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Full text of "Beiträge und Material zur Geschichte der Aachener Patrizier-familien"

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Beiträge und Material 



zur Geschichte 



der 



Aachener Patrizier -Familien 



Von 



Freiherrn Hermann Ariovist von' Fürth. 



Dritter Band. 



Allaf Gehe au wen et ver-uuik ! 



Aachen 1890. 

Gedruckt auf Koston do8 Heraus<ar<»1>pr*. 
Kouiinissions-Vorlajr der Cromerschon Buchhandlung (C. Ca/in). 



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Inhal ts Verzeichnis. 

Die eingeklammerten arabischen Ziffern verweisen auf das Chro 

unlogische Verzeih niss. 



Chronologisches Verzeichniss. V 

I. Dil* historischen Notizen des Bürgermeisterei-Dieners Johannes 
Janssen. {73, 74, 7«, 77, 78, 79, 80, 81, 89, 99, 106, 107, 108, 
109.- 1 

Janssen, wahrscheinlich in seiner Jugend um das Jahr 1710 
aus einem benachbarten Gebiet eingewandert, erwarb erst am 
29. Oktober 175*5 das Bürgerrecht in Aachen (fi. 248). Er berichtet 
aU Augenzeug«» über die Verwüstungen, die ein Wolkenbruch 
am 1:5. Mai 1721 in der Stadt anrichtete (R. 40), war 1729 an- 
scheinend Diener des Bürgermeisters von Loneux, den er 'seinen 
Herrn' nennt 'S. 43), und wurde um 1730 als Bürgermeisterci- 
diener angestellt fS. 248). Im Jahre 1742 besorgte er vorüber- 
gehend das Thorschreiberamt an St. Adalbcrtsthor. Zur Zeit des 
Koiigre*ses von 1748 erfand er die Stahlfeder (S. 148). Reine 
letzte Aufzeichnung meldet einen Vorgang vom 30. August 1780 
S. 3x9 : er inuss bald darauf gestorben sein, da die durch seinen 
Tod erledigte Stelle am 10. November 1780 vergeben wurde 
Städtische Kathsprotokolle, Bd. 32, Bl. 290* >. Die drei von ihm 
geschriebenen Bünde werden jetzt im Stadtarchiv aufbewahrt 
Vgl. Pick in der Aachener Volkszeitung vom 9. September 1887)., 

\. Anmerkungen und Krliiuterungen zum Gaffelbrief von 147)0.391 

J. Kine von dem Aachener Geschichtschrciber Mever \ertertigte 
Zusammenstellung der seit dem Jahre Ui5<i in der Keichsstadt 
Aachen erlassenen obrigkeitlichen Verordnungen. 'Beginnt mit 
dem 11*. September lt>5<», endigt mit dem 14. Dcccinbcr 177)4. ent- 
halt aber mehrere bis zum Jahr 1779 reichende Nachtrage.; (17), 
17. 19. 22, 23. 25, 2U, 29, 30, 31, 33, 34, 35 3f>, 37, 38, 3<>, l<>, 41, 
42. 43. 44. 45. 4*5. 47, 48, 49, 50, f)l, 52, 7>3 55, ft«, 57, 5!>, f>3, <>4, 
♦>;, 71, *3, 117.i :K»9 

I Abdruck einiger in der Keichsstadt Aachen vom Stadt-Kathe er- 
la>»eiien Verordnungen, lim Ganzen, da eine / weimal abgedruckt 
Hl, Mebenunddreissig. Die Hlteste vom 7. Mii 1«5H1, die jüngste 



IV 

vom 15. November 17U3.J (21, 24, 27, 28, 32, 54, 58, fiO, «1, «2, 65, 
«17, «H, i»9, 70, 72, 75, 82, 84, 85, Hfl, 87, 90, 91, 92, 93, 94, 95 v 96, 
97. 100, 101. 102, 105. 116, 132, 134.. 453 

5. Statuten der im 1*5. Jahrhundert xur Verehrung den Allerhci listen 
AltarH-SacramouteH in Aarhon gegründeten Bruderschaft. (7, 13, 
14, 2i). i 507 

•5. Notizen den früheren Stadt-HentmeiHterN Ih* Bev, geschrieben aIm 
ZukJUzc zur NoppHcheu Chronik auf den ZwiMchcuhUlttaru einen 
mit Papier durchschossenen Kxcmplnres dieser Chronik, weichet* 
sich in der Stadt-Bibliothek befindet. <1. 2.» 515 

7. Mittheilungen ülx»r die Send-Ge richte*, welche zu Aachen bexw. 
im Aachener Reiche bestanden. (4, 5, ti, 10, 11, 98.; 551 

8. Crkunden. betreffend Streitigkeiten zwischen Mitgliedern derscl- 
hen Zünfte in der Reichsstadt Aachen im Jahre 1785 und 1784». 
(88, 118, 119, 120, 121, 122, 123, 124. 185. 12«;. 127, 128, 121», 130. 
131.. 5T,9 

9. l : rkundeu, lwtreffond den Streit des Bürgermeisters Strauch mit 
einem Theile den Stadtrathc*. 103, 104, llo. 111, 112. 113, 114, 
11ft.i 587 

10. Crkundeu, betreffend den Aachener Kcichnwald 3, K, 9, 12, 1«», 
18, 133., tili 



Chronologisches Verzeichnis^. 

Mit [J.] sind die Stücke bezeichnet, deren Wortlaut in den 
historischem Notizen des Bürgermeistereidieners Janssen (S. 1— 3!H) 
dieses Bandes) überliefert ist, 

mit [M.) diejenigen, die der Stadtarchirar Karl Franz Meyer 
in seiner Zusammenstellung der seit W06 erlassenen Verordnungen 
(S. 390 - 452 dieses Bandes) wörtlich mittheilt, 

mit [B.j diejenigen, deren Text der Herausgeber den in der 
Atwhener Stadtbibliothek befindlichen Original drucken (rgl. die An- 
merkung auf $. 453 dieses Bandes) entnommen hat. 



135ti Juli 17 «Aachen). Das Kapitel de« Marienstifts bcsehliesst, 

dass das später 'Noli me Unsere' genannte Käst- 
chen niemals mehr geöffnet werden soll. 52ti. I 

1414 Januar 2H (Aachen). Heinrich, Bischof von Sidon, Weih- 
bischof der Diöceso Lüttich, kousckrirt Chor und 
Hochaltar des Münsters. 525. 2 

1450 Juni 13 Die Kirchspiele von WUrselen und Haaren 

vereinbaren eine Ordnung: für ihre Waldungen. 

t»12. Dieselbe — aber mit dem Datum Juni 17 — 

in hochdeutscher Ucbcrtragrung: ti'W. 3 

um 1450, . . . . (Würselen». Das Sendjrcricht entscheidet in einer 

Verlöbnisssachc. 55i). 4 

1 4~> . . «Würselen). Das Send*re rieht vcrurtheilt, nach ein- 

geholter Entscheidung: seines Oberhofs, des Scnd- 
tferichts zu Aachen, den Wilhelm Oroct wegvn 
Verleumdung:. 5<>5. & 

11111 1500 . . . . < Würselen». Weisthuin des Scudg:crichts. 5i>,'l. 41 

• utu 1550) . . . . «Aachen). Statuten der Sakraments-Bruderschaft 

(Nachträge vom 27. Augrust DHU, 25. Mai HU4, 
2»>. Juni ll>80). 507. 7 

1.V 1 ! Die Nachbarn der Ueichs<|uartiere Wür- 

selen, Weiden und Haaren vereinbaren eine Ord- 
nung für ihre Waldungen. M7. B 

D*ji>— 1700 Art. 22- . a J0 der Kurfürstlichen Waldord- 
nung: für den Atscher Busch in hochdeutscher 
Uebertraguntf. f>42. tt 



VI 

ir»Ui) .Juli l.'l Würselen . Merken Mever kla«rt heim Seud;*c- 

rieht treten Merken Arrrtx wcjrcn H< a li a icli^run^r 
und Verleumdung. fn;i. 10 

Hill Mai 1!) «Würseleii 1 . Bas Send«rericht verurt heilt Mcrjren 

Arrctz we^en Beleidigungen und Verleumdungen 
xu üflentliclicr Busse. Y«ri. N r . lo.i .V,:>. II 

Bil.'l April 2."» Aachen. Dir Keichs<|Uarticrc Würselcn, Haaren 

und Weiden und die ruterthaueii des Landes 
KornelitnüiisU'r zu Kilendorf >chlievscn einen Ver- 
trag über Bcuutzun^ und Beaufsichtigung de* 
gemeinen Kcichswnldcs. i\\:i. Kin Auszug in Imh-Ii- 
deutscher rehertrnjjunjr <*»40. 1* 

August L>7 Aachen:. Vjrl. Nr. 7. 13 

Hill Mai jr» Aaehen. \>1. Nr. 7. 14 

liiW» Januar 1»'» Aachen;. Maas.s- und <iewichtsordnuu;r. M HM. 15 

UM Juni .'* .... Pfalz -rat Philipp Wilhelm und die Stadt 

Aachen erlaben gemeinsam eine Wahlordnung 
für den Kcichswald. »11!». Art. 7 1* in Imchdcut- 
M'lit'iu Auszug r.ll. 10 

l«iii4 .lanuar lo Aachen . Der Kath erklart, das- allen vmi an- 
dern Orten zuziehenden Kauf- und Ilandel>leuteu 
•las Bürgerrecht und Kiutritt in dir Zünfte utu- 
MHi*t. Mi^ie auf drei .lahre Wacht und ServN- 
IreihiMt gewährt werden m»II. M. !•».">. 17 

Bi7*.i Juni 1 11 Würselen. Vorsteher und schnMen der \ ier ^lüir 

liere de* Aachener Keich- pmieMiren ^e^ni die 
insiTirte Waldnrdnuu;: \«»m :i. .1 imi I • ü » 1 . \ «rl. 
Nr. |i;. U17. I« 

U>*) Fehruar 'J-J Aachen . her Kath gewahrt Mir aufzuführende. 

in der Stadt uu>erkaiilt ^ehliehene Wolle, miuh- 
Mir den Yeivdluu;r*«>erke|ir mit Tuchen \eci-e 
treiheit. lieht für die zumKxpoit lahri/.n teiiTuehe 
xerM'hiedeue hcM-hrankeude Vorschriften auf. 
M. I"7 I« 

.luui •_'<'• Aachen . V»l. Nr 7. JM» 



BJM 



.luui •_'<'• Aachen. \i:l. Nr i. XI» 

Mai 7 Aachen ufl" der Khats-t 'aiiiuier im * ira-v-diauv«» <»rd- 

iiiiiilt der .laird und Fischerei B. I 1 »!*. 21 

Mktuher 1 Aachen Brau und Mal/.wa^ Ordnung. M l"v22 

Mar/. â– J* Aaehen . "nimm:: tili ih-n \ t ndlun;:^ ei kehr 

mit Tuchen M II«. 2» 

\t ■ .... 4 1 I» „ II .1 . .1 ... I.. \l ......... 



l».**'i M.ii J" Aacl 



A»i: u^t 



mit 1 in -heu M 11«». *•» 

Aachen. I »■-!■ Kath \ •■rhü-tet fremde Mun/.en. 
Isi*»«*r nur :i'»i«r Alten uaeh licMiiuiufeiii Satz 
aut drei Mi»nafi- /.u B IM. 24 

■• \.icheii . I>er K.itli macht wiederholt liek.iun!. 
da*- .|«u A;i«lii>m in üi Brah.iut. Liin!>m_:. Falken 
I ■ 1 1 1" II und Herzogenrath Zolll|e;licil /U«1eht M. 

HJ. 25 



VII 

H>n<» Oktober 5 (Aachen;. Die städtischen Beamten verkünden, 

dass die Zollbriefchen fortan nur auf der Kauzlei 
in Gegenwart der Bürgermeister und gegen die 
eidliehe Versicherung, die Waaren seien in der 
Stadt hergestellt, ausgegeben werden. |M.] 412. 20 

1KH7 April (> Aachen. Der Rath verkündet die Fortsetzung 

eines 'freien' Pferdemarkts und die Prämiirung 
der besten zum Verkauf gebrachten Reit- und 
Wagenpferde. [B.) 473. 27 

lt>90 August 7 (Aachen). Ordnung für den Fall eines Aufruhrs. 

[B.] 4ti2. 28 

1«Ä*7 Februar 21 (Aachen). Der Rath verkündet Freiheit des Ein- 
kaufs von Wein in Gebinden und auf offenem 
Markt. IM.] 41.). 2» 

— April 2i> «Aachen). Verordnung gegen unbefugtes Glück- 

wünschen, Schiessen, Tanzen, übermässige Kind- 
tauf- und Begräbnisskosten. |M.| litt. 80 

— Juni 7 : Aachen i. Der Rath befiehlt allen zur weitern 

Khe Schreitenden Errichtung eines Inventars. [M.] 
415. 31 

l#;;ts — 21 «Aachen». Der Rath erneuert das Verbot des Er- 

werbs irgendwie gearteten Grundbesitzes durch 
einheimische oder auswärtige geistliche Anstalten 
oder sonstige Institute der todten Hand. 47-5. 82 

— Juli JS •Aachein. Der Rath schreibt für alle in der Stadt 

ihre Nahrung Treibenden den Erwerb des Bürger- 
rechts \or. M.] 11."). 33 
!•;!•■.» M;ii l.*> 'Aachein. Der Rath verbietet den Vorkauf. [M.| 

4n;. 34 

— ■ Anglist . r > Aachein. her Rath bestimmt zur Verhütung des 

Vorkaufs, dass alle zum Verkauf bestimmte Frucht 

ins Kornhaus oder auf den Markt zu bringen ist. 

M. 117. 35 

- -- 27 Aachen», her Rath verbietet den Bürgern die Ver- 

legung ihrer Manufakturen nach auswärts. ,M. 
417. 3<l 

IT*«» Mai 11 Aachen'. Der Rath verbietet die Ausfuhr des 

warmen Wassers. ' M.; 417. 37 

Juni .*; 'Aachen.). Der Rath verbietet allen Fremden das 

Feilbieten von Waaren auf der Strasse und an der 

warmen Fontaine. M. 417. 311 

— Juli .*> i Aachen i. Der Rath verbietet die Thätigkeit un- 

vereidigter Makler. M.i 11*. 30 

Oktober X Aachen . her Rath verbietet übermässige* Läuten 

und sonstigen Luxus bei Todesfällen und Be- 
irräbnissen. IM.: 41- s . 40 



! VIII 



| 1704 j August 7 < Aachen •. Per Kath gebietet allen Advokafeii und 

Notaren, Midi durch Vorlegung ihrer Papiere als 
prouiovirt und ereirt auszuweisen. IM.j 110. 41 

17<Xi Mai 1*> Aachen*. Der Kath verbietet den Fleischhauern 

jede Bctheiligung am Verkauf von Ochsen auf dem 
j Vieluiiurkt. sowie <len Ankauf einer grossem Zahl 

von Ochsen. ;M.' 420. 42 

170!) September <»< Aachen.. Der Kath befiehlt, das* die Meicrci- 

Diener überall als ehrliche Leute itstimirt und 
tollerirt werden sollen'. [M.j 421. 421 

1711 September 10 < Aachen i. Der .Kath verbietet, die I Melier mit 

Stroh oder Schindeln zu decken. M. 1 421. 44 

1713 Mai 22 'Aachen«. Der Kath verbietet wiederholt die Aus- 
fuhr fies warmen Wassers. 'M. Vgl. Nr. .'17. ' 121. 45 

— ScptcmtHT 2 Aachen. Der Kath verbietet die Wegnahme und 

Zerstörung der im Aachener Kusch und im Reich 
gesetzten Kienen körbe. M. 422. 40 

1714 Januar 17 ■ Aachen . Der Kath \ erbietet den Xähuadclfa- 

hrikauten. ihre Arbeiter mit Waarcn abzulohneii. 

M.| 423. 47 

— August 2.*l Aachen Der Kath verbietet den Kcichsuutcr- 

thaneu und den Freimien die Ausübung der Jagd, 
welche den Stadtbiirgern freigegeben ist. M. 
122. 48 

IT 17» Januar 17 Aachen . her Kath erklärt. dav* nur die Ilürgcr- 

ineistereidietier in eigner Person < lehnte imdCi- 
tatinucn \ erkundigen können. M. 12t. 41) 

Oktober pt Aachen. Der Kath befiehlt allen Kaufleuteu und 
(iewerbtreibentteii. den Arbeitern rVeitair*» ihren 
Lohn auszuzahlen. M. 42t. 5<* 

1 T !■• Juni 1*> Aachen. Der Kalb verbietet jede Kestcchuug und 

siiu«»tige unzulässig«» Beeinflussung bei Kaths- Uinl 
Zunftwahieii. snuie das Verbergen oder Kutführeii 
von Mitgliedern des Kaths uder der Zünfte, ge- 
bietet sofortiges Krscheineii des latitirendeii fiross- 
Kathsvi>rwHiidteii Wilhelm Itle\cnhauht und über- 
haupt AuMihuiiL' de«» Wahlrecht» durch alle Zuufts- 
• ■•ler Kaths\i>ruandte M 12.*». 51 

Ailmm 17 Aachen. Ordnung der ntbutlicheii Verkaute. 

M 4M 5* 

Oktober .U.i Aarheli . Der Kath • f U ! -• l't . da**. Huf/ lies am 

II < ikttJtf r »i'iten- de- Senile«*) ichts erlassenen 
Verbotes Im •rt|i^uiiL r ''n Abend» und Nacht* -tatt 
tiii'leii dürfen und in stihheii lallen dem >« ud 
^■•■rii'ht zur l.rlan^Miiir der Kriaiihujss keine tie 
hühr gezahlt /u »erden braucht. M 12 '•. 5*1 
171* Januar :il Aachen. Der Kath \ erbietet die Kintuhr tremdeii 

Kiers. 15. 47."». 54 



1721 


— 


172H 


April 


— 


Juni 


1730 


April 


1731 


Juni 


I VA2 


Mlirz 



IX 

1710 December 7 (Aachen). Der Rath regelt den Einkauf von aus- 
wärtigem Leder durch die Schuster. [M.| 428. 55 
5 (Aachen). Der Rath regelt die Kreditirung der Kauf- 
preise bei öffentlichen Versteigerungen. [M.] 4.-J3. 56 
27 Aachen. Der Rath verbietet das Leihen auf Pfän- 
der. [M.| 438. 57 
25 Aachen. Verordnung über die Verfolgung von 
Zigeuner- und ähnlichen Banden. [B.] 47f>. 58 
2* (Aachen). Der Rath verbietet den Verkauf von 
Lebensmitteln und andern Produkten im Grossen 
durch Kloster- und andere Geistliche. [M ] 440. 59 
18 (Aachen). Revidirte Ordnung über Haltung der 
Sonn- und Feiertage. [B.j 477. 00 
4 Aachen. Der Rath macht mit Rücksicht auf eine 
allgemein verbreitete Viehseuche, Rezepte, die 
sich in der Stadt Auvergne [so!] bewährt haben, 
bekannt, untersagt die Einfuhr von Vieh aus ver- 
dächtigen Ortschaften. [B.] 479. Ol 
— December 18 i Aachen;. Der Rath verbietet alle Schmähschriften 

und Pasquille. [B.J 481. 02 

1734 September 3 (Aachen;. Reglement für den Kassirer des Bergs 

der Barmherzigkeit. IM] 441. 03 

1737 Mai 10«?> Aachen). Der Rath erlässt weitere Bestimmungen 

für die öffentlichen Verkäufe. [M. Vgl. Nr. 52.] 437. 04 
173* Januar 31 Aachen. Verordnung über Verfolgung der be- 
waffneten und unbewaffneten Zigeunerbanden und 
andern Gesindels. [B. Vgl. Nr. 5«.] 482. 05 

— August 22 Aachen'. Reglement für die geschwornen Auf- 

seher des Hufschiniedegewerbes ' Marschalken â– . 
[M.J 444. 00 

— September ii Aachen. Der Rath verbietet jede Ruhestörung 

auf dem Wege nach Vaels, da nach seinen Vor- 
stellungen bei den Generalstaaten das KruciKx 
auf dem Vaelser Kirchhof wieder aufgerichtet 
worden sei. [B.! 502. 07 

17:;:» März «; «Aachen«. Jagdordnung. ;B.| 183. 08 

— December 11 Aachen». Der Rath untersagt die Aufnahme aus- 

gesetzter Kinder in «las städtische Armenhaus, 
verbietet das Aussetzen bei Strafe der Stellung 
und Peitschung am Pranger mit nachfolgender 
Ausweisung. JB.' 4M.">. (10 

171« »Septem her 23 < Aachen*. Der Rath verbietet die Ausfuhr von Brod, 

Getreide und Hülsenfrüchten, sowie das Brannt- 
weinbrennen. IB.! 4HS. 70 

— — 2* 'Aachen-. Bettlcrordnung. [M.| 44«>. 71 
1742 — 4 i Aachen). Der Rath verbietet Zusammenlaufen 



XII 

1750 August 14 (Aachen). Der kleine Kath befiehlt wiederholt den 

zur Arbeit noch nicht zurückgekehrten Wollen- 
weberkuechteu, diese wieder aufzunehmen, ver- 
bietet das Almosengeben an solche, welche dien 
nicht thuen und betteln. [B. vgl. Nr. 96.] 601. 97 

17<S0 September 10 (Aachen). Verordnung" des Sendgerichts für die 

Hebammen über Anzeige der Geburten. 667. 

17(51 Oktober 7 (Aachen). Brauordnung. [J.] 300. 

17*52 Mai 11 Aachen. Verordnung wegen der durch die Stu- 

direnden in Burtscheid an der Behausung des 
Peter Reisgen vorgenommenen Zerstörungen. [B.] 
503. 100 

— Juni 25 Aachen. Bürgermeister, Schöffen und Rath ge- 

bieten allen Bürgern und ITnterthanen, sich 'bei 
Gelegenheit des Vaelser Vorgangs' aller ThÄt- 
lichkeiten und der Molestirung der Reformirten 
bei deren Kirchgang zu enthalten. [B.] 503. 101 

— Üecember 17 Aachen. Wiederholung des Gebots vom 25. Juni 

11*2. |B. Nr. 101.] 504. 10t 

l7tW Februar 1 Wetzlar. Das Reichskammergerieht gebietet Bür- 

genueistern und Rath von Aachen, das Pasquill 
'Tcstamcntum Politicum Teper Tarchi' durch den 
Scharfrichter vor dein Rathhaus öffentlich ver- 
brennen zu lassen, oder binnen dreissig Tagen 
die Gründe ihres Ungehorsams vorzubringen. 
51)7. 10S 

— — :>."> « Aachen i. Der Rath befiehlt dem Fiskal, die Ver- 

fasser und die Verbreiter der in den Jahren 1755, 
175* und 17*>2 erschienenen Schmähschriften, ins- 
hesondere des Tcstamcntum Politicum Teper Tar- 
chi', über welches Altbürgermeister Strauch sieh 
beschwert habe, aufzusuchen und zu verfolgeu. 
fordert die Bürgerschaft zur Ablieferung solcher 
Schriften beim Rathssekretftr auf, setzt einen Preis 
von hundert Reichsthaler für die Denunzianten 
aus. 51*8. 104 

Miirz I* Aachen. Bürgermeister, Schöffen und Rath ver- 
bieten allen Bürgern und rnterthaneii, irgend 
Jemand, insliesoiidcre einen Protestanten, mit 
Schlagen, Steinwerten tider schändlichem Nach- 
schreien zu iuMiltircti. |B.i fMH. 105 
17«'»."» Nept. ftji; Aachen. Beschreibung des Traur- und FJircii- 

Gerüsts, so dem ... Iliutritt ... Franz des ersten 
. . F.iu . . . Rath . . . hat aufrichten . . . lassen 
zu der . . . im Jahr 17iif> den l*."»ten Sepfeiulier ge- 
haltenen Viirilie. und den ^»»ten erfolgtem hohen 



xm 

l7fi& S*pt 25/26 Musikalischen Traur-Amt . . . [J. fügt die unter 

diesem Titel erschienene gleichzeitige Druckschrift 
in seine Aufzeichnungen ein; die am Schlüsse 
stehende Predigt des Franziskaners Hörn hat der 
Herausgeber weggelassen.] 332. 106 

17t» Februar 11 (Aachen). Der Vogtmeier trägt den versammelten 

Greven der Zünfte auf Befehl des Pfalzgrafen 
die Beschwerden vor, welche dieser gegen den 
Aachener Rath wegen Verletzung seiner Rechte 
erhebt. |J. nach mündlichem Vortrag: vgl. das 
Chronologische Verzeichniss zu Bd. I. Nr. 5<>.] 
342. 107 

— März i\ • i Wien^. Der Reichshof rath erkennt in Sachen der 

Stadt Aachen gegen Kurpfalz auf Erlass kaiser- 
licher Mandate an den Beklagten [vgl. Nr. 109), 
sowie an den Kurfürsten von Köln und den Kö- 
nig von Preussen, um diese aufzufordern gegen 
den Beklagten die Exekution zu vollziehen, falls 
er dem an ihn gerichteten Mandat nicht Folge 
leisten sollte. [J.] 361. 108 

— — — Klagenfurt. K. Joseph II gebietet dem Pfalzgrafen 

Karl Theodor, die nach Aachen gesandten Truppen 

sofort zurückzuziehen. [.!.] 355. 100 

il77ö; (Febr.) <14) (Aachen). Altbürgermeister Peter Strauch legt 

Verwahrung ein gegen die am 21. März 17*59 vom 
Rathe vorgenommene Bestätigung der gewählten 
Bürgermeister und Werkmeister in ihren Aemtern. 
5X8. 110 

1770 Februar 23 (Aachen). Der kleine Rath überweist die Ver- 

wahrung des Altbürgermeisters Strauch [vgl. Nr. 
110] 'dem Fisco ad agendum neecssaria'. <>00. 111 

— iMai) . . (Aachen). Altbürgermeister Peter Strauch legt 

aufs Neue Verwahrung ein gegen die am 21. 
März 1769 vom Rathe vorgenommene Bestätigung 
der gewählten % *Bürgermeistcr und Werkmeister in 
ihren Aemtern. [Vgl. Nr. 110.] 599. 112 

— Jnli 6 Wetzlar. Das Reiehskaminergericht gebietet in 

Sachen des Altbürgermeisters Peter Strauch gegen 
Bürgermeister und Rath von Aachen den Be- 
klagten, die am 21. März 17<»9 erfolgte Bestätigung 
der Wahlen [vgl. Nr. 110] aufzuheben, sich aller 
Veränderungen zu enthalten, im Falle der Be- 
schwerung aber binnen sechszig Tagen vor ihm 
zu erscheinen. 591. 113 

1771 Januar 11 Wien. Der Reichshofrath gebietet dem Altbürger- 

meister Peter Strauch, von der Verfolgung seiner 
beim Reichskammergericht anhängig gemachten 
Klage [vgl. Nr. 112] abzustehen, eventuell binnen 



XIV 

1771 Januar 11 zwei Monaten die Gründe seine* Ungehorsam* 

vorzubringen. &M- 114 

— — — Wien. Der Kcichshofrath gebietet Bürgermeistern 

und Rath von Aachen, den bei ihm gegen den 
Altbürgermeister Strauch anhängig gemachten 
Process fortzusetzen. 5%. 115 

1772 November f> 'Aachen). Bürgermeister, Schöffen und Rath wie. 

derholen die Verordnungen vom 14. Mai und 2.">. 
Juni 17«:!. [B. Vgl. Nr. 100 und 101.] ;">0:>. II« 

177!) Mai &» < Aachen ). Ergänzung zum Reglement für den 

Kassirer des Bergs der Barmherzigkeit. [M. Vgl. 
Nr. i53.] 443. 117 

17H5 Juli 14 f Aachen i. l)ie Vorsteher der Schneiderzunft er- 
kennen, dass Peter Stanislaus, weil er mit mehr 
als vier Knechten und einem Lehrjungen gear- 
beitet hat, mit der Zunft sich abzufinden habe, 
empfehlen dieser aber, besonderer Umstände we- 
gen, Nachsicht zu üben. [ Anlage 2 zu Nr. 131.; 
574. 118 

— — 30 (Aachen'. Die Bürgermeister erklären als zweite 

Instanz in Zuuftangelegenheiten die von der 
Schneidcrzunft gegen den altern und Jüngern 
Stanislaus verbilligte Suspension von den Zuntt*- 
rechten nach Lage der Sache für unstatthaft und 
«leren bei der letzten Wahl abgegebene Stimmen 
für gültig. ; Anlage 3 zu Nr. 131. f>74. 119 

— August H «'Aachen. Die Schneider/.uuft verurtheilt die 

Meister Stanislaus den Altern und den Jüngern 
wegen l'eberschreitung der vorgeschriebenen Zahl 
von Knechten in contumaciam zu je zwei (iold- 
gulden und in diu» Kosten. Anlage ♦"• zu Nr. 131., 

.w. 120 

(.17**1 «August 2«>» 'Aachen . Der zum Zwölfter der Schuciderzuuft 

gewühlte Franz forsten protestirt bei den Bürger* 
meistern und Beamten gegen den Versuch des 
Johann Knops, sich auf (irund angeblicher Wahl 
in seine Stelle einzudrängen. Anlage I zu Nr. 
131. .77:». 121 

17N*» August 27 Aachen-. Bürgermeister und Beamten erklären 

die Wahl de«* Franz forsten für gültig Anlage 
fi zu Nr. 131. Vgl. Nr. VJO. TiTT. 1*2 

Oktober * Aachen . Die Schneiderzuitft erklart, sich mit 
der \oii l'eter Staiiiilaiin angeboteneu Abfindung 
\ou Li» Aachener <iuld«*n begnügen zu wollen und 
erlittst ihm die Kosten. Anlage 7 zu Nr 131. 
:»7x. 123 

November T» Aachen . Die Sehncidcrzuiift verurtheilt den IVter 



XV 

1785 November 5 S tan isla us auf Grund besserer Information zur 

Zahlung der doppelten Abfindung* und der dop- 
pelten Kosten. [Anlage 8 zu Nr. 131. Vgl. Nr. 123.] 

579. 124 

— — 10 (Aachen). Der Rath droht dem Meister Stanislaus 

mit Exekution wegen des Urtheils vom 5. November 
1785. [Anlage 9 zu Nr. 131. Vgl. Nr. 124.) 579. 125 

— — 30 (Aachen). Die Bürgermeister gestatten dem Meister 

Stanislaus dem Altern die Annahme von Knechten 
über die herkömmliche Zahl. [Anlage 10 zu Nr. 
131.] 579. 120 

17««» April 18 (Aachen). Die Notare Como und Brauers bekun- 
den die von ihnen vergeblich angestellten Ver- 
suche, mehrere benannte Personen beim Greven 
der Schusterzunft als Meister anzumelden. [Anlage 
1 zu Nr. 130.) 584. 127 

— — ^ (Aachen;. Der kleine Rath erklärt, dass die drei 

Monate bezw. sechs Wochen, welche zwischen dem 
Eintritt in die Zunft und der Ausübung des Wahl- 
rechts in ihr verflossen sein müssen, vom Augen- 
blick der zu gewöhnlicher Tagszeit geschehenen 
Entrichtung der Gebühren bis zur Stunde der 
Wahl gerechnet werden. [Nach dem zu Nr. 130 
genannten Druck.) 580. 128 

— Mai 3 Aachen. Mehrere älteste Meister der Schuster- 

zunlt bekunden, dass nach deren Herkommen die 
sechs Wochen, binnen welchen sich ein zur Zunft 
berechtigtes Mitglied vor der Wahl zur Erlangung 
des .Stimmrechts anmelden muss, nicht von einem 
Augenblick auf den andern, sondern vom Tage 
der Anmeldung bis zu dem der Wahl gerechnet 
werden. [Anlage 2 zu Nr. 130.) 585. 120 

— — 5 Aachen). Angehörige der Schusterzunft erheben 

Einspruch gegen den Rathsbescheid vom 28. April 
178^. INach dem 'Abdruck der von Seiten zer- 
schiedener Bürgern und Schustermeistern zu Aach 
. . . vermüssigten Remonstration . . .', o. O. u. 
J, 4 8. folio, Stück 9 des Sauunelbandes Nr. 84"> 
der Aachener Stadtbibliothek. Vgl. Nr. 12*, 127, 129.) 

580. 130 
17h#; Juli Wahrhafte Geschichts Erzchlung, betref- 
fend einige in die Gerechtsame hiesig löblicher 
Schneiderzunft seit dem Monate Julius 1785 ein- 
schleichen wollende Eingriffe. [Nach der unter 
diesem Titel erschienenen Druckschrift, o. O. u. 
J., 8 S. folio, Stück 10 des Sammelbandes Nr. 
S45. Vgl. Nr. K*, 118, 119, 120, 121, 122, 123, 124, 
125, 12Ü.J 570. 181 



XVI 

1790 April 14 (Aachen). Der R«th verbietet da» Hazardspicl in 

Burtechcid. [B.] 468. IM 

1792 AtijrtiMt 21 Projekt ciiwr Wahlordnung für den Rcichit- 

wald. [Die beiden ersten Artikel fehlen ; in mehreren 
Artikeln Bind ältere Bestimmungen von 1581, vom 
25. April ltil.'l— vgl. Nr. 8 und 12- und vom 25. 
Januar 1788 wiederholt.) 025. ISS 

1793 November 15 Ordnung für die im MarianiKchcn Lehrhau*e ein- 

gerichteten Schulen. [B.j 4<»5. IS4 



Die historischen Notizen *) 

des Bürgermeisterei-Dieners 

Johannes Janssen. 



') Dm* Original befind* $ich in der Aachener Stadt-BMiotkek. 



Dieses Bach genährt zu Jobannes Janssen zur zeyt Bürgerrar. 
Dieser der b. Römische Freye Reichs Statt Aachen, anno 1739 
den 16 tag May bab ich in naraen Gottes dieses buch angefangen 
m beschreiben, in Gottes Nahmen und gnadt hoffe es zu vollenden 
nun Ende. 



Im Nahmen Gott des Vatters, Gott des Sohnes, gott des 
heiligen geistes Amen 

fange ich meine Vorschriften an 

als = 

Weilen vor lange Jahren wenich 

und Noch zur Zeit, welche von unsere liebe und bochlobliche 
freie reichs statt, Chronick oder andere Denkwürdigkeiten etwass 
oder gar nichts geschrieben haben, so hab ich in nahmen des 
allerhöchsten Mir unterstanden, Ein klein wenig zu gedenken, von 
die alten historien dieser statt aach sambt allen gedenckwurdigen 
sachen, deren darin stehenden gottes Hausser, Reliquien, und 
dergleichen, Weilen aber nicht studirt, so habe nur sumpel bin, 
auff unsere liebe teutsche sprach siecht und recht wech geschrieben, 
wiewohl nicht von wort zu wordt, sondern weilen in unser acher 
Cronick vieles wass latin und auch andere Sachen, die ich hab 
mit stilschweigen wollen Vorübergehen, 

als habe nur alles zur grosser Ehren gottes und seiner 
Qbergebenedeite Mutter und Jungfrauw Maria, auch zu lob und 
Wohlfahrt unseres geliebten Vatterlandts und nicht weniger zur 
nachricbt derjenige so bis daher nicht gewust wie ahn einen heiligen 
ordt sie wohnen, von wass Religion sie ahnfanglich durch römische 
Kaiser und Königen hieher gepflanzett sein, und aber deme allem 
hindangesetzet, sich von den alten Wegen ableiten und verfuhren 
lassen, einer frerabden religion sich beygesellett, darvon ihre 
Vorfahren Nichts gewust noch gedacht haben etc. ') 

Derowegen ist Mein eintzige Bitt, dass der mich wird lesen 
oder lesen lassen, nicht auff Meine Ungeschicklichkeit achtung zu 
geben, sonder meiner siechten geringen fleiss und Kleinen verstandt 
hier in diesem werck nicht nachdencken sondern es von einer 
recht wohl meinende feder platterdings ahnnehmen und die groobe 
fehler über sehen, und Nur nachdencken, wie und wass vor 
herkommen unsere liebe statt und reich von Achen und alles von 



') Die beiden vorhergehenden Sätze sind der Vorrede des Noppius 
jmr Chronik wörtlich entnommen. 



6 

dem ich hier anter schreiben werdt etc. Verbleibe Unterthänkhts 
and getreuwillicbster Diener, 

Signum achen den 16 tag May 1739. 

getreuwilligster Diener 
Johan Janssen 
Bürgerin™ Diener, 
geneigter leser 
Damit da ohne Mühe alles findest, so habe ich folgende 
register aufgestellt and sonsten diss gansse werck aufgestellt and 
abgetheilt in 3 Theil oder Bücher, nemblich dass Erste Bock 
abgetheilt in 41 Capitulen, dass zweite registrirt sich durch die 
Jahrzahlen und das dritte durch die Nummeren. 

Dass Erste Buch tractirt von der stadt aach und deroselben 
anklebenden Antiquitäten, 

Dass zweite was sich gedenckwürdiges in aach seithero die 
sUdt gebauwet hat zugetragen. 

Das dritte Buch aber gibt zu wissen die privilegia und 
statuta der statt Aach. 



Sowie das von Janssen über den Inhalt der drei Bücher 
seines Manuscriptes Gesagte wörtlich mit demjenigen übereinstimmt, 
was Noppius über den Inhalt der drei Bücher seiner Chronik 
angibt, so ist auch im Uebrigen das von Janssen Geschriebene, 
soweit es sich auf Aachener Kirchen bezieht oder diejenigen Ereig- 
nisse tum Gegenstande hat, welche vor dem Erscheinen der 
Nopp sehen Chronik stattgefunden haben, fast überall gleichlautend 
mit den betreffenden Angaben jener Chronik. Von den wenigen 
Zusätzen, welche Janssen zu den Nopp sehen Angaben geschrieben 
hat, glaube ich nur folgende hier mittheilen zu müssen: 

Im fünften Capitel des ersten Buches berichtet Janssen hin- 
sichtlich des von Friedrich I. herrührenden Kronleuchters: 

In jeder Thürmlein stehet ein silberne gegossene Postur von 
ungefähr 1 Schuh lang. Die silberne Posturen aber hat ein locker 
dieser Kirchen einmal zu Nacht ausgebrochen und alle hinweg 
genommen, aber wider erhast und darumb gestraft worden. Sieder 
die Zeit seind sie nicht mehr hineingesetzt worden. 

Ferner heisst es bei Janssen dort, wo ron der Mosaik-Arbeit 
im Münster die Rette ist : 

Anno 1725 aber ist dieses alles wider verändert worden, 
weilen der acher brandt diesen Tempel sehr beschädiget halt, 



ud alle diese gulde steinger ausgenommen an dero platz aber 
gibswerk oder etokator arbeit gemacht, auch sehr proper und nett 
auf jetzige Baumode. Diese stein aber sind hier und da wider ein- 
leset« worden, aber viel tansent seind verfahrt nnd verloren gangen. 

Auch wird dort, wo Janssen über das Innere der Münster- 
kircke berichtet, vom ihm gesagt: 

Anno 1741 ist die Orgel auch wider renovirt worden nnd 
aceomodirt durch einen Meister aus dieser Stadt Namens Joban 
beiliger, welcher anch eine artige compendiose Orgel im Chor über 
Ottonis Grabstein gemacht hat, welche in der tiiglichen Musik 
gebraucht wirdt 

um dieselbe Zeit haben sie auch dass Capittel etwass ahn 
der wolfsthur machen lassen, grad oben dem Eingang des Tempels 
dort stund von holtzarbeit so ein altes wesen. Dass haben sie 
lassen wechnehmen, ist aber in der Maut* befunden worden eine 
grosse Öffnung oder bohlung, darin gestanden ein Käst mit Eisen 
beschlagen und in dieselbe Käst war auch ein ander Käst von 
puren Eisen, habens aber nit bekant gemacht wass drinnen gewesen 
und kein Mensch hätte sein leben nicht gedacht dass da etwas 
gesteeben solt haben. Ich bilt mir ein weilen das mttnster alda 
dass stareksten, dass die Alten in Kriegs oder unglttckszeiten 
dieser schalt alda verwahrt haben gehabt und hernacher durch 
sterben und Verderben in Vergess ist kommen. 

Endlich zu wissen, dass in diesem Gotteshaus 10 grosse und 
kleine Glocken sein, sonder die zu dem Glockenspill gehören. 
Dieaee Klockspill aber wird gespielett durch einen dazu bestellten 
Mensehen auf alle Sonn- uud Muttergottes- und andere hohe 
Feiertage und wan Prozession aus dem Münster ausgehet, auch 
wan StadtbOrgermeister erwählt werden, so spielett er mit die 
Finger und mit den Füssen. 

Das hierauf folgende bis zum sechzehnten CapUel des ersten 
Buches ist wörtlich aus der Nopp sehen Chronik abgeschrieben. 

Im sechzehnten CapUel ist hinsichtlich der in der St. Foilans- 
hrche bestehenden St. SacramenlS' Bruderschaft noch bemerkt : 

„Diese Bruderschaft soll stark bleiben und gehalten werden 
32, nicht mehr und nicht weniger. 44 

Hinsichtlich der St. Peterskirche ist hinter Nopps Angabe, 
* *st» in der Kirche drei Altäre, von Janssen zugesetzt : 

,anjetzo aber 4 mit dem Altar St. Johannus Nepomucenus, 
welchen Hr. Pastor Scholl selig hat bauen lassen, sambt dieser 
jungen neuwen Kirch anno 1722; vor Zeiten seind auch 2 Biuder- 
Kkften nemblicb von der Passion und 5 Wunden Christi des Herrn 



I 



so alt vom Jahr 1504 und von weiland Herrn Pastoren Wilbelmo 
Lintzen seelig aufgerichtet und eine Bruderschaft St. Georgi Martyris.* 

Im achtzehnten Capitel wird hinsichtlich der Jesuiten-Kirche 
gesagt, das Pflaster sei 

„von weissen Vetscheter Stein und blauen Stein recht artig 
belegt mit aller ley Figuren. u 

Es wird ferner bemerkt: 

„1742 jetzunder aber ist das Collegium ganss zur Perfektion 
und recht schön und magnific inwendig und auswendig/ 

Vom achtzehnten bis vierundzwanzigsten Capitel stimmt 
Janssens Manuscript wörtlich überein mit Nopps Chronik und 
enthält ohne Zweifel nur Abschriften aus dieser Chronik. Auch 
das vierundzwanzigste Capitel des Janssenschen Manuscriptes stimmt 
wörtlich mit dem vierundzwanzigsten Capitel des Ersten Buches 
der Nopp sehen Chronik Überein ; am Schlüsse befindet sich jedoch 
folgender Zusatz: 

„Von diese Capell (St. Aldegunden-Kapetle) aber batt unser 
liebe statt Aach den Nahmen her und ist schadt und jahmer das« 
dieselbe so oedt und wUst wird gelassen, die doch wohl berent 
ist gewesen und das älteste Stück der Stadt schier ist, weilen aber 
die statt ihren nahmen von dieselbe, als aix la chapelle hatt, so 
war es auch recht, dass man mehr respekt darvor brauchte/ 

Auch die Capitel 21 bis 29 stimmen mit den Capitetn 
gleicher Zahl der Nopp sehen Chronik überein. Im 30. Capitel 
wird in Betreff da- Christoffels bemerkt: 

„Welche Cbristoffels diejenigen sind welche das Churgericht 
am meisten bekleiden und Ober die Stadt Brandleiteren und andere 
Sachen wass zur Brandt gebohrig zu gebieten und in Verwahr 
nehmen müssen. 11 

Am Schlüsse desjenigen, was im 31. Capitel der Nopp sehen 
Chronik gesagt ist, finden wir bei Janssen nach den von Noppius 
gebrauchten Worten „H. Messen geschehn tt noch den Zusatz: 
,war/.a dan ein apparte Capelle und Altar aufm Kathaus mit 
vorhangenden Gaurdinen, wan die H. Mess aus ist und der Kath 
ist innen/ 

Im 32. Capitel, dort wo von den Vogtgedingen die Bede ist. 
wird hinter demjenigen, was afis der Xoppschen Chronik abge- 
schrieben ist, ferner bemerkt: 

„Solche Vogtgedinger aber werden alle gehalten des Abens 
um 6 Ubr im offenen Gerichtshaus auf dem Katschoff. Von dannen 



9 

gehen sie nicht «bnder hinwech, alsdass die 6 Uhren geschlagen seind, 
nnd waas auch soll später werden, so muss der Stadiuhrwerker 
die Uhr aufhalten, bis ihm vom Maiorsdiener wird zugerufen, 
die Kloek schlagen zu lassen; als dan gehen die Hr. von dannen 
hinwech nach der Lauben, Brüssel genannt, allda haben sie dan 
ein herrliche Mahlzeit, welche der Vogtmaior halten muss. 

Von diesem Tisch bekommen auch die 4 Dttrgerm. Diener 
einen guten Kalbsbraten und ein Brodtmicken, und jeder ein halbe 
Mass Wein, welches sie nach ihr Belieben verzehren." 

Das Verzeichniss der Festtage im 26. Capitel stimmt mit 
dem von Noppius gegebenen Verzeichniss Überein, jedoch wird unter 
den im Monat Juli gefeierten Festtagen zum 27. d. Mts. „Caroli 
mgni Erhebung" als Festtag angeführt. 

Im 37. Capiiel wird Über diejenigen Pilger, welche die 
Wiener genannt wurden, bericJUet: 

„Sie opfern unser lieben Frauwen kriechend durch die ganze 
Kirch auf ihren Knieen eine überaus grosse weisse waxse Kertz, 
ganz voll über und Aber bestechen mit Geld, welches sie aus ihrem 
Land und auch Aber den Weg bis hiehin von andächtige christliche 
Leut vor ein Opfer mitgegeben wird." 

Auch das zweite Buch der Janssen' sehen Notizen stimmt 
grösstenteils mit dem zweiten Buche der Nopp y sehen Chronik 
wörtlich Überein. Ueber den im Jahre 1277 geschehenen Todtschlag 
des Grafen Wilhelm von Jülich bemerkt Janssen noch am Ende 
der betreffenden Stelle: 

„Wie noch das Zeichen von 4 Pilaren bogenweiss über die 
Pauw an die Weissfrauwen mit ein brennende Leicht annoch 
stehet zum Andenken, jetziger Zeit aber verfallen, das Licht 
brennt in die Kirch." 



Hier Vnten folgt von anno 1656 den 2 tag May vom Acher 
Brandt, weilen ich aber von die vor Jahren nicht hab künnen 
Nachricht haben, so hab ich aus Viele alte glaubhafte leuth noch 
dieses zusammen bracht so guth ich gekont habe und anders nichts 
geschrieben als wie sie mir bericht haben. 

Aacher Brandt vom Jabr 1656 den zweiten Tag May. 

1656. Erschrecklich kommt es Einem vor und mit grausen 
wan man gedenket an so erschreckliches wesen, welches dahzumahl 
Vn*ere liebe statt aachen den 2ten Tag May wie oben genielt Von 
dieses wütendes Element des feurs ist zugericht worden nach 
an&sag Viele alte glaubhafte Leuth weilen ich anders keine schrift- 
liche Nachrichten haben konte. Diese liebe alte aussag rleissig 



10 

gemerck und geschrieben Als selbig mahl in hiesiger statt und 
land eine grosse tenrong gewesen nnd hatte eine kleine Zeidt 
gestanden, nachderhand aber wider gewichen nnd dass brod vier b. 
geringer als es vorhin gegolten utnbgesagt wardt durch den 
Bäckers Zunftdiener nnd dieser sich vielleicht etwas gesaumbt 
hatte und dieser Becker N. woonendt ahn S. Jacobs Kirchoff ungefähr, 
etwas zu späht hatt sagen können und wurcklich sein gemachtes 
Broodt schon fertig zum inschiessen im Offen alsobalt er dieses 
hörte mit diese entsetzliche word sol ausgefahren sein: «nun wollte 
ich dass das höllische Feuer im Ofen entstünde,* darauf gleich 
die Straff Gottes nicht wollen ausbleiben und augenblicklich im 
Ansehen des Bäckers sein Offen und gansses haus in Einem Feuer 
und so grausam gleich gew übtet, dass erschrecklich wahr anzusehen 
und von dieses hauss auf ander und sofort Aber die gansse 8tatt 

to£?'£l™ h gleich als wans geflogen hiltte, dass sogar die leudt welche am 
die Ion. Marck wohnete und der gegent, wie sie gesehen, dass es in 
Jacobsstraass brente, gemeint es wurde Noch lang brennen Ehe es 
bei ihnen tbRte kommen, eh sie dieses recht sagten und bedacht 
hatten wahrs feuer wurklich auf ihre Hauser, dass in 3 8tunden 
Zeidt die ganse Stadt ein lauteres Feur wahr also dass die arme 
leuth Nichts oder gar wenig haben können retten, so gar fiele 
arme Krancke und lahme alte leuth, welche haben müssen leider 
des feur s embfinden und jammerlich zu grondt gehen. Dass arme 
folck hattmus8en mitt ihr annoch gerettete Sachen nacher Pont Pfordt 
hinaus am laussberg sich müssen lageren so guth sie gekont, was 
Man dieses bedenckt und bet rächt, wie dieses so erbärmlich muss 
ausgesehen haben, die stadt hat 3 tag und 3 Nacht gebrant und 
alles zu grund gangen ausserhalb ol>en an Marschier Pfordt, 
rosspfortzs und Pont et Sanckel Pfortz seind noch etliche hausser 
stehen geblieben. Es ist noch etwas amarquabels passiert. Alhier 
Nahe bei der sandtkoulstrass gelegen rey hauser zugehörig gewesen 
ahn einen Mit N. Ostlender. Dieser war auss dem Mflnsterlandt 
zu hauss und bQrtig, weilen dass feur soweit gewuhtet, dass es 
auch seine hauser solte ahngveifen, hatt dieser sambt seine lmndtaleuth 
seine Hauser vom Brandt bef reihet, nachdem der Brand rondt umb 
seine hausser schon alle** verzehrte, dennoch durch Gewalt der 
fiele Munsterlander, die ihrem landtsman beistonden und halffen, 
dm Diel habense also errettet. l>a*s bley von die grosse Kirch welche 

w l j J^^ r damahlts all damit gedeckt wahr, ist Ober die Gass durch die 

dt« ütM. geiffen geloffen Eben wie klahr wa**er, dass sie noch anno 1742 

haben bley in der erden gefunden rings um die Kirch weilen sie 

dahmahls etwas erneuwert haben, als nemblich die Eisene oder 

guter- Pf ort vom kleinen Kirchoff durch bis auff den grossen 



11 

Kirehoff etc. Wie nun der Brandt aber elwass seinen wuth er- 
sitiigett und die gansse stadt in die Aschen gelegt hatte, so seindt 
die arme leuth mit sack und pack auff den 4ten tag wider hinein 
gange« und ihre alte wohnstat gesucht, welche sie mitt grosse 
Mflhe haben finden können, weilen alles durchs feur wahr gleich 
gemacht, so haben sie müssen thun, wie sie gekönt haben und 
sich ijn die annoeh befindliche Keller verkrichen bis nachderhand 
Ton hohe Obrigkeit und andere gute städt ist brandtsteur bei- 
gegeben worden. 

anno 1657 hatt der h. Vatter Pabst Alexander den VII. dieg?J Ü \S± 

ter von Bon 

stadt grosse steur gethan neroblich die Magistrat weilen er annoeh jj^M 1 ® M *" 
Cardinael seinde etlich jähren zu Vorn alhier in Aachen sich etliche «* Brant- 

stour uod 

Zeit hatt auff-gehalten und wollte in die grosse Kirck dass h. da» c*pittei 
opfer am Mutter gottes altar verrichten, dass Capittel aber 



Ts nicht zu wollen lassen, weilen daran mutter gottes altar 
niemandt anders als ihre päbstliche Heiligkeit und die darzu 
7 verordnete Priester möchte leesen vorgebent. Dass hat diesem 
bern so verdrossen, dass er gleich nach unserem stadthauss komment 
und allda au£Fm speichardt hatt Mess gelesen, alwoh auch noch 
anjetio über dem altar sein portrett wie zu sehen ist, stehet. 
Anas eben dieser Ursachen hatt er dem Capittel nichts beisteuren 
wollen, allein unsern Magistrat Der grosse Gott wolle ihm in 
alle Ewigkeit erfreuwen. Amen. 

1686 ist der friedenscongress wegen Brabandt alhier zu 1*86. 
Aachen geschlossen worden tuschen f rankreich und die allieerde. 

Anno 1689 

den 28 Martis kosten das fass Korn 14 und 15 M., dass broodt 
ad 3 M 1 B und der weitzen 21 M p. fass. 

Den 6*2. 7bris haben die lotharinger die stadt Mainz stürmender 
handt Eingenohmen. 

Den 11. 8bris haben die teudtsebe fuleker die wereker der 
stadt bon stürmender hand Eingenohmen und die stadt erobert. 

Den 19L 8bris ist der francosischer general der in bon 
selbigmahl wahr alhier in aacben gestorben. Von Eine Blessur und 
ist in die dominicaner begraben vor dem Mutter Gottes Altar. 

Den 9ten 9bris seind die brandenburger alhier in Aachen 
in Winterquartier eingezogen. 

Den ISten 9bris hatz alhier gebrftnt bij finckenberg im 
hintergebiu ist aber balt wider gelascht worden ohne grossen 
Schaden. 

Den 12ten £bris seind die Brandenburger von hier aus auff 
Partij anssgangen im lntzenburgerland und haben allda 3 Dorffer 
aassgeplundert. 



12 

Anno 1690 

den 28 Junii ist Josephus der Ertzhertzog als römisch König 
gek rönnet worden in Augspurg und seindt unsere regierende 
hbrn Itargerm. damahls hin gewesen als nem blich h. Burgerm. 
Chorus und Mulstrob, auch die Deputirte aus dem Capittel sambt 
den Reliquien auss die grosse Kirch. 

Den 15 Feb. seindt die francosen dahicr in der Aacher beide 
gewesen und haben 3 hausser abgebrennt. 

Den 25 Junius ist dass hauss an die pfertz trenck Vom 
Donner ganss abgebrandt. 

1 fc»bM*die >l ^ 6n * ^ u ^ a8 baben die francosen und die Kayserl. in Brabandt 

hoiiMder eine Schlacht gehalten, die francen aber die schlacht verlohren mit 

Ihren Ma- ° 

■mb bekoin- Verlust von 16000 Man, als man aber die holländische troupen 

maa'uft: sagte, dass die teutschen verlohren hatten, seindt sie alle darvon 

f«n?\ri/"iJ gelauffen und die flucht genohmen. 

° er> Am 19tan Julij ist der Kurfürst von Brandenburg alhier 

in der statt gewesen, des anderen tages aber wider aufgezogen, 

logirte auflm graben neben inauw. 

Den 21 Julij seindt die brabander burger alhier aussgezogen 
nachcr Brabandt. 

Den 8ten Augusti seindt die francosen mit 2000 Pferdt im 
Guiischen kommen und haben 14000 Man die flucht thun nehmen, 
die darinnen lagen dass landt zu beschützen und die francen haben 
a 1 sobald t bij de 21 Dörfler abgebrandt und das ganse landt in 
Conterbution gesetzt, 2 stonden von Colin bis an die Stadt Mastricht 
zu. Zur selbiger Zeidt seindt auch die francosen nach die stadt 
deuren geritten und vermeinden diese auch also zu bekommen, 
worauflf die Burger und junge leuth auss Dum seind aussgefallen 
und haben sich tapfer gewehrt mit Verlust 9 ad 10 Man, die 
francosen aber abweichen müssen, 

in dieses Jahr hatt die Stadt Aach den langen thurm wiederum 
in Maurwerck gesetz 

UaMr v^i* auch hatt die Magistrat selbiger Zeidt die zwey Cotnpagnien 

* comp»- btadt Soldaten ahnireworben, umb desto besser die Madt zu befreven. 

nlcn Sold»- f_ " 

ien Miirr- Den lten 8 br1 ' haben die holländer angefangen die Festung 

worbtn die- ... .. ,. 

Jahr Limburg zu verpolizadiren. 
itto. 

Den 15ten 9bris sein die Brandenburger wederumb alhier 

in Winterquartier eingezogen. 

Den 25 9bris ist der Hrr canon. Drach zu Decliandt worden. 

Den 18 X bri- ist ein Erdtbeben gewesen des Nachmittag« 
um halb 6 Uhr wohl ein Hertel stundt während und ist schier in 
ganz Europa verspührt worden, 



18 

Dea 28 Xbris ist der Herr Baumeister Simons Capitata 
worden, weilen Capitata Bronman anf ihn qnitirte. 

anno 1691 

den 10 april haben die francosen die Stadt bergen in iunigaua 
eingenommen, welche Stadt noch Jungfer wahr. 

Den 19ten Hai haben unsere stadtsoldaten bortscheidt 
geplflndert, weilen sie nicht haben wollen bei (Ten d ragen ahn die 
brandenbnrger Gontribution und sich dessen widersetzten. 

Im Monath May ist auch dass holtzwerck auffm langen 
thurn gesetzt worden, 

Den 1 Juli setad die francosen vor lüttich gewesen und den 
4ten die stadt bias auf die halbecheidt abgebrandt und den 8ten 
wiederumb zurück gezogen, 

Den 10 Junius hat der hiesiger parochian einen Neuwen 
pastor in St. petters Kirch eingeführt, mit gewalt nemblich H. Blees 
und weil es ein Ordens H. aus die regulieren wahr, haben die 
Kirchmeister und die Nachbahren nicht vor guth erkandt, des 
sonUgs darauff wars Kirchweyung, so hat die gcmeind Nicht 
zulassen wollen dass der Parochian noch Pastor Procession 
solten halten. 

Den 6 Julij ist der Cap. lescheue von hier aus auf Partij 
gehent im lutzenburgischen durch einen schuss lodt blieben, seine 
leuth aber haben ihm nach Aach bracht und ist in die Minder- 
bruderchor begraben 

In diesem Jahr ist so grosse drüchte gewesen, dass schier 
alle wasser bftch seindt trocken worden. Putzen und peiffen haben 
schier kein Wasser mehr wollen geben, sogahr Maass und Rhein 
seind so klein gewesen, dass man auff etliche Platzen konte 
dadurch gehen. 

Den 7ten Julii ist der Churf. von Brandenburg sein Bruder 
in Aachen kommen und den 10 Julii wider mit seine Soldaten 
ausgezogen aambt eine Companij ist den ganzen sommer alhier 
geblieben. 

Den 24ten Julii ist der lange thurn ganz fertig worden. 

Den 28t Angst seindt die francosen in Guiischen kommen 
mit 6000 Man und haben 15 Dorffer abgebrandt. 

Den 25ten 8bris seind die Brandenburger Fusser alhier im 
Winterquartier gezogen, und den 31ten die Reuterey. 

Anno 1692 

den 26 Janner ist wieder ein Neu wer Pastor auf St. Petter 
etageeetzt worden von die Nachbahren und die Kirchmeister. 

Den 7ten Ifartii seind ungefehr 100 frembdes gefögels zu 
Berg auffm Kirchoff auf den grossen Baum gesessen warvon dan 



u 

einer ist geschossen worden, ungefähr so gross als ein schraut tun, 
swartz von Federen und einen grossen braunen Beck gehabt, 
dergleichen seind hier zu Und nie gesehen worden. 

Den 11 April seind 2 Brandenburger hier aussgegeisselt 
worden und zwei sollen sein gehenckt worden, von welchen Eimer 
verbitten wardt, weilen sie wahren so oft aussgerissen. 

Den 18ten bis 22 May hatz klar Eiss gefrohren. 

Den 2Sten May ist ein brandenburger Capitains Knecht mit 
sambt seinem pfert auff die Schinders grub beim = gericht ver- 
brttnt worden etc. 

Den 26ten May seindt die Brandeburger wider auss diese 
stadt gezogen bis den lten Junii die leste. 

Den 5ten Junij seind 5000 francosen Dragoner bij Dueren 
gewesen und haben sich mit die Oulische herumb geschlagen, 
mosten aber den kurzen zeichen. Den 7ten Junij haben die 
fran. Namur eingenohmen. 

Den Sten Junij ging ein gebott vom Magistrat auss an alle 
Bäcker hiesiger stadt, dass ein Jeder so fil Korn auff dem Magistrats 
Speicher messen sol als er verbrauchte, dass fas 29 M. aii das 
Brot 5 M. 3 B. 

Den 7tea Julii galt dass Broot 6 M. dass Korn 32 M. 

Den 29ten July haben die francen das Schloss Namur auch 
eingenohmen par Ackort, 

Zu selbiger Zeit hat die fran. Partij auch Geilenkirchens 
im Boden abgebrannt bis auff 5 hauser, dsrauff seind ihnen die 
Oulische fölker nachgefolgt mit 600 und eelbe eingehohlet oben 
limburg und 50 ad 60 man erlegt und etliche gefänglich einbracht. 

Den 18 u ° 7bris umb 4 Uhr Nachmittags ist ein so erschreck* 
liehe Erdtbebung alhier gewesen, dass die Caminnen oder Schorn- 
stein sein heruntergefallen und geborsten, auch etliche btuser, 
dass gewulb in die Minderbrüder Kirch. Eine halbe stund darnach 
ist wider ein Erdtbebung gewesen, aber Nicht so stark und umb 
9 Uhr des abends wederum eine, 

Den 20 7bris umb 9 Uhr Vormittag wider eine und den 
23ten Tbris des Nachts zwei gewesen, 

Den lten 8bris ist widerumb Ein ardt bebung gewest umb 
^^^ Mitternacht. Dass so oft Erdtbebung ist, dass hat die Mensches 
*«a i» einen grossen schrecken eingejagt, weilen alhier zu landt ein 
ungewohnheit ist. 

Den Ersten 8 brt0 ist H werckm? Simons nacher bollamdt 
gereiset, Vor die statt fruchten zu kauffen, wie er dan 7000 Malder 
gekauft hatt. 



15 

Den 8ten 8*!Ü hatz den gansen tag starck geschniett. 

Den 5ten 8bris bat der fürst von gnlich dass Landt geschlossen 
das keine frnehter daranss sollen geführt werden, darauf haben 
aneh unsere Magistrat auch geschlossen und keine wällische 
Kinckefnhrer Kein fass mehr lassen aussfahren. 

umb diese Zeit galt das Broot 6 Vi M. nnd den 13ten 8bris 
ist das Broot 9 B. suffgeschlagen, dass das Broot 8 M. kostete 
nnd es Vor gelt noch nicht zn bekommen, so gar den 17 8bris 
wmrdt Verbotten, Keine mehr nach die Stadt hinaus zn lassen, 

den 18 8bris hat die Magistrat durch denen stadtwachteren 
lassen nmbsagen an alle nnd jede Bürger, wer noch einig Korn 
bette solts dock backen lassen nnd umbtheilen, so fihl als ihnen 
moglieh w&hr, das doch niemand von hnnger Mögt sterben, dan 
so balt als dass Magistrats-Korn sol kommen, wolten dubbel 
widergeben, dan inner 11 ad 12 tag Zeidt sol unser angekaufte 
Korn hier sein, wahrlich noch lange wan man darnach muste fasten, 

den 21 8bris ist dass gnlische wider auffgangen nnd den 
17ten dito ist das Broot 3 B. abgeschlagen, Kost 9 M. 1 B. 

Den 24ten 9bris ist dass Broot wider aufgeschlagen 2 B. 

Den lten Xbris ist wider anfges. 1 B. 

Den 8ten wider 2 B., Kosts Broot 10 M. und dass Korn 
10 gL ein Fass. 

anno 1693 

den 5ten Jlnner schlug das Brot 3 B. ab und dass alte Korn 
koste das fass 58 M. nnd dass neue 48 M. Den 19 JUnner 
sehlngs Brot wider 2 B. auff, das alte K. 10 G. 

Den 14. 16 nnd 17t Januar i batt unsere Magistrat sambt 
die Geistlichkeit alle stattbnrger und inwohner, auch dass ganse 
reich ein 3Ugige fasten gebotten, dass wir gott gölten umb gnadt 
bitten zn abwendnng wohl verdiente straf. 

Den 27ten Marti hatt £. E. rath gebotten durch umbgang 
der Wächter die Petermänger nnd Dreier vor voll anzunehmen 
snff 6 0. straff nnd den 28ten Marti hatt E. E. rath diese muntz 
od« dreier auf 16 B. gesetzt. 

Den 6 april ist das Broot 2 B. aufgegangen. 
Den 8 dito hat E. E. rath im grasshaus angefangen Broodt 
w feaeken, Vor 10 M. jedes Broot, in- und ausswendige Verkauf. 
»Ibig mahl hatt die stadt nicht fiel fruchten gehatt, Nur 120 Malder, 
tfctr noch 2900 Malder in hollandt, welches der h. Baumeister 
Baues selbig mahl hat abgehohlt zum Behuff der arme leuth. 

Den 20 april ist das Broot wieder 1 B. aufgeschlagen ad 
1* M. 7» das Korn golt 10 Ol. 2 M., der weitzen 12 V, Gl. aiz. 



16 

all« wahren selbigmahl wahr nicht allein das Broot theur, sondern alle 

m Auch, wahren, wie sie ancb nahmen hatten. 

Den 27 april seind 200 Man Colli sehe Renterei zu S. Corneli- 
niUnster in die Abiey kommen und haben alles von dem Prälaten 
in Contrihution gesetzt und haben 100 Malder Korn und 50 M. 
Weitz in die leulie lassen hinfahren. Des theten 2 Man ans«» dem 
Munsterlandt, welche mit dem Prälaten in Process wahren. 

Den 14 May hatz dick Eis gefroren, aber sonder schaden 
und hat die Magistrat lassen verbieten, kein brodt nach die Stadt 
auszulassen. 

Den 15 May ist Collen wideromb eingeschlossen. 

Den 18 May ist das broot wider 3 B. aufgeschlagen und 
die Hb. heben wider im Grass backen lassen und auch ein jeder 
Burger sagen lassen durch die Wächter, dass sie konten Korn bij 
ihnen bekommen das fas 10 '/« gl. 

Den 25 May ist das brot 2 B. abgeschlagen. 

Den 2ten Junij seind die brandeburger wider aussgezogen. 

Den 8ten Junij ist das broot 4 B. abgetragen. 

Den 20ten Junij seind die Marckm*. und greefen bij alle 
becker umbgangen, dass ein jeder sol Korn von die Magistrat 
messen vor 50 M. dass fass und dass broot verkauflfen vor 10 M. 
au ff Befelch dess Hrn. und ist ein l>efelcb von der Magistrat et«. 
ausgegangen, kein fass körn zur Mull aussznlassen, wan er nicht 
ein Zetel von der Numans Kammer htttte, dan die Becker wurden 
alle darzu gehalten, dass sie Korn von die Magistrat kauften mtuten, 
den 29 Julij ist das brot 1 M. abgeschlagen und die Hh. haben* 
Korn abgemessen das fass 52 M. 

Den 24 Junij ist zu Collen ein so erschrecklich Donnerwetter 
gewesen, dass in Menschen gedenck nicht ist sehen worden, et 
waren 3 wetter gegen einander und hatt 24 stund aneinander 
gedauret und hatt so entsetzlich geregnet, dass der rhein ist 
abngelanffen und hat vielen schaden gedahn, 2 Mflllen wech ge- 
trieben und viele H ausser Menschen und fieg weggerissen. 

Den 2l> Julij ist zwischen die teutschen und franzosen Batalae 
vorgefallen, worin die lestere den Kurtzen gezogen in Brabaadft. 

Den 31 Julij i*t dass gülicher landt wider offen gegange« 
und seind die gülische feoldaten bey Münster kommen zu stehen. 

Den 6 Äugst ist dass broot 1 M. abgeschlagen, darnach war 
Vor kein gelt broot zu bekommen, die gemeind von der sandtkool 
aber hätten 4 Man aufgemacht und solten gehen zum h. Lamberts 
der darzu mahl noch fil Korn auff seine »Oller hatte and tka 
gefragt ob er wolle Korn abmessen oder nicht, dieses komt dit 
h. Bürgermeistern zu obren, lassen sogleich durch Diener di 



* 



J 



1? 

leoth aufm ratbhauss erscheinen, ihnen fragen, auf wbks Vor Order 
dieses betten gedahn, gaben zur andtwordt, weil die arme Bürger 
in der statt vor gelt kein broot konten bekommen und sie gewust, 
dass der h. Lambertz noch fil Korn bette, ihm dessenthalben dieses 
fragen wollen, daran ff dan diese 4 leuth seindt auffm rathhauss 
behalten werden bis in der Nacht, so hatt dass ander gemein Yolck 
zusammen kommen lauffen aufm Marck und hat wollen revoltieren 
wider den Magistrat, allein die Bürger capitains haben Order be- 
kommen, gleich ihre rotten aufzubieten und leicht auff der gassen 
abnznzflnden, dass wan etwas solte alarm geben, sie gleich solten 
soeben zu verhinderen, doch weilen die gemeindt hat gesehen den Ernst, 
haben sie sich langsam verzogen und verschlissen und zu ruh begeben. 
Den 7t en 7 brU haben die Becker dass leste Korn von bhL. 
Speicher abgemessen vor 9 G. das fass, das brot 9 m. 4 b. 

Den 10 7bris hat E. E. Rath beschlossen, dass ein Maass bier 
solte 10 bouseben kosten und den 11 7bris ist dnreh die wechter 
angesacht worden auf straff von 3 ggl. nitt nacher borset zum 
bi*»r zu gehen, 

Dargegen haben sich die Breuwer gestelt und haben nicht 
mehr breuwen wollen bis den 25ten 7bris, da ist es im Rath 
überkommen, dass die Burgers Bieren sowol solten accins bezahlen 
als da* Zeppers bieren, jedes Mut ad 40 gl. aix, damit die gemeinte 
dieser last entlädiget wurde, sonst gab burgers bier jedes mut nur 
25 gl. aix, 

Den 11 7bris ist broot wider auffgangen, ijn broot 10 M. 
und dass neuw Korn golt das fas 10 6. 4 M., und ist auch die 
Wcker angesagt worden, an denen ausswendigen kein brodt zu 
wkauftVn, die hhL haben auch noch im grass gebacken, dass broot 
vor 9 M. 4 b. verkaufft, den 23 7br haben die hhrn wider Korn 
atfes hollandt bekommen und dass fass vor 10 gl. verkauft. 
Den 28 7bris ist das broot wider auffgeschlagen 4 b. 
Den 3ten 8bris seind 3 leuth aussgegeisselt worden, 
Den 5ten 8 b Ji* ist dass broot 2 b. auffgeschlagen. 
Den 7ten 8bris seind 25 francosen an die capel dieseidt 
huren kommen und haben 4 Pferd t von 2 Karren abgespannen, 
t*l aneinander gekoppelt, darüber seind 6 breiische fuhr leuth 
kommen in haaren, so setzen die francosen 2 Man wacht bij die 
4 Pferdt und hal>en dies fourleuth auch 3 Pferdt abgespannen, 
weil sie keine Päss hatten, in die weil haben die ander furleuth 
die vorige 4 Pferdt loss gemacht und seind Eilenls nach der 
Kalt damit kommen, 

Den 11 8bris ist der Roskamp neinblich legeue von die 

Tolontairs zu haaren doth geschossen worden, 

2 



18 

den 12 8bris ist wider 3 b. dos broot aufgeschlagen, 

den 16 dito haben die Trancen einen Man auss dem gm t lies 
gebohlt die ursach dass er den roskamp sol verrat hen haben, 

den 25 dito ist das gulicher landt wider geslossen worden, 

den 2ten 9bris slug das Broot 2 b. auff und kostet das* 
Broot 11 M. 4 B. 

Den 22ten 9bris ist das gulicher land wider aufgegangen 
und das« broot 3 b. abgesetzt, den 7 Xbris wider 3 b. abgeaetz, 
dass broot zu 10 M. 4 B. 

Die hh2 m esset en das Korn ab vor 10 gl. dass fass und die 
Markraeister haben die becker lassen wissen, dass sie das klein 
gutt auff wecken gewigt sollen Macben als Milchsgut h, zur Zeit 
wahr Markmi. der Eelen und Casttel, smitz, von die Becker, Caffertz, 
geissen, radermacher und Keeffer, dass ist die ursach gewesen, 
dass die Becker die Markmr die Presenten haben geweigert, 

den 12 Xbris ist die Kan bier von 8 zu 10 b. gesetz. 

Den 13 aeind 3 battalion brandenburger hier im Winter- 
quartier eingezogen, 

selbig mahl war auch zugelassen bier von 2 M. die Kan 
zu machen, und ward auch verbotten, dass kein wirdt, wer Bier 
von 10 b. zapfte, Mocht keins von 2 M. zapen und ist also heilig 
gebalten worden. 
ca#n ein ^ m ^ Xbris ist Kirchen Kundt gcdalin worden, das alle 

Adicr. arme leuth dieser Stadt solten im grnsshaus den 22 morgens um 
8 ur erscheinen, sie solten da etwas bekommen, so krigte jeder 
ein Zeichen, da der Aacher Adler au ff* tu mit, dieser musten sie 
im haltz oder son st en d ragen, und wer dass zeichen nicht li litte, 
dem soll man Nichts geben, 

dieses jähr seind noch zeimlicli fruchten gewessen, Korn 
mittelmassig, ziemlich weitz, gerst, vill hal**r und so til buchweitz, 
als in 100 Jahr vieleigt, doch war alles theur. 

Anno 1694. 

Anno 1694 den 12 JUnner ist auff die sandtkoul in Küppers 
Garten ein Branden burgischer Officier erstochen, 

den 15 hatt lobl. Mugistratt 10 gl. von die bieraeeies denen 
breuwer nachgelassen, dass die bieren desto l>esser solten gemacht 
werden, weilen die gemeinde klagte, dass sie thenr broot Käsen 
musten und so schlecht dun bier musten drincken, darumb ist 
es auch gelindert worden. 

Den 18 dito ist das broot 3 b. abgangen und ist zugelassen, 
dass man ein dritten t heil gerst im Korn soll backen, 

Den 31 ist der Prins von 1 Ott ich gehling gestorben, wie man 
gte f er wäre vergeben. 



19 

Den 31 halt der Pabst Innoeentius 12 ein Jubileum lassen 
ausschreiben von 14 tag, 

den 7 febr ist einer von den generalsknechts von die 
brandenburger im tempelterhoff dodt gestochen, 

den 27 Febr haben die hh. die Bnrgersbier accins auff 25 gl. 
gesetz und dieselbe woch auch 

Den 4ten Marti seind etliche fahrleuth nacher raast rieht nmb 
des kern Korn gefahren, auff dem weg aber von Eine Partey 
francosen angefallen dass Korn weggenohmen, und in ein haus 
zusammen geschüttet, die Pferd aber mitgenohmen bis Velviers, 
alda begegneten ihnen eine Partey lüttiger Soldaten nnd die haben sie 
geschlagen und diePferdt abgenohmen und mitt sich hin weg gefuhrt, 

Den 10 Marti ist der h sebol auff S. Peter als Pastor mit 
3 ander Pastors und die Kirchmeister eingesetzt worden und hat 
auch dass Process gewonnen mtt den h. Dlees. 

Den 15 ist broot 2 B. abgeschlagen, kost das Broot 9 M. 4 b. 

Den 19 mertz auff S. Josephstag umb 1 Ubr Nachmittags 
ist wider Ein Erdtbebung gewesen ohn Schaden. 

Den 25 seind etliche brandenburger hier aussgezogen und 
etliche seind blieben. 

Den 20 April ist der fürst Von bayeren sein Bruder Clemens 
Prins von luttich worden. 

