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Full text of "Beitrag zur fauna Centralpolynesiens. Ornithologie der Viti-, Samoa- und Tonga-inseln;"



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5 C'A (/-i^ 



BeUrag 



Fauna Centralpolyiiesieiis. 



Ornithologie 



der 



TUi-, §amoa" und Tong^a- Inseln 



0. Fiiiscli und Cr. Hai'tlaub. 



Mit 14 nach der Natur litbographirten und colorirteu Kupfertafeln. 



Halle, 

Druck und Verlag von H. W. Schmidt. 
18 6 7. 



Herrn 

Joliann Cesai' Oodeffroy 

in Hamburg 

hochachtungsvoll gewidmet 



den Verfassern. 



MAYC" 1957 









Uie reichen zoologischen Sammlungen welche, auf Ver- 
anlassung des Herrn Johann Cesar Godeffroy, Herr Dr. 
Eduard Gräffe aus Zürich auf den grösseren Inseln der Viti- 
und Samoa-Gruppe sowie auf den kleinen einige Breitengrade 
nördlicher gelegenen Inseln Wallis oder Uea erbeutet hat, 
schliessen eine verhältnissmässig bedeutende Anzahl von Vögel- 
arten jener oceanischen Eilande in sich, und dürfen als die 
nächste Veranlassung zu der nachstehenden Arbeit betrachtet 
werden. Es ist diese Arbeit gleichsam die erste wissenschaft- 
liche Frucht jener zugleich merkantilische und wissenschaft- 
liche Zwecke verfolgenden Expeditionen nach der Südsee, 
welche der oben genannte hochgeachtete Bürger Hamburgs 
vor einigen Jahren als erste Vermittelung directen Verkehrs 
jener entlegenen Gebiete mit Deutschland zu entsenden be- 
gonnen hat, und welchen, fasst man die bisjetzt erzielten Re- 
sultate ins Auge, ein ferneres erfolgreiches Bestehen und wo 
möglich eine noch weitere Ausdehnung dringend zu wünschen 
ist. Aus geographisch - zoologischen Gründen erschien es ge- 
rathen, die zwar bisjetzt noch nicht von Herrn Dr, Gräffe 



VI 

durchforschte uns aber seit der Reise der beiden Forster mit 
Cook nicht mehr unbekannte Gruppe der Tonga-Inseln mit in 
den Kreis unserer Betrachtung zu ziehen. Die beigefügten 
Originalabbildungen sind wesentlich geeignet zur Erläuterung 
einiger neuer oder ungenügend bekannter Arten und Eier. 
Wir hoffen, es werde dieser das vorhandene ornit'hologische 
Material vollständig zusammenfassende und critisch sichtende 
Beitrag zu einer Naturgeschichte Centralpolynesiens wohlwol- 
lende Aufnahme finden bei den Freunden der Wissenschaft, i 
Bremen im Januar 1867. 



Einleitung. 



Unter dem Namen Centralpolyuesien wollen wir diejenigen unter den 
Inselgruppen des stillen Meeres verstanden wissen, welche, continentaler Nähe 
und continentalem Einflüsse möglichst weit entrückt, ihre insularische Selbst- 
ständigkeit und Unabhängigkeit, ihren polynesischen Character schärfer aus- 
geprägt zeigen, und die der westlich paläotropischen oder australischen Regiou 
Sclater's nur entfernt beizuordnen, im Hinblick auf die ihnen eigenthümliche 
Thier- und Pflanzenwelt mit einem modernen Ausdrucke „Schöpfungscentren" 
genannt werden können. Wenn dies, wie schon Pucheran hervorhebt, in aus- 
serordentlichem Grade von Neuseeland und den Sandwichinseln gilt, die Beide 
eine Fauna von originellstem Gepräge aufzuweisen haben, so bieten doch die 
Samoa- und Tongagruppe, der Viti- Archipel , die Societäts- und Marquesas- 
inseln soviel an ihnen eigenthümlichen und characteristischen Formen dar, dass 
jener bezeichnende Ausdruck auch auf sie, wiewohl in etwas weniger prägnan- 
ter Weise, seine Anwendung findet. Die Gattungen Tatare, Erythrura, Lep- 
tornis, Sturnoides, Aplonis, Didunculus, Serresius, Phlegoeuas, Chrysoena und 
Prosobonia sind theils acht theils vorwaltend oceanische und scheinen wenig- 
stens innerhalb der Klasse der Vögel die Annahme eines zoologisch - specifi- 
schen Gepräges für ihre respectiven Wohngebiete zu rechtfertigen. 

Geographisch einander' genähert und von nächstverwandteu natürlichen 
Bedingungen influenzirt, sind die drei Gruppen der Viti-, Samoa- und Tonga- 
inseln vorzugsweise geeignet, unter gewissen gemeinschaftlichen physiographi- 
schen Gesichtspunkten betrachtet zu werden. Ihre Ornithologie, obgleich ohne 
Zweifel noch weit davon entfernt uns vollständig bekannt zu sein, ist dennoch 
erst vor Kurzem so erheblich bereichert worden, dass es in der That nicht 
mehr schwer fallt, den eigentlichen Character derselben, ihr geographisch-zoo- 
logisches Gepräge wie ihre Beziehungen zu den Avitaunen auderer Länder 



vin Einleitung. 

festzustellen. Es wird zvx den Aufgaben dieses Buches gehören darzuthun, 
dass das Kapitel von den Vögeln keines von den uninteressantesten ist in der 
Thiergeschichte der Südsee. 

Unsere früheste Bekanntschaft mit den Vögeln des stillen Meeres stammt 
her von der ersten und zweiten Reise Cook's. Die Speciesnamen „pacificus", 
„eimeensis" , „tabuensis", „ulieteusis", „sandvicensis", ,,taitiensis" , u. s. w. bei 
Gmelin nnd Latham (1789 und 179U) bezeichnen ohne Ausnahme Arten, die 
von Banks oder von den beiden Förster gesammelt und nach England gebracht 
worden waren, und deren erste Beschreibung Latham's 1782 erschienenes eine 
Epoche in der Gescliichte der Ornithologie begründendes Werk „General 
Synopsis of Birds" enthält. Unter den hundert und ein Vögeln, welche die 
nachstehende Arbeit behandelt, befinden sich ein und dreissig von jener Zeit her 
bekannte, nämlich : Haliaetos leucogaster, Lorius solitarius, Coriphilus fringilla- 
ceus, Platycercus tabuensis, Eudynamys taitieusis, Halcyon venerata und sacra, 
Hirundo tahitica , Ptilotis carunculata , Tatare longirostris , Lalage terat , Mo- 
narcha nigra, Aplonis tabuensis, Carpophaga pacifica, Ortygometra tabuensis, 
Actitis incanus , Charadrius fulvus , Strepsilas interpres , Ardea sacra , Anas 
superciliosa , Sterna panaja , Sterna fuliginosa , Gygis alba , Anous stolidus, 
Puffinus nugax , Procellaria caerulea , Phaeton aethereus und phoenicurus, 
Dysporus piscator, Dysporus sula und Tachypetes aquilus. 

Die Societätsinseln Tahiti und Huaheine , die Marquesasinsel Weitaho 
und die beiden Hauptinseln der Tongagruppe Tongatabu und Eua oder Eaowe 
waren also von Reinhold und Georg Forster auf Cook's zweiter Reise durch- 
forscht, und es vergeht niinmehr längere Zeit, bis unserer Kunde von den 
Vögeln Polynesiens neuer Zuwachs zu Theil wird. Als die Viti-Inseln bewoh- 
nend kennt Latham nur zwei Arten: Platycercus splendens, den er irrthüm- 
lich mit tabuensis verwechselt, und Lorius solitarius. Erst 1836 machen uns 
die Naturforscher der ersten französischen Weltumsegelung der „Astrolabe", 
Quoy und Gaimard, mit einer dritten, Columba vitiensis, bekannt. Und neun 
Jahre später erscheinen, durch Sir William Jardiue eingeführt, Artamus men- 
talis und mit ihm als erstbekannte und zugleich merkwürdigste Art der Sa- 
moa-gruppe Didunculus strigirostris auf dem ornithologischen Forum. Die 
Südpolexpedition unter Dumont d'Urville mit den Schiffen Astrolabe und Zelde 
ist dann für uns das nächste Ereiguiss von Wichtigkeit. Unsere drei Insel- 
gruppen werden von den Naturforschern dieser Expedition, Hombron und Jac- 
quinot, besucht. Zum ersten Male figuriren die Namen „Vavao" (Tonga) 
und „Balaou" (Viti) als zoologische Fundorte. Die „Annales des Sciences 



Einleitung. ix 

naturelles" von 1841 bringen die Beschi'eibungen der merkwürdigen Gattun- 
gen Leptornis und (_^hrysoena. Aber erst 1853 wird uns die ornitLologische 
Ausbeute jener grossen Reiseunternehmung in zusammenhängender streng wis- 
senschaftlicher Gestalt durch Pucheran dargeboten. Pachycephala Jacquinoti, 
Monarcha Lessoni , Sturnoides gigas , Ptilinopus Perousii und Ptilinopus Cle- 
mentinae bereichern unsern Catalog oceanischer Vögel. Inzwischen ist schon 
1844 Lichtenstein's auf Kosten der Berliner Academie der Wissenschaften be- 
sorgte Ausgabe des zu den Schätzen der Königl. Bibliothek zählenden Manu- 
scriptes der beiden Förster erschienen. Mit Ungeduld herbeigesehnt hat dieses 
Buch den gerechten Erwartungen an den Namen seines Herausgebers nicht 
entsprochen. Lichtenstein war der Aufgabe, die er sich gestellt, damals orni- 
thologisch nicht mehr gewachsen , und sein Verständniss der Forster'schen Ar- 
ten ist ein höchst ungenügendes. Aber die vortrefflichen Beschreibungen des 
Buches zählen zu unsern wertlwollsten Documenten und lassen die für die 
damalige Zeit ausserordentliche Sachkenntniss und Befähigung der berühmten 
Keisenden im hellsten Lichte erscheinen. Dass so mancher Vögel, die im Sinne 
der heutigen Anschauung unbestrittenen Artenrang haben , von den Forster 
nur als Varietäten gedacht wird, darf uns nicht Wunder nehmen. Die Masse 
des unverkennbar Neuen unter dem Beobachteten blieb auch so sehr beträcht- 
lich , und scheue Ehrfurcht vor dem grossen W^erke Linne's konnte dazumal 
noch abmahnen von zu grosser Zersplitterung und Vervielfältigung. 

Kein Avissenschaftliches Keiseunternehmen irgend welcher Nation hat end- 
lich unsere Kunde von den Inselgruppen Polynesiens allseitig in solchem Grade 
geföi'dert, als die „United States Exploring Expedition" unter Charles Wilkes. 
Es wurden auf den Viti-, Samoa- und Tonga-Inseln etwa 50 Vögelarten ge- 
sammelt , und die Zoologen Titian R. Peale und Ch. Pickering fanden sogar 
Müsse zu einer Reihe werthvoUer biologischer Beobachtungen, Ueber der Ver- 
öffentlichung des die Säugthiere und Vögel behandelnden Theiles der Reise- 
beschreibung hat denn freilich ein Unstern gewaltet. Der nur in sehr wenigen 
Exemplaren nach Europa gelangte und durch die amerikanische Regierung 
selbst der weiteren Verbreitung entzogene Bericht Peale's Avurde von uns dem 
Hauptinhalte nach in Troschers (Wiegmann's) „Archiv für Naturgeschichte" 
Aviedergegeben , und als derselben im hohen Grade bedürftig mit critisch be- 
richtigenden Anmerkungen versehen. Aber erst 1858 sollte uns das bedeu- 
tende ornithologische Material der „United States Exploring Expedition" durch 
Cassin in wissenschaftlich entsprechender Form zugänglich gemacht werden. 
Der stattliche Band, in welchem dies gescliieht, bildet die einzige reichlicher 



X Einleitung. 

strömende unter den Quellen, aus welchen bisdahin für die Vögelkunde der 
Südsee zu schöpfen war. Noch sei erwähnt, dass namentlich bezüglich der 
TongagrupjDe, G. K. Gray's „List of Birds of the tropical Islands of the Pacific" 
nicht unwichtigen Nachweis darbietet. Bei Berthold Seemann nur die Notiz, 
dass er 46 Arten von Vögeln als Viti bewohnend kenne. 

Wollen wir jetzt einen flüchtigen Blick werfen auf die topographischen 
und landschaftlichen Züge der drei uns beschäftigenden Gruppen , so kämen 
dabei hauptsächlich die Inseln in Betracht, auf welchen bisjetzt gesammelt wurde, 
also von der Viti-gruppe Viti-levu, Vanua-levu, Kanathia, Ovalou und Balaou, 
von Samoa die Inseln Upolu, Tutuila und Kose-Island und von dem Tonga- 
archipel Tongatabu, Eua und Vavao. Der Viti- oder Feejee- Archipel, gelegen 
zwischen den Breiten 19° 47 8. und 150 47 S. und den Längen 180» 8' W. 
und 176" 50' 0., ist der bedeutendste der Südsee-, ein complicirtes Gewirr 
von 2 J5 Inseln und Inselchen mit einem Arealgehalt von 377 geogr. Quadrat- 
meilen. Ausgedehnte Corallenriffe umsäumen die vulkanischen sich bis zu 5000 
Fuss hohen schroffen Basaltpiks aufgipfelnden Inseln. Viti-levu, 94 Seemeilen 
lang und 55 breit, ist in seiner ganzen Ausdehnung ein Wechsel von Berg 
und Thal. Die Berge erscheinen bis zu einer gewissen Höhe mit Graswuchs 
bedeckt; die oberen Gebiete bekleidet, nach B. Seemann in der Höhe von 
2500 Fuss beginnend , dichte Waldung. Mächtige Ströme , von unendlichen 
Regengüssen durch zahlreiche Bäche gespeist, tragen eine Ufervegetation von 
wahrhaft tropischer Ueppigkeit, und die ausgedehnten alluvialen Niederungen 
nahe iln-er Ausmündung ins Meer sind mit Mangrovewaldung überwuchert. 
B. Seemann weist auf die grosse Verschiedenheit hin , welche hinsichtlich der 
Vegetation zwischen der Wetterseite der Inseln und deren nördlichen Küsten 
besteht. Dort tropische Ueppigkeit und Fülle, Schlingpflanzen und Epiphyten, 
hier schönes Grasland, hie und da mit Pandanusgruppen untermischt. Der 
grössere Theil des inneren Gebirgslandes ist noch unbekannt. 

Dasselbe gilt von V an u a-1 e v u, der nächstgrossen Insel des Viti- Archipels. 
Landschaftlich eben so reich characterisirt erhebt sie sich nm* bis zu etwa 
3000 Fuss Höhe und erscheint im Allgemeinen ruhiger gestaltet. — v o 1 o u , 
durchweg vulkanisch, hat wildzerklüftete Hochgebiete, die mit wohlcultivirten 
und sehr fruchtbaren Thälern abwechseln. Bei 7 Meilen Breite ist diese In- 
sel etwa 8 Meilen lang. Kanathia, dem nördlichen Theile der Gruppe ange- 
hörig, „a remarcably pretty Island" von 3 Meilen Länge bei 2| Meilen Breite, 
schildert Wilkes als ein bewohntes fruchtbares Hügelland mit steilem aus 
mächtigen Basaltsäulen aufgethürmten Centralpik und umgeben von einem 



Einleitung. xi 

Corallenriff. Viele der kleineren basaltischen Viti-Inseln sind dicht überwal- 
det. Die durchschnittliche Temperatur Viti's ist 80 •^ Fahr. Die grösste Re- 
genmenge fällt von October bis Mai, den heissesten Monaten des Jahres. 

DieSaraoa- oder Navigatorgruppe, gelegen zwischen den Breiten 13" 30' 
und 140 30' S. und den Längen 168" und 173" W., mit einem Flächeninhalt 
von etwa 32 geogr. Quadratmeilen, durchweg vulcanisch-basaltischer Bildung, 
begreift vier grössere Inseln in sich, deren grosseste, Sawai, ein einziger Berg- 
rücken von 6000 Fuss Erhebung, acht Meilen lang vmd zwei bis drei breit, 
noch sehi' unvollständig durchforscht ist. Besser kennen wir Upolu und Tu- 
tuila. Noch mehr wie Viti zeigt Samoa die schönste Entwickelung contrasti- 
render landschaftlicher Elemente, und Upolu gilt für die Perle des Archipels, 
ja der ganzen Südsee. Prachtvolle Bäume von riesigen Dimensionen geben 
so dichten Schatten, dass, wie Augenzeugen versichern, die Wälder Upolu's 
dunkler belaubt erscheinen als die Brasilien's. Der Character der Vegetation 
soll mehr an Indonesien als an die Societätsgruppe erinnern. Hie und da 
wiederholen sich die blätterarmen Casuarinahaine Neuholland's. Unmittelbar 
an den Saum des Urwalds gelehnt erstrecken sich die Cocos- und Brodfrucht- 
anpflanzungen der Eingebornen. — Auch Tutuila bietet ein Bild der reich- 
sten Pflanzenfülle dar. 

ßose-Island, die östlichste Insel der Samoa-Gruppe, ist ein ringförmiges 
Corallenrifi", zur Fluthzeit nur mit zwei kleinen Bänken über Wasser , deren 
eine dicht mit Pisania-Bäumen besetzt ist ; zahlreicher Seevögel selten beun- 
ruhigtes Asyl. 

Ein ausgedehnter Korallengürtel schliesst die neun kleinen dichtbewal- 
deten Eilande ein, welche wir unter dem Namen Wallis oder Uea kennen 
und die, zoologisch wie botanisch als eine Art Dependenz von der Samoa- 
gruppe zu betrachten sind. (13« 24' S. Br. und 176« 60' 0. L.) 

Ein ziemlich abweichendes Bild von den beiden bisjetzt geschilderten 
Inselcomplexen bildet der Archipel der flach corallischen Hapai-, Tonga- oder 
Freundschaftsinseln dar. Tongatabu , die Hauptinsel , zeigt bei einer Länge 
von 15—20 Seemeilen nirgends mehr als 60 Fuss Erhebung über dem Mee- 
resspiegel. Die Vegetation steht nach Wilkes hinter keiner tropischen an Fülle 
und Ueppigkeit zurück. Die vielgerühmte Cultur der Insel fand dieser jedoch 
übertrieben geschildert. Der Character der Scenerie ist vieler Orten ein park- 
ähnlicher, und Mariner spricht von Tongatabu wie von einem grossen Garten. 
Ganz anders stellt sich das kleinere Ena oder Eaowe dar. Mehr felsig 
und kahl erhebt es sich bis zu 600 Fuss Höhe über dem Meeresspiegel. 



xn Einleitung. 

Gruppenweise sieht man herrliche Baumbestände an den grasigen Abhängen, 
deren Fuss die Fruchtbaumhaine der Eingebornen säumen. Wer Georg For- 
ster kennt, dem wird die unvergleichliche Schilderung einer idyllischen Loka- 
lität im Innern Eua's erinnerlich sein. — Die Vavao-Gruppe, der nördlichste 
Theil des Tonga- Arcliipels , begreift dagegen nur zahlreiche uns als völlig 
nackt und steril geschilderte Koralleneilande in sich. 

Fügt man solch' buntem landschaftlichen Bilde die Thatsache hinzu, 
dass auf diesen von der Natur so verschwenderisch gesegneten Inseln Cen- 
tralpolynesiens essbare Gewächse und Früchte, wie Limonen, süsse Orangen, 
Wassermelonen, Zuckerrohr, Pisang, Bananen, Cocos, Chrysomela pomifera, 
Artocarpus edulis, Eugenia malaccensis, Dioscorea alata, Spondias dulcis, Ano- 
naarten und andere mehr in ungewöhnlicher Fülle und der Mehrzahl nach 
das ganze Jahr hindurch die mühelose Cultur überreichlich lohnend, gedeihen, 
dass selbst die Tiefe des Urwaldes verschiedene Baumarten mit essbaren 
Früchten birgt, dass ferner diesem vegetativen Ueberflusse eine an Arten und 
Individuen gleiclireiche Insectenfauna entspricht, so scheinen in der That alle 
Bedingungen vorhanden, um zur Annahme zu berechtigen, dass hier auch der 
Ornitholog sein volles Genüge finden müsste. Aber es steht in dieser Bezie- 
hung nur massig befriedigend. Wenn, ungerechnet ziemlich zahlreicher zum 
Theil sehr weit verbreiteter Grallatoren imd Palmipeden, 60 bis 70 Arten von 
Landvögeln eine sehr geringe Anzahl bilden gegenüber dem Flächeninhalte 
und dem landschaftlichen Keichthum der drei Inselgruppen, so erscheint die 
Summe der Individuen, also das Bestimmende des Eindrucks auf den Natur- 
freund, noch mehr in Frage gestellt. Berthold Seemann, der übrigens der 
zahlreich vorhandenen Tauben und Enten speciell gedenkt, fiel bei seiner Be- 
steigung des Voina , der höchsten Erhebung Viti-Levu's , die Seltenheit der 
Vögel in den oberen Waldungen nicht wenig auf. Der feierliche Eindruck 
dieser öden Hochgebiete steigerte sich noch durch die lautlose Stille, die über- 
all herrschte. Und Mss. Smythe , die Verfasserin eines sehr lesbaren Buches 
über die Viti-Gruppe, schreibt, es ruhe ein eigenthümlicher fast melancholi- 
scher Reiz um die Flüsse Viti's. Sie seien so still. Man könne stundenlang 
auf ihnen fahren, ohne andere Naturlaute zu vernehmen, als höchstens ein- 
mal den schrillen Ruf eines Papageien in der nahen Uferwaldung oder den 
misstönigen Schrei eines Sumpfvogels. Dagegen schildert Ch. Wilkes die 
Wälder Tutitila's als „fiUed with warblers-, " und an der schönen schon er- 
wähnten Stelle in G eorg Forster's Reise , wo eine liebliche Oertlichkeit im 
Innern Eua's, eine mit zartestem Rasen überwachsene ringsum mit hohen 



Einleitung. Jan 

dichtbelaubten Bäumen eingefasste Hochwiese beschrieben wird, heisst es: 
Kleine Vögel zwitscherten auf allen Seiten und Tauben girrten auf den schat- 
tenreichen Zweigen der Bäume." Soviel ist erwiesen , dass bis jetzt keine 
Landvögelart dieser paeifischen Inseln zu grösseren Schaaren gesellig vereint 
beobachtet wurde. Die Mehrzahl derselben scheint vielmehr paarweise ver- 
einzelt oder in kleinen Flügen vorzukommen. Als dem Eindrucke nach prä- 
^'alirend Mard einstimmig die Taubenform bezeichnet. Es ist übrigens sehr 
möglich, dass fortgesetzte Beobachtung uns liier noch neue Aufschlüsse bringt. 
„Die Ornithologie der Samoagruppe, so äussert sich Dr. Pickering, ist weit rei- 
cher ixnd variirter, als man gewöhnlich annimmt , namentlich auf Sawai , und 
ich habe Grund zu glauben, dass dieselbe uns noch keineswegs erschöpfend 
bekannt ist. " 

Die geographische Verbreitung der Vögel Centralpolynesiens lässt sich 
statistisch mit annähernder Schärfe darlegen. Von den c. 100 uns bekannten 
Arten wurden auf dem Viti-Archipel 59 , auf den Samoa-Inseln 48 und auf 
der Tonga-Gruppe 31 beobachtet. Als Viti ausschliesslich angehörend kennen 
wir 18, als samoensische 14 und als exclusiv tonganische nur 4 Arten. Ge- 
meinschaftlich bewohnen Viti, Samoa und Tonga : Strix delicatula, Endynamys 
tahitiensis , Collocalia spodiopygia , Ptilotis caruuculata , Carpojihaga pacifica, 
Rallus pectoralis , Ortygometra tabuensis , Actitis incanus , Charadrius fulvus, 
Ardea sacra, Anas superciliosa und Phaeton aethereus, also 12 Arten. Und 
13 Arten sind es, die der Viti- und Samoagruppe mit Ausschluss des Tonga- 
Archipels angehören, nämlich: Pachycephala icteroides, Myzomela nigriventris, 
Myzomela jugularis, Lalage terat, Myiagra castaneiventris, Ptilinopus Perousii, 
Ptilinopus fasciatus, Columba vitiensis, Phlegoenas Stairi, Ortygometra quadri- 
strigata, Limosa uropygialis, Strepsilas interpres, Dysporus sula. Drei Arten 
bewohnen Samoa und Tonga ohne bisjetzt auf Viti beobachtet worden zu 
sein: Coriphilus fringillaceus , Tatare longirostris und Phaeton rubricauda. 
Und fünf Arten Viti und Tonga, aber wie es scheint nicht Samoa : Platycercus 
tabuensis, Halcyon sacra, Collocalia vanicorensis, Aplonis tabuensis und Sterua 
Bergii. Kaum bedarf es des Zusatzes, dass bei diesen zunächst nur relativ 
werthvollen Verzeichnissen die Stelz- und Schwimmvögel eine untergeordnete, 
die Landvögel dagegen eine mehr entscheidende Bedeutung beanspruchen. 

Es scheinen ferner von den hundert Vögeln unserer Inselgruppen 44 
Arten noch weiter über Polynesien verbreitet zu sein, 37 zugleich in Austra- 
lien, 25 in Indien, 9 in Afrika, 8 in Amerika und nur eine Art, nämlich 
Strepsilas interpres, in Europa vorzukommen. 



XIV ^ Einleitung. 

Die vorwaltend australische Verwandtschaft der Vögelwelt Centralpoly- 
nesiens erscheint somit auch numerisch constatirt. Dabei darf indessen nicht 
unerwähnt bleiben, dass, wenngleich Platycercus, Ptilotis, Monarcha, Myiagra, 
jMyzomela, Pachycephala, Ptilinopus im Allgemeinen als den australischen Cha- 
rakter vertretend bezeichnet werden können, dennoch nur eine der central- 
polynesischen Gattungen, Petroica, eine specifisch neuholländische ist.*) Als 
ein Neuholland und Polynesien gemeinschaftlicher Zug von Bedeutung ist end- 
lich das Fehlen der Spechtform und der Bucerotiden hervorzuheben. 

Von der kleinen Wallis- oder Ueagruppe kennen wir acht Arten. Drei 
derselben, nämlich Coriphilus fringillaceus, Ptihnopus fasciatus, und Rallus pecto- 
ralis sind zugleich samoensische-, vier von den übrigen, Aplonis tabuensis, Actitis 
incanus, Porphyrie vitiensis und Anous leucocapillus sind bekannte Viti-Arten. 
Nur die beiden letzteren iind Ptilinopus fasciatus fehlen der Tonga-Gruppe, 

Die Vertretung der Familien auf den central-polynesischen Inselgrup 
pen betreffend, so überwiegen von Landvögeln die Muscicapiden mit 12 und 
die Tauben mit 11 Arten. Dann folgen in absteigender Ordnung die Melli- 
phagiden mit 6 , die Psittaeiden und Alcediniden mit je 5 , die Falconiden, 
Laniiden, Fringilliden, Sturniden und Cuculiden mit je 3, die Cypseliden mit 
2 Arten und die Strigiden , Hirundiniden , Sylviaden und Turdiden mit nur 
einer Art, Unter den Sumpfvögeln stehen die Ralliden mit 8 Arten 9benan, 
Dann folgen die Charadriaden und Ardeiden mit je 2 Arten. Unter den 
Seevögeln figuriren die Sterninen mit 11 Arten. 

Es fehlen von Hauptformen wie schon bemerkt, die Piciden und Buce- 
rotiden •, dann auch die Capriniulgiden und Meropiden, welche letztere bekannt- 
lich in Australien und den Papualändern mit einer und derselben Art ver- 
treten sind. 

Was wir von der Lebensweise der centralpolynesischen Vögel wissen, 
beruht auf den spärlichen Nachrichten der Forster, Peale's, Pickering's und 
Gräffe's, zudem auf den zerstreuten Notizen weniger Anderer. Besondere Be- 
rücksichtigung verdienen, wenngleich nur mittelbar uns berührend, die vortreff- 
lichen Beobachtungen, welche v. Kittlitz über die Vögel der Carolinen und 
Marianen veröffentlicht hat. — Als eigentliche Waldvögel werden namhaft 
gemacht: Sturnoides atrifusca, Merula vanicorensis , Myiagra albiventris, Mo- 
narcha nigi-a, Rhipidura nebulosa, Myzomela nigriventris , Halcyoii /recurviros- 

•) Die -Neu r.uiiifa u. s. w. bewoliiiende Pelroica ziihll zu den weniger typisclien Arten 
und hinsichllicli dei'- l'iir INeucaledonien aufgeführten bedarf es näheren Nachweises. 



Einleitung. XV 

tris, Carpophaga pacilica und die Mehrzahl der Ptilinopusarten ; als melir offene 
Stellen frequentirend dagegen: Aplonis tabuensis und brevirostris , Erythrura 
cyanovirens und Pealei, Artamus mentalis, Lalage terat, Tatare longirostris, 
Zosterops flaviceps, die Pachycephala-Arten, Ptilotis carunculata, Halcyon sacra 
und Pealei. Die Mangrovedickichte der Flussmündungen scheinen unter An- 
deren zu lieben Platycercus splendens, PI. personatus und Halcyon sacra ; auch 
Halcyon Pealei und Ptilotis carunculata scheuen sie nicht. 

Ihrem Nahrungsbedürfnisse folgend lassen sich auch hier gewisse Arten 
vorzugsweise auf gewissen Bäumen oder Gewächsen betreffen. So scheint es, 
dass Leptornis samoensis, Myzomela jugularis, Coriphilus fringillaceus und ver- 
schiedene Halcyonen in der Regel die Blüthenbüschel der Cocospalmen heim- 
suchen, obwohl die letzteren, namentlich Halcyon Pealei und sacra auch den 
Brodfruchtbäumen nachgehen. Die Mehrzahl der Tauben aus den Gattungen 
Carpophaga und Ptilinopus lieben vor Allem Pisanggebüsche. Lalage terat 
wird gewöhnlich auf Pandanus, Zosterops flaviceps und Erythrura Pealei zu- 
meist auf Casuarina angetroffen. Die Aplonisarten scheinen Arto'carpus zu 
bevorzugen. Gräffe fand im Magen von Aplonis brevirostris „Früchte und 
Blätter". Didunculus soll sich nach Walpole hauptsächlich von den Beeren 
einer Eschenart, nach Peale auch gern von den Früchten eines Feigenbaums 
(Ficus prolixa?) nälu-en. Nach Bennett liebt er den wilden Pisang und noch 
mehr die Frucht des „Soi", einer Dioscorea-Art. Gräffe fand in seinem Kröpfe 
die rothen Früchte eines hohen Waldbaumes Samoa's. Dagegen werden uns 
z. B. Artamus mentahs, Myiagra albiventris, Monarcha nigra, Halcyon recurvi- 
rostris als auf Insectennalu-ung angewiesen geschildert. Sehr wahrscheinlich 
gilt dies auch von Sturnoides atrifusca; denn eine zweite Art dieser Gattung 
St^ corvina lebt nach v. Kittlitz von Insecten, namentlich Cicaden, und gele- 
gentlich von Eidechsen. Numenius femoralis, der nach Peale von den zu Zeiten 
reichlich vorhandenen Beeren einer Cantlüum-Art sehr fett werden soll, sah 
Dr. Gräffe am Strande nach Krabben suchen. 

Auch dafür, dass der landschaftlichen Pracht dieser Inseln das belebende 
Element lieblichen Vogelgesanges nicht fehle, haben wir die Aussagen ver- 
schiedener Zeugen. Charles Wilkes meint freilich, der Gesang des Vogels, 
den man ihm auf Tutuila als Philomele der Insel gerühmt, sei ihm nicht ge- 
rade entzückend vorgekommen. Aber schon Cook rühmt das angenehme laute 
Singen von Ptilotis carunculata in den Morgen- und Abendstunden oder wenn 
sich das Wetter ändern wolle, („cantillat voce fistulari" Forst.) Gräffe 
gedenkt des würgerartigen Gesanges von Astur cruentus. Nach Zelebor, 



XVI Einleitung. 

einem der Naturforscher der Novaraexpedition , hatte Tatare loiigirostris 
den lieblich - schmelzenden Lockton von Calamoherpe turdoides, ein Lob der 
miTsicalischen Begabung dieser acht oceanischen Art, in welches Peale ein-' 
stimmt, und an das man um so lieber glaubt, wenn man sich des Ausdrucks 
der wärmsten Bewunderung erinnert , in welchem Kittlitz des Gesanges von 
Calamoherpe syrinx auf Lugunor gedenkt. Aber nicht weniger wird von Peale 
Aplonis tabuensis ,als guter Sänger gepriesen. Merula vanicorensis , eine 
ächte Amsel, soll ebenso lieblich als kräftig singen. Die .Stimme von Pachy- 
cephala flavifrons wird ein helles volltönendes Pfeifen genannt, und Eiythrura 
Pealei, die nach Gräffe allabendlich aus dem Walde den Bäumen des nahen 
Dorfes zufliegt, soll angenehm zwitschern. Von Kittlitz nennt die Stimme von 
Erythrura trichroa auf Ualan ein feines scharfes zitt, zitt, etwas erinnernd an 
Turdus musicus. Wohl mag indessen bei der überwiegenden Arten- und Indivi- 
duenzahl der Tauben so mancher zarte melodiöse Vogellaut übertönt werden von 
dem hohlen angstvoll oder zärtlich klagenden Gurren gewisser Ptilinopen, dem 
sehr tiefen Locktone der Carpophaga pacifica, oder 'gar von dem seltsamen, 
dem Bellen junger Hunde vergleichbaren Stimmlaute der Carpophaga latrans, 
und, wie Gräffe berichtet, der männlichen Chrysoena. Derselbe Ohren- 
zeuge erwähnt des „starken tiefen Basstons" von Ptilinopus tasciatus, 
Aber noch andere Vogelstimmen dieser Inseln werden uns als entschieden, 
unschön bezeichnet. Didunculus stösst nach WilUams, ein oder zweimal Avieder- 
holt, ein leises klagendes Geschrei aus, ähnlich dem eines jungen Hühnchens. 
Lalage terat soll schrill und misstönig pfeifen , der Gesang von Sturnoides 
atrifusca rauh und unbedeutend, der der Halcyonen lärmend und unharmonisch 
sein. (Nach v. Kittlitz ist die Lockstimme von Sturnoides corvina ein lauter 
mehrmals wiederholter Ton.) Die Uferwaldungen wiederhallen Abends vom 
lauten Gekreisch der Platycerken, und die Cocospalmen von dem kurzen hel- 
len Schrei (Gräffe) ab- xnid zufliegender Corijjhilusflüge. 

Seltsam misstönig scheinen die Stimmlaute einzelner Sumpf- und Schwimm- 
vögel zu sein. Von Kittlitz vergleicht den von Ardea sacra mit dem Gekrächz 
eines Raben, und das starke rauhe Geschrei von Gygis Candida mit dem Ge- 
quarre des grünen Grasfrosches. 

Unsere geringe Kunde von der Fortpflanzung der Vögel Viti's imd Sa- 
moa's verdanken wir mit wenigen Ausnahmen den Nachrichten rmd' Sendun- 
gen Gräffe's. Durch ihn kennen wir die Eier von Astur cruentus, Circus 
assimilis, Platycercus splendens, PI. personatus, Coriphilus fringillaceus, CoUo- 
calia spodiopygia, Zosterops flaviceps, Ptilotis carunculatus, Myzomela jugula- 



Einleitung. xvn 

ris, Artanuis mentalis, Myiagra albiventris, M. castaneiventris , Rhij)idura ne- 
biilosa, Merula vanicorensis, Aplonis tabuensis, Ptilinopus fasciatus, Chrysoena 
luteovirens, Columba Aätiensis, Carpophaga latrans, Megapodiiis Pritchardi, Ral- 
lina poeciloptera, Rallus pectoralis, Porphyrie vitiensis , Sterna panaya , Gygis 
alba, Anous cinereiis, Puffinus nugax, P. dicbrous und Dysporus sula, sowie 
die Nester von Astur cruentus , Collocalia spodiopygia , Zosterops flaviceps, 
Ptilotis carunculata , Artanuis mentalis , Rhipidura nebulosa und Chrysoena 
luteovirens. Die Papageien nisten — so schreibt Gräffe — in Baumlöchern 
ohne weitere Ausftitterung derselben, Beutelnester wurden bisjetzt nicht ge- 
funden. Zu den kunstvollsten zahlt der Nestbau der Gollocalien. Das in der 
Gefangenschaft gelegte Ei von Didunculus ist durch Sclater bekannt gewor- 
den. Wh- wissen zudem, dass der Manu-mea auf dem Erdboden nistet, nach 
Walpole „among the rocks," und dass sich beide Geschlechter beim eifrigen 
Brüten mit grosser Regelmässigkeit ablösen. Grcäffe fand in den kunstlosen 
Nestern der Ptilinopen selten zwei, meistens nur ein Ei. Dasselbe gilt von 
Chrysoena luteovirens, über welche wir das erste Mal durch Dr. Gräffe einen 
Nachweis in Betreff des Brutgeschäftes erhalten. Die merkwürdige Brutstätte 
von Collocalia spodiopygia in den unterirdischen Höhlen Upolu's schildert als 
Augenzeuge Titian Peale. „In völliger Finsterniss — so schreibt er — ge- 
langten wir in einen regelmässig geformten vulkanischen Tunnel, durch wel- 
chen früher ohne Zweifel der Lavastrom seinen Weg zum Meere genommen, 
in die Tiefe der Höhle. Ein Geräusch wie durch ein Rollen kleiner harter 
Kiesel hervorgebracht, führte uns bald zu zahlreichen Schwalben, die zum 
Theil durch unsere Lichter aufgestört zu sein schienen, zum Theil aber ganz 
rulüg auf ihren Nestern sassen, die auf kleinen Erhabenheiten oder Kämmen 
der Lava standen Diese Nester waren sehr kunstvoll aus Moos reichlich un- 
termischt mit einer klebrigen Substanz construirt. Wie die Wände der Höhle 
selbst trieften sie von Feuchtigkeit. Jedes enthielt nur ein Ei oder ein Jun- 
ges, und das Brutgeschäf't schien nicht an eine bestimmte Jahreszeit gebunden. 
Einige Schwalben bauten noch , während die Jungen anderer schon ganz 
flügge waren. Alte Nester wurden mit neuem Moose reparirt. Manche der 
alten Vögel waren so 'zutraulich , dass sie sich arglos von ihren Nestern ab- 
heben Hessen, zu welchen sie alsdann, nachdem unsere Neugier befriedigt war, 
sofort zurückkehrten. Die Nester waren beinahe rund, drei Zoll im Durch- 
messer und anderthalb Zoll hoch. Die Eier waren ganz weiss und an beiden 
Enden von ziemlich gleicher Stärke" u. s. w. 

Auch über die Fortpflanzixng der Seevögel Centralpolynesiens sind wir 

b 



xvm Einleitung, 

nicht ganz olme Auskunft. Auf Rose-Island — so schreibt Charles Wilkes — 
trafen wir Seevögel in grossen Schaaren und sehr zahm. Die Nester der 
Fregatten und Sulen, die wir früher auf niedrigen Büschen beobachtet hatten, 
standen hier in den Gipfeln fünfzig Fuss hoher Bäume. Die Eier der Nod- 
dies lagen auf dem nackten Corallenfelsen. Die Brütstätte der Seeschwalben 
war ein Dickicht auf der Wetterseite der Insel. Die Eier lagen hier auffal- 
lend regelmässig placirt, in Zwischenräumen von 2^ bis 3 Fuss, mit sehi' sel- 
tener Ausnahme immer nur ein Ei für sich allein, Dr. Pickering's Schilde- 
rung dieser LocaUtät ist noch graphischer und interessanter. „Wolken von 
Vögelschaaren erhoben sich bei unserer Ankunft. Die Seeschwalben und na- 
mentlich Sterna fuliginosa brachen unter dem niedrigen Geäst in solchen Mas- 
sen hervor, dass ich, in einer Art von Engj)ass eingezwängt, zwischen sie hin- 
eingerieth und nach Belieben niederschlagen konnte, was ich zu erlangen 
wünschte. Es nisteten drei Arten von Seeschwalben, eine Fregatte und zwei- 
oder dreierlei Sulen auf der Insel, und es erschien sehr merkwüi'dig, dass wir 
mit seltenen Ausnahmen von jeder Art nur ein Ei oder ein Junges im Neste 
antrafen, gleichsam als wäre dies das Resultat einer Uebereinkunft gewesen. 
Am zahlreichsten war Sterna fuliginosa. Die Brütstätte dieser Art nahm die 
Wetterseite des Gebüsches ein und erstreckte sich etwa 90 Fuss landeinwärts 
Die Bäume nahmen nach dieser Seite hin allmähg an Grösse ab und bildeten 
schliesslich ein schwer tlurchdringliches Dickicht von bis auf den Boden hinab- 
reichenden Zweigen, unter welchen die Vögel förmlich hervorkriechen mussten, 
ehe sie auffhegen konnten. Die Spitzen der Aeste über diesem Brütplatz 
schienen ihrer Blätter beraubt und standen kahl und verdickt hervor. An 
einigen Stellen sclüenen sie — zu welchem Zwecke ? — abgenagt zu sein. 
Jedenfalls war das Dickicht dadurch noch fester geworden. Die Eier dieser 
Art lagen unter solchem Schutzdache auf der blossen Erde und in sehr regel- 
mässigen Zwischenräumen von etwa 2\ Fuss Entfernung. Nur in zwei Fäl- 
len unter tausenden lagen zwei Eier beieinander. Einmal aufgestört hielten 
sich die Vögel fliegend über diesem Orte und noch auf grosse Entfernung hin 
blieb ihr Geschrei hörbar." 

Capitain Jones traf bei seiner Excursion auf den Gipfel des Korobasa- 
basaga-Berges auf Viti-Levu eine Puffinus-Art , ohne Zweifel nugax in Höh- 
len brütend an. Die Entfernung vom Meere betrug nicht weniger ^Is 50 engl. 
Meilen, welche der flugkräftige Vogel täglich zur Fütterung der Jungen einige 
Male hin und zurückzufliegen hatte. Gleiches berichtet Peale von Procellaria 
rostrata auf Tahiti und die auf dem Hochgebu'ge Jamaica's in selbstgegrabe- 



Einleitung. xix 

nen Erdlöcliern brütende „Blue-Mountain-duck" Gosse's ist ja auch als ein 
Sturmvogel erkannt worden. 

Die schon von der United States Exploring Expedition berührte Mac Keans- 
insel der Phönixgruppe schildert uns ein späterer Besuch Dr. Grä£Fe's. Es scheint 
diese kleine, unbewohnte, { Meile lange und ^ Meile breite Coralleninsel zu 
den Hauptbrütstationen der Südsee zu zählen. Nicht weniger als J3 Arten, 
nämlich Numenius femoralis, Tachypetes, Dysporus piscator, sula und cya- 
nops, Puffinus nugax, sphenurus und dichrous, Sterna panaya und lunata, Gy- 
gis alba, Anous stolidus und cinereus Avurden auf ihr beobachtet. Die 
Sulen brüteten colonienweise, jede Art für sich. Dysporus sula hatte ein fla- 
ches aus Reisern erbautes Nest. Puffinus nugax gräbt sich tiefe gewundene 
Höhlen ; Puffinus sphenurus dagegen legt sein weisses Ei in Steinhaufen. Gygis 
alba brütet im November und legt ihr Ei auf Corallenbänke. Sterna pa- 
naya, in ungeheuren Schaaren beisammenlebend, nistet in Steinlöchern auf dem 
nackten Boden. Auch Phaeton rubricauda soll auf der Mac-Keansinsel brüten. 

Haben wir bei den Vögeln Oceaniens ein Wandern anzunehmen? Ge- 
wiss nicht. Liegen doch keine Motive zum Wandern vor. Klima und Nah- 
rungszufluss unterliegen nur geringen Schwankungen. Die Temperaturver- 
hältnisse bleiben das ganze Jahr hindurch so ziemlich dieselben und der Vor- 
rath von essbaren Vegetabilien ist jederzeit ein überreichlicher. Höchstens 
könnte an einzelnen Orten, namentlich auf Viti- und Vanua-Levu, so etwas 
wie ein Ziehen dieser oder jener Art stattfinden , dergestalt etwa , dass man, 
wie Bates dies so anschaulich in seiner Schilderung der Waldgebiete des Ama- 
zonenstromes darstellt, zu gewissen Zeiten an manchen Lokalitäten eine grös- 
sere Anzahl und Mannigfaltigkeit von Vögeln antrifft, die zu andern von die- 
sen gänzlich gemieden werden. Die Reife gewisser vielseitig beliebter Früchte 
pflegt dabei maassgebend zu sein. Erwiesen ist indessen ein solches Verhält- 
niss für Centralpolynesien keineswegs. Dafür, dass kein regelmässiges Wan- 
dern von Insel zu Insel stattfinde, scheint auch noch der bemerkenswerthe 
Umstand zu sprechen, dass man selten oder nie von Landvögeln hört, die sich 
an Bord von in jenen Breiten segelnden Schiffen niedergelassen, während doch 
so viele unserer europäischen Zugvögel während des herbstlichen Fluges nach 
Aegypten auf den Raaen mittelmeerischer Fahrzeuge halberschöpft eine kurze 
Rast suchen. Aber wenn sich in der That für die Landvögel Oceaniens ein 
Wandern weder beweisen noch annehmen lässt, so verhält es sich doch ent- 
schieden anders nnt den Grallatoren und wahrscheinlich auch mit einzelnen 
Schwimmvögeln. Hier maugelt es nicht an Wahrnehmungen und Thatsa- 



XX Einleitung. 

chen, die zu der Ansicht berechtigen, dass gewisse Arten, deren eigentliche 
Heimath und Brütstätte der höhere Norden, die gleichmässige chmatische 
Milde der polynesischen Eilande der Strenge und dem Nahrungsmangel eines 
sibirischen Winters vorzieheii. Dies gilt ohne Z^veifel von Limosa uropygialis, 
Actitis incanus, Charadrius fulvus und von Strepsilas; und diese Arten sind 
es denn auch, die in jenen Breiten nicht selten in bedeutender Entfernung vom 
Lande oder auf isolii'ten Warten in der Wasserwüste der Südsee allem An 
schein nach auf der Wanderung begriffen angetroffen werden. So beobachtete z. B. 
Dr. Pickering am 24. April grosse Flüge von Strepsilas interpres aufMathew- 
Island (Kingsmillgruppe) , die, sämmtlich im Uebergangsg efieder, zu wandern 
schienen. ,, Alles deutet darauf hin — sagt v. Kittlitz, als er am Strande der 
Insel Ualan auf Strepsilas und (Jharadrius fulvus stösst — dass diese Vögel 
wirklich die ungeheure Reise bis hierher aus ihrer nordischen Heimath all- 
jährlich zurücklegen" u. s. w. Audi bei gewissen Ralliden Polynesiens begeg- 
nen wir migratorischen Gewohnheiten. Rallus pectoralis wurde von einer der 
Godeffroy'schen Expeditionen auf hoher See, etwa 100 Meilen vom Festlande 
Australiens, im Uebergangskleide angetroffen. Unter den Schwimmvögeln ist 
die grosse Mehrzahl auf den Landgebieten Oceaniens stationär. Eine Menge 
von kleinen unbewohnten Liseln gewährt ihnen sichere Brütasyle. Aber es 
giebt Ausnahmen und als eine solche dürfte wohl das Vorkommen der mehr nor- 
dischen Sterna longipennis zu betrachten sein. 

Werfen wir jetzt noch einen Blick auf die Hauptgruppen der polynesi- 
schen Ornis. Die Raubvögel, mehr Continental gewöhnt und weite Wohn- 
gebiete liebend, erscheinen naturgemäss schwach vertreten. Nur die grösseren 
Viti-Inseln besitzen zwei Falkoniden, Astur cruentus und Circus assimilis, beide 
austraüsche bis über die Molucken hin verbreitete Arten. Die Samoagruppe 
wie die Archipele der Marquesas und der Societätsinseln entbehren diese Form 
gänzlich. Dasselbe gilt von Hapai , denn wir halten das einmalige Vorkom- 
men von Haliaetos leucogaster auf Tongatabu, wenn auch verbürgt, für ein 
rein zufälliges. Erst auf Hawai , der Hauptinsel der um mehr als dreissig 
Breitengrade nördlicher gelegeneu, den polynesischen Charakter in ihrer Fauna 
gänzlich verläugnenden Sandwichgruppe wiederholt sich der Falkonideutypus 
mit einer Pandion-Art. Die einzige bekannte Eulenart der bedeutenderen tropisch- 
pacifischen Inselcomplexe ist die weitverbreitete Strix delicatul.i Neuhollands. 
Nur den Gesellschafts -Inseln scheint sie zu fehlen. Die Sandwichgruppe besitzt 
statt ihrer unsere Sumpfohreule oder eine derselben äusserst nahe verwandte Art. 

In sehr interessanter Weise sind die Papageien über Polynesien ver- 



Einleitung. xxi 

theilt. Während rlie vorAvaltenfl australische Gattung Platycercus auf Viti mit 
mindestens zwei prachtvollen Arten auftritt, deren Vorkommen sich nach 
Gräffe auf die Inseln Viti-Levu , Vanua-Levu, Sommo-sommo und Candava 
beschränken würde, während das kleine Ilapai in Platycercus tabuensis, die 
Societätsgruppe in Platycercus paciticus und ulietensis jenen Typus repräsen- 
tiren , fehlt dieser auf Samoa gänzUch. Dagegen suchen wir auf Viti verge- 
bens die acht paciiische Form Coriphilus, die auf Samoa, Tonga und Wallis 
durch eine und dieselbe Ai-t (Coriphilus fringillaceus) vertreten ist und die 
sich auf den Gesellschaftsinseln mit C. taitiensis und C. Kuhli, auf den Mar- 
quesas mit C. smaragdinus ebenso reizend als originell wiederholt. Eine aus- 
schliessliche Zierde der Vitigruppe ist dann wieder der einzige und allerdings 
etwas aberi-ante oceanische Repräsentant einer ganz moluckischen Form: Lo- 
rius solitarius. Wir schrieben „der einzige," weil uns die irrthümlich generi- 
sirte Art ,,Chalcopsitta" rubiginosa der Seniavin-Insel Puynipet doch auch als 
Lorius noch etwas zweifelhaft erscheint. 

Wir schweigen von Trichoglossus pygmaeus als einem Tahiti- Vogel (? ?). 
Was aber ist, so fragen wir, jener ,, Papagei von der Grösse eines Sperlings, 
mit dem lebhaftesten Koth und Grün gezeichnet, und mit ganz rothem den 
Körper an Länge wohl viermal übertreffendem Schweife," welcher Otto von 
Kotzebue im Jahre 1824 auf Upolu (Ola-java) in grosser Anzahl ge- 
zähmt zum Tausch angeboten wurde? Ist Charmosyna samoensis ausgestor- 
ben oder wird es einem glücklichen Ornithologen der Zukunft vorbehalten 
sein, den kostbaren Vogel wieder aufzufinden? Es wäre immerhin möglich, 
dass schonungslose Verfolgung zu ornamentalen oder anderen Zwecken der 
an sich schon seltenen Art den Untergang bereitet hätte ; ein Schicksal , wel- 
ches vielleicht in unserer Zeit Lorius solitarius bevorsteht, dessen rothe Fe- 
dern, wie Berthold Seeman berichtet, als eifrig nachgesuchter Schmuckartikel 
im höchsten Werthe stehen. — Die Verbreitung dieser kleinen Südseepsitta- 
ciden scheint in einigen Fällen ausserordentlich beschränkt zu sein. So wurde 
Coriphilus Kuhli bisjetzt nur auf Bora-bora, Lorius rubiginosus nur auf Puy- 
nipet, Coriphilus smaragdinus nur auf Nuka-hiva gefunden. Der eine nega- 
tive Umstand , dass die Sandwichinseln weder Papageien , noch Alcediniden 
noch 1'auben besitzen, erscheint zoologisch genügend, diese Gruppe geo-enüber 
den südlicheren Archipelen des Stillen Meeres scharf und vollständig zu isoliren. 
Eine sehr weite oceanische Verbreitung hat unter den schwach vertre- 
tenen Cuculiden Endynamis taitiensis. Sie reicht von Neuseeland bis zu 
den Marquesas. Nur Viti kennt ausserdem noch ein Paar Arten der Gat- 
tung Cuculus im engeren Sinne. Kein Kukuk auf den Sandwichinseln, 



XXII Einleitung. 

Keiner der bedeutenderen troj)isclien Inselgruppen des stillen Oceans 
fehlt die Gattung Halcyon. Sie repräsentirt auf ilinen die in zahlreichen For- 
men und Arten cosmopolitisch verbreitete Familie der Eisvögel. Dass wir 
die Farbenveränderungen im Gefieder dieser Vögel nach Alter und Geschlecht 
noch nicht hinreichend genau kennen, erschwert die Sicherstellung der ein- 
zelnen Arten nicht wenig. Daher auch noch viel Unsicherheit hinsichtlich 
der geographischen Verbreitung. Gewisse Halcyonen scheinen über mehrere 
benachbarte Archipele ausgedehnt zu sein, wie z. B. Halcyon sacra über Viti 
und Tonga , wahrscheinlich aiich über die neuen Hebriden , Halcyon Pealei 
über Samoa und Tahiti. Andere wurden bisher nxir lokal beschränkt beob- 
achtet, so Halcyon recurvh'ostris nur auf Samoa , Halcyon Cassini nur auf 
Viti, Halcyon Reichenbachii nur auf den Marquesas. Wir sind neuerdings 
mit einigen sehr auffallenden biologischen Zügen dieser Vögel bekannt gewor- 
den. Der englische Consul auf den Societätsinseln , Herr James H. Wode- 
house berichtet, Halcyon venerata sei auf Huaheine der Schrecken der kleinen 
eingebornen Mädchen, weil er sich auf ihre zahmen Küchlein herabstürze. 
Und Dr. H. Dohrn erzählt, die Lebensweise von Halcyon dryas auf Ilha do 
Principe habe ihn an unsere Eulen erinnert. Die kleineren Vögel hassten 
diese Art, wahrscheinlich als frechen Räuber ihrer Jungen , ingrimmig. So- 
bald ein solcher Vogel in seinem Versteck entdeckt sei, würde er von ganzen 
Schaaren derselben, Nectarien , Zosteropen u. s. av. unbarmherzig geneckt und 
verfolgt, bis er endlich mit kurzem ängstlichen Aufschrei seinen Rückzug antrete. 

Auch die Seh walben form ist, wenn auch nur mit einer Art, polyne- 
sisch vertreten. Hirundo tahitica, eine ächte Schwalbe wurde auf den Viti- 
und Gesellschaftsinseln beobachtet, bisjetzt aber weder auf Samoa noch Hapai. 
— Die zAverghafte (Jyjjselidengattung Collocalia ist mit zwei weit verbreiteten 
Arten auf unserm Gebiete heimisch. Bei Collocalia vanicorensis erstreckt sich 
z. B. diese Verbreitung über die Viti - und Tongagruppe nach den Societäts- 
inseln hin, und die Art wiederholt sich dann noch auf der zum Archipel der 
neuen Hebriden gehörigen St. Cruz- oder Nitendigruppe. Ueber der Collocalia 
der Marquesas als selbständiger Art schwebt noch ein Dunkel. 

Nicht artenreich aber eigenthümlich genug treten die Melliphagiden 
in Centralpolynesien auf Neben Ptilotis carunculata, einer über uhsere drei 
Gruppen gleichmässig verbreiteten Art , besitzt Viti eine zweite : Ptilotis pro- 
cerior, und Samoa in der ihm eigen thümlichen ansehnlichen Form Leptornis 
eine Annäherung au die australischen Tropidorliyuchen. Die östlicher entle- 



Einleitung. xxra 

genen Societäts- und Marquesasinseln werden übrip^ens von diesen neuhollän- 
disches Gepräge zeigenden Gattitngen niclit mehr erreicht. Dasselbe gilt von 
Myzomela und Zosterops. Zwei zierlich bunte Myzomelen bewohnen beide 
Viti und Sanioa. Etwas nördlicher wiederholt sich diese australische Form 
auf den Carolinen und Mariamien. Zosterops flaviceps , ein die Casuarinen- 
haine Vanua- und Viti-Levu's belebendes Vögelchen, gleicht einer neuhollän- 
dischen Art in solchem Grade, dass die spezielle Unterscheidung beider nur 
schwer möglich ist. Wie Myzomela so wiederholt sich auch Zosterops auf 
den Carolinen und Mariannen. Es ist bekannt, in wie gänzlich abweichender 
seltsam origineller Gestalt die Familie der Melliphagiden auf den Sandwich- 
inseln in dieser Richtung abschliesst. Drei Mohua's, drei oder vier Drepanis 
und drei Hemignathus-Arten repräsentiren daselbst den Typus und stemjjeln 
die Ornis jenes Archipels zu einer der allereigenthümlichsten. 

Kein Vogel unserer Aufzählung verdient den Namen eines oceanischen 
in höherem Grade als Tatare longirostris. Ausser unsern drei centralpolyne- 
sischen Gruppen besitzen die Gesellschafts-Inseln, die Marquesas und die grös- 
seren unter den Paumotu-Eilanden diesen lieblich musicirenden Stellvertreter 
der Rohrsänger Europa's. Eine zweite Art, Tatare luscinia, kaum mit Sicher- 
heit von T. longirostris zu unterscheiden , beAvohnt die Mariannen. Dagegen 
müssen wir die von Kittlitz auf Ualan entdeckte Sylvia syrinx , eine von Bo- 
naparte als Uebergangsform mit Tatare vereinigte Art , nach Untersuchung 
eines Originalexemplares der Frankfurter Sammlung als ächte Calamoherpe 
proclamiren. Eine interessante Eigenthüuilichkeit bei Tatare longirostris ist 
das Unbeständige in der Färbung. Kein Exemplar gleicht dem andern. 

Wie die Sylvia den so sind auch die Drosseln nur mit einer Art 
auf unserem Gebiete vertreten. Merula vanicorensis , eine ächte von Quoy 
und Gaimard auf der St. Cruz-Gruppe entdeckte Amsel, wiederholt sich, wenn 
richtig identificirt , sehr sporadisch auf Samoa. Ob Latham's „Bay Thrush" 
(Turdus ulietensis. Gm.), ein auf Cook's erster Keise von Sir Joseph Banks auf 
Ulietea entdeckter in keiner heutigen Sammlung befindlicher Vogel hierher zu 
zählen oder nicht, bleibt zunächst unentschieden. Das Vorkommen dieser 
Drosselform auf gewissen sehr entlegenen und zum Theil ganz isolirten Sta- 
tionen des stillen Oceans, wie z.B. das von Merula vinitincta auf Lord Howe's 
Island, ist gewiss äusserst merkwürdig. 

Zahlreich und verhältnissmässig vielgestaltig nehmen die M u s c i e a p i - 
den in der Fauna der Sfidseeinseln eine nicht unbedeutende Stellung ein 
Wir gesellen dieser Gruppe ohne Bedenken die mit sechs sehr ähnlich gefarb- 



XXIV Einleitung. 

ten Arten auftretende Gattung Pachycephala bei. Die von Peale und Cassin 
geäusserten Bedenken hinsichtlich der Verschiedenheit der drei von ihnen auf 
Samoa gesammelten zum Theil aber auch auf Viti vorkommenden Pachyce- 
phalen icteroides, flavifrons und albifrons, theilen wir, namentlich hinsichtlich 
der beiden ersteren. Pachycephala vitieusis und Grräffei sind dem Viti- Archipel 
ausschliesslich eigen. Pachycephala Jacquinoti kennen wir nur von der Tonga- 
Insel Vavao. Von grossem Interesse ist die Wiederholung der neuholländi- 
sehen Gattung Petroica auf Upolu, mit einer typischen Art von der hübschen 
Farbenzusammenstellung der bekannten Petroica multicolor. Ebenso exclusiv 
samoensisch ist die einzige ächte oceanische Ehipidura. Dagegen ist von den 
beiden Myiagra-Arten der Navigatorinseln die eine , im hohen Grade platt- 
schnäblige, Myiagra castaueiventi'is , auch über Viti verbreitet. Und hier ist 
es auch, wo allein jene kleine sehr aberrante Monarcha vorkommt, die zuerst 
von Hombron unter dem Namen „Muscylva de Lesson" beschrieben Avurde, 
und die moderne Anschauung schwerlich als congenerisch mit der weitverbrei- 
teten Monarcha nigra gelten lassen wird. Diese letztere schon von Forster 
auf Tongatabu, Tahiti und der Marquesasinsel Weitaho beobachtete Art er- 
innert durch die merkwürdigen Färbungsunterschiede der Geschlechter an ge- 
wisse Muscicapiden Afrika's, z. B. an Bias oder Tchitrea, hauptsächlich aber auch 
an die noch auffallender wechseltarbige Monarcha rugensis der Hogoleu-Gruppe. 
Der Sandwichinseln wäre hier mit der ihnen eigenthüinlichen Form Chasiempsis 
zu gedenken. Ch. obscura (Gm.) ist nach langer Verschollenheit von den Ge- 
lehrten der United States Exploring Expedition wieder neu entdeckt worden. 
Von drei Laniaden unseres Gebietes scheinen zwei, nämlich ein typi- 
scher Schwalbenwürger (Artamus mentalis) und eine schöne Myiolestes-Art 
auf die Vitigruppe beschränkt zu sein. Diese letztere Form hat bekanntlich 
ihren Schwerpunkt in den Molucken und den Papualändern. Dann aber wie- 
derholt sich auf Viti und Samoa ein Aveit über die indische Inselwelt verbrei- 
teter Vogel, der einzige oceanische Repräsentant einer sehr characteristischen 
generisch reich gegliederten , mit zahlreichen Arten vorzugsweise insularisch 
entwickelten Familie, der Ceblepyriden : Lalage terat. 

An F r i n g i 1 1 i d e n sind die Südseeinseln auffallend arm. Eine genü- 
gende Erklärung für diesen Mangel aufzufinden , hat uns nicht gelingen wol- 
len. Das niedUche Finkengenus Erythrura, das zugleich ein vorwaltend /oeea- 
nisches ist, hat auf der Viti- wie auf der Saraoagruppe seine exclusiv eigen- 
thümliche Vertretung. Erythrura Pealii und cyanovirens, beide Vögelchen von 
schmuckster Färbung, weichen duixh den kurz abgestumpften Schwanz iu et- 



Einleitung. xxv 

was ab von anderen polynesischen Gattungsverwandten , so von Erythviira 
trichroa der Carolinen-Insel Ualan und von Erythrura psittacea Neucaledo- 
niens. Die Tonga- und die Societätsarehipele scheinen, wie auch die Marque- 
sas, dieser Form zu entbehren. Das durch Graffe's Sendungen unzweifelhaft 
constatirte Vorkommen einer nach Bau und Colorit typischen Amadina auf 
Samoa verdient als zoologisch-geographisches Curiosum hier besonderer Er- 
wähnung. Ein Pendant zu Petroica! Die Sandwichinseln paradiren auch hier 
mit zwei ganz originellen Gattungen, Hypoloxias und Psittacirostra , welche 
letztere schon dadurch merkwüi-dig ist, dass sie in jenen entlegenen Breiten, 
wenn auch nur entfernt, an unsere Kreuzschnäbel erinnert. Vergessen wir 
jedoch nicht , dass auch der Pic von Cameroons seinen Kreuzschnabel hat. 
Wie aber könnten wir von den Fringilliden des stillen Meeres scheiden, ohne 
der Gallopagos zu gedenken, jener kleinen dem continentalen Einflüsse Süd- 
amerika's nicht völlig entrückten Inselgruppe , die im auffälligsten Wider- 
spruche mit der an Fringilliden so armen Ornis Polynesiens in den Geospi- 
zinen eine prachtvolle , gänzlich prävalirende, ihr ausschliesslich eigene Suite 
derselben aufzuweisen hat. 

Unter den Sturniden unseres Gebietes gehört eine sehr ansehnliche Form» 
Sturnoides atrifusca, zu der Specialfauna der Navigatorgruppe. Dagegen fin- 
det sich Aplonis, eine der characteristischen Gattungen der pacifischen Insel- 
welt, auf Samoa, Viti und Tonga. Aplonis tabuensis hat eine weitere Ver 
breitung als Aplonis brevirostris. Während wir die letztere Art nur von Upolu 
kennen, lebt die erstere auf Tonga, Viti und Wallis. Man darf wohl ohne 
Bedenken Lamprotornis corvina von Ualan, wne der zahlreichen Entdeckun- 
gen des enthusiastischen Ornithologen v. Kittlitz , mit Sturnoides congenerisch 
vereinigen. Aplonis wiederholt sich bekanntlich auf Neucaledonien und Neu- 
seeland. — Gehört Lesson's Lanius gambieranus , „tres voisin du Lanius ta- 
buensis," eine von Adolfe Lesson auf Mangarewa, der Hauptinsel der kleinen 
zum Archipel der Paumotu gehörigen Ganibiergrnppe entdeckte Art, dieser Familie 
an? ein sehr dunkler Vogel, dessen Beschreibung (supra olivaceo-fuscus ; gut- 
ture obscure olivaceo, pectore et abdomine flavissimis) viel eher an Pachyce- 
phala als an Aplonis erinnert. 

Von überwiegender Bedeutung sind in der Vögelfauna der Südsee d i e 
Tauben. Keine Familie zeigt ihren Typus so interessant und so vielfältig 
modificirt, keine ist so reich an eigenthümlichen oder prachtvoll gefärbten 
Arten, keine scheint zahlreicher zu sein an Individuen. Die Gattung Carpo- 
phaga, weit und artenreich verbreitet über die asiatische und australische In- 



XXVI Einleitung. 

seiweit, wird auf Viti diirch Carpophaga latrans, auf den Carolinen, den Pe- 
lewinseln, der Mordlockgruppe, auf Wallis, Samoa und Tonga durch Car- 
pophaga pacifica, auf der Societätsgruppe durch Carpophaga Forsteri, 
Wilkesii und Aurorae, auf der Stewartinsel durch Carpophaga Frauen- 
feldtii , u. s. w. u. s. w. glorreich vertreten. Die Marquesas , soviel bekannt 
ohne eine eigentliche Carpophaga , besitzen dafür in Serresius galeatus, 
dem Upe der Eingebornen Nukahiva's , die merkwürdigste , aberranteste 
und riesigste Entwickelung dieser ansehnlichen Taubenform. Leider be- 
sitzt man von diesem Vogel, welcher das in seiner Art einzige, den Oberkie- 
fer bis nahe der Spitze sattelförmig bedeckende, kurzbefiederte und sehr 
wahrscheinlich erectile Organ zu einem der interessantesten macht, nur erst 
Fragmente. — Zierlicher gestaltet und von anmuthig bunter Farbenpracht 
sind die Ptilinopen. Zwei Avunderschöne Arten, Ptilinopus Perousii iind fas- 
ciatus, gehören der Viti- und Navigatorgruppe gemeinschaftlich an, ja die 
letztere erstreckt sich bis Uea. Dafür besitzt der Tonga- Archipel eine von 
den Forstern entdeckte Art, Ptilinopus porphyraceus. Von den beiden mit 
Sicherheit bekannten Ptilinopen der Societätsinseln scheint chrysogaster nur auf 
Huaheine vorzukommen ; Pt. purpuratus kennen wir dagegen von Tahiti, Ulie- 
tea und Borabora. Die Marquesas endlich besitzen in Ptilinopus Du Petit 
Thouarsi und l'tilinopus Mercieri eine doppelte Vertretung dieser Taubenform, 
während der zwischen der Tonga- und Societätsgruppe beinahe inmitten lie- 
gende Mangia- oder Cooksarchipel seine Ptilinopusart in l^t. chalcurus hat und 
die meisten unter den niedrigen Coralleniuseln der Paumotugruppe von einer 
und derselben ihnen eigenthümUchen Art, Ptilinopus coralensis, bewohnt wer- 
den. Auch auf den Carolinen und Mariannen wiederholt sich dieser Typus, 
lieber die Ptilinopen der indischen und papuensischen Inselwelt hat erst kürz- 
lich Wallace uns volle Kunde und critische Nachweise gebracht. Es war hin- 
sichtlich der oceanischen nicht leicht, die einzelnen Arten aus der wunderba- 
ren Verschiedenheit ihrer Farbenkleider nac\i Alter und Geschlecht herauszu- 
erkennen. Wie die Halcyonen so machen hier gemsse Tauben dem Ornitho- 
logen viel zu schaffen. Der Stolz der Taubenfauna Viti's ist Chrysoena lu- 
teovirens, eine kleine, höchst anomal gelbe, der Struktur ihres Gefieders nach 
an Caloenas nicobarica erinnernde Art, über deren Lebensweise leider wenig 
verlautet, die man aber gewiss mit vollem Rechte generisch isolirt hat; Nur 
Samoa und Viti haben in Columba vitiensis und castaneiceps ein Paar ächte 
Tauben. Phlegoenas Stairi repräsentirt daselbst eine hühnerartig-plumpe, vor- 
waltend terrestrische, rothbraun getarbte Taubcnforni , die ausserdem aut Ta- 



Einleitung. xxvii 

hiti, Eiineo, der Paumotuinsel Carlshoff und auf Nukuhiva mit einigen nahe 
verwandten nnd avoIiI noch nicht völlig gesicherten Arten auftritt. Peale sah 
auf Carlshoff Phlegoenas pectoralis wie Rebhühner aus dichtem Gebüsch auf- 
fliegen. Die aberranteste Taubenform und zugleich der merkwürdigste Vogel 
Polynesiens ist aber Didunculus strigirostris , der Manu-mea der Schifferinseln 
Upolu und Savai. ? Die Besorgniss, es könnte dieses interessante Geschöpf in 
seiner Hülflosigkeit dem Aussterben nahe oder gar bereits ausgestorben sein, 
hat der sicheren Kunde vom Gegentheil Platz gemacht. Aber allerdings ist 
Didunculus, mehr am Boden lebend*) und von beschränktem Flugvermögen, 
durch zwei- und vierbeinige Feinde, naturforschende Menschen und verwil- 
derte Katzen, in seiner Foi'texistenz ernsthaft l)edroht; und es könnte immer- 
hin eintreffen, woran uns der von Peale so glücklich gewählte und dennoch 
so ominöse Name erinnert. Hält es doch schon jetzt ausserordentlich schwer, 
eines Zwergdodo habhaft zu werden , trotz der hohen Preise der Museen , die 
natürlich zu der indiscretesten Verfolgung des seltenen Vogels locken. Nun, 
hoffentlich hat das unbekannte und schwer zugängliche Innere Savai's noch 
schutzgewährende Wildniss, noch sichernde Verstecke. Jedenfalls ist unser 
Drontchen vor dem Schicksal bewahrt, welches den Untergang seines mon- 
strösen Anverwandten mittelalterlichen Andenkens in so prosaischer Weise 
beschleunigt hat: vor dem Eingesalzenwerden zur Verproviantirung ausgehun- 
gerter Schiffsmannschaften. 

Die Liebhaberei, Papageien und Tauben zu zähmen, ist bei den Insula- 
nern der Südsee eine uralte. Sie erstreckte sich auch auf den Manu-mea und 
besteht bis auf den heutigen Tag. 

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass von den Inselgruppen Centralpoly- 
nesiens die so characteristische Form der Megapodien ausgeschlossen sein 
sollte. Und in der That besitzt die kleine Viti-Insel Niu-Afohu in Megapo- 
dius IVitchardi eine typische erst kürzlich bekannt gewordene Art, deren von 
Gräffe eingesandtes Ei hier zuerst durch eine gute Abbildung versinnlicbt 
werden soll. Auch auf Samoa und Hapai sind Megapodien nachgewiesen 
worden. — Tahiti ist wohl die einzige oceanische Lokalität, wo eine wild- 
lebende Hühnerart, ob Varietät von Gallus bankiva?, den reinen Gallinaceen- 
typus repräsentirt. Vergessen wir jedoch nicht, dass v. Kittlitz auf Ualan 
der Jagd auf „sichtbar a- erwilderte Hühner" nachgeht und bei Uägat einen 



*) iNach Gralle's allonlings wenig zuverlässigen von ilcn KingelMiirii;n eingezogenen Er- 
kundigungen vvünie dagegen Didunculus in (iiini'iiisdiiin niil iIimi l'liliim|irn die colossalen Wan- 
zenbäume, eine inuasilisclie Ficusart, hewnlmen, also keineswegs \uizugs\veise am Hoden leben. 



XXV m Einleitung. 

stattlichen Hahn cler Art schiesst, „der die Zweige des dichten Gesträuchs wie 
ein ächter Waldvogel durchschlüpft." Auch die Sandwichgruppe hat, wie 
keine Tauben so keine Hühner. 

Eine der artenreich vertretenen Familien der oceanischen Ornis sind die 
Ralliden. Ein schönes Purpurhuhn, Porphyrie vitiensis , ist bisjetzt ausser 
auf Viti nur auf Uea oder Wallis gefunden worden. iSamoa besitzt dafür in 
Porphyrie indicus eine weiter verbreitete Art und wahrscheinlich dieselbe, de- 
ren die Forster als von ihnen auf der Societäts - oder Tongagruppe beobach- 
tet gedenken. Andere Inselgruppen Polynesiens, namentlich auch die Mar- 
quesas, scheinen der Purpurhühner zu entbehren. Dasselbe gilt von den Sand 
wichinseln, die sich aber ihrerseits durch das Vorkommen einer ächten Fulica 
sowie unserer europäischen Gallinula chloropus von sämmtlichen übrigen Ei- 
landen der Südsee unterscheiden. Unter den Rallen Centralpolynesiens befin- 
den sich verschiedene sehr weit verbreitete Arten, wie Rallus pectoralis, Orty- 
gometra quadristrigata und Ortygometra tabuensis. Andere scheinen auf ein 
nur lokal besclu-änktes Wohngebiet angewiesen zu sein. So Rallina poecilop- 
tera , die von Gräffe auf Ovalou entdeckt wurde , so ferner Rallus Forsteri 
und Rallus hypoleucus, die beide dem Tonga- Archipel ausschliesslich anzuge- 
hören scheinen. Die Gesellschafts- wie die Sandwichinseln haben sodann ihre 
eigenen Ortygometra-Arten. Ein noch von Cook's Reisen herstammendes 
Exemplar von 0. sandvicensis zählt zu den Schätzen der Leidener Sammlung. 

Einer sehr weit über Indonesien und Australien verbreiteten R e i h e r - 
art, Ardea sacra, begegnen wir auf allen Inselgruppen der Südsee, stunden- 
lang regungslos auf den niedrigen Corallenfelsen nahe der Lagune postirt oder 
in der Nähe menschlicher Wohnungen am Strande auf und abspazierend. Die 
ebenfalls sehr weit A^erbreitete Ardea javanica wiederholt sich oceanisch, soviel 
bekannt , nur auf Viti und Tahiti. Die Sandwicliinsel Oahu scheint merk- 
würdig genug in Ardeola exilis , einer von der United States Exploring 
Expedition daselbst gesammelten und von Cassin hoffentlich richtig identificir- 
ten Art, einen bekannten Zwergreiher Nord- und Mittelamerikas zu besitzen ! 
Nycticorax oceanicus ist eine schöne auf den Marquesas entdeckte unzweifel- 
haft gute Art, deren erste Beschreibung wir Lesson verdanken; sie ist zu- 
gleich die einzige polynesische Vertretung dieser Reiherform, welcher wir dann 
erst wieder auf Boninsima begegnen. / 

Unter der auffallend geringen Anzahl von Scolopaciden, die wir 
auf den centralpnlynesischen Inseln antreffen, sind zwei , Limosa uropygialis, 
die mit Peale's Limosa Foxii von Rose-Island identisch ist, und in noch ausgedehu- 



Einleitung. xxix 

terem Masse Actitis incanus, ihrer weiten geographischen Verbreitung halber merk- 
würdig. Gegensätzlich merkwürdiger, eben weil dieser Ordnung angehörend, er- 
scheint neben ihnen Numenius femoralis, eine durch die borstenartige Verlänge- 
rung ihrer Schenk eltedern höchst ausgezeichnete, bisjetzt nur auf der Phönix- und 
Paumotugruppe beobachtete Art. Auf der letzteren scheint übrigens auch 
Numenius australis, ein nördhch brütender auf dem Zuge nach Süden zudem 
Neuholland, Tahiti und die Sandwichinseln berührender Brachvogel, vorzu- 
kommen. Eines der interessantesten Beispiele von sehr lokaler Verbreitung 
unter den Wadern ist aber die gänzlich abweichend gefärbte tringa-artige Gat- 
tung Prosobonia, die, zu den grössten Seltenheiten der Museen zählend, bisher 
nur auf Tahiti und Eimeo gefunden wurde. Wir verdanken unsere Bekannt- 
schaft mit Prosobonia leucoptera der ersten und zweiten Reise Cook's. Schle- 
gel hat das Exemplar der Leidener Sammlung durch eine prachtvolle Abbil- 
dung verewigt. Neben Prosobonia wären, wenn es sich um Beispiele selir be- 
schränkter Verbreitung unter den Grallatoren handelt , etwa die nicht minder 
seltenen Formen Anarhynchus und Pluvianellus, sowie auch Leptoscelis zu nennen. 

Die Charadriaden werden durch zwei Arten von ausgedehntestem 
Wohngebiete repräsentirt, durch Charadrius fulvus und durch Strepsilas inter- 
pres. Dieser Vogel ist unbedingt der weitverbreitetste unseres Erdbodens und 
schon aus diesem Grunde unserer Beachtung in ungewöhnlichem Grade Averth. 
Er ist der einzige , dessen Vorkommen im ganzen vollen Sinne des Wortes 
ein cosmopolltisches genannt werden kann. Er kennt die fünf Welttheile, 
die Polarkreise und den Aequator. 

Unter den 25 Palmipeden unseres oceanischen Gebietes befinden 
sich nur zwei Enten: die australisch und polynesisch weit verbreitete Anas 
superciliosa, und Dendrocygna vagans , eine die Molucken , Philippinen und 
Neuholland bewohnende Art, deren Vorkommen auf Viti jetzt mit genügender 
Sicherheit constatirt ist. Tahiti als Fundort von Anas strepera bedarf trotz 
der Autorität der Forster sehr der Bestätigung. Weniger scheint dies hin- 
sichtlich der Sandwichgruppe für Anas boschas und clypeata der Fall zu 
sein. Dieser letztere Archipel besitzt zudem in Bernicla sandvicensis eine schöne 
in unseru zoologischen Gärten jetzt vielfach und erfolgreich gezüchtete Gans. 

Sollte es nur ein Zufall sein, dass unser Catalog neben eilf S e e s c h w a 1- 
ben keine einzige Möwe namhaft zu machen Aveiss? dass überhaupt nur 
eine Ai-t , Larus pomare , als oceanisch aufgeführt wird ? sicher nicht. Die 
Möwen, eine auf der nördlichen Hemisphäre weit überwiegende Form, sind 
vorzugsweise an kalte und gemässigte Himmelsstriche gebunden. Nur wenige 



XXX Einleitung. 

Arten aus der gi-ossen Zahl der bekannten scheinen die Meere der Tropen zu 
frequentiren , und wir kennen keine Larusart als auf den .Felsstationen des 
stillen Meeres brütend. Ganz anders die Seeschwalben. Sie haben wir 
bereits auf ihren Brütplätzen aufgesucht. Fünf Arten, Sterna panaya, Sterna 
lunata, Gygis alba, Anous stolidus und Anous cinereus wurden von Gräffe 
auf der Mc Keansinsel (Phönixgruppe) bi'ütend angetroffen. Die letztere sehr 
eigenthüniliche Art ist im Gegensatze zu der grossen Mehrzahl der Sterninen 
eine lokal beschränkte zu nennen. Nur zwei der oceanischen Seeschwalben, 
Sterna longipenuis und Sterna fuliginosa, kennen die nördliche Hälfte unseres 
Planeten. Wenn es der migratorische Instinkt war, der erstere von den eisi- 
gen Küsten Sibiriens nach der Viti-Gruppe führte, so darf man von Sterna 
fuliginosa behaupten, sie sei bezüglich ihrer enormen Verbreitung beinahe un- 
ter den Palmipeden, was Strepsilas unter den Grallatoren. Wie reizend und 
characteristisch manche Seeschwalben, z. B. Gygis Candida, das grandiose See- 
bild Oceaniens beleben, das schildert uns unter Anderen der alte begeistei-te 
Weltumsegier v. Kittlitz mit der ganzen immer so anziehenden Wärme un- 
mittelbarer Anschauung. 

Zum Schluss noch ein Wort von den Procellarien. Unter diesen sind 
bekanntlich Beispiele von sehr beschränktem Fundorte nicht selten. Unter 
den sechs Sturmvögeln , die wir als centralpolynesische kennen , gehört , wie 
Thalassidroma lineata dem Samoaarchipel, Th. Macgillivrayi Viti exclusiv an. 
Tahiti hat in Th. melanogastra und Th. tropica zwei weiter verbreitete Ar- 
ten seine Vertretung dieser zierlichen Form. Procellaria rostrata ist uns bis- 
jetzt nur von Tahiti zugekommen. Von den drei Puffinus- Arten , die GräflPe 
auf der Mc Keans-Insel brütend antraf, sind zwei, Puffinus nugax und P. 
sphenurus, bekannte australische ; eine dritte, unser Puffinus dichrous , scheint 
nur dort vorzukommen. Es ist sicher nur ein Zufall , dass wir keine Diome- 
deen für unser Gebiet namhaft machen können. Wurden doch Diomedea exu- 
lans und D. fuliginosa von den Marquesas eingesandt, der einzigen Lokalität 
des stillen Meeres, wo, gewiss auch nur zufällig, Daption capensis nachgewie- 
sen ist. Noch kann für den Viti-Archipel eine weit verbreitete Art, Procel- 
laria caerulea, als heimisch aufgeführt werden. 

Kaum bedarf es des Zusatzes, dass, was hier von den Sturmvögeln Cen- 
tralpolynesiens beigebracht werden konnte, nur den geringsten Ansprijch auf 
Vollständigkeit hat, dass vielmelu' von noch mindestens sieben bis acht andern 
pacifisch verbreiteten Arten das Vorkommen daselbst vorausgesetzt werden kann. 



Uebersichtstabelle 

zur 

geographischen Verbreitung 

der Vögel 

Centralpolyne^iens 

mit Berücksichtigung 

der Gresellscliafts - , Marquesas- und Sandwich - Inseln 
und des Paumotu- Archipels. 



Die vorn mit f bezeichneten Arten finden sich nicht hios in Polynesien, sondern sind 
meist viel weiter verbreitet. 



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Viti - Gruppe. 


Samoa-Gruppe. 


Tonga- 


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1.^ Haliaetus leucogaster. Gml. 

2. Pandion solitarius. Peale. 

3. •{• Astur cruentus. Gould. 
4.-J- Circus assimilis. Jard. 

5. -}• Strix delieatiila. Gould. 

6. ^ Otus bracbyotus. L. 

7. Platycercus tabuensis. Gml. 

8. „ splendens. Peale. 
y. „ personatus. Gray. 

10. „ pacificus. Forst. 

11. „ ulieteauus. Gml. 

12. Lorius solitarius. Latli. 

13. Coriphilust'ringillaeeus. Gml. 

14. „ Kubli. Vig. 

15. „ taitiensis. Gml. 

16. „ smaragdinus. Hombr. 

1 7 . Triclioglossus pygmaeus.Gml, 

18. f Endynamis taitiensis. Spar. 

19. Cuculus simus. Peale. 

20. „ infuscatus. Hartl. 

21. Halcyon sacra. Gml. 

22. „ Pealei. Nob. 

23. „ Cassini. Nob. 

24. „ Eeiebenbacbi. Hartl. 

25. „ recurvirostris. Lafr. 

26. „ venerata. Gml. 

2 7 . Collocalia vanicorensis. Quoy. 

28. „ spodiopygia. Peale. 

29. „ ? Forsteri. Hartl. 

30. Hirundo tahitica. Gml. 

31. Moho niger. Gml. 

32. „ braccata. Cass. 

33. „ angustipluma. Peale. 

34. Drepanis pacifica. Gml. 

35. „ coccinea. Gml. 
30. „ sanguinea. Gml. 

37. ? „ flava. Bloxh. 

38. Hemignathus lucidus. Licht. 

39. „ obscurus Gml. 

40. ? „ olivaceus. Licht. 

4 1 . My zomela nigriventris. Peale. 

42. „ jugularis. Peale. 

43. Ptilotis earunculata. Gml. 

44. „ proeerior. Nob. 


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Aust. Indien. Moluckeu. 

Australien. Moluckeu. 

Australien. Mlucken. 

Australien. 

Europa. Asien. Afrika. 

Tanna ? 

Neu-Seeland. 
Neu-Hebriden. 

St. Cruz Gruppe. 



XXXIV 



Einleitung. 





Viti-Gruppe. 


Samoa-Gr. i Tonga-Gr. 






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45. Leptornis samoensis. Hombr. 

46. Zosterops flaviceps. Peale. 

47. Tatare longirostris. Gml, 

48. Petroica pusilla. Peale. 

49. Merula vanicorensis. Quoy. 

50. „ ulietesis Gml. 

51. Rhipidura nebulosa Peale. 

52. Myiagra albiventris. Peale. 

53. „ castaneiventris. Verr. 

54. Monarcba nigra. Sparm. 

55. „ Lessoni. Hombr. 

56. Chasiempsis sandwichensis. G. 

57. ,, obscura. Gml. 

58. Pachycepbala Gräffei. Hartl. 

59. „ vitiensis. Gray. 

60. ,, Jacquiuöti. Bp. 

61. „ icteroides. Peale. 

62. „ ?flavifrons. Peale. 

63. „ albifrons Peale. 

64. „ gambierana. Less 

65. Myiolestes vitiensis, Hartl. 

66. t Lalage terat. Bodd. 

67. Artamus mentalis. Jard. 

68. Aplouis tabuensis. Gml. 

69. „ brevirostris Peale. 

70. Sturnodes atrifusca. Peale. 

71. Corvus liawaiieusis Peale, 

72. ? „ tropicus. Gml. 

73. Erythrura Pealei. Hartl. 

74. „ cyanovirens. Peale. 

75. Amadina optata. Nob. 

76. Cactornis inornatus, Gould. 

77. Hypoloxias coccinea. Gml. 

78. Psittirostra psittacea. Lath. 

79. Ptilinopus Perousei. Peale. 

80. „ fasciatus, Peale. 

81. „ porphyraceus. Forst, 

82. „ apicalis. Bp. 

83. „ purpuratus. Gml, 

84. „ Dupetitthouarsi Neb. 

85. „ chrysogaster. Gray 

86. „ Mercieri. Des Mus. 

87. „ coralensis. Peale. 

88. „ chalcurus. Gray. 


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Einleituno;. 



XXXV 





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Societäts-Gruppe. 


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Weiteres Vorkommen. 


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St. Cruz-Gruppe. 
Malacca. Sunda-I. PldKpp. 

Cooks-Archipel. 



6* 



XXVI 



Einleitung, 







Viti-Gruppe, j 


Öamoa-Gr. Tonga-Gr. 






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89. 


Chrysoenaluteovirens. Hmbr, 


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90. 


Columba vitiensis. Quoy. 


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91. 


„ castaueiceps. Peale. 




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92. 


Carpophaga latrans, Peale, 


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93. 


„ pacifica. Gml. 


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94. 


„ Forsten. Wagl. 










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95. 


„ Wilkesi, Peale. 





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96. 


„ Aurorae. Peale. 











— 


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— 


97. 


Serresius galeatus. Bp. 





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— 


98. 


Phlegoenas Stairi. Gray, 


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99. 


„ erythroptera, Gml. 




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100. 


„ eimeeusis. Gml, 


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101. 


„ rubescens. Vieill. 


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102. 


„ pectoralis. Peale. 





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103. 


Didunculus strigirostris. Jard. 


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104. 


Gallus bankiva. var. 








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105. 


Megapodius Pritchardi. Gray. 


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106. 


„ ? Stairi. Gray. 





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107. 


,, VBurnabyi. Gray. 


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108. 


Rallina poeciloptera. Hartl, 


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109. 


t Kallus pectoralis. Less. 


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110. 


„ Forsten. Hartl. 




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111. 


„ hypoleuciis, Nob. 


— 


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112. 


„ paciiicus, Gml. 











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— 


113. 


•f" Ortygometra quadri.strigata. 


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114. 


f „ tabucusis. Gml. 


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115. 


„ tahitiensis. Gml. 




— 





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— 








— 


116. 


„ sandvicensis. Gml. 


— 





— 


— 


— 


— 














— 


117. 


„ obscura. Gml, 





— 


— 


— 


— 


— 








— 





— 


118. 


f Gallinula chloropns L 




— 


— 


— 


— 


— 








— 





— 


119. 


Fulica alai. Peale, 


— 





— 


— 


— 


— 














— 


120. 


t Porpliyrio indicus. Horsf, 


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121. 


„ • vitiensis Peale, 


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122. 


Nitmenius femoralis, Peale. 






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123. 


f „ australis. Gould, 


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124. 


f Limosa uropygialis. Gould. 


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f Actitis incanus. Gml, 


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126. 


f „ rufesceiis. Vieill. 




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127. 


Prosobonia leucoptera, Gml. 


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128. 


■f Charadrius fulvus, Gml, 


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129. 


„ sp. V (hiaticula Lath.var.) 






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f Strepsilas interpres. L, 


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131. 


•j- Ardea sacra. Gml. 


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132. 


f ,, javanica, Horsf. 


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Einleitung. 



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Carolinen. 

Insel Niufo. 

Austr. Philipp. Moluck. 

Austr, Phil. Java. Nepal. 
Australien. Neu-Seeland. 

Europa. Asien, Afrika. 
Java. Banda. 

Sil)irien. Aiistralien. 

Sibirien Neu-Seeland. 
„ N.W.Am. Java.Gal- 
„ N, Am. [lopag. 

Sibirien. Neu-Seel. S. Africa. 

Cosmopolitisch. 
Indien. Austr. Japan. 

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Einleitung. 





Viti-Gruppe. 


Samoa-Gr. 


Tonga-Gr. 






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133. f Ardea exilis. Gml. 

134. Nycticorax oceaniciis. Less. 

135. Bernicla saiidviceusis. Gml. 

136. f Dendrocygna vagans. Eyt. 

137. -f Anas superciliosa. Gml. 

138. -f „ boschas. L. 

139. i „ clypeata. L. 
140. -j- Sterna gracilis. Gould. 

141. -j- „ Bergii. Licht. 

142. f „ longipennis. Nord. 

143. -j- ,, melanauchen. Temm. 

144. -j- „ fuliginosa. Gml. 

145. -|- „ panaya. Gml. 

146. f „ lunata. Peale. 

147. -j- Gygis alba. Sparm. 

148. •]- Anous stolidus. L. 

149. ^ ,, leucocajjillus Goulrl. 

150. ,, cinereus. Neb. 

151. -j- Larus pomare. Bruch. 

1 52. f Thalassidroma lineata. Peale. 

153. „ Macgillivrayi. Gray 

154. „ tropica. Gould. 

155. f ,, melanogastra. Gould. 

156. f „ fuhginosa. Gml. 

157. •}- Puffinus nugax. Sol. 

158. „ dichrous. Nob. 

159. f „ sphenurus. Gould. 

160. f Procellaria coerulea. Gml. 

161. „ rostrata. Peale. 

162. „ parvirostris. Peale. 

163. f Daption capensis. Gml. 

164. ^ Diomedea exulans. L. 

165. f „ fuliginosa. Gml. 

166. f Phaeton rubricauda Bodd. 

167. f „ aetherÄus. L. 

168. f „ candidus. Gray. 

169. f Dysporus cyanops. Sund. 

170. -j- „ piscator. Tj. 

171. f „ sula. L. 

172. j- Tachypetcs aquilus. L. 


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Einleitung. 



XXXIX 



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Weiteres Vorkommen. 


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N. Amerika. 

Australien. Molucken. 
,, N. Seeland. 
Europa. Amerika. Asien. 
„ As. Afr. Amerika. 
Australien. Molucken. 
Indien. S.Afrika. 
Ind. Oc.W.K. Am. Sibirien. 
Australien. Molucken. 
Ind. u. Atlant. Ocean. 

Ind. Oc. Molucken. 
Ind. S.Afrika. 
Ind. u. Atlant. Ocean. 
Austral. Ind. Ocean. 

Australien. Neu-Seeland. 
Neu-Seeland. 

Neu-Hebriden. 
Australien. Chile. 
Australien. 
Neu-Seeland. Australien. 

Australien. 

„ Cap. 

Atlant. Ocean. 

„ u. Ind. Ocean. 

Madagascar. 

W. Indien. Atlant. Ind. Oc. 

Atlant, u. Ind. Ocean. 

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25 





Anmerkung. 



Die Maasse sind nach dem altfranzösischem Fvissmaasse (pied du roi). 
Die Länge von der Schnabel- bis zur Schwanzspitze. 
Fl. bedeutet die Flügellänge, vom Bug bis zur Spitze. 

Schw. „ die Schwingenlänge. 

Mittl. Schw. „ mittelste Schwanzfeder. 
Aeuss. Schw. „ äusserste „ 

F. „ Firste, die Schnabellänge von Stirn bis zur Spitze. 

L. „ Lauf. 

M. Z. „ Mittelzehe-, dieselbe ist stets ohne den Nagel gemessen. 



sp. 1. Haliaetu!§i leuco^a§ter. (Gmi.) 

White bellied Eagle. Lath. Gen. Syn. I. p. 242. — 

Falco leucogaster. Gml. S. N. I. p. 257. — id. ? F. maritimus p. 260. — 
F. leucogaster. Lath. Ind. Orn. p. 13. — Bechst. Lath. Uebers. I. p. 30. — 
F. blagi-us. Daiid. Tr. d'Orn. II. p. 70. — ? Le Blagre. Levaill. Ois. d' Afr.pl. 5. — 
PI. col. 49. — Haliaetus blagrus. Cuv. Regn. anim. (1817) p. 316. — Falco 
dimidiatus. Eaffl. Trans. Linn. Soc. XIII. p. 275. — Falco oceanica. Less. 
voy. Coqu. Zool. I. p. 343. — Haliaetus sphenurus. Gould. Proc. Z. S. (1837) 
p. 138. (jun.) — id. Ichthyaetus leucogaster. B. of Austr. vol. I. pl. 3. — 
Reichb. Neuentd. Vög. Neu-Holl. No. 250. — Ichthyaetus cultrunguis. Blyth. 
Journ. As. Soc. B. XI. (1842) p. 110. — Pontoaetus leucogaster. G. R.Gray. 
Gen. of B. I. p 18. — id. Cuncuma leucogaster Cat. Brit. Mus. See. Ed. I. 
Accip. (1848) p. 24. — Blagrus leucogaster. Bl. Cat. B. As. Soc. (1849) p. 30. — 
Haliaetus blagrus. Bp. Consp. I. p. 15., — Haliaetus leucogaster. Horsf. Cat. 
B. E. J. Comp. I. p. 56. — Schleg. Mus. P. B. Aquilae. p. 14. — id. Vogels 
van Nederl. Ind. Accipit. (1866) p. 9. pl. 4. f. 1. (J ad) et 2 (^ jun.). — 
Jerd. B. of Ind. I. p. 84. — Cuncuma leucogaster. Gray. B, Trop. Isl. p. 1 et 
p. 62. — Polioaetus leucogaster. Gould. Handb. B. of Austr. I. sp. 3. — 

Supra cinereus, plumis margine snbbrunnesceiitibus ; ca- 
pite, coUo, corpore inferiore toto, subalaribus et subcaudalibus 
pure albis; remigibus fusco-nigris; cauda a basi ultra medium 
nigricante, parte apicali pure alba ; rostro caerulescente-corneo, 
basi nigricante; pedibus pallidis. 

Long, circa 2^'; al. 22"; caud. 9—10". 

Jun. Corpore supra obscure fusco, plumis apice albido- 
rufescentibus ; capite, collo et gastraeo pallide rufescentibus ; 
rectricibus albo-fulvescentibus, basin versus fuscis. 



18 Haliaetus leucogaster. 

Alt. (Bremer Museum.) 

Kopf, Hals und alle unteren Tlieile, nebst den unteren Flügeldecken 
und Acliselfedern, sowie das Enddrittel der Scliwanzfedern weiss, übrige obere 
Theile dunkelbraun, auf Mantel, Schultern und den P'lügeldecken etwas grau 
verwaschen, wie bepudert Schwingen und Schwanzfedern braunschwarz. 
Schwingen unterseits schwarz. Schwanzfedern an Innenfahne weiss gerandet. 

Schnabel horugraubraun , Wachshaut schwärzlich ; Lauf und Zehen 
gelblichhoragrau , Krallen hornbraun. 

Im Leben. Schnabel blassbläulich, dunkler gespitzt, Wachshaut blass 
grünlichgelb; Läufe schmutzig weiss-, Iris bräunlichgelb. (Jerdon.) 

Schn,abel bläulich hornfarben, schwarz gespitzt; Wachshaut und Zügel 
bläulich-bleifarben, leicht grün überlaufen; Beine gelblichweiss ; Nägel 
schwarz ; Iris dunkelbraun. (Gould.) 

Junge Vögel: 

Oberseite und Flügel dunkelbraun , jede Feder rostfahlweiss gespitzt, 
Kopf, Hals und Unterseite rostgelblich, auf dem Bauche und der Brust mit 
braunen Federn gemischt; Schwanzfedern gelblichweiss, gegen die Basis zu 
braun. Schnabel braun ; Beine gelblichweiss. 

Geschlechter nicht verschieden. Das $ grösser. 
Länge. Fl. Milt. Schw. Acuss. Scliw. F. L. M. Z. 

c. 28"— 30" 21" 94" 7" 5'" 20'" 3" 3"' 2 4" ad. Bremer Mus. 

20— -22" 9| — lOV' — — — — (Nach Schlegel.) 

Auf Gray's Auctorität gestützt nehmen Avir diesen bekannten Seeadler 
mit in die central-polynesische Ornis aiif, da er durch diesen Gelehrten von 
den Freundschafts-Inseln angeführt wird. Jedenfalls dürfte das Vorkommen 
hier als ein mehr zufälliges zu betrachten sein , da die eigentliche Heimath 
des Vogels weiter westlich liegt. Seine Verbreitung ist eine ausgedehnte und 
erstreckt sich über Indien, die Inseln des Indischen Archipels imd Australien. 
Er ist in ganz Indien häutig (Jerdon), findet sich noch in Burmah (Jerdon), 
Slam (Finlayson), auf Ceylon (Kelaart), den Sunda-Inseln : Java (Leid. Mus.), 
Sumatra (Raffl. Leid. Mus.) ; auf Timor und der nahgelegenen kleinen Insel 
Samao (S. Müll.), in den Molucken: Ternate, Halmahera, Celebes, Amboina 
(Leid. Mus.), Batjan (Wall); auf Neu- Guinea und den Arn -Inseln (Wall); 
den Philippinen (Brit. Mus.); Xeu-Irland (Lcsson); über alle Theile des/ austra- 
lischen Contineutes und den Inseln der Bassstrasse (Gould). — 

In China und auf I'ormosa fehlt diese Art nach Swinhoe. Dagegen 
führt sie Gray vom Cap au. Bekanntlich wurde bisher der Blagre des Le- 



Astur cruentus, äf 

vaillawt auf diese Art bezogen , ohne dass dieselbe jedoch wirkhch in Süd- 
afrika gefunden worden wäre. Nach (Jassin bildet indess der Blagrus eine 
besondere Art, die auch an der Westküste Afrikas lebt. (Siehe Hartlaub Zu- 
sätze u. Bericht, etc. Gab. J. f. Orn. 1861. p. 99.) — 



Für das Vorkommen von Pandion hallaetus auf Tonga-tabu , wie es 
G. R.Gray (B. of Trop. Isl. p. 1) angiebt, haben Avir nirgends nur einen ent- 
fernten Anhalt gefunden und können uns daher nicht entschliessen die kei- 
neswegs mit Sicherheit bestimmte Art mit in die central - polynesische Ornis 
aiifzunehmen. Wie es scheint , beruht Gi'ay's Angabe nur auf Forster , der 
(Descr. anim. p. 257) unter den Vögeln von Spruce-Tree-Isle (Isle of Pines) 
einen Falco haliaetus (aber nicht von Tonga) namhaft macht. Es erscheint 
uns nicht unwahrscheinlich , dass derselbe vielleicht auf H. leucogaster Bezug 
haben mag. 



sp. 3. Astur cruentus. Gouid. 

t. II. f. 1. (Ei.) 
Astur cruentus. Gould. Proc. Z. S. 1842. p. 113. — id. B. of Aus!. 
pl. 18 (^ ad.). — id. Handb. B. of Austr. sp. 18. — Reichenb. Neuentd. Vög. 
Neu-Holl. No. 245. — Bp, Consp. I. p. 33. — Astur rufitorques. Peale. Un. 
St. Expl. Exp. 1848. p. G8. pl. 19. — Hartl. Wiegm. Arch. f Naturg. 18.'r2. 
p. 96,. — Epervier ocdanien ($) Hombr. et Jacqu. voy. Pole sud. pl. 2. f 2. — 
Accipiter rufitorques. Jaqu. et Puch. voy. Pole sud. Zool. III. 1853. p. 49. — 
Cass. Un. St. Expl. Exp. Orn. p. 90. pl. 2. f 1. (J ad) u. f. 2. (? jun.) — 
G.R.Gray. B. Trop. Isl. p. 2. — id. Accipiter griseogularis (ad) et A. heni- 
cogrammus (jun.). Proc. Z. S. 1860. p. 343. — Nisus cruentus. Schleg. Mus. 
P.R. Astures, p. 40. — id. Vog. van Nederl. Ind. Accipit. 1866. p. 23 et 61. 
t. 14. et 16 (fig. 1. 2.). — Accipiter aequatorialis. Wall. Proc. Z, S. 1865. 
p. 474. — 

Manu-levu, Eingeborne von Viti. (Peale.) 

Vai-tui-tui, „ „ „ (Gräflfe.) 

Mas ad. Siipra caerulescente-cinereus, nucha pallidiore, 
interscapulio intensius tincto; torque colli postici et gastraeo 
toto dilute rufis; mento et gula albidis, snbalaribus et sub- 
caudalibns pallidioribus ; cauda et remigibus ardesiacis, bis 
pogonio interno, parte apicali excepta, albicantibiis , vix eon- 



4 Astur cruentus. 

spicue fasciatis; rectricibus Infra albidis; rostro et unguibus 
corneo-nigris ; ccra, palpebris et pedibus laete flavis; iride 
aurantiaca. 

Jun. av. Supra fusca, dorsi et alarum plumis ex parte 
ferrugineo-lirabatis et terminatis; gula alba, obscure striolata; 
gastraei plumis albis, fiisco-variegatis , hypochondriis late fa- 
sciatis; cauda supra umbrino-fusca, fasciis 10 — 12 nigricanti- 
bus, apice pallidius rufescente; cera et pedibus virescente- 
flavis; iride fusca. 

Long. tot. circa 15"-, rostr. a fr. 10'"-, al. 8" 8'''-, caud. 5"; tars. 2". 

Viti-Levu (Bremer Museum). 

Alt. Oberkopf und übrige Oberseite bläulich schiefergrau, im Nacken, 
an den Schläfen und Kopfseiten heller und hier die Federn mit weisser 
Basis, ebenso wie die des Oberkopfes. Kinn und Kehle weisslichgrau. 
Schwingen 1 . Ordnung schieferschwarz , an Basishälfte der Aussenfahne mehr 
schiefergrau , an Basishälfte der Innenfahne mit .3 — 4 verwaschenen , weiss- 
lichen Flecken Schwanzfedern schieferschwarz , an Innenfahne mit sehr un- 
deutlichen, ganz schwach verwaschenen Querflecken. Die Unterseite der 
Schwanzfedern grau. Schwingen unterseits gramveiss , am Ende und auf 
Aussenfahne schwarz. 

Breites Querband über den Hinterhals und die Halsseiten, sowie alle 
unteren Theile lebhaft rostweinroth , die iinteren Schwanzdecken blasser, 
ebenso die Achselfedern und iinteren Flügeldecken ; auf den letzteren bemerkt 
man einige dunklere rostrothe verwaschene Querliuien. 

Schnabel hornschwarz , der untere an Basis gelb-. Wachs haut horu- 
bräunlich ; Füsse horngelb 5 Krallen schwarz. Iris gelb (Gräffe.) — Iris 
orange (Peale). — 

Andere Exemplare in Godeffroy's Collection ganz gleich. 

Ein Exemplar von Viti (Collection Godeffroy) vollkommen ausgefärbt, 
daher wie die vorhergehenden , zeigt auf dem Bauche noch einzelne Federn 
eines jüngeren Kleides, d. h. weisse mit 4 rostrothbraunen Binden q[uer- 

gebänderte. / 

j 

Junger Vogel (nach Cassin). 

Alle Federn der Oberseite umbrabraun ; manche derselben auf Rücken 
und Flügel rostbraun geendet; die Xackenfedern weiss an der Basis. Kinn 



Astur cruentus. 5 

und Kehle weiss , fast jede Feder mit einem dunklen Schaftstriche. Brust, 
übrige Unterseite und untere Deckfedern weiss , jede Feder mit braunen 
Längsstrichen , die auf der Brust sehr breit sind , daher hier fast in Form 
runder Flecke auftreten, an den Seiten aber Querbiuden bilden und auf den 
unteren Schwanzdecken schwächer angedeutet sind. Tibienfedern blass braun- 
roth , mit dunkleren Quorlinien. Schwanz braun , am Ende der Innenfahue 
sehr blass und mehr röthlich, mit 10 — 12 braunschwarzen Querbinden und 
schmalem röthlichweissen Ende. Die Schwanzunterseite fast weiss, etwas 
bräiinlichroth verwaschen , die dunklen Querbinden sehr sichtbar. 

Schnabel und Ki-allen schwarz; Wachshaut, Augenlieder und Tarsen 
grünlichgelb ; Iris braun (Peale). 

Die Gesclilechter nicht verschieden, nur ist das !^ (wie bei den meisten 
Raubvögeln) grösser. 







Länge 


12 — 


14". 


Fl. 


Schw. 


F. 


L. 


M.Z. 


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— $ cruentus. Austral. 


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— ^ „ Ternate. 


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16 $jun. „ ,, Brem.Mus. 


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Jo — 19'" „ (nach Schlegel.) 


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— „ (aequatoriahs. Wall.) 


9 


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— 



Die gründliche Darstellung über A. cruentus in SchlegeFs wichtiger 
Monographie der indischen Rapaces hat unsere Vermuthung, dass der Habicht 
der Viti-Inseln (rufitorques, Peale) mit dieser Art identisch sein werde , voll- 
kommen bestätigt. Der Mangel von Querbanderung auf den unteren Tliei- 
len war die einzige Verschiedenheit, welche wir für A. rutitorques als Species- 
charakter betrachten konnten. Letzterer erAveist sich indess als unhaltbar, 
denn SchlegeFs Untersuchungen, auf ein reiches Material begründet, zeigen, 
dass auch in den östlichen Molucken Exemplare vorkommen, die keine Spur 
von Querbanderung besitzen, also ganz mit Viti-Exemplaren übereinstimmen, 
umsomehr, da auch die Grössenverhältnisse dieselben sind. Solche ungebän- 



6 Astiir crur'iilus. 

flerte Vögel sind in Schlegel's Monographie PI. 14. fig. 2 ii. 3 dargestellt. 
Wallace beschrieb dieselben neuerdings als eigene Art s, n. Accipiter aeq^ua- 
torialis, und will sie namentlich durch bedeutendere Grösse von rufitorques 
verschieden wissen, eine Annahme, die sich indess, wie unsere Masstabelle 
zeigt , als unhaltbar herausstellt. Junge Vögel lassen vollends keine Zweifel 
an der Gleichartigkeit von A. rufitorques mit cruentus übrig. Ein vor uns 
liegendes junges ^ von Ternate stimmt ganz mit Cassins Abbildung t. 2. fig. 2 
überein. Bemerken müssen wir übrigens noch , dass die wenigen Exemplare, 
welche wii- von den Viti-Inseln sahen , völlig ohne Querbänderung Avaren, 
■während diejenigen von Neu-Holland, nach Gould, dieselbe stets besitzen sol- 
len. Wie wir indess gesehen haben, stellt sich dieser Charakter nur als zu- 
fälliger heraus. 

Im Atlas der Öüdpolreise wird A. cruentus übrigens irrthümlich (auf 
PI. 2. f 2) als muthmaassHches ^ oder ^"arietät von A. iogaster Müll, ab- 
gebildet. Letztere Art ist allerdings nahe verwandt, luiterscheidet sich aber 
hinlänglich durch den Mangel des rothbraunen Nackenbaudes und die dunkler 
rothbraune Färbung der Unterseite, welche sich zugleich über das Ivinn und 
die unteren Flügeldecken ausdehnt. 

A. cruentus hat eine sehr weite Verbreitung, über Australien , die Mo- 
lucken, östlich bis auf die Viti-Inseln. Er scheint über den ganzen Continent 
Australiens vorzukommen, denn Gould erhielt ihn aus dem Westen und Nor- 
den (Port-Essington). Durch Bernstein wurde er von Ternate, Halmahera, 
Batjan, Morotai, Guebe und den Obi-Inseln nachgewiesen. Wallace sammelte 
ihn ausserdem auf Waigiu, Salawatti , Buru und Timor (Proc. 1863. p. 22). 
Im Catalog des Leidener Museums führt Prof. Schlegel auch ein Exemplar 
von Celebes an , gedenkt dieser Localität a])er in seiner neuesten Bearbei- 
tung nicht. 

Nach Peale findet sich die Art auf allen Inseln der Viti- Gruppe, wie 
uns aber 1 )r. Gräfte \ ersichert , wäre sie nur auf Viti-Le\'u beschränkt. Da- 
gegen spricht aber eine Angabe Gray's , der ein Exemjilar von Ovalou an- 
führt. Jedenfalls ist auf den polynesischen Inseln niir die Viti-Gruppe als 
bewiesene Heimath zu betrachten. 

Peale rühmt di(> Kühnheit dieses Habichts, der Tauben und andere 
Vögel angreift, die ilnn an Grösse gleichkommen. Gould machte dieselbe 
Beobachtung in Austrahen, wo die Art namentlich im Westen, am Murray 
und im Yorkdistricte sehr häufig ist und hiei- oft die Pachthöfe heimsucht. 
Die Brütezeit findet in Australien im October statt. Das Nest besteht aus 



Circus assimilis. 7 

Zweigen und ^^^l•cl auf dem horizontalen Gabelaste eines Eucalyptus an- 
gelegt. — 

Ueber die Eier giebt Gould keine Auskunft. — 

Wir erhielten aber unter den Sendungen Dr. GräfFe's von den Viti- 
Inseln ein Ei, welches als das von Platycercus personatus bezeichnet war, in- 
dess ohne Zweifel nur einem Raubvogel und zAvar Astur cruentus angehören 
kann, da es in Grösse, Korn vind Färbung sich ganz an die charakteristi- 
schen Nisus-Eier anschliesst. Dasselbe ist rundlich eiförmig, ziemlich gleich- 
hälftig, daher der Spitzentheil nur etwas stärker zugerundet als der Basis- 
theil und von sanftem Korn , an dem die Poren nicht sichtbar sind. Der 
Grundton ist ein Kalkweiss, welches an manchen Stellen in einen rostfarbenen 
Ton übergeht, der einen grossen Theil der Oberfläche bedeckt. Gegen das 
spitze Ende zu finden sich einige grössere und kleinere, unregelmässige, roth- 
braune Flecke. 

Länge 1"8'". Breite l"i"'. 

Beiläufig bemerken wir noch, dass die Abbildung im Atlas der ameri- 
kanischen Reise nicht sonderlich treffend ist: Kopf und Schwanz erscheinen 
auf derselben viel zu lebhaft graublau. 



sp. 3. Circns assimili^a. Jard et Selb. 

Circus assimilis. Jard et Selb. 111. Orn. II. pl. 51. — Gould B. of 
Außtr. pl. 27 (jun.). — id. Circus Jardinei. Proceed. V. p. 141. — id. B. of 
Austr. X 3 (ad). — id. C. assimilis et Jardinii. Handb. B. of Austr. I. p. 58 
u. 60. — Spilocircus Jardinii et Circus assimilis. Kaup. Monogr. d. Falc. Isis. 
(1847) p. 102 et 106. — C. Jardinii et assimilis. Reichb. Neuentd. Vög. Neu- 
Holl. No. 232 et 233. — Strigiceps Jardinii. Bp. Cousp. av. I. p. ."^4. — id. 
Circus Gouldi. p. 34. — Circus approximans. Peale. Un. St. Expl. Exp. (1848) 
p. 64 pl. 18. — Hartl. Wiegm. Arch. f. Naturg. (1852) p. 95. — C. assimilis. 
Cass. Un. St. Expl. Exp. (1858) p. 101. - Schleg. Mus. P. B. Circi (1862) 
p. 9. — id. Vogels van Ned. Ind. Accip. (I866j p. 29. pl. 20. f. 2. [Q. ad) et 
3. ($jun). — Gray. voy. Ereb. et Terr. Birds. p. 2. id. Circus Gouldi 

Ibis. (1862) p. 215. — id. i\ assimilis. B. Trop. Isl. p. 2. — Circus Wolfi. 
Gurney. Proc. Z. S. (1865) p. 823. pl. 44. 

Mas ad. Capite et corpore supra intense fuscis, colli 
postici plumis rufescente-limbatis ; tacie dilute rutescente, disci 



8 Circiis assiiuilis. 

plumi.s albidis, striola scapuli obscura; gastraeo fiilvescente- 
albido fusco-striato, abdomine imo et cruribiis iiitensiiis tinctis, 
supracaiidalibus et caudae basi albis, hac fusco-cinerascente; 
tarsis virescente-albidis ; cera et palpebris pallide flavo-viren- 
tibus; rostro nigTicante; iride flava. 

Jim. av. Cupra umbrino-fusca ; nuchae plumi.s basi al- 
bis, cauda pallide brunnescente-fulva, f\isciis rarioribus fuscis; 
gutture dorso concolore; gastraeo reliquo ferruginco, pallidius 
variegato; subcaudalibus intense ferrugineis ; subalaribus fusco 
et rufo variis; remigibus, parte apicali unicolore fusca excepta, 
intus pallide rufescentibus, rarius fasciatis; rostro caerulescente- 
corrieo; pedibus brunnescentibus. 

Long, circa 21"-, rostr. a fr. 15'"-, al. 15^"; caud. 8"; tars. 3|". 

Jüngerer Vogel von Viti-Levu. Collect. Godefifroy. 

Oberseite dunkelbraun, die Federn auf der Schaftniitte etwas dunkler. 
Die Federn des Oberkopfes an Basis rostfarben , die des Nackens mit weiss- 
licher sichtbarer Basis. Kopfseiten iind Federschleier ebenfalls braun, die 
Federn des letzteren mit schmalen rostbräunlichen Seitensäumen. Halsseiten 
und Kehle mehr ins Kostbraune, die übrigen unteren Körpertheile deutlich 
dunkelrostroth , jede Feder mit blassrostfarbenen Seitenrändern , die Hosen 
heller rostroth, mit etwas dunklerer Mitte; die unteren Schwanzdecken bei- 
nah einfarbig rostrothbraun , nur an Basis weisslicli. Obere Schwanzdecken 
weisslich mit unregelmässiger, breiter, rostfiii-bener Qiierbinde vor dem Ende. 
Untere Flügeldecken dunkelbraun, jede Feder mit rostrothen Seitensäumen. 

Schwingen dunkelbraun, wie der Rücken, an Basis der Innenfahne 
blass rostfarben mit einzelnen , grossen , unregelmässigen , verwaschenen l)rau- 
nen Flecken. Unterseite der Schwingen 1. Ordnung weisslich rostfarben, jede 
Feder mit breitem dunkelbraunen Ende und zwei braunen Querbinden über 
die Innenfahne. Sclnvingen 2. Ordnung unterseits düster braun , am Ende 
dunkler. Die zwei mittelsten Schwanzfedern mattbraun, die übrigen hell- 
rostroth, nur an Endhälfte der Aussenfahne niattbraun , an Basis der Innen- 
fahne weiss. Quer über die Schwanzfedern 5 Binden, von denen die, letzte 
am breitesten und deutUchsten ist, die übrigen sind auf Aussenfahne nur 
schwächer angedeutet. Unterseite der Schwanzfedern blass rostfahlweiss , die 
dunklen Querbinden nur ganz schwach angedeutet. 



Circus assimilis. 9 

Schnabel hornschwarz, Waclishaut und Fiisse gelb, Nägel hornschwarz. 
Augenlieder und Waclishaut blassgelb, Schnabel dunkelbraun, an Basis 
lichtblau , Beine citronengelb •, Iris röthlichorange (Gould). 

Jüngerer Vogel von Australien (im Bremer Mus.) ist auf der 
Oberseite viel dunkler braun , xxnter gewissem Licht mit einem Bronze- 
schimmer, Untei'seite und Schenkel dunkel rostrothbraun ; die oberen 
Schwanzdecken blassrostroth, dunkler vor der Spitze. Schwanzfedern dunkel- 
braun mit rostfahlem Ende-, die äusseren Federn gegen die Basis zu rostroth; 
auf der Innenfahne mit 4 Querbinden. Federn des Nackens und Hinterhalses 
weiss, mit grossem braunen, roströthlich eingefassteu Spitzeuficcke. 

Diese ein- bis zweijährigen Vögel sieht man, wie dies auch bei unsern 
Weihen xuid den meisten Raubvögeln der Fall ist , am häufigsten , viel selte- 
ner sind dagegen die alten , völlig ausgefärbten , die Goiild zur besonderen 
Art C. Jardinii erhob. 

Alt. (Nach Kaup.) 

Kopf, Kinn und Wangen rostroth, ersterer mit schwarzen Schaftflecken. 
Hals, Kropfseiten, Schleier und Kücken aschgrau mit dinikleren verwaschenen 
Schaftflecken und Federrändern. Alle übrigen unteren Theile rostroth , hie 
und da aschgrau überlaufen , mit unzähligen runden , weissen Flecken , die 
sich auf den untern und obern Schwanzdecken und den längsten Seitenfedern 
bandartig gestalten •, die weissen Tropfen oder Bänder sind zuweilen aschgrau 
eingefasst. Die kleinen Deckfedern des Innern Flügels und der Flügelrand 
lebhaft rostroth, erstere weiss gebändert, letztere mit M^eissen Kanten. Die 
langen inneren Flügeldecken hellaschgrau mit weisser Einfassung und weissen 
nicht bis zum Schaft gehenden Binden. Von aussen ist der Flügel aschgrau, 
alle kleineren Federn mit dunkleren Binden und weissem Saum. Die 
Schwingen 2. Ordnung aschgrau, durchaus gebäudert mit breiter sclnvarzer 
Endbinde, die leicht gesäumt ist. 

Die Schwingen selbst sind schwarz , die 2. bis 6. innen vor den Aus- 
schnitten rostgelblich, schwärzlich raarmorirt; die folgenden mehr aschgrau 
mit schmalen schwarzen Binden und mit einer breiten schwarzen Endbinde. 

Der Schwanz ist von oben aschgrau mit bräunlichem Anflug. Ueber 
sämmtliche Federn erstrecken sich 6 breite, etwas pfeilförmige, schwarze Bin- 
den. Die breitere Endbinde mit weissem Saume. Von unten sind die helle- 
ren Binden uoregelmässig und weiss und haben namentUch auf der seitlich- 
sten zuweilen einen rostgelblichen Anflug. 



10 Circus assimilis. 

Schnabel schwarz, an Basis blau; Beine gelb-, Wachshaut olivengelb-, 
Iris schön orangegelb. (CtouIcT.) 

Iris citrougelb, Beine blassgelb-, Wachshaut grünlich. (Schlegel.) 
Lange. n. Schw. F. L. M. Z. 

c. 17— 21" 15" 8"3'" 11'" 3"3"' 19'" Viti Levu. 

16 89 11 37 19 Australien. 

13"9"'_16"4'" 8"6'"-9"4"' 3"4'"— 3"9"' — (nach Schleg.) 

Die von Gurney ganz neuerdings aufgestellte C. Wolfi , nach 2 Exem- 
plaren von Neu - Caledonien beschrieben , ist jedenfalls nichts anderes als 
C. assimilis. Verreaux *) führt die beiden Exemplare (von Port-de-France und 
Saint -Vincent) bereits in Rev. et Mag. Zool. 18G0 als assimilis auf, mit der 
Bemerkung : ,,identique ä celui de la Nouvelle Hollande." Sonderbarer Weise 
zieht Gurney, der weder eine genaue Besclu-eibung noch Maasse der neuen 
Art mittheilt, C. assimilis gar nicht in den Vergleich, sondern seine Abhand- 
lung führt nur den Beweis, dass f. Wolfi von C. Maillardi Verr. (Ibis 1863. 
p. 163. pl. I\\) der Insel Bourbon , verschieden ist, obwohl sie immerhin mit 
dieser sehr nahe verwandt sein muss. Wir bezweifeln indess die specifische 
Verschiedenheit von C Maillardi und der sogenannten Wolfi keineswegs, wer- 
den aber die letztere erst dann als gute Art annehmen , wenn constante 
Unterschiede zwischen ihr und assimilis nachgewiesen werden können. Dies 
ist bis jetzt nicht geschehen und dürfte auch unterbleiben. Die Abbildung 
von C. Wolfi zeigt in allen Stücken vollkonnnene Uehereinstimmung mit 
assimilis und passt vollkommen auf unsere Exemplare von Neu-IIolland und 
Viti Levu, namentlich der junge Vogel links. Die Figur rechts stellt einen 
etwas älteren V^ogel dar. — 

Diese im ausgefärbten Kleide prachtAollste aller Weihen , ist offenbar 
als Vertreterin unserer KohrAveihe (('. rufus) zu betrachten, mit der sie im 
Habitus luul (nach Gould) in Sitten und Lebensweise genau übereinstimmt. 

Sie hat eine weite Verbreitung , über die wir aber erst in letzter Zeit 
mehr und iiiolir unterrichtet Avurden. Nach Gould ist sie über den ganzen 
Continent Australiens und Vm^ DiemensUnid verbreitet, bewohnt nach Gray 
auch Neu-Seeland. A'erreaux erhielt sie von Neu-Caledonien , das Leidener 
Museum durch Dr. Salomon Müller von Celebes (Gorontalo und Macassai'); 
ebendaselbst sammelte sie auch Wallace. / 

Durch Peale wurde C. assimilis auch aus Central - Polynesien nach- 



') \w\i Sclater ciwiilmt diese Kxcrii|il;ire. Iliis IbW. p. '2Tti. 



Strix (lelicafula. 11 

gewiesen und zwar von der Viti - Gruppe (Viti - Levu und Venua - Levu). 
Dr. GräfFe sandte sie ebenfalls von Viti-Levu und Ovalou ein. 

Von den Samoa-lnseln sahen wir bisher keine Exemplare. 

Peale theilt keine weiteren Nachrichten mit. Er fand ReptiUen im 
Kopfe der Getödteteu. 



sp. 4. §trix delicatula. Oouid. 

