folq. de Mars. 12,23(-)[14] Gaucelm 5(-)[l], 
Guiil. de Gäbest. 8(5,7 )[5], Guiraudo lo Ros 3(-)[7,8] P. d'AIv. 
3,IO',13,15(7,ll)[ll, 16,21], Peirol 9(31)L13,16,20,26,32,34]; nur 
conques bei B. d'Alatn. 12,21 [10, 15](15) B. d. B. 22,32J.:^4,41, 
45|(8,19), Bonif. Calvo 6[7,1 1,12,16] (2,17), Folq. de Rom. 6 
[Comj., 5] (Gonij.j, Gausb. de Poic. 1[-](13) P. Card. 8:2x,59 
[1,3,5,6,10,12,42,43,4^,50,57,70] (§ 23,3; 1 0,20,41 ,43,44,<)3), Raimb. 
de Vaq. 10,19,20,28|30,31,32](11). 



AbkürBungeii. 



*A 



f ( 

■ 
I 

t f 
I 1 



im Au^Uut. 

. im Ptf^cuDcI&ren Auilaiit. 
Tor Vot-al. 

▼or i'infachiT (.*onHonanz. 
▼or com|iIii'irtfr Consununz. 
b*('h Vocal. 
i&Acb (\ini>4»nai)z. 
r«iiicb«>n ViX^alon. 
zwiikchon V«ical u. Conüonanz. 
zwiftcbf D CoDRoninz u. Vocal. 
iwiarben C\>nM>nunt4*n. 



= gt'1 »linden mit. 
: in der Ueimroihe. 
ahd. aIth(M'hdout84*h. 
altnord. altnordiüch. 
^erm. ((ermanisch. 
goth. gothiach. 
rt. siehe. 
S. Seite. 



Berichtigangen. 



^ 7 S|> -J /. :t V. II. I. H). 44 Ht. M), 44 ib. Z. 2 v. ti 1. 1.45 Ht. 
I 4ft s 12 S|i '* 'L :^ V. u. l. flnamen nt. flnAmem <- S. I» Sp. 1 Z. 
'' 1 u pffisamcB »t pensAflneiii -- >. *J3 Anm. 2) Z. .'» I. B. d. B. 81 : 
t- 27. 16 3x - S. Äi Anui. 1. Z. 12 v. u. \\ky^- ein: 67. - S. 81 Nr. 
«4 ' « r-:pro?. oi. .: öift — S. IW Nr. 4s 1. Aa-:proT. 6. to»' =:6«:6r 
.'. \r V.H.oi. .0iA*.t.öi...öU S.:« Nr.ill I. i. o. u— =:6r— »: 
M«. MtU S :;4 Nr. 72 1. (-ftlinm) - ib. Nr. 7r> 1. aoUU - S. 37 Nr. 
•I /. .* 1. oiA ib Z 4. 1. ör. ör ib. Z. 7. t. noilU - ib. Z S l.ör. 
•r > 3- Nr Mm I. ab. ejrra'» — S. ;ty Nr MV». I. ier. 



AUSGABEN UND ABHANDLUNGEN 

AUS DEM GEBIETE DER 

ROMANISCHEN PHILOLOGIE. 

VERÖFFKNTLICHT VON E. STENGEL. 

ULI. 



DIE ÄLTESTEN FRANZÖSISCHEN 



SPRACHDENKMÄLER 



GENAUER ABDRUCK 

UND BIBLIOGRAPHIE 



BESORGT VON 



E. STENGEL. 



IN H A LT : 1. DIE STRASSBURGER EIDE. 

2. DAS EULALIALIED. 

3. DAS BRLXHSTÜCK VON VALENCIENNES. 

4. DIE CLKRMONTER PASSION CHRISTL 

5. DAS LEBEN DES HEIL. LEODEGAR. 

6. SPONSUS. 



MARBURG. 

N. G. KLWERrSCHE VERLAGSBUCHHANDLUNG. 

1884. 



Torbemerküng. 

Koschwitz's Monuments sind, wie ich eben erfahre, schon 
seit längerer Zeit vergriffen und werden künftig nur einen Theil 
des von W. Föi-ster herauszugebenden Altfrz. Übungsbuches, in 
welchem auch die in Nr. I der A. u. A. enthaltenen Texte abgedruckt 
werden sollen , bilden. Somit bin ich genöthigt die in meinem 
Wörterbuch gleichmässig behandelten ältesten Texte nachträg- 
lich hinzuzufügen. Bei meiner Veröffentlichung führe ich selbst- 
verständlich die von mir A. u. A. 1 im Vorwort schon theilweise 
angedeuteten Verbesserungen in der Wiedergabe der hand- 
schriftlichen Texte ein, die Lesevarianten behandele ich möglichst 
knapp und vermeide principiell die Angabe der gemachten 
Änderungsvorschläge, welche besser in einen Gommentar gehören. 
Von der Beifügung eines Commentars sehe ich vorläufig ab. 

Marburg im November 83. jB. Stengel. 

Literatur: Lücking^ G. Die ältesten frz. Mundarten, Bcrl. 77. — 
Paris, 6. Les plus anc. monuments de lu langue ir. (IX« Xe s.) avec 
un comment. philoi. Album. Paris 75(Publ. der Soc. des Anc. Textos fr.) — 
KoBchwitz, £. Les plus anc. mon. de la 1. fr. Heilbr. 79, 2. ed. 80. — 
Freund, II. Ueber die Yerbalflexion der ältesten frz. Sprachdenkui. bis 
zum Rolandslicd einschliessl.Diss. Heilbronn 79. — Schneider, B. Die 
Flexion des Subst. in den ältesten metr. Denkui. des Franz. u. in Charl. 
Diss. Marb. 83. — Koschwitz: Der Vocativ in den ältesten franz. 
Sprachd. Rom. Stud. III, 493—500. — Nissen, Peter. Der Nomin. der 
▼erbund. Personalpron. in den ältest. frz. Sprachd. Diss. Greifsw. 82. — 
Eichelmann, L. Ueber Flexion u. attribut. Stellung des Adjectiv») in 
den alt. fr. Sprachd. bis zum Rol. einschl. Diss. Heilbronn 79. -- Dickhuth, 
W. Form u. Gebr. d. Präp. i. d. alt. frz. Sprachd. Diss. Münster 83. — Wulf, 
F. A. L'emploi de Tinfinitif dans les plus anc. mon. de la lanfpie fr. 
Diss. Lund 75. — Quiehl, K. Der Gebrauch des Konjunktivs in den 
ältesten franz. Sprachd. bis zum Rol. einschl. Diss. Kiel 81. — Spohn: 
Der Conjunctiv im Afrz. bis zum Ende des XI. Jahrh. Pro^r. Schrimm 
82. — Völcker, B. Die Wortstellung in den ältesten franz. Sprachd. 
Diss. Franz Stud. III 8 Heilbr. 82. — Stengel, E. Wörterbuch der 
ältesten franz. Sprache Sep. Abdruck aus Ausg. u. Abh. I. Marb. 82. 



^ 



•^ 



1. Die Strassburger Eide vom Jahre 842. 

enth. in Nithardi Eist libri IV 1. 3 oap. 5 ed. Holder Freib. u. Tüb. 82 p. 35. 

Hb. : Bibl. nat. F. L. 9768. — Facs. : Album der soc. des anc. textes 
fraD9., pL 1. — Roquefort: Gloss. de 1. langue Romane I. p. XX. — 
De Mourcin: Sermens prgtes a Strassbour)? Paris 1815 S. XIV.— Pertz: 
Monumenia Germaniae Scriptores II. 777. — Chevallet, A. de: Orig. et 
form, de la 1. fr. 2. ed. I p. 83. 

Literatur: Bonaventura Vulcanius: De literis et linguaGetarum 
Leiden 1597 S. 67- 8 (ältester Druck.)— Bonamy: Explication des Sermens 
en 1. romane etc. in Mcmoires de litt. . . de TAcad. roy des Inscr. et 
Belles-Lettres, T. XXVI. Paris 1759 S. 638—59. - Pfarrer Niesert stellte 
nach Diez Altr. Spr. sämratl. abweichende Teztabdrücke der Eide zusammen 
und suchte auf Grund derselben einen verbesserten Text zu geben in v. 
Malinckrodts Magazin der Gesch. Geogr. u. Statist. Dortm. 1^16 I. 4. — 
Raynouard gab einen sprachl. Commentar im Lexique Roman II, p. 
III— XXI. (Weitere ältere Lit. verzeichnet: Reiffenberg in seiner Aus- 
gabe der Chr. rim^ v. Phil. Mouskes I, p. CIV, II, p. IV und Mass- 
mann: Die deutsch. Abschwörungs- , Glaubens-, Beicht- u. Betformeln 
Leipz. 39 S 56 f.). — Diez. Altrom. Sprachd. Bonn 46 S. H — 14 (bester 
Commentar.) — Bartsch Chrest. de Tanc. fr. 4' ed. Leipz. 80 Sp. 3 u. 4. 

— Koschwitz: Les plus anc. mon. de la langue fr. 2. ed. Heilbr. 80 S. 
1—3 vgl. Stengel: Ausg. u. Abh. I. Vorwort VII f. — Brakelmann, 
J. Die Nithardhs. u. die Eide v. Strassb. Z. f. d. Ph. III (1871) 85—95. 

— Gröber, G. Die Eide von Strassburg Jahrbuch XV, 12 (Umschrift 
in rein franz. Sprachformen). — Buchholtz, H. Zu den Eiden vom 
Jahre 842 Herrich*8 Arch.60S. 343-60 (sonderbare sprachliche Bemerkungen). 

— Suchier, Herm. Zur Lautlehre der Strassburger Eide. Jahrb. XIII, 
381. — Storm, J. Remarques sur le vocalisme des Seruients de 
Strassbourg Rom. III, 286. - Meyer, P. Sur Ics serments de 842. 
Rom. III, 371 (zu Storms Remarques über savir u. podir wie Über 
dist.) — Cornu, J. dift= debet dans les serments. Rom. IV, 454. 
Cornu, J. Tanit=:tonebat dans les serments. Rom. VI, 248 dazu Gröber 
Z. f. r. Ph. IL 184. — Lindner, F. Zu den Strassburger Eiden Z. f. 
r. Ph. VI, 107 (Erklärung von: nun los tanitj. — Wogen de8 besonders 
durch falsche Worttrennung arg entstellten deutschen Textes vgl. man 
noch Müllenhoft' und Scherers Denkm. deutscher Poesie u. Prona aus d. 
VIII -XII. Jahrh. 2. Aufl. Berl. 73 S. 182 u. Braunr« Althot hdeutsches 
Lesebuch 2. Aufl. 81. 2S. 49 f. 



Bl. 13b. Cnq; Karoluf 

haec eadö uerba romana lingua perorafTÄ. 
3 Lodhuuic qni maior natu erat . prior 
haec deinde feferuaturn teftatuf-ö. 
IPro dö amur & ^pxpian poblo & nro cömun 

6 faluament dift di in* auant* . inquantdf 
fauir & podir medunat. fifaluaraieo. 
cifl: meon fradre karlo. & in ad iudha. 
9 & in cad hunacofa. ficü om per dreitfon 
fradra faluar dift. Ino quid il mialtre 
fi faz&. Et abludher nul plaid nüquä 

12 prindrai qui meon uol cift meon fradre 
karle in damno fit. Quod cü Lodhuuic^ 
expleff&. Karoluf teudifca lingua fic^ec 

l'» eadö uerba teftatuf eft. 

■ngodef niinna indinthef xpanef folchef 
indunfer bedherogeal'niffi : fonthefe 

18 moda ge frammordeffo framfo mirgot 
geuuizci indimadh furgibit fohaldihtef 
an minan bruodher fofo manmit rehto 

21 finan bruher fcal inthi utha zermigfofo 
maduo. in dimit Luliereninno^'hein iut 
liing nege gango. theminan uuillon imo 

24 ccf cadhen uuerhen. 

SacraiTIta aut. qö ulrorüq; populuf 
quiq; propria lingua teftatuf eft, 

27 Romana lingua fic fehab&. Silodhu 
uigf fagrament. quo fon ft-adre karlo 
iurat conferuat. Et' karluf meoffendra 

30 del'uo part ii loftanit*. fi ioreturnar non 
iintpoif. neio neneulf cui eo returnar 

int poif. in nulla a iiiha contra lodliu 

33 uuig nun li iuer. Teudifca aut lingua. 
ßl. 13c. ObaKarl thenoid. tlien er fine n»obruo(lher. 
ludhuuige gesuor geleiftit. indilud 
3 huuuig min herro thenerimo gcfuor forbrih 
cliit . obihinancf iruuen denno mag . noh 
ih noh theronoh hein theniiief irwendenmag 
6 uuidhar Karle imoce folluf tine uuirdhit. 



6 in aus en gebessert; cf. Brak. — aud^nt Koschw.* — 'AO los tanit 
sänitl. Ausg. 



6 



2. Canticum Eulaliae'). 

Hs.: Bibl. Valenciennes n^ 143 Bl. 141 — Fcks.i Album der soc. des 
anc. Textes fr. ph. pl. 2. — Chcvalet, A. de: Orig. et form, de la 1. fr. 
2 ed. I. p. 80. 

Literatur. Elnonensia. Mon. des langues romane et tudesque dans le IX' s. p. 
p. Hoffniann de Fallersleben avec une trad. et dea rem. p. J. F. Willems 
Gand. 37, 2. cd. 45 p. 5 f. - Die z: Altrora. Sprachdenk. Bonn 46 S. 15 
ff. — Chevallet, A. de: Origine etc. s.o. — Meyer, P. Kec. d'anc. Textes 
2. partie Pari» 77 p. 193 s. — Koschwitz: Lcs plus anc. mon. 
de la 1. fr. 2 dd. S. 4 - 6. - Bartsch, K. Chrest. de Tanc. fr. 4 W. 
Leipz. 80. - Diniiux, IjCs trouvercs de la Flandre 39 p. 6. Le Glay» 
K. Raoul de Ciinibrai. Paris 40 p. 52. — Wolf, F. üeber die Lais etc. 
41 S. 115. 117. — Ackermann, Traite de Taccent 43 p. 65. — Grimm, 
W. ZurGesch. des Keims Berlin 51 S. 166 — Weigand, G. De la mesnre 
des syllabes Bromberg 57, id Traite de versif. fr. 2 ed. 71 p 224, 211. — 



141a. 

1 Cantica uirginis eulalie. Concinc suauissona cilhara. 

2 Est opero (iu[oiii]arn preciuni. Clangere carmine niartyrium. 

3 Tuam ego uoce sequar iiiolodiam. Atque laudern imilabor anibrosiam. 

4 Fidibus cane iiielos eximium. Uocibus ministrabo siiflfragluni. 

5 Sic pietato sie liunianuni Ingenium. Fudisse fletuniconpellamusingenilum. 

6 Ilanc pucllani nain iuuentc .sub tempore. Nondum ilioris marilalibushabilem. 

7 Hü.stis etjui flammis ignis inplicuit. Mox columbe euolalu obstipuit. 
S Spiritus liic erat eulaliae. Lacteolus celer inriocuus. 

9 Nullis actis reg! regum displicuit. Ac Idcirco stellis caeli se iniscuit. 

10 Famulos flagitemus ut protegat. Qui sibi laeti pangunt armoniam. 

1 1 Duuütü corde tnodos denius innocuos. Ut nobis pia deum nostrum concilieL 

12 Eins nobis ac adquirat auxilum. Cuius sol et luna tremunt im|)erium. 

13 Nos quoiiue mundet a crlminibus. Inserat et bona sideribus. 

14 Stemate luminis aureoli. 

15 deo lämulanlibus. 

1) Der lat. Text nach Elnonensia, ausser 2» quLoni]am nach E. Dumäril: 
Poes. pop. lat. ant. au XI 1 s. Paris 43 Additions p. 427 f. 



2. Eiilalialied. 

Simrock, K. Die Nibelungen8tr.58 S.92. — Littrc, E. £tude du cbant 
d*£ulalie : Journ. des Savants 58 p. 725., id. Hist. de la 1. fr. 62 II 287, 
305. — Meyer, P. Notice sur la metrique du chant de S. Eulalie: Bibl. 
de l'jßc. des Chartes Gl V. 2. p. 2M. — Paris, G. fitude sur le röle de 
racc.62p. 107 f. 127. — id. Lettre a M.L. Gau tier sur la versif. lat. rbytm. 
t>6 p. 22, noto. — id. Alexis. Paris 71 p.31 n. 2 — ten Brink,B. Conjectanea 
in historiam rei luetricae francogallicae. Diss. Bonn 65 — Bartsch, K. 
Die lat.Sequ. des Mittelalters 68 S. 1G6. — Such i er, Herrn. Zur Metrik 
der Eulalia-Sequenz. Jahrb. XIII, 385. - id.: Jen. Lit. Z. 78 n« 21. — 
Lückin g, G. Zum Eulalialiede Jahrb. XV 323. — Boehmer, E.: Rom. 
St. III 192, 608. — Tobler, A. Vom fr. Versbau Leip. 80 S. 6, 2 A. 83 
S. 7. — Cornu, J. Valeur de ch dans la prose de S. Eul., la vie de S. 
Alexis, la ch. de Rol. et les psaut. d*Oxf. et de Cambr.: RomaniaX 401. 
— Stengel, E. Ausg. u. Abb. I S. VIII u. S.202 Anm. = Wört.S. 122. 



141 b. 

1 Buona pulcella fut eulalia. Bei aurei corpf bellezour anima 
3 Uoldrent lauelntre li dö Inimi. Uoldrent lafaire diaule fcruir 

TuT enciel 

6 Elle nont ef koltet lef malf confellierf. Quelle dö ranciet chi m aent 

7 Ne por or ned ar gent ne paramenz. Por inanatce regiel ne preiement' 

9 Ni ulecofenonlapouret omq)pleier. La polle fempre namaftlodö 
11 Eporofutpfentedemaximiien. Chi rexeret acelfdiffoure pagienf 

18 Uli en ortet dont lei nonq) ehielt. Qued eile fuiet lo nom xpiien. 
15 Ellent adunet lo fuon element. Melz foftendreiei lef empedement[z 
17 Quelle perdeffe fa uirginitet. Porof füret morle a grand honefte[t 

» nof coi[n 

19 Enz enifou lo getterent com aide toft. Elle colpef n auret poro 

tolirll» cbircf 

21 Aezo* nof uoldret concreidre li rex pagienf. Ad une fpede li roaer[et 

_ krifl 

23 La domnizelle celle kofe n contredift. Uolt lo feule lazfier fi ruouet 
25 In ßgure de colomb uolat aciel. Tuit oram que pornof degnet prei[er 
27 Qued auuiffet denof xpf mercit. Po(t la mort & alui nof laifi uenir 
29 Par fouue dementia. 



S preiemen Koschw.', aber das t erkennbar — 10 ff. Die Bruchst. 
hinter [ sind nur in Chev.'s Facs. zu lesen — 21 od. Ä czo wie Koscbw.* 



^ 
^ 



8 



3. Bruchstück von Valenciennes 

aus einem Homilieentwurf über den Propheten Jonas. Cap. 1 — 3. 

Hs, Bibl. Valenciennes — Face.: (ienin: La chans. de Roland Paria 
50 p. 466. — Album der Soc. des anc. Textee f. pl. X. — Ko schwitz, 
E. Les plus anc. mon. de la 1. fr. 2. ^d. 80. 

Literatur: (ienin, F. Ch. de Rol. p. 465 ff. — Bartsch, K. 
Chrestom. de l'anc. fr. 4. ed. Sp. 5-— 8. — Suchier, H.: lit. Centralbl. 
Leipz. 75 Sp. 1587. - Lttcking, G. Die alt. fr. Mund. 77 S. 17 (vgl. 
dazu (j. Paris: Rom. VII, 121 u. 133). — Varnliagen, H. Zum Frag. 
v.Val.: Z. f. r.Ph.sOS. 07 -Schmitz, W. DasVerBO des Frag. v. V. (mit 
4 Tafeln) ; Rom. Stud. V 297; vgl. dazu Varnliagen in Z. f. r. Ph. 81 
S. 454. — Koschwitz, E. Le« pl. anc. mon. de la 1. fr. 2 i»d. 

Recto. 

(1) . . . . dicit . . . me rogat alcr in niniuen . . . .(2) 

est ucnii de cifl tres dies super . . . me et . .(3). . . . eifi , . 
dixit orc nos . . . airc . . . .(4). . end . . me sit . . . nt me 
. . . vivamus . . . licerent reuenir ai(5). . . niul moud quia 
mare ibai et , . . bat super cos . , d . . c si dif tre[nt 1(6) .... 

des snper nos . . . innocentem . . . cift n . . . ir 

(7) (pie par 1 . or fau[ion]t . . . il quant . . . 

(8) i\\xant oirc c por mare ne . , 

(9) niairfo . . . .(10). . . fiiit lat. le JKt 

de(ll). . cel pefcion ne fait . . et . . . 

f 11 . . . . d(12) euf noiedf co dixit f . . . . 

(13) et exaud . . . .(14) . . . . rfc ciofm . . el gont 

. . . cum . . . .(15). . . . er . . eg. car .... reu .... quant 

. . .(16). . . ucrf .... ei la mare e si chi . 

d .(17). . . Jonas ]>ro[)heta de , . , et . , , Et predapit Dominus 

Jonam super (18) . . cel [pescjion .... Detis 

(19) tnta^n niniuem civitatem .... eis snh peccatorum .... 
Et forr . .(20) clamavit ei dijit adhuc . . . ,(2l)rostea .... 

J)eum ne . .(22) . \ . . . Et 

us(p4e ad . minores . . postea (23) peccator . . que eil ro8 . . . 

si eri .... (24) ueftir^;?t hairef a maiore tisqne .... 

(25) facco et sedit in cinere .... (2(>) . , de 

nt a ef perilf .... (27) eu . reid e si tult si 

eft . . . . (28) . . feit niutf dixit chi ef e si ni 

(29) . . ude en cift tres dies dixit quant . . . (30) uit 

. . ad . . . Dominum magna . . . ril fxsieni 

in (31) nerd deu . . e fancel e si 

(32) or . ent. e s/ fu co fructus vos deb 

(33) Postea per mersionew* lone profete si debetis intelligere . . 
advvrsus Dominum . . (34) . . . cum mersionew lone cilg .... 
(33) . . . magn . . Dominum . . . 



9. 

Verso. 

(1). . . [h(ib]uit [misericordiam] si cum il semper folt haueir de 

peccatare. e sie liberat de cere . . . e rfe cel peril. [quet il 

habebat decretum] {2)qwe super elf metreiet. Et afflictM.9 est 

lonas afflictione magna, et iratus est et oravit ad dominum et 

dixit [domlne, tolle, quaeso aniniam meam a me] (3).quia 

melior est mihi morf quam vita, dune co dixit si fut Jonas 

profeta mult correciour e mult ireift. [quia Deus de Ninivltis] 

\^)misericordiam habuit e lor peccatum lor dimisit. faueiet co 

Que li eelor sub co allreiet eis ruina ludaeorum. e ne doceiet 

^)[l]or falut. cum il faciebat de perditione ludaeorum ne si 

cum legimus e le evangelio que dominus noster ßevit super 

Hierusälem et noluit tollere (6)[can]ibuf. Paulus ajyostolus 

etiam optdbat esse anathema esse pro fratribus suis qui sunt 

Israelitae. Et egrettus est lonas de civitate et sedit [contra orien- 

tem civitatis] (7)[donec] videret quid accideret civitati. dune 

CO dicit cum lonas profeta cel populum habuit pretiet e conuerf. 

et en cele (8)iet. si efcit foerf de la civitate e si fift contra 

orientem civitatis e si auard'uet cum deus per feren . . (9)[a]ftreiet 

u ne fereiet. Et prsieparavit dominus ederaw super caput lontie 

ut faceret ei umbram. laboraverat [enim] (l())/owas profeta 

habebat mult laboret e mult penet a cel popiilum co dicit e 

faciebat grant iholt. et eret mult laf . . . (11). . . un edre fore 

fen cheue qwd umbre li fefift. e repaufor fi podift. Et laetatus 

est lonas super ederam(12)[m]ult laetatus co dicit porq//^ deus 

oel edre li donat a fun foueir et a fun repüiu^e7ne7ii li dotiat. 

Et prece^pit dominus [vermi ... qui percussit ederam] (13)c/ 

exaruit. et paravit deus ventum calidum super cajimt tonae et 

dixit. melius est mihi mori quam vivere . . . (14). . . dune co 

dicit si rogat deus ad un uerme. que percuffift cel edre foft 

Que eil sedebat e c (15)cilg eedre fu feche. si uint grancef/«(?s 

inolt super caput lonae et dixit. melius est mihi itwri quam 

vivere. Et dixit dominus\diA\on^m: Putasnebene] (lG)[i]rafceris 

tu super ederawi ? et dixit be^ie irafcor ego tisque ad mortem. 

Postea per cel edre dunt eil tel (17)et. si debetis intclligere 

per ludaeos. chi ficci et aridi permanent, negan^es filium dei ... 

e e por elf (18)c. ef doliantf. car co videbant per spiritum 

profdae qtie cum gentes venirc^U ad fidem . . . si aftreimt li 

ludaei perdut si cum il ore tunt Et [dixit dominus: Tu] 

(19)doles super ederawi in qua n&n laborasti neque fecisti ut 

cresceret. et ego non parcam niniuae civitati magnae in qua 

sunt plus quam [centum viginti milia hominum qui nesciunt 

quid] (ßO)sit inter dexteram et sinistram? dune si dicit deus 

ad lonam profetam. tu doulf mult . . ad . . . . si por (21). II 



10 

dixit in qua non lahorasti neque fecisti ut cresceret dixit. 
e io ne dolreie de tarda milia hominum si p^dut erentdixiY?.. 
(22)alair dixit. Postea en cette causa ore potestis videre quanta 
est misericordia et pietas dei super peccatores hamines: Cil 
homines de cele civitate (23)fendut. que tott le volebat . . . delir. 
e ro la civitate volebat comburir et ad nihilum redigere. Postea 
per cel terriculum(M) on fisient. e st communement (?) Äsient 
si Sichederent veniam et resolutionem peccatorum suorum. deus 
omnipotens qui pius et misericors et clemens et qui (25) mere- 
antur et vivent, cum co vidit quei il se ereni conuerf de via 
sua mala, e fif penteiet de cel mel que fait habebant (26)[sic] 
liberi de cel pcril. quei il habebat discretum que super elf 
metlreiet. Cum postestis ore videre ei entelgir . . . (5n)sit . . 
Chi ni kent cum faire lo deent. e cum eil lo fisient dunt ore 
aueift odit. e poro si uos auient (28)n facieft cett terriculum . . 
quet OL come7)cie(t. ne aiet niulf male voluntatem contra (em 
peer. ne habeatis (29)aieft cherte inter vos. quia Caritas operit 
multitudinefu peccatorum. feiettl unanimef in dei servicio et en 
tot (30)fire remunerati. (sates uoft almofnes. ne si cum faire 
debetis e faitef uoft eleenwsynas. cert co sapietis (31)acbeder 
CO aue li preiretf. preieft li que de cefl periculo nos liberat chi ianta 
mala nos habeamus fait (32)d?e paganis e de malf christianis. 
Poscite li que ceft frucfum que moftret nos habet qel nos con^ 
servet et ad maturi[tatem] (33)[cond]uire lo potciomes e celf 
eleemosynas ent possumus facere que lui ent possumus pla^^ere. 
Poscite li que resolutionem omnium peccatorum nostrorum nos 
(34). . . faciat nos ad gaudia aeterna pervenire. Ibi vcdemus 
gaudere et exstdtare sine fine cum Omnibus sanctis per aeterna 
saecula saeculorum quod ipsi invisere dignemur qui vivit (35). . . 
sa^ictis gloriosus deus per eterna saecula sasculorum (36)per 
ludaeos porqwet il en cele duretie. et in cele. encredulitet 

Eyermetsient. et etiam plorat (?) si cum dift e le evangelio 
secundum Mat-] (37)heum de auant diCt. 



Die curBiv gedruckten Worte und Buchstaben sind in der Ha. durch 
Noten ausgedrückt, die in [ ] gesetzten zerstört. 



II 



Clermonter Passion Christi. 

A.: Stadtbibl. Clermont-Ferrand 189 Lage 16, Seite 12—5. ~ Faa.: 
Album der Soc. des anc. Textes fr. pl. 3—6. 

Literatur : Champollion-Figeac. Documents bist, in^ts (in den 
M^langes bist, der Collect, de doc. in^. sur Tbist. de France p. p. ordre 
du gouvemement) Bd. IV. Paris 48 S. 424 ff. — Diez, F. Zwei altrom. 
Gedicbte Bonn 52, neuer Abdr. 76. — id. Zur EJritik der altrom. Passion 
Cbristi: Jabrb. f. r. u. engl. Lit. VII S, 361. — Hofmann, C: Ge- 
lebrte Anz. der Bayr. Ak. 55 Bd. 40 Bulletins S. 42 ff. — id. Zum altrom. 
Leiden Cbristi u. z. Leodegar : Sitzungsber. der Bayr. Akad. 67 II S. 199 — 204. 
— Bartscb, K. Cbrestom. de Tasic. franc. Leipz. 66, 4 ^. 80, Sp. 7 ff. 
(Abdruck von Str. 30—89). — Paris, G. La Passion du Cbrist. texte 
rey. s. le ms.: Rom. 11. 295 ff. — Boucberie, A. Une nouvelie r^vision 
de« Pommes de Clermont: Rev. d. 1. rom. IX (76) S. 5 ff. — Lücking, 
G. Die ältesten franz. Mund. Berl. 77 S. 38 ff. (Umscbr. in rein frz. 
Spracbformen) vgL dazu Paris, G.: in Rom. VII). — Boebmer, E. 
Zur Clermonter Passion: R. St. IV 111. — Koscbwitz, E. Les pl. anc* 
mon. de la 1. fr. 2 ^d. 



8. la« I ] 

jtloro* uof die uera raizun. 
de ieAi xpi l^palTiun. 
loITof. aflfang.* uol remembrar. 
I7per qu? ceft mund tot afaluad:, 

1 — 4 sind in der Hs. mit musikal. 
Noten verseben. — 1 Das o von Horoi 
stebt im J7 — a drückt das merowin- 
g[iscbe a aus, welcbes fast wie cc aus- 
siebt. — 3z drückt das gescbwänzte z 
aus, welcbes oft einem 9 äbnelt. 

U5 

ISTrenta. tref ant,.* et alques. pluf 

def qu§ löcarn pref. interra. fu. 

per tot obred 20que ueruf deuf 

per totfoneg qu^2lhoin eamalf ., 

5 ang Koscbw.' 



III 9 
Peccad negun. unque 22non fez 
per epf lof noftref. fu aucif 
231a fua mo:z* uida nof rend. 
fa paffi24unf toz nof redepnf 

11 : ist das bier nur nacb 0, aber 
aucb da nicbt durcbweg üblicbe r. 

IV 13 
Cum aproifmed 25fapafriunf 
cho fu nra(rede)*redemp26tionf. 
a^pifmer uol [alaciutaz* 

, (mult granz)* 

27afanzpemo fufteg]*z 

14 {rede) verwiscbt. 

15 ciutat Koscbw." - 15 — 6 [ ] auf 
Rasur — (mvlt gram) kaum lesbar, 
Paris scb wankt zw. granz u. grew. 



12 



V17 
Cumel per28ueing abet fage 
uilef defoz mont 29oliuer 
auant delf fof dof enueied 
30unafne adducere feroued., 

VI 21 

Cum ^icel afnez fu amenaz 
deloz manS^telz ben lant parad 
delo2 mantelz '^Meloi ueftit. 
bell apreftunt affaf34fif ; 

VII 25 

Per fua grand humilitad/ 
35iefuf rex magnef fuf monted 
ficuni 36prophetef anz mulz dif 
canted 37aueien de iefu crift. 

VIII 29 

Anz petiz dif 38quc cho fuf fait 
ihf. lo later* fufciSOtet 
Chi quatrc dif enmoniment 
40iagud aueie toz pudenz-, 

30 aus Ja^ez geändert vgl. 107. 

1X33 
Cum 41 CO audid lola lagen t. 
qup '**^ihf uc loreif podcn z 
chi cpf lomo:z iSfai fe reuiuere 
agrand hono: eN -l^con traxirent 

X37 

al quant delf palmcf -l^prctiduiit 

ranif 

delf oliuerf alaquaNt -i^Maf bran- 

chcf 

cnconlral rei qui fez (Ib) locel 

iffid lodii lepoplef ^Icz, 

XI 41 
3Canlcn ligrari elipetit 



fili dauit 4fili dauit 

palif ueftit palif man^tenlf 

dauant. extendent affos 6pez., 

XII 45 
Gran folcf aredre graN 7dauaN. 
grän epetit deu uan. Blaudant 
enfobre tot petiz ^enfan 
ofanna femper uan clalOmant. 

Xni49 
Ala ciptad cum aproiflimet 
et el lauid el lafgarded 
l^defoN piu C02 greu fufpiret 
l3deffof fanz olz fo2t lagrimez 

XIV 53 

l^Hiieruffalem. bieruffalem. 

ISgaitedif el per tof pechet 

I6penfar non uolf pensar^^nol 

17poz 

non to per met tof granz löozgolz; 

XV57 

Ve"rant lian uenroNT lölidi 
qucz tafal draN toi 20inimic 
il tot ento2n tarber21ianin 
et aterra crebantaraN. 

XVI61 

22Lof tof en fanz qui inte funt 

23amalor penaf aucidrant 

entof 24belz murf. entaf maifonf 

pedraf25fub altre Non iaiferoNt. 

XVII 65 
Liloi 26caitiu per totaf genz 
menad 27eneren atozraenz 
quar eu te 28flz num cognoguift 
l'aluar te 29ui°gnum receubift 



13 



xvm69 

Cum cho 30ag dit et percuidat 
enteplü 3ldeu femper intret 
lof marche32dant quae introbed 
agrand 33defl:reit forf lorgitej. 

XIX 73 

Loffof 34talant ta, fozt monftred 

35que grant pref pauort...:* alf 

36iudeuf 

dedobpla cozdaljuai firend 

37tot loz marched uai def38fozend. 

74 : ist Rest eines Grundstriches. 

XX 77 

Felo iudeu cum il cho 39uidren 

enz lor co:f grand an 40enueie 

per mair confelz uan ^idemandan 

Nfe fennior cum 42tradilTaNT., 

XXI 81 

Lo fei iudef efcarioth 

43air iudeuf ueng ra enreboft. 

44que men darez eluof tradran 

45uor tref talenj adempliront 

XXII 85 

46Trenta denerf dune lien pro- 

(1 c)merdrent 

ton bon fennio: 2que lo tra d iffe 

11 chera 3merz uen fi petit 

hanc Non fud 4hom qui magif 

laudif:, 
XXni89 

5Et •cel di que dizen pafchef 
cum la ^c^na ihf. oc faita 
el Tur leued 7del piu manier 
atTof. fedelf Slaued. lifped. 
XXIV93 

öEt per lopan. et per louin. 



fozt faciOcra ment loacommandej 
liper remembrar fapaHlun 
que I2faire roua atreftot., 
XXV 97 

£)epan I3et uin Eancti ficat. 
tot fof fidelf l^itaciet 
maif q; iudef efcharioh 
l^cui una. fopa enflet Ioco2. 
XXVI 101 

ludaf I6cum og manied. lafopa 
diable I7(en enz enfagola 
seraper leued I3del piu, manier 
tot alf iudeuf ^^o uai nuncer. 
XXVII 105 

Ihf lobonNf per 20fapietad 
tan dulce ment pref 2lapar ler. 
fobre fo' pe'z feg con22durmir* 
Eant iohan lo fon. eher amic 

107 aus condurmiz geänd. vgl. 30' 

xxvin 109 

23A cel fopar un fermon fej 
chi cel Non 24(ab tal non audid 
contralt afang 25que an apader 
toz fof fidelf ben 26engarnid. 
XXIX 113 

Alo fanc pedre per cho 27inded 
que cgla noit* luineiara 
pedref 28fo:t ment fen ad uned 
per epEa 29mort nol gurpira-, 

114 noit aus od. in nuit geändert. 

XXX117 

Xpf ihf 30den fen leued 
geh fefmani uilef na3lnez 
toz fof fideU feder rouet 
32euan ozar folf enanez., 



14 



XXXI 121 
Granz fu 33li dolffott marrimenz 
ricoNd(M84inirent tuit adef 
ihf cum ueg loF SSefueled 
tref toz omr be'nlof 36maNded. 

XXXni25 
E dune o:ar cum el anned 
37fi fo2t fudo2 dun. quef fuded 
qu§ 38cum lofagf aterra curr 
defafudoi 39laf Tanctar gutaf. 

XXXIII 129 
Alfof lideir 40cum repadred 
tam benlement 411of coN fo:ted 
li fei iudeuf iaf 42aproif med 
abgraN com* paNnie^Sdelf iudeuf. 

132 com aus od. in cum geänd. 

XXXIV133 
Ihf cum uidra lof 44iudeuf 

zolo2 demande) ^ue querent 

Uli refpoNdent 46tuit adun 
ihm querem Nazarenü 

XXXV 137 

(2a)Eu foi aquel zodifihf 
tuit li felun -^ade greNT iof 
terce uej lo: ode3manded 
atotaf treif chedent enuerf 

XXXVI 141 

^Maif li felun tuit traffudad 
uerf 5noflr§ donfoN aproif mad 
iudaf li 6uel enfenna fei 
celui pren7det cui batfserai. 
XXXVÜ 145 

Iudaf cum ueg8gra ad ihm 
femper litend ^loCon nientoN 



ihf libonf nol relOftided 
altrodetur baifair doned 
XXXVffll49 

HAmicx zodif lobonf ihf 
per quem I2tradef into baifol 
melz ti fura nö l^uffef Naz... 
que me tradaf l^per cobetad. 
XXXIX 153 

Ar mand efterent iSeuirum 
detotaf part prefdrent I6iefum 
nof defended ne nof fun7ted 
alar mott uai cum unf anel-, 

XL 157 

■ 

ISSanct pedre folf ueiiar lo uol 
i^eftraif. lofer que allag og 
20ficoN fegued. uferu felloN* 
2iladeftre aureLa liexcof. 

159 feUoN aus od. in /cöuiVgeänd. 

XU 161 

Ihf 22libonf ben red per mal 
laurelia 23ad feru femper taned 
liadenf 24manf cum eladron 
filent meneN 25apafQun. 

XLni65 
Donc* iogurpiCfen fei 26fedel 
cum el defanj diz loz 27aueia 
Ganz pedre folf feguen. 28lo uai 
quae* fuafin ueder uoldrat; 

165 Donc aus od. in Dune ge&nd. 
168 quae scheint aus quar g^eftnd. 

XLnil69 
29AaNa nonmauent leiudeu. 
acui ihf 30furft menez 
donc fad unouent 3llifelon 
ueder annouent pref ihm ; 



15 



XLIV173 

32Dequant il querent lefoaf fait 
cum 3dil ihm oiciCeEuit 
nonfud trouez ne 34enuenguz 
quar d fozffait no feift neul; 
XLV177 

35Dauant letted lepontifex 
nconiur& 36peripRl deu 
quet Imditr&r perpurafled 
37nuerf.ihf filf deueft il; 
XLVI181 

38Tuepf laf deit refponihf 
luit. lifellon 39crident adun 
maicnfozf fait que ^Oiquerem 
perloi* medepf audit lauem; 

184 tot aus od. in (ut ge&nd. 
XLVni85 
4lLofof fanfolf duncquef cubrirent 
42acoIeiar fellon lo prefdrent 
enfo43bretot ßlefcarniffent 
dinof 44^pphete chito fedre ; 

XLVDI189 
^Fozf en laf ettraf eft& p&re 
alfog ^^lufeire l8eruuardou& 
dela raifon (2b)Glerfred 
quelo deufil lifai neier; 

XLIX193 
2Anz quae* lanoit lo ialz cantef 
ter3ce uez petre lo neiez 
ihf libonf. lo 4reruuard& 
lui recogNoftr& tfepcr flz*; 

193 que alle Ausg. 
196 od. fit KoBchw.' 

L197 
sp&ruC dato fozC fen aled 



amarament 6mult Ibplo2&. 
per cio lailted df fe 7neier 
que denof aiet pieted ; 

U20i 

8Gtl lematinf füd efclairez 
dauant 9pilQt len ant men& 
fo2t ment louaNT lOilacuEBmd 
laroamozt mult deroandaNT; 

Ln205 

iiPilaz* erod len enuiet 
cui def abanz l^uoliet mel 
deihu xpi patTion 
13am fe paierent aciel iozN ; 

205 Piku aus POat geänd. 

Lm209 
l^Lo fei herodef cü louid 
mult lez. ISfemper encfdeuint 
delui long tempf 16mult aaudit 
femper penfed uertuz 17feirif; 

LIV213 
J7Demultef uifef lapeled 
ihf li iSbonf mot nolfoned 
iudeu lacuteNT l^elfetaiC 
ad un refpondre n denat; 

LV217 
20Dunc lo defpeif elecarnit 
lifel 21herodef enceldi 
blanc ueftiment 22(1 laueftit 
fellon pilad* loretrames; 
220 püad aus od. in püat geänd. 

LVI221 
23Pilaz que anz len uol laifor 
nolcon24rentunt fellun iudeu 
uido perdoneNT 25alladrun 
aucid audid crident ihm ; 



16 



LVn225 

26BaiTabant p^donent lauide 
ihm 27inaltQ cruz claufrifdrnt. 
cruci28fige crucifige 
crident pilat tref29tuit enfernfj 
LVIII229 

Cü aucidrai eu 30uo[tre rei 
zo dir pilaz toiü faiz 31noner 
rttprel* farai & flagellar 
B2poLlTer laifarailen annar; 

231 rumprd aus rumplel geand. 

L1X233 

33Enremr crident tuitlifellunt 
34entro en cel eNuan lof uoz 
Söfitulaifer uiure ihm 
nonef 36amicf lemperadoz; 

LX237 

37Piloz faf manf dunquef laued 
SSquedefamozt pofchef neger 
39enremf crident tuit liiudeu 
40fobrenor fia toz li pechez; 
LXI241 

4iPilaz cüaudid talf raifonf 
ialo2 42gurpif nre fennioz 
donc loze43cebent lifellun 
foit lencon44diicent eN laco2t; 
LXII24Ö 

4'^Depurpure donc loueflireNT 

46& enfaman un rauf limef 

(2c)drent 

ccnona [pren^"* delaf efpiNef) 

2& en fon cab. fellun. lafirdrent 

LXin249 
3Dedauant lui tuit agenolz 
Gf excre^bantent lifellon 



5dunc loTaludent cü fenioa 
6& adefcam emperadm; 
LXIVJ53 

TEtcü afez. lont efcarnid 
8dunc liueftent. fon ueCtimeNT. 
9& el medepf. fi pref. fa cruz 
lOauantoz uai. apafiuN. 
LXV257 

UFemNef. lui uan detraf fegueN. 
12p1oran lo uan. & gaimeNtaN 
13ihr lipiuf. redre garder. 
ab 141er femnef. pref. aparler; 
LXVI261 

ii>Audez fillief iherlm 
per me l^non uof eft obplorer 
maif per 17uof. & per uoftref filz 
plorez. l^^^affaz qui obf. uof ef; 
LX VII 265 

l^Gü el per ueng agolgota. 
dauan 201apo2ta. delaciptal. 
dune lo2 21gurpit foc channfse. 
chi feNf 22cuftur8e. fo faitice; 
LXVIII269 

2311 nol. aufef deramar. 
mair24aura fort, angitad. 
non fut 25partiz. fofuestimeNz 
zo fu 26granz figna tot per uer; 
LXIX273. 

27En huna f&. huna uerl& 
88tuit foi fidel deueNT. efler 
29|o fof regnaj Nonef deuif 
30en caritad. toj ef unij; 
LXX277 

31E delf felunf queu uof dif 32ang 
lai dei uenir oeu laifei 



17 



33qaar illo fei merden ab uiN 

34nreß. fenioi. loteN den il ; 

LXXI281 

85Ga lan leuad. für eN la cruz 

36(gran)* dofafof laz pendeN »^laf 

runf 

entre celf dof peN38dent ihm. 

ü per efcam ofan 39treftol; 

282 (gran) ausradiert vgl. 286. 
LXXn285 

40Ca il lan mar fufeNlacruz 
41 gran faN efcam gran cridaizun*. 
42.*enrobretoz ünf delf ladrunf 
43el efcarnie. rei ihm; 

286 a in cridaizun aus u geänd. 

287 ansradirter Buchstabe. 

LXXra289 

44RefpoNd& lal tre mal idiz. 

(Sa)el moi atort reN non fozr2fez 

maif nof a dreit per col^paf gränz 

efmef cndi enceft ^ahanz ; 

LXXIV293 

En uerf. ihm fof 5olz toned. 
npiament lui 6appelled. 
dem& membref 7perta merc& 
cü tu uendraf 8cri(l* enton. ren ; 

296 Ober r von criat ein Punkt. 

LXXV297 

9Refpon. li boNf. qui non meN- 

lOtid. 

chi en epfa mo2t fö per fu Hpiuf 

euto prom& oi en ceft l^di 

ab me uenraf in paradif; 

LXXVI 301_ 

130 deuf uerf. rex ihu crifl 

14cital* don faif per ta merc& 



I5chi per hunua coNfeCHoN 
uide löperdonef* al la druN; 

302 od. ataZ. 

304 in perdones aus e geänd. 

LXXVII 305 

i7Nofte laudam. & noit edi 
I8de nof aief uera merc& 
tu lönof perdone celz pecaz 
que 20nof u&deft tua pi&ad; 

Lxxvmsog 

2lJuf que noNa def lo meidi 

22tref tot ceft mund granz 23noiz 

cubrid 

fui lo folelz & 24fui la luna 

poft que deuf filz 25fufpeNfur 

fu[r]e*; 

312 [r] nahezu verwischt, 

LXXIX313 

26Ad epfa nona cü perueng. 
27dunc efcrided. ihf granz 28criz 
hebraice fozt ment 29lo dif. 
hell hell perquem gl30pitt; 
LXXX317 

Vnf del fellunf chi tta 3liki 
fuf eNlacruz liteN läz& 
32ihs fo2t meN dune recrid& 
331e Ipf delui an&; 

LXXXI321 

34Gü de ihu lanmaN an& 

taN 35durameNT terra crollft 

36rochef fendient. chedeNT 

37munt. 

fepul cra fanz obri38reNT mult; 

LXXXn 325 
39Et mult corpf fanz en fuN 40exit 
& inter omf funt 41ue dud 

3 



18 



qui intemplra dei 42cortine pend 

lufche la 43terra per mei feNd ; 

LXXXIII 329 

44De laz la croz ett& mariae 
45de cui ihf uera carn prefdre 
(3b)cum cela carn uidramurir/ 
2qual agre dol nol fab. om uiuf; 
LXXXIV333 

3Ela moll ben fab. remem^brar 
defoa carn cü deuf fu ^naz 
ial ucdef ela fimorir 
6el refurdra cho fab per uer; 
LXXXV337 

7Maif nöperro granz fu lidolf 

Schi trauerf& per lo fon cor 

önulz om mortalznol pod lOpenfer 

fanz fymeoNz loi Hpercogded; 

LXXXVI341 

l2Jorepf pilat mult a preiar 
131ocorpf ihu quelli donef 
a I4grand honor eilen po2t& 
l5eN fof chamfilf len uolop& 
LXXXVn345 

l6Nicodemuf dellaltra part 
I7mull unguement hiapozi8t& 
eNter mirra & aloN 
löquafi ceNt liuraf adonad; 
LXXXVin349 

20A grand honor decef pimeNc 
2llaromatizeN cufchemeNT 
22dunc lo paufeN el monumeNT 
23o co2fp^ non iag ancacel tempf ; 
LXXXIX353 

24La foa madre uirge fu 
& feN 25peched fi po2t& lui 



fof 26tnunument füre toz nouf 
27anz lui noi iag unque nulz om • 

XC357 

28Non fud>ffaz anc alf felluNf 
29dauant pilat treftuit 30eN uan 
nofte prseiam per 31ta inerc& 
gardef imet 32Non fia emblez ; 

XCI361 

33Quar el zo dif que refurdra 
34& al terz di uiuf pareiftra 
35eniblar lauraN li foi fidel 
36atoz diraN que reuif qu&; 
XCII365 

376ranz eN auem agud erroif 
38or en aurö pece maiorf 
39armaz uaffalz dune lo: liu40r& 
lo monument loz comand& 

XCni369 
4iXpt ihf qui deuf ef uerf 
qui feper 42fu & [eper ef 
ia fof la chaNf 43delui aucife 
regn& pero cü 44anz fe feira; 

XC1V373 
45^ua* el eN fen dune afalit 
(3c)fort fatanan alo uenqu& 
2per foamort fila uencut 
quecoN3lra omne non uertud; 

373 Das rätselhafte Zeichen 9 steht 
einem J am nächsten, ein Q ist darin 
nicht zu erkennen, vgl. z.B. 361,881. 

XCV377 
4Et qui era liom primerf 
elfoi 5enffant per fon pecchiad 
eil p&it 6eli gran 
& qui efteuent pennulz anz; 



19 



XGVI38I 

7Quar anc non fo nul om carnalf 

^en cel enfern non fof anaz 

ufq; öuenguef qui feNf pecat 

pertoz folfef lOcomuna lei; 

XCVII385 

ilArgent neaur nonidon& 

mafq ; 12fon lang & foa carn 

deg cel enfern l^ioz nof li"dr& 

eN paradir lof arbgfe 

XCVni389 

i4Et altera di lomaltiN dar 

cü foleilz 15fo efclairaz 

tref femner uan al l^monument 

molt carr portaueNT I7ungue- 

meNz; 

XCIX393 

löLangelef deu decel deffend 
GIaproiöifin& almonument 
tal a regard 20ca focfardenz 
& cü laneuf blanc 2iueftimenz 

C397 

22En paf quel uidren lefcuftodef 
G fef23paurireN de pauor 
quequaiCfef 24mora aterra uengreN 
degraN 25pauor que foblel uengre ; 

Gl 401 
SOSuf en la peddre. lange! f& 
fi par271& alat femnef dif 
uof neieNt 28ci per que cremen! 
que ihm xpif 29ben requer& 

Cn405 
dOAnaz enef & non ef ci 
tot acö plit 3lquim* que uot dif 

406 od. guten. 



uenez ueder 32lo loc uoiant 
oli fof corpf iac def 33abanz 

an 409 
34A fof fidel tot annunciaz* 
maf uof 35p& druN noi oblidez 
engalilea 36auant eNuai 
allol-* u&ran o dit 37ior ad ; 

409 i von annunciaz unterpunktirt. 

412 derselbe Punkt LE. 98. 

CIV413 
38Elles dequi ca funt* to: nadef 
ihf 39lafa fenpreN contradaf 
dune re40con nof fent lofenio: 
11 ladoreNT 41ca redepto:; 

413 u in sunt aus o geänd. 

CV417 
42Lo nrae feiNdrse enepfcel di 
43ueduz furse ueiadef eine 
pri^meral uit föa mariee 
decui fep 45diablef forf medre 

CVI421 
46Em pref lo uidreN cellef duaef 

(4a)del munument cü fe retot 

neNT 
2p& dcef lo uit enepf cel di 

ab lui 3parl& filcoN iau dit ; 

CVn425 

4EN uerf lo uetprsB enuerf lo fer 
5dunc lo re uidreN foi fidel 
caftel öeraauf ab el' entr& 
abel eNfem7ble fi fopet; 
CVIII429 

sJafaduneNT li foi fidel 
ia diceN 9tuit que uiuf era 
cü il menaueN lOtal raizoN 
ihf eft& en m& trefloz ; 



20 



GIX433 
liPax uobif ßt dir atreCloz 
eu foi l^ihf qui pafTuf foi 
uedez maf maNf i^uedez mof pedf 
uedez mo laz l^qui fui plagaf; 

C3:437 
l5Fort ment fun il efpauent& 
Uli i^non credent que aia cam 
zo peNl7[ent il q; ent el 
le tpf apareguer; 

CXI 441 
l8Mel* epeifoNf equi inang& 
en ueril^d lof confinn& 
ta parTioNf ^OpeifoNf toflaz 
lo meir ßgna deitat; 

441 « in Mel aus o geänd. 

CXn445 

2iAIque[ uof ai deit deraizoN 

que ^ihf fez p9 pafTion 

tot nol uotpotc 28eu beN comptar / 

nol pod nul om 24de madre naz. 

GXin449 
25A Tof fidel quaranta dir 
per mulz 26rem blanz 
emrembla beiz bec 27eman ied 
deregnü deu föper par]&; 

CXI V 453 
28E per efmund roal allar 
toz babzi29zar intrinitad 
quilui credraN 30cil erent Ealu 
qui nol cr&ran feraN 3ldamnat; 

CXV457 
Signef faran li Toi fi32del 
quair el abanz faire (oH^e 



BSlinguef nouef il palaran 
& 34diablef encalceran; 
CXVI461 

35Sialcunf delf beuen ueren 
nonau36rainal zo lab per uer 
fobrse malab37der manf m&raN 
& fanitad atoz 38rendraN; 
CXVn465 

39Sur enumont donchef moNt& 
40que holiuet numnat uolai 
leu& 4Ua man Ol benedir 
uengre lanuuoK ^SQlcoUit; 
CXVÜI469 

^E loi uedent mont& eN cel 
ad dex^trif deu ihr er r& 
qui uenra toz 45iudicar 
atoz rendra ebeN emal; 
CXIX478 

^Li foi fidel eN fontoinat 
aldezeN (4b)iom ia cü per ueng 
fpf Cef fobrelz* 2chad 
deglo didicent pentecol3tem 
filf eN flani& cü fugf ^ardenz; 

475 Über r von aobrdg ein Punkt 

CXX477 

^Jldef ab anz funt aferad 
de ^crift noN fabent mot parlar 
7en pafche ueng uertuz de ^cel 
il non dobteN neguN iudeu; 

CXXI481 

9Pertoz lengatguef uan par 

lOlan 

laf uirtuz critt uan anlinuncian 

no lor pod om uiuf l^contraflar 

Tignef fazen per l3podeftad; 



21 



GXXII485 
l^Spandut funt per tot cef mund 
l5regnum dei nuncent per tot 
löconuertent gent & popu* 
17xpf per tot abelz ; 

387 auf gleicher Zeile der leeren 
Spalte c einige ausradirte Worte. 

cacxm489 

l^Lo fatanaf dol enagrand 
i^alf deu fidelf fai durf afanz 
^Icanz encruz fai lof leuar 
21alquanz defpadef degoUar; 
CXXIV493 

22ElIor alquanz faiefcorter 
23alquanz en foguiuf trebu24cher 
& engradilielf fai toP^ter 
al quanz ap p&dref 26lapider ; 

CXXV497 
27Luique aiude nulf uencera 
28ca peif lor fai il creifent 29maif 
locap acrift efuegur30rad 
pertot efmund ef ad horaz ; 

Man beachte, dass a nach Z. 241 gar nicht weiter verwandt wird, i schon 
nach 166(275—7 sind zu ändern) verschwindet und auch statt } gegen den Schluss 
hin viel häufiger r auftritt. Der Schreiber scheint sich also nach und nach 
Yom Schreibgebrauch seiner Vorläse zu emancipiren. Eoschw.', die von mir von 
Zeile 279 an noch nachträglich benutzt werden konnte, verwendet, wie ich, 
a (aber nicht :76, 114, 127, 133, 201, 202, 208, 221(2X), 223, 226, 232, 234, 
237(2 X)i 238, wo es die Es. ebenfalls bietet), dagegen nur ein Zeichen für 
r, und e. Die Wiedergabe der Ligaturen war auch Eoschw. nicht 
möglich, doch steht mein NC der Form des Schreibers näher als sein NS, 
während ihm für durchstrichne p (=per), Ä (in iÄ«), l (261) und b (388) 
eigene Typen zur Verfügiing standen. Den in der Hs. nacn oben gezogenen 
Abkünungsstrich gebe ich durch — , Eoschw.' durch * wieder. (Img ist 
Eoschw." 419 »fcä« statt »Cca«, wiewohl der Strich fast über dem a steht). 
Die Wiedergabe der Abkürzung für tis (*) ist undeutlicher, als die von mir 
verwandte (9) ebenso ist die Nachbildung der Zeichen am Strophenschluss 
bei Eoschw.' öfters miss^lückt, während die meine wenigstens annähernd den 
Stichen der Hs. entspricht. Eine Nachbildung der verschiedenen Spatien 
zwischen den Wortgebnden hat Eoschw. 'nicht versucht. Irrthümlich ist femer 
Eosdiw.': 74 »grant*«, während der Haken richtiger, wie bei mir, unter ta 73 ge- 
hört, da Qröbers Erklärung (Z.f.r.Ph. VI470) wonach ' und : die Umstellung 
von pavor vor prea andeuten sollen, wegen der dem : voraufffehenden Rasur 
unzatreffend erscheint. — 207 »passiont st. »paCCion«: — 418 »vedudt st. »uedudc. 



CSXVI50I 

3iNor cetlef pugnef non auö. 
32contra nof epf pugnar deuö 
33frainde deu@ noftrse uoluN34taz 
que part aiam ab nof 35deu fidelf; 

CXXVn505 

36Quar finimunz nonef mult 37lon 
& regnü deu fort ment 38ef prob 
drontre nof lez fa^öcä lo beN 
gurpiffö mund 40& fom peccad ; 

_ CXXVffl509 
4lXpf ihf qui maN eN fuf 
raercfe 42aiaf depechedoif 
entaU 43raizon fiam mefprsef 
per tapi44tad lö perdonef; 

CXXIX513 
45Te pof che r& drae grse 
dauaNT 46to paire glorise 
(anz fpm (4c)pofche laudar 
& nunc pertot 2in fcia AMHN 



22 



5. Leben des heil. Leodegar. 

nach der Vita von Urainut (Acta Sanctomm Octob. 2). 

Hs.i StadtbL Clermont-Ferrand 189 Lage 23 Seite 14—16. — Faesr. 

Album der Soc. des anc. Textes fr. pl. 7—9. 

Literatur: Ghampollion-Figeac. Docum. bist, in^dits Bd. IV 
S.446. — Diez, P. Zwei altrom. Ged. Bonn 52, neuer Abdr. 76 S.35ff.— 
du M^ril, E. Essai philos. sur la form, de la 1. fr. Paris 52 S.414ff.— 
Hofmann, G. Gelehrte Anz. der Bayr. Akademie 55 Bd. 40 Bulletins 
S. 51. — id. Sitzungsberichte der Bayr. Akademie 67 II S. 204. — Bartsch, 
K. ehrest, de Tancfr. Leipz.66, 4 ed 80 Sp. 13 ff. (Z. 1—150). — Paris, 
G. La vie de S.L^ger revue §. le ms.: Rom. I (72) 273. — Boncherie, A. 
üne nouv. röv. des Poßmes de Clerm. R. d. 1. r. IX (76) S. 18 ff. — Meyer, 
P. Reo. d'anc. teztes bas-lat. prov. fr. 2^ p. Paris 77 S. 194 ff. u. 1 f. — Lückin g, 
G. Die alt. fr. Mundarten Berl. 77 S. 17 ff. (Kritik v. Paris Restitution 
des Textes vgl. dazu Paris : Rom. VII). Havet, L. L*y dans le S. L^er: 
Rom. VII, 416. — Suchier, H. Die Mundart des Leodegarliedes: Z. fr. 
r. Ph. II 255. — Eoschwitz, E. Les pl. anc. mon. de la 1. fr. 3. Aufl. 



S. Ic. 



II 



JLJomine deu deuempf 36lauder 

et afof* fancz 37honoi poiter. 

infuamoi cantompf 38delfanz. 

quae po: lui augreNt 39granz aanz. 

etoief tempf 40etneft bienf. 

quaenof canlumpf 41defant leth- 

gier. 

2 in fof aus u goänd. 

117 
42Primof didraiuof delf hono:f 
43quae il auuret abduof fenio:f. 
44apref dilraiuof delT äänz. 
que 451i fuof cozpf fufling fi graNz. 
46& euuruinf eil deu menliz 
47quelui a grand tozment occift ; 



nii3 

(2a)Quant in fanf fud donc a 

cielf Stempf. 

alrei lo doistrent foi Sparent. 

quidonc regneuet aciel 4di. 

cio fud lothierf filf baldequi. 

^ille amat deu lo couit. 

rouatq; 6litteraf aprefift. 

IV 19 

7Didun lebifq; depeitieur. 
luil comanSdat ciel reif lothierf. 
lllo reciut 9tamben enfift. 
ab o magif tre lOfemprel mift. 
quil lodoift bien Hdeciel Tauier 
dondeu feruier l2por bona fied ; 



23 



V25 
13fit cum illaut doif^ deciel art. 
I4rendel quilui lo comandat. 
il l51o reciu bien lo non rit. 
cio fud lölonx tiempf obfe lofting. 
deuf I71exallat cui el feruid 
defanct 18MAXENZ abbaf diuint; 

25 statt angefangenem u, 

VI 31 
i3Jirefud nulf om delfoN iuuent. 

• 

quimeldrefuft donc acielf tiempf. 
2lperfectuf fud incaritet. 
fid autil 22grand etueritiet. 
et inraizoNf 23belf oth ferraonf. 
humilitiet oth per treftoz. 

Vn87 
25Cio fempre fud et iafier. 
quifai 26lobien laudaz enner. 
et fanz 271etgierf femprefudboNf. 
fempre 28j5ft bien oque elpod 
dauaNT* 29iorei en fud laudiez. 
cum ilBOIaudit fulin amet 

41 nach dauaNT scheint i ausradirt. 

vra43 

31 A fei mandat & cio lidift. 
acurtfuSt 82fempre lui fer uift 
illexaltat 33elonozat 
fagratia liperdonat. 
34ethunc tam bien que il en fifl. 
35dehoftcduN euefq; en fift 

1X49 

36Quandiuf uifquet ciel reif 

37lothier. 

bieN honorez fud 38fancz lethgierf . 

ilfefudmozz damz 39ifud groNz. 

cio controuerent ^baron franc. 



po2 cio quefud ^ideboNa fiet. 
dechiel perig 42feiCfent rei. 

X55 
43Vn compte ioth ]pfen lef trit 
42ciel epf nüauret eurui.* 
44Neuol reciuure chiel periN. 
45maif lifeu fredre theoiri. 
Nel 46condignet nulf defof pierf. 
re 47uolunt fair eftre fogred*. 

56 fallt den leeren Raum der Zeile 
42 ist aber durch Strich und : an den 
Schluss von 43 verwiesen. 

60 (2 in gred aus t geänd. 

XI 61 
(2b) Jllo prefdrent tuit aconfeil 
2eftre fogret en fifdren rei. 
3eteuuruinf otten* gran dol. 
4porroq; uentrenolf enpoth 
^por ciel tiel duol rouaf clergier. 
ßfifen intrat inun monftier 

63 tt durch Haken verbunden wie 
109 ct. 

XII 67 

71leif chielpericftambienen Sfift 
defanct .1. confilierfifl. 
öquandiuf alfuo confiel edrat 
lOin contradeu benfi garda. 
lei iiconfentit etobferuat 
etfoN 12regnet bendominat. 

XIII 73 

i3Ja fud telfom deu inimix. 
l^quil en cufat obchielpering. 
iSlirQ fudgranz cü defenio2. 
I6et fö .1. ocfent* pauor. 
ialo i^fot bien ille celat. 
anuil iBomne nol deraonftrat. 

76 fent aus fönt geänd« 



XIV 79 

tQQuatit ciel irae teif ^Oerdeuent 

Midi 

pafchaf furent 2Iinepr 
et tu .1. fift Ton miftier. 
22milTae cantat fift lo mulben. 
23poblen lo rei com muniet. 
24etreDr cumgiet nrenralet. 

XV 85 

S&Heif chielpericT [cum il (iioiO* 
26iaudit]. 
prefdraCof meif 27aluifiramift 
ciolimandat S8quereuenirt. 
C^ratia poi 29tot ouift: 
et fe .1. ner Toth 30merrait 
cumuit 1er meif 3ialui ralat 

85 [cum tl laudi(\ auf Rasur (norf) 
anuudirt Tgl. 115. 

XVI 91 

32JI CIO liditt etadunat. 
tot 33conrilier ianon ettrai 
meu 34eueCquet nem lez tener. 
35po2te quitempre uolf auer. 
36eN u mon[üer melaiffe iQ37trer. 
pofciiionpofr lai not SBefter 
XVII 97 

39Enuiz lo fin nonuoluntieK. 
40|ai(Tel- intrar inunionRier 
41ciofud llfoC ut il intrat, 
cleri 42euurui ille trouat. 
cileuuruiNf 43niolt liuol miel 
toth per enueia 4*non per el 
XVIII 103 

45Kt ro .1. fift fo mifler 
euunii ■WpriCl acatlier. 
de] iragraSd -t^etciel conropt 



cio ti preia (2c)lainar lototh 
fuf li po»Jeu nelfut* 2poi lui 
cio li preia paiaf ablui 
106-107 Über^l Noten leichen, deren 
letitea LOcking/ust st./iu Icmd Um^ 

XIX 109 
3Et euuruinf fift tincta paif 
4ciol demontlrat queOpaiar 
^quandiut inc'et montlier intlud. 
6ciol demonftriit atnixlifult. 
Tmaif enauanl* uor cio aurez 
^cum il ledrat por malafid 

113 über dem tweitonaTOneiMHiaiil 
ateht auch ein Notenieichen vgl 106. 

XX 115 

9ltex chielperingf ilCefudmozf 
iDpot lo regnet lo fouureot loit 
iiuindrent parent elo: amic 
l'^liranct .1. lieuurui 
cio confoii^tent adambef duot 
que Cent i^ratgent inloi honoit 
XXI 121 

l&Et fC .1. den flftdra bien. 
quae l^Cen ralat enreuefquet. 
et I7euuruinf den fir dra mid 
iSquaedonc deueng anatemaz 
löfon queuque il acoionat 
20tolh lo laircni recimer 
XXII 127 

2iBomincdeu ilcio IjuITat. 
22ct*diable comandat. 
quar 23doncrud mielfetalui uint 
iluo24]unlicrr Temper reciut 
cum ^fulc enaut grand adunat 
2ölo regneprefl adcuaftar 7 



£ 



xxniiss 

S7^ iocjt&azimuu tsmI Hrdarc 
2Sifc agiaiieT perrjULTi. 
pooqaiKi :^iuo: '^hi.faL i^Uit-! 
poBden ^i^neraoh i xilerje: 
ciei setad -^tmü äemenrr* urj' 
gnitki ^^^^tsürchf- uidil: 

^JLdorteuL BciliaciL 
0D1I Ihd-: •-... im. EUiiK^ 

defuzT üuiTt üTi -^'^ai. lui*;" 
p*!»: .. iiiui fü. iiic '^nT: 
puiLtffj itä- iiiie. qua*- '^Ch^ioi.' uil 



l-il vraf. Uli.» 



4*«et oiii^! c-on io: hii r^xi: 

cisJ euuniiu! aua num -»uic 
panreiroua: i»er ■S'iulif:'" 



•'•»'•- IT 



UI. 



quati. ^. iüriTt .:: ra::: 

cüE lan: hiar r*ii' ^ei r-r-:!u: 
neuiti. nuJ ^ün ciHr r>rLiriür 



VI. :: 



i2L ;i^i!L'rj 



_-j^i c..-- 






itOTh '--;K-.23*ji dcaiideu parlier. 
ihii'jz: '-"i^jiiit TTÄil oe'w laudier 

Tr.r •»X': 'jliit: ?U r-L '-'Ll'U'. 

3i;i'.j: iTiIt* ir-'»: -'•riviiiTie:'..*' 
3rL :»*-:• niif cinirj**: ';rj:Iier. 

*•• t II j*i»r. uu- ' •<- :* ir-:üDt 
- X. -iJAXi ii' iii'ij' ;»--:»:tt--L 



^^iTi*?Tf»^' «»:i ijuii '-iii .iiiimi' 

üa: 

T- •^- "^- ■ . _. 

- »■ X . . 






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- r* 



26 



XXXII 187 

37Kt euuruif : = ''='""^*» 
credren nelpot 38antro queluid. 
cum illouid 39fudcorroptiof. 
donc °*^ ablui 40duref raizonf. 
elcozpf exaf*Ura altirant. 
peif li promeCt 42adenauant 
XXXIII 193 

43A grand furo: agraN flaiel. 
44rilrecomanda laudebert. 
^^cioli roua& noit et di. 
miel 4611 fez. ift* dontrequel uiu 
47ciel laudebert fura buonf om. 
(3b)&rc .1. duif afondom;* 

198 aus /(C/. ift geändert? 
198 Ober aui/ u. dorn ein Noten- 
zeichen. 

XXXIV 199 

2JI1 lluol faire muH amet. 
beuure Bljroua a pozter. 
garda fi uid 4grand claritet. 
decel uindre fud ^depardeu 
et ficum roozf 6in cel efgranz 
et ficum flani7nier dar ardaz 

XXXV 205 
sCillaudeberz quäl hoialuid. 

9tomefalf altref filloz dift. 
cieft lOomneliel mult a'ma df. 
pozcul lUelfcaufa uindecicl. 
potcielf I2figncf queuidrent telf. 
deu I3prefdrent niult aconlauder 

XXXVI 211 
UTuit liomnedcciel pail*. 
I5trestuit aprefdreNt a uelßnir. 
etlc .1. lifprediat. 
dnö I7deuillef lucrat. 



rendet ciel ISfruit rpiritiel. 
quaedeuf l^liaurft p^rdonat. 
XXXVU217 

20fit euuruinr cü illaudit. 
*^lcredere nelpot antro22queluid. 
eil bienf quel fiFt SScillipefat. 
occidere locom''24inandat. 
quatromneC itra^Sniift amez. 
que lui aleffunt 26decoIIer. 
XXXVm223 

''^7Ijitrer uindrent afc .1. 
28iuf fe giterent afofpez. 
de loi 29pechietz que aurent faiz* 
äOillof* abfoir etperdonet. 
loquarz ^lunf fei nom auadart 
abuN 32inrpieth lo decoDat 

225 a in faiz ans I geänd. , — dt 
lor bis 226 illos auf Rasur. 

iXXXIX229 

saut cü illaud* tollut loqueu. 
341ocoipf eftera fobrelf piez. 
35cio fud lonxdir quenon cadit. 
•^6tai faprofmat queluifirid ; 
37entro litalia lof pez de iuf. 
38locoipf ftera femprefuf 

229 d in aud aus t geund. 

XL 235 

39Dclco2pf aCaz lauez audit 
4*>etdeU' floieir quegrand ^ifuftint. 
lanima reciunt ^^dominedeuf. 
air altref 43ranz enuoi encel. 
il nof aiud* 44ob ciel feniot. 
po2cui fuftinc 45telf paffionf; 

239 d in aiud aus t geänd. 

FINIT. FINIT FINIT LüDENDO 
DICIT; 



27 

Man beachte, dass 3 im LE gar nicht auftritt, a dagegen häufig und 
} nach o regeh-echt., Koschw.' giebt auch hier dsts a der He. nur zum 
Theil wieder (nicht: 34, 74. 91, 122, 125, 152, 158, 162, 190, 194(2X), 
28b). Ausser einigen irrigen Worttrennungen und Strophenschlusszeichen 
bessere noch 44 »fuft« st. »fust«, 10 1 »eil« st. »cli« ; »euuruiNf« st. euuruiNs«. 



6. Sponsus. 



BrucbstÜok einefe liturgischen Dramas von den klugen und thörichten 

Jungfrauen. 

Et,: Paris, BibL nat. F. L. 1139 Bl. 5Sr*— 55t;« (von mir 1882 einge- 
sehen). — Faea.: Coussemaker: Hist. de Tharmonie au moyen age Paris 
52 Tgl. id. Draraes liturg. du m. age Rennes 60 od. Paris 61). 

Literatur: Lebeuf, L*abb^. Dissert. sur Thist. eccl^. et civ. de Paris 
1741 n S. 65 — Hist. Litt^r. de la France VII (1746) 8. 127. - Roque- 
fort, F. De l*^tat de la po^ie fr. au XII« et XIII' s. Paris 1815 S. 258 
(Erste Erwähnungen) — Baynouard: Choix de poesies orig. des troub. 
11 139-143 (erster Druck) — Wright, Th. Barly mysteries London 38. 
— Monmerqu^, L. J. N. et Michel, F. Th^tre fr. au moyen-age 
Paris 39 8. 1 ff. — M agnin, Gh.: Journ. des Savants 46 S. 84. ff. 
du M^ril, E. Origines lat. du th^tre moderne Paris 49 — Cousemaker. 
Drames liturg. du moyen age Paris 61 8. 1 ff. — Stengel, E. Zum Myst. 
T. d. klug. u. thör. Jungfr.: Z. f. r. Ph. III. 233 ff. — Boehmer, E. 
Sponsus: R. St. IV 99 ff. (vgl. dazu Meyer, F. Romania VIII, 4i)5 11. 
Stengel: Z.f.r.Ph.III 467 f. j. — Julie Tille, L. Petit de. Les myst^res 
Paris 80 I S. 27. — Eoschwitz, £. Les pl. anc. mon. d. L langue fr. 
8. Ausg. Heilbronn 84 S. 45—51. 



B1.53ro, 5-9. ^'^ ^'^ °"'^*«"^' 

Vbi eft-xpifluf-meuf dominuf-7filius-excelfuf-ea amus* — 
uidere-fepulcrum-Quem queritif-in fepulcro-o xrifli* cole — 
UTon eft-hic furrexit-ficut-predixerat-ite-nuntiate-dis cipulif — 
eiuf-quia-prece det uof-ingalileam-Vere-furrexit-dominuf-de — 
fepulcro - cum gloria - alelui - a 

5 das erste a TOn ea amus durchstrichen Eoschw.— 6 »zpisti« Eoachw. 



28 



SPons'. 



A. 



.d - eft- fpöfuf — (53ü® *)qui eft-xpiftuf- uigilate-uirginef- 
,p* aduentu - eiul"* - gaudent - 7 gaude — (2)bunt - hominef- 

3 Venit - enim - lib'are* - gentium - originef- 
quaf- per pri — (3)mam-ribi-matrem-fub iugarunt - demones - 
Hie efl- adam - q« fedT* — (4)pcr ,ppheta - dicitur- 

6 per quem -fceluf-primi- ade- anobif-diluitur — 
(5)Hie pependit-utcclefli-patrie-nof redderet- 
ac departe - ininiici — (6)liberof - nollraheret- 

9 Venit- fponfuf-qui noftro:' - fcelerum - pia — (7)cula 
mo2 te - lauit - at q; - crucif - fulliilit - patibula 

1 Koschw. setzt fol. 53i** schon früher und giebt der Seite demgeniftss 
10 Zeilen. — 2 »jKr« Koschw. — »oui^« Koschw. — 3 »lib'erare« Koschw. 
— 5 »CcdC« Koschw. 

PRVdetes 

(8)Oiet - uirginef - aifo - queuof - dirum- 
12 aif&*-prcfen- queuof co — (9)mandarum- 

atend& - unef pof- ihu - faluaire - anom 

Gaire noi — (54r®)dormet- 
15 Aifel-efpof- queuof- hora-tend& 

uenit - enterra - per lof — (2 )uoftref - pcchet 

dela uirgine-enbetleem-fo net- 
18 efluiii - iorda — (3)lauet - elu - te et 

Gaire 
21 Eu fo batut-gablet-elai deniet — 

(4)fuf ela crot - batut - eclau figet 

Dcumonumen - de fo entre - pau — (5)fet 
24 Gaire 

E re fo2f-ef-lafcriptura-odii- 
27 gabrielf-foi-en* tra(6)mef aici- 

atend&-lo-que ia uenra-praici 

Gaire 

12 »aifex« Koschw. - lU Böhim^r, dessen Zählung von mir und Kosch- 
witz beibehalten ist, fasst «Ion Refrain als 2 zeilig =r Z. 11 -5. — 27 »eu« 
Koschw. 



29 

Fatve. — 

31 (7)l!¥of* uirginef-que aduof-uenimuf- 
negligenter - oleum — (8)fundimur- 

33 aduof - orare - fororef- cupimuf- 
ut - 7illaf- q'buf nof — (9)credimur- 
dolentat- chaitiuaf - trop i auem dormit- 

36 Nof CO — (54v®)mitef-huiuf-iline^if- 
7fo^o^ef - ei^dem - generif- 
quam uif male — (2)contigit-miferif- 

39 poteCtif nof-reddere-ruperif 
Do 
Parllmini lu — (3)men-lampadibuf- 

42 pie fitif-infipientibuf- 

pulfe nenof - fimuf- afo — (4)ribuf- 
cura uof-fponfuf-uoc& infedibuf 

45 Dole- 

31 »Hof« KoBchw. 



PRVdöteC 

(5)Mof precari - precamur - ampli uf- 

definite - fororef - otiuf — 
48 (6)uobif-enim-niI erit-meliuf- 

dare-precef ,phoc-ultcriuf 

Dolentaf — 
51 (7)Ac ite nunc-ite-celeriter- 

ac uendentel - rogate' - duiciter — 

(8)ut oleum -ueRrif- lampadibuf- 
54 dent-eqidem-uobif-inertib; 

Do- 

(9) Amifere - nof- hie - quid - faeimuf 
57 uigilare-numquid-po — (55''®)tuimuf 

hunc laborom-que-nunc-p^rferimuf- 

nobif-nof-med con — (2)tulimuf 



30 



60 Dor 

Et d&* - nobif - mercator - otiuf- 
quaf-liabeal-mercef— (3)quaf fotiuf- 
63 oleum -nunc -querere -uenimuf- 

negligenter - quod — (4)nofm&* - fundimuf 

Dor 

66 De nodroli-queret-nof-adoner- 

nonau — (5)ret - pont - alet - en a chap ter- 
deuf-merchaanf-quelai ueet efter 

69 Dor >- 

46 »Hof« Koschw. — 52 »rogare« Koschw. — 
61 »de« Cou8., Koschw. — 64 »nofme« Cous., Koschw. 

MercatoreC. 

(6)Domnaf genlilf-nouof couent efter 
nilo iamen-aici ademo — (7)rer- 

72 cofel - queret - nouuof - poem - doner- 
querel - lo deu - chi uof — (8)pot - cofeler 
Alet-areir-auoflraf-faie* ferof- 

75 epre iat laf per deu — - (9)lo gloriof- 
deoleo - fafen - foco2f - auof- 
faitef-otofl-q; ia uenra-lefpos — 

74 »saic« Koschw. »sine« Meyer. 

78 (56v®)Amifere-norad quid-uenimuf- 
nil eft - enim - illut - quod querim* — 

(2) fa tatum - eft - 7nof - uidebimuf- 
81 ad nuptiaf-numquam-intrabim* 

Dor ■ ntaiil fpöraf 

(3) Avdi - f^onfe * uo cef - plan gentium- 
84 aperire'-fac nobif oftium- 

cum — (4)fotiif-prebe-remedi um 

81 »nunqoam« Koschw. 



31 

rf ntniat fpöhir 

XPS 

Amen dico uof-igiior — (5)co-nam carctif- luniine 
*•; quodq'prrgunl-.pcul-prrgunt-huiuf au~ (6)le-lumine' 
A\& - rliaitiuar-al& - inalauroar- 
a tot ioif-niaif-uof— (7)fo jienaf-liureaf- 
ini eiiefem-ora fcrft-nicneias- 

M accipiant **'-demoner 



Verbessermigen u. Nacbtrftge. 

S. 4. Literatur: Die ältesten Drucke der Eide sind, wie 
mir Suchier freundlich inittheilte enthalten in: Bodinus, Joh. 
U- rr publica 15S0 V. <>, S. 825 und Fauchet, Claude. Rccueit 
i|»- Tori^ine de la lan|?ue et po^ic fran^oises Paris 1581 Bl. 28 — 
iiiuUfs Arbeit steht Jahrb. XV, 83 (nicht 12), Suchier^s eb. 
XIII ;ih3 (nicht 381). 

S t>. 13 I. ^auxihum* sl. »auxiluin«. 

S. 7. Koscliw.* verweist noch auf Bart.scirs Bemerkungen 
in Z. f. r. Ph. II, 123 — P.Rajna's Erklürung für die metrische 
Nd< hbildun;: «ier lat. Sequenz ö. 507 seiner Origini thiV epop. 
fr. PirinzeSi: TCalct) di cui si capiscc bene il perche: le parole 
vul|suri dovevario servire al popolo |)er accompagnare cajitaudo 
la nM*kMiia d#*ila secjuenza inHesimac stimmt nidit zu Suchier*s 
uriii tMich weni^fT zu den von mir ^t*ltend gemachten Ansichten. 
— Anm. 10 I. »Buchst. c st. >BniclL<;t«. 

S 11 füye zur ÜlN'rs<-hrifl : 4. Diez hat in seaieni Auf- 
satz S. Jiki f. Bess4>iungsvorschlage von N. D(*lius verzeichnet 
— > .'» Ahm. I. »anz* bt. >an^<. 

S. 12 I. »afTof« sl. »alTosc. 

.<. \\\. Ih \ i;«! wohl narhträ{rlich ein(^efögt — 115 / in 
;..:r \A unterpunklirt. 

S. 14. ItiO I. »ludeRrec st. •ladeflre«. 

S 15 Ylk\ I. »nü€ st. »no€ — 184 Anm. I. »loic sl. »ioi« 
230 I. >retramef« st. »retranu^sc. 

S. Ifi. 259 I. «ihr- .4. »ihfc — 275— 7 ersetze »jt durch »z« 



32 



Nachschrift. 

Als Ergänzung zur Vorbemerkung diene Folgondes: 

Nach Fertigstellung des ersten Halbbogens dieses Hettes erhielt 
ich als Antwort auf eine; Karte vom 8. Nov. 83 von den Herren Gebrüder 
Henninger am 13. die Nachricht, dass sie sich wegen unerwarteter Verzöge- 
rung des altiranzösischen Übungsbuches (welches übrigens von W.Förster 
und E. Koschwitz gemeinsam herausgegeben werden soll) und wegen 
zahlreicher weiterer Bestellungen rasch entschlossen hätten eine Separat- 
Ausgabe der Monuments als 3. Aufl. derselben im alten Format und zum 
bisherigen Preise (M. 1. 50) herstellen zu lassen. In cdnem gleichzeitig 
versandten Circular wurde versprochen, dass die neue Auflage bis Ende 
Nov. in den Händen der Besteller sein würde. Ich theilte hierauf alsbald 
den Herrn Verlegern wie dem Herausgeber mit, dass ich meinen in Folge 
ihrer früheren Mittheilungen in Angrifl^ genommenen Abdruck derselben 
Texte nun nicht mehr zu inhibircn vermöchte. College Koschwitz räumte 
mir daraufhin bereitwilligst ein, da^^s ich unter den obwaltenden Umi^tänden 
nicht wohl anders handeln konnte und ist im Schlusssatz seines Vorwortes : 
»Ihre (d. h. der 3. Aufl. der Monum(>nts) Ankündigung hat freilich nicht 
verhindern können, dass auch Stengel die Erbschaft der alten Monument« 
antrat« wohl nur durch Versehen des Setzers statt vnicht mehr« einfach 
»nicht« zu lesen. 

Da die Neu -Ausgabe der Mon. so nahe bevorstand, hielt ich es 
für besser, statt derselben zuvorzukommen dieselbe abzuwarten, ehe ich 
an den Abschluss meines Abdruckes ging, zumal die nächsten Bedürfnisse 
meiner Zuhörer mit dem bis dahin Gedruckten befriedigt waren. Die 
Herren Verleger der Monum. erriethen meine Absicht und führten, um 
sie zu vereiteln, die von meinem Verleger gemachten Bestellungen auf 
die Monum. nicht aus. In Folge einer späteren din^cten lleclamation 
erklärten sie durch eine auf dem Buchhandel weg nach Marburg spedirtc 
Notiz vom 10. Dez., dass sie vor Erscheinen meiner Concurrenz- Ausgabe 
die Monum. überhaupt nicht nach Marburg liefern würden. Ich bestellte 
daher alsbald von auswärts ein Exemplar und erhielt es in den Weihnachts- 
tagen. Sonderbarer Weise erlitt auch die Versendung von Nr. 12 des 
Literaturblattes f. rom. u. germ. Phil., in welchem irrthümlich meine Aus- 
gabe wie die Koschwitzsche als bereits erschienen angekündigt und für 
beide voreilig der gleiche Laden-Preis (75 Pfg.) angegeben war, für § ä m m t- 
liche Besteller Marburgs eine bedeutende Verzögerung, indem es erst 
Freitag den 4. Januar eintraf. Das mir für einen Beitrag zustehende 
Exemplar, welches mir früher stets direkt per Post zuging, ist sogar 
erst heute an mich gelangt. 

Marburg d. 10. Jan. 84. 

E. Stengel. 



AUSGABEN UND ABHANDLUNGEN 

AUS DEM GEBIETE DER 

EOMANISCHEN PHILOLOGIE. 

VERÖFFENTLICHT VON E. STENGEL. 

Ml. 



DIE 



PROYENZAUSGHE GESTALTUNG 



DER MIT DEM 



PERFECTSTAm OEßHDETEN TEMPORA 

DES LATEIMdEN. 

(NACH DEN REIMEN DER TROBADORS). 



VON 



KARL FR. TH. MEYER. 



MARBURG. 

N. G. KLWERT'SCHE VERLAGSBUCHHANDLUNG. 

1884. 



Herrn 



Professor Dr. Edmund Stengel 



in dankbarer Verehrung 



gewidmet 



Tom Verfasser. 



• * 



Di 



'ie Grammatik der provenzalischen Sprache hat in starkem 
Gegensatz zu den meisten anderen Gebieten der romanischen 
Philologie bis jetzt nur eine kleine Zahl von Bearbeitern gefunden, 
für den Theil aber, dessen Darstellung im Folgenden versucht 
werden soll, ist noch besonders wenig geschehen. Ausser dem 
betreffenden Abschnitt in Diez' Grammatik der romanischen 
Sprachen und der Monographie des Conjunctivus Imperfecti, 
welche Paul Meyer (Romania VIII, 155^ gegeben hat, dürfte 
hier nur noch Suchiers Abhandlung über die französischen 
Perfecta der m- Klasse zu nennen, sein, welche auch deren 
provenzalische Gestaltung berücksichtigt. (Zeitschrift für rom. 
Philologie IL) 

Diez gründet seine Darstellung noch vollständig auf die 
unzuverlässigen Schreibweisen der späten und meist von Aus- 
ländern angefertigten Handschriften; er hat ferner noch keine 
Stellung zu den Ausdrücken larc und estreü genommen, sondern 
schwankt zwischen der falschen, von Raynouard vertretenen 
Ansicht und der richtigen, wie sie Milä und Meyer aufstellen 
(vgl. Die beiden ältesten provenzalischen Grammatiken, pag. XX); 
und doch ist grade diese Unterscheidung von der grössten 
Wichtigkeit für die Erkenntniss bislang unerklärt gebliebener 
Erscheinungen. Die Arbeit von Paul Meyer (RomaniaWTU, 155) 
ist als eine Zusammenstellung von Thatsachen zu bezeichnen, 
deren Gonslatierung die nothwendige Folge der richtigen Auf- 
fassung von larc und estreü bildet; das Gruppierungsprincip — 
Vorhandensein oder Fehlen der Endung et in der 3. Sg. Per- 

fecti — ist aber nur ein äusserliches. 

1 



2 

Suchiers scharfsinnige und für das Französische ergebniss- 
reiche Untersuchung entbehrt für das Pmvenzalische der sicheren 
Basis einer umfangreichen Materialsammlung, ein Mangel, der 
sich dem Verfasser selbst fühlbar macht und ihn mehrfach 
nöthigt, sich für wichtige Punkte mit Annahmen zu begnügen. 
(Vgl. Zeitschrift II, 264). 

Die vorliegende Arbeit nun stellt sich die Aufgabe die Reim- 
reihen der meisten provenzalischen Literaturdenkmäler, welche 
einschlägliche Formen enthalten, zu untersuchen und neben 
der Gestalt der Eeimsilbe in ei*ster Linie die Aussprache 
des Tonvocals festzustellen falls derselbe ein e oder o ist. 
Auf diesem Wege, das heisst an der Hand der Scheidung von 
e und larc und estreit^ wird man den Antheil erkennen 
können, welchen Schrift- und Vulgärlatein einerseits imd con- 
formierende Analogien andererseits an den vorhandnen proven- 
zalischen Bildungen haben ; mit einem Wort , man wird einen 
Eintheilungsgrund finden, der jedem Postulate gerecht wii4, 
welches die genannten Formen darstellen. 

Was den Reim zu einem Kriterium ersten Ranges erhebt, 
das ist die Sorgfalt, die dem vocalischen Element der Reim- 
silbe nicht nur in guten, alten Texten sondern auch in denen 
der spätesten Zeit zugewendet wird. Erst seit den letzten 
Jahren aber würdigt man voll und ganz die Bedeutung der 
in der Schrift verwischten Vocalnqancen für die Erkenntniss 
des Organismus der romanischen Sprachen. Es ist in dieser 
Beziehung anzuführen, um von Leistungen auf verwandten Ge- 
bieten zu schweigen, die Arbeit von Paul Meyer (Memoires de 
la societe de linguistique I, 145): »Das o im Provenzalischen«; 
der Au&atz von Thomas in den Archives des missians seienti- 
fiques et litteraires HI«'»"« serie^ tonie l"', sowie die Dissertation 
von Wichmann Ȇber die Aussprache des provenzalischen E< 
Halle 1881. Die letzgenannte Untersuchung namentlich weicht 
in ihrer Anlage schon ganz von der bisher üblichen Art der Fest- 
stellung ab, die, allein auf Notizen des Donat oder einigen 
zufällig herausgegriffenen Bindungen füssend, nur unzuverlässige 



Resultate liefern konnte. Mö(;lichste Vollständigkeit des 
Materials muss an erster Stelle und unbedingt gfsfprdert 
werden, denn nur diese vermag Sicherheit in den Ergebnissen 
zu gewährleisten und eine solide Basis weiterer Arbeiten zu 
schaffen. 

Für die vorliegende Untersuchung wurden die Reimreihen 
der provenzalischen Lyrik und, bis auf einige Ausnahmen, auch 
die der Epik und der Didaktik herangezogen ; ausserdem fanden 
die Formen der ältesten Denkmäler bis auf Wilhelm von Poitiers 
sämmtlich Berücksichtigung und sind den spätem vergleichend 
gegenübergestellt. Es ist natürlich nicht die Absicht für land- 
läufige Formen erschöpfende Belege beizubringen, dagegen aber 
spUen die für seltne und wichtige Bildungen womöglich in 
extenso aufgeführt werden. 

Erklärung der vorkommenden Abkürzungen. 

A.D. Die ältesten provenzalischen Sprachdenkmale. 

A^. Sancta Agnes. Provenzalisches geistliches Schauspiel, herausge- 
geben von K. Bartsch. Berlin 1869. 

A. 0. d. Mars. , Ens. Am. Quill, de Marsan, Ensenhamen. Bartsch Leseb. 
132 ff. 

A. P. B. Anciennes po^ies religieuses en langue d*oc p. p. Paul Meyer. 
Paris 1860. 

Am. d. Mar. Das didaktische Werk des Amaut de Maruelh ; Raynouard, 
Chx. IV, 405. 

Boeth. Das Fragment von Boethins. 

Brev. Le Breviari d*Amor de Matfre Ermengaud p. p. G. Asats. 

Crois. Chanson de la croisade albigeoise p. p. Paul Meyer. 

Diät. Diätetik; Such. D. I, 201. 

D, PrM«) Bom. The Bomance of Daude de Pradas on the Four Cardinal 
Virtues, edited by Austin Stickney. 

D. Serm. Deux Sermons. (Dieses Stack wird nach der Publikation in 

der provenzalischen Chrestomathie von Bartsch, 4. Auflage 1880, 

citiert (B. Chr.). 

E. J. Evangelium Johannis, Kap. 13 — 16, nach der Londoner Handschrift. 
Eaim. Das Leben der heiligen Enimfa; B. Denkm., p. 215 ff. 



Ebb. del gnarso. Lunel de Monteg, Essenhamen del guarso. B. Denkm. 114. 
Eng. d. 1. dons. Amanieu des Escas, Essenhamen de la donzela. B. Leseb. 

140 ff. 
Ens. d. l'esc. Amanieu des Escas, Essenhamen de Tescudier. B. Denkm. 

101 ff. 
Fab. Fabel, Romania II], 291. 
Flam. Le Roman de Flamenca p. p. Paul Meyer, Paris 1865; 

F. Lim., Rom. Folquet de Lunel, Romans. Ausgabe von Eichelkraut. 
FZeich. Übersetzung des altfranzösischen Gedichtes von don fünfeehn 

Zeichen des jüngsten Gerichtes. Such. D. 1, 156. 
9. d. Cabr., Ens. Guiraut de Cabreira, Ensenhamen. B. Denkm. 88 ff. 
e. del OliT. Die Sprüche des Guir. del Olivier d* Arie ; B. Denkm. 26 ff. 

G. Folq. Gui Folqueys, die sieben Freuden Marias; Such. D. I, 272. 
Hon. La vida de sant Honorat p. p. Sardou. 

Jaaf. Der Roman von Jaufre ; Raynouard , Lex. Rom. I (R) und E 
Hofmann, Sitzungsberichte der bairischen Academio. 1868. (H). 

KJes. Das Evangelium der Kindheit Jesu. B. Denkm. 270 ff. 

Hie. Das Evangelium Nicodemi; Such. D. I, 1 ff. 

HPap. Amaut de Carcasses: Las novas del papagai. B. Chr. 259 ff. 

PCard., ü. C. Paire Cardenal, üna ciutatz . . . B. Chr. 175. 

Planch 8. pl. Planch sobre planch. Arbaud, Chants populaires de la 
Provence; p. 229. 

Boss. Girartz de Rossilho. 

B. Vid. Die Novellen des Raimon Vidal. 
L Castia gilos; Rayn. Chx. IIL 398. 
IL M. G. 341. 
IIL Klage über den Verfall höfischen Lebens; B. Denkm. 144—192. 

Sen. Seneca (Lo savi). B. Denkm. 192 ff. 

SEst. Planch de sant Esteve, B. Chr. 21. 

SFreund. Die sieben Freuden Marisis, Such. D. I, 85 ff. 

SBeae. Des Sünders Reue; Such. D. I, 214 ff. 

Die Citate sind in der Arbeit in einer dem Inhalt der betreffenden 
Werke entsprechenden Folge geordnet. Ich gebe hier eine Übersicht. 
1. D. Boeth. — E. J. — A. P. R. — D. Serm. — 

Epik: Ross. — Jauf. — Crois. — SEst. — Hon. — Enim. — Nie. — 

KJes. — R. Vid. I, II, IIL - NPap. — Flam. — 
Didaktik: D. Prad., Rom. — F. Lun., Rom. — Planch s. pl. — SFreud. 

— G.Folq. — FZeich. — SReue. — Arn. d. Mar. — G. del Oliv. 

— Sen. — Diät. — P, Card., U. C. - Fab. — Ens. d. l don». — 



Ena. d. Teec. — Ena. d. guarso. — A. G. d. Maifs., Ena. — G. d. 
Cabr., Ena. — Brev. — Agn. — 

Um Raum zu gewinnen aollen bei der Zuaammenatellang der Beim- 
reiben die Dicbter, welche die betreffenden Formen verwenden, nicht 
namentlich, aondem durch die Nummer bezeichnet werden, die aie bei 
Bartach (Grundriaa) fuhren. Jeder Reimailbe geht ein Verzeichniaa der 
Haa. etc. vorauf, aua denen geachöpft iat, wobei wieder an der von 
Bartach eingeführten Bezeichnungaweiae featgehalten werden wird. 



I. 

(Die Accente deuten den Tonvocal an, ein Acut auf pro- 
venzal. e oder o geschlossene und ein Gravis offne Aussprache. 
Derlctus bei den aus den A.D. entnomnmen Formen bestimmt 
allein die Lage des Tones). 

Die Reimuntersuchung zeigt, dass für den Gonj. Imperf. 
des Provenzallschen , von einigen später zu besprechenden 
Ausweichungen abgesehen, 3 Endungen: es^ is und es charak- 
teristisch sind. Diese Dreitheilung, welche sich ebenso auch 
für die anderen Formen des Praeteritalstammes durchführen 
lässt, ist geeignet den Organismus der provenzallschen Gon- 
jugation klar zu legen. Vollziehen wir nämlich die Gruppierung 
der Perfecta nach den eben genannten Kriterien, nach der 
Gestaltung des Gonj. Imperfecti, so wird sich zeigen, dass die es und 
is Klasse Formen aufweisst, welche einem lateinischen Vorbild 
entweder direct entsprechen, oder einem solchen doch analog 
gebildet sind, dass dagegen die Perfecta der es Klasse Grund- 
lagen haben, die zwar in den Elementen auch auf schrift- 
lateinisch Gegebnes zurückgehen, als Ganzes aber lediglich in der 
vulgaren Sprache vorhanden sind. 

Die erste Gruppe, die es- und w-Klasse begreifend, sei mit 
-4, die zweite, ^5 -Klasse, mit B bezeichnet. Treten wir zu- 
nächst j1, 1 näher, so finden wir hier fast auschliesslich Verba 
der Iat Stamm- und e-Gonjugation, daneben auch einige 



6 

der I-Conjugation, sie haben gemeinsam, dass in der 1., 3. 
und 6. Perfecti der Slammvocal den Ton trägt. 

Wollte man nun einzig die Formen des Schrifllateins 
beräcksichtigen , so würde fast ein jedes dieser Perfecta geson- 
derte Behandlung verlangen, da nur bei wenigen die gleiche 
Grundlage in durchaus entsprechender Weise behandelt erscheint 
und wir roussten, ohne übrigens die mächtige und weitgreifende 
Wirkung der Analogie verkennen zu wollen, ein geradezu regel- 
loses Durcheinander von Einflüssen und Beziehungen annehmen. 
Es ist aber bekannt, dass im Vulgärlatein viele Formen der 
alten Sprache fortbestanden, welche der sermo urbanus der 
classischen Zeit unterdrückte, als Neubildungen infolge von 
CJonjugationsmischung u. s. w. auftraten, obwohl diese Formen 
an die im Gebrauch bleibenden sich theilweise eng anschlössen. 
So tritt uns in dem provenzalischen veno eine Form des alt- 
lateinischen vi^n^e (Perf. v^nui, unbelegt neben veni) wieder 
entgegen, nicht aber handelt es sich hier um einen unbegreif- 
baren angleichenden ESnfluss von tenc, durch welchen venc 
gewöhnlich gedeutet werden soll, weil vSni als Grundlage sich 
sich unbrauchbar erweist. Solcher Beispiele, die mit einem 
Schlage Verhältnisse klären, welche bei alleiniger Brrücksichtigung 
des classischen Lateins dunkel bleiben müssen, lassen sich noch 
mehrere beibringen — man vergleiche die folgenden Aus- 
führungen — , doch aber ist ihre Zahl verhältnissmässig klein, 
da wir von den schriftlichen Denkmälern des alten Lateins 
leider nur wenige Bruchstücke besitzen und diese zum grössten 
Theil noch dazu in einem höchst dürftigen und verkümmerten 
Zustand. 

Wir betrachten innerhalb der schon genannten Haupt- 
abtheilungen die Perfecta hier in Gruppen, die auf der Gleich- 
artigkeit der gegebnen oder erschlossnen Grundlagen beruhen. 

a) Ein&ohe Perfecta (ohne Tempasoharakter). 

Es gehören hierher die Perfecta von esser, faire und vc^er, 
die in allen Personen Formen aufiveisen , welche den Ton auf 



dem Vocal des lateinischen Stammes tra^n. (Auch die Per- 
fecta von dar und estar liaben keine endungsbetonten Formen, 
doch ist hier der Vocal der lateinischen Reduplicationssilbe 
betont, bei eissir endlich ist es bald der Vocal des lateinischen 
Praefixes, bald der des lateinischen Stammes, welcher den Ton 
tragt) 

1. Ohne Bindevocal. 

esser. Die l.Sg. Perfecti lautet füi (fui A. P. R. 488; 125), 
das ciassische fÜi kann nicht Grundlage sein, dagegen giebt 
füij bzw. füvi^ welches sich namentlich Inder älteren Zeit, 
dann aber auch bei spätem Autoren findet eine zureTchende 
Erklärung. Die 3. Sg. hingegen beruht auf ßiü: fö oder fon 
ifo Boeth. 28. 30. 31. 34. 43. 58. 63. 92. 94. 160. B. Chr. 8;20 
E. J. (Lo.) Xm,12,21,30 ifo). A. P. R. 485;32,39. 486;59,64, 
68,71,74. D. Serm. B. Chr.* 25;7,32,33. 26;1,18,19,32,35). Das 
bewegliche unorgapische n leitet sich aus dem Umstände her, 
dass bei fast allen W^orten, welche auf o auslauten, ein beweg- 
liches n etymologisch begründet ist, es handelt sich also um 
eine Übertragung. EWe l.PI. iRuiei fdm=fUimus, {fom A. P. R. 
497, V. 9), für die 2. PI. ist in den Reimreihen nur fös belegt, obwohl 
fÜistiSj welches für f&lstis anzusetzen ist, der Regel nach 
f^0 ergab. Die 3. PI. beruht auf ^fUerunt für fäerunt; der 
Aceent erscheint hier, wie fast durchgehends in der 3. PI. 
Perfecti mindestens auf die Antepenultima zurückgezogen (Vgl. 
die entsprechenden Formen von aver etc.). Diese Tonver- 
schiebung iässt sich bis in das Latein zurückverfolgen , gleich- 
zeitig mit ihr tritt auch Kürzung des sonst langen e in erutU 
ein. Da der Vorgang der Sprache des Volkes angehört, so 
finden wir ihn zuerst bei den Komikern zum Ausdruck gebracht, 
später wenden auch andere Dichter das nämliche Verfahren 
nach Bedarf des Verses an. Vgl. volu^unt Pers. 160. men^rutU 
Poen. 21. ^m^rtmty potu^unt Lucret. 6,2. dSd^runt Varro 
Anthol. 3. 83,2 (43. 2 ed. Meyer) sümps^unt Hör. epod. 9,17 
etc. (Vgl. Kühner 163,3). Die ältesten prov. Denkmäler zeigen 



8 

form (Boeth. 20. 21. 63. 187. 245.) Hier scheint die lateinische 
Eildung unt durch ent ersetzt (der Boeth. geht soweit, dass er 
auch für an en eintreten lässt: parlen für parlan^ diese 
Bildung ist sonst ungebräuchlich). Das fös der 1. und 3. Sg. 
Imperf. Conj. (fös E. J. (Lo) XVII, 5. fos D. Serm. B. Chr.* 
26;38. 3. Sg.) setzt fuissem und fUisset voraus. Die Endung 
der 2. PL fosses hat ein geschlossnes e, wie es die 2. PI. des 
Imperf. Conj. regelrecht — sie beruht auf etis — in allen 
3 Gruppen aufweist. Wegen des a in fossvus E. J. (Lo) XV,19 
siehe weiter unten. Für die 3. PL ist fösson (und fossan) 
belegt: füissent (fosso D. Serm. B. Chr. 26;22). 

Im Conditionale föra für fü eram und fUerat (fora A. P. R. 
497,8). Die 3. PL ist nur durch eine Form der Ä. D. ver- 
treten : foran A. P. R. 497,8. 

2. Mit Bindevocal 

faire. In der l.Sg./ci und /?, beide gehgn auf feci zurück. 
fis (Ä. P. R. 488; 128) steht wohl in Analogie zu ersten 
Personen des Perfects wie dis, mis, pris, quis eic. fezii E. J. 
(Lo) XV,15 und XVII,26 zeigt die Perfectbildung der auf dem 
Kennlaut betonten Verben (Gruppe II). 

Das fezis der 2. Sg. ist endungsbetont, feclsti genau ent- 
sprechend , die Ä. D. (Boeth. 83. fecis\^ zeigen auch nur eine 
Form dieser Art, es kommt aber sonst noch ein stammbetontes 
fist vor. 3. Sg. fct£, feSy fei (fey)y fe, fi und fis sind durch die 
Reimreihen sicher gestellt, alle diese Formen, mit Ausnahme 
von /tÄ, haben fe cit zum Ausgangspunkt, das Gleiche gilt von fee 
Boeth. 52. 53. 59 (bis). 71. 188. D. Serm. B. Chr. 2o;31. /cä 
A.P.R.489;144. forfez Boeth. 180. 2. PL fezes (feses): fecistis 
Alle Verben der 1. Gruppe haben in der 2. PL Perfecti dieses 
geschlossene e (e) (die der 2. ein i, die der 3. ein e), welches 
auf das Kurze in Position stehende i des Lateinischen zurück- 
geht, dieses selbst ist durch Verdünnung aus e entstanden, 
das dem e von esse entspricht. Als 3. PL Perfecti findet sich 
bei R. Vid. ffl 168,16 ein feronil). 



Die 1. und 3. Sg. Imperfecti Conj. bieten fes und fezes: 
fe eisern irt) und fec%ssem {-t). 

yezer. Die 1. Sg. Perfecti vi entspricht vtii^ vic zeigt 
Übertritt zu den mit dem Tempuscharacter u gebildeten Per- 
fecten: *vidui für vidi. Andere Verba gingen, wie wir sehen 
werden, in dieser Beziehung noch weiter, sie gaben das einfache 
Perfect ganz auf. (Diez* H, 212.) Die 2. Sg. vist (Boeth. 95. 
178. 244) lässt wieder Accentverschiebung in der Grundlage 
voraussetzen: vidtsti für vtdXsti. In der 3. Sg. treffen wir 
dieselben Formen wie in der 1. vi und vic (vi auch D. Serm. 
B. Chr.* 25;21) und femer vit^ dessen t seine Erhaltung den 
gleichen Ursachen verdankt, wie das t in det idädit). Die 2. PL 
lautet vUjs (vis) aus vi dtstis, die 3. viron (viiren E. J. (Lo) XV, 
24) einem vlderunt entsprechend. 

vis und veees finden sich in den Reimreihen für die 1. Sg. 
Imperf Conj. wie auch für die i.=vidXssem und vW^ssem 
(wegen v^deo); die 2. PL vises entspricht ms. 

Im Gonditional vira für die 3. Sg. = viderat, 

b) Zusammengesetzte Perfecta (mit Tempuscharacter). 

1. s-l -Perfecta. 

a) Der Verbalstamm geht auf eine Muta aus. 

aa. LabiaL 
escrire. Dem scripsi des Lateinischen entspricht proven- 
zalisch escris mit Ausfall des Labials, in den Ä. D. ist die 
gleichlautende 3. Sg. belegt (A. P. R. 488; 130, 132.). In der 
3. Sg. Imp. Conj. findet sich die Form escritisses, welche das p 
in Gestalt von u festgehalten zu haben scheint. 

bb. GutturaL 

aa. Einfache Consonanz. 
Schriftlateinische Formen. 

dire. di c-si und di csii ergaben mit Auflösung des Gutturals 
in i und Contraction: dis. Im E. J. (Lo) findet man Formen, 
die zwei i aufweisen, allerdings charakterisieren sich aber auch 



10 

dne Anzahl derselben als secund&re Bildung^, indem sie den 
Ton auf einer unorganischen Endung tragen, was fQr 5 Fälle 
wenigstens durch dnen über diese Endung gesetzten Ictus 
sicher steht, diisii Xin,33. XlV,2a XV,15,m XVI,4. diisii 
XIV,28. 1. Sg. nä)en der S. Sg. dlis E. J. (Lo) XIII,10,11^. 
düs X1V,6. düss XIII,6,7Ä9,12,25,27,28,36,37. XIV,!. XV1,19. 
düs XIV,8,9>22,23. Sonst hat die 1. Sg. in den Ä. D. noch 
folgende Gestalt dissii E. J. (Lo) XVI,6,15. diasü XVI,6,19. 
dis A. P. R. 488,129; die 8. Sg. dis Boeth. 100. A. P. R. 497, 
T. 11. IX Sern). B. Chr. %'^S. 36;4a 28;&. diss E. J. (Lo) 
XIU,21. XVI,1. disU A. P. R. 491,232. di» D. Serm. B. Chr. 
25,43. Für die 2. PI. ist dises belegt (dicsütis), s steht fär 
das zu erwartende ter. 

In der 1. Sg. Conj. Imperf. findet sich regelrecht dissit, 
ebenso in der 3. diasis (diohie, dixSs, dises); das E. J. (Lo) 
Xin,29 hat diisse». 

duire. Nur die 3. Sg. Goiq. Imp. ist belegt : (a)duse8^=^äücs^ ssei. 

teiser. Von teiser liegt dne endungsbetonte 3. Sg« des 
Perfects, teiset^ bereits im Boeth. (190) vor, doch lässt uns 
das in den Reimreihen belegte teisses (3. Sg. Conj. Imp.) eine 
stammbetonte Form teis, texui entsprechend, voraussetzen. 

traire. Die Formen dieses Verbums treten oft für die ent- 
sprechenden von trazir ein (Diez* 11, 219 Anm.), Beispiele 
solcher Vertauschung in den uns interessierenden Zeiten und 
Moden findet man bei den Reimreihen nachgewiesen. Die 
auflalllge Endfy*emdung eines Compositums von dare von der 
in den romanischen Sprachen so einflussreichen Abwandelungs- 
weise des Simplex, muss wohl durch eine Volksetymologie 
erklärt werden, man brachte irgdWe piit dire zusammen, es 
entstand tradire (trajsir), auch die Perfectformen bildeten sich 
nach dire und congruierten dann oberflächlich mit denen von 
traire=trahere (trais, trat von trajsir und trdis von traire), 
was denAnstoss zur Vertauschung gab; übrigens besteht neben 
trazir, trair auch tradar (Boeth). 1. Sg. Perf. trdis ^ 3. trdis 



11 

(und d-, es-, rc-, sosträis)^^ tracsi und trdcsU. Die 2. PL lautet 
trais$e$=tracs^stis; der Conj. Imperf. hat in der 1. Sg. iraissis 
(re-) und in der 3. traissis und traichSs. 

Die Nebenform tragis weist auf ein Perfect *trdc for träis 
(=*tracui) zurück. 

Angebildete oder alte Formen. 

dozer. Man hat die Formen von dojser (döcire) meist 
mit denen von duire (düc^e) zusammenbehandelt, wie es z. B. 
Bartsch in dem Glossar zu seiner provenzalischen Chrestomathie 
auch thut, doch ist dieses Verfahren nicht gerechtfertigt, dims 
(3. Sg. Perf.), welches in den Reimreihen belegt wird, lässt 
sich allein auf döcere zurückführen und zwar würde ihm ein 
*dÖC'Si für döc-ui entsprechen; es konnte dann allerdings der 
Triphtong uoi, uei zum Diphtongen sich wandeln (vgl. nueit 
und nuit , puesca , puosca und pusca) und so ein Zusammen- 
treffen von duis für dubis mit dem duis von dücsi in der That 
eintreten. 

tanher. 3. Sg. Perf. täis =*täc'Sä für t^ttgit (taxis [/tag 
Varr. b. Non, p. 180. vgl. auch die altlat. reinen Wurzelformen 
tdgit (für tangit), tagam, tago, oMigat, attigatis, attigds. Kühner 
§. 177^« Anm.) Der Conj. Imperf. hat taisses für die 1. Sg., 
für die 3. taisses tainsses und taignes (wahrscheinlich vom 
Praesens aus durch Anfügung von es gebildet). 

ßß. Complicierte Consonanz. 

*Ohne Umstellung der Endeons. 

Schriftlateinische Formen. 

cenher. 3. Sg. Perf. cet« (seys) = et ncsit (E. J. (Lo) Xni,4 
preceis). Das c wurde zu i erweicht und trat vor das n, 
welches nunmehr, unmittelbar vor s stehend, ausfiel; der eben 
geschilderte Vorgang ist für alle Perfecta dieser Klasse derselbe. 
Diez^ II, 217 führt Formen mit erhaltnem n auf, durch die 
Reimreihen werden sie nicht gestützt. _ ^ 

destrenher. 3. Sg. Perf. destreis (=destrXnC'Sit). In der 
3. Sg, des Conj. Imperfecti finden wir destreises und destrengues, 



12 

diese letztere Form setzt ein wi-Perfect *d€Strincui voraus 
(vgl. träges). 

estrenher. Nur die 3. Sg. Imp. Cionj. ist belegt: estreisses. 

fenher. 3. Sg. Perf. feis (feys) regelrecht nach finc-sit 
gebildet. 

penher. peis (de-) 3. Sg. =pinC'Sit. 

planbar, plane -si und plane- sit ergab pldis, die 3. Sg. 
Conj. Imp. weist wieder eine Doppelform auf: plaisses und 
planges. (*plancui). 

(es)tenher. 3. Sg. Perf. (e$)teis (esteys) •= extinc-sü, 3. Sg. 
Imperf. Conj. esteisses. 

Angebildete oder alte Formen. 

attenher. 3. Sg. Perf. atteis = *attinC'Sit für ättXgü. 

empenher. 3. Sg. Perf. enipeis,*impinc'siti\iv impegit. 

fjranher. 3. Sg. Perf. frais ^ *franc-sü für (regit ^ doch 
sind auch Formen belegt, die Weiterbildungen von fregi dar- 
stellen : free, enfrec und sofrec. Im Imperf. 3. Sg. afrainses. 

**Umstellung der Endconsonanten. Sämmtliche Verba 
fügen noch das Perfectsuffix der Gruppe III an. 

vinre. Die 3. Sg. Perf. lautet visquet, im Conj. Imperf. 
findet sich für die 1. Sg. nur visques (mit offnem e)^ für die 
3. aber visques und visques. 

elegir. elesquet für die 3. Sg. Perfecti. Das E. J. (Lo) 
bietet elesquei als 1. Sg. Xin,18. XV,16,19 und elesquesa als 
2. PI. XV,16. 

iraisser. irasquet (3. Sg. Perfecti). 

naisser. Die 1. Sg. Perfecti lautet na^quei und nasquieiy 
die 3. nasquet und nasquec \na^quet A. P. R. 484;4. 496, v. 4 
(bis)]. Die 1. PI. na^quem, die 2. nasques bei Guir. Riq. 46, 
(diese Form setzt eine stamm betonte 1., 3. und 6. voraus) 
und die 3. luxsqueron. Der Conj. Imperfecti weist in der 3. Sg. 
die 1. Pers. ist nicht belegt, sowohl nasques als auch nas- 
ques auf. 



18 

cc. Dental. 

*Das lat. Perf. liegt zu Grund. 
Schriftlat. Formen. 

raire. Nur die 3. Sg. Perf. ist belegt: räs=räsi, 

rire. ris=rtsi. 3. Sg, Perfecti. 

'''seeödre. 3. Sg. Perf. secös (mit geschlossnem o), 
siiccüssü genau entsprechend. 

Angebildete oder der alten Sprache angehörige Formen. 

aneire. aucts. 3. Sg. Perfecti setzt ein *occt st statt ocd di 
voraus; occisit für occiderit 1. Numae bei Fest p. 178b, 21, 1. 
XII tab. bei Macrob. 1. 4,19; für mittellatein. Beispiele vergl. 
Diez* II, 140. auäs findet sich auch A. R R. 497, v. 12 belegt. 
Im Gonj. Imperfecti bieten die Reimreihen far die 1. Sg. 
aades^ welches nach Diez ocddissem zur Grundlage haben 
mag, für die 3. ebenfalls aucies und die regelrechten Formen 
aucises (und atissises, audees). Die Form aUfSis^ die sich sonst 
auch für die 1. und 3. Sg. des Imp. Gonj. findet, ist in den 
Reimreihen nicht belegt, sie geht aus einer anderen Betonung 
der lateinischen Grundlage hervor: ^accistssem neben dem ge- 
wöhnlichen oc(As%ssem. Die 2. PI. lautet aucissis^ dem 
(>cds(i)88etis entsprechen würde, während auch eine Ent- 
wickelung zu aucisessete denkbar wäre. Für die 3. PI. haben 
wir aucisesson (*occtsissent), 

seser. Das lateinische sedi zeigt sich theils durch se dui, theils 
durch sisi ersetzt, dieser Übergang vom einfachen Perfectum 
zum zusammengesetzten wurde schon des öfteren beobachtet. 
sidui entwickelt sich zu sic^ sesi zu sls (o-). 

**Das lat. Praes. liegt zu Grund. 

metre. Das mis der 1. Sg. Perf. könnte regelrecht aus 
mtsi hervorgegangen sein, während mes der 3. ^ oder e vor- 
aussetzt. Ein solches ^ finden wir nun im Praesens, wir 
werden daher dieses Tempus zur Grundlage machen und auch 



die 1. Sg. nicht aus mtsi, SjWi^em aus *m^si erklären; das 
nachtonige i bewirkte hier die Erhaltung des betonten t Die 
Ä. D. zeigen die 1. Sg. nur in endungsbetonter Form, tramesii. 
E.J.(Lo) XVII18; dagegen ist die 3. mehrfach zu belegen: mes 
Boeth. 26. E. J. (Lo) Xin,5. XV,6. A. P. R. 496, v. 5. D. Serm. 
B. Chr.* 27;24. trames E. J. (Lo) Xm,16. XIV,24. XV,21. 
XVI,5. Die 2. Sg. des Perfects lautet mejrist (misisti)^ tramesist 
E. J. (Lo) XVII,3,8,18,21,23,25. Die 2. PI. mesSs (misUtis), 
die 3. PI. ist durch mesdren (Boeth. 27.) Yevtrelen = mtserufU^ 
die Cbnsonanantenverbindung sr erscheint hier durch den 
Einschub von d gemildert, sonst schwindet auch wohl s {meiron)^ 
oder die Flexionsweise von Gruppe HI kommt zur Anwendung 
meseron. Hier in der 3. PI. Perfecti zeigen sich zuerst die 
endungsbetonten Analogiebildungen, welche sp&ter alle anderen 
Verbalformen überwuchern. Die 1. und 3. Sg. Imp. Conj. hat 
die zu erwartende Form meeis^ die 3. PI. ist durch (entra)- 
meeeson vertreten (^^mi^ssent). 

qaerre. Das quis der 1. Sg. Perfecti könnte aus lat. 
quaesii entstanden sein. Die der 3. Sg. eigenthümliche Form 
ist qu6s, dessen geschlossenes e quaesit als Grundlage ausschliesst 
Man kann an eine Einwirkung von mis: mes^ pris: pres denken 
und demzufolge qütsä ansetzen. Neben diesen stammbetonten 
Formen stehen audi oft endungsbetonte, so queri und querie^ 
die beide einen Infinitiv querir voraussetzen. Das Ck>nditionale 
enquesira {Cercdlmon 3) enspricht degegen einem Perfeet quiai. 
Formen dieser Art finden sich niemals im Reim aber mehrfach 
ausserhalb desselben , so z. B. bei Bertr. de Born (38). Das 
Gondit. ist weiterhin noch durdi queregrß vertreten, dieses 
queregra weist auf ein Perfeet querec^ von querer. Ich sehe 
querec ebenso wie carrec und cazec lediglich als eine Bildung 
nach Analogie der HI. Gruppe an, da das e der in Betracht 
kommenden Formen (Perf.; Conj. Imp. und GondiL) meist ein 
offhes ist ; (vgl. auch Henschke , Verbalflex. in G. d. Ross. pag, 
47, Anmerk.) Nur in Bezug auf parec, welches immer ge- 
schlossenes e hat, vermag ich Sucbiers Anschauung aber die 



ÜQtstetumg dieser Firmen m tbdlen. {$ucbier gebt wohl auch 
fehl, wenn er ein *stetui für stetti anaeizt* sM^ duivf ürd^ die 
Schwierigkeit, welche die Annahme von sti^tui erzeugt und die 
Suchier a. a. 0. pag. 216 unten selbst erwägt in einfachster 
Weise umgehen). Da^ quesisa des E. J. (Lo) XVI, 24 dürftp 
durch querir beeinflusst sein. Der Conj. Imp. hat in der L 
und 3. Sg. queses. 

ß. Der Verbalstamm geht auf eine Liquida aus. 

aa. {. 

90l?re. 2 Formen dieses Verbs sind belegt, die 3. Sg. 
Fevf&ci\ (ßs)sbls=^*sif Isit für solvit^ also Uebergang zur sigma- 
tischen Perfectbildung und sölses (l.Sg. Imp. Conj.) =*si(lsXssem. 

bb* m> 

temer. Die 3. S^. Conj. Imperf. tensseSy für welche wir 
tims^sset statt *timuXsset ansetzen müssen, entspricht einem 
Perfect tems^ das sich ausserhalb des Reimes auch findet. 
Donat 23,11 : in etis teus .i. timuit, pretis .i. pressit. Vgl. dazu 
die Anmerkung pag. 98, Man wird aber trotz der Congruenz 
von Bs. A C und D tens und prens für teu$ und preus lesen 
müssen , da das u der erstgenannten Fonnen absolut unerklärlich 
erscheint. Vgl. iemmte P. Vidal 3,19* 

resemer. Auch dieses gehört zu den Verben, welche der 
sigmatischen Perfectbildung folgen, \%\.empsim PI. Mil 816 und 
die lat. Composita demo dempsi, promo profnsi, sumo sumpsi. 
Das m des Stammes erhielt sich der Regel noch vor ^ (so in 
rempsü=^redempsisti)y doch sehen wir es in der 3. Sg. retfeis 
geschwunden, aber Boeth. 153. redems und A. P. R. 484;16 
reems, 

cc. n. 

Sk^hrifUateiniscbe Formeq. 

famaner. Von den hierherzustelleiideQ Perfecten entspricht 
Temas genau der schrifUateinisehen Form, die 2. Sg. lautet remcunH 



16 

=reman8^*sti, die 3. remas=remansiL Coijj. Imperf. 3. Sg. 
remazes^ 2. PI. remanseses. 

esponre. Die 3. Sg. Perfecti espbs geht auf expösuü 
zurück, welches dem Sprachsinn des Romanen zur sigmatischen 
Perfectbildung (pösit) zu gehören schien. Flam. 5462/3, die einzige 
Belegstelle, reimt espos mit respös, es wird dies aber als ein 
Fehler anzusehen sein, da latein. ein kurzes o die Grundlage 
bildet und der Donat pag. 23,3 die Form; unter os larg stellt: 
In OS larg ^fos .i. foditj apos ,i. apposuit, despos J. deposuif. 
Doch ist immerhin zu bemerken, dass im Lateinischen auch 
Formen bestanden, die ein 6 aufwiesen (Contractionen aus 
pösivi etc.), so posit, pösi^ deposisse. Vgl. Kühner, §. 207 
unter sino. 

Angebildete Formen. 

defendre. defendit zu defen(d)sü umgebildet , ergab defes. 

prendre. Für die 1. Sg. Perf. ist pris und pres belegt 
(prensi für prehendi)^ dieselben Formen finden sich auch in 
der 3. Sg. pris (i=e-]-i) gehört eigentlich allein der 1. und 
pres allein der 3. Sg. zu. In den Ä. D. ist nur die 3. Sg. und 
zwar an zwei Stellen vertreten, beide Male durch pres^ Boeth. 
64 und D. Serm. B. Chr.* 26,7. *prens^$tt ergab preist^ 
* prensi m\us] prezem. Der Accent zeigt sich hier, wie stets 
in der l.Pl. Perfecti des Provenzalischen, wahrscheinlich unter 
dem Einfluss der 2. PI. von der Antepenultima auf die Penul- 
tima zurückgeschoben. 

1. und 3. Sg. Conj. Imperf. preses und 3. PI. presesson 
(= *prens^ssent). 

respondre. Die Doppelformen resposes und respondes 
(respondes Flam. ist in resposes zu ändern), welche sich im 
Conj. Imperf. 3. Sg. finden, setzen eine doppelte Perfectbildung 
voraus. Die Reimreihen weisen denn auch neben respös 
(=*resp6nsit) ein respondet auf. Für die 1. Sg. Perfecti ist respoei^ 
eine Weiterbildung von r espos belegt, an die stammbetonte 



17 

FcHrm ist das Perfectsaflix gefugt worden, welches dem laL 
wi ent^nicfat. 

AMBOBra. *submÖnsit für submönuit ergab somos^ das o 
ist durch ESnwirkung des Nasals gesdilossen. somo^^ Gonj. 
hup. 3. Sg., entspricht somos. 

dA r. 

Bildungen vom laL Perfeet. 

teraer. Die ^.S^.'^erLters {^^tersU) hat offnes e, dies wird 
ausser von den Reimreihen auch durch den Donat bewiesen: 
22,37. In ers larg fers A. tersÜ^ esters A. extermf. 

Bildungen vom lat Fragens. 

mtf^. sorger bildel, ebenso wie das glaeb zu besprechende 
derger sein Perfeet Tom lateinisciien Praesens durch AnSogung 
von si. sörs 3. Sg. ist ^s& r(g)sü für surrexä (risor in den A« 
P- R. 486,75 neben resors 49745). 

ierger. derger beruht auf de-e rigere'^ de r(i)gsit «!gab mit 
Aus&D des i der postoniscben älbe dirs (or). Auch für diese 
Form besitzen wir eine Notiz des Donat, welche die gesdilossoe 
Aasq»:adie des e stützt, die der et jmologkdien Grandlage und 
den Bindungen «it^richt: 223^ In ers etgU-eü ^ders i. erent^ 
Oders [jL necessaria dedif}, €Lers [.L hesit^. 

2. iH« oder v^i Perfecta. 
a. Der Endconsonant des Verbalstammes erhält sieh. 

aa. p. 

Sammtliche hieriiergeharige Formen wurden vom PraeseiB 
ans gdaldeL 

catar. Nur die 1. und 3. Sg- Inq^erl God]. M bel^ 
eamj^ (caiulbes)i==^*cap^ssem(i). Dordi disBe beiden Formen 
wird €m Perfed caup (^=^capmj erschlosKn. 

•aher. Auch füi dies» Tai) finden sich nur Formen des 
Con]. hiqKrfieeti in den Retmr^ien. 1. Sg. smä^es (samfßes)^ 
3.Sg. MNfbes, sabesm, t.¥Vsmtpesmm {^=:^saf^weßßi). 



18 

pereebre. Die 1. und 3. Sg. Imp. Conj. lautet percetibes; 
*perctputssem(t) mit dem X des Praesens ist nach Analogie von 
caubes^ saubes anzusetzen, nicht percepuissem(t). Hierher gehört 
auch apercebes 3. Sg. und receupes 1. Sg. Die entsprechenden, 
aber nicht belegten Perfecta würden perceup, aperceup und 
receup lauteten. Brev. 21478 reimt coceup mit receup (3. Sg. 
Pf.), coseuh A. P. R. 484;5, receub A. P. R. 484;29 receubt 497, 
V. 10. receuben E. J. (Lo) XVII, 7. 

bb. l. 

Ursprüngliche Formen. 

caler. cälueram des Lateinischen entwickelte sich zu 
cälgraj das Perfect lautet cälc. (3. Sg.). 

doler. Die 3. Sg. des Perfects dblc (mit offnem o) ent- 
spricht genau d^ZwzY. döluerunt ergab dolgron^ welches die 
Reimreihen aufweisen, sie bieten femer noch die durchaus 
regelmässigen Bildungen dolgues und dblgra (dfilutsset und 
*döltt,erat), 

valer. Nur die 3. Sg. des Perfects, des Imperf. Conj. 
und des Condit. sind belegt: välc^ vcdgues und vdlgra. 

voler. vblc entspricht völuit {volg Boeth. 22. 45. 47. 48. 51. 
vdc A. P. R. 486;60. D. Serm. B. Chr. 26;31); für die 2. Sg. 
findet sich volguist: vÖlu%sti (volguist Boeth. %1)\' völuerutd 
ergab vhlgron. Im Imperfect Conj. haben wir volgaes für 
die 1. und 3. Sg. und die contrahierten Formen völcses und 
volsis für die 2. PI. Ferner ist die 3. Sg. Condit. belegt: 
vblgra. 

volver. Die 3. Sg. Imp. Conj. ist in den Reimreihen nach- 
gewiesen, sie fallt, der provcnzalischen Gestaltung und auch 
der Grundlage nach, vollständig mit der entprechenden Form 
von voler zusammen: volgues von vclvXsset. 

Anbildungen. 

tolre. Dieses Verbum hat die Abwandlungsweise des 
Lateinischen aufgegeben, indem es sein Perf. durch Anfügung 



19 

von ui statt i bildet. Die alte Form töU (für tü'li) erscheint 
zuweilen in Inschriften (Kühner, § 197, Anm.4.). *tölui ergab 
tblCy tKluistis tolgues und töluerunt tblgron. tolgues in derS.Sg. 
Imp. Conj. 

cc. r. 

Bildungen vom Perfect. 

Die hierhergehörigen Verba weisen sämmtlich im Latei- 
nischen als Tonvocal des Perfects ein ^ auf, trotzdem sind die 
in den Reimreihen belegten Formen mit geschlossenem e ge- 
bunden, allerdings handelt es sich nur um ein Gedicht. 

merer. 3. Sg. Perf. merc verlangt *meruit für m^ruit. 

nbrir. Von ubrir sind meist endungsbetonte Formen be- 
legt, ubri und wftnc für die 3. Sg. Perfecti, doch auch tiberc 
(cooperuit für coop^ruit). ubris für die 3. Sg. Imperf. Con- 
junctivi. 

Bildungen vom Praesens. 

soflfrir. 3. Sg. Perf. sufferc =*sufferuit. Neben diese 
stammbetonte Form stellen sich die endungsbetonten soffri und 
soffric, sie verdanken dem Infinitiv soffrir ihr EIntstehen. Die 
1. PL lautet sufreniy die von sofrir aus gebildete 3. Sg. Imperf. 
Conj. sufris; auch sofrir a (Condit., 1. und 3. Sg.) zeigt die der 
i5-Klasse eigenthümliche Gestallung. 

dd. n. 

Schriftlateinische Formen. 

teuer. Die der 1. Sg. Perfecti eigene Form ist tinc, t^nui 
genau entsprechend gebildet (i=:e-hi, cf. pris), dieses tinc ist 
in den Reimreihen noch durch die Composita wan-, re- und 
sostinc belegt. Ein daneben erscheinendes tei%c geht von der 
3. Sg. aus, wo es lautgesetzlich berechtigt ist {i stand dort 
nicht mehr im Auslaut). In dem tec (re-) der 3. Sg. ist das 
n gefallen (vgl. die betreffende Reimreihe, Anmerk.). Die 2. Sg. 
findet sich nur in den Ä. D. tenguist A. P. R. 491;234. räenc 

2* 



20 

(3. Sg.) Boeth. 31. Die 1. PI. ist durch tenguem^ die 2. durch 
tengues, die 3. durch tengron (a-, mantengron) belegt. Der 
Conj. Imperf. weist neben dem regelrechten tengues (1. und 
3. Sg.) auch ein tenguis auf (3. Sg.); retegues (Boeth. 95) steht 
mit dem Perf. tec für tenc in Zusammenhang. Li der 3. PI. 
tenguesson. tengra (Condit. 3. Sg.) ist gleich tenuerat. 

Alt- und vulgärlateinische Formen. 

venir. Es wurde schon erwähnt, dass die Perfectfonnen 
von venir auf ein durch die vulgäre Sprache erhaltenes v^n^e 
(altlat.) zurückgehen, *v^nui für veni ergab vinc (re-, savinc)^ 
(i=e4-0, daneben steht venc (con-^ sovenc). veng D. Serm. B. 
Chr. 26;28. venguii E. J. (Lo) XVI,28. Für die 3. Sg. ist nur 
venc belegt (auch in a-, con-, de-, re-, sovenc), veng Boeth. 
40. 62. A. P. R. 484;28. D. Serm. R Chr. 25;41, 26;38. veno 
E. J. (Lo) Xm, 6. venc Boeth. 41. 67. Die 2. Sg. ist durch 
venguis vertreten, der sich hier öfter zeigende Schwund des t 
wird durch die Bindungen gesichert (vgl. Klein, Mönch von 
Montaudon , pag. 32). vengues gilt für die 2. PI. und vengron 
für die 3.; der Conj. Imperf. zeigt die bekannten Formen, l.Sg. 
vengues {sovengues), vengues auch E. J. (Lo) XV,23, und 3. Sg. 
vengues (or, de-, revengues). Für die 2. PI. ist wieder eine 
contrahierte Form belegt vencses (statt venguessetz), Ciondit. 
3. Sg. vengra, 

ß. Der Endconsonant des Verbalstammes fällt ab. 

aa. c. 

jazer. jäcuü ergab jäc, daneben steht vereinzelt die 
endungsbetonte Form jaquL Zu jdc gehört die 3. Sg. Imperf. 
Conj. jagues und des Condit. jägra (jäcueram), jaguessa E. J. 
(Lo) XIII,25 zeigt ein a, welches von den Leys getadelt wird 
(siehe unten). 

lezer. lec und lic in der 3.Sg. Perfecti sind gleich Ucuü; 
das im Auslaut und Hiat stehende i der 1. Sg. wird zunächst 
die Erhaltung des kurzen i der Tonsilbe bewirkt haben, das 



2( 

so entstandene lic öbolrag sidi dann auf die 3. Sg. 
Der Cooj. Imperf. bmtet le^ues (Vkmisset). 

plAser. piofi^ ist gleidi piacui^ plac ging regdrecbi ans 
placuä faesTor, ebenso plagues aus placut ssem(t). *placuerami, 
mit Znradmdiiiiig des Accenies auf den Stamm, ergab piägra. 

bb. r. 

BildmigeD vom Perfect 

pwiifff'. Die L Sg. Perfecti findet sidi nur im £. J. 
(Lo) XVn^ und zwar in endungsbetanier Form: conoguü. 
Die 3., comißc^ hat gesdüossenes o, nadi der lat Grundlage 
^cogmacm (für cognovi) und dem Doimt zu sdiCesBen, die 
Reimreiben geben keine Eniscbeidung^ da oomuc an der einzigen 
SteOe, WD e^ beiegt ist, mit einem Compositum (r^xmoc) reimt. 
oomog E. 1 (Lo) XVI49. XMU25. In den 1. D. findet sieb 
andi die 3. PL mebi£adi c(mdguen £. J. (Lo) XV^. X\%7,8. 
oomaguen XVU^25. *cogfUnm7 ssem (t) ergab cartogues, *cognif 
tmeraUß c(mogrdt£. 

cransor. Audi hier wird die 1. und 3. Sg. Perfecti ge- 
sdueden: crk ==*(Ttvw{furerevf),cr€C==^crevuit. cregues in der 
3. Sg. hx^ierL Ck)nj. 

ftimmr 3. Sg. Pert pac (pävuit für /Mirff j und dement- 
sprecfaend paguis und pagra. 

flsm. Dieses Verb, Ober de^en (Grundlage man nodi 
im Zweifel st, folgt in seiner Flexion meist der t^-EJasse 
(pleüic 1. Sg. Perf., plevi 3. Sg. , plevUs 2. PL, picvira 3. Sg. 
Gcm£t), die Reimreiben bieten aber aucb ein Perfadplec mit 
geaddossenem e, durch welches praebert^ das man zur Erklärung 
benuxzog, aufgeschlossen wird. 

Bildungen vom Praesens. 

—nie . Das offne o des Perfects mac (1. und 3. Sg.) zeigt, 
dasE 6mb latdniscbe mavi (bezv<\ ^nuwut) der Ausgangspunkt 
nidit gewaen sein kann, sondern dass eine Neubädmig vom 



22 

Praesens (mövo) aus stattgefunden haben muss: mövui; dasselbe 
gilt vonploc (phure). moure ist ferner noch durch die 2. PI. 
des Perfectums mogues und durch die 3. Sg. und 3. PL des 
Conj. Imperfecti — mogues und moguesson — veitreten. 
ploure. pVoc 3. Sg. Perf. gleich *plövuit für pluit. 

cc. ft. 

Schrifllateinische Formen. 

aver. habui hat sich als aig und aic erhalten, beide 
Formen fallen vollständig zusammen. Endungsbetonte Bildungen 
treten hier in der 1. Sg. Perf. besonders frühzeitig ein, obwohl 
eine scharfe Scheidung von der 3. Sg. auch ohne sie möglich 
war: aigui (mentaugi). Die Ä. D. bieten aig Boeth. 84. 86. 
aguit E J. (Lo) XVn,5. Sonst kommt in den Reimreihen 
noch o^ als 1. Sg. vor. hahutsti ergab aguist. Für die 3. Sg. 
ist ag und ac belegt {ag Boeth. 28. ac Boeth. 34. 152. E. J. 
(Lo) XIII,4.12 (bis), 21,26 (de), 30. XV,18 (de), XVII,14. D. 
Serm. B. Chr.* 25;12,22,29. 26;2,16. A. P. R. 484;6. 485;56. 
489;145. Die 2. PL lautet agues (habutstis), die 3. PL ist 
nur aus den A. D. beizubringen dguen E. J. (Lo) XV,25. Der 
Accent erscheint hier sogar auf die viertletzte Silbe zurückge- 
zogen =*hdbuerunt; der Ictus der Handschrift sichert diese 
Betonung, aguhron KJs 272,13 ist dem schon erwähnten 
meseron zur Seite zu stellen (s. oben). Im Conj. Imperfecti 
finden sich die gewöhnlichen Formen: agues für die 1. und 
3,Sg. daneben aguissa (agues Boeth. 92. 178. E.J. (Lo) XIII,2). 
Die 2. PL acces ist aus aguessete contrahiert, das vor der Ton- 
silbe stehende e konnte, ebenso wie in der 1. PL, ausfallen. 
Analoge Formen finden sich öfter, namentlich zahlreich sind 
sie in der Flamenca. (P. Vidal 21,3 hat acsets, Bertr. de Born 
26,16. ebenfalls). Diez* 11,200. aguessdz E. J. (Lo)XlV,7 (bis). 
dgra, 3. Sg. Cond., entspricht hdbuerat (agra 1. Sg. E. J. (Lo) 
XIV,2; dgren E. J. (Lo) XV,22). 

dever. dec tritt in der 1. und 3. Sg.Perfecti auf [=debui(t)~\. 
Der Conj. Imperfecti und das Gondit. sind vollkommen regel- 



28 

massig von dehutasem und ^debueram gebildet, sie lauten 
degues und degra. 

Alt- und vulgärlateinische Formen. 

beare. Aus hihi lässt sich das provenzalische hec (bic A. 
P. R. 486,78) nicht erklären , wir müssen wieder einen Abfall 
von der einfachen Perfectbildung constatieren und ui zur Ec- 
klärung heranziehen, *Mbui ist eine durchaus befriedigende 
Grundlage; vgl. auch itnbuo imbui^ welches ebenso wie bibo^ 
bibi auf die y^bu zurackgeht. *bibulissem ergab begues (3. Sg. 
Imp. Conj.). 

dd. t. 

poder. Die 1. und 3. Sg. Perfecti lauten übereinstimmend 
poc (=^pötui(t))j die 1. und 3. Sg. Conj. Imperfecti pogues 
(pogues 3. Sg. Boeth. 93). Die 2. PL liegt in contrahierter 
Form vor pogses (für pogessetjs); pbgra ist Condit. (1. und 
3. Sg.). 

ee. d, 

seser. Wie schon erwähnt wurde besteht neben dem 
Perfect sis auch $ec, Grundlage ist wieder eine Bildung der 
Mt- Klasse *seduit für sedit Weitere entsprechende Formen 
von sejger sind in den Reimreihen nicht belegt. 

A, 2. i^-Elasse. 
IL Der lateinische Kennlaut trägt den Ton. 

Die hier zu betrachtenden Verben sind nach dem Vorgang 
von Chabaneau (Uistoire et theorie de la conjugaison frangaise, 
1868. n. Aufl. 1878) in zwei Unterabtheilungen zu trennen, in 
Formen mit lebender und mit archaischer, oder, wie Tobler besserte, 
erstarrter Flexion. Die erste Klasse umfasst die inchoativ flec- 
tierenden, die zweite die einfach flectierenden Verben auf -ir. Eine 



u 

Sebeidung besteht nur for das Praesens und den Sg. Inqiera- 
tili, für 11 Formen im Ganzen; die P^rfectbildong dagegen ist 
für aDe Angehörige dieser Gruppe ToDständig gleich. 

Ak Beispiel möge sercir dienen. Äos sem n entwickelte 
sidi regelrecht unter Ausfiül des r und Qxitraction der beiden 
i (die in den Ä. D. belegt^i Formen scheinen ein nachklingendes 
t andeuten zu wollen auvü E. J. (Lo) XV,lo eisski XVI37^ 
iftt XYII3 sertii Boeth. 87) serti^ die gewöhnliche Form der 1 . Sg. 
PerC Daneben zeigt dch ein servic, welches» zahlreich^i Veiiien 
Aex iM'Klasse analog, ^servivui voraussetzen würde, femer \n\isfrris 
als 1. Sg. auf, auch in ihm haben wir eine Analogiebildung zu 
sehen (dis, mis, pris, quis, ris, m etc.). queris 3.Sg. A. F. R. 
490,90. Die 2. Sg. Perfecti ist durch Reim nicht gesichert , im 
E. i. (Lo) XVI,31 finden wir jedoch eissisi. Die Formen der 
3. Sg. lallen mit denen der 1. zusammen: serci^ servtc^ servis; 
eigenthümlich ist ihr aber servitj servivit ent^rechend, aber 
nicht aus ihm zu erklären , es handdt sich vielmehr um eine 
Bildung, zu der die 3. Sg. Perfl der es-Klasse den Anstoss gegeben 
hat, bei dieser ist H die regelrechte und weitaus überwiegende 
Endung. Die Gründe, welche das t hier lautgesetzlicb berechtigt 
erscheinen lassen, werden an der betreffenden Stelle erörtert 
werden. Bemerkenswerth ist, dass das doppelte t, welche die 
A.D. für die l.Sg. aufwiesen in der 3. sich in keinem einzigen 
Falle fmdet audi D. Serm. B. Chr.* 25,19. fugi 25,13. auvit 
A. P. R. 495 , V. 14. eissU E. J. (Lo) XIII,3 eis^t Xni,30. isit 
A. P. R. 486,66. jauvit A. P. R. 495, v. 14. ferit 486,65. 
perUh E.J.(Lo) XVn,12. umplith E.J.(Lo) XVlß. — servivimus 
ergab servirn^ *servi (vX)stis servitz^ *serviverunt serviron. 
faliren Boeth. 70. giquiro D. Serm. B. Chr.* 25,34. Et)enso 
regelmässig ist der Gonj. Imperfecti gebildet, servi (vX)ssem(t)^ 
schon lateinisch contrahiert, musste sich zu servis entwicklen. 
{trais E J. (Loj Xni,2). Die 2. PL lautet servisses {=servU 
(vXjssetis)^ die 3. servissan. Das Gonditionale servira (1. und 
3. Sg.) entspricht serv%veram(t). tnurira A. P. R. 496,7. Die 



25 

I. PI. servirdm Ist serviv^rdmtis ^ als Beleg der 2. PI. finden 
wir esjauvirdz E. J. (Lo) XrV,28. 

Für die beiden Verben , bei welchen der Vocal der lateini- 
schen Reduplicationssilbe den Ton trägt, dar und estar, wolle 
man das von den Angehörigen der Gruppe B Gesagte ver- 
gleichen. 

En Verbum , eissir, weist Formen auf, in denen der Vocal 
des lateinischen Praefixes betont erscheint : eis (und eys) ; ge- 
wöhnlich wird es jedoch ganz wie ein Verbum der is- Klasse 
behandelt. 

B. e^- Klasse. 

III. Perfecta, die als Ganzes nicht auf einer 
schriftlat. Form beruhen, auch keine Anbildung an 

eine solche darstellen. 