Den 27 May hatt ihro Kays. May | die Kayserin alhier im 
Monster ein ganzes Ornament verehrt dass über 40000 Rh. 
jr^h^tz ist worden. 

Den 14 Junij sein die leste brandeburger aussgezogen, den 
willen dito haben die will sehe Kinckertz Viel weitzen von hier 
ausgefahren vorgebent es wehr Vor ihre eigen landts provision, 
aW es ist anders befunden, sie habens broot gebacken und denen 
fiam^en ^eliebert, warauff von Mastricht 300 Man seind comman- 
«iirt worden, dieses zu verhindern, und haben in herff und die 
umbiegende Orter wol 200 backöffens eingeschlagen und verbotten 
auff lebensstraaff dieselbe nicht mehr auffzurichten. 

Den 10t en Junij ist den Magistraats Speicher wider lettig 
worden da hatt auch die noth wederumb ahngefangen, dan vor 
krin gelt konte Man kein brott bekommen, 

den Cten Junius hatt E. W. Capitter Ein dreitägiger Bettag 
ahngestelt und dabey gebetten, die andere Pfahrkirchen Möchten 
b»*j*leirhen nachfolgen zur abwendung und besanfftigung unserer 
wohlverdienter göttlicher Zorn und straaffen, weilen es nun im 
Munster vorliei wahr, meinten die leuth in S. Folian solte es folgen 
Mi hatt der Pastor die Kirch verschlossen gehalten der Parocbian 
aber nemt smitt und leutt. last die Kirch offenen und halt selber 



l 



20 

das arobt, wie es gebührte, nachdem aber au ff 8. Jacob Komment 
in der Kirch wahr auch nlda keine anstatt, die Kirehm r und geist- 
liche auch etlichen Von der gemeindt kommen mitt worter 
aneinander und klagen sich in der Kirch. 

Ffirrberr ^ 80 ^ Ä ^ ( * er n P ar0 °hi an nnc " S. Petter geschickt ob der 

Btr«it mit Pastor wolte die Ilcttag verfolgen und halten oder nich, so laM 

Parocbian. der Pastor fragen, obs aufs Order der Capittels oder Rein eigen 

wahr last der Parochian sagen, es wUr seine eigen Order, da muff 

dan der pastor gleich lassen durch dio K locken ein Zeichen geben, 

gebeiert und also mitt schöner andacht die bot tag gehalten, 

Franken den 27 Junij kamen die francosen mit verrat h in Mast rieht, 

konmian In ... 

Maatrieat aber es ist zeitlich endeck worden, und seind wider aussgedrieWn 

Bit Verrath. , 

worden, 

den 30 Junij haben onsere hh wider 800 Malder Korn aus» 
holland bekommen und verkauften das fass wie zu for vor 9 gl. 

Den 19 Julij ist das erste Nene Korn- und den 27 neuw 
weiss in dem statt Kornhauss kommen, das Korn 9"* gl., der 
weiss 11 gl. 2 M. daran ff dan dass broot den 31 Julij ein M. 
abgeschlagen und den 3 august 3 B., also kostet das ttroot 8 M. 1 b. 
und dass Korn kostet 8 g. auch 7 7* g. Die h. hatten dazttinahl 
noch 400 Malder so haben sie Gelitten denen lleckeren kein 
ander Korn auszufahren zur Mull als von des herrn Korn und die 
becker habens doch Nicht gedaen. 

Den 8 August i ist das Gulicher landt wederumb geslossen. 

Den 16t. sing dass broot 3 b. auff, 8 M. 4 b. das broot, 

den 21 haben die gulicher vor Aachen Korn lassen passeeren. 

Den 23 ist dass broot 4 U. abgesetz, den JKten weder 3 li. 
abgesetz also kost dass broot 7 M. 3 b. 

Den 3 7bris ist das hier zu sagen die Kan auff H b. gesetzt. 

Den 14 7bris hoben die breuwer einen rathstag gekauft und 
darin begehrt, dass die breuwer von 1 Mud aeeins gclien 30 Gl. 
und die burger 2, r > G. und Italiens auch erhalten. 

Den 15 7bris haben die deutschen Hny mit aecoord U-kommeo 
und den 29ten das Schloss Huy. 

Den 10 8bris ist die Kan hier ausgeschelt zu haben vor 
6 b„ es war aber noch von dem hier welches auf 10 II. wahr 
gesetzt gewesen vorhin. Da> Hroot ging auch wider ] B. ab. 
Ein« artift muss hier eine artige theurung anmerkten, nemblirh von 

Tbturonf . m 

nnur di* denen l>escms-Krumcr, welche, vor ihre Ingenien w<dten s und 7 b. 

Bimnifti 

halten seind al»er weiber klagten eingelauffcn, so halten die herrn 

Mark nir. die tassciiunen auff 3 und 4 b«uii»cheii ge>et/. und diejenige 

Weiber, welche t heuere beweinen haben gekauft gehatt seindt auff 

dem Marck damit kommen und haben wollen ihre bon*. 



21 

haben, da ist ein mächtiger weiber und Besems-Krämer streit ge- 
wesen, dass die besemen und Weiber Mutzen über den Marck seind 
herumb geflogen, dass war mir eine tbeurung und auch ein streidt, 

Den 26 8bris seind die brandeburger wederumb alhier in 
Aachen in Winterquartier eingezogen. 

Den 26 9bris ist auch eine theurung unter die Kohlen 
entstanden, so dass die bnrger vor ein Enckel Kahr haben müssen 
13 und 14 Gl. geben, Vor ein Pferdts Last 6—7 GL, worauf dan 
auch Klagten eingelauffen, so haben die herrn ein gesetz darein 
gemacht, ein Enckel Kahr Vor 8 Gl. und einen sack vor 9 M. 
Dieses war ein gut werek. 

Den 6 Xbris ist das broot 2 b. abgegangen. 

Den 27 Xbris hat es im Gasthaus gebrannt aber gleich gelescht. 

Den 31ten ist das broot wider 3 b. abg. Kost broot 6 M. 4 ß. 

Den 31 haben die volontaijrs vor Marschier pfortz einen 
pferdts Kauffinan vom Pferdt hinunter geschossen. 

Den 30ten Xbris ist der h BaumL. Johan Kaffenberg im herrn 
ent&chlaffen, der grosse Stadt Meister etc. 

Die fruchte dieses Jahr seind siemlich wohl geraht, auch 
Ittumfrucbten, Erdt fruchten und alles nach Wunsch. 

Der liebe Gott sey lob und Danck in Ewigkeit. Amen. 

Anno 1695 

den 10 Jänner ist der h. von der schmiden zum Vogtmajor alhier 
gesetzt worden und hatt seinen Eidt gethan vor E. E. h oc h weisen Rat h. 

Den 22 Jan. hat es in S. Jaeobsstraass gebrandt oben im 
Hau>s zum bock genandt, aben um 8 Uhr ohn grossen schaden. 

Im Monat Maij seind die brandeburger Von hier auss ihre 
Winterquartier aussgezogen und haben Margas mit etlichen 50 Man 
alhier gelassen zur be Währung des Cantours oder gelt Kassa. 

Auff Predigers oder Dominicaners Kirch weyungsabent ist J 1 ?* 8 ** ? OB 
Margag Contoir geplündert worden, welches sich auf nachfolgende rtcrt « 
Weiss hatt zu gedragen, nein lieh der Margas oder der preussische 
Contoir-Meister logirte gegenüber die dominicaner im Hauss genandt 
«lie Papagey und hatte einen Kochsjung, der den Koch dem spis 
Mu>te wenden, und weilen dieser jung in etwas verbrochen hatte 
v<»m Herrn und vom Koch etlich schlag bekommen, ist er von ihm 
weeb-gelauffen grades wegs nach den francosen, und weilen dieser 
jung alle gelegenheit des hauses wüste, woh dass Contoir oder geid 
K**t, und anders wohl, und wie anzutreffen, hatt dieser spitzbub 
alles denen francosen verrahten, und diese eine partij ausgeschickt 
von 50 gute Man sambt diesen jung, wie oben gedacht, auff pretgers 
Kiimes abent, des Morgens umb 4 uhr, nehmen diese die Junckers 
Pfortz ein und lassen etliche Man alda zu besetzung, die andere 



22 

kommen grades weg» in aller ges windigkeit zum hauss die papegar, 
woh Margas logirte, wollen dass Hans» gleich Überrumpelen, dieser 
gedachte jung aber kriclit hinten mitt etliche Soldaten zu einer 
kleine fUnster ein woh dass guldt stundt und öffnete gleich dass 
haus8 von inwendig, ein francosischer granadier aber wolte eine 
granadt brennend also zum hauss hinein smeissen, weilen er gedachte 
granadt al>er zu lang in der handt haltend, ihm selber das leben 
genohmen, gleich gehet aber die thur auff und die francosen suchen 
die Preussen auff und schössen der 4 gleich todt, die andere at>er 
wehrten sich noch wass sie könten, überdies schiessen wurd allarm 
in der statt, die bürger rührte ihre trommelen, die Pforte Klock 
fangt ahn zu lauten, die leuth kommen mit gewalt zusammen, der 
h. Bürgerin'- Mauw kombt auch hinzu, sogleich komt der francosischo 
officier zu ihm und gehet mitt ihm gleich nach den statt hauss. 
alwohe sie zusammen von dieser Sachen gesprochen, gleich daran ff 
komt er h. Burgerm r mit diesen Officier wider zurück und der 
officier rieff die Burgerschaff zu, es ging die Bürgerschaft gahr 
nicht ahn sie Holten nur stil sein und ihre trutnmel und tumult 
einhalten, dahe aber der h r _ Burgerm r Mauw dieses auch sagte 
seind sie still geblieben und habens lassen gescheen, die francosen 
umb die burger zu amüsieren werffen das gelt Mit ganse hiindt 
vol unter die leuth und nehmen die ganse gelt Käst hinweg, fuhren 
den Margas in Nachts rock und pantoftel mit sich, dass gelt aber 
wurde wohl halb verlustig, Von wegen der Verbaestheidt, selbig 
Mahl seind fiele burger gewesen, die nur etwas francosisch konten 
sprechen, krigten dass geldt mit ganse sack in ihr hauss und 
Verwahruug, darnach wüsten die Soldaten nich woh es Verblieben, 
habens also im stich geladen, um 7 uhr Morgen» war schon alles 
gescheen, wahren die francosen auch im grasshauss gangen, und 
haben etliche von die Preussen vorhin eingebrachte lutzenburger 
Bauren, wegen contrihution in haften gesetz, loss und frey geholffen, 
diese bauersleuth seind vor freuden auffgesprungen wegen ihr so 
schnelle erlossung und damit zum thur hinaus*. Etliche francosen 
aber, wie sie beladen wahren mit seck gelt habens vor Junkers 
pfortz in haagen und löcher gestochen und verscharret und geflachten, 
wann sie ihre partij verliefen, dieses funden und damit nach hati!*& 
zu kehien, aber dis nest ist ihnen gehoben worden, dan da *eind 
leuth gewesen die haben dass gesehen und habens Mit ihnen Na:h 
hauss genohmen so dass dieses geldts wohl ein hall»cheidt L>t 
so hin und wider verfahren sogar über die ganse straasa bis Nach 
die Pfortz bin ist dieses geldts gefunden wrden, der gute Margaj* 
haben die francosen bij ihnen in Arrest gehalten über 2 Monat t 
da hatt er sich ransoniren müssen, und ist wider auff freven fuw 



23 

gestelt worden, dis Yorfen verursachte unser liebe statt Nachmahl 
ein grosse rossen und haben darnach etliche tag lassen die Wächter 
oml »geben bij alle Bürger, wer von diesem gelt hätte, der sol es 
aaffin stattbauss bringen, man sol ihm ein schön Kecompens dar von 
geben, aber der des gelts hatte der dacht, besser ist Mir die ganse 
Zum, als ein Klein recompens, also ist doch Kein Einziger Mensch 
gewesen der sich hätte kommen ahnmelden, und es dabey blieben, 
allein unsere statt hatz doch Mehrentheils müssen bezahlen, wie 
noch auffm rathauss ein k lab res zeichen davon ist, nemblich ein 
grosser von Kristal geschliffener Pokaal. 

1696 Dieses Jahr ist alhier auss hollandt in Aach ein im* 
gewaltiger grosser Ochs eingebracht worden vom fleisshacker Ocb» in a» 
gerard patron welcher gewogen 2462 8 vor glaubhafte Zeugen 
gewaagt worden vor Notari Jungblut. 

Anno 1697. 

1697 im Oc tober seind die Brandenburger wider nach ihr 
Und marschiert, weilen es frieden wahr, welcher damahls geschlossen, 

die Peter menger werden 2 au ff Hb gesetzt, im 8bris. 

Anno 1698. 

1698 den 12 Jan. seindt die dritteis Mit die frembde stamp 
fällig alhier Verbandt worden von E. E. hochweisen rath, 

den 19ten Jan. hatt unsere statt und Magistrat ein freuden 
fest angestelt wegen gemachten lieben frieden, 

es seind in 2 oder 3 wochen von Collen hier in aachen wol 
über 12000 malder Korn ankommen, 

darauff in 2 feb. dass broot 2 b abging — bis zu zweimahl zu. 

Den 22 april ist ihre Churff. Durchl. von gulich alhier in 
Aavhen gewesen mit seine leibgaarde, die sehr schon gemontirt 
wahren, und den 12 May ist ihre Durchl. wider aussgezogen, 

den 13—14 may hatz starck gesneiet und 15. 16. 17ten 
h:iWn die Leuth alhier Kein Broot Vor gelt haben können, den 
\h may haben die blirn lassen ahn al becker ahnfragen, wer noch 
Korn und Mehl hätte, der sols nur verbacken, den in 8 tag hoften 
bie ihres Korn hier zu haben, dass broot wardt auf 9 M. 4 b. gesatz. 

Den 29 May ging das broot wider 4 b. ab, also 9 M. 

Die Magistratt lies auch wider broot im grass backen. 

Den 16 Junij 2 und 19 — 4 b abgeslagen. Das broot den 
2* Juli 3 b. und 31 Juli 4 b. das Brod aufgeschlagen. 

Den 11 aug. 2 b. — 18 - 3 b. au ffgesch lagen. 

Den 20 augusti haben auff S. Silvester Kirch die Klocken 
ahnfangen zu lenten von ihnen Selbsten in ahnhohrung fieler leuth, 

den 21*. augusti seind die geistlichen auss die grosse Kirch 
mit Proeession nach P. Salvators berg gewesen mit eine entsetz- 



24 

ehiiitoii ^ C ^ e ^ el, £ e Volck and haben allda ihre andacht und Hess opffer 
)DdiefTo»- gott dem herrn angeruffen, zurabweudung des grossen regen wetters 
welches den 10 augusti anfing und daurte fori zu regenen bis den 
23 aust: und ist die Procession nach sandikoulpforiz wider ein- 
marschiert nach gel ahner andacht. 

Den 2 7bris ist dass broot 5 b auffg., Kost ßroot 10 m 5 b. 
der brandewein ward auch platt verbotten zu brennen, 
das broot ist mit 2 und 2 b. au ffgesch lagen bis zu 12 m. 
Den 8 9bris hatt die Magist raat durch die Wächter lassen 
ahn sagen ein jeder Burger wer nur konte sol sich vor ein halb 
jähr mitt Korn versehen wie er köntc, dan man wusste nit wie 
Gott es vieleicht mit uns wolte machen, dan wan die Noth noch 
grosser solte werden, dafür uns gott gnadiglichen wolle behüten 
dannoch nicht Alle verhungeren solte, 
Sicker «*> Den 10 Obris hatt E. E. rath verordnett dass die Decker 

twn kein 

Aocit». Kein Accies vom Meel geben soltcn, auch die muller gebotten nitt 
zu multern, sonderen sollen vor ihr Multer von 6 fass 15 M. haben 
von alle fruchten aber am weiss haben sie ihr Multer behalten, 

den 15 dito ist zugelassen alles zu backen als bonen erbsen, 
gerst und wass sich mit Korn kan lassen verbacken, 
den 21 dito ist dass broot 4 b auffg. 

Den 8 Xbris hatt sich ein cinwohner dieser btatt unterstanden 
10 fass weiss in eine Mist Karg auszuführen, und int ertabt 
worden, und pferdt Kar und weis Prijss gemacht und die Magistraat 
hatt öffentlich Mit trununelschlag pferdt und Kar verkauffen 
lassen vor 47 rhx aix. 

Den 14 dito ist das gulische Land geschlossen. 

Den 20 Xbris schlug das broot G b. au ff. 

Dass fass weitz kostet 14 Korrn 14 boonen 13, erb.se n 14 Gl., 
und ein Maass gerst 12 gl. 4 M. die halber 7 und 8 gl. eine grosse 
theurung, selbig-Mahl hatt die hungerbach welches i»t ein onlt 
nach bij heilen einen berg also genand, Kurz hinter dem dorf 
Kunrath, dass sogar ein Mull wasser gnug hatte gehabt, dieses 
ist eine warhafte historie wan es anfangt theurung zu werden, 
so fliest dieses wasser au*s 3 bij einander stehenden lftcber /. aus*, 
je grosser die teurung ist je Mehr lauft es, warn aber die theurung 
wider über ist so spuhret Man in Jahr und tag kein wasser an 
diesen Ort auf dieses Zeichen kann man wahrhaft ig gehen, wan die 
anfangt zu lauften gibt es gewiss theurung, dan dieses ohrt wiid 
wird von fiele frembde be>ehen, und ist mir auch gans wohl bekent, 
gro M t eine grossere theurung ist es in die wallische quartier, du 

ibwauim4. ein Malder Korn kost 18 bis 20 rh specie. 



25 

Kick allein die fruchten jetz sondern alles ist sehr thenr, 
sogar das futter vor die beesten ist sehr thenr gewesen, Ein pint 
beuw kostett 35 nnd 36 Dahler aix, es ist auch in diesem Monath 
Xbria Ton E. E. rath das« beckers handwerck offen gegeben worden 
dass ein jeder hatt knnnen brooti backen nnd verkaufen wer nnr 
batt gewolt nnd anffm marck bringen von aussen, die Magistraat 
batt mach im Grass broot gebacken nnd vor 13 m 2 b verkauft, 
gott der liebe Gott wolle es doch änderen. 

anno 1699 

den ersten Jan. hatt es des abens zwischen 8 und 9 Uhr 
starck geblitzt, hernacher starck gehagelt. 

Den 7 feb. ist es wieder verbotten broot von auss wendig 
auffm marck zu bringen, den 21 feb. ist broot 2 b abgesch. 

Den 22 feb. ist das Gulische wider auffgangen. 

Den 24 feb. ist allhie fictorie gehalten worden von Ihro vtctori« 

° Ton K»y«e 

Kay*. Mar. und es barstete ein Kammer oder es ist ein Kammer Jo«tph. 
gesprungen nnd slagt ein Knecht stein dodt. 

Am 9ten Martij ist die Meel accies wider verpfacht worden, 
welche zufor war eingebalten worden, aber nur Enckelt und sol ggeben 
werden vom Mud 6 M der brandwein ist auch wider zugelassen 
zu brennen, ein jeder höhlte seinen heim auffm statthauss ab. 

Den 1 April ist ein Juffer nach pont pfort aussggesselt. 

Den lGapril ist die grosse uhr auffm Munster auffgesetz worden, mum^t. 

Den 30 Juni schlug da&3 broot wider 8 b auff, wardt auch m m «im 
wider verbotten Keins ausszulassen, Kost broot 14 m. 

Dass Korn kostete 16 gl und auch weitzen, 

Den 8 Julij ist dass broot 2 M aufgeschlagen und Kost 16 m Broot 
das broot 16 M. 

Darnach den 15 Julyns schlug dass broot wider 2 M ab, 
selbig jähr war es auch beiligthumbefahrt, 

den 8 Julyus ward der abt von Cornelis Munster wirdt Dcr * b * TW 
*l«jodt geschossen, von hirlzerhein. doot *•• 

schotten. 

Den 18 Juli wahr schon neuw Korn in der statt 12 gl das fass. 

Den 23 Julius wahr das Broot so weit bis 1 1 M abgeschlagen. 

Den 4 augusti wahr an Sandtkoul ort ein gross allarm von 
dem gemeinen Volck, diese haben alle finsteren dess hauss einge- 
worffen Vorgeben t dieser wahr die ursach dass die fruchten so 
thenr wahren, und wan die leuth dem Jan Kesseler hätten ertabt 
so hätten ihm gewiss todt geschlagen. 

1700. 

Den ersten tag april haben die Crentzbrtider das Tag auf 
den neuwe Kirch gesetzt, dass Gestieger aber wahr nicht wohl 
versehen und ist ein Stib gewichen und das Gestieger falt mit 



L 



26 

8 Menschen herunter. Aber Gott sei Lob keiner todt blieben. 
Der Meister aber hatte sich auf die Kirch Maur salvirt ohn Schaden. 

1702. 

1702 den 6 Jan. hatt es starck gewetter leucht Von ein uhr 
an bis Abend 7 uhr zu. 

Den 12 feb. hatt der Churf. Durchl. von Gulich sein landt 
schliessen lassen, von fruchten holt/, und Kohl, au ff straff von 
400 ggl dahtnabl wahren die hollender im guiischen, nerolich 
General top. selbige Zeit kriegten die Holländer ein waalUchcr 
Kinckefuhrer mit 4 Pferd fruchten, dieser muste sich ransonieren 
mit 100 specie rhx. 

Den IT» mertz ist Koperus anssm Grashhauss gebrochen. 
Dass Gulürch ist fester geschlossen auff Verlust des lebens. 
p°taiiiäin ^ en '^ n ^bris k^ der general freissheim von die sUeten 

kombi im mit 3000 man Reuter und fusser in reich von Aachen und heilt 

Jtoich von 

Aach mft sich 8 tag darein auff und thäte grossen schaden, und den 14 9bris 
komt dieses folck bis an pont Pfortz und wolle parfors in der 
statt sein, die hhâ„¢ hielten die thor verslossen kernten aber dass 
aecordt nitt einig werden, 

da bleib dass folck vor Pont pfortz liegen, des nachts und 
halien groossen Schaden in die beuten, an Haagen, bftum alles 
abgehauwen und feur davon gemacht darauff dan des aben alle 
burgerschatl in gewähr und auff die wäll gute wacht gehalten, 
und diese haben* balt nit besser gemacht, dan sie nahmen auch 
dass holtz und bonestecken auss die gartens und Machten auch 
fear davon, 

darüber komt der Kavserl. Commissarius von luttich in der 
Nacht durch dass Volck nach sundtkoul pfortz zu, so unterreden 
sich unsere fahr, mit ihm und seindt dess aecordt s einig worden, 

Holunder und dass volck komt den 15 9bris zur statt hinein und blieben 

°A»cii in hier in winter garnisonn, dan sie hatten im Nahinen des Kävmm> 

joocfiun. * nre funetion wohl gedahn. 

Den Uten Xbris seindt 800 von die hollender nacher ma*trich 
von hier aussgezogen, 

Den 17ten Xbris seindt 800 von die hollender in die halüMheidt 

M» rrrn»- von der statt belettiert worden, umb dass noch 800 Man Preussen 

SMi Im Win« 

ur quartier denselben tag ein kahmen die>e wurden in die ander halbschetdt 
belettirt, im Winter quartir, 

1703 
den 28 feb. i&t ein regiment hollander au>sge*o«jen und den 
4 Mertz auch die reuter, den 12 seind die reuter wider Hinkommen, 
den 15 Marti ist dass regiment fusser auch wider einkommen. 

den 21 Marti wardt auf dem Munst Kirchoff ein unter ofBcier 



27 

von die holland todt gestochen und den anderen tag ward der 
Kircboff wider geweiett, 

den 14 april ist freissheim mit seinem Volk nach Bon sambt 
die bmndenbnrger gezogen, and den 10 May sind alle aus Aachen 
marschirt, die bran. nach gelder und die holl. nach bon, und den 
14 uaay ist bon erobert mit Accordt in den 6 tag drauff hatten 
geschossen. 

Den 6t en Julius ist die worin also grooss von wasser gewesen Worm ent- 
dass das wasser entsetzlichen schaden gedahn und viele alte leuth "grow. 
sagten ihr lebtag das von die worm nicht gesehen zu haben, 

den 5!f2? 9bris kamen die Holländer wider in aachen, kommen Dänische ii 
mitt ein regiinent dänische und 1 com. brandeburger und ihr 
rechter Commandant wahr nicht bij ihnen, so haben Junckers 
hankel und 8. adalbertz pfortz wohl 4 Wochen verschlossen gehalten, 
dan sie waren be furcht vor die francosen. 

1704 
den 1 april sind in die loretanischo Capell 2 Man todt 
geblieben oder gefallen, weilen sie damahls wardt gebawet und 
erneuwert. 

Den 12 april kamen auch wider die reuter mitt die grün 
aaftscbläg, welche zu forn wahren auss aach gezogen und machten 
die statt und reich grosse Verdriesslichkeit. 

Den 23 april sein 2 Partien in haaren kom. 1 francosisebo 
und ein neuburgische, und haben die dänische alda auffgeraft, 
i* ho^en ihrer tiel zu todt, auch ihren leut. Vor haaren an die 
steine Mühl dieser ward auff S. Peter auffm chor begraben. 

Den 25 may haben unsere stadt Soldaten sich auch müssen Achcr sud 
fettig machen, krigten alle New montour und alles was darzu n »ch com 
gehorte, und des Nachts seindt diese 100 Man starck und behertzt 
aufgezogen nach sandtkoul pfortz ans Nach Collen, 

Den 20 May ward der hirtzerhein zu Munster gerädert weilen hirutrhcii 
er den prälatt hatt todt geschossen und nach seinem bekäntnis den. 
dazu gekauft, sonst war dieser hein doch auch ein ertz schelm, 
wie er bekante dass er viel sein lebtog hatte kalt gemacht, ausser- 
halb ein dass ihm sehr gefreuwt hätte, ein student der auf einen 
Kirschen bäum gesessen und Kirschen gessen, dieser sieht der 
hirtzerhein und schiest ihm vom bäum herunter noch darzu lachent 
! l>e>es wehre sein Mehreste plasier gewesen, das der student Von 
«•iaer aU bis über den anderen also gepurtzelt hätte, 

den 29 Juni ist ein Jesuiter mit 2 Studenten nach Haaren •*•■«"«. 

pater wir 

l^we&en. und hatt allda Cateehismus gehalten, im zurück nach yoü a Hui 

i . ^ r i« ii g«biMen 

*^h«n komment begegnet ihm einer mitt N. schardinell von 
K»Ichoffen, dieser hatte 2 grosse hund und hitz diese hund an 



res tob 
Aach. 



28 

dieser H. und Studenten. Diese hundt haben den Pater and die 
2 Jungen miserabel zerrissen. Dazu steht dieser Schardinell und 
lachett noch darzu, ich glaub er hatte noch von das alt Calvinisch 
gebluth, das walte noch gegen die Jesuiter. 

Den 3ten Julius seind die Studenten aus ulle schulen nacher 

Kalckoffen gewesen wohe der schardinell woonde, fanden ihm aber 

nicht. Zu rtifansch haben sie alles verdorben, wass sie nur 

haben finden können. 

»Zro ™d Dcn lten Juli J kommen 500 Man hollander von Mastrieht 

w&rMien un( j boleten den Pastor von haaren und wurselen nach Mast rieht. 

wurden 

Meh MMi-nmb diese ursach, es soll ein Kind in aachen von ihre glauben 
fährt, im Catholischen aungezogen worden sein, wie dass gesprUch ging, 

den 4 Julij haben die hollander dem schardinell von Kalk* 
offen mit ein Confoy nacher Mnstricht hohlen lassen Von wegen 
dass er die hundt an diesen pater hatte gehetz, 
phr^Ku^ den 16 ^ u ^j haben die hollfinder von der stadt aach liegehrt 

60 Karren urab dass Canon von Namur abzuholen ist ihnen auch 
zugestanden worden, und den 10 augusti seind die Kahren 
wider kommen, 

den 23 August ist ein seh lacht zwischen die deutschen und 
franco. furge fallen ol»en am rhein, war in die i'rancosen bij 27000 
Man verlohren sambt batalie, 

den 2ten 7bris tiel oben von der neuwen giffel bey de 
minderbrüder ein bruder ab; gleich todt, 

den 28. 7bris seind auch die beide Pastores von Ifaaren und 
Wurselen wider in ihre Pastoraten bracht worden und die IUI 
Staaten waren in Aachen und man sagt sie hiitttn derhalUn 
viel Gcldts liekommen. 

Den 21. 8bris ist der Tallar welcher von denen Kngeländer 
in Deutschland war gefangen worden in Aach kommen. Dieser 
Tallar war ein Obrister von denen Francosen. 

Den 24 Ubris kommen wider l'.<»llÜndUchc Keutetei und 
Fussvolk allhier in Aachen im Winterquartier. 

Den L'Jt Xbris haben die francosen von aach und dem ') 
contributionsgelder gefordert, und haben in haaren und Verlautenheidt 
etliche von denen schönste pferdt mit t weggenohmen, 

den 15 Xbris ist der Obrister tallar Mitt bei*cin seiner 
Officiers Von hier nach Engelandt verzogen, in diesen Monat haU*n 
die deutschen die stadt landauw und festung tiarWh Mitt aecoid 
einbekommen. 

') Xach dem Worte »dem« i*t ritt Wort au*<jtblieben, trahrwekfim- 
lieh das Wort »Reich«, 



2d 

1705 

Jen 23 feb. ist ein Schottland iscber underofficier, der sieb 
in einen Bären verkleidet hatte« weilen es fastnacht wahr, oben 
an S. Petters Kirchoff in dem Pfoull versoffen, 

im May ist es so kalt gewesen, dass es wohl 14 tag noch 
starck gefroren hatt and fiel garten gewftx ist erfrohren, 

Den 8ten May starb ihr Kays. May st Leopholdus selig. 

Den 28 May wardt dass seelen Ambt Vor lhro Knyserl. 
May*t. leopholdus seligen andenkens pompeus in die grosse Kirch 
gebalten : ; in Beysein der ganze Magistraat und Vornehme der 
statt von Aachen, wie es sich gebahrte Vor ein so grosser Monarch 
Mitt lantong aller Klocken der Stadt. 

hier oben ist ein Verges. Die statt and Magistrat habens 
allein gehalten, den 9 Jonij auffm statthaass in Beysein der graff 
von sintzendorf der der Vorreaw drage, alle hrn and raths Ver- 
wanten wahren in swartz proper gekleidet, und die tomben stondt 
Mitten aaffm grossen saal, sehr manific und reichlich besetz mitt 
150 sill>er leuchter der grosse saal war rondom mit swartz behangen 
und vorhaubt noch 2 Altaer auffgericht und es wardt so herlich 
gehalten als im Munster und Noch Proper, dan es brauten allein 
umb die tombouw 500 lichter, so die ringsumb an die Mauren 
thaten brennen so dass der graff von Sinsendorff die Magistraat 
s^hr gelobt hatt wie er zu Wien ist kommen. 

Den 10 Junii kriegen die franc. huy mit gewalt und lüttig. 

Den 22 Junij schloeg der donner in berger thurn und 
brante ganz ab. 

Den 23 Julii haben die hollender den Abt von Corneli Münsier 
mit «in IVrsoon von Madam von der Heiden wech gehohlet nach N. 

Den 14 augu.sti ist das Uhrwerck am Marckthurn auffgericht tutt uhr 

6 ° wird ferüi 

und in standt kommen. 

Den 30 Aug ist die Königin von Däne ran rek alliier in nach 
l< »tnmen und logirte auffm graben bij Doc. haagen. 

Den ISt November sein hollendische reuter und den 19ten 
«V»» ffisser einkommen in Winterquartier. 

Der rüiiiUche König Joseph wird Kayser im Monath November. Km JJ c ^ J °" 

1706 

17<>G den 18 Jan. komt in aacher der Kayserl. Abgesanter k*ii Am- 
i»»»l» die Huldigung ihre Kays. Mayst. einzunehmen wie auch den kommt ia 
>"» ^srheen ist n affin grossen Marck und den 21 ist er wider *° ' 
^ns^/o^n, 40 aarlier Cadetten haben ihm begleit und ingehohlet, 
a ^b Jit? wacht bey ihm auffm graljen wo er in H. Mauw sein 
ka*« logirt gewesen. 



so 

Den 4 feb. seind 4 gehenckt worden zugleich a Moffert. 
Bt !? l J? \ on Den 25 april seind die hbL von Staaten naclier Junckertz 

Holland * 

kommen in. Pfortz eingekommen und selbig mahl laagen hollender in Aach 
und haben die stark .Tmahl gelöst vor ihnen und weil sie den 28 
wider anssgezogen auch Tmahl gelöst worden. 

Den IGten May zogen die holländer wider hier auss, 

Aaener Hol- Den 20ten May seind unsere Aacher husaren wider von 

dat*n kons* 

u*n wider. Collen sonder einen Man Verlust widerumb alliier zu Aachen 
einmarschiert. 

Den 23ten May haben die deutschen oder Kayserl. die linie 
in brabant von die francosen erol>ert und alle nachfolgende statt 
eingenohmen alslöwen, hrnssel, Her, Mecheln, antwerpen, do ttnundt, 
gent, bruggen und noch etliche andere also Nach einander 

cborf. tob u n <i der bayer- fürst ward fogei frey gegel>en. 

â–¼ogeifrci. Dm, i7 9bris seind die brandeburger wider in Winterquartier 

alhier und in bortscheidt kommen. 

1707 

den 9 April in die fasten nuff einem freitag branten auf die 
sandtkoul 3 Hausser gans ab. 

Den 4ten May seind die brandeburger wider aufgezogen 
und den 10 9bris seind sie wieder in quartier kommen. 

1708 
den 4ten May seind die brandeburger wider aufgezogen 
in brabandt hinein. 

Den 29 Juny blieb am Laussberg einen Mann doot der sandt 
solte ausswerflfen und hatz nicht reclit angegrifTen. Der sandt 
schiebt au ff ihm und verstickt. 
P ntw JÄT Den 5ten bis 8ten Juliu * ist dor K<?neraal feit Marschall Prin* 

n *i»and r * K«K en » us alhier mit 30000 Man nach Braband eingezogen und den 
12ten schon denen francosen eine Schlacht geliebert und völlig 
victoriseert, und den 2'^ten sein hier im reich und Munster, Wettern 
über 1OÖ0 Karren commandirt worden vor noch die armey und 
an fT S. Jacob*tag kamen sie wieder. 

Den 17 7 bris ist der BischopfF von Collen hier in kommen 
und halt gefirmt gehatt bis* den 17 '.»bris und hatt auch zu 
Ilaaren die Kirch geweiett, 

den 2 Xbris halten die hollander dem Marlene mit meiner 

Partij tai t'liachs-bcrg aufgehoben und den Mackene gefänglich 

mit nach Mast riebt bracht, 

d>u7«Ld'L' d*n 8 Xbris sind 2 Kerls im (iras<dinns* geführt worden, 

^iMm 1 »»! l |raou ** n K i*' u a ^ r d* n 2ten tag da au>s und lauffen in die Capuciner 

Soldaten, garten die MagiMraat aber gibt nrder das> 10 Man Soldaten geben 



31 

and sie wider ausgehöhlt, bringen sie auch wider im grass. Darauff 

beklagen sick die Capuciner wegen violirte freybeidt, so haben 

unsere bhâ„¢ diese wider lassen hin bringen auff die freyheit, 

hernacher nahmen die Capuciner sti essen sie wider hinauss, damit 

unsere Soldaten sie wieder zwischen genohmen und im grass geführt. 

Den 22 Xbris komt ein Confoy von 25 francosen und hohlen 

diese 2 Gefangenen ab. 

1709 
den 18 Jan. seind die brandenburger wider inkommen 
im Winterquartier. 

Von h 3 König abens an batz gefrohren so starck dass schon K*tt*r 
Maass und Rhein zu wahren raitt eis dass man schon mit. Kar 
un«l wagen kont überfahren, sogar zu bortscheid war der warme 
w»*yer zu gefroren. 

Den 26 feb. ist des abens feur auss die luft gefallen. 
Den 30 Martij ist der wohl edelgebohrner gestrilnger hr 
Uür<?ermeister Mauw in Oott seelig entschlaffen in St. Foilan be- 
l^Taln-n und der h. Prfilatt von Clostenrath hatt dass hohe ambt 
^ halten, dan er war zur Zeit als regierender Bürgerm r = gestorben, 
den 9 april ist der Herr Speck heuer zu Bürgermeister erwohlt 
worden und der H Bodden Vogt major zu bortscheidt, 

den 24 april wahrt alle brandwein brennen verbotten Nicht 
mehr zu brennen, die Helm wurden durch die Herren Bürger- 
i'apitains jeder sein rott mit gewalt aussgehohlt und auffm rat haus 
l»ra«-ht, auch kein Korn mehr nuss der statt zu lassen sogar vor 
nar-h bortscheid nitt, 

alle suller von becker so wohl als burger wurden visitirt, Orot«? 
a\*>r w^nig Vorrath funden, und in Zeit von 4 wochen schlug dass im Land. 
iV> K«>rn 6 Gl. auff. Dass Korn Kosten 11 — und weiss 14 Gl. 
Dan dass Gulicher Land ward wider geschlossen, unsere 
M*rrn hatten in Collen 5000 Malder Korn gekauft und war gar 
Wfni«» Korn in der Statt, sogar die becker konten ihre Klanten 
Win broot lieberen, 

ilea 12 Maij zogen die brandeburger von hier auss nacher 
Ma>ti-ichr. 

Don 13 Mnij haben die hhâ„¢ 300 Malder Korn von Collen 
^kommen und so Vort bis es all von Collen hiehin krigten, 

•las* wahr die Uhrsach Von der theurung, weilen die fruchten 
a <l Wfr.ili r on auff feldt. wie fiele Menschen seind befrohren, Beesten, 
^fcjM* fiel auss der luft und war stijff befrohren, dieser frost 
»rnJ j(r.»wse Kalt daurte 7 und 8 wochen in einem stuck. 

I*ü?se theurung und grosse Miserie daurde bis im 8bris. 
Ikn 2 8bris ist die Schlacht bij Doornick gescheen worin 



S2 

die franco: verloren 23000 Mann mit allen geschutz nnd Lftgage, 

die deutschen verloren 4021 Man — 

den 8 9bris seind die heesen in haaren nnd weyden gewesen 

Nicht sonder Kleinen schaden, 

den 11 9bris seind die brandebnrger wider inkommen 

den 10 december fing Cornelles hooben vor die brandebnrger 

an Camis broot zu backen, 
90 M .ein (] er ÖU wa r dass Juhr auch sehr theur, ein Kan kostet 20 m. 

Man Oll. 

dan alles wahr thenr und blieb theur, gott wolle uns genadig 
sein, im künftig Jahr — Amen — 

1710 
lornmirk den 4 Jan. ist verbotten worden, keine fruchte Mehr im 

auf oi 

Kaurhoir Kornhauss abzusetzen, sondern auflfm Katshoff sollen sie am 
8 " Marck-weis verkauft werden. 

Das broot kostete 10 m 2 b. 

Den 19 feb. ist der h. Bürgermeister und fogtmaior zu borset 
von hodden in li2? Gott seelich cntschlaffen und begraben in die 
Minenbruder ihren Keller, 

Den 27 feb. ist herr Matthias Zonius BurgL Cap. worden. 
Den 6 Martz starb der h. Pastor von St. Jacob und ward 
h. Bon Pastor, welcher zufor auss die Jesuiter wahr verwiesen, 

den 8 Marti haben die hh rn etliche becker ihr dill zugemacht, 
weil sie ihr angesetzte quantum von Korn nit hatten kommen messen, 
den 17 Marti ist das broot 10 b. abgeschlagen, 
kost 8 M. 2 b. 
KornkMt?n Den 23 Marti haben die hhL im Kornhauss die Kasten lassen 

liu Korn* 

bin* werden abbrechen und denen Driber befohlen bis 2 Uhr Marck zu halten, 
broehen. hernach durch die statt an die bürger verkauften, 
Aarb \#- iVn g april wal>en alle bflrgcrs Capitains mit ihr rotten sanibt 

iwliiftt Bort- â–  * ' 

•cheid mit statt Soldaten auffgebotten umb nach borütcheidt zu geben, tu 
•oidattn. zwingen mit am garni^oun zu helffen, dan die Wseten wolten Nicht, 

den Wen April seind die brandeburger nach Mastriebt wider 
hier aussgezogen, 

den l8 trn April halben die hh veibotten von kein becker 

noch brand weinsbrenncr Kein fruchten auszulassen in * woeben 

Zeit bis darahn sie sich vereinigt hHtten alle wmhen 200 Mld Korn 

von des hh rn Speicher zu messen Vor 8 Gl, des solten sie halb von 

dass hh r und halb Drivers Korn messen, damit haben die hh" 

ihnen gezwungen, 

print von den 10 Un 9bris ist ihro Dun hl. der Prins von Salm gestorben 

•torbrn in alliier in sein hoff gegen die Jennifer Ul>er, und der Corper haben 

** sie naeher anhält gefahren und das* hertz nach dem Kayser nnd 

daas eingeweib i*t in die Capuciner begraben worden, dam der 



.13 

Korper ward gebalsamert und wart 4 tag lang anfftn hoff in einem 
troon gesetz zwischen 36 brennende lichter und ward täglich Mess 
aldar gehalten, nnd der korper war in swartz gekleidt mit einem 
swartzen Mantel nnd ahn habent das gnlde fluss, dieses wahr sehr 
her lieh za sehen, 

den 24ten 9bris ist ein partij güTicher alliier auflf Coli er Komdricboi 
stein weg in stränge Müllen gelegen nnd pasten au ff die fruchten ^uVt. 
d rieber, welche einen Pas9 hatten liessense gehen, die aber Keinen 
hatten Musten mit Pferd und fruchten mit ihnen zurückgehen, 
wie es diese gegangen, weis ich nicht, 

den 7 Xbris seind die brandeburger wider hier eingezogen, 
den 28 seind die Brand: reuter Cöller Pfort ausgezogen, 
den 30 Xbris wurde einen brandeburger soldat begraben, Branden- 
und als sie auffm weg wahren, da fang der dodten an zu klopften dlat'wfni 
in die sarg, die trüger setzten Nider und sahen darnach, machten ,ebeud| 8- 
die san-k auff, fragten diesser, was sye mit ihm wolten, haben sie 
ihm wider lauften lassen. 

Dieses jähr war so gut Korn Jahr als in 18 Jahr Zeit 
wahr gewesen. 

1711 
den 22 Jan. haben 14 Brandeburger Soldaten spitz ruth lauften 
müssen, ambdass sie von houben kein Camisbroot wolten ahnnehmen. 
Den 27 Jan. hats erschrecklich geblitz und gedonnert, und 
•l*n ganzen tag geschneiet, 

den 11 Marti seind die fisch m ! mit den burgerm r Diener 
in der statt umbgangen alle Krumer winckel visitirt, wege die 
faulte herring und verbot ten Keine Mehr zu verkauften, dass haben 
die Krbmer nitt halten wollen, den anderen tag wurden allen Fanie Her- 
nie herringen der gansen statt, welche faul und stinckent. wahren, r }Sf ormM^ 11 
aaff eine Kahr geladen nnd im grasshauss begraben, graben*" 

den 16 Marti ward der Captain Capelman von sehet Wich 
t<tait geschossen, von 2 voluntairs aus der statt aachen, 

Im Marti wahr der rhein so gross dass er in Colin und 
l)ü*>eldurff und andere Platzen, Viele Hiiusser wech hat gerissen und 
tfT«»fc*»n schaden geilahn, 

den 12 april seind die brandeburger wider aussgezogen 
«* W brabandt. 

Den 17 april ist ihro kaysrl. Mayst. Joseph im Herrn Gott • VOB T j£ t 1#r 
•"■li;? entschlaffen, hat t regirt ungefähr 5 Jahr, Joncph. 

•len 26 april wurden am wassert hurn 2 Kinder wie sie 
*H»hren wahren im wasser gefunden, 

den 13 May hatt das Capittel dass Leichbegangnu9 von 
ftro Mayst: Joseph gehalten, 

3 



94 

K * J * 1 B p.V ^ en l^ten May nft M unsere Magistraat das leicb begüngnus Von 

»ufm Stadt- ik r0 Kays. Mav : Joseph auffm rathhaus sehr nianific gehalten mit 
hin* r ° 

gehalten, onib die tomhanw 284 silberne leuchtet-, und vorder» wie vor 

Kayser leopoldus, seind wohl 701 lichter gewesen, 
W Jmi!c5t l1 anl "^ten ^ a 3' ward einen an fang gemacht an die weiriss 

bongart pfortz urab die windmuhl zu machen wie sie dan auch 
im sommer bald fertig wardt, 

den 3t en Jnnij batt die Nenwe Port k lock zum Ersten mahl 
gelnutet nnd wegt 2000 Pundt und meister frantz liatt sie gegossen, 

den 16t en .Julij ist der Donner in Granit hurn eingeschlagen, 
al>er gott lob keinen schaden gedahn, mehr den an einen lalck, 
woli dass fenr wahr längs gestrichen, der brant ein wenig, der 
w lichter al>er der wahr ein Nadel Macher nnd nehmt dass fohr-Metz 
nnd hat/, sauber abgehauwen, dass es keinen weiter schaden thatt, 
c«rii vi (] en |2 october wird Carll VI ein Bruder Joseph zu franckfort 

wird Kayacr. * 

Komisch Kaiser erwöhlt, 

den 18 8 brU ward alhier in Aachen dass freudefest gehalten, 
den 11 novembris seint die brandeburger einkomen unden 
2(» wider hinauss selbig mahl haben sie auch lassen die sclilagheuin 
zwischen die Pfortzen machen, 

den H Xbris kahmen 300 Man Cliurpflilzische Henter zur 

Abhohlung und Begleitung unsere hh n> gedeputeerde zur Chtonung 

Carl VI Nacher franckfurt am Main, und in haaren lagen aurb 

noch 500 man fusser, wie sie dan auch unsere hh" 1 Bürgerin 1 ? 

Deputirt« nnd Capittel sambt denen Insigna des anderen tags Morgen» seind 

icth^n für m begleit ung dieser reuter pompeus Mitt begleitung Vieler Vor- 

Kruuuug. nehme hh™* und Bürger nach Collerpfortz aussgefahren, 

KutMU- ,\ en iq Xbris erhnb hieb ein solcher entsetzlicher stürm windt. 

ltrher F 

stmiuwiudt dass die tfleher, Schornstein fon denen hausser herunter jagen, 
Bilum auss der erden, selbigmahl hatten leiendecker auff Coller 
Pfortz gedeckt und liesen etliche leiteren auffm dach hencken, der 
wind nehmt ein leiter mit hinweg und führte sie bis auff den 
Calvini&chen Kirchoff, und Hei in 2 htück. 

1712 

ni<» Aacher den 19 Jan. seind unsere hh r deputirte in Franckfurt 

ort*, einkommen, neinblich h. Bürgerin' Speckheuwen und fibus, und 

die deputirte au>s dem Capittel mit 200 Reuter zur statt hinein 

und die fusher blieben in haaren, und unsere hbâ„¢ 1 haben die zu 

haaren liegende fusser jeder ein Hein h und 2 broot aus*ge- 

hchiekt, die reuter in der Matt al>er jeder 2 fl broot ' « 8 Kam», 

b*- und 2 Kanne bier, vor die Pferd 1 Cop haber, und ein bnnd henw, 

â– cb impfa hg 

der staut wie aWr die reuter aussgezogen t<> haben sie den Kftfis* in ihre 
di/aJntVr. «*aWU gesteckt, »'Ibige alle g#*rat auffhaltent nnd geruffen teilet 



35 

wass schöner Käss haben die hh™ von Aachen, und seind also 
Coller Pfordi anssgeritten, 

den 26 Jan. ward die ficiorie von Carl VI zn bort sc heult 
gehalten, 

den 28**? wardt dass fest von ihro kay : May. im Münster 
gehalten. 

Den 28ten Jan. wardt auch die windt Muhl fertig und Zum Windtmühi 
Ersten darauff gemahlen Mit 3 gewerff, Gott gebe Glück dazu, w ° ** 
m#- haben daran 10 Monat h und 8 lag gearbeitet, 

den 31 Jan. wardt der Eluniinationstag oder freu de fest Von Freudefeat 
d*»r statt and Magistrat gehalten Von ihro Kays. May. Carl VI Kaystr 
>ehr magnific, diese Elumination ist so schon gewesen, dass sie ^»d». ' n 
von viele liebhabe r ist abgezeignet worden, wie noch alliier in 
Aachen in fiele hauser zu sehen, 

den 29 Marti kamen 300 Mann ßrandeburger und blieben Branden- 
vor Pont portz halten, und wolten das einquartungsgelt haben, ^er^Ein'' 
vorgehent, weilen sie nicht im Winterquartier in der statt währen T anV?gei<i 
k« »in inen, wolten sie dieses l>ezahlt haben, die magistrat weygert ^f-^.* 1 " 
d *!♦*>*> al>er und sagt wan sie hier währen im quartier kommen 
h*-ttens Müssen gesehen lassen, weilen sie Nun aber au ff ein ander 
♦►rdt wahren verlägt konten sie hier in aachen nit sein, Viel weniger 
wass forderen, die officier wolten aber nit von ihr Vorneinen nit 
aVistehen, sondern gingen nach haaren und weiden, und raachtens 
-ehr ul>ell 2 tag hernach nach den booden hoff und blieben alda 
bi> noch 400 reuter von ihnen kaamen und t hüten unendlichen 
««baden so dass die Magistraat war gezwungen mit ihnen zu 
a'cordeeren, und abzutragen, warzu dan ein Jeder burger und 
♦-in wohner Mitt müssen helffen d ragen ein jeder Nach seinein standt, 
Vermögen, 

den 11 April wardt Hr. Weinm r - heitgen? dass erstem, iir Heitg*n 

ilrgerm r erwohlt. 

Den 12ten Julius hatt der Generaal groffstein schier bis 
pari.« zu Franckreich in Contribution gesetzt, und Viel schaden 
darin getahn in ein Kurtze Zeitt, 

1713 

den 3 Jan. seind die brande. Coller pfortz aussgezogen nnd 
•l»*n 4ten kabmen 300 Man hollander hinein, 

d*-n 27 Jan zogen die hollander wider auss, 

den 2ten april hatt der gewesene Küster von St. Ja* ob °*J f H *™* 
Namens Manw sein Erste h. Mess Opfer gehalten, wie seine frauw eob * &ll ' r 
1 Jahr wahr doot gewesen, dieser hatte 8 Kinder mit seine 
frmaw gezielt, 



36 
Dohmoni. d en 27 7bris ward die Capell von h Dohnien muff dem 

Kapeil. ' 

gräbchen geweiet, auf St Donatus tag — 

den 9ten 8bris wahr bij die regulierhb ru einen brouera gast 
im broukessel gefallen und ganss darin gekocht, so das« sie das* 
bier haben müssen in die erd lassen lauffen wohl 20 tonnen — 

den 13 9bris war ein unglOck im Pulverthurm, durch 
Unvorsichtigkeit. Das feur in Pulver komen, und 3 Man schier 
toodt verbrannt, die stnrcke Materi waren nicht darein sonst war 
der ganse thur zersprungen. 

Den 20 9bris kam Ein kaiserlich Mandaat auss und ward 

auff alle statt thor auffgeschlagen, das 9 alle Calvinische Kirchen 

oder tempel, welche in 24 oder 30 Jahr sind fnndirt und auffgei icht 

Calvin, worden, auch so gahr die Prildiger, und schulten und heimliche 

J«riucnuiid exftrc ^' 11111 ihrer Cect, in alle reichs stiitt und lUnder, sollen ininirt 

verbotten. um | /.einichtet werden, und dass in kurtzer Zeit, 

1714 
den 3ten Jan. kahmen 1500 Kay seil eingezogen mit 1<K) 
husaren, im wintei quartier und den 14 kahm ihren üeneraal and 
obriiton Obristen hinein, der Obriöten Dalbcrg war von den husaren, ein 

balberg. / ° 

sehr grosser spieler und wilder Mensch, wahr logirt in St. Egidius. 
Den 13ten wahr abens uinb 9 ur ein starke Krd bebung, 
Fried gc- <i,» n 12ten Marti wardt der liebe frieden zwischen ihro kai«. 

•oben Kay. Mav. und König in franckreich geschlossen, Gott sev lob und danrk 

und Frank. ; , , , ,, . , , , i i 

und wohl den selben noch lange Jahr erhalten, 
Dalben« ,] en iJten april haben die Kavs. alliier in aachen von die 

maebt ein * 

gross Burger wollen die stuber haben und ihr Obrister der Dalben* 

Tumult In . 

Aarb. der hatte allen sein gelt verspielett, dieser wolt auch von die 
Magistrat gelder haben. Dieses wurde ihm verweigert und wolle 
es mit gewalt haben, commamlirte sein Volck auff, welches Husaren 
wahren, alle bi*ammen und verlegte dics»e in die hh. Burgerm 1 " 
heiler und beim rintm r und nahm den Marck ein, besetzt alle 
gas>en die zum Marck gingen, weite- dass statthauss auch einnehmen, 
dass wolt ihm al»er nit gelingen, sondern unsere statt Soldaten 
wahren darauff bij G0 Man und die thurn mit starke wach beaeti, 
da komt aber der Obrister autfm atatthaus zu deme hh r Burgvr- 
m ^,, und biaucht gar wenig respect und wdte parfors gelt hiWn. 
••ntlit-h umb nicht grossem allarm und Unordnung i>der vieleicht 
iii»ch iinglucker zu verhüten, li:ih«*n unsere lih r mit dieser unruhigrr 
gast graerordifit, und zufiieden gemacht. 

st pewr den IS Jiinij hat h r Pastor sch«»ll da*> Ersten angefangen 

bruebeu da»* gottes haus» St. peter> Kin-k ab/ubrechen. 

den 2*> Junij **eindt l->0<> Man Kaveri, alliier ein komm, 
fceind al**r ni« ht bij die Bürger verlegt worden sonderen auff t*ie 



37 

auss- und in wende statt thor, die darzu wohl accomodeert wahren, 
kommen noch 1100 Man in aach. 

den SOten Junij ist der ersten stein an St. Petters Kirch Ersten stein 

. gelegt »n 

gelegt worden, von nnsere regierende bh r Bürgerin*, als Bruch 8t - Potte» 
und h. Heitgens in Beysein vieler der statt herschaften und 
geistlicbkeit, 

den Iten angusti seind die Calviner zu Bortscheid an diesen 
betrübten lag bijsamroen, nnd haben den an fang gemacht ihre 
Kirck abzubrechen Mitt dass hauss von dem Prädicanten nnd auch 
die scholl. 

den 31 angusti ist der deutsche Meister au ff Verlautenheid 
gekommen und Hess die 2400 Man auss nach die heidt kommen, dan 
er wolte nitt in der statt kommen und die hh rn von Aachen ritten 
hinauss mit sambt dem Major, ihm zu cumplementeeren, und die 
Canon wurden 3 mahl gelöst, und Er liess sein folck alda rangeeren, 
sie zu munsteren und zu besehen, 

den 25 angusti ist der her Esser als pastor auf S. Jacob 
eingeführt worden, aber der Paronhian war nicht dabey. 

1715 

den 18t Jan. ist der H r Borgern)!'- fibus im herrn gottseelig 
ent schlaffen und ist begraben in die minderbruder Kirch Vor dem 
hohen A Itaer, 

den 21 feb kam der Piins von luttig zur statt hinein und 
die bflrger alle ins gewKhr, die Canon wurden gelöst im ein und 
ausgehen, er war nur 2 tag alhier logirt bei h r Doctor Oliva, 
darnach zog er wieder auss, er hat auch im Münster Messopffer 
gebalten, 

den \2 ten Marti haben die Calviner zu Bortscheidt Müssen Die Fun<u- 
w>gar die fundainenter von ihrem tempel und schull auss werften, caivinucnen 
hatt gestanden 83 Jahr, und hatten taglich daran gearbeit 126 Man, werden P *ut- 
Nun aWr alles vernichtet auff ihre Eigen Kosten, geworfen. 

den 29 Martij ist der h. Paulus Kahr forstmL worden, 

den 3 tcn april ist Herr lambertz auffm pauw btirgerm'L worden, 
dieser St Jans Zeit ist auch eine grosse Mäckelei gewesen, 

den 4**° bis 14 Julij seind die Missionari oder Bussprediger MiMionari 
alliier in aachen gewesen, es wahren 2 Jesuiter, geschickt von linier 

.in Mch* 

ihn» pfttetl. beiligkeit. und der herr Pastor von 8. Petter hielte 
die Er*te gottesdienst in die neuwe Kiich 

Den 25 Julij war der h. Draach dechant im Munster gestorben. Dechant 

J ° drasg ge- 

den 2 7bris erwohlt zum dechant h. beusdael, itorben. 

den 5 8bris ist Von E. E. rnth Überkommen dass in der Nicht« *u 

verkauften 

gan*e statt des so n tags und feierdags Keiner etwas sol verkauften, auff 

... aon» und 

noch die laden* auffmachen, Keinen Marck halten, auffein herbitari feirta* 



38 

straff, wans nur gehalten wurd wehr es ein schön sach in eine 
catholische statt wie hier, aber, leider die burger Italiens nicht 
fil geacht t 

17 IG den 19 Jan fingt es an zu friren und daurte 9 ganzer 

wochen, und wahr ein sehr kalter winter dass fiele leuth l>efi'ohreo, 

burgerni' fon jj f eü j^f. d cr n r bürgern» 1, lambert/. in gott seliir 

Unibert* gc- p o #% 

ttorben. entschlaft'en, im Ersten Jahr seiner regierung, 

den 20ten feb. ibt der h r Bürgerin 1, heiigen» selig gestorben, 
hf^ht bei ^ cn ^ augusti gewan Prins Engenius die Schlacht gegen 

B«igr»d. den grossen turck vor belgrad, Mit aller Zelt, Canon und bagage, 
gott sey darvor Ewig gelobt, amen. 

den 4 8bris hatt es an t anekelt ort in die güldene Kandt 
den hinter bauw gans abgebrent, 

den 19 8bris fiel ein widertauffer zu doot von die windmahl 
oben ab, 
Tiktorie in den 8ten 9bris wurde alhier fictorie gehalten, Vor erhalten 

glücklichen sieg Prins Eugenius gegen den turck. dieses Jahr 
seind die Fruchten guten Kauff gewesen auch ein quantitat gewaxen 
das Kor 21 M weis 5 Gl ein fass, gerst 28 Schill, das Mutt. 

1717. 

Hr wird* 7i ^ en ** ^ an ' * 8 * ^ er ' ,r ^ e * a - v zum Bürgin 1 " Erwohlt worden 

Bflrgerm. Zum Ersten Mahl, Mit der scheffen wilre, 

den 22 april hatt der Herr postmeister weisenbarg auf 

St. petter im gewolb den letzten Stein gelegt und h. Pastor heilt 

zur danckfest ein MessuflVr musikalisch. 

Lambert/ Den 25 april ist der h. Burgerm' willer im herrn gottM*lig 

bach Bür- entschlafen und den >\0 april ist d h. scheffen lambert/. von Cortenbaeh 

germ ' in seinen platz Zum Bürgerin' erwohlt worden, 

§ron den 21 Junij ist ein so erschrecklich Donner wetter and 

Donner- 
wetter ml- wind gewesen das in Menschengedenck keins desgleichen gehört 

noch gesehen ist wurden, und seind hagelstein gefallen von ' 4 Pfundt 

und noch swehrer und hatt alles zerschlagen, Von Namnr ahn bis 

hier uIkt zur rhein hinauff aller fruchten, weint>erg v dacher, finster, 

und alles ganss zerschlagen. 

z«*r im Heil 25 Julius i>t der gio<»sen Ca*sar oder kayser ma^ 

in kommrn M«»>koew alliier Mar.~chierpfi»rtz einknmmen, unter abführaog der 

in A*«-h. ^ a ^ Canons», Magist raat und btirgerschaft begleiteten ihm, logirte 
bij II. Cleriimnt, und alle bürget- und rbeischs unterthanen waren 
in gewähr, und die gingen Reliquien sind ihm auch gezeigt worden. 
aUr er wahr nitt recht bij sinnen, er machte aus.** allem diese* 
Nichts, er wardt auch v«»n die hirtz-schutzen zu Vogel^chas am 
lausslHMg «iiirt, und iM auch hingangen, und sehnst^ den erstes 
*rhii-s Mitt dem Ix^en naek dem Vnge-1, und hatte ihm bolt 



39 

abgeschossen, und er ih&tt noch 2 bogschuss darnach und diesen 
gingen weit lang, er wirft den bogen nider und lauft wie einen 
schlemmert zum berg hinab, und sein hh. die bei ihm wahren 
If asten ihm nachlauffen, unter alle Menschen auff öffentlicher gass 
oder strass setzte er sich nider und hafirte, und seinen Page der 
moste ihm mit ein weis papir sal. v. dem hinteren abrieben, 
er blieb nur etlicht tag in der statt, und ritt oder Marschierte 
pont pfortz aass, 

den 21 Obrie kam der Kaiserl ambassadenr zur stat hinein, Kay«, 
unter lossung der Canon, Mitt Magistraat und bürgerliche Cadetten deur kam 
und herschaften, welche ihm bis in der weiden entgegen gangen, huldig**â„¢ 
and alle barger und reise h 8 untertahnen in gewähr von Coller Pfortz 
an bis an die Minderbrüder bij H. doctor Oliva alwoh er logirte, 
und Kam im Nahmen des Kays, den Aydt und huldigung der 
itatt Bürgerschaft" einnehmen, und den 17 dieses zog er wider auss 
unter losang der stock, umb diese Zeit ist auch die statt waag statt waag. 
vom Kluppe 1 im hauss von Aachen versetzt worden. 

1718 

den 3 Junij ist der h. Bürgermeister Dohmen zum Bürgerm. 
erwohlett worden und h. scheffen Brouman. 

den 17 Jan. ist der h. Eschwiler als fegt raaior von bort- 
schet gestorben, 

den 24 Jan: wardt der h. Burger m r de fay zum Vogtmajor 
von ßortscheidt erwohlett, und den 21 feb. ist er alda eingeführt 
worden. 

den fiten Junij worden die pettermänger auf 5 b. gesetzt 

den 22ten angusti wardt durch die wftchter alle bürger 
angesagt keine arme leuth mehr auf die strass zu geben, was sie 
sonst wolten geben, solten die Provisors vom armen hauss 
Mrlber kommen abholen, wie auch dan die Provisors den 7 7bris 
seind umbgangen, und das sol alle Monaths einmahl gescheen, 
diese gabens alsdan an die armen des sambstag am arinenhauss. 

den 20 Xbris brant das ferfhaus bei Mantels ab. 

Dieses Jahr wahr ein gutt wein jähr, so sol Keins in hundert hib ein gut 
jähren gewesen sein, and in Menschen gedenck ist nicht so fill 
wein nach aach einkommen, als dis jähr, dan von 6 Xbris an bis 
n^uw jährst ag wahren 300 und 21 fouder Wein zur statt hinein 
kommen, wie die fassbender Zeugnus gaben 

Dieses jähr wahr alles sehr wohl gerahten der liebe gott 
-ei dar vor ewig danck — amen. 

J71Q Proceaiion 

gehet tum 

Den 20 angusti ist die procession auss die Capuciner zum Ewt-mahi 
Kraten Mahl nacher aldenhoven gangen, mitt bijsein Vieler burger, Aidenhoren 



40 

Mit grosser andacht, zur Verehrung der Ubergebenedei teste Mutter 
gottes Maria, der liebe gott starck ihnen in ihr gut Vornehmen. 

1720 
p . eit 4 den 17 %ris batt Ein Ehrwürdig Capittel sambt die ganse 

regirrt*. . . 

burgerschatl Mitt Umbt ragung des hoch würdigen guts Processioo 
gehalten zur abwendung der erschricklicho Krankheit die Pestilenz, 
wohvon gans messina ist ausgestorben gewesen, und hier auch 
hatte ahngesetz, aber der Hebe gott hatt diese statt gebet t erliohrett 
und seine gerechte straff eingezogen, 

Den lösten Xbris ist ein erschrecklich starck donnerwetter 
gewesen, 
Kirch^wird Diesen sommer haben auch E. E. Capittel unser lieben frmuwen 

renovirt. Munster angefangen zu renoviren wie es an Jetzo noch ist and 
haben von den Pesch einen garten gemacht. 

1721. 
Dieses Jahr den 27 Jan. ist der h. Deltour zum bttrgerm' 
dass erstmahl erwohlet worden, 

iicbcJ^on- ^ en 13 ^ a . v aun " ^- Servatius tag ist ein so erschrecklicher 

ntrvrtttr himmelburst und donnerwetter gewesen, dass man meinte die weit 
währ unterm Wasser vergangen. Dis kam des Nachmittags ungefebr 
umb 5 uhr an ff ein mahl dass alle buchen und fluss in der statt 
auff gassen und Strassen gleich stonden und die Paunell ward so 
gross dass sie in de frauenbruder Kirch einlieff und fiele grabstein 
umb und umb riss, die ander buchen lieffen so booeh in die 
Strassen dass Kein mensch bij den anderen konte kommen, alle 
Keller wahren voll, alle henser wahren foll. Von Marsch icrbtraasi» 
ahn bis nach S. alberts Port/, auss ein Wasser, und es that grossen 
schaden in die CapucinerKirch und garten, die Worm waidt so 
gro*s tla>s sie zu liortscheid alle haader ruinirt hatte, hausier 
wechgerissen und entsetzlichen schaden gedahn bis na'-h haaren zu 
ahn alle Mülilens, in summa es wahren hagelstein gefallen wie 
tauben Hier, und Miatt alle Menschen schaden dieser statt nicht 
allein, sondern auch zu Cornelis Munster und an der noch umb* 
liegende ürter, wie ich dann selbst Hl davon gesehen halt, 

den 24 Junij i>t der Hr Heitgens Junger Namens Adolff 
Piislmei>ter worden von die Holländische Posten, 

1722 

den 2ten Marti m der sommer und der winkeler im grm*» 
geko|»|»t worden, und di-m winkeler s»ein t'rauw waid gebrantm. 

und ^e*»»'i*>#«|t f 

den 28 Marl/. i>t ein st.irck dünner wetter gewesen und bij 
(Jülich dahfruinb feur au*» der luf't gefallen ob ge>ebneidt bette, 
des AU-n- umb 1» Phr, dieses wahr erschrecklich ahnzusehen. 



41 
Auf frobnlicbnams tag haben die bâ„¢ aussm Munster Nicht mitt D-8 capitei 

... «. ~ wiJI kein 

andere Magistraat wollen die grooese Procession halten, und seind nur Proceasion 
allein unter ihnen Mit dem Capittel über dass Clo8ter gangen — 

da ersuchten nnsere Magist raat der h Pastor von 8t. foilan Magistrat 
omh diese Procession Mitt zu halten, wie auch gesehen, haben mit PMtor' 
ihren alten thonr gedabn wie gebräuchlich und haben dass capittel 8t * FoiUu# 
lassen gehen so lange sie gewolt, 

dieses Jahr im October ist der König von franckreich im 
beim gottselig Entschlaffen und den 10 9bi is alhier im Munster 
dass seclen Ambt gehalten worden allein vom Capittel, 

1723 

den 19 augusti stach die swester ihren eygen bruder doot 
zn haaren in die Kölsche Kahr Mett ein Metz 

den 8 7bris seboss einem Ermitt den anderen doot an lintzens 
häusgen. 

in Pont waard auch ein frau Persoon doot geschossen. 

Dieses Jahr ist das Cornelius bath gebauwett, 

Den 29 May ist der König und Königin von dennemarck in na* - 
Aachen kommen und blieb alhier bis den 80ten Junius, 

den 3t en Tbris ist der h Pastor scholl von S. Peter in Gott 
s^lig entschlafen, requiescat in pace. amen 

den 30ten 8^*1 wardt der h Jennes als Pastor von sant 
Petier vom Parocbian eingefuhrett, 

1725 

den 7 Martij ist der h r Martinus lambertus de loneu x und L*mbertai 
d*r h. scheffen richterieb zum Ersten Mahl zu Burgerm" 1 Erwohlett de Loucux 

. wird Das 

woiden, der herr de loneux wardt dass Jabr zu forren weinm r erat mahl 
/um ersten mahl und diss Jahr ßurgerra r gott gebe ihm Glück 
nnd segen. amen. 

Dan in dieser Zeit Vor S 1 Jan wahr ein grosse Meckeley 
in der statt, dass sich die burger und bandtwercksleuth balt dye 
häU brachen, sogar die bh r wahren mehrmalen aneinander gerahten, 
Vor St. Jan haben 188 Kramer dass handtwerck gekauft, 

Dieses Jahr wardt dass broot wider theur dan die fruchten 
konten Nicht ryff werden wegen des bösen wetters halben so seind g^^au" 
in alle Kirchen gebett und Processionen gehalten worden zur * on Z e ff" 
^>'wendung der straaf und theuren Zeit und es ward auch eyne 
Zeit lanck schon und gutt wetter, dass HU Korn und Heuw in Kam, 

den 2*> 8bris seind unser b™ 1 Bürgerin' 11 nach Brüssel zur 
0*m|>lementirung der Ertzhertzogin, welche vor wenig ta# alda 
war g«-hnldigett worden, nemblich H Bürgerin*, de loneux und 
h. Burgm. Richterieb h. sind. Moll und die 4 burgerm r diener, 
trind nacher brnsselt gefahren, wie sich das vor solche hhâ„¢ 



42 

gedeputeerde gebeurde, Nahmen auch 2 der allerbeste fouder weit 
Miti nachere Brtlsselt zum präsent als heut kamen unsere H ra dah 
und als Morgen krigten sie schon audiftns bij ihro bocbhcidt, die 
2 FKsser wein wahrten in dem Keller der hertzogin eingekellert, 
und alle andere wein, die alda wahren verehrt worden, verschenkt, 
der wein war auch sehr gutt etc. 

im augusti wahr dass rafolt mit denen Studenten wegen 2 
aussgclieberte hollander und der h. Hurgermeister heitgens ward 
durch ein bein geschossen und davon ist er auch gestorben. 

1726 
im Anfang dieses Jahr hat man zeitung auss hollandl da** 
die gewUsser so hoch gestiegen, dass viele dorfer sind versoffen, 
den 14 Julius ward der Juncker stebrath doot gestochen 
in Coller straass im baren, 

den 11 November wardt N. tollus von Gradushoff doot 
geschossen Von ein statt soldaat Namens Joseph Steffens wegen 
captura die gegen ihn erkent wahr Von Seiten Madam sj>eckh*uwer 
dass die Soldaten ihm wolten hohlen und er ging lauften. 

Dieses Jahr ist ein ziemlich gut jähr gewesen von fruchten, 

wein und alles und im Oc tober seind so fill Krams fttgel und 

fl *ie Listeren gewesen dass die Monschauwer Mit ganse Kahren seind 

zum Marck damit Kommen, 

1727 den 3ten 8l>ris 1727 seind 2 aacher Kinder nem blich 

2 Cosinen Deuren im Grass gekopfft worden. 

h. nur* Den V\ Marti 1728 ist der h r Bürgerin?, de fay in luttig im 

•lorbcn. Hein Gott selig entschlaffen und wahr auch fogt maior zu bortscheidt, 

den 17 Marti ist der h r Burgermr de loneux fogt major zu 
liuritrrm. bortscheidt worden, und den 22 Martij ward der H BurgermL 

de Lonrux 

wini fogt tu de loneux als Vogt Major zu bortscheid eingeführt, Mitt 21 Kar«»ss«-n 

sehr Manific, aWr es war Jammer dass es den ganssen tag regnete. 

l*nd den 17 apiil hatt der 11 Burgermeister de loneux als 

Vogtmayor zu bortscheid sein erste gericht gebalten, als 

nemblich ! ) ward in der roode haag geköpft 

den 11) apiil ward generaalCupittel gehalten in die regulieren, 
umb einen general zu erwohlen und dass los fiel auff den prior 
aus.> die regulieren allhier nemlieh ') 
JVr* U r*7.o- ^*- n ~ ^ a . v l *t am rathhnu«s angefangen zu renoviren und die 

Mcn. neu trapp zu machen und der II. Bürgerin 1, loneux und H Bürgern. 
Kichterich Italien den Kisten stein gelegt, darunter ein Muck gflt 
Mitt ihres leides Wappen auff. Der h. Niclas waar baumL »eibig mahl. 

1 : Im Ornjinale eine Lürke. 

*) Au4 f i hier felilt im Originale iler l*el reffende Name. 



43 

Den 14 Julius seinder 2 im Grass geköpft worden, nemlich Boitus und 
boltus und siegerat h 2 fetteren, und es war noch einer namens werden gc- 
Klein. Der ward ausseholffen durch den grassverwahrer Kupper, Oi-Mshtu«. 
diese hatten eine schändliche taht an ein Kanunerjungfer von h. 
BurgermL. lambertz begangen auff St. StefFhans nacht, uiub die 
K Halfest zeit zu Nacht oder morgens umb 3 uhr die Man nicht 
mag erzeblen noch schreiben. 

Den an fang augusti seind im Ehrb. rath ein jeder die iuilh- 
praesenter verdubbelt worden, aber die BurgermL Diener nicht, pr ^ rd e^ JI1 
es ist doch schlecht, dass diese allein müssen nachsehen. verdobbeit. 

Dieses Jahr ist so gutes und manigfaltiges wein jähr gewesen 
dass die lettige fässer mitt bondert seind nach der Mussei auss 
aachen gefahren, weilen sie alda nicht neuwe fasser konten 
gnug haben, 

1729 

den 14 Jan. wird der h. bürgerm. de loneux und /.um ersten 
Mahl der h. schenen Oliva zusammen burgerm r erwohlett, 

den 20 feb fiel der becker asten sich zu doot auff dass eiss 
am Pulver thurm im graben, 

den 10 Marti hatt es auffra rathhauss im schor stein gebrandt Aufm iut- 

haut gc- 

-o starck dass dass feur durch die gewalt ausflog bis auf die bnnut im 

Dechaney, und alda das tach halb hinweg brandt, dieses feur habe 

ich am Ersten gesehen, selbig mahl stund ich bei h. Burgerm. 

de loneux auffm soller und sähe nach der statt uhr, indem sehe 

i«-h feur ausstehen, und hatts gleich Mein herr atvertirdt, welcher 

dan gleich dahin, und gute Order gestelt, 

den Tten Tbris Kahmen die Seiestinessen heimlich zur statt 
hinein und in die weissenfrauwen, und seind also alda geblieben 
bi^ noch zu, 

am 8 7bris war alhicr dass erschrecklich hagel wetter dass Krschrcck- 
all* dächer und fenster zu stuck schlug und erschrecklichen schaden weiter. 
>r?dahn, die hagelstein hab ich selber gewogen etliche über ein 
nertel pfundts, 

im 8bri8 haben ethliche appel und biren bäum geblühett 
äh> wans im april währ gewesen, 

den 16 9bris ist es die ganse nacht so klahr gewesen als 
w*n die lufft fol feur wahr gewesen 

Dieses Jahr ist die neuw wintniuhl gemacht worden und 
Kust fiel gelte. 