Strix delicatula. Gould. Proc. Z. 8. (1836) p. 140. — id. B. of Austr. 
pl. 31. — id. Handb. B. of Aust. I. p. GG. — Keichb. Neuentd. Vög. N. Holl. 
No. 470. — ? Strix flanmiea. Vig. et Horsf. Trans. Linn. Soc. XV. p. 190 
(ap. Gray). — Strix bakkamuna. Forst, (ncc Lath.) Descr. an. (Licht.) 1844. 
p. 157. — Strix luln. Peale. Un. St. Expl. Exp. (1848) p. 74. pl. 21. — 
Hartl. Wiegm. Arch. f. Naturg. (1852) p. 96. — id. Strix Forsteri. p. 30. — 
Athene Forsteri (err. Forsteni) Bp. Consp. I. p. 42. — id. Strix delicatula 
p. 54. — G. K. Gray. List. Accipitres. (1848) p. 109. — Cass. Un. St. Expl. 
Exp. (1858) p. 105. — Verr. Kev. et Mag. ZooL (1860) p. 421. — G. R. Gray. 
B. Trop. Isl. p. 3. — id. Athene Forsterii. p. 2. — Strix flammea. Schleg. Mus. 
P. B. Striges (1862) p. 4. (ind. No. 38 —40). — 

Looloo (Lulu), Eingeborne der Tonga-Inseln (Cook). 
Lulu ,, von Samoa (Peale). 

Mas ad. Supra in fundo grisescente teiuüssime nigri- 
cante-vermiculata , maculis crebris albidis, nigro - circumdatis, 
in capite et collo minus conspicuis; disco faciali albido, mar- 
gine et perioplithalmiis brunneo-rufescentibus ; pectore et epi- 
gastrio albis, maculis minutis subtriquetris nigris; abdomiiie 
imo, cruribus et subcaudalibus immaculatis, albis; ala ommno 
magis rufescente, remigibus pallide rufescentibus , nigricante- 
veriTiiculatis, faseiis nonnullis irregularibus fuscis, pogonio m- 
terno albicantibus ; cauda simili modo picta, faseiis 4 — 5 angu- 
stis fuscis; subalaribus albis, maculis minutis nigris; rostro 
pallide corneo; pedibus flavidis. 

Long, circa 14^"; rostr. 9'"; ah 10"; caud. i"; tars. 2" 2'". 



13 Strix delicatula. 

Viti-Inseln. (Dr. Sclater's Sammlung.) 

Alt. Federn der Oberseite auf blassgrauem Grunde mit braunen äus- 
serst feinen Pünktchen besprengt, wesshalb ein mehr graubrauner Ton ent- 
steht, der auf dem Mantel und Schultern am deutlichsten hervortritt, auf dem 
Oberkopfe und Nacken aber mehr ins Graue spielt. Jede Feder trägt vor 
dem Ende einen kleinen, pickenförmigen, weissen Fleck, au welchem ein noch 
kleinerer, länglicher, schwarzer anstösst. Diese Punkte bilden ziemlich zusam- 
menhängende Längsreihen. Auf der verdeckten Basishälfte der Federn ist 
der Grundton mehr rostgelblich, mit breiterer, marmorirter l)rauner Zeichnung. 
Die Seitenränder jeder Feder an Basishälfte lebhaft rostgelbroth, welche Farbe 
aber meist bedeckt bleibt und nur am Aussenrande der Schulterdecken einen 
bemerkbaren Längsstreif bildet. Die oberen Flügeldecken tragen dieselbe 
Zeichnung als die Federn des Rückens, sie sind aber am Basistheil, besonders 
dem der Innenfalme, einfarbig rostgelb, und letztere Farbe kommt an einigen 
Stellen zum Vorschein. Die kleinen oberen Flügeldecken am Buge und die 
Federn des Eckflügels am Rande der Aussenfahne rostgelbroth ; letztere tra- 
gen übrigens die Zeichnung der Rückenfedern. Schwingen 1. Ordnung an 
Aussenfahne blassrostgelbroth , mit feinen dunkelbraunen Pünktchen besprengt 
ixnd 4 grösseren braunen Flecken, die eine Art undeutliche Querbinde bilden •, 
die Innenfahne der 1. Schwingen längs der Schafthälfte und auf dem End- 
drittel blass rostfarben mit verwaschen dunkelbraunen Pünktchen und 4 gros- 
sen dunkelbraunen Flecken, von denen die beiden letzten unregelmässige 
Querbinden bilden, der übrige Theil der Innenfahne seidenweiss. Die 
Schwingen 2. Ordnung sind fast ebenso wie die Rückenfedern gefärbt , d. h. 
auf grauem Grunde dunkelbraun besprengt, aber die Schaftmitte jeder Feder 
ist rostfarben verwaschen und der grösste Theil der Aussenhälfte der Innen- 
fahne ist weiss. Jede Feder trägt 3 dunkelbraune grössere Flecke, die auf 
der Aussenfahne aber nur schwach angedeutet sind, deren letzter auf der 
Innenfalme aber eine Art Querbinde bildet. Das Ende jeder der 2. Schwin- 
gen mit herzförmigem weissen Fleck, der nur etwas grösser als auf den 
Rückenfedern ist. Die Deckfedern der 1. Schwingen wie die Rückenfedern, 
aber an Basishälfte der Aussenfahne, lebhaft rostgelbroth. Schwingen unter- 
seits weiss, an Aussenfahne und dem Enddrittel der Innenfahne grauUch , mit 
bräunlichen verwaschenen Pünktchen besprengt und mit 4 dunkler /braunen 
bindenartigen Flecken auf Inuenfahne. 

Schwanzfedern an Basishälfte auf blassrostfärbenem Grunde, an End- 
hälfte auf blassgraulichem Grunde, wie die Rückeufederu , dunkelbraun be- 



Strix delicatula. 13 

sprengt und mit 4 diinkelbraunen Qnerbinden, von denen die zweite am deut- 
lichsten und breitesten ist ; die 3 äusseren Federn jederseits fest weiss , nur 
auf Schaftmitte rostferben mit braunen Pünktchen besprengt und nur mit 
3 Querbinden, indem die Basisbinde fehlt. Unterseite der Schwanzfedern fahl- 
weiss, mit 3 dunklen, aber mehr verwaschenen Querbinden. 

Federn des Gesichtsschleiers glänzend silberweiss, am vorderen Augen- 
rande ein grösserer rostbraimer Fleck, der auch das Auge schmal rostfarben 
umsäumt. Die Schleierfedern von einem schmalen Kranze eingefasst, der sich 
von der Schnabelbasis jederseits bis zum Kinn herumzieht. Die Federn des- 
selben sind auf der unteren Hälfte des Federkranzes, von einem Ohr bis zum 
andern, weiss mit braunschwarzem Ende, vor demselben rostfarben, indess 
herrscht die erstere Farbe vor und markirt den Federki-auz sehr scharf. 
Auf der oberen Hälfte sind die Federn ebenfalls weiss, aber mit rostfarbenem 
Ende, vor demselben mit feiner schwarzer Querlinie oder mir einigen schwar- 
zen Pünktchen; die obere Hälfte des Federschleiers ist daher weniger scharf 
umschrieben. 

Alle übrigen unteren Theile vom Kinn an, nebst den unteren Flügel- 
decken und den kleinen Deckfedern am Handrande , rein weiss , jede Feder 
vor dem Ende mit sternförmigen schwarzen Punktfleeken , die auf den 
unteren Körperseiten und unteren Flügeldecken am griissten und deutlichsten, 
am Femur aber mir sehr schwach angedeutet sind , und auf den unteren 
Schwanzdecken fast ganz fehlen. 

Der Lauf nur an Basishälfte befiedert, im Uebrigen mit borstenartigen 
Federn besetzt, die sich, obwohl viel sparsamer, auch auf den Zehen finden, 
hier aber ganz haai-ähnlich sind. Letztere erscheinen daher fast nackt. Die 
Fussbeuge ist nackt. 

Schnabel horngelblichweiss, die nackte Wachshaut mehr gelblich. Kral- 
len hornbraun. 

Schnabel fleischfarben-, Füsse gelblich-, Iris blauschwarz (Forster). — 
Schnabel und Füsse blass fleischfarben; Iris dunkelbraun (Peale). — Iris 
dunkelbraun. 

Länge 12—14". 
Fl. 
8" A'" 

8 5 

9 *3 
9 10 



Scinv. 


F. 


L. 


M. Z. 


4" 


9'" 


2"b'" 


14'" Viti. 


4 V" 


10 


2 6 


— Samoa. 


3 11 


10^ 


2 4 


— Viti. 


4 2 


10 


2 3 


— Samoa. 



14 Strix delicatula. 

Fl. Schw. F. L. M. Z. 

10" 4" V" 10"' 2"V" 134"' Australien. 

10 3'" 3 9 8| 2 121 flammea (Europa). 

lO'^—ll" 4"— 4"3"' 2"3"'— 6'" — flammea (nach Schlegel. 

15 Exempl. ans Europa). 
11"— 11 "6"' 4"6"'— 4"10'" 2"5"'— 6'" — javanica (Java). 

lU"— 12" 4"6"'— 5" 2"7"'— 2"9"'— americana (Amerika). 

Diese Eule, die Vertreterin unserer Strix flammea in Australien imd 
Polynesien, wird zuerst in Cooks Reise (Cooks last voy. vol. II. p. 219) von 
den Freundschafts-Inseln erwähnt, wo sie „Looloo (Lulu)" heisst. Bekanntlich 
führt sie, nach Penle, denselben Namen auf Samoa. Latham gedenkt dieser 
Lulu-Eule Cooks hei Bubo virginianus. Sjiäter beschreibt sie Forster mit 
bekannter Genauigkeit unter dem irrthümlichen Namen St. bakkamuna*), 
ebenftüls aus der Südsee. Es ist sonderbar, dass diese Besclu-eibung bisher so 
sehr verkannt worden ist, denn Bonaparte begründete sogar seine neue Athene 
Forsteri (err. Forsteni) auf dieselbe. Und doch können bei einer Vergleichung 
von Forster 's St. bakkamuna und der früher durch Gould publicirten Strix 
delicatula nicht die geringsten Zweifel über die Gleichartigkeit beider ent- 
stehen. 

Nach dieser beiläufigen, aber nothwendigen synonj mistischen Berichti- 
gung erachten wir es nicht für überflüssig einige Vergleiclumgen der St. deli- 
catula mit ihren naheverwandten Arten, namentlich unserer St. flammea, zu 
geben. Bekanntlich erklärte schon Vieillot vor 50 Jahren die Schleiereiilen 
von Europa , Asien , Afrika und Neu-Holland für eine Art. Prof. Schlegel 
gelangte neuerdings zu ähnlichen Resultaten , nur mit dem Unterschiede, dass 
er die amerikanische Schleiereule als Conspecies s. n. Strix flammea americana 
gelten lässt. Dagegen hält er die Schleiereule Neu-Hollands für identisch 
mit unserer europäischen, setzt aber doch die Notiz hinzu: „ taille semblable 
ä ceux de FEurope; mais k tarses moins emplumes vers le bas. Teintes 
claires." Diese Worte enthalten theilweis Charaktere , die sich uns als con- 
stante erwiesen, nachdem wir Gelegenheit hatten mehr als ein Dutzend 
Schleiereulen von Australien, den Samoa- und Viti-Inseln zu untersuchen. 



*) Dieser Name bezieht sicli auf Pennants [^illie Ha\vl\ Owle of Ceylon (Ind. Zooi. pl.3), 
also auf einen Kauz mit Federohren, der nach Gray mit K[ihia!tes Lempeyi Horsf. identisch ist. 
Merkwürdiger Weise vergisst Gray folgende Synonyme beizufügen: Strix indica. Gml. S. N. I. 
p. 289. — Lath. Syn. I. p. 127. — Bechsl. Lath. Uebers. II. p. 119. IV. p. 49. — Strix bakka- 
muna. Lalh. Ind. Orn. p. .'■)6. — Vieili. Nonv. Diel vol XVII. p. 38. — id. Enr. Meth. p. 1278. 



Strix delicatula. 15 

Was zunächst die Färbung anbelangt, so lässt sich St. delicatula stets 
leicht von flammea unterscheiden. Zuvörderst ist sie oberseits viel heller, 
denn der Grundton ist ein sehr blasses Grau, bei flammea ein dunkles. 
Ebenso erscheinen die rostrothen Partien bei flammea viel intensiver und die 
Unterseite ist niemals rein weiss , wie bei delicatula , sondern , wenigstens auf 
dem Kröpfe, rostfarben. Letztere Färbung fehlt auf der Unterseite A^on deh- 
catula stets, wie Gould's und Peale's mit unseren übereinstimmende Unter- 
suchungen beweisen. Sehr charakteristisch wird aber die Verschiedenheit in 
der Fliigelzeichnung. Bei St. flammea ist nämlich die Aussenfahne der 
Schwingen deutlich rostroth i;nd zeigt 5 scharf markirte breite Querbinden, 
die sich auch über die Innenfahne ziehen , während bei delicatula auf der 
Aussenfahne nur Andeutungen von dunklen Querbinden vorhanden , auf der 
Innenfahne dieselben nur sehr unvollständig vorhanden sind. 

Auch auf den Schwingen 2. Ordnung machen sich bei St. flammea stets 
mehr oder weniger 2 rostrothe Querbinden bemerklich, von welchen delicatula 
beinah keine Spur zeigt. 

Endlich unterscheidet sich St. delicatula durch verschiedene Dimensionen, 
indem die Flügel*) stets kürzer sind, und durch die nur an Basishälfte be- 
fiederten Läufe. 

Bei den afrikanischen Schleiereulen (Strix splendens **) Hemprich) , die 
wir (aus Nord, West , Süd und Madagascar) mit Gray und Schlegel, von un- 
serer europäischen nicht artlich zu trennen vermögen , schelnon indess die 
Läufe ebenfalls weniger befiedert. 

Die javanische Schleiertaube (Strix javanica. Wurmb.), MMdche K.uip 
mit delicatula für gleichartig hält , unterscheidet sich diirch viel bedeutendere 
Grösse , die unsere St. flammea noch übertrifft und von der sie, wie es scheint, 
dadurch sogar specifisch zu trennen ist. Noch bedeutender sind die Grössen - 
unterschiede zwischen delicatula und der Schleiereule Amerikas (St. americana 
Aud. = furcata Temm = pratincola Bp.); eine Verwechsehmg mit derselben 
ist daher nicht wohl möglich. Letztere zeichnet sich noch ganz besonders 
durch die sehr hohen, wenig befiederten Läufe, die langen Zehen und auf- 
fallend starken Krallen aus. 



*) Goiild giebl diß l.iiiige derselben auf 11" eugl. an, was wir nie gefunden haben. 

**) Wie Angabe, dass die nordoslafrikanische Schieiereule» ( siehe Syst. d. Orn. W. Afr. 
p. 21) sich durch constanl duni<elbraune Iris von unserer „gelbäugigen" unterscheide, beruht 
auf einem Irrthume. Alle Schleiereulen haben dunkle Iris. 



16 Strix delicatula. 

"Wir haben nixn nur noch die geographische Verbreitung von St. delica- 
tula zu erörtern, bezüglich welcher wir folgende Notizen sammelten. 

Nach Gould scheint sie über den ganzen Continent Austrahens (Neu- 
Süd-Wales, Süd- Australien, Port Essington) verbreitet, soll sich aber nicht am 
Swan River finden und fehlt auf Van Diemensland. Ebenso nach Gray auch 
auf Neu-Seeland mit Bestimmtheit. Nördlich von Australien in Neu - Guinea, 
deii Molucken und Philippinen dürfte sie ebenfalls nicht vorkommen , wenig- 
stens wird sie von Wallaee und Bernstein nirgends erwähnt. Desto aus- 
gedehnter ist aber die Verbreitung auf den eigentlichen polynesischen Inseln. 

Forster*) beobachtete die Art auf den Ereundschafts-Inseln (Tonga- 
tabu), Gesellschafts -Inseln (Tubai oder Tupai) und auf den Neu-Hebriden 
(Tanna). Von letzterer Gruppe, aber von der Insel Aneitum, erhielt sie 
Gurney. Durch Verreaux ist sie von Neu-Caledonien nachgewiesen. Rev. 
J. B. Stair sandte zuerst ein Exemplar von den Samoa-Inseln (Upolu) an 
das Britische Museum. Später sammelte sie hier Peale, ausserdem noch auf 
den Viti-Inseln (Ovalou). Dr. Gräffe sandte sie von Samoa ein. 

Die Notiz über die Lulu-Eule giebt Cook von der Insel Onihau (Onee- 
lieow), die zum Sandwich- Archipel gehört. Wäre es mit Sicherheit bekannt, 
dass wirklich unsere Art damit gemeint ist, so würden auch die SandAvicli- 
Inseln mit in den Verbreitungskreis gehören. Bis jetzt wurde aber nur Otus 
brachyotus auf diesen Inseln beobachtet, auf den Marquesas aber noch gar 
keine Eule. 

Cook bemerkt übrigens noch von seiner Eule Lulu, dass ihr die Eiu- 
gebornen auf Onihau eine besondere Verehrung erweisen. 

Nach Peale ist St. delicatula sehr häufig auf Upolu. Ueber die Lebens- 
weise theilt der genannte Reisende aber sonst weiter nichts mit. Forster 
sagt nur, dass sie sich von Vögeln und Ratten nähre. 

In Australien verhält sich St. delicatula , nach Gould , genau so wie 
unsere St. flammea. Wie diese jagt sie erst mit der Dämmerung nach klei- 
nen Säugethieren. 



*) Auch Ceylon wird von ihm als Lokalitat genannt, indess berulil diese Angabe auf 
Pennant und bezieht sich auf eine ganz andere Art. 



* Platycercus tabuensis. 17 

sp. 5. Platycercus tabuensis. ((;mi.) 

Bürzelfedern ohne purpurrothe Endsäume. 
Psittacus tabuensis. Gml. S. N. (1788) p. 317. — Tabuan Parrot. Lath. 
Gen. Syn. I. p. 214. pl. 7. — id. Gen. Hist. IL p. 115. pl. 22. — Psittacus 
tabuensis. Lath. Ind. Orn. p. 88. — Ps. atropurpureus. Sliaw. Lev. Mus. (1792) 
p. 142. (cum fig. pess.) — id. Pompadour Parrot. Gen. Zool. VIII. p. 409. — 
Ps. tabuensis. Bechst. Lath. Uebers. p. 186. pl. 9. — Kühl. Consp. p. 57. — 
Vieill. Nouv. Dict. p. UO. — id. Enc. Meth. p. 1388. — Lear. Parr. pl. 16. — 
Aprosmictus tabuensis. Bp. Naum. 1856. — Platycercus tabuensis. G. R. Gray. 
B. Trop. Isl. p. 30. 

Biirzelfedern mit purpurrothen Endsäumen. 
Psittacus hysginus. Forst. MS. S. — id. Descr. anim. (1844) p. 159. — 
Platycercus hysginus. Wagl. Mon. p. 540. — Platycercus tabuensis. Jard et 
Selb. 111. of Orn. ü. pl. 74. (pess.) — Conurus Anna. Bourj. Perr. t. 38. 
(fig. bon.) — Aprosmictus Anna. Cass. Un. St. Expl. Exp. (1858.) p. 236. — 
Platycercus tabuensis. G. R. Gray. Gen. of. B. IL No. 28. — id. List. Psitt. 
p. 11. - id. PI. hysginus. B. Trop. Isl. p. 30. — Platycercus tabuensis. Schleg. 
Mus. P.B. Psitt. (1864) p. 88. (Ind. No. 1.) 

Kehle schwarz. 
Platycercus atrogularis. Peale. Un. St. Expl. Exp. 1848. p. 129. pl. 35. — 
Hartl. Wiegm. Arch. 1852. p. 106. — Aprosmictus atrigularis. Bp. Naumann. 
1856. — Aprosmictus tabuensis. Cass. Un. St. ExpL Exp. 1858. p. 234. — 
Gough. Proc. 1849. p. 14. — Platycercus Anna. G. R. Gray. List. Psitt. p. 11. — 
id. PI. tabuensis. B. Trop. Isl. p. 30. — Platycercus atrigularis. Sclat. Proc. 
Z. S. (1864) p. 158. 

Platycercus tabuensis. Einsch. Papageien. No. 150. 

Kaghaka , Eingeborne von Tonga (Förster). 

Vangha-vangha, „ von Viti (Peale). 

Supra splendide smaragdino - viridis ; capite et corpore 
subtus obscure coccineo- purpureis; fascia nuchali angusta, 
circumscripta, cyanea; gastraei plumis medio viridibus; remi- 
gibus majoribus supra intense cyaneis, subtus et limbo intimo 
nigris, ultimis dorso concoloribus ; subalaribus nigris, apice 
viridibus ; rectricibus duabus intermediis totis viridibus, reliquis 
cyaneis, extus basi viridi-lavatis ; rostro nigro, apice luteo; 
pedibus nigris; iride? avellanea. 

Long. IGj"; al. 9'' 2'"; rostr. U" ; caud. 7|''; tars. 9'". 



18 Platycercus tabuensig. 

Tonga- tabu. (Leidener Mus.) 

Kopf, Hals, nebst der ganzen Unterseite j)urpurbraunroth , die Federn 
an Basis grauschwarz, mit grünem Querstrich über die Mitte; Federn der 
Stirn, Halfter ixnd am Kinn braunschwärzlich. Die Federn an der Basis des 
Unterschnabels schmal blau gespitzt , ebenso einige Federn im Nacken , wo- 
durch ein schmales blaues Halsband entsteht. Hinterhals, Rücken, Schultern, 
Deckfedern, Bürzel und obere Sclnvanzdecken schön dunkel grasgrün, in's 
Smaragdgrüne. Einige Bürzelfedern haben schmale purpurbraiine Endsäume. 
Schwingen 1 . Ordnung schön blau , nur an Innenfalme schwärzlich gerandet •, 
die Deckfedern der 1 . Schwingen und Eckflügel ebenfalls blau. Schwingen 
2. Ordnung und ihre Deckfedern weniger lebhaft blau, an Aussenfahne ins 
Grünliche. Flügeldeckfedern unterseits grün-, die grössten, wie die übrige 
Schwingen - und Schwanzunterseite , mattschwarz. Schwanzfedern blau , wie 
die Schwingen an Innenfahne breit schwärzlich gerandet, an Basis der Aussen- 
fahne grün verwaschen, die 2 mittelsten Federn fast ganz grün, mit blaiiem 
Ende. 

Schnabel und Füsse hornbraun. Im Leben: Schnabel schwarz mit gel- 
ber Spitze; Füsse schwarz; Iris feuerroth (Forster). — Schnabel bläulich 
hornfarben; Füsse sclnvarz; Iris lebhaft orange (Peale). — 

Ein Exemplar im Leipziger Museiim fast ebenso ; Stirn , Halfter und 
Kinn beinah schwarz, ein sehr schmales blaues Nackenband ; die Bürzelfedern 
mit breiten jnirpurbraunen Endsäumen, ebensolche, aber schmälere, auf den 
obersten kleinen Flügeldecken längs Unterarm. 

Länge 16 — 18". Fl. 9". Schw. 9". F. 11'". L. 11.^"' Leipziger Mus. 

Die dunkle, tief purpurbraunrothe Färbung der unteren Theile und des 
Kopfes unterscheidet diese Art auf den ersten Blick von der folgenden 
(PI. splendensj. — Ausserdem zeigen sich aiich noch andere Färbungsverschie- 
denheiten , indem bei V. tabuensis Stirn und Halfter fast schwarz erscheinen 
und sich nur ein sehr schmales blaues Nackenband zeigt. Auch haben die 
grünen Bürzelfedern purpurbraune Endsäume und die unteren Flügeldecken 
sind grün. 

Ueber den „ Tabuan-Parrot " Latham's sind die Ansichten der Ornitho- 
logen von jeher sehr getheilt gewesen und die Differenzen , welche Mc\\ aus 
den theilweis schlechten Besclu-eibimgen der verschiedenen Schriftsteller er- 
geben, ^vurden zur Aufstellung besonderer Arten benutzt, so dass deren zu- 
letzt 4 entstanden (tabuensis, hysginus , Anna und utrigularis). Eine genaue 



Plalycercus tabucnsis. 19 

Vergleicliuiig unrl Durclisiflif der Literatur hat uns jeJocli fiherzeugt , dass 
wir es hier nur mit Einer S])ecies zu thuu haben. So würde Latham's Ps. 
tabuensis nur durch den Mangel der purpurrotlien Eudsäume auf den Biirzel- 
federn von hysginus unterschieden werden können , obwol diese geringe Ab- 
weichung ohne Zweifel von Latliam übersehen worden ist. (V)nurus Anna 
Bourj. stimmt vollkommen mit Forster's hysginus überein und in Peale's atri- 
gularis von den Vitis köimen wir nur einen recht alten Vogel sehen, bei dem 
sich die dunkelschwarzbraune Stirn- und Halftert arbiuig auch auf die Ober- 
kehle ausdehnt und hier deutlich schwarz erscheint. Gegen die Artselbst- 
ständigkeit von atrigularis entstehen noch gewichtigere Bedenken, indem er 
von Cassin, der doch die Typen vor sich hatte, für nichts Anderes als tabiien- 
sis Gml. erklärt wird. 

Für Diejenigen, die dennoch an mehreren Arten festhalten, haben wir 
die Synonyme, welche sich auf die geringen FärbuugsabAveichungen beziehen, 
besonders zusammengestellt. 

PI. tabuensis bewohnt die Freundschafts - und Viti-Inseln. Latham 
erhielt ihn von Tonga-tabu. Forster erlangte ihn, wie es scheint durch Kauf, 
auf E-u-a. Beide Lokalitäten sind seitdem durch keinen anderen Reisenden 
bestätigt worden. Dagegen sammelte Peale die Ai-t auf den Viti-Inseln. 
, Seine Beobachtungen über dieselbe lauten : „in den überschwemmten Niede- 
rungen auf Mangrovebüschen niclit selten. Nährt sich von den Früchten 
der letzteren. Während der Tageshitze halten sich diese Vögel still im 
Dickicht verborgen. Früh und Abends hört man aber ihre laute Stiinme, 
die wie „ vangha-vtnigha " klingt. Ihr Flug ist unregelmässig und wellen- 
förmig." 

Auch Kayner, Naturforscher bei der Expedition des Herald, brachte 
diese Art von Ngau- Island, Viti- Gruppe, heim. — Wir selbst sahen sie 
nie unter den Sendungen Gräffe's, sondern stets nur die folgende Art (PI. 
splendens). 



30 Platycercus splendens. 

sp. 6. Platycercus splendens. Peaie. 

t. n. fig. 2 (Ei). 

Platycercus si^lendens. Peale. Un. St. Expl. Exp. (1848) p. 127. pl. 34. 
f. 1. — Hartl. Wiegm. Arch. 1852. p. lOö. — Aprosmictus splendens. Bp. 
Naumann. 1856. — Cass. Un. St. Expl. Exp. 1858. p. 237. pl. XX. — Pla- 
tycercus splendens. G.R.Gray. List. Psitt. (1859) p. 12. — id. B. Trop. Isl. 
p. 30. — Platycercus tabuensis. Schleg. Mus. P. B. Psitt. 1864. p. 89. (Ind. No. 2.). 

? Tabuan Parrot. Lath. Gen. Hist. II. (1822) p. 116. ($ ex Ins. Fejee). 

Platycercus splendens. Finsch. Papageien. No. 151. 

Ka-gula, Eingeborne der Viti-Inseln. (Gräffe). 

Mas ad. Supra splendide viridis; capite et gastraeo 
totis saturate cocciiieis; seniitorque nuchali, remigibus prima- 
riis et rectricibus externis nitide cyaneis, intermediis obsolete 
viridibus, apicem versus caerulesceiitibus, sequentibus pogonio 
externo dimidii basalis conspicue virentibus; cauda infra 
nigricante; subalaribus viridi et caerulescente variis; ptero- 
mate maciilis nonnullis rubris ; rostro et pedibus obscuris, illo 
apice pallide flavido; iride laete aurantiaca. 

Long, circa 18"-, rostr. 13'"-, al. 8^" ; caud. 8"; tars. 8'". 

Viti-Levu, Viti-Inseln. (Bremer Mus.) 

Ober- und Hinterkopf, Kopf und Halsseiten und alle unteren Theile 
schön purpi;rscliarlacliroth , der Kopf etwas dunkler , aber ganz ohne schwarz- 
bräunliche Federn an Stirn und Kinn. Die Basis der Kopffedern schwärzlich, 
quer über die Mitte mit einem grünlichen Strich; die Federn der unteren 
Theile mit grauer Basishälfte und einer schmalen gelbftihlen Querlinie. Lieber 
den Hinterhals dehnt sich ein breites, blaues Halsband aus, dessen Federn 
an Basis einen weisslichen Flaum besitzen, wodurch ein verborgener, weiss- 
licher Fleck entsteht. Vom Hinterhalse an die ganze Oberseite, Flügeldeck- 
federn nebst Bürzel und oberen Schwanzdecken lebhaft glänzend dunkel 
grasgrün, die Basis der Federn grau. Schwingen I.Ordnung, ihre Deck- 
federn und Eckfiügel schön indigoblau, an Innenfahne schwarz; Schwingen 
2. Ordnung an Basishälfte der Aussenfahne blau , am Ende mehr in's Grün- 
blaue und breit grün gerandet. Schwanzfedern blau , an Basis der Ausseiifahne 
grün gerandet; die 2 mittelsten Schwanzfedern grün, init blauem Enddrittel. 
Schwingen und SchMauz unterseits, nebst den grössten unteren Flügeldecken 
schwarz. Kleine untere Flügeldecken meerblau, einzelne Federn roth gesjjitzt. 



Platycercus personatus. 31 

Schnabel und Füsse hornbraunschwarz. Im Leben : Schnabel dunkel 
mit gelblicher Spitze; Füsse dunkel-, Iris hellorange (Peale). — Iris ziegel- 
roth (Gräffe). 

Länge c. 17— 19". Fl. 8"— 8"9"'. Schw. 7"1"'— 8"5'". F. 11^'"— 15'". 

L. lU'" — 12'". 

Die Untersuchuu};:^ \ou mehr als einem Dutzend Exemplaren hat uns 
den BcAveis geliefert, dass dieser Platycercus mit vollem Recht specilischc 
Sonderung verdient und keineswegs als zu PI. tabuensis gehörig betrachtet 
werden kann. Alle Exemplare stimmten in der bei weitem heller rothen, 
purpurscharlachrothen , Färbung der unteren Theilc, in dem sehr breiten 
blauen Hinterhalsbande und dem einfarbig grünen Bürzel vollkommen über- 
ein, und unterscheiden sich dadurch sehr wohl von P. tabuensis. 

PI. splendens , eine der schönsten Entdeckungen Peale's von Viti - Levu, 
ist, wie wir durch Dr. GräflFe erfahren, dieser Insel eigenthümlich. Nach Peale 
war der Vogel in den dicliten Mangröve - Wäldern am Peale -River nicht un- 
gewöhnlich und machte sich durch sein lautes Geschrei, welches wie ,,cay-au- 
cay-au" klingt , leicht bemerklich. Er hat einen schwerfälligen Flug. Dies 
Letztere wird auch von Dr. Gräffe bestätigt, der ausserdem noch bemerkt: 
„nistet in Baumhöhleu und lernt sprechen." Die Eier, welche Gräffe ein- 
sandte, sind ziemlich rund, eiförmig, ungleichhälftig, nach der Spitze zu deut- 
lich abfallend mit sanft zugerundeter Basis. Sic tragen das charakteristische 
Papageienkorn, d. h. sind etwas glatt und zeigen Aiele, aber unregelmässig 
verstreute, tiefe Poren. Die Farbe ist weiss , mit einem schwachen gelblichen 
Tone. Die Oberfläche hat einen schwachen Glanz. Länge 17'". Breite 14'". 

Neuerdings erhielt der Zoolog. Garten zu London diesen prachtvollen 
Papagei lebend. 



sp. 7. Platycercus personatus. o. r. Gray. 

Coracopsis(?) personata. G.R.Gray. Proc. Z. S. (1848.) p. 21. pL III. — 
Platycercus splendens. ($jun.) Peale. Un. St. Expl. Exp. (1818) p. 128. pl. M. 
f. 4. — Platycercus personatus. G.R.Gray. List. Psitt. 1859. p. 11. — id. 
B. Trop. Isl. p. 30. — Aprosmictus personatus. Cass. Un. St. Expl Exp. 18.i8. 
p. 238. pl. XX. (opt.) — l'yrrhulopsis personata. Reichb. — Prosopeia perso- 
nata. Bp. Rev. et Mag. Z. '85'. p. 153. — id. Prosopaea personata. Naumann. 
1856. — Platycercus personatus. Finsch. Papageien. No. 152. 
Kagula, Kaka, auf den Yiti-Inseln. (Gräffe.) 



33 Plalycorciis |>cis(iii.il!is 

Ad. Notaeo, collo toto, pectoris et abdominis lateribus 
subcaudalibusque pulclierrime et intense psittacino-viridibus; 
fronte, genis et gula nigris; pectore et abdomine mediis auran- 
tiaco-flavis ; pteromate et remigibus majoribus pallide glauces- 
cente - caeruleis ; cauda supra tota viridi, subtus nigra; siib- 
alaribus apice viridibus; rostro nigro, apice pallido; pedibus 
nigris ; iride dilute aurantiaca. 

Long, circa 18"-, rostr. a fr. 14"'; al. 8.V'; caud. 8"; tarsi 8'". 

Viti-Levu , Viti-Iiiseln. (Bremer Mus.) 

Schön dunkelgrasgrün, die Scliwanzfedern etwas düsterer, an Innenfahne 
schwarz gerandet. Stirn nnd Vorderknpf bis zum Auge, um den Unter- 
schnabel und das Kinn , also eine vollständige Gesichtsmaske , schwarz. 
Schwingen 1. Ordnung: ihre Deckfedern und Eckflügel blau, an Innenfahne 
schwärzlich gerandet. Untere Flügeldecken , Kehle . Seiten , Schenkel und 
untere Schwanzdecken grün. Kropf und Brust hochgelb , auf dem Bauche 
dunkler , am Unterbauche hoch orangefarben , die Basis der Federn' schwarz- 
grau. Die grössten unteren Flügeldecken, Schwingen und Schwanz unterseits 
schwarz. 

Schnabel hornschwarz mit hellerer Spitze ; Füsse und Krallen schwarz. 
Iris hellorange. (Peale.) 

Unter 10 Exemplaren, die wir von diesem seltenen Papagei untersuchen 
konnten, fanden wir keine andere Verschietlenheit, als dass bei einzelnen sich 
das Orange des Unterbauches bis auf den After herab ausdehnte. 

Geschlechtsverschiedenheit scheint daher bei dieser Art nicht vorzu- 
kommen. 

Ganze Länge 16"— 18". Fl. 8"8"'— 9"i"'. Scliw. 7^"— 9". F. 14"'— 15"'. 

L. 12'". 

Die Heimath beschränkt sich, wie wir neuerdings durch Dr. G raffe er- 
fuhren , auf Viti - Levu. Eben hier wurde die Art auch durch Peale und 
Eayner eingesammelt. 

Peale's zuerst aufgestellte Vermuthung, als wäre PI. personatus nur 
Jugendkleid von PI. splendens, können wir, gestützt auf das ansehnliche 
Material , welches uns zur Untersuchung diente , als eine durchaus irrige be- 
zeichnen. 

Ueber die Lebensweise dieses seltenen Papageis fehlen bis jetzt alle 
Nachrichten. Dr. Gräffe sandte die Eier desselben ein. Dieselben sind 



Lorius solitarius. 33 

ziemlich rund, weiss, 17'" lang und 13'" im Durchmesser. Ein anderes von 
Dr. Gräfte eingesandtes und angeblich dieser Art zugehörendes Ei erwies sich 
als das von Astur cruentus. 



sp. 8. I^OffJUS solitarius. (Lath.) 

Psittacus solitarius. Latli. Ind. Orn. Suppl. II. (18(»2) p. XXTII. No. 12. — 
id. Solitary Parrot. Gen. Öyn. öuppl. I. p. 65. — id. Gen. Hist. II. p. 190. — 
Psittacus Vaillanti. Shaw. Nat. Mise. (1809) pl. 909. — id. Ps. coccineus. Gen. 
Zool. VIII. p. 472. — Vieill. Nouv. Dict. XXV. i». ;}r)5. — id. Enc. Meth. 
p. 1391. — Le Perroquet Pliigy. Levaill. Perr. t. r,l. — Psittacus Phigy. 
Bechst. Lath. Uebers. IV. p. 81. pl. 9. f. 2. — Kühl, e'onsp. p. I39. — id. Ps. 
solitarius. p. 101. — Vieill. Nouv. Dict. p. 377. — id. Enc. Meth. j). 1403. 
Brotogeris Phigy. Steph. — Lorius phigy. Less. Tr. (TUrn. p. 193. — Hroto- 
geris coccineus. Sws. Class. of B. IL p. 303. — C'oriphilus solitarius. Wagl. 
Mon. p. 565. — Trichoglossus coccineus. Peale. ün. St. Expl. Exp. (184>). — 
Coriphilus solitarius. Cass. Un. St. Expl. Exp. (1858) [».240. — Bp. Per. et 
Mag. Zool. 1854. — G. R. Gray. List. Psitt. p. 58. — id. B. Trop. Isl. p. 32.— 
Nanodes solitarius. Schleg. Mus. P. B. Psitt. (18G4) p. 116. — Domicella 
solitaria. Finsch. Papageien. No. 303. 

Ad. Supra psittaciiio- viridis ; pileo, abdomine iuio et ti- 
biis splendide violascente-caeruleis, occipite iiigricante-caeruleo 
et viridi variegato ; subalaribus viridibus ; fascia colli postici 
dilute et nitide viridi ; gastraeo reliquo , capitis lateribus et 
fascia lata interscapulari ex scarlatino coccineis; rectricibus 
basi et medio macula flavo-aurantiaca notatis; rostro et pedi- 
bus pallidis 

Long, circa 8"; rostr. 5V"; al. 4" 7'"-, caud. 2|"; tars. 5'". 

Viti-Levu. (Bremer Mus.) 

^^ ad. Oberseite, Flügel und Schwanz dunkelgrasgrün, der Kücken 
etwas oliyengrün verwaschen. Schwingen au Innenfahne mattschwarz, uuter- 
seits mehr grauschwarz. Erste Schwinge einfarbig schwarz. Schwanzfedern 
iinterseits schwärzlich olivengelb schillernd, an Basis der Innenfahne schwärz- 
lich mit A'erwaschenem, länglichen , röthlichgelben Fleck , auf der Mitte der 
Innenfahne ein eben solcher, kleinerer, runder. Bürzel und untere» Schwanz- 



34 Lorius solilarius. 

flecken schöner untl heller grüu als der Kücken. Die Nackenfedern pracht- 
voll hellgrasgrün, ebenso die Basishälfte der Hinterhalsfedern, deren Endhälfte 
aber prachtvoll purpnrroth , daher ein schmales rotlies Band um den Hinter- 
hals. Ebenso schön roth sind die Kopfseiten und die übrigen unteren Theile. 
Die Basis der Brust- und Bauchfedern grau mit einer verwaschenen gelben 
Querlinie. Bauch , After , Schenkel und Schenkelseiten dunkel violett , in's 
Schwarze, ebenso der Vorder- und Oberkopf; der Hinterkopf fast schwarz. 

Schnabel hornorangefarben •, Füsse bräunlich; Krallen schwarz, Iris und 
Beine rothgelb. (Gräffe.) 

Ein altes J in Godeffr. Collect. 
ganz ebenso, aber das Schwarzviolett der Schenkelseiten dehnt sich auch auf die 
Bürzelseiten aus, so dass längs Bürzel nur ein schmälerer Streif grün bleibt. 

^ oder jüngerer Vogel im Britisch-Museum 
hat den Oberkopf mehr indigoblau , den Hinterkopf dunkelgrün mit einzelnen 
schwarzen Federspitzen. Die langen Federn der Halsseiten spriessen erst hervor. 

Die Geschlechter nach Peale nicht verschieden. 

Länge c. 8". FL 4"8'" — 5". Schw. 2"2''' — 2"8"^ F. 6'"— 7'". 

Dieser seltene Papagei bewohnt nur die Viti- Inseln, Ovalou und Viti- 
Levu. Dr. Gräflfe's Exemplare stammten alle von letzterer Lokalität her. 
Lesson's Angabe „Gesellschafts-Inseln" beruht daher jedenfalls auf einer Ver- 
wechselung, ebenso wenn G.R.Gray noch Tongatabu und „Molucken" (!) 
als Heimath nennt. 

Ueber die Lebensweise fehlen alle Nachrichten. 

Die generische Stellung dieses I'apageis ist zuerst von Lesson sehr rich- 
tig erkannt worden, denn wie die genaue Untersuchung lehrt, gehört derselbe, 
wenn man ihn nicht zum eigenen Genus erheben will , ganz in die Nähe der 
grossen Lori- Arten (domicella, garrula etc.). Dies beweist nicht allein Flügel- 
und Schwanzbildung, sondern auch namentlich die Färbung und die Feder- 
bildung. Wie L. domicella und garrulus besitzt L. solitarius nämlich eben- 
falls die sehr verlängerten, weitstrahligen Hinterhals - und Nackenfedern , nur 
sind sie bei ihm noch ungleich mehr entwickelt , denn sie erreichen eine 
Länge von 12 — 17'". Nur die geringe Grösse scheint Ursache gewesen zu 
sein, warum man den sonderbaren Vogel bisher meistens mit seinen Heimaths- 
verwandten (Coriphilus fringillaceus und Kuhlii) vereinigte, denn die letzteren 
sind, nach Flügel - und Schwanzbau, vielmehr Trichoglossen und zeichnen sich 
ausserdem durch die schopfartig verlängerten Federn des Oberkppfes aus. 



Coripbilus fringillaceus. 35 

sp. 9. Coripliiluü^ fring'illaceus. (Omi.) 

Psittacus t'rmgillaceus. Gml. H. N. (1788) p. o37. — Maerter. Phys. Arb. 
Wien. 2. p. 47. — 

Blue creasted Parrakeet. Latli. Gen. Syn. I. p. 254. — l^sittacus austra- 
lis. Gml. Ö. N. p. 329. — Ps. pipilans. Latli. Ind. Orn. p. 105. — id. Ps. 
fringillaceus. p. 112. — id. Gen. Hist. p. 190 et 220. — id. Öparrow Parra- 
keet. Öyii. Suppl. II. p. 93. — Ps. porpliyreoceplialus. Shaw, (nee Dietr. ) 
Nat. Mise. pl. 1. - id. Gen. Zool. VIII. p. 472. pl. 69. — La Perruche frin- 
gillaire. Levaill. Perr. t. 71. — Ps. australis. Bechst. Lath. Uebers. IV. p. 80. — 
Vieill. Nouv. Dict. XXV. p. 375. -- l?s. fringillaceus. Bechst. Lath. Uebers. 
IV. p. 81. pl. 6. f. 2. — Vieill Nouv. Dict. XXV. p. 379. — id. Enc. Meth. 
p. 1409. — Kühl. Consp. p. 09. — Ps. euchlorus. Forst. (Licht.) Descr. aniin. 
p. 160. — Coriphilus euchlorus. Wagl. Mon. p. 561. — Brotogeris fringilla- 
ceus. Steph. — Lorius fringillaceus. Less. Tr. d'Orn. p. 194. — Brotogeris 
porphyreocephalus. Sws. C'lass. of B. II. p. 303. — Trichoglossus pipilans. 
Peale. Un. 8t. Expl. Exp. (1848) — Coriphilus fringillaceus. Bp. Rev. et Mag. 
Z. 1854. p. 157. — G. P. Gray. List. Psitt. 1859. p. 58. — id. B. Trop. Isl 
p. 33. — Nanodes fringilkceus. Schleg. Mus. P. B. Psitt. (1864) p. 117. — 
Domiceila fringillacea. Finsch. Papageien. No. 298. 

Kohanga, Eingeborne von Tongatabu (Forster). 

Vini-Sega , „ „ Uea (Gräife). 

Ad. Laete et dilute psittacino-viridis , dorso ])arum ob- 
scurius tiiicto; fronte viridi; pilei reliqui plumis pulclierriuie 
cyaneis, lanceolatis, basi viridibus; gutture et macula magna 
epigastrii sanguineo-coccineis ; abdonxine inferiore et tibiarnni 
parte interna violaceis; rectricibns pogonio interno et apice 
flavidis; subalaribus viridibus; rostro et pedibus carneis; iride 
brunnea. 

Long, circa 7{"; rostr. b'" ; ah i" ; caud. 2^"; tars. 4'". 

Uea, "Wallis-Inseln. (Bremer Mus.) 

^. Stirn grün-, die langen, schmalen, zugespitzten Federn der übrigen 
Kopfoberseite prächtig lilablau. Zügel, Backen, Ohrgegend, Kinn und Kehle, 
sowie ein runder Fleck auf der oberen Bauchraitte scharlachroth , an letzte- 
ren stösst auf der unteren Bauchhälfte ein dunkel violetter Fleck, der sich 
bis auf den After erstreckt. Uebrige Theile schön grasgrün, am lebhaftesten 
und hellsten . am Hinterhalse und auf den oberen Schwanzdecken , düsterer 
und mehr in's Olivengrünliche auf Schultern , Rücken und Flügel. Erste 



26 Eudynamis taitiensis. 

Schwinge einfarbig schwarz , die übrigen nur an Innenfahne. Schwanzfedern 
grün , längs 8chaftinitte und am Ende gelb , die äussei'en Schwanzfedern an 
Basis zinnoberroth. Schwanzunterseite gelb. Tibien violett befiedert. 

Schnabel und Fasse gelbbraun, Krallen dunkler. Im Leben: Schnabel 
und Füsse fleischfarben, Iris goldgelb (Pickering). Schnabel und Füsse roth; 
Iris feuerroth (Forster). — Iris braun (Gräffe). 

Exemplar von Tonga-tabu im Bremer Mus. ganz gleich. 

Jüngere Vögel in GodeflFroy 's Collect, 
haben die Kopffedern nur wenig verlängert, und die blauen matter gefärbt. 
Der rothe Bauchfleck ist kleiner; an einem Exemplar zeigte sich nur eine 
schwache Spur desselben. Schnabel bräunlich. 

Die Geschlechter, nach Dr. Pickering, nicht verschieden. 
Längec. 6"— 6i". Fl. 3"9'"— 4"2"'. Schw. -i-'S'"— 2"G"'. F. b\"'—ß"'. 

Unter den ziemlich lokalisirten Papageienarten der Südsee ist diese 
noch mit am Aveitesten verbreitet. Ursprünglich durch Cook's Reisen auf 
Tongatabu (Freundschafts-Inseln) entdeckt, Avurde sie später durch Labillar- 
diere und Peale ebenfalls hier beobachtet, durch Peale aber auch von Samoa 
nachgeAA'iesen , ebenso von Dr. Gräffe. Letzterer sandte sie noch von der 
kleinen Wallis-Insel, Uea, ein. Vielleicht ist die Art noch weiter verbreitet, 
dass sie aljer auf den SandAvich-Inseln vorkäme, wie Gray, auf Latham's 
Auctorität gestützt, angiebt, ist erAviesenermaassen falsch. Ebenso Avenig be- 
Avohnt sie die Gesellschafts-Inseln (Otahaiti), wie zuweilen behauptet wird. 

Ueber diesen reizenden, kleinen, blüthensaftsaugenden Papagei theilt 
Forster nur mit, dass er sich meist in den A^"ipfeln der Kokusj)almen aufhält. 
Dr. Gräffe giebt folgende Notiz : „ liebt die Blüthen der Kokuspalmen , und 
hat einen kurzen hellen Schrei." 

Durch Dr. Gräffe wurden auch die Eier eingesandt. Dieselben sind 
beinah kugelrund und A'on weisser Farbe. 



sp. 10. £uclynaini^ talUensis. (Spanm.) 

Cuculus taitensis. Sparrm. 31us. Carls. 11. (1787) pl. 32. — Ära /Were- 
roa. Cooks voy. vol. IV. p. 272. - Le Coucou brun varie de noir. Buff. 
Hist. ois. VI. }). 37(i. — Society Cuckow. Latli. Gen. Syn. I. p. 514. — 
Bechbt. Uebcrs. 1. (l793) p. 424. - Cuculus tahitius. Gml S. N. L (1788) 



Eiidynaiiiis (;iili<'.iisi.s. 37 

p. 412. — Ciiculus taiteiisis. Lath. Ind. Orn. p. 209. — C. tahitins. Bechst. 
Kurze Uebers. (1812) p. 140. — C. taitcnsis. Steph. Gen. Zf)ol. IX. p. 'J2. — 
Vieill. Enc. Mt'tli. III. p. 1329. pl. 188. f. 7. — Less. Tr. d'Orn. (1831) p. 15! . — 
Cuculus fasciatus. Forst. Descr. aniin. (1844) p. 160. — Eudynamis cunei- 
cauda. Teale. Uii. St. Expl. Exp. (1848) p. 139. pl. 38. f. 2. — Hartl. Wiegm. 
Archiv f. Naturg. (1852) p. 107. — Eudynamis taitcnsis. G. K. Gray. Gen. of 
B. II. p. 4G4. — Bp. Gonsp. av. I. p. 101. — G.R.Gray. App. Dieffenb. 
New-Zeal. II. p. 193. — id. Ibis. 1862. p. 231. — id. Eudynaniys tahitius. 
B. Tropic. Isl. p. 35. — Eudynamys taitcnsis. Cass. Un. St. Expl. Exp. (1858) 
p. 248. pl. XXII. f. 2. — Sclat. Proc. Z. S. 1864. — Eudynamis taitiensis. 
Gab et Hein. Mus. Hein. IV. (1862) p. 56 (Note). — Ciiculus taitcnsis. Schleg. 
Mus. r. B. Cuculi. (1864) p. 21. 

Guciilus simus in Godeffroy's Gatal. I. et II. 

Jun. (?) Supra braimeus; clorso et alis riifescente-albido 
fasciolatis 5 alarum tectricibus macula rotundata albida tcriiii- 
iiatis; capite et collo macnlis longitudinalibus rufesceiite-albi- 
dis: superciliis fasciaque lata infraoculari pallide fulvesceiiti- 
bus ; cauda rufo et iiigTicante confertim fasciata ; gastraeo in 
furido albido fusco-longitudinaliter raaculatoj gula Immaculata ; 
subalaribus pallide albo-fulvescentibus , immaculatis; rostro 
brunneo, mandibula pallidiore; pedibus plumbeis; iride fiisca. 

Long, circa 15Ji"-, rostr. a fr. 10'"; al. 7"-, caud. 8V; tars. 1". 

Upolu, Saraoa-Ins. (Goll^t. Godeffroy.) 

Oberseite dunkelbraun. Die Federn des Oberkopfes und Hinterhalses 
mit rostgelblichen Schaftstrichen , daher diese Theile längsgestrichelt. Die 
Federn der übrigen oberen Theile mit 3 — 4 breiten rostrothbraunen Quer- 
binden, daher die Oberseite quergebändert erscheint. Schwingen dunkelbraun 
mit 6 breiten , weissen Flecken auf Innenfahne und 5 rostbräunlicheu auf 
Aussenfahne, welche Querbinden über den Flügel bilden. Schwanzfedern mit 
rostrothbraunen und dunkelbraunen, regelmässigen Querbinden, auf den mittels- 
ten Federn 20, auf den äussersten mit 10; das ScliAvanzende weiss; der 
Aussensaum der äusseren Schwanzfedern weisslich. Zügel und Strich durch's 
Auge dunkelbraun. Augenbrauenstreif, der sich vom Nasenloch bis zu den 
Schläfen zieht, rostgelblich. Kopf- und Halsseiten, soAvie die übrige Unter- 
seite weiss, mit grossen dunkelbraunen Schaftflecken, die an den Halsseiteu 
dichter stehen, auf den Schenkelseiten und unteren Schwanzdecken aber 



38 Cuculus simus. 

spitzwinkelige Flecke bilden. Kinn und Kehle einfarbig weiss. Untere Flü- 
geldecken rnstgelb. 

Obersclmabel hornbrauu; Untevschnabel horngelb; Füsse horngraubraun •, 
Nägel hornbrauu. Iris goldgelb. (Forster.) 

Ein anderes Exemplar von Upolu (Collect. Godef.) 
ist auf Oberseite mehr rostroth gefärbt-, die oberen Flügeldecken haben am 
Ende weisse Flecke ; auf der Kehle stehen rostgelbliche Schaftstriche ; 
Schwanz mit 1 4 rostrothen Querbinden. 

Ein anderes Exemplar von Upolu (Collect. Godeffroy) 
mit dunkelbrauner Oberseite hat den Augenstreif, Kiini, Kehle und Kropf 
blassrostroth gefärbt. 

Länge. Fl. .Schw. F. L. 

C.15" 6'' 4'" — 7" 6^' Q"' — T'lO"' UY" -i2V" 13^'" Upolu. 

Ct 11 _7 7 10 —8 10 -12 13 — 15 Neu-Seeland. 

Die Exemplare mit weissen Endflecken auf den oberen Flügeldecken 
sind jedenfalls jüngere Vögel. Alte scheinen, sonderbarer Weise, niemals das 
einfarbig schwarze Kleid der verwandten Arten zu erhalten. Unter einer 
bedeutenden Anzahl von Exemplaren haben wir nie, auch nur die leisesten 
Anfange einer schwarzen Färbung bemerkt. Eu. taitiensis steht daher in den 
Färbungsverhältnissen sehr eigenthümlich da. 

Diese bekannte Kuckuksart hat eine weite Verbreitung über die Inseln 
Polynesiens. Ausser Neu-Seeland kennen wir nämlich die Gesellschafts- Inseln 
(Huaheine, Borabora und Otahaiti. Forster; Huaheine auch durch Wode- 
house), die Marquesas (Edelestane Jardine), die Vitis (Ovalou. Peale. Gräffe), 
Samoa-Gruppe (Upolu , GräflFe) als bewiesene Lokalitäten. G. K. Gray führt 
noch ferner die Tonga- (Tongatabu) und Cooks-Inseln als Fundorte an. 

Eine Vergleichung von Exemplaren aus Neu-Seeland und den Samoa- 
Inseln hat uns nicht die geringste Verschiedenheit gezeigt. 



sp. 11. Cuculus simus. Peale. 

Cuculus simus. Peale. Un. St. ExpL Exp. (1848) p. 131. pl. 37. f. 1. — 
Hartl. Wiegm. Arch. f. Naturg. ( 18.V2) p. 106. — Cass. Un. St. Expl. Exp. 
(1858) p. --'4.^). pl. XXI. f. "2. — Cuculus (Cacomantis) simus. G.R.Gray. B. 
Tropic. Isl. p. 35. — Cacomantis simus. (^ab. et Heine. Mus. Hein. IV. (1862) 
p. 25 (Note). 

Mas. kSupra ubscurc ciuci'a.sceiis, nitore noiiiiullo aeneo ; 



Cuculus siiiius. 30 

subtus ciiinamomeo-rufus, giila pallidiore, subcinerascente ; 
remigibus fuscis, macnla magna alba pogoiiio interno notatis, 
secundae macnla vix indicata; cauda supra nitide nigra, ni- 
tore nonnnllo pnrpnrascente, rectricibns albo-maculatis et ter- 
minatis; snbcaudalibus et subalaribus rufis; rostro supra fusco; 
mandibula aurantiaca; pedibus pallide flavis ; iride dilute fla- 
vescente brannea. 

Long, circa 9i-"; rostr. 8'"; al. 4V'-, caml. 5". 

Viti-Inseln. (Dr. Sclater's Collection.) 

Alt. Oberkopf und übrige obere Theile dunkel olivenbraian, mit einem 
dunklen metallgrünen Glanz, der unter geAvissem Licht vorherrscht, so dass 
dann die ganze Oberseite grünglänzend erscheint. Obere Schwanzdecken 
dunkler, mehr schwarz, aber ebenfalls metallgrün schimmernd; einzelne der- 
selben haben schmale weisse Endsäume, Schwingen dunkelbraun, die der 
1. Ordnung auf Aussenfahne kaum, die der 2. Ordnung auf Aussenfahne 
deutlicher grün scheinend , wie der Eücken. Erste Schwinge auf Innenfahne 
mit weissem Fleck, zweite einfarbig; von der di-itten an alle mit grossem 
weissen Fleck auf Innenfahne , der namentlich auf den zweiten Schwingen 
immer grösser wird. Dadurch entsteht auf der mattschwarzen Unterseite des 
Flügels eine breite, schiefe, weisse Querbinde. Zügel und Kopfseiten grau- 
braun. Alle unteren Theile, nebst Halsseiten und unteren Flügeldecken und 
unteren Schwanzdecken dunkel rostroth, fast zimmtroth; nur die Federn des 
Kinns und der Oberkehle blasser und etAvas grau verwaschen. Die kleinen 
Flügeldecken am Handrande fast weiss. Schwanzfedern schwarz , mit 10 
weissen Randflecken und weissem Ende ; diese weissen Randflecke werden 
gegen die äusseren Federn zu immer breiter und grösser, so dass sie auf den 
3 äussersten Federn jederseits regelmässige Querbinden bilden, auf der äus- 
sersten zeigen sich deren 5 ; auch die weisse Schwanzspitze wird auf den 
äusseren Federn grösser. 

Oberschnabel schwarz, der untere horngelbbraun mit dunkler Spitze, 
Mundwinkel und Rachen orangegelb ; Füsse liorngelbbräunlich ; Nägel schwarz. 

Unterschnabel und Älundwinkel orangefarben , Augenlieder und Füsse 
hellgelb; Iris gelblicldiraun. (Peale.) 

Dieses Exemplar stimmt ziemlich genau mit Cassin's Beschreibung von 
C. simus überein , weniger aber mit der beigegebenen Abbildung. Auf dieser 
sind Oberkopf und ül)rige Oberseite mehr rothbraun dargestellt, Kinn ixnd 



I-üii;;('. 




Fl. 




Mitt. Schw. 


c. 9" 




4"7'/' 




4"10'" 


9 




4 9 

5 3 
5 




4 10 

4 10 
4 7 


5"3'"_5"7 


/// 


5/'2'"— 5"8''' 






5 2 




4 11 




4"— 4"9' 


// 


4'' 4,"Q'" 



30 Cuculus sinius. 

Kehle graulich, die Unterseite wie an unserem Exemplar, aber mit einzelnen 
dnnkel quergebänderten Federn. 

Acuss. Scliw. F. Schn.-Br. 1.. > 

2" 4'" 7}r"' 4.'" 8'" simus Viti. 

— — — — „ (Cassin). 
3 3 8 3 — flabelljformis Aust. 

— — — — „ (nach Schleg.) 
3 10 8| 3 94 broncinus. Gray. 

— — — — Sonnerati. (nach 

Schleg.) 
Wir sahen bisher nur dies Eine Exemplar dieses seltenen Kuckuks von 
den Viti-Inseln, den vorhergehend beschriebenen, ohne Zweifel alten Vogel. 
Dieser stimmt im Colorit ' ausserordentlich mit C. broncimis Gray ''") (Px'oc. 
1859, p. 164) von Neu-Caledonien überein, unterscheidet sich aber in den 
plastischen Verhältnissen, durch geringere Grösse und den an Basis sehr brei- 
ten Schnabel. Vorläufig müssen wir diese Verschiedenheiten als nicht zu- 
fällig betrachten, würden aber, wenn sich Uebergänge zeigen sollten, die 
Unterscheidung von C, simus und broncinus für kaum durchführbar halten. 
Leicht ist dieselbe aber in Bezug auf (1 Üabelliformis Lath. (s. ciueraceus. 
Vig.) , indem dieser, ausser der ansehnlicheren Grösse, aucli unseres Wissens 
niemals die ganze Unterseite so intensiv einfarbig rostroth zeigt. 

Mit (\ Sonnerati Lath. (s. sepulcralis Müll.) von Hindostan, den Sunda- 
Inseln, China und den Mohxcken (nach Schlegel auch in Austrahen = C. inspe- 
ratus et dumetorum. Gould) zeigt C simus sowohl in den Dimensionen als in 
Färbung grosse Aehnlichkeit , unterscheidet sich aber durch die entschieden 
dunklere, stark broncegrün schimmernde Oberseite und den viel breiteren 
Schnabel, der für die Art in der That ein ganz besonderes Kennzeichen zu 
sein scheint. 

Das Jugendgefieder von C. simus ist noch nicht bekannt. Nach Ana- 
logie zu urtlieilen , müsste es oberseits Querbänderung , unterseits ebensolche 
oder Querflecke zeigen. Da diese Alters- Verschiedenheiten bei den meisten 
verwandten Arten nachgewiesen sind und für das Genus beinah als Gesetz 
gelten dürfen, so haben wir uns nicht entschliessen können, die nacjifolgende 



*) l'rort'ssiir Sclilof^cl (Mus. I'. B. Ciiciili p. 27) vcrciiiigl iliesc Arl mit diMii nnstmlischei» 
nabfilliforniis niul li;ill iiiicli siiims (iii- iiiclil vorscliietli'ii. 



Ciioulus infiisc.'iliis. ol 

Art (infuscatus) als eine Altersverscliietlenlieit v(jn simus zu betrachten, indem 
für eine solclie Annahme nirgends Gründe vorheji-en, als in der vollkommenen 
Uebereinstimmung der plastischen Verhältnisse. 

C. simus wurde bis jetzt nur auf den Viti-Inseln beobachtet. ]-*eale 
erlangte nur Ein Exemplar , am 20. Juli in der Sandelholz - Bai. Unter 
Dr. Gräffe'« Collectionen sahen wir die Art bisher nicht. 

Peale giebt liber C. simus nur folgende Notiz: „beim Sitzen auf einem 
Aste trug dieser Vogel den Körper fast ganz perpendiculär, die Scheitelfedern 
haubenförmig hebend." 



sp. 12. CuCUlU!^ InfU^CatU^. Hartl. 

t.V. f 1. 
Cuculus infuscatus. Hartl. Ibis. 1866. p. 172. — 

Unicolor fuscus, nitore nonnuUo metallico, suLtus parum 
pallidior, subcinerascens , flexura liimieri alba; reinigibns di- 
midio basali pogonii iiiterni niaciila magna alba notatis ; canda 
nnicolore nigricante; maxilla fusca, maiidibnla pallida; pedi- 
bns pallidis. 

Long, circa 9^-"; rostr. 74'"; ab 4 V' ; caud. 4" 3'"; Uns. 10'". 

Viti-Levu. (Coli. Godeffroy.) 

Eintarbig rauchschwarz ; auf der Oberseite mit einem scln\ achen Bronce- 
schiller. Kinn, Kehle und Kropf mehr rauchbraun, Brust und übrige Unter- 
seite schmutzig dunkel rauchgrau ; die unteren Sclnvanzdecken mehr schwärz- 
lich. Einzelne Federn der Brustseiten zeigen verloschene rostrothe Quer- 
binden. L)ie Schwingen I.Ordnung auf der Mitte der Innenfahne mit gros- 
sem weissen Fleck, der auf den Schwingen 2. Ordnung viel grösser ist, sich aber 
nicht bis an die Basis zieht. Es entsteht dadurch auf der Unterseite des Flügels 
eine breite weisse Querbinde. Die zweite Schwinge einfarbig. Die kleinen 
Flügeldecken längs Handwurzel weiss , die übrigen iinteren Flügeldecken 
bräulichweiss. Schwanzfedern von der Farbe der Oberseite, die 2 äussersten 
am Ende schmal fahlweiss geendet, auf diesem weissen Ende einzelne schwärz- 
liche Pünktchen. 

Oberschnabel schwarz, der untere horngelb; Füsse gelbbraun, Nägel 
schwarz. Iris gelb. (Gräffe.) 



33 Cuculus infuscatus. 

Ein anderes Exemplar von Viti (Dr. Sclater's Collection) 
fast ganz wie das vorliergehende , aber Kopf, Hals, Mantel, die oberen 
Schwanzdecken und Schwanzfedern dunkler schwarz, ebenfalls mit schwachem 
Bronceschiller ; einige Federn der Halsseiten haben verwaschene rothbraune 
Endspitzen •, auf Brust einige Federn mit 3 weissen Querbinden , ebenso sind 
die Federn der Schenkelseiten. Die unteren Flügeldecken und Achselfedern 
weiss und verloschen dunkler quergebändert. 

Läng*!. Fl. Min. Schw. Aeiiss. Schw. P. Schnabelbrcile. L. 

c. S"9"'—9" 4:"T" 4"8'" 3" 7'" A'" 10'" Viti-Levu. 

4 9 4 9 2"9'" 7 4 10 „ 

In den Dimensionsverhältnissen ganz gleich mit der vorhergehenden 
Art, unterscheidet sich diese auffallend durch die total abweichende Färbung. 
Dieselbe lässt deutlich einen alten Vogel erkennen, der nur noch an den ein- 
zelnen gebänderten Federn der Unterseite Reste eines Jugendkleides trägt, 
welches bis jetzt nicht bekannt ist. Dass diese fast einfarbig braunschwarzen 
Vögel überhaupt nur Alterszustände von C. simus sein sollten, lässt sich vor- 
läufig nicht wohl annehmen, denn wir kennen kein Analogon so merkwürdi- 
ger Variabilität in der ganzen Familie. Die dunkle Färbung lässt tiberall 
auf ein mehr ausgefärbtes Kleid schliessen. 

Nachdem wir 2 Exemplare untersuclien konnten , scheint uns die Art- 
selbstständigkeit dieser schwarzbraunen Vögel eine nothwendige. 

Beide Exemplare stammen von Viti her. Das von Dr. Gräflfe ein- 
gesandte (von Viti-Levu) war mit „sehr selten" bezeichnet. 



sp. 13. Halcyoii sacra. (Omi.) 

Sacred Kingsfisher. (cum var. A.?) Lath. Gren. Syn. I. p. 624. — Al- 
cedo Sacra, Gml, S. N. I. (1788) p. 453. (descr. inac.) — Bechst, Lath. Ueber- 
setz, n. p. 509. IV. p. 160. (cum var. a.) — Vieill. Enc. Meth, p, 293. (cum 
var. a.) — Alcedo collaris, var. I. (ex Tonga-tabu) Forst Descr. anim. (Licht.) 
1844. p. 163. — Dacelo vitiensis et albifrons. (MSS.) Peale. Un. St. Expl. 
Exp. (1848) p. 156. pl. 44. — Hartl. Wiegm. Arch. (1852) p. 110. — Hal- 
cyon superciliosa. ü. K. Gray (nee Reichb.) List, of Fissir. B. p. 56 — To- 
diramphus sacer. pt. Bp. Consp. I. p. 156. 

Todiramphus tuta (part.) Cass. Un. St. Expl. Exp. p. 192 et 206. pl. XV. 
f. 1. (ad.) — id. T. vitiensis. p. 195 et p. 209. pl. XVL f. 2. (jun ) — id. T. 
sacer. (part.) Catalog. Halcyon. — Halcyon vitiensis, coronatus (nee Peale) 
et Sacra (part.), G. R. Gray. B. Trop. Isl. p. 5 et 6. — Coporhamphus sacer. 



Halcyon sacra. 33 

Cabanis. Mus. Hein. 11. p. 160. — id. S. auropatis superciliosa. Gray (nee 
Reichb.) et S. vitiensis. p. 159. — Dacelo Grayi. Schleg. (nee Caban.) Mus. 
P. B. Aleedines. p. 37. 

Mas ad. Supra dilute caerulea , dorso subvirescente ; 
fascia supraciliari a naribus orta et occiput cingente alba, 
margine nonnihil rufescente; altera latiore utrinque per ocu- 
lum ducta et Collum posticum totum occupante caerulea; ga- 
straeo toto albo; subalaribus albis; rostro nigro, mandibula 
pro majore parte albida; pedibus fuscis; iride fusca. 

Long, vix 9''-, rostr. 1"5'"; al. 3"9'"; caud. 2"6'"; tars. 6^'". 

Jun. av. Minus nitide tincta; fascia supraciliari dilute 
rufescente; interscapulio subnigricante ; fascia per oculum 
ducta nuchamque cingente lata, fere tota nigra. 

Tonga-tabu : Verreaux. (Bremer Museum.) 

Alt. Ganzer Oberkopf, Mantel, Rücken und Schultern schön blau, 
mit einem schwachen Anfluge in's Grünblaue, Bürzel und obere Schwanz- 
decken reiner , lebhafter und heller blau ; Flügeldecken , Schwingen und 
Schwanz dunkler , mehr ultramarinblau. Die erste Schwinge schwarz , die 
übrigen nur an Innenfahne, alle an Basis der Innenfahne deutlich weiss ge- 
randet. Schwanzfedern an Innenfahne schmal schwärzlich gerandet. Schwin- 
gen und Schwanz unterseits schwarz. Vom Nasenloch an über die Zügel und 
das Auge hinweg um den Hinterkopf herum ein weisses Band, einzelne Fe- 
dern desselben noch mit rostgelben Spitzchen (Reste vom jüngeren Kleide). 
Dieses weisse Band ist unterseits von einem blauen begrenzt , welches sich 
vom Mundwinkel an, unter'm Auge, über Ohrgegend und Schläfe hinweg um 
den Nacken herumzieht. Da die blauen Federn auf der Mitte schwarz sind, 
so scheint auf dem blauen Nackenbande hie und da Schwarz durch. Der 
Hinterhals (ein breites Halsband bildend), Halsseiten und alle unteren Theile 
nebst unteren Flügeldecken weiss. Tibia dunkelblau. 

Schnabel schwarz, der untere an Basishälfte weiss. Füsse und Nägel 
hornbraun. Iris braun, Füsse bräunlichroth (Peale). 

Dieses Exemplar , ohne Zweifel ein alter Vogel , stimmt genau auf die 
Beschreibung von Cassin's T. tuta , adulte , und die beigegebene Abbildung 
pl. XV. f. 1. — Ebenso auf Dacelo Grayi. Schleg. Mus. P.M.p. 38. No, 1, nur 
zeigt dieses Individuum (von Aneitum) den Oberkopf dunkler gefärbt und das 

3 



34 Halcyon sacra. 

blaue Band, welches sich vom Mundwinkel an unter'm Auge um den Nacken 
herumzieht, erscheint fast ganz schwarz. 

Andere alte Exemplare in Gräffe's Sendungen zeigen nur inso- 
fern Verschiedenheiten , dass die Breite des weissen Hinterhalsbandes nicht 
gleich ist. Dasselbe erscheint zuweilen viel schmäler. 

Jüngerer Vogel von Viti, Ovalou (Bremer Museum) ähnelt dem 
zuerst bescluiebenen Vogel fast ganz, namentlich auch in dem Ton des Blau, 
aber das Band von den Nasenlöchern um das Hinterhaupt herum , ist nicht 
weiss , sondern rostgelb , dabei auch schmäler. Ebenso ist das blaue Band, 
unter dem rostgelben, am Hinterkopfe sehr schmal und seitlich, auf der Ohr- 
gegend, stark mit Schwarz gemisclit. Das weisse Hinterhalsband ist ebenfalls 
mir sehmal. Unterseite weiss , aber die unteren Flügeldecken, Schenkelseiten 
und After blass rostgelb verwaschen. 

Auf dieses Exemplar passt die Beschreibung von Cassin's T. vitiensis 
(Younger male von Ovalou p 210) sehr genau', ebenso die Abbildung auf 
pl. XVI. f, 2 , nur erscheint auf letzterer auch das Hinterhalsband rostfarben. 
Dieses Exemplar ist als „young" bezeichnet, im Text aber (p. 209) als Male 
adult? von Venua-Levu beschrieben. 

Die Exemplare No, 2 u. 3 von Dac. Grayi. Schleg. im Cataloge des 
Leidener Museums, von den Neu-Hebriden (Aneitum), stimmen ebenfalls auf 
die citirte Abbildung von Cassin •, No. 2 zeigt aber , wie der jüngere Vogel 
unseres Museums von den Viti -Inseln , ein weisses Hinterhalsband. 

Forster's Alcedo collaris var. ex Tonga-tabu gehört gleichfalls hierher. 

Jüngerer Vogel (Neu-Irland ? durch Frank.) im Bremer Museum. 

Die Färbung des Oberkopfes, Mantels, Rückens und der Schultern zieht 
deutlich in's Grünliche, die Mitte der Schultern ist sogar etwas bräunhch tin- 
girt. Ein rostfarbner Streif umgiebt, wie beim vorhergehenden Exemplar, 
den Hinterkopf, ist aber breiter, nur vom Nasenloch bis zum Auge schmäler. 
Der breite Streif imterhalb des rostfarbenen, welcher den Nacken umgiebt, 
erscheint mattschwarz , indem nur unter'm Auge und auf Ohrgegend einige 
blaugrünliche Federn hervortreten. 

Das Hinterhalsband ist schmal und wie die übrige Unterseite weiss; nur 
die unteren Flügeldecken sind blassrostfarben angehaucht. Am Beginn des 
Mantels , unter dem weissen Hinterhalsbande , ist ein schwärzliches Querband 
angedeutet , indem hier die schwärzliche Mitte der Federn hervortritt. Die 
oberen Flügeldecken zeigen sehr schmale verloschene rostfarbene Endspitzen. 



Halcyon sacra. 35 

Ein noch j li n g e r e s Exemplar von Viti-Levu (Collect. GodefFroy) 
ähnelt dem Vorhergehenden fast ganz, aber die rostfarbenen Endspitzen der 
Flügeldeckfedern sind deutlicher und die Federn der Kropf- und Brustseiten 
haben schmale schwärzliche Endsäume. 

Uer von Cassin s. n. T. tuta pl. XV, f. 3 abgebildete und p. 208 be- 
schriebene junge Vogel mit dunkler Brustbinde von Barabora scheint uns zur 
folgenden Species zu gehören. 

Schw. F. L. 

2"5'" IT" 6'" ad. Tonga. Brem. Mus. 

2 4 174 7 Ovalou. 

2 3 19 6^ Viti-Levu. 

2 G 18 7 Neu-Irland. „ „ 
-3"d"' 2"4:"'—2"b"' 17 — Neu-Hebriden. (Nach Schleg.) 

3 2 21 8 superciliosa. Gray. Brit. Mus. 

Tonga-Ins. 
Nach diesen Vorlagen wird es möglich sich ein klares Bild über diese 
Species und ihre Uebergangsstufen zu machen. In den Letzteren zeigt sich 
Verwandtschaft mit H. chloris*) Bodd., noch mehr aber mit H. sanctus, indem 
in der Jugend die weissen Federn der Unterseite zum Theil schwärzliche End- 
säume tragen und die blaue Färbung düsterer, mehr grün oder bräunlich 
erscheint. Anders verhält es sich mit der Hinterhauptsbinde, die Mae bei 
H. diops in der Jugend rostfarben ist und erst mit zunehmendem Alter weiss 
wird. Geschlechtsverschiedenheit scheint nicht stattzufinden , eben wie bei 



Länge. 


Fl. 


C. 8" 


3"11'" 


^ 


3 7 




3 8 




3 6 


S"8"' — 3"< 




4 3 



*) Beiläufig fügen wir die Noliz an, dass H. abyssinica. Licht, sicher nicht von H. chloris 
Bodd. (collaris. Scop.) artlich getrennt werden kann, wie v. Pelzein (Novara Reise. Zool. l. Vögel, 
p. 45) neuerdings auseinanderzusetzen versucht. Die von Natlerer, nach Einem Exemplare, auf- 
gestellten Unterschiede erweisen sich als rein individuell und sind bei grösseren Reihen von 
Exemplaren nicht mehr stichhaltig. Wir besitzen Exemplare von der Somaliküste (durch 
V. Heuglin) , die sich durch Nichts von indischen unterscheiden. Mit unserer Ansicht stimmen 
auch die von Cassin, v. Heuglin, .Sclater, Cabanis und Schlegel überein. Letzterer besitzt über 
diese Species wohl das reichste Material (47 Exemplare) und kann daher sicher ein compenten- 
tes ürtheil abgeben. Das Leidener Museum weist folgende Localiläten nach : Abyssinien, Cochin- 
china, Phdippinen, Banka, Java, Borneo, Timor, Halmahera, Morotai, Tidoro, Batjan, Banda Am- 
boina, Ceram und Neu-Guinea. ~ Blyth's T. occipitalis von den Nicobaren, welcher sich nur 
durch einen längeren Augenbrauenstreif unterscheiden soll, dürfte ebenfalls wol kaum verschieden 
sein. Der von Cassin als adult pl. XIX. abgebildete Vogel ist jedenfalls noch ein jüngerer. Wir 
besitzen ein fast ganz ahnliches Exemplar aus Indien, welches aber nur. einen schmalen Augen- 
brauenstreif besitzt. 

3» 



36 Halcyon sacra. 

chloris, dem sich übrigens sacra im Habitus vollkommen anschliesst. Peale 
bemerkt über die Geschlecbtsverschiedenheit nnr, „dass die $ weniger schön 
gefärbt seien." 

Wie bei so vielen Arten , die auf den älteren Auetoren (Latham, 
Gmelin, Scopoli ü A.) beruhen, wegen den meist zu ungenügenden, zum Theil 
verworrenen Beschreibungen ein genaues Erkennen derselben sehr erschwert 
wird, so auch bei dieser. Latham, auf den wir nämlich zurückgehen müssen, 
zieht zu seinem Sacret Kingsfisher nicht weniger als 6 Varietäten, die, wie 
leicht zu denken , auf ganz verschiedene Arten Bezug haben. 

Eine genaue Vergleichung der Latham 'sehen Beschreibungen hat uns 
überzeugt, dass sein Alcedo sacra (von Otaheite) sich wahrscheinlich auf * 
unsere Art im jüngeren Kleide bezieht. Abweichend und unverständlich für 
uns ist dagegen die Stelle: „unter dem Blau, das sich unter dem Auge be- 
findet, ist ein schmaler orangerostrother Streif." Trotz dieser Abweichung, 
die ohne Zweifel •individueller Natur ist, nehmen wir keinen Anstand La- 
tham's Prioritätsrecht anzuerkennen. Gmelin's zu kurze Diagnose, die auf 
Latham beruht, ist dagegen ganz ungenügend, denn die Worte: „ex dilute 
caerixleo-%nridis, subtiis alba, superciliis pallide ferrugineis, remigibus caudaque 
nigricantibus" passen sehr wenig auf unsere Art. 

Die Varietät A. von Latham's Sacret Kingsfisher (ohne Vaterlands- 
angabe) dürfte sich vielleicht auf einen jüngeren Vogel beziehen. Dagegen 
ist die Var. B. (sacra var. y Gml. = Halcyon — sp. ? Gray. B. Trop. Isl. p. 7), 
welche aus Ulietea kommen soll, Avie ein Blick auf die Abbildung (t. 27) zeigt, 
jedenfalls H. coronata. Müll. (Cass. p. '219. pl. XIX. f. 1. — ? Alcedo austral- 
asia. Vieill.), der bekanntlich Timor und Loinbock bewohnt. 

Var. C. (var. d. Gml.) von Neu - Seeland bezieht sich wahrscheinlich auf 
H. vagans. Less. (Cass. p. 210), obschon die Stelle „After schwarz" dubiös 
bleibt. 

Var. D. ist collaris. Lath. = chloris. Bodd. 

Var. E, F und G darf man mit ziemlicher Bestimmtheit auf sanctus.Vig. 
(Cass, p. 214) deuten. 

Cassin ist in der Darstellung des Genus Todiramphus (Un. St. Expl. 
Exp.) nicht glücklich gewesen. Ganz abgesehen davon, dass die Synonymik 
zuweilen sehr willkürlich gewählt ist und bei den Artenbesclireibungen die so 
nöthigen Vergleichungen höchst oberflächlich behandelt werden , so ersieht 
man auch aus Allem, dass der gelehrte Verfasser über die Jugendzustände 
bei diesen Arten selbst im Unklaren war. So wird Niemand den auf 



Halcyon sacra, 87 

t. XIX. f. 2. abgebildeten T. occipitalis. Bl, als aclult anerkennen. Selbstver- 
ständlich müssen wir uns einer weitereu Kritik über diese Arbeit enthalten 
und beschränken uns nur auf Das , was in den Bereich unseres Werkes fallt. 
Dabei wird es aber für uns zur Pflicht Dasjenige zu erwähnen, was uns 
xmrichtig erscheint. 

Dies bezieht sich zunächst auf T. vitiensis. Cass. Wie wir bereits oben 
zeigten, unterliegt es keinem Zweifel , dass der auf tab. XVI. f. 2. abgebildete 
Vogel (s. n. vitiensis young , im Text aber als adult beschrieben) , mit dem 
auf tab. XV. f. 1. (s. n. tuta) gleichartig ist, schwerlich aber mit dem tab. XV. 
f. 2. (s. n. tuta) dargestellten , der jung sein soll , aber als völlig ausgefärbt 
erscheint und zu einer anderen Art gehört. 

H, Sacra scheint weit über die oceanische Inselwelt verbreitet zu sein. 
Als sichere Localitäten kennen wir durch Peale und Gräfte zunächst die Viti- 
Inseln (Viti-Levu, Venua-Levu und Ovalou) und Tonga-Inseln (Forster, Peale). 
Das Britische Museum besitzt 4 Exemplare von den Tonga - Inseln. Nach 
Cassin käme die Art auch auf den Gesellschafts-Inseln (Tahiti und Borabora) 
vor, diese Angaben beruhen aber auf Etiquetten des Philadelphia-Museums 
und scheinen uns daher nicht ganz bewiesen. Die Exemplare im Leidener 
Museum stammen durch die Expedition des Herald von den Neu-Hebriden 
her. Ebenso giebt Gray Erromango und Aneitum an. Ob das eine unserer 
Exemplare wirklich von Neu-Irland ist, wagen wir nicht zu behaupten, da es 
von Frank erworben wurde. Cassin nennt auch die Samoa-Inseln als Loca- 
lität für diese Art, wir vermuthen aber, dass hier eine andere gemeint 
sein wird. 

' Mit Sicherheit können also die Inselgruppen von Viti, Tonga und Neu- 
Hebriden als Fundorte für H. sacra betrachtet werden , unsicher bleiben da- 
gegen noch die Gesellschafts- und Samoa-Inseln. 

Peale berichtet über diese Art : „hält sich meist im Mangrovegebüsche des 
inneren Randes der Corallengüitel auf, in der Nähe von salzigem Wasser. 
Lebt einsam-, man sieht sie daher meist einzeln. Die Nahrung besteht aus- 
schliessend aus Insecten. Wir waren nicht so glücklich das Nest zu 
finden." 



38 Halcyon Pealci. 

sp. 14. Halcyon Pealei. Noi). 

Todiramplius sacer Less. voy. Coqii. (1826) p. 686. — id. Mein, Soc. 
Hist. Nat. Paris, vol. III. (1827) pl. 11. — id. Man. d'Orn. II. (1828) p. 100. — 
id. Tr. d'Orn. p. 249. (descr. inacc.) — Dacelo coronata. Peale. (nee Gray, nee 
Schi.) Un. St. Expl. Exp. (1848) p. 160. — Hartl. Wiegm. Arcli. (1852) 
p.m. — Todiramplius tuta (part.) Cass. Uu. St. Expl. Exp. (1858) p. 192 
et p. 207. (young male ?) t. XV. f. 2 et 3. — Halcyon venerata (part.) G. R. Gray. 
B. Trop. Isl. p. 6. — Dacelo sacra. Schleg. (nee Gml.) Mus. P. B, Alcedines. 
p. 38. — Todiramphus tutus. Sclat. Proc. Z. S. 1864. (Jan.) 

Otatar^, Eingeborne der Gesellschafts-Inseln. (Lesson. Wodehouse.) 

H. sacrae omnino simillima, sed: pileo caeruleo, vitta 
lata alba, frontem et lora occupante alteraqiie strictiore, in- 
feriore, caeruleo nigroque variegata, pone oculos orta postice- 
que interrupta circumdato. 

Long. c. 9". 

Aelmelt im Allgemeinen der vorhergehenden Species (sacra) , indem die 
Vertheilung des Blau auf der Oberseite und des AVeiss auf der Unterseite 
genau dieselbe ist, unterscheidet sich aber durch die verschiedene Kopffärbung, 

Das Blau des Oberkopfes ist nämlich auf den Scheitel beschränkt und 
von einem breiten weissen Band umgeben, welches die Stirn x;nd Zügel mit- 
bedeckt und sich lings um den Hinterkopf zieht. Unter diesem weissen be- 
merkt man einen schmäleren blauen, schwarz gemischten Streif, der jederseits 
hinter dem Auge beginnt und sich bis zum Hinterkopfe zieht. Diese beiden 
dunklen Streifen vereinigen sich nicht ganz und bilden daher nur ein undeut- 
liches Nackenband. Das breite weisse Hinterhalsband findet sich wie bei der 
vorigen Art , ebenso ist die Schnabelfärbung gleich, d. h, schwarz, mit weisser 
Basis des Unterschnabels. 

Jüngere Vögel haben (nach Cassin. tuta young. p. 207.) das weisse 
Band, von der Stirn um den Hinterkopf herum, theihveis rostfarben gemischt, 
ebenso ist das" weisse Hinterhalsband zuweilen schwach rostfarben angehaucht. 

Lesson's T. sacer von Borabora bezieht sich ohne Zweifel ebenfalls auf 
einen Jugendzustand dieser Art, denn er nennt die Farbe des Scheitels braun- 
grün, die Oberseite grünüchblau; das weisse Hinterhalsband ist noch leicht 
braun und schwach kastanienbraun gemischt. 

Cassin's Abbildung pl. XV. f, 3, s. n. T. tuta dürfte sich nach unserem 
Dafürhalten mit ziemlicher Sicherheit auf diese Species beziehen. Dieser 



Halcyon Pealei. 39 

junge Vogel zeigt Oberkopf und Rücken bräunlichgrün ; ein breiter blass- 
roöttarbener Streif ^-erläuft vom Nasenloch bis zum Hinterkopf. Die Federn 
der Stirn haben theihveis noch brcäunliche Endsäume. Unter dem rostfarbenen 
Augeustreif zieht sich, vom hinteren Augenrande bis zum Hinterkopfe, ein 
schwärzlicher Streif. Das Hinterhalsband ist blass rostfarben , jede Feder 
desselben schwärzlich geendet. Die Flügeldecken, Bürzelfedern und oberen 
Schwanzdecken sind gelblichweiss gespitzt. Die Unterseite weiss , quer über 
die Brust mit einem braunschwärzlichen Bande, welches durch die dunklen 
Endsäume der Federn entsteht. 

Länge 8". Fl. 3"6'"— 3'aO'". Schw. 2"8'"— 9'". F. 14— 15"^ (Nach Schleg.) 
Die Selbstständigkeit dieser Art, die wir aus dem Leidener Museum 
kennen , basiren wir, wie oben bereits ausgesprochen , auf die Verschiedenheit 
•n der Anordnung und Ausdehnung der Kopfzeiclmung. Sollten sich in der- 
gClben jedoch Uebergänge zum eigentlichen sacra Gml. vorfinden, so würden 
Avir natürlich am ersten die specifische Selbstständigkeit fallen lassen. Vor- 
läufig bezweifeln wir aber, dass solche Uebergangsformen vorkommen werden 
und halten daher die Vögel von den Samoa- und Gesellschafts -Inseln (mit 
Schlegel) für eine besondere Art. Es ist noch bemerkenswerth , dass Cassin 
selbst von den Borabora-Exemplaren den kürzeren Schnabel hervorhebt, was 
unsere Messungen an den Leidener Exemplaren vollkommen bestätigen. 
Ueberdies ist die Schnabelform auch eine mehr niedergedrückte. Exemplare 
von Samoa konnten wir bisher leider nicht untersuchen, sondern kennen nur 
die im Leidener Museum , die ganz mit der Abbildung von Cassin's T. tuta 
t. XV. f. 2. übereinstimmen. 

H. Pealei ist über die Samoa - und Gesellschafts-Inseln verbreitet. Nach 
Schlegel (Catal. des Leid. Mus.) käme die Art auch auf den Marquesas vor, 
indess scheint uns die Herkunft der beiden Vögel des Leidener Mus. nicht 
ganz sicher, da keine Bezugsquelle genannt wird. Wir kennen den Halcyon 
der Marquesas nur nach Forster*) (A. collaris. var. IL ex Ins. Christinae 
p. 163), der denselben sehr abweichend von dieser Art mit „ weissscheitelig " 
beschreibt. Wir müssen übrigens bemerken, dass Cassin sagt: „bei manchen 
Exemplaren herrscht die weisse Farbe auf dem Kopfe vor." 

Peale beobachtete H. Pealei sehr häufig auf Tutuila , Samoa - Gruppe. 
Der Vogel lebt hier (sehr im Widerspruch mit sacra) in den Kokos- und 



*) Halcyon — sp.? G.R.Gray. B. Tiop.ilsl. p. 5. - T. citinamouiimis. Reiclib. (nee S«s.) 
f. 3490, = H. Reichenbachi. Harll., von den Marquesas, scheint hierauf Bezug zu haben. 



40 Halcyon Ciissini. 

Brotfruchtbäumen in der Nähe menschlicher Wohnungen. Lesson , der die 
Art auf Tahiti und Borabora fand , berichtet in gleicher Weise über dieselbe. 
Sie hält sich liier ebenfalls (mit Coriphilus taitiensis zusammen) auf Kokos- 
palmen auf und nährt sich von Insecten. 

Wodehouse sandte die Art auch von Huaheine, Gesellschafts- Inseln, ein. 



sp. 15. Halcion Casi^ini. Nob. 

Todiramphü3vitiensis. part. Cass. Un. St. Expl. Exp. (1858)p. 210. pl. XVI. 
f. 1. — Halcyon vitiensis. G.R.Gray (in litt.). 

Di versa ab H. sacra, cui caeterum simillima: pileo et 

nucha totis unicoloribus caeruleis, excepta linea stricta a iiari- 

bus ad regionem poneocularem ducta alba. 

Long, circa 8"-, al. 3" 8'''; caud. 2" 9'"-, rostr. "l8'"-, tars. 1'". 

In Grösse und den allgemeinen Färbungsverhältnissen ganz wie sacra, 
aber die Kopfzeichnung durchaus abweichend. Der breite Streif, welcher 
sich bei sacra von den Nasenlöchern ganz um den Hinterkopf herumzieht, 
ist hier nur auf eine schmale, weisse Linie beschränkt, die sich vom 
Nasenloch bis hinter das Auge ausdehnt. Der breite blaue, schwarz 
gemischte Streif, welcher am Mundwinkel beginnt und sich unter dem Auge 
bis auf die Schläfe erstreckt, vereinigt sich hier mit dem Grünblau des Ober- 
und Hinterkopfes. Die Federn des Letzteren sind an Basis weiss. Das 
weisse Nackenband ist ziemlich undeutlich. 

Schnabelfärbung ganz wie bei sacra. 
Länge c. 8". Fl. 3"8'". Schw. 2"9'". F. 18'". L. 1'". Viti-Inseln. 

Ein Blick auf t. XVI. im Atlas des amerikanischen Reisewerkes wird 
Jeden überzeugen , dass der fig. 1 . s. n. T. vitiensis (adult) abgebildete Vogel 
keinesfalls mit dem f. 2 unter gleicher Benennung (young) dargestellten iden- 
tisch sein kann , denn solche Verschiedenheit, wie sie diese beiden Vögel zei- 
gen, lassen sich nicht wohl auf Rechnung des Alters bringen. Eine derartige 
Annahme ist aller Analogie zuwider. Die Einsicht des Textes beweist vollends, 
dass mit dem f. 1 abgebildeten Vogel eine Verwechselung vorgekommeti sein 
muss. Die Beschreibung des alten Vogels passt nämlich keineswegs auf den 
in der Abbildung f 1 als advilte , sondern auf den ^^. 2 als young bezeich- 
neten Vogel. Dagegen bezieht sich eine Stelle im Text (p. 210) sehr deut- 



Halcyon recurvirostris. 41 

lieh auf fig. 1, die wir deshalb hier wiederholen: „There are in the collection 
of the expedition two specimens, from a locality not stated, which I have, 
with some hesitation, conclnded to refer to this species. They are both young 
birds, and present a remarkable charakter in the almost total obliteration of 
the superciliary stripe which so strongly marks other stages of pluniage of 
the specie« now under consideration. These two specimens bear a great ge- 
neral resemblance to the common T. chloris of Java , but are much smaller." 

Cassin selbst zAveifelt also , ob die beiden Vögel (wie fig. 1) ohne be- 
stimmtes Heimathsland , wirklich zu T. vitiensis (f. 2) gehören und vergleicht 
sie sehr richtig mit H. chloris. Für diese Art haben wir den pl. XVI. f. 1 
abgebildeten Eisvogel anch stets gehalten, bis wir durch gütige Mittheilung 
von Herrn G. R. Gray erfuhren, dass das Britisch Museum einen solchen Vogel 
(s. n. vitiensis) von den Viti-Inseln besitzt. Auch Gray hält denselben für 
specifisch verschieden von dem fig. 2 abgebildeten, zugleich auch für einen 
alten Vogel , worin wir nur mit ihm übereinstimmen können. 

Es war daher nöthig diese bisher verkannte Species, die wir leider unter 
den Sendungen Gräffe's noch nicht sahen, neu zu benennen. 

H. Cassini steht H. chloris am nächsten , unterscheidet sich aber durch 
geringere Grösse und den weiter ausgedehnten Augenstreif. 

Mit Sicherheit sind bis jetzt nur die Viti-Inseln als Heimath bekannt. 



sp. 16. Halcyon recurvirostris. (Lafrs.) 

Todiramphus recurvirostris. Lafresn. Rev. Zool. (1842, Mai) p. 153. — 
Halcyon platyrostris. (!) Gould. Proc. Z. S. (1842, Juni) p. 72. — Dacelo mi- 
nima. Peale. Un. St. Expl. Exp. (1848) p. 159. pl. 45. — Hartl. Wiegm. Arch. 
f. Naturg. (1852) p. 111. — Todiramphus recurvirostris. Cass. Catal. of 

the Halcyonidae. (1852) p. id. Un. St. Expl. Exp. (1858) p. 198 et 216. 

pl. XVII. f. 1 et 2. — Reichb. Handb. Alcedineae. (1851) p. 35. — Todiram- 
phus platyrostris. Bp. Consp. I. p. 156. — G.R.Gray. B. Trop. Isl. p. 6. — 
Coporhamphus recurvirostris. Cab. Mus. Hein. IL p. 160. — Halcyon coUaris 
in Godeffr. Catal. 

Tiacalla, Eingeb. voä Upolu. (GrälFe.) 

Ad. Supra dilute caerulea, pileo et dorso virescente- 
tinctis; macula occipitali subocculta albida; fascia infraocu- 
lari nucham cingente nigricante; macula utrinque anteoculari, 



43 Halcyon recurvirostris. 

torque postico latissimo corporeque subtus albo-fulvescentibus, 
gula pure alba; siibalaribus pallide fulvis; rostro nigro, man- 
dibula basi pallida; pedibus fiiscis; iride fusca. 

Long. 7|"-, rostr. 13'"; al. 3"; caud. 1"11'"; tars. 5'". 

Jun. Coloribus pallidioribus , minus nitidis; gastraeo 
minus rufescente. 

Upolu , Samoa - Inseln (Bremer Museum). 

Alt. Oloer- und Hinterkopf, untere Augengegend und Schläfe, Rücken, 
Flügel und Schwanz schön blau, auf Oberkopf und Mantel etwas grünlichblau 
verwaschen. Schwingen und Schwanzfedern rein dunkelblau. Schwingen an 
Innenfahne niattschwarz. Schwanzfedern an Innenfahne mit einem schmalen 
schwäi'zlichen Saume. Schwingen und Schwanzfedern unterseits grauschwarz. 
Am Hinterkoj)fe ein grosser weisser Fleck, der hinterseits von einem dunk- 
leren schmalen Streifen eingefasst ist, welcher vom hinteren Augenrande sich 
um den Nacken herumzieht. Jederseits über dem Nasenloch bis zum Auge 
ein weisser, blass rostgelblich verwaschener, Fleck, die sich beide auf der 
Stirnmitte fast vereinigen. Zügel schwärzlich. Kinn, Kehle und Kopfseiten 
weiss, übrige Unterseite, sowie ein breites Band, welches den ganzen Hinter- 
hals und die Halsseiten bedeckt, blass rostgelb, die Körperseiten und die un- 
teren Flügeldecken dunkler. 

Schnabel schwarz, der untere an Basis weiss. Füsse braunschwarz. 
Iris schwarz (Gräflfe). Iris haselbraun, Füsse bläulich schieferfarben (Peale). 

Ein anderes Exemplar von Upolu (Bremer Museum) erscheint auf Ober- 
kopf, Mantel und Rücken deutlich grünlich, der Hinterhauptsfleck ist kleiner, 
versteckter und mein* blass rostfarben und ist hinterseits im Nacken von einem 
deutlichen , breiten , schwärzlichen Bande begrenzt , welches aber nicht vom 
hinteren Augenrande beginnt. Die Schläfe und untere Augengegend vom 
Mundwinkel an sind nämlich grünlich wie der Oberkopf Zügel deutlich 
schwarz. Die hellen Flecke jederseits über den Nasenlöchern kleiner. Unter- 
seite fast weiss, nur auf der Brust und den Seiten rostgelblich verwaschen, 
der Hinterhals aber deutlich rostfarben. 

Dieses Exemplar ist walu-scheinlich ein ^, von dem Peale sagt, dass es 
sich nur durch den mehr grünen Färbungston unterscheide. 

Andere Exemplare in Godeffroy's CoUection zeigten uns keinerlei be- 
merkenswerthe Abweichungen. 



Halcyon venerala. 43 

. Länge c. 1". Fl. 3". Schw. 1"11". F. 13^'". L. ^"'. 
„3 „ 2 1 „ 13 „ 4 

Eine wegen ihrer geringen Grösse, namentlich aber wegen der beson- 
deren Schnabelfoi'm höchst charakteristische Art und mit keiner anderen zu 
verwechseln. Der sehr l)reite (6'") Schnabel ist nämlich auffallend niedrig 
(4'" hoch an Basis), erscheint daher sehr platt gedrückt. Gould's Name 
(platyrostris) ist daher , obschon sprachwidrig , ixngleicli bezeichnender als der 
von Lafresnaye, welcher indess die Priorität erhalten muss. 

In der Färbung stimmt H. recurvirostris übrigens ganz genau mit 
H. sanctus. Vig. von Australien überein, nur zieht sich bei letzterem der helle 
Fleck über den Nasenlöchern als deutlicher Augenbrauenstreif bis über das 
Auge. Auch ist sanctus ansehnlich grösser. 

Auf Cassinis sonst recht guter Abbildung ist ein breiter schwarzer Streif 
unter dem Auge dargestellt, der sich, wie oben gesagt, jedoch niemals so 
deutlich markirt, sondern höchstens angedeutet ist. Auch erscheint auf dieser 
Abbildung die unmittelbare Umgebung des Auges weiss , obwohl sie in Wirk- 
lichkeit schwarz ist. 

H. recurvirostris ist den Samoa-Inseln eigen und findet sich, wie es 
scheint, sogar nur auf Upolu. 

Gould, der Exemplare durch Cunningham von Samoa erhielt, machte 
uns zuerst mit dem Yaterlande bekannt Später sammelte Peale die Art auf 
Upolu und Dr. Gräffe ebendaselbst. 

Nach Peale hat dieser Eisvogel in seinem Wesen viel Galbulaartiges. 
Er bewohnt die schattigen Wälder und sitzt gewöhnlich auf einem Zweige, 
von woaus er auf vorüberfliegende Insecten Jagd macht. Es ist ein lauter 
Vogel. 

Die von Dr. Gräffe eingesandten Eier konnten wir leider nicht unter- 
suchen. 



sp. 17. Halcyon ycnerata. (Gmi.) 

Venerated Kingsfisher. Lath. Gen. Syn. I. p. 6*23. — Halcyon venerata. 
Gml. S. N. (1788) p. 453. — Lath. Ind. Orn. p. 251. — Bechst. Lath. Ueber- 
setz. I. p. 511. IV. p. 161. — Respected Kingsfisher. Lath. p. 624. — Alcedo 
tuta. Gml. p. 453. — Lath. Ind. Orn. p. 251. — Bechst. Lath. Uebers. I. p. 511. 
lY. p. 161. 



44 Halcyon venerata. 

Tocliramphus divinus. Less. voy. Coqu. Zool. I. (1826) p. 162. — id. Mem. 
Soc. d'hist. nat. III. (1827) p 419. pl. 12. — id. Mau. d'Orn. IL (1828) 
p. 101. — id. Tr. d'Orn. p. 250. — Halcyon venerata et tuta. G.R.Gray. 
Gen. of B. I, p. 79. — Alcedo collaris. (var. ex Otaheite) Forst. Descr. anim. 
(Licht.) p. 162. — Dacelo nullitorques. Peale. Un. St. Expl. Exp. (1848) p. 155. 
pl. 42. f. 1. — Hartl. Wiegm. Arch. f. Naturg. (1852) p. 110. — Alcedo 
venerata. Pelz. Sitzungsb. math.-naturw. Class. Acad. Wiss. zu Wien. XX. (1856) 
p. 503. — Todiramphus sacra. (part.) Bp. Cousp. I, p. 156. — Alcedo tuta. 
Gray. Cat. Fissir. Brit. Mus. p. 58. 

Todiramphus divinus. Cass. Catal. Halcyon. sp. 10. — id. Un. St. Expl. 
Exp. (1858) p. 199 et 217, pl. XVIII. — Todiramphus venerata et divina. 
Reichenb. Alcedineae. p. 33 et 34. f. 3148—49. (s. u. sacer. Gml.) et f. 3150—51. 
(s. n. tutu.) — Halcyon venerata et sacra (part.) G. R. Gray. B. Trop. Isl. p. 6. — 
Coporhamphus veneratus. Gab. Mus. Hein. IL p. 160. — Halcyon venerata. 
Pelz. Reise der Novara. Zool. L (1865) p. 47. 

Erbore, Eingeborne von Tahiti (Forster). 
Buru, „ „ „ (Novara Exp.). 

Pileo , notaeo toto et regione parotica thalassino-viridibus ; 
macula parva anteoculari corporeque inferiore toto pure albis; 
rostro nigro, mandibulae basi albida; pedibus nigris. 

P^oem. ad. pectoris fascia lata nigricaiite-fusca. 

Jun. Supra obscure fusco-virescens, subtus alba, pectore 

obscurius fuscescente. 
Long, circa 7^". 

Alt. (Nach Cassin.) 

Oberkopf, unter'm Auge und Ohrgegend, sowie alle oberen Theile dü- 
ster seegrün, heller hinter dem Auge, auf der Aussenfahne der Schwingen 
und auf dem Schwänze oberseits. Ein theilweis verborgener Aveisser Fleck 
am Hinterhaupte. Kleiner Fleck vor dem Auge und alle unteren Theile 
nebst untern Flügeldecken weiss. Ein schmaler weisser Streif vom Nasen- 
loch bis zum Auge ist nicht immer sichtbar. 

Schnabel schwarz , die Basis des Unterschnabels weiss. 

Füsse bräunlichroth •, Iris braun (Peale). Iris blauschwarz (Forster). 

$ (alt ?) wie das vorhergehende J , aber quer über die Brust ein 
braunschwarzes Band. 

Ebenso beschreibt von Pelzeln ein $ von Tahiti ; die dunkle Brustbinde 
zeigt aber ein geschecktes Ansehen, weil das Weiss an der Federbasis schon 
hie und da hervortritt. 



Halcyon venerala. 45 

Jung, die ganze Oberseite "düster grünlichbraun , mit einem dunklen 
Brustquerbande. 

Iris tief nmbrabraun ■, Schnabel glänzend scliwarz , an der Basis grau- 
weiss-, Füsse schwarzbraun mit violettem Anfluge. 

Ein alter Vogel im Wiener Museum gleicht dem zuerst beschriebenen 
(Un. St. Expl. Exp. t, 18. f. 2) , nur zieht sich von der Basis des Unter- 
schnabels längs den Kopf- und Halsseiten ein unregelmässiger, theilweis ver- 
loschener, rostgelber Streif bis in die Gegend des Flügelbuges herab. 

Jüngerer Vogel im Wiener Museum. Die Oberseite und breite 
Brustbinde dunkelbraun •, vom Nasenloch zum Auge läuft ein weisslicher Strich, 
vom Auge gegen den Hinterkopf zu ein undeutlicher Streif mit grünlichem 
Metallglanz. Die Schwanzfedern scliimmern etAvas grün. 

Ein anderes Exemplar des Wiener Museums zeigt bereits den Hinter- 
kopf und die Wangen, die Aussenfahne der Schwingen und einen grossen 
Theil der Schwanzfedern von grüner Farbe; die Brustbinde ist schmäler. 

Länge. Fl. Schw. F. 

C.6"— 8"2'" 3"4'"— 3"9'" 1"9'"— 3" 9^ — 12^'" (v. Pelzeln.) 
7[" 3^— 3f' 23" — (Cassin.) 

T'b'" 3"8'" 2"8'" 13'" (Reichenbach.) 

Diese Art unterscheidet sich leicht von den vorhergebenden (sacra, Pealei) 
durch die deutlich düstergrüne Färbung der Oberseite, ganz besonders aber 
durch das Fehlen des weissen Hinterhalsbandes und des hellen Bandes um 
den Hinterkopf. Cassin bemerkt zwar, dass auch ein heller Augenstreif stets 
fehle , allein nach v. Pelzeln's Mittheilungen findet sich doch zuweilen ein 
weisser Zügelstrich. Uebereinstimmend damit beschreibt Reichenbach die 
Exemplare des Dresdner Museums: „ein Streif vom Nasenloch schief bis auf 
die Höhe des Auges weiss." Auch im Habitus unterscheidet sich H. venerata 
sehr auffallend durch den kürzeren, an Basis breiteren, daher im Ganzen 
flacheren Schnabel und den längeren Schwanz. 

Dem glücklichen Umstände, dass der Typus zu Latham's Alcedo vene- 
rata bei der Auction des Leverian-Museums 1806 für das Wiener Museum 
erworben wurde und dass v. Pelzeln über dieses interessante Exemplar wich- 
tige Mittheilungen machte , verdanken wir es , dass wir über den Venerated 
Kingsfisher vollkommene Aufklärung besitzen. Nach Latham's etwas ver- 
worrener Beschreibung würde Dies kaum mehr möglich gewesen sein. Wie 
uns aber v. Pelzeln belehrt stimmt das Originalexemplar Latham's vollkommen 
mit den durch die Novara auf Taliiti erlegten Lidividuen überein, die wieder 



46 Haloyon venerata. 

mit Lesson's divinus identisch sind. Ueber diese Frage können daher weiter 
keine Zweifel walten. Ebenso sicher erscheint es uns, dass Alcedo tiita Gml. 
(ex Latham von Otahaite) als jüngerer Vogel zu dieser Art gehört. Die 
Beschreibung „macroura, supra olivacea, subtus alba, superciliis albis, torque 
ex virescente nigi-o" beweist Dies vollkommen. Forster's A. collaris von 
Tahiti „ submacroura, supra olivacea, subtus supercihisque albis, collari nigro, 
rostro depresso" gehört ebenfalls hierher. 

Cassin irrt daher jedenfalls , wenn er A. venerata und tuta , mit ganzer 
Bestimmtheit, auf den echten sacra Gml. bezieht und hat sich wahrscheinlich 
durch die Angabe des weissen Augenstreifens zu dieser Annahme verleiten 
lassen. Er spricht nämlich dem H. divinus einen solchen völlig ab , iudess 
mit Unrecht, denn wie wir durch v. Pelzeln und Reichenbach erfahren, findet 
sich zuweilen ein solcher. 

Latham's A. venerata wird von Apye , eine der Freundschafts - Inseln, 
besclu-ieben und nur Dies veranlasst uns, die Art unserer Arbeit einzuverlei- 
ben. Indess scheint uns das Vorkommen auf den Freundschafts-Inseln (nur 
auf Latham's bedenkliche Auctorität begründet) immerhin sehr zweifelhaft, 
und wir sind überzeugt, dass sich nur die Gesellschafts - Inseln als ausschlies- 
sende Heimath erweisen werden. 

Für das Vorkommen hier liegen bestimmte Nachweise durch Forster, 
Lesson, Peale und die Novara-Expedition vor. Forster beobachtete die Art 
auf Otahaiti, Huaheine, Ulietea und Otaha. Lesson erlangte 2 Exemplare 
auf Borabora (Bolabola). Peale sah den Vogel nur auf Taliiti. Er bewohnt 
hier, einsam, die stillen Thäler und nährt sich nur von Insecten. Die 
Novara-Expedition erhielt ebenfalls eine ziemliche Anzahl Exemplare auf 
Tahiti, die meist im dichtesten Walde erlegt wurden-, Nesthnge im Februar. 
Herr Zelebor fand auch in einer Baumspalte das noch nicht ganz fertige 
Nest. Dasselbe besteht nur aus einer Unterlage von dichtverschlungenen 
Wurzelfasern , Moos und Bast. Die Stimme des Vogels, welche er beim Ab- 
und Zufliegen hören lässt, ist sehr laut und klingt wie „ Zak-zak-sak-sak- 
arr-arr." Die Art wird bekanntlich von den Eingebornen heilig gehalten. 
Von Pelzeln erwähnt auch ein Exemplar , welches angeblich aus Neu - Cale- 
donien herstammen soll und ein anderes, durch Parzudaki, von den Sandwich- 
Inseln. Beide Localitäten sind aber jedenfalls unrichtig, da auf Neu-CaUdonien 
nur H. sanctu^. Vig., auf den Sandwich-Inseln aber gar kein Eisvogel vorkommt. 

Mit Bestimmtheit lässt sich daher nur die Gruppe der Gesellschafts- 
Inseln als Heimath für H. venerata annehmen. 



Collocalia vanicorensis. 47 

sp. 18. Collocalia TailiCOrcnsi§» (Quoy et Oaim.) 

Hirundo vanicorensis. Quoy et Gaim. voy. de l'Astr. Zool. I. (1830) 
p. 206. pl. !•->. f. 3. 

Macropteryx leucopliaea. Peale. Un. St. Expl. Exp. (1848) p. 178. pl. 49. 
f. 3. — Hartl. Wiegm. Arch. f. Naturg-. (1852) p. 113. — Collocalia cinerea. 
Cass. Un. St. Expl. Exp. (1858) p. 183. pl. XII. f. 4. — Cullocalia cinerea 
(part.) et C. vanicorensis. G. R. Gray. B. Trop. Ish p. ."1 4. — id. Collocalia 
leucopliaea et vanicorensis. Ann. et Mag. Nat. Hist. 1866. }>. 123. — Collo- 
calia cinerea. Pelz. Novara-Exp. Vög. 1865. p. 38. 

? Hirundo minima peruviana, Feuillee. Journ. des Obs. phys. (1725) p. 33. 
— Hirundo peruviana. Briss. Orn. II. (1760) p. 498. No. 6. — Petite birondelle 
noire a ventre cendre. Buff. Hist. Ois. VI. p. 673. — Asli bellied Swallow. 
Lath. Gen. Syn. II. p. 573. — Hirundo cinerea. Gml. S. N. II. (1788) 
p. 1026. — Latb. Ind. Orn. p. 578. No. 20. — Becbst. Latb. Uebers. II. p. 565 
et IV. p. 370. 

Supra tota Didide fuliginoso-nigra, subtiis fuliginoso-fusces- 
cens; crisso et subcaudalibus pallidioribus ; subalaribus con- 
coloribus; rostro iiigro; pedibus brunneis, unguibus nigris; 
iride fusca. 

Long. 4"9"'-, al. 4"2'"; caud. med. 20'"-, tars. 4'". 

Viti- Inseln (Collect. Godeffroy). 

Alle oberen Tbeile, Schwingen und Scbwanz glänzend dunkel raucb- 
schwarz. Unterseite raucbbraun, am dunkelsten an Kopfseiten, Kinn und 
Kehle, am hellsten auf After und den unteren Scbwanzdecken. Untere 
Flügeldecken raucbbraimschwarz. Schwingen und Schwanz unterseits glän- 
zend schwarz. Schäfte schwarz. 

Schnabel schwarz; Füsse bräunlich, Nägel schwarz. 

Iris braun (Peale). Im Leben : Augen und Schnabel schwarz ; Füsse 
dunkel fleischfarben, Krallen schwarz (Zelebor). Schwanz sanft ausgeschnitten. 

Länge c.4"9'". Fl. 4"2'". Mittl. Schw. 20'". Aeuss. Schw. 23'". L. 4'". 

Eine Entdeckung der französischen Naturforscher Quoy und Gaimard, 
von der Insel Vanicoro, St. Cruz -Gruppe. 

Neuerdings fand Peale diese Art auf Tahiti, Gesellschafts-Inseln. Durch 
Dr. Gräflfe erhielten wir ein Exemplar von den Vitis. Der Verbreitungskreis 
hat dadurch also sehr an Ausdehnung gewonnen und ist vielleicht noch grös- 
ser, als wir bis jetzt glauben. Die Novara-Expedition erlangte im Februar 



48 Collocalia spodiopygia. 

ein J auf Tahiti. Nach Gray sind auch die Freundschafts -Inseln als Fund- 
ort zu betrachten. 

Ueber die Lebensweise macht Peale keine bemerkenswerthen Mitthei- 
lungen und spricht nur die Vermuthung aus, dass die Art, wie die übrigen 
verwandten, wol ebenfalls in Felshöhlen nisten werde. Doch wurde das Nest 
von den Naturforschern der amerikanischen Expedition nicht gefunden. 

Die Colorirung der Abbildung im Atlas des amerikanischen Eeisewerks 
ist ziemlich verfehlt, indem der Vogel viel zu sehr grau erscheint, nament- 
lich auf der Unterseite. Ungleich besser ist die Art im Atlas der voy. l'Astral. 
dargestellt •, nur wäre hier die entschieden blaue Färbung am Oberfliigel , als 
unnatürlich, zu tadeln. 

Brisson's Hirundo peruviana, angeblich von Peru, gehört wahrscheinlich 
zu dieser Art, aber die Worte „les plumes des alles et celles de la queue 
sont d'un cendr^ obscur et bordees de gris-jaunätre", sind zu wenig überein- 
stimmend, als dass man beide Arten ohne Bedenken vereinigen könnte. Wie 
wir schon früher (Wiegm. Arch.) bemerkten , hat Forster s. n. H. peruviana 
eine ganz andere Art beschrieben , und es ist daher jedenfalls irrthümlich, 
wenn G. R. Gray beide Beschreibungen einer Art zupasst. 



sp. 19. Collocalia spodiopygia. (Peaie.) 

Macropteryx spodiopygia. Peale. Un. St. Expl. Exp. (1848) p. 170. pl. 49. 
f. 4. — Hartl. Wiegm. Arch. f. Naturg. (1852) p. 112. — Collocalia spodio- 
pygia. Cass. Un. St. Expl. Exp. (1858) p. 184. pl. XII. f. 3. — G. E. Gray. 
B. Trop. Ish (1859) p. 3. — id. Ann. et Mag. Nat. Hist. (1866) p. 122. 
Seu-Savai, Eingeb. von Upolu. (Gräffe.) 

? Hirundo peruviana Forst, (nee Briss.) (Licht.) Descr. anim. (1844) 
p. 240. — Herse Forsten. Hartl. Gab. I. f. Orn. 1854. p. 169. — Collocalia 
cinerea, (part.) G. R. Gray. B. Trop. Isl. p. 3. — id. Collocalia Forsten. Ann. 
et Mag. Nat. Hist. 1866. p. 123. 

Hopea, Eingeb. von Otaheite. (Forster.) 
Kopeha , „ der Marquesas. (Gray.) 

Ad. Tota fuliginosa, dorso pallidiore; capite, aus et 
cauda fere nigris; fascia iiropygiali lata sordide albida; ga- 
straeo multo pallidiore ; gula subfuscescente ; subcaudaliiim api- 
cibus nigricantibus ; rostro nigro; pedibus obscure carneis. 

Long. 4"1'"; rostr. 1'" ; al. 4 "2"'; caud. U". 



Länge. 


Fl. 


A 


puss. Schw. 


Mitt. Schw. 


F. 


L 


c. 4"2'" 


4:"2^'" 




20'" 


18"' 


1|'" 


4 


4 3 


3 7 




19 


16 


— 






4 5 




26 





__ 





Collocalia spodiopygia. 49 

Viti-Inseln. (Dr. Sclater's Sammlung.) 

Oberseite rauchschwarz, auf Kopf, Mantel, Schultern, den oberen Flügel- 
und Schwanzdecken mit deutlichem mattgrünen Bronzeschiller; Hinterhals, 
Zügel, Kopfseiten, Kinn und Oberkehle rauchbraun; die übrige Unterseite 
blasser rauchbraungrau (mäusefarben) , die längsten unteren Schwanzdecken 
dunkler, mit schwachem grünlichen Schein. Bürzel grauweisslich, jede Feder 
am Ende aiaf Schaftmitte schwach bräunlich verwaschen, daher der Bürzel 
etwas bräunlich verAvaschen erscheint. Untere Flügeldecken rauchbraun. 
Schäfte der Schwingen nnd Scliwanzfedern schwarz. Schwingen und Schwanz 
unterseits glänzend schwarz. 

Schnabel und Ftisse schwarz. Iris braun (Peale). Schwanz sehr seicht 
ausgeschnitten. 

Fl. Apuss. Schw. Mitt. Schw. F. L. 

alt. 

jünger. 
(Nach Peale.) 
4 3 — 14 — — (Nach Gray.) 

Jüngere Exemplare von Upolu (Collection Godeffroy): wie die 
alten , aber der mattgrüne Bronceschimmer fehlt , oder ist doch nur sehr 
schwach angedeutet. Die letzten Schwingen erster Ordnung und die zweiten 
Schwingen haben am Ende einen sehr schmalen helleren Endsaum, welcher 
beim alten Vogel minder scharf hervortritt. 

Beide Geschlechter gleich (Peale). 

Diese Art unterscheidet sich von der vorhergehenden ( vanicorensis ) 
durch die hellere Unterseite und den hellen Bürzel sehr deutlich, scheint da- 
gegen aber mit C. leucopygia. Gray, von Neu-Caledonien sehr übereinzustim- 
men. Nach Cassin ist auch auffallender Weise die C. francica. Gml. von 
Mauritius und Madagascar so ähnlich, dass sie nur durch die hellere Färbung 
zu vmterscheiden ist. Wir können Dies nach Untersuchungen von Mauritius- 
Exemplaren im Allgemeinen bestätigen, finden aber in der dunkleren (grau- 
bräunlichen) Bürzelfärbung schon ein hinreichendes Unterscheidungskennzeichen 
für C. francica von C. spodiopygia. 

Wir würden ohne Bedenken die Hiruudo peruviana Forster's auf diese 
Art beziehen, stimmten die Maassangaben besser überein. Nach diesen zu 
urtheilen muss Forster's Vogel bedeutend grösser sein. Die Färbungsverhält- 
nisse sind dagegen ganz dieselben wie bei C. spodiopygia, nur wird auch an 
den Schwanzfedern ein hellerer schmaler Endsaum angegeben („apicibus pau- 

4 



50 Coliocalia spodipygia. 

lulum albicantibiis"). Forster sammelte die Art aiifOtaheite und den benach- 
barten Insehi. Die Yaterlandsangabe „Peru", welche Forster aus Brisson 
schöpft, ist eine irrthtimliche, da Brisson's H. peruviana von der Forster'schen 
durchaus verschieden und wahrscheinlich mit der vorhergehenden Art (vani- 
corensis s. leucophaea) identisch ist. Nach Gray käme C. Forsten. Gray auch 
auf den Marquesas-Inseln vor , was wir nur deswegen mit anführen , weil 
wir es für möglich halten , dass die Salanganenarten von den verschiedenen 
Localitäten Central- und Ost - Polynesiens sich schliesslich als nur Eine aus- 
weisen werden. 

Bis jetzt kennen wir die Viti- , Samoa - und Tonga-Inseln als Heimath 
von C. spodiopygia. Peale sammelte sie auf Upolu und Tutuila der .Samoa- 
Gruppe und verschiedenen der Fidschi - Inseln. Dr, Gräffe sandte " sie von 
Samoa (Upolu) ein. Gray deutet eine Abbildung der unpublicirten ,,Icones" 
von EUis auf diese Art, nach einem Exemplar entworfen, welches während 
Cooks Reisen aiif den Freundschafts-Inseln erlegt worden Avar. 

Peale hatte Gelegenheit schöne Beobachtungen über das Brutgeschäft 
dieser Art zu machen, die wir hier folgen lassen. 

Eine ixnterirdische Höhle auf der Südseite Upolu's scheint der Haupt- 
standort dieser Art zu sein. Ein Ton , wie durch das Rasseln kleiner Kiesel 
hervorgebracht , führte zu einer Menge von Schwalben , welche durch unsere 
Lichter aufgestört worden waren. Viele andere sahen wir ruhig auf ilu*en 
Nestern sitzen, deren Unterlage kleine Vorsprünge der Lava bildeten und aus 
Moos und einer beträchtlichen Masse Leim verfertigt waren. Wie die Wände 
der Höhle selbst, trofPen diese Nester von Wasser; jedes enthielt ein Ei oder 
einen jungen Vogel, und das Brutgeschäft schien an keine bestimmte Zeit 
geknüpft zu sein. Einige bauten , während die Jungen Anderer schon ganz 
flügge waren. Alte Nester wurden mit neuem Moose ausgebessert. Einige 
der alten Vögel waren so arglos, dass sie sich ruhig von uns mit der Hand 
von ihrem Ei heben Hessen und, wenn ^ir uns überzeugt hatten, dass nur 
eins vorhanden war, sogleich zu demselben zurückkehrten. 

Die Nester sind beinah rund, 3" im Durchmesser und etwa 1|" hoch; 
die Eier rein weiss , |" lang und \" breit. 

Obgleich diese Schwalben oft genug durch lange unterirdische Passagen 
in totaler Finsterniss zu fliegen haben, konnte man sie doch täglich im hell- 
sten Sonnenschein nach Nahrung herumflattern sehen." 

Dr. Gräffe sandte auch von dieser Ai-t Eier und Nester ein. 



Iliruiulo tahilica. 51 

sp. 20. Hirunclo taliitica. (Omi.) 

Otalieite Swallow. Latli. Gen. Syn. II. p. 563. (Titelblatt zu vol. IL) — 
Hirunclo taliitica. Gml. S. N. II. (1788) p. 1016. — Latli. Ind. Orn. p. 573. — 
Bechst. Lath. Uebers. IL p. 556. pl. 58. f. 2. IV. p. 368. — Vieill. Enc. Mötk 
IL p. 526. — Hirundo pyrrliolaema. Forst. (Licht.) Descr. anim. 1844. p. 241. — 
Hirundo taitensis. Less. voy. Coqu. I. p. 648. — Cecropsis taliitensis Boie. — 
Herse taliitica. Bp. Consp. L p. 340. — Hartl. Wiegm. Arch. 1852. p. 130. — 
Petrochelidon taliitica. Bp. — Hirundo taliitica. G. R. Gray. Gen. of B. I. p. 58. 
— id. B. Trop. IsL p. 4. — Pelz. Novara Exp. Vögel. (1865) p. 41. 

Hirundo subfusca. Gould. Proc. Z. S. 1856. p. 137. — G.R.Gray. B. 
Trop. Isl. p. 4. — Pliedina subfusca. Bp. 

A d. Supra clialybeo.-nigra ; alis et cauda obscure fuscis ; 
fronte, mento et gula rufis; corpore siibtus et subalaribus ob- 
scure fuscis; subcaudalibus cbalybeo-nigris, dilute brunneo- 
inarginatis; rostro nigro, multo majore quam in H. rustica; 
cauda minuta, parum furcata. 