Cantavi hätte mit Ausfall des v chantdi ergeben müssen, 
aber nicht dieses sondern chantei (chantiei)^ im Gonj. Imper- 
fecti chantes und im Condit. chantera liegen uns vor; es sind 
dieselben Endungen, die wir auch bei Verben antreffen, welche 
der latein. Stamm- oder e- Conjugation angehörten und die 
gewissen, noch näher zu bestimmenden Vorausetzungon ent- 
sprechen, (amei E. J. (Lo) Xni,34. XV,9,12. clarifigei XVn,4. 
comensei A. P. R. 488,126. cosmei E. J. (Lo) XVn,4. donei XVn,14,22. 
dan^*XVII,8. gardeiXW.iO. XVn,12. manifestei E. J. (Lo) XVn,6. 
parUi XVI,1. pausei XV,16. santißge XVn,19. venquei XVn,32). 
Eine analogische Bildung nach dem evi des Lateinischen, an 
welches man gedacht hat, kann nicht angenommen werden, 
da die wenigen Verben, welche evi aufwiesen, romanisch unter- 
gingen und das e in evi überdies ein langes war, für das offne 
e in chantei etc. also die Grundlage nicht liefern konnte. (Diez* 

II, 204 nimmt eine Ersetzung von ai durch e^ zum Zweck der 
Scheidung von Praesens und Perfect an). Auch das t der 
3. Sg. würde sich durch evit lautgesetzlich nicht rechtfertigen 
lassen und doch finden wir t überall, nur späte Denkmäler 



26 

erst, wie der St. Honorat (143,17), der Albigenserkri^, das Miracle 
de Notredame zeigen Formen ohne t, chanie für chantet etc. 
Folgende Erklärung nun scheint nach allen Seiten zureichend 
zu sein. Bei einer Anzahl von Verben des Lateinischen gebt 
ein do der Endung auf die indoeuropäischen Wufzeln da 
und dha zurück (hat mit do von dare gleiche Grundlage), so, um 
Verben zu nennen, die romanisch erhalten sind, beispielsweise 
bei cre-do (ydha)j per-do (\/da), reddo (^da), vendo (^'dha 
nach Bopp und Schleicher, yda nach Pott), rescondOj mando. 
Im Schrifllatein giebt sich nun das Bestreben kund, den Zu- 
sammenhang mit dare zu venvischen, neben abscondi findet 
sich nur sehr selten abscondidi und neben abscondüus später 
absconsuSj mando wird ganz zur a-Gonjug. geschlagen etc. 
Das vulgäre Latein aber hat mit grosser Zähigkeit diese Formen 
stets als Composita von dare aufgefasst und, wie sonst oft so 
auch hier, dem Gebrauch des Schrifllateins entgegen, meist 
keine Modification des Simplex bei der Abwandlung voi ge- 
nommen. Für die genannten Verben, neben denen noch andere 
und auch solche standen, die nicht in die romanischen Sprachen 
übergingen (abdo, addo, condo, edo, indo, obdo, prodo, subdo: 
\/dha; dedo, trado^ dido yda und \/dha cf. James Darmsteter 
ße conjugatione latini verbi dare' Receuil de travaux originatix 
ou traduits relatifs ä la philologie et ä Vhistoire litteraire. 
8. Fascictde. Paris 1877) haben wir demnach ein cre-do^ 
*cre'dSdi; per-dOf *per'dedi; red-do, *red-d^i; oft-, rescondOj 
*ab'y '^rescondedi; man-do, *man-d^di anzusetzen. Da diese 
Formen, wie man sieht, bei Verben vom allergewöhnlichsten 
Gebrauch auftreten und zugleich eine praegnante Perfectbildung 
ermöglichen (ein Moment, welches wohl zu berücksichtigen ist, 
man denke nur an die Einführung des componierten Futurums 
im Französischen), so beeinflussten sie auch diejenigen Verbal- 
formen des Schriftlateins, bei denen ein do nicht auf die ge- 
nannte Quelle zurückgeht. Schriftlatein und Vulgärlatein zeigen 
hier eine gradezu entgegengesetzte Tendenz, das erstere be- 
schränkt den Gebrauch einer Form, die in letzterem zu immer 



27 

grösseren Einfluss gelangt; es bilden sich ihr im weiteren Ver- 
lauf die Mehrzahl der Verben an, welche in der 1. Sg. 
Praesentis auf ö und einen Dental ausgehen und schliesslich 
fast alle Verben der a- (und e-) Conjugation , ohne Rücksicht 
auf den Ausgang. Der Praesensstamm mit angehängtem d^di 
ersetzte das Perfect des Lateinischen, statt cantavi haben wir 
ein *can-d^di (von *caw-do), statt pependi ein *pen-d^di (von 
*pen'do). Wenn wir bedenken, dass dare soweit es auf die 
ydha zurückgeht auch die Bedeutung *setzen, stellen, legen, 
machen, thun« hat, so möchte ein theilweises Zusammen- 
fallen der deutschen und der romanischen Praeteritalbildung zu 
erkennen sein. 

Die neuste von den Arbeiten, welche diesen Gegenstand 
behandeln ist die Dissertation Wolterstorffs (Das Perfect der 
zweiten schwachen Conjugation im Altfranzösischen. Halle 1882). 
Das dort Gesagte findet sich aber bereits bei Schuchhardt, 
Vocalismus 1,35, 11,9, 111,18 und Romania IV,122 (wo übrigens 
mit Unrecht ein didit als Grundlage angesetzt ist, nur d^dit ist 
für das Provenzalische und auch für das Französische möglich), 
ferner in dem gleichzeitigen Aufsatz von Comu, Romania X,216. 
Ueberall jedoch ist nicht betont worden, dass grade die Com- 
posita von do es sind, welche den Anstoss zu der fraglichen 
Bildungsweise geben; Mussafia allein, in seiner Besprechung 
von Wolterstorffs Arbeit, Literaturblatt 111,231, stellt die Com- 
posita von dare als besondere und erste Klasse der in Frage 
kommenden Verben auf. W. (p. 30) meint noch »das über- 
aus häufig gebrauchte Perfect dediU sei die Ursache dieser 
Umbildung gewesen, als ob ohne eine bestimmte thatsächliche 
Grundlage eine solche überhaupt hätte stattfinden können. 
Die Verben der lateinischen «- Conjugation behielten eben 
darum ihre eigenthümliche Perfectbildung, weil sie des Anlasses 
zu der geschilderten Modification entbehrten. 

Das Participium der e-Conjug. auf ut, dem ein lateinisches 
ütum zu Grunde liegt, bildet eine fernerweite Stütze der eben 
entwickelten Ansicht. Ein neben den Formen von do belegtes 



28 

dtw — du'i'tn PI. Aul. 4. 6,6; interduim Rud. 580; duis Liv. 
10. 19,17 in einem Gebülde des Appius 296 v. Chr. PI. Aul. 2. 
2,61. Capt. 331. 947. Rud. 1368. Gat. R. R. 141; duit etc. vgl. 
Kühner §. 166,2,3 — von der ^du statt [/da, setzt ein Parti- 
cipium Perfecti dütum voraus, ebenso wie sptio Sputum, exuo 
exütum, solvo solütum, volvo volütum aufweist. Mochte das 
Schriftlatein dafür auch ein dcUum einführen, das VulgärLitein 
hielt, wenigstens für die e-Conjugation an diesem historischen 
dütum fest. Dass für die a-Conjugation durchweg die schrifl- 
lateinische Gestaltung rfo, dädi, datum sich Geltung verschafte, 
ist leicht erklärlich, sie beeinflusste auch die für die e-Con- 
jugation vorauszusetzende Abwandlung du^ dui dütum insofern 
als dui durch dd'di verdrängt wurde. Man darf nicht wie 
Diez* 11,133 und Ulrich (die formelle Entwickelung des Parti- 
cipium Praeteriti in den romanischen Sprachen, p. 21) einen 
angleichenden Einfluss der vorhin genannten Participien auf 
titum annehmen, dazu ist die Zahl derselben zu klein und ihr 
Gebrauch ein zu beschränkter, nur duo allein vermochte diese 
Gestaltung herbeizuführen (vgl französ. suivi trotz secutum), 
wir sehen, wie später der Vocal des Perfectums, bei Spaniern 
und Portugiesen wenigstens, im Particip wieder die Oberhand 
gewinnt, wie udo durch ido ersetzt wird. 

Es ergiebt sich also für die zu Gruppe B gehörigen Verba 
folgendes Schema: 

*can-do : chänt. *per'duo : pert 

*can-d^di: chantei. *per'difdi: perdei 

*can'datum: chantdt. *per'dütum: perdüt. 

Vulgärlateinische Belege finden sich bei Diez* 11,123; Schuch- 
hardt, Vocalismus 1,35 11,9; Arbois de Jubainville, Romania 
^1,477; Stünkel, Sprache der Lex romana Utinensis, Zeitschrift 
V,48 (dort sind noch weitere Zusammenstellungen nachgewiesen) 
und bei Wolterstorflf a. a. 0. 

Die 2.P. Singularis und Pluralis des Perfects chantesf, chanticst^ 
vendest, vendiest und chantes^ chantctz (nfßdest A. P. R. 491,33. 



29 

amest E. J. (Lo) XVn,26. amest XVII,23 (bis), 24 {amest). 
donest XVn,2,4. St. Est. B. Chr.-* 24,17 donest E. J. (Lo) XVn,6 
(bis), 7,8,9,11,12 donist XVH, 22,24 (bis), dotier XVII,2), wird 
von Comu und Wollerstorflf aus einem dM^sti bezw. d^Xstis 
erklärt, auch Mussafia, Literaturblatt III, 232, behält dieselbe 
Grundlage bei. Es sind jedoch nicht diese Formen sondern 
d^dtsti und d^dtsUs zur Deutung der vorliegenden Thatsachen 
heranzuziehen. Die Reimuntersuchung (Vgl. auch Chabaneau: 
Revue des langues rom. Serie 2, Bd. 2, p. 184.) zeigt, dass die 
mit dMi gebildeten Perfecta ("e^-Klasse) in der 2. Sing, und 
Plur. ein e haben (vgl. est und etis) , sonst gilt entweder i für 
beide Fälle: A, 2. is-Klasse, oder i für die 2. Sg. (die Endung 
est die der 2. Sg. auch in dieserGruppe oft zugeschrieben wird, 
vgl. Diez, Aymeric etc. findet sich keinmal im Reim) und e für 
die 2. PL: A, 1. CÄ-Klasse. Dieses e nun lässt sich aus d^Xsti 
unter keinen Umständen erklären, d^dtsti würde nur zu 
einer Form mit e oder i führen können. (Wenn wir im Französischen 
i statt des e bezw. ie antrefifen, so werden wir dies dem Ein- 
fluss des folgenden Sibilanten und des postonischen i zuschreiben. 
Es ist darum eine vollständige Verkennung des Sachverhaltes 
wenn Wolterstorflf pag. 33 und 34 sagt, das ies der 2. Sg. 
im Oxforder und Cambridger Psalter — rumpies^ confundies — 
sei eine Neubildung nach dem Muster der 3. Sg. Von diesen 
Formen gerade muss man ausgehen, sie sind keineswegs Neu- 
bildungen, sondern Überreste einer streng lautgesetzlichen Elnt- 
wicklung, hier entstand zuerst da i, welches dann zunächst 
auf die 1. Sg. und im weiteren Verlauf auf die übrigen Personen 
des Perfects übergmg.) 

Die 3. Sg. Perfecti zeigt meist die Endung et (chantetj 
vendet). acaptet A. P. R. 484,18. amä E. J. (Lo) XIII,1. XV,9. 
amet Boeth. 29. A. P. R. 495, v. 14. anet D. Serm. B. Chr.* 
25,14. aspiret A. P. R. 484,15 haiset A. P. R. 484,27. compret 
A. P. R. 484,17. credet Boeth. 46. conortet A. P. R. 486,79. 
creä A. P. R. 484,2. 496, v. 6. cuidet Boeth. 68. cumtet A. 
P. R. 497, v. 11. deffiet A. P. R. 484,26. devedet A P. R. 496,6. 



90 

danet E. J. (Lo) XIV, 31. donet K J. (Lo) Xni,26. A. P. R. 
484,20. 497, v. 12. D. Serm. B. Chr.-* 25,31. perdonet A. P. R. 
485,48. esposet D. Serm. B. Chr> 25,6. estet 25,15. 26,5. eviet 
25,29. af erntet E. J. (Lo) Xni,21. foleet A. P. R. 496, v. 6. 
jetet D. Serm. 25,28. inträ E. J. (Lo) XIII,27. laiset Boeth. 32. 
69. D. Serm. B.Chr.* 25,15. manget A. P. R. 486,78. 496, v. 6. 
menjd A. P. R. 497, v. 8. parlet Boeth. 194. A. P. R 497, 
V. 11. parlet E. J. (Lo) XVI,1. 2;en«^ Boeth. 26. plasmet A. P. R. 
484,14. poiet A. P. R. 486,80. poye^ D. Serm. B. Chr.* 25,41. 
aportet D. Serm. 26,39. rancuret A. P. R. 485,47. soZve^ A. P. R. 
496, V. 4. cennet E. J. (Lo) Xni,24. soa^iet D. Serm. B. Chr.* 
25,11. doneth E. J. (Lo) Xm,3. enqueth E. J. (Lo) Xin,5 — 
respondet E. J. Xffl,7,8,36 (respondä). XIV,23 (respondet). XVI,31 
(respondet), creet A. P. R. 496, v. 3, v. 5. 497, v. 9. 

Die Erhaltung des t seheint durch d^ditj dem stdttit noch 
kräftigend zur Seite treten mochte (vgl. die ital. Formen), hin- 
reichend begründet. Eine zweite der 3. Sg. Perfecti eigenthüm- 
liche Endung ist ec (chantec, vendec); sie weist sich als secundäre 
Bildung schon dadurch aus, dass wir sie in den Ä. D. auch 
nicht einmal belegt finden. Wir werden als Grundlage ein 
*^duit (neben ^dit) annehmen und so hier dieselbe Tendenz 
constatieren , welche wir bereits in der ^-Klasse beobachteten, 
es ist *^duit seiner Entstehung nach dem früher aufge- 
führten Hvuit genau entsprechend. Für die 1. Sg. nahm man 
eine gleiche Umbildung nicht vor, da sonst eine so praegnante 
Form wie -ei hätte aufgegeben werden müssen. Die Erhärtung 
des t;, durch welche bisher meist ec und ebenso ic erklärt 
wurde, ist, von der Unzulässigkeit von evi selbst abgesehen, 
ein lautgesetzlich durchaus unmöglicher Vorgang. Försters 
Deutungsversuch (Romanische Studien IV,60 Anmerkung) ist 
wohl kaum annehmbar; coc darf man, wie von Suchier (Zeit- 
schrift n) gezeigt wurde, keineswegs aus coc-si herleiten. 

Die 1. PI. hat die Endung em{chantem,vendem)=^dim[us]; 
die 3. eron und ero =*d^derunt, clavellero A. P. R. 485,44. 
mesquero A. P. R 485,58. paser o D. Serm. B. Chr.* 25,40. 



31 

portero D. Senn. B. Chr.* 25,33. aireren E. J. (Lo) XV,24, 
garderen E. J. (Lo) XV,20. XVn,6. creSren E. J. (Lo) XVI,9.' 
XVII,9. persegueren XV,20. 

Für das Gonditionale werden wir ein d^d^ram(t) zu Grunde 
zu legen haben, provenzalisch era in chantera, vendera 
{anera A. P. R. 497,8) wegen der offnen Aussprache des e 
vergleiche man auch Donat 61,12; die vereinzelt daneben vor- 
kommenden Formen auf a (chantara etc.) (amaras E. J. (Lo) 
Vin,42), sind nachträgliche Anbildungen (Romania I, 268). 

Das es des Conj. Imperfecti geht auf d^dXssem{t) zurück 
(^ames A. P. R. 496,7. manjes (R) A. P. R. 496,7. rangures 
Boeth. 179. tornes D. Serm. B. Chr.* 25,30. — crees (R) A.P. 
R. 496,7). In der 2. Sg. wird e gegen die Regel erhalten (vgl. 
darüber Romania VU,623) : chantesses, vendesses. Auch hier findet 
man in allen 3 Klassen seltne Formen, die ein a statt des e 
aufweisen (vgl. das Paradigma bei Diez* 11,204 und bei Bartsch) 
und Formen, die durch ein a verlängert sind (vgl. essä). Die 
Leys 11,396 sehen diese Formen zwar für falsch an, sie finden 
sich aber schon im Johannisevangelium. amassäz XIV,28, vgl. 
auch aguessäz XIV,7 (bei Diez 11,200 steht irrthümlich anvdssaz 
und aguessäz). 

Für die 2. und 3. PL sind noch die regelrechten Formen 
ehantoLSses (d^issetis) und chantesson, vendesson (ddd^ssent) 
zu verzeichnen, creessen Boeth. 24. 

Auch hiör in der e^- Klasse werden wir lebende und 
erstarrte Flexion scheiden können; jener gehören die Verben 
auf -ar an, unter denön Neuschöpfungen so ausserordentlich 
zahlreich sind , dieser Verben der lateinischen Stamm- und e- 
Conjugation. Bisweilen sind Unterschiede in der Behandlung 
des Infinitivs zu bemerken, sie entsprechen jedoch meist nicht 
der lateinischen Scheidung, häufig stehen auch beide Formen 
nebeneinander. 



IL 



Paradigmen. 



A. Perfecta, welche auf schrift- 
lateinische Formen zurückgehen, 
oder an solche angebildet sind. 

I. Der lateinische Stammvocal trägt 
den Ton. (I. (c»-)Kla88e). 

a. Einfache Perfecta (ohne Tempus- 

charakter). 

1. Ohne Bindevocal. 

esser. (7)') Perf. l./ut. d.föJonA.föm. 
5. fös, 6. föran. C. Imp. 1. fös. 3. 
fos, 5. f 08868. 6. fösson , fÖ88an. 
Cond. 1. föra. 3. föra, 

2. Mit Bindevocal. 

faire. (8). Perf. i.feiji. 2.fezi8.S.feU;, 
fe8, fei (fey), fe, fi, fis. 4. fim, 5. 
fezes. 6. (feron). Conj. Imp. 1. fis, 
fezes. 3,fe8, fezes. b.fesses, 6,fe88(m. 

veaer. (9). Perf. 1. vi, vic. 2. vUt 3. vi, 
ric, Vit 4. vim. 5 vitz, vis, 6. viron, 

. C. Imp. vis, vezes. 3. vis, 5. vises. 
Cond. 3. vira. 

b. Zusammengesetzte Perfecta. (Mit 

Tempuscharakter). 
1. s-i Perfecta. 

«. Der Verbalstamm geht auf eine 
Muta aus. 

aa. Labial. 
esorinre. (9). Perf. 1. escrys, Imp.Ck)ig. 
3. escriusses, 

bb. Guttural. 

CM. Einfache Consonanz. 

Schriftlatein. Formen. 

dire. ^9). Perf. 1 . dis,Z,dis. b.dises.Clm^, 
1 . disses.S. dissis (disis, dichis, dixts). 

1) Seitenzahl der Abhandlung. 



dnire. (10). Imp. C. 3. (a)du8e8, 
teiflser. (10). Imp. C. 3. taisses. 
traire. (10). Perf.l. trdis, 3. trdi8{a',e8-, 
re-tsos-). 5. traisses.lmp.C l.traisses 
(re-). S^traisses (träges, traiches). 

Angebildete oder alte Formen, 
dozer. (11). Perf. 3. duöis, 
tanher. (11). Perf.3.^M.(}onj.Imp. 1. 
taisses. 3. taisscs (tainses, taignes), 

ßß, Complicierte Consonanz. 

*Ohneümstellung der Endconsonanten. 

Schriftlateinische Formen, 
cenher. (11). Perf. 3. ceis (shfs). 
destrenlier. (11). Perf. 3. destreis, C. 

Imp. 3. destreises(e8'), destrengues. 
fenher. (12). Perf. 3. feis (feys), 
penher. (12). Perf. 3. peys (de-), 
planher. (12). Perf. \,pUis. Z.pldis. 

C. Imp. 3. piaisses, plangu^s. 
estenlier. (12). Perf. 3. esteis (eys). C. 

Imp. esteisses. 

Angebildete oder alte Formen, 
attenher. (12). Perf. 3. atUis. 
empenher. (12). Perf. 3. empeis, 
franher. (12). Perf. 3. frais (so-), fric 
(en-, SO'), C. Imp. frainses (a-), 

**UmBtellung der Endconsonannten. 

(Silmmtliche Verba fügen noch das 
Perfectsuffix der es-Klasse an). 

Yinre. (12). Perf. 3. visquet C.Imp. 1. 
visques. 3. visquies, visques, vesquis, 
elegir. (12). Perf. 3. elesquet 



33 



iraisser. (12). Perf. 3. irasquit 
]iai88er.(12).Perf. l.fM8quei(üi)9.na8' 
quett nasquec. 4. nasquem, 5. nas- 
ques. 6. nasqueron. C. Imp. 1 . ruisques. 
8. nasqueSt nasques. 

cc. Dental. 
*Da8 latein. Perfect liegt zu Grund. 

Schriftlateinische Formen. 
raire. (13;. Perf. 3. ras. 
rire. (13). Perf. 3. m. 
*Becodre. (13). Perf. 3. secös. 

Angebildete oder der alten Sprache 
angehörige Formen. 

ancire. (12}.Perf.3. aucis.CÄmp. auciis. 

3. aucises (aussises, auzicesjj aucies. 

5. aitcisses. 6. aucisesson. 
sezer. (13). Perf. 3. sis (a-). 

**Dq,9 latein. Praesens liegt zu Gnmde. 

metre. (13). Ferf.i.mi8,mS8.2.meei8t 
3. mSs (cO'j entre-j per-, pro-, re-, 
trames). 5. (ira-) meaes. 6. {meeeron). 
C. Imp. meses (entre-, tra-). 3. tneses 
(antre',re; tra-)» 6.(en<ra) mezesan, 

qnerre. (14). Perf. l.quis. 3. ques (cati-t 
en-), quia (con-, en-), queri^ queric. 
C. Imp. 1. queses (con.'). 3. quezes 
(can-). Cond. 1. queregra, {enquesira). 

ß. Der Verbalstamm geht auf eine 
Liquida aus. 

aa. l. 

(a8)solTre. (15). Perf. 3. (a8)8dl8.C.lm^. 

solses, 

bb. m. 

temer. (15). C.Irop. 3. temsh. 
rezemer. (15). Perf. 2. rempsist. 3. rezeis. 

cc. n. 

Schriftlateinische Formen. 

(re)]naner. (15). Perf. 2,(re) tnazist.S. 



(re)md8. C. Imp. 8. (re)m€Lse8, 5. (re)- 
manseses, 
esponre. (16). Perf. 3. espös. 

Angebildete Formen. 
defendre. (16). Perf. 3. defes, 
prendre. (16). Perf. 1. pris, pres (a-), 

2.prei8t d.pres (a-, em-, es-, mw-, 

repres), pris. 4. preaem. C. Imp. 

1. preses. 3. preses (a-, es-). 6. 

presesson. 
respondre.(16). Perf.l.rc«jpon. 3.res- 

pÖ8y respondet C. Imp. reapondhs, 

re8po8e8. 
somonre. (17). Perf. 3. somös, Conj. 

Imp. 3. aomoees. 

dd. r. 

Vom latein. Perfect aus gebildet. 
terser. (17). Perf. 3. ürs. 
torser. (17). Perf. 3. törs. 

Vom latein. Praesens aus gebildet. 
sorger. (17). Perf. 3. sdr«. 
derger. (17). Perf. 3. ders (a-). 

2. u-i oder v-i Perfecta. 

a. Der Endconsonant des Verbal- 
stammes erhält sich. 

aa. p. 

Bildungen vom Praesens. 
caber. (17). Conj. Imp. 1. cauph» 3. 

caubes. 
saber. (17). Conj. Imp. 1. aauhes, 

3. 8avibi8, sabeasa 6. saupesson. 
percebre. (18) Conj. Imp. l.perceubea, 

(re-). 3. perceubes (apercebes). 

bb. l 

Ursprüngliche Formen. 

caler. (18). Perf. 3. cälc. Cond. S.cdlyra. 

3 



34 



doler. (18) Perf.8. dölc. 6,ddlgr(m.C, 
Imp. 3. dolgues, Cond. 3. dölgra, 

valer. (18). Perf: 3. vak, C. Imp. 3. 
valgiUs, Condit. 3. välgra, 

Toler. (18). FeYf,2.volguist9.vdlc.6, 
völgron, C. Imp. 1. volgues, 3. voU 
gues. 5. volcsis, voUes. Ck)nd. 3. 
völgra, 

Tolyre. (18). C. Imp. 3. volges, 

Anbildungen. 
tolre. (18). Perf.3.<dZc. 5. tolguSs. 6. 
tölgron, C. Imp. 3. iolguis. 

cc. r. 

Bildungen vom Perfect. 

merir. (19). Perf 3. mirc{?X tneric. 

übrir. (19). Perf. ubirc(?), uMCy ubH. 

C. Imp. tibria. 

Anbildungen an die endiuigsbe tonten 
Formen zeigen sich bei 

parer. (14). Perf. 3.|)arecCe«-;,C. Imp. 
3. paregis (a-), Gond. 3. paregra. 

Bildungen vom Praesens. 
BoitTir, (19). Perf. 3. 8uferc(?), sofri, 
soffric. 4. sufrem. C. Imp. 1. 3. 
sufria, Cond. 1. 3. sofrira. 

dd. n. 
Schriftlateinische Formen, 
tener. (19). Perf. 1. Hnc (man-fte-t soa-), 
tenc (808-), 3. tenc (cap-, re-, sos-), 
iic (re-), 4. tenguem, 5. tenguis, 
6. Ungron (a-, man') C. Imp. 1. 
tenguis, S,tmgue8(cap', man-, re-), 
tenguis, G.tenguisson, Oond. 3. tengra. 

Alt- und vul^rlateinische Formen. 

venir.(20). Perf. 1. vinc (re-y so-); con- 
venc, so-, 2. venguis, d,vhui (a-, con-, 
de-, re-, so-). 5. vengues (so-), 6. 



vingron. C. Imp. 1. venguis (so-). 
3. venguis (a-, de-, re-J, b.vencsis 
Gond. 3. vSngra. 

ß. Der Endconsonant des Verbal- 
stammes fällt ab. 

aa.' c. 
jaaer. (20). Perf. B. jdc, jaqui, G. Imp. 

jaguis. Cond. jägra, 
leaer. (20). Perf. 3. Iic, Iic. G. Imp. 3. 

leguis. 
plazer. (21). Perf.(l.p/<iyc.;3.|)WcC. 

Imp. 1. plaguis, 3. plagues (des-). 

Gond. 3. pldgra. 

bb. V. 

Bildungen vom Perfect 
oonoisser. (21). Perf. 3.conöc(re-). 4. 

conoguim. G. Imp. 1. conoguis. 
3. conoguis. Cond. 5. conogräiz. 
creisser. (21). Perf. l.cric. S.cric. C. 

Imp. 3. creguis. 
paisser. (21). Perf. 3. pdc. G. Imp. 

3. paguis. Gond. 3. pägra. 
pleTir. (21). Perf. l.plevic. 3.plic,plevi. 

5. plevitz. Gond. 3. plevira 

Bildungen vom Praesens. 
monre.(21).Perf. l.möc. 3.mdc. 5.fiio- 
guis. C. Imp. 3. moguis. ß.moguisson, 
plonre. (22). Perf. 3. pldc. 

cc. b. 

Schriftlateinische Formen. 

aver. (22). Perf. 1. aig, ag, die, aigui 

(mentaugi). 2. ayuist. B. dg, de. 5. 

aguis. (6. agueron.) C. Imp. 1. aguis. 

3. aguis, aguissa. 5. accis. Cüond. 

3. dgra. 
doYor. (22). Perf. 1. die. 3. die. C. Imp. 

Ldeguis. li.deguis. Cond. l.digra. 



35 



Alt und vulgärlateinische Formen. 
benre. (23). Perf. 3. bec. C. Imp. 3. begues. 

dd. t 
poder. (23). FerfA.pdc.d,pdc.C.lm^. 
l.pogues. S.pogues. b.pogses, Cond. 
1. 3. pögra. 

ee. d. 
seser. (23). Perf. 3. sec, 

IL Der lateinische Kennlaut trägt 
den Ton. (II. (is-) Klasse.) p. 23 ff. 

Perf. 1. parti, partic, partis, S.parti^ 

partic, partiSj partit 4. partim. 

5. partitz. 6. partiron, 
Ck>]:g. Imp. 1. partis. 3. parUs, 5. 

part%88€8. 6. partisson. Cond. 1. 

parüra. 3. partira. 4. partirdm. 

Nach diesem Muster flectiert auch 
das gewöhnlich auf dem Vocal des 
lateinischen Stammes betonte eissir. 



B. Perfecta, die als Ganzes nicht 
auf einer schriftlateinischen Form 
beruhen, auch keine Anbildung 

an eine solche darstellen, 
(m. (es-)K\siSse.) p. 25. 

Perf. 1. chanteif (chantäi), rendhi. 2. 
chantest, chantüst; vendest, vendiest. 

3. chantett vendht; chantec, vendbc. 

4. chantem. 5. chantes, chantetz. 
6. chanüron, venderon; (chanterOt 
vendero). 

C. Imp. 1. cfianies, vendes. 3. chantes, 
vendes, 5. chanUisses, 6. chantesson, 
vendksaan, 

CondA, chantera, vendera. d.chantera, 
vendera. 

Hierher gehören auch die auf dem 
Vocal der lateinischen Reduplications- 
silbe betonten Verben dar und estar. 



IL 



Die ßoimreihen, 



rw5 (iig^ aig). 

KoHN. ■ (Vois. — Knim. — Nie. — 
Klam. Diilf. d'Alv. (119) 7. A. 

Anh. :M, \%\. -- P. d'Alv. (32;^^ 
U, W. Chr.» 77. 16, I). Chx. 4, 423. 
- W Viel. (3(>4) 27, Bartsch 22 — 
Itaiiiih. a'Aur. (38f>) 9, a p. 202. 

-aocnm , a. o. sg. sac Ross. 658. Adj. 
o. sg. flac Uoss. 529. 389,9. 

-aco, 1. ng. prs. i. esmac 389,9 
(hJH). eHtac 119,7. estrac 389,9 Äqua- 
tor), pac lios8. 65S. 119,7. 36-1,27. 

-actum, s. 0. sg. a^ac Rosr. 658. 

-aoam, s, o.»g. bac Knim. 227,1. bnic 
Uoss. 529. 658. 323,11. esmac Rosb. 
65S. Crois. 8t>. lac lloös.529. 119,17. 
pa<; Croia. >i^. n, p. o. sg. Bragairag 
Croia. 86 ^ac). 119,7. Cardaillac 
119,7. ;;23,ll. Oalhac Crois. 86. 
364,27. Laumo Crois. 86. 364,27. 
Moysa);^ Crois. 86. Saidarg Crois. 86. 
Saissac 323,11. 364,27. 

Perfecta. 

1. sg. aig 3S9,9. 

3. sg. ac Ross. 529 (bis), 658. Enim 

237,11. Nie. 2127. Flam. 27S. 6624. 

7243. SÜ63. 323,11. Donat. 22,22. 

ag Crois. SQ. jac Ross. 529. Crois. 

8i». 119,7. pag Donat. 22,22. plac 

Ross. 521». 658. Enim. 227,1. 237,11. 

Nie. 2127. Flam. 278. 6624. 7243. 

361,27. 389,9. Donat. 22,22. 

agra. 

Flam. - El.Cair. ^^^3)4. A. Arch.33,444. 
— G. d. Born. (242) 54, B.Chr. 105. 

-acra, agra(mon) 242,54. sagra(men) 
242,.')4. 



-acram, adj. r. sg. f. agra Flam. 2757. 
133,4. 

'AgTtLt 8. r. sg. prodagra 242,54. 

-agram, cidj. o. sg. f. magra 242,54. 

Conditionale I. 

1. sg. jagra 133,4. 242,54. 

3. sg. agra Flam. 2757. 7247. 133,4. 

242,54. pa^rra 242,54. plagra Flam. 

7247. 133,4. (und des-) 242,54. 

Bemerkungen. 

magra, adj. o. sg. f. (Chr. 105 ). Bartsch 
liest an dieser Stelle unrichtig agra: 
Ges m^agra forsa lautrui vis; no 
m'a, s'eu m'ohlit.. (vgl. das Glossar); 
es ist zu bessern: Ges magra forsa 
Vautrui vis no m'a, s'eu m'oblit ni.. 
und zu übersetzen: »Nicht hat für 
mich magere {^geringe, schwache) 
Kraft der Wein anderer Leute, wenn 
ich vergesse. . .c 

aL 

Ross. 538. 

-abeo, 1. sg. prs. i. ai. 

1. sg. ft. dirai,irai. 

-ac, ade. lai. 

-acit, 3. sg. prs. i. fai. 

-acam, s. o. sg. esmai. n. p. o. sg. 
Gervai. adj. o. sg. verai. 

-adit, 3. sg. prs. i. vai. 

Perfecta. 
1. sg. gardai. laisai. 



37 



a/ic. 

Nie. — Flam. 
-aici, 8, r. pl. laic Flam. 2160. 

Perfecta. 

1. sg, aic Nie. 915. Flam. 2160. 
Z.sg, playe Nie. 915. 

ais. 

Ro88. — Jauf. — Hon. — Enini. — 
Nie. — Flam. — S Freud. — Agn. — 
Lai Markiol, Z.F. R.P. 1, 61. - Arn. 
Dan. (29) 15. Can. 1. - B d. Born 
(80). Stim. 2 — B Carb. d. Mars., 
Dem. Troub. VIII, 1. — G. Faid. 
(167) 8, Such. D. I, 331. - Gui 
(191) 1, Arch. 35, 101. -- J. Rud. 
(262). 1, Stim. - P. R. d. Toi. (355^ 
6. Areh. 32,400. - P. Rog. (356) 1, 
Appel. - P.Vid.(364)34, Bartsch 
10; 35, Bartsch 22. - R. d'Aur. 
(389) 27, A Arch. 51,134. - R d. 
Berbez.(421) 1, B. Chr. 170. 

-acem, s. o. sg. pais Ross. 126. 80,2. 

-aceo, 8. 8g. prs. u taia 389,27. 

-acet, 3. sg, prs. i. plais Ross. 586. 
tais Ross. 586. 

-acidam, 8. o, 8g, esglais 364,35. 

-acidus, 8. r. 8g, esglais Lai Mark. 
29,15. 80,2. 389,27. 

-aciem, s. o. 8g. biais 80;9,12. 82, D. 
Tr. VIII, 1. 364,35. 389,27. 

-aoiet, 3. 8g. pr8. c. biais 262,1. 

-acio, 1. 8g. pr8. i. biais 80,12. 167,8. 
355,6. 

-acis, 2. 8g.pr8. t. fais Ross. 126 (bis), 
547, 586. desfais Ross. 547. 

-aco8, adj. o. pl. verais 80,9. 

-acum, n. p. o. sg. Cambrais 82, D. 
Tr. VIII, 1. 

-acus, 8. r. 8g. esmais Ross. 586. 356,1. 
N. P. Cambrais Ross. 126. 80,2. 
ad;, r. sg. lechais Sn,12. 364,34. 
savais 29,15. &0;2,32. 82, D. Tr. 
VIII, 1.167,8.389,27. vcrais &0;2,9,12. 
82, D. Tr. Vm, 1. 364;34,35. 389,27. 
421,1. 



-ao(-)s, 8. r. sg, pais Ross. 586. 

-adios, 8. 0. pl. bais 364,35. brais 
389,27. 

-adius, 8. r, sg. rais 29,15. 

-agios, 8. 0. pl. essais Flam. 7040. 
29,15. 167,8. 389,27. 

-agis, adü. jamais 262, 1. maisRoss. 
547 (bis). 586. Flam. 5208. S Freud. 
86,43. Agn. 599. Lai Mark. 29,15. 
80;2,9,12,32 etc. oimais 80,9. 421,1. 

-aicns, s.r.sg. lais Hon. 16, 15. Nie. 
1925. Flam. 590. Lai Mark. 

-ains, adj. r. sg. gais Ross. 126. Lai 
Mark. S0;2,12,32. 167,8. 191,1. 82, 
D.Tr.Vni, l. 262,1. 364,34. 389,27 
(bis). 8. mais 421,1. 

-apsi, s.r.pl. cais 82, D. Tr. VHI, 1. 

-apsam, s. r. sg. cais Ro8s.586. o sg. 

Ross. 126. Lai Mark. 29,15. 364,34. 
389,27. carcais 82, D. Tr. VUl, 1. 

-aptio, 1. sg. prs. i. enais Lai Mark. 

-aquis, n. p. o. sg. Ais Ross. 126. 
547. 586. 

-ascem, s. o. sg. fais Ross. 126. Hon. 
3,12. Lai Mark. 80,9. 191,1. 262,1. 
364;34,35. 389,27. 

-asces, 8. r. pl. fsAs 355 , 6. c. o. pl. 
fais Ross. 586. 80,32. 82, D. Tr. 
VIII, 1. 

-ascit, 3. sg. prs. i, irais Ross. 126. 
547. 586. 82, D. Tr. VIII, 1. 262,1. 
356,1 etc. nais Ross. 547. 80,12. 
191,1. 355,6. 364,35 (bis) etc. pais 
Ross. 126. 80,2. 82, D. Tr. VIII, 1. 
389,27. 

•ascitus, p. p, r, sg. puenais 82 , D. 
Tr. VIII, 1 (bis), pusnais Ross. 587. 
putnais 29,15. 

-asco, 1. sg. prs. %. irais 421, 1. 

-a8i(a), n. p, r. sg, Alazais 82, D. Tr. 
VIII, 1. 

-asiet, 3. sg. prs. c. bais. 29,15. 167,8. 

-asios, s.o.pl. bais Ross. 126. pantais 
389,27. 

-asiam, s, o. sg. ais 80,12. 82, D.Tr. 
VIII,1. 389,27. bais Lai Mark. 80,9. 



38 



vN ^ VdtiL :>S. D. Tr. 

s -^ .U^«.ui Röfti. 547. 

V . .^nüs Lai Mark. 

-^. .,x .". Abays Boss. 126. 

>,v. ^ ^v:.N .^,«. grai8389,27. 

..,x X.>Ki. 126. 547. 80;2,32. 






. X *K ^. abay« 82, D. Tr. 



^, o. sff. grais 82 , D. Tr. 

«%M«, «. o- P^ palays Enim. 220,12. 
>«i»M, s, 0. so. palais lioss. 547. 

Jaiif. 186b. Bon. 142,55. 146,12. 

Nie. 663. Flam. 922. 80,32. 82, D. Tr. 

VlII, 1. a^' 0. sg. nialviiis 82, D. 

Tr. Vm, 1. 
-atiiiB, adj. r. sg, malvais Ross. 126. 

547. 586. 

-andins, 8. r. sg. jais 80;2,12. 364,34. 
389,27 (bis). 

-axem, 1. sg, prs. c. lais 82, D. Tr. 
VIII, 1. 

-axet, 3. sg. prs. c. lais Ross. 126. 547. 
80,12. 356, 1.389,1. 167,8. pais 364,35. 

-axo, 1,8. prs, i. lais Ross. 586. 80; 12,32. 
167,8 etc. apais Lai Mark. 80,32. 
356,1. 262,1. 

-axos, 8. 0. pl. eslais 80,32. 389,27. 

-axum, 8. 0. sg. eslais Ross. 547. plais 
Lai Mark, relais Hon. 91,35. 

Perfecta. 

1. sg. plais Lai Mark. 82, D. Tr. V1II,1. 

trais Flara. 5762. 
3. 8g. frais Ross. 126. 547. 80;2,12. 

364,35. sofrais Flam. 463. 80;2,32. 

421,1. pliiis Jauf. 135b. Hon. 16,15. 

142,55. tais Jauf. 136»». Hon. 91,35. 

146,12. Flam. 463. 167,8. 191,1 

etc. atais Enim. 220,12. trais 

Ross. 126. 547. 586. Hon. 3,12. Nie. 

663.1925. Flam. 590. 922. Lai Mark. 

Agn. 599. (für trai) : S Freud. 86,43. 

80,32. 262,1. 364,35. 356,1 etc. 

atrais 80,9. 355,6. es- 25,19. 80,32. 



167,8 etc. re- Flam. 5208. 7040. 
S0,2. 389,27. sos- 356,1. 

Bemerkungen. 

esglais ('=i*exglacidu8). Vgl. die 
beiden ältesten provenzal. Gramma- 
tiken, pag. 114. Diez, £. W. nimmt 
gladius zur Grundlage. 

€UC. 

R. Vid III. 166,3. 

Perfecta. 
3. sg. valc. calc. 

älgra. 

Flam. 

Conditionale I. 

3. 80. calgra Flam. 895. 6966. valgra 
Flam. 395. 6966. 

am. 

üc Catola (451) 1, D« 760. 

-amnm, s. o. sg. ram. 

-amo, 1. sg. prs. i, clam. 

-amiis i.pl.prs. c. percoram. digam, 
fazam. 

Conditionale I. 
1. pl partiram. 

as. 

Ross. —Flam. — Fortunier (158)1, H. 
Arch. 34, 415. 

-abes, 2. sg. pra, i. as Ross. 465. 659. 
2. sg. ft. auziras Ross. 327. criaras 
Ross. 378. faras Ross. 466. sabras 
Ross. 659. trametras Ross. 466. 
veiras Ross. 378. 

-abo8, 8. 0. pl. dras Ross. 659. 
-accns, tf. r. sg. sas Ross. 659. 
-achiain, s. o. sg. bras Ross. 878. 
-adis, 2. sg. prs i. vas Ross. 378. 659. 
-andos, s. o. pl. demas 158,1. 
-ans, adv. detras Ross 327. 378. 466. 
659. tras Ross. 466. 



39 



-ansmii, s, o. sg. mas Ross. 378. 

-anus, 8, o, pl. mas 158,1. cu^. r. sg. 
vilas Ross. 659. 



i, 2. sg. prs. i. amenas Bob«. H78. 
8. 0. pl. armas Ross. 827. seculas 
Ross. 378. adv, certas 158,1. 

-asoam, n. p» o.sg. Domas Flam.2U. 

-asi, 8. r. pl. nas Flam. 7431. 

-asies, 3. 8g. pr8. c. abras Ross. 378. 

-a808, 8. 0. pl. nas Ross. 327. 

-aase, adv. bas Ross. 466. 

-assiciun, 8.o.sg. das Ross. 327. 466. 

-assnm, s. o. 8g. pas Ross. 327 (bis). 
378. 466 (bis). 659. adj. o. sg. gras 
Ross. 466. las Ross. 378. 

-assus, adj. r. sg. las Ross. 466. 

-atos, 8. 0, pl. pratz Ross. 378. 

PerfectÄ. 

3. sg, ras Ross. 378. 465. reiuas Ross. 
327. 378. 465. 659. FJani. 214. 619. 
7431. B. G. 158,1. 



atz. 

Flam. 
-achinm, s. o. sg. bratz Flam. 7993. 

Conditionale I. 
2. pL conogratz Flam. 7993. 

e. 

Hon. - -F. Lun., Rom. — Brev. — Bern. 
Marti (63;4,E.E":M.G.509, 510.- 
B. d. Paris (85)l.B.D.p.85. — Gui 
(191) 2, R. - G. Adern. (202)9, D.Chx. 
3,196. — G.d. Gäbest (213)2, M W. 
1,110. — G. Fig. (217)8, C- Joan 
Est. (266)6, Azals, p. 75. — R. de 
Vaq. (392)26, B. M. G. 76. 

-8, pron. meF. Lun., Rom. 63,4. 191,2 
etc. se F. Lun., Rom. Brev. 1489. 
191,2 etc. 

-edem, s. o. sg, merce F. Lun., Rom. 
63,4. 191,2. 202,9 etc. 



-edit, 3. sg. prs. i. cre F Lun., Rom. 
re- F. Lun., Rom. 63,4. etc. 

-Öde, Lsg, prs. i. cre 63,4. 85,1 (bis). 
191,2. 213,2. 

-ednm, s. o. sg. palafre 191,2. 

-em, 8, 0. sg. re F. Lun., Rom. 63,4. 
85,1 (5X). 191,2 (bis), etc. 

-emper, adv. ancse 63,4. 191,2. 266,6. 
dese 213,2. 266,6. jasse F. Lun., 
Rom. 202,9 etc. 

-enem, adj, o. sg, le 202,9. 

.«ne, adv, be 85,1. 191,2. 217,8 etc. 

-^nit, 3. sg. prs. i. te F. Lun., Rom. 
217,8 etc. cap- F. Lun., Rom.217,8. 
man- 191,2.217,8 re-F.Lun., Rom. 
202,9; 392,26. sos- 217,8. ve 63,4. 
202,9. 213,2. a- 213,2. 217,8 392,26. 
CO- 63,4. F. Lun., Rom. 202,9. 217,8 
etc. es- 202,9. mesa- 392,26. re- 
217,8. so- F.Lun.,Rom.63,4.191,2etc. 

-ennm, s. o, sa. ale 392,26. fre F. Lun., 
Rom. 191,2 etc. adj.o.sg. ple 217,8. 

-t^nam s, u, adj. c, o. sg. be F. Lun., 
Rom. 63,4. 202,9. 21*^8 (bis) etc. 

-id, pron. que F. Lun., Rom. Brev. 
17210. 191,2 (bis). 202,9 etc. 

-idem, 8. 0. sg, fe F. Lun., Rom. Ü3,4. 
191,2 etc. 

-ideo, 1. sg, prs. i, ve F. Lun., Rom. 

-idet, 3. sg. pra, i, ve 63,4. 191,2. 

-inde, pari, ne 266,6. 

-ins^t, 3. 8g. prs, i. estre 202,9. 

Perfectum. 
S,sg. ame (für amet) Hon. 142,17. U. 

Bemerkungen. 

comti 8. 0. sg. 191,2. In einzelnen 
Fällen findet man auch sonst bei 
den Trobadors einen unbetonten Vocal 
mit einem betonten gereimt. Bartsch 
hat (Z. F. R. P. II, 131) von dieser 
Erscheinung gehandelt, ebenso thut 
ihrer Paul Meyer «Rom. VllI, 209) 
Erwähnung; ich füge den hier be- 
reits beobachteten Vorkommnissen 
noch einige weitere hinzu. Bert. 
Zorgi 6. M. G. 570 reimt nöstre mit 



40 



re, mostre mitiwerc^, die Reimchronik 
vom Navarrakrieg bindet sazo, orazö 
mit encriUro furo. Auch in der 
Legende vom heiligen Trophimus 
finden -ich ähnliche Fülle. (Betreffs 
eines Versehens in den Ausführungen 
von Bartsch vergleiche die Anmerkung 
zu vergiSj Keimreihen auf es), 

ante (3. sg perf. von amar) steht Hon. 
142,17 im Reime mit dem Nam^n 
Diodcy welcher 142,43 mit ben («. o. 
sg, benum) gebunden ist. 



ec. 

Ross. -- Hon. — Enim. - Nie. — Jauf. 
— Flam. — Alegr. (17)2, P.O. 351. - 
B. d'Alam. (76) IG, H. Arch. 34,:)92 - 
G. d. Born. (242n7, A. Arch. 51,5. 
coll.D. -P.d'Alv.(323)9, M. G.223 
(C). — P.R. d. Toi. (355)14. M. G. 
942. - R. d' Aur. (389) 36, A. Chr. 67. 

-aequet, ^.sg.prs.c. ec 7(),16. 355,14. 

-aeqno, 1. sg, prs. i. ec 242,17. az- 
389,36. desaz- 389,36. 

-eccam, adj, o. sg. lec 355,14. 

-dccns, adj. r. sg. lec 323,9. 

-edecnm, s. o. sg. deo Enim. 230,26, 
17,2. 389,36. 410,2. en- 323,9. 

-Yccet, 3. sg. prs. c. sec 245,14. 

-tcci, adj.r.pl. sec 17,2 i^bis). 389,36. 

-Kcco, 1. sg. prs. i. sec 17,2. 242,17 (bis). 

-Kccam, adj. o. sg. sec Ross. 94. 360. 
Hon. 30,14. 17,2 (quinquics). 323,6. 

-Ycem, 1. sg. prs. c. fabrec 355,14. 
desplec 855,14. 

-icet, 3. sg.prs. c. abrec 3b9,36. plec 
76,16; 08- 380,36. 17,2. 

-Iico, 1. sg. jtrs. i. embrec 355,14. 

-Yiem, 1. sg. prs. c. estec 389,36. 

-iiet, 3. sg. prs. c. estec 76,16. 

-ercnm, s, o. sg. all>erc Nie 1307. 

-isque, 7>row.quec355,14. 

Kigename: Josep Nie. 1:»33. 

Perfecta. 

\,sg. dec 242.17. 

3! sg. b6c Boss. 94 17,2. crec. Ross. 



94. 360. 17,2. 76,16. 242,17. 855,14. 
d6c Nie. 795. 1307. 1333. Flam. 
lüu. 575^. 17,2. 76,16. 323,9. 
355,14. falh6c Ross. 94. free 
Ross. 360. en- Roms. 94. so- Ross. 
94. lec Ross. 360. Hon. 30.14. 161,11. 
17,2. 242,17. parec Flam. 5758. 17,2. 
242,17.355,14. 389.36. a- Hon. 161,11. 
Nie. 975. es- 242,17. plaidec Rosa. 
91. plec Flam. 100. tec Ross. 94. 
re- Ross. 94. 360. sec Enim. 230,26. 

Anmerkungen. 

Für einzelne dor aufgeführten Reim- 
worte und Perfectformen kommen 
folgende Stellen des Donat in Be- 
tracht, die dem betonten e ebenfalls 
geschlos8<'ne Aussprache sichern; 45,28 
Decs. i. Vitium ; 45,29 Lecs .%. leccator; 
45,34 Plecs .i. plices; 45,30 Quecs ,%, 
quisque; 45,25 Sees, i. seces; alle 
unter der Rubrik *In ecs estreiU, 
Ferner 21,30: In ec estreit »bec .». 
bibit, lec .%, licuit, sec. .%. sedit, tec ,i. 
temUt, deci.debuiU. Die nur im Girart 
belegten Formen falhec und plaidec 
sind aus der f^egebnen Zusammen- 
stellung natürlich auszuscheiden. 

Für Bec (Ross. 360), bofec (Ross. 
94), mec (355,14), Eumec (Ross. 94) 
und liomec (Ross. 360) vermag ich 
eine einigermassen sichere Grundla^je 
nicht beizubringen, doch dürfen wir 
das e in Bec als geschlossen ansehen, 
da auch der Donat 45,27 Becs.i. pro- 
prium nomen viri unter ecs estreit 
stellt. 

dec. Diez, E. W. IL schlägt für dec 
und dec als Grundlage indictum vor, der 
Vocal (/} würde aber nur zudec i^assen, 
wie schon in der Ausgabe der beid. 
ältest. prov. Gram. pag. 115 bemerkt 
wurde. Ich setze für decs (.t. Vitium) 
ded^cus und für decs (.i. terminus) 
dicus an. Die Bedeutung dieser 
Worte im Lateinischen, ist für das 
provenzal. decs geblieben, für decs 
leicht zu vormittlen. 

Die AuKführunffen von Canello, der 
ein Schwanken im Gebrauch von dec 
un»! dec feststellen will (Arn. Dan., 
p. 187\ sind gegenstandslos, da decs 
am betreff. Orte nicht die Bedeutung 
.Vitium* hat, die ihm C. geben zu 



41 



mOasen glaubt, sondern durch »Gebot* 
SU übersetzen ist und sich so ver- 
mittelst des Zwischengliedes ,Richt- 
schnur* eng an »termtiitM^ anschliesst, 
also regeli^ht offnes e zeigt. 

ic von egw entspricht einem latei- 
nischen aequOf auf welches auch tutec 
und deaiurec zurückgehen. Lateinisches 
ae sollte k ergeben, doch scheint hier 
eine Ausnahme zu bestehen, wofür 
auch das italienische adSquo spricht 
(altfrz. aiver und desaiver). Die 
Worte finden sich im Ganzen nur 
selten. 

esUe ist eine Nebenform von esteif 
weitere Belege kenne ich nicht. 
estei selbst hat man als aus egU^a 
entstanden anzusehen und nicht, wie 
Diez n, 205 meint, lateinisch stem 
als Grundlage zu nehmen; [eat^a ist 
nach ihm (II, 153) Anbildung an 
den Conjuctiv von esser (#ta), das 
ital.^to ist zu vergleichen], eiugon 
findet sich im Honorat, Kap. 52, 
eategont B. Chr. 235, 30. Diez bringt 
n, 205 Anm. auch noch als 3. Sg. 
Prs. Conj. estön und estOj welches, 
wie er glaubt, nach do gebildet ist, 
ausser an den von ihm citierten 
Stellen findet sich die Form noch 
bei B. d.Born 21, 55. Man vergleiche 
Stimmings Anmerkung und nament- 
lich auch das in der Flamenca sich 
findende estuja. 

jplec von plevir; praebere, welches 
Diez (K W. 658) und mich seinem 
Vorgang FOrster (im Gloss. zu Aiol) 
als Grundlage aufstellt, scheint wegen 
des i ausgeschlossen zu sein. 

tec. Weffen tic für tenc ist zu ver- 
gleichen Hentschke: Die Verbalflex. 
des Gir. d. Ross. pag. 41, Anmerk. 

ec. 

Ens. d. guarso. — Guir.d.Cabr., Ens. 
— Gav. (174) 8, G. M. G. 1069. — 
P. d'Alv. (323). 1, M.G.I. 812.813. 
1319; 6, M. Q. 280 (N). Arch. 51,3 
(A).— F. d. Prinhac. Joyas, p. 10-— 12. 

-aeonm, <u^'. o. sg, grec 174,8. sec 
323,1. 



-i^ooet, 3. sg. prs. c. pec 323,6. 

-^JCGO, 1. sg. prs, i. i)ec 323,6. 

-^cciim, s. 0. sg. bec 323,6. 

-^knun, adj. o. sg. pec 171,8. senec 
174,8. 

-£qiiit| 3. sg. prs. i. sec 323,6. coa- 323,1 . 

Eigennamen: Erec Guir.d.Cabr., Ens. 
90,14. 

Perfecta. 

^.sg. abrasec 323,1. ambc 174,8. 323,1. 
an^c. Ens. d. guarso. 124,4. aüzäc 
323,1. conquis^c Guir. d. Cabr., 
Ens. 90,14. engendrbc P.d. Prinhac. 
ental^c 174,8. essenhbc Ens. d. guarso 
116,1. estec 323,6. formfec 323,1. 
oet^c. Ens. d. guarso 114,18. salud^ 
Ens. d. guarso 114,18. rendec Ens. d. 
guarso 124,4. siffubc Ens. d. guarso 
116,1. cazec 323,6. nasquec P. d. 
Prinh. parfec Jauf. 65«. 323, 6. 

Bemerkungen. 

Für bavec, cavect Erec und nee 
vermag ich Grundlagen nicht zu 
finden, bavec steht im Donat 45,17 
unter hecs lar^: Bauecs .t. baueca 
gw)d de facüt mouetur (vgl. auch 
Wichmann, pag. 9); für Erec lässt 
sich aus anderweiten Bindungen ein 
offenes e nachweisen (Wichmann, 
paff. 10) ; nee versucht Diez , E. W. 
d4o, zu erklären, doch ist sein Vor- 
schlag unannehmbar. (Vgl. Die beid. 
ältest. provenzal. Grammatiken, pag. 
115,4). 

egra. 

B. d. Vent. (70) 3, M.G.208C. 259 S. 
701 M. 702 B. Del. 24 S. 

-Ygra. adj, r. sg. f. negra. 

O)nditionale 1. 

1. sg. degra. queregra. estegra. 
3. sg. escazegra. paregra. 

Anmerkungen. 

Die Aussprache von ner scheint 
schwankend gewesen zu sein, dagegen 
lässt sich für negre nur geschlossenes 

3» 



4t 



e nachweisen (vgL Wichmann, pag. 
19, 20). 

W. (a. a. 0.) bringt estegra mit 
estener (= ahstinere) zusammen, 
sicherlich nicht mit Recht, estegra 
muss von estur hergeleitet werden, 
freilich ist die Form ungewöhnlich 
ebenso wie die Aussprache des e; 
auch in escazegra und queregra fällt 
das e auf. 

ei. 

Hon. — Guir. d. Cabr., Ens. Folq. 
Rom. (156) 6, B.Chr. 196. — Marcabr. 
(293) 25, L. B. 55 (EC). — P.Card. 
(335) 48, Meyer, Rec. p. 91. — P. Rog. 
(356) 6, Appel, Nro. 3. 

-e, pron. mei 293,25. 356,6. 

-ebeo, 1. 8g,pr8,i, dci 335,48. 356,6. 

-dctam, 8. 0. sg, drei 293,25. 

-edeo, 1. 8g. pr8. t. crei 356,6. 

-§gem, 8. 0. sg. lei Hon. 7,25; 16,28; 

29,35 ; 78,13 etc. 335,48. des- 293,25. 
rey Hon. 2,39; 7,25; 15,14; 19,26 
etc. Guir. d. Cabr., Ens. 92,11. 

-^get, 3. 8g. prs. c. renei 335,48. 

-Sgl, 8. r. pl. rej Hon. 192,4. 

-dsnm, 8. 0. 8g. arnei Hon. 199,17. 
335,48. 

-Icem, 1. 8g, pr8. c. barrei 335,48. 
desplei 335,48. 356,6. esbaudei 335,48. 

-icet, 3 8g. prs. c. esbaudei 356,6. 

-Vco, l.sif.pr«. i. autrey 156,6. 293,25. 
356,6. domney 356,6. 

-Tdeo, l. sg. prs. i. vei Hon. 188,7. 
335,48. 356,6. 

-Tgiam, s. o. sg. navey Hon. 173,34. 

-Kiet, 3. sg. prs. c estei 256,6. 

Perfecta. 

1. sg. fei Hon. 188,7. 335,48. 

3.»^. fei Hon. 2,39; 7,25; 15,14; 16,28; 
19,26 etc.; Guir. d. Cabr. Ens 92,11. 
293,25. 156,6. 356,6. 

Anmerkungen. 

renii (z=.*neget). Altfranzösisch be- 
steht ein A\d*n€gare zurückgehendes 



noier neben nier (fU^gare)f ein oroter 
{*precare) neben prier (pricare); wir 
dürfen wohl für das rrOTenzaliache 
ein ähnliches Verhältniss annehinen. 

Jauf. — Nie. — KJes. — Flam. — 
Brev. — Agn. — Am. Dan. (29) 13. 
Can. IX,— Gui d.Cav. (192) 3, H. 
Arch. 34,416. — G.P. de Gai. (227) 
11. - P. Brem. (330) 10, A. Aroh. 
34,178. — P. Card. (335) 50. L M. 
G. 1248. - Raim. d'Av. (394) L 
B. Chr. 209. 

-abeo, 1. sg. prs. i. ei 192,8. 335,50. 
(iey) 227,11. 

1. sg. fi. amerei 335,50. anrei 192,». 
835,50. chanicrei 335,50. creirn 
192,3. direi 192,3 (bis), dorei 380,10. 
farei 192.3. iriei 330,10. pensaroi 

330.10. portarei 1923* ▼eiiei3dU,10. 
▼iurai 330,10. volrai 335,50. 

-arinm, s. o. sg. grei 29,13. 

-aec,|)roft. liei 29,13. 192,3. 227,11. 
3:30,10. 

-apio, 1. sg. prs. i. siey 227,11. 

-^et, 3. sg. prs. c. prei 335,50. 

-edinm, a^i- demei 335,50. 

-^gnm, 8. o. sg. nei 29,13. 

-<Tiet, 3. sg. prs. c. brei 29,13. 

-ico, 1. sg. prs. i. domnei 29,13. 

-Iciun, s.o.sg. domnei 335,50. 

Perfecta. 

1. sg. ambi 29,13. 335,50. ante Flam. 
262. (ani^y) 227,11. bategi^y Nie 
1897. botiby K Jcs. 290, 1 9. comendby 

227.11. compriöy Brev. 16282. cngiftjr 
227,11. comprei 192,8. deroand&i 
Jauf. 141>. 330,10. demostri^y Nie. 
1897 etc. 

perd^i 192,3. rendli Jauf. 168«. 
vendfei 394,1. 

nasquibi Agn. 597. 330,10. (^i)Fhun. 
262. venqui^ Jaut. 168 . 

Hon. — Enim. — Flam. — D. Prad., 
Rom. — Am. d. Mar. — Bier. — 



43 



B.d.Boni (80) 1, 30, 38 (Stirn.).- 
Folq.Lon. (154) 6. (Eichelkr. 5). — 
G. i Born. (242) 22, D. Mild 340; 
30, A. Arch. 51,17. — P. d'Alv. 
(323) 21. M. G. 1022. — P. Vid. 
(364) 7, Bartsch 45. —R. d'Aur. 
(389) 36, Arch. 51,1J^.-R.d. Vaq. 
(392) 24. P. 0. 81. — Riiim. Mir. 
(406) 8, A. Arch. 51,151. 

-aecce, pron, prs. lais 889,36. 

-letns, a^i-r.sg. adreys 154,6. 389,36. 

-dges, $,o.plAeh 80,30. 154,6. 242,30 
etc. reis Hon. 120,35. 

I^iiiiii(?), $. o. sg. neis 364,7. 

-§g:(-)8, 8, r. sg. leis 392,24. 

-61I8V8, p. p. enceis 80,1. 

-faoB. 8. 0. pl. arneis 892,24. 

-••oit, 3. sg. prs, t. creis Hon. 77,39. 
Flam.545.80;l,38(bi8). 154,6.242,30 
etc. pareis 80;1,30. 364,7 etc. 

-6x, s. r. sg, reis Hon. 14,9. 80;30 (ter), 
38 (bis). 154,6. 242,30 etc. 

-leinm, s. o. sg. pleideis 389,36. 

-Yoofl, s. o. pl tomeis 80,38. 864,7. 
392,24. 

-1C118, s^ r. sg. domneis 80;1,22,30. 
364,7 eto. torneis 80,1. 

-IdioB, s. r. sg. esfreis 392,24. sordeis 
406,8. 

-fdios, s. o. pl. esfreis 406,8. freis 
389,36. 406,8. 

-iPie, part eis Enim. 269,32. 80,38. 
meteis Flam. 1852. 7289. D. d. 
Pwi., Rom. 1097. Brev. 28654. 
80-,30,38. 242;22,30 etc. 

-ipsos, parL eis 154,6. 

-isoem, s. o. sg. peis 392,24. 

-isees, s. o. pl. peis 80,1. 

-iBois, s. r. sg. peis 80,38. 364,7. 

-iscos, s. 0. pl. Grezeis 392,24. 

-Iticii8 (^0118), s.r.sg. malaveis 364,7. 

389,36. 
-iws, part. ancseis 242,30. 364,7. a^j. 

e. f. sg. genseis 242,22. 



Perfecta. 

8. sg. at^is Brev. 28654. 80,38. 164,6. 
242,30. 392,34. c^U Hon. 91,37 ; 150,5 ; 
189,9. Flam. 7289. 154,6. 392,24. 
desträis Hon. 189,9. 80,30. 389,36. 
406,8. es- Hon. 77,39. emp^is Hon. 
91,37; 120,35; 150,5. 80,30. 154,6. 
242,30. est^is Hon. 14,9. Enim. 269,32. 
B. Chr. 95. 323,21 etc. f^is Flam. 
545. D. Prad., Rom. 1097. 154,6. 
242,30. 364,7. 389,36. p^is 154,6. 
de- 80,1. 242,30. rezöjs 389,36. 

Anmerkungen. 

Folgende von den vorgenannten 
Reimworten stellt der Donat unter 
unter eis estreit: 46,15 Greis. i. crescit. 

46.13. Eis .i. ijfse. 46,3. Leis .i. lex. 
46,4 Feis .». ptsds. 46,11 Beis .i.rex 

46.14. El meUis .i. iUe ipse. 

WegenfleysS.sg.prs.c.(lBifi.) vgl. 
Donat 115,43. 
feys. Anc de nulha ren non si feis 

Deus cant d la formet tan genta. 
. »Gott war in Nichts träge, als er sie 
80 schön schuf.« Es begt hier das 
lateinische fingiere zu Grunde, doch 
ist die Bedeutung nur durch Zwischen- 
glieder zu vermitteln. 

mdlaveis. Wegen der Grundlage 
vergleiche man die Ausführungen von 
Tobler ZFRP. II, 573. 

rezeys, welches die Handschriften 
C M u. N bieten (R. d'Aur. 36. B. 
Chr. 68), muss ffir das ungewöhnliche 
Participium conqueis eingesetzt wer- 
den; rezeys ist Praeteritum, eine 
Nebenform von redems^ reems (man 
vergleiche rezeiso und redempso). 

Die betreffende Stelle würde dann 
foljgendermasson wiederzugeben sein: 
»eine solche Freude hat mich ergriffen 
und mich erlöst, die niemals thönchten 
Worten glaubte.« 



eis. 

Brev. 
-aecce, pron. lieis Brev. 31634. 



44 



Perfect. 
3. sg, ioia Brev. 31634. 

eni. 

Jaut. — Nie — K Jes. — R. Vid., UI. 

— Flam. — G. Folq. — A. G. d. 
Marfl., Ens. — Am. Dan. (29) 8. Can. 
Xll. — Pastorelles. Joyas, 89-92. 

— P. de Prinh. .Toyas, 10—12. B. 
Chr. 373. 

-¥m(iis), 1. pl prs, t. crezem G. Folq. 
280/261. entendem 29,8. 8abem29,8. 
sufrem Joyas 10 — 12. 

-elmnm, n. p. o. ag. Guillem 29,8« 

-$m(iis), l,plft anarem Flam. 3071. 
serem KJes. 296,86. 

Perfecta. 

1. pl. fezem. Nie. 731. 1347. Flam. 
3071. decssem Nie. 731. mezemNic. 
1347. prezem Jauf. 59«. nasqu^m 
Joyas 10—12. conoguem Jauf. 59«. 
deguem Nie. 1057. vengu^m Nie. 
1057. R. Vid. III, m,12. ten- 

fu^m Flam. 4030. — anem KJes. 
95,38. auzcm Nie. 1258. baiss^m 
Flam. 1545. 29,8. eonvidem KJes. 
283,5. costem G. Folq. 230,26. d^m 
K Jes. 283,5 etc. 

Conj. Imperf. 

1. pl. acsscm Flam. 4020. — anasem 
Jauf. 134^. anessem KJes. 289,5. 
296,36. amenass^m Jauf. 134'*. com- 
tessem K Jes. 289,5. portassem Nie. 
1569. 



enc, 

Jauf. — Enim. — Nie. — KJes. — 
R. Vid., 1.11. - Flam. — G.Folq. 
— G.d.Cabr., Ens. — Brev. — Am. 
Dan. (29) 5, Can. VUI. — Gav. 
(174) 4, P. 0. 43. - G. Adem. 
(202) 3, C. — G. Riq. (248^ 65, 
M. W. 4,80. - R. d'Aur. (389) 3, A. 
Arch. 51,134. 

-antnm, s. o. sg. brenc 174,4. 

-endeo, 1. sg. prs. i. attenc 174,4. 
prenc 29,5. 174,4. 202,3. 248,65. a- 
248,65. 



-^neo, 1. 80. prs. i, tenc Flam. 6385. 
29,5. 174,4. 202,3 (bis) etc. 

-eniit, 3. sg. prs. t. veno 389,3. so- 
389,3. 

-entern, odv. mantenent KJes. 272,3. 

-ente, adv. issamen KJes. 294,27. 

-inci, s. r. pl renc 29,5. 

-inoo, 1. sg. prs. t. derrenc 389,3. 

-inenm, s, o. sg. arenc 174,4. renc 
Flam. 950. 389,3. — n. p. o. sg. 
Castenc 174,4. Deuisenc 174,4. 



-Ingo, 1. sg. prs. i. destrenc 174,4. 
espenc 
202,3. 



80. f 

espenc 174,4. estrenc 174,4. (8. sg.) 
202,3. 

-ingno, 1. sg. prs. t. estenc 202,3. 

-inqiiam, s.o.sg. fadenc 29,5. palenc 
174,4. velhenc 202,3. — adj. o. sg. 
foguienc Nie. 1511. ramenc 202,8. 
n. p. 0. sg. Loerenc. Guir. d. Cabr., 
Ens. 90,11. 

Perfecta. 

1. sg. tenc 389,3 (bis), sos- 248,65. 

conYcnc Jauf. 137^. so- 389,3 (ter). 
3.M. tenc Jauf. 49«. 53«. 62«. 108«. Enim. 

221,6.244,19. Nie. 1511. Flam. 3189. 

4134. 4322 etc. Brer. 21885. cap- 

R.Vid. Nov.II;221,29. Flam.5»32. 

re- Flam. 150. 29,5. 174,4. bos- 

389,3. veno Jauf. 62>. 108«. 122«. 

137«. Enim. 221,6; 240,29; 244,19. 

KJes. 272,3; 294,27. R. Vid. I, 399. 

II; 221,29. Flam. 150. 4322. 4886 

etc. Brev. 21885. 29,5. a- R. Vid. 

I, 399. 174,4. 202,3. con- Jauf.l22«. 

Flam. 6493. de- Jauf. 53«. es- Enim. 

240,29. re- G. Folq. 279,227. Flam. 

3189. so- 174,4. 

engra. 

Flam. 

Conditionale I. 
1. sg. tengra Flam. 1089. 
3. sg. vengra Flam. 1089. 

engron. 

Jaui. — Flam. 



45 



Perfecta. 

3. jp2. tengron Flam. 4734. a- 7221. 
man- Jauf. 48«. venfiTon Flam. 4734. 
7221. Jauf. 48«. 

Enim. - Flam. — Diftt. — G. P. d. 

Caz. (227). — P. Vid. (364) 3, 

(Bartsch 21). 
-aera, «. r. $g, /. enquera 227,11. 

ara, pari, era 227,11. 

-Ära , adj, r. sg. /. fera Flam. 7838. 
227,11. 364,31. 

-^ram, «. o. sg. /. bera 364,21. fera. 
Flam« 2901. 

-^rat» 3. 8g,prs. ». era Enim. 266,11. 
Flam. 310. 3157. Diät. 201,17. 364,21. 
esmera Flam. 5542. 227,11. 

Conditionale L 

1. sg. am^ 364,3. blasmdra 364,3. 

don^ra Flam. 2901. est^ra 364,3 

etc. crez^ra Enim. 266,11. respond^ra 

Flam. 4312. 
3.«^. ambra Flam. 1417. aus^ra Flam. 

5093. caussbra Flam. 2210. cost^ra 

Flam. 3157. ctg^ra Flam. 4512 etc. 

entend^ra Flam. 4512. escondbra 

Flam. 4004. 

Anmerkungen. 

Das Verbalsubstantiv enquera setzt 
ein querir mit inchoativer Erwei- 
terung voraus; von querer und von 
gumr (nicht inchoativ) ist abzusehen. 

erc. 

Enim. — Gav. (174) 7 ; M. G. 1067. 
-fodeo, 1. sg. prs. i. perc. 
-^rieiim, s. o. sg, clerc. 
-drigit, 3. sg. prs. t. erc. derc. 
-irigo, 1. sg. prs. i. conderc. derc 
-Inloiim, n. p. o. sg. Domerc. 
-ircet, 3. sg. prs. c. serc. 
-IrcOy 1. sg. prs. i. serc. 
-Yrldeo, 1. sg. prs. i. reverc. 
-IrSdii, s. r. pl. verc. 



Perfecta. 
3. M. m6rc 174,7. suf6rc Enim. 230,22. 



sg. m 
174,7. 



uberc Enim. 230,22. 



iran ßro). 

Jauf. — Hon. — Enim. — Nie. — 
KJes. — R. Vid., III. — Flam. — 
S Freud. — A. G.d. Mars., Ena. — 
Brev. 

-aernnt, 3. pl. prs. i. queron KJes. 
297,21. 

-^rant, 3. pl. imperf. eron Jauf. 16U. 
Enim. 269,26. Nie. 1651. KJes. 274^; 
279,30; 281,16; 292,18; 299,25. 
Flam. 7495. Brev. 22403. 

Perfecta. 

3. pl alegrferon Flam. 6719. andren 
Flam. 4498. cant^ron Flam. 3241. 
causs^ron Flam. 5826. creb^ron 
Flam. 7954 etc. 

perd^ron Jauf. 167«. Brev. 8229. 
seguöron Flam. 924. nasqu^ron 
Flam. 5836. agu^ron KJes. 272,13. 
f^ron R.Vid. III; 168,16. 

ers. 

Arn. Dan. (29) 13. Can. IX. — G. d. 
Born. (242) 74. A. Arch. 33,317. — 
P. Card. (355) 33, C. M. G. 974. 

-öricos, s. 0. pl. clers 335,33. 

-ero8, s. o.pl. plazers29,13. sers 29,13. 
vers 29,13. volers 29,13. 

-öms, s. r. sg. avers 29,13. 242,74. 
335,33. devers 335,33. espers 29,13. 
242,47. 335,33. plazers 242,47 (bis). 
335,33. poders 242,47. 335,33. re- 
maners 242,47. sabers 242,47. 335,33. 
temers 242,47. valers 242,47. volers 
335,33. — adj. c. r. sg. sers 242,47. 
vers 242,47. 335,33. 

Perfecta. 
3. sg. d^rs 29,13. 242,74. a- 335,33. 

Anmerkungen. 

Unter der Rubrik »ers estreiU 
finden sich im Donat folgende von 
den oben aufgeführten Wöriem: 48,34 
Äuers .». habere. 48,35 Deuers .%. 



dtbere nomnaUter. 48,36 E»per» .i. 
lpt1 vel apereg. 48,34 Podera .i.potsa, 
notninaliter possum. 48,31 S(Atr» .i. 
sabere. — 48,41 Strs .i. »tro. 48,48 
Üen .i. uerum. 48,38 Dtrs .i. erexit. 

Rosi. (Hof. 6728). 
HHirions, o«^. r. «j?. tenere. 
-trdia, 2. «j pr». t, pets. 
-£rM, 3. s;. pr«. *. mers. 
-ersM. s. o. pl. Vera. 
•tnnm, p. p. apen. 
-inoB, praep, convers. evers. 
-CrtiiB, a^. r. tg. culvers. desen. 
•^ns, ac^. r. gg. (en. 
-Ünrls, 2. «f. pr«. i. üeaen. 
-irroB, «. o. pl. nere. 
'imu, I. r. «9. Ben. 

Ferfectum. 
3. $g. tära. 

Anmerkungen. 

Die 3. Sg. Perfecti ters musa für 
dere, welcbea Hofmunii und Bartsch 
(Chr.41,10) bieten, eioireietzt werden, 
da e« eich um eine cTirade hiindelt, 
dtrt aber i hat. Kär offnea e in («r« 
■pricht der Donat 22,87: /n fr« lor; 
,ten .i. tertit, esleri .i. exlemf. Diese 
AenderuDg hat schoa WiuhmiuiD (pag. 
19] Torgeich lagen. 

Folgeade «on den oben genannten 
Worten bezeichnet der Donat ah ftuf 
er» larg ausgehend: 48,18 Conuen.i. 
eoMMTMU. 48,12 Str». .%. aervu. 48,16 
EnM»n .i. invertw. 48,20 Ftn .i. 
fem». 48,11 Ser* .i. »ennu. 48,14 
üen .i. uermu. 



Jauf. — Croii. — Hon. - Enim. - 
Nie— KJeB. — R.Vid. 11, lll. - 
Flam. — D. d. Prad.. Rom. — 0. 
Folq. — Ena. d. 1. doni. — En». 
d. guano. — 0. d. C&br., Etu. — 



Brev. - Aim. d. BaL (9) 8, D. 192; 
7, D. 188. — Aim. d. Peg. (10) 6, 
Chi. 4,36; 26, D. 236; 30, D. 
2&1: n D' 227; 45, C. M. 0. 1171; 
46, N. M. G. 1175; 51, C. M. G. 
1217. - N'Alam. d.Caatelii.e n'Isen« 
(29) 7, H. P.O. 357. — Am. Dan. (29) 
7. Can. VI. — Arn. Donat Joyaa, 
p. -ii. - Am. d. Mar. i30) 6, M. W. 
1,171; 11, M. G. 233; 13, M. W. 
1,159. — Arn. Plag. (32) 1, P.0.357. 

- Am. P. d'Ai. i31) 1, M. G. 1082. 
AuBt. d'Orl. (40) 1, C. M. G. 9. — a 
Trobel (50) D. l^nb. XIV, U. — Dan. 
Am. d. Moncuc (55) 1 , P. O. 33. — 
Bern. d. Rot. (661 2, Chi. 4,205. 
^ B. d. Vent. i70) 5, M. G. 785i 10, 
M. W. 1,41; 12, M. W. 1,20; 22, 
M. W. 1,98; 31, H. W. 1,36; 34, 
M. G. 794. - Bert Zorgi (74) 1, A. 
Arch. AiASi; 8, H. G. 674; 10, 
Chi. 4,232; 16, U. G. 571; 17, A. 
Arch. 34,181. - Bertr. d'Alam. (76) 

15, H. H. G. 1060. ~ B. de Boro (80) 
32. 34, 45, Etim. — B. d. Paris (85) 
1 , R. B. Denkm. , p. 85. — Bisch, t. 
Clerm. (95) 1, H. Arch. 34,414; 3, 
Chx.5,125. — Blacaa*. (96) 6, U.CkuL 
4,215. — Bon. Calro (10t) 6, 1. iL G. 
553; 7, Chx. 4,226; 11, P. 0. 208; 

16, I. H.G.617. - Cadenet (106) 10, 
Chi. 4,418. —Cercalm. (112) 4, P.O. 
250.-D.d.Prad."(124) 9., M,Ü.»96; 
18, P. 0. 390. —EL a. Baii.i;i32) 6, 
L. R. 42Ü; 13, D*. 618. — El. Gair^ 

IJl) 8, A; 10, A. Arch. 51.249. 
.I.A. Arch. 38,442. -- Gaue. Faid. 
ilii7) 4, B. Chr. 147; 6, M, G. 30 
k; 11, ü. Arch. 35,402; 22, U. Arcb. 
•ih,*ii-ä; 43, A. Aroh. 33,451; 46, G 
B,M,Ü. 491.492; 59, U.Arch 35,398. 
-GauBb-d.Poicib. (173)1, H. 0.950. 

— Graf. V. Poit (183) 12, Chx. 5,lia 
-Gui d'Ui».tm) 12. J.M-G-569-— 
G. Augier (205) 2. Aials 122. — G. d. 
Berg. (210) 1, 1. tKell.3); 8, i. (Kell. 9l; 
9,T.lKelL 10); 18,l.(KelL17>. — G.d. 
3.Leid.[234) 3,H.W.II,39i I5,D.Tr. 
pag. 28. — G. d. 1. Tor. (236) 7, D,. 
LTb. 484.- G. d. Cabe.t (213) 5. M. 
W. 1,113. - Ouir. lo Roi (240) S, 
S. H. G. 575. — G. d. Bom. (242) 8, 
M. M. W. II. 51; 4, C; 16, A. Arok. 



51^1) 10, D,. 54S; 24, L. B. SO-b 
27, D. K. 0. 230! 81, A.M.G.iUO; 

33, B. Aroh. 34,897; 84, A. M. Q. 
S34; 40, A. M. a. 1S66; 50, P. H. 
a. 969; S4, B. Chr.* 103; 58, A. H. 
G. 1374; 61, B. H. 6. 863; 68; 
TS, E. Arch. 34,400. — ßnir. Riq. (248) 
7, M. W. 4,I6i 27, M.W.4,58; 48, 
M. W, 4, 86; 65, M. W. 4,54; 67, 
M. W. 4,25; 69, M. W. 4,56; 79, 
H. W. 4,50; B. Chr. 285. — J. Mote 
(259) 1, Dem. Troub. VU. — Joan 
Est. (266) S, Axala 110. — Jojaa, p. 
148-151. — Marcabr. (293) 25, L. B. 
55; 35, Me^er, Bec74; 39, L.B.425. 

— Hencb T. Hont. (305) 1 ; 3, Fh. 5 : 6, 
P1l4; 8,Ph.8; I4,Ph.6il6,Ph.lO.— 
P.d.Man. (819) 6, E. M. O. 514. — 
P.d'At^o, P.Salv„ Or. w. Foix (325) 
1, P. a 290. — P. Brem. 4, C. D. 
MU& 349; 21, A. D. Arch. 34,169.^ 
P. Card. (335) 1, I. H. 0.6; 3, M. 
W. 2,218; 5, C. M. 0. 214; 8. M. 
M. 0. 327; 12, M. W. 2,239; 50, 
I. M. Q. 1248; 57, M. W. 2,195, 
59, T. M. G. 1258; 70, M.W.2,I99.- 
P. a. d. Toi. (355) 1, L. R. 513; 3, 
Oll. 5,325. - P. Bog. (356) 4, M.W. 
1,123.— P. Vid. (864) 8, Bartach 25; 
21, B. 2; 30, B. 27; 31, B. 24; 35, 
B. 22 ; 39, B. 23; 47, B. 12. — P. d. 
Vil. (365) 1, P.O. 377.- Peirol (366) 
18, M. W. 2.20; 16, H. W. 2,36; 
20, M. W. 2,11; 22, M. W. 2,28; 

34, V.Arch.36,452. 8. Del 12.— Per- 
digo (370) 9, D. Arch. 35,436. B. 
U. G. 346. — B. d'Aur. (389) 29, B. 
Chr. 69. — R. d. Vaq. (392) 10, H. 
W. 1,228; 20, D. 303; 28, D. 864; 
30, G. Arch. 35,109. — Raim. Gaue 
(401) 8, Aut«, p. 31. ~ Raim. Mir. 
(406) 15, A. Arch. 51,150^ 40, B. 
Chr. 151; 20, A. Arch. 51,149. - K. 
d. I. Solu (409) 4, D. Hubs. 440. - 
B. d. Tors (410) 5, H. M. Q. 1059. - 
Sat. d. Hai. (432) 2, C. B. 
Chr. 156. - Serr. (484) 2, Mil4 384. 

— Sord. (437) 17, C. M. G. 1271; 19, 
P. 9. — Na Tib. (440) 1 , H. M. G. 
647. — Uc de Pena. C. B.i:Copie BartochJ 

— üc d. S.Circ (457) B. Chr. 160; 3 
N. M. G. 1146; 4, A. H. G. 1147. — 
H. M. G. 278. — G." (Aroh.36,n0). 



-I.V.O, ll65t.-B.Z., B.D(!iikm. 

p. 69. 
•uiSB, s. 0. pl. chei Croii, 171. 210. 

299,39. 
-anos, Mij. o. pl. plei Crois. 171. 
-KtiB, adv. ases Crois. 149. 
-Mm, ». 0. (0. mercea 10,45. 167,43. 

Joyas p. 148-151. 
-Mm, s.o.pl. mercee Jauf. 121),. (Jroia. 

61. Hon. 151,33 etc. Flam. 461. 

30,11. 80,34. 132,6 etc. 
-tÜM, *. o. pl. pH Croia. 13. 
-6diB, 2. tg. pn. i. eres 242;3,40,58. 

356.4. 
-edn, «. o.pl palafnu Croia. 171. 210. 
■iiv», ». T. ag. palafres CroiB. 50. 

406,15. 
-ed-a, n. p. T. ig. Herce« Flam. 2711. 

«, r. ig. merceB Jauf. 162*. Orois. 

149. 171. 210. Flam. 3294. 9;S,7. 

10,46. 29,7. 3(^6,13. 32,1 etc. 
-6nii, a4j- ■*- >g- lea 70,12. 2.sg.pfB. 

i. yea 30, 6. 
-inis, adj. r. »g. jovea Croia. 210. 



-<!iioi, (. 0. pl. bes Croia. 149 (ter). 

202.210. D.Frad., Born. 1527. Brev. 

19SS2. 9,7. 10;26,30,33,45,46. 31,1. 

82,1 etc. 
-ioMB, n.p. o. tg. Agenea Croia. 13. 

61. 202. 210. 55,1. 325,1. Aquadea 

Croia. 13. Albiges CroU. 13. 61. 

149. 210. Aragonea 66,2. 364,30. 

Armaiihague«Croia.2lO.ArteB319,6. 

Aapes Croia. 89. Barsalonea 210,1. 

Baiadea Crois. 13. 210. Bederrea 

Crois. 69. 149. Benauguea 432,2. 

Beaauduuea 80,32. BoiSalea Crois. 

13. 61 etc. S. o. sg. borzea 33S,8. 

foles 389,28. malgoirea Croia. 171. 

marquea Croia. 149. Hon. 134,42; 

146.5. Enim. 218,5 10,30. 167,16 
etc. mea Croia. 13. 149. 171. 10,30. 
70;5,10 etc. neacies 70,24. 74,8. 

132.6. pogea 66,2. 85,1. 364,39. 
pOM Croia. 149 (bia). 171 (bja). 
202. 210 (bia). 80,45. 74,a 76,15 



48 



etc. jxurentes Crois. 171. 210. poges 
335,8. 389,28. tomes Crois. 50. 
335,57. ä4j. 0. sg. Aragones 66,2. 
Gabares Crois. 210. Campanes Crois. 
202. cories Ebb, d. guarso; 116,5. 
9,3. 30,6. 55,1 etc. Cuaienges Crois.61. 
Engles Crois. 202. 210. 55,1. mortales 
Crois. 171. 202. Pabies Crois. 171. 
Saishes Crois. 210. 

-önses, n. p. r. ph Franses Crois.61. 
171. 259,1 etc. Genoes 74,10. 
Marseilhes 76,15. 335,1. Montfortes 
Crois. 210. Pampalones Crois. 210. 
Ties Crois. 202. 210. Vandales Hon. 
192,27. Ä r. pl borzes Crois. 61. 
202. 210. 66,2. clergues Crois. 210. 
marques 80,45. 133,11. nies Crois. 
57. pages Crois. 202. plaides 
234,15. Adj, r. pl cortes Crois. 
202 (bis). 30,13. 50, D. Tr. p. 105 
etc. plaides Crois. 171. N, p, 
0. pl Agenes Crois. 89. Alanes 
80,32. Arabies Crois. 171. Barsa- 
lones 80,32. Centonges Crois. 
13 etc. S, o. pl borzes Crois. 13. 
121. marques 248,48. mes 133,3. 
366,13. 389,28. pages Crois. 13. 
202. poges 335,57. Adj. o.pl cortes 
10,51. 70,22. 101,6etc. Icones Crois. 
210. masclez 335,3. mores Crois. 
210. mortales Crois. 202. Pabies 
Crois. 202. Tolzanes Crois. 210. tur- 
ques Crois. 202. 210. 

-onset, 3. sg, prs, c, ades 242,27. 
293,39. pes Jauf. 113«. Crois. 61. 
149 (bis). 171. 202. 9,3. 10;6,30,51. 
30,13 etc. 

-önsi, s.r.pJ.defes Crois. 171. mespres 
359,1. P. p. defes Crois. 202. estes 
Crois. 202. pres Crois.61. 171. 210. 
a- 80,34. 133,11 etc. entre- 133,11. 
em- Crois. 210. Flam. 4510 etc. 
nies- 359,1. re- Crois. 210. sobre- 
133,3. 

•^nsis , fi. p, r. ag. Aragones 248,79. 
Danes 80,45. Enffles 248,79. 304,35. 
Flames Crois. 202. Franses 248,79. 
364,35 etc. Ä r. sg. borzes Hon.127,20. 
364,35. chaples Crois. 202. 210. 
marques Crois. 149. 202. 210. 30,13. 
76,15 etc. mes Crois. 202. 242;40,58. 
nescies 80,45. 305,3 etc. pages 



Crois. 171. 864,8. patentes Croii. 
149. pobles Crois 210. A4j» r. sg. 
Aragones 364,47. cobes 335,3. cortes 
Crois. 13. 57. 149. 171. 210. 10:26,30. 
33,45 etc. des- 194,12. Jojas p. 
148—151. Cumenffes Crois. 202. 210. 
Jordanes Crois. 202. Lomanhes Crois. 
210. mortales Crois. 210. pales 74,10. 

Slages 364,35. verges B. Z., B. 
lenkm. p. 69. 

•enso, 1. sg. prs. i. pes 10,33. 31,1- 
70,22. 74,1 etc. 

-önsos, s. 0. p/. ces Crois. 171. 242,27. 
364,39. defes Crois. 210. 242,58. pes 
335,70. P.p. estes Crois. 210. pres 
Crois. 149. 171 (bis). 202 (bis). 210 
(ter). 80,45. 96,6 etc. a- 210,9. em- 
Crois. 171. mes- 242,19. re- Crois. 
202 (bis). 248,69. sobre- Crois. 202. 

-ensnm, s. o. sg. ces Crois. 149. 80,45. 
124,18 etc. defes Crois. 13. 29,7. 
55,1 etc. pes 293,35. pes Flam. 1557. 
2767. 234,15 etc. P.p. defes Crois. 
13. 70,34. entes Crois. 149. entes 
für ences Crois. 210. estes 210,8. 
pres Jauf. 68". 68'» etc. Crois. 57. 
149. (bi8).171.2l0(bi8). Hon. 112,37; 
174,53. Nie. 705. £ns d. 1. donz; 
145,53. 9,7. 10;30,33,46,51. 30;6,13 
etc. a- Flam. 4832. 10,26. 74,8 etc. 
com- 242,50. em- Crois. 149. 202. 
210.242,33. mes- 106,10. 364,39. per- 
24S;48,79. 293,39. re- 9,3. 3(),13. 
sobre- Crois. 171. 74,1 etc. 

-önsns, s. r. sg. ces Crois. 202. defes 
305,3. pes 335,5. P. p. defes 234,18. 
deches (deiches) Crois. 171. 202. 
eces Crois. 149. entes Crois. 210. 
248,69. pres Jauf. 69k. 77^. 125k etc. 
Crois. 50. 149. Flam. 1563. 10,46. 
50, D. Tr. X1V,II. 133,3 etc. a- 
Flam. 4210. 10,30. 30,13 etc. entre- 
70,31 etc. em- 40,1. 74,10 etc. mes- 
Crois. 149 (bis). 70,31 etc. per- 248,69. 
re- Crois. 202. 101,7 etc. sobre- 
Crois. 149. 133,11 etc. 

-6nns, s. r. sg. alenz 242,27. fres 
Crois. 171. 202. 167;11,59 etc. seres 
Crois. 171. 31,1. Adj. r. sg. ceres 
Crois. 210. ples Crois. 171. 202. 10,30. 
30,11 etc. 



49 



^liiit. r. sg. quin9e8 305,16. seizes 
G. Folq. 178,185. 

-^nns, 8, f. sg. bes Crois. 149 (bis). 
202. 210. Flam. 1033. 3047. 6429. 
9.3. 10,51. 30;6,13 etc. ges Jauf. 
75b. 87«. 168 (H) Crois. 13. 89. 149. 
Hon. 130,1. Flam. 3061. 9,7. 10;6, 
30,45,46. 30;6,11 etc. 

-eros, V. sUbst o. pl. avers Crois. 171. 

-6ß, 8, r. sg. res Jauf. 78*. 143*. 364 
(H). Crois. 57. 149 (bis). 171. 202. 
Hon. 144,65. Flam. 3340. 5636. G. 
Folq. 277,133. Brev. 20806. 9,2. 
10;6,45.30;6,ll(bi8) etc. conres335,57. 
Adv. ganres Hon. 151,5; 164,9. o. 
pl. res Crois. 13. 202. Hon. 133,25. 
KJes. 295,20; 297,5. R. Vid. II, 
224,18. Flum. 4430. Brev. 14901. 
10,30,51.30,3 etc. conre8CroiB.57. 149. 
242;27,54. Num. tres Crois. 13. 57 
etc. Flam. 2284. Ens. d. guarso; 
117,5. 29,7. 31,1. 50, D. Tr. XIV, 
11 etc. 

^, 2. sg. prs. i. es R.yid.lU; 151,7. 

-§808 , 8, 0. pl. arnes Oois. 13. 171. 
210. 80,45. aurfres Crois. 202. 210. 

-itei, 8, f. pl. descofes Crois. 57. 

-S88am, p. p. asses Crois. 202. 210. 

.^88nm, praep. pres Croii 13. 50. 57. 
89. 149. 74;l,10. 124,9«. 

-^8us, 8. ft sg. descofes Crois. 50. 

68t, '6.8g. prs. t. es Jauf. 75«. 75betc. 
Crois. 13 (bis). 50 (bis). 57 (ter) 
etc. Hon. 70,1; 130.63; 141,25 etc. 
Nie. 929; 2062. R.Vid. III, 167,36. 
Flam. 57. 4188. 5414 etc. Brev. 
255. 975. 1387 etc. D. Prad., Rom. 
318. Ens. d. guarso; 122,11. 9;3 
(bis), 7. 10;6(ter), 26,30,33,45,46,51. 
29,7 etc. 

-estem, s. o. sg. ves 210,8. Adj, o.sg. 
engres Joyas, p. 148—151. 

-^um, 8. 0. sg. arnes Crois. 57. 202. 
40,1. 80;32,34 etc. aurfres Crois. 
171. 202. 335,70. 

-^TU, 8, f. sg. arnes Crois. 50. 202. 
10,30 etc. 

-Stis, 2. pl. prs. c. escoutes Jauf. 
105*. resembles 259,1. tornes Jauf. 



114a. 2. 1)2. ft. auares Nie. 2155. 
aures E Jes. 285,24. 246,5. ircs Brev. 
9845. respondretz 10,6. veires Jauf. 
140«. volres Hon. 151,52. 

-fcein, 8. o. sg. ves Jauf. 107*. Flam. 
1343. 3127. Enim. 233,34. 183,12. 
335,70. 

-ices, 8. 0. pl. ves Jauf. 100^. Flam. 
7034. 30,11. 50, D. Tr. XIV,2 etc. 

Vdes, s.r.sg.feB Jauf. 77«. 166". Crois. 
13. 50 etc. G. d. Cabr., Ens. 91,22. 
Brev. 21390. 9,7. Joyas, p.22. 31,1. 
40,1. 55,1 etc. 

-ides, 2. sg. prs. i. ves 356,4. 

-tdns, n. p.r.sg. Azamfres Crois. 210. 
Jaufres Jauf 130«. 166«. 353 (H). 
Marfres 319,6. 

-ipsam, adv. demanes Brev. 8051. 
Crois. 171. 202 (bis). Flam. 5498. 
74,16. 242,27 etc. manes Crois. 2U2. 
242,24 etc. 

-isci, 8. r. pl. sirventes 392,10. 

-18C08, 8. 0. pl. sirventes 85,1. 74,8. 

-iscam, s.o.sg. sirventes 55,1. 80;32, 
45. 85,1 etc. Adj.o.sg.gtetz^B Crois. 
202. 133,11. 

-iscus, 8. r. sg. sirventes 66,1. 389,28. 
Adj. r. sg. fres 335,5. 

-i8i, p. p. comques Crois. 202. 248,48. 

335,8. 

-1(806, p. p. comques Crois. 171. 30;6, 
13. 66,2 etc. 

-1886, adv. espes Crois. 13. 171. 202 
(bis). 210. 183,12. 325,1 etc. 

-issi, adj, r. pl. espes 293,39. P. p. 
mesHon. 153,17. 167,22 etc. compro- 
Hon. 51,15. entre- Crois. 202. 80,34. 
esco- 242,24. re-Arn. Donat; Joyas, 
p. 22. 808- 219,6. 

-18808, adj. 0. pl. espes 31,1. 248,69. 
P. p. nies Crois. 171. 74,10. co- 
Crois. 202. 210. Joyas, 148-151. 
mal- Crois. 202 (bis), pro- 457,4. 
tra- Crois. 61. Hon. 78,73; 112,48; 
207,1. 167,11. 

-Il88iim, 8. 0. sg. mes 80,45. pro- Crois. 
171. Adj. 0. sg. espes Jauf. 164«. 



so 



Hon. 139,18. 95,1 etc. P. p. mes 
Jauf. 93b. 128b. 1520. Crois. 50. 57. 
171. Hon. 59,29; 130,55. 9,3. 10;6, 
30,51. 30,11. 32,1 etc. co- Crois. 149. 
240,8. 248,27. 365,1. entre- Crois. 
13. 149. Flam. 4840. 50, D. Tr. 
XIV,2. 167,4 etc. esco- 10.6. mal- 
Crois. 202. 10,33. pro- Crois. 61. 
149. 242;40,50. 335,70 etc. pro- Hon. 
24,21; 39,9. tram- Crois. 171. 10,26. 
167,46 etc. 

-1S8118, adj. r. sg. espes Crois 210. 
364,47. P. p. Dies Crois. 171. Flam. 
3139. 10,6. 55,1. 74;1,10 etc. co- 
96,6. 242,24. entre- Crois. 210 (bis). 
133,11. 242,27. es- Crois. 171. 202. 
mal- 10,26. pro- Crois. 13. 50. 55,1 
etc. 808- 50, D. Tr. XIV,11. tra- 
Croia. 50. 89. Brev. 761. 356,4. 
364,21. 

-isam, p. p comques Crois. 149. 9;3 
(bis), 7. 10,33. 70;5,22. 74,1. 82,:j2 
etc. en- Crois. 149. 171. 

-Isns, p.p. comques .lauf. 115b. Croia. 
50. 202. 210. 10,46. 55,1. 70,31 etc. 

Perfecta. 

l.s^. promes 74,8. pres 173,1. 210,18. 
aprtSs 133,14. conques Hon. 24,21. 

2. sg, saubt^s G. d. Cabr., Ens. 91,22. 

3. «rjr.dcfes Crois. 149. —mes Jauf. 75b. 
3.V2iH). Crois. 149. 210. Hon. 13:V25; 
151,:,; 15:J,7 etc. Nie. 169; 1017; 
1395; 2109. K Jes 300,4. D. Prad , 
Rom. 1527. 9,7. 10,45. 30,13. 74,1 
etc. CO- 364,21; Joyas 148—151. 
entre- Jauf. 130^ Flam. 1769. per- 
Arn. Don., Joyas 22. pro- Brev. 
11791. 14479 etc. Arn. Don., Joyas 
22. 30,11. 133,11 etc re- Joyas, 
148—151. tra-Jauf. 105'. 113«. Il8« 
etc. Crois. 57. Uon. 130,63; 139,8; 
144,65; 185,40. Nie. 571. Flam. 401. 
Brev. 9845. 10,33. 80,32 etc. - pr^s 
Jauf. 128«>. 162«. 161.. Crois. 1202. 
Hon. 13,16. 127,20; 153,7 etc. Nie. 
169; 367; 1395. K Jes. 300,4. Flam. 
1557. G. Folq. 277,153. Brev. 761. 
3770. 10211 etc. 70,5. 76,15. 205,2 
etc. a-74,8. em- Crois. 171. 364,21. 
es- 364,30. mes- 74,16.305,5.406,40. 
457,4. per- Nie. 929. re- 74,8. — qut^s 



Jauf. 188 (H). Hon. 164,9. 10,26. 
con- Hon. 192,27. 76,15. 85,1. 240,8. 
248,09. en- Crois. 202. 210. 80,34. 
re- Hon. 120,79; 146,5; 174,25. — 
f(^8 Jauf. ßS\ 75«. 75>>. 77« etc. Hon. 
52,7; 59,29; 70,1 etc. Nie. 367; 
571; 705 etc. Flam. 334. 1343 
etc. Brev. 2702. 2746. 8579. 8585 

10.6. 66,2. 183,12 etc. 

Conjunet. Imperfecti. 

aguäs i.sg. Jauf . 68b. 931». iße«. Flam. 
7151. Ens. d. f(uarso 116,5. 10,51. 

29.7. 70;10,31,34. 106,10 etc. — 3.5^. 
Jauf. 64b. 78«. 119b. Hon. 112.48. 
134,42. Enim. 216,9; 233,34. KJes. 
285,24; 295,20. Flam. 1416. 4510 
etc. Brev. 1299 1309 etc. 10;45,46. 
30;6,13. 55,1 etc. — begues 3. sg, 
335,1. — calgea 3. ag. Hon. 13,16. 

— conog*$s Ung. Flam. 2711. 4188. 
7602. 9,3. 70,31. - 3. sg. Flam. 
2422. 4902. Ens. d. 1. donz; 145,53. 
Brev. 255. 8001. 70,22. 74;10,16 etc. 
-- cregues 3. sg, Crois. 171. 210. 
406,15. — destrenguäs 3. sg. Jauf. 
92«. — degues 1. sg, Jauf. 119*. 
167,4. —3.«^. Jauf. 143». Crois. 149. 
Flam. 2767. Brev. 11K)12. 74,1. 173,1 
etc. — dolges 3..«?^. Flam. 5116. — 
jagues 1.8^.392,38. — legu^sS.sg. 
242,19. -- mogues 3. sg. Jauf. 8>. 
Flam. 737. '.^771 etc. 432,2. — 
pagues 3. sg. 335,07. — perceubes 
1. sg. 167,59. — 3. sg Flam. 5658. 

— apercebes 3. sg. 305,1. — plagues 
1. sg. Crois. 210. 133,3. — 3. sg. 
Jauf. 92». 140«. 364 (H). Crois. 61. 
171. 202. Hon 51,15; 75,31. KJes. 
277,37. Flam. 1633. 5414 etc. 10,33. 
30;11,13. 31,1. 32,1. 70;10,22,34. 
7 i,l etc. des- Flam. 3533. Ens. d. 
guarso; ll"),17. 242,76. 305,letc.— 
planges 3. sg. 10,30. — pog^s 1. sg, 
Flam. 4634. 7ir,l. 9,3. 70;5,12. 101,6. 
etc. — 3. sg. Jauf. 67«. 115b. 166« 
etc. Crois. 57. 159. Hon. 75,31; 
112,37 ; 135,55. Nic.1017. 2155. Flam. 
1416. 1730. 2166 etc. Brev. 975. 
1309. 2460 etc. 10;30,33,46. 30,11. 
40,1. 70;5,22,34 [hi&) etc. — receupes. 
1. sg. Jauf. 125b. R. Z, B. D. p.69. 

— saubes 1. sg. Brev. 19012. 70,12, 
74,8. 167;4,lletc. — 3.«^.Brev.3122. 



51 



Flam. 1769. 4634 etc. 10,51. 32,1. 

70.34. 101,11 etc. — tengu^ hsg. 
Crois. 202. 74,8. 167,4. 392,20. - 
3. sg. Jauf. 167». Crois. 149. Flam. 
2422. 4458. 6664. Ena. d. 1. donz. 
140,21. 173,1. 248,09 etc. cap- Enim. 
239,10. man- o30,4. re- Crois. 171. 
132,6. 242,08. — traiches 3. sg. 
Crois. 57. Jauf. 67« (traguds). — 
tolgues 3. sg. .Tauf. G4i>. Crois. 149. 
124,18. 167,43 etc. -- valgues3.s^. 
Crois. 61. Flam. 2>84. 3340. 124,9-. 
167;22,43 etc. — vcngues 1. sg, 
106,10. 167,11 355,3. — 3.«^. Jauf. 
48^ 166«. Crois. 51). 89 etc. Hon. 

82.35. H. Vid. III;167,36. Flam. 
2947. 6664 etc. Brev. 2296. 17922. 
50, D.Tr.p. 105. 80,45. 132.13 (bis) 
etc. a- Flam. 5092. D. Prad., Rom. 
318. 70,5. 124,18 etc. co- Ens. d. 
guarso, 117,5. de- 406,20. esdeven- 
gues Hon. 161,65. re- Flam. 2166. 
80- (1. sg.) 213,5. 167,6. - volges 
1. sg. Ens. d. guarso ; 115.17. 70,12. 
133,3 etc. — 3. sg. Jauf. 48^. Crois. 
61. 202. Hon. 151,02; 187,44- Enim. 
218,5. KJes. 297,5. Flam. 1633. 4654 
etc. Ens. d. guarso; 122,11. Brev. 
2296. 2692etc. 31,1. 32,1. 66,2.74,1 etc. 

aucies 1. sg. Jauf. 76». 70,10. — 
3. sg. Jauf. 125«. Crois. 57. 74,16 
etc. — disses 1. sg. Jauf. 125«. 
348 (H). 10,51 66,2 etc. — 3. sg. 
Hon. 120,79. R. Vid. 11,224,18. Flam. 
737. 1563. Brev. 1299. 16722. 70,5 
etc. contra- Crois. 171. — aduses 
3. sg. 173,1. - escriusses 3. sg. 
Flam. 7064. - esteisscs 3. «9. Flam. 
2771. -r afrainses 3. sg. 17:>,1. — 
remazäs 3. «(/. 40,1. — meses Lsg. 
173,1. —3.8^. Crois. 13. Flam. 7557. 
D. Prad , Rom. 1773. 95,3. 167,22 
etc. entre- (1. sg.) Flam. 5105. 
194,12 (3. sg ) 242,19. 406,15. re- 
Brev. 15334. tra- (1. sg.) Flam. 57. 
457,33. (3. sg.) Flam. 11. 3139. 

— plaissös 3. sg. Flam. 4902 5116. 

— prcRCS 1. sg Flam. 1033. 3294. 
194,12. 437,17. — 3. sg. Crois. 149. 
Hon. 147,43. Flam. 280. Brev. 2293. 
2692 etc. 242,16,58. 432,2. a- Brev. 
14795. 95,1. es- 304,30. — queses 
1. sg. Jauf. 144«. 3. sg. Hon. 39,9. 



con- 1. sg. 30,13. 242;40,24 (3. sa.). 
— resposes 3.sg. Flam. 2947. 4458 
(für respondes einzusetzen). — sols^s 
1.8^.213,5. — somos^s S.sg. Fiam. 
7197. — taiss^s 1.«^. 406,15. 3. sg. 
173,1. - taisses 3. sg. Hon. 130,1. 
R. Vid., III; 151,7. 248, B. Chr. 
285. — tanh^s 3. sg. 305,4. — 
tenssös 3. sg. Brev, 12279. — traiches 
3. sg. Crois. 57. Flam. 3047. 5636. 
D. Prad., Rom. 1773. 30,11. 242,4 
( traisses). 248,69 etc. re- (1 .sg.) 242,50. 
destreiss^ 1. sg. 392,20. 3. sg. 
Jauf. 144«. Ens. d. 1. donz. 140,21. 
es- 1. sg. Flam. 280. 

fezds 1. .<?(/. Jauf. 166«. 174 (H). 74,8. 
173,1. 194,12etc. — fe8 Crois. 171.— 
lezes 3. sg. Jauf. 87« (bis). 107«. 
124»». Hon. 153,17; 207,1. Enim. 
216,9. 239,10. Flam. 5092. Brev. 
14143. 19582. 21554. 40,1. 70;10,22. 
74;10,16. 85,1 etc. for- Jauf. 77«». -- 
fäs 3.«^. 85,1. — fuiss^s 3. 8^. Crois. 
57. — vez^a I.sö. 95,1.440,1. '6.sg. 
Nie. 791. 

caz^s 3. sg. 30,11. — pareges 3. sg. 
173,1. 242,4. - a- Brev. 1105. - 
corregues 3. sg. Flam. 1730. — 
nasques i.sg. Crois. 202. 3.sg. Crois. 
149. Jauf. 69b. ai,l. 330,21. — 
visquös 'd.sg. Joyas, p. 148 — 151.434,2. 

Anmerkungen. 

Die Worte ades, confes, engreSt 
€8, peSf preSt ves mit offnem e 
{yg\. die Reihmreihen auf bs) 
sind von den andern oben ge- 
nannten zu trennen, wenn sie sich 
auch in einigen sehr späten Denk- 
malen: Croisade, Joyas; beiDaudede 
Pradas, RaimonVidal unddemltal. 
Bertolomeo Zorgi fehlerhafter Weise 
mit e gebunden finden. Auch 
G. d. Berg. 8 gebraucht einmal ves 
=-vestem mit e und ebenso estendes 
d.sg. imp. c. Bei Bertol. Zor^ stehen 
fälschlich folgende imp. coiij. im Reime 
mit es 1. sg. agrades (\), restaures 
(8). ^.sg. CLCordes (1), alhergues (16), 
deignesi 1 ), remembresi^ 1 6), restaures(i), 
soprandes{16). Ases und ples(=:zadsati8 
u. planus), beide in der Croisade 
vorkommend, sind unprovenzalisch. 



52 



tüine Anzahl der zusammengestellten 
Reimw^rter findet sich im Donat (pag. 
49 II f.J unter es estreit. 

agues und ran/jrures stehen Boethius 
178/9 in derselben Tirade; hier wurde 
also noch nicht einmal Assonanz 
erzielt sein. Böhmer (Rom. Stud.III, 
137) sucht die Schwierigkeit zu 
heben, indem er aguis und ranguris 
einführt, beide Formen sind sonst 
aber provenzalisch nicht belegt. 
ranguris soll Praesens von rangurezir 
sein, doch könnte dies nur rangurezis 
lauten. 

Das Wort verges^ welches sich B. 
Denkmäler, p. 69 findet, ist dort 
Adjectivum, nicht Substantiv wie 
Bartsch (Zeitschr. II, l'^l) meint, und 
es liegt in diesem Falle der Ton 
keineswegs auf einem sonst unbetonten 
Vocal. Donc mayre verges (jung- 
fräuliche Mutter) hat man zu lesen, 
nicht Donc mayr^e verges wie Bartsch 
schreibt. 

es. 

Ro88. - Jauf. — Hon. — Enim. — 
Nie. — K Jes. - R. Vid ; I, II. - 
N. Pap. — Flam. - D. Prad., Rom. 

— S. Freud. — G. Folq. — Sen. 

— Ens. d. 1. donz. — Ens. d. 
guar.^iO. — A. G. d. Mars., En«. — 
Brev. -- Aim. d. Peg. (10) 41, D. 
225; 44, Ü. (Galv. 21^0); 45, D.239; 
40, N. M.G. 1175; 49, Arch. 34,1(54. 

— Arn Don.; Joya», p. 23. — Arn. 
d. Mar. (^3Ü) 21, Chx. 3,221 ; 25, L. 
R. 348. - Bern. Marti (63) 2, P]. 
C. M. G. 754. 755. - Bern. d. Vent. 
(70) 20 , M. G. 793. — Bd. Born 
(80) 33, Stim. - El.Cair. (133) 14, 
A. D. Arch. 33,441. — Foln. d. 
Mars. (155) 17, A. — Gaue. Faid. 
(167) 43, A. Arch. 33.451. — G. d. 
Cubest. (213) 3, M. W. 1,111. - 
Guir. d. Born. (242) 1. A; 4, C; 
5, A. Arch. 51,15; 16, A. Arch. 
51,21; 19, D-. 543; 42, A. Arch. 
33,316. - G. d'Espanha (244) 
13, P. 0. 369. — Guir. Riq. 
(248) 52, M. W. 4,40. — Guir. d. 
Sal. (249) 4, ß. Chr". 205. — Joan 



Est. (266) 8, Azals HO. — Lamb. 
d.Bonan. (281) 7, A.Arch. 33,451. 

— Lanfr.Cig. (282) 17. Chx. 4,438. 

— Marcabr. (293) 27, A. Arch. 
33,338. — Mönch, v. Mont. (305) 
11, Ph. 14h; 14, ph. 6. — Paul, 
d. Mars. (319) 6, E. M. G. 514. - 
P. d'Alv. (323) 12, C. M. G. 231. 

— P. Card. (3;)5) 10, C. M. G. 760; 
50, J. M. G. 1248. - P. Rog. (389) 
34, Appel 8,. — R. d. Vaq. (392) 
16. - Rodrigo (424) 1, M. M. G. 
322. — R. Z; ß. Denkm., pag. 67. 

-acet, 3. sg. prs. t. desples Ross. 4725. 

-edes, s.o.plpeB Jauf. 17L. 177 (H). 
Hon. 70,13; 144,45, 158,15; 166,25. 
Flam. 787. 7485. 8065. Brev. 10951. 
11088. 10;44,49. 70,20. 80,33. 133,14. 
167,43 etc. 

-*äda8, 5. r. sg. ses 63,2. 

-ersam, praep. envers 63,2. 293,27. 

es , 2. sg, prs, i. es Ens. d. guarso 
123,32. 

-esso, Lsg. prs. i, cofes 266,8. 282,17. 

-essos, s, o. pl, cofes Brev. 3444. 
Am. Don. 

-essam, pr. apres Jauf. 59*. 169*». 170«». 
Nie. 2360. Flam. 4492. Ens. d. 1. 
donz. 141,71. A. G. d. Mars., Ens. 
133,57. Brev. 10759. 15842. 19442. 
21953. 167,43. 242;5,16,19. 244,13. 
293,27 (bis). R. Z., B. Denkm. p. 
67. pres. Ross. 4725. Jauf. 58V 
363 (fl). 365 (Hj. Hon.49,15; 145,33. 
Enim. 256,29. Flam. 1441. 10;41, 
45,16,49. 30;21,25. 70,20. 133,14. 
15.1,17 etc. S. 0, sg. cofes 10,49. 
63,2. 293,27. proces. R. Z; B. Denkm. 
67. Adj. 0, sg. espres Hon. 81,29; 
125,17. 

-essos, s. r, sg, cofes 10,46. 133,14. 
167,43 etc. 

-estem, adj. o. sg. engres Ross. 4725. 
Jauf. 131«. Enim. 222,3; 231,25. 
10,46. 155,17. 293,27. 323,12. 

-^stes, adj, r. pL engres 63,2. 70,20. 
0. pl. engres 213,3. 249,4. 

-^tis, adj.r,sg. engres 10,49. 242;16, 
19,42. 282,17. 2. pl prs, i. disses 



53 



Jauf. 132a. es 138,14. perdes 424,1. 
podes 424,1. prendes 424^1. queres 
Jauf. 142«. voles 424,1. 

>^tiiiiii, 8. 0. 8g. pres Jauf. 193 (H). 
335,10. 424,1. 

-ex, praeßx des- 366,8. 

Conjunctivus Imperfecti. 

1. sg. agrad^s 242,5. - alegr^s 10,41. 
242,5. 281,7. - am^s 10,49. 244,13. 
323,12.335,50.392,16.424,1. - anbs 
Jauf. 142«. 392,16 etc. 

3. 8g. ador^s Brev. 10759. — afranqu^s 
10,41. 244,42. — agradea 242,1. 
ajostfes Flam. 1583. - ajud^880,33. 
242,5 etc. 

1. «^.crezes 242,4 — defend^s 461,128 
etc. 

3. 8g. atendfes Flam. 2939. 7979. Jauf. 
193(H;. 242,1. — batfes FJam. 1015. 
com- Brev. 9583. Jauf. 64»>. 
10,44. 

1. gg. visqu^s 242,4. 389,34. 

3. sg. Dasqufes Brev. 11763/4. 10,40. 
30,21. 70,20. 133,14. 167,43. 293,27. 
323,12. 335.50. — venquös Brev. 
9583. — visqubs Brev. 19560. 

ausises Jauf. 164*. 

Anmerkungen. 

Dass ad ipsum die Grundlage für 
ades nicht bilden kann, wurdr schon 
mehrfach gesagt; das Wort hat un- 
zweifelhaft e wie die Bindungen — 
Jauf. 114^. R. Vid. IF, 220,36. Flam. 
3758. 3938 etc. Brev. 10055. 10;41, 
46,49. 30;21.6:^2. 70,20. 133,14. 167,43 
etc. und der Donat 49,41 — es fordern ; 
auch Arnes (Hon. 167,61), Moyzes 
(Gui Fofq. 275,87) und UUxes (Flam. 
1583) werden mit oifnem e ge- 
braucht. 

des, Azais fasst dieses des als die 
Ck)ntraction von de les indem er die 
betreffende Stelle übersetzt: »je me 
repens De Mes torts.^ Man darf je- 
doch nicht lesen, wie er es thut: 
»Qu'anc no saup tener | Ver, \ Pm 



nasquet, empes | Des \ Tort, com* es 
dever. \ Per | Sert ieuUm cofest sondern 
es ist zu ändern: Qu'anc no saup 
tener | Vetj \ Pus wisquet, em pes 
(aufrecht) ; Des- \ Tort, com^es deoer, | 
Per Sert ieu lim cofes. destort ist Par- 
ticip (= *de-eX'tortu8), pes hat mit 
pesar, womit es Azais zusammen 
Dringt, nichts zu thun, es gehört zum 
lat. pes: tener em pes -= aufrecht er- 
erhalten. 

Bomania VllI, 160 schreibt Paul 
Meyer: *Ainsi Vauteur de la seconde 
partie da poeme de la croisade contre 
les Albigeois {oü ne se rencontre 
ancune tirade en hs) fait entrer 
»nasques^^ dans une tirade en es aux 
vers 3543 et 8040; mais c'est la 
seule erreur de ce genre que faie re- 
lecee dans ces cinq tirades en es qui 
renferment un totäldeprhs de 400 vers.* 
Dagegen ist einmal zu sagen, dass 
Tirade 149 sich plaides und pergues 
und Tirade 171 |)er^uw finden, beiden 
kommt 6 zu, da jptotdar \i'A^. perdre 
(pergues wegen perc = *perdeo) zu 
Grunde liejjen; femer aber auch, 
dass nasques nicht immer offnes e 
aufweist, man vergleiche die Beispiele 
mit geschlossenem e in den Reimreihen 
auf es. 

ses (=■ *sifdus). Das lateinisch se^ 
des kann für sks nicht Grundlage 
sein. Italienisch liegt ebenfalls offnes 
e vor {sedanOy «edtaetc), vgl. auch 
franz. siege. Weitere Belege für offne 
Ausspracne hat Wichmann pag. 24. 



essa. 

Hon. — F. Zeich. — P. d. Vilam., 
Joyas 214-216. 

-öctia, s. 0. sg. endressa P. d. Vilam. 

-ictia, 8. 0. sg. destressa P.d. Vilam. 

-£tia, s. o sg. pessa P. d. Vilam. 

-issa, 8. r. sg. mestressa P. d. Vilam. 
princessa P. d. Vilam. 

-issam, s. o. sg. messa Hon. 164,3. 



54 



-!tia, 8. r. sg, noblessa P. d. Vilani. 

-Ttiam, o. pl gentilesBa P. d. Vilara. 
triatessa P. d. Vilam. 

Conjunctivus Imperfecti. 

1. M. dissesa F. Zeich. 156,3. voIkucssu 

F. Zeich. 156,3. 

3. 8g, aguessa. P. d. Vilam. sabessa. 
P. d. Vilam. volgucssa Hon. 164,3. 

Nie. - G. Folq. 

2. 8g. imp. c. ai^deresses Nie. 2047. 

— desespereases G. Folq. 277,147. 

— desliureRSi^sNic. 293. — doptessca 

G. Folq. 277.147. — gitesses Nie. 
293. - venquesscd Nie. 2047. 

enson, 

Jauf — Enim. — Flam. — Ena. d. 
guarso. 

Imporfectuni Conjunctivi. 

3. pL fesao Ena. d. guarao 119,17. — 
mogiiesson Flam. 7297. aaupeaaon 
Flam. 251G. bmguesaon Flam. 7297. 
cap- Enim. 251,24. — auciseaaon 
Jauf. H2i>. dicesaon Enim. 251,24. 
entramezoson Flam. 2516. prcseason 
Jauf. 112»>. — pereaceaao Ena. d. 
guarao 119,17. 

Enim. — Flam. 

Imporfoctum Conjunctivi. 

3. pl. acapteaaon Enim. 252,16. acor- 
deaaon Flam. 553. aneaaon Flam. 
37;>4. deporteason Flam. 6425. en- 
tramesaon Flam. 6435. laisKeason 
Flam. 573. lanzeuaon Flam. 553. 
trobesaon Flam. 57:^. — creze:i.son 
Flam. 3734. redesson Enim. 252,16. 

ent. 

Jauf. -- Nie. — G. Folq — Sen. — 
Brev. — Agn. — Foleo (ihX^ 1, H. 
Arcb. 50,264. 

te, 2. 8g, prs, iest Sen. 211,14. ^eat) 
151,1. 



-^«tem, 8, o. 8g, reveat 151,1- 

-estit, 3. 8g. prs, t. vest 151,1. re- 
151,1. 

Eat. ft. p. 0. 8g. 

Perfecta. 

2. sg. ami^at Nie. 1385. asor^t Agn. 
2S5. cotondiäst Nie. 1833. eree^t 
Agn. 285. diacendi^at Brev. 14235. 
eif intimst G. Folq. 279,231. engani^t 
Nie. 1 833. eapoli^t Brev.l42;i :>. Jaut. 
73». eaquapifest Brev. 2373. intimst 
Jauf. 73«. levM Jauf. 73«. 

percaasibst Sen. 211,14. perd^st 

151,1. perdibst Brev. 2373/4. 

porti^at G. Folq. 279,231. volopifeat 
Nie. 1385. 

An merk ungen. 

vest hat k, ea reimt bei B. d. Born 
3 mit enqueat (p. p.), rest (3. a. pra. 
c. von reHtar^.forhHty conqukst^ [Smesi]] 
bei B. Chr. 172,28 vesta mit festa, 
qtiesta {*qudesita)f entesta (3. ag. 
pra. i.), resta (3. ag. pra. i.), tempesta, 
honhta^ genta. Vgl. auch Wichmann 
p. 28. 

Roas. — Jauf. — St. Eat. Hon. — 
Enim. — Nie. — KJes. — K.Vid., 
I, 11, III. - Flam. - D. Prad., 
Rom. — Planeh a. pl. — S Freud. 
- G. Folq. — Diät. — Fab. — A. 
G. d. Mar», Ena. — G. d. Cabr., 
Ena. — Brev. — Agn. — Lo Bort 
del rei d'Arago 3. Dern. Tr. X, 
ir-.— D.d.Pnul. (124) 3, A Areh. 
33,461. — Folq. Rom. (156) 2. L. 
Areh. 34,426. - Gav. (174) 6, P. 
0. 45. - (Juir. Riq. (2481 1, M. 
W.4,12 - Marcabr. (293) 26, h.B, 
:)6. ~ M. V. Mont. (305) 10. — 
P. d'Alv. v323) 11, B. Chr. 80. 

-aeti, adj.r.pUei (leth) 156,2.248,1. 

-aetam, adj. o. sg. let 156,2. 

-eco, 1. sg. prs. i. prec. KJes. 297,17. 

-ficto, 1. sg, prs. t. gel 124,3. 

-eddit, 3. sg. prs. t. reth 248,1. 

-ephum, II. p, o, sg. Josep K Jes. 277, 
13,23. 281,22. 283,37. 290,7. 297,33. 



55 



-^ptem, num, set Flam. 423. 785. 
6741. 7700. D. Tr. X, II-. 121,3. 
248,1. 305,10. 

-£rte, adv. apert Nie. 751. 

-örtom, adj. o. sg. cert Plancb. s. pl. 

te, 2. sg, pi'8. i. est EJes. 304,11. 

-I^tet, 3. sg. prs, c devet Ross. 650. 

-Stiim, 8. 0. sg. decret Brev. 17245. 
secreth Brev. 22636. 248,1. Adj.o. 
sg. Beeret Weissag. Such. D. I, 466. 
quet 124,3. 

-etum, 5. 0. sg. vet (veth) 124,3. 248,1. 
devet R. Vid. II; 228,4. 293,26. 

-ictum, p. p. destret 156,2. 

Helizabet n. p. o. sg. Brev. 12575. 
20548. 21170 etc. Nazaret n. p. 
0. sg. Hon. 2,11. G. Folq. 276,14. 
Brev. 11543 12033. 21226 etc. 
Nobe n. p. o. sg. Nie. 2349. 
OUvet n. p. 0. sg. Brev. 16177. 
Set n. p. 0. sg. Nie. 1855. 

Perfecta. 

3. sg. abrasfet Jauf. 167t. — aeabfet 
JauL 173«. Enini. 1030. — adob^t 
Flam. 1649. — agenoll^t Flam. 2476. 
5846 etc. 

attend^t Flam. 3187. 5040. 156,2 — 
corrompfetBrev.8515. 12095.14161. 
— cres^t Flam. 3093. 5300. 5470 etc. 

irasqu^t Ross. 2973. 8596. — elesquet 
Enim. 219,21. - nasqufet Hon. 120,1 5. 
G. Folq. 278,183. Agn. 593. 156,2. - 
venqubt Jauf. 366 (H). — visqufet 
Hon. 114.65. 133,35. 175,25. Enim. 
236,35. Brev. 16160. 

Anmerkungen. 

Der lateinischen Grundlage nach 
wurden folgende Worte auszuscheiden 
sein: decret, destret (destrXctum), 
Josep (Josephum), quet (quietum) und 
secret (secretum); auch bringt der 
Donat Destretz .i. destricttts und 
quetz .». parum loquens 51,14 und 
50,23 unter etz estreit. Dagegen 
scheint secreth und quet, in manchen 
Fällen wenigstens, auch mit e ge- 
braucht worden zu sein (vgl. Wieh- 
mann, p. 37 und Canello, Arn. Dan., 
pag. 280); ebenso findet sich Josep 



in Bindung mit b (Wiehmann, 
pag. 35). 

get lasst sich nur durch ein fQr 
jacto angesetzes jifcto erklären, das 
von den übrigen romanischen Sprachen 
ebenfalls geiordert wird: altfrz. giet^ 
ital. gHto. 

etz, 

Jauf. — Hon. — Nie. — KJes. — 
R.Vid., I, II, in. — Sen. — Brev. 
- Gar. d'Apch. (l&i) 2, D. 479. 
Chx. 4,249. - G. d. Born. (242) 18, 
A. — Guir. Riq. (248) 46, M. W. 
4,35. — J. Mote (259) 1, D. Tr. 
VII. p. 55. - M. V. Mont. (305) 10. 

-Sd( — )s, s. r. sg. merees 248,46. 

-enos, s. 0. pl. bes 248,46. 259, D. 
Tr. p. 55. 

-enns, s. r. sg. bes Dese. Such. D. I, 
317. Part ges 248,46. 

-önsem, s. o. sg. pages Jauf. ]53i>. 

-ensi, n. p. r. pl franses 259, D. Tr. VII, 
55. P. p. pres 248,4ii. S. r. pl. 
mespres 259, D. Tr. VH. 55. 

-ensis, adj. r. sg. cortes 259, D. Tr. 
VII, 55. 

-ensain, p. p. pres Jauf. 124*. 

-ensas, p. p. repres 248,46. 

est, 3. i^g. prs. %. est KJes 298,32. 
248,46. 259, D. Tr. p. 55. Liebesbr. 
Such. D. 1, 313. 

-etis, 2. jf)h prs.c. parles Jauf. 100«. 
Flam 6359. resembles 259. D. Tr. 

f». 55. 2. pl ft. agaretz R. Vid. 
II; 181,5. atrobares Jauf. 107». 
auzires Nie. 1353. KJes 281,36. 
trobaretz Brev. 22215. 

-estis, 2. pl prs. i. deves Nie. 215. 

-icem, s. 0. sg. vetz Flam. 3529. 4476. 
242,18. 

-ices, s. r. pl. vetz. 805,10. o. pl. 
vetz Hon. 181,63. Flam. 5888. 6862. 
Sen. 203,25. 259, D. Tr. VII, p.55. 

-icet, 3. sg. prs. t. letz 242,18. 

-]C(~)8, s. r. sg. mercadeiretz 305,10« 



56 



-idiui. M. i». I*. sy. Jaufriw Jauf. 135'. 

lUu:. , s. r. Hg. toH Jiiuf. 131^ 160a. 
■■■i-H.ir». 

iKiüoM, H o. id. t'rvtz 242,18. 

t|Ht<», ac/r. domunos K. Vid. I, 406. 

-iHOuni, s. 0. »g» sirventes 259, D.Tr. 
VU, 55. 

•^Hum, p. p. conques 248,46. 

-iMot. H. s. im», c. pleges (für plagues) 
K J«H. 277,37. 

-iMsani, p. p sosnies 248,46. 

-188118, ;). P' promes 248,46. 

-^tis, «. r. sg. setz Brev. 16006. 

-tttos, s, 0. pl. senetz 242,18. 

-iUns, 8. r. 8g. tosetz 242,18. Adj. 
r, sg. solctz 242,18. 

Perfecta. 

1. 8g. fös Jauf. 116«. 

3. 80. fes Hon. 181,63. KJes. 281,36. 
U. Vid. II; 218,28. III; 181,6 Flaui. 
5848.6677. Sen. 203,25. Brev. 16006. 
22215. 305,10 (fötz). 

2. pl. a^u^s Flam. 6677. — mogues 
Jauf. 107«. - tenguäs 162,2. — 
tolgues 162,2. — vengues Jauf. 116». 
iWoK IblK 160-. 248,46. 

diao.s R. Vid. II; 218,28. Flam. 4476. 

lt>2,2. — prezesNic. 1353. — traissoa 

Hon 13,23. 248,46. - tranieses 

Jauf. 159b. 
fezes Jjiuf.135«. Hon. 43,23. Nie. 215. 

R. Vid. I, 406. 162,2. Desc. Such. 

D I, 317. 
nnsques 248,46. 

Conjunot. Imperfecti. 

2. pl fossos 250, \\ Tr. VII, 55. - 
visos Jauf. 121«. — aucissos Fhini. 
QMCt. — dissesos Liebesbr. Such. 
D. 1, 313 — romanseses Jauf. UM)*. 
- volscs Flam. 4992. - accöa Flam. 
5S18. — i>og8os Flam. 3."» 29. — 
voncsi's 259. 1>. Tr. Vll, 55. - 
voljjuosjort K Jos. 277,37. — volcses 

Flam. 5888. 
anasüos Flam. 63.">9. — donassos Flam. 
Öb62. — mena»308 Jauf. 13 IK — 



mostrasses K Jes. 298,32. Flam. 4992. 
- consentissez 242,18. — partiss^ 
Flam. 6846. 

Anmerkungen. 

Uetz .1. uiciSy Soletz .t. solus, To- 
setz .1. puertis werden vom Donat 
pa^. 50;32,35,86 unter etz estreit auf- 
geführt; für Folquetz (305,10) darf 
wohl auch geschlossene Aussprache 
des e angenommen werden, es würde 
dann Utus zur Grundlage der Reim- 
silbe haben. 

crietZj welches sich bei Bartsch, 
Chr. 262,40 findet und vom Heraus- 
geber als 3. sg. perf. von criar 
(= creare) aufgefasst wird, ist 2. pl. 
prs. indic. von creerj crezer; das t 
verdankt dem Differenzierungstrieb 
sein Entstehen : crietz für creetz. 

deves 2. pl. prs. i.: fezetz 2. pl. 
prt. (Nie. 21 5 j ist ein falscher Reim. 

etz, 

RoRs. - Nie. — Flani. — Brev. — 
Am. Dan. (29). 13, CJan. IX. 

-dcet, 3. 8g. prs. u desples Ross. 2725. 

-aetos, adj. o. pl. letz 29,13. 

-edisset, 3. sg. itnp. c. jutges Rosa. 
2725. mandes Ross. 2725. razonea 
Ross. 2725. trobes Ross. 2725. 

-estis , adj. r. sg. engres Ros8. 2725. 
2. pl. prs. f. dizes Nie. 1077. etz 
Brev. 23558.29,13. rendes Nie. 1093. 
2. pl. imp. üdormes Flam. 2979. 

-etio, 1. sg. prs. i. pretz 29,18. 

-^tiam, 8. 0, sg. pretz 29,13. 

-etos, adj. o. pl. quetz 29,13. 

Perfecta. 

2. ;)/. adores Nie* 749. amends Nie 
1077. clavellfes Nie. 2731. cre^s 
Ro8s. 2725. detz 29,13. doptfesFlam. 
3r»31. etfantbtz Brev. 23558. eneUu- 
zes Nie. 1093. laysses Nie. 749. 
parlezFlam. 3531. pendes Nie. 2731. 

j revcilles Flam. 2979. semen^ Nie. 

I 741. sufortÖB Nie. 741. 



57 



eup. 

Brev. 21478. 

Perfecta. 
3. sg, coceup. receup. 

i. 

Rosa. — Jauf. — Hon. — Enim. — 
Nie. - KJes. — R.Vid. I, U, 111. 

— Flam. - G. Folq. — Ens. d. 
reac. — Ena. d. 1. donz. — A. G. 
d. Mara., Ena. — Brev. — Ad. d. Rocaf. 
(5) 2, C. (Cop. Bartach). — Aim. 
d. Bei. (9j 20, C. (Cop. Bartach). 

— Aim. d. Peg. (10) 7, A. Arch. 
34,162; 24, D 232; 45, C. M. G. 
1171; 49, A. M. G. 1215. - Bern, 
d. Bond. (59) 1, M. (Cop. Bartach). 

— Bern. d. Prad. (65) 1, B. D. 142. 

— El. d. Barj. (132) 12, E. M. G. 
989. — Folq. d. Mars. (155) 3, A; 
17, A. - Gav. (174) 4, P. 0. 43; 
6, P. 0. 45. - Graf v. Poit. (183) 

2, B. Chr." 25; 12, M. W. 1,5. — 
Gui d' üia. (194) 15, D«. - G. d. 
Berg. (210) 5, J. (Kell. 6). — Guir, 
d. Cal. (243) 1 , N. M. G. 284. — 
Guir. d'Eap. (244) 7, B. D. 4. — 
Jauf. Rud. (262) 3, (Stirn, p. 54). - 
Joan. Eat. (266) 6, Azaia, p. 75; 7, 
Azais, p. 92; 8, Aza'ia, p. HO; 9, 
Azaia, p. 101. — Marcabr.(293)17, 

. B. Chr. 53. — M. v. Mont. (305) 
16, Ph. 10. -^ Paul. d. Mara. (319) 

3, C (Cop. Bartach). — P. Vid. 
(364) 2, Bartach 7; 50, Bartach 40. 

— Perdigo (370) 14, ü. Arch. 
35,436. V. Arch. 36,446. - R. d. 
Vaq.(392) 8, M.W. 1,384. — Raim. 
Jord. (404) 2 , A. Arch. 33,465. — 
Raim. Mir. (406) 14, C. R. M. G. 
1098/9. — Ralmenz (416) 2, F. 140. 

— Ric. Nov. (430) 20. G.d.Cavaillo 
(192)1, H.Arch. 34,410. — Serveri 
(484) 2, Milä 384 ; 14, Mild 37ö. — 
Uc d. Matapl. (454) 1; Raim. d. 
Mir. (406) 30. A. Arch. 34,195. — 
Alba. B. Chr. 101. — W201-. (Cop. 
Bartach). 

-§dem, 8. 0, sg. merci Nie. 649. 244,7. 

-i, pron, U Jauf. 169«. Flam. 2482. 
Brev. 21232. mi. Nie. 910. Brev. 



20816. 9,20. 10;7,24 (bis), 45,49. 
59,1. 132,12 etc. ni 10,45. 266,8. 
qui 266,6. 319,3 etc. ai 266,6. ai 
Hon. 124,49. Nie. 1849. KJea 295,32. 
G. Folq. 279,219. Ens. d. 1. donz. 
143,19. Flam. 2525. 4082. 4316. Brev. 
22381. 10,45. 132,12. 174,6 etc. 

-Xbi, yart hi 5,2. 262,3. 

-ic, part aiaai Rosa. B. Chr. 38,8. 
Jauf. 105b. 116«. 124b etc. Enim. 
225,4. Nie. 1045. R. Vid. ; 1 , 405. 
III; 146,27. Flam. 2852. 4612 etc. 
59,1. 155,3. 174,6 etc. en- Nie. 
203. Ena. d.i. donz. 146,68. 10;7,24. 
243,1 etc. aqui Jauf. 51b. 63b. 
83b etc. Hon. 77,63. R.Vid. 1,404. 
405. ni; 149,7. Flam. 1391. 2500. 
7283. 293,17 etc. atreasi Jauf. 52b. 
135«. 154« etc. Hon. 106,22. 123,35. 
Enim. 245,32. G. Folq. 276,137. Flam. 
67. 985. 6642. Brev. 9541. 12127. 
12135 etc. 10;7,24.49 (bis). 155,3. 
183,2. etc. cosi Flam. 5804. 10,24. 
59,1 etc. ai Jauf. 148". A. G. d. 
Mara., Ena. 134,56. 

-icet, 3. sg, prs. c, peasi 262,3. 

-icit, 3. sg. prs, i. di Brev. 11677. 
59,1. 183,2. 262,3 etc. 

-fco, 1. sg. prs. t. di 451,1. 406,30. 

-fcimi, 8. 0. sg. ami 244,7. 

-idem, n. p. o. sg, Davi Brev. 12043. 
364,2. 

-idem, s, 0. sg, fi 404,2. 

-ideo 1. sg. prs. i, vi 406,14. 

-idet,3.s^.prs.t. ri 5,2. 10;2 1,45. 183,2etc. 

-idit, 3. sg. prs, i. ausi Flam. 7411. 
10;7,24,45,49. 59,1. 132,12 etc. fi 
406,30. 454,1. 

-iem, s. 0, sg. di 330,20. 192,1. 

-iet, 3. sg. prs. c. cambi 10;24,49. 

-iget, 3. sg. prs, c, chasti 454,1; 
406,30. 

-yget, 3. sg.prs.c. deali 155,3. 293,17. 

-fnem, s. o, sg, cri. 393,17. fi R.Vid. 
Ill; 192,16. G. Folq. 280,251. Brev. 
0849. 12623. 155;3,17 etc. 

-Jno, 1. sg. prs, i. acli. 174,7. 319,3. 



58 



-ini. n.n. r.pl Anir**vi Riini. H. i'hr. 
.iS. "Ji^«'!.*». N. r. j'l. int>ni|iii llitn. 
r.».;i!». M'ti Itr.v. Jl '.••1. lyj.i. 

-inam. n. /*. o- •^ «.^^-t.inti i{>iii 'Ji'-'.i''» 
KI.iiii. ••t-* "'-""I I'-^lti It. Viil. 111 
IÖ7...U I/'iiii'/.i 1 •*■'-. rj .lu-li KUiu 
;*„:h.i. M.iiii »^"J.!». ■■■•Ju.JU: l'.-'J,!. 
ri|ii Kl AH». «><. .S. « ^»/ tinT»*"!»! 
ITJ.'i l'.l.Ill. \uiM KLiu. •J'J-*".. 
:;:i7'.». 17*4. U»-n '..'J raini lli*n. 
Mii.'J.;. lir.v ll»;.".i'.. 1<>.7.41» 
J.'i.'i.W •■li". im— I Klaiii. .*i'.'"^ 
\^\:2. 2'.M.17. ....1 ;;;{i'.lHi. i'.rj.i 
iImiIi Ji'.i.i;. »•Mi.U .l.Mi 174.*.. 
I<m;.14. li-vi K..«^. M I'hr. :tr K;.im> 

l'^ij. :•.!' j.ipii Kl.iin. -j.'.iu jt;!;.: 

■Jt»;'..l7 I.iliKl.iiii »4'.»'1 iii.irl»ri K..*v 
li l'lir > iiiii-.li. Um— li«'hr.:> iii.iti 

Kn- Itrhr ;'.vK \i.l 11; SJ^ VUiu. 

•2»«* T7sl V.i.l. I7i/. i-ti-. III.. li 
L>!«;;.|7 :*'.»_'.•» .'..H'.Jn |i.Lr;;iiiiil Ni. 

Ki»»»«< li. I'iir .'.*• ■-''•••.7 |">l|iri \i\*** 
U. riir. .5h. r..^M 17».''. J''.:.l7 ft- . 

vf/» iv;.j. •J!'.i.i7 II j'.M.r. .:'*j.- 

.4(/;. *• o. •!/. .i«»fiii -'.*■». 17. r.iliji 
•^•.»"■..17. .li" '.»..:••. Im.».-, .-..i'i.Ji.. 
P'-M ti Kl.im. 7i.Iti. Kii-. .i : .-. 
Hn;..> Kn- tl 1. «l-n/ ll«».!'.. •.*._•«• 
li».7.'J».$ . -tr tr.-ui K.i— U i hr. 
ll*. I.kti 174.'». I'^.i.l- «'ti-. »»»•■mhu 
•VJ. P».J4 L't;.;.... t.4|.il-..IJ ■-"•.'.,17. 

-ini. n»(; r /./ .i. li IJ. — . U. f'lir .'.*». 

-10. I. «(/ /.r« I. .li/i tH<..l| ..ii.,i.| 
.'.'H.'J ".l.-w In.l'i. 174.*'. .;»■.».■>• 

-isnoi. (i(//. n «1/ k;ri K.-- 11 < iir 
■■••. 7' y. jL-i .i7«M| 

-iti. il-O r j'l t.uM i'.i.'J. 

-itnni. V I» "1 "l-Ii .11.7 ii;u J*'.i.- 

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-icrna. « •• .<y ati. i'.l.ll 2^.t.:ri 

•icet. :i »y. i^rn r. tJ**ftraiu' :tvi.:tö. 
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-ici. oiij r. f»i \tw .1*1.7 



59 



-icio, 1. sg. prs, i, gic 335,28. 
370,10 etc. 

-ico, 1. sg. prs. i. abric 406,44. die 
Nie. 1907. R. Vid. Il;221,17. Brev. 
20422. 9,8. 30,7. 109,1 ete. es- 335,31. 
mes- 406,44. 

-ioos, 8. 0. pl. enemic 174,9. 

-iciuii, n. p. 0. sg, Ayiucric 248,31. 
364,13. Amalric 248,31. Amic G.d. 
Cabr., Ena. 90,17. Enric 364,13. 
Frederic 335,31. Lodoie 364,13. 
392,18. Vic 364,13. S. o. sg, abric 
30,7. 293;26,32. 355,28 etc. amic 
N. Pap. 261,39. Brev. 363. 9,8. 30,7 
(bis). 248,31 etc. destric 30,7. 109,1. 
406,44. enemic Brev. 1557. 210,7 
(bis). 288,11 etc. espic 210,7. 364,13. 
mendic 210,7. 335;28,31 etc. prezic 
109,1. 210,7 etc. tric 293,32. 389,36. 
vic 310,7. Adj. o. sg, pic 210,7. 
406,44. ric 234,11. 248,31 etc. tric 
109,1. 364,13. 392,18. 

-idinm, s, o, sg, fastic 335,31. 

-igo, 1. sg, prs, i, chastic 370,10. 
406,44. 

-igom s, 0, sg, chastic 389,36. 

-iqni, adj, r. pl, antic 174, 9. 

-iquiim, adj, o. sg. antic 210,7. 248,31 
etc. enic 109,1. 335,31 etc. 

Perfecta. 

cric 1. sg. 389,36. — lic 3. sg, 406,7. 

— vic 1. sg. Nie. 1097. Brev. 363. 
1557. 109,1. 234,11. 293,32. 335,31 
3. sg. R. Vid. lU; 153,5. Brev. 
20422. 293,32. 364,13. 

l.Äö.auzic 234,1 1.-335,31. 364,13. - 
foidic 392,18. — failHc 389,30. — 
jauzic 293,32 etc. 

3. 5^. abellic 234,11. 335,31. 364,4.— 
aramic 335,31. — cosic 210,7. — 
enriquic 364,13 etc. 

im. 

Nie. — Arn. Dan. (29) 6, Can. 11. - 
Am. d. Mar., B. Chr. 96. — G. 
Rain. d'At (231) 3, D« 502. — 
Marcabr. (293) 13, A. Arch. 33,340. 

- K. d'Aur. (389) 3, A. 



-^mitiis, 8, 0, sg, refrim 293,13. 

-emam, n. p, o, sa, Razim 231,3. ;S^. 
0, sg. razim 293,13. 

-imen, s, o, sg. erim 293,13. noirim 
29,6. 231,3. 293,13. 

-imet, 3. sg, prs, c, relim 298,13. 
rim 29,6. 

-imet, 3. sg. prs, c. lagrim 29,6. 

-imi, s. r. pl, vim 231,3. 

-imo, 1. sg, prs. i, lim 231,3. rim 
389,3 (bis). 

-imnm, s. o. sg. eim 231,3. 389,3. 
rim 231,3. Ac^j, o. sg, prim 231,3. 
389,3 (bis), neutr. B. Chr. 96. 
393,12 (bis). 

-irmo, 1. sg, prs, i, escrim 231,3. 

blastim s, 293,13. caym n. p, o. 
sg, 29,6. 231,3. 293,13. gaim s, r. 
pl, 293,13 (Etymon?). 

Perfecta. 

l.f)l, auzim Nie. 1749. 29,6. 231,3. 
293,13. enjoglarim 231,3. estre- 
mentim Nie. 1749. gauzim 29,6. 
partim 29.6 — fim 29,6. vf m B. Chr. 
96. 231,3. 389,3 (bisj. 

inc. 

Quill, d. Berg. (210) 13, C. Kell. 13. 
-incnm, s, o, sg, giiazardinc. 
-inque, num. sine. 

Perfecta, 
vine; re-, so-, tinc; man-, re- (bis), 

S08-. 

ira. 

Plam. —Cad.(160)20,A. Arch. 341,171. 

— Cercalm. (112) 3, B. Chr. 47.— 
D.d.Prad.(124) 7, A. Arch. 33,463. 

— Guill. Raim. (229) 1 , E (Cop. 
Bartsch). - G. d. Born. (242) 16, 
A.Arch. 51,21; 39, A.M. W.I, 192; 
48, A. Arch. 33,324. — R. d'Aur. 
(389) 25, E. V. - R. d. Vaq. (292) 
9, M. M. G. 971. — Raim. Mir. (406) 
35, B. C. M. G. 1112. 



60 



-iderat, 3. ag. prs, •'. codäini Flam. 
3147. lOiJ/A). ll'.V?. 124,7 etc. dezira 
112,U. 124,7 etc. 

-iram. i(. o. sth ira 106,20. 112,3. 
KJ2.12 etc. 

-irat, o. gy. prs, i. azira 10(3,20. 
242,10» etc. uiira I0t).20. 112,3 etc. 
»pim ll2;i. es- 406,35. sos- 124,7. 
i;;2a2 etc, tim 112,3. 124,7 etc. 
viia 1 12.0. 124,7 etc. 