1730. 
Den 10 May ist von die Magistraat dass aacher landtwerck 
beritten und Mitt alle rathsherrn und wiel alles gescheen wahr in 
jrr^^e Plazier und Einigkeit den iesten tag kommen alle Uli"? und 



44 

landwerckreiter autftn Eulorsweg im guth von h weinmT Branimeitt 
t'ugeiuck und ni achten sich alda noch lustig, und die rathshh" 1 jagt den ein 
Unduut. den andren nach und henrich startz hatten ein gross starck pferdt, 

und ging damit dem rompen ein becker nach und lauft mit dem 
ein aacurr Kopf für ein ast von einen appel bäum und fallt vom pferdt und 

Rattuberr » , , . . 

bleibt toiit. wardt geleich teodt, alle freudt verkehrte in traungkeit, von die 

zeitt an haben die h rn nnr Etliche geritten und Nicht Mehr so fll, 

den 8 JnliuK bleeflf den schulm r boltzapffel auflfm hochmunster 

durch ein stein der oben auss ein finster fiel todt. 

ewoTbwit den ^ auguöti fiel dass ganze gewnlb in die augustiner 

ciD - Kirch ein umb die Mittag, gott hat vorgesehen dass kein Einig 

Mensch dabij geschädigt wardt, 

Diesen sommer ward auch die Spa fontein au ff die Dricftch 
gemacht und dass wasser Vor gutt befunden, 
KI °b lp b Wlrd Dieser zeyt hat aucli Magist raat den gotloosen Klomp al>ge- 

eben, brochen und die bach über wolbett auflfm seilgraben. 

1731 
Den 16 Jan. ward d h. Banm r Niclas das Erste Mahl 
Bürgern»' mitt der h Bürge rm r Oliva 
Bürgerin' Den 5ten Marti j ward im rath überkommen dass jeder h 

gebalt wird ._ . 

Ycrhöcbt. Burgerm 1 " jahrlich sol 300 rthlr mehr gehalt bekommen. 

im Monat Augustij ward im Munster die Marmor communions 
banck gemacht, und auch die Malerey auffm hochmunster nnd 
unten um und in die Ungarische Cnpell von einem Maliler Namen» 
April gemacht, 
lim», uaw den 3ten Obris ward der lieutenant Uuw von Capitata 

Ktattbau« heidendael au ff in stathauss dootgestochen aber mitt ent Währung 
seines leib^, und gehet nach die Augustiner ein und bliebt alda 
bis das Process ausgemacht war, und ist darnach mitt aller ehren 
wider angenehmen in sein vorige stell und wohnung, doch mit 
grosse Verfolgung der freunden von tauw. — 

1732 
den lTten Jan. wardt der h. Bürgerm r de loneux /um 5ten 
Mahl zu Bürgerin r erwohlt mit der h. Bürgerm' Brouch, 

den 21* Jan ward der finckenberg als Pastor auf St, Prior 
eingeführt. 

den 15 fei» haben die berker die windmühl voor den bäum 
gepat-ht vor f> aa**her dahW grnnd gelt, und dass vor Ewig. 
ifriM> l . > !iui'«T- ' ,|,n *0ten april wahr *-in Erschrecklich donnerwetter da*«* 

wnter. a ]j f . Mens« hrn Meinten unter zu gehen, und schlug an Collerpforten 
ein, am langen thurn von die spitz ahn bis unten auss ein balek 
ent/wey, auf S. Silv<Mer schlngs in die Kirch, an lincens beofken 
schlug"!* einen Eichen bauin in alle stuck, 



45 

in die fasten auff Kahr frei tag wardt der anfang von diese J^ *. 96 
gTOsse Mekely gemacht, eine gute Zeit darzu erwöhlt, am platz 
dass man in solcher Zeit sich mit gott soll versöhnen, fanget dass 
verflachte wesen ahn, alle handt werker worden auffruhrich gemacht 
und verdorben, dan allein in die beckerzunft kauften auff ein Mahl 
65 liecker söhn dass handtwerk, bij de smit wol 70 und auch 
andere dass sie alle so verfall seind worden dass es eine schandt, 
den Ein frist den anderen halt auff, diese 2 hhTH Partheien, Von 
h Bürgerin 1, de lonenz und Niclass wahren so verbittert gegen 
einander dass zu befurchten grosse unglucker und dieses daurte 
von Aostern bis 8. Jan, und der h. Bürgerin' deloneux trium- Bürgerin^ 

. .de loneux 

]»hirte über alle 9e ine grosse feinde, so gahr dass sie hernach ihm trinmptiirt. 
ruiisten noch gute wordt geben, dass sie in ihre stellen blieben, und 
auf S. Janstag als h. Burgerm r vom rathaus triumphirent hinunter 
na< h Hauss ging, da wahren alle bürgers töchter die balt am Marck 
g**gent woonten beslreueten ihm mit roosen bletter und ruffen vivatt 
l*urgeim r loneux und etliche statt burger schössen mit t Kamineren 
und klein gewiihr vor sein hanss dass die finsteren ausflogen, 
vi» toria, die statthoubouisten kahmen alle und machten den ganssen 
tag Musik, und alle rathsheren und Vornehme Burger der statt 
kabinen und wünschten ihm gluck und der wein fluss, von Oostern 
bi* St. Jan hatten die rathshh™ und andere freund vom h Bürgerin 1 *. 
*wei grosse fuder Wein verzehrt sonder andere Sachen etc. 

1733 

den 11 Jan. wardt unser statt leutenand Delwick mit noch 
ein brandeburger leutenand zu Mastricht gearkebuseert wegen 
die brand: Werbung, ') 

Im lesten april Machten der h Burgerm r de loneux frieden Mekeicy 

Frieden gc 

Mit den hr Bürgerm r Niclas und dass so fest dass ihnen Niemandt macht. 
mehr Konte scheiden als Gott. Dass weiss ich. 

Den 7ten May wurden die h r . Bürgerin* 01 ? wider zum 
barger in r . erwöhlt als h r Oliva und h Niclas und war gott lob und 
danck guten frieden unter diese hh ra , Gott wolle ihn lang erhalten, 

auff S. Iwrtholomei tag Morgens zwischen 8 und 9 uhr ein *r»chrecki. 
>•» erschreckliche finsteruus, dass die leut haben müssen licht 
anzünden. Daurte eine stand, 

*) Vtber die Hinrichtung des preussischen Offkiers von Wolfshagen 
ind dt« Aachener Lieutenants Delirig, welcJte, weil sie einen hollän- 
durhen Siddaten für die preussische Armee anzuwerfen gesucht hatten, 
r« M Oft rieht erschossen trurden, sehe man die Mittheilungen im fünften 
bände der Zeitschrift des Aachener Geschieht*- Vereines Seite 1">0 — 152 
mmd in der Zeitschrift ,De Maasgouw* Jahrg. 1HH3 Nro. ISO. Janssen 
»nkreibt abkürzend »brand : Werbung« anstatt y ,hrandenburgi*che Werbung". 



4fi 



ßraud In «II« 
CrtnU- 
brüder. 



Werner 

Robe gc- 

kö|»l. 



1734 

<1en 11 Jan. ist in die Creutzbrudcr die gansen achter tau 
und schreiner werckstatt abgebrandt durch vernis y.u kochen, 

den 24 Marti i»t dass Pallast von Prins von lüttigh gans 
abgebrent, 

den 21 Junius .schlug Werner Rohe ein Schumacher seiner 
Profession sein Knecht mit einen stuhl Stempel zu doot und schleiften 
ihm in der Nacht auss in der tag inen winckcl, woli er dun funden wardt. 

und dieser Weiner rohe wurde in Arrest gebracht und 
cxaminirt und er bekents so gleich, ward ihm .sein Process gemacht, 
und den 31 Julij krieg er im grasshauss den K«>|»fff ab. 

17:):» 

den Jan. ist der h r Burgerm* de loneux burger Cap. worden 
in plat von Kettenes selig 

den 27ten Junij ist der Anfang gemacht die Marrk fontein 
alte abzubrechen und wider zu erneu weren und den 7ten 8bri* 
wahr die Neuw fontein fertig und die statua von Karli magni 
ward auch gewendt mit dem gesiebt nach dem statt haus*, 

im November seind 3 hh rn als H r Burgerm* De loneux, 
h p altorff, h r Sind'nus Heidendael nacher trarbach zu der Armev 
von General Seckendorff gedeputeer* worden, Milt ihm zu necordeert-n 
wegen dnss Winterquartier. 

Den 24 9bris .seind die baml>erger schon eingezogen mit 
H00 Man und 164 Grenadier alliier in Aach, und die hli" 1 haben 
Müssen broot und gelt selmtFen, 

den 8t en X l,rU kam der gen 1 seckenfuger oder seckendorff 
zur pont port hinein und ward logirt auffm Comphauss bat bij 
b. KtTelts und darzu der ganseu Gene mal staah, musten alle 
herlicht» (Quartier haben und machten grosse huntzfütterev alliier 
mit ihr«' ausgemergelte Soldaten, doch der arme t>oldat kan Dicht 
darfür, die officiers spicken nur die beur.s wie dan dieser s macht ha 1» 
seckenfuger und sein verluhtert begierlich weib nicht konten gnug 
KfH-kMuiorff bekomen, irelt nutete er genug haben, darzu noch alle Wahxlichtrr 

mmbU mIm»1 * * n T 

m a». ).. welche un>eie hb rn konten bysammen bringen musten dahin 
und die louhterin lie>s tie al in ein fass packen und nahm die 
mit und brente Oll und untsels Kertzen am platz, 

auf (.'hristag zogen die bamtarger wider auss und kamen 

lou man lauter vn die tilipphisehen Kurassierregement und 

mnrhteiis auch bunt, 

»it*r in «litten suiiiiner seind awh die Altar in St. foilan ange*trtcfcea 

ftiiffn* n« >>t- WHiilcii, und die Kirch in die minderbruder, und ein Bruder fiel 

v<»n <d**n ab in die Kinh und brach nur ein bein, 



47 

1736 

den 24ien Jan. marschierten die Corassier Reuter nach dem 
luttiger landt und den 25 Jan. kamen 40 andere granadier reu t er 
zur statt hinein und diese blieben lange Zeit hier und musten 
heuw, baber, strob Vor ihr pferdt geschafft weiden, den 11 feb. 
kamen noch 40 renter von die selbe, umb die wacht zu verstarken, 

den 14 feb. ist des freude fest gehalten worden wegen die Freud*fe«t 
Vermahlung der Ertzherzogin Maria Theresia mitt fürst Stephan wogen Ertz 
von lotharingen alhier anffm statt hauss und durch die ganss *tat J^ 1 * !^ 
und der Generali sacken Alge r machte auch ein schon lust feurwerck rCBia - 
aufTm Komphauss liath, und er ritt mitt alle generalitilt und officiers 
dir statt rund, alles halt ihm Wohlgefallen, aber das liebe stutt- 
haus&er gelt war ihm noch lieber welcher er ein schon zum hin weck 
ekelte, und der seckelDiger last von des Magistrats gelt zu faels 
einen luthers tempel bauen, da er dann den 12 opril den ersten 
stein gelegt. Wan ich selbig mahl diesen Secken: sein h*_ wllhr 
gewesen, ich hilft ihn Mitt seinem luthers tempel lassen in die 
luft hpringen, 

den 7t en May zog die bagage Collerpfortz auss, und darnach 
auch der seckendorf, 

den Caug. ist der h r arrestant Parat ij in die bürgere cor tegardtP* rftti * UrV 
^e>torben, wiel er kein Gelt hatt, seine schulden zu bezahlen, die 
er gemacht hatte an h'ele burger. absonderlich der Junge h r _ von 
Mahren hatte ein schön Partij zu gutt, 

den ersten 7bris auff S. Egidi tag blieb der Constabel root- â„¢,?' kr * nt 4 
Lran> doot am wal von ein Canon oder stuck dass gesprungen 
wahr in tiele stucken. 

Den 20 8 brlt wahr ein so starcker wind dass die PHclier 
nnd scborstein herunter fielen, bäum auss die Er dt jugen, das 4te 
theil tag jug von S. Petters Kirch mit bretter und Kefferen. 

1738 

den 3ten april fiel der Cap. Putz oben an die Dominicaner 1738 
v.«n Einem schlagflus doot auf grünen Dondertag und hatt des ' uU 
Morgens in St foilan sein Ostern gehalten. 

Den Uten April wardt der Simons in seine platz Cap. 

Den 24ten May war eine grosse himmel l>orst, dass die 
wa*»er *o grooss warden dass man ein schrecken darüber hatte 
ahn/iuehen, 

den 26 Junij ward die fubrkahr von Hrant in der weyden 
ireplnndert nnd hatt wahr und Ducher vor die hh smitz wohl vor 
i*K> Pifctolen, 

Den 28 Julij kam ihro Kurf Durchl von Collen Von Brüsselt 
&lbi«-r anf einen tag und logirte by bmischer nur einen tag, den 



48 

anderen tag ging er im hauss von Oliva an die Minderbrüder 
logiren, und weil er einkam stunden die Canon paratt auffni wal. 
aber seind nicht gelöst, worden, hatte sieh vor die Ehr bedanckt, 

iVt^rotiVfii ^** n * ten KUR 118 ** seind die Delphinen im Marck fontein 

urteilt, geset/. worden, 

den 22 brandt seh lot feit aussen Pontpfort gnns ab. 

in dieser Zeit ward auch dats Korn und andere fruchten 

wider sehr deur, und da*9 broot kostet 7 M. 

es wurden alliier fremlxle fügel geschossen die sein lehtag 

Niemand genehen hatte, dan es wardt frühe Kalt, 

17:19 

den Iß Jan. des Morgens umb 5 1 /* uhr hatt's starck gedonnert 

und geblixt und eine Menge feur vom himmel gefallen, 

den IS april ward durch trummel rdhrung kond gemacht 

Vor ihre Kay. May sein nrmey in ungaren liecker ahnxuwerU»n, 

wie dann auch fiele burgers söhn Keind von hier Mitgnngen Mitt 

condition dass nie alle Monat h drittel sollen gaghe bekommen, 

und wan auch einer war der nur tf monat am Hantwerck wahr 

Cammift- gewesen, und wolte Mitt gehen, dem sol sein Zeit Vor guth gekilnt 

den tng«. werden wan er flWr der Zeit h»1 wider kommen, dic*e> Aci-ord 

vor»»n. wardt vor Hli nUrgerm ron gemacht nuflfm statthau**, 

ant Bi-!ii»i- «len 24 april i*t «1er hr Graaff von schellard alliier im MQn>ter 

Urd i><» * 

rhan.i. /um Dechant erwohl worden und war ff HU gelt unter das gemein 
folck zu grübet, 
K^nwenwec umb diese Zeit halben unsere h. Magistraat den neuen weg 

umb die ausser sankoul Pfortz gemocht um die stattgraben herumb 

tf * '' den 21 Moy seind die angeworbene l>eckersgesellen 24 ahn 

der Zahl Mitt ihren Comisarius Mar>chicr Pfort aufgezogen, 

proee«»ioD den 13 Juuij ward in die gro.sse Kirck ein Hochamt gehalten 

wr K on dir mit beiwohnuug der geiMlichkeit der gans statt und die Magistraat 

rmn " l! und umbtragung des Hochwurdigen Guts zur Abwendung woh! 

verdienten straff und Kram-klu-iten. und hongernoth, im Immmmo 

fieler tagend Menschen, 

den 12 Julius ward in die Dominicaner Kirch renoviit inwendig 
grwi>t und gemahlt wegen dass fest und heiligsprecbung von 
Pab>t Pius, 

in Augustus haben die Mi™, der statt die kl«*ine heus«ger 
•/«kauft in die eilff m h<-rn>teiu und abgeht •>< ht*n und die stra** 
graad au»> la*>en ma'-lien bis* auf den graaben, 
Kir-h dir ,1a,* >elbiger Z»*it haben die I)i>ealtiatessen ihre Kirrh an 

|»r«*al«i»t. 

mngi rang. n. die *trua*s angefangen /.u bau wen, weileii Ma<lam golutein gettnrbea 
und ihn*-n 20oo Kthlr vermacht hatte, wan nun noch jemand 
potie]] ihnen verehrt, wird die Kirch auch fertig, 



40 

das Korn galt 7 61 8 M dass fass, dass broot 7 M 4 b. 

den 20t en Xbris ward das Gulische geschlossen Von fruchten 
nnd Kohlen Nichts anf Aachen zu lieberen, dass war hart, aber 
dieses konten wir zwei von unser liebe burger dancken, die allda 
ein officie hatten, sie seind noch bis dato wohl bekant, aber einer 
hatt schon sein lohn dafür Empfangen, was der ander noch geschieht, 
dass ist gott bekant, 

selbig mahl seind auch die Marck? r * Mitt Bürgert diener 
and Soldaten nuss Order der bbâ„¢ die statt und reich von Aacher 
fisiteeren die snller, aber nicht fil Vorrath finden 

1740 ein harter Winter 
Dieser Winter oder Kalte fange tt ahn umb die Christ heilige heller 

winter 

tag und daurtc eine Zeitt von 7 und 8 wochen und wahr so hell 
es immer anno 1709 wahr, dan fiele Menschen und fieg befrohr, 
so gar die fogel in der luft fielen doot nider — 

Das gulische und holländische war geschlossen und doch 
warten die fruchten besser Kau ff in aachen, 

Im feb. ist im Monster landt ein wunder sach gescheen, 
einen Man gehett zu Nacht aus auf die laur und meindt einen wolff 
zu schiessen, setzt sich auff einen bäum und spant die flint und eln pooter 

7 r achtest 

halt sie also wie er schiessen wollte, die Kait wahr gross, der Mun der ander 

doot. 

befrihrett also doot, mitt die flint haltent, dess Morgens gehett 
ihm seine frauw suchen und findt ihm auff diesen bäum sitzen, 
ruft ihm zu und sogt Komm herunter es kommen nun kein Wolff 
Mehr ich wil dir die flint abnehmen. Die frauw greift die flint 
und die flint gehett ab, und der doote man schibt sein frauw auch 
doot seind auch alle beide bysamen begraben, 

den 10 Mertz ist der Qeneraal auss die regulieren im herrn General 

gOtt*ellg entSChlaffen regulieren 

Den 3 april hatt E. ErwUrdig Capittel 3 tag Bett tag gehalten ge * torhc * 
im Munster Zur abwendung die bevorstehende theuerung, böse 
Krankheidt nnd zu Erhaltung der liebe feldfruchte, dan es wahr gr°»ae tncu 

roug 

ein erschreckliches Ahnsehen, und alles wahr deur und kein Gelt 
bij de Menschen, die hl)â„¢ haben im grass broot gebacken vor 8 m. 
das broot den by die becker konten die leuth Keins bekommen, 
sogar ein Kan Öll kost 16 m. 

und ist so grosse Noot unter Menschen und fieg dass fiele 
KoQw beester Rinder und sebaaf sind gestorben von hunger, dan 
die arme leuth hatten und konnten auch nirgend etwass bekommen, 
nie zu erhalten, gott wolle es anderen, amen. 

den 10 May haben die hhrn das broot im grass 9 m. verkauft 

nnd bv der becker 10 m. und man kont balt kein broot mehr 

4 



•1 



JLmj—t 
gMt orten. 



Knock* 



bh™ Bargerm, hatt dieses langsam gestylt und die hh£L haben 
wider angefangen im grass vor die arme lenth in backen. 

Das8 brandweins brennen wardt auch verbotten und den 
10 8bris halben alle brenner ihre heim müssen anff stattbauss 
bringen auff eine grosse straaff, 

den 13 8bris wurden alle Capitains in ihre rotten aufgegeben, 
in visit iren ob oder woh frembden logirte, zu sagen bettler auff 
dass man sie konte zur statt austrieben, und es wurden auch 
etliche aussgetrieben, und kamen auch wider ein, 

den 4ten bis den 7 8bris hatts so hell gefrohren das alle 
bäum fruchten, apfel und birn gans hart gefrohren wahren und 
verdorben, 

den 16 8bris auff einen sontag kamen 120 pferdt mit fruchten 
beladen nach Coller pfortz ein, die hatten dieses gewagt dan ihrer 
wahren 150 Man bey einander Manner und weiber, diese haben 
ihnen convoieert bis an Waamicb woh sie auffm reich von aacben 
wahren, haben sie kein noth mehr gehatt, diese brachten Korn, 
weitssen und gerst in Korhauss, 

den 80 octobris kam unser hl Theodor bodden mit 220 pfert 
fruchten ausm Gnlischen bis an dass thOrgen, zur statt hinein, 

den 19 8bris ist ibro kaisrl. Maj. Carll VI in herrn Qott 
seelig entschlaffen als er alt 55 Jahr 2 wochen 4 tag wahr. 

Den 8ten 9bris galt dass broot 9 m. 4 b. 

Den 5ten Xbris wahren sehr fiele Krancken und Ellendtgv 
Menschen albier in der statt, dass die Pfarbcrn und Capellaen 
umbgingen vor almosen der Krancken und armen, die S. roc! 
bruderschaft gab selbigmahl darzu 200 Rtbl vor die arm ur 
Krancke, die H. sacraments bruderschaft und noch fiel andere, w 
vor das Gelt ward fleisch gekauft und im Armen Hauss gekoc 
und hernach denen Armen und Krancken aussgetbeilt, es tan 
aber nit lang, gott sej danck, 

den 6ten und 7ten Xbris wardt dass seelen ambt vor 
Kaisrl. May. Carll VI im Munster gehalten dass Capittel 
Magistraat zusammen Mitt lautung der Glocken von die g 
statt — es wahr sehr proper gemacht und von h. insi 
Couven Eingericht 

den 19ten Xbris waar ein erschrecklich gross wasser 
Maass und rhein erschrecklich fiel schaden hatten gedahn, 
in hundert Jahr der rhein und Maass nit groosser gewesen, 

in holland gingen oder borsten auff etliche platzen die 
durch und versoffen wol 10 oder 12 Dorffer, dieses Elf? 
nicht zu beschreiben so schaden hatt's gedahn — dieses J 
7bria haben die Calviner zu faels dass Creutz abgerissen, 



51 

den 21 augusti bielt dass Capittel 3 tag bettag Zur abwendung 
des schlimraen wetters und abwendung wohl verdiente straaff, und 
dass wetter schlug umb und das neuw Korn war einbracht und 
verkauft vor 8 Gl dass fass. * 

Den 30 augusti wardt das neuw Kor verkaufft 7 Gl fass. 

den 31 äugst vor G gl dass fass — got sey danck. 

den 6ten dieses augusti hatt man ein gross wunder von ein 0roggeH 
Zeitung auss Ostereich, wunder iu 

" ' Ungarn. 

dass donner wetter hätte alda so mächtigen schaden 6 Meilen 

in die runde, dass alle getreide ist zerplet und zerschlagen so dass 

tue arme ein wohn er grosse Mangel an lebens Mittel hatten, und 

Man nichts Mehr horte als Klagen und weinen und Betten, dass 

<]«►. h der liebe Gott dieses wolte Enderen, und sehe wunder ein 

\<»n gottes almucht selbst, auff dem ordt woh der schaden gescheen, 

hau weitzen und Korn geregnett, weit schöner als ander Korn 

nnd weiss, diese* haben die arme einwohner auff gesamlett und 

br»*'t davon gebacken, woh bey noch zu Mercken dass von besagten 

fruchten da^s .Med nach Proportion mehr als einmahl und 2 mahl 

bi> -i mahl mehr aussgabe als dass sonstige und dieser fruchte 

— ?in«l nacher wien und andere ürter geschickt worden umb dis 

wunderwerck gottes zu sehen, 

Den 2ten 7bris abens zwischen 8 und 9 uhr wahr ein Erdbcimng. 
LrdWLung und die selbe nacht wider um halb zwey und den 
5t *-n 7 bris wahr wider erthebung um 11 Uhr und etwas darnach 
waLr wider ein aber starcker als die ersten 

den 2i 7bris ist das gulische wider geschlossen. 

den 25 7bris auff einen sontag erhub sich ein gross alarm 
m *l«rr >tatt vom gemein Volek, weilen sie Kein broot by denen 
Wk**r*n konten bekommen, sogar in Collenstraass rissen sie einen 
becker* dil in die pltim gans ab, anderen wui ffen sie die finsteren 
«-;n. ?«• lassen h™ 1 Bürgerin™ alle bürger Capitains mit ihr rotten 
auff bieten und die statt Soldaten auch, und die hh rn BUrgerin ra 
& l'-n^ux und von brouch gingen selber Mitt fackeln und die 
w*«ht b*y «ich übe»* die Strassen, dass die leuth solten zufrieden 
•*•!&, >«»£ar gingen sie in die beckers huyser Mitt etlichen und 
fr».r>n ob sie noch broot hätten, wan etliche arme bürger nur 
ph gal**n, ?o nahmen die hh rn da3 gelt und gaben die leuth das 
«*n. t «<-lW, und in S. Jacobsstraass wolten sie ein becker zwingen 
W *.* m jr e | H ?n und die gemeinen leuth fielen auff das hauss zu 
*a*i warnen die fenstern ein, und der becker schiest ein frau 
*»?b <l^n Kopf und hals mit Hagel, und diss daurte wohl bis 
W T'hr in der Nacht, aber das Patrolleeren der wachten und 




53 

Jacobstrasser haben ihnen weder gezwungen es wider au ffzu richten, 
dan kein Calviner dorne anders mehr nach faels fahren, got sei 
dabey in Ewigkeit gelobt, amen 

1741 

den 5** 8bris kamen die francosen alhier bij bortscheid zu 
Campiren Mitt 40000 Man unter Commando des Obristen feit 
Maraehal Malibone, nnd kahmen in 2 Colonen nnd marsch ierde 
nach dem landt Ton Onlich hinein nnd blieben den winter alda, 

Donnerdag den 16 feb. Nachmittags nmb 2 übr ist in der Wttndcr 
loft einige wonder regenbogen gesehen einer umb die son nnd den 
ander verkehrt Ober die son als hier das zeichen zu sehen und 
stunden wohl anderthalff stund gans klar in der luff und es war 
auch klar wetter, 

Die ganse arraee oder daas folck von die francosen seind alle 
in der statt gewesen und haben alle das statthauss inwendig oben oan^ 
und unten gesehen und haben ihrer so fil auff ein Mahl alhier ko ^ t e6 aQ 
gewesen, dass der Marck fontein ganss lettig wasser, aussgedr unken, at»dth»u* 
dan es wahr sehr warm sie haben aber alles richtig bezahlt, 
3700 Kronstuck wahrten auff einmal zahlt, 

Die Ertzherz. von brabandt Maria Elisabeth obiit den 28 8bris. 

1742 

Den 20 Jan. seind unsere hhüL Bürgermeisteren als h. Niclas 
nnd h. Oliva mitt h sind, heidendael, und secre. ostlender, auch 
die HHr. vom Capittel als der h Dechant schellardt, h. von frens 
h. sind, salden und secr. bonen nacber frankfnrt zur Krönung 
gefahren mitt ein confoy von 200 Man, 

und blieben 7 ganser wochen auss — 

Den 25 feb. wahr die fictoria und triumph alhier von Carl VII 
ab» Kayser gekröont in frankfnrt, die Elumination und freuden 
zeichen wahren hier in aachen schöner als zu frankfnrt alwo der 
Kayser selber wahr, 

Den 10 Marti kamen unsere HhOL wider von der Krönung 
in begleit ung 50 Man reuterey und fiel vornehme Bürgerschaft 
dieser statt, des Nachmittags um halb ein zur statt hinein 

Den 26 august ist der König von Brandeburg und Preussen 
alhier Einkommen und bij Besehe logeert, er kam santkoul pfort ein, 

den 3ten 7bris kamen 60 man Granadier pPdlsische und 
wollten beim König von Preussen Wacht halten, und der König 
wolu nicht haben, und damit marschierden die den 5 wider heim, 

den 5 7bris erhub sich ein Allarm bij siebenborn auffm 
eomphaas-bath weger ein geistlicher N. Prins : dass die fenstern MutUr- 
•find eingeworfen und wacht batt gestillet mit grosse Mühe, gotttbüd * 

den 20 8bri8 wardt das Muttergottes bildt an Coller mituipfo. 



54 

Mittelpfortz Mitt eine grosse Solennita t und andacht fieler Menschen 

verehert und auff diese Platz gesetzt in die Neisch alwohe e.-> 

noch stehet. 

Den legten December ist ihro fürst I Durchl. zu Gulich und Berg 

etc. im Herrn gottselig cntschlaffen requieseat in saneta pace. amen, 

174'J 

8*ei ambt den 13 feb. ist alliier im Munster Kirch dass seelen aml»t 

Churpfal« 

von ihr Durchl. zu Gulich »ehr pritchtig gehalten worden. 
EngeUnder den 26 fel>. .seind alliier die tingelander passeeit in Colonnen 

P aihier n n acher dem Guiischen mit 11000 Man unter Com mundo generaal 
Stflier welcher alliier in nach autfm comhath bey effelt war logirt, 
und komt ein gedeputeerter von Churpfals ihm zu complementeeren, 
der gen. 1 . stair gibt ihm zur antwordt, es sol sein PPal zu wiesen 
thun, er kam als freund im landt t und wind oder solte sich ihm 
durchl erklUren in zeit von 10 tilg, ob er die seine fulker ati^s 
bayern wolle zurück zeihen lassen oder widrigen fal» wurde er 
stftir die festung Gulich und andere Orter gleich ahngreinen 
und belagern, 

im May seind auch die Bergschotten 2 regitnenter alliier 
durebpassirt sonder boxen, 

bij dass engeis folck was hier durch passirt i>t wahren 
entsetzlich fiele weiber und Kinder, und l.uren, 

Den 9ten Julij kam der bischopff von Ausburg in der Matt 
und logeerte etliche wochen in die regulieren, 

den 7 augusti brant der Hoff ab von der H. von ghir auff 
die hochbruck in 2 stund zeit alles, 

Den 5 Xbri * ist der prins von luttig in gott seelig enUehlaffen, 
re«|uiescat in saneta pace, amen. 
Erachrtrk- Diesen sommer ist auch das Krschreckelich gericht alliier im 

'gansen land gewesen, wegen der grosse Menge gotth>ose Mi&sedahten, 
seinder bij 100 dis jähr gericht, und lauffender noch 300 al*>o 
herumb, unn seinder auch noch 50 in prisong, gott wolle .sie und 
uns alle bekehren, 
Tumult den Hten Xbri.s wahr das Allarm auffm mank ir.il t d«*r 

»uff Mark! liaublman Simon>, in die Zeit dass die betstnnd wardt gesdagrn 
des Mittags, mitt brouers auss S. albert/, straass, welcher von ein 
Soldat ge>chlagen wardt etc. und warden Viele in die Knochen 
gescho>sen von Studenten und bürgeren, 

diese*» Jahr halt Mngi>traat auffm Katshoff die 2 alte büu**r 
gekauft, abgebrochen, und ein schöner garten hinter dem statthau** 
von die platz gema< -hl, 

das Capittel hat auch d**n ingang vom hh Keller wie man 
hebet dieses Jahr gemacht und gehauwet 

Gott gebe uns Ein seliges Ende. Amen. 



J 



55 

1744 

den 12 Jan. hatt auf die Rinnbaan in Klappergass bijm 
schreiner Nusshaum gebrant, sein gansser hinterbauw sambt 
Werkstatt und holtz gans abgebrent, des abens um 10 Uhr, 

den 23 Jan. ist des Kayseis May. bruder, der Prins theodor, 
prins von lüttig erwöhlt worden, 

in diesem Monath hatt auch ein Komeet sterrn sich sehen 
lassen in einer ziemliche gross und ist alle tag ein halb fiertel 
stund später erschienen biss im lesten Von feb. an ging ost stld 
ost muff und ging westnord, nordwest unter er heilt keinen 
strich mit auff noch untergehen, darumb Kan man davon nichts 
sagen, dan er lieff sneller dan son oder mondt. — 

Den 20 aprill seind die 2 Regierende hFJL Bürgerin!!^ Nacher Herren vor 
Brusselt initt dem h. Secretari Ostlender am Platz Sindicus Aac „ J£ hei 
Heidendal gefahren, mitt die 4 BürgermLDiener und 2 fuder des BrU88elt - 
besten rheinischen wein zur Verehrung, Nach gemachtem Complimett 
ahn ihro Hochevt der Prins Carll und die Ertzbertzogin von 
Brabant etc. 

Den 22ten Julius brant den achter bauw gans ab von dem Brand 
Calviner smitz in Marscheirstrass, kurtz hinter der h. cano. schrick 
sein hauss, des abens zwischen 10 uhr, ein entsetzlich feur, 

Den 20 augusti hatt ein regen bogen gestanden nach west stkl Rc « c " bo «- 
hin Abens 11 Uhr sehr grooss und Klaar, und dieses Ut ein 
naturlich sach der dieses weiss und verstehet! y — 

den 7**D Hbris ist der Canon, ßerings zum Cantor erwohlet 8ongcr. 
werden -— 

den 4ten 9bris abens urab 5 oder 6 uhr Kahm auff einmahl 
ein so erschrecklich blixem, 3 bis 4 Mahl und daranff ein harter 
Donnerschlag. 

Auff St. Simon und Juda tag gehet auss dieser stat ein 
Knopfmacher mit Nahmen N. Spingeier nach dem lauss-berg umb 
von die l»ottelen zu pltteken und hatte zwartze handschu an, und 
fben auff dem berg in oder hinder die haag gehet einer studendt 
Mitt nahmen stotkeitt und hatt ein gewUhr umb listeron fÖgel zu 
â– ^hiess^n. Dieser hatte den spingeler nicht gesehen und sieht die tmgciuck 
-wartz«* handschu in die hang wispelen, und meint es wehr ein der Jagt 
Lyster, gibt feur daranff, und schiesst diesen armen Menschen beide 
Fein angen auss, und auch sein handt zu schänden sambt dem 
Kopf — ist wider auff kommen aber stockblindt. — 

den 10 Un 9bris ist zu Bortscheidt Eine fraw von 3 fereken fe (j£"* En 
im Krahm kommen, und dass 3 mahl hintereinander Macht zusammen Borucncid 
9 fereken, dan das leste Mahl wahrens 3 Mutter fereken 

Der Vogt-Maior alhier N. H. hoseur welcher umb diese Zeit 



56 

maior ist, der macht Viell bändet der statt und wil sich Viell 
gerechtigkeiten anmassen, die ihm nicht zukommen, als nemlich 
wegen Mitt die bändt Von die Magistraatt, er wil wan ein ban wider 
einen schulder ist ergangen bis auff captura so wolte er Vogtm. 
dass sein Mayers-diener Mitt dabey gölten, wan solch einer ward 
angegriffen und dieses ist sein leblag nicht gewesen Von hundert 
Jahr her Man hats ihm auch gewiesen schriftlich and mandtlich 
durch unsere Bürgern* r Diener, alte sowohl als die jetzige, dass es 
ein recht ist, welches E. E. rath allein Zukomt, dem unangesehen 
fahrt er immer fort zu protestiren bis endlich ein Process daraas 
erwachsen und gehet zu Wetzelar so dabs die Magistrat hatt lassen 
durch unsere Cancelij Secretarien und procuratores wie auch Von 
unser Vier diener lassen unterschreiben wie es alzeit im brauch ist 
gewesen, und diese Deolaration ist noch wetzelar geschickt worden, was 
nun darüber wird erkannt werden wird man mitt nechsten vernehmen. 
MnceMtn den 30 Xbris ist ihro durchlaucht die Princessin von Salm 

â– torbes. alhier in Aachen in Qott selig entschlaffen ihres alters im 89 oder 
90ten Jahr, und ist in die Celestinessen auf die Pauw in deren 
Kirch ganz demutig und ohne Pomp begraben worden (Vorhin 
genannt Weisse frauwen) und sie hatt auch wollen mit eine Kap 
wie die Cellestinessen bekleit sein wie auch gescheen, und ist den 
2ten tag Xbris alda wie vorgemeldt begraben. 

den 4ten Xbris hatt unsere Magist raat auss ihrem Busch 
nemblich die Preusse etlich bunder eichbatlm alhier auffm rathhauss 
den Meistbietende verkauft welches eine nothwendigkeit wahr, dan 
dass holt/, und Kohlen wurden ziemlich rahr, dieses hatte aber 
eine kleine Änderung bracht, 

fcu»cchoft U ^ en ^ t - M> Xbris aWns zwischen 7 und 8 ur haben die 

vou Studenten alhier 2 Kerls welche von Churpfaltz desertirt waren, 

ttudenten. l 

und alhier in die baubtwacht in arest sassen umb aussgeliebert 
zn werden mit gewalt aussgehohlet und in freyheit gesetz sonst 
wahren hie beide gehftnekt worden, 

den ltiten Xbris ist ihro durclil. die Ertzberzogin von brabandt 
Maria Anna vom Kindeien bedt gestorben, gemahlin von der grosser 
fcldtherr Prins Carll Hertzog von Lotharingen und Mitt gross leidt 
tragen der gansse statt hrfls&ell und gans brahant, 

Zum Kndt dieses Jahrs Vernimbt man dass der Prensaer 
rrrn»«rn Koni«? aus Bohemen und selileL-ien getrieben und Mehr dan &Q 
ir trieben bin In) taussent Man verlohreu, 
Beil ni das grosse francosische Instrument seind die sevten gesprungen 

fefaofeo . ii .i 

mit und verfemt worden, im hanütrrische 

anno 1 < 45 
Im anfang dieses Jahr und vom Endt des Verwicbenen hati 



57 

alliier in der statt nach auff fiele Platzen Misgeboorten geben, die Misgeborte: 
ersebrecklig wahren ahnzusehen, woll vier oder funff, und dass 4 oder 6 
bey braaffe borgen leuth, die gans bekent sein, deren nahmen ich 
albier Nicht wil »teilen, dan es wahren so misgeboorten, dass ist 
geiweiffelt worden, ihnen die h. tanff mittzut heilen, wass dieses will 
bedeuten, weiss der grosse Gott alein dan Man hatz Alhier Nieinahl 
gebohrt noch gesehen dergleiche Missgestalten, darumb komt es 
auch einem wunder fohr. 

Den Uten Jan. ist der hoch und wohl Edel gebohr ner hr Doot vom 
von süss 1 ) etc. im herrn gott- seelig entschlaffen im etlich und corniim. 
siebentzigste Jahr seines alters und im Vierunddreissigste seiner 
Prämatur, requiescat in pace. 

Den 20*^B Jan. hatt E. E. hoch weise Magistraat dieser freye 
rek-hsstatt aach Neuwe Verordnung über haltung son- und feyrtag 
durch öffentlicher trummelschlag publiciren lassen, wegen Kau ff 
und Verkauft*, handel und wander, burger sowohl als Auswendige 
Von haltung der Marck-tftg und ist auch auf alle Cansselen dieser 
*tatt Pfaaren und KlÖoster abgelesen worden, eine schöne löbl. sach 
wans wird gehalten, dan Man wüste nicht obs eine Chatholisclie 
Statt oder eine Calvinische wahr, gott gebe dass es sich bessert. 

In diesen Monatt. Jan. seind auch die hungarische föleker 
au£$ Brabant alhier vorbij Nach dem Gulische bin gezogen, und 
leben auff Discretion bis weitere order, gott wolle dass arme 
tandt vulck beystehen. 

am Dinstag den 26 Jan. Morgens umb 9 Uhr ist der hL 26. Jan. 
Baron von Sickingen zum Prälat von S. Corneli Munster erwöhlet Münster, 
worden, gott gebe ihm sein ambt wohl zu verwalten 

NB. es niuss Parfors ein Neu wer Prälat erwöhlt, ehe der 
Verstorbene begraben kan werden, oder so erheblich Ursachen 
wahren so kans acht tag aufgeschoben werden, muss aber Mit 
«las» Seelen ambt *o lang innen gehalten werden bis der Neuwen 
erwählt ist, und darzu hatt der verstorbener Noch Zwey stimmen 
in dieser wähl zu geben, die er dan vor sein doot auff ein Zettel 
abreibt und hinterlässt und werden auch für gültig gehalten etc. 

1745 Mitwoch den 30 Jan. ist ihro Kays. Mayst. Carl der doott 
ii*l*nten im herrn gott seelig entschlaffen, in seiner Residentstatt T cari K vff r 
München, Von Podegra welches ihm im gedarm gestiegen, 
requiescat in saneta pace amen. 

Denselben Mitwoch abens umb 9 Uhr ist er verscheiden und 
hatt d&ss zeitliche mit dem Ewige verwechselt, 

und ist erfolgt, wie die Christentia geweissagett hatt, als WaiaMguoi 
neroblirh er sol nicht lang Kayser sein, sonderen 1744 nach fiel 
1 ) Im Originale undeutlich Der erwähnte Abt war Alphons Graf von Suys. 



58 

ausgestandenen Verdruss etc. sterben, und der bertzog von lotnringen 

sol an dessen stell erwöhlt werden, — 

Artige Sondag den 24 Jan. Komt in 8. Jacobsstraa&s ein weibsbilt 

i/Si. Jacob* in Mans Kleider und verlangt bij eine wittib welche eine Woll- 

" tr ^JIcr* spindcrin wahr arbeit, diese ihm auch arbeit geben t, ein tag oder 

10 alda gearbeit haben t macht la amour bey dieser wittib und 

werden sich eins zusammen zu Verheirathen, wie auch den oben 

benanten So n tag gesebeen, geheirath seinde gehen zusammen Nach 

hauss und machen sich Nachts braaff lustig, die Nacht aber nehmt der 

Vermeinte Manskerl seine und noch etliche andere sacben zu »ich 

und damit geradt zur statt hinaus* nach Eupen und wolte alda 

Dienst ahnnehmen bey die Österreicher wie auch geseheen% bekomt 

6 Dukaten auff die handt, dass weib oder dessen vermeinte frauw 

aber thut ihm verfolgen bis nach Eupen, gehet bey dem Officier 

und gibt dieses an, dass sie Mitt dem vermeinten Kerll geheurath 

wäre, aber bij dem glaubte es muste ein weibsbild sein, der officier 

last gleich sein feltscherer be raffen und last ihm fisitiren und 

befinden dass es ein weibsbild wahr, warauff der Officier ihm last 

die Montur abzeihen, und gebott ihr 6 Ducaten mitt seine Soldaten zu 

verzehren, und lasst ihr wider ihren weg zeihen, da stondt die 

arme wittib und wahr mehr als Dubbelt bedrogen — 

2ier Ertz- Den Ersten feb. ist die Königin von hungarien Maria Theresia 

ueuMOeter- Niederkommen von Einen Ertzherzog Carl Joseph Emanuel Johannen 

DcuVfeb. nepomucenus anton praeeopius. Gott erhalte dieses hauss und 

stareke Deren waffen 

ntruff (Jen 16 feb. seindt eine ganssen hauffen becker und Krämer 

der Krämer 

und becker. gestraft worden vor 4 ggl. dass hie dass sonn und feiertagigi» 
gebott von Au>s kramen und ihre laden haben offen gehalten 
wie ein werektag, recht und billig — 

Den IG feb. ist alliier kurtz vor Cöller Pfortz ein artige* 
wunder gescheen als nemblich in dem alda so genantes Capuriner 
hitusgen eine Companie von ungefähr 30 Man Österreicher Officier 
und auch ein Theil burger auss aach sich alda lustig machen t 
ül>er die gebührt von den Jungen hertzog von fM ereic-h und alle 
drinck geschier von einander gesmissen, dass sie gar Nichts mehr 
hatten daraus* zu diincken, dasiger wirdt aber noch ein weinrömer 
in der handt haltent in Meinung diesen zu conservieren, die lustige 
gü*t aber zwingen ihm diesen weinrouier auff die gesontheit de» 
Neuw gebohrnen Primen, mit Vermeldung dessen Nahmens wid*r 
dem snller zu smevssen Der Wirth mu-jste das thun nehmt das 
(»las und sagt vivat Camlus Josephus Joannes Nepomucenus Emanuel 
Anth<>nius pnpcopiu« und himit wirft er dass glas* wider des 
gebunu und bleibt unverletzt gans darein stecken das», wan* ei« 



i 



59 

Künstler wolte espres also hinein arbeiten, er es nicht >olte Können 
zn werck stellen, diesen weinromer sticht noch auff heutigen tag 
alda auff diesen facoun ') in Zusehen von Hele tuusent Menschen, 
die es haben gehen sehen, wie ich dan auch auss Coriositat gedahn 
hab und Mitt meine äugen gesehen, 

Donnerdag den 25 feb. seindt wohl bij 4000 Menschen auss rrocewion 
dem litn borgischen von Einaten Processionsweiss Mitt fliegende umbarger- 
fahnen zur statt hinein Nach die grosse Kirch kommen nnd ihr 1 *^*^ 1 
andacht alda gehalten, zur Ehren der allerheil igste Jungfranw kT ***** il 
Maria dis Mutter Gottes zur Abwendung der Kranckheit und sterft »nahten, 
unter das» bornßeg und haben auch eine schone gross WaxKertz 
der Kirch verehrt, 

Im lasten feb. und anfangs Martij hat dass arme Jülich und 
Hergab: eine grosse Contribution Müssen ahn die Ostereieber 
erlegen, welches der duc de aremberg embfangen, aber die arme 
Landleuth in grosse artnuth und Elendt gesetzt und gelassen, nach 
«lern t\e alles ausgefressen nnd ausgeschöpft an gelt und hinauff- 
wattz nacher den rhein zu gezogen, 

Den 9 Martij sind auss dem guliseben alhier nach der stadt und tou 
aaeb zu Ein entsetzliche Menge fruchten, Korn, weitzen und baber »uhicr 
gefluchtet worden, dass schier Kein soller in der statt oder er war inder8udt 
damit beladen, auch allerhandt hausgerath etc. 

Dass Malder Korn Kostet 15. 16 V* aacher gülden geliebert 
w«»b Mans haben wollte, 

Den 12ten Martij seindt von E. E. Rath dieser stadt die 
Matt waag Ordnung und tariff geändert und verbessert worden, 
und alle alte tariffen abandoneert und abgeschaft worden. 

Den 14 Martij iM das Castrum doloris von iliro Kaiserl. May. «ecicn ambi 
Carl VII fertig worden, und einen an lang gemacht worden alle for*uro 
Matt glocken zu lauten war zu dan die grosse Kirch das erste Zeichen ^^"h^vii 
thät geben Morgens von 7 bis 8 Chi* Mittags von 12 bis 1 nnd 
aben» von 7 bis halber 8 Uhr, sodan Dinstag den 16 Martij des 
Nachmittags ging die gansse Magistratt Mit dem kleinen Rath 
«ill«- in swartz gekleidet nach der grosse Kirch und wohnte die 
figili** Wi unter lautung aller statt glocken bis den anderen tags 
gingen sie wider nach dem hohen ambt, und wohnten dasselbe bey, 

dasselbe castrum doloris von Carl VI iM wider gebraucht 
w«»rd»n ausserhalb dass die waapen nur verändert sein worden 
-.»nM iM alle* wie es damahlen war, dieselbe Maschiene mit 200 
Wh lichter 

*i Im Original ist hier das Glas, welche* mit dem Rande an der 
iMeke klebt, abgemalt. 



60 

weil aber die Magistraat schier alles daran geben hatte, and 
mehr als halben theil daran Konte finden, so wars anfangligh ein 
Klein geplander anter dem Capittel entstanden and wolltens gahr 
allein halten forgebent die Magistraat hätte den abriss vom forige 
Castrnm nacher Ween geschicket Mit der Unterschrift von die 
Magistraat, allein dis ist aber anders befanden worden, dass die 
Mag. and Cap. diess zusammen gehalten hatten, and noch Mehr 
andere nmbständt so hatt sich dass Capittel eines besseren besonnen, 
nnd die Magistraat Mitt alle formalien daran lassen einladen and 
alle Vorhergehendes gespräch zu vergessen, wie den auch geschehen. 

NB. E. E. hoch weissen Rath hatt auch order geben an die 
statt soldatesca wie brauch lieh zu paradiren die haubtleuth hatten 
ihre swartze scharp anhangen, ihre spontongs ein swartzer flor, 
wie auch trommelen und swartz bekleidet nnd also alles nach der 
Ordnung, wie aber die Magistraat von statthaass aaff and herunter 
gingen, die swartz behangene stille trommel geruh rett, in die grosse 
Kirch umb die tombauw stonden aaff die vier Ecken die granadier 
mit auffgepflanzten Baionet, wie auch an die 2 Eingang des chors 
zur abwährung des gemeinen Pöbel», 

der chor wahr auch rondtamb so hoch als Man nur langen 
konte Mit swartzen tuch behangen, wie auch alle gestOhl and 
sitz-bftneken des chors, 

NB. die hL sebeffen and fogt Major sein zasamen vom 
rathhauss oder scheffen leube herunter nach der Kreem za — zar 
Kirchen gangen die Magistraat aber vom rathhauss Oberm Marck 
zur Klostergas zum wolffsthur hinein gangen nach der Kirchen, 

Den 17ten Marti j seind 2 processionen aass dem limbargischen 

Nemblicb aubelt, Homburg und umbligende orter alhier Nach der 

Monster Kirch in Aachen kommen und haben 2 schöne grosse 

weisse WaxKertzen verehrt, haben ouch ein MosicalUrhes hohes 

special- ambt lassen halten, wovor sie particalier 8 Kthl bezahlten Zar 

Monat«"- Vermehrung und grossmachang der Ehrgottes, auch Mit Aussset rang 

Eirch »lhier d es hoch würdigen guths dabij gott zu bitten Vnd seine liebe 

Mutter, dass er doch die grosse wohlverdiente straaff von menseben 

und tieg mogte abwenden, wie gotterherr dan auch ihr gebett 

erhöht te und die grosse straff so weith bey Menschen and fieg 

ingehalten und nicht fiel fieg lassen im limburgischen sterben, warvor 

dan der grosse gott Ewig und alzeit lob und Danck sey gesagt. 

Den 21 Mortij hatt Ein Ehrwürdig Capittel aus« der groese 
mutter gottes Kirch alhier Eine special Mess oder hohe« Ambt 
muMculihch gehalten, Vor die Krankheit, Menschen und fieg, dass 
doch der liel>e gott wolle seine gerechte straff innen halten, Mitt gross 
znlauff und andacht der Menschen, sowohl Barger als aasswendige. 



J 



61 
Den Enten May ist leider gottes diese unser liebe statt aach a ' erft â„¢ iei 

• b ° dem hörn 

auch ron die Kranckbeit unter dass hornfieb angesteckt worden, fleh *«» »»rf 
und batt auff Rossgass bey godofredus von D. stein anfnng gemacht 
und 7 seiner Kubbesten gestorben, woran ff die lobl. Magistrat 
verordnet batt Keine dergleichen beesten dass feil abzuzeicben, also 
die gansse beest 5 oder 6 scbue thieff in die erdt zu begraben, 
gott wil geben dass es nicht weiters forth möge pflantzen. 

den 4 May war ein erschrecklich Donnerwetter alliier und donncr- 

weiter 

im limburgischen batz 2 gansser stund aneinander gehagelt, dass 
der bagel ein halben fuss dick Iiatt auf die Erdt gelegen und 
alles zersmettert, alhier auff dem S. ad eiber tz steinweg komt ein 
fuhrman gefahren und hatt wein und andere Sachen geladen, und 
der donner schlagt ihm die Ass von seiner Kahr gradt im Mitten 
Ober, ob sie mit einer seeg warn ubergesegt worden ohn sonsten 
die Minste Verletzung sein und Kahr und wein oder pferdt, 

den 9t en May hatt ein EE. Capittel alhier in der grosse Kirch 
ein viertägiger gebettag gehalten Vor abwendung der gerechte 
straff gottes über Menschen und fieh Mit grossen Zulauff, in und 
aussw endige leuth, 

den 16ten und 17ten May haben die benachbahrten vom hoff 
und Kreem und Kurber gass im quirinsbath den warmen Putz 
mit gewalt geöffnet, weilen der ringeis welcher darin wohnte Nicht 
hatt wollen die Nachbahren lassen wasser schöpften, weilen es alle 
Zeit ein gemeines wasser gewesen, und derselbe ringeis hatt lassen 
ein eisserner gitter darvor machen, dass Keiner mehr wasser könte 
schöpften, also habens die Nachbahrs weibsbilder Mit gewalt 
ausgebrochen, und wider ihr alter gebrauch bekommen, 

umb diese Zeit haben sich alle Piahren dieser statt Vereinbahrt 
wegen der grosse Kranckheit und sterft von Menschen und hornfieh D! J^£J" 
processionsweiss Nach die grosse Muttergottes Kirch ihre andacht geben 
zu verrichten und gott zu bitten dass er doch wolle unser liebes n*ch dem 
Vatterland statt und reich von aach Voor diese leidige sucht hier, 
tieschirmen und bewahren, Mitt Verehrung Jeder Pfahr ein schöne 
weisse Wachslicht oder Kertz, hoffe gott wolle unss gnädig sein 

Den 19ten Nachmittags zwischen 2 und 3 uhr ist umb die Wunder an 

die sonn 

sonn berumb einen grossen schein, welcher sich in 3 theil vertheilte 
gesehen worden, wie alhier by stehende figur zu ersehen ist '). 

was dieses bedeuten sol lasseich höhere gelehrte über judiciren. 

Im Monat t Junij haben die francosen die gross haubt festung Dorniek 
dornich Mitt aecordt überkommen, es ging aber zuvor eine blutige 
»chlacht vorbij zwischen die alieerte und francosen war in die 
Elfter e das feit verlohren, hollander es wird mit euch aus 8. 
*) Im Originale befindet sich hier eine Zeichnung am Rande, 



62 

Den 30ten tlunij Morgens um 3 Uhr ist der wohl Edel 
gebohrene graff von schellardt Ehrwürden h r Dechant und scholaster 
alliier auss der mutter gottcs stifte Kirchen nuff gellrtzineich im 
lierrn gottseelig eutschlaffen, requiescat in sancta pace. amen, und 
ist auch zu gurtsenich begraben worden, — 
Aufruhr den 4ten Julij ist alliier einen auftMandt oder aufTruhr von 

ber und das gemeine folck an die 2 werbhUnsser nemblich oben am berjr 

Hckrnlcn 

ftihier. bei Collett und auf die sandtKoulstrass in Delwicks hauss, von 
wegen angeworbener Diserteur, deren die Österreicher werber ober 
30 zusammen hatten umb zu transpor teeren aber au>s ein l>öscs 
Vorgeben fieleicht durch an Stiftung anderer werber oder durch 
anderes böses Vorgeben weilen diese leuth schier alle Von die 
hollander und allieerte der hungarische diser teert wahren, dass man 
sie alle wider dahin an ihre Regimenter wurde lieberen, und ihnen 
gewiss ihren besten haltz wurde kosten, haben diese recruten umb 
hui ff geruffen und dass gemeine folck sarab die Studenten alliier 
halien sie Mitt gewalt des abens auss die hauser aussgehohlett, 
dur und fenster zu stuck geschlagen, und mit stein geworffen, und 
die Recruten alle in die Cluster hier und dorthin zum Verwahr 
gefuhrt, weilen aber die werb ofticier sich dessen bij löbl. Magistrat 
beklagten vorgebent, daran wehre dass wenigste gedacht gewesen, 
es wahr nur bösse einwurff, liatt Magistraat ihren möglichsten 
fleiss angewendt umb die rechte radelsfuhrer zu endecken, sogar 
durch die stattwllcbter lassen die burgerschaft umbsaagen, wer 
dergleichen wurde anbringen und endecken Mitt warheitt, der so\ 
25 Rthlr zur recompens haben, und sein nahm verwiegen bleiben, 
aber es i*t niemandt kommen, 

nachdem seinde aber die Recruten auff gutt Paroli ihrer 
Officier wider gekehrt nach ihre werbhiiusser. wass nun furder 
dal>ey zu thun sey sol die Zeit bekant machen — 

Sontag den 8t en augusti ist es am geurdelen l>erg wie auch 
im Armen Hauss Kennen oder Kirchwev gewesen, und Weilen »ic 
vor lange Jahren her mit die Jans>herren au>s dem M finster 
l'rocessionswei>s narh dein laus^berg oder s. salvator gingen Nur 
ein hohes ambt hielten und Niemahl Mit dem hoch würdiges* gtttb 
IVocesMon gehalten aUo haben die benaebten am l*»r£ und g**gent 
ahn gehalten bij löbl MagUtraat l>ey dem Parochian wie auch dem 
Pastor von St. tuilan und togt Major umb Mitt dem h n Röhmer 
auss dem Armen haus* eine Piores.Mon Mit dem hoch wflrd igen guth 
zu halten haWn aueh ihren intent erhalten, und Mitt ein gro*s 
Jubel geM'hrev der gan»e tieuideley, Mitt lössung der Kammeren 
und ander ge>chut/. den alient zu for den ahn fang gemacht, wie 
aueh vor Mitten und nach Mess uud Procession geschossen, die 



63 

begleitet des hoch wörd igen Guts wahren der h. BurgermL Bodden 
von thrier, und herr Burgerm*. von Bfoueh, hernach alle Jung- 
gesellen Mitt weisse wachs lichter wie auch die Männer mit gelbe 
wohl Ober 200 Mit lichter die Kinder auss dem armen hauss wahren 
recht proper, in summa alles wahr recht eingericht umb die Ehr 
gottes zu beförderen, Gott gebe die Geurdelen und uns eine gute 
bekehrung, amen. 

Den 31 Augusti ist der hL Senger von Berings zum Dechandt Senger 
erwöhlt worden, alhier in die grosse Mutter gottes kirch, Dechandt 

Den 13ten 7bris ist der Grosshertzog von toscana fürst franz 
Stephan von lotharingen etc. etc. Einhellig vom ganssen chur fürst 1 
Cullegio zum Kayser erwöhlt worden ausserhalb Chur brandenburg 
hatt ihm seine stim nicht geben wollen mitt grosse freut des 
£r»n>fn römische reich, 

am 19ten 7bris hatt ein Ehrbare Companij alhier in aachen 
auffm Marck bij h. weinmL Brammertz den Pfertz hiindeler 
spi**g*der angenohmen als ein staffet nacher Bercham umb alda 
«li- Zeitung vom neuw erwohlten Kayser zu tiberbringen von dem 
da alda passeerenden Courier, wie auch gescheen, umb zwey uhr 
eiubfangt er spiegeler die Zeitung in bercham und umb 5 uhr 
wahr er schob n in aachen uuffm Marck seindt sogleich die Pochken 
und trompetten gerührt worden mit ein so entsetzlich Jubel und 
fr*.udt dass es nicht zu beschreiben, autf alle ecken der statt haben 
die burger kammern gelööst und ist durch springung einer Kammer 
^■♦•n in S. Jacobstras unser statt förster Preuten auff die Platz B utt rarster 
krlri« li todt geblieben, gott gebe ihm die Ewige ruhe, amen. PreU todt eibt 

den 20*?? 7bris ist dassabnschreiben kommen ahn unsern Magi- 
•Tratt und E. E. Capittel zur einladung auff die Kayser Crönung allein 
wril^n Churpfaltzdie wahlstimm nicht hatt geben wollen also auch nicht 
«Jif-Confoy damit unsere hh™. Deputierte nicht könten zur Crönung 
L*mmen, ihnen damit einen halt zu machen, so hatt Magistraat 
und Capittel in der stil eine andere rutt machen müssen. 

den 22 7bris nacher Pont Portz auss über vouren durch dem 
lu*z*nbargischen auff Coblen9 zu, auff das 8 sie dass Gulische 
kir nicht i^ollen bet retten und die Insigna zur Crönung seindt 
in k r *-heim vor wech geschickt worden Mitt den h r ?- Canon. 
*v, r neiij, dem wir dan zu Cobelens mit die Insigna antroffen und 
fortbin mit chur trierische Confoy seindt begleitet, worden bis auf 
d*iu Mainzi.schen teritorium, und allda zum anderen von Mainzer 
l*yl*-itet worden biss nach franckfurt, alwoh wir dan mit grosser 
Pmrht ^eiod eingehohlet worden vom reichs quartierm r _ und burger 
l*yl«ritet biss in unserem quartier au ff in kleinen hirssgraben bij h. 
M&il&pahr alwo wir logeerden. 



64 

wm*Y?£' ^ m 22ten ^ >r * 8 nat unsere Magistraat schon angefangen 

werk und sich zu der Eluminaiion wegen unsere allerguadigste Mayst.d Kayserl. 
uon Krönungs freudeufest zu verfertigen, welches daurte bis in Xhris 
Mit der arbeyt, ehe es kunte vorgestellet werden, 

Den 19i rn Xbna hntt ein Khrb. Magistraat auflf Ein schöner 
feurburg welche umb und nl>er die Marckx fontein getan wett wahr, 
ein Noch niehmal hier gesehenes desgleichen feurwercks des Aliens 
den Anfang gemacht, 

den 20ten Xbris ober die sehr Magnificke und pricbtige 
Illumination den anfang gemacht Mit lautung aller glocken, wie 
auch des Abens von zuforn alle Canoon auffm wall ahgefeuhrt, ein 
hohes ambt Musicaliter gehalten Mitt lautung aller stattglocken, 
wie auch des Abens bei anst eckung der Elumination, welche so 
piilchtig ist gewesen, als die statt daweil sie gestanden gehatt 
hatt, wie auch alle burger, Mitt eine grosse freudt und Jubel 
geschrey wie dan die ausführliche beschreibnng davon meldung 
thut, welche damahls ein Ehr.-bochw. Magistraat hatt lassen in 
druck gehen, weiter zu sehen ist 

Gott gebe dem Kayser ein 

langes leben und 

will g*»ben seine Waapflfen 

den aeegen. 



Register von Meiner Zeit wegen regierenden II rn Bürger- 
meisteren etc. wie sie von Jahr zu Jahr regiert habt»n. 

1713 hr von Wilro und Herr Fibus — 

1714 hr von Brouch und li r . arnold Heitgens, 

1715 hr von Wilre und h. Lamberts ez neudorff, 
1710 h r - von Brouman und hL von richterich, 

Der hrr Bürger?? richterich wird dass folgende Jahr Von 
Bürger BürgerM?. als scheffcn erwühlt und wird wider so 
scheffun Bürger mL erwbhlt hie unten wie hernach folgen wirdt, 

1717 H Baron lambertz und h. De fays, 

1718 H Brouman und h Fetter Dahmen, wird dasselbe Jahr 
eine grosse Makeley — 

1719 h. Baron de lambertz und hr Caspar Deltour, 

1720 h. Brouman u. h. Fetter Dahmen, 

1721 h. Baron de lambertz und hr Deltour, 

1722 h von Brouch und h. De fays», 

1723 hr tcheflfen ri«-ht«»rich und h. Deltour, dis Jahr wird 
Hr. Lambertz un<l Brouman aussgemfickelt, 

1724 h von Bioch uud h. de Fays: 



65 

1725 hr ron Richterich und hrr Martin L. De loneux. 

Dias jähr ist hr de fays gestorben 

1726 h von Brouch n. h. Caspar Deltour, 

1727 h richterich und h. De loneux 

1728 h. BurgermL von Brouch und h. caspar Deltour. 

1729 hr scheffen de Oliva sein Erste Mahl Mit der h. Martin 
Lambert de Loneux, 2 Schwäger, der h. richterich starb 

1730 h. Ton Brouch und h r Caspar deltour, welcher auch 
dis Jahr gestorben, und der hr de Loneux an seine stelle, dieses 
käme recht wohl, damitt die 2 swager Von einander Worten sipareert 

1731 h. Bgm. de Oliva und h Jacob Niclas, 1 mahl. 

1732 h. von Brouch und h. de loneux 

Dieses Jahr ist eine so swftbre Makeley gewesen als in fiele 
Jahre gewesen, und lintt h. de Loneux wider Niclas und alle 
dessen Parthey die Oberhandt behalten, dass sie darnach gehalten 
wahren, der hr de loneux gute wordt zu geben und friedt machten, 
welcher auch also verblieben bis anjetzo a?_ 1745 Gott gebe dass 
er Noch langer von Daur ist, Diese Vier lest bemelte hh2 BurgermL 1*45 
halten dass regier unter ihnen, so lang als sie friedsam zu sammen 
leben werden, Gott gebe seine gnadt darzu Amen. 

x ) wie dan auch diese Vier hh™ zu bürgern»^, blieben bis 
1747 da der h. von Broicb gestorben undt an dessen platz ist 
erwohlet worden hr scheffen furth regierent Mit h. Bürger Mr. 
de loneux alles in guter friedt und Einigkeit bis 1749. 



Fortsetmng 

meines zweyten Buchs der historischer Aacher Cronick. 
Wass von Jahr zu Jahr weiter MerekwUrdiges passiert ist, von 
Glück- und Unglücksfällen, auch wass hier in benachbahrte 

Lander sich zugetragen. 
Mitt einem RegUter versehen, damitt alles ohne grosse Mühe 
am Blatt zu finden, dieser Ahnfang ist im Jahr 1745, den 
lten 7.bris beschrieben durch Johan Janssen. 
Mein Vornehmen ist allein gericht auf dass jenige wass dem 
jretne-inen Verlauff ahnbetrift und nicht wass Gerichts und schrifftl. 
Handel belangt, sondern wass merkwürdiges wird vorfallen und 
pa *■*«** n-n. 

Wil meinen Ahn fang nehmen von der Krönung FranciscusSte- 
phanu>, Grosshertzog von Toskana etc. als Römischer Kay ser etc. etc. 

*) Dom Folgend* ist mit anderer Feder und anderer Tinte ge- 
t wie dti* Variier 'gehende, 

5 



66 



Erfites Capittel. 

1745 Den täten 7bris 1745 ist der Gross* Hertzog von Toskana, Her- 

tzog von Lotharingen etc. vom ganssen CorfQrstl. Colegio einhellig als 
Romischer König und Kayser erklfihrct worden ausserhalb Chui pfalz 
und Chur Brandenburg welche absent seind gebliel»en und ihre 
Stimm nicht geben wollen. Dem u nah n gesehen seindt die andere 
hhr. Churffürsten fortgefahren in ihre9 Vorhaben, mitt eine 
unbeschreibliche Freud des gansen römischen Reichs, so wohl tay 
Gross als Klein. Gott gebe ihm Glück und Segen. 

lieber dte grosse Freudt der Rrwohlung hatt unsere liebe 
Statt Aach auch ihre Treuw und allgemeine Freudt sehen lassen, 
am 14. 7bris als par Staffett Die Zeitung alliier erschollen wegen 
glückliche Wahl ihrer Kaysl. May. mitt Pouken und Trompetten, 
und allerbandt Lustfeur, wie auch mitt Lfosung der Stuck und 
Buller hohren lassen, unsere Magistrat so wohl als die Kauffleuth 
und gemeine Bürger, in Summa die ganwe Statt wahr foller Freudt 
und Jubel. 

Den 20ten 7bris ist dass Ahnschreibens vom Cburfl. Collegium 
par Staffett ahn unsere Magistrat und Khrw. Tbum-Capitt neinblicb 
die Einladung zur bevorstehende Cronung ihro Kays. MayhUt 
ankörnen in Geheim, weilen ihro Churfl. Durchl. von Pfaltz sonst hin 
unsere Magistrat &ambt Capittel mitt die Reicbsinsingna zu 
convoieeren pflegte, und anjeUo gegen diese Kayserwahl wahr, und 
seine Stimm nicht darzu geben wollen, so haben auch ihro Kayserl. 
May. nicht trauwen wollen, dass die Churpfalzi&che die Insingna 
sollten begleiten, so ist in Geheim verordnett worden eine andere 
Uuth oder Weg zu nehmen wie auch geschecn, nemblich durch 
dos Lutzenburgische und Trierische und Mainzische Gebiet nacher 
Franckfort zu reisen. 

So seind dan den 22ten Tbiis unsere hhr Deputirte nemblich 
Hr. Bürgerm. De Oliva und Hr. Bürgerin. Niclas und hr. Secret. 
Ostlender Morgens nmb 7 Uhr Pontpfortz aussman»chiert in aller 
Still, Den anderen Tag auch die Deputirte vorn Capitt. Die Insigna 
aber seind in Geheim durch einen Particulicren, nemblich Canon. 
Cornely in eine Chiese hin gefahren nacher Coblens, alwo dan die 
Herrn alle zusammen eint raffen von ihren müheseeligen Weg, alwo 
wir Bedienter auch initt die Bngaage den anderen Tag eintrmftVn 
auch mitt eine lieswilrliche Reiss von Aachen auss über dass bohr 
Kinn durch dem Lutzenbut -giyche mitt einen guten Passafang 
versehen. Dieses alles i»t gcs<heen auff dass wir dass Cburpfalxisrhe 
nicht solten betreten, welche dan >ehr ernsthaft auff uns laureten 
mitt eine Companie von 50 Hu*ahren, aber es mislung ihnea. 



67 

Wie wir alle zusammen zu Coblens unsere Sachen beysammen 1745 
hatten, seind wir den anderen Tag mitt eine Begleitung von 
churtrierische Soldaten über Rhein gangen, welche uns begleiteten 
biss auff mainsser Terltorium, alwo dan die Maynsische Begleitung 
stand parat, uns zu erabfangen, welche uns dan führten biss auffm 
frankfurter Boden, alwo wir von dem Hr. Reichs-Quartier meiste r 
aambt statt-bürgerliche-Cavallery mitt Poock und Trompetten unsen 
herlichen Einzug hielten mitt 10 oder 12 Gef&hr in schöner Ordnung 
bis in unserem Logis, am kleinen Hirschgraben by Hr. Malapar 
alwo wir logirten. 

Den anderen Tag bekahm unser Magistrats Deputirte dass 
Statt Compliment von Magistraat von Fianckfort, mitt ßeschenkung 
von 100 Boutiellen Rhein weyn, neinblich Rödesheimer Bergwein. 

Auch bekahinen sie gleich Audiens by ihro Kay. May**2 dem 
Kayser, wie auch die Kaysei in und grosse Königin von Hungaren 
eine gnfidig Audiens mitt grossem Vergnügen von ihro Kaysl. Mayst. 
wegen glückliche Ankunft mitt die heilige Insigna, worüber der 
Kavier und die Königin eine grosse Freudt blicken Hessen, dan sie 
haben wohl eine halbe Stund Audiens by ihro beyde Maystäten gehabt. 

Denselben Tag seind auch die Nurrn berger arifirt mitt ihr 
habende Kleinodien, — zur kayserliche Cronung. Den 4ten 8bris 
wahr der solenne Cronungstag von ihro Kayserl. Mayst. Franciscus 
Stephanus etc etc mitt eine unbeschreibliche Freudt der gansser 
Stadt, so wohl Grosse als Kleine, Reichen, Adel und Gemeine Leuth, 
mitt so ein entsetzlich Jubel geschrey, dass zwey Nebeneinander- 
stehende nicht konten verstehen wass der einer zu dem anderen 
rh&tt sprechen ; in Summa alles wahr in so grosse Freudt, so 
vieleicht in lange Zeit nicht gewesen. Die Kayserin selber hatt 
hierüber ein so grosse Freudt, dass sie immerhin dem Volk zurieflf 
vivat vivat es lebe Franciscus der erwöhlter römischer Kayser und 
dem Folck winkte mit ihrem Wayer oder Snuptuch, mit Vermeldel, 
sie sollten lustig rufen : Vivat. 

Und wahrhaftig, wer diese Lieb und Begebenheit gesehen 
und wan er auch ihren ärgsten Feindt wahr gewesen, hätt doch 
müssen Freudt beziegen, wan er dieses liebwerthe Paar hätte 
angesehen. In Summa alles war auf das Schönste und Stutlichste 
zu sehen, so dass nichts zu tadlen war, was zu solch eine Cronung 
von so grosser Monarch mitt sich thut bringen. Alles war in so 
gros»e Magniticens und Ansehen und solche Freudt, dass es nicht 
zu beschreiben. Dieses haben sie auch meritirt und noch ein 
Mehrere*, weilen sie als ein Vatter des Vatterlands und römischen 
Reichs haben ahngenohmen und es befreihet von alle seine 
Feinden so weit. 



68 

1745 Auch weilen diese beide Maystflten sich ron Frankfort thaten 

weg begeben zu ihrer Armey welche damal am Rhein standt, so 

haben beyde Maystftten alle ßOrgerwachten ein jeden Gemeinde 

mit einen Gnadenpfennig von einen Gulden swahr begnadigt, die 

KAjserin Unterofficier einen von 2 Gld., die Oberofficianten aber einen von 

thetlt Oe- 

•chenktns» Gold 2 Dukaten swahr, im Gleichen auch die Stattsoldatesko vom 
grossten bis zum kleinsten beschencket mit eben dergleichen, und 
sogar die Studenten und alle Schulen seind von ihnen begäbet 
worden. Die Praceptores bekamen ein gülden Pfennig, die 
Studenten aber nur einer von Silber eines Gld swttr, alle mitt ihro 
Kayserliche May st. ihr Portrett oder Biltnus aufgeprägt. 

Auf solche Art haben sie auch ihr ganze Armee begäbet vom 
General an bis zum kleinsten zu, ullc mit ihre eigne Hand gereichet, 
mit diesen Worten: „Nehmet die zum Gedenkzeichen von meiner 
Hand an, und streit wohl vors Vaterland." Gott gebe dem Kayser 
und Kayser in ein langes Leben und erhalte sie unter seinen Schutz. 

Aach m«cbt Im halben 7bris hatt ein heysige lobl. Magistrat schon grosse 

niorain*. Anstalten zu machen wegen bevorstehende Ilumination wegem dem 

Krönungsfest ihro May st. der Kayser angefangen zu arbeiten, und 

haben darüber arbeiten lassen bis um Decembris, auff dassie recht 

manific hol werden, wie auch in der Daht wahr. 

Den 19ten Xbris wardt alles fertig und zum Freudenfest 
angestellt und aufgericht, welchen dan den selten Abend ward 
angestochen auf folgender abrt. 

^ut'utkZkt Umb die Markt-Fontein stondt eine sehr manificke Feur-bnrg 

aufgericht, mit acht Ehrenpforten, oten auf der Gallery herum mit 
allerhand Lu>tfeur besetz, oten im Mitten einen Trinmpffbogen, 
Ober Carlij Magni statua dem Nam von Lau neu r gemacht von ihro 
Kavs. Mav. Franciscus welchen durch einen Adler vom Stadtbauss 
herab fliegend angesteckt ward durch damals regierenden Bürgerin. 
De Loneux als folgt. 

Am Abend um f> l'hr ward aufm Stadt wall ein Zeichen 

gegeben mit die Canon, darauf alle Glocken im Dom und folgen 

alle Glocken der gansse Stadt gleit h angefangen zu lauten, mit 

ein so grosse Freud der Bürger und mit Rufung Vivat das* es 

Ltwtfenr nicht zu sagen. Sogleich ward auch das Feurwerk angesteckt wie 

gesagt durch den Hr. Bürgermeister, welches sehr magni firk war. 

und alles brandt in seltener Ordnung ab, olm das geringste 1'nheil 

Hr Lrnch einiges Mensch, behalten den Feurwerker seltet, welcher noch etliche 

•fchmu Stuck Wasser- Ducker im Sack tey sich hatte, und ungefähr Feor 

dock^r. darzu kommen t im Sack grausam thaten brennen, und brant ihm 

sein gans Kleidt vom Leib bis aufs Fleisch zn samb die linke Hand, 



69 

weiche sehr beschädig war, ward aber balt wieder zur vorige 1745 
Gesondtheit bracht 

Den Dag darauf war ein hohes Auibt im Dhum ulwo die Freuden 
ganze Magistrat mit dem Capittel vereinbahrt bey wohnten, wie dan de" lud 
auch mit Lautung aller Glocken und Abführung auf die Stadtwäll die*KröuoJ 
gepflanzte Kanon, also auch wieder am Abend by Anzttndung der TomKayM 
Illumination, welche wahrhaftig werth war zu besehen, und vor 
solcher Fflrst xu Ehren, ein so klein geringes obrt hält es nicht 
magnificker thun kunnen, wie dan zu lesen und zu sehen in die 
so gedruckte Exemplaren welche unsere Magistrat hat lassen aus- 
geben, warin es ausfuhrlich beschrieben ist. Sogar die geringe 
Hurger haben sich suchen herfurzuthun, und hat in Summa nichts 
gemangelt an Freudt und Jubelgeschrey, nachdem es noch zu so 
schlechte l>etrObte Zeiten wahr, und Gott den Mensch alles Hornfieg 
thate wechnehmen, und alles sehr deur wahr. 