Long. 5"; rostr. {" ; al. 4|"; caud. 2"; tars. V'- 

(Nach Forster.) 

Oberseite schwarz , mit stahlblaueni Schimmer. Stirn , Kinn , Kehle, 
Kropf und Oberbrust purpurrostroth •, übrige Unterseite rauchbraun, am After 
mehr blass. Schwingen innen schwarz, aussen glänzend schwarz. Schwanz 
schwarz, unterseits, nebst der Sclraangeuunterseite blasser. 

Schnabel und Füsse schwarz. Iris braun. Im Leben: Augen und 
Schnabel schwarz, Füsse schwarzbraun (Zelebor). 

Schwanz sehr schwach gegabelt, mehr ausgeschnitten, die seitlichen Fe- 
dern nicht verlängert. 
Länge c. 5". F\.4.\'". Schw. 2 — 2^'. F. V'. L. ^". subfusca. (Gould.) 

Bewohnt die bergigen Strecken der Gesellschafts - Inseln , Otahaiti (For- 
ster.) Neuerdings hier auch durch die Novara-Expedition eingesammelt. Gould 
erhielt sie durch Mc Gillivray von Moala , Viti - Gruppe. Obwohl er das 
Exemplar daher als neue Art (H. subfusca) einfiilu-t , so lässt sich, wie schon 
Gray fragend andeutet , an der Gleichartigkeit mit IL tahitica nicht zweifeln. 
Gould's Beschreibung , Maasse und Formangaben stimmen vollkommen , denn 
die unbedeutende Abweichung, welche sich aus den Worten „under tail-coverts 
Steel black, margined with light brown" ergiebt, ist zur specifischen Unter- 
scheidung von keiner Wichtigkeit, und jedenfalls nur individueller Natur. 



53 Zosterops flaviceps. 

Peale führt diese Art übrigens nicht an , ebensowenig sahen wir sie 
bisher unter den Sendungen Dr. Gräffe's. Sie scheint also ziemlich selten 
zu sein. 



sp. 21. Zosterops flaviceps. Peale. 

t. VI. (ad u. Nest) et t. I. f. 7 (Ei). 
Zosterops flaviceps. Peale. Un. St. Expl. Exp. (1848) p. 95. pl. 25. f. 5. — 
Hartl. Wiegm. Arch. f. Naturg. (1852) p. 100. — Cass. Un. St. Expl. Exp. 
(1858) p. l67.pl.X.f. 4. (pess.)-- Hartl. Gab. I. f. Orn. (1864) p. 21. — G.R. 
Gray. B. of Trop. Isl. (1859) p. 15. 

Ad. Capite superiore et laterali, tergo, uropygio, tectri- 
cibus alarum, remigum et rectricum marginibus externis laete 
et dilute flavescente- viridibus; dorso cinereo; gula citrino- 
flava; pectore subcinerascente ; abdomine medio albo, lateri- 
bus pallide rufescente-lavatis , subcaudalibus dilute virescente- 
flavis; annulo periophthalmico niveo, infra nigricante - margi- 
nato; rostro brinmescente , mandibula' basin versus pallida; 
pedibuö pallidis; iride brunnea. 

Long. H"; rostr. 4.^"'-, al. 2"V"- c;md. 1"7'"-, tars. &\"'. 

Viti- Inseln (Bremer Mus.). 

Ober- und Hinterkopf, Nacken, Kopfseiten und Ohrgegend gelboliven- 
gTÜn, Kinn und Kehle deutlich gelb. Kreis urn's Auge weiss, Zügel und 
eine schmale Einfassung um die untere Hälfte des weissen Augenkreises 
schwarz. Flügeldecken , Hinterrücken , Bürzel , Bürzelseiten und obere 
Schwanzdecken gelblich olivengrün wie der Oberkopf, ebenso die Aussen- 
säume der braunschwarzen Schwingen und Schwanzfedern. Die Schwingen 
an Basishälfte der Innenfahne breit weiss gerandet. Erste Schwinge einfarbig 
braunschwarz. Schwingen und Schwanz unterseits schwärzlichgrau. Hinter- 
hals, obere Schultergegend und Mantel dunkelgrau, ebenso die Halsseiten und 
mehr verwaschen auf den Brustseiten. Unterseite blassbräunlich weiss, Kropf- 
mitte graulich, Brust- und Bauchmitte nebst After rein weiss ; untere Schwauz- 
decken blass olivengelbUch. Untere Flügeldecken weiss. / 

Schnabel hornbräunlich , der untere mehr hornfahl. Füsse hornfahl. 
Iris braun (Gräffe). Schnabel und Füsse blass bräunlichblau; Iris hell- 
braun (Peale). 



Länge. 


Fl. 


c. 4"3'" 


2"1" 


4 2 


2 2 


4 1 


2 3 



Zosterops flaviceps. 53 

Schw. F. L. 

18'" i},'" 8'" flaviceps. Viti. 

18 4 7^ westernensis. Australien. 

m 4 8 „ 

Die Zosterops- Art der Viti-Inseln ist in Grösse und Färbung dem neu- 
holländischen Z. westernensis (Quoy et Gaim) so vollkommen gleich, dass wir 
nur in dem stärkeren und längeren Schnabel einen Anhalt zu einer speci- 
tischen Trennung finden können. Sollten sich bei einer grösseren Reihe von 
Exemplaren Uebergänge in der Schnabelgrösse zeigen, so würde eine Unter- 
scheidung der beiden Arten geradezu unm(iglich werden. Wir müssen daher 
Z. flaviceps als eine höchst bedenkliche Art bezeichnen. 

Sein- nahe verwandt ist auch Z. griseonota. Gray , von Neu-Caledonien, 
unterscheidet sich aber durch die weissen unteren Schwanzdecken, deutlich 
grüne Färbung der oberen Theile und sehr auffallend durch ansehnlichere 
Grösse und den kürzeren an Basis sein- dicken Schnabel. 

Die Abbildung im Atlas der amerikanischen Expedition ist in Zeich- 
nung und Colorirung durchaus verfehlt und nur mit Mühe als die eines Zo- 
sterops zu erkennen, da sogar der charakteristische weisse Federkranz um's 
Auge nicht dargestellt ist. Eine neue Abbildung des Vogels schien also 
nöthig. 

Z. flaviceps wurde bis jetzt nur auf den Viti-Inseln beobachtet ; Venua 
Levu (Peale) , Viti-Lewi (Gräffe). 

Durch freundliche Unterstützung des Museums Godeffroy in Hamburg 
erhielten wir Nest und Ei dieses Vogels , beide durch Dr. Gräfife eingesandt 
und bisher unbekannt. 

Das jetzt im Besitz des Bremer Museums befindliche Nest ist zwischen 
drei aufrechten dünnen Gabelzweigen eines belaubten Strauches befestigt und 
äusserst kunstvoll. Es ist sehr tief und daher von mehr sackförmiger Form, 
die indess dadurch eine besondere wird , dass die hintere Hälfte des Nestes 
eine tiefe Einbucht hat. Die Tiefe beträgt 2'",)'", der Querdurchmesser 1 "8'", 
für die Grösse des Vögelchens erscheint es daher gross. Es ist durchaus von 
feinen und dünnen Grashälmchen und den zartesten Würzelchen verfertigt, 
dabei wegen der dicken Wandungen sehr dicht. Innen findet sich keine 
bösondere Auspolsteruug von Federn oder dergl. 

Das Ei ist ungleichhälftig, am spitzen Ende deutlich abfallend, hat ein 
Behr feines Korn ohne sichtbare Poren , einen schwachen Glanz und ist ein- 
farbig hell bläulich, mit einem sanften Ton in's Grünliche. Länge 8'", 



54 Myzüiiiela jugiilaris. 

Breite 6'". — Im Ganzen ähnelt das Ei denen von Z. dorsalis und 

chlöronotus (Tliienem. t. 23. f. 14 u. 15), mir ist es vorn deutlicher zu- 
gespitzt. 



sp. 33. Myzomela Ju^ularis. Peak. 

t. VII. f. I (ad) et 2 (jun.). 
Myzomela spec. ? No. S. G. K. Gray. Gen. of B. I. (1846) p. 118. — 
Myzomele solitaire. Hombr. et Jacqu. voy. au Pole sud. pl. 22. f. 6 (ad). — 
Myzomela jugularis. Peale. Un. St. Exph Exp. (1848) p. 151. pl. 41. f. 2. — 
Hartl. Wiegm. Arch. f. Naturg. (1852) p. 109. — Cass. Un. St. Expl. Exp. 
(1858) p. 176. pl. XII. f. 2. (jun.). — Myzomela solitaria. Jacqu. et Puch. 
voy. Pole sud. Zool. III. (1853) p. 99. — Reichb. Handb. der spec. Ornith. IL 
Meropinae (1852) p. 113. t. 484. f. 3421. (Nach voy. Pole sud.) — Myzomela 
jugularis. Gray. B. Trop. Isl. p. 11. 

Ad. Siipra fusco-iiigricans ; macula occipitali magna gu- 
laque pulchre scarlatinis; cauda et alis fuscis; rectricibus, 
duabus mediis exceptis, albo-terminatis ; remigibus majoribus, 
prima et secunda exceptis, extiis flavo-limbatis ; gutture croceo- 
flavo; abdomiiie et subalaribus flavescente-albidis ; tectricibus 
alarum minoribus nomiullis apice albis; uropygii plumis apice 
pallide flavescentibus ; supracaudalibus obscure rubro-termina- 
tis; rostro nigro; pedibus pallidioribus ; iride brumiea. 
Long, vix 4"-, rostr. 6"'-, ah 2"1'"-, caud. 1''4'"-, tars. 8'". 

Jun. macnla occipita rubra nulla; gula dilute flava. 

Viti-Ins. (Bremer Mus.) 

Alt. Kopf, Kopfseiten, Hals und Halsseiten, sowie Scliultern und 
Mantel tiefschwarz , Kücken und Bürzel weniger dunkel , und Schwingen, 
Elügeldeckfedern und Schwanz mehr braunschwarz. Schwingen an Aussen- 
f ahne , nicht ganz bis zum Ende , olivengelb gesäumt , an Basishälfte der 
Innenfahne breit weiss. Deckfedern der Schwingen zweiter Ordnung an 
Aussenfahne und Ende fahlbraun gesäumt, die grössten oberen Flügeldecken 
mit breiten weissen Enden, weshalb eine deuthche weisse und eine, ver- 
waschene bräunliche Querbinde über den Flügel entsteht. Die Schwanzfedern 
mit weissem Endfleck an Innenfahne. Scliwanz- und Schwingenunterseite 
braunschwärzlich. Ein grosser Fleck, der den ganzen Hinterkopf bedeckt, 



Myzoraela jugularis. 55 

scharlachroth , ebenso Kinn und Oberkehlc und einzelne Endsäume auf den 
oberen Schwanzdecken, die aber keinen eigentlichen Fleck bilden. Die Basis 
dieser rothen Federn sclnvarz. Unterseite und untere Flügeldecken weiss, 
schwach gelblich angehavicht; Kehle orangegelblich. 

Schnabel schwarz; Füsse braunschwarz. Iris braun (Peale u. GräflFe). 

Jüngerer Vogel (oder ^) von Viti (Bremer Mus.) ist auf der Oberseite 
mehr olivenbraunschwarz und der rothe Hinterkopf, sowie die rothen End- 
säume der oberen Schwanzdecken fehlen; nur das Kinn ist roth, die Kehle 
schmutzig olivengelb, die übrige Unterseite weiss. 

Ebenso Exemplare von Viti-Levu (Collect. Godeffr.) , aber am Hinter- 
kopfe mit einzelnen rothen Federn; die gelblichen Kehlfedern zum Theil 
rauchgrau verwaschen. 

Länge c. 4'^ FL 2"1'" — 2''2V". Schw. 15^'" F. 6V". L. 1'" Alt. Viti. 
2" 14 5^ 7 jung. „ 

Ueber die Geschlechtsverschiedenheit bei dieser Art konnten wir uns 
keinen Nachweis verschaffen, da Peale nichts darüber sagt. Nicht unwahr- 
scheinlich ist es daher, dass die obige Beschreibung des zweiten Exemplars 
sich auf das Kleid des $ bezieht. Das von Cassin (t. XH. f. 2) abgebildete 
Exemplar (mit ? als adulte bezeichnet) stellt ohne Zweifel einen ganz jungen 
Vogel dar, der noch nicht einmal Roth am Kinn besitzt, sondern diesen Theil, 
sowie die Oberkehle gelblich gefärbt zeigt, wovon übrigens der Text keine 
Auskunft giebt. Die M. solitaria der Südpolreise stellt dagegen recht deutlich 
den alten ausgefärbten Vogel dar ; nur ist die weisse Querbinde über den 
Oberflügel nicht sichtbar. 

Pucheran vermuthet in den Salomons - Inseln die Heimath dieser Art, 
da die bestimmten Angaben Hombron's hierüber fehlten. 

Durch Peale und Dr. Gräffe wurde M. jugularis indess von den Viti- 
um! Schiffer-Inseln nachgewiesen, welche daher als die einzig sicheren Loca- 
litKten gelten können. Nach Peale hält sich diese Art ausschliessend in den 
Zweigen der Kokuspalmen auf, wo sie sich vom Nectar der Blüthen und 
kleinen Insecten nährt. Sie hat eine schwache Stimme, lebt sehr einsam und 
wird daher nur selten wahrgenommen. Der amerikanische Reisende beobach- 
tete den niedlichen Vogel nur auf den Viti-lnseln ; Dr. Gräffe ausser Viti-Levu 
auch auf der Samoa- Gruppe. • 

Am nächsten verwandt mit M. jugularis, um dies beiläufig zu bemerken, 



56 Myzomela nigriventris. 

ist M. Lafargei. Hombr. et Jacqu. (voy. Pole sud. t. 22. f. 5) von den Salomons- 

Inseln, welche sich diuxh braunschwarzes Kinn, Kehle und Kropf sogleich 
kennzeichnet. 



sp. 33. myzomela ni^riTentrls. (Peaie.) 

t. Vn. f. 3 (ad) et 4 (juu.). 
Myzomela nigriventris. Peale. Un. St. Expl. Exp. (1848) p. 150. pl. 41. 
f. 2. — Hartl. Wiegm. Arch. f. Naturg. (1852) p. 109. — id. Myzomela ru- 
brater. p. 130, — Myzomela nigriventris. Cass. Un. St. Expl. Exp. (1858) p. 175. 
pl. XII. f. 1. — Bp. Compt. Rend. (1854) p. 263. (M. Arnouxi. Verr.) — G. R. 
Gray. B. Trop. Isl. p. 11. — 

Manu-Kolai, Eingeb. von Samoa (GräfFeJ. 
Tolei-ula , „ von Upolu. „ 

Ad. Major; corpore supra, capitc et collo totis pectore- 
que tulgide coccineis; maciila parva anteoculari, alis, cauda 
et abdomine toto nigerrimis ; subalaribus et subcaudalibus, 
rostro ex pedibus riigris; iride brunnea. 

Long. 4A"; rostr. 74"'-, al. 2"5'"; caud. 1''8"^ tars. 8'". 

Samoa -Ins. (Bremer Mus.) 

J ad. Schwingen, Flügeldecken, Schultern, Sclnvanzfedern und die 
Unterseite von der Oberbrust an tief scliwarz , ebenso ein Zügelstreif; übrige 
Theile glänzend dimkel scharlachroth ; flie rothen Federn aber mit mattschwar- 
zer Basishälfte. Einzelne der unteren Schwanzdecken roth gespitzt. Untere 
Flügeldecken schwarz. Schwanz und Schwingen unterseits graulichschwarz ; 
die letzteren an Basis der Innenfahne mit einem sehr verwaschenen , ganz 
schmalen fahlweissen Saume. 

Schnabel, Füsse und Krallen schwarz. Iris braun (Peale). Beide Ge- 
schlechter gleich gefarl)t (Peale). 

Junger Vogel von Upolu (Collect. Godeffroy). Oberseite rauch- 
braun, etwas in's Olivenbraune ; Schwingen und Schwanz dunkel olivenbraun ; 
die Schwingen mit einem sehr schmalen olivengelblich verwaschenen Aussen- 
saume, an Basis der Innenfahne weiss. Unterseite düster rauchgrau, die Fe- 
dern am Ende schlnutzig olivengelblich verwaschen, daher auf der Unterseite 
ein fahlgelblicher Anflug vorhanden. Auf Stirn, Scheitelmitte, Bürzel und 



Lange. 


Fl. 


Scliw. 


F. 


4'^ 4"4''' 


2''4V" 


1"G"' 


7\"' 




2 61 


1 7 


8 




2 2 


1 4 


64 



Myzomela nigrivenlris. 57 

den oberen Schwanzdecken erscheinen einzelne rotbgespitzte Federn (wie am 
alten Vogel). Schnabel und Füsse schwarz. 

Noch jüngere Vögel besitzen ohne Zweifel noch gar nichts von 
Roth im Gefieder. 

L. 

Sy" Alt. 

8 Alt. 

8 Jung. 

Die grosse Aehnlichkeit , welche diese Art mit anderen schon längst 
bekannten besitzt, verschaffte ihr anfänglich nicht die Anerkennung, die sie 
wol verdient , indem sie öfterer mit M. rubrater. Less. und Certhia cardinalis. 
Forst, vereinigt wurde. "Was die erstere Art, von den Carolinen (Ualan) u. 
Marianen*) (Guaham), anbelangt, so unterscheidet sich dieselbe (siehe Kittl. 
Kupfert. VIII. f. 1.) auffallend durch die beinah ganz rothe Unterseite, indem 
nur der After und die unteren Schwanzdecken schwarz gefärbt sind, während 
bei nigriventris nicht blos, wie der Name andeutet, der Bauch, sondern auch die 
Unterbrust durchaus Schwarz trägt. Uuser Museum besitzt ein schönes Exem- 
plar von Ualan. Für nicht ganz unwahrscheinlich halten wir es dagegen, 
dass Certhia cardinalis **), Forst, von der Insel Tanna, Neu-Hebriden-Gruppe, 
sich vielleicht doch noch als identisch mit M. nigriventris ausweisen wird, 
was wir indess ohne Vergleichung von Exemplaren nicht auszumachen wagen. 
Nach Bonaparte j der die Art von Tanna s. n, M. melanogastra neubenennt, 
würde sich dieselbe durch die weissen Ränder au der Innenfahne der ersten 



*) Boriapaile beliaclilcl in seinen Heiüägen zur Gallung Mvzoniela (Conipt. Keiid. 1854. 
p. 263) die Art der Marianen l'iir verschieden und indem er dieselbe inlluunlich als M. rubrater. 
Less. (die erwiesenermuassen eben von den Carolinen herstaininl) anführt, charakterisirt er die 
neue Art (von den Carolinen) s. n. M. major. Bp. mit den Worten: „Similis praecedenti ; sed 
major et percoccinea." — lUese Verschiedetdieit scheint uns noch nicht hiidänglich bewiesen. 

**) Wir geben hier die genaue Zusammenstellung der Synonymie: 
Cardinal Creeper. Lath. (nee Shaw) Gen. Syn. I. p. 733. INo. 35. t. 33. I. 2. — 
Certhia cardinalis. Gml. S. N. 1. (1788) ji. 472. - Lath. Ind. Orn. p. 290. iNo. 29. — ßechst 
Lath. Lebers. L (1793) p. 598. 1.35. 1.2. — id. vol. IV. p. 183. — Le Kuyameta. Vieill. Ois. 
dor. IL p. 92. pl. 58. — id. Melitreptus cardinalis. Enc. Meth. IL p. 604. — Certhia cardinalis. 
Forst. (Licht.) Descr. anim. (1844) p. 262. — Myzomela melanogastra. Bp. Cumpt. Rend. (1854) 
p. 263. — Phylidonyris sanguinca. Less. (ap. Gray). — Myzomela cardinalis. Gray. B. Trop. IsL 
p. 10. — 

Sonderbarer Weise wird dieser Vogel weder in den Gen. of B. , noch in Bonaparte's Coa- 
specl. oder in Keichbach's Handbuch erwahnl I 



58 Ptilotis carunculata. 

Schwingen unterscheiden, wovon allerdings bei nigriventris nur Spuren zu 
sehen sind. Auch scheint, nach Latham's Abbildung zu urtheilen, sich das 
Koth der Vorderseite bis auf die Brust auszudehnen. 

Die Verbreitung von M. nigriventris vxmfasst die Viti - und Samoa- 
Gruppe (Peale). Dr. Gräffe sandte sie von Upolu und Viti-Levu ein. Nach 
Gray käme die Art auch auf den Gesellschafts - und Sandwich- Inseln vor, 
allein Dies inuss vorläufig noch bezweifelt werden. 

Nach Peale ist die Art nicht ungewöhnlich, hält sich aber in den dich- 
testen und dunkelsten Wäldern auf und man bemerkt sie nur höchst selten 
in cultivirten Strecken und bei den Niederlassungen. 

Cassin's Abbildung giebt eine sehr schwache Vorstellung von der Pracht 
dieses ausgezeichneten Vogels, indem das Roth viel zu matt gehalten ist. 
Unsere Abbildung, der wir noch die des Jugendkleides beifügen, dürfte ihrem 
Zweck besser entsprechen. 



sp. 34. Ptilotis earunculata* (Gmi.) 

t. V. f. 2 (Kopf) et 1. 1. f. 1 (Nest) et 2 (Ei). 

Wattled Creeper. Lath. Gen. Syn. I. (1781)p. 732. No. 34. — id. Suppl. 
I. p. 129. — G. Förster. Götting. Magazin. (1780) p. 349. — Cooks last. voy. 
I. (1784) p. 334. — G. Förster. Cooks dritte Entd.-Keise. (1787) I. p. 238. — 
Certhia carunculata. Gml. S. N. I. (1788) p. 472. No. 39. — Lath. Ind. 
Orn. p. 295. — Bechst. Lath. Uebers. L (1793) p. 598. — id. IV. (1811) 
p. 186. il). — LeFoulehaio. Audeb. et Vieill. Ois. dor. IL p. 131. t. 69. (J) — 
Creadion musicus. Vieill. Dict. Sc. nat. XXXIX. p. 480. — id. Enc. Meth. IL 
p. 875 (J). — Creadion tabuensis. Steph. (ap. Gray). — Certhia carunculata. 
Forster. Descr. anim. (1844) p. 165. (Anthochaera spec. ? Licht.). — Foule- 
haio musicus. Reichb. Handb. Orn. Meropinae. (1852) p. 110. 

Meliphaga carunculata. G.R.Gray. Gen. of B. I. p. 122. — Peale. Un. 
St. Expl. Exp. (1848) p. 144. pl. 42. f. 2. — Hartl. Wiegm. Arch. f. Naturg. 
(1852) p. 108. — Ptilotis carunculata. Cass. Un. St. Expl. Exp. (1858) p. 173. 
(descr. opt. ) — Myzanthe carunculata. Hartl. J. f, Orn. 1854. p. 1G8. — id. 
Ptilotis carunculata. (et PZosterops analoga. Hombr.) Ibis. 1864. p. 232. — 
Meliphaga carunculata. G. R. Gray. B. Trop. Isl. 1859, p. 12. — Ptilotis ana- 
loga. Godeffr. Catal. I. et IL ^ 

? Varietät. 

Le Foulehaio. $ Vieill. Ois. dor, t. 70. — id. Creadion musicus. ^. Enc. 
Meth. — Certhia carunculata. $. Bechst. Lath. Uebers. IV. p. 186. — Fou- 
lehaio musicus. Reichb. Handb. Merop. t. 497. fig. 3550 (nach Vieillot.). 



Ptilolis carunculata. 59 

Fulehajuh, Eingeborne der Freundschafts-Inseln (Cook). 
Fureehee-ow, „ von Tongatabu (Forster). 

Fiilehaio, „ „ „ (Peale). 

E-yow, ,, ,, Samoa (Peale). 

Manu-yao ,, ,, „ (Gräffe). 

Ad. Supra olivaceo-virescens; remigibus et rectricibus 
obsolete fuscis, flavescente-viridi marginatis; subtus pallidior, 
pectore et abdomine mediis distincte flavescentibus , lateribus 
cinerascentibus ; subalaribus pallide flavis; spatio infraoculari 
nudo et caruncula aiiguli oris aurantiacis; macula majore in- 
fraauriculari dilute flava; rostro obscuro; pedibus brunneis; 

iride alba. 

Long. 1"; rostr. 8'"; al. 3'' 5'" ; caud. 2i"-, tars. 1". 
Foem. parum minor, caruncula minore. 

Upolu, Samoa-Inseln. (Bremer Mus.) 

Oberseite düster olivengelbgrün , die Federn an Basis olivenbraun, wie 
Flügel und Schwanz. Bürzel und obere Schwanzdecken mehr einfarbig 
düster olivengrün. Schwingen an Aussenfahne nicht ganz bis an's Ende 
olivengrüngelb gesäumt, an Basis der Innenfahne fahlweiss gesäumt. Schwanz- 
federn mit gleichen olivengrüngelben Aussensäumen ; auf den oberen Flügel- 
decken sind diese Säume viel undeutlicher, weshalb der Oberflügel mehr ein- 
farbig olivenbraun erscheint. Die Unterseite der Schwingen und des Schwan- 
zes graubraun; die Schäfte oberseits schwarz, unterseits fahlweiss. Unterseite 
schmutzig olivengraugelb , das Kinn mehr in's Graue-, Bauch, Schenkel und 
untere Schwanzdecken mehr schmutzig weissgelblich. Die Federn der Kehle, 
auf Kropf und Brust am Ende düster olivengelb (mit etwas grünlichem An- 
fluge), daher diese Theile von letzterer Farbe. Ein kleiner Fleck au der 
Basis des Unterschnabels, der sich vorn in den nackten Hautlappen hinein- 
setzt, dunkel schwärzlichgrau. Ein schmaler Strich vom Mundwinkel an, 
der den nackten Hautlappen oberseits säumt und sich am hinteren Ende des- 
selben mit einem grösseren gleichgefärbten Flecke, der die untere Ohrgegend 
bedeckt , vereinigt , blassgelb. Die Federn dieses Ohrfleckes aber nicht ver- 
längert. 

Die kleinen unteren Flügeldecken, längs Handrand , blass olivengelb. 

Schnabel hornschwarz, der Schneidenrand des Unterschnabels hornbraun ; 



oO Ptilotis cariinculata. 

Füsse dunkel schwarzgrau; Krallen hornbraun; Fusssohlen horngelb-, der 
nackte Hautlappen gelblich. 

Im Leben der nackte Hautlappen orangefarben •, Füsse dunkelgrün •, Iris 
braun (Peale). — Füsse grünlichgelb ; Iris weiss (Gräffe) ; Füsse blauschwarz ; 
Iris aschgrau (Latham). — Iris blauschwarz-, schmaler Augenkreis goldgelb; 
nackte Hautlappen goldgelb; Füsse gelblich (Forster). 

Ein anderes Exemplar von Upolu (Collect. Godeffroy) zeigt die Ober- 
seite mehr düster olivengrün (ohne den gelben Anflug); Bauch, Schenkel und 
untere Schwanzdecken sind mehr blassgelblich verwaschen. 

Zwei andere Exemf)lare von Upo)u erscheinen, wegen des abgetragenen 
Kleides, auf der Oberseite deutlich olivenbraun, haben also Rücken und Man- 
tel beinah ebenso einfarbig als die oberen Flügeldecken. Kropf und Brust 
sind deutlicher olivengelb. 

Ein anderes Exemplar von Upolu hat Kehle, Kropf und Brust etwas 
rostfarben verwaschen; (es stimmt daher am besten mit Latham's Beschrei- 
bung überein.) 



Upolu. 



Beide Geschlechter (nach Peale) gleich , nur ist beim ^ der nackte 
Hautlappen etwas weniger entwickelt und der gelbe Federsaum an der Ober- 
seite desselben, minder breit. — 

Diese Art ist an dem unterJialb des Mundwinkels befindlichen nackten 
Fleck, von länglich runder Gestalt , leicht kenntlich, besonders aber noch da- 
durch, dass dieser oberseits von einem gelben Federstreif begränzt wird, der 
sich mit dem gelben Ohrfleck vereinigt. Zu bemerken ist übrigens noch, dass 
an getrockneten Bälgen der nackte Fleck Aveniger deuthch als Hautlappen 
sich ausspricht, indem nur der obere Rand et\vas lappig absteht. 

Pt. carunculata wurde zuerst durch Cook's Reisen bekannt und von La- 
tham als „Wattled Creeper" beschrieben, auf den Gmeliu seine Certhia caruncu- 
lata begründete. Obwohl die Worte „mento gulaque aurantiis, pectore ferru- 
gineo" nicht eben genau auf unseren Vogel passen, so unterliegt es doch kei- 
nem Zweifel, dass derselbe gemeint ist. Uebrigens erwähnt schon Latham 
sehr richtifr , wie häufig die Färbung bei dieser Art variirt, was wir in der 
That aucli im Hinblick auf die Grösse nur bestätigen können, da wir kaum 



Länge. 


Fl. 


Schw. 


F. 


L. 


c. 6"3'"~7" 


3"4^" 


2" 9"' 


8"' 


13" 




3 4 


2 10 


8 


124 




3 6 


2 6 


7i 


12 




3 14 


2 7 


74 


10 



Ptilotis carunculata. 61 

zwei ganz gleiche Exemplare gefunden haben. Cassin spricht sich in gleicher 
Weise aus. Latham erwähnt ein Exemplar: „welches nichts Orangefarbenes 
unter der Kehle und alle unteren Körpertheile olivengelb hatte", also sehr 
gut mit unseren oben beschriebenen übereinstimmt. — 

Fraglich bleibt es dagegen , ob der „Foulehaio" von Vieillot mit Pt. ca- 
lunculata identisch ist, indem das einzige Exemplar in der Sammlung Wood- 
fort's zu Vauxhall, welches angeblich von La Billardiere's Reisen herstammen 
soll , nicht mehr existirt. Die Beschreibung „durchaus ockergelb , auf dem 
Rücken dunkler ; Schnabel und Beine rothbraun ; Iris röthlich " deutet eher 
auf eine Varietät hin und als solche können wir sie auch nur betrachten. 
Durchaus falsch ist es aber, den „Foulehaio" als das ^ von Pt. carunculata 
anzusehen, wie ohne jeden festen Anhalt zuerst von Vieillot geschehen. Auf 
diese angebliche Verschiedenheit des Geschlechtes begründete Reichenbach so- 
gar das neue Genus „Foulehaio", welches somit überflüssig geworden ist. 

Die beste und ausführlichste Beschreibung dieses , in Sammlungen kei- 
neswegs häufigen, Vogels erhielten wir übrigens erst durch Cassin, da die von 
Forster in manchen Stücken nicht genau ist. In Bonapartes Conspecttis wird 
dieser Vogel, merkwürdiger Weise, gar nicht aufgeführt. 

Pt. carunculata hat eine weite Verbreitung, indem er bis jetzt von den 
Freundschafts -, Viti - und Samoa - Inseln (durch Peale) nachgewiesen wurde. 
Forster fand den Vogel auf Ea-u-e und Tonga-tabu, Freundschafts-Inseln. Un- 
ter den Sendungen Dr. Gräffes sahen wir die Art nur von Upolu, Samoa-Gruppe. 

Schon Cook erwähnt diesen „drosselartigen" Vogel als einen angeneh- 
men Sänger, der seinen lauten Gesang namentlich in den Morgen- und Abend- 
stunden erschallen lässt oder wenn eine Wetterveränderung in Aussicht steht. 
Peale spricht sich in gleicher Weise aus , indem er sagt : „sehr lebhaft und 
drosselartig in den Bewegungen; singt angenehm; hält sich besonders in dem 
Gestrüpp längs den Küstenwäldern auf." Forster theilt noch mit, dass die 
Nahrung in Insecten und Blumensaft besteht, welche letztere Ernährungsweise 
schon durch die pinselartige Beschaffenheit der Zunge angedeutet wird. 

Das Museum Godeff"roy sandte uns mit grosser Bereit-wnlligkeit das Nest 
und Ei von Pt. carunculata zur Beschreibung und können wir somit eine 
Lücke in der Naturgeschichte dieses interessanten Vogels ausfüllen. 

Das Nest ist in einer dreiästigen Gabel eines ziemlich starken, wage- 
rechten Zweiges befestigt und ein kunstvoller Bau. Im Verhältniss zum Vo- 
gel erscheint es klein, ist dabei aiiffallend flach und von kreisrunder , napfför- 
miger Gestalt. Es besteht aus äusserst feinen und zarten Wurzelfasercheu 



63 Ptilotis procerior. 

und ist aussen sehr kunstvoll mit Baumflecliten bekleidet , innen aber ohne 
Auspolsterung. Die Wandungen sind ziemlich dünn, daher das Ganze etwas 
durchsichtig. Die Tiefe beträgt 13"', der Querdurchmesser 23'". 

Das Ei erinnert in Färbung und Gestalt sehr an manche Wiirgereier 
(z.B. Lanius collurio), ist aber grösser. Unter den von Thieneman tab. 16. ab- 
gebildeten Eiern der verwandten Meliphaga - Arten hat es noch am meisten 
mit dem von Anthochoera lunulata Vig. (Eig. 10.) Aehnlichkeit. 

Es ist am spitzen Ende nur wenig mehr zugerundet als am stumpfen, 
daher ziemlich gleichhälftig und rund-eiförmig , hat eine glatte , schwach glän- 
zende Schaale von feinem Korn, indem keine Poren sichtbar sind. Die Grund- 
farbe ist ein sehr schwach in's Fleischfarbene scheinendes Weiss, mit grösseren 
und kleineren rundlichen , unregelmässigen Punktflecken von dunkel braun- 
rother Farbe. Diese Flecken sind im Ganzen sehr sparsam vertheilt, ausser am 
stumpfen Ende, wo sie dicht und zahlreich vorhanden sind und dasselbe kranz- 
artig umgeben. 

Länge 11'"-, Breite 8'". 

Ueber die Eierzahl theilte Dr. Gräffe nichts mit. Nach der Grösse der- 
selben zu urtheilen, dürfte das Nest nicht mehr als 4 Stück enthalten. 



j^- sp. 25. Ptilotis procerior. Nob. 

t. V. f. 3. 

Ptilotis carunculata. Godeflfr, Catal. I. 

Barosissi, Eingeb. der Viti-Ins. (Gräffe.) — 

Ad. Supra olivaceo - virescens , obsolete fusco - variegata ; 
remigibus et rectricibus fuscis, flavescente - viridi extus margi- 
natis ; subtus pallidior , distinctius flavescens , lateribus magis 
grisescentibus ; caruncula nulla; spatio nudo majore infraocu- 
lari aurantiaco , subtus nigricante circumdato ; subalaribus 
pallide flavescentibus ; subcaudalibus sordide albicantibus ; rostro 
nigro, pedibus plumbeo-nigricautibus ; iride bruunea. 

Long. 7|"; rostr. 11'"; ah 3"8"'-, caud. 3"; tars. 13'". 

Ovalou, Viti-Inseln (Bremer Mus.) / 

Oberseite düster olivengelbgrün , die Federn an Basis und auf Schaft- 
mitte dunkel olivenbraun, wodurch schmale verwaschene Längsstreifen entste- 
hen, die indess nur auf Kopf und Hals deutlicher hervortreten. Bürzel und 



Ptilotis procerior. 63 

obere Schwanzdecken mehr einfarbig oliveiibrauii , da die gelbgrünen Feder- 
säume nur sehr schmal sind. Schwingen , Deckfedern und Schwanz dunkel 
olivenbraun, an Aussenfahne schmal olivengrüngelb gesäumt, am lebhaftesten 
indess die Schwingen. Diese, sowie die Schwanzfedern unterseits graubraun; 
die Schäfte oberseits schwarz , unterseits fahlweiss. Zügel , Stricli unter dem 
Auge, der sich bis auf die Ohrgegend fortsetzt und sich hier mit einem brei- 
teren Streifen , von der Basis des Unterschnabels an , vereinigt , düster grau ; 
der letztere Federstreifen sowie die Federchen, welche den nackten Hautfleck 
unterseits säumen, aber dunkler, fast schwärzlich. 

Unterseite düster olivengelb, am Kinn mehr grau, Schenkel, Bauch, Af- 
ter und untere Schwanzdecken schmutzig blassbräunlich angehaucht. 

An Kehle und Kropf macht sich auf jeder Feder ein verwaschener oli- 
venbrau:ier Schaftstrich, von dem die olivengelben Endsäume der Federn ab- 
stechen, bemerklich, daher diese Theile ein etwas geschupptes Ansehen erhal- 
ten. Die kleinen unteren Flügeldecken längs Handrand olivengelb. 

Vom Mundwinkel an ein schmaler nackter Streif, der sich bis hinters 
Auge zieht •, vom unteren Aste des Unterschnabels zieht sich ein zweiter, nack- 
ter Streif, der sich gegen die Olu-gegend sehr verbreitert und hier einen an- 
sehnlichen nackten Fleck, indess ohne lappenartige Auswüchse, bildet. Beide 
nackte Partien sind im Leben offenbar lebhaft gelb oder orangefarben. 

Schnabel hornschwarz, der Schneidenrand des Unterschnabels hornbraun; 
Füsse dunkel bleigrau, Krallen dunkel hornbraun; Fusssohlen horngelb; Iris 
braun. (Gräflfe.) 

Ein anderes Exemplar von Ovalou, Viti-Ins. (Coli. Godeffroy) zeigt die 
Oberseite deutlicher düster olivengrün gefärbt. 

Einem anderen Exemplare von Ovalou fehlen die dunklen Schaftstriche 
der Kehl- und Kropffedern ; diese Theile erscheinen daher, wie die übrige Un- 
terseite, einfarbig olivengelb. 

Ueber die etwaigen Geschlechtsunterschiede erhielten wir keinen bestimm- 
ten Aufschluss. Aller Wahrscheinlichkeit nach sind aber, wie bei den ver- 
wandten Arten, J und ^ gleich geffirbt. 

Länge c. 7"— 8" Fl. 3"8 '" Schw. 3" F. 10 '" L. 14"' Ovalou. 

3 9| 2 W" y» 13 

3 7 2 10 9i 13 

Bei der grossen Uebereinstimmung, welche diese neue Art in der Haupt- 
färbung mit Pt. caruncidata zeigt, und im Hinblick auf die nicht unerheb- 
lichen Abweichungen bei jener Art, konnten wir uns erst ein richtiges Urtheil 



64 Leptornis samoensis. 

bilden, als wir von Herrn GodeflProy eine grössere Anzahl von Exemplaren 
zur Untersuchung erlüelten. 

Die gänzliche Verschiedenheit in der Anordnung der nackten Theile am 
Mundwinkel, indem ein wirklicher Hautlappen durchaus mangelt, unterschei- 
det Pt.procerior leicht von Pt. carunculata, und würde manchen Systemati- 
ker \delleicht zur Bildung eines eigenen Genus veranlassen. Die beigegebe- 
nen Abbildungen der Köpfe werden Jedem einen sicheren Anhalt zur Unter- 
scheidung beider Arten geben. 

In der Färbung wird bei Pt. procerior das Fehlen von Gelb an den 
Kopfseiten ganz besonders characteristisch, ebenso, obwohl weniger, die dunk- 
len Schaftstriche der oberen Federpartien. Hinsichtlich der Grösse zeigt Pt. 
procerior im Allgemeinen ansehnlichere Dimensionen, indess kommen manche 
Exemplare doch Pt. carunculata sehr nahe. 

Unter den Sendungen Dr. Gräffes haben wir diese Art bisher nur von 
Ovaloii gesehen, über Lebensweise aber nichts erfahren. 

Möglicher Weise ist Pt. procerior aber auch noch weiter verbreitet. 



sp. 36. l^eptorniS samoensis. (Hombr. et Jacqu.) 

Merops samoensis. Hombr et Jacq. Ann. des. Sei. nat. XVI (1841) 
p. 314. — id. Leptornis des Forets. voy. au Pole Sud. Ois. pl. 17. f. 1. — id. 
Leptornis sylvestris. Zool. III. (Jacq. et Puch.) 1853. p. 86. — Tropidorhyn- 
chus samoensis. G. R. Gray. Gen. of B. App. — id. B. of Trop. Isl. (1859.) p. 13. - 
Entomyza olivaeea. Peale. Un. St. Expl. Exp. (1848) p. 145. pl. 40. f 1. 
— Hartl. Wiegm, Arch. f. Naturg. (1852) p. 108. — Philedon Leptornis. 
Reichb. Handb. spec. Orn. II. Meropinae. (1852.) p. 141. t. DIV. f 3517. (Nach 
voy. Pole sud) — id. Anthochaera samoensis. p. 144. — Leptornis samoensis. 
Cass. Un. St. Expl. Exp. (1858.) p. 172. pl. XL f 2. — 

Mao-mao, Eingeborne von Upolu (Gräffe). 

Ad. Capite et coUo obscure fusco-nigris , dorso et pec- 
tore distinctius fuscescentibus, abdomine crissum versus sensim 
pallidiore; subcaudalibus rufescente-bruniieis ; remigibus nigri- 
cantibus, pogonio externo pro majore parte olivaceo - flavidis ; 
rectricibus brunneis, pogonio externo marginem versus con- 
spicue flavido-olivascentibus; subalaribus ex parte pa;llidis; 
rostro nigro ; pedibus nigricante plumbeis ; iride pallide plumbea. 
Long. 13"; rostr. 1"4'" ; al. b"9'"; caud. 5'"-, tars. 1"7'". 



Lc|)tornis samoensis. 65 

Upolu, Schiffer-Inseln. (Bremer Mus.) 

Kopf und Hals dunkelsclnvarz , die Federn am Ende ctAvas dunkel oli- 
vengrün gesäumt, daher unter gewissem Licdit mit grünem Schein; nur die 
Gegend am Untcrschnabel und das Ivinn sind rein glänzend schwarz. Auf 
dem Mantel, Schultern, Bürzel und Halsseiten werden die grünen Federenden 
breiter, daher diese Theile dunkel olivengrün erscheinen, unter gewissem Licht 
fast schwarz. Deutlicher tritt die schwarze Färbung auf der Unterseite her- 
vor, indem die Federn nur schmale olivengrüne Seitensäitme haben. Diese 
werden aber an den Brust- und Bauchseiten breiter und hier erscheint die 
Färbung auch mehr, grün. Schenkel, Schenkelseiten, After und untere 
Schwanzdecken (die letzteren am lebhaftesten) olivenrostbraun, die oberen 
Schwanzdecken nur ganz schwach mit diesem Farbentone angehaucht. Vom 
Mund\A'inkel an ein Strich unter dem Auge, der sich bis zur Olu-gegend zieht, 
dunkel olivengrün. 

Schwingen und Flügeldecken dunkel olivenbraun, an Aussehfahne mit 
lebhaft olivengrüngelben Eändern , die auf den Schwingen sehr breit sind , so 
dass der zusammengelegte Flügel fast einfarbig olivengrüngelb erscheint. 
Schwingen an Basis' der Innenfahne fahl gerandet, unterseits braungrau. Kleine 
Flügeldecken am Unterarm oberseits, und die untei-en Flügeldecken dunkel 
olivenrostbraiui. Schwanzfedern dunkel olivenbraun, etwas lebhafter und mein- 
in's Rostbraune spielend als die Schwingen, mit schmalen olivengrüngelben 
Aussensäumen , unterseits viel heller. Schäfte der Schwingen und Schwanz- 
federn oberseits schwarz, unten hell. 

Schnabel, Füsse und Krallen hornschwarz. 

Fusssohle gelb-, Iris hell bleifarben (Peale.) — Iris dunkel rothbraun 
(Gräffe.) — 

Beide Geschlechter (nach Peale) gleich; das ^ nur etwas schlanker. 
F.iinge. FI. Schw. 

c. 12|" 5" 8'" 6" 2'" 
5 1 4 8 

5 4 7 

4 7 4 3 

Unter mehr als 6 Exemplaren, die wir von diesem merkwürdigen Vogel 
untersuchen konnten, bemerkten wir keine sonderlichen FärbungsVörschieden- 
heiten; einzelne Exemplare waren mir etwas dunkler als andere. Bei allen 
sprach sich der olivengrüne Streif unter dem Auge deutlich aus. Weit erheb- 
licher sind die Abweichungen in den Grössenverhältnisscn, wie die beigegebe- 



F. 




F, 


IG'" 


1" 


G"'- 


16 






IG 






13 







66 Talare longirostris. 

nen Maasse beweisen. Wir können indess die auffallend kleinen Exemplare 
nur als jüngere Vögel ansehen. 

Nach der ersten Beschreibung dieses äusserst characteristischen Vogels, 
durch Hombron und Jacqninot , die denselben bekanntlich als Merops in die 
Wissenschaft einführten , war es nicht zu verwundern, wenn die Ornithologen 
sich über denselben eine durchaus irrige Vorstellung bildeten, indem bei 33 
cent. Knrperlänge ein '20 cent. (also 7V) langer Schnabel angegeben wird. 
Auch die spätere Abbildung in dem Atlas zur Südpol-Reise, in welchem, eben 
wie in dem später erschienenen besclureibenden Theile (dui'ch Pucheran) 
sonderbarer Weise Merops samoensis gänzlich ignorirt wird , darf kei- 
neswegs Ansprüclie auf Genauigkeit machen. Reichenbachs Beschreibung sei- 
nes Philedon leptornis, die nach jener Al)bildung gemacht wurde, beweist Dies 
vollständig, denn von einem grauen Scheitelstreif bemerkt man nichts an dem 
Vogel, ebenso wenig ist der aiisgedehnte grüne Wangenfleck vorhanden. Cas- 
sins Abbildung lässt sich ebenfalls nicht als gelungen bezeichnen , indem hier 
die Flügelfärbung viel zu dunkel gehalten ist. Auch bemerkten Avir nie den 
grünen Strich vom hinteren Augenrande an, nocli Aveniger di(> aschgrauen iin- 
teren Schwanzdecken. 

Ueber Leptornis samoensis erliielteu wir. erst durch Titian Peale einige 
Nachrichten. Er sagt von ihm nändich : Ein lebhafter lärmender Vogel, wel- 
chen man häuhg an den Blüthenbüscheln der Cokuspalmen sieht. Einige Male 
wurde er beim Verzelu'en reifer Bananen überrascht. Die Weibchen beneh- 
men sich weniger laut als die Männchen. 

Nach Ideale ist die Art sehr häufig auf Tutuila und Upolu. Von letz- 
terer Insel stanmiten die Exemplare her , Avelche Dr. (i raffe einsandte. Es 
scheint also als wenn die Art auf die Gruppe der Samoa-Inseln beschränkt wäre. 



sp. 37. Taf are lon^iro^tri^. ((xmi.) 

Sitta caffra. Sparrm. Mus. Carls. (1786.) pl. 4. — Gml. S. N. 1. p. 442.— 
Lath. Ind. Orn. p. 2'j i. - Bechst. Kurze Uebers. p. 166. — Simdev. Kongh 
Vetensk. Acad. Förh. 1857. p. 4, (Hybristes longirostris). — 

Turdus longirostris. Gml. S. N. 11. (1788) p. 823 (descr. opt. Lath.) — 
Ibis 1 859. p. 127. — Longbilled Trush. Lath. Gen. Syn. II p. 67. No. 84. — Turdus 
kmgirostris Lath. Ind. (Jrn. p. 352. No. 92 — Bechst. Lath. Uebers. IL p. 62. IV. 
p. 242. — Vieill. Enc. Metl). II. p. 664. — Sitta otatare. Less. voy. Coqu. (1826)1. 
p. 666. pl. 23. f. 2. — id. Tatare O-Taitiensis. Tr. d'Ürn. (1830; p. 317. — Uriolus 
musae. Forst. (Licht.) Descr. anim. (1844) p. 163. (Meliphaga spec. ? Licht,) 



Talare longiroslris. 67 

— Tatare otaitiensis. Bp. Consp. T. p. 224. — Tatarc longirostris. G. R, Gray. 
Gen. of B. App. p. 8. — Tliryotorus otatare. Peale. Un. bt. Expl. Exp. (1818) p. — 
Hartl. Wiegm. Arcli. (1852) p. 99. — Tatarea loiigirostris. Reichb. Vollständ. 
Naturg. Öcansoriae. (1853) p. 207. t. DXXXIV. f. 3669— 70. — Tatare otaitien- 
sis. Cass. Un. St. Expl. Exp. (1858) p. 159. — Sclat. Proc. Z. ö. 1864. — Ta- 
tare otaitiensis et longirostris. G.R.Gray. B. Trop. Islr p. 13. 14. — 
Tatare longirostris. Pelz. Novara Exp. Vög. (1865) p. 60. — 

Junger Vogel. 
Tatare fuscus. Lcss. Rev. Zool. 1842. p. 210. — G. R. Gray. Gen. of B. 
III. App. p. 8. — Lafresn. Rev. Zool. 1845. p. 419. — Tatarea fusca Reichb. 
Scansoriae. p. 208. — 

()-tatare, Eingeborne der Gesellscliafts-Ins. (Gray.) 
Komako, ,, ,, Marquesas. (Jardine.) 

Maniao, „ von Tahiti. (Zelebor.) 

A d. Supra obsolete olivaceo-brunnescens, tergo et uropy- 
gio magis olivascentibus ; alartim tectricibus margine flavidis ; 
siibtus pallide flava; remigibus fuscis, pallidius limbatis; rec- 
tricibus iiitermediis fuscis, extremo apice flavo-pallentibus, 
binis externis totis pallide flavis ; sequentibus pro ma^'ore parte 
basali fuscis; subalaribus flavis; nota supraoculari flavida; 
rostro supra brunneo , mandibula pallida ; pedibus pallide brun- 
neis; iride avellanea. 

Long. 8"; rostr. 13'"-, ah 3"7'"-, eaud. 2"9'"; tars. 13^"'. 

J u n. totus fuscus. 

Eimeo, Gesellschafts-Inseln. (Brem. Mus.) 

Alt. Oberseite olivenbraungriin, auf dem Oberkopfe deutlicher braiui, 
auf dem Bürzel mehr grün. Schwingen dunkel olivenbraun , an Aussentahne 
schmal olivengrün gesäumt, am Ende mehr weisslich, an Inneufahne weiss ge- 
säumt. Obere Flügeldecken olivenbraun , mit breiten olivengelblichen End- 
säumen, Schwanzfedern dunkel olivenbraun, die mittelsten 2 einfarbig, die 
übrigen am Enddrittcl fahlweiss , die 2 äussersten jederseits einfarbig gelblich 
weiss. Zügel- und Augenbrauenstreif", nebst Kopf- inid Ilalsseiten und allen 
übrigen unteren Theilen, ebenso die unteren Flügeldecken blass olivengelb. 

Schnabel blass hornfahl, der obere dunkelbraun! , mit hellem Schneiden- 
rande. Füsse und Krallen dinikel hornbraun. Iris nussbraun. (Forst.) 

Im Leben : Iiis umbrabraun ; Schnabel oben matt schwarzbraun , unten 
citronengelb in's Röthliche übergehend, Mundwinkel orangegelb, Füsse dunkel 
bleigrau, Krallen braun. (Zelebor.) 



68 Tatare longirostris. 

Ein anderes Exemplar von Eimeo (Brem. Mus.) ist ansehnlich kleiner 
und unterscheidet sich in der Färbung, dass der Grundton oberseits mehr ein 
hellerers Olivenbraun ist und dass alle Federn der oberen Theile breite oliven- 
gelbliche Endränder tragen , wodurch die Oberseite sehr gefleckt erscheint. 
Schwingen an Aussenfahne etwas blass roströthlich gesäumt. Schwanzfedern 
olivenbraun, etwas röthlichbraun verwaschen, am Ende breit fahl gelblichweiss 
gerandet. Unterseite mehr gelblichweiss ; die Brustseitenfedern olivenbraun. 

Nestjunge (Otaheite) im Brem. Mus. Einfarbig dunkelolivenbraun, 
die Federn der unteren Theile am Ende schmutzig olivenrostfahl verwaschen, 
die der oberen Theile (Rücken, Mantel) mit verwaschenen rostrothbraunen 
Enden, Kinnwinkel weiss. Schenkel dunkel hornbraun. 

Solche junge Vögel beschreibt schon Latham aus der Collection von Banks. 
Liiiige. Fl. Mill. Schw. Aeiiss. Scliw. F. L. 

c. 7"10'" 3"8'" 2" 10'" 2"2'" 11" 14'" 

3 3 2 10 2 2 , 10 15 

3 4 — — 8{ 14 jun. 

Unter allen polynesischen Landvögeln derjenige, welcher am weitesten 
verbreitet ist und in der Färbung am meisten variii't. 

Wie wir durch Peale erfahren findet man kaum zwei ganz gleiche In- 
dividuen , wol aber alle möglichen Uebergangsstufen von Chocalatbraun bis 
zu Weiss , wie man sie sonst nur bei domestieirten Vögeln antrifiFt. Ebenso 
erheblich sind die Abweichungen in den Grössenverhältnissen. Wie sich den- 
ken lässt kommen alle diese Verschiedenheiten hauptsächlich auf Rechnung 
des Alters, vielleicht auch auf die Jahreszeit, sind indess, leicht verzeihhch, 
zur Bildung von besonderen Arten benutzt worden. 

So nimmt neuerdings G. R. Gray deren noch 2 an. Eine sorgfältige 
Durchsicht der Synonymie hat uns indess vollständig überzeugt, dass alle oben 
gegebenen Citate sich eben nur auf Eine Species lieziehen. Lathams „long- 
billed Trush" von Eimeo Avird so trefflich beschrieben, dass gar keine Zwei- 
fel herrschen können , deiai der Umstand , dass Latham die Körperlänge zu 
94" angiebt, kann uns nicht bestimmen sie als eine besondere Art anzuerken- 
nen. Tatare fuscus Less. ist nichts als der junge Vogel. — Ueber Sparr- 
manns „Sitta caflfra'' giebt Prof Sundevall Aufklärung. Das typische Exem- 
plar Sparrmanns befindet sich noch im Museum zu Stockholm und ist eben 
unsere Tatare. Vergleichungen mit Exemplaren von den Marquesas und Ta- 
hiti ergaben nur sehr geringe Unterschiede, wie sie bei dieser Art ja so ge- 
wöhnlich sind. 



Talare longirostris. 69 

Wir wagen es auch die Vermutlmng auszuspreclien , dass T. luscinia. *) 
Quoy et üaiui. (von den Marianen) niiigliehcr Weise aucli noch mit dieser 
längst bekannten Art zusammenfallen wird. Nach der Beschreibung und Ab- 
bildung zu urthcileu kfumen wir nur in dem Mangel des hellen Schwanz- 
endes einen Unterschied linden, denn die auf der Abbildung zu stark markir- 
ten C^ucrbinden , werden im Text niu- mit den Worten : „ la queue pre^sente 
sous un certain jour, des bandes transverses peu marquees" angeführt , schei- 
nen also von keiner grossen Wichtigkeit. 

T. longirostris wurde bis jetzt von folgenden Localitäten nachgewiesen: 
Gesellschafts- Inseln (Ulietea, Forst, Tahiti, Peale. Eimeo, Latham. Huaheine, 
Sclat.) , Freundschafts-Inseln (Tongatabu. Peale), Samoa-Inseln (Peale), Mar- 
quesas - Inseln (Edelestane Jardine) und Niedrige -Inseln, Paumo tu - Gruppe 
(Insel Carlshoff'. Peale, Disappointmentisland. Ilartl.) — 

Schon die ganze äussere Erscheinung des Vogels verrätli, dass er Ge- 
sangsanlagen besitzen muss, denn er erinnert am meisten an unsere Rolu-drossel 
(Calamoherpe turdoides, L.) Wirklich rühmen alle Reisende seinen ange- 
nehmen flötenden Gesang, der jedenfalls der beste unter allen polynesischen 
Vögeln genannt werden darf. Nach Peale trifft man die Art, meist vex-einzelt, 
in den dichtesten Buschparthieen. — Durch Zelebor , den Zoologen der No- 
vara - Expedition , erhielten wir interessante Notizen über Tatare, die unsere 
Vermuthungen hinsichtlich des rohrsängerartigen Wesens des Vogels vollkom- 
men bestätigen. Zelebor beobachtete die Art auf Tahiti und theilt Folgendes 
über sie mit : „Dieser Vogel ist sein- schhiu, hat im Betragen viel Aehnlich- 
keit mit der europäischen Kohrdrossel (Sylvia turdoides) und lässt aiich einen, 
dem der letzgenannten Art ganz gleichen schwatzenden Lockton öfters, be- 
sonders bei Störung hören. Obgleich der Gesang der Tatare in der Entfer- 
nung mit dem von Turdus musicus Aehnlichkeit hat, so ist er doch, in der 
Nähe gehört, mehr mit dem der Rohrsänger (Calamoherpe) vergleichbar." 

Aus Allem erhellt also zur Genüge , dass die systematische Stellung, 
welche Reichenbach dem Genus in Mitten der americanischen Dendrocolapten 
und Anabaten anweist, eine durchaus verfehlte ist. Tatare schliesst sich ganz 
an die rohrsängerartigen Vögel (Acrocephalus, Calamoherpe) an. Wie Bona- 
parte angiebt (Compt. Rend. 1855. p. 1111.) bildet T. syrinx Kittl. (Genus Epar- 



•) Thryotorus luscinius Quoy. et Gaim, voy. l'Astr. Zool. I. ^18c50) p. 202 t. 5 f. 2. — 
Tatare hisciiiia G.R.Gray. Gen. ol' B. App. p 8. — id. List. ß. Trop. Isi. p. 14. — ßp. Consp. 

Avi. p. 224. -- Hybrisles luscinius Huiclib. -Scaiisoriiiue p. 207. [Aimieik.J. — 



70 Petroica pusilln. 

netes. Eeiclib.) die deiitlichste Uebergangsform von Calamoherpe zu Tatare, 
so dass man kaum bestimmte Grenzen zwischen beiden Genera zu ziehen 
vermag. 



sp. 38. Petroica piisilla. Peaie. 

Petroica pusilla. Peale. Un. 8t. P:xpl. Exp. 1848. p. 93. pl. 25. f. 3. — 
Hartl. Wiegm. Arch. (1852.) p. 100. — Cass. Un. St. Expl. Exp. 1858. p. 164. 
pl. IX. f. 4. (f.pt.) — G. E. Gray. B. Trop. Isl. p. 14. — 

Ad. Corpore supra gulaque fiisco-iiigris; fronte alba; 
alis maciila obliqua alba notatis; rectricibus fusco-nigris, blnis 
lateralibus albis , intus nigro - marginatis ; gutture et pectore 
scarlatinis; abdomine, subcaudalibus et subalaribus albis; rostro 
nigro ; pedibus pallidioribus ; iride brunnea. 

Long. 3" 4'"; rostr. 3|'"; ah 2" 2"'; caud. Iß'"-, tars. T". 

Upolu, Samoa-Ins. (Coli. Godeffroy). 

Alt. Oberseite braunschwarz, ebenso Kopf- und Halsseiten nebst Kinn 
imd Oberkehle. »Stirn Aveiss. Schwingen braunschwarz-, die Deckfedern der 
Schwingen zweiter Ordn. weiss, daher ein schiefer weisser Fleck auf den Flü- 
geln. Schwanzfedern braunsclnvarz , die. 2 äussersten jederseits weiss, mit 
schwarzem Rande an Innenfahne. Kropf und Brust scharlachroth , übrige 
i\ntere Theile weiss. 

Schnabel schwarz ; Füsse heller. Iris braun. (Peale). 

Länge c. 3"4'"-, Fh 2"2"'-, Schw. IG'"-, F. 3|'"; L. 7'". 
2 1 16 7 

Ueber die Geschlechts- und Altersverschiedenheiten giebt Peale keine 
Auskunft. Nach Analogie zu schliessen werden dieselben indess, wie bei den 
verwandten Arten, sehr bedeutend sein. "Wir sahen bisher nur Ein tlxemplar 
unter den Sendungen (Jräti'es, und zwar einen alten Vogel, wie er sehr geti'eu 
in Cassins Atlas dargestellt ist. 

Peale (ebenso GräflPe) sammelte die Art auf Upolu. Sie lebte hier im 
Unterholze dichter, schattiger Wälder und zeigte im Betragen viel Fliegenfän- 
gerartiges. 

P. pusilla unterscheidet sich von der zunächst stehenden australischen 
P. multicolor hinlänglich durch die viel geringere Grösse, anderer erhebUchen 
Coloritsabweichungen nicht zu gedenken. Näher verwandt scheint P. similis. 
Gray, von den Neu-Hebriden. 



Myiolesles vitiensis. 71 

sp. 30. Hiyiolestes vitiensiis. Haiti. 

t. VIII. f. 1. 

Myiolestes vitiensis. Hartl. Ibis. 1866. p. 173. — 

Ad. Supra obscare rufo-fuscus, subtus sordide grisescens, 
lateribus dorsi colove adumbratis ; subalaribus grisescentibus ; 
subcaudalibus subrufescentibus ; rectricibus nigricante - fuscis, 
binis lateralibus macula majore alba apice pogonii interni no- 
tatis; rostro plumbeo, tomiis et mandibiilae basi pallidis; pe- 
dibus plumbeis. 

Long. 6V'; rostr. 7.^'"; al. 5"1'"- caucl. 2"8"'; tars. 8f'". 

Ovalou, Viti-Ins. (Coli. Gocleffroy.) 

Oberseite, Flügel und Schwanz dunkel umbrabraun, auf Bürzel und den 
oberen Schwanzdecken heller und Brust , Bauchseiten , Schenkel , After und 
untere Schwanzdecken mehr dunkel rothbraun. Schwingen schwarzbraun, an 
der Aussenfahne verwaschen röthlichbraun schmal gesäumt. Ebensolche aber 
blassere Aussensäume zeigen die oberen Flügeldecken. Auf den 2 äussersten 
Schwanzfedern jederseits am Ende der Innenfahne ein grosser weisser Fleck. 
Schwingen iind Schwanz unterseits grauschwarz. Kinn , Kehle , Brust - und 
Bauchmitte schmutzig bräunlichgrau, ebenso sind die unteren Flügeldecken. 

Schnabel hornschwarz, mit weissem Tomienrande •, Basis des Unterschna- 
bels weiss; Füsse und Krallen horngrau. 

Länge c. 6{". Fl. 3"1"'. Schw. 2"8"'. F. 7V". L. 10'". 

Von diesem neuen Vogel, der wie so manche andere eine Entdeckung 
Dr. Gräffes ist , sahen wir nur das Eine Exemplar , welches aber aus dem 
Grunde doppelt interessant für die Wissenschaft wird, weil nicht blos die 
Art, sondern auch haujjtsächlich das Genus für die Ornis Oceaniens neu ist. 

Eine genaue Vergleichung der generischen Kennzeichen hat uns näm- 
lich überzeugt , dass wir hier einen Myiolestes vor uns haben , der sich zu- 
nächst an M. aruensis und andere moluckische Arten anschliesst. 

Der kräftige Schnabel besitzt eine deutliche Zahnkerbe und hakig über- 
greifende Spitze. Die runden, seitlich gestellten Nasenlöcher sind an der Basis 
borstig befiedert. Am Mundwinkel 4 starke Bartborsten jederseits. Flügel 
abgerundet ; dritte bis sechste Schwinge fast gleich lang und die längsten ; 
zweite kürzer und gleich der neunten; erste verkürzt, kürzer als die Hälfte 
der sechsten. Flügelspitze wenig vorragend. Schwanz kürzer als Flügel, 
abgerundet. Füsse und Nägel sehr kräftig. Lauf vorn mit 5 Schildern. 



73 Pachycei.liyla Giällci. 

Beiläufig bemerken wir noch, dass die afrikanische Gattung Alethe. 
(Cass.) die grösste Uebereinstimmixng mit Myiolestes zeigt, und zwar in so 
hohem Grade, dass uns eine Characterisirung der beiden Genera eine äusserst 
schwierige, kaum befriedigend durchzuführende Aufgabe scheint. 



sp. 80. Pachycephala*) Oräffei. Haiti. 

t. VIII. f. 2. 

Pachycephala Gräffei. Hartl. Ibis. 1866. p. 172. — 

Ad. Biipra olivaceo-virescens, siibtus intense vitellino- 
flava; pileo nigro, postice flavo - marginato ; loris nitide flavis; 
fascia uropygiali et subalaribus flavis; fascia parum distincta 
tectricum iioimullarum majorLim apicibus formata flava; remi- 
gibus iiigris, extus olivaceo-llmbatis ; cauda nigricante; rostro 
nigro; pedibus plumbeo-brunnescentibus. 

Long. 64-"-, rostr. 1'" ; al. 3V'; caud. 2^"-, tarsi. 10'". 

Viti-Levu, Viti-Ins. (Bremer Mus.) 

Ober- und Hinterkopf, nebst Schläfen und Ohrgegend glänzend schwarz, 
ebenso eine feine Linie , die sich von den Nasenlöchern , unter dem gelben 
Ziigelstreif , bis unter das Auge hinzieht. Nacken, Hinterhals und übrige 
Oberseite dunkel olivengrün , nur die längsten Bürzelfedern am Ende gelb, 
daher hier ein solcher Fleck, und ein schmales Nackenband, welches von den 
Halsseiten an das Hinterhaupt begrenzt , grünlichgelb. Schwingen braun- 
schwarz , die ersten fünf an Aussenfahne sehr schmal bräunlichgrau gesäumt, 
die übrigen olivengrün und viel breiter , so dass die letzten Schwingen zwei- 
ter Ordnung fast auf der ganzen Aussenfahne grün erscheinen. Schwingen 
an der Basis der Innenfahne fahlweiss gerandet. Flügeldeckfedern oliveu- 
braunschwarz, mit breiten olivengrünen Endräudern, daher die letztere Farbe 
vorherrschend. Die Endsäume der Deckfedern der '2. Schwingen ziehen in's 
Olivengelbe. Schwanzfedern dunkler als die Schwingen , daher deutlich 



*) Eine genaue Untersuchung hat uns gezeigt , dass ilic Jücr zu beschieihenden oceaiii- 
scheu Allen saninillich zu l'aciiycephaia (Sws. ) gehören, wie schon der i<raftige , toniitrirairte 
Schnabel deutlich zeigt. Das (jeniis Eupsallria, zu welchem die meisten von Cassiii und Puciieran 
beschriebenen Arten irrlliumlicli gerechnet werden, scheint in (ientrai-i'olynesien nicht vertreten. 



r;K'liycc|ili;ila viliciisis. 73 

scliAvarz , am Ende mit einem licllcii vcrwasclicuen , mehr braungrünlichen, 
breiten Rande. Scliwanzfedern und Scliwingcu untcrseits schwärzlichgrau. 
Schmaler Streif jetlerseits vom Nasenloch bis Auge, sowie die ganze Unter- 
seite , (nebst Kinn und unteren Sclnvanzdecken) prachtvoll dunkel gummigutt- 
gelb , am dunkelsten auf Brust - und Bauchmitte , die Schenkelsciten etwas 
grünlich angehaucht und die seitlichen Kropffedern mit schwarzer Aussenfahne. 
Die Federn der unteren Theile , an der Basis grauschwarz , auf der Mitte 
Aveiss. Die kleinen Deckfedern längs Hand gelb •, die unteren Flügeldeck- 
federn weiss, nur am Ende gelblich gespitzt. Befiederung der Tibia oliven- 
schwarzbraun, mit gelben Endsäumen. 

Schnabel schwarz; Füsse und Nägel horngraubrann. 

Drei andere Exemplare von Viti-Levu (Godeffr. Collect) ganz wie das 
vorhergehende ; alle mit gelbem Biirzelfleck. An einem , wahrscheinlicli sehr 
alten, Exemplare trat das gelbe Nackenband, welches den Hinterkopf begrenzt, 
deutlich hervor. 



Lange. 


1 


Fl. 


Schw. 


F. 


L. 


c. Q{". 


3' 


'6'". 


2"T". 


7'". 


IIV", 




3 


5 


2 7 


7 


lU 




3 


6 


2 6 


H 


lU 



Eine typische Pachycephala, die sich in Habitus und Färbung zunächst 
an P. macrorhyncha. Strikl. und melanura. Gould , anschliesst , durch die ein- 
farbig gelbe Unterseite aber leicht zu unterscheiden ist. Unter den polyuesi- 
schen Verwandten steht P. Gräffei wegen der olivengrünen Oberseite, dem 
glänzend schwarzen, hinterseits mit Gelb begrenzten Kopfe einzig da, zeich- 
net sich auch überdies durch die ansehnliche Grösse hinlänglich aus. 

Dr. Gräffe sandte bis jetzt nur wenige Exemplare dieser neuen, pracht- 
vollen Art, sämmtlich von Viti-Levu ein; theilt aber leider ausser der Notiz 
„selten" nichts weiter über dieselbe mit. 



sp. 31. Pachycephala vitiensis. o.k. Gray. 

t. vm. f. 3. ($) 

PachycGphala vitiensis. G. R. Gray. List. B. of Trop. Isl. 1859.) p. 20, 
Pachycephala (?) optata. Hartl. Ibis (1806.) p. 17:,', — 



74 Pacliycephala vitiensis. 

Foem. (?) Supra olivaceo-brunnea, subtus cinnamomeo- 
rufa; subalaribus et subcaiidalibus rufis; rostro nigricante; 
pedibus nigro-plumbeis. 

Long. 6"; rostr. 6'"; al. S"i"' ; cand. 2\" ; tars. 10|'". 

Mas. ad. Supra obscnre olivacea, subtus flava, gula 
alba, nigro circumdata; tectricibus alaruni majoribus nigris; 
remigibu.s tertiariis late griseo - olivascente marginatis; cauda 
nigra, margine apicali grisesceute-olivaceo. (Gray.) 

Ovalou, Viti-Ins. (Coli. Godeffroy.) 

^ (?) Obevkopf und übrige obere Theile oliveubrann , die Federn am 
Ende etwas röthlichbraun verwaschen. Schwingen dunkelbraun, an Aussen- 
fahne rostroth gerandet ; ebensolche , aber verwaschenere Eudsäume haben die 
olivenbraunen oberen Flügeldecken. Schwanzfedern dun keloli venbraun, unter- 
seits blasser •, ebenso wie die Schwingen von unten, Unterseite, nebst Kinn 
und unteren Schwaiizdecken dunkel kastanienrothbraun , die vmteren Flügel- 
decken, sowie ein verwaschener Zügelstreif, der sich bis über das Auge hin- 
zieht, heller, mehr rostroth. Die Federn der Unterseite an Basis weiss. 

Schnabel schwarz; Füsse horngrau-, Krallen schwarzbraun. 

Länge c. 6"3'". Fl. 3"4'". Schw. 2"2'". F. 6V". L. Ui'". 

Wir sahen bisher nur dies Eine Exemplar und bezweifeln nicht, dass es 
sich als ^ oder jüngerer Vogel , der durch G. R. Gray , in bekannter laco- 
nischer Weise, als P. vitiensis beschriebenen Art ausweisen wird. 

Gray sagt zwar in der Beschreibung des $ von P. vitiensis ,,top of 
head plumbeous", was nicht mit unserem Vogel übereinstimmt, allein diese 
kleine Verschiedenheit kann sich sehr gut auf eine andere Altersstufe bezie- 
hen. Im Uebrigen stinmit Gray's Beschreibung gut überein, namentlich wird 
die rothbraune Unterseite hervorgehoben. 

Vom ^ (welches wir nicht kennen) sagt Gray, leider sehr kurz, nur 
das Folgende: „Aelmlich P. melanura. Gould, aber der Rücken und Flügel- 
decken dunkel oliven, nur die grossen Flügeldecken schwarz, und die Tertiär- 
schwingen breit graulicholiven gerandet-, Schwanz schwarz mit graulicholive- 
nen Endsäumen." 

Nach dieser Vergleichung darf man annehmen, dass der Vogel im 
Uebrigen P. melanura gleicht, also weisse Kehle, schwarzes Kehlhalsband und 
gelbe Unterseite besitzt. 



Pachycephala Jacquinoti. 75 

P. vitieusis ist also von unserer vorher beschriebenen neuen Art, 
(P. Gräffei) durchaus verschieden. 

Das Britische - Museum besitzt die Art von den Viti- Inseln (Island of 
Ngau). Gräffe sandte das einzige p]xemplar, mit der Bezeichnung „selten" 
von derselben Gruppe ein, aber von (Jvalou. — 



sp. 32. Pacliycepliala Jacquinoti. Bp. 

Pachycephala Jacquinoti. Bp. Consp. av. L. (1850) p. 329. (ex voy. Pole 
sud. t. V. f. 2.). — I'ie-griocho a masque noir. Hombr. iet Jacqu. voy. au Pole 
sud. pl. V. f. 2. — Eopsaltria nielanops. Jacqu. et Puch. voy. Pole sud. Zool. 
III. (1853) p. 56. — Bp. Compt. Rend. (1857) p. 537. — Pachycephala nie- 
lanops. G.R.Gray. B. Trop. Isl. 1859. p. 21. 

A d. Supra obscure olivaceo - virescens ; subtus inteiise 

vitellino-flava ; capite toto , niento et giila Iiiclusis , nigro ; re- 

iiiigibus, tectricibus alarum et rectricibus iiigris, apice et mar- 

gine externo olivaceo-virentibus ; subalaribiis et fascia angusta 

nuchali flavis; rostro nigro; pedibus bmiineis; iride nigra. 

Long. 7"2'"-, rostr. 8'"; caud. 2"7"'; tars. 12'". 

(Nach Pucheran.) 

Kopf, nebst Hinterkopf und Kopfseiten, sowie Kinn und Kehle schwarz, 
Rücken und übrige Oberseite dunkel oliveiigrün. Schwingen, obei-e Flügel- 
decken und Schwanzfedern schwarz , mit olivengrünen Pjiid - und Aussen- 
säumen, daher mehr grün erscheinend; ein breites Schwanzende ebenfalls 
olivengrün. Die Unterseite von Kehle an bis auf die unteren Schwanzdecken 
hoch gummiguttgelb , ebenso die unteren Flügeldecken und ein schmales 
Nackenhalsband, welches sich, von den Halsseiten an, rings um den Hinter- 
kopf zieht. 

Schnabel schwarz-, Füsse braun, mit hornfarbenen Nägeln. Iris 
schwarz. (Jacqu.) 

Länge c. 7"2"'. Schw. 2"7'". F. 8'". L. 12'". 

Noch grösser als P. Gräftei unterscheidet sich diese höchst seltene Art 
des Pariser Museums ausserdem sehr auffallend durch das Schwarz am Kinn 
und der Kehle. 

Die Naturforscher der Südpol-Expedition brachten diesen Vogel von 
Vavao, Freundschafts - Inseln , licim-, geben aber im Uebrigen keine weitere 



76 Pacliyce]jli;ila icleioides. 

Nacliricht ülier ilenselben. Auch Quoy und Gaimard erwähnen (voy. TAstrol. 
Zooh 1. p. 15'J) eine ,, Pie gTieche" von Tongatahu, ohne dieselbe indess zu 
beschreiben. 

An diese Art scheint sich zunächst anzuschliessen Pachycephala gam- 
bieranus. Less. (Lanius gambieranus. Less. Suppl. aux oeuvr. de BufF. 1847. 
p. 329. — Eopsaltria gambieranä. ( i ray . B. Trop. Isl. p. 21 j von den Gambier- 
Inseln (Mangarewa) , Paumotu-Gruppe. 



sp. 33. Paciiycephala icteroides. (Peaie.) 

EopsaUria icteroides. Peale. Un. Öt. Expl. P^xp. (1818) p. 97. pL -.'6. f. 2. 
— Hartl \Yiegm. Arch. f. Naturg. (1852) p. 10(». — Pie-gricche a diademe. 
Hombr. et Jacq. voy. au Pole sud. pl. V. f. 1 . — id. Eopsaltria diadeniata. 
Zeel. III. (Jacq. et Puch.) 1^53. p. 5 ). — Pachycephala Hombroni. Bp. Consp. 
I. (1850) p. 329. (mit ?) — Eopsaltria icteroides. Cass. Un. St. Expl. Exp. 
(1858) p. 161. pl. X. f. 3. — Bp. Compt. Rend. (1854) p. 537. — Pachy- 
cephala diademata. G. E. Gray. B. Trop. Isl. (1859) p. 20. — Eopsaltria flavi- 
frons. in Godef. Catal. IL 

Vasa-vasa, Eingeb. von Upolu (Gräffe). 

Ad. Supra obscure olivaceo-fiisca; fronte et toto ga- 
straeo intense-flavis,' remigibns iiigris, dimiclio basali pogonii 
iutenii albido-marginatis; cauda nigra, rectricum extimarum 
limbo apicali pallide flavente; subalaribus albido-flavis; tibia- 
rum pluiiiis fuscis , apice flavis; rostro iiigricaiite, mandibula 
pallidiore; pedibus corneo-brunneis. 

Long. 6"; rostr. 6'"; al3"2'"-, caud. 2"2'"; tars. 10^'". 

Jun. Tectricibus alaruin majoribus et supracaiidalibus 
apice rufesceiitibus ; remigibns dorso proximis extiis rufescente- 
limbatisj gutturis plumis medio brunnescente-adumbratis. 

Upolu, Samoa-Ins. (Mus. Godeffroy.) 

Oberseite nebst Kopf- und Halsseitpn dunkel olivenbraunschwarz, die 
^ürzelfedern am Ende etwas schwärzlich olivengrün verwaschen. Schwingen 
und ScliAvanzfedern deutlich schwarz, an den Schwingen erster Ordnung be- 
merkt man einen sehr schmalen düster grauen Saum an Aussenfahne-, die 
Basishälfte iler Innenfahuc ist fahhveiss gerandet. Schwingen und Schwanz 



Pacliyoophala ictoroidos. 77 

unterselts scliwärzlicli <>'rau. ])ic zwei äiissevon Sclnvanzfedern tragen an 
Innenfahne einen sclinialen g-elblicli vci^vasclicnen Endsaum. Die kurze Be- 
fiederung der Nasenlöclier , -wodureli ein selmialer Stirnrand und Ztigelstreif 
gebildet wird , soAvie alle unteren Tlieile , vom Kinn bis auf die unteren 
Schwanzdecken, ebenso die unteren Flügeldecken nebst den kleinen Deck- 
federn längs Handrand dunkel gummiguttgelb. Die gelben Federn sind auf 
der Mitte Aveiss , an Basis grauschwarz. Tibienfedcrn olivenschwarz, mit gel- 
beiv Endspitzchen. 

Schnabel blauscliwarz , der untere heller , hornbraun ; Füsse und Nägel 
hornbraun. Iris gelb (GräflFe). Iris braun (Peale). 

Ein jüngerer Vogel von Upolu (Mus. Godefifroy) ähnelt dem vorher- 
gehenden fast ganz , zeichnet sich aber durch die rostbraunen Endspitzen der 
grössten oberen Flügeldecken und» oberen Schwanzdecken aus , ebenso sind 
die letzten Schwingen zweiter Ordnung an Aussenfahne rostbraun gesäumt-, 
die Kehl - und Kropffedern sind in der Mitte rostbräunlich verwaschen , er- 
halten daher ein etAvas gebändertes Ansehen 

Ein anderer jüngerer Vogel (Upolu) zeigt noch lebhaftere rostbraune 
Aussenränder auf den letzten Schwingen zweiter (Ordnung. 

Jüngerer Vogel von Upolu (im Leidener Museum) ist auf der Ober- 
seite düsterer olivensclnvarzbraun , auf dem Bürzel schwach olivengrün A^-er- 
waschen. ScliAvingen und Schwanzfedern deutlicher braunschwarz, letztere 
an Innenfahne mit rostgelbrothem Saume. Die Flügeldecken iind oberen 
Schwanzdecken zeigen breite rostbraune Enden, ebensolche Aussensäume fin- 
den sich an den zweiten Schwingen. Kinn-, Kehl- und Kropffedern schwach 
schmutziggelblich verwaschen , an Basis mehr grau , mit verloschener dunkler 
Schaftmitte und Querbinde vor dem Ende. Die Federn der Hals- und Brust- 
seiten am Ende rostbraun. Zügelstreif noch düster gi'au. 

Ein noch jüngeres Exemplar (Upolu) hat ausser den lebhaft rostrothen 
Säumen auf Flügeldecken, Schultern und letzten Armschwingen auch die 
Federn des Oberkopfes und der Kopfseiten am Ende mit schmalen ver- 
waschenen rostbräunlichen Endsäumen , ebenso zeigen die Schenkel einzelne 
rostferbene Federn. 

Das Kinn ist blassgelb ; Kehle und Kropf schnuitzig weiss , mit einzel- 
nen roströthlichen Federn gemischt. 

Ein beinah gleichgefärbtes Exemjjlar des Britlsclicn Museums beschreibt 
G. R. Gray als Varietät (List. B. Trop. Isl. p 20). 



•JP 



F. 


L. 


6'" 


10>' 


54 


10^ 


6 


11 


6 


10 



78 Pachycephala flavifrons. 

Länge. Fl. Scliw. 

c. 6" 3"2'" 2"2'" 

3 1 2 1 

3 2 1 

3 2 2 6 10 jung. 

An der Gleicliartigkeit von Eopsaltria diiidemata. Pucli. mit dieser Spe- 
cies lässt sicli nicht zweifeln. Das in dem Atlas zur Südpolreise abgebildete 
Exemplar ist , wie schon Pucheran sehr richtig vermuthet , ein nicht völlig 
ausgefärbtes, l)ei dem die dunkle Federbasis an Kinn und Kehle sichtbar 
hervortritt. Wie wir oben gezeigt haben weicht das Jugendgefieder nicht 
unerheblich ab. Noch mehr dürfte dies , nach Analogie zu schliessen , mit 
dem des $ der Fall sein , über welches wir bisher keine Nachricht erhielten. 
Peale theilt von P. icteroides nur mit, dass er sie auf den Samoa-Inseln 
erlegte. Ebendaher, aber auch von Viti, stammten die Exemplare, die wir 
unter den Sendungen Dr. Gräffe's sahen, \uu\ zwar von Upolu und Viti-Levu. 
Wegen der durchaus gelben Unterseite des Vogels im ausgeftirbten Kleide 
können wir die Art nur ai;f P. icteroides beziehen, indem sich flavifrons durch 
Weiss an Kinn und Oberkehle auszeichnen soll. Indess wird die Gleichartig- 
keit beider Species, von welcher wir sehr stark überzeugt sind, sich mit der 
Zeit noch vollständig nachweisen lassen. 



sp. u. Pacliycepliala flaTifron§. (Poaio.) 

Eopsaltria flavifrons. Peale. Un. St. Expl. Exp. (1 848) p. 96. pl. 26. f 1. — 
Hartl. Wiegm. Arch. f. Naturg. (1852) p. IdO. — Cass. Un. St. Expl. Exp. 
(1858) p. 160. pl. X. f. 1. — Pachycephala flavifrons. G. K. Gray. B. Trop. 
Isl. (1859) p. 20. 

Vassi-vassi, Eingeb. von Samoa (Peale). 

Mas ad. Supra olivaceo-fusca, tergo et uropygio flavo- 
tinctis; remigibus fuscis, extus ciiierascente-limbatis ; rectrici- 
bus fuscis, externis raargine flaventibus; subtus nitide flava, 
gutture albo; subalaribus albido-flavis; tibiarum plumis fuscis, 
flavo-terminatis ; rostro et pedibus obscuris. / 

Long. 6" ; al. 3^' 5 eaud. 24". 
Nach Cassin's Beschreibung und Abbildung unterscheidet sich P. flavi- 
frons von der vorhersehenden Art nur durch das weisse Kinn u n d 



Pachycopliala albifrons. 70 

Oberkelile, stinni)t aber in allen iilirij^on Stücken uucli liinsic-litlicli ilcr 
Grösse so vollkommen iiberein , dass eine ausführliche Beschreibung über- 
flüssig ist. 

Unter den Vogelsendungen Dr. Griiffe's von Samoa haben wir nie ein 
Exemplar gefunden , welches genau auf Peale's P. Havifrons gepasst hiitte; 
wol sahen wir aber Exemplare, bei denen ein weisslicher Ton auf der Kehle 
sich bemei'klich machte. Solche, ohne Zweifel jüngere Exemplare, gehörten 
aber mit Bestimmtheit zur \'orliergehenden Species (icterf)ides) , weshalb uns 
die Artselbstständigkeit von P. flavifrous im höchsten Grade zweifelhaft ist. 
Peale selbst spricht übrigens schon die Vermuthung ans, beide Arten (im 
Verein mit albifrons) möchten zusammengehören, legt aber hauptsächlich Ge- 
wicht dai-auf , dass die Eingebornen die Vögel für verschieden erklären , ob- 
wol er ilie Eingebornenbenennung von P. icteroides nicht mittheilt. Aus 
Dr. Gräffe's Notizen ersehen wir aber, dass letztere Art „Vasa-vasa" heisst, 
während Peale für P. flavifrons das fast gleichlautende Wort ,, Vassi-vassi " 
angiebt. 

Nach J'eale hält sich P. flavifrons im Gebüsch auf und lässt ein helles, 
volles Pfeifen erschallen. 

Peale führt die Art nur von Upolu an. 



sp. 35. Pachycepliala aHiifrons. (Peale.) 

Eopsaltria albifrons. Peale. Un. St. Expl. Exp. (1848) p. 97. pl. 26. f. 3.— 
Hartl. Wiegm. Arch. f. Naturg. (1852) p. 101. — Cass. Un. St. Expl. Exp. 
p. 1G2. pl. X. f. 2. — Pachycephala albifrons. G. ß. Gray. B. Trop. Isl. (1859) 
p. 21. — 

A d. Supra obscure olivaceo-fasca, subtus intense flava ; 
uropygii plumis apice vix olivascentibus ; subalaribus älbis; 
fronte et gutture albis ; rostro et pedibus obscuris, iride fiisca. 
Long. 5V'; al. 3["; caiid. 2^"; rostr. 6'". 

Jun. Gulae plumis nigricaiitibus , limbo apicali albidis, 
quasi fasciolatis. 

Upolu, Samoa-Inseln. (Mus. Godeft".) 

Alle oberen Theile, Kopf- imd Halsseiten, Flügel und Schwanz gleich- 
farbig' dunkel olivenbraunschwarz; die Federn des Bürzels am Ende mit 



80 Lalage terat. 

einem scliwaclien oliveiifiTÜnen Anfluge. Schwingen erster Ordnung an Aussen- 
falme sehr schmal grau verwaschen gesäumt; innen an Basis blassfahl ge- 
randet. Schwingen und Schwanz unterseits schwärzlich grau. Schmaler 
Stirnrand und Stneif vom Nasenloch bis zum Auge Aveiss. Federn des Kinns 
und der Oberkehle düster rauchschwarz, mit weissen Endsaumen, daher weiss 
und schwärzlich gebändert. Uebrige iintere Theile schön gummiguttgelb, 
ebenso die kleinen Deckfedern am Handrande; die unteren Flügeldecken da- 
gegen weiss. Befiederung der Tibia olivenbraunschwarz. 

Schnabel hornsclnvarz •, Füsse etwas heller. Iris braun. (Peale.) 
Länge c. 54". Fl 3"2"^ Schw. 2"2"'. F. 6'". L. 11'". 

Die etwas undeutliche Kinn - und Kehlfärbung des oben beschriebenen 
Exemplars lässt dasselbe als ein noch nicht ganz ausgefärbtes erscheinen; 
nach Cassinis Beschreibung ist Kinn und Oberkehle rein weiss. 

Der Ansicht Peale's , dass P. albifrons mit flavifrons und icteroides sich 
schliesslich noch als gleichartig erweisen möchte , können wir , in Bezug auf 
diese Art , keineswegs beistimmen. Die weisse Zeichnung an Stirn und auf 
Zügeln ist gewiss nicht zutallig und darf mit Recht als Speciescharakter an- 
gesehen werden. Ueberdies zeigt P. albifrons auch eine mehr einfarbigere 
und dunkler schwarze Oberseite. 

Auch diese Art hält sich (nach Peale) im Gebüsch auf und ist viel 
seltener als P. icteroides. Dies bestätigen die Sendungen Dr. Gräffe's , welche 
diese Art bisher nur ein Mal enthielten. 

Scheint ebenfalls auf Samoa beschränkt. 



sp. 3G. I^ala^e terat. (ßodd.) 

Merula indica. Briss. Orn. IL p. 248. t. 3L f. 3. — Buff. PI. enl. 273. 
f. 2. — Turdus terat. Bodd. Tab). PI. enl. d'Aub. (1783) p. 17. — Ash rum- 
ped Trush. Lath. Gen. Syn. IL p. 74 (jung. Vogel). — Turdus orientalis. Gml. 
S. N. IL (1788) p. 821. — Lath. Ind. Orn. p. 355. — id. Gen. Hist. V. p. 87. — 
Bechst. Lath. Uebers. IL p. 67. 

Sylvia orientalis. Vieill. Enc. Meth. II. p. 487. — id. S. leucophaea. (jun.) 
p. 452. — id. Nouv. Dict. d'Hist. nat. IL p. 189. — Ceblepyris striga. Horsf. 
Trans. Linn. Soc. XIII. p. 145. — Lath. Gen. Hist. V. p. 87. — Lanius /striga. 
Raffl. Linn. Trans. XIII. p. 305. — Lalage orientalis. Boie. — Blytli. J. As. 
Soc. Beng. XV. p. 306. — id. Cat. B. Mus. As. Soc. p. 192. — Campephaga orien- 
talis. G. R. Gray. Gen. of B. I. p. 283. — Ceblepyris orientaHs. Temm. — 
S. Müller. Verhandl. Natuur. Gesch. p. 190. — Less. Keho du Monde sav. (1814) 



Lalagc teral. 81 

p. 232. — id. Pycnonotiis liuineraloicles. Descr. mamm. et ois. (1846) p. 305. — 
Colluriclncla maculosa. Peale. Un. St. Expl. Exp. (1848) p. 81. pl. 23. f. 1. — 
Hartl. Wiegm. Arcli. (1852) p. 97. — Lalage orientalis. Bj). Cousp. p. 355. — 
Horsf. Cat. B. E. J. H. I. p. 175. — Gab. Mus. Hein. I. p. 60. ~ Lalage terat. 
Cass. Un. St. Expl. Exp. (1858) p. 143. — Campepliaga macixlosa. G.R.Gray. 
B. Trop. Isl. p. 23. — Lalage orientalis. Hartl. J. f. ürn. 1865. p. 166. 

Ad. Pileo nigTO, nitore nonnullo virescente; pluinis 
frontalibus nonnihil alho-fimbriatis; superciliis et gastraeo toto 
pure albis ; dorso et tectricibus minoribus nigris ; tergo et uro- 
pygio cinereis, nigro adumbratis; remigibus nigris, extus al- 
bido-margiiiatis , dimidio basali pogonii interni albis; tectrici- 
bus alae majoribus albis, linea centrali nigra; catida nigra, 
apice alba, rectricibus externis dimidio basali albo-marginatis ; 
i"ostro et pedibus nigris; iride fusca. 

Long. 7"; rostr. 6|'"-, al. 3"7'"; caucl. 2"10'"-, tars. 10'". 

Jun. Supra umbrino - fuscescens ; pectore et abdomine 
fasciolatis. 

Alt. (Nach Cassin.) 

Oberkopf, Hinterhals, Mantel und Schultern schwarz mit stahlgrün- 
lichem Metallglanz; Stirnfedern schwach weiss gerandet. Augenbrauenstreif 
(vom Nasenloch an),, Kopf- und Halsseiten, sowie alle unteren Theile, nebst 
unteren Flügeldecken rein weiss. Ein schwarzer Streif zieht sich von der 
Basis des Oberschnabels über die Zügel durch's Auge bis zum Hinterkopf. 
Obere kleine Flügeldecken schwarz, die mittleren weiss, ebenso die Aussen- 
säume der schwarzen Deckfedern der zweiten Schwingen, wodurch ein gros- 
ser weisser Fleck auf dem Flügel entsteht. Schwingen schwarz, an der 
Basishälfte der Innenfahne weiss, an Aussenfahne gelblichweiss gesäumt; die 
Schwingen zweiter Oi'dnung mit breiterem weissen Saume an Aussenfahne. 
Bürzel und obere Schwanzenden grau, schwärzlich gewölkt. Schwanzfedern 
schwarz , an der Spitze weiss , die äussere Steuerfeder bis zur Mitte weiss 
gerandet. 

Schnabel und Füsse schwarz-, Iris braun. 

Diese Beschreibung stimmt vollkommen mit einem alten Vogel unseres 
Museums von Java überein, nur möchten wir noch hervorheben, dass der 
weisse Augenstreif vom Nasenloch bis zum Auge sehr breit ist und sich bis 

6 



83 Lalage terat. 

in die Stirn hineinzieht, dass an den ersten Schwingen hellere Aussensäume 
fast ganz fehlen und dass die Kropfgegend schwach graulich angehaucht ist. 

Jüngerer Vogel .von Upolu im Bremer Museum. Oberseite schwarz, 
ohne grünen Schein , Federn des Oberkopfes und einzelne auf Mantel mit 
verwaschenen bräunlichen Seitensäumen. Bürzelfedern und obere Schwanz- 
decken blass rostbräunlich mit verwaschenen schwärzlichen Querlinien. Kleine 
obere Flügeldecken am Unterarm mit rostbraunen Enden, die mittleren Flügel- 
decken und Deckfedern der Schwingen zweiter Ordnung mit breiten blass rost- 
braunen Enden. Schwingen schwarz, aussen rostfahl gesäumt, die der zwei- 
ten Ordnung breiter. Schwingen an Basishälfte der Innenfahne weiss. 
Schwanzfedern schwarz , die drei seitlichen jederseits breit weiss geendet , die 
äusserste Feder auf Aussenfahne über ^ der Endhälfte weiss. Alle unteren 
Theile weiss. Der weisse Augenbrauenstreif blass rostbräunlich verwaschen. 

Schnabel dunkelhornbraun , der untere an Basishälfte hornblass. 

Ein Exemplar von Viti (Sclater's Sammlung) ■ ist fast ebenso, aber die 
Federn [des Hinterhalses und Mantels mehr schwarzbraun mit verloschenen 
helleren Endsäumen, die Mantelfedern mit weissem Fleck auf der Mitte der 
Aussenfahne. Oberkopf schwarz , jede Feder mit weisslichem Seitensaum. 
Deckfedern schwarz, die mittleren, sowie die Deckfedern der Schwingen zwei- 
ter Ordnung mit weissen Enden. Schwingen an Avissenfahne rostbraun ge- 
randet. Deutlicher Streif vom Nasenloch bis Hinterkopf blass rostfahl. Zü- 
gel weisslicli, ohne bemerkbaren schwarzen Streif, dieser nur vom hinteren 
Augenrande an deutlich. Unterseite weiss , aber die Federn der Halsseiten 
und übrigen Körperseiten vor dem Ende mit breiter schwarzer Querbinde, 
daher schwarz gebäudert. 

Ein Exemplar von Viti - Levu (Collect. Godeffroy) fast ganz wie das 
vorhergehende, aber die Oberseite mehr dunkelbraun mit fahlweissen End- 
säumen ; einzelne schwarze Federn auf Oberkopf. Schwingen zweiter Ord- 
nung mit breiten weissen Aussensäumen. 

Jüngere Exemplare von Java im Bremer Museum ganz ähnlich, aber 
die Oberseite mehr fahlbraun, der schwarze Strich durch's Auge deutlich; die 
Unterseite weiss, auf Kropf und Brust mit schmalen, verloschenen, dunklen 
Querlinien. Flügel-, Schwingen- und Schwanzfärbung wie am alten Vogel. 

Schnabel schwarz, der untere an Basishälfte hornblass. 

Völlig ausgefärbte Vögel haben wii* unter den Sendungen Gräffe's bis- 
her nicht gesehen. 







Lalage 


terat. 








Länge. 


Fl. 


Mitt. Schw. 


Aenss. Schw. 


F. 


1.. 




6''_6"3'" 


3"6'" 


2"5''' 


g/zj/// 


6'" 


10'" 


Upolu, 


— 


3 4 


2 2 


1 9 


5i 


H 


Viti. 


— 


3 5 


2 1 


— 


6 


10 


n 


— 


3 1 


2 


— 


H 


10 


5) 


— 


3 1 


2 1 


— 


6 


H 


?> 


— 


3 2 


2 


— 


6 


10 


Upolu, 


6'' 


3 4 


2 5 


2 


54 


94 


Java. 



83 



Wir können , in vollkommener Uebereinstimmung mit Cassin , zwischen 
polynesischen Exemplaren dieser allbekannten Species und solchen der Sunda- 
Inseln nicht den geringsten Unterschied finden. An der Gleichartigkeit lässt 
sieh also gar nicht zweifeln, so sonderbar dies auch Manchem scheinen mag. 
Freilich stimmen die Verbreitungsverhältnisse, wie Avir sie liier in der Natur 
wiederfinden, wenig mit den Ansichten vieler Naturforscher überein, die gern 
für jeden kleineren Länderbezirk unseres Erdballes eigene Arten schaffen 
möchten. Doch auch Diejenigen, welche aus Erfahrung wissen, dass sich die 
Natur nie in die von uns gewünschten und vorgesclu-iebenen Grenzen hinein- 
drängen lässt, werden ihre Verwunderung über die höchst sonderbare Ver- 
breitung von L. terat nicht unterdrücken können. 

Dieselbe umfasst nämlich folgende Ländergebiete : Malacca (Rev. Lind- 
stedt), Pinang (Rev, Barbe), Java, Sumatra, Borneo, Celebes (nach S. Müller), 
Timor (Müller und Wallace), Lombok (Wallace), Philippinen (Jagor. Berl. 
Mus.), die Viti-Liseln (Viti-Levu. Peale und Gräffe) und Samoa-Liseln (Upolu. 
Peale und Gräffe). — Auffallend ist liierbei ganz besonders das Ueberspringen 
ganzer Inselgruppen. So fehlt die Art auf den östlichen Molukken (Ternate, 
Halmahera, Batjan), auf Neu-Guinea und den Papu-Inseln (Waigiu, Mysol, 
Salawatti , Aru - und Kt5-Inseln etc.) , wo sie theilweis durch nahe verwandte 
Arten vertreten ist , wie aus Wallace's Forschungen hervorgeht , der L. terat 
auch von den Sula-Inseln , Buru und Celebes nicht erwähnt. Dr. S, Müller 
führt sie aber von letzterer Insel an. Auf Neu-Caledonien fehlt sie eben- 
falls lind wird hier durch die sehr nahe verwandte L. Montrosieri. Verr. ver- 
treten, die sich indess dixrch den ansehnlich längeren Schwanz genügend aus- 
zeichnet. 

In Polynesien Ist L. terat daher nur über die Viti- und Samoa-Gruppe *) 



*) Gray fuhrl von den Freundsthafts-liiseln iiocli eine Lalage pucilica an, die aulLalbam's 
„Pacific Trush" beruht! Wir haben derselben aber im Anhange unter den Dubiosa vorläufig 
einen Platz angewiesen. 

6* 



84 Artamus mentalis. 

verbreitet. Nach Peale ist sie hier überall eine häufige Erscheinung. Be- 
sonders gern hält sich der Vogel in den Zweigen der Pandanusbäume auf. 
Er besitzt eine schrillende Stimme. 

Ueber das Brutgeschätt dieser Art auf Java giebt Dr. Bernstein (Gab. 
J. f. Orn. 1859. p. 274) ausführliche Nachrichten. 



sp. 37. Artamus mentalis. Jard. 

1. 1. fig. 5 (Ei). 
Artamus mentalis. Jardine. Ann. and Magaz. Nat. Hist. XVI. (1845) 
p. 1 74. pl. Vm. — Ocypterus mentalis. Peale. Un. St. Expl. Exp. (1848) p. 84. 
pl. 23. f. 2. — Hartl. Wiegm. Arch. f. Naturg. (1852) p. 98. — Langrayen 
de Viti. Hombr. et Jacq. voy. au Pole sud. pl. 9. f. 1. (1843) — id. Artamus 
vitiensis. Zool. III. (Jacqu. et Pucheran) 1853. p. 7;:5. — Artamus mentalis. Bp. 
Consp. I. p. 344. — Cass. Un. St. Ex^jl. Exp. (1858) p. 141. — G.R.Gray. 
B. Trop. Isl. (1859) p. 23. 

Vukasi , Eingeb. von Viti (Gräffe). 
Ad. Supra obscure fuliginoso-iiigricans; alis et cauda 
nigrioribus; rectricibus limbo apicali albidis; gula nigra; ga- 
straeo reliquo toto, uropygio, supracaudalibus et subalaribus 
pure albis; rostro pulchre cyaneo, apice nigricante; pedibus 
coriieo-nigricantibus ; iride brunnea. 

Long. 7 j"-, rostr. 9"'-, al.4"8'"; caud. 2"7'"; tar.s. 7"'. 

Viti-Levu, Viti -Inseln (Bremer Mus.). 

Oberseite , Zügel , obere Ohrgegend und ein breites Feld um den Unter- 
schnabel, welches Kinn und Oberkehle bedeckt und sich bis zum hinteren 
Augenrande zieht, dunkel braunschwarz; Flügel und Schwanz schwarz. Un- 
tere Ohrgegend, sowie alle unteren Theile, nebst den unteren Flügeldecken, 
Bürzel und obere Schwanzdecken rein weiss. Seitliche Schwanzfedern an 
Innenfahne mit schmalem weissen Endsaume. Schwingen an Basishälfte der 
Innenfahne breit weiss gerandet; unterseits daher weiss, mit grauschwarzer 
Endhälfte. Von letzterer Farbe ist die Schwanzunterseite. 

Schnabel bleiblau, mit schwarzem Spitzentheile ; Füsse und prallen 
hornschwarz; Iris braun. (GräfFe. Peale.) 
» Exemplare von Viti-Levu (in Collect. Godeffroy) ganz ebenso. 

Beide Geschlechter gleich (Peale). 



Artamus mentalis. 85 

Länge c. 6^". Fl. 4"9'". Schw. 2"4"'. F. 9'". L. 8V". 

Ueber die Gleichartigkeit dieses Vogels mit dem Artamus vitiensis der 
Südpolreise können keine Zweifel walten. Die Abbildung in jenem Atlas ist 
indess etwas zu sehr braun gehalten. Sehr nahe mit A. melaleucus. Forst, 
von Neu-Caledonien verwandt, welcher sich durch die weitere Ausdehnung 
des Schwarzbrauns (über Kopf- und Halsseiten, Kinn und Kehle) genügend 
charakterisirt. 

A. mentalis wurde bisher nur auf der Viti-Gruppe beobachtet (Hombron, 
Peale) , von Dr. Gräffe auf Viti-Levu. 

Durch Peale erfahren wir Einiges über die Lebensweise: „Man sieht 
diese Vögel, meist einzeln, seltener zu dreien oder vieren, in den offenen 
Gegenden der Insel. Dichtbewaldete Strecken lieben sie nicht. Gewöhnlich 
sitzen sie auf irgen<:l einem abgestorbenen Aste und warten geduldig bis sie 
eine Heuschrecke erblicken, welche ihre liebste Nahrung sind. Mitunter ver- 
folgen sie auch ein Insect im Finge und gleichen dann in ihrer ganzen Er- 
scheinung und iliren Bewegungen auffallend den Schwalben , nur mit dem 
Unterschiede, dass sie häufig länger über einer bestimmten Stelle flattern und 
dann in's Gras niederschiessen , wie Eisvögel in's Wasser." 

Das von Dr. Gräffe eingesandte Nest konnten wir leider nicht beschrei- 
ben, dagegen erhielten wir durch freundliche Vermittelung des Museums Go- 
deffroy das Ei, welches bisher ebenfalls unbekannt war. 

Dasselbe trägt ganz einen würgerartigen Habitus und ist durch die 
verhältnissmässig äusserst geringe Grösse auffallend. Es eriimert stark an 
manche Eier von Lanius collurio und rufus, ist aber bedeutend kleiner. Mit 
dem von Thienemann (tab. 3U. f. 10) dargestellten Ei von Artamus leuco- 
rhynchus hat es ebenfalls grosse Aehnlichkeit , ist aber auch ansehnlich 
kleiner. 

Die Gestalt ist eiförmig-rund , am spitzen Ende nur wenig mehr ab- 
fallend als am stumpfen. Das Korn ist sehr fein, keine Poren sichtbar, 
daher durchaus würgerartig. Die Schaale hat einen schwachen Glanz. Der 
Grundton ist ein sanft in's Fleischfarbene scheinendes Weiss, auf dem sich 
grössere und kleinere runde Punktfleckchen von rothbrauner und mattbräun- 
licher Farbe deutüch abheben. Diese Flecken sind nur gegen das stumpfe 
Ende zu zahlreich und bilden hier einen, indess nicht dichten Kranz. 

Länge 8\"', Breite 6V". 



^ Rliipiduru nebulosa. 

sp. 38. Rliipidiira nejbulosa. Feaie. 

1. 1. f. 6 (Ei). 

Ehipiclura nebulosa. Peale. Un. St. Expl. Exp. (1848) p. 99. pl. 27. fig. 1. — 
Hartl. Wiegm. Arch. f. Naturg. (1852) p. 101. — Cass. Un. St. Expl. Exp. 
(1858) p. 151. pl. IX. f. 2. — G. K. Gray. B. Trop. Isl. p. 17- 
Seu, Eingeborne von Upolu (Gräffe). 

Ad. Corpore supra cum alis et cauda fuliginoso-nigro ; 
jugulo magis fusco-grisescente, pectore et abdomine sensim 
pallidioribus ; subcaudalibus sordide albidis; regione parotica 
et loris (his vix conspicue) albis; rectricibus, duabus inter- 
mediis exceptis, margine apicali et scapis albis; rostro nigri- 
cante, mandibula basi pallidiore ; pedibus corneo-nigricantibus ; 
iride brunnea. 

Long. 5|"; rostr. 3'"-, al. 2"9'"-, caud.2"4'"-, tars. 8'^'. 

Juii. Macula auriculari alba nulla; fascia alari trans- 
versa obsolete-rufa ; pectoris pluinis apice rufescentibus. 

Upolu, Samoa-Inseln. (Collect. Godeffroy.) 

Oberseite, Flügel und Schwanz rauchbraunschwarz, Kinn, Kehle und 
Kropf lichter, mehr rauchgraubraun, nach dem Bauche zu noch heller, so 
dass die unteren Schwanzdecken schmutzig weiss erscheinen. Ohrgegend 
weiss, ebenso ein versteckter Zügelstreif. Die Schwanzfedern (mit Ausnahme 
der zwei mittelsten) mit weissem Endrande und weissen Schäften; die zwei 
mittelsten Federn haben wie die Schwingen schwarze Schäfte. 

Schnabel hornschwarz , der untere an Basis horngelblich ; Füsse und 
Krallen hornbramischwarz. Iris braun. (Peale.) 

Ein jüngerer Vogel (Upolu) ähnelt im Allgemeinen dem vorhergehenden, 
aber der weisse Ohrfleck fehlt gänzlich; die Brustfedern sind am Ende rost- 
rothbraun verwaschen, ebenso die gi'össten oberen Flügeldecken gespitzt, wo- 
durch eine rostbraune Querbinde über den Flügel entsteht. 

Auch die letzten Schwingen zweiter Ordnung haben rostbraune End- 
säume. Das weisse Schwanzende erscheint weniger deutlich. 

Länge. b'l. Mitt. Scliw. Ariiss. Sclnv. F. L. 

c. 5" — 5{'' 2"9'" S" 2"4'" 3'" 8'" Alt. 

2 7 2 6"' 1 11 — 8 Jung. 

Lebt in den schattigen Wäldern von Upolu, wo Peale die Art im Mo- 



Rhipidura nebulosa. 87 

nat October einsammelte. Dr. Gräffe sandte bis jetzt nur die beiden oben 
beschriebenen Exemplare , ebenfalls von Upolu , ein ] der Vogel scheint also 
ziemlich selten 7ai sein. 

Die Bedenken, welche Cassin hinsichtlich dieser Species äussert theilen 
wir nicht , halten vielmehr K. nebulosa für eine wohlbegründete Art , die sich 
von den am nächsten stehenden Kh. melanura*). Gray, (fulinginosa. Sparrm.) 
und Rh. tristis. Jacqu. et Puch. (voy. Pole sud. pl. 11. f. 5.) genügend durch 
den weissen Ohrfleck, die Aveissen unteren Schwanzdecken, das weisse Schwanz- 
ende und die weissen Schäfte der Schwanzfedern unterscheidet. 

Zu der Cassin'schen Abbildung, die jedenfalls einen alten Vogel dar- 
stellt, bemerken wir noch, dass an derselben nichts von der weisslichen Kehle 
zu sehen ist, wie im Text gesagt wird. Den versteckten weissen Zügelstreif 
dürfte Cassin übersehen haben, da ihm nur Ein Exemplar, und noch dazu 
ein sehr dürftiges, zur Untersuchung vorlag. Cassin ist auch geneigt die in 
der Südpolreise (t. 11. f. 4) dargestellte Rh. tristis. Hombr. von Neu-Seeland 
als gleichartig zu betrachten. Da in unserem Museum diese Art vorhanden 
ist, so müssen wir Dies auf das bestimmteste als irrig bezeichnen, indem 
Rh. tristis durchaus rauchbraunschwarz gefärbt und daher , beiläufig bemerkt, 
auch keineswegs mit Rh. melanura. Gray, identisch sein kann , wie Bonapartc 
im Conspectus (p. 324) angiebt. 

Das Nest nebst Eier, bisher unbekannt, erhielten wir durch freundUche 
Vermittelung des Museums Godeffroy zur Untersuchung. Es wurde von dem 
Reisenden des Museums , Dr. Gräffe, von Upolu eingesandt. 

Das äusserst kunstvolle Nest ist auf einem f" dicken, wagerechten 
Aste befestigt und zwar reitend, indem das Nestmaterial um den Ast herum- 
geflochten und unterseits verbunden ist. Dadurch erscheint es ziemlich hoch, 
obwohl es eigentlich viel breiter als tief ist, von durchaus napfförmiger Form 
und kreisrund. Die Höhe des ganzen Nestes beträgt 1"10"', die Breite im 
Durchmesser 1"T", die Tiefe des Napfes 1"4'". Die Wände des Nestes 
sind sehr gleichmässig dick, aus zarten Grashälmchen und den feinsten Wur- 
zelfäserchen dicht geflochten und von aussen mit Pflanzenwolle und Spinn- 
weben bekleidet, die dem Ganzen ein unscheinbares Ansehen geben. Unter- 
seits sind kleine Stückchen Holzmulm mit eingewebt. Der Napf des Nestei 
enthält keine besondere Auskleidung von zarteren Stoffen. 



*) Ajip. to Uiell'. Truv. in N. Zeal. 11. p. 190 et voy. Erebiis and Tenor B. p. 8. — Nach 
Sundevall ist iliese Art identisch mit Mnsci(apa fnliginosa. Sparrm. (Was. Carls, t. 4"), deren 
Heirnath nicht, wie irrthnnilich angegeben. Afrika, sondern Neu-Seeland ist. 



8S Monareha Lessoni. 

Wie das Nest so sind auch die Eier Muscicapa-artig , obwohl sie in 
mancher Hinsicht auch an Sylvieneier erinnern. Am meisten haben sie je- 
doch Aehnlichkeit mit dem von Thienemann tab. 29. 8. b. dargestellten Ei 
von Mviscicapa parva. Die auf derselben Tafel abgebildeten Rhipidura - Eier 
(javanica, flabellifera etc.) sind in Form und Färbung gänzlich verschieden. 

Das Ei ist einförmig rund , am spitzen Ende nur wenig mehr abfallend 
als am stumpfen , von sehr feinem Korn , indem keine Poren sichtbar sind. 
Die Oberfläche erscheint daher etwas glänzend. Der Grundton der Färbung 
ist weiss, bei dem einen Ei ganz schwach in's Bräunliche ziehend, mit sehr 
feinen , etwas grösseren und kleineren rostbräunlichen , etwas matten Punkt- 
fiecken geziert, die mit einzelnen graulichen gemischt sind. Diese Flecken, 
welche bald etwas dunkler, bald etwas heller erscheinen, sind bei dem einen 
Ei ziemUch gleichmässig über die ganze Oberfläche zerstreut, obwohl die 
dunkleren und grösseren mehr am stumpfen Ende zahlreicher auftreten, an 
dem anderen Ei bilden sie dagegen ein deutliches Kränzchen vor dem 
stumpfen Ende und fehlen auf der übrigen Fläche fast ganz. 

Länge T". Breite 5'/". 

Das Nest enthielt 2 Eier, jedenfalls, Avie bei den verwandten Arten, 
das volle Gelege. 



sp. 39. MonarClia J^e^i^oni. (Hombr. et Jacqu.) 

t. Vll. f. 5. 
Muscylva de Lesson. Hombr. et Jacqu. voy. au l'ole sud. Ois. pl. 11. 
f. 2. — Khipidura Lessoni. G.K.Gray. Gen. ofB. I. (1846) p. 258. — Leu- 
cocerca Lessoni. Bp. Consp. I. p. 324. — Monareha cinerea. Peale. Un. »St. 
Expl. Exp. (1848j p. 101. pl. 27. f. 2. — Hartl. Wiegm. Arch. f. Naturg. (1852) 
p. 101. — Muscylva Lessoni. Hombr. et Jacqu. vt)y. Pole sud. Zool. IH. 
(Puch.) 185Ö. p. 75. — Leucocerca Lessoni. Cass. Un. *St. Expl. Exp. (1858) 
p. 165. — lihipidura Lessoni. G. li. Gray. B. Trop. Isl. p. 17. 

Ad. Supra cinerea; remigibus et rectricibus nigricanti- 
bus, late cinereo-marginatis ; loris, periophtliahniis et mento 
pure albis; subtus dilute cinerascens; abdomiiie medio et sub- 
caudalibus albicantibus ; subalaribus albis; rectricibus nigris; 
binis externis diniidio minore apicali albis, reliquis macula 



Monarcha Lessoni. 89 

alba terminatis; rostro plumbeo, tomiis pallidis; pedibus nigri- 
cantibus ; iride brunnea. 

Long. 4"9'"; ro«tr. 4'"-, al. 2"4»'"-, caud. 2"; tars. 7'". 

Viti-Levu, Viti-Ins. (Brem. Mus.) 

Ad. Oberseite aschgrau, Halsseiteu und Ohrgegend Jieller, ebenso die 
Unterseite. Kinn , Kehle , Brixst - und Bauchmitte , After , untere Schwanz- 
decken und untere Flügeldecken weiss, ebenso die Zügel und ein breiter 
Ring um's Auge. Obere Schwanzdecken schwarz , mit weissem Ende. 
Schwingen braunschwarz , die der ersten Ordnung an der Basishälfte sehr 
schmal , die der zweiten Ordnung längs der ganzen Aussenfahne und um das 
Ende breit weisslichgrau gerandet. Schwingen an Innenfahne weiss gesäumt, 
unterseits schwärzlichgrau. Die zwei mittelsten Schwanzfedern einfarbig 
schwarz, die übrigen schwarz mit weissem Ende, welches sich auf der Innen 
fahne weit hinaufzieht , auf der äusseren aber nixr als kleiner Endfleck er- 
scheint. Das Weiss breitet sich nach den äusseren Federn zu mehr aus, so 
dass auf der äussersten die ganze Endhälfte und Aussenfahne weiss ist. 

Schnabel hornschwarz mit hellen Tomienrändern am Endtheile; Füsse 
luid Nägel schwarz. 

Im Leben: Schnabel und Füsse blassblau, Iris blauschwarz. (Peale.) 
Iris braun (Gräflfe). 

Länge 4"9'". Fl. 2"5'". Mitt. Schw. 2'a'". Aeuss. Schw. 1"8'". F. 4"'. 

L. 74'". 

Die Geschlechter zeigen keine Verschiedenheit in der Färbung, wol 
aber variirt die Ausdehnung des Weiss am Schwanzende individuell. 

Durch Hombron auf den Viti-Inseln (Balaou) entdeckt. Peale erlangte 
ein Exemplar auf Viti-Levu. Dr. Gräflfe sandte die Art in ziemlicher Anzahl 
von Viti-Levu und Ovalou ein ; sie scheint also den Vitis eigenthümlich zu sein. 

In der Färbung erinnert dieser kleine äusserst charakteristische Vogel 
sehr an manche amerikanische Culicipeta-Arten , im Habitus (Flügel- und 
Schnabelbau etc.) schliesst er sich aber durchaus den echten Monarcha an. 
Eine generische Sonderstellung lässt sich daher keineswegs rechtfertigen, 
ebenso ist die bei Khipidura, wie sie Gray dem Vögelchen anweist, unrichtig. 

Da dieses interessante Vögelchen bisher nur in dem wenig zugänglichen 
Werk der Südpolreise abgebildet wurde, so schien es uns nöthig dasselbe, 
nach dem schönen Exemplare unseres Museums , nochmals darzustellen. 



W Monarcha nigra. 

sp. 40. Hlonarclia nigra. (Span-m.) 

Mixscicapa nigra. Sparrm. Mus. Carls. I. (1786) t. 23. — Society Flycat- 
cher. Lath. Gen. Syn. Suppl. p. 174. — Muscicapa nigra. Gml. S. N. II. (1788) 
p. 947. — Lath. Ind. Orn. p. 474. — Bechst. Lath. Uebersetz. II. p. 352. IV. 
p. 308. — Muscjf-apa maupitiensis. Garn. Voy. Coqu. Zool. I. ( 1826) p. 592. 
t. XVII. f. 1 — 3 (ad et jun.). — Muscicapa Pomarea. Less. Man. d'Orn. II. 
(1828) p. 192. — Muscicapa atra. Forst. Descr. anim. (Licht.) 1844. p. 170 (l) 
et p. 171 ($) cum var. p. 172. — Monarcha Mendozae. Hartl. Gab. J. f. Orn. 
(1854) p. 170 (ex Forst, nigra, var.). ~ Monarcha nigra. G.R.Gray. Gen. of 
B. p. 260. — Bp. Consp. L p. 326. — Peale. Un. St. Expl. Exp. (1848) 
p. 100. — Hartl. Wiegm. Arch. Jl852) p. 101. — Cass. Un. St. Expl. Exp. 
(1858) p. 146. — G. R. Gray. B. Trop. Isl. p. 19. — Pomarea nigra. Bp. Compt. 
Rend. (18Ö4) p. 650. — id. (1855) p. Uli. 

LuteQUs Fly-catcher. Lath. Gen. Syn. II. p. 342. — Muscicapa lutea. 
Gml.S. N.II. p. 944. — Lath. Ind. Orn. p. 478. — Bechst. Lath. Uebers. IL 
p. 332. — id. IV. p. 311. — Vieill. Enc. Meth. IL p. 834. — Less. Man. 
d'Orn. IL p. 193. — Forst. Desc. anim. p. 169. 

Tehiki-beeoo oder Dengha-dengha, Eingeborne von Tonga (Forster). 
Mamao J, Oomamao ^, „ „ Tahiti „ 

Oamamao-pooa hou .^ „ „ „ (Latham). 

Patiateo ^ , Koksovia ^ „ „ Marquesas (Jardin ). 

Ad. Tota, unicolor nigra, nitore nonnullo chalybeo ; sub- 
alaribus nigris; remigibus inargirie interno pallentibus; rostro 
caerulescente-corneo, apice et tomiis pallidis ; pedibus plumbeo- 
nigricantibus ; iride caeruleo-iiigra. 

Long. 6V' ; rostr. 5'"; al. 3"5'"-, caud. 24"; tars. 10'". 
Foem. Capite rufo-luteo; collo, pectore et dorso supe- 
riore luteis; tergo et uropygio nigris; abdomine albo; aus 
fuscis, remigibus basi luteo-marginatis.; rectricibus luteis, apice 
fuscis luteoque marginatis; iride fusca; rostro pallide testaceo. 
(Forst.) 

Tahiti. (Bremer Museum.) 

Alt. Das ganze Gefieder durchaus dunkelschwarz, auf Oberkopf, 
Hinterhals, Mantel und Schultern mit einem schwachen grünlichen Schimmer, 
von dem mau auch unterseits etwas bemerkt. SchAvingen und Schwanzfedern 
unterseits schwarz , ilu'e Schäfte oberseitb schwarz , unterseits blassbräunlich. 



Monarclia nigra. 9i 

Schnabel bleigrau, Spitze und Tomienränder weiss, Füsse schwarz. 

Iris blauschwarz. (Forster.) 

Nach Forster wäre dies das alte J. 

J ad (nach Lesson). Kopf, Hals, Brust uud einige der oberen Flügel- 
decken schwarz, das Uebrige weiss-, einige Schwingen braun. 

Schnabel und Füsse bleifarben. 

^ a d (nach Forster). Scheitel und Wangen schAvarz , Augenbrauen- 
streifen weiss; Nacken und Bürzel grau. Obere Flügeldecken weiss, schwarz 
gefleckt, die äussersten der zweiten Ordnung weiss gespitzt. Erste bis achte 
Schwinge* schwarz mit weissem Saume, die neunte bis achtzehnte vor der 
Spitze und am hinteren Rande weiss gefleckt. Schwanzfedern schwarz , mit 
Ausnahme der zwei mittelsten, weiss geendet, die äussersten jederseits weiss 
gerandet. Uebrige obere Körpertheile schwarz , die unteren weiss. 

^ ad (nach Lesson). Ockerfarben, die Flügeldecken, einige Schwingen 
und die Enden der Schwanzfedern schwärzlich. 

Schnabel und Füsse bleifarben. 

Nach Forster (Muscicapa lutea). Kopf rothgelb, Hals, Brust, Man- 
tel und Vorderrücken gelb, Hinterrücken und Bürzel schwarz, Unterleib 
weiss. Flügel braun, die Federn gelb gerandet. Schwingen braun, an Basis 
gelb gerandet. Schwanzfedern gelb, braun gespitzt. 

Schnabel blass , mit bräunlicher Spitze ; Füsse bleifarben -, Iris dunkel- 
braun. 

Forster beschreibt noch eine Varietät von Waitaho (Marquesas) : Kopf 
schwarz-, Brust, Hals und Bürzel weiss, Unterleib blassgelb. Erste bis vierte 
Schwinge schwarz, mit weissem Saume und weissem Fleck an Basis der 
Innenfahne. Flügeldecken schwarz, die der Schwingen zweiter Ordnung weiss 
gefleckt. Schwanzfedern weiss, die fünfte und sechste jederseits innen braun 
gefleckt-, Schäfte schwarz. 

Schnabel blass blauschwärzlich; Füsse blauschwarz; Nägel blass; Iris 
blauschwarz. 

Diese Besehreibung bezieht sich ohne Zweifel auf einen Vogel im Ueber- 
gangskleide. 

Cassin beschreibt die verschiedenen Kleider : 

Adult male? Kopf und Brust schwarz, Endhälfte der Flügel dunkel- 
braun ; alle übrigen Theile, einschliesslich des Rückens, der Flügeldecken, des 
Unterleibes und Schwanzes, weiss, 

Schnabel und Füsse hellhornfarben. 



93 Monarcha nigra, 

Younger male? Das ganze Gefieder glänzend schwarz. 

$ Rostfarben ; Bürzel , Enddrittel der 8cliwingen , die Innenfahne der- 
selben und iSchwanzendhälfte dunkelbraun , etwas in's Röthliche auf der letz- 
teren. Innenfahne der ersten »Schwingen weiss gerandet. 

Länge c.6|". Fl. 3"6'". SchAv. 2"6"'. F. 5^-'". L. 12'". Otaheiti. 

Wie bei den verwandten iiioluckischen und nceanischen Arten findet 
auch bei dieser eine auffallende (reschlechts- und Altersverschiedenheit statt, 
deren genauen Verlauf wir jedoch noch nicht so genau kennen, wie wol zu 
wünschen wäre. 