-Itrat, o. »Q, prs^ I. albira 229,1. 
242;3i>.4S. 406,35. 

Conditionale 1. 

0, »tj, vira Flam. 2324. 

1. *•<;. eschauzira 392,9. — cobrira 
UH;.20. des- 106,20. — acuilira 
124,7 etc. 

3. sg. abellira 242,48. 392,9. - 
chauzira 229,1. — acuilira Flam. 
2324. — ademplira 112,47 etc. 

enqucsira 112,47. 

Nie. — Flam. — S Freud. - Brev.— ' 

-ir(a)iit, 3. 2)1. prs. i. renüron Flam. 

723. viron l?1am. 308. ! 

I 
Perfecta. 

3. pl viron (vezer) Nie. 1537. Flam. 
7281. SFreud. 85,19. Brev. 20804. 
21829. acculhiron Flam. 7281. 
auziron Nie. 217. Flam. 2675. 
Brev. 2:3761. espandiro Brev. 25451. 
failliron Flam. 723. fremiro Brev. 



20804 etc. 



ts. 



Ross. — Jaut*. — Hon. — Enim. — 
Nie. — K. Vid; I, II, III. - Flam. 

— G. Folq. - F. Zeich. - Sen.— 
P. Card., u. c. — Ena. d. Tesc. — 
Ens. d. 1. donz. — A. G. d. Main., 
Euö. - Brev. — Alba. B. Chr. 10. 

— Aim.eSord. P*, Arch. 50,263.— 
Aim.d.Bel. (9) 20, C. Cop. Bartsch, 

— Aim. d. Peg. (10) 45, C. M. G. 
1171.- Arn. d. Mar. (30) 7, M. G. 
212. — Auz. Fig. (43) 1, Aim. d. 
Peg. (10) y. U. — Bern d' Aur. 
(57 J 1, Azais, p. 52. — Bern. d. 



Vent.(70Ul,AppelP.R.92;37,B.Chr. 
60. — B. d. Born (80) 8, Stirn. — 
Folq. d. Mars. (15.5) 23, A. — Form, 
d. Perp. (157) 1 , F. 179. - G. d. 
Berg. (210) 14, C. Kell. 14. — G. 
d. Gäbest (211) 5, B. Chr. 75. — 
G. d. 1. Tor ^236) 12, D. 514. — 
Guir. d. Born. (242) 28, A. Arch. 
33,330; 54, B. Chr. 104. — M. v. 
Mont. (m>) 12, B. Chr. 12. — F. 
d'Alv. (323) 23, B. Chr. 78. — F. 
Card. (335) 63, M.W. 2,198. — F. 
Rog. (356) 4, Appel 7 ; 9, Appel 5. 

-ensem, s, o. sg, pais Ross. B. Chr. 
45. 70:11,37. 242,28. 

-escit, 3. sg. prs. t. acuillis 242,54. 
abellid 210,14. 213,5.236,12. afortis 
70.37. aisis 236,12. chauzis 210,14. 
dermis 323,23. enantis 242,54. en- 
foletis 70,11. escarnis 256,9. falhis 
Ens. d. 1. donz. 144,81. fenis 70,11. 
fremis Brev. 16166. grazis 236,12. 
jauzis 236,12. languis Flam. 2438. 
236,12. mentis 305,12. no7ri8 2lO,U. 
obezis 305,12. plevis 242,54. rever- 
dezis 70,11. servis 9,20. 323,23. 
sofris R. Vid. III; 185,21. 356,9. 
vestis 335,63. 

-esco, 1. sg. prs, i. defenis Nie. 1527. 
falhis 305,12. grazis 305,12. languis 
155,23. obezis 155,23. 323,23 servis 
305,12. 

-icem, H. 0. sg. amayris 70,11. perdiz 
Flam. 3121. 

-icit, 3. s. prs. i. dis. Nie. 1517. 

-icns, M. p. r. sg. Enris 80,8. Frederis 
80,8. 

-icns, s. r. sg. amis Ross. B. Chr. 45. 
Nie. 1373. A. G. d. Mars., Ens. 
134,15. 70,11 etc. 

-ic(— )8, s. r. sg. razitz 155,23. 

-ines, s. o. itl. crins Enim. 235.5. 8,2 : 
437,3. ' 

-inos, n. p. o. pl. sarrazis. 242,2S. 
305.12. S. o. pl. ansessis 80.8. 
barbaris 80,8. esterlis 80,8. 305,12. 
jardis 80,8. matis Ens. d. 1. donz, 
141.55. 242,54. vezis Brev. 21977. 
212,54. 305,12. Adj. o. pl. fig R. 
Vid. ill; 161,3. 



61 



-imm, a^j- o. »g. meKhia 80,8. l 

iBBB, n.p.r.ag. Augaatis. Brev.SöOS. i 

10632. Jastis Flam. 3272 etu. i 

Lemozie 80,8. 8. r. »g. devia 9,20. 

80,8. 210,14. entr^mariB 242,28. matia 

323,23. uellegriB Brev. 26333. 9,20. i 

veEis35M. vu242,54. Adj.r. ng.cWa ! 

Flain.3956. 80,8. a- R.Vid, 111,250. ; 

9,20. 57.1. 70,37 etc. fle R. Vid. 

111; 147,15. Ena. d. Tesc. 108,15. 

10,45. 30,7 (bia). 57,1. 70,27 etc. I 

meacbis 80.8. 8.2; 437,3. 



Perfecta. 
i.sg. diB 242,28. 356,9. — escryaNio. 

59. — entremia A. G. d. Mara., 

Ena. 134,45. tra- 323,23. - pn's 

Flara. 272. — quis Hon. 144,71. 

Nie. 833. 9,20. 242,28. 
2. sg. »engufs 305,12. — qaeris B. 

Chr. 45, — fezi'a 305,12. 
2. »/. via Nie, 2767. B, Chr. 270, Ena. 

d. I'esc. 103,15. A. Q. d. Man,, 

Ena. 137,17. Brev. 16288. 



!qniu, iii^.r. j^.antJB Bc«9,B.Chr.45, 

-isce,imp«r(i(.2.«^,coinpliBHon.l20,lS. 

-iai. B. r. pl. ria 70,11. 

-isii, n. p. T. sg. Paris R. Vid. II, 

221,3. 305,12, 80,8. 
•Uioa, n.j>. o. sg, Pam BoBB.B.Chr.' 

45. Hon. 106,39, A. G. d. Mora., 



:. I34,6i 



242.21 
BiB 242,54- 



-laos, y. j). 

.lanm, s. o. sg. ^ Roas, B. Chr. 

45. ptw^iB Hon. 2,2; 10,15 etc. 

Nie. 1859 etc. G,Folii.274,55. Sen. 

215,9. A.G.d,Mara..Ena.l39,20.Bre¥. 

3158. 8083 etc. 9,20. 57,1, 70;1I,37 

etc, ria Roaa, B. Chr, 45, 80,3, 

213,0. 236,12 ete. via Hon. 114,67. 

42,1; 10,9 etc. Af^.o.&g. griaRoaB. 

B. Chr. 45. lis 9,20. 213,5. pervis 

EoBB. B. Chr. 45. P.p.ftSBis 70,37, 

256,9, autia 242.11. devis B. Vid. 

I, 399. A. G. J. Mors. Ens. 135,7. 

155,23. 256i4,9. vis 305,12, 
-iaiiB, s. T. sg. paradia Brev. 14967. 

rio 70.37. 155,23 etc. P. p. ivsaia 

30,7, 155.23. 242,28. 
-IMM, p. p- quia HoD 120,65. 
-iflsnni, p. p. mis 210,14. conquis 

ÜOD. 125,34. 
•iflsnB, p. V- mis Nie, 1)33, eamis 

Koaa. B. Ohr, 45. apria Roaa. B.Chr. 

45. quis 155,2H. con- Hon. 133,50, 

10,45. 57,1. 70,37 etc. 
-iTiiB, «ö- T. sg. »is EoBB. B. Chr, 45. 
-itui, envis Roaa. B. Chr. 45. N. p. 

0. sg. Lern Bon. 92,41; 144,71. 



57.1. - dia Jauf. 121'. 182{H). Hon. 
78.29; 92,41 ; 120,15, e5;t25.34. Nie. 
1373. 1S59. 2057. R. Vid- 11, 221,3. 
III, 250; 147.15i 161,3. Flam.3121. 
F Zeich. 160,110. Brev, 16166. 
16230. 2;l600. 30,7. 70.27. 155.23. 
355,63. mal- 335. S 32.2. - eacria 
Nicl517, PZeiok 160.116. - pria 
B. Chr. 45. A. G. d. Mara., Ena. 
132,75. - qufa G. Folq. 274.55. 
con-Hon.ä,2; 10,15; 76,59; 106,39; 
198,7.70,11. en- Flam. 4736. - rU 
R. Vid. H, 225,11. Flam. 2180. 
4488, 7050. 242.28, 335. g 32.3. 
Bom- Flam, 272. — afa Flam, 2306. 
2593. a- Hon. 114,67. R. Vid. I. 
399. - Ab Jauf, 174 (H). 
1. sg. feria A.G, d.Mara., Ena. 139,20. 
— partfa 70,37. de- Nie. 59. 



gauaia Brev. 28046, — gurpfs B. 

Chr. 45. — deportys B. Chr. 381. 

traya Brev. 28046. 
2, üJ. recuIÜB Nie. 2767. — veatia 

Srev. 16288. 

CoDJunet. Imperfecti. 
Lsg. vis 157,1. 210,14. 213,5. 323,23. 



veaqiÜB B. Chr. 45. ~ via 
Jauf. 5I..17li..l88(H). Enim. 235,5. 
Nie. 1527. R. Vid. III; 185,21. Flani, 
1401, 2140 etc. Ena. d. I. dorn. 
141,550. 141.81. M. G. 132. »,2; 
437,3 (bia). 42,1 ; 10,9 {bis). 57,1. 
236,12. 256,4. 



62 



1. 



i.six 'a.;.. si-. i:4,H). Flam.477. 

Flam. 

vViijunct. Imperfecti. 

.«. v/ üi^iMa Flam. 7545. — gandissa 
y^sun. 7585. 

is8on. 

Flam. 

Gonjunct. Imperfecti. 

S. pl. ausisson Flam. 6876. — gamisson 
Flam. 6876. — grasisson Flam. 6636. 

— partisson Flam. 6636. 

ist. 

Jauf. — Hon. — Nie. — Flam. — 
G. Folq. - F Zeich.— Brev. — G. d. 
Hörn. (242) 49, A. - P. Card. (335) 
69, M. W. II, 237. — R. d'Aur. 
(389) 10. — M. V. Mont. (305) 12, 
B. Chr. 131. 

-aesitnm, s. o. sg, vist Hon. 120,12. 
P.p. qaist Jautr61«. 242,49. 389,10. 
con- Jauf. 65". 389,10. vist 242,49. 
389,10. 

-icem, 8, r. sg. trobairis Flam. 4580. 

-iste, pron. dem, eist 242,49. 

-istem, adj.o.sg. trist 242,49. 335,69. 
389,10. 

-istnm, n. p, o. sg. Crist Jauf. 123«. 
176 (H). Hon. 143,23. Nie. 1383. 
Gui Folq. 275,109. Brev. 14149. 
14205. 26167. 242,49. 335,69. 389,10. 
Ante- 335,69. 

Perfecta. 

2.80. fezist F Zeich. 161,154. — aguist 
Jauf. 65-. G. Folq. 282,335. 389,10. 

— deceupist Nie. 1823. — rec«;u- 
bist Brev. 26167. — tolguist Nie. 
1823. FZeich. 161,154. — ven^uist 
Brev. 14205 Jauf. 61«. 64«. — 
volguistHon. 120,12; 126,30.242,49. 

— mesist Hon. 126,30. Nie. 1383. 



tra- Brev. 14149. — preist Jauf. 
64.. 242,49. — remazist G. Folq. 
275,109. 282,335. —remnaist 335,69. 
— traysist Hon. 143,23. — vist 
Jauf. 123«. 176 (H). Flam. 4580. 

305,2. finden sich die zweiten Pers. 
Sg. des Perfects fezis und venquia 
(Brev. 23630 jTe^rt« :dM.) der Abfall des 
t ist durch die folgenden Reimworte 
sicher gestellt. 

-esoit, 3. sg. prs, i. mentis. obezis. 

-dsco, l.^^.pr^.t. falhis. grazis. servis. 

-icns, 8. r. sg. amis. 

-inos, n. p. o. pl. Sarrazis. S. o. pl. 
Mterlis. vezis. 

-inns, adj. r. sg. aclis. 

-isii, n. p. r. sg. Paris. 

-isset, 3. sg. imp. s. ahis. colhis. 

-isniD, 8. 0. sg. paradis. ris. P. p. vis. 

u. 

Enim. — A. G. d. Mars., Ens. — B. 
d. Ven. (70) 27, M. W. I, 45. — 
Cav. (111) 1, C. Cop. Bartsch. — P. 
Vid. (364) 7, Bartsch 43. — Peirol 
(366). 29, M. W. 11,6. - Raimb. (388) 
4, Cop. Such. 

-idem, n. p. o. sg. David. 366,29. 

-Itet, 3. sg. prs. c. crit 364,7. 

-iti, n. p. r. pl. Arabit 366,29. P. p. 
compht 364,7. 

-ito, 1. sg. prs. i. covit 364,7. envit 
111,1. 

-itnm, II. p. voc. Faidit 388,4. 

-itnm, 8. 0. sg. ardit 70,27. chauzit 
70,27. 388,4. convit 388,4. crit 
70,27. marit 388,4. oblit 111,1. 
366,29. Adj. o. sg. aizit 70,27. 
drschauzit 111,1. complit 111,1. 
388,4. partit 388,4. P.p. alegrezit 
364,7. apedit 70,27. aunit 388,4. 
auzit 364,7. 388,4. chauzit 70,27. 
enriquit 364,7. escarit 70.27. 
et>tablit 388,4. faillit 70,27. 364,7. 
388,4. garit 70,27. grazit 364,7. 
isscrnit Arn. G. d. Mars., Ens. 132,25. 
partit 364,7. 366,29. requit 70,27. 



niut 70,27. «eirit 366,29. trait 

70,27. 388,4. 
•ItiUi, g. o »g. esperit Eniin. 263,80. 
-Itw, s. r. eg. deschauzit 111,1. P. 

p. chaaat 111,1 364,7. 
Perfecta. 
S. ig. abelit 364,45. 366,29. 338,4. — 

aculbit 366,29, — asalhit 366,29. — 

basticEnim. 263,80. - falhit 111,1. 

— feritlU.l. — meBchauiit 111,1. 

— noirit 364,45. 

Vit A. G. d. Mars., Edb. 132,25. 70,27. 



Anmerkungen. 
Noch der Lesart von Bartach und 
Heyer mÜBste vesttf (Boeth. 199) aU 
Perfectum angesehen werden. E» 
erscheint jedoch unzulässig, das 
Wort in der Verbindung in welcher 
es hier steht als solches aufzufassen : 
veatit ist vielmehr Farticipium Pi&e- 
teriti. Man hat zu lesen ; Bei auti 
H drap que la domn'a veatit und nicht 
que ta domna vestit. Eine weiter- 
gehende Änderung tat nicht nOthig, 
man brancht nicht veatiU einzusetzen, 
denn im Boethius wird U des Öfteren 
durch ( vertreten, vgl. 17 mort fitr 
morU. 95 vigt tör vwU, 141 tot fflr 
tott. Dase der Sprachgebrauch uns 
die vorgeschlagne Lesart auftwingt sei 
hier an einer Reihe von Beispielen 
dorgethan. E mandft de ses homes n> 
avant dt centmilie II lur at cumandtt 
t'aient bruigna testia. Voyage de 
Charlemagne 634. Blanc tiatimenl 
ti Va veatit B. Chr. fr.' n,lO. Bemarl 
fort deu easer grazit Lo iei cor* de 
domna ioios, Car tone »on amic a 
resco* Se met, que rm non a vegtit 
Si qnel ten . . . . Aman i> 207. 
Talt ha veatit drap de somit e pot 
bem gran auer manaar P. Card. 42, 
J. M. a. 941. 

U» (ix). 

Cartelloia (109) 3, P. 0. 248. - Gaue. 
Faid. (167) 45, A. Arch. 51,279. 
~ Gair. d. Born. (242) 6, L B. 



388i 24, L. R. 393; 55, A. M. W. 

1,201; 59, B. Chr. 106. - P.Giiill. 

B. Chr. 270. — Uc de la ßac.(449) 

1, D. 500. 
-Io0m n. p. o. »g. Felix 449,1. 8. o. 

ig. razitz 242,24. 
-ieea, a. o. pl. amairitz 109,3. berbiti 

242,55. 
•ieio, 1. ag. prt. i. escondiz 449,1. 
-i'oios, g. o. pl. plaissaditi 167,45. 
-ieit, 3. s?.pr8.t.diti 167,45. 242,-6,24. 
-le(— )«, a. r. ag. camiairitz 109,3. 

razitz 242,6, 
•ipt08, a. o. pl. escriti 242,6. 
-iuet, 3. ag. unp. c. abelis B. Chr. 

270. 
-ittis, adj- r. tg. tristz 167,45. 
•it08, n p, o. pl. Arabitz 242,6. S. o. 

p/.critz 109,3. 242,55. noiritz 242,24. 

ublitz 242,6. P.p. aculhitz 242,55. 

aiziti 242,6. arditz 242,55. chauzitz 

109,3. envilanitz. frunitz 242,24, 

garnitz 242,55. issemitz 242,55. 

partitz 449,1. vestitz 242,55. 
-Itus , s. r. ag. critz 242i6,24, guitz 

167,45. 242;6,24,55. mariti 109.S. 

oblitz 242,59. Aäj. r. ag. aizitz 

167,45. arditz 242,6. chauzitz 242,55. 

P. p. afortitz 242,6. aiziu 167,45. 

aunitz 242',6,24,55,59. auzitz 242,24. 

bailitz 242,6 etc. 

Perfecta. 

2.pl. vfts 167,46 (big), 242;6,24,55,59. 

(vfsj B. Chr. 270,34. - abelitz 

109,3. 167,45. — auBitz 242i6,55. 

— cbaiiziz 449,1. - feritz 167,46. 

— partiU 109.3. — plevitz 109,3. 
242,59. - eaziU 167,46. 



Hon. — Enim. — Nie. — KJes. — 
R.Vid.1, in. — Ram. ~ P.Lun., 
B<im. — G. Polq. — Ens. d. I'esc. 

— Ens. d. guarso. — Brer. — Agn. 

— Alb, d. Seat. (16) 15, L. R. 5(15. 

— Bern. d'Anr. (57) 2, Ams44. — 



64 



Bern. a. Kov. ^66^ K Chx. 4,305.— 
a a. \km\ (SO) 4.S, Stirn. — Bertr. 
l'arb. v-^^) i>. R. t'op. Bartsch; 
\\ rhx. 5.l0i>. — Coden. (106) 4, 
K. M. U. aa^.>. - D. d. Prad. (124) 
\K A. Arob. a3.462; 13, A. Arch. 
iHi,4li2. — El. d. Barj. (132) 8, R. 
M, U. 107:2. - Faure (149) 1 , R. 
C\*|». lUirt«ch. — ^^^^^ ^' Mars. 
(IW>7,A;28, A. — Folq.Rom., Coraj. 
ii. d. Poicib. (173) 9, C. Cop. 
lUrttfch; 15, C. Cop. Bartsch. — 
Ottv. (174) 4, F. 0.43. - Na Gorm. 
kI Monp. (177) 1, Chx. 4,319. — 
U. d. Cabest. (213) 4, Hüffer 7. — 
Uuir. lo Ros (240) 5, Chx. 3,12. — 
U. d. Born. (242) 80. A. — Guir, 
Kiq. (248) 12, M. W. 4,61; 13, M. 
W. 4,21; 38, M. W. 4,253. - 
Marcabr.(293) 31, A. Arch. 33,335; 
35, C. M. G. 720. — Paul. d. Mars. 
(319) 5, C.Cop. Bartsch; 0, Levy 8. 
~ P. d'Alv.(323) 16, M.W. 1,100; 
24, V. M. G. 1023. — P. Card. (335) 
9, C. M. G. 758; 28, C.M.G. 1236; 
§32,3. — P.R.d.Tol. (355) 13, M. 
W. 1,143. — P. Vid. (364) 2, Bartsch 
7; 34, Bartsch 10. — R. d'Aur. 
(389) 7, A. Arch. 33,434. — R. d. 
Casteln. (369) 1, C. Cop. Bartsch. - 
Sav. d. Malleo (432) 2, C. E. J. B. 
Chr. 155. — Serv. (434) 14, Mila 
378. — Sord. (437) 7, Chx. 3,443. - 
üc d. S. Circ(457) 4, A.M. G. 1147; 
18, D. 280; 35, A. Arch. 34,175.- 
G. (461) 13. Arch. 35,109. 

-öc, part Agn. 489. 82,9. 106,4. 

-ddnm, s. 0. sg. pro Brev. 11755. 16,5. 
82;9,15 (bis). 124;9b , 13. 132,8 etc. 

-dn, part, no Enim. 259,25. Brev. 
12831. 16,15. 57,2. 82,9. 106,4 etc. 

-önem, n. p. 0. sg. Arago R Vid. 1, 
400. Avinho 177,1.364,2. Berguonho 

149.1. Borbo Flam. 1982. 5934. 
Breto 364,2. Cato 82,9. 242,80. 
Farao Brev. 6813. 323,16. Guaynelo 
335,9. 396,1. Guio 385,28. Lodaro 

364.2. Malleo 432,2. Raino 149,1. 
Salomo 174,4. 293,35. 364,2. ügo 
432,2. Ä 0. ag, acuzacio 248,12. 
bailo 335,9. bondo 16,15. F. Lun., 
Rom. 292—327. 177,1 etc. baro 



R. Vid. I, 398. 66,1. 149,1. bastizo 
F. Lun., Rom. 292—327. bofFatizo 
293,35. brico F. Lun., Rom. 292—327. 
cambo, carbo, chanso etc. 

-ftneo, 1. sg. prs, i. somo 457,4. 

-dnet, 3. sg, prs. c, abando 124,9b. 
do 66,1. 242,80 etc. perdo 132,8. 
155,23 etc. razo 389,7. 457,4. sermo 
389,7. 

-önet, 3. sg. prs. c. so 242,80. somo 
{^d.sg.prs.i.) 155;7,23. 173;9,15 etc. 

-önit, ^.sg.prs.%, despo 242,80. 335,9 

etc. 

-dni, s. r. pl. auzello 293,31. baro 
213,4. 3(^4,2. boisson 293,35. ca^iairo 
323,24. 335,28. gloto 355,9. 264,2. 
lairo 437,7. pairo Brev. 11467. 
12037. 

-dno, 1. sg. prs. i. abando 155,23. 
173,15. do Flam. 2808. 173,9. 174,4 
etc. ocayzo 396,1. 457,35. 

-öni, adj. r. pl bo 319,5, 457,35. 

-dnum, n. p. 0. sg, Samso 364,2. S, 
0. sg. du Brev. 21558. 106,4. 132,8. 
173,15 etc. gazardo 16,15. 124,13. 
173,9 etc. perdo Flam. 2705. 3125. 
82,15. 106,4 etc. 

-önnm, s. 0. sg. resso 173,9. 364,2. 
434,14. 80 änim. 266,37. 124,13. 
132,8. 155,7 etc. tro 82,15. 323,16. 
389,7. Adj. neutr. u. c. 0. sg, bo 
Nie. 962. Brev. 18656. 21484. 57,2. 
82;9,15. 106,4. 124,13 etc. 

-ui, 1. sg. prs. i. soi 82,9. 100,4. 

-lim, pari, co 16,15. 82,9 etc. 1. sg' 
prs. i. so 124,9b. 132,8. 174,4 etc. 

-unt, 3. pl. prs. i, so 80,45. 82,9. F. 
Lun., Rom. 292—327 etc. 

-ünm, s,o. sg. so 173,15. N,p,o,sg. 
Chalon Hon. 184,77. Sischanto R. 
Vid. I, 398. 

Perfectum. 
3. sg. fös. 

6c. 

G. d. Cabr., Ena. — Brev. 

S, 0. sg. boc G. d. Cabr., Ena. 94,2. 



65 



Perfectum. 

3. sg. conöc: G. d. Cabr., Ena. 94,2. 
Brev. 8115. reconoc Brev. 8115« 

Vgl. Donat 22,42: In oc estreit 
^cormoc .u cognouit, descanoc .i, igno* 
ravitt reconoc .t. recognouit und 54,13 : 
ift oc estreit : LocSf bocs A. ircua. 



OC. 

Jauf. — Enim. — R. Vid. ü. — Flam. 
— - Sen. — Brev. ~ Chastel d'amors 
B. Chr*. 274. — Gav. (174) 10, Chx. 
4,85. — G. R. d'At (231) 3, D. 502. 

— Marcabr. (293). 2, M. G. 199. 

- P. R. d. Toi. (355) 6, J. M. 
G. 611.- P. Vid. (364) 7, Bartech 
45. - Peirol (366) 7, M. W. II, 35. 

-öc, part oc Flam. 2639. 4478 etc. 

293.2. 364,7. 

-5ocem, 1. sg. prs. c. toc 231,3 (bis). 

-5ccet, 3. sg. prs. c. toc Flam. 331. 
174,10. 

-öoci, s. r. pl broc 231,3. 

-öoco, 1. sg. prs, i. desroc 364,7. 

-öccnm, s. 0. sg. broc 231,3. floc 174,10. 

231.3. froc 231,3. roc 231,3. deroc 
231,3. Adj. 0. sg. badoc 231,3. 

-öcet, 3. sg, prs, c. loc 231,3. 

-öco, 1. sg, prs, i. joc 355,6. 

-öomn, s. r, sg. foc B. Chr. 274. 231,3. 
293,3. loc Enim. 230,24. 234,4. 269,34. 
R. Vid. 11,341. Sen. 192,34. Brev. 
1569. 3602. 174,10. 231,3. 293,2. 
855,6. 364,7. 366,7. Adj. r. sg. groG 
293,2. 

-Odium, s. 0. sg, enoc B. Chr. 274. 

-öqni, 8, r, pl, coc B. Chr. 274. 

Perfecta. 
1. sg. möc Enim. 234,4. 231,3. — pbc 



sg. n 
;66,7. 



3. sg. möc Jauf. 151«. Flam. 2462. 
6735. 7567. R. Vid. II, M. G. 341. 
Sen. 192,34. Brev. 1569. 3602. B. 
Chr. 274. 174,10. 231,3. 364,7.366,7. 
— plöc 174,10. 231,3. — pbc Jauf. 



151a. Enim. 230,24. 269.34. Flam. 
331. 2462. 2639. 4478. 5724. 6735. 
7000. 7569. 174,10. 231,3. 293,2. 
355,6. 364,7. 

Anmerkungen. 

Von den aufgeführten Reimworten 
finden sich folgende im Donat unter 
ocs larg: 53,34 Joes, 35 Brocs, 38 
Ocs, 39 Foes, 40 Floxs, flocs, 42 Cocs, 
43 Orocs, 46 JDeirocs, 54,1 .Badoc«, 3 
Locs, 6 RocSy 7 Enocs, Auch 
ilfaroc (174,10. 231,3), dessen Etymon 
mir unbekannt ist, hat ö: 53,45: 
Marrocs, tnairocs ,i. quedam duitcu. 
toc ist vom Donat (54,17) unter oc 
estreit geordnet, doch scheint dies 
nicht für alle Fälle zu gelten. Bei 
Simon Doria 2. (T Blatt 72»».) findet 
sich die 1. sg. prs. dieses Verbums 
mit folgenden Formen gebunden : liöc 
(löcum), iöc (jöcum), öc (höc), föc 
Cßcum), cöc (cdquum), maröc, bröc^ 
Lex. Rom. 368 I, 2 toc mit loc; bei 
B. Chr.fr.* 178,32 toiche mit approi- 
che (= adpr^piat). oc wurae im 
Provenzalischen ohne Zweifel eben- 
falls bald oifen, bald geschlossen aus- 
gesprochen. Schon im Schriftlatein 
findet hoc sich lang gebraucht, 
namentlich bei den daktylischen 
Dichtem, die stets hoc messen (Vgl. 
Kühner § 136,2). 

ogra. 

Flam. 
-öcra, s, 0, sg. sogra Flam. 4178. 

Conditionale I. 
1. sg pbgra Flam. 4178. 

Öle. 

Nie. - Flam. — G. Folq. 

Perfecta. 

3. sg. dblc Flam. 2555. G. Folq. 279,229. 
— tölc Nie. 1779. Flam. 1327. 2555. 
4792. 7632. - v61c Nie. 1779. Flam. 
611. 1327. 4792. 7632. G. Folq. 
279,229. 



66 



(Hs. 

Arn. Dan. (29) 18, Can. 15. 
-andins, «. r.sg. jois. 
•Odins 8. r. sg, enois. puois. 
-ös[t], part puois 
-^iet, 3. sg. prs, t. engrois. 

Perfeotum. 
3. sg. duöis. 

Anmerkungen. 

Vgl. wegen enöis (t= inödius für 
tno(2itim lat.) das französische anöi, 
anui'y ital.fioia; spanisch enojo; por- 
tugiesisch nöjo, 

olgra. 

Flam. 

Gonditionale I. 

3. 8ß, dblgra Flam. 6120. vblgra 
ibid. 

ölgran. 

Flam. 

Perfecta. 

3. pl dölgron Flam. 447. — tölgron 
Flam. 0721. — vblgron Flam. 447. 
6721. 

Öls. 

B. d. Born (80) 3, Stim. 

-Öles, 3. sg. prs. i. sols. 

-ölis, 2. sg. prs. t. vols (bis^i. 

-ölligis, 2. sg. prs. t. cols. 

-Ollis, s. f. sg. fols. Adj. r. sg. mols. 

-ölos, s. 0. pl. bressols. dols (bis), filhols. 
orzols. pairols. tersols. 

-dlns, n. p. f. sg. Auriols. S. r. sg. 
tribols. 

Bristols, Murols. (Etymon?) 

Perfectum. 
3. sg» assbls 80,3. 



Anmerkungen. 

Das betonte o in Auriols, fohs, 

Peirols wird auch vom Donat 

(54,28; 54,10; 54,82) als offen be- 
zeichnet. 

ötn» 

Hon. — G. Folq. — Guil. d. Durf. 
(214) 1; R. d'Aur. (389) 15, CM. 
G. 362: P. Mula (352) 1, Jahrbuch 
14,151. - SerT. (434) 6, Milä 380. 

-dmen, a.o. ^. nom Hon. 91,13. 214,1. 
4Ufi. 

-omnm, s.o. sg, pom G.Folq. 282,319. 
389,15; 352,1. 434,6 (bis). 

-fim, part. com 389,15. 352,1. 

-umbnm, s. r.sg. plom 389,15; 352,1. 
0.8^.214,1.434,6. tom 214,1. 889,15; 
352,1. 434,6. 

-ümmnm, som 389,15. 352,1. 

-limpit, ^.sg.prs.i. rom 214,1. 389,15; 
352,1. cor- 214,1. 

-undnm, s. o. sg. mon 434,6. 

Perfectum. 

\.pl. föm Hon. 91,13. G. Folq. 282,319. 
214,1. 389,15. 252,1. 434,6. 

6n. 

Jauf. — SEst — Flam. — Beni.d. 
Vent. (70 1 32, B. Chr. 141. - 
Blacass. (96) 9, H. Arch. 34,404. — 
Gaucelm (165 ) 5, N. 434. Cop. Such.— 
Moter (308); D.Tr. XIII, p.lOl.— 
P. d. Capdolh (375)9, M.W. 1,351. 
— Raim. d. 1. Salas ^409) 1, D. 
312. — Cc d. S. Circ (457) 1, J. 
M. G. 1137. 

-öc, part. 70,32. 

-ödam, s. 0. sg. pron 70,32. 457,1. 

-dn, part non 165,5. 409,1. 457,1. 

-dnem, n. p. r. sg. Fellon Jauf. 154a. 
9. 0. «^. chanton jHuf. 350(H). 70,32. 
457,1 (bisi. conipainhon 308, D. 
Tr. XIII, p. 101. cordon 457,1. 
faillisun 165,5. iaisson 375,9. 457,1. 



67 



laron 165,5. leon 70,32 etc. A^j- 
0. 8g. fellon 70,82. 

-dnet, d.8g.pr8.c, perdon 70,32. 308, 
D. Tr. XIIl, p. 101. 

-dni, 8. r. pl baron Flam. 7305. 

-ÖBi, Adj. r. pl bon 165,5. 

-6iio, 1. 8g. prs. i. don 308, D. Tr. 
XIII,101. tenzon 409,1. 

-tamii, 8, r.8g: don S Est. 23,8. 165.5. 
guizardon 308, D. Tr. X1II,101. 
375,9. 409,1. perdon 70,32. 375,9. 
409,1. 

-dnhm, 8. 0. 8g son 457,1. Adj, o. 
8g. bon 70,23. 457,1. 

-öm, 1. 8g. pr8. i, son 457,1. 

-ttiit, 3. pl» pr8. i. son 457,1. 



Perfectum. 



3. 8g. fön. 



6ra. 



Flam. — Brev. — B. d. Vent. (70) 3, 
M. G. 208. — Gav. (174) 9, Chx. 
4,402. — Guir. d. Born. (242) 57, 
A. Arch. 33,329. - P. d' Alv. (323) 9, 
M. G. 223. - Peirol (366) 15, M. 
\V. 11,14. - Perdigo (370j 15, Chx, 
4,420. — Raim. Jord. (404) 3, A. 
Arch. 33,466. — Rostaing d. Merg. 
(428) 1, C. Cop. Bartsch. — Torcaf. 
(443) 2, D 480. 

-dra, 8. r. sg, mora 242,57. 323,9. 
Adv, ora 404,3. 366,15. Fart aora 
174,9. 242,57. 323,9 etc. 

-dtätii, 8. 0. 8g. *ancora (f. dnc^ram) 
404,3. demora 428,1. hora Flam. 
7339. Brev. 4088. 7973. 8583. 174,9. 
242.57. 404,3 (ter). 370,15. 428,1. 
443,2. 

-drat, Z.8g.pr8.i. adora 404,3. 428,1. 
alugora 70,3. assenbora 70,3. mora 
428,1. demora 404,3. 366,15. desa- 
colora70,3. de8adolora70,3. enamora 
242,57. laora 323,9. onora 366,15. 
370,15.428,1. ora443,2. ploraFlam. 
4034. 174,9. 404,3. 



-örmat, 3. 8g, prs. t. trasfora 428,1. 
-örrat, 3. 8g. pr8. c, corra 174,9. se- 
174,9. 428,1. a- 442,57. 

Conditionale I. 
1. u. 3. 8g. föra. 

Anmerkungen. 

Der Donat führt p. 61,40 demora 
(.%. moratur uel ludit) anter o larc 
auf; es gilt diese Rubricierung jedoch 
nicht für alle Fälle, das Wort wird 
auch mit geschlossenem o gebraucht 
Vgl. die Bemerkung von Tobler (Gott, 
gel. Anzeigen 1872, p. 887) und von 
Mall (Einleitung zum (Domputus, 
p. 43). Alezius 92 steht demoret 
in Asson. mit desiruse, aruau88t$8e, 
goiuse, doleruse. Roland 2021 mit 
anrisset, tument, tute, culchet, culpe, 
ju%nte8, dünget, dulce, humes, embrun- 
chet, ju8tet, diUiMet. Elie de Saint 
Gille läemor in Asson. mit dolor, 
amor, creator, iors, aour, ior. Chev. 
au lyon 159 reimt demore : ore, 247 id., 
649 id. etc. B. Chr. fr.* 93,44 demore: 
ore. 94,29 demure: hucure. 153,13 
akeurentidemeurent. B. Chr. prov. 
261 ,45 Antiphanor : demor. 

6ron. 

Jauf. — Nie. — Flam. 

-drant, 3. pl, pr8. i. onoron Flam. 
7310. Jauf. 49«. 

-lirrnnt, 3. pl.prs. i. corro Nie. 1597. 

Perfectum. 

3. pJ. föron Jauf. 49«. Nie. 1597. 
Flam. 7310. 

6rs. 

G. Folq. — Gaue. Faid. (167) 27, D 
1 52 ; 30, A. Arch. 51,277. - Lantelm 
(283) 2, T. Cop. Bartsch. 

-dres, 8. 0. pl. amadors 167,27. 283,2. 
ciamors 167.27. dolors 283,2. flors 
167,27. 283,2. honors 167,27. maiors 



68 



G. Folq. 278,179. 167,37. meillors 
167j27,30. nalors 167.27. 

-drsnm, adv. aillors 167,27,30. 

-drtes, 8, 0. pl. cors 283,2. 

-dr(— )8, 8. r.sg. amors 167;27,30. 283,2. 
calors 167,30. colors 167,27. dolors 
167,27. douRors 167,27. errors 167,27. 
folors 167,27. langors 283,2. paors 
167;27,30 (bis). 283,2. ricors 167,30. 
sabors 167;27,30. 283,2. ualors 
167;27,30. 

-ärsiiiii, 8. 0. 8g. secors 167,30. 283,2. 

-Urans, 8. f. 8g. secors 167,27. 

Perfectum. 

3. 8g. 80« 167;27,30. 283,2. re- G. 
Folq. 278,179. 

Anmerkungen. 

Bei colors t 8ocor8, flors^ amor8, 
calors, 8<ibor8, ualors, honors, paors, 
dousors und der 3. Sg. Perfecti sors 
wird die geschlossene Aussprache des 
vom Donat bestätigt, vgl. p. 56 
unter ors eatreit. 

aillors. Förster setzt für ailleurs 
(Glossar zu Aiol) *aliör8um an, das 
Provenzalische aber verlangt örsum 
als Grundlage. Bei B. d. Ventad. B. 
Chr. 62. P. d'Alv. B. Chr. 79, P. Vid. 
B. Chr. 107 ist aillors mit o gebunden, 
im Alexius findet sich ailurs. 

cors 283,2 ist als cortes zu fassen : 
qu^entre Is amaniz es aiial as eis cors. 

ors. 

Brev. — Am. Dan. (29), 18. Can. XV. 

-annis, s. r. sg. tresors 29,18. 

-Örd— 8, 8. r. sg. cors 29,18. 

-dris, adv. fors 29,18. 

-6r08, 8. o. pl. demors 29,18. 

-orpns, s. r. sg. cors Brev. 19801. 
0. sg. cors Brev. 21490. 

-öraimi, p. p. comors 29,14. 

Perfectum. 
d.sg. estörs Brev. 19801. 21490. 29,18. 



08. 

Jauf. — £Inim. — Nie. — R. Vid. I, 
II, III. - NPap. - Flam. — 
S Freund. — SReue. — Arn. d. Mar. 

— Sen. — Diät. - G. Cerv. — 
Brev. — Ad. 1. Negre (3) 3, Da 656. 
— Aim. d. Peg. (10^ 7, A. Arch. 34,162. 

— Aim.d.Sarl. (11) 1,E.M.G.20. — 
Alb. d. Sest. (16) 7, J. M. G. 781. 
C. M. G. 780; 9, A. Arch. 33,446; 
11, C.M.G.782; 12, A. Arch. 33,445; 
16, P. 0. 299. — Am. Dan. (29) 
16, Can. III. — Am. d. Mar. (30) 
9, M. W. 1,162; 13, M. W. 1,159. 

— B. d. Palaz. (47) 3, L. R. 359. 

— B. d Vent. (70) 8, M. G. 33; 
11. M. W. 1,18; 22, M. W. 1,28; 
28, M. W. 1,13. - B. d. Bora 
(80) 8; 24; 41. Stim. — Blacatz 
(197^ 6. Chx. 3,337. - Dasp. 
(122) 1 , D. Tr. p. 41. — El. d. 
Barj. (132) 5, P.O. 98. — El.Cair. 
(133) 12, A. Chx. 3,433. — Folq. 
d. Mars. (155) 9, £. M. G. 59; 12, 
Chx. 3,155; 18, A. M. W. 1,319.— 
Folq. Rom. (156) 7, L.R.3, 170.— 
Gaue. Faid. (167) 16, M. G.455 C; 
20«, J 165. Cop. Bartsch; 35, ü, 
Arch. 35,441; 37. A. Arch. 51,279. 

— G. d. Poicib. (173) 1, M.G.350. 

— Gav. (174)4, P. 0. 43. — Granet 
(189) 1, Chx. 4,237. — G. d'Uis. 
094)8, Chx.3,379; G.d'üis.l9. U; P. 
d'üis. 1; Sav. d. Malleon H. — G. 
Adem. (202) 12, Chx. 3.193. — G. 
d. Berg. (210) 5 . J. Kell. 6. - G. 
d. S. Leid. (234) 2, CM. G. 196; 
11. M. W. 11,48. - G. d. Mut. 
(226) 1, M.W. 4. 246. - G. Raim. 
(229) 4, H. Arch. 44,412. - Guir. 
l. Ros. (240) 8, J. M. G. 575. — 
G. d. Born. (242)1, A; 7, D; 9, V; 
40, A; 41, A; 73, L. R. 379. - G. 
Riq. (248) 25, M.W. 4,246; 44, M. 
W. 4,31 ; 47, M. W. 4,72; 63. M. 
W. 4,27; 77, M. W. 4,233; 79, M. 
W. 4,50. - J, Rud. (262) 6, (Stim. 
p. 42). - M. V. Moni (305)2, Ph. 
2; 4. Ph. 3; 12. — P. Card. (335) 
39, M.W. 2,227; 54. J.M.G. 1230.- 
P.R.d.Tol.(355) 18, Arch. 35,421. 

— P. Rog. (356) 4, M.W. 1,123.— 



69 



P. Vid. (364) 14, Bartsch 41; 17, 
B. 3; 21, B. 2; 22, B. 28; 34, B. 
10; 39, B. 23. — Peirol (3H6) 4, 
M. W. 2,10; 11, M. W. 2,23. - 
Perdigo (370) 3, U. Arch. 35,437. 
V. Arch. 36,444. — R. d'Aur. (389 ) 
8, A. — R. d. Vaq. (392) 4, M. W. 
1.371; 6, C; 20, M. W. 1,372; 23, 
U. Arch. 35,413 ; 28, D 364. - R. 
Jord. (404) 4, P. 0. 200. - - Ralmenz 
(416) 4. F 144. — üc d. S. Circ 
(457) 33, A. B. Chr. 160. - N M. 
G. 282. (461,5) — N. M.G. 278. (461,7). 
— P 134. Arch. 50,280. (461,45). - R. 
Z. B. Denkm. p. 68. (461,123). 

-ddes, ado. o. pL pros 80;8,41. 189,1. 
242;1,41 etc. 

-ddis, adj. r. sg, pros Flam. 7886. 
Am. d. Mar. 412. Sen. 202,27. Diät. 
201,9. 3,3. 11,1. 16;7,9,16. 29,16. 
30;9,13 etc. 

-önes, 8. r. pl faissos 10,7. 16,7. 97,6 
etc. papallos 189,1. S. o. pl. auzellos 
97,6. 155,12. basclos 80,24. bailos 
SReue 235, XV. 189,1. boissos 70,11. 
80,8. bordos 80,8. chanzos 3,3. 
16;12,16. 47,3 etc. couipanhos R. 
Vid. II;218,32. 80,41. 122, D. Tr., 
p. 41. lH3,12etc. complectios SReue 
223, VIII. devotio8SReue223,VIII. 
escalos SReue 223, VIII. esperos 
242,1. entensios 226,1. escalos 80,8. 
faissos S Reue 235,XV. 3,3. 29,16. 
30,13. 47,3 etc. gargos 80,24. 
364;17,14. gazardos SReue235,XV. 
horazos Nie. 1376. layros SReue 
235, XV. Brev. 19376. 122, D. Tr. 
p. 41. maisons 335,54. melos 80,24. 
meillurazos S Reue 235, XV. 370,3. 
messios 16,16. 80,8. 364,17. moutos 
80,24. ochaizos 70,11. 194,8 etc. 
orazos SReue 233, VIII. 234,2 (bis). 
pairos SReue 223, VIII. partizos 
80,8. peissos S Reue 235,XV. 335,54. 
possessios SReue 235, XV. 189,1. 
preisos 80,8. 305,12. 461,5. razos 
S Reue 223, VIII. 235, XV. Arn. d. 
Mar. 409. 16,12. 173,1. 210,5 etc. 
sazos S Reue 223 , VIII (bis). 70,8. 
107,37. 194,8 etc. sermos 234,2. 
242,41. 335,54. sospeizos 16,11. 
248.79. tensos 305,12. tracios 



70,11. tribulatios S Reue 223,VIir. 
235,XV. 

-dnos, s. 0. ph aigros 70,11. baros 
80,8 (bis). 202,12 etc. dos Flam. 
216. 80,24 (bis). 155,18. I67,16etc. 
guizerdos 70,11. perdos 70,11. 335,54. 
tros SReue 235, XV. 

-ÖI108, s. 0. pl. SOS 80,24. 173,1 etc. 
Adj. 0. pl. bos Brev. 2100. 47,3. 
122, D. Tr. p. 41 etc. 

-onset, 3. sg. prs. c. espos 174,4. 

-önsi, p. p. respos Enim. 262,28. 

-ÖI1808, 8. 0. pl. espos 335,39. respos 
97,6. 132,5. 

-önsnit, 3. 8g. prs. i. descos 155,9. 

•önsnm, n. p. o, sg. Anfos 248,44. 
248,79. 364,39. S. r. sg. rospos 
167,35. 194,19 etc. o.a^. espos SReue 
223, VIII. rescos 70,28. 80,8 155,18. 
etc. respos 11,1. 16,9. 70,28 etc. 
somos Jauf. 99a. 356 (H). 

-önsiis, n. p. r. sg. Anfos R. Vid. 
III;164,28. Flam. 7870. 248,77. 
364;14,17. S. r.sg. tos 80,24.174,4. 
Adj. r. sg. rescos SReue 235,XV. 

-önam, s. o. sg. guizerdos 155,18. 
perdos 16,12. 155,13 etc. 

-dniis, 8. r. sg. dos 16,12. 70,28 etc. 
guizerdos 16,12. 47,3. 70;8,28 etc. 
perdos 80.4 1 . 194,8 etc. ronhos80,24. 

-onus, 8. r. sg. ressos 242,40. 248,79. 
335,39. SOS 202,12. Adj. r. sg. bos 
Flam. 1725. S Reue 223, VIII. Brev. 
8595.19014. 3,3 11,1. 16;7,12,16. 
30;9,13 etc. 

-dn-s, n.p.r.sg. Ca tos SReue 235,XV. 
Leos 248,77. 364,17. Monleos 132,5. 
Montaldos 305,12. Salamos SReue 
223,VIIJ. 235,XV. Trencaleos 132,5. 
S.r. sg. chanzos 11,1. 29,16. 155,12 
etc. entensios SReue 235,XV. 234,2. 
faissos 240,8. 242,73. generatios 
S Reue 235,XV. leos 80,24. messios 
242,1. 364,39. moutos 80,24. ochaizos 
3,3. 30,13. 133,12 etc. paos 80,24. 
polmos 80,24. possessios 242,41. 
preisos 70,22. razos S Freud. 95,315. 
S Reue 223,VIII (bis). 235,XV, 11,1. 
16,16. 29,1^. 80,41 etc. rezemsos 



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• ■ .1 "tun, liH» 189,1. nos 
j. >. SUeuo 223, VIII (bib). 
■ .\^ 'J^S. Sv>,S ,bis). 122, 1). 

. i »iij iJtc V08 (c. r.) 10,7. 
' •. .' jU. U'- o.) Jauf. Si-*. 

• X : :- u. H. Vid. I. Flam.4208. 
•;. . '2;i,VllI.,ter). 235,XV. 10,7 
. . :ii;:M.i. ci0j3.70;8,28(bi8)etc. 

*:,%) liit-. v.-ocho8 Jauf. 5D". 305,12. 
Ml.Ji miborioordios 122, D. Tr., 

I •. iL 

jbi. 1. /■. pl. enuyos 70,8 Adj. 
f. pL atuoros 97,0. 155,12 etc. 
.iik^oiA!)08 70,11. cabalos 133,12. 
«. ^>licit\.>d 80,41. contrarios K. V'id. 
UI;LS9,25. 304,22. 370.3. coragos 
1*49,1. dezir0824M"t. eiiveios 133,12. 
191,8 etc. enginos 335,54. lebros 
Kuim. 240,9. orgoillos. 122, D. Tr., 
p.U 304,39. p;iürüs 335,54. poderos 
133,12. 

-0808, s. o. pl anioroH Flam. 5230. 
iro8 389,S. Adj. o. pl. amoroB 16,9. 
70,2S. 220,1 cto. angoi8*?08 218,h3. 
cabaloM 2J0.1 [im\ 218.47. 392.23. 
enuyos 3l>4,14. enveios 30,9. 70,28. 
golos35t;. 1. iiialicios SHeue 223.V11I 
vbisV orffoillos 242,1. 304:17,14. 
2IS.44. Btiboros 335,54. vergoignos 
248,41. 

-ösam, w. p. o. sg. Livernos 248,77. 
iS. o. ng. folhos 202,0. Adj, o. sg. \ 



fciuur» 30,13. 70,11. 132,5 etc. 
*iiipji>i906 8»)6,11. aventuros 44.3. 
*::'y oabalos 248,77. 370,3. cobeitoe 
;3ö.:»4. cossiros 218,47. 416,4. 461,7. 
l.jloros 392,23. doptoB 70,22. enajos 
70.22. enveio3 Flam. 2472, 47,3 etc. 
iwlos 364,39. ginhos 47,3. 174,4. 

226.1. glorios 122, D. Tr. p. 41. 
248,44. 461,123. joios 16,9. 29.16. 
132,5 etc. lebros Enim. 218,23. 
lu-ravilhos Nie. 1521. 262,6. nualhos 
SReue 223, VIII. orgoilios 167,35. 
173,1 otc. paratjos R. Vid. IH;160,14. 
perilho8SReue235,XV(bis). pietados 

234.2. poderos SReue 223.VIII. 
248,44 (bis), precios 234,2. 461,123. 
rovilhos 226,1. sufraitos S Reue 
223,VIII. vermenos 364,39. 

-Ö8118, n, p, r. 8g. Livernos 248,77. 
S. r, sg. cavilhos 226,1. enuyos 226,1. 
fugairos Flam. 3004. ricos 335,39. 
A(lj. r. 80. aissos 356,4. amoros 
16;7,16. 30,9. 70,11 etc. angoissos 
Flam. 61 16. 16,16. 167,35 etc. aondos 
234,2. auetos 389,8. autoros 248,63. 
aventuros SReue 235,XV. 11,1. 
155,12 etc. cabalos SReue223,VIlI. 
10,11. 47,3. 132,5 etc. clamos 3,3. 
cobeitos 132,5. 155,12 etc. cochos 
SReue 223, VIII. 80.24. 167,35 etc. 
contnirioa 167,20a. 220,1 etc. coragos 
122 D. Tr., p. 41. cossiros Flam. 
4204. 4434. 155,18. 156,7. 167,16 
etc. delechos 202,12. 262,6. 364;17, 
21,34. desaventuros 242,7. dolores 
b0,41. 248,63. doptos 226,1. 234,2 
etc. enuyos SReue 223, VIII. 80,24. 
133,12 etc. enveios Flam. 7223. 3,3. 
16:9,11. 70; 11.22,28 etc. fortaichos 
S Reue 223,V1II. iVachuros Brev. 
1277. gelos Flam. 874. 1117. 70,11. 
167,20- etc. ginhos 155,12. 202,12. 
248,25 etc. glorias SReue 223,VI1I. 
234,2. gracios 248,47. janglos 392,6. 
joios NPap. 259,11. S R^ue 
223,VI1I. 3,3. 10;7,12,16. 47,3 etc. 
lezeros bO.Ö. limos 234,2. malicios 
SReue 223.VI1I. meravilhos Flam. 
3U56. S Reue 235,XV. 226,1. 234,2. 
248,25. misericordios S Reue 
22:iVIII. Brev. 13175. nelechos 
SReue 223,VII1. 226,1. 248,25. 



&oaUic«80,84. 302,12. »64,3». oblidos 
80,9. orgoilloa SBeue S23,V1I1. 
30,13. 70,28 «tc. pMTOs 155,18. 
perezoB Btev. 14060. perillos SBeue 
5ä!,VIlI.155.!8. 202,1-2. pi«>82-26,l. 
plorOB 248,63,389,8. poderos SBeue 
535,XV (bis). Brev. 1087. 2710. 
70,28. 155,9 etc, preoioa SReue 
223,Vm. rancuro» 189,1. 461,25. 
religiös 389,8. saboroa Sßeue 223, 
Vm. iä35,XV. 16,12. 248,47,63 etc. 
Bofreitos 70,11. 335;39,54. 457,33. 
somelhos 80,24. talentoa 364,34. 
temeros J»uf.74i'. Brev. 19021. 16,7. 
155,18 etc. tenebroiö0,41,vergoigno3 
194,8. vertuoa 234,2. voluatos 97.6. 
18V,35. 202,12 etc. 

-acem, s. o.tg.croa Nie. 1533. SBeue 
2SS,XV. 

-Attit, 3. »g. prs. t. tos Flam. 6874. 



-änoi, ot^'. 0. pl. roK 30,13. 
'üann, n. p. o. w. Res Jauf. 88^. 

Adj. 0. ig. rOB 3W,21. 
-tüssat, n. p. r. tg. Halafos 174,4. 
Perfecta. 

2. pl. fäs 246,44. 457,33. 

3. tg. respda Janf. 70k. gäk. 84>. Nie. 
eot. Flun. 4208. 4474. 5462. 7287. 
7517. — mcöB Fkm. 874. SBeae 
235,XV. — Bomös Flam. 7022. 

Conjonct. IraperfecLi. 
1. »g. föa Flam. 4174. Brev. 19014. 

U,l. 30,9. 70,8. 156,7. 167,37. 356,4. 

364,17. 366,11. 389,8. 392.23. 
3.80. EDim. 218,23. 240,9. 249,7.262,1. 

267,86. Hie 1376,1521,1533. R. Vid. 

1,410. 11,218,32. 228,22- IU;160,14. 

164,28. 189,25. N Pap. Flaio. 2ie. 

in7.1725.2004etc SVreud, »5,315. 

BReue 223,VIII. 285,XV. Am. d. 

Km. 409,412. Sen 202,27. DüLt. 

201,9. G. CetT, Bre». 1087, 1277. 

1321. 2100 etc. 3.3. 10,7. 16;7,9, 

11,12,16. 29,16. 30,13. 47,3. 70;11, 



Anm 



nngen. 



Jaufre Bndel 6 liest ätimmittg 

mit Dnrecht a revenaa für dns a 
reüsos der Handschriften A. B, D. J. 
R. Das Wort, welches »aurflok* be- 
deutet findet, sich auch noch an 
einigen anderen Stellen: Boethius 
212 steht es in einer 6 Tirade; 
Dem. Troubadours p. 81 ist reimtan 
durch räiutan zu erwtiea , ferner 
vergleiche man M, I, 53 und G. d. 
Robb. 5180. 

Flamenca 5462/3 findet sich espo» 
im Reime mit rupot, diesee nat 
regelrechter Weise ein gesohloBs. o, 
jenes aber mus« der Grundlage und 
dem Zeugnis« deB Donat nach (23,2 
In 0» larg .apos .i. apposuil, despo» 
.L depoittit') ein offnes o beiCMeo 
haben , es liegt also ein ungenauer 



ImporfecL Coqj. 
;. pl. fdsBon Flam. 1194. 

Flam. 



ImperfecL Conj. 
3. pl. fÖBson. Flam. 7171. 

Fiani. — Gaue. Faiü. (107) 50, 
C. M. G. 493. - Graf, v Poit. 
(183) 10. - GuilL d. S.Leid. (234) 
7, P. 0. 283. — Joan Est. (261!) 5, 
Aziits p. 97. — P. Reim. d. Tol. 
(355) 5, B. Chr. 87. — 461,226. C. 
U. G. 98. 



72 



*Uii>i. i. \y. pr6, c*. enui 234,7. 

iiiit. V .si/. prs. L adui 234,7. con- 
.lui '/r^U. (Ifsaui 234,7. emlus 234,7. 
iiliii 231,7. 

utuu, MÜ» (ß.ay, 234,7. astrui 234,7. 

Uyit, 3. sg. prs. t. brui 234,7. 

-»Ifit, 3. «j^. 2>r«. ». defui 234,7. 

ügiiuiy s, 0, sg, brui. 266,5. 355,5. 

•Ai, num. aUlui 183,10. amdui 266,5. 



Pron. autrui Flam. 4649. 234,7. 
355,5. 401,226. celui 183,10. 234,7. 
cui 234,7. 355,5. lui Flani. 7342. 
234,7 (^bis). Lsg. prs. ». sui 355,5 
(bis). 461,236. 

•*üit (o/^-üvit), 3. sg. prs. i. destrui 
234,7. 355,5. 



Perfecta. 



1. sg. füi. 



S. 1, Tl. 1 V. u. st.: »ist aber nur ein Husserliches.« 1. »deutet den Weg 
zur Krklärun^ nur au.« — S. 4, Z. 10 v. u. st.: »SFreund.« 1. »8 Freud.«. — 

S. 8, Z. 7 V. u. nach: »Boetb. 180« filj^e ein: »1. PI. fim'=.ficim(us);fezem 

^=^feclm(us)*. — S. 9, Z. 10 V. u. tigo »mit Ausfall des Labials«. — S. 12, 
Z. 3 u. 2 y. u. 1. »weist in der 1. 2Sg. ncLSfiues, in der 3. sowohl etc.« — 

S. 14, Z 8 nach »Die« füge ein »1. PL mesem (mis^mu8)f die«. — qaerre 
Z. 5 nai'.h »ansetzen« füge ein »; vgl. Z. f. r. P. V,50 (StUnkel). — Z. 3 v. 
u. 1. «Ilentschke«. — S. 15 Z. 5 v.u. nach »reems* if^ge ein: »Neben diesen 
8tuuiuib<'tonton Formen besteht rezemet (Brev. *J1085), im Imp. C. re^iemes 
(Bn^v. 24491). — S. 19 Z. 1 füge ein i^(receubint Brev. 26167 >. — S. 20 Z. 18 
st. »vengues gilt für die 2. PI.« 1. »oengucm gilt für die 1. PL, venguis für 
die 2. — 8. 22 Z. 16 v. u. füge vor »äguen* ein : ein. — Z. 9 v.u. st. »Die 
2. PL acccs ist aus« 1. >aaisem und acces (1. u. 2. PL) sind aus aguessim 
und«. — Z. 8 V. u. tilge »elKsnso -- PL« — Z. 5 v u. nach »200« füge ein 
»Z. f. r. P. Vll,403« — Z. 1 V.u. setze vor »Für die l.Pl. ist degem belegt« 

— S. 29, Z. 11 V. u. 1. »Überreste«. — Z. 10 v. u. 1. »das t« st. »da »«. — 
S. 32. 1 faire Z. 2 nach »/?m« füge ein *fezem*. — 8. 33, 1 metre Z. 1 st. 
^mezisU 1. Tunezisiiira-).^ — Z.3 nige ein: »4. mci'Cfw« — rezenter füge an: 
•rezemH. C. Imp. rezemes* — S. 33, 2. percebre füge ein : »Perf. 2. recenbisU 

— S. 34, 1 Z. 1 v. u. füge ein : »4. venguem.< — S. 34, 2 Z. 4 v. u. füge ein : »4. ocsefn« 

— ib. Z. 2 V. u. f. ein: *i. deguvm* — S. 35, 2 Z 1—4 1. »B. Mit didi etc. 
gebildete Perfecta.« — S.36 st. »II« L»III« — ib. -ac, -acum Z. S 1. »Saidrag« 

— S. 38. 1 Z. 3 l. »364;34,35.« — ib.axet Z. 2 L »»50,12 etc. es-167,8.« — S. 

40.1 Z.5 füge nach »Fälle.« ein: »VgL auch Z. f r. Ph. VII. 391« — S.41,2 
füge am SchTuss der Bemerkungen an »W. Meyer (LiteraturbL84 Sp. 186 schlägt 
neqwii< als £tymon vor« — S. 44. 1 Conj. Imporf. Z. 3 1. »amen&ssem« — 
S. 45, l era Z. 2 1. »(227) 11.« st. »(227)« — S. 46,2 Z.18 v. u. L »(133)3« 
St. ^-(131)3« — Z.2.V.U. L »l.« st. >S.« — S. M\ 1 Z. S v. u. 1. »Crois. 202« 

— S. 50,2 Z. S füge zu: »28435.« - S. 51, 1 Z. 8 v. u. tilge »11.« — S. 

5 1 . 2 Ciizes Z. 6 nach »nVj</»#tit 3. ;«</.« füge ein »Brev. 1 "»026 — ib.Anm. Z. 7 füge 
zu: »Brev.« — S. 53,2 Z. 5 1. » | i)e*'-« — S. 55,1 Z. 1 v. u. nach »280« 
füge ein: n\. Z. f. r. Ph. VII, 394 - S. 56, 1 Perfecta Z. 5 1. »22215,28306. 
(fetz) Brev. 25745. 305,10« — S. 64.2 Z. 4 v. u. 1. »3. sg. tö«. 



AUSGABEN UND ABHANDLUNGEN 

AUS DEM GEBIETE DER 

KOMANISCHEN PHILOLOGIE. 

VERÖFFENTLICHT VON E. STENGEL. 



DIE 



STNTAKTISGHE BEHANDLUNG 

DES ZEHNSILBH TERSES 



IM ALEXIÜS- UND ROLANDSLIEDE. 



VON 



OSWALD REISSERT. 



MARBURG. 

N. G. ELWERT'SCHE VEELAG8BUCHHANDLÜNG. 

1884. 



Herrn 



Professor Dr. Edmund Stengel 



in dankbarer Verehrung 



gewidmet. 



Vorwort. 



JN achstehende Arbeit ist aus dem Bedärfiiisse entsprangen, 
welches sich bei den textkritischen Übungen des romanisch- 
englischen Seminars zu Marburg im Wintersemester 1882 — 83 
bei Durchnahme des Alexius-Liedes herausstellte, aus dem aus- 
gesprochenen Bedürfnisse, eine Zusammenstellung aller in Bezug 
auf die syntaktische Behandlung des zehnsilbigen Verses in den 
ältesten französischen Denkmälern vorkommenden Fälle zu 
haben, um dieselbe als einen weiteren Massstab für die Be- 
urtheilung von Besserungsvorschlägen benutzen zu können. Ein 
Theil (§§. 1—328 und der Anhang) ist bereits als Marburger 
Dissertation gedruckt. 

Als ich die Veröflfentlichung meiner Arbeit in Angriff nahm, 
trat an mich die Frage heran, ob ich etwa in der Art wie 
Groebedinckel (s. §. 4) ausser einigen erläuternden Beispielen 
nur die endFichen Resultate meiner Untersuchungen oder auch 
diese selbst drucken lassen sollte. Ich entschied mich für das 
Letztere, obgleich ich weiss, auf wie wenig Interesse Einzel- 
beobachtungen wie die meinigen zu rechnen haben, welche 
noch dazu auf Grund von nur zwei kleinen Schriftwerken ge- 
sammelt sind. Abgesehen von dem Nutzen für die Textkritik 



VI 

glaubte ich nämlich, dass meine Arbeit vielleicht als Ausgangs- 
punkt für weitere Forschungen benutzt werden könne. Und 
da würde auf Grund von viel ausgedehnteren Untersuchungen 
et>va das als Glied einer Kette von gesetzmässigen Thatsachen 
erkannt werden, was vorläufig bei der Beschränkung auf ein 
kleines Forschungsgebiet als ganz vereinzelt erscheinen muss. 

Die weiteren Forschungen aber, auf deren Notwendigkeit 
ich mir erlauben möchte besonders hinzuweisen, sind folgende. 
Zunächst wäre zu untersuchen, wie weit die im Alezius- und 
Rolands -Liede beobachteten Gesetze der Verssyntaz in den 
späteren Zehnsilber -Gedichten französischer Sprache bis heute 
beibehalten resp. modificirt sind. Eine gleiche Behandlung hätten 
die anderen Versarten, also besonders Zwölf- und Achtsilber, 
zu erfahren. Dann würde es endlich möglich sein, als ein 
gewiss nicht unwichtiges Kapitel zur Geschichte der franzö- 
sischen Metrik eine »Geschichte der französischen Verssyntaxc 
zusammenzustellen. 

Durch das Erscheinen eines solchen Werkes mein Schrift- 
chen überflüssig gemacht zu sehen, würde mir die grösste Be- 
friedigung -gewähren. 

Rinteln, den 6. December 1883. 

Osivald Reissert. 



Inhaltsübersicht. 



Seite 

Allgemeines (1 — 19) 1 

A. Das erste Versglied: 

Es enthält: I. zwei versch. Satzganze oder deren Theile: 1) selbst, 
neben einander stehend (-25), 2) Parenthese u. Theil des sie 

umschliess. Satzes (—27) 6 

II. von einander unabhängige und nicht koordinirte Theile eines 
Satzganzen: 1) Nebensatz und Theil des Hauptsatzes (—30), 
2) einzelne Satztheile: a. Subjekt u. Objekt (—33), etc. (-69) 7 

IIT. koordinirte Theile eines Satzganzen: 1) Nebensätze (70), 2) ein- 
zelne Satztheile (-78) 12 

IV. von einander abhäng. Theile eines Satzganzen: 1) zwei Haupt- 
sätze, deren einer im Verhältnis des Objekts zu dem anderen 
steht (—80), 2) Haupt- und Nebensatz (—88), 3) einzehie Satz- 
theile (89) 12 

B. Das zweite Versglied: 

Es enthält: I. zwei versch. Satzganze oder deren Theile: 1) selbst, 
neben einander stehend (—96), 2) Parenthese u. Theil des sie 

umschliess. Satzes (—99) 14 

II. von einander unabhäng. und nicht koordinirte Theile eines 
Satzganzen: 1) Nebensatz und Theil des Hauptsatzes ( — 104), 
2) einzelne Satztheile (—152) 15 

III. koordinirte Theile eines Satzganzen: 1) Nebensätze ( — 155), 

2) einzehie Satztheile (—165) 20 

IV. von einander abhäng. Theile eines Satzganzen: 1) zwei Haupt- 
sätze, deren einer im Verhältnis des Objekts zu dem anderen 
steht (—170), 2) Haupt- u. Nebensatz (—188), 3) einzelne Satz- 
theUe (189) 22 



vin 

G. Die Cftsur: 

Sie trennt: I. zwei versch. Satz-Ganze: 1) neben einander stehend 

(—220), 2) Parenthese und den sie utnschl. Satz (-223) . . . 26 
II. von einander unabhäng. und nicht koordinirte Theile eines Satz- 
ganzen : 1) Haupt- und nicht direkt davon abhäng. Nebensatz 
(—226) 2) Neben- und Theil des Hauptsatzes (-238), 8) ein- 
zelne Satztheile (—247) 30 

III. koordinirte Theile eines Satzganzen: 1) Nebensätze (—250), 

2) einzehie Satztheile (—279) 32 

IV. 7on einander abhäng. Theile eines Satzganzen: 1) zwei Haupt- 
sätze, deren einer im Verhältnis des Objektes zu dem anderen 
steht (-289), 2) Haupt- und Nebensatz (-328) 35 

3) einzelne Satztheile: a. Subjekt u. Prädikat (—355), b. Ver- 
bum XL Objekt ( — 417), c. Verbum u. adv. Bestimmung (—474), 
d. Verbum u. präd. Ergänzung (—500), e. Substantiv u. Attri- 
but (—520), f. Substantiv u. Apposition { — 535), g. Adjektiv und 
adv. Bestimmimg (—540), h. Konjunktion u. Verb (541), i. Prä- 
position und Infinitiv (542) 42 

D. Der Versschluss: 

Er trennt: I. zwei versch. Satzganze: 1) selbst, neben einander 

stehend (543), 2) Parenthese und umschliess. Satz (—548) . . 66 
II. von einander unabhäng. und nicht koordinirte Theile eines Satz- 
ganzen (549) 67 

III. koordinirte Theile eines Satzganzen: 1) Nebensätze (—554), 

2) einzelne Satztheile (-615) 68 

IV. von einander abhäng. Theile eines Satzganzen: 1) zwei Haupt- 
sätze, deren einer im Verhältnis des Objektes zu dem anderen 
sieht (-617), 2) Haupt- und Nebensatz (—651) 77 

3) einzelne Satztheile: a. Subjekt u. Prädikat (—672), b. Ver- 
bum u. Objekt ( — 679), c Verbum u. adv. Bestimmung (—706), 
d. Substantiv u. Attribut (— 714X e. Substantiv u. Apposition 
(—725), f. A^ektiv und adv. Bestimmuhg (—728) 83 

Zusammenfassung der Beenltate 92 

Anhang (Textkritisches zum Alexius) 97 



1] \T ährend jede Rede, welche logisch richtige Gedanken 
wiedergibt, eine Gliederung in grössere und kleinere, enger oder 
loser verknüpfte Theile aufweist, je nach der engeren oder 
loseren Verknüpfung der auszudrückenden Gedanken (die syn- 
taktische Gliederung), so zeigt die gebundene Rede noch 
eine andere Art von Gliederung, welche durch Gesetze des 
Wohllauts bedingt ist und darin besteht, dass gewisse, in be- 
stimmtem Grössenverhältnis stehende Stücke der Rede als relativ 
selbständige Einheiten aufgefasst werden (die metrische 
Gliederung). 

2] Sollen aber die Gesetze sowol der syntaktischen als auch 
der metrischen Gliederung zugleich befolgt werden, so darf die 
feststehende poetische Form nicht logisch eng Verknüpftes durch 
einen starken metrischen Einschnitt von einander trennen oder 
logisch Unzusammengehöriges zu einer metrischen Einheit ver- 
schmelzen. 

3] Für verschiedene Sprachen und Zeiten hat in dieser Be- 
ziehung das Sprach- und Formgefühl verschiedene Gesetze aus- 
gebildet, die bald bewusst, bald unbewusst, bald mehr, bald 
weniger streng allgemein befolgt werden, Gesetze, die man am 
kürzesten unter dem Namen »Syntax des Verses« zusammen- 
fassen kann. 

4] Die Syntax des nfz. Verses ist häufig formulirt worden: 
ihren allgemeinen Gesetzen nach in den bekannten Handbüchern 
französischer Metrik von Quicherat, Weigand, Becq de Fouquiöres, 
Foth, Lubarsch u. A., auf Grund wissenschaftlicher Forschung 
von Tobler, ausserdem aber in der eingehenden Specialunter- 
suchung von Groebedinckel (der Versbau bei Ph. Desportes und 

1 



2 

ui. ni.v. Alteiibui*j^ 1880. Strassb. Diss., abgedruckt 

X .:.. Kis^'. von Körting unil Koschwitz, Bd. I. S. W—SS). 

L^ti iio SynUix des allfranzösischen Verses aber haben 

:.-^>v t füblers Dai-slollung (Vom franz. Versbau. Berlin 1880, 

X -N Jk 'iV*. nI— 87. 103—105) meines Wissens keinerlei Unter- 

.^.K.uijon. Lubarsch (Franz.Verslehre. Berlin 1879. S. 123 u. 432) 

vfvua» dass er in alter Zeit dieselben Gesetze l^eobachtel 

,.ii,;i>U\ wie im 16. Jahrhundert. 

■y Eine Specialuntersuchung dürfte daher wol nicht überflüssig 
M^i«. n^nn eine genaue Kenntnis der Syntax des afz. Verses ist 
nicht nur für die Kenntnis der alten Poetik und somit der alten 
Sprache Frankreichs überhaupt wichtig, sondern sie kann auch 
fnr die Textkritik von Nutzen sein. 

7] Nur zu einem kleinen Theile ist in vorliegender Arbeit die 
Lösung der Aufgabe versucht, die Syntax des afz. Verses im 
Einzelnen darzustellen. Die Untersuchung beschränkt sich näm- 
lich auf den zehnsilbigen Vers und betrachtet die Syntax des- 
selben auch nur in den ältesten zwei Denkmälern, die ihn auf- 
weisen. 
8| Dies sind 

1) das Alexiuslied (= ALS) nach Stengels Ausgabe: 
vLa Cancun de Sanit Alexis« etc. in »Ausgaben und Ab- 
handlungen« Bd. L Marburg 1882. 

2) das Rolandslied (,— ROL) nach Stengels Ausgabe: 
»Das afz. Rolandslied«, Heilbronn 1878, und unter theil- 
weiscr Benutzung von Kölbings Abdruck der Venetianer 
Handschrift IV »La chanson de Roland«, Heilbronn 1877, 
und von Copien resp. Kollationen anderer Handschriften, 
die mir durch Güte des Herrn Prof. Stengel zugänglich 
waren. 

9] Für ALS wurde die Lesart überall, wo die Syntax des 
Verses in Frage kommt, einer kritischen Prüfung unterzogen, 
ebenso da, wo die metrische Form verdorben ist. Im Übrigen 
wurde an der Schreibung der Handschrift L, repräsentirt durch 
Stengels Druck, festgehalten. Bei Citaten ist ein ♦ der Vers- 



nummer nachgesetzt, wo ich früheren Besser ungs vorschlagen, 
denen nicht widersprochen ist, ein fi wo ich älteren, nicht all- 
gemein acceptirten Lesungen zustimme, ein f der Versnummer 
vorgesetzt, wo ich selbst geändert habe, ** jedoch und ft jedes- 
mal da, wo die betreffende Änderung Veranlassung gegeben hat, 
den Vers an der betreffenden Stelle zu citiren. Ein ! verweist 
auf eine begründende Note im Anhang. Dort finden sich auch 
alle mit f bezeichneten Lesungen. 

10] Eine gleiche Sorgfalt, wie ich dem Texte des ALS zu Theil 
werden lasse, schien mir für ROL bei dem grösseren Umfange 
des Denkmals und der Reichlichkeit der Belege nicht nötig. 
Ich habe mich begnügt, die Lesart von nach Stengel zu citi- 
ren, wo sie genügt, und nur naheliegende Besserungen eingeführt. 
Wo nur die Nummer des Verses citirt ist, wird auf solche Ände- 
rungen mit * aufmerksam gemacht. Nur wo es sich um seltene 
Erscheinungen handelt, ist dem Citat ein Vermerk beigefügt, ob 
andre Handschriften die Lesung von bestätigen oder nicht. 
11] [....J bedeutet Zusätze, (....) zu tilgende Stellen des hand- 
schriftlichen Textes. 

12] Die metrische Gliederung unserer Texte ist folgende. 
ROL zerfällt in Tiraden von unbestimmter Länge, ALS in 
Strophen von je 5 Versen. 

13] Jede Strophe oder Tirade besteht aus zehnsilbigen, durch 
Assonanz verbundenen Versen (= Vs., Vss.). 
14] Jeder Zehnsilber setzt sich aus zwei ungleichen Theilen, 
Versgliedem (- Vsgl.) zusammen, getrennt durch eine Cäsur 
nach der vierten betonten oder fünften (nicht zählenden) un- 
betonten Silbe. 

15] Während nun jede Art metrischer Glieder in Bezug auf 
ihre Syntax im Folgenden einzeln näher besprochen werden soll, 
möge über das naturgemäss kleinste metrische Glied, die Silbe, 
über deren Syntai nur wenig zu sagen ist, das Nötige gleich 
vorausgeschickt werden. Die letzte Silbe eines weiblich aus- 
gehenden Vsgl. kann weder aus einem einsilbigen Wort bestehen 
(also z. B. nicht lo ge, vgl. Tobler a. a. 0. S. 104), noch kann 



an dieselbe ein tonloses Pronomen inklinirt sein (wie: de tot 
Vemperil Boeci, 37). 

16] Die vierte und zehnte der gezählten Silben müssen, als 
Träger der festen Accente des Verses, Tonsilben eines begriflf- 
lieli bedeutsamen Wortes sein. Wie stark sich die einzelnen 
Wortklassen an dem Cäsur- und Versschi ussaccent betheiligen, 
möge folgende Tabelle zeigen, die für ROL auf Grund der ersten 
1000 Verse aufgestellt ist. 



Cäsur. 



ALS. 



ROL. 



Versschluss. 



ALS. 



BOL. 



Substantivum 

Adjektivum 

Verbum finitum 

Infmitivus 

Participia 

Gerundivum 

Adverbium 

Numerale 

Pronomen personale 

Pronomen demonstrativum . . 
Pronomen possessivum absolutum 



•/. 


•/. 


•/. 


52,8 


56,4 


42,9 


: 5,9 


4,7 


6,9 


1 27,8 


27,2 


13,8 


; 3,0 


1.5 


17,1 


3,7 


4,1 


16,6 


— 


0,2 


0,2 


2,9 


2,3 


2,7 





0,5 





3,4 


2,3 





0,5 


0,8 







— — 


-^ 



48,3 
8,9 

15,7 
8,2 

12,5 
0,5 
4,2 
0,6 
0,6 



— — 0,5 



17] Im Folgenden wird nun näher besprochen erstlich die 
Syntax des 1. Vsgl., dann die des 2., darauf die der Cäsur und 
endlich die des Versschlusses. In jedem Kapitel gliedert sich 
der Stoff nach dem Gesichtspunkte, ob verschiedene Satzganze, 
ob Theile eines Satzganzen, die weder koordinirt noch von ein- 
ander abhängig sind, ob koordinirte oder ob von einander ab- 
hängige Satztheile in einem metrischen Gliede vereinigt, resp. 
durch einen metrischen Einschnitt getrennt sind. Daher ergibt 
sich folgende Eintheilung: 



A. Das 1. Vsgl: 

I. Verschiedene Satzganze (§§. 20—27), 
IL Theile eines Satzganzen, die weder koordinirt noch 
von einander abhängig sind (§§. 28—69), 

III. Koordinirte Theile eines Satzganzen (§§. 70—78), 

IV. Von einander abhängige Theile eines Satzganzen 
(§§. 79-89). 

B. Das 2. Vsgl.: 

I. (§§. 90-99), n. (§§. 100-152), m. (§§. 153-165) 
IV. (§§. 166-189). 

C. Die Cäsur: 

I. (§§. 190-223), IL (§§. 224-247), IIL (§§. 248-279), 
IV. (§§. 280—542). 

D. Der Versschluss: 

L (§§. 543-548), IL (§. 549), IIL (§§. 550-615), 

IV. (§§. 616-727). 
18] Bei der folgenden Untersuchung glaubte ich um so un- 
befangener den Thatbestand konstatiren und die Erscheinungen 
um so vollständiger zur Sprache bringen zu können, wenn ich 
auf die Abfassung von »Regeln^ und »Ausnahmen« vorläufig ver- 
zichtete und vielmehr neben einander Alles, häufig Vorkommendes 
und Seltenes, aufführte. Hierbei war ich bemüht, die Beispiele 
aus ALS und ROL 1—1000 vollständig zu geben, aber auch 
das in dem übrigen Theile des ROL enthaltene Beweismaterial, 
besonders in seltenen Fällen, auszunutzen. 
19] Um über die Resultate, so weit sie bis jetzt als fest- 
stehend angesehen werden können, auch eine Übersicht zu er- 
möglichen, habe ich zum Schlüsse (in den §§. 728—754) die 
gewöhnlichsten Erscheinungen, ohne seltene Fälle zu berücksich- 
tigen, in einige Sätze zusammengefasst und in Klammem die 
Paragraphen angegeben, in denen specieller über das Einzelne 
gehandelt ist. 



6 



20] Das erste Versglied, 



In dem ersten Versgliede können sich vereinigt finden: 

I. zwei verschiedene Satsganze*) resp. deren Tkeiie, 

1) selbständig nebeneinander stehend: 

Es stehen im 1. Vsgl. nie zwei vollständige Satze, son- 
dern nm-: 

a. ein elliptischer Satz und ein vollständiger: 
a. elliptischer Satz — vollständiger: 
Der letztere kann mit der Cäsur schhessen: 

Seignors, que faites? ALS 101 a. Sire, a pied estes! ROL 2138. 

21 J Meist setzt er sich im 2. Vsgl. fort: 

Filz! la tue aname I [seit] el ciel (seit) absoluthe! ALS 82 e*. OfiU! 
Cui erent | mes granz ereditez? 81a. E! d'icel bien | ki [tuz] (toeu) doast 
[toen] estra 84c*. 88c! 91 d. Dens! Se jol pert, | ja n*eii aurai escange 
KOL840. 1849*. 3386. (E) Lasse! Que nXen)ai | un hume ki m'ociet! 2723. 

22] ß. vollständiger Satz - elliptischer: 

Oz mei, pucele! ALS 14 a. Ma grant honur | (t*)aveie retenudel (et)an- 
pur tei, [filz!] 82c**. Ferez i, Francs! ROL 1233. 1211. 1619. 1937. 2844. 3344. 
Tenez, bei sire! 387. Tais, Oliver! 1026. 



*) Wo für das alte SprachgefÜbl ein neues Satzganzes (Periode, Reihe) 
anbebt, ist oft nicht zu entscheiden, besonders da das Subjekt häufig un- 
ausgedrückt bleibt. Da wir aber für unsere Aufstellungen eine feste, 
wenn auch bewusstermassen willkürliche Norm nicht entbehren können, 
so werden wir stets nach folgender Regel unsere Anordnung einrichten: 
Zwei einander beigeordnete Sätze werden als selbständige Satzganze von 
uns dann aufgefasst, wenn ihre Prädikate verschiedenen Modus haben, 
wenn das Subjekt verschieden ist, wenn das gleiche Subjekt wiederholt 
ist, wenn sie nicht durch kopulative oder disjunktive Conjunktionen ver- 
bunden sind, es sei denn, dass beide Sätze einen Bestand theil gemeinsam 
haben. 



23] b. mehrere elliptische Satze: 

Mercit! Mercit! | Mercit! saintismes hom! ALS 72 d. Mercit, 
seniurs! 105b. E, reis Celeste! 67 e. 22d* 97a. Las! Malfeuz! 124a. 
79 d. 87 d. 89 a. Deus! Meie culpe! ROL 2369 (= V\ fehlt V'VLC). 
Ahi, culvert! 763. 1207. E, gentilz hom! 2177. 2304. E, reis, amis! 1697. 
Oliver! frere! 1866. 

24] Der folgende Vers zeigt ein Übergreifen des zweiten Satzes: 

Deus! Quel baron, 1 s^oust christientet ! ROL 3164 {z=^ V*V), ähnl 716. 

2oJ Die beiden elliptischen Sätze brauchen das Vsgl. nicht zu 
füllen : 

ALS 81a s. §. 21. »E, deus!€ dist il. 12d. 41a. 46a. 78c. 

26] 2J eine Parenthese und ein Theil des sie 

umschliessenden Satzes: 
Die Parenthese ist immer ein elliptischer Satz. Derselbe steht: 
a. regelmässig am Ende des 1. Vsgl.: 

Quer niei, bei frere, | et enca e parcamin ALS 57 a. Aiuns, seignors, | 
cel Saint hörne en memorie 125 a. Oez, seignurs, | quel pecchet nus en- 
cuTiibret ROL 15. 268. 8537. Ne li ehalt, sire, | de cjuel mort nus mu- 
ri uns 227. E vos, compainz, ) ferez 1463. Ferez, paien, | pur la presse 
deruuipre 1500. 1925. Venez i, reis, j sil verrez 953. 

27 J b. in einem vereinzelten Falle am Anfang des 1. Vsgl.: 

A tel dolur et a si graat poverte, I filz, t'ies deduit | par alienes terres 
ALS 84 b. 

28] II. Theile eines Satzganzen, von denen weder einer 
vom anderen abhängig noch einer dem anderen 

koordinirt ist: 

Ist dasjenige Glied der Periode, auf welches sich die beiden 
in dem Vsgl. verknüpften beziehen (das logische Bindeglied) dem 
Sinne nach aus einem anderen Satze zu ergänzen, so ist die syn- 
taktische Einheit des Vsgl. eine grössere, als wenn das betref- 
fende Glied der Rede in demselben Satze, aber in einem anderen 
Vsgl. steht. Die Beispiele sind nach diesem Gesichtspunkte bei 
allen hier zu besprechenden Fällen gesondert (sub A und sub B) 
aufgeführt. 

29] 1) ein Nebensatz und vom Hauptsatze ein Theil, 
auf den jener sich nicht unmittelbar bezieht: 

Ad A: £ CO lur dist cum s^en fuit par mer I e cum il fut | en 
Alsis la citet ALS 77 b.c. 

30] Ad B: e, se il poet, | murrat i veirement ROL 615 {nur in 0). 2618 
(=:rV^V). Deus, 86 Im piaist, | a bien le vos mercie ROL 519 (nur in 0). 



8 

31] 2) einzelne Satztheile: 

a. Subjekt und Objekt: 
a. Subjekt — Objekt: 

AdÄ: De cels d'Espaigne eDadget[et'| mort vint I eGualter sie e Tarce- 
▼esque eine ROL 2059 (= V*V»V). 3565 ( — VW). 

32] Ad B: Deus san servise l li Tolt g^ereduner ALS 56 b. ki ses fedeilz | 
]i ad tuz amviet 59 d. ki tute gent i voelt faire recreunt ROL 393 (=VW). 

33] ß. Objekt — Subjekt: 

Ad B: Queque Rollanz | a Guenelun for8f(e8)i8t ROL 3827 {nur 0). les 
nozl que eil d'Espaigne | en la bataille unt mort 2948 (= y*jPj. 

34] b. Subjekt und eine andere adverbiale Bestimmung: 

a. Subjekt — adverbiale Bestimmung: 

j4d A : E Yunt ferir j un paien Timozel, I Tun en Teseut | e li altre en 
rosbere ROL 1388 (= V). > Jo irai par man chef«. i — »Eijo od vosc 800 
(=V>VT). 

35] Ad B: qai pur Rollant | de Tierri unt pitiet ROL 3871. 2990*. ki de 
bauiille 1 8*arguent e hasteient 992. 1564. ki cascun jur | muet trente elar- 
tez 2502. 3271. que Tun a Taltre | la 8ue feit plevit 403 (= V*V*V). 
L'anme del cors | me seit oi departie 2940 {nur 0). 

36] ß. adverbiale Bestimmung — Subjekt: 

Ad B: Puis li bona pedre | ad eseole {Hds. Puis ad e. li b. p.) le mist 
ALS 7ett- Ne ja ledece | n'ert an tei demenede 29 b. 98 cf! Uno mais nuls 
hom I en tere ne vit plus ROL 1040. 1461. 1638. Ja eil d^Espaigne j ... 
1081. 1745. 1727* {zu lesen: Ja mais reis Karies V*?). dunt nostre sire l 
fut en la cruiz naifret 2504. 

37] c. Subjekt und Prädikativ auf dasselbe : 

Subjekt — Prädikativ : 

Ad A : Halt sunt li pui | e li yal tenebrus, I les roehes bises | . . . ROL 
815 (= V*V^VC). 

38] d. Subjekt und Prädikativ auf das Objekt: 

Subjekt -- Prädikativ: 

j4d B: Li uns Acharie(s), | li altre Anorie(s) out num ALS 62 b**. 

39] e. Subjekt und Attribut zum Objekt: 

Subjekt — Attribut: 

Ad B: ki de murir | nen ourent esperance ROL 1411 {nur in 0). 

40] f. Konjunktion und Subjekt: 

unterordnende Konjunktion : 

Ad A: cumencet a parier I cume celui | ... ROL 427 (=: V*). 

41] Ad B: que eele imagine | parlat ... ALS 37c. que Temperere ) 
nisun des soens n*i perdet ROL 806. lOGii 1147*. 2319. 3411, fälschlich 
1014. Se Mahumet | me voelt estre guarant 868. que Charle[magne]8 
(li mandet), | li reis poesteifs, I par mei li mandet 460. que Tun a Taltrei 



la 8ue feit plevit 403. Ainz que Kollanz | se seit aperceut 2035. 3588. 
Si cum li cerfs | 8*en vait 1874. 

42J beiordnende Konjunktion: 

Ad A: Sovent le virent e le pedre e le medra I e la pulcele ALS 
48 a. 100 b. Ensembr od eis li quens Rollant i vint I e Oliver ROL 176. 
504. 505. 586. 903. »Jo irai par mun chef« I — »E jo od vo8€ 800. De 
cels d'Espaigne en ad getet mort vint, I e Gualter sis 2059. 

43] Ad B: Vergl. auch §. 71. e tut le pople | .. . I depreient deu ALS 
62 d. ne n[e]ul8 hom . ne 80ut le8 8on8 ahanz 55 cf! E Blancandrins | 
i vint ROL 503. 120. 301. 1036. 1137. 2707. 2802. Ne Oliver | n'en por- 
terat la vie 964. 1064. Mai8 li quens Guenes | iloec ne volsist estre 332. 
315. 368*. 425. Kar vasselage | par sens nen est folie 1724. 2459. 

44] g. Konjunktion und Objekt: 

unterordnende Konjunktion: 

Ad B: Quant sun aver | lur ad tot departit ALS 20 a. 15 a. 34 a. 
que Turne deu | quergent 60 b. e [cum] (que) Timagine i deus fisb pur 
lui parier 77 c*. Se cest acorde | ne vulez otner ROL 433. 475. que li 
Franceis | asmastes 454. 2450*. o800. que rec[on1oi3tre I poisset 1993. 

45] beiordnende Konjunktion: 

Ad A: Pois li cumandet les renges de s^espethe I et un anel ALS 
15c. 57b. N[e un ne] (altra pur)altre | raais sun pedre i ancuntret tti3c! 
Si 'n apelat | Clarin de Balaguet I ... I e Priamun | . . . ROL 65—68. 200. 
362. 363. 666. Nel amerai . . . I ne Oliver 285. 1403. Pur sun seignor 
deit bom suifrir destreiz I e endurer | e granz cbalz e granz freiz 1011. 11 18. 

46] Ad B: Vergl. auch %. 7S. ne [carnelj (ja mais) hume I n'aurai ALS 
99ct. 103e. e sun ker filz | suvent a regreter 26e. 80cd. 83c. Mais la 
dolur I ne potent ublier 32 b. e tute Espaigne | tendrat par vostre dun 
ROL 224. 394. Mais sun espiet 1 vait li bers palmeiant 1155. 2160. 3760. 
3895. 

47] h. Konjunktion und eine andre adverbiale Bestimmung: 

unterordnende Konjunktion : 

Ad B : Set a mei sole | vels une feiz parlasses ALS 90c. (c'est) [que] 
avisunches | hom n'i poet habiter 115e**. 6b. 34b. 98 d*. llOe*. Quant an 
la cambra | furent tut sul remes 13a. qu'a Marsiliun | me portast mun 
message ROL 276. 406. 452. 624. 723. 759. 837. Se en rereguarde | troe- 
vet 613. Quant en cest camp | vendrat 1928. Cum en Espaigne { venis 
[a] mal, seignur 2900 {Korrektur nach V*J. 

48] beiordnende Konjunktion: 

Ad A: Or revendrai al pedra et a la medra | e a la spuse ALS 21b. 
En icest siecle nus acat pais e g(l)o(r)ie, I et en cel altra ; la plus durable 
glorie 125 d. As tables juent . . . I e as eschecs ROL 112. 417. 821 Jo 
ne lerreie por tut Tor que deus fist l ne por (tut) Taveir | ki seit en cest 
pais 458. 

49] Ad B: Vergl. auch §. 76. e de lur oilz | mult tendreraent plurer 
ALS 49 b. 2 b. 40 e. 77 d. 95 c. et attement | le posent a la terre 114d. 
ne pur honurs | ki Ten fussent tramise I ne volt turner 33 e. Mais ne 
pur huec | mun pedre nie desirret 42 a. 51 e**. Quar par cestui , aurum 
boen adjutorie lOld. e de bataille | sunt tuit apareillez ROL 1144. 48. 1374 



10 

ne de Carlun I mie voe n*en avez 1172. u par ostage | voe (en) Toelt faire 
sours 241. 1880. Kar chascun jur | de mort [ai] 8*abandunet 890. 494*. 
682. 1131. 1951. Mais de s'espee | ne volt mie guerpir 465. 1151. 1997. 

50] i. Konjunktion und attributive Bestimmung zu einem 

folgenden Substantiv: 
unterordnende Konjunktion : 

Ad B: Quant de paiens | li surdent les enguardes HOL 2975. Quant 

f»or ferir | vus demustrai grant ire 514. Se de mun cors | voeil aquiter 
a yie 492. 8533. que mun nevold | poi8[8e] venger RoUant 3109. 

51] beiordnende Konjunktion: 

AdA: e de Guascuime | li proz quens Acelin ROL 172 (> yW fehlt V*). 
843 (=V*V). Li quens Gerins set el ceval Sorel I e sis cumpainz | Gerers 
en.Passecerf 1380 (=V*V^»CPL). 

52J Ad B : Vergl auch §§. 77. 78. E de Rollant 1 sunt en rrault] grant 
pour ROL 1815. £ sis cumpainz | Gerers fiert Tamurafle 1269. kar de 
F rancois 1 i ad asez petit 1239. kar de ferir | (oi) [ai] jo si grant bosoign 
1366. 

53] k. Konjunktion und Prädikativ: 

beiordnende Konjunktion : 

Ad A: CO fut granz dols . . . I e granz deplainz ALS 21 e. Mar- 
gariz est mult vaillant chevalers I e bels e forz | . . ROL 1312. 1594. 

54] Ad B: Vergl, auch §. 75. e a cheval | sunt quarante miliers ROL 
2072 c^V*). e esclargiez | est la sue grant ire 3989 (fehlt V*). 

55] I. Objekt und Prädikativ auf dasselbe: 

a. Objekt — Prädikativ: 

Ad A: Od voz caables avez fruiset ses murs, I ses citez arses ROL 
238. 704. 3088. Cors unt gaillarz e fieres cuntenances, I les chefs fluriz 3087. 
Tels quatre cenz i troevet entur lui:l alquanz nafrez 2093. 2477. 

56] ß. Prädikativ — Objekt: 

Ad A: Si *n ai out | e peines e ahans, I faites batailles | e vencues 
en champ ROL 865. 3089. Piez ad copiez e les gambes ad plates, I curte 
la quisse 1653—1656*. 3116. 

57] m. Objekt und Prädikativ auf das Subjekt: 

Prädikativ — Objekt: 

Ad B: Sul les escheles 1 ne poet il acunter ROL 1034 (> V*V'VC, 
fehlt PL). 

58] n. Objekt und eine andere adverbiale Besliinmung: 

flf. Objekt — adverbiale Bestimmung: 

Ad B: L'escut del col | li freint e escantelet ROL 1292 (= V). 
1971* (= den übrigen). 

59] ß. adverbiale Bestimmung — Objekt : 

Ad B: Ja mais ledece | n'aurai ALS 99 b. Unches meillurs | n*eii 
out reis ne c[a]aigne8 ROL 1850 (fit«r in 0). 



II 

60] 0. Objekt und Apposition zum Subjekt : 

Objekt — Apposition: 

AdB: sa bone espee I que ses campainz 1 ßollanz (li) ad (tant) demandee 
ROL 1386 {80 corrigirt nach P, aüein unwahrscheinlich, weu gegen V*VV^). 

61] p. Verb und attributive Bestimmung: 

a. Verb — Attribut: 

Ad B: Vit del sain home | le vis e der e bei ALS 70 b. Guar[de]8 
de mei | Tanme de tuz perilz ROL 2387 (>V*CV'VPL, die stimmen). 

62] Dahin würde folgender Vers aus ALS nach der Hds. L 
gehören : 

Co preiums den | la sainte trinitet llOd, 

der aber zu emendiren ist, s. u. 

63] ß. Attribut — Verb : 

Ad B: De vos seit hol | male confusiun ROL 3276 (= V*). 

64] q. Hilfsverb und Objekt des abhangigen Infinitivs: 

Objekt — Hilfsverb: 

Ad B: la christientet Ique il ne voelent | ne tenir ne guarder ROL 687. 
Joes voell aler | querre et entercer 2180. Tant nel vus sai l ne preiser 
ne leer 532. 1864. 2511. 

65] r. Hilfsverb und eine andere adverbiale Bestimmung 
(d. h. nicht Objekt) zu dem abhängigen Infinitiv 

oder Particip: 
a. Hilfsverb — adverbiale Bestimmung: 

Ad B: Ne pois a vos | tenir lung parlement ROL 2836 {=:- V*). 

66] ß. Adverb — Hilfsverb: 

Ad B: Par ico quident | aver discumbrement ALS 106 c. Entr'els 
an prennent | eil seiner a parier 104a. 9d! 88 d*. Ben en pnrrat | luer 
ses soldeiers ROL 34. 133. 455* (V'V). 532. 1864. 2511. 2904. Tant vus 
aurai | en curt a rei portee 446. 236. 722. 2028. D'Affrike i ad | un Atfri- 
can venut 1550. El cors vos est j entree raortel rage 747. 

67] s. Hilfsverb und Prädikativ: 

Hilfsverb — Prädikativ: 

Ben devuns ci | estre pur nostre rei ROL 1009 (fehlt V*V'VC). 

68] t. Präposition und adverbiale Bestimmung 

zu einem von jener regirten Infinitiv: 

Ad B: Pur orgoillos | veintre e esmaierle pur prozdomes | tenir e cun- 
seiller | e pur glutun | veintre e esmaier ROL 2211— 2213 (=V*). 2889(= V*). 

69] u. verschiedenartige adverbiale Bestimmungen 

(nicht Objekte): 

Ad B: Unches en Rome | nen out si grant ledece ALS 108a. Ja le 
lur voil 117e. So auch Puis ad escole 7c nach L, aber zu emendiren. 
Ja mais en terre | ne porterat curone RÖL 930. Ja pur murir 1048. 
1096. 1241*. Iloec endreit 3607. El plait ad Ais 1409. 



12 

70] III. koordinirte Theile eines Satsgansen : 

1) Nebensätze: 

Voillent o nun ALS 116d. 120b. ROL 1419. 1626. 2043. 2168. 
2220. 3170. 

7J-] 2) einzelne Satztheile: 

a. Subjekte: 

Ne reis ne quons ) n*i poet faire entrarote ALS 103d. 111 af! bf! 
Mur ne citet I n'i est reraes a fraindre ROL 5. 260. 3293. Fers e acers | i 
deit aveir valor 1362. 1397. 1809. 2536. U est Otes . . ., | We e Ivorie 
2406 (= V*). 

72] b. Prädikate: 

Cil vait Sil quert ALS 35 d. 37a. Puis serf e crei ROL 3599. Va 
sis pent tuz 3953. sa muiller Bramimunde I pluret e criet 2577. 2695. 

73] c. Objekte: 

[Ne un ne] (N'altra pur) altre, | mais sun pedre i ancuntret ALS 
tt43c! lui e altrui | travaillent e cunfundent ROL 380. 164. 398. 670. 1955. 
Jo vos durrai or e ar^ent asez, Iteres e fiez 76. 399. 1425. Vus n*i aurez 
palefreid ne destrerlne mul ne mule 480. 221. 757. e vos Ten enveiezi 
u dis u vint 41. Marsilies mandet d*Eapaigne les baruns, | cuntes, vez- 
üuntes I e dux 849. 2956. 

74] Vergleichungsweise gehört hierher: 

Francs e paiens | as les tus ajustez 1187. 

75] d. Prädikative, und zwar auf das Subjekt : 

Pris e liez | serez ROL 434. Marjzariz est mult vaillant chevalersi 
e bels e forz 1312. U pris u mort i i mst 1730. 

76] e. adverbiale Bestimmungen (nicht Objekte): 

d*or e d'argent | quatre cenz muls cargez ROL 32. 130. Ne ben ne 
mal I ne respunt 216. 1992. Bn France, ad Ais | s'en deit ben repairer 
36. 135. 435. der, en riant | Tad dit 619. 628. Franceis descendent si 
adubent lor cors | d'osbercs e de helmes 1798. Par niain, en Talbe ! . . . | 
Guenes li quens est venuz 667. 

77] f. Attribute: 

Mult grant eschech en unt si chevaler | d*or e d'argent | e de guar- 
nemenz chers ROL 100. 

78] g. Appositionen: 

Tut te durai, boens hom, quanque m*HS quis: ■ lit e ostel ALS 45e. 
De sun aveir vos voelt asez duner:! urs e leuus ROL 128. 183. 846. 847. 
3518. 3700. 

79] IT. Theile eines Satzganzen, die von einander 

abhängig sind: 
1) Zwei Hauptsätze, deren einer im Verhältnis 
des Objekts zu dem anderen steht: 
Der ei-stere enthält direkte Rede, der zweite gibt die 
sprechende Person an. Der letztere steht: 



13 

a. biswellen nach beendeter direkter Rede am Ende des Vsgl. : 

»MuDJoie!« escriet ROL 1234. 1350. 1974. 3092. 3620. 

So ist nur das Feldgeschrei behandelt. Vergl. darüber §. 169. 

80] b. meist eingfechoben in die direkte Rede, ebenfalls 

am Ende des Vsgl.: 

»E deus!« dist iL | »Cum fort pecet m'apresseüc ALS ]2d. 41a. 46a. 
68 d. 78c. 87c. »As me«, dist il, | »kil guard pur ton curaand«. 46 d. 
»Certesc, dist i1, | ne sai . .< 36 b. 38 b. »Dama!« dist ele, | »jo i ai . . .c 
29a. :iOc. 94c! »Sire«. dist Guenes, | »co ad tut fait Kollanzc. ROL 283. 
336. 337. 456. »Deus!« dist li quens. | >0r ne sai . . .< 1982. 2412. »Co 
n*iert€, dist Güenes, | »tant cum vivet sis nies«. 544. 557. 

81] S) Hauptsatz und Nebensatz: 

Der Nebensatz kann sein: 

a. ein Subjektssatz: 
Er beginnt innerhalb des 1. Vsgl. und fällt das 2.: 

Mielz est (que) sul moerge | que tant bon chevaler ROL 359 
(= V*V'V). 

82] Andere Beispiele zeigen substantivirte Adjektivsatze, die 
nicht in's 2. Vsgl. übergreifen : 

Seit kil ociet ROL 391 (= V^V, feUt V*). S'est kil demandet 119 
{=zY\ fehlt V,>V). 

83] b. ein Objektssatz: 

Er beginnt im 1. und füllt meist auch das 2. Vsgl.: 

Or volt que prenget | moyler a sun vivant ALS 8d. Suniat qu*il 
eret | as greignurs porz de Sizer ROL 719 (> V*, weicht ab in V'V, fehlt 
LPG). Quias le guant | me caist en la place 764 (fehlt V^VtVJ. 

84] c. ein Adverbialsatz: 

Er beginnt im 1. Vsgl. und füllt oft auch das 2.: 

Enceis qu*en seient | set cenz espees traites ROL 811. 6S8. 2230. 
Plus qu*en ne poet | un bastuncel jeter 2868. Puis que il sunt | as chevals 
e as armes 1095. 89Q. Si cum li cerfs 1 s*en vait 1874. 



Si cume fei fki 
felonie fist 3833. 

85] Mitunter schliesst er auch mit dem 1. Vsgl. ab: 

Ainz que t^ei vedisse) [ousse] ALS 92a*. b. La u eist furent ROL 108 
Puis quel comant 300. Einz queil moergent 1690. Ne mes que dous 1309. 

Alle aufgeführten Adverbialsätze lehnen sich an ein Adverb 
an, welches den Anfang des 1. Vsgl. einnimmt. 
86] In dem folgenden Beispiel dagegen steht der Adverbialsatz 
neben demVerbum und schliesst im 1. Vsgl.: 

II fist que pruz ROL 1209 (= V*). 



14 

87] d. ein attributiver Nebensatz: 

Er kann ins 2. Vsgl. übergreifen: 

N'est hom kil veit | e conuistre le set HOL 530 (r=V*). Hom(e) 
ki CO set I que ja n'aurat prisun 1886 (= V*). ^ 

88] Öfters schliesst er mit dem 1. Vsgl.: 

Co ad ques volt ALS 123d. fN*at soin que veiet] (Ne len est rien) 
49 e** Hom ki la vait ROL 293. Del com qu'il tient 1765. 2575. 2839. 
Cil ki la sunt 1174. 1240. 1683. 1718. 3519. 

89] 3) einzelne Satztheile: 

Es ist das Gewöhnlichste, dass alle Satztheile, die im 1. Vsgl. 
vereinigt sind, syntaktisch direkt auf einander sich beziehen, 
mögen sie nun zusammen einen Satz oder einen Theil eines 
solchen ausmachen. Daher kann von Beispielen abgesehen 
werden. 



B. 

90] Das zweite Versglied. 



Im zweiten Vsgl. können sich vereinigt finden: 

I. zwei verschiedene Satzg^se, resp. deren Theile: 

1) selbständig nebeneinander stehend: 

a. vollständige Sätze: 
Entweder stehen beide ihrer ganzen Ausdehnung nach im 
2. Vsgl: 

Ferez . Nes e8par(i)flmez. ROL 1883 (= V> V*PLC, fehlt V). Or diet. 
Nu8 l'orrum. 424 (fehlt \*). 

91] oder der erste Satz nimmt zugleich das 1. Vsgl. ein: 

Le destre poign | ad perdut. N'en ad mie ROL 2719 (= V*). 
Cuntes e dux | i ad ben. Ne sai quanz 2650 (rrr V*). 

92] b. ein elliptischer Satz und ein vollständiger: 

flf. elliptischer — vollständiger: 
Der letztere schliesst entweder mit dem Verse ab (A) oder 
er enjambirt (£): 



15 

Ad a: Ober fils! cum t*ai perdut? ATiS 22a. Lasse! qu*(ed) est 
devenut? 22b*. Seignurs! vos en ireiz ROL 79. 357. 943. 1006. 
1335. 2441. Tut fol! purquei t'esrages? 307. 1360. 2045. Dens! que pur- 
rat CO estre? 334. £, Durendal, | bone! si mare fustes 2304. RoUanz, 
veez eil alques 1099. Paien, mal aies tu 1958. 

93] Ad B: Filz! quar t*en vas colcer | avoc tu spuse ALS Hb. Guenes, 
venez avunt (r= V'V>V*)|8i recevez (=V*>VW) BDh 2S0 (fehlt ?LCl 
520 (— V*V^V). 

94] ß. vollständiger — elliptischer: 

Mar te portal, bels filz! ALS 88b. Tant mare fustes ber! ROL 350. 
Ferez i, chevaler! 1518. 1906. 

95] Der erste Satz kann auch mit dem 1. Vsgl. anfangen: 

Por amor deu | car m*eiitendez, barons! ROL 3768 (fehlt Y*). 

96] c. mehrere elliptische Sätze: 

Eufemien, | bei sire, riches hom! ALS 44 a. 0, bele buce, I bei vis, 
bele faiture! 97a. Purquei portal? | dolente! malfeude! 89 d. Mercit, 
merclt, | mercit! saintismes hom! 72d. Ami RoUanz, prozdoem, juvente 
bele! ROL 2916. 1456. Sire cumpainzj amis! Nel dire ja! 1113. Slre, 
a vostre coman(demen)t 946. Deus! qnel doel de prodome! 1501. 1536. 
Oliver, compaign, frere! 1456. 

97] 2) eine Parenthese und ein Theil des sie 

umschliessenden Satzes: 

a. Die Parenthese ist ein vollständiger Satz: 
In dem einzigen Beispiel steht sie am Ende des 2. Vsgl. : 

Ja mais ledece ! n*aurai ■— quar ne pot estra — | ne [camel] (ja 
mais) hume ii*aurai ALS 99 b. 

96] b. Die Parenthese ist ein elliptischer Satz: 

a. Sie steht zu Anfang des Vsgl: 

Ja mais n'ierc lede, | kers filz, [ne n'] (nul) ert tun pedre ALS 27e*. 
45 d. 90 e. Melz me venist, | amis, que morte fusse 97e. Cum bone 
peine, j deus! e si boen servlse | fist cel saint hom(o) 123a. Desfi les enj 
sire, vostre veiant. ROL 287. 360. 622. 692. 1232. 1731*. Puis si cheval- 
chent, I deus! par si grant fiertet 1182. 1196. 

99] ß. innerhalb des Vsgl.: 

d'ico, seignurs, qui calt? ROL 3839 (>V*V'V, fehlt PLC). 

100] II. Theile eines Satzganzen, die weder von einander 
abhängig noch einander koordinirt sind: 

Wir scheiden in diesem Abschnitt die Beispiele wieder in 
der §. 28 angegebenen Weise (sub A und sub B): 
101] 1) ein Nebensatz und ein Theil des Hauptsatzes, 
auf den jener sich nicht unmittelbar bezieht: 

Der Nebensatz kann sein: 



16 
a. ein Objektssatz (am Ende des Vsgl): 

Ad B: Apres escriet | Rollant qu'il li ajüt ROL 1964 (= V*V> V'PLC). 
2044* (= V*V > VTL). 2044* (=V*V). 

102] b. ein Adverbialsatz: 

a. am Ende des Vsgl.: 

Ad B: Vait le ferir, | li quens, quanque il pout 1198. 1541. Se 
veiBsum | Rollant einz qu'il fust mort 1804. Grei^nor fais portet | par 
giu, quant il s'enveiset 977. Or irez vos | certes, quant jol cumant 289. 

103] ß. am Anfang des Vsgl.: 

Ad B: Par lui aurum, | se deu piaist, bone aiude ALS 107e, aber 
nur in L und daher eu ändern. 

104] c. ein attributiver Nebensatz (am Ende): 

Ad B: que Tume deu | quergent ki est an Rome ALS 60 b. Li reis 
Marsilie | la tient, ki deu nen aimet ROL 7. 8443. 3687. 3882. Enz en 
la fosse I des leons o fut enz 3105. 

105] 2) einzelne Satzlheile: 

a. Subjekt und Objekt: 
a. Subjekt — Objekt: 

Ad A: L'un port le guant, | li alt[r]e le bastun ROL 2687 (=V*). 

106] Ad B: N'asemblereit | (ja mais) Carles si grant esforz ROL 599. 
1194. 1210. 1223. 1903. Der Vers 599 sUht nur in 0; auch die §. 137 ge- 
gebene Lesart ist möglich. Pur co nes poet | nule sent contrester 2511 
(= V*). 

107] ß' Objekt -- Subjekt : 

Ad B: En sum puing tint | le cartre le deu serf ALS 70c. Ja n*en 
aurunt | reproece mi mrent ROL 1076 (= V^V, fehlt V*). Vergl: Vers 
lui ne pued 1 tenir nulle clartez Hohes Lied 17. 

108] b. Subjekt und eine andere adverbiale Bestimmung: 
flf. Subjekt — adverbiale Bestimmung: 

Ad A: E vunt ferir un paien Timozel, | Tun en Tescut | e li altre 
en Tosberc ROL 1383. Li quens Gerins set el ceval Sorel, | e sis cum- 
painz I Gerers en Passecerf 1880. Fier de[ta] lance, | e jo de Durendal 1120. 
Ne vus a ceste feiz! 567. 

109] Ad B: (E) Deu [en] apelent I andui parfitement ALSScf. Dune an 
eisit I danz Alexis acertes 17 c. Del duel sasist i la medre jusqu*a terre 
30a. Ansemble an vunt | li dui pedre parier 9d! Tei cuvenist I helme 
e brunie a porter 83 a. 104 a. Er ma(t)in sedeit | r(i) einperere suz Tumbre 
ROL 383. 495. 765. 816. 907*. 1056. 1061. 3066. 

110] ß. adverbiale Bestimmung - Subjekt: 

Ad A: El plait ad Ais | en fut juget a pendre, | de ses parenz | en- 
senibr od lui tels trente ROL 1410 (=V*). 

111] AdB: lloec arivet | sainement la nacele ALS 17 b. Ne s'en com- 
cet I giens eil saintismes houi 54c. so nur in L und zu emendireti. Puis 
si chevalchet | od sa grant ost li ber ROL 2444. 2850. Puis si cumcncet) 
a venir ses tresors 602. 



17 

112] c. Subjekt und Prädikativ auf dasselbe: 

a. Subjekt — Prädikativ : 

Ad A: Vxxn fut Basan | e li altres Basilies ROL 208. Li reis est 
fiera | e sis curages pesmes 56. 91. 814. 815. 1831. 

113] Ad B: Tut sul a'en est I Eufeniien turnet ALS 69 d. Enceis qu'en 
seient \ set cenz espees traites ROL 811. 1332. 

114] ß. Prädikativ - Subjekt: 

Ad A: D'or est li heiz | e de cristal li punz ROL 2364 (= V*). 
115] Ad B: El cors vos est | entree mortel rage ROL 747 (>V*, fehlt 
V^VPLC). 1736» (> V*, fehlt V^VPL). 

116] d. Subjekt und Prädikativ auf das Objekt: 

Subjekt — Prädikativ : 

Ad A : Einz vos aurunt 1 li meillor cumperee ROL 449 (> V*, fehlt 
VWPLC). 

117] e. Konjunktion und Subjekt: 

unterordnende Konjunktion : 

Ad A: in verkürzten Adverbialsätzen (Vergleichungssätzen) siehe 
§§. 298. 303. 

118] beiordnende Konjunktion (vergl. §§. 156. 157): 

Ad A : Li apostolie | e li empereor | . . . | e tut le pople . . . | depreient 
deu ALS 62 a. Cum fist tis pedre I e li tons parentez 83 d. Surz ne 
avogles I ne contraiz ne leprus 111 a.b. Rollanz i fut | e Oliver li ber 
ROL 672. 105. 673. 796. 1085. 1310. Fier de fta] lance, | e jo de 
Durendal 1120. Bon sunt li cunte, | e lur paroles haltes 1097. Nul out 
Basilies | ne sis freres Basan t 291. 

119] Ad B\ Li apostolie ] e li empereur | sedent es bans ALS 66a. 72a. 

120] f. Konjunktion und Objekt: 

unterordnende Konjunktion: 

Ad A 8. §. 370. 

121] beiordnende Konjunktion (s. auch §§. 159. 160): 

Ad A: Tantes dolurs ad pur tei anduredej e tantes fains | e tuntes 
[seiz passedes] (consireres) ALS 80c*. 82a**. N'i [laissa] fremest) palie | 
ne (nelil) [nul adjornenient 28c**. Chi dunt li vit sun grant dol de- 
mener, I sum piz debatre, | e sun cors dejeter 86 b. c. Si ^n apelat darin 
de Balaguet, | Estamarin | e Eadropin, sun per ROL 64—67. 170. 171. 173. 
199. 200. 371. 741. 903. Vairs out [les oilz] | e mult fier lu visage 304. 
N*en unt pour | ne de murir dutance 828. 

122] Ad B: Si *n ai out | e peines e ahans ROL 864 etc. 

123] g. Konjunktion und eine andere adverbiale Bestimmung: 
beiordnende Konjunktion (s. auch §. 163): 

Ad A: Pres est de deu | e des regnes del ciel ALS 36 d. Dune le 
remembret des Bus c des honurs | e des pulcelefs] 1 e des gentilz oixurs 
ROL 821. 

2 



18 

124] Ad B: AI tens Noe | et al tens Abraham | . . . I bona fut 1i secles 
ALS 2a. 84 a. Par ceste barbe | e par cest roen gernim | vos n*irez 
pas ROL 249. 

125] h. Konjunktion und Prädikativ: 

beiordnende Konjunktion (s. auch §§. 161—162) 
und Prädikativ auf das Subjekt: 

Ad Al Grandonie fut | e prozdom e vaillant I e vertuus j e vassal 
cumbatant ROL L594. 

126] Ad Bi 8, den 1. Vers des letzten Beispiels, 
127] und Prädikativ auf das Objekt: 

Ad A: e tantes fains | e tantes [seiz passedes] (consireres) ALS 
80 c**. 82 a**. Si *n ai out e peines e ahans, ( faites batailles | e vencues en 
champ ROL 865. Vairs out [les oilz] l e oiult fier lu visage 804. 

128] i. Konjunktion und attributive Bestimmung 

zu einem vorangehenden Nomen: 

Ad A: Fisr^2. §§. 16i und 165. De sun aveir vos voelt asez duner: | 
Urs e leuDs I e veltres enchaignez ROL 128. 129. 183. 184. 

129] k. Objekt und Prädikativ auf dasselbe: 

flf. Objekt — Prädikativ: 

Ad A: Blanc ai le chef | e le barbe (ai) canuthe ALS 82 a**. 80 c**. 
kar a mes oilz vi (quatre) [treiz] cenz miue armez, | halbers vestuz,! 
alquanz healmes fermez ROL 683. Geut ad le cors | e le cunteuant {Hds. 
la cuntenance) fier 118. 895.998. 1159. 1799. Cordres ad prise | e les murs 
peceiez 97. '^8. 704. L'oie pert | e la vcue tute 2012. 

130] Ad B: (Des) [Si] ad li emfes | sa tendra carn mudede ALS 24 a*. 
119c. Cel jurn i out | cent nül lairmes pluredes 119e. Hoc truverent i 
danz Alexis sedant 23 d. Vos li avez | tuz ses castels toluz ROL 236. 
Ja avez vos | ambsdous les braz sanglanz 1711. Ja ne verrez ' cest pre- 
mer meis passet 693. 1067. 

131] ß. Prädikativ — Objekt: 

Ad A: Blanche ad la barbe | e tut flurit le chef ROL 117. 304*. 1918. 

132] AdB: Sur mei avez | turnet fals jugement 328 (=Y'yjehlt\*). 
3934 {fehlt V*). 

133] 1. Objekt und Prädikativ auf das Subjekt: 

Objekt — Prädikativ: 

Ad B: A grant duel met j la sue carn medisme ALS 87 b. 

134] m. Objekt und Prädikativ zu einem anderen Objekt: 

Prädikativ — Objekt : 

Ad A: Tant gunfanun | rumpu e tant enseigne ROL 1400. 

135] n. Objekt und eine andere adverbiale Bestimmung: 

a. Objekt — adverbiale Bestimmung: 

Ad A : e beneist Karlun e France dulce, I sun cumpaignun | Bollant 
sur tuz ses humes ROL 2018. 1195. 1606. 



19 

136] Ad B: Iloec anportent | danz Alexis acertes ALS lUc. Cr volt 
que prenget | moyler a sun vivant 8d. Aiuns, seignors, j cel saint home 
en memorie 125 a. Dune perdreit Carles | le destre braz del cors ROL 
597. 647. 656. 791. 892. 924. 988. 1575. Guar[de]8 de mei | l'anrae de tuz 
perilz 3287. Unkes n'en (oi) [ai] | ponr la u tu fiis 2046. 1804. 

137] ß. adverbiale Bestimmung — Objekt: 

Ad B: iloc deduit i ledement sa poverte ALS 53 b. Icist ferunt | 
DOS Franceis grant irur ßoL 1023. Sempres ferrai I de Durendal granz 
colps 1055. 1065. 2142. 3236. e si li metent I el col un caeignun 1826. 
N*a8emblereit | ja mais (Carles) si grant esforz 599 {nur in 0, vgl §. 106). 

138] o. Prädikativ und adverbiale Bestimmung (nicht Objekt): 

Adverb — Prädikativ: 

Ad B: qu'il devendrat | jointes ses mains tishom ROL 223 {fthltY% 

139] Der Vers: 

eist camp est vostre | [la] mercit deu [e] mien ROL 2183(>V*V'VC, 
fehlt PC) 

zeigt ein Adverb zu einem im 1. Vsgl. stehenden Prädikativ und 
ein weiteres Prädikativ im 2. Vsgl. 

140] p. Prädikativ und attributive Bestimmung zum Objekt: 

attributive Bestimmung — Prädikativ : 

Ad B: Trait Durendal, I sa bone espee, nue ROL 1324 (> alle), 
Tantes batailles en camp en ai vencues | e tantes teres ] larges escuinba- 
tues 2307 (>V*V'VP, die stimmen). 

141] q. adverbiale und attributive Bestimmung: 
a. adverbiale — attributive Bestimmung: 

Ad B: Carles repeiret | od sa grant ost, li ber ROL 2249 (== V*). 

142] ß. attributive — • adverbiale Bestimmung: 

Si fist la spuse | danz Alexis acertes ALS 30 b. De seint Michel I de 
Paris josqu'as Seinz ROL 1428. ceint[e] Murglies, | s^espee, | a sun costed 
346. 2264. Se trois Rollant, | li pruz, en mi ma veie 986. 

143] r. verschiedene adverbiale Bestimmungen (nicht Objekte): 

Ad B: vint une voiz | treis feiz en la citet ALS 59b. Alques par 
pri I e le plus par podeste | vunt en avant 1 13 d. Seat jurz le tenent | sor 
terre a podestet 115 b. pur deu an ta (HdsAxxe) maison 44b*. anserable 
longament 5 a. eisi dis e set anz 55 a. Vos n^irez pas i uan de mei si 
luign ROL 250. el camp pleine sa banste 1273. ja mais entre sa brace 
1721. el camp cumunement 1838. tuz jurs por noz peccez 1882. Leve- 
runt nos | en oieres sur sumers 1748. 

144] In dem folgenden Beispiel 

Tant jurz t'ai desirret I . . . I e tantes feiz pur tei an luinz guardet I 
...| pur felunie j nient ne pur lastet ALS 95c 

gehört im 2. Vsgl. das erste Adverbium zu der adverbialen Be- 
stimmung, die das 1. Vsgl. füllt und der sich die am Ende des 
2. Vsgl. anreiht. 

2* 



20 

145] s. Verbum und attributive Bestimmung zu einem Nomen : 
flf. Verbuni ■— attributive Bestimmung: 

Ad B: Un faldestoed i i unt fait tut d'or mer ROL 115. 789. La 
traisun | nie iurrez de Rollunt 605. 609. 894. 909. 1679. (605 mit falscher 
Assonanz.) h Blancandrins : i vint al canud peil 503. E Bramimunde le 
pluret, la reine 2595. 941 2775. 2778. 

146] ß. attributive Bestimmung — Verbum: 

Ad A : Vostre eniperere | si bones ne vit unches ROL 640. 
147] Ad B: An la maisan | Eufeniien quereiz ALS 63 d. 

Im Verse 

le gunfanun | Temperedur porter ALS 83 e 
ist aber Vemperedur wol Dativ, adverbial zu porter, nicht Genitiv. 

Les [dis] escheles I Charlun ]i ad mustrees ROL 3314. 3552. Sur un 
l>errun | de marbre bloi se culchet 12. 2819. 2966. 2967. En Tachebrun, | 
8un destrer, est munted 347. 2993. 

148] t. Verbum und adverbiale Bestimmung zu einem 
ausserhalb des Vsgl. stehenden Adjektiv : 
a. Verbum — adverbiale Bestimmung: 

AdB: Meillor vasaal | n'out en la cort de lui ROL 775 (= V*). 

149] ß. adverbiale Bestimmung — Verbum : 

Ad B: Meillors vasaals | de vos unkes ne vi ROL 1857 OV*). 
3532 (= V*). 

150] u. Hilfsverbum und adverbiale Bestimmung zu dem 

abhängigen Particip: 
Hilfsvert)um — Particip: 

Ad B: Pris e liez ; serez par poested ROL 434 (= V^>V*). 

151] V. Attribut und Apposition zu demselben Nomen: 

a, Attribut — Apposition: 

Ad B: Vint i Gerart | de Rossilon, li fiers ROL 797 (>V*V'VC, 
die stimmen). 2409 (= V*). 

152] ß. Apposition — Attribut: 

AdB: Truvat Gerard, | le veill de Russillun ROL 2189 (>V*V'VPL, 
die stimment. 2615 (>V*C, die stimmen, fehlt V^VPL). 

153] III. koordinirte Theile eines Satzganzen: 

1) Nebensätze: 

si aurez pais u nun ROL 423. 
1541 qui qu'en peist u qui nun ROL 1279. 
155] N'i ad paien | nel prit e nel aort ROL 854. 1836. 



21 

2) einzelne Satztheile: 
a. Subjekte: 

156] [E] le pere e la niedra | e la pulcela i unches ne desevrerent ALS 
12 la*. lOüa. Sovent le virent | e le pedre e le medra 48a. 61b. Quer 
feit i ert I e justise et amur Ib. Surz ne avogles | ne contraiz ne lepru8| 
... lila. Que valt eist crit, | eist dols ne cesta noise? 101b. Tant 
chevalchereut | Guenes e Blancandrins ROL 402. 104. 112. 636. 1084. e si 
i l'urent | e Gerin e Gerers 107. 174. 378*. 689. 1109. N'en mangerunt | ne 
la ne porc ne eben 1751 Plus est isneis | que espreverne arunde 1492. 

157] Vergleichungsweise gehört hierher: 

Atant as vos | Guenes e Blanchandrins ! 413. 

158] b. Prädikate: 

Trestut le pople | lodet deu e graciet ALS 108 e. il le receivent | 
sil plorent e sil servent 113c. lui e altrui | travaillent e cunfundent 
ROL 380. 992. 1292. i fierent e si caplent 1347. en pluret 8i8(e) des- 
mente 1404. La traisun | iurat (e) si sYen) est forsfait 608 {fragliche 
Lesart). L'escut vermeil j li freint, de col li portet 1576. 

159] c. Objekte: 

Quer mei, bei frere, | et enca e parcamin ALS 57a. Mais n'aconu- 
rent | sum vis ne sum semblant 23 e. Co senefiet | pais e humilitet ROL 
73. 75. 247. 268. 281. 297. 341. 399. 805. 947. [V]os li durrez | urs e leons 
e chens 30. 200. 638. Pris en ad or | e aveir e deners 1148. 1543. que 
nus perduns | Tonur ne la deintet 45. 55. 60. 479. 756. 758. dunt tos 
aurez | u dis u quinze u vint 148. Tr[ench]ent cez poinz, | cez costez, 
cez eschines 1612. 

160] Objektsinfinitive : 

Chi dunt li vit . . . I . . . | . . . | sun mort amfiant | detraire et acoler 
ALS 86d. Vos doussez | esculter e oir ROL 455 (s. §. 161). Tant nel tos 
sai I ne preiser ne loer 532. 687. 1681. 1864. 

161] d. Prädikative: 

a. auf das Subjekt: 

seJent es bans | [e] pensif e plurus ALS 66 b*. La vint curant(e) cum 
femme forsenede, I batant ses palmes, | criant, eschevelede 85 d. La ba- 
taille est | merveilluse e cumune ROL 1320. 1312. 1412. 1651. 1979. (Vos) 
[Ben] dou8[^t](sez) festre] | e8culte(r)[z] e oi(r)[z] 455 {nachVY,vergl%. 160). 
Puis que il sunt | as cbevals e as armes 1095 Cil sunt felun, | traitur, 
suduiant 942. qu'il en France ert | a sa capele, ad Ais 726. 

162] ß. auf das Objekt: 

ou tun laisas I dolente et eguarede ALS 94 e. Mais or(e) les vei | si 
dures e si posmes 96* e. Gent ad le cors, | gaillajrt e benseant ROL 3115. 
999. 1399. 1460. 1800. 2100. e sun osberc, rumput e desmailet 2079. 555. 
722*. 

163] e. adverbiale Bestimmungen (Objekt ausgenommen): 

Or revendrai | al pedra et a la medra ALS 2la. 41d. 108b. 119a. Ja 
mais n^erc lede | pur home ne pur femme 91 e. Revint li costre | a 
rimagine, el muster 36a. Serez ses hom | par honur e par ben ROL 39. 
86. 121. 437. 489*. 566. 633. 904. AI Jhesu e al mien! 339. 2986. Ben 



seiez purpensez | de colps ferir, | de receivre e (de) duner 1178. homeles 
e dulcement 1163. fiereiuent e a ire 1920. e menut e suvent 1426. Siin(e) 
guarisez | e de mort e de hunte 21. 626. Puis si chevalchent ...| 
(la) terre Certeine i e les vals e les münz 856. 405. 731. 809. Sei pois 
trover | a port ne a paseage 657. Alez en est j en un verger, suz Tumbre 
11. 209. 509. 748. 1108. 1334. ca en la nostre marche 374. d'ici qu*en 
Orient 401. 558. 1667. 1996. 

164] f. Attribute: 

Dune prist muiler | vailante et honurede ALS 4d. Entre le dol | 
del pedra e de la medra 94a. 33c. 76ct! (=^ L) La lei i füt | Mahum e 
Tervagan ROL 611. 1215. que plus n'i ad | d'onur e de bontet 533 541. 
1424. Vint milie (sunt) | ad eacuz e a lance» 913. ceintes espees | t'ran- 
ceises e d^Espaigne 3089. Ne fait damage | ne de mei ne d'altrui 1963. 
Cunquerrat ü les teres | d'ici qu'en Orient 401 {corrupterVerst nur inO). 

165] g. Appositionen: 

tut te durai, | boens hom, quanque m'as quis, ' lit et ostel | e pain 
e cam e vin ALS 45e. Del rci paien en ad oud granz duns: | or e ar- 
gent, I palies e ciclatuns ROL 846. 847. 849. e Pinabel, | niun ami e mun 
per 362. 505. e Oliver, | li proz e li gentilz 176. 576. Guenes i vint, | li 
fels, li parjurcz 674. Mandez Carlun, | al orguillus, (e) al fier 28. 

166] IT. Theile eines Satzgansen, die Yon einander 

abhängig sind: 

1) zwei Hauptsätze, deren einer im Verhältnis 
des Objekts zu dem anderen steht: 

Der eine enthält direkte Rede, der andere die Angabe der 
sprechenden Person. Dieser kann stehen: 

a. eingeschoben am Anfang des VsgL: 

»Co est Baldewin«, | co dit, »ki ert prozdoem ROL 296 (^i *n o un fij 
que Baldoyn oit non,l8e cl vive, »era molt prodon V*=Y'V). 979(> V*V , 
die stimmen). 

167] b. eingeschoben am Ende des Vsgh: 

»Or(e) 8ui jo vedve, | sire«, dist la pulcela. | »Ja mais ledece n*aunu 
ALS 99a. »Jo vos aim uiult, | sire«, (list ele al cunte. | »Car mult vo8 
priset ...« ROL 635 {>Y'Y'\, fehlt PLC). 

168] c. vor der direkten Rede am Anfang des VsgL: 

£n ipse verbe | si *n dimes: »Pater noster!« ALS 125 e. Gel n*en i ad| 
ki ne chet: »Marsilie! l Cevalche, rei, . . .« ROL 1618 {nur in Oj. 

169] Das Feldgeschrei ist nicht als direkte Rede behan- 
delt, sondern als einfaches nominales Objekt zu dem Verbum 
dicendi, wie die Konkordanz mit dem Prädikativ (Participium) 
zeigt. (^Vergl. aucli §. 79.) Daher die verschiedenartige Stellung 
im Verse: 



23 

Li atniraz | »Preciuse!« ad [e8]criee ROL 3564. Ki dune oüt | »Mun- 
ioie!« demander 1181. Grant est la noise 1 de »Munjoie!« escrier 2151.2510. 

170] Einmal ist auch das Feldgeschrei Subjekt des passivischen 
Verbums dicendi: 

De tutes parz | est »Munjoe!« escriee ROL 1378 (= V*V'VCPL). 

171] 2) Hauptsatz und Nebensatz: 

Der Nebensatz kann sein: 

a. ein Subjektssatz: 
a. Hauptsatz — Nebensatz : 
Der Subjektssatz folgt unmittelbar auf das Prädikat des 
Hauptsatzes, der erst im 2. Vsgl. beginnt: 

Nen est dreiz que plus vivet ROL 497 (>V*VW, die stimmen). 
Mei est vis que trop targe 659 (= V*). 

172] Ebenso ist ein substantivirter Adjektivsatz behandelt: 

Tort fait kil me demandet ROL 833. 1047. 1122. Fei seit ki [vus 
faldrat] (ben ni ferrat) 2144 (nach Y*F) se est ki mei en creit 577. 

173] Eingeschoben ist der Hauptsatz im Verse: 

Cunseill d'orguiU | n'est dreiz que a plus munt 228 (>V*Vnr, fehlt 
PLC). 

174] ß. Nebensatz — Hauptsatz : 

Der Hauptsatz steht am Ende des 2. Vsgl. hinter dem un- 
eingeleiteten Subjektssatz, der auch das 1. Vsgl. einnimmt*): 

Li empereres | en est luns, co m^est vis ROL 3501 (= V*). 

175] b. ein Objektssatz: 

ft. Der Hauptsatz, resp. dessen letzter Theil steht am 
Anfang des 2. Vsgl. Meist unmittelbar nach dem Prädikate des- 
selben beginnt der Objektssatz, der den Rest des Vsgl. einnimmt. 

Meist beginnt der Hauptsatz erst mit dem 2. Vsgl.: 

quer ne sevent que funt ALS 54 e. s'il veit que jo lui serve 99 e. 
ne puis muer nel pleigne ROL 834. 825. 959. ne lerrai que nel mat 893. 
Ne voeill que mot en suns 1027. Or ne sai jo que face 1982. ne quit 
que anme i remaigne 1848. dune ne faz jo que creire 987. Jo nel sai 
cument quere 1700. 

♦) Wenn ich Sätze wie den angeführten abweichend von Tobler 
(Gott. G. Anz. 1872 I S. 902) als Nebensätze auffasse und, wie es für 
meine Zwecke passender scheint, danach disponire, so brauche ich mich 
nur auf Diez' Gram. 111* S. 340 if. zu berufen. Verschiedene Auffassungen 
von einem und demselben syntaktischen Verhältnis kann ich überhaupt 
nicht berücksichtigen. 



24 
176] Bisweilen nimmt der Hauptsatz auch das 1. Vsgl. ein: 

Euferaien | volt saveir quet espelt ALS 70e. Carles li Magnes 1 De 
poet niuer n*eii plurt 841 (= V*V). 

177] ß. Der Hauptsatz steht, das Prädikat am Ende, in den 
abhängigen Satz eingeschoben, am Anfang des 2. Vsgl.: 

Se or ne m*enfui, | Diult criem que ne fem pcrdü ALS 12 e. Kd 8ara- 
guce I sai ben qu'aler m'estoct ROL 29*2 {fehlt V*). Enpres sun colp | ne 
quid que un dener vaillet 1666 {so mir in 0). 

178] So namentlich bei uneingeleitetcn Objektssätzen, auf welche 
im Hauptsatze durch ein Pronomen verwiesen wird: 

E si *ii aurcz, | co quid, de plus gentilz IIOL 150. La vos sivrat, | co 
dit, mis avoez 136. Tere major, | co dit, nietrat a hunte 1489. 2726. 
Ne leserat, ( co dit, que n*i parolt 1206. Vint luilie sunt, i co dient, tnit 
li altre 3039. Icele tere, | co dit, dun il (esteit) [se seivret], | soleill n*i 
luist . . . 979. 

179] y. Nach dem uneingeleiteten Objektssatz steht der ganze 
Hauptsatz am Ende des 2. Vsgl. Auf jenen wird mit einem 
Pronomen demonstrativum verwiesen. 

In einem Falle beginnt der Objektssatz nach der Cäsur: 

Veir dites, jol sai bien ROL 760 {feUt V*). 

180] in einem anderen am Versanfang: 

La flur de France | as perdut, co set deus BOL 2455 {fMt V*). 

181] d. In den uneingeleiteten Objektssatz ist der Hauptsatz 
eingeschoben, am Ende des 2. Vsgl. stehend : 

Mis avoez | la vos sivrat, co dit, | enz en voz bainz ROL 153. Ne 
laisserat | que n*i parolt, co dit: | »Culvert palen! . . .« 1252. Icrt i sie 
nies, I li quens Roüanz, co crei, | e Oliver . . . 575. 

182] c. ein Adverbialsalz: 

a. Er steht am Ende des 2. Vsgl.: 
Selten steht das Prädikat des Hauptsatzes, an das dann 
der Adverbialsatz sich unmittelbar anschliesst, vor diesem im 
2. Vsgl. Lst das der Fall, so kann der Hauptsatz sowohl mit 
dem 2. Vsgl. {A) als auch am Anfang des Vs. beginnen (jB): 

Ad A: prez sui por vus le face ROL 316. or i fiert cume ber 1967. 
quis cleim(e)t se par loi nun 1522. Issi seit cum vos piaist 606. 
183] Ad B: que quatre mul(ejz | ne funt, quant il sumeient ROL 978. 
Li reis Marsilie i i fist mult que traitre 201. Pur co sunt Francs | si fiers 
cume leuns 1888. 

184] Vielmehr bezieht sich meist der Adverbialsatz auf ein 
Adverb, gleichsam das Determinativ desselben, und, mit diesem 



25 

zur Toneinheit verschmolzen, füllt es mit ihm zusammen meist 
das 2. Vsgl. aus (Ä); selten stehen davor noch andere Worte (jB): 

Ad A\ tant cum il ad a vi vre ALS 33 e. Nel cunuisseie | plus 
que unches nel vedisse 87e. Si fait ma medra | plus que femxne ki vivet 4*2b. 
en Rencesvals | la o fut la bataille ROL 2854. tant cum durent li port 
1802. 544. 557. 1322. 2126. einz que nos d?partura 1900. enceis qu'ele 
departed 3480. Par main en Talbe | si cum li jurz esclairet 667. Fran- 
ceis se taisent | ne mais que Guenelun 217. 1934. Sunez voz grasles tant 
qae en cest ost ad 2110. 76. si cum pecchet Tencumbret 3646. 2435*. 
Ben le me guarde i si cume tel felon 1819. 1827. 2559. 3173. 3223. 3249. 
por CO que plus bei seit 1004. 285*. 286*. i)or poi qu'il n'est desvet 
2789. 3608. pur poi d'ire ne fent 325. d'ico qu'il le trait 3829. Saveir 
i ad I mais qu'il seit entendud 234. 

185] AdB\ Unkes n'en (oi) [ai] pour la u tu fus 2046 2854. n'i ai 
plus que targer 338. Se veissum | Rbllant einz qu'il fust mort 1804. 

186] ß. Der Adverbialsatz steht vor dem Verb, zu dem er 
gehört, am Anfang des 2. Vsgl. : 

Par ta niercit, | se tei piaist, me cunsent 3108 (= V*J. E il li ad | 
cum chevaler mustree 1369 (= V*). 

187] d. ein attributiver Nebensatz: 

Derselbe steht seinem ganzen Umfange nach immer am 
Ende des 2. Vsgl. und unmittelbar nach seinem Determinativ, 
mag dies nun ein Pronomen demonstrativum sein (-4) oder ein 
Substantiv {B)\ 

Ad A: QO que dit ad la cartre ALS 78a. 71c. icels ki Tunt oit 102 d. 
Co est eil qui tres Tus set 36 c. 

188] AdB: la gent ki enz fregundent ALS 60d. 41a. 65at. 99d. Cons 
fut de Rome I de[l](s) melz ki dune i eret 4b. Garles ki France tient 
ROL 470. 755. 1635. 1662. le cunseill que mal prist 179. mun filz que 
vos savez 363. 225. 695. 1597. 2485. por tut l'or que deus fist 457. el 
regne dunt tu fus 1961. Or ad li quens | endreit sei (asez) [mult] que 
faire 2123. 

189] 3) einzelne Satztheile: 

Das ist das Gewöhnlichste; Beispiele daher nicht nötig. 



26 
O. 

190] Die Casur. 



Durch diß Casur können getrennt werden: 
I. zwei verschiedene Satsganze, 
1) selbständig nebeneinander stehend: 

a. vollständige Sätze, deren jeder in seinem Umfange sich 

auf ein Vsgl. beschränkt: 

a. mit verschiedenem Subjekt: 

Die Sätze können ohne Beiordnungsparlikeln neben einander 
stehen : 

Purquem fui«? | Jat(e) portal en men ventre ALS 91c*. Ne poet 
estni altra. | Turnent el consirrer 32 a. 42 e. 93 ef. Mais ne puet eutra. | 
Ailure Testot aler 39d. 106 d. Tuit i aoorent. | Nuls ne s'en volt tarner 
lOJe. 112c. llTd. Cil li aportet. | Iteceit le Aleis 57c. 58d. 71a. 76b. 
Or Tat od sei. i Ansemble sunt Inr anames 122d. Quer iloec est. | (et) 
Hoc le trovereiz 63ett! La vithe est fraisle. | N'i ad durable bonur 
14 d. 27b. 104b. Bries est eist secles. J Plus durable atendeiz llOc. 
Tresvait le jur. | La noit est aserie ROL y17. 981. Car chevalcez! I Pur- 
qu'alez arestanty 1783. De co qui calt? | Nen aurunt sucurance 1405. 
Ferez i, Francs! | Nostre est li premers colps 1211. Pitet Ten prent, i Ne 
poet muer n*en plurt 825. 951. Drodmunz i ad. | Ne vos sai dire quanz 
2730. Gua[r]dez le ben. | Ja nel verrai des oilz 298. 498. 690. Retenez 
les: I CO est vostre salvement 786. 866. 1234. Tenez m'espee. | Meillur 
n*en at nnls hom 620. 629. 

191] Der zweite Satz kann mit Beiordnungspartikeln angereiht 
sein : 

mais: Tent une cartre; I maitj na li puis tolir ALS 71 e. 116e. Cist 
nus sunt pres. | Mais trop nus est loinz Carles ROL 1100. 1212. 

192] kar: Ferez i, Francs; | kar tres ben les veintrura ROL 1233. 1535. 

193 si: Tut soi amferm. | Sim pais pur sue amur ALS 44e. Un filz 
lur dunet. | Si Ten sourent bont grei 6c. 85 b. 116 c. Vendrat li jurz. | 
Si passerat li termes ROL 54. 464. 795. 871. 917. 932. 

194] ne: (N)il ne lur dist; | ne(lf) [il] nel demanderent ALS f^Sd! 
Ja mais n*ierc lede, | kers filz, (nul) [ne n'jert tun pedre 27e*. Tu n^ies 
mes hom; | ne jo ne sui tis sire ROL 318. 980. 2019. 

195] et: Bels fat li vespres, | e li soleilz fut der ROL 157. 737. 782. 
938. 969. 989. 1509. 1678. 1755. 



27 

196] Zwischen zwei derartig an einander gereihte Sätze kann, 
wie in einigen der angeführten Beispiele, eine Anrede ein- 
geschoben sein, gewöhnlich am Ende des 2. Vsgl. 

Beispiele s. §.190: »Ferez, Franceis« etc., §. 192. 

197] emmal am Anfange des 2. Vsgl. (s. §. 194). 

198] ß. mit gleichem Subjekt: 

Bisweilen wird das Subjekt wiederholt : 

11 ne la list. i Ne il dedenz ne guardet ALS 75 d. Hom sui Rol- 
lant. I Jo ne li dei faillir ROL 801 (falsehe Assonanz). 1130. 1173. 1386. 
Puls saillent enz; | mais il n*i unt guarant 2469. 

199] Auch wenn das Subjekt nicht wiederholt wird, ist bis- 
weilen, wie in einigen der oben genannten Fälle, der zweite 
Satz mit einer Beiordnungspartikel eingeleitet (vergl übrigens 
Anmkg. zu §. 20): 

Jo (i) puls aler ; | mais n*i aurai guarant ROL 290. 
200 J Venez i, reia! | sil verrez veirement 953. 

201] Man empfindet die ohne Konjunktion angereihten Sätze 
mehr als gesonderte Satzganze, wenn der zweite mit einer prä- 
dikativen {A) oder adverbialen Bestimmung anfangt, die einen 
eigenen Accent hat (2?), als wenn vor dem Verbum nur pro- 
klitische Wörter stehen (C), oder wenn dasselbe das 2. Vsgl. 
beginnt (D): 

Ad A: Velz est e frailes. | Tut 8*en vat remanant ALS 2d. 92 d. 
Tut est muez. | Perdut ad sa colur 1 d. Freint le seel. | Getet en ad la 
cire ROL 486. 

202] Ad B: Vit mort sum filz. | A terre chet pasmede 85 e. 65 b. II fut 
lur sire. | Or est lur almosners 25 d. 2 c. 24e. 64 e. Ghristiens ert. | De mei 
tendrat ses marches ROL 160. 641. 961. Laissum les fols! | As sages nus 
tenuns ! 229. Carles se dort. | Mie ne s'esveillat 736. 690*. ßen Tavez 
fait. I Mult grant prud i aurez 699. 1112. 1126. 

2031 Ad C: N*at mais amfant. | Lui volt mult honurer ALS 9c. Tres 
sei fa tint. | Ne la volt demustrer 58 a. Plure(nt si) [des] oil[z]. | Ne s'en 
puet astenir ft^Ob. Loat sun deu. 1 Ne list altre respuns ROL 420. 
562*. 650. 

204] Ad D: Drecent lur sigle. | Laisent curre par mer ALS 16d. 37a. 
39b. 72b. Guardet al bref. | Vit Ja raisun e^crite ROL 487. 701. 884. 
Lessez (la) folie. | Tenez vos al savoir 569. 2806. 