Im ganzen Landt hierum hat Gott uns stark heimgesucht init hl i t 



Sterben 
inim< 

die Sterbt unter dem Hornfieg, sogar dass schier Niemand t mehr bSs^* 1, 
eine 1 ) hat, oder doch gar wenig mehr seindt, obschon die Leut Almussen 
geben, Prozessionen anfangen, Bittfahrten anstellen, Opfer thun 
und alles thäten hergeben, was sie immer haben und verlassen ihr 
büsfebafte* Leben nicht, so wird Gott uns nicht erhöhren, sondern 
wird noch mehr angereitzt uns zu züchtigen, aber ach leider die 
Weltmenschen seind so weidt gekommen und gestiegen in ihre Bosheit, 
da*s e.<* unmöglich ist, dass Gott uns bald könnt erhöhren. Aber was 
s-ag ich ! Gottes Barmherzigkeit ist gross und überflüssig gross. 
«Jott schlagt und er heilet zugleich auch wieder. Hoffe der liebe 
Gott wird uns Menschen verschönen hier zeitlich und dort ewiglich. 

Den 25ten Xbris sein aber Mahlen wider etliche proces- 
* innen albier im Münster Kommen von auss wendige Örter Mitt eine 
gross« Macht Volk und Zulauff der Menschen wegen Krankheidt 
und Sterben des Fiegs. 

Die Pfahr von St. Adalbert hatt auch eine algemeine Procession 

angefangen nach dem Münster zu die Mutter Gottes, mitt Opfferung 

"in er silberne Kühe. 

1746 

Dm 12. Jan. liatt Ein Ehrw. Thumb Capittel sambt En. Em. 1746 

Ma^istraat eine Procession angefangen mitt Umbtragung des Hoch- su*it 

würdigen Guts, und etliche Reliquien, in Beysein und Mitgehen TOee ** on 

Hchier der ganse Statt, wegen Sterben des Hornfiegs, allein es 

*- heinett Gott wilt uns noch nicht erhöhren, und begnadigen, e* sey 

dats wir ein anderes Leben anfangen, und unsere bosshafte Sitten 

anderen, und ein christliches Leben ahnfangen, das bald Zeit wahr, 

V /« Originale fehlt nach dem Worte *eine« dan Hauptwort. 
VrrmMÜUieh truttte der Verfasser schreiten »eine Kuh«. 



70 

1746 den 30t«n Jan. wahr eine kleine Erdbebung welche aber 

Krdbeben * nicht fiel zu bedeuten hatte. 

den 2ten Febr. wahr zu Nachts ein erschrecklich Donnerwetter 

mitt grausamen Hagel und Storm-windt, mitt grosse Schrecker 

aller Menschen, 
Comeei. nni i, selbiger Zeit ist auch ein Cotnett gesehen worden nach 

Nordt westen hin, und die mehrest« Menschen halben deren wohl 

zwey Ober einander stehen gesehen, wass diese bedeuten weiss 

der grosse Gott; 
Br&Mcii Eben vernimbt man auch, dass die Francosen BrQgselt mit 

«ivnt mitt ' 

toooo Man 20000 Man blockeert behalten, selbige zu belageren, und dieses bv 

rrancosen. . 

so harte Kälte und Winterszeit, und nach dem die Statt Brüssel 
besetzt wahr mitt 17 od 18000 Man, hanoverische, ungarische und 
kaiserliche, hollandische, d an noch haben die Francen dieses Werck 
vorgenohmen, und doch nit dass geringste können darvor brauchen 
weder Canon noch Mortiers, wegen der grosse Killt halber, aber 
allesthun sie davor verderben, absonderlich die schöne Daum plan tage 
welche lang* dem Canaal gepflanst stünden alle umbgehauwen und 
verbrfint, welches grossen Schaden ist, weger der Menge schöne 
Baumme, auss der Stadt schiessen sie gewaltig herauss, so gar wass 
die Francosen des Nachts vor Battereyen machen, des Morgen* 
wider werden nider geschossen, also das sie nichts darvor können 
thun, sonderen von wegen grosse K.tlte und Armseligkeit mitt 
hunderde dissertieren und sterben, 
wicht item in Febr. seind alliier 3 Regimenter Husaren vorbey 

rortey. marschiert nncher Brabnnt, wie auch 2 Regimenter Pandurcn, und 
andere Nationen umb Brusset zu entsetzen. 

Die Butter, Ka*hs, und Fleisch ist by jetziger Zeit, by Abgang 
der Behster behr theur, so dass ein klein Pfundt Butter 12 Marck 
kostet, und wans noch so thiite bleiben, so konten wir noch nichts 
sagen, ober hoffe der grosse Gott wirdt* anderen, 
it. Febr. Eine bos?hafte Begebenheit, den 17. Febr. alhier in Marschier* 

st ras* by Nietnofres namens, ein Wullen weher, dessen Haussfrau, 
hatt durch Gott weiss was vor argwöhn einige Schalousie au ff ihr 
Man gefa>t, und nahm ihr for ihren Man zu vergeben, mitt 
Ratten-Kraut, sie schickt ihre Magt mitt ein klein geschriebenes 
Zettelgen nach die Apteek, die Magt unbelesen geht in ein Nachbahrs 
Hauss la>t dieses Zettelgen lesen, und vernehmt da>se* vor ein Marck 
R.ittekraut darauff gescht ieben steht, die Magt denckt in ihr sei tat 
das ist nicht vor etwa.-» guts damit auszurichten, wirft da» 
Brieffgen im Feur und gehet t nach Hau**, und sagt ihr Frau der 
Apoteker hatt es ihr nicht gelten wollen, es ist gutt, die Piau 
schickt ein SpuhlJung hin der bringt es mitt, die Frauw nehmt 



71 

and macht ihr eine Botterara von Weissbroot, and fragt ihrem Man, 1746 
ob er auch eine wolte haben, ja sagt er, sie gibt ihm eine mitt 
diese« Rattekrarat überstreu wt, der Man ist sie gans au ff, aber ein ein frtuw 
wenig fangt dieser so gewaltig auff zu swellen, das er anfangt zu Mau mu 
schreien Jesu», wass ist mir, die Magt hört dieses, Meister sagt sie, vergaben* 
clan habt ihr gewiss Rattekraut im leib gessen, so und soo ist es 
gangen mit mir, der Min lauft nach einen Doctor gleich auffra 
Fa&s, der gibt ihm warm Wasser mitt Butter auff zu drincken, 
and so tb&tt er sich starck überwerfen, und ist also noch seines 
Lebens eschapirt. 

Den 23. Febr. vernimt man durch ein Estaffet dass die Den Mtcn 

Febr 1746 

Francosen von Brüssel seind wech geschlagen mitt Verluss 7 ad Brüeeeit 
*0(H> Toden, und 3 r 00 Blesserde, Hinderlassung der Canoon, und 
d*r Fürst von Waldeck verfolgt ihnen immer fort, mitt grosse 
Freiidt der Bürger von BrUsselt, welche in grossen Angst und 
Forcht gestanden haben zeit der Belagerung. 

Die Zeitung lauft von allen Örter ein, dass das Sterben des Dm * Fle ? 

° sterben hört 

Hornnnegs auff thut höhren, Gott will sich einmahl und alzeit über etw*« «uff. 
an» erbarmen, wan wir nur ein anderer Lebenswandel führen wollen. 
Den 2">ten Febr. muss man leider vernehmen dass die 
Francosen Brüssel über bekommen haben und alle Besatzung, welche Brüseeit 

^ ° gehett über. 

Ober ] / ad 18000 Man bestanden zu Kriegs gefangene gemacht, 
die Generals aber freyen Abzug, aber nicht alle: aber ein ewige 
Schandt dass so ein stareke Besatzung nicht besser ihr Devoire hatt 
^dahn, aber die Macht der Francosen wahr zu gross. 

Den 28ten Febr. vernehmen und Berichten glaubhafte Brieff An ö£*J? en 
wie da*s die Francosen auch Antwerpen schon in haben bekommen. 

Die fröhliche Zeitung komt den lesten Febr. wie dass die 
isrtr^e Knyser und Königin Maria Theresia & wider von eine junge 
Ertzhertzogin ist nider kommen, Gott stareke dass Hauss üstereieb, 

Den 17. Martij ist einen kleinen Auffstandt von die Bürger we«en den 
und >acht>abren auftm Hoff, wegen den gemeinen warmen Brunnen »er im Qui- 
irn Quirini Batt, alwoh vorhin eine gemeine Strass ist gewesen 
und genandt die Quirini-Straass diese ging durch vom Hoff auss Quirini- 
bi-» gegen die Ursulinen Kloster und Kirch über, nachderhandt 
it^-r mitt Erlaubnus von ungern löbl. Magistraat, dass Hauss zum 
<>Uipfaudt geoandt gebauwet, mitt dem Beding aber, dass die 
Xu' bbahrs vom Hoff und Kurbergessgen durch diese Straass und 
Hauss kunten ungehindert nach die Ursulinen Kirch gehen, und 
au« b \on dort hin. widerumb zurück kommen, wie dieses Hauss 
wvh da&s Quirini-Bath and dem so genanten Ohlipfandt, honst eine **B: 
gemein Strass wahr, und vor erwähnter warmen Brunnen auch 
gemeinschaftlich wahr, und die Benachbahrten ihr Wasser darauss 



72 

1746 höhlten, ohne die geringste Widerredt von des Quirini-Baths 
Inwohner, nemblich Furage, welcher lang darin gewohnt hatt. 
Naehderhand N. Dlees von selben gleichen, und die Nachbahr 
nie mahlen mit diese Einwohner des QnirinibatU darüber in Streidt 
kommen, noch niemabl de» Wasser hohlen der Nachbahren haben 
BiB«eii im verwähren können, allein diesen jetzigen Inwohner des Baths nemlich 
'N. Ringels hatt alzeit schier streidt mitt die dortige Nachbabren, 
nnd hatt so gahr den sogenanten Brunnen lassen su legen vorm 
Jahr. Die Nach bahr 3 aber haben sich zusammen rottirt nnd data 
eisene Gitter vom Brunnen abgeschlagen mitt Gewalt, und wider 
nach ihren alten Brauch Wasser geschöpfft, dieses hatt gedanrett 
bis wie for gesagt im Mertzen, hatt so genanter Ringels wider 
etwas tentirt welches ihm auch so weidt gelungen, nemblich er hatt 
lassen durch Order Lobl. Statt Baumâ„¢ Hr. Werckâ„¢. Hamacher und 
hL BaumstL Alttorff ein Pompe machen, und den Pütz lassen zu 
maubren, wegen er hatte gern ein Dampffbath in seinem Haus«, 
und wan den Brunnen verschlossen bleibt, so ist dieses Dampfflath 
besser, und an Wasser maugelts doch die Nachbahrs nicht, weilen 
ohndem eine Pompe gemachlicher und besser ist, so seind die 
Benachbahrten bang, dass wan die Pompe einmahl tbäte abgehen, 
sie mitt der Zeit auch ihr warm Wasser quitt wfthren, darumb 
wJiu>n*nicht ^ ,a ^ en ( ^ e Nachbahren lang nicht wollen pompen, und mitt Gewalt 

poa*p«D # ihren alten Gebrauch nach den Pütz wider wollen geöffnet haben, 
und etbliche Nachbabren am Hoff und Krämerstraass hieb mitt 
ihres geswötzige Mttuler zu weith ausgelassen, und sogar die beide 
H.Hâ„¢ Baumeist re gesmiihet, und mit ihre hitzige Kopff wollen 
durchbrechen, so hatt Ein Ehrbahre IjöM. Magistraatt, parforss 
verordnet, Edictal, dass alle polten pompen, und den Pütz wie auch 

an* örty den Haus&in wohner ungemolestirt lassen auff Straff von drev 

ggd. Btrtaff. ° 

Goltgulden, wer die geringste Molesten solte anfangen. 

Weilen hie nun einen Ernst sehen von der Magittraat, so 
seindt die Nachbahren ein wenig stiller und lassen sich mitt der 
Pomp vergnügen, glaub auch nicht, dass sie weiters etwas« sollen 
wider anfangen. 

•in grau- ] m halben Martij bis» auff k. Jusephstag iht einen »o ent- 

8ch*M. setzlichen »Schneh gefallen, dass von alte Leuth verstanden, des 
gleichen in hondert Jahr nicht gesehen zu haben umb dieser Mertzen 
Zeit, auch in der Tath durchaus so abnhaltender Schnee, dass er 
wohl auff etliche Orter Manche ligt, auff gleicher Straass lag er 
anderthalben bis zwev Schu hoch, Gott wil uns alle bewahren. — 

ftiierband Ich kan auch nicht lassen zu schreiben wie dass in diese Statt 

gtfSftl, 

von allerhandt Gefögel sich hatt nider gelassen, als wilde Gänsa, Enden, 
Snepffen, Kramines- und Lister F6gel, wie auch mitt tausende Lereke*, 



73 

taxier gemein gefiögel zu übergehen, welche ohn zahlbahr sich in 1746 
die Girtens und Strassen sich befunden haben, gewischlich wegen 
des grausamen Schnees welcher allerwegen so häuffig gefallen, dass 
diese arme Tbieren keine Nahrung haben finden können, so gar 
et bliche seind nach die Hausser eingetragen dass die Menschen sie 
haben gemächlich können fangen, auch etliche hungers halber 
gestorben die man aufftn Schnee hatt gefunden, gewis eine Wunder den »ten 
begebenheit bij jetziger Zeitt. MarU " 

Den 21. Martij ist zu Bortscheidt ein Grafeur oder Künstler, Ein groou 
mitt Nahmen Maassen, dieser hatt eine Mercurialische Compositum Bwuäeid 
machen wollen, und weilen dieser Mensch kein ander Gemach als by jüJ£5£ cl 
nur eins hatte, wohe er seine Sachen hätte können verfertigen, setzt 
also diese Comp?? mitt ein Kruss im Stubenohffen, der Kruss aber 
springt mit diese giftige Materien dass der Dam p ff im Hauss au ff 
schlagt, er thut finster und Thuren au ff, damit dieser bössen Dunst 
rnögte hinaus* zeichen, allein weils kalt wahr macht er sie beim 
At-enttchlaffengehen wider zu, und zu Nachts schlugt der Dunst 
wider nider der oben wider dass GebUhn sich auffgehalten und 
tüdttett 3 seiner Kinder die Frauw und noch ein Kindt werden 
auch woll davon sterben und der Man hatt auch vor todt alda 
gelegen, hatten aber noch Hoffnung davon zu genesen, der Man und 
Frauw seind auffkommen, die Kinder aber seindt gestorben. 

Die Kayserliche Fölcker zeichen mitt gansser Gewalt nach 'S^jS 11 *' 
Biabundt hinein, sie kommen auss Böhem, Mähren, Schleisien, und 1746 - 
au>s ander umbligende Landtschaften von Teutsehlandt bij CO ad 
7«>.mX> Man, und verdubblen ihren Marsch, zu sagen alle Tilg machen 
feie ?ecbs stunden, auff dass sie frühzeitig in Brabant anlangen, wass 
•** geben wirdt, muss man die Zeith lassen, wolte Gott, dass ein 
;mter Friedt daraus mochte erwachsen, aber, 

Nachdem der einmahl umb diese Zeitt so grausamer gefallenen 
S hnee, nemblich wie vor gemelt umb St. Joseph, langsahm durch 
<]:e S»nn und Windt abgangen, ist es auch die übrige Zeitt von 
Mertzen und April recht schön lieblich Frölingwetter gewesen dass 
man >i«.h nicht gnug verwunderen hatt können. 

Im Mertzen hatt ein Hungarischer General Namens Morass, General 
w*lrb*rr (hatt die Commission) l ) im Neuw Bath logirt wahr alliier nC ucrMUe 
-lie Kubr zu gebrauchen wegen eine Blessur die er in Brabandt ,m v **,J'' t lc 
hat 1* kommen ahn ein Bein, selbiger batt alliier in die hungarische 1746a 
Kapelle in Münster einen schoene Altaer verehrt wie alda zu sehen 
>t, und durch den Statt argitect Sr. Secretari Couven eingericht 
werden. Forgatz hatt nur Commission davon, im Nahm Morass. 

*J Die eingeklammerten Worte sind im Originale oberhalb der 
Ltmte gemhrieben. 



i 



74 



Peltaer 
gcnaadt 

Bell ül 
in artat, 



1746 Diene heilige f ästen Zeit haben sie im Münster oder unser lieben 

BdMi( n *Or!ib * rÄUWen Kirch ein neuwes HeiligGrab gemacht, welches ist gesetzt 

im Münatcr. worden i ii St. Nicolais Capelle, und von den Mahler Bernardin gemiblt 

worden, und accordirt allein dass Mahlen 10O rhx, wie selbige« 

auch durch Hr. Secretaii Couven ist eingericht worden 1746 — 

S U du U Loft ^ u ^ ^ ftr ' a Verkflndigungs Tag des Abens umb 9 Uhr ist ein 

gMckn. erseht eckliches Wunder in der Luft gesehen worden, und dieses 
verursacht* ein grosse Klahrheit in der Luft, und kahm au ff in 
Osten, und erstreckten sieh nach Westen zu, und diess Licht formirten 
allerhand Colleur und Figuren in der Luft, ob es ein natürlich 
Wesen oder unnatürliches ist, dieses lass ich die Gelehrte Ober. 
Im lesten April ist auch der Peltzer von Bortscheidt in AreM 
genohmen worden, wegen verübte Schlagerey an den Hr. Lic. 
Crliehs auff den Illumination« Abent von ihro Kays. Mav. Frau 
etc. - weilen aber der vorbenente Peltzer noeh andere Kamerahten 
oder Mittgesellen hatte, und selbige auss der Statt entwichen, so 
haben sie, HHr Scheffen, sich allein an dem Peltzer, der AnfÄnger 
wahr gehalten, und densellwn laut nach gülUcher Mandat an 
Marschierpfortz, von dar auff die Haubt wacht lassen in Arest bringen, 
und weilen er sähe, dass es allein umb ihm zu thun wahr, obschon 
2000 rhx Cnution stellen wolte, nieh wollen frey vom Arest er- 
kennen, damit er sieh besser konte purgeeren und defendiren, s«> 
hatt er Peltzer ein ander Manier gedacht, und hatt die Wacht mitt 
sambt Officir und gemeiner Soldaten auff einen Abent, den lesten 
April, re<ht foll Wein und Bier sauffen lassen und sich recht lustig 
mitt ihnen gemacht, und sieh selber verschondt, damit er bij 

b+nm lauft Verstandt blieb, hatt er des Nachts von die gansse Haubtwacht 
Ar—t. Urlaub genohm und v*n dannen entwichen, auss den Ares4. und 
gehet nach da*s Reguliere Kloster und bleibt alda, alwoh sein Bruder 
t'ano i%t ; wie es ihm nun ergehen, wirdt die Zeit uns lehren, er 
hatt geschrieWn nach Dü.-seldorff umb frey geleidt, darvor gebot ten 
100 ggl. hat z aber nicht bekommen, — 

den 12. Maij komt ein Geruch alliier, wie dass wureklich bij 
und in die Statt Tungeren 17000 Francosen wiihren ankommen, 
in Vornehmen die Statt Mast rieht zu Wlageren, wie dun aurh in 
Mastri'hi dasselbe wurde angebracht by den Commandanten, dieser 
in Meinung \on Waiheidt last gleich die Allarm *tuek spielen und 
alle Besatzung autfzeichen, die gr<d»e Stuck autfm Wallen fuhren, 
Magasin erntfenen. und die Necker oder Kecker-Schluiss zeichen, 
und M-hicktr etliche hundert Man au>s umb zu erfahren wie und 
wan dass die Sach bettelt wahr umb die Francosen, befind t aber 
alle», falsch und unwahr, ater dieses, wie da*§ von BrÜMelt d*r 
Prins von Lüttich wahr von :t00 Man Francosen begleitet worden 



75 

bis zu Tongeren, alwoh sie den Princen wider verlassen nndl746 
zurück gangen. 

Auss dieses wahr alle diese grosse Unruh entstanden, die Grosso 
dieses hatten aussgesacht wahren fort, einer wahr ein Ftihrman, der aii^sta" 
ander ein Post il Ion, der Coramandant aber hatt diese lassen auff- MMtricbt - 
suchen, wohl 2 Stundt weith von der Statt Mast rieht ab, wan sie 
diese hatten atrappeert, währen vorgewiss auffgehängt worden, allein 
umb den erschrecklichen Schaden, der die Statt durch Zeichung 
der Eecker-Schluisen hatt erlitten, dan alle da herum b liegende 
Gartens, Felder, Weisen nnd dergleichen hatt das Wasser gans 
Otters wem t, and verdorben, so dass der Schaden auff 10000 patacon 
gerechnett wirdt, — . 

Den 13ten May wirdt auff dem Münster Kirchboff in sein Noiict dood 
Eigt*n Heussgen der Nollet doot geschossen, muthwilliger und ge§c ° i§en 
vorsetzliVher Wyss von einer Namens N. Claasjen van Mastricht. 
Ptrselbige hatte an des Nollets Dochter gefreyet und Nollet wolte 
sie ihm nicht geben, also in Wortstreit komment, nehmt dieses 
Bfcswicht sich vor diesen Menschen doodt zu schiessen wie dieser 
Bo*swicbt auch gedabn, gehet den Abent umb ungefähr umb 
7^2 Uhr mitt eine geladene Pistol zu dem Nollet und fragt ihm 
ob er ihm seine Dochter wollte geben oder nicht, weil er allzeit 
nein zur Antwort krigte, und gefragt bis zum dritte Mahl, nehm 
die Pistol nnd setzt sie ihm an den Kopff, und schiest sie ihm 
Knall und fall durch den Kopff, den lHten May wardt der Todten 
in die Probst hey getragen und visitirt vom Capittel, nach der Visi- 
tation auff dem kleinen Münster Kirchhoff begraben worden — . . 

Den 14ten May aber hatt En. Ew. Thumb Capittel den grossen RrO g80r 
Kirchoff wider herweyhen müssen, wegen die grausame Mordtthutt Kirchhoff 
welche darauff begangen, und diese Weihungs-Gewalt hatt En. Ew. g° weJhct - 
I>bum Dechandt hey* igen Kapittels selbst von ihro pUbst liehe 
H«*yligkeitt, vor ewig, — etc — 

In demselben Heussgen, alwoh der Mordt ist geschehen, ist _ NB _ 
au'.h wider ge weihet worden, und mag in ein gansses Jahr und 
Ein«*n Tag darin Niemandt kommen noch wohnen, und umb diese 
Fr-ach hatt das Capittel dasselbe mitt fiele Niigel und eisene Klam 
rmd Ketten lassen starck vernagelen, damit niemandt da hinein 
kommen kan. 

Und alle dessen Habschafft und Mobilien von dem Nollet 
•*io*l alle confiscirt und dem Probsten verfallen. 

ITnd der Mörder ist den 6ten July zu Mastricht gerudert 
werden, der den Nollet hat doot geschossen. 

Die Probat Mandt Kamer ist auch versetzt worden, auss dem Haus9 1746 im Mi 
\«m dem Senger Scharneu x selig vom Closter, auff dem Katschoff 



i 



76 

1746 nebst dem Herrn Keller, im Haus* von Hr Canon. Lambert! selig, 
welches vom Vice Probat Tevis darzu ist eingericht and gebauwet 
worden nach Comodittttt. 
im M»y | ia ^ aucn L^| Magistrat hinter dem Stattbaus am Garten, 

wie auch im Garten auflTin Katshoff die Treppe lassen hau wen, wie 
auch die Garte f'ontein, von blauen Stein. 
Dtnfeiuy n att ^; e p iftl . von g t p etel . eme g l0 8se Festivitiitt gehalten 

gleich wie eine Kirch wey, wegen von Rom Iwkomenen grossen 
Ablas der Procession von Kevelaer, welche ausgerichtet ist worden 
im Jahr 1745 und zu eine Bruderschaft gemacht vom Barbier 
Krümer als perfectus, Joseph Diiessen und N. Neuvill als Bruder- 
meister und noch etliche, diese haben dass gansso Werck angefangen 
und zum Kndt bracht, und ein gross Gelt angewendt, umb alles 
recht manierlich zu haben, des Aliens zuvor die Kammeren oder 
Boller gelöst, Ragetten lassen spielen, mitt Poucken und Tiorapetten, 
und wie obeu gesagt den 22. May au ff einem Sontag eiue schone 
Procession angestelt und die ganse Statt das ist ihre Pfar durch- 
gangen eben wie umb die Kenn es, die Kirch ist auch galant geziert 
gewesen, von allerhandt schöne Carmina latin. und teutsch, in 
summa alles war recht schon angeordnet zur Lust und Aufferbauung 
der Christ catholische Gemeinde und Bekehrung der l'n^laubigf. 
im M«y Ach Leider anjct/.o by diesen Zeiten sehett mau alliier in 

hanMtecun. unsere liebe Slatt Aach allerhandt Sectierer, als Calviner, Lutheraner, 
Widerdauffer, Quaker, Freymaurer und der Ihrlehrer mehr, da doch 
vorhin unsere liehe Christ katholische Gemeindt so fiele* von diese» 
gott-loossc Gesineis hatt ausgestanden wie zu sehen in mein erster 
Theil acher Cronick om '228 Blatt ! ) und Verfolgen», was» sie alliier 
nicht vor Tutlichkeiien habe aussgeübt an geistlich und weltlich, 
Kirch und Cluster etc., und an jetzo last ein geibtl. und weltliche 
Obrigkeit die*e Menschen und Ihr-lehrer wider in so grosse Menge 
Acic de- alliier wohnen und Freiheiten gemessen, Piädicantenhiiusser bau wen, 
nnd^rftdt. ( bi diese doch nicht erlaubt ist ttWr ft Tag in dieser Statt zu sein, 
"wer ** *njet/.o aber öffentlich gehen und lehren ihr verkehrte Gemeindt in 
ihre und private Hiiusser, und dass wirdt zu gesehen, wan wider 
einmal)! ein kleines AuffMändtgen entstund, wurde wider daran»* 
kein gro>>er erwachsen, da des Gesindels so tiel ist, ja so gar 
etliche gntt)o?*-e Catholische sollen so gar ihnen by fallen, und 
ihre Partev halten. 
M»y Der liebe < lott wolle tui> doch bewahren und lencke geist- 

und weltliche Obrigk»-it«n ihre Sin und Verwandt dahin, da»« sie 

x ) Ihm tun Jansen auf dem X2s. Blatte Gesaiße ist in dt 
Bucht nicht abgedruckt, weil es whrtlich mit dem Berichte der Xoppt 
Chronik ubereiH^timmt. 



11 

doch rangen «-kennen, wass darauss entstehen könne, nnd dieses 1746 
examinieren nnd undersnchen, besseren nnd veränderen, sonst bin 
ich bang, es gehe wider einmahl schlimmer als es vorhin gangen hatt 
nnd alsdan will man gerne alles abstellen, nnd kan dan nicht, 
jetzt kan man, und thnt es nicht, wolte gott ich konte es abstellen 
ich wolte gerne mein Leben darzn anffopfferen, allein Worter von 
mir, sonderen hoffe nnd bitte den allerhöchsten Gott, nach meines 
geringes unwürdiges Gebett, dass ers doch wil änderen, bitte auch 
mein Nebenmenschen der dieses wird lesen, nnd ermahn ihm ein 
gleiches zn thnn, damit doch der liebe Gott diese ihr Menschen 
wolle erlenchten, nnd anff guter Wech führen, und die Obrigkeitt 
darzu antreiben, mitt Recht und Fug hieran Hant zu legen, sonst 
bin ich bang und nach mahls bang ... — ein tibeler Gefolg. — 

Da doch unsere liebe Statt Aach alle Zeit von ihre Erbauung 
an biss zu jetzigen Zeiten, alzeit röh misch catholisch gewesen und 
geblieben, desto mehr Fug sollen nicht allein die Obrigkeit, sondern 
auch die catholische Gemeinde haben, sich dieses zu widersetzen, 
und ein so böss falches *) Wolffswesen zu fleihen und abzustellen 
und Gott allein anhangen und seine heiliger Wandel und Lehr. 

Im legten von May hatt der König von Franckreich zu i m n»y 
BrQsselt alle Stundt wie auch der grossen Rath von Brabandt an 
sagen lassen ihm den Aydt der Treuw zu swöhren, oder aber die 
Stadt Brössei zu räumen, es haben aber etliche dem König ge- 
sebwohren, die mebreste aber haben sich mit sambt der Governeur R»th von 
Graff von Caunitz alhier nacher Aachen retirirt, umb ihre Ambter fljfchteMn 
alhier können zu verrichten, desshalben haben sie alhier auffin Aftchen - 
Co m p hau äs- Bat h by Hr Effeltz dass Hauss ahn genohmen, umb 
alda ihr Versandung zu halten, 

Und seindt diesen Cäsoun fiele Fremden in Aachen gewesen, Guter 
so dass in lange Jahr keiner desgleichen Cäsoun ist gewesen, dan hier/ 
fiele Logeeier, welche in grosse gemeihtete H ausser sassen, und 
keine Frembde etliche Jahr gehabt, hätten balt etwas ander müssen 
than, hoffe dieses Jahr wirdt wider dass Mebreste ersetzen. 

In viele erdenckliebe Jahren hat man nicht solchen hittzigen ein hitzigei 
nnd warmen May erlebt als jetzigen 1746, es ist schier alles ay 
v^rbrent und vertrockenet in Garten und Felder, der liebe Gott wolle 
.ill*-» erhalten, und gnlidig bewahren uns geben wass uns seelig ist. 

Anff fiele hieruml» liegende Ohrter fangt dass Fieg sterben d»m vieg- 
wwl-r ahn, so dass anff etliche Platz die Stall wohl 3 Mahl seindt ■^"Jä" 
au*«g»*torben, zu verstehen, wan die Leuth sich wider Beesten * hn * 
haWo angekauft wider gestorben, hoffen und müssen bitten der 
Ih-d* Gott« dass er doch will die Straff von uns abwenden. 

'; Undeutlich geschriebenes Wart. 



78 

1 746 In lange Zeit ist nicht so fiel Fremben alhier in Casoun zeit 

im Juny gewesen als an jetzo, sogar daas sie balt nicht nach Gebahr haben 
können unterkommen, und dieses macht auch, dass alles tenhr 
worden, dass Oh<enfleisch 12 M und nach venandt auch daas ander, 
die Butter da*s Pfund 13 ad 13' * M wie auch dass GetnOhs*, weilen 
utiib die Zeit im May eine nie ei bohrte Dröghte ist gewesen, dieses 
hatt alles teflhr gemacht, 
im Juny Von den 12 Juny an bis in die zwantzig hinein ist es un- 

gemein kalt gewesen, also dass man expres hatt müssen Feur 
machen sich zum wKrmen. 

So ausserordentlich warm der May wahr, so ist der Juny 

entsetzlich windig und kalt gewesen, es mag aber sein vor Zeit 

wie es will, der liebe Gott erhalt uns doch, wan wir nur seynen 

Willen thun und dem nachleben. 

im Juni Auff Montag den 27ten Juny 1746. Etliche Blatter vorher 

Generell «... . 

For Ä *u vonhab ich gemelt von einen sicherer hungarischer General mit Nahmen 
' Fargatz welcher in neuen Hatt logirt gewesen, und in Brabant eine 
schlimme Blessur an einen Fuss bekommen in eine Scharmützel 
von die Francosen, so gar dass die Kugel ein Stuck Leder vom 
Stieffei mitt im Hein hinein genohmcn und grausame Smertzen darin 
aussgestanden wohl ein halb Jahr lung, sodan bey seine Smertz 
ZuHucht nement zu die heylige Mutter Gottes alhier im Münster, 
und t.'lglich sein Opffer hingeschickt, viel Almosen den Armen geben 
in Hoffnung nochmahl wider geradt zu werden, Doctor und Barbier 
thatten auch ihr Bestes, allein dieser Herr vei meinte es konte nicht 
besser werden, wan Gott und »eine heilige Mutter nicht drein 
thäten wirken, was* geschieht, er nehmt sich vor, so balt es ihm 
möglich zu gehen und stehen auff dem Fuss, so wolt er in eigner 
Person nach dem Münster gehen seine Andacht verrichten, er thnt 
es auch den selben Tag wie oben gemelt, gehet hin, beicht und 
communicirt sehr andilcbtig mitt seine Krück, war sonder er sonst 
nicht gehen könte, wie er communicirt hatt, stehet er auff und last 
die Kruck liegen und gehett so gradt als ein Kertz auff sein« Fn*t 
nach H uu ss und aller wegen, und die Canonichen haben ihm bis« 
nach sein Logis confoiert und begleitett mitt gross Vergnügen 
vor ihm. 
Hiß Man hatt vernohmen au ' s Italien den 29t en Juni 1746 wie 

im juny j #|>< ,] er g,. U!Abt . Generali von Trenck in Areat wahr, dieses gebohrte 
/.war hier in die>e.. Buch nicht weil e* mitt fremlnle Sachen kein 
Gemeinschaft hal»en mus-i. aber by Gelegenheit das« ich von Fargmta 
gemelt, und umb >t*lhige Zeit dieses auch vernobmen, weichet ein 
sehr marcaM Stuck ist, mj hab ich es, ohn Verdruat alhier eis 
wollen schreiben. 



k 



79 

Der grosse Trenck ist Obristen von die Panduren, und von 1746 
ungemein Grosse und Starcke, seine Grösse ist acht und ein Zol rti 0r 5> Me 

° ' SUrck von 

Fuss, und seine Starck unvergleichlich, wie ich dan selber von einen obristen 

_ von Twnck 

Panduren Corpora 1 seiner eigens Regiment gebohrt, welcher alliier 

in Aach wegen Kranckheit halber dass Wasser brauchte, dass er 

Trenck, nahe by ihm zu Hauss und nur 3 fiertel Stondt von ihm 

ab gewohnt habe, und wohl 50 Mahl mitt seine Augen gesehen, 

dass der Obrist Trenck hatt genohmen acht starke Man, an jeder 

Fuss 2 und au ff jeder arm 2 und damit also spatziren gangen, mitt 

sein Pfeiff im Mundt haltens mitt die linke Handt, mitt die rechte 

aber ein Glass Wein trinckent, und dass so oft wohl ein Stundt 

lang, auch hätte er gesehen im Comando dass biss weilen ein oder 

;inder Spion oder Baur gefänglich, wurde einbracht, oder auff andere 

Manier, von dem Trenck nur eine Ohrfeig bekommen, gleich zur 

Erden t<>dt gefallen, dass starckste Pferd t hatt er können mit eine 

Faust zu Todt schlagen, Eisen zerbrechen, ja einmahl aussgeritten, 

mitt sein Leibpferdt welches ungemein sUrck und gross wahr, und 

dem scharf!' geritten und vermuhet, nehmt er dass Pferdt mitt die grosse 

Fuss, sprechett, du habt mir getreuwlich getragen, jetz wil ich dich trenck? 8 

auch tragen, nehmt dass Pferdt auff seine Achsel und tragt es ein 

halbe Stund weit, mitt ein gross verwunderen aller Zuschauer. 

Wass seine Arest aber angehet sagt dieser seinen Corporal, J? br,8 * en 

© o * » Trenck in 

du ss wehr, er hatte dass ganse Regiment 5 Monath die Besoldung Arest. 
liinferhalten, und noch umb andere Sachen, welche er nich recht 
wu»te t allein es währe immer Schadt, dass di.ser Man wass Übels 
thate widerfahren, de weil er fiele herliche Stuck und Tahten getahn, 
welche die Nachwelt mitt der Zeit gewiss bekändt würden durch 
Bu>her gemacht. 

Im Junv ist die Butter umb diese Zeit sehr theur, dass Pfundt 
15 nnd 16 m. aix, und nach fanant auch dass Fleisch 9 M. 8 M. 12 M. 
nach dem es ist, und alles wass Esswahr ist, iss sehr theur, weilen 
das* Sterben der Beesten noch immer anhält, Gott wolles änderen, 
w.ins uns seelig i*>t, wass am Besten ist vor die arme Gemeindt 
d*«s da* liebe Broot noch nicht theur ist, anders wolle uns Gott helffen. 

Im Monath Juny hatt löbl. Magistrat Einer gute Verordnung 
lassen ergeben, und am Statthauss, wie auch an alle auss und 
inwendige Thoren aufschlagen, auff die Kantzelen publiciren lassen, 
we^en den gottlossen Vorkauff, der alliier au ff in Marck wurde ge- verordnnn 
trieben, *o gar die Vorkäuffer lieffen bis vor die Stattthoren und J^ gen a *hi< 
ih*t*n den in bringenden Bauren alles abkauften, auft* dass sie ln Aacb 
brnacber desto grösser Gewin mochten haben, und der Bürger und 
Inwohner es ihnen zum theursten mosten abkauften, dieses haben 
die Obrkbkeiten nicht länger zusehen noch dulden können und 



i 



80 

1746 bierin eine ordentliche Verordnung gemacht, dass dieses solte gans 
abgestelt sein, und Niemandt mehr er mögt auch sein wehr er 
wolle unter Straff von 3 Ggl keinen dergleichen Vorkauff mehr zu 
treiben, noch auff den Marck einxnkauffen anders als vor Heine 
eigen Nothurft, wan aber einer solte gefunden werden der das* 
weiters thKte, dem soll alles wass er gekauft preis» und bfltt sein, 
und benebens noch eine wie oben bemelte Straff, ja to gar die 
liortscheider dorffens nicht mehr thnu, noch auch keine andere 
Ausswendige ander nicht als nach elffUhr, wen dass Marck Klftrklein 
gelautet t hat*, unter Straff von Contiscation, daby ist. auch dem 
Stnbenhittzer ahnbefohlen worden auff «einen Evdt, bv Verlust seines 
Ambts, alle Marck tag von 8 bU 11 Uhr auffin Marck mitt die 
Bntterwflger zu sein, und gute Achtung und Aufsicht in gehen 
damit dash alles in Ordnung zu gehen solte. 
DI ***L J * hp Anjetzo gehen die Pfarr-Herren wiederumb öffentlich die ihr« 

wider die christ-catholische Gemeinde berichten, zu Hilfen mitt Oodt unserem 

Catholiachr . 

Affeuturb Heern, in grosser Devotion von alle ChrUtglttuhige, uns» Anordtnung 
und Gewalt vom Bischopff, und Prins von LtUti^h, welcher die«** 
wieder liatt auffgehracht und auff Straff von Kxcomunication und 
Entsetzung ihres Factors Ambt, eine sch'me Inbliche Sach in eine 
cbriM-catlndische Stadt wie alliier, welche alzeidt römisch catholUch 
geblieben in allerhandt Sec.tcn und Tmubie Zeiten, alier es M nur 
eine faul** Nachlässigkeit gewesen v«>n denen Pas ton»*, sonst hatten 
sie gethan nach wie vor. und hätten den löblichen Gebrauch nicht 
unterlagen. so währe auch der Hischonff nich hinter ihnen hehr 
kommen, dan es wahr wohl 15 oder IT» Jahr, dass dieses nicht 
öffentlich mehr gesehen wahr. 

Firmberr \)m 24ten Julv Nt au'di allhier gewesen der WevhbiM'boplT 

»lhlrr in * . • \ 

Aach. von liüttich und hatt in die Ifegiihereii gelogeert, und das« heilig 
Sacrament derFiimuni; au» gctheilet, mitt erschrecklicher Zulauff 
Menschen und Kinder weilen er in zwolff Jahr nicht alhier gewesen, 
mi seindt die Kinder m» >ehr vermehrt geworden, dass der Herr 
sich hatt verwuiidern milden, ja so gar auff den ersten Tag das 
er die Firmung au— »tl. eilte, hatt er 1 4 oö«» Seelen gefirmt. und der 
2te und ot*' Tag noch fiel mehr, dass unglaublich seheindt, und e* 
ist doch wahr ich hab die Li*te gesehen, so von kein Kammer* 
dieiier wahr gemacht und \er/.»-ichnet worden, des Donderdags wt 
der Iüm liMj.tf" von unwert* Hr. Kürzel meisteren auff dem Stalhatu* 
intitirt w-nh-n. und au« h hin kommen, und auffm Statthau** noch 
»uff drin «ij,, Firmung au-s gethcilt. über die 'Jrto Kinder und KrwachsMe, 

ftutbau«« . 

da»« Hakrft- weh he ilie Herrn lieamhtt-r, Numäniier, Itath-dierrn, and ander* 
rirmmiic Bedienter angingen, wie auch noch fiele IMrgendeuth ihre Kinder, 
gt*h*ut. «la>s feilicht in die Zeit das« da« Statt hauas gestanden, siebt 



81 

gescbeeo ist dass alda das» H. Sacrament der Firmung ist auss-1746 
getbeilet worden, darnach dass der Herr gethan hatte mit 
Firmen, hatt er dass Stothauss durch und durch besehen, welches 
ihm Wohlgefallen nnd sehr lobten, und hernach fon Magistrat mit 
ein Glass Wein beehrt worden, Nachdehm gehet er wider nach die 
Regulieren, und denselben Abent noch nach Clostenrath, umb alda 
auch die Firmung ausszutheilen. 

Einen Ehrbahren Hochwevsen Rath hatt ein Verordnung von so jniy 
wegen die alhier zum Marck hinein bringende frische Butter, wie 
auch vor Herschaflen und andere veroccordeerte Kulanten gemacht, 
weil fiele Klagten einkahmen, dass die Hauss- und Haltfwins-leuth 
aaff Weg und Stech wie auch an die Pforten und auff denen Strassen 
beunruhiget würden, und gegen ihren Willen die flutter zwungen 
zu verkauften, oder gahr tliaten abnehmen, hie rauft* eine Straff 
•leeret irt, wer dem kunte ahnbringen oder nahmhaft machen, der 
solche Unruhe thate verdien, ich gestehe, es ist nicht wohl getahn, 
aWr ein jeder will wass zu schmiehren haben, absonderlich weilen 
die frische Butter anjetzo sehr rahr und theur ist, Verordnungen 
machen ist eine schöne Sach, aber thun zu halten ist noch schöner, 
absonderlich wan sie Nutzen sollen schaffen. 

Den 8. Augusti komt ein besoffener Sehörergesell und lauft Dcu & ten 
durch alle Strassen und sagt der Hr. Bürgerm or De Loneux wehr vcrmointei 
**» gleich von einen Slagfloss dahin gestorben, und dis gleich die Hr. Bürger 
pm-se Statt durch, so gleich als wans Wildfeur wehre gewesen, de Lotion* 
und haben mcIi eine oder anderer gefunden die darüber haben Freudt 
l*ziegt und frisch drau ff gesoffen, vermeinent sie würden jetz eins 
anders Spill machen, aber die Verstand t und Conduit hatten wahren 
traurirh, nicht ohne Ursach, dan die Statt hätte in lange Jahren 
kein solcher Vorsteher gehabt, aber Gott hatt es ander versehen 
und die Freudige beschimpft, dan es wahr nur ein Böhses auffheben 
gewesen dan der Herr wahr frisch und gesondt, Gott erhalte ihm 
no-h lange Jahren. 

u» A-j^ti hatt Löbl. Magistrat denen Bürgerswachfen abens auff der im August 
Warbt oder Wsser zu sagen auff den Soff zeichent, keine Lichter 
n«Wi Feurung geben wollen, der Ursachen, weilen sie benente Wacht, 
wan bie ihre Krauchen mit t Bier aussgesoffen hatten, umb 10. oder 
11. Ihr wider nach Hauss gingen und die Kertzen oder Lichter 
'►b*r wass noch üblich wahr unter sich t heilten, und die Wacht 
Wa* lit Hessen sein, dieses wahr also nicht erlaubt und der Gemeinde 
Bürgerschaft eine solche unnöhtige Unkosten, weilen Niemandt 
«Utoq versichert war, das zu Nachtszeit t wurde Paholie gehen, 
damit der Bürger ohne Sorg könte schlaffen, sondern es wahr halt 
fctin Nacht man höhrte von allerhandt Dieberey und Strassen- 



L 



82 

1 740 schinderey, Schlägerey, Insolentien. noch darzu musste ein jeder 
wer seyne Wacht nicht selber thäte, 3 M aix an die Söffer, ich 
wil sagen Wacht zahlen, dieses musste ja Verdrnss unter die 
Bürgerschaft erwecken, und thutt mir dieses ein Mahl nach rechnen, 
die Lichter, die Feurung und dass gelt wass sie von der Magistrat, 
von der Bürgerschaft, auffs Jahr so lederlich thiitten verzehren, so 
solt ihr eine schone Summa bysamtnen haben, wass kflnte zu andere 
löbliche Sachen angewent werden, alwo die Bürgerschaft mehr 
gnügen von hatten. 

Vor JJ !b, 5« Ein Lobliche Magistrat hatt auch der Bürgerschaft vorge- 

w&chtcr schlagen, sie wollen auss dem Wachtgelt welches alle wachten 
bezahl wurdt 40 Mann Nach ts« wach ter auffrichten, wie in andere 
Städten zu finden sein, welche zu Nachts über die Strafen gingen, 
die Stunden aussruffen oder blasen, dieses woltens auch nicht 
gestatten noch nichts darzu geben, also hatt Löbl. Mag ist rat t es 
auch gescheen lassen, wan die Bürgerschaft nicht wollen bewabit 
»ein, noch auch sich sell>er wollen bewachen und bewahren, &o 
müssen sie auch zugehen, wie sie ihre Effecten vor Dieber«*v und 
ihre Leil>er vor SchlHg.*ry verhüten, alliier in Aachen wahr t*j« 
Kunst etwasü Neuwes und Gutes einzuführen, sie willen bv ihrer 
alten Einfalt und Wesen verbleylwn, mitt iliien gi Osten Schaden 
und von Frembden übele Nochredt. 

im Aufii«t In dem Monath AuguMi haben die Fianc<»en im Limhiirgischen 

einen grossen Schreiken verursachen, weylen die Partiten <li#» 
spanische Cuntouren aussgepl lindert, und von dem Landt von 
Limburg etliche tausendt Kabren forderten vor ihren Nothturft by 
der Arme)* autf Straff \on Alles zu verbiennen und zu plünderen, 
da seyndt die limburger Bauren und so gahr die Heischaften wi*» 
auch Geistlichen über Hals und Kopf alliier nach der Statt geflüchtett, 
und mit solcher Menge von Bagage, Kisten und Kasten, das* e« 
kaum mehr unter zu bringen, ich hab mir lassen sagen, dass in 
kurtzer Zeidt wass allein in der Statt geflüchtet, woll fll»er etliche 
Milionen sich sol WlauöVn hal>en. 

im 7bri« p en Ersten Tbris sind die (*M reicher Husaren welche herumb 

streiften die fiancösi*clie Parteien im LimburgUchen auffznbeben. 
zu Hei ff kommen, eine Partey von die Francosen auffgehoben, ihirr 
in die 40 nider geschnoben, die andern sainht den Partisahn gefäng- 
lich mitgefühlt, nach der Armee, und datay denen limburger Baurm 
\ei lnitten nichts ineher auss dein Landt zu flüchten, auch nirht 
denen Franco><*n zu lieberen autf Militair straff. 

Die Bürgerswachten von der statt halten wider ihre Lirktrr 
Wkommen, mitt dem Beding fleissig Wacht zu halten, dan waa 
man *ol die Posten vUitiren und befunden werder, das» sie nicht 



8$ 

flattrig bawachett and Patrolie gangen wirdt, alsdan wider 1746 
abgeschaft werden solle. 

Den 4ten Tbris faatt auch eine Hochl. Magist ratt noch mahl* wichter 
and iura lesten llahl durch denen Stadtwächteren alle Krämer, we«eift*oni 
Decker, Schuster, Goltaniiden und alle die Ladens brauchen und feill xmd Telrt ** 
haben, auch denen Verkaufter fulgo Apfeltheven nochmnhls ernstlich 
warnen lassen, auff Sonn- und Feihrtfigen ihre Ladens geschlossen 
und ▼errigelt zu halten, auff Straff von 4 Goltgülden, wie unlängst 
das Edikt gemeldet hatt, dieses ist nochmahls gescheen, und zu fiel 
gescheen, damit sich Keiner zu beklagen hatt wan er straffällig 
wirdt, Es ist wahrhaftig eine grosse Scb&udt vor eine catholische 
Statt wie diese ist, schämen muss man sich vor andere calvinische 
und lutherische Statt, welche besser ihreu Sontag und Festilg wiesen 
zu heiligen, man s<>l Kalt sagen die Leuth wahren Heyden nach 
ihrer Auffführung zu judiciren, der )iel>e Gott will uns besseren. 

Den 5ten Tbris sein dt schon die Avnngarde von die Alieerde im «bris, 
oder Ostei eicher bv Mastricht auff dieser Seith der Maas Aus bv 
Grr»n>velt in ihr abgestochenes Lager eingezogen, allwoh ihroDurcbl. 
Prin? Carll von Lotharingen als Obrister und Comroandirender 
Fei t bei r etc. mitt "0000 Man sol zu stehen kommen und den 
8ten Tbris alda einrucken. 

Den 5ten Tbris seindt auch die Proviandt-Commisari alliier e« wirdt 
in Aachen von ihro Dnrchl Prins Carls Armee kommen und alhier ^backen 
v»r dass Folck lassen Broot backen von 400 Malder, welches den a^c/v^oi 
*ten presis muss geliebert werden, also haben alle Müller müssen Pr,n * c * r1, 
nrahlen, und alle Becker hacken, damit dieses fertig und parath ist 
wan das Folck eintritt, die Müller hierumb beklagten sich dass sie 
n.tbt mahlen kunten, es wahr ihnen unmöglich, weilen sie kein 
Walser hatten wegen langweiliger Dro< kenc, desselben Aben noch 
fang* ahn starck zu regnen, und continnirt bis den 8ten Tag und 
Nacht, damit konten sie nicht mehr khigen wegen Wasser, dan 
«Sott gab Wasser gnug. 

Den 9ten Tbris schreibt Prins Carll alhier an die Magistrat TeuUche 
und wilt vor feine Armey fon der Statt Broot geschaft haben weil tod Aachet 
•la>s ander wovon ich oben gesagt so geschwindt beysammen geschaft »ohaft b*. 
dir, allein dis i>t alhier eine Unmöglichkeit, dan die Burgerschaft *"" 



n.u»t* falbst Noth leiden, die mehreste Becker hal>en kein Holtz 
n^h Fruchten mehr als vor ihre Provision, wan sie dan stareker 
al« »on»t ljacken mußten, so ist ihr Holtz auff, auch die Mühlens 
srindt nicht bv kleinem Wasser in Stant, eine solche Provision zu 
mahlen, wans alhier kanten Fruchten gnug haben, als allein vor 
der Statt was die wöchentlich verthut, und noch dabey weilen das 
breite Korn and Weitzen auss dem gülischen alhier zum Marckt 



e* int 



84 

1746 und Stadt muss hingebracht werden, so solte es balt zu eine grosse 
J^ c, 7 ^ t Theurung kommen, dan in Zeit von 8 Tag ist das Korn ausgestiegen 
xu forrhieii par Fa<s von 24 biso'» und 31 Mark aix, Gott wolle uns doch vor 

h or Sil 

i.*iidt. eine Tlieurung verwahren und halt ein guter Frieden verleben. 
Do " I ® teM Die teutsche und hungarische Völker machens sehr Ül>el im 

Landt von Liniborg und Landt von Fal kenbürg, sie rauben und 
stehlen alles hinwcch, dan es ist gar keine Deciplin bey den 
llungaren noch Panduren und Husaren, alles wass hie wohlen wirdi 
ihnen zugelassen, das gansse Landt flucht hinweg vor dieses wüste 
Volck, ich muss gestehen sie seindt auch Menschen, wan sie keine 
Lebensmittel nicht haben, so machen sie dass sie selbe bekommen, 
dan die alieerde Armey halt Mangel ahn Lebens-Mittel, so inuss der 
Soldat wohl sehen, dass er wass bekomt, woh er dan komt by 
liaur oder lleibchaften, dem es dan triff, dem trifts, der ist dan 
auch zu beklagen. 

Aber die Landesherren die solten besser vor ihre Unterthaneti 
stehen und sorgen damit da» der ein mit dem anderen konte wohl 
sein, aber leider Gottes es gehet heuth zu Tag nicht anders zu in 
der Welt, wan der Landtsherr wohl ist, so denckt er wenich an 
seine Unterthanen. 

Al>er es i&t eine Straffe Gottes die uns alle trift wegen unsere 

Sünden halber, und ist noch ein geringes wass wir leiden zu 

rechenen nach unserem Verbrechen wider Gutt und un>er Nelw?n- 

nienx'hen. 

rin pcharff.« Es ist im Lager der tMreieher aussgebla^eu und mit Rührung 

.... i.a.'.-r der Irommelen, keinen er mag auch immer .sein wer er wolle. 

t»:'i ■'■"'*. -ii wallst M'hon ein Generals- oder < )fficiers-Sohn tein solte, wer die 

11 * ' rI! Haurss oder Haussleuth etwas* stehlen oder krüncken solte, es 

mögte auch Nahmen haben wie es wolle und darüber Beweis>lich 

wurd angebracht oder ertapt, würde der»ell»en gleich mit dein 

Stranck vom Leiten zum Todt gebracht werden, ohn einige Gnadf, 

wie aueh dan Si hon an fiele vol/ogen ist worden, bOgahr seind 

2 Kinder eins von tf dass ander von 10 Jahr gehenekt worden, 

weilen sie etliche Haurekinder Kleider v«»r ihnen hatten gestohlen, 

und d.irumb h» jung ihr Leben haben lassen müssen. ObM'hon 

dergleiche schärfte Order dannoch finden sich viele, die dann«<h 

Stehh-n und Hauben gehen. 

«»«ti.i.ii.r I)\e Ostreicher seindt zwischen den loten und 14ten zu 

«it-ii \iaa»*. Na. Iit> üImm* die Maass mai>i'hiert mit ihre ganssc Armey, ein»theiU 

du. eh Ma>t rieht, anderen tbeils zwischen Visett und Mastricht mit 

grossen Wehr der Flaueren, dannoeh seindt sie übergangen, urob 

denen Fianceii zu Schlaeht zu locken. Wass es geben wird h>1 

un> die Zeit lehren. — Der Gencraal von Trips comnundirt di« 



85 

Avangardt, bestehent in lauter leichte Cavallery, und ist schon den 1746 
I5ten 7bris bis Tirlemonde avanceert, Gott wil die gerechte Waaffen 
segnen, damit das der uns so verderblicher Krieg mag ein Ende 
nehmen, und verschaffen einen guten Frieden im römische Keich. 

Den 16ten 7bris seindt alhier der Statt vorbey 22 ad 2-J00 «m 7bri» 
hungarische Ochsen und auch oOO ad 400 dergleiche SchaafF nach 
der Österreicher Armey gebracht worden, diese Ochsen und Schuaff 
seindt von Oosteren ahn au ff Reisse gewesen, die ganse Armey 
wahr erfreuet selbe zu sehen, weilen dass Fleisch by ihnen sehr 
rahr und hier zu Landt nicht mehr zu bekommen wegen noch 
Anhaltung des Fiegsterben. 

Vor am 13. und 14. Blat hab ich gemelt vom Quirini-Bath 
wegen des Warm-Wassers scbtfpffon der daherumb wohnende 
Xachbahren, und damahls grosse Tumult und Wesen wegen den 
PQt/ oder warmen Brunnen, welchen sol zu gemacht worden sein, 
und eine Pompe da rau ff gesetzt worden, wie dan auch geseheen 
und auch von die Zeit bis anjetzo die Pomp im Brauch ist gewesen, 
weilen die Pomp gebrochen und der Hr. Ringels damahls im Bath n» 011 ^» 1 »«« 
wohnhaft, gestorben, schöpften die Nachbahren wider an ihre alter «chöpffeu 

ö * „ wl.lor an ih 

Gewohnbeitzbronnen, und Niemandt, der dargegen einiche Widerredt reu alten 
macht, also bleibts wider beim Alten Bruunon. 

Pen zwantzigsten 7bris ist auch die starke Festung Namtir Namfir 
an die Francosen übergangen mit Accordt, aber es wahre hollän- 
discher Garnisoun darein. Einer so kurtzweyliger und wunderer 
Krieg k.«nn niemandt wohl begreiffen, alle Gefangene welche die 
Fianco-en bekommen von denen Ostreicher oder Deutsche Fölcker 
die lassen sie frev lauffen oder wider hinzeichen wo sie wollen, 
welche sie al>er liekomraen von denen Hollander, es mag sein in 
-in FeMung oder Statt und Parteyen, nehmen sie alle gefangen 
und führen sie nach Franckreich hinein, deren sie jetz by fiele 
tausend gefänglich halten, wass dieses bedeuten thut kann ich, noch 
X'Viuant, wer die Saeh nicht gründlich weiss, begreiffen, und was 
di*^e-> Wdeuten will, muss die Zeit lernen. 

Die bbü. Staaten haben sich auch verlauten lassen, by ihro stnvn woi 
Kayserl. May. die Königin von Hungaren etc etc, wans ihro May haben. 
kfin*m Frieden mitt. Frankreich machen wolten in kurtzer Zeit, so 
würden sie andere Mittel brauchen müssen, und seindt auch alieert 
mit ..litf Kayserin ihro Troupen, wie sol ich dieses verstehen, vieleicht 
w^llt-n die Hollander gerne gekratzet sein, dan es muss ihnen 
irlmib ich den Peltz jucken, es kunt wohl sein wan er ihnen jucket t, 
•la-«? er einmahl vor alle Mahl gekratzet würde werden, — NB — 
— Ut no<*h fiele* in guten Gedachtnus, welches fielicht alsdan noch 
wird müssen bezahlt werden, wie auch recht und billig. 



K6 

1746 Wan du zu stoltx und zu hochin tttich bist, 

Mach ich dich, wie zuvor gewesen bist, 
gemeinichlich nach Hochmuth und Auffgeblasenheit konibt der 
Fall in kurtzer Zeit, 

Die Zeit erwarte man 
I »ichtbt was gesehen kan 
rruchun £> en | ten Hbri» ist alhier vorbev nach der Ariuey 130000 

kommen 

•um Frsn* Makler Fruchten von Zeith zu Zeit vorbey gefahreu, welche au*s 
Frankenlandt herunter gebracht werden, also verhoffe, dass Qott 
uns will erhalten vor Theurung. 
Njmur |) en ß| en un( j 7 ten |, \, en du* Francosen NamQr eingenohmen, 

f«b«t Ml die ** ' 

Frmac«n saiubt der Festung, und alle Besatzung zu Kriegsgefangene gemacht, 
flbfr in 

•biu. in Zeith von 8 Tag wahr es schon ge>cheen, allein der Kommandant 

der hatt seine Sach nicht guth gemacht, mit. Nahmen Ciflmling, 

derbelbe hatt sich nicht wehren wollen, obs auss Foicht, oder vor 

Gelt gesehen dieses weiss man nicht. 

•Chi'**'*!" Zwischen den loten und Uten Italien die Franei>»en den 

Aiiieerde Hncken FlUgel der allieerde Armev von Frins Carll angegriffen an 
Ihr Hocker ft . ... 

Fiftgei. den Kant von Visett, welche WManden in hnnoverische, hessische, 

holländische, initt 2 Regimenter Baverache, und denselben toi! ig 

gesehlagen und zerM reuet mit Krlieutung alle Bagage, Canon und 

alles, dergeMalt, <la>s sieh die gm>e Allieerde Ariney h;«tt mfl^en 

retireeren an hattallion Caree bis au ff dieser Seith der Mna>sflu«. 

Die Fiuneubcn aber hatten alle lHtti«che Bauren auff ihre Seith, 

diese wollen die tMerrrichcr in ih:e Bagage einfallen, durumb 

haben sie sieh also mußten retireeren, und die folli^e Aunev der 

Francosen seind ihnen verfolgt bis Mp^trieht, welches sie dan sch«»n 

bloqueert halten. 

Die am- i) vn |f,f en | M . V Xaehtzeit neindt die Alieerde alhier im Reich 

e*rue Loni* 

mru im v ,, n Aachen eingefallen und g**fouderagii't. welchem doch wider alle 

Krich foudi - r« r- r» 

rMier«n. Billigkeit ein freye Iteich.itat und neiitrall Oith auff solche Manier 
ahn/.ugrciffen, woh sie weder Fourage vorhin verlangt, noch daruuib 
angefragt hatten, und wan die>e Ahnfrairung gocheen wRhr und 
wHhr ihnen abgeschlagen worden, i>a*, s«> künten« >i<h verantworten 
mit der Noth welche W\ der Armey wfihr, allein dieses gahr 
nicht e> M-heindt heuth /.u Tag nms> alles unbillichs erlaubt sein. 

Hciiorrr» I >i«* ThucliM-hr»rer^fMdlen seindt und wollen n«»ch st^dtzer 

ge.*trn greif* 

feu iir nur- weiden alliier in der Statt und wollen <i»->«-U geben, die HHr. 

rtn in it>r Büi geiineiMci in ihr Amt greiften, ihre Meuteren auff alle Manier 

mi ,,r in Zwang halten, und aller l'nhilligkeit nach die Meistei»*ii >trmff«*u 

ja m> gar. m lii- ken li*ehenungen /u denen Mei>teren welrhe 

sie vor verbrochen erkenten, das> von ihr — nemblich Ge»ellen«>- 

Vorsteher — in ihr Bej>ammcnk"nft Verzehrtet zu bezahlen, wob 



87 

ferne nicht so] kein Gesel sein erlaubt an IT dessen Win ekel zn 
arbeiten, an ff Straaff von 2 Tonnen Bier, nnd dieses alles mästen 
sieh ahn unter ihnen selber ohu Erlaubnus Es. En. Raths und HHr. 
Bargerm!' etc eben wie in ein Ohrt, alwoh Rebellen sieh gegen 
ihro Obrigkeit auffwerffen, und unter ihnen Obrigkeit und Vorsteher 
erwShlen. Allein weilen Schörers-Meisteren sich dessen beklagten 
nnd anbrachten den Schaden den sie ahu ihr Arbeit erlitten, auch 
HHr Bürgermeistern sahen woh dieses hinauss wolte, so haben sie 
darein vorgesehen nnd ihnen auff Straff von CaptUr . . . *) olle Be- 
sam menkun st en zn meiden, keine Vorsteher mehr zu erwüblen und 
nichts mehr unter ihnen auszumachen es sey so gering als es immer 
sein konte, in Summa alles und jedes wirdt denen Gesellen von 
nun ahn verbotten auff grosse Straff, wesswegen dan ein Edikt ist 
gemacht und erneuert worden den 7ten 8bris 1746 welches den 
*J4. 8bris 1715 ergangen, welches dan anjetzo auffm Statthauss auff 
geschlagen wie auch an alle Mittel- und ausswendige Thoren, wie 
dan alhier beigefügtes Edict anweysett und meldet. 

Nacbdeme Wir Bürgermeister , Scheffen und Itath dieses 
Königlichen Stuhls und Freyer Reiehs-Siadt Aachen zumahlen 
mißfällig in Erfahr bracht haben, was massen hiesige Tuch-Schörers- 
G asten oder Gesellen unzulässige Zusammenkombsten halten, und 
zu dem Ende ein »»ichere* Hauss, die Löhrer-Läuff genannt, in Form 
einer Zunffts- Läufen *icb ausgesehen, woselbaten sie sich Vorsteher 
anter ihnen zu eiwehlen, ihrem Beliebten nach Schlüsse und 
Satzungen zu machen, denen Meisteren, ja fo gar denen Greven 
und Vorsteheren der Tuch-Schörers-Zunfft die Arbeit zu verbieten, 
deren Winckelen zn schlies^en und ihre Mitgasten zu dem Ende 
unter angemaßter Be*traffung von etlichen Tonnen Bier auffzut reiben, 
auch eine eygeue Cassam auszurichten sich angemasset haben, da 
doch dei gleichen Zu^ammenkomsten der Gesellen und übrige 
t hat liehe Unternehmungen ohne Obrigkeitliche Erlaubnis in denen 
if*-meinen Rechten so wohl, als Reichs und Polizey-Ordnungen, 
sonderlich aber der jüngeren Reichs-Satzung de Anno 1731 allerdings 
und uuterer schweren Straffen verbitten seynd, auch zum Praejuditz 
•i*rr verliehenen und bestattigten Zunfft-Rechten gereichen, so gar 
zur gemeiner Unruhe, Tumult und Auffstand abziehlen; 

Perohalben haben Wir, damit Ruhe und Einigkeit zwischen 
iv:h;>rer>-Meihteien und Gesellen unterhalten, hingegen aber Auff- 
»tand, Unruhe und befahrender Schade vermindert weide, uns 
\**rpflichtei befunden, alUolchen angetnassten Unordnungen und 
Mißbrauch von Obrigkeitlichen Ambts wegen zu remediiren, und zu 
d*\*sen Vollziehung zu verordnen: Dass, weilen Schftrei>-Gasten 
• *ler Gesellen von E. E. Ratb, als ihrer ordentlicher Obrigkeit biss 
•ia'.j kein Zunfft-Recht, weniger Roll oder Ordnung, auch zu ihren 
acgeniaisten Veihamu*lungen oder Zusammenkommen kein special 
Lrlaubnuss erlangt haben, sotbane angemasste Zusammenkomslen, 
und da» diibey unternommenes Ausskiesen oder Erwehlen ihrer 

V /*■ Originale befindet sich hier eine Lücke. 



88 

vermeinter Vorsteheren unter unten - gemeldeter 8t raff hiemit 
gäntzlich verbotten, nnd die dabey gemachte Schlösse in ConformitRt 
dess in Sachen Greven und Meuteren hiesigen Tuch-Schörer-A in bachts 
contra Tuch -Schörers-G asten unterm 24 Oktober 1715. Rathsitzlich 
erlassenen Rechts-krüfftigen Deereti vor ungültig, null uud nichtig 
(wie hiemit nochmnhlen besehicbt) erklärt seyn und bleil>en sollen. 
Hingegen wan Schfirers Gasten entweder gegen Greven und 
Vorsteheren ihrer Zunfft, oder wider ein oder andern ihrer Mit gasten 
einige befugte Klag oder BeschwHrnuss zu haben vermeynen, sollen 
diesellie solche Klagden denen Hechten- und dieser Stadt Brauch- 
gemäss, und zwar wider die erstere für Regierenden H.Hn 
Borgermeisteren, wider die andere aber bei Baumeisteren oder 
Vorsteheren der Schörers-Znnfft in erster Instant z geziemend vor- 
und anzubringen, und daselbst dess Rechtlichen Aussschlags 
abzuwarten schuldig und gehalten auch denenselben hiemit ebenfall* 
ernstlich verbotten s«yn, eine eigene Causam, unter was erdenklichem 
Vorwand solches auch geschehen wolle, ohne unser Wissen und 
Bewilligung, auffzurichten oder zu unterhalten, und darein von 
denen ausgeschriebenen Lehr-Knechten das halbe Pfadt (welches 
sonsten ein aussgelehrter Lehr- Knecht seinem Winkel, worauff er 
gelernet zu geben pflegte) sammentlicb oder für die gesarabte Zahl 
der SchÖrers-Gasten (immas^en solches hiemit sonderlich verbotten 
wild) einzunehmen, und ad praetensam Cassam zu bringen und 
solches alles und jedes unter Straff, dass der oder diejenige, welche 
von SchÖrers-Gasten oder Gesellen, diese unser Verordnung in 
einem oder andern Punkt zu wieder handelen, wej<en solcher Ubcr- 
tretung und Ungehorsams nach Anla.ns oh)»erührten Reich s-Schlu>se» 
de Anno 1731 8 1 auff Iteschehene Obrigkeitliche Krkenntnuss vor 
Handwercks unftihig und undüchtig gehalten, auch wan hie auss- 
treuen, ad Valvas Curiae und anderen Öffentlichen Oertheren 
ungeschlagen und auffget rieben werden sollen, so lang und so viel, 
biss sie solchen ihre* Verbrechens nnd Unfugs halber Obrigkeitlich 
abge*trnfft, und mich publica Authoritnte zu ihren Handwerckeren 
wiederumb admittirt worden seven. welches zu Jedermanns Nachricht 
Öffentlich affigiret werden solle. 

Also im Rath beschlossen den 7. Oktob. 1746. 



H. Alb. Ost lender J. U. Lic 
Ks. Kn. Raths Secretarius 



Besser nichts gemacht, 

als Nichts thnn halten, 

wie sies dan auch nicht gehalten halten. 

17-lti l>ie Schöiers-geselleii w«dlen parfors in ihr vei meinte* Recht 

srbwrrr». haltAstari i-ch fnrthfahren, Revsnmmciikonften halten, StraanVn, 

hai«t&rn»ch. Schlu^sn.achen wie >ie <;ew«din »-ein und wollen nach Wetzlar 

apelliren von ihrer ahn Seiten Magi&tratts verbot tenes Recht. Allein 




89 

dabey werden sie wenig fruchten, sonderen machen ein Ruth zu 1746 
ihrer eignen 8traff. 

Die freche Schörers-Gasten freh feien gegen ihre Obrigkeit 
immer fort, nnd wollen sich gar nicht binden ahn dem Ern. Kaths 
Ciiheil und gehen beysammen ohne Schenw, und verachten ihre 
Obrigkeit* Gebot. 

Sie gehen zwar wider nach ihrer Arbeit und unter der Handt 
spielen tie doch ihre Sach nach ihrem Gefallen, und treiben ihre 
Mittknecbt au ff wan sie wollen. 

Den 16ten 8bris batt Löbl. Magistrat der Stadt haubt mann Prin« c»ri« 
Lersrh nach derArmey abgefertigt mit einschreiben an Ihro Durchl: schreiben 
Prin* Carll etc. wegen der Fouragirung alhier im Reich von Aachen, LobuM»^. 
welche etliche Troup verübet hatten. Ihro Durchl. aber gab zur 8l "* C k° u 
gnädiger Antwort, wie dass er davon nicht wüste, und vorthin 
andere Oider darein sol verschaft werden und der Schaden, der 
die Statt nnd Reich von Aachen dardurch erlitten, sol bis zum 
legten Heller ersetzt werden. 

Und dieses hatt ihro Durchl. bestätiget mitt sein eigen 
Handschreiben ahn unser löbl. Magistrat, an welche er sehr gnlldig 
geschrieben dass man sich nicht hatte eingebildt ; wie er dun auch 
vermeldet, er wüsute wohl, dass die Statt Aach auffrecht guth 
£K*indt wahrer vor ihro Kay. und Königl. Mayst. die Königin von 
H ungaren, darnmb solt der Magistraat nicht beforcht sein, dieses 
nlles *ol gedacht werden. 

I*rins> Carll gehet wider den 18ten 8bris über die Maass und Aiicerde 

gfhen wider 

wil Kafanss haben von denen Francosen ; Gott geb ihm Glück in über den 
s^in \ ornehmen, weilen die Francen haben müssen 30000 Man 
d*-ta>cheeren nach Franckreich hinein, wegen die EngellHnder welche 
♦•inirefallen in die In.sel Ree und die Festung Roschel, also kunt 
iVins Carl wohl eine glückliche Dataille folgen wan die Francen 
Standt halten werden, und kuntc vor uns alhier ein gross Glück 
-"in wan sie reucerden in Brabantt gegen die Fraucosen, so 
k«*»nter wir wohl alhier kein Wintergarnisoun bekommen, auch 
\iflvicht ohne dem, weilen ihro Durchleucht Prins Carl die Statt 
Aa-'h *o wohl genegen ist, Gott wolle seinen Segen darzu geben 
d.in die Statt ist so voll Armen und Bedürftigen, dass es schier 
anmftgüeh ein Garnison unterzubringen, dan alle Häuser alhier sein 
U»w«dint bi>s unter die Dächer, und diejenige Bürger die wohl 
knnt**n Soldaten halten, diese seindt alzeit gewohn by geringere 
»1- sie seindt dieselbe vor Bezahlung by denen zu verpflegen, und 
darnmb weil nun alle Hfiusser und Gemiicher von die gemeine 
Bürger m> stark bewohnt seind, eine grosse Unmöglichkeit. 

Ka scheint die Alieerde wollen sich nicht an dass Schreiben 



i 



1746 von Prins Carll atöbren lassen und etliche Regimenter seindt noch 
weiter eingefallen im Reich zu fouderageeren, also dass Löbl. 
Magistrat sich genftthipet gesehen zum zweiten Mahl an Prins Carl 
zu schreiben und anzuhalten umb eine starcko Salvegardt im 
Reich von Aach, umb die Fouragerer abzuhalten, wie dan auch ein 
Schreiben ablauffen lassen den 20ten 8bris an ihro Hoheit Prins 
üaill, commandeerendcr Generali, Felt-Marscbal der Königliche 
allieerde Armee etc etc. 
s^i<uun Den 20ten 8 bris. Die H ungarische Folcker machen* sehr 

,m £!V Ue- öbel im Reich von Aach als Orsbach v Seffent, Berg und Vetschauen, 

fort lin 

Reich and unangesehen so scharffe '.Vdor von Prins Carl ist geben worden. 
£s scheint die Gemeinen sichren si,h nicht daran, rauben und 
stehlen alles forth, und misshandelen den Baur noch übel daher, 
forgebent das bv ihnen grosse Noth ^ey, und musten Fouderage 
haben von Man und Pferdt, es muste auch sein wöbe es wolte, 
und wans in einer Kirch währe, so höhlten« heraus», wie sie dan 
auch auf etliche Platzen gethan haben, wan nicht halt ander 
Otdtnung wirdt darein gestelt, so wirdts alhier in die ROnde halt 
übel aussehen. 

Sftivegtrde en 2lten 8bris komt im Reich von Aach ein starke Salve- 

kommt Im 

Beich von garde au*s Ordre ihro Königliche Hochheitt Prins CaiU von 

Aftcb. 

Lutbariugen mitt dieber Order, wan ein Officier oder Soldat sich 
solte widersetzen an gegebene Order, so solt die Salvegardt denselben 
gleich vor dem Kopff schiessen ohn die geringste Forcht, aber weil 
sie die Ernst sehen babcns dass grDsste Respekt und geben* anjetio 
besseren Kauflf aU sonsten. 
imiuartie- Den 23ten 8bris komt ein Schreiben von Prins Carll an 

rtiDgMchrei* 

b*ukomt an Magistrat wegen Winterquartier, und gehen Deputeerde nach der 

Utrlitrftt 

Armev umb darüber mitt Prins Carll zu delibeieeren als nemlich 
Hr. Bürgerin" Nichts, Hr Weinm rr Altorff und Hr Seeret.» 
Ost lender. Die Inquartierung sol nur sein im Reich von Aach 
in der Statt aber nichts. 