Nach Forster , dessen Ansicht wir am meisten beitreten möchten , und 
die auch Peale theilt, wären die einfarbig schwarzen Exemplare alte ^^, 
während die weiss und sclnvarzen, die Lesson fiir alte i^'). erklärt, ^^ wären. 
Cassin beschreibt sogar das alte ^^ als weiss , nur mit schwarzem Kopfe und 
schwarzer Brust. Die ockerfarbigen (gelben oder rostrothen) Exemplare sind 
nach Lesson , dessen Angaben auf anatomischen .Untersuchungen beruhen, 
bestimmt ^^. Peale, der am besten Gelegenheit hatte uns über diese wich- 
tigen Punkte aufzukläi"en, unterlässt dies leider, so dass Cassin seine Ge- 
schlechtsangaben mit ? begleiten muss. 

Uebrigens ist die individuelle Variabilität in der Färbung so gross, dass 
Peale, ausgenommen die ganz schwarzen Exemplare, nicht zwei völlig gleiche 
Individuen zu sehen bekam. 

M. nigra ist weit über die oceanische Inselwelt verbreitet, indem sie 
auf den Tonga-, Gesellschafts- und Marquesas - Inseln nachgewiesen wurde. 
Forster beobachtete die Art auf lahit, Tongatabu und Öt. Christina oder 
Waitahoo der Marquesas-Gruppe. Auf letzteren Inseln wurde die Art später 
auch durch Edelestan Jardin nachgewiesen. Lesson beobachtete die Art auf 
Tahiti , de Blosseville auf Maupiti (Maurau oder Marna) im Gesellschafts- 
Archipel. 

Nach Peale ist es einer tler gewöhnhchsten Vögel Tahitis. Dennoch 
giebt der Reisende keine Nachrichten in Betreff der Lebensweise und durch 
Lesson erfahren wir nur , dass die Art meist auf Bäumen lebt und sich von 
Insecten nährt. 



/ 



Myiagra albivenliis. 93 

sp. 41. IUyia^ra altoii^eiitris. (Peaie.) 

t. IX. f. 1. d ad.) 
Platyrhyiichus albiventris. Peale. Un. St. Expl. (1848.) p. 103. pl. 27. 
f. 3, — Hartl. Wiegni. Arch (1852.) p. 101. — id. Platygnatlius albiventris. 
p. 133. — Myiagra rubecula. Cass, Un. St. Expl. Exp. (1858.) p. 149. — 
? Myiagra latirostris. Bp. Consp. I. (1850.) p. 321. — Myiagra albiventi-is. 
G. 11. Gray. B. Trop. Isl. 1859. p. 18. — 

? Platyrhynqiie oceanien. Honibr. et Jacqu. voy. Pole sud. pl. 12. bis f. 1. 
(1) et 2. ($). — Myiagra oceanica, Jacqu. et Pucli. voy, Pole sud. Zool. III. 
(1853.) p, 77. — G.R.Gray. B. Trop. Isl. p. 18. - 

Colei, Eingeborne von Upolu (Gräffe.) 

Ad. Supra nigra, nitore metallico virescente; mento 
juguloque laete ferrugineis ; abdomiiie toto albo; remigibus et 
rectricibus pure nigris; subalaribus et subcaudalibus albis; 
rostro nigro-caerulescente ; pedibus plumbeo-nigricantibus ; iride 

brunnea. 

Long. 54"-, rostr. 6'''; al. 2"7'"; caud.2"3""; tars. 7'". 
Foem. Pileo obscure cinerero; gutture minus laete rufo. 
Upolu, Samoa-Ins. (Bremer Mus.) 

J ad. Oberkopf, Strich unter'm Auge vom Mundwinkel an, Ohrgegend, 
Hinterhals und Halsseiten, sowie Schultern, Mantel und übrige obere Tlieile 
dunkelschwarz , mit stahlgrünem Schein , letzterer auf dem Oberkopfe am leb- 
haftesten. Ein schmaler Zügelstreif erscheint mehr sammtschwarz. Flügel 
und Schwanz glänzend schwarz , unterseits mattschwarz : die oberen Flügel- 
decken mit deutlichen schwarzen, stahlgrün überlaufenen Endrändern. Kinn, 
Kehle und Kropf lebhaft rostroth , welche Farbe sich bis auf die untere 
Backengegend und die Halsseiten ausdehnt-, die seitlichen Kropflfedern grau- 
schwarz , am Ende stahlgrün. Vom Kropf an die übrige Unterseite , nebst 
den unteren Schwanz- und Flügeldecken rein weiss. 

Schnabel glänzend schwarz •, bleifarben überlaufen ; Füsse hornschwarz, 
Schnabel im Leben hellblau; Iris braun. (Peale). — 
Ein Exemplar von Samoa (Collect. Godeffroy) ganz ebenso. 
Das ^ (welches wir bisher nicht untersuchen konnten) unterscheidet 
sich , nach Peale , vom ^ dadurch , dass der Oberkopf statt schwarz dunkel- 
grau und dass das Rostroth auf Kehle und Kropf nicht so lebhaft ist. 
Im Uebrigen variirt diese Species nur wenig. 



94 Myiagra albiventris. 



Länge. 


Fl. 


Schw. 


F. 


Schnabel breite 


. L. 


c. b"3'". 


2"7 '". 


2"2'". 


5|"' 


3V". 


7V" J Samoa. 




2 74 


2 4 


H 


•H 


7-T J „ 


5 8 


2 11 


2 5 


41 


3 


7 $ plumbea Vig. Neu Holl, 


6 


— 


2 4 


5 


— 


8 oceanica. NachPuch. 


6 


3 2 


2 2 


7 


— 


— „ J „ „t.l2.f.l. 


61 


3 5 


3 


5 


H 


7 nitida. Neu Holl. 



Diese Art wurde von Peale in den schattigen Wäldern der Samoa-Inseln 
aufgefunden. Dr. Gräffe sandte sie , in wenigen Exemplaren, ebendaher und 
zwar von Upolu ein. Nach Cassin würde sich die Verbreitung aber auch bis 
Nord- Australien (M. latirostris. Gould.) und Van Diemensland (M. nitida. Gould.) 
erstrecken, ja, Avenn M. oceanica. (Puch.) wirklich mit unserer Species identisch 
sein sollte, sogar bis auf die Gruppe der Carolinen (Hoguleu~i, also über ein 
enormes Gebiet. 

Im Hinblick auf die grosse Unsicherheit, welche gerade in dem Genus 
Myiagra, schon wegen der Verschiedenheit der Geschlechter, herrscht und die 
nur durch eine monographische Bearbeitung, unter Benutzung wichtiger Typen 
und eines ansehnlichen Materials, befriedigend gelöst werden wird, können 
wir uns der Ansicht Cassins, als wäre die Myiagra-Art der Samoa-Inseln mit 
den neuholländischen (latirostris et nitida. Gould) identisch, noch nicht völlig 
anschliessen, ebensowenig seiner synonimistischen Darstellung über diese Art. 

Cassin hält nämlich den Vogel von Samoa mit Bestimmtheit für den 
Todus rubecula. Lath. (Ind. Orn. Supp. 18(il. p. 32), und die Myiagra rubecu- 
loides. Vig. (Trans. Linn. Soc. XV. p. 253), die indess beide als $ ohne Zweifel 
zu M, plumbea. Vig. (1. c. p. 254) gehören. 

Diese Art, bei der sich das J (plumbea) durch bleifarbene, grünschil- 
lernde Kehl- und Brustpartie von dem $ (rubecula Lath. = rubeculoides Vig.), 
welches diese Theile rostroth gefärbt hat, auszeichnet, unterscheidet sich von 
unsern Samoa-Exemplaren nicht allein durch bläulichgraue Oberseite, sondern 
auch in den plastischen Verhältnissen, indem sie ansehnlich grösser ist, dabei 
aber einen schwächeren Schnabel besitzt, der sogleich durch seine viel gerin- 
gere Breite auffallt. Ueber diese plastischen Verschiedenheiten, welche so sehr 
berücksichtigt zu werden verdienen , giebt uns leider Goulds grosses Werk 
(ebenso sein neues „Handbook") keine Auskunft. Wir wagen es daher nicht 
mit Cassin M. latirostris, Gould. von Nord - Australien auf unsere Samoa- Art 
zu deuten, umsomehr da die Beschreibung ,,upper surface dark bluish grey" 
lucht eben sonderlich übereinstimmt. 



Myiagra castaneiventris. 95 

Wenn Cassin vollends M. nitida, (inuld, von Van-Dimenslaml und Süd- 
Australien, mit albiventris. Peale, vereinigt, so müssen wir Dies als durchaus 
irrthümlich bezeiclinen , indem, wie die beigegebenen Maasse eines Exemplars 
der Bremer Sammlung beweisen , diese Art durch ihre Grösse gänzlich ab- 
weicht. Ueberdies könnte auch nur das ^ von nitida bezüglich der Färbung, 
die mit der des J von albiventris sehr übereinstimmt, in Vergleichung ge- 
bracht werden. 

Die Frage, ob Myiagra oceanica. Hombr. et Jacqu. (voy. Pole sud) von 
den Carolinen , welche Cassin mit Stillschweigen übergeht , wirklich zu albi- 
ventris gehört, können wir, wegen Mangel an Exemplaren, ebenfalls nicht be- 
friedigend lösen. Nach der Beschreibung in der Südpolreise zu schliessen, 
muss diese Art allerdings äusserst verwandt sein, erscheint aber auf der Ab- 
bildung oberseits mehr schwarzgrau und ansehnlich grössei'. 

Die beigegebene Abbildung wird jedenfalls am besten zur Kenntniss 
dieser central-polynesischen Art beitragen. 



sp. 42. Myiagra castaneiTentris. (j. Verr.) 

t. IX. f. 2. (J ad.) et .3. ($). 

Monarcha castaneiventris. Verr. Rev. et Mag. Zool. 1858. p. - . Myiao-ra 
rufiventris. D. Gr. Elliot. Ibis I. (1859.) p. 393. (^,). Platyrhynchus vanicoi-ensis. 
Peale. Un. St. Exp. (1848.) p. 102. — Hartl. \Viegm. Arch. (1852.) p. 101. — 
id. Platygnathus vanicorensis. p. 132. — Myiagra vanicorensis. Cass. Un. St. 
Exp. (1858.) p. 148. — Muscicapa vanicorensis. G. R. Gray. Gen. of B. I. p. 263. 
— Monarcha castaneiventris. G. R. Gray. B. of Trop. Isl. 1859, p. 19. 

? Platyrhynchus vanicorensis. Quoy. et Gaim. voy. l'Astrol. Zool. I. 
(1830.) p. 183. pl. V. f. 1. — 

Ad. Capite collo juguloque totis nigris, nitore metallico 
virescente; dorso, scapularibus et uropygio obscure cinerascen- 
tibus ; remigibus f uscescente-nigris, minoribus dorsi colore mar- 
ginatis; rectricibus nigris, intermediis exceptis, intns albo-lim- 
batis; margine externo vix conspicue cinerascentibus ; pectore 
et abdomine castaneo - rufis, hoc miilto pallidiore; subalaribus 
dilute rufo-albidis ; rostro et pedibus nigris. 

Long. b\"; rostr. 6'"; al. 2"8'"-, caud. 1"9'"; tars. 7'". 



96 Myiagra castaneiventris. 

Foem. Gutture albido, rufescente - lavato ; pectore et 
abdomine pallidius rufis; capitis nitore metallico pallidiore, 
vix ullo. 

Samoa-Ins. (Bremer Mus.) 

» 

J ad. Ganze Kopf, Hals, Kinn. Kehle und Kropf schwarz mit lebhaf- 
tem stahlgrünen Glanz, Mantel und Schultern blasser, mehr schwarzgrau mit 
schwächerem stahlgrünen Schein, Bürzel und obere Schwanzdecken noch deut- 
licher grau. Obere Flügeldeekfedern schwarz mit stahlgrünen Endrändern. 
Schwingen iind Schwanz glänzend schwarz, unterseits matt grauschwarz; die 
Schwingen zweiter Ordnung an Aussenfalme sehr schmal fahlgrau gesäumt, 
fe Die Schwingen an Innenfahne mit fahlweissem schmalen Saume. Brust und 

• . Brustseiten dunkel rostroth , die übrigen unteren Theile allmälig lichter , so 

dass die unteren Schwanzdecken nur noch einen ganz schwachen rostfarbenen 
Anflug haben und daher fast weissfahl erscheinen. Die unteren Flügeldecken 
blass rostfarben •, die kleinen Flügeldecken längs Händrand fast weiss- 

Schnabel glänzend schwarz; Füsse hornschwarz. 

Drei J von Upolu, Samoa, (Collect. Godeffroy) ganz ebenso. 

Samoa, (Bremer Mus.) 

$ ad. Oberkopf schwarz, stahlgrün scheinend; übrige Oberseite düster 
schwärzlichgTau, auf dem Bürzel am hellsten. Fhigeldecken , Schwingen und 
Schwanz dunkel braunschwarz, die letzten Schwingen zweiter Ordnung und 
ihre Deckfedern an Aussenfahne heller, braungrau gesäumt. Schwingen an 
Innenfahne schmal , aber deutlich weiss gesäumt. Sclnvingen und Sclnvanz 
unterseits grauschwärzlich. Ein schmaler Zügelstreif vom Nasenloch bis Auge 
matt grau. Unterseite rostroth , auf der Brust am chmkelsten ; Kinn und 
Kehle, sowie die unteren Flügeldecken weiss. 

Schnabel und Füsse wie beim J. 

Vier $ von Ovalou, Viti, (Collect. Godefifroy) gang ebenso. 

Länge V\. 

c. 5" 4:'". 2"7^"'—2"9"'. 

4» 2 6^ —2 7^ 

vanicorensis 2 1 
Nach Qiioy. et Oaim. 

In den plastischen Verhältnissen stimmt diese Art ganz mit M. albiveu- 
tris überein, namentlich auch was die Grösse und auöallende Breite des Schna- 
bels anbelangt, sie unterscheidet sich aber hinlängüch durch die Färbung, in- 
dem sich das J durch schwarzgTüne Kehle und Kropf, das ^ durch rostrothe 



Schw. 


F. 


Schuabelbr. 


L. 


2" V". 


5^'>'_6"'. 


3^"'. 


ir' l 


l''ll"' — 2"!'" 


5 —5^ 


H 


n ?. 


1 5 


5 


— 


8 



Merula vanicorensis. 97 

Unterseite auszeichnet. Letzteres steht, wej2?en der melir grauen Oberseite, 
dem $ von M. plumbea, Vig. nahe, lässt sich aber an dem Weiss des Kinns 
und der Oberkehle und dem schwarzgrünen Kopf leicht erkennen. 

Peale sammelte die Art auf den Viti - Inseln , ebenso Dr. Gräffe (auf 
Viti-Levu und Ovalou) ; letzterer ausserdem noch auf den Samoa-Inseln (Upolu). 
Nachrichten über dieselbe fehlen durchaus. 

Wie schon Cassin bemerkt, lässt sich die Gleichartigkeit der Samoa- 
vögel mit dem von Quoy und Gaimard beschriebenen und abgebildeten Pla- 
tyrhynchus vanicorensis *) von Vanicoro , St. Cruz - Gruppe, keineswegs so be- 
stimmt nachweisen, wie es wohl zu wünschen wäre. Zunächst verdient es 
Beachtung, dass vanicorensis bedeutend kleiner ist. Was die Färbung anbe- 
langt, so stimmt sie wol im Allgemeinen mit den Samoavögeln überein, allein 
während es im Text heisst: ,,les plumes de la tete et de la gorge sont d'un 
bleu fonce d'acier bruni; le dos est d'un noir bleuätre" sind diese Partien 
auf der Abbildung dunkelgrün dargestellt. Bei solchen Widersprüchen hiel- 
ten wir es für angemessener der zweifellosen Beschreibung Verreaux's die 
Priorität zuzuerkennen. 



sp. 43. Merula vanicorensis. (Quoy et Gaim.) 

1. 1. f. 3. (Ei). 
Turdus vanicorensis. Quoy et Gaim. voy. Astrol. Zool. I. (1830.) p. 188 
pl.VII. f 2. — Peale. Un. St. Expl. Exp. (1848.) p. — . — Hartl Wiegm. 
Arch. (1852.) p. 99. — Geocichla vanicorensis. Bp. Consp. I. p. 268. — Merula 
vanicorensis. Cass. Un. St. Expl. Exp. (1858.) p. 158. — G.R.Gray. B. Trop. 
Isl. (1859.) p. 16. -— 

Tutu-malili, Eingeborne a^ou Upolu. (Gräffe.) 
Mas ad. Tota unicolor fuliginoso-fusca, rostro et pedi- 
bus laete flavis; iride nigricante. 

Long. 8"; rostr. 8'"; al. 3"11'"; caud. 2"9'"-, tars. 13'". 
Upolu, Samoa-Ins. (Bremer Mus.) 

J Das ganze Gefieder durchaus glänzend rauchschwarz •, nur die ersten 
Schwingen an Endhälfte der Aussenfahne mit einem sehr schmalen mattbräun- 
lich verwaschenen Saume. 



*) In Bonapaite's Conspectus wird dieser Vogel vergessen. 



98 Merula vanicorensis. 

Schnabel, Füsse, Zehen nnd Nägel schön horngelb. Iris schwarz. (Gräffe,) 
Im Leben Schnabel und Füsse orangefarben. 

Exemplare von Upolu, (Collect, Godeffroy) ganz ebenso. 

Länge 7^". Fl. 3"11'". Schw. 2"6"'. F. 8"'. L. 13^'". 
3 10 2 5 7 13 

Wie Quoy und Gaimard angeben sind beide Geschlechter gleichgefärbt-, 
nur die Männchen etwas dunkler. Ueber das Jugendkleid besitzen Avir da- 
gegen noch keine bestinnnten Nachrichten , obwohl sich erwarten , lässt , dass 
dasselbe, wie bei den verwandten Arten, abweichend sein wird. 

Die Beschreibung, welche Qiioy und Gaimard von dieser Art entwerfen, 
passt insofern nicht auf unsere Samoa-Exemplare, als in derselben gesagt wird : 
„die unteren Schwanzdecken mit Weiss gebändert," was Avir bisher an keinem 
Exemplare bemerkten. Nach der Abbildung im Atlas der Astrolabe zu ur- 
theilen, welche beiläufig bemerkt nichts Weisses an den unteren Schwanz- 
decken zeigt, scheint ein jüngerer Vogel als Vorlage gedient zu haben. Die 
Federn der unteren Theile haben nämlich hellere Endränder. 

Quoy und Gaimard entdeckten diese Amsel in den Wäldern der Insel 
Vanicoro, St. Cnxz-Gruppe. 

Peale traf sie im Innern von Upolu (Samoa - Grixppe) nahe bei dem 
Dorfe Alna, während des Monats November, an. Er berichtet nur, dass die 
Art in den schattigen Wäldern sehr zurückgezogen lebt und einen kräftigen 
und angenehmen Gesang hören lassen soll. — Die Exemplare, welche Dr. 
Gräffe einsandte, stammen sämmtlich von Upolu. 

Ueber Nestbau und Brutgescliäft fehlen alle Nachrichten, dagegen er- 
hielten wir aus dem Museum Godeffroy das bisher noch unbekannte Ei dieses 
Vogels, durch Dr. Gräffe von Upolu eingesandt. 

Dasselbe ist in Färbung, Gestalt und Korn durchaus drosselartig und 
ähnelt ausserordentlich manchen Eiern von Turdus pilaris (Thienem. t. 24. 19. b.) 
oder T. viscivorus (Thienem. t. 24. 1 1 . b.), nur ist die Fleckenzeichnung im 
Allgemeinen ausgedehnter. Der Grxmdton ist ein helles , aber schmutziges 
Grün, welches kaum etwas in's Bläuhche scheint. Dieser Grundton ist mit 
sehr grossen unregelmässigen Flecken und kleineren mehr runden rothbraunen 
Punkten verziert , die sich ziemlich gleichmässig über die ganze Oberfläche 
vertheilen, obwohl sie gegen das stumpfe Ende verhältnissmässig am dichtesten 
stehen. Neben diesen rothbraunen Flecken treten , obwohl minder zahlreich, 
noch grauröthliche auf, die aber sehr verwaschen sind. — Länge 13'". 
Breite 9^". 



Kryliii'iira Pealoi. 99 

Nach Dr. GrJiffe's Angaben enthält das Nest 2—3 Eier. 

Der im Verhältniss zum Körper etwas kurze Schwanz unterscheidet 
diese Amsel , welche sich in der Färbung durchaiis der unsrigen anschliesst, 
sehr leicht. 



sp. 44. Erythriira*) Pealei. Haiti. 

Geospiza prasina. Peale. Un. St. Expl. Exp. (1848.) p. 116. pl.31. f. 3.— 
Erythrura Pealii. Hartl. Wiegm, Arch. t. Naturg. (1852.) p. 104. — id. Proc. 
Z. S. (1858.) p.462. — Erythrura Pealei. Cass. Un. St. Expl. Exp. (1858.) 
p. 138. pl. VIII. f. 1. — Amblynura Pealei. Eeichb. Vollständ. Naturg. Sing- 
vögel. Liefer. I— III. p. 32. t. XI. f. 93. 94. — Amadina Pealii. Gray. B. Trop. 
Isl. p. 27. — 

Siti, Eingeb. von Viti. (GräflFe.) 

Ad. Saturate viridis, subtus laetins et dilntius tincta; 
sincipite, genis et regione parotica, caudae brunneo-olivaceae 
tectricibus superioribus et rectricum intermediarum marginibus 
externis laete coccineis; mento nigricante, gula intense cyaneo 
adumbrata; subalaribus pallide viridibus; remigibiis majoribus 
fusco-nigricantibus, extns viridi limbatis; subcaudalibus viridi- 
bus ; rostro plumbeo-nigricante ; pedibus pallidis ; iride briimiea. 
Long, circa 4"; rostr. 4'"-, al. 2"1'"-, caud. 14'"-, tars. 1"'. 

Viti-Levu, Viti-Ins, (Bremer Mus.) 

J ad. Dunkelgrasgrün-, Oberkopf, Backen und Ohrgegend dunkel 
scharlachroth , ebenso die oberen Schwanzdecken. Kinn schwärzlich, Kehle 
schön blau verwaschen. Schwingen braunschwarz, die der ersten Ordnung an 
Aussenfahne grün gerandet, die der zweiten Ordnung auf der ganzen Aussen- 
fahne grün. Schwingen an Inneiifalme blasser gerandet. Untere Flügeldecken 
blassgrün. Schwanzfedern braunschwarz, an Aussenfahne und Ende grünhch 
gerandet, die mittelsten Federn mit röthlichen Aussensäumen. Schwingen und 
Schwanz unterseits schwarz. 



*) .Swaiiis Class. oC B. II. (1837.) p. 2S0. (Type I.oxia pnisiiia .Spairm.) — Rpicli.'iil.ach 
bildet aus den beiden oceanischen Arten, wegen des kurzen, breiten abgerundeten Schwanzes die 
Gattung Amblynura, Stummelschwanz. 



100 Erythrura cyanovirens. 

Schnabel hornschwarz -, Fasse hellhornbräunlich , Nägel dunkler, L'is 
braun. (Gräffe. Peale). — 

Nach Cassin's Abbildung und Beschreibung ist (am recht alten Vogel) 
nicht blos die Kehle, sondern auch die Brust licht blau, ebenso der Unterleib 
schwach bläulich angeflogen. 

Das in Cassin's Atlas linker Hand abgebildete Exemplar zeigt den gan- 
zen Schwanz roth, den Hinterkopf schAvärzlich und den Schnabel bleiblau, 
Besonderheiten die jedenfalls durch unrichtige Colorirung entstanden sind. 
Länge c. 3"9'". Fl. 2"1'". Schw. 12^'". F. 4"1. L. 7^'"— 8'". 

Ueber die Geschlechts - und Altersverschiedenheiten giebt Peale keine 
Auskunft, ebenso wenig erfuhren war darüber etwas durch Dr. Gräffe. — 

Dieser niedliche Fink scheint den Viti-Inseln eigenthümlich zu sein, wo 
er durch Peale von Venua - Levu , durch Dr. Gräfle von Viti - Levu nachge- 
wiesen wurde. 

Peale berichtet über die Art : ,,In den trockenen , offenen mit Casuari- 
nenbäumen besetzten Gegenden der Insel häufig. Hält sich meist, in kleinen 
Flügen, auf dem Grunde auf. Die Stimme ist gewöhnlich schrillend , zuwei- 
len aber angenehm zwitschernd." 



sp. 45. Erythrura cyanovirenj*. (Peale.) 

t. IX. f. 4. (jun.) - 

Geospiza cyanovirens. Peale. Un. St. Expl. Exp. (1848) p. 117. pl. 31. 
f. 4. — Hartl. Wiegm. Arch. f.Naturg. (1852) p. 104. — Erythrura Pucherani. 
Bp. Consp. av. I. (1850) p. 457. — Erythrui-a Pucheranii et cyanovirens. 
Hartl. Proc. Z. S. 1858. p. 462. — Erythrura cyanoA-irens. Cass. Un. St. Expl. 
Exp. (1858) p. 137. pl. VIII. f. 2. — Amblynura cyanovirens. Reichb. Voll- 
ständ. Naturg. Singvögel. Liefer. I — III. p. 32. t. XI. f. 95. — id. Erythrura 
Pucherani. p. 34. — Amadiua cyanovirens et Pucherani. G. R. Gray. B. Trop, 
Xsl. p. 27. 28. — 

Ad. Pileo toto et capitis lateribus intense coccineis; cer- 
vice, colli lateribus, gutture pectoreque superiore pulchre et 
dilute cyaneis; corpore reliquo glaucescente - viridi ; remigibus 
fuscis, viridi - marginatis ; tectricibns caudae superioribus rec- 
tricibusque intermediis obscure rubentibus, reliquis fuscis, 



Erythrura cyanovirens. 101 

margine externo rubentibus ; rostro obsciiro ; pedibus pallidiori- 
bus; iride bruiinea. 

Long. 4"2'"; rostr. 5'"; al. 2"2"'-, caucl. 12,V"-, tars. 8\"'. 
Jun. Obsolete caerulescente-viridis, capite colloque totis 
sordide caerulescentibus ; abdomine medio grisescente. 

Alter Vogel. (Nach Cassin.) 

Ober- und Hinterkopf nebst Kopfseiten dunkel scharlachroth. Nacken, 
Halsseiten, Kehle und Brust schön hellblau, übrige Ober- und Unterseite grün 
mit einem bläulichen Anfluge. Schwingen dunkelbraun, mit grüner Aussen- 
fahne. Obere Schwanzdecken braunroth, ebenso die zwei mittelsten Schwanz- 
federn, die übrigen dunkelbraun, mit rothen Säumen an Aussenfahne. 

Schnabel dunkel, Füsse heller; Iris braun. (Peale.) Cassin's Abbildung 
zeigt eine bleiblaue Schnabeliarbung. 

Jüngerer Vogel, Upolu, Samoa (Collect. Godeffroy.) 

Kopf, Hals, Kehle ixnd Kropf unrein blau, mit einem schwachen grün- 
lichen Schein , auf Kopfseiten und Kehlmitte graulich verwaschen ; übrige 
obere und untere Theile dunkelgrün, mit einem schwachen bläulichen An- 
fluge, der auf dem Mantel am deutlichsten hervortritt. Bauchmitte etwas 
graulich. 

Flügeldecken grün , an Basis olivenbraun. Schwingen schwarzbraun, 
die der ersten Ordnung an Aussenfahne schmal grünlich gesäumt, die der 
zweiten auf der ganzen Aussenfahne grün. Untere Flügeldecken fahl rost- 
farben. Schwanzfedern braunschwarz, mit grünlichen Aussensäumen. Obere 
Schwanzdecken matt bräunlichroth, ebensolche, aber fahlere sehr schmale End- 
säume an den l'edern der Stirn und des Oberkopfes. 

Schnabel hornschwarz; Füsse und Nägel braunschwarz. 

Länge c. 4"2"'. Fl. 2"2'". Schw. 124-'". F. 5'". L. 8k'". 

Wir sahen unter den Sendungen Dr. Gräffe's bisher nur dies eine, oben 
beschriebene Exemplar , welches um so interessanter für die Wissenschaft ist, 
weil es uns das bisher unbekannte Jugendkleid kennen lehrt. Der bläuliche 
Anflug, sowie die dunklen Füsse unterscheiden schon den jungen Vogel hin- 
länglich von E. Pealei. Der alte Vogel, bei dem das Blau im Gefieder 
noch deutlicher hervortritt , ist noch mehr abweichend. Ueberdies zeigt E. 
cyanovirens stärkere Körperverhältnisse, namentlich fällt der dickere, längere 
Schnabel , dessen Firste mehr gekrümmt ist und die kräftigeren Extremitä- 
ten auf. 



102 Amadina optata. 

Bonaparte's E. Pucherani aus Oceanien gehört, ohne allen Zweifel, zu 
dieser Art. 

E. cyanovirens vertritt Pealei auf der Samoa-Gruppe, wo sie von Peale 
und Dr. Gräffe auf Upolu eingesammelt wurde. Die Art ist indess ziemlich 
selten und findet sich nur in den offenen Gegenden der Insel. Man sieht sie, 
wie die vorige Art, meist am Erdboden, selten in den Zweigen der Bäume. 



4 sp. 46. Amadina optata. Noib. 

t. X. f. 1. — 
Jun. Supra sordide olivascens, pileo cinerascente ; capi- 
tis lateribus, meiito et gula sordide albidis; gastraeo reliquo 
brunneo - albescente ; caiida nigra; tectricibus caudae superio- 
ribus obscure rubris; rostro nigro, basi rufesceiite; pedibus 

coriieo-albidis. 

Long. c. 3|"-, al. V'IV"; caud. 19'"-, rostr. 4'"; tars. 6|'". 
' Upolu, Samoa-Inscln (Collect. Godeffroy.) 

Oberseite schmutzig oUvengrün, die Federn an der Basis grau. Ober- 
kopf grau. Schwingen mattschwarzbraun, an der Aussenfahne olivengrün 
gerandet. Kopfseiten, Kinn und Kehle schmutzig graulichweiss, übrige Unter- 
seite und untere Flügeldecken bräunlich fahlweiss. Schwanzfedern schwarz. 
Obere Schwanzdecken dunkelroth. An der Basis des Oberschnabels einzelne 
rothe Federchen. 

Schnabel schAvarz, an der Basis röthlichbraun ; Ftisse hellhornweiss. 

Länge c. 3f". Fl. 1"11'". Mitt. Schw. 1"T". Aexxss. Schw. 1"4."'. F. 4'". 

Schnabelhtihe an Basis. 3^'". L. 6^'". 

Wir sahen bisher unter den Sendungen Dr. Gräffe's nur das Eine eben 
besclu-iebene Exemplar, jedenfalls noch ein jüngerer Vogel. Im ausgefärbten 
Kleide dürfte das Rotli am IMundwinkel eine Ijestinimte Zeichnung bilden. 

Diese für die Ornis Central - Polynesiens neue und höchst interessante 
Finkenart, hat grosse Aehulichkeit mit A. temporalis von Neu Holland, unter- 
scheidet sich aber durch die helle Färbung des Kinns , der Kehle und Kopf- 
seiten. Alte Vögel werden jedenfalls noch durchgreifendere Unterscheidungs- 
kennzeichen bieten. 



Apionis tabuensis. 103 

sp. 47. Apionis tatiuensis. (Gml.) 

t. X. f. 2. (ad) et 1. 1. f. 4. (Ei.) 

Tabuan Shrike Lath. Syn. I. p. 164. — Lanius tabuensis. Gml. S. 
N. I. (1788) p. 306. Lath. Ind. Orn. p. 75. No. 34. — Bechst. Lath. Uebers. I. 
(1793) p. 149. id. vol. IV. p. 61. — Vieill. Enc. Meth. IL p. 738. — 

Apionis marg-inata. Gonld. Proc. Z. S. 1836. p. 73. — 

Laraprotornis fusea. Peale. Un. St. Expl. Exp. (1848) p. 110. pl. 30. f. 2. 

— Hartl. Wiegm. Arcli. 1". Naturg. (1852) p. 103. — id. Apionis marginalis. 
p. 1;j2. — Apionis marginata. Cass. Un. St. Expl. Exp. (18r)8) p. 125. pl. VIL 
f. 1. - Apionis tabuensis et Cassini. G. R. Gray. Proc. Z. S. (1859) p. 163. 

- id. B. Trop. Isl. (1859) p. 26. — 

Ad. Corpore supra, alis et caiida fiiscis, pileo et capitis 
lateribus parum iiitensius tinctis; dorsi plumarum scapis palli- 
dis; remigibus primariis nigricantibus , minoribus 1 — 5 extus 
albo-marginatis, fasciam angustam longitudinalem formantibus ; 
subtus sordide albidus, subflavescens ; gutture, pectore et epi- 
gastrio olivaceo - grisescente longitudinaliter variegatis; gula, 
crisso et subcaudalibus immacidatis ; subalaribus albis; rostro 
brumieo, medio pallidiore; pedibus pallide corneis; iride 
aurantiaca. 

Long. 6f' ; rostr. 8'"; al.3"8'"; caud. 2"-, tars. 11'". 

Ovalou, Viti-Ins. (Bremer Museum.) 

Alt, Oberseite, Flügel und Schwanz dunkel olivenbraun, Kopf und 
Kopfseiten dunkler und die Federenden hier unter gewissem Licht metallisch 
grün scheinend. Schwingen erster Ordnung an Aussenfahne schwarz , ihre 
Deckfedern mit grünhchem Metallglanz. Die ersten fünf Schwingen zweiter 
Ordnung an Basishälfte fahhveiss gerandet, daher eine helle Längsbinde auf 
dem Flügel. Die Schäfte der oberen Theile fahlweiss, daher auf Mantel, 
Schultern, Rücken, Bürzel und oberen Schwauzdecken feine weissliche Längs- 
strichelchen. Unterseite schmutzig fahlweiss , die Federn auf Kropf , Brust 
und Obeibauch mit olivenfahlbraunen Aussenrändern , weshalb diese Theile 
von letzterer Farbe erscheinen, mit fahlweissen Längsstrichen. Untere Flügel- 
decken schmutzig weiss. Schwingen und Schwanz unterseits schwarzgrau. 

Schnabel schwarzbraun, in der Mitte heller, hornbraun-, Füsse und Nägel 
hornschwarzgrau. Im Leben Schnabel und Füsse dunkel röthlich, Iris orange- 
farben. (Peale). — 



104 Aplonis labuensis. 

Beide Geschlechter (nach Peale) gleich 5 nur bemerkt man beim ^ nichts 
von Metallschimmer auf den Kopf- und Halsfedern. 



Länge. 


Fl. 


Scbw. 


F. 


L. 


c. 6|'^ 


3"10'". 


2"2'". 


8"'. 


11 




3 8 


2 1 


7 


lU 



Die Beschreibung , Avelche Latham von seinem Lanius tabuensis , nach 
einem Exemjilare von den Freundschafts-Inseln im Leverian-Museum, entwirft, 
passt, wie wir schon früher aussprachen, so trefflich auf unseren Vogel , dass 
wir keinen Anstand nehmen Latham's Priorität anzuerkennen. Leichte Ab- 
weichungen in der Bezeichnung der Farbentöne halten uns eben so wenig da- 
von ab, als die Verschiedenheit in der Grösse (denn Latham giebt die Länge 
auf 8|^" = c, 8" Paris. M. an), weil wir aus Erfahrung wissen, dass man mit 
den Angaben der älteren Auetoren nicht allzu scrupolös verfahren muss. 
Weit weniger als Latham's Beschreibung seines Lanius tabuensis stimmt die 
von Aplonis marginata. Gould. mit unserm Vogel überein. Dennoch hält Gray 
beide, und mit Recht, für gleichartig, trennt aber, ohne seine Gründe geltend 
zu machen, die von Peale als neu aufgestellte Art ab, und giebt ihr, da schon 
eine ältere fusca (Goiild) in dem Genus existirt, den Namen Cassini. 

Wir linden, wie gesagt keinen festen Anhalt, um die Vögel von den 
Freundschafts - -und Viti- Inseln specifisch zu trennen und stützen uns dabei 
namentlich mit auf Cassin, der von beiden Localitäten Exemplare untersuchen 
konnte und sie nicht zu sondern vermag. 

A. tabuensis wurde durch Peale auf den Viti- und Freundschafts-Inseln 
gefunden. Von letzterer Localität stammt auch Gould's A. marginata, durch 
Mathews eingesandt. Gräffe sammelte die Art auf Viti (Ovalou) und den 
WalHs-Inseln (Uea). — 

Nach Peale ist A. tabuensis keineswegs selten, hat drosselartige Manie- 
ren und singt sehr angenehm. Man sieht ihn oft in der Nähe von cultivirten 
Feldern. 

Ueber das Brutgeschäft sind wir nicht im »Stande Mittheilungen zu 
machen, da alle Nachrichten hierüber fehlen , wir müssen uns daher auf die 
Beschreibung des Eies beschränken , welches unser Museum dem Museum 
Godeflfroy in Hamburg zu verdanken hat. — 

Dieses Ei ist sehr eigenthümlich indem es in der Färbung keineswegs, 
wie man vermuthen sollte, an Staar- oder Drosseleier mahnt, sondern viel- 
mehr au Corvus-Eier. In Grösse und Form kommt es am meisten mit Eiern 
von Lanius collurio überein , nur ist der Spitzentheil mehr zugerundet. Das 



Aplonis brevirostris. 105 

Korn ist sehr fein und zeigt keine Poren , dagegen glänzt die Oberfläche 
etwas. Die Grundfarbe des Eies ist ein mattes Hellgrün, welches sehr wenig 
in's Bläuliche zieht. Auf diesem Grundtone sind über die ganze Fläche des 
Eies zahlreiche bräunliche und mattere graue Strichelchen und Punkte ver- 
theilt, die zmveilen zusammenfliessen und dann grössere Flecken bilden. 

Länge 94"'. Breite 1'". 

Cassin's Abbildung ist sehr wenig getreu, sogar unrichtig, wesshalb wir 
es nöthig erachteten eine bessere zu geben. 

Erwähnen wollen wir noch, dass diese Art in Bonap. Consp. (p. 417) 
sehr irrthümlich mit Aplonis obscurus. Dubus. (nigroviridis. Less.) vereinigt 
wird. — 



sp. 48. Aplonis brevirostris. (Peaie.) 

t.X. f. 3. (ad.) 

Lamprotornis brevirostris. Peale. Un. St. Expl. Exp. (1848) p. 111. pl. 30. 
f. 3. - Hartl. Wiegm. Arch. f. Naturg. (1852) p. 103. — Aplonis brevirostris. 
Cass. Un. St. Expl. Exp. (1858) p. 126. pl. VII. f. 2. — G.R.Gray. Proc. 
Z. S. (1859) p. 163. — id. B. Trop. Isl. p. 27. — 

Mikivao, Eingeb. von Upolu. (Gräffe.) 

Ad. Capite supra et lateraliter fuscescente-nigro , nitore 
metallico nonnullo purpurascente ; dorsi plumis scapularibus- 
que fuscis, pallidius marginatis; cauda et alis fuscis, his fascia 
longitudinali remigum nonnullarum minorum marginibus exter- 
nis formata abida notatis ; subalaribus albidis ; subtus in fundo 
sordide olivascente pallidius striata, gula et subcaudalibiis ex- 
ceptis subunicoloribus ; rostro briinneo, apice obscuriore; pedi- 
bus dilute brunneis; iride aureo-flava. 

Long. ^"^, rostr. 5|"'; al. 3'' 7"'; caud. 1"11'"; tars. \". 

Upolu, Samoa-Ins. (Bremer Mus.) 

Alt. Schwingen und ihre Deckfedern nebst Schwanz dunkel schwarz- 
braun, die Schwingen erster Ordnung an Aussenfahne schwarz-, ihre Deck- 
federn mit grünlichem Metallglanz. Die zweite bis fünfte Schwinge zweiter 
Ordnung an Basishälfte der Aussenfahne fahlweiss gerandet, wodurch eine 
weissliche Längsbinde auf dem Flügel entsteht. Die olivenbraunen Federn 



106 Aplonis Lrevirostris. 

auf Kopf, Kopfseiten itnd Hinterhals mit metallglänzenden schwarzen Enden, 
daher diese Theile schwarz erscheinen. Die Federn der übrigen oberen Theile, 
Flügeldecken, Schultern, Mantel , Kücken , Bürzel und obere Schwanzdecken, 
dunkelolivenbraun , mit heller braunen Endrändern. Die Federn der Unter- 
seite olivenbraun mit fahlgrauen Endrändern vind fahlweissem Schaftstrich ; 
wesshalb die Unterseite fahlgraubraun erscheint, mit weisslichen Längsstrichen 
geziert. Kinn , Kehle , After , untere Schwanz - und Flügeldecken einfarbig 
schmutzig fahlweiss. Schwingen und Schwanz unterseits schwarzgraii. 

Schnabel, Füsse und Krallen hornbraun. Im Leben Schnabel und Füsse 
bräunlichroth ; Iris goldgelb. (Gräffe). Schnabel und Füsse röthlich hornfar- 
ben ; Iris hell orange. (Peale). 

Andere Exemplare unter den Sendungen Gräffe's nicht verschieden. 

Wie bei der vorigen Art lässt sich auch von dieser erwarten , dass die 
Geschlechter gleichgefärbt sein werden. 

Länge. Fl. Schw. F. L. 

c. 6" 3" 11'" 1"11'" 5^'" 11'" 

3 8 1 10 5| 12 

Obwohl im Allgemeinen mit A. tabuensis übereinstimmend unterscheidet 
sich diese Art nicht blos durch den bedeutend kürzeren und schwächeren 
Schnabel , sondern auch nicht unwesentlich in der Färbung. Die Oberseite 
ist nämlich viel dunkler , besonders fällt der schwarze Kopf und Hinterhals 
in's Auge. Die Unterseite ist ebenfalls dunkler als bei tabuensis und durch 
die sehr deutlich markirten weissfahlen Schaftstriche ausgezeichnet , während 
oberseits die weissen Schaftlinien fehlen. 

Diese sehr charakteristischen Merkmale werden in dem Atlas der Un. 
St. Expl. Exp. so ungenügend angegeben , dass diese Abbildung als gänzlich 
verfehlt zu bezeichnen ist. Die beigegebene durchaus naturgetreue wird da- 
her willkommen sein. 

A. brevirostris scheint nur auf den Samoa-Inseln vorzukommen. Peale 
nennt wenigstens keine andere Localität , und auch Dr. Gräffe sandte sie bis 
jetzt nur daher, und ZAvar von Upolu, ein. — 

Ausser der kurzen Notiz „besitzt musikalische Anlagen" theilt Peale 
nichts Weiteres über den interessanten Vogel mit. Die ebenso kurze Etiquett- 
angabe Dr. Gräffe's ,, Mageninhalt Früchte und Blätter" ist daher von beson- 
derem Interesse, weil wir aus derselben immerliin einen Hinweis auf die Nah- 
rung erhalten. 



Sturnoides alrifusca. 107 

sp. 49. Sturnoides*) atrifusca. (Peaie,) 

Lamprotornis atrofusca. Peale. Un. St. Expl. Exp. (1818) p. 109. pl. 30. 
f. 1. — Hartl. Wiegm. Arch. f. Naturg. (1852) p. 102. — Calornis corvina. Cass. 
(nee Kittl.) Uu. St. Expl. Exp. (1858) p. 124. — Stournoide geant. Hombr. et 
Jacq. voy. Pole sud. pl. 15. f. 2. — id. Sturnoides gigas. Zool. III. (Jacqu. et 
Puch.) 1853. p. 84. — Chlamydera spec. No. 3. G. K. Gray. Gen. of B. IL p. 325. 
— id. Chamydera gigas et Calornis atrofusca. B. Trop. Isl. p. 25. 26. — 
Fiiia, Eingeborne von Upolu. (Gräffe.) 

Ad. Fusco - purpurascens , iiitore pulchro metallico re- 
splendeiis; pallii et gastraei toti plumis alarumque tectricibus 
margiiie pallescentibus ; cauda et alis fiiscis, remigibus inar- 
gine exteriio obscure fulvo - rufesceiitibus ; rostro pedibusque 
corueo-nigris ; iride fusco-rubente. 

Long. lOi"; rostr. 13'"-, al. 54" 5 caud. U" ; tars. 14"'. 

Upolii, Samoa-Ins. (Bremer Mus.) 

Alt, Dunkelolivenbraun; die Federn der Schultern, auf Mantel, Rücken, 
Bürzel , Brust , Bauch, After, den Seiten, unteren und oberen Schwanzdecken 
mit fahler olivenbraunen Endsäumen , die unter gewissem Licht einen kupfer- 
braunen Metallschimmer zeigen , dieser Schimmer zeigt sich auch , aber viel 
schwächer, auf der Innenfahne der Schwingen , tritt aber an den Enden der 
schwarzbraunen Federn des Kopfes und Halses so intensiv zum Vorschein, 
dass der ganze Kopf, Hals, Kehle, Kropf, Oberbrust und theilweis auch der 
Mantel lebhaft metallisch kupferbraun scliillern. Gegen das Licht betrachtet, 
verwandelt sich dieser Schiller in stahlgrün. Schwingen heller olivenbraun, 
namentlich auf der Innenfahne mit einem olivenrostbraunen Anfluge, das 
Enddrittel dunkel olivenbraun. Untere Flügeldecken schmutzig rostbräunlich 
verwaschen , die Schwingen unterseits ebenso , aber lebhaft. Schwanz unter- 
seits matt olivenbraun. Schnabel, Füsse und Krallen homschwarz ; Iris schwarz. 
(Gräffe.) — Iris röthlichbraun. (Peale.) 

Ein anderes Exemplar, Upolu (Coli. Godeffroy) ganz ebenso, aber die 
Schwingen, besonders an Innenfahne, deutlicher rostbraun. 



*) Die Galtungskeiiiizcicheii sind hier ausriihrlicli ilargesiclll. — Als zweite Art dieses, durch 
den längeren, mehr gestreckten Schnabel besonders ausgezeichneten Genus, betrachten wir Lam- 
protornis corvinus. Kittl. — 



108 Sturnoides corvina. 

Lange. Fl. Schvv. F. L. 

c. 9V"— 10'" b"4"' 3"9"' 12^'" 18"' 
5 6 3 7 16 

Das ^ ist (nach Peale) gleich dem J , zeigt aber keinen so lebhaften 
Metallglanz auf den Kopf- und Halsfedern. 

Durch Hombron und Jacquinot auf den Samoa - Inseln entdeckt, wurde 
die Art neuerdings ebendaselbst durch Peale und Dr. GräflFe nachgewiesen 
und zwar ist sie nach dem ersteren Reisenden nicht ungewöhnlich auf Tutuilla 
und Upolu. Dr. GräflPe's Exemplare stammen von der letzteren Insel her. 

Nach Dr. Pickering ist atrifusca ein lebhafter und lärmender Vogel, 
dabei wenig scheu. Man sieht ihn meist in den unteren Zweigen der Bäume. 

Der kupferfarbene Metallschimmer , die mehr rostbraunen Schwingen, 
die helleren Federsäume, welche sich auf der dunklen Gesammtfärbung deut- 
lich abheben und die hervorragende Grösse zeichnen atrifusca vor allen 
congenerischen Arten so auffallend aus , dass es uns , seitdem wir den Vogel 
autoptisch kennen lernten , ganz unbegreiflich vorkommt , wie derselbe durch 
Cassin und Pucheran so gänzlich verkannt werden konnte. Ein Blick auf 
den Atlas der Südpolreise überzeugte uns nämlich sogleich , dass der „Stour- 
noide g^ant" Hombron's nichts als diese Art ist. Die ausführliche Beschrei- 
bung Pucheran's lässt vollends keine Zweifel übrig. Cassin ignorirt indess 
die Abbildung der Südpolreise und deutet den Samoavogel auf den L. corvina 
Kittl. : ein entschiedener Missgriff. 



Um ferneren Verwechselungen vorzubeugen , scheint es uns nöthig die 
beiden anderen mit L. atrifusca zunächst verwandten oceanischen Arten in 
Kürze zu characterisiren. 

l^tnrnoideN corvina. Kittl. 

Lamprotornis corvina. Kittl. (nee Cass.) Kupfert. 2. Heft (1833.) p. 12. 
t. XV. f. 3. — id. Mem. FAcad. de Sei. de St. Petersb. Tom. II. 1835. p. 7. 
tab. 9. — Bp. Consp. I. p. 417. — Lamprocorax corvinus. Hartl. Gab. J. f. Orn. 
1854. p. 168. — Calornis corvina. Gray. B. Trop. Isl. p. 25. — 

Glänzend schwarz, die Federenden mit stahlgrünem Metallglanz, unter 
gewissem Licht in's Purpurröthliche schimmernd. Die Zügelfedern sammt- 
schwarz. Schnabel und Füsse schwarz. Iris purpurroth. Der Schnabel sehr 
gestreckt, ziemlich dünn und lang. Der Schwanz abgerundet, da die /äusseren 
Federn verkürzt sind. 

Länge c. 9V'. Fl. 5"2'". Schw. 4". F. 13'". L. 13'". 

Von der Carolinen-Insel Ualan , wo die Art (nach Kittlitz) nur in den 
tiefsten, gebirgigen Wäldern des Inneren angetroffen wird und daher sehr 



Calornis Kittlilzi. 109 

selten ist. Die Nahrung ist fast ausseliliessend animalisch und besteht in 
grossen Insekten, kleinen Eidechsen und dergl. — 

Diese Art verdient wegen des langen Schnabels , der noch gestreckter 
als bei St. atrifusea ist, generisch mit demselben vereinigt zu werden, während 
die folgende, obwohl mehr ein Uebergangsglied bildend, sich näher den eigent- 
lichen Calornis anschliesst. 

Calorniis Kittlitzi. Nob. -^ 

Lamprotornis columbinus. Kittl. (nee Gml.) Kupfert. 2. Heft. (1833) p. 11. 
t. XV. f. 3. — Calornis opaca. (part.) Gray. B. Trop. Isl. p. 26, — Calornis 
columbina. Gml. Pelz. Novara Exped. Vög. 1865. p. 88. — 

? Pacific Shrike. Lath. Gen. Syn. I. p. 164. No. 10. — 

Lauius pacificus. Gml. S. N. I. (1788) p. 306. — Lath. Ind. Orn. p. 75. 
No. 23. — Bechst. Lath. Uebers. vol. I. (179:3) p. 149. — id. vol. IV. p. 60. 
— Vieill. Enc. M^th. IL p. 735. — Lamprotornis columbinus. Bp. Consp. p. 417. 
(syn. emend.) — Calornis pacifica. Gray. B. Trop. Isl. p. 25. — 

Ualan. (Bremer Mus.) 

Glänzend schwarz, die Federenden mit stahlgrünem Metallglanz. Zügel 
sammtschwarz. Schnabel und Eüsse schwarz. Iris gelb. 

Beim jungen Vogel ist die Iris schwarzgrau. (Zelebor.) — 

Länge c.8"3'". Fl. 4"11'". Schw. 3"2'". F. 9"'. L. 13'". 

In der Färbung und Grösse äusserst nahe mit St. corvina verwandt, aber 
durch den viel kürzeren an Basis ansehnlich dickeren Schnabel, welcher ganz 
Calornis-artig ist, leicht kenntlich. Der gerade Schwanz ist ebenfalls kürzer, 
daher die Körperlänge viel geringer als bei corvina. Wie v. Kittlitz mittheilt 
unterscheiden sich beide Arten auch im Betragen, Haltung und Stimme sehr 
entschieden. Diese lebt gesellig, nährt sich fast nur von Früchten und liebt 
die Nähe menschlicher Ansiedelungen. Sie ist auf den Marianen und Caro- 
linen häufig und wurde neuerdings durch die Novara-Exped. auch von Puy- 
nipet, Senjawin-Gruppe nachgewiesen. 

Eine genaue Durchsicht der Synonymie hat uns gezeigt , dass dieser 
Vogel bisher sehr willkürlich auf Turdus columbinus. Gml. gedeutet wurde, 
eine Art, die nach Gmelin's sehr kurzer, ungenügender Beschreibung zu urthei- 
len ohne Zweifel mit seinem T. cantor identisch ist, wofür auch die Heimaths- 
angabe spricht. — Dagegen scheint Lanius pacificus. Gml. mit unserer Art 
identisch*, die Frage lässt sich indess jetzt nicht mehr genügend lösen. — 

lieber C. cantor. Gml. (panayensis. Scop. = columbinus. Gml. — Kittl. 
Kupf. t. 15. f 1.) giebt Cabanis (Mus. Hein. I. p. 200) critische Auskunft. 
Diese philippinische Art wurde bisher sehr unrichtig mit C. chalybeus Horsf. 
(■= C. cantor. Temm.) von Java identificirt. 



110 Plilinopus Perousei. 

sp. 50. 1. Ptilinopu!^ Perousei. Peaie. 

Ptilinopus Perousü. Peale. Uu. St. Expl. Exp. (1848) p. 195. pl. 54. — 
Hartl. Wiegm. Arch. f. Naturg. (1852) p. 115. — Colombe Kurukuru de Viu- 
cendon (Columba Kurukuru superba. Femelle.) Hombr. et Jaequ. Ann. des Sc. 
nat. 2. Serie vol. XVI. (1841.) p. 316. — id. Ptilinope de Marie, voy.au Pole 
sud. pl. 29. f. 2. — Ptilonopus — ? G. R. Gray. Gen. of B. m. App. p. 23. — 
Kurukuru samoensis. Desm. et Prev. Text. Zool. du voy. de la Venus, p. 247. 

— Ptilinopus somoensis. J. Verr. (M. S. S.) — Ptinilopus Mariae. Jacqu. et 
Puch. voy. Pole sud. Zool. III. (1853) p. 115. — Ptilopus mariae. Bp. Consp. II. 
p. 22. — Ptilinopus Perousü. Cass. Un. St. Expl. (1858) p. 274. pl. XXXIII. 

— Ptilonopus Mariae. Reichb. Tauben, p. 96. — id. Neuentd. Tauben, p. 178. 

— Novit, t. LXI. f. 2586. (Nach Hombr.) — Novit, t. IV. f. 38. 39. 40. (Nach 
Cass.) — et Novit, t. V. f. 49 et 50. (jun. nach Bp.) — Ptilonopus Mariae. 
Gray. List. Columbae. p. 4. — id. B. Trop. Isl. p. 37. — 

Jüngerer Vogel, 
t. XL f. 1. 
Ptilinopus Caesarinus. Hartl. Gab. J. f. Orn. (1864) p. 413. — 
Manu-mä, Eingeborne von Samoa (Peale). 
Sokulu, „ „ Viti-Levu (Gräffe). 

Ad. Fronte et vertice, fascia lata interscapulari in liu- 
meris protracta tectricibusque caudae inferioribus saturate et 
perpulclire purpnreis, his dilutius tinctis; occipite, cervice col- 
loque toto pallide albido-flavescente," dorso virescente-flavo; 
caudae et alarum tectricibus, rectricibus remigibusque ultimis 
canis, flavo-marginatis ; majoribus extus viridibus, nitore aureo- 
rubente; gutture nitide purpureo alboque vario; pectoris su- 
perioris macula ocbraceo purpureoque varia; abdominis totius 
plumis albis, margine et apice flavis; rostro nigricante, apice 
pallido; iride sanguinea. 

Long. 84"; rostr. b'" ; al. 5"; caud. 3"; tars. 8'". 

Upolu, Samoa-Ins. (Bremer Museum). 

Alt. Kopf, Hals und Unterseite weiss, die Federn mit gelben Seiten- 
säumen, daher diese Theile blass gelblich angehaucht erscheinen. Die hin- 
teren Schenkelfedern deutlich blassgelb. Stirn, Zügel, Vorderkopf und Scheitel 
dunkel purpurroth , ebenso die unteren Schwanzdecken , letztere aber mehr 
in's Violettpurpurrothe. Die gegabelten Federn der Kehle und des Kropfes 



Plilinopus Perousei. 111 

in der Mitte mit breitem violettpurpurrothen Querbande, weisser Basis und 
breitem , weissen Ende , daher diese Theile weiss und purpurroth carrirt er- 
scheinen. Auf der Oberbrust die Federn ebenfalls mit violettpurpurrother 
Querbinde und breitem blass orangebräunlichem Ende, weshalb hier die letz- 
tere Farbe vorherrscht. Von gleicher Farbe ist eine Querbinde , welche 
oberseits die dunkel purpurrothe breite Mantelbinde begrenzt. Letztere dehnt 
sich in gleicher Breite auch über die kleinen oberen Flügeldecken am Unter- 
arm, jederseits bis fast zum Flügelbuge aus. Uebrige Mantel, Rücken und 
Bürzel olivengelb , die Basis der Federn hellgrau. Flügeldeckfedern , Schul- 
terdeck - und obere Schwanzdeckfedern schön hellgrau , gelb umsäumt. Die 
Schwanzfedern ebenfalls hellgrau mit schmalen gelblichen Endsäumen, unter 
gewissem Lichte bemerkt man sehr verwaschene dunklere Querlinien. Schwin- 
gen dunkel metallgrün, an Innenfahne nicht ganz bis zum Ende schwarz, 
am Ende mit kupferigem Metallschimmer. Letzteren bemerkt man auch auf 
der Aussenfahne der Schwingen zweiter Ordnung, die ausserdem schmal weiss- 
grau gesäumt sind. Die letzten Schwingen zweiter Ordnung sind hellgrau, 
wie die oberen Flügeldecken, mit blassgelbem Saum an Aussenfahne und 
metallgrünem Ende. 

Untere Flügeldecken weissgrau. Die ScliM'ingen unterseits aschgrau, 
ebenso die Schwanzfedei'n von unten, letztere aber am Ende heller. 

Schnabel hornschwärzlich mit horngrauer Endhälfte ; Füsse und Krallen 
schwärzlich horngrau. Im Leben: Schnabel dunkelgrün; Füsse blassbhiu; 
Iris roth. (Peale). Iris weisslich ; Füsse und Schnabel grünlichgrau. (Hombr.) 

Alter Vogel von Viti (Dr. Sclater's Collection) ganz wie der vor- 
hergehende , aber auf den äusseren Schwanzfedern auf Aussenfahne noch ein 
grüner Fleck und die Deckfedern der Schwingen zweiter Ordnung am Ende 
ebenfalls grün. 

Die Abbildung des alten Vogels in der Südpolreise zeigt auf den seit- 
lichen Schwanzfedern eine breitere grüne, bronzeschillernde Querbinde. 

Nach Analogie zu urtheilen findet im ausgefärbten Kleide keine Ge- 
schlechtsverschiedenheit statt. Peale theilt darüber leider Nichts mit. Eben 
so wenig spricht er sich über das Jugendkleid aus. Cassin vex'muthet aber, 
dass es grün sein werde. 

Nachdem wir aber eine ziemliche Anzahl Exemplare dieser seltenen 
Taube untersuchen konnten, sind wir in Betreff des Jugendkleides in's Reine 
gekommen und zwar wurde es uns, überraschend genug, zur Gewissheit, dass 
unsere Pt. cesarinus der jüngere Vogel von Perousei ist. Eine solche Ver- 



113 Ptilinopus Perousei. 

schiedenheit hätte freilich Niemand im Voraus ahnen können , da es aller 
Analogie zuwider ist , dass ein Vegel mit lebhaftem Kupferschimmer (wovon 
der alte keine Spur zeigt) und circumscripter Kopfplatte ein jüngerer sein soll. 
Wir konnten daher auch damals mit gutem Gewissen unseren cesariuus als 
verschiedene Art einführen. 

Inzwischen erhielten wir aber Exemplare die theilweis Uebergänge zei- 
gen und diese bestimmten uns die neue Ai-t selbst wieder einzuziehen. Im 
Nachfolgenden geben wir die Beschreibungen der betreffenden , besonders 
wichtigen, Exemplare. 

Jun. Supra viridis, nitore aureo cupreoqiie resplendens ; 
fronte et vertice intense roseo-purpureis ; gula albida; gutturis 
pectoris plumis vireiitibus, apice cano-albidis; epigastrio medio 
et pulclire purpureo variegato ; abdomine sulfureo-flavo, erissum 
versus et lateraliter albo vario; subcaudalibus flavis; remigi- 
bus tertiariis apicem versus flavo-niarginatis ; rectricibus sub- 
tus cinereis, fascia anteapicali obscuriore parum conspicua; 
rostro et pedibus plumbeis; iride brunnea. 

Long. c. 7V'; rostr. 4|'"; al. 5"; caud. 2|"; tars. 8"'. 

Viti-Levu, (Type von Pt. cesarinus im Bremer Museum). Siehe t. XI. f. 1. 

J. (Nicht ganz alt.) Stirn, Zügel, Vorderkopf und Scheitel purpurroth. 
Hinterkopf, Kopfseiten, Hinterhals, Halsseiten und übrige obere Theile dunkel 
grasgrün, mit kupferrothem Metallschimmer, der unter gewissem Licht beson- 
ders stark hervortritt, namentlich auf dem Mantel, den oberen Flügeldecken, 
an den Aussensäumen der zweiten Schwingen und auf der Aussenfahne der 
Schwanzfedern. Die oberen kleinen Flügeldecken am Unterarm erscheinen 
dann beinah roth. Gegen das Licht betrachtet erscheint indess die ganze 
Oberseite dunkel glänzend grün, die Schwingen und Deckfedern dunkel metall- 
grün, mit gelben Aussensäumen, Schwingen an Innenfahne schwarz •, die letz- 
ten der zweiten Ordnung, sowie die Deckfedern der zweiten Schwingen aussen 
schmal verwaschen gelb gesäumt. Schwanzfedern an Innenfahne, nicht ganz 
bis zum Ende, grauschwärzlich, am Ende der Innenfahne mit graitweissem 
Fleck, unterseits grau, mit einer verAvaschenen dunkleren Binde vor dem 
Ende. Oberseits bemerkt man, unter gewissem Licht, auf den Schwanzfedern, 
dunklere Querlinien. Untere Flügeldecken grau; Schwingen unterseits dun- 



I*liliiin|iiis l'oroiisci. 113 

kelgran. Kinn weisslich. Die gaLelig gespaltenen Kclil- und Kropffedern 
hellgrau, quer über die Mitte grün, welche Farbe überall hervorleuchtet; auf 
den unteren Kropffedern zieht sich über die grüne Mitte noch eine schmälere 
düster purpurrothe Querlinie. Auf der Brustmitte ein verwaschener purpur- 
rother Fleck. Brust und übrige untere Theile hellgrau, jede Feder mit ftihl- 
gelben Seitensäumen , daher ein blassgelber Ton vorherrscht , besonders auf 
dem Bauche. Die Schenkelseiten und After fast weiss, jede Feder am Ende 
gelblich. Die unteren Schwanzdecken gelb. Ijaufbefiederung schmutzig 
grünlich. 

Schnabel hornschwärzlich mit horngrauem Spitzentheile-, Füsse und 
Krallen hornschwarzgrau 5 Iris braun. (Gräffe). 

$ von Viti - Levu , (Collect. Godeffroy) ganz wie das vorhergehend be- 
schriebene ^. 

Ein anderes Exemplar von Viti (Dr. Sclater's Collection) ähnelt 
sehr den vorhergehenden , die Oberseite ist aber dunkler grün und zeigt deii 
kupferrothen Metallschimmer weniger deutlich; die rothe Platte des Vorder- 
kopfes und Scheitels ist weniger scharf begrenzt ; Hinterkopf, Hinterhals und 
Halsseiten mehr graugrün ; Kinn und Oberkehle weiss ; die Federn des übrigen 
Vorderhalses grün mit breiten grauweissen Endsäumen, daher die letztei'e Farbe 
vorherrschend. Brustfedern grün mit schwacher Andeutung einer purpurröth- 
lichen Querbinde. Bauch, Bauchseiten, Schenkel und After weisslich, jede 
Feder am Ende blassgelblich verwaschen; untere Schwanzdecken gelb. 

Aelteres J von Upolu (Collection Godeffroy) fast wie das vorher- 
gehende, aber der kupferrothe Mctallschimmer nur auf den Deckfedern und 
Schulterdecken so intensiv hervortretend ; Hinterkopf und Hals grün, die Fe- 
dern am Ende stark in's Grauweisse ziehend ; Kehlfedern weiss mit blass pur- 
purrother Basis ; die Federn der übrigen Unterseite schmutzig grün, jede Feder 
mit grauweissen, gelblich angehauchten Endsäumen; Schenkel und After ein- 
farbig gelblichweiss. Die unteren Schwanzdecken inid Kopfplatte dunkel 
violettpurpurroth. 

Dieses Exemplar würde ziemlich mit der Beschreibung von Reichen- 
bach's Pt. Mariae, jun. (Neuentd. Tauben, p. 178. — Novit, t. V. f. 50.) über- 
einstimmen, die Bonaparte (Iconogr. des Pig. t. 26. f. b.) entnommen ist. 

Ein anderes Exemplar (Collection Godeffroy) wie das vorhergehende 
mit rothen unteren Schwanzdecken , die gelb gespitzt sind , und deutlicher 
rother Kopfplatte, zeigt Kopfseiten, Kinn und Oberkehle gelblich, die Kropf- 
federn wie beim alten Vogel , aber unreiner , der orangebräimliche Brustfleek 



114 Ptilinopus Perousei. 

ist ebenfalls vorhanden •, die Unterseite gelblich , nur die Schenkel grünlich 
verwaschen. Die Oberseite ist grün , aber einzelne Mantelfedern zeigen 
schmale pur pur rot he Endspitzen. Die gelben Säume der Schwingen 
fehlen; die Schwanzfedern haben an Innenfahne einen grossen grauweissen 
Endfleck. 

Dieses Exemplar erweist sich, der purpurrothen Endspitzen der Mantel- 
federn halber , so spärlich dieselben auch noch auftreten , deutlich als ein 
Uebergangskleid . 

Ein anderes wird im Atlas der amerikanischen Expedition dargestellt, 
nämlich ein Exemplar, welches neben der vollkommen ausgefärbten Zeichnung 
des alten Vogels, hinsichtlich des Rothes, der Färbung der Unterseite und des 
Schwanzes, doch noch grünen Hinterkopf, Hinterhals und Mantel zeigt, ebenso 
sind die Deckfedern der zweiten Schwingen noch grün und auch einzelne der 
grauen oberen Flügeldecken haben grüne Endsäume. 

Auf welche Weise die Farbenveränderung vor sich geht und wie lange 
Zeit bis zum vollkommenen Kleide erforderlich ist, wissen wir nicht. Indess 
ist es uns zur Gewissheit geworden, dass die sogenannte Pt. cesarinus keines- 
wegs ein ganz junger Vogel ist, sondern sicherlich ein im zweiten oder dritten 
Jahre befindlicher. 

Der Abbildung des typischen Exemplars von Pt. cesarinus, fügen wir 
die eines alten Vogels (im Hintergrund) bei. 

Der jährige Vogel ist, nach Analogie zu urtheilen, jedenfalls ganz ohne 
Roth und mehr oder weniger einfarbig grün. 



Länge. 


Fl. 


Schw. 


F. 


L. 




c. 8 " 


5" 


3" 


4V" 


9^'" 


ad. Upolu. 


n 


4 11 '" 


3 


4 


9 


ad. Viti. 




4 9 


2 6"' 


H 


9 


ad. Viti. 


7^"— 8" 


4 9 


2 6 


5 


9 


jun. (caesarinus.) Upolu, 




4 5^ 


2 8 


4i 


— 


5» tl 




4 10 


2 11 


^ 


^ 


•>■) 11 




4 7 


2 9 


5 


9 


Viti. 



Diese Taixbe, welche Bonaparte, vollkommen im Einklang mit unseren 
Ansichten, für die schönste von allen erklärt, bewohnt sowohl die Viti- als 
Samoa-Gruppe. Der unglückliche Seefahrer La Perouse scheint sie zuerst be- 
sessen zu haben. Später erlangten sie llombron und Jacquinot auf Balaou, 
Viti • Des Murs erhielt sie von Samoa. Titian Peale sammelte verschiedene 
Exemplare auf Upolu , Samoa - , und Mathuata , Viti - Inseln. Das Britische 



Ptilinopus fasciatus. 115 

Museum erliielt sie durch Rev. Stair von Samoa und Ngau - Island , Viti. 
Dr. Gräffe sandte die Art von Viti-Levu und Upolu ein. 

Peale giebt nur folgende kurze Bemerkung: „hält sich meist in Berg- 
schluchten auf und ist nicht sehr häufig." — 



sp. 51. ^. Ptilinopus fasciatus. Peale. 

t. 2. f. 3. (Ei). — 

Ptilinopus fasciatus. Peale, Un. St. Expl. Exp. (1848) p. 193. pl. 53. — 
Hartl.Wiegm.Arch. f. Natiirg. (1852.) p. 115. — Gas«. Un. St. Exp. (1858) 
p. 271. pl. 31. — Ptilonopus fasciatus. Reichb. Neuentd, Tauben, p. 177. Novit. 
Suppl. t. IV. f. 34. 35. (fig. pess.) — G. R. Gray. List. Columbae. p. 4. — id. 
B.Trop.IsLp. 37. — id. Ptilonopus — ? p. 37. 

Kurukuru clementinae. Des Murs. et Prev. Text. Zool. du voy. de la Venits. 
p. 264. — Ptilonopus (de Clementine) G. R. Gray. Gen. of B. App. p. 23. — 
Ptilinope de Cl^mentine. Hombr. et Jacqu. voy. Pole sud. pl. 29. £ 3. — Ptinilo- 
pus Clementinae. Jacqu. et Puch. voy. Pole sud. Zool. III. (1853) p. 1 17. — Ptilo- 
pus clementinae. Bp. Consp. II. p. 22. — Ptilonopus Clementinae. Reichb. Tau- 
ben, p. 96. t. 240. f. 2588. — G.R.Gray. B. Trop. Isl. p. 38. — 

Columba purpurata Temm. et Knip. Pig. II. pl. 34. — Columba purpurata 
premiere var. Temm. Hist. nat. Pig. I. (1813) p. 282. — Desm. Dict. Sc. Nat. 
vol. 40. (1826) p. 339. — Columba purpurata. Wagl. Syst. av. sp. 30. (Mas et 
foem. ad). — Ptilopus porphyracea. Bp. (nee Forst nee auct.) Consp. II. p. 21. 
— Ptilonopus porphyraceus. Reichb. Tauben, p. 95. — Ptilonopus porphyra- 
crus pt. G. R. Gray. B. Trop. Isl. p. 38. — 

? Ptilinopus purpuratus. (Sws.) Selby. Nat. Libr. vol. V. p. 103. (text. 
nee tab.) — 

Manu-tagi oder Manu-tangi, Eingeb. von Samoa. (Peale. Gräffe.) 
Nariga, Eingeborne von Uea. (Gräffe.) 

Ad. Pileo usque ad occiput pulchre et dilute viola- 
scente-purpureo, margine flavicante vix conspicuo; capite reli- 
quo, coUo toto pectoreque virescente-albidis ; dprso, alis et cauda 
nitida viridibus, nitore nonnullo aureo; remigibus minoribus 
flavo-limbatis ; majoribus schistaceo - nigris , extus aureo-viridi- 
bus; rectricibus f'ascia lata apicali albido- flava, subtus pure 
cinereis, apice late albis, flavo-tinctis ; macula epigastrii obso- 
lete vinaceo-rubente , lateribus viridibus; abdomine imo cris- 



116 Ptilinopus l'ascialus. 

•soque pure flavis; subcaudalibus longioribiis ex aurantiaco ru- 
bentibus; subalaribus cinereis; rostro et pedibus nigricante- 
plumbeis; iride flava. 

Long. 8V'-, i-ostr. 6'"; al. 5"; caud. 3"; tars. 8'". 

Uea, Wallis-Inseln. (Bremer Mus.) 

Alt. Stirn, Zügel, Vorder- und Oberkopf violettpurpnrroth ; übrige 
Kopf, Hals, Kehle, Kropf und Brust graulielnveiss , mit einem schwachen 
grünlichen Anfluge ; die Federn sind nämlich auf der Mitte blassgrfin, an der 
Basis grau. Kinn und Oberkehle rein weiss. Die rothe Scheitelplatte ist 
hinterseits undeutlich ganz schmal gelb umsäumt. Mantel, Flügeldecken und 
übrige Oberseite glänzend grasgrün , unter gewissem Licht schwach kupferig 
metallschimmernd. Sch\\ingen dunkel metallgrün, auf der Innenfahne nicht 
ganz bis zur Spitze glänzend schwarz. Üie Schwingen zweiter Ordnung an 
Aussenftihne sehr schmal gelb gesäumt. Die längsten Schulterdecken vor dem 
Ende mit graulichlilafarbenem dreieckigen Fleck. 

Schwanzfedern dunkel metallgrün, wie die Schwingen, mit breiter weiss- 
gelber Endbinde , die äussersten Federenden in's Grüne. Die Innenfahne der 
Sclnvanzfedern an Basishälfte schieferschwarz. Unterseite der Schwanzfedern 
aschgrau, mit gelblichweisser Eudbinde. Schwingen unterseits dunkel schie- 
fergrau, die grössten unteren Flügeldecken etwas heller. Die übrigen unteren 
Flügeldecken , sowie Bauch , Bauchseiten , obere Schenkelseiten und Lauf be- 
fiederung düster grasgrün. Auf der oberen Bauchmitte , an die Brust gren- 
zend, ein grosser purpurweinrother Fleck. Unterbauch, After, hintere Schen- 
kelseiten und die vorderen unteren Schwanzdecken dunkelgelb , die Basis der 
Federn weiss. Die übrigen unteren Schwanzdecken orangeröthlich , mit ver- 
waschenen gelblichen Endsäumen. 

Schnabel schwärzlich, mit horngrauer Spitze •, Füsse und Krallen horn- 
graubraun. Im Leben : Schnabel smaragdgrün , Füsse blutroth , Iris gelb. 
(Peale). Iris braun. (Gräffe ) — 

Junger Vogel (Collect Godeffroy) ohne die rothe Kopfplatte; der 
Kopf und Hals vielmehr einfarbig graugrün-, Kinn weisslich. Brust- und 
Bauchmitte nebst After und unteren ScliAvanzdecken gelbhchweiss, untere Kör- 
perseiten uud Laufbefiederung graugrün M'ie der Hals. Obere Flügeldecken 
und die Schwingen zweiter Ordnung am Ende weisslich geraiidet. Schwanz- 
federn grün, wie der Kücken, mit gelbweissem Ende. 

Schnabel schwarz : Füsse hornschwarz. 



Ptilinopus fasciatus. 11 7 

Noch jüngerer Vogel von Uca (Leidener Museum) auf der Ober- 
seite glänzend dunkel grün , die Federn mit gelben Endsäumen, die nament- 
lich auf Flügeldecken und Schultern breit und sehr deutlich, auf Bürzel und 
den oberen Schwanzdecken sehr schmal sind und auf dem Oberkopfe ganz 
fehlen. Aiif den Zügeln bemerkt man eine schmale verwaschene gelbe Linie, 
Kopfseite mehr graugrün, Kinn und Kehle fast grau, Kropf und Brust matt- 
grün, jede Feder mit schmalem gelben Endsaume , die Bauch- und Schenkel- 
seiten mehr einfarbig grün. Bauch , After und untere Schwanzdecken gelb, 
auf Bauchmitte einige l'edern mit purpurvioletten P^ndspitzen. Schwingen 
schwarz, an Aussenfahne grün, mit weissen Endspitzen ; die letzten Schwingen 
zweiter Ordnung gelb umsäumt, Schwanzfedern grün mit gelben Endsäumen. 



Läage. 


n 


Scliw. 


F. 


1.. 




c. 8" 


4"10'" 


2"8"' 


6 '" 


9V' 


' alt. 




4 9 


2 7 


H 


8^ 


alt. 




4 6 


2 2 


5 


8 


jiing- 




4 7 


2 5 


5.^ 


9 


jung. Uea. Leid. Mus. 



Wie von den meisten verwandten Arten ist auch die Geschichte dieser 
meist sehr falsch dargestellt worden. Erst Cassin gebührt das Verdienst uns 
mit dieser Taube genauer bekannt gemacht zu haben. Er bemerkte zugleich 
auch sehr richtig, dass die von Temminck s. u. C. purpurata beschriebene und 
auf pi. 34 abgebildete Taube , welche Bonaparte im Conspectus nur fragend 
erwähnt , zu dieser gehört. Temminck's Beschreibung stimmt in der That 
sehr genau überein, nur möchten wir erwähnen, dass er die Farbe der Kopf- 
platte „beau rouge-rose" nennt, den purpurweinrothen Fleck auf der Unter- 
brust nicht erwähnt und die unteren Schwanzdecken nur als gelb beschreibt. 
Dies sind indess Alles nur leichte individuelle Abweichungen. 

Wagler hat ohne Zweifel, wie aus verschiedenen Stellen seiner Besclu-ei- 
bung hervorgeht , seine Columba purpurata ( ^, et Q. ad) theils nach Temminck 
(pl. 34; , theils nach Forster's C. j)orphyracra (ex Tongatabu) entworfen und 
somit eine Beschreibung geliefert, die auf keine Art genau passen will. 

Mit Temminck nennt er die Färbung des Oberkopfes „roseo-rubro", er- 
wähnt aber das gelbe Schwanzende gar nicht und beschreibt die Schwingen 
zweiter Ordnung höchst sonderbar mit „secundariis flavo - marginatis , apice 
virescenti-albidis." 

Eine richtige Lösung der Wagler'schen Art ist daher nicht möglich und 
man wird wohlthun, sie für die Folge ganz zu übergehen. 



118 Ptilinopus fasciatus. 

Ein genaues Studium der polynesisclien Ptilinopen hat uns auch über- 
zeugt, dass noch einige andere Beschreibungen auf diese Art Bezug haben. 

Zunächst wurde es uns zur Gewissheit, dass die Columba Clementinae 
der Südpolreise (von Viti) unzweifelhaft mit Peale's fasciatus identisch ist. 
Beschreibung und Abbildung stimmen vollkommen überein. Nur ist auf letz- 
terer das Roth der Kopfplatte zu weit nach hinten gezogen und die Färbung 
des Kopfes und Halses zieht zu stark in's Gelbe. Durchaus falsch, und mit 
der Besclireibung im Widerspruch , ist über dem rothen Bauchfleck noch ein 
grüner angegeben. Die lilablauen Spitzenflecke der Schulterdecken sind viel 
zu dunkel dargestellt , denn in der Natur erscheinen sie nur schwach ange- 
deutet und bei manchen Individuen bemerkt man kaum eine Spur von ihnen. 
An der Copie in Reichenbach's Taubenvögeln liesse sich noch mein- aussetzen. 

Wir zweifeln auch nicht im geringsten, dass die Pt. prophyracea in 
Bonaparte's Conspectus (von Viti , angeblich auch Tongatabu) mit unserer 
Art identisch ist. 

Ebenso wahrscheinlich ist es uns , dass die Beschreibung von Pt. pur- 
puratus in der Nat. Library, welche nicht im geringsten auf die beigegebene 
Abbildung passt, ai;f eine Pt. fasciatus begründet wurde. 

Cassin's Beschreibung und Abbildung lassen Nichts zu wünschen übrig 
und stimmen ganz mit den von uns untersuchten Exemj)laren ttberein. Nur 
möchten wir bemerken , dass Cassin Nichts von den lilablauen Spitzenflecken 
der längsten Schulterdecken erwähnt , die indess , wie bereits angeführt , sich 
nicht immer deutlich markiren. 

Die Copie in Reichenbach's Tauben (aus Cassin) giebt dagegen ein total 
falsches Bild, indem Kopf und Hals fast weiss, der Oberkopf blau mit rother 
und gelber Binde umgeben, dargestellt sind. 

Pt. fasciatus wurde von Peale zuerst von den Samoa-Inseln nachgewie- 
sen. Wir erhielten sie durch Dr. Gräffe auch von den Vitis und der kleinen 
Wallis-Insel Uea. Pt. Clementinae wurde durch Hombron ebenfalls von Viti 
mitgebracht und käme nach Bonaparte auch von Samoa. Die Pt. porphyracea 
des letzteren Gelehrten stammt ebenfalls von Viti (Balaou) her , durch die 
Expedition der FAstrolabe , soll aber auch von Tongatabu mitgebracht wor- 
den sein. 

Wir haben indess (innid die letztere Angabe zu bezweifeln und betrach- 
ten vorläufig die Viti - Samoa - und Wallis - Inseln , als die einzig bewiesenen 
Localitäten. ^ 



Ptilinopus porphyraceus. 119 

Ueber die Lebensweise dieser Taube theilt Peale leider nicht eine 
Sylbe mit. 

Um so erfreulicher ist es daher, dass wir durch Dr. Gräffe einige Notizen 
über das Nest des Manu - tagi , sowie das Ei dieser Taube erhielten. Nach 
GräfFe ist das Nest sehr kunstlos und unscheinbar, eine blosse Unterlage aus 
groben Reisern auf Bäumen. Das Ei trägt ebenfalls ganz den Character 
echter Taubeneier , wie sie von Tliienemann t. XI. dargestellt sind. Es ist 
von länglicher Gestalt, am spitzen Ende nur wenig mehr zugespitzt als am 
stumpfen , hat äusserst feines Korn , einen schönen Glanz und ist rein weiss. 
Länge 15'" Breite 10'". 

Was die einfarbig grüne Taube anbelangt, welche die Eingebornen von 
Upolu als „Manu-rua" von den übrigen unterscheiden , über die aber wissen- 
schaftlich nichts bekannt ist, da die Exemplare beim Untergange des ,,Peacock" 
mit verloren gingen, so bezieht sich dieselbe ohne Zweifel auf ein Nestkleid. 



sp. 53. 3. Ptilinopus porphyraceus. (Forster.) 

Columba porphyracra. (ex Tongatabu) Forst. Descr. anim. (Licht.) 1844. 
p. 167. — Columba purpm-ata. Wagl. Isis. 1829. p. 742. (ex Forst.) — 

Purple crowned Pigeon. (ex Tongatabu) Lath. Gen. Syn. II. p. 626. — 
id. Gen. Hist. VIII. p. G4. — Bechst. Lath. Uebers. II. p. 607. — 

Ptilonopus porphyracrus, G. R. Gray. Gen. of B. II. p, 466. — id. List. 
Columbae p. 3. (syn. part.) — id. B. Trop. Isl. p. 38. 

? Tabuan Pigion. Lath. Gen. Hist. VKI. p. 77. 

Kurrikuru, Eingeborne von Tonga (Forster). 

A d. Dorso , alis et cauda pulchre viridibus ; fronte et 
vertice purpureis, flavo-marginatis ; gula flavicante; capite re- 
liquo, collo, interscapulio et pectore virente-cinereis ; abdomine 
imo, crisso et femoribus ex parte croeeis; epigastrio purpureo; 
rectricibus fascia anteapicali alba notatis ; rostro plumbeo, apice 
flavo; pedibus sanguineivs; iride flava. (Forst.) 

Long. 8^"; al. exp. 14"; caud. 3"; rostr. 6'". 

(Nach Forster.) 

Stirn und Vorderkopf purpurroth, mit Gelb umsäumt. Uebrige Kopf, 
Hals, Mantel und Brust grünlichgrau. Kehle gelblich. Rücken, Flügel und 
Schwanz prächtig grün. Hinterleib grün, vorderseits purpurroth , hinterseits, 



130 Ptilinopus poiphyraceus. 

die Schenkel imd After saf'ranfarben. SchAvanzfedern gi'ün , an Innenfahne 
(mit Ausnalmie der 2 mittelsten) braun , alle mit weisser Querbinde vor dem 
Ende. Schwingen und Schwanzfedern unterseits grau. 

Schwanz abgerundet. Schnabel bleifarben, mit gelber Spitze. Iris gelb. 
Füsse blutroth. 

Länge 8|". Schw. 3". 

Dies ist die Taubenart, welche Förster, wie oben, ziemlich ausführlich 
von Tongatabu beschreibt und über die, (wahrscheinlich nach Forster) schon 
Latham sagt: „die Exemplare, welche sich auf Tonga-tabu vorfinden, haben 
einen äusserst dunkel und lebhaft purpurfarbenen Scheitel, der gelb eingefasst 
ist." Latham beschreibt ganz ebenso in der Gen. Hist. ein Exemplar aus der 
Collect. Davies und bemerkt dabei „diese kam von Tongatabu." — 

Dadurch unterscheidet sich also die Ptilinopus der Tonga-Inseln sehr 
auffallend von derjenigen Tahitis, ebenso wie durch den orangefarbenen After 
und Steiss, und die grünen (nicht blauen) Schwingen. 

Mehr Aehnlichkeit zeigt sie dagegen mit Pt. fasciatus und es scheint 
uns nicht ganz unwahrscheinlich, dass sie mit derselben vielleicht noch zusam- 
menfallen wird. Wie es scheint hat aber Pt. porphyracea keine orangefarbe- 
nen unteren Schwauzdecken (die übrigens in der Besclu-eibung gar nicht er- 
wähnt werden) , der Mantel ist ebenfalls grünlichgrau und das gelbliche 
Schwanzende fehlt ; statt des letzteren ist eine weisse Querbinde (wie bei pur- 
purata) vor dem Ende vorhanden. 

Gray führt diese Art als im Britischen Museum vorhanden an , indess 
ohne Vaterlandsangabe. Nach Forster dürfen wu- jedoch nur die Freund- 
schafts-Inseln, Tonga-tabu als sicheres Vaterland annehmen. 

Es beruht jedenfalls auf Verwechselungen wenn Wagler (und nach ihm 
Gray) auch Ulietea, die Marianen (Guaham) und Viti (Balaou) als Localitäten 
nennen. 

Eine Vergleichung von Tongatabu-Exemplaren Avürde erst den bestimm- 
ten Nachweis liefern, ob sie wirklich eine besondere Art bilden oder mit fa- 
sciatus identisch sind. Ohne dieselbe vermögen Avir daher über Pt. porphy- 
raceus. Forst, kein sicheres Urtheil abzugeben. 



Ptilinopus apicalis. 131 

sp. 53. 4. ? Ptilinopus apicalis. Bp. 

Lamprotreron apicalis. Bp. Compt. Kend. (1854) p. 877. — id. Ptilopus 
apicalis. Consp. av. II. (1857.) p. 2o. — Ptilonopus apicalis. Reichb. Tauben, 
p. 97. — Ptilonopus fasciatus part. Gr. R. Gray. B. Trop. Isl. p. 37. — 

tig. 0. 

Herbaceo-viridis, subtus griseo-viridis, lateribus subargeii- 
teis, tamqnam irroratis; abdomine niedio rufo fiavoque vario; 
abdomine imo, crisso et subcaudalibus flavissimis; pileo pur- 
piirascente-violaceo ; remigibiis nigricantibus, apice albis, ter- 
tiariis flavo-limbatis; cauda viridi, flavo-terminata, subtus cine- 
rea, apice alba; rostro nigro. 
Long. 

(Nach Bonaparte.) 

Alt, Grasgrün, unten graugrün, die Seiten fast silberweiss, wie ge- 
sprenkelt. Unterleib gegen die Mitte zu roth und gelb gemischt. Bauch, 
After und untere Schwanzdecken hochgelb. Oberkopf purpurviolet. Schwin- 
gen schwärzlich, weiss gespitzt, die dritten Schwingen gelb gerandet Schwanz- 
federn grün mit Gelb geendet, unterseits silbergrau mit Aveissen Spitzen. 

Jung. Oberkopt grün , wie die Oberseite ; alle Federn , sowohl ober- 
seits als unterseits, mit gelben, halbmondförmigen Endsäumen, die bald breiter, 
bald schmäler sind. Schwanz mit schmaler gelbgrauer Endbinde. Endrand 
der Schwingen aiiffallend. 

Im Pariser Museum , durch die Expedition der Zelee , von Vavao , Sa- 
moa-Inseln. 

Seitdem wir die junge Pt, fasciatus kennen gelernt haben ist uns die 
Selbstständigkeit dieser Taube als Art sehr bedenklich geworden, indem die 
weissen Endspitzen der Flügel, durch welche Besonderheit die Art allein zu 
halten ist, sich auch an der jungen fasciatus zeigen. Wir zweifeln daher kei- 
neswegs, dass apicalis mit letzterer Art zusammenfallen wird. 



Anliang^. 

Ueber die Ptilinopus- Arten Oceaniens. 

Bei der Bearbeitung der Ptilinopus - Arten war es unumgänglich uoth- 
wendig auch die übrigen polynesischen Arten dieses Genus zu studiren. Wh- 
haben dies mit besonderer Liebe gethan und so weit es uns möglich war dar- 



123 Ptilinopus purpuratus. 

nach gestrebt die Arten critisch darzustellen, was, wie wir offen gestehen wol- 
len, im Hinblick anf die ausgebreitete, zum Theil gänzlich verworrene Syno- 
nymie, eben kein leichtes Unternehmen war. 

Wir verhehlen uns dabei keineswegs, dass bei späteren Untersuchungen, 
die aber auf ein reicheres Material als wir es benutzen konnten, begründet 
sein müssen , sich Manches anders herausstellen wird , immerhin dürften wir 
aber doch späteren Schriftstellern nfitzlich vorgearbeitet haben. 

Die 13 Ptilinopus - Arten vertheilen sich über die Inselwelt Oceaniens 
folgend ermassen : 

1. Ptilinopus Perousei. Peale. Viti. Samoa. 

2. „ fasciatus. Peale. „ „ und Wallis-Ins 
8. „ porphyraceus. Forst. Tonga. 

4. ? „ apicalis. Bp. Viti. 

5. „ pixrpuratus. Gml. Gesellscliafts-lnseln (Tahiti.) 

6. „ Greyi. Gray. Neu Caledonien. Neu Hebriden. 

7. ,, roseicapillus. Less. Mariannen. 

8. „ chrysogaster. Gray. Gesellschafts- Ins. (Huaheine.) 

9. „ Mercieri. Des Murs. Marquesas. 

10. „ Du Petit Thouarsi. Neb. Marquesas. 

11. „ coralensis. Peale. Paumotu. 

12. „ chalcurus. Gray. Oooks-Ins. 

l'S. „ holosericeus. Temm. Neu Caledonien. 

Auf den Carolinen wurde bis jetzt keine Ptilinopus beobachtet und den 
Sandwich-Inseln fehlen sie mit Bestinnntheit. 

G. K. Gray führt in seiner schätzbaren Arbeit ,,C^atal. of the Birds of 
the Tropical Islands etc. (1859) als polynesisch noch an Pt. superbus. Temm. 
und Pt. xanthogaster. Wagl. Erstere kommt aber von Neu - Guinea und aus 
den Molucken, letztere von Celebes und Banda. Die Ptilinopus Eugeniae. 
Gould. (Proc. 1856. p. 137.) von den Salomons - Inseln haben wir aus dem 
Grunde nicht mit aufgenommen, weil, den neueren Untersuchungen zu Folge, 
diese Inseln sich mehr der Fauna Neu-Guineas als Oceaniens anschliessen. 

5. Ptilinopus purpuratus. (Gml.) 

Purple crowned Pigeon, (ind. ex Otaheiti). Lath.Gen.Syn.il. p. 626. — 
id. ?? Tabu an Pigeon. Gen. Hist. VIII. p. 77. — Columba purpurata. Gml. 
S. N. (1788) p. 784. — Lath. Ind, Orn. p. 5i)8. — Bechst. Lath. Uebers. II. 
p. 607. — id. IV. (Kurze Uebersicht.) p. 379. (descr. pess.) — Columba Ku- 
rukuru. Bonaterre. Enc. Meth. (1. ed. 1790) p. 240. — Vieill. Enc. Meth. I. 
(1823) p. 240. — Columba Kurukuru var. taitensis. Less. Zool. de la Coqu. I. 
(1826) p. 297. — id. Columba taitensis. Tr. d'Orn. (1831) p. 472. — Columba 
oopa. Wagl. Isis. 1829. p. 472. (px Forst. C. porphyracra. var. ex Otahaiti.) — 
Columba porphyracra (ex Otahaiti.) Forst. Descr. anim. p. 11)7. — Colombe de 
Taiti. Neboux. Rev. Zool. Is40. p. 289. — Ptilonopus purpuratus. G.K.Gray, Gen. 



Ptilinopus purpuratus, 13« 

of B. II. p. 466. — id. Pt. taitensis. — Kurukuru taitensis. Des Murs. M. S. S. 

— id. K. Nebouxi. — Kurukuru du Petitthouarsii. Prev. voy. de la Venus, t, 7. 

— Kurutreron oopa. Reichb. Tauben, p. 92. fi^. 3527— 28 (nee 3525— 26). — 
id. Kurutreron aopa. Neuentd. Tauben, p. 176. — id. Novit. Suppl. t. IV. f. 36- 
37. s. n. Ptilonopus purpuratus (Sws.) ex Cass. — Kurutreron oopa. Bp. Consp.II. 
p. 26. — Ptilinopus furcatus. Peale. Un. St. Expl. Exp. (1848) p. 191. — Hartl. 
Wiegm. Arch. 1852. p. 114. — Ptilinopus purpuratus. Cass. Un. St. Expl. Exp. 
(1858.) p. 269. pl. XXX. — 

Ptilonopus purpuratus. G. R. Gray. List. Columbae. p. 4. — id. B. Trop. 
Isl. p. 35. — Ptilinopus oopa. Pelz. Novara Exp. Vög. (1865) p. 104. — 

? Columba porpliyracra (ex Ulietea) Forst. Descr. anim. p. 167. — Wagl. 
Isis. 1829. p. 743. — Ptilonopus — ? G. R. Gray. B. Trop. Isl. p. 36. — 
Oopa (Upa) oder Oopara, Eingeborne von Taiti. (Forster). — 

(Nach Peale.) 

J. Kopf, Hals und Brust grau, grün verwaschen, die Basis der Federn 
schiefertarben. Die Brustfedern zweigegabelt. Ein blass purpurrother Fleck 
bedeckt Stirn, Vorderkopf und Scheitel. Mantel, Rücken, Bürzel und Flügel- 
decken grün, bronceschimmernd. Schwingen blau, mit grünem Schein •, unter- 
seits bleigrau. SchAvingen zweiter Ordnung blassgelb geendet. Schäfte schwarz. 

Bauch olivengrün-, Mittelbauch, After und untere Schwanzdecken 
schwefelgelb. Schwanz blaugrün, mit grünem Schein, jede Feder vor dem 
Ende mit grauem Fleck, (wodurch bei manchen Exemplaren eine deixtHche 
Querbinde entsteht). Unterseite des Schwanzes bleigrau , mit einem grauen 
Endrande. 

Schnabel orangefarben; Füsse düster purpurroth; Iris dunkel orange- 
farben. (Peale.) 

Schnabel bleifarben; Füsse orange. (Lesson.) 

Schnabel safFrangell), Nasenlöcher roth; Iris feuerroth. (Forst.) — 

Iris grüngrau; Schnabel grünUchbraun ; Füsse dunkel grünlichgrau. 
(Zelebor.) 

$ etwas kleiner und minder brillant gefärbt; im Uebrigen aber ganz 

wie das J. 

Reichenbach, der diese Taube besessen zu haben scheint, bemerkt von 
derselben als Eigenthümlichkeit die schön bläulich aschgraue Unterseite der 
Schwingen. 

Länge c. 9 ". Fl. — . Schw. 3"2"'. F. 4i"^ L. UV"- 

91 5"11'" 3 2 5 13 (Reichb.) 

Die blass purpurrothe Scheitelplatte, welche nicht gelb umsäumt ist, 
zeichnet diese Art besonders aus, nicht minder die blauen Schwingen, der 
gelbe Bauch und die gelben unteren Schwanzdecken, das Fehleu eines rothen 
Bauchfleckes und der ora efarbene Schnabel. Wie wir zuerst durch Cassm 
erfahren unterscheidet sich Pt. purpurat\is auch sehr auffallend durch den seicht 
ausgeschnittenen Schwanz. 



134 Ptilinopus diadematus. 

Alle diese Verschiedenheiten dürften zur leichten Unterscheidung von 
den verwandten Arten genügend sein. 

Ueber die C. pnpurata können keine Zweifel walten. Sie wird von 
Latham zuerst mit der ausdrücklichen Bemerkung beschrieben ,,from a speci- 
men from Utahaiti." Auch fügt er zur besseren Unterscheidung der Tahiti- 
Exemplare hinzu: „In Otahaiti ist der Scheitel sehr matt purj)urfarbig. " Wie 
Forster fasst nämlich Latham unter C. purpurata irrthümlich auch die Exem- 
plare von Tongatabu mit zusammen, und legte somit den Grund zu der gren- 
zenlosen Verwirrniss, die sich über (J. pui'purata verbreitete. 

Die Sammlungen Peale's, erst durch Cassin in geeigneter Weise bekannt 
gemacht, haben es bestätigt, dass Pt. purpurata Avirklich die Gesellschafts- 
Inseln bewohnt, Peale brachte zahlreiche Exemplare von Tahiti mit. Ebenso 
erhielt sie das Britische Museum daher durch Verreaux und das Pariser durch 
die Expedition der ,, Venus." 

Gray giebt als Localitäten ferner noch an : Ulietea (0 Raietea) , Borabora 
(G-esellschafts-Inseln) und Viti-Inseln (Ovalou). Letztere Angabe bezieht sich 
indess jedenfalls auf Pt, fasciatus. 

Ob die Varietät der C. porphyracra. Forster , von UHetea , die er nur 
mit den kurzen Worten anführt „In Columbis ex Uliatea pileiis magis rube- 
scit, rostrum minus croceiim, nares vix rubrae, irides croceae, crissum intensius 
flavum" wirklich mit purpuratus identisch ist , bleibt vorläufig unentscliieden, 
da die Taube daher nicht wieder zur wissenschaftlichen Untersuchung gelangte. 

Nach Peale liebt es Pt. purpuratus ganz besonders frei auf dem abge- 
storbenen Aste eines Baumes in der Tiefe des Waldes zu sitzen. Ihre Stimme 
gleicht dem einfachen Laut ,,coo-coo-coo." 

Auf der Abbildung im Atlas der amerikanischen Expedition ist die Kojif- 
platte zu viel lilafarben, auf Reichenbach's höchst incorrecter Copie (Novit. IV. 
f. 36 — 37) sogar deutlich blau, mit Roth umrandet. Besser ist die Abbildung 
in Reichenbach's Tauben f. 1327 u. 28, (welche Bonaparte im Consp. sehr irr- 
thümlich auf Pt. flavicollis Gray bezieht). 

Ueber keine Taubenart ist wohl je eine grössere Verwirrniss entstanden 
als über die Columba purpurata, indem mehrere Auetoren unter diesem Namen 
durchaus verschiedene Arten beschrieben. 

Wir haben die hierauf bezügliche Literatur durchgesehen, die Synonymie, 
eritisch gesichtet zusammengestellt und gelangten dabei zu folgenden , theil- 
weis neuen Resultaten. 

Ptilinopus purpuratus Steph. ist Pt. diadematus. Temm. 

Colombe Kurukuru. femelle. Temm. PI. col. 254. im Text s. n. Colombe 
diademe. Colinnba diademata. — Columba purpurata. variet^. ex Celebes. Dict. 
de Sc. mit. vol. 40. (18i6) p. 339. — Columba xauthogaster. Wagl. Syst. av. 
No. 29. — Columba flavigaster. Sws. — — Kurukvu-u xanthogaster. Des 
Murs. — - Ptilonopus xanthogaster. G. R. Gray, Gen. of B. II, p. 466. — id. List, 



Pt. flavicoUis. — Pl. Swainsoni. — Pl. Ilavipectus. 125 

Cohimbae. p. 5. — id. B. Trop. Isl. p. 36. - Wall. Ihi.s. 18G5. p. 380. — Thuuar- 
sitreron diademata. Bp. Consp. av. II. p. IG. — Keiclil). Tauben, p. 93. f. 1326-27. 

Gray fiilirt diese Art mit unter den Tauben J Polynesiens auf, nacb einem 
Exemplar, welches durch Wilson von den Mariannen herstammend, dem Briti- 
schen Museum geschenkt wurde. 

Wir bezweifeln aber die liichtigkeit dieser LocalitUtsangabe sehr, und 
sind überzeugt , dass hier eine Verwechselung stattgefunden haben wird. Pt. 
diadematus ist nämlich bis jetzt mit Bestimmtheit nur von Banda (Wallace) 
imd den Key-Inseln (v. Rosenberg) nachgewiesen. 

Columba purpurata. Less. ist Ptilinopus flavicollis. Gray. 

Columba purpurata. Less. Tr. d'Orn. p. 472. (exe. syn.) — Ptilonopus 
flavicollis G. R. Gray. List. Columbae. (1856). p. 3. — Ptilopus flavicollis. Bp. 
Consp. II. p. 20. (exe. syn.) — Ptilonopus flavicollis. Reichl), Taidjen. p. 95. — 
Wall. Ibis. 1865. p. 380. — 
stammt nicht aus der Südsee, sondern von Timor her. (Mauge. Wallace). — 

Columba purpurata, Jard. et Selby. ist Ptib'nopus Swainsoni. Gould. 

Columba purpurata. Jard. et Selb. 111. Orn. II. pl. 70. — Ptilonopus pur- 
puratus var. regina. Sws. Zool. J. I, p. 474. (nee Less.) — Ptilonopus Swainsonii. 
Gould. Proc Z. S. 1842. p. 18. — id. B. of Austr. vol. V. pl. 55. — id. Handb. 
B. Austr. IL sp. 451. — Reichenb. Xeuentd. Vög. Neu-Holl. No. 278. — id. Tauben, 
p. 94.f. 1309-10. — Ptilonopus Swainsoni. G. R. Gray. List. Cohunbae. p. '2. - 
Ptilopus SAvainsoni. Bp. Consp. av. II. p. 19. — 

Von Südost- und Nord-Australien (Cap Jork). — 

Ptilinopus purpuratus. Selby. ist Ptilinopus f I a v I ]) e c t u s. Reichb. 

Ptilinopus purpuratus. Selby. Nat. Libr. vol. V. pl. 3. (sine text.) — Ptilo- 
nopus flavipectus. Reichb. Tauben p. 94. f. 1305. (exe. syn.) 

Grün ; Oberkopf violettpurpurroth , von Stirn an breit gelb umrandet. 
Bauch , After , Schenkel und Schenkelseiten hochgelb , ein ebensolcher Fleck 
an den Bürzelseiten. Schwingen schwarz, die hinteren der zweiten Ordnung 
grün, mit gelben Aussensäumen. 

Es ist unbegreiflich wie Selby zu der Abbildung seines Pt. purpuratus, 
nach welcher wir ol)ige Beschreibung entwarfen , eine durchaus verschiedene 
Beschreibung geben konnte, von einer Art, die wahrscheiiüich mit Pt. fascia- 
tus. Peale. identisch ist. 

Die von Selby abgebildete Taube, welche Bonaparte sonderbarer Weise 
gar nicht ei'wähnt, lasst sich mit keiner der polynesischen Arten vergleichen, 



126 Ptilinopus Greyi. 

hat dagegen viel Aehnlichkeit mit Pt. coromilatus. G.R.Gray. (Proc. 1858. 
p. 185. pl. 138), nur dass bei letzterer der Baiicli iind die imteren Schwanz- 
deckeu gelb sind und ein violetter Banchfleck vorhanden ist. 



6. Ptilinopus Greyi. G. R. Gray. 

Ptilinopus Greyi. G. R. Gray. List. B. Brit. Mus. Colnmbae. (1858) p. 4. — 
id. List. B. Trop. Isl. 1859. p. 38. — id. Proc. Z. S. 1859. p. 165. — Ptilopns 
pnrpuratus. Bp. (nee Gml. nee AVagl.) Consp. av. IL p. 19. — Reichb. Handb. 
spec. Orn. Tauben, p. 94. (nee tab.) — Ptilonopus Grayi, Verr. et Des Murs. 
Rev. et Mag. Zool. 1860. p. 435. 

(Nach Bonaparte.) 

Lebhaft grün , unterseits graugrün ; Nacken und Genick grüngraulich ; 
Kehle gelblich; Vorderkopf purpurviolett, mit einer gelben Linie begrenzt. 
Breite Binde über den Unterleib ebenfalls purpurviolett. After zimmtorange- 
farben-, untere Schwanzdecken mit rosavioletten Spitzen. Schwingen erster 
Ordnung schwarz. Schwingen dritter Ordnung graubraun gespitzt. Schwanz 
kurz, grün , Querbinde vor dem Ende weissgrau •, die ävisseren Schwanzfedern, 
mit Ausnahme der äussersten jederseits, mit gelben Aussensäumen. 

Ziemhch klein. 

Dass Bonaparte sein- mit Unrecht und ziemlich willkürlich die Ptilino- 
pus- Art der St. Cruz - Gruppe (Vanicoro) auf die Columba purpurata. Wagler 
(ex Gml.) gedeutet und letztere wieder für identisch mit Pt. fasciatus. Peale. 
erklärt , wies zuerst G. R. Gray nach , der Exemplare von Neu - Caledonien 
mit solchen von Tahiti vergleichen konnte. In der That geht aus einer Ver- 
gleichung der betreffenden Beschreibungen hervor, dass die Ptihnopus von 
Vanicoro (wie sie Bonaparte beschrieben), obwohl sein* nahe mit den beiden 
genannten Arten verwandt, dennoch spccitisch gesondert zu werden verdient. 

Sie unterscheidet sich sowohl von Pt. fasciatus als Pt. pui'puratus durch 
den grüngrauen Nacken, den zimmtorangefarbenen After und die breite pur- 
purviolette Bauchbinde. 

Die Heimath dieser Taubenart sind die westlichen polynesischen Insel- 
gnippen Neu-Caledoniens und St. Cruz. Von letzterer Gruppe erhielt sie das 
Pariser Museum durch die Expedition der FAstrolabe. 

Im Britischen Museum von Isle of Pines durch Mc. Gillivray und von 
Loyalty - Island , durch Sir George Gray. Gray nennt auch Erromango der 
Neu-Hebriden als Fundort. 

Bemerken müssen wir noch, dass Verreaux in seiner Abhandlung über 
die neu-caledonischen Vögel von dieser Taube sagt „Identique ä celui qui se 
trouve dans tonte rOe(5anie", obwohl er dieselbe allem Anschein nach nicht 
selbst zu untersuchen Gelegenheit hatte. 



Plilinopus roseicapillus. 127 

7. Ptilinopiis roseicapillus, (Lesson.) 

Cohimba roseicapilla. Lesson. Tr. (VOni. (1831) p. 472. — Columba pur- 
purata. Mus. Paris. — Kurukuru roseicapilhis. ODesMurs. — Cohimba pur- 
purata. Kittl. Kupfert. Heft III. (1833) p. 25. pl. 33. f. 2. (opt.) — Ptilinopus 
purpureocinctus G. K. Gray. Proc. Z. 8. 1853. p. 48. t. 55. — id. Ann. and Mag. 
Nat. Hist. ser. II. vol. XV. 1855. p. 159. — id. List. Cohimbae. 1856. p. 4. — 
id. Ptilonopus roseicapillus. B. Trop. Isl. p. 37, — Reiclib. Tauben, p. 96. — 
id. Neuentd. Tauben, p. 177. — 

(Nach Gray.) 

Ganze Vorder - und Oberkopf rosapurpurroth, hinterseits gelb umsäumt. 
Fleck am Mundwinkel jederseits ebenfalls roth. Kehle weiss. Kopf- und 
Halsseiten nebst Hinterhals g-rünlichgrau ; Federn der Überbrust tief graugrün, 
die Enden jeder Gabehxng weiss ; Unterbrust grün mit einem breiten tief pur- 
purrothen Fleck. Mitte des Unterleibes gelblichgrün, die Seiten orangefarben. 
Bauch blassgelb mit grünen Seiten. Untere Schwanzdecken orangefarben. 
Rücken und kleine Flügeldecken grün , mit Bronzeschimmer. Grosse Flügel- 
decken, Schwingen zweiter und dritter Ordnung blaulichgriin, mit gelben Rän- 
dern. Schwingen erster Ordnung grün, mit schmalen gelben Aussensäumen. 
Schwanz grün, gelblieh verwaschen, mit einem breiten weissen Ende; Schwanz- 
federn auf Aussenfahne grün überlaufen und alle gelb gesäumt. 

Schnabel und Füsse schwarzgrau. Iris hellgelb. (Kittl.) — 
Länge 9". 

Jiangen Vögeln fehlt die rothe Kopfplatte-, der Kopf erscheint dalier 
noch einfarbig grüngrau. Iris bräunlichgrau. Alte in beiden (Jeschleclitci-n 
ganz gleich gefärbt. (Kittlitz.) 

Auch diese schöne Taube wurde öfterer mit der C. purpurata. Gml. ver- 
wechselt, selbst nachdem sie von Lesson als eigene Art nachgewiesen worden 
war. Sie zeigt viel Uebereinstimmendes mit Pt. Mei'cieri , besonders im Hin- 
blick auf den rothen Mundwinkelfleck , unterscheidet sich aber genüg(Mid 
durch den purpurrothen Brustfleck und die orangefai'benen Seiten und unteren 
Schwanzdecken. 

Pt. roseicapillus gelangte zuerst durch die Freycinet'sche Expedition von 
den Mariannen an das Pariser Museum. Ueber das engere Vaterland belehrte 
uns aber erst von Kittlitz. Dieser Naturforscher fand unsere Taube häufig 
auf Guaham. Sie lebt hier in den Wäldern imd hält sich meistens hoch in 
den Bäumen auf. Meist trifft man sie einzeln. Ihre sehr oft ertönende Lock- 
stimme macht sie weithin bemerkbar ; sie klingt buchstäblich : guh ! guh ! 
gukurukukukukuh I in sehr hohlen, aber zärtlichen und nicht übellautenden 
Tönen. Im Magen fanden sich kleine Früchte, besonders von einer Limonia, 
mitunter auch Blüthenknospen. 



138 Ptilinopus chrysogaster. — Ptilinopus Mercieri. 

8. Ptilinopus chrysogaster. G. R. Gray. 

Ptilinopus chrysogaster. G.R.Gray. Proc. Z. S. 1853. p. 48. pl. 54. 
— id. Ann. et Mag. N. Hist. ser. IL vol. XV. (1855.) p. 158. — Ptilinopus 
taitensis. Reiclib. Tauben. Novit, tab. 128. f. 3525-26. - id. Kurutreron chry- 
sogastra. Vollst. Naturg. Tauben, p. 92. — id. Neuentd. Tauben, p. 176. — 
Bp. Consp. av. II. p. 26. — Ptilinopus chrysogaster. G.R.Gray. B. Trop. Isl. 
p. 36. — Sclat. Proc. 1864. 

(Nach Gray.) 

Vorderkopf und Scheitel weisslichaschgrau , mit rosaröthlichem Anfluge, 
der besonders aixf dem Scheitel deutlicher hervortritt, letzterer hinterseits gelb 
umsäumt. Kopf, Hals und Brust graulichweiss , die Basis der Federn gelb. 
Kehle und Zügel gelblich. Unterbrust, Bauch und übrige Unterseite nebst 
den unteren Schw^anzdecken schön gelb , an den Seiten grauweiss. Mantel 
und Rücken grün, mit Bronzeschimmer. Grosse Flügeldecken und Schwingen 
zweiter Ordnung blaugrün,» gelb umsäumt. Schwingen erster Ordnung matt- 
schwarz, auf Aussenfahne mit Grün. Schwanz grün, wie der Rücken, mit 
sehr breiter weisser Endbinde, jede Feder gelb gesäumt. Schwanzfedern un- 
terseits aschgrau mit weisser Endbinde. Schwingen unterseits aschgrau. 

Schnabel und Füsse horngrau. 
Länge c. 8"2'". Fl. 5". Schw. 2"5'". F. 5'". L. 1". (Brit. Mus. 
5 7'" 3 6 5 11'" Engl.Maass.) 

Diese Taube unterscheidet sich leicht durch die gelbe Unterseite, den 
graulich schwach roth angeflogenen Kopffleck und das Blau der zweiten Schwin- 
gen und Deckfedern. 

Durch Wodehouse sind wir erst neuerdings mit dem eigentlichen Hei- 
mathslande bekannt worden. Dasselbe beschränkt sich auf die Insel Huaheine, 
Gesellschafts-Inseln. 

Andere Localitätsangaben, wie Tongatabu und Marquesas bei Gray, oder 
Mariannen von Reichenbach (sämmtUch auf Verreaux'schen Etiquetten beruhend) 
haben sich daher als unrichtig erwiesen. 



9. Ptilinopus Mercieri. (O Des Murs.) — 

Kurukuru Mercieri. Des Murs et Flor. Prevost. voy. Venus Orn. p. 266. — 
PtilopiTS mercieri. Bp. Consp. IL p. 22. — Reichenb. Tauben, p. 96. — G. R. 
Gray. B. Trop. Isl. p. 36. 

(Nach Bonaparte.) / 

Graugrün; Oberkopf und ein Fleck jederseits am Mundwinkel purpur- 
violett. Kehle gelblich-, Brust graugelb. Unterleib olivengelb, auf After und 
den unteren Schwanzdecken gelb. Schwingen erster Ordnung schwarz-, Schwin- 
gen zweiter Ordnung schwarzgrün, mit gelbem Aussensaum. Schwingen drit- 



PliliiiDpus Diiiiotilllioiiarsi. 1'20 

ter Ordnung blau , gelb gesäumt. Der etwas abgerundete Scliwanz au Basis- 
liälfte grün, an Endliälfte gelblichgrau. 

Stellt Pt. chrysogaeter. Gray, sehr nahe , besonders wegen der gelben 
Unterseite, zeichnet sich aber durch den purpurvioletteu Mundwiukclfleck aus 
und die verschiedene Schwingentarbung. 

Im Pariser Museum von Nukaliiva, Marquesas-Inscln. 



10. Ptillnopus Dupetitthouarsi. (Neboixx.) 

Columba Dupetit Thouarsii. Neboux. Rev. Zool. 1840. p. 289. — Columba 
kurukuru purpureo-leucocephalus. Hombr. et Jacq. Ann, deSc. Nat. XIV. 1<S41. 
p. 316. — Ptilonopus Aemiliae. Less. Echo du Monde sav. (1844.) p. 873. — 
id. Columba Dupetitthouarsii. Descr. Mamm. et Ois. (1847) p. 209. — Ptilono- 
pus Du Petitthouarsii, G. R. Gray. Gen. of B. III. App. p. 23. — id. Ptilono- 
pus leucocephalus. List. ofGallinae. p. 2. — Ptilinope de Petit Thouars. voy. 
Pole sud. t. 29. f. 1. — Kurukuru Dupetit- Thouarsii. DesMurs et Prev. Orn. 
de la Venus, p. 241. (nee t. 7.) — Ptinilopus Dupetit - Thouarsii. Hombr. et 
Jacqu. voy. Pole sud. Zool. III. (Pucheran) p. 114. — Thouarsitreron (!) Du- 
petitthouarsii. Bp. Consp. II. p. 16. — Reichenb. Tauben, p. 93. t. 240. f. 2587. 
— id. Trygon Du Petit Thouarsii. Syst. av. p. XXVI. — Ptilinopus Du Pe- 
titthouarsii. G. R. Gray. List. Columbae. p. 5. — id. B. Trop. Isl. p. 36. 
Koukou, der Eingebornen von Nukaliiva. 

Marquesas-Inseln. (Bremer Museum.) 

A 1 1. Zügel , Stirn , Vorder - und Oberkopi" weiss , der letztere schmal 
orangeröthlich umsäumt. Uebrige Kopf und Hals grünlichgrau , die Federn 
in der Mitte grünlich , welche Farbe namentlich auf dem Kröpfe deutlicher 
hervortritt. Die Kinn- und Oberkehlfedern mit gelblicher Mitte, daher diese 
Theile mehr gelblich. Brust- und Bauchmitte röthlichorangefarben oder mor- 
genroth , die Brust- , Bauch- und Schenk elseiten blass olivengelbgrün. After, 
hintere Schenkelseiten und untere Scliwanzdecken gelb , die Federn an Basis 
weiss. Mantel, Rücken, Bürzel, obere Schwanzdecken, Flügeldecken und 
Schultern grasgrün. Schwingen und ihre Deckfedern , sowie Schwanz glän- 
zend dunkelgrün. Schwingen an Innenfahne schwarz •, die der ersten Ordnung 
aussen ganz schmal weiss gesäumt, die der zweiten Ordnung breiter und mehr 
weissgelb, die letzten Schwingen zweiter Ordnung und die Deckfedern der 
zweiten Schwingen deutlich gelb. Die längsten, grössten Schulterdecken und 
die drei letzten Schwingen zweiter Ordnung tragen am Ende auf Schaftmitte 
einen breiten, dunkel grünblauen Keilfleck, der breit grün umsäumt ist. 

Untere Flügeldecken grünlichgrau, die Schwhigenuntcrseite hellaschgrau. 

Die Sclnvanzfedern an Innenfahne scliwärzlichgrau gerandet, mit l)rei- 
tem gelblichweissen Ende, der Aussenrand dieses hellen Endes an jeder Feder 
gelb. Auf der Schaftmitte der Aussenfahne bemerkt man , unter gewissem 

U 



IBO Ptilinopiis coralensis, 

Liclit, schmale grünblaue Querlinien. Unterseits die Schwanzfedern dunkel- 
grau mit Aveissem Ende. 

Schnabel horngrau ; Füsse hornblass , Nägel hornbraun. Im Leben : 
Füsse rosenfarben 5 Schnabel schwarz mit weisser Endhälfte ; Iris gelb. (Hombr.) 
Länge c. 1"^'". Fl. ö'3'". Schw. 2"9"'. F. h"'. L. 10|'". 

Die weisse Kopfjjlatte, sowie der grosse moi'genrothe Brust- und Bauch- 
fleck unterscheiden diese schöne Taube auf den ersten Blick. 

Die Abbildung im Atlas der Südpolreise ist in manchen Stücken durch- 
aus ixnrichtig. So erscheinen die Kopfseiten viel zu dunkel gelb, Kropf und 
Brustseiten sogar dunkel aschgrau. 

Bewohnt ausschliessend die Marquesas-Inseln, Nukalüva, Christina. (Bp.) 



11. Ptilinopus coralensis Peale. — 

Ptilonopus coralensis. Peale. Un. St. Expl. Exp. (1848) p. 190. pl. 51. — 
Hartl, Wiegm. Arch. f. Naturg. 1851. p. 114. — Cassin. Uu. St. Expl. Exp. 
1858. p. 272. pl. 32. — Kurutreron coralensis. Bp. Consp. av. IL p. 2(5. — 
Reichb. Tauben, p. 93. — id. Neuentd. Tauben, p. 177. — id. Novit. Suppl. 
t. III. f. 33. — Ptilonopus coralensis. G. K Gray. B. Trop. Isl. p. 37. 

(Nach Cassin.) 

Kopf und Hals blass grünlichgrau, auf der Scheitelmitte ein blassrother 
Fleck, der hinterseits schwach gelb gesäumt ist. Unterleib grüngelb, grau 
überlaufen. Bauchgegend und untere Schwanzdecken gelb. Mantel, Kücken, 
Bürzel , Flügel und Schwanz grün , mit goldenem und kupferigen Schimmer. 
Die ersten ScliAvingen sehr blass gelblichweiss gesäumt, die zweiten Schwingen 
blassgelb an der Aussenfahne. Schwanzfedern an Innenfahne dunkelgrau, am 
Ende breit blassaschweiss gerandet , unterseits blassaschweiss mit einem brau- 
nen Querbande vor dem Ende. 

Schnabel dunkelgelb-, Füsse und Iris roth. (Peale.) 
Länge H" . Fl. :^\,_". Schw. 3^". 

Der runde rothe Scheitelfleck zeichnet diese Species besonders aixs, 
ebenso der gelbe Schnabel. Sie unterscheidet sich dailurch genügend von der 
nahe verAvandten Pt. purpuratus. 

Im Atlas der amerikanischen Expedition ist übrigens die Färbiing des 
Kopfes und Halses, im Widerspruch mit dem Texte, mehr blaulichgrau, statt 
„greenish-ciuereus" dargestellt. — 

Von Peale auf den meisten niedrigen Corallen - Inseln der Gruppe Po- 
mautu beobachtet und zAvar zuerst auf der Insel Carlshoff. Hier erregte sie 
sogleich die Aufmerksamkeit durch ihren klagenden Ruf ,,hoot-hoot-hoot", der 
mit reissender Schnelligkeit wiederholt wurde. Ihr Aufenthalt war das dich- 
teste Laiibwerk , in dem sie übrigens schwer zu entdecken Avar , obAVohl sie 
sich sein- zutraulich zeigte. 



Plilinoims chulciiriis. lHiIiiio|iii.s liolosericeus. 131 

12. Ptilinopus chalciirus. G. R. Gray. 

Ptilonopus chalcurus. G. ß. Gray. List, of Birds. Trop. Isl. Brit. Mus. 
(1859.) p. 37. 

Sehr ähnlich Pt. coralensis , aber Stirn und Scheitel graulichpurpurn 
scheinend. 

Von Harvey- oder Hervey-Island, Cook's Archipel im Britischen Museum. 

Obige kurze Worte sind leider Alles was G. ß. Gray über diese neue 
Art mittheilt. 



13. Ptilinopus liolosericeus. (Temm.) 

Columba holosevicea. Temm. et Knip. Pig. I. t. 32. — Temm. Hist. Nat. 
des Pig. vol. I. (80. 1813). p. 269. — Desm. Dict. Sc. Nat. vol. 40. p. 335. — 
Ptilonopus holosericeus. G. R. Gray. Gen. of B. II. p. 467. — Lamprotreron ho- 
losericea, Bp.Consp.av.il. p. 18. — id. Drepanoptila et Drepanoptera holo- 
sericea. Compt. Rend. 1856. p. 834. et 948. - Trygon holosericeus. Reichb. 
Syst. av. p. XXVI. — id. Drepanoptila holosericea. Handb. Spec. Orn. Tauben, 
p. 98. t. 236.b. f. 3365. — id. Neuentd. Tauben, p. 179. — Ptilonopus holo- 
sericeus. G. R. Gray. List. Columbae. Brit. Mus. p. 8. - id. B. Trop. Isl. p. 39. 
— id. Proc. Z. S. 1859. p. 165. — Lamprotreron holosericeus. Verr. et O Des 
Murs. Rev. et Mag. Zool. 1860. p. 435. — id. Calyptomenaenas holosericeus. 
Rev. et Mag. Z. 1862. p. 135. pl. 8. — 

(Nach Temminck.) 

Schön grün, auf den Flügeln seidenglänzend, Kinn, Oberkehle und ein 
schmales Querband über die Brust, welches unterseits von einem schwarzen 
begrenzt ist, weiss. Mitte der Unterbrust und des Bauches, sowie After und 
die langen unteren Schwauzdecken tief gelb. Die Körperseiten grün, wie der 
Rücken. Lauf befiederung grauweiss. Quer über die Flügel zwei silbergraue 
Binden. Schwingen erster Ordnung schwarz , an Aussenfahne silbergrau ge- 
randet. Schwanzfedern grün , unterseits grau , mit einer dunkleren Flecken- 
binde vor dem Ende. 

Die Stirnfedern können hollenartig aufgerichtet werden. 

^ (nach Verreaux) viel kleiner als das ^ ; die Bänder quer über den 
Flügel kaum sichtbar; die Schwingen einfarbig grün; Brustbinden undeutlich 
Bauch grün und gelb gescheckt; die unteren Schwanzdecken grün. 