205] b. vollständige Sätze, von denen der Schluss des einen 
das 1. Vsgl., der zweite seiner ganzen Ausdehnung nach 

das 2. Vsgl. einnimmt: 



;28 

a. mit verschiedenem Subjekt: 

Plainums ansemble le doel de nostre ami, | tu de[l] (tun) seinur; | 
jol ijelrai pur mun filz ALS 31 e*. 46b. Quer raei, bei frere, et enca e par- 
cannn | et une penne. | Co pri tue mercit 57 b. Ainz priet deu, quet il le 
lur parduinst | par sa mercit; i quer ne sevent que funt 54 e. 35btt- 107d** 
Ma grant honur (t*)aveie retenude | (et) anpur tei, [filz]; I niaisn'en aveies 
eure 82c* Ensurquetut si ai jo vostre soer , si 'n ai un filz; { ja plus bels 
nen estot ROL 295. 3450. Mult grant aveir vos en faz araener | e vint 
hostnges. | Faites les ben guarder 679. Li quens Oger ... | les guierat. | 
Kar la cumpaigne est fiere H034. Receif la Icique deus nus apresentet, | 
christientet; | e pui te amerai sempres 3598. 

206] Eine Anrede ist am Schlüsse des ersten Satzes eingeschoben: 

ALS 82 c** («. 0.). 

'207] ß. mit gleichem Subjekt: 

ne n*en sai la contrede | u t*alge querre. I Tute en sui esguurethe 
ALS 27 d. 46b. sun pedre i ancuntret I . . . I sil recouut; | par sun dreit 
nuni le numet 43 e. Puis sunt muntez es cbevals e es muls | si cbeval- 
cherent. | Que fereient il plus? ROL 2812. 2961. Cest nostre rei porquei 
lessas cunfundre I ki mult te sert? | Malvais luer Ten dunes 25o4. Li 
enij)ere[re] en tint sun chef enbrunc I si duist sa barbe; | afaitad sun 
gernun 215. 

208] c. zwei vollständige Sätze, 

von denen der eine im l.Vsgl. enthalten ist, der zweite mit 

der Cäsur beginnt und enjambirt: 

Vait 8*en li pople. | [E] le pere e la medra | e la pulcela unche« 
ne desevrerent ALo 121a. Cil vait sil quert. | Mais il nel &et coisir^iicel 
Saint home de cui Tiniagene dist 35 c. 

209] Im folgenden Beispiel ist an das Ende des ersten Satzes 
eine Anrede angefügt: 

Oz niei, pulcele. | Celui tien ad espus I ki nus raens ALS 14a. 

210] Dass die Cäsur zwei Sätze trennt, die beide über den Vs. 
hinausgreifen, kommt nicht vor. 

211] d. ein oder mehrere elliptische Sätze und ein voll- 
ständiger : 
a. elliptischer Satz — vollständiger: 
Meist füllen die elliptischen Sätze das 1. Vsgl., und es folgt 
im 2. mit diesem abschliessend der vollständige Satz: 

E, chers amis! | Si pou vus ai out ALS22d.79d. 87d.89a* 96c. 124a. 
Filz Alexis! | Mult ous dur curage 90a. 27a. 79b*. Mercit, seniurs! | Nus 
an querr(e)uns mecine 105b*. E, reis Celeste! i Tu nus i fai venir 67 e. 
Seignurs baruns! | A Carlemagne(s) irez ROL 70. 329. Sire parastre! | 
Mult v(»8 dei aveir eher 753. 876. 881*. E, gentilz hom! | Gar ine dunez 
cunget 2177. ültre! culvert! | Carles n'est mie fol 1207. 



29 
212] Doch kann auch Enjambement vorkommen: 

Sire Alexis! | Tanz jurz t*ai desirret | [e tantes lermes ...] ALS 95a 
(80 die Hdss.f s. aber Stengel), 5d. Seignurs baruns! I Qui i enveierunsl 
en Sarraguce . . . ? ROL 244. 252. 784. 863. 

213] Häufig steht der elliptische Satz am Anfang des 1. Vsgl., 
worauf den Rest desselben ein eingeschobener Satz ausfüllt, 
welcher die direkte Rede einführt. Der vollständige Satz im 
2. Vsgl. kann mit diesem abschliessen (^), aber auch enjam- 
biren (B), was seltener ist: 

Ad A\ »E deus!« dist il, | »Cum fort pecet m^apresset!« ALS 12d. 
29a. 30c. 68d. »Sire!« dist Guenes. | »Dunez mei le cunffied« ROL 337. 
283. 336. 456. »Deus!« dist li quenz, \ >0r ne sai jo que face | . . .« 1982. 
3891. 4000. 

214] Ad B: >E deus!« dist il. I »Quer ousse un sergant 1 kil me guardrat 
ALS 46a. »Sire!«, dist ela. I »Cum longa demurede {Has. demurere) | ai 
atendude ...« 94c*! »Deus!« dist li reis. | »Tant me pois esmaerique jo 
ne fui . . .« ROL 2412. 

215] Die Fälle, in denen nach einem vollständigen Satze am 
Ende des l.Vsgl. ein elliptischer (Anrede) steht und im 2. Vsgl. ein 
neuer Satz, sind oben gelegentlich erwähnt. S. §§. 194. 206. 209. 

216] ß. vollständiger Satz - elliptischer: 

Die Fälle sind selten. Beide Vsgl. werden durch den be- 
treffenden Satz ausgefüllt in den Vss.: 

Purquei portai? | Dolente, malfeude! ALS 89 d. Franceis se taisent.l 
As les vus aquisez! ROL 263. [Ore m*] oiez (ore), | franc chevaler vail- 
lant! 2657. 

217] Nur den Anfang des 2. Vsgl. nimmt der elliptische Satz 
in den folgenden Beispielen ein, in denen ein Satz zur Einfüh- 
rung der direkten Rede den Rest des Verses füllt: 

»Or(e) sui jo vedve, | sire!« dist la pulcela ALS 99a*. »Jo vos aim 
muH, I sire!« dist ele al cunte ROL 635 (>V*V*V, fehlt PCL). 

218] e. verschiedene elliptische Sätze: 

Meist füllt jeder derselben oder mehrere zusammen ein Vsgl.: 

bele buce! | bei vis! bele faiture! ALS 97a. Seinurs de Rome!| 
Pur amur deu mercit! 93a. Filz Alexis! | De ta dolenta medra! 80a. 
91a. 96a. Mercit! Mercit! | Mercit! Saintismes hom! 72d. Ahi! cul- 
vei-t! I Malvais hom de put aire! ROL 763. Deus, meie culpe! | Vers les 
tuesyertuz! 2369. Ami Rollanz! | Prozdoem! Juvente bele! 2916. Barons 
franceis I | As chevals e as armes! 2986. Sire Rollanz, 1 e vos, sire Oli- 
ver! 1740. 



30 

219] Am Ende des 1. Vsgl. ist ein Salz zur Einfuhrung direkter 
Rede eingeschoben: 

»E filz!« dist 11. ( »Cum dolerus inessage!« ALS 78c. 

220] Vereinzelt steht im ROL noch im 2. Vsgl. hinter dem 
elliptischen Salz ein vollständiger, der mit dem Verse abschliesst : 

E gentilz quens, | vaillanz hom! U ies tu? ROL 2045. Dreiz empe- 
rere, | eher sire! Si ferum 2441. 2304. 

221] 2) eine Parenthese und der sie unischliessende 
Satz, resp. ein Theil desselben: 

a. Die Parenthese ist ein vollständiger Satz: 
Sie füllt das zweite Vsgl.: 

Dis e seat anz | — nen fut Rient a dire — | uenat sud cors .... 
ALS 33a. 123 d*. Dreit a Laiice | — co fut citet mult bele — | iloec arivet 
17 af (=L). 4a. Si ad . . . . | . . . { ceinte Joiuse | — unches ne fut sa per — | 
ki cascun jur . . . ROL 2501. 1188. 3431. Vergl 603 (corruptenVers). 

222] b. Die Parenthese ist ein elliptischer Satz: 

ft. sie steht am Ende des 1. Vsgl): 
Beispiele s. §. 26. 
223] ß. Sie steht* am Anfange des 2. Vsgl.: 

Beisjnele s. §. 98. 

224] U. Theile eines Satzganzen, welche weder koordinirt 

noch von einander abhängig sind: 

Wir scheiden die Beispiele (sub A und sub B) in der §. 28 
angedeuteten Weise. 

225] 1) Hauptsatz und nicht direkt davon 

abhängiger Nebensatz: 

Ad B: N'i ad franceis, | si a lui v[i]ent juster, | voeillet o nun, n*i 
perdet sun edet ROL 3169 (= V*). 

226] in umgekehrter Ordnung: 

ta lasse medre si la [relconfortasses, | ki si 'st dolente, | eher fiz, bor 
i alasses ALS 90 d. 

227] 2) Nebensatz und ein Theil des Hauptsatzes, 
auf den er sich nicht unmittelbar bezieht: 

a. Subjekt und Adverbialsatz: 

Ad A: Tant i plurat e le pedra e la medra | e la pulcela | que tuz 
B*en alasserent ALS 100b. Li quens Rollanz, i qnant il roit juger, I dune 
ad parled ROL 751. 1537. 2083. 2124. 2215. 2222 2827. 3288. 



31 
228] b. Objekt und Adverbialsatz: 

Äd A : Li quens Rollanz unkes D*amat cuard | . . . I ne chevaler 1 se 
ü De fiist bon vassal 2136 (= Y«). 

229] Ad B: Savent reffreient Oliver e Rollant | les duze pers | qn'il lor 
seient goarant ROL 1470 (r= V*). Sun cumpaignun, | cum il Tat encun- 
tret,|Ml fiert 19d4 OV*; 0=V; V*=V^ weicht ab in L, fehlt PC). 

230] c eine andere adverbiale Bestimmnng 

und ein Adverbialsatz: 

Ad B: durement s'en redutet I de ses parenz | qued il nel recunuissent 
ALS 40 d. 

231] d. eine adverbiale Bestimmung und ein Objektssatz: 

Ad B : Or n^estot dire del pedra e de la medra I e de la spuse | cum 
il [le regreierent] 119 b*. 

232] e. Prädikativ und Subjektssatz: 

Ad A : Tut par seit fei ki nes vait enrair I e recreant, | ki les lerrat 
guar[ir] ROL 2063 (>V*V^L, fehlt PC). 

233] f. adverbialer Ausdruck und Attributivsatz zum Subjekt : 

Ad B : Mult grant mal funt e [eil] duc e eil cunte I a lur seignur | ki 
tel cunseill li dunent 379 {fehlt V*). 

234] 3) einzelne Satztheile: 

a. Subjekt und eine adverbiale Bestimmung (nicht Objekt): 
flf. Subjekt — adverbiale Bestimmung: 

Ad A: CO fut granz dob . . . I e granz deplainz | par tuta la [con- 
trede] (citiet) ALS 21 e. 

235] Ad B: Danz Alexis | en Alsis, la citet^lsert sun seinur ALS 32c. 
e tut le pople | par commune oraisun i depreient deu 62 d. Li (j^uens Rol- 
lanz I par peine e par ahans, | par grant dulor sunet sun Olifan ROL 
1761. 2609. 

236] ß. adverbiale Bestimmung — Subjekt : 

Ad A: As tables juent pur eis esbaneierle as eschecs | li plus salve 
e li Teill ROL 112. mult forment se doluset, I ensembl* od lli | plus de 
(vint) [trente] mil humes 2578. 13. 104. 410. 2576. 3461. 3936. 

237] b. Subjekt und Objekt: 

Subjekt - Objekt: 

Ad A: Enquoi perdrat France dulce sun los, I Charles li Magnes \ le 
destre braz del eors ROL 1195. 1344. 

238] c. Subjekt und Prädikativ auf dasselbe : 

Subjekt — Prädikativ : 

Ad A: Ma banste est fraite e percet mun escut, I e mis osbercs | des- 
mailet e rumput ROL 2051. 2068. 8648. 3971. 



32 

239] d. Objekt und Prädikativ auf dasselbe : 

Objekt - Prädikativ: 

Ad A: Tantes dolurs ad pur tei andurede I . . . | e tantes Icrmes | pur 
1e ton cors pluredes ALS 80d. Tanz Icolps] ad pris sur sun escut bucler, | 
-lOI "" 



tanz riches reis | cunduit a luendisted ßöL 527. 542. 555. 1400. 2079. 2158. 
Escuz unt genz, espiez valentineis | e gpinfanuns | blancR e blois e ver- 
meilz 999. 1800. 

240] Einmal steht eine attributive Bestimmung zum Objekt zu 
Anfang des 2. Vsgl.: 

e tantes teres | larges escumbatues ROL2307 (> V*V'VP, dieaiimmen), 

241] e. Objekt und eine andere adverbiale Bestimmung: 

a. Objekt — adverbiale Bestimmung: 

Ad A: Si li trenchat les oilz e la faiture I . . . | e tut le cors | tres- 
qu'en la furcheure ROL 1330. 1613. 2538. 3104. Orez i ad de tuneire e de 
vent, I pluies e gresilz | desniesureement 1425. Si'n a|ielat Clarin de Bala- 
guet |...|...|...|...ie Blancandrins | por la raisun cunter 68. 285 . 

242] Eine attributive Bestimmung zum Objekt steht am An- 
fang des 2. Vsgl.: 

Frist rOlifan que reproce n*en ait | e Durendal, | s^espee, en Taltre 
uiain 2264 (= V*). 

243] AdB: e vos Ten enveiez | u dis u vint ! pur lui afiancer ROL 41 
(= V*). 

244] ß. adverbiale Bestimmung — Objekt : 

Ad A: En icest siecle nus acat pais e glorie | e en cel altra | la plus 
durable glorie ALS 125 c. sun pedre i ancuntret | ansenibr ot lui | grant 
masse de ses humes 43 d. Sa barbe blanche cumencet a detraire, I ad 
ambes mains | les chevels de sa teste ROL 2931 (= V*). avoec ico 1 plus 
de cinquante care 186 {fehlt V*). 

245] Ad B : ensur| e] tut | ne[nlulz [palazinusi (languerua) — | n[e]uls n*(en) 
i ad ALS fl^tc. N^i perdrat Carles, li reis ki France tient,|men escien- 
tre , palefieid ne destier ROL 756 (>V*, fehlt den anderen). 

246] f. " verschiedenartige adverbiale Bestimmungen 

(nicht Objekte): 

Ad A : Vers Sarrazins roj^uardot fieroment, | e vei*s Franceis | hume- 
les e dulcenient ROL 1163. 1447. 1545. 2262. 

247] Ad B: auoc ta spuse 1 al cuniand deu dcl ciel ALS 11c. 59c. sur 
un mulct 1 od un bastuu tuchant ROL 861. 1822. 

248] UI. koordinirte Theile eines Satsganzen: 

Hier sind zwei Hauptfalle zu unterscheiden. Entweder sind 
l>eide Vsgl. ganz gleichwertig, enthalten nur koordinirte Satz- 
Iheile, während der, auf welchen sie sich gemeinsam beziehen, 



33 

ausserhalb des Vs. steht, oder es [kann letzterer Satztheil 
mit in einem der Vsgl. stehen, und alsdann sind die beiden 
Theile des Verses nicht koordinirt. Wir scheiden nach diesem 
Gesichtspunkte (sub A und sub B): 

249] 1) Nebensätze: 

a. Objektssätze: 

Äd A: demanderent I quels hom esteit, | De de quel terre il eret ALS48e. 
Escrit la cartra tute de sei medisme I cum 8*en alat, | e cum il 8*en re- 
viut 57 e. 

250] b. Attributive Nebensätze: 

Ad A: d*icele cose I qu*il unt oi[de|(t), | ki mult les desconfortet 
ALS 61 d*. £a la citet nen ad remes paien I ne seit ocis | u devient 
ebristien BOL 102. 2798. 

251] 2) einzelne Satztheile: 

a. Subjekte und Prädikate: 

Ad B: que tuit le plainstrent | e tuit le doloserent ALS 119d. 

252] b. Subjekte und Prädikative auf dieselben: 

Ad A : Halt sunt li pui, e li val tenebrus, I les rocbes bises, | les des- 
treiz merveillus BOL 815. 1831. 

253] Ad Bi Li reis est fiers | e sis curages pesmes BOL 56.814. 1364. 1830. 
L*un tut Hasan | e li altres Basilies 20S. 

254] c. Subjekte und Prädikative auf das Objekt: 

Ad B: Li uns Acbarie(s), | li altre Anorie(s) out num ALS 62 b**. 

255] d. Subjekte und Objekte: 

AdA: De cels d*£spaigne en ad get[et] mort vint, | e Gualter sis | 
e Tarcevesque eine BOL 2059. 

256] Ad B: L'un port le guant, I li alt[r]e le bastun BOL 2687. 3017. 
que il ad tort | e Carlemagnes dreit 3554. 

257] e. Subjekte und andere adverbiale Bestimmungen : 

Ad A: e vunt ferir un paien Timozel, I Tun en Tescut, | li altre en 
rosberc BOL 1383. 

258J Ad B: Li frein sunt d*or, | les seles d*argent mises BOL 91. Fier 
de [ta] lance | e jo de Durendal 1120. 

259] f. Objekte und Prädikative auf dieselben: 

Ad A : Od voz caables avez frniset ses murs, | ses citez arses, | e ses 
humes vencuz BOL 238. 704. Fiez ad copiez . . ., | curte la quisse | e la 
crupe bien large 1653. 2093. 2477. 3088. 

260] Ad B: Blanc ai le cbef, | e la barbe (ai) canuthe ALS 82a**. 
Blauche ad la barbe | et tut flurit le cbef BOL 117. 118*. 304*. 895. 998. 
1159. 3064. 30S6. 3158. Cordres ad prise, | e les murs peceiez 97. 2756. 

3 



34 
261] g. Subjekte: 

Ad A: lA apostolie ' e li empereor I ... I ... l depreient ALS 62a. 66a. 
72 a. Rollanz i Tut e Oliver li ber, I Neinies H düx | e des altres asez ROL 
673. 105. 903. 1757. Osbercs e helmes i getent grant fla[m]bur I . ..| e eil 
espiezz, j eil oret gunfanun 1811. 

262J Ad B: quer feit i ert | e justise et amur ALS Ib. Que valt eist 
crit, I eist dols ne cesta noise? 101b. Vint i Gerins | e li pruz qoens 
Gerers ROL 794. 672. 796. que Garles diet | e trestute sa gent 2362. Nu 
Tout Basilies | ne sie freres üasant 291. 

263] h. Prädikate: 

Ad A : [N'at soin que veiet |] (Ne Ten est rien | is-) si est a [deu] 




72etr Dunet sum pris 
ßun Chef 1 si cumencet a penser ROL 138. 195. 218. 365. 660*. 3726. Rol- 
lant esguardet, | puis si li est curut 2086. Mahumet sert | e Apollin 
recleimet 8. 305. 772. 1652. 

264] Ad B: Gum veit le lit, | esguardat la pulcela ALS 12 a. Tuz Tescar- 
nissent | sil tenent pur bricun b4a, 113c. quant li jurz passet ] e (il) 
[tut] fut anuitet IIa**. Un duc i est | si ad num Falsaron ROL 1213. 
422. 523. 1235. II ne l[e] sevent | ne dient yeir nient 1436. e lui aidez i 
e pur seignnr (le) tenez 364. N'est honi kil yeit | e conuistre le aet 530. 

265] i. Prädikative: 

a. auf das Subjekt: 

Ad A: Lsi vint curant(e) ... | batant ses palmes, | criant, escheyelede 
ALS 85 d. Ben sunt asols, | (e) auites de lur pecohez ROL 1140. Mar- 
gariz est uiult vaillant chevalers | e bels e forz | e isneis e legers 1312. 

266] AdB: Gil sunt felun» | traitur, saduiant ROL 942. 1979. josqu*il 
seit mort | u tut vif recreant 2663. Barbarins est | e mult de males ars 
886. 3069*. Go est Ghemubles I e li quenz Margariz 1310. Qu*il en 
France ert, | a sa capele, ad Ais 726. 71. 2556' 

267] Eine adverbiale Bestimmung zu dem ersten Prädikativ 
steht vor dem zweiten im 2. VsgL: 

Gist camp est vostre | [la] mercit deu [e] niien ROL 2188. 

268] ß. auf das Objekt: 

AdB: Si *n ai out e peines e ahans, |faites batailles | e vencues en 
champ ROL 865. 1623. Gent ad le cors, gaillart e ben seant, | der le 
yisage | e de bon cuntenant 31 15-— 16. 

269] k. Objekte: 

Ad A: Si *n apelat Glarin de Balaguet, 1 Estamarin | e Eudropin snn 
er ROL 64—67. 29. 31. 128. 129. 170. 171. 173. 183. 184. 200. 399. 
9. 850. 

270] Objektsinfinitive : 

Ad A: Ghi dunt li vit sun ^prant dol deniener, | sum piz debatre I e sub 
cors dejeter AI^ 86 b.c. la nuit targer | e le jur demurer ROL 2451. 

271] Ad B: N[e un ne] (altra por) altre, | mais sun pedre i ancuntret 



^ 



35 

ALS ft43c! N*i (remest) [laissat] palie | ne(lil) [nol ad]oniement 28c**. 
Sas i fait prendre | [e cinces] (curtmes) deramedes 29 d**. e tantes fains | 
e Untes [seiz passedes] (oonsireres) 80 c**. Tolez (lur) les selee, | les freins 
qn*il ont es cnefs ROL 2485. Nen unt pour | ne de murir dutance 8^. 
Pris ai Valterne | e la tee de Pine 199. 371. 638. 741. 1000. 

S872] Objektsinfinitive: 

Cez chevalera ki dune veist cair, | e humes braire, | contre tere murit 
ROL 3487. 

273] 1. andere adverbiale Bestimmungen: 

Äd Ä: Ad ancensers, | ad ories candelabres ALS 117a. AI tens Noe| 
et al tens Abraham 2 a. 45 c. 84 a. 122 b. Des porz d^Espaigne | entresqu* 
a Durestant ROL 870. 1429. sur sun escat | en la pene devani 1298. 114. 
246. 667. 2626. 2854. 2899. Par ceste barbe | e par cest men gernun 249. 
712. 713. 821. 856. 1798. 2039. 

274] Vereinzelt greift die erste adverbiale Bestimmung ins 
2. VsgL über: 

pur felunie | nient ne pur lastet ALS 95 e, «. §. 144. DeSeint Michel | 
de Paris josque^as Seinz ROL 1428. 

275] Ad B*. Vint en la cambra | f a sa gentil] (ou ert sa) muiler ALS ffl le. 
D*iloc alat | an Alsis la ciptet 18 a. 26 a. Pres est de deu | e des regnes 
del ciel 36 d. [Par mi] (en) iin bruill | parsum les puis remcstrent ROL 714. 
510. 671. La destre joe en ad tute sanglente, 1 Tosberc del dos | josque 
par sum le venire 3922. Sil fiert el ]/iz | entre les dous furceles 1294. 1103. 

276] Infinitivkonstruktionen : 

ben seiez purpensez | de colps ferir, | de receivre e (de) duner ROL 1176. 

277] m. Attribute: 

Ad A: Mult grant eschech en unt si chevaler | d*or e d*argent | e de 
guamemenz chers UOL 100. 

278] Ad B: Rices hom fud | de grant nobilitet ALS 3d. Gens fut de 
Rome I de[l](s) melz qui dune i eret 4 b. 

279] n. Appositionen: 

Ad A: Tut te durai, boens hom, quanque m*as quis:|lit et ostel | 
e pain e carn e vin ALS 45 e. Del rei paien en ad oud granz duns:| or 
e argenti | palies e ciclatuns I muls e chevals | e cameilz e leuns ROL 
846. 847. 

280] IV. Theile eines Satzganzen, die von einander 

abhängig sind: 

1) zwei Hauptsätze, deren einer im Verhältnis 
des Objekts zu dem anderen steht: 

281] Der eine enthält direkte Rede, der andere die Angabe 

der sprechenden Person. 

3« 



36 

282] a. Die direkte Rede steht im 2. Vsgl. : 

Häufig füllt der einführende Satz das 1. Vsgl., indem er 
der direkten Rede vorausgeht. Diese füllt dann das 2. Vsgl. und 
kann mit demselben abschliessen (^), aber auch im folgenden 
Vs. fortgesetzt werden, und zwar kann mit demselben ein neuer 
Satz beginnen {B) oder auch der begonnene weitergeführt 
werden (C): 

Ad Ä: Co dist li pedres: | »Cher filz, cum t*ai perdut!« AIjS 
22a. b. 34e. Dient paien: [ »Issi poet il bien estrec ROL 61. 77. 88. 156. 
192. 243. 277. 339. 357. 424. 450. 467. 508. 554. 606. 616. 659. 760. 799. 
Dejuste Im li dox Neimes cheyalchet | e dit al rei : | »De quei aves pe- 
8ance?€ 832. 

283] Ad B: Co dist la spose: | »Pechet le m*at tolat. | £ eben amis! 

c ALS 22 c. 88 b. Co respunt Guenes: I »Ne placet damnedeu. | Mielz 

est ... .« ROL 358. 79. 143. 196. 246. 248. 259. 278. 307. 313. 317. 299. 
288. 334. 375. 377. 396. 506. 518. 520. 529. 567. 582. 644. 698. 743. 749. 
787. 833. 920. 943. 946*. 984. Prozdom i out our sun seignur aider, | e 
dist al rei : I »Or(e) ne vus esmaiez. | Mandei (Wlun . . . .« ROL 27. 232. 
265. 327. 350. 445. 469. 496. 648. 676. 746. 776. 962. 2281. 

284] Ad C: Co dist Timagena: | »Fai lume deu venir | [en cest muster 
.. .]« ALS 35a. Co di la medre: | »Se a mei te yoIs tenir, | sit guardarai 
. . .« 31a. Quant li iura passet e [tut] (il) fut anuitet, | co dist li i^edres: / 
»Filz, quar t*en vas colcer | avoc ta spuse . . .« Hb. Dist Blancandrins : | »Pa[r] 
ceste meie destre I e par la barbe ...c ROL 47. 280. 370. 381. 392. 453. 
537. 550*. 807. Blancandrins ad tut premereins parled | e dist al rei: 1 
»Saluez seiez de deu, | le glorios .. .€ 123. 220. 416*. 428. 

285] Häufig ist der einfülu-ende Satz am Ende des 1. Vsgl. in 
die direkte Rede eingeschoben. 

Beispiele s. §. 80. 
286] Über die Anführung des Feldgeschreies s. §. 169. 
287] b. Die direkte Rede steht im 1. Vsgl.: 

Selten steht der einführende Satz nach beendeter direkter 
Rede im 2. Vsgl., so dass jeder Satz einem Vsgl. entspricht : 

»Ben serat fait,c I Guenes [li] respundit ROL 632. 625. 

288] Meist ist er vielmehr eingeschoben in die direkte Rede 
und füllt das 2. Vsgl. : 

»Seignors, que faites?« | co dist li apostolie. | »Que valt eist crit ...?€ 
ALS 101a. »Voet par hostages.c i co dist li Sarrazins, | »dunt vos aurez 
. . .« ROL 147. 180. 255. 274. 387. 512. 563. 740. 766. 800. 

289] Nur ausnahmsweise nimmt der eingeschobene Satz nur 
den Anfang des 2. Vsgl. ein. 
Beispiele s. §. 166. 



37 

290] 2) Hauptsatz und Nebensatz 

(d. h. der zu diesem gehörige Theil des ersteren): 

Der Nebensatz kann sein : 

a. ein Subjektssatz: 

flf. Hauptsatz — Subjektssatz : 

Ein eigentlicher Substantivsatz füllt meist das 2. Vsgl. : 

Co peiset mei | que tna fins tant domoret ALS 92e. 96b. E co 
m'est vis | que co est Ip] um(6) deu 69 c. 13 e. 88 e. 89e. 108d. Asez 
est melz | qu*il i perdent le chefs ROL 44. 58. 141. 884. 

291] Ebenso ein substantivirter Adjektivsatz: 

plus tost i yint | ki plus tost i pout curre ALS 103 b. 109 e. Pecchet 
fereit | ki dune li fesist plus ROL 240. 1192. 2524. 

292] Einmal ist am Anfang des 2. Vsgl. vor den Substantivsatz 
eine Anrede geschoben: 

melz me venist, | amis, que morte fusse ALS 97e. 

293] ß. Subjektssatz — Hauptsatz: 

Mitunter füllt ein substantivirter Adjeklivsatz das 1. Vsgl, 
während der Hauptsatz folgt: 

Ki lui portat, | suef le fist nurrir ALS 7b. 60e. 110a. Ki ne s'en- 
fuit, I de mort n*i ad guarent ROL 1418. 2109. 2935. 3840. 

294] b. Objektssatz: 

a. Hauptsatz — Objektssatz : 
Meist füllt der Substantivsatz das 2. Vsgl. : 

Nuncent al pedre | que nel pourent truver ALS 26 b. 65 e. £ co sai 
dire | qu*il fut bons chrestiens 68 e. 56d. 91d. 124b. e co lur dist | de 
quels parenz il eret 76 d. 17d. 25 e. 77a. [Ne pot müder | ne seit aparis- 
sant] 55 e. 42d. Co ne yolt il | que sa mere le sacet 50 d. 74 e. E tuit 
li preient I que d'els aiet mercit 102c. 37e. 54d. 60c*- 62d. 66d. 101 e. 
120d. 125b. Jo atend[e]i[e] | quet a mei repairasses |par deu merci 78d. 
Quant veit li pedre | que mais n^aurat amfant | mais que ... 8a. Quant 
il CO veit I qu*il volent onurer, I »Certes!« dist il . . . 38a. 21 c*. 63 b. Ico 
ne di | que Karies n^i) ait perdut ROL 1959. 257. 308. 705. 734. 968. 983. 
Jo vus plevis I tuz sunt jugez a mort 1058. 282. 314. 1069. 1072. 1704. 
1923. 2297. 2366. 2759. 3413. Demanderunt | u est li quens cataignes 
2912. 742*. Par lui orrez j si aurez pais u nun 423. 927. Mais jo ne sai i 
quels en est sis curases 191. 735*. 2553*. 2567. II fist que pruz | qu'il 
nus laisad as porz 1209. Ne poet muer | que de s[es] oilz ne plurt 773. 
Ne lesserat | bataille ne lur dunt 859. En talant ai { que mult vos voeill 
amer 521. 187. 309. 319. 353. Co voelt li reis I par amur cunvertisset 
3674. Pur deu vos pri | ben seiez purpensez 1177. 1741. que co ne 
diet I que Temperere est ber 531. 404. Chi purreit faire | que RoUanz i 
fust mort 596. 226. 239. 310. Quant ot Rollanz | qu*il ert en (la) rere- 
guarde 761. 324. 



38 

295] Am Ende des Hauptsalzes ist eine Anrede eingeschoben: 

Oez, seignurs, | quel pecchet nus encuiubret ROL 15 (r= V*). 

296] Auch durch einen substantivirten Adjektivsatz kann das 
2. Vsgl. ausgefüllt werden : 

8i li truvez | ki tresbien 11 ajut ROL 781 {fehlt V*). 

297] Nicht ausgefüllt wird das 2. Vsgl. durch den Objektssatz, 
wenn ein Satz ein- oder angeschoben ist, zu dem die ganze 
Periode im Verhältnis des Objektssatzes steht: 

Ne leserat, | co dit, que n'i parolt ROL 1206 {fehlt V*), 

298] oder: 

Ne liiisserat j que n'i parolt, co dit ROL 1252 {fehlt V*). 

299] ß. Objektssatz — Hauptsatz: 

Dass ein eingeleiteter, eigentlicher Substantivsatz (Objekts- 
satz) dem Hauptsatze vorausgeht, finden wir nur einmal: 

Set il fut graim, | ne Testot demander ALS 26 c. 

300] Niemals findet sich so ein substantivirter Adjektivsatz, 
301] und auch nur einmal ein uneingeleiteter Substantivsatz: 

Grant est la presse, | ne Testuet demander ALS 115c. 

302] Doch ist bisweilen in einen uneingeleiteten Objektssatz 

der Hauptsatz so eingeschoben, dass er am Anfang des 2. Vsgl. 

steht. 

Beispiele 8. §. 178. 

303] c. ein Adverbialsatz: 

flf. Hauptsatz — Adverbialsatz: 
Der Adverbialsatz füllt meist das 2. Vsgl. aus: 

Vint a sun filz, i ou ffist suz lu degret ALS 69 e. dunet as poures, | 

u qu*il Ics pout trover 19a. Recut Talmosne, | quant deus la li traniist 

20c. 58b. 121c. II nel faldrat, | sil veit que jo lui aerve 99e. Ja mais 

n*iert tel, | cum fut as anceisurs le. II la recut, | cume li altre frere 

24 d. 65 a. 83 b. 85 c. Alez sedeir, i quant nuls ne vos sumunt ROL 251. 

162. N'en parlez mais, | se jo nel vos cumant 273. 459*. 577. 788. 928. 

Ferir Ten voelt, | se n*en tust desturnet 440. Deus! auel barun, | s*ou8t 

Christian tet 3164. Baptizez la, | purquei deus en alt ranme 3981. 1046. 
Nes ' ■ ' « . • . ^ ^. ,...«« . 

De , 

210.*769. Cunseilez mei | cume mi salve hume 2Ö. ftielz est (que) sal moerge 

que tant bon chevaler 359. Kar chevalchez | a quanque vos puez 1175* 

304] Am Ende des 1. Vsgl. ist eine Anrede eingeschoben: 

Ne li ehalt, sire, | de quel mort nus muriuns ROL 227 (>V*VT, 
die stimmen). 




39 

305] Ist im 1. Vsgl. auf den folgenden Adverbialsatz mit einem 
adverbialen Ausdruck hingewiesen, der gleichsam sein Determi- 
nativ ist, so steht dieses nicht am Ende des 1. Vsgl.: 

La pristrent terre, i o deus les volt mener ALS 16e. [si] (tut) le 
depart 1 [que gens ne Ten remest] tt^^l^* *^^^' Tant aprist letres | que 
bien en fut guarnit 7d. 51b**. 93 c. Pur boc vus di, | a*un son filz voil 
parier 3e. 2e. Si Tat destruite, I cum (dis Tait host) [hoin Toust] (de)- 
(de)pr6dethe 29c*. Plus aimet deu j que |ire8]tut sun linage 50 e*. I2c. 97c. 
Pur ce(l) le fist, | ne fust [apajrissaut ROL 1779. Tant en i ad | que 
mesure n*en set 1035. 306. 497. 834. Melz en valt Tor | que ne funt eine 
cenz livres 516. 536. 890. 921. 1701. 2336. 

306] Am Ende des 1. Vsgl. steht ein solcher adverbialer Aus- 
druck, wenn er dasselbe füllt: 

Antantdementres i cum il iloec unt sis ALS 67a. a ben petit | que 
11 ne pert le sens BOL 327. 

307] ferner in folgenden Beispielen: 

Ne di por co, | des voz iert la martirie ROL 591 (=V'>V*, fehlt 
PLC). El(e)8 valent mielz I que tut Taveir de Rume 639 {fehlt V*). II 
Faiment tant | ne li faldrunt nient 397 (fehlt V*). 

308] Der Vers 

Arguille si cume eben i glatissent ROL 3527 

dagegen ist zu emendiren: 

Icil d* Arguille | si cume eben glatissent {nach PVW). 

309] Meist aber steht ein derartiges Adverb, wie oben be- 
schrieben (§. 305), am Anfang des 2. Vsgl, mit dem Adverbial- 
satz zur Toneinheit verschmolzen. S. §§. 184. 418; vergl. auch 
§. 185. 

310] Dass ein Adverbialsatz, der mit dem 2. Vsgl. anhebt, dies 
nicht fülle, zeigt nur: 

Par lui aurum, | se deu piaist, bone aiude ALS 107e! (nach Hds, L) 
311] Erst innerhalb des 2. Vsgl. beginnt abgesehen von den 
§. 309 angedeuteten Fällen ein Adverbialsatz in den §. 102 auf- 
geführten Versen. 
312] ß. Adverbialsatz — Hauptsatz : 

Der Averbialsatz füllt das 1. Vsgl., der Hauptsatz das 2.: 

Quant yit sun regne, | durement 8*en redutet | ... ALS 40c. 10b. 
SOe. 92c 112b. Se lui*n remaint, | sil rent as proverins 20 e. 12 e. 41bt. 
41e 51ett* ^^- 98e^ lOöef. Ou que il seit, | de deu servir ne cesset 
47e. 101c^ Voillent o nun, | sil laissent metra an terre 116d. 120b. 
Quant se redrecet, | mult par out fier lu vis KOL 142. 323. 333. 838. 443. 
199. 601. 745. 959. S'il voelt ostages, | il en aurat par yeir 87. 40. 119. 



40 

258. 279. 316. 691. 893. 902. 914. 922. 935. 987. Fust Christiens, | asez 
oust barnet 899. Voillet o nun, | tut i laisset 8un tens 1419. De quel 
que seit, | Rollanz n'estoerrat mie 593. 1912. Seit ki Tociet, j tute pais 
puis auriuraes 391. 

313] Eine Anrede oder ein Ausruf ist bisweilen am Anfang 
des 2. Vsgl. eingeschoben: 

Quant jel vus dis, | cumpainz, yos ne deignastes ROL 1716 (>V*V\ 
fMt PLC). Quant Tot Rollanz, | deue! si grant doel en out 1196 {0 gegen 
aüe Hdss.). 

314] Die Fälle, in denen der Adverbialsatz sich an ein Adverb 
anlehnt und mit diesem das 1. Vsgl. füllt, s. §. 85. 
315] Sehr selten nimmt sonst ein Adverbialsatz nur den Schluss 
des 1. Vsgl. ein: 

Dens! se jol pert, | ja n'en aurai escange ROL 840 (=y*). Weitere 
Beispiele s. §. 29. 

316] d. ein attributiver Nebensatz : 

Hierunter verstehe ich jeden Nebensatz, der zu näherer Be- 
stimmung eines Substantivs dient, mag er nun durch ein Rela- 
tivpronomen, durch eine Konjunktion (dunt, «, que) oder gar 
nicht eingeleitet sein. 

317] cc. Determinativ — Attributivsatz: 

Der Attributivsatz füllt fast immer das 2. Vsgl. und schliesst 
mit diesem ab. 

318] In einer Anzahl von Fällen steht das Determinativum nicht 
am Ende des 1. Vsgl., noch nimmt diese Stelle eine attributive 
Bestimmung zu demselben ein. Es kann Determinativum sein 
ein Pronomen (-4) oder ein Substantiv (JS): 

Ad A: Cil an respondent i ki Tampirie bailissent ALS 105a. Trestuz 
li preient | ki pourent avenir 102 a. Gel n*en (n*ji at | ki *n report sa dolur 
nie. 46c. llld. Tut li amanuet | quanque bosuinz li ert 47c. »As rcec, 
dist il, I »kil ^uard pur ton cumand« 46 d. Lui le consent | ki de Roma 
esteit pape 75 c. Tant an retint | dunt ses cors puet guarir 20d. Cil 
sunt munt^z | ki le message firent ROL 92. Cele nel veit | vers lui ne 
s^esclargisset 958. 822. 1482. Mais tut seit fei | eher ne se vende primes 
1924. 

319] Ad B: Amfant nus done \ ki seit a tun talent ALS 5e. Les 
dras (f)[8]uzleyet | dum il esteit cuvert 70a*. La nef est preste | ou il 
deveit entrer 16b. Carle me uiandet i ki France ad en baillie ROL 488. 
178. 439. 1276. Piere n*i ad | que tute ne seit neire 982. Vergl den cor- 
rupten Vera ROL 604. 



41 

330] Für gewöhnlich aber sieht das Determinalivum oder seine 
ihm unmittelbar folgenden attributiven Bestimmungen am finde 
des 1. Vsgl.: 

La gent de Rome | ki tant Tunt desirret ALS 115a. 53c. 68a. 113a. 
Granz est li dols | ki sor mal est vcrtiz 93d. ISd.e. 33d. 34d. 51a. 63c. 
64d. d4c*. 86et. 104d. 118e. Sainz Bonefaoe | qne Tuin maiür apelet 
1 14a. 8b. 19a. 21b.d. 42c. 48b**. 59e.67d. 76e. 8oa. 94b. 104c**. I08c. 118b. 
Li cancelers | coi li mesters an eret 76a. 25 c. icel saint home 1 de cai 
riroagene dist 35 e. d*icel saint hume | par qai il goarirunt 62e. 66e. 
si ert creance | dunt or(e) n*i at nul prut Ic*. 15 c** 18 b. 3lc- 43b. 44 d. 
74b. 77 d. 81b. 122c*. Felix le liu | u sun saint cors herberget! llle. 
47 b. 50a. 53a. 55d**. Ne guardent Tore l qua terre nes anglutet 61 e. 
Puis icel tens | qne deos nus vint salver 3a. 59a. La siet li reis | ki 
dulce France tient ROL 116. 4. 6. 18. 19. 22. 48. 94. 124*. 194. 253. 36». 
376. 382. 409. 429. 458. 504. 538. 551. 571. 750. 779. 925.936. 966. N*i 
ad paien | nel prit e nel aort 854. 1873. Les duze pers i qne Carlas ad 
tant chers 547. 33. 131. 145. 154. 261*. 344. 412. 480. 547. 560. 572. 649. 
71<». 757. 767. 7S0. e d* Apollin | qni seintes leis tenuns 417. e Oliver i en 
qui il tant se fiet 586. le blanc osberc j dunt la maile est menue 1329. 
14:^. Jamais n'ert jor | ^ne Carles ne se pleignet 915. 971. 1003. 1242. 
K'aurat talent | que ja mais yvlb guerreit 579. Ja niais n*iert an | altretel 
ne V08 fiwe 653. 197*. 1442. 3681*. 

321] Dass ein Pronomen demonstrativum als Korrelat des Ad- 
jektivsatzes am Ende des 1. Vsgl. steht, ist nicht häuflg : 

Com felix eels i ki par feit Tenorerent! ALS 100 e. Si vengnez celsl 
que li fels fist ocire ROL 213. cume celui 1 ki ben fi&ire le set 427. 411. 
N'i ad celoi (ad celoi) | al altre ne parolt 1803. 1836*. 

332] hl vereinzelten Fällen beginnt der Relativsatz erst inner- 
halb des 2. Vsgl. Vor demselben steht das Prädikat des Haupt- 
satzes m den §. 104 zuerst citirten Versen, 
323] eine eingeschobene Anrede im Verse: 

Tut le durai, i boens hom, quanque m'as quis ALS 45 d. 

324] ein eingeschobener Satz zur Einführung der direkten Rede 
in folgenden: 

»Co est Baldewin,€ | co dit, »ki ert prozdom ROL 296 (>V*V', die 
stimmen). »Icele terec, | co dit, »dunt il (esteit) [se seivret] 979 (>V*V, 
die sUmwunj- 

325] Im Verse 

enz en la fosse | des leons o fnt enz ROL 3105 {fehlt Y*) 

endfich greift das Determinativ mit seinem Attribut in das 

2. Vsgl. über. 

326] ß. Attributivsatz — Determinativ: 

Der Attribulivsatz füllt das 1. Vsgl.: 

ki vint pliu-ünt | cantant Ten fait raler ALS 112e. Ki malt est las! 

4** 



42 

il se dort cuntre tere ROL 2194. 2523. (Hom) ki traist altre , nen est 
dreiz qu'il s'en vaut 3974. 

327] Substantiv! rle Adjektivsätze, d. i. solche, deren Korrelat 
unterdrückt ist, in dieser Stellung s. §. 293. 
328] Formell genommen wären auch diejenigen Substantivsätze 
hier aufzuführen, welche im Hauptsatze durch ein Pronomen 
demonstrativum (co, ico, il) aufgenommen werden, gewisser- 
massen also im Verhältnis der Apposition zu jenem Pronomen 
stehen. Dieselben sind aber ihrem logischen Werte nach unter 
den Subjekts- und Objektssätzen ohne Unterschied mit auf- 
geführt. 

329] 3) einzelne Satztheile: 

a. Subjekt und Prädikat: 

a. Subjekt — Prädikat : 

Steht das Subjekt, das in diesem Falle nie ein Pronomen 
ist, am Ende des 1. Vsgl, so füllt fast immer das Prädikat mit 
seinen näheren adverbialen und prädikativen Bestimmungen 
das 2. Vsgl. aus. Es können dem Verbum andere Wörter vorher- 
gehen, die einen eigenen Accent tragen (A)^ oder solche, die 
proklitisch an das Verb angelehnt sind (5), oder es kann auch 
das Verb am Anfang stehen (C): 

Ad A: Si grant dolur | or m'est ai)ar[e]ude ALS 82d*. 97 d*. Ma 
lunga atente | a grant duel est venude 89c. Sainz Alexis | la sue li 
alascet 75 b. [E] le pere e la medra | e la pulccla | unches ne desevre- 
rent 121 b. Li empereres | mult tierement chevalchet ROL 738. 262. 332. 908. 
Cenz milie Francs | pur lui unt grant tendrur 842. 368*. Li quens Rol- 
lanz I Gnalter del üuni apelet 803. 640. S06. Li duze per | tuit sunt 
jugez a perdre 937. Guenes li quens | co vus ad respondud 233. 

330] Ad B: Ses enemi-} | ne V[en] poet an^aner ALS 32e*. 103d. 
La Done niedre | s'em prist a dementer 26d. Si grant ledece nus est 
apar[e]ude 107c*. 10c. I3b. 25b. 49ct {= L). Ne n[e]nl8 hom 1 ne sout 
les sons ahanz 55 cf! 29b. Li quens Rollauz | nel se dou^t penser ROL 355. 
Mur ne citet i n'i est renies a fraindre 5. 200. 964. Li reis Marsilie | Ten 
ad dunet le guant 873. 168. 342. 829. Li soens orgoilz | le devreit ben 
cunfundre 389. 96. 161. 181. 331. 425. 483. 764. 868. Li reis Marsilie | i 
fist mult que traitre 201. Li empereres | en tint sun chef enclin 139. 137*. 
214. 264. 301. 438. 771. 844. 995*. Geste grant guerre j ne deit munter 
a plus 242. 948. que quatre mule[H](z) | nc i'unt, quant il sumeient 978. 

331] Ad C: nostra anceisur | ourent cristientet ALS 3b. 14e. 39a. 70e. 
74a. 75a. 108e. lU9a. que cele imagine | parlat pur Alexis 37c. Sainz 
Innocenz | ert idune apostolie61a.82ett 121 d. 122a. Li empereres j respunt 



13 

p^r nahaluit BOL fTI. \^j. ¥¥r. ^(«0. 661. TÜl g74 U iw Maraiie 
{«A iMt BM ooMoll 7^. 6^ 193. 44L 703. 7<I7. 7$3*. Li dmm per | 
i^mn «■ Efipiine äd6L 16^^ 23d. ddC«. 66?. 778. 792. 96». Li rat Mar- 
sie t «$01 «■ Sam^Doe iM. 1<IS. 144. :2d6L ^9. 

33S] B^e&Eo sind die Vefse bdandett. in deoen eine athAm- 
thre ftesfimmang znm Sobj^Lt nacfa dieäem am Ende des 1. ^sfL 



jU ^: Li reai pak^ ; pufowieaMtt r«BcliBet ROL 974. RoUau» 
mem, ; kod ont jar vir dciah 21#7. Hob ki la nit ; repürer me 
«"«a pBfC :2S1. Cuies H BagM« ,« veb «b( e redcsftet ^(l^. 

333] .A4B: Ol ki la snat ■*«& demaü aim hliiMf ROL 171& Gui» 
li sin» SP pMt Boer ■*«■ plmt $41. :22&. l€ld&. 11^ Gvcbo ü 
^ww Tad [<»e>Br hd a»e 721. 

33i] jU C: SiMA. H du, : 0) vait feiir raiBamr BcM. liTa. Caric«. 
H pbIl ! axBSl e deol e kante S>^. Cek ki ö mbI ; dem aTor mnh tu 
124ii GvBQK. H qiK9&, eit T«ai2Z as berkerges 668. 



335] Das? das Prädikat mit seäieii näheren Besümmongen das 
2. T^ nklit fioDt, kommt seüen tot. 

Es kann ihm bssv^äai eine aUribatire B^timmon? zmn 
Sobjiekt folgten, wafarexid dem Verbmn ein proklittsches Wort 



Li r^ Harabe \ ia üoit ki den an ämet BOL 7. ^^7. $^«2. 
Gvi» de Fruiexr i liat kü sioonzal S44-x Woterv Bofpieif jüitf 
ftC*L ^<S mtf d.^ dem/ /«IpcWA ä> $. 14^ 

336] Bn an iefes Hai folgt dem Prädikat esnes oneingelefteten 
SobstanÜTsaTses der Hauptsatz, wahiesid dem Verbam des «ste- 
ren einma] Wörter mä eägnem Accent rorhefig^hen, einmal ein 
pmtEfrrhes Wort: 

Xx aritez , ia t« ämt. co dit B«:>L l^S (/dUf V% 
337] Lfi «icfienra « tsX Hm. od b'««! xif RfjL S^l <= T«). 

33S] Vcc dem Prädikat steht einmal eine adrcrbtale Er^^änzong 
za einem dem Sob^ekt beiigefioften Adjetiir: 

Meükir Tüanü de la ae T«iSxl Icoaäe BOL Sa^ ^^ V««. 

335] Das Sobjekt wird btsvesjen im ± V^ dnrdi ein Pro- 
Domen wieder aa^^esximmen: 

änaL^ «Ronssr» i m» crt •» tKmaÖJOi ALS ^c lla2[^] saärs kcB 
ü dot iac«e sitsBie» B "L Zl%. 6i^ 777. ^>. S^, .t7^ l-JiH. lid^S. 
L'ew del Spt<re «4« 3«r *« 'dedeTsxt :£4<»l LaT«r Carhat e«l ü 



^ * j 



310] \jtfct maatT sieht das Sohlest oder eine aünbotire Be- 
sümmu üg de^eiben am Ende des 1. TsgL Es kann 3mi foigeii: 



44 

ein Objekt (s. §. 32), 

341] eine andere adverbiale Bestimmung : 
«. §. 35. 

342] einmal ein Adverbialsatz: 

Deus, se lui piaist, | a bon le vus mercie ROL 519 {nur in 0), 

343] einmal ein Attribut zum Objekt: 
«. §. 39. 

344] ß. Prädikat — Subjekt: 

Meist steht das Verbum am Ende des 1. Vsgl. 
345] Ist dies der Fall, so füllt das Subjekt mit seinen attribu- 
tiven Bestimmungen in der Regel das 2. Vsgl.: 

Ne 8*en corucet | (giens) [i]cil saintismes hoin ALS 54ctt. 2^^* ^Ob. 
55b. 56c. 66c. 103a. filz! cui erent | mes grans ereditez? 81a. S'or 
me conuissent | mi parent d*[ic]e8ta terre 41c. ne ne perissent | la ^ent 
ki enz fregundent 6Ud. A lui repairent | e li rice e li povre 61b. 48ii. 100a. 
Ico vus mandot I reis Marsilies li bers ROL 125. 113. 348. 430. 447*. 451. 
598. 617. 627. 634. 680. 79:$. 798. Sm. 916. 931*. 940. 955. 967. 975r 
Desor(e) cumencet | le cunseill que mal prist 179. 470. 3404. que li tra- 
mist I h reis de Suatilie 90. 222. Cuverz en sunt | li val e les muntaignes 
1084. 107. 174. 378. 402. 636. 689. 

346] Bisweilen folgt jedoch dem Subjekt im 2. Vsgl. noch eine 
adverbiale Bestimmung: 

Beispiele s. §§. 106 und 109 (ausgenommen ROL 765. 106i;. 

347] bisweilen auch eine prädikative Bestimmung: 
«. §§. 113. 116. 

348] Dass dem Subjekt am Anfang des 2. Vsgl. eine adverbiale 

Bestimmung zum Prädikat vorhergeht, ist nicht häufig: 

s, §§. 107. 111. 
349] Ebenso selten tritt ein Prädikativ an die Spitze des 2. Vsgl. 
vor das Subjekt: 

s. §. 115. 

350] Vor das Subjekt eines uneingeleileten Substantivsatzes ist 
der übergeordnete Satz eingeschoben am Anfang des 2. Vsgl.: 

La V08 sivrat, | co dit, mis avoez ROL 136 (>V*, weicht ab in V'V, 
fehlt PLC), 

351] Nicht immer steht das Prädikalsverbum am Ende des 

1. Vsgl. Bisweilen folgt ihm eine prädikative Ergänzung. Dann 
füllt das Subjekt mit seinen attributiven Bestimmungen das 

2. Vsgl.: 

Cum est mudede | vostra bela figure ALS 97b. Mult par est proz| 



45 

eis cumjpainz Oliver ROL 546. 559. Tuz sunt ocis | eist franceis chevalen 
1688. Co ad juret | li Sarrazins espans 612. 

352] Vergleichungsweise gehört hierher: 

As vos poignant | Malprimis de Brigant ROL 889. 

353] Bisweilen folgt dem Verbum eine adverbiale Bestimmung. 
Wir haben Beispiele für Ausfüllung und für Nichtausfüllung des 
2. Vsgl. von dem Subjekt : 

De vos seit hoi | male confiisiun ROL 3276 (= V*). 
354] anderseits : 

Succurrat nos | li reis od (tut) sun bamet ROL 1061 (fehlt V*). 
Cum(e) fist a tei I le bastun devant Carle ROL 765 {fehlt Y*), 

355] Nicht eigentlich gehört hierher: 

Atant as vos | Guenes e Blanchandrins ROL 413 (fehlt V*). 

356] b. Verbum und Objekt: 

flf. Verbum — Objekt: 
Steht das Verbum am Ende des 1. Vsgl., so füllt das Ob- 
jekt mit seinen näheren Bestimmungen gewöhnlich das 2.: 

Pois li cumandet | les renges de s^espethe ALS 15b. 8e. 61c. 90b. Can- 
tant enportent | le cors saint Alexis 102b. Mais n'aconurent | sum vis 
ne suni semblant 23 e. N*estot somondre | icels ki Tunt oit 102 d. Aidiez 
m(ei)* a plaindra | le duel de mun ami 93 b*. Jo atendeie I de te bones 
noveles 96 d. Si recevrez | la lei de Chrestiens ROL 38. 63. 203. 275. 302. 
471. 511. que nus perduns ! clere Espaigne la bele 59. 493. 642. 697. 
Si recevrai | la chrestiene lei 85. 189. 322. 386. 421. 431. 802. Puis rece- 
vrat I la lei que nus tenum 225. 695. 3361. Si' n vois vedeir | alques de 
sun semblant 270. 321. 11 en apelet | e ses dux e ses cuntes 14. 30*. 45* 
60. 73. 75. 148. 198. 311». 281. 341. 479. 758. 805. 947. Par le puig tint | 
le cunte Guenelun 415. Marsilies mandet | d*Espaigne les baruns 848. 
Puis serf e crei | le rei omnipotente 3599. 

357] Doch können dem Objekt im 2. Vsgl noch andere Satz- 

theile folgen, 

so ein Prädikativ dazu: 

Beispiele 8. §. 130 (ausgenommen ALS 24 a*. ROL 1711). 

358] eine adverbiale Bestimmung (resp. Adverbialsatz): 

ALS 8d. I14c. ROL 597. 647. 656. 791. 892. 924. 988. 1575. 2505. 
3939. — 1804. 2046. diäte s. §. 136. [El si reclaimet | Roliant qu'il li aiut 
ROL 2044. 1964. 

359] so auch ein Infinitiv: 

La veisez ) tant chevaler plorer ROL 349. Carlles verrat | sun grant 
orguill cadeir 578. 

360] ein Prädikativ auf das Subjekt: 
8. §. 133. 



46 

361] das Subjekt des Satzes: 
8. §. 107. 

362] Auch vorangehen können dem Objekt unter den oben 
erwähnten Umstanden im i. Vsgl. noch andere Satztheile: 

so ein Prädikativ auf dasselbe: 

«. §. 132. 

363] eine adverbiale Bestimmung (resp. adverbialer Nebensatz): 
9, §. 137, vrgl. auch §. 103. 

364] so auch ein Infinitiv: 

(ja) Einz ne verrat | passer cest premer meis ROL 83 (>V*V\ die 
stimmen \. 

365] das Subjekt des Satzes: 

8. §. 106. 
366] Nicht immer aber steht dasVerbum am Ende des 1. Vsgl.; 
hinter demselben kann Platz finden: eine eingeschobene An- 
rede (Ä)^ das Subjekt (B)^ eine prädikative (C), eine adverbiale 
Bestimmung (Z>), wenn das Objekt von einem Infinitiv abhängt, 
auch das Hilfsverbum zu diesem (£), und in einigen Fällen 
auch eine attributive Bestimmung zum Subjekt (F), In allen 
diesen Fällen ist Ausfüllung des 2. Vsgl. durch das Objekt Regel : 

Ad A: Quer mei, bei frere, | et enca e parcaniin ALS 57a. Diinez 
m'en, sire, | le bastun e le guant ROL 268 (>V*V'V, fehlt PLC). 

367] Ad B: Quant ot li pedre I le clamor de sun fils ALS 45a. Quant 
ot h pedre > co que dit ad la cartre 78a. A lui Liis jo i mes honurs e 
mes fieus ROL 297. Plus aimet il | traisun e murdrie 1636. La vit ii 
reis I si merveillus estur 2566. 

368] Ad C: [ou ad escrit | trestut le son convers] ALS 70 d**. Ore ai 
trovet I CO que tant avums quis 71c. Cr vei jo niorte I tute ma por^ 
teure 89 b. Mult unt oud | e peines e ahans ROL 267. 864. 1511. Lhinc 
aurez faite | gente chevalerie 594. 513. que claniez quite ] le cunto Gue- 
nelun ob09. 

3091 Ad D: Plainums ansemble i le doel de nostre aiui ALS 31 d. aveit 
an Monie | un e^lise mult bele 114b Livrez niVn ore | le guant e le 
bastun ROL 217. 126. 1029. Eslisez mei ; duze de voz baruns 877. 204. 
20*\. H5S. Enveiu[n]s i 1 les filz de noz muillers 42. Laciet en su | un 
gunfanun tut blanc 115/. 3845. si veit venir | cele gent {laienur 1019. 

370] Ad E: Ademplir voeill | vostre comandement ROL 331». Veeir 
poez I dolente (est laj rereguarde 1104. Pleindre poums | France dulce 
la bele 1695. 

371] Ad F: Plcigncnt lur deus | Tervagan e Mahum ROL 2696. N'orrat 
de nos ; paroles ne nuveles 55. 



47 

372] Dass unter den §. 366 angegebenen Voraussetzungen im 
2. Vsgl. dem Objekt ein anderer Satztheil, hier ein adverbialer 
Ausdruck, vorhergehe, zeigt der Vers, der sub B von den eben 
besprochenen Fällen gehört: 

Or ad li quens | endreit sei (asez) [mult] que faire ROL 2123 
(= PC>V*,/cW* V'VL). 

373J Dass ein anderer Satztheil nachfolgt, kommt etwas öfter 
vor. Ich sondere die Beispiele nach der §. 366 angegebenen 
Eintheilung. 

Ein adverbialer Ausdruck folgt dem Objekt vereinzelt: 

Ad A: Aiuns, seignors, i cel saint home en memorie ALS 125 a. 

374] Ad B: Dune perdreit Carles | le destre braz del cors ROL 597. 
Quant veit li reis | le vespres decliner 2447. 

375] Ad C: RoUanz ad mis | l'Olifan a sa buche ROL 1753 (= V*). 

376] ein Prädikativ: 

Ad B: Ja avez vos | ambsdous les braz sanglanz ROL 1711 (>V* 
PLC. fehlt V'V). 

377] Ad El Ve[d]e[i]r puez | les granz chemins puldrus ROL 2426 

(= V*). 

378] Ad F: Guar[dej8 de mei | Tannie de luz perilz ROL 2387. 

379] Eine besondere Besprechung mögen die Fälle finden, in 
denen ein Objektsinfinitiv von dem vorhergehenden Hilfsverb 
durch die Gäsur getrennt ist. 

Steht das Hilfsverb am Ende des 1. Vsgl., so kann am An- 
fang des 2. Vsgl. erstens stehen der Infinitiv, welcher mit sei- 
nem Objekt das 2. Vsgl. zu füllen pflegt: 

Par ico quident | aver discumbrement ALS 106 c. Vos doussez | es- 
culter e oir ROL 455 (>V'V, fehlt den übrigen). Tant nel vos sai ; ne 
preiser ne loer 532. que il ne voelent | ne tenir ne guarder 687. 1864. 
Ben en purrat | luer ses soldeiers 34. Marsilies fait | porler un livre avant 
610. Suz ciel ne quid | aveir ami un sul 2904. 

380] Einmal allerdings folgt dem Infinitiv ein zugehöriger Sub- 
jektsakkusativ: 

(ja) Einz ne verrat I passer cest prenier meis ROL 83 l>V*V', die 
stimmen), 

381] Ferner kann am Anfang des 2. Vsgl. stehen ein Objpkt zu 

dem Infinitiv, mit dem zusammen es nebst sonstigen etwaigen 

adverbialen Bestimmungen den Rest des Verses füllt: 

Chi dunt li vit | sun ffrant dol demener ALS 86a. dunt bien pur- 
rez I voz soldeiers luer ROL 133. 2868. Ki lui veist | Tun geter luort sul 
altre 1341. 3640 Ki dune oist | »Munjoie!« demander 1181. 1970. Li uns 
ne Yolt 1 Taltre nient laisser 2069. 



48 

382] vereinzelt sodann auch ein Subjektsakkusaliv zum In- 
finitiv : 

La Teiscz | tant chevaler plorer ROL 349 ifehlty*). Carlles verrat 1 
8UI1 grant orguill cadeir 578 (>V*V'V. fehlt PLC). 

383] einmal auch das Subjekt zu dem Hilfsverbum: 

Pur CO nes poet | nule gent cimtrester ROL 2611 (= V*). 

384] Nicht immer aber steht das Hilfsverb am Ende des 
1. Vsgl. Es folgt ihm bald das Subjekt (.4), bald der Subjekts- 
akkusativ zu dem Infinitiv (5), bald eine adverbiale Bestim- 
mung zu demselben fC), bald eine prädikative (J9). Gefüllt 
wird das 2. Vsgl. stets vom Infinitiv und seinen näheren Be- 
stimmungen : 

Ad A: Ne volt li emfes | sum pedre corocier ALS lld. La vnldrat 
il I Chrestiens devenir ROL 155 (fehlt V*). 



385 
380 
387 



Ad B: Deus fist l^imagine | pur sue amur parier ALS 34c. 

Ad C: Ne pois a vos | tenir lung parlement ROL 2836 (= V*). 

Ad D: Ben devuns ci | esire pur nostre rei ROL 1009 (fMtY*). 



388] ß. Objekt — Verb : 

Wenn wie gewöhnlich das Objekt mit seinen etwaigen attri- 
butiven Bestimmungen am Ende des 1. Vsgl. steht (nie ein Pro- 
nomen !), so füllt das Verbum, von dem jenes abhängt, mit sei- 
nen näheren Bestimmungen in der Regel des 2. VsgL 

Es können dem Verbum nun Wörter vorhergehen, die einen 
eigenen Äccent haben (Ä)^ oder solche, die proklitisch angelehnt 
sind (B), oder es kann auch das Verbum am Anfang stehen (C): 

Ad A\ Sa grant honur | a grant dol ad (a)tumede ALS 29 e*. le 
gunfanunj Teniperedur porter 83 e. Branches d'olives I en voz mains por- 
terez ROL 72. 80. 207. 7:32. Sun cors demenie | niult fierement aaalt 7^. 

389] Ad B: Ma grant honur | t^aveie retenude ALS 82b. 79 c*. lur lava- 
dures | li getent sur la teste 53c. 13c. 15a. 20a. 59 d. Quant tut 8un 
quor I en ad si afermet 34a. Ne (ja mais) [cainel] hume | n*aurai Ma niais] 
an (tute) terra 99 cf* Or e argent | lur met tant en present ROL 898. 
592. 785. 813. 952. 954. Ambes ses mains | en levat cuntre munt 419. 
99. 502. 85L Meillor vassal | n*aveit en la curt nul 281. L^escut ver- 
Bieill I li freint, de col li portet 1576. 

390] Ad C: Tantes dolurs | ad pur tei andurede ALS 80 b. 56 & sun 
mort amfant | detraire et acoler 86 a. e tute Espiigne | tendrat par vostre 
dun ROL 224. 394. 407. 418. 574. 587. 655*. 827*. Esperuns d'or | ad en 
ees pies feraiea 345. 584. 670. 754. que li Franceis J asniastes a ferir 454. 
Tost des Franceis | verrez sempres desfere 49. lui e altrui | travaillent 
e cunfundent 380. por granz batailles | juster e defenir 2889. 



49 
391] Vergleichungsweise gehört hierher: 

Francs o paiens. | as les vus ajustez ROL 1187. 

392] Ist das Prädikat eines Satzes eine unbestimmte Verbal- 
form, von der das Objekt abhängt, mit einem Hilfsverbum, so 
steht dieses häufig mit im 2. Vsgl. Die Stellungen des Hilfs- 
verbums können dieselben sein, wie die oben (§. 388) genannten 
des das Objekt regirenden Verbums. 

Ad A'. Cest nostre rei I porquei lessas cunfundre ROL 2583 (= V*). 

393] Ad B: La dreite vide | nus fimt tresoblier ALS 124d. 56b. Iceste 
cose I nus douses nüncier 64c. Mais la dolur | ne pothent iiblier 32b. 103 e. 
Vostre Olifan | ne deignastes suner ROL 1171. 475. Mult grant aveir I 
V08 en faz amener 678. Demi Espaigne | vos voelt en fiu duner 432. 

394] Ad C: Lur dous amfans j volent faire asembler ALS 9e. e graut 
maisnede | douses guverner 83 c. ki tute gent | voelt faire recreant ROL 
393. 433. Les dis messages | ad fait enz nosteler 160. Gels ki ei sunt | 
devum aveir mult vil 1240. 

395] Auch das Subjekt ist im 2. Vsgl. verschiedentlich genannt. 
Seine Stellung ist mannigfaltig. So steht es am Anfange: 

e que rimagine | deus fist pur lui parier ALS 77c. [Ses granz] (sa 
grant) valor[sl | Ki[s](l) purreit acunter ROL 534 {fehlt V*). cez blancs 
oebercs | ki dune oist fremir 3483. 3486. 

In diesen Beispielen war das Prädikat stets ein Hilfsverb mit 
Infinitiv, das Subjekt ein Pronomen interrogativum. 
396] Häufiger steht das Subjekt innerhalb des 2. Vsgl. oder 
am Schlüsse. Ist das Prädikat ein einfaches Verbum, von dem 
direkt das betreffende Objekt abhängt, so ergeben sich die drei 
im §. 388 erwähnten Fälle: 

Ad A : Malvais 8ervis[e] | le jur li rendit Guenes ROL 1406 (> V*, 
weicht ab in V'VPLC). 

397] Ad B: Si veirs miraclcs | lur [ij ad deus mustret ALS 112d. Demi 
Espaigne | vus durat il en fiet ROL 472. üne batailie | lur i rendent 
eil primes 589. Seint Gabriel | li ad deus enveiet 2526. ünches meillurs | 
n*en out reis ne c[a]aignes 1850. 

398] Ad C: L'altre meitet | aurat Rollanz, sis nies ROL 473. 2196. 
L*annie de lui | eni)ortet Sathanas 1268. Sun grant espiet | met a sun 
chef li ber 2497. Messe e matines | ad li reis escultet 164. 

399] Ist aber das Prädikat ein Hilfsverb mit einer unbestimm- 
ten Verbalform, von welcher erst das Objekt abhängt, so ist 
von den drei in den §§. 392—394 besprochenen Fällen nur B 
und C zu konstatiren : 

Ad Bi Cinquante pez | i poet hom mesurer ROL 3167. Sul les 
eecheles | ne poet il acunter 1034. 



50 

100 1 Ad C: Dis blanches mules | fist amener Marsilies ROL 89. Les 
dio luules I luit Cliar[l]e8 esUbler 158. Mais sun espiet | vait li bers pal- 
mciaiit 1156. 

40 1| Öfters wird das vorangeschickte Objekt durch ein Pro- 
nomen im 2. Vsgl. wieder aufgenommen und so diesem grössere 
syntaktische Selbständigkeit — weil Vollständigkeit — gegeben. 
Das Pronomen steht vor dem Verbum, aber fast nie zu Anfang 
des Vsgl.: 

ta lasse medre | si la [relconfortasses ALS 90 d*. Geste bataille | car 
la laisses ester ROL 3902. [Ses ^ranzj (sa grant) valoifs] | ki^nfs] purreit 
acunier 534. Geste bataille | veirement la ferum 882. 1288. VcMtre Oli- 
fan I suner vos nel deignastes 1101. Gels qu^il unt mort | ben les poet 
hom preiser 1683. Icez eschieles | ben les vunt ajustant 3024. Vostre 
proecce, | Rollanz, mar la vetisjmes 1731 («. §. 408). 

402] Vergleichungsweise gehört hierher: 

Francs e paiens i as les vus ajustezl ROL 1187. 

403] Am Anfang des 2. Vsgl. steht das Pronomen : 

E teremoete | co i ad Teirement ROL 1427 O V*V'VP, fehlt LC). 

404] In den zwei ersten Beispielen des §. 401 steht am Anfang 
des 2. Vsgl. eine Konjunktion. Ohne Wiederaufnahme des Ob- 
jekts ist dies der Fall im Verse: 

Le grant orgoill | se ja puez matir ROL 3206 (= V^). 

405] Es können gelegentlich noch andere Wörter als die bisher 
genannten Satztheile (adverbiale Bestimmungen, Prädikative, 
Hilfsverba, Subjekt, wiederaufgenommenes Objekt, Konjunktion), 
welche ja mit dem Verbum in engem Zusammenhange stehen, 
neben demselben im 2. Vsgl. Platz finden. 
406] Vor dem Verbum steht vereinzelt eine attributive Bestim- 
mung zum Objekt: 

Les [dis] escheles | Charlun li ad mustreea ROL3314(=V*).3o52(=V*). 

So könnte man auch etwa auffassen den Vers: 

le gunfanun i Temperedur porter ALS 83 e (vergl. §. 388). 

Doch ist wohl richtiger Vempercdar als Dativ, adverbial zu 
porter zu nehmen. 

407] So eine adverbiale Bestimmung zu einem dem Objekt 
beigefügten Adjektiv: 

Meillors vassals j de vos unkes ne vi ROL 1857 (>V*PC, fMi 
V^VL). 



51 

408] eine eingeschobene Anrede: 

Vostre proece, | Rollanz, mar la ve[is]me8 ROL 1731 (= V*). 

409] ein eingeschobener übergeordneter Satz: 

Tere major, | co dit, metrat a hunte ROL 1489 (=r V*). 

410] Folgen kann dem Verbum eine attributive Bestimmung, 
resp. ein Attributivsatz zum Objekt: 

Que Turne deu | quergent, ki est an Rome ALS 60b. un faldestoed | 
i unt fait tut d'or mer ROL 115. ün faldestoed 1 i out d'un olifant 
ROL 609. 1679. Vint milie francs | retendrai ben vailianz 789. Uns amu- 
rafles | i ad de Balaguez 894. 909. 1483. Vgl. ROL 605 {nur in 0, falsche 
Assonanz). 

411] eine Parenthese: 

Ja mais ledece I n'aurai — quar ne pot estra — | ne [carnel] (ja mais) 
hume n*aurai ALS 99 b. 

412] ein übergeordneter Satz : 

La flur deFrance | as perdut,cosetdeus ROL 2455 (>V*V^VPC,/e/iZiLj. 

413] ein zweites Verbum (sehr fraglich!): 

La traisun | jurat (e) si s^en) est forsfait ROL 608 (>V*, fehlt 
den übrigen). 

414] Nicht immer steht das Objekt wie in den bisher bespro- 
chenen Fällen allen am Ende des 1. Vsgl. Ist es ein Substantiv, 
dann allerdings fast immer. Ausnahme: 

L'escut del col | li freint e escantelet ROL 1292 (= V*). 
415] Pronomina stehen nie am Ende. Häufig sind sie den 
Hilfsverben angelehnt : 

Joes voell aler | querre e entercer ROL 2180. Tant nel vos sai I ne 
preiser ne loer 532. 1864. la christientet | que il ne voelent | ne tenir 
ne guarder 687. Pur co nes poet | nule gent contrester 2511. 

416] Auch sonst stehen Pronomina im l.Vsgl.: 

Queque RoUanz | a Guenelun for8f(es)i8t ROL 3827. les noz | que eil 
d'Espaigne | en la bataille unt mort 2948. sa bone espee | que ses cum- 
painz I (Rollanz) li ad tant demandee 1368. 

417] Einen Infinitiv von dem folgenden Hilfe verbum getrennt 

zeigt nur der Vers: 

que rec[on]oi8tre | poisset nuls hom mortel ROL 1993 (>V*V'VPC, 
die stimmen), 

418] c. Verbum und eine andere adverbiale Bestimmung: 

a, Verbum — adverbiale Bestimmung: 

Wenn das Verbum am Ende des 1. Vsgl. steht, so füllt in 

der Regel die adverbiale Bestimmung mit ihren eigenen weiteren 

4* 



52 

Ergänzungen (oder auch mehrere gleichartige Adverbia zusam- 
men) das 2.: 

quer am perneies | en ta povre herberge ALS 84 d. 94(1. filz, t'ies 
(leduit I par alienes tenes 84b. 36a. 

Derartige präpositionelle Ausdrücke aus ALS sind: 

mit an: 18a. 77e; mit a: 26a. 65d; mit sur: 6e. 64a; mit de: 8b. 12b. 
14b. 15d. 98b; mit devant: 106b; mit pur: 31b; mit par: 6a. 18c. 118c. 
Ferner: Clers revestuz | an albes et an capes 117b. 21a. 41 d. 1 19a. Avant 
la tent | ad un boen clerc e savie 75 c. Dune le menat | andreit suz le 
degret 47 a. 

Andere adverbiale Bestimmungen : 

11 le nuncat | sum pedre Eufemien ALS 68b. Co li deprient | la sue 

pietet 63a. si revenisses I ta spuse conforter 95 d. Alquanz li prennent | 

forment a blastenger 64 b. Nel cunuisseie ! plus qu'unches nel vediase 
87 e (vergl §. 184). 

Beispiele aus ROL: 

Francs s' en irunt | en France, la lur tere 50. que jel sivrai | od mil 
de mes fedeilz 84. Femer mit a: 37*. 269*. 312. 284. 618. 752. 818. 867. 
878. 887; mit de: 408*. 463. 554. 623. 630. 652. 875. 994 ; mit dejuste: 385; 
mit desur: 272; mit desuz: 993; mit devant: 414; mit en: 303. 448. 694. 
839. 853. 872*. 973; mit [enjtresque: 685*; mit par: 457. 709. 710. 855; 
mit por: 686. 810; mit sur: 685; mit suz: 366. Femer: II mesivrat I ad 
Ais, a mun estage 188. Les chefs en prist | es puis, desuz HaltiUe 209. 
vait s*apuier | suz le pin, a la tige 500. (E) Guene[iun](s Tad) pris[t] | par 
la main destre, ad deiz 509. Sim(e) guarisez | e de mort e de huntQ 21. 
489*. 541. 820. Ebenso mit a: 566. 657. 904; mit en: 626. 633; mit par: 
121. Ausserdem: Si me direz | (a) Carlemagne, le rei 81. si aiderez | a 
cunduire nia gent 945. que nus requert | ca en la nostre marche 374. 
Joes voell aler ! querre e entercer 2180. Tant cbevalcherent | e veies e 
chemins 405. 809. Franceis se taisent i ne niais que Guenelun 217. 234. 
1819. 1827. 1900. 2126. 2559. 3223. (Vergl §. 184.) 

419] Verschiedenartige Adverbia füllen zuweilen das 2. Vsgl. : 

Puis converserent | ansemble longuement ALS 5a. Hoc converset | 
eisi dis e set anz 55a. Quar me berberges | pur deu an (tue) [ta] mai- 
son 44b*. set jurz le t«nent | sor terre a podestot 115b. 

420] Es können einem adverbialen Ausdruck unter den ge- 
gebenen Bedingungen (§. 418) andere Satztheile folgen, wenn 
auch selten: 

so das Subjekt: 

iloec arivet | sainement la nacela ALS 17 b. Nach Hds. L: Ne 8*en 
corucct ( giens eil saintismes hom ALS 54 c, ist aber zu emendiren. Si se 
desarment | par tute Tost li altre HOL 2850. 2444. Puis si cumencet | a 
venir ses tresors 602. 

421] ein Objekt: 

iloc deduit | ledement sa poverte ALS 53 b. Icist ferunt | not 



53 

franceis grant irur HOL 1023. Encai rendrons | a paiens cest asalt 2142. 
1055. 1065. 3236. N^asemblerait | ja luais (Carles) si grant esforz 599 
(nur in 0, fragliche Lesart, vergl. §. 106). 

422] ein Prädikativ: 

qu'il devendrat | jointes ses mains tis hum ROL 223 (fehlt V*). 

423] eine Apposition zum Subjekt: 

Carles repeiret | od sa grant ost 11 ber ROL 2149 {fehlt V*j. 

424] ein Adverbialsatz: 

Greignor fais portet | par giu, quant il s'enveiset ROL 977 (== V*). 

425] Häufiger gehen unter den betreffenden Umständen dem 
adverbialen Ausdruck andere Satztheile vorher: 

so das Subjekt: 

Beispiele 8. §. 109 {ausgenommen ROL 765. 1061). 
426] ein Objekt: 

Iloec anportent | danz Alexis acertes ALS ll4c. Marsilies tint | Gue- 
n[elnn] par Tespalle ROL 647. 3939. Ja mar crendrez | nul hume a mun 
vivant 791. Jo conduirai | mun cors en Rencesvals 892. De mort n*aurat( 
guarantisun pur hume 924. Pois me jugez | Rollant a rereguarde 656. 838(?). 
oi cunquerrai j-Durendal od la meie 988. Carles en ad j Tamure mercit 
deu 2505. 

427] ein Hilfsverbum : 

Pris e liez | serez par poested ROL 434 {fehlt V*). 

428] ein eingeschobener Ausruf: 

Puis si chevalchent, | deus! par si grant fiertet ROL 1183 (>V*, 
fehlt den übrigen), 

429] ein eingeschobener übergeordneter Satz: 

e si *n aurez, | co quid, de plus gentilz ROL 150 (fehlt V*). 

430] Nicht immer aber steht, wie in den bisher besprochenen 
Fällen, das Verbum am Ende des 1. Vsgl. Es kann diese Stelle 
auch einnehmen eine eingeschobene Anrede (A), ein eingescho- 
bener Satz zur Einführung direkter Rede (B)^ das Subjekt (C)^ 
ein Objekt (D)^ eine andere adverbiale Bestimmung (E)^ ein 
Prädikativ (F), ein Hilfsverbum (G). 

Ausfüllung des 2. Vsgl. durch den adverbialen Ausdruck 
ist Regel: 

Ad Ä: Ferez, paien, | pur la presse derumpre ROL 1500 (fehlt V*). 
Ferez, seignurs, | des espees furbies 1925 (= V*). 

431] Ad B: »Co n'iert«, dist Guenes, | »tant cum vivet Rollant« ROL 
557. 544. ( Vergl §. 184). 



54 

432] Ad C: Bons fut li secles | al tens ancienur ALS la. I23b* iluec 
paist Tum | del relef de la tabla 50 b. 23 a**. 67 b. Kevin t li costre | a 
riinagine el muster 36a. Puls vait li emfes | Temperethur servir 7e, 
Si fait nia medra | plus que femme qui vivet 42 b. Meinent paien! entfrles- 
qu' al baptisterie ROL 3665. La m(ur)urrez vus | a bunte e a viltet 437. 
Sunent eil graisle | e derere e devant 1832. 142G. Sunent mil grai[8](l)le8 | 
por CO que plus bei seit 1004. 

433] Vergleichungsweise gehört hierlier: 

Est vus Tesample | par trestut le pais ALS 37 b. 

434] Zwei verschiedene adverbiale Bestimmungen enthält das 
2. Vsgl. : 

vint une voiz | treis feiz en la citet ALS 59 b. 

435] Ad D: Metent lur cors | en granz afflictiuns 72 c. 117 c. penat 
8un cors | el damne deu servise 33b. 120 c. sert sun seinur | par bone 
volentet 32 d. 74 c*. N'en fait musgode | pur sun cors engraisser 51 d. 
dunt pris les chefs | as puis de Haltoie ROL 491. 212. 545. 595. »72*. 910. 
funt les enguardes | a vint milie de Francs 561. 548*. Cum batrat sei | 
a trestute sa gent 614. [Faz] (guaz) vos en dreit | par cez peis sabelins 515. 
Sunet sun gresle | pur les soens ralier 1319.M133. Lessez (gesir), les merz | 
tut issi cun il sunt 2435. Dune ad tel doel | pur poi d'ire ne fent 325. 

436] Der Vers : 

Ne volt turner | tant cum il ad a vi vre ALS 33e. 

unterscheidet sich von den anderen dadurch, dass das Objekt 
ein Infinitiv ist. 

437] Ad E: Vint en la cambra 1 (ou ert) [a] sa fgentil] muiler ALS 
ttlle« cun out le jurn | as povres et as riches 108b. II vat avant | la 
maisun aprester 65c. Guardez a munt | devers les porz d^E^spaigne ROL 
1103. 1294. Plurent des oilz | de doel e de tendrur 1446. que vint a 
Carles | le[s] galops e les salz 731. Brochent ad ait | pur le plus tost aler 
1184. Dist a sun uncle | belement en riant 862. Morz est de doel [ si 
cum i)ecchet l'encumbret 3646. 1322. 1802. 

438] Verschiedene adverbiale Ausdrücke vereinigt das 2. Glied 
des Vs.: 

Vos n'irez pas | uan de mei si luign ROL 250 (>V*V'V, fehUFi/J), 

439] Ad F: Dune vint errant 1 dreitement a la mer ALS 16 a. Serez 
ses hom | par honur e par ben ROL 39. 86. Tut frjabat mort | el pred 
sur Terbe drue 1334. 1375. Va sis pent tuz | al arbre de mal fust 3953. 

440] Ad G: Venuz en est | a la citet de Galne ROL 662. Afublez estj 
d\m mantel sabelin 462. Menet serez | [tut] dreit ad Ais le siet 478. 481. 
Aseniblet s'est | as Sarrazins messag[es] 367. alez en est | en un verger 
suz Tumbre 11. Venger te poez | de la gent criminel 2456. 

441] Es kommt jedoch auch vor, dass unter den gegebenen Um- 
ständen (§. 430) das adverbiale Salzglied das 2. Vsgl. nicht füllt. 
Ich reihe die anzuführenden Fälle den im §. 430 angegebenen 
Rubriken unter. 



55 

Es kann folgen ein Objekt: 

Ad C: Or ad li quens | endreit sei (asez) [luult] que faire ROL 2123 
(= POV*, fehlt V'VL). 

442] ein Adverbialsatz: 

Ad C: Or irez vos | certes, quant jol cumant ROL 289 (fehlt V*). 

443J Vor dem adverbialen Ausdruck kann stehen eine ein- 
geschobene Anrede: 

Ad C: Desfi les en, | sire, vostre veiant ROL 287 (= V>V*). 

444] das Subjekt: 

AdE: cum(e) fist a tei | le bastun devant Carle ROL 765 (fehlt Y*). 

446] Ad G: Fenduz en est | mis Olifans el gros ROL 2295 (>V*PLC, 
fehlt V'VJ. 

446] ebenfalls ein Objekt, zu dem eine attributive Bestimmung 

am Schlüsse des l.VsgL steht: 

Gtiar[de](s) de mei | Tanme de tuz perils ROL 2387 (> V^, zu dem die 
anderen stimmen), 

447] ein Prädikativ: 

AdD: Passez les porz I trestut sourement ROL 790 (=0 V* V^/cÄl« PL). 

448] eine attributive Bestimmung zu einem am Ende des 
1. Vsgl stehenden Substantiv : 

Ad C: Si fist la spuse | danz Alexis acertes ALS 30 b. 

449] AdD: Ceint(e) Murglies, | s'espee, a sun costed ROL 346 (>V*V\ 
die stimmen), Se trois Rouant, j li proz, en mi ma veie 986 (> V*V^VC, 
fehlt PC). 

450] ß. adverbiale Bestimmung — Verbum : 

Steht, wie fast immer, die adverbiale Bestimmung am Ekide 
des l.Vsgl, so füllt das Verbum, zu dem sie gehört, mit etwaigen 
weiteren Bestimmungen oft das 2. Vsgl. Es können ihm alsdann 
WMer vorhergehen, die einen eigenen Accent tragen (A), 
oder solche, die proklitisch angelehnt sind (B)^ oder es kann 
auch selbst am Anfang des 2. Vsgl. stehen (C) : 

jid A: Entantdementres i le saint cors conreierent^ALS 100c. 57dtt* 
De tot an tut | (ad) a den [ad] sun talent 10 e**. Parnule suise I unces 
ne Taviserent 48 c. e de lur oilz | mult tendrement plurer 49 b. e tantes 
feiz I pur tei an luinz ^uardet 95 c. Ja le lur Toil [ de lui ne desevras- 
sent 1 17 e. Ainz que t^ei vedisse) [oussel, i [si *n] fui mult desirruse 92a**. b. 
Od ses cadables | les turs en abatied ROL 98. 205. 361. 725. L^empereur i 
tant 11 dunez aveir 570. En sum un tertre | cuntre le ciel levee 708. 
466. 919. En Rencesvals | a Rollant irai juindre 923. Par jugement | 
iloec perdrez le chef 482. 517*. 739 (?). der en riant | a Quenelun Päd dit 628. 



56 

que Tun a Taltre | la sue feit plevit 40^. 300*. Mien escientre | plus ad 
de dous cenz anz 552. 539. La u eist furent ] des altres i out bien 108. 
300. 1690. 

451] AdB: (unches) puis [i]cel di | nesi^e' contint ledoment ALSt28e! 
En8ur[e] nuit | s'enfuit de la [contrethe ISef! 3Sdt! En Taltra 
voiz 1 lur dist altra summunse GOa. 125c. Soventes feiz | lur vcit graut 
duel niener '19a. ünchos en Ronie | n'en out si graut Icdece 108a. 14c. 
Tut dreitement | en vait eu paradis 67 c. Pur tue amur | an Roferai 
Tahan 46e. Suz tun degret l me fai un grabatun 44 c. Cascune feste | se 
fait acomunier 52b. et attement ! le posent a la terre 114d. [Mais as 
plus povres | le donet a mangier] 51 e**. que ja sum voil I n'istrat de la 
citied 34b. Devant Marsilie | 8*escrict en la presse ROL 933. 501. 510. 
Ireement | se cumbat al lepart 733. Men escientre | nel me reproverunt 768. 
Suz sun raantcl I en fait la cuntenance SHO. 109. 149. 165. 320. 373. 
Ja niais en tere | ne porterat curone 030. 216. qu'a Marsiliun | me por- 
tast mun message 276. [u] altroment | ne m'amerat il mie 494. 759. 
ki de bataille | s*arguent e hasteient 992. L*escut del col | li freint e 
escantelet 1292. 

452] Ad C: En sainte eglise | converset volenters ALS 52 a. A Tapo- 
stolie I revint tuz esmeriz 71b. 73b. A tel tristur | aturnat sun talent 
28d. 50c. 78b*. 105c*. 106a. De tut an tut | rocesset del parier 58e. 
que la muiler | dunat fecunditet <»b. Quar par cestui | aurum bon adju- 
torie 101 d. Tresqu'en la mer | eunquist la tere altaigne ROL 3. 53. 93. 211. 
219. 637. 720*. 722*. 824. 912. Entre les heiz | ad plus de mil manguns 621. 
Sur Tcrbe verte I estut devant sun tref 671. ireement | parlat a sun pa- 
rastre 762. Jointes ses uiains I i^rt vostre coraandet 696. En Rences- 
vals I irai mun cors juer 901. 934. 963. En Rencesvals | irez as porz pas- 
sant 94 1. Se en rereguarde | troevet le cors RoUant 613. Que en Sarraguce | 
descendent suz un if 406. Kar a nies oilz | vi [treizj iquatre) cenz milie 
armez 682. Ne pois a vos | tenir lung parlement 2836. 

453] Gehört das adverbiale Satzglied zu einer unbestimmten 
Verbalform, deren Hilfsverb auch im 2. V.sgl. steht, so hat das- 
selbe meist vor jener seinen Platz. In Bezug auf das Hilfsverb sind 
die drei im §. 450 beschriebenen Stellungen ebenfalls möglich: 

Ad A : [De tantes lermes | le ton cors ai ploret] ALS 95b**. De 
nule cose 1 certes nel sai blasmer 69 b. El destre poign | al paien Tad 
liv(eVet ROL 484. 351*. Men escientre | dous cenz ans ad passet 524. 539. 

454] AdB: Contra seinur | ne s'en volt mesaler ALS 47d. 36 e. 52 e. 110b. 
De8ur[o'| terre I nel pourent raais tenir 120at. 19 e. 38 c. 52 d. Puis mun 
deces ! en fusses enoret Sld*. De sain batesma | l'imt fait regenerer 6d. 
Pjjrfit<»nicnt \ se ad a deu cuniandet 58c. qu' ^a tei"^ ansemble [od tei] | 
n'ouese converset 98 d*. En France ad Ais | s'en deit ben repairer ROL 
36. 681. En quel mesure | on purrai estrc fiz 146. 631. De guarnemenz| 
se prent a cunreer 343. En Sarraguce | vus vemlrat ascger 476. Pur tut 
Tor deu | ne volt estre cuard 888. 522*. Par Charleniajrne | n'erc (s) gua- 
riz ne tensez 354. En cest pais l nos est venuz fcu]nfundre 17. AI siege 
ad Ais I en seroz amenet 435. 064. En la citet i n'en ad remcs paien 
101. 845. De sa raain destre | l'ad asols e seignet 340. 444*. 507. Cler en 
riant | IVl dit a Guenelun 619. 

455] Ad C: Andreit Tarsen 1 espeiret ariver ALS 39c. 23b. 124e. 



57 

A lui medisroe | unt Talmosne dunethe 24c. 56a. 69a. De noz pechez ) 
sumes si ancumbrez 124c. Quant an la cambra | furent tut sul remes 13a. 
que deu ansemble | poisaum el ciel regner llOe. En France ad Ais | devez 
ben repairer ROL 135. 426. 675. 700. 728. 852. Par quele gent | quiet il 
espleiter tant? 395. 581*. Par tantes teres | est alet eunquerant 553. 
486. 447. Set anz tuz pleins [ ad ested en Espaigne 2. En ceste terre I 
ad asez osteiet 35. 134. 237. 266. 525. 540. 911. 97^. De vasselage | est 
il ben alosez 898. e de bataille | sunt tuit apareillez 1142. e al cevalj 
a Teschine trenchee 1374. 

456] Vergleichungsweise gehört hierher: 

Par tel araur | as les vos desevret ROL 2009. 

457] Nach der betreffenden unbestimmten Verbalform steht 
das Hilfsverbum in folgenden Versen : 

A quel dolur | deduit as ta juventa ALS 91b. qu'en rereguarde | 
trover les pousum ROL 624 (=V*;. Mult dulcement | a regreter le prist 
2026 (= V*). 

458] Auch das Subjekt ist häufig im 2. Vsgl. namhaft gemacht. 
Es kann am Anfang stehen: 

Mais ne pur huec | njun pedre me desirret ALS 42a. (Cest) [que] 
avisunches | hora (n') i poet habiter 115 e*. Ensembl' od eis | li quens Kol- 
lant i vint ROL 175. 702. 7:^0*. 891. 900. 926. 957. 976. 985. 990*. Pur 
ben lerir | l'emperere (plus) nos aimet 1092. De sun cervel | le temple 
en est rumpant 1764. 

459] Steht es innerhalb oder am Schlüsse des 2. Vsgl, so kön- 
nen von den im §. 450 erwähnten Stellungen des Verbums ein- 
treten B und C: 

Ad B: Andreit a Rorae ! les portet li orez ALS 39e. 4c. Jusque 
en Alsis i en vindrent dui errant 23c. 103c. Entra les povres | se sist 
danz Alexis 20b. El destre braz | li morst uns vers si mals ROL 727. 335. 
En dulce France | s*en repair(e)rat li reis 573. Granz trente liwes | Toi- 
rent il respundre 1756. qu'envers le cel | en volent les escliccs 723. 
qu'entre raes puinz | me depecout ma banste 837. 

460] Ad C: Ad une voiz | crient la gent menude ALS 107a. 38e. 71d.73a. 
Sur palies blancs | siedent eil cevaler ROL 110. 369. 372. 706; 

461] Ebenso ist es mit den Stellungen des Hilfsverbums der 
Fall: 

Ad B: Par nule guise 1 ne Tem puet hom blasmer ALS 47e. Apres 
ico I i est Neimes venud ROL 230. 774. Envers le rei | s'est Guenes 
approisraet 468. De tel barnage | Tad deus enluminet 535. Mais de 
s'espee | ne volt mie guerpir 465. qu'el faldestoed | s'es[t] Marsilies 
asis 452. 

462] Ad C: AI sedme jurn I fut faite la herberge ALS 116a. 118a. 121e. 
A halte voiz | prist li pedra a crier 79 a. El grant verger | fait li reis 
tendre un tref ROL 159. 167. Par Guenelun | serat destruite France 835. 
En Rencesvals | est tart del repairer 2483. 



58 

463] Zu Beginn des 2. Vsgl. kann eine Konjunktion stehen: 

par deu merci | que tun recoofortasses ALS 78 e. Encor[e] tut | e 
si veit deu medisme 123 ef! Ensurquetut | si ai jo vostre soer ROL294. 
Par voz saveirs | sem puez acorder 74. Pur le soen deu | qn*il ait mer- 
cit de mei 82. 1075. 3791. De tels barons | cum or remeint deserte 
1696. 770». 

464] In vereinzelten Beispielen steht im 2. Vsgl. ein Substan- 
tiv, dann ein attributives Partizip dazu, und zu diesem eine 
adverbiale Ergänzung im 1. Vsgl.: 

D'or e d*argent | quatre cenz muls cargez ROL 32. 130. Cuntre le 
ciel I ambes dous ses mains juintes 2015. 

465] Eine Anrede ist zu Anfang des 2. Vsgl. eingeschoben : 

En dulce France, | seignur, vos en irez ROL 360. Par amistiez, | 
bei sire, la vos duins 622. 

466] Am Anfang des 2. Vsgl. kann ein Hauptsatz stehen, von 
dem ein unmittelbar folgender Objektssatz abhängt; und auf 
das Prädikat dieses letzteren bezieht sich die adverbiale Be- 
stimmung im 1. Vsgl: 

En Sarraguce | sai ben qu'aler m'estoet ROL 292 {fehlt V*). Enpres 
sun colp I ne quid que un dener vaillet 1666. 

467] Ein Zwischensatz steht am Anfang des 2. Vsgl. im Vs. : 

Par ta mercit, | se te piaist, me eunsent ROL 3108 (= V*). 

468] Es kann ein längerer adverbialer Ausdruck, der im 1. Vsgl. 
steht, im 2. wieder aufgenommen werden durch ein Adverb 
oder Pronomen: 

De sun cervel | rumput en est li temples ROL 1786. De sun cervel 
le temple en est rumpant 1764. El val TeneDr[e](u)8 | la les vunt ateignant 
2461. L'empereur | te.nt 11 dunez aveir 570. 

469[ Ein komplicirter adverbialer Ausdruck greift vereinzelt in 
das 2. Vsgl über: 

e del honur | del secle ne Tencumbrent ALS 40 e. Snr un perrun | 
de marbre bloi se culchet ROL 12. 2819. 2966*. En Tachebrun, | sun 
destrer, est munted 347. A Tarcevesque | Turpin alat aider 2169. 

470] Nicht immer steht der adverbiale Ausdruck am Ende des 
1. Vsgl.; sondern er lehnt sich öfters an ein Hilfsverb an, das 
im 1. Vsgl. steht, während er logisch zu der im 2. Vsgl. stehen- 
den unbestimmten Verbalform gehört: 

Ansemble an vunt | li dui pedre parier ALS 9d. 104 a. Par ico qui- 
dent I aver discumbrement 106c. 88 d*. Quer or est s*aname | de glorie- 
replenithe 123 c. Ben en purrat | luer ses soldeiers ROL 34. 133. 2904. 



59 

La vuldrat il | christiens devenir 155. Vos li avez | txiz ses castels toluz 
236. 1550. [E]l cheval est | Tespee aresteue 1332. 

471] Wie in einem Theile dieser Beispiele steht auch sonst das 

Subjekt am Ende des l.Vsgl. : 

Puls li bons pedre | ad escole {Hds.: P. ad e. li b. p.) le mist ALSTcft» 
Ne ja ledece | n'ert an tei demenede 29 b. 98 cf. Unc mais nuls hom | en 
tere ne vit plus 1040. 1461. 

472] Seltener steht das Objekt: 

Ja mais ledece | n*aurai — kar ne pot estra — ne . . . ALS 99b.ct. 
Unches meillurs | n'en out reis ne c[a]aignes ROL 1850 {fehlt V*). 

473] oder eine eingeschobene Anrede: 

(Et) enpur tei, [filz,] i m'en esteie penet ALS Sleft- 

474] ein eingeschobener Satz zur Einführung direkter Rede: 

»Certes«, dist il, i »n'i as mais ad ester ALS 88b. 36b. 

475] d. Verbum und prädikative Ergänzung dazu: 

a, Verbum — Prädikativ: 

Steht das Verbum substantivum am Ende des 1 . Vsgl, was 
im ALS selten ist, so füllt meist das Prädikat mit etwaigen 
näheren Bestimmungen das 2. Vsgl., mag es nun mit dem Ver- 
bum substantivum eine zusammengesetzteVerbalform ausmachen 
(A) oder nicht (B): 

Ad A: La bataille est | aduree endementres ROL 1396. 485. Ne nus 
seiuns i cunduiz a mendeier 46. Vers vos s'en est | parjurez e mal mis 3830. 

476] Ad B: Le cors an est | an Rome la citet ALS 109 cd. 77b. Mar- 
gariz est | mult vaillant chevalers ROL 1311. 1041. La bataille est | mer- 
veilluse e cumune 1320. 1311. 1412. 1651. 1593. 1620. 1610*. Carles serat } ad 
Ais a sa capele 52. 24. 51. 151. 583. 719. 748. 1077. 1095. 1846. 2413. 
3220. 3224. 3228. 3230. 3238. Que io ne fui | al estur cumencer 2413. 
La banste [fut] 1 grosse cume uns tinels 3153. La guige en est | d*un bon 
palie roet 3151. 

477] Ist das Prädikativ ein Particip, so steht zuweilen nicht 
dieses, sondern eine zugehörige adverbiale Bestimmung an der 
Spitze des 2. Vsgl.: 

Pur oec en est | oi cest jurn eneuret ALS 109b!! Puis que il est \ 
sur sun cheval muntet ROL 896 (= V*). 3858 (fehlt V*). 

478] So auch das Subjekt: 

Tut sul 8*en est | Eufemien turnet ALS 69 d. enceis qu'en seient | set 
cenz espees traites ROL 811 (= V*). [E]l cheval est | Tespee aresteue 
1332 (fehlt V*). 



60 

479] Dem Prädikativ folgt das Subjekt : 

El cor8 V08 est | entree mortel rage ROL 747 (> V*, fehlt den übrigen). 

480J Ebenso in einem Beispiel, in dem das Prädikativ kein 
Particip ist: 

Einz le ve«pre (mult; ert | [multl^gref la departie ROL 1736 (>V*, 
fehlt den übrigen). 

481) Nicht immer steht das Verbum substantivum am Ende 
des 1. Vsgl. Beispiele gesondert, wie §. 475: 

Ad A: Quer or est s'anamc | de $2^1orie replenithe ALS 123c. 

482] Ad B: Fud la pulcela | methei de [malt] haltparentet ALS9a**. 
Pur CO suDt Francs | si fiers cuiue leuns HOL 1888. e sunt ansemble I 
])lus de cinquante uilie 1919. Quant ert il mais | recreanz d*06teier 
528. 543. Quant ier il mais | d'osteier recreant 556. 

483] Andere Verba, die ein Prädikativ auf das Subjekt zu sich 
nehmen, stehen am Ende des 1. Vsgl., während jenes das 2. 
füllt: 

Vint en la cambre | pleine de marrement ALS 28a. 66b. Cist paien 
vont I jrrant martirie querant ROL 1166 (= V*). 2472* (=V'V>V*PC, 
fehlt L). 

484] Eine adverbiale Bestimmung zum regirenden Verbum geht 
dem Prädikativ vorher: 

A grant duel met | la sue cam medisme ALS 87 b. qu*il devendrai 
jointes ses mains tis hom ROL 223 {fehlt V*). 

485] Bei den mit avcir zusammengesetzten Verbalformen steht 
oft das Hilfsverb in der Cäsur, während das Prädikativ das 
2. Vsgl. füllt : 

eist dols 1*aurat | enquor paracurede ALS 80c. Blancandrins ad | tut 
premereins parled ROL 122. Tant vus aurai | en curt a rei portee 446. 688. 
il li ad I cum chevalcr mustree 1369. 

48G] In den letzten Beispielen stand vor dem Prädikativ noch 
ein anderes Wort; nicht so in folgenden: 

Ensemble avum | estet e ans e dis ROL 2028 (= V*). 

487] Andere Satztheile stehen nur ausnahmsweise vor dem 
Prädikativ: 

z. B. das Subjekt: 

8. §. 116. 

488] oder das Objekt: 

Quer tuit en unt | lur voiz si atempredes ALS 119 c. Vos li aves ( 
tuz ses castels toluz ROL 236. 3324*. 3362. 3649. 

489] Vereinzelt folgt dem Prädikativ das Objekt: 



61 

Sur mei avez | turnet fals jugenient ROL 328 {fehlt V*). Quant 
Tierris ad | vencue sa bataille 39:M (Jehlt V*). 

490] Aveir nicht am Ende des l.Vsgl. zeigt nur derVs.: 

[Si] (Des) at li emfes | sa tendra cam mudede ALS 24a. 

491] Auch sonst kann am Schluss des 1. Vsgl. ein Verbum 
stehn, das ein Prädikativ auf das Objekt bei sich hat. Das 
2. Vsgl. wird von dem Prädikativ meist gefüllt : 

Maie or(e) les vei | si dures e si posmes ALS 96e. i'Se jo[t| ousse | la 
jus suz lu degret 98c. Nus les ferums | vermeilles de chald sanc ROL 950. 
Mais le cors ad | tressuet e mult ehalt 2100. 1399. 1460. 3070. 

492] Selten geht das Objekt dem Prädikat vorher: 

Hoc truverent | danz Alexis sedant ALS 23 d. Ja ne verrez { cest 
premer nieis passet ROL 693. 1067. Ja avez vos | ambs dous les braz 
sanglanz 1711. D*Affrike i ad ( un Affrican venud 1550. 

493] Beispiele, in denen das Verbum nicht in der Cäsur steht : 

Truverent nos I e morz e detrenchez ROL 1747. Rendre le quidet I 
u mort recreant 2733. Trait Durendal, j sa bone espee, nue 1324 (s. §. 140;. 
Ve[d]e[i]r puez | les granz chemins puldrus 2426. 

494] ß. Prädikativ — Verbum: 

Steht ein Particip am Ende des l.Vsgl., so kann das Ver- 
bum substantivum , mit dem es eine zusammengesetzte Verbal- 
form bildet, unmittelbar folgen: 

e esclargiz | est la sue grant Ire ROL 3989 (fehlt V*). Pris e liez | 
serez par poestet 434 (fehlt V*J. 

495] Einmal geht ihm ein proklitisches Wort vorher: 

ü pris u mort | i fust 11 reis Marsilie ROL 1730 (= V*). 

496] Auch sonst kann das Verbum substantivum von seiner 
prädikativen Ergänzung getrennt sein, indem diese in der Cäsur, 
jenes am Anfang des 2. Vsgl. steht: 

Sur tute gent | est la tue hardie ROL 1617 (= V*). Ben devums 
ci ! estre pur nostre rei 1009 (fehlt V*. 

497] Wörter mit eigenem Accent gehen dem Verbum substan- 
tivum stellenweise vorher: 

A cel Saint hume | trestut est lur talent ALS 106 e. Les colps des 
mielz I cels sunt de Durendal ROL 2143. 

498] Auch von anderen Verben kann ein Prädikativ, das im 
1. Vsgl. steht, durch die Cäsur getrennt werden bei übrigens 
verschiedener Wortstellung : 

Tut sul s*en est | Eufemien turnet ALS 69 d. Sul les eschelesj 
ne poet il acunter ROL 1034. 



62 

499J Tut premerein I Ten respunt Falsaron ROL 879. 1189.3373. 
E lui meisme | en est mult esguaret 1036. 

500] Eine prädikative Bestimmung zum Objekt steht selten im 
1. Vsgl. gelrennt vom Verbum: 

Noble vaeaal | vos i solt hom claraer ROL 352 (fehlt V*). 

501] e. Substantivum und Attribut: 

a. Substantivum — Attribut : 
Steht das Substantiv in der Gäsur, so füllt das Attribut in 
der Regel das 2. Vsgl., mag es nun ein präpositioneller Aus- 
druck sein (AX ein Genitiv (B), Adjektive oder Participien (C) 
oder ein Adverb (D) oder verschiedene attributive Bestim- 
mungen zusammen (E). 

Ad A: Si fut un sire | de Rome la citet ALS 3c 4e. 9b. 10a*. 33c. 
81c. 118d. Entre le dol | del pedra e de la medre 94a. Fors Blancan- 
drins I del castel de Valfunde ROL 23 607. 646*. 666. 808. 812. 858. SSS. 
960. Tenez les clefs | de ceste citet large 654. 744. 804. 997. Icil ert 
frere i al rei Marsiliun 880. 1214. ceintes espees | as punz d*or neielez 
684. 913*. Li emperere | od la barbe flurie 2605. Co est U granz (dulora) 
[dol«] I por la mort de Rollant 1437. Cil tient la tere | entrefsqu'a la] 
(quascaz) marine 956. Cunquerrat li les teres | d*ici qu*en Orient 401 
(cor rupter Vers, nur in 0). 

502] j4dB: a la grant feste | seint Michel del Peril ROL 152. Seiez 
es hus I Oliver e Rollant 3016. 

503] Ad C: Dune prist muiler | vailante et honurede ALS 4d. quatre 
cenz muls | cargez del or d'Arabe ROL 185. 645. 

504] Ad D: Teres e fiez I tant cum vos en vuldrez ROL 76 (=: V*). 
2110 (= V*). 

505] Ad E : ceintes espees I franceises e d'Espaigne ROL 3089 O alle Hdss.). 

506] Zuweilen folgen dem Attribut im 2. Vsgl. noch andere 
Satztheile : 

so eine Apposition zu demselben Nomen: 
s. §. 151. 
507] ein Attributivsatz zu demselben Nomen: 

Enz en la fosse | des leons o fut enz ROL 3105 {fehlt Y*), 

508] eine prädikative Bestimmung: 

e tantes teres | larges escumbatues ROL 2307 (> V*V'VP, die stimmen). 
509] ein Verbum : 

e de rhonur | del secle ne Tencumbrent ALS 40e. Sur an perroni 
de marbre bloi se culchet ROL 12. 2819. 2966*. 2967. 

510] ferner : 

An la maisun | Eufemien quereiz ALS 63 d. Wegen ALS 83e tergt. 



63 

§. 406. Les {disl escheles Charlun li ad mustrees ROL 3314 (=V*). 3552 
(= V*). 

511] eine adverbiale Bestimmung: 

8. die ersten Beispiele im §. 142. 

512] Vorangehen kann dem Attribut vereinzelt: 

eine Apposition zu demselben Subjekt: 

8. §. 152. 
513] ein Verbum : 

s, §. 145 (ausser den vier letzten Beispielen), 

514] Steht das Substantiv, zu dem das Attribut gehört, nicht 
am Ende des 1. Vsgl, so füllt das Attribut immer das 2. Vsgl. 
Hinter dem Substantiv kann stehen: 

eine andere attributive Bestimmung (präpositionaler Ausdruck): 

cons fut de Rome | de[l](8) melz ki dune i eret ALS 4b. Sire est 
par mer | de quatre cenz drodmunz ROL 1521. Carles 11 velz | a la barbe 
flurie 970. 

515] ein Verbum : 

Rices hom fud | de gi*ant nobilitet ALS 3d. Le num lar dist | del 
pedre e de la medre 76 c! (= L). Tant i aurat | de besaoz esmerez 
ROL 132. 533. Vint milie [sunt] I ad eseuz e as lances 913. Orez i ad | de 
tuneire e de vent 1424. 541. Barbarins est | d'un estrange pais 1236. 

516] femer auch: 

La lei i fut | Mahum i Tervagan ROL 611 (>V*V\ die stimmen). 

517] und endlich: 

Grifuns i ad | plus de trente miliers ROL 2544 (bestätigt durch 
V'V>V*, fehlt den Übngen). 

518] ß. Attribut — Substantiv : 

Präpositionale Ausdrücke werden oft von dem Nomen, zu 
dem sie im Verhältniss eines Attributes stehen, durch die Cäsur 
getrennt, wenn sie am Ende des 1. Vsgl. stehen, mag nun das 
betreffende Nomen das 2. Vsgl. beginnen (Ä) oder nicht (B) : 

Ad A: Vit del sain home | le vis e der e bei ALS 70 b. Guar[dez](8) 
de mei [ Tanme de tuz perils ROL 2387. N'orrat de nos | paroles ne 
nuveles 55. Des plus feluns [ dis en ad apelez 69. 2614. 

519] Ad B: De la Celeste | li luostret veritet ALS 13d. lOdft. 73d*. 
88c. ^ 107b. al sun seignor | il lur seit boens plaidiz 121 e. De vasselage i 
fut asez chevaler ROL 25. De noz ostages | ferat tre[n]cber les testes 
57. 388. 442. De dulce France I i ad quinze milliers 109. 127. 177. 182. 
202*. 239. 588. 651. 1239. De voz paiens \ muU gi-ant perte i aurez 568. 
507. 665. 843. 918. 939. 1815. 1820. 3276. e de Gascuigne | U proz quens 
Acelin 172. De cels de France | virent les gunfanuns 857. 677. 869. 2975. 



64 

Se de mun cors I vo6il aquiter la vie 492. Cuntre paiens | fut tuz tens 
canipiuns 2244. Kar de ferir | oi jo si grant bosoign 1366. 1411. 
Quant por ferir | vus demufttrai grant ire 514. De voz manaces, | cul- 
vert, jo n'ai essoign 1232. 

520] Dass ein Adjektiv oder Numerale von dem nocli dazu 
unmittelbar folgenden Substantiv durcli die Gäsur getrennt wird, 
kommt im ROL vor: 

MuH orguillos | parcuner i aurez ROL 474. Quatre cenz milie | che- 
valers puifl aveir 5G5. 991. 3053*. 3063. 3402. 

521] f. Substantiv und Apposition: 

a, Substantiv — Apposition : 
Steht das Nomen am Ende des 1. Vsgl., so pflegt die Ap- 
position das 2. zu füllen : 

a cel Saint cors, | a la gemme Celeste ALS 116 b. que Charlp[ma^ne]8 
(li raandet), | li reis poesteifs ROL 460. 819. W\ perdrat Carles, h reis 
ki France tient 755. 363. e Pinabel, | mun ami e mun per 362. 176. 
505. 576. De mes pecchez, | des granz e des menuz 2370. Li nies Droun, ) 
al vieill e al canut 2048. 28. 

522] Gelegentlich folgt aber auch der Apposition ein anderer 
Satztheil noch im 2. Vsgl. : 

ein Attribut zu demselben Substantiv: 

8. §. 152. 

523] ein Prädikativ: 

Trait Durendal, I sa bone espee, nue ROL 1324 (> alle). 

524] ein Verbum : 

En Tachebrun, | sun destrer, est munted ROL 347 (= V*). 2993 
(= V*). 

525 J eine adverbiale Bestimmung: 

s. §. 142, zweite Hälfte. 

526] Vor der Apposition steht vereinzelt ein anderer Satztheil: 
ein Attribut zu demselben Substantiv: 

8. §. 151. 

527] ein Verbum: 

Estramariz | i est, un soens cumpainz ROL 941. 2595. 2775. 2778. 

528] Nicht immer steht das betreffende Substantiv, zu dem 
die Apposition gehört, am Ende des 1. Vsgl. Es kann ihm folgen: 
eine andere Apposition: 

Carles, li reis, | nostre empere[re] magnes ROL 1 (= V*). 



65 

529] ein Attribut: 

Gefreid d'Anjou, | le rei gunfanuner ROL 106 (= V*). 
530] ein Verbum : 

Deu servirei, I le rei ki tut guvernet ALS 99 d. Carles 8e dort, | li 
emperere riches ROL 718. Par mei li uiandet, | sun mortel enemi 461. 
Guenes i vint, j li fels, li parjurez 674. 1024. 

531] Nur einmal steht in diesem Falle noch vor der Apposi- 
tion ein adverbialer Ausdruck: 

Carles repeiret | od sa grant ost, li ber ROL 2149 (= V*). 

532] Vereinzelt bleibt das Substantiv, auf das sich die Appo-' 
sition bezieht, zu ergänzen. Letzterer folgt ein Adverbialsatz 
in den Vers: 

Vait le ferir, | li bare, quanque il pout ROL 1541 (= V*). 1198 
(> die übrigen). 2444 (= V*). 

533] ß, Apposition — Substantiv : 

Häufig sind im ROL die den Personennamen meist un- 
mittelbar vorgesetzten Substantiva, welche den Rang u. s. w. der 
Person bezeichnen, von dem Namen durch die Cäsuj getrennt: 

Li eraper[erje8 | Carles de France dulce ROL 16. Sun cnmpaignun | 
Gerers ocit uncore 1580. 1269. 1692. Sun cumpaignun 1 Rollant sur tuz ses 
humes 2018. Li arcevesques | Turpin en apelat 2137. 2169. Pleignenfe lur 
deus, I Tervagan et Mahum 2696. 

534] Mitunter sind die betreffenden Wörter schon durch andere 
geschieden, die am Anfang des 2. Vsgl. stehen : 

lert i sis nies, | li quens Rollanz, co crei ROL 575. 585. Sun cum- 
paignun I ad truvet Oliver 2201. que mun nevold | poistse] venger, Rol- 
lant 3109. 

535] Substantiva, die im 1. Vsgl. genannt sind, werden im 2. 
mitunter durch ein Pronomen wieder aufgenommen. Die ersteren 
haben daher formell die Stellung einer Apposition zu dem Pro- 
nomen bekommen, was jedoch für meine Aufstellungen nicht 
massgebend gewesen ist. 

Beispiele ä. §§. 889 und 401. Ferner: L'empereur | tant li dunez 
aveir ROL 570 (— V*j. 

536] g. Adjektiv und eine adverbiale Bestimmung dazu : 

a. Adjektiv — adverbiale Bestimmung: 
Steht das Adjektiv am Ende des 1. Vsgl, so füllt die ad- 
verbiale Bestimmung das 2. : 

Ja mais n'erc lede | pur home ne pur femme ALS 91 e. N'i vint 
amferm | de nul auifemietet ll2a. et il est dignes | d*entrer en paradis 

5 



€6 

35 0. MuH 86 fiiit fiers | de ses armes porier ROL 897. Quenet est feb | 
a'iüo (iu*il lo trait 8829. 

6371 Steht das Adjektiv nicht am Ende des l.Vsgl, so wird 
meist auch das 2. Vsgl. durch die adverbiale Bestimmung ge- 

mill : 

UoiToanz ort | de sa giierre inener ROL 906. que estrait estes \ de 
luult grünt parented 356. Dura unt les quirs | ensement cume fer S249. 

ai7a. 



538 1 Bisweilen steht davor noch ein Verbum: 

8, §. 148. 
53))] bisweilen danach: 

s. §. 149. 

640) ß, adverbiale Bestimmung — Adjektiv : 

Der adverbiale Ausdruck füllt das 1. Vsgl., das Adjektiv 
steht am Schlüsse des Verses: 

Del tons conseil | sumes tut busuinus ALS 78e. De sa paroTe I ne 
fut mie bastifs ROL 140. Sur tuz les altres | est Garles angoissus 8^. 
Knvers Franceis | est mult contrarius 1222. 

541] h. Koiyunktion und Verbum: 

Die Konjunktion steht nie in der Cäsur. 

Beispiele 8. §§. 41. 43. 44. 46. 47. 49. 50. 52. 54. 

542] i. Präposition und zugehöriger Infinitiv: 

Auch die Präposition steht nicht in der Cäsur. 

Beipiele «. §. 68. 



D. 

543] Der Versschluss, 



Durch den Versschluss können von einander getrennt werden: 

I« Bwei versohiedene Satag^Bs: 

1) selbständig nebeneinander stehend: 

Diese Erscheinung ist so häufig, dass alle weiter zu be- 
spreclienden Fälle gleichsam nur als Ausnahmen von obiger 



67 

Regel gelten können. Als Beispiele einer Strophe resp. einer 
Tirade, in der jeder Vs. mit einem Satzganzen abschliesst, sollen 
folgende beiden Stücke dienen : 

Bons fut li secles al tcns ancienur. | Quer feit i ert e justise et amur;| 
si ert creance dunt or(e) n*i at nul prut. | Tut est muez. Perdut ad sa 
colur. I Ja mais n'iert tel cum fut as aDceisurs ALS 1*. De desnz Ais 
est la pree mult large. j.Des dous baruns justee est la batailie. | Cil 
sunt produme e de grant vasselage;! e lur chevals sunt curanz e aates. | 
Brochent les bien. Tutes les resnes lasquent. | Par grant vertut vait ferir 
Tuns li altre. | Tuz lur escuz i fruissent e esquassent. | Lur osberrcs rum- 
pent e lur cengles de[parteut](piecent). | Les alves turnent. Les seles 
[en sunt guastesl (cheent a tere). | Cent niilfie] humes i plurent kis es- 
guardent ROL 3873-3882. 

544] 2) eine Parenthese und der sie umschllessende 
Satz, resp. ein Theil desselben: 
a. Die Parenthese ist ein vollständiger Satz : 
Dieselbe kann einen ganzen Vs. (A), auch mehrere ein- 
nehmen (B): 

Ad A: Li apostolie e li empereor | — li uns Acharie(s), li altre 
Anorie(8) out num — | e tut le pople ALS 62 b. Tut premerein Ten 
respunt Falsaron 1 — icil ert frere al rei Marsiliun — : | »Bei sire . . . .« 
ROL 880. 

545] Ad B: Devant lu rei est venuz Pinabel | — granz est e forz e 
vassals e isncl ; | qu' il fiert a colp de sun tens n *i ad mais — | e dist al 
rei ROL 8839. Carles li magnes, cum il vit Tamiraill | e le dragon, 
Tenseigne e l'estandart I — de cels d* Arabe si grant force i p(ar)ar ad ; | 
de la contree unt puvprises les parz | ne mes ^ue tant (s)cu[ni](e) l'em- 
perere(s) en ad — | h reis de France s'en escriet mult halt 3331. 

546] Selten nimmt die Parathese nur das Ende des Vs. ein, 
und zwar das ganze 2. Vsgl., 

8. §. 221. 
547] oder nur den letzten Theil desselben, 

8. §. 97. 
548] b. Die Parenthese ist ein elliptischer Satz: 

8, §. 27 etn einziges Beispiel, 

549] II. Tfaeile eines Satzganzen, welche weder koordinirt 

noch von einander abhängig sind: 

Der Fall, dass zwei benachbarte Vss. syntaktisch nicht direkt 
auf einander zu beziehen sind, ist nicht häufig und hat auch 
nicht das Interesse, wie wenn die beiden Glieder eines Vs. in 
dem gedachten Verhältnis stehen, da zwei benachbarte Vss, 

5* 



68 

nicht in dem Ma«y?e eine Einheit gegenüber anderen Versgruppen 
ausmachen, wie die zwei Vsgl. gegenüber anderen Vss. Die 
einzelnen Fälle werden bei Gelegenheit anderer in Frage kom- 
mender Erscheinungen und unter anderem Gesichtspunkte be- 
sprochen werden. Hier können wir von einer Klassifikation 
und besonderen Erörterung wol absehen. In Betracht kommen 
folgende Stellen: 

ALS 8b. 43d. 95d. 113a. 117a. ROL 225. 363. 612. 6«4. 757. 1719. 
1934. 2477. 2938. 3102. 3104. 3105. 3834. 

550] III. koordinirte Theile eines Satzganzen: 

1) Nebensätze: 
a. Objektssatze: 

In einem Beispiele nehmen die Nebensätze je einen ganzen 
Vs. ein: 

Co duinset deus, le filz sancte Marie, | einz qae io vienge as maistres 
porz de Sirie, | Tanme del cors me seit oi departie, | entre les lur [fust] 
aluee e mise, | e ma car fiist de lez eis enfuie ROL 2940. 

551] In den übrigen steht der Hauptsatz im 1. Vsgl., im 2. der 
erste Objektssatz, im folgenden Vs. ein weiterer, oder es 
schliessen sich noch fernere Objektssätze an, die je einen oder 
mehrere ganze Vss. füllen: 

Jo ateiid[e1i[e] | quet a mei repairasses, i par deu merci que tun 
reconfortasses ALS 78 d*. e co lur dist, | cum il s'en fiiit par mer, le cum 
il fut en Alsis la citet, | e que l'imagine deus fist pur Im parier. J e pur 
Tonor duut nes volt ancumbrer | s'en refuit en Rome, la citet. 77a. 

552] b. Adverbialsätze: 

In den folgenden Beispielen nehmen die Adverbialsätze 
(im zweiten substantivirte Adjektivsätze in adverbialer Stellung) 
nur ganze Vss. ein : 

Par mi les rues an venent si granz turbes, I ne reis ne quons n*i 
poet faire entrarote, I ne le saint cors ne pourent passer ultra ALS 103 d. 
ki dune veist cez eseuz si mal mis, I cez blancs osbercs ki dune oist fre- 
mir I e cez escuz sur cez helmes cruisir, I cez chevaler ki dune veist 
cair I e humes braire, contre tere murir, I de grant dulor li poust suvenir 
ROL 3483. 

553] In einem anderen Beispiel nehmen die adverbialen Vorder- 
sätze 1+1 V«, in einem weiteren l+Va Vs. ein: 

Set a mei sole vels une feiz parlasses, I ta lasse medre si la lre]coii-> 
ortasses I ki si *8t dolente, I eher filz, bor i alasses ALS 90c. 



69 

554^ Se trois Bollant, li pruz, en mi ma veie, I se nel assail, | dune ne 
faz jo qne creire ROL 986. 

555] 2) einzelne Satztheile: 

a. Subjekte und Prädikate: 
Einem konjunktionalen Nebensatze wird ein zweiter, der 
meist einen (A)^ einmal' zwei Vss. lang ist (B)^ angefügt, ohne 
Wiederholung der Konjunktion: 

Ad A\ si l^li] depreient i qne la citet ne fandet, | ne ne perissent la 
gent ki enz tregunaent ALS 60c*. 120d*. que nus perduns Fonur 
ne la deintet | ne nus seiuns cunduiz a mendeier ROL 45. 59. 1063. 
Quant Temperere ad faite sa justise I e esclargiez est la sue graat Ire 
3988. 

556] Ad,B\ ^ que Timagine deus fist pur lui parier,! e pur l'onor dunt 
nes Yolt ancumbrer | s*en refuit en Rome la citet ALS 77c. 

557] b. Subjekte und Prädikative dazu: 

An einen vollständigen Satz werden neue Subjekte und 
zugehörige Prädikative ohne Wiederholung des Verbums in der 
Weise angereiht, dass die unvollständigen Sätze entweder je 
einen Vs. (A) einnehmen, oder je ein Vsgl., aber zusammen 
einen ganzen Vs. (J5): 

Ad A\ Tut par seit fei ki nes vait envair, | e recreant ki les lerrat 
guar[ir] ROL 2062. Gualter de Hums est bien bon cbevaler, | li urce- 
yesque prozdom e essaiet 2067. 3220. 

558] Ad BzJHalt sunt li pui, e li val tenebrus, I les rocbes bises, | les 
destreiz merveillus ROL 814. 1830. 

559] c. Subjekte und Objekte: 

Alles wie §. 557: 

Ad A\ Enquoi perdrat France dulce sun los, | Charles li magnes 
le destre braz del cors ROL 1194. Sanglant en ad e Tosberc e [la] brace | 
sun bon cheval le col e les [es]palles 1343. 3564. 

560] Ad B: De cels d*Espaigne en ad getet mort vint I e Gualter sis, | 
e Tarcevesque eine ROL 2058. 

561] d. Subjekte und Adverbia: 

wie §. 557 A: 

Li quens Gerinn set el ceval Sorel, | e sis cumpainz Gerers en Passe- 
cerf ROL 1379. Li empereres chevalchet ireement I e li Franceis cur[uc]u8 
e dolent 1834. 

562] e. Objekte und Prädikative dazu: 

wie §. 557. Nur füllen die unvollständigen Sätze sub B 
auch mehrere Vss.: 

Ad A : Tantes dolurs ad pur tei andurede I e tantes fains e tantes 
[seiz passedes] (consireres) 1 e tantes lermes pur le ton cors pluredes 



70 

»• i. ii' Taut banste i ad e fraite e sanglent^, | tant fi^n- 

« \M\\ i'iiiitM^jno ROli 1899. o38t). L'eacut Rollant unt frait 

.. .>, I > .UM oHbciv rumput e dcsmailet 2157. 237. 526. 541. 554. 

■.. '".'i 'i'iii. ".Ns»«'!. 'M)f<7, Kscuz unt genz, espiez valentinei« ■ e gun- 

• t. *«!;uu<4 I* Mi»iH e vermeilz 998. 1799. 3115. 

H'«{ Ui H: Ihnxal tantos hanstes i ad par nii brinees, | escuz fruiscz j e 
■. oino* .losuiiiilwH KOL3386. 3001. 3820 -*21* e Teschine ad bcn halte,| 
Miuu'lio Ih i'iiu I la crignete jalne, I petites les oreilles (corrupt!), \ la 
u2«(o lu(o l'alvo 1G54. 

.iiil| IWile Fälle gemischt zeigt folgende Stelle: 

t) Um Ikarbe» unt blanches, | osbercs vestuz, | e lur brunies dubleinesj 
ooiiktüri oM|io(M tranceises e d'Espaigne ROL 3087. 

Mk>| bJiswuilen wird mitten zwischen derartig angereihte un- 
Vi»llsländige Sätze ein vollständiger untergemischt, der im S.Vsgl. 

/u strhon pflegt: 

riez ad copiez e les gambes ad plates, | curte la quiffe ! e la crnpe 
bioii largc, I lungs les costez, | e Teschine ad ben halte ROL 1652. 2076. 

;u>8«. 

5r>7| f. Objekte und andere adverbiale Bestimmungen: 

on iooHt Hiecle nus acat ijais c glorie I e en cel altra la plus durable 
^florie ALS 125c. Trenchet le nes ... i ... I de l'oree sele (se) [les] dous 
»Ivt'H tl'argcnt I c al ceval le dos parfundemont ROL 1605. 

508 1 g. verschiedene adverbiale Bestimmungen (nicht Objekte): 

Vers Sarrazins reguardet fieroment I e vers Franceis huineles e dul- 
(MMncnt ROL 1162. 

:m\ h. Subjekte: 

Subjekte sind oft in der Weise an einander gereiht, dass 
zwei oder mehr Verse von ihnen gefüllt werden und keins aus 
dem einen in den andern übergreift: 

filz, oui cront niea ji^ranz ere<litez, I nies lar^^e« terres dunt jo aveie 
asoz. I nies granz paleis do Rome la citet ALS 81b. Vi lilanoandrins i 
vint al canud peil I e Jurfaret ki est ses tilz e ses heirs I e Talgalifes, 
Hun uncle e sis fedeilz ROL 504. 101. 10:52. 1810. 2776. 2922«^^. '^'^1 sqq. 
3514. 3;»36.s'g7. 

5701 Während in den vorhergehenden ßt»ispielen die Subjekte 
sich auf ein vorhergehendes Prädikat bezogen, gehören sie in 
den nächsten Vss. zu einem folgenden Verbum : 

Cil Mah\iniet ki nus ad on baillie I e Tervagj\n, ( e^ Apollin nostre 
sire I Salvent le rei ROL 2711. 2SS2. 

571] Ähnlich anakoluthische Subjekte: 

Surz ne avoglos ne oontraiz ne loprus | ne muz ne orbs ne neuls 
[languer\is] ijuilazinus) I en8iir[e| tut ne n[e|nls [palazinus] danguerus'' 
— luul^s nVn i ud ki 'u alget malendus ALS fllla fiqq.\ 



71 

572] so auch im elliptischen Satze: 

Set ceDZ cameilz d'or e d^argent cargiez | e vint hostages des plus 
gentilz (de)8uz cel BOL 645. 

673] An einen Satz schliesst sich im folgenden Vs. ein auf das* 
selbe Prädikat zu beziehendes Subjekt an, oder auch deren 
mehrere ; damit wird der folgende Vs. in der Regel ganz gefüllt. 
Schliessen sich weitere Subjekte in weiteren Vss. an, so tritt der 
im §. 569 besprochene Fall ein : 

Sovent 1e virent e 1e pedre e la medra i e la pulcela quet li ert 
espusede ALS 48a. Cui erent mes granz ereditez, I mes larges terres 
dunt jo aveie asez 81a. Tei cuvenist helme e braoie a porter, | espede 
ceindra came tui altre per 83 a. lert i sis nies, 11 quens RoUant U ricoesf 
e Oliver en qui il tant se fiet ROL 585. 175. 503. 902. 935. 1031. 1809- 
3185. 3306. 3932. Li quens RoUanz i fut remes, sis nies, I e Oliver I e 
tuit ü duze per 2775. 672. 2405*. 2921. 3960. U est Gerard de Russil- 
lun, li veilz, I li duze per que jo aveie laiset? 2409. Que est devennz li 
guascuinz Engeler, I Sansun, li dux, e Anseis, li bers? 2407. 2542. 3022. 
3543. 3793. 

574] Ein übergeordneter Satz Ist am Ende des 1. Vs. einmal 
eingeschoben : 

lert i sis nies, li quens Rollanz, co crei, | e Oliver, li proz e li cur- 
teis ROL 575. 

575] Mitunter ist das zweite Subjekt mit einem adverbialen 
Ausdruck angeknüpft, der dazu bestimmt ist, die in dem Ver- 
bum vorher ausgesprochene Handlung, so weit sie von dem 
neuen Subjekt prädicirt wird, als in bestimmter Weise modifi- 
cirt zu bezeichnen : 

Sur un perrun de marbre bloi se culchet, I envirun lui plus de vint 
milie huines ROL 12. 103. 409. 3018. 3195. 3935. El plait ad Ais en fut 
juget a pendre, I de ses paresz ensembr od lui tels treote 1409. Ardent 
cez banales de fraisne e de pumer | e cez escuz jesqu^as bucles d*or 
mier 2537. 

576] Ein in der Weise, wie im §. 573 beschrieben, angereihtes 
Subjekt füllt einmal den betreffenden Vs. nur bis zur Cäsur: 

Ad B: Tant i plurat e le pedra e la medra I e la pulcela | que tuz 
s'en alasserent ALS 100 a. 

577] Dass in verschiedenen Vss. verschiedene Subjekte dem 
Prädikat vorhergehen, zeigt sich ausser den im §. 579 genann- 
ten Fällen in den folgenden: 

1) Li apostolie e li empereor I — li uns Acbarie(8), li altre Anone(8) 
out num — I e tut le pople | par commune oraisun I depreient deu . . . 
ALS 62a. 

578] 2) Vait s*en li pople. ( [£] le pere e la medra ' e la pulcela | 
UBches ne desevr erent ALS 121a. 



72 

579] i. Prädikate: 

Prädikate, deren Subjekt zu suppliren ist, können in ver- 
schiedenen Vss. stehen, ohne dass eins in einen andern Vs. über- 
greift, und füllen die betreffenden Vss. auch aus: 

Quar par cestui aurum boen adjntorie | si li preiuns que de tnz mala 
no8 tolget ALS 101 d. 106 a. 125 a. Iloec anportent danz Alexis acerte8| 
et attement le posent a la terre 114c. 120c. Cunseilez mei cume mi 
saive hume | 8im(e) guarisez e de mort e de hunte ROL 20. 62. 80*. 
Voeillet o nun, desuz ces vals s'en fut { [e] si recleimet Rollant qu*il li 
aiut 2043. 780. 2186*. 3194. Ne poet muer n*en plurt e nes dement | 
e priet deu qu*a8 anmes seit guarent 2517. 614. 3173. 3353. 

580] Vereinzelt steht im zweiten Gliede des l.Vs. eine Paren- 
these: 

CJo ad ques volt | — nient n'[en] est a dire — | ensorfe] tut e si veit 
deu medisiue ALS 123d*— fe« Trait ad Tespeel — le punt est de cristal — | 
si fiert Naimun en Telme principal ROL 3431. 629. 

581] oder auch am Ende des ersten Gliedes des 1. Vs.: 

Ferez, seignurs, j des espees furbies f si calengez e [voz] (vos e) morz 
e voz vies ROL 1925. 

582] Nur das Ende des 1. Vs. nimmt das erste Prädikat ein 
in folgenden Beispielen: 

Guenes, venez avant | si recevez le bastun e lu guant ROL 280. 
3589—90*. Brocbent a eit; | dune laisent curre francs y si vunt ferir de 
lur espiez trencbanz 3350. 384. 3547 — 48*. Marsiliun, co dit, serat guarant | 
si Ten enveiet sun bastun e sun guant 2726. 

583] Wenn das erste Prädikat den 1. Vs. füllt, so nimmt das 
zweite häufig nur das folgende 1. Vsgl. ein; so meist, wenn 
dasselbe ein Verbum dicendi ist und nach der Cäsur direkte 
Rede beginnt (A)^ aber auch sonst vereinzelt (B): 

Ad A: Mult fierement cumencet sa raisun | e dist al rei: | »Ja mar 
crerez bricun | . . .« ROL 219. 415. 2086. 2280. 

584] Ad B : Brocbent ad alt pur le plus tost aler 1 si vunt ferir. | Que 
fereient il el? ROL 1184. 2811. 2960. 

585] In einem Falle umfasst das erste Prädikat zwei, das 
zweite einen halben Vs. : 

N[e un ne] altra (pur altre), mais sun pedre i ancuntret, | ansembl" ot 
lui grant masse de ses bumes I sil reconut; 1 par sun dreit num le numet 
ALS 43c. 

586] Wenn in verschiedenen Vss. koordinirte Prädikate stehen, 
so ist oft mit dem ersten derselben ein Satztheil verbunden, 
der zum zweiten zu suppliren ist (Subjekt, Konjunktion). Der 



73 

2. Vs. wird für gewöhnlich durch das zweite Prädikat ausgefüllt 
(Ä), biswellen mehrere Verse (B), auch wohl nur das folgende 
1. Vsgl. (C)^ besonders wenn das zweite Prädikat ein Verbum 
dicendi ist und mit dem 2. Vsgl. direkte Rede beginnt (D): 

Ad A : qued il nel recunuissent | e de Thonur del secle ne rencum- 
brent ALS 40 d. ki plus sunt neirs que nen est arrenient | ne n^unt de 
blanc ne mais que sul les denz HOL 195B. Li amiralz en ad le helme 
enclin [ e en apres si *n enbrunket sun vis 8504. ki deu nen ainiet, [ 
Mahumet sert e Apollin recleimet 7. qu'il devendrat jointes ses mains 
tis hnin | e tute Espaigne tendrat par vostre dun 223. 893. 2682. 

587] Ad B: A lui repairent e li rice e li povre { si li requerent con- 
seil d'icele cose ! qu'il unt oit, ki mult les desconfortet ALS öfb. ki 
linkes ne mentis J seint Lazaron de mort resurrexis | e Daniel des leons 
guaresis ROL 2885. 863. 

588] Ad C: Li empere[re] en tint sun chef enbrunc |siduist sa barbe;] 
afaitad sun gernun HOL 214. ki se cumbat as Sarrazins d'Eupaigne | si 
est blecet 1847. 

589] Ad D: Seint Gabriel est repairet a lui J si li demandet: | »Reis 
magnes, que fais tu?« ROL 3610. Envers le rei s'est Guenes aproismetj 
si h ad dit: \ >A tort vus curuciez|...« 468. 122. 264. 647*. 961. Dejuste 
lui li duxNeimes chevalchet|e dit al rei: | »De quei avez pesance?« 881. 

590J Vereinzelt füllt auch der erste Satz, an den nachher die 
weiteren Prädikate angereiht sind, mehrere Vss. : 

e s'il nel fait, il guerpirat ses deus I e tuz ses ydeles que il soelt 
adorer | si recevrat sancte cnristientet ROL 2618. ki guaresis Jonas tut 
veirement { de la baieine ki en sun cors Taveit | e esparignas le rei de 
Niniven 1 e Daniel del merveillus turment I enz en la foäse des leons o 
fut enz, I les treis enfanz tut en un fou ardant 3101. 

591] Einmal steht das Subjekt zu den zwei Prädikaten, syn- 
taktisch mit dem ersten verbunden, im ersten Gliede des 2.Vs.: 

Entantdementres le saint cors conreierent | tuit eil seinur | e bei 
Tacustuinerent ALS 100 c. 

592] Einmal ist zwischen den beiden Prädikaten eine Paren- 
these von zwei Vss. eingeschoben: 

Devant lu rei est venuz Pinabel | — granz est e forz e vassals e 
isnel; | qu'il fiert a colp de sun tens n*i ad mais — | e dist al rei: | 
»Sire vostre est li plaiz. | . . .« ROL 3838. 

593] k. Prädikative: 

a, zum Subjekt: 
Einem vollständigen Satze wird ein auf dasselbe Subjekt 
zu beziehendes Prädikativ oder auch mehrere angereiht im fol- 
genden Verse, der dadurch ausgefüllt wird: 

Fud la pulcela (nethe) de [mult] halt parentet, | fiUe ad un coupta 



74 

de Rome la ciptet ALS 9a*. La vint curant(e), cum femme forsenede, 1 
batant ses palnies, criant, escbevelede 85c. Ainz que Rollanz se seit 
aperceut, I de pasmeisuns guariz ne revenuz ROL 2035. Margarix est 
mult vailiant chevalers | e bels e forz e innels e legers 131 L 1593. 
quant se sent abatut, | de quatre espiez par mi le cors ferat 2083. 

594] In einem Beispiel füllen mehrere Prädikative mehrere Vss.: 

Sainz Alexis est el ciel senz dutance, ( ensembl* ot deu e la com- 
paignie as angeles, | od la pulcela dunt il se fist si estranges ALS 122h. 

595] An einer anderen Stelle greift das erste Prädikativ mit 
einer adverbialen Ergänzung bis zur Cäsur des folgenden Verses 
über und lässt den weiteren Prädikativen nur das 2. Vsgl.: 

cun hol remendras guaste | de bons vassals, | cunfondue e chaiete! 
ROL 1985. 

596] ß. zum Objekt: 

wie §. 593. 

Li quens Rollanz ad Tenseigne fermee, | en sum an terire contre le 

ciel levee ROL 708. 

597] 1. Objekte: 

Objekte können an einander gereiht werden, indem mehrere 
ganze Vss. damit gefüllt werden und keins aus einem Vs. in 
den anderen übergreift. Das regirende Verbum geht mit anderen 
Objekten voran: 

Chi dunt li vit sun grant dol demener, | sum piz debatre | e sun cora 
dejoter ALS 8Gb. [V]o8 li durrez urs e leuns e chenSifset cenzcamelzj 
e niil hosturs niuers, | d'or e d'argent quatre cenz muls careez, ] cinqnante 
carre qu'en ferat carier ROL 31. 64-67. 362. 849. 3267. 3690. 3754. 

598] Ohne die betreffenden Vss. ganz zu füllen, werden eben- 
falls Objekte zu einem vorhergehenden Verbum gelegentlich an- 
gereiht und zwar in folgenden verschiedenen Fällen: 

1) Ne Taraerai a trestut mun vivant I ne Oliver I por co qu'(il) est 
si cumpainz | li duze per j por [co] qu'il 1 aiment tant ROL 284. 

599] 2) e CRparignas le rei de Nivivenf e Daniel | del merveillus ahan | 
enz en la fosse des leons o fut enz | les treis enfanz | tut en un fou ar- 
dant ROL 3103. 

600] 3) Li quens Rollanz unkes n'amat cuard | ne orguillos (ne mal- 
vais) hunie de male (lart I ne chevaler, | se il ne fust bon vassal R<)L2134. 
Si *n apelat Clarin de Balaguet,] Esta marin e Eudropin, snn per,|ePria- 
roun e Guarlam, le barbet, { e Macbiner e sun uncle Maheu | e Jouner 
e Malbien d'ültremer | e Blancandrins | por la raisun cunter 63. 

601] 4) N'i perdrat Carles, li reis ki France tient, 1 men eseiettire | 
palefreid ne destrer | ne mul ne mule que deiet chevalcber ROL 756. 



75 

602] Steht in einem Vs. ein Verbum mit Objekt und wird im 
folgenden Vs. ein neues Objekt oder eine grössere Anzahl der- 
selben angefügt, so füllen dieselben meist einen Vs.: 

Pois li cumandet les renges de 8*espethe | et nn anel [dunt il Tout 
espusethe] ALS 15 b**. Soventes feiz lur veit grant duel mener | e de 
lur oilz muH tendrement plurer 49a. 83c**. Puis ad ocisGebuin eLorainJ 
Richart, le veill, li sire des Normans ROL 3469. Ses granz drodmunz en 
ad fait aprester, | eschiez e barj^es e galies e nefs 2624. 398. 665. 2155*. 
2728. 2955. 3473. 3534. 3661. 3976. [V]o8 li durrez | urs e leons e chensl 
8et cenz caiuelz e mil hosturs muers 30. 75. 199. 842. 2074. 3007. Vus 
n'i aurez palefreid ne destrer J ne mul oe mule que puissez chevalcher 
479. 1421. Si Ten cunquis Provence e Equitaigne | e Lumbardie e tre- 
stute Romaiene 2325. 2331*. 2420. 2618. 2690. 2782. 2962. 3204. 3329. 
3617.3701. Li emperere i fait suner ses greisles | e l'Olifan ki trestu(tu)z 
les esclairet 3301. Tute la teste li a par mi sevree, trenchet le cors e 
[la] bronie safree, | la bone sele ki a or est gemee 1372. Ki lui veist 
l'un geter mort sul altre, | li sancs tuz clers gesir par cele place |134l. 
1970-71*. 2450*. 2964*. 3452*. 3483. 3486. 3551. Pur sun seignor deit 
hom suffrir destreiz | e endurer e granz chalz e granz freiz 1010. 1117. 2180. 

603] Vergleichungsvveise gehört hierher: 

As vus Rollant sur sun cheval pasmet | e Oliver ki est a mort naf- 
fret ROL 1989. 

604] Mit einem adverbialen Ausdruck, wie im §. 575 dargelegt 

worden, ist ein neues Objekt angereiht in folgenden Stellen: 

mais sun pedre i ancuntret, | ansembF ot lui I grant masse de ses 
humes ALS 43 c. Sa blanche barbe cumencet a detraire, | ad ambes 
mains | les chevels de sa teste ROL 2930. Orez i ad de tuneire e de vent, | 
pluies e gresilz desmesureement 1424. 1612*. e beneist Karlun e France 
dulce, I sun cumpaignun Rollant sur tuz ses humes 2017. La destre Joe 
en ad tute sanglente, { Tosberc del dos | josque par sum le venire 3921. 

605] Modifikation von §. 602. Die angereihten Objekte füllen 
mehrere Vss. : 

II n'en i ad ne veie ne senterj ne voide tere ne al[ne ne p]lein 
piedlque il n'i ait o franceis o paien KOL 2399. Weitere Beispiele s. 597. 
Vergi. dazu die in §§. 598—601 besprochenen Modifikationen, 

606] Weitere Modifikation von §. 602: Ein angefügtes Objekt 
füllt nur Qin Vsgl.: 

Quer mei, bei frere, jet enca e parcainin J et une penne ALS 57a. 
Mult grant aveir vos en faz amener J e vint hostages ROL 678. 