Al>er es lautet schon ander.« ; in der Stadt wollen sie uns 
den 8taab einqiuutiercn und im Reich wie fiel taus$>ent Man und 
Pferdt, etan als wan wir Feindts La mit wahren schlimmer könt 
es nicht gel.en, und noch mitt solcher BritalitAtt und Bedraüwung 
nicht aU wan das Reich neutral wUbr, sonderen als wan es Erlfeindt, 
nachdcmalilen ihr«» Kay.-. May. au ff der Cronung einen Eydt 
gcswohreii dem Reich uud ab>"uiderlicb die Reichsstadt Aachen su 
vei'M honen mit Kriegslasten, und andere Ungem&chlicbkeitrn in 
allein Giadt, aber wird diese* wenig observirt und in Acht gv* 
nahmen, wiewohl unsere Luid. Magistrat dieses alles uod bev 
jetzigen s'.blimmen Zeiten vorstehen nichts fruchten wollen, sonderen 



Ol 

die General* and andere Oföciers sambt ihre unterhabende Folcker 1746 
wollen nnd ihnn alle Gewalttätigkeit in der Statt nnd Keicb Ton 
Aach, nnd sol parioss den Staab generaal oder den General>taab ^JJjJU'JJJ 1 , 
in der Stadt hinein legen, und die Statt soll Logis, F<-»urage t o**»it «fa* 
Ifontportion nnd alles herschaffen, ist das* ein Verfahr im Keicb itub t» 



nnd eine neutrale Statt, aber mein Rath wahr nichts zu accnrdeeren u Qwvr 
und es lassen auff die Gewalthatigkeit ahnkommen, ich glaub nicht, 
das* sie es dorften mit Gewalt tbuu, dan das gan&se Reich wurde 
sich darflber zu beschwüren haben, auff solche Arth mit einem 
neutralen Orth zu verfahren. 

Den 26ten seindt alhier 5000 Man durch passirt umb nach *** "? 
da*« Lutzenburgische hinein zu marschieren, sowohl Cavaller y a!* ***** »^-^r 
Infuntey un«l den loten 8bris zu alien* kommen Jes>en 0:innii--ar:en Lot**»*?« 
unil wollen vor dieses Y'dck alle* verschaff haben, wir diu auch 
hat ge*che«*n nm^en, und seind auff die Ebelendorff-r Hey k '.aaiplrt 
gewesen und haben alda die Bäume in die B^nde tAil% nidrf- 
gr hau wen und verbrnnt, und grossen Schaden veruhr»i>:h\ 

Den 28ten 8hrU seindt wider 60*.*0 Man wt4! m hV>« *_ t <** um 
in Fu>s den foi igen nach marschiert, die haben nick» wollen \if ^ **'*'**** 
l«r>agte Ebelendorffer Heyde campiren. sondern b***r. -i'b ix Pum 
auff C«V»l! erste in weg gelagert: weilen der vorig- R^u-h /s -.♦..;;* ;^ ^r«*»»** 
W*-g anzutreffen, umb furtb zu kommen, wahr *— . mst*"/.. _ , 
darurnb ha'en >ie die Rom he gans r^nd-ren o.^»^o. »*'*:r «.* 
ina'b»*n> verflucht >ohlim allerwegen woh »ie hinkox-r.^3. : -„V'.»ei. 
und *t»-lilrn alles- ilrm ur:i:en Baur :"^r:h- 

Den 2^ten *l»iU kommen unsere H'. D-p-j - --; .- i •_ ;*r ;^ yv +,*& 
Arin*-\ wider nach Auch unvrrri-L'er .Sa'L-a. zz.'. :t"~i t. * 






M3>:.^Tiaät> « »rdei ni«ht da**g»-ni;;'- m*-» d:* 'irC'-i * - t-- ■./-* ***"£* "" 

wi.'Ii^n einwilligen, <lan wan r n ^.!h— - '. .*-* . ^-* w- • .*>r. .1 

wi^ vor C'üditii n wir d-r *Jene _ ü!-*^ii;*>.TjL''* *'.*>'*•-: -*/*■*„ 

wurd** der Stat; Aa«h den !r«'en Sv->- di.".a •.•*/-£ •--: •,.*.•.«-. 

;-i-- ihr* S« Luiden ^air^-n. d- •■- bty ;-*<*>' Z»- *- :..t 

^- r .„.* Si|.uld*n *i?/"t. n--«-L v-n «irr Zrit iav. I7>, . ■.- •**■•■-' ui.*+ 

>.-, k»-nd*/iff. «<»-? ihr ia tV.Iv J-L:*i «-a : . i _" w -;• ,.-„ ■<»« \ ■• •. 

;i ! »-. *»lbi.Mfiah] wahr« n -b *-\u »Li--*-. Lt» •> ft" :* .*■„ # 

niJ im Kii*-^ \^-rw.'k-i*. da :.att i.-r rr-.*.** •■ •.. i • *.* /<.--*. 

K-i- h uiu-**rn darza n-üiMi'.h i'irL K'.-z ■ .• • .■„ ■--. t >• *! p -«-/,. 

.*t ii-» Bri- h nru'fai nnd l.a ,# — !• s, -■•>•« /-. *•'. .*.f-- w. r,-. 

• r jr'/Jg^n Zri* ■I.tsj i» ZU * / .--a5*:a .-i*"'. •• » ■. ■. t T- • .• + 

Den 2>*t**u ^btU grirn w.:-.* J H' T--r^*. -* ;.* i.-*i . . /:• -<■-*- 
FtQrgerm. IV Oliva und H; .S^. 'e*fcr.i.» «'••-., *■!.:*-• x «. i -** »■■"•*/*'-•"'»*-* 
ab, umb zn sehen, was* weiVrr- it i*-- -s*« : r^ •*•. i ;• t /■•■>- * w '-*•"' 



1746 gewiss es wirdt beim Generaal -Quartier in. uuib ein Stock gelt zu 

tliun sein, es wahr noch besser ein wenig verlohron als alle«, 

wiewohl es warhaftig mit kein Kecht kau abgefordert werden, 

aber woh die Gewalt, ist das Hecht verlohren. 

AH^rdo i) en 29. brechen die Ostercicher Troupen auff welche alliier 

Abel »lhier. liy der Stadt in die sogcnandte Passl>endeii catnpirt sein gewesen, 
und haben alle daheruinb befindtli« he Haagen und Bäum wech 
gehauwen und verbrHndt, die Capbusfelder übel au*sgerüs$t, gan*se 
Stücker wechgeraubt, dass kein eintziges ist .stehen geblieben, und 
sonst in den Baurenhäuser, welche etwan abgelegen, alles wech 
geraubt, nicht wie Freundt, sonderen wie Fetndt? Volck. 

Aber auff die spanische hierumb liegende Platzen machen» 
hie noch schlimmer, uns haWns gemacht, so gar dass der Haut- 
schier nichts mehr hatt, so gar die kleinen Kinder auff der Gass 
haben sie aussgezogen und ihre Kleider beraubt, und alles so genau 
wech fouderagert, dass die Bauren ihr Fieg oder Behstcn muoten 
verkauften oder Hongers serl>en lassen. Der liebe Godt wolle doch 
solche Straffen von uns abnehmen. 

Vtn l sbru Den lten%ris komts endtlich herauss mit grossem Gegenwehr 

und Protestaton der Magistrat dass der Stab sol hiehin verlebt 
werden, dan die Generalität, wie auch der Geneiaal-(2uartiermei>t*»r 
haben Parforss tii«*lit wollen von Aachen abstehen, mit den Zu>at/. 
dass sie ander uirgentw"h hin wußten, und die Leuth und Pferd t 
nmsteii parfors unter sein, es ginge auch wie es wolle mitt Gewalt 
oder guten Accoidt, wa>s wahr dabey zu thun, alliier ist un-r 
Statt nicht im Standt wie Collen und andere Stätten sich der Gewalt 
zu widersetzen, st» hatt der L<d»l. Magi* tränt aus* 2 f'belen da*^ 
best müssen wohlen und lassen geschehen, dan wider Gewalt k;»n 
kein Hecht bestehen; e*» ist doch etwass in den» Begehren gelindert 
worden, damit der Last nicht zu schwül soll sein, allein, man 
wirdt do4 h sein Gefühl davon liaWn, wan auch nicht hernacher 
die FiancoM-n kommen, und sugen, ihr habt unseren Feindt in 
einem neutralen Orth eingenohmen, anjetzo wollen wir aueh *in 
Brandtsehatzung einnehmen, dan seind wir glücklich. AW i« h 
bin bange. 
i>*n lfn l>,» r Konig \on Frankreich hatt lassen Order ei gehen »In 

alle st-ine Tronppen, sich immer parat t und prett zu halten, wohfenn 
die alieerde Aimev einig Winterquartier bezeichen wfhden :n» 
lilttischen, gülisclnn, pfalsi^ch.-n, n-b-r anderer neutralen <*rdt, -•• 
sohfii ihio Mav. der König \"ii Fiankreich ein Armev am Hhein 
stündlich formiren, wie dan schon etliche tausend t Man auffm Mar«« 
sein nai h «lern Lut/eiiburgi^che und nach Tiier umb die Alieerd* 
zu wahren nach Lutzenburg zu kommen, damit stehen die Alieenle 



93 

und seindt von aller Seihten übel, und wissen nicht wohin oder 1746 

hehr. Im galischen ists ihnen das Winterquartier abgeschlagen, 

im Cöllische und allerwegen und alhier zu Aach dürffen wir sie Ihro 5" r ? b J- 

° # von Guiich 

auch nicht einnehmen, die Francosen wilhren capabel sie hier ncbu&t «iic 
aufzuheben. Dass Lutzenburgische ist ihnen auch abgeschnitten, ucr ab. 
und zu Collen werden den 4ten 9bris die Kreiss Commissarien cray« com- 
desbalben sich auch versammelen und protesteeren gegen allen v^Vaarnme- 
verubten Gewalt, wass Raths. l0 " ^ 1 , , ,/ u 

Ich weiss, dass sie alle wider zurück nach Hollandt hinein 
marschieren, und nehmen alda ihr Winterquartier, und jagen die 
Holländer alle darauss nach Indien hinein, diese seindt doch Ursach 
ahn allen jetz laufende und leydende Übel. 

Hoffe ahnbey unsere liebe Statt. Aach wird*- vor d issmahl 
l^fieiliet bleiben, unserer Hr. Bürgermeister De Loneux der 
liebe Man thut sich eine grosse Mühe ahn vor dass gemeine Best der 
Statt Aach, dannoch wenig Dank von fiele, aber unverständige 
Menschen. 

Den 'Man 9bris kommen etliche tausend von denen Alieerdo Lager auff 
Ariney und lageren sich auff dass seifender Feldt, und wollen alle Fehlt. 
Foudeiage geschafft haben, woh es ein Unmöglichkeit ist und alles 
Vouder&ge von ihre Trouppen hinwech fouderageert ist und der 
arme Baur selbst nichts vor sein eigen Fehe mehr hatt, anbey 
hau wen sie alle Beum um und verbrennen alles, plünderen und 
tauben, wass sie bekommen können, dan die Gift und Disperation 
i-t *<» fttarck by ihnen, dass sie nirgentwoh Winterquartier gehaben 
kr.onen, das sie allerhandt Kxcessen begehen, und mit Gewalt 
di*ertiren und davon lauffen. Die Officiers können die gemeine 
Soldaten auch nicht bezwingen, weilen es ihnen an ihre Gage und 
anderes Behöhr fehlet t und in summa der arme Landtman muss 
h^hrhalten und gans verdorben werden, bis auffs leste und 
äußerste. 

Den 5ten 9bris koint mitt Gewaldt der Generali Erber feldt 
mit Einern Regiment, und Generaalstaabs-Quartierm. und machen &üt>a quar- 
mit <iewaldt, im Fal d*n* Magist raat sich weigerten, die Quartier, gemacht, 
und in Weigerungsfall mit dem gansseu Regiment in der Statt 
• iu/urfleken. Was wahr dabey zu thun, die Magist roat wahr mit 
«i-waldt gezwungen, die Staabsquartier einzurichten. 

Den 6ten 9bris dar au ff komt auch der Finantzratli von Brabant, 
w^i'her »ich l»ev der Armey hatte auffgelialten, und wollen auch im obri«. 
v<*n d**r Magist raat ihre Quartier angewiesen haben, welches ihnen wollen auch 
»oer platterdings ist abgeschlagen worden, (sy nehmens, aber vor haben/ 
.tut eigene Bezahlung.) l ) 

'/ Das Eingeklammerte ist mit anderer Feder beiyeschrietten. 



94 

1?46 Die Staabs Offieier wollen auch Rationen and Fuoeragde 

haben, abermahl mit abschlägige Antwordt abgeapeiset worden, und 
i*r ocn*. sjo st Im (Ten sich unjet/.o ihre Fourage von Heuw, Unter nnd Broodt. 
Kcbai naddi- I><*n Tteii 9WU i«t der Generaal Feldtuiarschal von Baddiani 

ahn •ihit-r. etc. mit t seinem Gefolg und Bagage in Aachen in Pein Winter- 
quartier eingezogen, nemhlich im Cornelle*- und Carls- Bat b t wie 
dan auch alle andere Staabs-Officier in ihre angewiesene Quartier 
wie s«dbige arivireu l»ezeichen, und by solche Menge von Pferd t ist 
schier kein Stall noch Schoben mehr zu haben, sondern es müssen 
noch fiele Pferdt hinauss aufi* denen Dörffer verpflegt werden, und 
ihre eigen Föiirage müssen sie sich ahnschafTen. 

Spccification von das»** Folck 
welches im Reich verlegt i*»t 
wie Ad werden, und 7.11 Bort>cheidt. 

in Rc-irh Hass löbl. Hegiment von Krberfelt, davon komt den Staah 

»m^rt ^^ ^ Coinpnnien im Landt von Münster, oder Cornely-Mflnster. 
Hr. Generaal Ohrist Leutennndt mit 3 Com. nacher Bort.M-heidt. 
Im \Veni>>eler Quartier 2 Companeyen, YaeKer Quartier 
sainbt Aacher-Heidt auch 2 Companeyrn. 

\Ve\dender Quartier »nmbt Yerlauten-ffeidt auch 2t'ompagniHn. 

Haarender Quartier 1. Companey. Berger Quartier auch ein 

Companey, und alle wollen sie zu fressen und /n sauffen geschaft 

R*gelVulcllV ^a ^ MM, • w i'' Won l cn M-haiff von der Generalität* verbotten i>t. 

wird »um- |.; s j^ f .j n I{,-.r t .l rm pntt in Druck ausgegangen von ihro Mav. 

gegeben. . . . Z ... 

die Kay*»rin und Königin von Hungaren wie sie sich >olten ver- 
halten >o wol Ober- als l'ntter Offieier, wie auch der gemein Soldat, 
in allem. ><> wohl Quartier \\\> in Vourage aU Mondtp«»rtion, und 
>n!t«n alb'.s bezahlen, wie dan /11 loen im Trnek welches den Wen 
9bri> ist heraus* gelten worden. 
Bftbenoidfr I)en löten *.»bri> hatt löbl Mngi.*traat in der Stadt alle 

üenohm«*!! vmralitije Fourage la>M*n auffnehmen, von Haber, Heuw. und Sttoh. 
W HenvI Cb *"» wohl von der BOigecehaft eigens* Gewih h*. ol> am-li wass \«»n 
ib«n umliegende Banr>- und Hau>*>leuhten sev in der Stadt hinein 
geptllb htet worden, welche^ dan befinden und befanden in 20**0 
und etlif-he hundert Mudt, allein an HaW, und un^efohr 200 Finten 
Hi'UW, >o Wohl gi'tiileht al> eigen Gewächs, im Fal der Noth e-* 
Kati. •11-11 können anzugn-itTen wan Fourage niü*te gelitd**rt werden, wie da-* 
lim wirdrii i*t acioidirt worden, gegen bahie Bezahlung die nöhtige Fourai»»* 

Tod diV /!| liel"-|vn. wie all« ll \or jede giMlietn Offieier Und Sohlnt Irf^lifh 

Sie versprechen /.wahr alles und alles was sie von der Stadt 
eiiihfaiigeu von Föiirage und Portionen zu 1*» zahlen mit bubre Muntx. 
wie >ie dan vorher mit der Lieberung an die Durch ma rächen 



95 

richtig \>er.mlill haben, auch, den Vorschnss von Korn und Brodtl74f> 
welche« sie von der Stadt embfangen haben, babr bezahlt ohn 
den geringsten Rückstands wass aber hernacher kommen wird 
muss man abwarten. 

Ohn angesehen dass nun so schärfte Order gegeben ist ahn 8oid»ien 
die Gemeinen sowohl als Officier, welche in der Stadt so wohl übel im 

Reich. 

aU im Reich von Aach liegende Companieen, so machens sie 

doch sehr bunt mit dem Hanssman, und wollen alles Fourage 

und Käsen angeschaft haben, der sich vor ihnen fürchtet und 

Ihuts ihnen geben, so nehmens sie ohngescheudt an, aber es hatt 

ihnen nicht* comportirt als Obdach, Feur und Licht, Säur und 

SaUz, wass sie weiters gemessen müssen »•« richtig bezahlen, wan 

«ich «1er Baursman dessen by der Generalität thutt beklagen — 

zu «agen wan sich der Soldat sol der Bezahlung weigeren, wie 

dan als munichmal gescheen ist — 

Ohschon hier bey gesetzte Verordnung und Regulement so 
scharff lautet, nichts mitt Gewaldt zu erpressen, anders als gegen n>ro **r 

. und K«migl. 

\*ahre Zahlung oder Quitun^ und gegen Quittung, so wirdts dannoch u»y. *#- 
nicht von die Generalität noch Officiers gebalten schier in keinen R»geie»*at 
Punkt und wollen alles Vourage und Portionen geschaft haben nieia ViEL 
«»der wollens selber lassen fouderageeren, wie sie dan schon gethan **"• 
halben, man weist ihnen Anterpräneurs ahn, die ihnen gehrnen gegen 
Wahre Zahlung wollen schaffen, aber Geldt ausgeben da« gefeit 
ihnen nicht, wollens lieher vor nichts haben, damit sie können 
ihre Böhrse spicken und wan auch der Magistrat ihnen alle« 
wolle hehr gel* n gegen Quittungen, damit kan man nicht mehr 
einkaufen, babr Gelt ist besser, auch dass Landt ist tchier alles 
aussvouderageert und au ssge fressen, und da« wenige wav> noch 
darinnen währ, man ihnen solte ausslieveren. so mosten «ie f und 
aurh der Land t man ihr Feih von Hunger cripiren ehe der Winter 
um währ, und bin noch bang, dass es auff* le*t wirdt dar/o 
kommen, wan nicht ander Mitte! her bey gesucht wird. 

Karl eiernder ') 
Herizog zu Lothringen und Barr, zi Tascaat, Cafatoni, 

Geldern. Montferrat, in Schlesien zu leMrben, Pöm in 
Cbarleville, Marggraf zu Pcnt-a-Mousson und Xom«sy. hr*4 
zu Provintz, Vaudemont. Biankesberg. Zntpb*a, >*r**T<i*a, 
Salm, Falkenstein etc, Bitter de*» Goldenen Vj*r«**. Yut+t 
Born. Kays. Kr»nigl. Maje?Ut in Hongam oad B£i*,#. f *.v\ 
des* HeiL Rum. Reich» General- Peld-Mar*H*»ij, 0**>ti4r *+•+* 



f | Zwiuktn dem Amfzeidmmnpm 4a Jdkmmm Jim** t* em* 
D r md DKk nf t mmjekefUt, wekkt ImaUt, wie im Text* filf 



M 

ein Regiment xu Fugs, General« Gubernator deren Oester- 
reichischen Niederlanden, and commandirender General der 

daselbst igen Armee. 

Nachdem Iliro Kay>erl. Königl. Majestät l»ey Allerhöchst 
Derosell>en daliier zu Felde gestandenen, und nun k> wohl in denen 
Kayserl. Konigl. Erb- als auch zum Tbeil in denen Reichs- Landen 
dislocirten Trouppen eine durchgängige Gleichheit zu halten, 
nllergniidigst anbefohlen ; t-o hat man ein ordent liehen Verpflegs- 
und Discipüns-Kegutanient heraus* zu getan, ftlr ohnumg&nglich 
nothig ermessen, auffdn^s »ob hemnach tay gedurhten Dero Trouppen 
gute Ordnung erhalten, und zugleich die tatreftende Stünde nicht 
taschweiet oder gepresset werden ; Und damit dan jedermänniglich 
so wohl ab Seiten dess Militär is als auch IVovincialiter selhM 
wissen möge, wornach sich hnuptsiiehlii hen /u achten, so werden 
nachfolgende l'uncten zur genauen Observantz hiemit öffentlich 
kund gemacht, und hinaus* gegeben. Als: 

l'rimo. Haben vortarührt Kayserl. Königl. Troup|H*ii 
wehrendem Marche von denen Quart iers-Ktationen nicht« andere» 
als das Brod, und die l'ierd-l'ortionen nach dem gewöhnlichen Fus- 
und Innhalt dess dartlher ausgefertigten Kiicgs-CommisMiriatitchcn 
Entwurffs samt dem Olnbich, auch tanOthigten lloltz. und Licht, 
gegen Quit- und C<»ntia-(juit hingen zu genießen, die Löhnungen 
hingegen auss denen Kegiments-Ca^en zu ta>t reiten, antav aueh 
eine solche Manns-Zucht /.u halten, au ff dass alle Kice^sen, wie >io 
immer Nahmen haben mögen, unter schwererer Verantwortung 
vermieden werden ; lngl**ichen hat 

Secundo. So wohl der grov>- al* kleine Genetal- Staab s-nint 
allen Trouppen, au.ss denen Stands-Quaitiers-Stationen etantalN 
nichts anderes, als die nach Kriegs C<>mmi>sariatih' hen KntwOrffcn 
gebührende 2 Pf. Hrod, und die l'ferd-l'oitioneu iu 7 Vf. Haatar 
und 12 Pf. Heu, samt dem tanüthigteii Laager-Stndi von dem Tag 
dos Hintritts in die (^mutier zu empfangen, und daiütar die 
Monat bliche Quittungen aufzuhellen, allerma^sen das Supplement um 
über Abzug di«>er Naturalien zur gant/.en t bdonantzuia^i^n 
(»»•bohr au*:* der t>peiation>-l'a>*3 zu ethtdien, und davon «Irin 
OfHt i«T >eine (Jage, dm dem gemeinen Mann seine Ijohnun^ 
riehtig zu \ erabfo]g»*n i>t. 

Tertio. Wird dein OfnVier neb*t obigen Natural-« tenu*« v<»n 
der iJuarti»*rs.-Statn»ii die « o'nptirtite Wohnung, jed«»i-h niebt 
wiliknlnlirh. >oii«b'rn nach AsMgn.it ion des» ju jedem thth länd- 
lichen Magistrats /u ta/ieheii. ütar dieses auch das nothdurfflige 
Ibdtz oder Hrand neb-t Liebt «worüber das eigentliche nach de*» 
respvetive Land* Heschatfeiiheit durch den jede« ürth» die Troupp«« 



9? 

couimandirenden Generalen, und den General-Kriegs-Commissariat 
Amt auszumachen, und ein besonderes Schema denen Regimentern 
zugefertigt werden wird) für sie Officiers so wohl, als für die 
gross- nnd kleine General-Staahs-Partheyen, nicht minder für die 
Fahnen-Estandarten- nnd Profosen- Wachten verschaffet werden, die 
Gemeine von Feldwaiblen nnd Wachtmeister- an hingegen haben 
nebst dem Quartier das Holtz, nnd Licht mit dem Hausswirth 
gemeinschaftlich zu gemessen. 

Quarto. Sollte durchaus gnte Manns-Zucht gehalten, folglich 
mit dem Quartiers-Stand friedlich und bescheidenes Comportement 
gepflogen, dann die Abbrechung deren Zäunen, Abhauung deren 
Obst-Bäumen, und was dem Land-Mann immer Schaden bringen, 
und ein Muthwillen genennet werden kan, nicht weniger das 
eigenmächtige Auslauffen, item Jagen nnd Fischen, sowohl Officier, 
als Gemeinen auf das schärffeste verbotten seyn. 

Quinto. Ist oben § 2 d< ? gemeldet worden, dass über den 
Natural-Gennss deren Brod- nnd Pferd-Portionen nach der Gebühr 
denen Quartiers -Stationen Monathlich die Quittungen ertheilet 
werden, nnd dargegen die Miliz die Contra-Quittungen, dass an 
dienen Naturalien weder mehr, noch weniger genossen worden, 
nehmen solle; es werden aber über dieses auch die Regimenter 
bev dem Ausmarche sich mit förmlichen Attestaten von denen 
Magistraten deren Quartiers-Ort hen zu versehen haben, dass sie ohne 
allen Eicessen ausmarchiret seyen ; Hingegen wird 

Sexto. Der Miliz auf das ernst lichste eingebnnden, den 
Land-Mann wider Gebühr, weder in- noch ausser seinem Haus zu 
besch wehren, sondern ihne von allen zufügenden Gewalt, und 
Nachtheil zu verschonen, selbige mit Vorspannen zum Privat- 
Gebrauch, und Commoditiit nicht zu belegen, weniger dergleichen 
mit Gunst zu erzwingen, immassen alle zu Beförderung Unseres 
Dienstes benöthigte Vorspannen von Unserem Kriegs-Commissariat 
ordentlich angewiesen, und ausser deine von niemanden sich an- 
gemasset werden solle, solche abzutorderen, und die Herrschaftliche 
Beamte, oder CommuniUiten, oder Particular-Landcs-Einwohnere 
selbige beyzuschaffen, keinesweegs schuldig seyn; Ferners ist 

Septimo. Alles Streiffen, Plündern, oder sogenannte Zöhr- 
Pfennings-Abforderung auf denen Strassen von denen Reisenden 
bey empfindlichster Straf verbotten, und verstehet sich ein gleiches 
auch auf das im Winter ohnedeme allen Ordnungen entgegen 
laufende Fouragiien, diejenige also, welche dergleichen Eicessen 
begeben, sollen sogleich durch die Behörde nicht nur den verursachten 
Scfcaden gut zu machen angehalten, sondern auch zu gemessener 
Bestrafung gezogen werden. 

7 



9S 

Octavo. Wird denen Marquetentorn (welche all- anderen 
Land-Händlern den Winter hindurch gleich gehalten werden, und 
eben also wie diese das Vectigal zu entrichten, auch wann ein 
Tax-Ordnung heranss kommt, sich solcher zu unterziehen haben, 
und darüber nicht schreiten sollen) bewilliget, an die bequartirte 
Oflficiers und gemeine Soldaten die zu ihrer Bubsistenz not h ige 
Ess- und Trinck-Sachen herbey zu bringen, und zu verkauften, 
jedoch mit dem ausdrücklichen Verbott, nicht das mindeste an den 
Unterthan unter Straff der Confiscation verkauflich abzugeben, 
weder eines sonstigen Commeicirens in denen Dörflern, und Städten 
zum Präjudiz dess Landes sich anzumassen. 

Nono. Wird auch dem Militari vertotten, die Feilschafften, 
und die Victualien, sonderheitlich aber Fleisch, Saltz, Zugemüss, wie 
auch Wein, und Bier in dem Preis eigenmächtig heratausetzen, und 
willkObrliche Tazen zu machen, sondern es ist alles in dem Stand 
zu lassen, wie es gewesen, als die Miliz eingerucket ; Solte hingegen 
eine befugte Beschwärnuss sich hierunter Äusseren, so würde die 
Remedur bey seiner Behörde zu suchen seyn; Hier nächst solle 

Decimo. Kein QberflQssiges Trooss- und liederliches Gesindel in 
die Quartier zu dess Land-Manns ßesch Währung gebracht, im widrigen 
dieses unter die Ezcessen mit eingerechnet, und dessentwegen di** 
Vergütung im Landlauftigen Preis für alles baar geleistet, ingleichen 
keine andere, dann würcklich als Soldaten in Diensten stehende 
Personen in die Listen der Portionen gesetzet werden, mitbin, wan 
in dem Platz wQrcklicher Soldaten et wan Jäger, Laqueyen, Knecht, 
oder andere Dornest iquen surrogiret werden wolten, solche» 
niänniglich verl>otten, und der anmassliche Substituirte von dem 
verlangten Genu&s der Portionen gäntzlich au*sgeschlObsen fein. 

Undecimo. Keinem Olficier noch gemeinen, weder einigen 
Kriegs- Bedienten ist etiaul>et, etwas der Ordonantz widerstrebende** 
von dem Quartiers-Stand zu hegehren, oder zu erpressen, weder 
soll ein Unter-Officier, oder gemeiner auss seinem Quartier ohne 
glaubwürdigen Pas* wcnigoten* von seinem Rittmeister, odern 
Hauptmann, oder Compagnie-Cominundnnten reiten oder gehen, 
welcher dar wider thuen, und ohne Pa**s ergriffen würde, deraelb«» 
mag so wohl von der Obrigkeit eines jeden Orts, als von dem 
Land mann, oder auch von denen Officiren und Soldaten angehalten, 
in Arrest genohmen, und zu seinem Obristen, und Comroendanten, 
oder ins Haupt-Quartier geliefert, für einen Deserteur angesehen, 
und mit Kriegs-Artictil-mässigcr Straff beleget werden, wie dan 
dargegen demjenigen, m> von denen Länderen dergleichen mein- 
eidige Leuthe einbringet, das Regiment, wohin der Mann gehöret, swey 
Ducaten Kecompence zu bezahlen haben solle; wo im Gegentheil 



99 

Duodecimo. Allerhöchst gedacht lhro Kayserl. Königliche 
Majestät Sich vollkommentlicb und allergnädigst versehen, es werde 
Ton Seiten des Landes die Miliz zum Aussreis&en nicht angereitzet, 
noch darzu oder tarn Durchkam inen Hülff geleistet, oder die Leuth 
vertuschet, oder auch Munition, Mondurs und Gewöhrs-Sorten von 
solchen erbandlet werden ; Weiteres wird 

Deeimotertio. Der Miliz au ff das schür ffeste verbotten, wo 
Jahr* und Wochen-Mfcrckt gehalten werden, einige Taxen, unter 
was Praetezt es auch seyn könte, für selbe abzuforderen. 

Deeimoquarto. Wird nochmahlen all obiges wiederholtet, 
dass nemblich alle Landes-Pi essungen, Executionen, eigenmächtige 
Veränderungen deren Quartieren, Abnehmungen deren Hauss- 
Effecten, Vorspannen, und Robathen, item Forderungen für so 
genanntes Quiete vivere, Tafel-Gelder, und andere Extensionen, 
unter was Nahmen sie immer unternommen werden mögten, 
scharffest verbotten, und was etwa daran wider Gebühr erzwungen 
werden dörffte, solches alles solle wiederum men entweder in Natura, 
o*1er in Pretio forensi erstattet und vergüttet, auch gegen die 
überwiesene geflissentliche Contravenienten sogar mit der Cassation 
vorgegangen werden; Allenfalls 

Decimoquinto. Sich zutragete, dass ein so anderer Stand, 
oder auch dessen Unterthanen, Bediente, oder sonsten An- und 
Zugehörige wider dieses Regulament im geringsten beschwöret 
würden, so mögen selbe ihre Klage bey dem commandirenden 
Officier, Generalen, oder betreffenden Fall bey dem General- 
Commando anbringen, da alsdann all-schleunige Hülf, und nach- 
drückliche Heinedur durch ohnnaeblüssige scharffe Bestraffung 
gewiss erfolgen solle : 

Welch- bevorstehende Gesät z- und Ordonanzcn (zumahlen 
solche in der Billigkeit, und Ordnung gegründet) von all- und jeden 
von Anfangs gemeldt Kayserl. Königl. Trouppen, wer er immer 
s*ye, gebührend nachgelebet, und darüber bey schwerer Verant- 
wortung, und ohnaussbieiblicher Bestraffung nicht gehandelt werden 
-olle, allermassen es Ihro Kayserl. Königl. Majestät allergnftdigste 
Willens-Meynung, und ernst-gemessener Befehl ist, wornach sich 
jedermiinniglich zu achten, und vor Schaden, und Straffen zu 
hüten wissen wird. 

Gegeben in dem Haupt-Quartier zu Aniby den 1. Nov. 174f». 

Carl von Lothringen. 
*L. 8.) Ad Mnnd. Reg. Su« Celsitud. Joseph Gabriel Weiss. 

Auf der letzten Seite des Bozens, worauf die Verordnung gedruckt ist, 

fimdet (tich von der Hand des Johannes Janssen Ixmerkt: 

Dieses ist schlecht, oder gar nicht gehalten worden. 



100 

1746 Magistrat ein Klagschreiben ablaaffen an Ihro Kayt. und 

?*?"cin l Königl. Mayst. von Hungarien, mit Beylagen von Bürgeren und 

lamentabel Reichb-l-ntei thanen ihr Zeugnus, wio die Folcker es machen, und 

Bebreiben 

abgeben den gemacht haben, ein recht lamentabel Schreien, was nun Ihro Mayst. 
aui/wiâ„¢. darauff wirdt andt Worten und schreiben das wirdt mit. nechsten 

alliier volgen. 
wiu%*n*a*- * )cn 19ten 9bris wilt der Generaal-Staab jmrfors eine 

»«*•*) • Fou -Generaal-Fouderageerung lassen halten in der Stadt von Aach so 
tbou.mnnd wohl, als« im Reich von Aach, und dass mit Gewalt, und wolt von 

inner der 

siat im Aussen noch lassen etliche taussendt Man lassen einrucken, umb 

diese Fouderagerung zu volzeichen, wass aber davon wirdt, sol 

sich hernach üusseren etc. 

"wSirrtn 11 ^ n ^ *^ e Stadt Collen war ein Regiment assingnirt, welches 

Re*tm«nt den itften ilbrii» wolte einziechen, so haben die Cöllische die Thoren 

verschlossen, und dass Regiment schön abgewiesen in der Gate, 

wan sie aber also nicht, wolten sie es ihnen mit Schärfte weissen, 

wie dun auch au ff die Wallen und Statt thoren herumb mit Canonen 

und Manschaft schon besetzt wahr, wiel der Generali und dass 

Volck den CöllUchen ernst gesehen, halten sie schon rechts umb 

gemacht, und denen Platz verlassen. 

Den iftten J n Ma>t rieht liegen 12 bis 13 taussendt Man <°M reicher, 

tbrle Ma- 

•trichter wovon dan dass wurm Warnlicht* Regiment nicht hatt wollen in 
bertit. die Bracken einzeuhen, und parfors by die Bürgerschaft ihr Quartier 
nehmen. Die Bürgerschaft. al**r sich dargegen set/ent, und wollen 
sie solten so wohl in die Casernen ilir Quartier gehen nehmen ah» 
die andere und holländische Tn>up)>eu vorhin ulzeit gethan hütten, 
warüber sie dun revoltiert, die Bürger und Soldaten und da* halbe 
Regiment zu Schanden machten mit Schicken, Hauen, Stechen wie 
sie kernten, die Bürgerschaft hatt aber (berhandt behulten, und 
das Regiment hatt in die Casernen müssen ihr Quartier nehmen, 
wie dan billig, darzu seindt sie gebauwet wurden, und nicht vor 
lehr zu liegen. 

*M»»*rÄt |) cn 'Jlten l»bris hat löbl. Magistrat müssen die Fourage- 

lieberdl die n " 

Fourage Lieberung aecordeeren, umb alle Kxce*»en welche hie sellw;*, nemblich 
and ilro«t. • .,..,.. . ,, . . - , . . 

die Otncier und boldaten verübten mit rouderngeeren, dan e* 

wurde mehr zu Schanden gemacht als schier verfnudert würde, 

weilen aU-r löbl. Magist raat wegen Klagten der t'nterthanen ««ich 

im 9bri« gezwungen sauhen, wie dan auch schon etliche taussendt Rationen 

ül»erliewert wahren und von einen Staabs-Commis>ttr übernohmen, 

nemblich Hr. Janneck. den*cll>e sol es unter ihnen au.-stbeilen 

nemblich dem Vourage gebührte, su wirdt derseH* Jttnneck wider 

gleich euntermnndirt nach Rurmundt sich zu l>egeben, damit war 

alles wider eunfüßs, und dis wahren nur ein lauter angestift Werck 



101 

von denen Generaal-Cominissarien, urab Magistraat mehr und mehr 1746 
zu broulieren, gebet die Magistraat alsdan wider klagen beim 
Felt-Marschal Baddiani, wurde gleich wider andere Orders gegeben, 
wahrs dan wider ein Tag verüeden, dan kahm wider was anders 
herauss, womitt die Stadt geschoren wahr. Es scheindt das die 
teutsche Völcker unmöglich im Quartier, es mag auch sein so guth 
als es wildt, niemahl vergnügt leben können, oder müssen allezeidt 
suchen Machores zu machen und wan sie dass nicht machen können, 
seindt sie nicht anders als wans lauter Turcken währen, Ubier 
köntens nicht hanssen. 

Den 26ten 9bris hatt der Pelt-Marschall von Batthiani • Huwen 

sollen ge- 

6 Husaren lassen zum Todt verdammen, wovon dan 4 seindt gehenckt honckt 
worden am philosophien Berg ausser Junckheidts Pfortz, 2 aber 
sein pardonirdt worden vom Feltmarschal, warfor gebetten und 
angehalten haben C. Bürgers schwär gehende Weiber, diese seind a S argers ' 
nicht eher vor dem Feltmarschal von der Erdt ausgestanden, ert>ttt«ii2Hu 

Muren vom 

habe dan die 2 jüngsten als 2 Gebrüder pardonirt und vom Todt Todt. 
freygesprochen, wie auch gescheen, Ihr gotloss Verbrechen wahr 
die Passageer au ff der Landtstraass alles abzunehmen, fourageren, 
plünderen und andere gotlose Stück mehr, warüber sie dan ertapt 
und gefänglich eingebracht, deren solten wohl 60 Man sein, welche 
sich vor Husaren aussgeben und so herumb stehlen und rauben geben. 

Löbliche Magistrat hatt den Stattwächteren umb geschickt, DenllXbpü 
wegen die neuwe wirtein bergische Müntz, von 15 Creutzer oder fremod« 

ItünMen 

►pecie Schilling, dass kein Bürger sie solte embfangen bis dass es 
im gülische und bergische regulirt währ, alsdan solte man hier 
auch sehen, wass man tliäte, müssen auch die Bürger zusehen, dan 
es seindt auch falsche Nachschlug darunter, wer deren noch hatt; 
der calvinischer Kauffman Prim hatt sie in der Statt bracht mitt 
gansse Fässer, und hatt sie ausgewechselt gegen Ducaten und 
Pistolen, es währ zwar ein gemächliche Muntz, wan sie gerecht 
and nach Falor geschlagen, dan wenig Scheid tmuns hatt man alhier 
in der Statt, man wirdt sehen, wie es ander Statt und Länder 
damit machen, so wirdt man sich auch alhier regulieren müssen. 

Löbl. Magistraat hatt zwar beschlossen im Rath und by »ugiatrat 
Hr. Hr. Beamten wider neuwe Muns selbst zu schlagen, so halt ^hUgen 
aU es wirdt convenieert sein mitt Ihro Corfürst. Durchl. zu Gülich lMten - 
wegen den Schlagschatz und wan der liebe Generaal-Staab etwas 
reuiger ist und nicht mehr so grosse Unruhe verursacht, dass halt 
zu wünschen währe, wan es by ihnen möglich währ, dan alle Tage 
»tudiren sie wass neuws au ff und au>s umb Magistraat nur zu 
»cbagernireii, und nur Schaden zu zufügen, hoffen balt ein gute 
Änderung und einen lieben Frieden. 



102 

1746 Den Dien Xbris halt En. Er. Hoch weiser Kath dieses Königl. 

rlWy%S %S * uu ' 8 Mn< * Kayserl. freve KeichssUit Aach dem Hr. Frans Michael 
8tftuiadicnt Fabry zum Sindicus adjunctus ernent, Wv Lebenszeiten der z.wey 
andere Sindicussen, als nerolich Hr. sind. Dcltour, welcher ein alter 
verschlissener und gchobr-losser Man, and dem Hr. sind. Heidendael 
welcher ausser Vernunft gerahten und vielicht niemahls mehr 
capatal zu solches Amts Bedienung etc., wie dan alliier ein Man 
der gantz ist solches Amt bedienen mnss, absonderlich by jetzige 
Conjuncturen, woh die Stadt in so grosse Unruhe sticht. Wünsche 
ihm viel GelQckx und langes Leben. 
All« «§ j) em GeneraaKStaab und sämtliche Soldatesco welche im Reich 

â– Ml MAB 

wm Heue« und Statt Aach im Quartier liegen, suchen und erfinden alle Tage 

nttt QdMD 

8oi<utcn in wass Neuwes, nur umb Löbl. Magistrat und deren Unterthunen zu 

der statt exerciren im höchsten Gradt, dan den lOton Xbris haben nie im 
Reich widerQmb lassen fourageeren, da doch von dem Generali 
Feltmarschal Batthianv den ausdrücklichen Befehlch ertheilt und 
laut ihro Kays, und Königl. Mayst. Regulemang nichts der Statt 
und Unterthan zu kränken, sonderen mit demjenigen, wass der 
Borger und Untcrthan hatt, und ihnen vorletzt zufrieden zu sein, 
gegen bahre Zahlung, Quitung und Contra-Quitung, und noch mehr 
weil Magistrat alles Fourage und es oder Muntportions lieWen 
thut, da dan alliier in der Statt atiflftn Hirsehgrahen im Cafferts Hauss 
zu dem Endt ein Magasin ist auffgericht, damit t die in der Statt 
sowohl als ausser der Statt ihre Fourage und Fortiones «ölten 
Itekommen, dem nnahngesehen, e* mus doch nach ihre l'feiflen 
getankt werden, und suchen nur ihre Bflrse zu spicken, in der 
Intention gehen sie bij denen Hauren fouderageeren, wan al>er der 
Baur umb Erhaltung seiner Fournge umb .seine Bellten zu ernehren 
ihnen die Fourage mitt Geldt Wzahlt so lassen sie es bleil>en und 
gehen wieder auff einen anderen loss. 

Es ist zwar verordtnet worden von lühl. Magistraat alle 
vorrahtige Fourage zur Statt hinein zu bringen umb sie in Siebet beit 
zu halten vor der Cnterthan, dass i*»t auch ungemfichlich wan er 
dan etwas« nothwendig vor sein Fieg hatt. hatt en* auch nicht 
gleich by der Handt, und mibs es >cll>er zur Statt komen aus- 
höhlen, es wühr doch noch liesser als dass Alles wech fonderagirt 
wird und darnach noch nichts darvor Wkommen solten. i«*h glaub 
dass e> ehnder möglich wahr, dass ein Mensch der Laussberg thäte 
hin wech rucken. als die tentM'hc Folcker im Quartier kanten 
friedtsaam und vergnflgt leben. 

marJhiii ' >er 12*** n Xbri« i*t den Gencral Geissruck alliier ankommen. 

von lutthi- um), t \ AS fi Coiniiimido 711 filNTnehnien. vom Feltmarschal von Hatthianx. 

»•ck itrm welcher d**n Hten oder K.ten von hier nach den Haag in HollJU»- 

Ru|. ° 



103 

diaeben abgeheilt» uinb aldorten eine Unterredung zu halten mitt 1746 
dem dnx de Gomberlani wegen künftige Campagne. 

Mitt dem Generaal Geissruck ist auch fiberkommen der 
Generaal Palvi welcher aneb alhier komt Quartier nehmen. 

Den 12ten Xbris hatt auch Löbl. Magistr. die Bürgert Gapü. ^ 
I«eut. und Fftndr. auffgegeben, ein Jeder in seinem Quart k-r oder 
Graffschaft die Köpff oder Minner anffranehmen, auch ihre 
Hantierungen und Gewerb, umb einen Überschlag zu machen wegen 
des Staabe, Garaisoun oder Einquartierung, welches ein schöne* 
und ehrliches der Statt kosten wirdt, wans nicht wohl thut 
aussscblagen. 

Dass Klagen der Bauren im heijsigem Reich von Aachen im 
wehrt und bleibt wehren Ober die Officier so wohl als Soldaten, 
und ist kein Tag dass nicht von al ler band t Klagten eingebracht 
werden, aber was ist*, nichts wirdt abgestelt, die Officier dornen 
noch wohl aussagen, gehet nur klagen, unser Feltmarschal ist nicht 
hier, der ist nach Holland t umb sieb mit dem dux de Comberlandt 
zu liesprechen wegen zukunftiger Feltzug, und de weil ihr nach 
Wien zum Kayser und Kay serin geklagt und geschrieben hatt, und 
ehe ihr wider Andtwordt bekomt, haben wir euch lang aufgefressen 
und unseren Willen gehabt in allem. Unsere Königin und Kay serin 
wirdt uns desswegen nit »traaffen, dan wir bekommen unsere 
Besoldung nit, wir müssen doch leben und Gelt haben Gebet nur 
hin ihr Baoren schon klagen, wir werden euch braaff nagen, wan 
»** schon dein legten Heller is, dass du fil liehältst iss ungewiss. 

Zu Mast rieht wird starck gearbeitet und 4 Reihen Palisaden 
uuil> die Statt herumb gesetzt, warzu dan alle Bauren müssen zu 
helfen. Die Berg werden eine Stund in die Runde alle eben gemacht, 
und müssen fiel Haider da herumb wechgebrochen werden, damit 
man auss der Statt by 2 Stund herumb sehen kann, damit der 
Feindt sich nirgen kan auffhalten, dan sie sein verflucht bang in 
Mast rieht dass die Franeosen ihnen kommen ein Neuwjahr wünschen, 
welches» auch leichtlich könte geschehen. Man muss die Zeit 
erwarten bis darahn. 

1747. 

Den 2ten JunlL ist eine grausame Tbat begangen worden \ui, 
ahn ein Husarenofficier nemlich ein Lcutenandt albier in Aa/h im ****- 
.luffui Marck, im Birrenbaum von dem Jakob Hohkirchen, welcher Den iten 
\. rg^melter Leutenant 8. Hiepen mit seinem eigenen Säbel gegeben, J£i ' /»kot 
warvon 4 todtlich befonden seindt, wie er Wacbtm r _-Leutenandt JJ^^^^J 
•lan auch des anderen Tags darauff gestorben, dan die Doktors J^*^^, 
Italien referirt nach der Fisitation, wie dass es schier unmöglich **bei 
wühr gewesen, dass er so lang noch hätte leben können naebdemahl 



104 

1746 den Köpft' gegolten ist gewesen von for an den Knocb von der 
Naass bis hinten durch das« gansse Kranium durch dein Gehirrn 
etc, das der Kopflf, wa rüber aber der Tbflter ut gleich in fariuin 
ergriffen and einhaftirt worden, seine Vetteren und S waberen aber 
seindt ent lauften, welche dan seindt gangen zur Stat hinaus* und 
ihre Sicherheit gesucht, wan sie es halten können. 
i»n m*u Den 5ten Jan. hatt evn Lftbl. Magistrat! durch Öffentlichen 

Jftn. wegen 

d«M ■pAbteTionimelbchlag ein Kdict lassen publiciren durch den Statt-Adjutant 
»■der« u- wegen dem Nachts spHhtes Zechen, wegen Schiessen, IUmouren, 
•o en 00. g^nreien un( j gi Q g eQ au ff die Gassen, nicht nach zehn Uhr sich in 
die Wirdtshftusser mehr einzufinden, denen Wird und Gttst so dan 
in ein Straff von 6 ggl. sollen verfallen sein, auch keiner mehr 
nach acht Uhr ohne Licht über die Gassen zu gehen, auch dergleiche 
8trnaff sollen verfallen sein wie oben gemeldt. Schön, flberauss gut 
wans gehalten wird und nicht von den Hrn. und Haltten es selbst 
Ober trotten wirdt zum Ersten. 

Vtaflii |Tm Auff * !en 6ten Ta # Jan - nelIlblicl1 ftuff Hl. Diey-König-Tag 

IT ad isooo seindt alliier im M Allster- Kirch ein erschrerkliche Menschen 

Monocben 

tnMftiitter gewesen als in 50 Jahr auff diesen Tag. man hat sie geschätzt uuff 

17 ad 18000 halte mehr als weniger, welche duss hohe Ambt d«»r 

Hess haben beygewnhnt, die Leut .«ein von 5 ad 6 Stundt weith 

hiehin gekommen, es schier unglaublich. 

AHerbwit Dijj 1747te Jahr fanget ahn mit t tili grosse Unglflcker, dan 

mit Morden man bohrt anders nichts als von IMschlagen, Kr mordungen, 

■cbUfen. plötzliche Todtsfilll und sonst dergleichen. Der liebe Gott wolle 

es änderen. 
LitTtrans- Wie dan zu Mast rieht durch zwev Ofticier von den Ost reicher 

in dt so 

iu»tricbt ihren eigen Lieveran*-Judt grausam umbs Leben gebracht wegen 

ermordet. . 

seinem Gelt und Schatz, und ihm in Stück zrrhatiwen und in ein 
Kist o<ler Koffer einge*chloK!*en und in die Maass verdenket, des 
ander Tags darauff wirdt da>s Koffer am l'fler au» sgrfi sehet und 
den ermordten, xend Ocker, zerhauwener Judt gefunden, wie es 
denn gleich i>t ausskommen weis gethan hatt und die Ofhcier* in 
Haften genehmen. 
J. l, 'S m P dl Von alle Öiter hierum vernehmt man anders nicht» ah 

l »glarker 

btn und Unglücksfall, wie auch muthwillige Todtsehlag und Allerbandt 
Tildtlichkeiten, Mtith willen, g«.»tll«»>se und ehrvergessene Thaten. m> 
wühl in dieser Statt als Tcritnrium von Aach, wie auch in uinb- 
i»en liHen l"'g«*nde l*and tsc hatten und H**rrli< hkeiten. 

**2\ t f iuAt I>en 10. .bin. seindt Sehniei>gcMdlcn v*»n Heulten»»- Winkel 

geoeiien im wei:**n retalliren und riii/ehoi^anikfit d»*r Obrigkeit im Gra» 

Grubami 

in Haften hingefühit woiden autf Wasser und Hrodt zu AbbQssung ihrer 
worden. Frftvel wider ihr Obrigkeit. 



105 

Hernacher gehen die Schörersgesellen in gansser Gemeinde 1747 
bey einander nnd machen einen Schluss, nich eher einen dem Herr Dle 8ch . * 

* 1 rcmgeiollcn 

Heubgens nein Winekel zu bet retten bis die vier auas dein Grasshaus "»eben 

Hcubgent- 

endiledigei aolten sein, nnd dass ernsthaft zu halten und den winke! faul. 
Heubgens- Winckel solang vor faul zu halten. 

Es komt aber ein Gesel der von des Hr. Heubgens Winkel 
vorhin dependirte und binderbringt ihm, Hr. Heubgens, solches, 
woranff Heubgens so dann ein solcher nachfolgender Schluss fasset. 

Er l&sst alle Schörers-Meister bysammen beruffen, und übergibt^' Jjjjj 
ihnen alle seine Arbeit nnd Tücher mit dem Beding, kein Meister » lle B « ln « 

Gesellen 

seih vorhin gehabte Schörers-Knecht Arbeit zu geben, so wollt er faul. 
ihnen stettieb seine Arbeit lassen genieasen ; welches dan bemelte 
Meisters und Baassen haben angelobt, solches Also treulich zu halten, 
n"ch temehr darnmb, weilen die Gesellen auch mit die Meisteren 
in Unruh stehen, und ihren Meisteren allerhandt Verdruss und 
Brafahten machen, daby doch die Gesellen ihr eigen Unheil nur 
suchen, wie dan anjetzo geschieht, dass ihrer 40 Gesellen nur allein, 
welche by Hr. Heubgen in Arbeit gestanden, anjetzo müssig gehen 
müssen, weil alhier in der Statt ihn kein Baass wirdt Arbeit geben, 
and dass by Winters- nnd theur betraagte Zeith. 

Den 17. Jan. komt ihr Excelens der Generael Feltmarschal Den it. j»u. 

der Felt- 

von Batthiany anss den Haag alhier wideruinb ahn und bringt ein marscbai 
schOne Snm Gelt mit auss Hollandt nnd Engeland t, welches sich bringt "eit 
belauft auff 6 Mahl 100 taussent Dukaten, welches unsere Hr. eine ^hJJJ, 
>fute Zeitung vor der Stadt wahr, damit man nun auch ein mahl 
Hoffnung haben kan, unsere Fourage und Mundtportiones welches 
ihnen, nemblich der Stoab und Zugehörige, ist geliebelt worden, und 
an noch geliebert wirdt. Hoffe es wirdt wohl ausschlagen. 

Den 20ten Jan. körnt der Kayserlicher Gesandter Herr GraaffDcn vk Jan. 
von Hagenbach und ersucht Löbl. Magistraat von Aachen in Nahmen Rays, und 
ihru Kays, und Königl. May st. von Hungarien ahn, umb Lieberung Mayst. g Y<m 
etliche hundert Recruten oder Manscbaft alhier in Aachen vor ihro ft hn D £JJ° 
May «. anzuwerben, mit dem Beding, dass ihro May. diese wolte w J2jj} 1 jJ B , n. 
bezahlen, par jeden Man 10 Gulden rheinisch. schalt. 

Aber bei jetziger Conjunckturen und sonnten uns nahe liegende 
Gefahren dUrff die Magistrat sich dieses nicht unternehmen noch 
nicht gedenken, wegen Frankreich welcher uns zu nahe auff den 
Leib sitzet und nns deswegen schon und übel solten hernehmen 
mit Contribntion nnd andere Ungelegenheit, als mit der Handel 
der die Statt Aach in seinem Landt als Fronckreich treiben muss, 
welches slsdann unsere Statt einen mereklichen grossen Schaden und 
Xaihtbeil solte nach sich zeichen, diese und dergleiche mehr 
Umstanden mit Erwehnung von unserer guten Willen, dieses gehrnen 



106 

1747/u wollen, ihro MayestHt Willen unterthiinicht* zu fol führen, aber 
wogen erwähnte Umbs fanden solches nicht von der Stadt obn 
Schaden und grossen Schaden gescheen kan, so hat Löbl. Magistrat diene« 
alles ihro Kay. und Koni gl. Mays. mit ein freundlich Schreiben vor- 
gestelt was massen dieses nicht durfte noch könta unternohmen 
werden, und ihro Mays. unsere Statt damit wollte gnädigst Übersehen 
und von dergleichen freysprechen, wass aber au ff. Magist". Schreiben 
wirdt vor Andtwordt kommen, moss man mit guter Hoffnung erwarten. 

Und wan solches von Löbl. Magistrat konte und durfte 
unternohmen werden, so sol man können unsere Statt fieles bösse 
Gesindel, Müssigganger, Nacbtsbaganien und desgleichen endtlftdigen, 
und noch darzu vor jeden Kopff 10 Gl. rheynisch empfangen, das* 
solte noch von denen losse Gesindel etwas austragen, aber dis 
kan nicht gescheen. 

Wan aber ihro Kays, und Königl. Mayst. eine eigne Werbung 
alliier wolten lassen ahn&tellen, dieses soll man nicht können ab* 
schlagen, damit doch die Stadt von dergleiche losse Gesindel etwas 
geläutert werden könnte, welches ein hoch nChtige Sach währ 
alhier in Aach, dan es (kann) schier Aliens- und Nachtszeit kein 
ehrlicher Mensch über die Gas* ohnmolestirt hin und hehr gehen. 
Es wird doch noch ein mal il geändert und getassert werden. 
J 1 ^.*!?' n I>*n 4ten Febr. seitidt auch zu Mast rieht die 2 Officiers, 

•Hndt dir 2 

ornrirr« tu welche den Lieverans-Judt umbs lieben bracht hatten, lel»endig 

gtridirt gerädert worden, ausser die ßo*chcr Pfortz, mitt ein Jeder gegebene 

22 Schlug ehe sie den Gnadensehlag bekommen hatten, und hernach 

auffs Hath gelegt worden. 

Dm cten Den 6. Febr. hal>en die Stalw-Offieiers hier auffm Comphaus>- 

di« öfflrim Rath einen francosischen Spion eitappett und im Stockhau&s gebracht 

spion fr- worden, woranss er dan selbige Nacht sich aus»praktisirt hatt und 

upt ' in dein Capuciners-Clo>ter gelauffen, woh dan der Feit mar schal 

geleich hinschickte, wofern sie dem nicht ausgeben wolten, so w«dt 

er eine Oompanie Soldaten hinein legen, also ist der Guardian gleich 

nach den Feltmarsehal hingangen, und haltet ahn, dass sie solche* 

nicht künten wehren wan dergleiche Lcuth in ihres Clo^er sich 

thUten salviren und dergleichen mehr, ob nun dieser Mensch sich 

liatt salvirt und in Sicherheidt gebracht, davon hatt man nachgehen* 

nichts mehr v*»n gehurt, und gewißlich die Capuriner werden ihm 

heimlich wechgelmlffen baWn, welches so dan >ein Glück ist gewesen. 

» komm, n Weiters den *J. Februar und schier alle Tagen von zeitb da*n 

tnmrr Klan* . 

t«n ein «midie Truppen alhier und im Kei<h von Aachen im Quaitier gelegen. 

rtr. kommen nur lauter Klagten ein hochlobl. Magist rat t von grau** 

Krpres^ungen von tielt. Fleisch, llrodt, Wein und Anderes wa« »if 

oonst nuthig hal>en, so wohl Officiers als Soldaten, das« es eine 



107 

Schandt vor Gott ist; wass ist dabey zu thun V Klagt das* löbl- 1747 
Magistr. an die Generalität, es ist schier als wanss ihnen ebenfill 
ist sie stellen doch nichts ab, a contrair, es werden die Offieier 
noch schlimmer als von zu vorn, und ob der Baue weint, ob er 
lacht oder bitt wie er will, er mach auch sein wehr er wil, es 
heischt ßanr schaff, oder etc. 

Ich glaub nicht, dass alles also erlaubt ist und sehwiirlich 
Godt der Almachtiger solche Menschen ihr Wapffen kan segnen, 
man sieht« auch gnug vor seine Augen, das Krebsgang gehet. 

Den 12. Febr. weilen die SocieUU Jesu alzeitt die leste 3 Tilg dcu 12. 
um Fastnacht ein 40stundiges Gebett halten, und alsdan ihre Kirch j^niur he 
und Altahr auffs kostbahrste zieren mitt «über und gülde Geschir, q »aSfob in 
so haben sich 2 Spitzbuben unterstanden des Sontagsabens sich in ibro Kircu - 
der Kirch einspMhren zu lassen, und sich verborgen in ein Beichtstuhl 
in Meinung des Nachts etwas zu rauben und des Morgens by Er- 
öffnung der Kirch wider herauss mit ihren Raub zu gehen, aber 
e^ ist ihnen misslungen weilen alzeit, wan die Jesuiter ihre Kirch 
nuffs köstlichste geziert haben 2 Bruder in der Kirch wachen müssen, 
und sich alzeit in die neben den hohen Altar stehende Kapellen 
sich auffhalten, und diese Brüder höhren by Nacht etwass Rispelens 
und Bewegens in der Kirch, gehen und suchen alle Ecken auss 
und finden meine gute Spitzbuben in denselben Beichtstuhl, heischen 
ihnen herauss kommen und so dan befragen, wass sie alda machten 
und von Schrefken kontens kein Antwordt geben. Also machen 
>ie Lermen, so kommen noch andere hinzu und führen sie im 
Cl«>,! er hinein und striegelen diese alda wohl ab, und thu sie mitt 
Gewalt bekennen, wass sie im Sin hätten gehabt ; also bekennen 
diese, in der Meinung aldah etwas zu rauben, w<?ilen sie in Nöhten 
wahren gewesen, nnd dass sie Vatter und Sohn wahren, und wass 
sie H»n»t noch mehr dahehr schwätzten, wir wollen euch ander 
Gedanken machen antworteten daranff die Jesuiter, und sperren 
i*«»;l»ige ein und zerprügelen diese alle Tag :> mahl recht, derb ab, 
und bekomen nur einmahl des Tags zu essen, und dass also 14 Tilg 
lang. Weilen aber die Geistliche keinen Mensch seine Ehr benehmen, 
und diese auch nicht wollen bekant machen, und sie selber darfor 
^nng absti äffen, so wirdts doch bekent wegen Vermissung diese 
/w*-y schöne Vögel, und wie gesagt wird schon gnug bekilnt sein ; 
Gott gebe, dass sie diese Corexion ahnnehinen und vorhin seine 
L^bon besseren. 

Donnerstag, den 2-t Febr. 1747. 
Kleines Ratlis. 

Weilen Em. En. Rath vorgekommen, dass durch beyde Chur- 
fürM liehe Durcbl. Durchl. zu Collen und Ffaltz Jungsthin newe 



108 



1747 MOntz- Verordnungen oder Edikte au sage kommen und public iret 
worden seien, und dan dienlich und nftthig ist, das* hiesige Stadt 
mit vorbemelten Cöllnischen und Güiischen Landen commerciren 
kOnne, also (hut En. Er. Kath die folgende Silbei-Müntzen, als 

Ecus a 3 Couronnes. 

O&ldeu. Mirck Bosch. 



11753 die gansse 


ad 15) 


') 


Die gnntze . 


• 


ad 14 2 


• 


Die halbe 


• 


7 1 


• 


Die Viertels 


• 


3 3 


3 


Die übrige nach Proportion. 




Ecus de 


Navarre 








Gülden. Mirck. 


Butcu. 


Die gantze . 


• ■ 


. ad 11 . . 2 


— 


Die hallte 


• • 


5 . . 4 


— 


die drittel . 




3 4 


4 


die viertel . 




2 5 


— 


die sechstel . 




1 5 


o 


die achtel 




1 2 


3 


die zwölftel 




— r» 


4 




Ecus 


L h 








Gülden. Mirrk. 


Busch. 


Die gantze . 


• 


ad 11 - 


— 


die halbe 


• 


5 3 


— 


die viertel . 


• 


2 4 


3 


die achtel 


• 


1 2 


r. 


Die Chur-Cöllniscbe und Chur-ITalt/ische 






gantze Kopfstück ad 


1 1 Gl. r» M. 4 b 



Den loten 
Martt i 



dergleichen hall* 5 5 

Valable erklären. Signatnm ut supra. 

II. Alb. Ost lender 
•I. U. Lic. Secr. 
Hat I5bl. Magistrot die Einquartierungsgelder durch der Statt 
ausgeschrieben, und mitt gedruckte Zettel durch die vier I)flrg*rm. 
Diener mitt Wv sich habende Wächter ausst heilen lassen warftWr 
dan die gemeine Bürgerschaft heftig sich aussgelas&en, mit dem 
Vornehmen, nicht» darahn zu getan, oder die Magistrat holte dif 
dubtalte Accinsen wider auff vorigen Fuss hetzen, also wolten sif 
sehn, was* sie auch thäten. 

Al>er wer Verstandt hatte der sagte nichts darzu, tondert-n 
haben gleirh ihr Quantum eingebracht mit Zusag, by solche Zcihten 

') Da* Kingefasstr tut ein etm Janssen auf dem gedruckten Ejremplar 
der Verordnung geschriebener Zusatt. 



109 

mos* ausserordentliche Mittel gebrauchen, damit t dass Statthauss 1747 
nicht zu stark sich thäte in Schulden setzen, alwoh es annoch in 
ist von dem lieben Seckendorff hehr, wo es vieleicht noch lange 
Zeit sich nicht wirdt aosswickelen und noch die grosse Theurung 
moste auffolgea. 

Es gestehet auch die Magistrat, dass fieleicht etlicb Bürger 
etwan zu schärft wahren angeschlagen, aber wan sie sich einsielten 
und in Willigkeit gefunden werden, auch einen Abschlag gescheen 
solle, damit sich Niemand beklagen könne. 

Hatt löbl. Magistrat! den warmen Schwefel-Brunnen im Den ti. 
Kavsers Bath lassen eröffnen, dem Generall-Feltmarschall ßatthiani ** 
zu Gefallen, mit Beysein seines ganssen Gefolg, wie dan auch die 
Nadelfabrick ihm ist gewiesen worden mit gross Vergnügen des 
gmnssen Gefolg, wie ihm dan auch ein honorabel Präsent gemacht 
mitt Bath Schwefel und Nebnadelen, aber ein klein Trinkgelt die 
4 Diener ertheilt, das nit der Mühe werth ist, hiebehr zu setzen. 

Dieser Feltmanchal sambt die andere hungarische Generaais 
haben auch dem Hr. Secretari Couven auffgetragen einen Abriss 
von die Hungarische Capell zu machen, diese solt erneuwert werden 
und mit lauteren Marmor besetzt werden und auch ein Marmor- 
Altaer, es mögte kosten wass es wolle ; aber ich bin bang es gehet 
damit wie es gangen mitt duss Vornehmen vom oben gemelter 
General Forgatseh am 17 und 27t en Blatt schon gemeldet etc 
gesehen, und nichts davon kommen konte, wiewohl der Secretari 
und .Stat-Architect Couven die Abriss schon gemacht vor dem 
Forgatz so wohl als vor dein jetzigen Generael Veit-Mai schal 
Battbiany etc. verfertigett, und den überschlng schon gemacht, wass 
•*> >ol kosten, dannoch vieleicht nichts davon kommen konte. 

Ja so gar dass Capittel hatt schon ahn gehalten umb über Dm capitte 
bemelte Capell die Diiection zu haben, durch den Canonicus Camps, J^pJJjJl 
w-l<*her wohl mitt die generalität bekant, und desshalben darumb tlon * h a nwe 

° ' gen der 

angebalten, da doch Magistraat alzeit und von lange Jahren hehr ungarische 
dte Direction darüber gehabt haben, und alzeit die Schlüssel der 
Capell und Kleinodien und auch allezeit die Renten ausstheilten 
an die Beneficianten und alzeit ihre Platzen sambt den Schetfenstuhl 
Urein nimmen wan sie au ff denen FfisttHg: wil sagen Processions- 
Täg müssen in den Duhin gehen, wass nun wirdt gescheen wirdt 
man holt sehen. 

Den 12. Martij haben beisige Capuciner eine Canonisation Den 12. 
jMiatt von 2 ihrer Ordensgeistliche, mit Haltung ein solerane *" l r ü i2£i 
Procesöion mit dem Hochwürdigen Gnths duich die Stadt, warzu ^JI^ 1 ™ 
«Un regierende HHr. Bttrgerml? invitirt wahren sambt die NumKnner Heüigeu. 
umb den Himmel xu tragen aber nicht zur Mittag- Mahlzeit geladen 



110 

1747 worden, aber der dabmabliger Guardian tat dieses eingerollten 

nn^bciiV Wül ^ en » c ^* cse grosse Ungeseheidenheidt za begehen, aber die HHr. 

Hiir Bür- liUrgermeisteren sambt die Numfinner seindt nicht gangen, noch 

gertn. geben 

m.iit miit auch Niemand t von Seiten der Magistrat. 

Der Dulim-Dechant hatt das« hohe Ambt celebrirt wie auch 
da«a hrw-hwUrdigeGuth mnbget ragen, und ihm haben hegleihtet unter 
den Ituldachein oder Himmel der Hr. ftcheffen Peltzer und Jnltan 
Wespeing, wie dan auch wohl daraus* abzunehmen i^t wer diese.* 
dein Guardian eingeruhten hatt, weilen die : Canon icoa, Hr. Schelfen 
in itt von dermahliger Winterquartier *eind belegt worden etc ; wie 
dan auch der grosser Hr. *Ioan Wesping, die es besser können thun 
al» die gemeiue Bürger : und also dieses haben angestellt au*s 
Groll halber, und das* zu solcher Zeith da man mit L dem Herrn 
HimmeU und der Erden «oll umbgehen und denselben einen Dienst 
erweisen, aber auff solche Art li eine grosse Hescbimpffung anrichten. 
Gott wolle es ihnen und uns alle vergaben, womitt wir ihm 
oft in «ih 1 beleidigen. 

Allein dieses wirdt denen Capucineren nicht «o balt vergelten 
werden, deweill hie allezeitt von der Magistrat vieles Guth* 
emhfangen hal>en. Sie werden siisli einen Dorn im Fuxs get retten 
halten, der ihnen l.iug wirdt * währen, ehe er wider au«*» wiidt 
gefallen sein. 
h*n n. Den 17. Martij in der Achtagen deren vorbenente zwev 

eine hmb/mi Heiligen, Nachmittags vor d.i^s der le»ten Segen nach der Compb-t 
cii^rKVrl'ii s0 ' ,I,lt ^ ^ vm hoch würd igen G uth gegetan weiden, wirdt eine atareke 
Krh<.iirt. stimm in die Kirch gehohrt, mit! Verwunderung aller alda \ei- 
>umlete Menschen, aber Niemandt hatt können verstehen wn*s hie 
ge^igt. So balt der Segen vorbey, h»t diese Stimm nochmubl* 
gehört h worden, abo htaieker wie von zu \orru f alier man hatt 
wider nieht* davon verbanden, außerhalb da*» die Leuth ziemlich 
seindt erschrocken gewe>en. 
D^n M. \)vn 2o. Martij hatt lübl. MagiMrat von die Crei>»-Ver>amm- 

•*hmi^ii lung aiisehreiU»n bekommen wegen da*s Cra\>- Kontingent /u lieberen, 
rraTw'"..!!. welche.«« W>tehet in eine fompanie von 1 Hauptmann, Leutenandt 
tin^i.t un< | pjjnjj^.j, Hunbt 82 Gemeine und mußten >elbyge in Marsch- 
fertigen Standt geMellet werden, bis auff nech*te Oidre können /u 
marschieren, aber ich glaub e* wirdt damit gehen wie 17*l> 
M*lbigm;ihl wurde auch Au-ta!leii g*uia'ht und kahme nichts dav«>u. 
wie dan auch gexheen. 
i»m ui*u Pen 21. Martij i*t /u \Y ick erat h zwischen denen Katholischen. 

Martij wr« 

itinji't man falviner und Lutcraner**n vorgefallen, da>> weilen datiMge 

M»nij xu "freut /.In lider liaWn wollen rinen eathoÜM'hen Kranken öffentlich 

U-richten mit dem Ifoeli würdigen Guth, >eyndt die Calviner und 



111 

Lutheraner hinzu gefallen und dem Geistlichen Creutzbrüder mit 1747 
Stein, Dreck und andere Thätliehkeiten zugeworffen dass derselben ^Jj^jf^o 
batt seines Lebens müssen salviren und alle dabey seinde Menschen undcaivtnei 

ja int Tor- 

und obschon dazumahl Ostereiches Garnison oder Einquartirte da gangeu. 
wahren, haben dieselben doch nicht gewust wnss dabey zu thun 
wahre, allein es wt doch sogleich nach dem Churfürst von Gulicli 
beriebt worden, warauff dan derselbe gleich Order gab hundert. 
Dragoner by dieselbe noch alda liegende Östereicher sich auff schärfte 
Eiecution zu legen, und sich alles thun und zu lassen anschaffen, 
benebens alle Tag ein jeder Soldat einen rheinischen Gulden und 
wass nachdem weyters sol vorgehen musten sie zu gewarten haben. 

Den 29ten Martij zeichen die östreicher von hier anss dem Den 29tcn 
Reich von Aach und umliggende Orter nacher Maseyck sanibt den chen die 
Generael-Staab von Aach, welches uns und denen Baursleuthen YO n£? e rami 
einen Muth machet, und wohl wolten wünschen, sie hier uns Lebtag "u^eick.* 1 
alhier zu Landt nicht gesehen zu haben, dan sie habens sehr gotloss 
gemacht, nicht wie Freundt, sonderen wie der ärgster Feindt, initt 
Erpressungen von Geldt, Montportionen, Lein wandt, Camaschen 
and andere ihre Not h wendigkeiten und dass unentgeltlich mitt 
lauter Schlug und StÖsse des armen Landt-Volcks und wolten die 
Oftieiers auch noch von unsere Magistrat Attestaten oder schriftliche 
Zeugnus haben, dass sie sich alhier wohl verhalten hätten, wass 
ein gotloss frech Begehren, welches ihnen aber plat abgeschlagen 
und mitt Zusag alles ihres Verhaltens nacher Wien zu berichten 
wie schon und woll sie sich alhier verhalten hätten, dan da lege 
(liegte) sch5n ein gansses Buch Papier mitt Klagten angefült be- 
schrieben, dass würde ihnen dienen als ein Wohlverhantens Zeugnus. 
Aber wie sie ein Ernst von hiesiger Magistrat sahen und dasselbige 
vor ihnen nitt wohl würde ausschlagen, haben sie forthin kein 
Attestat mehr gefordert und etliche Bauren ihr Abgeraubtes aber 
nicht all widergegeben und damit abmarschiert mitt wohl gespickte 
Beuteten, es ist schier unmöglich, dass ein solches Folck könne 
Glück und Segen Gottes haben, so als sie seindt vom Landtman 
oder Baursman verflucht und verwünscht worden. Der liebe Gott 
will geben, dass sie so balt nicht mehr widerkommen. 

Da* Regiment von Waldeck ist das gotloseste gewesen ; die 
halten noch übeler als Türeken und Heiden gemacht das es nicht 
wohl zu beschreiben noch auszusprechen und einzubilden, woh ein 
Christ mit dem anderen so könte verfahren, wan sie auch die ärgste 
FVindt auff einander wahren, so sol doch ein Christ mit dein anderen 
Pflicht seines natürlichen Gewissens also nicht verfahren. 

Wan auch diese Menge Klagten ahn ihm MayL zu Wien 
ankommen sollen, wohe nicht an zu zweifflen ist und thäten solches 



112 

1747 nicht nach der Gerechtigkeit anderen zum Exempel tastraffen, ho 
glaub ich mit meine geringe Vernunft würde der grosse Gott an 
ihnen rächen und um Platz deinen Wapffen zu segnen» seihige ver- 
fluchen, und ihre Feindt (Hierlassen ihnen zn /.(Ithtigen und zu 
straffen wegen .solche Ungerechtigkeit welche sie so wohl nhn ihr 
eigne Landt, ftl> auch an Frenndts Lftnder begangen und verOM 
haben. 
Denn. April f) en \\, April int der wohl edelgeliohrner Herr Scheffen 

stirbt Htrru * ° 

Bürgerin* Bürgerin 11 undrn\vherr von Brouch in Herrn Gott selig endtschlnffen 
im "»K Jabr im 78. Jahr seine« Alters und 24 Jahr seiner ltegieriiug. Gott 
ttn!**«. <n gebe ihm die ewig«* Kuhe und das ewige Lieht erleuchte ihm, las* 

*"££*' ihn ,ullon i,n N'Meii. A,u0 »- 
Den n. Aprti Ks wil die Generalität die von hier mit Gewalt hinweg ge- 

Eifer noch nohmene, Khiiren und Pferden, wie mich denen Hamen nicht wieder 

gekommen, kommen las*en, es sev dan d.is* ihnen einen VerhaltungS'-hein oder 

Zengnus geben thäten und die arme Leuth seind schon dabev 

gewesen vom 27 Martij bis imch zu dem 17 April. 

17. Apnn |Vn 17. April ist erM das Oster- Vogtgeding gehalten worden, 

Streit w»Krii ! » o o r 

iIm vobi- welches der 10. April sol bein gehalten worden, weilen aber tb«r 
fffetratt rtr Scheffen Hurgerm r nemblich Hr. HHrgerm r von Broich gleirh 
feuRtuhL geMorWn, so wollen die Seheffen haben es könte kein Fogtgediiiir 
sein norh gehalten werden als mit 1 2 regierende llllr. Bürger- 
meisterin, und lies>en dargegen protestiien etc, al>er als heut wie 
oben hiutenden data doch gehalten wonlen, um! wahren <li»* 
Persohnen diese, Hr. Bürgerni r de Loncux im Mitten, Hr. Bürgerin' 
de Oliva zur Hechten, und den Statthalter von Dussel zur Linken, 
welcher dan von der Magistrat!) gesteh w.ihr am Platz de?* 
Statthnlteren Schultz in Abwesenheit des Yogtimiynn-n de Hoiii-eiir, 
wie dan sieben Scheffen folgten .sunbt Scheffen Sindice und Zugehörige, 
womit dan das Vogtgeding volb-nzogen und gehalten worden wie 
sonst brauchlich. 