Länge c. 11". Fl. 5"7"'. Schw. 3"3"'. Muudspalte 11'". L. 9'". 

Die sonderbare Schwingenbildung möchte vielleicht eine generische 
Stellung dieser sonderbaren Taube rechtfertigen. Wir müssen ims aber eines 
Urtheils hierüber enthalten, da wir dieselbe leider nicht besitzen. 

Die Heimath dieser äusserst seltenen Taube sind nicht die Sandwich- 
Inseln , wie man bisher annahm , sondern Neu - Caledonien und die klein ^ 



133 Ptilinopus — ? — Plilinopus Forsten. 

Fichten-Insel (Ile of Pines), wolier sie zuerst Mc Gillivray mitbrachte. Später 
erhielt Verreaux Exemplare daher. 

Der Vogel lebt hier sehr einsam ; im Laubwerk der dichtesten Bäume 
verborgen und nährt sich von Beeren. 



Die genaue Durchsicht der Literatur , welche auf die Ptilinopus - Arten 
Oceaniens Bezug hat , zeigte uns , dass einige Beschreibungen sehr willkürlich 
auf Arten bezogen und diesen als Synonyme einverleibt wurden, die sich in- 
dess als gänzlich abweichend erweisen. 

Wir geben eine Zusammenstellung derselben, bemerken aber, dass für 
uns die Artselbstständigkeit durchaus zweifelhaft bleibt. Durch die Leicht- 
fertigkeit mancher Beschreiber entstehen leider zu oft L"rtlüimer, die sich nur 
schwer , zuweilen niemals , in erspriesslicher Weise auflösen und berichtigen 
lassen. 

Ptilinopus — ? 

Columba purpurata. jeune age. Temm. Hist. nat, Pig. I. (1813) p. 284. — 
Desin. Dict. Sc. Nat. vol. 40. p. 339. — Columba purpurata juv. Wagl. Syst. 
av. spec. 30. — Kurutreron oopa. juv. Bp. Consp. IL p. 26. — 

Stirn lilagran, mit einem olivengelben Bande gesäumt. Hinterkopf, Hals 
und Brust grau, schmutzig gelblich verwaschen. Flügel, liücken und Schwanz 
dunkelgrün. Die Flügeldecken ockerfarben gesäumt. Schwanz mit einer 
dunkelgrauen Endbinde, Bauch, Unterleib und untere Schwanzdecken oliven- 
farben und gi'augrünlich gemischt. 

Schnabel grau. Füsse braun. 

Dass diese Taube wirklich die junge purpurata Gml. sein sollte beruht 
auf blosser Verinuthung , da das Jugendkleid dieser Art noch nicht bekannt 
ist. Walu-scheinlicher dürfte es sein, dass obige Beschreibung auf die junge 
Pt. chrysogaster. Gray. Bezug bat. Die ockerfarbenen Säume der Flügeldeck- 
federn sind indess zu eigenthümlich , als dass mau au eine Vereinigung mit 
der genannten Art denken krjnnte. 

Ptilinopus Forsten. (Desm.) — 

Columba purpurata. var. Temm. etKnip. Pig. 78. pl. 35. - Temm. Hist. 
nat. Pig. vol. I. (1813.) p. 283. — id. C. viridissima. PI. col. — Columba For- 
sten. Desm. Dict. Sc. nat. vol. 40. (1826) p. 340. — Ptilinopus porphyreus. 
(Forst.) lieichb. Nov. 141. b. f. 3367. (nee descr. s. n, Pt. viridissimus. p. 95.) — 
Ptilonopus viridissimus pt. G. R. Gray. B. Trop. Isl. p. 38. — 

? Columba porphyrea, Wagl. Syst. av. 1827. No. 31. 



Ptilinopus viridissiinus. 133 

Nach Wagler. 

Grün , Unterseite ebenfalls grün , nur Bauch uiid After gelb. Nur die 
Schwingen erster Ordnung aussen gelb gesäumt. Stirn und Oberkojjf dunkel 
violetpurpurroth, ohne gelben Saum. 

Schnabel und Füsse scliAvarz. Iris gelb. 

Temminck's Beschreibung stimmt mit der Wagler'schen überein, nur heisst 
es „le vert de parties supcrieures est plus fonce est „bleuatre" ". Auch wird 
der gelbe After nicht erwähnt, sondern es heisst im Text ,,le ventre, ainsi 
que l'abdomen est vert." Auf der Abbildung (pl. 35) sind dagegen die un- 
teren Schwanzdecken (eben wie das Schwanzende) gelb. Sehr mit der Be- 
schreibung im Widerspruch wird auf der Abbildung ein gelber Saum der 
rothen Kopfplatte angegeben. Auf letzteren Fehler machen schon Desmarest 
und Wagler aufmerksam. 

Ohne jeden .'kicheren Anhalt wird diese, durchaus ungenügend bekannte 
Taube von Temrainck , Wagler u. A. auf Forster's C. porphyi'acra var. ex 
Ulietea et Tonga-tabu bezogen, obwohl die kurzen Worte ,,rostro minus cro- 
ceo naribus vix rubris; pileo magis rubentc", welche Forster über diese Varie- 
tät giebt, ganz widersprechend sind. 

Wie Temminck versichert, soll das von ihm beschriebene Exemplar durch 
die Expedition des Capitain Baudin von Timor mitgebracht worden sein. 

Dürfte man Dies als gewiss annehmen , so kann selbstverständlich noch 
weniger die Rede von der Gleichartigkeit mit einer Forster'schen Species sein. 

Ohne Zweifel wird sich Pt. Forsteri noch als jüngeres Kleid oder Ge- 
schlechtsverschiedenheit einer anderen Art ausweisen , soweit sich überhaupt 
nach der zu ungenügenden Beschreibung ein bestimmtes Urtheil fallen lässt. 

Wir würden es übrigens vorziehen lieber dergleichen fragliche Arten, 
die nur zu neuen Verwirrungen Anlass geben, für die Folge gänzlich zu 
ignoriren. — 

Ptilinopus viridissinms. Bp. (nee Temm.) 

Ptilopus viridissima. Bp. Consp. äv. II. p. 20. — Reichb. Tauben, p. 95. 
(Text, nee tab.) — 

Die von Bonaparte unter diesem Namen beschriebene Taube hat mit 
der variet. von Columba purpurata Temminck, welche letzterer in den PI. 
col. als C. viridissima specifisch sonderte, Nichts gemein, wie eine Vergleichung 
der Beschreibungen sogleich lehrt. Jedenfalls hat also Bonaparte eine ganz 
andere Taube vor sich gehabt , die für uns aber zunächst durchaus dubiös 
bleibt, um so mehr als Bonaparte zwei Beschreibungen, die voller Widersprüche 
sind, mittheilt. Wir überlassen es Jedem sich selbst ein Urtheil zu bilden 
imd bemerken nur, dass Bonaparte als muthmassliche Heimath (mit?) Timor 
angiebt. 

Bonaparte characterisirt seine Pt. viridissima wie folgt: „Sehr ähnlich 



134 Chrysoena luteovirens. 

der Pt. porphyracea Bp. (= fasciatus Peale?) aber grösser, dunkler grün mit 
kupferkastanienbraunem Schein; Deckfedern und kleinste Schwingen gelb 
gesäumt. Kehle , Nacken und Brust weisslich •, kein schwarz violetter 
Brustfleck. 

Die zweite Beschreibung lautet: 

Sattgrün, ungefleckt, Flügeldecken und Schwingen ungesäumt, nur an 
Spitze und aussen bronzekastanienbraun; Vorderkopf bis hinter's Auge pur- 
pur\dolet, ungesäumt. Ein bräunlicher Mundwinkelfleck. Kehle weiss. Hin- 
terkopf, Halsseiten , Brust und Unterleib einfarbig grau. Bauchbinde 
braunviolet. After und untere Schwanzdecken gelb, mit orangeröthlichen 
Spitzen. Flügel unterseits blaugrau. Obere Schwanzdecken kupferkastanien- 
braun. Schwanzfedern kupfergrün , unterseits dunkelgrau , mit breiter gelber 
Endbinde. 

Schnabel stark, schwärzlich. Läufe wenig bekleidet. 



sp. 54. Clirysoena*) luteovirens. Hombr. et Jacqu. 

t. n. f. 4. (Ei.) — 

Colombe des Viti. Columba luteovirens. Hombr. et Jacqu. Ann. des Sei. 
nat. 2. Serie, vol. XVI. (1841). p. 315. . — id. Colombe jaune. voy. au Pole sud. 
pl. 12. f. 2. — Columba flava. G. E. Gray. Gen. of B. H. p. 470. — Caloenas 
luteovirens. Hartl. Wiegm. Arch. 1852. p. 131. — Ptinilopus luteovirens. Jacqu. 
et Puch. voy. Pole Sud. Zool. III. p. 112. — Chrysaena luteovirens. Bp. Consp. II. 
p. 28. — Chrjsoenas luteo\-irens. Reichb. Tauben, p. 90. — id. Neuentd. Tau- 
ben, p. 17G. Novit, t. 62. f. 2594. (s. n. Calloenas flava.) — id. t. 116. f. 1469— 
70. (s. n. Calloenas Gouldiae. Reichb. nee Gray.) — id. Novit. III. f. 3 2. (s. n, 
Clu-ysoenas luteovirens.) — Ptilonopus luteoxorens. G. R.Gray. B. Trop. Isl. p. 38. 



*) Die geiu'iisclic Sandcr.slelliiiig dieser Taub(.' Iicynimlel .-ich kuiiiesuejis aiissclilicsseiul 
auf die bödisl iiieikwiiidigü F'edeibilduug, wie ßoiiaparte und Heicheidiach iiiciiieii, suuderii auch 
iianienllich au( die von Pliliiiopu^s durchaus abweicheuden Schuiugeiiverhältuisje. Die ei'sle 
Schwinge i^l nämlich nicht su verluirzl als bei Plilino|nis nnil zeigt niciits von der charatteii- 
stischen sabelartigen Verschinalei uug. Die zweite bis fünfte Schwinge sinci fast gleichlang und 
die längsten. (Hei IM. ist die zweite verkürzt und die dritte bis fünfte am längsten.) Auch hal 
Chrysoena eine kurze, PtiliiiojiMs dagegen eine lange Flügelspilze, tbensu ist die Schwauzbildung 
hei Chrysoena ganz verschieden. Der Schwanz ist naniliih ansihidich kurzer und die unteren 
und oberen Schwanzdecken reichen beinah bis an's Ende desselben, im Schnai)el- und Fussbau 
kommt dagegen Chrysoena ganz mit l'tilinopus überein. Der junge Vogel zeigt noch nichts von 
der sonderbaren Fedcrbilduus. — 



Chrysoena luteovirens. 135 

Junger Vogel. 

Colombe de Feiice. Columba Felicia. Hombr. et Jacqu. Ann. des Sei. uat. 

2. Serie, vol. XVI. p. 31(5. — id. voy. au Pole sud. pl. 12. f. 1. — l'tinilopus 

Feliciae. Jacqu. et Pucli. voy. Pole sud. Zool. III. (1853) p. 111. — Omeotreron 

feliciae. Bp. Consp. II. p. 27. - Ptilinopus Feliciae. Reiclib. Novit, t. 62. f. 2äH9. 

Bunico , Eiugeborne von Viti. (Grtäffe.) — 

A cl. Capite luteo-virescente ; corpore reliquo intense luteo 
et virescente vario; abdomine inferiore crisso, subalaribus et 
subcaudalibus flavissimis ; remigibus majoribus pogoiiio interno 
flavis, externo nigricantibus , flavissinio-marginatis, tertiariis 
pogonio externo viridibus, flavo - limbatis ; rostro nigricante, 
apice pallido, pedibus plumbeo-nigricantibus ; iride flava. 
Long. 74"; rostr. b\'"; al. 4^'; cand. 2|"; tars. 8|'". 

Jun. tota viridis. 

Viti-Levu, Viti-Inseln. (Bremer Museum.) 

Alt. Kopf und Kinn dunkelgelb , grünlicbgelb verwaschen. Die Fe- 
dern der übrigen Theile dunkelgelb mit grünlicher Basis und Mitte, daher 
auf Brust, den oberen Flügeldecken und auf Bürzel grünlich angehaucht. 
Obere Schwanzdecken noch deutlicher in's Gelbgrüne , nur am Ende gelb. 
Bauch, After und untere Schwanzdecken einfarbig dunkelgelb. Die Federn 
der Schenkelseiten grün, breit mit Gelb umsäumt. Schwingen erster Ordnung 
an Aussenfahne schwärzlich mit breiten gelben Säumen, an lunenfahne gelb. 
Schwingen zAveiter Ordnung , ihre Deckfedern und die Deckfedern der ersten 
Schwingen an Aussenfahne griinlich mit schmalen gelben Säumen, an Innen - 
fahne gelb. Untere Flügeldecken und Schwingen unterseits gelb. 

Schwanzfedern gelblichgrün , mit gelben schmalen . Säumen an Aussen- 
fahne und gelber Innenfahne , unterseits ebenfalls gelb. Schäfte oberseits 
schwarz , unterseits weiss. Schäfte der Schwingen oberseits und unterseits 
schwarz. Ijaufbetiederung gelb. 

Schnabel schwärzlich, mit hellgrauem Spitzentheil; Füsse und Krallen 
grauschwarz. Ii'is gelb. (Gräfte.) Iris roth. (Hombron.) — • 

Beide Geschlechter gleich gefärbt. 

Junger Vogel von Viti-Levu (Bremer Mus.) 

Oberseite glänzend duukelgrasgrün , die Unterseite weniger rein grün, 
auf Bauch und After mit fahlgelben Endspitzen. Untere Scliwanzdecken und 
untere Flügeldecken gelb. Schwingen erster Ordnung scliwarz , an Aussen- 



Länge. 


Fl. 


Schw. 


F. 


c. 6''10'"— 7" 


4"6'" 


2" 2''' 


H 




4 5 


2 1 


6 




4 3 


2 2 






4 


1 11 


5 



136 Chrysoena luteovirons. 

falme schmal gelb gesäumt. Schwingen zweiter Ordnung schwarz , auf dem 
grössten Theile der Aussenfahne grün, schmal gelb gesäumt. 

Junger Vogel von Viti (Dr. Sclater's Sammlung) wie der vorherge- 
hende, aber auch Kinn und Kehle gelblich, die unteren Flügeldecken ebenfalls ; 
Schwingen an Basishälfte der Innenfahne dunkelgelb. 

Exemplare im Ueber gange (Collection Godeffroy) gleichen im 
Ganzen den jungen Vögeln, aber auf Mantel, Schultern, Kehle und Kropf er- 
scheinen überall schon verschmälerte am Ende gelbe Federn, wie sie am alten 
Vogel vorkommen. Die Schwingen sind schwarz, mit breitem gelben Aussen- 
saume, an Innenfahne grösstentheils gelb. 



0'" jung. 



Bonaparte hat zuerst nachgewiesen (Iconogr. d. Fig.), dass die C. Feliciae. 
Hombr. , welche er selbst früher in ein eigenes Genus (Omeotreron) stellte, 
wirklich nichts anderes als der junge Vogel von luteovirens ist. Wir können 
diese Ansicht nur bestätigen, denn die Untersuchung von c. 15 Exemplaren 
lieferte uns den vollständigsten Beweis ; wir fanden alle Uebergangsstufen vom 
grünen bis zum gelben Kleide. 

Diese prachtvolle , durch ihre Färbung, namentlich aber durch die Fe- 
derstructur, ganz einzige Taube wurde von Hombron und Jacquinot auf den 
Vitis (J5alaou) entdeckt und seither , wie es scheint erst wieder durch Dr. 
Gräfife eingesandt. Von Peale wird sie nicht erwähnt. 

Die Art scheint der Viti-Gruppe eigen. Dr. Gi'äife sandte sie aus dem 
Innern Viti-Levus und von Üvalou ein. 

Ueber die Lebensweise fehlen alle Nachrichten. Durch Dr. Gräffe er- 
hielten wir aber das bisher unbekannte Ei dieser interessanten Taube. Das- 
selbe erinnert am meisten an das von C. turtur, ist rund-eiförmig, an beiden 
Enden fast gleichmässig abgestumpft, daher der Spitzentheil wenig hervortritt. 
Das Korn ist sehr fein, doch bemerkt man zahlreiche flache Poren. Die 
Schaale hat einen schönen Glanz und ist rein weiss. Länge 14'". Breiteil'". 



Columba viliensis. 137 

sp. 55. Columba*) Yitiensl^. quoy et Gaim. 

t. XL f. 2. (ad.) 

Coliunba vitiensis. Quoy et Gaim. voy. l'Astr. Zool. I. (1830) p. 246. pl. 
XXVIII. — Peale. Un. St. Expl. Exp. (1848) p. 187. — Hartl. Wiegm. Arcli. f. 
Naturg. (1852). p. 114. — Jantliaenas vitiensis. Keichenb. Vollstäncl. Na- 
turg. Tauben. Liel'er. IL p. 118. t. 139. f. 1288. — Bp. Consp. IL p. 44. — 
Carpophaga vitiensis. G. II. Gray. Gen, of'B. IL p. 469. — id. List, of B. Part. IV. 
Columbae. (1856) p. 23. — id. B. Trop. Isl. p. 42. — Cass. Un. St. ExpL (1858) 
p. 251. (av. jun.) 

? Columba vitiensis (ad. ex Celebes) Cass, Un. St. Expl. p. 251. — Kei- 
chenb. Neuentd. Taubenvögel, p, 183, — 

Fia-ui, Eingeborne von Upolu (Gräffe.) 

A d. Pileo, collo postico et interscapulio schistaceis, iiitore 
pulchro viridi et violascente resplendentibus ; tergi et uropygii 
plumis dilutius cinereis, margine nitide virentibus ; capitis late- 
ribus gulaque albis; gastraeo reliquo hepatico-rufescente ; hy- 
pochondriis et subalaribiis intense schistaceis; alis et dorso 
medio obscure cinerascente - fnscis ; caiida nigra; rostro basi 
rubeiite; pedibus pallidis; iride brnnneo-flavida. 

Long. c. 14" 5 rostr. 8"'-, al. 8"; caud. 4i"; tars. 11"'. 

Jim. Obscure cinerascens, capite, collo, uropygio et 
pectore nitore metallico viridi minus nitido. 

Viti-Inseln (Sclater's Collection,) 

Alt. Zügel, Ober- und Hinterkopf, Hinterhals, Halsseiten und Mantel 
schön pixrpurviolet schillernd, die Federn mit schiefergrauer Basis, und metall- 
griinem Endrande, daher unter gewissem Licht metallgrün schimmernd. Letz- 
tere Farbe tritt namentlich auf Hinterhuls und Mantel hervor. Hinterrücken 
und Bürzel dunkelschiefergrau , jede Feder am Ende schmal metallgrün ge- 
säumt, welche Endsäume unter gewissem Licht schwach in's Violette schim- 
mern. Kopfseiten, Ohrgegend, Kinn und Oberkehle rein weiss; übrige untere 
Theile schön purpurweinroth , mit einem rothbraunen Anfluge, Seiten und 
untere Flügeldecken dunkel schiefergrau. Untere und obere Schwanzdecken 



*) Eine gciierische Abtrcmning dieser Art mit den iiächslvervvaiidlcii C. aibigulaiis. 
Temm., caslaneiceps. 1'. u. A., s. ii. .limtliueiias Kuiciili. (Taiiiieii. ]>. 1 18) lialluii wir für unnöthig. 



138 Columba vitiensis. 

schieferschwarz. Flügeldecken, Schultern und Mittelrücken dunkel schwarz- 
braun, die obersten Flügeldecken mit schmalen metallgrünen Endsäumen, die 
unter gewissem Licht schiefergrau erscheinen. 

Schwingen braunschwarz. Schwanzfedern schwarz. Unterseite der Schwin- 
gen und des Schwanzes schwarz; Schäfte ebenfalls schwarz. 

Schnabel hornbraun , mit hellerem Spitzenrande, an ßasishälfte, sowie 
die Nasenlöcher blutroth. Fasse roth; Krallen schwärzlich. — Schnabel 
schwarz, Füsse dunkel lackroth, L-is gelbbraun (Peale). — Schnabel und 
Füsse blass, Iris schwärzlich. (Q.uoy.) — 

Ein anderes Exem^ilar von Ovalou (Coli. Godeffroy) erscheint minder 
lebhaft gefärbt •, Oberkopf, Hinterhals und Mantel sind schiefergrau , jede Fe- 
der mit grünem Endsaume, daher nur ein metallgrüner Schimmer. Die Mitte 
jeder Feder trägt eine purpurviolette verdeckte Querbinde. Unterseite mein- 
leberbraun, mit schwachem rothbräunlichen Anfluge. Schwingen, Flügeldecken 
und Schultern mehr schwarzbraun, die oberen Flügeldecken nur mit schiefer- 
grauen Endsäumen. 

Füsse hellhornbraun, Nägel schwarz. 

Auffallend sind die langen Krallen. 

L;iiiyc. Fl. Schu. F. L. 

c. 13|". T'IO'". 4"10"'. 8 '". 11'". 
7 11 b i 8\ 12 

Jüngere Vögel (nach Cassini : auf Kopf, Nacken, Bürzel und Brust 
mit matterem metallgrüucn Schein; übriges Gefieder dunkel bläulich aschfar- 
ben; (also ohne die röthlichbrauue Färbung der unteren Partien.) 

Nocli jüngere Vögel ähneln (nach Cassin) den vorhergehenden, sind 
aber auf dem Uberkopfe matt kastanienbraun verAvaschen. 

Solche Exemplare würden sich also ausserordentlich der C. castaneiceps 
anschliessen. 

Bei der grossen Seltenheit dieser Taube , die den meisten Sammlungen 
noch fehlt, darf es nicht verwundern, wenn luisere Keuntniss über dieselbe 
noch so mangelhaft ist , indem wir weder von der Geschlechts - noch Aiters- 
verschiedenheit genaue Kunde besitzen. 

Die Untersuchung der von Dr. Gräfte eingesandten Exemplare hat uns 
überzeugt , wie fehlerhaft diese Art bisher descriptiv und iconograplüsch dar- 
gestellt Avurde Die ursprüngliche Beschreibung Quoy's ist durchaus unzu- 
reichend und coiTcspiiudirt nicht in allen Stucken mit der beigegebenen Ab- 
bildung. Auf letzterer erscheinen uJimlicli die Schwingen viel zu lebhaft braun, 



Columba castaneiceps. l'J'' 

die Unterseite schwärzlich mit rostbraunen Federrändern und der Kehlfleck 
ist bhiss roströthlich eingefasst. Auf Kcicheubach's durchaus verfehlter Figur 
(eine Copie nach Quoy) sind die Schenkelseiten purpurroth colorirt und an 
den Halsseiten herab zieht sich ein orangefarbener Streif. Es war somit nö- 
thig eine richtige Abbildung zu geben. 

Cassin, der die Figur im Atlas der Astrolabe auf einen jüngeren Vogel 
bezieht, beschreibt ein altes l angeblich von Celebes, welches vielleicht gar 
nicht zu vitiensis, sondern zu einer anderen Species gehört. Wenigstens er- 
wähnt er die rothbraune Unterseite gar nicht, sondern sagt: „eutire plumage 
dark bluish ash-color, lightest on the abdomen etc.", was wenig mit unserem 
Vitivogel übereinstimmt. 

Durch Quoy und Gaimard, Mc Gillivray (Britisches Mus.) und Peale 
wurde diese seltene Taube nur auf den Viti- Inseln beobachtet. Dr. Gräff"e 
sammelte sie hier (auf Uvalou) ebenfalls ein, sandte aber auch ein Exemplar 
von Upolu, Samoa-lnseln. Peale beobachtete während des Junis wenige 
Exemplare, theilt aber hinsichtlich der Lebensweise nichts mit. 



sp. 5G. Coluittlba castaneiceps. Peale. 

Columba castaneiceps. Peale. Un. St. Expl. Exp. (1848j p. 187. pl. 50. — 
Hartl Wiegm. Arch. f. Naturg. (1852) p. 114. ~ Janthaenas castaneiceps. Bp. 
Consp.Il. p. 45. — Columba castaneiceps. Cass. Un. St. Expl. Exp. (1858) 
p. 252. pl. XXIll. — Janthoeuas castaneiceps. Reichb. Vollst. Naturg. Tauben, 
p. 118. — id. Neuentd. Tauben, p. 183. Novit. Suppl. t. VI. f. 68. — Carpo- 
phaga (Janthoenas) castaneiceps. G. K. Gray. B. Trop. Isl. p. 42. 

Ad. (?) Obscure cinerascente - f usca , subtus pamm palli- 
dior; colli, uropygii et pectoris plumis margine metallice 
viridi-replendentibus ; alis et canda fere nig ris ; pileo castaiieo ; 
gula et capitis lateribus albis; subalaribus concoloribus ; pal- 
pebris, rostro et pedibus rubris; iride fusca. 

Long. 14"-, rostr. a riet. 1|"; al. 8:j"-, caud. 5.^"-, tars. 1". 

(Nach Cassin.) 

Dunkelbraun, aschgrau überflogen, oberseits dunkler, unterseits heller-, 
Flügel und Schwanz fast schwarz. Die Federn des Halses, Rückens und auf 
Bürzel mit schmalen metallgrünen Endsäuuicn, ebenso die auf der Brust, 



140 Carpophaga latrans. 

welche ausserdem in's Purpiirne scheinen. Untere Flügeldecken dunkel asch- 
braun. Oberkopf kastanienbraun. Kelilfleck , der sich auf die Backen bis 
unter's Auge und bis zur Ohrgegend ausdehnt, weiss. 

Augenlieder, Schnabel und Füsse lackroth ; Iris dunkelbraun. (Peale.) — 

Weibchen wie das J gefärbt, aber düsterer. 

Länge 13"2'". Fl. 8"8"'. Schw. 5"2"'. L. lU'''. 

Peale fand diese Taube in den dunklen Wäldern der Gebirgsgegenden 
Upolus, tlieilt aber über dieselbe keine weiteren Nachrichten mit. 

Cassin ist geneigt, diese Art nur als Jugendkleid von C. vitiensis zu 
betrachten. In der That stimmt C. castaneiceps mit den von Cassin beschrie- 
benen jungen Vögeln von C. vitiensis auffallend überein und würde sich nur 
durch den deutlich kastanienbraunen Oberkopf und die einfarbig aschbraune 
Unterseite unterscheiden. Es drängt sich uns aber hierbei die Frage avif, ob 
die von Cassin als junge vitiensis beschriebenen Vögel nicht vielleicht zu ca- 
staneiceps gehören? Denn wie es scheint hat Cassin die eigentliche vitiensis 
gar nicht besessen, indem er ein Exemplar angeblich von Celebes beschreibt. 

Die Vergleichung der Abbildung von C. castaneiceps im Atlas der ameri- 
kanischen Expedition mit Exemj)laren von vitiensis, lässt beide übrigens als 
durchaus verschiedene Arten erscheinen. 

Bemerken müssen wir noch, dass Avir unter den Sendungen Dr. Gräffe's 
bisher nie Exemplare mit kastanienbraunem Kopfe gesehen haben und dass 
wir daher über C. castaneiceps und die angebliche Verschiedenheit des Jugend- 
kleides von C. vitiensis nicht zu urtheilen vermögen. 



sp. 57. €arpoplia^a latrans. Fcaie. 

Carpophaga latrans. Peale. Un. St. Expl. Exp. (1848/ p. 200. pl. 55. — 

Hartl. Wiegm. Arch. f. Naturg. (V<b2) p. 116. — ßp. Consp. II. (1857) p. 33. 

— Cass. Un. St. Expl. Exp. (1858) p. 261. pl. XXVI. — Reichb. Vollständ. 

Naturg. Tauben, p. 12(.». — id. Neucntd. Taubenvög. p. 184. Novit. Suppl. t. VI. 

f. 70-71 (Cassin). — G. K. Gray. B, Trop. Isl. p. 42. — Carpophaga oclu"opygia. 

Bp. Consp. II. p. 33. — Keichb. Tauben, p. 119. — G.K.Gray. B. Trop. Isl. 

App. p. 62. — 

Manu-mow, Eingeborne von Viti (Peale). / 

Songiloa, „ „ „ (Gräffe). 

Ad. Capite et collo sordide cinerascentibus, snb certa 

luce in viiiaceum vergentibus; facie pallidiore; dorso alisque 



Carpophaga lalrans. 141 

ex cinerascente fuscis, his distinctius Lruimescentibus; reinigi- 
bus majoribus extus dilute cinereis; cauda obscure ferruginea, 
subtus ochracea; corpore siibtus ex lilacino vinaceo, abdomine 
imo crissoque pallide fulvis; subcaudalibus isabellinis ; suba- 
laribus rufis; rostro nigro; pedibus dilute brunnescentibus ; 
iride sangulneo-rubra. 

Long, circa 16"; rostr. 1"-, al. 8V'; caud. 6"-, tars. 14'". 

Foem. Supra pallidior; capite micliaqne obscurius adum- 
bratis. 

Viti-Levxi, Viti-Ins. (Bremer Mus.) 

Alt. Kopf und Hals düster grau, Vorderkopf etwas heller, diese Theile 
unter gewissem Licht mit einem braum-öthhchen Anfluge. Rücken, Flügel 
und übrige obere Theile dunkelbraun, auf den Flügeln mit einem Schein in's 
Rothbraune, auf Mantel, Rücken, Bürzel und Schultern die Federenden dun- 
kelgrau verwaschen, so dass diese Theile unter gewissem Licht deutlich dun- 
kelgrau erscheinen. Schwingen erster Ordnung braunschwarz, an Aussenfahne 
grau bepudert, an Basishälfte der Innenfahne breit rostroth gerandet. Obere 
Schwanzdecken und Schwanzfedern dunkelbraunroth , unterseits hell rostroth. 
Untere Flügeldecken und Achselfedern dunkel rostroth, ebenso die BasishUlfte 
der Schwingen an Innenfahne, übrige Schwingenunterseite schwarz. Untere 
Theile imd Halsseiten graulich weinroth, am dunkelsten auf dem Bauche und 
den Bauchseiten, mehr grau an der Kehle. Der Kinnwinkel beinah weiss. 
After, Schenkel und untere Schwanzdecken blass rostgelblichbraun , die un- 
teren Schwanzdecken auf Schaftmitte verwaschen bräunlich bespritzt. Die 
halben Tarsen befiedert, graulich weinroth. 

Schnabel schwarz ; Füsse rothbraun ; Nägel schwarz ; Iris blutroth (Gräffe.) 
Iris und Füsse lackroth-, Augenlieder carminroth. (Peale.) 

Ein anderes Exemplar von Viti zeigt Hinterhals und Halsseiten 
lebhafter grau , den Scheitel deutlicher braunröthlich verwaschen , Kropf und 
Brust dunkler gramveinroth und die Schwingen schwarz , ohne graubepuderte 
Aussenfahue. 

Das $ ist oberseits etwas heller gefärbt , auf Kopf und Nacken etwas 
dunkler (Cassin). — 

Exemplare von Ovalou, Viti-Inseln, in Godeffroy's Collection nicht ver- 
schieden. 



143 Carpophaga pacifica. 



Länge. 


Fl. 


Sclnv. 


F. 


L. 


c. 15'' 


Hh" 


WA'" 


11'" 


14V" Viti-Levu. 


14 


8 4 


6 


10 


12 Ovalou. 



Bonaparte's C. ocliropygia, nach einem weiblichen Vogel des Pariser Mu- 
seums aixfgestellt , welcher durch die Reise der Astrolabe von Balaou (Viti) 
herstammt, können wir für nichts anderes als latrans erklären, da die Be- 
schreibung , bis auf einige leichte Abweichungen , vollkommen übereinstim- 
mend ist. 

Diese sehr ansehnliche, durch Grösse und eigenthümliche Färbung höchst 
characteristische Taube, eine der schönsten Entdeckungen Peale's, bewohnt 
die waldigen, bergigen Districte des Innern von Viti-Levu und Ovalou (Gräffe.) 
Sie macht sich durch ihre besonders eigenthümliche Stimme bemerklich , die 
nach Peale und Dr. Pickering auöallend dem Gebell eines kleinen Hundes 
ähnelt. 

Das durch Dr. GräfFe eingesandte Ei dieser Taube konnten wir leider 
nicht untersuchen. 



sp. 58. Carpophaga pacifiea. (dimi.) 

Brust und Unterseite r ostweinroth. 

Ferruginous vented Pigeon. Lath. Syn. II. p. 633. No. 24. — Columba 
pacifica. Gml. 8. N. II. p. 777. — Lath. Ind. Orn. II. p. COO. — Bechst. Lath. 
Ueb. IL p. 612. IV. p. 380. — Vieill. Enc. Meth. I. p. 241. — Columba aenea 
(part.) Wagl. Syst. av. Columba sp. 15. — id. C. globicera. Isis. 1829. p. 738. — 
Columba globicera. Forst. (Licht.) Descr. anim. p. 1G6. — Carpophaga oceanica 
et aenea (part.) G. R. Gray. Gen. of B. IL p. 468. — Carpophaga oceanica. Jard. 
et Selb. Nat. Libr, Pig. p. 117. pl. VII. — Globicera pacifica. Bp. (nee Reichb.) 
Consp. IL p. 30. — id. Gl. Sundevalli. (nee Gray) p. 32. — Globicera Sundevallii. 
Reichb. Tauben, p. 121. — Carpophaga globicera. G. R. Gray. List. B. Brit. Mus. 
part. IV. Columbae. p. 18. — id. C. pacifica. App. p. ^ij. — id. Carpophaga 
pacifica et oceanica. B. Trop. Isl. p. 40. 4K — 

Carpophaga oceanica. (Less.) Peale. Un. St. Expl. Exp. (1818). — Hartl. 
Wiegm. Arch. f. Naturg. 1852. p. 115. — Globicera microcera. Bp. Compt. Rend. 
1855. p. 215. — id. Consp. av. IL (1857.) p. 31. — Carpophaga microcera. 
Cass. Un. St. Expl. Exp. (1858) p. 263. pl. XXIX. — G. R. Gray. B. Trop. Isl. 
p. 40. — Globicera microcera. Reichb. Tauben, p. 120. id. Neuentd. l'auben. 
p. 185. Novit. Suppl. t. VI. f. 74. — Carpophaga samoensis. A. Brehm. im Füh- 
rer dvu'ch den zool. Garten. 1865. p. 21. — 



Carpophaga paciflca. 143 

Brust grau; übrige Untprspiten rostrotli! 
Columba oceaiiica. Lessou voy. de la Coqn. pl. 41. — itl.Man. d'Orn. IL 
(1828) p. 166. — Wagl.Isis. 1829. p. 739 - Carpopliaga aenea. (part.) G. K. 
Gray. Gen. ofB. II. p. 468. — Columba occauica. Kittl. Kupfert. t. 33. fig. 1. 
— Globicera oceanica. Bp. Consp. II. p. 31. — Keiclib. VoUständ. Naturg. d. 
Tauben, p. 120. t. 138. f. 1283—84. 

Lupi, Eingeborne von Samoa (Peale). 
Lupe, „ „ „ (Gräfife). 

Mouleuse, ,, der Carolinen (Less.) 

Oroobe od. Ai'oobe „ von Tonga (Forst.) 

Ad. Capite, collo et interscapulio laete cinereis; notaeo 
reliquo aeneo-virescente, nitore cupreo resplendente ; remigi- 
buö niajoribus iiig-ris pogonio externo conspicue chalybeo-cae- 
rulescentibus ; caiida splendide aeneo-virescente, nitore chaly- 
beo ; gula albida ; gastraeo reliquo ex vinaceo rufescente, cris- 
sum versus sensiin obscuriore; subcaudalibus intense castaneo- 
cinnamomeis ; subalaribiis obscure cinereis; rostro nigro; pedi- 
bus brunnescentibus ; iride sanguineo-riibra. 

Long, circa 14|"-, rostr. 11'"; al. 9^'; caud. 44"; tars. 1". 
Foem. gastraeo sordide cinereo, mento albido, subcau- 
dalibus intense cinnamomeis. 

Upolu, Samoa-Ins. (Collect. Godeffroy.) ■ ■;,. -. 

J. Kopf, Hinterhals und die oberste Mantelgegend schön graii. Uebrige 
obere Theile dunkel broncegrün , die Federn am Ende mit kupferrothem Me- 
tallschimmer , Schwingen und Schwanzfedern ohne denselben, aber dunkler 
grün, und auf Innenfahne schwarz, mit schwachem dunkelgrünen Sehein. 
Schwingen und SchAvanz unterseits glänzend braunschwarz. Kinn, Kehle und 
Rand des Obei'schnabels weissgrau , fast weiss , übrige Vorderhals blass rost- 
braun •■) verwaschen, mit einem schwachen weinrothen Hauche. Letztere Farbe 
wird nach unten zu allmälig dunkler, so dass die unteren Schwanzdecken 
lebhaft kastauienrothbraun erscheinen. Alle Federn der unteren Theile auf 
der Mitte grau. » 

Untere Flügeldecken dunkel bräunlich grau. 



*) Latham bozeiclinel die Kiirliiiiig ipclil passoml mil „löllilicli SohllederfaiLpii mil einem 
weinfarbigen Anstrich." 



144 Carpophaga pacifica. 

Schnabel nnd Sclnialjelliöckei- schwarz ; Füsse röthlichhornbraun ; Nägel 
schwarz. 

Füsse roth , bei einigen braun (Lathani). Iris bliitroth; Füsse roth. 
(Forst.) Füsse orangeroth (Lesson). Iris carminroth (ad); bräunlich (jun.) 
Kittlitz. — 

Diese Färbungsstufe stimmt vollkommen auf die Abbildungen von Car- 
pophaga oceanica. ( Jard. Nat. Libr.) und Carpophaga microcera. Bp., im Atlas 
der Un. St. Expl. Exp., welche nach Cassin ein altes J darstellt. 

$ Upolu, (Collect. Godeffroy.) 

Färbung der Oberseite und des Kojifes wie beim J, nur scheinen die 
Fedeni des Mantels, auf Schultern und Flügeldecken am Ende nicht so leb- 
haft metallisch kupferroth. Die Unterseite ist dagegen nicht rostroth, sondern 
aschgrau wie der Kopf. Am Kinn erscheint dieses Grau fast Aveiss, wird aber 
nach unten zu dunkler, so dass die Schenkel und Schenkelseiten dunkel schie- 
fergrau erscheinen. Die unteren Schwanzdecken kastanienrothbraun , wie am 
^, aber die Federn auf Schaftmitte schwach dunkelbraun. 

Alles Uebrige wie beim J. 

Schnabel (ohne Höcker) schwarz ; Füsse horngraubraun. Im Leben : 
Schnabel nebst Höcker schwarz; Beine fleischroth, Iris rotli (Gräfte). — 

Mit obiger Beschreibung genaix tibereinstimmend sind die Abbildungen 
von Columba oceanica Less. (voy. Coqu.) und C. oceanica Kittl. (Kupfert.) 

Junge Vögel vor der ersten Mauser haben am Oberleibe blass rost- 
farbene Federränder (Kittlitz.) — 



Länge. 


Fl. 


Schw. 


F. 


L. 






c. 15 " 


8" 9'" 


4// 3/// 


11 '" 


13 '" 


l 


. 


15« 


8 7 


5 1 


10^ 


12t 


l 


1 


14 


8 4 


4 8 


11 


13« 


l 


) Upolu. 


14 


8 10 


4 9 


11 


15 


l 


( 


iH 


8 5 


4 10 


9 


14 


? 




15f— 16^" 


— 


— 


— 


— 




microcera (Cassin), 


16 


— 


— 


12 


— 




globicera (Forst.). 


14 


— 


— 


— 


— 




oceanica (Less.). 



Diese weitverbreitete oceanische Taubenart wird zuerst von Latham 
nach Exemplaren von den Freundschafts-Inseln sehr gut beschrieben, von den 
späteren Schriftstellern aber, wegen der Aelmlichkeit mit C. aenea L. (ex Briss) 
öfters verwechselt. C. aenea unterscheidet sich indess leicht durch blass rost- 



Carpophaga pacifica. 145 

weinrothe Kopffärbung, die grau bepuderten Schwingen und hat eine ganz 
andere Verbreitung, indem sie die Sunda-Insehi, einige der Mohicken und Phi- 
lippinen bewohnt. 

Wir haben es hier nur mit der polynesichen Art zu thun und halten 
es nicht für unnöthig einige Erörterungen über dieselbe zu geben , da wir 
dieselbe in zahlreichen Exemplaren unter den Collectionen Dr. Gräffe's ken- 
nen lernten. Eine sorgfältige Untersuchung zeigte uns nämlich, dass nicht 
unerhebliche Abweichungen , sowohl in der Griisse als Färbung, vorkommen, 
indem bei den als $ $ bezeichneten Exemplaren die Unterseite nicht rostroth- 
braun, sondern grau erscheint. Indess finden sich auch Uebergänge, wo das 
Rostroth nur schwach angedeutet ist. Ebenso variirt an trockenen Exempla- 
ren (wie schon Latham angiebt) die Färbung der Füsse und die Ausdehnung 
des Höckers an der Basis des Oberschnabels. Letzterer entwickelt sich be- 
kanntlich bei den Männchen erst während der Paarungszeit in so auffallen- 
der Weise, ist bei den Weibchen nur wenig vorhanden und fehlt den Jungen 
gänzlich. Diese theils individuellen, theils temporären Verschiedenheiten wiu-- 
den indess zur Bildung sogenannter neuer Arten benutzt , die jedoch einer 
strengen Kritik erliegen müssen. Bonaparte's Globic. Sundevalli (nicht die von 
Gray*)) von den Wallis-Inseln und Tongatabu können wir daher nur für 
eine alte pacifica erklären, da die Beschreibung genau mit C. globicera. Forst. 
(== pacifica. Gml.) übereinstimmt, W^as Bonaparte's neue Globic. microcera von 
Samoa anbetrifft, so ist dieselbe auf einen jüngeren Vogel (ganz wie wir ihn 
oben beschrieben) begründet. Die Benennung „microcera" führt , wie schon 
Cassin berichtigend bemerkt, zur einer durchaus irrigen Vorstellung und ist 
eben nur auf jüngere Vögel zupassend. 

Der Verbreitungskreis von C. pacifica scheint sich über das ganze cen- 
trale Polynesien, nordwestlich bis zu den Carolinen auszudehnen. Forster 
beobachtete die Art auf den Freundschafts - Inseln (Tonga-tabu und E-a-u-e), 
Peale ebendaselbst auf Duke of Yorks-Island und den Samoa-Inseln , Upolu. 
Von letzterer Insel sandte sie auch Dr. Griiffe hier ein. Nach Dr. Pickering 
findet sie sich auch auf Tutuila und Savai. Durch Arnoux von den Wallis- 
Inseln im Pariser Museum, Lesson fand sie auf der Carohnen - Insel Ualan 
und vermuthet, nach einer Nachricht Wilson's, dass sie auch auf den Pelew- 



*) Gray's C. Sundevallü von VVaigiu und der l.oiiisiade ist ein ganz anderer Vogel und 
wahrscbeinlicli dasselbe als C. acnca (Qnoy el Gaim. voy. lUranie) = Carpophaga luniida Wall. Ibis 
1865. p. 382. == Carpojibaga roseinncba Srlilcs. (Nodci I. T\(lsclir. Ibti'). y. 197.) — 

10 



146 Carpophaga pacifica. 

Inseln vorkommen werde. Nach v. Kittlitz ist dies die einzige Taiibenart auf 
Ualan, findet sich aber auch auf der Corallenkette von Lugunor oder den 
Mordlocks-Insehi, doch nicht mehr auf den westlicher gelegenen Carolinen. 

Die Gesellschafts-Inseln werden nicht von dieser, sondern einer anderen 
nahe verwandten Art*) bewohnt. 

Diese schöne Taube trifft man auf Ualan überall an, sowohl im Walde, 
als in der Nähe menschlicher Ansiedelungen. Sie ist ein träger, wenig schlauer 
Vogel, der sich besonders gern auf hohen Bäumen aufhält. Hier findet man 
ihn meist paarweis , indess auch einzeln. Die Lockstimme ist taubenartig, 
aber ungemein tief. Im Magen fanden sich meist Blattknospen und aromati- 
sche Blüthen. (Kittl.) 

Ebenso häufig als auf Ualan ist diese Taubenart, nach Peale, auf Upolu: 
die Wälder wimmelten von ihr, wo nur irgend Früchte waren und Beeren. 
Die Insulaner verwenden viel Zeit auf den Fang und die Abrichtung der 
„Lupis", wie diese Vögel hier genannt werden. Man sieht in den Vorbergen 
auf offenen Räumen kleine Strohhäuschen, in welchen sich die Lupijäger ver- 
borgen halten. Sie scliiessen von hieraus mit besonderen, sehr sinnreich con- 
struirten Pfeilen, welche die Taube lebend in die Hände liefern. Diese Pfeile 
sind 6 — 7 Fuss lang, aus leichtem Rohr verfertigt und tragen 4 lange elasti- 
sche Spitzen, die auf der Innenseite einige rückwärts gerichtete Zähe haben. 
Die Geschicklichkeit des Schützen besteht nun darin, die Taube so zu treffen, 
dass ihr Körper von den Spitzen eingeklemmt und sie somit am Fortfliegen 
gehindert wird. Die Wildlinge werden nun gezähmt. Man legt ihnen Fesseln 
an die Beine wnä gewöhnt sie, an einer langen Schnur befestigt, auf die Hand 
ihres Gebieters zu kommen. Dieser füttert sie dann aus dem Munde mit ge- 
katitem „Taro" (Brotfrucht), wovon sie bald völhg zahm werden. 

Die Samoa-Insulaner haben eine solche Vorliebe für diese Taube, dass 
man fast in jeder Hütte gezähmte findet, sogar in den Kähnen sind Stangen 
angebracht, auf welchen diese Vögel sitzen. 

Das Fleisch dieser Taube wird von allen Reisenden als sehr schmack- 
haft ausserordentlich gerühmt. 

Ueber das Brutgeschäft liegen keine Beobachtungen vor. 

Durch Herrn Cesar Godeffroy gelangten in jüngster Zeit , wol das erste 
Mal , auch lebende Exemplare von Upolu in den Hamburger Zoolog. Garten. 



*) ColuiTiba globicera. var. Forst. = C. Füisleri. Wagl. et Bp. 



Phlegoenas Stairi. 147 

Sie scheinen sich hier trefflich zu halten, besonders auch desshalb, weil Dr, 
Brehm , in Berücksichtigung ihrer Lebensweise , ihnen theihveis eingeweichte 
Rosinen zur Nahrung giebt. 



sp.59. Plilegoenas*) iStairi. (G.B.Oray.) 

Caloenas (Phlegoenas) Stairi. Gr. R. Gray. Proc. Z. S. 1856. p. 7. pl. 115. 
— id. List. Columbae p. 64. — id. B, Trop. Isl. p. ii. — Pampusana ery- 
throptera. (pt.) Bp. Compt. Rend. 1856. p. 947. — Peristera erythroptera. Ibis 
1859. p. 327. — Peristera erythroptera. Hartl. Ibis. 1864. p. 232. — 
Quilu, Eingeborne von Viti. (Gräffe.) 

? Purple-breasted Pigeon. Lath. Gen. Syn. II. p. 629. — Columba eimeen- 
sis. Gml. S. N. I. p. 784. — Lath. Ind. Orn. p. 608. — Bechst. Lath. Uebersetz. II. 
p. 609. — IV. p. 380. — Vieill. Enc. Meth. I. p. 244. — Wagl. Syst. av. (spec. 
dub. No. 9.) — Treron eimeensis. G. R. Gray. — id. Caloenas eimeensis. B. 
Trop. Isl. p. 44. 

Ad. Nitide cinnamomeo - fusca , sub certa luce cupreo 

vel aeneo-resplendens ; vertice, occipite et collo postico nitore 

viridi; fronte, colli lateribus pectoreque pallide vinaceo-brun- 

nescentibus; scapularibus tectricumque marginibus perpulchre 

amethystinis; gula et torque pectorali ochroleucis; abdo- 

mine abrupte rufo-brunnescente , lateribus fuscescentibus ; re- 

migibus nigricantibus extus tenuissime rufo marginatis; cauda 

rufo-fusca, fascia lata anteapicali nigra; rostro nigro; pedi- 

bus et unguibus pallidis. 

Long. c. 10"; rostr. 8^'"; al, 6"-, caud. 3"9"'; tars. 13'". 

Viti-Levu. (Leidener Museum.) 

Alt. J. Stirn, Vorderkopf, Kopfseiten, Halsseiten, Vorderhals und 
Kehle matt rostrothbraun, Kinn viel blasser, fast weisslich. Federn auf Schei- 



*) Bezüglich der generischen Stellung dieser Taube bemerken wir, dass dieselbe ganz 
mit den von Gosse s. n. Geolrygon (ßp. Consp. p. 70) gesonderten amerikanischen Eidtauben 
übereinstimmt. Wie G. montana. L. , mystacea. Temm. , martinica. I.. etc. hat Stairi ebenfalls die 
vierte Schwinge am längsten, die zweite bis fünfte aussen stark verengt, die Schafte der Schwin- 
gen sehr starr, den Schwanz ziemlich kurz und schwach abgerundet und eben so hohe Tarsen. 
Bei Stairi erscheinen nur die Schwanzfedern breiter und die Zehen und Nagel kraftiger und 
länger. 

10* 



148 Phlegoenas Stairi. 

tel, Hinterkopf, Nacken und Hinterhals dunkler braun mit dunklen metall- 
grünen Endsäumen , dalier diese Theile grün erscheinen. Mantel , Rücken, 
Bürzel , obere Schwanzdecken und Schultern dunkelrothbraun , mit lebhaf- 
tem kupferrothem Schein, Die Flügeldecken ebenfalls dunkel rothbraun mit 
breiten prachtvoll purpurvioletten glänzenden Endsäumen, daher letztere Farbe 
vorherrschend, namentlich längs Unterarm und Flügelbug. Ebensolche pur- 
purviolette Endsäume besitzen auch die obersten Schulterdecken und einzelne 
der Mantelfedern. 

Schwingen erster Ordnung dunkelbraun , an Aussenfahne ganz schmal 
rostfarben gesäumt, von der \'ierten Schwinge an, auch an der Basis der In- 
nenfahne rostroth verwaschen. Schwingen zweiter Ordnung und ihre Deck- 
federn dunkel rothbraun , wie der Rücken , aber mit schwächerem Kupfer- 
schimmer, an Innenfahne dunkelbraun. Schwingen unterseits graubraun, an 
Basishälfte der Innenfahne breit rostroth gerandet. Untere Flügeldecken dun- 
kelbraun, am Ende in's Rostbraune. Schwanzfedern dunkel rothbraun, die 
zwei mittelsten einfarbig, die übrigen vor dem heller rostbraunen Ende mit 
breiter schwarzbrauner Querbinde ; unterseits die Schwanzfedern schwarzbraun 
mit schmalem rostbraunem Ende. Schäfte der Schwingen und Schwanzfedern 
hornschwarz. 

Das matte Rostbraun des Vorderhalses wird auf Kropf und Oberbrust 
allmälig viel blasser, indem die Federn nur in der Mitte blassrostfarben, am 
Ende aber fast weiss sind. Es entsteht dadurch eine helle rostweissliche breite 
Querbinde über Kropf und Brust , die aber nur unterseits scharf abgesetzt 
ist, indem die Brustfedern an der Endhälfte deutlich weiss sind. Dieses weisse 
Brustschild wird unterseits theilweis von einem schmalen purpurvioletten 
Streif begrenzt, der indess nur an den Brustseiten deutlicher hervortritt. Die 
Federn dieses Streifes haben nämlich, wie die oberen Flügeldecken purpur- 
violette Endsäume. Die übrigen unteren Körpertheile dunkelbraun, jede Fe- 
der am Ende rothbraun verAvaschen, welches besonders an den Seiten deut- 
licher hervortritt; After und untere Schwanzdecken mehr einfarbig düster 
braun. 

Schnabel hornschwarz ; Füsse und Nägel blass hornbräunlich. Iris braun 
(Gräffe). — 

Länge. Fl. Sclnv. F. L. M. Z. / 

c. 9" 5'MO'" 3"5'" 7 '" W" 11"' 

— 5 11 3 3 7\ 13 — Stairi. in Brit. Mus. 

Wir verdanken die Untersuchung dieser seltenen Taube der freund- 



Phlegoenas Slairi. 149 

schaftlichen Unterstützung Schlegel's, welcher uns ein Exemplar, von Dr. Gräf- 
fe's Sammlungen herstammend, bereitwilligst übersandte. Wir überzeugten 
uns dadurch von der Gleichartigkeit dieses Viti-Exemplares mit der von Gray 
s. n. Caloenas Stairi beschriebenen Samoa - Taube. Gray's Exemplar scheint 
aber ein jüngeres gewesen zu sein , da er die prachtvollen purpurvioletten 
Federenden der oberen Flügeldecken nicht genügend hervorhebt und Kropf 
und Brust, mit der Färbung des Vorderhalses und der Halsseiten überein- 
stimmend, als weinbraun beschreibt. An dem Exemplar des Leidener Museums 
sind aber Kropf und Brust bedeutend heller und die weisse Brusteinfassung 
markirt sich nicht so scharf als auf Gray's Abbildung. 

Leider wissen wir bis jetzt zu wenig aber diese seltene Taube, nament- 
lich ist das Jugendkleid noch unbekannt, von dem man, nach Analogie, vor- 
aussetzen darf, dass es erheblich abweichen wird. 

Weitere ornithologische Untersuchungen der Inselwelt Polynesiens wer- 
den jedenfalls den Beweis liefern, dass jede Gruppe Vertreter dieser Tauben- 
gattung besitzt. Für diese Ansicht spricht schon jetzt Vieles. 

So steht die eigentliche C. erythroptera. Gml., die von den Gesellschafts- 
Inseln (Eimeo) herstammen soll, duixh die weisse Stirn, die weissen Augen- 
streifen , den schwarzen Nacken , den schwarzen Bauch und After etc. sehr 
isolirt da. 

Die erythroptera var, A. Latham's, welche von Tahiti her sein soll, wird 
so abweichend von der vorigen geschildert, dass sie jedenfalls auf eine beson- 
dere Art zu beziehen ist. — Latham's erythroptera var. B. von Tanna ist be- 
kanntlich C. ferruginea. Forst. — Am nächsten verwandt mit unserer Art ist je- 
denfalls C. eimeensis. Lath., angeblich von Ehneo. Denn bis auf einige kleine 
Verschiedenheiten stimmt die Beschreibung fast ganz übercin. Es erscheint 
uns nicht unwahrscheinlich , dass Latham's Exemplar vielleicht nach einem 
Viti- oder Samoa- Vogel gemacht wurde, denn bekanntlich darf man die Loca- 
litätsangaben Latham's (wie aller älteren Auetoren) nicht immer als ganz be- 
stimmt annehmen. 

G. Stairi zuerst in einem Exemplar durch Rev. J. B. Stair von Samoa an 
das Britische Museum eingesandt, wurde durch Gräffe auch von den Vitis 
nachgewiesen. Sie lebt im Innern von Viti-Levu. — Peale beobachtete diese 
Art auf den genannten Inseln nicht. Dagegen ist seine Peristera pectoralis 
von der Insel Carlshoff, Paumotu-Gruppe , welche Cassin mit zu erythroptera. 
Gml. zieht, ohne Zweifel eine besondere gute Species. 



150 Diilunculus slrigiroslris, 

sp. 60. I>idiinculus stri^irostrls* (Jard.) 

t. XI. f. 3. (jung.) et t.ni. f. 1. (Ei.) — 
Gnathodon strigirostris. Jardine. Ann. et Mag. Nat. Hist. vol. XVI. (1845) 
p. 174. (Holzschn. in p. 175.) pl. 9. (Holzsclm.) — Gould. B. of Austr. V. pl. 76.— 
Eeichb. Neuentd. Vög. Neu-Holl. No. 482. — id. Pleiodus av. Syst. nat. pl. XXV. 
(1849). — id. Vollständ. Naturg. Taiibenvögel. p. 124. t. 271. f. 2497—98. — 
id. Pleiodus strigirostris. t. 275. f. 1528, — id. Neuentd. Taubenvög. p. 187. 
Novit. Suppt. t. 7. f. 79. — Didunculus strigirostris, Peale. Un. St. Expl. Exp. 
(1848) p. 208. pl. 60. — Hartl. Wiegm. Arch. (1852) p. 117. — G.E.Gray. 
Gen. of B. II. p. 480. pl. 120. (opt.) — Des Murs. Enc. Hist. nat. Ois. VI. p. 78. 
f. 73. — Gurney. Proc. Z. S. (1852) p. 87. — Pleiodus strigirostris. Cass. Un. 
St. Expl. Exp. (1858) p. 279. pl. 34. — Didunculus strigirostis. G. R. Gray. B. 
Trop. Isl. p. 46. — Bennett. Proc. Z. S. 1862. p. 249. — id. 1863. p. 372. — 
Ramsey. 1864. p. 98. — Gould. Handb. B. of Austr. II. App. sp. 17. — Finsch. 
Gab. J. f. Orn. (1866) p. 37. — 

Manu-mea, Eingab, der Samoa-Inseln (Peale). — 
A d. Castaneus ; capite , collo pectoreque nigris , nitore 
aeneo - virente et clialybeo resplendentibus ; abdomine et sub- 
caudalibus fuliginosis ; crisso castaneo ; tectricibus alariim ma- 
joribus remigibusqiie nigricantibus , secundariis gradatim in 
castaneum transeuiitibus; rectricibus intus ardesiacis, rhacliidi- 
biis fuscis, basi albis ; rostio aurantiaco, basi rubro ; orbitis car- 
neo-rubris ; pedibus laete aurantiaco - rubris ; iride obscure 
rufo-fusca. 

Long. 12"; rostr. a fr. 14'''; al. 8". 

Jun. totus fuscus. 

Alter Vogel. 

Kopf, Hals und Unterseite glänzend schwarzgriin , die oberen Mantelfe- 
dern schwarz mit glänzend grünen Endsäumen; übrige Oberseite, Flügel und 
Schwanz lebhaft dunkelkastanienbraun; die Schwingen grauschwarz. 

Schnabel gelblichorange; Füsse fleischroth. (Jardine). 

Im Leben : Schnabel orangeroth ; Augenkreis hellorangeroth ; Füsse hell- 
rot h ; Iris bräunlichschwarz. (Bennett.) 

Junger Vogel. (Coli. Godeffroy.) 

Ober- und Unterseite braunschwarz , jede Feder mit kastanienbraunem 
Endsaume ; Federn des Hinterhalses und Oberkopfes mit schwach-metallgrü- 
nen Endsäumen. Schwingen dunkel braunschwarz , unterseits grauschwarz. 



Didunculus strigirostris. 151 

Schwanzfedern dunkel kastanienbraun. Die Kropffedern mit rostbraunem 
Mittelfleck, die der Flügeldecken und oberen Schwanzdecken mit zwei kasta- 
nienbraunen Querbinden. 

Schnabel glänzend hornbrauxischwarz , Spitze des Oberschnabels blass 
horngrau ; Schnabelbasis fleischbräunlich ; Zügel und nackter Augenkreis blass- 
braun, Füsse fleischbräunhch, Nägel blass horngelb; Iris orangefarben. (Nach 
einem Weingeist-Exemplar). — 

Schnabel lebhaft tief fleischfarben, mit einem leichten Anflug von Orange, 
Spitze des Oberschnabels hell hornfarben, Augenlieder und Wachshaut fleisch- 
farben-, Beine und Füsse tief fleischfarben ; Nägel weiss; Iris schön dunkel- 
braun. (Eamsey.) 

Im Leben: Schnabel gelblich angeflogen, an Basis orangeroth; Augen- 
kreis fleischfarben; Füsse licht orangeroth; Iris dunkelrothbraun. (Bennett.) 

Nach Walpole ist das ^ etwas grösser als das ^ und etwas lebhafter 
gefärbt. 

Das Junge entschlüpft dem Ei nackt, erhält aber bald ein bräunliches 
Dunenkleid. 



Lange. 


Fl. 


Schw. 


F. 


Schnabelhöhc au Basis. 


L. 


M.Z. 


c. 1' 


g/Zß/// 


3"6"' 


13'" 


— 


18 '" 


12 '" alt. (Reichb.) 


11" 


7 4 


3 3 


10 


niii 


20| 


144 jung. — 



Der Manu-mea ist unter den mancherlei merkwürdigen Vögeln Central- 
Polynesiens jedenfalls der merkwürdigste und neben Serresius galeatus (von den 
Marquesas) zugleich auch die sonderbarste Taubenform, welche existirt. Dass 
sich in Didunculus ein am meisten an Didus erinnernder Typus deutlich aus- 
spricht, darf als allgemein anerkannte Ansicht gelten. Während aber Didus 
bekanntlich kein Flugvermögen besass, ist dasselbe bei Didunculus vollkommen 
vorhanden. Und dennoch geht der Letztere einem gleichen Schicksale ent- 
gegen, wie sein mascarenischer Verwandter, d. h. dürfte aller Wahrscheinlich- 
keit nach ebenfalls ausgerottet werden. 

Vor kaum länger als 20 Jahren zuerst durch Sir W. Jardine, nach einem 
Exemplar von unbekannter Herkunft, veröff'entlicht, erfuhren wir einige Jahre 
später das eigentliche Heimathsland des interessanten Vogels durch Peale. 

Durch diesen Reisenden, sowie durch Walpole, Stair und Bennett sind 
wichtige Beiträge zur Naturgeschichte des Manu - mea geliefert worden , so 
dass wir sogar seine Lebensweise besser kennen als von unzähligen anderen 
Vögeln. 



153 Didunculus strigiroslris, 

D. strigirostris bewohnt die Samoagruppe , und zwar die Inseln Upolu 
und Savai. Durch die eingeführten Katzen, welche nach und nach verwil- 
derten, ist er indess auf Upolu bereits ziemlich vermindert worden, und seine 
gänzliche Ausrottung steht nach Peale bevor. Stair's Nachrichten zu Folge 
wäre dieselbe bereits als vollendet zn betrachten , und somit die Heimath des 
Vogels auf Savaii, die grösste und gebirgigste Insel der Samoagruppe be- 
schränkt. Bennett erwähnt aber ein Exemplar , welches bei Apia auf Upolu, 
noch vor wenigen Jalu-en (1862) erlegt wurde; es scheint also, dass Didunculus 
auch jetzt noch zuweilen auf dieser Insel vorkommt. 

Es ist dies um so mehr wahrscheinlich, als der Vogel seine Flugwerk- 
zeuge gut zu brauchen versteht und die Entfernung zwischen diesen nahge- 
legenen Inseln leicht zurückzulegen vermag. Der kräftige Fügelschlag ist 
von einem sehr lauten, weit hörbaren Geräusch begleitet, ähnlich wie bei 
unseren Kepphühnern. 

Lieutenant Walpole fand den Manu-mea noch in ziemlicher Anzahl auf 
Upolu. Er lebte hier in kleineu Flügen beisammen und hielt sich meist in 
den Zweigen der Bäume auf, kam aber auch zuweilen auf die Erde herab. 
Wenigstens fand W. Stellen, wo der Vogel offenbar gescharrt hatte. Die 
Kröpfe der Erlegten enthielten grüne Beeren von einem eschenartigen Baume. 
Nach Peale besteht indess die Nahrung hauptsächlich in den Früchten des 
Owabaumes (Ficus pohxa), einer Art Feigenbaumes, Avelcher sich enorm aus- 
breitet luid für sich selbst eine Art kleinen Wald bildet. Auch die „Soi", 
eine Art Dioscorea mit bananenartiger Frucht wird begierig von dem Vogel 
aufgesucht. 

Ueber das Brutgeschäft fehlen leider genauere Nachrichten. Nach Wal- 
pole ziehen sich die Vögel während der Paarungszeit in das gebirgige Innere 
der Insel zurück und sollen hier zwischen Felsen brüten. Wie Bennett berichtet, 
steht das Nest auf dem Erdboden. Die Eltern brüten so eifrig, dass man sie 
mit der Hand von den Eiern aufheben kann. — Die Eingebornen, im All- 
gemeinen grosse Taubenliebhaber, halten auch den Manu-mea, d. h. Rothvogel, 
gezähmt. Sie nehmen gewöhnlich die Jungen aus dem Nest und ziehen sie 
mit Taro , Yams , Bananen etc. auf. — 

Durch die Bemühungen Bennett's gelangte 1864 ein Didunculus lebend in 
den Londoner Zoolog. Garten und wurde hier einige Zeit erhalten. In seinem 
Benehmen zeigte er sich als ein sehr träger Vogel. Wälu-end der Reise hatte 
er ein Ei gelegt, von welchem wir Dank der freundschaftlichen Fürsorge Dr. 
Sclater's eine genaue Abbildung geben. Bisher war das Ei unbekannt. — 



Megapodius Pritchardi. 153 

sp. 61. Hlej^apodius Pritcliardi. G.R.Oray. 

t. II. f. 5. (Ei). 
Megapodius (ex Ins. Nua-Fou) Bennett. Proc. Z. S. (1862) p. 247. — 
Megapodius Pritchardi. G. R. Gray. Proc. Z. S. ( 1 864) p. 41 et 44. pl. VI. (opt.) — 
Mallow, Eingeborne von Niufo (Bennett.) 
Ad. Alis, dorso medio tergoque rufescente-bmnneis ; ca- 
pite, collo, interscapulio , pectore epigastrioque sordide arde- 
siaco-plaiiibeis ; abdoiniue medio, crisso et subcaudalibus sor- 
dide griseo - flaveiitibus ; gutture colloque spai-sim plumosis ; 
cauda rufescente - briitmeo alboque varia; pedibiis pallide ru- 
bentibus; rostro flavido, basi obscuriore. 

Long. c. lU"; rostr. 9'"-, al. T"d"' ; tars. V^'". 
Insel Niufo, (Bremer Mus.) 

Schwingen erster Ordnung braunschwarz, die zweite bis vierte an der 
Basishälfte Aveiss. Schwingen zweiter Ordnung, Flügeldeckfedern, Rücken, 
Bürzel und Schwanz dunkelbraun, etwas röthlichbraun verwaschen, von glei- 
cher Farbe sind die Schenkel und Schenkelseiten. Ober- und Hinterkopf 
nebst Schläfen braungrau. Mantel, Kropf und Brvist schiefergrau, die übrigen 
unteren Theile, nebst den unteren Schwanzdecken blasser, mehr schmutzig 
bräunlichgrau. Die längsten oberen Schwanzdecken weiss. Alle Farbentöne 
gehen allmählig ineinander über. Augenkreis, Zügel, Ohrgegend, Backen, 
Kinn, Kehle und ein Ring um den Hals erscheinen fast nackt, da auf diesen 
Theilen nur einzelne bräunlichgraue Federchen auftreten, wesshalb überall 
die fleischbräunliche Haut zu sehen ist. 

Schnabel horngelblich fahl, die Füsse ebenso, aber etwas dunkler-, Nä- 
gel hornbraunschwarz. 

Schnabel, Füsse und Zehen gelb (Bennett). — Schnabel hellgelb 5 Tar- 
sen und Füsse blassgelb; Klauen schwärzlich. (Gray). — 

Ein Exemplar von derselben Localität (Mus. Godeffroy) gleicht ganz 
dem vorhergehenden ; nur hat der Schnabel eine gelbbräunliche Färbung und 
die Füsse ziehen in's Bräunliche. 

Lange. Fl. Schw. F. L. Mitl. '/.. Nagel derselhen. 

c. 10" 6"9'" 2"—'" 8A'" 2" '" 16'" 7V" 
6 5 1 10 7 111 14 7^ 

Hinterzehe 10 J'". Nagel derselben 8'" (Brem. Mus.) 
8 7 (Mus. Godef.) 



154 Megapodius Pritchardi. 

Diese Art unterscheidet sich von allen congenerischen sehr leicht durch 
das Weiss an der Basis der ersten Schwingen und die weissen oberen Schwanz- 
decken. Die Hinterhauptsfedern sind nicht verlängert; es findet sich daher 
kein Schopf. 

Dr. G. Bennett berichtete zuerst 1862 brieflich von einem Megapodius 
der Insel Niufo, (Nua-fou oder Nina-fu oder Niua-fu), welches er durch Capit. 
Mc Leod erhalten hatte, beschreibt es aber zu kurz mit „uiiiform brown co- 
lour," als dass man darum hätte eine besondere Art bilden können, um so 
mehr da er eine Identicität mit M. Freycineti vermuthete. 

Zwei Jahre später erhielt G. R. Gray durch W. P. Pritchard ein Exem- 
plar von der genannten Insel und benannte es nach dem Geber, Es ist frei- 
lich noch nicht erwiesen , ob das Megapodius von Niufo von dem der nahge- 
gelegenen Samoa - Inseln, welches Gray nur auf ein Ei liiu als Art (s. n. M. 
Stairi) aufstellte , wirklich verschieden sein wird , allein es lässt sich , nach 
Analogie zu urtheilen, immerhin vermuthen, umsomehr da wir wissen, dass 
die Eier sein* verschieden sind. 

Bennett theilt nach Mc Leod einige Beobachtungen über M. Pritchardi 
mit. Dieses Huhn lebt in dem buschreichen Innern der Insel , in der Nähe 
einer grossen Lagune stehenden Wa«sers , die aus einem verloschenen Krater 
entstanden zu sein scheint. An der einen Seite dieser Lagune legen die Vö- 
gel ihre Eier, 2 Fuss tief unter die Erdoberfläche. Die Zahl der Eier ist ver- 
schieden; zuweilen finden sich 40 zusammen. Diese Brutplätze dürfen übri- 
gens nur mit Bewilligung des Königs besucht werden, der allein die Erlaub- 
niss zu ertheilen hat Eier und Viigel zu sammeln. 

Pritchard berichtet, nach den Aussagen der Eingeborenen, dass die Zahl 
der Eier bis zu 200 (!) ansteigt ; jedenfalls dürften aber dieselben von meh- 
reren Weibchen herrühren. Die Eier sollen pyramidenförmig niedergelegt 
werden, so dass ein Ei die Spitze bildet. 

Dr. Gräff'e sandte nur zwei Exemplare des interessanten Huhnes ein, 
so wie das bisher unbekannte Ei desselben, welches wir durch die freundliche 
Unterstützung des Museums Godeffroy hier zuerst beschreiben können. 

Dieses Ei zeigt ganz die eigenthümliche Gestalt und das Korn, wodurch 
Megapodius-Eier sich so sein- auszeichnen. Ebenso ist es durch seine (grosse 
auffallend. Die Form ist walzig und beinah gleichhälftig, indem beide Pole 
fast ganz gleichmässig abfallen. Die Oberfläche ist äusserst fein gekörnelt 
und fühlt sich daher etwas rauh an. Die schmutzig weissgelbliche Färbung 



Megapodius Stairi. — Mcgapodius Burnabyi. 155 

wird nur durch einen äusserst dünnen Ueberzug hervorgebracht, denn die dar- 
unter liegende eigentliclie Schaale ist weiss. 

Länge 2"10'". Breite 1"8"'. 

Eine Vergleichung dieses Eies mit den Beschreibungen derjenigen von 
M. Stairi und Burnabyi zeigt erhebliche Verschiedenheiten und lässt es ziem- 
lich sicher erscheinen, dass alle drei Arten sich wirklich noch als verschieden , 
erweisen werden. 

Die Gattung Megapodius scheint über die meisten Inseln Polynesiens 
verbreitet zu sein. Unter denjenigen , welche wir zu betrachten haben, sind 
die Samoa - und Tonga - Inseln zu nennen , wo die Existenz von Megapodien 
bestimmt nachgewiesen ist. Das Letztere lässt sich von den Vitis bis jetzt 
aber noch nicht behaupten , obwohl aller Wahrscheinliclikeit nach auch hier 
Megapodius nicht fehlen wird. 

G. E. Gray hat nur auf eingesandte Eier hin , und ohne die Vögel zu 
besitzen, bereits denselben Namen gegeben, die wir hier anführen. 

Megapodius Stairi. G. R. Gray. Proc Z. S. 1861. p. 290. 

Megapodius — ? G.R.Gray. B. Trop. Isl. (1859) p. 46. — Megapodius 
Stairi, Reichb. Naclitr. zu Tauben, p. 190. — Gray. Proc. 1864. p. 44. 

Das Ei sandte Rev. J. B. Stair bereits 1847 von den Samoa-Inseln ein. 

Es ist düster weiss, 3"1"' lang und 1"1'" breit. 

Nach Bennett (Proc. 1862. p. 247) erhielt Dawson auch die lebenden 
Vögel auf Sava- oder Russel-Island , die indess leider auf der Ueberfahrt 
nach Sydney starben. Die Eingebornen kennen diese Hühner sehr gut und 
sammeln die Eier fleissig, mit welchen sie Handel treiben. Ein Weibchen legt 
täglich 2—4 Eier. 

Dawson beschreibt die Eier, sehr im Widerspruch mit den Gray'schen 
Angaben als blass braunroth, 3" lang und 1|^" breit. 

Megapodius Burnabyi. G. R. Gray. Proc. 1861. p. 290. 

Megapodius — ? Gray. B. Trop. Isl. (1859.) p. 46. — Megapodius Bur- 
nabyi. Reichb. Nachtr. zu Tauben, p. 190. -- G. R. Gray. Proc. 1864. p. 44. 

Nach einem Ei aufgestellt, welches Lieutenant Burnaby von den Hapace-, 
Hapai - oder Happi - Inseln (die östlichste und zahlreichste von allen Tonga- 
gruppen) mitbrachte. Dasselbe ist nelkenroth Steinfarben, 3" 1 "Mang, 1"9'" breit. 

Diese Beschreibung passt ziemlich genau auf die, welche Dawson von 
dem Megapodius-Ei der Samoa-Inseln giebt. 



156 Rallina poeciloptera. 

sp. 63. Rallina poeciloptera. Haiti. 

t.XIl. f. 1. (ad.) et t.m. f. 4. (Ei.) 

Rallina poeciloptera. Hartl. Ibis. 1866. p. 171. — 

Ad. Supra obscure rufo-fusca, subtus obsciire plumbea; 
mento et gula albidis; genis brunneis; fascia brevi poneocu- 
lari plumbea; subalaribus nigrls, albo - maculatis ; remigibus 
ferrugineis, fasciis angustioribus nigris, primi et secundi pogo- 
niis externis nigricantibus , non fasciatis; subcaudalibus plum- 
beo - nigricantibus ; rostro flavido, basi subrubente; pedibus 
pallidis. 

Long. c. 14"; rostr. 14"-, al. 6"; tars. 2". 

Ovalou, Viti-Ins. (Coli. Gocleffroy.) 

Oberseite, Flügel und Schwanz schön dunkelbraun, etwas in's Kastanien- 
braune ziehend , ebenso ein Strich auf der Ohrgegend. Kopfseiten , ein ver- 
waschener Strich auf den Schläfen , Hals und Halsseiten , sowie alle unteren 
Theile schiefergrau , auf den Brustseiten , Schenkeln und unteren Schwanz- 
decken dunkler, mehr schwärzlich. Untere Flügeldecken schwarz, jede Feder 
mit drei bis vier weissen Kandflecken. Die Schwingen schwarzbraun, auf der 
Innenfahne mit fünf breiten rostbraunen Flecken, die auf den letzten Schwin- 
gen zweiter Ordnung kleiner werden und nur an Basis sichtbar sind. Von 
der dritten Schwinge an zeigen sich diese rostbraunen Flecke auch auf der 
Aussenfahne, so dass der zusammengelegte Flügel daher quergebändert er- 
scheint, ebenso auf Innenfahne. 

Schnabel brjiunlichgelb, am Spitzentheile gelblichweiss. Füsse grauweiss. 
Länge c. 131". Fl. 5"11'". Schw. 2"3'". F. 18J'". Schnabelhöhe an Basis 6"'. 
L. 2"3'". Nacktheit der Schiene 8'". M. Z. 19'". Hinter Z. 5'". 

Ueber die generischen Kennzeichen dieses interessanten Vogels bemer- 
ken wir Folgendes: 

Der gerade, stark comprimirte Schnabel ist etwas länger als der Kopf, 
am Spitzentheile ziemlich dick und tritt an der Basis winkelig in die Stirn- 
befiederimg hinein. Die Nasenlöcher sind länglich gestaltet, gross, und liegen 
seitlich in einer Längsfurche. Die Zügel sind befiedert. Der abgeruudete, 
ziemlich weiche Flügel, dessen Spitzentheile kaum vorragt, hat gut entwickelte 
Schwingenschäfte und breite, am Ende abgerundete Schwingen. Die dritten 
bis sechsten Schwingen sind die längsten und unter einander fast gleich lang, 



Rallus pectoralis. 157 

die zweite Schwinge ist etwas kürzer, die erste die kürzeste. Arn Flügel- 
buge bemerkt man eine knöcherne Vorragung. Die Schwanzfedern sind ziem- 
lich verkümmert und haben sehr dünne Schäfte. Füsse sehr kräftig; Lauf 
und Zehen mit Gürtelschiklern •, auf der Vorderseite des Laufes zwölf; die 
Hinterseite des Laufs geschildert. Nägel ziemlich kurz und stumpf. 

Diese Auseinandersetzung beweist, dass die neue Art dem Genus Rallina 
eingereiht werden muss, welches als vicariirende Form der amerikanischen 
Gattung Aramides zu betrachten ist. 

Hinsichtlich der specifischen Verwandtschaft könnte nur Gallirallus La- 
fresnayanus. Verr. et Des Murs (Eev. et Mag. Z. 1860) zur Vergleichung ge- 
zogen werden. Von dieser neucaledonischen Art unterscheidet sich unsere neue 
genügend durch die rostbraunen Flecke der Schwingen und das Weiss des 
Kinns und der Kehle. Mit allen übrigen Arten hat sie bezüglich der Fär- 
bung Nichts gemein. Wir sahen bisher nur das Eine, oben beschriebene Exem- 
plar, welches Dr. Gräffe mit der Notiz „sehr selten" von Ovalou an das Haus 
Godeffroy einsandte. 

Durch gütige Vermittelung des Museums Godeffroy erhielten wir auch 
ein Ei, von Dr. Gräffe als das von Zapornia umbrina (Ortygometra tabuensis) 
eingescliickt , welches indess schon wegen seiner Grösse unmöglich dieser Art, 
sondern ohne allen Zweifel nur Rallina poeciloptera angehören kann. 

Dasselbe ähnelt in der Färbung ausserordentlich dem unserer Gallinula 
chloropus, ist aber viel grösser und gleichhälftig von länglich ovaler Gestalt. 
Das Korn ist sehr fein, da keine Poren sichtbar sind und die Schaale zeigt 
einen schwachen Glanz. Der Grundton ist ein helles schmutziges GelbUcli- 
grau, mit grossen unregelmässigen rothbraunen und kleineren mattgrauen 
Flecken und Punkten besetzt. Diese Flecke sind indess wenig zahlreich 
und fast nur über die Basishälfte des Eies vertheilt. Zwischen den grossen 
Flecken bemerkt man noch viele, äusserst feine rothbraune Pünktchen. 
Länge 1"10'". Breite 1"^^"'. 



sp. 63. Rallu«^ pectoralis. Less. 

t. m. f. 3. (Ei.) 

Philippine Eail. var. A. Lath. Gen. Syn. HI. p. 231. pl. 86. — Rallus 
philippensis. var. ß. Gml. S. N. p. 714. — Lath. Ind. Orn. p. 75G. var. A. — 
Bechst. Lath. Uebersetz. H. p. 202. (var. A) t. 89. — id. IV. p. 403. (var. a.) — 



158 Rallus pectoralis. 

Rallus pectoralis. Less. Tr. d'Orn. (1830) p. 536. (sine clescr.) — Rallus 
pliilippensis. Peale. Un. St. Expl. Exp. (1848). — Hartl. Wiegra. Arch. 1852. 
p. 119. — Gould. voy. Beagle. Birds. p. 133, — Rallus pectoralis. Cass. Un. 
St. Expl. Exp. (1858) p. 303. — Gould. B. of Austr. VI. pl. 76. — Reichb. 
Neuentd. Vög. Neu-HoU. No. 478. — id. VoUständ. Naturg. Grallatores. Novit, 
t. 205. f. 2465—66. — G. R. Gray. B. Trop. Isl. p. 52. — Hypotaenidia plii- 
lippensis. Schleg. Mus. P. B. Ralli. p. 25. — Gould. Handb. B. of Aust. II. p. 384. 
— Rallina philippensis. Wall. Proc. Z. S. (1863) p. 36. — Rallus hypotaenidia. 
(Bp.) Verr. RevetMag. Zool. 18fiO. p. 437. — Rallus (Eulabeornis) Philippen- 
sis. Martens. Gab. J. f. Orn. 1866. p. 28. — 

Oruta, Eingeb. von Neu-Caledonien. (Verr.) 
Namoka, „ „ Tonga. (Gray.) 

? Rallus assimilis. G. R. Gray. App. Dieff. N. Z. 11. p. 197. — id. voy. 
Ereb. et Terr. Birds. p. 14. — id. Ibis. 1862. (July.) — Rallus rufopes? Ellnian. 
Zool. 1861. p. 7470. — 

? (Ohne zimmtrothen Nacken!) 

Rallus philippensis. Briss. Orn. V, (1760) p. 163.pl. 14. f. 1. — Lin. Syst. 
nat. (1766) p. 263. — Tiklin ou Rale des Philippines. BufF. Hist. nat. ois. VIII. 
p. 160. — PI. enl. 774. — Philippine Rail. Lath. Gen. Syn. III. p. 231. — Ral- 
lus philippensis. Gml. S. N. p. 714. (sine var.) — Lath. Ind. Orn. p. 756. — 
Bechst. Lath. Uebersetz. III. p. -'02. — id. IV. p. 46 H. — Vieill. Enc. Meth. IIL 
p. 1059. pl. 62. f. 1. — Less. Man. d'Orn. p. 536. — Hypotaenidia philippen- 
sis. Bp.Compt. Rend. 1856. p. 599. — Räle tiklin. Quoy et Gaim. voy. de l'Uranie. 
Zool. I- p. 35. — Rallus philippensis. G. R. Gray. B. Trop. Isl. p. 5L — 
Tiklin, Eingeb. der Philippinen. (Latham.) 

Ad. Dorso, alis et cauda in fundo flavescente-olivaceo 
maculis majoribus nigris minoribusque subrotundatis albis 
variis; pileo olivascente - brunneo , nigro striato, uuclia fascia- 
qiie lata utrinque per oculum ad rostrum ducta late ferru- 
gineis; superciliis albis; mento albido; jugulo cinereo; pectore 
abdomineque nigro alboque fasciatis; fascia pectorali rufo- 
fulva; crisso, subcaudalibus cruribusque sordide isabellinis; 
subalaribus nigro-alboque maculatis; pedibus olivaceis; rostro 
brunneo; iride helvola. 

Long, circa 11"; rostr. 1"; al. 5"; caud. 2"; tars. 13'". / 

Australien. (Bremer Museum.) 

Alt. Ober- und Hinterkopf schön dunkelbraun, jede Feder mit schwar- 
zem Schaftstriche. Nacken, sowie in Verband hiermit ein breiter Streif, der 



Rallus pecloralis. 159 

sich von der Basis des Oberschnabels durch's Auf?e über die Schläfe herab- 
zieht, dunkel kastanienrothbrann. Dieser braune Streif ist oberseits von 
einer schmalen graulichweissen Linie begrenzt, die sich vom Oberschnabel 
über das Auge bis hinter die Schläfe zieht. Uebrige Oberseite dunkelbraun, 
jede Feder in der Mitte schwarz, jederseits mit drei rundlichen, weissen Rand- 
flecken, die am Hinterhalse schmäler werden und beinah Querlinien bilden, 
auf den Bürzelfedern indess fast ganz fehlen. 

Das Schwarz der Federmitten breitet sich auf dem Mantel am meisten 
aus, dieser erscheint daher am dunkelsten. Schwingen schwarzbraun mit sechs 
breiten rostfarbenen Querbinden; auf den ersten drei Schwingen sind diese 
Querbinden sehr schmal und weiss. Schwanzfedern braunschwarz, an Aussen- 
fahne braun , an Innenfahne mit fünf schmalen weissen Querlinien. Kinn 
weisslich. Kopf- und Halsseiten nebst Kehle und Kropf schön aschgrau. 
Quer über die Brust eine breite zimmtbraune Binde, die oberseits mit weiss 
und schwarz quergebänderten Federn eingefasst ist. Uebrige untere Theile 
von Brust an weiss und schwarz quergebändert , sehr breit schwarz auf den 
Brust- und Bauchseiten, sowie den unteren Flügeldecken und Achselfedern, 
schmäler und unregelmässiger auf Brust- und Bauchmitte. Die unteren 
Schwanzdecken sind schwarz , mit einer weissen Querbinde und sehr breitem 
rostgelben Ende, erscheinen daher von letzterer Farbe. Die Befiederung der 
Schenkel schmutzig rostgelblichweiss, hinterseits dunkelbraun. 

Die Aftermitte erscheint ebenfalls mehr sclnnutzig weiss. 

Schnabel dunkelhornbraun , der untere an Basishälfte mehr blass horn- 
braun; Füsse und Nägel hornbraun. Iris röthlichbraun. (Gould). — 

Schnabel dunkel fleischfarben; Beine gelblichbraun; Iris röthlichbraun 
(Peale.) — Iris orangeroth (Verr.) — Iris roth. (Nach Schlegel). — 

Ein anderes Exemplar (Bremer Museum) ist oberseits heller, mehr oliven- 
braun, die meisten Seitenflecken der Federn sind kleiner, nur die äusseren 
Schwanzfedern haben am Rande einige rostfarbene Flecke, die übrigen sind 
dunkelbraun, breit olivenbraun gesäumt. Die rostfarbene Brustquerbinde ist 
blasser und fein schwarz quergewellt. 

Nach Gould sind die Geschlechter nicht verschieden. Dagegen erfahren 
wir durch Peale, dass das zimmtfarbene Brustband*) zuweilen fehlt und zwar 



*) Da dasselbe erwiesenermassen als Speciescliaiacler ohne Wertli ist, so bemerken wir 
beiläufig, tlass uns die K. torqualns (mit rolhbraunem Brustband) und R. celebensis .Quoy. (ebne 
dasselbe) noch keineswegs als zwei sichere Arten erscheinen, um so mehr, da wir eine R. celeben- 
sis besitzen, die Andeuhiiigen eines braunen Bruslbandes zeigt. 



160 Rallus pectoralis. 

zu gewissen Zeiten des Jahres. Meistens ist dasselbe deutlich markirt , ob- 
schon in der Breite und Ausdehnung sehr verschieden. Es findet sich übrigens 
bei beiden Geschlechtern. 

Junge erhalten , nach Gould , bald das Kleid der Alten. Dunenjunge 
sind einfarbig schwarz. (Schlegel). 

Lange. Fl. Schw. F. L. M. Z. 

c. 10'' 4"11"' 2"S'" 12"' 17'" 15'" 

5 3 2 5 15 19 15 

Diese schöne Ealle wird meistens auf Rallus philippensis Brisson ge- 
deiitet, die Linn(^. unter gleichem Namen in sein Syst. nat. aufnahm. Linnt^'s 
Diagnose ist jedoch zu kurz , um nach derselben mit Bestimmtheit zu ent- 
scheiden und so müssen wir Brisson selbst consultiren. Die Beschreibung 
seiner Rallus philippensis (t. XIV. f. 1 .) würde im Allgemeinen unserm Vogel 
entsprechen, wäre der lebhaft kastanienbraune Nacken angeführt. Von die- 
sem characteristischen Kennzeichen erwähnt Brisson aber nichts , und somit 
bleibt seine Art noch sehr dunkel; Gray hat daher vielleicht Recht, wenn er 
eine besondere vermuthet. 

Dass dagegen L.itham's Philippine Rail var. A. von Tahiti zu unserer 
Art gehört , darf als sicher angenommen werden. Beschreibung iind Abbil- 
dung, zeigen dies, obwohl beide auf ein Exemplar ohne zimmtbraunes Brust- 
band Bezug haben, welches ja zuweilen fehlt. 

Die echte phiMppensis Briss. bildet Reichenbach f. 117.) u. 74 ab. 

Nach dem Vorgange Gi*ay's nehmen wir Cuvier's Namen pectoralis für 
diese Art an. Lesson der denselben zuerst mittheilt giebt übrigens keine Be- 
schreibung zu demselben. 

Rallus pectoralis ist bezüglich der geograj)liischen Verbreitung ganz be- 
sonders interessant, indem sie zu den wenigen Arten gehört, die sowohl Austra- 
lien als Central-Polynesien, die Molucken und Philippinen bewohnt. 

Nach Gould ist sie über ganz Australien verbreitet, imd sowohl von 
Neu-Süd-Wales, dem Süden und Westen als der Nordküste nachgewiesen. In 
Neu-Süd- Wales ist sie besonders häufig und hier Sommervogel. Das Leidener 
Museum besitzt die Art durch Cuming von den Philippinen und in zahl- 
reichen Exemplaren von Celebes, Wallace erlangte sie auf Buru und sagt, 
dass sie sich auch auf den Inseln weiter östlich finde. Indess liegen keine 
Angaben über das Vorkommen auf den östlichen Molucken, Neu-Guinea und 
den Papu-Inseln vor. 



Rallus pectoralis. 161 

Verreaux erhielt durch Capitain Tricot von Neu-Caledonien Exemplare, 
die er von philippinischen und australischen nicht zu unterscheiden vermag. 

Dasselbe sagt Cassin bezüglich der Exemplare , welche Peale aus Cen- 
tral-Polynesien mitbrachte. Peale sammelte die Art auf den Samoa- Inseln 
(Upolu), Vitis (Mathuata) und Tonga-Inseln, Dr. Gräffe ebenfalls auf den Vitis 
und der kleinen Wallis - Insel Uca. Latham giebt Tahaiti als Heimath an. 
Jedenfalls ist der Verbreitungskreis noch ausgedehnter. Möglich, dass die 
„Räle tiklin" Quoy und Gaimard's von den Marianen mit unserer Art identisch 
ist. Ob die Ralle, welche Darwin auf den Keelings- oder Cookos-Inseln im 
Indischen Oeean beobachtete und die Gould in der voy. des Beagle s. n. R. 
phihppensis anführt, unsere Art ist, können wir nicht entscheiden. Rallus 
assimilis Gray von Neu - Seeland scheint uns , nach der Beschreibung zu ur- 
theilen, kaum verschieden. Gray selbst weiss keine anderen Unterschiede 
anzugeben , als dass das rostgelbe Brustband und die rothbraune Färbung des 
Backenstreifens und auf den Halsseiten weniger ausgedehnt wie bei neuhol- 
ländischen Exemplaren ist. Wahrscheinlich wird also auch Neu -Seeland in 
den Verbreitungskreis gezogen werden müssen. 

Die weite Verbreitung von R. pectoralis erklärt sich übrigens sehr leicht 
dadurch , dass die Art Zugvogel ist. So wissen wir durch Gould, dass sie 
im August in Neu - Süd - Wales erscheint und im Februar wieder fortzieht. 
Wie unser Crex pratensis, der ebenfalls tief bis in's Innere Afrikas (Chartum) 
hineinwandert, ist der anscheinend schwerfällige Vogel im Stande weite Wan- 
derungen zu unternehmen. So besitzt das Leidener Museum ein höchst interes- 
santes Exemplar, welches, jedenfalls auf dem Zuge, mehr als 100 Meilen von 
der Küste Australiens im Stillen Ocean an Bord eines Schiftes erlegt wurde. 

In der Lebensweise stimmt R. pectoraüs ganz mit unserem Wachtelkönig 
(Crex) überein. Es ist ein scheuer Vogel, der sich gescliickt zu verbergen 
weiss, und sich lieber laufend , als fliegend rettet. Peale sagt daher , dass er 
nur mit Hilfe eines Hundes zu erlangen ist. 

Nach Gould fällt in Australien die Brütezeit in den September bis No- 
vember. Auf Celebes dürfte sie fi'üher stattfinden, denn das Leidener Museum 
besitzt Dunenjunge, die schon am 4. August erlegt wurden. 

Die Eier, 4 — 6 an der Zahl , werden auf den blossen Erdboden nieder- 
gelegt und sind nach Gould milchkafleefarbig, mit zahlreichen uiu"egelmässigen, 
divnkel kastanienbraiuien Flecken am dickeren Ende und etwas kleiner ge- 
fleckt über die übrige Fläche 5 1|" lang und 1" breit. 

11 



162 Rallus Forsten. 

Diese Beschreibung passt sehr wenig auf das Ei, welches durch Dr. 
Gräffe eingesandt wurde und unzweifelhaft Rallus pectoralis angehört. 

Dasselbe erinnert in Form und Färbung zumeist an das von Rallus 
aquaticus (Thienemann t. 72. 2. c.) und zeigt dasselbe feine Korn , ohne sicht- 
bare Poren, daher die Oberfläche ziemlich glatt, mit einem schwachen Glänze. 
Die Gestalt ist ziemlich gestreckt , fast gleichhälftig , indem das spitze Ende 
nur ein wenig stärker abfallt als das stumpfe. Der Grundtou ist milch weiss, 
mit grossen unregelmässigen mattrothbraunen und kleineren röthlichgrauen 
Flecken, die sich zahlreicher nur am stumpfen Ende zeigen , auf der übrigen 
Fläche aber sehr sparsam sind und mehr als Pünktchen erscheinen. , Länge 
U". Breite 1". - 



sp. 62. Rallus Förster!. Harti. 

Rallus pacificus vai'. (ex Tonga-tabu.) Forst. Descr. anim. 1844. p. 178. — 
Rallus Forsten. Hartl. Wiegm. Arch. f. Naturg. (1852) p. 136. — id. Gab. J. f. 
Orn. (1854) p. 169. — 

Oomeia-Ketebw, Eingeb. von Tonga (Forster.) 

A d. Dorso flavesceiite-fusco, punctis albis nigrisque va- 
rio; capite vufo, superciliis albis; gula cinerea; pectore abdo- 
mineque peiiiiis nigris, fasciis marginalibus albis; rostro san- 
guiiieo, maxilla apice pallide fusca; pedibus incarnatis; iride 
sanguinea. (Forst.) 

Long. c. 9"; tars. 2", rostr. lyy. 
(Nach Forster.) 

Rücken gelblichbraun, weiss und schwarz punktirt. Brust und Unter- 
leib schwarz, jede Feder mit weissem Endsaum. Kopf rostroth. Augenstrei- 
fen weiss; Kehle grau. 

Länge c. 9". F. l^L". L. 2". 
Wir kennen diese Ralle allerdings nur aus Forster's Beschreibung, müs- 
sen sie aber mit Bestimmtheit für eine von R. pacificus*) Gml, (von Tahiti) 



•) Forster und Lathain (auili lliiieliu S. N. p. 717.) beschreiben dieselbe übereinstimmend 
iolgendermassen : „Koj)! braun, eine weisse Linie ubers Auge vom Schnabel bis Hinterhaupt. 
Kehle weiss; Nacken losliolh; Rücken und liürzel schwarz, mit einzelnen, kleinen, weissen 
Punkten besprengt; Hi ust bläulich grau; Unterleib, Seiten und After wei^s. Flügel schwarz 
mit unleibi ochenen weissen Binden ; Scliwanzfedern schwarz, weiss punktirt. Fusse fleischfarben, 
Schnabel blulroth. Iris lolh." Von Ut.dieili, wo sie üomnaa oder Eboonaa heisst. 



Ballus hypoleucus. 163 

verschiedene Art halten. Sie unterscheidet sich durch den rnstrothen Kopf* 
nnd die schwarze, weissqnergewellte Unterseite sowohl von pacificus als pec- 
toralis hinlänglich. 

Seit Forster , der die Art von Tong'a - tabu anführt , scheint die seltene 
Ralle übrigens nicht mehr wieder erlangt worden zu sein. Weitere Nachrich- 
ten über dieselbe wären daher sehr zu wünschen. 

Als synonymistische Berichtigung müssen wir bemerken, dass Gray 
(B. Trop. Isl. p. 52) sehr mit Unrecht Forster's Var, von R. pacificus, auf die 
wir unsere R. Forsteri begründeten , auf R. pectoralis bezieht. Ebenso falsch 
ist es, wenn Gray als Localität für R. pacificus auch Tonga-tabu anführt. — 



sp. 63. Rallus hypoleucus. Nob. 

Philippine Rail var. B. Lath. Gen. Syn. III. p. 236. — Rallus philippen- 
sis var. y. Gml. S. N. p. 714. — Lath. Ind. Orn. p. 756. — Bechst. Lath. Uebers. 
(var. B.)in.p. 203. — id. IV. (b. AVeissbäuchiger Ralle) p. 463. — Vieill. Enc. 
Meth. III. p. 1060. — Rallus pectoralis. var. ? G. R. Gray. B. Trop. Isl. p. 52. — 

Ad. Capite supra et lateraliter cerviceque castaneo-fuscis; 
superciliis cinereis; collo postico fusco alboque taeniato; pallio 
et scapularibus albis; tectricibus olivaceo - fuscis , albo trans- 
versim notatis; remigibns fnscis, pogonio interno rufo-macula- 
tis; gastraeo toto albo. 

Long, circa 9". 

(Nach Latham.) 

Kopf, nebst Kopfseiten und Nacken , hell kastanienbraun, von der Ba- 
sis des Schnabels über das Auge bis zum Hinterkopf ein grauer Streif. Der 
Hinterhals braun und weiss quergestreift. Rückenmitte nnd Schulterfedern 
weiss, mit einer geringen Mischung von Braun auf dem Rücken. Flügeldeck- 
federn olivenbraun, nach der Quere weiss gefleckt, die kürzeren Schwingen an 
Innenfahne weiss, an der Aussenfahne olivenbraun, die grossen olivenbraun. 



Wegen des rolheii Nackens am nächsten mit U. pectoralis verwandt, aber die Unterseite 
ganz abweichend gefaibt, auch fehlt der rolhbraiine Streif durch's Auge. Die Art scheint also 
unzweifelhaft gut, aber in keinem Museimi vorlianden. 

11» 



164 Ortygometra quadristrigata. 

mit grossen rostigrotlien Flecken, die erste ganz weiss, die zweite innen weiss. 
Der SchAvanz olivenbraun und weiss quergestreift. Alle lanteren Theile weiss, 

Schnabel und Füsse hellbraun. Der Schwanz überragt die Spitzen der 
Sclnvingen nicht. 

Latham beschrieb diesen Vogel nach einem Exemplare von Tonga-tabu 
aus der Sammlung von Joseph Banks. — 

Obwohl, ausser den Latham'schen, keine weiteren Nachrichten über diese 
merkwürdige Ralle vorliegen, dieselbe daher immerhin etwas dubiös erscheinen 
dürfte, so können wir uns, bei der gänzlichen Ftärbungsverschiedenheit , nicht 
dazu entschliessen, sie mit Gray für eine Varietät von R. pectoi'alis zu erklä- 
ren. Bei unserer so schwachen Kenntniss mit der Ornithologie der Tonga- 
Inseln , über die wir ja eigentlich seit Forster nichts mehr hörten und im 
Hinblick auf die verborgene Lebensweise dieser Vögel, scheint es uns keines- 
wegs unwahrscheinlich, dass diese characteristische Ralle nicht wiedergefunden 
werden sollte. 

Wir nehmen daher keinen Anstand sie als Art anzuerkennen und sie 
specifisch zu benennen. — 



sp. 64. Ortygometra qiiadrii^tri^ata. (Horsf.) 

Rallus quadristrigatus. Horsf. Trans. Linn. Soc. XIV. 1820. (vol. XIII. 
1822.) p. 19(i. — Gallinula superciliosa. Temm. (nee Sws.) — Gallinula 
leucosoma. Sws. Two Cent and a Quart, p. 348, — Rallus tannensis. Forst. 
Descr. an. (Crex quadristriata Licht.) 1844. p. 275, — Rallus superciharis. 
Eyton. Ami. and Mag. Nat. Hist. 1845. p. 230. — Gallinula mystacina. Mus. 
Paris, (ap. Schi.) — Ortygometra leucosoma (Sws.) , Corethrura superciharis 
(Eyt.), C. quadristrigata (Horsf.), C. mystacina (Temm.), C. sandwichensis 
(Reichb.) et C. tannensis (Forst.) G. R. Gray. Gen. of B. p. 594. 595. — Zapor- 
nia nigrolineata. Ilodgs. (ap. Schlegel). Porzana quadristrigata. Blyth. Cat. B. Mus. 
As. Soc, p. 284. — id. Porzana superciliaris. p. 339. — Rallus nigrolineatus. 
Hodgs. (M. S.) Gray. Cat. B. Br. Mus. Rall. p. 117. — Porzana leucophrys. Gould. 
Proc. Z.S. (1847.) p. 33. — id. B. Austr. VI. pl. 8 1 . — Reichb. Neuentd. Vög. 
N.-Holl. No. 477. f. 2469 — 70. — id. f. 1184—85. s. n. Zapornia sandwichensis. 
(nee Rallus sandwichensis. Gml.) — Erythra leucophrys. Bp. Compt. Rend. 1856. 
p 599, — id. E. cinerea, cinerea media et cinerea minima. — Ortygometra 
tannensis. G. R. Gray. B. Trop. Isl. p. 52. — Porzana (Zapornia) leucophrys. 
Verr. Rev. et Mag. Zool. (1860.) p. 437. — Porzana cinerea. Schleg. Mus. P. B. 
Ralli. p. 32. — Ei-ythra quadristrigata. Gould. Handb. B. Aust. 11. p. 343. — 



Ortygometra qiiadristrigata. 165 

? Porphyrie cinereus. Vieill. Nouv. Dict. d'Hist. nat. tom. 28. p. 29. — id. 
Enc. Meth. III. p. 1049. — G. R. Gray. Gen. ofB. p. 598. - 

? Sandwich Rail. var. (ex Ins. Tanna) Lath. Gen. Syn. III. p. 235, — 
Rallus sandwichensis. var. ß. Gml. S. N. p. 717. — Bechst. Lath. Uebers. II. 
p. 207. IV. p. 464.— Ortygometra — sp.V G. K. Gray. B. Trop. Isl. p. 52. — 
Vai, Eingeborne von Upolu. (Gräffe.) — 
Aghia, „ von Neu-Caledonien. (Verr.) 

Ad. Supra griseus; fronte cinereo-fuscescente; tergo et 
uropygio griseo - fuscis ; linea a basi rostri ad supercilia ducta 
alba; gastraeo cinereo-albicante; crisso pallide ochroleuco; 
alis fuscis, pennis pallide marginatis; pedibus viridi-olivaceis , 
rostro fusco-luteo ; iride sanguinea. 

Long. c.6|— 7''; rostr. 9— 12'"; al. 3"2-8'"; tars. 14—17'". 

Upolu, Samoa-Ins. (Collect. Godeffroy.) 

Alt. Ober" und Hinterkopf braixnschwarz , die Federn am Ende mehr 
schiefergrau, wesshalb die letztere Farbe zuweilen dominirt. Nacken und 
Hinterhals mehr braungrau, ebenso die Ohrgegend, Hals- und Brustseiten, 
diese aber noch heller, daher deutlicher grau. Von der Schnabelbasis bis 
über das Auge ein weisser Streif, ein zweiter, mehr verwischter, zieht sich 
unter dem Auge über die Ohrgegend hin. Zügel schwarz, ebenso ein kleiner 
Punkt an der Basis des Unterschnabels. Gegend am Mundwinkel, Kinn, 
Kehle und alle vorderen und unteren Theile weiss, nur Schenkel, After und 
untere Schwanzdecken blass rostfahl-, die unteren Flügeldecken und Achsel- 
federn bräunlich. Mantel , Rücken , Flügel und übrige obere Theile oliven- 
braun; die Federn des Rückens, der Schultern und die letzten Schwingen 
zweiter Ordnung tiefbraun mit olivenbraunen Seitenrändern. Schwingen ein- 
farbig olivenbraun ; die erste Schwinge an Aussenfahne weisslich , ebenso die 
kleinen Deckfedern am Handrande. Schwanzfedern olivenbraun. Schwingen 
unterseits mattbraun. 

Schnabel hornfahlweiss ; Füsse blass hornbräunlich. 

Im Leben: Schnabel gelblich fleischfarben; Beine grünlich; Iris roth. 
(Gräffe.) - Schnabel bräunlichgelb, Unterschnabel gelblich ; Beine olivengrün ■ 
Iris und Augenlieder blutroth. (Forster.) — Iris roth. (Verr.) — Schnabel 
gelb , gegen die Basis zu röthlich ; Füsse schmutzig rothgelb ; Iris blass pur- 
purroth. (v. Rosenberg.) — Oberschnabel röthlichbraun ; Schneiden beider 
Schnabelhälften ziegelroth; Füsse ölgrün. (Gould.) 



166 Orlygoniolra (jiiacliislrigala. 

Exemplare von Neu - Caledonien und Java erwiesen sich uns als nicht 
im geringsten abweichend. Verreaux bestätigt die Uebereinstimmung zwischen 
solchen von Neu-Caledonien und Neu-HoUand. — 

Geschlechter nicht verschieden. (Gould.) 

Junge haben nur eine leichte Andeutung der Kopfzeichnung, ihr Ober- 
kopf ist nur braun, nicht braunschwarz, die Hals- und Brustseiten sind fahl, 
nicht grau. (Gould). — ■ 



Lange. 


Fl. 


Sclnv. 


F. 


L. 


M. Z. 


c. 6f-7" 


3"3'" 


18'" 


9 '" 


16"' 


18V" Upolu. 




3 6 


20 


H 


16 


16 Neu- Caledonien. 




3 7 


19 


9 


16 


15 Java. 



3''2— 8'" 19-24'" 9— 12"' 14—17"' 15— 18'" (Nach Schlegel.) 
Die sonderbaren, für uns unerklärlichen Verbreitungsverhältnisse man- 
cher Vögelarten, zeigen sich am auffallendsten bei dieser. Wer staunt nicht 
darüber, dass ein Vogel von Malacca und Nepal gleichzeitig in Australien 
und auf den Samoa-Inseln vorkommt und noch dazu kein gewandter Flieger, 
wie ein Cypselus, kein langfliigeliger Schwimmvogel, sondern eine kleine 
Ralle. Manche werden freilich an der Thatsache zweifeln, da sie so sehr 
unseren sogenaiuiten geographischen Verbreitungsgesetzen widerspricht, aber 
trotz aller Mühe, würde es avoI Niemanden gelingen constante Unterschei- 
dungskennzeichen für die Individuen von den verscliiedenen Localitäten auf- 
zufinden. So weit wir wenigstens Vergleichungen anstellen konnten, die sich 
allerdings nur auf Exemplare von Java , Neu - Caledonien und Samoa - Inseln 
bezogen , war es uns nicht möglich irgend welche Unterschiede auszutinden. 
Sind aber die Exemplare von den genannten Localitäten gleich , so lässt sich 
nicht wohl zweifeln, dass es auch die von den Philippinen, Malacca etc. sein 
werden. 

Die geographische Verbreitung von Ortygometra quadristrigata verhält 
sich folgendermassen : 

In Vorder- und Hinter-Indien, sowie auf Ceylon fehlt sie mit Bestimmt- 
heit, denn weder Jerdon noch irgend ein anderer indischer Ornithologe führt 
sie an. Dagegen kommt sie nach Blyth in Nepal und auf Malacca vor. In 
China und Formosa fehlt die Art ebenfalls, denn Swinhoe erwähnt sie in sei- 
nen Schriften nicht. Dagegen kennt man die Art von Java (Horsfield. Boie. 
Diard), Borneo (Leid. Mus.) , Celebes (Forster. Rosenberg), den östlichen Mo- 
lucken (Halmahera. Dr. Bernstein) , Amboina (Leid. Mus.) und Neu - Guinea 
(Dr. S. Müller). Wallace führt sie in seinen Vögellisten aus dem Indischen 



Orlygometra tabuensis. 167 

Archipel nur von Timor an. Im Leidener Museum durch Cuming von den 
Philippinen. Nach Gould ist diese Art in Australien bis jetzt nur an der 
Nordküste (Port Essington, und Halbinsel Coburg) beobachtet worden, wahr- 
scheinlich aber weiter verbreitet. Förster beschreibt den Vogel (s. n. tannensis) 
von Tanna, Neu-Hebriden, und Verreaux erhielt ihn durch Leport von Neu- 
Caledonien. G. R. Gray nennt die Viti-Inseln (Ngau) als Localität und neuer- 
dings erhielten wir die Art auch von den Samoa- Inseln (Upolu) durch Dr. 
Gräffe. - 

Dies wären die bis jetzt mit Bestimmtheit nachgewiesenen Localitäten. 
Erwarten lässt sich, dass die Verbreitung noch ausgedehnter sein wird. 

Gould berichtet über die Art nur wenig. Sie ist sehr zutraulich , ver- 
birgt sich nicht sonderlich, sondern zeigt sich vielmehr öfters frei auf einem 
Zweige. Man kann ihrer daher ziemlich leicht habhaft werden. 

Eine Notiz von Gräffe lautete: Lebt in sumpfigen Stellen der Insel und 
heisst Vai, d. h. Fuss. — Peale erlangte die Art auf seinen Reisen nicht. — 

Es scheint ftns nicht unwahrscheinlich, dass die Varietät von Latham's 
Sandwich - Rail (Rallus sandwichensis var. ß. Gml.) aus Tanna vielleicht zu 
dieser Art gehört. Ebenso dürfte Porphyrie cinereus. Vieill., von unbestimm- 
ter Herkunft, mit ihr identisch sein, allein die Beschreibung ist nicht genügend. 
Dagegen lässt die von Horsfield keine Zweifel übrig , so dass man ohne Be- 
denken ihn als Auetor annehmen muss. 



sp. 65. Ortyj^ometra tabuensis. (Gmi.) 

Tabuan Rail. Lath. Gen. Syn. III. p. 235. — Rallus tabuensis. Gml. S. N. 
(1788) p. 717. — Lath. Ind. Orn. II. p. 758. — Bechst. Lath. Uebers. II. p. 206. 

— IV. p. 464. — Vieill. Enc. Meth. IIL p. 1067. — 

Corethrura tabuensis. G. R. Gray. Gen. of B. III. p. 595. — App. p. 27. - — 
Untere Schwanzdecken weissquergebändert. 

Tabuan Rail var. A. (ex Tanna) Lath Gen. Syn. p. 235. — Gml. var. ß. 
p. 717. Lath. Ind. p. 758. — Bechst IL p. 206. — IV. p. 464. — 

Gallinula Immaculata. Sws. Two Cent, and a Quart, p. 377. — id. Class. 
of B. IL p. 358. — Rallus minutus. Forst. Descr. anim. (Licht.) 1844. p. 178. 

— Zapornia spilonota. (Gould) Peale. Un. St. Expl. Exp. (1848) p. 224. — 
Hartl. Wiegm, Arch. 1852. p. 119. — Porzana Immaculata. Gould. B. of Austr. 
VI. pl. 82. — Reichb. Neuentd.Vög. Neu-Holl. No. 47H. f. 2471-72. — Crex 
plumbea. Gray. Griff. An. Kingd. IIL p. 410. — id. Ortygometra plumbea. Cat, 



168 Orlygonielra labuensis. 

B. Brit. Mus. Rallidae (1844) p. 120. — Ortygometra tabuensis. G. R. Gray. voy. 
Ereb. et Terr. B. p. 14. — id. Ibis. 1862. (July.) — id. B. Trop. Isl. p. 53. — 
Zapornia? tabuensis Bp. Compt. Rend. 1856. p. 599. — Rallus minor. Ellm. 
Zool. 1861. p. 7470. — Zapornia umbrina. Cass. Proc. Acad. Phil. VIII. (1856) 
p. 254. — id. Un. St. Expl. Exp. (1858) p. 305. pl. 35. f. 2. — Porzana vi- 
tiensis. Hartl. Gab. J. f. Orn. (1854) p. 169. — id. Zapornia umbrata. Wiegm. 
Arch. f. Nat. 1858. p. 29. —- Porzana immaculata. Schleg. Mus. P. B. Ralli. 
p. 36. — Porzana? tabuensis. Gould. Handb. B. Aust. 11. p. 341. — 

Seou, Eingeborne von Viti. (Gräffe.) 

Maho, „ von Tahiti. (Forster.) 

Nohur, „ der Neu-Hebriden. (Gray.) 

War-ra-jah, „ von W.-Austral. (Gould.) 

Mehotatai, | 

. . ) „ von Neu-Seeland. (Gray.) 

Totoriwai,! ' \ J f 

Ad. Capite, collo, pectore et abdomine nigro-plumbeis ; 

dorso, tergo, uropygio alarumque tectricibus obscure nigricante- 

fuscis; crisso et subcaudalibus nlgro alboque fasciatis; remi- 

gibus fuscis; cauda nigra; rostro atro; pedibus et palpebris 

sanguineis; iride sangninea. 

Long. c. 5|"-, rostr. 8'"; al. 2"10'''; tars. 11'". 

% Viti-Levu, Viti-Inseln. (Bremer Museum.) 

Ober- und Hinterkopf braunschwarz, übrige Oberseite glänzend dunkel- 
braun, auf Mantel und Flügeldecken am lebhaftesten und hellsten, auf Bürzel 
und den oberen Schwanzdecken dunkler und schwarzbraun. Schwingen ein- 
farbig schwarzbraun, die erste an Aussenfahne breit weiss gesäumt. Schwin- 
gen unterseits grauschwärzlich. Kopf- und Halsseiten und alle unteren Theile 
vom Kinn an dunkel schieferschwarzgrau , auf den Schenkelseiten dunkler. 
Die unteren Schwanzdecken schwarz, mit 2 — 3 weissen C^uerbinden, von 
denen eine beinah das Ende bildet. Die unteren Flügeldecken schwarzbraun 
mit verwaschenen weissen Endsäumen, 

Schnabel hornschwarz •, Füsse horngelb, die Nägel blassbraun-, schmaler 
Kreis um'sAuge röthlich. — Iris roth (Gräffe.) Schnabel und Füsse grünlich (!) 
(Peale). — Iris und Augeulieder schön roth; Beine und Füsse düster ziegel- 
roth. (Gould.) — Schnabel schwarz, Augenring und Iris blutroth; Füsse brauu- 
roth. (Forster). — 

Ein Exemplar von Neu-Seeland (Bremer Museum) gleicht in der 
Färbung genau den Viti-Exemplaren, zeigt aber etwas grössere Dimensionen. 



Orlygometia tabuensis. 16«' 

Exemplare von Neu-Calerlonien (durch Verreaux), die wir mit sol- 
chen von Viti vergleichen konnten, waren nicht im mindesten verschieden. 



Läiigo. l*"l. 


Schw. 


F. 


L. 


M. Z. 


c. 6" 2"10'" 


/// 


7V" 


IIV" 


10'" Viti-Inseln. 


2 9 


19 


7 


12 


12 


7 3 1 


22 


7 


12 


12 Neu-Seeland. 


2"8'"— 3"3"' 


' -20—23 


8-11 


10—13 


11 — 13 Austral. (Nach Schleg.) 



Der Umstand , dass Latham bei seiner Tabuan Rail von Tonga - tabu 
nichts von der weissen Zeichnung der unteren Öchwanzdecken ei'wähnt, darf 
wol nicht als genügender Grund erachtet werden, sie für specifisch verschie- 
den von der Varietät aus Tanna zu halten. Bei der letzteren wird nämlich 
die weisse Querzeichnung, die sehr individuell zu variiren scheint, hervorge- 
hoben und diese Beschreibung passt daher noch besser auf den vorliegenden 
Vogel, der nach und nach unter verschiedenen Namen als sogenannte neue 
Species bekannt gemacht wurde. 

An diesen Missgriöen ist ohne Zweifel die weite Verbreitung, von der 
man damals noch keine Ahnung haben konnte, hauptsächlich schuld. Wer 
hätte es auch für möglich gehalten, dass ein verhältnissmässig so kleiner Vo- 
gel, noch dabei anscheinend ein schlechter Flieger, von den Tonga - Inseln, 
sich auch in Australien, Neu-Seeland und in Central-Polynesien linden würde ? 

Obschon wir über den Verbreitungskreis von O. tabuensis ziemlich unter- 
richtet sind, so lässt sich doch erwarten, dass derselbe durch spätere For- 
schungen noch weiter ausgedehnt werden wird. 

Bis jetzt kennen wir die Art von folgenden Localitäten : 

Ganz Australien, Van Diemensland vind die Inseln der Bassstrasse (Gould); 
Neu-Seeland (Dieffb.-, Süd-Insel, Earl.); Tonga-Inseln, Tongatabu (Latham); 
Viti-Inseln (Viti-Levu, Gräflfe-, Ovalou, Peale; Ngau, Rayner)-, Samoa-Inseln 
(G raffe); Gesellschafts -Inseln, Tahiti (Förster); Neu - Hebriden, Tanna (La- 
tham); Aneitum (Gray) und Neu - Caledonien (Verreaux). — Schlegel führt 
auch ein Exemplar an, welches nach Verreaux's Angabe von den Philippinen 
herstammen soll, allein dieser Fundort ist bis jetzt noch durchaus unsicher. 
Auf Neu-Guinea und den Molucken scheint die Art zu fehlen, sie wurde we- 
nigstens bis jetzt niemals hier beobachtet. — 

Gould schildert die Lebensweise der Art in Australien. Wie ihre Gat- 
tungsverwandten hält sie sich meist sehr verborgen in den sumpfigen , mit 
Ried bewachsenen Gegenden auf, fliegt mir ungern und geht ebenso ungern 
auf das Wasser, wo sie sich indes« geschickt zu bewegen weiss. 



170 Porphyrie indicus. 

Kein Wunder daher, wenn man das Vögelchen nur selten zu sehen 
bekommt. 

Peale erlangte nur ein Exemplar auf Ovalou , welches er für Z. spilo- 
nota. Gould. hielt. Diese Art von den Gallopagos würde sich indess, nach 
der Beschreibung zu urtheilen, durch die weisslichen Pünktchen auf den Flü- 
geln und Seiten genügend unterscheiden, welche letztere übrigens auf der 
Abbildung nur sehr verwischt angedeutet sind. 

Die Otaheite-Rail Latham's (Ortygometra tahitiensis Gml. Gray. B. Trop. 
Isl. p. 52.) von Tahiti ist mit unserer Art ebenfalls sehr nahe verwandt, würde 
sich aber durch die erste ganz weisse Schwinge und die weissen Ränder der 
übrigen Schwingen unterscheiden. Sie scheint übrigens , wie so manche der 
Südseevögel, in neuerer Zeit nicht mehr gesehen worden zu sein. 



sp. 66. Porphyrie inclieu§. Horsf. — 

t. XII. f. 2. (ad.) . 

Porphyrio indicus. Horsf. (nee Gray) Trans. Linn. Soc. Lond. vol. XIII. 
(1822) (part. XIV. 1820) p. 194. - Porphyrio smaragdinus. Temm. PI. col. 421. 
~- Less. Man. d'Orn. IL (1828) p. 297. — Keichb. Vollst. Naturg. Grall. t. 109. 
f. 1102. — Porphyrio melanopterus. Temm. (in Mus. Lugd.i — Porphyrio sa- 
moensis. Peale. Un. St. Expl.Exp. (1848) p. 220. pl. 62. f. 1. — Hartl. Wiegm. 
Arch. f. Naturg. (1852) p. 118. — Porphyrio indicus. G. R. Gray. Gen. of 
B. III. p. 589. — Cass.Un. St. Expl. Exp. (1858) p. 308. — G. R. Gray. B. 
Trop. Isl. p. 53. — Schleg. Mus. P. B. Ralli. p. 55. — 

Ad. Capitis lateribus, collo antico, subalaribus, pectore 
ethumeris thalassino - caeruleis ; dorso , interscapulio , alis et 
cauda fuscescente-oli vaeeis, sub certa liice fasciolatis, plus 
minusve caerulescente - lavatis ; collo postico et abdomiiie vio- 
lascente-caeruleis ; cruribus in thalassinum vergentibus ; remi- 
gibus majoribiis pogonio intenio nigris, externe virescente-cae- 
ruleis; crisso pure albo; scutello verticali rostroque rubris; 
pedibus flavis, rubre adspersis; iride rubra; unguibus pro 
mole longis. 

Long. c. 14"-, rostr. a riet. 15'^': al. 8i"-, caud. 3"; tars. 2" 9'"; 
dig. med. sine ung. 2"!'" -^ ung. dig. med. 8^'". 



Porpliyrio indicus. 171 

Java. Bremer Museum. 

Alt. Mantel, Rücken und Schultern olivenbraunschwarz, die Federn 
am Ende tiefblau verwaschen, wesshalb letztere Farbe unter gewissem Lichte 
vorherrscht. Ganz gleich gefärbt (ebenfalls mit deutlich blauem Anfluge) sind 
Hinterrücken, Bürzel und die oberen Schwanzdecken. Die grossen oberen 
Flügel- und Schulterdecken, die Deckfedern der Schwingen zweiter Ordnung 
und die letzten Schwingen zweiter Ordnung olivenschwarzbraun , unter ge- 
wissem Licht mit einem schwachen olivengrünen Anfluge u^nd deutlichen 
braunschwarzen Querlinien, am Basisdrittel meerblau. Schwingen erster Ord- 
nung schwarz, an Aussenfahne lebhaft meerblau. Schwingen zweiter Ordnung 
und die Deckfedern der ersten Schwingen schwarz, mit breitem dunkelblauem 
Rande an Aussenfahne. Schwanzfedern schwarz, an den Fahnenrändern dun- 
kelblau scheinend. Schwingen und Schwanz unterseits schwarz, ebenso die 
grössten unteren Flügeldecken, die übrigen unteren Flügeldecken meerblau. 

Hinterkopf und Zügelgegend matt schwarz. Backen, Kinn, Kehle und 
Vorderhals, nebst Kropf und Oberbrust lebhaft meerblau, von gleicher Farbe 
sind die kleinen oberen Flügeldecken am Unterarm und Flügelbug. Hinter- 
hals , Halsseiten , Brustseiten , Unterbrust und übrige untere Körpertheile leb- 
haft und dunkel kobaltblau , die Federn mit schwärzlicher Basis , die auf 
Bauchmitte und After sichtbar hervortritt, so dass diese Theile mehr schwarz 
erscheinen. Untere Schwanzdecken rein w^iss. Befiederung der Tibia meerblau. 

Schnabel und Stirnplatte schmutzig dunkelroth , der Spitzentheil des 
Schnabels hell, die Mitte der Stirnplatte braun. Beine und Füsse röthlich 
hornbraun, Krallen hornbraun. 

Im Leben Stirnschild und Beine roth. (Horsf.) — Schnabel und Stirn- 
schild carminroth; Beine gelb, carmin tingirt. (Peale.) — 

Geschlechter nicht verschieden. (Leid, Mus.) — 

Lange der Stirn- Breite der 
Muiidspalti;. plalle u. d. Schnabels. Stirnplatte. 

15'" 2"4 '" IV^'" 

13'"— 16'" — y 12'" 

17 - 19 — 8 —11 

19'" 2"^"' — 

L. Til.ia. M. Z. 

3"1"' 15'" 2"10"' Java. 

2" 8"'- 3"1"' 17—18'" 2" 9"'— 3" Java. (Nach Schleg.) 
2 11 —3 3 — 2 10 - 3 3'" Celebes. 

3"1'" — — Upolu. (Nach Peale.) 