607] m. andere adverbiale Bestimmungen: 

Eis können Verse neben einander stehen, die ganz gefüllt sind 
mit adverbialen Ausdrücken zu einem folgenden Verbum resp. 
Adjektivum : 

AI tens Noe et al tens Abraham | et al David qui deus par amat 
tant, I bons fut li secles ALS 2 a. Pur amistiet ne d'ami ne d'amie| 



7C 

na pur hoDuns ki Tes futuent tramioe * o« toH tnmer S^c De 
MkL<fi dt Fürife josqu'as Seinz, | de« Besencuii tresqu^ae []>on] de Gnü- 
b^txd 1 11 '«D ad recet EOL 142%. Pur hanste freiodre e (iwr) esciiE peoeierj 
pur </rgoiilcw veintre e esmaier | e pur prosdotues tenir e cmneiUer 1 e 
pur p^Wiun veiütre « esmaier | es oule tere n'ad meillor dberaler 22l0. 

(t'/}H\ Nur das 2. Vsgl. ist von dem ersten adverbialen Ausdruck 

;^<ffiil)t im Vs. : 

UiiSi Biancandrin« : i >Pa[r] c«ete meie destrefe par la barbe ki al 
j;iz ui« ventelet | TcMft d<^ Franceie verrez seuipres desfere« BOL 47. 

f»lij Mehrere neben einander .stehende Vss. sind gefüllt durch 
adverbiale Au.sdrücke zu einem vorhergehenden Verbum: 

Encei« nel vit »il (rejcnnut veirement lal fier Tisage e al con quHl 
out j(ent I e al reguart e al contenement ROL 1597. raien ceTalchent 
par t'jix greignur» valeed, | halberctt vestuz e (tres bien) [bra-nies eDdot- 
*^<^ti] ' healaniä lacez e ceinte« lur espeet;, | escnz as cols elanoes ada- 

ßlOj Fni folgenden Beispiel füllt eine adverbiale Bestimmung 
den 1. Vs., eine weitere das folgende l.Vsgl., während das Ver- 
burn, zu dem sie gehören, das 2. Vsgl, einnimmt: 

Kuz un lorcr ki eni ttntm un camp, | sur Terbe verie | getent an 
l>iili<i blanc HOL 2651. 

r>n| Ähnliches z(»igt folgender Satz, in welchem jedoch der 
i*vaUi adveibiale Ausdruck nur das zweite Glied des 1. Vs. füllt, 

während im ersten das Subjekt des Satzes steht: 

lii quenH liollanz | par peine e par ahanz | par grant dulor sunet 
Hun Olifan ROL 1701. 

(il!2) Sieht im l.Vs. ein Verbum mit adverbialer Bestimmung, 
so wird hrmllg eine zweite im folgenden Vs. daran angereiht 
und zwar so, dass sie den Vs. füllt (A); seltener reicht sie nur 
bis zur Cilsur (B)- Auch füllen bisweilen mehrere angereihte 
adverbiale Hostimmungen mehrere Verse (C): 

Ad A: ()r revondrai | al pedra ot a la medra J et a la spuse qaed il 
out. i*ri|)UH()tho ALS 21 a. Tut drcitenient en vait en paradisfa snn seinor 
(iu*il avoit tant Horvii 07 c. lia bone niedre ft^em prist a dementer le sun 
ker Hl/ Huv<*nt a ro^rctor 20 d. [Sauu] (Htilvez) seiez de Mahum|e cTApol- 
lin (|ui HuiiiteH \o'\h tonuns HOL 410. E de Oliver li peiset mult forment,! 
<1«*H dwm poi'H (de) la franceise gent 2514. 820. Jo ne lerreiejpar tut 
Tor quc douN fiHt | ne |K>r (tut) Taveir ki seilen cest pais 457. Guardet 
a val e hI ^luinlut a niunt | 8ur Terbe verte ultre ses cumpaignnns 2235. 
'2H\)H. quo jo ai t'ait deH Türe quo nez t'ui J tresqu' a cest jar quo ci 8ai 
roiiHout \1\\1\. \v\\ cunuindot lo cunto Nevelun, | Tedbald de tteins e le 
uiarchiHOtun 8057. 2432. Dune ad tel doel pur poi d*ire ne fentfa ben 
potit (juo il no ^K)rt le seus 320. 



77 

613] Ad B: Or n'estot dire del pedra e de la medra | e de la spuse, | 
cum il 8*en doloserent ALS 119 a. As tables juent pur eis esbaneier | e 
as eschecs | li plus saive e li vell BOL 112. 

614] Ad C: ROL 1597 8. §. 609. 

615] n. Appositionen: 

Zu einem Substantiv folgen in den nächsten Vss. Apposi- 
tionen, die zusammen nur ganze Vss. füllen und nie aus einem 
in den anderen übergreifen: 

De SUD aveir vos yoelt assez duner: {urs e leuns e veltres enchaignez,| 
sei ceuz cameilz et rail hosturs muez, | d*or e d'argent quatre cenz muls 
trussez, I cinquante care que carier eo ferez ROL 128 — 181. 170—173. 
183-186. 846. 2346-48. 2378—80. 3937. 

616] IT. Subordinirte Theile eines Satzganzen: 

1) zwei Hauptsätze, deren einer im Verhältnis 
des Objekts zu dem anderen steht: 

In einem Vs. wird direkte Rede angekündigt, im anderen 
folgt dieselbe: 

e deu apelent andui parfitement: | »E reis Celeste, par ton cuman- 
dement I am fant nus done . . .< ALS 5 c. 63 c. 64 b. 79 a. 104 a. I05a. 107a. 
II en apelet e ses dux e ses cuntes: | »Oez, seignurs, quel pecchet nus 
encumbret.! Li einpere[re]8 . . .c ROL 14. 69. 271. 619. 642. 752. 783. 803. 
862. 875. 891. 900. 911. Icil cumandet le cunte Nevelun, | Tedbald de 
Reins e le marchis Otnn: | »Guiez ma gent; jo vos en faz le dun« 3057. 

617] Einmal ist eine verslange Parehthese dazwischengeschoben : 

Tut premerein Ten respunt Falsaron | — icil ert frerö al rei Mar- 
siliun — : { »Bei sire nies, e jo e vos irum. | Geste bataille . . .« ROL 879. 

618] 2) Hauptsatz und Nebensatz 

(resp. der zu diesem gehörige Theil des ersleren): 

Der Nebensatz kann sein: 

a. ein Subjektssatz: 
a. Hauptsatz — Subjektssatz: 
Der Subjektssatz nimmt einen ganzen Vs. ein: 

Mais ne pur quant si est il asez melz J venget li reis si nus purrat 
venger ROL 1743. II est escrit en Tanciene geste | que Carlas niandet 
butnes de plusurs teres 3742. Ne placet (damne) aeu ne ses [seinz ne 
ses] angles|que ja pur mei perdet sa yalur France 1089. 3718. Ne pla- 
cet damnedeu | que mi parent pur mei seient blasmet 1062. 

619] Ebenso ein substantivirter Adjektivsatz: 

qu*entre mes puinz me depecout ma banste | chi (ad juget mis nes) 
£mun nevuld jugat] a rereguarde HOL 837. 



78 

620] Ein Satz zur Einführung der direkten Rede ist eingeschoben 
zwischen Hauptsatz und Subjektssatz im 2. Vsgl. des 1. Vs. in 
dem Satze : 

»Ne placet deu«, | co li respunt Rollant, | »que co seit dit de nul 
hume vivant ROL 1073. 

621] ß. Subjektssatz — Hauptsatz: : 

Ein substantivirter Adjektivsatz von der Länge eines Vs. 
geht dem Hauptsatze voraus: 

Ki CO jugat que dousez aler | par Charleraagne n'er[t](c 8.) guariz 
ne tensez ROL 353. 3271. 

622] b. ein Objektssatz: 

a. Hauptsatz — Objektssatz: 
Der Objektssatz füllt einen Vs. in den meisten Fällen (A)^ 
vereinzelt nur ein Vsgl. (B)^ oft auch mehrere Vss. (C)\ 

Ad A: (N)il ne lur dist ne(lf) [il] nel demanderent [ quels hom esteit 
ne de quel terre il eret ALS f48d. Escrit la cartra tute de sei medisme,] 
cum s'en alat e cum il 8*en revint 57 d. Est vus resample par trestut 
Ic pais I que cele imagine parlat pur Alexis 37 b. Co li deprient la sue 
pietet I que lur annciiiet ol poissent recovrer 63a. llOd. Ce crei | de 
Sarrazins purum bataille aveir ROL 1006. Nel oi dire ne jo mie nel 8ai| 
li quels dels dous en fut li plus isneis 1386. 355. 2362. si me direz a 
Carlemagne, [a]l(e) rei, | pur le soen deu qu'il ait mercit de mei 81. 
si priet damnedeu | que li soleilz (facet) pur lui [face] arester 2449. 403. 
430. 451. 470. 488*. 2319. 3108-9*. 3799. 3962. que ne lairat pur tut 
Tor desuz ciel | que il (ainz) [alt] ad Ais o Carles soelt plaider 2666. 

623] Ad B: Puis converscrent ansemble longament { [que amfant] 
n'oureiit (amfant). | Peiset lur en forment ALS 5a~b**. 

624| Ad C: D*une raisun oi Rollant parier | ja ne {ne) murreit en estrange 
regnet 5 ne trespassast ses hume[8] e ses pers ROL ^63. 447*. 692. Men 
escientre nel me reproverunt | que il me chedet, cum fist a Guenelun, I 
de sa niain dostre quant recut le bastun 768. Pur co Tat fait que il 
Yoclt vcirement | que Carles diet e trcstute sa gent, | li gentilz ^uens 
quii fut mort cunquerant 2361. Quant co vos mandet li reis Marsilian] 
qu'il dcvendrat jointes ses mains tis bom, | e tute Espaigne tendrat par 
vostre dun, | puis recevrat la lei que nus tenum 222. 3808. Co duinset 
deus, le filz sancte Marie, | einz que jo vienge as maistres porz de Sirie,S 
Tanme del cors me seit oi departie 2938. 

625] Jo ne lerreie por tut Tor que deus fist | ne por (tut) Paveir ki 
seit en cest pais | que jo nel(i) die, se tant ai de leisir, | que Charle- 
[magne]8 (li mandet), li reis poesteifs, | par mei li mandet sun mortel 
enemi 457. 

Von dem Objektssatz im letzten Beispiel que jo etc. ist 
ein substantivirter Adjektivsatz in der Stellung des Objekts que 
Carlemagnes etc. abhängig, der zwei Verse füllt. 



79 

626] ß. Objektssatz — Hauptsatz : 

In dem einzigen Beispiel ist der Objektssatz, ein substan- 
tivirter Adjektivsatz,. vier Vss. lang: 

Chi dunt li vit sun grant dol demener, | sum piz debatre e sun cors 
dejeter, | ses crins derumpre e sen fis maiseler, | sun mort amfant de- 
traire et acoler I [n'i out si] (mult fast 11) dur ki n^estoust plurer ALS 
86**. 

627 J c. ein Adverbialsatz: 

a. Hauptsatz — Adverbialsatz: 
Der Adverbialsatz füllt meist einen Vs, : 

le gunfannn Temperedur porter, | cum fist tis pedre e li tons paren- 
tez ALS 83 e**. Ja tute gent nem (en) sousent turner | qu'a tei an- 
sewble n'ousse converset 98c*. e tantes feiz pur tei an luinz guardet 1 
si revenisses ta spuse conforter 95 c. Jo yos ai fait alques de legerie, | 
quant por ferir vus desmustrai grant ire ROL 513. 769. 2438. 2926—27*. 
2974. N'en i perdrat ne runcin ne sumer J que as espees ne seit einz 
eslegiet 758. 2864. Pleindre poums France dulce la bele, | de tele barons 
cum or remeint deserte 1695. Tant me pois esmaer \ que jo ne fui al 
estur cumencer 2412. Mal nos avez baillit | que 11 franceis asmastes a 
ferir 453. LI amlralz alques s'en apercelt | que 11 ad tort e Carlemagnes 
dreit 3553. Si nos aidez de Rollant, 11 marchis, { par quel mesure le 
ponssum hunir 630. Par ml le cors 11 passet | que mort Tabat el camp 
plelne sa banste 1272. 1306. 3356. 3363. 3467. Car m'esllsez un barun 
de ma marche | qu'a Marslllun me portast mun message 275. 805. 1013. 
3758. Qulas le guant me calst en la place, | cum(e) fist a tei le bastun 
devant Carle 764. Greignor fais portet par giu, quant 11 s'enveiset | que 
quatre utul(e)z ne funt, quant 11 sumelent 977. 

628] Bisweilen füllt er auch zwei Vss.: 

Carles esteit es vals de Morlane, | quan deus del cel li mandat par 
sun afnlgle | qu*ll te dunat a un cunte catalg^ne ROL 2318. Par aml- 
stiez, bei slre, la vos dulns | que (vos) [nos] aldez de RoUant le barun ( 
qu'en rereguarde trover le poussum 6221 1845. 2665. Li amlralz 1 ferat 
cuardle, | s'll ne cumbat a cele gent hardle 1 ki si sunt fiers n'unt eure 
de lur vles 2602. Asez est melz qn*ll 1 perdent les chefs | que nus per- 
duns Tonur ne la delntet ne nus seiuns cunduiz a mendeler | que 44. 58. 

629] Wird vorher durch ein Adverb auf den folgenden Neben- 
satz hingewiesen, so dass dieser gleichsam nur zur näheren 
Ausführung desselben dient, so steht jenes Adverb nie am Ende 
des Vs., mag nun der Adverbialsatz einen (A) oder mehrere (B) 
Vss. einnehmen. 

Ad A: Tant li prierrent par grant humllitct | que la muller dunat 
fecunditet ALS 6a. 34a. 119c. Si grant dolur or m*est apar[e]ude| melz 
me venist, amls, que morte fusse 97 d*. 103 a. 115d. 124 c. L'empereur 
tant 11 dunez avelr | n*l alt Franceis ki tot ne s*en merveilt ROL 570. 
8979. Tant chevalcherent Guenes e Blancandrins | que Tun a Taltre la 
8ue feit plevlt 402. 405. 532. 1601. par tei air (Fat) estrussee e brandie| 
qu'envers le cel en volent les escicles 722. 535. Plus aimet ü traisun e 



80 

murdrie | qiie il ne f<»8ist trestut Tor de Galice 16:56. (Ja) ESiiz ne ver- 
rat pas»er eest premer lueis J que jel sivrai od mil de mes fedeilz 83. 

321. tm. 

630] Ad B: Cnches en Rome n'en out si grant ledece. | cun out le 
jurn as povres et as riches | pur cel saint cors qu'il unt en lur bailie 
ALS 108a. Par nii les rues an venent si grunz turbes| ne reis ne quons 
n'i poet faire entrarote | ne le saint cors ne pourent passer ultra l03e. 
A si grant tort m*ociz mes cumpaigunns | coip en auras einz que no8 
depai tum | e de m'espee enquoi sauras le nom BOL 1899. 

631] Ganz isolirl sind zwei Fälle aus ALS, in denen der Haupt- 
satz, das eine Mal mit einem adverbialen Ausdruck, das andere 
Mal mit einem angereihten Subjekt in den 2. Vs. übergreift und 
nur das 2. Vsgl. für den Adverbialsatz übriglässt: 

Durement 8*en redutet | de ses parenz | qued il nel recunuigsent 
ALS 40 c. 

632] Tant i plurat e le pedra e la medra | e la pulcela | que tuz 8*en 
alasserent ALS 100a. 

632] ß, Adverbialsatz — Hauptsatz : 

Der adverbiale Vordersatz umfasst meist einen Vs. (A)^ 
oder auch mehrere (B), vereinzelt nur ein 2. Vsgl. (C), einmal 
einen ganzen Vs. und das folgende 1. Vsgl. (D): 

Ad A : Quant li jurz passet et (il) [tut] fut anuitet, { co dist li 
pedres: »Filz quar t'en vas colcer ALS IIa*. 12a. 18a. 15a. 20a. 21c. 
38a. 45a. 78a. S'or me conuissent mi parent d'(ic)esta terre, | il me 
prondrunt par pri ou par podeste 41c. Quant cascuns ert a sun meillor 
repaire, I Carl es serat ad Ais a sa capele ROL 51. 289. 324. 2314. 2447. 
26 ;G. 2^592. 2870. 2917. 8006. 3553. 3640. 3728. 3815. 3934. 3975. S'or ne 
s'en fuit Karlemagne li veilz, I li reis Marsilie enqui serat venget 2807. 
74. 310. 433. 475. 492. 613. 657. 868. 3206. 3441. 3834. Queque Rollanx 
a Guenelun forsf(e8)ist, | vostre servise Ten doust bien guarir 3827. 

634] Ad B: Quant veit li pedre que mais n'aurat amfant \ mais que 
cel hu\ que il par amat tant, | dune se purpenset del secle an avant 
ALS 8a. 34 a. Se jo[t] bousse la jus suz lu degret | ou as geud de lung 
amfermetet, | ja tute gent nem(en) sousent turner 98a. Quant vus seres 
el palais seignorill | a la grant teste seint Michel del Peril, J mis a?oes 
la vo« sivrat, co dit ROL 151. 2476. 3988. Quan Rollanz veit la contre- 
dite gent | ki plus sunt neirs que nen est arrement J ne n'unt de bhinc 
ne mais que 8ul les denz, J co dist li quens: »Or sai jo . . .« 1932. 
SV;n nia mercit ne se culzt a nies piez { e ne gucrpisset la lei de Chri- 
stiens, J jo li toldrai la corune del chef 268'2. 

635] Ad C: Co di la medre : | »Se a mei te vols tenir, 1 sit guardarai 
. . .« ALS 81a. Sire cumpaign, | sei volez otrier, J li arcevesque est mult 
bon clievaler ROL 1672. Ni ad franceis, i si a lui v[ijent juster, | voeillet 
nun, n'i perdet sun edet 3170. 

636] Ad D: ta lasse medre si la [rclconfortasses | ki si *st dolente, | 
eher filz, bor i alasses ALS 90 d. 



81 

637J Bisweilen ist der Adverbialsatz in den Hauptsatz ein- 
geschoben; er nimmt ein 2. Vsgl. ein, während im 1. das 
gemeinsame Subjekt (^Ä) oder Objekt (J5) des Haupt- und 
Nebensatzes steht: 

Ad A : Li quens Rollanz, | quant il 8*oit juger, I dune ad parled a 
lei de chevaler KOL 751. 2124. 2222. Li quens Rollanz, | qUant il veit 
Sansun mort, { poez saveir que mult grant doel en out 1537. 

6381 Ad B: Sun cuniuai^un, | cum il Tat encuntret, ] sil fiert a munt 
8ur reime a or gemet UOL 1994. 

639] Einmal nimmt der eingeschobene Satz, nach dem gemein- 
samen Subjekt stehend, einen ganzen Vs. ein, einmal ein 2. 
Vsgl. und den folgenden Vs.: 

1) Cil dui seniur ki Tempirie guvernent, [ quant il i veient les ver- 
tuz si apertes, | il le receivent sil plorent e sil servent ALS 113 a. 

640] 2) Turpins de Reins, | quant se sent abatut, | de qnatre espiez 
par mi le cors ferut, | isnelement li ber resailit sus ROL 2083. 

641] d. ein Attributivsatz: 

a. Determinativ — Attributivsatz : 

In einer Anzahl von Fällen steht weder das Determinati- 
vum noch eine unmittelbar demselben folgende zugehörige attri- 
butive Bestimmung am Ende des 1. Vs. Der Attributivsatz 
nimmt einen Vs. ein (Ä), einmal auch mehrere (B)^ vereinzelt 
nur ein 1. Vsgl. (C): 

Ad A: Celui tien ad eäpus|ki nus raens de sun sanc precius ALS 14r. 
£n sum puing tint le cartre le deu serf | [u ad escnt trestut le soen 
convers] 70 c Li nostre deu i unt fait felonie | ki en bataille oi matin 
le faillirent ROL 2600. 730*. 991. ceinte Joiuse — unches ne fut sa per — | 
ki cascun jur muet trente clartez 2501. e tantes teres larges escumba- 
tues I que Carlos tient ki la barbe ad canue 2307. 2352. Dis Manches 
mules fist ameuer Marsilies | que li tramist li reis de Suatilie 89. Asez 
savum de la lance parier 1 dunt nostre sire fut en la cruiz nafiPret 2503. 
»Yoet par hosta^^es«, co dist li sariuzins, ] »dunt vas aurez u dis u quinze 
u vint« 147. N^est hom kil veit e conuistre le set | ^ue co ne diet que 
Temperere est ber 530. Apres iceste altre avisiun sunjat|qu'il en France 
ert a sa capele ad Ais 725. 

642] Ad B: Yeire pateme, hoi cest jor me defend, 1 ki guaresis Jonas 
tut veirementi de la baieine ki en sun cors Taveit (fahchOl e esparii 



{ de la baieine ki en sun cors Taveit (falsch I)\e esoarignas 
le rei de Niniven | e Daniel del merveillus turment | enz en la fosse des 
leons fut enz, | les treis enfanz tut en un fou ardant BOL 3100. 

643] Ad C: ta lasse medre si la [rejcenfortasscs, | ki si ^st dolente, { 
eher fiz, bor i alasses ALS 90d. Cest nostre rei porquei lessas cunfun- 
dre I ki mult te sert? | Malvais luer Ten dunes BOL 2583. 



82 
644*] Direkte Rede beginnt im 2. Vsgl.: 

La veisez tant chevaler plorer | ki tuit li dient: { »Tant mare tu8teB 
ber I . . .« ROL 349. 

645] Meist aber steht das Determinativum oder seine unmittel- 
bar folgende attributive Bestimmung am Ende des einen Vs., 
(nie jedoch ein Pronomen!), während der Attributivsatz ent- 
weder den ersten folgenden (A) oder mehrere Vss. füllt (B), 
selten nur das nächste Vsgl. (C): 

Ad A : hors del sacrarie par cumandement deu | ki ses fedeilz li ad 
tuz amviet ALS 59 c. Dune li remembret de sun seiner Celeste | que 
plus ad eher que tut aveir terrestre 12 b. an la maisun tun pedra | ou 
tun laisas dolonte et eguarede 94 d. 98 a. N'i vint amferm de nul am- 
fermetet, | quant il Tupelet, sempres n'en ait sanctet ir2a. £n Taltra 
Yoiz lur dist altra summunse | que Turne deu q^uergent ki est an Rome 60a. 
Jo t'en muvra un si grant [en]euntr[a]ire | ki durerat a trestut tun edage 
ROL H12. '610. 421. 462. 1410. 2208*. 2003. 2671—72*. 2871. 2989-90*. 3411. 
3709.3870. por la ehristientet Jque il ne voelent ne tenir ne guarder 686. 
1367-68*. 2:333. 2947. Co est de Basan e (de) sun frere Basilie | dunt 
pris les ehefs as puis de Ilaltoie 490. 132. II n'en i ad chevaler ne barun | 
que de pitet mult durement ne plurt 2118. En la citet n'en ad reines 
paien | ne seit ocis u devient ehristien 101. 2797. En [n]oit m'avint un 
avisiun d 'angle " que entre mes puinz me depecout ma hanste 836. 2555. 

646] Ad B: pur une iniagine dunt il oit parier | qued angeles firent 
par euraandement deu j el num la virgine ki portat salvetet, J sainta Marie 
ki portat damnedeu aLS 18 b. de mcs peccnez des granz e des menusl 
que jo ai fait des Türe que nez fui | tresqu'a eest jur que ci sui consout 
ROL 2370. 

647] Ad C: quer ousse an sergantfkil n;e guardrat. | ALS 46a. Ne aai 
le leu ne n'en sai la contrede { u t'alge querre. | 27 c. 

648] Vereinzelt greift der Hauptsatz, zweimal mit einer Appo- 
sition zu dem Determinativum, in anderen Fällen mit einer ad- 
verbialen Bestimmung bis zur Cäsur in den 2. Vs. über, so dass 
für den Attributivsatz nur das 2. Vsgl. übrig ist: 

1) Salvet seiez de deu, | le glorius, { que [devum aurer] (deus aurez) 
ROL 123. 428. 

649] 2) Mult grant mal funt e [eilj duc e eil eunte|a lur seignar \ ki 
iel cunseill li dunent ROL 378. 381. 

650] ß. Attributivsatz — Determinativum : 

Der Attributivsatz, der zu einem folgenden Pronomen 
gehört, füllt einen Vs. (A) oder mehrere Sätze mehrere Vss. (B): 

Ad A: Ki co vos lodet que eest plait degetuns, Jne li ehalt, sire, de 
quel mort nus muriuns ROL 226. 1181. 

651] Ad B: Ki dune veist eez cseuz si mal mis, | ccz blanes osbercs 
ki dune eist fremir } e eez escuz sur eez hclmes cruisir, J eez chevalers 
ki dune veist cair J e humes braire, eontre tere murir, { de grant dulor 
li poust suvenir ROL 3487. 



83 

652] 3) einzelne Satztheile: 

a. Subjekt und Prädikat: 

a. Subjekt — Prädikat: 

Steht das Subjekt (nie ein Pronomen) am Ende des einen 
Vs., was selten ist, so füllt das Prädikat den folgenden, mögen 
dem Verbum nun Wörter mit eigenem Accent vorhergehen (A)^ 
oder mag das Verbum am Anfang stehen (B): 

Ad Ai Naimes 11 dux e 11 quens Jozeranz| la quinte eschele unt faite 
de Normans ROL 3044. 3216. 

653] Ad B: Li apostolie e 11 empereur | sedent es bans penslf e plurns 
ALS 66a. 72a. Dedevant lul sa rauiller Bramimnnde | pluret e crlet, mult 
fornient se duluset ROL 2576. Naimes 11 dax e 11 quens Acelln, | Gefrei 
d' Anjou e sun frere Henri { prenent le rei sU drecent suz un pln 2882. 

654] Wenn am Ende des ersten Vs. eine attributive Bestim- 
mung (resp. Nebensatz) zu dem Subjekt steht, so treten die- 
selben Fälle ein (A^ B). Auch kann dem Verbum ein prokli- 
tisches Wort vorhergehen (C): 

Ad A : La gent de Rome kl tant Tunt deslrret I seat jurz le tenent 
8or terra a podestet ALS 115 a. LI emperere od la oarbe flurle | vasse- 
lage ad e mult grant estultle ROL 2605. Carles, 11 reis, nostre empe- 
re[re] magnes 5 set anz tuz plelns ad ested en Espalgne 1. 16. 460*. 812. 
Carles, iß] emperere ] mort m*ad mes homes, ma tere de^uastee 2755. 
LI quens Kollanz, kl ne Totrlet mle, [ en piez se drecet si li vlnt cuntre- 
dire 194. Li amiralz kl trestnz les esmutl sl *n apel(e)[a]t Gemalfin, un 
sun drut 2813. 

655] Ad B: Sainz Boneface que Tum martlr apeletjaveit an Rome un 
egllse mult bele ALS 114 a. 117 b. Les duze pers que Carles ad tant 
cliers { funt les en^uardes a vlnt mll(ie) chevalers ROL 547. Cll Mahu- 
met kl nus ad en balllie ] e Tervagan, (e) ApoUln, nostre sire, | Salvent 
le rel e guardent la reine 2711. 

656] Ad C: Carle«, 11 reis, Temperere des Francs, J ne deit manger, se 
jo ne li cumant ROL 2658. 

657] Ein Pronomen zur Wiederaufnahme des Subjekts steht 
am Anfang des 2. Vsgl.: 

LI boens serganz kll serveit Tolentlers,! 11 le nuncat sum pedre Eu- 
femien ALS 68 a. 76 a. 

658] ein Adverbialsatz in einem anderen Beispiel: 

La main menude kl Talmosne desdret, | s'il nus funt presse, | uncore 
(an) ermes dellvres ALS 105 d. 

659] in einem anderen ein eingeschobener übergeordneter Satz : 

Carles, 11 velz, a la barbe flurle, | Jamals n'ert jum | qu'il n'en alt 
doel e Ire ROL 970. 



84 

660] Dass der 2. Vs. unter den im §. 654 bezeichneten Um- 
ständen durch das Prädikat nur bis zur Cäsur gefüllt wird, 
kommt selten vor. Beispiele geordnet wie in §. 654: 

Äd A: Noz compaignuns que oumes tanz chers ] or sunt il more; i 
nes i devuns laiser BOL 2178. 

661] Ad B: Sein Gabriel ki de pari deu le guarde S le?ei sa main; | 
8ur lui fiiit sun signacle ROL 2847. 

662] Ad C: lA quens Oger, li daneis, 11 puineres { les guierat; | kar la 
cumpaigne est fiere ROL 8033. 

663] Am Ende des 1. Vs., im ± Vsgl., kann übrigens auch ein 
anderer Satztheil stehen als das Subjekt oder eine attributive 
Bestimmung zu demselben. So ein adverbialer Ausdruck: 

Ad A: Li eniperere | par sa grant poestet | sei anz tuz plens ad en 
Espaigne estet ROL 2609. 

664] Ad B: Danz Alexis | en Alsis la citet isert sun seinur par bone 
volentet ALS 32c. 62c. 

665] oder ein Adverbialsatz: 

Ad A : Li qnens Rollanz, | quant il s*oit juger, | dune ad parled alei 
de chevaler ROL 751. 

666] eine Parenthese: 

Ad A : Eufemien | — si out annum li pedre — | cons fat de Rome 
des melz ki dune i eret ALS 4 a. 

667] Vereinzelt steht im 2. Gliede des 1. Vs. ein Adverbialsatz, 
der auch den ganzen folgenden Vs. einnimmt; das Prädikat 
füllt den 3. Vs.: 

Turpins de Reins, | quant se sent abatut, I de quatre espiez par mi 
le cors ferut, | isnelement li ber resailit sus ROL 2083. 2215. 

668] ebenso, nur dass noch zwischen Neben- und Hauptsatz 
eine Parenthese von zwei Vss. eingeschoben ist: 

ROL 3829. 8. §. 545. 

609] Anakolutische Subjekte, einen (A) oder mehrere Vss. 
einnehmend (B) gehen den Sätzen voraus, in welchen sie durch 
Pronomina in anderen Casus wieder aufgenommen werden: 

Ad A: La, rereffuarde de la grant host Carlun, | il estjuget que um 
les ocirum ROL 883. 

670] Icele tere, co dit, dunt il fse seivret] (esteit) | soleill n*i luist ne 
biet n'i poet pas creistre ROL 979. 

NB. In dem letzten Beispiel ist das Subjekt durch einen ein- 
geschobenen übergeordneten Satz unterbrochen, 

671] M B: 8, §. 571. 



85 
672] ß. Prädikat — Subjekt : 

Entantdementres le saint cors conreierent | tuit eil seinur | e bei 
racustumerent ALS 100 c. 

673] b. Verbum und Objekt: 

er. Verbum — Objekt: 
Die Beispiele sind selten. In zwei derselben steht das Ver- 
bum nicht am Ende des 1. Vs., während der 2. Vs. einmal ganz 
und einmal nur in seinem zweiten Gliede durch das Objekt 
eingenommen wird: 

1) Mandez Carlun, al orguillus, al fier, | [fe]deilz servises e mult 
graDz atnistez ROL 28. 

6741 2) W\ perdrat Carles, li reis ki France tient, | men escientre { 
palenreid ne destrer ROL 755. 

675] In einem dritten Beispiel, in dem das Verb im Vers- 
schlusse steht, folgt im 2. Vs. auf das Objekt noch eine adver- 
biale Bestimmung: 

S*en volt ostages, e vos Ten enveiez I u dis u vint 1 pur lui afiancer 
ROL 40. 

676] Auch ein Objektsinfinitiv ist einmal durch den Versschluss 
von dem Hilfsverbum getrennt. Doch steht mit diesem der so- 
genannte Subjektsakkusativ zum Infinitiv im 1. Vs.: 

ki puis veist 1 Rollant e Oliver I de lur espees e ferir e capler 
ROL 1680. 

677] ß. Objekt - Verbum : 

Das Objekt füllt einen Vs.: 

Tut 8un aver qu*od sei en ad portet | [si] (tut) le depart [que gens 
ne Ten remest] ALS 19 a— fbf. Tuz lur amis qu'il i unt morz truvet | 
ad un camer sempres les unt portet ROL 2953. 

678] Einmal wird es durch eine Interjektion unterbrochen: 

Cum bone peine, deus! e ei boen servise S fist cel saint hom(o) en 
cesta mortel vide ALS 123 a. 

679] Oder das Objekt füllt nur ein 1. Vsgl, während das' 2. 
von einer adverbialen Bestimmung (resp. Nebensatz) eingenom- 
men wird: 

Larges almosnes | [par Alsis la citet] | dunet as poures u qu'il les 
pout trover ALS 19c. Sun cumpaignun | cum 11 Tat encuntret | sil fiert 
a munt sur Telme a or gemet ROL 1994. 



86 

680] c. Verbum und eine andere adverbiale Bestimmung: 

a. Verbum — adverbiale Bestimmung : 
Steht das Verbum am Ende des 1. Vs., so füllt die adver- 
biale Bestimmung meist den folgenden Vs. : 

Nus n'i poduns passer | Jpor] cest saint cors que deus nus ad donet 
ALS 104b. 34c. 118a. Qui (i) purruns enveier | al Sarrazin ki Sarraguce 
tient? ROL 252; ebenso mit de 537. 2529. 2598; mit pur 2858; femer: 
Par grant vertut chevalchent | cez veie[s](z) lunges e cez chemins malt 
larges 2851. 

681] So auch mehrere adverbiale Bestimmungen koordinirt: 

e de lur oilz mult tendrefflent plurer | (e) [tres]tut pur lui | unces 
nient pur eil ALS 49 b— c**. Qui i enveieruns 1 en Sarraguce ( al rei 
Marsiliuns ROL 244. Ben seiez purpensez | de coips ferir, de reeeivre e 
(de) duner 1177. 

682] ein adverbialer Ausdruck und ein Adverbialsatz: 

Quant vit sun reffne, durement s*en redutet | de ses parenz, | qued 
il nel recunuissent ALS 40 c. 

683] zwei nicht koordinirte adverbiale Ausdrücke: 

Filz, quar t'en vas colcer * avoc ta spuse | al cumand deu del ciel 
ALS IIa. 

684] Nur das folgende 1. Vsgl. nimmt die adverbiale Bestim- 
mung ein in Vss. wie diese: 

Fai Turne deu venir | [en cest mustier]; quar il [Fjad (deu bien) 

Sdejservit (et a gret) ALS 35a — btt» Ainz priet deu quet il le lur par- 
iuinst I par sa mercit. | Quer ne sevent que funt 54 d. 107 c— d**; 

685] nur den Anfang des 1. Vsgl. in folgender Stelle: 

Ma grant honur (t*)ayeie retenude | (et) anpur tei [, filz]. | Mais n'en 
aveies eure ALS 82 c— d**. 

686] Häufig steht ein anderer Satztheil als das Verbum am 
Ende des 1. Vs. Diese Stelle kann einnehmen ein eingeschobe- 
ner übergeordneter Satz (A), das Subjekt (B), ein Objekt (C)^ 
oder eine andere adverbiale Bestimmung (D). Ausfüllung des 
2. Vs. durch den folgenden adverbialen Ausdruck ist Regel: 

Ad A: Mis avoez la vos sivrat, co dit, | enz en voz bainz que deus 
pur vos i fyt ROL 153. 

687] Ad B: AI sedme jurn fut faite la herberge | a cel saint cors, 
a la gemme Celeste ALS 116 a. 

688] Zwei koordinirte adverbiale Ausdrücke füllen den 2. Vs.: 

Ad B: Si se ?ante[r]ent mi vaillant chevaler | de granz batailles, de 
forz esturs pleners ROL 2861. 

689] Ad C: Dune prist muiler vailante et horurede J des melz gentils 
de tuta la cuntretha ALS 4d. Suz tun degret me mi un grabatum | 



87 

empur tun filz dunt tu as tel dolur 44c. Quant veit li pedre que mais 
n*aurat amfant | mais que cel sul que il par amat tant 8 a. 55 c* — d**. 
Si vunt veeir le merveillus damage ] en Bencesvals, la o fut la bataille 
ROL 2853. Naimes li dux puis establist la quarte | de tels barons 
qu^asez unt vasselage B036. N'i ad paien ki un sul mot respundet 5 fore 
Blancandrins de castel de Yalfunde 22. 411. 3805. 

690] Zwei koordinirte adverbiale Ausdrücke füllen den 2. Vs.: 

Ad C: £ Gualter fie[r]t un paien Estorgans | sur sun escut en la pene 
devant HOL 1297. Naimes li dux puis establist la sedme | de Peitevins 
e des barons d'Alverne 3061. 

691] Ad D: D'iloc alat an Alsis la ciptet | pur une imagine dunt il 
oit parier ALS 18a.c. 108 b. Si fait ma medre plus que femme qui 
vivet I avoc nia spuse que jo lur ai guerpide 42 b. 122a. GuarTdeJs de 
mei Tan nie de tuz perilz | pur les pecchez que en ma vie fis ROL 2387. 
Mur ne citet n'i est remes a framdre | fors Sarraguce kiest en une 
muntaigne 5. Puis si cbevalchent par mult grant contencun { (la) tere 
Certeine e les vals e les münz 855. N'en descendrat por malvaises nu- 
veles I enceis qu'en seient set cenz espees traites 810. 448. e sun cors 
metre [el camp pur les uiastins] { si cume fei ki felonie fist 3832. 

692] Zwei koordinirte adverbiale Ausdrücke füllen zusammen 
den 2. Vs.: 

Ad D: Icil cbevalchent en guise de baron | peintes lur hanstes, 
feriiiez lur gimfanun ROL 3054. 710*. 860. 

693] zwei nicht koordinirte: 

Ad D: Vint une voiz treis feiz en la citet | hors del sacrarie | par 
cumandement deu ALS 59 b. 

694] In vereinzelten Fällen füllt, während das Verbum nicht 
am Ende des 1. Vs. steht, die adverbiale Bestimmung nur das 
folgende 1. Vsgl. Beispiele geordnet nach §. 686: 

Ad B: Mult grant mal funt e [eil] duc e eil cunteS a lur seignur | 
ki tel cunseill li dunent ROL 378. 381. N'i perdrat Carles, li reis ki 
France tient | men escientre palefreid ne destrer 755. 

695] Ad D : Li nies Marsilie il est venuz avant | sur un mulet, od un 
bastun tucbant ROL 860. 

696] Die folgende Stelle zeigt am Ende des 1. Vs. ein Verbum, 
und zu diesem im 2. Vs. einen Adverbialsatz, im 3. zwei koor- 
dinirte adverbiale Bestimmungen: 

e tantes feiz pur tei an luinz guardet I si revenisses ta spuse con- 
forter — | pur felunie nient ne pur lastet ALS 95 c. 

697] ß. adverbiale Bestimmung — Verbum : 

Steht, wie gewöhnlich, die adverbiale Bestimmung am Ende 
des 1. Vs., so füllt das Verbum mit seinem Subjekt und nähe- 
ren Bestimmungen den folgenden Vs. ganz. Es kann dann 



88 

am Anfang desselben stehen das Subjekt (A)^ eine nähere Be- 
stimmung zum Verbum, die einen eigenen Accent hat (B) 
oder eine, die proklitisch an das Verbum angelehnt ist (C) 
oder das Verbum selbst (D): 

Ad Ai Puis icel tens que deus nus vint salver | nostra anceisor 
ourent cristientet ALS 3 a. Par ceste barbe e par cest men gernun ! 
V08 n*irez pas uan de mei si lui^n ROL 249. 261. Par main en Talbe 
ei cum li jurz e8clairet| Guenes li quens est venuz as herberges 667. 808. 
Pur ceste honur e pur ceste bontet | li nums Joiuse Tespee fut danet 2507. 
Plus qu*om ne lancet une verge pelee | Baligant ad ses cumpaignes 
(tres)pa8se8 3323. 

698] Ad B: Par ton cuniandement { amfant nus done qui seit a tun 
talent ALS 5d. e d'icel bien ki [tozj ioen doust estra | quer am per- 
neies en ta povre herberge 84 c. A un des porz ki plus est pres de Rome] 
iloec arivet la nef a (i)cel saint home 40a. 50a. 53a. A ceste espee que 
jo ai ceinte ici ! mun jugement voel sempres guarantir ROL 38:^5. 572. 
Desuz un pin, deiez un eglenter | un faldestoed i unt fait tut d*or uier 
114. 2632*. Cuntre le ciel ambes dous ses mains juintes J si nriet deu 
que pareis li dünget 2015. Li emperere par sa grant jioestet | set anz 
tuz pleins ad en Espagne estet 2609. Puis que il est sur sun cheval 
muntetjl mult se fait fiers de ses armes porter 896. 688. 1095. 1874. 2035. 
3858. Pa[r] ceste meie destre | e par la barbe ki al piz me ventelet | Tost 
des Franceis verrez sempres desfere 47. 

699J Ad C: e pur Tonor dunt nes volt ancumbrer * s^en rcfuit en Rouie 
la citet ALS 77 d. ne pur honurs ki Ten t'ussent tramise ] n*en yolt tumer 
tant cum il ad a vivre 33 d. Ne a muiler ne (a) dame qu*a(ie)8 veud | 
n*en vanteras el regne dunt tu fus ] . . . ROL 1960. 

700] Ad D: An la sameine qued il s*en dut aler | vint une voiz treis 
feiz en la citet ALS 59a. 67a. 94a. Alques par pri e le plus par po- 
deste I vunt en avant si derumpent la presse 113d. Danz Alexis en Algis 
la citet I sert sun seinur par bone volentet 32c. 62c. Par cele lei que 
vos tenez plus salve | guardez de nos ne tumez le curage ROL 649. 2032. 
2249. 3685. 3887. Puis que il venent a la tere majur | virent Guascuigne, 
la tere lur seignur 818. A mailz de fer e (a) cuignees qu^il tindrent | 
fruissent (les) ymagenes e trestutes les ydeles 3663. 

701] Den 2. Vs. durch eine Anrede unterbrochen, zeigt folgen- 
des sub B gehörige Beispiel: 

Por amor deu e pur mun eher arai { tut te durai, | boens hom, quan- 
que m*as quis ALS 45 c. 

702] Arn Anfang des 2. Vs. steht eine Anrede : 

A tel dolur et a si grant poverte, | filz, t*ies deduit par alienes terres 
ALS 84 a. 

703J In einigen Beispielen nimmt das Verbum mit seinem Sub- 
jekt etc. nur das erste Glied des 2. Vs. ein: 

Ad B: AI tens Noe et al tens Abraham | et al David qui deus par 
amat tant | bons fut li siecles ; | jamais n*ert si vaillant ALS 2a. Sur 



89 

les reliques de s^espee Margleis | la traisnn jurat ROL 607. En Bences- 
vals ad un ewe curant | aler i volt si *n durrat a Rollant 2225. 

704] Ad D: Einz que om alast an sul arpent de carap|fialt li le coer, 
si est chaeit avant 2230. 

705] Dass der adverbiale Ausdruck nicht am Ende des 1. Vs. 
steht ist selten. Es folgt in zwei Fällen eine Parenthese: 

Ad D : Dreit a Laiice | — co f u citet mult bele — I iloec arivet saine- 
inent la nacele ALS 17a. Dis e seat anz | — ii*en fut nient a dire — | 
penat sun cors el danmedeu servise 33 a. 

706] in einem anderen das Subjekt: 

De devant lui | sa muiller Bramitnunde | pluret e criet, mult forment 
se doluset ROL 2576. 

707] d. Substantivum und Attribut: 

a. Substantivum — Attribut : 

Das Attribut füllt fast immer einen Vs. Selten steht das 

Wort, zu dem es gehört, am Versschluss: 

Ci devant tei estuut dui pechethuor, | par la deu grace vocet ampe- 
redor ALS 73 a. De tute Espaigne aquiterai les pans|de8 porz d'Espaigne 
entresqu'a Durestant ROL 869. Des les apostles ne fut hom tel prophete | 
pur lei tenir e pur humes atraire 2255. 

708] Bisweilen bildet den Schluss des 1. Vs. eine andere attri- 
butive Bestimmung zu demselben Substantiv: 

Merveille en ai grant | de Carlemagne ki est canuz e blancs ROL 550. 
Jo vos durrai un pan de mun paisl des Cheriant entresqu'en Valmarchis 
3207. Tels quatre cenz s'en asemble[ni] a helmes \ e des ineiliors ki el 
camp quient estre 2120. Si grant dol ai que ne voldreie vivre { de ma 
maisnee ki pur mei est ocise 2936. 

709] einmal das Subjekt des Satzes: 

Mult grant eschech en unt si chevaler | d*or e d*argent e de guarne- 
uienz chers ROL 99. 

710] oder ein Verbum : 

Depreient deu que conseil lur an duins | d*icel saint hume par qui 
il guarirunt ALS 62 d. 66 d. Desur lur bronies lur barbes unt getee« | 
altresi blanches cume neif sur gelee ROL 3318. 3520. ünques nuls hom 
tel chevaler ne vit | por granz batailles juster e defenir 2888. 

711] eine adverbiale Bestimmung: 

Un faldestoet out suz Tuuibre d'un pin, | envolupet (fut) d'un palie 
alexandrin ROL 407. 

712] Einmal nimmt ein Attribut nur ein 1. Vsgl. ein, in einem 
anderen Falle einen ganzen Vs. und ein Vsgl. Im ersten Bei- 
spiel steht das Nomen, zu dem das Attribut gehört, im 2., ein 
Attribut am Ende des 1. Vs.: 

Kar a mes oilz vi (quatre) [treis] cenz niilie armez | halbers vestuz, | 
alquanz healmes armez | . . ROL 682. 



90 

713] 2) Cil devant sunt [treis] cenz milie ad escus | helmes laciez e 
blancs osbercs vestuz, | dreites cez hanstes. | Luisent eil espiet bmn 
ROL 1041. 

714] ß. Attribut — Substantiv : 

Das Attribut füllt einen Vs. : 

D'icez Bons sers qui il est provenders, | il fat lur sire, or est lur al- 
mosners ALS 25 c. 76ett- 3^^« 1^6 1a viande ki del herbere li yint | tant 
an retint dunt sun cors an sustint 51a. 

715] e. Substantiv und Apposition: 

a. Substantiv — Apposition : 
Die Apposition füllt einen Vs. (A) oder mehrere (B). In 
den nächsten Beispielen steht das Substantiv, zu dem sie ge- 
hört, am Ende des 1. Vs. : 

Äd Ä : Salvet seiez de den, | le glorius que [devums aurer] (deus 
aurez) ROL 123. 428. En Rencesvals guierai ma cumpaigne, I vint milie 
[humes] ad cscuz e a lances 912. e Tarcevesque lor ocist Siglorel, | Ten- 
canteur ki ja fut en enfer 1390. 3818. De cels de France virent les gun- 
fanuns, j la rereguarde des duze cumpaignuns 857. La noefme escnele 
unt faite de prozdomes, | de Loherengs e de cels de Borgoigne 3076. 
Reis Vivien si succuras cn Imphe, | a la citet que paien unt assise 
3996. 3019. 

716 J AdB: De sun aveir me voelt duner c^rant niasseilurs e leuns e 
veltrcs caeignables, | set cenz cameilz e niil hosturs muables, | quatre 
cenz muls cargez del or d'Arabe, | avoec ico plus de cinquante care 
ROL 182. 651. 845. 2345. 3699. 3936. 

717] Sonst steht am Schlüsse des 1. Vs. einmal ein Attribut zu 
demselben Nomen, zu dem die Apposition gehört: 

Ad A: Mais reclamez les barons d'occiant, | Turcs e Enfruns, Arabiz 
e Jajanz ROL 3517. 

718] oder ein Attributivsatz: 

Ad A'. el num la virginc ki portat salvetet, | sainta Marie ki ^r- 
tat damnedeu ALS 18 d. Tut te diu-ai, boens hom, quanc^ue m*a8 quis, | 
lit et ostel e pain e carn e vin 45 d. Co est Gualter ki cunquist Ma- 
elgut, I li nies Droun, al vieill et al canut ROL 2047. 2095. 

719] oder ein Verbum: 

Ad B: De sun aveir vos voelt asoz duner: |ur8 e leuns e veltres en- 
chaignez, J set cenz cameils e niil hosturs niuez, | d*or e d'argent quatre 
cenz muls trussez, J cinquante care que curier en ferez ROL 127. 2377. 

720] oder eine adverbiale Bestimmung: 

Ad Al De guarnenienz se prent a cunreer, { de ses meillors qae il 
pout recuvrer ROL 343. 

7211 Ad B: Ses baruns mundet pur sun cunseill fenir: I le duc Oger, 
^,e) Tdrcevesque Turpin, { Richard li velz e sun ne[vuldj Henri | e de 
Cjrascuigne li proz quens Acelin, I Tcdbald de Reins e Milun sun cusin 
ROL 169. 



91 

722] Eine nicht streng hierher gehörige Erscheinung möge an 
dieser Stelle zur Sprache kommen. Mitunter folgt einer Aus- 
sage im folgenden Verse eine nähere Erklärung in der Weise, 
dass das Subjekt oder Objekt der Handlung in zwei Theile zer- 
legt wird (in Form der Apposition) und in Bezug auf einen 
Theil die betreffende Handlung als eine modificirte bezeichnet 
wird: 

Baptizet sunt ascz plus de cent milie^ | veir christien ne mais sul la 
reine ROL 3672. 

723] In folgendem Beispiel nimmt der erklärende Zusatz nur 
das 1. Vsgl. ein: 

Plainums ansemble le doel de nostre ami, | tu (de) tun seinur; | jol 
f[e]rai pur mun filz ALS 31d— e**. 

724] Im folgenden geht der erste Satz bis zur Mitte des 2.Vs., 
der Zusatz umfasst den Rest des 2. und den 3. Vs. : 

Kar a mes oilz vi [treis] (quatre) cenz milie armez ^ halbers vestuz, | 
alquanz healmes fermez, | ceintes espees as punz d*or neielez ROL 682. 

725] Auch in Bezug auf beide Theile des Subjekts oder Ob- 
jekts kann in der angedeuteten Weise die betreffende Handlung 
als eine modificirte bezeichnet werden: 

e vunt ferir un paien Timozel, | Tun en Tescut e li altre en Tosberc 
ROL 1382. Tels quatre cenz i troevet entur lui, | alquanz nafrez, | al- 
quanz par mi fenit 2092. 2476. 2669. 

726] f. Adjektiv und adverbiale Bestimmung: 

a. Adjektiv — adverbiale Bestimmung: 
Die adverbiale Bestimmung füllt nur das 1. Vsgl., während 
das Adjektiv am Ende des 1. Vs. steht: 

Cun hol remeindras guaste | de bona vassals, | cunfundue e chaiete 
ROL 1985. 

727] ß, adverbiale Bestimmung — Adjektiv: 

In einem Beispiel füllt die adverbiale Bestimmung einen Vs.: 

De cez paroles que vos avez ci dit | en quel mesure en pnrrai estre 
fiz? ROL 145. 

728] in einem anderen vier Vss.: 

Pur banste freindre e (pur) escuz peceier^ | pur orgoillos veintre e 
esmaier, | e pur prozdomes tenir e cunseiller | e pur glutun veintre e 
esmaier | en nule tere n*ad meillor chevaler ROL 2210. 



92 



Zusammenfassung der Resultate. 



I. Zwei Terschiedene Satsganse: 

1) Zwei verschiedene Satzganze, die selbstän- 
dig neben einander stehen, können nicht zusammen 
in demselben Vsgl. vereinigt sein, wenn nicht wenigstens das 
eine von ihnen ein elliptischer Satz ist Folgt auf einen ellip- 
tischen am Anfang des 1. Vsgl. ein vollständiger, so kann dieser 
ins 2. Vsgl. übergreifen und dasselbe füllen ; steht aber am An- 
fang des 2. Vsgl. ein elliptischer Satz, so greift der folgende voll- 
ständige Satz nie in den nächsten Vs. über (§§. 20—25. 90—96). 
Durch die Cäsur sind Safzganze häufig geschieden, und zwar 
sowol vollständige mit gleichem oder ungleichem Subjekt, von 
denen der erste auch den ganzen vorhergehenden Vs. einneh- 
men kann, während der zweite nicht zu enjambiren pflegt, so- 
wie auch ein elliptischer Satz im 1., ein vollständiger, der nicht 
zu enjambiren pflegt, im 2. Vsgl., seltener umgekehrt, oder end- 
lich auch mehrere elliptische Sätze (§§. 190— 2J0). Der Vers- 
schluss scheidet in der Regel Satzganze (§. 543). 

2) a. Eine Parenthese, die aus einem vollständigen Satze 
besteht, muss mindestens die Länge eines Vsgl. haben ; sie nimmt 
bisweilen ein 2. Vsgl., öfter aber einen oder mehrere Vss. ein 
(§§. 97. 221. 544-551). 

b. Ein elliptischer Satz dagegen ist nicht selten am Ende 
des 1. Vsgl., häufig zu Anfang des 2. eingeschoben, während 
elliptische Parenthesen von der Länge eines Vsgl. oder mehr 
nicht vorkommen (§§. 26. 27. 98. 99). 

n. Theile eines Satsgansen, die weder koordinirt, nooh 

von einander abhängig sind: 

Solche Theile eines Satzganzen stehen häufig in einem metri- 
schen Gliede neben einander, ohne dass in demselben der Satz- 
theil, auf den sie gemeinschaftlich sich beziehen, genannt ist. 



93 

1) Dieser ist entweder aus einem vorhergehen- 
den Satze zu ergänzen: In diesem Falle stehen sehr oft 
derartige nicht direkt auf einander zu beziehende Satztheile in 
einem der Vsgl. zusammen oder auch je einer in einem Vsgl. 
(§§. 28. 29. 31. 34. 37. 38. 40. 42. 45. 48. 51. 53. 55. 56. 64. 
100. 105. 108.110. 112. 114. 116-118. 120. 121. 123. 125. 
127—129. 131. 134. 135. 146. 224. 227. 228. 232. 234. 236-242. 
244. 246). 

2) Oder er steht in demselben Satze, nur ausser- 
halb des betreffenden metrischen Gliedes: Dann 
stehen auch nicht selten die sich darauf beziehenden Satztheile 
in einem der beiden Vsgl. zusammen, seltener in jedem Vsgl. eins, 
ganz vereinzelt in zwei verschiedenen Vss. je eins (§§. 28. 30. 
32. 33. 35. 36. 39. 41. 43. 44. 46. 47. 49. 50. 52. 54. 57—63. 
65-69. 100-104. 106. 107. 109. 111. 113. 115. 119. 122. 124. 
126. 130. 132. 133. 136—145. 147-152. 224-226. 229—231. 
233. 235. 243. 245. 247. 549). 

ni. Eoordinirte Theile eines Satzganzen: 

1) Koordinirte Nebensätze können zusammen nicht 
in einem 1. Vsgl. Platz finden (ausser voillet o nun), fast nie in 
einem 2., selten auch in einem Vs., so dass jeder ein Vsgl. ein- 
nimmt, sowie in zwei auf einander folgenden Vss. (§§. 70. 153 
- 155. 249. 250. 550. 554). 

2) Einzelne Satztheile finden sich koordinirt zuweilen 
im 1. Vsgl., öfter im 2. vereinigt; am häufigsten aber ist ein 
ganzer Vs. mit koordinirten Satztheilen angefüllt, von denen 
jedoch keiner aus einem Vsgl. in das andere übergreift, oder 
selbst mehrere Vss. hinter einander, wobei auch das Übergreifen 
eines Satztheils über den Versschluss ausgeschlossen ist. Zwei 
Vsgl. oder mehrere auf einander folgende Vss. können auch je 
zwei Satztheile, die beziehungsweise koordinirt sind, umfassen, 
(z. B. je ein Subjekt und eine adverbiale Bestimmung zu dem- 
selben Verbum). Enthalten auf einander folgende metrische 
Glieder koordinirte Satztheile, so kann der Theil, auf den sie 



94 

sich gemeinschaftlich beziehen, sowol in einem der betreffenden 
Glieder stehen als auch ausserhalb (§§. 71-78. 156—165. 251. 
279. 555—615). 

IV. Theile eines Satzganzen, die von einander 

abhängig sind: 

1) Direkte Rede beginnt: 

a. am Anfang des Vs., während die Worte, welche dieselbe 
ankündigen und einführen: 

a. im vorhergehenden Vs. stehen (§. 616), 

ß. am Ende des l.Vsgl. eingeschoben sind (§. 80), 
y. was seltener ist, eingeschoben das 2. Vsgl. füllen 
(§. 288), 

b. sehr oft mit dem 2. Vsgl, nachdem sie im 1. an- 
gekündigt ist (§§. 280-284). 

(Ausserdem s. §§. 79. 166-170. 287. 617.) 

2) a. Ein Nebensatz, der dem Hauptsatze folgt, 
pflegt nicht innerhalb des 1., selten innerhall) des 2. Vsgl. zu be- 
ginnen, und das nur, wenn er mit dem Vs. abschliesst, sehr 
häufig aber nach der Cäsur, jedoch unter derselben Bedingung, 
und ferner am Anfang des Vs., vorausgesetzt, dass er selbst 
mindestens Verseslänge hat. 

Regelmässig innerhalb eines Vsgl. beginnen Adverbial- 
sätze, die sich unmittalbar an ein Adverb anlehnen (wie enceis 
que . . ., puis que . . ., si cum . . ., plus qus . . .). Wenn ein 
solcher Adverbialsatz im l.Vsgl. anfangt, füllt er bisweilen auch 
das 2., fangt er aber im 2. an, so schliesst er mit demselben ab. 
Dass das Adverb am Ende eines Vsgl. oder Vs. stände imd der 
Adverbialsatz im folgenden, kommt nicht vor. 

Ferner können Attributivsätze, die ihrem Determinativum 
unmittelbar folgen, innerhalb eines Vsgl. beginnen, wenn sie 
noch mit demselben abschliessen. Am Anfang eines Vsgl. oder 
Vs. können solche Attribulivsätze, die zum Determinativum ein 
Pronomen haben und diesem unmittelbar folgen, nicht beginnen 
(§§.81—88. 171-173. 175. 176. 182-185. 187. 188.290-292. 



05 

294-298. 303-311. 316-328. 618--620. 622-625. 627—632. 
641-649). 

b. Nebensätze, die dem Hauptsatze vorhergehen, 
können das 1. Vsgl. füllen, während der Nachsatz nach derCasur 
beginnt ; so besonders die Adverbialsätze, andere Arten von Neben- 
sätzen selten. Auch kann ein Vordersatz einen oder mehrere 
Vss. einnehmen, während der Nachsatz in einem späteren Vs. 
folgt (§§. 186. 293. 299-301. 312—315. 326-329. 621. 626. 
633—638. 650. 651). Sätzchen wie »co diU etc., die den Satz, 
welchem sie beigegeben werden, in das Abhängigkeitsverhältnis 
eines Objektssatzes hinunterdrücken, stehen eingeschoben meist 
am Anfang des 2. Vsgl., seltener am Ende desselben, vereinzelt 
angeschoben am Versschluss (§§. 177 — 181). 

3) Einzelne Satztheile, die von einander abhängen, 
stehen regelmässig in einem Vsgl. zusammen (§§. 89. 189). Sie kön- 
nen aber auch durch die Gäsur oder den Versschluss getrennt 
werden, wenn nur der der Stellung nach zweite Theil nicht aus 
einem Vs. in den anderen übergreift. Es scheinen hierbei un- 
gefähr die folgenden Regeln beobachtet zu sein, die jedoch alle, 
was die Behandlung der Gäsur angeht, ziemlich viele, bezüglich 
des Versschlusses stets einige Ausnahmen zulassen: 

a. of. Subjekt und nachfolgendes Prädikat werden sehr 
oft durch die Gäsur, nicht selten auch durch den Versschluss 
getrennt, vorausgesetzt, dass das Prädikat das folgende Vsgl., 
resp. den folgenden Vs. ganz füllt. Es ist hierbei gleichgiltig, 
ob das Subjekt in der Gäsur bezw. am Versschlusse steht oder 
nicht, und ob das Prädikatsverbum an den Anfang des betref- 
fenden metrischen Gliedes gesetzt ist. Nur ein Pronomen steht 
nie am Ende eines Vsgl. (§§. 329—343. 652-671). 

ß. Prädikat und folgendes Subjekt werden nicht durch 
den Versschluss, wohl aber durch die Gäsur getrennt. Doch 
pflegt das Subjekt da% 2. Vsgl. zu füllen, indes das Verbum 
meist a.m Ende des 1. steht (§§. 344—355. 672). 

b. a. Verbum und folgendes Objekt oder andere adverbiale 
Bestimmung oder Prädikativ werden durch die Gäsur oft ge- 



96 

schieden; das Verbuni und eine adverbiale Bestimmung, die 
nicht Objekt ist, niclit selten auch durch den Versschluss. Doch 
pflegt (las folgende Vsgl. resp. der folgende Vs. durch das ab- 
getrennte Satzglied ausgefüllt zu werden. Ob das Verbum am 
Ende des 1. Vsgl. steht, ist einerlei; an) Ende des 1. Vs. kommt 
es seltener vor. Die Stellung der Formen von avcir und estre 
bei sogenannten zusammengesetzten Verbalfomien und sonstigen 
Verbindungen mit einem Prädikativ in der Gasur ist durchaus 
nicht vermieden. Ebenso kann in der Cäsur ein Hilfsverb 
stehen, auf welches im 2. Vsgl. mittelbar oder unmittelbar der 
Objektsinfinitiv folgt. (Verbum und Objekt §§.356-386. 673-676; 
Verb und andere adverbiale Bestimmung §§.418-449. 680—696; 
Verbum und Prädikativ §§. 475—496.) 

/?. Umgekehrt kann auch ein Objekt, eine andere adver- 
biale Bestimmung oder ein Prädikativ (letzteres selten) durch 
die Cäsur von dem darauf folgenden Verbum getrennt werden; 
durch den Versschluss nie ein Prädikativ und selten ein Objekt, 
häufig aber eine andere adverbiale Bestinunung. Bedingung ist, 
dass das Verbum mit seinen näheren Bestimmungen und dem 
Subjekte das 2. Vsgl. resp. den nächsten Vs. ausfüllt. Meist 
steht die abgetrennte nähere Bestimmung zum Verbum am Ende 
des 1. Vsgl. bzw. des 1. Vs. Ob das Verbum am Anfang des fol- 
genden steht, ist einerlei. (Objekt und Verbum §§. 387—417. 
677—679 ; andere adverbiale Bestimmung und Verbum §§. 450 
-474. 697-706, Prädikativ und Verbum §§. 494-500). 

c. a. Von einem Substantivum kann das folgende Attri- 
but oder die folgende Apposition durch die Cäsur nm* dann 
getrennt werden, wenn das 2. Vsgl., durch den Versschluss nur, 
wenn der nächste Vs. davon gefüllt wird. Ob das Substantiv, 
zu dem die folgende Apposition gehört, in der Cäsur bzw.'am Vers- 
ende steht oder nicht, ist einerlei ; wenn aber ein Attribut folgt, 
scheint die Stellung am Versschluss vermieden zu sein. Die 
einzige Art von Attribut, die häufig in der oben angedeuteten 
W^eise abgetrennt wird, ist ein präpositionaler Ausdruck. (Attri- 
but §§.501—517. 707-713; Apposition §§.521-532. 715-725.; 



97 

ß. Ein präpositionaler Ausdruck, der als Attribut einem 
Substantivum vorangeht, ist bisweilen durch die Cäsur, fast nie 
durch den Versschluss davon getrennt; andere Arten von At- 
tributen sehr selten durch die Cäsur, nie durch den Versschluss 
(§§. 518—520. 714). Ein Titel wird im ROL bisweilen von 
dem meist unmittelbar folgenden Eigennamen durch die Cäsur 
geschieden (§§. 533-535). 

d. Trennung eines Adjektivs von einer folgenden adver- 
Irialen Bestimmung durch die Cäsur oder den Versschluss ist 
selten. Die adverbiale Bestimmung, wenn sie dem Adjektiv folgt, 
füllt das 2. Vsgl., während jenes am Ende des 1. stehen kann 
(§§. 536—539. 726, 727). 

e. Eine Konjunktion wird häufig von dem folgenden 
Verbum, eine Präposition selten von dem folgenden zugehörigen 
Infinitiv durch die Cäsur getrennt Doch steht weder die Kon- 
junktion noch die Präposition je am Ende des 1. Vsgl. (§§. 540 
—543). 



98 



Anhang. 



Textkritisches? zum ALS, 

rvgi. §. 0,) 

Ausser dem kritischen Apparat in Stengels Ausgabe ist bisweilen 
die Interpunktion in den anderen Aasgaben nachgesehen, und femer 
berücksichtigt Gräbers Kritik von Stengels Buch, Zeitschr. f. r. Ph. AI 
(1882), S. 474 ff. — 5b longament \ que amfant nourent. Peiset ... Ein 
Sul^stantivsatz mit que geht in den ältesten Texten nie dem regirenden 
VerV>um vorher. Vergl. Stengels Wörterbuch s. v. que. — 5 c Deu en 
apelent - 7c Vu\% li bonspedre i ad eacolt — i*d In an cunt \ li dui pedre 
parier gehört an zu parier, wie in 104a Entr'eU an prennent \ eil seinor 
a jjarler. Denn en aler hat im ALS keinen Infinitiv bei sich, ausser IIb 
quar Ven ras cölcer, wo Stengel nach AP ie tas vorschlugt. .Jedoch Pas- 
sion 120 [a]i*ayi orar sols en anez. — lOd Mais de cel plait -. ne volsistü 
— II e a na geniil muiler — 15 e Ensure nuit =i 38d; ensur tut 111c, 
123d, desur terre zu bessern ensure etc. Vergl. ensohre tot in der Passion, 
desur un ROL 1017 (comipte Stelle). — 19b iSi le depart \ que giens ne 
Ven remest — 28 e Puis icel (= ROL 664). Im ALS kommt unc ein- 
silbig nicht vor, vgl. W5rterb. s. v. omque. — 35 b cn cest muster; \ quar 
il Fat deservit — 38d ensure s. Note zu 15 c. — 41b ici — [41c Ich be- 
nutze die Gelegenheit, um ein«; Besserung zu dieser Zeile vorzuschlagen, 
welche zugleich der sonderbaren Ausdrucks weise mi parent d'iceste terre 
(als wenn Alexis auch anderwärts Verwandte gehabt hätte !), wie auch dem 
metrischen Fehler abhilft : mi per d'iceste terre, Stengel.] — 43c Gesmer 
behält fCdltra pur ältra bei und übersetzt in Bezug auf vait par les rues: 
»eine Strasse um die anderec. Doch n bleibt unerklärt, weshalb Bartsch 
es tilgt. Paris liest mit S altre pois altre, was sich auf rues beziehen 
müsste. Dann ist mais aber nicht zu verstehen, das Paris nicht 
gegen LP durch et, S, ersetzen wollte. Ich lese mit P Ne un ne altra,\ 
mais sum pedre. Dass altra sich nicht auf Strassen, sondern auf Men- 
schen lyezieht, beweist mais. — 45b Plure des oils — 4hd ne ä nel -- 
51a vient — 51b sustient — 51c almosniers — 54 c corucet\icü — 55 c n« 
neuls hom. Adjektiv ist neuls auch 111 b,c nach meiner Lesung (s. d.), 
auch in Eulalia, Passion und Hohem Liede. — 57 d De sei medisme | tute 
la cartra escrit — f)3e iloec est, j Hoc, Vergl. Stengel S. 253' zu 88a; gegen 
diese Bemerkung könnte Gröber ausser unserer Stelle nur 17c anfahren. 



99 

^ 65 a cum li hom hi — 66 d depreient — 72e ne ^ncar. In den ältesten 
Texten ist uncore dreisilbig nicht zu belegen. — 76c le num lur diät 
haben Ho&nann und Paris umgestellt zu lur dist le num, P> LAS. Dann 
gehört zu le num als Attribut del pedre e dela medre und hierzu wieder 
d'icele gemme. Dann fehlt aber die Hauptsache: der Name des Heiligen selber 
wäre verschwiegen. Ich bleibe bei L und übersetze : »Jenes Edelsteines .... 
Namen sagte er ihnen [und] den des Vaters und den der Mutter c. — 
81 e enpur tei, filz - 82e seit el ciel — 88 a Plure des aiU — 88 c Nach 
Wehrmann, Rom. Stud. V. S. 393, ist e hier = et, welches diene zur Ein- 
führung von Fragen von schwach adversativer Bedeutung, vgl. ROL 748. 
Dieselbe Auffassung wäre auch 84c möglich, nicht aber 91 d. Denn da 
steht e, auch am Anfang des Verses, vor einem' behauptenden Satze, 
dessen Anreihung mit et an den vorhergehenden Fragesatz ausgeschlossen 
ist. Also kann doch die Interjektion e einem vollständigen Satze vorher- 
gehen, und wir sind berechtigt, e auch 84b, 88 c als Interjektion zu fusen. 

— 93e h'en est — 94d Dass der Schreiber von L demurede resp. demurere 
als Objekt zu ai atendude fasste, beweist das Femininum atendude. Dies 
war den anderen Kopisten eine ungeläufige Konstruktion, und sie änder- 
ten verschieden. Man braucht also Cum longa demurede nicht als ellip- 
tischen Satz zu fassen, wie Stengel im Wörterbuch s. v. demurere und 
Meyer, der im folgenden Verse eine zweite Ellipse gegen alle Hss. ein- 
führt. — 96e or ist die einzig authentische Form des Wortes im ALS, 

— 98c nem sousent . Gent erfordert das Prädikat im Plural. Bei Stengels 
Umstellung ist die Syntax des Verses weniger gewöhnlich. — 99c Ne 
camel hume I n'auraija mais en terre — 105 e dune en — I06e saint cors» 
Paris' Umstellung ist nicht nötig. VgL Völcker »Die Wortstellung in 
den ältesten frz. Sprachdenkm.c Franz. Stud. IH. Heft 7. S. 28 ff. — 
107 e Car par cestui | aurum nos hone — 109 b Pur oec en est \ oi cest 
jum behalte ich bei. Vgl. Eolkms mis nies \ hat cest jur nw defcdt 
ROL 2107. Veire pateme! | hoi cest jor me defend ROL 3100. Es scheint 
dass oi cest jum völlig zur Toneinheit verschmolzen war, wie am besten 
aus dem Verse Cunquis Vaurat \ d*oi cest jur en un meis ROL 2751 er- 
sehen werden kann. Eine Cäsur, wie Meyer sie vorschlägt, dürfte wol 
ohne Analogie sein. — Ulbc ne muz ne orbs | ne neuls languerus, | ensure 
tut I neuls palazinus. VergL Noten zu 15e und 55 c. Stengel schlägt zu 
lUc vor neuls ki'st languerus (im Wörterb. s. v. nuls). Doch wäre wol 
der Konjunktiv im Relativsatz nötig (so in S); vergl. 111 d alget Femer 
schlägt Stengel vor nüls ki seit languerus (im Wörterbuch s. v. ensobretot). 
Allein nüls wird sonst nicht substantivisch gebraucht. VergL Wörterbuch 
S. 178, Anmerkung. — 120 a desure s. Note zu 15 e. — ensore s. Note 
zu 15e. 






100 



Berichtigungen. 

(Die beiden Zahlen, welche jeder Verbesserung vorgesetsi sind, 

bezeichnen Paragraph und Zeile.) 

17^ 1 von unten: 728 statt 727. — 19,3 tilge die gange Fareniheee,'- 
50,2 lüge folgenden — 61,8: Guar[dez](8) — 66,5 tilge: 732 — 74,2: 
BOL 1187 — 82, 8: ki Tociet — 98 bessere die Nummer. — 117,4: 
§§. 303. 807. - 120,3: §. 305. - 186,4: Gnar[dez](8) — 141,3: 2149 
statt 2249. — 142, 3 tilge den Cäsurstrich hinter s'espee, — 164, 5 : [soni] 

— 196,4: Ferez i, Francs! ...«.§. 190, femer §. 192. — 202,1: ALS 85e 
~ 215, 3: 196 staU 194 — 217 füge an: Zwischen zwei vollständigen 
Sätzen ist einmal ein elliptischer zu Anfang des 2. Vsgl. eingeschoben; 
s. §. 194. — 245,2: tlHc! — 257,2: [e] H altre — 264,6: seignur — 
266,3: quens— 805,7 tUge (de)- - 856,12: Si'n — 446,8: Quar[dezJ(s) 

— 463,2: Ensor[e] — 472,1: steht da das -- 490,2: 24 a* — 553,3: 
[rejconfortasses — 566 ist hei der Zählung der §§. übersprungen. — 
577,2: §. 569 — 602,15 naeh sevree Versschluss. — 609,5: bruniet — 
609,6: e lances — 610,4: en mi — 627,8: demustrai - 628,8 naeh 
deintet VerssMuss. Hinter mendeier tilge \ que. — 688 bessere die 
Nummer. — 643,1: [re]confortasse8 — 689, 1: honurede — 691,8: 
Guar[dez](s) — 691, 5: ki est — 712,6: fermez statt armei. 



■•rk«rf . UaiTcniiili - B«cb4niokcm (k. Friedrich.) 



AUSGABEN UND ABHANDLUNGEN 

AUS DEM GEBIETE DER 

EOMANISCHEN PHILOLOGIE. 

VERÖFFENTLICHT VON E. STENGEL. 



ÜBEK DEN 



REGELMÄSSIGEN WECHSEL 



NilWHEß m WEIßLICHER ßElE 



IN DER FRANZÖSISCHEN DICHTUNG. 



VON 



MAX BANNER. 



MARBURG. 

N. G. KliWEUT'äCHE VERLAGSBUCHHANDLUNG. 

1884. 



Meinem 



hochverehrten Freund und Gönner 



Herrn Moritz Cahn-Lion 



zu 



Krankfurt a. M. 



voll Dankbarkeit ijewidmet. 



I 



n der modernen französischen Verskunst ist ein Gesetz 
in Geltung, nach welchem im Gedichte mit der Veränderung 
des Reimlaules stets auch das Reimgeschlecht sich ändern soll, 
also dass männliche und weibliche Reime um und um wechseln 
müssen. Der männliche Reim aber besteht in dem Ueberein- 
klang der betonten Endsilbe, der weibliche in dem der betonten 
vorletzten und der minderbetonten letzten Silbe in zwei oder 
mehr nahe auf einander folgenden Versen. Dass wir nun 
dieses seit Jahrhunderten herrschende, in die französische Vers- 
kunst tief eingreifende Gesetz zum Gegenstand einer besonderen 
Abhandlung machen , dürfte um so begründeter erscheinen, 
als ihm selbst in den ausführlichsten und gründlichsten der 
einschlägigen Werke noch keine auch nur einigermassen er- 
schöpfende Betrachtung zuteil geworden ist. Im Auge haben 
wir dabei namentlich Quicherat, Traitö de versification fran^aise, 
2. Aufl. Paris 1 850, Foth, Französische Metrik für Lehrer und Studie- 
rende, Berlin 1879 und Becq de Fouquiferes, Traite genäral de 
versification fraii^aise, Paris 1879. Aber selbst dasjenige Werk, 
von dem man zu allererst eine genaue Auskunft erwarten sollte, 
Bellangers Etudes historiqucs et philologiques sur la rime fran- 
^aise, Paris et Angers 1876, gewährt der Besprechung unsres 
Gesetzes nur wenig Raum. Mehr vermochten wir der Gramont*- 
schen Schrift: Les vers fran^ais et leur prosodie, 2. Aufl. Paris 
1879 zu entnehmen, und noch viel mehr bot uns Lubarschs 
Französische Verslehre, Berlin 1879. Keiner aber von den 
genannten Autoren unternimmt es, die Spuren des Gesetzes 

1 



bis in die ültcro ZimI ziirrirkzuvcrf(»lp>n, ja ^olbst für die erste 
k()ns4H]ii«*nti' lit-« »hart it Uli;: tl>T lU^v\ in dtT iiiu^leriufn Dichtung 
Ul man noch zu kcnuMn sichfmi Datum (r«*lan^'t; iiiul eine 
Aurklamn^r lii«*rüh('r konnten wir aurli aus «lfm so bi'tlacht 
historisch v«n*jri»hfndi-n Werk«? Tohli-rs: Vom franziVi^chen Vers- 
Ikui alter und nruer Zeit, IxMpzig 1H)4) nicht erlani;(*n, da der 
VorfassoralNNdifltriinpaarunp und d«*n Strophf'nhau IMreflende 
grundsätzlich aus^chlo^^s. 

Was nun aber di<' vorlioK^'ndo Arlieit anlietrifft, ra kann 
auch «io kt*incn Anspruch darauf orhebi^n, als alisolut vollsiftndif 
zu ^(*lton. D<*m Wrfasser war es dämm zu thun, zunftchsl 
enunal im (inisscn unii thinzen die bitstohunirs- und Entwick- 
lungs^M'scIiichtf* «ii*r nylt* d'alternancp vorzuführen und in^iirhflt 
alle dalN>i in Hftracht kummemh^n Fragen zu erörliTn; so 
könnt«* or sich auch damit Ijognüiron, in dem Zeitraum von 
nah«*7U tau<4>nd Jahnen, den er zu untersuchen hatte, stellen- 
weise nur dit* (^'t'bräuchlichsten und Jedermann leicht zugflntrlichen 
Quellen anzuziehen. S|Kit«>ren ArlKMten muss es V()rl)ehalten 
bleÜMMi, min innerliall) eiiiZ(*lner K|K)rhen, bei einzelnen Dichtem, 
in einzelnen i>ichtun^<ft>rmen da.« Verhalten zu un«rem CnNM*(ze 
zu iM'olKichten und darm etwa jt^ier einzi*lnen der hier tierührten 
Fra^'en eine bosondn* lk*trachtung zu widmen. 



Wirwohl ila« iieM'tz vom rfve|mas'«ig<»n fiefschlechtüwechael 
der Heinir nur in tteni uristrophis4'hen (leiiirhte in seiner 
ganzi^n Starrheit Fil<< (^efasst hat. so weist uns doch auch 
schon der Tm^tand, das.« fast alle Theoretiker der VtTükunsl 
— wif wir -^iiilter des (lenaueriMi ••rörti-ni wenlen — die Eni- 
stehun^' tl«« tii-^i'tzes mit tter Mu'^ik in Zu*<iinmenhang bringen, 
daraufhin, th-n l'r:-|irun^' und die nrdie*«tf Fiitwicklung desselben 
in d«'r Lyrik ni >uchen. Und wenn wir nun selbnt an die 



Unt«rsucliuii|( der ältesleii uns eriialleneii Denkmäler fran- 
zAttirher iinil provcnzalischor Poesie herangehen, so finden 
wir, daÄs* iIit altere episclie Dichter, der seinen Gesang in 
umbnirreichen Tiraden von durchgangig gleiclier Assonanz 
odH* in solchen von gleichem I^eim abfasste und dem doch 
immer si^inStofT die Hauptsache blieb, kaum in die Versuchung 
kam, eine derartige Abwechslung herbeizuführen. Der lyrische 
DichtiT at)er, «ler durch die Einteilung in Strophen sowie durch 
dm Wechs*»! von längeren und kürzeren Versen und auf jede 
mAfüclie Weise Abwechslung in sein Werk zu bringen suchte, 
«ah auch in der Anwendung verschiedenartiger Reime innerhalb 
derselben Strophe ein Mittel anmutender Variierung, dem er 
fem die sorgsamste Pflege angedeihen liess. 

Von den beiden auf Frankreichs Boden erwachsenen 
Lyriken mu^^s aber in erster Linie naturgemäss die proven- 
zalische für unsre Untersuchung in Betracht konmien. 

Um un< nun in Bt^trefT dieser ein Urteil über einen etwai^^en 
Kort- ihIct Kucksohritt in der Zeil zu ermöglichen, werden wir 
gut daran tliun, zunächst für die älteste Periode im Anschluss 
an Diez'i, lji\)ou und Werke der Troubadours, 2. Aufl. von 
Bartsch, I^ipzig ls83 aus der 21ahl der den einzelnen Dichtem 
ak echt zu/t^spnx'henen Lieder diejenigen zusammenzustellen, 
weiche eint-n benitTkenswerten Wectisel von männlichen und 
weiblichen Keimen aufweisen, und denselben in jedem einzelnen 
Falle durch «'in Schema zu veraaschaulichen, wobei dann auch 
rigleich die grussi^re o<1er geringere Kunstmässigkeit des Strophen- 
baues U-rü< k>ichtigt werden soll, da dies ein nicht zu unter- 
ftchatzendi'S Kriterium für die Absichtlichkeit oder Zufälligkeit in 
der Anwendung des Geschlechtswechsels al)giebt. Wir halten es 
ferner für angi^mcssen, unsre Untersuchung auf die bei Diez 



I) Nor oiOm«ii vir oach Pkiiil Mejert Aiuführiingeii in dfr Roniaoia 
X\, Wi^^VÜt MüTcabnui fraher, also jedenfalU vor Bemart de Vi*nU- 
4ofm, wtira. 



8 

(p.3— 422) ausfuhrlicher besprochenen Trobadors zu beschranken, 
denn es sind dies die bedeutenderen, die der Zeit nach genauer 
l)estimmbaren und namentlich die nach einer grösseren Menge 
uns erhaltener Produkte beurteilbaren Dichter der Provenzalen. 
Und vornehmlich in Rücksicht auf das letztere Moment haben 
wir uns bewogen gefühlt, aus der Zahl der eben charakterisierten 
Dichter fünf auszusondern , von denen uns nur wenige Lieder 
überliefert sind, nämlich Alfons II. von Aragon (regiert 
1162-1196), Richard I. von England (regiert 1169-1199), 
Robert I. von Auvergne (regiert 1 169-1234), Blacatz (1200—1236) 
und Savaric von Mauleon (1200—1230). Immerhin bleiben 
uns noch neunundzwanzig Trobadors, die eine ununterbrochene 
Reihe vom Ende des II. bis zum Schluss des 13. Jahrhunderts 
darstellen. 

Für die Untersuchung der Gedichte standen uns zur Ver- 
fugung: 

Mahn, Gedichte der Troubadours, Berlin 1856—73. 

Mahn, Die Werke der Troubadours, Berlin 1846—55. 

Raynouard, Ghoix des po^sies originales des troubadours, 
Paris 1816-21. 

Bartsch, Chrestomathie proven^ale, 3. Aufl. Elberfeld 1875. 

Herrig, Archiv für das Studium der neueren Sprachen und 
Litteraturen 
und ausserdem Specialausgaben für Guillem IX, Jaufre Rudel, 
Guillem de Cabeslanh, Peire Rogier, Peire Vidal, Bertran de 
Born, Ponz de Gapduoill, den Mönch von Montaudon und 
Amaut Daniel ^). 

Und nun ergiebt sich uns folgende Uebersicht: 

Guillem IX. von Poitiers (regiert 1087—1127), Ausgabe 
von Holland und Keller, 2. Aufl. Tübingen 1850, 10 Gedichte, 



1) Die Gedichte dieser Trobadors citieren wir nach den Sonderaus- 
gaben, diejenigen der andren nach Bartsch» Grundriss der proTensaliachea 
Litteratur. 



von denen nur Nr. VI mit dem Reimschema aaabah^) und 
mit veränderter weiblicher Reimsilbe in den einzelnen Strophen 
in Betracht käme, wenn es nicht aus gewichtigen Gründen 
dem Dichter abgesprochen wäre (cf. Maus, Peire Cardenals 
Strophenbau, in Ausgaben und Abhandlungen V). 
Marcabrun (nach P. Meyer bis c. 1150J, 45 Gedichte. 

XVII. aab'db'a, 

XVIII. aaabah weibl. Reime in jeder Gobia verändert. 
XXV. aaa VccccccV männl. Reime verändert. 
XXXI. ahah cca. 

XXXn. abababbac. 

XXXVI. ababac, 

XLIV. aaaaVcVc Reime nach je 2 Coblen verändert. 

Bemart de Ventadorn (c. 1148—1195), 45 Gedichte. 
IV. abababba Reime nach je 2 Coblen verändert. 
IX. aaaaaaaa Reime nach je 2 C. verändert. 
XII. ab'ab'aab' Reime nach je 2 G. verändert. 

XVIII. abb cbbd\ 

XIX. ah'ab'b'aab' Reime nach je 2 G. verändert. 
XXV. ababdbababab Reime in jeder G. verändert. 

XXIX. abab ccdd Reime in jeder G. verändert. 

XXX. ababccd Reime nach je 2 G. verändert. 
XXXV. ababbc Reime in jeder G. verändert. 
XXXVn. ababababba Reime nach je 2. G- verändert. 

Jaufre Rudel (1140-1170), Ausgabe von Stimming, Kiel 1873, 

6 Gedichte, 
n. abcdacd Reime nach je 2 G. verändert. 



1) Die weiblichen Reime sind durchweg durch einen Strich rechts 
oben als solche gekennzeichnet. — Gleichzeitig ist zn vermerken: Die 
Anwendung ein- und desselben Buchstabens für männlichen und weiblichen 
Reim will besagen, dass beide aus dem gleichen Wortstamm gebildet 
sind; weitere Eigentümlichkeiten sind ausdrücklich angegeben; wo dem 
Schema nichts hinzugefügt ist, da gehen in dem betreffenden Gedichte 
die gleichen Reime durch alle Strophen hindurch, wie das im Proven- 
zalischen die Regel ist. 



10 

Ralmbaut HI von Orange (reg. 1150--1173), 41 Gedichte. 
X. aababb Reime in jeder C. verändert. 

XXIV. aab'aab* Reime in jeder C. verändert. 
XXXII. ab'ab'cdcd. 

Peire d'Auvergne (1155—1215), 24 Gedichte. 

VIII. adb'ccV. 

IX. aVab' cddc Reime abd nach je 2 C. verändert. 
XXni. dbab ccdccd Reime nach je 6 C. verändert, kunst- 
voll gebaut. 

Guillem de Cabestanh (f zw. 1181 und 1196), Ausgabe von 
Hüffer, Berlin 1869, 7 Lieder. 

V. a'babababcccidcc Reime nach je 2 G. verändert 

Peire Rogier (1160 — 1180), Ausgabe von Appel, BerUn 
1882, 9 Lieder, bietet nichts zur Schematisierung Geeignetes; 
zu vergleichen ist des Herausgebers Bemerkung (p. 29): Die 
Aussicht, in der Ordnung der Reime bei Peire für den Strophen- 
bau wichtigen Anhalt zu finden, muss gering sein. Unser 
Dichter verwendet eine im Verhältnis zur Strophenlänge grosse 
Zahl von verschiedenen Reimen. 

Peire Raimon de Toulouse (1170-1200), 20 Gedichte. 

V. 1. Strophe: dbbcddeedde 2. Str.: eddcffggffg, in 
dieser Weise setzt dann jede folgende Strophe in die 
vorhergehende ein. 

X. ab'ab'ab'cd) Reime nach je 2 C. verändert. 

Arnaut de Marueil (zw. 1170 u. 1200), 26 Gedichte. 

X. dbdbcdcd, 

XXI. aaab'cd'd'cccd Reime in jeder G. verändert. 

XXV. ab'cd'efgg höchst kunstvoll gebaut. 

Guiraul de Borneil C1175-C.1220), 81 Gedichte. 

XXXV. (ib'(ib'ccdd\ 

LXIX. dddddbdb Reim a nach je 2 G verändert. 

LXXVII. dbdbbdbd. 



11 

Peire Vidal (1175- c.1215), Ausgabe v. Bartsch, Berlin 1857, 
46 Gedichte. 

XV. ahhaccdd', 

XXXIV. ababbab Reime nach je 2 G. verändert 

XLII. aWaaccddc. 

XLIV. ab'ab'ab'ab^ccd'd'ee, 
Bertran de Born (blüht 1180—1195), Ausgabe von Stimming, 
Halle 1879, 45 Lieder. 

I. ababbba, 

IX. aabbaabbaaba Reime von Str. 1 u. 2 sind in den 
folgenden Strophen 3, 4, 5 und der Tornada durch andre 

. Reime ersetzt. 

XIV. aaVaab* der weibl. Reim nach je 4 von den 12 Goblen 
geändert. 

XXXI. abdhbbd. 

XXXVI. ab'ab'b'ab\ 

XXXIX. ab'ab'acca. 
Folquet de Marseille (dichtet 1180—1195), 27 Gedichte. 

I. aVab'b'cc kunstvolle Verbindung der Strophen. 
Ponz de Gapduoill (1180—1190), Ausgabe von Napolski, Halle 
1880, 27 Gedichte. 

1. dbdbbddb 

IV. dbdb cdd'cd kunstvolle Verbindung der Strophen. 

XX. dbbd cddc kunstvolle Verbindung der Strophen. 

XXI. ab'db'ccdc kunstvolle Verbindung der Strophen. 

Raimbaut de Vaqueiras (1180—1207), 32 Gedichte. 
IX. ddbdddbdbdbdddddda! Reime in jeder Gobla ver- 
ändert. 
XII. ab' aV ab' cccc. 
Peirol (1180—1225), 34 Gedichte. 

IV. ab'db'b'aab' Reime nach je 2 G. verändert. 
VI. ab' ab' ab' ab'b' männl. Reim in jeder G. verändert. 
Vni. dbdbdbdb ebb Reime in jeder G. verändert. 
XI. ab' ab' ab'b' a Reime nach je 2 G. verändert. 
XIL dbdbbdd Reime nach je 2 G. verändert. 



12 

XVin. ahäbabah ccbb Reime in jeder C verändert. 

XIX. ababbaba Reime nach je 2 G. verändert. 

XX. ababccdd. 

XXU. aah'aaVaa Reime nach je 2 G. verändert. 

XXVI. ababbaba Reime nach je 2 C. verändert. 

XXVII. aaaab'b'ab'Va Reime nach je 2 C verändert. 
Guillem de Saint-Didier (Leidier) 1180—1200, 16 Gedichte. 

IL ab'V aab' OfC c a. 

V. 1. Strophe: ab'cdefgh!, 2. Str.: hgfedcba und in ähn- 
licher Weise mit wechselnden m. und w. Reimen je 
2 G. gebunden. 
Le Moine de Montaudon (1180—1200), Ausgabe von Philippsohn, 
Halle 1873, 21 Gedichte. 

IX. ab'ab'ab'Va Reime nach je 2 G. verändert 
XV. aaab'aaab' Reim a in jeder C. verändert. 
XIX. aaaabbbbb. 
Arnaut Daniel (c. 1180—1200), Au.sgabe vonCanello, Halle 1883, 
18 Gedichte, von denen nur das nach dem Reimschema 
ababbaba gebildete und in jeder Strophe mit verändertem 
weiblichen Reim versehene Gedicht Nr. III angeführt werden 
müsstc, wenn es nicht von Stengel für unächt erkärl wäre. 
Gaucelm Faidit (1190-1240), 65 Gedichte. 

IL aVaVaVcccb'c Reime nach je 2 C. verändert. 
XL a'ba'bbc'bc'. 
XII. aaab'aab'ccVddd, 
XV. ab'b'aa cd'd'cc. 

XVin. aaab'ab'ccb'ccc Reim c, der sich in jeder C. verändert, 
stimmt stets mit Reim a der folgenden C. überein; Reim 
b bleibt durch das ganze Gedicht derselbe. 
XXXIII. ab' ab' ab' c'c'ddc'dd Reim a xx. b der 1. Str. ent- 
spricht dem Reim c \x, d der 2. Str. , Reim c u. d der 
1. Str. aber Reim a u. Mer 2. u. s. f. 
XLIV. a'bba'a'bba'ba'a'. 
XLV. ab'Vaaab'b'a Reim b nach je 2 G. verändert. 



13 

XLVI. a'ba*bba'b Reime nach je 2 G. verändert. 
Lm. ab'ab'b'aab'a Reime nach je 2 C. verändert. 
LX. ab'ab'cd'd*ee höchst kunstvolle Verbindung der Strophen. 
LXI. aVab'ccb'dd. 

LXn. ab*aab'ccd'd'ceee höchst kunstvoller Strophenbau. 
LXIV. a*a!a!a*aaa*a Reime in jeder C. verändert. 
Raimon de Miraval (c. 1190-1220), 47 Gedichte. 
I. alba'bbolba! Reime in jeder C. verändert. 
VI. (wih'aMab'V Reime nach je 2 C verändert. 
XIX. ab*Vccd*d'. 

XXVII. a'a'ba'a'ba'a^baWbbbbba'b. 
XLIV. ab'Vac'&dd. 

Uc de Saint-Gyr (c. 1200—1240), 44 Gedichte. 

XVIII. a'bba'ccd'd'ee, 

XIX. ab'ab'ab'ab'b' Reime in jeder G. verändert. 

XXVIII. a'a'bba'a'bba'a'bb Reime in jeder C. verändert. 
XXXVI. a'ba'ba'ba'ba' . 

XXXVIII. a*a!bba'a*bba'a'bo! Reime in jeder G. verändert. 
XL. ab'ab'b'cc dd. 
Aimeric de Peguilain (1205—1270), 53 Gedichte. 

I. ab*ab'b'aab\ 

II. a'bba'ccd'd'. 
IX. a'ba'ba'bba'ba'. 

XX. aVaV c'&dd. 

XXV. (xaaaa!a*Q!a* Reime in jeder G. verändert. 
XXXV. aaaab'b'. 

XLIII. aUa'a'bba\ 
Peire Gardinal (1210- c. 1230), 70 Gedichte. 
I. a'ba'b&&dd. 
VI. a'ba'bc'&dd. 
Vm. a'ba'bc'c'bb. 

XII. ab'ab'aab'ab'a Reime in jeder C. verändert. 
XIX. db'ab'aaVab'a Die Str. 1, 2 u. 3 haben verschiedene 
Reime, Str. 4 u. 5 stimmen mit 3 uberein. 

XXVI. aVVaa cd'd'cc. 



14 

XXVII. a*a!Q!h Reime in jeder G. verändert. 

XXIX. a'ha!hha*ha\ 
XLIÜ. a'ba'ha'ba'bcccd'd'cc. 
XL VI. ab'ah'ab*ah*ccb'c, 
LXVI. ab'ab'anb'. 

LXX. a'itt'fta'ia'icV. 
Sordel (1225-1250i, 38 Gedichte. 

I. a'ba*ba'ba'b cc Reime in jeder C. verändert. 
X. a'bMcca'a' Reime nach je 2 C. verändert. 
XIX. a*bb&ildc\ 
XXI. ab'aVab'cccc Reime nach je 2 C. verändert. 

XXX. aaab\ib'cccb'cb\ 
XXXn. a'ba'ba'bba'bb, 

Bonifaci Calvo (1250—1270), 19 Gedichte. 
Bertolome Zorgi (1250—1270). 18 Gedichte. 

V. ab*ab*cc€ff€ff Reime in jeder Str. verändert. 

XVII. a'a*bba*a*bba*a'ha* Reime in jeder C verändert. 
Guiraut Riquier (1250-1294), 89 Gedichte. 

VII. a*ba*b ccd*d*d'eef*fg' Reime nach je 2 Goblen verändert. 

XXI. aVab'b'aab'. 

XXVI. a'ba*ba'ba'bc'&d&dd Reime in jeder C. verändert. 

XXXVI. a*bba*cca'a* Reime nach je 2 CL verändert. 

XXX Vm. a'a'a'ba'ba*b Reime nach je 2 G. verändert 

LXV. ab* ahUib' ab' cc Reime in jeder C. verändert. 

LXVI. ab'aVa cd'cd'c höchst kunstv. Verbindung der Str. 

LXXra. a'ba'bc'c'de'e'd, 

LXXVII. ab'aWaab'h\ 

LXXVIII. a*ba'bba'ba*a' Reime in jeder C. verändert. 

LXXXVL ab'Va cd'd'c kunstvoller Strophenbau. 

LXXXVUI. abVa ccdUV, 

Aus dieser Uebersicht über die Dichter der Glanzperiode 
provenzalischer Lyrik ergiebt sich das Resultat, dass, wenngleich 
die Reihe der den geschlechtlichen Reimwechsel beobachtenden 
Dichter mitunter durch andre unterbrochen ist, die von jener 
Eigentümlichkeit nur wenig oder garnichts aufweisen, dennoch 



15 

im Grossen und Ganzen ein allmähliches Fortschreiten von ge- 
ringerer zu grösserer Fertigkeit auch in diesem Punkte konsta- 
tiert werden kann. Die ersten Ansätze finden wir bei Marcabrun, 
in dessen Liedern noch fast überall durch die Reimeinteilung 
der ersten Strophe die aller folgenden mitbedingt ist, da die 
Reime durch das ganze Gedicht die gleichen bleiben. Ein ent- 
schiedener Fortschritt ist bei Bernart de Ventadom zu bemerken, 
der in sechs der angeführten Gedichte von zwei zu zwei Goblen, 
in dreien sogar mit jeder Gobla die Reime ändert. Ausge- 
zeichnet durch ein Lied (V) von höchst kunstvollem Strophenbau 
bei sorgfaltig beobachtetem Wechsel ist dann Peire Raimon 
de Toulouse und ebenso Amaut de Marueil durch Lied XXV. 
Ponz de Capduoill weist in drei von seinen den regelmässigen 
Geschlechtswechsel einhaltenden Gedichten eine eigenartige Ver- 
bindung der Strophen auf. Besonders reich an Gedichten mit 
geschlechtlichem Reimwechsel ist Peirol. Eine ganz neue Art 
wiederum von Verbindung männlicher und weiblicher Reime 
bietet Guillem de Saint-Didier, indem er in der einen Strophe 
nur Verse mit weiblichem Ausgang zusammenstellt und in der 
darauf folgenden datm die aus denselben Stämmen mit männ- 
lichem Ausgang gebildeten Worte in umgekehrter Folge 
anbringt, Bildungen, wie wir sie dann übrigens bei späteren 
Dichtern in weit kunstvollerer Verbindung wiederfinden. Eine 
beträchtliche Zahl von Gedichten mit regelmässigem Wechsel 
und dabei eine grosse Mannigfaltigkeit eigentümlicher Formen 
zeigt Gaucelm Faidit; nahezu gleich kommen ihm Peire Cardinal 
und Guiraut Riquier, sowohl was die Menge der mit Reim- 
wechsel versehenen Gedichte als auch was die Kunstfertigkeit 
im Strophenbau betrififl. 

Schliesslich darf nicht übersehen werden, dass wir zur 
Schematisierung fast nur solche Gedichte zugelassen haben, in 
denen der geschlechtliche Reimwechsel mit der ganzen Strenge, 
mit der er heute gehandhabt wird, beobachtet ist; es findet 
sich neben diesen eine grosse Zahl von Liedern, in denen der 
Geschlechtswechsel nur teilweise oder mit geringen Verstössen 



16 

durchgeführt ist, doch immerhin so, dass man auch da eine 
gewisse Absicht nicht verkennen kann. 

Dass die uns beschäftigende Eigentümlichkeit in der Reim- 
paarnng auch während des Verfalls der provenzalischen Lyrik 
im 14. und 15. Jahrhundert sich nicht verliert, davon überzeugt 
uns ein Blick in die Joyas del gay saber (Monumens de la 
litterature romane depuis le quatorzieme si^le par Gatien- 
Arnoult, Paris und Toulouse, Seconde Publication) , welche die 
vom Jahre 1324 bis zum Jahre 1498 zu Toulouse gekrönten 
Werke enthalten. Wir finden da 61 Lieder, unter denen mehr 
als die Hälfte strengen Wechsel aufweist , wie das an den im 
Folgenden in chronologischer Ordnung aufgeführten und 
schematisierten Gedichten zu sehen ist: 
I., p. 3 von Arnaut Vidal 1324. 

a*ao!aaaa!a'aaa*im Reime in jeder Cobla verändert, 
ni., p. 10 von Pons de Prinhac 1345. 

a'66a' c'Md Reime in jeder C. verändert. 
IV., p. 13 von Astorc de Galhac 1355. 

a'hha* c'ddc* Reime in jeder C. verändert. 
XXVII, p. 105 von Marti le Mons 1436. 

a'bba' a*ccA* Reime in j. G. verändert , nur wiederholt sich 
der rf-Reim als a-Reim stets in der folgenden C. 
VIII., p. 29 von Raymond Valade 1451. 

a'hha* c'd&d Reime in j. C. verändert. 
LI., p. 199 von Jean de Calmon 1451. 

a'ia'6 cd'cd' Reime der 1. Strophenhälfte in jeder Cobla 
verändert. 
IX., p.33 von Guilhaume de Galhac 1453. 

a'bba' c\ld& die 1. Hälfte jeder C. in den Reimen gleich 
der 2. Hälfte der vorangegangenen. 
LIIL, p. 205 von Jean Gombaut 1456. 

a'ba^b cd' cd' Reime der 1. Strophenhälfte in jeder Cobla 

verändert. 
XII., p. 45 von Bertrand de Roaix 1459. 

ab'b'a c'ddc' Reime in jeder C. geändert 



17 

XXXIV., p. 131 von Berenger de rHöpital 1459. 

a'ba'hb&bc' Reime in jeder C. verändert. 
XIII., p. 48 von Denis Andrieu 1460. 
Str. 1 a'aaa'a*aaa\ 
Str. 2 aa'aa'a'aaa*, 
Str. 3 aa'aa'aa'aa\ 

Str. 4=3, Str. 5=1, Tornada: a'aaa\ und dabei ist der 
Reim in jeder Strophe verändert. 
UV., p. 208 von Pierre de Blays 1462. 

a'ba'hc'dc'd Reime der 1. Strophenhälfte in jeder C. ver- 
ändert. 
LV., p. 211 von Pierre de Ruppe (de la Roque) 1464. 

a'bba* c'ddc' Reime der 1. Strophenhälfte in jeder C. ver- 
ändert. 
XVIL, p. 64 von Pierre de Ruppe 1465. 

a*bba*a!cca' Reime in jeder Str. verändert, 
XXXIX., p. 152 von Thomas Louis 1465. 

a*bba* &dd& der a-Reim jeder Str. gleich dem c-Reim der 
vorangegangenen. 
LVL, p. 214 von Pierre de Vilamur 1465. 

u'bba* c'dc'd (die 3. Str. etwas anders geordnet) Reime der 
1. Strophenhälfte in jeder C. verändert. 
XVIII, p. 69 von Jean Salvatz 1466. 

u'bba* &dd& die 1. Hälfte jeder C. in den Reimen gleich 
der 2. Hälfte der vorangegangenen. 
XL., p. 155 von Bertrand Brossa 1466. 

a*ba'b&dc'd Reime in jeder C. verändert. 
LVIL, p. 217 von Frangois de Morlanes 1466. 

a'ba'bc'd&d Reime der 1. Strophenhälfte in jeder Cobla 
verändert. 
LVIII., p. 220 von Börenger de l'Höpital 1467. 

a'ba'bbc*b& b- und c-Reime in jeder Cobla verändert. 
XX., p. 77 von Francjois de Morlanes 1468. 
a*ba*bb&b& Reime in jeder C. verändert. 



18 

LIX., p. 224 von Raimond Staii-em 14C8. 

ah' ah' cd' d' iV ciV a- und Ä-Roiuie in jeder Cobla verändert 
XXL, p. 80 von Anloine Crusa 1471. 

1. Str. ah'h'ac'ddc\ 

2. Str. a'hha'cd'd'c. 

3. Str.=l, 4. Str.=2, 5. Str.=l, und die Reime in jeder 
Cobla verändert. 

XXII., p. 83 von Bärenger de l'Höpital 1471. 

ah'ah'Vccd'cd' Reime in jeder C. verändert, 
XXUL, p. 89 von Bärenger de THöpital 1471. 

a'ba'hhc'hc' Reime in jeder G. verändert. 
XLIIL, p. 168 von Fran^ois de Morias 1471. 

a'ha'hcd'cd' Reime der 1. Strophenhälfte in jeder Cobla 
verändert. 
LXIIL, p. 239 von P. de Janilhac 1471. 

ah'ah'h'ccd'cd* a-, 6- und c-Reim in jeder Cobla verändert. 
XXV., p. 96 von Bernard Nunho 1474. 

a*bha' c'dd& Reime in jeder C. verändert. 
XLV., p. 177 von Jean Cathel 1474. 

a'bha'a'ccd* der d-Reim jeder Str. giebt den a-Reim für 
die folgende; sonst Reime verändert 
LXL, p. 230 von Jean Bemonys 1474. 

a'ha'hc'dc'd Reime der 1. Strophenhälfte in jeder C. verändert 
XLVI., p. 181 von Bertrand de Roaix 1498. 

ab*ah*cd'cd' Reime in jeder C. verändert. 

Ausserdem die nicht zu datierenden 
XLIX., p. 193 und 
LIL, p. 202, die ebenfalls regelmässigen Wechel aufweisen. 

Ungefähr den gleichen Weg wie die Trobadors machen 
in der Handhabung des geschlechtlichen Reimwechsels die 
nordfranzösischen Lyriker durch, freilich der Zeit nach immer 
ein wenig hinter Jenen zurückstehend und so offenbar durch 
sie angeregt. Leider sahen wir uns hier in unserer Untersuchung 
fast ausschliesslich auf Sammlungen angewiesen, die uns weder 
einen Einblick in die Gesammtthätigkeit , noch auch einen 



19 

sicheren Anhalt für die Bestimmung der Wirkungszeit der 
einzelnen Dichter gewähren. 

Zugänglich in Specialausgaben waren uns nur: 
Thibaut de Navarre (herausg. von Tarbe). 
Charles d'Orl^ans (herausg. von Ghampollion-Figeac). 
Froissail (herausg. von Scheler). 
Eustache Deschamps (herausg. von der Sociäte des anciens 

textes frangais). 
Von Sammelwerken dagegen standen uns zu Gebote: 
Bartsch, Altfranzösische Romanzen und Pastourellen, Leipzig 

1870. 
Wackernagel, Ältfranzösische Lieder und Leiche, Basel 1846. 
Scheler, Trouveres beiges du XII e au XI Ve siecle, Bruxellcs 18/6. 
Scheler, Trouveres beiges, nouvelle serie, Louvain 1879. 
P. R. Auguis, Les poetes frangois depuis le XII e si^le jusqu'ä 

Malherbe, Paris 1824. 
Leroux de Lincy, Recueil des chants historiques frangais depuis 

le Xlle jusqu'au XVflle siecle, Paris 1841. 
Bartsch, Chrestomathie de Tancien fran^ais, Leipzig 1875. 
Mätzner, Altfranzösische Lieder, Berlin 1853. 
Gaston Raynaud, Recueil de motets fran^ais des Xlle et Xllle 

siteles, Paris 1881 (tome I, Chansonnier de Montpellier 0- 

Immerhin ist das in vorstehenden Werken vorhandene 
Material umfangreich genug, imi uns zu dem Schlüsse zu be- 
rechtigen, dass auch in Bezug auf den regelmässigen Geschlechts- 
wechsel im Reime das Beispiel der Dichter Südfrankreichs 
bei den Sängern des Nordens nicht verloren gegangen ist, 
sondern fort und fort Nachahmer unter denselben gefunden 
hat. In all den genannten Sammelwerken findet sich eine be- 
trächtliche Zahl von Gedichten, welche die Tendenz des regel- 



1) Nach all den genannten Sammelwerken glaubten wir von der Be- 
nutzung eines weiteren , des in Herrigs Archiv gelieferten Abdrucks der 
Bemer Liederhandschriffe^ schon wegen der Unübersichtlichkeit der nach 
Prosaart aneinandergereihten Verse absehen zu dürfen. 



20 

massigen Wechsels auf den ersten Blick erkennen lassen, 
wenngleich die Summe derjenigen Produkte, in denen der 
Wechsel nun auch streng durchgeführt ist, sich nicht sehr hoch 
belauft. 

In Bartschs Sammlung altfranzösischer Romanzen und 
Pastourellen finden wir unter 55 von Ungenannten herrührenden 
Gedichten der ersten Kategorie nur 9 (No. 11, 35, 39, 40, 41, 
42, 44, 49, 54), unter den 18 von namhaften Dichtern ange- 
führten nur 6 (No. 56, 59, 60, 62, 63, 68) nach dem Gesetz 
gebildete; von den Dichtern selbst aber kommen unter 12 nur 
4 in Betracht, und zwar: Audefrois li Bastars, Quesne de 
Betune, Moniot d'Arraz und Moniot de Paris. Unter den 122 
Pastourellen unbekannter Dichter zeigen nur 37 (No. 1, 3, 4, 
13, 14, 20, 22, 23, 24, 26, 28, 35, 40, 43, 45, 48, 54, 55, 58, 
60, 62, 71, 72, 73, 74, 76, 77, 78, 97, 98, 103, 104, 110, 111, 
114, 117, 121), unter den 60 von bekannten Trouveres her- 
rührenden nur 23 (No. 1, 3, 10, 12, 15, 16, 17, 20, 21, 24, 25, 
27, 28, 30, 31, 32, 40, 43, 44, 45, 49, 52, 53) regelrecht durch- 
geführten Wechsel; doch kommen hei dieser letzten Gnippe 
von 29 Dichtern 15 in Betracht, nämlich: Jehans de Braine, 
Olivier de la Marche, Giles de Vies-Maisons, Richart de Semilli, 
Jehans Erai-s, Raoul de Biauves, Gilebers de Bemevile, Huitacs 
de Fontaines, Willaume U Viniers, Andriu Contredis, Jehans 
Bodeaus, Moniot de Paris, Jakes d'Amiens, Jocelins de Bruges 
und Jehans Froissart. 

In Wackernagels altfranzösischen Liedern und Leichen 
zeigen unter den 52 angeführten Gedichten nur 15 (No. 2, 5, 6, 
7, 12, 14, 15, 18, 23, 28, 29, 31,33,35,41) den Geschlechlswechsel 
in regelrechter Anwendung, und verteilen sich dieselben auf 
7 von den 19 genannten Dichtem; es sind dies: Audefrois li 
Bastars, Gaises, Amaris de Creons, Auboins de Sezane, Guiot 
de Province, Quenes de Bethune und Henri III. de Brabant. 

Aus Schelers beiden Sammlungen der Trouvöres beiges 
wären dann noch Quenes de Bethune, Gillebert de Bemeville 
und Gonlhier de Soignies besonders hervorzuheben, weniger 



21 

aber kämen Henri III. de Brabant, Mathieu de Gand, Jacques 
de Cisoing, Jean d^Estruen, Li Tresoriers de Lille und Jacques 
de Dampierre in Betracht. 

Ferner können wir nach dem 2. Bande der Poetes fran^ois 
von Auguis Thibaut de Champagne, Henri L de Bar, Quönes 
de B^thune, Eustache le Peintre, Gace BruI6, Le Chätelain de 
Coucy, Dans Helynand, Eustache Deschamps, Froissart, Olivier 
Basselin, Älain Ghartier und Charles d'Orl^ans als mehr oder 
weniger treue Anhänger des Geschlechtswechsels im Reime 
anführen. 

Endlich müssen wir noch erwähnen, dass in dem 1. Bande 
des Recueil des chants historiques von Leroux de Lincy aus 
dem 12. und 13. Jahrhundert von 38 Liedern 14, aus dem 14. 
Jahrhundert von 7 Gedichten 3, aus dem 15. Jahrhundert aber 
von 29 nur 2 regelmässigen Wechsel aufweisen, und dass für 
die ältere Zelt hier wiederum Quönes de Bäthune, Henri I. 
de Bar und Le Chätelain de Coucy besonders in Betracht 
kommen. 

Nur wenig Lyrisches und darunter kaum ein nennens- 
wertes Beispiel für den Geschlechtswechsel bietet uns Bartsch 
in seiner Chrestomathie de Fanden franjais, und Mätzner in 
seiner Sammlung altfranzösischer Lieder — bei denen in einer 
Zahl von 56 etwa 28 mit regelmässigem Wechsel anzutreflFen 
sind — giebt fast durchweg von jedem Dichter nur je ein Lied, 
so dass sein Werk in noch weit geringerem Masse als die 
schon genannten uns befähigt, über das Verhalten einzelner 
.Trouväres zu unsrem Gesetze ein sicheres Urteil zu fallen. So 
gut wie gar keine Ausbeute gewährt uns der 1. Band aus dem 
Recueil de Motets fran^is von Gaston Raynaud, und selbst 
die oben angeführten Specialausgaben beweisen uns nur, dass 
kein einziger Dichter Nordfrankreichs in der sorgfaltigen Beob- 
achtung jener technischen Eigentümlichkeit des französischen 
Verses den provenzalischen Sängern gleichkam. 

2 



22 

Wenn aber ein Trouvere mit den Trobadors in die 
Schranken treten kann , so ist dies kein Änderer als Quenes 
de B^thune, der zugleich auch der Erste unter den uns bekannten 
Lyrikern Nordfrankreichs ist und der schon am Ende des 
12. Jahrhunderts all das bietet, was wir im folgenden Jahr- 
hundert erst aus den Produkten vieler Dichter mühsam zu- 
sammensuchen müssen; neben ihm ist aus so früher Zeit nur 
noch Henri I. de Bar zu nennen , der aber gegenüber der 
Kunstfertigkeit Quenes' in seinen Gedichten eine grosse Ein- 
förmigkeit in der Anwendung des Reimwechsels zeigt. Doch 
treten schon mit dem Beginn des 13. Jahrhunderts uns wieder- 
um Dichter entgegen, welche bei Verschiedenheit der Reim- 
ausgänge in den einzelnen Strophen in jeder Strophe kunstvollen 
Wechsel von männlichen und weiblichen Reimen aufweisen; 
es sind dies namentlich Thibaut de Champagne, Äubins de 
Sezane, Raoul de Bauvais, Eustaclie le Peintre, Moniot d^Arras 
und Le Chätelain de Coucy (vergl. auch La Borde, Essai sur 
la musique ancienne et moderne, Paris 1780, livre IV., chap. 
V. — Vin. und livres VI. , chap. L). Durch besonders kunstvolle 
Verwendung des geschlechtlichen Reimweclisels in grösserem 
Umfange hebt sich hier Gonthier de Soignies aus der Menge 
hervor. Aus dem 14. Jahrhundert wären dann noch etwa 
Olivier Basselin, der angebliche Erfinder des Vaudeville, und 
Eustache Deschamps und aus dem 15. Alain Charlier und 
Charles d'0rl6ans wegen des besonders kunstvollen und im 
Allgemeinen regelmässigen Wechsels von männlichem und 
weiblichem Reim zu nennen. 

Ein Gesammtüberblick über die bis zu dem Zeitraum, bei 
dem wir angelangt sind, in strophischen Dichtungen verwen- 
deten Formen ist nun wohlgeeignet, zu zeigen, wie aus dem 
blossen Streben nach Abwechslung im Reimlaute nach und 
nach der regelmässige Wechsel von männlichen und weiblichen 
Reimen sich herausbildet. Zuerst fügt sich in eine Reihe 
gleicher mäimlicher Reime derselben Strophe ein andersartiger, 
durch reinen Zufall weiblicher Reim an bestimmter Stelle ein. 



i23 

oder auch umgekehrt; werden die gleichen Reimsilben durch 
alle Strophen hindurch beibehalten , so findet sich da natürlich 
der eine weibliche Reim stets an der gleichen Stelle unter den 
männlichen, bezw. der eine männliche unter den weiblichen 
ein; weiterhin werden dann auch die weiblichen, resp. männ- 
lichen Reime innerhalb derselben Strophe vielfach wiederholt 
und reihen sich anfangs ziemlich willkürlich, später aber in 
regelmässiger Abwechslung zwischen die Reime des andern 
Geschlechts ein; endlich tritt bei Aufrechterhaltung des regel- 
mässigen Wechsels Verschiedenheit der gleichgeschlechtigen 
Reime in den verschiedenen Strophen und bald auch innerhalb 
derselben Strophe ein. Ein volles Bewusstsein strenger Ge- 
setzmässigkeit in dem Wechsel von männlichem und weiblichem 
Reim ist aber bei keinem der besprochenen Dichter anzunehmen; 
keiner von ihnen hat jemals ein Gesetz oder auch nur eine 
Bemerkung über den Geschlechtswechsel im Reime gegeben, 
keiner hat auch nur entfernt in allen seinen Gedichten den 
regelmässigen Wechsel durchgeführt, und neben den Dichtern, 
welche den Wechsel wenigstens in einigen ihrer Produkte aufs 
sorgfaltigste beobachtet hatten, und nach ihnen fanden sich 
andere, die noch nicht die leiseste Ahnung von jener tech- 
nischen Eigenheit verraten. Bei alledem aber ist es eben um 
so merkwürdiger, zu konstatieren, dass sich die Kunstform des 
geschlechtlichen Reimwechsels aus den geringsten Anfangen 
in nahezu stetigem Fortschreiten zu ihrer Vollendung heraus- 
gebildet hat. 

Anders verhielt es sich mit den nicht lyrischen oder 
— um gleich die Form zu bezeichnen — den nicht strophi- 
schen Gedichten, also dem Epos, dem Drama, der Satire, dem 
Epigramm, der Epistel u. a. Hier kam ja die Form nie sonder- 
lich in Betracht. Zu Hunderten, zu Tausenden flössen die 
Verse in gleicher Silbenzahl gleichmässig dahin, und nur die 
Assonanz oder der Reim am Versschluss dienten als Mittel, die 
Kntpnigkdt zu beseitigen. Durch die gleiche Assonanz wurde 
stets eine grössere Anzahl von Versen mit einander gebunden, 

2* 



u 

die dann zusammen eine Urade Uldeten. Der Rom trat 
zunächst an die Stelle der Assonanz und hatte infolgedessen 
auch dieselbe Funktion zu verrichten. Bald ab^ bildete sich 
für diese Art der Versverbindung in unstrophischen Gedichten 
die Norm heraus, dass der gleiche Reim nur immer zw« Verse, 
d. h. die denkbar kleinste Zahl, mit einander vereinigte, oder 
— was dasselbe sagt — dass er beständig wecliselte. Sollte 
nun einmal der Gebrauch, männliche und weibliche Bindung 
zu wechseln, aus der Lyrik in die Gattungen der unstrophischen 
Gedichte eindringen, so war es fast vorauszusagen, wie sich derselbe 
gestalten würde. Wo Assonanz oder Reim — wie in älterer 
Zeit — von Tirade zu Tirade wechselte, da mochte auch das 
Geschlecht jener tiradenweise wechseln; wenn dann aber in 
späterer Zeit die Reimsilbe von Verspaar zu Verspaar sich 
ändern sollte, so wird auch das Reimgeschlecht sich um und 
um haben ändern müssen. Und femer, wenn im strophischen 
Gedicht bei der unerschöpflichen Mannigfaltigkeit^ der Ge- 
staltungen jede Dichterindividualität ohne Anschluss an Vor- 
gänger oder Zeitgenossen sich eigene Formen wählen konnte, 
so wird dem gegenüber in den unstrophischen Dichtungsarten 
ein neu aufgefundenes Mittel zu formeller Abwechslung, sobald 
es erst von Mehreren acceptiert war, leicht zur allgemein und 
dauernd bindenden Regel geworden sein. Und so war in der 
That der Gang der Entwicklung. 

Wie im strophischen Gedichte, so herrschte auch im un- 
strophischen ursprünglich der männliche Reim entschieden vor 
u. z. im Französischen in gleicher Weise wie im ProvenzaKschen. 
Auf 135 Tiraden') des Fierabras kommen nur etwa 20 weibliche; 
der Text des Auberi de Bourgogne zeigt auf 139 Seiten zu c.90 
Zeilen nur 10 weibliche Tiraden; die provenzalische Chanson de 
la Croisade contre les Albigois hat unter 214 Tiraden nur 



1) Die folgenden auf die altfranzOsische Tiradendicbtnng besfiglichen 
Daten yerdanke ich der gütigen Mitteilung des Herrn Prot. StengeL 



25 

36 weibliche. Dagegen zeigt sich schon in der um die Mitte 
des 13. Jahrh. von Jean Bodel gedichteten Chanson des Saxons 
eine grössere {Begünstigung der weiblichen Reime, die sc^r 
stellenweise, wie in den Tiraden 38- 44, 71—77, 172—179 und 
200—205, in regelrechter Weise mit den männlichen abwechseln. 
Durchgeführt aber finden wir um dieselbe Zeit den Wechsel 
zwischen männlichen und weiblichen Reimtiraden im Roi de 
Sezile des Adam de la Halle (ed. Coussemaker, p. 283 ff.) und 
ui der Berte as grans pies des Ädenes li Rois, wo bei 144 
Abschnitten Unregelmässigkeiten sich nur in den Tiraden 21—26, 
67—69, 76 u. 77, 106 u. 107, 120—122, 131 u. 132 zeigen. 
Dahingegen hat derselbe Dichter im Bueves de Commarchis 
den Wechsel bei weitem nicht so streng beobachtet (cf. Keller, 
Le Si^ge de Barbastre, p. 17) und ganz und gar nicht in den 
Enfances Ogier und im Cleomades, welches letztere Gedicht in 
Reimpaaren verfasst ist. Ausser bei den genannten Dichtern 
finden wir aber den Wechsel noch bei Girard d'Amiens in 
seinem Roman de Gharlemagne. 

Noch nicht nachgewiesen ist der Wechsel in assonierenden 
Gedichten, wohl aber findet sich eine andere Künstelei in 
einigen derselben, die der Beachtung wert ist. In der Geste 
des Loherains finden wir wie E. Heuser ermittelt hat, von 
Tirade 38—158 fast regehnässig Wechsel zwischen einer Tirade 
auf i und einer auf einen beliebigen andern Vokal. Diese 
Künstelei giebt dann offenbar dem Dichter des Hervis de 
Mes den Anstoss, in seinem Werke bei Beobachtung des 
gleichen Wechsels die Regelmässigkeit dadurch noch zu 
verstärken, dass er die Tiraden auf beliebigen Vokal durch 
solche auf einen bestimmten, nämlich auf e, ersetzt. Von 
hier aus lag dann der Uebergang zum Wechsel von männlichen 
und weiblichen Reimen nicht fern. 

Trotzdem bleiben jene Beispiele durchaus vereinzelt, und es 
währt eine geraume Zeit, ehe sich das Gesetz vom regelmässigen 
Geschlechtswechsel der Reime von Verspaar zu Verspaar bildet. 
Merkwürdig ist es dabei immerhin und zu unserer obigen 



26 

Betrachtung stimmend, dass gleich die ersten Dichter, welche 
den regelmässigen Wechsel des Reimgeschlechts in unstrophi- 
schen Gredichten beobachten, denselben auch sofort als befolgens- 
werte Regel aufetellen. 

Wem aber der Ruhm der ersten Abfassung dieser Vor- 
schrift zuzusprechen ist, das ist nun die Frage. Gewinnt 
jenes »litterarische Gespenst« der Glotilde de Surville, die 
zwischen den Jahren 1405 und 1495 gelebt haben soll, wirklich 
Fleisch und Blut , so ist sie es , die das Verdienst für sich in 
Anspruch nehmen kann. Vanderbourg in seiner Ausgabe der 
Pofeies de Ciotilde, Paris 1804 erörtert die Frage über die 
Autorschaft dieser Gedichte des Näheren. Auf p. 201 des be- 
treffenden Werkes bemerkt er: »Les poesies de Glotilde offrent 
Tentrelacement des rimes masculines et feminines, regle ä la- 
quelle Marot, qui v6cut cent ans apres eile, ne se conforma 
Jamals.« Als das Erstaunlichste aber bezeichnet Wilhelm König 
in seiner Etüde sur Tauthenticit^ des po^ies de Glotilde de 
Surville, Halle 1875, wo er die Werke der Dichterin als eine 
Fälschung des 18. Jahrhunderts hinstellt, mit Recht, dass sie 
nicht nur das Gesetz des regelmässigen Wechsels beobachtet, 
sondern dass sie es als bindende Regel aufgestellt hat. In dem 
Epitre ä Rocca (Poesies de Glotilde de Surville, Paris 1825, n,| 
123) sagt sie nämlich: 

Mesme la rime, k cbusies d diverses, 
Combien nous faict essujer de traverses, 
Quant veulz, apr^s deulx carmes pucellins, 
Sans nul effort coulpler deulx masculins; 
Et bicn garder qu^cnscmble ne cbeminent 
Genres pareils quc sons divers terminent, 
Pour n'aillent pairs, sans rime appari^, 
Par doulx impairs, sc ne sont varies. 

Hier/U bemerkt König: S. 112: Nous ne pouvons croire nonplus que 
pas un de ses contemporains n'eüt pris note d'un. teile Innovation? 

Nous ne pouvons, encore moins, approuver l'avis de ceux 

/* 



27 

qui, pour saqver leg poösies, en qnt suppos^ yn remaniepient 
par Jeaqne de Vallon au XVII e siede, et p^^r le marquis de 
Surville qui aurait introduit paftout ce m^lange des rimes 
Rappelons-nous le fi^gment de Marie de France .... La le 
dessein ötait manifeste d'introduire ce mölange des rimes dan5 une 
dizaine de vers .. .Mais aussi que de paine le pofete a-t-il eu!« 
— Die letztere Bemerkung ist gewiss triftig. Aus der 
Nichtbeachtung des Gesetzes aber von Seiten der Zeitgenossen 
sofort auf dßssen Nichtvorhandensein schliessep zu wollen, 
is^ entschieden ein Fehlgriff; denn auch nach ihr wurde 
das von andern Dichtem gegebene Beispiel und Gesetz 
nicht sogleich und allenthalben beachtet Schwerwiegender 
vielleicht als Beweis gegen die Aufstellung jener Regel in so 
früher Zeit ist es, dass ein Dichter, der eine geraume Zeit 
später das gleiche Gesetz vorschreibt, nicht mit einem Worte 
der früheren Abfassung Erwähnung thut, während Ronsard 
seinerseits bei der Erneuerung jepes Gesetzes im Art poötique 
wohl auf den Vorgang flurch einen Dichter seiner Zeit, aber 
gleichfalls nicht ^pf jene Dichterin des 15. Jahrhunderts hin- 
weist. Wie dem nup sei, bei dem Dunkel, das über die Existenz 
der Glotilde de Sur]^ille gebreitet ist, und namentlich in Rück- 
sicht auf den Umstand , dass die rögle d'altemance in der zu- 
nächst folgenden Zeit kaum strenger beobachtet wurde als 
vorher, werden wir gut daran thun, uns in lichtvollere Gegenden 
der Litterarhistorik zu begeben und dort zur Datieiung des 
Ursprungs unseres (Jesetzes einen Zeitpunkt aufzusuchen, von 
dem an es im Grossen und Ganzen wenigstens nicht mehr aus 
dem Gesichtskreis der französischen Poetik verschwand. 

Zu bemerken ist übrigens noch, dass die Gedichte Clotildens 
überwiegend in Kreuzreimen geschrieben sind , und dass bei 
solcher Paarung, die doch vornehmlich auch in dem mannig- 
faltig wechselnden lyrischen oder strophischen Gedichte zur 
Anwendung kam, der hier schon frühzeitig angebahnte Wechsel 
von männlichen und wei|)lichen Reimen im 15 Jahrhundert viel- 
fach ganz regelrecht angewendet wurde. Es wird für uns also 



28 

nunmehr darauf ankommen, den Wechsel in plattreimenden 
Dichtungen zu konstatieren. Und da ist es erst Octavien de 
Saint-Gelais , der im Jahre 1500 in seiner Uebersetzung der 
Epiires d'Ovide genau je zwei männlich reimende Verse 
mit zwei durch weiblichen Reim gebundenen wechseln lässt 
Aber so wenig die Glotilden zugeschriebene Regel aus dem 
15. Jahrhundert Beachtung gefunden, so wenig wurde Octaviens 
mit dem Eintritt in's 16. Jahrhundert geliefertes Beispiel zu 
jener Regel nachgeahmt. Weder Villon, noch Jean oder 
Clement Marot, noch auch Octaviens Sohn Meilin de Saint- 
Gelais nahmen den regelmässigen Geschlechtswechsel auf. Bei 
Clement Marot beispielsweise trifft man in seiner Epistel Au 
roy, pour le dälivrer de prison bis zu 12 männlichen Versen 
(auf 6 verschiedene Reime) hintereinander und am Ende der^ 
selben wiederum 10 weiblich reimende Verse (mit 5 verschie- 
denen Ausgangssilben) hintereinander an; und findet man 
auch einmal in einer grösseren Zahl von plattreimenden Versen 
den regulären Wechsel vor, so verhindert doch die im äbrigen 
regellose Folge von Reimen verschiedenen Greschlechts daran, 
für jene eine Stelle ein bewusstes Dichten nach der rägle 
d'altcrnance anzunehmen ') (cfr. Gramont , Les vers fran^ais et 



1) Ueber Clement Marots Verhalten zur rdgle d*altemance hören 
wir die widersprechendsten Aussagen. In der Sammlung der Fabliauz 
et contes des poetcs fran^ois des XIL, XIII., XIV. et XV. si^cles, Paris 
1756, heisst es: »Marot, qui a vecu fort avant dans le seizibme si^le, 
ne r (la rbgle d'altcrnance) a point connue;« dagegen sagt der Seigneor 
des Accords in seinen Bigarrures mit Beziehung auf das Gesetz des 
regelmässigen Wechsels: »Le premier qui 8*en est aperceu a est^ 
Marot , lequcl prie , en une epistre qu*il a faicte sur la suite de ses 
Oeuvres, qu'on Texcuse, si en son adolescence il n*a gard^ ces mesures«. 
Vanderbourg wiederum in seiner Ausgabe von Glotildens Gedichten 
bemerkt, wie schon oben angeführt: »Les poesies de Glotilde oflfrent 
l'eDtrelacemcnt des rimcs masculines et feminines , rbgle ä laquelle 
Marot. qui vecut cent ans aprbs eile, ne se conforma jamais.» Du Bellay 
aber sagt in der Defense et illustration II, 9: »11 y en a qui fort 
snperstitieuscment entremeslent les vers masculins avec les femininSy 



29 

leur prosodie). Dabei aber niuss es wiederum hervorgehoben 
werden, dass grade wie gegen Ende des 15. so auch im Anfang 
des 16. Jahrhunderts dieselben Dichter, die sich in platt- 
reimenden Gredichten an die regle d'altemance nicht kehren, 
bei Anwendung des Kreuzreimes sehr häufig den Gteschlechts- 
wcchsel beobachten. So finden wir's bei Gläment Marot, so 
bei Mai:guerite de Valois und so noch bei vielen andern Dichtem 
geringerer Bedeutung. Man kann somit sagen, dass um das 
Jahr 1500 der regelmässige Geschlechtswechsel in Kreuzreimen 
bereits zur Norm geworden ist. 

Für den Geschlechtswechsel in plattreimenden Gedichten 
kann jedoch erst das Jahr 1524 als epochemachend bezeichnet 
werden. Die erste bewusste und zugleich kontinuierliche An- 
wendung aber und die Au&tellung der Regel knüpft sich an 
den Namen Jean Bouchets. 

Jean Bouchet ist geboren im Jahre 1476 zu Poitiers. Ihm 
zugesprochen wird das 1500 zu Paris erschienene Gredicht : »Les 
regnars traversant les perilleuses voyes des folles fiances du 
monde,€ das noch keinen regelmässigen Wechsel von männlichen 
und weiblichen Reimen aufweist ; demnächst das Paris 1503 (?) 
erschienene Werk: »L'amoureux transy sans espoir,« welches 
ebenso wie das aus dem Jahre 1516 datierende: »Sensuit le 
temple de bonne renomme« gleichfalls noch keinen Wechsel auf- 
weist. Angezweifelt *) wird Bouchets Autorschaft an den 



comme on peut voir aux Psaliues traduits par Marot.« Und in der That 
sind es nur die Psalmen (s. Oeuvres de Clement Marot par Charles 
d'H^ricault, Paris 1867), in denen Marot mit verschwindenden Ausnahmen 
nnd oft in künstlichster Weise das Gesetz vom regelmässigen Wechsel 
beobachtet^ während er in den Chansons sich zumeist nur so weit bindet 
dass er durch die erste Strophe die Reimfolge der andern bestimmt sein 
lässt, und in den Epistres, Eldgies, Dialogues, Epigrammes, Complaintes 
u. a. nicht zum Gesunge bestimmten Dichtungen sich so verhält, wie 
oben dargelegt worden (cfr. Clement Marots Metrik v. Keuter, Herrigs 
Archiv Bd. 68). 

1) Nach einer Angabe im Katalog der Harlejana. — Ich möchte 
jedoch in Hinsicht auf den Zusatz »du traverseur«, der sich auch in der 



90 

Paris 1520 erschienenen: Opuscules du traversenr des voies 
perilleuses, welche unstrophische in Plattversen geschriebene 
Gedichte mit regeh-echtem Wechsel enthalten. Mit Sicherheit 
aber sind ihm zuzasprechen die Werke: Le labirynth de fortune 
et sejour des trois nobles dames (Poictiers 1524), Le panegyric 
du chevallier sans reproche (Poictiers 1537), Le jugement 
poetique de Thonneur femenin (Poictiers 1538), Epistres morales 
et familieres (Poictiers 1545) und Triomphes du Ires-chrestien 
roy de France Fran^ois I. (Poictiers 1550). In allen diesen 
Produkten fmden wir mit ganz verschwindend geringen Ver- 
stössen die rt^le d'altemance sowohl im Platt- wie im Kreuz- 
reim auf das sorgfaltigste beobachtet Unter diesen Werken 
enthalten nun die 1545 herausgegebenen E^^istres in ihrem 
zweiten Bande, dem der »Epistres familieres, das Gresetz selbst, 
das Jean Bouchct aufgestellt hat. Als Aufschrift des 107. 
Briefes lesen wir da: Epistre responsive de Tacteur a la prece- 
dente, contenant certaines reigles de rimc, et que les orateurs 
ne doyvent detracter Tun de Tautre, parce que les styles sont 
divers.« Der Brief ist eine Antwort auf die vorhergehende: 
»Epistre envoyce ä Tacteur, contenant louanges d'eloquence, et 
des abuz qu'on y faict a present, qui fut en Tan mil dnq cens 
trente et sept.« Der »acteur« ist Jean Bouchet selbst, wie es in 
der Ueberschrift zu dem 6. Briefe desselben Bandes heissl: 
»Epistre envoi(5e par Facteur, Maistre Jehan Bouchet« Wir 
können nun mach der engen Beziehung dieser beiden Gredichte 
zu einander wohl annehmen, dass die poetische Antwort der 
vorangegangenen Epistel der Zeit nach unmittelbar gefolgt ist, 
und sie so in das gleiche Jahr setzen ^). 



Auffichrift der dem Dichter sicher zugesprochenen »Epistres familieretc 
findet, und namentlich auch grade im Hinblick auf den Umstand, 
dass hier der regelmässige Wechsel beobachtet ist, die Autorschaft 
Bouchets auch an diesem Werke aufrechterhalten. 

U Ea erklärt sich somit auch die Differenz zwischen Lubanch 
(Franz. Verslehre), der für die Aufstellung des Gesetzes das Jahr 1545, 
und W. König (Etüde sur Tauthenticit^ des po^ies de Cl. de SurviUe), 



31 

Die betreflfenden Verse bei Bouchet lauten: 

Je treuve beau mettre deux femenins 
£n rime plaie, avec deux maaculioQ, 
Semblablement quand on les entrelasse 
En vers crois^. 

In dem gleichen Jahre mit der Veröffentlichung von Jean 
Bouchets Labirynth de fortune et sejour des trois nobles dames 
hatte der um 1480 geborene Dichter Pierre Gringore die Parla- 
mentserlaubnis zur Herausgabe seines Werkes: »Le blazon des 
h6retiques« ausgefertigt erhalten. Schon im Jahre 1504 hatte er 
zu dichten begonnen, und seine Produktionen waren sehr 
zahlreich, aber erst in dem ebengenannten 1524 veröffentlichten 
Werke hat er trotz des Umfangs dieses Gedichtes fast durch- 
weg den regelmässigen Geschlechtswechsel in platten Reimen 
beobachtet. Im Jahre 1525 schrieb er die »Heures de nostre 
daraec ebenfalls in regelrechtem Wechsel von männlichen und 
weiblichen Reimen. Zwei Jahre darauf liess er die »Notables 
enseignemens« folgen, die in zehnsilbigen Vierzeilen mit kreuz- 
weisem Reim abgefasst sind und in denen er die rögle d'alter- 
nance sorgfaltig beobachtet. Endlich erschienen in demselben 
Jahre die Chants royaux et rondaux , die , nach dem Schema 
aabba aab aabba gedichtet, zum grossen Teil wenigstens regel- 
mässigen Wechsel aufweisen. 

Als Dritter in der Reihe jener Dichter aus der Frühzeit der 
regle d'alternance ist Charles de Bourdign^ zu nennen. Er 
schrieb vom Jahre 1526 bis 1531 an der »Legende de Pierre 
Faifeu,« zu welcher auch die wahrscheinlich nicht von ihm, 
sondern von Jean Daniel verfasste Epistre de Maistre Pierre 



der 1537 angiebt, dahin, dass Ersterer das Jahr der Publikation des 
Gesammtwerkes , Letzterer aber das Jahr der Abfassung der betreffenden 
Epistel aufgenommen hat. 

1) Diese Lieder, die sich auf 330 belaufen, kontrolierten wir in einer 
trefflichen Ausgabe im Taylor Institution zu Oxford, welche den Titel 
führt; Recueil de Rondeaux: Singuliers, et k tous propos; composäs en 
rime fran9oise, et au nombre de 350 (?j. 



32 

Faifeu envoy6e ä Messieurs les Angevins« gehört (La I^nde de 
Pierre Faifeu, publice par D. Joaust. Paris 1880). In beiden 
Werkchen, die in zehnsilbigen Plattversen abgefosst sind, finden 
wir dem Gesetze des regelmässigen Wechsels teilweise Rech- 
nung getragen. In dem Briefe sind in den 147 Verspaaren, 
die er enthält, nur 4 Fehler zu verzeichnen; in der Legende 
selbst aber, die 49 Kapitel enthält, gestaltet sich das Ver^ 
hältnis der Fehler zu den richtig gruppierten Reimen so, dass 
man beispielsweise nach einer Untersuchung der ersten 20 
Kapitel nur etwa im 1., 2., 3., 7., 16., 17., 18., 19. und 20. von 
einem beabsichtigten Wechsel wird reden wollen. Im 1. Kapitel 
ßnden sich in 19 Paaren drei Fehler, im 2. in 18 keiner, 
im 3. in 32 zwei, im 7. in 16 einer, kn 16. in 25 vier, im 17. 
in 50 sechs, im 18. in 21 vier, im 19. in 56 neun und im 20. 
in 37 Reimpaaren ein Fehler. In allen übrigen Kapiteln sind 
die Fehler derartig gehäuft, dass man von einer Absicht nichts 
mehr erkennen kann ; und auch in Bezug auf die erstgenannten 
Kapitel muss man sagen, dass, wenn der Dichter auch nach 
Regelmässigkeit strebte, ihm doch nicht allzuviel daran gelegen 
war, und dass er den Wechsel unterliess, sobald er ihm irgend- 
wie Schwierigkeiten bereitete. Ueberhaupt aber zeigt sich dieser 
nachlässige Charakter in dem betreffenden Gedichte nach vielen 
Seiten hin. 

Zu erwähnen ist aus dieser Zeit noch die etwa 1536 zu 
Lyon entstandene Sammlung: »Les disciples et amys de Marot 
contre Sagon.« Von den bei diesem Streit beteiligten Dichtem 
zeigt Charles Fontaines in seiner Epistre ä Sagon annähernd 
regelmässigen Wechsel , während Sagon selbst , der zu Bouchet 
in naher Beziehung stand, hier nicht die regle d'altemance 
befolgt. Dafür treffen wir ihn in manchem andren seiner 
Produkte als treuen Beobachter der Regel an (s. Les poetes 
fran^ois depuis le XII e siecle jusqu'a Malherbe III., 118). Ebenso 
bietet Charles de Sainte-Marthe selbst in längeren plattreimenden 
Gedichten bis auf verschwindende Ausnahmen den regelmässigen 
Wechsel von männlichen und weiblichen Reimen dar (s. Les 



33 

poetes fran^ois depuis le Xlle si^cle III, wo seine 8 Seiten 
fassende El^e du temp^ de France nur 1 Fehler aufweist). 

Wer das soeben und schon mehrfach genannte Werk und 
andere ähnliche Sammlungen von Dichtungen des 16. Jahr- 
hunderts (wie A. Darmesteter et Ä. Hatzfeld, Le seizifeme 
sitele en France, Paris 1878, Anatole de Montaiglon, Recueil 
des po^ies fran^aises des XVe et XVI e si^cles, Paris 1855 fT., 
G. Merlet, Les grands ^rivains du XVI e siöcle, Paris 1879, 
Brächet, Morceaux choisis des grands äcrivains du XVI si^le, 
Paris 1874) durchgeht, wird allerdings noch eine beträchtliche 
Anzahl von Gredichten entdecken, in denen die rägle d'alternance 
völlig unbeachtet geblieben. Dennoch aber genügt die Reihe 
der oben besprochenen Produkte, zu beweisen, dass nach Jean 
Bouchets Vorgang in der beharrlichen Beobachtung des ge- 
schlechtlichen Reimwechsels die Tradition — wenn auch nur 
durch Wenige — lebendig erhalten worden ist, und dass über 
die durch jene kleine Zahl gebildete Brücke Jean Bouchet und 
Pierre Ronsard sich gleichsam die Hände gereicht haben. 

Wenn aber Jean Bouchet sich damit begnügt hatte, die 
r^le d'alternance vorzuschlagen, und wenn er damit so viel 
erwirkte, dass dieselbe nicht wieder in Vergessenheit geriet, so 
tritt dagegen in Ronsard ein Dichter auf, welcher kraft der ihm 
beiwohnenden Autorität aus dem Vorschlag eine Vorschrift 
macht. Im Abrög^ de Tart poetique (Oeuvres compl^tes de 
Ronsard par Blanchemain, Paris 1857/67 vol. 7) sagt er: 
»Apräs ä rimitation de quelqu'un de ce temps, tu feras tes 
vers masculins et foeminins tant qu'il te sera possible.« Und 
obwohl er durch diesen letzten Zusatz die Beobachtung des 
Gesetzes wieder in das Belieben des Einzelnen stellte, wirkte 
sein Beispiel doch so mächtig, dass sich fast alle Zeitgenossen 
demselben anschlössen 0« und dass allgemein er als der Erfinder 



1) Wir haben ein Beispiel vor uns, wo derselbe Dichter, der noch im Jahre 
1570 uns ein unstrophisches Gedicht in plattreimenden Alexandrinern 
ohne regelmässigen Wechsel bot, nunmehr dreisehn Jahre später in der 



34 

der rägle d'altemance angesehen wurde. Estienne Pasquier, 
wohl der bedeutendste Theoretiker jener Zeit auf litterarischem 
Gebiete , sagt in seinen Recherches de la France , livre VE., 
chap. VII. mit Bezug auf den Reimwechsel : *Le premier qui y 
mist la main fut Ronsard, lequel premierement en sa Cassandre 
et autres livres d'Amours, puis en scs Ödes, garda cette 
police de faire suivre les masculins et feminins sans aucune 
melange d'iceux ... Et au regard de la rime plate, il observa 
tousjours cette ordonnance, que s'il commen^it par deux 
feminins, ils estoient suivis par deux masculins, et la suite 
tout d'une mesme teneur, comme vous voyez en sa Franciade.« 
Aber wenngleich Ronsards Vorgang für die Meisten der 
zeitgenössischen Dichter massgebend war, so fugten sich doch 
nicht alle, ja nicht einmal alle Dichter der Plejade, gleich 
willig unter dieses Joch. Da ist in erster Linie du Bellay, das 
dem Meister am nächsten stehende Mitglied des litterarischen 
Siebengestirns , der sich zu dem neuen Gesetze anfangs sehr 
schwankend verhielt. In der berühmten Defense et Illustration 
de la langue fran^ise, livre 11., chap. IX. hatte er mit Bezug 
auf" dasselbe gesagt: »Je trouve ceste diligence fort bonne, 
pourveu que tu n'en fa^es point de religion jusques ä con- 
traindre ta diction pour observer telles choses ,« und in seinen 
lyrischen Erstlingswerken sowie in seiner Uebersetzung zweier 
Bücher der Aeneis und in seiner Olive ignoriert er den Wechsel 
noch ganz und gar. In seinen späteren Produkten bemüht er 
sich um denselben und überträgt sogar den anfangs lateinisch 
abgefassten Discours au roy (contenant une briefve et salutaire 
instruction pour bien et heurcusement regner) sorgfaltig in 
regelmässig wechselnde französische Plattverse (s. Les poetes 
fran^ois depuis le XII e si^le jusqu'ä Malherbe IV). Gänzlich 



dreimal so langen Fortsetzung desselben (in c. 900 Versen) den Geschlechts- 
wechsel fast ohne Anstoss genau durchführt, nachdem er inzwischen 
Ronsards Werke kennen gelernt hat (s. Anatole de Mostaiglon, Recueil 
des po^ies des XV. et XVI. si^les III., 290). 