Wan nun Magistrat m» kitzlich als wie die HHr Scheffen 

währen, hiitten sie über die«* Vogtgeding wider /.um Schreiben 

kommen, und von lieideii Seihten sich wider M-hagriiiirt und ein 

Hautfen Gelt die wech>eli>che Kaiuer heimgejagt, aWr die HHr 

Scheffen halben »ich Uildt wi«ler l-edacht und au ff andere Schnür 

gespielet. 

Dm 19. April [> en [$ April kommen un?»ere Keiehs-Kahren von der Armev 

Kaiirru in»«. |o>«» f wril >ie von Palm^ontai: daU*\ «»eindt gewesen, und da** nicht 

>«nder grosse Mühe und gioa«.«* V u kosten der Stadt und Kei.di 

von Aach. 

I |S£L A dM >1 Den 2.1. April liuU-n die Minderbröder eine Canonisation geh-idt 

btSlrr'eiiie v,,n e » n# * r i" p er * >rdensgei»«licbf nemplich Petras regulatij, w«b> dan 



113 

das» hohe Ambt gehalten der Hr. Prälat von S. Corneli-Münster, 1747 
nnd aoch das hoch würdige Guth umbgedragen in Procession, sambt c » non1 «*- 
der ganssen Magistratt, wie dan Hr. Bürgermeister de Loneuxvom h. pe- 
nebst dem Hoch würdigen mitt dem Hr. Schaffen m r von Lambert um« 
wegen Absterben des Hr. Bürgerm*. von Broieh, und Unpasslichkeit 
des Hr. Bürgerin!, von Oliva, dan ess wahren keine vom Capittel 
oder Canonichen dabey, nnd haben mit der Procession den Tour 
gemacht Collerstrass hinunter über dem Comphausbath nach 
St Peterstrass durch und die Pferd Ut renk binauff durch die Mittgass 
über dem Closter und Marck in schönster Ordtnung wider zur 
Kirchen nnd hernach eine herrliche Mahlzeit gehalten. 

Den 2ten May seindt dieser Stadt regierende II Hr. Bürger- Den 2. M*> 
meiater nein Mich Hr. Bürgerin, de Loneux und Hr. Bürgerin. Vende B^r* 
d«* Oliva mit dem Sindico Fabrij nacher Düsseldorf*' gefahren, umb fS^JUJjf 
ihro Durchlaucht zu Pfaltz zu complementiren, und auch wider die g*>»8«n- 
alte Concordaten zu erneu weren als Schutz und Schirmherr unserer 
Statt Aach, wie dan auch ihro Churfürstl. Durchl. sambt seine 
gansse Hoffstatt gesind t ist nach Aach zu kommen, den Cilsonn 
alhier 1a halten und wurcklich die Quartier schon bestellt sein, 
und den 25ten May alliier eintreffen solte. 

Unsere HHr. Bürgermeisteren snmh Hr Sindico so halt sie in Den «ten 
Düsseldorf angelangt, den 2. Abens bekommen gleich den anderen HHr. wider 
Tag Audifins by ihro Durchl. mitt aller Ehi Weichungen also, wans von t iSSr" #1 
die HHr. hätten gewünscht nicht anders hütt gescheen können in 
allem Vergnügen, also dass wir den 6. May wieder seindt nach 
Aach marschiert, und schon alles alda ausgericht wahr. 

Den 15ten May ist diese hier bey gefügte Verordnung oder 
Reglement gemacht worden, wie vorhin mit dem gerichtlichem 
Wesen und Proces-Sachen auff der Cancelev vor dem Baum sol 
gelullten werden, dieses Reglement Ut guth, wans just gehalten wird. 

Reglement 
pro secretario judicii arborei, procuratoribus et ministris. 

l.mo HHtte Secretarius keine Schriften anderster als durch die 
veraydete Procura tores ad Prothocollum zu bringen und anzunehmen. 

2.do Solle der ordinarie Gerichts-Tag, wie briiuchlich, des 
Donnerstags, oder da selbiger ein Feyertag wäre, den daran ff 
folgenden Tag in loco consueto oder nach Gelegenheit und Gutfinden 
Herren Bürgermeistern in Cancellaria pnrcise gehalten werden. 

3.1 io. Sollen Procuratores in illa die juridica des Morgens 
ihre Becessen dem Prothocollo einschreiben lassen, und die Schrifften 
eshibireo, damit des Nachmittags darüber judicirt werden könne. 

4.to. Wann Procuratores in juridica auss erhebliehen Ursachen 
nicht sollten erscheinen können, sollen dieselben dem Secretario des 

8 



114 

Morgens bey Zeiten die Schrillten und ad protliocollam bringende 
Recessen zuschicken. 

5.to. Sollen gering-schfttzige Sachen, so unter 3G. GL, beym 
Baum-Gericht nicht eingefübret werden. 

6 to. Hingegen sollen alle Schuld-Forderungs-Sachen, so nl»er 
36 Gl. gehen, beym Daum-Gericht in ordinaria juridica schriftlich 
eingefübret werden. 

7.mo. Da aber periculum in mora vorhanden, sollen Pro- 
curatores auch mögen extra juridica m Klag-Schriflften ad prothocollum 
arWeum einführen. 

8.vo. Sollen umb Partheyen die unnDthige Kosten zu spahren, 
von denen Sachen, so in contumaciam ausslauffen, keine Kösten- 
Zettulen ezhibirt, sondern weilen die Konten an sich dem Secretario 
bewust, nelbige dem Decieto contumacinli mit einverleibt werden. 

9 no. Sollen die Schrifften ordentlich ezhibirt werden, 
nein lieh, nach der Klag, die Exceptio, replica, duplica, triplica und 
quadruplen, also, dass alle Unordnung sowohl mit Übergebung 
deren Schrifften, als üliermftssigen recessiren verhütet werden inoge. 

lO.nio. Hütten Ministri ab j edennah liger Intimirung der 
Schrifften, Decreten, und KGsten-Zettulen ihre Relationen unangefragt 
ad Prothocollum anzubringen. 

11. mo. Sollen keine Citatione« in Jus für gültig zu achten 
seyn, welche nicht cum die & Conaule gesichert ad Prothocollum 
anbracht. 

12.U10. Sollen alle Insinuationes, so extra Civitatem im Reich, 
nicht per Ministros Selbsten geschehen, ungültig gehalten werden. 

l'Üio. Sollen alle geschehene Oraas-Gebotter, und vorgelesene 
executiones ad Prothocollum jederzeit bracht werden. 

14. to. Denen sueumbirenden Partheven solle kein fernerer 
Aussstand als sechs Wochen salvis consuetts gestattet werden. 

15.to Dan sollen nueh bey jeglicher Einführung der Klagen 
die Justiticatorialia l>eygelegt und exbibirt werden, besonders da 
dieselbe in Brief fliehen Urkunden oder »umniariis Probat ionibuii 
lieMehen. 

lß.to. Sollen Procuratores liey Einführung der Klagen sich 
mit genügsamer Vollmacht qualificiren, oder wenigstens dieselbe in 
dem nächsten termin", nemhlich immediate darauflf folgenden 
Uerichts-Tage einbringen, wie dieses auch lespectu Procura torum, 
so für die beklagte Theil erscheinen, lieobachtet werden solle. 

A)>o1**schlossen und approbirt durch Wohl-Regierenden Herrn 
Hurger-Meisteren unter Katifirati<»n E*. Er. Hat hs den 1 fiten May 1747. 

Ex Mandato 
D. P. M. Becker See. 



w«w». 



US 

Bey jetzige* Zdhtea ist alles »dir theur alkier. das ein Pfnndt 174? 
Ochsen-Fleisch kästelt aetin Marek auu Ktb-F>i^c3i nnd Bindi-™* 11 ** *»- 
Fleisch siebe», Schaff- und Kalbfleisch ffinff Man k, und die Hut! er Thrvrune 
auch dasse grosse Pfundt welche guib isi 14 ad 1^ II. Kal;^ isi 
schier nicht zu kanfem, ausserhalb da*» liebe Brotb, welches noch 
in Prelis ad 6 IL aix gehalten wird von der Magisiratt, welche 
Fruchten Ober Fruchten lassen einkauften, und denen Becker lassen 
abmessen, wass *ie wöchentlich vertbun, f-onsl wahr* scb-»n lang 
an 8 ad 9 M kommen, wan die Becker ihren freren Willen behalten 
hatten. Der liebe nnd barnshärtxig^r Godt wolle uns vor eine 
gio^se Thenrnng bewahren, by jetziger Zeith wob so fiele arme 
Leutb in der Statt sein. Doch G^t erhalt die Seinige. 

Den 22t en Mar halt das* Capittel alhier einem h^ben Ambt n*« 21M*t 
w«*gen der neow gebobrnen Ei t/bertzog von tMereicb etc. und pm) *4» b.'* 
K.iWn zwar die Magistrat darza eingeladen, aber wollen den Ratb &+ 



nirlit da1*y halten, so hatt Magistrat auch niebt wollrn dahin geben, r _^S^!JJ^ c 
nnd wollen es auffm Ratbaufs bähen, aparte, dan dass Capittel ist 
nhbt wohl lestelt. si* geben schlecht Exeinpel wegen guter 
Freundt?cbait zn ballen mitt dem n'<*b die Magistrat sieb erbotten, 
es gesamhter Handt zu halten nnd die halbe ünkG^en zu d ragen 
nnd das Canon zn lussen unter dem beben Ambt, nichts, sie 
wollens neinblich da»s Capittel allein halten, dass seindt Geistliche, 
woh *ie doch vorbin alle Zeith solche Festivität gesambter Handt 
haben gebalten, allein man muss unverständige Kopff lassen gewerden 
bis sie von sich selber sich müssen näher geben, dan die Magistrat 
verdebmnttigt sich alzu viel vor dass Capittel, darum b wollen sie 
auch gelitten werden, aber Magi>tra1t hatt das Capittel nich nOhtig. 
ah»r da c > Capittel hatt die Magistrat schier alle Tag notig. 

Mit Einem Wordt es seind bey jetziger Zeit ein Hauffen 
K>**len l>ey dem Capittel. die wass wissen wollen, und wan mans 
r^ebt mit der Kertzen tasicht, so int es lauter Kinderev. Der 
li»*be Gott wolle uns alle änderen. 

Den 30. May seyndt die bhr Deputeerden von Seyhten Dikn ^y^ 
Magistrat by dem Capittel gewesen, welches sieh ein anderes bedacht, jj" SX'UJj 
in Jero vorgegeben wardt als wolten sie auff Frohnleichnamstag die M»gi»tr«u 

° ° ° wider weger 

Haiibt-Procession allein halten, allein es ist doch wider zusammen zu der Procc«- 
halten beschlossen, welches dan besser in Friedt und Einigkeit als glichen. 
in l' ii freundt liebkeit. 

Um lten Mav auff Heilig Sacramendts-Tag komt ihro Churffl. t>«*n i. J»»ny 
Durchl. zu Pfaltz mitt sambt seinem Gefolg auffm Stadthauss und Pf»iu hohrt 

** %ff ^t^. 

bohrt aida Mess auff die Raths-Kammer umb 10 Ihr. Auch bleiben sutbau««. 
ihro Durchl sainbt alle auffm Stadthauss umb alda die Ilaubt- 
Pro^ssion zu zusehen, und eben darumb ist auch auffm Marck den 



11« 

1747 Altar versetzt worden, damit ihro Durchlaucht können anlf den 
Altaer sehen und die Benedict ion zu bekommen« 

Du groM Den IG. Juny seindt vor ibro Durchlauchten etc. die grosse 

wirdt dem lteli<|iiien geöffnet und gezieget worden, wie auch an alle anwesenden 
Ch gesicg* X Hoff und andere Fremlxlen, und ihro Durchl zu Pfaltz und Hoheit 

Prins zu Birckenfelt habens mit grosse Devotion angesehen und 

gekHsst. 

Da«Cft]>iuei Wobey dan gansse Magistrat sambt kleinen Rath erscheinen 

fftDfft •Her* 

i*y NVnig- tuuss by Krüffnung und auch Widerzuschliessung, und wans dan 
'Zugeschlossen, den Schlüssel davon gebohrt halb der Magistrat t und 
halb dein Capittei zu, so wirdt wie vor hundert und hundert Jahr 
im Brauch ist gewesen, den Barth vom Schlüssel abgefeihlet und 
alsdan hekomt ein Theil die Magistrat und dass ander dtss Capittei, 
al>er dass Capittei hatts nun zweyinahl nacheinander nicht ein« 
gehiindigt wie es sol sein, sonderen smeissen den Bahrt also hin und 
fangen allerhandt Disorder mit der Magistrat ahn, woh sie doch 
schuldig wilhren dieses hin*. Bürgermeistern eigenhändig einzu- 
liefferen, deren dan noch eine ganse Quantität au ffm Stadt haut* im 
Verwahr seindt, über die junge Capittei — sol btldt nagen — 
Bül»en, fangen allerhandt Streich und Neuwigkeiten ahn, und w«dlen 
Magistrat schier vor Kinder halten, aber ex wirdt also nicht mehr 
zu gehen, Magistrat kan ihnen mehr Torten dnhn, als wie sie der 
Magistrat tlmn kan. es könte einmahl kommen, da» das Capittrl 
der Magi>trat etwas besser respeetirten. 

waimon Den 17ten ist auch vor ihro Durchl. zu Pfaltz im Kay»ers 

wird vor Bath den Kwebel-Brunnen auffgemacht worden und den darein 

iuffg?th*n. l»etindt liehen Swebel von Seihten der Magistrat an ihro Durchlauchten 

verehret worden, welches ihnen dan sehr «ngenühiii ist gewesen. 

wohl bey die viertzig Pfundt. 

i.m wunder- Diese Wwli am Dienstag lflten .lunv Morgens zwischen neun 

j*ukr»th ««• und zolin Thr ist au ff dem gn»sen Fehlt by Jonkratb, Gonkntth 
wie maus heiselit, ein grausames (iefeebt geschin> mit klein and 
gro>s Geschütz, und das* so grausam, dass die da herum liegen 
Landtleuth her zu sein gelauffen, nud hubens zu gesehen, ja so gahr 
Baim*n die im Fehlt am Pflug oder ander» etwas zu thun halten 
gehabt, ^ein vor (â–  raupen und Schrecken dovon ge lauften und 
ditves» Gefecht daurte by ein Stundt und da*> hell und klar anff 
drin Ki -dtlioden, das* e> fiele Menschen halten zugesehen, hernach im 
härtete von tJefreht komt einer an ff ein weiss** Pferdt gereyten. 
als ein cmnmandircndrr General, der reitet zur Häuften her und 
commandiit etwass mit ein starkes fiescbrey und also im Aug*n- 
hlirk vers wind t alles vor denen Zu seh er ihre Augen. 



11? 

Die Bürgerschaft hau sich zware wie ich vor am 76 Blatt 1747 
gemeldet, auss gelassen wegen dem Anschlag oder Winter-Quartier- h§ *** *J£ en 
Gelder aber sie haben nichts durften tentiren sondern haben ihres Anschlag 

richtig be- 

Vermögen nach richtig bezahlett, so wohl die hhr. Scheffens, Canonici saait. 
und Jans hhr.« Weltgeistlichen, Niemand! aussgeschlossen, es seindt 
aber etwelche die sich unterstanden haben etwas Unruh oder 
Scheldt- Wörter zu tentiren, diese seindt ihres Verbrechen nacli 
gestraffet worden, wie alier das die ander Bürgerschaft gesehen, 
dass es ein Ernst, so haben sie sich wohl eingestelt und ein Jeder 
wie gesagt, sein Contingent richtig bezahlt. 

Den 20. Juni ist ihro Durcbl von Collen alhier in der Stadt 
kommen und logirt suff dem Graben im Hauss von br. Mauw, diesen 
Cison seindt viele grosse Herrn alhier gewesen als nemblich ihro 
Durchlaucht zu Collen und ihro Durchl. zu Pfaltz mit die Curfflrstin 
und *ambt)iche Hoffstatt, der Prins von Birken feit mit die Prin- 
ce>Mn, Der Prins von Sachsen -HillH>rghaussen, dehren no<*h mehr 
unbekent alhier seindt und seindt eine geraume Zeith alhier ver- 
blieben, biss den ersten July, seindt sie wider abmars**biei t und tm * ul * 

Cburfftrvtsa 

au ff Düsseldorf, von dannen wider den Khein hinauff nacher Bonn mmi« ••*** 
ond Poppelsdorff au ff die Kirmiss oder jährliche Messe, welche der 
Churff. von Collen alda hat angelegt, wan diese vorbey gehet ihro 
Durch), zu Pfaltz wider nacher Manheim, aber alle Jahr wilt ihro 
Durchl. eine Rei^s auff Aachen machen, dan es gefalt ihm und 
auch die Fürstin alhier sehr wohl. 

Bey jetziger Zeit woh es sol am heUse^ten oder wartnesten nmm*%t\u. 
>*in. i*t ein ho grosse Kälte mit Nordtwindt und fielen mit Hagel JJ j"*/«ki 
%ermi.«cht, da«s man ist gehalten beim Feur zu sitzen niub warm "***>**» 
zu haben und hat M-hon bey die vierzehn Tage angebalten und 
•lauert noch fort. 

Von Maatriebt hat man Nachricht, das* die alieerde Arrnet j^ 7 ^ 4r 



|.i>.s by Tongeren gerucket, bis an den alden Biegen, und di^STl* ****** 
Francosen stehen auch bv selbiger Gegent, *]*> da*- man r^l^h 
eine Haubtschlacht zu gewarten ist. und in MaMriiht eine vrt'A*+. 
Forcht von eine Belagerung, und by dieser Forint L-* all** orr.b- 
liegende ausser der Statt GebSuw bis in den Grondt %t«3*ar'*r.*n ( 
und viele Menschen in grossen verderblichen .Schaden £**e*/r, /*>, 
Calviner flachten über Hals nnd Kopff mit ihr* zan«* F*n.;:en !a <+>, ,„* 
hiesiger Stadt Aach und um Wiegende f>rt*r. *L*o 4a»* d*re-< '^--n-r;^ f JlV^iT" 
*oj«?tzo h) fill alhier i»t, da** unglaublich and r.n* Vft*r./** <* **"* 
dan di-s godtlose Genndel pflanzt alhier wi»I*r «> •?*.->* *ivr\ **<* 
zn verwunderen und zu bedauren i>t. 

Den ersten July i*t br Tongeren aoff U d^«r*r Hn^ *■** «* *~ vm 
BatAille vorgefallen zwifhen de AHiwl* «n.i Vtxm+x+*% <m * i * 72ÄT 



104 

1740 den Kopff gestalten ist gewesen von für an den Knocli von der 
Naass bis hinten durch das« gansse Kraniuiu durch dem lieh irr n 
ctc, das der Kopff, wa rüber über der Thflter ut gleich in furtum 
ergriffen und einhaftirt worden, seine Vetteren und S waberen aber 
bcindt ent lauften, welche dan aeindt gangen zur Stat hinaus und 
ihre Sicherheit gesucht, wan sie es halten können. 
i»n mcu Den 5ten Jan. hatt evn Löbl. Magistratt durch Öffentlichen 

Jan. wegen ° 

<Um ipabtc nomiueUchlag ein Kdict lassen publiciren durch den Statt-Adjutant 
ander« in- wegen dem Nachts spHhtes Zechen, wegen Schiessen, Hamouren, 
â– oenien. gchreien um j Si n g en au ff ( ]j e Gassen, nicht nach zehn Thr sich in 
die Wirdtshilusser mehr einzufinden, denen Wird und Gast so dan 
in ein St i äff von 6 ggl. H>llen verfallen sein, auch keiner mehr 
nach acht Uhr ohne Licht Ul»er die Gassen zu gehen, auch dergleiche 
Strnnff trollen verfallen sein wie oben gemeldt Schön, flberauss gut 
wans gehalten wird und nicht von den Hrn. und ltilhten es bei tat 
Obert retten wirdt zum Ersten. 

Mn?« tm Auff den Cten Ta tf Jan - »«"Wich nuff Hl. Drev-Konig-Tug 

n ad isooo geindt alliier im Mllnster-Kirch ein erschreckliche Menschen 

Menacben 

imHdnater gewesen als in 50 Johr nuff diesen Tag, man hat sie geschützt auff 

17 ad 18000 Iwilte mehr als weniger, welche da>* hohe Ambt der 

Mess haben lieygewohnt, die Leut *ein von 5 ad 6 Stundt weith 

hiehin gekommen, es schier unglaublich. 

AH«i»w»t DU 1747te Jahr fanget ahn mitt tili grosse Ungldcker, dan 

mit Morden man bohrt anders nichts als von Dotschlagen, Ki mordungen, 

und Todt- 

acbiagen. plötzliche Todtsfilll und tonst dergleichen. Der liebe Gott wölk* 

es äuderen. 
Lieverans. Wie dan zu Mast rieht durch zwev OfHcier von den Om reicher 

Jndt tu 

Mantrirht ihren eigen Lieveran»-Judt grausam umb.s Ijeben gebracht wegen 

ermordet. /-, • , r» • i •■ • r* , • , • ■ 

seinem Gelt und Schatz, und ihm in Stück zerhau wen und in ein 
Kist oder Koffer einschlössen und in die Maass versenket. drs» 
ander Tags darauff wirdt dass Koffer am Tffer aus^getischet und 
den ermordten, zerMttoker, zerhau wener Judt gelundcn, wie es 
denn gleich ist ausskommen wers gethan hatt und die OfHciem in 
Hatten genohmen. 
AHeriiandi Von alle Orter hierum vernehmt man ander* nicht* al* 

I nglurker 

bin nnd l'n^l tirkt sfüll, wie auch mutli willige Todt schlag und Allerhandt 
THdtlichkeiten, Mut h willen, g-.'ttl«i?se und ohr vergebene Thaten. w» 
wohl in dieser Statt als Tcrit«»riiuii von Aach, wie auch in Unio- 
nen i«teu liegende LandtM-hatten und Iferrlii hkeiten. 
/• n /,^ u,dl I>en lu. Jan. H'indt Schoiei>k f »"»ellm V"ii lleub^ens- Winkt I 

4 8eb«>rera* ^ •* 

«etilen im weifen reU'lliren und riiL'chui&anik*- it tW Uhrigkeit im Gia» 

Clratbams * , r 

m Haften hingcttlhit wanden auff Wasser und Hrodt zu AbbQs&ung ihrer 

cefübrt 

worden. Frltvel wider ihr Obrigkeit. 



119 

können, wansiealda lang sieben solten bleiben, so ist gewiss, dassl747 
das gansse Landt verdorben wirdt und lauter Theurungen ver- 
ursachen wird; man wil, sie solten baldt wider über Maass gehen, 
wan die Francosen ihnen lassen über kommen ; anjetzo bohrt man 
von Zeith zu Zeit besser wie dass es hehr gangen, man soll es 
nicht glauben wollen, wie die Mehreste sagen sollen über 30 bis «owo Man 
40000 Menschen auff der Wahlstadt blieben sein, dass sich der *£$?*$£ 
Konig von Franckreicb selber darüber ersehreckett hiitte, dan es ist ben 
keine Schlacht gewesen, sonder mehr eine Mörderey, dan die Menschen 
hatten von beyde Seihten gefochten als unsinnige Leuth, der liebe 
Oodt wolle alle Seelen der Todten gnadig sein und ihnen die ewige 
Ruhe geben. Amen. 

Den 5ten Jury haben die Francosen 6 Brücken geschlagen FrancoMn 
nmb Ober die Maass zu kommen by Fisett, aber die Deutschen cken über 
habens ihnen verwehrt und etliche Brücken in Grondt geschossen, ***** 
so gleich vernimbt man auch dass der König von Frankreich Mastricht 
bat lassen durch einen Trompetter aufforderen, aber abgeschlagen and forde- 
bis ers selber komt einnehmen, wass anch gewiss gescheen soll, «triebt auff. 
dan der König hatt sein Quartier auff Aldenbiessen mit der Oraff 
und Feltmarschal von Sachsen; was es geben wirdt man nun 
baldt sehen. 

Den 8ten July wahr den ganssen Nachmittag ein ätarckess.JuiyFre*. 
Schiessen gehobrt auss grob und klein Gewähr, und daurle bis in viotort. 
die spähte Nacht wegen wie gesagt wirdt von erhaltene Victori 
und Camplatz der Deutschen, auch ist der König mit dem Douphin 
im Lager kommen und desbalben haben sie auch geschossen. 

Die Deutsche oder Alieerde machen wider Bewegung die Maass Don 10. Juiy 

. macben die 

hinauf, umb über zu gehen, wans ihnen glückt, und wan sie sich AUteerde 
nicht besser vorsehen, als sie gedahn haben, werden sie wenig Ehr übt7*M%*»n 
davon tragen. Es währe zu wünschen, dass der lieber Godt uns "^ * ehen - 
einen guten Frieden thüte verleimen, welcher lang daurte. 

Den 11. «luly hatt man gemeint die Alieerde sollen über Die AUieer- 
Maass gehen aber nicht gekönt, weilen die Francosen die Maass ron die 
besetzt von Namur bis nach Maseick zu, also haben die Alieerde di?*rr»iico. 
dasselbe auch thun müssen, wass nun darauss soll werden muss "J^" 
man forthin sehen, nichts anders als nur Landt und Leuth zu 
verderben, alles wech fouderageeren, und alle Lebens- Mit teil in 15 
bL- 20 Stund aufkaufen, und alles so theur machen, dass die arme 
Gemeinde nichts vor Geldt bekommen kan, wans der liebe Godt 
nicht ändert, so heindt wir eine theure Zeith zu ge warten und 
daran noch ein swftlir Winter-Quartier. 

Alles wird aufgekauft und zur Ariney geführt und im im juiy 
Limburgiachen und Falkenburgischen verbotten wie auch dass gans 



120 

1747 Holländische nicht anders wohin zu führen von Butter, Kftlis, Fleisch, 
•lies ibeur j/| e| . um | wftS5 aucn N a i lmcn haben mag, als rar Armey, damit kan 

aber onser Stadt nicht bestehen, und alle* wird dadurch so theur, 

kW*""!? ***** es ein ^ rÄII|IM " n "»*• Do Butter kost albier dn*s grosse Pfundt 

''Tfuudi* ; * *'" oXx n * ?r * H Mi <1äsS * ,i,i,,cn y M lln,J a,,es narn J|,r Ordnung 
(heitrer als e> in .'i0 oder 60 Jahr alliier ge we*en. 

Allein duss liebe Broot halt unser Magistrat! eine lange Zeith 

by guten Kau ff erhalten von Febr. bis anjetzo im .liily, da>s sie 

die Becker «eiber iial>en lassen Fruchten abmessen von die Stadt - 

Speicheren, damit i^t da* Broodt auff 6 M bis herahn verblieben, 

allein der Abgang in der Stadt i>t so gross, und alle Tag noch 

grösser, und die KornwOeher treiben auch den l'reiss vom Korn 

hoher, also kan Magist radt ohne grossen Schaden das&elbe nicht 

Um Broodt mehr zwingen, so int da> Brodt kommen zum Anschlag von fi M 

'mirS mun ^is nun " " UIU ^ waIt UIlj * cn ' Magistradt nicht solchen großen 

Wehr hätten gethnn, so gölte da« BpmhU jetzo 10 M oder 12 M. 

Hoffe der liebe (Sott wolle alles Pbel abwenden, und die verderblich« 

Kriegen, und einen lieben Frieden geben, dass wir alle wünschen. 

«im iv jui> Ks blieb noch al* immer kaldt und Regenwetter, dass hatt 

elae Hoth» ■ i ■ t . 

meM griiai- bchon bv 4 lochen fortgedauret nnd hatt Anla>8 gegelien eine 
Münster Noth-Messe zu halten im Münster der ISten July. 
k« wirdt |>en 21. .Tulv hatt >i*li dass Abele Hegen- und kalte* Wetter 

cvtli wer* 

den in ein wanne* und schöne?» verändert. (Sott sey Lob und Dam k, 
damit t Grnss- und Fehlt fruchten können geseheurett werden, damit 
wass die Troupen noch lassen, weit eis jjar ni«lit veidorWn wirdt 
von dem häuttigen Itegen und Kälte, damit by jetziger th euren Zeith 
noch etwas* durch < Sotten Gnad erhalten wirdt. 

Frieden»- Man wilt Maiek sprechen von einem aufl* Tappet seienden 

hier «*h*i- Fi iedcns-Cungrc*, welcher alliier /.u Aachen nd gehalten werden. 

«nwen™. ^ ^^ auvh ein guth Ahnseben, weilen würcklich in dei Stadt 
M«-h ein Bautfen gr«».*-*e l'ersoonen und hohe OfhVieo in Geheim 
sieh befinden, wie Jan uurli wimmelt von t>fficirs.« alliier, Godt 
geU? seine Gnadt darzu. 

CharpfAiti Den 2<\ July hatt ihn» Durchl. zu Walt/, die Commandn 

oebml 

1'oMeMiuD ge.M'hirkt mit t ein Hautfen gülum-che Bauren noch den Ucirhsbusrh 
ii*'i.JwbirJ?b um ein Häuften Ibdlz zu fällen und Posses.-inn zu nehmen vom 
Keiehsbu^ch. vorgelietit *l<n Busch gebohrte ihm zu, und die Reichs 
Bauren seiu.lt hin gewesen umb dargegen zu protestiren, vorgelient 
der Busch währe ihnen \«»r lange Jahren verlitten, von eine 
t'hurfüistin zu Güliih gesrlicnckt worden, itrvnn *ie dan guth 
Sih:fil»en« k<*u1en aiinVeiseti, und wid1«*iis Udiaupten der Dusch 
kähme ihnen allein zu ohne da** ihr» Durchlaucht noch Hagistrat 
von Aach daran etwas* zu sagen lütten, allein ihn» fürst 1. Fhirrhl. 



121 

hatt dannoch fortgefahren und ihnen sagen lassen sie solien nur 1747 
nach Hanse gehen, niemandi hätte anders über sein Busch zu sagen 
als er, dan Niemandt konnte sein Erbschaft verschenken, wohl 
â–¼ersetzen aber nicht verschenken, und hie mit. hau ihro Durchlaucht 
wider Possession über den Reichsbusch genohraen. Obs also wirdt 
â–¼erbleiben, dass uiuss die Zeith lernen. 

Den 24. July haben die Truppen fouderageert bis ins Reich ? l w, ^J^ , j! y 
▼on Aachen, und im Holländischen zu sugen im Falckenburgers fouderagee- 
und im Lim burger Land, und alles Sommergut weg gehauen und Beicu von 
mehr verdorben als mit genommen, Gerst, Haber, Wicken, Klee, 
Erbten, Bohnen, alles was nur grün ist, dass es Jammer anzusehen, 
dan ihre Magasinen seind lehr, schlecht bestellt vor ein so grosse 
Armey zu unterhalten, Mann und Pferd. Das kann kein langer 
Daur haben noch bestehen, dan wann sie alliier zu Land bleiben 
sollten, was wurden sie im Winter für Mann und Pferd vor Futter 
haben, das ganze Land hierum vor Hunger thun cripiren. Aber 
Gott wolle darvor sehen und uns dieses übel vom Hals abwenden, 
dan Churpfaltz hat vor ihnen zu sagen die Armey das Land 
geschlossen, davon dannen bekommen sie keine Gran. Wan ers im j n iy 
auch vor unsere Stadt sollte schliessen, wass würden wir dan 
anfangen. Das ganze Land hierum würde vor Hunger verderben, 
das wir nicht hoffen. 

Unsere löbliche Magistrat haben beschlossen die Dechaney ihr Decuaneycr- 
von der Marksfontein vergünstigtes Wasserrohr abzuschneiden, in gcJcbnitten 
soweit bis der Magiotrat Satisfaction is geleistet worden wegen ^°" Sag*! 1 
des Schlusser der Heiligthums- Kasten, und noch andere Sachen itrti * 
mehr, dan das Wasser ist ihnen nur vergünstiget mit dem Beding, 
da*s wan ein neuer Dechant wird erwählt, selbiger allzeit darum 
beyui Em. Rath suppliciren muss, und das ist auch zweimal 
nacheinander nicht gescheen, also hatt En. Er. Rath noch desto 
mehr Fug solches zu thun. Wie sich das Capittel nun wird ein- 
stellen und der Magistrat Satisfaction liesten, wird man nun 
forthin sehen. 

Beyde Armeyen stehen noch beyderseits der Moass und man Den 10. 
hört von keiner Bewegung oder Unternehmungen, allein dass immer Armeen ■*«! 
noch fouderageert wirdt biss alhier an der Stadt zu, rondt um h Ju5,rtch?* J 
alles wechranben, so wohl im Feldt als Gartens und ist einen 
Befelch von der Generalität publicirt, dass kein Baur solt mögen 
einich grün Fouder auss dein Feldt vor seine eigen Beesten holen, 
noch auch keinen Halm Fruchten ausdreschen, sonderen dieses alles 
zu lassen vor dem Folck damit diese was hatten vor Man und 
Pferdt, dan es ist grosse Noth aldah bey der Armey und auch bij 
arme Landtlentb, alwo solches triff. 



1774 Don 12. Augusti seindt etliche tausendt Man von die Alieerde 

i>m i 12. Au- f 1 1 »o i- Maas* gangen ohn dass man weiss warum!», *o dan auch 

©Hiebe Tftu-6000 Man abdetascheett umhzu denen in Bergen ops«>om zu stossen, 

ifauf n«n*dan es gehet alda schärft' zu, so wohl bij denen Alieerde als 

* "' Francoscn, und dan eine Partij last die ander keyne Ruhe ihro 

Todten zu begraben, ulwohe deren eine Menge ist, so dass der 

Gestank von denen T«»dten. welche bij H oder 10 Tilg alda gelegen 

also grooss ist, das» schier kein Soldat mehr stehen noch avaneeeren 

wilt und wan das solte also verbleiben, wäre capahel die Luft 

anzustecken und eine IVst zu verursachen, wohe Gott uns v«»r 

l>ewahren will. 

Den u. An- Alle Fruchten seiiidt jetzo sehr theur wegen der grosse 

Ktutt dMf 

Kom 6 gl. Consomtion, und Aufkaufung der Licberants-Juden und Kommi*- 

sarien. Danoch ist das Broot alhier nicht sehr theur als nur sechs 

WeiMiound Mark und zwev Bou&chen. nlwohe sonst in alle umliegende <Vter 

9 ' *" um ein Mark theurer ist. alter das hatt die Statt und Bürgerschaft 

such fenaui unsere löbliche Magistrat zu danken, und unser llr Klientmeister 

*| , h*«r hr Arnold Simons, welche sich grossere Mühe bey Zeithen gcgelien. 

einen guten Korrat h an Frnehten ein/ukauflen, und annoch. damit 

die heisige Hecker nichts einwenden können dass kein Vorrat h wäre. 

darumb lasset Magistrat alle Wochen !HK) Malder an die Becker 

abmessen, damit diese nicht durtTen mit dem Br«>d aufschlagen. 

Sie haWns zwar oft tentirt. und angehalten um Aufschlag. aWr 

abgewiesen worden. Wan aber unsere löbliche Magistrat nicht s«» 

vorsorglich wären gewesen. h> wiir da» Broot anjet/i» schon an !• 

und 10 M. gestiegen, und alwoh alle andere Sachen au» h th«*ui 

schult, solte es die Gemeinde hart halten bey jetziger /eith. aber 

wans liel»e Brodt annoch ata» bleibt, so mtisM'ii wir den lielien 

Gott danken. 

ii«n i5. Man vernimbt dunh BrietTen an- Berlin v<m 1*. Jenn«-«. 

iiiru K "ji»yiit. Dominikaner, wie auch durch andere /»'ihtting. da«* ihm M.iij-t.tf 

K pnuufn > l ^* r König von IVeiissen s«»ll «rat Indisch sein geworden, und den 

•eine (iUn- 1 -, August aut Maria-Hiiniiie]fahrt*fag si-in ütfentli-he Bekantnti» 

nun K'th«ti <reth:ui halten. Der liebe (i<>tt wolle seine Itnadt dar/u getan 

habrn sin . . - 

rfttboi 'Kii. Ihin Mayst. dei König von Preußen liatt au-li die chatoli*chrii 

Ccrmoiii«ii eilaubt eine Kiich zu bauweii nach ihrem Gefallen »n gl"*- al» »if 
•rlndi^or- wollen, und auch sn prächtig, mit der gnädigste Kilaiihnu* diu-?, 
«antir» m j,.,,, gim>>rn Königreich daivm t-in/.u^ammleii, wie auch alle Fi.ii ht«*:i 

Krt>ftnuiiK . 

der rat ho. unt l /u,,, BatlW gehülll ige Materialim. idlll dem gfiing*te|| Cllgeld' 
)l»«-hr Klrrb . . % 

tu pottdam lassen /u passieien •'!«' . . l'nd bey Tagung der Kundinnen?! n i»t 

Im 1'h in- !••..- -, I« ti^i 

â– lieb. der Kutug mit sambt der gans*e HoMadt zugegen gewesen, in 
schönster Galla. Nach und unter ge.'mdigte catholi'»(hc Kirchen- 
l'eremonien hatt ihro MaW. den ersten Stein gelegt, woby dan 



123 

schöne Medalien mit hinein gelogt mit dieser Umbschrift : Fautori 1747 
buo religio romano. catholic. die 13. Julii 1747. 

Wie dan auch eine kuptfere Platt, welche über diesen Stein 
ist gedeckt worden diese Überschrift: 

Super hanc petram edificabo Eclesiam meam. Matt IG. 
Sedente Benedicto XIV. pont. opt. uiax. et regnante Friderico II 
Dorussorum rege cuius concess neoedificandi templi romano catholici 
st. Hedwigi siles. prineipi dicati lapis angularis positus est anno 
MDCCXLVIl die XIII mensis Julij. 

Nachdem nun alle diese Ceremonien seindt vorbij gewesen, 
hatt ihro Mayst. ein herliches Gastmahl gehalten, mit eine und 
andere Luhtbahr keilen und sehr gross Vergnügen der catholischen, 
wie dan auch der Wey-ßiscbofF am König ein schöne Danksagung 
getban in Namen der gansse catholische Gemeinde, mit Zusetzung 
dieser lateinische Verss: 

lib. parolipom. elegi et sanetifieavi locum istum ut sint oculi 
mei et cor meum ibi in sempiternum. 

Den 21. August hatt löbliche Magistrat alle Geistlichen, das Das capittel 
Capittel, wie auch alle Capittels-Hedienter, so dan auch andere in weitgclat- 
hei-iger Stadt Welt-Geistlichen lassen ermahnen durch den Numanä- l^daa* 1 ^ 
Diener Degra ihr angeschlagenes Winterquartierungsgeldt zu bezahlen, ^wSEm? 
widrigen Fals mit der Camerall-Execution zu verfahren, und haben 
alle Geistlichen, so wohl vom Capittel als Andere, auch die Capittels- 
tadiner. sich dargegen an (ige werfen und wollen kein Heller darzu 
geben, dan das Capittel hätte es ihnen verboten. 

Also hat die Kammer sie alle mit Stadtsoldaten belegen lassen, Werden mit 
so lang bis sie bezahlen, zu wissen aber welche in der Stadt herumb legt 
und nicht auf die Freyheidt wohnen, und ihr eigne Menage thun. 

Den 21. Äugst, lagen die Soldaten noch immer by denen Den ai. au- 
Canonichen und andere Capittels-Rcdienter, etlichen aber haben stattaoi- 
l>czalilt, wiewohl es vom Capittel verbot ten ist, auf Verlust ihrer immer «äff 
Upnten, und der Dechant ist ausser der Stadt gangen, am Platz be^nTSlpit- 
diese seine Capitt. Leuth zu helffen, damit es zum Endt, und die tet 
Envution auffgehoben wurde. Derselbe bleibt aus und last es gehen 
wie es wildt und die Soldaten nehmen brav Mobilien und gehen in 
die WirUhäusser und fressen und saufen brav drauf, der Ursachen, 
weil das Capittel verboten denen Soldaten nichts zu geben, also 
-« haffen sie sich selber. 

Das Ehrwürdig Capittel hatt endlich ihren Anschlag bezahlen DMCjrpu^i 
müssen sambt dessen Bedienten wie auch die Jansherrn und andere Anachia« 

bezahlt. 

Weltgewtlichen die ihre eigne Menage tliun, also wart diese Execution 
aaflfgeboben und den Zinn und anderes Gerath, welche die Stadt- 



124 

17-17 Soldaten genommen und versetzt vor ihr Unterhakit ist auch wider 
gelöst und seinem rechten Herrn eingeliebert worden. 

Die vor 6 Wochen angefangene Dröchte haldt noch immer 
ahn mit grosse Hitz, so gabr dass auf fiele hierumb liegende Orter 
an Wasser thut Gebrach leiden; dan alle» trocknet sc genauw aus, 
dass es zu bewunderen ist wo noch Menschen und Fieh vor grosse 
Trockene und Hitze nirlit kranck werden, dan in 50 Jahr ist solche 
Trockene nicht gewesen. Der liebe Gott wildt alle» zum besten wenden. 

^tot'iur 11 * ^ en ^* '^ris na ^ h * cn aucn ^ er Hochkirchen aussprakticirt, 

Bockkir- nachdem er 8 Monat h gesessen hatte, hinten auss durch der 



gcbrocbea Haubtman Lerscb oder Stadthaussgarten. alwoh er eine eisene 
Stangen von 1 ' 4 Zoll dick mit eine Lauffseege Qbcrgesnitten und 
hernach Über die Maur am Kiltzhoff herunter gebprongen und seine 
Sicherheit gebucht. Dan es war wieder Anschreiben genommen 
vom Feldtmat schall, ihm sein Ueeht zu thun oder vor des Ermor- 
deten Lieutenants Frauw lebenslängliches Unterhaidt zu stellen. 
Also hatten die Freundt und seine Defensores daraus* wohl 
verstanden, dass es nicht wohl kftnte anschlagen vor ihm, entweder 
sein Leben zu lassen, oder ein so grosse Sninma Gel dt 8 zu erlegen, 
die Freundtschaft arm oder eine Schandt zu haben, so haben sie 
ihm alle Mittel suchen beizubringen und selber mit geholfen, damit 
er hinauss mögte kommen wie dan gesehen. 

Und wie es hierQl>er der Stadt ergehen wird, das weiss Gott. 
Gewiss es werdt nicht wohl anschlugen. 

im 7brU Den 4t*»n Tbris hatt die Main* trat lassen durch die Statt 

kircktn *f- Wächter lassen an die Bürgerschaft um sagen, wer Wissenschaft 

wftebterttm. hatte von den aussgebi ochenen Hohkirchen, und war darzu geholfen 

hatte. dersell»en solle es bij der Magistrat uhngeben bij Straf: wers 

nicht angiebe und hernach solte l»efunden werden, derselbe seine 

Durgerschaft beraubet sein solte und der Stadt verwiesen werden. 

Hiernach solte ein Jeder sein Unheil in Acht nehmen. 

ixat. Tbrto E$ kom auch ein neuwer Ruchdrucker in der Stadt Aach, 

fiiMown welcher alle Wochen 4 Gasetten wirdt ausgeben, nemblich 2 fran- 

droeta" *i.cösiscbe und 2 teutsebe. Auch wirdt derselbe neuwe ROcher 

•Sdt l A»ch r|,II 8 e K en » Wf * r ihm nar Exempla geben wiidt, und alles zu drucken 

im Standt soll sein, es mag so sein wie es wildt, wans nur erlaubte 

Sachen sein. Derselbe wirdt 4 Gesellen halten und 2 Pressen und 

hat seine Wohnung um Münster-Kirchhof im Hauss. die 3fnltigkeit 

genant. Die lVincipallen seindt 2 getaufte Juden und haben die 

Privilegien vom Kayser deswegen bekommen, wans albier nur Stich 

will halten so ist« guth. — (Alle beyde seind et nur Spitzbuben 

gewesen und haben viele Leuth umb das ihrige gebracht.) 



125 

Den 4ten 7bris ist alhier in die Comraanderie von St. Egidius 1747 
in Aachen einen Herr im Malteser-Ritter- Orden aufgenommen ^fej^" 1 * 
worden, oder wie man sagt zum Ritter geschlagen worden und eine »»n» Ritt«* 

izeiichiAiieii 

grosse FestivitUt gewesen mitt Pock und Trompetten und Losung den 4. 7bri» 
der Canon nnd gedauert bis in die spähte Nacht hinein und also 3 Tilg 
nacheinander grosse Gfisterey gewesen, und schier alle hohe Officiers 
von der Armey, welche umb die Zeit in der Stadt waren sind 
tractirt worden. 

Den 4ten 7bris bat. Magistrat vernommen, dass der ausge- zwischen 
brochene Arestant Jakob Hochkirchen in die Creutzbrüder sich 7 bris tit'dM 
reterirt hatte, also hat Magistrat durch die Stadtsoldaten das Closter S^ciSTur 
hissen rundtumb besetzen, liinten und vorn, auf dass er nicht h *?* u * w ° r " 

* nen wegen 

entspringen sollte. Was nun daliey wirdt vorgehen, wirdt man Hochkir- 
lolgens s^lien. — (Kr ist wider auf freyem Fuss und komt. all« 
Woehen in der Statt.) 

Den 7ten 7bris wurde in der grosse Kirch ein hohes AmtspccumeM 
gehalten, aparticnlier vor dass druckene Wetter, dass der liebe Gott 



uns doch wolle einen guten Regen verleben, dan es finge schon an 
allen Enden hier herum b an Wasser zu gebrechen. So gar die und droek' 
grosse Markt fontein wolte schier nitt mehr lanffen. Zu Enpen kostet ne *"*' 
ein Emrr.er Wasser 2 M. aix und so fort mehr örter, dan die 
Drochte hatt schier bij 10 oder 11 Wochen angehalten. 

Den 6ten 7bris zu Abens ist aus der Luft ein Fackel FeurFeurfaiunt 
gefallen, dessen Coleur oder Färb war blauw und gelb und ganz 
bell leuchtent, aber ehe es auf die Erde kam wars verswunden 
nnd aus. 

Den 8ten 7bris stehen noch beyde Arineyen gegen einander D«n 8. ?bru 

, . »ttben noch 

und lauren wie die Hahnen und keiner will das Erste anbeissen. beyde Ar- 
Die Francosen haben geruckt von Lttttig bis Tongeren alwoh das einander ° 
Haubt<juartier ist und der König wil nicht eilender nach Frankreich SjgJI* 8* 
abmarschieren bis Bergen op soom ubir wird sein, welches sich wc « nn * 
noch bis dato wol defendirt und beiderseith fiel Folck zu Schanden 
gemacht wirdt. Was es noch wird geben, muss die Zeith 
Wne. 

Komts zu einer Uataille, es mag den aussschlagen wie es 
wildt, wider die Alieerde oder die Francosen so gibt es alhier kein 
Winterquartier, der Ursach wan die Alieerde gewinnen, so werden 
*ie d«*n Feindt weiter verfolgen, gewinnen die Francosen, so müssen 
die Alieerde na«*h den Rhein zu weichen ; bleiWu sie aber von 
l»eyderseith stehen, wie oben gemeldt, so muss gewiss unser Gegent 
sich getrösten Winterquartier zu haben. So reich, so arm ist kein 
Mensch wer darnach verlangt solche wilde Ollst zu haben bij solche 



TOD 



12« 

47theure Zeith. Der Hei* Gott wildt es doch an «leren und diese 
grofl*e über uns ergangene, und noch swel>ende und giussere Straff 
abwenden. Amen. 

Man spricht Marrk von einen FriedenK-Congrcss, welcher 

■•*** alliier zu Aachen soll gehalten werden. Gott L r cl»c seine Gnad 

i» darzu. Pan ein edler und Gott gefülliger Werk wäre die>c>, damit 

ein« solche nieinahl erhörter verderblicher Krieg aufhftrte und alle* 

wider in voriger Standt könte gesetzt werden. 

o -ihrim i) cn Qten Abens fall den ersten Regen in 10 Wochen Zeit. 

* guter " 

pn feit. Alle Menschen waren Kehr erfreuwet, *o, als wans ein Jahr nicht 

geregnet hätte. Dem lietan Gott sey Loh und Dank in Kwigkcit. 

j«r« nf». Von Hergen op-soom, das defendiret >ich noch immer zu bin 

am drfen* ° * 

uret «ick nnheut den 13ten 7ht i*, und ko»t denen Fiancoen vir! Volk, 

ftcli Inner 

i« «Uo u. her gegen auch die Alieerde; ja sogar da>s von etlicli Regimenter, 

welche au* Hergen op-«>onm weiden von Zeit zu Zeit ahgclu>t, u« »eh 

hundert Man aushzicchen von etlicli achtzig und so vorthin. Oh* 

sich noch lange werde halten, das wird die Zeith ausweisen, «lau 

die Frane«i>eu wollen ehender nicht ablassen bi« sie dasselbe 

werden hüben. 

I>« in. Pen 17ten 7hrU Moigen«* zwischen f» und Fbr gehet 

Il>rit «rbet 

Berg op Herg op-soom stoi meniler Ilnndt über an denen Franrosen und i-t 
m.ndir eine erschreckliche Ma^ac.e gewe&en im alle wob-he. in der Stadt 
STdil iSü! und Festung befindlich. Aber die HHrger alle seindt hinaus 
co«en. geflüchtet gewesen. l>ie>es i?*t nun das 12. Mal, dass Herg op-anoui 
[>en 18. ?brta ist Wlagert worden, und al/.eit noch Jungfer blieU»n, anjetzo alier 
>ein Jungfrauschaft auf einmal verlohren. Ks M amh lang genug 
unter calviniscbe Hundt gewesen. Oer liel*; Gott li.it t einmal sein 
gliiubich Folk au* die cal\iui«clic Gewalt wollen erretteii, warnaeh 
sie lang ge*0ffset bal*eu. 
mr «u Mt- Am lOten Morgen?* um 4 und 6 Dir haben die Helageite 

>p-»oom' im eint-n Ausfall getban. au* ein Thor welches v«iu denen F rannten 
V«-***" v i ,l,,,;i ' * N t attaekeert wo nie n und alwo ?ie dessen am wenigsten 
vermuhtete, und in d.*r Nähe >tundeti die Franc« >vii bij 12 ad 1:? 
tagend Man. AUo wie die Auffallende hinaus waren, k« »in t m 
Deserteur au* der Stadt und bringt diese« an. wie das-* die |le>at/un 
e.nen Ausfall hatten ^fthan. und dn^clbige Thor ganz ledig ur 
ohn Mannhaft war, dan er wate hinau* kommen und hatte al! 
«i'ldafeiit fluiden und au« h kein <Mli«ier war an selbige*. Thor, n 
wan sii-h dii»M\* ni« llt als«» l«efllllde|i t vi *»d ei ».ein Lel»en auf •■ 
grausame Wci- verspielt haben. 

I>ie Kiain «•-♦•II eilen Hai» über Kopff dahin mit gan/e M 
und tinden alle» wy dt.r I>e>eiteur ihnen anbrachte, und n»-l 
die Stadt und Festung al-*» ein « hne MMie und hatten bij 



12? 

Stauchen darin masacreert und auch so fill gefangen genommen. 1747 
Damit seindt sie nun Besitzers von so importantes Orth. Ja so gar 
haben sie Weib noch Kinder verschönet, und alles umb Leben 
bracht, das« die Gassen Mannshöhe von Todten hüben gelegen. 

Alles was Gatholisch war ist in der Stadt bliel>en mit Weib* 11 « c»tho- 

llscheteiodt 

and Kinder; aber alle Calviner seind geflüchtet, oder nieder gemacht in Borgen 
worden. Dieselbe aber, welche niedergemacht, sein ihre Kinder bliebe?. 
alle nacber Franckreich hin geführt, umb alda im catholischen 
Glauben bericht zu werden. 

Den 19ten 7bris ist Steinbergen nnd Breda block ijrt oder 
berennt durch die Francosen. 

Den 26ten 7bris gehet der Feldmarschal von Batthiany mitpen2fl.7brii 
30000 Man nacher Breda hin nnd der duc de Comberlandt wirdt seichen 
alliier an die Maass stehen bleiben, zu verhüten, dass die Francosen 
nicht überkommen. Was nun wird voorgehen wird man balt sehen. 
<j<»tt gebe das es zu einen guten Frieden ausschlug. 

Den 7ten 8bris zu Nachts seindt die Dieb zu Nachts durch 
einer Fenster bij Hr. Bilij auflfni Comphauss-Bath eingebrochen, 
und hal>en in Gold und Silber bij l-'i000 rth. entfrembdet. Es 
*eindt auch etliche H ausser fisitirt, aber nichts funden. 

Nach alier Aparens wird wohl dieser Winter kein Garnison im sbrit 
«lhier kommen, weilen alles Volk nacher dem holländischen hin-geheu nach 
gezogen und allda auch zu verbleiben, und zu Kndthoven die Kin winto" 
Stabs-Quartieren schon gemacht seindt, und weiters in alle umliegende q loF t JbrtJI ,, 
firter Aprettcu gemacht werden vor die Regimenter so wohl zu 
Pferd t als Fu*s-Volk im Fall es nötig wan die Francosen solten 
etwa* unternehmen, können bij der Hand zu sein, welches vor 
heisige Gegend als aachisches und limburger Land gut ist, dan sie 
halten schon alles theur gemacht, weilen sie hier alles aussfoudera- 
geert nnd gefressen haben, dass schier vor Geld kein Potagc noch 
Butter zu 1*koinmen iss. Die Butter kostet schon oder gildt 18, 
10 bis 2 n M. nix das Pfund, und alles nachvanandt. 

Artige Inventionen von Dieben. Artige in« 

Hey jetziger Zeith l>eym Stehlen und Kauben wird von dem Dieben, 
gutloose Gesindel eine artige Manier gebraucht, als nemblich wan 
«ie «teblen wollen mangen sie ein Mosick auf die Gass am Haus 
alw«j sie rauben wollen umb denen lauten allen Verdacht zu 
nehmen, und vermeinen, dass irgentwo eines Ehrenspill wurde 
iz* halten f nnd unter dem Sp ; el seind andere von dieser Bande, 
•lie treiben »ich ans brechen und stehlen, kommt aber Jemandts 
iangs oder vorliey, wan es auch schon die Patroille ist, so vermeindt im sbrit 
man nicht, dass dieses Dieben seindt und lassen sie also gewerden, 
wie schon oft passieret ist. Wan auch die Leuth etwas hören 



128 

1747 vom brechen oder ein oder ander Getto oder Getümmel vermeinen 
es waren die Leuth, welche dieses Ehren spiel führten, diese feingen 
dieses an. Ja wohl fangen diese solches Getümmel und Stehlen 
an. Kin Jeder sollte billig aufmerken wan ein solche* Spiel auf 
der Gas* oder an ein Haus w&re, und etwas darauf Achtung haWn. 
D^nST.sbri« Den 27ten 8br'n kommt der General Tornaco alliier, um 

Gracral 

ToroAco mit der Magistrat wegen dieser bevorstehender Winterquartieren 

wegen iiM zu reden, wie er dan auch von ihro Kay. und Königliche May. 

Qnmrtter «i. von Hungaren einschreiben an unsere Magistrat hatte, wiewohl 

h A*rh" man s ' c ^ Jl ^ lier fällig vorstellte von einen guten Frieden s-rongre<. 

welcher alliier zu Aachen sollt«» gehalten werden, und schon etliche 

vornehme HHusser alliier vor die Giranten gemeihtet und ver- 

accordirt, und Gelder diauffseind gegeben und einbringen worden; 

al>er wie bald rein doch gro-^e Herrn von Änderungen der Sinnen, 

da nun wider alles nicht ist vom Om^re-», sondern «oll nun wieder 

GamUoun alliier einmarschieren als nemhlich wider den General* 

Staub vom vorig Jahr, al»er ohs nun daliey wird verbleuen, das 

muss man weyters sehen, vieleicht kan es auch noch gelindert 

werden. 

Den 2. 9bri« |>en 2. l*bris kommt wider l'untraordrc vom Generalstab, 

conterunier welcher sol alliier kommen *ein, deiselbe gehet nacher Enptn. 

wioter- und alliier im Reich von Aach sollen etliche tausend Man Troii|ien 

M«»rt»*r. ver j e gt werden, und man hatt gute Hutl'uunir alliier de-» Cnngie-* 

ballier* weilen die Stadt verschönet wird So vermeint man v«»i 

gewiss da*s der Frieden- Congrevi alliier sol gehalten werden. 

Gott gebs. 

i>ie fjcb-ir-ii l>i HHr. Scheffens-stuhl alhier zu Aarh halwn hieb lang 

bezahlen ihr 

AmcbUfft* geweigert, den ihnen von der Magistrat aufgelegtes Anschlagsgelder 
eiten ahm /.u erlegen, weilen al»er die Magistrat dic-e Sacli mit hrn*t an- 
gegriffen und die*e Herrn mit Soldaten Udegten, hal»en *ie 
endlich -i< h bef|uäiiieii müssen, und das tJeld erlebt im legten 
von Sbris. 
I*u im. |)en loten IMiris kommen unsere Hr. l>epntirtc wider von 

b^lgM" 1 der Armev mit gute Zeitung, da?-s da* Regiment l'oura»ier-, 
viuarner. welches alliier im Reich von Aach im Winterquartier •*■»•! W- 
zeidien, anderswo nach dem trieri^che verlegt worden, und alliier 
im Reich bis noch /.u keine f.i>te Resolution, oh etwa.«* alliier 
kommen wirdt oder nicht. Sm| aber etwas -ein. so Ut e« dt« h 
sehr wenig, sogar da?« ^chier der dritte Hausmann einen Mann 
\or sein«.* Rechnung haWn sollte; allein dem >ev danno« h ni*ht 
recht zu trau wen. weilen grosse Herrn oft vou Sinn verßndereo. 
es mü-ste dan sein dass Hollandt sich nicht wolt enlh|ÖHS*n lassen 
von Volck. weilen diese gar kein eignen Tronin mehr bal*?n. 



129 

und derohalben wegen Frankreich besorget stünde, ob dieses feileicbt 1747 
diesen Winter noch etwas wollte unternehmen, und dis falls alle 
Tronpen, welche dahier in die Gegen t behielten, in Fall wan etwas 
sollte tentirt werden, Hülf haben kunten, so bekommen wir keinen 
Mann alhier im Reich von Aach. 

Von Collen vernimmt man den 14ten 9bris dass die 3 Recri- f 5 " * wm 

. n kein Winter 

menter als Geissrock, Tornaco und Birckenfeldt wollten einmar- quartieret 
schieren in Colin in ihr Winterquartier, und hatten auch lassen parfora. 
ahn (fragen) ein biss zwey Mal ob sie wolten die Thor mit gutem 
aufmachen oder nicht sonst müstens mit Gewalt zwingen zur 
Antwort bekommen vor der cöllischc Magistrat : Nein, sie sollten 
thun was sie vor gut befunden. 

Da marschiert dieser Maubtmann hinaus, überbringt dieses Die Regt, 
die Generalität, so gleich lassen sie die Regimenter anmarschieren und brauchen 
geben Order die Thor aufzuhauwen oder zu springen, wie dan schon coucn'de" 
den 13ten Nachmittag um 5 Uhr die Barriers-Schlagbeum und ,3 9brl8 - 
andere Sachen am Thor ganz zu Stück zerhauen und ruinirt sind. 
Wan nun weiter wird passeeren wird man mit nächsten bohren. 

Den loten 9bris hat t man von Collen weiters nichts vernommen 
als dass die Regimenter anders nichts hiltten mehr vorgenommen, 
als was am 13. passirt mit denen Schlagbiium und Bariers ist 
vorgefallen, und man will sagen sie hatten schon ihr Zelten und 
Bagage zusammen gepackt um abzumarschieren. Ob dem also 
wird, mit nächsten zu erwarten stehen. 

Den 13ten Obris ging nochmals der General von Tornaco in den Uten 
der Stadt Colin, fragte an ob sie den bevorstehenden Garnison nohieren^di" 
wollen einnehmen oder nicht, mit der Antwort von der Magistrats- ^urch^Pr»- 
Deputirte: Nein, es blieb bey den einmal gefaxten Schluss keine l . ick in c° l 
einzunehmen. Darauf gibt der General Tornaco wider zur Antwort: Quartier. 
„Ist das den HHr ihie leste Meinung?" „Ja!" „Also werden wir 
alle sambtlich morgen denen HHr. Magist rat us kommen ein 
Compliment machen." 

Also nehmen sie, nemblich die Generalität t und commandiren 

2 Companien Granadiers welche den 14. 9bris des Morgens zwischen 

3 und 4 Uhr zwischen die Hane-Port und Ehre- Port an der 
WindmQhl mit Leihteren die Wallmauren überstiegen musten und 
g*b*n an die Manen- Port, überfallen die Wacht mit aufgepflansten 
Bayonetteren, zwing dieselln? die Schlüssel al» und machen das Thor D | e w«cut 
offen. Also markierten alles Volk nach Collen ein ohne den w £jf \,f j^* 11 
geringsten Tumult noch Widerstand, bis dass man das Spill und J^^JJJJ, 1 . 
Trommel von denen Einmaischierenden hörte welches dan in der « r » 
Stadt denen Magistrat und Bürgern einen grossen Schrecken 
verursachten, und marschieren geradt nach den Neumark zu alwo 

9 



ISO 

1747 sie sich in Order stalten, bis das Compliment bij der Magistrat 

abgelegt wegen der Einquartierung. Also war nichts als nur 

geschwind Billetter zu machen damit die Leuth von der Oass kamen. 

du Jungfer Damit ist nun Collen auf einmal sein Jungferschaft entrannet, 

■ehalt von ° 

der Stadt weilen man vorgibt, Collen wllre niemals übergangen und lassen 
nun hin. nun so lederlich ihre Mauren überstiegen, obn den geringsten 
Gegenwehr, ja so gar seindt die Teutschen oder Östreicher über- 
gestiegen dass es Niemand merkte. Die Wäll und Mauren seindt 
wolil verwahrt gewesen. 
Magistrat Den 20ten 9bris komt der Geheira-Secretarius von ihr Bicelens 

bekomt An* 

aehreiben Milordt von Sandtwich alhier an und verfuchten sich sogleich aufm 

uongree tu Rathaus bij sich habent 3 particuliere Brieffen, nemblicb einer von 

Aachen. -^ K a y 8er ]j c ), ua< ] Königl. Maystat. von Hungarn erster Minister 

etc der Graf von Counitz, der ander von Sardinischen Men ister 
der 3. von Hollandt und lest lieh von seiner Primi pal Milordt 
Sandtwich, wegen den bevorstehenden Kongres lietreffent, deren 
ihm Secretair dan vollige Commission hat die Logaimenter zu 
bestellen und mit die Magistrat sich zu underhandlen wegen noch 
andere Sachen aufm Stadthaus xu regulireu, damit alles im Standt 
solt sein wan die Gesandten sollten eintreffen, 
narger von Grausam viel forderen unsere Bürger vor ihre Hliuser von 

Aach forde* ° 

ren sii vor denen Gesandten und .schämen sich gar nicht, mehr vor ein Jahr 

nungen von Heur zu forderen aU die lliluser zwey mal werth sein, da** mcIi 

ten" die CommisMonilrs darUl>er erschrocken, und wan der Congie» alhier 

nicht solle gehalten werden, so wehrs Ursach wegen des grausamen 

t-ber forderen* der Wohnungen. Allein unsere Magistrat i»t 

iutentonirt eine Änderung darin zu machen wan sie können. 

Br 4 "' n r n I*as l>erühuite Hau> die Leuwe-stein genandt ist au» h au* 

Leüweateiu die Calviiier Hundt geraten und II r. Oller* hat e& gekauft vor 

banweu am 

Mark. 4500 1tthlr; welcher Ollers es dan hat lassen veränderen und viel 
alte»i Wesen lassen abbrechen und linderen lassen, wie es in der 
Duth auch ♦•in alt«»s Haus und viel darin wird zu linderen und 
zu bauwen linden; mit 200O rhx thaler wird ers anderen auf jetziger 
Moden, weil er dan last Hals über Kopf arbeiten, umb fertig xu 
sein wegen bevorstehende Congres, damit er. Ollers, noch etwa» 
von seiner Bauwnnki'»t«*n möchte prntitiren, welches ihm zu 
wUnxhrn wUr*. 

I>»*n 24. Obris hat heisiger Magistrat ein Ordnung gemacht 
wegen di»* Hi«u»»*r alhier. damit die Bürgerschaft uicht durch ihr 
über Forderung wegen ihre HiiUser dt-nen HHr Abgesandten nicht 
abschrecken n<>eh anders wohin verjagen inftgten, wodurch dan der 
Stadt Aach einen grossen Schaden kirnten zuwachsen und beneben 
auch einen bösen Namen. Dieses hier beigefügte Verordnung oder 



131 

Edikt ist umb zu sehen wie die Verordnung lautet, welches dan 1747 

nicht übel gethan war wan man darnach thate. Es werden sich 

gewiss Wucherer genug finden, die das werden Widersprechen, 

leider Gottes viel zu viel in heisiger statt Aach. 

Gleichwie hiesige Stadt die zuversichtliche Nachricht hat, dass 
darinn der Congress zum kön Artigen allgemeinen Frieden gehalten 
werden solle, und dan zu solchem heylsamen Ende die Hohe 
Gesandschaften Häuser zur Bewohnung und Aufenthalt vonnöthen 
haben ; Also wird solches der gesambter Bürgerschaft, und übrigens 
allen Eingesessenen, zu dem Ende bekennt gemacht, mithin ein 
jeder gewahrnet, für ihre Häusere und darin erforderliche Mobil ien 
keinen excessiven oder ohn-proportionirten Preisa, oder Heuer-Schilling 
zu forderen, und dardurch die Hohe Gesandschaften abzuschrecken ; 
Wofern aber jemand dieser Verordnung entgegen handelen würde, 
so sollen die von denen Hohen Gesandschaften aussersehene Häusere 
und darzu nötbige Mobilien, als viel der Heuer-Schilling betrift, 
der Billigkeit und den Umständen nach, tazirt und sestimirt werden; 
wornaeh ein jeder sich zu richten hat. Geben Aachen, den 24. 
November 1747. 

^\ Auss Ordre Hn. Bürgermeistern und Beambten 
| L. S. ) H. Alb. Ostlender 

V J J. U. Lic. Secr. 

Den 25ten 9bris weiden au ff dem Guiischen in der Vorweyden d«o 25t. 
etliche Kahren arestiret die auf Aachen fahren wollen, um ihre K^hr« *mi 
Wahren hinzuführen, auf Churfl. Order und man weiss auch noch wSntnwe^ 
nicht, warumb solches gescheen. Damit stehen doch die Wahren de y *" ftn 
und können nicht izeliebert werden und verderben vieleicht, ehe »re»tirt 
dieses noch am Licht koint, warumb es gescheen. 

Wie man vernimbt so kombt es von dem Ertz-Scbickaneur 
Jacoby, guiischer Anwaldt, der alhier in Aachen auf die Bach 
wohnte, und das Gut die Roth ihm zuhörte, alwo er, Jacobi, an 
Ausländer Heuw verkauft hatte. Die Bauren oder Fuhrleuth aber 
hat er befohlen am Thor der Stadt kein Weeggeldt zu geben, der 
Pfachter al>er denen Bauren forderen t, welche es dan weigerte zu 
geben, so nimbt derselben ihnen Fuhrleuth die Hauwelen von der 
Karchen, dass bringen die Bauren bij den Schikaneur Jacobi ahn, 
worüber derselbige sich bij der Regierung zu Düsseldorf beklagt 
daf» ihm diese Frey heit gebührte, und die Stadt dese ihm weigerte, etc. 

Magistrat last auch diese Hauwelen gleich Widergeben ; 
dannoch noch nicht content seinde dringt dieser Jacobi auf ein 
Mandat das ihm auch gestattet wird, und last da so gleich ohn der 
Magistrat dieses zu lassen iusinueeren etc ohne dem geringsten 
Wissen, sogleich die Fuhrleuth welche Waren von andere ausländische 
Orter wolten zur Stadt hinführen, auffm Guiischen arestiren, bij 
die vierzehen oder fünfzehen, wobey die Mehreste mit Wein und Öl 



ia-2 



1747 beladen waren. Solch gottloses Verfahren hat man nirgentwo 
im tfbni» ^ ( .||0 rt .t von kein Für.-l noch Stlln<lt t mitt so wenig Hecht als 
dieses gesehen : allein es scheindt, dass ein Jeder Inj jetziger Zeith 
thnn kau was er will, es mag Hecht mler l-nreeht sein. <lan der- 
sclhiger tlaenliy hal so wenig Hecht an der Accins-Freyheit als ich 
und andere St ad t bürge r ; was will sich dan solcher Mensch aninasseii 
und mit (iewalt erzwingen, Ja wans noch sein eigner Halffniann 
wäre gewesen, >■» wolt maus mich gelten lassen, Mindern e- waren 
IremUle Fuhrleuth die das Heuw auf sein tSut gekauft hatten. 
Nun lass ich den Leser über, •»!• er Recht oder L'nrecht gehabt etc. 

MftRiBtrftt l'nser Magistrat hat t. auch ordentlieh alle* nach dem Cliurf. 

half Dftfh 

Manhoiiit nach Mauheiui >»»'i i<ht , und auch nach die Iterierung zu iMls.seldm f. 
Was nun wird heraus kommen, wird mau bald htihren. 

javobi will j» n . Fit/.-Schiekauetir \V. Jac«di\ maeht hieb auch ein 

kein HoMa« 

ich auf tUc Gerechtigkeit, dass Magistrat nicht liefucht wäre auf sein (Sut die 

Kolh haben . , 

iDiQiiartli-r. Kotll gennildt keine Snhlateli IUI \\ lllt*'l'-i|liartier /.u legen, und will 

paifors >ich die>e Frevheit ahmnn-^en. das ihm norh kein Herr in 

der ganzen Stadt gebührt. Dan ^ei>t- und weltliche (5 (Her seindt 

mit Winier-i|uartier belebt widen. und der Sr|ii<kan<*ur will *i«h 

die<e Frevheit in i T Gewalt ahnmasM'ii, und darum hatt er Mdt'hfs 

Aiv*t tlmn lassen auf alle Kai. reu. \v*'hli*' muh Aaeheu fahren, >«• 

wohl in der Ynrw»*ydeii nl-. am )i zu Ihndeiibfi l: und au«h «In 

l'rsachen wie v«»r gemcldt v<»n dein Weggeht. I-t da- nicht ein 

gottl"* lb'gehren. und mtiss i-ine gan—e Stadt umb einen -o Iiö^t 

Men*eh leiden. Allen »b-n Srl.aden. ib-r >•» ein Mi*ii«e|i veriir«a* a ht 

hat. kau i-r ni«ht re-tituerren. fnlu'lich i-t e- v\\\ gutthi«e<« Verfahren 

l iiseie HHr. -ein alliier viel /.u u'Ut NV.in s" S.n:h auf andere 

St'it'ell thäte |»a-.-eet ♦•n, M»l«ll»T einer s«»l davull wivell /.ll sagen. 

Man inu^s nun einmal .-••Im-ii. wie die Smli /um Knd lauft. 

l»en "Oten , .»LrN waren die Kuhren m» h im Are-t, Inj »b- 
Jo Stu. k mit allerhand Wahren beladen, uml man \wi-s n»»«h nicht 
waii -ie 1» «-Lfspi o<h»«n werden. 

I >»-u lten l<»liri- i-t Order kommen \«»it Ihi*->fldui f. das-- aile 
arettiite K. ihren und Wahren -«»ihn l-»*i»eIa-M'ii und wrnbfidgt 

Ikr Are.t \\fiin, tllld aih'h kf||)e imdll' angehalten. Wehl IIUII die Inlo-Trl] 
»oo ili» Kah- iii n i i« i i • i i 

Nu .»t l -- i'»/-ililen ^■•11. «las iiiii-« man gi-w.irtig -ein. L- wein 'leih >« Im Kan-u. 
^^^f'J/i'..^ •l.i» , -*Li n\ giiiuieii, iIii^h ii einmal th\te i.. lit ani.iuteti. d iimt »i 
.Ulf •■inaiidei mal etwa- iiihnjei wind*'. 

I he u'ati.e Iti'M l..itb*llheit «br >a» h i*t am lhl •"••■M^rfer H« ■'. 
«•der tterieht dnn-h den Hr. Sind. F.ibi\ und Hr. Serret. < M|en,)r-i 
aW dar/u Verordnete, ieni"n-trii t wurden. Wa- nun diese l>u*-»l- 
d«*rter HHr. darauf werden erkennen, ob* billig oder onbiiii^- 



<l'r Ibl 



133 

gewesen der vorbenenter Arest oder nicht, und wer die Unkosten 1747 
bezahlen solle, das wird sich ausweisen. 

Den 2ten lObris kombt aufm Stadthaus der Hr. General Dcr General 

Borghsusen 

von Borghausen mit noch etliche Officiers bij Versamlung der HHr. 
Beamten ins Audiens-Zimmer hinein, und fordert von der Stadt 
eine grosse Summe Geldts wegen Abwendung der Winterquartiers, 
weilen nun ^vorstehenden Congres also ohne Fehl solte hiehin 
kommen, und alle Troupen anderwohin musten verlegt werden, 
das* er doch aber wüste dass er General in Aachen wäre ge- 
wesen, etc. 

Aber unsere löbl. Magistrat hats ihm platt abgeschlagen, und 
wäre nicht ihr eignen Will dass die Soldaten ausm Reich musten, 
andern von höhere Obrigkeit wegen verordtnet worden. 

Unsere löbl. Magistrat hat das ganz Factum vom D. Jacobi m M »B | " tr * t m 

. . . berichtnacu 

den 4. lObris nacher Wien berichtet wie auch alleExcessen von denen Wien die 

8 ach Jacob! 

Soldaten und Officier und dieses mit allen Umbständen was nun 
wird daraus werden wird man sehen. 

Den 5. lObris zwischen 12 und 1. Mittags komt ein entsetz- Den 5. lobru 

° komt ein 

liches Donnerwetter mit. Blitzen und grausamen Hagel, und wehrt gross Don- 

nerwetter 

ül»er M fiertel-Stundt. mit ein grosse Dunkelheit. Der liebe Gott mit Hagel, 
v.hrecket uns auf allerhand Manier, dannoch werden wir nicht 
frommer Das Wetter wie man gehört, hat auf ft unterscheidliche 
Platzen eingeschlagen und Brand verursachet, aber ohne grossen 
Schaden wider gedämpft worden. Dieses Jahr im heissesten Sommer 
i»t kein stärkeres Wetter gehört worden, was so Feur hat 
ausgeworfen. 

Den 10. lObris nach allem möglichen Gegenwehr unserer Den 10. 
lobl. Magietrat wegen die Troupen alliier im Reich von Aach, haben ^n^ccord 
mausen einen Accordt mit dem General Borghausen eingehen, S^ai*Jtr*t 
nenjbli-'h dass Magistrat alle Portiones vor Mann und Pferdt schatfen mit <| em , ° e - 

° neral Borg- 

-«►llen. dabev jeder Soldat tilglieh 5 X' r und nach venant die Officier; hausen, 
de.-^en, soll noch ein Company welche im Reich hat gelegen, nacher 
Hort.scheidt kommen damit dass auch dem Baursmann in etwas 
so'ageert: da«» ihrer nicht so fill in ein Haus seind, der Baut* aber 
«*»ib? dem Soldatt nichts mehr geben als Quartier, Feur und Licht, 
Pt*ff»r und Salts und etwas Gemüss, damit soll der Soldat zufrieden 
.-♦•in. wans wahr ist, und hernach sollen die Officier geniesen die 
Portionen von die Companie die nach Bortscheidt kommen ist, zu 
»a^'»*n in Geldt soll dieses partageert und nach Rang deren Officicren 
^e reicht werden. ihr kahle Leus! So ein Krieg glaub ich nicht 
das* jeraal ij>t gesehen worden. Die arme Erbländer die müssen 
jetzt herhalten, die Stein mögtens erbarmen. In Summa auf allen 
Orten geht« ganz ohn Regelement und Deciplin und gottlos zu, dass 



134 

1747 es schier unmöglich ist vor der gemeiner Mann» das* er mehr mit 

sein Fieh leben kann. 