Lange. Fl. • 


Schvv. 


c. 14" 7"10"' 


2"10"' 


niiAiii aiiniii 


2"6"'- 3"1 


8 2 —9 4 


3 5—38 


• g// 7/// 






173 Porphyrio vitiensis. 

Cassin's Untersuchungen zu Folge ist das Purpurhuhn, welches durch 
Peale von den Samoa - Inseln mitgebracht und s. n. P. samoensis beschrieben 
wurde, durchaus mit Horsfield's P. indicus von Java identisch. Wir müssen 
uns auf Cassin's Ausspruch verlassen , da wir bis jetzt nur P, vitiensis unter 
den Sendungen Dr. GräfFe's sahen. 

Die geographische Verbreitung von P. indicus würde sich also über den 
Indischen bis in den Stillen Ocean erstrecken, daher ausgedehnter sein als 
von irgend einer anderen verAvandten Art. Jerdon führt sie unter den Vö- 
geln Indiens nicht auf. Gray's P. indicus (Cat. Brit. Mus.) von Nepal und 
Madras bezieht sich auf P. neglectus. Schleg. — 

Als sichere Localitäten für P. indicus sind bis jetzt bekannt: Java 
(Horsfield, Kühl und van Hasselt), Sumatra (Cassin), Celebes (Leid. Mus.), 
Ceram (Leid. Mus.), Buru (Leid. Mus.), Banda (Gray) und Samoa-Inseln. 

Peale's Exemplare wurden auf Upolu eingesammelt. Weitere Notizen 
über die Art werden nicht von ihm mitgetheilt. 



sp. 67. Porphyrio vitiensis. Peaie. 

t. XII. f 3. (ad) et t. III. f. 1. (Ei.) — 

Porphyrio pulverulentus (Temm.) G. R. Gray. Cat. B. Brit. Mus. Rallidae 
(1844) p. 121. •— 

Porphyrio vitiensis. Peale. Un. St. Expl. Exp. (1848) p. 221. pl. 62. f 2. 
— Hartl. Wiegm. Arch. f. Naturg. (1852) p. 118. — Cass. Un. St. Exp. (1858) 
p. 309. — G. R. Gray. B. Trop. Isl. p. 53. — Schleg. Mus. P. B. Ralli. p. 55. 

? ? Fulica porphyrio. Forst. Descr. anim. p. 156. — Gml. S. N. p. 299. 
(part.) — 

Ad. Capitis lateribus, collo antico, pectore, humeris et 
subalaribus thalassino-caeruleis; dorso, alis et cauda fusces- 
cente-olivaceis ; remigibus extus obscure caernlescentibus; collo 
postico, abdomine cruribusque obscure violascente-caeruleis; 
occipite nuchaque nigricantibus ; crisso pure albo ; rostro, scu- 
tello verticali, pedibus et iridibus rubris; unguibus pro mole 
brevibus. 

Long. 15^"; rostr. a riet. 15'"; al. 8^'*, caud. 3\" ; tars. 3"; 
dig. med. sine ungue 2"1(V" ; ung. dig. med. 8'". 



Porpliyrio vitienjsis. l^B 

Viti-Inseln. (Bremer Museum.) 

A 1 1. Mantel, Rücken und Schultern dunkel olivenbraun, schwach aber 
deutlich olivengriinlich verwaschen ; Hinterriicken, Bürzel und obere öchwanz- 
decken einfarbig dunkel olivenschwarzbi-aun. Flügeldecken, Deckfedern der 
Schwingen zweiter Ordnung, die längsten Schulterdecken und letzten Schwin- 
gen zweiter Ordnung lebhafter olivenbraun mit rothbraunem Anfluge. Auf 
diesen Partien bemerkt man unter gewissem Lieht dunklere Querlinien. Schwin- 
gen erster und zweiter Ordnung dunkelschwarz , am Basisrande der Aussen- 
fahne düster blaulich, unter gewissem Licht auf der übrigen Aussenfahne 
matt grün scheinend. Deckfedern der ersten Schwingen an Aussenfahne deut- 
lich dunkelblau. Schwanzfedern wie die Schwingen braunschwarz, mit schwach 
grün scheinenden Fahnensäumen. Schwingen und Schwanz unterseits schwarz. 
Die unteren Flügeldecken matt schwarz, mit meerblauen breiten Säumen. 

Hinterkopf, Nacken, Schläfe- und Zügelgegend matt schwarz. Backen, 
Kinn, Kehle und Vorderhals nebst Kropf und Oberbrust dunkel meerblau, 
von gleicher Farbe sind die kleinen Deckfedern am Unterarm und Buge, 
welche hier einen grossen blauen Fleck bilden. Hinterhals, Halsseiten, Brust- 
seiten und alle übrigen unteren Körpertheile dunkel kobaltblau, die Basis der 
Federn schwarz, daher Bauchmitte und After beinah einfarbig mattschwarz. 
Untere Schwanzdecken rein weiss. 

Schnabel schmutzig dunkelroth, an der Spitze heller, das nackte Stirn- 
sehild mehr orangeroth ; Beine und Füsse hornbräunlich, ebenso die Nägel. 

Iris und Beine roth. (Gräffe), — 

Die Geschlechter dürften, nach Analogie zu urtheilen, nicht verschie- 
den sein. 

Dunenjunge (die vielleicht einige Stunden alt waren) sind mit einem 
feinen schwarzen Flaumenkleide bedeckt. Schnabel hornweiss, an Basishälfte 
dunkel, Füsse hornbraun. 

Ueber das Jugendgefieder vermochten wir uns bisher keine Aufklärung 
zu verschaflfen. Peale theilt darüber Nichts mit. 

Länge der Stirn- Breite der 

L. 

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3 



Lange. 


Fl. 


S( 


ihw. 


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16 




2'aO'" Viti-Ins, 

2 10 WalUs-Ins. (Nach Schleg.) 



174 Porphyrio vitiensis. 

Sowohl Cassin als Schlegel wollen die specifische Verschiedenheit dieser 
Art von P. Indiens Horsf. hauptsächlich auf die geringe Grösse basiren. Cas- 
sin nennt vitiensis „eine der kleinsten bekannten Arten" (!) und Schlegel 
sagt: „ reconnaissbble a sa petite taille." Die beigegebenen Maasse werden 
aber beweisen , dass die beiden Arten in der Grösse keineswegs verschieden 
sind und dass P. vitiensis zuweilen grösser als indiciis ist , wie die Exemplare 
unseres Museums zeigen. Auch in den plastischen Verhältnissen bieten sich 
wenig Verschiedenheiten, nur scheint P. Indiens fast stets ein breiteres Stirnschild 
und ansehnlich längere Krallen zu besitzen. Diese Abweichungen würden 
aber gewiss nicht hinreichen P. vitiensis als besondere Art anzunehmen, zeig- 
ten sich nicht in der Färbung constante Verschiedenheiten, die es ermöglichen 
beide Arten leicht zu erkennen. Bei P. vitiensis sind Mantel und Rücken 
dunkel olivenbraun mit olivengrünlichem Anfluge, bei indicus mehr scliM'arz 
mit dunkelblauem Anfluge-, die oberen Flügeldecken, hintei-en Schulterdecken 
und letzten Schwingen zweiter Ordnung ziehen bei vitiensis in's Röthlicholiven- 
braune , bei indicus sind diese Partien dunkel olivenschwarzbraun. An der 
Aussenfahne der Schwingen bemerkt man bei P. vitiensis nur einen schwachen 
meerblauen, gegen das Ende zu meergrünlichen Schein, während bei indicus 
die Schwingen erster Ordnung an Aussenfahne deutlich meerblau, die der 
zweiten Ordnung schön dunkelblau sind. Ueberdies ist das Blau an den 
Hals- und Brustseiten bei P. indicus viel lebhafter als bei vitiensis. 

Diese Kennzeichen dürften also für Jeden zur richtigen Unterscheidung 
der beiden Arten genügen, noch mehr die beigegebenen Abbildungen der bei- 
den Arten (t. XII.) — 

Nachdem dieses Purpurhuhn zuerst durch Sir E. Belcher von den Vitis 
an das Britische Museum gelangte, wurde es später von Peale ebenfalls hier 
gefunden. Auch Dr. Gräffe sandte es von den Viti - Inseln (Viti - Levu) , aus- 
serdem nur noch von den Wallis - Inseln (Uöa) ein. Bis jetzt sind dies also 
die einzigen mit Sicherheit bekaimten Localitäten. 

G.R.Gray führt zwar ausser den Viti -Inseln, auch die Tonga - Inseln^ 
Neu - Hebriden (Tanna) und Neu - Caledonien als Fundorte an , allein mit ? 
Wahrscheinlich liegen hier nur vage Angaben zu Grunde, die Gmelin bei 
Fulica porphyrio macht und die auf Förster beruhen. 

Wenn Schlegel die Wallis - Insel Uea (auch Uvea oder Ouvea geschrie- 
ben) zum Tonga- Archipel rechnet, so ist dies jedenfalls nur aus Versehen ge- 
schehen , denn diese Insel liegt bekanntlich nördlich von der Viti - und west- 
lich von der Samoa-Gruppe. 



Nuraenius feraoralis. 175 

Nach Peale ist P. vitiensis sehr selten. Der Reisende erlangte nur zwei 
Exemplare; es ist daher nicht zu verwundern, wenn er uns keine Nachrichten 
über die Lebensweise etc. giebt. 

Auch durch Dr. Gräfte erfuhren wir nichts Näheres, erhielten aber das 
in Form und Färbung höchst eigenthümliche Ei, Dasselbe (im Besitz des 
Bremer Museums) ist sehr von dem bei Thienemann (t. 72, 13.) abgebildeten 
Ei von Porphyrie smaragdinus verschieden und schon durch die auf das spit- 
zige Ende beschränkte Punktzeichnung sehr characteristisch. Die Gestalt 
nähert sich mehr dem kugeligen, und ist ungleichhälftig, doch fällt das spitze 
Ende nur wenig mehr ab als das stumpfe. Das Korn ist fein, zeigt nur sehr 
flache, aber zahlreiche Poren, so dass sich die Schaale etwas rauh anfühlt. 
Die Färbung ist etwas schmutzig kalkweiss, am spitzen Ende mit sehr feinen 
rothbraunen Spritzflecken und Pünktchen, Diese Pünktchen sind sehr spar- 
sam mit einigen grösseren rothbraunen Flecken gemischt. Auf der übrigen 
Fläche zeigen sich nur einzelne sehr kleine rothbraune Punkte, Länge l"7|'". 
Breite l"4i'". 



sp. (J8. Humenius femoralis. Peaie. 

Numenius femoralis. Peale. Uri. St. Expl. Exp. (1848) p, 233. pl. 56. f. 1. 
— Hartl. Wiegm. Arch. (1852) p. 120. — Cass, Un: St. Exp. (1858) p. 317. 
pl. XXXVII. — G. R, Gray. B. Trop, Isl. p. 50. — Numenius phaeopus (!) 
Schleg. Mus, P. B. Scolop. p. 94. 

Ad. Siipra obsolete brunneo-rufescens, ochroleuco varie- 
gatus; pileo obscure brunneo, linea mediana et superciliis latis 
ocbroleucis ; remigibus primariis immaculatis fuscis; rectrici- 
bus ochroleucis, fusco fasciatis; subtus pallide ochraceus, collo 
et pectore superiore fusco striatis et adumbratis ; hypocliondriis 
maculis majoribus fuscis; cruribus ochroleucis, scapis pluma- 
rum in setas longas tenuissimas excurrentibus; rostro basi 
paliido, apicem versus fuscescente; pedibus nigris; iride 
obscura. 

Long, c. 16^"-, rostr. 3"&"' ; al. 9|"; tars. 2''1'". 
Mc Keans-Insel, Phönix-Gruppe (Bremer Museum). 
Alt, Ober- und Hinterkopf dunkel umbrabraun, ebenso die übrigen 
oberen Theile, hier aber jede Feder mit 2 — 3 grossen rundlichen blassrost- 



l'J'B Numenius femoralis. 

fahlen Randflecken. Diese treten besonders auf den oberen Flügeldecken und 
Schulterdecken hervor; der Mantel erschemt daher beinahe einfarbig braun, 
ebenso die kleinen oberen Flügeldecken am Unterarm und Buge, Obere 
Sehwanzdecken blassrostfahl mit schmalen dunkelbraunen Querlinien. Sclnvingen 
erster Ordnung dunkelbraun v\'ie der Rücken, an Imienfahne rostfahl gerandet. 
Die letzten 4 Sclnvingen erster Ordnung ixnd die Schwingen zweiter Ordnung 
dunkelbraun mit grossen, breiten, rostfahlen Randflecken und gleicher Endbinde. 

Schwanzfedern rostfarben mit 6 breiten dunkelbraunen Querbinden und 
einer schmäleren hellen Endbinde. Schäfte der Schwingen und Schwanzfedern 
weiss. Verwaschener Längsstrich über die Kopfmitte und jederseits ein Streif 
von der Basis des Oberschnabels über das Auge bis zu den Seiten des Hin- 
terkopfes blassbräunlichweiss , die Federn des letzteren fein bräunlich gestri- 
chelt. Ebenso gefärbt und gezeichnet sind die Kopfseiten. Ueber die Zügel 
durch's Auge ein verwaschener dunklerer Strich. Kinn weisslich. Die übrige 
Unterseite blassrostfahlweiss, aiif Vorderhals und Halsseiten mit braunen Schaft- 
strichen , auf den Brust - und Bauchseiten mit breiter brauner Querbinde auf 
der Aussenfahne jeder Feder. Untere Flügeldecken und Achselfedern dunkel- 
braun, rostbräunlich gebändert. Die Federn der Schenkel enden in 15 — 20'" 
lange haarähnliche nackte Schäfte. 

Schnabel hornfahlgelb mit schwarzbraunem Enddrittel; der Oberschna- 
bel längs Firste bräunlich, an Basis dunkelbraun; Füsse und Nägel horn- 
schwarz. 

Iris, Beine und Füsse schwarz ; Schnabel gelblichbraun mit schwärzlicher 
Spitze. (Gräfte.). Füsse blassblau. (Peale.). — 

Die Gesclilechter nach Peale nicht verschieden. — Nach Cassin zeigen 
manche Exemplare 7 Schwanzbinden; die Länge des Schnabels variirt an- 
sehnlich. 
Länge. Fl. Schw. F. L. Nackte Tibia. M. Z. 

16" d"2'" 3"5'" S"6"' 2"2V" 14'" 18'" Mc Keans-Inseln. 
9 4 3 6 3 6 2 1 13 16 „ 

Dieser seltene Brachvogel nähert sich in der Färbung am meisten N. 
phaeopus ixnd borealis, unterscheidet sich aber durch die ungefleckte Unter- 
brust, Bauch , Schenkel und untere Schwanzdecken , ganz vorzüglich aber 
durch die langen, haarähnlichen Schäfte der Tibialfedern. Letztere Eigen- 
thümlichkeit darf keineswegs als eine zufällige betrachtet werden, denn Peale 
fand alle von ihm erlegten Exemplare dadurch ausgezeichnet. Ebenso ver- 
hielt es .sich mit den von uns untersuchten Exemplaren. Es ist daher als 



Limosa uropygialis. l'J'^ 

durchaus irrig zu bezeichnen, Avenn Schlegel ohne Weiteres und ohne Exem- 
plare aus der Südsee zu besitzen N. t'emoralis für gleichartig mit N. pliaeo- 
pus erklärt. 

Peale fand N. femoralis in grosser Menge auf der Vincennes-Insel, Pau- 
motugruppe. Durch Dr. Graffe erhielten wir ihn von Mc Keans-Insel, Phö- 
nixgruppe, mit der Notiz „ist selten; sucht am Strande nach Krabben." 

Es lässt sich voraussetzen, dass N. femoralis noch weiter über die Inseln 
Polynesiens verbreitet sein wird. 



sp. 69. liimosa uropy^iali!§, Gouia. 

t. Xin. f. 1. (Sommerkl.) et 2. (Winterkl.) — 
Limosa uropygialis. Gould. Proc. Z. S. (1848) p. 38. — id. B. of. Austr. VT. 
pl. 29. — Reichb. Neuentd. Vög. Neu-Holl. No. 528. — id. VoUständ. Naturg. 
Grallat. Novit, t. 73. f. 2661—61 — et Nov. 39. f. 2449—50. s. n. L. Novae-Zee- 
landiae, Gray. — Limosa lapponica var, Novae-Zeelandiae. G. R. Gray. voy. 
Ereb. et Terr. (1845j Birds. p. 13. — id. Gen. of B. III. p. 570. — id. L. uropy- 
gialis. App. p. 26. — Limosa Foxii. Peale. Un. St. Expl. Exp. (1848) p. 23l.pl. 
65. — Hartl.Wiegm. Arch. f Naturg. (1852.) p. 120. — Limosa rufa. Schleg. 
Faun.jap. (1842) p. 114. — Middend. Reise in Sibirien. Vögel, p. 217. — Blas. 
etBald. Nachtr. zu Naumann's Vög. Deutschi. Bd. XIII. (1860) p. 247. — Li- 
mosa Novae-Zeelandiae (Gray) Bp. Compt. Rend. 1856. p. 597. — Cass. Un. St. 
Expl. Exp. (1858) p. 314. — G. R. Gray. Ibis (1862.) p. 23. — id. B. Trop. Isl. 
p. 50. — Limosa Baueri. (Natt. in Mus. Vindob.) Naumann, Vögel. Deutschi. Band 
Vm. (1836) p. 429. - Pelzein. Sitzb. Wien. Acad. (1860) p. 327. — Limosa 
uropygialis. Schleg. Mus. P. B. Scolop. p. 25. — Swinh. Ibis 1863, p. 409. — 
Gould. Handb. B. of Austr. II. No. 521. — 

? Limosa brevipes. Gray. Cat.Brit. Mus. Part. IIL (1844) Scolop. p. 95. — 
id. ? L. australisiana. p. 96. — 

Ad. Supra pallide griseo-brunnescens, plumis medio ob- 
scurioribus, scapis nigricante-fuscis; superciliis albidis; uro- 
pygio, cauda, tectricibus rectricibusque albo fuscoque fasciatis; 
remigibus fuscis, scapis albis ; gastraeo toto unicolore albo, gut- 
ture subbrunnescente ; subalaribus albo fuscoque variis; rostro 
basi pallido, dimidio apicali fuscescente; pedibus nigris; iride 
fusca. 

Long. c. 10|"; rostr. 4"; al. 8^'^-, caud. 3"; tars. 2"1'''. 

12 



178 Limosa uropygialis, 

Australien. (Bremer Museum.) 

Winterkleid. Oberseite braun, jede Feder mit verwaschenen fahl- 
braunen Aussensäumen, daher Oberkopf, Hinterkopf, Hinterhals und Halssei- 
ten mehr fahlbraun erscheinen. Eckflügel, Schwingen und Deckfedern der ersten 
Schwingen dunkelbraun. Die Schwingen erster Ordnung an der Aussenhälfte der 
Innenfahne weiss mit bräunlichen Flecken bespritzt. Die letzten Schwingen 
erster Ordnung und die Schwingen zweiter Ordnung an Innen- und Aussenfahne 
weiss gerandet. Schäfte der Schwingen und Schwanzfedern weiss. Biirzelfedern 
braun, die hinteren mit weissem Mittelfleck. Obere Schwanzdecken breit 
weiss und braun quergebändert , ebenso die Schwanzfedern •, die 2 mittelsten 
Schwanzfedern braun mit verwaschenen helleren Querbinden. 

Verwaschener Augenbrauen- und Schläfenstreif weisslich. Zügel und Kopf- 
seiten weiss mit sehr blassen bräunlichen Schaftstrichen. Die Unterseite vom 
Kinn an rein weiss, nur auf Kropfmitte schwach blassbraun verwaschen ; die seit- 
lichen vmteren Schwanzdecken mit schwachem dunklen Schaftstrich, oder ein- 
zelnen dunklen Querlinien auf Aussenfahne. Untere Flügeldecken und Ach- 
selfedern weiss mit hufeisenförmiger brauner Binde vor dem Ende und brau- 
nem Schaftstrich. 

Schnabel horngelb , an Endhälfte dunkel hornbraun ; Füsse und Nägel 
hornschwarz. Iris dunkelbraun (Gould). 

Exemplare von Upolu, die wir unter den Sendungen Dr. Gräffe's sahen, 
stimmten genau mit dem oben beschriebenen überein. 

Ein Exemjilar a'ou Neu-Seeland (Bremer Miiseum) ganz ebenso, aber 
die seitlichen unteren Sclnvanzdecken und Afterfedern zeigen deiatliche schwarz- 
braune Querzeichnung. — 

Ost-Sibirien. (Bremer Museum.) 

Sommerkleid, Federn der Oberseite dunkelbraun, mit schmalen 
verAvaschenen rostfahlen Seitensäumen, die aber auf dem Mantel fast fehlen, 
so dass dieser fast einfarbig braunschwarz erscheint. Die oberen Flügeldecken 
matter dunkelbraun, mit dunklerer Schaftmitte und fahlweisslichen Aussensäu- 
men. Schwingen und Deckfedern der ersten Schwingen braunschwarz, an 
Innenfahne weiss und hier fein braun besprengt. Federn des Hinterrückens 
dunkelbraun mit weissen Endsäumen-, die oberen Schwanzdecken dunkelbraun 
mit fahlweissen, unregelmässigen, breiten Querbinden. Schwanzfedern dunkel- 
braun mit acht weissen Querbinden auf Innenfahne, an der Basishälfte der 
Aussenfalme mit fünf, daher die Endhälfte der Aussenfahne einfarbig braun ; 
die zwei mittelsten Schwanzfedern an Basishälfte mit vier breiten weissen und 



Llraosa uropygialis. 179 

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180 Limosa uropygialis. 

Diese Art vertritt unsere L. lapponica. L, (rufa Briss.) im Osten und 
stellt derselben sehr nahe. Im Allgemeinen etwas grösser als L. rufa bieten 
docb die Maassverhältnisse keine constanten Unterscheidungskennzeichen , um- 
somehr da die Geschlechter in der Grösse auffallend verschieden sind und bei 
diesen Vögeln überhaupt ansehnliche Grössen Variationen vorkommen. Dage- 
gen unterscheidet sich L. uropygialis sehr leicht durch die braunquergebän- 
derten Federn des Hinterrückens , die bei L. lapponica einfarbig weiss sind 
oder doch nur im rothen Sommerkleide sehr schmale schwarze Schaftstriche 
zeigen , während in diesem Kleide bei uropygialis die Bürzelfedern dunkel- 
braun sind mit schmalen weissen Endsäumen. 

Wenn Schlegel in der Faun. jap. die ostasiatische rostrothe Pfuhl- 
schnepfe mit Bestimmtheit für unsere europäische Limosa lapponica erklärt 
und noch im Jahre 1858 in seinen „Vogels van Nederland" (p. 440) von 
letzterer sagt, „bewohnt Europa, Asien und Australien, brütet im kalten Sibi- 
rien," so sind dies Ansichten, von deren Richtigkeit Schlegel neuerdings selbst 
zurückgekommen ist. Wie wir oben zeigten lehrt nämlich eine genaue Ver- 
gleichung, dass die ostasiatische Pfuhlschnepfe*) specifisch von der europäi- 
schen verschieden ist und zu derjenigen Art gehört, welche unter mehreren 
Namen im Winterkleide aus den südlichen Ländern: Australien, Neu-Seeland, 
Polynesien, beschrieben wurde und meistentheils im Systeme als L. uropygia- 
lis. Gould aufgeführt wird. Die genauere Kenntniss über die Zugzeit vieler 
ostasiatischer Vögel , die wir namentlich Swinhoe verdanken und die wichtigen 
Forschungen v. Middendorfs in Sibirien haben auch die Geschichte dieser 
Species hinlänglich aufgeklärt. 

Die L. rufa von von Middendorf , die er als Brutvogel im nördlichen 
Sibirien antraf, ist nämlich unsere Art, wie aus der Beschreibung deutlich her- 
vorgeht. Ein Exemplar unserer Sammlung aus Ost-Sibirien, im Sommerkleide, 
welches wahrscheinlich von den Reisen Middendorfs herstammt, überzeugte 
uns noch mehr von der Richtigkeit dieser Behauptung und lässt weiter keine 
Zweifel übrig. 



*) Giinz gleiche Verhältnisse werden sich auch hei L. meianura. Leisl. (aegocephala. L.) 
herausstellen, indem diese Alt keineswegs, wie bisher allgemein geglanht wurde, OstTÄsien be- 
wohnt, sondern hier durch die ähnliche L. melanuioides Gould. (== "? brevipcs Gray) vertreten 
wird. Die Limosa mclainiia der indischen (Horsf. Jerdon.) und sibirischen Oiiiithologen (v. Mid- 
dendorf, Kadde) hat daher auf letztere Art Hezug, ebenso die L. meianura der Faun, jap., wie 
Schlegel neuerdings berichtigend nachweist. — 



Liraosa uropygialis. 181 

Die Verbreitungsverhältnisse von L. lapponiea und uropygialis gestalten 
sich daher ganz anders, als man bisher annahm. Die erstere im holien Nor- 
den von Europa und im nördlichen Deutschland brütend, geht im Winter bis 
Nord-, West- und Ost*)-Afrika herab, während die zweite Sommergast in Si- 
birien ist und auf dem Winterzuge Süd-Indien, die Inseln des Indischen Ar- 
chipels und Oceaniens, Australien und selbst Neu-Seeland besucht. Durchaus 
unrichtig ist es, wenn Naumann die L. lapponiea (und Meyeri, welche er als 
verschiedene Art betrachtet) auch Nord-America beAvohnen lässt. Hier wird 
sie bekanntlich durch L. fedoa. L. vertreten. 

Von Middendorf fand L. uropygialis in sehr grosser Menge im nörd- 
lichen Sibirien am Taimyrflusse (74 — 75'^ n. Br.) brütend. Die Vögel trafen 
hier am 3. Juni ein und verschwanden Anfangs August wieder. Es erklärt 
sich daraus die Beobachtung Swinhoe's , der die Wanderzüge dieser Art im 
September und April an den Küsten Formosa's antraf. Während den Win- 
termonaten und nach beendeter Mauser begegnen wir der Art noch weiter 
südlich, und zwar wurde sie bisher in folgenden Ländern und Inselstrecken 
beobachtet : 

China, Formosa (Swinh.), Japan, Java, Celebes, Halmahera, Timor (Leid. 
Mus.), Australien (Port-Essington, Neu-Süd- Wales), Van Diemensland (Gould), 
Norfolk-Insel (Wien. Mus.), Neu-Seeland (Earl.), Neu-Hebriden (Aneiteum, Gray), 
Samoa-Inseln (Rose-Island, Peale, Upolu, Gräffe) und Viti-Inseln (Gräffe). — 
Jedenfalls werden noch viele andere Gegenden auf dem Zuge von dieser Art be- 
sucht, wie es scheint aber niemals das continentale Indien, denn kein indischer 
Ornithologe führt die Art auf. Indien scheint schon zu weit westlich zu liegen. 

Von Middendorf fand die Art auch an der Südküste des Ochotskischen 
Meeres, sie schien hier aber nicht zu brüten. Eadde und von Schrenk führen 
die Art nicht auf, obwohl sie jedenfalls , wenn auch nur als Zugvogel, im 
Amurlande vorkommen muss. Es lässt sich vermuthen, dass sie im Sommer 
auch Kamschatka bewohnen und hier nisten wird. 

Wie bereits bemerkt hat man L. uropygialis in den südlichen Strecken 
fast nur im Winterkleide beobachtet. Mc Gillivray will aber auch ein Exem- 
plar im rostrothen Sommerkleide in Australien erlangt haben , ohne ZAveifel 
kann dies nur ein aussergewöhnlich früh in der Verfärbung begrijßfenes gewe- 
sen sein. Möglicher Weise verfärben manche Exemplare, wie dies auch von 
Charadrius fulvus nachgewiesen wurde, schon auf dem Frühjahrszuge. 



*) Unser Museum besitzt die Art iiu Wiuteikleide von dci Somalii^üste. 



183 Aclitis incanus. 

Die bestimmte Kunde, welche wir jetzt über die Nistplätze haben, er- 
klärt es auch, wesshalb Gould die Art in Australien niemals brütend antraf, 
worüber er seine Verwunderung ausspricht. 

lieber die Eier und das Brutgeschäft giebt von Middendorf wichtigen 
Aufschluss. In der Lebensweise stimmt L. uropygialis, nach Gould, ganz mit 
unserer L. lapponica überein. 

Bezüglich der Synonymik bemerken wir noch, dass der Art die Gould'- 
sche Benennung uropygialis verbleiben muss, da die Worte, mit welchen Nau- 
mann schon 1836 der L. Baueri des Wiener Museums gedenkt , zu ungenü- 
gend sind , um denselben ein Prioritätsrecht zuzuerkennen. Ob die L. 
brevipes. Gray , von Neu - Seeland zu dieser Art gehört , oder wie Schle- 
gel annimmt, wirklich auf L. melanuroides Bezug hat, lässt sich nicht mehr 
ausmachen , sondern nur vermuthen. Ganz ebenso verhält es sich mit L. 
australisiana. Gray, von Port-Essington. Beides sind Nominalarten , die son- 
derbarer Weise von Gray später ganz ignorirt werden und nicht einmal in 
den Gen. of B. aufgeführt sind. — 



sp. 70. Actitis Incanus* (Omi.) 

Ash-coloured Snipe. Lath. Gen. Syn. III. p. 154. — 

Scolopax incanus. Gml. S. N. (1788) p. 658. — Lath. Ind. Orn. p. 724. 

— Bechst. Lath. Uebersetz. III. p. 126. IV. p. 444. — Totanus incanus. Vieill. 
Noiiv. Dict. d'Hist. nat. tom. IV. (1816) p. 400. — id. Enc. Meth. IL p. 1098. 

— id. Totanus brevipes. (Sommerkl.) Nouv. Dict. p. 410. — id. Enc. M^th, 
p. 1106. — 

Trynga glareola. Pall. Zoogr. Eoss. as, vol. IL (1831) p. 194. t. LX. (opt. 
Winterkl.) — Totanus pedestris. Less. Tr. d'Orn. (1831) p. 552. — Totanus 
fuliginosus. Gould. voy. Beagle. Birds. (1841) p. 130. — Scolopax undulata. 
Forst. Descr. an. (Licht.) 1844. p. 173. (Sommerkl.) cum var. ex Ins. Waitaho. 

— id. Sc. pacifica. p. 174. (Winterkl.) — Scolopax oedicnemus. Mus. Berol. 
(Licht.) — Totanus pulverulentus. S, Müll. Verhandl. Land en volkenk. p. 152. 

— Schleg. Faun. jap. (l«42j p. 109. t. 65. (opt. Winterkl. u. Sommerkl.) — 
Totanus pulverulentus, brevipes et fuliginosus (cum tab. Winterkl.) G. R. Gray. 
Gen. of B. III. p. 573 et griseopygius. App. p. 26. — Totanus oceanicus. Less. 
Descr. Mamm. et Ois. (1847) p. 244. (Winterkl.) — Totanus griseo|)ygius. 
Gould. Proc. Z. S. (1848) p. H9. — id. B. of Austr. VI. pl. 38. — Reichenb. 
Neuentd. Vög. Neu-Holl. No. 525. — id. Vollst. Naturg. Grallatores. t. 26. 
f. 2369. (s, n. T. fuliginosus) et t. 45. f. 2560—61. (s. n. T. pulverulentus). 
• — Tetanus solitarius. Bloxh. Byr. voy, p. 244. — 



Actitis incanus. 183 

Totanus polynesiae. Peale. Un. St. Expl. Exp. f 184.^) p. 237. pl. 65. f. 1. 
— Hartl. Wiegm. Arch. 1852. p. 120. — id. T. polynesiae , pacificus , oceani- 
cus et solitaris. p. l-'U. 185. — Totanus oceanicus. Bp. Compt. Rend. 1855. II. 
p. 1112. — id. Gambetta oceanica, fuliginosa, pulverulenta , griseopygia et 
brevipes. Compt. Eend. 1856. p. 597. — Actitis brevipes. Blyth. Cat. B. Mus. 
As. See. (1849) p. 267. — Totanus pulverulcntus. Middend. öibir. Reise. Zeel. 
Vög. (1851). p 211. — T. scolopaceus. Licht, (ap. Midd.) - Actitis pulverulentus. 
Licht, Nomencl. (1854) p. 92. — Totanus brevipes. Puch. Rev. et Mag. Zool. 
1851. p. 370. et 570. — Cassin. Proc. Ac. Philad. VIII. (1856). p. 40. — id. 
1862. p. 321. — Heteroscelus brevipes. Baird. B. N. Am, (1858) p. 734. — id. 
Atlas pl. 88, (Sommer- u. Winterkl.) — Totanus oceanicus et brevipes. Cass. 
Un. St. Expl. Exp. (1858) p. 318 et 319. — Totanus undulatus. Forst. Verr. 
Rev. et Mag. Zool. (1860.) p. 437. — Totanus incanus et brevipes. G. R. Gray. 
B. Trop. Isl. p. 50 et 51. — id. T. griseopygius. Proc. Z. S. (1860) p. 364. — 
Totanus brevipes. Swinh. Proc. 1863. p. 312. — id. Ibis. 1863. p. 407. — 
Totanus pulverulentus. Radde. Reise in Ost-Sib. II, 1S63. p. 326. — Totanus 
incanus. Sclat. Proc. Z. S. 1864. (Jan.) — Totanus incanus. Schleg. Mus. P. B. 
Scolop. p. 74. — Gambetta pulverulentus. Gould. Handb. B. Aust. 11. p. 268. — 
Totanus brevipes. Pelz. Novara Reise. Vögel. (1865) p. 129. — 

Torea, Eingeb. der Gesellschafts-Inseln (Forster. 

„ „ „ „ Huaheine Wodehouse) 

Kivi, „ „ Marquesas „ (Jardine.) 

Kui, „ „ Wallis-Inseln (Gräffe.) 

Tsidori, (Winterkl.) japanisch. 



n \ i "^- Siebold 

Sighi, (bommerki,) „ I 

Mul-woo-ing-a-ning-e, Eingeb. von Port Essington (Gould.) 

A d. Supra totus sordide cinereus , subunicolor ; alarura 
tectricibus pallidius marginatis; superciliis albis; loris nigri- 
cantibus; remigibus majoribus nigricante - fuscis ; giila alba; 
collo antico pectoreque cinerascentibus ; abdomine, subalari- 
bus et subcaiidalibus albis; rostro obscuro, mandibiilae basi 
pallescente; pedibus virescentibus ; iride fusca. (Ptil. hiem.) 

Collo laterali et antico, capitis lateribus, pectore, epigas- 
trio, subcaiidalibus et hypochondriis in fundo albo irregulari- 
ter obscure cinereo - fasciatis ; abdomine medio pure albo. 
(Ptil. aestiv.) 

Long. c. 9|" •, rostr. 1"5'"-, al. 6''3"'; caud. 3"-, tars. 15'". 



184 Aetitis incanus. 

Kamschatka. (Bremer Museum.) 

Alt im Sommerkleide. Oberkopf, sowie alle oberen Theile, Flügel und 
Schwanz dunkel graubraun, ebenso ein breiter Strich auf den Zügeln von 
Mundwinkel bis Auge, der sich undeutlicher durch das Auge bis auf die 
Schläfe fortsetzt. Schwingen dunkelbraun, am Rande der Innenfahne sehr 
blass ; die ersten vier an Aussenfahne und Ende dunkler, mehr schwarzbraun, 
ebenso die Deckfedern der ersten Schwingen. Schwingen und Schwanzfedern 
unterseits grau. Die Schäfte der Schwingen und Schwanzfedern oberseits 
hornbraun, unterseits weiss. Ueber dem dunklen Zügelstreif ein breiter weis- 
ser, der sich bis hinter das Auge zieht, liier aber braun gestrichelt ist. 

Federn der Kopfseiten und des Vorderhalses weiss mit graubraunen 
Schaftstrichen , Kinn nnd Oberkehle rein weiss. Die Federn der übrigen un- 
teren Theile ebenfalls weiss, aber mit zwei graubraunen winkelig zulaufenden 
Querbinden , die auf Kropf und Brust schmäler , auf den Seiten und unteren 
Schwanzdecken breiter sind. Brust- und Bauchmitte nebst After und Schen- 
kelbefiederung beinah einfarbig weiss. Die Federn der Körperseiten auf Aus- 
senfahne graubraun verwaschen. Untere Flügeldecken und Achselfedern grau- 
braun. Die kleinen Deckfedern am Handrande braun mit weissen Endsäumen. 

Schnabel hornschwarzbraun, der untere an Basishälfte heller hornbraun. 
Füsse grünlich hornfarben, Nägel braunschwarz. 

(Bremer Museum.) 

Alt im Winterkleide. Färbung der Oberseite wie im Sommerge- 
fieder, aber dunkler und mehr in's Graue, ebenso der dunkle Zügelstreif, die- 
ser auch breiter und oberseits von einer schmalen weissen Linie begrenzt, die 
über dem Auge nur ganz verloschen angedeutet ist. Kopfseiten grau , mit 
graubraunen Schattstrichelchen. Kinn und Kehle weiss. Vorderhals, Brust-, 
Bauch- und Schenkelseiten braungrau , etwas heller als die Oberseite , übrige 
untere Theile, Brust, Bauch, After, Schenkel und untere Schwanzdecken rein 
weiss. 

Schnabel und Füsse, wie am Sommerkleide. 

Exemplare von Viti-Levu (Gräffe) und Neu-Caledonien (Verreaux) stim- 
men mit dem eben beschriebenen genau überein-, ebenso solche von Morotai 
und Neu-Guinea, die wir in Wallace's Collection sahen. 

Beide Geschlechter nicht verschieden. / 

Das Jugendkleid ähnelt (nach Schlegel) dem Winterkleide, nur zei- 
gen die Flügel deutlicher die hellen Säume und die Federn des Hinterhalses 
tragen kleine weisse Flecke. 



Actitis incanus. 185 

Casöin und Baird sind sehr im Irrthum, wenn sie das Sommerkleid für 
das des jungen Vogels halten. 



Lange. 


Fl. 


Schw. 


F. 


L. 


c. 8^— 9^" 


5"5"' 


2"8'" 


IT" 


15"' 




6 2 


2 7 


17 


14 




b"2"' — 6"4"' 


2"4'"_2"li"' 


151—20" 


13—15 


M. Z. 










12 '" 


Viti-Levu, 








1\{ 


Kamschatka. 









10—12'" Schlegel, nach 44 Exemplaren des Leid. Mus. 

Im Leben: Schnabel schwarzbraun an der Spitzenhälfte, die Basishälfte 
des Oberschnabels grünlichbraun , die Basishälfte des Unterschnabels graulich- 
ockerfarben. Beine und Fiisse ockergelblich, Nägel schwarz. (Swinhoe.) 

Schnabel schwärzlichbraun, Basis des Unterschnabels scharlachroth (!); 
Beine hyacinthroth (!); Iris röthlichbraun. (Gould.) 

Schnabel braun , Basis des Unterschnabels gelblich , Beine gelb. Som- 
merkleid. (Forster.) 

Schnabel schwarz; Beine grünlichgelb; Iris braunschwarz. Winterkleid. 
(Förster,) — 

^ Schnabel horngrau , an der Spitze schwarz , Füsse schmutzig ocker- 
gelb. Iris schwarz. (Novara Reise.) 

Schnabel schwarzbraun, gegen die Wurzel in's schmutzig Ockergelbe 
übergehend, Füsse dunkel grünlichgelb; Iris braun. (Novara Reise.) 

Schnabel, an der Spitze dunkel hornfarben, an der W^urzel lehmfarben, 
d. h. gelblichgrau , die Tarsen bald graulich - hellgelb , bald schmutzig citron- 
gelb ; Iris dunkel gelbbraun. Sommerkleid, (v. Middend.) — 

Die Verschiedenheiten in diesen Angaben über die Färbung der nackten 
Theile beruhen ohne Zweifel auf Alter und Geschlecht, die bekanntlich einen 
grossen Einfluss ausüben. Nach v. Middendorf sind die Beine auf der Abbil- 
dung in der Fauna jap. zu rotli colorirt. Die Angaben Gould's „Schnabelbasis 
scharlachroth, Füsse hyacintroth" weichen noch mehr ab. Totanus fuligino- 
sus zeigt auf der l'late in den Genera of B. sogar Schnabel und Füsse grün, 
wesshab ihn v. Middendorf für verscliieden hält. Indess belehrt eine Einsicht 
des Textes, dass auf jener Abbildung die genannten Theile nur falsch colo- 
rirt sind, also als Speciescharacter ohne Werth bleiben. — 

Dies ist eine sehr characteristische Art , welche nach unserer Ansicht bisher 
sehr mit Unrecht den eigentlichen Totani beigezählt wurde. Die kurzen 



186 Actitis incanus. 

Tarsen und Zehen, und der sehr kurze nackte Theil des Femur (nur 7 — 9'"), 
sowie der längere, abgerundete Schwanz, der die Fingelspitzen kaum über- 
ragt, reiht die Art vielmehr naturgemäss dem Genus Actitis ein. Bei Tota- 
nus sind die Tarsen viel höher, der Femur bedeutend weiter hinauf nackt, 
die Zehen länger, der Schnabel dünner und zierlicher, der Schwanz kürzer, 
fast gerade. Auch zeichnen sie sich durch die Bindenzeichnung der Schwanz- 
federn aus. 

Sonderbar ist es, dass die erste Beschreibung von Latham's Ash-coloured 
Snipe, auf welche Gmelin seine Scolopax incana begründete, so lange Zeit 
übersehen werden konnte. Latham beschreibt, nach Exemplaren von Eimeo 
und Palmerston - Insel, in der Sammlung Joseph Banks, das Winterkleid sehr 
genau. Selbst die Verfasser der Fauna japonica haben diese Beschreibung, 
sowie die von Vieillot's Totanus brevipes ganz übersehen, und beschreiben die 
Art als neu. Dagegen weisen sie zuerst die Identität derselben mit Gould's 
T. fuliginosus und griseopygius (chloropygius. err. in Faun, jap.) nach , an 
welcher sich nicht zweifeln lässt. Die von uns oben zusammengestellte Syno- 
nymie hat daher ihre volle Richtigkeit. Die Unterschiede, welche Cassin 
zwischen T. oceanicus. Less. , T. pulverulentus und T. brevipes angiebt , sind 
nicht stichhaltig und rein individueller Natur. Ebenso wenig durchführbar 
erweist sich das Unterscheidungskennzeichen , welches G. K. Gray angiebt, 
nämlich dass die Exemj)lare aus Polynesien von denen aiis Japan und Austra- 
lien durch die längere Schnabelrinne (welche länger als die Schnabelhälfte ist) 
abweichen sollen. 

Die früher zu ungenügende Kunde über die weite Verbreitung dieser 
Art ist wohl hauptsächlich die Ursache, dass man die Exemplare aus ver- 
schiedenen Gegenden so öfters als besondere Arten beschrieb. 

Wirklich ist die geographische Verbreitung dieser Art, wie wir dieselbe 
jetzt kennen , eine sehr ausgedehnte , denn sie erstreckt sich über ganz Ost- 
Asien, vom Baikal-See bis Kamschatka, die Inseln des Indischen Oceans, Aus- 
tralien , die Inseln des Stillen Meeres bis nach der Westküste Amerikas. Son- 
derbar ist es, dass die Art bis jetzt noch nicht in Ost-Indien südlich vom Hi- 
malaya, auf Malacca, Sumatra und Java beobachtet wurde. Ebenso führt sie 
V. Schrenk unter den Vögeln des Amurlandes nicht an, jedenfalls hat er sie 
nur übersehen. 

Dagegen ist sie von folgenden Localitäten nachgewiesen: Baikalsee 
(Radde), Nördliches Sibirien, Kamschatka (Pallas), Küsten des Ochotskischen 
Meeres (v. Middendorf), Inseln des nordwestlichen Amerikas (Pallas), Aleuten 



Aclitis incanus. 187 

(Wosnessensky) , Japan (Sieboki), Bonin-Sima (Cassin), Loochow (Cass.) , Ma- 
riannen (Quoy und Gaiin.), (^iroliuen, Ualan (Lesson, v. Kittlitz), Senjawin- 
Gruppe , Puynipet (Novara) , Formosa (Swinhoe) , Südliches Cliina (Schlegel, 
Swinhoe), Borneo (S. Müller), Timor (Mauge. S. ]V[üller) , Ceram (Forsten), 
Ternate (Bernstein), Batjan (Bernst. Wall.), Halmahera, Morotai, Rau, Wai- 
giu (Bernstein), Neu-Guinea (Wall.), Nord-Australien (Gould), Brampton-shoals 
(Krefft), Neu-Caledonieu (Verr.), Viti-Inseln (Peale. Gräffe), Samoa-Inseln 
(Peale), Wallis-Inseln, Uea i Gräffe), Gesellschafts-Inseln , Tahiti (Forster, 
Peale. Novara), Ulietea (Forst.), Huaheine (-Sclat.) , Eimeo, Palmerstone-Insel 
(Latham), Freundschafts-lnscln , Tonga-tabu (Forst.), Paumotu-Inseln (Peale), 
Kingsmill-Gruppe, Mathew-Iusel (Peale), Marquesas (Lesson, Jardine), Waitaho 
(Forster), Sandwich-Inseln (Bloxham , Mus. Berol.), Gallopagos (Darwin) und 
Nordwest-Amerika, Washington-Territorium (Cooper). Nach Baird käme die 
Art auch in Süd-Amerika vor. Es könnten damit natürlich wohl nur die west- 
lichen Küstenstriche, längs Ecuador und Neu-Granada, vielleicht auch Mittel- 
Amerikas geraeint sein. 

Durch die neueren Forschungen von Middendorfs, Swinhoe's und na- 
mentlich Radde's sind unsere Kenntnisse über die Verbreitung dieser Art we- 
sentlich bereichert worden und die bisher zerstreuten Beobachtungen über das 
Vorkommen haben mehr Zusammenhang erhalten. Zugleich erklärt sich auch 
die weite Verbreitung, die übrigens bei verwandten Arten noch auffallender 
hervortritt. So wissen wir z. B., dass A. hypoleucus. L.*) Brutvogel im nörd- 
lichen Europa und Asien ist und auf seinen Wanderungen während der Win- 
terzeit die Inseln des Indischen Oceans, Australien und Afrika besucht, wo er 
weit über den Aequator hinaus bis Madagascar geht. 

Aehnlich verhält es sich mit Ac. incanus, nur dass sie allein auf die 
östliche Erdhälfte beschränkt ist. Pallas wies die Art bereits aus Kamschatka 
inid als selten aus der Barbasteppe des westlichen Sibiriens nach, durch Radde 
erhielten wir sie aus Central-Sibirien. Er erlegte am 15. Juli ein altes $ am 
Baikal-See. Von Middendorf beobachtete die Art in grossen Schwärmen an 
der Südküste des Ochotskischen Meeres, wo sie sich den ganzen Sommer 
über, ohne Anstalten zum Brüten zu machen, aufhielten. Die Brüteplätze 
dürften daher weiter westlich und nördlich liegen, wie Schlegel vermuthet in 



*) Wir bezweil'ehi tikhl, dass (lit'!<e All iuif dein Ziij;«' auch die Inselii Central - Pol; ne- 
siens hesucheii mag, vveiiigslen* isl dies sein waiirsclieiiilicli. Bis jetzl fehlt aber noch der be- 
sliniinle iNachweis. 



188 Charadrius fulvus. 

Ost-Sibirien, den Aleuten und vielleicht im russischen Amerika. Swinhoe ver- 
muthet auch das nördliche Japan. Bestimmter Nachweis über dieselben fehlt 
indess zur Zeit noch. Dagegen wissen wir, dass die Art wäln-end des Win- 
ters südlich bis über den Aequator herabgeht. Swinhoe beobachtete Wander- 
züge im September und April auf Formosa und bei Amol im südöstlichen 
China, schoss indess noch alte Vögel im Sommerkleide Ende August, die also 
schon auf dem Zuge begriffen waren. Bei richtiger Würdigung dieser Ver- 
hältnisse erklärt es sich auch, warum die Exemplare, welche in Polynesien 
und Australien erlegt werden , meist das ganz verschiedene Winterkleid tra- 
gen. Wir haben, so weit es möglich war, Daten gesammelt, namentlich dem 
Cataloge des Leidener Museums wichtige Notizen entnommen, die folgende Re- 
sultate ergeben. Alle Exemplare die im October, November , December , Ja- 
nuar und Februar aiif Batjan , Halmahera , Ceram , Amboina , den Viti-Inseln 
etc. erlegt wurden, tragen das Winterkleid, einzelne sogar noch bis in den 
März und April, (Waigiu 11. April Leid. Mus.) hinein. In diesen Monaten 
zeigen einzelne Exemplare indess auch schon Anfänge des Sommerkleides, wie 
das am 25. Februar auf Tahiti von der Novara-Expedition erlegte. Ebenso 
wie die Vögel während des l'rühlingszuges theilweis schon das Sommerkleid 
verfärben, ebenso kehren sie im Herbstzuge noch theilweis in der Sommer- 
tracht zurück. Das Leidener Museum besitzt solche Exemplare von Morotai, 
die im September geschossen wurden. Ebenso verhält es sich mit dem Exem- 
plare der Novara-Expedition, am 18. September auf Puynipet erlangt. Fors- 
ter's Sc. undulata von Tahiti hat noch die Sommertracht und wurde im Sep- 
tember erlegt, dagegen ist seine Sc. pacifica von Tonga-tabu schon im Win- 
terkleide, da sie Anfang October erbeutet wurde. 

Gould fand die Art in Australien nur bei Port Essington , wo sie sich 
in Flügen vereint aufhielt ohne zu brüten. Leider wird nicht angegeben 
in welchen Monaten. Doch beschreibt Gould auch das Sommerkleid. 



sp. 71. Charadrius fulTus. Omi. 

Fulvous Plover. Lath. Gen. Syn. HL p. 211. (av. jun.) — Charadrius 
fulvus. Gml. S. N. (1788) p. 687.. — id. Ch. pluvialis. /?. p. 688. — Lath. Ind. 
Orn.II. p. 747. — Bechst. Lath. Uebersetz. III. p. 185. IV. p. 459. — Vieill. 
id. Enc. Meth. I. p. 18. — Charadrius pluvialis. part. Gml. S. N. p. 688. — 
Charadrius fulvus. Wagl. Syst, av. (1827) Charadrius. sp. 37. — 



Charadrius fulvus. 189 

Charadrius Taitensis. Less. Man. cl'Ürn. II. (1828) p. 321. — Chai-adrius 
glaucopus. Forst. Descr. anim. p. 176. et p. 2f)8. — Charadrius pluvialis. Horsf. 
Trans. Limi. Soc. XIII. p. 187. — Pall. Zoogr. ross. as. II. p. 141. — Chara- 
drius virginianus. Jard. 111. Orn. II. pl. 85. s. n. Ch. xanthocheilus. (syn. fals,) 
— Charadrius longipes. Tennn. — Charadrius virginicus (Bechst.) Blyth. Cat. 
B. As. Soc. p. 262. — Charadrius jointhocheilus. Gould. B. Austr. VI. pl. 13. — 
Keichb. Neuentd. Vüg. Neu-Holl, No. 548, — id. Vollst. Naturg. Grallat. Nov. 
t. 77. f. 2681—82. — id. t. 100. f. 693. et Nov. 68. f. 2571. s. n. Ch. pluvia- 
lis Orientalis. — Charadriixs pluvialis orientalis. Schleg. Faun. jap. (1842) 
p. 106. — 

Charadrius virginicus (part.), fulvus et Eudromias xanthocheilus. G. R. Gray. 
Cat. B.Brit.MiTS. (1814) Otidae. p, 67. 68. — id. Charadrius pluvialis (part.) 
et fulvus Gen. of B. III. p. 544. — id. Charadrius virginianus. voy. Ereb. et 
Terr. Birds. p. 11. — Peale. ün. St. Expl. Exp. (1848) p. — . — Hartl. Wiegm. 
Arch. (1852) p. 121. — id. Ch. virginianus et fulvus. p. 134. — Charadrius 
pluvialis. Middend. Sib. Reise. Zool. Vög. (1851) p. 210. — Licht. Nomencl. 
Mus. Berol. (1854) p. 92. — Pluvialis longipes, xanthocheilus, taitensis et ful- 
vus. Bp. Compt. Rend. 1856. p. 417, — Charadrius xanthocheilus. Cass. Un. St. 
Expl. Exp. 1858, p. 325. — Charadrius auratus longipes. Schleg. Vogels van Ne- 
derl. (1858) p. 411, — Charadrius ? G, R. Gray. Proc. Z. S. 1859, p. 165. — Verr, 
et Des Murs. Rev. et Mag. Zool. 1860. p. 436. — Charadrius fulvus (cum var.) 
et longipes. Gray. B. Trop. Isl. p. 47, — Charadrius auratus. Schrenk. Reisen im 
Amurl. Vög. p. 410. — Charadrius longipes. Blas, et Bald. Nachtr. zu Naum. 
Vög. Deutschi. vol. XIII. (1860) p. 225. — Blas. Naumannia. 1858. p. 316.— 
Jerdon. B. of Ind. III. (1864) p. 636. — Charadrius pluvialis. Radde. Reise in 
Sibirien. Bd. n. p. 322. — Irby. Ibis. 1861. p. 238. — Pelz. Novara Reise. Vögel 
p. 1 1 5. — Charadrius fulvus. Schleg. Mus. P. B. Cursores p. 50. — Charadrius 
Orientalis, Gould. Handb. B. of Austr. II. No. 504. — Charadrius virginicus, 
Swinh. Ibis (1861) p. 51. et p, 342, — 

? Mit gelb en Beinen! 

Fulvous Plover. var. A. Lath. Gen. Syn. p. 211. — 

Charadrius fulvus var. ß. Gml. S. N. p. 687. — Lath. Ind. Orn. p. 747. — 
Bechst. Lath. Uebers. III. p, 185. et IV. p. 459. — Vieill. Enc. Meth. p. 19. — 
Charadrius xanthocheilus. Wagl. Syst, av. (1827) Charadrius sp. 36, — G, R, 
Gray. Gen. of B. III. sp. 4. — 

Ad. Supra nigro, albido et flavescente maculatim va- 

rius; fronte et superciliis latis utrinqiie per colli latera juxta 

iiigredinem colli antici decurrentibus pure albis ; genis, regione 

parotica, colli lateribus, jugulo, pectore abdomineque mediis 

nigerrimis ; hypochondriis albo , nigroque fasciatis ; subcauda- 

libus mediis nigris; rostro nigro; pedibus fuscis; iride fusca. 



190 Charadrius fulvus. 

Foem Supra distiiictius flavido nigroqiie maculata; ju- 
gulo pectoreque flavido-grisescentibus, obscurius nubilatis; ab- 
domine medio et subcaudalibus albis. 

Long. 8V'-, rostr. 9'"-, al. 6"-, tars. 1"8'"-, tibiae parte nuda 10'". 

Sibirien. (Bremer Museum.) 

Altes 1 im Sommer. Oberkopf und übrige Oberseite schwarz, jede 
Feder am Seitenraude mit einem, am Endrande mit zwei rundlichen, bald 
blasser, bald dunkler gelben Flecken, daher die Oberseite gelb getropft. Auf 
dem Oberkopfe sind diese gelben Flecke mein* verdeckt, daher der Oberkopf 
mehr einfarbig schwarz. Schwingen braunschwarz, am Ende etwas schwarz- 
grünlich schimmernd, an Basishälfte der Innenfahne mit verwaschenem weissen 
Keilfleck. Schäfte der Sclnvingen oberseits an Basishälfte und Ende dunkel- 
braun, in der Mitte weiss, unterseits weisslich. Flügeldeckfedern braunschwarz 
mit zwei breiten weissen Querbinden und einer schmäleren weissen Endbinde; 
die kleinen oberen Deckfedern am Unterarm einfarbig schwarzbraun. Schwin- 
gen unterseits grau. 

Schwanzfedern braunschwarz mit verwaschenen helleren Querbinden, auf 
den zwei äussersten Schwanzfedern jederseits sind diese Binden viel breiter, 
mn-egelmässiger und weiss. Stirnrand, Zügel, Kopfseiten, Ohrgegend, sowie 
die ganze Vorder- und Unterseite, vom Kinn an bis auf die unteren Schwanz- 
decken, tiefschwarz. Dieses Schwarz ist von einem breiten weissen Streif ein- 
gefasst, der an der Stirn beginnt und sich über das Auge jederseits an den 
Halsseiten bis zu den Brustseiten herabzieht. Die Federn der Brust-, Bauch- 
und Schenkelseiten sind ebenfalls weiss, tragen aber jederseits zwei schwarze 
Eandflecke und einen ebensolchen Endfleck. Die unteren Flügeldecken blass- 
bräunlichgrau. 

Schnabel hornschwarz ; Füsse und Krallen hornbraunschwarz. 

Im Leben : Iris schwarz ; Schnabel braunschwarz ; Füsse dunkelbleigrau. 
(v. Frauenfeld). Iris dunkelbraun; Beine und Füsse bleigrau (Gould). — Iris 
tief braun; Schnabel schwarz; Füsse dunkel bleigrün (Jerdon). — Iris blau- 
schwarz; Füsse blau (Forster). — 

Winterkleid. ( Bremer Museum. ) 

Oberseite schwarz mit olivengelben Punktflecken , da jede Feder zwei 
bis drei gelbe rundliche Randtiecke jederseits zeigt; auf den längsten Schul- 
terdecken bemerkt man jederseits 7 gelbe Randflecke. Die Federn des Ober- 
kopfes haben nur zwei gelbe Flecke auf der Mitte , erscheinen daher mehr 



Charadrius fulvus. 191 

schwarz. Schwingen und die Deckfedern der ersten Schwingen glänzend 
braunschwarz, am Ende sehr schmal weisslich gesäumt. Obere Flügeldecken 
schwärzlichbraun mit verwaschenen blassgelblichen Randflecken. Federn des 
Hinterhalses, der Hals- und Kopfseiten olivengelblich mit verwaschenen schwarz- 
braunen Schaftflecken. Stirnrand weisslich ; verwaschener Augenstreif oHven- 
gelblich. Kinn luid Kehle weissüch. Kropf und Brust olivenbräunlich mit 
vei'waschenen blassolivengelben Strichelchen. Uebrige untere Theile weiss, die 
Federn der Brust-, Bauch- vmd Schenkelseiten unregelmässig oliveubraun quer- 
gebändert. Untere Fliigeldecken olivengraiibräunlich. Schwanzfedern schwarz- 
braun mit schmalen olivengelben Kandflecken, und ebensolchem Endrande. Die 
äussersten Schwanzfedern nur mit weissem Endrande. 

Schnabel schwarz; Füsse hornbraun. 

Die Exemplare von den Viti- und Samoa - Inseln stimmten vollkommen 
mit dem eben beschriebenen überein. 

^ im Uebergange, Neu-Seeland (Bremer Museum) ähnelt dem alten ^, 
aber die ganze Oberseite mehr einfarbig braunschwarz, nur mit einzelnen ver- 
loschenen olivengelben und weisslichen Flecken. Stirn , Augenbrauenstreif, 
Backen und Unterseite weiss, die Backen mit einzelnen schwärzlichen Schaft- 
strichen. Gurgel und Kropf schwach rostgelblich mit braunen Schaftstrichen. 
Ebenso einzelne schwärzliche Schaftstriche auf Brust. Auf den Brust- und 
Schenkelseiten grössere dunklere Querflecke ; auf dem Bauche einzelne Federn 
mit breiten schwärzlichen Enden. 

Beide Geschlechter sind fast gleich gefärbt, nur unterscheidet sich das 
^ im Sommerkleide dadurch, dass das Schwarz der Brust und des Bauches 
von weissen Federn durchsetzt ist. (Middend.) 

Junge Vögel ähneln denen im Winterkleide , aber die rostgelbeu 
Flecke der Oberseite sind weniger deutlich und die Brust ist mehr dunkel 
grau. (Jerdon.) 



193 Charadrius fiilvus, 

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Charailrius fulvus. 198 

Uebei- die Selbstständigkeit des asiatischen Goldregenpfeiffers als Art 
sind die Ansieliten der Ornithologen von jeher sehr getheilt gewesen und sind 
es noch. Während einige nur eine Localrasse in ihm erkennen und ihn an- 
dere für gleichartig mit unserem europäischen Ch. pluvialis erklären , halten 
ihn manche für eine sogenannte gute Art. Schlegel , der bekanntlich früher 
zuerst drei Conspecies des Goldregenpfeiffers aufstellte und die asiatische als 
Ch. auratus orientalis bezeichnete , lässt der letzteren neuerdings Artenrecht. 
Jedenfalls begründet sich diese Meinungsändei-ung auf das inzwischen viel 
reichere Material, denn der Catalog des Leidener Museums weist 85 Exem- 
plare nach, darunter allein 63 indische. 

Die Unterschiede, welche Schlegel in der Faun. jap. von den drei Has- 
sen angiebt, beziehen sich meistens auf die Verschiedenheit in der Grösse, ha 
ben aber durch seine neueren Mittheilungen sehr an Schärfe verloren, indem 
einzelne Exemplare Zwischenformeu bieten. Blasius, der von einer wirklichen 
Trennung in Arten nichts wissen will , giebt für die drei „örtüchen Abwei- 
chungen" ^Kennzeichen an , die hauptsächlich auf die Verschiedenheit in der 
Querbindenzeichnung der Schwanzfedern begründet sind und wie es scheint 
sich als constant erweisen , obwohl immerhin einzelne Exemplare vorkommen, 
an denen die Schwanzbinden nur sehr schwach hervortreten. Von Midden- 
dorf, von Schrenk und Radde halten die Eintheilung in geographische Rassen 
für unzulässig und begnügen sich mit Einer Species: Ch. pluvialis. Wirklich 
können gegen die bestimmte Sonderung nach den Localitäten Bedenken ent- 
stehen, wenn Avir durch von Middendorf erfahren, dass seine in Nord-Sibirien 
erlegten Exemplare, zum Theil am besten auf den amerikanischen Ch. virgi- 
nianus passen und dass sowohl die asiatische als amerikanische Rasse von 
Gätke auf Helgoland erlegt Avurde, allein demohnerachtet können wir uns 
noch nicht dazu entschliessen die Goldregenpfeiffer aller Welttheile für Eine 
Art zu halten. 

Es verdient dabei noch bemerkt zu werden, dass die sibirischen Reisen- 
den die ostasiatischen Exemplare am meisten mit Schlegel's Ch. auratus orien- 
talis der Faun. jap. übereinstimmend erklären. Auch Ch. pluvialis. Pallas ge- 
hört hierher, wie namentlich die genauen Maassangaben beweisen. 

Nach unseren Untersuchungen müssen wir eine Sonderstellung des asiati- 
schen Ch. fulvus vom europäischen annehmen, und begründen dieselbe auf 
ein Kennzeichen , welches bis jetzt meist übersehen wurde , nämlich die Ver- 
schiedenheit in der Ausdehnung des nackten Theiles der Tibia. 



194 Charadrius fulvus. 

Bei Ch. pluvialis ist nämlich nur eine selir kleine Stelle oberhalb der 
Fußsbeuge nackt , wälu-end bei Ch. fulvus der nackte Tibiatheil sogleich iu'a 
Auge fällt. Die Unterscheidungskennzeichen der beiden Arten würden sich 
daher folgend ermassen gestalten: 

Ch. plUTialis: Tibia grösstentheils befiedert, daher sehr wenig nackt. 

Grösse ansehnlicher, namentlich die Flügel länger. Schwanz überragt 

die Flügelspitzen. 
Schwanzfedern mit 7 — 9 hellen Binden auf braunschwarzem Grunde. 
Achselfedern weiss. 

Ch. fulTlls: Tibia wenig befiedert, daher weit mehr nackt. 
Grösse geringer; Flügel kürzer. 
Die Flügelspitzen überragen den Schwanz. 

Schwanzfedern mit 5 — 6 hellen Binden auf braunschwarzem Grunde. 
Achselfedern, wie die übrigen unteren Flügeldecken bräunlichgrau. 

Was den amerikanischen G oldregeupfeiffer Ch. virginianus anbelangt, 
so nähert sich derselbe, sowohl durch die stets grauen Achselfedern und un- 
teren Flügeldecken , als durch die ebenfalls wenig befiederte Tibia , so sehr 
dem asiatischen Ch. fulvus , dass wir die Gleichartigkeit beider für sehr wahr- 
scheinlich halten. Henierkenswerth ist hierbei auch die Notiz Pickering's, der 
am 13. November auf See, zwischen den Sandwich-Inseln und Californien, an 
Bord des Schiffes Exemplare erlangte, die offenbar auf dem Zuge begriffen 
waren. Nach Schlegel ist Ch. virginianus. Bp. (Charadrius fulvus americanus. 
Schi.) etwas grösser und hat kürzere Zehen, allein Schlegel bemerkt noch, 
dass sich Exemplare finden, wo eine Unterscheidung sehr schwierig, wenn 
nicht gar unmöglich ist. 

Indem wir diese Frage nicht weiter erörtern wollen und können , be- 
merken wu- nur, dass Ch. virginianus von Grönland (Reinhardt. Ibis. 1861. 
p. y.) und den nördlichen Theilen Amerika's sich zur Winterzeit bis Vene- 
zuela und Brasilien herab verbreitet. Diese ausgedehnten Ländergebiete müss- 
ten also mit in den Verbreitungskreis gezogen werden, für den Fall, dass 
sich Ch. virginianus und fulvus wirklich als nur Eine Art erweisen. 
\'orläufig wollen wir uns nur mit der letzteren beschäftigen. 
Durch von Middendorf 's , von Schrenk's und Radde's wichtige For- 
schungen haben wir die Gewissheit erhalten, dass Ch. fulvus in Sibirien Brut- 
vogel ist und hier noch in sehr hohen Breiten als Sommergast vorkommt. 
Von Middendorf beobachtete auf der Tundra am Taimyrflusse, fast unterm 



Charadrius lulvus. 195 

74** n. Br. die ersten Ankömmlinge in voller Sommertracht am 29. Mai. iJie 
Hauptzüge trafen jedoch erst Anfang Juni ein. An der Boganida (71" n. B.) 
erschienen sie schon am 24. Mai. Der Kückzug Legann bereits Anfang Au- 
gust , zu welcher Zeit auch die Sommerti'acht gewechselt wurde. Einzelne 
Exemplare wurden aber noch am 31. August im Öf»nunerkleide erlegt. Von 
Sehrenk weist Ch. fulvus als Brutvogel sowohl vom oberen Amur , als von 
der Mündung desselben nach. Exemplare, welche im Juni erlegt wurden, 
haben noch nicht das vollkommene Sommerkleid angelegt. In Ostsibirien 
traf Radde einzelne Exemplare noch Ende September an, die aber schon die 
Wintertracht trugen. Das Nest wurde von ihm nicht gefunden. Dagegen 
erfahren wir durch Jerdou und Swinhoe, dass Gh. fulvus auch auf dem 
Indischen Continente und auf Formosa Brutvogel ist. Nach Jerdon findet er 
sich in Indien brütend südlich bis Nellore, viele ziehen aber auch weiter nord- 
wärts und kehren im September wieder. Swinhoe fand die Art im südwest- 
lichen Theile Eormosas als häutigen Brutvogel. 

Nach diesen Beobachtungen dürfen wir mit ziemlicher Gewissheit an- 
nehmen, dass Ch. fulvus auch in Japan und vielleicht in Kamschatka, woher 
ihn Pallas (s. n. pluvialis) anführt, nisten wird. 

Aus der Kenntniss dieser Brutregionen erklärt sich auch die weite süd- 
liche Verbreitung dieser Art und wird weniger auffallend. Es lässt sich näm- 
lich daraus schliessen , dass die Exemplare , welche im nördlichen Sibirien 
nisten, weniger weit südlich herabziehen werden, vielleicht bis Java und Neu- 
Guinea, während die südlicher (auf Formosa und Japan) brütenden in der Zug- 
zeit bis nach Neu - Seeland vordringen. In allen den insularen Strecken In- 
diens und Polynesiens ist daher Ch. fulvus nur Wintergast und wird nur in 
der Wintertracht, oder in Uebergangskleidern angetroffen. Die 63 Exemplare 
des Leidener Museums geben hinreichende Belege dafür. Nur ein Exemplar 
von den Philippinen trägt das vollkommene Kleid. Leider ist nicht angege- 
ben wann es erlegt wurde. Dagegen sind zwei andere Exemplare, am 15. Juli 
auf Halmahera und im Juni auf Neu - Guinea geschossen, noch nicht völlig 
ausgefärbt, und wohl als zufällig zurückgebliebene zu betrachten. Alle übri- 
gen Exemplare wurden nämlich vom September bis April eingesammelt. — 

Die Vermuthung Gould's , dass Ch. fulvus auch im südlichen Australien 
Brutvogel sei, vermag er durch keine Belege zu erhärten. Ueberdies bemerkt 
er noch , dass Vögel im ausgefärbten Sommerkleide höchst selten getroffen 
werden. 



Charadrius fulvus. 

lieber die enorm weite Verbreitung von Ch. fulvus, die indess sehr auf 
Rechnung der Winterwanderungen gebracht werden muss , haben wir viele 
wichtige Notizen gesammelt und geben danach folgende Zusammenstellung. 

Sibirien, westlich bis Irtysch (Brem. Mus.), nördlich bis in's Taimyrland 
/Middend.), mittleres Sibirien (Bureja - Gebirge, Radde), Amurland, (unterer 
Lauf, V. Schrenk •, oberer Lauf, Maak.), Kamschatka (Steller nach Pallas), 
Nördl. China (Peking), südliches China (Canton, Swinhoe), Japan (v. Siebold), 
Formosa (Swinh.), Nepal (Hodgs.), Indien (Jerdou, Irby), Madras (Novara-Exp.), 
Ceylon (Diard), Nicobaren (Novar.-Exp.), Java, Borneo, Sumatra, Banka 
Celebes , Buru , Amboina , Ceram, Batjan, Ternate, Halmahera, Morotai, Phi- 
lippinen (Cuming, Lucon, Jagor), Timor, Neu -Guinea (sämmtlich im Leid. 
Mus.), Australien, Van Diemensland, Inseln der Bass-Strasse (Gould), Brampton- 
shoals (Krefft), Stewart-Gruppe (Novara-Exp.), Neu-Hebriden (Gray), Neu- 
Caledonien (Förster, Gray, Verr.) , Neu-Seeland (Gray), Norfolk-Inseln (Pel- 
zein) , Viti- Inseln (Peale. Viti-Levu, GräflPe), Samoa- Inseln (Peale, Upolu, 
Gräffe), Tonga-Inseln*) (Peale), Gesellschafts-Inseln (Tahiti, Latham, Forster, 
Novara-Exp.), Christmas-Insel (Gray), Paumotu-Gruppe, Bow-Island (Peale), 
Marquesas (J ardine), Sandwich-Inseln (Hawaii, Pickering), Kingsmill-Gruppe 
(Gilberts-Insel, Peale), Stewart-Inseln (Novara), Mariannen, (Quoy et Gaim.), 
BoniivGruppe (Kittl.), und Carolinen (Ualan, Kittl.) 

Alle drei Insel-Gruppen unseres central -polynesischen Gebietes werden 
also auf dem Zuge von Ch. fulvus besucht. 

Die Verbreitung erstreckt sich aber nicht allein auf Ostasien und Poly- 
nesien, sondern umfasst auch den südlichen Theil Afrikas. Das Leidener 
Museum besitzt ein Exemplar durch Verreaux von Lataku. In Süd - Afrika 
dürfte also Ch. fulvus mit pluvialis zusammentreffen,- ebenso wie im westlichen 
Sibirien. Ob Ch, fulvus auch bis zur Westküste Afrikas vordringt ist noch 
nicht nachgewiesen ; hier lifsse sich, wie auch im Syst. der Ornithol. W. Africas 
angegeben wurde, phuäalis erwarten. In Süd- Afrika darf Ch. fulvus jeden- 

falls nur als zufälliger Wintergast betrachtet werden. Unter den Vögeln 
Andersson's von Damaraland, sowie den Sendungen Gurney's und Layard's 
von Süd -Afrika haben wir ihn nie angetroffen. — Höchst interessant ist es, 
dass die Art neben anderen ostasiatischen Irrhngen , auch auf Helgoland er- 
legt wurde, wovon sich Prof. Blasius in der Sammlung Gätke's überzeugte. 
Sie kann also in die europäisehe Ornis mit aufgenommen werden. 



*) Schon Omeliii liihit <lit,' Art s. ii. pliivialis von Tonga-tubu und Owyhee an. 



Strepsilas interpres. 197 

Ueber die Eier geben v. Middendorf , v. Schrenk , Swinhoe und Blyth 
ausführliche Nachricht. 

Nach von Middendorf hat der asiatische Goldregenpfeiffer eine vom 
europäischen durchaus A^erschiedene Stimme. 

Die älteste Beschreibung Latham's, nach einein Exemplare von Otahaiti 
(durch Forster) entworfen , lässt über die Art keinen Zweifel. Der Species- 
namen Gmelin's muss daher mit Recht bestehen bleiben. Dunkel ist dagegen 
die Varietät , welche Latham ohne Vaterlandsangabe beschreibt und die sich 
durch gelbe Beine auszeichnen soll. Wagler begründete hierauf seinen Ch. 
xanthocheilus, Jardine's Ch. virginianus bezieht sich unzweifelhaft auf unsere 
Art , da er auf einem australischen Exemplar beruht. Die Abbildung zeigt 
im Widerspruch mit dem Text den Schnabel blutroth, die Füsse gelb. Aus 
welchen Gründen G. R. Gray in seinem Verzeichniss der Südseevögel Ch. ful- 
vus und longipes als zwei verschiedene Arten hinstellt, vermögen wir nicht 
einzusehen. 



sp. 73. iitrepsllas interpres. (Linn.) 

Tringa interpres et morinella (juv.) Linn. S. N. 1766. p. 249. — Gml. 
S. N.I. p. 671.— Lath. Gen. Syn. V. p. 188. — id. Ind. Orn. n, p. 738. — 
PI. enl. 856. — Edw. Glean. t. 141. — Sepp. Nederl. vog. III. t. 291. — 
Strepsilas interpres. Illig. Prodr. (1811) p. 263. — Tringa oahuensis. Bloxh. 
voy. Blonde (1826) App. p. 251. — Strepsilas melanocephalus. Vigors. Zool* 
J. IV. (1829) p. 356. — Strepsilas collaris. Temm. Man. d'Orn. II. p. 553. — 
Charadrius cinclus. Pall. — Strepsilas interpres. Sws. Faun. Bor. Am. IL p. 371. 

— Audub. Orn. Biogr. IV. p. 31. pl. 104. Naum. V.ig. Deutschi. Bd. VII. 
p. 303. t. 180. — GouldB. ofEur. ph 318. — Reichb. t. 104. f. 659 — 60. — 
Cinclus interpres et melanocephalus. G. R. Gray. Gen. of B. III. p. 549. — 
Strepsilas interpres. Schleg. Rev. Grit. p. 85. — id. Vogels van Nederl. p. 423. 
(ad. et jun.) — Gould. B. of Austr. VI. pl. 39. — id. Handb. B. of Austr. IL 
sp. 532. " Reichb. Neuentd. Vög. Neu-Holl No. 545. — Hartl. W. Afr. No. 621. 

— Cass. Un. St. Expl. Exp. (1H58) p. 322. - Baird B. N. Am. p. 701. — id. St. 
melanocephalus. p. 702. — Cinclus interpres. G. R. Gray. B. Trop. Isl. p. 48. — 
Strepsilas interpres. Jerd. B. of Ind. III. p. 656. — Schleg. Mus. P. B. Cursores. 
p. 43. — Strepsilas melanocephalus. Bp. 

Ad. Supra castaneus, nigro-inaculatus ; uropygio fusco; 
vertice albido - rufescente , nigro - striolato ; fronte, macula nu- 
chali, interscapulio, fasciis duabus alae, supracaudalibus, pec- 



198 Strppsilas inlerpres. 

tore medio abdomineque albis; fasciola stricta faciali latius 
per colli latera decurrente magnamque aream in collo ante- 
riore et pectoris lateribus formante nigra; rectrice extima 
alba ; rostro nigro ; pedibus aurantiaco-flavis ; iride nigra. (Ptil. 
aest.) 

Long. c. 8|"-, rostr. 11'"; al. 5V'; caud. 2"; tars. 10|'". 

Alt im Sommerklei cle. Kopf, Hinterlials und hier jederseits ein 
weisser Streit" an den Kropf- und Brustseiten herab weiss. Die Federn des 
Oberkopfes und Hinterkopfes mit breiten schwarzen Schaftstrichen, daher dun- 
kel. Vom vorderen Augenwinkel nach der Stirn zu ein schwarzer schmälerer 
Bogenstreif , der vorn das Auge begrenzt, sich breiter von liier aus senkrecht 
über die Kopfseiten herabzieht und mit einem schmäleren schwarzen Streif 
vom Mundwinkel herab vereinigt. Kinn und Kehle weiss-, übrige Vorderhals, 
Halsseiten, Kehle, Kropf, Kropf- und Brustseiten nebst Mantel schwarz. Auf 
der Mitte des Mantels zieht sich ein kastanienbrauner Längsfleck herab. 
Schulterfedern kastanienbraun mit grossem schwarzen Mittelfeld über beide 
Fahnen, daher mit beiden Farben gemischt. Schwingen erster Ordnung 
braunschwarz, an Basishälfte der Innenfahne breit fahlweiss gerandet, von der 
fünften Schwinge an auch an Basis der Aussenfahne weiss ; Schäfte weiss 
Deckfedern der ersten Schwingen schwarz. Schwingen zweiter Ordnung an 
Endhälfte der Aussenfahne und ein grosser Fleck nächst dem Schafte auf 
Innenfahne schwarzbraun, im Uebrigen weiss, am Ende weiss gerandet. Deck- 
federn der zweiten Schwingen grösstentheils weiss, nur auf der Mitte der Aus- 
senfahne mit grossem schwarzbraunem Fleck. Übrige obere Flügeldecken 
kastanienrothbraun , nur die kleinen am Unterarm schwarzbraun, ebenso die 
Fedei-n des Eckflngels. Hinterrücken weiss. Bürzel schwarz. Obere Schwanz- 
decken weiss. Schwanzfedern schwarz, an Basis breit, am Ende schmal weiss, 
unterseits weiss mit schwarzer Querbinde, Brust und alle unteren Körpertheile, 
nebst den unteren Flügel- und Schwanzdecken weiss. Schwingen unterseits 
weisslich, 

Schnabel schwarz; Füsse gelblichbraun; Nägel schwarz. 

Im Leben: Schnabel schwarz, Füsse orange roth. Iris dunkelbraun. 

Jugendkleid, Oberkopf und übrige Oberseilfe nebst Flügeldecken 
braun, jede Feder mit dunklerer Schaftmitte und heller fahlbraunem Endsaum. 
Stirn weisslich, ebenso ein Schläfenstrich. Zügel und Kopfseiten bräunlich. 
Streif vom Mundwinkel herab, Halsseiten, Kropf und Brustseiten schwarz, die 



Strepsilas interpres. 199 

weisse Ferlerbasis ist aber überall noch sichtbar. Kinn und Kehle , übrige 
Unterseite, Bürzel und Schwanz wie am alten Vogel. 

Schnabel schwarz. Füsse gelbbraun. 
Laiif^e. Fl. Schw. F. I.. M. Z. 

c. 8— 9" 5"4'" 25'" 10'" 11'" 9"' 

5"l"'_f,"ll'" 25—30'" 9 — 11'" 10 11'" 8 - 10'" (Schlegel nach 

^■^8 Exemplaren.) 

Das Weiss an Kinn , Überkehle und von Brust an auf Unterseite , so- 
wie der weisse von einer schwarzen Querbinde durchzogene Bürzel und obere 
Schwanzdecken bleiben in allen Altersstufen ein constantes Kennzeichen die- 
ses, nach Alter und Jahreszeit ausserordentlich variirenden Vogels, der wegen 
seines bunten Gefieders unter den Waldvögeln sehr einzig dasteht. Ueber die 
verschiedenen Färbungsphasen giebt Naumann in bekannter ausführlicher W^eise 
die beste Auskunft. 

Strepsilas interpres gehört zu den wenigen cosmopolitischen Vögeln, in- 
dem er als circumpolarer Sommerbewohner seine Winterwanderungen bis weit 
über den Aequator nach Süden ausdehnt. Es darf daher nicht verwundern, 
wenn er als Wintergast auch in unserem centralpolynesischen Gebiet ange- 
troffen wird. 

Da^ wir die geographische Verbreitung des Steiuwälzers nirgends einge- 
hender erwähnt finden , so dürften vielleicht die nachfolgenden Notizen als 
ein Beitrag zur Naturgeschichte dieses Vogels nicht unwillkommen sein. 

Als Brutvogel findet sich Strepsilas interpres, wie bereits bemerkt, nur 
im Norden aller drei Welttheile, so in Norwegen, Lappland, Island, Spitz- 
bergen, Grönland, Labrador, dem nördlichen Sibirien und Kamschatka. God- 
man traf ihn bei Bodo in Norwegen (G7" n. Br.) Anfangs Juli brütend an, 
Schrader in Lappland am Waranger Fjord in der zweiten Hälfte des Juni. 
Newton beobachtete einen wahrscheinlich zu Strepsilas gehörigen Vogel am 
13. Juli an der Advent-Bai auf Spitzbergen. In Grönland fand Walker noch 
unterm 7 2*^ n. Br. die Brutplätze. Nach von Middendorf erschien der Stein- 
wälzer im nördlichen Sibirien schon Ende Mai an der l^oganida ; am Tairayr- 
flusse (73 — 750 n. Br ) den 4. Juni Anfangs Juli fanden sich hier bebrütete 
Eier, Ende Juli halbflügge Junge und Anfangs AiigTist (10.) waren die Vögel 
auf dem Rückzüge begriffen und trugen bereits das Winterkleid. Als Brut- 
vogel findet sich St. interpres auch auf den Faroeren und einzeln längs den 
Küsten der Nord- und Ostsee. So in Jütland, an den Küsten Schleswigs, auf 
Rügen und Gothland. Dass er aber auch auf den Canarischen Inseln, auf den 



300 Strepsilas interpres. 

Balearen und in Aegypten niste, wie Bolle, v. Homeyer nnd Brehm vermu- 
then , hat bis jetzt keine nähere Bestätigung gefunden. Der Umstand, dass 
diese Vögel grösstentheils ihr Prachtkleid schon an ihren Ueberwinterungs- 
plätzen anlegen uud diese im Frühjahr zu Paaren vereint verlassen, mag der 
Grund zu obigen Vermuthungen sein. So fand Gould in Australien Exem- 
plare im vollen Hochzeitskleide , ohne jedoch die Nistplätze entdecken zu 
können. Wie wir durch v. Heuglin wissen zieht Strepsilas im vollkommenen 
Prachtkleide aus Egypten im Frühjahr fort. 

Seine nordische Heimath bei Eintritt der kälteren Jahreszeit verlassend 
eilt der Steinwälzer nach südlichen Gegenden. Von Europa aus geht er dann 
bis zur Südspitze Afrikas hiiuib und wurde beobachtet auf den Balearen 
(v. Homeyer), den Jonischeu Inseln (Powys) ; in Nord- Afrika, Egypten (Brehm. 
Heuglin); in Nordost - Afrika , Sennaar (Leid, Mus.); längs der Westküste 
Afrikas, Canarische Inseln, Fuertaventura vmd Canaria (Bolle), Gambia (Ren- 
dall), Bissao (Beaudouin), Casamanze (Verr.) , Goldküste (Leid. Mus.) , Gabon 
(Verr.\ Damaraland (Andersson); in Süd- Afrika : Cap (Verr.), Natal (Gurney); 
in Ost- Afrika: Somaliküste (Heuglin), Mozambique (Peters), Zambesi und am 
Nyassa-See (Kirk); auf Madagascar (vom 9 — 16. September, Newton), den 
Comoren (Joanna, Peters) und Rodriguez (Newton). — 

Aus dem Norden Asiens verbreitet er sich während des Winterzuges 
über die Inseln des Indischen und Stillen Oceans bis Süd - Australien und 
Van Diemensland herab. Auf Neu- Seeland wurde er aber noch nicht beob- 
achtet. Dagegen kennen wir ihn vom Indischen Continente : Deccan ( Jerdon), 
Calcutta (Blyth); Ceylon (Kelaart), Cliina: Peking, Amoy (Swinhoe), Formosa 
(Swinh.), Java und Banka (Leid. Mus.) , Timor (Leid. Mus.), den Molucken: 
Ternate (ll.Octbr.), Halmahera (28. Novembr.), Morotai (17. Septbr.), Ceram, 
Celebes (Leid. Mus.) ; von Neu-Guinea (Rosenb.) , den Inseln der Torres- und 
Bass-Strasse , der West-, Nord-, Ost- und Südküste Australiens, von Van Die- 
mensland (Gould); aus Polynesien von: den Marianen (11. Septbr. Novara- 
Exp.}, Stewarts-Inseln (16. Octbr. Novara-Exp.), Neu-Caledonien (Verr-^ Neu- 
Hebriden : Aneiteum (Gray), Kingsmill-Gruppe, Mathew-Inseln (24. April grosse 
Flüge. Peale), Viti-Inseln (Peale), Samoa-Inseln (Gräffe;, und SandAvich-Inseln 
(Bloxh.) — 

Ebenso weit nach Süden geht St. interpres von Grönland an in' Ame- 
rika herab. Er besucht dann die Vereinigten Staaten (Carolina, Texas, Flo- 
rida), Californien (Baird) , Mexico (Baird) , Mittelamerika (Honduras, Salvin), 
West -Indien: Cuba (vom September bis April, Gundlach) , Bahama- Inseln 



Ardea sacra. 301 

(28. April, Bryant), Bermixdas (schon 3. Augvist, Wedderb. und Hiirdis), St. 
Croix (Newton), Jamaica (Gosse); Ecuador (Guajaquil, Barclay); die Ostküste 
von Guiana (Schomburgk) bis in's südliche Brasilien (St. Catharina, Burmei- 
ster) herab; und längs der Westküste (Peru, Darwin) bis nach Chile (Novara- 
Exp. Leid. Mus.) und wurde von Darwin auch auf den Gallopagos beobachtet. 



sp. 73. Ardea ^acra. Omi. 

Sacred Heron, Lath. Gen. Syn. III. p. 92. (cum var. A) Uebergangskleid. 
Ardea sacra. Gml. S. N. II. p. 64U. (cum var. ß.) — Lath. Ind. Orn. IL p. 696. 

— Bechst. Lath. Uebers. III. p. 64. IV. p. 425. — Vieill. Nouv. Dict. d'Hist. nat. 
tom. XIV. p. 423. — id. Enc. Meth. IIL p. 1121. — 

Blue Heron. var. B. Lath. Gen. Syn. III. p. 78. — Ardea coerulea. var. y. 
Gml. S. N. p, 631. — Lath. Ind. Orn. II. — Bechst. Lath. Uebers. var. B. IIL 
p. 52. — IV. p. 421. — Ardea Matook. Vieill. Nouv. Dict. d'Hist. nat. XFV. 
p. 416. — id. Enc. M^th. p. 1118. — New Zealand. Heron. Lath. Gen. Hist. IX. 
p. 128. — 

Ardea jugularis (Forst.) Wagl. S. av. (1827) Ardea sp. 18. (av. ad.) — Les- 
son. Tr. d'Orn. (1831) p. 574. (exe. syn.) 

Ardea asha. Sykes. Proc. Z. S. (1832) p. 157. — Ardea jugularis. Forst. 
Descr. an. (Novae-HoUandiae Licht.) 1844. p. 172. — id. ? A. aequinoctialis. 
p. 1 56. — id. ? A, gularis. p. 21 1. — Herodias Greyi, G. R. Gray. Cat. B. Brit. 
Mus. Ardeidae(1844) p. 80. — id, Herodias jugularis. — id. Ardea sacra, jugu- 
laris et asha Gen. of B. III. p. 556. — id. A. concolor, pannosa et Greyii> 
App. p. 25. — Ardea jugularis. Less. Descr. Mamm. et Ois. (1847) p. 241. — 
Herodias pannosus. Gould. Proc. Z. S. 1847. p. 221. — Demigretta concolor. 
Bl. I. As. Soc. Beng. XV. (1846) p. 376. — id. Herodias asha et jugularis. 
Cat, B. As. Soc. (1849) p. 280. et 341. — Herodias pannosus. Gould. B. of 
Austr. VI. pl. 59. H. jiagularis pl. 60. et H Greyi. pl. 61. — Reichb. Neuentd. 
Vög. Neu-Holl. No. 541. 542. et 543. - id. Vollst. Naturg. Grall. t. 76. f. 2673 

— 74. (jugularis), f. 2675. (panhosa) et 2672. (Greyil et Novit, t. 3'.). f 2451 - 52. 

— Ardea atra Cuv. (A. garzetta Mus. Paris). Puch. Rev, Zool. 1851. p. 375. — 
Herodias pannosa, asha, atra, sacra, concolor et greyi. Bp. Consji. av. II p. 120 

— 22. — Ardea sacra. Peale. Hartl. Wiegm. Arch. f Nat. (1852) p. 118. — 
id. A. sacra et jugularis. p. 134. Herodias matook. G. R. Gray. App. Dieff. N. 
Z.H. p. 196. — id. voy. Ereb. et Terr. ( 1 845 ) Binls. p. l.'l — id. Ardea ma- 
took. Ibis. 1862. p. 235. — Ardea cinerea. Elbn. Zool.( 1861) p. 7469. — He- 
rodias sacra. Bp. Compt. Rend. 185.'). II. p. 1 1 i2. — Ardea (Herodias^i albo- 
lineata. G. R. Gray. Proc. (1859) p. 166. — id. A. sacra, albolineata et atra. B. 



203 Ardea sacra. 

Trop. Isl. p. 48. — A. albilineata. Verr. et Desmurs. Rev. et Mag. Zool. (1860) 
p, 438. — Ardea jugularis. Cass. Un. St. Expl. Exp. ( 1 858) p. 296. — Ardea 
jugularis et albilineata. Schleg. Mus. P. B. Ardeae. (186.^) p. 25 et 27. — He- 
rodias jugularis. ISclat. Proc. Z. S. 1864. (Jan. ) — Demi-egretta asha. Jerd. B. 
of Ind. III. p. 746. — Herodias asha, Demiegretta jugiilaris et D. Greyi. Gould. 
Handb. B. of Austr. sp. 553,555 et 556. — Ardea jugularis et concolor. Pelz. 
Novara-Reise. Vög. p. 118 et 122. — Ardea sacra et albilineata. Godeff. Cat. 

III. p. 3. 

? Schwarz. 10" lang. 
Le Crabier noir. Bufif. Hist. nat. des Ois. VII. p. 394. — PI. enl. 926. — 
Neu-Guinea Heron. Lath. Gen. Syn. p. 71. — Ardea Novae Guineae. Gml. S. 
N. p. 644. — Lath. Ind. Orn. II. p. 685. — Bechst. Lath. Uebers. III. p. 45. 

IV. p. 419. — Vieill. Enc. Meth. III. p. 1125. — Ardea nigerrirna. Wagl. Syst. 
av. (1827) Ardea. sp. 22. — Ardea nnvae-Guineae. G. R. Gray. Gen. of B III, 
p. 556. — Ardea nigerrima. Reichb. Sppl. t. XLI. f. 472. — Herodias novae- 
guineae. B. Cousp. IL p. 121. — 

Matuku, Eingeborne der Marquesas (Jardine.) ^ 

Matook, „ . von Neu-Seeland (Lath.) 

Otai „ der Gesellsch.-Ins. (Forst.) 

< Hu „ der 8andwich-Ins. (Gray.) 

Tarapa, ,, von Huaheine (Wodehouse.) 

A d. Saturate cinereo-caeriilescens , abdomine subf'usces- 
cente, linea a mento per mediam giilam decurrente lata nivea; 
cristae, tergi et pectoris plumisf elongatis, apice ligulatis ; rostro 
supra fusco, infra et apice flavescente; pedibus flavidis ; iride 
flava. 

Jim. Tota alba. 

Long. c. 17V'; rostr. 3"2"'; al. 10^"-, caud. 4^"; tars. 2"5'". 
Viti-Levu (Coli. Godeffroy). 

Altes ^. Das ganze Gefieder schieferschwarz, nur auf Oberkopf, 
Mantel und Schwingen , sowie die verlängerten Federn des Schopfes , der 
Schultern und des Kropfes, blaulichgrau, wie bepudert, Längs der Kinn- und 
Kehlmitte ein weisser Streif. 

Schnabel und nackte Zügel hornbraun, der Unterschnabel etwas heller, 
die Spitze noch heller braun •, Beine und Füsse schwärzlich , die Fiisssohleu 
orangegelblich; Nägel hornschwarz. 

Im Leben: Schnabel braun, der LTnterschnabel gelblich; nackte Zügel 
braun; Beine gelblich; Iris gelb (Forst.). 



Ardea sacra. 208 

Oberschnabel schwarz, Unterschnab^ grün; Beine grün; Iris gelb. 
(Peale.) 

^, Schnabel horngelb, an der Firste schwarzbraun gefleckt, Ziigel gelb- 
grün; Füsse grüngelb, an der Sohle gummiguttgelb, Krallen braun; Iris licht 
ockergelb. (Tahiti.) 

^^. Schnabelfirste schwarzbraun, Basis des Schnabels, Zügel und Füsse 
graugrün in Gelb übergehend; Iris licht ockergelb. (Tahiti, j Novara Exped. 

Schnabel röthlichgelb , oberseits dunkel, nackter Augenkreis gelbgrün; 
Beine schwärzlich , unterer Theil des Tarsus und Zehen gelblich ; Iris gelb^ 
(Jerdon). — 

Schnabel und Beine blassgelblichgrün ; Schienbein und Vorderseite des 
Laufes aschgrau; Sohlen unrein gelb, Zügel ölgrün. (Gould.) 

Viti-Levu. (CoUection Godeffroy . ) 

Altes ^. Das ganze Gefieder durchaus rein weiss ; die Federn des 
Kropfes und auf Mantel schmal, verlängert, lanzettiormig. Die Schulterdeck- 
federn ebenfalls verlängert und zerschlissen. Die Federn des Hinterkopfes, 
nur wenig verlängert, bilden keinen eigentlichen Schopf. 

Schnabel, Zügel und nackte Augengegend blasshorngelblich ; der Rücken 
des Oberschnabels am Enddrittel schwärzlich ; Füsse grauschwarz ; Nägel horn- 
ßchwarz. 

Im Leben: Schnabel gelb, Beine gelb mit Grün tingirt, nackte Zügel 
grünlich; Iris lebhaft gelb. (Peale.) 

Schnabel und Zügelhaut orangegelb, braunschwarz melirt, Füsse orange- 
gelb , an den Gelenken in's Grünlichgraue übergehend ; Iris citrongelb. (No- 
vara-Exped.). — 

Schnabel gelblich strohgelb, Firste und Spitze etwas dunkler schattirt, 
Zügel und Augengegend düster grünlich, Beine gelblichgrün , Sohlen orange ; 
Nägel blasshornfarben , Iris primelgelb; Augenhder schön gelb. (Greyi. 
Gould. 1 

Junger Vogel im U e b e r g a n g e weiss, auf Kojif, Hals und Rücken 
in's Dunkelbraune übergehend. 

Solche Uebergangskleider bieten unzählige Variationen. Von Pelzeln 
beschreibt in der Novara-Reise einige derselben sehr ausführlich. 

Auch die Ausdehnung des weissen Längsstreifes auf Kinn - und Kehl- 
mitte weicht individuell sehr ab. Zuweilen fehlt derselbe gänzlich (Blyth). 
Auf einem solchen Exemplare basivt A. atra ((\iv. et Bp.). — 



304 




Ardea sacra. 










- 






Schnabelhohe 


Länge. 




Fl. 




Schw. 


F. an Basis. 


schieferschw. c. 20" — 


23" 


10"3'" 




3"5 


H/ Oliolll 'Jlll 


weiss. 




11 




4 


3 7 7^ 


schieferschwarz. 




10 2 




3 2 


3 2 7 


weiss. 




10 7 




— 


3 2 7 


schieferschwarz. 




10 




3 2 


3 6» 


jugularis. 


9"4' 


'"-_10"8'" 


3"3"'— 


4"' 2"10"'— 3"1'" — 


albolineata. 


10 6 


—11 


3 7 


— 4"4 3 1—33 — 


schwarz (jugularis). 




10"9'" 




— 


3"3"' — 


( concolor ). 




10 




— 


3 1 _ 




9"4"'~11" 


3 2 


—4 


4 2 10 —3 7 — 


L. 


Nackte Tibia. 


M Z. 






3" 


17'" 




25'" 




J Viti-Levu. 


3 4'" 


18 




28 




? . 


2 8 


13 




23 




Morotai. 


2 10 


16 




22 




Flores, 


2 9 


15 




24 




Amboina. 


S"& '"_ 9''' 


12'"— 


14'" 


22 




(Nach Schlegel). 


3 — 3"3 


16'" 




24 




)) 71 


2"10'" 


— 




23 




(Tahiti nach Pelz.) 


2 61 


— 




21 




Nicobaren nach Pelz.) 


2"6^"'— 3"9"' 


12'"— 


18'" 21 


///_ 28"' 





Nach den Ansichten der meisten Ornithologen sind die weissen Exem- 
plare junge Vögel, allein v. Pelzeln's treffliche Untersuchungen (Novara-Reise) 
beweisen, dass die dunkle Färbung nicht immer eintritt, sondern dass manche 
Exemplare stets weiss bleiben. Dafür spricht auch der von Gräffe einge- 
sandte weibliche Vogel mit deutlich entwickelten Schmuckfedern , welcher je- 
denfalls ein ausgefärbter alter und um so interessanter ist , als er mit einem 
schieferschwarzen J zusammen erlegt wurde. Die Farbenveränderung scheint 
überhaupt nicht im ersten Jahre statt zu finden, denn Mc Gillivray beobach- 
tete die Vögel schon im rein weissen Kleide brütend und möchte sie desshalb 
gern als besondere Art betrachtet wissen ( A. Greyi. Gould), — / 

Die reiche Suite im Leidener Museum enthält alte $$ und ^^ im 
schiefersclnvarzen Kleide mit weissem Kinnstreif und weisse J^ und ^^, die 
aber noch jüngere zu sein scheinen. 



Ardea sacra. 205 

Ganz älinliche Färbungsverschiedenheiten wie A. sacra bieten auch 
A. coerulea. L. und A. gularis. Bosc, wo ebenfalls die jungen Vögel meist ein- 
farbig weiss sind. Von letzterer Art besitzt das Leidener Museum aber auch 
weisse Vögel, die offenbar ganz alt sind und Dr. Dolirn sammelte ebensolche 
auf Do Principe. Dieser Gelehrte theilt uns auch gütigst mit , dass die Jun- 
gen von A. gularis im ersten Federkleide die Färbung der Alten besitzen. 
Nach Analogie dürfte man also bei A. saci-a gleiche Verhältnisse erwarten. 

Die Verbreitung von A sacra ist eine sehi- ausgedehnte und erstreckt 
sich über Indien , Australien und Polynesien. Wir kennen folgende sichere 
Fundorte : 

Continent von Indien, Deckan (iSykes, Jerdon), Arakan (Blyth), Ceylon 
(Kelaait) , China (Swinhoe), Japan (Siebold), Loochow-Inseln (Stimpson), Ni- 
cobaren (Bl. , Novara-Exp.), Java, Sumatra, Amboina, Ternate, Halmahera, 
Morotai, Neu-Guinea (Leid. Mus.), Flores, Timor (Wall.), ganz Australien 
(Gould), Neu-Seeland (Dieffb., Forster), Neu-Caledonien (Verr.), Isle of Pines 
(Gray), Viti- und Samoa-Inseln (Peale, Gräffe), Tonga-Inseln, Tongatabu 
(Peale), Gesellschafts-Inseln, Otaheiti (Forst., Novara-Exp.), Huaheine (Forst,, 
W^odehouse), Ulietea et Otahaw (Forst.), Paumotugruppe (Peale), Marquesas- 
Inseln (Jardine), Nukahiva (Lesson), St. Christina (Forst.), Marianen (Quoy 
et Gaim.), Carolinen, Ualan (Kittlitz), Insel Puynipet , Senjawingrujjpe (No- 
vara-Exp.) und Sandwich-Inseln (Gray). 

A. sacra ist fast ausschliessend Küstenbewohner, der sich vorzüglich an 
den felsigen Meeresgestaden aufliält. Doch fand ihn Jerdon auch im Binnen- 
ande an Flussbänken im Deckan, ebenso Sykes. 

Ueber das Brutgeschäft dieses Reihers lauten die Beobachtungen sehr 
verschieden. Mc Gillivray fand die Nester gewöhnlich im Gipfel der Bäume, 
andere Male nahe an der Wurzel angebracht Nach Gilbert stehen die Nester 
auf dem Erdboden oder auf Felsklippen. 

Wodehouse fand auf Huaheine die Nester auf niedrigen Korallenkhppen 
angelegt. 

Das Nest besteht aus Zweigen und ist nach Mc Gillivray sehr seicht, 
nach Gilbert 12 — 18" hoch und beträchtlich tief. Die Brütezeit findet im 
August statt. Nach Mc Gillivray legt der Vogel nur zwei Eier, nach Layard 
4^ — 6, die einfarbig grünlichblau sind. 

Wie die meisten verwandten Arten brütet auch diese colonienweise. 
Gilbert tand auf einen» kleinen Felsen fünfzehn Nester dicht beisammen. 



306 Ardea sacra. 

A. Sacra ist überbaujit ein geselliger Vogel, und besonders vor und nacb 
der Brütezeit sieht man ihn -oftmals in grossen Flügen. 

Er näbrt sieb vorzugsweise von Krabben und Scbaltbieren, und ist äus- 
serst vorsicbtig und scbeu. 

Peale tbeilt bezüglich der Lebensweise von dieser Art nichts mit. Es 
lässt sich aber annehmen, dass A. sacra auch auf den central-polynesischen 
Inselgruppen Brutvogel sein werde. 

Dieser Reiher hat , wie so manche andere Vögel deren Färbung nach 
dem Alter sehr variirt, zu vielerlei Beschreibiwigen Anlass gegeben, besonders 
auch desshalb, weil individuelle Grössenunterschiede als specifische Charaktere 
aufgefasst wurden und man gern für jede der verschiedenen Localitäten eine 
eigene Art schaffen wollte. Die Untersuchung grosser Reihen von Exempla- 
ren aus den verschiedenen Gegenden zeigt aber, dass ein derartiges Unter- 
nehmen nicht durchzuführen ist und dass sich die oben in der Synonymie zu- 
sammengestellten Arten als selbstständige }ncht halten lassen. Schlegel konnte 
dies mit Hilfe seiner reichen Suiten zuerst beweisen, hält aber noch A. albi- 
lineata. Gray, als Art aufrecht und charakterisirt dieselbe ,,absolument sem- 
blable k TArdea jugularis-, mais d'une taille constamment plus forte." Wie 
die von uns beigegebenen Maasslisten beweisen finden sich indess Exemplare, 
welche deiitliche Uebergänge von der kleineren (jugularis) zu der grösseren 
(albilineata) bilden. Am deutlichsten zeigte sich uns Dies an zwei von Dr. 
Gräffe eingesandten Vögeln , von denen der eine der Grösse nach zu jugula- 
ris, der andere zu albilineata gerechnet werden müsste. Diese beiden Exem- 
plare wurden aber zu gleicher Zei erlegt , waren als J und ^ jedenfalls ein 
gepaartes Paar und machen die Artselbstständigkeit von A. albilineata un- 
möglich. 

Neuerdings versucht von Pelzeln A. concolor, welche Blyth selbst wie- 
der einzog und mit jugularis vereinigte, als Art zu vertheidigen und will 
dieselbe dvirch die geringere Grösse unterschieden wissen. Wirklich sind 
seine Exemplare von den Nicobaren besonders klein, nahern sich aber Exem- 
plaren von Amboina in der Grösse bis auf ein Paar Linien, so dass dieser 
winzige Unterschied zur specifischen Abtrennung ohne Werth bleiben muss. 

Latham's Sacred Heron kann, wie die Localitätsangabe Otaheiti zeigt, 
sich nur auf diese Art beziehen , und zwar auf einen Vogel im gescheckten 
Uebergangskleide. 

Der „Crabier noir" von Buffon (A. Novae-Guinea. Gml.) , welcher aus 
Neu-Guinea herstammen soll, würde, nach der Färbung zu urtheilen, mit aller 



Ardea javanica. 207 

Bestimmtheit zu unserer Art gezogen werden können, wäre nicht dieGrössen- 
angabe (10") gar zu abweichend. 

Die mit A. sacra am nächsten verwandte Art ist übrigens A. gularis. 
Bosc. (schistaeea. Licht.), über das ganze tropische Afrika verbreitet, welche 
sich aber durch geringere Grösse, schlankere Formen und das, über Kinn 
Kehle und Backen ausgedehnte Weiss leicht unterscheidet. 

In Amerika ist A. coerulea. L. vicariirende Art für sacra 



sp. 74. Ardea javaRica. Hoisf. 

Ardea javanica. Horsf. Trans. Linn. Soc. vol. XIII. (1822) p. 190. — 
Lesson. Man. d'Orn. II. (1828) p. 240. — Ardea chloriceps. Hodgs. — Ardea 
scapularis. Schleg. (nee 111.) Faun. jap. p. 116. — Ardetta stagnatilis. Gould. 
Proc.Z. S. (1847) p. 221. — id. B. of Austr. VI. pl. 67. — id. Ardetta macro- 
rhyncha. Proc. Z. S. (1848) p. 39. — id. B. of Aust. pl. 66. — Ardetta stagna- 
tilis et macrorhyncha. Keichb. Neuentd. Vög. Neu-Holl. No. 537. et 5'j8. — 
id. Vollst. Naturg. Novit, t. 74. f. 2667—68. — et t. 75. f. 2669—70. ~ Ar- 
dea javanica. G. R. Gray. Gen. of B. III. p. 556. — id. A. stagnatilis et macro- 
rhyncha App. p. 25. — Ardea patruelis. Peale. Un. 8t. Expl. Exp. (1848) 
p. 216. - Hartl. Wiegm. Arch, (1852) p. 118. — Ardetta thalassina. (Sws.) 
Kelaart. Prodr. Faun. ceyl. (1852) p. 133. — Butorides javanica. Blyth. Cat. 
B. As. Soc. (1849) p. 281. — Herodias javanica. Licht. Nomencl. p. 89, — 
Bixtorides chloriceps, javanica, patruelis, stagnatilis et macrorhyncha. Bp. Consp. 
IL p. 129. 130. et 13 L — Ardea (Butorides) virescens. var. scapularis. (et var. 
amurensis.) Schrenk. Vögel des Amurlandes, p. 437. — Ardea stagnalis. Cass. 
Un. St. Expl. Exp. (1858) p. 297. — G. R. Gray. B. Trop. Isl. p. 49. — Bu- 
torides javanica. Jerd. B. of Ind. III. p. 752. — Swinh. Ibis, 1863. p. 420. — 
Ardea javanica et macrorhyncha. Schleg. Mus. P. ß. Ardeae. p. 43. 44. — 
Butoroides javanica et macrorhyncha. Gould. Handb. B. of Aust. IL sp. 560. 
et 561. — Ardea javanica et stagnalis. Pelz. Novara-Reise. Vögel, p. 124. — 
Ardeola patruelis. Godeft'r. Cat. III. p. 3. 

Ad. Pileo nuchaeque plumis valde elongatis cristam 
acuminatam formantibus thalassino-viridibus , metallice niten- 
tibus ; collo et gastraeo dilute cinereis , mento et gula albis, 
coUo medio longitudinaliter albo-vario; snbalaribus cinereis; 
dorsi plumis basin versus virescentibus , dimidio apicali pul- 
clire cinereis, scapis pallidis; alarum tectricibus metallice vi- 



308 Ardea javanica. 

rescentibuvS, albido vel pallide fiilvescente-marginatis ; remigibus 
niajoribus ardesiacis; rostro supra nigricaiite, subtus pallido ; 
pedibus flavidis. 

Long. 15|— 16"; rostr. 2"3'"-, al. 64"; tars. 1"9'". 

Java, Bremer Museum. 

Alt. Oberkopf', nebst den verlängerten, lanzettförmigen Schopffedern 
des Hinterkopfes dunkel metallgrün, ebenso eine schmale Linie, welche sich 
vom Mundwinkel über die vordere Backengegend zieht. Von gleicher metall- 
erüner Färbung sind die Flügeldecken, die Schulterfedern , letzten Schwingen 
zweiter Ordnung, die oberen Schwanzdecken und mittelsten Schwanzfedern- 
Die Flüo-eldecken haben schmale, weissliche Aussensäume. Die schmalen, 
verlängerten, lanzettförmig zugespitzten Federn des Mantels und Schulterdecken 
an Basishälfte ebenfalls metallgrün, an der Endhälfte schimmelgrau, die weis- 
sen Schäfte bilden feine helle Längsstriche. Schwingen und die Deckfedern 
der ersten Schwingen schiefergrau mit schmalen , weissen Endsäumen , an Li- 
nenfahne mehr schwärzlich, uuterseits grau. Ebenso sind die seitlichen Schwanz- 
federn gefärbt, aber mit einem grünen Scheine. 

Kopfseiten, Halsseiten und alle übrigen unteren Theile, nebst den unte- 
ren Flügeldecken und Achselfedern aschgrau; Kinn und ^on hier ein Streif 
längs der Mitte des Vorderhalses bis zur Brust herab weiss. Bürzel grau- 
bräunlich. 

Oberschnabel schwarz , ebenso die Spitze und der Schneidenrand des 
Unterschnabels , der übrige Unterschnabel horngelblich ; nackte Zügel - und 
Augengegend braun; Beine und Füsse gelblichbraun, Nägel hornbraun. 

Exemplare von Viti-Levu (Collect. Godeffroy) stimmten mit dem eben 
beschriebenen ganz überein. 

Manche Exemplare haben die Aussensäume der Flügeldecken statt weiss, 
melir oder weniger deutlich rostfarben. 

Ebenso sind an manchen Exemplaren die grauen Partien der Halsseiten 
und unteren Körpertheile blass rostfarben verwaschen, oder die weissen Federn 
des weissen Halsmittelstreifes haben einen grauen Fleck auf Aussenfahne, wo- 
dm-ch der weisse Streif grau gefleckt erscheint. 

Nach Peale sind dies jüngere Vögel. / 

Junge Vögel im ersten Kleide (Swinhoe) die schwarzgrünen Federn 
des Oberkopfes mit rostfarbenen Längsstrichen, die Flügeldecken rostfarben 
gesäumt, aber weniger deutlich und mit ockerfarbenem Tropfenfleck am Ende 



Ardea javanica. 209 

jeder Feder auf Schaftmitte. Die Unterseite vom Kinn an graubraini gestreill 
mit Ockerfarben und Weiss gemischt. 

Die Nackttheile sind im Leben: Unterschnabel gelb, Oberschnabel 
schwarz, Zügel grün, Beine gelb; bei jungen Vögeln die Beine grünlich. 
(Peale.) 

Oberschnabel und »Schneide des Unterschnabels sehr dunkel röthlich- 
braun , übrige Unterschnabel ölgrün, Schienbein und Ilintertheil des Laufes 
schön gelb, Beine übrigens bräunlichgelb; nackter Augenring und Augenlieder 
gummiguttgelb ; Iris lichtgelb. (Gould). 

Alt. Ii'is weisslichgelb, nach aussen zu in's Braune übergehend, nackte 
Augengegend und Füsse gelblichgrün. Sohlen orangefarben. 

Jung. Iris citronengelb, Schnabel hornfarben, an -Basis und am Unter- 
kiefer gelblich, Füsse gelblichgrün, Sohlen citronengelb. (Schrenk). 

Jung. Zügel und Basishälfte des Unterschnabels grünlichgelb, übrige 
Schnabel schwarz; Beine und Füsse gelblichgrün, Iris gelb. (Swinhoe). 



Länge Fl. 






Schw. F. L. 


c. 16"— 18" 6"5"' 






2"3"' 26"' 22'" 


7 6 






2 9 — 24 


6 5 






— 28 — 


6 3 






— 30 22 


6" - 6' 


'8'" 


1"11 


'"^-2" 2'" 24'" — 29'" 19'"— 21'" 


6 10'"~7 


9 


2 3 


6 28 —33 21 -25 


Q"d'" 






2" 6'" 28'" 19"' 


7 5 






2 10 29 23 


6 3 






2 5 28 19 


6" —7' 


/g/y. 


1"11 


'"- 2"10"' 24'"— 33'" 19'"— 25'" 


Nackte Tibia. 


M. Z. 


- 


71/// 




18'" 


' Java. 


— 




— 


(chloriceps. Bp.) 


— 




— 


Neu-Guinea. 


— 




— 


Timor. 


— 




17'"— 


18'" (javanica. Schleg.) 


— 




18 — 


21 (macrorrhyncha. Schleg.) 


— 




— 


(patruelis. Peale. Tahiti.) 


— 




21'" (Amur. Nach v. Schrenk.) 


— 




18 


(Manilla. Nach v. Schrenk.) 



IT"— 21'" 

14 



310 Ardea javanica. 

Eben wie bei clei- vorhergehenden Art müssen wir auch bei dieser die 
Trennung in zwei , durch die Grfisse constant verschiedener, Arten (javanica 
und macrorrhyncha) für unzulässig halten, indem, wie aus den beigegebenen 
Maasstabellen ersichtlich ist, sich Uebergänge nachweisen lassen. Die zuwei- 
len auffallenden Verschiedenheiten in den Dimensionsverhältnissen finden sich 
nicht blos bei dieser, sondern den meisten Reiherarten wieder. 

Ardea javanica, über alle Länder- iind Inselgebiete Indiens, südlich 
von Nepal und dem Amurlande an, Australiens und Polynesiens verbreitet, 
hat auch in Amerika und Afrika sehr nahe Verwandte , mit denen er öfters 
verwechselt wurde. Neuerdings versuchte sogar v. Öchrenk (Vög. des Amur- 
landes) zu beweisen , dass alle diese ßeiherarten nur Eine Art ausmachen, 
eine Ansicht, der wir uns zunächst noch nicht anschhessen können , da von 
Schrenk's Beweisgründe für vuis noch keineswegs überzeugend genug sind. 

A. javanica unterscheidet sich von den verwandten Arten durch die 
meist vmicolor graue l'ärbung des Halses und der Unterseite, welche nur sel- 
tener am Vorderhalse etwas rostfarben verwaschen ist , ganz besonders aber 
durch das Fehlen der rostfarbenen Mittellinie längs Vorderhals, wodurch sich 
die afrikanische A. atricapilla. Afz. (thalassina. Sw.) stets auszeichnet. A. vi- 
rescens. L. von Nord-Amerika ist durch die dunkel rostrothe Färbung des 
Halses und Kropfes leicht zu unterscheiden und die südamerikanische A. sca- 
pularis. 111. , welche javanica am nächsten steht , durch die Eostfarbe längs 
Vorderhals. Auch ist bei letzterer Art im Leben die Zügel- und Augengegend 
schön blau. 

A. javanica be\vohnt: den Indischen Continent, Deckan (Sykes), Nepal 
(Hodgs), Bengalen (Blyth) , Burmah (Jerd.), Amurland (Schrenk), China 
(Swinh.), Formosa (Öwinh.), Japan (Leid. Mixs.), Ceylon (Kelaart) , Nicoba- 
ren (Novara), Sumatra (Berl. Mus.), Java, Borneo (Mottley) , Banka, Cele- 
bes, Amboina, Ceram, Tidore, Morotai, Halmahera, Timor (Leid. Mus., Wall.), 
Buru, Flores (Wall.), Neu-Guinea (Wall.), Nord- und Ostküste Australiens 
(Güuld), Neu-Caledonien (Novara), Viti-Inseln , Viti-Levu (Gräffe) , Ge- 
sellschafts-Inseln, Tahiti (Peale), und Philippinen, Lucon (Jagor), Manilla 
(Kittlitz,. 

In der Lebensweise stimmt A. javanica am meisten mit unseren Rohr- 
dommeln überein, hält sich wie diese meist verborgen im dichtesten Mangle- 
gebüsch und nährt sich von Fischen , Krustaceen imd kleinen Seethieren , die 
er besonders zur Ebbezeit im Schlamme aufsucht. Obwohl mehr einsam le- 
bend, zeigt er sich doch zuweilen in grösseren Gesellschaften. Gilbert fand 



DeiKli'ocygn;i vagaiis. 311 

bei lN)rt P^ssing-ton eine Bnitt'olöuie dieses Reihers, wclclie aus 30 Nestern 
bestand. Letztere waren sehr kunsth)s aus Zweigen auf liäunien etwa sechs 
Fuss über dem Wasser angebracht und entliielten zAvei Junge oder zwei blass- 
grüne Eier. Nach Swinhoe ist A. javanica ein einsamer Vogel, der sieh von 
kleinen Fischen und Insekten nährt. 

Von Schrenk fand A. javanica nur im südlichen 1'heile des Amurlan- 
des und zwar fast ausschliessend in dem dichten Weidengebüsch, welches die 
Ufer des Amurstromes bekleidet. Hier brütet die Art auch ohne Zweifel, denn 
V. Schrenk erlegte Exemplare im August. Auch auf Formosa ist sie , nach 
Swinhoe, Brixtvogel. 

Peale traf diesen Keilier längs den Flüssen auf Tahiti, giebt aber über 
die Lebensweise keine weiteren Notizen. Auch Dr. Gräffe, der diese Art zu- 
erst als central-polynesische nachwies, theilt keinerlei Notizen mit. 



sp. 75. Deiidrocy^na yag'aBis. Eyton. 

Anas javanica. var, ß. Horsf. Trans. Linn. Soc. XIII. (1822) p. 199. — 

Dendrocygna vagans. Eyton. MS. S. Gray. Cat. B. Bi'it. Mus. Anat. (1814) 

p. 131 (sine descr.) — Anas badia. Müll, et Schleg. Verhandl. (Land en a^oI- 

kenkunde) p. 159. (sine descr.) — ? Morillon des iles Mariannes. Less. Man. 

d'Orn. p. 632. — 

Dendrocygna arcuata. Gould (nee Horsf.) B. of Austr. VII. pl. 14. — 
Reichb. Neuentd. Vög. N.-Holl. No. 521. — id. Vollst. Naturg. Natat. Nov. 
t. 77. f 2650— 51. (s. n. D. arcuata-australis) et Nov. t. 24. f. 2363. (s. n. D. va- 
gans). — Dendrocygna Gouldi. Bp. Compt. Rend. 1856. p. 649. — Gould. 
Handb. B. of Austr. II. sp. 591. — Dendrocygna vagans. G.R.Gray. B. Trop. 
Isl. p. 54. — Sclat. I'roc. Z. S. (1864) p. 300. — Pelz. Novara-Exp. 1865. 
p. 137. — 

Ad. Pileo vittaqiie mediana colli postici iiigris; notaei 

plumis nigris, dilute rufo-marginatis; alarum tectricibus mino- 

ribus abdoniineque laete cinnamomeo-rufis ; gula colloqiie an- 

tico pallide ochroleucis; crisso et cruribus in fundo sordide 

albido nigricante variegatis ; subcaudalibiis albidis ; tectricibus 

caudae superioribus ochroleucis, nigro-marginatis ; subalaribus 

nigris; cauda nigra; pectore pallide rufescente, nigro-macu- 

lato ; remigibus nigris ; rostro et pedibus nigris ; iride fusca. 

Long, circa 17"; rostr. 1"7"'-, ah vix 7^"-, tars. 1"7'". 

14* 



213 Dendrocygna vagans. 

Neu-Celedonien. (Bremer Museum.) 

Alt. ^,, Ganze Ober- und Hinterkopf, sowie von liier aus ein Längs- 
streif auf der Mitte des Hinterhalses schwarz, Kinn und Kehle weisslichfahl, 
Zügel, Kopf- und Halsseiten rostgelbbräunlich, welche Farbe, auf den unteren 
Halsseiten und dem Kröpfe lebhafter und dunkler, nach und nach in ein 
schönes Zimmtrothbraun übergeht und in dieser Farbe die unteren Körper- 
theile bedeckt •, nur die Federn der Batichmitte , auf After und Schenkel sind 
dunkelbraun und weissfahl gemischt, die unteren Schwanzdecken einfarbig 
fahlweiss. Die langen , breiten Federn , welche die Seiten der Brust , Wei- 
chen und des Bürzels decken, sind blassrostgelblichweiss , an Innen- und Aus- 
senfahne schwarz gerandet und bilden daher weisse und schwarze Streifen 
längs der Körperseiten. Die Kropffedern haben schwarze halbmondförmige 
mehr oder weniger deutliche Flecke vor dem Ende. Mantel - , Rücken - und 
Schulterfedern schwarz mit breiten rostrothbraunen Endrändern , Avelche nur 
auf den grössten Schulterdecken schmäler werden. Hinterrücken und Bürzel 
schwarz, die oberen Schwanzdeckfedern rostgelbweiss mit schwarzen Aussen- 
säumen. Schwingen und ihre Deckfederu , die unteren Flügeldecken , Achsel- 
federn vmd Schwanz sclnvarz, die oberen Flügeldecken schön kastanienroth- 
braun. 

Schnabel, Beine, Zehen und Sehwimmhäute schwarz. 

Im Leben: Lauf grünlichgrau, Fuss schwärzlichgTau , Iris dunkelbraun 
(Gould). — Iris lichtbraun (Novara-Exped.). — 

Länge c. 16V' Fl. !"?>'" Schw. 1"10'" F. V'l'" L. 1"9'" 
Nackte Tibia 9'" M. Z. 2"2'". 

D. vagans wurde lange Zeit mit D. arcuata. Cuv. (javanica. Horsf.) ver- 
wechselt, unterscheidet sich aber von dieser leicht dmxh die weiss und sclnvar- 
zen (nicht kastanienrotlibraunen) oberen Schwanzdecken, die ebenso auffallend 
gezeichneten Federn der Körperseiten, und die dunkle halbmondförmige 
Fleckenzeichnung auf Kropf und Kropfseiten. 

D. vagans vertritt D. arcuata im Osten i;nd hat wie die meisten ihrer 
Gattungsverwandten eine sein- weite Verbreitung. Wir kennen sie von: 

Timor (Wallace), (Jelebes (Wallace) , Nord- Australien , den Philippinen 
(Cuming, Novara-Exp.j, Insel Samar (Jagor), den Marianen (Quoy et Qaim.), 
Neu-Caledonien (Verreaux) und durch Rayner von Viti-Levu, Yiti-Inseln. Im 
Leidener Mus. auch ein Exemplar, durch Wallace , von Java , liier aber nur 
als zufällig zu betrachten. Peale nennt die Art nicht unter den Vögeln Gen- 



Anas superciliosa. 213 

tral-Polynesiens, auch unter Dr. Gräffe's Sendungen sahen wir sie bisher nicht. 
Sie scheint also selten zu sein. 

Ueber die Lebensweise theilt Gould nur Weniges nach Gilbert mit. Die 
Art dürfte allem Anschein nach in Nord- Australien Brutvogel sein. 



sp. 76. ABias superciliosa. Gmi. 

Poupercilious Duck. Lath. Syn, III. p. 497. — id. Gen. Hist. X. p. 327. 