35 

enthält sich des Wechsels der Dramatiker Jodelle, während 
seine Nachfolger Garnier und Hardy, welch letzterer doch 
im Uebrigen so ungebunden und kunstlos dichtet und der 
so mangelhafte Cäsuren, so schwerfallige Enjambements in 
seinen Versen aufweist, die r^le d'altemance auf das Strengste 
befolgen. Sehr sorgfaltig sind auch Belleau, Baif, besonders 
aber du Bartas, Pibrac, Desportes, Regnier und andere Dichter, 
die teilweise schon in die Generation Malherbes hineinreichen. 
Im Jahre 1548 bereits hatte Joachim du Bellay in dem Manifest 
der Plejade gesagt: »D y en a qui fort superstitieusement entre- 
melent les vers masculins avec les feminins,«' und an einer 
andern Stelle bezeichnet er den Reimwechsel schon gradezu 
als C3iarakteristikum der neuen Poesie : »La diff^^rence de Tan- 
cienne po6sie d'avecques la nouvelle, vous la pourrez amplement 
remarquer en deux diverses traductions du mesme auteur.« Er 
meint die Uebersetzung des Homer durch Hugues Salel nach 
dem alten System und die von Amadis Jamin nach der regle 
d*altemance, und er lobt die letztere »d'avoir en tout et par 
tout observ^ la nouvelle ordonnance de Ronsard sur la suite du 
masculin et du feminin« (s. Quicherat, Trait^ de versification 
fran^aise p. 440). 

Was nun Malherbe, den gro^ien Reformator der franz5- 
sfecben V^^kunst, anbetrifil, so ist ihm auf diesem Gebiete 
kein Verdienst zuzusprechen, und gebt La Harpe durchaus 
fehl, wenn er in seinem Gours de litL^rature das Ronsard 
gebührende Lob auf Malherbe überträgt, zumal uns der ktziere 
kaum eine grossere Passage in ptaiien Reujoen bietet, wo wir 
seine Sor^gialt beobaditen fctonten. In seinen zahlreichen 
Gedichten mit Kreuzramen finden wir fireilich den sorgfältigiiteD 
Wechsd; aber darin kamen ihm schon viele Vorgänger, darin 
kctfnmt ihm namentlidi sein Zeitgenose Despotie» durchaus 
^ k kk (vergi. Gröbedinkd, Der Versbau bei PkOippe Desportes 
and Franook de Maliefbe, AMedrarg 18W). Haftefbe gei^tatiet 
ad) ütxngens ebenso wie RoDsard die Freiheit, zwei minnlidie 
oder wdfabcbe Vefae u n f fc i c h c n Abums aof eioaDder folgen zu 



36 

lassen , sobald der erste einen Abschnitt schliesst , der zweite 
den folgenden beginnt. Mit grösster Strenge schreitet auch 
hier erst Boileau ein, und durch ihn wird die r^le d'alter* 
nance zum unverbrüchlichen Gesetze gestempelt (s. Gramont, 
Les vers fran^ais et leur prosodie p. 59). Da finden wir denn 
selbst in den rhythmisch so wechselvollen Fabeln La Fontaines 
die Regel aufs Genaueste beobachtet. Als Beispiel eines so 
leicht geschürzten Gedichtchens mit regelmässigem Wechsel 
finden wir bei Gramont p. 170 u. 171 folgendes dem Dia- 
mant noir des Marquis de Belloy entnommene Lied: 

On s'en va donc, toujours chassant 

Et rgyassant, 

Le long de Teau, parmi les aulnes, 

Oü le merle, en pantoufles jaunes, 

Laisse tralner pr^s du lavoir 

Les basques de son habit noir. 

La bergeronnetie 

Fluette 

Y pi^tine sur le gravier 

Sans Teffrayer; 

La linote 
Y file sa note, 
Le chardonneret y jabote; 
Le pinson 
Chante sa chanson. 
Cbacun 8*en m31e ä sa fa^on: 
Le vent g^tnit, Tarbre soapire, 
L*eaa r^nne comme une lyre. 
Tont est douceur, mirage et son; 
FraiR concert, masiqae naive, 
A la fois joyeuse et plaintive, 
Qu'interrompt le geai nasillard 
D'un ^lat de rire criard. 

Aus dem regelmässigen Gebrauche des geschlechtlichen 
Reimwechsels bildeten sich nun einige besondere Bestimmungen 
heraus : 

1. Durch den gleichen männlichen oder weiblichen Reim 



l.» 



37 

werden in der Regel nicht mehr als 2 Verse mit einander ge- 
bunden; indes werden auch drei noch ertragen; aber man soll 
sich nicht bis zu 4 oder gar bis zu 5 versteigen, wie man dies, 
vielleicht als einzig dastehendes Beispiel, bei La Fontaine findet : 

II advint qu'au hibou Dieu donna gt^niture; 
De fa90ii qu*un beau soir qu*il dtoit en päture, 

Notre aigle aper^ut d'aventure^ 

Dans les coins d*une röche dure 

Ou dans les trous d'une masure, 

De petits monstres fort hideux. 

(s. Quicherat p. 81 ; Lubarsch p. 281 ; vgl. auch Poetique fran<joise 
ä Tusage des dames, Paris 1749, vol. I. p. 18,19.) 

2. In platten wie in gekreuzten Reimen wird Klanggleichheit 
oder Klangähnlichkeit auf einander folgender männlicher und 
weiblicher Reimpaare als fehlerhaft angesehen; Voltaire schreibt 
Henriade J. : 

L'imp^tueux Bor^e, enchainö dans les airs, 
Au Souffle du Zdphyre abandonnait les mers. 
On l^ve Tancre, on part, on fuit lein de la terre ; 
On decouvrait d^jk les bords de T Angle terre, 

und La Fontaine: 

Vous etes le ph^nix des hötes de bois. 
A ces mots le corbeau ne se sent de joie; 
Et pour montrer sa belle voix, 
II ouvre un large bec, laisse tomber sa proie. 

(s. Quicherat p. 130; Lubarsch p. 283; Weigand, Traitö de 
versification fran(jaise, Bromberg 1871, §. 77.) 

3. In platten Reimen darf nicht dieselbe Konsonanz zwei 
Mal in den männlichen oder weiblichen Reimen nach einander 
erscheinen, wie bei Voltaire, Henriade IV.: 

Soudain Potier se Ifeve, et demande audience: 
Chacun. h, son aspect, garde un profond silence. 
Dans ce tcmps malheureux, par le crime infecte, 
Potier fut toujours juste, et pourtant respecte. 



38 

Souvent on Tavoit yu, par sa male ^loquence, 
De leurs emportemens r^primer la iicence, 
Et, conscrvant sor eux sa vieille autorit^, 
Leur montrer la justice avec iinpunite. 

(s. Quicherat p. 131; Lubarsch p. 281.) 

4. Es stört den Reim nicht, wenn die tonlose Silbe beim 
weiblichen Reime von einem besonderen Worte gebildet wird, 
das aber natürlich nur ein tonloses, enklitisches sein kann (dis-je: 
oblige Tartufe IIL,6). Andre als die Pronomina je und ce aber 
lässt die neufranzösische Dichtung so nicht mehr zu. Die alt- 
französische Zeit verfuhr hier noch freier (Tobler, Vom franzö- 
sischen Versbau p. 104)*). 

Eine eigentümliche Art des Wechsels zwischen männlichem 
und weiblichem Reim lässt sich — wie wir bei den provenza- 
lischen und altfranzösischen Dichtern bereits beobachtet haben — 
durch den sogenannten grammatischen Reim herstellen, welcher 
darin besteht, dass Wörter, die in einem Reimpaare mit männ- 
lichem resp. weiblichem Ausgang zusammenstellen, in einem 
folgenden Reimpaar in andrer Flexions- oder Derivationsform 
mit verändertem Geschlechte zu einander treten. So wechseln 
Masculinum und Femininum eines Adjektivs (senhoril: senhorila, 
gentil: gentila), oder Masculinum und Femininum eines Particips 
(vendut: venduda, recrezut: recrezuda), oder Masculinum und 
Femininum eines Substantivs, das beide Geschlechter bildet 
(brolh: brolha, folh: folha). Amhäufigsten aber tritt solcher 
Wechsel beim Verbum auf, weim die Form bald klingend, bald 



1) An dieser Stelle erwähnt Tobler auch das seltsame Verfahren des 
Gautier de Coincy, der eines solcher touloson Wörter saniiiit einer voran- 
gehenden Silbe einem Worte mit weiblichem Ausjjango auch so gegen- 
überst,ellt, dass er den mit jenem einsilbigen Worte schliessenden Vers um 
eine Silbe kürzer als den damit reimenden sein lässt, also männlich, 
wodurch der Keim im Grunde aufgehoben wird : 

Que ])or moi mis celui cn plege 

Qui pooir a du tout, et ge 

Scur son pooir du tout le met 



39 

stumpf reimt (so bei Bernart de Ventadom, Mahn Ged. 37 dolh: 
dolha, volh : volha, acolh : acolha, tolh : tolha, orgolh : orgolha, 
vira : vir, desira : desir, sospira : sospir, mira : mir). Oder endlich 
es ist Verbum, Substantivum und Adjectivum eins aus dem andern 
abgeleitet; und so finden sich auch noch entferntere Ableitungen 
im Wechselreim nach einander verwendet (Bartsch , Die Reim- 
kunst der Troubadours, im Jahrbuch für romanische und englische 
Litteratur v. Ebert 1859, Band I.) 

Für das unstrophische Gedicht hat sich so bis heute die 
r^le d'alternance unangetastet erhalten ; anders in strophischen 
Dichtungen. Wir haben schon oben dargelegt, dass, so zeitig 
sich hier der Wechsel bei dem Einzelnen eingestellt hatte, so 
wenig die Gesammtheit sich darin an bestimmte Vorschriften 
hielt. Und als sich in jener gesetzgebenden Zeit eines Ronsard und 
Malherbe auch hier eine feste Regel bildete, so gewann dieselbe 
merkwürdiger Weise eine ganz absonderliche Form. Man er- 
klärte im strophischen Gedichte die regle d'alternance für befolgt, 
sobald die Reimordnung der ersten Strophe durch sämmtliche 
Strophen hindurch beibehalten war. Es äussert sich darüber 
Ronsard in seinem Abrege de Tart poetique: »Quant aux vers 
lyriques, tu feras le premier couplet ä ta volonte, pourveu que 
les autres suivent la trace du premier.« 

Was aber die Reimfolge in der ersten Strophe angeht, so 
beobachteten foimstrenge Dichter wie Jean Baptiste Rousseau 
auch hier den regelmässigen GeschlechtsAvechsel ; andre aber, 
insonders die Romantiker, brachten mitunter 3 oder auch 4 
Verse des gleichen Reimes hintereinander oder bildeten sogar 
ganze Gedichte mit Reimen gleichen Geschlechts (s. zum Beispiel 
EJerangers bekanntes Lied: Le marquis de Carabas.) Doch kann 
dieses letzlere namentlich nicht als eine ihnen eigentümliche 
Irregularität angesehen werden, da schon du Bellay, Pontus de 
Thyard und andere Plejadendichter, ja selbst Malherbe derartige 
Gedichte mit durchgehends männlichen oder weiblichen Reimen 
gebildet haben, Gedichte, welche Gramont (Les vcrs franc^ais 
et leur prosodie p. 59 j für vereinzelte besondre Vei-suche, die 

3* 



40 

auch heute Niemanden verletzen, erklärt. Das Streben der ro- 
mantischen Schule nacli Ungebundenheit auch in diesem Punkte 
tritt uns recht eigentlich bei Theodore de Banville klar vor 
Augen, über dessen Amethystes Tht'opliile Gautier in seinem 
Buche: Les progres de la poesit? frani^aise depuis 1830, Paris 
1867 sagt: *Les Amethystes sontl e titre d'un petit volume plein 
d'elegance et de coquetterie typographiques, dans lequel Fauteur, 
sous rinspiration de Ronsard, a essaye de faire revivre des 
rhythmes abandonnes depuis que Tentrelacement des rimes 
masculines et feminines est devenu obligatoire.« In denselben 
Amethystes, wo sich uns zahlreiche Beispiele freier Anordnung 
der Reime darbieten, findet sich sogar ein Gedicht, in welchem 
er gleichklingende männliche und weibliche? Ausgänge ge- 
flissentlich zu Reimen paart *) : 

Tombez dans iiion coeur, Souvenirs confiis. 

Du haut des branches tuuilues! 
Üh! parlez-moi d'elle, antres et rochers, 

Ketraites li tous cachees ! 
Parlez, parlez dVlle, 6 «entiers fleuria! 

Bois, ruisscaux, vertes prairies! 
Charmes amers! dans ce frais decor 

Elle m'apimrait oncoro. 
C*ost eile, ö moD coeur! sur ces gazons verts 

Au Diilieu des prinieviTes ! 
Je vois 8*envoler ses fins cheveux d*or 

Au zephyr qui les adore, 
Et notn; auiendier couvre son boau cou 

Des blanches fleurs qu'il secouol u. s. f. 



1) Lubarsch p. 281 bemerkt zu deniHelben: >E« ist sehr beachtenswerti 
dass unter den 21 weiblichen Versendungen 8 einen Vokal, 10 ein / oder 
r und eine den scharfen Zischlaut a vor dem e muet haben; denn 
bei einem vorhergehenden Vokal ist das e immer stumm, da es nur den 
Vokal dehnt; bei vorhergehender Liquida oder scharfem Zischlaut 
ist es nach unserer Auffassung der weiblichen Endungen ebenfalls stumm. 
Nur zwei Versendungen haben vor dem e muet einen silbenbildenden 
Konsonanten {q und l mowUe), dumpfe weibliche Verwendungen sind da- 
gegen gänzlich vermieden.« 



41 

Doch wird ein solches Gebilde heute noch nicht anders denn 
als Curiosum angesehen, und immer noch ist — wenn wir etwa 
vom kunstlosen Volksliede, vom Epigramm, von Impromptus 
und Couplets (s. Beranger, chansons) und von sonstigen Dich- 
tungen ungebundenster Art absehen — die regle d'alternance 
mit all ihren be<=5chränkenden Bestimmungen in voller Geltung. 

Und nicht blos die französischen Dichtungen, sondern auch 
diejenigen im modernen Provenzalisch , das doch nunmehr nur 
die Stelle eines Dialekts einnimmt, beobachten fast durchweg 
den regelmässigen Geschlechtswechsel. So finden wir es in den 
Obros des Pierre Goudelin, Amsterdam 1700, wo auch die un- 
strophischen Gedichte die sorgfaltigste Beobachtung ünsres Ge- 
setzes zeigen, so in den Liedern des Armana Provengau, z. B. 
Jahrg. 1872, ebenso auch in den der Revue des langues romanes 
eingefügten provonzalischen Produkten neueren Datums. Da 
finden wir im 1. Bande p. 249 ff. und p. 334 ff. die Oeuvres 
choisies de Roudil, der zwischen 1642 und 1677 schrieb, im 3. 
Bande p. 89 ff. die Poesies patoises de Nicolas Fizes (1679—1766) 
und p. 181 ff. ein Bruchstuck des Cortete de Pradas, poete 
agenais du XVII. siecle, im 4. Bande p. 261 ff. ein Bruchstück 
des Arnaut Daubasse, ouvrier et poete du XVlI. siecle, im 5. 
Bande p. 377 ff. die Poesies de Dom Guärin de Nant, eines 
Dichters des 17. Jahrhunderts, und deren Fortsetzung im 6. 
Bande p. 135 ff. sowie im 21. Bande p. 5 ff. Und all diese 
Produkte sind mit genauer Einhaltung der regle d'alternance 
gebildet, und selbst die in so wechselvollen Rhythmen abge- 
fasste Opera de Frontignan (1678) im 2. Bande p. 223 ff. hat 
nur in verschwindend wenigen Fällen das Gesetz ausser Acht 
gelassen, was dann bei den dichterischen Erzeugnissen des 18. 
und 19. Jahrhunderts überhaupt nicht mehr vorkommt. 

Dazu muss man freilich bemerken, dass die provenzalische 
Kunstpoesie in dieser Formstrenge ihren eignen, von der Volks- 
poesie direkt abführenden Weg gegangen ist. Denn das pro- 
venzalische Volkslied (s. Arbauds Sammlung von Chants popu- 
laires de la Provence, Aix 1862/4) bindet sich ganz und gixr nicht 



42 

an die Regel, erfreut sich viehnelir der grössten Regellosigkeit, 
ersetzt Reime durch Assonanzen und nähert sich so, wie die 
benachbarte catalanische Poesie, weit mehr dem Spanischen als 
dem Französischen. 

Das neuere französische Volkslied dagegen hält trotz seiner 
sonstigen Freiheiten dennoch im Prinzip wenigstens an der 
regle d'alternance fest. 'Die chants historiques et ix)pulaires du 
temps de Charles VII. et de Louis IX. von Leroux de Lincy, 
Paris 1857 zeigen uns, dass auch in der älteren Zeit') schon 
in vielen Volksliedern der Geschlechtswechsel — wenn auch 
oft nur in Assonanzen — streng beobachtet worden ist, wie 
wir das ja auch in unsrer Uebersicht über die alt französische 
Poesie bereits gesehen haben. Trotzdem bildet auch hier die 
Mitte des IG. Jahrhunderts einen bedeutsamen Wendepunkt, 
indem von da an die Volkslieder nicht mehr vereiirzelt, sondern 
fast ausnahmslos den regelmässigen Geschlechtswechsel auf- 
weisen, wie ein Blick auf die in Leroux de Lincy: Recueil des 
chants historiques frani^ais depuis le XII e. jusque*au XVlIIe. 
siecle seit 1560 autgeführten Lieder lehrt. Das französische 
Drama aber wurde überhaupt erst in jener Zeit durch Garnier 
und Hardy unsrem Gesetze unterworfen, während das mittel- 
alterliche Schauspiel offenbar noch nichts von demselben weiss 
(s. Mysteres inödits du XV e. siecle par Jubinal, Theatre frangais 
au moyen age par Monmerque et Francisque Michel, Ancien 
theatre franc^-ais par Viollet le Duc und die von der Societe 
des anciens t(?xtes herausgegebenen Misteres und Miracles). 

Wir haben bereits Eingangs unsrer Abhandlung gesagt, 
dass der männliche Reim in der Uebereinslinnnung je einer 
Silbe in zwei aufeinander folgenden Versen besteht, der weib- 
liche Reim dagegen im Uebereiiiklang je zweier Silben, von 



l) Es stauimt von den ganz regelrecht wechselnden LiedcmNo. L 
u. IL aus dem Jahre 1408, No. IV. a. d. J. 1420, No. VIII. a. d. J. 14Ö4, 
No. XIV. u. XVI. a. d. .1, 14G5, No. XXVII. a. d. J. 1470 u. No. XXIX. 
a. d. J. 1471. 



43 

denen die erste betont, die letzte aber unbetont ist. Während 
nun das Provenzalische in dieser unbetonten Silbe des weib- 
liclien Reimes verschiedene Vokale aufweist, finden wir im 
Französischen zu jener Zeit, da sich der geschlechtliche Reim- 
wechsel in seinen ersten Keimen zu zeigen beginnt, die Vokale 
der unbetonten Endsilben schon alle zu tonlosem e herabge- 
sunken , so dass die Ausgänge der weiblichen Reime nunmehr 
nicht anders denn als e, es oder ent auftreten. In Bezug auf 
die letztere Endung ist jedoch daran zu erinnern , dass sie in 
den Schlusssilben der 3. PI. des indikativischen Imperfekts und 
Konditionalis und ausserdem in soient und aietU vollständig 
stumm geworden und ihre Geltung als besondere Silbe gänzlich 
eingebüsst hat und dass sie infolgedessen in diesen Fällen nicht 
im Stande ist, den Reim zu einem weiblichen zu machen. 

Ungefähr um dieselbe Zeit , als das Gesetz des geschlecht- 
lichen Reimwechsels sich für die Dauer Eingang in das fran- 
zösische Gedicht verschaffte, wurde theoretisch auch der 
Unterschied zwischen männlicher und weiblicher Endung fixiert. 
Pierre Fabri im 2. Buche seiner Rhetorique prosaique, Ronen 
1521 bezeichnet als e masculin das End-e in verite oder auc- 
torite^ als e feminin dasjenige in article, possible^ bomie^ belle^ 
femer in vierges oder pucelleSy endlich in jyronuncent oder 
proferent. Und dazu bemerkt er, dass jedes e masculin im 
Reim mit einem masculin, das feminin aber mit einem feminin 
sich verbindet; die föminins aber seien im Rhythmus um ihre 
feminine Silbe länger als die masculins, also dass im Gedicht 
einer niasculinen Zeile von acht Silben eine feminine von acht 
und einer Silbe — die jedoch nur eine halbe genannt werden 
könne -- entspreche. Demnäclist finden wir in Slbilets Art 
poetique vom Jahre 1573 die Kriterien für die Unterscheidung 
männlicher und weiblicher Reime von Neuem dargelegt; Si- 
bilet aber bespricht auch schon die verschiedene Geltung der 
Endung -ent in der 3. Person des Plural im Praesens und Im- 
perfekt und begründet dieselbe zugleich in folgender Weise: 
»Quant la diphthongue oi se trouve devant etU, avient aucunes 



44 

fois que de la diphthongue oi et de ent ne se fait qu'une syl- 
labe, comme aux preteris imparfaits disoienf,, avoient; et lors 
Ye feminin par la vertu de la diphthongue precedente perd sa 
nature feminine et est toute la syllabe estimee masculine en 
Sorte qu'ellc ne est point sujette a la couppe feminine. Mals 
quant la diphthongue oi, se rencontrant devant -enty se divise 
d'avec eux pour leur laisser faire syllabe, lors Ye feminin retient 
encore sa feminine nature, comme es presens voient, coierU, 
envoyenL Den Namen »feminine« für die durch stummes e 
gebildete Endung scheint er dadurch erklären zu wollen, dass 
er sie bezeichnet als »une syllabe n'estant pour rien cont6e non 
plus que les femmes en guerres et autres importans affaires«. 
Wie wenig die weiblichen Endungen überhaupt in's Gehör 
fallen, das will er den Leser an dem folgenden Marot'schen 
Epigramm erkennen lassen, in welchem e und ee im Reime 
beständig mit einander wechseln: 

Quand j'escriray, que je t'ay bien aym6e; 
Et que tu m'as sur tous autres aim^, 
Tu n*en scrois femnie deBestimee, 
Tant peu me sent homme desestime. 
Petrarque a bien sa maistresse nommde, 
Sans cinoindrer sa bonne renommde. 
Dons si je suys son disciple estinie, 
Craindre ne fault que tu en soys blasmee. 
D'Anne j'eacry plus noble et mieux fam^, 
Sans que son los soit en rien deprime. 

Von dem Unterschied von männlichem und weiblichem Reim 
handelt ferner das aus dem Jahre 1585 datierte »Promptuaire 
d'unisons« von Pierre le Gaynard, der von den übrigen Endungen 
die durch stummes e gebildeten unter dem Namen »Termi- 
naizons foeminines« absondert, weil dieselben ton- und kraftlos 
seien. Zugleich erwähnt er, dass die Grammatiker drei Arten 
des (?-Lautes unterscheiden , ein männliches e z. B. in je repe^ 
tu mvSy ein weibliches in prohibc, sillabe und endlich ein mitt- 
leres in clianfc. Vier verschiedene Arten des «-Lautes sogar 
werden von Pierre la ßamee im 4. Kap. seiner zu jener Zeit 



45 

hochberühmten Grammatik aufgezählt. Wahrscheinlich in An- 
lehnung an ihn führte der Seigneur des Accords im 4. Buche 
seiner Bigarrures auch in die Reimarten vier verschiedene Stufen 
ein, indem er die rimes masculines in viriles und masculines, 
die foeminines in pucelles und foeminines teilte. Er nennt 
rimes viriles diejenigen Reime, die auf einen hörbaren Konso- 
nanten ausgehen, wie Harnois: Frangois^ verrons: frappons^ 
rimes masculines aber die mit einem tönenden Vokal endenden, 
wie chante: frappe\ als pucelles bezeichnet er diejenigen En- 
dungen , die auf stummes es oder ent ausgehen , wie femmes, 
combatenty endlich als foeminines die mit blossem stummen e 
endenden. Diese subtilen Untei-scheidungen verwu'ft dann Pierre 
Delaudun d'Aigaliers in seinem Art po^tique frauQois vom Jahre 
1598 als Phantastereien. So bleibt's denn in der Praxis bei 
der Zweiteilung der Reime in männliche und weibliche. Aber 
wenngleich bei den Dichtern das Gesetz des regelmässigen 
Wechsels zwischen den beiden Reimgeschlechtern sich immer 
mehr befestigte, wagte es die Kritik dennoch, daran zu rütteln, 
und noch in der Mitte des 17. Jahrhunderts schreibt Richelet 
(La versification franijoise, Paris 1677): »C'est une regle dans 
la poesie frangoise, qu'on ne doit point mettre trois ou quatre 
rimes masculines de suite. Cette r^gle n'est pas si generale 
qu'on ne s'en dispense quelquefois. II se trouve meme des 
personnes qui croient que cet arrangement de rimes masculines 
et feminines n'est pas tout ä fait de la beaut^ de notre poesie. 
On peut, disent-ils, Taire heureusement des pieces entieres des 
vers masculins de diflPärentes rimes, et composer de petits ouv- 
rages oü il y aura de suite quatre masculins de plusieurs sortes 
de terminaisons.« Der entgegengesetzten Ansicht aber verleiht 
er Ausdruck, wenn er sich wie Voltaire grade der Fesseln rühmt, 
die dem französischen Dichter angelegt sind : »On räpond que le 
melange des rimes masculines et feminines, selon les regles, 
donne ä notre versification un agrement que les vers des plus 
polies nations de TEurope n'ont pas; que, si Ton rimoit trois 
ou quatre masculins de suite, nos muses retomberoient dans 



46 

rirregularile oii elles cstoient il y a quelque deux cens ans; 
que cet arrangement irregulier est aujourd'hui contraire ä 
Tusage, et que tout ce qu'on peut faire, c'est de le souffrir 
dans les chansons, les petits imprornptus, etc.« 

Die Spitze der Angriffe kehrte sich namentlich gegen die 
Sonderstellung des weiblichen Reimes^). Und in der That 
konnten' überall nur recht vage Angaben über die Aussprache 
und Geltung des die weibliche Endung ausmachenden e-Lautes 
gefunden werden; bei ein- und demselben Kritiker (Sibilet, Art 
poetique frangois, Paris 1573) liest man über das sogenannte 
stumme <5 die Urteile : »II n'a que demi son«, »il ne fait qu*une 
demi syllabc« , »il ne touchc que pcu Toreille« oder auch »il 
n'est pour rien cont6«, und in ähnlicher Weise schwanken auch 
die Aussagen andrer Theoretiker. Gleichwohl werden wir 
nicht mit Lubarsch^j das Gesetz vom regelmässigen Geschlechts- 
wechsel desshalb sofort überhaui)t als widersinnig erklären. 
Und wenn auch Littre (Histoire de la lahguc frani^aise I., 334) 
die regle d'alternance eine »pucrilite grammaticale qui Ta em- 
pörte sur le jugement de Toreille« nennt , so beweist das nur, 
dass das Urteil über den Lautwert des e muet am Ende der 



1) Gegen die speciclle EigeDtümlichkeit der Unterschcidimg 
zwischen der Endung -ent des indikativischen Imperfekts und Konditio- 
nalis einerseits und der gleichen Endung in dem indikat., und konjunkt. 
Praes. gewisser Verben andrerseits wendet sichGmmont p. 41 und schliesst 
seine Betrachtung über die Grundlosigkeit jener Anordnung mit den 
Worten »PourquoiV Parce que«. 

2) Lubarsch (Frz. Verslehre p. 27tjj nennt das Gesetz widersinnig 
aus doppeltem Grunde; einmal, weil es lleimverbindungen untersage, die 
möglicherweise sehr wohlklingend sein können ; sodann aber weil es der 
heutigen Aussprache nach nur noch für das Auge, nicht aber für das 
Ohr bestehe; aber auch selbst zu der Zeit, da es, der älteren Dichtung 
ganz unbekannt, aufgekommen, habe es auch in der Deklamation fiir das 
Ohr nicht existiert. Denn bereits das 16. Jahrhundert — fährt er fort — 
kannte ein völliges Verstummen des e muet. So sagt z. B. Taboorot 
(Dictionniüre des rimes fran^oises 1572 und 1588): »Obwohl das weibliche 
e im Innern des Versen eine Silbe so gut wie eine männliche Endung 



47 

Worte heute vielfach noch ebenso schwankend ist wie vor 
drciliundert Jahren; wirft doch Bellanger selbst, nachdem er 
das ebengenannte Urteil des grossen Sprachkenners citiert 
(Etudes sur la rirne frangaise p. 20:2), dagegen ein, Littre selbst 
werde zugestehen, dass man beim Deklamieren den Unterschied 
(zwischen männlichem und weiblichem Reim) sehr wohl wahr- 
nehme. Und damit hat Bellanger zweifellos den Kern der Sache 
getroffen u. z. für alte wie für neue Zeit; immer und überall 
wird man im pathetischen Vortrage der Verse auch diesen 
sonst vernachlässigten Laut — wo es überhaupt anging *) — 
zu seinem Rechte haben kommen lassen; aber wie es bei der- 
gleichen Dingen zu sein pflegt, unser eignes Olu* erweist sich 
oft als der unzuverlässigste Richter über das, was unser Mund 
ausspricht. Man wird daher nicht gut daran thun, zur Beur- 
teilung der Aussprache im 10. Jahrhundert sich mit Lubarsch 
auf den einzigen Tabourot, oder mit Bellanger auf den einzigen 
Sibilet zu beziehen; aber auch etliche Sibilets möchten uns 



auslTillt, so hat es doch am Versende keine Kraft, sondern erlischt in 
der Lut'l.c Und derselbe Schriftsteller rät Marc mit monarque^ aspic 
mit pique j die Endung ef mit effe zu reimen, indem er sich auf das 
Urteil des Obres beruft. [Zu dieser Stelle aber schreibt Lubarsch selbst 
in einer Anmerkung: Tabourot schreibt allerdings vor, die weiblichen 
Wörter dann zu apostrophieren: monarq\ piq\ Aus dieser Apostrophierung 
will IJellanger doch noch auf einen gewissen Unterschied des Klanges 
der Endungen arc und arque schliessen, weil in anderen Fällen die 
Apostrophierung nicht für da.s Auge, sondern zur Erzielung gleicher 
Aussprache angewendet wurde, z. B. wenn man char mit far^ statt fard 
schreibt]. Dann fahrt er im Text fort: Nimmt man nun noch hinzu, 
dass im M Jahrhundert die heute stummen Endkonsonanten hörbar 
waren, so muss das Gesetz der Reimfol<re damals für das Ohr noch öfter 
als heute ^^ebrochen worden sein, indem sich z. B. die männliche Endung 
des Wortes aimer von dem weiblichen Worte mere nicht unterschieden 
haben kann. 

1) Nie gesprochen wurde das End-e muet hinter einem Vokal und 
diente in Wörtern wie Marie, joie, rue einzig und allein zur Dehnung 
des vorangehenden Lautes (vgl. darüber wie ül^erhaupt über den Laut- 
wert des End-€ innerhalb des Verses Lubarsch p. 5 — IG), 



4« 

schwer zu einem sicheren Urleil verhelfen, wenn sie — wie 
wir oben gesehen — in ihren eignen Aussagen sich derartig 
widersprechen; und so lange wir keinen Brücke des IG. Jahr- 
hunderts auffinden, der uns an der Hand rein mechanischer 
lautphysiologischer Beobachtungen die Aussprache des in Rede 
stehenden Lautes unter verschiedenen Verhältnissen vorfuhrt, 
werden wir uns bei der Voraussetzung beruhigen müssen, dass — 
wie auch sonst der Laut behandelt worden sein mag — in der 
Deklamation der Verse das Eiid-e niuet sicherlich immerhin 
soweit zur Geltung kam, um die regle d'alternance nicht als 
blosses Spiel für das Auge erscheinen zu lassen. 

Vollends nun der Ursprung des Gesetzes kann als ein aus 
durchaus vernünftigen Kriterien hervorgegangener bezeichnet 
werden ; er wurzelt nämlich — wie schon Eingangs angedeutet — 
nicht in der Deklamation, sondern im musikalischen Vortrag, 
in welchem das End-e muet, wenigstens hinter einem Konso- 
nanten nach aller Urteil gleich jedem andren Vokale stark ver- 
nehmbar war*). Der Seigneur des Accords sagt darüber in 



1) Scoppa im 3. Bande seiner Vrais principes de la versification 
developpes par an exainen comparatif entre la langue itulienne et la 
fran^aise, Paris 1814 äussert sich über die Qualität des End-e dahin, 
dass sein £])itheton »mueU nicht etwa besagen wolle, dass der Laut 
garnicht gesprochen werde, sondern nur dass er dunkel, vage, schwach 
klinge. Freilich scheidet er dann sofort von deiu durch Konsonanten 
gestützten e in Rome, gloire, table das hinter Vokalen stehende ab; und 
in Betreff dieses letzteren sagt auch Mannontel , dass es keine besondere 
Silbe bilde und denigemäss auch im Innern des Verses nur dann gelitten 
werde, sobald es durch die Stellung vor einem folgenden Vokal für die 
Aussprache überhaupt vernichtet sei. Dahingegen versichert derselbe 
Theoretiker von dem gestützten emucty dass es als volle Silbe gelte 
und stets eine besondere Note auf sich nehme ; und Scoppa sagt ülx*rein- 
stimmend, djiss dieser sonst lautlich so abseits stehende Vokal im Gesänge 
gleich jedem andern stark hervortrete. Aelmlich äussert sich Duclos 
in seinen Remarques sur la Cirammairo raisonnee und so auch Bellanger 
in seiner Abhandlung Sur la rime fran^aise. - Ein Andres ist es nun, 
wenn französische Komponisten und auch J. J. Rousseau wie Voltaire über 
den hässlichen und unuiusikalischen Klang des e muet im weiblichen Reim 



49 

seinen Bigarnires, livre IV., chap. III.: »Du temps passe on ne 
s^avoit que c'estoit de ceste liaison ou niariage (des rimes 
niasc. et fem.), et ne l'observoit-on sinon es chansons; raais 
comme on a veu que la poesie et la muslque, qui sont cousines 
germaines, compatissoient fort bien en ceste fagon, cela a donnö 
occasion aux plus curieux de les observer en toutes autres 
sortes de vers.« Und du Bellay in der Defense et Illustration 
II.,9 äussert sich folgendermassen: »II y en a qui fort supersti- 
tieusement entremeslent les vers masculins avec les feniinins, 
comme on peut voir aux Psalmes traduits par Marot; ce qu'il 
a observe — comme je croy — ä fin que plus facilement on 
les peust chanter sans varier la musique pour la diversit6 des 
mesures qui se trouveroient ä la fin des vers ^).« Ronsard end- 



sich beklagen und mancher untergeordnete Musiker sogar das Missraten 
seiner Komposition diesem Laute zur Last legt fs. Scoppa a. a. 0.). Ein 
Anderes ist es auch, wenn wir selbst die strenge Beobachtimg des regelmässigen 
Geschlechtswechsels, der ja in gewissen Fällen sicherlich ganz illusorisch 
ist und der doch der poetischen Diktion recht fühlbare Fesseln anlegt, 
fiir eine auifällige Erscheinung erklären. Unsere Aufgabe aber ist es, 
absehend von dem Wert oder Unwert der rfegle d*alternance , den 
Ursprung, die Entwicklung und das Wesen dieses Gesetzes zu unter- 
suchen, und am allerwenigsten sollten wir es unternehmen, Vorschriften 
darüber zu geben, wie etwa nach unserer theoretischen Einsicht 
die fransösische Verskunst in Zukunft sich zu gestalten habe, wie 
das Lubarsch am Schluss seiner so umsichtigen und gründlichen 
Betiuchtung des Gesetzes vom regelmässigen Wechsel thut, wenn er 
p. 278 sagt : »Da ein grosser Teil der weiblichen Reimeseinem Charakter 
nach immer noch von den männlichen Reimen unterschieden ist, so wird 
man wohl daran festhalten müssen, bei der Bildung regelmässiger Strophen, 
den Reim in allen Strophen da männlich, beziehungsweise weiblich zu 
nehmen, wo er in der ersten Strophe männlich, bez. weiblich ist; man 
wird auch vielleicht der Einfachheit wegen dabei beharren, kein männ- 
liches Wort mit einem weiblichen zu reimen — aber das Gesetz der 
Reimfolge beizubehalten, dazu liegt weder ein innerer noch ein äusserer 
Grund vor.« 

1) Aus dieser Bemerkung du Bellays geht es wiederum deutlich 
hervor, dass unter regelmässigem Wechsel von männlichem und weiblichem 
Reim beim strophischen Gedicht nur immer die regelmässige Durch- 
führung der einmal in der ersten Strophe eines Gedichts beobachteten 



Marburf. UniTereitiU - Bachimckerei (h. Friedrich.) 



AUSGABEN UND ABHANDLUNGEN 

AUS DEM GEBIETE DER 

ROMANISCHEN PHILOLOGIE. 

VERÖFFENTLICHT VON E. STENGEL. 

JLW. 



ÜEBER DIE 

ENTSTEHU1II6 UIVD DIE DICHTER 

DER 

CHANSON Dfi LA CROISADB 

GONTRE LES ALBIGBOIS. 



VON 



LUDWIG KRAACK, 



MARBURG. 

N. G. KLWERTSCHE VERLAGSBÜCHHANDLUNG. 

1884. 



H^^TD 



Prctfes^or Dr. Edmund Stengel 



Teridiriing 



idirif-t. 



Irotz der ziemlich grossen Anzahl von Arbeiten, welche 
zum Teil von sehr bedeutenden Gelehrten aber die Croisade 
geschrieben sind, dürfte es bisher doch noch nicht gelungen 
sein, die vielen Schwierigkeiten, welche dieses Gedicht dem 
Verständnis bietet, vollständig zu beseitigen. Auch macht die 
vorliegende kleine Schrift durchaus keinen Anspruch darauf, 
ein alle dunklen Punkte erhellendes Licht über den Gesang zu 
verbreiten; sie soll vielmehr nur einige neue Ideen über die 
Entstehung und die Dichter der Croisade geben. 

Bevor ich aber zu dieser meiner eigentlichen Aufgabe 
schreite, möchte ich die Hauptresultate der bisherigen Forschung 
über diesen Gegenstand kurz zusammenfassen. 

Es sind über die Entstehung des Gedichtes zwei wesentlich 
verschiedene Ansichten vorhanden; die eine, ältere wird von 
Fauriel, die andere, jüngere von Paul Meyer vertreten. 

Fauriel nimmt einen Autor für das ganze Gedicht an, will 
aber nicht glauben, dass derselbe, wie die Chanson angiebt, 
ein Guillem aus Tudela in Navarra gewesen sei. Durch folgende 
Worte sucht er seinen Zweifel zu rechtfertigen: ^fignare quelle 
langue on parlait ä Tudele vers 1210; c'etait peut-itre encore 
le basque^ mais^ ä coup sur, ce n'etaii poini le pravengah. 
(Inlrod. p. XVffl). 

Nach Paul Meyer besteht die Chanson aus zwei aneinander- 

gehängten, unvollendeten Gedichten, die von zwei Verfassern 

herrühren, welche sich wesentlich von einander durch Tendenz, 

Stil und Sprache unterscheiden. Der Dichter des ersten Teils, 

1 



der ersten 131 Tlraden, hat sich als Guillem von Tudela in 
Navarra zu erkennen gegeben; der des zweiten Teils dagegen 
hat es vorgezogen, seinen Namen zu verschweigen. 

Was Paul Meyer über die Sprache in den ersten 131 
Tiraden sagt, führe ich hier mit seinen eigenen Worten an 
(Introd. § XL pag. Gl): 

T^ Guillem de Tudele a ecrii dans une langue, ou plutot 
dans un jargon, qui ne doit rien — ou du tnoins ricn de 
notable — au castillan ni au catalan. Ce Jargon est un melange 
de provengal et de frangais. Le frangais, Ouillem en avait sans 
doute acquis une certaine connaissance par la lecture de nos Chan- 
sons de geste, dont il paratt avoir Ste grand atnateur, et ü avait 
pu se perfectionner au temps de la croisade^ en conversamt aivee 
les croises; le provengal, ilnepouvait manquer de V avoir appris 
ä Mtmtauhan. II ne savait ces deux langues que tres tm- 
parfaitement De prime abord le pohne de Ouillem semUe 
beaucoup plus provengal que frangais; mais Vapparemee ne 
repond pas entierement ä la realite. II faut con»idSrer que le 
copiste qui a executi notre unique ms. de ce poeme Statt meri" 
dionalf et qu'entre ce copiste et Chiülem il y a eu au mains 
une ou deux transcriptions faites par des meridionaux, Chaam 
de ces scribes aura, par instinet plutot que par esprit de 
Systeme, faxt disparattre quelques formes frangaises, de sarte 
qu*il n'y a guere plus que les rimes qui puissent nous donmer 
une idee de la langue de Vauteur, Cependant, mime en dehors 
des rimes, on peut recueillir un certain nambre de formes 
frangaises qui, n*ayant pu etre introduites par les eopisteSf 
viennent certainement de Guillem*, Dann werden Beispiele 
angeführt. 



I. 

über die Entstehung des ersten Teils der ,,Chanson 
de la croisade contre les Albigeois*'. 

(Tir. 1—131). 

(Jegenüber vorstehenden Ansichten werde ich im Folgenden 
darzuthun versuchen, dass der erste Teil der Croisade eine 
zum Teil recht nachlässig angefertigte Umsetzung 
eines bis jetzt unbekafinten südwestfranzösischen 
Gedichtes in das Provenzalische mit Interpolation 
des Umsetzers ist 

Folgende Gründe sprechen für die Richtigkeit dieser Be- 
hauptung : 

a) Der Umsetzer, wekhef sich häufig eng an die französische 
Vorlage hielt, geriet bei der Uebertragung der Reime nicht selten 
hl Schwierigkeiten; denn nicht alks, was im Französischen reimt, 
reimt zugleich im Provenzalischen. Er umging diese Schwierig- 
keiten oft dadurch, dass er franzö^che Wortformen stellen Hess. 

1) So finden sich in den Tiraden 14, 39, 53, 70, 117, 123 
viele firz. Infinitive der a-Ck)njugätion auf -er, -icr. Mit diesen 
reimen: 

a) das lat. Suffix -ariufn 

gravier 2473, graver 2503, denier 2480, primer 2496, 
plenier 1609, catalier 1613, fogier 1160 etc. 

b) lat. ^ + ^ • • . 

mestier 1170, molher 2608, entier 2592. 

c) lat. e -\- r . . . 

ver (verum) 905, 2479, ser 334, 900, 2471, eer 2587, 
$ers 1154, arer 319, 1596, 2591, 2595. caeer 2599, 
poder 903. 
Die unter a und b angeführten Wörter gehen sowohl im 
Altfranzösischen wie auch im Provenzalischen auf -ier (-er) 
aus. Diese Endung konnte man in der prov. Umsetzung bei- 
behalten ; dann musste man aber auch die frz. Infinitiv-Endung 



-er i-ier) stehen lassen; denn das entsprechende prov. Suffix -^ar 
reimt nicht mit -ier. 

Aus den angeführten Tiraden ersieht man, dass in der 
Vorlage, welche der prov. Umsetzer benutzte, -er und -ier 
neben einander im Reim standen. Nun aber würde ein Franzose 
diese Suffixe weder für das Auge, noch für das Ohr als Reime 
anerkannt haben. Daraus aber folgt, dass der prov. Umsetzer 
nicht das Manuskript des frz. Dichters, sondern eine spätere 
Handschrift zur Vorlage hatte. Das Original wird alle diese 
Wörter mit der Endung -er geschrieben haben; es wird also 
in einem Dialekt verfasst sein, in dem die lat. Endung ^arium 
zu -er (nicht zu -ier) wird und das Bartsch'sche Gesetz keine 
Geltung hat. Dies ist in den südwestlichen Mundarten der 
langue cFöil der Fall. In einer von diesen muss die afrz. 
Chanson gedichtet sein. Ein französischer Abschreiber, der 
zwischen -er und -ier unterschied, hat seinem Sprachgebrauch 
gemäss oft -ier statt des im Original stehenden -er eingesetzt 
und dadurch die ursprünglich richtigen Reime gefälscht. Da- 
her stehen in der Croisade als Reime neben einander Wörter 
wie comter 2484, tuer 2490, diner 2503, motiter 1603, preier 
1168, colquier 1163, etirabger 1602, cavalier 1613, primer 2496, 
2491, denier 2480 etc. 

In Bezug auf die angeführten Sprach -Eigentümlichkeiten 
vergleiche man Ewald Goerlich : die südwestlichen Dialekte der 
langue d^oil, Poitou, Aunis, Saintonge und Angoumois in »Frz. 
Studienc von Körting und Koschwitz III, 2. Pag. 35 seiner 
Arbeit sagt Goerlich: »Ein charakteristisches Merkmal für unsere 
Dialekte gegenüber den nördlichen, östlichen und mittleren 
Dialekten der langue d'otl liegt in der Nicht-Diphthongierung 
des durch Umlaut aus a entstandenen e. Formen auf -ier, 
'iere begegnen selten. Original-Urkunden kennen -ter und -iere 
fast gar nichtc. Pag. 24 und 25: »Es ist ein Charakteristikum 
der südwestlichen Dialekte gegenüber sämmtlicben andern 
Dialekten der langue d^aüy dass das Bartsch'sche Gesetz keine 
Geltung hatc. 



Die unter e au^i^ezählten Wörter haben ein prov. Gepräge. 
Die entsprechenden frz. Wörter würden statt des geschlossenen 
prov. e ein ei oder oi bieten. Allein in südwestlichen Urkunden 
finden sich auch die dem Prov. entsprechenden Formen mit 
geschlossenem e. Goerlich (pag. 38) sagt darüber: »Als Haupt- 
regel für unsere Dialekte gilt: geschlossenes e in offener Silbe 
bleibt oder (und dies ist gewöhnlich der Fall) wird zu e»«. Er 
belegt dann Formen wie avcTf tres^ pover^ asaver etc. 

2) Neben den Reimen auf -er kommen im ersten Teil der 
Groisade auch solche auf -ar vor. Dies ist der Fall in den Tiraden 
19, 40, 77, 83, 115. Hier reimen mit prov. Infinitiven auf -ar 

a) o + einf. r 

jpar 447, 921, ampar 1844, 2420, bar 925, clar 439, 1864, 
mar 2447, Bar (?) 1742, 1847, 2422. 

b) far (facere) 906, 1737. afar 1732, 1861, 907. 

c) Navar 1754, 1846, 2424. 

d) vair (varium) 1850, 2434. 

Alle Reimsilben dieser Tiraden lassen sich auf ein südwest- 
frz. -er zurückführen; ausgenommen sind Bar (?) und Navar, 
far und afar. Man darf annehmen, dass diese wenigen Reim- 
wörter von dem prov. Umschreiber eingesetzt sind. Vielleicht 
sind einige Verse, deren Schluss von ihnen gebildet wird, Inter- 
polationen; vielleicht setzte der Umschreiber diese Wörter ein, 
weil er dadurch andere Schwierigkeiten, die sich ihm boten, 
beseitigen konnte. Ich will hier gleich bemerken, dass der 
Dichter des zweiten Teils der Groisade in seinen -ar-Tiraden 
diese Reimwörter auch verwendet, /ar 2777, 3008, 3601, 3634, 
6209. afar 2789, 3653, 6142. Navar 6200. 

Das unter d angeführte Wort vair (varium) reimt in dieser 
Schreibung zweimal mit Infinitiven auf -ar. Sollte dies vair im 
Südwest-Französischen vielleicht ver gelautet haben? Dies 
würde in den diesen prov. -ar-Tiraden zu Grunde liegenden 
frz. -er-Tiraden ein guter Reim gewesen sein. Auch im Prov. 
reimt es allerdings in einer -or -Tir.; vgl. Hofmeister: Spr. 
Bernh. v. Vent. in A. u. A. X. S. 9. Anm. Wenngleich ich 



gezeigt habe, dass die -ar-Tiraden mit Ausnahme von wenigen 
Reim Wörtern aus der arrz. Quelle umgesetzt sein können, so 
will ich doch damit nicht gesagt haben, dass sie alle notwendig 
umgesetzt sein müssen. Vielmehr glaube ich, dass der Um- 
setzer in diesen Tiraden sich ziemlich viel Freiheiten genommen 
und manches darin interpoliert hat. So ist ohne Zweifel die 
Tir. 40 vom Umsetzer eingeschoben. Dafür folgende Gründe: 

a) Der 40. Tir. geht eine er-Tir. voran; es ist unwahr- 
scheinlich, dass in der afrz. Handschrift zwei er-Tir. hinter ein- 
ander standen. 

b) Die prov. Reime /ar, afar in dieser Tir. 

c) Vers 907 ist neben 1713 die einzige Stelle, wo dem 
Grafen von Toulouse im ersten Teil der Groisade ein epit/uUm 
Omans beigefügt wird. Der französische Dichter steht dem 
Grafen feindlich gegenüber. 

d) Es wird 918—31 dasselbe vorgetragen, was 862-68 schon 
erzählt ist. Während der frz. Dichter in letzterem Passus be- 
hauptet, dass der Vicomte de Böziers an der Ruhr gestorben 
sei, und diejenigen stark tadelt, welche glauben, man habe ihn 
in der Gefangenschaft getötet, sagt der Interpolalor ganz vor- 
sichtig (V. 921): 

»Le mala de menazo le pres adoncs, som par 

und fügt wohlwollend hinzu v. 930: 

»Dieus pesse de la arina, si el 8*en vol pregar, 
Car mot fo grans pecatz!c 

3) In den Tir. 29 und 130 reimen mit den afi-z. Perfekten 
auf -tt (lat. -avit) 

a) a (habet) 650, 2738. 

b) die 3. Pers. Sing. Fut.: 

plaira 649, fara 662, anra 656, vendni 2737 etc. 

c) la 660, 2739, sa 2736, 2742, ja 651. 

d) fa (facit) 2733. 

Hätte der Umsetzer statt der afrz. Endung -a der 3. Pers. 
Sing. Perf. die provenzalische -et oder -c eingesetzt, so hätte er 
mit den unter a, b und c angeführten Wörtern keinen Reim 



mehr gehabt; denn die$e gehen im Fr^. wie im Prov. auf -a 
aus. Der Umsetzer war daher, wenn er nicht ganz neue 
Reime einsetzen wollte, gezwungen, die afrz. Form der 3. Per$. 
Sing. Perf. beizubehalten, 

4) In den Tiraden 25, 41, 110, 127 ist der ursprüngliche Reim 
schon zur blossen Assonanz geworden. Folgende Zusammen-« 
Stellung giebt eine Uebersicht über die in den einzelnen Tii% 
vorkommenden Assonanzen. 



Tir. 26 
41 
110 
127 



> 
» 



•^tz. 


-et. 


•ed. 


26 


— . 


_ 


30 


4 


— 


5 


18 


2 


28 


2 


— 



besondere Fälle. 

niMquesi Dieos. 
vertezy comjets. 



Man darf wohl annehmen, dass Tir. HO im afrz. Original 
auf -«? und die Tiraden 25, 41, 127 auf -ez gereimt haben. 
Dass in der Groisade -etz^ -et, -ed, -es, -ez^ -ets als Reime 
neben einander stehen, ist wohl teils der Nachlässigkeit des 
Umsetzers oder eines Kopisten, teils der durch die Umschreibung 
öfter nötig gemachten Veränderung der syntaktischen Beziehungen 
innerhalb des Verses zuzuschreiben. 

Es reimen in diesen Tir. mit französischen Part. Pass. 
auf -etz und -et 

a) lat. a + t , .. $ {a + t ...) 

ciptetz 578, letz 582, maitetz 585, fossetz 586, gretz 936, 
asetz 2674, sab^Az 2660 etc. Alle diese Wörter haben 
die frz. Form. 

b) Dieus 583, Det (deum) 2321. 

Das prov. Dietis giebt hier keinen Reim. Das entsprechende 
französische Des, welches auch Goerlich (pag. 48 — 49) belegt, 
hat ein geschlossenes e, ist also in den diesen e^^-Tiraden zu 
Grunde liegenden afrz. es-Tir, ein vorzüglicher Reim gewesen« 
Der Umsetzer hat wohl Dieus eingesetzt, weil er fürchtete, 
Detz würde von seinen Landsleuten nicht verstanden werden, 
Vers 2321 hat er jedoch die dem Französischen ähnlichere 
Form Det (deum) in einer et-Tir. beibehalten. Det entspricht 
dem frz. De; dies kann mit afrz. Part, wie iome^ ale^ manie 



8 



reimen. Da nun der Umsetzer die frz. e-Tir. in eine e^-Tir. 
umwandelte, war er auch gezwungen, dem frz. richtigen De 
ein t anzufügen. 

c) pete (pSies) 957, letjs (laetos) 2666, pretz (preHum) 2659, 
nasques 588. 
Diese Wörter scheinen vom Umsetzer eingesetzt zu sein, bn 
Afrz. können sie nicht mit geschlossenem e reimen. Auch im 
Prov. hahen sie e larc; nur nasques hat auch e estreü (s. K. 
Meyer, Prov. Gest. des Perf. in A. u. A. XU S. 12) giebt aber 
einen schlechten Sinn; aber dem prov. Leser konnte es auf 
die genaue Aussprache des etz in diesen Tiraden gar nicht 
ankommen, da sein Sprachgefahl durch die beibehaltenen 
französischen Reime doch verletzt sein musste. 

5) Neben den Tir. auf -eto, •et finden sich auch solche auf 
"Oüf^ -at. Ich gebe auch hier eine Tabelle für die Schreibung 
der Reimsilben in den einzelnen Tiraden. 





-at 


-ati 


-ad 


Tir. 8 


13 


12 


1 


» 51 


18 


8 


2 


» 58 


24 


6 


1 


> 68 


23 


10 


2 


» 24 


— 


19 


— 


> 80 


-^ 


28 


— 


> 91 


2 


20 


— 



Die Tir. 8, 51, 58, 68 scheinen auf frz. 6-Tir. zurückzu- 
gehen. Die in ihnen häufig auftretende Schreibung -aie lässt 
sich meistens nach bekannten grammatischen Regeln zu -at 
bessern. In den wenigen Fällen, wo dies nicht möglich ist, 
wird man entweder Interpolation oder Veränderungen der syn- 
taktischen Beziehungen innerhalb des Verses annehmen dürfen« 
Die Tir. 24, 30, 91 gehen auf frz. ez-Txr. zurück, und die in Hr. 91 
zweimal auftretende Schreibung -at ist auf Nachlässigkeit des 
Kopisten zurückzuführen. 

In diesen Tir. reimen mit prov. Part. Pass. auf -atz^ -ai 

a) lat. a + ^ • • • od^r a -^ t .. . s 

dbiU 154, comjad 155, esiaiz 158, regnat 166, sabataU 



9 

169, ciutat 1120, cossiraiz 1127, pietat 1317, grat 1334, 
Aimerigatz 1542 etc. 

b) 2. Pers. PL Präs. Ind. und Imperat. 

cosdhatz 1992, donat[e\ 2009, demandaia 1995, enserrata 
1998, aparelhaUs 549, montatz 550. 

c) 2. Pers. PI. Fut. 

issirate 553, /ara^^r 554, 1997, atendratz 2004, venceraiz 
2006, irobaratz 550. 

d) Cabaratz 552, ^af^ 682. 

Samtliche Reime lassen sich auf ein frz. -e^ zurückführen. 
Die unter c angeführten Formen der 2. Pers. PL Fut. auf -atz 
sind keine provenzalischen (denn diese gehen auf -etz aus), 
auch keine, die sich aus dem Dialekte des Umsetzers erklären 
lassen, denn dieser bildet im Innern der Verse regelrechte Fut. 
auf ^etz. Man muss annehmen, dass der Umschreiber frz. Fut. 
auf -eiz vorgefunden habe. Er hatte aber atz-Tir. angefangen 
und war daher gezwungen, prov. unrichtige Fut. auf -atz zu bilden. 

Paul Meyer (Introd. CIV) sagt darüber: -^Lesfuturs (2* pers. 
du plur.) -atz ne sont pas Sans exemple. 11 est manifeste que 
Fauteur a vatdu Timer en Hitz, qtmquHl riy seit pas arrive 
Sans faire aux regles de la declinaison quelques menues in- 
fractions€. Ich bedaure, dass P. Meyer die Beispiele, die er im 
Sinn hatte, nicht anführt; vielleicht kommen sie ebenfalls in 
umgesetzten Denkmälern vor. 

Der V. 552 im Reim stehende prov. Ortsname Cabaratz 
heisst sonst nur Cabaretz, Man vergleiche in der Croisade die 
Verse: 936, 1075, 1177, 1183, 1446, 1465, 1506, 1512, 1522 
und femer Du Mege: Hist. gen. de Languedoc, Band V, 
Additions et notes, pag. 170. Der französische Dichter konnte 
wohl den prov. Namen Cabaretz in einer e^-Tirade als Reim 
verwerten. Der Umsetzer, der den afrz. Reim -ez in den prov. 
-atz verwandelte, musste gegen seinen Sprachgebrauch Cabaratz 
statt Cabaretz schreiben, gatz 682 ist wohl = giez und würde 
sich wie mehrere andere Reimworte durch die südwestfrz. 
Mischung von e und ie erklären. 



10 



6) Auf -ea, -eia reimen im ersten Teil die Tiraden 17, 66, 
92, 116, 128, 131. Die Reime sind Feminina der Pari. Pass. der 
a-Conj. Aus der Endung -ö^'a (lal. -a^awi), welche in der afrz. 
Vorlage -eie gelautet haben wird, ersieht man, daas die Vorlage 
nur einem südwestlichen Dialekt der langue cCöil angehört 
haben kann. Man vergleiche Goerlich (pag. 18). Diese Tiraden 
hätte der Umsetzer mit geringer Mühe in ada-Tu\ verwandeln 
können; nur guerreia 1519 hätte das nicht gestattet. Ausser 
den Tir. auf -ca, -eia findet sich auch thatsächlich eine (Tir. 12) 
auf -ada. In dieser reimen nur Partizipia und Substantiva, die 
auf lat. -atam zurückgehen. 

7) Folgende Tabelle zeigt die Reimsilben m den Tir. auf ti^, u: 





-ut 


-ud 


-utz 


-u 


-U8 


Tir. 16 


-_ 


.— 


2 


19 


^_ 


» 27 


19 


— 


3 


1 


1 


» 67 


4 


— 


3 


9 


^_ 


» 75 


15 


1 


1 




^^ 


» 100 


— 


— 


— 


13 


_ 



Es assonieren hier 

a) lat. u + Dent 

Part. Pass. venu 372, tmui 1525, rendu 1532, apef'ceubut 
1701 etc., vertu 373, 382, 619, 1536, 2173, nu 388, ajtU 
(3 P. S. Präs. Conj.) 1704. 

b) fu (lat. fuit) 369, 380, 1524, 2172. 

c) Ihesus 625, Ihesu 1529. 

Sämtliche Reimsilben lassen sich auf die afrz. Endung -m 
zurückführen. Das afrz. fu, welches viermal vorkommt, musste 
der Umschreiber des Reimes wegen stehen lassen, da die ent- 
sprechende prov. Form fo nicht reimen würde. In den Versen 
1525-28 reimt der Umsetzer auf -ut; dann kommt 1529 das 
Wort IhesUy dem er kein t anhängen durfte. 1530 bis 36 reimt 
er dann dem Worte Ihesu entsprechend auf -m weiter. 
8) Es reimen in Tir. 18: 

a) lat. ena 

Magdalena^ pena, arena, Miscena, serena etc. 

b) lat. -ana 



% 



11 

semanay vilana. 

c) lat. -^tnat 
amenay detnena. 

d) dioneea, tela. 

Die Fälle a—c können imAfrz. auf-^in« (auch -ai/ic geschrieben) 
reimen; die prov. Endungen -ena und -ana reimen natürlich 
nicht mit einander. 

9) In der Tir. 120 reimen 

a) a + Z + i 'Ekm .... 

viialfia, batalha, vilanalha etc. Conj. Praes. valha, alha^ 
talhay asalha. 

b) trebaUia (Subst.). 

Der Conj. Praes. alha ist eine frz. Form ; da die entsprechende 
prov. Form nicht mit -alha reimt, so war der Umsetzer ge- 
zwungen, die französische beizubehalten. 

10) Auf -t>a, Tir. 118, reimen: 

a) Part. Pass. 

priza 2508, preza 2505, mim 2510, 2516, asiza 2515, 
2521. 

b) -i + 5 + a . . . 

guiza 2507, griza 2512, biza 2513, camijga 2519, com- 
quiza 2509 etc. 

c) glieiza (afrz. eglise) 2518, justiza 2506, priza (preciat) 
2517, Daniza 2514, atiza (afrz. a^e^e) 2511. 

Die Reime sind durchweg französisch; bei glieiza ist die prov. 
Schreibung angewendet und dadurch der Reim gestört. 

11) In Tir. 3 reimen: 

a) die auf lat. -abat zurückgehenden afrz. Imperf. auf -ot: 
apelot^ aloty estot, puiot, amenot, amoi, predicot, preiot. 

b) sot (sapuit) 62, oi (habuit) 58, 70. 

c) pot (3 P. S. Präs. Ind.) 57. 

d) sot (Adj.). 

e) mot (muttum'^). 

f) tot (tötum). 

tot hat im Frz. ein geschlossenes o, während alle andern 



12 

Reimsilben ein offenes zeigen. Dieses Wort ist also wohl vom 
Umschreiber eingesetzt. Der Satz, in dem es vorkommt, ist 
fehlerhaft. P. Meyer I p. 4 Anm. spricht daräber. Hätte der 
Umsetzer den frz. Reimwörtern dieser Tir. die entsprechende 
prov. Form gegeben, so hätte er keinen Reim mehr gehabt. 
Die prov. Formen sind: estava [dies Imperf. steht im Innern 
des Verses 63 der 3. Tir.], sauby ac [im Innern V. 60], pot 
Nach Goerlich haben die Mwidarten von Saintonge, Aunis, 
Poitou, Anjou und Normandie das Imperf. auf -ot als gemein- 
samen Zug. Sie stehen damit dem mittleren und östlichen 
Frankreich gegenüber. 

12) In den Tir. 4, 72, 93, 109, 122 reimen mit einander 

a) lat. a + n -^ Dent 

Part. Präs. der a-Conj.: amhlant 80, escumenjant 81, 
rauhant 82, trespassant 85, trencant 86 etc.; femer iant 
73, aitant 79, cant 92, 2306, avant 84, grant 2304, 
Rotlan 1643, Botlant 2068, Narmant (and^um) 3065, 
2571, Alamant 2296, Alaman 1648 etc. 

b) prov. = lat. c + ^ + Dent., im Frz. Vertauschung 
mit dem Suffix a -f- n + Dent.: mescresant 76, corant 
87, mantenant 2308 etc. 

c) lat. e + n + Dent .... 

jant 72, niant 78, parant 88, omnipotant 94, fromant 
2047, 2309, vant 2297 , vestiment 1633, solamant 2042, 
ichamant 2044, colminalmant 2045 etc.; resplant 2064, 
2300, atant 1650. 

d) vani (vadunt) 2043, an (habeni) 1644, remant (-anet) 2051. 

e) an (annutn) 1640. 

Dass Wörter, die auf lat. -ant, und solche, die auf -ent zurück- 
gehen, mit einander reimen, kann nur aus dem Frz. erklärt 
werden. Einerseits wird bekanntlich in dieser Sprache das lat. 
Suffix -ent im Part. Präs. stets mit -ant vertauscht, anderer- 
seits kann für die frz. Vorlage bereits Verdumpfung von e vor 
gedecktem Nasal und somit Angleichung an a vor gedecktem 
Nasal angenommen werden. Dem widerspricht es nicht, dass 



13 

Goerlich (pag. 42—44) das Schwanken zwischen -ant und -ent 
erst in dem letzten Viertel des 13. Jahrhunderts konstatieren 
zu dürfen glaubt Im Prov. sind obige Reime unmöglich. 
Der Umsetzer war gezwungen, viele Wörter, die er mit -ent zu 
schreiben pflegte, des Reimes wegen durch -ant wiederzugeben. 
Dies -atit sprach der Prov. natürlich nicht nasal. Hinzugefügt 
hat der Umsetzer die unter d angeführten Wörter: vant (lat. 
vadunt, afrz. vant)^ an (lat. habenty afrz. ont), remant (]at. 
manet, a&z. reniaint) und ebenso das unter e verzeichnete an 
(lat. annum). 

13) Nasale Verdumpfung zeigt sich auch in den Tir. 28, 
107. Hier reimen 

a) lat. -antia, ^anda, -ancea: 

Constansa 2271, doptansa 2273, esper ansa 2275, Fransa 
634, lansa 636, 2274 etc. 

b) lat. -entia: 
conaisansa 645. 

14) Die Tir. 23, welche auf -ans reimt, hat dieselbe Eigen- 
tümlichkeit. Es reimen darin: 

a) lat. a + n + Dent. . . . s 

efans 530, cantans 531, sonans 537, desturbans 535, 
grans 526, Normans (= ancPus) 527. 

b) corrans 546, pendans 548, cambatans 543. 

c) lat. e -f w + Dent. ... 5 
dolans 538, sans (ceni+s) 545. 

d) lat. i + w + Dent. . . s 
laians (prov. latnj!;) 532. 

15) Ich füge gleich die Tir. auf -ens hinzu (76, 106). In 
diesen reimen: 

a) lat. e A- n + t . . . s 

gens 2260, sirvens 1718, argens 2264, cens 2268, vens 
2263 etc. 

Femer Adverbien: celadamens 2262, sagramens 2266, 
bassamens 1715, bonamens 1728. 

b) o&6dien5 2269, ^ir^^ 1716, 1719. 



14 

c) lat. i -{- n + t . . . s 

dins 1713, dedem 2257, 2259. 
Diese Reime lassen sich ebenfalls auf südwestfrz. -ans zurück- 
führen ; ausgenommen sind vielleicht die Adverbien auf -mens^ 
die nicht afrz. , wohl aber prov. sind. Allein es ist meric- 
würdig, dass in diesen beiden Tiraden gar kein Reim vor- 
kommt, der auf lat. a -^ n -\- Dent. . . . s zurückgeht, wie 
dies in Tirade 23 der Fall ist. Nach meiner Ansicht hat sich 
der Umsetzer bei der Umdichtung dieser beiden Tiraden 
grössere Mühe gegeben; er hat versucht, den Reim gut prov. 
zu machen. Daher musste er Reime, die auf lat. a -f- n + 
Dent. . . . s zurückgehen (und solche werden ohne Zweifel 
gerade so gut in den Tir. 76 und 106, wie in der Tir. 23 der 
afrz. Vorlage gestanden haben), beseitigen und dafür prov. 
richtige Reime einsetzen, z. B. Adverbien auf -mens. Es liegt 
hier also freiere Umsetzung vor, in der ein Einfluss der frz. 
Vorlage nicht zu bemerken ist. 

Ich habe bis jetzt diejenigen Reime besprochen, welche 
mir besonders geeignet erschienen, zu beweisen, dass eine üm^ 
Setzung vorliegt, und aus welchem Dialekte umgesetzt worden ist. 
Eine vollständige Reimuntersuchung werde ich im letzten Teile 
dieser Arbeit geben. 

b) Während der Reim in manchen Tir. ein frz. 
Gepräge hat, stehen im Innern der Verse meist rein 
prov. Wortformen. Dies beruht darauf, dass man im 
Innern die frz. Formen leicht mit prov. vertauschen 
konnte, während der Reim oft eine derartige Um- 
setzung verbot 

In einer er-Tirade kommt folgender Passus vor (vv. 896-7) : 

a Roma vol <üer 

Parlar ab Tapostoli, no yoI plus demorer. 

Die Wörter, welche auf lat. e + n + Dentalis zurück- 
gehen und auf -ant reimen, zeigen im Innern der Verse die im 
Provenzalischen einzig richtige Schreibung ^etit Die Prüfung 
einiger Seiten des Textes wird davon iU^rzeugen. 



15 

In der 3. Tir. finden sich im Reim die frz. Formen ot 
(habuit)y esif>t (-abat), im Innern derselben Tirade die ent- 
sprechenden prov. Wörter ac 60, estava 63. 

Die Tir. auf -etz, -et zeigen im Innern Part, mit der prov. 
Endung -a^^r, -at: crozaiz 575, croeat 932. 

960 Mas li nostre Frances van serrate e rengetz, 

c) Wenn der Umsetzer fand, dass prov. Wort- 
formeri um eine Silbe länger waren als die in der 
afrz. Chanson angewendeten, so Hess er die afrz. 
Formen oft stehen, damit der Vers nicht zu viel 
Silben bekäme. 

343 De sa terra establir, car luot avoit gran cor. 

387 D*aco qu^eli perdran c*ade8 lor seit rendu. 

854 Sin serett capdeletz. 

1098 I mas ans que soit comques. 

1192 Aonitz soitt ditz cascus, qni be no se defent! 

1532 I que no lor seit rendu. 

2180 £ jatnais no n*istra tro que seit cofondu. 

2216 Que no iCctveit plus bels | . . . . 

2030 A la bruior que fo no seit tota brizeia. 

2046 E devas Carcassona don veneit pertrait grant. 

2057 Bochartz veneit rengatz \ .... 

2366 £ per so 8*en fugian car om deveit gandir. 

2448 Que tene Martis Algais, don soUit garrejar. 

2560 £ mesira Moreu qu'esteit son companhon. 

1879 El voleit mot Tacort de Toloza laor. 

1896 Nr no cuh que n^ichis ans vindreit lo Pascor. 

d) Folgen der Umschreibung sind oft Lücken- 
haftigkeit der Erzählung und undeutliche Darstel- 
lung der historischen That&achen. 

Da man in Paul Meyers Anmerkungen zu seiner Ausgabe 
der Croisade fast auf jeder Seite Belege hierfür findet, so be- 
schränke ich mich auf wenige Beispiele. 

Der Umsetzer hat gar nicht erzählt, dass Martin Algai, 
welcher nach den Versen 1975, 2042, 2088 mit den Kreuz- 
fahrern gegen die Albigenser kämpfte, auf die Seite der letzteren 
getreten ist, wie man dies aus Vers 2447 erkennt. Man ver- 



16 

gleiche Pierre de Vaux-Cernai, Kapitel 63: t^ Gastrum ülud 
dederat comes Tolosae cuidam traulitori, nomine MarHno ÄlgaiSf 
quia sicut in superioribus diximaSy fuerat cum comite nostro; 
sed postetty proditione facta y ab eo recesseraU. 

Tir. 123 erzahlt, dass der Graf von Toulouse seinen Sohn 
für vieles Geld auslöste, obgleich gar nicht mitgeteilt ist, dass 
er in Gefangenschaft geraten war. Man vergleiche femer die 
Verse: 173-4, 248-9, 386-7, 618-9, 702-3, 804, 1042, Tir. 125. 

e) Der Dichter der vorauszusetzenden afrz. 
Chanson ist begeistert für die Sache der Franzosen 
und der übrigen Kreuzfahrer; der prov. Umsetzer 
steht dagegen auf Seite der Albigenser. 

Folgende Stellen zeigen den politischen und religiösen 

Standpunkt des frz. Dichters: 

2192 Nostri baro frances tuit Montfort! escrierent 
2253 La nostra gern de Fransa. 
2449 Peirigord e Sentonge 8*en son vengut clamar 
Sai a nostra crozeia. 

Der Umsetzer gehört der Partei der Albigenser an. Dies wird 
folgender Passus zeigen. Es ist erzählt worden, dass der Graf 
von Foix und die Seinigen vom Heere der Kreuzfahrer besiegt 
seien; dann geht es weiter: 

2225 Gant lo coms de Tolosa la noela auzi 

Que lo coms cel de Foiss el lor son decofi, 
Ladonc cujan a certas trastuit estre tral: 
Els detorson lor ponhs; cascus a rautre dt; 
»Santa Maria dona, tal meravilha qui vi!« 

Que mais de .X. tans eran li nostre, so vob di. 

Die Verse 2225-9 sind aus dem Frz. umgesetzt, wie man an 
kursiv gedruckten Wörtern di (afrz. dity aber prov. dis) und 
meravilha (dreisilbig wie im Frz.) sehen kann. Der Vers 2230 
ist dann zur Erklärung vom Umsetzer hinzugefügt. Wären 
hier »!t nostre^y wie sonst im ersten Teil der Groisade, die 
Franzosen oder allgemeiner die Kreuzfahrer, so wäre es gar 
kein Wunder gewesen, dass die Albigenser besiegt wurden; das 
Wunderbare ist eben das, dass *li nostre^y die Albigenser, mehr 
als zehnmal so viel waren als die Kreuzfahrer und doch besiegt 
wurden. 



17 

Der frz. Dichter ist streng gegen die Ketzer; er sieht das 
Unglück, welches sie trifft, als natürliche Folge ihrer religiösen 
Verirrung an und zeigt daher keine Spur von Mitleid : 

1078 Mas li nostri Frances e cels de vas Campanha, 
Mancel e An^evi e Breton de Bretanha, 
Loarenc e Friso e celh de Alamanha 

1081 Les ne traiso per forsa ans que vengues la granha, 
E i arson mant eretge felo de puta cahha 
E mot fola eretga que ins el foc reganha. 

1084 Anc no lor laicha hom que valha .1*. castanha. 
Pois gitet hom los cors eis mes e mei la fanha, 
Que no fesson pudor a nostra gent estranha 
Aicelas malas res. 

31 Ben avet tug auzit coment la eretc^ia 

Era tant fort monteia (cui Doinni-Dieus nialdia!) 

Vergleiche man hiermit die Interpolation in Tir. 21. E^ wird 
dort erzählt, dass die Kreuzfahrer nach der Erstürmung von 
Beziers alles töteten und plünderten, dass sie selbst in das 
Münster vordrangen und dass weder Kruzifix noch Altar den 
Unglücklichen Schutz bot. 

496 E los clercs aucizian li foh ribautz niendics 
E feranas e efans, c'anc no cug us nMchis. 
Dieus recepja las armas, sil platz, en paradis! 
C*anc mais tan fera mort del temps Sarrazinis 
No cuge que fos faita ni c'om la cossentis. 

In der Tir. 71 wird mitgeteilt, dass der Graf von Montfort, 
der Führer der Kreuzfahrer, Lavaur genommen habe; die 
Stelle lautet: 

1618 A Lavaur son tornat (sc. die Kreuzfahrer) on la lor ost estai. 
La vila agron preza, si col libres retrai; 
Ben .CCCC. eretges del linage putnai 
1 arseron en .1. k>c, e si feron gran rai. 

Der afrz. Dichter, der Parteigänger von Montfort, sprach seinem 
Standpunkt gemäss von den Ketzern als von einem Ihiage 
putnai. Jedenfalls ein recht gehässiger Ausdruck; der Um- 
setzer, um zu zeigen, dass man es hier nicht mit seinem 
Urteil zu thun habe, schaltet den nicht bedeutungslosen Satz 
ein: si col libres retrai. Dann erzählt er unter anderm, wie 
die Kreuzfahrer die Girauda in einen Brunnen gestürzt und 
Steine auf sie geworfen haben (1625-28). Wie er über diese 

Grausamkeit denkt, hat er schon 1550-60 gesagt. Dieser Passus 

2 



18 

ist ohne Zweifel hier interpoliert ; denn ohne dass die ESroberung 
von Lavaur erwähnt ist, wird schon das Unglück der Besiegten 
geschildert. In Bezug auf die Behandlung der andern Frauen 
sagt der Umsetzer rühmend : 

1628 E de las autras donas us Franccs cortes gai 

Las fe estorcer trastotas com oin pro» e verai. 

Der frz. Dichter sagt: 

' 1069 Mas contra Tost de Crist, qua tota gent afina 
No pot ffarentir rocha que seit aut ni nibina 
Ni castels en montanha. 

Der prov. Umdichter dagegen: 

1042 Li crezcn dels eretges, que an ab lor paria, 
Van dizen que Tavesques, Tabas e la clercia 
Les fan niesclar ves lor, e per aital folia 
Que Tue destrua Tautre; car qui essema se tenia^ 
2'uit li crozat del mon dan tener noh poirian. 



10 f 9 Encar veiran elh be^ si Dieus nie benala, 

Cal cosselh lor an dat aicels cui Dieus nmldla. 

In dieser Stelle muss Interpolation vorliegen ; denn während 
die Mehrzahl der Reimsilben auf ein frz. ie zurückgeht, ent- 
spricht der Reim in ievia (1045) und poirian (1046) der frz. 
Endung -eient. Ich gebe von dieser Inteipolation die Ueber- 
setzung: »die Ketzer, welche mit den Toulousanern gemein- 
schaftliche Sache machen, sagen, dass der Bischof, der Abt 
und die Geistlichkeit sie mit einander in Streit bringen, und 
dass sie durch diese Thorheit sich gegenseitig vernichten ; denn 
wenn sie zusammen hielten, würden alle Kreuzfahrer der Welt 

ihnen keinen Schaden zufügen können Sie werden wohl, 

so Gott mir helfe, noch sehen, welchen Rat ihnen diejenigen 
gegeben haben, welche Gott verfluchen mögec. 

Wer aber sind diejenigen, welche Gott verfluchen möge? 
Die Ketzer oder die Geistlichen? Ich meine, die Geistlichkeil; 
denn diese, la confrairia (1038), ist bei der Beratung zugegen 
gewesen; die Ketzer aber sind mit ihrem Vorschlag nicht durch- 
gedrungen. Eine ähnliche Erbitterung gegen die Geistlichkeit 
begegnet uns im zweiten Teil der Groisade 4329 ff., 3122 fif., 
7830 ff. Paul Meyer (I p. 49) giebt zu dieser Interpolation 
folgende Äimierkung: 11 n'y a pas Iruce de cctte tiißde dawi 
la red, en prose. 



id 

Tir. 83 erzählt, wie Eustachius de Gaus (Kreuzfahrer) in 
der Schlacht von einem Albigenser tödlich getroffen wird. 
Dann heisst es von dem 6<»fallenen: 

1853 Anquer no a .11. jorns ques fe penedensar, 

Per qu^ieu cre Ihesu Crist Ten voldra perdonar. 

Aus dem Worte anquer und dem Mitleid, welches sich hier 
für den gefallenen Franzosen zeigt, ersieht man, dass diese 
Stelle aus der afrz. Chanson umgesetzt ist. Nachdem dann 
erzählt worden ist, dass die Franzosen durch einen Angriff den 
Gefallenen den Feinden entrissen und ihn vom Schlachlfelde 
fortgetragen haben, fügt der Interpolator mit feiner Ironie 
hinzu: 

1859 Que so que an coniquist podon asats portar. 

Denn das, was sie (die Franzosen) erobert haben (den gefallenen 
Eustachius) können sie wohl tragen. 

Mit einer gewissen Bitterkeit sagt der Interpolator zum 

Schluss der Tirade: 

1874 Trastot uicel estiu i voldran ostejar, 
Quel plus o an en cor. 

Denn am meisten haben sie (die Franzosen) das Kriegführen, 
nicht das Unterdrücken ketzerischer Regungen im Sinn. Der 
afr/. Dichter würde dies von seinen Landsleuten gewiss nicht 
gesagt haben. 

Tir. 79 scheint ziemlich frei nach der afrz. Quelle bearbeitet 
zu sein. Das was nach meiner Meinung Interpolation ist, werde 
ich einklammern: 

1778 Sonhor, inot fo la osts fera e meravilhosa, 
[Aicela dels crosatz, e mala e urgulbosa]. 



1783 Plus de gent ac lains (in Toulouse), si fos tant poderoza; 
[Que de totas ciutatz es cela flors e roza.] 
Mas non es tant ardida cela gens e tant osa 
Que no es la dels crosatz (so nos retrais la gloza 
£ fan ben parvent]. 

Es folgt aus dem Eingeklammerten, dass der Interpolator den 

Kreuzfahrern feindlich gegenüber steht und dass er Toulouse 

sehr hoch schätzt. Auch im zweiten Teil der Croisade wird 

den Franzosen Hochmut vorgeworfen (v. 09:27 u. a.). 

2* 



20 

f) Kamen in der afrz. Chanson Sachen vor, die 
der prov. Umsetzer nicht recht glaubte, oder solche, 
für deren Genauigkeit in der Angabe er selbst nicht 
verantwortlich sein wollte, oder die gegen seine 
Partei gerichtet waren, so sagt er wohl: 

si com diu la cansos, 
si la gesta no tnentt 
80 no8 retrais la gloza, 

(Solche Redensarten wurden von Jongleurs und Umschreibern 

häufig gebraucht. Nach meiner Auffassung wollten sich diese 

Leute damit nicht auf ihren eigenen Gresang, sondern auf ihre 

Quellen beziehen, um ihre Erzählung glaubwürdiger zu machen. 

Besonders zweckmässig scheint mir dies Verfahren gewesen zu 

sein, wenn es sich um genaue Angaben handelte, welche der 

Dichter aus eigener Erfahrung gar nicht wissen konnte). 

Als der Krieg gegen die Albigenser von der Geistlichkeit 

beschlossen ist, heisst es: 

182 Quant lo codis de Tolosa e li autre baro 
El vescoms de BezerR an auzit lo sermo 
Que los Frances se crozan, no cug lor sapcha bo, 
Ans ne son mot irad, si cum ditz la canso, 

Tirade 12 beginnt: 

Senhor, aicesta osts fo aisi comensada 
Si CO avetz auzit en Ja ge^ta letrada. 

Sollte dies gar heissen: wie Ihr in der abgeschriebenen , um- 
geschriebenen Geste gehört habt? Belege für letrada in dieser 
Bedeutung habe ich freilich nicht gefunden. 

Der Anfang der Tir. 35 ist eine Uebertragung aus dem 
afrz. Original (cf. richc 799)i Nachdem der frz. Dichter mit 
grosser Begeisterung von Simon de Montfort gesprochen hat« 
geht es in dem vorliegenden Gesänge weiter: 

805 Senher fo de Monfort, de la honor que i apent, 
E fo coms de Guinsestre, si la gesta no ment. 

Hier hat die Geste in der That gelogen : denn Simon de Montfort 
war nicht Graf von Winchester, sondern von Leicester. 

In den Versen 560-567 soll die Festigkeit der Stadt Gar- 
cassonne gezeigt werden. Zu dem Zwecke erzählt der Dichter, 
dass Karies Petnperaire, le foriz reis coronatz sieben Jahre 



21 

hindurch Sommer und Winter die Stadt vergeblich belagert 
habe; dass sich aber die Türme vor ihm neigten, als er fort- 
zog. Eis wird dann mit der fast scherzhaft klingenden Bemer- 
kung fortgefahren: 

Si la genta no men, aiso fo veritatz. 

Von der Belagerung von Termes wird erzählt: 

1270 Lai tengron Pentecosta, Pascha e Ascension 
E la roaitat d*ivem , 8% com ditz la canson. 

Hier lässt vielleicht schon die wunderbare Art der Zeitbestim- 
mung darauf schliessen, dass eine Umarbeitung vorliegt. Man 
vergleiche auch Vers 1525: 

,1. mes e ,V, setmanas i an seti tenut. 

Als verantwortlich für die Genauigkeit folgender Angaben 
stellt der Umsetzer seine Quelle hin : 

1579 Qn^eran be .V. melia, si com ditz la canson. 

1980 Un jom fo a Carcassona, si com ditz la cansos, 
E tot enviro lai ben .CCC. companhos 

2417 Lo setis i fo mes de la T Ascension 

E darec tro a setembre, si com ditz la canson. 



n. 

Ermittelung der Verfasser. 

Nachdem erwiesen ist, dass der erste Teil der T^Chanson 
de la croisade contre les Alhigeois^ eine Umsetzung eines süd- 
west-französischen Gedichtes in das Provenzalische ist, drängen 
sich folgende Fragen auf: 

A) Wer ist der Umsetzer des ersten Teils? 

B) Wer ist der Dichter des zweiten Teils? 

G) Wer ist der Verfasser der dem ersten Teile zu Grunde 
liegenden afrz. Chanson? 

An zwei Stellen des vorliegenden Gesanges 

1) vv. 1—20 

2) vv. 202—220 

wird ein tnaestre W. (Ouülefn) als Verfasser angeführt und in 
Vers 3 der Croisade hinzugefügt: us der es qui en Navarra fo 



22 

a Tudela rtoirit. Wer ist nun der maestre Ouillem? Da dieser 
Name nicht nur zu Anfang des ganzen Gedichtes (v. 2), son- 
dern auch innerhalb des ersten Teils (v. 207) vorkommt, so 
darf man jedenfalls annehmen, das« er etwas mit dem ersten 
Teile zu thun habe. Es ist demnach zu entscheiden, ob 
maestre Guillem Umsetzer des ersten Teils, oder Verfasser der 
dem ersten Teile zu Grunde liegenden afrz. Geste ist. 

A. 

Maestre Guillem, us clercs qui en Navarra fo a 

Tudela voirit, ist nicht Verfasser der afrz. Geste, 

sondern Umsetzer und Interpolator derselben. 

Folgende Gründe haben mich bestimmt, dies anzunehmen: 
1) Da es bekannt ist , dass zur Zeit der Abfassung dieses 
Gedichtes jenseits der Pyrenäen ein dem Prov. sehr nahe 
stehender Dialekt gesprochen wurde, so kann man wohl an- 
nehmen, dass ein Mann, der zu Tudela in Navarra erzogen, 
dann (wenigstens nach dem von Raynouard im Lex. rom. I, 226 
veröffentlichten Fragment) elf Jahre in Montauban gewesen, 
später unter Protektion des Grafen Baudouin von Toulouse 
in St. Antonin Kanonikus geworden ist, in prov. Sprache schreibt 
(sei es nun reines Prov., oder ein Prov., das Spuren der Mundart 
von Tudela in sich trägt), nicht aber in einem frz. Dialekt. 

Paul Meyer nimmt an, dass maestre Guillem einen 
Jargon geschrieben habe, der mehr frz. als prov. Elemente ent- 
hielt; die li-z. Elemente habe er sich aus der Lektüre afrz. 
Gesten und aus dem Umgang mit frz. Kreuzfahrern angeeignet 
Dieser Erklärungsversuch kann mich nicht überzeugen. Denn 
abgesehen davon, dass es an Analogien dafür fehlt, sieht man 
gar nicht ein, wie ein Dichter, der sich mühselig einige franz. 
Brocken angeeignet, darauf verfallen sollte, diese in umfang- 
reicher Weise in einem Gedichte zu verwerten. Für welchen 
Leserkreis könnte er denn wohl diesen Jargon fabriziert haben? 
Provenzalen sowohl wie Franzosen haben eine solche Sprache 
nur mit grosser Mühe verstehen können. 



23 

2) Dass niciesire Ouillem, der in Tudela erzogen war, nicht 
Verfasser des afrz, Gedichtes, sondern nur Umsetzer und Inter- 
polator desselben sein kann, geht auch daraus hervor, dass 
gerade in einer Interpolation (v. 113) Tudela stark hervorgehoben 
wird und dass nach der Darstellung des Interpolators der Papst 
zuvörderst den heiligen Jakobus von Gompostela, dann erst 
den heiligen Petrus von Rom anruft (vv. lOO-lOl). Dass man 
es hier wirklich mit Interpolation zu thun hat, ergiebt sich aus 
dem Umstand, dass zu Schluss der Tir. 5 auf die Schlacht bei 
las Navas de Tolosa angespielt wird , welche erst am 16. Juli 
1212 stattfand, während in Tir. 9, Vers 205 gesagt wird, die 
Chanson sei im Mai 1210 begonnen. Paul Meyer, welcher 
meint, dass der erste Teil des Gedichtes von Guillem de Tudela 
verfasst sei, hat auf Grund dieser Stelle und der Verse 137-8, 
in welchen eine Thatsache erwähnt wird, die erst am 12. März 
1212 eingetreten ist, behauptet, nicht im Mai 1210, wie das 
Gedicht angiebt, sondern 1212 sei die Chanson angefangen 
worden. Diese ziemlich willkürliche Aenderung wird aber da- 
durch unnötig gemacht, dass maestre Guillem nicht Verfasser 
der afrz. Geste, sondern nur Interpolator derselben gewesen 
ist. — Hier will ich gleich bemerken, dass ich es nicht 
für richtig halte, einen Guillem, von dem nur erzählt wird, 
dass er zu Tudela in Navarra erzogen ist, auf Grund dieser 
Thatsache Guillem von Tudela zu nennen. Ich werde daher 
in dieser Schrift die Person, welche in der provenzalischen 
Literaturgeschichte bis jetzt den Namen Guillem von Tudela 
führt, kurz maestre Guillem nennen. 

3) In den Versen 113—120 spricht der Interpolator seine 
Absicht aus, über die Schlacht bei las Navas de Tolosa einen 
guten, neuen Gesang auf schönem Pergament anzufertigen. 
Thatsächlich beginnt mit der genannten Schlacht die >Chanson 
de la ffuerre de Navarre^^ die in mannigfacher Beziehung 
Aehnlichkeit mit der Croisade hat. Der Verfasser derselben 
nennt sich in der lateinischen Ueberschrift zu dem Gedichte 
Guülelmus Anelier de Tolosa. Der Toulousaner Guillem Anelier 



24 

schreibt also über einen spanischen, derSpsLniertnaestreGuillem 
über einen prov. Stoff. Sollte es nicht möglich sein, diese 
beiden Dichter zu identifizieren ? Nach Paul Meyers Annahme^ 
dass der erste Teil der Croisade von Guillem de Tudela ge- 
dichtet und 1212 begonnen sei, war die Möglichkeit der Iden- 
tifizierung ausgeschlossen, da die Guerre de Navarre Ereignisse 
erzählt, welche noch in die Jahre 1270—80 fallen. Ist aber 
maestre Guillem nur Umsetzer und Interpolator des ersten 
Teils, so liegt die Sache ganz anders. Verschiedene Umstände, 
die ich hier nur ganz flüchtig andeuten kann, scheinen die 
Identifizierung des maestre Guillem mit Guillem Anelier de 
Tolosa zu begünstigen: 

a) Es ist nicht ausgeschlossen, dass maestre Guillem in 
Toulouse geboren ist. 

b) Maestre Guillem steht in seinen Interpolationen auf Seite 
der Toulousaner. 

c) Er schätzt Toulouse sehr hoch; denn Vers 1784 nennt 
er es die Blume und Rose aller Städte. 

d) In Bezug ^uf Aehnlichkeit beider .Gredichte vergleiche 
man P. Meyer: Chanson de la croisade contre les Albigeois, 
Introd. p. XXIX-XXXI. 

Ich möchte hiermit nur die Frage nach der Identität des 
maestre Guillem mit dem Verfasser der Guerre de Navarre^ 
die nach P. Meyei-s Theorie über die Entstehimg der Croisade 
unzulässig war, aufs neue angeregt haben. Dieselbe wird von 
Herrn Diehl in einem späteren Hefte der Ausg. u. Abh. ein- 
gehend behandelt werden. 

B. 
Maestre Guillem, der Umsetzer und Interpolator 
des ersten, wird zugleich selbständiger Dichter des 
zweiten Teils der ^Chanson de la croisade contre les 

Albitfeois€ gewesen sein. 

Hierfür folgende Gründe: 
1) Es hat eine gewisse Bereciitigung , dass ein Mann, der 



25 

von einem 9578 Verse langen Gedichte 6810 Verse selbständig 
verfasst und die übrigen 2768 Verse umgesetzt und interpoliert 
hat, sich als Autor des Werkes nennt, besonders da in dem 
umgesetzten Teil auf die Quelle häufig Bezug genommen wird. 
Bodenlose Anmassung müsste man dem vorwerfen, der für das 
zweifelhafte Verdienst einer schlechten Umsetzung die Autor- 
schaft des Gedichtes beanspruchen würde. 

2) Die Sprache des zweiten Teils ist ein von frz. Elementen 
freies Provenzalisch; dasselbe gilt von den Interpolationen und 
den freier bearbeiteten Tiraden des ersten Teils. 

3) In dem zweiten Teil der Croisade zeigt der Dichter einen 
starken Hang zur dialogischen Form der Erzählung; eine ähn- 
liche Neigung findet sich in einigen Stellen des ersten Teils, 
die man ihrer guten Sprache wegen wenn nicht für Interpolation, so 
doch für freie Bearbeitung des gegebenen Stoffes halten muss. 
Man vergleiche beispielsweise Tir. VI, VII, Anfang von XXIV, 
XXVIl V. 625 bis XXIX v. 652, XXXI, XXXH bis v. 737 etc. 

4) Der Dichter des zweiten Teils ist Parteigänger der 
Toulousaner und Feind der Kreuzfahrer; dasselbe habe ich 
schon vom Interpolator des ersten Teils unter I, e dieser Arbeit 
gezeigt. Um sich von der Parteistellung des Dichtei*s des zweiten 
Teils zu überzeugen, lese man nur Tir. GXLIII — CLIV, oder 
man vergleiche Paul Meyers Ausgabe der Croisade, Introduction 
§§ IX und X. 

Hieraus scheint zu folgen , dass maestre Ouillem selbstän- 
diger Dichter des zweiten Teils ist. 

5) Darauf deutet auch noch dieThatsache hin (die Paul Meyer 
gar nicht bemerkt zu haben scheint), dass alle von ihm (Introd. 
p. XXIX und XXX) angeführten Stellen der Guerre de Navarre 
Stellen des zweiten Teils der Croisade entsprechen, also des 
Teils, der von Guillem selbständig gedichtet ist. Folgende 
Parallelstellen hat P. Meyer angeführt: 



20 



G. de Navarre. 


Croisade. 


2461 


5975 


4339-4344 


4685, 4904, 4714 


4355-6 


4721-22 


3459 


4724 


4382 


4854 


4388-9 


4808 u. 4845 


4405 


4902 


4421-3 


4909-11 


4573-4 


6340 



Diese merkwürdige Aehnliehkeit in beiden Gedichten zeigt 
deutlich, dass maestre Guillem das Versprechen, welches er in 
den Versen 113—120 des ersten Teils gegeben, in der Thai 
gehalten hat. Auch sie bildet einen Anhaltspunkt für die Iden- 
tifizierung des maestre Guillem der Croisade und des Guillem 
Anelier de Tolosa der Guerre de Navarre» 

C. 

Der Verfasser der afrz.Geste ist meiner Ansicht nach 

Pons aus Melle in Poitou. 

Gründe: 

1) Zwischen den Tiraden 131 und 132, also gerade zu 
Schluss des aus dem Afrz. umgesetzten Teils der Croisade 
linden sich in dem einzigen , bis jetzt bekannten Manuskript in 
denselben Schriflzügen, in denen der ganze Text des Gedichtes 
geschrieben ist, die Worte T^Pofis escriua€. cf. P. Meyer L 123 
Anm. zu v. 2768. Ohne Zweifel soll durch diese Bemerkung 
angedeutet werden, dass hier die Umsetzung zu Ende sei, 
Guillems eigene Dichtung aber beginne. 

2) Die Verse 110-115 lauten: 

De lai de Mon^>e8lier entro fis a Bordela 
manda tot destruirc si vas lui se revela; 
Aitti com o retrais maestre Pon$ de Mela, 
Que Tavici traiues lo reis qui te Tudela, 
Senher de Painpalona, del castel de la Estela, 
Lo raielher cavalers que aDC montes en cela. 



27 

Nachdem 110-111 eine einfache Thatsache erzahlt ist, sagt 
der Interpolator: so wie das maestre Pons von Mela berichtete. 
Ich zweifle nicht daran, dass maestre Otiülem sich hier auf den 
Verfasser der dem ersten Teile seines Werkes zu Grunde liegenden 
afrz. Geste bezieht. Was übrigens den Zusatz »denn ihn hatte 
der König von Navarra geschickt« anlangt, so glaube ich, dass 
entweder zwischen den Versen 112 und 113 eine Lücke ist, 
oder dass der Umsetzer, maestre Guillem, keine bessere Gelegen- 
heit finden konnte, seinen neuen Gesang über die Schlacht b^i 
las Navas de Tolosa anzukündigen. Es ist wahrscheinlich, 
dass Pons von Mela niemals Gesandter des Königs von Navarra 
gewesen ist. 

Wie willkürlich maestre Guillem verfahrt, um etwas, was 
ihn gerade interessiert, anbringen zu können, ersieht man aus 
Vers 103, welcher lautet: 

Aqui (in Rom) fo fraire A., li abas de Cistela. 

P. Meyer (U p. 7 Anm. 2) sagt über diesen Vers : »Za presence 
de Vabhe de Citeatix ä ce conseil (in Rom) est fort donteuse. 
En effet, Pierre de Vaux-Cernai ne fait point mention de lui 
alors qu'il parle (au commhicement du eh. IX) du voyage ä 
Rome des evSques de Toulouse et de Conserans. Bien plus, 
au eh. X, il nous montre Milon et son compagnon Thedise se 
rendant en France en execution des ordres du pape, et allant 
tout d'ahord ä CUeaux pour y conferer avec Vabbe^. 

Ich habe den Umsetzer maestre Guillem im Verdacht, dass 
er den Abt nur eingeführt hat, um in Tir. 6 und 7 einen 
Dialog voi-zuführen, wie es im zweiten Teile so häufig geschieht. 
Es ist wohl nicht zu bestreiten, dass die beiden angeführten 
Tiraden vom Umsetzer eingeschoben sind. In der That fördern 
sie die Erzählung nicht, sondern sie bringen nur dasselbe, was 
vv. 110-111 in schlichten Worten erzählt worden ist, in Form 
eines Zwiegesprächs noch einmal. Es kommt mir vor, als wenn 
maestre Guillem, der uns Vers 119 einen guten, neuen Gesang 
versprochen hat, in den Tiraden 6 und 7 eine Probe seines 
eigenen Stils habe geben wollen, um den Unterschied seiner 



28 

Darslellungsweise von der trockenen Erzählung des tnaestre 
Pons de Mela klar zu machen. 

3) Da ich früher nachgewiesen habe, dass einerseits die 
Verse 202-220 aus der afrz. Quelle umgesetzt sind und dass 
andererseits tnaestre Ouillem nicht Dichter, sondern nur Um- 
setzer des ersten Teils ist, so folgt daraus, dass ursprunglich 
im Verse 207 gar nicht Guillem gestanden haben kann. Der 
Vers lautet: 

Maestre W. la fist j a Moni Alba on fo. 

Da T^maestre^ dreisilbig ist, so ist das erste Hemistich des 
Verses um eine Silbe zu lang. Die dreisilbige Aussprache des 
Wortes ist gesichert durch die Schreibung der Handschrift i^ma' 
estre€ und durch zahlreiche Verse, z. B. vv. 104, 112, 5274, 
5291, 5300. 

In Vers 2, wo auch maestre Guillem erwähnt wird, ist die 
zweite Vershälfle um eine Silbe zu lang: 

Comensa la cansos | que maestre W. fit. 

Diese metrischen Fehler werden in beiden Versen beseitigt, so- 
bald man das einsilbige Pons statt des zweisilbigen Guillem 
einsetzt. 

4) Es lassen sich die dialektischen Eigentämlichkeiten der 
Südwest-französischen Chanson, soweit sie noch aus der Um- 
setzung erkennbar sind (cf. I, a) vollständig aus der Lage von 
Mela erklären. 

Der prov. Name Mela, welcher in Tir. 5 im Reime mit 
novelüy heia steht, entspricht der frz. Form Melle. In der That 
findet sich noch jetzt südöstlich von Niort ein Ort dieses 
Namens. Also in Poitou, im südwestlichen Nord-BVankreich, 
haben wir die Heimat des afrz. Dichters zu suchen. 

Zur Stützung meiner unter I, f dieser Arbeit ausgesprochenen 
Meinung möchte ich hier noch bemerken, dass der Umsetzer 
erst, nachdem er Pons von Mela als seine Quelle angegeben 
hat, sich der Phrasen bedient: si la gesta no ment, si com dits 
la cansos, so nos retrais la gloea. 



29 

in. 

Das Leben des maestre Pons von Melle. 

Wie gezeigt worden, hat sowohl in Vers 2 wie auch in 
Vers 207 statt Guillem ursprünglich Pons gestanden. Es bleibt 
mir nun die Aufgabe, zu entscheiden, ob die biographischen 
Notizen in dem Gedichte sich auf Pons oder auf Guillem be- 
ziehen, mit andern Worten, ob irgend ein Abschreiber mit der 
Namensänderung auch zugleich eine Abänderung der biogra- 
phischen Angaben vorgenommen hat, oder nicht. 

Li den Versen 202 — 220 scheint .dies nicht der Fall zu sein; 
denn die biographischen Notizen beziehen sich offenbar auf 
maestre Pons, Es wird dort gesagt, dass Pons im Mai des 
Jahres 1210 zu Montauban, wo er damals war, den Gesang 
angefangen habe. In dem Gedichte spricht, sofern die Verse 
112—120 und 137—8 Interpolationen sind, nichts gegen die 
Wahrheit dieser Aussage des Verfassers; vielmehr wird der 
Aufenthalt des Pons in Montauban noch wahrscheinlicher 
gemacht durch die Verse 1930—33. 

E trastuit li roter se mistrent en la via 
E cels de Montalba que ieu no omblit mia 
Ni Castel Sarrazin, si Dieus mi benazia. 

Die Verse 1—27 und das Fragment von Raynouard 
(Lex. rom. I, 226) rühren nicht von Pons her, sondern 
sind als eine Art literarhistorischer Einleitung zu 
betrachten, welche ein Schreiber nach dem Tode des 
maestre Pons der afrz. Geste vorangestellt hat. 
Hierfür folgende Gründe: 

1) Es ist nicht anzunehmen, dass der Verfasser von sich 
selbst gesagt habe: 

4 Mot 68 savis e pros, si cum Vestoria dit, 

oder nach dem Fragment von Raynouard: 

Pois vint a Montalba, si cum Vhestoria dit. 

2) Der Dichter würde kaum von sich selbst im Perfektum 
geredet haben in den Versen 5 und 6: 



30 

Per clerguea e i^er laycs fo el forment ^azit, 
Per comtes, per vescomtes amatz e obezit. 

3) Man kann sich nicht vorstellen, dass ein Mann, der in 
der ersten Tir. behauptet, Geistliche und Grafen hätten ihn 
geliebt und ihm gehorcht, und in dem Fragment von Raynouard 
sagt, er sei zum Kanonikus von Saint- Antonin ernannt worden, 
dass ein solcher Mann in Tir. 9 zu äussern wagt, das Zeitalter 
wende sich zum Bösen, da die reichen Leute den guten Sängern 
nichts geben wollten. 

Es scheint mir, als ob das Fragment von Raynouard, obgleich 
es nur schlecht überliefert ist und von einer ziemlich modernen 
Hand geschrieben sein soll, der Einleitung zu der vorauszusetzen- 
den afrz. Chanson näher komme als die Tirade I des Gesanges. 
In der ersten Tirade ist nach meiner Ansicht, nachdem Pons in 
Guillem umgewandelt ist, der Versuch gemacht worden, auch 
die biographischen Notizen, die sich auf Pons bezogen, zu be- 
seitigen und dafür solche aus dem Leben des maesire Guillem 
einzusetzen. Daraus erklärt sich auch wohl die verworrene 
Konstruktion in den Versen 7—18 der ersten Tirade. 

Dass die Angaben des Fragments von Raynouard sich auf 
Pons beziehen und Wahrscheinlichkeit für sich haben, werde 
ich jetzt zu zeigen versuchen. 

Statt der Verse 4—6 der Croisade hat das Fragment von 
Raynouard : 

Pois vint a Montalba, si cum rhestoria dit: 
S*i estet onze ans, al dotze sVn issit. 

(Dann kam Pons nach Montauban, wie die Geschichte sagt, 
und blieb dort elf Jahre; im zwölften ging er fort). 

Dass Pons in Montauban längere Zeit gelebt hat, scheint 
mir aus den oben angeführten Versen 1930—33 hervorzugehen; 
dass er aber gerade II Jahre dort geweilt, lässt sich aus der 
Chanson nicht beweisen. 

Statt der Vei*se 15—18 hat das Fragment von Raynouard: 

Per 80 sVn iasit il, cum avez oit: 



31 

A) comte Quudot (cui «^esus gard e ffuit!) 

Viqt el, a Brunequel, que mon goy r [quil a joie?] aculhit; 

Puis lo fist far canonge. Res negut eontradict, 

Del borp Saipct Antbopi, qu*il ^voit establit 

Ab maestre Tecin que fort o enantit, 

E Jaufre de Peitius qui [que?] lui pas non [xi*om?J oblit. 

[Daher ging er fort (von Monfaubw), wie Ihr gehört habt. 
Zum Grafen Baudoujn (den Jesus bewahre und führe!) kam 
er nach Bruniquel, weil Mpngoy ihn aufnahm (? der ihn 
mit Freuden aufnahm). Dann liess Baudouin ihn ohne irgend 
einen Widerspruch zum Kanonikus von der Stadt Saint-Antonin, 
welche er besetzt hielt, machen, zugleich mit maestre Tecin. 
welcher das sehr förderte, und [mit?] Geoflfroi von Poitiers, 
welcher ihn nicht vergisst (dass man ihn nicht vergesse (?))]. 

Dass der Dichter Pons in Saint-Antonin gewesen ist, dafür 
scheinen die Verse 2389—93 zu sprechen. Nachdem erzählt 

« 

worden ist, dass die Franzosen Saint-Antonin genommen hatten, 
wird vom Interpolator eingeschaltet : 

Ja Domi-Dieus de ^loria nios pec^tz pom perdon, 
Si, mentr*el combati^n^ Ij plero cela sazon 
No cantavao Saiicti Spiritus a gran procession, 
Que ben de mega leg^ ep auairatz lo soq! 
No sai que von diches nin fesoa lonp sernion. 

Aus der spöttischen Bemerkung über die Geistlichen von 
Saint-Antonin und aus dem letzten Vei'se der angeführten 
Interpolation scheint zu folgen, dass Pons an dieser Stelle eine 
eingehende Schilderung hatte, die maestre Guillem absichtlich 
abkürzte; ferner, dass Pons die Wirksamkeit der Geistlichen von 
Saint-Antonin in der weggelassenen Stelle besonders hervorge- 
hoben habe. Dieser Umstand könnte daraqf hindeuten, dass 
er selbst in Saint-Antonin Geistlicher gewesen sei. 

Pas Fragment erzählt weiter, d^ss Graf Baudouin sein 
Beschützer war. Auch dies lässt sich aqs der Chanson picht 
direkt beweisen. Aber das Interesse, welqhes Pons in seiner 
Erzählung für diesen Mann vqn sehr zweifelhaften Tugenden 
zeigt, macht die Angabe des Fragments im höchsten Grade 
glaubwürdig. Folgende Betrachtung möge dies zeigen : 



32 

Baiidouin war Bruder des Grafen Raimon VI von Toulouse. 
Als Baudouin für seinen Bruder Montferrand besetzt hatte und 
dies vor» den Franzosen belagert wurde, eiv^hlt der Dichter weiter: 

1(342 Lo conis Haiidoi» i oni qn* ora pros e valhant. 
SoK corB val bcn ))cr armas Olivier o Rotlan, 
K sV/ agucs pro terra co motz d*autres princeps an 
El con(£uerria enquera assatz e son vi van t. 
Ijo coiiiR U. HÖH frairo Ti nies en garnimant. 
Si i'oR lo caMtol ibrts aisi col noms es grans, 
Nol prczan a lor viila Frances ni Alaman. 

l()r>2 — 95 wird dann gesagt: Die Belagerten erwarteten jeden 
Augenblick getötet und gefangen genommen zu werden. Da 
tliat Jesus (HU grosses Wundt^r für sie, indem er zugab, dass 
sie nieht gefangen wurilen. Der Graf von Monlfort, der Fuhrer 
dov Kreuzfahrer, war nämlich Baudouin zugethan und viele 
andere, weil sie sehr viel Gutes von ihm hörten. Die Verse 
UiSO -S8 lauten dann: 

Man lo coniR do Chalo tist gran eRsonhanient, 
(^u'un crozat i traniea que cride autAuient: 
»Sonhor conia HaudoiR, vonet Regnramcnt, 
Quo inosonhor lo coniR Hai dofors vor at^^nt ; 
A totz loR haroR platz lo vostro acordament«. 
No Hai pluR quo vor dia pluzor along-.iment: 
IjO couih i OR icliitz can la nuon ontcnt, 
|{o Rap que no i a gaire puR de defendcnient; 
Ix) caätol lor rcndo cant veno al ieniment. 

Paul Meyer sagt hierzu (II, p. 02 Anm. 5): »Zra canduite 
<lt' Ihnulouin resscmhle fort a unc trahison, suriout si on con^ 
aliihr Irs relafions qui s'efablisscnt euire lui ei le cotnte de 
Mon(/or(€ (voy. la lirade LXXVI). Offenbar zeigt Baudouin 
hier und in der von Paul Meyer angeführten Tirade ein 
unrilttM'liches Benehmen. Um dies zu vertuschen, niusste 
hmcstre Pons freilich, wenn auch ohne Beweise für Baudouins 
Tapferkeit, ihn mit Roland und Olivier vergleichen und Jesus 
ein Wunder für ihn thun lassen: sonst würde jeder den 
Verrat zu leicht gemerkt haben. 

Mit ilersellKMi Absicht hat Pons auch wohl folgende Verse 
gt^schrielxni : 



33 

1733 E venc (Baudouin) 8*en a Tolosa ab son fraire parlar 
Que anc no Tam^ gaire, ni anc re nol volc dar 
Com om fa a so fraire, ni en sa cort ondrar. 

Dass diese Angabe Unwahrheit enthält, ersieht man aus 
einem Testament des Grafen von Toulouse, welches er vor seiner 
Reise nach Rom im Jahre 1209 gemacht hat. Dieses Testament 
hat Du Mdge in seiner Histoire generale de Languedoc, Band 5, 
p. 571 — 3 abgedruckt. Hieraus nur folgende Stelle: Item 
dimitto et dlspono Baldoyno, fratri mco, et infantibus quos ex 
legitimo mntrimanio habuerit, totum pignus comitatus de 
Amalavo, et totum pignus quod haheo in Roca de Valserga, 
ifa tarnen quod Baldoynus, f rater meus, nee sui infantes, nee 
aliqnis , ncc aliqua qui ab eo exeat, non possint jam dicta 
pignora a se utlo modo alienare, etc. 

Baudouin kämpfte fortan auf Seite Simons von Montfort 
imd der Kreuzfahrer gegen seinen eigenen Bruder. Zieht man 
die unehrliche Handlungsweise Baudouins und das Bemühen 
des Pons, die Fehler seines Beschützers zu bemänteln, in 
Betracht, so darf man wohl annehmen, dass der in Vers 740 
erwähnte mächtige Verwandte des Vicomte de Böziers, 
welcher diesen in das Zelt des Grafen von Nevers zur Unter- 
handlung führt und ihn nachher im Stich lässt, ebenfalls der 
Graf Baudouin gewesen sei. Das Benehmen des mächtigen 
Verwandten tadelt der Dichter durchaus nicht, sagt aber über 
den Vicomte de Bäziers: 

742 Qu'el se mes en ostatges de grat e de talant; 
E fe i mot que fols, per lo meu essiani, 
Cant se mis en preizo. 

Selbst Nebensächliches hält der Dichter des Erwähnens 
wert, wenn es sich um Baudouin handelt. So erzählt er von 
ihm, als er über die Belagerung von Moissae berichtet: 

2525 Lo comte Baudots i fazia gran cost; 

Mota auca i manjet e mot capo en rost, 
Aisi CO m'o cont^ so bailes el prebost. 

Aus dieser übertriebenen, in solchem Masse keinem andern 

zugewandten Aufmerksamkeit erhält die Aussage des Fragments 

3 



34 

.u.i '-;:iviioucii-vi, ilass Graf Baudouin der Beschützer des Dichters 

•i.ii . vuii .Vlello ^ewes^en ist, grosso Wahrscheinlichkeit 

Nacii dit'st'r Untersuchung wird es möglich sein, mit 

•itii-^iu Sicherheit Thatsachen aus dem Leben des Dichters der 

(tili erstell Teil der Croisade zu Grunde liegenden afrz. Geste 

/.u ^ct>eiL Duch will ich zuvor aus dem Lieben des Grafen 

liiiutlouin einige Daten anführen, welche für die Biographie 

lU.'a Uiehters Pons von Melle in Betracht kommen: 

1^11 im Juni erhielt Baudouin Bruniquel (cf. Faurieli 

lutl'iHi. p. CX). 

1212 noch vor dem Himmelfahrtsfeste wurde ihm von 
Simon de Montfort Saint-An tonin übergeben (cf. Tir. 114). 

rjlä im Herbste ist Baudouin bei der Belagerung von 
Moissac (cf. Tir. 119). 

\'il^ im Februar wird er gefangen genommen und gehängt. 

Der Dichter Pons stammt aus Mela, frz. Melle, in Pdtou. 
YW begann im Mai des Jahres 1210 sein Gedicht zu Montauban, 
wo er elf Jahre gelebt hat. Im 12ten Jahre seines dortigen 
Aufenthaltes begab er sich zum Grafen Baudouin nach Bruniquel. 
Vergleicht man die vorangeschickten Daten, so wird dies 
zwischen Juni 1211 und Himmelfahrt 1212 gewesen sein. 
Dann liess Baudouin ihn zum Kanonikus in Saint -Antonin 
machen, nach obigen Daten wahrscheinlich in den Sommer- 
monaten 1212. Der Gesang des Pons de Mela schliesst mit 
Ereignissen aus dem Jahre 1213. Es scheint, als ob der Dichter 
noch vor dem Tode seines Beschützei^s , also vor dem Februar 
1214, gestorben ist; folgende Stellen gegen Schluss des ersten 
Teils sprechen dafür: 

2746 E nos, si tant ?ivem, veireui cals vencera, 
E nietrcm en estoria so que noa membrara, 
E escriFrera encara so que nos sovindra, 
Aitant cant la materia adenant durara 
Tro la g^erra er finea, 

2287 E lo coms Baudois, ciü Ihesus gart e guit! 

Ferner spricht dafür das Fragment von Raynouard, welches, 
wie ich oben nachgewiesen, eine Art literarhistorischer ESn- 



35 

leitung ist, die erst nach dem Tode des Dichters, aher vor der 
Erhängung des Grafen Baudonin, also vor dorn Februar 1214 
verfasst sein mass. Das Letztere geht aus folgenden Worten hervor: 

AI conite Baudot (cui Jes^us tjard e guit !) 
Vint el a Bninequel» quo nion goj Taculhit. 

Obgleich nun maestre Paus de Mein zu der Zeit schrieb, 

in welcher die geschilderten Ereignisse stattfanden, so ist sein 

Werk doch nur mit grosser Vorsicht als Quelle historischer 

Forschung zu gebrauchen. 

Gründe: 

1) Pons ist ein eifriger Parteigänger Simons de Montfort, 
dei- Franzosen und Kreuzfahrer; den Führern dieser Partei 
spendet er sein Lob und seine Aufmerksamkeit in überschwäng- 
licher Weise. ^Aeusserst zurückhaltend ist er dagegen mit 
seinen Lobspendungen für die Fuhrer der Albigenser, besonders 
für den Grafen von Toulouse. Man vergleiche vv. 848, 829, 
1110, 1129, 2732. — 796, 864, 918, 1309. 

2) Er sucht die Schwächen seiner Parteigenossen zu bemänteln. 

3) Das Werk des maestre Pons de Mela liegt nur in einer 
sprachlich, wie sachlich sehr mangelhaften Umsetzung vor. 
Besonders schwierig ist es, festzustellen, in wie weit der Um- 
setzer in den freier uingedichteten Tiraden seiner französischen 
Quelle gefolgt ist und was er selbständig hinzugefügt hat. Wie 
steht es z. B. mit dem Konzil zu Arles? Hat Pons von Mela 
in seiner französischen Reimchronik schon die dem Grafen von 
Toulouse von der Kirche gestellten unerfüllbaren Friedens- 
bedingungen (Tir. 60) verzeichnet gehabt, oder hat der Um- 
setzer Guillem sie der Kirche angedichtet, um diese als un- 
menschlich grausam gegen seine Partei hinzustellen? Das kann 
aus den bis jetzt bekannten Quellen nicht mit Bestimmtheit 
entschieden werden. Dass die Prosaversion des Albingenser- 
krieges diese Friedensbedingungen auch verzeichnet, beweist 
nichts, da dieselbe in engem Zusammenhang mit der Chanson 

steht. 

3^ 



36 



IV. 

Betrachtungen über maestre Guillem und die Zeit 

der Entstehung der Croisaiie. 

Paul Mcycr nimmt an, der zweite Teil der Croisade s^ 
vun einem uns unbekannten Dichter verfasst, der aus der 
Diözese Toulouse, genauer aus der Grarschaft Foix stamme; 
dieser Teil sei angefangen worden nach dem Tode Simons 
von Montfort, der am 25. Juni 1218 vor Toulouse fiel, 
und beendet zur Zeit der Belagerung dieser Stadt durch den 
Sohn des Königs von Frankreich (16. Juni bis 1. August 
1219); der Dichter sei Augenzeuge vieler von ihm geschilderten 
Ereignisse gewesen und wahrscheinlich bei der zuletzt erwähnten 
Belagerung gefallen. 'Man vergleiche P. Meyer: Croisade, 
Band II, Einleitung §§ IX und X. 

Der Umsetzer und Interpolator des ersten und selbständige 
Dichter des zweiten Teils der Croisade ist, wie ol)en nach- 
gewiesen, maestre Guillem, us clercs qui en Savurra fo u 
Tudcla fioirit. 

Dafür, dass dieser Dichter aus der Diözese Toulouse stamme, 
oder wenigstens dort gelebt habe, sprechen folgende, zum Teil 
schon von P. Meyer angegebene Gründe: 

1) In Vers 3405 wird der Bischof Folquet von Toulouse 
»unser Bischof« genannt. 

2) Der Dichter zeigt eine ausserordentliche Begeisterung für 
die Stadt Toulouse, z. B. in folgenden Stellen: 

17d4 ([ntcrpolutioii) Que de totas ciutatz es cela (Toulouse) flon e rosa! 

5569 Car Toloza e Parat gos so e ina de trachora. 

5646 A! la gentils Toloza, per las ossas franbens. 

Codi tos a Deus tramessa e uia« de malas gens! 

6437 Ai! la gentils Toloza couiplida do bontat, 
Cui Paratges inerceja e Meroes ab bon grat, 
Cum avetz ab dreitura orgolh dezerctat! 

6250 Que lo reis que govema e garda prini e dar, 
E dec sanc preciosa per guarir de pecar, 
Vol defendre Tnoloza! 



37 

Tholosa Tol defendre lo reis celestials 
Que jutja e govema e gardals bes eis raals. 
9577 Que Dieas e dreitz e forza el coms joves e sens 

Lor defendra Tholoza! 

3) Der Dichter kennt die Stadt, die städtischen Einrich- 
tungen und die Rangordnung der Einwohner sehr genau. 

2813 £1 pobles de Tholosa que i veno tost e viatz 

Li cavalier el borzes e la cuminaltatz. 
2925 E eisoD per los pons cavaer e borzes 

El fK)bles de la vila, viatz e endemes. 

Er erwähnt das Capitulum Tolosae vv. 2790, 2816, 2906, 3104 etc. 
und in der letzten Tirade des Gedichtes nennt er eine grosse 
Anzahl von Befestigungswerken der Stadt mit Namen. 

Da gar kein Anhaltspunkt dafür gegeben ist, dass der 
Dichter aus einem kleinen Orte der Diözese Toulouse stamme, 
so liegt es der obigen Gründe wegen näher, anzunehmen, dass 
er in der Stadt Toulouse selbst gelebt habe. Die Grunde, 
die Paul Meyer (Croisade, Band 2, Einleitung p. LIX und LX) 
für das Gegenteil angiebt, beweisen eher, dass Guillem gar nicht 
zu der Zeit der geschilderten Ereignisse gelebt habe, als dass 
er kein Toulousaner gewesen sei. 

Wann ist nun die Croisade entstanden? Paul Meyer hat 
gefunden, dass der zweite Teil des Gedichtes nicht vor 
dem Tode Simons von Montfort, also nicht vor dem 25. Juni 
1218 begonnen sein kann. Er stützt sich auf folgende Stellen: 

3146 Hieu cug per cela terra sera mortz e delitz 
Simon en Gui so fraire, tant no so ichernitz. 

3400 Aisi Ta (la terra) autreiada al comte de Montfort. 
Puis per aqaela terra 1 an a Tholoza mort, 
Don totz lo mons alumna e Paratge es estort, 
E per la fe quMeus dei, sap milhor an Pelfort 
Que an Folquet Vavesque. 

3590 Gar be o vit Merlis, que fo boe devinaire, 

Qu' rncar vindra la peira e cel que la sap traire, 
Si que per totas partz auziretz dir e braire : 
Sobre pecador caia! 

Er hat auch zu beweisen versucht, dass die Aufzeichnung des 
Gedichtes vor dem 1. August 1219 beendet sei. 

Aber Paul Meyer hat ganz übersehen, dass in der ersten 
von ihm angeführten Stelle nicht nur auf den Tod Simons, 
sondern auch auf den seines Bruders Gui de Montfort angespielt 



38 

wird, welcher erst am 13. Januar 1228 bei der Belagerung von 
Vareilles in der Grafschaft Foix liel. Man vergleiche Du M^: 
Hist. de Languedoc Band V, p. 355, Spalte 2. Da die Verse 
3146-7 gleich zu Anfang des zweiten Teils stehen, so folgt 
daraus, dass der zweite Teil der Chanson nicht vor dem 
13. Januar 1228 angefangen sein kann. Diese Thatsache ei> 
klärt auch, dass maestre Guillem Ludwig, den Sohn des Königs 
Philipp August von Frankreich, zuweilen (vv. 3139, 8955, 9259, 
92G5, 9321) König nennt, obgleich er erst 1223, also mehrere 
Jahre nach den geschilderten Ereignissen, den Thron bestieg. 

Das Gedicht giebt uns sonst keine festen Anhaltspunkte für 
die Zeit der Abfassung. Es ist aber sehr unwahrsheinlicii, dass 
es noch zu Lebzeiten des Grafen Raimon VII., also bis zum 
Jahre 1249 entstanden ist. Wäre dies der Fall, so hätte der 
Dichter gewiss einmal bemerkt, dass er seinen Helden persön- 
lich kenne. Denn der junge Graf ist für den Dichter der 
nationale Held; um ihn scharen sich die Getreuen; er befreit 
Toulouse von der übermütigen und grausamen Fremdherrschaft; 
mit ihm zieht wieder Paratge und Dreitura in Toulouse ein; 
von ihm sagt der Dichter: 

7913 Mos lo filhs de la Vcrges per donar milhorier 

Lor (den Toulousanern) trames una joya ab an nun d*o]ivier, 
Una clara estela el luga montaner: 
Lo valent comte jove, clartut ez cretier, 
lutra perineg la porta ab la crotz e Tacer. 

Mit Raimon VII. starb der letzte Graf von Toulouse aus 
der Dynastie der Rnimons, welche seit 849 dort regiert hatte. 
Einzige Tochter und Erbin Raimons war Johanna, Gemahlin 
dos Alphonse, Grafen von Poitiers. Auf diese ging 1249 die 
Grafschaft über. Sic liessen der Stadt ihre Rechte, machten 
Toulouse aber nicht zu ihrer Residenz. Alphonse und Johanna 
starben beide in Italien im Jahre 1271. Dann fiel Toulouse an 
den König von Frankreich und verlor hierdurch die politische 
Selbständigkeit. 1272 bis 1297 war Eustache de Eieauniarchais 
französischer Statthalter von Toulouse, (cf. Du Mdge: Hist. 
des institutions de Toulouse, Band I pag. 367 bis 378). 



39 

Sollte es gelingen, den Verfasser der Croisade, maestre 
Guillem, mit dem der Gusrre de Navarre, Guillem Anelier de 
Tolosa, zu identifizieren, so darf man annehmen, dass das 
Gedicht erst nach 1275 verfasst ist. Denn um diese Zeit kämpfte 
Guillem Anelier in Spanien, und es ist wahrscheinlich, dass er 
erst nach dem Feldzug in Spanien beschlossen hat, die Guerre 
de Navarre zu schreiben. Nun aber hat der Dichter des zweiten 
Teils der Croisade in einer Interpolation in Tirade V seine Ab- 
sicht kund gegeben, über die Schlacht bei las Navas de Tolosa 
einen neuen Gesang zu machen. Diesen sehen wir im Falle 
der Identität der Dichter in der Guerre de Navarre vor uns. 
Dass der Verfasser der Croisade kurzweg Guillem, der der 
Guerre de Navarre aber Guillem Anelier heisst, dürfte keine 
Schwierigkeit für die Identifizierung beider bieten, da, wie oben 
nachgewiesen, in den Tiraden I und IX der Croisade Guillem 
nur für Pons eingesetzt ist. 



40 



Anhang. 



Reimunter suchung. 

In vorstellender Arbeil habe ich zu beweisen versucht, dass im 
ersten Teil der Croisade eine Umsetzung aus dem Poitevinischen 
vorliegt. Wie soll man aber die darin enthaltenen zahlreichen 
rein provenzalischen Tiraden, deren Reime sich keineswegs 
auf altfranzösische Reime zurückführen lassen, erklären? Paul 
Meyers Annahme, dass ein Guillem von Tudela in. Navarra, 
dov weder des Französischen, noch des Provenzalischen voll- 
ständig mächtig war (Intr. Gl), den ersten Teil der Croisade 
geschrieben habe, wirft kein Licht auf diese Frage. Man staunt 
vielmehr darüber, wie dieser Guillem es dennoch fertig gebiaeht 
hat, vollständig richtig provenzalische Tiraden zu dichten. 

Nach meiner AufTassung hat der provenzalische Umsetzer 
und Dichter maesire Guilletn nicht immer dieselbe Sorgfalt auf 
seine Arl>eit verwendet; denn es lassen sich bei seiner Um- 
setzung drei im Werte sehr verschiedene Methoden untere 
scheiden. 

1) Das Innere der Verse ist umgesetzt, doch der französi- 
sche Reim beibehalten. Dies Verfahren, das nachlässigste von 
allen, ist in den Tir. auf -er (ier), -etz, -ot, -eia (^a) etc. 
angewendet worden. 

2) Sowohl das iimere der Verse wie auch die Reime sind 
umgesetzt. Derartige. Umsetzung erkennt man hauptsächlich 
an französischen Wortformeri, die gelegentlich im Innern der 
Verse stellen geblieben sind, und an Reim Wörtern, die in Folge 
der Umsetzung falsche Formen und Reimsilben bekonmien haben. 
Man vergleiche die Tir. auf -aU, -ena, -iza etc. 



41 

3) Der Inhalt ist frei nachgedichtet. Die Sprache in solchen 
Tiraden ist vollständig prov. ; weder im Reim, noch im Innern 
der Verse sind Spuren des Französischen zu finden. 

Im Folgenden werde ich bei jedem Reime festzustellen 
versuchen, ob Umsetzung (Methode 1 und 2), oder Umdichtung 
(Methode 3) vorliegt. 



Jk. 

Männliche Reime. 

-a, XXIX, CXXX. Diese Tiraden sind umgesetzt, wie pag. 6 
nachgewiesen. 

-ac, -ag, LXXXVI. Es reimen in dieser kurzen Tir. mit 
den Ortsnamen Galhac^ Laurac, Saichug, Moysag, Bragairag 
die Wörter ag (habuit), jac (jacel), esmag, pag (?). 

Diese Reime sind prov. ; zu pag (v. 1918) bemerkt P. Meyer: 
T^pag est d'un provefigal hien douteux, mais ne sauruit eire 
frangais^. Frz. Einfluss ist in dieser Tirade nicht mit Bestimmt- 
heit nachweisbar. 

-ai, LXin, LXXI. Hier reimen 

1) 1. u. 3. Pers. S. Präs. Ind. fai (facit) 1444, 1457, 
1623, jai (jacet) 1448, vai (vadit) 1447, 1617, hrai (brnijit) 
1625, eschai (excadit) 1631, estai 1618, retrai (trahit) 1441, 
1445, 1619, sai (sapio) 1449, 1626. 

2) 1. Pers. Sing. Fut. trobarai 1452, assajarai 1453, 
perchasai (für perchasarai?) 1454. 

3) a + einf. Gutt. lai 1439, 1622, 1624, sai 1442, 1443, 
1462, verai (veracum) 1450, 1629, mal (mehr) 1455, 1458, 1616, 
esnmi 1627. 

4) a + Cons., gestützt durch L-EIement. rai (ra- 
dium) 1621, putnai (atium) 1620, bai (badium) 1459, 1630, 
esylai (extjlad'mm) 1446, 1614, assai (exagium) 1460, gai 
(gahi'^um) 1461, 1628, 1632. 

5) atrazai (transactum*) 1456, Corlenai 1440, 1615. 



42 

Paul Meyer bemerkt zu diesen Tiraden (Intr. CIII) : i^Rimes 
pravengales. Sai 1442-3, 1462, lai 1622, 1624, jai 1448, eschai 
1631, ne sonl pas possibles en frangais^. 

Weder in den Reimen, noch im Innern der Verse ^eigt 
sich fr/.. Einfluss; es ist also augenscheinlich, dass wir es nicht 
mit Umsetzung zu thun ha))en; ja, ich möchte behaupten, dass 
uns hier selbständige Einschaltungen des maestre GuiUetn vor- 
liegen, da diese Tiraden die ergreifenden Punkte aus Tir. LXIV 
und LXVIII noch einmal, detailliert, mit sichtbarem ErgrifiTcn- 
sein und in reinem Provenzalisch, des Umsetzers Muttersprache, 
bringen. 

-als, XXII. Es reimen 

1) a -f einf. Gutt. . . . s. mais (magis) 506, Cambrais 
('iacus) 514, Doais 515, lioais 521, Alaeais 516. 

2) ci + ^ • • • oder sc. . . . fais (fascis) 509, lais (Gonj. 
Praos.) 522, 3 P. S. Perf. trais 518, frais 524. 

3) d + Gons., gestützt durch i-Elem. ... 5. rais (radius) 
511, esf/lais (^adius) 512^ gais (gähi -\- s) 507, palais (^aiiu^s) 
519, gam^ais (gambatius od. toambasius) 520, Oervais ('(mus) 
523, pudnais 510, biais (bi/acie^) 513. 

4) lat. ps, das im Prov. t^ ergiebt, in cais (capaum) 517. 
P. Meyer (Intr. p. CIII) sagt über diese Reime: *eais 517, 

nexiste pas en fran^ais^ ei ce nest pas la seule difficulti qf/ian 
eprouverait ä lettre cette laisse en frangais^. Tbatsächlidl 
haben wir eine prov. Tir. vor uns; denn auch im Innern der 
Verse ist kein frz. Wort zu entdecken. Fugen wir dieser That- 
sache hinzu, dass der Inhalt dieser Tirade wieder nur eine 
lebhafte, detaillierte Schilderung eines in Tir. XXIII noch ein- 
mal erwähnten, erschütternden Ereignisses ist, so zwingt sich 
uns, wie bei der Betrachtung des vorigen Reimes, der Schluss 
auf, dass wir es wieder mit einem selbständigen Erguss des 
Umsetzers zu thun haben. 

^, XLIU, XCVn. Es reimen 

1) a -h einf. 2 . . . . esperital 990, prineipal 986, camal 
991, Sadal 2128 etc. 



43 

2) o + gem. L caval 988, val 2121, senescal (-allum 
durch Assimilation aus -ulcum) 2133. 

3) Ortsname Lavaur 2130 (falscher Reim). 

Die Reime finden sich sowohl im Französischen wie im 
Provenzalischen. Bei Tir. XLIII lässt sich im Innern kein frz. 
Eünfluss nachweisen. 

Tir. XGVII ist Umsetzung; dafür spreclien die Störung des 
Reimes durch Lavaur 2130 und die Worte dels espeias Iren- 
chans im hinem des Verses 2127. Hätte der Umsetzer hier 
das im Prov. richtige de las espazas eingesetzt, so wäre die 
erste Vershälfle um eine Silbe zu lang geworden. In der 
poitevinischen Chronik wird dels espeies gestanden haben. Dass 
die Erhaltung des a vor l ein dem Südwestfranzösischen eigen- 
tümlicher Zug ist, hat Tobler (Goett gel. Anz. 1874, St. 45 
S. 1416) hervorgehoben. Man vergleiche auch Goerlich (pag. 20). 

-an, LX, LXXXVm, XCV, CXXV. Es reimen 

1) 3. Fers. PI. Fut. und Cond. vindran 1397, passaran 
1400, diiran 1382, voldran 1384, 1402, prendran 1391 etc. 
(Im Ganzen 35 solcher Reimwörter). 

2) a + einf. Nasal, ma 1370, man 1373, 2086, plan 
1374, 1389, 1942, 2623, deman 1378, vilan 1390, 1953, alban 
2085, pan 1952, 2632, Vendeman 2635, capelan 2628, reman 
(ami) 1947, 2626, Tohan 1371, 1944, Montalban 1372, 1945, 
2620, 2622, Jordan 1401, 1946, Serdan 1950, 2621. 

3) a in nas. Pos. 

a) a + gem. n. an 1383, 2633, Joan 1404, 2088, 
Alaman 2636, auriban 2637. 

b) a -{- m + n. dan 2091. 

c) a + n -\- d. gran 1943, 1954, grant 2624, glan 
2627, volan (Gerund.) 2087, gan (wantum) 2092. 

d) a -f- m + P- camp 1951. 

4) 3. Pers. PI. Praes. Ind. van (vadunt) 1948, 2084, 2634, 
fan (facunt) 1398, 1949. 

5) unbetontes a -f- m + <. cantan 1375. 



44 

P. Meyer: ^Rimes purement provengales*. Diese Tlraden 
sind nach meiner Ansicht umgedichtei, nicht umgesetzt. 

-ans, XXm. In Bezug auf das Reimverhällnis vergleiche 
man p. 13 dieser Arbeit. Offenbar Umsetzung. 

-ant, IV, LXXII, XCIII, GIX, CXXII. Man vergleiche 
p. 12. Sämtliche Tir. sind umgesetzt. 

-ar, XIX, XL, LXXVII, LXXXIII, GXV. Die Reime sind 
p. 5 — 6 behandelt. Im Innern des Verses 2448 steht soleit. 
Es scheint hier teils Umsetzung, teils Umdichtung vorzuliegen. 

-as, XCIX. In dieser kurzen Tirade reimen: dapas, has 
(bassi)y atras (trans?) , escas (excarpsi), ras (rtisi), gras 
(crassum), esglas (exgladius). 

Diese Tir. ist sowohl im Reim wie im Innern provenzalisch 
und scheint vom Umsetzer, der sich hier auf die Aussage eines 
Augenzeugen , maesire Nicholas , stützt , eingeschoben zu sein. 

-at, -ata, -ad, gemischt in VIII, LI, LVIH, LXVQI und -ati 
rein in XXIV, XXX, XCI. Man vergleiche p. 8-9. Im All- 
gemeinen liegt Umsetzung vor. 

Weibliche Reime. 

-ada, XII. Bis reimen hier Part, und Subst., die auf lat 
-ata, 'uiam zurückgehen. Die Reime sind prov.; da jedoch die 
entsprechende frz. Endung auch gereimt haben würde, so 
können sie auch durch Umsetzung entstanden sein. 

-aire, X. Es reimen 

1) a in offener Silbe vor der Konsonantenverbindung tri 
maire, compaire, dotuiire, fvziaire^ emperaire^ repaire, gramaire. 

2) tt + Gutt..-f- r. faire, estrairo, aire (agrum?). 

3) a + r + *-Elem. contraire, gaire (tcäri^um), vtgaire. 
Die Reinnvörter dieser Tirade sind prov. und lassen sich nicht 
auf fi7.. Reime zurückführen. Auch im Innern findet sich kein 
frz. Wort; daher muss Umdichtung vorliegen. 

-alba, CXX. Umsetzung; man vergleiche pag. 11. 
-anha, XLIX, XCIV. Es reimen 



46 

1) a + M + t-Elero. . . . a. Campanha 2073, platiha 
2074, remanha 2078, ftai^Aa 1076, Espanha 2076, Alamanha 
2080 etc. 

2) Serdettha (afrz. wohl Serdaignewxe campaigne, Espaigne). 
Die Reime lassen sich aufs Afrz. zurückführen; der einfache 
Stil und der Hass gegen die Ketzer (v. 1082) sprechen für 
Umsetzung. 

-ansa, XXVUI, CVII. Man vergleiche p. 13. Wohl Um- 
setzung. 

-atges, LXXXI. Es reimen 

1) lat. -aticus. dampnatges, coratges, linatges etc. 

2) sag es (sapius). 

3) rapjes? (nach P. Meyer Ind. Praes. 3. sing.). 

Die Reim Wörter lassen sich auf das Frz. zurückführen ; es 
ist daher die Möglichkeit einer Umsetzung vorhanden. 



-ei, LXXVm, cm. Hier reimen: 

1) lat. E in offener Silbe: crei (credo) 1767, 1774, 2211, 
sei (sE) 2223, trei 1772, 2215, quH 2219. 

2) E oder T unter gutt. Einfluss. m 1769, 2216, lei 2222, 
autrei {-arico) 2214, e/rei {frigdum) 2218, plei (plicet) 2220. 

3) lat. -atum. guei (deutsch waten) 1764, prei {pratum) 
1773, 2217. 

4) dei (ßeheo) 1766, 2213, orendrei {directum) 2221. 
Verschiedene Reimwörter, wie z. B. sei (sS), orendrei 

{directum), guei, prei tragen entschieden ein frz. Gepräge. 
Lat. -atum zeigt sich hier als -et; eine ähnliche (spec. südwest- 
fianzösische) Erscheinung ist die, dass lat. -ata zu eie wird. Im 
Innern der Tir. 103 v. 2216 steht die frz. Form aveit. Ohne 
Zweifel liegt Umsetzung vor. 

-el, XLV. Sämtliche Reime gehen auf lat. -ellum zurück; 
sie sind sowohl afrz. wie prov. 



46 

-ens, LXXVI, GVL Man vorjfleiche p. U. E=? scheint 
freiere Umsetzung vorzuliegen. 

-ent. XI, XXXI, XXXII (Anfang -eut, Schluss -avt), XXXV, 
LIV, LIX, LXXIV, LXXX. In diesen Tir. reimen : 

1) c in nasaler Pos. 

a) e -j- n + t . . , . Adv. ism.lame^it 23o, coment 240, 
longamen 237 etc. lalent 243, ge)it 250, nitmt 249, cenf 254, 
froment 1689, ment (mefiiU) 806 etc. 

h) e + 71 + d. . . . apefit 241, aie^U 252, atieni 723, 
escomprefit 1203. 

2) a in nas. Pos. (nur in Tir. 32). cuntuui 741, esfauiliiS. 

3) t in nas. Pos. «i (^iwd«^ 1694. 

Statt der Reinisilbe -ent ist gelegentlich -en und -et?« ge- 
schrieben. Im Innern der Verse finden sich die frz. Formen 
saii 1192, fisi 1674, 1680. Umsetzung wird vorliegen; sie 
scheint jedoch sorgfaltiger gemacht zu sein als bei den Tir. auf 
-ant, da Reime, die auf lat. -antcm zurückgehen, vom Umsetzer 
beseitigt sind. Nachlässigkeit zeigt der Umdichter in Tir. 32. 

-er, -ier, XIV, XXXIX, LIII, LXX, CXVU, CXXIII. Man 

vergleiche p. 3—5. Nachlässige Umsetzung. 

-68, XIII, L, LVII, LXI, LXXXIX. Es reimen: 

1) ^ + g^m. s. . . . 

a) Conj. Imperf. vengues 1090, aueiges 1308, meeea 287, 
2tlagues\iVl^ t;a/^tu?sl423, atemlesldOS^ffnssesMQl^pogues 1291. 

b) Part. Pass. mes 311, 1095, promes 299, 1103, 1424, 
trames 1091. 

2) ^ + d . . . + s. fes (fXdes) 1092, 1292, 1963. 

3) ? + ("tO + s . . . Lemozines 284, Vianes 289, Ri}des 
290, Carcasses 293, mes {mensis) 302, cories 303, iornes 1100, 
poges 1310, de/c5 310, pes (Praes. Conj.) 1425 — pages 281, 
borzes 282, Albiges 295 — /^res 1096, 1286, 1293. Hierher 
auch wohl truines 1287; nach Analogie von prvs behandelt. 

4t) e + d , . . s. merces 1418, palafres 1101. 

b) B + s. res 280, 1087, 1300, 1407, Ires 288, 129a 



47 

6) pes (pHes) 314, 1426, ges (genus) 1977, es (est) 291, 
294, 1088, 1289, pres (Adv. jyressnm?) 283, 1093, 1974. 

Die Fälle 1—5 haben ein geschlossenes e, die unter 6 an- 
geführten Reime gewöhnlich ein offenes. Auch der Dichter des 
zweiten Teils der Croisade reimt mit es die Wörter ges 3525, 
3544, es 2908, 2924, 3482 etc. Die Reime dieser Tiraden sind 
prov., nicht französisch. Nach meiner Auffassung liegt freiere 
Umsetzung vor, in der der afrz. Reim aufgegeben ist. Frz. 
Einfluss zeigt sich noch im Innern des Verses 1098, wo soit 
statt sia gebraucht wird. 

-etz, -et, XXV, XLI, CX, CXXVII. Man vergleiche p. 7. 
Nachlässige Umsetzung. 

Weibliche Reime. 
^Ä, -eia, XVn, LXVI, XQI, CXVI, CXXVHI, CXXXI. Man 
vergleiche p. 9. Sämtliche Tir. sind umgesetzt. 
-ela, V. Es reimen: 

1) lat. ella. novela, bela^ Compostela, capela, celn etc. 

2) 3 Pers. S. Pr. Ind. favela, revela, captela, 

3) CAstela & Bordela (sonst gewöhnlich Cisiel 58, 136, 156 
und Bordel 35, 2593 geschrieben). Umsetzung kann vorliegen. 

-elha, XLVI. 

1) lat. iVi + <*• obelha, aurelha, aparelha etc. 

2) ilj 4- o. Maselha^ roelha (rotilia D. C), Bazelha, 
meravelha, cosselha (Pr. Ind.). 

3) eliat. querelha^ revelha. Die Reimwörter lassen sich 
auf frz. -eille zurückführen. 

-ena, XVIII. Man vergleiche p. 10. Umsetzung. 
-erent, GL Es reimen: 

1) 3. P. PL Perf. tomeron, anerent, fermerent, de f en- 
der ent^ esmaierent, desrauberent, escrierenL 

2) 3. P. PI. Imperf. erent 2185, 2190. Im Innern des Verses 
2192 steht: Nostri baro frances; dies deutet auf Umsetzung hin. 



48 



1. 

Männliche Reime. 
-i, -it (itz), I, XXXIV, LXIV, CIV. CVIII. 







-i 


-it 


•iu 


• • 

besondere Fälle. 


Tir 


. 1 


1 


25 





vic 




•34 




19 








64 


— 


12 


2 


ainar?ig, fist, naaquei 




104 


14 


— 








108 


— 


12 1 


"" 


dig, auzid. 



Es reimen: 
i) t + t . . . 

a) Partiz. Pass. fioiril 3, grazit 5, obezit ß, leyit 8, 
auzit 17, 779, fenil 20, compUt 22, fngit 780 etc. ~ 3. P. S. 
Praes. Conj. omhUl 785, yuH 2287. Sonstige Wörter: 
ardii 783, Esper it 1, 786, petit 23, 782, ^w// (Subst.) 791. 

b) 7 + t? . . . /. e5m7 19, dormit 21, t;6s/i7 1467, 
amarvig 1470, nasquii 787, 794, nasquet (letztes Wort einer 
Tir.) 1463, vit {vivit) etc. 

c) J + d . . . vic 7, t;i7 1468, vi 2229. 

d) dit (dicit) 4, 784, di 2228, di (dico) 2230. 

2) i + c + t . . . dit U, 1464, 2286, coutrudit 1474. 

3) t + ^ • • • ^- <i'^ (dm'O 778 (prov. dis, afra. dij^/, di7). 

4) € + c + ^ • • • ö5^*7 (lectum) 789. 

5) f + c . . . ^. /?/ 2, /?5/ 1466. 

6) destruzit (^desiructum) 9. 

Im Innern der Verse finden sieh frz. Bildungen, fist 1474, 
promist 1475, o/ (habuit) 2233. Umsetzung. 

-in, VI, CXXIV. 

1) lat. i 4- n . . . ma« 2610, Martin 2612, ,/iw 2614, 
vezin 2615 etc. 

2) a/^rsi (ä/c) 129. Im Innern des Verses 2616 steht das 
frz. ot ihabuit). Der Reim atersi spricht nicht gegen Um- 
setzung, da er vom Umsetzer eingesetzt sein kann. 

-ir, XX, LXXXII, CXH. Es reimen : 



49 

1) Infinitive, die entweder direkt, oder durch Anbildung 
auf lat. -ire zurückgehen : dormir 2373, pariir 23G8, veuir 2363, 
sn/rir 2364, jauz'ir 2369 etc. 