GaidiffM Den Uten lObris bekommt Magistrat von Aachen ein «ehr 

ibro K»y«. gnädiges Anschreiben von ihre Kays. Mayst. wegen den befor- 

g^Tdcn 9 " stehenden Congress, dieses ungefähren Inhalts, dass unsere Magistrat 

^"Ger. mI anjeteo versichert sey vom Congress, und ihro Mayst. darüber eine 

grosse Freudt hatte, weilen die kriegende poisancen oder Machten 

einmal zum Frieden geneigt wären, aber noch grossere weylen sie 

seyn Königl. Stuhl und frey Reichs-Stadt dann ausgesehen hätten, 

und unsere Magistrat doch sollten wegen debren Gesanten-Logameuter 

mochten Vorsorgen, damit selbige taxirt und moderirt wftrden, das 

der Gesanter noch auch der Bürger kein Schaden darab hätten. 

Also lasset ihro Kays. Mayst. unsere Magistrat alles anbefohlen sein. 

Gott gebe uns einen guten und lang gewünschten 

Frieden Amen. 

Dcoisxbrte Den 12ten lObris und auch etliche Tag von zuvor is-t ein so 

lieber entsetzlicher Sturmwind gewesen, welcher in keiner Menschen Gedenk 

tlurm * wiBdt ist gesehen noch gehört worden Aber den 12ten war der aller- 

grausaiubste des Nachmittags und Abens, so, dass schier kein Haus 

davon frey ist gewesen von Schaden, Dächer abgesmissen, Wimpelen, 

Schorstein in die Menge, Fenstoren ausgeflogen, da*s schier kein 

Mensch hat über der Ga«s gehen können wegen Leyen, Pannen, 

Stein. Bretter, Holtz und dergleichen, 60 dass wohl durch die ganze 

Stadt vor 3000 rhx l>e^httdiget ist worden. 

Die alliier im Heich von Aach einquartierte Soldaten sambt 

denen Officiers, obschon mit die Generalität und Feldmarschal ist 

aecordirt worden wie vorhemelt ist, machens d an noch sehr gottloot*, 

obschon sie nun von Magistrat Geld bekommen, inuss doch der 

Baur alles schaffen, und dieses mit solcher Britalitat als wans auf 

Feind tu Boden wäre, und ist gleich nicht alles da, was sie forderen, 

so seind* gleich all lauter Prügel und Stock-scblRg. 

Magistrat Ob unser Magibtrat nach Wien bericht oder nicht, es ist et*n 

Wien, be- viel, o contrair, so inachens >ie Officiers es noch schlimmer, dan sie 

satâ„¢fa?uon wissen dass ihnen keine Straff widerfahrt, weilen keiner so wohl 

Offleier als Gemeine ihre Besoldung bekommen; darum suchen *ie 

ihre Beudel zu spicken von andere Leuth, welche ihnen nicht 

schuldig sein indir als Quartier und Feur, Leicht, Pfeffer nnd Sah. 

KetnOfBeitr Den 22 t cn lObris lasset Magistrat alle Stadt Wächter umhgeb<»n. 

wird »•• ulle Bllrgi-r ansagen, keinen Officier noch Soldat vnn denen im 

dJuen Keich von Aachen liegenden Trou|>»*n nicht zu Imrgen. sonderen 

reicbtr alle» mit lulirem Geldt la-vsen W/.ahlen, wan hernach ein oder 

der ander s^olt etwas forderen wegen Geborgtes, sol ihm nicht 

Iwzahlt werden. 



1S5 

Den festen löbris seindt ra Xacbt Dieb aafm Eise« Inj 1747 
Hr. Borstenbley eingebrochen und habe* bij 10 ad 11 tausend rkx 
gestohlen An Gold and Silber, wie auch sekh- und Anoirtu St5fer 
benebens 400 güldene Dukaten baar Geld und narb genauer 
Untersuchung seindt selbige von Bortscheider Selkie mit Leihverea die 
Wallmanren überstiegen, hinein und auch wider hinim». uni die 
Leihteren genohmen za Bortscheidt. nemblieh an Endt die Angst* 
leihteren und die ander unten in Bortseheidu im Alttorff Die ander 
womit das« sie das Haus bestiegen haben mitgebracht. Bf ist eise 
grosse Schandt vor Aachen, dass die Wallmauren und Graben so 
schlecht versehen und verwahrt seyn, dass ein jeder schier auf aüe 
Ecken der Stadt derselbe kann bestiegen etc. 

1748. na 

Al»o gleich anbeut den 1. Jan. vernehmt man. das» ediefee A m i 
von denen Dieben im aacher Busch seindt atrappirt worden tos 
etliche Bauren und Ost reichbebe Soldaten nahe beim Endes pfull im 
Preus- Busch, an der Zahl 6. Aber wie unsere $tadts*>lda!en bin 
kommandirt wurden sie abzuhoblen. so funden sie nkbt*. Die*» 
war nur lauter Schelmen-Betrug und ist zu glauben, dass diese» 
von denen frechen Dieben s^lbfct ist angestellt worden, umb noch 
ihren Gespass damit zu haben. 

Im Anfang Jan. last löbl. Magistrat von Aach den grossen 
Saal aufm Rathhaus fertig machen vor den zukünftigen Kongress, 
welcher dan mit erstem wirdt seinen Anfang machen. Dieser Saal 
wird von dem berühmten Maler Bernardini gemalt, welcher dam 
schon bat angefangen und auch seinen Accordt ge*«h;os«en vor 
2000 rhx courant, und dessen Materie sol sein vom Congr*^ wie 
der>elben anfangt und vor sich gebet und volende?. Aber ich bin 
bang dass er alsdann noch lang wirdt zu malen haben, dan die hhr 
Gesanten stellen sich noch schlecht ein wie gesagt bt auf dem 
ersten Jan. und seiod noch keine hier, allein der Graf von Counitz, 
erster Kaysl. Gesandter dessen Bagage schon arifirt, aber der Hr. 
Graf noch nicht. Den 25 Jan. Ut schon dessen Staat wagen« und 
Bagage alhier ankommen, und ihr Ezcellens wird auch bald eintreffen 
und wird alle Tag erwartet, wie dan schon etliche 30 von seine 
Leutb schon hier seind. 

Den 27. Jan. als Carli magni Abend haben HHr. Borgern), p** jt. $t 
und Beamten mit denen hHr Scheffens alzeit ein von A lt er* CM l < .f^* * t< 
hergebrachtes Tractament aufm Stadthaus, wobij dan niemal der 
Fogt-Mayor gewesen; aber diesen Abend da bij citiit worden, umb 
mit demselben in Freundschaft zu leben und bij zubehalten. Es war 
ein gute Sach wans also würde continueert, damit dass die 



136 

1748Spitzbübereyen etwas ausgerüstet würden; auch wegen genauwere 
Freundschaft mit dem Hans Gnlich als Schutzherr unserer Stadt, 
womit sonst stets etwas zu thun ist gewesen, wovon der Stadt 
einen nicht geringen Schaden erlitten, wie noch kürtzlich mit dem 
Doktor Jacobv. 
DM i*f. d ^ Ihro Churfflrstl. Durchl. zu l'faltz lasset sein I>and schliesaen 

von Gullrb 

tot nun «e- w a «h dem Fieh oder Ochsen, Rinder, Kühe. Kull»er betrift vor dem 

M*tiloMcn 

Tur du La ml ältesten, damit die ausgestorbene wider mttgten bey wachsen. 

Was aber Fruchten und Fictualicn belangt, das lllsst man passeeren 

anf Aachen und andere Orter ohngehindert. 

in s*chen Dj e Sach wegen Poktor Jacobv ist zum Endt soweit gelauffen, 

mit i>oktor dabij dersellie wenitf Seihten gesponnen, sondern nachdem der 

Sachen Unrecht befunden, wie am 12fl Blatt vor zu sehen, wie er 

Jacobv der Stadt Aach Bürgerschaft Unrecht thftte wegen seines 

vermeinten Recht», alles Angeben verwurffen und benebt Kntrichtung 

aller daraus erwachsenen Schilden, und in ein particulier Straf 

welche mir unhewnsst, condemnirt worden, so da>s Magistrat völlig 

Satisfaction Ober da* Weik hatt 1>ekominen. 

Pen* r^br. Wie alzeit vor Alters breflchlich ist gewesen, dass HHr. 

wegen <!*- 

nen Licht- Burgerm., Schelfen und Beamten in der grosse Kirch auf Mutter- 

meMkertt*n , . . 

betreffend gotte.s-Rcimgung*tag oder wie man sagt Licht mestag erschienen 
terRottet- und auch anjetzo erschienen >eindt umb mit dem Capittel processinns- 
u *' weis umbgehen, mit die gesegnete Kert/en in der Hand, und nach 
Endigung de.** Umbgang* und hohes Ambt ein jeder wider nach 
Haus gehet, inuss der Thum-IVohst die gesegnete Kertzen oder 
Wachslichter gel>en vor MagiMrut und de><en Bedienter, in allem 
zwey und zwanzig, welelie dan der Stubenhit/.cr vom Stadthaus mu>* 
in der Kirch abholen und ein jeder Hr. wie auch denen Bedienten 
die ihrige nach Hau* lieferen, seind sie ihm geweigert worden 
von dem Viceprobst Tevis mit der Zu*ag, die Lichter wurden 
gegeWn denen die mit den Umhgnng thilten. und anders gibt er 
keine aus, dan e> wtfren nur fünf HHr mit gangen von der 
Magistrat, mehr Lichter giL er auch nicht aus, und la»t alle Lichter 
nach seiner Behausung tragen. AWr der Stul»enhitzer thkte auch 
nicht sweigt-n, er mllsMe die Lichter hatan. da« wilr was neuw» und 
sein Lebtag nicht goclieen. und wan keine HHr in die Kirch 
thtfte kommen. >o wollte »t nach altem Brauch seine 22 Lichter 
hatten, woiauf der Viceprub>t Tevis >ie ihm vor dioes Mal noch 
lieste abfolgen. al»e! gesogt, da-»«* es. forthin nicht mehr sollte gesebeen. 
Diese junge Cupittel-Can<»nich**n mit allen ihr Unverstand 
wissen niiht, wa> sie sollen aufsuchen wider die Magistrat, und 
können doch obn Magistrat nicht.« machen noch thun. Allein es 
gehet mit viele jetzige junge ankommende Canonicben, die von 



187 

gemein Bürgers herkommen sein, und nicht wissen mit verständige 1748 
Lenth am za gehen, wie das holländisch Sprichwort laut: 

als niet komt tott ijt, so kent ijt syn selve niet. 
tis om te lachen mit de feit, 
hoe t gaet tot desen teidt. 

lleisiger Stadt Fogt-Mayor nem blich von Hooseur, jetziger Zeit **t Foft 
Stadtfogt, greift aller Wegen nmb sieb her und thut sich Sachen hht bot. 
anmaassen, welche keiner vor ihm batt gedacht za tban. nemblich ** junbt 
er greift HHr. Bflrgermeisteren in ihr Ambt nnd hört in der Menge 
borgerliche Partejen in seinem Haus ab, und judicirt ordentlich 
Ober deren vorbringende Streitigkeiten, als welches nur denen 
regierenden HHr. Btirgermeisteren zukommt, dessen dieses Recht 
ül>er die Bürgerschaft gebühret. 

Die Mcvorsdiener aber thun die Gebot ter und lassen sich von 
jedes Gebott 6 M. oix in der Stadt und 12 M. ausser der Stadt 
bezahlen, wir Bürgermeisters-Diener aber gehet dieses nicht allein 
ab, sonderen müssen vor jedes Gebott in der Stadt nur mit 3 M., 
ansser 12 M. sich befriedigen lassen, und ob man dieses HHr 
Bürgerin? klagt oder sagt, es ist eben eins. 

Zum anderen last Magistrat ein Bürger inbaftiren durch die 
Stadtwacht, die Meyersdiener seindt dabei oder nicht, ihre Jura 
gehen sie auf die Numans-Cammer einforderen. Last der Fogt 
Frembte inhaftiren, welches ohn uns nit gescheen kann, danoieh 
niemal davon etwas bekommen, was uns Diener doch von rechts- 
wegen gebührt. Allein was soll man thun wan man keinen Vorstandt 
hat Magistrats Seiten, und alles mit offenen Augen ansehet, es sey 
Recht oder Unrecht passeeren lasset, was wollen wir Diener 
dan thun. 

Aber ich glaub viele Gerechtigkeiten seind auf solche nach- 
lässige Weiss verloren gangen; wans noch lang wahret, so gehet 
noch alles hin. 

Dan was die H.Hr. Scheffen und der Fügt Mayor nur können 
hinraffen, das thun sie, und waren Narren, wan sie es nicht th&ten, 
wans ihnen zugelassen wird. Wan aber die Bürgerschaft so gescheidt 
waren und th&ten nicht bey dem Meyer pariren auf dessen Gebot, 
er kann kein Bürger dar zu zwingen mit Wort noch mit kein 
Gewalt, dan die Gewalt mnss er von HHr. Bürgerm. hernehmen, 
also hat der Meier über die Bürger nichts zu sagen. 

Den 24ten. Febr. ist der Herr Scheffen von Fürth zum Der Herr 
Bürgermeister erwöhlt worden zum erstenmal wird seine Regierung rfi r th wird" 
anfangen mit der Hr. Burgerm. De Loneux, welcher auch zum Bür * #rm - 
Borgerm, ist confirmirt worden. 

Im Mertz hat Magistrat verordnet, dass alle Strassen sollen 



188 

1 748 gereiniget werden, zweimal in der Woche, und alle Bürger gesagt 
worden des Mitwochs nnd Samstags die Strass vor ihre Hlnser zu 
kehren, auf Poen von 3 ggl. Straf, und keinen Dreck mehr auf die 
Gassen zu schotten weder Fommen- oder Bau wdreck auf Poen von 
vortatuelte Straf. So soll den Dreck auf betnelte Ditge mit darxu 
bestehe Kaliren weehgeführt werden. Damit aber die Kabren nicht 
lang darauf warten, sollen die Bürger den Dreck, welche in der 
Woch gemacht wird in Mandelen und Körbe neben der Thtlr 
gesetzt werden und keiner mehr auf der Gass zu schütten, damit 
die Gassen rein gehalten mogten werden. Eine saubere und schöne 
Sacb, wane nur gehalten wird. 

Verordnung. 

Damit l>ev nunmehro bald angehenden Congres» die Strassen 
gereiniget werden können, so wird von wegen Regierenden H.Hr 
Bürgermeistern allen Bürgeren und Eingesessenen anlwfohlen, 
zweymahl in der Wochen, nemblich Mittwochs und Sambetags 
gleich nach dem Mittag die Strass vor ihren HRuseren zu kehren, 
damit der Dreck annoch selbigen Tagen au ff Karr igen geladen und 
weggeführet werden könne; dan solle ein jeder seine auf anff der 
Strassen ligen habende Höltzer und Bau-Dreck ohne Anstand 
hinwegführen, und h in f Miro keine Karrigen, Chaisen und Gefahre 
auff denen Strafen oder Gassen stehen lassen, weder auch den 
Fommen-Dreck auf die Strassen schütten, alles bev Vermeydung 
einer Straff von 3. Goldgülden. Signatum Aachen den 11. Martii 174K. 
(L. S.) Ex quorum man dato 

H. Alb. Oatlender J. U. L. Secr 

EinBataHon Den 13. Martii seindt etliche Trounen aus dem Reich v«m 

ron Prio« t l 

Karl mar- Aach nacher Stabulo gezogen tastehendt in 4 Companien, in solch 

dein Reich grosser Schnee und Kulte, dass etliche Weib und Kinder aufm 

narher ata- Weg erfioren aeind. Auch etliche Kranken die aufm Weg seind 

bn ° gelassen und erfroien und gestoilien, bij de 13 Personen. Der 

liebe Gott will sie alle gnadig seyn. Amen. 

Di« Oeeand- [) en 14. Mertz seind 2 Gesanten alhier ai ifii t, aU nemlich 

ten vom 

Aacher Coo- der Milordt Sandtwich AWns nmb Tlir am Müchel bij Tevis, 

greae kom* 

mcn an. und der sardinische umb 12 Uhr aufm Büchel bij Hr. Welter. 

Der Kavserl. Ge>antcn Graf von Caunitz ist einkommen den 
Ixten Mertz, logirt bij Madam von Goldtstein, bij ein solches Obele* 
Hegen welter und auch Abgang des Schnees und grosses Wa>i»er. 
da>s Menschen und Pferdt übel ausgesehen haben. 

üeaaoter l"nd seind o nvoiet;rt wurden mit T»0 Mann Pi ins Delingescb»' 

»ein ronvol- ^ 

e«rt wordeu Diagouner voran*, und hernach '«0 Mann Churpfill. Cavallerey sambt 
fnni i»rim. Stadt-Vngt-Mayui Hr. v«»n H«»useur. welcher sey eingehulct auf die 
MaD^rhur-Grenssfn vom Reich von Aach und sij ge führet bis an ihre 

Ptm lliun m ' ▼ or ^"» elte Wy*cher. 



189 

Und hernaeber von regierend HHr. Bürgerin, complimentirt 1748 
und wflcom gebeiscaen worden mit eine kurze Anred nach ihrer 
Getauten eigenes Verlangen. Es ist denen Gesanten auch angebotten 
worden wegen andere Ehrenzeichen, ah mit Lösung der Canon nnd 
die Bürgerschaft im Oewlhr zu stehen, allein dieses alles hatten omatM 
die HHr. Geeinten nicht haben wollen nnd sieh dessen hSfiichts 



bedanket: den gnten Willen wehr so gut, als wenns schon ge- ^T 
scheen wäre. £■££•£ 

Den 20ten Mertz seind aneh die holländische Gestüten nomadt» 
ankommen nnd logeeren im Hanse von Hr. Bürgerin, de Oliva in 
Collerstrass im Hoff von Hollandt genannt. 

Den 26. Martii ist der francosischer Gesanter alhier eingetroffen 
Abens nmb halb acht, logirt aufm Compbaus-Beth im Hans von 
Bonscher mit einem sehr grossen Gefolg. 

Der francosiscbe Gesanter ist wohl achtag alhier gewesen 
ehe er die Magistrat zur Compliments-Audiens gelassen hatte. Was 
dieses bedeutete das weiss ich nicht, nachdemahlen die andere 
Gesanten so bald sie arivirt desselben Tags oder den anderen 
Audiens gegeben haben. 

Die Magistrat hat auch verordnet, dass Butter, Eyer, un< * JA 1 ***£ 
alles aufm Mark einen billigen Preis sollte verkauft werden, als *m Huf . 
die Butter 13 m. aiz das flf zu sagen das grosse, das kleine Pfund 
aber 7 m; 6 Eyer vor 2 m., und alle andere Sachen nach fanant; 
aber was ist es? Die Banren bringen nun gar nichts mehr; alles 
gehet nach Eupen, Anbei, Mastricht und dergleichen. Wan auch 
alda dieses Gesetz wurde, so sols noch wohl angehen, also ist es 
anjetzo noch schlimmer als von zu vorn, weil alles tbeur verkauft 
wurde, da wars zu bekommen, jetzt nichts. 

Den 4. April last Magistrat ein Edict publiciren und afügiren, d«b 4.Aprü 
wegen allerhand Mathwillen anf der Stra*», wegen Schieben nnd >%™? 
spat Zechen und dergleichen, wie dan dieses beygesetzte Edikt jjffil 



lautet, recht und wohl gethan von der Obrigkeit, allein dass es *££*£+ 

gebalten werde da ist alles an gelegen ; es ist noch besser, nichts chra •*. 

lassen publiciren und ganz still ges wiegen, als Edikter machen und 

nicht tbun halten. Ich hab nun po lang in der Stadt gewohnt, 

mein lieben noch nicht gesehn, dass ein ÜWt reter der Edikten ist 

gestraft worden, ä contrair, die Nachtsbachanten seind noch 

mathwilliger als sonsten. etc. 

Wir BQrgermeistere Schelfen und Ratb dieses Königlichen 
StubU und Kayserlicben Freyen-Reichs-Stadt Aachen, thuen zu 
jedermanns Nachricht bieroit noch und nochmahlen kund, und 
unseren vor und nach ergangenen geschärfteren Edieten in specie 
de Anno 1724 nnd successive 1731, 1734 fort den 20. Januar 1745 
nnd letztlich den 5. Jan. 1747 nochmahlen inhssriren, setzen, ordnen, 



140 

1748 und befehlen diesem nach allen Bürgern und Eingesessenen ernstlich, 
gestalten sich ruhig, still und Friedsam aufzuführen, keine Tumulten 
anzuheben, noch zu verursachen, weder beym Tag weder des 
Abends oder des Nachts zu schiessen, von allen Stein* Werfen auff 
Gassen und Strassen, auch aller Zanekereyen-Schreyens und der- 
gleichen, sich zu enthalten, so dan Abends zeitlich nacher Hauss 
zu gehen, nicht sich in denen Wirths-HHusern des Abends nach 
halber zehen und respective 10. Uhren finden zu lassen, da sonsten die 
Ubcrtrctter mit denen vormulilen anbedrohten Straffen von 3. 6. 
auch resp. 25. Gold-Gülden ohn Kinsehung deren Personen sogleich 
belegt, auch die Anbringern mit denen in vorbemelten Edicten ihnen 
versprochenen respective Belohnungen recompensirt werden sollen. 
Also beschlossen bey Em. En. Rath den 15. Martii 1748. 

(L. S.) H. Alb. OM lender J. U. L. Secr. 

^f«bettio |) en 7^ en April Abens zwischen 7 und 8 Uhr gehet zwischen 

lsr Fanr in ■ ° 

i«r Lull von Süd-Ost von der Erden ein klares nnd grosses Feur auf mit einen 

dar Erden 

auf den 7. Dampf vermenget, und stieget hoch nach der Luft hinein und 
vert heilet sich in zwey Theil nach Osten, das ander Sfld-We««t hin, 
und verswindt also. Man hat auch weiters nichts mehr gesehen. 
Ich hab darftlr gehalten, da«s die zwey grosse Kriegs- Fenr anjetzo 
werden verswinden und bij jetziger F. -iedenshoffhung die teutsche 
Völker nach Osten hin nncher Haus, und die Francosen Slld-West 
hingehen, und einen allgemeinen Frieden wiid gelien. Gottgibts! 

Francosen r> t » n 7 A piil vernimbt man, da» die Francosen bi« nacher 

roekan an ' 

iud schlag s Tongeren gerücket sein mit 4OOO0 Mann und 10 tauseiit detasschirt 

tegünenler 

Ostreicher. über die Maas zu gehen bij Viset umb die Ariergardt der Ostereicher 
zu ataijueeren, und i>t ihnen auch gelungen, nnd Italien zwei 
Regimenter angegriffen, eins zu Schanden gemacht. das ander 
gefangen, auch f>00 Housaren theil> nieder gehauwen. theils gefangen 
gemacht, und einen Major au> Velvirs mit samt sein Bagage 
aufgehoben und kriegsgefangen gemacht, so da>s die Allieerde 
Troupen wie auch Mastiicht jetzt in gl*** Bewegung ist und wissen 
nicht, was dies vor ein rnternehmen sein winl : man sagt es sollen 
drei Unternehmungen sein, als auf Lut/.enburg, Mastiicht und fireda, 
es liU>t sich verlauten als wan «lie Francosen ttOnoOO Mann stark 
sein sollten, das> sie diese i\ Unternehmungen zugleich M»lU*n 
ausführen umb zu Wlagern, aber die Zeit mus* uns lehren, was 
es getan wird. 

Den 8. April >eind schon die Francosen kommen bis Gulpen. 
und da herumb. so dass «lie Hauren Hals utar Kopf mit ihre 
Afecten und liebsten hiehin auf Aachen kommen flüchten und ist 
ein grosse Konsternation bij die Alliet-ide. Lutzenburg ist berennt. 

, * 8l0 ,*» ,nl Das fluchtet noch immer fort den 10. April au* und um 

Maatrkht â–  

lichtet im-Mustricht, so gar 011s der Allieerde-Armey s*»nd wieviel Oflicier 
und Bagage alhier ankommen, und weil die Francosen nur eine 



141 

kleine Stund ton Itastricht abstehen, so hat der Feldmarschal 1748 
Batbiany an die Staaten von Hollandt ersucht eilens nmb Volk zu 
baben y dan die Tentsehen allein waren zn swach, weilen sie noch 
nicht bey- einander waren, allen die Staaten haben zur Antwort Holunder 
gegeben, sie wollten ihr Volk nicht anf der Schlachtbank lieferen. Volk gtbea 
Also bat der Feltmarschall Batthiany Order gegeben an seine 1 ^Jo?iu? U 
Trappen, sieh nnr zn retireeren, und die Linie bij Mastriebt zn -lricht * 
verlassen, und wurde ehr gerne zusehen wan sie Mastricht und 
ganz Holland thaten ruineeren. 

Und dieses stehet auch wohl daraus abzunehmen, dan wo 
viel Kopf, da seind auch viel Sinn und Ordonnantien. 

Das Wetter fangt auf einmal an gut zu werden, wie wohl D " Wttur 

tadwrt lieh 

t*s noch kurz so grosse Kult, Frost und Schnee gegeben hat, also anf tiiunai. 
dass dies in Zeit von 3 ad 4 Tag vergessen ist. Der liebe Qott 
weiss alles anzuordnen mehr zu unserm Outen als wir von ihm 
verdienen, dan der Winter ist ziemlich kalt gewesen und auch 
ziemlich lanck als er lange Zeit gewesen ist. 

Den 11. April haben die Francosen denen Allieerde ihr dmii. April 
Haupt-Magasin zu Falkenburg abgejagt und erobert, wie dann auch 



die Allieerde die Linie bij Mastricht verlassen und nacher Rnremondt IKTn.twiS! 

und Maseick hin gezogen. Also stehet Mastricht anjetzo ganz blos. Das SjiwJjJ ra 

Land von Limborg, Merschen, Falkenbnrg ist schon in Contribution 

gesetzt, anbey anbefohlen worden vom König von Frankreich kein 

anderen Herrn zu erkennen als ihm. Die Calviner laufen herumb 

wie die Herbst-Krähen und wissen nicht wohin ; dieses ketzerische c*Mmv 

Volk kommt mit aller Gewalt alliier nacher Aachen, leider Gottes, hm* **** 

«la doch de* Gesmeia so viel ist, dass es eine Schand vor Gott ist, 

wann dieses alliier sollte alle tollerirt werden. Die Bürgerschaft 

denkt nicht mehr dran, was dieses gottlose Gesindel vor hundert 

Jahr allhier in unsere liebe alte katholische Stadt haben angericht, 

ich bin gewiss, wan sie dieses christlich wollten beherzigen, sie 

wurden Keiner eine Naclitsherberge geben, ich will sweyen, dass 

hie ihnen jetzo Hauser verkaufen, vermiethen und bij ihnen selbst 

auf Zimmer lassen wohnen, welches doch so ausdrücklich Gott und 

der Apostel Paulus verbietet keine Gemeinschaft mit dergleiche 

Ketzer zu haben; allein was macht das verfluchte Geld und Gut 

nicht ? Darauf wird mehr Acht genommen, als die Ehr und Wort 

JfOttes zu erfüllen und zu erhalten. Der liebe Gott wolle unsere 

Stadt bewahren und unsere Untbaten nicht bestrafen, wie vorhin 

oft geschehen ist. 

Den 12. April vernimmt man dass die Francosen den 10. und w* 
11. April Mastricht haben eingeschlossen und Niemand ein noch •*»*!• 



142 

1748 heraus kann, and wird sich nun bald äusseren was sie wollen damit 

Jn*den b ll an ^ an ? en » Dn< * w * e8 R^eil wird. 

Apn. Mun bat versichert Geredt, dass sollte eine Feldscblacbt 

gehalten werden auf Ostertag, was aber folgen wird, wird man 

sehen. Gott wolle den gerechten bij stehen, und seine Waffen segnen. 

Ist aber auf Ostertug nichts erfolget, als dass die Francosen denen 

östereicher und Alieerde copirt haben, damit t»ie nit können 

Fraacenfaa- zusammen rücken, und lassen schön ihr gemachtes gros« Magnsin 

d» ihr Ha- in Falkenburg nach dem francosiachen Lager führen bij Mastricht, 

* Mnw * g warzu dann alle Bauren seindt commandirt worden im ganzen 

falkenberger Land, auf Straf ihr Hab und Gut und ihre Häuser 

abgebrennt zu werden hier an zn fahren und zu helfen, etc. 

Francosen l)«» n lf,ten April lassen die Francosen auch das Magasin von 

führen da» ' ° 

Malaiin toh Herzogenrath weg nacher ihr bij Mastlicht stehendes Loger führen, 

rath hinweg, und das ganze Land 1. alten sie sauber v<>n denen streifenden 

Allieerde, welche dun in die abliegende Örter viel Schad und 

KauWrev hedrieben haben. In Ma^tricht hal>en die Garnison keine 

Amunution noch auch viele Mannschaft, so dass die Allieeide 

gehalten waren ihnen in Mastricht etliche Schiff mit Pulver beladen 

die Maas» hinauf schickten über von den Francosen atrappirt und 

abgenommen worden und zu ihrem Lager hingeführt worden, an 

der Zahl 400 Fasser. Auwe Mastricht ! 

Dat ganze Das ganze Limhurger Land ist in Contribution gesetzt von 

Land ut in 2 Tonnen Srhat/., welches bald musa gegolten werden, auch von 

uon° feMtsi das Land von Falkenburg eine schöne Summe. Allein de Hank 

Franroatu van perlen muss :10000 i hx geben, welches dan wureklich regulirt 

ist, dan die Hauren seind alle willig ihr Sach zu gelten, damit sie 

mögen dasjenige tahalten was sie haben, wie die Francsen dan 

auch jetzt weils regulirt ist nichts toiischieren noch stehlen. 

i>er «pani- I>en 17. April ist der spanische Gesandte arivirt, und logiit 

*^andtr bij Hr. SeheftVn von Lambert 7. in Klein Collerstiass. 

^rgeniie«i- ' )lM1 ***• April Nt oueh der Gesandte von Genua ankommen, 

^ndu* un '* '°K irf l,i i ,,r r,,r ' Kmont? > adf «ü«? IUic-li netan den Hau» 
koiumt an. V on Setterich. 

Die UHr. Am IS. April Nachmittag*« seind alle HHr Gesandten, wie 

le^mTali" - s ' e h' Hr ,Q Aachen seind, aufm Stadt hau« gewesen und diese* 

Sau? *e*w£ * H * M '"*' n | l llr,, h umJ dun h. welche-, ihnen dan re< ht wohl gefallen. 

a*u. oüd »1. mit ,1er Zusag, «ie hatten sich nicht eingebildet, ein M>lche> Stadtbau* 

I*« Mimt- ... 

mrt tum in ein >«» kleine Stadt un/.utretFen als diese*« war. und haben schon 

«'«•iigreM . 

<m iliiiinirt. w»» sie ihre \ ersammlungen und Sessionen wollen halten, 
nemlich auf die gm>se Kammer am Garten nebst die Numann*- 
Kammer und Werkmeisterlauf, weilen kein ander Zimmer sich taaaer 
dazu schicken thüte als diese, weilen auf 3 Ecken Zimmeren daran 



143 

t bäten schiessen, damit etliche von die Gesandten, welche sich 1748 
wollten Ober ein oder ander besprechen, konnten einen Abtritt thun, 
weilen alsdann wehrender Versammlung nicht erlaubt ist weit 
von der Hand zu gehen, so muss noch eine Thur von der Numanns- 
Camnier nach diese eingemacht werden, welches sein muss. 

Den 19. April durch Anhalten der allhier befindliche hoher pj« suat 
Gesandschaft an löbl. Magistrat wegen ein Comedien Haus, welches ^ed^HaaT 
denen grosse HHr. Gesandten zu gefallen dan accordirt ist worden, od ™*är?ch- 
nemlich der grosse Speicher aufm Kathsboff wird darzu acomodirt ten I â„¢y dla 
und eingericht und wird alzeit darzu gehalten werden, wie dan 
also demselben Tag ist der Anfang darzu gemacht worden. Der 
Graf von Caunitz ist selbst alldort gewesen und die Platz in 
Augenschein genommen, welcher ihm dann wohl gefallen hat. 

An denen Stadt-Thoren ist auch Ordre gegeben worden, keine Keine fran- 
fiancösiscbe Deserteur mehr einzulassen, damit nit der Stadt eineurteur m6- 
Verantwortung beim König von Frankreich haben mög, absonderlich 'derVtedt 
bey jetziger Zeit, da allerhand Werbungen müssen alhier geduldet kommen - 
werden, alwo die Francosen häufen weis kamen hingeloffen, welches 
dan nun eingestellt ist, auch die francosischen Husaren deren ein 
grosse Menge aufgehoben haben, sie, die Diserteurs es auch nicht 
wohl mehr trauen, noch trauen dorfen, damit sie ihr Leben erhalten, 
dan alle die sie bekommen werden all aufgehenkt. 

Die Francosen haben die Stadt Mastricht so stark zugesetzt Den 24. 
mit canoniren und bombardiren vom 19. an bis anjetzo den 24ten, »triebt hart 
das> >ie in der Stadt wurklich haben den 23ten Abends die weisse wiu'capita- 
Fahne ausgesteckt und capituliren wollen, aber zu viel wollen lireu 
aushalten, damit ist wieder Orders gegeben worden, wieder aufs 
neue fortzufahren, und seind soweit gekommen bis in die Werker. 
><> dass nun die Stadt sich mit Gewalt soll ergeben müssen, und 
â–º-in Theil von St. Petersberg ist in die Luft gesprengt von denen Fran- 
<'o*en durch Unterminirung. Die Stadt ist so entsetzlich mit Feur 
angefallen, dass es ein Schrecken ist, und die brüsselder Strass ist 
ganz abgebrannt durch das entsetzlich Canoniren und Bombardiren. 
Der liebe Gott will alle betrübte Bürger trösten und starken in 
ihrem Elend und Schrecken. 

Den 25. April gehet Mastricht über mit stör tuender Hand Mastricht 
an denen Francosen, nachdem nur 5 oder Tilge solche im portante Storni, aon- 
F*.->tung ist belagert gewesen, und dieses noch bij so übel Wetter, A ccord über 

an den 
Francoaen. 



wöbe es immer geregnet, geschneiet und gehagelt, dass die mn den 



Francosen in A proschen bald versoffen seind. 

Den 25. April seind aus Verordnung heisige versam miete Den 25. April 
HHr. Abgesandten und Anrufung benachbarte Fürsten etc um das scbiagbaom 
Reich von Aach auf alle Landstrassen, so über 2 ad 2 Vi Stund B^^n 



144 

l?48von der Stadt Aach ab, mit gute Schlagblom versehen worden, 
AMbm ig«- damit das Reich und herum liegende Territorium befreit soll sein 
von feindlichen Einfall, benebenst Pohl mit Adlers und des seihtigen 
Hr. oder I^and- Herrn Wapffen darauf, damit man sehen solle, was 
und wie es inuss gehalten sein, also hat Magistrat von Aach dieses 
alles bewerkstelligen lassen den 26. April 1748. 

Die Achts mit oben auf haltende Schohl aufin Catshoff wird 
abgeworfen und die Hall und Bauw vom Hrlir Keller gleich 
gemacht, und die Scholl samt untenstehende achs wird eingeruckt, 
damit der Katshoff grad viereckigt wird, dass hatte wohl lang sein 
können, dan die Platz ist die schönste und freieste von der ganzen 
Stadt, auch weil das Comedie-Hau8 nun von die Hall gemacht wird. 
du Frmnco- Die Francosen zeichen in Maxt rieht ein den 6ten May. Man 

IfB m leben 

in Mutrieht hat zwar berichten wollen wie das Mast rieht den 25. April wHr 
mit Storni erobeit, allein diese?» ist nit aKo, sondern es ist mit 
gut Accord Ol*ergel>en worden am 6. Mai mit Bewilligung der 
Staaten von Holland, weilen auch ein 3 monatlicher Waffenstillstand 
ist lteiderseits bekannt gemacht worden, und wurklich unter die 
allhier zu Aach vei>am miete Ministers ein Conferens gehalten, und 
DiePrein- die Preluminaria unterzeichnet, wegen den zukünftigen Frieden, 
•lad tchoo wie und wan nWr iM ausführlich noch nicht Wkannt. 

ben. Tag und Nacht müs^te man wohl aufm Stadthaus arWiteu, 

m> presseeren die Gesandten, alle* fertig zu haben, damit eb ein 

Ordentlichkeit werde mit dem Congreh* und Sessionen über den 

^vorstehenden hoffenden Frieden. 

Den io Mai Den 10. Mai haben die Francosen alle Kirchen in MaMricht 

werden alle 

Kirchen von erGffnen lass>eu, welche die Calviner denen Catholi*chen hatten 

nner \**+- abgenommen, so wohl alte al» neue, und «lau Te Deum landamu*» 

•ra? denen- darein gelingen worden, mit Lautung aller Glocken, und Abfeurung 

nn?«S!uMbt ^ er ^ Änon » aucn ni >* a 'l«* ^rdeiibgeietlichen, ProeesMon mit dem 

in Mutricbt. \ l0{: \\ würdigen Gut die ganze Stadt durchgangen und denen Calviner 

an l>e fohlen worden mitzugehen oder >ich zu verstecken, die aU*r 

auf der Guss sei ml gefunden worden, haben mü»«en mit aller 

Venerution mitgehen snn*t seind wacker St i ich abgefallen; und 

dieses ist in alle unter Mast rieht gehörige Landschaft und IVirfer 

befohlen worden zu thtin und Gott zu lohen und zu danken v»r 

Wiederherstellung der Gotte>hüu*er mit Lautung aller Gloeken. 

Qebort«taic Den VA Mai haltet ihre Kxcellens (trafen von l'aunitz »U 

tom die K»y* • * . i, ., «. . ■ ^»i .._. ii . , «ii 

•erin wird hai»erlu her (ie>uinlten mit gro^e *ulemnit!tt alliier den tieburlMaw' 

'Ver'Tiin 1 von ihn» Kaii»ei liehe Ma\>t. Die Kaiserin Maria Theresia in der hevMge 

Counitt r °° K ros,fc,i * Muttergotteskirche mit liev»ein aller Gesandten und Adlichen 

heyMger Stadt und mit ein nie erhörtes oder gar herrliche* Mvmc. 

hambt offen Tafel in dessen Hoff, und dic*ea auf da» stattlichste. 



145 

Die Pfühl rings umb dem Reich von Aach sei od ntm alle 
gesetzt, Ober 2 Stand von der Stadt und stehet mit franeösisch und 
teutsch beschrieben in grosse Buchstal»en „Neutralität" und wird 
auch jetzund wohl respektiret. 

Verordnung 
Welche währen den Friedens-Conferenzen zu beobachten. 

Die fDrtreffliche und Hoch-Ansehnliche Herrn Bevollmächtigte 
Ministri, welche zu denen Friedens-Conferenzien sich allhier 
eingefunden, haben zur Beobachtung einer gewissen Policev-Ordnung 
einmtithig beschlossen, und nach reiffer Überlegung sich über 
nachfolgende Articles miteinander einverstanden : 

1. Ein jeder Bevollmächtigter Ministre, wird nur mit einer, 
mit zwey Pferden bespannten Kutsche, mich mit einem so kleinen 
Gefolg als nur möglich ist, sich zu den Conferenzen l>egeben. 

2. Sollen alle Beratschlagungen oder Conferenzien, ohne 
das mindeste Ceremoniel, und zwar dergestalten gehalten werden, 
dass die Bevollmächtigte Ministri sich an einen runden Tiseh, woran 
w*»dt»r die obere noch die untere Stelle zu beokiehten, nach der 
Ordnung, wie sie in den Saal ohne Unterschied, und ohne Rang 
♦•iuer nach dem andern eingetieften, sich auf gleiche Weifoe nieder 
zu setzen hal»en. 

.]. Werden die Kutschen nach der Ordnung wie sie angelanget, 
mi.-Ii vor dein Hingang des Kaht-Hausses, jedoch so stellen, damit 
\or diejenige, so nachkommen, um sich gleichfalls bequem zu der 
Stiegen verfügen zu können, allezeit genügsamer Platz und Hanm 
/wi>ch^n denen Kutschen, und dem Rath-Hauss übrig bleibe. 

4. Wird denen Kutschern. und Livree-Bedienten, zu 
Vermeidung aller Zwist igkeiten und Zankereyen, so unter ihnen 
vorfallen könten, ernstlich anbefohlen, dass sie sich mit allem Glimpf!', 
und behöriger Bescheidenheit begegnen, auch einander bey Vor- 
tal lenheit alle Httlffe, und gefällige Dienst erweisen sollen. 

5. Wofern zwei Kutschen in so engen Orten, wo bey de zu 
gleicher Zeit nicht vorbey fahren können, einander begegnen, so 
sollen alsdann die Kutscher, an statt unter sich zu streiten, welchem 
\.»n bürden die (»»erstelle oder das Vorfahren zukomme (als 
wodurch nur Hindernuss verursachet wird) einer dem andern den 
UV;' *»der die Passage ütfnen. und so viel möglich erleichtern, auch 
derjenige, welcher am ersten sothane Beschwerlichkeit wahr- 
•jr-n^mnien stille halten, und wann es seiner Seits wahrscheinlicher 
n:u^n am leichtesten geschehen kann, dem andern Platz machen. 

♦». Werden die auf den Spatzier-Oilngcn oder Fahrten, so 
wohl in- als ausserhalb der Stadt, sich einander begegnende Ministri 
d*n sonst gewöhnlichen (Jebrauch, dass ein jeder von seiner Seite 

10 



146 

die rechte Hand liehalte, ebenfalls beobachten, auch in denen Gassen, 
Öffentlichen Strassen, und Oberhaupt aller Orten, wo es füglich 
geschehen kann, ohne die mindeste Strittigkeit, oder geflissentlich 
suchenden Vorzug, ein gleiches in Acht nehmen. 

7. Denen Pagen, Laquayen und ütarhaupt allen Übrigen 
Livree Bedienten, soll keineswegs erlaubet seyn, Degen, Stocke, 
otler Schuss Gewohr, wann solches gleich klein und verborgen, und 
Überhaupt einiges Gewähr, wie es Nahmen haben mag, inn und 
ausser der Stadt, oder auf denen Spazier-Gängen zu tragen; Ober 
das soll ihnen ernstlich verbot ten werden, sich nach Mitternacht, 
ohne austr Ucklichen Befehl ihrer Herrschaft ausser dem Haus zu 
begeben, und sich in der Stadt, oder änderst wo, nach besagter 
Mitternacht-Stund spazieren-gehend antreffen zu lassen; diejenige 
aber, so diesem zuwider handlen, *eynd nach dem G auffinden 
ihrer Herrschaft scharff zu bestraffen. 

8. Im Fall ein Bedienter eines Bevollmächtigten Minist ri, 
wegen eines die öffentliche Kühe zu stöhren vermögenden Lastern 
Überwiesen werden sollte, so wird nach vorhergangener Untersuchung 
der Sache (welche jeder Minister in Ansehung seiner Leute >ich 
vorbehaltet) der Bevollmächtigte, dem der Bediente zu gehöret, sich 
seines hal>endcn Rechts ihn selbsten zu l>e*trafen, von freven Stücken 
l>egeben, und den Verbrecher, nachdem ihm solcher gestalten alle 
Freyheit und Schutz entzogen, dem Richter desjenigen Ort>, wo 
die That togangen worden, es mog in der Stadt oder anderswo 
geschehen seyn, ülwrant Worten lassen, ja selbsten an verlangen, da»» 
mit dem Schuldigen noch denen eingeführten Gesetzen vei fahren 
werde. Im Fall der Magistrat, oder die Woche, einen autf frischer 
That. oder bey Ausübung einer die öffentliche Ruhe stöhren 
könnender Sache betretten sollte. >o wird denenscllien freve Hand 
gelassen, si'h des fbelthäters zu bemächtigen, und selbigen, 
ohngeachtet er für einen Bedienten, der von dem Gefolg eine,* 
BevollinMcht igten Minist ri erkennet würde, in Verhafft zu ziehen, 
auch solang darinnen zu halten, bis da>s sein Herr davon benach- 
richtigt worden, als welches» <>hn verzüglich geschehen soll. Wurnlicbftt 
dasjenige, was der Bevollmächtigte Ministre verordnet, es s*yr nun 
gleich, das* er seinen Bedienten in der Gefftngnuss anhalten. oder 
lo>s zu lassen vei lange, zu vollstrecken ist. 

( .*. Wann ein Bedienter eines Bevollmächtigten Ministri, ein«-n 
andern Bedienten eine«« elM-nmässig Bevollmächtigten WIevdigef, 
und Streit mit ihm anfanget, so «olle der Beleidiger alsogleich in 
die Hand desjenigen Herrn. de*>en Bedienter beleydiget worden, 
til>ergeben worden, welcher ihn M»f«rt nach seinem eigeoen 
Gutbetinden abstraffen lassen kan. 



14T 

10. Die sämtliche Bevollmächtigte Ministri. werden ihren 
Edel-Leuten, Pagen, wie auch allen Bedienten, auff das schlrffeste 
untersagen, keinen Zank und Streit anter sieb zu stiften, solte 
sich aber ohngeachtet dieses Verbotts dannoeh dergleichen hervor 
thun, und sieh jemand erfrechen, seinen Streit mit Gewehr au*- 
machen zn wollen, k> soll derselbe auf der Stelle ans drm Hauss 
des Bevollmächtigten Ministri. ja ^ gar ans der Stadt gejaget 
werden, ohne dass ihme die Entschuldigung, ob seye er gar zu 
starck beleydiget, oder auch zuerst angegriffen worden, zu statt 
kommen könne. 

11. Die Bevollmächtigte Ministri versprechen einer dem 
anderen, keinen Bedienten, der von seinem Herrn ans dem Dienst 
gestossen worden, oder ohne dessen Bewilligung ausser Dienst 
getreten, in die ihrige aufzunehmen. 

12. Wann ein MinUtre einen seiner Leute mit Ge&ngniss 
1 »est raffen lassen will, *>o soll auf sein Ansuchen der Bediente in 
die öffentliche Gefangnuss auf eine gewisse Zeit gesetzet, und 
darinnen auf Unkosten seines Herrn ernähret werden. 

13. Nacbdeme die hiesige Reichs-Stadt Aachen zur Haltung 
der Friedens Conferenzien vor anderen ausersehen worden, und sie 
sowohl aus dieser Ursach, als in Kraft dessen, worüber bereits alle 
Mächten, deren Ministri bey sothanen Conferenzien erscheinen, 
übereingekommen, für sich, und ihr gant/.es Territorium in allen 
Stücken einer vollständigen Neutralität zu gemessen haben solle, 
jmi i>t von denen gevollmächtigten Ministris verabredet worden, 
dass der Magistrat rings um die Stadt, in der Distanz von drei 
viertel Meylen an denen bequemsten Orten eine anzahl Pfähle mit 
♦•iner Taffel, auff welcher das Woit Neutralität, Teutsch und 
Fruntzo!>i*«-h gesehrieben stehet, aufrichten, dergleichen auch 
Schranken oder Barrieren, zum offnen und schliessen, in einer 
gleichen Entfernung von drey viertel Meylen, auf allen nach besagter 
Stadt Aachen gehenden Strassen, setzen lassen solle. 

14. Indeme alle Aufsuchung des liederlichen Gesindels, so 
Mrh in die Stadt einschleichen därffte, vergeblich würde, wann 
dergleichen Leuthe ehe sie ein offenbahres Schelmen-Stüek begangen, 
••ich vor Bediente eines oder des andern Ministri ausgegeben, und 
-olchergestalten nicht so sehr, wie andere verdächtige Personen 
U-obachtet werden könnten; Als werden die Bevollmächtigte Ministri 
di#» Nahmen ihrer Bedienten, die in ihrem Hauss oder in der Stadt 
wohnen, zu dem Ende aufgezeichneter geben, damit diese nicht 
beunruhiget werden mögen; ausser in denen oben in dem 8ten 
Artikul gegenwärtiger Verordnung vorgesehenen Fällen. 

15. Alles Obige, worüber man sich wegen Haltung guter 



148 

Polizei bey der jetzigen Versammlung gemeinsam einverstanden, 
soll zu keinem Exempel angefuhret werden, noch an einem andern 
Ort zu anderer Zeit, oder bey anderer Vorfallenheit einige Folge 
nach sich ziehen können. Wie dann auch solches Niemanden zu 
einigen Vortheil, noch zum Schaden, bey einer anderen Gelegenheit, 
gereichen »oll. 
1748 Eben umb den Congres Yersamlung hab ich auch alhier 

ohn mich zu rühmen neuwe Federn erfunden, 
schreib? ** s ^ onD * e vielleicht sein, dass mir der liehs Gott die^c 

fed«r-Brfln- Erfindung nicht ohngefilhr hHtte lassen im Sinn kommen mit die?e 

dang tod *• n 

mir Jo*n meine stahlene Federn zu machen, deweil alle und jede alliier 
versammlete H.Hr Gesandten davon die Firste und Mehreste gekauft 
haben, hoffentlich den zukünftigen Frieden damit zu beschreilien, 
nnd dauerhaft wird sein wie diese meine stahlcne Federen, dass 
der liebe Gott will geben, dan der verderblichen Krieg hatt lang 
genug gewahrt; weilen aber jetzo alles wohl zum Frieden aussieht, 
hatt man auch Hoffnung, dass er lang danren m>1I, elien wie der 
harter Stahl, damit er beschneien wird. 

Vergleiche Federn hatt Niemand nie gesehen noch v«»n gehurt, 
wie diese meine Erfindung ist, allein man niuss sie rein und sauUr 
von Host und Hinten halten, so bleiben sie viel Jahr zum S« hreiU'n 
gut, ja wenn auch einer 20 Reis Papier damit wurde Wsehreilien 
mit eine Feiler, so war die letzte Linie hescliric1>cn wie die er^te, 
sonder was an die Feder zu veranderen, sogar hie seindt in alle 
Kcken der Welt hingeschickt worden aN ein rare Saeh, aN nach 
Spanien. Frankreich, Kngeland, Holland, ganz Teutschland. Ks 
weiden deren von anderen gewiss nachgemacht werden, allein ich 
bin doch derjenige, der sie am ersten erfunden und gemacht hat, 
auch in eine grosse Menge verkauft ausser und binnen Ijands. d.i« 
Stück vor M. nix oder ein Schilling specie und was ich hier nur 
hab kunnen machen ist mir abgeholt worden. 

rata > Budf- ^ en -°- ** ftv win * auf,n ^tadtliaii.- <?on>ert und Hall gehalten 

bao« coii- werden, auf Anhalten deren Comedianten an denen Herrn Gesandten. 

•+r\ und 

n*u ir^iiü- sonder die HHr. Hflrgcrmeitter darüber zu fragen, eben aN wan 
it*n <»*•*»• die ljfmpc (omediante aufm .Stadthaus Meister wilren, und konnten 
darauf thun was sie wollten, und dieses noch vor Geld, etan aK 
wie in ein Frivathaus. Ks i*t eine Schand vor < •••tt und den 
Menschen, zum ersten weil dieses ein Ort soll sein wo so 1i«kIi 
wichtige Frieden traktirt >"11 werden, zu zweiten auf ein Hau? 
der Gerechtigkeit, /um Hteii auch noi-h tlie mehr, weils ein geheiligt 
und geweihtes Ort ist. Mich gibt Wunder, dass die Catholische 
Gesandtschaft dieses zugestanden, von den Calvinische will ich 
nieht melden, weil e* Iipv denen el»enviel ist obs in ein Kirch od?r 



149 

Auf der Gatt geschehe. Nechdeme unsere Magistrat gänzlich nicht 1748 
haben, darein willigen» so dem unangesehen ist es doch vor sich 
gangen. Wan die Menschen nur Geld gewinnen so ist ihnen 
ebenviel wie und wo es gewonnen wird. Ich glaub vom Gotteshaus 
sollten sie ein Comediehaus machen, wans nur Geld thäte geben. 

JeUt wird es nun auch einmal recht ernst werden mit dem A, J** >*"** 

fleh inMitl 

Congres*, weil nun alles Beschwerens von Seiten Wienerisch Hof rot «iura 
noch etliche Missvergnflgen wäre wegen die Pr&luininarien, anjetzo d«n. 
aber nun völlig beschlossen und ein Courier am Graf von Caunitz 
abgeschickt nur zu thun wie er wollte damit man zu einem 
Frieden gelange. 

Der liebe Gott will es geben. 

Der König von Frankreich lasset Mastricht wieder stark 
befestigen, und zu dem End mussen~alle*Land8leut oder Bauren 
dabin, umb zu arbeiten. Es scheinet ob der König dieses Ort will 
bebalten, weilen er es also lasset fortificiren, ja wohl zwei Stund 
in die Rönd alle alte feste Schlosser wiederaufbauwen im Fall 
der Noth. 

Im Juny halten die Francosen zu Mastricht ein mit arbeiten, 2**üL 
und haben alle Kauren die allda gearbeitet haben wieder nacber Safe» sn» 
Hau» geschickt, auf dieses will man für gewiss sagen, als das« i'wtmUmurUki 
Hollander wiederumb in Mastricht sollten einzeieben und die 
Francosen hinaus, aber dieses glaub ich nicht eheder bis ich* 
^eben werde. 

Anjetzo seind auch die übrigen hohen Gesandtschaften armrt, 
und ariviren noch täglich als der pftbstl., portugitfiacbe, CbarpfaU, 
l'holen, Cbursacbscn, Chur-Collen, Chur-Mains, Cbur-Trier, wn 
<lenen Kussische Kayserin, von Denemark, von Sweden, in Bawiits, 
von alle Forsten von Europa schier werden all hier zu Aa<b beim 
Congress erscheinen, man will vor gewiss halten, dam dwsu Ober 
tiM werden bieher kommen, und e« gehet da* GerOcht, al» wan 
keine Wohnungen genug vorbanden waren, allein diete« iU gefühlt, 
e* seind noch Wobnungen genug, allein dieseb iat »pergiert woiden 
7011 denen Cöllnische, welche diese grotbe Ehr die Htedt Aach 
missgönnen, und haben sich gar erbotten, an die alibier befindliche 
hohe Gesandtschaft, ihnen wan sie wollen den Ongree* uaeher 
Collen verlegen, die Wohnungen unentgeltlich beziehen und 
einräumen zu lataen, allein »ie halben damit ni' bt* k&uu*-u auv 
t übten, sonderen »ich damit n<*cb wehr verha*tt bei denen 
Gesandten gemacht, und zur Andtwurt bekommen, der (jougre** 
war nun alibier zu Aachen angefangen, und er würde *u«-b ailhier /um 
Sund gebracht werden. Ei» seind aber ei liebe von denen geiueituU 
Gesandtschaften gewesen, welche alibier weg wollten, *4» 



150 

1748 sie könnten alibier uichts Wildts noch Fisch werk bekommen, und 
anbei wiire alles theur. Aber ihr Excellens der Graf von Caunitz 
als kaiserlicher Gesandter gab deren ein schönes Andtwort, nnd 
sollten die Stadt Aach alle ihre Unkosten bezahlen, so könnten sie 
hinziehen wo es ihnen beliebig wilr, so wollt er allein hier bleiben, 
damit war dieses Vorhaben bald gehoben und alle vereinigt allhier 
zu verbleiben und ein Knd zu machen. 

Den 16. Juni ist zu Mastricht ein Munsterum von einem 
calvinischen Weib zur Welt geboren worden, wie ich verfolgen! 
melden werd. Weilen anjetzo in Mastricht die Francosen sein, 
und alle catholische Priester nun ihre Freiheit haben, ihre 
anvertrauete christliche Gemeinde öffentlich mit dem hochwürdigen 
Gut gehen zu berichten, eben wie allhier zu Aach, so batt sich 
zugetragen, das» in de Capaun-stract tot Ma*tricht ein Kranker 
sich befunden, welcher dun Öffentlich l>erichtet worden. Der Priester 
unter ein Tombau w mit dem Küster dabei, schellend mit der 
Gottstchell, auch einem Gefolg von viele catholische Mann- nnd 
Weibs volk dabei kommen vorbei eines calvinischen Haus auf 
obbemelte Gaas. Dassell* Weil» war schweres Leibs, saget ich 
ums« gehen zu sehen, da kommet ein Maulesel, ich hör schon die 
Schellen. Hab ichs nicht gesagt, sugte sie zu ihren Hausgenossen, 
das« es ein Maulesel seye, dun ein Esel trugt den anderen, mit 
Eid caivi- höhnische Wort. Den anderen Tag kommt das Weib nieder, und 
brioct cm bringt einen Ksel zur Welt. Der halbe Theil oIkjii vom Leib i>t 
SQ " w«mmid g* DZ w * e e ' n natürlicher Ksel mit G Hein, 2 Menschen- und 4 
MMtriobt. jj be j s | >e i nf J en unteren Leib wie ein Mensche beschaffen. Ihre Magd 
alter die war catlmlisch, liatt dieses l>ekannt gemacht und dieses» 
kommt vor die Obrigkeit, welche die Such examiniret haben, die 
Magd, mit summt der Hebamme hierüber abgehört, welche dun 
gestunden, dieses wahr /.u sein, und hatten es >»chon im Keller 
versteckt, da es dun ist ausgeholt worden durch die Wacht, wie 
auch hernach ist befunden werden, und das Thier oder Munstrnni 
bis den 20. gelebt hat, ob*, noch langer gelebt, ist mir nicht bekannt. 
Da sehen ja dies gottlose Gesindel dass Gott der Herr nicht will 
mit hieb geschert zt haben, noch auch gelästert will sein. Aber 
ob Gott Mirakel thut oder nicht, dass calvinische Gesindel ist «-» 
hartnackig el*en wie Pharo. Es ist al>er mit Geld geben ver»tQm|*: 
worden und man weiss nicht wohe es hinkommen. 
iiuJmjt\uf. Mau vernimmt aueh aus Amsterdam, dass das gemeine Volk 

AujiUrJim. rebellirt lialn» wegen der iteligion hallier, und der Alt -Bürgermeister 
auf der Guss ertappt und iii lauter Stück zerschnitten also caputt 
und zei fetzt auf der Gas«» liegen la^en. 
Kotunitw In ICottcrdam ist auch ein Aufstand uiu selbige Zeit gewesen. 



151 



und hat das gemeine Volk 3 Borge raubten Häuser niedergerissen. 
Darum!» ist der Graf Benting und Wassenner von hier schleunig 
müssen dahin reisen. 

Bei jetziger Zeit vernimmt man an allen Orten nichts als 
lauter Verwirrung, Unglltckcr, grosse Zeichen in der Luft, Unruhen 
bey allerlei Nationen, Ungerechtigkeiten, nichts anders als Ehr- 
abschneiderei, allerhand Gottlosigkeiten, was wirds endlich aufs 
Letzt noch geben? Mich furchtet, dass der liebe und barmherzige 
Gott uns grossere Strafen über den Hals wird schicken, als er noch 
geschickt hat, da wir Menschen uns so wenig an kehren, als wan 
der lieber Gott kein Macht an uns hlitt. Aber mich furcht, 
mich furcht. 

Bei jetziger Zeit haben sich noch 2 übernatürlichen Sachen 
zugetragen allhier in Aachen. In Cöllerstrass bei ein Btlrgersman, 
welcher Hahmr halt, daselbst hatt der Hahn ein Ey gelegt eben 
wie ein Huhn, aber schmal und lang, nicht gestaltet wie ein 
Hllhner-Ey, warüber der Mann kommet und dieses gesehen den 
Hahn gleich todt geschlugen. 

In Marschierst]' ass ist dasselbige geschehen, aber der Mann 
halt den Hahn leben lassen, wo er aber das Ky bingothan hat, 
•bis weiss ich nicht, und wie man vor gewiss hillt aus diese 
Hahnen-Eier würden die erschreckliche giftige Thier, Basilisken 
genannt, ausgebrüht et. Diese Tliiere seind so schädlich und giftig, 
ilass ein einziges könne ein ganz Land die Lnft vergiften, dass 
Menschen und Vieh davon sterben müssen. Dieses Thier ist gestaltet 
wie ein Hahn, allein sein Stiirlz ist eine Slang oder Drachen gleich 
und ganz klein wie diese Figur anlieget, aber etwas grösser, die 
nllergr Osste ist wie 
ein Daube gegen 
der Grösse zu rech- 
nen, und so fortan, 
dan ich habs eine 
mit meine Augen 
gesehen, aber todt 
und balsamirt vor 
eine Itaritatt in 
Brüssel, aber eine 
■^^ — T^- ^-VS ^r *-*^ lebendig ist so 

voller Gift, dass 
wans ein Mensch von fern tliut ansehen, er davon gleich muss 
-iTben. ja sogar wohe das Thier sich aufhalt, wachst weder Grass 
noch ander Kraal, die Bauin und Ktriiueh verdorren durch seine 
giftige Gegenwart. Gott will uns behüten hier zu Land vor 



Bustlikon 

ElcrgtbrQb- 




152 

1 748 dergleiche Thiei. Wan Hahnen in der Stadt Eier legen, so werden 
hie se auch du aussen bij de Bauren thun, alwo die« Thier konnte 
uusgehrühtet werden im Feld oder Busch. Gott bewahr uns darvur. 

wer£utteii * in , ' u ^' ' ,tt ^ übliche Magistrat angefunden auf dem Hoff 

werden iw j m Armen-Gasthaus vor die Hutmacher-Zunfl Werkstätten zulnuwen. 
Armes« 

UMtbeu« damit selbige gar vom Caths-boff hinweg kommen, damit derseH« 

aufm Hoir. rein und sauber kann gehalteu werden, sonst wars ein recht 

Dreck- und Gestank- Platz, aller AufHat wurde schier dahin 

geschüttet und vertragen von der hallien Stadt, da es nun ein so 

schOner Plat» ist als ein in der Stadt kann sein. 

DicMn J»hr Dieses Jahr ist ein Ober die Mass vollkümmlich Jahr an alles 

tat gaiu 

Toiiköuim- Gewächs, welches der liel»e Gott so hiluftig gegelien das* es zu 

Allem, bewundern ist. Wan der barmherzige Gott uns nun auch die Gnad 

giebt dieses zu seiner Ehr und Lob mit Gesundheit zu genießen. 

AI >er wir gottlose Menschen gedenken nicht einmal daran der gütiger 

Gott vor »eine Milde und GUtigkeit zu danken, sondern alle* fii>t 

und sauft daher, und lebt daher, als wuns nicht von Gott herkäme, 

eben ob sie alles aus ihre eigne Kräften und Fleiss» hatten, (iott 

will* änderen. 

Auf 7 Uro- Dieses Jahr im dulv srind die gmr>e Heiligt hü mer allliier 

ward da» allem Volk öffentlich gezieget worden, auch im Au— und Hinlegen 

dM «rate" die allhiei' versammlete hohe Gesandt>ehaften gewiei»eii worden im 

Mai jjcti^i. (» nnl .^ i H .|u lu; |, lt \n:n geführt auf dem Ki;rhthurm herumb wie gesagt 

• in uIiiik- dem Volk vorgezieget worden, o* i>t auch ein Fraiiw die lange Jufci 

Krau wird . . , 

icrrad im auf Krücken gangen Iiim-Ii und geaoiidt werden aut uVn 4. lag 

da> da* Heil igt huui gezeigt ward. 

Zu MüD»tcr Al»er der Abt zu Corneli-Mün^ter litis zu MünMer nicht 

Heiiitfthoiu ziegen wollen, oder er \v«-llt von dein Volk 40no rhx halten, «li» 

xci^t dic»ea daraufgehende Unköatou zu beMivit«»n. 1 1«-rtia<-li hat er abgeschlav:»n 

* ,r auf 2<MK) rhx aber dir <it*m<*indr hat ^ii-h di«>e> <>i»wohl als da- 

KrMe geweigert zu gidien und dir*n*r I"i>aelM*ii halln-r i»t e* alda 

nicht gezeiget wordrn. Per li^be tiott wei** e>, wie die (ieUtlichkrif 

heut zu Tag wird. Soli-h*"* H»*i]i^thumb i.»t ihnen in den Namen 

anvertraut worden von ib*m ^ott>eligen und heiligen gto>sen Ka\M*r 

Karl, damit die l'ilgrim. und dem gemeinen Volk in Andacht 

dioi". -ollte vorgezeigt werden, aber wegen dt»r gros>en lifgioili« h- 

keit de Ä Gelde> wird di»-MT Amhü-ht «-in Kiuhalt gen.arht. Ihr 

liehe Gott mögt un- duiübrr U-^trafi-n, al»er es gehet d«»i h heir 

zu Tag nicht andei-. 

ha* Kai.HH lud wau ullhi»T die Kau«»ui* h>-u \"ll Aaih'U all.«» d«T gj 

•chieraiifcit Kinh zu b«t«'hlfii hat t*'ii üU-r «Im* Stallt oder H'iligthüiurr, w;*- 

■tri« in* rli- , ^'* Abtei zu C<irii«'li-Mün-ler. vielleicht machte m<* es* nm-h 

r,,h '* schlimmer mit dir Gemeinde, nU*r e» i-t gut, da** auch lr»bli«'ln» 



153 

Magistrat eben soviel dabei zu sagen hat als die Canonichen, und 1748 

wans aiebt sollte von die Canonichen gezieget werden, so könnte 

die Magistrat befehlen xn thun, wiewohl das Kapitel die Magistrat 

immerhin xn schagrinieren sucht mit allerhand, so können sie doch 

nichts damit ausrichten, schagrinieren sich immer selber, dan 

Magistrat kann das Gapitel besser missen, als das Capitel die 

Magistrat, dannoch seind sie nimmer ruhig ; aber was macht dieses ? 

Sie haben zu viel, und die Hoffart ist bij diese zu gross. Man 

mtlsste ihnen was minderen, dann möchten sie sich auch anders 

aufführen. Aber leider Gottes, die Geistlichkeit ist so jetzo in der 

Welt beschaffen, dass an Platz sie die Gemeinde sollen mit gute 

Exeiupelen vorgehen, beider ihnen bosse Exempelen geben sollten 

wie dan genug hin und wieder geschehen, und noch taglich 

geschieht; dass man balder ein aufrechter Weltlicher folgen, und 

*ein Exempelen in Acht nehmen sollte, als von manchen Geistlichen, 

Gott der Herr will uns alle besseren. 

Ich glaub auch nicht doss es lang also teuren kann. Ent- *?* *!*** 
° ° <u« w«n 

weder Gott straft uns noch scharfer als er uns gestraft hat bei «tehi nitt 
jetziger Kriegs und theure Zeit, oder die Welt uiuss nicht lang oder — 
mehr stehen, dieses ist Gott allein bekannt. Dan obschon wir so 
viele Strafen von Gott nacheinander empfangen haben, und der 
Mensch sieht auch vor sein Gesicht allerhand noch bevorstehende 
Strafen, dennoch besseren wir uns kein Haar, o contrair, werden 
noch alle Tag schlimmer und gottloser. 

Den 23. Juli wahr ein so erschrecklich Donner- Wetter als den z& Jbu 
nwh jemal gebort ist worden hier zu Lande, des Abens umboomw «u 
- J Uhr 4 Wetteren gegen einander, mit solch ein Wuth dass man ^tJSSer?* 1 
gemeint alles würde zu Grundt gehen und schlug ein in die ^raSü- 
Creutzbrüder ihr Achterbauw, in ihr Werkstadt und brante zu «»••*•**•* 
Grundt und Boden ab ohn einige weiteren Schaden zu thun. Die- 
««?* Wetter hat hin und wieder noch mehr Schaden gemacht, dan 
man sähe nichts als immer Blitzen, Donneren und nur immer 
KeiJl ausfahren und das so schreckhaft als noch jemal ist gesehen 
worden. 

Und diese geistliche Creutzbrtlder sassen und waren guter 
Dings, und zechten wacker darauff loss, waren schier alle besoffen. 
Das heiHst eine Forgt Gottes haben mit Weibsvolk bis in die 
~IMhte Nacht in sauffen und Lust sitzen, bij so ein graussaames 
Wetter, alwoh kein Thier es mag so böss sein als es immer wolle, 
•lannoch bij solches Wetter ein Forcht hatt und in sein Höhl sich 
thut verkrichen. 

Aber es hatt die Herrn gangen wie das gemein Sprichwordt: 
„Ohn Weiber und Wein, kann man nitt lustig sein/' Bey jetziger 



154 

1748 Zeidt geht« nicht Iwsser. Die Geistlichen, welche uns Layen soll- 
ten mit gate Exenipelen vorgehen, schier alle bebohrte selbst un- 
terwiesen zu werden und einen guten Zucht meister, ullein was 
ist zu thun. Ein Mensch kann den anderen nicht mehr zuchtigen, 
sonder der grosse Gott muss einmal recht uns züchtigen. Ich 
glaub auch, dass es haldt daran ist. Gott will uns alle gnadig sein. 
D«ns4. Jan. Bei Einlegung der grosse Heil igt hü in bei* nach Yerfliessung 

mit Maul- der 14 ZeigungstAg inuss das Heiligthnmb wider am vorigen Orth 
ctpittei verschlossen werden, mit Beysein des kleinen Raths, weilen Magi- 
strat so wohl als das Capittel darüber zu sagen und zu befehlen 
hatt etc., und so baldt dieses wieder über den Mnttergottes Altar 
daselbst stehenden Kasten verschlossen ist, im Gesicht der Magi- 
stratt und Capittel so wird den Schlüssel in zwey Theil gefeilet 
und ein Theil nach altem Gebrauch und Obserfans der Magistratt, 
das ander Theil dem Capittel zum Bewahr geben, wie dan H. H. 
Bürgermeisteren noch ein gunsse Schachtel der Stücker Schlüsselen 
hat, aber durch Räch der Canonichen wider die Magistratt ist dis 
nun zwei Mal nicht gesehen, und haben zwar den Schlüssel in zwei 
Theil gefeilt und gebrochen, aber der fitee Pram, 1 ) will sagen Vice- 
Probst Tevis muss ihm von oben ab aus de* Dechants Handt 
embfangen, und weil der Probst selbst prusendt war, üWrreicht 
den Vicc-Probst Tevis dem Probst, welcher sich dan mit da* StOrk 
Schlüssel zur HH Bürgerin, wendent und last es ihnen sehen, her- 
nach wirft ers wieder nuffm Altuhr du es H Hr Bürgermeisteren 
mnsh in ihre Hundt gegeben werden entweder vom Probst oder 
Vice-Probst, hernach al>er wie der Hr »Seoretarius Ost lender zum 
Altar ging dassellte Stück S<*hl(Ksel zu nehmen, so komt die Vice- 
Prani wil sagen Vice- Probst Tevis, und stosst dis Stück vom Al- 
tar kinwech hinter dem Gitter auf der Erden. Seind dis Geist- 
lichen? Es wilr besser sie nehmen ein Sin ick zur Hand und wflren 
Sweinhirt, als Seelen-Hirt, welche sollten den liebt» n Frieden und 
die Demuth lieben üben nur lauter Hass und Neidt. Aber wu 
ist es. Kein einziger verständiger Mann ist jetzo unter dem Ca- 
pittel, nur lauter Feder-Hiinsgens, Fuchs -Swantzcr, Milchmftuler, 
Jungen, und ein Haufen hoftlrtige Narren, welche mehre&te von 

■» Ihm Wort .Train" bedeutet im Aachener Dinierte: eine ififh'jr 
Schmeissflte/fe. Da** Janssen, der ah liartjer meister ei- Diener ttm dem 
Magistrate angestellt war, durch die Otnflicte des letzteren mit dem ( apttel 
veranlagt irurde, sirh der rohesten Ausdrucke ulter kathitlimhe (itisiliche 
zu ftedtenrn, hrirci*t t da^« man nicht seine, den Anstand verteilenden 
Aeu*<erungen alter Calcinistrn and andere l*rote*tanten dadurch entnehmt- 
digen darf, das* er *irh durch den Eifer für Beine Religion zn diesen 
Aeusserungen hatte hinreisten lassen. 




1» 

geneia berkoauaea aasa, büdea sieb bnasb aas aatanae ek mmk 1743 
geht damit wie che a ollsadiir b S pti c hs o i d t sagt: 

Ab aiet kost tot vi, 
8o kort rt «tb seive nieC 
wann anr Magistrat wollte» so kvatea sie aaf fiele Wej Bad Ma- 
nier ihr Heimstell mvbea, aber sie seiad riei za gat bfe* m'x bfcs 
za fohaea. 

Uatere lftbL Magistratt bat deaea Creaftzfaraaerea aHhier 
Asch oft and fiel mahl gewarnet, das im ikr Kloster durch Bcgier- 
liehkeit dos Priors eiageaohoieaes Heaw- aad Stroa-MagasiB 
zuschauen wegen deren Unachtsamkeit aad Getakr, wie daa dea f* 1 *? 1 â– * 
23. Julj der Donner alMa einschlug, und bitte können innen wie •»*■» 
auch der gansse Nachbarschaft in Asebea gelegt werden, alwob 
der gütige Gott ans noch bat verschont, allein so batt dnnnoek 
Magistrat zum dritten Mahl gewarnet und verordnet, solches inner 
Zeit von 14 Tig hinweehzusehaffen, widrigen Falls ihnen die ge- 
nießende Frejbeiten sollen entzogen werden, darnach bitten sie 
sich zn richten. Wan nur lftbL Magistrat ihr Wordt tbna Kral" 
geben, so wirdts gut sein, man bat sonst keine Forght tot ihnea, 
oder gar werden sie noch hintermckx ausgelacht and versehimpft, 
und wo man keine Forcht vor sein Obrigkeit bat, da bat nai 
auch kein vor Gott dem Herrn, in ein solche Stadt oder Landt 
wird man selten Glück noch Segen von Gott rerspfihren, sondern 
lauter Strafen und Unglttcker, bOsse Folgungen. 

In diesen Monat July befinden sich 2 frembde MissgSnners &«■*». Jaiy. 
von Doctoren, welche sich zu Späh aufgehalten. Die*e unterstehen DStSST 
«ich uns» Aacher warm Mineral -Walser zu verachten, vielicht aus üJlJ^IÜ 
eine böse Missgunst, oder anderes Absehen, nemblich als wan das- 
selbe ganz und gahr nichts nutz, und dem Patienten mehr schid- 
lich als zur Gesundheit war, und dass es kein rechtschaffen Mine- 
rael- Wasser, in Samma alles und allem war vor diese WSsser ge- 
rüumet wären gans contrair. ihr armseelige Neuwling, ihr s&n 
s&uw Doctoren, wist, nnd habt ihr dau von so viele frembte hie- 
bin kommende Kranke, KrQppel, Lahme Leuth oder Menschen 
«ian keine Nachricht besser als so, so ronss man auch ihr zwey 
lumpe Doctoren ein guter Brill geben und so viele hievon schrei- 
tende Historien vor die Nas legen, so werdt ihr arme onbelesene 
Doctors sehen, was unser Wasser vermag. Noch in Kurts, in 
meinem Leben bab v-b der viele gesehen, welche ganz lahm und 
bresshaft gewesen, von hier aus gesundt seindt nach Haus gangen, 
noch 2 welche wie ganz aussatzig, dass sie niemandt hat können 
gesundt machen, unser Aacher Wasser ihnen ganz frisch und ge- 
sundt gemacht, will deren Exempelen geswiegen lang vor meine 



156 

1748 Zeit, wovon man ganze Register voll hat, die allhier seind courirt 
worden, und wan ieb euch ihr lumpe Maul-Doctoren je etwtn xo 
liefahlen hätte, ich wollte euch diese* vor aller Welt thun wieder- 
rufen, und vor nichtsnutzige aus dem Lande lassen hinausjagen. 