— Anas superciliosa. Gml. S. N. I. (1788) p. 5;i7. - Lath. Ind. Orn. p. 852. 
Bechst. Lath. Uebers. III. (1796) p. 430. IV. p. 512. — Anas leucophrys. Forst. 
(Licht.) Desc. anim. p. 93. — Anas superciliosa. Eyton. Mon. Anat. p. 139. — 
Gould. B. of Austr. vol. VII. pl. 9. — Reichb. Neuentd. Vög. Neu-Holl. No. 311. 

— id. Vollständ. Naturg. Schwimmvögel f. 913 14 et 2347. — Peale. Un. 
St. Expl. Exp. (1848) p. — . — Hartl. Wiegm. Arch. (1852) p. 122. — Cass. 
Un. St. Expl. (185s) p. 339. — Gould. Handb. B. of Austr. IL sp. 585. — Anas 
superciliosa var. Sandwichensis.Bp. Compt. Rend. 1856. p. 619. — Anas super- 
ciliosa var. G. R. Gray. B. Trop. Isl. ( 1859) p. 54. — Anas superciliosa. Öclat. 
Proc. 1864. 

He-turvera. Eingebor, von Neu-Seeland. (Latham.) 
Gwoom-nan-na, „ „ W.-Austral. (Gould.) 

Nia, „ „ Neu-Caledonien. (Verr.) 

Doloa, ,, „ von Samoa. (Gräffe.) 

Mora, „ ,, Gesellschafts-Ins. (Gray.) 

Ad. Fiisca, notaei et gastraei plumis pallidius margina- 
tis; pileo f usco-nigricante ; collo pallidiore, ocliroleuco, fusco 
striolato, postice longitudinaliter obscuro ; superciliis, fascia lata 
infraoculari, gutture colloque antico unicoloribus, ochroleucis; 
fascia lata utrinque per oculum ducta alteraque stricta ad 
rostri basin orta fuscis ; speculo alari pulchre viridi, late nigro- 
marginato; rostro nigro; pedibus brunneis; iride aiireo-flava. 
Long. c. 19"-, rostr. l'-ll'"-, al. 9.^'; caud. 4"; tars. 1"8'". 
Upolu, Samoa-Ins. (Collect. Godeflfroy.) 

Dunkelbraun, auf der Unterseite kaum heller; alle Federn mit schma- 
len fahlbraunen Rändern. Die Federn des Hinterhalses und der Halsseiten 
haben solche Seitensäume , erscheinen daher mit helleren Längsstrichelchen. 
Der Ober- und Hinterkopf einfarbig dunkel schwarzbraun, ebenso ein Zügel- 



314 Anas superciliüsa. 

streif, der sich durch das Auge bis auf die Schläfe zieht, oberseits wird der- 
selbe von einem blass rostgelblichweissen Längsstrich begrenzt. Kostgelblich- 
weiss sind auch die Kopfseiten, Kinn und Kehle-, vom MundAvinkel an zieht 
sich aber ein brauner Streif über die Wangen bis auf die Ohrgegend. Schwin- 
gen erster Ordnung dunkelbraun-, die Schwingen zweiter Ordnung sind nur 
auf Innenfahne so gefärbt, auf der Aussenfahne aber prachtvoll metallischgrün, 
am Ende schwarz, mit äusserstem schmalen Aveissen Saum. Die drei letzten 
Schwingen zweiter Ordnung haben an Aussenfahne nur einen glänzend sammt- 
schwarzen Aussensaum, sind aber sonst wie die längsten Schulterdecken dun- 
kelbraun; diese tragen indess einen hellbraunen Randsaum. Der grüne Flü- 
gelspiegel, welcher gegen das Licht betrachtet, prachtvoll stahlblau erscheint, 
ist an seiner Basis durch einen schwarzen Querstreif begrenzt, indem die 
Deckfedern der Schwingen zweiter Ordnung ein breites schwarzes Ende tra- 
gen , vor dem sich indess noch ein hellbrauner schmaler Querstreif (über die 
Mitte der Federn) zeigt. Alle unteren Flügeldecken weiss. Schwingen unter- 
seits graubraun. Schwanzfedern tief braun, am Ende heller braun gesäumt. 

Schnabel schwarz-, Füsse und Schwimmhäute röthlich hornbraun; Nägel 
hornbraun. 

Im Leben der Schnabel schwarz, Füsse grauschwarz, Iris bräunlich 
(Gräffe). — Iris goldgelb (Forster). — Iris nussbrauu; Schnabel hellbläulich 
bleigrau 5 Beine gelblichbraun ; Schwimmhäute dunkel (Gould). 

Lange. Fl. Scliw. F. L. M. Z. 

ISh" 8"'d"' 2"T" 23"' 18'" 21'" Upolu. 

19 9 3 3 24 18 21 Neu-Seeland. 

Die Geschlechter und Jungen (nach Gould) gleichgefärbt, sowohl im Som- 
mer als Winter. Nach Peale wäre das ^ dunkler als das J gefärbt, und 
soll sich durch grünen (nicht blauen Avie am }^ Flügelspiegel unterscheiden. 
Indess erscheint, je nach dem Licht betrachtet, auch am ^ der Spiegel blau. 

Diese bekannte Ente hat eine sehr weite Verbreitung auf der südlichen 
Hesmisphäre, denn nördlich vom Aequator findet sie sich (nach Peale) nicht 
mehr. In Neu-Süd-Wales, Van Diemensland, den Inseln der Bassstrasse und 
Neu-Seeland ist sie überall häufig und Standvogel. Nach v. Pelzein auch auf 
der Insel Norfolk. Nach Gray auf Chatam- und Campbell-Insel. Peale fand sie 
auf den meisten polynesischen Inseln, und zM'ar auf Viti- Samoa, Tongatabu 
und Tahiti, Huaheine (Sclat.) Auch in Neu-Caledonien (Verreaux), und auf 
Timor (S. Müller. Wallace) und Java (Leid. Mus.). Dr. Gräffe sandte die 



Sterna gracilis. 315 

Art von (Viti Levu) und Samoa (Upolu) ein. Gray fülu-t die Art auch von 
den Sandwich-Inseln an. 

Die Exemplare daher scheinen, wie schon Peale angiebt, wu'klich etwas 
kleiner als die von Neu-Seeland, stimmen aber in der Färbung genau über- 
ein. Das Fehlen des weissen Vorderrandes am Spiegel , welches Peale als 
Besonderheit anführt, konnten Avir nicht bemerken. 

lieber die Lebensweise und das Brutgeschäft theilt Gould ausführliche 
Nachrichten mit. 



sp. 77. Sterna i^racilis. Gouid. 

Sterna gracilis. Gould. Proc. Z. S. 1847. p. -. — id. B. of Austr. vol VII. 
pl. 27. — id. Handb. B. of Austr. II. sp. 605. — Keichb. Neuentd. Vög. Neu- 
Holl. No. 511. — id. Schwimmvög. Novit, t. 22. h. f. 2633—34. — G.R.Gray. 
Proc. 1859. p. 166. — id. B. Trop. Isl. p. 58. — Verr. Rev. et Mag. Z. 1860. 
p. 441. — Schleg. Mus. P. B. Sternae p. 19. — Blas. Gab. J. f. Orn. 1866. p. 79. 

Ad. Siipra pallide caerulescente caiia, subtus alba; pi- 
leo toto cerviceque subcristato nigerrimis ; remigibus obscure 
ardesiacis, pogonio interno pro majore parte albis; minoribus 
canis, intus albo - marginatis ; caiida tota alba ; rostro rubente, 
apice obscuriore; pedibiis aurantiacis; iride brunneo-rubente. 

Foem. vix diversa; iiigredlne capitis minus extensa. 
Long. c. 12"-, rostr. 1"5'"-, al. 7|"5 caud. c. 4"; tars. 7V". 

Neu-Caledonien, (Bremer Mus.) 

J. Oberseite glänzend hell silbergrau, Hinterhals, Kopfseiten und alle 
unteren Theile nebst den unteren Flügeldecken rein und glänzend weiss, auf 
der Brust etwas rosaroth angehaucht. Die erste Schwinge an Aussenfahne 
schwarz, die übrigen an Aussenfahne dunkel silbergrau. Die Innenfahne der 
Schwingen weiss, mit breitem schwarzgrauen Schaftrande, der auf den hinteren 
Schwingen breiter wird, aber nur dunkelsilbergrau. Schwanzfedern weiss mit 
schwach silbergrauem Anfluge. Schäfte der Schwingen und Schwanzfedern 
weiss. Der ganze Ober- und Hinterkopf, die Zügel und Schläfegegend mit 
eingeschlossen, nebst Nacken tief schAvarz. 

Schnabel hornfahl, mit hornbräunlichem Spitzentheil. Füsse hornorange 
mit schwarzen Nägeln. Im Leben der Schnabel rotli, die Füsse orangefarben, 
Iris braunroth. (Gould. i 



216 Sterna ßergii. 

^ von den Obi-Inseln (Molucken) im Brem. Mus. ganz ebenso. 
Lange. Tl. Aeiiss. Schw. MiUl. Sclivv. F. L. 

12" 7''8'" 4"4'" 2" 2'" 16'" 9 '" J 
8 4 7 1 11 16 91 $ 

Diese äusserst schlanke typische Seeschwalbe erinnert zunächst an un- 
sere St. DougaUii. Mont. noch mehr an die amerikanische St. Forsteri. Nutt., zeich- 
net sich aber vor allen anderen durch ihren gestreckten, dünnen, sehr spitzi- 
gen langen Schnabel aus. 

Sie wurde an den Küsten Neu-Hollands und auf Neu-Caledonien beob- 
achtet, neuerdings durch Dr. Bernstein auch auf den östlichen Molucken (Obi- 
Inseln) und bewohnt nach G. R. Gray auch die Niedrigen- (Paumotu) und 
Tonga-Inseln, wesshalb wir die Art mit in diesem Werke aufnehmen. Peale 
führt sie nicht an, ebensowenig wurde sie bis jetzt von Dr. Gräffe eingesandt. 



sp. 78. üterna ISerg*». Licht. 

Sterna Bergii. Licht, (nee Hartl) Verz. Doubl. Berl. Mus. (1823) p. 80. 

— Caspian Tern. var. B. Lath. Gen. Syn. III. (1781) p. 350. — Sterna caspia 
var. Phill. voy. Bot. Bay. p. 160. pl. p. 77. — Sterna caspica var. ß. Gml. S. 
N. p. 604. — Bechst. Lath. Uebers. III. p. 309. — Vieill. Enc. Meth. p. 97. 

— Sterna cristata. Steph. Cout. Shaws. Gen.Zool. XIII. (,1825.) p. 146. — Sterna 
velox. Eüpp. Atlas zur Reise im nördl. Afr. (1826.) p, 21. t. 13. — Sterna 
pelecanoides. King. Siu'vey of the intertrop. coasts of Austraha. vol. II. (1827) 
App. aves. p. 422. sp. 13. (Winterkl.) — Pelecanopus pelecanoides. Wagl. Isis. 
1832. p. 277 et 1225. — St. Novae-Holländiae. Cuv. (ap. Puch). — St. longiros- 
tris. Less. Tr. d'Orn. (1831.) p. 621. — Sterna poliocerca. Gould. Proc. Z. S. 
(1837) p. 26. — id. Thalasseus pelecanoides et poliocercus B. of Austr. VII. 
pl. 23. 24. — Keichb. Neuentd. Vög. Neu-Holl. No. 513 et 514. — id. Vollst. 
Naturg. Nov. t. 68. f. 2627—28 et f. 2629—30 et 1. 19. f. 268. (velox.) 

Sylochelidon poliocerca et Pelecanopus pelecanoides. G. R. Gray. Cat. Brit. 
Mus. Laridae (1844) p, 175 et 180. — id. St. pelecanoides , Bergii, velox et 
longirostris. Gen. of B. III. — Sterna ressa. S. Müller. — Thalasseus cristatus 
(Steph.) Bl.Cat. B. As.Soc. (1H49) p. 29L — Sterna rectirostris. Peale. Un. St. 
Expl. Exp. (1848) p. 281. pl. 75. f. 2. — Hartl. ,Wiegm. Arch. (1852) ^p. 126. 

— Sterna poliocerca. Cass. Un. St. Exp. p. 384. — Pelecanopus nigi-ipennis, 
pelecanoides et poliocercus. Bp. Compt. Rend. XLII. p. 772. — Sterna poliocerca. 
G.R.Gray. B. Trop.Isl. p. 58. — id. Ibis. 1862. p. 249. — Sterna velox. Hartl. 
Madagasc, p. 86. — Sterna pelecanoides, Bergii et poliocerca. Schleg. Mus. P. 



Sterna Bergii. *17 

B. Steniae. p. t», 11 et 12. — Sterna velox. Heugl. Ibis. 1859. p. 350. — 
Gurney. Ibis. 1860. p. 221. — König Warth. ib. p. 127. f. 60. (Ei). — Tha- 
lasseus cristatus. Jerd. B. of Ind. III. p. 842. — Sterna poliocerca. Sclat. Proc. 
Z. S. (186 4. Jan.) — Sterna cristata. Swinh. Ibis. 1863. p. 430. — Thalas- 
seixs cristatus et poliocercus. Gould. Handb. B. of'Austr. II. sp. 601 et 602. — 
Thalasseus Bergii. Blas. Gab. J. f. Oru. (1866) p. 81. — 

Otino, Eingeborne von Huaheine (Wodehouse.) 

Ad. Dorso, alis et caiida diliite caerulescente - canis ; 
fronte, capitis lateribus, collo toto corporeque subtiis pure 
albis; vertice et nuclia subcristata nitide et circumscripte iii- 
gris; remigibus majoribiis pogonio externo toto obscure cine- 
reis, intenio pro majore parte scapisque albis; subalaribus al- 
bis ; rostro flavissimo ; pedibus nigris ; iride nigra, 

Jun. Öupra sordide cinerea, plus minus infuscata; pileo 
cinereo et nigricante vario ; crista fusco-nigricante ; colli lateri- 
bus in fundo albo cinereo-maculatis. 

Long. c. 16|"-, rostr. 2": al.l3''-, cand. 6^"-, tars. 11'^'. 

Viti-Inseln. (Collect. Godeffroy.) 

Alt. Vorder- und Überkopf nebst den verlängerten zugespitzten Fe- 
dern des Hinterkopfes glänzend schwarz. Mantel, Rücken, Schultern, Flügel 
und Schwanz schön llciitaschgrau, die Schwingen mehr silbergrau scheinend, 
an Innenfahne nicht ganz bis zur Spitze weiss. Schwanzfedern an Innenfahne 
nicht ganz bis zur Spite weiss , die äusserste Feder auch auf Aussenfahne 
weiss, ."tirn, Zügel, Kopfseiten, Hinterhals und alle unteren Theile nebst 
den unteren Flügeldecken und Achselfedern, der Schwingen- und Schwanz- 
unterseite weiss. Schäfte der Schwingen und Schwanzfedern weiss. 

Schnabel horngelb , an Basis mehr horngrünlich ; Beine , Füsse und 
Schwimmhäute schwarz. 

Im Leben: Schnabel gelb; Beine und Füsse brämüichgelb , Sohle hoch- 
gelb ; Iris schwarz, (poliocerca). 

Schnabel blass gi-ünlichgelb , Beine schwarz, bohle unrein bräunlichgelb ; 
Iris sehr dunkelbraun, (pelecanoides. Gould). 

.^■chnabel und Füsse diinkel bläulichgrün. (Peale). — Schnabel blass- 
gelb •, Füsse schwarz; Iris dunkell irauu. Jerdon). — Scliuahcl gelblich-, Füsse 
schwarz. (King). 



318 Sterna Bergii. 

Junger Vogel. (Neu-Holland). Bremer Museum. 

Ober- und Hinterkopf (ohne verlängerte Federn) braunschwarz; Federn 
der Stirn, des Vorderkopfes und auf Zügeln mit feinen grauen, oder schwärz- 
lichen Schaftstrichen, die den vorderen Augenrand als schwärzlicher Fleck 
einfassen. Die Federn der Halsseiten mit graubräunlichem Mittelfleck. Uebrige 
Oberseite schmutzig grau, schwach bräunlich verwaschen , namentlich auf den 
oberen Flügeldecken. Die kleinen Deckfedern längs Unterarm oberseits deut- 
lich graubraun. Schwingen mattschwarz, an Aussenfahne silbergrau verwa- 
schen, an Innenfahne bis über die Basis weiss gerandet. Schwanzfedern grau- 
braun, an Innenfahne weiss. Schäfte der Schwingen oberseits mattbräunlich. 
Uebrige Theile weiss. 

Schnabel grünlich hornfarben. Beine und Füsse schwarz. 

Ein Exemplar von Damaraland (Bremer Mus.) unterscheidet sich von 
australischen nicht. 

Andere Exemplare, deren Verfärbung weiter fortgeschritten, sind auf 
der Oberseite reiner grau, am Hinterkopfe reiner schwarz , die Stirn ist schön 
weiss und nur die Federn des Oberkopfes noch mit Grau gemischt. 

Das Winterkleid ähnelt dem des jungen Vogels. 



Lange. 


Fl. 


Fiiigelspitze. 


Mitt. Schw. 


Aeuss. Schw. 




12^" 


— 




— 


5"11'" 


c. 161" 


12» 


5 " 




3" 


5 11 


17" 


12 8'" 


5« 




3 3"' 


6 2 




12 


5 




2 4 


5 5 




12 


— 




— 


5 5 




lli 


— 




— 


5 11 




12 5 


5 "10'" 


3 


5 10 


11"10 


'"— 12"8'" 


3"6"'— 6" 


2" 


2'"- 3"3"' 


5 7 


12 10 


—14 


5 6—6 2'" 3 


—3 2 


5"10'"— 7"5"' 




12"6'" 


4^" 




3"2"' 


5"10'" 


F. Seh 


nabelhöhe an Ba; 


,is. L. 


M. Z. 






25'" 


5'" 


— 


— 


Viti-Ins. 




25 


7 


10'" 


11^" 






25 


6 


12 


11 


Neu-Holl. 




25 


6 


— 


10 


„ (poliocerca). 


28 


7 


— 


— 


u 




25 


5 


— 


— 


Mysol. 




24 


H 


10| 


"4 


poliocerca. 


' NachSchleg. 


23—27'" 


6— 71"' 


11 12'" 


0—10' 


" pelecanoides. 


27— 2i) 


7-8 


13 "' 


9—10 


Bergii. 


26'" 


6^"' 


12« 


11'" 


Damaraland. 


(Brem. Mus.) 



Sterna Bergii. 319 

Diese Seeschwalbe ist die östliche Vertreterin für St. galericulata. Licht, 
(cristata. Sws.) und mit dieser, sowohl in Habitus als Färbung, sehr nahe ver- 
wandt. Letztere, über Amerika und West-Afrika zugleich verbreitet, zeich- 
net sich durch den rothgelben iSchnabel und die bedeutend hellere Färbung 
der Oberseite aus. 

Schon Latham kannte diese Sterna aus der Siidsee, verwechselt sie aber 
mit unserer caspia. Später wurde sie noch mehrere ]\Iale als neue Art in 
die Wissenschaft eingeführt. Die Untersuchung zahlreicher Exemplare aus 
Polynesien, Australien und Süd -Afrika hat uns indess vollständig überzeugt, 
dass diese sogenannten Arten jeder realen Basis entbehren. Die Kennzeichen 
für die afrikanische Art (die eigentliche Bergii = velox Rüpp.) : „bedeuten- 
dere Grösse, dunklere Kückentarbung," zeigen sich bei grösseren Reihen kei- 
neswegs als constante. Gould's St. pollocerca, welche sich nur durch etwas 
schwächeren, mehr comprimirten Schnabel unterscheiden soll, können wir nicht 
mehr als eigene Art anerkennen, seitdem wir Exemplare untersuchten, welche 
sich deutlich als Mittelformen erwiesen. 

St. Bergii ist über den grössteii Theil des tropischen Indischen- und 
Stillen Oceans verbreitet und von folgenden Localitäten nachgewiesen: 

Süd- Afrika, Cap (Leid. 31 us), Natal (Gurney), Damaraland (Anderssou), 
Küsten Ost-Afrika's, Somaliküste lleugl.), Rothes Meer (Rüpp. Heugl.), Ma- 
dagascar (Hartl.j, Malediven (Layard), Ceylon (Kelaart), Malabar-Küste, Ma- 
dras (Blytli), Tenasserim-Küsteu (^Heltrich ) , Südliches China, Formosa (Swin- 
hoe), Java, Celebes, Timor, Flores, Ceram, Batjan, Halmahera, Morotai, Neu- 
Guinea (Leid. Mus.), Mysol (Wallace), Küsten Australiens und Van Diemens- 
land (Gould), Insel Norfolk (Grayj, Gesellschafts - Inseln, Huaheine (Wode- 
house) und Viti- Inseln (Pealej, Viti-Levu (Gräffe). Latham will sie auch von 
den Freundschafts-Inseln und Sandwich-Inseln erhalten haben, was jedenfalls 
richtig sein wird. 

In allen diesen Gewässern scheint St. Bergii mehr Standvogel zu sein, 
denn das Leidener Museum besitzt Exemplare aus dem Indischen Archipel, 
die sowohl im Sommer als Winter eingesammelt wurden. Besonders häufig 
ist sie während des Winters in Van Diemensland und Neu- Süd- Wales, was 
allerdings auf eine Art Zugzeit schliessen lässt. 

Sie brütet längs den australischen Küsten im Mai und Juni , auf den 
Inseln des Rothen Meeres im Juli und August. .' winhoe fand auch Brutko- 
lonien an der Nordküste Formosas, Das einzelne Ei wird auf den nackten 



330 Sterna longipennis. 

Felsboden niedergelegt. Ueber das Brutgeschäft giebt Gould, nach Gilbert, 
ansf'ührlichere Mittheilungen. 

Der Aufenthalt dieser Seeschwalbe beschränkt sich meist auf die Mee- 
resgestade, doch geht sie auch längs den grossen Flüssen hinauf Ihre Nah- 
rung besteht fast ausschliessend in Fischen. 

Peale fand St. Bergii, deren jüngeres Kleid er als neu beschreibt, in 
grosser Anzahl an der Sandelholz-Bai, Viti-Inseln. Gräffe sandte sie von Viti- 
Levu ein. 



sp. 79. Sterna lon^ipeiinii«. Nordm. 

Sommerkleid. 
Sterna camschatica. Poll. Zoogr. ross, as. II. (1831) p. 335. No. 392. — 
Sterna longipennis. Nordmann, in Ermann's Verzeichniss von Thieren vi. 
Pflanzen, welclic auf einer Eeise um die Erde gesammelt wurden (Naturh. At- 
las der Eeise). Berlin 1835. p. 17. — v. Middend. Sib. Reise. I. p. 246. t. 25. 
f. 4. — Schrenk. Vög. des Amurlandes. I. p. 51 "i. t. 16. f. 6. 7. (Ei). — Schleg. 
Mus. P. B. Sternae. p. 23. — Radde. Reisen in Sibirien, p. 389. — Blas. Gab. 
J. f. Orn. (1866) p. 80. -- 

Winterklei d. 

Sterna velox. Gould. Proc. Z. S. 1812. p. 139. — id. St. melanorhyncha. B. 
of Austr. VII. pl. 26. — Reiclib. Neuentd. Vög. Neu-HoU. No. 5 1 0. — id. 
Vollst. Naturg. Natat. Nov. t. 69. f. l.'631 — 32. - St. frontalis. G. R. Gray, 
voy. Ereb. et Terr. (1845) p, 19. pl. 20. — id. St. frontalis, longipennis et St. 
sp. 10. Gen. of B. III. — St. albifrons. Peale. (nee Cuv.) Un. St. Expl. Exp. 
(1848) p. 279. pl. 74. f. 2. Hartl. Wiegm. Arch. 1H52. p. 125. — St. fron- 
talis. Cass. Un. St. Expl. Exp. (1858) p. 381. — G. R. Gray. Ibis. 1862. p. 249. 
— id. St. melanorhyncha. B. Trop. Isl. p. 58. — Gould. Handb. B. of Austr. II. 
sp. 604. (nee av. ad St. Sancti-Paulij. — Sterna Pikei. Lawr. Ann. Lyc. of 
Nat. H. New-Jork. VII.(185.;)3. - Baird. B. N. Am. p. 863. Atlas, pl. 95. — 
Sterna Pikei, Sylochelidon longipennis et Thalassea melanorhyncha. Bp. Compt. 
Rend. tom. XLI. — 

Sterna Frobeeni. Philippi et Landbeck. Wiegm. Arch. f. Naturg. (1863) 
p. 125. — 

? Junger Vogel. J 

Striated Tcrn. Lath. Gen. Syn. III. p. o58. t. 98. — 

Sterna striata. Gml. S. N. II. p. 609. — Lath. Ind. Orn. II. p. 807. — 
Bechst. Lath. Uebers. III. p. 316. t. lOÖ. 



Slerna longipennis. 221 

Ad. S t. li i r u n cl i n i simillima , sed gastraeo obscuriore 
et rostro toto nigerrimo ; pedibus obscure lateritio-rubris ; iride 

flavo-brunnea. 

Long. c. 9|"; rostr. 15—17"'-, al. 9^— lOj"; tars. 8—9'". 

Sommerkleid. Ganze Ober- und Hinterkopf nebst Nacken schwarz-, 
übrige Oberseite und Flügel schön silbergrau, Bürzel und Schwanz weiss, 
Aussenlahne der ersten Schwinge schwarz, die übrigen Schwingen an Aussen- 
fahne , dem Schaftrande der Innenfahne und Ende grau , auf dem übrigen 
l'heile der Innenfahne weiss. Aeusserste Schwanzfeder an Aussenfahne grau. 
Zügel, Kopfseiten und übrige Theile weiss, auf dem Bauche zart grau. Schäfte 
der Schwingen und Schwanzfedern weiss. 

Schnabel schwarz, Füsse gelbroth, Nägel schwarz. 

Im Leben : Schnabel braunschwarz , Mundwinkel ziegelroth , Füsse him- 
beerfarben, Nägel schwarz, (v. Middendorf.) — 

Im Winter kleide verändert (wie bei St. hirundo, macroura und an- 
deren verwandten Arten) das Schwarz auf Stirn und Vorderkopf in Weisa, 
so dass nur Hinterkopf und Nacken schwarz bleiben; nur einzelne Federn 
auf Scheitel und vor dem Auge behalten feine schwarze Schaftflecke. 

Junge Vögel haben auf den Flügeldecken, Mantel und Schultern 
graubraune Endflecke , Hinterkopf und Nacken schwärzUch , die Federn des 
Scheitels theilweis rostfahl gesäumt, die kleinen Deckfedern längs Unterarm 
sind dunkel aschgrau und bilden hier eine dunkle Binde. 

Schnabel schwarz, der untere an Basishälfte roth. 

Sie sind nach v. Middendorf und v. Sclu-enk von Jixngen unserer St. hi- 
rundo kaum zu unterscheiden. 

Die Geschlechter sind in der Färbung nicht verschieden-, das $ scheint 
kleiner. 



Länge. 


Fl. 




Flügelspitze. 


Mittl. Sclnv. 




Aeiiss. Schw, 


c. 13" 


9''3'"_10"2'" 


/["l"' — 5"2'" 


2"i'" — 3"2"' 


4 


''10'" — 5"6"' 




10" 1"' 




— 


— 




— 




10 7 




— 


— 




5"10'" 




9 11 




— 


— 




5 6 




9 11 




— 


— 




— 




9 




— 


— 




54" 




11 




— 


2A" 




6 



223 









Sterna 


longipennis. 


F. 




1.. 


M. 


Z 




15"-17" 




8 '" 


nin 


-8'" 


Nach Schlegel. 


151"' 




81 


7^' 


// 


Nach Micldendorf. 


17 

15 




9^! 
8^ 


7| 


1 

( 


Nach V. Schrenk. 


28 (Mmulsp.) 


8| 


— 




frontalis. Gray. 


n" 




— 


— 




Pikei. Lawr. 


u\ 




— 


1" 




frontalis nach Cassin. 



Diese Seeschwalbe ist sehr nahe mit unserer St. hirundo verwandt und 
unterscheidet sich , liei fast gleichen Färbungs - und Grössenverhältnissen, 
hauptsächlich durch den schwarzen Schnabel und die deutlicher graue Bauch- 
färbung. 

Die dunkle Schnabelfärbuug, welche nur im Jugendkleide weniger scharf 
hervortritt, Avird daher für diese Art zum sicheren Elrkennungszeichen. Die 
ebenfalls schwarzschnäblige St. Dougalli. Temm. zeichnet sich durch schlan- 
kere Formen und geringere Grösse aus. Gould beschreibt St. longipennis im 
Winterkleide als besondere Art s. n. melanorhyncha, möchte aber neuerdings 
diesen Namen umgeändert wissen (in St. Sancti-Pauli), da er durch Mc Gilli- 
vray Vögel im Sommerkleide, mit völlig schwarzem Oberkopf erhielt , die ei- 
nen r 1 h e n Schnabel zeigten. Wie indess aus der Beschreibung dieser al- 
ten Exemplare hervorgeht, gehören dieselben ohne allen Zweifel einer ganz 
anderen Art an, höchst wahrscheinlich zu St. albostriata. Gray. (yoy. Ereb. et 
Terr. pl. 21), auf welche die Worte „the upper and under surface dark blue- 
grey, except a line af snow-white running along the face, below the eye, and 
separating the grey of the throat from the jet-black crown" genau passen. 

St. frontalis. Gray, von Neu-Seeland bezieht sich deutlich auf diese Art 
im Winterkleide-, ebenso sehen wir mit Schlegel keinen Grund, um St. Pikei. 
Lawr., nach Einem Exemplar von West-Califoi-nien aufgestellt, als besondere 
Art zu betrachten. Die Abbildung zeigt deutlich St. longipennis im Winter- 
kleide mit dunkelbraunem Schnabel. 

Diese manchen Ornithologen vielleicht unglaublich scheinende Darstel- 
lung der Art, erklärt sich vollkommen aus den nunmehr genauer bekannten 
Wanderungsverhältnissen und wird Niemanden in Erstaxmen setzen , der et- 
was tiefer in das Leben der Vögel hineingeht und sie nicht blos äiyiserlich 
kennt. 

Eben wie unsere St. hirundo im Winter bis nach Siid-Africa vordringt, 
(wir sahen sie aus Damaraland) und hier im veränderten Kleide gefunden 



Sterna longipennis. 223 

wird, ebenso delint kSt. l(»njiii)eniiis als Sonnnerbewoluierin Sibiriens und Kam- 
schatka's ihre Wiuterwanderungen nach den südlichen Ländern des östli- 
chen Halbrundes aus. 80 erklärt es sich denn, wenn sie von Gould im 
Winter auf Van Diemensland , von Peale auf Neu-Seeland im März geschos- 
sen wurde, woher sie auch Gray anführt. 

Das Leidener Museum erhielt sie aus den Molucken und zwar von Mo- 
rotai, Halmahera und Ceram. 

Das Britische Museum besitzt die Art auch aus Central-Polynesien, von 
den Viti-Inseln. Wir selbst sahen sie aus diesem Gebiet unter den Sendun- 
gen GrUfte's bisher nicht. Sie gehört demselben auch nur als Zugvogel vor- 
übergehend an. 

Im Indischen Ocean dürfte die Art auf dem Zuge ebenfalls vorkommen, 
wenigstens führt v. Pekeln (Novara-Keise p. 154) eine St. melanorrhyncha. 
Gould. von der Insel St. Paul au. Während des Winterzuges dürfte St. lon- 
gipennis auch die westlichen Küsten Amerikas besuchen (Californien als St. 
Pikei). St. Froobeni von der peruanischen Küste gehört allem Anschein nach 
ebenfalls hierher. 

Die eigentlichen Heimathsgebiete von St. longipennis sind der Osten 
Asiens. Von hier wird sie zuerst unverkennbar durch Pallas, imter dem nicht 
wol anzimehmenden Namen St. camschatica, aus Kamschatka beschrieben. Von 
Middendorf traf sie als einzige Vertreterin ihres Geschlechts im Stanowoj-Ge- 
birge und an der Südküste des Ochotskischen Meeres und v. Schrenk längs 
dem Amur und dessen Zuflüssen. 

Hier erscheint sie im Api-il und verschwindet nach vollendetem Brut- 
geschäft Ende August im unvermauserten Sommerkleide. So erklärt es sich, 
wenn Dr. Bernstein Exemplare im Sommerkleide noch im September auf Mo- 
rotai erlegte. 

Radde's Forschungen haben einen Aveiteren Beitrag zur geographischen 
Verbreitung dieser Seeschwalbe geliefert. Er fand sie im südöstlichen Sibi- 
i-ien, am mittleren Onon, an der Dseja-Mündung und an den Süsswasserlachen 
beim Posten Kulussutajefsk. Obwohl im August erlegt zeigten die Vögel doch 
noch keine Spuren des Winterkleides. 



334 Sterna melanauchen. 

sp. 80. Stoma meiaiiauclien. Temm. 

Sterna melanauclieii. Temm. PI. col. 427. — Lesson. Man. cVOrn. II. 
(1828) p. 382. — id. Tr. cVOrn. (1831) p. 622. - Goiild B. of Austr. VII. 
pl. 28. — Reichb. Neuentd. Vög. Neu-Holl. No. 296. — id. Vollständ. Naturg. 
Schwimmvög. t. 20. f. -282. et Novit, t. XXII. b. f. 2255 56. — Scbleg. Mus. 
P. B. Sternae. p. 28. — Onychoprion melanauchen. Blytli. Cat. 1849. p 293. 

— Jerd. B. of Ind. III. p. 844. — »Sternula melanaucben. Bp. Compt. Rend. 
tom. XLI. — Sterna melanauchen. G.R.Gray. Proc. 1859. p. 166. — id. B. 
Trop. Isl. p. 59. - Verr. Rev. et Mag. Zool. 186* i. — Gygis spec. ? Hartl. 
Ibis. 186!. p. 232. — Gygis decorata (Hartl.) Godeffroy's Catal. I. (1864) p 5. 

— Sterna melanauchen. Gould. Handb. B. of Austr. II. sp. 6Üt3. — Pelzeln, 
Novara-Exp. Vög. 1865. p. 154. Sternula melanauchen. Blas. Gab, J. f. 
Orn. 1866. p. 74. — Sterna marginata. Bl. (jun.). — 

Ad. Alba, Rub-miicolor, dovso vix conspicue caiiesceiite; 
lascia iiuchali iitrinqne per oculiim ducta circumscripte nigra; 
rostro pedibusque iiigris; iride fusca. 

Jnn. Supra fusco-variegata. 

Long. c. 12"-, rostr. 14—16'"; ah 7"10"'— 8"9"'-, tars. 7|- 8'". 

Viti-Levu, Viti-Ins. (Collect. Godeffroy.) 

Oberseite, Flügel und Schwanz schön silbergrau, Kopf, Hals und Unter- 
seite rein weiss, auf der Brust etwas rosa angehaucht. Die erste Schwinge 
an Aussenfahue schwarz. Schäfte der Schwanzfedern und Schwingen weiss, 
Schwingen an Innenfahne breit weiss gerandet. Ein breiter schwarzer Streif 
zieht sich von der Zügelgegend an durchs Auge um den Hinterkopf verbrei- 
tert sich hier und bedeckt theilweis den Nacken. 

Schnabel und Füsse schwarz. 

Im Leben : Schnabel schwarz, Füsse dunkel rothbraun. (Novara-Exp.) 

Länge. Fl. Schw. F. L. 

c. 12" 7"9"'— 8"9'" 4"8"'— 5"10"' 14"'— 16"' 7'"— 8'" 

8"3'" 4"7"' 15'" — Ovalou. 

Diese äiTsserst characteristische Seeschwalbe war bisher aus Central-Po- 
lynesien unbekaiuit. Dr. Gräfte sandte sie jedoch von Viti-Levu und Ovalou 
ein und hat unsere Kenntnisse über die Verbreitung dadurch sehr erweitert. 
Früher nur von Celebes bekannt , wurde sie durch die neueren Forschungen 
Wallace's und Dr. Bernstein's von den meisten moluckischen Inseln nachge- 
wiesen. 



Steriia[^fuliginosa. 335 

Wir keunen jetzt als sichere Localitäten Celebes, Ternate, Morotai, Hal- 
mahera, Insel Eau, Batjan, Timor, Neu-Gninca, die Torres-Strasse, die Nord- 
küste Australiens, Neu-Caledonien (Verr.), Loyalty-Island (Gray) xmd Viti- 
Levu, Viti-Gruppe. Nacli Blytli und Jerdon auch in der Bai von Bengalen 
und längs den Küsten der Halbinsel Malacca , auf den Nicobaren brütend. 
Hier auch durch die Novara-Expedition wahrgenommen. Durch letztere am 
16. October auch auf der Stewart-Gruppe. 

Lesson nennt auch Smnatra als Heimath. 



sp. 81. Sterna fuli^lnosa. (^mi. 

Sterna fiüiginosa. Gml. S. N. I. (1788) p. 605. — Sooty Tern. Lath, 
Syn. in. p. 352. — Sterna fuliginosa. Lath. Ind. Orn. p. 103. — Bechst. Kurze 
Uebers. p. 487. — Wils. Am. Orn. VHI. p. 145. — Aud. Orn. Biogr. III. 
p. 263. — id. B. Am. 90. pl. 432. — Sterna infuscata." Licht. Doubl. Verz. 
(1823) p. 81. — id. St. fuliginosa. Descr. auim. p. 276. — Sterna serrata Forst. 
(Licht.) Descr. anim. p. 276. et St. guttata, p. 210. (av. jun.). — Anousl'Her- 
minieri. Lesson. Descr. mamm. et d'Ois. 1847. p. 255. (av. jun.), — Onycho- 
prion serratus et Planetis oahuensis. Wagl. (1832) Sterna fuliginosa. G. R. Gray. 
Gen. of B. III. p. 659. (syn. emend.). — Schleg. Faun. jap. (1842) p. 133. 
t. 89. (ad et jun.). — Onychoprion fuliginosvis. Gould. B. of Austr. VII. pl. 32. 

— id. Handb. B. of Aust. II. sp. 61 1. — ßeichb. Neuentd. Vög. N.-Holl. No. 298. 

— id. Vollständ. Naturg. Sclnvimmvög. Sterna fuliginosa t. 22. Suppl. 12. f. 828 
et St. Gouldi. f. 829. — id. Sterna Gouldii. Novit, t. 22. d. f. 2267 — 68. — 
id. St. serrata. Novit, t. 22. h. f. 2635— 37. — id. Novit. Suppl. t. 30. f. 976. 
(av. jun.). — Haliplana fuliginosa. Bp. Compt, Eend. 1855. p. 1112. — Gundl. 
in Gab. J. f. Orn. 1857. p. 233. (8t. panayensis. Gml. Mus, Berol.). — Sterna 
fuliginosa. Cass. Un. St. Expl. Exp. 1858. p. 386, — Baird, B. N. Am. p. 861. 

— Naum, Vög. Deutschi. vol. XIII. p. 267. t. 387. — Schleg. Mus. P. B. 
Sternae. (1863) p. 25. — Sterna serrata. Gray. B Trop. Isl. p. 59. — Pel- 
zein. Novara-Exped. Zool. I. p. 154. — Haliplana fuliginosa. Blas. Gab. J. f. 
Orn. (1866) p. 81, — 

Ad. Supra fuliginosa-nigricaiis ; vertice nuchaque fere 
nigris ; fronte, margine alari, rectricibus lateralibus et gastraeo 
toto albis; cauda profunde fiircata, rostro et pedibus nigris; 
iride fusca. 

Jun. Supra fuliginosa; dorso, alarum tectricibus cauda- 

15 



326 Sterna fuliginosa. 

que albo-maculatls ; subtus pallide griseo-infuscata ; subcauda- 
libus cinereis, apice pallide rufis. 

Long, circa 13"; rostr 1"8'"; al. 11"-, caud. 5"; dig. med. 11|'". 
Südsee. (Bremer Mus.) 

Oberseite , Mantel , Rücken . Oberflügel , Scbultern , Bürzel und obere 
Scbwanzdecken und HchAvanz dunkelbraunscliwarz, Schwingen nur an Innen- 
fahne braunschwarz, an der Aussenfahne fast schwarz. Basis der Schwingen 
und Schwanzfedern weiss. Scheitel, Hinterkopf, Schläfe und Hinterhals, so- 
Avie ein Zügelstreif von der Basis des Oberschnabels bis zum Auge imd die- 
ses umgebend sclnA^arz. Stirn und Vorderkopf in Verbindung mit einem brei- 
ten Streif der sich jederseits über dem Auge bis zur Mitte desselben liinzieht 
rein Aveiss, ebenso alle unteren Theile , die Kopf- und Halsseiten nebst den 
unteren Flügeldecken mit einbegriffen. Die kleinen Deckfedern am Unter- 
arme oberseits inid die äusserste Schwanzfeder (nebst Schaft) ebenfalls weiss. 
Schäfte der Sclnvingen und Schwanzfedern oberseits dunkelbraun , unterseits 
weiss. 

Schnabel und Füsse schwarz. 

Iris braun (Forst. ) 

Junger Vogel (27. November. Somaliküste), Bremer Mus. 

Dunkelschwarzbraun, Schwingen und Schwanzfedern fast schwarz 5 Un- 
terseite etAvas heller, auf Bauchmitte und den unteren Flügeldecken weisslich- 
gi'au. Die Federn der Stirn und des Vorderkopfes weissgrau bespritzt. Die 
Federn des Mantels, der Schultern, oberen Flügeldecken, auf Mantel und den 
oberen Schwanzdecken mit scharfbegrenzten weissen Endflecken, die auf den 
längsten Schulterdecken am griissten sind , auf dem Mantel aber mehr als 
Endsäume erscheinen. Auch die Schwanzfedern weiss gespitzt. Die Brust- 
federn mit verwaschenen rostfarbenen Endflecken, die unteren Schwanzdecken 
mit deutlichen rostbräunlichen Endflecken. 

Schnabel und Füsse hornschwarz. 

D u n e n j u n g e sind mit einem schAA'arzen Flaum bedeckt, der auf Ober- 
seite gelblichweisse Spitzen zeigt (Gundl.) 

Lange. Fl. Aeiiss Schw. Miltl. Schw. F. / 

c. 16" 10"6'" 4"10'" 3" 1"8"' 10'"ad. ' 

10 6 4 3 2 9'" 12 10 jun. 

10" i'" -T" 6"— G"4"' 2"6'"— ü'" — —(N.Schlegel). 



Sienia ruliyiiiüsa. 237 

Beschreibungen tler Eier geben Gundlach (Gab. J. 1857. p. 233), Gould 
(B. ofAustr.) lind Cassin. Hier findet man auch ausführlichere Nachrichten 
über die Lebensweise und das Brutgeschäf't. 

Letzteres findet zu sehr verschiedenen Zeiten statt. 

Gilbert fand die Art im December und Januar an der Westküste Aus- 
traliens brütend, Mc Gillivray im Mai und Juni auf Raines-Islet und Bramble- 
Key in der Torresstrasse. Peale beobachtete die eben flüggen Jungen am 
21. August auf Honden-Island, Paumotu-Grupi3e. Nach Dr. Gundlach findet 
die Brütezeit auf Cuba im Juni statt. 

Höchst merkwürdig ist es auch , dass während Gilbert, Mc Gillivray 
und Pcale nur ein Ei im Nest fanden, Audubon auf Tortuga stets drei gefun- 
den haben will. Gundlach spricht von 1 — 2 Eiern. 

Ueber die tropisclien und subtropischen Meere der ganzen Welt bis in 
die gemässigte Zone hinein verbreitet, zuweilen durch Zufall weit ins Land 
verschlagen, wie die 1854 im Magdeburgischen und in Frankreich erlegten 
Exemplare beweisen 

Nicht selten an den Küsten der Vereinigten Staaten von Texas bis 
Florida (Baird), auf den westindischen Liseln Brutvogel , so auf Cuba (Dr. 
Gundlach), den Tortugas (Dr. Heermann), Antillen, Guadalupe (Lesson) , auf 
St. Croix und St. Thomd (Newton), — Ueber das Vorkommen an den Kü- 
sten Süd-Amerika's und längs der Westküste Amerikas konnten wir keinen 
Nachweis finden. 

Dagegen kennen wir die Art von der West- und Ostküste Afrikas (Gold- 
küste, Somaliküste), aus dem Rothen Meere, von Mauritius (Leid. Mus.) und 
Rodriguez (Newton). Ebenso aus dem Lidischen Ocean und der Südsee, wo 
sie am häufigsten ist und an den meisten Inseln beobachtet wurde, nördlich 
bis Japan. 

Zwischen Sumatra und Borneo durch die Novara-Exped. wahrgenommen. 
Längs der Nord -, Ost - und Westküste Australiens häufig. Auf Neu- 
Caledonien und den Oster - Inseln (Waihiu) durch Forster beobachtet ; von 
Peale auf verschiedenen Korallen-Inseln. So im Gefährlichen Archipel der 
Paumotu-Gruppe, auf Rosa-Island und Ilonden-Island. Nach Edelstane Jar- 
dine auf den Marquesas. 

Sonderbarer Weise liegen über das Vorkommen der Art auf den Inseln 
Central-Polynesiens keine Beobachtungen vor, dennoch lässt sich an demselben 
nicht zweifeln. Dr. Gräfte sandte St. fuliginosa bisher nicht ein. 



15' 



228 Sterna panaya. 

sp. 82. Sterna panciya. Omi. 

t. IV. f. 1.2. et 3. (Eier). 

Sterna anastbaetus. Scop. (ex Sonn.) — L'liirondelle de mer de L'isle Pa- 
nay. Sonn. voy. ;\ la Nouv. Gnin. (177G) p. 125. pl. 84. — Panayan Tern. 
Lath. Syn. III. p. 363. — Sterna panayensis. Gml. S. N. IL p. 607. — Lath. 
Ind. Orn. II. p. 8U8. — Beclist. Lath. Uebers. III. p. 3 1 9. IV. p. 489. — Sterna 
oabuensis. Bloxb. voy. Blonde. 1826. p. 251. — Habplana panayensis. Wagb 
(1832) — Sterna fuligubi. Liebt in Forst. Descr. anim. p. 276. (Note). — Sterna 
fuliginosa. G. R. Gray. Gen. of B. IIL (part.) — Sterna antarctica. Cuv. (nee 
Forst.) in Mus. Paris. — Onycboprion panaya. Gould. B. of Austr, VII. pl. 33. 

— id.Handb. B. of Austr. II. sp. 612. - Eeiebb. Neuentd. Vög. Neu-Holl. No.509. 

— id. Scbwimmvög. Novit, t. 22.b. f. 2265 et 2266. (s. n. fuliginosa) et Nov. 
t. 22. b. f. 2638— 39. (panaya). — Sterna melanoptera. Sws. B. W. Afr. IL 
p. 249. — Hartl. W. Arf. No. 722. - Sterna fuliginosa. Mus. Berol. Gab. im 
Orn. J. 1857. p. 233. (Note). — Haliplana panayensis. Bp. Compt. Rend. 1856. 
p. 772. — Hartl. Madagase. p. 86. — Onyeboprion anastbaetus. Bl. Cat. (1849) 
p. 293. — Jerd. B. of Ind. III. p. 844. — Sterna panayensis. Scbleg. Mus. P. B. 
Sternae. p. 26. — Haliplana panaya. Coues. Ibis. 1864. p. 391. — Blas. Cab. 
J. f. Orn. 18G6. p.80. - 

A d. Supra fuliginosa ; pileo nucliaque fusco-iiigris ; fronte, 
superciliis brevibus, margine alari et gastraeo toto pure albis ; 
fascia per oculum ducta late nigro-fusca; remigibus majoribus 
nigris versus marginem intern um albicantibus ; cauda fuligi- 
nosa; rostro et pedibus nigris; iride fusca. 

Jun. Notaei plumis margine pallide rufescentibus ; pileo 
albo et nigricante longitudinaliter vario; gastraei albedine mi- 
nus pura. 

Long. 13— 13^"; rostr. 1"8'"-, ab 9|"; caud. 5— 5|"; tars. 8'". 

Mc Keans-Ins., Pbönix-Gruppe. (Collect. Godeffroy.) 

Oberseite : Rüeken , Scbultern , Flügeldecken , Bürzel , obere Schwanz- 
decken dunkelbraun, die oberen Flügeldecken mebr schwarzbraun, und der 
Mantel beller, in's Graubraune. Scbwingen und ihre Deckfedern dunkel 
braunschwarz, an der Basishälfte der Innenfahne weiss. Schwanzfedern braun- 
schwarz, dunkler als der Rücken, an Basis der Innenfabne weiss, die äusserste 
Feder jederseits incl. Schaft) weiss , mit schwarzbraunem Enddrittel. Ober- 
und Hinterkopf nebst Nacken und Schläfen schwarz , ebenso ein breiter Zü- 
gelstreif, der von der unteren Hälfte der Oberschnabelbasis ausgeht und sich, 



Slcrna panaya. 339 

durch's Auge ziehend, mit der schwarzen Sddäfegegend vei'einigt, Stimrand 
und von hier aus jederseits ein schmaler Streif über den schwarzen Zügehi, 
der sich bis hinter das Auge zieht, rein weiss, ebenso die ganze Unterseite, 
mit Einschluss der Kopf- und Halsseiten, unteren Flügeldecken und der kleinen 
Flügeldecken längs Unterarm oberseits. Das Weiss bildet auch , von den 
Halsseiteu aus ein breites Band um den Hinterhals , Öchäfte der Schwingen 
und ScliAvanzfedern oberseits horuschwarz, unterseits weiss, 

Schnabel und Füssc schwarz. 

Junger Vogel, Somaliküste (Bremer Museum), 

Oberkopf grau, schwarz gestrichelt , Hinterkopf, Nacken und Schläfege- 
geud russschwärzlich , ebenso der vordere Augenrand ; Hinterhals , Halsseiten 
und Mantel grau, die Federn mit schwarzbraunem, verwaschenen Mitteldeck. 
Uebrige Oberseite dunkelbraun , die Federn auf Rücken , Mantel , Schultern, 
den Flügeldecken und obei'en Schwanzdecken mit fahlbraunen verwaschenen 
Endsäumen. Schwingen und Schwanzfedern braunschwarz. Stii'n, Augen- 
brauenstreif und Unterseite weiss, an den Seiten grau verwaschen. Der duidvle 
Zügelstreif des alten Vogels durch schwärzliche Schaftstriche angedeutet, 

Schnabel und Fasse schwarz. 



Lauge. 


Fl. 


Aeuss. Sclivv. 


Mitt. Scliw. 


F. 


L. 


13»'' 


8"ö'" 


5"7"' 


2"9"' 


1"8"' 


9i"' alt. 


12^ 


8 


4 2 


2 6 


1 4 


84' jui 



8"7"'— 9i"' 4"7"'— 61'" 2V" 1"4"'— 1"6'" 84— 9'" (Nach Schi.) 
Steht der St, fuliginosa sehr nahe und wurde oft mit derselben ver- 
wechselt. Die Unterschiede sind aber leicht anzugeben, St. panaya ist et- 
was kleiner, hat den Kücken viel heller gefärbt, em weisses Band um den 
Hinterhals, und der schmale weisse Augenbrauenstreif zieht sich bis hinter 
das Auge. Auch ist nur die Stirn, nicht der Vorderkopf wie bei fuligi- 
nosa, weiss und die Schwingen sind an der ganzen Basishälfte der Innenfahne 
weiss, oder df)ch fablweiss-, die weissen äusseren Schwanzfedern haben ein 
schwarzbraunes Ende, 

Der Verbreitungskreis dieser Art ist ^^ngefah^ derselbe, als bei der vor- 
hergehenden Art. Hauptsächlich im stillen und Indischen (Jcean, innerhalb 
der Tropenzone heimisch , zuweilen , offenbar aber seltener , im atlantischen 
Oeean, längs der afrikanischen Küste. Auch auf den Antillen und an den 
Küsten von Honduras (Salvin) beobachtet. 

Von Isle de France im Pariser- , aus dem Rothen Meere im Leidener 
und von der Somaliküste im Bremer Museum (durch v. Heuglin). Im Cal- 



330 Slerna pniiava. 

cutta Museum aus der Bai von Bengalen und von Singapore. Exemplare von 
den Küsten der Sunda-Inseln (Java, Borneo, Siimatra) und aus den Molucken 
(Obi-Inseln) im Leidener Museum. Nacli Gould häufig in der Torres-Strasse 
und an den Küsten Neu- Hollands , besonders an der Westküste. Findet sich 
auch auf den Philij)pinen. Durch Dr. Gräffe von den Vitis und Mc Keans- 
Insel, Phönix-Gruppe eingesandt. Nach Bloxham auf den Sandwich-Inseln. 

Sterna melanoptera. Sws. aus dem Gamhiagebiet bezieht sich ohne Zwei- 
fel auf diese Species, (nicht auf fuliginosa wie Schlegel annimmt). Wir sahen 
dieselbe unter den Abbildungen Dr. Dohi'u's von Ilha do Principe. 

Scopoli's (anasthaetus) und Gmelin's (panayensis) Beschreibungen beziehen 
sich auf den jüngeren Vogel, und beruhen auf Sonnerat. 

lieber das Brutgeschäft giebt Gould nach Gilbert und Mc Gillivray Aus- 
kunft, die die Art an der Nordküste Australiens nistend fanden. Sie unter- 
scheidet sich dadurch aitffallend von den verwandten Arten, dass sie nicht ge- 
selhg nistet, und das einzelne Ei ohne Unterlage in eine Felsspalte oder in 
eine Höhlung des Korallensandes niederlegt. Doch fand Gould auch mehrere 
Paare zusammen brütend. Das Ei stimmt nach Gould in der Färbung voll- 
kommen mit denen von St. fuliginosa überein , ist aber beträchtlich kleiner ; 
l"9y" lang, 1"S{"' breit. 

Nachdem unser Museum durch die Güte des Herrn Job. Ces. Godeffroy 
drei Stück, von Dr. Gräffe von Mc Keans-Insel eingesandte Eier dieser Art 
erhielt, halten wir es für nötliig dieselben genauer zu beschreiben, um so mehr 
da sie in Gestalt und Zeichnixng erheblich differiren. Im Allgemeinen stim- 
men sie sehr nahe mit den Eiern von St. fuliginosa und stolida übereiu, zei- 
gen auch dasselbe Korn. 

Das eine Ei (t. IV. f. 1.) hat eine längliche Gestalt, mit sanft abgerun- 
detem Basis- und spitzzugerundetem Endtheil. Es ist auf milchweissem Grunde 
äusserst zierlich mit zahlreichen, grossen, unregelmässigen, dunkelrothbraunen 
Flecken und ebensolchen kleineren Punkten geziert, zwischen denen minder 
zahlreich matt- röthlichgraue Flecke stehen , die zuweilen mit den rothbrau- 
nen verschwimmen. Diese Fleckenzeichnung , obschon über die ganze Ober- 
fläche verbreitet, zeigt sich doch am stumpfen Ende am deutlichsten, indem 
hier die Flecken am grössten und zahlreichsten auftreten. Länge 1" 114'". 
Breite V".H_"'- / 

Das andere Ei, (t. IV. f. 3.) 1"104'" lang und 1"4'" breit, erscheint 
von minder gestreckter Form und ist ebenfalls auf milchweissem Grunde mit 
kleineren dunkel rothbravxnen, fast schwarzen Punktflecken besetzt, die indess 



Sterna lunata. 231 

sehr sparsam vertheilt,» nur am stumpfen Ende grösser und zahlreicher auf- 
treten , hier ineinander verfliessen und somit einen deutlichen Kranz bilden. 
Die mattgraulichen Punkte und Flecke sind weniger zahlreich und blasser 
als an dem zuerst beschriebenem Ei. Im Ganzen stimmt das Ei ziemlich mit 
dem von Thieuemann (t. 82. 5. untere Figur) dargestellten von St. fuliginosa 
überein. 

Das dritte (t. IV. f. 2.) Exemplar hat eine deutlich gerundete Form, in- 
dem es bei 1"9\"' Länge, 1"5"' breit ist und ähnelt deshalb, sowie in der 
Färbung selir dem Ei von St. stolida (Thienem. t. 82. 4. untere Figur). Die 
Grundfarbe ist ebenfalls milchweiss , die Flecken sind aber gleichmässig über 
die ganze Oberfläche zerstreut. Die dunkelrothbraunen Flecke erscheinen 
mehr als Funkte, und sind minder zahlreich als die grösseren röthlichgrauen. 



sp. 83. Interna lunata. Feaie. 

t. xm. f. a. (ad.) 

Sterna lunata. Peale. Un. St. Expl. Exp. (I84s) p. 277. pl. 74. f 1.— 
Hartl. Wiegm. Arch. f. Naturg. (1852) p. 125. — Cass. Un. St. Exp. (1858) 
p. a82. — G. K. Gray. B. Trop. Isl. p. 59. — Schleg. Mus. F. B. Sternae. 
p. 27. — Hahplana lunata. Blas. Gab. J. f. Orn. (1866) p. 80. — 

A d. Supra sordide cinerea ; pileo, cervice fasciaque lata 
oculari nigris; fronte et gastraeo toto pure albis; remigibus 
nigricantibus , pogonio interno pro majore parte albis, scapis 
albis; rectricibus externis albis, pogonio interno apicem ver- 
sus obscure cinerascente ; rostro et pedibus nigris ; iride nigra. 
Long. c. 13. V' 3 rostr. 1"7'"; al. 9.^"; caud. 5"; tars. 9'". ^ 

Mc Keans-Ins., Phönix-Gruppe. (Collect. Godeflfroy.) 

Oberseite : Mantel , Rücken , Schultern , Flügeldecken , Bürzel , obere 
Schwanzdecken und Schwanz dunkel aschgrau, wie bereift, ganz unbedeutend 
bräunlichgrau überlaufen, besonders auf den kleinsten oberen Flügeldecken. 
Schwingen schwarzbraun , an Innenfahne mit breitem weissen Keilfleck , der 
sich beinah bis zur Spitze erstreckt ; Schwingen unterseits daher beinah weiss. 
Schwanzfedern an Innenfahne bis zum grauen Endtheile weiss; die äusserste 
Feder jederseits weiss, mit braungrauem Enddrittel auf Innenfahne. Scheitel, 
Hinterkopf, Nacken und Hinterhals, sowie ein breiter Zügelstreif von der Ba- 



233 Gygis alba. 

sis des Oberschnabels durch's Auge scliwarz. Stirn und Vorderkopf, und von 
hier aus ein breiter Augenbrauenstreif, der sich bis liinter das Auge zieht 
weiss, ebenso alle unteren Theile, incl. der Kopf- und Halsseiten und u.nteren 
Flügeldecken. Schäfte der Schwingen oberseits hornbräunlich, unterseits weiss ; 
Schäfte der Schwanzfedern weiss. 

Schnabel und Füsse schwarz. Iris schwarz. (Gräffe). 
Länge. Fl. Aeuss. Schw. Mitt. Schvv. F. L. 

c. tot. 13" 10"1''' f>"6"' 2"9'" 19'" 8i"' Mc. Keans-Ins. 

8 9 5 7 2 6 20 9 (Bremer Mus.) 

9 9 4"5'"— 5" 2 5 18-20"' 8^ (Nach Sehleg.) 
Durch Peale und später ausführlicher durch Cassin sind wir mit dieser 

schönen Seeschwalbe bekannt worden, die, obwohl längst in Museen vorhan- 
den, wegen ihrer Aehnlichkeit mit den beiden verwandten Arten (fuliginosa 
und panaya) sehr oft mit diesen verwechselt worden zu sein scheint. Sie 
unterscheidet sich aber sein- leicht durch die graue Oberseite und das deut- 
liche Weiss an der lunenfahne der Schwingen und Schwanzfedern. Die 
Kopfzeichnung ist wie bei fuliginosa, indem das Schwarz des Hinterkoj)fes den 
Hinterhals mit bedeckt. 

Die Verbreitung umfasst die Südsee und den Indischen Ocean, wo die 
Art indess nirgends häufig zu sein scheint, wenigstens viel seltener als die 
beiden vorhergehenden. 

Peale fand sie auf den Vincennes-Inseln der Paumotu-Gruppe, Dr. GräfiPe 
auf Mc Keans - Insel , Phönix - Gruppe, Im Leidener Museum aus dem Indi- 
schen Ocean und von Halmahera, östliche Molucken. 



sp. 84. Oyg^Il^ alba. (Sparrm.) 

Sterna alba. Sparrm. Mus. Carls. No. XI. (1786). — Gml. S. N. II. (1788) 
p. 607. — White Tern. Lath. Gen. Syn. HI. p. 363. No. 17. — id. Gen. Hist. 
X. p. 109. — Sterna Candida. Gml. S. N. p. 607. (descr. fals.) — Lath. Ind. 
Orn. p. 807. — Bechst. Lath. Uebers. III. p. 320. — id. Sterna alba et Can- 
dida. IV. p. 489. — Sterna Candida. Forst. (Licht.) Descr. anim. (1844) p, 179. 

— Peale. Un. St. Expl. Exp. 1848. — Hartl. Wiegm. Arch. 1852. p. 126. 

— Gygis Candida. Wagl. Isis. 1832. p. 1223. — Gray. Gen. of B. IIL.— id. 
B. Trop. Isl, p. 59. — Gould. B. of Austr. Vll. pl. 30. — Eeichenb. Neuentd. 
Vög. Neu-HoU. No. 507. — t. 21. f. 818—19. et 330. f. 2618—19. — Gy- 
gis alba, Candida et Napoleonis. Bp. Compt. Rend. 1856. p. 773. — Gygis 



Gygis alba. 333 

alba. Cass. Uu. St. Exp. p. 389. — Goiilcl. Handb. B. of Austr.II. sp. 609. 
— Sterna alba. Schleg. Mus. P. B. Sternae. p. 35. — 

Tera-popa, Eingeborue von Borrabora i 

> Fox'ster. 
Peerae, „ „ Huaheine | 

Ad. Tota sericeo-alba, unicolor; rostro nigro, basi pul- 
chre violascente-caeruleo ; pedibus pallide caeruleis, membra- 
nis interdigitalibus flavis; iride fusco-nigra. 

Long. 104"; rostr. 1"9'"; al. 8|"-, caud. H" ; tars. 6'''. 

Mc Keans-Ins., Phönix-Gruppe. (Collect. Godeffroy). 

Glänzend silberweiss, die Schäfte der Schwingen bräunlich, der Schwanz- 
federn schwarz. 

Schnabel und Eiisse schwarz-, Schwimmhäute hellbraun. 

Im Leben: Schnabel, Füsse und Iris schwarz (Gräffe). Schnabel schwarz, 
an der Basis schön smaltelblau, in's Violette ziehend, Füsse blassblau, SchAvimm- 
häute gelb •, Iris dunkelbraun (Peale). Schnabel scliAvarz, Basis desselben blau •, 
Füsse blau mit weissen Schwimmhäuten; Iris schwarzblau (Forster). 

Frischgeschossene Exemplare zeigen zuweilen einen blassrosenfarbenen 
Anflug. 
Länge c. lU". Fl. 8"4'". Aeuss. Schw. 3"8'". F. 1"T". L. 5J-'". 

Der enorme Verbreitungs kreis dieser bekannten Seeschwalbe dehnt sich 
über den indischen und stillen Ocean aus , zuweilen auch bis in den atlanti- 
schen Ocean, scheint aber die Wendekreise nicht zu überschreiten. Auf einer 
grossen Anzahl der polynesischen Inseln wurde sie wahrgenommen und ist 
wahrscheinlich auf allen innerhalb der Tropenzone zeitweiliger Gast. 

Nach Gould ist sie längs der Südostküste Australiens, von Moreton-Bai 
bis Cap Jork häufig. Forster führt sie von den Freundschafts-Inseln (E-a-u-e 
und Tonga-tabu) und Gesellschafts-Inseln (Waihoo, Waitahoo, Otaheiti und 
Huaheine) an. Durch Filleux von den Marquesas im Pariser Museum. Nach 
Peale findet sie sich auf allen Korallen-Inseln der Siidsee. Dr. Pickering 
nennt Sydney Island und Gardner's-Island als Localitäten, wo die Art von 
ihm beobachtet wurde. Darwin sah sie auf Keeling-Island. Latham giebt 
die Clu'istmas- oder Weihnachts-Insel an. Nach Cuming findet sie sich auf 
der Norfolk-Insel brütend. Von Kittlitz nahm sie auf mehreren zu der Caro- 
linen-Gruppe gehörigen Inseln wahr. — 

Von Tahiti und Neu-Calcdonien (Deplanche) durch die Novara-Expe- 
dition. Nach Gray auch auf Viti-, Samoa- luid Kingsmill-Gruppe. 



234 Anous stolidus. 

Im Leidener Museum aus dem indischen Meere , der Küste Javas und 
der Bai von Bengalen (Dussumier), im Pariser von Mauritius und den Sey- 
chellen (Dussumier). Auch auf Rodi-iguez (Newton). — 

Sparrmann's Nachrichten zu Folge käme sie auch auf St. Helena und 
am Cap der guten Hoffnung vor. 

An den Küsten Amerikas und Afrikas scheint die Art indess noch nicht 
beobachtet worden zu sein, wenigstens haben wir nirgends einen bestimmten 
Nachweis aus neuerer Zeit darüber finden können. 

Dr. Gräffe, der G. alba auf Mc Keans- Insel, der Phönix - Gruppe, 
beobachtete,' berichtet über dieselbe: „brütet im October und November. Legt 
ein braungrünlich marmorirtes rundliches Ei, ganz frei oben auf Steine oder 
Felsblöcke." 

Ausführliche Nachrichten bezüglich des Brutgeschäfts theilen Gould und 
Peale mit. 



sp. 85. AnOU^ stolidus. (Liim.) 

Sterna Stolida. Linn. Amoen. ac. IV. p. 2 40. — id. 8. N. L (1766)p. 277.— 
Noddy. Lath. Gen. Syn. III. p. ;554. - Catesb. Carol. I. t. 88. — PI. enl. 997. — 
Gaviafusca. Briss. Orn. VI. p. 199. t. 18. f. 2. — Sterna stolida. Gml. S. N. p. 605. 

— Vieill. Enc. Meth. I. p. 9 ! . — Lath. Ind. Orn. IL p. 805. — Bechst. Lath. Uebers. 
rV. p. 487. — Anous niger. Stephens. Cont. Shaw. Gen. Zool. XIIL (1825) 
p. 140. — Sterna stolida. Nutt. Man. IL p. 285. — Audub. B. of Am. HL 
275. — id. Orn. Biogr. IIL p. 516. — Kittl. Kupfert. 36. f. 1. (nee 2.) — 
Wied. Beitr. IV. p. 874. — ? St. leucoceps. Sws. — Anous stolidus, leuco- 
ceps, pileatus, unicolor et fuscatus. G. R.Gray. Gen. ofB. IIL p. 661. — Me- 
galopterus stolidus. (Boie) Gould. voy. Beagl. (1841) p. 145. — Anous sto- 
lidus. Blyth. Cat. B. As. Soc. p. -293. — Gould. B. ofAustr. pl.34. — Reichb. 
Neuentd. Vög. Neu-Holl. No. 299. — id. Vollst. Nat. Natat. t. 20. f 287. — 
id. Nov. t. 10. f. 2276—77. — Baird. B. N. Am. p. 865. — Cass. Un. St. 
Expl. Exp. (1858) p. 391. - Burm. Thiere Bras. IIL p. 453. — Gray. B. 
Trop. Isl. p. 59. — id. Ibis. 1862. p. 24l). — Jerd. B. of Ind. IIL p. 845. 

— Gould. Handb. B. of Austr. IL sp. 613. — Anous stolidus et frater^ Coues. 
Proc. Ac. Philad. (1862). Anous pileatus et stolidus. Pelz. Novara-Reise. 
Vögel, p. 155. ■ ? Anous tenuirostris. Hartl. W. Afr. No. 725. — Ibis. 1860. 
p. 129. — Anous stolidus. Blas. Gab. J. f. Orn. 1866. p. 83. — 



Anous stolidiis. 235 

? Unterleib weinbeerengrau (!!) 
Le petit Fouquet des Philippines. Sonn. voy. a la Nouv. Guin. (1776) 
p. 125. pl, 85. — Sterna plicata Scop. — St. phillppina. Lath. Ind. Orn. II. 
p. 805. — Bechst. Latb. Uebers. III. p. 325. 

Jüngerer Vogel (nach Schlegel). 
Sterna unicolor. Erman. Verz. von Thieren und Pflanzen 1835. p. 17, 
— Anous Kousscaui. Hartl Ornith, Beitr. Madag. 1861. p. 86. — 
Ohio , Eingeborne von Hiaaheine (Wodehouse). 

Ad. Pulchre fuliginosus; remigibus majoribus et cauda 
fere nigris; pileo albicante-cano; loris nigricantibus ; rostro et 
pedibiis nigris; iride fnsca. 

Long. c. 14V'; rostr. 1"7'" ; al. 9.V'; caud. 5"9'"-, tars. 9^'". 

(Bremer Museitni). 

Alt. Stirn , Vorderkopf und Scheitel graulichweiss , Hinterkopf mehr 
graulich verwaschen. Uebriges Gefieder einfarbig dunkel rauchbraun ; Schwin- 
gen und Schwanzfedern braunschwarz, von unten ebenso. Schäfte der Schwin- 
gen und Schwanzfedern oberseits dunkelbraun , unterseits blassbraun. Oberer 
Augenrand schwarz, der untere schmäler und weiss. 

Schnabel schwarz ; Füsse dunkelhornbraun •, Nägel schwarz. 

Im Leben : Schnabel schwarz, Füsse dunkelbraun, Iris tiefbraun. 

Schnabel schwarz, Füsse dunkelrothbraun , Iris dunkel schwarzbraun 
(Novara-Exped.) — 

Schnabel schwarz; Füsse dunkelbraunroth ; Schwimmhäute dunkel; Iris 
braun (Gould,) 

Die Geschlechter gleich gefärbt. 

Junge bald nach dem Ausfliegen wie die Alten (Gould). 

Junger Vogel, gleich nach dem Auskriechen: 

Oberkörper bleigrau, Flügel mehr weiss als bleifarben, Unterseite weiss, 
Kehle schwärzlich ; Schnabel und Beine schwarzbraun, mit hellerer Schwimm- 
haut. Embryohöcker weiss (Gundlach). 

Junge im ersten Kleide sind nach Schlegel auch auf dem Ober- 
kopfe einfarbig russbraun. 

Sollte diese Ansicht, die uns richtig zu sein scheint, da wir selbst Exem- 
plare sahen , die nur den Vorderkopf grau zeigten , sich wirklich bestätigen, 
so würde allerdings A. Rousseau! als Art eingehen müssen , indem auch die 
auffallende Grösse nicht als Speciescharakter gelten kann , da in den Dimen- 
sionsverhältnissen sich in einer Serie alle möglichen Uebergänge finden. 



»86 Anous stolidiis. 

Exemplare von Nord-Amerika, der Somalikiiste und Mc Keans-Insel 
fanden Avir völlig übereinstimmend. 



Lange. 


Fl. 


Fliigelspitze. 


Längste Schvvanzf. 


F. 


13"-15" 


9" 


3" 


5"1"' 


18"' 




9 3"' 


3 


5 1 


18 




10 


— 


5 6 


19 


stolidus. 


9"J0'"— 10"7'" 


3"6"'— 4"5' 


" 5"_6"4"' 


17'"— 21 


tenuirostris. 


7"11'" 


— 


4" 


18'" 


Schnabulhühe an 


Basis. L. 


M. Z. 






H'" 


10'" 


12 '" 


N. Amerika. 




4 


11 


121 


Somaliküste. 




5 


10| 


14 


^ Reunion. 




4^'"— 5'" 


10'" — lOV" 

SV" 


14 j 
12 ' 


Nach Schlegel. 





Diese sehr bekannte Seeschwalbe, der Noddy der Seefahrer, hat in A. 
tenuirostris. Tcmm. eine sehr nalie Verwandte. Indess ist die letztere Art an- 
sehnlich kleiner und zeichnet sich durch den dünneren, mehr gestreckten Schna- 
bel aus. A. melanops. Gould, die wir von Neu-Caledonieu sahen, unterschei- 
det sich von stolidus, mit der sie in der Grösse ganz übereinstimmt, nur durch 
einen kleinen schw^arzen Fleck am hinteren Augenrande und dürfte sich 
schliesslich als kaum verschieden erweisen. 

A. stolidus findet sich in allen tropischen Meeren, geht aber zuweilen 
auch über die Wendekreise hinaus. Sie wurde beobachtet: 

an der Ostkiiste Amerikas i Prinz Max), Westküste Amerikas (Sclat. ^ 
West-Indien, Cuba (Gundlach), Bermudas (Wedderb, et Hurd.j, St. Croix 
(Newton), Britisch-Honduras (Salvin j, Busen von Mexico (Leid. Mus.), Texas 
und Florida (Baird), im Atlantischen Ocean, St. Helena (Leid. Mus.), bei den 
Cap Verden (Novara-Exp.), an der West- und Ostküste Afrikas, Somaliküste 
(Heuglin) und am Cap (Blyth), Mauritius (Earl), Kound-Island bei Mauritius 
(Newton), Rodriguez (Newton), Insel St. Paul (Darwin), bei den Adamanen 
(Blyth), zwischen den Nicobaren und Malacca (Novara-Exp.), längs den indi- 
schen Küsten, an der Ganges-Mündung (Blyth), längs den chinesischen Küsten 
imd auf Formosa (Swinh.), Java (Leid. Mus.), zwischen Sumatra und Borneo 
(Novara-Exp.), in den Molucken, Morotai (Leid. Mus.), längs den Küsten 
Australiens und Van-Diemensland (Gould), bei Neu-Seeland (Gray), den Plii- 
lippinen (Sonn.), auf allen Carolinen und den Mordlocks-lnseln (Kittl. ;, au 
den oceanischen Inseln der Senjawingruppe, Puynipet i Novara-Exp.), Phönix- 



Anous leuoocapillus. 237 

Gruppe, Mc Keans-lnsel (Grräffe), Gardners-Island (Pickcring), Gesellschafts- 
Gruppe, Tahiti (Novara-Exp,), Huaheine (Wodehoiise ) , Kingsmillgruppe, Gil- 
berts-Iusel (Gray), Neu-Caledonien (Gray), Freiandseliafts-Inseln (Förster), Cooks- 
Arcliipel (Gray), Paumotugruppe (Peale), Sandwich-Inseln (Bhjxh.), Marque- 
sas-Insehi (Jardine) und Gallopagos (Darwin). — 

A. stolidus lebt sehr gesellig, namentlich auch während der Brütezeit, 
die nach den Localitäten in sehr verschiedenen Jahreszeiten stattzufinden 
scheint. In den südlichen Staaten Nord-Amerika's und auf Cuba fällt dieselbe 
in den Mai und Juni, ebenso an der Somaliküste. Auf St. Paul fand sie da- 
gegen Darwin im Februar brütend, Gilbert an den australischen Küsten im 
November und December und Pickering auf Gardners-Island im Februar. 
Auf den Mordlock-Inseln beobachteten die Naturforscher des Senjawin grosse 
Erutcolonien und nach Swinhoe finden sich solche auch an den Küsten For- 
mosas. A. stolidus ist also auf den meisten polynesischen Inseln Brutvogel. 

Das Nest ist sehr kunstlos aus Seetang oder dergl. verfertigt und, wo 
es die Oertlichkeit erlaubt, auf Bäumen , indess sehr niedrig , angebracht. Da 
wo letztere fehlen, steht es auf dem nackten Fels- oder Korallenboden. Solche 
Brutcolouien enthalten gewöhnlich Hunderte und Tausende von Nestern, und 
werden von Tausenden von Vögeln umschwärmt. Die letzteren benehmen 
sich übrigens beim Neste so sorglos, dass man sie oftmals mit dem Stock herab- 
schlagen und die brütenden mit den Händen greifen kann. Aiif den Cocos- 
Inseln halten sie sich ausschliessend auf den Palmen auf und sind so dumm- 
dreist, dass sie sich zuweilen auf den Flintenlauf des Jägers setzen. 

lieber das Brutgeschäft geben übrigens Audubon, Gundlach, Gould, Sal- 
vin und Cassin ausführliche Mittheilungen. 

A. stolidus hält sich nur längs den Seeküsten auf, wird aber auch oft 
sehr weit vom Lande auf hoher See angetroffen. Sie ist einer der wenigen 
Seevögel, welche sich auf dem Takelwerk der Schiffe niederlassen. 

Die Nahrung dieser Seeschwalbe besteht in allerlei Seetliieren, Molusken 
und Fischen. 



sp. 86. Anoii8 leiicoeapilliis. Oouid. 

Anous leucocapillus. Gould. Proc. Z. S. 1845. p. 103. — id. B. of Austr 
VII. pl. 36. — Anous leucocephalus. (Gould) Reichb. Neuentd. Vög. Neu-Holl 
No. 300. -- id. Vollst. Naturg. Natat. Novit, t. X. f. 2272 — 73. Me«-a 



338 Anous leucocapillus. 

lopterus tenuirostris (Temm.) Peale. Un. St, Expl. Exp. (1818) p. 284. — 
Hartl. Wiegm. Arch. 1852. p. 127. — Anous leucocapillus. Cass. Un. St. 
Exp. (1858) p. 393. — G.R. Gray.B. Trop. Isl. p. 60. — Ibis 1862. p. 250. 
— ? Anous tenuirostris. Bl. Cat. B. As. Soc. p. 293. — ? Jerd. B. of Ind. 
III. p. 846. — Sterna leucocapilla. Sclileg. Mus. P. B. Sternae. p. 37. — 
Anous leiicocapillus. Gould. Handb. B. of Aust. II. sp. 615. — 

Ad. Obscure fuliginoso-nigricans ; interscapulio, dorso et 
cauda nonnihil cinerascente-indutis ; pileo et cervice pure al- 
bis ; loris et perioplithalmiis nigerriinis ; macula poneoculari 
parva alba; rostro et pedibus nigris; iride obscura. 

Long. 14"; rostr. 20'"-, al. 8"4'"-, caiul. 4"; tars. H'". 

(Nach Gould). 

Oberkopf und Nacken weiss. Zügel und Augenring tiefschwarz, nächst 
dem hinteren Augenwinkel am oberen und unteren Augenliede ein kleiner 
weisser Fleck. Brust, ganze Unterseite und Flügel tief russschwarz-, Hals- 
rücken und Schwanz ebenso, zart aschgrau überlaufen. 

Schnabel schwarz. Füsse bräunlichschwarz. 
Länge c. 12^". FL 8"4'". Schw. 4" F. 20'". Schnabelhöhe 4'". 
L. 9V''. M. Z. 12'". 

Von der vorigen Art (stolidus) durch bedeutend geringere Grösse hin- 
länglich unterschieden, desto mehr aber mit A. tenuirostris. Temm. verwandt, 
mit welcher sie viele Ornithologen für gleichartig erklären , wie z. B. Sir 
Jardine. Leider fehlt es uns an Material um ein selbstständiges Urtheil hierin 
aussprechen zu können, da wir einen, offenbar zu A. leucocapillus gehörenden 
Vogel, unter einer der ersten Sendungen Gräffe's sahen , seither aber keine 
weiteren Exemplare erhielten. Nach Schlegel würde sich A. leucocapillus, 
noch etwas grösser als tenuirostris, hauptsächlich durch den rein weissen Ober- 
kopf auszeichnen. 

Diese Anous scheint ausschliessend über die östlichen Meere verbreitet. 
Man kennt sie von der N(n-dküste Australiens (Gould), Norfolk- undNepean- 
Insel (Gray), Viti-Inseln und Uea, Wallis-Inseln (Gräffe) und Paumotugruppe, 
Karaka. Hier fand sie Peale aiif Enderby-Island im Januar zahlreich brütend. 
In der Lebensweise und dem Brutgeschäft stimmt A. leucocapillus nach Gould 
ganz mit A. stolidus überein. / 

Nach Schlegel fände sich diese Art aixch im Indischen Ocean. 



Anous cinereus. 239 

sp. 87. Anous cinereus* (Neiboux.) 

t. XIII. f. 4. (ad) et t. IV. f. 4. 5. (Ei). 

Sterne cendi-e. Neboux. Rev. Zool. 1840. p. 291. — Sterna tereticoUis. 
Lafresn. Rev. Zool 1841. p. 242. — id. (Öub. Gen. Procelsterna. ) Rev. Zool. 
1842. Ois. t. 29. — Anous tereticoUis. G. R. Gray. Gen. of B. III. p. — . id. 

A. gi-acilis ('? ex Gould Proc. 1845. Wohl Druckfehler! soll A. parvulus. G. 
heissen!) — Anous tephrodes. Reichb, Öchwimmvög. Novit. X. f. 2271. b. (Nach 
Neboux). — Anous parvulus. Gould. Proc. 18 15. p. 104. — Megalopterus 
plumbeus. Peale. Un. 8t. Expl. Exp. 1 848. p. 285. pl. 76. — Hartl. Wiegm. 
Arch. 18)2. p. 127. — Procelsterna cinerea. Bp. Compt. Rend. 1856. p. 773. 
(syn. A. tenuirostris. Less.) — Anous parvulus. Cass. Un. St. Expl. Exp. 1858. 
p. 393. — G. R Gray. B. Trop. Isl. p. 60. — Sterna cinerea. Schleg. Mus. P. 

B. Steruae. p. 38. — 

? A.nous cinereus. Gould. Proc. 1845. p. 104. — id. B. Austr. vol. VII. 

pl. 37, Reichb. Neuentd. Vög. Neu-Holl. No. 506. — id. Schwimmvögel. 

Novit, t. 68\f. 2620—21. — Procelsterna albivitta. Bp. Compt. Rend. 1856. 
p. 773. — G^ild. Hand r. B. of Austr. II. sp. 616, — Pelecanopus pelecanoides. 
Gray. List. B. irit. Mus, part. III, p. 180. 

Ad. Totis ciiierascens , capite et gastraeo pallidioribus ; 
cauda et alis ob\curionbus ; remigibus minoribus iascia stricta 
alba terminatii ; subalaribiis abdomini concoloribus; rostro 
nigro ; pedibus brunneis ; iride fusca. 

Long. cH"; rostr. 11'"; al. 7"; caud. 4"; tars. JO^'". 
Mc Keans-Inal, Phönix-Gruppe. (Bremer Mus,) 

Oberseite scha aschgrau, Unterseite und untere Flügeldecken etwas 
heller, der Kopf uocl heller , silberaschgrau. Schwanzfedern dunkler als der 
Rücken, bräunlichgju. Schwingen schwarzbraun mit schwarzen Schäften, 
Schwingen zweiter Olnung am Ende der Aussenfahne schmal weiss gerandet. 
Der vordere Augeural schwarz, der hintere weiss befiedert. 

Schnabel schwaA Füsse dunkelhornbraun, Schwimmhäute hell fahlbraun. 
Iris braun. (Gräffe, P^e.) 

Beide Geschlechts gleich. (Peale.) 
Länge c. 9". Fl. \lo"'. Mitt. Schw. 2"5"'. Aeuss, Schw, 3"10'". 
F.W'". L. 10^'". M,Z, 11'", 

Aeusserst zierlich ^aut. Wegen des besonders dünnen Schnabels, den 
auffallend grossen Procellia-artigen Füssen mit beinah verkümmerter Hinter- 
zehe eine etwas aberranteVrt, welche Lafresuaye zum Subgeuus Procelsterna 



340 Anous cinercus. 

erhob (Rev. Zool. 1842.) Scheint mit unter die seltenen Seevögel des Stillen 
Oceans zu gehören, liier aber ziemlich weit verbreitet zu sein. 

Neboux giebt die specielle Localität nicht an , sondern nennt nur den 
Stillen Ocean als Heimath. Gould erhielt die Art von der Christmas - oder 
Weihnachts-Insel , Peale auf Honden-Island der Paumotu-Gruppe. Hier fand 
er diese Meerschwalbe im Monat August auch briitend. Die Eier lagen in 
kleinen Vertiefungen des Korallenriffs nahe dem Strande ohne alle Sjour eines 
Nestes. Drei Eier wurde« in einer Vertiefung gefunden, vielleicht legt der 
Vogel auch vier Stück. Die Farbe der Eier ist blass milchfarben mit unre- 
gelmässigen sepiabraunen Flecken. 

Dr. Gräife sandte die Art von Mc Keans-Insel ein mit der Bemerkung : 
„lebt paarweis an steinigen Orten der Insel und legt im October und Novem- 
ber ein weisses braunschwarz geflecktes Ei." 

Diese Beobachtungen stimmen also nicht so genau mit den Peale'schen 
überein. 

Die von Peale und Griiffe gegebenen Beschreibungen der Eier erweisen 
sich bei der Vergleichung mit Exemplaren , die unser jMuseum der Güte des 
Herrn Joh. Ges. Godeffroy verdankt, so unvollständig, dass eine genauere Dar- 
stellung nöthig ^^^rd. 

Diese Eier, von denen uns zwei Stück vorliegen, die von Dr. Gräffe 
auf Mc Keans- Inseln eingesammelt wurden, erscheinen zunächst im Verhält- 
niss zvi der Grösse des Vogels sehr gross und sind in der Färbung von allen 
uns bekannten Seeschwalbeueiern sehr abweichend, indess 1)esitzen sie dasselbe 
feine Korn , zeigen nur unter der Loupe feine Poren und fühlen sich daher 
ziemlich glatt an. 

Das eine Exemplar (t. IV. f. 5.), 1"54'" lang und 1" breit, ist von läng- 
licher Gestalt, an beiden Enden fast gleichmässig sanft abgerundet. Es hat 
eine schmutzig weisse, etwas in's Gelbbräunliche scheiiiende Grundfarbe mit 
wenigen kleinen rundlichen und einigen grcisseren lui regelmässigen Punkt- 
flecken besetzt, zwischen denen , ebenso sparsam , matigrauliche, sehr verwa- 
schene, weniger auff"allend sind. 

Das zweite Exemplar (t. IV. f. 4.), l"5'"lang und 1"1'" breit, erscheint 
von etwas mehr rundlicher Gestalt und zeigt mehr teune Flecke, von denen 
einzelne fast schnörkelartig aussehen. i / 

Wir würden nicht anstehen, mit Professor Scli/egel den Anous cinereus. 
Gould. (albivitta. Bp.), von der Noi-dostküste Australiens, für gleichartig zu 



Tlialassidroma lineata. 241 

halten, hiesse es nicht in der Beschreihung : „heacl, neck, and all the under 
snrface silveiy greyish," eine Farbenbezeiclnning, die sich nicht wol auf xnise- 
ren Vogel anwenden lässt, wie die beigegebene Abbildung beweist. 



sp. 88. Tlialassidroma lineata. Peaie. 

Thalassidroma lineata. Peale. Un. St. Expl. Ep. (1848) p. 293. pl. 79. 
— Hartl. Wiegm. Arch. (1852) p. 128. — Cass. Un. St. Exp. (1858) p. 403. 
pl. 39. — Oceanites lineata. Bp. Consp. II. p. 200. — Thalassidroma lineata. 
G. R. Gray. B. Trop. Isl. p. 57. — 

(?) Ad. Tota saturate Miginosa, tectricibus caudae su- 
perioril^us abdomineque albis, hoc fusco - lineolato ; capite su- 
pra dorsoqne magis nigricantibus ; subalaribus majoribus albi- 
dis ; gulae plumis basi albis ; recti-icibus dimidio basali pogonii 
interni albis; rostro et pedibus nigris; iride fusca. 
Long. 7{"; al. 6^"-, caud. 3". 

(Nach Cassin.) 

Kopf, Hals, Brust imd alle oberen Theile, mit Ausnahme der oberen 
Schwanzdecken, dunkel rauchschwarz, am Kopfe beinah deutlich schwarz, 
Brust heller. Obere Schwanzdecken weiss. Unterleib und untere Schwanz- 
deckeu weiss, jede Feder mit einem dunkeh-auchbraunen Schaftstreif und 
dunkler Endhnie. Kehlfedern mit weisser Basis. Die grössten unteren Flü- 
geldecken aschfarben, beinah weiss. Schwanzfedern an der Basishälfte der 
Innenfahne weiss; die zwei mittelsten Federn einfarbig schwarz. 

Schnabel, Beine und Füsse nebst Schwimmhäuten bläulichschwarz-, Iris 
dunkelbraun. (Peale.) 

Länge c. 6"10'". Fl 6"2'". Schw. 2''10"'. F. 6'". Länge der Nasen- 
röhre 2"'. L. 17'". Tibia 8V". M.Z. 11'". (Cass. Figur.) 

Auf der Abbildung im Atlas der amerikanischen Reise erscheinen die 
unteren Schwanzdecken einfarbig schwarzbraun. 

Peale erbeutete nur Ein Exemplar dieser Species auf Upolu. Sie brütet 
'auch hier in den Löchern der Felswände hoch oben im Gebirge. Nach Peale 
fände sich die Art nur innerhalb der heissen Zone des Stillen Oceans; Bona- 
parte führt aber auch ein Exemplar von der Ostspitze Neu-Seelands an, wel- 
ches durch die Expedition der TAstrolabe in's Pariser Museum gelangte. Die 
Verbreitung ist also jedenfalls ausgedehnter als Peale angiebt. 

lü 



243 Thalassidroma Macgillivrayi. — Puffinus nugax. 

Unter den Sendungen Gräffe's sahen wir diese Art bis jetzt nicht. 

Nach Cassin steht Th. lineata der Th. melanogastra. Gould. äusserst 
nahe, unterscheidet sich aber durch die dunklen Schaftstriche der Federn des 
Unterleibes. 



sp. 89. Thalassidroma Macgillivrayi. t^.R.Gray. 

Thalassidroma (Bulweria) Macgilhvrayi. G. E. Gray. B. Trop. Isl. 
(1859) p. 56. 

fig. 0. 

Ad. Th. Bulweri simillima, sed rostro majore et alis 

unicoloribus diversa; tota obscure fuliginoso-nigricans , subtus 

pamm pallidior; rostro nigro; pedibus flaventibus, membranis 

iiigricantibus. 

Long. c. 11"; rostr. 11^'"-, al. 8"2'"; caud. 3"9'"-, tars. V'S'". 
(Nach Gray.) 

Aehnelt der Th. Bulweri (Jard.), aber der Schnabel grösser und ohne 
den russbraunen Ton auf den Flügeln. 

Länge. Fl. Schw. F. L. 

c. 11" 7"9'" 3" 5'" 11'" 15 "' (Macgillivrayi.) 

7 1 3 10 9 11 Bulweri. (Leid. Mus.) 

7 3 3 10 9^ 12 „ (Brem. Mus.) 

Diese neue Art, welche Gray von den Viti-Inseln (Ngau-Island) erhielt 
und mit obigen kurzen Worten beschreibt, scheint sich in der That durch 
bedeutendere Grösse von der fast gleichgefiirbten Th. Bulweri zu unterscheiden. 
Wir verdanken der l'heilnahme Gray's die Mittheilung der Maasse des Origi- 
nal-Exemplars im Britischen Museum und fügen zur Vergleichung die der ver- 
wandten Th. Bulweri bei. 



^p. 90. Puffinus IlU^ax. (Solauder.) 

t. III. f. 5. (Ei.) ,/ 

Procellaria nugax. Solander. M. S. S. — Puffinus assimilis. Gould. Proc. 
Z. S. (1837.) p. lf)6. — id. B. of Austr. VII. pl. 59. — G. R. Gray. Cat. B. Brit. 
Mus. Laridae (1844) p. 159. — Reichenb. Neuentd. Vög. Neu-Holl. No. 493. 



Puffinus nugax. 243 

— id. Vollst. Naturg. Natat. Novit, t. 64. f. 2600. — Puffinus australis. Eytou. (ap. 
Bp.) — Puffinus nugax. Bp. Consp. II. p, 205. (exe. var. a Bailloni). — Sclileg. Mus. 
P. B. Procell. p. 31. — Gould. Handb. B. of Austr. II. sp. 6:35. — Puffinus as- 
^similis. G.R.Gray. Ibis 1862. p. 244. — id. Puffinus obscurus. (Guil.) B. Trop. 
Isl. p. 55. •— 

A (1. Pileo , notaeo toto , alis et cauda fuliginoso - nigris ; 
capitis lateribus, gula et gastraeo toto albis; rostro obscure 
corneo; pedibus virescente-flavis, membranis flavido-aurantiis ; 
iride fusca. ^ 

Long. 11"-, rostr. 11'"- al. 6V'; caud, 2"6'"-, tars. W". 

Nach Gould. 

Oberkopf und ganze Oberseite, Flügel und Schwanz schieferschwarz; 
Kopfseiten, Kehle und ganze Unterseite weiss. 

Schnabel dunkel hornfarbeu-, Beine und Zehen grünlichgelb; Schwimm- 
häute gelblich orangefarben. 

Länge c. 11". Fl. 6"— 6"11"'. Flügelspitze 2"5'"—3"9'". Schw. 2"— 2"7'". 
F. 11—12'". Länge der Nasenröhren 2"'. L. 16—17'". M. Z. 15—17'" 

(Nach Schlegel.) 

Dieser Puffinus vertritt unsere europäischen Arten anglorum, yelkuau 
und obscurus auf der östlichen, südlichen Erdhälfte. Er ist am nächsten mit 
P. obscurus. Gml. verwandt, mit dem ihn auch Gray für gleichartig erklärt, 
unterscheidet sich jedoch, nach Schlegel, dui-ch geringere Grösse, die einfarbig 
weissen unteren Schwanzdecken und dass sich das Weiss der Backen auch 
bis auf die Zügel und Ohrgegend ausdehnt. 

P. nugax wurde bis jetzt beobachtet: an der Ostküste Australiens, im 
Nordosten von Neu-Seeland, auf der Insel Norfolk (Gould), Lord Howes-Insel 
(Gray) , Christmas-Insel (Gray) und durch Gräffe auf Viti und Mc Keans-Insel 
(Phönix - Gruppe). Mc Gillivray fand im Juli 1854 die Brutplätze dieser Art 
auf Royal-Island. Die zwei Eier sind schneeweiss. 

Das von Dr. Gräffe eingesandte Ei ist indess nicht schneeweiss, sondern 
zeigt einen schwachen Ton in's Gelbliche und auf der Oberfläche etwas Glanz. 
Wegen den feinen, seichten, aber deutlich sichtbaren Poren, fühlt es sich 
nicht ganz glatt an. In der Form kommt es ziemlich mit den Eiern von 
Puffinus cinereus und major überein, ist aber weniger zugespitzt, länglich, 
fast gleichhälftig, indem das Spitzenende sehr wenig abfällt. Länge 1"10"'. 
Breite 1"3'". 



16" 



244 Puffinus diclirous. 

sp. 91. Puffinus diehrous. Nob. 

Ad. Supra fuliginoso - nigricans ; subtus albus, exceptis 
hypochondriis et siibcaudalibus fuliginosis, bis apice albis, la- 
teralibiis pogonio interno albidis; rostro nigro; pedibus nigri- 
cantibus, membranis pallide brunnescentibus. 

Long. c. 11''-, al. 6"10'"; rostr. 11"'; caud. 2"9'"; tars. 16'". 
Mc Keans-Insel, (Phönix-Gruppe). Coli. Godeffroy. 

i 

Ganze Oberseite, nebst Zügeln, schmal unter dem Auge herum und die 
hintere Ohrgegend dunkel rauchbraunschwarz, die Basis der Federn weiss; 
Kopfseiten und ganze Unterseite nebst den unteren Flügeldecken und Achsel- 
federn weiss; nur die kleinsten Flügeldecken vinterseits am Armrande braun. 
Die Federn der Hals - und Brustseiten rauchbraun mit weissen Enden. Die 
Federn der Schenkelseiten und die unteren Schwanzdecken rauchbraun, mit 
feinen weissen Endspitzen; die seitlichen unteren Schwanzdecken an Innen- 
fahne weisslich. Schwingen an Innenfahne heller braun, als an der äusseren, 
gegen die Basis zu fahlweiss, unterseits graulich. 

Schnabel schwarz ; Beine und Zehen schwärzlichgrau, die Innenseite der 
Beine bräunlich ; Schwimmhäute hell bräunlichfahl. 

Im Leben: Iris, Fasse und Schnabel schwarz (! !) (Gräffe.) 

Nestjunges von derselben Localität trug ein langes, weiches, oberseits 
düster graubraunes, unterseits weisses Dunenkleid. 

Schnabel schwärzhchbraun. 
Länge c 11". Fl. 6"10'". Mitt. Schw. 2"9"'. Aeuss. Schw. 2". F. 11'". 
Schnabelhöhe an Basis. 4"'. L. 16"'. M. Z. 15'". 

Dieser typische Puffinus stimmt in der Grösse und der allgemeinen 
Farbenvertheilung am meisten mit P. nugax. Sol. (assimilis. Gould) und P. 
obscurus. Gml. überein. Von P. nugax unterscheidet er sich durch die rauch- 
braunen unteren Schwanzdecken und dadurch, dass das Rauchschwarz des 
Kopfes die Zügel, die Gegend unter dem Auge und die Ohrgegend mit be- 
deckt. Letztere Partien sind bei nugax weiss. P. dichrous nähert sich da- 
her noch mehr P. obscurus, von dem er aber durch die weissliche Innenfahne 
der seitlichen unteren Schwanzdecken unterschieden ist. In dieser Hinsicht 
verhält sich also P. dichrous zu obscurus, wie P. anglorum zu yolkuan. 

Indem wir , mit Schlegel , die Verschiedenheit in der Färbung der un- 
teren Schwanzdecken zur specifischen Unterscheidung bei den Puffinus-Arten 



Puffinus sphenurus. 345 

für wichtig genug ansehen, müssen wir diesen für eine neue Art halten. 
Sollten jedoch spätere Untersuchungen den Nachweis liefern, dass dieser Cha- 
racter ohne specilischen Werth ist , so würde sich P. dichrous vielleicht auf 
obscurus znrückftihren lassen. 

Wir sahen bisher nur ein Exemplar unter den Sendungen Dr. Gräffe's. 
Dasselbe stammte von Mc Keans - Insel, Phönix-Gruppe her. Die Art brütet 
hier und legt unter Steinhicher ein weisses länglich ovales Ei. (Gräflfe). — 



sp. 92. Puffinus sphenurus. Gouid. 

Puffinus sphenurus. Gould. Ann. et Mag. Nat. Hist. XJII. p. 366. — id. 
B. of Austr. VII. pl. 58. — Keichb. Neuentd. Vög. Neu-Holl. No. 495. — id. 
Vollst. Nat. Natat. Novit, t. 64. f. 2602 — 3. — Thiellus sphenurus. Bp. Consp.II. 
p. 201. — Gould. Handb. B. of Austr. IL sp. 638. — Procellaria sphenura. 
Schleg. Mus. P. B. Procell. p. 25. — 

Ad. Supra obscure fuscus, remigibiis primariis caudaque 
fere nigris; scapularibus apice pallidioribus ; facie gulaque 
obscure brunneo - grisescentibus ; gastraeo reliquo grisescente- 
fusco; rostro rubente - carneo, apIce et culmine obscurioribus ; 
pedibus flavescente-carneis. 

Long. c. 15"; rostr. 15V"; al. lOA"; caud. 4^'; tars. 20'". 

(Nach Gould.) 

Ganze Oberseite dunkel rauchbraun (chocolatbraun) , auf Schwanz und 
Schwingen mehr in's Schwarze übergehend, die SchiTlterfedern am Ende licht- 
braun verwaschen. Ganze Unterseite graulichbraun. 

Schnabel röthlich fleischbraun, dunkler längs Firste und an Spitze, 
Beine gelblich fleischfarben. 

Jüngerer Vogel hat (nach Gould's Abbildung i untere Backengegend, 
Kinn und Kehle mehr dunkel braungrau. 

Ein Exemplar von Mc Keans-Insel (Gräff"e) stimmte ganz mit der Be- 
schreibung Gould's überein. An dem Balge war: Schnabel hornschwärzlich, 
Füsse hellbräunlich, Zehen und Schwimmhäute hellfahl. 

Iris braunschwarz. (Gräff'e.) 
Länge c. 15". Fl. 10"— 10"10"'. Flügelspitze 4^—5". Schw. 4^" F. 15^'. 
Länge der Nasenröhre 3"'. L. 20'". M. Z. 21"'. (Nach Schlegel). 



246 Procellaria coerulea. 

Unterscheidet sich leicht bei einfarbig brauner Färbung durch den län- 
geren und keilförmigen Schwanz. Am nächsten mit P, chlororhynchus. Les- 
son. verwandt. 

Gould entdeckte diese Art an der Westküste Australiens, wo sie auf 
vielen der sandigen Inseln, namentlich auf West-Wallaby-Island brütete. Mc 
Gillivray fand sie auch auf Lord-Howes-Island und Dr. Gräffe sandte sie von 
Mc Keans-Insel (Phönix-Gruppe) ein. Der Verbreitungskreis ist also dadurch 
sehr ausgedehnt worden. 

Nach Gould legt P. sphenurus ein einziges weisses Ei in selbstgegrabene 
Erdlöcher. Uebereinstimmend hiermit ist die Notiz GräfFe's „gräbt tiefe Lö- 
cher in die Erde, wo er Nachts schläft und im Juli ein weisses Ei bebrütet." 



sp.93. Procellaria coerulea. Gmi. 

Blue Peteril. Lath. Gen. Syn. III. p. 415. — Forst, voy. vol. I. p. 91. — 
Another blue Peteril. Cooks, voy. vol. I. p. 32. — Forst. Eeise. 8". Ed. I. 93.— 

Procellaria coerulea. Gml. S. N. (1788) p. 560. — Lath. Lid. Orn. 11. 
p. 827. — Bechst. Lath. Uebers. vol. III. p. 363. — IV. p. 499. — Vieill. 
Nouv. Dict. d'Hist. nat. tom. 25, p. 421. — id. Gal. des Ois. IL p. 232. — Pro- 
cellaria similis. Forst. Descr. an. (1844. Licht.) p. 59, — Procellaria caerulea. 
Gray. Cat. Brit. Mus. part. III. Laridae. (1844) p 165. — Gould. Ann. et Mag. 
Nat. Hist. XIII. p. 364. - Procellaria Forsteri. A. Sm. 111. S. Afr.Zool. (1849) 
pl. 53. — Proc. coerulea Gould. B. of Austr. VI. pl. 52. — Keichb. Neuentd, 
Vög. Neu-Holl. No. 294. — id. Vollst. Naturg. Natat. Novit, t. 60. f. 2269—70. 
(nach Gould). — id. t. öuppl. VII. f. 788. (nach Smith.) — G. 11. Gray. Ibis. 
(1862.) p. 247. — Halobaena coerulea. Bp. Consp. IL p. 193. — Gould. Handb. 
B, of Austr. IL sp, 634. — 

Ad. Supra dilute caerulescente - cinerea , pileo, scapula- 

ribus remigumque majorum pogoniis externis nigricantibus ; 

fronte albo, plumbeo-maculato; colli lateribus, subalaribus et 

gastraeo toto albis; rectricibus binis externis totis albis; reli- 

quis cinereis, apice albis; rostro atro; pedibus glaucis; iride 

fusca. 

Long. c. 11"; rostr. 1"; al. 8"; caud. 3"; tars. 14'", 
Südsee, (Bremer Museum.) 

Oberseite und Halsseiten aschgrau. Ober- und Hinterkopf, sowie die 
Gegend hinter dem Auge dunkel graubraun, ebenso die kleinen Flügeldecken 



Procellaria coerulea. 247 

am Unterarm , daher eine bräunliche Binde längs Unterarm. Die hintersten 
öchulterdecken mit breitem, weissen Endrande. Schwingen erster Ordnung 
aschgrau, an Innenfahne, nicht ganz bis an den Schaft an, weiss. Die ersten 
vier Schwingen an Aussenfahne, sowie die Deckfedern der ersten Scliwingen 
und die kleinen Deckfedern am Flügelbuge schwärzlichbraun. Schwanzfedern 
dunkel aschgrau mit weisser Eudbinde, die äusserste Feder jederseits weiss. 
Stirn und Vorderkopf bis zum Auge , die Kopfseiten nebst Ohrgegend und 
alle unteren Theile rein weiss , ebenso die unteren Flügeldecken. Einige Fe- 
dern der Stirn und des Vorderkopfes , sowie unterhalb des Auges mit schma- 
len dunkelbraunen Endsäumen. Schwingen und Schwanzfedern unterseits grau- 
lichweiss. Schäfte der Schwingen und Schwanzfedern oberseits schwarzbraun, 
unterseits weiss. 

Schnabel und Fasse hornbraun , Schnabelspitze und Nägel dunkler. Im 
Leben : Schnabel dunkel schwärzlichbraun , mit blaugrauem Streif längs der 
Unterkinnlade; Läufe und Zehen zart blau, Schwimmhäute fleischfarben weiss. 
(Gould). — Iris schwarz, Schnabel schwarz , l'iisse blau. (P^'orster). — Fiisse 
gelblichbraun, Schnabel leberbraun, gegen die Basis zu rothbraun. (Smith; 
wohl nach getrockneten Exemplaren beschrieben.) 

Geschlechter nicht verschieden. (Gould. Smith.) 

Ein Exemplar von den Viti-Inseln (durch Dr. Gräfte) stimmte ganz mit 
unserem oben beschriebenen überein. 
♦Länge c. 11". Fl. 7" 10'". Schw. 3" i'". F. 12'". Schnabelhöhe an 
Basis 4V". L. Ib"'. M. Z. 15'". 

Dieser schöne Sturmvogel zeichnet sich leicht durch das weisse Schwanz- 
ende von seinen übrigen Gattungsverwaudten aus. 

Er bewohnt die südliche Hemisphäre und verbreitet sich hier sowohl 
über den Atlantischen - als Stillen Ocean. Forster traf ihn zwischen dem 47 
und 58" s. Br. ; Gould auf der Reise nach Australien vom 29" s. Br. an. 
Ebenso war die Art an den Küsten Neu-Hollands und Van -Diemensland häu- 
fig, sowie an der Nordwestküste Neu-Seelands und besonders zwischen Tristan 
d'Acunha und der amerikanischen Küste. Um Cap Hörn fand Gould die 
Art minder zahlreich. Nach A. Smith besucht sie auch die südUchen und 
westlichen Küsten Süd-Afrikas. 

Im centralen Polynesien ist Pr. coerulea nur als zufälliger Gast zu be- 
trachten. 

Gmelin's Beschreibung (aus Latham gezogen) ist ziemlich unvollständig 
und die Angabe eines „dunkelbraunen Brustbandes" stimmt wenig überein 



348 Pliaeton ruhricauda. 

destomehr aber die des weissen Schwanzendes, welches ftir diese Art so cha- 
racteristisch ist. Auch die dunklere Kopffarbung wird weder von Latham, 
noch Forster und Gould (im Text) genügend hervorgehoben. Förster sagt 
nur „Caput saturatius coeruleum," obwohl von einer blauen Färbung nicht 
wohl die Rede sein kann. 



sp. 94. Phaeton rubricauda. Bodd. 

Phaeton rubricauda. Bodd. Tabl. PI. enl. d'Aub. p. 57. — Red-tailed 
Tropic Bird. Lath. Gen. Syn. IH. p. 619. t. 105. — PI. enl. 979. — Phaeton 
phoenicuros. Gml. S. N. II. p. 583. — Lath. Ind. Orn. II. p. 894. — Gen. Hist. X. 
p. 447. t. 183. — Bechst. Lath. Uebers. III. p. 530. — Shaw. Nat. Mise. t. 177. 

— Vieill. Gal. Ois. t. 279. — Less. Tr. d'Orn. p. 625. Atlas, t. 114. f. 1. — 
Gould. B. of Aust. Vn. pl. 73. — Reichb. Neuentd. Vög. Neu-Holl. No.5l7. 

— id. Vollst. Naturg. Natat. Suppl. t.'XV. f. 350—51. — Nov. t. 53. f. 2551— 
52. — Jard. Contrib. to Orn. 1852. p. 36. pl. 84. (Ei). — Phaeton aethereus. 
Bloxh. voy. Blonde, app. p. 25L — Blyth. Cat. B. As. Soc. p. 296. — Phae- 
ton rubricauda. G.R.Gray. Gen. of B. IIL p. 663. — id. Ibis. 1862. p. 250. 

— Hartl. Madag. p. 86. — Phoenicurus rubricauda. Bp. Consp. IL p. 183. — 
Phaeton rubricauda. Cass. Un. St. Expl. Exp. p. 395. — G. R. Gray. B. Trop. 
Isl. p. 60. — Schleg. Mus. P. B. Pelec. p. 44. — Jerd. B. of Ind. III. p. 849. 

— Phaeton phoenicurus. Gould. Handb. B. Austr. IL sp. 660. — 

Twagge, Eingeborne der Gesellschafts-Ins. 

Totto, „ „ Freundschafts-Ins. 

Ad. Totus sericeo-albus, rosaceo-tinctus ; remigibus con- 

coloribus; rectricibus duabus intermediis longissimis , intense 

riibris, scapis nigris; rostro riibro; pedibus flavis, membranis 

nigris. 

Long. c. 3'; rostr. 2"b'"; al. 12V'; rectr. interm. 16". 

Südsee. (Bremer Museum.) 

Alt. Das ganze Gefieder glänzend seidenweiss mit einem sanften, 
blassrosenrothen Anfluge. Die letzten Schwingen zweiter Ordnung mit breitem 
schwarzen Keilflecke längs Schaftmitte ; die seitlichen unteren Schwanzdecken 
grauschwarz , breit weiss umsäumt. Vor dem Auge auf den Zügeln ein brei- 
ter halbmondförmiger, schwarzer Fleck, der sich oberseits schmal bis hinter 
das Auge, unterseits bis fast zum Mundwinkel herabzieht. Schäfte der Schwin- 
gen erster und zweiter Ordnung schwarz, am Endtheile weiss, unterseits ganz 



Phaeton rubricauda. 249 

weiss. Ebenso verhält es sich mit den Schäften der Schwanzfedern. Die 
zwei mittelsten Schwanzfedern , soweit wie sie die übrigen überragen, schön 
zinnoberroth. 

Schnabel horngelbröthlich , an der Basis deutlicher roth, durch die Na- 
senlöcher zieht sich ein verwischter dunkler Längsstrich-, Füsse und die Aus- 
senhälfte der Aussenzehe fahlbraun, übrige Zehen und Schwimmhäute schwarz. 

Im Leben : Schnabel scharlachroth , ein schwarzer Streif von der Basis 
durch die Nasenlöcher, schmaler blassblauer Streif am Grunde beider Schna- 
belhälften. Tarsus und Basis der Zehen und Schwimmhäute schwach blau, 
übrige Zehen und Schwimmhäute schwarz. Ms schwarz. (Gould). 

Schnabel scharlachroth, in's Orangefarbene ziehend; Füsse blassblau mit 
schwarzen Zehen ; L-is dunkelbraun. (Peale). 

Junge Vögel, (nach Cassin) weiss, die Federn der Oberseite tragen 
schwarze , halbmondförmige Endsäume , die mittelsten Schwanzfedern sind 
noch weiss. 

Schnabel schwarz oder blassblau. 

Nest junge sind mit einem einfarbig grauen, langen Dunenkleide be- 
deckt. (KrefFt). 

Beide Geschlechter gleichgefärbt. Manche Exemplare zeigen nichts von 
dem sanft rosenfarbenen Anfluge, sondern sind rein weiss. 

Lange. I""l. Mill.Schw. (licsi-lli. layt vor. l". Scliiialiclhuhe au Basis. L, M. Z. 

c. 30" 12.^" 15.^" 12'' 2V' IIV" 12V" 18'" 

(.NachSchleg.)12"10"' 18 — 2"4'"— 6'" — — _ 

Durch die rothen mittelsten Schwanzfedern sehr ausgezeichnet. 

Ph. phoenicurus l)ewohnt die östliche Erdhälfte und ist über die Tro- 
penzone des Indischen- und Stillen Oceans verbreitet. 

Bis jetzt wurde er nachgewiesen: 
von Madagascar (Milius, Newton, Koch und Newton), Mauritius (Less.), Ro- 
driguez (Newton), dem Rothen Meere (Rüpp.), den Seychellen, aus der Bai 
von Bengalen (Blyth), der Sunda-Strasse (Boccarmd), der Torres-Strasse (Rai- 
nes Island, 'Mc Gillivray), der Insel Norfolk (Pelzeln) und Nepean-Insel (Gray), 
den Freundschafts- (Gray), Gesellschafts- (Peale) und Samoa-Inseln (Peale), der 
Paumotu-Grnppe (Peale), den Cooks -Inseln ((jrray), Insel Palmerston (Gray), 
Phönix-Gruppe (Mc Keans-Insel, Gräffe) und Sandwich-Inseln (Bloxh.) — 

Auf den meisten dieser Südsee-Inseln ist Ph. phoenicurus, eben wie auf den 
Mascarenen (Rodriguez) vind den Inseln in der südlichen Hälfte des Rothen Meeres 
(nach Rüppell) Brutvogel. Peale fand ihn im August zahlreich auf Houdeu- 



250 Phaeton aethereus. 

Island und Sydney-Island, Paumotu-Gruppe, nistend, Krefft im Juli auf den 
Brampton-Shoals, östlich von Australien, Junge und Mc Gillivray auf Eaines- 
Island, Torres - Strasse , Eier. — Nach letzterem Forscher finden sich zwei 
Eier, nach Peale indess meist nur eins. Dasselbe wird in Höhlungen des 
Korallenbodens, oder unter Grasbüschel niedergelegt. — 

Die langen rothen Schwanzfedern standen früher bei den Südsee-Insula- 
nern , namentlich den Tahitiern , als Zierrath , in hohem Preise. Auch auf 
den Sandwich-Inseln waren sie sehr gesucht. (Bloxh.) 



sp. 95. Phaeton aethereus. Linn. 

Phaeton aethereus. Linn. S. N. 1766. p. 219. — PI. enl, 998. — Ca- 
tesb. Carol. 1. 14. — Common Tropic Bird. Lath. Gen. Syn. III. p. 615. — 
Phaeton aethereus et melanorhynchus (jun.) Gml. S. N. p. 581. 582. (sine var. 
ß et y). — Brandt. Mon. Phaet. Bull. Ac. Sc. St. Pet. (1837) p. 19. t. 2. — 
Jard. Contrib. to Orn. (1852) p. 36. pl. ^4. f. 2. (Ei). — Reichb. Vollst. Nat. 
Natator. t. 30. f. 349. et Novit, t. 14. f. 55. (jun.) — Bp. Consp. IL p. 183. 
— Hartl. W. Afr. No. 727. — Blas, et Bald. Naum. Vi.g. Deutschi. vol. XIIL 
p. 284. — Schleg. Mus. P. B. Pelec. p. 43. — Cass. Un. St. Expl. Exp. 1858. 
p. 394. — Gray. B. Trop. Isl. p. 60. — 

Haingo, Eingeborne der Gesellschafts-Ins. 

Toolaise, „ „ Freundschafts-Ins. 

Albus, dorso nigro - fasciolato et undulato; reinigibus 
qiünque primariis pogonio externo nigris; rectricibus dua- 
bus intermediis longissiinis albis, scapis albis, basin versus 
supra nigris; macula anteoculari nigra; rostro laete rubro; 
pedibus flavis, membranis nigricantibus; iride flava. 

Long. c. 2'10"; rostr. 2"3|'"-, al. 12"-, rectr. med. 20"; tars. 1"2"'. 

Alter Vogel. Weiss; die Aussenfahne der ersten Schwingen schwarz, 
ebenso die längsten hintersten Schwingen zweiter Ordnung, aber letztere weiss 
gesäumt. Vor dem Auge ein schwarzer Fleck , der sich oberseits bis hinter 
das Auge auf die Schläfe zieht. Schwanzfedern weiss, mit weissen Schäften, 
nur die Schäfte der zwei mittelsten Federn gegen die Basis zu schwarz. 

Schnabel roth ; Füsse gelblich mit schwarzen Zehen und Schwimmhäu- 
ten. Iris gelb. (Hartl.) — Iris braun. (Cass.) — 



Pliaeton aethereus. 351 

Jüngerer Vogel auf Kücken und den Flügeldecken mit schmalen 
schwarzen Federsäumen, daher schwarz quergewellt. 

Junge Vögel haben alle Federn der Oberseite mit schwarzen, halb- 
mondförmigen Endflecken , die mittelsten Schwanzfedern noch nicht verlän- 
gert-, Schnabel dunkel. 

Manche Exemplare zeigen einen schön rosenfarbenen Anflug des Ge- 
fieders. 

Länge c. 2 '10". Fh 12"— 12"6"'. Mitt. Schw. 20— 29". F. 2"3'"— 2"5"'. 

L. 14"'. M. Z. IT". 

Unterscheidet sich von der vorigen Art leicht durch die weissen Schwanz- 
federn und das Schwarz an der Schwingenaussenfahne. Ph. flavirostris. Brandt, 
(candidus. Briss.) ist bedeutend kleiner, hat die Schäfte der mittelsten Schwanz- 
federn schwarz, und einen gelben [trocken hornfarbeneu) Schnabel. Letzterer 
wird in den Gen. of B. pl. 183 lebhaft roth dargestellt. 

Die Verbreitung von Ph. aethereus ist eine noch ausgedehntere als die 
der vorhergehenden Art, denn sie erstreckt sich nicht blos über den Indischen- 
und Stillen, sondern auch über den Atlantischen Ocean. Wie seine Gattungs- 
verwandten hält sich Ph. aethereus hauptsächUch zwischen den Wendekreisen 
auf, daher sein Namen Tropikvogel. Zuweilen dringt er indess auch über 
die Wendekreise hinaus. 

Folgende Localitäten sind als sichere für die Art nachgewiesen: West- 
Indien , Bermuda (Wedderb, et Hurd.) , Tobago (Kirk) , Martinique (Taylor), 
Küsten Perus (Tschud), Atlantischer Ocean, Insel Ascension (Acland), Azoren 
(Bolle); Westküste Afrikas (Hartl.), Somaliküste (v. Heuglin) ; in Polynesien: 
Neu-Caledonien (Gray) , Mc Keans-Insel , Phönix-Gruppe , Viti- und Samoa- 
Inseln (Gräff"e), Freundschafts-Inseln (Gray), Gesellschafts-Inseln (Gray), Pau- 
motu- Gruppe (Peale), CaroUnen (Grayj, Palmerston- und Christmas - Insel 
(Gray). — 

Auf Tahiti brüten diese Vögel im Hochgebirge 5 — 6000' hoch in Lö- 
chern, welche sich an den steilen Flächen felsiger Abfälle finden. (Peale), 

Nach Wedderburn und Hurdis erscheint der Tropikvogel im März und 
April auf den Bermudas und beginnt im Mai das Brutgfeschäft. Er legt ein 
Ei ohne alle Nestunterlage in Felslöcher. (Siehe Gab. J. f Orn. 1859. p. 221.) 

Dieser Tropikvogel soll schon bei Helgoland gesehen worden sein. 
(Khea. I. p. 25.) — 



353 Dysporus cyanops. 

sp. 96. Dysporus cyanops. (SundeT.) 

Sula cyanops. Sundev. Physiogr. Sällsk. Tidskrift. (1837) p. 218. (Note). 
— Sula cyanops (part.) G. R. Gray. Gen. of B. III. p. 666. — Sula personata 
Gould. Proc. Z. S. (1846) p. 2J. — id. B. of Austr. VII. pl. 77. — Eeichb. 
Neuentd. Vög. Neu-Holl. No. 304. — id. Vollst. Nat. Natat. Novit, t. XIII. 
f. 2291. (nee f. 2289 — 90.) — Sula cyanops. Bp. Consp. II. p. 166. — 
Cass. Un. St. Expl. p]xp. p. 368. — Sula melanops. Hartl. Ibis. (1859) 
p. 351. pl. X. f. 2 et 3. — Sula personata. G.R.Gray. B. Trop. Isl. p. 61. — 
Sula cyanops. Schleg. Mus. P. B. Pelecan. p. 39. — Gould. Handb. B. of Austr. 
II. sp. 662. — 

? Beine gelb! 

Sula dactylatra. Less. voy. Coqu. Zool. II. (1826) p. 494. — id. Tr. 
d'Orn. (1831) p. 601. — G. R. Gray. Gen. ofB. III. p. 666. — Bp. Consp. IL 
p. 165. — Hartl. Gab. J. f. Orn. 1855. p. 420. — 

Ad. Albus, tectricibus alarum majoribus, remigibus Om- 
nibus, rectricibus lateralibus apicibusque intermediarum intense 
fuscis; rostro pallide virente-flavo ; facie nuda mentoque obs- 
cure caeralescente ; pedibus virentibus ; iride flava. 

Long. 29''; rostr. 3" 10'": al. 14—16"; caud. 6—7"; tars. 1"8— 9'". 

Mc Keans-Insel. (Coli. GodeflFroy.) 

Alt. Einfarbig weiss, etwas gelblich angehaucht, die Schwingen erster 
und zweiter Ordnung, ihre Deckfedern und Schulterdecken nebst den Schwanz- 
federn braunschwarz; die Schwingen an Basis der Innenfahne weiss. 

Schnabel horngrünlichgrau, Spitze mehr horngelbhch, Schnabelbasis und 
nackte Kopfhaut schwärzlich. 

Jüngerer Vogel: (Mc Keans-Insel) fast wie der vorhergehende, aber 
auf dem Rücken noch viele braune Federn, der Bürzel erscheint daher fast 
noch einfarbig braun ; die oberen Schwanzdecken sind weiss mit braunen End- 
säumen. 

Jüngerer Vogel (Texas?) Bremer Museum: die ganze Oberseite 
beinah einfarbig braun, nur auf den Schultern, dem Mantel und Bürzel er- 
scheinen viele weisse Federn, die aber meist in der Mitte noch einen verwa- 
schenen braunen Fleck zeigen. Viele der oberen Flügeldecken erhalten weisse 
Endsäume; ebenso die braunen Federn des Vorderhalses; übrige Unterseite 
nebst den unteren Flügeldecken rein weiss. 

Schnabel hornbraun, die Tomienränder und Spitzentheil blass hom- 
grünlich; nackte Gesichts- und Kehlhaut braunschwärzlich; Füsse schmutzig 
hornbraun. 



Dysporus cyanops. 253 

Dieses Exemplar stimmt beinah ganz mit dem jüngeren Vogel von Sula 
melanops. Ibis, 1859. pl. X. f. 2. überein. 

Jung: fast einfarbig graubraun (Sunclev.). 
Nestjunge tragen ein weisses Dunenkleid. 
Geschlechter nicht verschieden-, nur junge Vögel und ^^ kleiner. 
Jüngeres $ : Gesicht und Schnabel , bis über die Hälfte hinaus , blau, 
am Spitzentheile olivenfarben ; Füsse olivenfarben, die Schwimmhäute dunkel; 
Iris dunkelgelb. 

Jung: Schnabel bis fast zur Basis olivenfarben. (Nach frischen Exem- 
plaren, Sundevall.) 

Alt. Gesicht und Kinn dunkel bläulichscbwarz ; Füsse grünlichblau. 
Iris gelb. (Im trockenen Zustande. Gould.) 

Alt: Schnabel grünlichgelb, an der Basis schwarz, nackter Augenkreis 
und Kehlsack schwarz; Beine bläulichbleifarben, die Schwimmhäute dunkler, 
Nägel schwarz mit weissen Spitzen ; Iris röthlichgelb. 

Jung: Schnabel mehr grünlich; Iris braungelb. (Hartlaub.) 
Alt: Schnabel blassgelb; nackte Gesichtshaut blassschwarz, in's Violette 
oder Blaue ziehend; Füsse grünlich. (Schlegel.) 

Schnabel und nackte Kopfhaut bläuUchgrün ; Beine schmutzig grün ; Iris grün- 
lichgelb. (Im frischen Zustande. Gräffe.) 