2) dir (dicere) 468, 1830, 2358. Die Reime sind sowohl 
frz. wie prov. möglich. Im Innern des Verses 2366 steht 
devcii, was für Umsetzung spricht. 

-is, XXI, XXXVI, XXXVIII, LXXXV, CXXIX. Es reimen : 

1) i + gem. s . . . 

a) Gonj. Imperf. congauzis 881, venguis 484, prczis 485, 
ancezis 486, (enguis 487, ichis 497, tolis 2725, plevis 1903, 
fraiches 1897, aguis 873 etc. 

b) Part, mis 492, 1899, entremes 880, promis 1900, 
malmis 1909. 

2) lat. -ensum, -ensem, 

a) mit gutt. Emfluss. />cii($ 489, 871, marchis 482. 

b) ohne gutt. Enfluss. Andeles 840, />m 480, 
2711, empris 483, a/)ris 839, 879. 

3) i + X oder t + äc. . . . 1 P. S. Perf. diss 1898, 
rfis 869, 2710, cruzifis 495, 1 P. S. Praes. Ind. plevis {-isco) 2714. 

4) T + Gons. . s. 

a) f + c . 5. aww 825, 1906, 2718, mendics 496. 

b) f + ai . 5. cozis 838, 882, Baudois 1908, pargamis 
1905, />ei^at;i5 (?) 2715. 

c) r + ^ . 5. icAi« 1907, tt/br^i5 2719, descofis 2730. 

d) f + i; . 5. pensis 824. 

5) f + einf. 5 . . aucis 828, ris ^mi7^ 2731, Danis 
2726, /jaradis 498, m^ 488, vis 872, 1901, 2723, tramis 875. 

6) di5 ("(ii'^s; 833, jousdis 878. 

7) lat. ^. di5 (decem) 829, sw ("sco;^ 2717, 2>^J5 (pretium) 
2722, a55is (sessum) 501, 822, pi« 2720 (pedes). 

Hier scheint teils Umsetzung, teils Umdichtung vorzuliegen. 

Weibliche Reime, 
-ia, II, XLIV, XLVII, LH, LV, LXV, LXXXVII, XGVIII, 

GV, CXI. 

4 



50 

1) lat. 'ia. folia 39, scnhoria 42, Lomhardia 997, com- 
ininUxa 1001, clcrcia 100(), via 2:255, diu 40 elc. 

2) i -f- Cons. -f- a. 

a) i + c + a . . Praes. Conj. : hemäa 1049, 2239, 
hcnaziga 51, 1133, maldia 32, 1050. — mia (mJcam) 37, 1138. 

b) * + Ä' + ^ • • Praes. Ind.: cas^/a 1037. 

c) i + ^ + « • • • Part.: fmia 56, porria 52, eshaya 
54, descofia 2243, replenia 2337 etc. 

d) i + s + ^» ^^**^ (xvisa) 28, 53. 

3) 3. P. S. Imperf. Ind. und Cond. ^aiia 30, ^enm 35, 
ay^a 49, jugia 1225, pkvia 1011 etc. cujaria 27, 1010, ^ma 
2252, a/o/a 1496, det;ria 1498. 

4) Praes. 2>ria (pri^cat) 1137, i-m (Conj.) 1142, 1501. 

5) 3. P. PI. Cond. poirian 1046. 

6) Wörter, die im Afrz. auf i<:e (auch ie geschrieben), aus- 
y:ehen: vegia 43, 1134, 1485, 1925, 2336, veytia 994, 1(X)4, 
vegea \^\S), junquia 2143, trcnchia 2246, brizia 2141. 

7) legxicia 2151, gastr.a 1052, veucun 2241, autreia (Praes. 
Ind.) 1140. 

Im Innern der Verse sind folgende fr/. Formen stehen 
geblieben: nioyitcia 32, ,9o/o/^ 40, issUheki 1052, o^ 1208, 1495, 
e.s7><r/a 122G, ostatgctz 1487, (Z((ma 1499, d/j/ma 1937. Obgleich 
sich obige Reimwörter nicht alle auf frz. Keime zurückführen 
lassen, so ist doch fr/. Einfluss an den unter 6 und 7 ange- 
führten Reimwörtern, an den frz. Formen un Innern der Verse 
und an dem Ausdruck »ia nostra gens de Fransa^ (v. 2253) 
unverkennbar. Da dem Umsetzer aucli freiere Behandlung zu- 
steht, so kann man von einer Umsetzung nicht fordern, dass 
jeder Reim zu rekonstruieren ist. 

-ina, XLVIII. Sämtliche Reime gehen auf lat. i-j- n '\' a 
zurück: decleua (Praes.), murinay rc'hia^ sarruzina etc. Diese 
Reime sind sowohl im Französischen wie im Provenzalischen 
möglich ; da aber im Innern des Verses 1070 das frz. Wort seit 
steht, so wird Umsetzung vorliegen. 

-iza, CXVIII. Umsetzung; man vergleiche pag. 11. 



51 



-on, -0. IX, XXXIII, XXXVII, LVI, LXIX, CXIV, GXXI, 
CXXVI. Hier reimen: 

1) ö + einf. Nas. haro 182, afliction 188, Ascension 1270, 
hacon 1281, hevdicion 775, region 2402, do (donum) 208, 190, 
don (-önet) 848, 1246, non 199, 1279 etc. 

2) ^r + einf. Nas. so?wöw 195, 847, bon 859, 762, 1595, 
2562, ho 184, 60« (soiuim) 2392. 

3) in nas. Pos. amon (montem) 757, 858, hom 1269, 
;?r(;5om 210, 849, 2055. 

4) u in nas. Pos. mon (mundum) 205, 867, Ramon 187, 
1576, 2403, son (sunt) 191, 749, 12ü6, 2416, 2388, 2656. 

5) fo ^07, fon (fuU) 1264, 2406, pro 215. 

6) voni (oadtuit) 1267. 

Die unter 2 angefülirten Wörter reimen im zweiten Teil 
der Groisade ebenfalls in Tiraden auf -on : somo 3998, bo 3985, 
3996, 4020, so (souam) 3984 etc. 

Im Innern der Verse kommen noch folgende französische 
Formen vor: comeasda (Part.) 203, fist 207, moutets (Part.) 766, 
sereit capddefz 854, comteia (Part.) 1249, caminea (Part.) 2399, 
esteit 2560. Umsetzung liegt unzweifelhaft vor. 

-or, XV, LXII, LXXXIV. Es reimen: 

1) ö -f- r . . . amor 349, calor 1892, dolor 356, cmperador 
1433, prior 1SS7, paianor 361, Pascor 1896, companhor 35i eic, 

2) u in Position, jor 1876, jorn 342, so/ör 1878, tor 
(tiirrim) 354, 1883. 

3) cor (neufrz. ccear) 343, 1426, 1875. Auch im zweiten 
Teil der Groisade reimt cor mit geschlossenem o (Vers 4402). 
Im Innern der Verse sind frz. : avoit 343, voleit 1879, vindreit 
1896. Umsetzung augenscheinlich. 

-08, XLII, LXXni, XG, XGVl. Es reimen: 
1) ö -t (n) . . . s, sazos 973, baros 1979, leos 1982, 
felos 978, arsos 2114, dos 981 etc. 



52 

2) ö -r w . . . s. wams 2099. 

3) ^ + (n) ... 5. resos 2103, bos 1656. 

4) Imgs 2101. 

5) ö -f- 5 . . . fulhos 972, amoros 982, poderos 1660, 
coraljos 1655, temoros 1657, orgulhos 1651, glorios 968, joios 
976, tw 1991, pro» 979, 1653 etc. 

6) au + ^ • • • enctous 1652. 

Im Afrz. würden die Fälle 1—4 auf -aws, die Fälle 5—6 
auf -OS ausgehen, also nicht mit einander reimen können. 
Folgende Tabelle giebt eine Uebcrsicht über die Anzahl beider 
Arten von Reimen in den einzelnen Tiraden. 



' Reimthema = afrz. -09'= afrz. -ons ' fraglich. 
XLII ! glorios 8:7 



LXXIII • orgulhos 8 '2 

XC mandat 3 10 

XCVI baros - 1 22 



Bm, Alot. 



Im Innern der Tiraden sind mir frz. Formen nicht auf- 
gefallen. Freiere Behandlung scheint vorzuliegen. 

H>8t, XXVI, CXIX. 

1) in Position, ost 598, 2529, tost 599, 2524, rost 601, 
2526, prebost 603, 2527, escost 602, cost 596, 600, resposi 
(Part.) 604. 

2) u in Position, aost 597, 2523. 

-ot, IIL Man vergleiche pag. 11. Nachlässige Umsetzung. 
Weibliche Reime, 
-ona, vn. 

i) ö + n + a. Corona, perdona (Imperat), sermona, 
ftoifa, esperona, dona etc. 

J) J + w + o- bona, sona (sonat). 

3) Guarona (-umna), 

-08a, LXXIX. 

1) ö -\- s -\- a. meravilhosa, urtjulhosa, poderoxa, roza^ 
gloza etc. 

i) au + s + a. choiua, coza^ cUmza, osa. 



53 

U. 

Männliche Reime. 

-u, -ut, XVI, XXVn, LXVII, LXXV, C. Man vergleiche 
p. 10. Auch im Innern frz. Wortformen: seit 387, 1532, 2180, 
ot 624, detrenchetz (Part.) 389. Umsetzung. 

-uit ("Oit, -ut, 'ug)y CXIII. Eis stehen im Reim: brtig 
(frz. bruit)j cut (1. P. S. Praes. Ind. frz. cuit^ prov. cug\ tra- 
stuit, coit (Part., frz. cuit\ noit (frz. nuit\ fuit (Part.), tuiif nut 
(lat nudi\ enut (frz. enuit). Das Mangelhafte der Reime dieser 
Tirade verschwindet, sobald man sie ins Frz. rekonstruiert, eine 
Thatsache, die für Umsetzung spricht. 

Weiblicher Reim. 

-ua, CIL Sämtliche Reime gehen auf lat u + Cons. + a 
zurück. Ln Innern der Verse stehen frz. Formen: espeia 2195, 
ot 2202, espea 2203; es liegt daher Umsetzung vor. 



54 



Inhalt. 



Seite 
Einleitung 1 

I. Über die Entstehung des ersten Teils der »Chanson de la 
croisade contrc Ics Albigeois«. (Tir. 1 — 131) .... 3 

II. Ermittelung der Vertaaser 21 

A. Maestre Guillein, us clercs qui en Navarra fo a Tudela 
noirit, ist nicht Verfasser der airz. Geste, sondern Umsetzer 
und Interpolator derhclben 22 

ß. Maestre Giiillem, der Umsetzer und Interpohitor des 
ersten, wird zugleich äelbständiger Dichter des zweiten Teils 
der »Chanson de la croisade contre les Albigeoisc gewesen sein 24 

C. Der Verfasser der afrz. Geste ist Pons aus Melle in 
Poitou 26 

III. Das Leben des maestre Pons von Molle 29 

IV. Betrachtungen über maestre Guillem und die Zeit der Ent- 
stehung der Croisade 36 

Anhang: Reimuntersuchung 40 



AUSGABEN UND ABHAN ÖLUNGEN 

AUS DEM GEBIETE DER 

ROMANISCHEN PHILOLOGIE. 

VERÖFFENTLICHT VON E. STEN(;r;L. 

HLVff. 



DIE 



NOMINALFLEXION 



IM PROVENZAUSCHEN. 



VON 



THEODOR LOOS. 



MARBURG. 

N. G. ELWEKrSCHK VERLAGSBUCHHANDLUNG. 



Herrn 



Professor Dr. Edmund Stengel 



in dankbarer Verehrung 



gewidmet. 



I't. 



>b, 



Einleitung. 



V or Beendigung nachstehender Arbeit erschien eine Strass- 
burger Dissertation von Paul Reimann, betitelt: »Die Declina- 
tion der Substantiva und Adjectiva in der Langue d'Oc bis zum 
Jahre 1300, Danzig 1882«. 

Dass ich es trotzdem versuche, auch mit meiner Unter- 
suchung hervorzutreten, mag dadurch gerechtfertigt erscheinen, 
dass ich verschiedene werthvolle Hilfsmittel ausnutzen konnte, 
die der Verfasser genannter Dissertation nicht oder nur obenhin 
herangezogen hat, weshalb es ihm auch an verschiedenen 
Punkten nicht gelungen ist, sichere Resultate zu erzielen. 

So war es mir durch die Freundlichkeit des Herrn Pro- 
fessor Stengel möglich, mein Material durch sein mir in gütig- 
ster Weise zur Benutzung überlassenes Reimlexikon mit mancher 
beweiskräftigen Belegstelle sowohl aus gedruckten als auch aus 
handschriftlichen Gedichten zu ergänzen und zu bereichern. 

Ferner sind kurz vor und seit dem Erscheinen von Rei- 
manns Arbeit einige Specialausgaben von Trob.jlors, mit An- 
merkungen auch grammatischer Art versehen, im Druck er- 
schienen und konnten von mir ebenfalls zur Untersuchung 
herbeigezogen werden. 

Schliesslich konnte ich mich auch einige Male auf A. Fischers 
Arbeit »Der Infinitiv im Provenzalischen nach den Reimen der 
Trobadors, Marburg 1882 (A. und A. Heft 6)€ stützen, 

1 



6 

Als Vorarbeiten auf dem Gebiete der provenzalischen No- 
rnirialflexion werden von Reimann genannt (s. Einleitung): »Diez* 
liespntchung in der Grammatik der romanischen Sprachen, 
I^I. II ; femer diejenige von Volkmann in Herrigs Archiv Bd. XIV. 

Eh verdienen aber ausserdem der Erwähnung: 

die tx*iden ältesten provenzalischen Grammatiken lo Donatz 
profinsfils und IfiM rasos de trohar, herausgegeben von Edmund 
Stengrfl, Marburg 1878, sowie las flors del gay saher estier 
dichas las Icys (Vamors, herausgegeben von M. Gatien-Arnoult, 
Furi^ und Toulouse; 

rhis »Tahlean soniriiairc des flexions proven^alesc von Bartsch 
in .seinr»r »Chrosfonialhie provcncj'ale, ({uatrieme editionc, Elber- 
ft'ld ISSO, wichtig wegen der dort angeführten — allerdings 
bloss zum Theil sichern Belegstellen; 

Fenirr AtuiuH'kungen in den kritischen Ausgaben einzelner 
Trobadors, l)osonders die Anmerkungen von Stimming in seinef 
Ausgabe des Roriran de Born; 

sodatm »ein Beitrag zur provenzalischen und altfranzösischen 
Nominnlflexion« von ITorning in Gröbers Zschr. Bd. VI pag. 439 ff., 
wo sich indessen nichts wesentlich Neues zur Beurtheilung un- 
serer Frage findet; 

(Midlich eine kurze Darstellung der Flexion des Vocativs im 
Allfranz(*)sischen und Provenzalischen von Beyer m Gröbers 
Zschr. Hd.VlI, Ilen l,pag.23. 

Als (!rileri(Mi zur Feststellung der provenzalischen Nominal- 
tlexion stellt lieiniann folgende auf: 

t) die Gonsequenz der Schreibung der Handschriften, 

2) den Reim, 

3) Silbenzahl der Verse. 

Hievon ist die unter Nr. 1 aufgeführte Gonsequenz der 
Schreibung ganz entschieden zu verwerfen. Denn es Ist ja be- 
kannt, diiss die meisten provenzalischen Liederhandschriften von 
Ualiänorn gescIuMoben sind; daraus allein erklärt sich die oft 
so nachlässige Schreibung, welche gerade in Beziehung auf die 
Flexion die gröbsten Fehler aufweist. 



7 

Dagegen können wir als sicheres Mittel ^xir Controle der 
Handschriften den Reim benutzen, der — mit wenigen Aus- 
nahmen — von den Trobjidors mit grösster Genauigkeit gehand- 
habt wird. — Erst an zweiter Stelle sodann ist als Criterium 
die Silbenzahl der Verse zu nennen (vgl. A. Fischer, Infinitiv 
pag. 2 flf.). Die Silbenzählung dient auch hauptsächlich dazu, 
den Schwund resp. das Vorhandensein nachtoniger Silben zu 
beweisen. Doch haben wir hiefür eine ebenso sichere Stütze 
an solchen Gedichten, in denen der männliche oder weibliche 
Versausgang durch den Reimwechsel constatiert \yerden kann. 



Bei vorliegender Arbeit standen mir folgende Texte zur 
Verfügung : 

(Arch.) Archiv für das Stiuliiini der neuerep Sprachen und Literaturen, 
herausgeg. von L. Herrig, 13d. 32—36; 49, 50, 51. 

(B. Chr.) Bartsch, Chrestomathie proven9ale, 4öme 6d., Elberfeld 1880. 

(B. D.) id., Denkmäler der provenzalischen Literatur, Stuttgart 1856. 

(M. G.) Mahn, Gedichte der Troubadours, 4 Bde. 

(M. W.) id., Die Werke der Troubadours, 4 Bde. 

(P. 0.) Rochegude, le Pamasse occitanien. 

(Such. Dkm.) Suchier, Denkmäler der provenzalischen Literatur Bd. 1, 
Halle 1882. 

(Flam.) P. Meyer, le roman de Flamenca, Paris 1865. 

(Eoss.) HoflFmann, Girart de Rossilho, nach der Pariser Handschrift (P). 
[Fcerster, der Oxforder Girart (0), in Roman. Stud. Bd. V.] 

(Am. Dan.) Canello, la vit^i c le opere del trovatore Amoldo Daniello, 
Halle 1883. 

(Bert. d. B.) Stimming, Bertran de Born, sein Leben und seine Werke, 
Halle 1879. 

(Folq. d. L.) Eichelkraut, Der Troubadour Folquet de Lunel, Berlin 1872. 

(Guill. IX.) Ad. V.Keller, Die Lieder Guillems IX, Tübingen 1849. 

(Guill. de Berg.) id., Lieder Guillems de Berguedan, Mitau und Leip- 
zig 1849. 

(Guill. de Cab.) Franz HüflPer, Der Troubadour Guillem de Cabestanh, 
sein Leben und seine Werke, Berlin 1869. 

(Guill. Fig.) Emil lievy, Guillem Figueira, ein provenzalischer Trouba- 
dour, Berlin 1880. 

(J. Rud.) Stimming, Der Troubadour Jaufre Rudel, Kiel 1873. 



8 

,N1. de MottC.) Philippeon, Der Mönch von Montaudon, Halle 1873. 
U. KWm, LHe Dichtungen des Mönchs von Montaudon, Marburg 1882 

wv>v\>a erst 4 Lieder erschienen). 
{ V\>uA de C.) V. Napolsky, Leben und Werke des Troubadours Ponz de 

V^^fcpduoill Halle 1880. 
^Puul. UeM.) £. Levy, le troubadour Faulet de Marseille, Paris 1882. 
^P. Ko^.) Appel, Das Leben und die Lieder desTrobadors Peire Regier, 

IWriin 1882. 
(P.Yia.) Bartsch, Peire Vidals Lieder, Berlin 1857. 

Der Arbeit liegt folgende Eintheilung zu Grunde: 

1. A-Declination. 

IL O und U-Decllnation. 

A. Oxytona. 

B. Paroxytona. 

C. Substantivierter Infinitiv. 
in. Gonsonantische und I-Decllnation. 

A. Mascullna. 

B. Feminina. 



I. A-Declination.*) 

1] Die provenzalische A-Declination entspricht vollständig der 
lateinischen. Vermehrt wurde unsere Klasse aber durch eine 
Anzahl Neutris pl. der lateinischen 0-Declination. — Im Sin- 
gular ist der nom. und der obl. den Lautgesetzen entsprechend 
zusammengefallen. Es finden sich allerdings obl.-Formen, bei 
denen das nachtonige a im Hiat steht, Formen also, bei denen 
es scheinen könnte, als sei ein Rest des lat. m erhalten und 
nur in der Schrift unausgedrückt geblieben; so z. B.: 

obl. amta al Bert, de B. 17, 6. dompna aussire Ponz de C. 24, 9. 
engeaia e Bert, de B. 17, 11. gola eis ib. 12, 33; u. a. 

2] Dass aber hier nicht an eine solche Spur zu denken ist, 
zeigen Beispiele von Hiat: 

nom. domna esser Bert, de B. 1, 7. gola e ib, 9, 46. ira e Ponz d. C. 
24, 7 etc. 

3] Zudem unterliegt a vor Vocalen in zahlreichen Fällen so- 
wohl im nom. als un obl. der Elision, z. B.: 

nom. ant*e8 Bert, de B. 40, 18. gaes" e Ponz de G. 4, 40. cortesi'e Bert, 
d. B. 1, 4. filPe Ponz d. G. 26, 48. contenans *e8 Jaufre Rad. 2. 58. 

obl. aren'ab Bert. d. B. 38, 49. acoindans *e Ponz d. G. 8,46. vergoign*e 
ib. 1, 9. 

4] Der positive Beweis für Identität des nom. und obl. wird 
am besten aus den Reimreihen beigebracht, welche nom. und 
obl. im Reim mit einander gebunden zeigen: 

nom. vilana, sana, humana, anciana: obl. vilana, setmana, putana, 
doussana Marcabr. 30*. nom. gajeza: obl: larguesa, proesa Bert. d. B. 1. 
nom. gralha: obl. coralha, defensalha etc. B. d. B. 24. nom. benanansa: 
fiansa, lansa, duptansa Bert. d. B. 25. nom. guarentia: obl. via, manentia, 
folia, feunia Ponz d. G. 1. nom. aifflentina, aizina, sarrazina, espina: 
obl. meizina, cortina, perganiina Jaun-e Rud. 2. nom. aventura, rancura: 
obl. cnra Ponz d. C. 4. nom. maistra : ministra Flam. 3023. 5970. 



*) Wo Einzelausgaben von Trobadors nicht vorbanden, i3t nach 
Bartschs Grundriss citirt 



10 

luv* :icjch Jas nachtonige (i sich als Silbe erhalten hat, 
V. •./•: 11} :iietrisch gesicherten Fällen aus «lern Innern des 
..-.^ ,1 konsonantischem Anlaut beweisen, z. B.: 

1- w. non '.'S {r*s paraula sr*.'nta B-l-t* d B. *J. 32. qu* I«eutz la 

.. ». V YrUcan. ib. l'J, o8. ^uerra t'ai de Tikui corte«. ib. 22. 13 ont 

TiÄ S:uUb:z PoDz d C. 4. o2 — o6/.: Teirem niainui te«ta fracha 

xi^; '. B. '^2, 31. i^r far dorn na «^oist/irpada. ib. 12. 19. e quar non 

» > .iijk co]]'a dire Ponz d. C. 17, 8. ^es per la coindeta saison. 

i>< hü Plural dagegen konnten die nom.- und die obl.-ForDi 
*autgesetzlich nicht eine Fomi ergeben. Denn aus dem 
lat. ojroHiie z. B. hätte ein coron werden müssen, welches aber 
als Form allzu sehr das Gepräge eines nom. pl. der ODeclina- 
tion tragend, im Provenzalisclien. Französischen und Spanischen 
zu Gunsten der obL-Form aufgegeben wurde, während im Italiü- 
nisi'hen umgekehrt die norn.-Forni siegte. 

Wir sehen hier in diesen l>eiden Vorgangen dasselbe, allen 
romunisclien Sprachen gemeinsiuiie Bestreben, eine strenge 
Scheidung der Masc. und Femin. herbeizufuhren. Für das Pi-ov. 
mr>ge hier der Beweis aus den Reimen folgen, wo wir nom.pl. 
mit obl. pl. gebunden finden : 

ntum. devizas: obl. guizas Arn. d. Mar. (MW 1, 178). nom. pri- 
nieiras: obl p»Mra!<, h>omeirdi» Guill. d. Ik^rg. 9. nom. finas: obl. nifKina», 
orina» P. Card. 27 (MW 2, 2<>4). nom. coutas, asflouta«: obl. \o\i\'a» Arn. 
Dan. i2 etc. 

7J Den sillabischen Werth der nachtonigen Silbe as lx?weisen 
Fälle aus dem Innern des Verses (vor vokalischem Anlaut), 
z. B. : 

nom.: f\\\e n'ajon op ftaissun. cur das e pom Kert. d. R 29, 5. 
abril-» t* fuolliaK c flür» ib oS, l. h quare^inas et avenb ib. '^^, bl, 
ftaroni lozis entrp ^»ol P.Vid 14.1». — "W.: ariiius e corts e guerras 
e toIll«'i^ Bert. d. U 1, 11. pfr in <* n :ik k a h anz re^onha ib. iMK 47. troui- 

Eax, :a)iorK Kenhora» e poiMis tb. '2b, 17. tendasi e tra|i« e rirs {larail- 
ons t<.*ndre i//. 5, 21 utc. 

8] Bt»sondere Eiwäliniig vi-rdienl ilni f^iie^), welches aus der 
lateinischen E-Decliiiation übergetreten ist. Zuerst die Flexion 
von (iia, wie sie sich im Boetli. findet: 

Wir bc^gegnen hier zwei verseil ieilenen Formen, nämlich rfi 
und (iia: leider kunnnt weder nom. >g. noch pl. vor. Wir sind 



11 

also im Unklaren über die Flexion. — Wir führen nun zuerst 
die sichern Formen von di resp. dis an: 

an erster Stelle ist ein obl. pl. im Reim zu nennen: 

di^: vis (visum), aguis (habuisset) B. Chr/5, 29. 

Dass sammtliche Tiraden des Boeth. männlich sind, beweisen 
die Reiuiworte es (3, 38; 39) und ja (4, 32). — Durch Silben- 
zahlung sind die Formen dt, dis gesichert : 

el capitoli lendein aal di dar B. Chr. 3,1. qui lui laudaven dereer 
eus d i 8 antix 4, 36. 

Beide Beispiele zeigen zugleich das mascullne Geschlecht 
von di. Als Femininum dagegen ist dia belegt: 

plor tota dia, faz cosdumna d'efant 3, 20. trastota dia vai la 
mort reclaman 4, 15. 

Die Form ist in diesen Fällen nicht gesichert. Sowohl Form 
als Geschlecht sind zweifelhaft in: 

enanz in dies foreD orne fello 1, 20. ni noit ni dia no faz que 
mal pcnsar 3, 31. 

Zwei Fälle endlich scheinen die Form dias masculin auf- 
zuweisen : 

e tem soIi' eu a toz dias iiar 3, 23. tal li couianda qui tot dias 
la bris 5, 36. 

Durch Einführung des Femin. Hesse sich hier beide Male dis 
einsetzen: totas dis oder tota di. In den übrigen Beispielen 
steht der Form di ebenfalls nichts im Wege. — Reimann, der 
§. 18 sagt: T^dia ist nur Mascul.«, hal obige Beispiele nicht 
berücksichtigt. — Über dia cf. Diez, Brief 6 an Wackernagel 
(Stengel, Erinnerungsworte pag. 84). 

9] Ein nom. sg. dia: obl. dia findet sich im Ev. Nie. 1408 
(Such. Dkm.), leider ein Beispiel aus später Zeit (14. Jahrhdt,). 

Ebenso nom. sg. diu : pudria im Brev. d'am.*) 22729. Da- 
neben dias: guias Brev. d'ani. 6318. - nom. pl. dias: vias 
Brev. d'am. 3725. In einem Vers des Girart de Rossilho scheint 



*) Die Beispiele aus dem Brev. d*am. sind der soeben erschienenen 
Arbeit von Richard Weiss über »die Sprachformen Matire Ermengau'sc, 
Halle 188d| entnommen. 



12 

liui iioiii. dis vorzukommen, sobald wir ein s im nom. sg. an- 

iichinoii : 

((iituit la nuhs fon passada el dias enquansa v. 6527P (7419 0). 

10 1 Bei den Troubb. dagegen begegnet uns nur die Form in a; 
tk^lego dafür bietet 1) der Reim: 

deslia (— ligat) Bert. d. B. 9, 62; ferner: Guill. d. Berg. 11, 12; 17, 38; 
PoiiÄ a. C. 8. 42; Folq.d. Mars. (MW 1, 335^; Gui d'Uisel Cadenet (MW 
8. Ö2; 63; 65; 67) etc. 

2) der Reimwechsel bei Guill. d. Berg. 91, 25 u. a. 

11] Zur Ä-Declination gehören endlich auch einige Nomina 
mit persönlicher Bedeutung: 

papa masc: ac fah escadafalti al papa ausor Ross. &töl. Roma, 
mal labor fal papa quan tcnsona Guill. r^g. 2, 127. E del papa mielhs 
que son avi non fe ib. 7, 22. Ferner: Aim. d. JPeg. 11; Folq. d. L. Ü, 41; 
Faul d. M. 8, S2; BreT. d'am 16405,16453. — fem.: de la papa so gaben 
tug li plusor Ross. 8379 (nur P). Üuill. Fig. 2, 104. 

12] hermita masc: 

US san hermita : obl. sg. petita Flam. 2287. 

13] persona, das nach Diez (Gr.** II, 17) als masc. gebraucht, 
dem Geschlechle von homo folgt, findet sich als fem.: 

Bert. d. B. 37. 38; ib. 45, 25; üuill. d. C. Tor. 11, 1; P. Card. 29; Brev. 
d*am. 409. 33010. — masc: cascus persona Brev. d*am. 353. 

14J propheta, das von Diez (Gr. IP, 41) als masc. angeführt 
und mit einem Beispiele aus dem Brev. d'am. belegt wird, fin- 
det sich im Evangelium Nicodemi (Suchier, Denkm.) als fem., so: 

de las prophetas: obL pl. certas, v. 17. que propbeta es bona e 
sancta 284. nom, s. vera propbeta; obL s. aperta 679. e de partz totaa 
las prophet^is; obl pl. certii8 1660. d'una propbeta san Joban, 7 Freuden 
der Mariac v. 71. — nia»c.: lo sans propbeta üeliam Ev. Nie. 1510; BreT. 
dam. 11980. 25037. 

15] plancta ninunt im nom. sg. 6* an im Brev. d^am.: planetasi 
sohiras 4108; ebenso 4100 und 5055. 

|Den von Rieh. Weiss iS. 17) angegebenen nom. sg. iKLiri- 
archas; parcas lli214 halle ich für nom. pl.] 

Aus dieser Darstellunjr tTgibt sich für die A-Declinalion : 

Das noch stark aiisgehildele Casussyslem im Lateinischen 
hat sich provenzalisch so sehr vereinfachl, dass hier bloss noch 



13 

der Numerus unterschieden wird. Während wir aber im Sin- 
gular bei dieser Vereinfachung einen lautgesetzlichen Vorgang 
erblicken, wirkte im Plural die Analogie, welche unter den ver- 
schiedenen Casus eine für den Plural gemeinsame Form aus- 
suchte, um ebenso wie der Singular das Kncasussystem anzu- 
nehmen. 

So bildete sich eine feminine Declination, welche sich äusser- 
lich in ihren Formen streng von der masculinen scheidet. — 
Ausnahme bilden nur dia, sowie einige Nomina mit persönlicher 
masculiner Bedeutung. 



II. 0- und U-Declination. 

16] Schon früh können wir ein Vermengen der 0- und U-Decli- 
nation erkennen, indem bereits Plautus senatum, senati flectiert. 
In den romanischen Sprachen finden wir den völligen Übertritt 
der letztem Klasse in die erstere (soweit die betreffenden Wörter 
masculin bleiben). 

Wir behandeln zunächst: 

A. JPravenz. Oxytona. 

Durch die Reimreihen lässt sich beweisen: 

a. Erhaltung des flexivischen s und 

b. Abfall der nachtonigen Vocale i, u und o in allen 
Casus. 

1) nom. sg. und obl. pl. 

17J a. Das flexivische s ist als gesichert zu betrachten in 
Fällen, wo es mit stammhaftem s reimt: 

Boethius (Chr.* Iff.): obL pl. peccaz, nom. sg. visitatz, alumnatz: 
palaz (palatiuni) Boeth. 5. obl. pt. ami(g)8: aguis (habuisset) paradi«, vis 
(visum). Boeth. 5. nom. sg. jais und obl.pl. assais: mais (magi»), re- 
trais (-traxib), pais (*pa8cit), pais (pacem) Bert. d. B. 2. obl. pl. mercatz, 
nom. sg. laissatz, vedatz: absatz (adsatis), solatz (solaciuni), bratz (brac- 
chium) Gu\\llX,U- ebenso: -atz Ponz d.C. 26. P.Vidal. 20. %b.2i. Guill. 
d. Berg. 14 (: platz =: placet) Bert. d. B. (: latz, -tue), ib. 13. Ponz d.C.7. 



14 

— fiotft. sg, maus (malus): enclaus (-clausus) Bertd. B. 5. otH.jll. carauf 
(ciiballos): paus {zu lat. pausa) ib, 35. nom. sg, ples (plenus): marques 
(-eusis), estes (extensus), extendcs (eztendisset), mes (misit) Quill, d. Berg. 9. 

— nom. sg. bes (betie + -us) : pres {*prehensit), vengues (-uisset), me« (init- 
sus), Frances (-ensis) Bert. d. B. 45. — femer: Ponz d. C. 16. ib. 26. P. Vid. 12. 
(lorm etc. - nom.sg. domncis*): creis (crescit), peis (piscis), feis (finxit), 
pareiä (parescit) Bert. d. B. 1. - femer: -eis: Bert. d. 6.38. F. Vid. 45. — 
nom. HO, capteneniens (-eDt+us), obl.pl. pessamens (-ent-os): vens (vincit) 
liuill.lX, 4; ebenso -ens: Guill. IX, 9. Bert. d. B. 38. Ponzd.C. 15. ib.20, 
ib. 26 (ib.V).— nom.sg. sers «.servus^: convers (-us^ Ponz d C. IX, 130. — 
nom. sg, devis ^divinus}: vis (^visus), gueris (-isset) u. a.Impf,Q.f paradu 
(-unj' Guill. d. Berg. 14. — obl. pl. jardis (-inos), nom. sg. dfevis (divinus^: 
rin (ri8U8:, chausis (^-isscni), vis i^visus), endorzis ^-isset) Bert. d. B. 8. — 
nom. atj. aiuis (amicus") : languiä (languesco) P.Vidal8 (r^2.Boeth.araig8). 
nom. sg. camis ^^-inus«: fenis (-escit« Guill. Fig. 6; s. ferner: G. d. Berg. 14, 
Jaufre Rud. 5. Bert. d. B. 19 (^P.Vidal 11). — obl.pl. critz, nom. 8^. jaositz) 
(-itu8), C8p(>ritz (Spiritus) : essenhairitz (-atrices), raitz (radicem)» ditz (^dicit) 
Jaufre Kud. 3. - nom. sg. niaritz (maritus) : emuerairitz (-atricem) Bert. 
d. B. 32. — nom.sg. perdos (-uä), obl.pl. pros (proDOs;: fos (fuisset^ cobei- 
tos ;.-OJ^i• Bert. d. B. 41. 

[Nomina auf -os ifinden sich sehr häufig gesichert, beson- 

doi'6 wogen der grossen Anzahl von Adj. auf -os (-ostis); ich 

verw(*iso daher blos auf einige Stellen : ^Ponz d. C. I.) Bert. d. B. 42. 
Guill. Fig. 2. Bert. d. B. 32. Ponz d.C. 5. ib. 22.] 

nom. sg. fols, mols, dols, tribols, obl. pl. filhols, orzols: auoli 
\;*ii«.sol>«its sols [perfS.s.ind.v.Holer^f vols ^^*volsit) Bert. d. B. 3. — nom,8g. 
miradors i^-atori-us ) : socors ^-cursus) Ponzd.C. 12. — nom. «^. drutz, rema- 
zutz, ajutz: adutz (^ducit> Guill. d. Gab. 5. 

18] b. Der thatsächliche Fall der nachtonigen 
Vocale 'fe und o ist in solchen Reimreihen zu erkennen, in 
denen sich nom. sg. und obl. pl. mit einsilbigen Reimworten 
gebunden findet, deren Grundwort oxytoniert war. Solche Woile 
sind : CS (est), res, trcs, nos (pron.), vos [über Boeth. s. oben dis : 

es, ja] : 

obl.pl. conres: res, es Guill. IX, 3. nom.sg. ples (plenus^): tn*s 
Guill. d. B<'rg. 9. nom. ag. und obl. pl. bes: es Bert. d. B. 45. Ponzd. C. o. 
ib. 17. ib. 'i6. ttom. sg. guazardos, i)erdos, obl. pl. sos ^sonos^: nos, vos 
Bort. d. B. 20. ib. 42 a'onz d. C. 1). 

Dieselben Reimworte nebst einigen anderen wie ja, me, se 
und so (sunt) sind ferner in Gedichten mit Reimwechsel be- 
weisend : 

nom. sg. talens: vos — fui Guill. IX, 9. obl pl. portz: tres Gniil. 
d. Berg. 12. obl. pl. dos: es, res Bert. d. B. 45 etc. 

*) domneis gebildet voui Verb domneiar, welches aus *dominicar$ 
entstiuiden ist. Vergl. darüber Diez Gr. '11, 399. 



15 

2) Obl. sg. und noni. pl. 

19J Hier können wir a. die Flexionslosigkeit des obl. sg. 
und des nom. pl. dann als gesichert betrachten, wenn dieselben 
mit Formen reimen, bei deren Stammesende s unmöglich ist: 

Boeth. obl, sg. afan, cant (cantum), nom. pl. talant: estant (stant) 
Boeth. 3. nom. pl. bastit (-iti) : vestit (vestivit, perf. 3 8. ind) 6. obl. sg, 
torment: desend (descendit) 5. obl. sg. esmai, verai (veracum), essai: ai 
(habeo), sai (sapio), eschai ^-cadit) Jaufre Rud. 5. obl. sg. alh (allium), 
malh (malleum) : falh (fallit), calh (caleo) Bert. d. B. 45. obl. sg. rara 
(ramum'i : am (amo) Jaufre Bud. 2. nom. pl. bran {it. brando), bocharan, 
pan(panni): coman (-inando, i. 9^.)i segran (/wt 5.|?/. -habent), iran Bert, 
d. B. 26. obl. sg. pensamen, nom.pl. marrimen, sen (sento), esmen (emen- 
det) Ponz d. C. 3. obl. sg. Julia (-anuiu), doüssa, ma (manum): querra 
{fut. -habet) Guill. IX, 1. nom. pl. prat: abata {pr.cj.3.s.) Bert. d. B. 16. 
nom. pl. fau (fHgi): lau (laudo), esjau (gaudet), vau (vado), au (audit) 
P.Vid. 6. obl. sg. be: ve (videt), cre (credit), rete (retenet) Bert. d. B. 30. 
nom.pl. brondel (-elli), ausel, obl. sg. cairel, chastel (castellum): apel 
(apiKjilo) Bert. d. B. 34. Femer: Ponz. d. C. 14. P.Vidal5. — öbl.sg. correi, 
tornei, dompnei: dei (debeo), crei (credo), autrei (-ico) Bert. d. B. 20 — 
in ei ferner-. Guill. d Berg. 5. Bert. d. B. 11. Bert. d. B. 31. nom. pl. »er: 
esper (spero) Bert. d. B. 38. obl. sg. rosier (rosarium), nom.pl. lausenc^ier 
^-arii^: quier (quaero), sofier (-fero) Ponz d. C. 9; s. atAch Bert. d. B. 15. 
obl. sg. mati, pellegri, nom. pl. pairi (patrini) : vi (vidi), menti (*mentiit), 
ausi (occidit), feri (feriit) Jaufre Rud. 6. nom.pl. doi perdo (-donet) Guill. 
d. Berg. 13. nom. pl. pom, obl. sg. colom: com (quomodo) Bert. d. B. 29. 
obl. sg. nion (mundum), nom. pl. seguon : rescon (-scondo), respon, respon- 
det), ton (tondit) Bert. d. B. 34. nom.pl. deport, destort: conort (-*horto) 
Gornionda v. 87. 

20] b. Den männlichen Ausgang dieser Nomina im 
obl. sg. und nom. pl, d. h. den Fall der nachtonigen Silben 
(ti-m und i) beweisen folgende Worte im Reim: 

ja (jam), estan, me, mi (me), se (pron.), re (rem), trei (tres, k.), si 
(sie), qui {pron.), no (non), so (sunt). 

obl. sg. christia (-anum): ja, enjan: estan (stant), Boeth. 4. 
obl.sg. be: me, fre: re Ponz d. Co. t6. 9. obl. sg. palafre: se Guill. Fig. 3. 
nom. pl correi: trei Bert. d. B. 31, 25. obl.sg.m\iiii: si (^sic) Jaufre Rud. 6, 
enemi, obli -^oblivium) : qui [pron.) Bert. d. B. 4. nom. pl. do : no Guill. 
d. Ber^. 13. obl. sg. guizardo: so, no Ponz d. C. Ö. nom. pl. seguon: son 
Bert. d. B. 34. 

21] Ferner ist hier der Reim Wechsel sicheres Argument: 

es, ja Boeth.; fo (fuit), so (sunt) Planch. de S. Est. (B. Chi-.*, 22); mi 
Guill. IX, 1; re, me, se Bert. d. B. 21. 

Itl] Aus der consonantischen Declinalion ist übergetreten 
jovens, aus dem Grunde, weil die lat. Nominativform /wyeti^w^ 
der äussern Gestalt nach ebenso gut der vokalischen Klasse 



16 

angehören konnte, während dagegen das Italiänische und Spa- 
nische ihre Form (gioventü, juvetitud) dem obl. juventutem ent- 
nahmen. 

Von Reimann wird jovens falschlich unter den parisyllabi- 
sehen Fomin. mit consonantischem Auslaut aufgeführt, während 
es mit Übertritt in die vokalische Declination auch das Ge- 
schlecht wechselte, z. B. ßoeth. 1, 7; Ponz d. C. 19, 6 etc. 

23] Sclicinbare Ausweichungen in der 0-Declination : 

Car per fols scniblans es trahitz Lials cors on es maiB qiie be, 
Aim. d. Bei. 4 (M. G. 890 C); 

nach B (M. G. 10) ist zu lesen: de be. 

24] Tja franca captenensa Quieu non puose oblidar Eil doutz ris eil 
OH^ar Kil semblan qieus ui far Mi fant .... Arn. d. Mar. 15 ^M. 6. 
14ü;{, \i.. 

A. Fischer (Inf., pag. 10 Anni.) hält esgar für nom. sg. mit 
v(Mna(-hlässigter Flexion; es ist aber nom. pl. anzunehmen. Die 
ühri^a^n von A. Fischer a. a 0. genannten Beispiele werden 
wtMlcT unten (ebenfalls ihre Besprechung finden. 

25 1 Kh la^ garnitz e mal es tan {: coman 1, »g, pr. i.) Bert. d. B. 17. 

Stininiing ninmit an, estan sei »des Reimes wegen« für 
rskms geschrieben und weist die Annahme des Gerundiums 
zui'iick. Vergl. aber Diez' Gr.^ III, 199. 

2(>] VoH OS trop CO Chat [: prat] De montanha sai devalat. ib. iß, 
— oochiit und devalat fasse ich ah nom. pl. 

27 1 SiMiIier sia eu de castcl parsonier Et en la tor siam eatre parier 
|: niit'r v»iaerco>, enquier i-quaero] ib. 15, 25. 

CIKT losen hier si r.ti, D sicn nL Wir werden wohl s\ii eu 
zu ](\^(^n haben ; der ei^ste Vers wäre dann Vordersatz mit ä/, 
auf wt»Ichen der folgende Vers als Nachsatz folgt mit dem ein- 
leitenden ct. Par.sonier ist also obl. sg. 

2S] K quan vos voi, sui tii fort tenirros Que dir nous aus mon cor, tat 
ospaven |: atrn 3s.pr.i.] Mi preu de vos, nous fezes dcsplaser i6. -l'J.ifö. 

Das Gedicht ist blos in GER überliefert und zeigt neben 
uiiserni Fehler noch mehrere grammalische Verstösse (s. die 
Anintnkuugon von Stiniming). 

Cbrigens stanunt das in Rede stehende Gedicht nicht von 
BtTtrauj her, sondern ist viel jünger ^cf. Stimm, p. 84). 



17 

29] SieuB est Nortensems e Susest f: desvest (-vestit)] ib. 3, 54. 

Die in dieser Cobla vorkommenden Namen sind zumTheil 
sehr entstellt, und auch Stimming ist sich nicht über alle klar 
geworden (s. Anm. pag. 235). 

•30] 40, 5 ändert Stimming das hs. dans in dan (cf. Reimann, 
p. 38) und sucht dies zu rechtfertigen durch einige scheinbare 
Beispiele von Flexionsverletzung in Bert. d. B. Unter andern 
führt er auch ein Beispiel an: mi sembla desplajser^ 4, 25, das 
dagegen im Glossar ganz richtig als intr. Verb mit der Bedeu- 
tung «widerlich sein» erklärt ist. Reimanns Änderung in sem^ 
blan despl. ist also nicht nöthig. 

In derselben Anmerkung (p. 40, 5) gibt Stimming selbst zu, 
dass »Unregelmässigkeiten in der Flexion sämmtlich in Gedich- 
ten vorkommen, welche von nur wenigen Handschriften über- 
liefert sind, und zwar von solchen, welche in Beobachtung der 
Declinationsregel nicht sehr gewissenhaft sindc. Er glaubt da- 
her, es sei meist Änderung des Textes anzunehmen. — Die 
Reimreihe an in Gedicht 40 ist entschieden in ans herzustellen 
(s. auch Reimann a. a. 0.). 

31] Deus te salve, dorn pelegrin [:v. «.latinj Guiil. IX, 5. 

Reimann findet es gewagt, pelegrin als Apposition zu te zu 
fassen ; denn es wäre der Gedanke »nicht in der leicliten (?) Art 
Guillems ausgedrückt«. Mir scheint der obl. hier vollständig 
passend. 

32] Quel descausimen sia fait Guill. d. Berg. 6. 

Durch Änderung von sia in sian wird fait nom. pl. 

33] Aisi cum es bela cill de cui chant E bei son nom sa terra e aon 
casiel f: capdel, l.sg.pr.i.] E bei sos ditz .... Guill. v. S.Leid. 3 (Arch. 
35, 443 ü). 

Mit D 118 c Nr. 407 wohl e sei chastel zu lesen. 

34] Guiraut menr'es huey que yer vostre sens Car sei es mays de bon 
pretz enueyos Que per luenh fai auzir son bon ressos E per bon laus son 
prezat li valen (ja negun' antra gen; d'est partimen; pren = prebendit] 
Guir. Riq. 42 (MW 4, 250; blos in R). 

Durch Conjectur : menor avetz huey qu'yer lo sen wird der 
falsche nom. beseitigt. 



18 

35] Maire de Chmt, ton filh car Prega per noa, queiu ampar Ooir. 
Riq. 61 -MW 4, (W; blos in CR . 

fllh car ist hier nicht nom. sg., sondern obl zu dem imper. 
pregai deinen lieben Sohn bitte etc (s. Fischer, Inf. pag. 10, 

Aninkg.)* 

HC)] Ma« ((ui vieu ffaliun Sei que:* fiza en lui Es t racher p dentroi 
Si 1)118 qucl galiat Ma« totz es ein bar rat Lo moDs com ui*o conir. 
Guir. Riq. (MW 4. Nr. 78, :iü.. 

Durch folgende Änderung: 

qui vieu galian S«ls ques fizaii en lui Es tr. e destr. Si puR qaeb 
ijraliati M. t. es embarrat* etc. 

ist der Fehler gehoben. Ebenso halte ich an der Stelle: 

37 1 £ y so t'ay li jialher Kscuras e boals Ejfa hom lo« cortala 
ib. (Xr. 84. 6üO) 

hoals nicht für Flexionsfehler, indem ich dasselbe als nom. pl. 

i'int^ fem. ansehe (s. zu den beiden Stellen Reimann, pag. 45, 

der für beide Fälle Flexionsverletzung annimmt). 

3s] Las pini^ias sinn als i^astors Et al8 enfanz l>ordoitz petita [: rutsj 
lautVo Rud. o. 

Nach pl. e statt honlcitz hordens zu lesen (s. Suchier, Jahrb. 
XIII, 337); pctitz obl. zu mfans. 

39 j Ma volontatz sVn vai lo cors La nueit el ilia ef^clarzitz. Taufre 
R'ul. :». Zu ändern: las nueitz eis dias e7<cl.irzitz. 

44 )| K enojam estar a port ijuan trop fai gicu teiii|M ni ploii fort Et 
entre aniix desacort M'enoja ein fai peitz de iiiort Quan ssii que ten- 
son a lur tort. Monoh. v. Montaud. 10. 

Reimann liest de dr.^arorf; ich halle dagegen dr/iacorf (ör 

ncm. ))1. 

41] j^Vn vai Tauzel gai Ab gang on que venha. Peire d*A1r. 23 
(B. Chr. 77 1. 

hurch Ändern von gai in lai nach IIs. V fallt der Flexions- 
fthler weg. 

4^] Vi^rs C'S car^ns E ^rarniniens Kan de cu^so Ix&ron senil ilar Ma« tot 
es lals Que dosleiaU Efk'utz es ab lo mant»*l var. 

rar gehört zu fnant'l: er ist ein imächter Schild mit bun* 
teni. schimnurndem Überzug (Fischer, j>ag. 10 Anm.). 

43 J Tot aliri?>«i cum rt'>tnis per natura l^'ue de son huou sanian lo 
t'ai ci^r .Me fa. douina vostn* plazen es^rar Nais«er ilel cor wvpiri etc. 
P. E^xinhol :i (R. Ch. :.. 314; blos in CK . 



\9 

Wenn wir fa in fan ändern, so ist esfiar auch hier nom. pl. 
(s. Fischer, pag. 10, Anm.). 

441 Vai t'en ta dreta via A leia on joi e joven [: entei),ren {l.s.pr.i,)] 
Renovel e coindia. Peirol 6 (M W. 2, 12). 

In den Hss. B (MG. 43) und D (Nr. 219) fehlt diese Cobla; 
es scheint also dieselbe unächl zu sein. Dies beweisen auch 
die Reimreihen. 

451 rai atraja Hiimilitatz merces e chausimen [con8en5.«.pr.t.] 

Ponz d. Capd. 21. 

chausimen ist Object, humilitatz Subject zu atraja. 

46] Guays e trencbans Serai tot Tan 8 Pus ma dona vol mos enans. 
Haiuib. d'Aur. 12 (M. G. 358 C; noch vorhanden in aj. 

Vielleicht ist tot Vans hier adverbiell, so dass das s will- 
kürlich ? Vergl. Guir. Riq. 66 (est Vans). 

47] AI mieu pro, que m'es plus car Non sai ren dire ni comtar. ib. 18 
(P.O. 49, D-182dNr.650). 

Ich halte car für neutnim und übersetze: »was mir lieber 
ist* (s. Fischer, pag. 10 Anm.). 

481 Es vostre rics prez ses par E Toil amoros e dar. Rieh. d. Berb. 3 
(P. 0. p. 276, D- 180a Nr. 640). 

Es liegt eine Construction nach dem Sinne vor: das Ver- 

bnm son, welches dem es im vorigen Verse entspricht, wird 

blos gedacht (s. Fischer, pag. 10 Anm.). Ebenso finden wir: 

Tant es sos bels cors cortes El dig gay e plazentier. Ferner: 
Guill. V. S. Leid. 3; Gaue. Faid. 22. 

49] Can vci la flor sobrel sauibue Et au lo pic el merle el gais |:lai8 
r— 3, sg. pr. i.J. Anon. 25 (Arch. 34, 378; nur in 0). 

Ich setze den Plural: 

et auls pics eis merles eis gais. 

50] Als wirkliche Flexionsverletzung ist zu betrachten der 
nom. sg. von avar an folgender Stelle: 

Cal fols ditz semblan cauec Assat^ m'auetz per eaueca Si m'es escas 
ni auar [: -arj Yeus serai del tot auara. G^vauda 8 (M. G. 1069/70 CR). 
(S. Fischer, pag. 10 Anm.) 

51] Femer im Brev. d'am. metalh: salh 5800. Die übrigen 
von Weisse angeführten Verletzungen im nom. sg, sind (mit 
Ausnahme der Eigennamen) nicht sicher. S. auch Reimann, 
pag. 46 f. 



20 

52] Im nom. pl. cmmmis: obl. pl. defalhwiens (?) Brev. d'am. 

24155. 

52a] Irrthümlich ist von Weisse der nom. pl. serUens: nom. sg. 

defalhens 33720 als Vermischung angeführt ; .^fiiUetis ist nom. pl. 

des femin. (totas creaturas se)Uens). 

B. Pi'O'vetiz. Paroxytona. 

53 J Es kommen hier zunächst in Betracht 

1) solche Nomina, bei denen phonetische Gründe (schwer 
aussprechbare Consonantengruppe) die Beibehaltung des nach- 
tonigen Vokals in Gestalt des Stütz -ß fordern. Hieher gehören: 

blasmes vblast^phe^ni-us) , bispe» (epi8C(o)pu8), diablee (diab(o)lu8\ 
libreR ,lib(e')r-u8)i negres (^Dig(e')r'-U8\ ODcles '^aYux]C(,u)Iu8\ pobles ^pop^n)* 
Ins), sepoltres (sepulcru-s), segles (8aecvu)lu-8\ 80gre8 v80c(e)ru8). 

54] Dass dieses nachtonige c wirklich Silbe bildete, beweisen 
Fälle aus dem Innern, und zwar für den nom. sg. vor vokali- 
scliem Anlaut: 

68 laitz bla8uie8 entre nos. Gaue. Faid 47. on blasmes e paora non 
toi (Ponz d. C.VI, 34). que blasmes es del fol al pro lausors. Cade- 

nct 18, 16. blasmes et engans es El. Cairel 3, 37. lo fe^es et lo 

polmos. Bert. d. B. 24, 24. mas totz p obl es a de bon sen frachura. Quill, 
d. Montag. 12, 33. el se pol er es ha de secors frachura Bert, de B. 30, 6. 
el segles en er plus pros. Mönch v. M. 2, 23. seffles. adoncs romanran 
vcrgoignos. Ponz d. C. 13, 20. perqu*el s e g 1 e s es aesonratz. El. Cair. 3, 21. 
don lo segles es vencutz (.P.Vidal VI, 6). bem par quel segles es meus 
P.Vid. IX, 31. sui en alegres e jojos Ponz d. C. 9, 2. deu £in csser a le- 
eres e jauzens \d, 14, 2. quem sia plus co indes e u^uais J. Rud. 4, 7. 
niout ai estat euendes e gais Quill. IX, 9. 33. que de cor sei mondet 
e bloa vPonz d. C. IX, 53). 

55] Obwohl wir in sämmtlichen Beispielen Nominative des 
Sing, vor uns haben, bei denen das flexi vische s den Hiat 
tilgt, so sind dies doch keine sichern Belege für das Vorhanden- 
sein des s, da wir bis jetzt noch keine genügende Zusammen- 
stellung der erlaubten Hiatfalle besitzen. Denn in den folgenden 
Fällen fmdet ebenfalls Hiat statt : 

d'aquest seff le es amars Quir. d. Born 26, 14. son de sa mort ale- 
gre e jauzen P. d. C. 24, 38. 

Doch in der Mehrzahl der Fälle tritt hier (in obl. sg. und 
nom. pl.) allerdings Elision ein, z. B.: 

sinh* e grua Bert. d. B. 15, 40. sobr' un feltr' emperiau i6. 19,28. 
lonha de si blasm* e reten lausor Quill. Fig. 6, 2 etc. 



21 

56] Da uns aber zur Sicherung des flexivischen s im nom. sg. 
in diesem Falle die Reimreihen nur wenige Beispiele liefern, wie: 

nom. Hg. clergues: obl, pl. dimergues Flam. 4805. nom, sg. {ac^j.) 
aspres : obl pl. diaspres Flam. 504. 

sind wir auf den indirecten Beweis angewiesen, indem wir nach 
Fällen suchen, bei denen das e des nom. sg. vor vokalischem 
Anlaut der Elision unterliegt, oder wo durch Enklisis eines Pro- 
nomens das Antreten eines s unmöglich ist. — Wir finden : 

— don crestianism* es torbatz Folq. d. Lun. Rom. 504. 

Eis handelt sich hier darum, ob das i ante voc. in crestia- 
nisme als Silbe zählt. Im Roman selbst kommen mehrere For- 
men : c(h)restias, crestiantat mit silbenzählendem i vor. — Von 
Raynouard im Lexique rom. wird aber ein Beispiel aufgeführt, 
in welchem crestiantat dreisilbig zu sein scheint: 

com ses Corona de la crestiantat. 

Nehmen wir nun in unserem Beispiel -ia- als eine Silbe 
an, so Hesse sich schreiben: 

don chrestianismes es torbatz. 

Doch ist dies unsicher, da wir es mit einem späten Fall zu 
thun haben. 

57] Die Stelle: 

Que de lai sun crestian mort e pres El sepulcr'es fondutz e 
derocatz, Lanfr. Cig. 20, 29. 

ist ganz richtig, ohne dass wir darum den nom. sepulcre ohne s 
anzunehmen haben. Denn wir haben hier wieder die Construc- 
tion xaid avveaiv: dort sind die Christen getödtet und gefangen 
und das Grab (ist) zerstört. 

58] .. . lo coms que sos pairis E sos oncTes e sos peire vezis. Baimb. 
d, Vaq. 11, 22. 

Durch anderes Abtheilen erhalten wir aber: 

lo coms qu^es sos p. e sos oncles. 

59] E mainz assautz don mos 8 0gr*es dolenz. Guill. d. Berg. 18, 11. 
60 A! greu sera est segTen Testamen. Peire Card. 60, 9. 
61] Ar es tornatz lo segTen tal azire. t6. 60, 14. 

In den drei letzten Fällen erscheint in der That der nom. sg. 

unflectiert. Doch ist darauf aufmerksam zu machen, dass sich 

in dem oben genannten Gedicht 60 des P. Card, noch mehr 

2 



1 hu-^oUiuissi^koiten, sogar im Reim finden*). JedenÜEÜls ist zu 
I »»ii-Lilu'UMi, dass der nachtonige Vocal in unserer Klasse sonst 
.uu vDi- Vücalen erhalten bleibt, wenn es nom.sg.oderobl.pl. 
1 .1 , wiUuvnd im obl. sg. und nom. pl. das e in der Mehrzahl 
ili'i bulle elidiert wird. 

kV1\ Ks sind in dieser Klasse noch einige Wörter auf -aire 
namhaft zu machen: airc, araire, lielcaire, cairn (quadrum)^ 
rrpuirv, vaire, vejaire, Ylaire. Obschon wir auch bei diesen 
in den Reimreihen nur ein Beispiel eines nom. sg. mit s sicher 
belegen können (nom. rej^aires: obl. pl. fraires, Brev. d'am. C455), 
so finden wir dagegen auch keinen Fall ohne s in den so zahl- 
reichen Reimreihen anf -aire. 

63) Eine Ausnahme macht blos vejaire, welches im nom. sg. 
stets ohne s vorkommt; wir haben aber hier überall den neu- 
tralen Ausdruck m*es vejaire vor uns, es liegt al.<o in dem Falle 
kein Flexionsfehler vor. vejaire findet sich als nom. sg. im 
Reim an folgenden Stellen: 

Alb. d.Sest. 15; Bern. d.Vent. 4; /?>. 29; ib.'Sl; ib.Ai; Folq d.Lun. 
Uoin. pag. 20; Gaue. Faid. 38; Raim. Casteln. 2; Gornionda. 

G4] Es ist schliesslich die paroxy tonische Form dieser Nomina 
durch einige Fälle von Reimwechsel zu beweisen: 

obl. aire (agrnni**): -ia, -eira, -ensa etc. bei Perdigo 15; Guir. Riq. 15; 
El. Barj. 12; Guill. Fig. 3. obl Belcaire (-adnim): vaire (^variet\ 
durdi: -ura, -ona bei Dalf. d^Alv. 9. obl arairc '^-atrum): durch: -ensa, 
-ada, -ia f <c., Marcbr. HO; i6 26. obl caire ^quadrunu: nicht durch Reim- 
Wechsel gesichert y aber im Reim: esclaire \-ariet^6ei Guir. d Born i'i7; femer: 
nom. pl Ro88. 8280***) P \,9:i0r. 0). obl repaire v-atrium^: P. 0.242 
durch -ia; Arn. d. Mar. 5; Gaue. Faid. 3:?; Guir. d. Born. 67; Roj«. 8281 P 
^9307 0); vaire (-arium): durch -ira, -ansa El. Barj. 12; Granet 2; Raim.. 
Casteln. 2; Folq. d. Mars. 24; Gaue. Faid 3*< cte.f). vejaire Arn. d. Mar.5; 
Folq. 2; Marcbr. 30. 

Wie wir bis jetzt gesehen haben, spricht keine genugende 
Anzahl von Beispielen für Flexionslosigkeit der Paroxytona, 
w^ohl aber war überall, mit Ausnahme der oben genannten 



*) S. unten §§. 183 und 203. 

**^ Nicht von area, wie Fischer ».pag. 27- falschlich angibt. 
♦**) Diese Stelle, von Stimming iB. d. B. p. 240) an^^efilhrt, 8. unten 
%.nO: lichaire. 

t^ Daneben die andere Form var; s. oben §. 12. 



23 

Fälle, das stützende e vor Vocalen erhalten, während es im 
obl. sg. und nom. pl. meistens abfiel. 

65] Dagegen haben wir als Ausnahmen zu constatieren : nostre 
vostre, autre, sowie maistre und prestre oder pt-eveirCy preire, 
eine Thatsaclie, die der Grammatiker Uc Faidit bestätigt*). 

Im Reim fand ich nom. sg. nostre gesichert durch enclostre 
(1. sg. pr. i.), vostre obl. sg. bei Guill. IX, 6; nom. sg. vostre durch 
mo(n)stre (1. s. pr. i.) Flam. 2827. 

Im Innern vostre und autre vor vokalischem Anlaut: 

per qu'eu vos man, lai on es vostr' estatge Beatr. d.Dia (B. Chr.* 

72, 12). Quar vostr' amors segurana gueris P. Vidal 18, 13. eu 

sui vostr' endomenjatz Raimb. d. Vaq. 7. s'ieu sui vostre be volens e 
vostr' amics tft. v. 42. mas ben deu far tan d'ardit vostr' ainans ib. 2, 32. 
Tus es reis, Tautr' es coms pros Bert. d. B. 18,22. us es reis, 1' autre es 
coDis de dos mastis. Ross. 1456 P. uns passara est mes e Tautre entiers. 
Ross. 1491 P. Ferner: Folq. d. L. Rom. 228: 232 ; 238 etc. Durch En- 
klibis des Personalpronomens se: quant Tautre s planh, ieu ui'apays. 
P. Rog 1, 32 (ed. Appel), s. ferner: Peirol 14 VII; ib. 31 IV. 

66] Von maistre und preire fand sich je ein Beispiel (von Rei- 
mann pag. 53 ciliert) im Reim: 

nom.sg. maistre: obl. sg. istre Flam. 323. nom. «^. preire: obl. sg. 
Peire ib. 5518. 

67] Das erslere Beispiel zeigt uns zugleich, dass maistre noch 
dreisilbig war; ebenso kann dies durch Silbenzählung belegt 
werden; so: 

eu ai rao maistre certa bei Guill. IX. 1,36. pero majestre es de 
totz Peire d'Alv. 11, xni. Sogar noch im Ev. Nie. 5. Ferner zeigt dies 
das fem. niaistra : ministra (3. s. pr, i,) Flam. 3023. 5970. Dagegen zwei- 
silbig: quar tuit maistre son chauzit al labor bei Bertol. Zorgi 8. 

68] Für 2)reire findet sich auch die längere Form preveire**), 
im obl. sg. belegt bei Peire Card. 27 : inf. creire ; ferner prestre 
(presbyter), im Reim nicht belegt. 

preire als unflectiert gesichert in der Elision: 

fos tarn ben dig el preire'^issi Flam. 2482. 



*) Cf. Stengel, Die ältesten prov. Grammatiken pag. 4 f.: »de la 
regia del nominatiu singular que uol » a la fi uolh traire fors maestre, 

prestre e uoilh en traire fors encar dels pronoms alcus si cum .... 

nostre, vostre«. 

*♦) A. Fischer, pag. 38, führt diesen obl. sg. preveire fälschlich als 

nom. an. 

2* 



u 

Eis möge uns hier eine Bemerkung gestattet sein. 

ü9J Reiniann bespricht auf pag. 5:2 f. die »Substantiva und 
Adjectiva auf re (lat. er)« und versteht darunter, wie sich aus 
den Beispielen ergibt, sowohl die Nomina der 0-Decl. wie libres^ 
repaires etc., als auch diejenigen, welche wir später in der 
consonant. Decl. behandeln werden; es sind dies die Substan- 
tive paire^ fraire. 

Sobald nun der Verfasser sämmtliche Wörter auf re gemein- 
sam behandelte, musste sich für ihn natürlicherweise das Re- 
sultat ergeben, zu dem er in der That gekommen ist: »die 
Subst. und Adj. auf re zeigen Schwanken zwischen Formen 
mit s und Formen ohne s im nom. sg. Seine Belege sind 
folgende : 

libres aus Boeth. {nicht im Reim), paires: fes Guir. Bio. 38, 35. 
repaires: obLpL fraires Brev. d'am. 6453. Menandres: Flandres M.G. 368. 

Dies die Formen mit s. Dagegen Foimen ohne s: nostre^ 
vosire, autre, paire, fraire, maistre^ preire. — Wie wir aus 
diesen Belegen ersehen, ist für das Schwanken der Subst. auf 
re blos ein Fall aufgestellt, nämlich paires neben paire, wäh- 
rend durch die Fälle aus der o-Decl. blos unsere obige Darstel- 
lung der Paroxytona unterstützt wird. Was aber paires an- 
belangt, so wird sich unten §. 98 zeigen, dass auch hier »in 
der Blüthezeit der provenzalischen Dichtungc die unflectierte 
Nominativform üblich war und erst in der zweiten Hälfte des 
13. Jahrhunderts das s antrat. 

Ein solches Beispiel aus späterer Zeit ist der von Reimann 
gebrachte Beleg aus den Gedichten Guir. Riquiers, der bekannt- 
lich im letzten Drittel des 13. Jahrhunderts dichtete. 

70] Endlich haben wir noch eine ganze Gruppe von Wörtern 
zu nennen, welche ihren nom. sg. ebenfalls ohne s bilden. Es 
sind dies die Substantive auf atge. 
Als Belege im Reim führe ich an: 

nom. sg. folatge: obl. sg. volpilatge (yteben anderen) Rom. 3114. 
nom. vussalatge: ohl ratge Ca8tellozu2. /lom. damnatge : o&2. -atge t&. 3. 
nom. messatge, daoipnatge: boscatge, assatge (S.s.pr.ej.) Guir. d. mttl, 64. 
nom. messatge: obl. gatge {— vadium) Peiroi lu. nom. auratge: M, 



25 

a«at^ Am. d. M'ir. liX A»im dem Innern des Verses: .... quan lo dam- 
■ Atif* e4 |)rt*t Kl. (aircl 11, 2. 

Femer tiiiden wir hol Bert. il. B. 39, 10: si messatgel venia^ 
wo durch d.is incliniorle Pronomen d.is Antreten des flexivi- 
schen >' unn)ö{;licli ist. 

Sollte vielleicht in der Flexionslosigkeit der Nomina in -aige, 
lue auf lat. Neutra (-atiaan) zurückgehen, in der That ein Rest 
«ks Neutrums zu erkennen sein?*) 

71 J Ileiniann, pag. 55 (T., kommt aucli bei diesen Wörtern zu 
keinem sichern Resultat, sondern constatiert hier ebenfalls 
Schwanken ; seine Belege für Formen mit s sind folgende : 

B*^tr. <). IHa 2 i^ß. Chr.* 72): nom. sg {lanitges, coratget, estatge», 
iBMuitifPs: nom. sg. laWatf^i^H. 

I>a aber salvatgps kein sicheres Criterium ist, sucht sich 
«W Verfasser dadurch zu helfen, indem er sagt, salvatges habe 
»ab Adjectivum schwerlich das fleclivische ä enll)ehrlvi. 
Das< snivatgr durch Analogiewirkung im Gegentheil kein s 
anninunt, dafür sind folgende Getiiclite beweisend: 

Ufttir. Foid. ^{0; i6. 46 [und zwar ist zh lesen: nre« lo (iajr de Icmozi 
«lTAt4C«] : <i««ill- All)?. :* ; KiiiinU. d.Vaq. 27**). 

Hingegen werden wir wohl die neutrale Form nom. sg. bei: 

B-Tn.«i.V..nt. 10; .Toni. il. IwU d Ven. 1 : Teirol \:\ 

taben. salvafgps findet sich bei Bern. Sicart 1 , ist aber nicht 
P"*iclierl •*•). 

E*« ergibt sich also, dass in dem von Reimann oben an- 
Mührten Bei^ipivl di»* Heinireihr atge^ nicht gesichert und dass 
<hfür eben^ gut afffr stehen kann. 

hei dem folgend**!) I^ispiel au< Raimb. d.Vac|. ii .<ind eben- 
^lU keim» sicheren Rriiiiworle vorhanden, welche gegen den 
Reim i/f/r s|»rächi>n, da die acc. pl. in acc. sg. sich umsetzen 
l»*»n. — Noch ein (Sedirht von Raimb. d. Vaq„ das Me nach 

•) Veri?l I>i*V Mr.' II. 41. 

••j E* li«'k't iil-o in f^alvattjr rinc Kl<»xionHVPrl»*txung Tor. 
*••) In eini»ni <f»'f|nht An^n lOJ hiiU*n wir es hesUa salratge: o n. 
«alr«^. wo sahatgt für na!ialja Ht«*hl. CT hiezii .^timiuinfr. B*»rt. d. B 246, 
^■■n IQ Ij#k1 7. 25, Siichi**r, .Tuhrl». XIV. 'MH Anni. 1. 



Sß 

BarUrh-s (Srniidn<i^. bit'l»»t ilfii ll»»iiii tthfts, «Ion K. als jr**- 
<ir|n'rl l>»'li;u'lit»*l ihinli I* mj»t'it*f*s : ich hiiW v nhvv l^fitat^, 
obl. s^'., i'U'iitalN ;raii/. tl*iu Sinn rntspnrlicn«!. wälirrnH um- 
pekt'hrt ntftjr.s -- nhl pl. n>»# r'i»i'' 'i rttttj*si \\i\\\{i«v\\%\ wfiro. 

FiTniT lniiij/l II. »'in |{(m<|m<'I \\\\< Aiin. H. H«»!. 31. wo rfie 
Roiniri'ili«' rU-n^i» wi'iii^' wi»« in tl»-n anilt'rrn R'lr^'cri gi^irliort 
ist, da il«»r «»M. |«l. thiwwiftits in i»l)l. <;r. 'Innuttttj^- pCmiloii 
wcnlt-n kann. Ucitnann u'ibt ili«-'S aiirli /n; um .iInt Hi-nn«N*h 
tlii'^ Il*»isjiirl. al< lM'\vi*i«»i-rnl für ilt-n H»'ini, zu lialtiMi, lirriin ^r 
sich auf *la^ (lodiihl \'.\ \n\\ AlUrt \\ S"»st., wo <irh in clor 
IN. A ebonfalU d«T Ufjni 'i/7#< llmlfl, wähn ml (■ nt»»r biotel. 
In ilitxpin (iiHÜrht hält Hi'iinann in ii**r «T^b'n /lij«*: 

«•n iiiiKir tr'ip t.m •!•• in.J •'•■iih>>r.it;;c- 

(lon obl. |il. ;ri>*<i('li<*it ihinh <la< \V('»itilifn /fiii und konniit 
dann znrn Srlihi--«': «I'T \W\\\\ nhf^s -i-i lürr hrM-li^l wabr^chfin- 
lii:li nr<|trnn;;Iii b. 

Itb ^t'ht- nicht i in, wi*<balb nacb «ifni (*in \\W\i\ aucli tWr 
Sinf? ^I**b*-n katni. 

7J| n.t^* ;:i'n b.dtf irli mit li. dt-n Krim itfij^s fni' ^rt'^it'htTt livt 
Uiiir Hiipii*!' sl. t'>iN. wn wir d*>n imni ^/. mjntiiuhjis mit 
obl. pl. </<fN fifiiftf.s ;;i<bundi'n tindi'n. KlN>n<<i winl vii*ll«*irhl 
auch /i/'/'v an/.nn>hini'n ^«*in in noni. ^-j!. m« s.H''i«;rv : obl. |il /ütjc- 
stuft.^, Flam. '.N*!. 

IKm'Ii bi*'ti*t n(H-li da» l»r*n'. iTani. ib'n norn. <^'. <»hn«* $: 

PV'*' -^^ll- Mlit-int mii ni« bt tinr nr'>|*rün;:li« b«- Klf\ioii<«ln<*g- 
kfit vnr/.nli» p-n. wi»- Wri--»* arniitnint . «MindfTn rine s|iikton* 
Vi»riiarbl.'i^-i'p:nii;; ilv FK'X.oh 1 

An<* <Mti;:'[n jt-lit Li-ivni. da^^« ilit> Siib^t .int iv;i in atyr 
wäbittid tli'i' kl.i--!-« li« n P«n«M|t' jiniVi-n/.ili** brr |Nn«*it* nicht 
S l»N\aiik«ri , *nini« Ml • ii t * I b i'" d» n Kl •■ \ mn <. lfi«.i|Tkei t 
/•■i;:« ii Ki-t :!i d- r /\\».!'ri li.ilitf ij»'* dn:/« lihfi*n Jabrbun- 
di*rt^ iiLubt -itii .iMt li \\\*v An^rl* i« Imr^;* an «ii«* noni. nnt * 

p'lli !l«l. 

7:i| Sr|ilit*<-«ltrh biiibt n^'ib iibri;:. liurcb oini^'t* Fälli* dc^n pif^ 



27 

oxytf>niM:hen Aui^p^ng der Sultstantiva auf atge zu belegen. Es 
g»^<*hirht di»s durcli sokho Gedichte, deren Reimreihen Reim- 

So t%t atfff fff sichert dunh onda, anha bei Born. d. Vent. 19; dwrchi 
cilU. ftn*a. i.i. iU;;na iV>. 25; durch: ena. um ptc Bertol. i^r^n 17; durch: 
«U B*Tl. d. b. 7; durch: um, enha Gaue. Faid 2; i7>. 4'); i6.46; Guill. Fig. 2; 
PauI d. M.ip*. I Levj ii. 21 1; (iuir. d. Born. ♦>!; PiMre Guill. d. Luz. 4; 
r Vidal Sli IVirol (MW 2. 24); Raim. d. Miray. 3o. 

74] 5) Abst racla auf *r^, welche sich in den Reimreihen 
auch als? Oxytoua auf ir finden. Es sind Verbalsubstanliva von 
\Vrb*-n der Kit 1. Ck)njugation abgeleitet*). So werden wir 
d^<9r 7.. H nicht von dt*si(de)rium herleiten, sondern es als un- 
mittelbare Bildung aus dein lat, (h*si(de)rarc anerkennen müssen. 
D)en>o verhält e.<! sich mit d(?n übrigen: 

aU»ir arliitmr«» Plaut. Merc. 5, 2, rtP; azir ron •adirare?, comir 
crofiid* rar** . d»»zir diw-de ran»^ niartir, sonpir ^HU8pimre\ 

Liesse sich dagegen die Form auf ire l>ei diesen Wörtern 
nKliI durch die lat. arhUr'mm etc. «»rklären?**) 

Doi'li kann das e lK»i alhire, consire und desire auch als 
SlützvfKal U-ziMchnet werden, und es wäre dann dasselbe auch 
auf die übrigen üb<Ttr;igen worden. Ebenso mag hier um- 
^kehrt witnier durch Analogi(^ das e in idbir abgefallen sein, 
(uchdom da^^^ÜK» als Slützvocal nicht mehr nöthig war. 

Wir findrn dit^e Doppelbildungen nur im obl. sg. und 
mmi. pl., al«) in <li.*n unn«M!tierten Formen. 
7.'») AU Oxytona, aKo auf ir ausgehend, sind diese» Wörter 
in (ifNiirhten mit I{^•imwech^eI gesichert, in denen sich auf 
Ul«*ini'5ch»» Oxytona /.urürk^'eliende Reimwörter finden: 

jilbir- r»»««. »»' l^-tt'»!. 7/^t^\ 17; i»«, cui Guill IX, 7 ; : e« Raini. d. 

\Kd I, «■«••fcir: \iw Marrl»r. < Arrli. :W, H34 ; von, f«>g, «» Anon. 123; 

4f»ir! III", rt». «• G.iur F.iid. -'wi; iiiartir: ho (»unt B. Chr.* 2^3, 18) 

7*ij Für ti^ir und s*fspir fandi'U <ich keine Belege; dieselben 
^hI ab**r ülM*ni}.'. wo sie mit eiidungslK'tonten Infinitiven 

• i.T Di.V Gr ' 11. 2<'J fl. 

•• V**r;»l. it 'i'uptrn, nicht ^nnpirio : alw?r martire, mariiro neben 
•irt»rio. deuo ud«1 dr^uUrv»^ wo dcMO ('\it de^^ro nt^de. (Ver;^!. dagegen 
Iv«, EtW>>., d#?r l«»tzUTf^ von dinidiiim herl«*it4?t 



28 

(rt'lniiKli'n vot'koiiiniPii, aU iiiaiiiilitiii* V(Tsaus(rän(rc gesicl)ort*t 
S) tiiiilfii wir iistr im Ki-iini' mit Inf. in -ir boi: 

K.iiiii Miiav 47, Ei^iiit. <'a]vt» l'J; Surilfl V2, «oifiir Haiide d. 

Auf «iit'-^IU« Wri-i» sind auch di»» ubripfn Wortor diowr 
Klji-i-«* p'-ifluTl lM*i: 

Arn. li. M.»r II*; li.Mn. I. Boni ilWnt *^ : I^rtnl Zoriri !•»: B«t. 
Carl* 11; ih It'i; t'.MlfD*'t 3; lA. H. I>au<K* «i. PmiJ 7: GAucflm I. 
r. K.iim .!.• T.'I. :.; Ani.n ll-J"). 

77] l». AI- Piimxytoiia -iiul iliost* Siiltslaiitiva WogI ••hon- 
fall- diirrli Hcimwri'hM'l in fülgi*nii<»n G«*cli<')itt»n : 

»IKir*': •••ikI.i Kl l'.iin*l 1*'; : -anni Ann li |V^ 1; R^m. Sic. 1; — 
rof(«ir«v -iii.i. -iin. -:•! liuill Aug. h. >i.i »rdi|(n LS. Poni. d. C. 21; 
liiiill •! i'ali. • {ttnm jil I, Amt. •!. |V^. l; iWtnl. 'Anttui IT. 1* Tdrd 'JT; 
tliiir Iiiq. '^'2. ilfiir«' -.in*.! <faiii- K.iid. ■'»?; Ouill Aiiff S. P l'iir- 
liin. 'JT; «imr. Hii|. M ^'J . Aiiii<*r. <l. IN'^. 1; Ufvn. li Wnl. 4 nom. pf I. 
({••itnl. /nri;i 1«; l'^'m»] 1'», niiArtir«*: -i'n>U Koli| il Man. IT; EL 

r.iipl U'; «iiiill Ki;,' J, <;riir Uiq 2.'. l^ 3J; Aini. «1. IV^r. 1. Hrrtol. 
V.or'j\ IT; (iiiill. Aug 5; P. < 'anl«*D. 'JT; -- «o«|iirp raim Hrrn. flWnt.4 
{nom. itl . lW>rn. >!■'■ 1 

Ts| Wiiin «la^'i;:»*n ila< tlcxiviM-lir .< antritt (al^^o nom. <^. und 
ril>l. |il.) ^irul lilns tlii* FtM'iii«-n ohnt* r üblich, sei l>i'i: 

Aiiii*'r il l<i'l. \'\. ^'»«iiir«. <it>rir>, .ilbir-* raii^in. üunrt. monr«, 
i.iuxir-ti \i>tih%t. Inf. , il»-/irii, .kH»irt. Mi«pir« hier ff hU m d^r U* da* •, 
mNx* ahrr i%ntft*rUt urrtirn\. jfr.i/ir*. «iifrir«, **'rvir-. iloniiir». Omr d 
lt«iiii *« K. ili-zir». -ii«|iir^. •'•••«ifH : fn'inir^, .luzim. «i*nir« RaubK. 

»rAiir. .1. 

7*)| <i*-^'iii :in<;4'rc lf«han|»tiin^. (Ia<> im nom. s^^ und old. pl. 
\Ai\< (iif ni.'tiiiilii In* Ki>rm ^irh ruidi-. spricht mm alhTiiin^s da^ 
Z«Mi;:ni-« W Faiilit-, \vi lrh»i H von tlh-i'n StilKtanlivt-n nennt 
und in IJ'7U^' auf ihn- FK-xion sijrl : wi.s nVnrts ml a r scim' 
sirts I ti*sh*sfi\ |)ir Foinii'H -irr.s >intl aU^r nirjr«'nd< Mchor 
iN'lr^'t : di'un in dem lUM-pi«*! au> 

Arn. il M.ir ',• ■ •n-.-irt'*. »It-zin'*. inartir*-» Tin»». •-»•pir»'« r^. a^r^l 

*i A Kl*« h'-t hit 111 *iin<'r •••1-n iitiHrt«'n| ArU>it üImt ilrii Infiailiv 
.iut )<.i/. l'* 'i'-ii II .iiiiiii' i.> n Aii'.'Aii^ il*'r i.-nilt.ntr''<**'t>>Dt*'n luhnitive la 
-ir f. «v "'• '1* • • •i»"' t if ••>• Ir.MiUivi- in 'ar jm^ II un^l -^r !«>:. '«TJ)- 

ti ^ Vnii: ! $ 7»' 
tti ^ l*«'n I ^''' »r'/iiM»'« ^?#'ht • ff'-n'ar für contirf*. «M^Bffvl, di# 
.1 ti •'• 11 |i ■•% iirtii III 



29 

können die Verbalformen vires und sospires auch in virs und 
Msptrs geändert werden. 

[Dn Beispiel der Art finden wir bei Arn. Dan. 0, 41 und 
P. Ilaini. iM.G. 791,4): trmcs für trences] 

Ebenso ist -ires nicht enviesen in nom.sg. ronsircs: obl.pl. 
mnrtirfs, Flani. 17G u. 4455. 
W] Schliesslich noch einige Falle in Bezug auf die Flexion : 

— lo pent:ir el coonir Cheu ai de tos mi fai frire, Anon.7 ^M.G. 
27^; 6/oj in N ; 

« ist zu ändern : /* p. el consir . . . fan fr,, also consir nom. pl. 

^1 ) Puoi« (!e TM nom pot gandir Un bei temblan quem revegna. Fais 
IM m*aurirml conair Anon. PI (P. 0. 387; bloß in N). 

Auciral ist zu bessern in aiicirol, wodurch wir nom. pl. 

enmstr erhalt<Mi. 

^2] r<*rüb<x raison« com uo« di'ia mal dir Chin uos nenos maii enveia 
^ aetir Anon. 231 (.\rch. o4. 417; nur H). 

Wir ändern, indeu) wir das überflüssige rn streichen und 
ilafür de vor r/wr einsetzen: 

tbin iiiM n*«'f« niaiH dVnvtMa'e de desir. 

C. SubHtantl^flef'ter TnftniHv. 

X.?] Wir theilen die Inflnitive ein in endungslielonte und 
«taniml)etonte*). 

a. e n tl u n g s b e t o n t e. Es sind die Infinitive auf ar^ er, ir. 
Die5eH)en nehmen, wenn sie subsiantiviert werden, im nom. <^. 
'ias fl«xivisrhe .s an, was auch durch Raimon Vidal ** ) bestätigt 
wird; ct gi«bt an der lx*treffenden Stelle zwei Beispiele: anars 
und rrnir6. 

"4) Infinitive auf ar"**): Wir finden s an folgenden Slel- 
Wn im nom. sg. gesichert : 

dmrtk am »utmt. obl. ron :ird*^rr //fi Aim. d. IVl. 11; durch \niT« v.77 

rri.^trf.z iLiriMouvr. it. para<>) Arn L>an. 0; am UirKus) Guir. d. Born. 17; 
dr'>. «6 'iJ; obl. pl. Kavarh %b. 54; iiaimb. dWur. IH; espar«, arx Raim. 
Half 1?; cars j-iirt. ohl pl., ib. Jh. Hrvv d um. ;1724. 55l»>. 

• rf. A. Fi»ch»T, Inf. Kinlcitun); j>a^. 7. 
•• ( f. St^'nifi'l, I>i«* alt pruv. (jramm. |>a;^. 7'<. IS. 
•• Wa* dvn Abiail dfM nachtonifren f l»otriflt, «»o verwcine icb auf 
A. Fucber« Arbeit über den Infinitiv. 



26 

Barisch.« Grundri^s, bietet den Reim atgca, den R. als ge- 
sichert beti achtet rlmch Urngnatjes; ich halte aber Icpiguaige, 
obl. sg., ebenfalls jranz dem Sinn entsprechend, während um- 
gekehrt ratges = obl. pl. den vauc n rntgcJi) unpassend wäre. 

Ferner brin^'t R. ein Beispiel aus Aim. d. Bei. 21. wo die 
Reimreihe ebenso weni? wie in den anderen Belegen gesichert 
ist, da der obl. pl. tianniafgrs in obl. sg. damnatge geändert 
werden kann. Reiniann gibt dies auch zu; um aber dennoch 
das Beispiel, als beweisend für den Reim, zu halten, beruft er 
sich auf das Gedicht 13 von Albert d. Sest., wo sich in der 
Hs. A ebenfalls der Reim atges flndet, während G atge bietet. 
In diesem Gedicht hält Reimann in der ersten Zeile: . 

en amor trop tan dn mal senhoratges 

den obl. pl. gesicluMi durch das Wöjtchen tun und kommt 
dann zum Schlus.-e: der Reim ntges sei hier höchst wahrschein- 
lich ursprünglich. 

Ich sehe nicht ein, weshalb nach dem tan nicht auch der 
Sing. .<lelien kann. 

72] Dag* gen halte ich mit R. den Reim atgps für gesichert bei 
Guir. Riquier S4, rr.lS, wo wir den nom. sg. ngradufges mit 
obl. pl. dos torafgra gebunden linden. Ebenso wird \ielleicht 
auch atgrs anzunehmen sein in nom. >g. messages : obl. pl jtas- 
sages^ Flam. IM». 

Doch bietet noch das Brev. d'am. den nom. sg. ohne s: 
dawpnatgtr, obl. sg. Unafgc :215S3. [In trsthnoni (-tmhon) da- 
gegen :JS112 scheint mir nicht eine ursprüngliche Flcxionslosig- 
keit voi-zuliegen, wie Weisse annimmt, sondern eine siiätere 
Vernachlässigung der Flexion.] 

Aus Obigem geht hervor, dass die Substanliva in atge 
während der klassischen Periode provenzalischer Poesie nicht 
Schwanken , sondern entschieden F I e x i o n s I o s i gk e i t 
zeigen. Erst in der zweiten Hälfte des dreizehnten Jahrhun- 
derts macht sich auch hier Angleichung an die nom. mit 8 
geltend. 
73] Schliesslich bleilil noch übrig, durch einige Fälle den par- 



27 

oxytonischen Ausgang der Substanliva auf atge zu belegen. Es 
geschieht dies durch solche Gedichte, deren Reimreihen Reim- 
vvechsel aufweisen. 

So ist atge gesichert durch enda, anha bei Bern. d.Vent. 19; durch: 
oilla, ansa, ia, ai^na ib. 26; durch: ena, ura etc. Bertol. Zorgi 17; durch: 
aja Bert. d. B. 7; durch: ura, enha Gaue. Faid. 2 ; ib. 45; ib. 46; Guill. Fig. 2; 
Paul d. Mars. 1 (Levy p. 21); Guir. d. Born. 64; Peire Guill. d. Luz. 4; 
P.Vidal 3i; Peirol (MW 2, 24); Raim. d. Mirav. 35. 

74] 2) Abstracta auf ire, welche sich in den Reimreihen 
auch als Oxytona auf ir finden. Es sind Verbalsubstantiva von 
Verben der lat. 1. Conjugation abgeleitet*). So werden wir 
desir z. B. nicht von desi(de)rium herleiten, sondern es als un- 
mittelbare Bildung aus dem lat. desi(de)rare anerkennen müssen. 
Ebenso verhält es sich mit den übrigen: 

albir (arbiträre Plaut. Merc. 5, 2, 61); azir {von ♦adirare), consir 
(con8i(de)rare\ dezir (de8i(de)rare), martir, sospir (suspirare). 

Liesse sich dagegen die Form auf ire bei diesen Wörtern 
nicht durch die lat. arhitrium etc. erklären?**) 

Doch kann das e bei cdbire, consire und desire auch als 
Stützvocal bezeichnet werden, und es wäre dann dasselbe auch 
auf die übrigen übertragen worden. Ebenso mag hier um- 
gekehrt wieder durch Analogie das e in albir abgefallen sein, 
nachdem dasselbe als Stützvocal nicht mehr nöthig war. 

Wir finden diese Doppelbildungen nur im obl. sg. und 
nom. pl., also in den unflectierten Formen. 
75] Als Oxytona, also auf ir ausgehend, sind diese Wörter 
in Gedichten mit Reimwechsel gesichert, in denen sich auf 
lateinische Oxytona zurückgehende Reimwörter finden: 

albir: res, se Bertol. Zorgi 17; es, cui Guill. IX, 7; les Raim. d. 
Durf. 1; — cossir: vos Marcbr. (Arch. 33, 334); voa, fos, es Anon. 123; 
— desir: rae, re, se Gaue. Faid. 53; — uiartir: so (sunt B. Chr.* 23, 18) 
Planch. d. S. Est. 

76] Für ajzir und sospir fanden sich keine Belege; dieselben 
sind aber überall, wo sie mit endungsbetonten Infinitiven 



*) Cf. Diez' Gr." II, 289 ff. 

**) Vergl. it. sospirOf nicht sospir io; aber martiref martiro neben 
martiriOt desto und desiderio, wo desio für desiro stände. (Vergl. dagegen 
Diez, Et.Wb., der letzteres von disidium herleitet.) 



28 

gebunden vorkommen, als männliche Versausgänge gesichert*). 
So finden wir azir im Reime mit Inf. in -er bei: 

Raim. Mirav. 47; Bonif. Calvo 12; Sordel 12; sospir Daude d. 
Prad. 1; xb. 11. 

Auf dieselbe Weise sind auch die übrigen Wörter dieser 

Klasse gesichert bei: 

Arn. d. Mar. 19; Bern. 4; Bern. d.Vent. 9; Bertol. Zorgi 16; Bert. 
Carb. 11; t5. 16; Cadenet 3; ib. 8; Daude d. Prad. 7; Gaucelm 1, 
P. Raim. de Toi. 5; Anon. 112**). 

77] b. Als Paroxytona sind diese Substantiva belegt eben- 
falls durch Reimwechsel in folgenden Gedichten: 

albire: -enda El Cairel 10; : -anza Aim. d. Feg. 1; Bern. Sic 1; — 
cossire: -aia, -ura, -ia Guill. Ang. 5; >ia Perdigo 15; Ponz. d. C. 21; 
Guill. d. Gab. 5 (nom. pl.)\ Aim. d. Peg. 1; BertoL Zorgi 17; P. Card. 27; 
Guir. Riq. 32; — desire: -ansa Gaue. Faid. 53; Guill. Aug. 5; P. Gar- 
den. 27; Guir. Riq. 22. :{2; Aimer. d. Peg. 1; Bern. d.Vent. 4 {jiom. plM 
Bf'rtol. Zorgi 17; Peirol 15; — martire: -enda Folq. d. Mars. 17; EL 
Gairel 10; Guill. Fig. 2; Guir. Riq. 2>; ib. 32; Aim. d. Peg. 1; Bertol. 
Zorgi 17; Guill. Aug. 5; P. Garden. 27; — sospire: causa Bern. d.Vent. 4 
{nom. pl); Bern. Sic. 1. 

78] Wenn dagegen das flexivische s antritt (also nom. sg. und 
obl. pl.) sind blos die Formen ohne e üblich, so bei : 

Aimer. d. Bei. 13: sospirs, dezirs, albirs: raubirs, auzirs, morirs, 
jauzirsf) (suhst.Inf.), dezirs, albirs, sospirs (hier fehlt in der He. das s, 
muas aber angesetzt werden): grazirs, sufrirs, servirs, dormirs. Guir. d. 
ßoi-n. 8 £. — dezirs, sospirs, cossirs: fremirs, auzirs, venirs Baimb. 
d*Aur. 3. 

79] Gegen unsere Behauptung, dass im nom. sg. und obl. pl. 
blos die männliche Form sich fände, spricht nun allerdings das 
Zougni.ss Uc Faidits, welcher 3 von diesen 6 Substantiven nennt 
und in Bezug auf ihre Flexion sagt : mas albires vol s e scon- 
sires e des ir es ff). Die Formen -ires sind aber nirgends sicher 
belegt; denn in dem Beispiel aus 

Arn. d. Mar. 9: cosHires, dczires, martires: vires, sospires (2,s.pr.Q.) 



*) A. li'ischor hat in seiner (oben citierten) Arbeit über den Infinitiv 
auf pag. 15 den männlichen Ausgang der endungsbetonten Infinitive in 
'ir fost gestellt; ebenso für die Infinitive in -ar (pag. 11) und -er (pag. 22). 

**) S. <lie übrigen Beispiele bei A. Fischer, pag. 13. 

t) S. Anm. 1 §. 76. 

tt) ^- l^on. 4, 26 — sconsires steht offenbar für consires. (Stengel, die 
ältesten prov. (.iranini > 



29 

können die Verbal formen vires und sospires auch in virs und 
sospirs geändert werden. 

[Ein Beispiel der Art finden wir bei Arn. Dan. 9, 41 und 
P. Raim. (M.G.79l,4): trencs für trences.] 

Ebenso ist -ires nicht erwiesen in nom. sg. consires: obl.pl. 
martireSy Flam. 176 u. 4455. 
80] Schliesslich noch einige Fälle in Bezug auf die Flexion: 

— lo pensiir el consir Cheu ai de tos mi fai frire, Anon.7 (M.G. 
278 ; hl08 in N) ; 

es ist zu ändern : li p. el consir . . . fan fr,, also consir nom. pl. 

81] Puois de V08 nom pot gandir ün bei semblan quem revegna. Faiz 
que m'auciral consir Anon. 191 (P. 0. 387; bloß in N). 

Auciral ist zu bessern in aucirol, wodurch wir nom. pl. 
consir erhalten. 

82] Perches raisons com uos deia mal dir Chin uos nen es raais enveia 
e desir Anon. 231 (Arch. 34, 417; nur H). 

Wir ändern, indem wir das überflüssige en streichen und 
dafür de vor dezir einsetzen: 

chin uos n'es mais d*enveia^e de dezir. 

C. Suhstantiv^ierter Infl/nUiv. 

83] Wir theilen die Infinilive ein in endungsbelonte und 
stammbetonte*). 

a. endungsbetonte. Es sind die Infinitive auf ar^ er, ir. 
Dieselben nehmen, wenn sie substantiviert werden, im nom. sg. 
das flexivische s an, was auch durch Raimon Vidal ** ) bestätigt 
wird; er giebt an der betreffenden Stelle zwei Beispiele: anars 
und venirs. 

84] I n fi n i t i V e a u f ar ***) : Wir finden s an folgenden Stel- 
len im nom. sg. gesichert : 

durch ars {subst. obl, von ardere) bei Aim. d. Bei. 11; durch pars v.77 
{part per/". 2^. pareisser, it. parso) Arn. Dan. 9; ars (arsus) Guir. d. Born. 17; 
ib. 26; ib. 23; obl. pl. Navars ib. 54; Baimb. d'Aur. 18; espar», ars Raim. 
Mirav. 19; car«, pars, obl. pl., ib. 25; Brev. d*am. 3724. 5516. 

*) Cf. A. Fischer, Inf. Einleitung pag. 7. 
*♦) Cf. Stengel, Die alt. prov. Gramm, pag. 78, 18. 
♦*♦) Was den Abfall des nachtonigen e betrifft, so verweise ich auf 
A. Fischers Arbeit über den Infinitiv. 



30 

85] Infinitive auf er: Dieselben sind im Reim gesichert 
durch 

vorx (veruö?) Arn. d. Mar. 17; P. Vidal 5; Bert. Carb. 16; — cler« 
cliTieoH' Aiiu. «1. Hol. 18; dor» {hnppr.(?) zh derjjcr = de-erigen:^ 

Arn. Dun. 0; iv//. dazu Canello, in Anni. zu IX, 98. — Ferner: Am. d. Mar. 24 : 
Folq. d. Mars. (\\ ih. 27; Gaue. Faid. 3:»; Guir. d. Uorn. 8; Guir. Riq. 10; 
P. d'Alv. 15; P. Card. 20; ih 3:1; Anon. 80 (Riv. d. 61. rom. I. p. 42); 
Fl.un. 7530. 80l6. 

Sf)] Infinitive auf ir .sind nirgends gesichert durch Reim- 
wörler mit .^laninihaftem s; dass .sie aber ebenfalls s erhalten, 
zei<:on Heimwörtor, bei denen Flexion antreten muss: 

: Rosi»irs. dozirs, albirs Aimer. d. B«d. 13; Kainib. d*Aur. 23; Am. d. Mar. 
Bri<'f 111, 47. Flani. 6l»24: nom. sg. dcptirtirs: ohl.pl. sospirs. 

Es sprechen auch keine Beispiele dagegen, dass die Infinitive 
auf /> flecliert werden, wenn sie substantiviert sind. 

Denn das Beispiel, welches von Reiniann (pag. 49) als Ar- 
{jnnient dafür beige])raeht wird, dass auch bei den Inf. auf ir 
die Flexion schwanke, bcnveist nichts. Es findet sich bei Stim- 
ining in einem der unechten Gedichte Bert. d. Borns (II): 

tant no m'a saljor nianjar ni boure ni dorniir. 

Pontfir ist hier nicht substantiviert, sondern Verbalform und 
(»rhält (leshall) auch kein s. 

Vergl. Sliunnings Anm. zu Gedicht 2, 19: »Wenn der Infi- 
nitiv Sul^jecl ist und nicht den Artikel bei sich hat, so kann er 
nach Beli(?ben substantiviert werden oder Verbform bleiben«. 
Der Sa!/ durtli^ noch praciser gefasst sein: Wenn der Infinitiv 
keiiH'U Artikel bei sich hat, .<o bleibt er unflectiert, ist also Verbal- 
foriu. 

S7] b. s t a ni m betont e. Stiuuuing in der Anm. zu Lied 2, 19 
nimmt die Inlinilive auf /<• von der Regel der Flexion der sub- 
stantivierten hilhiitive aus und gibt für deren Flexionslosigkeit 
zwj'i Bi'ispiele, von d^neu allerdin^^'? nur da^^ eine beweisend ist: 

lo pordr't^M' j:ranz Bi.Tt. d. B. 25, U». 

Durch zwei weitere BeispitOi' aus dem Reime finden wir dies 
bestätigt: 

tioni. fiff. riro : inf. aucire (th:r wcihlichc Ausgang von rire i>( gesichert 
durch *:raziro. nitntire. »om,sg.: cf. §. ll'J>. Ponz. d. C. 17; Gu.ll. Anel. 
V. Tüul. *J. Mit !< dagegetn riros. escondires: vires, bospires (z^iS.s.pr,^*) 
Am. d. Mar. 9. 



31 

Es ist aber hier wohl rlrs und escondirs anzusetzen (s. §. 79). 
Es würde sich also für diejenigen Infinitive, welche Doppelfor- 
men (ir und ire) aufweisen, ergeben, dass dieselben, wenn sie 
die kürzere Form haben, ebenso wie die endungsbetonten In- 
finitive auf ir flectieren; s. die Beispiele: 

Tescondirs Guir. d. Born. 54. — dirs Guir. d. Born. 8; Raimb. d*Aur. 23. 

Von Reimann werden noch zwei Beispiele angeführt: vivres: 
deslivres, Flam. 576G, wo s aber nicht sicher beweisend ist; 
resplandres^ refrandreSy Guill. d. S. Leid. 13, wo der Reim nicht 
sicher den Ausgang re aufweist. 

88] Der Vocativ*) in der 0-Delination. Nach dem 
Donat proens. richtet sich die Flexion des Vocativs ganz nach 
dem Nominativ. In der 0-Declination finden wir dies bestätigt. 

Beispiele: voc. sg. sanhs esperitz Vos prec etc.: razitz (radicem) 
P. d'Alv. 16. senher sobras: pas (passus) t5. voc. arditz, essernitz: 
ohl. pl. arditz Raimb. d. Vaq, 24. voc. privatz : platz (placet), patz (pacom') 
Folq. d. Mars. 20. voc. capdoills: obl. pl. buoills, foills Arn. d. Mar. 25. 
voc. fis : vis (visum), assis (assessum), ris (risuni) Bert. d. B. 19. voc. fis: 
conquis Gaue. Faid. 9 (MW 2, 94). voc. verais: mais (niagis), irais (*irascit), 
palais (palatium) Ponz d. C. 24. roc. grazitz, complitz: guiz {S.s.pr.cj.v. 
guizar) Guir. d. Cal. 7. voc. verais: nais (*na8cit) Daude d. Prad. 1 etc. 
voc. pl. lauzengier: mier {l.sg.pr.i. v. merir) Bert. d. B.'IS. 

89] Ausweichung scheint vorzuliegen in: 

voc. sg. malastruc : obl. sg. faissuc, paoruc, saüc, asertuc Bert. d. B. 24. 

Das Gedicht findet sich nur in M. Zudem ist vielleicht der 

Reim uxi?). 

90] Voc. pelegrin: obl. lafin, Guill. IX, 5, s. §.31. 

91] Voc. sg. malastruc: obl. Bdzehuc Brev. d'am. 22355. Durch 

kleine Änderung kann malastrnx eingesetzt werden; 

statt ab art del diable Belzebuc, zu lesen: ab art qu'al diables Bel- 
zebucx. 

92] Voc. pl. ayigels honazuratz: voluntatz obl. pl.., Brev. d'am. 

14443. Ich setze obl. sg. voluntat: honazurat. 

93] Geschlecht. Die 0-Declination umfasst nur Masculina 

der lateinischen zweiten und vierten Declination und kann dess- 

halb geradezu die Declination der Masfculi na genannt 

werden. 



*) Cf. Diez Gr, IP, 42. 



32 

Wälircnd nun in der A-Declination, welche in demselben 
Siruie als Declination der Fomina gilt, eine besondere Form für 
den iioin. })1. aufeojfcbcn und dafür die Form des obl pl. ein- 
geführt wurde, finden wir als Charakteristicum der mascu- 
linen Declination den lateinischen unflectierten nom.pl. be- 
wahrt. 

hn folgenden Abschnitt werden wir sodann sehen, dass 
auch in der consonantischen Declination auf dieselbe Weise 
Masculina und Feminina geschieden werden. 



III. Ooiisonantische (und 1-) Declination. 

1) Wörter mit constantem Accent. 

Hierher gehören einige wenige Wörter wie lat. panis, rar, 
romes; honnh fnitcr, patcr [nuitcr\ 

Dieselben bilden im Provenzalischen ihren nom. sg. nach 
dem Lateinischen; auf diese Weise haben die einen s, während 
die anderen luillecliert sind. 

Z. li.: nnm. sfj. paus: ohL pl. Romans -anoi«', dos ans vAnn08^ Guill. 
Fi«;. *J. r i 8 : crois i cresrlt). mozoi» -ip>»o), peis ^piscis) Bort. d. R 38 \^2m»l^, 
parois (parosrit), cnipeis ,-pi n)xit B<»rt. d. B. 30 '3mal\ Femer: Folq. d. 
Liin :.; r.Vid. 15: WWU Khim. lOM. 

05 1 V. 7317 diigegiMi haben wir einen nom. sg. m, gestützt 
durch (infni (Lsg. pr. i. l: ebenso scheint dasselbe vorzuliegen 
im Reim obl. sg. donnitf: nom. sg. m\s Flam. 1083. 

Nach dit^sen beiden Fällen wäre dann auch das Reimpaar 
nom. sg. ms: nom. pl. frris in tri und frei zu ändern (Flam. 
7%). 

0<>] (opus finilet sich im Reime nicht. Dass wir aber hier die 
die direcle Ableitung von romts haben und nicht etwa eine 
Form nach dem Casus obliquus gebildet, kann durch Silben- 



33 

Zählung bewiesen werden; der nom. sg. ist stets einsilbig; die 
Cass. obl. dagegen treten immer zweisilbig auf*). 

Coms ist an folgenden Stellen im Innern des Verses ge- 
sichert : 

Boeth. (Chr.* 2, 7); Bert. d. B. 2, 31; i6. 11, 33; t6. 13, 33; ib. 14, 8; 
13; ib. 21, 11; ib. 22, 21; ib. 23, 1 etc.; Folq. d. Lun. 5, 7; 42; 6, 33. 

Ebenso finden wir die einsilbige Form im voc. sg.: 

Ro88. 163. 327. :J67. 370. 373. 407. 410. 420 etc. 

97] Dagegen bildet den nom sg. ohne s : hom (= homo). Es 
kommt im Reime gebunden vor mit: 

queacom bei Daude d. Prad. Catre vertutz 1322; Flam. 4812; — 
mit obl. sg. nom Flam. 19 IS; mit obl. sg. don (dominum) B. Chr.* 20. 
: obl. sg. nom Ev. Nie. (Such., Dkm.) 112. 

Gegenüber der Angabe in Bartschs Tableau (Chrest. prov. 
quatr. ed.), dass neben nom. sg. hom auch ome vorkomme, lie- 
fern eine grosse Anzahl Fälle den Beweis für die einsilbige Form. 

Die von Bartsch angegebene Belegstelle ist nicht gesichert. 
Die Nebenform home findet sich aber allerdings im 14. Jahrhundert, 
durch Silbenzählung gesichert »Leben des h. Alex.« 362.481.487 
(Such. Dkm.). 

Es mag genügen, blos einige Fälle aus Boelh. anzuführen, 
wo hom durch Silbenzählung als einsilbige Form gesichert ist : 

Boeth. (Chr.* 2, 6. 3, 10; 43.4,4; 17; 19; 20; 23.5,24; 30.7,9. 

98] Ebenfalls ohne s im nom. sg. sind : 

f r a i r e (frater), p a i r e (pater), m a i r e (mater *). Belegstellen aus 
dem Beim: nom. sg. fraire: obl. sg. repaire, Inf. raire Guill. d. Berg. 7. 
nom. sg. p a i r e : Inf. traire Guill. d. Berg. 16 ; -aire Bert. d. B. 26. nom. sg. 
waire: Inf. -aire ronz d. C. 13; ib. 26. 

Ebenso finden wir nom. sg. fraire noch belegt bei: 

Peire d'Alv. 23; Joan Lag 1; Folq. d. Mars. 24 : cofraire; dasselbe Quir. 
Riq. 7; Marcbr. 9; {voc.) GuilE d. Berg. 21; fratre: combatre Guill. d. I.Tor 
(B. Chr.* 205); Marcbr. 17. 



*) Reimann auf pag. 77 Anm. will bei Bert. d. B. 45, 18 das hand- 
schriftliche comt =: n. pl. für coms n. s. einsetzen; es ist aber die ein- 
silbige Form comt nirgends belegt. Ebenso nimmt er comtatz als fem. an 
und schreibt daher n. pl. comtatz. Vergl. aber Bert. d. B. 11, 14 u. 14, 73, 
wo dasselbe als niasc. belegt ist. 

**) Maire ist zwar fem., ich führe es aber hier an wegen der den 
übrigen analogen Bildung. 



^A',i*. ' j.'.'.' ''"'"- -'-OiJi. -;.'. fi'förf^i obl.pl. afaires Brev. 

M/j ., s::>7 -*. mir ab'.'] nicht sicher, da für a/a/res 

j . ,.i. 5t. 1/ / /- ?:»rheri kann. Dagegen ist sicher paires: 

„. t:i. /. };:--^ y*!l!i. 72JM. e-.i7o. *;34S: Guir. Riq. 15; Gaue. 
. . . i. v. ■. .. :•.-•:: '-'T; «juir. Hiq. 7: Marcur. 'iO: Raim. Casteln. 2; 
j,?. ^ ':". '. I'j'-'*; Mdr'.ur. o. - maire: Gir. d. Ros5. 3818; 
r.. : -. : .'-^1 Auif. -'.; <ii-jr. Ki-i. 7; IVnJigo 15; P.Vidal 40. 

lo it -: I:.nern des Ver^i.-> lä-sl sich die Flexionslosigkeil 
.•.!.. >.::-svanlivii !m noni. ^:^^ ^Heichfalls beweisen: 

... .1 ; ..«i lifiiii'.' ni H n.'i uo nejvit Ro.ss. 284. büs paire'*e »os 
.M ••;i.'/> : ■ l'.'l l^o^^. 21Mf*. r«.*! pari:*n son felo, lo paire'^el pap 

^ . i.u *.'z ^ii iijitir' *T •*». tilia Guir. Kiq. 7III. que tot quant lo 

!:..ii .vrMÜtz J<iiifi-o liiid. 4.4'). Vers dieiis, pair* omnipotent 

. * ..'•.-••^ve jO. <: i"Tt !*o qu*'l jiiiir' a conqucs P.Vidal 2544. 

(t^ji A iordin^H kommen einy.elne Formen ohne e vor, welche 
i.v/ -.k:! letzlor<]i fieweis der Flexion.sio.sigkeit von frairc etc. 
iiii.-^l'.».s^i»n könntt-n. Sie .sind metri?cli jresichert: 

;i:fl<; doiin qufi ino-- Iriiir in'a juratz Bert. d. B. 11,40. son frair 
vl, ii: iiois KOS pair s lo coirianda ib. Vi, 5. ja per son frair maifl 

^o.i .Mnt's iion liluiida ib. 1)>, 27. e'u Slaiiäo frair del rui vencut »6.23,42. 
i;i..* ^-'ii frair Saii-dn la-czon ni.iis ib. .'{2, 20. Die yorm par (im Innern 

>)L.y\'trsesJ Lehrtji'dii:hi von Serv. v. Gerona 39*» (Such. Dkm.). 

E.S sind (li(;s aber j^anz vereinzelte Ausnahmen. 
h)| ] Denn .sonst überall snid die Formen auf c allein üblich 
und j^e.sirJKTt 

a) thtrch Krimtrrchsel hei : -nnsa, -ida Bern. d.V»?nt. 30; Folq. 2; Guill. 
;\ii^'. r., -ois-ii: Guill. d. hfr^r. 7. -iiia, -ana: ib. 21; Guir. Riq. 7; tft. 15; 
.Marl»r. ;»'»: ib. i>2. — b) durch Silbcnj:ählung : mioi frairc ui niod plaiU 
sofrir B d. B. 11, -M. cu sai fraires aitols dos /6. 18, 21. a mon fraire 
(•II n-ii ;r,jifz «• UK^rroK ib. iU, 5:i. quo s'ai fraire german ni (|uart i&.44,4. 
all friiiri's *;i ab i'ozis J*.Vid.8,2l. inaire sorai damridcu No^l(B.Chr.* 
IH, 21). In pair»' don <iirart, Toucle Folco Ro8.s. 1911.1929. elh paire 
In (Uli uiiil niciian Fohp d. L. B. 3. 

Hh2| Sämmlliche oben an^'ofiihrlen Substantiva *) haben ihren 
nom. pl. nach Analo^ne der O-Dodination. 

Ms \<[ also für diesidben im nom. pl. die Endung -i statt 
-rs anzusalzen: 

r»'i;(*rrL:/): ^nn'rn'i (.l.s.pr.vj.), >o\ (se), troi ,= /aMre?) Bert.H.ß.20; 
//;. :>1. par (pan) Bortli. (Chr.* o : Inf. -ar. joglar /joculan«: Ittf. -ar 
BiTt. d. B. :jr.; l\uil. d. Mar.<. 7; P.»ire Card. 9. 

* Natürlich mit AuiKnahmc von maire^ das im nom. pl. als fem. 
mantji hat. 



35 
N'oin. pl. vmi vows ist romtr (^vomiti): 

ii ronit' clh «hu- iWt. <1. W. (. 11. 

IU:{) Xüiii. pl , .<()\vk' übl. >^,^ sind stets /woisilbi^^ (cf. g. ^Hi 
Anin.»: wir timlvii v psicliort durch Sillx^n/ilhliiu^: 

U.-j« -J:«!. 4-". ."»12 rj»;7. -Jl-iS. .VJIJ. .V2-M. 7J4U. }?';0l»; 

«»UriH» iifltT!! hi*i drii TronbadoiHs. 

IhVJ /(«/m i>t im noiii. pl. (iiiui nhl. s^'.) obenralls /weisilbiij^ : 
'#wi#- fhnmtHt'm)^ wt'klies aiH omw/' eiilstaiidon. 
ly.'t/.ttT«' Form ist im Horlh. noch erhalten: 

'.. ;il: 1. 1; 7. :>. jr». tj, 3'.; 40. Daneben aber auch üino: 1. 2{): -M. 
St^'tnjurm i»i»» /wr '•'»/ h^ ..Leben tl.h. Alex.** 4so Such. Dkm ». 'IVnEono 
.-IT. K>4»t.in^ und llerr}:ntt, A'o. 4»»4, M Such l>kiu . M. /i/. omne!< 4,:?, 

IU'»| f'rtiirt aN iioin. pl. i-»t ^re<^tutzt: 

dunh iiiairt' obl »r/. ( I. un*. Kuiil. *J*2: titn'ch n«p:\ir«» (iir. cl. Ilot-».; durch 
|u:ri* M.*g. Kl.nii. i>l«»^; durch Inf. auf \\\x\* Ponz J.C. 'Jtl; Mönch v M. IJ*, 
• ••Iraif* nt/m.jil.: i .liri' tibi. sg. Miirchr. r>; T. <). 21*2. 

^■»l iK-n hom.pl. von y/(i//r fand ich nicht l>elcjft. — Sch«*in- 

liariM' nbl. pl. ülini' s lieiJ^l vor in: 

•• n« II iLintn - cii rarina <i(* Ii»r pair»* — In protz «run ^uan 
» .1. «i. •_ 

(1- i^t alH.'r obl. ^^^ anzuiitrhmcn. 

2) Wörter mit Accentwechsel. 

1<»7| lMeM*U)«*n -ind zu nheidcn in 

a. Siib^taiiti\a und Adjectiva mit <ocuntlan'r Nominal iv- 
i»i!dun^' : 

b. mit or^ratii^rhfr Hildun^' d«s .Nominativs (ntifn ntin\ 
fmr rU'J 

a Sub^tantiva und Adjfctiva mit s<*rundärer 

Nominati v bild un^'. 

rnt«r dii'MMi N(iminibu< >ind solchr zu Vfrstfhen, \V(.»lchc 
tirt-n n4im. <^\ «iut<)i Ardiän^iMi fin«*-; s an don ()bli(|uustaium 
ii d* ;i. K< plxinii vor Allrni hichcr sanmitlichc Partiripia 
I r.i-*t.titis, <o: »nmhi.s aus nivnnt'tm • s. 

l««^^ b«l»*^f fi.r dii' «ixytonitTle iMonun^' ditstT WöiltT im 
iioin >g.: 



36 



U»($h: pros, orgolho» Bert. d. B. 5. bacos: sofraitos (-o«us) [:a(luibet)9 
i'a (lacit'il, w.l. vo8, los ib. 24. Dioutös, paös, ronhos, 8oiro8: tob, fos tb. — leda 
: vuH Ciuill. d. Berg. 5. — sabens, manens, jauzens: sens (sensos), mens (minus) 




janri, baizanH, scmblans: ans i^antea) Baim. d. Mirav. 13. 

109 1 Den noni. pl. finden wir auch bei diesen Wörtern nach 
der 0-Declinalion gebildet, also unflectiert: 




Lsg,pr.i) P.Vidal 3. paren: aten (l.sa.pr.i.) i6. 21. princi: qui, afi 
j.»p.j)r. iJ, aissi v-8ic\ mi Bert. d.B.4— 17. alcoto, arso, tron^o, cisclato, 
3aisso: no ib. 23 etc. peisso: so P.Vidal 2. poluio: so Pianch d. S. Est. 



( 
( 
paisso: no ib. 23 etc. peisso: so P.Vidal 2. poli 

(Chr.* 23). 

1 10] Scheinbare Ausweicliungen : 

Tan i'S truduan \sc, amors) Plein de dolor de suspir e d'afkn. 
Wir ändern: tan es truduaus pleins de dolors, de suspir« e d^afans 
Auon. 231 (Arch. 34. 417; nur in E\ 

111] Mas eras sent e soy sabens Que totz autres mala son niens 
[\ vens = vincit^ Bern. d. Vent. 5 (SiG. 795, nur Vi. 

Durch Änderung von san in es wird der richtige nom. sg. 
hergestellt. 

Ebenso verhält es sich mit dem sclieinbaren nom. pl. essiems 
in demselben Gedicht. 

11:2J Merauill mo del fals segle truan Coi pot estar sauis hom ni cortet 
Pois ro noi val beill dig ni faich prezan Gauc.Faid.22 ^MG. 1334 B). 

Es kann hier Constr. ad sensum angenommen werden, so 
dass prt\:ivi = nom. pl. (cf. §§. 40 u. 48). 

\\\\] Pious verai$. plens de doussor. Senher sias no« guiren (: preii 

3. s fir i.) Guaniatz dVnfernal dolor Peccadors Peire Card. 55 (0.C3ir. 

173 CIK/. 

Ich halte ifuircpi für das Gerundium ; vgl Diez Gr.* DI, 199). 

114] b. Wörter mit organischer Bildung 

des nom. und obl. 

Eine ganze Klasse von Wörtern ist dadurch charakteri- 
stisch, dass durch den Accentwochsol eine strenge Unterschei- 
dung' dos nom. und des obl. auf rein organischem Wege dme 
Zulhun dos iloxivischon s geschaffen wird. So ergibt z. R 
lal. imiH.»rälor em/'?rnirc\ dagegen imporatörem emperador. 



37 

Hieher gehören zunächst die Wörter auf aire und ire, denen 
sich eine Klasse von Neubildungen auf eire anschliesst. Ferner 
sind hier zu nennen einzelne Wörter wie har, companh etc.; 
endlich eine Anzahl von Eigennamen. 

1) Substantiva und Adjectiva auf aire, ire, eire. 

115] Wir finden die Nomina in aire im nom. sg. als Par- 
oxytona gesichert durch den Reimwechsel bei: 

: -auza; -ensa, -ida; -enta, -ana Bern. d. Vent. 4; 30; 37. -ura, -ona 
Dalfi d'Alv. 9. -ia, eira Guir. Riq. 15. -ensa, -ansa Folq. 2. -orsa Guill. 
d. Berg. 7; -ansa 3; -ina 21. -ura, -apa etc. Guill. Fig. 2; Gormonda 1. 
-issa, -ada Marcabr. 30; 32. -eigna Peire d.i. Carav; Peirol 15; Perdigo 15. 
— Ebenso noch: Arn. d. Mar. 19; Guir. Riq. 40; Mönch v. Moni. 18. 19; 
Peire Card. 45. 69; Raimb. d. Vaq. 7 •). 

116] Obige Beispiele beweisen zugleich, dass die Wörter auf 
aire im nom. sg. kein s annehmen; denn in allen Fällen sind 
sie gebunden mit Inf. auf -aire. 

Fernere Beispiele von diesen Substantiven im Reime mit 
Infinitiven auf aire finden sich bei A. Fischer, Infinitiv, pag. 27. 

EJbenso sind beweisend Fälle wie : 

chantaire: obl. sp. maire Bern. d. Vent. 30. lauzaire: obl.sg. repaire, 
caire P.O. 133. amaire: obl, sg. paire Guir. Riq. 15. raubaire: obl. sg. 
aire Peire Card. 2 u. v. a. 

Dasselbe endlich zeigen folgende Beispiele aus dem Innern: 

vas quascun es enganaire'^e trahire Am. d. Mar. 4, 35. Tempe- 
raire'^e la naus que portava Joan d*Albi 2, IV etc. 

117J Das Brev. d'am. hat dagegen schon Formen mit s: pejsai- 
res: fraires obl. pl. 3701. — [Eigenthümlich der obl. pl. enter- 
pretaires: nom. sg. salvaires 21056.] 

118] Die Substantiva sodann auf ire (= itor) sind ebenfalls 
im nom. sg. als Paroxytona belegt durch den Reim Wechsel: 

: -anza Aini. d. Peg. 1. : -ansa Alb. d. Seat. 17. : -aia Am. d. Mar. 21. 
: -ama Bern d.Vent. 12. : -anha ib. 25. : -ura Bert. Zorgi 17; Folq. d. 
Mars. 17; Gaue. Faid. 53; Mönch v. Mont. 19; Peirol 15; Raimb. d. Vaq. 7. 

119] Dieselben Beispiele liefern uns wieder den Beweis für 
Flexionslosigkeit des nom. sg. auf ire. Denn in sammtlichen 
finden wir sie im Reime mit Infinitiven auf ire. Auch sonst 



*) Cf. A. Fischer, pag. 28 f., wo die Gedichte mit Reimwechsel für die 
Reihe aire zusammengestellt sind. 

3 



38 

noch sind unsere Substantiva in dieser Beziehung gesichert. 
Ich verweise liiefür auf A. Fischers Arbeit pag. 32. 
120] Schliesslich die Substantiva auf eire. Dieselben 
kommen im nom. sg. selten vor. Im Reime fand sich blos ein 
Beispiel : toleire, welches durch die Endungen -eza, -cfihas^ -^na 
als Paroxytonon belegt ist (Peire Card. 27). Dass dieser nom. sg. 
kein .s hat, beweist der Inf. creirn (rredere) und der obl. sg. 
prereire *). 

Dass alle diese Wörter im obl. oxytoniert sind, mag durch 

folgende Beispiele belegt werden: 

emperadör: cor (o. 8. von cor) — es, jn {Reimw,); creatör: e.% ja Boeth.S. 
prejiidor, cha«tiador, fraliador, envazulor, toraejador: lor Bert.d. B. 87. 
entendedor: cor (curriti — nie, He ib. 10. em|)erador: doh Quill. Fiff. 2. 
trnchor: cor (Jir. d. Uohh. 42:t — ebenso bei Oir. d. Rot». WS^, *249d. &7\. 
;J58;J. 5443. 5870. 0084. 0582. 0018. 7120. 7189. 7262. 7659. 83«l. 8902.— 
Airn. d. Peg. 40; Born. 3; Arn d. Mar. 6; Folq. d. Mar». 20; Marcbr. 24; 
Peire Guili. d. Toi. l etc. 

122] Im nom. pl. richten sich unsere Substantiva, wie alle 
Masculina, nach der 0-Declination, es ist also nicht -tares, son- 
dern '*tori anzu.setzen. 

Die Roimroihon biegten durchweg -dar; hiefür einige Belege: 

valedor: ailor (-oro) Arn. d. Mar. 0. nom.pL curtiador: ador ^adorol 




123] Das flexivi-sche s tritt blos im obl. pl. an: 

obl.pl. ^uerrejadors, cnginhadors, liafltidorH etc.: cor« ^curflum) Beit« 
d. H. 38. conoissedors: cor« Peire Vid. 14. -adors: fvecora Ponzd.C.2; tb. 16. 
yalcdors : Rocors t&. 12; ebenso: Qauc.Faid. 15; 1*6.59; Lanfr.Cig. 23; Peire 
Card. 44; Peirol 28 etc. 

124] 2) Einzelne Nomina: 

nom. sg. untre lanctor): autre (alternm) Flam. 2740. 7:^92 [cf, Tohler, 
(iött. gel. Anz. II, 1775 und Diez Gr. II', 40|. obl. sg, und nom.pL aactor, 
obL pl, anctorH. 

[Von Roimann wird fälschlich S. 20 ein nom. sg. auctors 
Ponz 2, 22 angeführt ; es soll auS'tors heis.sen.] 

125] bar /aMKiro, varo** nom.sg.: car (carum\ guidar nebst andern 



•) Cf. §. 08. 
**■ Cf. SettepiHt in Roman. Forschnngen I, 240 f. 



39 

Inf, auf ar (c/. Fischer, p. 11) Gir. d. Ross. 2599. 2608; ferner: 3442. 3451. 
5468. 

Metrisch gesichert ist har als einsilbige Form: 

Ross. 4788. 5269. 7641 (t?oc.). 

bar: car (cardet? cf. Stinuning, Anm. 2 zu Bert. d. B. 39, 43) 
: Inf auf ar Bert. d. B. 39); : par (paret) Inf. -ar Bert. d. B. 45*) 
davallar — es, son (Reimw,) Peire Card. 12; i&. 42; : Inf. cobrar Flam 
6986. obl sg. barö (-onem): no, so, o (hoc) 163. 171: fo 1920 (Ross) 
ferner: Ross. 2202. 2718. 2805. 2940. 3123. 6325. 7142. 7211; bo (bonum) 
do (donet): me, re, se (Reimw.) Bert. d. B. 21: no Mönch v. Mont. 15 
Bern. d. Roven. 1 ; El.Cairel3; Guill. d. Berg. 1 ; Marcbr.22; Peire d*Alv. 22 
nom.pl. barö: o (hoc) Ross. 81; so (sunt) 591; so, fo, no 975. 1048. 1762 
2208. 2340. 2569. 3389. 4007. 4141. 4741. 5365. 5889. 5981. 6300. 7063 
8057. 8435 (voc pl. 5788. 6227); pro (probum) - me, re, se {Rw.) Bert 
d.B. 21,25; 66. no ib. 23, 20; 45. fo (fuit) Guill. d. Gab. 7. Guill. Fig. 2; 
Peire Card. 42; Peire Vid. 13; Raimb. d.Vaq 3. obl.pl. barös: sos (suos) 
Ross. 5061. 5076; fos 6008; nos 8949; nos Bert. d.B. 8; Bern. d. Prad. 2. 

12G] An der Besprechung von ftar, wie sie Reimann pag. 77 
seiner Arbeit giebt, vermissen wir eine hinreichende Anzahl 
von Belegen, welche erst die Declinationsformen der provenza- 
lischen Literatur des 13. und 14. Jahrhunderts feststellen können. 
So finden wir einen acc. sg. har dem acc. haro vorangestellt. 
Beide Formen werden durch je ein Beispiel belegt. Prüfen wir 

*) Reimann (pag. 77) nimmt mit Stimming (cf. seine Anmerkung zu 
B. d. B. 45, 18) an dieser Stelle den nom. pl. an. Mir scheint aber doch, dass 
hier der sg. stehe, ebenso wie in demselben Vers coms ; cf. §. 96 Anrokg. 

A. Fischer (pag. 9) führt unter den Belegen zu den Inf. auf ar fälsch- 
lich eine Stelle für bar r= nom. sg. an; dieselbe findet sich bei Am. Dan. 7 
(,MG. 433) und lautet: 

Donc a hom dreg en araor no Mas cujarion so li fol Que laus 
encolpara sis uol Quar li frances no son guasco E quar la naus frais 
ans de bar. 

Dom Verse fehlen zwei Silben, welche in E (MG. 434) ergänzt sind: 

e quar la naus frais ans que fos a bar. 
Es handelt sich also hier weder um einen nom. sg., noch um das Grund- 
wort baro. 

Raynouard führt allerdings ein Wort bar an (L. R.); in seiner Beleg- 
stelle steht aber: 

quant lenpugiei sus el bari merlat (Guill. Rain. d'At. MG. 315 D. 
Unser bar könnte vielleicht eines Stammes mit diesem bari sein, welches 
Diez aus dem Kymrischen herleitet (Et.W.: bara) und heisst »Umwallung 
^= Hafen«. — Doch liegt wohl näher, mit Canello {b, Anm. zu VI, 19) 
hier die Hafenstadt Bari {Barium) anzunehmen, welches sich in den 
Reimreihen noch bei Raimb. d. Vaq. 3 (B. Chr.* 125) findet. 

3* 



- - ' > : ' 



40 

nun (hm Ik'ispiol rnii obl. bar; es ist aus Bertr. d. B. 5, 40 ge* 

noniin^-n Ts. Stirnrnings Anm. zu dor Slelle I. 
An rjrjf belreflenden Stelle steht: 

iriiiH \ttir ric bar t\(;u boiii tot jorn contendre. 

Wir li;i[)en also kein durch den Reim belegtes Beispiel. 
Mir scheint dasselbe durchaus nicht gesichert zu sein und ver- 
dirmt vor Alh;m nicht, an erster Stelle aufgeführt zu werden. 
Vert,d. übrigens Stinuning |>ag. 134, wo er über die Überliefe- 
rung des Gedichtes spricht: *Die Vorlage der Hss. ADIK schon 
war verstünunelt, so dass völlige Herstellung des Liedes un- 
möglich«. 

1!27| Ferner stellt Reimann zwei Beispiele für nom. pl. bar 
einigen Belegen für die Form baro voran. In dem einen Fall 
(Herl. d. H. 45, IS) nehme ich nom. sg. an und verweise auf 
g. \^2^} nebst Anm. Das andere stammt aus einer Zeit, wo eine 
Verlanscinmg der Formen nicht unmöglich war: 

So^oii ()Uo iiiN'H H(>niy)hin8 Per locx an noms onrans Aisi com eon li 
iiiir {-. piMiNur^ (tuir. Uiq. (^MW4, 169). 

Zur Noih liess(» sich auch hier der nom. sg. annehmen: 

Sr^on i\\w nri>H Rcuiblan {neutral) Per loc a nom onran Aisi com 

|)i«»s(» Form aber als nom. pl. auch zugegeben, so sind wir 
iloeh nicht damit einverstanden, einen nom. pl. bar als gleich- 
berechtigt mit haro anzuerkennen, so lange das Vorhandensein 
ein«M' solchen Form nicht mit mehr und zugleich sicherem Bei- 
spii^ltMi belegt wird. Ich meuie aber, dass der Beweis für die 
F.xistenz der l)i>piH'l formen überiiaupt nicht erbracht ist. 

l-S| noM.sg. lairo ^latro^ : ohLtttf, rt»pain\ vejaire, Inf. faire Ro«. 900. 
<»(».*»;;: osi'lairo -ariol ■ (luir. d. Born. 67 : M, ^g. aire, Inf. sotitraire Poni 
«1. (\ IS; WxN.Mi: iVrn.il Vont.Ji); (lauo. Faiil.'3«s iiuigo 2; Guill. Aug. 3; 
i/>. i; iuiill. il. IUm->;. 2*2: K\\n\\ il. S. iin«^. n: Ouir. d. Born. 36; Marcbr. 5; 
IViro i\inl. *.!: ih. A'^; th. 69; Raimb.dWur. l:>. obl. sg. lairo vlatronem): 
so simr. HO lvo>8. ISa h\}2:\. «V.>7>; -.so »sunt ti3*J6: l'o Juil- 7104. 8704. 
IWih .1% i1)r.*7 : OS. ja Hu\ . : no Folq. il.Mars. 23: fbtnso: Am, DuL 6; 
KoKi. d, l.un. Koni. :U»S; l^ui .il'is. 7; luiir. Riq. 8: Peire d'AW. 21; 
IViro iard. 9: UaiuiK dWur. 7; 9; .\i)ou. rJ3. hom. j>/. lairo i'-oni): 
l'o luit luvv-». «"»öi»*>. do vdi«m»t). K^ Ihmiuiu^ ^*S^I. Ix» «boni PeireOud.2. 
obt. pl. lairos latrvMios : na< Aini. d. Pog. 11. 

liJ\>l lleimami bringt hier für obl, sg. die Nebenform laire: 



41 

;ofi faiwion et iImI t«*niblan confraire A leriiiaon et al gotx et al 
Uir- Marrbr. 9 Arch. :»1. 2V A . 

Eis scheint nicht das Grundwort UUro vorzuliegen, sondern 
Ltunrum *) 

130] Für don noni. pl. stellt H. als einzige Form laire auf; 
lief regelmässigen Form lairo erwähnt er gar niciit. Als Bei- 
spiel für nom. pl. führt er an: 

TuK «un nicntidor o luyre I/us vuh Pautru .... Ful<|.(l. Lud. Rom. 151. 

Es kann hier der nom. sg. hergestellt werden, indem wir 
ändern : 

CAM*ti« «^ iiivntiit* o lairi', worauf l*us viui Tautr«* gut jtaiut. 
131 1 Aa<«iTdem linden wir folgende Stelle: 

Tot Im Ulf III |iUnr. ()uar hi t^tuii Uuit laire K quar hi non en;;ua- 
tut e |M*nliil i^iii* (lt*lH viciH ruion «iaii vertut K ilel uiül In^ii, ho lor es 
a TfjAirv. iVin* «aril. '.! ( M.W. 2, 'Jl I; bhM dieser Text zugänglich'. 

In dem>i*llK*n (uHlicIite konunt die ri*gelmässige Form lairo: 
bo inom. pl. ) V. 7 vor. ~ liier liab<jn wir zwei Fehler: ausser 
burt' lUH'h nrfttf nom. pl. slalt wrints. 

hun- kaim uls nom. sg. erklärt werden: hi esta tiuU Inirv; 
ila nun in taut ein pluraler Sinn steckt, .«^j kann sicli der plu- 
rale Satz: '* quar si nun eng. wohl anschliessen. 

Wir konuneri zu dem SchluNse, dass die von uns otx'n ge- 
gebenen Formen von tmr und laire die allein üblichen sind 
unti ^^a^^4 l)op|)elformen für die klassische Periode der proven- 
£aU<clien P(N*>ie anzunehmen durchaus nicht nöthig ist. 

I3i] nom. »g. 04>iii|«inh: tanh (t«in|(it , not'riiili (-fran^it). i»lanh (^plan^^ 
Hom ^1*27; «tuill. (1. Ilal. 1: llairub. «i. Vaq. 5; Uaiin. Mirav. 5. atain 

't%Btfit; Klaai. 2^. M>o — ottl. »g. Iialvain FUm. ti*>S. obL ng. ];rax«inh 
V.%. Su'. i^^uch. Pkm.i t'Sl. num Mg. voin\iAiM: obl pL ixnn B. 1).'J2 No. .SS. 
»>« 9f, coiii|«nbo«: tun Hrov. «r.uii. 2-'»(>25. ohl. ag. coiiipaobo: fo fiiit), 
•o Rom. lf»-U. \to ibonuiii) ;{>4t. no. mo (huuiii 7t>4H lio net) S^}<ii. pro 

probum) Hert. •!. B. J>>; B«Ttr. Carb. 15. voh, fui { Hic (■lull. IX. i» ^ 
aoM jil. conipanbo : no Kihm. .V>^1. m» miiii t>;{o5 w !(uiiinM*75t>. o boi* 
T.'JT. DO Bert»! B. i.* In> Möncb «1. .Mont. S; th. l.'i; no ibli); ferner: 
Ik^u«!«» d. Traii 13; .Manbr. :i:>; IVin» Canl 1»; f6. 43; th.4\^. obl.pl coni- 
uanbot: «ot (»HO« Komi. 10*4; do» (oM. ;>/.). kofrailo« -uriUN) Bortil. B.7; 
!a« H^rt d B.41; vos Bert Carb. i;>; (iauc.Faia.( Arch.3:>.;;t»6 . 

I33| HA«, t^. f<I: el illuiri). (ioof^l -t*lluiii Rom. 2l>tll. bol obl Ag. , 
ftp^l I. fl. f^r. 1. 1 .i'<2*.(. H^'^l*. a|iel (/. r , col coeluiu B**rt. Zorgi 2. obl.ttg, 
unel Marcabr. 4'J. 

•j CL A. Kiicher, pag. 27 Anni. 



42 
134] Scheinbar obl. sg. fel\ 

vec vos per miej la landa Alon 1o fei <: bei) Boss. 4516; 

nach der Collation Apfelsled ts (Rom. Stud. V, 283 ff.) sieht hier 
fdh, welche Lesart durch O 5229 bestätigt wird. 
135] Metrisch gesicliert finden wir fei bei: 

Gir. d. Ros8. 885. 3197. 3974. 4145. 4598. 4871. 4901. 5264. 6343. 
ÜG82. t3825. 85»>9. 8684. voc.i 4002. 5293. 8590. 

136] ohl. sg. felö: o ^hoc) 79. no. 182; bo 525; fo (fuiti 2351 ; so (sunt) 
2945. 3187. 4127. 5577. 0502. 7092. 8150. 8698. El. Cair. 3; GuiU. IX, 12. 
so (sum , no üuir. Riq. 60; ih. 76; Marcbr. 35; Peire d'Alv. 22: Peire 
Card. 2; Peire Raim. d. T. 13; Peire Vid. 31 etc, nom, pl. felö: no 
Ro88. 901; fo 4055. 8000. 8883; Bocth. 1 {Rw,: es, ja); Planch. d. S. Eit 
;B. Chr.* 23. 

Eine verjüngte Form fei für nom. pl. s. Ev. Nie. 1467 (Such. 
Dkm.). 

obl. pL felos: nos Ponz d. C. 13 — 22. 

137] nom.sg. gartz ^*garcio^: partz apartes) Ross. 538; Marcbr. 24 (MG. 
790* ; : diniartz Ross. 5260. 5206 (voc). 

Durch Silbenzählung femer ist der nom. sg. als einsilbige 
Form gesichert: 

Rosa. 341. 396. 1144. 8507. 8579. 8580. 8592. 8682. 8684. 8704. 8777. 
— it'oc- 8j81. 8590. 8025. — es us gartz emperaire (= Ijothar II) 
Marcbr. 8. obl.sg, gar so: so isiint) Ross. 596; fo 8699. Im Innern des 
Verses {in Cä^ur) : ostatz me est g a r s ö que m'ataina Ross. 8585 ; d>en$o 
nom.pl.: mais n'agro li gar so e geDs tapina Ross. 447. o&/. »/. garcoi: 
bos RosH. 2801; vos P.Vidal 3; id. 41; Bert. d. B. 24. 

138] nom.sg. glotz (gluto-: votz Arn. Dan. 15: crotz Quill, d. Berg. 17; 
üuir. Riq. 70; Serveri 15: obl.pl. trastotz Ev. Nie. 846 (Such. Dkm.') — 
V. 1790 im Kv. Nie. kommt es gebunden vor mit potz, das aber, weil es 
S. sg. pr. i., in pot zu ändern; also haben wir hier den nom. sg. aiot, 
Metrisch gesichert: Ross. 1030. voc. glot: tot Ross. 5213. Metrisch gt" 
sichert: 4438. glotö obl. sg. und nom. pl.: fo 4160; bo 5789; ferner: 
Marcbr. :U; Peire Card. 2; ib. 9; Peire Vid. 13; Ev. Nie. (Such. Dkm.) 776. 
g 1 1 ö 8 obl. pl. : bos Ross. 2875/76. 

139) ncps (ncpos) findet sich im Reim nicht belegt, wohl aber 
ist der nom. sg. als einsilbige Form durch Silbenzahlung ge- 
sichert : 

Ross. 2893. 4273. Häufiger als voc: 933. 979. 995. 1615, 1688. 2347. 
2370. 42:31. 4719. 0089. 8173. obl. sg. neböt: pot Anon. 95. — Im ht^ 
nern des Verses (in Cüsur): e tornet mo neböt c viltenensa Ro«ii. 1728. 
<iuc selhui so nebot lo filh Ancher ib. 3274; ebenso: 6006. obl. pL ne- 
botz: votz 7551. : crotz 8185. rinotz (obl pl.) 3971/76. 5433,36. (^11. d. 
Berg. 17. 

♦. Cf. §. 180. 



43 

140] nom. sg. pastre (pastor): obl. sg. malastre Flam. 1096. 
nom. pl. pastor. — obl. pl. pastors. 

141] senher nom. sg. (senior) gebunden im Reim mit Verben 
auf enher (eigner) bei : 

El. Cairel 4; Rairab. d. Vaq. 16 (D- 733); Flam. 566. 6131. 4520. 
7071. 882. 

Dass wir hier die Endung er und nicht re haben, ist für 
die Infinitive von A. Fischer (pag. 26) bewiesen worden ; es gilt 
dies also auch für senher. Dasselbe kann auch an solchen 
Beispielen gezeigt werden, in denen senher vor dem vokalischen 
Anlaut steht: 

senher en coms a blasmar Bert. d. B. 39, 1. 

142] Im Gir. d. Ross. dagegen begegnen wir der Form sendre, 
welche im Reim gestützt ist durch die Infinitive: 

entendre, apendre, rendre, discendre etc. in den Versen: 3747. 5562. 
6038. 7371 {voc). 

Für den Ausgang re und nicht er bei den Infinitiven gibt 
A. Fischer (pag. 36) beweisende Fälle. 

Daneben kommt im Gir. d. Ross. zweimal sire vor: dire (Inf, \ 
martire^ cossire (obl. sg.) Ross. 2377. 4894. Ebenso bei Perdigo 
15: o. cossire; hier ist zugleich der weibliche Ausgang ire durch 
Reimwechsel: ia gesichert. 

Die Form senher ist im Gir. d. Ross. nicht sicher belegt. 
Denn in sämmtlichen Fällen, in welchen sich senher vor voka- 
lischem Anlaut findet, kann ebenso gut semlre eingesetzt wer- 
den, da das Wort nur in der weiblichen Cäsur vorkommt. 

Wohl aber beweisen diese Fälle, dass wir in denselben 
überall die stammbetonte Form (= senior) vor uns haben. Wir 
führen sie desshalb hier an: 

or me iiianda mos senher us plah nogl ü. 3620. d'aquo sia tos 
senher e tu be fis 3716. mas lo reit« es tos senher e tosconipaire 8284. 
malditz sia mossenher de sanh Marsal 3813. a Rossilho fui, senher, 
moit escamitz 5952 [voc.) — senhör (obl sg. und nom, pL): lor Ross. 
2485. 3582. 3599. 3797. : plor (ploret) 6576. cor (currit) 7185. 7274. 7284. 
7999. 8342. vocpl: 7271. 2983. 7656. — : tor (turrem) Mönch. 1. : acor 
(-curre), lor Peire d'Alr. 5; ebenso: Aim. d. Bei. 1; Alm. d. Peg. 6; Am. 
d. Mar. 2 ; Bertol. Zorgi 7; El. d. Barj. 4; Folq. d. Mars. 7; Gavauda 9 etc. 



44 

143 1 Ein anscheinend falscher voc. pl. mit s findet sich bei 
Bern. d. Vent. (MG. 348), cf. Diez Gr. II\ 42: 

qiriou ai auzit a vos o die, seignors: obL pl, gensors; 

sriißwrs ist ab(ir als cas. obl., zu vos gehörend, anzusehen. 
144] Einige Coniparative gehören ebenfalls hierher: 

mcndre (mhior), nom. sg., reimt mit Inf. auf -endre*) bei: 

Ro88. 3742. 4909; Arn. d. Mar. (MW. 1, 176); Bert d. B. 5: Lamb. 
<1. Bun. (MuHH. 144^; Kaim. Jord. 2 (fem.); Haiin. Mirav. 18, tfr. 21; Rieh. 
d. B<jrb. 5 (fem); Uc d. S. Circ 8; Flam. *2624. — menor obL «o. Peire 
(rAlv. 21. Hom. sg. loigncr (longior>: Inf. -onher bei Aim. d. Pefc. 47. 
nom. H<j. graiH8(*r: Inf. -aitiser in dema. Gedicht, nom, sg. /. belaire: 
de. b<;l airc Flani. HG. 

1451 Von Eigennamen, welche dieser Klasse angehören, sind 
zu nennen (meist in Gir. d. Ross.): 

Ahnes nom. .sg. (Ilainw?), Die paroxytonische Betonung 
ist gesich(»rt durch Fälle in der epischen Casur: 

a \\M\ n'irctz, ditz Airaes, maujar vos era Bo88. 3913. be tue con- 
rt'ri Aim 08 a nion teilen 3925. aculhit los dons Aim es dins sa maiio 
4(»t)S. 

14^')| Ein(»n falschen nom. linden wir Ross. 6224 Aimo\ fo (fuit), 

Aimu obl.: no, so Hohb. G302. fo 1062. no 2346. 3125. 4424. 4650. 
7099. o \}\o\:) 4751. 

147J Bo8 nom., im Beim', dos (dossuni) Ilo8s.5526. :fos (luissct^ 6018. 
Dnrvh die Silbenzahl ist Bos gesichert: Ross. 312. 518. 855. 922. 937 {,voc,\ 
U»:J9. 1993. 201S. 20;;6. 2073. 2257. 2415. 2515. 2546. 2555. 2559. 2661. 
2ii98. 2706. 2714 etc. — Boso, obl, durch den Reim belegt: l>o ^boni) 
KoHs. 509. .-so i,8unt' 588. : no 976. : f o 1613. : do (doneO 2942. : bo (bo- 
num' 3129. : do (donum- 3383. : o • hoc ■ ^76; -ebenso: 3635. 4011. 4ü20. 
4123. 442S. 4717. 53G7. 5593. 5647. 5922. 6303. 