Länge. Fl Flügelspitze. Mill. Schw. F. Miindspalle. 

c. 27—30" 16|" 4V' 5"6'" 3"11'" A"l()"' 

15"3"' — 5 3 6 4 2 

16 2 — 5 4| 3 8 — 

17^ — 9 3 4 1 5 2 

U"4:"'—lb"ll"' — 6"6'"— 7"4'" 3"8'"— 10'" — 

16— 16f" — 8" 3" 9"' 4" 6"' 

L. M. z. 

27'" 2"10"' jung. Texas. 

22 2 8 jung. „ 

23 2 8 (cyanops. Sundev.) 
26 3 (cyanops. Pelz.) 

20'"— 21"' — (Nach Schlegel.) 

24'" — (melanops. Hartl.) 

Im ausgefärbten Kleide ähnelt dieser Dysporus am meisten D. serrator. 
Banks, (australis Gould) und D. capensis Licht, indem er wie diese Arten eine 
braunschwarze Schwanzfärbung zu behalten scheint, aber die Form der nack- 



254 Dysporus cyanops. 

ten Kopftheile zeichnet ihn hinlänglich vor diesen aus. Das Nackte der Zü- 
gel und des Augenkreises zieht sich nämlich etwas hinter den Mundwinkeln, 
in einer geraden Linie um die Kehle herum und es fehlt der nackte Längs- 
streif', welcher sich bei serrator und capensis (ebenso bei unserem D. bassa- 
nus) von der Kehle aus mehr oder weniger am Vorderhalse herabzieht. D. 
cyanops gehört daher hinsichtlich der Nackttheile mit D. sula und piscator in 
eine Gruppe zusammen. Dies beweist auch das Jugendgefieder, welches bei 
serrator, capensis und bassanus braun und weiss betropft , bei cyanops (sula 
und piscator) dagegen einfarbig braun ist. 

D, cyanops kann daher im braunen Jugendkleide nur mit D. sula ver- 
wechselt werden, von welchen er sich aber durch kräftigere Gestalt, nament- 
lich den stärkeren, an Basis breiteren Schnabel und längere Flügelspitze aus- 
zeichnet. 

D. cyanops gehört den Tropenzonen beider Erdhälften an , hat daher 
eine ähnliche, ausgedehnte Verbreitung als seine beiden nächsten Verwandten 
(sula et piscator.) — 

Wir kennen bis jetzt folgende Fundorte: 

Atlantischer Ocean (rfundev.), Insel Ascension (Lesson) , Rothes Meer 
(v. Heuglin), Cocos-lnseln und Sunda-Ötrasse (Leid. Mus.), Torres-Strasse und 
Nord- Australien (Gould), Faumotugruppe, Honden-Island (Peale), Phönixgruppe, 
Mo Keans-Insel (Gräfte). Dr. Pickering beobachtete die Art auf letzterer 
Insel ebenfalls, sowie auf Gardners- und Wakes-Island und in der Nähe der 
Sandwich-Inseln unterm 167" 30' w, L. — Es scheint daher nicht unwahr- 
scheinlich, dass die Art auch bis an die amerikanischen Küsten vordringt. Die 
Etiquetangabe unserers Exemplars „Texas" ist daher gewiss richtig, obwohl 
wir dies nicht mit aller Bestimmtheit zu behaupten wagen. Ebenso bezieht 
sich die Sula dactylatra,*) welche Bryant unter den Vögeln der Bahama-In- 
seln aufiulu"t, jedenfalls mit auf unsere Art. — Ob Dysponis cyanops des 
Berliner Museums von Peru wirklich die echte ist, lässt sich, ohne Verglei- 
chung der Exemplare, nicht ausmachen. 

Peale fand diese Art im August auf Honden-Island brütend, im Januar 
auf Enderby-Island. Die Fortpflanzung ist also, wie bei den verwandten Ar- 
ten, an keine bestimmte Zeit gebunden. Die Vögel hatten kein eigentliches 
Nest gemacht, sondern das einzige Ei lag auf dem nackten Sande oder Erd- 
boden. In einem Neste wurden zwei Eier gefunden. Nach Gould brütet 



•) Cab. J. f. Orn. 1861. p, 57. 



Dysporus piscator. 255 

die Art auch zalilrokli auf Raines-Island an der Nordküste Australiens und 
legt nur ein Ei. Dasselbe ist unrein weiss, rötlilichbraun überlaufen. Letztere 
Farbe erhält es , wie Peale nachweist , indess erst durch äussere Einflüsse. 
Bryant führt S. dactylatra als Brutvogel von der St. Domingo-Klippe (Baha- 
mas) an, giebt aber die Eierzahl auf zwei an. 

Die Verschiedenheit in der Färbung der Nackttheile nach Alter und 
Geschlecht, und die zuweilen totalen Veränderungen, welche dieselbe durch 
das Trocknen erleidet, sind Ursache, dass diese Art unter mehreren Namen 
beschrieben wurde. Bei genauerer Kenntniss mit diesen Verhältnissen wird 
es aber Niemanden einfallen können, auf solche angebliche, vage Verschie- 
denheiten Arten zu begründen, denn schon au unserem Dysporus bassanus 
kann man sich von der Variabilität derartiger Charaktere hinlänglich über- 
zeugen. 

Wenn Sundevall die nackten Gesichtstheile als blau bezeichnet und die 
Art desshalb cyanops nennt, so ist noch sehr wohl zu berücksichtigen, dass 
er einen nicht ganz ausgefärbten, weiblichen Vogel vor sich hatte. Der alte 
Vogel, mit schwarzen Nackttheilen am Kopfe, wird dann ,,melanops." Ebenso 
variirt die Färbung der Iris und Beine. 

Letztere giebt Lesson bei seiner Öula dactylatra als „ gelb " an. Wir 
nehmen desshalb Anstand dieser Beschreibung die Priorität zu belassen, sind 
aber vollkommen überzeugt, dass S. dactylatra, Lesson sich bei genauerer Un- 
tersuchung der Typen als gleichartig mit cyanops erweisen würde. Die ge- 
naue Angabe der Form und Ausdehnung der Nacktheit am Kopfe lässt kaum 
mehr Zweifel übrig und die widersprechende Bezeichnung der Fussfärbung 
als untergeordnet und zufällig erscheinen. 

Die beiden von Reichenbach (Nov. 1. 13. f 2289 — 90) s. n. S. cyanops 
abgebildeten jüngeren Vögel des Dresdner Museums, gehören jedenfalls nicht 
hierher, sondern zu D, piscator. L. — 



sp. 97. ]>ysporns piscator. (Linn.) 

Sula Candida. Briss. Orn. VI. (1760) p. 501. — Pelecanus piscator. Linn. 
Amoen. acad. IV. p. 239, — id. S. N. p. 217. — Lesser Gannet. Lath. Syn. 
III. p. 611. — Pelecanus piscator. Gml. S. N. p. 578. — Lath. Ind. Orn. IL 

p. 892. cum var. — Bechst. Lath. Uebers. III. p. 523. — IV. p. 532. 

Vieill. Enc. M^th. I. p. 49. — 



356 Dysporus piscator. 

Dysporus piscator. 111. Licht. Doubl. Verz. (1823) p. 87. — id. Nomencl. 
p. 103. — id. D. cyanops ? (ex Peru.) — Sula erythrorrliyncha. Less. Tr. 
d'Orn. (1831) p. 601. — Dysporus piscator. Sundev. Physiogr. Sällsk. Tidskrift, 
(1837) p. 220. — Sula rubripes. Gould. Proc. Z. S. (1837) p. 156. — Pele- 
canus piscator. Forst. Descr. au. p. 247. — Dysporus variegatus. Tsclmd. Wiegm. 
Arch. f. Naturg. 1843. p. 390. — id. Faun. Per. p. 55 et 133. — id. Gab. J. 
f. Orn. 1856. p. 188. — Hartl. Naum. 1853. p. 219. - Sula rubripes. Gray. 
Cat. B. Brit. Mus. Pelecanidae. (1844) p. 183. — id. Sula piscator, variegata 
et leucophaea. Gen. of B. III. p. 66(). — Sula riibripeda. Peale. Uii. St. Expl. 
Exp. (1848) p. 274. pl. 83. — Hartl. Wiegm. Arch. (1852) p. 125. (cum S. 
piscator). — Sula piscator. Bl. Cat. B. As. Soc. 1849) p. 297. — Gould. B. 
of Austr. VII. pl. 79. — lieichb. Neuentd. Vüg. Neu-Holl. No. 306. — id. 
Vollst. Naturg. Natatores t. 19. f. 853. (s. n. S. piscator). — id. Nov. t. 14. 
f. '2294-95. (s.u. S. piscatrix). — id. Nov. 1. 13. f. 2289— 90 (s. u. S. cya- 
nops). — Piscatrix Candida. Bp. Consp. II. p. 166. id. Compt. Eend. 
(1855)2. p. 1112. — Sula piscator. Cass. Un. St. Expl. Exp. p. 365. -- 
Hartl. W. Afr. No. 730. — id. Madagasc. (1861) p. 87. — Jerd. B. of 
Ind. III. p. 852. — G. E. Gray. B. Trop. Isl. p. 61. — id. Ibis. 1862. 
p. 250. — Gould. Handb. B. of Austr. sp. 664. — Sula piscatrix. Schleg. 
Mus. P. B. Pelec. p. 40. — Sula variegata. Pek. Novara - Keise. Vögel. 
p. 156. — 

Tococvo, Eingebornc der Marquesas (Jardine). 

Ad. Albus; remigibus et rectricibiis nigro-fiiscis ; gula 
nuda, facie rostroque pallide caeruleis, hoc basi riibente ; pedi- 
bus corallino-rubris ; iride brumiea; palpebris viridibus. 

Juii. Albus, dorso, alis et cauda fusco-cineraceis; alarum 
teetricibus albo-variis; rostro apice fuscescente. 

J u V. Pallide f usco-cinerascens , variegatus, subtus palli- 
dior; ventre albido; facie et pedibus sordide rubicundis. 
Long. c. 2V-, rostr. 3"2"'-, al. 15"-, caud. 8"-, dig. med. 2k". 

Südsee. (Bremer Museum.) 

Alt. Ganzes Gefieder weiss, nur die Schwingen, ihre Deckfedern und 
Eckflügel dunkelbraun, etwas grau angeflogen. Die Schwingen an Basis der 
Innenfahne weiss, was auf den Schwingen zAveiter Ordunng mehr Ausdehnung 
gewinnt , die letzten derselben ganz weiss. Schäfte der Schwingen hellbraun, 
unterseits weiss. Die weissen Federn des Hinterhalses und Rückens erschei- 
nen am Ende ganz schwach rostgelblich angehaucht, was besonders am Kopfe 
deutlicher hervortritt. 



Dysporus piscalor. Sö"? 

Schnabel dunkel schwärzliclirotli mit blasslionigrünliclien Tomienrändern, 
Spitzentlieile und Firste-, nackte Kopf'tlieile schmutzig- röthlichbraun , Kehle 
mehr braun; Füsse sclunutzig dunkclroth, Nägel weisslich. 

Etwas weniger ausgefärbte Vögel haben die Schwanzfedern noch dun- 
kelbraun, wie die Schwingen, mit weissen Schäften. 

Jüngerer Vogel (Bremer Museum) nicht blos Schwingen ixnd Schwanz- 
federn, sondern auch Flügeldecken, Schultern, Kücken, Mantel und Bürzel 
dunkelbraun, ebenso die unteren Flügeldecken und Tibialfedern. Das übrige 
Gefieder weiss, aber am Hinterkopfe und Hinterhalse mit deutlicher bemerk- 
baren rostgelben Endsäumen. Die Flügeldecken und Mantelfedern haben 
breitere und schmälere grauweisse Endsäume, erscheinen daher gescheckt. 

Schnabel und die nackten Kopftheile schmutzig fleischbräunlich, die 
Firste dunkelbraun und der Spitzeutheil schwarz. Füsse schmutzig orange- 
röthlich. 

Nestjunge sind mit einem dichten weissen Dunenkleide bedeckt. 
Junge im ersten Federkleide sind durchaus braun, erhalten aber bald 
weisse Federn. 

Zwischen den Geschlechtern findet keine Verschiedenheit statt ; das $ ist 
etwas kleiner. 

Die nackten Theile verändern ihre Färbung sehr nach dem Alter, wess- 
halb die Angaben der Reisenden oft erheblich abweichen. 

Im Leben: 

Alt: Schnabel hell Ulablau; nackte Kopftheile und Kehle fleischfarben; 
Füsse roth. 

Jung: Schnabel bräunlich. (Schlegel nach Boie.) 

Alt: Füsse cochenillroth ; Iris grau. 

Jung: Schnabel bläulichnelkenroth , nackter Augenring .dunkel bleifar- 
ben; Kehlhaut fleischroth. (Gould.) 

Alt: Schnabel hellblau, an der Basis glänzend roth gerandet; Wangen 
blau; Augenlieder grün; Iris braun; Kehlsack tiefschwarz; Füsse zinnober- 
roth. (Peale.) 

Gesicht schmutzig blau; Füsse blassblau. (Forster.) — 
Schnabel und Füsse glänzend bleigrau; Iris carneolroth (Hartlaub nach 
Philippi.) 

Jung: Iris grünlichgelb; Schnabel blaulichgriin , Spitze schwärzlich, 
Kopfhaut grünlichblau; Beine blaugrün. (Gräfi'e.) 

Schnabel hornbraun; Tarsen schwarz; Iris dunkelbraun. (Tschudi.) 

17 



358 Dysporus piscator. 

Alt: Gesicht, Schnabel und Füsse corallroth. 

Jung: Gesicht und Füsse schmutzig roth. (Sundevall). 



Länge. 


F 


1. 


Fliigtlsj 


litze. 


Mitl. Schw. 




F. 


22"- 28" 


14" 


3'" 


2"9"' 


7"10"' 




3"2"' 




13 




2 2 




6 3 




3 


13" 


3"'- 


-10"' 


2" — 2"1V" 


7"_8"8"' 


2'" 


9"'— 3" 




14" 


2'" 


2"3" 


'/ 


7" 6"' 




3"3"' 




14 : 


11 


— 




8 




3 7 




14 




— 




74 




3 7 




13 


9 


— 




6 3 




3 9 


Mundspalte. 


L. 


M. Z. 










3"9"' 




16"' 


2" 


alt. 








3 7 




15 


2 1'" 


jung- 








— 


12'"— 13"' 
14 


2 3 i 


Nach 


Schlegel. 






^" 




20 


2 4 1 










H 




20 


2 4 . 


variegata, nach Felzeln 


. 


4"9"' 




20 


2 6 











Die kleinste bekannte Dysporus-Art, von den übrigen Gattungsverwand- 
ten sehr leicht an den, auch im getrockneten Zustande noch erkennbar, rothen 
Füssen unterschieden. 

Wie die folgende Art (D. sula), so ist auch diese ausserordentlich weit 
verbreitet, obwohl unter etwas veränderten Verhältnissen und in geringerer 
Ausdehnung. Aus den bis jetzt vorliegenden Beobachtungen geht nämlich 
hervor, dass sie nicht so hoch nördlich wie jene , dafür aber südlicher vor- 
dringt, und vorzugsweise auf der östlichen Erdhälfte verbreitet zu sein 
scheint. 

In Amerika wurde D. piscator bis jetzt nur durch Salvin von Britisch 
Honduras nachgewiesen und von der Westküste (Peru , Tschudi , Chile , No- 
vara-Exped.). Das Britisch-Museum besitzt auch ein Exemplar von Jamaica, 
durch Gould. Kein anderer Naturforscher führt indess die Art aiis West-In- 
dien an, sie scheint also hier selten' zu sein. An der Ostküste Amerikas 
dürfte sie ganz fehlen, wenigstens wurde sie bis jetzt nicht liier beobachtet. 
Das Vorkommen im Atlantischen Ocean (bei St Helena im Leid. Mus,^ muss 
als durchaus zufällig betrachtet werden. Von der Westküste Afrikas*) ist 



') Im „Syslein der Urnilliol W.Afrikas" wird aus Versehen p. 258 S. piscator beschiie- 



Dysporus piscalor. 259 

die Art bis jetzt nicht nachgewiesen, dagegen von der Ostküste und zwar von 
Madagascar. 

Die Hauptverbreitung erstreckt sich also über die Küsten und Inseln, 
welche vom Indischen und Stillen Ocean bespült werden. 

Nach Blyth und Jerdon nicht selten in der Bai von Bengalen, auf den 
Malediven (Layard) •, von den Cocos-Inseln luid den Küsten Javas im Leide- 
ner Museum. Auch aus dem südlichen China (Carson) , Neu-Guinea (Ro- 
senberg) und den Phihppinen (Pickering) nachgewiesen. Nach Gould häufig 
längs der Nordküste Australiens. 

Im Stillen Ocean kennen wir bis jetzt folgende Localitäten : Gesell- 
schafts-Inseln , Huaheine, Oriadea (Forst.), Marquesas-Inseln (Jardine), Pau- 
motu-Gruppe, Honden-Island, Enderby-Island, Gardners-Island (Peale) und 
Phönixgruppe, Mc Keans-Insel (Peale, Gräffe). Die Freundschafts-Inseln führt 
Gray mit ? als Localität an. Gray nennt die Art auch unter den Vögeln 
Neu-Seelands ; sie würde also , wenigstens südUch , bis über die Wendekreise 
hinausgehen. 

In der Lebensweise kommt D. piscator ganz mit D. sula überein. Wie 
dieser ist es ein sehr geselliger Vogel, der sehr geschickt taucht und sich von 
Fischen und Crustaceen nährt. Peale fand im August auf Honden-Island 
(Paumotugruppe) Hunderte von Paaren nistend. Die ziemlich lose gebauten 
Nester befanden sich in und auf Büschen und enthielten theilweis noch Eier. 
Ebenso verhielt es sich auf Enderby-Island im Januar. Auch liier waren in 
manchen Nestern schon herangewachsene Junge, in anderen frischgelegte Eier. 
Meistens fand sich nur ein Ei oder ein Junges vor. Auch Mc Gillivray giebt 
nur ein Ei als die gewöhnliche Zahl an. Es ist von weisser Farbe. Mc Gil- 
livray fand im Mai auf Raine-Island an der Nordküste Australiens nur noch 
ein Ei ; die Brütezeit schien vorüber zu sein. Salvin untersuchte im Mai an 
den Küsten Honduras die Nistplätze dieses Tölpels. Das Brutgeschäft scheint 
also nicht an eine bestimmte Zeit gebunden zu sein. Ausführlich über das- 
selbe berichten übrigens Peale , Mc Gillivray und namentlich Salvin. (Ibis 
1864. p. 379.) — 

Nach von Tschudi*) verdanken die Guanolager an der Westküste Arne - 

ben. Das Exemiilar im Leidener Museum von der Goidküsle ist nämlich U. sula. (Sula 
fiber. auct.). 

•) Siehe Tschudi in: Denkscbrift. der kais. Akad. d. Wissensch. Wien II 2, et Peru- 
Reisescizz. I. p. 327. — 

17 • 



260 Dysporus sula. 

rikas hauptsächlich dieser Vogelart ihr Entstehen. Von Tschudi hält dieselbe 
zwar für verschieden von D. piscator und versucht sie s. n. Sula variegata 
als neu in die Wissenschaft einzuführen, allein die, übrigens höchst oberfläch- 
liche, Beschreibung zeigt deutlich, dass hier nur jüngere Vögel von D. pisca- 
tor gemeint sein können. Ebenso unhaltbar sind die Gründe, mit welchen 
von Pelzeln neuerdings die artliche Selbstständigkeit von D. variegata zu ver- 
theidigen sucht. 



sp. 98. I>ysporuS sula. (Liim.) 

t. III. f. 6. (Ei). 

Alt. 
Sula. Brisson. Orn. VI. (1760) p. 495. — Booby. Catesb. Carol. t. 87. 
(av. ad.) — Seeligmann. Samml. verschied, ausl. Vög. vol. III. (1753) t. 74. 

— Pelecanus Sula, Linn. S. N. (17ü6j p. 218. — Common Booby. Lath. Gen. 
Syn. III. p. 612. — Pelecanus Sula. Gml. S. N. p. 578. — Lath. Ind. Orn. 
IL p. 892. — Bechst. Lath. Uebers. III. p. 524, — IV. p, 532. — Sula austra- 
lis. Stephens. Gen. Zool. XIII. (1826) p. 104. — Dysporus sula. 111. Licht. 
Doubl. Verz. (1823) p. 87. No. 913 et 914. — Neuwied. Beitr, IV. (1832) 
p. 890. — Pelecanus sula. Vieill. Enc. Meth. I. p. 47. — id. Sula fusca. Gal. 
des Ois. IL (1834) p. 194. t. 277. (err. S. fulca). — Sula brasiliensis. Spix. 
av. Bras. IL p. 83. t. 107. (av. juu.) — Sula tusca. Nutt. Man. II, (1834) 
p. 400. — Sundev. Phys. Sällsk. Tidskr. (1837) p. 220. — Aud. Orn. Biogr. 
III. (1835) p. 63. — id. Syn. (1839) p. 311. — id. B. Am. (1844 j VU. p. 57. 

— Sula fulica. Less. Tr. d'Orn. (18ol) p. 601. — Pelecanus plotus. Forst. 
Descr. anim. (Phalacrocorax flavirostris. Gould. ap. Licht.) 1844, p, 278. — Sula 
fuscft et plotus. G.R.Gray. Gen, ofB. III. p. 666. — Gosse B. of Jaim. (1847) 
p. 417, — Lembeye. av. de la isla de Cuba. (1850) p. 135. — Sula brasilien- 
sis. Burm, Syst. Ueb, III, (1856) p, 458, — Dysporus brasiliensis, ßüpp. Syst, 
Ueb. p. 140. — Sula fusca. Peale. ün. St, Expl, Exp. — Hartl, Wiegm, Arch, 
1852. p, 125, — Gundl. Gab. J. f. Orn. 1857. p. 238. — id. 1861. p. 56. 

— Sula fiber. Blyth, Cat, B. As. Soc. p. 296. — Baird. B. N. Am. p. 872. 

— Cass. Un. St. Expl. Exp. p. 363. — Sula fusca. Gould. B. of Austr. VII. 
pl. 78. — Keichb. Neuentd. Vög. Neu-Holl. No. ü03. — id. Vollst. Natiu-g. 
Natat, t. 29, f. 850, (s. n. S, fusca. (f. 851.) s. n. brasiliensis.) — jd, Nov. 
t. 14. f. 2296—97. (fusca). — Dysporus sula. Bp. Consp. II. p,'164. — 
Sula über, G. K, Gray. B. Trop. Isl. p. Gl. — id. Ibis, 18b2. p. 250. — Jerd. 
B. of Ind. m, p. 851. — Schleg. Mus. P. B. Pelec. p. 41. — Gould. Handb. 
B, ofAust. IL No. G6.'i. — Sula fusca, Pelzeln, Novara-Keise. Vögel, p. 156. — 



Dysporus sula. 261 

Färbung gleich, aber Maasse geringerl (Länge 18".) 
Fou de Cayenne. Buff. PI. enl. 973. — Lesser Booby. Lath. Gen. Syn. 

III. p. fil4. — Felecanns parviis. Gml. S. N. p. 579. — Lath. Ind. Orn. II. 

p. 893. — Bechst. Lath. Uehers. III. p. b2h. — Vieill. Enc. Meth. l. p. 48. — 

? Pelecanus leucogaster. Bodd. — Pelecanus leucophaea. Steph. Gen. Zool. 

XIII. p. 106. — Sula parva. G. R. Gray. Gen. of B. App. p. 30. — Reichb. 

Vollst Naturg. Natat. t. 29. f. 852. — Dysporus parvus. Sundev. Phys. Sällsk. 

Tidskr. p. 220. — Bp. Consp. II. p. 164. — 

? Jüngerer Vogel: uropygium album (Briss. Linn.)!! 
Sula fusca. Briss. Orn, VI. p. 499. t. 43. f. 1. — Pelecanus über. Linn. S. 

N. p. 218. — Brown-Booby. Lath. Gen. Syn. IIL p. 613. — PI. enl. 974.— 

Pelecanus fiber. Gml. S. N. p. 579. — Lath. Ind. Orn. IL p. 893. — Bechst. 

Lath. Uebers. III. p. 525. — IV. p. 532. — Vieill. Enc. Meth. I. p. 48. — 

Dysporus til)er. Sundev. Phys. Sällsk. Tidskr. p. 220, — 

A d. Fuscus ; pectore, abdomine et cruribus albis ; subala- 
ribiis fuscis; rostro, sacco giilari pedibusque sordide olivaceo- 
flavis ; palpebris dilute caeruleis ; iride sordide viridi. 

Long. c. 28"; rostr. 3"7'" ; al. 15^"; caud. 8 9"-, dig. med. 3". 

(Bremer Museum.) 

Alt. Tief dunkelbraun; Kropf und übrige untere Theile rein weiss. 
Die längsten unteren Schwanzdecken und unteren Flügeldecken dunkelbraun; 
die Achselfedern weiss. SchAvingen dunkler als der Rücken, mehr braun- 
schwarz, Schäfte der Schwingen und Schwanzfedern ebenso. 

Schnabel, Augenkreis, nackte Kehlhaut, Beine, Zehen und Schwimm- 
häute schmutzig blassgelb; Nägel blasshornfahl. 

Die Geschlechter sind nicht verschieden, nur das ^ etwas kleiner. 

Junger Vogel. (Bremer Museum.) 

Einfarbig dunkelbraun, an Kopf imd Halse etwas heller. 

Schnabel und nackter Kehlsack violettschwarz; Füsse orangebräunlich. 

Gleich nach dem Auskriechen sind die Jungen nackt und von schmutzig 
bläulicher Farbe; sie erhalten jedoch bald ein weisses Dunenkleid und dann 
ebenso rasch Federn. 

Die nackten Theile variiren nach Alter und Geschlecht in der Färbung, 
und verändern durch das Austrocknen meist vollständig. 

Im Leben : 

Alt: Beine blass gelbgrünlich, Schnabel blass weisslichgrün oder röth- 
lich weiss, an der Spitze und Basis sehr blass gelbgrünlich, nackte Augen 



3ß-3 Dysporus sula. 

lieder himmelblau, nackte Kelilhaut blass weisslichgelbgrau. Iris weisslich 
silberfarben. 

Jung: Schnabel zum Theil graubraun, Spitze grünlichweiss. (Neuwied.) 

Schnabel gelblich hornfarben , die Basis und die nackten Zügel nebst 
der nackten Kehle weisshch fleischroth-, Iris periweiss. (Burm.) 

Alt: Schnabel hellgelb, gegen die Basis zu fleischfarben 5 nackter Au- 
genkreis gelb; Füsse blassgelb. Iris weiss. 

Jung: Schnabel dunkel, Füsse schmutzig gelb. (Cassin.) 

Schnabel grünlichgelb; nackte Gesichtstheile mehr schwefelgelb; Füsse 
grünlichgelb; Iris weiss. (Forster.) 

Jung': Schnabel bleifarben, weiche Theile und nackte Kehlhaut grün- 
lich; Beine blassorangebräunlich. (Gundlach.) 

Alt: Schnabel, Füsse und nackte Gesichtstheile schmutzig olivengelb; 
Augenring hellblau; Iris schmutzig grün. (Dohrn.) — 

Füsse licht fleischröthlichgrau ; Iris grauweiss. (Novara-Exp.) 



Länge. Fl. 




Flügelspilze. 




Mittl. Schw. 


F. 


c. 24''— 30" 15^" 




3"10'" 




7"6"' 


3"8'" 


15 




3 8 




5 


3 9 


14"2'"— 15 


"S"' 


S"^'"—b" 


S''A"'—9"3"' 


3'/6"'— 8'" 


Mundspalte. 


L. 


M. Z. 








4"6"' 


20''' 


2"5"' 




alt. 





4 5 21 2 7 jung. 

_ 17'"— 18'" 2"— 2"5"' (Nach Schlegel). 

Dieser Tölpel ist wegen seiner Färbung mit keiner anderen Art zu ver- 
wechseln und der einzige, welcher im Alter eine vorherrschend braune Fär- 
bung behält. Junge S. cyanops, die ebenfalls braun sind, unterscheiden sich 
doch stets dadurch, dass sowohl am Mantel und Kücken oder Bürzel schon 
weisse Federn auftreten. 

Die Verbreitung von D. sula ist eine circum-äquatoreale , die nördhch 
und südhch vom Aequator sich etwa, über die Wendekreise, bis zum 33. Brei- 
tengrade ausdehnt. In diesem enormen Gebiete, welches sich über Amerika, 
Afrika, Asien, die Inseln des Indischen und Stillen Oceans und Neu-Holland 
erstreckt, begegnen wir allenthalben dem „Booby," wie der Vogel von ;den 
Seefahrern genannt wird, selbstverständlich aber nur als Küstenbewohner, da 
sein Aufenthalt an das Meer gebunden ist. 

D. sula hat die weiteste Verbreitung, nicht allein unter allen seinen 
Gattungsverwaudtcn, sondern unter fast allen geliedcrten Mceresbewohneru. 



Dysporus sula. 363 

Uebcr die Verbreitung der Art haben wir folgende Notizen gesammelt: 
Amerika: Südliche Vereinigte Staaten (Küsten von Georgien und 
Florida, Audubon), Golt von Mexico (Baird), Bermudas (Wedderburn und Hur- 
dis) , Bahama-Iu^^eln (Bryant), St. Croix (Newton), Jamaica (Gosse), Cuba 
(Lembeye, Gundlach), Küsten von Venezuela (Taylor), Küsten von Guiana 
(Schomburgk), Küsten von Brasilien (bis St. Catharina herab, Burm. , Ha- 
fen von Rio- Janeiro, Neuwied.), Küsten von Peru und Chile (Brit. Mus.), Kü- 
sten von Central- Amerika (Sclater) , und Honduras (Bai von Fonseca. Ca- 
vendish) ; 

Afrika: Cap Verden (Dohrn), Westküste (Goldküste, Pel, Do Prin- 
cipe, Dohrn), häufig im ganzen rothen Meer ( Eüppell, v. Heuglin) •, (nicht auf 
Madagascar und den Maskarenen beobachtet); 

Indien: Küsten Arabiens (Lichtst.), Bai von Bengalen (Blyth, Jer- 
don), Malabarküste, Malacca (Blyth), Sumatra (Raffl.), Ternate (Forsten), Am- 
boina (Forsten), Neu-Guinea (S. Müller), häufig zwischen China und den 
Philippinen (Meyen), Philippinen (Cuming), Japan (Leid. Mus.); 

Australien und Polynesien: Nord - und Nordostküste Neu-Hol- 
lands (Mc Gillivray), Torres-Strasse (Gould), Neu-Caledonien (Forster, Ver- 
reaux), Tonga-Inseln, LordHowes-Island, Gesellschafts-Inseln, Huaheine, Oria- 
dea (Forster), Enderby-Island (Gray), Boningruppe (Kittlitz), Viti-Inseln, Sa- 
moa-Inseln, Mc Keans-Insel, Phönixgruppe (Gräflfe), Kingsmillgruppe, Gilberts- 
Insel , Paumotugruppe , Aurora-Insel (Peale), Marquesas-, Palmerston- und 
Christmas-Inseln, (letztere Angaben nach Gray). — 

Nach den älteren Angaben Latham's käme D. sula auch in Kamschatka 
vor, was indess jedenfalls unrichtig ist, ebenso wie die Angabe im Catalog des 
Britischen Museums „Magellans-Strasse." Letztere Localität führt Gray übri- 
gens fragend an. — 

D. sula ist auf den meisten Korallen-Inseln des Stillen Oceans Brut- 
vogel (nach Peale), ebenso in dem von uns zu besprechenden Gebiete Cen- 
tral-Polynesiens, denn ür. Gräffe sandte Eier von Mc Keans-Insel ein. 

Ebenso häufig brütet die Art in West-Indien, an den Küsten Floridas 
und in der Torres-Strasse. Nach Peale legt sie nur ein (bläulichweisses) Ei- 
das Nest wird von Zweigen auf niedrige Bäume gebaut. Im Widerspruch 
mit diesen Angaben versichern Gundlach, Bryant und Mc Gillivray, dass das 
Gelege aus zwei Eiern besteht , die nach Gundlach und Mc Gillivray weiss, 
nach Bryant grünlich mit einer Kalkmasse umgeben sind. Letztere Angabe 



364 Dysporus sula. 

können wir bestätigen, da unser Museum durch die Güte des Herrn Joh. Ces. 
Godeffroy in den Besitz des Eies gelangte. 

Dasselbe, von Dr. Gräffe auf Mc Keans-Insel eingesammelt, ist länglich, 
ungleichhälftig, am spitzen Ende deutlich zugespitzt und von schwach grün- 
bläulicher Farbe, Letztere kommt indess erst zum Vorschein, wenn man mit 
Hülfe eines Messers den matt gelblichweissen Ueberzug entfernt. Dieser kal- 
kige Ueberzug umgiebt das Ei nicht gleichmässig , sondern ist an manchen 
Stellen so dünn, dass etwas Bläuliches durchschimmert. An andern Stellen 
erscheint er dagegen ganz besonders dick und bildet merkliche Erhabenheiten, 
in denen sogar Eindrücke sichtbar, die jedenfalls im frischen Zustande beim 
Legen hineingekommen sind. Ebenfalls durch äussere Einflüsse hervorgebracht 
zeigt das Ei gegen die Spitze zu eine rostgelbliche Färbung. Länge 2"!'", 
Breite l"ß"'. — An den afrikanischen Küsten dürfte D. sula ebenfalls brü- 
ten; das Leidener Museum besitzt ein Exemplar, welches an der Goldküste 
im August erlegt wurde. 

Wie seine Gattungs verwandten lebt D. sula gesellig und ist ein unüber- 
trefflicher Stosstaucher. Seine Nahrung besteht ausschliessend aus Fischen, 
Nach beendeter Brütezeit zieht er sich mehr von den Küsten in's offene Meer 
hinaus. 

Einzelne Exemplare scheinen sich zufällig auch bis in grosse Ströme 
zu verirren; so erwähnt der Prinz zu Neuwied ein solches, welches auf dem 
Ohio erlegt wurde. 

Ueber die Lebensweise und das Brutgeschäft geben Bryant, Gundlach, 
Prinz zu Neuwied, Gosse und Gould ausführlichere Nachrichten. 

Brisson machte uns zuerst mit dieser Art bekannt und zwar in seinem 
„Sula." Dagegen bleibt Sula fusca. Brisson, auf Avelche Linne Pelecanus fiber 
begründete, durchaus dunkel und bezieht sich wahrscheinlich auf den jungen 
D. cyanops. Sundev. Jedenfalls ist es daher ungerechtfertigt, wenn die meis- 
ten Autoren unseren Vogel auf S. fiber. Linne zurückführen. 

Pelecaims parvus. Gmelin, welcher sich nur durch geringere Grösse un- 
terscheiden würde, scheint nur auf ein besonders kleines Exemplar begründet 
zu sein, und hat seither keine weitere Bestätigung gefunden. Dass bei diesen 
Vögeln überhaupt die Grössenverhältnisse ansehnlichen Schwankungen unter- 
worfen sind, wird bei keinem praktischen Ornithologen Verwunderung Erregen, 
Burmeister's Ansicht, dass der eigentliche Dysporus fuscus. (Vieill.) eine afri- 
kanische Art sei, die sich von der amerikanischen D. sula durch geringere 
Grösse (25 — 26") unterscheide, ist daher eine irrige. 



Tachypetes aquilus. 365 

sp. 99. Tachypetes aquilus. (Linn.) 

Pelecanus aquilus. Linn. Amoen. acad. IV. p. 238. — id. S. Nat. (1766) 
p. 216. — Edw. B. t. 309. — Fregata. Briss. Orn. VI. p. 506. t. 43. f. 2. A. 

— PI. enl. 961. — Frigate Pelican, white beadcd Frigate et Palmerston Fri- 
gate. Lath. Gen. Syn. III. p. 587. 591 et 592. No. 9. 11 et 12. — Pelecanus 
aquilus, leucocephalus et Palmerstoni. Gml. S. N. p. 572 et 573. — Lath. Ind. 
Orn. IL — Bechst. Lath. Uebers. III. p. 504. 507 et 508. — Fregata aquila. 
Illig. Prodr. 1811. p. 279. — Tachypetes aquilus. Vieill. Gah des Ois. (1825) 
t. 274. — Wied. Beitr. IV. p. 885. — Lesson. Tr. d'Orn. p. 606. — Tachy- 
petes aquilus et leucocephalus. Kittl. Kupfert. (1832) p. 15. t. 20. f. 1. u. 2. 
(opt.) — Tachypetes aquila. Nutt. Man. II. 1834. p. 491. — Aud. Orn. 
Biogr. IIL (1835) p. 495. — id. B. Am. VII. 1844. pl. 421. — Spix av. 
Bras. t. 105. — Fregata aquila. G.R.Gray. Cat. B. Brit. Mus. Pelecan. (1844) 
p. 190. — id. Attagen aquila. Gen. of B.IIL p. 669. — Tachypetes aquila 
et leucocephala. Reichb. Vollst. Natixrg. Natat. t. 31. f. 372. 373 et 374. — Ta- 
chypetes aquilus. Peale. Un. St. Exp. (1848).— Hartl. Wiegm. Arch. (1852) 
p. 124. — id. Fregata aquila. "VV. Air. No. 736. - id. Tachypetes minor. 
Madagasc. p. 87. — Tachypetes aquilus. Blas, et Bald. Naum. Vög. Deutschi, 
vol. Xm. p. 287. — Gosse B. of Jam. p. 422. — Gundl. Gab. J. f. Orn. 
1857. p. 239. — id. 1861. p. 57. — Bolle. Gab. J. 1856. p. 29. — Burm. 
Syst. Ueb. Bras. III. p. 549. — Bp. Consp. IL p. 166. — Cavendish. Ibis. 1859. 
p. 160. - Baird. B. N. Am. p. 873. — Salvin. Ibis. 1864. p. 379. — Ta- 
chypetes aquilus et Palmerstoni. Cass. Proc. Ac. Phil. 1856. — id. Un. St. 
Expl. Exp. (1858) p. 358 et 359. — Atagen aquilus. Gray. B. Trop. Isl. p. 61. 

— Fregata aquila. Schleg. Mus. P. B. Pelec. p. 2. — Attagen ariel. Krefft. 
1862. p. 191. - Tachypetes PaliTierstoni. Sclat. Proc. Z. S. (1864). Jan. — 
Attagen aquilus. Jerd. B. of Ind. III. p. 853. — Tachypetes aquila. Gould. 
Handb. B. of Austr. 11. p. (•)58. — 

Ad. Totus f uscescente - niger , nitore purpurascente ; alis 
aeneo - tinctis ; scapis rectricum fuscis; rostro dilute purpura- 
scente-caeruleo ; orbitis caeruleis; sacco gulari miniato; pedi- 
bus dilute rubentibus; planta aurantiaca; iride nigra. 

Foem. fusca; capite, collo corporeque subtus albis. 

Long. c. 3'-, rostr. 3"11"'; al. 22"3'"; caud. 16—17"; tars. 6". 

(Bremer Museum.) 

1 Alt. Das ganze Gefieder dunkel schwarz, je nach dem Licht mit 
stahlgrünem oder purpurviolettem Schimmer, der besonders an den langen, 
verschmälerten, lanzettfiirmig zugespitzten Federn des Mantels und der Schul- 
tern hervortritt. Schwingen und Schwanzfedern einfarbig dunkelsclnvarz ohne 



266 Tachypetes aquilus. 

ScMmmer. Schwingen unterseits schwarz , Schwanzfedern unterseits mehr 
braun. Schäfte der Schwingen oberseits schwarz , unterseits braun , der 
Schwanzfedern oberseits schwarz, unterseits weiss. 

Schnabel horngraubraun mit schwärzlichem Spitzentheil, nackte Augen- 
gegend und die nackte Kehlhaut fleischbräunlich ; Füsse, Zehen und Schwimm- 
häute schwärzlich. 

(Bremer Museum.) 

^ Alt. Ganz wie das J gefärbt, aber Kropfseiten, Brust und Bauch- 
seiten weiss •, die mittleren Flügeldecken braun, jede Feder mit dunklem Schaft- 
strich. Die Federn auf Mantel und Schultern sind nicht verschmälert , zeigen 
aber ebenfalls den violetten und grünen Schein, 

Schnabel grUnlichhornweiss, Spitzentheil weissfahl ; Füsse und Schwimm- 
häute roth, Nägel schwarz; nur das Kinn nackt iind ein sehr schmaler nack- 
ter Augenkreis. 

Jüngerer Vogel. (Bremer Mus.) 

Kopf, Hals, Brust, Bauch und After weiss •, Mantel und Schultern braun, 
ebenso die Brustseiten und einzelne Federn auf Brustmitte, die ein unregel- 
mässiges Querband bilden. Die oberen Fliigeldecken braun, mit fahlbräun- 
lichen Aussensäixmen. Grösste Schulterdecken, Schwingen, Schwanzfedern, Bür- 
zel, obere und untere Schwanzdecken schwarz. 

Schnabel graulichweiss ; Kinn nackt; Füsse bräunlich. 
Die Federn des Hinterhalses und auf Mantel zeigen noch keine Ver- 
schmälerung, dagegen laufen die Sclnvingen in eine scharfe Spitze aus. 
Nestjunge sind mit weissen Dunen bekleidet. (Leiden. Mus.) 
Bei jungen Vögeln zeigen die weissen Federn des Kopfes und Hal- 
ses zuweilen einen rostfarbenen Anflug. 

Im Leben: Schnabel blass purpurblau , längs der Mitte weiss, an der 
Spitze dunkel, nackte Zügelgegend purpurblau, Kehlsack orange, Füsse roth- 
braun ; Iris dunkelbraun. (Baird). 

Füsse, Schnabel und nackte Kehlhaut bräunlichfleischfarben, Iris hell- 
braun, (Bernstein). 

^ Schnabel bleigrau , nackte Gesichtstheile und Kehlhaut graulichblau, 
etwas dunkel ; Beine rosenroth , nach Innen schmutzig weiss ; Iris dunkel- 
braun, (Gundlach). J 



Tachypeles aquilus. 



367 



Länge. Fl. 


Mitt. Schw. 


Aenss. Schw. 




F. 


2'10"— 3'6" 23|" 


6"8'" 




16 " 




4" 2'" 


23 


6 9 




161 




4 8 


25* 


— 




16^ 




4 6 


22"3'" 


— 




16"4^'' 




3 11 


21 


— 




— 




3 6 


20|— 26 " 


— 




14—15^" 


3'/6'"— 4"10' 


18 —19^ 


— 




10—12 


3 


—3 1 


21^" 


— 




15^" 




4.^" 


Schnabelhöhe an Basii 


5. M. Z. 










12»'" 


24'" 


l- 


alt. Brasilien. 




13 
13» 


23 
25 


?. alt. 
jung. Texas. 




Bremer 

> 

Museum. 



12 



22 



(Nach Prinz Max.) 

— — (Mauritius. Hartl.) 

—r — aquila. \ 

\ (Nach Schlegel.) 

— — minor. ' 

— — Palmerstoni (nach Cassin). 

Von den zwei bekannten Fregattvögeln ist bis jetzt nur der grosse aus 
Central-Polynesien nachgewiesen, obwohl jedenfalls auch der kleine (T. minor. 
Gml. s. ariel. Gould.) hier vorkommen wird, da er von nahe gelegenen Loca- 
litäten (Neu-Caledonien) bekannt ist. 

• . Cassin's Versuch den grossen Fregattvogel in 2 Arten, eine atlantische 
(T. aquilus) und eine pacifische (T. Palmerstoni), zu trennen, hat sich als gänz- 
lich unhaltbar erwiesen, indem die Charactere, welche Cassin für Palmerstoni 
anführt „grösserer Kehlsack, schmälere Schwung- und Steuerfedern, ungleich 
längerer Schwanz und geringere Grösse", keineswegs constant sind und auf 
zufällige Abweichungen zurückgeführt werden müssen. Wir selbst haben 
zwischen Exemplaren von Mc Keans-Insel und Brasilien nicht den geringsten 
Anhalt zu einer specifischen Abtrennung finden können. Ueberdies ist es 
auch ungerechtfertigt, wenn Cassin die kleineren Vögel auf T. Palmerstoni. 
Gml. bezieht, indem Latham von diesem gerade grö ssere Maasse als von aqui- 
lus angiebt. — 

T. aquilus ist über die tropischen und subtropischen Meere beider Erd- 
hälften verbreitet und findet sich daher im Atlantischen-, wie Indischen- und 
Stillen Ocean. Als gewaltiger Flieger wird er oft weit vom Lande entfernt 



368 Tachypetes aquilus. 

in hoher See angetroffen, obwohl er sich meistens mehr in der Nähe der Küs- 
ten aufhält. 

Bezüglich der geographischen Verbreitung dieses gewaltigen Räiibers 
unter den Seevögeln haben wir folgende Notizen gesammelt: 

Küsten der südlichsten Vereinigten Staaten, Texas, Florida (Baird), Golf 
von Mexico (Audub.), West-Indien : Cuba (Gundlach), Jamaica (Gosse), Antigua 
und St. Croix (Newton), Bahama - Inseln (Bryant), Bermudas (Wedderburn) •, 
Küsten von Guiana (Schomburgk) und Brasilien (Prinz Max, Burm.); west- 
liche Küsten Amerikas : Californien (Baird) , Venezuela (Sclat.) , Honduras 
(Salvin), Peru (Tschndi) und Gallopagos (Darwin); im Atlantischen Ocean : 
Insel Ascension (Lesson. Sclat.), Cap-Verden (Bolle) ; Westküste Afrikas (Mor- 
gan), Congo (Tukey) ; Madagascar und Mauritius (Goudot), Rodriguez (New- 
ton) ; im Indischen Ocean: Ceylon (Kelaart), Cocos-Inseln, Malabarküste und 
Bai von Bengalen (Jerdon), Sumatra (Raffles); Molucken; Halmahera (Leid. 
Mus.), Batjan (Leid. Mus.)-, im Stillen Ocean: Nord- und Ostküste Austra- 
liens (Gould), Brampton-Shoals (Leid. Mus.), Neu-Caledonien (Forst.), Samoa- 
Inseln (Rosa-Island, Peale) , Phönix-Gruppe, Mc Keans-Insel (Gräffe), Gesell 
Schafts- (Tahiti Forst., Huaheine Sclat.) und Marquesas-Inseln (Forst.), Pau- 
motu-Gruppe (Honden-, Bow- und Ducis-Isl. Peale), Palmerston - Island (La- 
tham), Corallriffe nördlich von den Sandwich-Inseln (Kittlitz) und Sandwich- 
Inseln (Gray). — 

lieber die Lebensweise und das Brutgeschäft dieser Art theilen Cassin, 
Gundlach, Cavendish imd Salvin ausführliche Nachrichten mit. 

Wie Bechstein (Naturg. Vög. Deutschi. 2. Ed. III. p. 75fiJ versichert, 
wurde im Januar 1792 ein Fregattvogel auf der Weser bei Münden erlegt. 



Anhang. 



Wir müssen zum Schhiss noch einiger Arten gedenken, die bisher ent- 
weder irrthümlich zur Ornis Central-Polynesiens gerechnet wurden oder deren 
richtige Deutung, wegen ungenügender Beschreibungen, nicht mehr möghch 
ist xmd die somit keine weitere Beachtung verdienen. 

1. Halcyoii Jacquinoti. G.K.Gray. 

Alcedo diophthalmo-rufo-ventro. Hombr. et Jacq. Ann. des Sc. Nat. Se- 
conde S^rie tom. XVI. (1841). p. 315. — Halcyon (Actenoides) Jacquinoti. 
G.K.Gray. B. Trop. Tsl. (1859) p. 7. — 

Der von Hombron und Jacquinot unter obigem Namen beschriebene Eisvo- 
gel (angeblich male adulte) von Vavao, Tonga-Inseln, ist ohne jeden Zweifel nur 
das $ von H. Mac Leayi. Jard., eine Art, die bekanntlich mit Sicherheit den 
Continent Australiens bewohnt. Es darf daher wohl als gewiss angenommen 
werden, dass in der Localitätsangabe ein Versehen begangen worden ist. 
Diese Ansicht gewinnt umsomehr an Wahrscheinlichkeit, als im Text zu der 
voy, Pole sud (Jacqu. et Euch.) die Art ganz übergangen und überhaupt kein 
Eisvogel aus Oceanien erwähnt wird. Wir nehmen daher billig Anstand 
Halcyon Macleayi mit als Bewohner der Tonga-Inselu aufzunehmen. — 



2. üaxicola Inctnosa. Müll. — Bp. Consp. I. p. 304. 

wird von Gray aus Versehen unter den Vögeln der Navigator-Inseln angeführt 
(B. of Trop. p. 14). Diese Art kommt bekannthch nicht von Samoa, sondern 
Samao, einer kleinen Insel in der Nähe Timors. 

Dagegen führen Quoy et Gaimard (voy. l'Astr. Zool. I. p. 150) eine „Tra- 
quet" (Saxicola) von Tongatabu an, ohne dieselbe indess zu beschreiben. 



370 Anhang. 

3. Ijalage pacifica. (Gmi.) 

Pacific Tnisli. Latli, Gen. Syn. II. p, 38. — Turdus pacificus. Gml. S. 
N. I. (1788) p. 8J3. — Lath. Ind. (Jrn.p. 337.— Beclist. Latli. Uebersetz. IL 
p. 35. -_ IV. p. 235. — Vieill. Noiiv. Dict. d'Hist. nat. XX. p. 265. - id. 
Enc. Metli. p. 662. — Hartl. Wiegm. Arch. (1852) p. 130. — Campepliaga 
(Lalage) pacifica. G. K. Gray. B. Trop. Isl. p. 22» — '? Lalage pacifica. Hartl. 
Gab. J. f. Orn. 1859. p. 169. — ? Ceblepyris karu. Quoy et Gaim. voy. l'Astr. 
Zool. p. 159. — 

Oberseite aschfarben ; Kopfseiten , nnter den Augen und alle unteren 
Theile bräunlichweiss , die Hals- und Brustseiten am meisten in's Braune. 
Zwischen Schnabel und Auge ein dunkelbrauner Streif. Schwanz schwarz mit 
weisser Spitze. 

Schnabel und Füsse dunkelbraun, Länge b^". — 

Latham beschreibt diese Art nach einem Exemplar in der Sammlung 
des Ritter Banks. Nach Gray's freundlicher Mittheilung besitzt das Britische 
Museum einen hierher gehörigen Vogel, der angeblich von Tongatabu herstam- 
men soll. Diese Localität bleibt aber vorläufig sehr fraglich , denn auch La- 
tham sagt „soll von den Tonga-Inseln kommen." — 



4. Corvns australis. Gml. 

South Sea Raven. Lath. Gen. Syn. I. p. 363. — Corvus australis. Gml. 
S.N. I. p. 365. — Bechst. Lath. Uebersetz. I. p. 304. — C. enca (part.) Wagl. 
Syst. av. Corvus sp. 11. — C. coronoides. (part.) Bp. Consp. I. p. 385. — C. 
australis. G.R.Gray. B. Trop. Isl. p. 24. -^ 

Dunkelschwarz-, Federn unter dem Kinn sehr locker, Schwungfedern 
bräunlichschwarz. Schnabel, Füsse und Klauen schwarz. 

Länge 19''. Schnabel 2f'. Schwanz 8". 

Latham beschreibt diesen Raben von den Freundschafts-Inselu. Diese 
Localitätsangabe ist indess falsch, denn jedenfalls bezieht sich C. australis auf 
die Art Neu-Hollands, C. coronoides. Vig. — Sie ist also aus der Liste der 
Südseevögel zu streichen» — 



Anhang. g^l 



5. C'ollirnba crilStata Temm. et Knip. Pig. t. 9. — id. ed. 8" p. 108. — 

C. versicolor. Lafresii. — (ieotrygon sylvatica. Gosse, B. of Jam, 111. 
t. 84. — Reichb. f. 2482—83. et 2599. — Geotrygon cristata. Bp. Consp. II. p. 70. 

Temminck bezieht irrthiimlich das Vaterland von C. paciiica. Gnd. auf 
diese Art, die aber keineswegs die Freundschafts-Inseln , sondern Jamal ca 
bewohnt. 



6. Collimba rilSOria. Less. Tr. d'Orn. p. 473. — 
Turtu^ — ? G.R.Gray. B. Trop. Isl. p. 43. — 

Von dieser Taube nennt Lesson nur den Namen mit dem, ohne Zweifel 
irrthümlichen, Zusätze „des tles Tonga." 

Selbstverständlich nehmen wir weiter keine Notiz von diesem Citat. 



7. ? CaloenaiS. — sp. G.R.Gray. B. Trop. Isl. p. 45. 

Pacific Pigeon. Lath. Gen. Hist. VIII. (1823) p. 45. No. 55. 

Latham beschreibt hier eine bisher unbekannt gebliebene Taube aus der 
Collection von General Davies von Howe's-Island. 

Gray verwechselt diese Insel mit Lord Howe's-Island oder Vavao und 
nimmt die Art daher mit unter die Vögel der Tongagruppe auf. 



8. Collimba auricularis Temm. et Knip. Pig. t. 21. — 

^- Temminckii. Wagl. Syst. av. spec. 40. - Carpophaga ? auricularis. 
br. K. Gray. Gen. of B. — Craspedoenas auricularis. Reichb. Tauben, p. 56. f. 
3363. — Rhagorhina auricularis. Glog. 

Käme nach Wagler von den Freundschafts-Inseln, ist aber bekanntlich, 
wie zuerst Bonaparte nachwies, ein Kunstprodukt, nämlich eine weisse Haus- 
taube, der man künstlich nackte Kehllappen angesetzt und sie so verunstal- 
tet hat. 

Temminck beschrieb sie zuerst nach Exemplaren im Museum Ray zu 
Amsterdan^ Gegenwärtig befinden sich die sonderbaren Exemplare, neben 



373 Anhang. 

andern Kunstprodukten besonders verwahrt, im Leidener Museum, wo wir die- 
selben oft sehen konnten. Unbegreiflich schien es uns dabei, wie man den wah- 
ren Charakter dieser Tauben nicht eher gewahr wurde. 



9. Colamba pacifica var. A. Lath. Ind. Orn. II. p. 600. — 

id. Ferruginous-vented Pigeon, Gen. Hist. VIII. p. 44. — Bechst. Lath. 
Uebersetz. vol. II. p. 612. (Note.) 

Kopf, Hals, Brust imd Bauch weisslich; Rücken, Flügeldecken und 
Schwanz blassgrün. Schnabelwurzel zu einem grossen Höcker aufgetrieben. 
Augenkreis nackt, roth. 

Otaheite, Tongatabu. 

Latham betrachtet diese Taube nur als Varietät von pacifica, indess 
scheint uns Dies nicht wohl zulässig, da die Beschreibung gar zu sehr abweicht. 

Die Art (?) dürfte daher unter den Dubiosa am besten ihren Platz finden. 



lO. Oalliiis bankiva. Temm. 

Galhxs tahitensis. Ilartl, Cab. J. f. Orn. 1851. p, 169, — Gallus bakiva. 
var. tahiticus. (Peale.) Cass. Un. St. Expl. Exp. 1858. p. 290. — Gallus ban- 
kiva. var. G.R.Gray. B. Trop. Isl. 1859. p. 46. — 

Ueber das Vorkommen von wilden Hühnern auf den Inseln Central- 
Polynesiens haben wir nirgends einen sichern Nachweis finden können und 
wissen daher nicht, auf welche Quellen sich Gray bei der Angabe „Viti- und 
Tonga-Inseln" stützt. Peale fand das Huhn, welches er für Varietät von G. 
bankiva hält, nur auf den Societäts-Inseln im wilden Zustande. 



Nachtrag. 



Kivz vor Beendigung des Druckes erhalten wir durch die Güte des 
Herrn Joh. Ges. Godeffroy noch eine grössere Sendung Vogelbälge und Eier, 
die von dem Eeisenden Herrn Dr. Gräffe auf der Viti-Gruppe gemacht wurde 
und zwar auf den Inseln Viti-Levu, Ovalou und Kanathia, der nördlichsten 
der Gruppe. Letztere wm-de somit das erste Mal der Ornithologie zugänglich 
gemacht. 

Obwohl die Sendung lauter bekannte Arten umfasst, so enthält sie doch 
manche Alters- und Färbungsstufen über die wir einige Worte sagen müssen. 
Unter den Eiern sind einige bisher unbekannte dabei, welche wir theilweis 
noch auf einer Uten Kupfertafel zur genaueren Kenntniss bringen. 

Zu Astur crueiitus. sp. 2. 
t. XIV. f. 1. 2. (Eier). 

Zwei alte Exemplare von Ovalou zeigen die oberen Theile deutlicher 
schiefei-grau blaulich, die unteren heller röthlich, ähneln daher fast ganz dem 
in Schlegel's Vogels van Ned. Indie 1. 14. f. 2. dargestellten Exemplar. 

Bei dem einen ist das rothe Querband über den Hinterhals stark grau 
verwaschen; die röthlichen unteren Flügeldecken zeigen hellere schmale Quer- 
linien. 

Ein junger Vogel von Ovalou weicht von dem durch Cassin be- 
schriebenen nicht unerheblich ab, wesshalb mr hier die genaue Beschreibung 
geben : 

Ganze Oberseite dunkelbraun, jede Feder mit deutlichem rostbraunem 
Endsaume, die Basis der Kopf- und Nackenfedern weiss. Federn des Nackens, 
Hinterhalses und der Halsseiten rostbraun, mit grossem dunklen Schaftfleck 
imd verwaschener dunkler Querbinde vor dem Ende. Schwingen braun- 

18 



374 Nachtrag. 

schwarz, an Innenfahne nicht ganz bis zum Ende breit rostroth gerandet und 
mit 8 — 10 schwarzen Querlinien, die auch auf der Unterseite deuthch her- 
vortreten. Schwingen unterseits im Uebrigen grau mit dunklem Ende. 
Schwanzfedern dunkelbraun, am Ende schmal rostfarben gesäumt, ebenso aber 
blasser am Kande der Innenfahne, mit 12 — 13 schwarzen» Querbinden, die 
auf der Aussenfahne und den zwei mittelsten Federn nur sehr schwach an- 
gedeutet, daher wenig bemerkbar sind, unterseits aber, mit Ausnahme der äus- 
sersten Feder jederseits deutlich hervortreten 5 übrige Schwanzimterseite bräun- 
lichgrau. 

Kopfseiten und Olirgegend weiss, mit dunkelbraunen breiten Schaftstri- 
chen, daher letztere Farbe vorherrschend. Knn und Kehle gelblichweiss mit 
dunkelbraunen schmalen Schaftstrichen. Uebrige untere Theile ebenfalls gelb- 
lichweiss, die Kropffedern mit grossem, rothbraunen, herzförmigen Endfleck 
und brauner Querbinde an Basis, die Federn der Brust und Brustseiten, sowie 
auf Bauch und Bauchseiten mit vier breiten rostbraunen Querbinden. Schenkel- 
federn rostroth, mit dunklerer Querlinie vor dem Ende jeder Feder. Untere 
Schwanzdecken weiss, mit rostrothem herzförmigen Fleck vor dem Ende. Un- 
tere Flügeldecken blass rostroth mit dunkelbraunem Schaftfleck. 

Schnabel schwarz, der obere an Basis gelb. Füsse gelbHch, Zehen 
schwarz. 

Dieses Exemplar stimmt übrigens sehr gut mit dem jungen J von Hal- 
mahera in Schlegel's Vogels van Ned. Indie t. 15. f. 1. übereiu. 

Die Maasse sind die bereits angegebenen. 

Ein frisches Gelege von vier Eiern , aus einem roh aus Reisern verfer- 
tigten Horste von 0"\^alou, zeigt eine schöne Suite verschiedener Färbungsstu- 
fen, von denen wir die zwei abweichendsten nachträglich noch auf t. XIV. 
f. 1 und 2 darstellen. 

Das eine Ei ist fast ganz einfarbig weiss und zeigt nui- einige unbedeu- 
tende kleine Pünktchen. 

Nach Gräffe lässt A. criientus einen nicht unmelodischen würgerartigen 
Gesang hören. 

Zu Circus assimilis. sp. 3. 

t.XIV. f. 3. (Ei). 

Vier Exemplare von Viti-Levu und Kanathia tragen sämmtlich das jün- 
gere Kleid und stimmen mit dem p. 8 beschriebenen ganz überein, nur treten 
die Schwanzbinden nicht deutlich hei'vor, sondern die Schwanzfedern sind dun- 



Nachtrag. 275 

kelbraun mit breitem braunschwarzen Ende, auf Innenfahne rostbraunroth mit 
drei unregelmässigen dunkelbraunen Fleckenquerbinden. 

Zwei Eier von Ovalou, angeblich als die von Astur cruentus bezeichnet, 
gehören ohne Zweifel zu C. assimilis und stimmen am besten mit der Beschrei- 
bung die Gould von den Eiern dieser Weihe giebt. 

Sie sind rundlich eiförmig, ziemlich gleichhälftig und unterscheiden sich 
ausser der geringeren Grösse, auch sehr deutlich durch den Glanz ihrer Ober- 
fläche und die Färbung. Letztere ist rein weiss und scheint nur durch äus- 
sere Einflüsse einen schwach schmutzig bräunlichen Ton erhalten zu haben, 
wie derselbe so häutig bei weissen Eiern entsteht. Das eine Ei zeigt jedoch 
am spitzen Ende einige mattbraune Flecke, die ursprünglich zu sein scheinen. 
Länge 1"6'". Breite 1"3'". 

Zu Strix (lelieatula. sp. 4. 
Ein Exemplar von Viti-Levu. 

Zu Platycereus splentlens. sp. 6. 

Vier Exemplare von Viti-Levu stimmen ganz mit der von uns gegebe- 
nen Beschreibung überein, doch wäre noch zu erwähnen, dass bei zwei Exem- 
plaren schwarzbräunliche Federchen am Kinnwinkel stehen. 

Nachdem wir nun an zwanzig Exemplare sämmtlich von Viti-Levu un- 
tersuchen konnten , überzeugten wir uns vollständig von der Existenz nur 
Einer rothen Platycereus- Art (splendens) und müssen das gleichzeitige Vorkom- 
men von PI. tabuensis. Gml. (= atrigularis. Peale.) auf den Viti-Inselu durch- 
aus bezweifeln. Letztere Art gehört entschieden nur der Tonga-Gruppe an. 

Zu Platycereus persoiiatus. sp. 7. 

Acht Exemplare von Viti-Levu zeigten nur insofern leichte Färbungs- 
verschiedenheiten, dass bei einzelnen der orangefarbene Fleck des Unterbau- 
ches bis in's Orangerothe zog. Ein Exemplar zeigte die Schwanzfedern von 
unten mit heller Endspitze. Diese und die vorhergehende Art bewohnen nach 
Gräfi"e nur die 4 Inseln : Viti-Levu, Vanua-Levu, Sommo-Sommo und Candara. 
Fl. 8"3'"— 8"11'". Schw. 8"2'"— 11"'. F. 12^'"— 15'". 

Zu Haleyoii saera. sp. 13. 

Ein Exemplar von Ovalou ähnelt dem p. 34 beschriebenen jüngeren 
Vogel, indem es ein breites rostgelbes Band vom Nasenloch über das Auge 

18* 



% 



376 Nachtrag. 

weg um den Hinterkopf lieruni zeigt , der Ton des Blaues auf Kopf und 
Rücken ist aber heller. 

Maasse etwas geringer: 

G. L. c. 8{". Fl. 3"5"'. Schw. 2"6"'. F. 16'". 

Zu Halcyoii Cassini, sp. 15. 

Ein Exemplar von Ovalou stimmt ganz, wie wir oben auseinandersetz- 
ten, mit dem von Cassin t. XVI. f 1. dargestellten Vogel überein, die Fär- 
bung des Oberrückens zieht aber mehr in's Grünblaue, auch der Oberkopf 
unter gewissem Licht. Vom Nasenloch bis über das Auge jederseits eine 
schmale rostgelbe Linie. Ein breiter schwarz und blau gemischter Streif von 
der Basis des Oberschnabels durch und unter dem Auge über die Ohrgegend 
hin umgrenzt schmal auch den Hinterkopf. Am Hinterkopfe eine Reihe rost- 
gelber Federn, die aber von den blauen verdeckt werden. Das weisse Hin- 
terlialsband rostgelb verwaschen, die Federn mit schmalen verwaschenen End- 
spitzchen. Untere Flügeldecken und Schenkelseiten rostgelblich verwaschen 
übrige Unterseite weiss. 

G. L. 8j". Fl. 3"7'". Schw. 2"4'". F. 16'". 

Zu Collocalia spodiopygia. sp. 19. 
t.XTV. f. 4. (Ei). 5. (Nest). — 

Ein alter Vogel von der Insel Kanathia in Grösse und Färbung ganz 
wie solche von Viti-Levu. 

Nester und Eier von Ovalou. 

Ein sehr gut erhaltenes frisches Nest ist äusserst kunstvoll gebaut, von 
länglich ovaler, napfförmiger Gestalt, ziemlich flach, 3i" lang und 1|" im 
Durchmesser. Es ist durchaus aus feineren oder stärkeren Moosfasern, von 
frischer grüner und gelber Farbe, verfertigt, die mit einem leimartigen Spei- 
cheldrüsensecret zusammengeklebt sind und daher ein dichtes, dickes und sehr 
festes Ganze bilden-, besonders dicht ist der Rand imd die seitlichen Anhef- 
tungspunkte, an denen die leimartige Masse vorherrscht. 

Ein anderes Nest von mehr rundlicher Form, 3" lang bei 2{" Durch- 
messer und bedeutenderer Tiefe, ist minder sorgfältig, loser gearbeitet und hat, 
jedenfalls durch die öftere Benutzung, eine schwärzliclie Farbe. 

Die Eier ähneln ganz denen von C. esculenta. L. (Thienem. t. XLII. f. 4), 



Nachtrag. 277 

haben dieselbe längliche , walzenförmige Gestalt mit stark abgestumpften Po- 
len, einen schwachen Glanz und sind rein weiss. 

Länge 8"'— 9"'. Breite 5^'"— 6'". 

Zu Myzomela jugularis. sp. 22. 

Zwei Eier von Ovalou von rund-eiförmiger Gestalt, ganz wie sie die 
von Thieneniann (t. XVII.) dargestellten Eier von Nectarinia flaveola (f. 6.) 
und N. mystacalis (f. 7.) zeigen. Die Färbung ist weiss, mit einem schwa- 
chen Glanz. 

Länge 7'". Breite 6"'. 

Zu Myzomela nigriventris. sp. 23. 

Zur Synonjrmie fiige zu: 

Nectarinia cardinalis. Hahn. Vög. aus As. Afr. etc. Liefer. XX. (1836) 
t. 6. f. 1. (bon.) 

Zu Ptilotis cariineulata. sp. 24. 

Ein als zu obiger Art gehöriges Ei von Ovalou stimmt nicht genau mit 
dem von uns t. I. f. 2. abgebildeten iiberein , indem es am stumpfen Ende 
sehr grosse blassrothbraune Flecke zahlreich zeigt, die mit einzelnen blass 
graulichvioletten gemischt sind und beinah einen sehr deutlichen Fleckenkranz 
bilden. Auch ist die Form eine andere, indem das vordere Ende viel deut- 
licher zugespitzt erscheint. 

Länge 10'". Breite 8'". 

Wir vermuthen, dass dies Ei Pt. procerior angehören werde. 

Zu Ptilotis procerior. sp. 25. 

Drei Exemplare von Ovalou ganz übereinstimmend •, das eine zeigt etwas 
grössere Dimensionen, 

Fl. 3"11'". Schw. 3"1'". F. 9'". 

Zu Moiiarcha Lessoni. sp. 39. 

Bin Exemplar von der Insel Kanathia, Viti-Gruppe, jedenfalls noch nicht 
vöUig ausgefärbt, zeigt die Oberseite mehr dunkel braungrau ; Zügel und einen 
schmalen Ring um's Auge weiss. Schwingen schwarzbraun , ohne weisslich- 
graue Aussenränder, aber an Aussenfahne schmal fahlbraun gesäumt. 

Der Schnabel einfarbig schwarz, erscheint mehr gestreckt , die Dimen- 
sionen überhaupt etwas bedeutender. 
G. L. c. 5^". Fl. 2"5'". M. Schw. 2"3'". Aeuss. Schw. 2". F. 5'". L. 7"'. 



278 Nachtrag. 

Zu Myiagra castaneiventris. sp. 42. 
t.XIV. f. 6. (Ei). 

Die Eier (6 St.) von Viti-Levu ähneln denen unserer Muscicapa atri- 
capilla. Sie sind rund eiförmig am vorderen Ende sanft zugespitzt, haben eine 
glatte, etwas glänzende Schaale und sind einfarbig hellblau mit einem schwa- 
chen Hauche in's Grünliche. Länge 7^'"— 8'". Breite 6'"— 6V". 

Zu Aplonis tabuensis. sp. 47, 

Exemplare von der Insel Kanathia ganz wie diese von Ovalou. 

Die lanzettförmigen Federchen des Oberkopfes besitzen einen schwachen 
Bronceschimmer, Kinn, After und untere Schwanzdecken ziehen bei manchen 
Exemplaren in's blass Rostfarbene. 

Fl. 3"l(y"-4". Schw. 2''2'"— 4'". F. 7—8"'. 

Zu Ptiliiiopiis Perousei. sp. 50. 

Eine Suite von 18 Stück (14 von Viti-Levu und 4 von der Insel Ka- 
nathia) zeigt die vollständigste Serie von Uebergängen vom Jugendkleide 
(Cesarinus) bis zum völlig ausgefärbten (Perousei). Ueberdies beweist sie 
auch, dass die Farbenveränderung theilweis durch Verfärben stattfindet. Doch 
finden sich auch Exemplare, bei denen die rothen Federn des Mantelbandes 
durch Mauser entstehen. 

Ein alter Vogel zeigt Mantel und*Hinterrücken noch gelbgrün. 

Ein anderer alter Vogel hat an den weissgrauen ScliAvanzfedern noch 
eine breite grüne, zuweilen schon durch Grau unterbrochene Endbinde ; ebense 
sind die letzten Schwingen zweiter Ordnung noch grün. 

Ein Exemplar im Uebergange besitzt grossentheils schon die Färbung 
des alten Vogels, aber die rothe Stirnplatte ist noch mit grünen Federn ge- 
mischt, ebenso der Hinterhals , der Rücken mit grünen und gelben Federn, 
das rothe Mantelband ist noch sehr unvollständig vorhanden ; die Flügeldecken 
sind theilweis grau mit grüngelben Säumen, einzelne aber noch grün : die ro- 
then unteren Schwanzdecken haben gelbe Endspitzen-, auf Brust noch einzelne 
grüne Federn, sonst die Unterseite wie am alten Vogel. 

Vier jüngere Vögel ganz wie der p. 112. beschriebene (cesarinus), aber 
Hinterkopf, Hinterhals und Halsseiten deutlich graulich grasgrün, Kinn und 
Kehle weiss, die Kropffedern am Ende schön graulichweiss. / 

Ein anderer jüngerer Vogel, noch ohne rothen Brustfleck, sonst ganz gleich 
gefärbt zeigt auf der Mitte einzelner der grünen Mantelfedern röthliche Flecke. 
^l 4"3"'_5"1'". Schw. 2"4'"— 2''9'". 



Nachtrag. ^ 279 

Wir bemerken noch, dass der lebhafte metallische Kupferschimmer der 
grünen Federn , wie ihn namentlich unser Exemplar von cesarinus so lebhaft 
zeigt, durch Nasswerden entsteht , wie uns jetzt genaue Untersuchungen und 
Experimente mit solchen grünen Federn bewiesen haben. 

Zu Chrysoena luteoTirens. sp. 54. 

Heisst „Vunice" auf Viti. Die Stimme ähnelt täuschend dem fernen 
Bellen eines Hundes (Gräffe), ist also ganz wie sie Peale von Carpophaga la- 
trans angiebt. Das Nest besteht aus kunstlos zusammengehäuften Reisern auf 
den Aesten eines Baumes, also ganz wie bei Ptilinopus. 

Zu Columba vitiensis. sp. 55. 
t. XIV. f. 7. (Ei). 

Die Messung von vier Exemplaren von Viti-Levu ergaben theilweis an- 
dere Dimensionen als die oben von uns initgetheilten. Heisst „Sogi" auf 
Viti. (Gräffe). 

Fl. 7"6'"— 8"3'". Schw. 5"1'"— 8'". F. 7"^— 9'". 
Das Ei von Viti-Levu ist länglich oval, fast gleichhälftig, an beiden En- 
den beinah gleichmässig und ziemlich auffallend zugespitzt, hat ein sehr fei- 
nes Korn, ohne bemerkbare Poren, und ist rein Aveiss mit etwas Glanz. 
Länge 15'". Breite 10^'". 

Zu Carpophaga latraiis. sp. 57. 

Ein Exemplar von der Insel Kanathia ganz gleich mit zweien von 
Viti-Levu. 

Die unteren Schwanzdecken variiren vom hellen Rostgelb bis hell rost- 
gelblichweiss. Fl. 8"d"'—9"2"'. Schw. 5"11'"— 7". 

Zu Carpophaga paciflca. sp. 58. 

Ein J von der Insel Kanathia ganz wie die von Upolu. Füsse lebhaft 
purpurroth. Fl. 8"lU'". Schw. b"i"'. 

Zu Didimciilus strigirostris. sp. 60. 

Ein schönes altes ^i, von Apia auf Upolu beweist, dass diese seltene 
Taube auf der Insel keineswegs schon vollständig ausgerottet ist. 

Zur Beschreibung wäre noch hinzuzufügen: Untere Flügeldecken und 
Achselfedem schwarzbraun, ebenso die Unterseite der Schwingen, Schwanz 
unterseits kastanienrothbraun, ebenso die unteren Schwanzdeckeu. 



380 Nachtrag. 

G. L. c. 13". Fl. 7"3'". M. Schw. S"6"'. Aeuss. Schw. 3"4."\ F. 10'". 
Schnabelhöhe an Basis 6|"'. Mundspalte 9"'. L. 19'". M. Z. 13'". 
Mit Nagel 16'". H. Z. 7'". Mit Nagel 9^'". 
Dr. Gräffe berichtet über dieses Exemplar noch ,,dass er den Kropf mit 
einer rothen Frucht gefüllt fand , die auf einem hohen Waldbaume wächst, 
der Manu-mea also wohl mehr Baum- als Erdvogel sein werde, da er ausser- 
dem auch hauptsächlich von den Früchten einer parasitischen Ficusart lebe 
und die colossalen Bäume in Gemeinschaft mit Ptilinopus bewohne. 

Zu ßallina poeeiloptera. sp. 62. 
t. XIV. f. 8. (Ei). — 

Vier Eier von Ovalou, als die von Porphyrie vitiensis von Dr. Gräffe 
eingesandt (früher schon ebenso irrthümlich als die von Zapornia umbrina 
(Ortygometra tabuensis) ähneln im Ganzen den von uns t. III. f. 4. dargestellten. 

Bei dem einen zieht die Grundfarbe aber in ein blasses grünliches Grau, 
bei den andern dreien deutlich in's blasse Graubräunliche. Bei zwei Exem- 
plaren stehen die dunkel rothbraiinen Flecke am stumpfen Ende viel zahlrei- 
cher und sind viel grösser, verfliessen auch zuweilen in einander. Wir hiel- 
ten es desshalb für nöthig noch eine Abbildung zu geben. 

Länge 1"9"' - 1"10'". Breite 1"3"'— 1"5"'. 

Zu Porphyrio vitiensis. sp. 67. 

Ein Exemplar von Ovalou zeigt Mantel, Schwingen und Deckfedern 
dunkler, mehr schwärzlich, iudess mit einem olivengrünlichen Scheine. 
Fl. 8". Schw. 2"10"'. Mundspalte 16'". Länge der Stirnplatte und des 
Schnabels 2 "3"'. Breite der Stirnplatte 9"'. L. 2"9"'. Tibia 17'". M.Z.2"9"'. 

Zu Aetitis incaniis. sp. 70. 

Ein Exemplar im AVintcrkleide von der Insel Kanathia. 

Zu Cliaradrius iiilviis. sp. 71. 

Ein Exemplar im Winterkleide von der Insel Kanathia. 

Zu Alias supereiliosa. sp. 76. 

Ein Exemplar von Kanathia. 

Zu Puffiiius iiugax. sp. 90. ^ 

Nistet nach Gräffe in Felslöchern der Gebirge Viti-Levus, mehr als 50 
engl, Meilen vom Meere entfernt. 



Index der Abbildungen. 



Tafel I. { nat. Gr. 

Fig. 1. Ptilotis carunculata. Gml. Nest. Upolu. (Bremer Mus.) 

„ 2. „ „ Ei. „ (Mus. Godeffroy). 

„ 3. Merula vanicorensis. Quoy. ,, ,, ,, „ 

,, 4. Aplonis tabuensis. Gml. „ Ovalou. (Brem. Mus.) 

„ 5. Artamus mentalis. Jard. „ Viti-Levu. (Mus. Godeffroy.) 

„ 6, Rhipidura nebulosa. Peale. „ Upolu. „ „ 

„ 7. Zosterops flaviceps. Peale. „ Viti-Levu. ,, „ 

Tafel II. j nat. Gr. 

Fig. 1. Astur cruentus. Gould. Ei. Viti-Levu. (Mus. Godeffroy.) 

„ 2. Platycercus splendens. Peale. „ „ „ „ 

„ 3. Ptilinopus fasciatus. Peale. „ „ „ „ 

„ 4. Clirysoena luteovirens. Hombr, „ „ „ „ 

„ 5. Megapodius Pritcliardi. Gray. „ Niuf'o. „ „ 

Tafel III. j nat Gr. 

Fig. 1. Didunculus strigirostris. Jard. Ei. Savai. (Coli. Dr. Sclater.) 

„ 2.*) Porphyrio vitiensis. Peale. „ Viti-Levu. (Bremer Mus.) 

„ 3. Rallus pectoralis. Less. „ „ (Mus. Godeffroy.) 

„ 4. Rallina poeciloptera. Hartl. „ Ovalou. „ „ 

„ 5. Puffinus nugax. Sol. „ Mc Keans-I. „ „ 

„ 6. Dysporus siila. Linne. „ „ (Bremer Mus.) 

Tafel IT. | nat. Gr. 

Fig. 1. 2. 3. Öterna panaya. Gml. Ei. Mc Keans-I. (Bremer Mus.) 

„ 4. 5. Anous cinei-eus. Neboux. „ „ „ „ 

Tafel V. 

Fig. 1. Cuculus infuscatus. Hartl. Viti-Levu. (Mus. Godeffroy.) 4 n. Gr. 

„ 2. Ptilotis carunculata. Gml. Upolu. (Bremer Mus.) \ n. Gr. 

„ 3. „ procerior. Nob. Ovalou. „ „ | n. Gr. 

Tafel VI. I nat. Gr. 
Zosterops flaviceps. Peale. ^-, u. ^ ad. nebst Nest. Viti. (Brem. Mus.) 

Tafel VII. 

Fig. 1. Myzomela jugularis. Peale. Alt. Viti. (Bremer Mus.) | n. Gr. 

„ 3. Myzomela nigriventris. Peale. 
4 

„ 5. Monarclia Lessoni. Hombr. 
*) Im Texl [}. 172 irrig 1. l. — 



Jung. „ 


11 


n 




Alt. Upolu. 


11 


11 


1 n. Gr. 


Jung. „ 


11 


11 




Alt. Viti-Levu 


■ 11 


11 


^ n. Gr. 



282 Index der Abbildungen. 

Tafel VIII. h nat. Gr. 
Fig. 1. Myiolestes vitiensis. Hartl. Alt. Ovalou. (Mus. Godeffroy.) ' 

„ 2. Pachycephala GräfFei. Hartl. Alt. Viti-Levu. (Bremer Mus.) 
„ 3. „ vitiensis. Gray. ^ od. jung. Ovalou. (Mus. Godeffroy.) 

Tafel IX. 4 nat. Gr. 

Fig. 1. Myiagra albiventris. Peale. Altes J. Upolu. (Bremer Mus.) 

„2. „ castaneiventris. Verr. Altes ^. n » m 

„ 3. „ „ n +• >> " " 

„ 4. Erythrura cyanovirens. Peale. Jung. „ (Mus. Godeffroy.) 

, Tafel X. 

'Fig. 1. Amadina optata. Nob. Jung. Upolu. (Mus. Godeffroy.) fn.Gr. 

„ 2. Aplonis tabuensis. Gml. Alt. Ovalou. (Bremer Mus.) ^n.Gr. 

„ 3. „ brevirostris. Peale. „ Upolu. „ „ ^n Gr. 

Tafel XI. 

Fig. 1. Ptilinopus Perousei. Peale. Jung. (Cesarinus. Hartl.) Viti-Levu. 

(Bremer Mus.) 
Im Hintergrunde die Alten. — Etwas über ^. 
„ 2. Columba vitiensis. Quoy. Alt. Ovalou. (Bremer Mus.) -in. Gr. 

,, 3. üidunculus strigirostris. Jard. Jung. Upolu. (Mus. Godeffroy.) } n. Gr. 

Tafel XII. 

Fig. 1. Rallina poeciloptera. Hartl, Alt. Ovalou. (Mus. Godeffroy.) jn.Gr. 

„ 2. Porphyrio indicus. Horsf. „ Java. (Bremer Mus.) |n.Gr. 

„ 3. „ vitiensis. Peale. „ Viti-Levu. „ „ { n.Gr. 

Tafel XIII. 

Fig. 1. Limosa uropygialis Gould. Sommerkl. Sibirien. (Brem. Mus.) 1 n. Gr. 
„ 2. „ ,, Winterkl. Australien. „ „ 

„ 3. Sterna lunata. Peale. Alt. Südsee. „ „ ^n. Gr. 

„ 4. Anous cinereus. Neboux. „ Mc Keans-Ins. „ „ ^n.Gr. 

Tafel XIV. | nat. Gr. 

Fig. 1. u. 2. Astur cruentus. Gould. Ei. Ovalou. (Bremer Mus.) 

„ 3. Circus assimilis. Jard. „ „ (Mus. Godeffroy.) 

„ 4. Collocalia spodiopygia. Peale. „ „ (Bremer Mus.) 

5. „ „ Nest. „ (Mus. Godeffroy.) c. f. 

„ 6. Myiagra castaneiventris. Verr. Ei. Viti-Levu. (Bremer Mus.) 

„ 7. Columba vitiensis. Quoy. „ „ (Mus. Godeffroy.) 

„ 8. Rallina poeciloptera. Hartl. „ Ovalou, „ ,, 



Index 

der 

Wissenschaftlichen üFanien. 



Die im Werke beschriebenen Arten sind durch den grösseren Druck der Namen ausgezeichnet, die 
mit kleineren Lettern gedruckten Namen haben auf Synonyme Bezug. 



A, 

abyssiriica. Halcyoii 35. 
Aetitis incaiius. 182 280. 

Aemiliae. Pliliiiopiis. 129. 
aeneii. Caipophiiga 142. 113. 

„ Columba 142 
aeqiiatorialis. Accipiler. 3. 
aeqiiinoctia'is. Ardea. 201. 
aetlierexiS. Phaeton 248.250. 
alba. Gygis. 232. 

„ Sterna. 232. 
albifrdns. F):icelo. 32, 
„ Kopsallria. 79. 
„ Pachycephala.79. 
„ Slerna 220. 
albilineata. Arde^. 202. 
älbiveiltl'is. Myiagra. 93. 
„ Plalygnathiis. 93. 

„ l'latyrhyiichiis. 93. 

albivitta. Piocelslerna. 239. 
albolineata. Ardea. 201. 
alboslriata. Slerna 220. 
Aleihe. 72. 

Amadina optata. 102. 
Arablyniira. 99. 
ainericana. Slrix. 15. 



amnrensi.s. Ardea. 207. 
analoga. Ptilolis. 58, 

„ Zoslerops. 58. 
Anas siiperciliosa. 213. 280. 

aiia«tliacliis. Slorna. 228. 

„ Onychoprion. 228. 

Anna. Aprosmictiis. 17. 
,, Conurus 17. 
,, Platycerciis. 17. 
Anous cinereiis. 239 
„ leucocapillus. 237. 
„ stolidus. 234. 
anlarclica. ."^lerna. 228. 
Anlhochaera. sp.? 58. 
aopa. Kiirutreron. 123. 
apicalis. Lamprolreron. 121. 

„ Ptilinopiis. 121. 
Aplonis brcTirostris. 105. 
„ tabuensis. 103. 278. 
appro.ximans. (^ircus. 7. 
aquila. Allagen 265. 
„ Fregala. 205. 
Tachypeles. 265. 
aqiiiliis. Allagen. 265. 
„ Pelctanus. 265. 
., Taehypetes. 265. 
arciiala. Dendrocygna. 211. 



arcnata-anslralis. Dendrocygna. 

211. 
Ardea jaranica. 207. 

„ Sacra. 201. 
:iriel. Allagen. 265. 
Arnoiixi. Myzoniela. 56. 
Artamus mentalis. 84. 
ainensis. Myiolesles. 71. 
asha. Ardea 201. 

„ Demi-egrella. 202. 
„ Herodias. 201. 
assimilis. Circns. 7. 274. 
Pnffinus. 242. 
Rallns. 158. 
Astur cruentus. 3. 273. 
atra. Ardea 201. 
„ Flerodias. 201. 
„ Mnscicapa. 90. 
alriciipilla. Ardea. 210. 
atrifusca. Slurnoides. 107. 
alrigiiUiris. AprosmuMus;. 17. 

,, Plalycercus. 17. 
alrofusca. Calornis. 107. 

„ i.ampnilornis. 107. 
atrogniaris. Plalycercus. 17. 
Hlro|iiirpMi('ns. Psitlacus. 17. 
auralus. Cbaradrius. 189. 



284 



Index. 



auratiis longipes. Charadiiiis. 

189. 
aiiricularis. Columba. 271. 

„ (jaspedoenas. 271. 

„ Hhagorhina. 271. 

australis Corvus. 270. 
„ Psillaciis. 25. 
„ Puftiniis. 243. 
Siil;.. 260. 
aiistralisiana Limosa. 177. 

B. 

badi«. Anas. 211. 
Railloni. Puflinus. 243. 
bakkamuna. Sirix. 11, 14. 
bankiva. (Jallus 272. 
Baueri Limosa. 177. 
Bergii. .'^terna. 216. 

,, Tbalasseus. 217. 
blagrus. Fa'co. 1. 

„ rialiaelus. 1. 
brachyotus. Otiis. 16. 
brasiliciisis. Dysponis. 260 

Sula. 260. 
brevipes. Aciitis. 183. 

„ Hfiterosceliis. 183. 

„ Limosa. 177. 

„ Totaniis. 182. 
brevirostris. Apionis. 10.^ 

„ Lamprolornis. 105. 
broncinus. Cncuiiis. 30. 
Bulwcri. Thalassidroma. 242. 
Burnabji. Megapodins. ir)5. 

C. 

Caesarinus. Plilinopn.s. 110. 112. 
cafTia. Sitla. 66. 
Calornis Kittlitzi. 109. 
camschatica. Sterna. 220. 
Candida. Gygis. 232. 
„ Piscalrix. 256. 
„ Sterns. 232. 
„ Siila. 255. 
canlor. Calornis. 109. 
cardiiialis. Cerlhia. 57. 

„ Myzomela. 57, 

Carpophasra latraus. 140. 
279 

„ paciftca. 142. 

279. 
carnncniata . Certhia. 58. 
„ Meliphaga. 58. 



cariinculala Myzanlhe. 58 

Ptilotis. 58. 277. 
caspia. Sicrna. 216. 
Cassini. Apionis 103. 

„ Halcyon. 40. 276 
caslaneiceps. Carpophaga. 139. 
Columba. 139. 
„ .lanthaenas. 139. 

castaneiveniris Monarcba. 95. 
„ Myiagra. 95. 

278. 
Chalciirus. Plilinopns. 131. 
cbalybeus. ('alornis. 109. 
Charadritts fulvus. 188.280. 
chioriceps. Ardea. 207. 

„ Bmorides. 207. 
chloris. Haii-yon. 35. 
Chrysoeiia luteoTireus.134. 
chrysog-aster. Plilinopns. 128. 
dnysogaslra. Knrutrerun. 128. 
cincins. Cliaradrins. 197. 
cinerea. Ardea. 201. 

Collocaiia. 47. 48. 
Erythra. 164. 
„ MoHiirclia. 88. 
„ Porzana. 164. 

„ Procelsterna. 239. 

Sienia. 239. 
cinerea media. Eryihra. 164. 
„ minima. Eryllira. 164. 
cinereus. \noiis. 239. 

„ Porphyrio. 165. 

cinnaniominiis. Todiramphus. 

39. 
Circus assimilis. 7. 274. 
clemenlinnc Knruknrn. 115. 
Clemenlinae. IHilonopus 115. 
Plilopus. 115. 
„ IMinilopiis. 115. 

coccineiis. Hrnlogeris. 23. 
„ Psillaciis. 23 
,, Ti'ichogiossns. 23. 
cocrulea. Ardea. 201. 
„ Haloboena. 246. 
„ Procellaria. 246. 
cüllaris. AIccdo. 32. 44. 
„ .Sirepsilas. 197. 
Collocaiia spodiopyg-ia. 48. 
276. 
„ vauieorensis. 47. 
Columba castaiieiceps. 139. 
„ vitiensis. 137. 279. 



coliimliiiia. Ca'ornis. 109. 
coliimbinus, Lampiolornis. 109. 
concolor. Ardea. 201. 
„ Demigretla. 201. 
., Herodias. 201. 
coraliMisis. Knnilreron. 130. 
„ Ptilinopus. 130. 
Coriphilus friug'lUaceus. 

25. 
coronata. Üaceio. 38. 

„ Halcyon. 36. 
coroiKiliis. Halcyon 32. 
coroiioides. Corvus 270. 
corvMia. (Calornis. 107. 108. 
„ Lamprolornis. 108. 
Sturnoides. 108. 
corvinns. i.amprocorax. 108. 
crisiüla. r.ohimba. 271. 
,, (jeolrygon. 271. 
„ .Sterna. 216. 
cnsliiliis. Thalasseus. 216. 
crueutus. Astur. 3. 273. 

„ Nisus. 3. 

Cuculus iufuscatus. 31. 

„ simus. 28. 
ciillriingnis. Iclilhyaelus. 1. 
ciineicaiida. Eiidynamis. 27. 
cyanops. üysporns. 252. 256. 

^nla. 252. 
cyanovircns. Amadiiia. 100. 
„ Auiblyniira. 100. 

Erythrura. 100. 
,, (leospiza. 100 

D. 

daclylalra. Su'a. 252. 
decorala. Gygis 224. 
delicatula. Sinx. 11. 275. 
Dendrocygna vagaus. 211. 
diademala. Columba. 124. 
„ Eopsallria. 76. 

„ Pacbycephala. 76. 

,, Thoiiarsilreron. 125. 

diademaliis. Plilinopus 124. 
diclirous. Piifliniis 244. 
Diduuculus strig-irostrls. 

150. 27i). 
dimidialiis. Falco. 1 
diophllialmo-nifo - ventro. Al- 

cedo 269. 
divinus. Todiramphus, 44. 



Index. 



385 



Dongallii. Siciiiii. 21ö. 
Dre})anoplila. 131. 
OiipflilThouaisii.Coliimba.ri'J. 

,, „ Kiinikiini. I2ü 

Du l't.'liillioiiaisii Kiinikiiru.riO. 
Dupetitthouarsi. Piilinopns. 

129. 
Dil FVlil Thomsii. Trygoii. l'iO. 
Djsporus cyaiiops. 252. 
„ piscator. 255. 

„ sula. 200. 

E. 

eiiiicensis. Caloenas. 147. 

Columba. 147. 149. 
„ Treion. 147. 

i'iica. Corviis. 270. 
Epai netes. 69. 
eiylhropteia. Pani|nisaria. 147. 

„ Perislera. 147. 

et vlliioiihyiiclia. Sula. 256 
Erythrura cyanovireiis. 
100. 

Pealei. 99. 
euchlorus. ("oriphilus. 25. 
„ Psitlacus. 25. 

Eudynamis taitieiisis. 26. 
Eiigeniae. Piilinopns. 122. 

F. 

fasciatus. Cuciiius 27. 
„ Ptilinopus. 115. 

,, i'liionopiis. 115. 
Felicia. Columba. lo5. 
feliciae. Omeotreron. 135. 
Feiiciae Plilonopus. 135 

„ Plinilopus. 135. 
femoralis. Numenins. 175. 
fiMinf,'iriea. Coluniha. 149. 
(iher. Dy.sporus. 261. 
„ Polecanns 261. 
„ Sula. 260. 
flabellirorniis. Cnculu!;. 30. 
(lammea. Strix 11. 
flava. Calloenas. 134 
„ (".olninha. 134. 
flaviceps. Zoslerops. 52 
navicoliis. Ptilinopus. 125. 

„ Plilonopus. 125. 

„ Ptilopus. 125. 
flavifions. Eopsaltria. 78. 

„ Pachycepliala. 78. 



(lavipeclns. Pdlinopns. 125. 
tlavirostris. Plialacrocorax. 260. 
Forsleni. Slrix. 11. 
Forsten. Athene. 11. 
„ Collücalia. 48. 
„ Columba. 132. 
,, Hersc. 48. 
„ l'rocellaria. 246. 
„ Ptilinopus. i:')2. 
„ Rallus. 162. 
„ Sterna. 216. 
Forsterii. Athene. 11 
Foxii. Limosa 177. 
frater. Anous, 234. 
fringillacea. Domiceila. 25. 
IVingillaceus. Brotogeris. 25. 
„ Coriplillus. 25. 
,, Lorius. 25. 

„ Nanodes. 25. 

„ Psitlacus. 25. 

Frobceni. Sterna. 220. 
frontalis. Sterna. 220. 
fulca. Sula. 260. 
lulica. Sula. 260. 
fnliginosa. Gambetla. 183. 
Haliplana. 225. 
„ Rhipidura. 87. 

„ Sterna. 225. 
fuliginosus. Onychoprion. 225. 

Totanus. 182. 
fuliguia. Sterna. 228. 
fulvus. Charadrius. 188.280. 

Piuvialis. 189. 
furcala. Slrix. 15. 
furcatus. Ptilinopus. 123. 
fusca. Gavia. 234. 
„ Lamprolornis. 103. 
„ Sula. 260. 
,, Tatarea. 67. 
Inscatus. Aiiqbs. 234. 
fuscns. Talare. 67. 

G. 

ga'ericulala. Sterna. 219. 
gambierana. Eopsaltria 76, 
gambieranus. I.anius. 76. 
garzetla. .Ardea. 201. 
gigas. Chlamydera. 107. 
„ Sturnoides. 107. 
glareola. Trynga. 182. 
glaiicopus. Charadrius. 189. 
globicera. Carpopliaga, 142 



globicera. Columba. 142. 
Couldi. Circus. 7. 

„ Deudrocygna. 211. 
Conidiae. ^Calloenas. 134. 
Gouldii. Sterna. 225. 
gracilis. Anous. 239. 

„ Sterna. 215. 
Graeflfei. Pachycephala. 72. 
Grayi. Dacelo. 33. 

„ Ptilinopus. 126. 
Greyi. Herodias. 201. 

„ Ptilinopus. 126. 
Greyii. Ardea. 201. 
griseogularis. Actipiier. 3. 
griseopygia. Gambetla. 183. 
griseopygius. Totanus. 182. 
gularis. Ardea. 201. 
gullala. Sterna. 225. 
Gygis alba. 232. 

H. 

Halcyon Cassini. 40. 276. 

„ Pealei. 38. 

,, recurvirostris. 41 . 

„ Sacra. 32. 275. 

„ venerata. 43. 
Haliaetus leucogaster. 1. 
haliaetu.s. Falco. 3. 

„ Pandion. 3. 
henicograramus. Accipiter. 3. 
hirundo. Sterna. 222. 
Hirundo tahltica. 51. 
holosericea. Columba. 131. 

,, Drt'panoptera. 131. 

„ Laraprolreron. 131. 

holosericeus. Calyplomenaenas, 
131. 

Ptilinopus. 131. 
„ Trygon. 131. 

Hombroni. Pachycephala. 76. 
hnmeraloides. Pycnonolus. 81. 
hypoleucus. Actitis. 187. 

Rallus. 163. 
hypolaenidia. Rallus. 158. 
hysginus. Plalycercus. 17. 

„ Psitlacns. 17. 



icteroides, Eopsaltria. 76. 

„ Pachycephala, 76. 
immacuiata. Gallinula. 167. 
,, Porzana. 167. 



286 



Index. 



incanus. Aciitis. 182. 280. 

„ Scolopax. 182. 

„ Tolanus. 182. 

indica. Merula. 80. 

,, Strix. 14. 
indicus. Porphyrio. 170. 
inluscHta. Sierna. 225. 
infxiscatus. Cnculus. 31. 
insperaliis. Cnculus. 30. 
inlerpres. Cincins. 197. 

,, Strepsilas. 197. 

„ Tringa. 197. 
iogaster. Asiur. 6. 



Jacqninoli. Halcyon. 269. 

„ Pachycephala. 70. 
Jardinei. Circus. 7. 
Jardinii. Spilocirciis. 7. 

„ Slrigiceps. 7. 
javanica. Anas. 211. 

„ Ardea. 207. 

„ Bnlorides. 207. 

„ Butoroide.«. 207. 

„ Herodias. 207. 

„ Slrix. 15. 
jugularis. Ardea. 201. 

„ Demiegrella. 202. 

„ Herodias. 201. 

„ Myzomela. 54. 277. 

K. 

Karu Ceblepyris. 270. 
Kittlitzi. Calornis. 109. 
Kunikuru. Columba. 122. 



Lafargei. Myzomela. 55. 

Lalresnayanus. Gallirallus. l.'")7. 

Lalag-e terat. 80. 

lapponica. Limosa 177. 
laüro.'^tris. Myiagra. 93. 
latraus. Carpophaga. 140. 279. 
Lempeyi. Epliialtes. 14. 
l.eplornis. Philedon. 64. 

„ samoSusis. 64. 
I.essoni. Leiicoceia. 88. 

,, Monarcba. 88. 277. 

,, Museylva. 88 

„ Rhipidiira. 88. 
leucociipilia. Meriia. 238. 

leucocapillus. Aoous. 237. 



lencocepliala. Tachypetes. 265. 
leucoceplialiis. Aiioiis. 237. 

„ Pelecanus. 265. 

„ Plilonopus. 129. 

„ Tachypete.s. 265. 

leiuocpps. Anous. 234. 
Sterna. 234. 
leiicogasler. Blagrus. 1. 
„ (jinciima. 1. 

„ Falco. 1. 

„ Haliaetus. 1. 
„ Ichlhyaetiis. 1. 

„ Pelecanus. 261. 

„ Polioaelus. 1. 

„ Ponloaelus. 1. 

leucopiiaea. Collocalia. 47. 
,, Macropteryx. 47. 

,, Pelecanus. 261. 

„ Sula. 256. 

Sylvia. 80. 
leucophrys. Anas. 213. 

Erylhra. 164. 

„ Porzana. 164. 

leucosoma. Gallinula. 164 

„ Orlygomelra. 164. 

L"Heruiinieri. Anons 225. 
Limosa uropygialis. 177. 
liucala. Oceanites. 241. 

„ Tlialassidroma. 241 
lougipeimis. Sterna. 220. 

„ Sylocl)elidon.220- 

longipes. Cliaradrius. 189. 

Pluvialis. 189. 
longirosUis Hybristes. 66 
Sterna. 216. 
Tatare. 66. 67. 
„ Talarea. 67. 

,, Turdus. 66. 

Loi'ius solitarius. 23. 
lucluosa. Sasicola. 269. 
luln. Slrix. 11. 
iunatn. Ilaliplana. 231. 
„ Sterna. 231. 
luscinia. Tatare. 69. 
luscinius. Hybristes. 69. 

,, Thryolorus 69. 
lutea. Muscicapa 90. 
luteovirens. Caloena*. 134. 
„ Clirysoena. 134 
279. 

„ (;iirysoenas. 134. 

„ Columba. I34. 



luteovirens. Plilonopus. 134. 
„ Ptinilopus. 134, 

M. 

Macfirillivrayi. Thalassldrc 

ma. 242. 
Mac I.eayi. Halcyon. 269. 
macrorhyncha. Ardea 207. 
„ Ardetta. 207. 

„ ßulorides. 20' 

„ Butoroides. 201 

„ Pachycephala. 7i 

maculosa. Campephaga. 81. 

„ Coiluriocincia. 81. 

VlaiUardi. Circus. 10. 
major. Myzomela. 57. 
marginalis. Aplonis. 103. 
marginata. Aplonis. 103. 
Sierna. 224. 
Mariae. Plilonopus. 110. 
,, Plilopus. 110. 
„ Piinilopus. 110. 
marilimus. Falco. 1. 
Malook. Ardea. 201. 

., Herodias. 201. 
maupiliensis. Muscicapa. 90. 
Megrapodius Biirnaljyi. 15 
„ Pritcliardi. 15: 
Stairi. 155 
uielaniuichen Oiiyclinprion.22 
„ Sterna. 224. 

„ Slernula. 224. 

melanocepbalus. Cincliis. 19' 
„ Strepsilas. 197. 

melanoga^lra. Myzomela. 57. 
„ Thalassidroma. 24 

melanoleucus. Artamus. 85. 
melauops. Eopsaltria. 75. 
„ Pachycephala. 75. 
„ Su'a. 252. 
melanoptera. Sierna. 228. 
meianopterus Porphyrio. 17C 
melanorhyncha. Sierna. 220. 
„ Thalassea. 220 

melauorbynihus. Phaeton. 2r) 
melanura. Limosa. 180. 
„ Pa(>hycephala. 74. 
„ Rhipidura. 87. 
melanuroides. I.imosa. 180. 
Mendozae. Monarcba. 90 
mentalis. Arlamus. 84, 
,, Ucypterus. 84. 



Index. 



387 



Mercieri. Knnrkuni. 128 

Ptiliuopus. 128. 
Ptilopns. 128. 
Meinila vanicorensis. 97. 
microcera. Cariiopliaga 142. 

„ Globiceia. 142. 

minima. Dacelo 41. 
minima peruviana. Iliniiitlo. 47. 
minor. BaHus. 168. 

Tachypeles. 265 
miniitus Halliis. 167 
Mouarcha Lessoui. 88. 277. 

„ uigra. 90. 
morinella. Tringa 197. 
musae. Orioius. 66. 
raiisicus. Oeadion. 58. 
„ Foiilehaio 58 
Mjiagra alWventris. 93. 
„ castaiieiventris. 

95 278. 
Myiolestes vitiensis. 71. 
mystacina Corelhriirn. 164. 

,, Gallinula. 164. 

Myzomelajug'iilaris.54.277. 
„ nigriventris. 56. 277. 

N. 
Napoieonis. Gygis. 232. 
uebulosa. Rhipldma. 86. 
negleclus. Porpliyrio. 172. 
niger. Anous. 234. 
nigeirima. Ardea. 202. 
nigra. Mouarcha 90. 

„ Miiscicapa. 90 

,, Pomarea. 90. 
nigripennis. Pelecaiiopus. 216. 
nigriventris. Myzomela 56. 
. 277. 

nigrolineala. Zapornia 164 
nigrolinealiis. Hallns. 164. 
nitida. Myiagra. 94. 95. 
Novae- Guineae. Ardea 202. 

„ Herodias. 202. 

Novae- Hollandiae. Ardea. 201. 

„ Sterna. 216. 

Novae-Zeulaiidiae. Limü.<a. 177 
nngax. Proceilaria. 242 

„ Pufflmis. 242. 280. 
millilorqiies. Dacelo. 44 

Numenhis femoralis. 175. 



0, 

oaliuensis. Planelis. 225. 
Sierna. 228. 
Tringa. 197 
obscurus Piiffinus. 243. 
occipitalis Todirampluis. 35. 
oeeanica. Cnrpopliaga. 142. 

„ Coiumba. 143 

„ Falco. 1. 

„ Garabetla. 183. 

„ Globicera. 143. 

,, Myiagra. 93. 

oceaniciis. Totanus. 182. 
ocliropygia. Carpophaga. 140. 
oedicnemiis. Scoiopax. 182. 
olivacea. Eniomyza. 64. 
oopa. Coiumba. 122. 

„ Kurulreron. 123. 

,, Kurulreron. (juv.) 132. 

,, Ptilinopus. 123. 
opaca. Cnioriiis. 109. 
opiata, Pachycephala. 73. 

„ Amadina. 102. 
oiienlaiis (lampephaga. 80. 
„ Ceblepyris. 80. 

„ Charadrius. 189. 

„ Lalage. 80. 

„ Sylvia 80. 

„ Turdus. 80. 

Ortygometra quadristri- 

gata. 164. 
Ortygometra tal)iiensis. 

167. 
olaitiensis Talaie. 66. 67. 
otatare. Sitta. 66. 

„ Thryotorus. 67. 



Pachycephala albii'rons. 

79. 
„ flavifrons. 78. 
„ Graeffei. 72. 
,, icteroides. 76. 
„ Jacquinoti. 75 
„ Titiensis. 73. 

pacifica. Calornis 109. 

„ Campe|)liaga. 270. 

„ Carpophaga. 142. 
270. 

„ Columha. 142. 272. 

„ Globicera. 142. 



pacifica. Lalage. 83 270. 

„ Scoiopax. 182. 
pacilicus. Lanius. 109. 
Rallus. 162. 
Turdus. 270. 
Paimersloni. Pelecanus. 265. 
,, Tachypetes. 265. 

panaya. Haliplana. 228. 
„ Onychoprion. 228. 
„ Sterna. 228. 
panayensls. Calornis. 109. 
„ Haliplana. 228. 

„ Sleriia. 228. 

pannosa. Ardea. 201. 
pannosus. Herodias 201. 
parva. Sula. 261. 
parvulus. Anous. 239. 
parvus. Dysporus. 261. 
„ Pelecanus. 261. 
patruelis. Ardea. 207. 
Ardeola. 207. 
„ Butorides. 207, 
Pealei. Amblynura. 99 
„ Erythrura. 99. 
„ Haleyou. 38. 
Pealii. Araadina. 99. 

„ Erylhrrira 99. 
pectoialis. Perislera. 149, 

Rallus. 157. 158. 
pectoralis var. Rallus. 163. 
pedeslris. Tolaniis 182. 
pelecanoides. Pelecanopus. 216 
239. 

„ Sterna. 216. 

., Tlialasseus. 216. 

Perousei. Ptilinopus. 110. 

278. 
Perousii. Ptilinopus. HO. 
personata. Coracopsis. 21. 
„ Prosopaea. 21. I 

„ Prosopeia. 21. 

„ Pyrrhulopsis. 21. 

Sula. 252. 
personalus. Aprosmiclus. 21. 

,, Platycercus. 21. 275. 
peruviana. Hirundo. 47. 48. 
Petroica pusilla. 70. 
phaeopus. Niimenius. 175. 
Phaeton aethereus. 250. 
„ ruhricanda. 248. 
Pliigy. Brotogeris. 23. 
., Lorius 23 



288 



Index. 



Phigy. Psillacus. 23. 
philippensis. Eulabeoriiis. 158. 
„ Hypolaeniilia. 158. 

„ Rallina. 158. 

Ralliis. 157. 
pliilippina. Sierna. 235. 
pliilippinensis. var. Rallns 1G3. 
Phleg-oenas Stairi. 147 
plioenicurus. Phaeton. 248. 
Pikei. Sierna. 220. 
pileata. Sierna. 235. 
pileätus. Anous. 234. 
pipilans. Psillacus. 25. 

„ Trichoglossiis 25. 
piscator. Dysjiorus. 255. 
,, Pelecanus 255. 

piscalrix. .Snla 25(). 
Platjcercus personatus. 
21, 275. 
„ spleudeiis. 20. 275. 
„ tabuensis. 17. 
plalyroslris Halcyon. 41. 

,, Tüiliranipluis. 41. 

plidiis. Pelecanus. 260. 
plumliea. (]iex 167. 
,, Myiagra. 94. 
„ Oilygomelra. 167. 
plnmbeus. Megalopterus 239. 
pluvialis. Charadrius. 188.194. 
pluvialis orienlalis. Charadrius. 

189. 
poeciloptera, Rallina. 156. 

280. 
poliocerca. Sterna 216. 

„ Sylochelidon. 216. 

poliocercus. Pelecanopus. 216. 

„ Thalasseus 216. 

polynesiae. Tolanns. 182. 
Pomarea. Muscicapa. 90. 
poi'pliyracea Plilopus 115. 
porpliyraceus. Ptilinopus. 
119. 

„ Plilonopus. 115. 

porphyracra.rolnmlia. 119. 123. 
porphyracrus. Plilonüpu.>*. 115. 

119. 
porphyrea. Coluniha. 132. 
pörphyreocephalu>. lirotügeris. 
25. 

„ Psillacus. 25. 

porptiyreus. Pliliu(>i>us. 132. 
.porpliyriü. Fulica. 172. 



Porpliyrio indicus. 170. 
„ vitieusis. 172. 
prasina. Geo>piza. 99. 
pratincola. Sirix. 15. 
Piitcliardi. Megapodius. 153. 
Procellaiia coenilea 246. 
Procelslerna. 39. 
procerior. Piiloiis 62. 277. 
Ptilinopus. sp. ? 132 
„ apicalis. 121. 

„ ehalcurus 131. 

„ chrysogaster. 

128. 
„ coralensis.130. 

„ Dupetittliouar- 

si 129. 
„ fasciatiis 115. 

„ Forsten 132. 

Oreyi. 126 
„ liolosericeus. 

131. 

Mercieri. 128. 
„ Perousei. 110. 

278 

„ porpliyraceus. 

119. 
„ purpuratus.122. 
„ roseicapillus. 

127. 
„ viridissimus. 133. 
Ptilotis carunculata. 58 
277. 

„ procerior. 62.277. 
Pucherani. Amadina. 100. 
„ Eryllirnra. 100 

Pufflnus diclirous. 244. 

uugax. 242. 280. 
„ sphenurus. 245. 

pulverulenla. Ganibellii 183. 
pnlvernlenlus. Actilis. 183. 
„ Gambeita. 183. 

,, Porphyrio. 172 

,, Tolanus. 182. 

purpuiala. Gulnmba. 115. 119. 
122. 

Coliimba 125. 127 

„ Columba Ijnv.) 132. 

„ Columba. (var.) 132. 

purpuralus. Plilinopns 124. 

125. 

,, Plilinopns. 115. 

123 



purpuralus. Ptilinopus. 122. 
„ Plilonopus. 122. 

123. 

„ Plilopus 126. 

purpnreocinctus. Ptilinopus. 127. 
pnrpureo -leucücephalus. Co- 
lumba. 129 
pnsilla Pelroica. 70. 
pyrrholaema. Hirundo. 51. 

Q. 

(juadrislriata. Cre.x. 164. 
quadristrigata Corelhrura.164. 

„ Erylhra. 164. 

„ Ortygometra. 

* 164. 

,, Porzana. 164 

quadrislrig.'tus. Rallus. 164. 

R. 

Rallina poeciloptera. 156. 

280. 
Kallus Forsteri. 162. 
„ liypoleucus. 163. 
„ pectoralis. 157. 
rtjctirosliis. Sterna. 216. 
lecarvirostiis. Copoihamplius. 
41. 

„ Halcyon, 41. 
,, Todiiamphus 41. 

JX'gina. Plilonopus. 125. 
Reiciii'nbachi. Halcyon. 39. 
ressa. Sterna 216. 
KIlipidura nebulosa. 86. 
risoila. Coluinlia. 271. 
roseica|iilla Columba. 127. 
rosL'ica|pillus. Kurukuru. 127. 
Ptilinopus 127. 
Rousseani. Anous 235. 
rubecula. Myiagra. 93. 

Tudus. 94. 
rubeculoides, Myiagia 94. 
rnbraler. Myzomela 56 
rubricauda. Phaeion. 248. 
„ Plioenicurus. 

248. 
rubripeda. Siila 256. 
rubripes. Sula. 256^ 
rufa Limosa. 177. 
rufitorques. Accipiter. 3 

„ Asinr. 3. 

rufivenlris. Myiagra. 95. 



Index. 



289 



rufopes. Ralliis. 158. 
riifiis. Circiis. 10. 

s. 

siiccr. Co|)(Jiiiarii[>lius. 32. 

„ Tüdiijitnpluis. 32. 38. 
sacrrt. Alcodo. 32. 

„ Ardea. 201. 

„ Dacelo. 38. 

„ Halcyoli. 32. 275. 

,, Herodias. 201. 

„ Todiramphiis. 44. 
samoi'iisi.s. Anluiliaera. 04. 

,, ('.arpiipliaga. 142. 

,, KuriiKuni 110. 

„ Lcptoriiis. 64. 

„ MiTops. 04. 

,, Porpliyiio. 170. 

„ Pliliiiopiis. 110. 

„ Ti()|ii(loi'liync}jiis. 64. 
SuiKli-l'aiili .SU'ina 220. 
sarjctiis. Halcyon. 36. 
sandwiclieiisis Anas. 213. 

„ Coielhrura. 164. 

„ Rallus. 165. 

„ Zapornia. 164. 
sanguinea. Pliylidonyris. 57. 
scapularis. Ardea. 207. 
scolopaceiis, Tolanus. 183. 
serrula. Sierna. 225. 
serratiis. Onychnprion 225. 
similis. Petroica. 70. 

„ Procellan'a. 246. 
siinus. Cacomanlis. 28. 
smaragdinus. Porphyrie 170. 
solilaiia. Uomicella 23. 

„ Myzomela. 54. 
solilaris. Tolanus. 183. 
soMtarius. Coriphilns. 23. 

„ Loi'ius. 23. 

„ JNanodes. 23. 

„ Psillacus. 23. 

„ Tolanus. 182. 
Sonnerali. Cuculus. 30. 
sphennra. Procellaiia. 245. 
sphenurus, Haliaelus. 1. 

„ Piifflmis. 245. 

„ Thiellus. 245. 
spiionota, Zapornia 167. 
splendens. Aprosraictus. 20. 

„ Platycercus. 20. 275. 

„ Stri,\. 15. 



spodiopygia. CoMm-alia. 48. 

276 

,, MacropliMV.x. 48. 
sla^'nalis. Ardea. 207. 
slagnalilis. .\i(lea. 2U7. 

„ Ardella. 207. 

,, Biiloridfis. 207. 
Slairi. Calounas 147. 

,, Megapodius. I.'i5. 
^, Phlegoenas. 147. 
Steriia. Berg^ii. 21(). 

„ Miginosa. 225. 

„ g:racilis. 215. 

,, long'ipeimis. 2_'U. 

„ liiiiata. 231. 

, melaiiauelieu. 224 

,, panaja. 228. 

slülida. Slcriia 234. 
Stolidus. Anoiis. 234. 
„ Mciialiiplenis. 234 
Strcpsilas iiiterpres. 197 

sli-i ila. .SIenia. 220 
slrigi. (Ä'lilfpyris. 80. 

,, l.aniiis. 80. 
strig-irostris nidnnculn.*. 150, 

279. 

„ Cnalliodon. 150. 

„ Pleiodns. 150. 
Strix delicatula. 11, 275, 
Stuiuoides. atrifusea. 107. 

„ coniiia. 108. 

subfnsca. Hirnndo. 51. 

„ l'i cdina, 51. 
Sula. Dyspoiiis. 260. 
Snia. Pelecaniis. 260. 
Snndovallii.Gloi.iccia. 142.145. 
supcriia Colli mbaKnnildirn. 110. 
snpeiliiis. Pliliiiopiis. 122. 
superciliaris. Corcllirnra. 164. 
,, Porzaiia. 164. 
„ Halliis. 164. 
siiperciliosa. Anas. 213. 
280. 

„ Galiinnla, 164. 
„ Halcyon. 32. 
,, Saiiropalis. 33. 
Svvaiiisüiii. Plilinopus. 125. 

„ Ptiiopus. 125. 
Swainsonii. Pliionopus. 125. 
sy!\alica. Cieolrygon. 271. 
sylvestris. Leplornis. 64. 
svrinx. Talarc. 69. 



T. 

tabaensis. Aplonis. 103. 

278. 

„ Aprosmictus. 17. 

„ Corel!) rura. 167. 

,, C.readion 58. 

,, i.aniiis. 103. 

„ Ortygroinetra. 167. 

„ Platycei'cus. 17. 

,, Psillacus. 17. 
., Hailiis. 167. 
,, Zapornia. 168. 

Tacliypetes aquilus. 265. 
lahilcnsis. Oallus. 272. 
lahilica. Herse. 51. 
„ Hiruiido. 51. 

„ Pclroclididon. 51. 
taliiticiis. Cialliis. 272. 
lahiliensis. (".ccropsis. 51. 

„ Orlygomelra. 170. 
lahitiiis. Ciicnliis. 26. 27. 

„ Eudynamis. 27. 
taitcnsis. Cliaradrins. 189. 

„ Colnmba. 122. 

„ Cuculus. 26. 27. 

„ Eudynamis. 27. 

„ Miruiido. 51. 

„ Kurukuru. 123. 

„ Phiviaiis. 189. 

„ Plilinopus. 128. 

„ Pliionopus. 123. 
taitieiisis. Eudynamis. 26. 
lann«!iisis. Corolhrura. 164. 

„ Orlygomelra. 164. 

„ Kallus. 164. 
Tatare loiigirostris. 66. 
Temminckii. (Colnmba. 271. 
lernporalis. Aniadina. 102. 
lenuiroslris. Anous. 234, 

„ Megalopierus. 237. 
Icpbiodes. Anoiis. 239. 
terat. Lalage. 80. 

„ Turdus. 80. 
lereticollis. Anous. 239. 

„ Sierna. 239. 
Tlialassidroiiia liiieata. 

241. 

„ Macgillivrayi. 242. 
Ihalassina. Ardelta. 207. 
Thouarsilreron. 129. 
lorqualus. Rallus 159. 



390 



Index. 



Iristis. RLipidura. 87. 
Ulla. AIcedo. 43. 44. 

„ Todiraraphus. 32. 38. 
tulus. Todiramplius. 38. 

u. 

unibrala. Zapoinia. J68. 
umbrina. Zapoinia. 168. 
iindulala. Scolopax. 182. 
unicolor. Anoiis. 234. 

„ Sleina. 235. 
uropyglalis. Limosa. 177 



vagans. Dendrocygna. 211, 

„ Ilalcyon. 36. 
Vaillanli. Psitlaciis. 23. 
vanicorensis. Collocalia. 47. 

„ Geocichla. 97. 

„ Hirundo. 47. 

„ Merula. 97. 

„ Muscicapa. 95. 

„ Myiagra. 95. 



vanicorensis. I'lalygnalhus. 95. 

„ l'lalyrhynchus. 95. 

„ TurUtis 97. 
variegala. Sula. 256. 
vaiiegalus. Dysponis. 256. 
veiüx .Sierna. 216. 220. 
venerala. AIcedo. 44. 

„ Halcyon. 38. 43. 44. 

,, Todiramplius 44 
veneraliis. Coporliamphiis. 14^^ 
versicolor. Coliiinba. 271. 
viresceris. Ardea. 207. 210. 
virginianiis. Biibo. 14. 

,, Cliaiadriiis. 189. 
virginicus. Charadriiis. 189. 
viridissima. Cohimba. 132. 

„ Plilopiis. 133. 
viridissimus. Ptilinopns. 133. 

„ Ptilonopus. 132. 
viliensis Artamiis. 84. 

„ Carpophaga. 137. 

„ Columba. 137. 279. 

„ Dacelo. 32. 



viliensis. Halcyon. 40. 

„ Janlbaeiias. 137. 

„ Myiolestes. 71. 

,. Pachycephala. 73. 

„ Porphyrio. 172.280. 

„ PoiEsna. 168. 

„ Todiramplius. 32. 40. 

w. 

weslernensis. Zoslerops. 53. 
Wolli. Circiis. 7 

X. 

.vaiilhoclieiius. Chaiadrius. 189 

„ Eudromiris. 189. 

„ Phivialis 189. 
xanthogasiei. Colutnba. 124. 

,, KunikMrii. 124. 

„ Pliliiiopiis. 122. 

,, Pliionopiis. 124. 

z. 

Zosterops flaviceps. 52. 



Druckfehler und Berichtigung. 



Seile XIII, XXI und XXXII "es „Kiwlynainis" statt Endynarnys. 
„ XXXIV „ ,,Stnrnoides" „ .Sturnodes. 

„ XL Schw. bedculel „Schwanz-" nicht Schwingeniiinge. 
„ 8. Zeile 6 von oben lies Snpra statt Ciipra. 

„ 15. „ 9 von unten „ Schleiorenle ,, Schleiertaubc. 

»5 43. „ 5 von „ „ Akedo venerala „ Halcyon. 
„ 56. Peaie hinler Myzoniela nigriventris ohne Klammern. 
„ 56. Zeile 15 von unten lies „dem Zoologen" stall den. 

„ 162. Rallus Forsleri wird sp. 64, Tachypeles aquilns, p. 265, also sp. 101. statt 99. — 
„ 170. Zeile 10 von iinlen lies et linmeris stall cthnmeris, 
„ 199. „ 12 von oben „ Wadvögel „ Waldvögel. 
„ 249. „ 1 von unten „ llonden „ Houden. 

„ 271. „ 8 von oben „ Turlur „ Turtus. 

PtilinopilS apiealis Hp. sp. 53 (p. 121) ist mil ßestimmtlieit nur die junge Pt. fas- 
Ciatus sp. 51. p 115. (Briell. Mitth. von J. Verreaux.) 



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2. 



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O.Finsi-JLiielHjifii. 





1.2?tilotis cariifLC uiatfi 3 Menila vamcorensis 4Aplojiis taWensis 
5.Arr,amus mentalis o-KJiipidiira. nebulosa 7. Ze^s'terops flaYicep^. 



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O.Fjnsrhdelalith. 



l.Bidiin-culias stn^iroslns P.Porphjno vitiensis 3.Ra]lus pectoralis^ 
4.Ra]Im2Lpoeciloplera, S.Puffimis iwipx. bUysporus sula. 







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12 3 hSterna Tianaya 45.Anoi[s cmereus. 




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Finschdelalith 



Cucduo ]nfiiscati:s P.Pülotis carunculata 3 PLprocerior. 




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Zos-terops flaviceps. 



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züjuelajugulans 3.4.M.nigriventns 5.MonarchaIess 



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LMyioiestes vitiensis S.Pichycephak uraffei 3J vitiensis 




IX 




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Ll/liaaara albivenms 2.3.M.ca3laneiventris.4.ET3rt}iriira cyanöviT&Jis. 




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lAmadma optata. Diploms tahupriSL^ ^) AKrA^nrostus. 



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PuanopusPerousei. c.Gohrnba viuejisis SDuiuncitius strr^irostri; 



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IMmapoeciloptera gPorphrno nidicus 3P.viüen3is. 



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II Finsrhdfl;iJ!th -}■■. 

l.P.Iijnosa iirojjjöiali s 3. Sterna lunata. 4An' 



XIV. 



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ORnscKdelalirt 







2 Aßtur cruentus. 3.Circirs assimilis. 4.5,CollocaliaspoQiopygü 
Myiagra castaneiventri?..?. Coluni.ba vitiensis. Slallinapoeciloptera. 






1487^ 



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