148| Falscher nom. 5783 : Boso: do (do7w). 

149 1 Dagegen falscher obl. lios, im Innern des Verses: 

Kra OS fonitz lo libres c la cansos De K. e de Girart los ricx baro« 
K do F. do Boa los Braimansos 8948—50. 

Wie ilie Verso liier stehen, müssen die Initialen K, und F,, 
damit wir die nöthi^'e Silbenzahl erhalten, in KarF und Folq' 
aufgelöst werden, Übliqformen, die für den Gir. d. Ross. nicht 
gelten; denn die Reime zeigen die Formen Karlo und Fclco. 
Um nun die richtige Obliqform Boso einsetzen zu können, 
sind entweder obige Formen Karle und Folque anzunehmen, 



* Cf. §. 14-2 zu sendre. 



46 

iirul es wäre daiiri blos das t* vor de FiAtiue zu streichen, so 
«lass der Vers hiesse: 

«io Folqu' e de Borio lo« ßraimanH08. 

oAqt wenn wir auch Karlo und Folco einsetzen wollen, 
niüsste das de vor (rirart und Boso gestrichen werden, wo- 
durch wir erhielten: 

IV Kurlo o Ciinirt ', IH? Fok-o i» Ikwo I. 

iri4>) Brc ahn mom.: tcc loiiuit Kowi. 853; als voc.: free (frcgit\ retec 
-t«*nutt KoM. 4'M:i. 

Die Form Ihr (als noin. und vocj finden wir gesichert 
tlunh SilU'Uziihlung : lloss. VHH. 471K). 4021. 

XelM*nforni ttvgluh: mrtgr Ross. 4S3k liego ob!.: ho 4733. 
ITil) IhnHtjur (Drtujm) noni. : der unllectierte noni. ist er- 
k**nnl>ar vor vokalisclieni Anlaut: 

Aß{\\\ pLiniet Au|»aiM. Dro^ue'V (lefron Rom. 7487. 

Als |>an>xyt()ni>rh ist der noni. jjesichert in epischer Ckisur: 

«I no (ovf. (lits hrö^ue lonpi nixo Kohm. 714^(. aquo m> n»8|H>ii 
I*r<*t;ii«*. ««tu a nu'Mtier Kokk. Ih^U. ■- Drauguo ohl «</. : m». fo 1^55. 
I!«r« 2.1:..;. :Ui J.tNi. :t> ;il78 — Ferner: 3033. 4023. 5i82. 6976. 7135. 
rO-U. 7».|.i. J!M»54. 8M»:i. 

l.'ii) Folqin\ noni. ohne .s, ^resi<-hert vor vokalischeni Anlaut: 

l(o« I* Foli|Uf"«> Sennin iton tuh tiiiei tilh R4W11. 312. e Fo1que\*n la 
nvit"rA ii\*il n'i-Mtrn X'l'>. FulqueVnt4*n la rdzo, ditz so veiaire 8U*i. 
D4»ii pffti %(»t>tra iii«*Daiina, Folqu* iin ciHloi^ 1422 (coc.). Ferner: 1993. 
J«'1S. Ä».W 2U73. 2257. 2» 15. 25;i:». 2:»46. 4ü79. 4108. 4988. 50.m. 5089. 
M77. 0732. si4»J. <27t;. 

Ihiss wir durchwt»g staininbetonten noin. (also = lat. Fulro) 
haben, U^wciH-qi Fälle aus dem Innern des Verses in epischer 
(läMir: 

mi quo qu.il, i*n ilitz Fol quo. «raiiucl fnulel Kom. 809; ebenso: 
l"!-? 1271. I3*m; (U\ 

Für »las Vorhandensein des Stutzvocals f sind folgende Fälle 
U'Wi'tMqid : 

o Foiipie quaut lo vi l.ii \eiic |»on({i*n Kom. 8^(8. Foloue de »a 
rx^o f.i entfiitlut/. Itr2i rfr. — Fulco M.: o Rom. 89. do lt>07. 1910. 

11**;. ii.»5. 2.;r»ü. r.rj 257.i. 2721. 2810. .1319. 3i8ö. 4üi7. 4120. 4422. 
♦71»; «77:.. o;;»;s. :,:,-*3. :.<<J7. »»21;;. d;w»H. tK;i3. 7100. 722o. 7334. 7(m. 

«4tX>. •»ml«« 

1.*>3J Fuloi mom.: in» ho. Fra »Vn vai CÜrart a dreg liando K don Bo« 
€ <ti;U':t e Fonu ♦)2V*^ (*/. e: abV . 

IM] J/i/ ist als einsilbige Fonn gesichert: 



46 

duc Mil parla al portier desotz un sap Ross. 5516. e dac Mil al 
portier trenquet lo cap 5518. — Milö obl: no Ross. 5576. — Femer m 
der Cäsur: per cosensa Milö lo duc n*i88it Ross. 5512. 

155] Odils (Odiels) nom.; im Innern des Verses als zweisilbig 
gesichert : 

Ross. 1871. 2001. 2070. 2076. 2004. 2101. 2055. 2211. 2329. 8044. 
2369. 3046.— Im Reim Odiles: es, res, pais; vielleicht r= Od6(8\ Odfli^f). 
— obl Odilö: no, so 970. 165S. 2203. : f o 2334. ; bo 2720. :o 3475. 
3622. 4022. 

15G] Ote(s) : Aus Gir. d. Ross. 7574 ist der nom. 0te(8) ersicht- 
lich; im Texte (P) steht zwar Otos; da das Wort aber in der 
epischen Cäsur steht, ist Ote(s) zu lesen (cf. Hs. O) : 

c guidet los coms Ote(s) e Baudois. ~ Otö 6215. 6508. 6977. 7339. 

157] Vons nom. finden wir blos im Innern des Verses: 

Ross. 1448. 1805. 1841. 2000. 6172. 6180. 

Der obl. Fonso findet sich blos im Innern einmal: 

fer Ponso de sa spaza que mal semena V. 6188. 

158] Ugue (Hugo) ist metrisch gesichert in Cäsur: 

nias pui lo veoguet U^ue de Monbriana Ross. 2748. enquera avem, 
ditz Ugue, mais gen de lui 5735. Ebentso noch 6137. 6345. 

Folgende Fälle liefern den Beweis, dass au den nom. Ugue 
kein s antritt: 

c Ugu e'^cn fetz Boso de mort treiupansa Ross. 2820 ; ebenso: 4355. 508d. 
e ist gesichert in: 

e Bos e Ugue foro molt enamic; fernen 4892. 6303. 

159] Die einsilbige Form Vc durch Silbenzahl gesichert Brev. 
d'am. 12356. 3:2243. 

lOÜ] Vagegen nom. U^os: dos (duos). : blo«, jo«, pros bei Bert. d. B. 18. 
Ugo obl,: so Ross. 6301. 6310. 4752. 4773. 4425. 

161] Falscher nom. Ugo\ fo 6225 (cf. §. 146: Äimo). 

162 1 obl. Ugo finden wir ferner : no, so bei Savaric de Malleo 2; 

Folq. d. Lun. (cd. Eichelkr. 13). 

163] Gui(s) nom, Ross. 1821 (im Innern). Guis: ris (ri0um\ endonif 
(-sset) Bert. d. B. 8. — Dagegen Guios ift.43. Guigö obl: fo 2336.7766. 
Hingegen Gui: di (dicit) — es {Rw.) Uc d. S. Circ 2. 

164] Auch einige Völkornamen tlectieren nach dieser Klasse: 

Bretz nom. so ditz us abos Bretz de Cornoalho Ross. 4628. obi.sg. 
und nom. pl: Breto: fo Ross. 4161. 5651. : bo 5790. 70S7. S063. 8892. 
Marcbr. 16. obl pl Brctos: sos (suos) Ross. 5067. Bei Bertr. v. Alam. 9 
nom,sg, bretos: nos, crot (crucem). 



47 

165] G[ VLB c nom.sg, 1^089. b090 (im Innern), gsiscö ohl,8g,undnam,ph 
(Subst undAdj): fo, no, so 4663. 4760. 4766. 5597. 5650. 6216; Bert.d.B. 
23. 26. ohl pl. gas CO 8 (Adj,): sos Boss. 4074. : nos Bert, d,B,ZS (Subst), 

166] Es sind schliesslich noch zwei Eigennamen aus der 0-De- 
clinalion hier anzuführen, welche ebenfalls in Folge von Accent- 
wechsel im Gas. obl. eine oxytonierte Form erhalten. Es sind 
dies Carle(s) und Peire(s) nach dem lat. Carolus und Petrus. 
Die Form Cdrle(s) für den nom. ist gesichert in: 

pero si en fo Karies tant enveios Ross. 27 (ep, Gäsur), no vulh, 
so resjpon Karies qu'orn m'en predic 64. Ebenso 9/. 110. 424. 550. 582 
etc, Karlö obl: no 1616. 1626. :fo 1923. 2349. 2574. 2726. 3120. 3353. 
3483. 3631. 4006. 4128. 4736. 5371. 5586. 5826. 5974. 6221. 6311. 7212. 
7350. 7771. 7778. 8052. 8236. 8443. — : no Bert. d. B. 33. 

167] Bei Raim.d.Tors. (MG. 324) dagegen finden wir obl. Karle: 
Arie, parle (-em); den weiblichen Ausgang beweist Reimwechsel: 
-ella. 

168] Peire nom. sg. stammbetont: 

ieus en dirai, ditz Peire(s), mout breu sermo Ross. 3141. Femer: 
3201. 3232. 3233. 3283. 3312 etc. 

e ist metrisch gesichert: 

Peire tu t*en iras a Rossilho Ross. 3139. e Peire(8) Tac sos filhs 
gont escoltat 3207. 

Die Form Peir ist von Appel zweimal für das handschrift- 
liche Peire eingesetzt worden, um die verderbte Zeile herzu- 
stellen : 

Peir Rogiers li quier secors. P. Rog. 1, 50. — Peir Rogiers per bona fe 
tramet i&. 2, 64. 

(Cf. Appels Anm. zu 1, 50); doch vergl. Stengels Recension 
in »Deutsche Litztg.« 1883 Nr. 5. 
nom. Peire (ohne s) : 

on sanh Peir* estay Perdigo 15, V — Mönch 4, 36 (Ausg. v. Klein). 
Peire 8 Laroqu* es lo quinzes id, 1, 91 (Klein). — Ohne s: Peire'^apelet 
a se lo bei Gaifer Ross. 3272. e san Peire antra veguada Brev. d'am. 23295. 
Peirö obl: no Ross. 3136. o i^hoc) Ross. 3178. 3351. 4757. 6314. 

obl. Peire: 

don dieus fetz de sanh Peire son jutgador Ross. 8357. 

Im Reim: aräre Brev. d'am. 22956. 24951. 23284. [Weisse 
führt dieses Beispiel fälschlich als nom. sg. an; s. §. 26, 3.] 



iS 

Fälle von Flexionsverletzung bei Wörtern mit 

beweglichem Accent. 

Stimming sagt in einer Anmerkung zu Bert. d. B. 5, 40: »Die 
Substantive der provenzalischen dritten Declination mit beweg- 
lichem Accent zeigen des Reimes wegen nicht selten Abweichun* 
gen von der correcten Form«. An einer Reihe von Beispielen 
aus den verschiedenen Dichtern soll dieser Satz geprüft werden. 

169| a. Scheinbare Ausweichungen: 

Ab aquest niot sc tazcn ^er lemperaire Gir. d. Ross. 7258; fioefc 
8223 (Fccrster^ nom, »g. por iquest luot se tarde Teinperaire. 

170] Totz jornjf solo de gucrra bru«;ir e bruire Hui son de lor orgalh 
tuh dreh lichaire Gir. d. Kosh. 8280. Mit 930t> zu. lesen li caire aU 
nont. 2)1. = (juadri {8. Stimming, B. d. B. S. 240\ 

171J Aissi finira nm chanso E no vuelh pus longa sia Qae pus ffrea 
la 'n a^tenria Muh senber, e sici comp an ho, Lo couis Jaufres, que cueus 
anipar. Bercng. d. Palas. 10 ^P.O. 117), blas in CR. 

lompanho ist nom. pl.: lo coms Juufres ist Apposition zu 

mos smhrr, und siei comp, = »seine Gefahrtenc ist eingeschoben. 

17:2] Tot;: lo inons vo8 avi' elcscut Pol mclhor rei ... El plas ardit el 
melhor tornejaire Bert. d. B. 2G. 

Reiniann sieiit (pag. 72) in diesem Satze eine Venvirrung 
der ConstrucUon ; der Dichter wäre also aus der Construetion 
gefallen. 

Es scheint aber liier eine ähnliche Construetion vorzuliegen, 
wie sie vorkommt in se tener per pagats und passiv : es tengute 
per an vis, Cf. hiezu Stimming in seiner Anmerkung zu Bert 
d. B. 1, 6. 

Wir hätten daim die active Construetion für die passive: 

vo» es elescutz pel . . . reis e . . . tornejaire; 

allerdings eine etwas weitgehende Anwendung der a. a. O. auf- 
gestellten Regel. 

173] Arloz es plen de putaire Granet 2 ;Arch.50, 265; nur in F). 

Wir haben es hier wohl mit dem Suffix -arium zu thun; 

putaire wäre dann gleichbedeutend mit putaria, 

174] Quant eul mostrei la via D'esscr franc e sofridor ■': lor^ M*apelet 
de leujaria. Gui dT'is. 13 B. Chr. 169; blas CR). 

R. liest seri'idor. Die Flexionsverletzung ist nicht sicher, 

da das Gedicht blos in CR. Conjectur ist zulässig. 



49 

175] leu Tolgra clergues prezicadors Fosson pari Sur en outra mar 
pasaatz. Guill. d. S. Seid. 10 (MW. 2, 44; blos in C). 

prezicadors ist obl. pl.: das Subjecl des Nebensatzes wird 
zum Verbum des Hauptsatzes construirt *). 

176] Per q'ieu die q'alz entendedors Es valedors (: acors =r -cursus) 
conseills priuatz Guir. d. Born. 5 (MG. 1378 B). Hs, D5>> 13 liest für vale- 
dors: grans honors. 

177] Sai . . un de bon aire Franc .. cortes e larc donaire Marcabr. 
9, 32 (Arch. 51, 29 A. 

Diese Verse fehlen in A; ferner ist uns der Text EIK un- 
zugänglich. Da der Raynouard'sche Text unzuverlässig, so ist 
Conjectur berechtigt; durch Einfuhrung des Relativsatzes kann 
der nom. donaire hergestellt werden: 

qui es cortes donaire. 

178] L*an avilada duc e rei et em per aire [: Inf. -airel Marcbr. 5 (MG. 
307 I). 

emperaire ist hier richtiger nom. sg. 

179] Desirat per desiraire A nom qui vol amor traire Marcabr. 5 
(MG. 307 J). Vgl Stimming zu Bert. d.E. 1,6. 

180] Tuit cill gartz I clamon partz Marcbr. 24 (Arch. 33, 334 A). Nach 
E (MG. 796) nom, sg. : Cascuns gai*tz Hi clama partz. 

181] Non sai que faire Tant sui fort entrepres Qu'entom Taraire Si 
fant vilan cortes Eill just pechaire Daisso quen lor non es Marcabr. 32 
(MG. 662 I). 

Ich halte pechaire für nom. sg., indem ich lese : si fai vilas 

cortes el justz pechaire. 

181 a] Bern enueja per Saint Salvaire D^ome rauc ques fassa chantaire 
E d'avol clergue predicaire Mönch v. Mont. 18. 

predicaire ist von Reimann (pag. 74) fälschlich auf enueja 
bezogen worden, wodurch er sich veranlasst sah, den dadurch 
entstandenen obl. d'avol clergue pr. zu beseitigen. 

predicaire gehört aber zu sfassa und ist ebenso wie chan- 
taire ein nom. nach Reflexiven (cf. Stimming, Anm. zu 1,6); 

182] Qui be aten no couen nualhos Fals ni frachis contendens ni plages 
Mas avinens e suaus e cortes Amezurat arditz coma leos Ab cor serra 
aturat ses bauzia E no dopte trebalh ni carestia £ segra Tns del adreg 
laboraire Peire d'Ag. (MG. 1082). 



*) Cf. Diez Gr. 'III, 391. Ausserdem Stimming, Anm. zu Bert. d. B.4,1, 
wo zwei Arten von Attraction besprochen werden. 



50 

Mit einer kleinen Änderung lässt sich der nom. sg. her- 
stellen : 

o'al adreitz laboraire. 

183] Tot atrop»«i com fortuna do ven Que torbal mar e fals peinos 
gandir Hs torhada en est wglo gons Per un fort ven que dels cow fun 
salhir Fals iiiossongiera, deslial e trahire Ab que a cujon eisRauanr e 
fornnr Et onaissi tan veritat delir En pert son drey hom bo8 quil ver 
vol dire Peire Card. t;0 MW, 2, 184 ; 

blos (lie.ser Text zugänglich. Der falsche nom. pL ira-- 
Iure lie?«so sich Inseitigen , wenn wir den Satz in den sg. um- 
setzen : 

Per iin f. ▼«•n quo del cor fa salhir F. mens., deslials e trahire Ab 
que s cnjii etc. 

Unscie Cobhi weist aber noch einen Fehler auf: la gen 
nom. sg.; ich schlage Änderung vor: 

Tot alr. com o fai us fortz venH Que torba Es torbada 

1a gens. 

Gegen Annahme des Reimes -cws spricht nur: 

nusquet i»el nostre »alvauieu 

(V. 35). 

184] Car a la paga van tut, LVnganat e Penganaire (: obl. fraire) 
Peire Card. 48 (, Meyer U^c. pag. 91). 

CHifunats und enijinuüre sind regelrechte nom. sg., als Ap- 
position zu tut, 

185] Li enguan Qu'auran faz Tenguanaire [: /n/. -aire] ß^tornaran 
Sobre IVnguanador Peire Card. 52 (P.0.:J18.. 

eyignannire ist nom. sg.; statt anran zu lesen: aura^n. 

18<)| Sins vol8 a bon port traire Non tem nau ni governaire Ni tem- 
pest quen» destorl)eUia Nil 8o}>ern de la marina Peire d. Corb. 1 ^B. 
Chr.* 211). 

Offenbar ist tem = timet^ wozu Subject: naus ni gover- 
nahe; im folgenden Vers muss für ni tempest i^lo tempest^ ein- 
gc^setzt werden (nacli I). Derselbe nom. .sg. governaire noch bei 
Peire d'Ag. (MG. 1082). 

187] Enip*'rador, Pamiata us aten Peirol 28, 29; hlos CR. 

Da dieses Beispiel nicht durch den Reim gesichert ist, Ulsst 
sich ebenso gut empvrairc einsetzen (s.Stimming, Anm. zu5,40). 

188] D'ira e d'esniav E de tot eaglay Guardatz lo pus laire Qne vaa 
vos s'atray Perdigo Ul (MW. :^, 72; blos in CR). 



51 

laire ist hier sicherer acc, aber nicht von latro, sondern 
von Lazarum (cf. Et. Wh. lazzaro*). 
189] qaant es a tort fellos (: vos, fos) Ponz d. C. 22. 

U liest gelos. — Reiraann (pag. 79) nimmt hier Anbildung 
an die Adj. mit dem Sußix -osus an. Dieselbe Form findet sich 
noch im Reim belegt Ponz d.C. 14 (Mönch d. M. 3(?). 

190] Quar aquist antic trobador Qu'en son passat, die que fort son 
peccaire Raim. Jordan. 5 (Jhb. IV, 284; blos C). 

Wir ändern in: 

die que fan que peeeaire 

und erhalten den nom. sg. 

191] E tug aquest que eron bon trobaire Tug se fenhon per Hai 
amador n)as ieu sai be que non es fis amaire ib, v. 11. Ich ändere: 
e cascus hom que era bos trobaire cascus se fenh per lial amador. 

192] Qu'en Marcabrus a ley de predicaire Quant es en gleisa ho 
denant orador Que di gran mal de la gen mescrezen Et el ditz mal de 
donas eissamen Raim. Jord. 5. 

Um in dem Hauptsatze ein Verbum einzuführen, lese ich: 

en Marcabrus lo fai com predicaire. 

193J De ta taula seran compans E dels trebals seran estrans. Seneca 
(B. D. 205). 

compans ist ein nom. sg. mit angefügtem s; beide Male 
ist sera zu lesen. 

194] b. Unrichtige Bildungen: 

Reis castellans ques en luec d*emperaire Gnill. d. Berg. 16 (T). 

195] Mas nom es bon quom prezentes So que canijes ni pejures Perira 
que vira Talan quenguanan van Tric e gualiaire Gentil de bon aire 
etc. Guir. d. Born. 16 (MG. 215 C), c/. M u.V. 

196] Ben es fazedor Mönch v. Mont. 15. 

EiS liegt entschieden ein nom. sg. vor. Das Gedicht ist aber 
blos in C und zwar lückenhaft überliefert. 

197] Derselbe nom. : 

Toza quon que sia Yeus am, donc parria Queus fos fazedor Guir. 
Riq. 49 (MW. 4, 83). 

198] Ein ferneres Beispiel bringt Raynouard im Lex. III, 265 : 

Sieus semblava fazedor. — fazedor als nom. pl. Guir. Riq. 45; 
ohl. sg. fachor (malfachor) P. Card. 19. 



') Cf. §. 129. 



e^-' 



199] Com plus V08 die E plus urufic En vos castian enseignar Vo8 ai 
pejor Per cai paor Que men couenga a laissar Peire Card. 42 (MG. 941; 
blas I zugänglich). 

200 J Venra un fort raubador Que non lor laissara rcn So es la morii 
quels abat Peire Card. 55 (B. Chr.* 173; CIR). 

201] Hom per que fas tan t'oilor Que passes lo mandamen De den 
quez es ton aenhor ib. 

In buidon Fällen bieten die Hss. CIR dasselbe. 

202] Kl n*auni tal guizardo Com ac Judas lo felo. Peire Card. 55 iB. 
Chr. 173 nach CIR). 

203] Icu apelh aquest segle trazire Peire Card. 60 (MW. 2, 184); 
blos dieser Text zugäiiglich. 

trasire ist falsche Obliq-Form für traidor. 
204] Feiram ric e de gran joi jauzire. Peire Vidal 42. 

Reimann (pag. 72) erklärt jauzire als Infinitiv, abhängig 
von feira me, und sagt: »Die Endungen ir und ire wechseln 
mit einander, z. B. sos2)ir sospire^ aucir aucire*. Hier hat aber 
R. ausser Acht gelassen , dass die Wörter auf ire = itor nur 
die weibliche Form zulassen*); da sich in dieser Reimreihe 
st'rvirc (-itor) findet, so ist hier die Endung ire gesichert. 
Umgekehrt ist von A. Fischer (pag. 14 f.) bewiesen worden, 
dass die endungsbetonten Infinitive auf fr, zu denen auch 
jmizir gehört, nur männlichen Ausgang haben. Eis ist also die 
Annahme eines Int jaueire nicht zulässig. 
205] Derselbe acc: 

La sua pitnnsa Mi fassa jauzire [\ ia üw.^ Dels bcs quien dezire 
Perdigo 15 (ÄIW. 3, 72; blas in CR). 



2(X) 
207 



Ajuda e perdona Ad aquest peccaire. Pcrdigo 15 (Wo« tu CR>. 
Vorges en bon 'ora Porters lo salvaire. ib. 

In l)eid(»n ist die Endung aire gestützt durch maire^ faire; 

elwMiso durch Reimwechsel -ia. Das Gedicht ist nur in CR 

üborru^fert ; beide bieten dieselben unrichtigen Obl. 

20s] Pos dieuH pres per nos martire .Ia nos non ajam desdenh Gab 
autretal entrcst'nh Nos ha traitz lo traire Saludan non desconort Que al 
diable em ostort (*ui onim agut servire. Aim. d. Hei. 19 ^MG. 901 E^. 

Ebenso ist hier scrvirv nom. pl. für servidor. 



*) Cf. oben §.119. 



53 

209] Zum Schlüsse noch ein Wort über salvaine: Reimann 
(pag.75) nimmt für den obl. nicht Salvador, sondern salvaire an; 
as läge also Suffix Wechsel vor, wie in joglar im Vergleich zu 
altfr. jougleor. Es scheint ihm dies desshalb wahrscheinlich, 
weil sich bei dem Mönche zweimal (scheinbar) der obl. findet. 
An beiden Stellen (18, 1 und 19, 46) kommt salvaire in der 
Betheuerungsformel per Sani Salvaire vor; wir haben hier also 
salvaire nicht streng grammatisch als obl. von per abhängig 
zu fassen, sondern es ist der nom. sg. 

Reimann sucht femer die Annahme eines obl. salvaire da- 
durch zu begründen, dass er den oh\. Salvador nur ein Mal 
gefunden habe, nämlich in Gir. d. Ross. bei B. Chr.* 47, 13. Es 
kommt aber derselbe obl. im Gir. d. Ross. noch fünfmal vor: 
2971. 5870. 7189. 788a 835a 

Ausserdem bei: 

Guir. Riq. 7. 31. 79. 86; Peire d'Alv. 5 ; Zflchr.l, 69; Ev. Nie. (Such. 
DkmO 436; lieben d. h. Alex. 1. 601. 752 (Such. Dkm.) 

Der Vollständigkeit halber führe ich noch einige Belege für 
nom. sg. salvaire an: 

Guir. Riq. 7; Peire Corb. 1; Anon. 107 G.; Anon. 123; Guill. Fig. 2 etc. 

Wir sehen also, dass auch salvaire regelmässig wie die 
übrigen Substantiva in aire (= ator) flectiert. 
Eine Ausweichung s. Perdigo 15 (§. 207). 
Im Brev. d'am. salvaire nom. sg. 11888; in der Apposition 
als nom. statt obl.: 10594, 14437, 24877, 25330; — als directer 
acc. sg.: 21841, 22200. 

B. Femi/nina. 

210] Die Klasse der Feminina der consonantischen Declination 
besteht aus den Femininen der lateinischen dritten Declination; 
femer sind zu ihnen übergetreten eine Anzahl von Masculinen 
derselben lateinischen Declination, worunter die grosse Gruppe 
der Nomina auf or; dann das Neutrum mare; endlich fides 
und res aus der lateinischen fünften Declination. 

Reimann (pag. 60) sagt: »Diese Klasse (die parisy Ilabischen 
Feminina mit consonantischem oder e-Auslaut) umfasst die 

4 



54 

lateinischen Feminina der III., IV., V. Declination«. Er gibt aber 
bei Aufführung der Belegstellen kein Beispiel aus der lat. IV. 
21 IJ Es wäre aus dieser Declination blos ptianus zu nennen: 

las vostras beilas blanca^ mas Arn. d. Mar. (SLW. 1,153,15); 

ferner öfter in der Wendung las mas jontas. — Auch im Boeth.: 

e ea ma deztra ',B. Chr.*7, G). 

Doch daneben ist es auch masc. und gehört als solches in die 
0-Decl.*j. Das Kennzeichen, welches die Feminina von den 
Masculina unterscheidet, ist das s im nom. pl. 

212J Der nom. sg. weist bei diesen Nominibus schon im älte- 
sten Denkmal, im Boethius, s auf, während im Altfranzösischen 
das flexivische «s^ in dieser Klasse erst im Laufe des 12. Jahr- 
hunderts angetreten ist (vgl. Lebinski, die Declination der Sub- 
stantiva in der Oil-Sprache pag. 39 fif. und pag. 50). 
Einige Belege für nom. sg.: 

claritatz: palatz palatium), asaz (adsatis) Boeth. (^Chr.^5). Tolon- 
iatz : solatz (,-acium), platz ^p1acet\ bratz (bracchium), pHtz (paceml Iftti 
(latus) Bert. d. B. 6. buutatz: platz Ponz d. C. 4. foldati: pati MOnch 
v.Mont. 1. beut^tz: solatz, sapchatz (sapiatis) »6.3. volontatz: pjats «5.4. 
vertatz: assatz Guiil. IX, 1. cobeitatz, foudatz: perdonatz (-donatis) GnilL 
Ii^g. 2. xnars: obl.pl, afars Bert. d. B. 21, artz: martz Bert d. B. 20. 
res: es ib. 45. merces: es, ges (genus), roes (missum), pres (pre(be)iitii^ 
Ponz d. C. G. res, fes: es, plagues (-isset) ib. 16. raercefl, res: mes, ges, et 
Mönch v.M. 1. fis: aucis i^occisum) P.Vid. 42, :n8 (risum) Bert. d. 6. 8. 
sazos: orgolho« f-osus) Bert. d. B. 5; :fos (fuis8et\ vos Ponz d. C.9. raxot 
vos, amoros Mönch v. M. 3. messios : cobeitos, vos ib. 16. razos, trmciot 
no8 Guir. Rio. 87. amors, sabors, valors: secor«, cor» Bert. d. B. SÜB. flon. 
secor« Ponz d. C. IG. ricors: secors Mönch v.M. 6. salutz: lutz (Incemj 
Guill. Fig. 2. vertutz : lutz Guir. Biq. 2 etc. 

213] nom. pl.: 

beutatz : bratz (bracchium) (B. d. B. II), platz (placet) (F. Vid. 11 
voluntatz: latz (latus't ib. 88. naus (naves): enciau« (-clausus) B. d. B.». 
dcns (dentes) P.Vidal 6. gens (gentes): manens (obl.pl) ib. 19. conmt- 
sens: vens (vineit) Ponz d. C. 15. faissos: amoro«, fo« ib. 20; : jojoi, toi 
Mönch T. M. 9. flors: cors (^cursum] Bert. <). B. 38 (P.Vidal I). tambon: 
socor« Ponz d. C. 2. tors : cors Bert. d. B. 38. amors : cors Guill. d. Berg. 16 
etc. 

214] An folgenden Stellen liegen scheinbare Ausweichungen yor: 

L'ivems me sembla flor (: cor [currit]) E la neos verdura 
CIME Bern. d. Vent. 44 ^B. Chr. G2V 

Vergl, Stimm ing zu Bert. d. B. 40, 5 Anm. 

*) S. die Beispiele bei Stimming in Anm. zu B. d. B. 12, 33. 



55 

215] —De Chales la vescomtal Vuolh quem done ad estros La gola 
eis rnans amdos Bert.d. B. 12. 

Stimming in der Anmerkung zu dieser Stelle meint, der 
Dichter iiätte genau genommen den nom. vescomtals setzen 
sollen ; es wäre also eine Concession an den Reim anzunehmen. 
Diese Erklärung ist aber zu verwerfen. Vielmehr ist vesc, obl., 
aus dem Nebensatz in den Hauptsatz gezogen (cf. Diez Gr.^III, 
391). Es hat daher die andere Vermuthung Stimmings eher 
Berechtigung: Z. vesc. sei aus de la vesc. verkürzt. 

216] Pero quim dones alizandra No volgra catnjar leis ques flor De 
jovent e de joi sabor Peire ßaimb. d Toi. 8 (MG. 611 I). 

In der Reimreihe findet sich auch das Reimwort secors 

(succursum) ; es ist also der Reim -ors herzustellen, der für 

alle Reimworte passt. 

217] En la bocha nais la charbo: no (Peire Vidal VII). 

Diese Stelle findet sich in einem der von Bartsch als un- 
ächt erklärten Gedichte; dasselbe ist blos in GN erhalten. Ich 
ändere in naissol charbo; dadurch wird charbo richtiger nom.pl. 
eines Masculinums. Wegen des Geschlechts vergl. Guill. IX, 5: 
al gros carbo. 
218] Dizon tut qu'il es veramen Sobre totaa caps e valor Ponzd.C. 18. 

Nach D* ist zu lesen de valor*). 

219] Genz cors ab fresca colors (Ponz d. C. VI). 

Nach ADMf, welche ab frescas colors haben, steht der 
obl. pl. 

220] molher (mulierem) entbehrt im nom. sg. des flexivi- 
schen s: 

Peirol 6: Inf. saber etc. 

Dass die Form aber molher lautete, beweist in demselben Ge- 
dichte der Reimwechsel: re, te. 

Dies wird bestätigt durch: 

si no fos sa molher | no visques gaire. Rosa. 6655. 

221] Ebenso wie die in §. 124 ff. besprochenen Masculina mit 
beweglichem Accent flectiert das Femininum sor (soror), natür- 
lich mit Ausnahme des nom. pl: 

nom. sg. sor: cor (cor) Roas. 7624. 8935. : cor, for Guill. d. Berg. 20. 
*) Cf. Gaue. Faid. 22, 5: era de valor caps e paire. 



56 

222] Anscheinend nom. sg. sors : defors Flam. 4781. Doch ist 
in defors das s nicht fest, obschon Flam. 2089 letzteres gesichert 
Als einsilbige Form ist sor belegt: 

Ro88. 9. 7977. 6917. 7311. 7631. 7665. 7995. 18 (voc). -- obl seror 
im Heim: Ross. 14. 2932. 6ü88. 6626. 7120. 7129. 7132. 7282. 7881. 7998. 
— Jaufre Riid. 1 (Stimm., paj^. 49). — Peire Vid. 21. — Raim. Jord. 5 
(Jhb. 14, 284). - Aim. d. Bei. 21 (Ija 58()). — nom, pl seror«: cors 
Raimb. d'Aur. 18 — (Pohz d. C. IX). - obl.pl. serors Peire Vid. 11. 

223] Im Brev. d'am. findet sich ein nom. sg. serar^ durch 
Silbenzahl gesichert : 

veno Taltra »eror Maria 22713; umgekehrt obh sg, sor: Si quel 
dezirc soHtrairc Molher, filha, sor o mairc I§819; ebenso: 34407; dagegen 
obl. sg. seror: senhor Brief v.l. 



Fassen wir zum Schlus.se die Ergebnisse unserer Unter- 
suchung kurz zusammen, so finden wir: 

I. In der provenzalischen Sprache zeigt sich wie in der 
altfianzösischen das Bestreben nach strenger Scheidung zwischen 
Masculincn und Femininen. 

II. Die Behauptung Reimanns, dass in den Wörtern auf 
attjc in Bezug auf die Flexion im nom. sg. ein Schwanken vor^ 
komme, ist hinfiillig. Ebenso wenig ist ein solches bei ge- 
trennter Behandlung der Wörter auf rc bewiesen. 

III. Die Flexion wird von den Trobadors streng nach den 
Regeln behandt'li; wir haben es geradezu mit einer Kunst- 
si)rache zu thun. Keineswegs wurde dieselbe, wie Stimminff 
meint, dem Reime zu Liebe beeinträchtigt. Finden wir Aus- 
weichungen, so lassen sich dieselben theils desshalb nicht besei- 
tigen, weil für viele Dichter die kritische Ausgabe noch fehlt, 
theils weil schlechte Überlieferung vorliegt; andere dagegen sind 
wirkliche Vernachlässigungen der Flexion und zeigen sich seit 
der zweiten Uältle des 13. Jahrhunderts, diese Erscheinung bildet 
den Anfang der Zerstörung der alt provenzalischen Kunstsprache 
und macht sich bei dem Kunstdichter Guiraut Riquier schon 
ziemlich bemerkbar. 



57 



Yerzeichniss der Gedichtsstellen, 

welche in Betreff scheinbarer oder wirklicher Flexions- 
verletzungen in der Arbeit genannt sind. 

Aimeric de Belenoi 4: § 23; 19: § 208; 21: § 71. — Alberic de 
Sestarol 13: § 71. — Arnaut de Maruoil 15: § 24. - Arnaut Peire 
d'Agange 1: § 182. - Beatrix de Dia 2: § 71. — Berengier de Palasol 
10: 8 171.— Bemart de Ventadom 5: § 111. - Bertran de Born 3: §29; 
4: §30; 5,40: §126; 12: §215; 15: §27; 16: §26; 17: §25; 26: §172; 
40: § 30; 42: § 28; 45: § 127; II: § 86. - Folquet de Lunel, Romans 
151: § 130; 504: § 56. - Gaucelm Faidit 22: § 112. — Gavauda 8: § 50. 

— Granet 2: § 173. - Gui dTiael 13: § 174.-- Guillem IX 5: § 31 (8.90). 

— Guillem de Bergueda 6: § 32; 16: § 194; 18, 11: § 59. ~ Guillem de 
Cabestanh 7: § 143. - Guill. de San Leidier 3: § 33; 10: § 175.— Gui- 
raut de Borneil 5: § 176; 16: § 195. — Guiraut Riquier 38: § 98a; 
42: § 34; 49: § 197 («. auch 198); 61: § 35; M.W. 4 No.78,30: § 36; 
No.84,600: § 37; No. 84, 638: § 72; S. 169: § 127. - Jaufre Rudel 3: 
§ 38—39. — Lanfranc Cigala 20, 29: § 57. — Marcabrun 5: § 178—179; 
9: § 177; ib. § 129; 24: § 180; 32: § 181. - Mönch von Montaudon 3: 
§ 189; 15: § 196; 18: § 181a; 18, 1 und 19,46: § 209; 19: § 40. — 
Peire d\Alvernhe 23: § 41. - Peire Cardenal 2: § 131 ; 42: § 199; ib. § 42; 
48: § 184; 52: § 185; 55: §§ 200-202; ib. § 113; 60; § 183; t&. § 203? 
i6. 9; § 60; ib. 14: § 61. - Peire de Corbiac 1: § 186. - Peire Espan- 
hol 3: § 43. - Peire Raimon de Toloea 8: § 216. — Peire Vidal 12: §48 
42: § 204. VII: § 217 — Peirol; 6: § 44; 28, 29: § 187. — Perdigo 15 
§§ 205—207; ib. § 188. - Ponz de Capduoill 14: § 189; 18: § 218 
21: § 45; 22: § 189; VI: § 219. — Baimbaut d'Aurenga 12: § 46 
18: §47.' — Raimbaut de Vaqueiras 4: § 71; 11, 22: § 58; 22: § 71.- 
Raimon Jordanes 5: §§ 190—192. - Richart de Berbezilh 3: § 48. — 
Anonyma 7: § 80; 25: § 49; 191: § 81; 231: § 82; ib. § HO. 

Epische und didaktische Denkmäler: 

Breviari d'amor 3701: § 117; 5800: § 51; 14443: § 92; 19819 (und 
34407): § 223; 22355: § 91; 22713: § 223; 24155: § 52; 33729: § 52a. 

— Evangelium Nicodemi (in Suchiers Denkmälern): 14^7: § 136. — 
Seneca (B. D. 205): § 193. — Roman de Flamcnca 96: § 72; 7317. 1088 
(796): § 95a. — Girart de Roesilho 4516: § 134; 5783: § 148; 6224: § 146; 
6225: § 161; 6298: § 153; 7258: § 169; 8280: § 170; 8950; § 149. 



58 



Yerzeichniss der besprochenen Worte. 

agradatges Guir. Riq. M.W. 4 No. 84, 638: § 72. — Aimo Boes. 6224: 
§ 146. - ans Raimb. d*Aur. 12: § 46. — avar Gavauda 8: § 50. — (or 
Bert. d. B. 5, 40: § 126; ib. 45: § 127; Guir. Riq. M.W. 4, S. 169: § 127. 

— be Aim. de Bei. 4: § 23. - boals Guir. Riq. M.W. 4 No. 84, 600: §87. 

— bonazuratz Brev. d'am. 14443: § 92. — Bon Roes. 8950: § 149. — 
Bo80 Ro88. 5783: § 148. - car Guir. Riq. 61 : § 35; Raimb. d'Aur. 18: 47. 

— charbo P.Vid.VIl: § 217. — castel Guill. d. S. Leid. 3: § 38. - dUui- 
zimen Ponz d. C. 21 : § 45. — dar Rieh. d. Berb. 3: § 48. — erestianiswM 
Folq. d. L. Rom. 504: § 56. — cochat Bert. d.B. 16: § 26. — colan Pons 
d. C. VI: § 219. — companho Bereng. d. Palas. 10: § 171. — eampoHi 
Seneca (B. D. 205): § 193. - consir Anon. 7: § 80; ib. 191: § 81. — 
covinens Brev. d*am. 24155: § 52. — dan Bert d. B. 40: § 30. — desacort 
Mönch V. Mont. 19: § 40. — desiraire Marcbr. 5: § 179. — desir Anon. 
231: § 82. — desplazer Bert. d. B. 4: § 30. — devalat ib. 16: § 26. — 
donaire Marcbr. 9: § 177. — dormir Bert. d. B. II: § 86. — embiumU 
Guir. Riq. M.W. 4 No. 78, 30: § 36. — emperaire Roes. 7258: § 169; 
Marcbr. 5: § 178; Guill. d. Berg. 16: § 194. — emperadar Peirol 28, 29: 
§ 187. — enganaire Peire Card. 48: § 184; ib. 52: § 185. — ewkurzitg 
J. Rud. 3: § 39. — esgar Am. d. Mar. 15: § 24; Peire Espanh. 3: § 43. 

— espaven Bert. d. B. 42: § 28. — essiens Bern. d. Vent. 5: § 111. — 
estan Bert d. B. 17: § 25. — fait Guill. d. Berg. 6: § 32. — fazedar 
Mönch d. Mont 15: § 196; Guir. Riq. 49: § 197; (Rajn. Lex. rem. IIl, 
265): § 198. — fei Ross. 4516: § 134; Ev. Nie. 1467 (Such. Dkm.): § 136. 

— felo Peire Card. 55 : § 202. — felos Ponz d. C. 14; 22; Mönch 3: §89. 

— flor Peire Raim. d. Toi. 8: § 216. - Folco Ross. 6298: § 153. — gai 
Peire d'Alv. 23: § 41. — gais Anon. 25: § 49. — galiaire Guir. d. Born. 16: 
§ 195. — gartz Marcbr. 24 : § 180. — govemaire Peire d. Corb. 1 : § 186. 

— guiren Peire Card. 55: § 113. — jauzire Peire Vid. 42: § 204; Per- 
digo 15: § 205. — joven Peirol 6: § 44. — laboraire Peire d'Ag. (M.G. 
1082): § 182. — laire Marcbr. 9. § 129; Folq. d. L. Rom. 151: § 130; 
Peire Card. 2: § 131; Perdigo 15: § 188. - Uchaire Ross. 8280: § 170. 

— malastruc Brev. d'am. 22355: § 91. — metalh ib. 5800: § 51. — met* 
8ages Flam. 96: § 72. — niens Bern. d. V. 5: § 111. — oncle Baimb. 
d. Vaq. 11, 22: § 58. - jx^ires Guir. Riq. 38: § 98a. — paratgtB Beatr. 
d. Dia 2: § 71. — parsonier Bert. d. B. 15: § 27. — peceaire Raim. 
Jord. 5: § 190; Perdigo 15: § 206; Marcbr. 32: § 181; Brev. d'am. 8701: 
§ 117. — pejor Peire Card. 42: § 199. - pelegrin Guill. IX 5: 8§ 31 u. 90. 

— petitz Jaufre Rud. 3 : § 38. — plazentier Peire Vid. 12 : § 48. — pre- 
dicaire Mönch d. Mont 18: § ISla; Raim. Jord. 5: § 192. — prtMm 
Gaue. Faid. 22: § 112. — prezicadors Guill. d. S. Leid. 10: § 175. — 



59 

putaire Granet 2: § 173. — raubador Peire Card. 55: § 200. — rei 
Flam. 7317. 1083 (796 j: § 95 a. - salvaire Perdigo 15: § 207; Mönch 
d. Mont. 18, 1 u. 19, 46: § 209. — segU Peire Card. 60, 9: § 60; ib. 60, 14: 
§ 61. - sen Guir. Riq. 42: § 34. — senhor Peire Card. 55: § 201. — 
senhors Guill. d. Cab. 7:§ 143. — sentem Brev. d'am. 33729: § 52a. — 
sepulcre Lanfr. Cig. 20, 29: § 57. - 8eror Brev. d'am. 22713: § 223, — 
servire Aim. d. Bei. 19: § 208. - sofridor Gui d'üis. 13: § 174. — 
sogre Guill. d. Berg. 18, 11 : § 59. — sor Brev. d'am. 19819. 34407: § 223. 
- Susest Bert. d. B 3: § 29. - tomejaire ib. 26: § 172. — trahire Peire 
Card. 60: § 183; *. § 203. — trobaire Raini. Jord. 5: § 191. — truduan 
Anon. 231: § 110. - Ugo Rosa. 6225: § 161. — valedors Guir. d. Born. 5 : 
§ 176. — valor Ponz 18: § 218. — var Peire Card. 42: § 42. - vescomtal 
Bert. d. B. 12 : § 215. 



Harborc Dnivcnitali-Baclidrachcrti. (R. P r i 1 4 r i ch). 



AUSGABEN UND ABHANDLUNGEN 

AUS DEM GEBIETE DER 

EOMANISCHEN PHILOLOGIE. 

VERÖFFENTLICHT VON E. STENGEL. 



UNTERSUCHUNGEN 

ÜEBER DIE 

LYRISCHEN TROUV£RES BEGES 



DES Xn.-Xnf. JAHRHUNDERTS 



P. P. M. AUG. SCHELER. BRÜXELLES 1876. 



VON 



JOSEPH SPIES. 



MARBURG. 

N. G. ELWERrSCHE VERLAGSBÜCHUANÜLUNG. 

1884. 



Herrn 



Professor Dr. Edmund Stengel 



in dankbarer Verehrung 



gewidmet. 



Di 



'ie vorliegende Arbeit zerfallt in 3 Teile. 
In dem ersten Teile habe ich versucht, die Strophenformen 
der hier behandelten altfranzösischen Gedichte mit denen der 
provenzalischen Troubadours zu vergleichen, um festzustellen, ob 
und in wie weit eine Entlehnung der ersteren aus den letzteren 
sich nachweisen lässt. Die Veranlassung hierzu gab eine im 
vorigen Jahre erschienene Arbeit von Ferd. Orth: Ueber 
Reim und Strophenbau in der altfranzösischen Lyrik, Diss. 
Strassburg 1882, der darin S. 56 f. die Behauptung aufstellt, 
dass die isometrische (d. i, gleichversige) achtzeilige Strophe 
in 7 und 8 Silbnern, femer die 11 und mehrzellige Strophe, 
sowie die metabolische (d, i. ungleichversige) Strophe nord- 
französischen Ursprungs seien, ohne jedoch einen anderen 
Beweis zu erbringen als den, dass diese Strophenformen vorzüglich 
in den dem Norden Frankreichs zugehörigen Romanzen und 
Pastourellen angewandt seien. Die Resultate der im Folgenden 
angestellten Vergleichung werden schon genügen, uns von der 
Haltlosigkeit dieser Theorie zu überzeugen. Herr Prof. Stengel 
war so freundlich, mir seine ziemlich vollständige Sammlung 
der provenzalischen Strophenformen zur Benutzung zu über- 
lassen; doch konnte wegen der alphabetischen Anordnung 
derselben eine durchaus erschöpfende Vergleichung an dieser 
Stelle nicht statt finden, da ja zu einer solchen eine nach den 
Prinzipien der Entstehung getroffene Anordnung notwendig 
wäre. Doch habe ich auf diesen Umstand bei der Vergleichung 
möglichst Rücksicht genommen und in Betracht gezogen, dass 

1 



die französischen Sirophenforraen nicht immer direkt dem 
Provenzalischen entnommen zu sein brauchen, dass dieselben 
vielmehr durch eine Reihe von Mittelgliedern hindurchgegangen 
sein können , wobei sie in Bezug auf Reimstellung und Vers- 
arten mochten verändert (verkürzt oder erweitert) worden sein; 
oder dass auch die provenzalische Vorlage verloren gegangen 
sein kann, so dass uns jeder Anhalt zu einer Vergleichung fehlt 

Der zweite Teil enthält das Rimarium. Bei der Aufstellung 
desselben betrachtete ich es für eine Untersuchung auf Grund 
der Reime hin als eine Hauptaufgabe, den zu Grunde liegenden 
Text, der an vielen Stellen falsche und unreine Reime bot, 
wieder richtig herzustellen, was mir mit Hülfe der beigefugten 
Varianten, oder wo solche nicht vorhanden, durch Goiqektur, 
wie ich hoffe, in den meisten Fällen gelungen ist. Die von 
Bartsch in der Zeitschrift für rom. Phil. II 476 — 480 vorge- 
schlagenen Verbesserungen habe ich berücksichtigt. 

Der dritte Teil umfasst die Grammatik der Reime und zwar: 

A. Die Schicksale der betonten Vokale, 

B. Die nachtonigen Vokale, 

C. Die Gonsonanten, 

D. Eine kurze Flexion. 

I. Zur Metrik. 
1, 17 und 23^) zeigen die Strophen form: ahabbaba^ 
welche im Provenzalischen sehr häufig begegnet sowohl mit 
dem 10 Silbner, wie in unsem 3 Gedichten, als auch mit 
verschiedenen Versarten, dem 7 u. 6, 7 u. 6 u. 8, 7 u. 4 u. 6, 
6 u. 4 S. 



1) Der Kürze halber habe ich die einzelnen Gedichte in fortlauÜBndar 
Reihe nach der Seitenzahl ihres Anfangs bezeichnet; dieselben verteilen 
sich demnach auf die folgenden Dichter: 

1-34 Quenes de Bethune, 147— U9 Remvut de Trie, 

35—40 Guillaume de Bethune, 150—151 Jehan de Toumai, 
41—127 Gillebert de Bernevilie, 152-153 Jehan de la Fontaine de 
128—143 Mathieu de Gand, Tournai, 

144-.146 Pierre de Gand, 154—161 Jocelin de Brug< 



5 und 96: ababccdd ist im Prov. sehr häufig, und zwar 
mit dem 10 S. wie in 5 bei Sordel 31, Pistoleta 2, PeireCard. 
67, Bert de Born 7; mit dem 8 S. wie in 96 bei Elias Fonsa- 
lada 1, Lamb. de Bon. 2, Guill. Uc d'Albi 1, Peire Vidal 35 
etc.; ferner noch mit dem 7. S. bei Peire de Gavaret 1, Peire 
de Duran 1 etc. 

8 und 15: ababbcc fand ich viermal mit dem 10 S. wie 
in 8, z. B. bei Aim. de Peg. 29, in 461 , 35 etc.; einmal mit 
dem 7 und 10 S. in 461, 117: 7 77 7 101010, doch nie aus- 
schliesslich mit dem 7 S. wie in 15. 

10: a,a,ft3ft,a,a,6jft,a,a,6ja,; Reim ft wechselt in unserm 
Gedichte wegen schlechter Ueberlieferung zwischen 3 und 4 S. 
Dasselbe Reim- und Silbenschema findet sich bei Uc de St. 
Circ 28 und 38, Peire Guill. 5, Bertol Zorgi 17 und bei Bert, 
de Born 9 , woselbst auch die Reimsilben der 3. , 4. und 5. 
Strephe (ia, os) mit denen der 2. Strophe unseres Gedichtes 
(ia, ous) übereinstimmen '). 

11: a,&,oa,&|oO,o&io^io^io analoge Form fehlt. 
15 siehe 8. 
17 s. 1. 

20 erweitert die prov. Strophenform ab ab a ab ^ die ich 
beiBem.de Vent. 12, Peire Card. 66, Guill. de la Tor 3, Anon. 
461, 16 und Guill. Mont. 6 fand, noch um eine Zeile a. In den 
ersten 4 Fällen ist der 10 S. angewandt, wie in unserm Gedichte, 
zweimal stimmen dort sogar die Reimendungen {ar^ ia) mit 
denen unserer 3. u. 4. Str. (er, ie) überein; daselbe ist auch 
in dem in 8 S. abgefassten durchgereimten Gedichte des Guill. 
Mont 6 der Fall. 

23 s. 1. 



1) Nach den angegebenen Thatsachen kann eine Entlehnung aus 
dem Prov. nicht mehr bezweifelt werden , weshalb auch die Ansicht von 
Bartsch, jene 4 silbigen Verse in 3 silbige zu ändern, (vgl. Zeitschrift II, 
477) richtig ist, im Gegensatz zu Paul Meyer (vgl. Romania IX, 144), der 
die 3 silbigen Verse in 4 silbige ändert. 

1* 



25: ababbba, 10 S. (eine Modifikation der prov. Vorlage 
von 20 s. das.) hat Bert, de Born zweimal angewandt in 1, 
wo auch die Reimsilben des durchgereimten Gedichtes {esoj 
eis) gleich denen unserer ersten 2 Strophen sind (aise^ ais\ 
und in 31. 

27 und 152: ababbaab fand ich 11 mal im Prov; mit 
dem 10 S. wie in 152 bei Aim. de Peg. 1 , Gaue, de St. Leid. 
1 , Peirol 4, Guiraudo 1 ; ferner mit dem 7, dem 8, dem 7 u. 8, 
dem 8 u. 10 S.; doch nie mit dem ti S. wie in 27. 

28: abbccddc 
cddeeffe 

ghhiikki 

ihkllmml (10 S.) analoge Form fehlt. 

30: aio&ta,o2»tO,o&,c,o&i begegnet im Prov. bei Bert de 
Born 19, woselbst auch dieselben Reimsilben und dasselbe 
Reimgeschlecht sich finden: a = t5, b^=au^ c = ana; während 
jedoch Bert, de Born durchgereimt hat, findet in unserm CSe- 
dichte Reimverknfipfung statt: a,=&4, a^=b^^ cL^=b^^ 04=61, 
Cf=c^, c,=c, ; a und 6=fr, auSj is^ er, c=aine^ ine. 

32: abbaabababc{7S.) Str. 1, 3, 5 

baabbababac » » 2, 4. anal. Form fehlt. 

35: ababbaa gebrauchen schon Peirol 12, Blacalz 6« 
461, 75 und andere, doch nie mit dem 8S. wie in unserm Ge- 
dichte, wohl mit dem 7 S. (Peirol) und mit 2 Versarten. 

38 : a, o&i o^i o&i ub^c^c^d^d^c^ beruht auf der prov. Strophen- 
form ababbccdd bei Mönch von Mont. 14, Peirol 29, GuilL 
Mont.ll, Cavaire 1 (stets 7S.), Uc de St. Circ. 9 (8S.), ücde 
St. Circ 40, und Jordan Bonel 1 , doch ist stets nur eine Va»- 
art angewandt, während in unserm Gedichte mehrere Va»- 
arten gebraucht sind und Reim c am Schlüsse noch einmal 
wiederholt ist. 

41 s. 54. 

44 s. 128. 



46: a^b^a^b^b^c^c^b^b^b^d^d, ist eine Erweiterung von 
prov. abahbccb (10 S.) bei Bert, de Born 25, Peire Card. 56, 
Blacatz 3, Raimbaut de Vaqueiras 15, Faure 1 und 461, 43, 
indem bb wiederholt und dd neu eingeführt sind. 

49 u. 61: ab ab b ab (10 S.) ist im Prov. vorhanden bei 
Bert, de Born 36, Albert de Sestero und in 461, 32. 

52 ist eine Erweiterung von 30 (s. oben) durch einmalige 
Wiederholung von 6; Silbenschema jedoch: 737377777. 

54, 71, 98 u. 120: ababccddee ist im Prov. sehr häufig, 
doch meistens in gleichversigen Strophen, z. B. mit dem 8 S. 
bei Guill. Magret 2 (durchgereimt), Bert. Carbonel 65, Guill. 
Augier 2 etc. mit verschiedenen Versarten z. B. mit dem 7 u. 
10 S. bei Guir. del Oliv. d'Arle 77, mit dem 7 u. 8 S. bei 
Bert. Carb. 51. Nur in 54 haben wir den 8 Silb., in den 3 
anderen Gedichten jedoch verschiedene Versarten. Aus dieser 
Strophenform sind durch resp. einmalige Wiederholung von 
ä, Cy d \x. e hervorgegangen 89 : a^b^a^b^c^c^d^d^d^e^e^, 41: 
a^b^a^b^c^c^d^d^e^e^e^^ 68: a^b^a^b^c^c^d^d^d^e^e^ej; auch 
hier sind wiederum verschiedene Versarten angewandt. 

57, 81 u. 109: ababccbbc findet sich ohne letztes c im 
Prov. bei Bert. Cärb. 85, Joan d'Albuzo 2, Garin d'Apch. 2, 
in 461, 170 und 461, 183 mit stets versch. Versarten wie auch 
in unsern 3 Gedichten. 

60: a^b^a^b^a^b^b^a^a^ begegnet ohne letztes a und in 
anderer Reihenfolge des Silbenschemas (77777575) bei Peirol 
Hu. Gausb. de Poicibot 12. 

61 s. 49. 

64 hat die prov. Strophenform ababaabb bei Bert, de 
Born 45 (8 S.) und in J 55 (Riv. di fil. rom. I, 39) (8 u. 10 S.) 
durch Anfügung von cc noch erweitert; femer sind andere 
Versarten zur Verwendung gekommen : 7777777 449. 

66: a,&,a, 6,6, c,Ca&56,c, beruht auf der prov. Vorlage 
von 46 (s. daselbst) oder auf der schon im Prov. durch b 
erweiterten Form ababbccbb bei Peire Card. 62 und Guill, 



Moni. 10, die jedoch auch meist in gleichversigen Strophen 
vorkommt. 

68 s. 54. 

71 s. 54. 

74: a,a,a,6,6,, letzte Zeile: Refrain; ohne denselben 
zeigen diese Strophenform Peire Card. 27, Guill. IX. 10, Marc»- 
brun 23 und Uc Catola 1, doch stets nur mit einer Versart 
(Peire Card.: 7 S.). 

75: a,b,a^b,c^c^b^b^c^Cid^d^ geht auf die prov. Voriage 
von 57 zurück, indem cc wiederholt und dd neu eingeführt sind. 

78: a,b,a^b^c,c^d,d^c,c^e^e, ist eine Elrweiterung von 
5 (vgl. das.), doch sind in unserm Gedichte 2 Versarten ange- 
wandt. 

81 s. 57. 

83: a^b^a^b^b^c^c^d^djia^d^ begegnet ohne ad im Prov. 
bei Mönch von Mont. 14, Guill. Mont 11, Peirol 29, Cavairel, 
(stets 7 S. , zweimal durchgcreinit wie in unserm Gedichte, 
zweimal Ileimwechsel), Uc de St. Circ 9 (8 S.), doch stets mit 
nur einer Versart. 

8ti: a,b^a^h^c^c^a^a^d^d^^)^ ohne letztes dd kommt diese 
Strophenfonn bei Guill. de St. Mur 1 (7 S.) und Peire Card. 
8 (10 u. 8 S.) vor, allerdings mit versch. Versarten. 

89 s. 54. 

92: a,64a,&4&,tt4a,64ft,a,C4C, scheint auf der prov. Vorlage 
von 27 zu beruhen, ha sind wiederholt und cc neu eingeführt; 
wegen der Versarten s, 27. 

95 ist eine Elrweiterung von 5 (s. das.) durch Wiederholung 
von aa; Versart: 7 S., der einmal durch den 4 S. unterbrochen 



1) Die b. Zeile jeder Strophe bietet ein ungebundenes Korn, da ein 
Bolchefl in unserin Texte sonst nicht vorkommt (wegen amors 102 8. dat.), 
mfisaen wir wohl Zeile 8 \b S.) und Zeile 9 (4 S.) susanimcnfiuBen la 
einem 9 Silb. mit Cäsur nach der 5. Silbe. Der 9 S., doch mit (Amur 
nach der !). Silbe, bege^met bei deniHclben Dichter noch einmal ak 
Schlusszeile in 64. 



wird; schon im Prov. begegnet eine Erweiterung durch em- 
malige Wiederholung von a bei Guir. de Born. 38, ebenfalls 
mit dem 7 S. 

% s. 5. 

98 s. 54. 

100: a^b^a^h^b^e^b^b^c^b^ anal. Form fehlt. 

102: a,6^6,a,a,6,ft,C4C»(7)CT(s)*) anal Form fehlt. 

105: ababbccb (10 S., c=weibl. Reim) kommt im Prov. 
5 mal vor, vgl. 46. 

106: abababbaccc (7 S.); ccc: Refrain; ohne denselben 
gebrauchen diese Strophenform Bern, de Vent. 4, Mönch von 
Mont. 9, Granet 2 (stets 7 S.) Gausb. de Poicibot 12, Peirol 11 
(7 u. 5 S.). 

109 s. 57. 

111 : a,o&ioCi|o&io^s^A^s^s^s^5 basiert auf 5, indem bb 
am Schlüsse wiederholt ist; allerdings sind 3 Versarten ziu* Ver- 
wendung gekommen, iii 5 nur eine. 

113: abababba (10 S.J. Diese Strophenform tritt im 
Prov. nie mit dem 10 S. auf, wohl mit dem 7 S. bei Bern, de 
Vent 4, Mönch von Mont. 9, Granet 2, mit dem 7 u. 5 S. bei 
Gausb. de Poicibot 12 und Peirol 11. 

115: a^b,a^b,c^c,d^d^c^c,b^ geht wie 111 auf 5 zurück, 
ccb sind am Schlüsse wiederholt; wegen des Silbenschemas s. 5. 

118: a^b^a^b^c^c^b^b^c^b^ beruht auf der Vorlage voA 57, 
indem c6 am Schlüsse wiederholt sind; Silbenschema jedoch 
verschieden. 

120 s. 54. 

122: a^b^a^b^biU^a^c^c^a^a^c^ hat die Form ababbaa 
(7 S.) bei Blacatz 5 und Peirol 12 und 461, 75 durch ccaac 



1) Die letzten 2 Zeilen jeder Strophe (die letzten 3 der 3. St.) dieses 
Gedichtes zeigen Unregelmässigkeit in Reim und Versmass und machen 
die regelmässige Uebereinstimmung des Envoi mit der letzten Str. un- 
möglich; dieselben sind daher zu streichen , wodurch der Inhalt der 
einzelnen Strophen nicht beeinträchtigt und die Uebereinstimmung des 
Envoi mit der letzten Strophe wiederhergestellt wird. 



Bimarinm. 



a 83, 89, 98, 122*). 

-abet prs, 83, 98, 122. 

» fut 83, 89, 98, 122. 
-ac 9k 98. de^i 83. lä 98, 122. 
-adit va 122. 
-am ja 122. 
-ayit perf. 83, 89, 122 {wegen toucha 

154. «. oi=-e). 

a^e 1, 17, 20, 25, 27, 81, 113, 118. 

-abiem rage 81. 
-*adiat degage 27. 
-Vadium gage 118. 
-aginem eig, Gartage 20. 
-ago yiiiage 27. 
-"^apia sage 20, 118. 
-*apiam sage 27, 81, 113. 
-apio ego sage 118. 
-^pium sage 17. 
-*atioa sauvage 27. 



•^tioi usage 25. 

-«ationm 1, 17, 20, 25, 27, 81, HS, 118. 
-*aticii8 corage 17 {s, Flexion). 
-ari ego trovai je 81'). 

ai 8, 28, 35, 71, 75, 78, 83, 89, 108, 
109, 120, 125. 

-abeo prs. 8, 28, 35, 75, 78, 89, 108, 

109, 125. 
-abeo fui. 8, 28, 35, 71, 75, 78, 83, 

89, 102, 109, 120, 125. 
-ao tffip. fai 75. 

-«acam verai 8, 35, 75, 125. yrai 120. 
-*aoiui verais 35'). 
-*agiim esmoi 8, 75, 78. 
-ahe imp, retrai 75. 
-aho pr8.tni 28, 75 (6X). retrai 89. 
-ajum subst mai 35. 
'Hiwaia^i' gai35,75. 
-apio sai 28, 71 (3X), 109. 



1) Seitenzahl der Gedichtanftnge vgl. S. 2 Anm. 

2) Bartsch, Zeitschrift 11,478 f., schlägt für s&miiitliche Endungen diewr 
Reimreihe dieselbe Schreibung vor, entweder age oder aige. Förster wtA^ 
in der Einleitung zum Chev. as deus espees S. 33, dass beide Formen in 
der Picardie, in Lothringen und in Burgund (in letzterem zwar seltener) 
unti^rschiedslos gebraucht werden. Dagegen spricht jedoch Us. B. des Gar. 
le Loh., die mit Ausnahme von ferage 8 b 34 und iragt 9 f 49 durchweg ai 
in der 1. sg. fut age in subst. schreibt. 

3) Unreiner Keim. 



II 



-avi p/. 71, 7ä, 109,120; (tc^^€^ terai 
5 8, ai8r=-acam). 

orflZe 125. 

-aleat cj, vaille 125. 
.«aleat cj, aille 125. 

aine 30, 66, ii3, i*. 

-ana adj. saine 113. 

-*ana suhst, chapelaine 30, 113. 

„ adj. 30, 66, 113. 
-anam ac^j. mondaine 113. tremontaine 

113. 
-*anam adj, 30, 113. 
-aneat maine 128. 
-ena plaine 113. 
-inat demaine 66. 
-ininm demaine 113. 
-oenam paine 30, 66, 113, 128. 

äint 98. 

amet prit. cj. aint 98. 

-anet prs. maint 98. remaint 96. 

-anctum subst plaint 98. saint 98. 

-*anti maint 98. 

-inet pru, cj. maint 98. 

-incit vaint 98. 

-inctum taint 98. 

-ingit destraint 98. faint 98. paint 98. 

aire 66, loo, 109, 125. 

-acere inf. 66, 100, 109, 125. 
-*agrain adj. debonaire 66, 100, 109. 
-ahere inf. 66, 100, 109, 125. 
-aior maire 125. 
-*aierat maire 100, 125. 



-areat pra. ej. poire 6(S, 100. 
-*areat pn. cj- esclaire 100. 
-afitttt wibst. contraire 66, 100. 
-*jiriiim 9ti>Hi. essamplaire 100, 109. 
-atrio repaire 100. 

-acem p^lll. 

-aceo tais 5 [nadk A st. tai]. 

-actns subsi, mesfls 111. 

» pari, pf, fais 111. 
-*aciim verai 5'). 
-agis mala 5, 111. 
-ax pais 5 (wegen verais 35 b. ai 

=:-acu8). Vgl. ^. 

Ol 154. 

-aliud (?) nonal 154. 
-allem val 154. 
-alliüii cheval 154. 
-*alliim vasaal 154. 
-alnm mal 154. 

ance 11, 15, 23, 41, 66, 105, 128. 

-ancam franche 66. 
-*aiiceat lance 105. 
-anciam eig. France 11, 23. 
-*anteat avance 15, 41, 6%, 105. 
-♦antia 11, 15, 41, 66, 105. 
-■^tiam 11, 23, 41, 66, 105, 128. 

cms 8, 11, 15, 35«), 98, 120. 

-andia adj, /. grans II, 15. 
-Nandus garans 11, 15. 
-annos tirans 11. 

-*anti8 suhst, m. amans 11, 15 (2X). 
samblans 98. obediens 8. 



1) unreiner Beim. 

2) Strophe 4 dieses Gedichtes bietet keine abereinstimmenden Reime; 
wir folgen desshalb der bessern Lesart von 0. 



12 



-^antis pari, m. aparana 98. bien* 
voillans 8. gla9aii8 98. joians 11, 
15, 98, joien8 8. loisansSö. manaiu 
35, 98. mescheans 15. pesans 98. 
poissans 11, 98. 

-*anti8 pari. /. avenans 35. desdaig- 
nans 8. desirans 11. vaillans 35. 

-*ante8 subst m. couvenans 98. mes- 
disans 120. sergens 11. 

-*ante8 pari. m. plesans 15. recreans 
1'20. 

-'antes subst. f. vaillans 11. 

-antns chans 11, 98. 

-*empii8 tans 98. 

-*enta8 subst entendemens 8. talens 
8, 11. s. ens. 

-^entns adj, dolans 11. <. ens. 

ant 32, 46. 49, 52, 64, 74, 83, 92, 
95, 128, 139, 144(2X), 154{2X). 

-andern a(Hj. m. grant 92. 

» adj. f. grant. 52, 139. 
-*andit engrant 32. 
-*ando prs, demant 49, 52, 139. 
-*ando gerund. 32, 46, 49, 92, 144, 154. 
-*andam subst comant 32, 52, 92, 

128. garant 49. 
-anito vant 52. 

-ante adv. avant 32, 46, 49(2X), 92, 144. 
-antem subst m. amant 32, 46, 49, 

74. enfantl54. samblant 52, 64, 74. 

semblant 49, 92, 144, 154. 
-*antem subst m. bobant 46. con- 

venant 32, 46, covenant 32, 49. 



creant 32. serrant 74. viTant SS» 

49, 52, 64, 74, 92, 95, 1S8. 
-antem part m. amblant 46. doatant 

32. joiant 52(5X), 64 88. 
-*antem part m. 46 (3X), 49, 139. 

nonaachant 49. plaisant 32. plai^ 

nant 32. puant 144. sachant 64, 139. 

tandant 49. vaillant 49, 95. 
-*antem part /. manant 49. tachant 

64, 139. seant 46. tralnant 46. 

vaillant 64. 139(2x). 
-*anti8 o^;. m. mescreant 46 («. 

Flexion). 
-*anti8 a4j.f. avenant 64') {$. Flexion). 
-*anti subst. m. chantant 32. mee- 

di8ant32. semblant 139. 8oaffrant32. 
-*anti part m. esmaiant 92. mesdi- 

sant 74. nuisant 52. parlant 74. 

percevant 64. recreant 92. sou- 

daiant 52. 
-ante prs. pbant 52, 64, 74, 92. 
-*anto pr<.' creant 46, 92. 
-antnm subst almant 74. chant 82, 

46, 52, 95. 
-antnm adv. 52, 64, 74, 92, 95. 
-*antnm subst gant 46, 52. 
-endit prs. 32, 46, 83. 92. 
-*endit prs. rent 83. 
-ente adv. 46, 49, 52, 144, 154. 
-entem subst 46, 52, 74, 154. 
-entnm subst 46. 49. 92. 144. 
-*entnm subst 49, 149, 154. 

» a^j» dolant 32, 92. 



1) Ist zwar im Text nom. sg. fem.; da jedoch diese Form (ohne flez.«) 
in unserem Texte sonst nur noch in einer verderbten Strophe (vgl. S. 11 
Anm. 2) vorkommt, ist wol v. 14 nach Hs. D umiuftndem in ,CoQrtoiae •! 
bien avenant' und von dem Vorher^henden nur durch eine Komma in 
trennen, wodurch ,avenant* obl. sg. wird. 



13 



art 125. 

-ardun mbtt, lart 125. 
-^ardiim eig, Loncbart 125. 

» subH, 125. 
-art(i)o part 125. 

as 120. 

-abes 2. sg, fut iras 120. 
-assnm pas 120. 

ans 30, 89. 

-aloena adj, decaus 89. 
-ales adj. desloiaiu 30. 
-alis adj, m. loiaus 89. 

» adj, f. desloiaus 89. 
-*al0B maus 30. 
-allos cbevaus 30. 
-^allna travaus 89. 
-alsi faus SO. 
-alaos faus 89. 
-^alus maus 89. 
-illos ciaus SO. 

? saus 30. 

6 20, 23, 28, 44, 66, 71, 78, 89. 92, 
95, 96, 100, 102, 109, 1 15, 122,128, 154. 

-adam degr^ 115(6X). 

-atem 20, 23, 28, 66, 71, 89, 92, 95, 

96, 100, 102, 109, 115, 122, 128. 
-♦atem 20, 23, 28, 66, 71, 78, 89, 92, 

95, 96, 115, 122 [volenti 154 si, 
volentäs] {roegm povret^ 137 «. ^s 
=-ate8). 

-*ati svibaU pens6 92 [st. penser]. 

> parU pf. espoante 92. mat^ 92. 
-atnm suhst gr^ 44, 66, 71, 78, 89, 

96, 100, 109, 154 [. . . et son gr6 
«t. ... et au sien]. pensä 20, 23, 
78, 100, 102. 



-•atnm pari. pf. 28, 44, 66, 71, 89, 

92, 96, 100, 109, 115, 122, 128. 
-♦atnm tig, Loncpr^ 115. 

> V^^f^^Pi* 20, 66, 71, 78, 92, 
100, 109, 115, 122, 128, {wtgth 
obli^ 137 s, ^rrr-atus). 

-^nm tig, Deu 154. 

ei 8, 15, 20, 41, 49, 75, 95, 147. 

-ntdat b6e 8. 
-ata «udse. 75, 147. 

» part^pf, 8, 15, 20, 41, 49, 75, 95. 
-♦ata pari. pf. 49, 75, 95. 
-atam subst 15, 20, 41, 49, 75, 147. 

» i)art.p/.8,20,41,49,75,95,147. 
-♦atam suhst 147. 

> poßrt pf, 49, 75, 78, 95. 
-♦atat agr6e 41, 49(2x), 75, 147. 

el 5, 54, 68, 154. 

-ein adj, bei 54 (wegen bei 154 s, eis 

=-elluB). 
-♦elli subst, jovencel 54. 
-elio apel 154. 
-ellum BuhsL cbapel 54, 68. chastel 

5, 54. 
-ellum adj, bei 5, 68. nouvel 5, novel 68. 
-♦ellum subsU 5, 54, 68. 
-illnm subet passei 54. saiel 54. 

ele 106. 

-♦ella eig. Perronele 106, 
-♦ella adj, muSle 106. 
-ellam subet cbapele 106. 

» adj, novele 106(2x). 
-"^ellam eig, Peronele 106. 

» subst 106. 
-♦ellat kaleinele 106(4x), qualemele 

106. sautele 106. 
-Ulam subst aisaele 106. 



14 



eis 154. 

-ellns adj. bels 154 [st bei]. 
-ellos <idj, novels 154. 
-*ello8 subst aignels 154. avels 154. 
juels 154. 

endre li, 125. 

-epder« inf, 15, 125. 
.«endere inf. 125. 

ens 78, 122, 130. 

-61180 prs. pens 78. 122. 

•ensum aens 28 [bL aenj, 122. 

-^ensnm por|ien8 130. 

-ensiis sens 78, 130. 

-entes gen« 28 [..autres gens^t...!* 

autre gent], i30(2X). 
-*enti8 subst parens 78. 
-*ent08 comandemens 122, 130. saire- 

mens 78. talens 130. tormens 28 

[st torment]. 
-entns subst vens 180. 

» 04;. lens 130. 
-*entiiB $ubst commencemen« 130. 

confortemens IBO. hardemeiiB 130. 

sauvemens 78. 
.*entii8 adj. dolens 122. 
-*iiiitio comens 122. 
-intus ceens 78; dedens 122, 130. 



enf ») 5, 15, 17, 28, 28, 35, 41, 54, 

57"), 64, 71, 86, 89, 96, 98. 100, 102, 

109, 113, 122, 125, 128, 141. 

-*endet prs. cj. ament 100. 

-endit 15, 23, 71,98, 100, 109, 113,141. 

-*endit 57, 71, 113, 141 {wegtn desceni 

57 8. -entnm). 
-endo prs. tent 100. atent 100. 
-«endo prs. rent 64, 100. 
-enitnm adj. gent 35, 71, 86, 96, 100. 
-ente adv. 5, 17, 23, 35, 41, 44, 54, 

57, 64, 71, 86, 89, 96, 98, 100, 102, 

109, 113, 118, 122, 125, 128, 141. 

{wegen entirementl 18 f.oi =idMl). 
-entern subst 5, 15, 17, 23, 35, 44, 

54, 57, 64, 71, 86, 89, 96, OS, 100, 

109, 113, 125, 141, 154. {wegen gent 

28 B, en8=ente8]. 
-*enti8 gent 23, 41,44, 98 {$. FUmian). 
-*enti contcneiuent 98. recordement 

100. 
-entit ment 17, 98, 100. eent 86. 

asent 122. 
-ent(i)o sent 35, 100. consent 100. 
-entnm subst 15 , 23, 35, 41, 54, 57, 

64, 71, 86, 89, 96, 100, 128, 141. 

[cent 57 st descent]'). {wegen 

torment 28 s. en8=-ontos). 
•*entnm subst 15, 41, 54, 57, 64, 86. 

89, 96, 98, 100, 113, 125, 128, 141, 154. 
-*entnni a^. dolent 17, 98. 



1) Vgl. hierzu noch die Bindungen unter ant 

2) Vers 19—21 dieses Oedichtes nach EGL; denn das Gedicht ist nicht 
dreiteilig, wie der Text bietet, sondern, wie schon F. Orth in seiner Anfiuigs 
erwähnten Dissertation p. 64 vermutet, zweiteiliff, da die Reime b und e 
der 8. Strophe mit denen der ersten 2 Strophen übereinstimmen und 4 Hss. 
B und EGL auch für a der .S. Strophe übereinstimmende Reime mit a der 
1. und 2. Strophe bieten. Zudem liebt der Dichter die Zweiteiligkeit 
5 strophiger Gedichte, vgl. 6, 13, 14, 16, 17, 19, 26, 29. 

3) Vgl. Anm. 2. 



15 



-ilide ßdv, ent 8$, 1Q2, 141. «ovent 

23, 98, 100, Ul. 
-indit fent 122. 
>oenit(e)o repept 89c2x), 122. 

en^e 8. 

-*entam subst attente 8. entente % 

(2X). 
-*oenit(e)at repente 8. 

er 17, 20, 25, 27, 28, 30, 35, 38, 41, 

44, 57, 60, 64, 68, 86, 96, 102, 105, 

111, 113, 118, 128, 144, 147, 150, 

152, 154. 

-are inf. 17, 20, 25, 27, 28, 30, 35, 
38, 41, 44, 57, 60, 64, 68, 86, 96, 102, 
105, 111, 113, 118, 128, 144, 147, 
150, 152, 154, (wegen penser 92 s. 
6 = .*ati). 

-♦are inf. 17, 20, 27, 28, 30, 38, 41, 
.57, 60, 64, 66, 86, 96, 102, 105, 
111, 113, 128, 147, 150, 152, 154. 
[finer 147 st fenir»)]. 

-ari adj, aver 17. 

-arom adj, aver 113. der 18, 105, 150. 

ert 102. 

-lejr(a)ctam pari, pf, souflfert 102. 
-ervit prs, desert 102. 

es 46, 75, 78, 81, 92. 120, 125, 137, 

139, 154. 

-alis täs 81. 

-a(n)fiii8 rem^ 75. 

-ates subst povretös 137 [st provretä]. 

richet^ 125, 137. volenti 154 

ä r= -♦atem. 



-aus adv. a88^78(2X). 12^,137,189. 

» prs, lo^ 137. mottrte 18d. 
-*ati8 subBt honiä» 78, 81. lasqnet^ 

84. loiaut^ 81. volenti 46, 137. 
-*ati8 prs, 46, 75, 78, 92 137, 139. 

» fut 46, 75, 92, 120, 137, 154. 
-ato8 subst pens^ 92. 

» part pf, pil6s 125. 
-*at08 part, pf. conquest^B 81. obli^ 

137 [Tous 868 8en8 a obli^ st» 

Tout 8on 8en a obli^]. tomi§8 92. 
-atus adj. gr^s 92, |37. 

» part pf. 75, 78, 81, 92, 125, 

137, 139. 
-♦atuB part pf. 46, 75, 78, 81, 92, 

125, 137, 139. 

iäs 144. 

-essiiB pr^ 144. 

-ipsnm (?) adäs 144. Vgl, ais (^s). 

estre (iestre) 150. 

-♦ösbyteri prestre 150. 
-♦essere inf. estre 150. iestre 150. 
-^ssorem ancestre 150 («. Flexion). 
-estam ajdj. honneste 150. 
-estram subst fenestre 150. 
-♦estram') subst gei^iestre 150. 
-estmm eig, 8eyestre 150. 
-eztram adj. dieetre 150. 
-*eztrat prs. adiestre 150. 
-istrain adj, seniestre 150. 

ete 68, 158. 

•^tta 9¥bst amiete 158. doucete 68. 
meskinete 68. 



1) Beide Formen kommen nebeneinander vor, vgl. Mätzner Altfranzösiscbe 
Lieder S. 334. 

2) Vgl. Dieffenbacb, Gloss. S. 259. 



16 



-■itta o«^'. povrete 68. 
-ittaiiipr«.(^'.nietel58. entremete I5S. 
-Ittam eig. Amelinete lÖS. 

> gubiit. <;8, 158. 

> a4}. jonot« C8. 



eitß 1 , 130. 
4 l:tO. t«uii i;to. 

»an 130. 



-aliB IT« 
-*aliB c[ 
-*ellDS subgl. inenefitreiu 130. 

-iUOH CCIIH 130. «. ftUH. 

-ßbnflC'O preiis J. 
oonlM cua 130. 
-SouB kiM 1. 
-nlns sciia 1. 
•*tirü lioncnra U'^X)- 

130. ani«us 130. 
I. deKiretiH 130. hontpus 
1. jnieua 1. »ouffraiteiis 130. 

eitse 1. 
•*öM deliteuse 1. navereuae 1. 
-ABKm Uoloreiise 1. glorieuB« 1. 



-*IW&m ungoiMPase 1. 
bontfUNp I. 

t 11. 27. 35. 41, 44, 54, 6S, 75, 78, 

89, iü-i, 111, 115, 120, 122, Ifti, 137. 

139, 144, 154. 



i 54, 



J, 78, 115. 120. 



-*eo pri 54, 68, 115. 
••ctuin sub»t. deapit 137. 

» pari. pf. Bougi 137. 
•c]edam merd 44, 54, 68, 7S(6x).76. 
89(5X), lU, " '<"«. 1S7, 139, 
" 1.54(2x ■ '" 

.... ni 1!H 



-10 adv. n, 27, 41, 54, 68, 78, 111, 

115, 120, 137, 139. 154. 
-ic imp. di 120. 
-ic iirim. m. colui 54. 
-IC pro», f. ]i 27, 4H5X), 115, 128, 

n9, 154. cell 41, 8!»i5x), 122,189. 
-ici a4}. anemi lt. 
-ico di ll(2x), 27, 54. 137, 139. 144, 

154. deidi 111. 
-•eniii nmi 44, 54, G8, 78, 111, 120, 

122, 137, 154(2x). wpi 120. 
-idi pf. vi 35, G8, 137, 154. 
-idnm giUiat. ni 11. 

> aäj. 6 54. Ü8, 120, i:i9. 
-lal requis 154. 
-*iti patt. pf. 11, 122, 154. 
-•itniB part. pf. 11, 27, 75, 78, 115, 

120, 122, 128, i:i7, i:!9. 
-*itnm aubut. cri 151. 

• part. pf. 11, 27, 35. 54, 68, 

llö, 120, i;t7, 144, 154. [gari HS 

»(. garö. «uai 144 vaek CT Mt 

prisj. 
-ivi pf. 68, 111, 164. 
-•iTi Pf 68, 139, 154. 

• (W&". 54. 144. 
-iTit pf 11, 139. 
-•iTit p/. 111, 154. 
-l¥Um adj. hardi 120. joli 41 (5 X), 

78, 102, 120. 137. 



ie 1,8, 10, 15, 17, 20, 27, 32, 44, 52. 
57, 60, 66, 86. 102, 105, 109, 111, 115, 
118. 120, 125, 128, 130, 185, 137, 147. 



>. prifl 58, 60'), 108, IBO, 



"1 



17 



*co prs. prie 27 *) (vgl i). 
-ta adj. pie 10. 
-•ia «m6s^ 27, 44, 60, 66, 109, 118, 

130, 137. 
-*iam eig, Surie 1, 10. 

» 8ub8t 1, 10, 15, 20, 27,32,44, 

52, 57, 60, ee, 102, 105, lOÖ, 111, 115, 

118, 125, 128, 130, 135, 137, 147. 
-♦tat prs. 8, 60, 102, 135, 147. 
-ioa subat amie 32. 
-icam subst amie 1, 8, 17, 60, 66, 

102(2X), 111, 137. mie 1, 10, 15, 

20, 44, 52, 57(2X), 60, 102, 105 

(2x), 115, 118, 128, 130, 135, 137, 

147. 
-icam adj, anemie 135. 

» prs, cj, die 20 , («. deiase ; ie). 

escondie 102. 
-icat pr«. <?;. die 60(2x), 102, 135, 

maudie 52. 
'*ictLt prs, detrie 111, 135. 
-loat prs, mouteplie 111 (vgl, oie). 
-*lcat prs, faunie 27. otrie 44, 60, 

102, 130, 135 (vgl oie). 
-*ida imp, afie 102. 
-Idat prs, cj, ocie 86(6x). 
-♦idat prs, afie 60, 102. deffie 

115(6X). 
-idia envie 60 

-idiam envie 17,20, 32,52, 105, 130, 135. 
-igat lie 115. 



-ira subst ire 20. 

-issem impf, cj, detsse 20"). 

'lUpartpf. o!e 109,130. ounie 130. 

8er vie 1, 8, 130, 135. 
-*Ita subsl departie 1. 

» pari pf, 27, 60, 102, 109, 130. 
-itam subst, vie 8, 17, 27, 44, 60, 

102, 105, 109, 111, 115, 118, 125, 

130, 135, 137, 147. 
-itam pari, pf, mentie 111. oTe 57. 

sentie 44. servie 27, 102, 105. 

deservie 86(6x), 102. 
-*itam subst. baillle 1, 60, 66, 102, 

105, 111, 115, 128, 130, 135, 137. 

envai'e 118, 130. saisie 60. 
-♦itam pari pf, 10, 44, 52, 130, 137. 
-itat crie 57, 102, 137. 
-♦itatobliel5,137,oublie60»),l02,115. 
-»iya jolie 115, 120. 
-♦lyam jolie 60, 102, 118, 130, 135. 
-*jatam subst. ale 1, 15, 32, 60, 

105, 115, 118, 130, 135(6X). 
-^atat prs. ale 111. 
-*ic]atam subst. fole 44, 60, 130. 

„ part, pf, atargie 60, 
-*i]tLttL part, pf abai8ie57, 60. atachie 

32. envoisie 120(5 X). renvoisie 120, 

essancie 130. 
-♦i]atam envoie 130. envoisie 130. 

eslongie 115. prisie 105. 
-*e]atam lignie 130. 



1) Die Verse 15 und 16 sind mir unverständlich, ebenso die von Scheler 
zu V. 15 angeführte Variante Buchon's, dessen Werk mir leider unzugäng- 
lich ist. 

2) Ein Grund, v. 20 durch eine andere Lesart zu ersetzen, wie Scheler 
ffethan hat, liegt nicht vor, da Quenes de Bethune Assonanzen zulässt. 
Scheler hat überdies die Assonanz v. 18 in derselben Strophe stehen gelassen, 
während doch andere Lesarten mit richtigem Reime vorlagen. 

3) Vers 5, (je 1') oublie = 1. sg. prs. kann lautlich nicht von •oblito 
herkommen, weshalb ich die Aenderung: Raison, qui s'oublie (=i*oblitat) 
vorschlagen möchte. 

2 . 



18 



-*igii]ata enseignie Gß. 
-*z]ata lessie 135. 

ie 5, 122. 

-aetnm lid 122. 
-cjatam apaio 5 [st apaierj. 
-Mc]atam otroie 122. 
-*(i)c]atam chargi^ 5. jugie 122. 
-e]atnm subat. congie 122. 
-ijatnm envoi^ 78 (s, envoios). 
-€t]atiiiii afaitie 5. 
-*c(i)tjatem malvaistic 5. 
-iet]atem pitie 122. 
-*i(ii)t]atum aidie 122. 

iegne 125. 

-eneat prs. cj, tiegne 125. souatiegne 

125. 
-eniam yrs, cj. souviegne 125. 
-eniat prs, cj, aviegne 125. 

ien 17, 144. 

-^m rien 144. 

-«ne bien 17(2X), 144. 

-es rien 17 (». Flexion), 

-*^iim+i pl, mien 17. 

-^eiim sien 154 (s, ö=-atiuii). 

ier 8, 11, 28, 38, 41, 54, 68, 89, 96, 
118, 120, 125, 128, 139, 150. 

-aero quier 89, 118, 139. 

-are inf, 

-€]are paier US. apaier 5 {s, apaie). 

proier 38. 
-d(ii)c]are mangier 125. 
-ic]are einploier 96, 139. jugier 8, 

38, 1H9. mouteplier 54. 
-*icjare otroiier 128. iargier 11, 150. 

▼erdoier 54. 
-*ejare avencier 8. avancier 41, 54, 

89, 118. 



-♦g]are herbegier 118, 139. 

-i]are baisier 68. conscillier 28, 41, 

96, consi liier 54. 
-*i]are boisier 150. embracier 54. 

envoier 118. souhaidier 68, 125. 
-*bi]are cangier 118. logier 38. 
-*gi]are plegier 118. 
-*iigi]are esloingier 120, ealongier 

11, 41. 
-*iii]are calengier 38. teemoignier 54. 
-*ti]are depeohier 38 etc. 11, 38, 

41, 54, 96, 118, 120, 150. 
-nitijare coumencier 68. 
-pti]are courecier 38. cacier 38. 
-*i(ii)l]are bailUer 54. 
-*i(o)ii]are raisnier 68. 
-*igii]are insignier 28. 
-i(o)r]are empirier 11 («. empuryt) 

38, 150. 
-g(i)t]are cuidier 41, 128, 150. 
-*gn(i)t]are acoiniier 68, 139. 
-i(n)t]are aidier 38, 54, 89, 96, 11& 
-z]are laismer 38, 54, lenier 139« 

plaissier 11. 
-o]an cbier 54. 
-ejarum chier 38, 41, 68, 118(2X), 

120, 139. 
-*arii sübst, enconbrier 120. lown- 

gier 120(2X). 
-*arii a^j- laisnier 68. 
-arinm subst avresier 38. guenier 

150. vi vier 68. 
-*ariam eig, Boutelier 125. Waitdier 

125. 
-*ariam subst. 8, 11, 28, 54, 68, 89, 

118, 120, 128. 150. 
-«grnm entier 118, 139, 150 («. ir). 
'M adv. 68. 
-£riiim mesiier 28, 68. 



19 



lere lo, 96. 

-aria mbst. proiere 10. 
.*aria subst. guerriere 10. 
„ adj. constumiere 96. 
-*ariaiii subst. maniere 10, 96. 
•c]ara chiere 10, 96. 
-egra entiere 10. 
-egram entiere 96. 
-era fiere 10. 
-^ram fiere 96. 

iers 15, 144. 

-arie+8 volentiers 15. 

-arios confanoniers 144. messaigiers 

15. portiers 144(2x). 
-alias Premiers 15, 144. 
-*ariiiB eig. Oliviers 144. 

„ stibst desiriers 15. pautonniers 

144 {nach G st. posieisj. 
-*eriii8 mestiers 15. 
-^rns fiers 15. 

iSs 11, 78. 

-aetus ac^j. 11^ 78. 

-ic]ata8 vengi^ 11. 

-*g]atii8 esmaies 78. 

-i]ati8 fachies 78. sachi^s 78. 

-*i]atoB croisi^sll. envoi^ 78 [...tele 

8ecor8eDyoies5t...te) secors envoi^]. 
-i(o)rlat08 empiri^s ll(2x) [in v, 35 

st empirier]. 
-iet]ates piti^s 11. 
-eb]atis seri^ 11. 
-♦«vis*) griäs 78. 



iestre s. estre. 
ile 125. 

:lat pile 125. 
-ilia mile 125. 
-*illam eig. Bernevile 125. 
„ subst gille 125. 



im^ 30. 

-ina saisine 30. 

-*inam covine 30 [st 

traine 30. 
-inat descline 30. 



covines] "). 



Ines 30. 

-^iiias covines 30 {s. covine). 

i/r 5, 8, 28, 30, 41,66, 71, 78, 81, 

83, 89, 96, 109, 118, 122, 128, 132, 

147, 152. 

-«gram entir 122, 132 («. ier). 

.♦iderii desir 122. 

-♦ideriam consir 132. desir 66, 78, 

81, 83, 118, 147. 
-idero desir 109, 132, 152. 
-ire inf. 5, 8, 28, 30, 41, m, 71, 78, 

81, 83, 89, 96, 109, 115, 118, 122, 

128, 132, 147, 152. (werfen fenir 147 

8. finer). 
-*ire inf, 5, 28, 30, 41, 66, 71, 78, 

81, 83, 89, 96, 109, 118, 122, 128, 

132, 147, 152. 
-iro prs. remir 152. 

ire 15, 125, 158. 

-edioain mire 158. 
-£gere eslire 125. 



1) Vgl. Diez, Et. Wb. I, greve. 

2) Vers 23 ist im Texte unvollständig (vgl. die Anm. Schelers) Bartsch 
in Zeitschr. 11,478. korrigiert »iausses«, doch ist des Reimes wegen der sing, 
zu setzen: »la fausse covine« oder »Fautrui fausse covine«. 

2* 



20 



-enior sire 125, 158(4X). 

-erinm empire 158(2X). 

-iceredire 15, 125, 158(:lx^. esconUire 

15. maldire 158. 
-iderat desirre 125. 
-idere occire 158, ocbirc 15. 
-•idere rire 158(2X). 
-ira subst. ire 20 («.: ie). 
-iram subst. ire 158. 
-iram prs. cj. remire 158. 
-irat prs. remire 158. 
-♦irat prs. tire 158. 
-yriam martire 15. 

isb, 8, 10, 20, 30, 35, 41,52, 57, 64, 

71, 78, 83, 86, 92, 106,109, 111. 115, 

122, 125. 

-eoi fis 30, 57 [at dous] »). forfis 10. 

meifis 111. 
-eotuB subst, pis 106. 
-♦eius«) pis 20, 35. 
-gr]e(ii)8em pats 71,78, 106, 115, 125. 
-e(ii)8i pris 106. apris 52. 
-g]e(ii)8i8 pais 20. 
-e(B)Biim partpf. 10, 20, 30, 64, 71, 

83, 106, 111, 122, 125. (wegen pris 

144 8. saisi). 
-e(ii)8us pari. pf. 35, 64, 71, 78, 86, 

111, 115, 125. 
-etinm pris 20, 57 [st. tous] ■) 71, 

86, 92. 
-ex num. sis 106. 
-icem eig. Beatris 92(5X), 106. 
-ices eig. Beatris &7/ 
.♦iois ^p *^tris '^' ^-*'^'« 106. 



-*iciam delis 92, 106. 

-loos subst aneuii» 52, 86. 

-ictos subst. dis 52, 115. 

-ictns part. pf. desdis 122. 

-icns amis 5, 8, 10, 20, 41, 52(2X), 

64, 71, 83, 86, 122. 
-idns fis 5, 52, 86. proufis 86. 
-les dis 20, 41, 52, 71, 83, 86, 109, 

111, 122. 
-igins eig. Remis 106. 
-*ili8 ocf;. signoris 35. 
-ilios lis 20, 35. 
-*i8C0 esjols 92. plevis 122. 
-isi pf. tramis 115. 
-♦isi pf. requis (vgl. unter i). 
-^i part. pf. sis 106. assis 92. 
-isniii subst. 5, 8, 10, 20, 64, 71, 86, 

92, 106, 115, 122. 
•^sam part. pf. conquis 41 , 64 , 71. 

enquis64. mis 10, 14, 83, 106(2X), 

115. 
-1808 subst. ris 41, 52. 

,, part. pf occis Öü, 122. 
-*i8U8 eig. Guis 106(4 X). 

„ part. pf assis 8. mis 30, 52, 

78, 109, 111, 122. 
-♦ittos*) adj. petis 106. 
-Itua part. pf 8, 35, 86, 122, 125. 
-•itiiß part. pf 8, 20, 30, 64, 71, 78, 

86, 106, 115, 125. 
-TT118 adj. chaitis 71, 125. ▼u86,lS2. 
-*iTii8a4;. ententis 41, 83. bardis 71. 

joHs 41, 59. 57, 64, 122. penris 85, 

64. po»*-- ^ (8. pantonnion). 
-ixi p/ 



-^. & 17. 




21 



iae 23, 61, 111, 128. 

-e(ii)sam partpf, prise 23. apri8e23, 

61. emprise 61. 
-*etiat prs, prise 23, 61, 111. 
-iciat prs. cj. desconfise 23. 
•iciiim jutüe 61. 
-18a part pf. assise 23, 61. mise 23, 

111. quise 111. reqoise 61. 
•üam subst devise 61. 
-^sam subst guise 23, 61, 111, 128. 
-'^am partpf. quise 61. requise 111. 
-'^at brise 61. 
-itiam justise 23. 
-Mtiam amendiselll, faintise 23, 61. 

franchise 23, 61, 111. gentelise 61. 
-Mtiat prs. atise 61 ; justise 61. 
-itinm servise 23, 111, 128. 
-yainm eig. Denise 23. 

ist 35. 

■♦e(ii)8it pf. prist 35. sosprist 35. 
-*i8cit prs, Aorist 35. resjoist 35. 

retentist 35. 
-isit pf. mist 35. rist 35. 
-laset impf. cj. ocist 35. 

ite 15. 

-eetam eslite 15. 
-eotat delite 15. 
-icta dite 15. 
-iotam dite 15. 
-*itto*) petite 15. 
^Ham aubst. merite 15. 



Oi 38, 64, 118, 125, 154. 

-e moi 38, 64, 118, 125, 154 [. . . ne 
toucha ä moi st. .. k moi ne toucha] 
(vgl i). soi 38, 64. toi 154. 

-eb(e)o doi 64, 118. 

-edo croi 54 («. voir), 125, 154. recroi 
118. 

-egem loi 38, 125. roi 64. 

-eptain stibst recoi 38. 

-e(8) num. troi 38. 

-♦ico ottroi 64. 

-lonm ottroi 64. 

-*icam subst donoi 154. emploi 64. 
otroi 125, ottroi 118. ploi 38. 
toumoi 88. 

-Wem foi 88, 64, 118«), 125. 

-id(e)o voi 64, 118, 125. 

-Yam subst envoi 38. 

-odinm anoi 64 vgl. ai. 

-*tti ambedoi 38. 

aie 17, 46, 57, 95, 96, 109, 125, 128, 
141, 158. 

-*andea joie 57. 

-♦audeam joie 17, 46, 95, 109, 125, 

128, 141, 158. 
-£a pron. moie 125. 
-«am pron. moie 95(3x). 
-ebam impf. 109, 158. 

„ cond. 17, 41, 46, 57, 95, 96, 

109, 125, 141, 158. 
-♦ebam impf 46, 57, 95, 96, 141, 158. 
-♦ebat impf foloie 141. 
-ebeam prs. cj. doie 57. 
-edam prs. cj. croie 57. 



Vgl. Seite 20, Anm. 4. 

'n Stelle von »entirementc, welches falschen Reim bildet, setzt Bartsch, 
" U 479 »dVntire foi« ein. 



-«ta octj- coie 12e. 

■etan sahst, soie 46. 

-fam ȟbst, voie 46, 57, 141, 158. 

-*iam pr*. <7. soie 96. 

-•iatpM. Toie 158, aToieUI. deevoie 

141(-2XI. euToie 57, 141. 
-loat }tr«. apioie 141 (vgl. ie). 
-•loa* pra. cointoie 158. gaenroie 128. 

otroie 46 (vgl i«). 
-Icait pr«. otroieDt 17'). 
-*idat pr«. eafroie 46. 
-ideam voie 109. 
'ideat voie 16. 
-Igtt pra. ohaBtoie 141. 
-•iffiam coroie 46, Hl, corroie 17. 
-•odiatpr«.aiioie57,96,r2». enoieUl. 

oient 17. 

-■ebant amoient 17(3x). donnoient 
17. eEtoient 17. 

0(r h, 2B, 54, 61, 83. 96, 111, 128, 
132, 144, 154. 

-ere in/- 5, 28, 54, 61 , 83. ttl . 128, 

1:J2, 144, IM, 
-•«re in/. 5. 28, 54, Öl. 96, 111, 128, 

132, 154. 
-pro ado. soir 61, 96, 132. 
-ernm vojr 5, ä4(3x)') 132, 141. 
-•erum sutaU boir Gl. 142. 

„ subsl. «Bpoir 54, Üt . III, 128. 

132, 144. 
-igrnm aoii H. 



-*c(n}BM eig, Champenoii 2G. 
-f(n)iiiiii lubtt. defoia 25. 
-*e(ii)nim eig. Artoii 25. 
,. ai^. franfoia 25. 
-•edna »übst, conroia 125. 
-etOB a4/- coia 25. 
-ex roi« 25, 135. 
-lOM foii 125. 
-*IB0S poia 125. 
-M«m voii 125. 
-ac«a noia 125. 

oise SS. 

-*e(ii)s4 a^. oourtoiM 25. fraofaite 25. 
-*e(n}nm eig. PontoiM 25. 
-e(ii)sat pn, poi«e 25. 
-*«tiaB pri. tj. «jiie 85. 
-•itiam prg. (y. eBvoise 25. 

Ott 5, 44, 154. 
-ebat impf. 44, 154. 

,. cond. 44. 
-•ebat impf. 5, 44, 154. 
-Mtnm Bubtt. droit 5. 

., adv. orendroit 44. 
-cdit pn. croit 44. 




-'önen »ubtU 5, 28, 32, S9, 106, 135, 

144, 154. 
Htii(e)o serooD 'iZ 
•iiä a4j. bon 32. 

-äni tubU. felon 32(2X), 135. laron 32. 
-«Dum (Übst, bon 32, 89. 135. Ban]54. 
-önnin stAft. don 82, 135. 
-*diWB itAtl. bHudon 32. abandon 

135. gberredoD 128, guerredon 32. 

89, 135. pardon 32, 135. 
-wainu «u6s(. tom 3^ 



(WM (on 



, OfU) 158'). 



B 158. 
-(■0 hom 158 [bot»«]. 
•*oi eig. STmoD 158 [-*0ai8 Sjmoni] 
.•änis lions 158. nüona 158. 
-*änM boisBon« 158. compaignona 

158. gfugnone 158. ganons mootoni 

158. oiullons 158. 
-finet Mmont 153 [m'a semoiia]. 
-ouun respoQs 158. 
-•bhiii don 158 [•'qdob doDB]. 
.■önuB paidon 158 [-*OnoB pardonB]. 
-ima a4j. bona 158. 
•Mu «übst. BOUB 158. 

&nt 1, 28, 44. 

'■^tlnMt pn. ont 1. 

„ JW.ferontl.irontl,secoiTontl. 
vivront 1. 
■duit prs. vont 1. 
^ Mmont 44. 
■ front 1, 44. 




-nnde adv. dont 44. 

-nndnm mbtt. mant 1, 28, 44. 

„ a^. parfoDt 44. 
-lut prt. Bont 1, 28, 44. 

<W 1, 5, 28, 57, 93,92, 109, 120, 122, 
154, 158. Ottr 8, 11. 

-är«B «u&ft. 1, 5, 8, 1 1, 28, 57, 83, »2, 109, 
120, 122, 158. [amor57 nach EGL 
oder B »t... tout, 120 »t. amon]. 

-inm a^. l, 5, 57, 83, 109, 120, 122. 
[meillor 120 t(. meillora]. 

•*ar0m aubat. 1. 6, 28, 57, 83, 92, 109, 
120, 122, 158. 

-*äii gubst. menteor 120. 
„ a^. nÜDoi 1. pluMc 5. 

-oniD pri. tor 158. 

-■ornnin aubal. t«r 120, 132. retor 92. 

-öro aor 92, 122. aour 8. 

-ortoH lubtt. tor 83. 

•öroM pron. lor 158. 

-••niiii(?) (m(j. conor 154. 

-nniwB jor 92. 109, 120, 122, 154, 
158- jour 11. sqor 57, 122. 168. 

ome 17. 

-'ornaM m^. morne 17. 
-orn&ttonie 17. atorne 17. retorn« 17. 

&rs 44. 
.'ortu conforg 44. depora 44. 

6rs 144. mirs 74. 
-öroa subai. amore (120 g. amor) 144, 
154. amoura 74 (4x) BJgnor« 144. 
hoDOUrB 74. 



und <mt auBgeheaden Endungen dieter Beimreihe lasMn 
etc. leicht in Miche aof ona Andern, B.oben. 



-8rM a^. meillon (120 a. metUor). 
-*arBS iiibat. trwtorg Ui. 
-'(■BOB coDToitoui 74 (». ob). 
-■orMm eston 144. 
-'nrnoB joun 74. 
•ti7Bnm secours 74. 

08 111, Otts 10, 57; eji. CUS. 
•öt pron. vo> 111. vouB 10. 
-■öBnm amorM 111. 
-*äBM plourona 10. enfmitovi 10. 
-'Asus deairM 111. couvoitou« 10, (74 

*.org) iroM 10. 
•*6ttnB toz 111. tous 57 [t. pria). 
-bIcIb üous 57 («. Ss). 

de 154. 

•andit ot 154. 
-■oBtnn toat 154. 
-*ittiun mot 154. 

M 17,41,46. 
-dolun ju 46. 
-örit conut 17. 
-äcDm fextu 46. 
-üU fu 17, 41, 46, fut 17. 
-nto utlu 46. 
-'ütnra «ub«(. dru 46. 

„ pari. pf. deceü 17. ei<lnfl 41. 

Mineü 41. eii 46 rendu 41, 46. 

reUuu 41. sentu 41, 46. valu 46. 



Mi 5, 28, 44, 144. 
-odie adv. ancui 44. 
-Odium anui 5, 28, 44, 144 lyt. A. 
-fiTi pf. mui 144. 
-&MI deadui 28. 
-fii fui 144. 
•fiic autrui 5, 28. celui 44. 0Mlai44. 

Ini h. Dutiii 44. 
-*iio 8ui 5, 28, 44, 144. 

ure 27, 128. 

-ürt »tAH. merare 37. iwtnre 128. 

„ adj. dnre 27. 
-*ön (ufrst. droiture 27. 
-nrin «u^t. eure 27, 128. msBor« 128. 

„ aäS- dura I2B. 

US 38, 98, 144. 
üdu uu« 98(6X). 
sUiu nm 38. 
plu« 38, 144. 
: eig. Jbeaiia 38. 
üBQm «übst. US 144. 

iiuiti.eDsusSS. jiu38. lanuaSS, 
■ntes »übet, «alua 38. 
'ntoi «u&at. drtu 38. 
ütu part. pf. deTeiiu* 98(6x). 
eapaudua 38. ferua 38. iaaiu 88. 
luunSS. pendniSS. re9naS8. raptu 



1 



III. Grammatik der Reime. 

A. Betonte Vokale. 

Lat. a. 
= franz. a. 

1. a''^) = a'^'': age (ymage)^ al (mal)^ as {iras). =co: a 
(a, fa, aida), 

2. a" = a*: age (rage), al(val), as(pa8). = oo: artßart). 

= franz. €in, 

3. a" = e"^): ans (amans)^ ant (grant). = oo: oncc 
(doutance). 



1) Die Erhaltung von a vor einfacher Consonanz ist in den obigen 
Fällen folgenden Ursachen zuzuschreiben: 

a) in den Verbalformen -a6w, -abet, -avit, -adit ist sie begründet 
durch Analogie an Formen mit a vor complicirter Consonanz; vgl. hier- 
über Rambeau: üeber die als echt nachweisbaren Assonanzen des Rolands- 
liedes, S. 86, Anm. 

b) in ymage ist der nom. durch den cas. obl. ersetzt. 

c) in mal(=.malum) möchte ich weder Einfluss des folgenden h noch 
ein Etymon *inallum nach Lücking, die ältesten franz. Mundarten, S. 68 
annehmen, sondern vielmehr der Ansicht Neumanns folgen, dass mal die 
nach Analogie von Ck>mpositen, malfaire, maldiref wo mal unbetont a 
erhielt, entstandene Form sei, vgl. Literaturblatt für eerro. und rom. 
Phil. IV Jahrg. Nr. 1 in der Besprechung zu Aiol und Mirabel de Saint 
Giie, hrjf. von W. Förster. 

d) die Formen auf -oc, -am endlich sind versteinerte Ueberreste aus 
dem Lateinischen. 

2) Auf Grund der Bindungen von an und en sprechen Paul Meyer 
(Romania IX, 144 f.) und Bartsch (Zeitschrift f. rom. Phil. 11, 476 f.) 
die Gedichte 8 und 32 Quenes de Bethune ab , da derselbe iene Reime 
stets trennt. Es kommen dieselben in 15 sogar getrennt nebeneinander 
vor. Die übrigen Dichter, sofern sie jene Reime angewandt haben, 
trennen diesell^n ebenfalls mit Ausnahme des Duc de Brabant. Eine 
fernere Ausnahme macht Gedicht 144, welches in der Bemer Handschrift 
Pierre de Gand zugeschrieben ist, der jedoch, wie Hase in seiner Diss.: 
Das Verhalten der pikardischen und wallonischen Denkmäler des Mittel- 
alters in Bezug auf a und e vor gedecktem r, Halle 1880, S. 41. sagt, 
in zwei andern Gedichten (abgedruckt bei A. Dinaux, Trouv. de la 



26 

= franz. ai, 

4. a*'=a*'=: ai (mai), ais (pais). 

5. a^^ = a^: ai (ai), ais (fais). =oo: aüle (vaiUe)^ aire 
(contraire), 

= franz. ain» 

6. a"" (Nasal) = a*% g", oe% ^, i*« : aen^ ("sainet). = o*% t «*, 

7. o" (Nas. -f- Cons.) = a% g' , oc^, r, r«^ : ain« (maine). 
= a% i", r : aint (saitU), 

= franz. au. 

8. a' (y = a", i": aus (loiaus). 

9. a" CK, i+Gons.^ = a% i": aw« (faus). 

= franz. o*. 

10. a' (+ nachton. m) = ö*, d*, m" : on (endur(m). == ^ 
^, 0": ons {menrons). = ^, o", m**: on^ (vow^). 



Flandre et du Tournaisis , pag. 345 — 347) streng scheidet. »Vielleicht«» 
sagt Hase weiter, »war, wie Handschritt F und G 75'» anheben , der 
KOnig von Navarra der Verfasser.« Auch Tarb^ hat das Credicht unter 
diesem Titel reröffentlicht (vgl. die Vorbemerkung Schelersj. Der Ansicht 
von Hase und Tarbe schliesse ich mich an, da sich in den Gedichten 
Thibaut^s von Navarra die Mischuns von an und en zeigt, s. Paul Meyer, 
»An et En toniques« in M^uioires de la Soci^t^ de Linguistiaue de Paris 
I, 264. Jocelin de Bruges scheint geschieden zu haben, da die Vermischung 
in der letzten Strophe der 1. Pastourelle sich nur in der Handschrift A 
findet, während M, fol. 211, der Bartsch, Romances et pastourellei 
fran9ai8es du XII^ et XlII« sibcles S. 316, folgt, anders liest; vgl. Hase 
S. 40. 

Gillebert de Bemeville trennt streng: an in 64, 74, 95, 98, 120, e» 
in 54, 57, 64, 71, 78, 86, 89, 96, 98, 100, 102, 109, 113, 122, 125, an und 
en getrennt nebeneinander in 64, 98, sodass die Gedichte 52 und 92, in 
denen an und en gemischt vorkommen, diesem Dichter abzusprechen 
sind. In 83 tritt diese Mischung nur in den letzten 2 Strophen auf^ die 
Scheler, wie er in seiner Vorbemerkung sagt, nach den Pariser Hand- 
schriften (die alle 5 Strophen haben) den 3 Strophen der Berner Hand- 
schrift hinzugefügt hat. Jene 2 Strophen sind jedenfalls nicht von GilL 
de Bemeville, imd da dieselben den nämlichen 4 zeitigen Refhun faietea 
wie die ersten 3 Strophen, die Handschrift von Bern iemer in Beniff aof 
ihre Autorschaft nicht immer zuverlässig ist, so können wir «noh die 3 
ersten Strophen unseres Gedichtes (HIL de Ba*^'- '^^a abfpreobeB. 




27 

= franz. ew, 

11. a« (0 == «'S *••, ö% Ö*, ©••: «iÄ (^««5)0. 

= franz. e. 

12. a* = ^^: c (jrrc). =qo: ee (amee), er {cler\ es (bantes). 

= franz. ie. 

13. a« (nach Pal.) = ae*' : ie (jugie). = ^*, oc" : ies {vengies). 
= a", ac% e*% ^: ier (iamtcr). = a^*, ^, c**^: ecr« (chiere). 

14. a*« (r/) = a^^a^f d*, e**: ier (avresier). = a% ^, 6**: 
WC {guerriere). ==■ ^% c**: icrs {pr emiers). 

= franz. i*). 

15. a« fnach Pal.) = r, r, t*, i^«, ^% ac% iu*: ic 
(ewÄeiflFme). 

16. yw« = r, r, I*, i", ^% a6*, a'': te (atc). 

Lat. e, 
= franz. ^. 

17. ^^ = a«: e(deM). 

= franz. e. 

18. 6" = i*=«: rf (chastd)^ ele {novele)^ es (pres)^ estre 
(fenestre). = a": ert (desert). = oo: rf« (ftci«). 

= franz. e«*). 

19. e'*^ == i": ens {sens). = «'% oö*'^: ent (tormenty = 06"*: 
e»*^c (entente). = oo: ewrfre {prendre). 

= franz. an% 

20. e'*" = a*"*: ans (^ans), an^ {argent), 

1) Neben toti« findet sich auch die Form Us im Reime. 

2) Eificeiithümlichkeit des pikardisch - burgundischen Gebietes, vgl. 
Mesftber Förster: Li Chev. as II espäes S. 415, Anm. zu 9524. 

3) Reine €% Reihen zeigen die Dichter Quenes de Bethune, Guill. 
^tiiiine, Qill. de Berneville u. Mathien de Gand; (Duo de Brabant 

«2 Gedichten, während in den 2 andern Mischung von tn und a« 

"t» 8. 



28 

= franz. ain. 

21. ^* = a% a", oe% 1% i**^: aina {plaine). 

= franz. o< ')• 

22. ^ = g*, 0*% Ä\ r, X\ c**: öj (woi, daneben mi), 

23. g^ = 0", t«^ r, *% e, c": ai (loi), == ati", o*% r, T, 
i", 6", f , ^: oie (ttmö^ß). = ö* , Ä% c*% ^, r: ois (cois). = c^: 
ot^ (avaif). = 6", t": ofsc {cortoise). = t**: (wV (wir). =« oo: 
(nen^ {amoient). 

24. a^ «) = at«", 0", S' , r, r, e«^«, S^% r : oic (moic). 

25. e" f jpO = ö", w^, ^, ^ , *^, y* : ot (recoi). {bj) = au% 
0", r^, g*, r, r, t*S r: oic (rfo/e). (x=c5) = ö% Ä% «•, I*, r: 
ois(rois). — (tj) = ^\ i": oise{coi$e). — (d)') = ^: aÄ(<Jroö). 

= franz. eu. 

26. e* (M) = ö*, ^, ö'St", a*: eus {menestreus). 

= franz. iS. 

27. ^ = ^% a% a", a«*: ter (ler). = d*% a% a**: iere 
(ßere). = ^% a" : iers {fier$). 

28. ö'^' (yr*), r/) = ^, a% a", ac*: ier (entier). — (gr) 
= ^, a% a'^': ter« (entiere). — (rj) = ^, a'': ters (mestiers). 

= franz. ien. 

29. ^=^: let» (m/en). 

30. ^ = f^: töw (ftiew). 

31. c''^(n;)=oo: te^n« (iiegne). 

= franz. 1 

32. g = r, r, ^, ^, e'*: t (m/, daneben titai). 



1) Eigenthfimlichkeit der Mitte, des Nordens und Ostens. 

2) Für das Französische ist in dieser Endong i antnaetien. 
iV) e+ct ergibt nur in diesem Falle oitt woraus wir auf (langot) 9 



schliessen müssen sonst stets it ?gl. 36. 

4) tiilleb. ''' ^'^^ 1 Mat de Gand »'*•" 



-^«a eiili^ XU enür. 




29 

33. S" (nach Pal.) = r, r% ^, 6"% S: i {merci). (nach 
Pal.) = r, r, i'^S e'^ ^: ?5 (pais), = r, V", y*% ^'r i56 
(prise). -- t% i" : i«^ (pWsO- 

34. ^v (i) = fv^ ^^ /«^«^^ e^c^ ^i is (pis). 

35. e' (Gutt.) = r, r, ^, ^, e*': i (|>n). = r, r, r, i*^% 

36. e** (c^, dj) = r, r, d*^, e, ^: i (sougi). — (^rr^ = 
J% %'' : ir (ew/tV vgl. 28^. — (dj, gr, nj, rj) = r, i'% y'*' : ire (eslire, 
enipire). — (tj, et, es) = r, r, i''% &'^ ^\ is (pris^ piSj sis). — 
(tj) = r, j^% i'% ?: ise (prise). — (et) = %% t": »Ye (eslite), 

Lat. i. 
= franz. 1 

37. IV = r, r, i'S ae^, ^, a% a": ie (folie). = r, i'% 
^, ^, e'*^: is (dis). 

38. I^=r, F,i", ^, 06*, a% a'*: «e (amie). — r, i'% d\ 
^, e^': is (fis). = i": ile (pile). = i""^ e""": ir (mentir). = i'*, 
y**% e"': ire (ire). = i", y", e''% ^: Vse (mise). = i*'*, g^: i«^ 
w^5^. = i", e'*': lYe (merite). = €, ^, ^, 6": i (awi). =oo: 
ine (descline). 

39. i*') = r, r, i", ^, ac', a% a'*^: ie {otrie^ matäeplie^ 
faunie, lie). 

40. i*^^« (dj) = r, r, r, ^% a% a": i6 (envie), — (K, J/) 
= f: ile (gille), — (dr) = r, 6": ir (desir). — (er, dr) = 
f^, ß«*: ?re {dire), — (sc, es, c^, tt, cj, gj^ Ij) = r, f, ^, 
6?% e": is {desdia). — {rj , tj) = r, y", e", ^: ise (ßistise). — 
(ss, sc) = f", ^: is/ ipeist), — (et, tt) = V, c'*: iYc (dite). 



1) FQr *auc<oricaf findet sich in unserm Texte auch einmal regel- 
mässig (i anter dem Tone =0«) otroie vgl. 49 (folg. Seite), während otrie, 
entstanden durch Einfluss der unbetonten Form, fünf Mal vorkommt. 
Wegen der Doppelform von moutepHe vgl. Thierkopf, Der stammhafte 
Wechsel im norm. S. 47; Yon faunie (vgl. Scheler S. 279) ist mir keine 
Doppelform bekannt; auch von Ugare finden sich beide Formen, vgl. 
Behrens Unorg. Lautvertretung etc. (Frz. Stud. III 6) S. 63 fH. 



30 

= franz. 6, 

41. icc^=eco: el (passet)^ de (aissde)^ es (ades?)^ estre 
^seniestre); =qo: ete (anniete). 

= franz.. e». 

42. icc = e^, oe^: ent {sovent). = e^^: ens (ceens). 

= franz. ain. 

43. F . (demaine). (maini). 

I = a*', a*^, ec, oe^ : aine = a^, a^ : aiW 

44. i*^«' (ckmatn«) (totn^). 

= franz. au. 

45. ?<^ (7Z^*) = a% a^: aus (ciaus). 

= franz. eu. 

46. ««c (11)^) = e««, ^J«, ^, o«», a^: cms (ccm5). 

= franz. oi. 

47. *«^) = aM««, ooc, P, gc^ 6*^,^, T«, 2<^: oie{eha$toie).=^0^^ 
Ä«, i^, ^, e**: ois {pois). 

48. r = 0^, Ä% ^, ^, 6««, y^: Ol (envoi). = ati**, (/*, ^, 
g^c, e**, Yc, i~: oie (voie). 

49. Tc = 0«^, Ä% e, e*», ßcc, T: oi (fai). = au«», o«, «^, *, 
e«», r, !<*: oie (o^roie)*). = ö®, ti«, ^, e««: ois (/iwi). 

50. i** Cd;, ^*) = aw~ , o^^ S^ ^^ e^j T, ?*^ : oie (caroie). 
— (ffO = ^' ö*^ (wo^r). — itj) =z go^ e^: oise {envoise). 

Lat. o. 

= franz. tf.^) 

51. öc = occ^ woc. Q^ (awor). = ti": ors (amors),= c^ios 
(amoros). 



1) Neben daus begegnet auch ceus, vgl. 46. 

2) Vgl Anm. 1. 

?ß) Für das Französische ist in diesen Fällen lat. I ansQsetien. 

4) Vgl. S. 20, Anm. 1. 

5) Für 6 finden sich in unserm Terte die Schreibangen o, ou und 
eu. Die Aussprache ou gehört dem Nordosten an; diese wird gesichert, 
durch die Beimreihen ous, our und ours, während die Beimreihen em 
und euse beide Aussprachen zulassen. 



29 

33. S' (nach Pal.) = r, r, ^, e^S ?: i {nierci). (nach 
Pal.) = r, r, i'^% e'^ ^: ?5 (>a?s). = r, V", y*% ^'r i^e 
iprise). =•- *% i''*' : ist (prist), 

34. ßv (i) _ fv^ fß^ jVc^ e'«^ ge; ^5 {^pis), 

35. e*^ (Gutt.) = r, r, ^, g^, ^': i (pri). = r, r, r, i'% 
ae', a*^, a": ie (prie). 

36. e*' (c^, dj) = i", 1^, ^, ^, ^: i (sougi). — ^flFr> = 
r, i"^*: ir(en^irvgl. 28^.— Cd;\5fr, n;,r;') = r, ^'% y": ire(eslire^ 
empire).—(tjy et, es) = r, r, i*''', d\ g*: is (pris^ pis, sis). — 
(tj) = r, j^% i'% ?: *«c (prise), — ("c/^ = J% i'«: Äe (eslite). 

Lat. i. 
= franz. f. 

37. ZV = r, r, i'% ae", ^, a% a": /e (folie). = r, i*^', 

38. r=r, 1*^,1", ^, 06*, a% a'': ie (amie). ~ r, i", d^ 
r, e^*: 2« ("Z?«^. = i": ile (pile). = 1*^% e""": ir (mentir). = i'% 
y**S e^*^: ire (irc). = i", y", e*% ^: i^e» {mise). = i*^*, ß": i«^ 
mist. = i", e*': lYe {merite), = e, ^, ^\ 6": i (ami), =oo: 
ine (descline), 

39. ^') = r, r, i", ^, ae% aS a^': ie{otrie^ mouteplie^ 
faunie, lie), 

40. i^« (dj) = r, r, r, ^% a% a": le (envie). — (Zi, Ij) 
= r: VZe (y/ZZe). — (dr) = r, c": ir (^desir). —(er, dr) = 
r=, e": Vre (dtre). — (sc, es, c^, <^, c^', gj, Ij) = r, r, ^, 
e% e": is (desdia).— {rj, tj) = f», y", e", 5^: ise (jiistise). — 
(ss, sc) = r, ^: is^ (oeist). — (et, tt) == V, e**: i^e (d/^e). 



1) Für *auctoricat findet sich in unser m Texte auch einmal regel- 
mässig (i unter dem Tone =0«) otroie vgl. 49 (folg. Seite), während otrie, 
entstanden durch Einfluss der unbetonten Form, fünf Mal vorkommt. 
Wegen der Doppelform von moutepHe vgl. Thierkopf, Der stammhafte 
Wechsel im norm. S. 47; von faunie (vgl. Scheler S. 279) ist mir keine 
Doppelform bekannt; auch von Ugare finden sich beide Formen, vgl. 
Behrens Unorg. Lautvertretung etc. (Frz. Stud. III 6) S. 63 ff. 



32 

63. ö^ (dj) >) = ü\ e , ^ , yv, Ts e^: oi (ami). = aul^^ 
r', ^, r, F, e<^, i^: o/ß {anoie), 

= franz. etf. 

64. ö*^ = ö*^ , 0^ , e*^ , /«^ , a«' : e??^s (awcrews). = oo : euse. 
05. ö" -= ö^, 0^^, f^*', i^*^, a<^: 6wä (7cmä). 

66. 0*^ (cJj = ö*^, ö*^, ei^, ?*^«, a^: ews («4s). 

Lat. u. 
= franz. w. 

67. n<^ = M% öS o"^: ti t/es^M). = w^c : us (8alus), = oo: ure. 

68. Ä'=mS ö'', (P: u [fu), 

69. M^ (M)^) = w«: MÄ (nws). 

= franz. lif.^) 

70. w« (Gutt.) = it', öS ^^*^ : wi (desdni). 

71. Ä^ = äS 0% o«'«': ui (fui). 

= franz. oi. 

72. ii* = 0^, ^, ^, r, T^, 6<^: 0* {amhedoi). 

73. Ä^ (c-|-e) = ö% ?°, T^, e<^^: ois(nois). 

= franz. d. 

74. w^('rn^=ö% o*^^: or (jor). — ('mO = ö<^: or8(e8tor8). 



29 und 32 und bei Joe. de Bruges 1, so dass sich über die Ideniit&t der 
beirlen oi an dieser Stelle nicht« feststellen lässt; doch können wir aus 
dem Resultate der Anm. 2, Seite 31 schliessen, dass, da Quenes 
de iiethune und Duc de Brabant zu den ältesten der hier in Betracht 
kommenden Dichtern gehören, (ersterer lebte um IISO — 1224, letzterer 
regierte von 1247- 12S[); vgl. Mätzner, Altfranz. Lieder S. 130 und 138), 
auch Guillaume de Bethune uud Oill. de Bemeville nicht mehr zwischen 
6% und öl unterschieden. 

1) anoif durch umgekehrte Analoffiewirkung, nämlich der unbetonten 
Form auf die betonte entstanden, (vgl. Rossmann, Französisches ot, Diss. 
Erlangen 1882, S. 14) findet sich in unserm Texte nur einmal im Reime 
bei Gill. de Bemeville, während die übrigen Dichter stets die regel- 
mässige Form anui gebrauchen, vgl. 61. 

2) TJt welches in diesem Worte vor complicierter Consonanz steht, 
in welcher Stellung es sonst zu 6 wird, ist als ü aufzufassen, wie ja 
auch Lücking, Alteste frz. Mundarten Seite 146 aus der Zusammensetzung 
des Wortes nachweist: nuUu8-=.ne uUu8^=ne ünulus. 

3) Vgl. S. 31, Anm. 2. 



33 

= franz. ou. 

75. ««c (f^) _- ^. ^^ (jour). (rn, rs) = ö<*: aurs 
(secours) vgl. 74. 

= franz. ö. 

76. w«« ('«;>) = awc, o<«: o^ ^wo/j;. 

= franz. o«. 

77. w«« (mm) = ö""^ if^, a"": an (som). (nt, nd) = o«», ö% 
a*: on/ {mont). 

Lat. ae. 
= franz. iS, 

78. ae* = a« (nach Pal.) : ie (lie); = ^, a* (nach Pal.) : 
es (lies); = 6f*, ^«, a% a": »er (quier), 

= franz. 1 

79. de* = r, r, S% i«% aS a": ie ßie). 

Lat. 06. 
= franz. e„. 

80. oe'^"' = c^% i": en^ (repent); = c**: en^c (repente), 

= franz. ai«. 

81. o€^ = a', a**, g", r, i": atne (jpaine^. 

Lat. aie. 
= franz. d. 

82. ati^^ = 0« : o^ (7)^). 

= firanz. o». 

83. vgl. 10. 

= franz. ai. 

84. au" (dj) = 0*% r, g*, r, I*, c*% i": otc 0'<>*V- 



1) u vor ccnnplicierter ConBonanz ergibt hier gegen die Regel ein ö, 
80 dass wir ftir das Romanische ein vq1£[. lat. ^moUum ansetzen müssen, 
vgl. Rambeau, Über die als echt nachweisburen Assonanzen des Rolands- 
liedes, S. 207. 



34 

B. Nachtonige Vokale. 

85. Von den nachtonigen Vokalen behält nur a seinen 
Silbenwerth; es schwächt sich zu e ab, wie aus den Reim- 
roihen hervorgeht , in denen es nur mit sich selbst gebunden 
erscheint: a=Qo: aille^ ance^ &, ele^ ente, de, euse, te, ieyne^ 
lere, ile, ine, ite, oie, oie>U, orne, ure, 

86. Ausgenommen ist folgender Fall, in dem flexivische 
Eigentümlichkeit zu Grunde liegt: a = i, u: oit {javoii). 

Die übrigen Vokale (e, i, o, ?*) schwinden ohne Ausnahme, 
sofern sie nicht vom Tonvokal attrahiert werden (vgl. 10 und 
ai = avi): 

87. 1) in letzter Silbe: 6, i, o, w = o: ah, i, is; =oo: 
ans, ant, aus, e)is, mit, es, ier, res, ir, ois, on, ons, or. — e, t, 
= o : a; = oo : ist — e, i, h=oo: aint, e, er, — e,o, w = o : 
ai, oi, ui, WS ; = 00 : iers, oir, ors, our, ours, — e, m = oo : oZ, 
as, ie, ien, ont — /, o, u =oo: el, eus, n. — i, u = oo: eri, oi» 
— 0, M =7= o: ous; = oo: art, eis. — u = o: os; = oo: es. 

88. 2) in vorletzter Silbe: e = o: age, aire, aus, ent, 
enie, estre, ir, ire, on; = oo: endre, — i = o: ant, art^ ens^ 
ent, ente, estre (y), ons. — o = o : age, estre. — w = o : eus, 

89. In folgenden Fällen zeigt sich ein durch den Reim 
gesicherter Stützvokal: c »* o ?* = a: age (rage). — e o u = a: 
aire (repaire). — e iu = a: estre (Sevestre). — e u = a: ire 
{empire). — u = a' aine {demaine), ise (servise). 

C. Cofisonanten. 

Dentale. 
Lat. t. 

= franz. t. 

90. '^ == H% HV : ite (merite). 

91. T = H% "SS"", estre (honeste) ', = Ht", 'r: ite (dite); 
= oo: ente (attenie). 

92. 7^= = 'r, ''SS'", estre {diestre). 



35 

93. *^') = <^^: aifU (sainf); ert (souffert); oü (drcrit); = 
'ty «^ 'dt'>: ont {front); = Hf''\ ^t: ot {tost); = ^t, ^dS^^i 
ant (avant); ent (gent); = ^d^"^: art (pari). 

94. H = ^t, *^<^>, «di'>: ont{vont)\ = oo i oient (amoient). 

95. «^ = 'i^"^: aint {$naint); ert (desert); oU (croit); = 
% '^^''\ ^d^"^: ont {semont); = oo: »s^ (mist). 

= franz. O. 

96. ^^^ = o, d, d;, c, ^, V in gl. St.: ie (vie); = o, d, 
^;» c» 5^» ä;» ^ ^i in gl. St: oieißoie); = d in gl. St.: ee (amee). 

97. 7^ = 0, V*, 'flf% ^j-*, ^Ä*^: aire (repaeVa). 

98. '^^)= o, "d<^^: ^ (^cÄan^;; = o, d, d;, c, r, c^ in 
gl. St., "c: i (senti); = % V'h u (salu); = co: ie (aidie). 

99. H^""^ (nach c) = o, ^^'\ d, d;, c, v in gl. St., ^c: i 
(sougi). — (nachi)) = o, "dS"^, dj^ c, g, h in gl. St.: oi(recoi), — 
(nach r) = o, ^w^""^: or (^or). 

100. '^ = o, ^»i: (i^e, aine. aira, ee, eZe, C5^re, i, ie, iZe, 
ine, ire^ ise^ ite^ oie, oise; = "m: ente, iegne, orne; = H^''^ 
''c^"^ : u (fu); = 00 : aüle (vaille). 

101. H = ^c, ^m: a (va). 

Lat. tt, 
= franz. f. 

102. *'«" = H', •'^'': i^e (petüe); = co: ete (amiete). 

103. •«<•'> = *^''^ ••^ : 0^ (mot). 

Lat. «[«]. 
= franz. t. 

104. ^^[<] = *<^''\ ^d^''\ 'd[t\: ent (sent). 

Lat. «[«]. 
= franz. «. 

105. '^[5] = *5, "«[5], *"5, ^x, "s^'), 5c, a;, cj, tj, c in gl. 
St.: is (ois); = ''s^^\ ^s[s], % ^s, 'c^'^: 0/5 fcoi«); = «'s, ''s<''>, 
*=«: W5 isaltts); = •5[s]/*s: e5 {antes}; = ^s: ies (lies). 



36 

106. «/[«] ='x, ••^, •(?/•), c in gl SL: ais {fais); ^ V\ 

in gl. St. : is (dis). 

Lat. tt{s]. 
= franz. «. 

107. •«[«] = »5, '«[ä], ••^, 'a;, 'Ä^'), 5C, X, cj, Jf;, cingl.SL: 
is ipetis); = •«, •5^*\ '«[ä]: 05 (fc5). 

^i s. j. 

Lat. <{. 
= franz. d. 

108. "*• = 00 : endre. 

= franz. f. 

109. •(«(•), = <^(^\ •d[^]: an^ (gratU); = •<<•>: orf (1ar<;; 

= franz. o. 

110. 'rf* = o, t^ djj c, Qy V in gl. St.: ic (o/f^); = o, 
^i^i> c» fl'ifl/i ^ ^j in gl- St.: ote (croic); •= Mn gl. St.: c« (Me); 
= o, 6 in gl. St.: ow/ ("von^. 

111. •**• == o, •'^•: ir (desir); = o, c, g, ty in gl. St.: 
ire {desirre). 

112. •(?(•> = o, •^'>: i (degre); = o, t, d[/, c, c«, v in 
gl. St, «"c: i (ni); = o, p^, d;, c, ^r, b in gl. SL: oi (/bt). 

Lat. <l[«]. 
= franz. f. 

113. ^d[t] = '«<•', '^•'>: ot (ot); = ^^'\ 'i: oit (craü). 

114. «dM = •^^'•\ ''**'>: an^ {engrant); = *<<•>, '*•>: 
en^ (prent). 

= o. 

115. •"d[q = 'm, •"c, H: a (va). 

Lat. cl[«]. 
= franz. s. 

116. •(?[«] = ^s, ••«[s], % % U^ '^. «, (|;, ^\ c in gL 




37 

SL: is (fis); = •^^•\ '«H» '^» '^i 'c^'^- ois {canrais); = ♦«, 
•5^*), 's: US (nus). 

117. •£?[«] = •«: atw (^rans). 

d> s. j. 

Lai. 19. 
= franz. s, 

118. *5* = sj, cj, tj in gl. St: ise {devise); = tj in gl. 
St.: (W56 (cour^otse); = oo : euse {dolor euse). 

119. '5* = •5S% 'a:«: e^fre (fenestre). 

120. V = s«, sc in gl. St.: w^ (mist). 

121. '^^'^ = *s, •«[«], '-5, 'a;, •a:<»\ sc, cj, tj, c in gl. St: 
i« (paradis); = *5[5], '-5: ew« ("omer^us^; = '«[s], % 'a?, 'c^'h 
015 (cor^«); = 's, "4^], *^s: 05 (amoros); = ."s, *•*: üs (u5). 

122. *=5<*^ = '5, *^5[5]: aus (/aws); = '«[s], "-s, •(/<'^: cns 
(pens); = •*, '«[s]: owrs (secours). 

123. 's = •s^^\ ""sls]: atis (loiaus); = ^s^^\ ^s[s]: eus 
(Zetts); = *s^^\ ^s[s]: otirs (amours); = oo: ds (ftcZs), iers 
(premiers)y ons (bons). 

123*. "s = 's^'\ *s[s], T^;>: ens (lens). 

124. ^s = ^s[s], ^a;, •«, V^\ sc, x, cj, tj, c in gl. St: 
is (dis); = V^>, ^s: ms (plus). 

= franz. o. 

125. ^s = o, Td^^), d;, c, 5r, ji^, 6 in gl. St: oi (iroi); 
= o: on (enduron). 

Lat SS. 
= franz. s. 

126. ^ss* = s, sc in gl. St.: ts< {ocist). 

127. ""ss^^^ = 's: as (pas). 

= franz. «f. 

128. ''ss'' = "^s", vX*: estre (estre). 

Lat. ^^]. 
= franz. s. 

129. ""sM = *^s : es (remes) ; = V'', "'s : cms (amereus) ; = X 



38 

••«, ^a:, V''\ Xj 8Cj cj^ tj^ c in gl St.: is {ris) ; = ▼5^''\ ▼a?,*-«, V*^' 
ot> (pois); = ""5, ''s^''\ *s: os (plorous). 

130. *45] = V^\ •«: aew (/ou5); = •«<^\ -ä, •I/^>: 

sj s. / 5C s. c. 

Gutturale. 

Lat. e. 
= franz. c&. 

131. *(?▼ = cj, tj In gl. St: anc« (franche). 

= franz. «. 

132. V^> = ^s, M«], % ^^, ''s^''^ X, sc, cj, tj, in gl. SL: 
is (BecUris). 

= franz. is. 

133. V^' = ""Xy 's, ^c/^J: a«5 (pes); = ^^M, ▼ä^^), ▼z, 
's: ow (^vots). 

= franz. vokalisiert. 

134. V = o, ^, d, (^*, c, i^, t; in gl. St.: le (jprfe>). 

135. ^c« = Y% V^^ ^c""^- «**« (ßis); = o, V*% <f ^» <?f 
c^ ä;, t7, l, Ij in gl. St., tc/^>: w (^*s); =o, ▼«r: fte (eslite); 
= o, ▼^^^^ d, dj, V in gl. St., ^c: t («om^»). 

136. ▼c* = V«, 'j\ ""^S ^^A': aire {faire). 

137. 'c* = c, «(r% g in gl. St., 'c*: aint (taint). 

138. ^(f^^ = j,pjyhjyg, h in gl. St., ^i, ▼c: ae(t;era»); ==o, 
t. d, dj, c^ct, V in gl. St., yCi i (pri); = H, V^), ^d/^), V: 
ui (desdui). 

139. ^c = V\ Pit ftj» c, ^, A in gl. St., «i: ai (fai). 

= franz. o. 

140. ^c^ = o, n in gl. St.: age {voiage); = o, <, d, 
dj, Ci </» t' in gl. St.: ie (amie); = o, ^ d, dj, c, ^, «;, 6, Ij 
in gl. St.: oie {otroie); = o: irc (mtre). 

141. V = o, ^^% d, c, c<, ^;, j, v, Z, Z; in gl. St.: is 
(dis); = o, ''ct^i ite (dite). 






39 

142. *c« = o, »c-*, V» *^: «^ (satW). 

143. V^ = o , d, ^, n; in gl. St. : ire {dire). 

144. V^^ = o, ^, d, d;, c^, t; in gl. St., v^: i (rfj); = ^t, 
V^: w (/es^w); = o, d, d;, ^, p^, ft, in gl. St.: oi (ottroi). 

145. ^c = o, ^^^\ d, d;, c, c^ v in gl. St.: i (ensi); -= 
o: ui (autrui); = ▼m, ••^: a (fa). 

Lat. X (=€8). 
= franz. Ä 

146. ^sf = ^5% ^S5'=: e5/r6 (diestre). 

147. ^^^> = ^s, ^5[s], «5, V^>, 5C, c/, tj, c in gl. St., ^x: 

is (di^). 

= franz. is. 

148. v^ = c.^^ ^gj(v)^ vc(v). ^^ (jpatV; = V^\ ▼s[5l, V^^: 
M5 (m^); = ^5, X^], ^^Ä,""«^^'» a;, 5C, cj, tj, c in gl. St.: is {sis). 

Lat. M. • 

= franz. 8. 

149. ^5c^^> = vs, vä[s], *^5, rx, ^s^^), AT, c/, i(;, c in gl. St.: 
«5 (^esjöts). 

150. vsc*" == 5, SS in gl. St.: ts^ (ßorist), 

Lat. c[«]. 
= franz. s. 

151. ▼cC«] = ▼«, ^s[5], % ^a:, ^s^ 5C, x, c;, ([;, c in gl. St.: 
is (amis) ; = "'s^'^\ ^s[s\ ** 5, ▼a:, ^c^"^^ : ais {nois). 

152. 'c[s] = *=s^^^, *5[ä], ••«: cMiS (decaiis), 

et s. c = vokalisiert; c^* s. ;. 

Lat. ST- 
= franz. g (pal.) 

153. V* und "g'' = Hj^y ^d;\ i>;, Ij in gl. SL: fl^e {Gar- 

tage, sage). 

= franz- vokalisiert. 

154. ▼^^ = o, ▼d«: ir (entir); = ▼/% c, ä in gl. St., *jV: 

aire {debonaire). 

155. v^.« = v^;^ v^y^v)^ T^.«^ v^v). ^i^ (mats); = o, ▼d;% 

^d % c, n; in gl. St. : ire (eslire). 



40 

15C. V^^ = i. «/, ft;» c, h in gl. St., % vc: at (esmai). 

= franz. o. 

157. v^ = o, ^, d, djy c, V in gl. St.: t> (?ic); = o, t, 
d, dj, c, a/, h, hj in gl. St.: oie {chastoie). 

158. ^gf* = o: ier {entier), iere {ewtiere\ oir (noir). 

159. V* = <=>, d, dj, pt, ft, c in gl. St.: oi ^;. 

fl; s. j. 

Lat. Ii.. 
= franz. vokalisierL 

160. ^A^^^ = i, ly, Ji, c, 5r in gl. St., % ^c: a» (rc^roO. 

Lat. J (und lat i u. e im Hiatus). 
= franz. i. 

161. y^> = ^7 0^,*, pj, bj in gl. St., V, H*: ai (maf). 

162. V*i = !;^ ""^S ^*'% ^9^' ^i^^ {maire). 

163. V^ t= o , ^' in gl. St : aine (^demaine), ire (emptre); 
= o: aire (cantraire)^ iere (guerriere). 

164. •/• = o , j* in gl. St. : iers (prefniers). 

165. */^^ = o , ^" in gl. St : ier (avresier). 

= franz. o. 

166. ^j^ = o, j' in gl. St: aine (inaine)^ ire (martire). 

167. «/^^ = o , i in gl. St : ier (mestier). 

168. •;* = <^» i i" ?'• St.: ier« {mestiers). 

Lat. O'. 
= franz. g (pal.) 

169. ^^;^ = "df^ pj^ bj, g in gl. St., ▼gr«: oj^e (vaiage). 

= franz. o. 

170. •{[/^ (nach n) = cj, c in gl. St.: ance (cheance). 

= franz. s. 

171. ^<;^ = ^5^, 5^, c; in gl. St: ise (justise); = * in 
gl. St: oise (envoise). 

172. ^^/^> = ^5, V^\ • 5, '^sc^'\ X, cj, c in gl.St, ^x: is (pris). 

173. V^ = *=5^'>, «s: en« (comens). 




41 

Lat. dj. 
= franz. g (pal). 

174. "d/ = pi, bj, g in gl. St., Hj'% Y'- (^e (gage). 

= franz. i. 

175. «'d/ = o, ^, d, c, ^, gj, h, hj, in gl. St.: oie ^oie;. 

176. 'd/"^ =o, t, d, Cj et, V in gl. St., "c: i (mi); = o 
% V''\ ^, ft, d, i?^ in gl. St. : oi (anoi) ; = o, •*, "i^*). "i« , «"c* 
u^ (anui). 

= franz. r. 

177. r^jr = v*, ^r', «r: ire (mire). 

= franz. o. 

178. 'd;* = ty d, c, g, v in gl. St.: ie (envie). 

Lat. ^'. 
= franz. s. 

179. ".9/ = *«•, 9, ^7 in gl. St.: ise {Denise). 

Lat. oj. 
= franz. c. 

180. •'cy* = tj, c in gl. St.: ance {lance). 

= franz. s. 

181. ''cj'' = s, sj, tj in gl. St.: W6 (desconfise). 

182. •'c/^^ = ''5, "^L«], •"a;, "ä^"), 5c, rc, IS/, c in gl. St. 
iÄ {delis). 

= franz. i«. 

183. •'c/"^ = ^'x, % •€(•>: ais (tais). 

Lat. «;. 

= franz. o. 

184. ""gj" = o, t, d, di, c, ^, 6, 6; in gl. St.: oieicorroie). 

185. *^flfj' = o, t, d, c, c^, 17, Ij in gl. St.: i« (Remis). 

Lat. pj. 
= franz. jr (pal.) 

186. -pj' = di, fei, gr in gl. St., ^//% V'^ «^^ ^««i/«>- 

3* 



42 



187. 



r^y(.) 



191. 
192. 






= franz. i. 
*'i '/'N ^ f^» At <!/ in gl. St., •'c: ai (sai). 

Lat. ft/ 
= franz. ff (pal.) 

188. '/>/ = dj, pj, g in gl. St., ^tj% ^g': age {rage). 

= franz. i. 

189. rhf'^ ^- •^7, V^'\ ;>/, c, Sf, A in gl. St., 'c: ra (/if). 

= franz. o. 

190. ^hj"" — o, f, rf, rf;, c, ^, .^^*, h in gl. St.: oi6 (daie). 

Lat. i^'. 
= franz. L 
l, W, in gl. St.: ile (müe), 
= /, U in gl. St.: ai (nonal), 

= franz. o. 
19:^ •'I;* = o, ^, rf, ,s r, et, gjy j, / in gl. St.: is (Vis). 

= fianz. 1J, 

194. »-gif = oo: <i?7//» (vnüle). 

Labiale. 

Lat. jpä.^ 
= fra