Unser löbl. Magistrat hatt die zwey Stadt-Doctores lachen 
zu ihnen rufen diese» zu widerlegeu, und gegen diese 2 Haluncken 
zu schreiben, und was diese nun ausrichten sollen, wird man bald 
zu vernehmen haben, wan sie wollen rechtschaffen Männer Hein, 
und ihre Stadt wo sie ihr ßrod von gemessen recht defändiren, 
so will ich vor ihnen Respekt halten, anders nicht mehr als vor 
ein gemeiner Handwerksmann auch. 

Aber man hat allhier auch Doctoren wie alte Bruch, die 
auch mehr vor ihr Interessen und Begierlichkeit des flelds als 
Vortheil der Stadt und Bürgerschaft zu thun pflügen. Am Platz 
die Leuth welche Dam p ff- und andere Bader bedürften hier zu 
recomandiren, gehen sie und thun sie nacher Bortscheid hin gehen, 
als wan diese hesser als heisige waren, welches doch vor alier 
Welt nicht kan wahr gemacht werden. Da ibt D«>c Copell, Doc. 
Gatzweiler, Haagen die Autors von. Al»er die Bortscheider blasen 
ihnen Ina ff in die ßOchx, das die Aacher nieht thun, noch auch 
thun kOnnen, weil die Leuth allhier theur gepacht sitzen. Darumb 
ist es auch zu Botscheidt l>e>ser. Unsere löbl. Magist r. ist viel 
zu gut. Solche lutherische und calvinischc Keiil mllsstcn beasor 
ihre Stadt und Magist rat t lerneJi achten und llespckt durvnr ha- 
llen, uln-r was ist es! Niemand nehmt sieh das gemeine Besten 
sehier rechtsehuffen, wie es soll sein, an, darumb thut ein jeder 
was er selber will. 
Dcu s. Au- Den :lten August hatt sich die alliier hohe versandete tie- 

oeMDt- -andtschaft verlost iren wolien und sein alle sambt aufm Lau^Wig 
*ti+n* t»m hin gefahren, zehn oder zwölf Zelten auf dem Berg uufgev h lagen. 
"''tili* 11 "" i^aulierhUtten gebaut. und Baum umb die Zelten geptlanst, das e* 
hat ausgesehen, als wan d»-r Berg mit Häuser W'bauwt und mit 
Büum Wwaxcn war gewesen und liaWn allda offene Tafel gehalten, 
luboi darauf gekocht und gebraten in der Krden U ruhen, mit Losung 
k<xht und der St uek ot»en auf dein Berg, auch haben sie ."» Vögel mit d**n 
iLrib«" iA" Bogen geschossen l,n, l aldo.t sieh reiht lustig gemaehl mit Musik, 
BimC brn <,rU * a lh' v s»-in vieler Fn-mMni wie auch Burger. Allsolehe Khr hatt 
der Luifes-herg vielleicht sein L«l>en nicht gehatt. de> Aliens luU-n 
sie Keurwerck darauff gemai-ht, Kau^uetteii und Swermer lassen 
aufgehen. da*s man von Ft-rne gemeint e* war ein Lager darauf 
aiifgesehlagen. und dieses war schön anzusehen im Tag sowohl 
als U'\ der Nacht, und man kann vornhin weit von sich sehen, 
wie auch von weitem dabin kann gesehen werden. Die Leut die 



15? 

dis tob weiten gesehen haben, werden Wander gedacht haben 1748 
was dis bedeute. 

Den 11. Augusti ist ein so erschreckliches Donnerwetter mit « "• *" 

gnsti. Ein 

Platzregen zu Aldenhoven gewesen umb Mittag, das desgleichen enueuu* 
in hundert Jahr nicht soll gewesen sein, mit so häufig Wasser, regen und 
dASS Aldenhoven schier ganz unter Wasser gestanden. Die Men- bnE?*« 
sehen haben sich müssen ins oberste Dachfenster vom Haus salviren, AMMAof « n 
und noch mit grosser Gefahr ihres Lebens; Pferd, Kühe, Swein, 
Schaaff und dergleichen das Mehreste versoffen und wechge trieben, 
und etliche Haaser eingefallen, ob aber auch Menschen sein todt 
blieben oder versoffen, dass hat man noch nicht erfahren können. 
Das Waseer hat 3 Fuss hoch in die Kapuciner-Kircb wie auch in 
die Muttergottes-Capell gestanden, ja das Feld ist so gleich vom 
Wasser getrieben, das man sollte sagen es wHre eine Heid gewesen, 
das keiner sein Land mehr oder gar nitt weiss zu kennen. Der 
lifbe Gott wolle uns doch vor solche schadtliche Platzregen bewahren. 

Den 12. Augusti seind die allhier versamlete hohe Gesandt- 
schaften beyeinander getretten im Haus oder Hof vom Kayserl. 
Gesanten ihro Kxcellens des Gräften von Counitz, welcher offene 
Tafel gehalter, in guter Freundschaft und haben die hohe Gesandt- 
schaften sich recht lustig gemacht und dahinn verglichen und foi- 
lioh den zukunftigen Frieden beschlossen und aecordirt ohn die Den Friedet 



geringste Widerredt, noch Wortstreit zu machen, sonderen in <s«n it. 
Fried t und Freundschaft und denselben Tag noch aufm Rat h hau» *«■«•*• 
l»ij Consert und Baal sich recht lustig gemacht bis in die halbe 
Narht hinein. 

Den andern Tag als den 13. Angibt gehet der Graf Caunitz 
sanier Spaa, der francosische nach Paris, und der Graf Bentheim 
nnrh den Haag, dis was l>esch Jossen zu notiren und hernach in 5 
oder 6 Tag wiederzukommen, und forthin die Sessionen darüber 
zu halten autm Stathaus und den folligen Schluss zu machen. 
Gott sey gelobt in alle Ewigkeit und gib ein guter Friedt. Amen. 

Den 12. August ist bij Ruremundt ein schnee weisse S walbe D*n 11 au< 
bij die aldort noch stehende östreicher Armey mit Wasser geschossen wtteM* 
wrden, und also lebendt aufgehoben worden vom General Gruening, hutrg—*b*n 
in piii Kiffig gesetzt und ganz zahm befunden worden, und also * word * u * 
hier in Aachen bracht bij die hohe Gesandtschaften, vor ein rar 
>acb gehalten worden und von hier aus nacher Chur Collen über- 
bracht vor ein gross Present, und also noch lebent behalten ein 
lange Zeit, worülier sich nicht gnug zu verwunderen ist, weil sonst 
keine Swalbe kann zaro gemacht werden ; ich htttt es nicht geglaubt 
wenn ich sie selbst nicht gesehen hatte. 



158 

1748 Man liatt auch eine aebnee weisse Spatz allhier in Aach im 

Ein sehnte Hoff von der kaysl. Gesanten der Graf von Caunitz, welche sich 

aiihitr su allda taglich aufhält und auf Platz bij die Pferdestall und in dessen 

' " Koth ihr Nahrung sucht. Ist auch was rubres, und weiss sich 

Niemand t zu erinnern desgleichen sein Lebtag gesehen zu haben, 

so wohl als obgemelte Swalbe. 

Tbrti'der ^ en E r8 * en ' ür * 8 ou ^ Egidy-Tag hat der Gesanter von Oranicn 

onnische aa f m Rathhaus den Geburtstag von dem Prins von Oranien gehalten 

halt des ot-mit eine grosse Baal aufm Stadthaus, welches inwendig und au*- 

tob Prtnt wendig eluminirt war mit Waxlichter und Smiltzlampen, vorren 

mit «tommT auf die steinerne Trilp und auf der Trttppesüullen einige fasse 

Feating. (Yasen) mit ein brennende Pfan, das ganze gross Zimmer oder Saal 

oben rund umb mit Waxlichter und HOltz ausgeziert, ober die 

inwendige Trap war ein 3 dobbeler Bogen gemacht, aus dessen 

Mittelpunkt ein lange Stang liangent von oben bis unten aus, rund 

umb mit Arm, warauf Lichter stonden anecken wei» uud viel 

Unkosten haben sie angewandt. Just auf selbigen Tag da sich die 

Calviner in der Stadt am meisten ««diÄnien sollten wegen das 

Jahrgedilchnii'K der Wider-liebeiung der Stadt Aach an die Catbo- 

lische. Aber was ists! Das calvinische Volk liatt jetzt ein Hochmuth 

ein wegen die hier seinde holländische Gesanten da o> eine Sehand 

ist. Hoff al>er es wird nicht lang datircn. 

Foftwaior Heiliger und jetziger Stadt Fngtmainr Namens Hoseur marht 

kommt ÖIm*I 

ad Bit dem mannigmahl viel Hilndel der Magistrat, auch benetams thut dersell»en 
«oliun ^ manchen gros>en Fehler begehen und gibt sich (wie vorhin mehrmahl 
Cimnlu 11 K eme ^) Ki' **? Authoritiit d.ivs ihm nicht zukommt, al**r er ist flWl 
mitt dem Kayserl. Gesanter Graf von Caunit/. angelaufen, alwo er 
niemal mehr hat erscheinen dürfen, n lim lieh der l*i>acli halU»r : 
Ks Infamien .-sich allhier viel < Streicher wie auch francoMtcheOftirier, 
und wie das tnanichmal sich l>egibt, da>s deren untereinander oft 
Händel haben, so Wfnnd *ieh ein francosiccher •Hficier derselWn 
war von die <* Streicher, von Bayern, von Ibdlandt, von hanuverische 
Troppen dUertirt, ein nichtsnutziger Kerl. Dieser takommt Streit 
mit ein Kayserl. Oflicier, ein Husar. Dieser Husar fordert den 
andern heran* auf Pistol oder Sal>el, wan er ein braff OfKcier 
war, sollt er mit ihm herau«. oder er hielt ihm vor ein l'analie. 
Der Francos al»er wirdt bang und dorffte nicht herau* kommen. 
Der Husar aber in ein gerechte Such, die er wider denaellieu 
liatt, allwu ^**in Khr und Reputation daran gelegen, «icht da«« 
er kein Revansch von derselben haben konnte, sagte wu er ihm 
nur lliUte antreffen wollte er ihm erschienen oder in StÜYl 
zerhau wen. Dieser Pranco« aber gehet grmdt beym Meyer und 
beklagt die*vn Husar, als wan der*ell>e ihm wollte maaa-eriren. 



m 

Der Fogtmayor aber lasst dem Husar ohn vorhin gehurt zu haben 1?48 
mit aufgepflanzten Baionetteren in der Wacht zum Arest führen 
aua eigener Anthoritfttt sonder dem Kay««erl. Gesanter noch auch 
Magistratt darvon Part zu gel>en. Und eben derselben Tag war 
der Mayor beym Kaiserl. Gesanter zur Tafel geladen, wie dan die 
anderen Gesan tschaften auch alle. Der Husar aber im Arest 
schreibt dem Grafen von Caunitz ein Brief mit Inhalt des ganzen 
Verlaufs der Sach. Über Tafel aber in Presens aller hohe 
Gesandtschaften macht der Graf dem Majer ans wie ein Spitz- 
buben und schelt ihm vor PI um per t und groben Esel, wirft ihm 
alle Fehler, die er in 2 Jahren allhier begangen hatte, vor, auch 
wegen die Diserteur, was france Diserteur waren denen Hess er 
die Gewähr abnehmen und selbe wider nach dero Armey senden, 
aber was ustereicher Diserteur waren dieser Gewehr lieste er 
verkaufen, und wan er das in ein ander Ort gethan hat, sollte 
man ihm hübsch ein Brandmal aufm Puckel setzen und wie ein 
ander Schelm weckjagen, in summa der Graf hat sich so wider 
ihn geärgert, dass zu befürchten, er wirft ihm bij der Tafel ein 
Messer im Leib. Der Mayer aber war ganz beschämt und 
bedtürt/.t, dass er nit essen noch drinken konnte, war gern hinwech 
gangen wan er gedorft hätte, als er aber im geringsten etwas 
widersprochen, hatte der Graf ihm selber auf des Husaren Platz 
mit Soldaten lassen einführen, und von der Stund an, sagt der 
Graf, verbiet ich dich mein Haus und last euch nich mehr gelüsten 
<li* zu l>e treten noch auch dergleichen Sachen mehr zu verüben, 
?onst wird man anders sehen was man mit dir Kerl zu thun bat, 
diese Sachen will ein andermal eingedenk sein. Damit kann er 
sich veitrecken. Der Graf schickt gleich zur Hr. Bürgermeister 
und zu der Wacht, der Husar soll loss und frey ausgehen und soll 
sein Refansch suchen wie er konnte. 

Im lesten von Augusti seind die •$ hollandisch Gesanten gross 
nacher Amsterdam berufen worden wegen aldortigen grossen Amsterdam 
allgemeinen Aufstand t und Rebellion schier in alle holländische JundMm 
Stadt wegen die grosse Imposten die auf alle Lebensmittel seind Au «n iU 
gesetzt gewesen von Staaten und Magistraten aber die gemeine 
Bürgerschaft wilta parfors abgeschafft haben oder willen alles zu 
Grund richten, wie sie dann auch an viele Häuser schon gethan 
haben, ja so gar die alte Regierung abgesetzt und neuwen nach 
ihren Gutdünken wider angesetzt. Dis geht zwar uns allhier 
nicht an, sonderen es kommt zu Pas wegen reden von die 
Gesandtschaft allhier, welche noch so bald nit wieder sollen 
können kommen. Man will unterderhandt sagen als wan dieses alles 
von dem Statthalter Prius Oranien solle angestift worden sein, 



160 

1748umb sich in Hollandt soferein zu machen, deshalben liUst er alle 
alte hollandische Regimenter abdanken nnd neuwe vor sich auf- 
richten. Nun sehen die blinden Hollfinder erst, wo sie gefilhlet 
haben mit ihren „Vivat Prins Oranien", alter wan fiott ein Landt 
straffen will, so macht er sie alle blind mit offen Augen, 
im ibria Im T.ber komht ein Mandatnm hinaus« von Wien, wie anrh 

Mu><ut »ur gegen Churpfaltz, in Sachen Magistrat contra Doctor Jacoby 
MAffUtrlT wegen angemasster Freyheit der Acciesen, wormit er Magistrat 
}J^^J^*J]J viele Hilndel hat gemacht, wie auch viel Verdriesslichkeit und 
weg*n der Unkosten. Endlich ist der Jacobi dorthin condemnirt in alle 

ArcltMii. 

Scbadt und Kosten, und Magistrat soll in ihre voriges Kerbt 
behalten und inanntinirt werden, und ihre Acciesen einforderen 
wie sonst brlluchlich. 
ebur pfaiift Dieses Mandatum kommt von Wien gegen Churf. Durchl. 

Ut »ach in ° ft 

strmf dekr»- zu Pfultz und auch gegen Doctoi Jacobi. Ich hab ol*»n gemelt 
von 10 Mark contmri, dann Churpfaltz ist so wohl in die Straf H> Mark lotige«« 
'Golts condemnirt, als auch Jacobi und sogar wa« vor Jahren 
]iassirt als im 1740ten Jahr.-» wegen Arestirung der nach Aarh 
zufahrende Kniiren mit Fruchten, wie auch andere Waaren, unter 
Schein der Sperrung de« Lundts, die Stadt darfU**!* erlittenen 
Schaden wieder zu erstatten in Zeit von *» Woelien ol»en gemelt»* 
Straf zu erlegen ; al> eben auch Jaeobi wegen die Arestirung der 
Kahren und Waaren aueh condemnirt in 10 Mark Intime-* Holt: 
wann aber ihm ChurH. Durchl zu I'faltz oder dessen Officianteii 
etwas wider der Stadt Aach hätten einzuwenden oder /u klagen, 
dassellie sollte am Kayserlich Kammergericht angebraeht werden 
wie vorhin brauchlich und nicht selbst sein eigen Hecht l>efiirderen 
sondern nach Wffndlicher examinirter Sachen vom Kav-d. Ma\M. 
darüber judicirt und recht gesprochen werden. 

Unsere Stadt Magist raat hatt manniches Prores geführt in 
ein und andere Sachen, aber «einer nb'ma'eii ein solche Senten* 
ei halten aK oben genielt, sondern allzeit im Vergleichen und 
KlH'iigewieht Inhalten worden, mannichmal mii der Stadt Aach 
ihren grossten Nachtheil und Schaden. Jetz aber hatt ihr-» 
Kayserl. May st. mehr tSnadt vor der Stadt gehabt und ihnen in 
ihr habendes Hecht manutinirt al« ein gnädiger Vater de« 
A*h hat ..ft Vaterland»«. I>an die Stadt h.it nft und vielmal Schaden erlitten 

fb'liadrn er- l r i ili 

htun \«u von Seiten t nurptalt/ wegen Sperrung des Landt-«, Arre»tinin. r 
liri ' * deren KautmaniiM\almn und ander der Stadt zuführende J,eWn-- 
tnitteln, wan nur das <Scring*tt ( wider der Sfidt nder Ibirger*eh.ift 
wurde vurbrailit, wan es nur ein gülis« her OfhYiint odei 
Tnterthan war «diu Kxamination der Sachen gleich wider der 
Stadt mit dergleichen Arifstirung verfahren, nicht als wan ilu 



16t 

Durch l. der Stadt Schirmherr war, sonderen lauter Feindselig- 1748 
keiten mit der Stadt hatten. 

Aber vieles ist doch geschehen ohne ihr Durchl. sein Wissen, 
was die Regierung aus eigner Authoritiit t hüten oder vielleicht 
ihro Durchl. darüber übel berichtete, damit sie nur ihren Willen 
und Räch gegen der Stadt Aach haben künten, nachdemahlen die 
Stadt niemal ihnen etwas willens im Weg t bäten legen, sondern 
alzeit gern in guter Freundschaft leben wollen, indennoch allzeit 
l>eunruhiget wurden. Hoffe aber, dass dergleichen fortan geliehen 
und gestrichen seye, damit man mit unsere benachbarte Fürsten 
und Herrn alzeit in guter Frieden leben können und mögen. 

Am lOten Tbris wirdt aufm Stadthaus Ball masque gehalten ; Den ic. 
ein Wundersach solch ein teuffels verstelltes Wesen wird auf eine erato Bau 
geheiligte Plats gehalten und ist auch niemandt der etwas darwider W JJ3^S5^, 
^agt, kein Richter noch Herr er mag sein wer er will, niemandt ^^JjÄJJ," 
sagt das Geringste darwider. Es scheindt grosse Herrn ist und 
niu^s alles erlaubt sein. Ich glaub wans in ein Gotteshaus 
xdlteten wSlr es musste schon gut, sein. Obs auch l>ei dem grossen 
(tott wird gut sein dass lass ich hingestellt. Noch ein allsolches 
Larvenwesen, allwo sich allerhand gottloses Gesindel mit einstecken 
kann und in allerhand närrische Kleidung erscheinen dass dieses 
alle* ohn Sundt sollte hingehen das glaub ich nicht. Wans noch 
in ein ander Behausung thilte geschehen so könnt es noch angehen, 
am Platz aufm Stadthaus den Frieden zu traktiren wird Ball 
darauf gehalten etc. 

Kndt fangen die ungarische Magnaten die hungarische Capell *m i*>ri* 

„. . wird dl« 

abzubrechen im Tbris und thun doch wahr werden, was ich zu vor imngariache 

•remeld? hab von dere neuwe Erbau wung grösser und prUehtiger, brorhnf* 

inwendig mit Marmor auszuzieren, wie auch ein neuwer Altar von 

Marmor. Man hatt. gemeint es soll nichts davon kommen sein. 

Allein es» hatt doch nun ein glaubbahrer Anfang gemacht und unser 

Hr. Secretarius Couven hatt die Direktion darüber als Stadt- 

Arrhitekt und der General Moratz wird den ersten Stein legen. 

Den 7teu Sbris ist auch die neuwe discantiatesse Kirch Pf 1 »*« Kirch 

in Pont go- 

L r »* weihet worden von dem Bischof von Lüttich mit ihr ge wohnliche ^het den 

<Vt*monien der Kirch. 

Alle deutsche Trounpen gehen aus die Niederländer hinwech ^• t * re % lcher 

11 ° marschieren 

n:i*-h»-r Böhmen im 7ber und 8bris. Alles und alles muss Hals nacher Bo- 
'iW Kopf mai>chieren umb ihren Weg zu beschleunigen. Man 
will darvor halten «lass Preu^sen muste weder Schleisien einranmen 
•»- ko>te wa» es wolle. 

Die Francosen gehen auch anjetzo mehrentheils nacher Haus 
und verlassen Brabant und Limburg, und Brüssel soll wider bald 

11 



\62 

1 74« geraume* weiden von den Francosen, und Deutschen sollen wieder 

dasselbe in Besitz nehmen. Man will tagen, dass Prins Carl wieder 

dorthin sollte kommen als Herzog von Brabant. 

D«r Fried* Den 17ten 8bris ist allhier zu Aachen den Frieden unter* 

gwhloMtn 

dtn iTt*n zeichnet worden zwischen ihro Mav. die Kayser- und Königin von 

ftbria ftllhle 

in Aachen Hungarn und ihie Allieerde und der König von Frankreich und 

Spanien. Per liebe Gott will geben dass er von langen Daur mag Hein. 

Alle eingenommene Orter von die'Francosen sollen wieder 

erstattet werden am Haas <\tereieh und Engeland soll hergegen 

Frankreich Catbriton wieder abtreten. Al»er alles Ut also in der 

Still Wscblo«sen worden <>hn Ceremonien noch Haubt-Confrencen 

aufm Stadthaus zu halten. Abo hat Magistrat all ihr angewendet!* 

Unkosten umbtonst gethan. Das kommt vom lang talmen mit 

arbeiten. Der Fried ist beschlossen worden ehe die Sessel fertig 

seind, all wo die Gesandten sollten auf sitzen in das Conferens- 

Zimmer. Vielleicht kommen sie noch nicht einmal in dasselU» 

he wammen. 

Also bin ich in Forgt dieser kleine Frieden konnte nicht lang 

von Daur sein, dass noch etwas dahinten verl*»rgen ste« kt da* man 

mit der nechte Zeit vielleicht sehen weiden. Ich wollte dass jrh 

hier die Wahrheit nicht tlnlte sagen damit der Fried viui langen 

Daur konnte sein. 

Ander halten die HMr. Gesantcn kein Conferencen gehalten 
als in ihr eigene Heuser bis noeh ehr. Was nun aber n«n h gesehenen 
s«»ll das werdt mann sehen bis daran. 

Den 18. 11*. 8bri> seind etliche Ge-anten von hier abmar>chieit 
und werden mit nächsten alle abmarschieren, man will vor gewi»? 
halten das der Fried allhier nicht soll pnblicirt werden noch au-h 
kein öffentliche Sit/, aufm Stndthaus solin gehalten weiden, na« b 
allem Ansehen nach *olls auch abzunehmen sein, d;i** diejenige 
welche den Fried zu machen seind hie hin gekommen ;injetzn am 
ersten abmarschieren und stellen die Stadt in so grosse riik<»*vn 
und so unnüthige 1'nk-isten und werden doch v«»n denen Genanten 
nun nicht gebraucht, wie das s« hone ('nnfereiis-Ziminei-. welch«-«» 
zu dem Knd mit sambt l>i*ch. St nid, Ihhüngsel, Gardinen und alle 
Zubehnhr ist verfertiget werden und nun nicht einmal von denen 
Giranten soll gebraucht werden, die»e** kann ich nicht begleiten 
Doch dieser Frieden wird atii-h \nn keinen langen Daur •••m. 
Mau kann auch ni'ht- da- geringste W<>rt von die l'i "tlummm i l 

IHM'll Frieden*?! \\\\\*> vern»'lillien W«» da* derselbe s«dl l«f »tellfll 

nit-lit ein einziger Aitikul. 

Doch wir Menschen machen un^ allerhand Gedanken und 
Vorstellungen hierüber, und l»egieift*n nicht, dass diese« ein Werk 



1<# 

Gottes ist Wir Menschen machen nach unserem Gutdünken 1748 
allerhand Traktaten, aber Gott der machte nach seinem Gefallen, 
uns» arme einfältige ErdwOrmer thut er nur verlachen und Gott 
thnt sein göttlicher Willen uns zur Warnung und Züchtigung. 
Dannocb »teilen wir von unsere Sund nicht ab. 

Den 24ten 8bris fallt ein grosser Schnee, wiewohl es schon Groeier 
auf den 14ten 8bris hatt angefangen zu schneien, dass in kein mit ein tur 
Mensehengedenk bey dieser Zeit nicht ist gesehen worden, ja so, n *& Hegen 
dass im Limburgiscben das Hornvieh nich hatt in 3 Tilg können 
auf die Weisen geben, nach dem finn aber kein Mensch noch Vieh 
k5nnen über kommen, und dabei hernach .so ein grausamer Wind 
und Hegen bis am 29ten 8bris und dies alles veränderte mit ein 
>tark Donnerwetter, dass es auf Allerheiligenlag so schön Wetter 
wiederumb ward als im Sommer. Gott sei darüber gebenedeit 
ip alle Ewigkeit. 

Man hat endlich die Ursach vernommen, warum b keine im sunt 
Oonferentien noch Publikation aufm Stadthaus seind geschehen med miso 
n. xh auch geschehen sollen, weilen die 3 Haubtgesantcn nemlich bc*ehioJei 
ihr Exeellen* Graf von CauniU ^ls Kayserl. und König), etc, der wordW1 ' 
Genanten von Frankreich nemlich Con de S. Severin und ihr Excell. 
und Gesanter von Spanien nicht wollten in den anderen in Rang 
geleich sein, weil diese nui Substitueerde sein und als Botschafter ; 
zum 2ten weilen diese 3 Erste und vornehmste ihren Aufzug mit 
denen übrigen nicht haben vergleichen wollen, auch weil etliche 
>eiod die nicht hätten können gesantentnftssig aufzeichen und darum b 
ist alles in Geheim und ganz still in ein jeder Gesa n teil seine 
TJehausfrUng Con feie nee n gebalten worden, und also dem Fried 
l*e^eblo>sen worden nach dem gusto der Holl- und Engeländer. 
Ob dieser Fried von langen Dauer wird sein, sal die Zeit lernen; 
aber auwe einmal Holland t. 

Den 28ten 9bris ist all liier ein geflüchteter Officier von denen ein offlciei 
l'rrussen in die Capuciner gesessen wohl 2 Monnt. Derselbe hatte c*pncin*r 
mit dem Prins von Woll'enbeutel etwas Streit gehabt, auch dessen führt*durch 
»»•in Companey Leutenandt erstochen, dieser Officier aber von denen iltu Mo >* r - 
Pi aussen nacher die Ös.treiclier fl bei gangen, von den aber all hier 
in dem Cupuciner-Kloster geflucht. Dieser ist mit Consent des 
Bischof von Lütt ich uns der Freiheit hinaus geführt worden, ohn 
Vorwiesen der Magistrat, allein durch Geld des dem Vogtmayor 
»ich »ell>er solche Autorität t hatt ungemasst, welches ihm gar nicht 
zukommt. Derselbe gehet und nehmt 2 Particuliere Leuth zu sich 
aanib! sein Secretari, und noch etliche preussische Olficiers und 
nehmen ihm mit Gewalt von seinem Bett in eine Schese hinweg. 
Der Officier ruft und schreit, und niemand konnte noch wollte ihm 



if.4 

1748 hellen und also grades Wegs znr Stadt hinaus, und weil derselbe 
ausgebracht war, kommt der Meyer und lasset ch der Magistrat 
erst wissen durch sein Secretari. Allein IUI. H Arger meisteren 
wussten von «Heise pasnecrte Sach alles nichts, «duckten sogleich 
die Wacht hin diesen Officier in Haften oder an ein dritten Ort zu 
bringen, wie die Wacht kommt war schon alles geschehen. Der 
Meyer fangt nichts anders an als nur die Magistrat zu cojoneeren, 
der ander nicht* gedenkt als mir allerhand zu fingeeren, damit er 
die HHr. Bürgern), und SchefTenstuhl sucht zu braviren. und ist 
andere nicht.« nutz, allhier als nur ein (iasgeutreter und l'rsacher 
das allerhand Spitzbübereien nicht können recht müs>ig gestraft 
werden, warum 1»? weilen Magistrat und er uicinal in vergnügliche 
Freundschaft lel>eu, und weil sie gesambter Hand mutzen Strafen 
und der Mever von alles Wissenschaft muss haben, darumh bleibt 
viel gottloses ungestraft. Es nm>s bald besser werden oder es wird 
gar nicht mehr tugen allhier zu Aachen. 

Die Sach mit dem Officier. welcher den Mever allhier aur>* 

w m 

die Capuciuer mit Gewalt und eigner Authorität hatt weggeführt 
dieses konnte vor dem Meyer tlliel ausschlagen, weil dieser Officier 
wie man sagt ein Patent von ihn» Kays, und Künigl. MayM al.<* 
ObriMleutenandt. hätte, und ein solcher allhier ohn Vorwi.*>en der 
Magistrat mit Gewalt von hier ausser der Fievheit zu fuhren, die» 
will was sagen und ist schon von Seiten Magistrat einer C<»urir 
abgelaufen mit einer 1'rote<dation an ihm Mayst. der Könitr von 
IVeusscn und auch au ihm Durchl. vom l'faltz. Wus die>e Pmte.stution 
wird auslichten wird man sehen. Ic-li bin aber liefurcht, da»> *ie 
ihm gleich werden hinrichten, ehr die Protestatio! wird nach- 
gesehen sein. 

Diejenige welche vmii Meyer hierzu seind mit Geld gekauft 
worden diesen Officier mit (iewalt auszuholen, und hinweg /.u 
führen, hatt ein jeder *lUO rh\ bekommen. seind ihrer vier gewesen, 
nemlkh Ltna> gewesener Stadtsoldut. Nikla* Pfenning» ein 
Saekt läger, einer H. Jochem* und einer von St. SelveMer^-l^'rtf. 
Diese vier, wovon die zwei eiste einhaftirt «»ein, und die anderen 
hal>en M''h flüchtig gemacht. 
Fötor in st l"nd der PaMnr au* St. F«»ilan i-t mit dabei gewt»>eii, Weh her 

*tO Stück , « , ' n * apll« lllert'Il die Talente ll.mt I V"l ge\Vie>ell. Picer Wiir Hl 'll 

,l ?«uii bl a ^ s " blind eWti wie der Mi-yer und -eine Anhanget en oder viclm»-h. 

zu »agen treldbegierii'h >«• ein Sach /u tliuti ohn MavfiMiat-Krlaubnu- 

Da* i-t ein g. •••■»•■r irmben Fühler \«»n ein l*a>t»»r und die andern 

alle. Wie >ie .».ich weiden doit hinan-» wickden wird m.in iwd.«-ii. 

•ufmttch#>r Den rtoten *ibri» i-t auch wider einer aufm aacher Hu*« h 

wimwhdt vermordet worden, netnlich Koderburg ein Kappe*baur au« 



165 

St Jaoobttrass, welcher nach Eapen mit Kappus war gewesen und 1748 

wegen das gelöste Geld müssen sein Leben einbassen. Der erste 3J I 5^2£. 

war ein Kaufmann von Bortscbeidt N. Maller, dieser ist auch *«<>«*• 

alldorten jämmerlich ermordet worden und alle seine Leybsbedeckung 

beraubt und also todt allda liegen lassen. Es ist erschrecklich 

wie es jetzund in und ausser der 8tadt ein solches unfreyes Gehen 

and Fabren ist, nich anders als wans ein Mordgrub und diebisch 

Nest gleich war. Die Bürger seind bij jetziger Zeit nicht frey in 

ihre eigen Hauser. Es gehet bald keine Nacht vorbey, dass nicht 

einer und mehr bestohlen und beraubt werden. Ja so gar in 

klaren Tag unterstehen sich diese Dieb die Leut auf abgelegen 

Gassen anzugreifen und ihnen ihr Geld und andere silbere Snallen 

und Tabakztossen zu berauben, und dis von Kerl, welche nians nicht 

seilte glauben dergleichen im Sinn zu haben. Der liebe Gott will 

uns alle besseren und ein anderes Leben fahren lassen, sonst ist es 

hier zu Aachen nicht mehr zu bleiben noch zu dauren das es ist 

zu furchten, der liebe Gott soll einmal die ganze Stadt darumb 

otrafen da*s der gute mit dem Bösen bezahlen musste. Der grosse 

Gott wolle uns alle gnadig sein und uns vor ein solches im fbria 

bewahren. 

Durch die all zu grosse Gelindigkeit der Magistrat wirds Maftotrsttot 
»Ubier niemal l»esser werden, sondern immer arger. Dan kein Ort iindt tadw 
in Deutschlandt zn finden wo die Jugend so verwegen und gottloser ^ bfem 
-eiml als wie hier zu Aach, was macht dass kein Verbrechen wird 
nach Gebühr abgestraft und was folgt dan forthin der Muthwill 
und Bossheit wird grosser und grosser, und Gott wirdts mit Gewalt 
at»ge/.wung selbst die Strafruth zn ergreifen und uns Menschen 
einmal zu züchtigen. Wan aber ein Zuchthauss am Platz Comedie- 
Haus wurd gestiftet, und aufgericht, damit man dis gottloses 
Gesindel abstrafte nach ihr Verdienst und wohl Hesse zuchtigen, 
m) solls besser all hier sein und Gott ein Gefallen geschehen aber 
woss will man sagen die Reiche und Arme, Herrn und Unterthanen 
fragen nirgend mehr nach, ob es wohl oder übel stehet mit dem 
gemeinen Wesen ; Geistlich und Weltlich nehmt sich nichts darumb 
an. Gott will uns besseren. Amen. 

In diesen Monat Novemb. hatt auch lGbl. Magistrat eine i* starte 
neoire Wein-Accies-Ordnung aufgericht, und damit vielen Betrug Wein-Ao- 
h intergangen. Dan jetzo sobald der Wein nacber der Stadt einkommt, BWX ^ 
nmsb der Eigenthümer, ehe er denselben kelleren darf, gleich die 
Accies bezahlen, und desslmlben von der Rentkammer ein Quittung 
an den Fassbender zeigen, ehe derselben darf ein Hand daran 
»chlagen. 

Wo vorhin allerband Betrug darunter lief mit Geist» und 



mftcht- 



ltV. 

1748 Weltlichen, in kauten und verkaufen und allerhand Kuddeley in 
treiben, damit wordt allzeit die FinanU-Cammer nur betrogen, wie 
Achtung d:irauf geben wardt, jetz darf kein freyer mehr einlegen, 
als was er nur nöthig hat, der übrigen aber der er will verkaufen, 
muss sowohl Accies geben als andere, 
im Xbr» Den 10t en Xbris komt vom pabstl. Nontiiis wie auch vom 

Bischof von Luttich eine Bulla heraus mit dien»! Hinhält in ti Tagen 
Zeit dieser ausgeführter Graf aus die Capuciner wieder dorthin zu 
lieberen oder die Kxcommunicatiun soll öffentlich wider dem 
Vogtmayor Ho«eur erkennt und puhlicirt werden, und der Pastor 
aus 8f. Poilan soll wurklich dispenscert M'in, wie mau auch ttchon 
von dem 8t en Xbris gesehen hat das» der Pastor keine Me>* gelesen 
hat und dieses so laug \m er sieh justificirt soll haben, und n»>ch 
themehr weilen der Bischof von Luttich von alle diese pas>eerte 
Sachen keine Wissenschaft haben soll, welcher nich soll verwundert 
haben ein solches passirt zu sein. Schone Sachen vor vcrat.'lndige 
Geistlichen also grob zu verfahren, wie auch der Meyer. 

niMchi>'°ii ^ v ^ i * >anten * welche hi?r zu Aach aufm Congres versandet 

â– b von hier. |i e j n gewesen gehen einen umb dwn andeien jet/.o und dass ganz, 
still hinwech <»lin rermontc. Allein lobl. Magistrat hatt ihnen zu 
sagen die HHrn Gcsantcn zum Plash und Adjeu den warmen Biunnen 
im Kayse'-bath lassen eroptfncn, welchem die 11 H. mit gn»»> 
Vergnügen halten zu gesehen wie der Si-hweU-l thut darin 
anschlagen, wie aiieh Ittbl. Magistrat von diesen liesagton Srhw»d*d 
»•in jeder Hr Gesnnter eine Portion /.ngeschirkt, waiilhcr die»»» Herin 
.•»ehr vergnllget waren. Mlein der C 1 ongr« , s> hat nit wie nun 
vermeint, allhier lang gedauret. 4 Sott gehe dats der Ki iede langer 
dauret allw» ich keinen faxten Yn trauen aut hol»*, es i*t /u *»dn 
alle* in der Geheim tructirt worden, und die mehrere Schand i*t. 
das& die Calviner wieder alles in vorigi n Besitz bekommen wie sie 
es gehabt halten. al>er auwe oliwe die .irnie ratlndisehe Wegen d»*i 
BeliL r i"U und ihre Kin-hen welche »lie Calviner ihnen abgeVoh'eii 
und lieranhet haben, wie werdt* denen ergehen, ;i hinderlich d:e 
vielleicht etwan gefYohloeket h.ilieii in Hoffnung cutholi«« h* 
HertM-haft /u haben. \h\* gottlo« Gesindel die Ptadii inf«*n 
waren vorhin freche leidende \Vi*»lf, jet/n werden »ie w«dil 
1:1 immu'e B'iren weiilen. *«»n*» »1 nr tt »• kein ■ .itholi«r)i M»'n*» b *u! 
•leii Kin hh >f kniei-n. jet/«« weiden* ihnen wohl gai vt-i bieten in 
der Kii'h zu thun I>»r li-be Gott Ih.^i hin/e die alleinseligma« h»*nb- 
Kiii'h \*>t die Pfoit-n .ler lli'illeii und de-*»-n I)ien»*r. Arilin 
i>*n iit t. \)\,> 1 m^weiÜL'e Ih.lMTfi wird jei#i |«»icht am Tag kommen 

r t ii k'^ fuhrt Am 14t. n Xbrin hatt man allhier einer einbaftirt \«»n 

k m# } lb»rt-< hei'lt mit Namen N. Mey, ein Zimmer gesell, ein gam 



167 

lüderlkber Borst, Der hatt sich von Bortscheid wecb gemacht 1748 
allhier nacher der Stadt begeben mit sambt seine Frauw sich 
niedergelassen in St. Petersstra*s, ein Zimmermann seines Handwerks, 
welches er lang zu Bortscheid geübt, nun eine Zeitlang nicht mehr 
gearbeitet, und alle Tag in die Wirdtshfiuser, dieser wird nach- 
gegeben von der Nachts Dieberei, welche so lang allbier ist 
fjrtgetrieben worden, sogar dass schier kein Mensch, welcher etwas 
zum verkaufen hatte, nicht vor dergleiche Nachtsdieberey sicher 
war, davon dieser gedachter Kerl soll ein Mitgesell sein, sogar 
wird gesagt, der Kaufmann Müller von Bortscheid, welcher aufm 
aacher Busch ist ermordet worden, soll dieser N. Mey verübet 
haben, ja sogar man hiltte die silberne Tabackxtosse an ihm gesehen, 
wie auch die Kleider von dem Ermordeteu. 

Dass er ein buser Mensch ist wird zu Bortscheidt am Gericht 
zu sehen sein, und haben ein grosses auf ihm gesetzt wer ihm 
lioberen (bäte. Gott geb dass alles ans Taglicht komme, damit 
kein ehrlicher Mensch bezeichnet kann werden. Die Dieb und 
Morderei hat lang genug gedauret. 

Den 23ten Xbris am Sonntag war die Zeit aus wegen der 
Vogtmaior sein Excontniunication oder Kirchenbann schon die 2te 
8 Tag, und ist weiters nichts erfolgt in kein Sacli, weder der Hr. 
von Bülo hier in dem Kloster der Capuciner auf sein voriges Ort 
<>der die Excoinniunikati-m soll publicirt werden. Allein keins von 
leiden Ut erfolgt indeine der Meyer nacher Rom soll appellirt haben. 
Ob diese allda wird angenommen soll man vernehmen. Allein ich 
â–ºrlaub dass dieses nur ein gemachte Sach ist weil der Cardinal 
von Lück der Onkel vom Chur-Bayeren ist und der Meyer lang am 
Bu verteil Huflf ist gewesen in Commis.sionssachen von Churpfaltz, 
also du>s hierdurch wohl konnte ein Strich geschehen in dem 
Kirchenbann, auch teinehr, weil Churpfaltz des Meyers Stange oder 
l'artey haltet. Es i&t oder (aber) Onrecht. Der Herr wills so haben. 
Was nun aus diese Sach brate wird man sehen. 

1749. K4t 

Den 2ten Jan. kouibt von Wien von ihre Kayserliche Maystet im J»nw 
♦•in Mandat um an Magistrat in der Sach von dem Grafen von Bülo, 
dass beneuuter Graf von Bülo unverzüglich wiederum zur Stadt 
innein »4)11 gnlieWt werden in die Capuciner alwoh er hinwech ist 
i5?n'jiu!iien worden und dieses ohn Aufenthalt, und weiters der 
Stadt Aach sdl hinlängliche Satisfaction geliestet werden, benebens 
AMrafung derjenigen, welche zu dieser Sach behültlich gewesen 
und *o fort. Welches Mandatum dein Churf. zu Pfaltz wie auch 
dem l'rins von Birkenfeld ist zugeschickt worden dieses unverzüglich 
zu vollrichten und der Stadt Aach völlige Satisfaction zu liesten. 



1749 Weil der ChurfQrbt von Pfaltz aber diese* insinuert, worüber 

dieser Herr ganz entrüst nichts von der Sacli wissent, oder flliel 
davon ist l>ericht worden, anders als die Sacli in sich war, hatl 
also gleich nach Düsseldorf un die Regierung bericht, nicht» von 
Jemand anders er sey auch wer er wollte etwas zu gehorsamen 
oder es sey von seiner Hand die Order geschrieU*n und unterschrieb«.»!, 
und diesen Graf von Bülo gleich aus der Gefüngnuv* zu nagen cit 
so criiniuülles Ort zu nehmen und ein ziviles Ort zu geben bis aaf 
weitere Verordnung, wie dun auch geschehen alsogleich. 

Der Prins von Hirkcnfeld aber hntt einen scharfen Vcrwn»* 
vom Wiener Hoff bekommen ül*»r die «dibencnnte Such. 

Ihro Kayserl. Mayst. als unser Vater des Vaterlands hui in 
diese Snch der Gerechtigkeit unsere Studt Aach recht väterlich 
angesehen, und Uei ihr Gerechtigkeit suchen bijzuWhalten, ja wnn 
unser Magistrat dieses Mandat um selbst gemacht und gewünscht 
hatten, k5nnte es nicht vor der Stadt favorabilei sein. Man wird 
der Verfolg bald hernach sehen wie es weiter abgehen wirdt. 

Den 5. Jan. hatt die Kegieiung von Düsseldorf den llaion 
von Bülo von (Jülich aus nacher Hin»:berg führen lassen mit 
200 Man, mit sein Ketten und Hilnde Maden, dieser Cisacnen. 

vnuLü?ttt'h damit de r Kardinal von Lüttich Satisfurtion ist gegeWn worden. 

Hatufactlou. deweil Hinslierg unter diesen Cardinal lÜM-lmf Dince* odei 
geistliches Gebiet ist. 

n«ch h krioe Aber umb der Stadt Aach ihre Satisfnction ist die-er Schirmherr 

HatitfActiou uni j seine Kegierungs-lläthc nicht < umb gelegen ; wnn die Studt Am h 

über die r» r* r» r» 

aarh von wind«' untcrdiü<kt und gar zu ein Dort gemacht darum!» snlltm 
Bülo. ... . 

sie sich wenig lieküminercn. Ja so gar wan die Stadt thutc Hunger« 

vergehen, wurde sie Junnoth ihr Land nicht lifTm-n umb die Stadt 

dai durch zu erhalten, wie dan oft genug geMlieh»*ii ist in tht-iur 

Zeiten gleich das Land zu schliesseii. damit keine Fruchten hiehin 

gebracht konnten werden und hatt Mugi>trut von Aach oft müssen 

von andere weit entlegene Lander mit nicht kleinen Sehaden Fru. htrii 

losten hiehin bringen und die>e >u gar mit Gewalt angehalten, und 

nicht passieren lassen, wie dan noch nit lange Jahr passiert. aU 

nemlich 1740 welche« alle Htliger innerer Stadt D'kIi wohl wi»^n 

wie und warumb die> gen-liehen. aus ein pur»* Ktn-h «din l(*ih'. 

Wim der lieU» tintt unsere Stadt nicht erhalten hatte und un^rn»; 

Schirmherr wäre, mi wlireti wir schon lange von unseren mens« l- 

liehen Schirmherr zu Nichts gemacht weiden. 

Wan ihm Kav>» i liehe Mav*t.it nicht die Hand uUt un>*i» 

Gerechtigkeit halt in diese (*mhstanden. so bin ich bang die St». i* 

Aach verliert hiermit seine Gerechtigkeit und wird hier Ober, wir 

es sich lftsst ansehen, keine Satisfaction bekommen Aber H'h hoff 



wie ibro Maystttt so wohl hatt angefangen, wirdts auch wohl zum] 749 
End bringen, damit seine getreuwe Stadt Aach bij ihre alte 
Privilegien gehandt-habt mag werden. 

Vom ersten Jan. an bis hiehin den 19. wie auch vor und*™ •**»>• **© 

Kelindes 

nach Cbristag hat man kein Frost noch Schnee gesehen und ist w»tter als 
allzeit 60 gelind gewesen als im Mai immer könnte sein, dass sogar mit kein 
die Haagen und Bit u nie auslauten, die Frucht aufm Feld die fangen Tag und 
an im Halm zu schiessen. Kein Mensch ist so alt der jemal Nacht - 
solchen Winter erlebt, noch davon gehört. Wir Menschen seind 
auch so beschaffen, dass wir nicht auf Gott mehr bau wen wollen, 
noch seine Allmacht trauwen. Ein jeder will anderes Wetter, 
nemlieh bij jetziger Zeit vom Jahr solls schneien und frihren und 
allerhand tiheles Wetter sein damit es auch konnte Sommer werden. 
Aber was ist dieses vor ein Verlangen von uns Menschen. Derselben 
grossen Gott, welcher Himmel und Erd erschaffen hatt und alles 
wohl angeordnet, dem wollen wir lernen Wetter machen. wir 
armseligen! 1s dan Gott nicht im stand uns 2 Sommer zu geben, 
noch auch nicht Winter im Sommer zu verhinderen, der doch in der 
Welt so viel Wunder hatt gewirkt, soll dem jetzt nichts mehr 
möglich sein? Nacbdemal es an jetzo hier so gelind, ist es doch in 
Holland, Seeland, Hamburg, Leipsig und der umbligende Orter so 
grosse Kulte, nach Laut dasiger Orts Briefen hiehin geschrieben, 
das* kaum sich zu erhalten war, und dieses soll dem allerhöchsten 
<5i»tt und Herr nicht möglich sein dort Kult, hier Warme zu machen, 
doit Winter, hier Sommer. O was schlecht Vertrauen haben wir 
auf «in so milter und gütiger Gott! Was Gott macht und thut 
i>t wohl geilahn : dieses soll man nicht tadlen noch anders verlangen. 

Man vernimmt von Hinsberg, wo der Hr. Baron von Btilo H '* J.°"lJ}J l0 

"' aus «ein 

i.»t hingebracht worden den 19. Jan. dass er seines scharfen Arest a™" 1 in » 

r CMUrcit 

\«»n Kett und Bende ans Ordre der Churf. soll erledigt sein, und 
ans dem Loch in ein Civil Arest sein, auch am Platz Wasser und 
Biod jetz andere Speisen soll bekommen, aber bis noch hin ist der 
Stielt Aach noch kein Satistaction geschehen. 

Den '2. Febr. auf Maria Licht messtag des Abens umb 6 Uhr im Febr. 
kommt gehlings ein so erschreckliches Donnerwetter mit grausamer i^nnerwet. 
Blit/. und Schlag dass desgleichen im Sommer kaum gehöret worden, tcr * nhier 
und daurete schier bis 7 Uhr ein Blitz und Schlag auf den anderen, 
dass alle Glocken der Stadt sein angezogen und gelautet worden. 
Im Münster läutet man zuerst die Karllsglock, hernacher aber, weil 
da» Wetter starker wollte werden, hat man die grosse Muttergottes- 
glock angezogen, und damit hatte sich das Wetter gleich zertheilet, 
aber grausam gehagelt mit starken Wind, welcher Wind dan schier 
die ganssen Zeit gewlihret. im Dezeinb., Jan. und noch immer so 



17o 

1749 starker Wind, da*s der Kirchtlmrni zu W Urselen heruuter i&t 

Kirchtimrm p»s r |il f j^eii und noch andere hin und weder gronsen Schaden 

m vuui verursacht wurden von die grausune Wind und Wetter. Es gehet 

Wim! «bgi- f n B 

jmfft. lmld kein Woche um, duss es nicht donnert und blitzt über nicht 

so stark nls auf den 2. Februar. 

K* küII dif* Mann hat von Pari* vom Collegio des Observatorio duselh>l 

Jalir hfln . 

Win irr Mrtii Nachricht wie selbige ihro allerchrislliehhte Majestät berichtet haben. 

riicutiu mo-iiuh iliro genau we Observation dieses Jahr keinen Winter zuhaben. 

11 tä«c' nifht mehr aN zehn Dag im Febr. jetzigen Monats. Wie weit dieses 
gegründet, wird nun toi tan folgen; was noch bN dato davon zu 
sagen, ist imth alles erfidgt ; ea i»t und l>leit»t gelindes Wetter, ja 
sogar das* der Haursmaun im Jan. und Febiuurio noch bis datn 
den 4. Febr. das H'unvieli aus auf die li ras- weide gedriel»en haheu. 
Ohnerhohrt is dieses. 

Um 7— Uen f» — ? s und fiten Febr. hat es. teribel gefroren mit 

K — V Kehr. . , * 

sehr uit. wenig Schnee. So ^?v den 7ten Febr. war* entsetzlich kalt wegen 
der starken Nord-Ost-Wind, welchen sich den Wien legte und den 
!M«n etwa.-» gelinder ward, ein Ansehen obs Wetter wollte andeten. 
Dis ist auch die erste Kälte die man dies Jahrsanfang gi*n|iuhr«'i : 
obs aber nach dem pariser Observatorium wird gehen, wird man 
fortan sehen. 

tan luTchr. \} vn io. Febr. war-» sehr kalt mit ein so gewaltiger Selin«ewind. 

natt iler . 

Kr .»i aufK« • dass kein Mensch eapahel war ausser sein Haus zu gehen und in 

hört onit 

«Hier Keifi-n diese Nacht und Tag i-1 mehr Schnee gefallen, aN s.»n»l au! '• 
und Wind i«fi« ii- i- ,. ,. . , . , 

-cb.Mi oiler lag, und damit war die gn»sse Kiilt gedahn und veiambite 

*icli das Wetter in Süd-West- Wind mit Regen vermNehi und d.i» 

••in grausam starker Wind bis den 1'». Febr., da e« dan wib-i 

iiuderti* und sehr schön Wetter wurde wie im May, and auch ?n 

blieben bN am Kud Febrnari ausserhalb das es /.u Nmhts etwa- 

l>»u rio« gefrulip'ii oder mehr /.u »ugen geraufnisT hat bis im Meitzen, da e- 

ar ,J dan angefangen zu regnen und lind zu bleiben, *n gar da*> all»"» 

(ieliül/ si.hier ausgelaufen und bald im Matt zu schieben ein 

Aiwhen halt. 

neun M»r- Kiut* löbl. MagNfriit h.it au« h weder das alte lnterim^-lieii- !.♦ 

tij IM auch .. 

iiiiu • r*i^n in l'buiig ge!.ia«*ht und war am h sehr ii"thwendig wegen die yii»«»^ 

ims-Orrirbt (lldal.lell -t. al|e|'Wege|| i:e«.rh:ieii HÜ! Sellhlgeil, Warfen, Seil !• »vh, 

«•■Mi'ii.' wt wunden und «N-r li"«*-»hi*il»-n mehr Iia- »ehier kein Men-i h siih-: 
auf ib'r <i.»-^ gel.en und tu -Ii im Hau- sirher /.u sein »eh-uif. und 
dastieiiih* i-t dai umb teiiiehi ■ aulg> - 1 i • * 1 a t damit di«*>e Tl.aieii gh-:% ii 
gf>ti;itt s"l!'-n werden ".|ei \\idiig*-n Falls nichts zu Sti -ift-n w.n- 
in ti»dd und tiiiter. aN" der Yeibieeher n:ii Ii lietindlii her .Sa- -hm an 
-» :n«ii Iji-ib abbilden m(N«*'n und da? «diu weitete* IVoir*» »m M*U»-n 
Tag da di- (Serieht sitzt, und examiuirt ist worden *o gleich ätantt* |Ntlc 



171 

Den 19. MerU batz wider stark angefangen zu frieren mit 1749 
schufen Nord-Ost-Wind, nachdeiue alles ausgelaufen wiederumb?« , * lf, ! , * r " 
halt xn machen mit etwas Schnee und Hagel, und also continneert ***« an sn 
bis den 29ten Martii. kiitsawer- 

Den 16. April haben die gulische Herrn dem Baron von Dolo .Den leten 
von Hinsberg nacher Lattich transportiren müssen auf Anstehen dc^Ba!™? 
vom Cardinal Prins von Lüttich unib alldorten besser exaniinirt zu J°? JJJb 
werden und dieser Herr ist alldorten mit sambt seiner Frauw und £*** ■f *?" 

Lüttich hin 

werden wohl verpflegt. Allein unsere Stadt bekommt noch hiemit gebracht, 
keine Satisfaction, was aber noch von Lüttich aus geschehen, wird 
die Zeit lernen. 

Dieser Action kommt mir anders nicht vor als eine Passion, 
eben wie un-er Heiland ist von Herodus nach Pilatus geführt worden. 

Und ist dieser Herr von Bülo zu Lüttich auf die Citadell 
gebracht worden mit seine Frauw, und wird wohl gehalten und ist 
riarumb geschehen wegen seines Leibs besserer Sicherheit ; dan in 
Lüttich finden .sich viel böss Gesindel welches durch Geld darzu 
können gebracht werden ein solcher Mann vom Brod zu helfen, 
«las vielleicht halte können geschehen, absonderlich weil er als>o 
grausam wild zugesetzt, nachdeme man ihm in allem unschuldig 
ta findet bis dahinn. 

Den 2fl. April auf S. Marcus-Tag, wann die Procession aus i>eu n. 
dem Münster nach St. Adalbert gehet, seind sie wieder zurück Proceuioo 
gekommen, und ihren Tour unter die Smiec durch, vorbey dem J^Jj^J"^ 
(irasshauvs, all wo ein getaufter Jud Schulden halber im Arrest a, Q r , JJ 11 
^e>es*en, Namens van Dort. Dieser sitzt an der Strasse und ruft 
zu der Provession, sie mögten ihm erlösten. Diese gehen hinein 
und zwingen dem Grass- Verwahrer das Gefängniss aufzumachen 
und nehmen denselben zwischen heyde mit nach der grosse 
Kirch hinein. 

Ander ist dis nicht zu muthmassen als dass es ein ausgedachte 
Sach sey, wo son>t niemal die Procession dahin ihren Gang auf 
»1ie>en Tag hat. Ki mag nun sein geschehen wie es wolle, es ist 
d<>ch Unrecht. Zum ersten sass der van Dort nicht criminüll ; zum 
endeten, derjenige der ihm wegen der Schuld halber hat arestiren 
LivM-n. dem ist es nun zum Schaden, und wans recht war musste 
mau dem Capittel darzu halten nun auch alle dessen Schuld zu 
'»•^zahlen, alsdan konnten sie ihm *o bewahren wie sie wollten, 
al»ei — 

Dieses Jahr ist es eins von den vollkommenste Jahren alsDeu s. 
man in 20 Jahr erlebet hat in allem und alles Gewächs viel 
frühzeitiger als sonsten, viel vollkommener. Also mit einem Wort: 
Gott hat das Land gesegnet in allem Überfluss. Ich hoffe, der 



172 

174iUiebe Gott wird ea uuch bewahren zu unserem Nutzen wan wir 

MeiiM-hen vs uns nurh verdienstlich machen. Der jetzigen Frühling 

gibt uii!» de**en ein wunderschönes Ansehen. Ich nag nochmals, 

Gott wolle un> de* in guter Gesundheit gemessen und gebrauchen 

lassen, wnrvur wir ihm zeitlich und in Kwigkeit lol*»n und dünken. 

Den :u Juni Im J uiii auf Ptingttts-Montag ist ein so grosser Himmel oder 

«•brkait iu Wiilkeiibriifh gewesen im limburgiKchen und derer Gegent bih nach 

mit iroM.'n Gulpen und Falkeiihurg zu die ganze GeulHuss hinunter, das*, kein 

l?iuiuic?. n Mündig Mensch desgleichen mehr erlebt hatt, *o gar das Wiesen 

bor«t. un ,| p e lder wech-getric.l>en. vieles Vieh und Menschen zu Grund 

gangen, HiLuse:, Kaum. Hang und Strilinh hinweg getrieben, und 

einen gross Schaden gehrhehen den ganzen Geulflu>s hinunter, und 

mit' die^'in Wii*ari*rgus» kommt ein sehr gros^e Killte mit Hagel 

und Hegen, Frost, das* man gezwungen ist bei gutem Feiir zu 

auf j'ni^-t- warmen, wo e> >ons.t iu diese größte und wärmste Zeit sollte sein. 

M od !•»! Int y . i*ii i • %r t % i i t i 

iiii mo icro«- da i>t es* *cbier kälter als im Märtzen, und dass bleibt als im 

"brach /u" "Kt'gn»'!! und kalt *ein bis im hall>en Juni. Der grosse Gott wolle 

""«rica."' |,s ,min »udep*n. Die Kalte Hegen und Wind dauret nrn-h als foit 

Die K»itr bi< den 24. auf St. JanMag. abwanner es noch fürt regnete und 

(iiunt im- hrav gebügelt, mithin ein >ehr kalte Luft i»t. Man will Sorg haben. 

"'*» -/» r Jii'ui •!«>*» der Wein<»tiM'k Millte vi'i-frtdircn si-iti auf viel Platzen in diesem 

Monat. Doch alle* *tehet in Gotte* Hände: er gibts, kann« aiieh 

wieder n«dimeu. Gebem'devt M-v Gott in Kwigkeit. 

HfB'24. Juni Dergio»i*n Iiath hat« aurh auf S. Janstag d.i> Intel im-- • der 

*. n!c»ih<u«da> >•« genennte Seh^ri'iigi'i'ieht abgeteilt, und hat nif mehr gewollt. 

(triebt aii- das> die Meyei *-Difiii-r Milben einig»» HUrger mehr citireii, sondern 

.»rd/n ^ ass >n parfor^ von die IlUrgerinei<«tei>«»Dieiier geM-hehen oder •■* 



«i 



gar nicht mehr gehalten werden >oll. 
N-.ch iimuvr Den 27. Juni noch al» immer liegen. Wind und sehr kalt, 

kalt'p und . , . 

i;r,;Mi- wn. s*i gar «Li«* antm *Madtnau* die Muhen haben mu*>eit einhitzen, 
damit man *irh erwarmen konnte. So alt i>t kein Mensch dem 
solche* Wrtter geilenkt oder davon hatt sagen bohren. Aeh liebMei 
Hevlandt. du gni*»»T Gott, erbarme di«h Ulh»'l und ändere «■!». 
Doch du hi*t uu*er Vater, du wir>t un« MeiiM-ln-n keine Noth 
leiden Ia>*en in keine S.ieh wan wir uii^ f»«»t ln-i dir linder Ya!f-r 

halten. Je!/, und alweg llinl ZU ewigen Zeiten bis du geli.bt Ulld 

gi-beii,»d.-iT in Kwigkeit. 

Viel»» W*«- Dle>f|| \erwirhe|le|| Me\ Und jetzigen JllllV >eilld hier .11 

•• r uii-l Wut- . , ,. ,, i i i i i«- ii i i* i 

k.nlru.l' 2 1 » >tiniil in i||t- Honte i-l^iiti. klh l)t* \N n|kenl»r!|i he gewesen, dl»- 

"il'/r A'.'vi'll'M'-ln in :*«» .lahr ni«ht m» viel auf einmal seind gewesen a!> 
'£"!!".» i. m i'-t/unib-r. und di- mit >u gr »»•• Mai-ht und Gewalt, ila-*» di«- 

^ "115 111* i . * *^ 

Meii^-hen und Vieh vermeinten auf gleichem zu erbau fen und hier 
lit-rumb wie :iu«h von vielen anderen Orteren höret man ander» 



m 

nickte als von grosse Wasserguss und grausame Donner wetteren 174Ö 
mit Hegel und lanter verursachten Schaden und Verderben 
ganser Linder. 

Den 6. Juli wurde in die grosse Muttergotteskirch eine Den «. Jniy 
Specialmess oder hohes Amt mit einer Procession gehalten vor das Joe» ?£Lbt 
Wetter, das der liebe Qott doch wolle ein schönes Wetter uns ^^ 
erseheinen lassen urob die liebe Feldfruchten zu erhalten und Wett « r - 
reifen in können. 

Warflber den von Seiten Capittel unsere löbl. Magistrat ersucht JJ^f^j^ 
wurden mit su gehen, wie auch alle Ordensgeistliche alibier, aber *£•'„*«£ 
weilen Magistrat anjetzo kein Ca pelle haben, indem die Hungarische wo«» »'cht 

mit dop Pro* 

Capel ist abgebrochen und noch sobald nicht kein aufgebauwet ccmIoiu 
werden, dass Capittel ersuchten, im Chor in ihre gewöhnliche Platzen 
zu gehen, damit sie konten versamlet bleiben. Dieses wurde ihnen 
platterdings abgeschlagen vom Capittel, sie mussten Platz nehmen 
wo sie wollten aber im Chor nicht im Gestühls, dan daselbst mussten 
die Canon, von St. Adalbert sitzen und der Dingen all mehr der 
Magistrat zum Schimpf; warauf Magistrat dan versamlet und dem 
Capit. sagen lassen, dass sie nicht mit gehen wollten wan ihnen 
kein Platz im Chor verstattet wurden, wieder zur Antwort erhalten, 
das könnt Magistrat thun, das soll aber nicht geschehen. Hierauf 
hat Magistrat alles contra mandirt und bleiben davon. 

du liebe heilige Demuth, wie bistu bei uns Menschen so 
rar, wo man Gott gesambter Hand soll bitten und anhalten wegen Den • J«u 

wlrdte scfeön 

allgemeine bevorstehende Noth, da ist nur lauter Hoffart und heil Wetter. 

Uneinigkeit, Groll. Hass und Neid im Capittel contra Magistrat, 

und wollen noch beneben 8 von Gott auch diese Gnad erhalten, 

dass kan ja unmöglich sein dass Gott unser Herre uns sollte erhören. 

Doch hoffe, der liebe Gott wirdts ihnen nicht zurechnen, sondern 

das allgemeine Gebet erhören. Amen. 

Wie dann auch hoffentlich der liebe und gütiger barmhertziger 
Gott das allgemeine Gebet angenommen und uns grosse Sünder 
schönes Wetter gegeben. Hoffe der liebe Gott wirdts also lassen 
fortfahren, warfor wir ihm müssen loben und danken bis in Ewigkeit, 
*onst wurde es wieder zur grosse Theurung kommen sein bei die 
jrrosse Menge Fruchten die dieses Jahr gewachsen seind, wan der 
liebe Gott sie nicht sollte erhalten. 

Das Wetter ist schön warm und bleibt beständig bis darhin, 
wo man anderswo von alle Lander her nur nichts anders höret 
als lautere Strafen Gottes, und ist schier kein Land in Europa wo 
nicht grossen Schaden von Gewetter, Himmelbrüche, Kalte, im Jvii m 
Feursbrunste und andere grausame 8turmwiude sich ereignet haben, Wetter, 
ja auch so häufigen Schnee gefallen in Italien und dahin andere 



174 

1 740 angriltiscnde Lander, diiss man sollte meinen, der Summer habe sich 
völlig in einen Winter verkehrt, und wir Menschen Unseren uns 
daunoch nicht umb ein Hahr, nlwo der grosse Gott uns« ftolche grOb»e 
Ermahnungen tfibt i*iit seiner allmächtigen Strafruthe und da n noch 
kein Forjjt noch Schrecken vor ihm haben, da wir doch noch allhier 
im gelohten I«nnd wohnen und vermeinen, Gott sollt* oder könne 
uns nu'*h nicht der^le-iche St in f (liier fahren lassen, und bilden un> 
»:in bij diese klein«« Saeh der Thenrunp^efabr welche doch nicht* 
war aU uur eine Krinneruug von Gott Italien uns /.war in der Kirch 
eingestellt umb die kleine Gefahr von Gott abzubitten mit 
Uinhtia^unu r des hoch würdigen Gut>, nbei solwld die.ses allgemein»* 
Gebet vorliei, wieder der alte Gesang gcMMgcn und keine Hesserun j; 
von uiib »puren la->«-ii. Hoffe, Gott wirdt uns nicht nach Verdienst 
abstraten, sonst wurden wir schlecht bestehen vor sein göttlichen 
Kirhtei. stuhl. lud darnoeh U'kommcu und embfan^en wir >«» 
überhäufte (inaden von meiner göttliche Hand. K« müssen sich 
doch noch viel«* fromme Menschen allhier in unsere liebe Stadt Aach 
sieh befinden, die den oft erzoriietenGott durch ihr Gebet besänftigen, 
sonst gewisslidi würde unscie Stadt Aach sauiht ihre Kinw«dniei 
nicli mehr auf die Stelle .stehen alwo sie noch Mel:#*t. I>och die 
Barmher/.igkeit Gottes i>t ^iu>s, wie auch die Vm-sprach und 
llarnihartzi^keit «einer jiuigfriiiiwliche Mutter Maii.i als im-e.e 
Stadtbev hut/.eiin deren nebst Gott noch viele |)i«-ii»-r und I>ienerinti>-ii 
>ich allhier befinden 
im Juli Man hat Anfang Juli in F"itft gestanden l»i j Anlialtunir de* 

Drei Kurn- i .... 

wuciicrrr fielen Ke^»*n> da»* •■» gewiss /u eine Tlit-in nm; sollte i-i laufen 

kommen .. f . . 

ü>*i an iuii hnl»eu. und ititiii traute nieht aut o!ie liarmliart/.i^keit dotte«, de. 

fcu. es d«"'h bald geändert hatte. Iih»!" Magistrat »!•••:■ aus Vor*'-!;; 

lassen ihre ti* »« h voriMlitigc Fiip-htcn ahiue^cn und bemühen -■■ i. 

auf hie und da ab\ei kantende tfülisi lie Keib*iei wid* a i etwa» Vnrra'h 

l.i. «im einziikuufeu wie ilan auch li heheu aber nicht viel. Alter in vU-ii 

nVr'hii »"''' - , ' cr ^ , ' t ^ M di"deii - i«-li allliier dre\ Hür^ei, welche man bald«-. 
nen«i-miiM Wiiflifrer konnte li'un-n. Uufeu zur Stadt hinaus aiit' etli« le 

• ■• lii'kklitit 

t>-»*Mifc.'. \i.rben*-nnte Kellerey*-n und ;:i eilen unseie |«ib] Magistrat in ihr»"i 
K.iut. und geben ii«" h J a» her Mark vr das Fa*» mein- .ii, .1 .■ 
Ili'irii hatten "cbuttcn und ^■:'«'1»-ii und kanten lüufi.uiidei f Maid- i . 
I'J M. |»ai Fa-s iiii<1 ^'i bi-n «In. int' d»-n Got t# -li.-Ilei , damit ihn* n 

dei' Kauf lllÖL'le bleilifll 1 1 1 1 •> 1 tllUn Ve| langen j|il|e|| diese FiU<|T*:i 

bald zur Stadt l.in/ubi 1 ti _r» n. I'ihI ein Tai: henurli gibt «b-r lj. !••■ 

G-'M Ulis *i lii'illt « Wetti'i lllld 'l.lllilf tätigt dl» 1 Fl Hellt Wled**l »M 

ah/u»« hl.i^eii. I»j<- Vei kaurb-r aber machen alle Führen auf «lie -.•• 
kirnt« n Lfdial ■•■n. und liebereu ihnen >las Korn allhier /u Sta !• an 

ihie ||.ii|»e|. Mall halte •Jeliiejnt die-e *.\ hiitten VPIfWeifelt. Ulld 



l?ß 

Wollt« die Frucht ihr Verkäufer wieder überlassen mit 100 rhs 1749 
profit in der Bezahlung; aber das konnte nun nicht andere sein, 
auf ein Tag schlag die Frucht ab 1 rbx par Haider, da waren 
schon 500 rhx verspielet. Also mnss es ungerechte Wucherer 
gehen. Gott lasst sich kein Ziel noch Ma** vorschreiben. 

Der liebe nnd barmblrtsiger guter Gott lasst das schön Wetter <■» J«iio 
bis noch auf den 18. Juli liebreich fortdauren, und hoffe, es wird wctttr^hlu 
auch dauren bis die liebe Feldfruchten eingescheuret sein, warvor SShTJ»?^ 
wir undankbare Menschen ihm der göttlichen Geböhr nach nicht ,8 JnlL 
genug Dank können abstatten und also ans natürlichen Treib 
verschuldet waren kein Tag lassen vorbei zu gehen, dass wir Gott 
vor seine milde Gaben nicht danken müßten, aber leider wenig an 
seine Gote gedacht wird. Ist die Strafruth eingezogen und man 
empfindet keine Straf mehr da ist man alles wieder vergessen und 
lebt man wieder seine altere Gewohnheit nach etc. 

Den 20. Juli ein stark und grausames Donnerwetter allbier n«n *o J»u 
und diese Gegend, mit ein gransamer Regen, welches affreislich nooBervtt- 
anzusehen. Dassel 1* Wetter hat einen Mann, welcher aufm Feld ranVrfeih*! 
im Korn gehauwen und wegen starken Regen halber unter ein 
Haum sich reter irent dodt geschlagen an die Büschhausen hinter 
Bortschet, weiters aber noch keiner wissentlichen Schaden 
verursachet. 

Allbier hat sich ein ehrbarer junger Mensch, welcher gar J<**pa 
nicht studirt hatt in der Rechenkunst aber sehr wohl erfahrner u>t ein 
l*funden. mit Namen Joseph Crummel, ein Schumachers Sohn, *äS^Sl! * 
dersell* al>er sein Vaters und Bruders Handwerk verlassen und 'S^^ü" 
>ioh auf die Matliematick und Astrologie, Algebre etc. und andere i« ken j» 
Künsten begeben, dass so gar keiner bis ncch dato befunden worden 
der liatt ein solche Wissenschaft unstudirter uusgefonden und 
Wrechnet als er, wio derselbe dan auch ein Allmanach oder diesen 
jetz auslaufenden Sekulo immer wehrender Calender heraus lassen 
^»•hen. mit allergnfldigster Kayserliches Privilegio denselben inner 
10 Jahr nicht nachzudrucken, welches Privilegio ihm dan heysige 
lJibl. Magistrat unentgeltlich verschafft haben, wie dan der Calender 
wird auaweysen was vor Wissenschaften darin begriffen sein 
-«♦llen ete. 

Man banwet noch all am Comedienhnuss und am Gerichtshaus im Angwit 
vi »in .Scheffenstuhl, aber es wird niemal was rechts werden, dan es 
ist nur aneinandergeplackte Arbeit. Wilr es im Grund und Boden 
al^t* rissen und von Grund aufgebanet es soll nicht um die Halbscheidt 
Hiviel gekost halten als jetzonder, und war schon lang fertig und 
mi Stand gewesen. In diesem hatt sich der Stadt ingenieur Couven 
nicht wohl vorgesehen sondern einen grossen Fehler begangen. 



m 

174*.» Wie auch zu UorUcheid mit clor St. Michaelskireh, welche 

Bo^ihHa UUCli * ?an/# ve| doid>en, weilen die inwendig Sttulenfuss zn gross und 
wini groHM>r /u breit sein. Wer in ein Nebengang stehet kann nicht aufm 
hohen Altacr sehen, weilen die Silulenfuss zu gross und zu nah«* 
Umeinander stehen. Diese hätte können eine schone Kirch gelten, 
wans wohl war cingericht gewesen nachdem sie nun ganz 
abgebrochen ist worden und ist umb 10 Schuh grosser neinaeht 
worden. Allein der Thurm is»t nur stehen geblieben. 

Die ungarische Capell Ut auch abgebrochen frühe im Jan. 
und liegt noch al>o da in ein Steinhaufen. Wan dnrau wiid 
gearbeit werden weis* man uic-lit. Ks kann noeh Jahr und Tag 
nnlaufleu. 

Den loten 7hri» ist endlich wegen die Ungar i^he Capell den 
Accordt getrotfen wegen dero Aufbauung, welcher Anfang Hill 
>ein den niich>tkünftigcn Frühling. 
Man iiMit Man arbeit auch noch den 10. 7 In in immer an dasConiediehau** 

noch am . 

Comodien- sambt dem SchetFcngerichthnus, welches einen schletditeu Fortgaug ge- 
winnet, und mau sieht kaum von Tag zu Tag da^s es etwas /nui tind 
gehet uachdeiiial l*»v etliche zwanzig Menschen danin arl*eiten. AWi 
was will man >agen. Die Werkleur l»ey jetzig«*!* Zeit verdienen 
kaum ihr l»n;t wegen Faulheit und NachlaV«igkeit und schlechtei 
Aufsicht und »cht ecket maiiniger Mensch ab vom Hauweii, nachdemal 
danuoch viele gefunden werden in liei.sij.-e Stadt, welche d<N h 
gezwirnv^n sein zu liaiiwen, weilen kein andere Werkleut zu 
lieknmmen. 

Die.M* Stadt iiatt >\<\\ in kurfze Jahren gewaltig im lUrbauwen 
angcgritf'cu. Das ich von mein (iedenk weis*», schier hall»e Stia^>en 
r-eind erneu wert worden, und aus alte Bracken von Httu»er anb*:/" 
x-höne und wohlgebaute Wohnungen gemacht sein wurden. W.in 
einer ausser der Stadt w'hv gewesen bij flu Jahr ««der nur 2** 
derselbe sollte sich anjet/o in viele Straassen nicht mehr l*»kenneu. 

im taten \\vy >** vidikömmüch Jahr welches die»«*-«* gewesen« bleibt 

t«'iiikoiniuMidann«n h alle* sehr tiieur und will nicht* guten Kauf werden. Die 

* inn. Decker xUn^m viiii Wui-h zu Woch auf mit dem lieU-n Hn»d Um 
V"ll*-n S< lifiineii unil da* Hrod hat ueg«»lten im August "i M. 4 b. 
.b't/ ib'ii 12. Tbiis t»ilt ••* si-li'-n 7 M. J b. und ••*» hat? d-is An^eh« n. 
d.i*- !■» nm'li theurer werden will. 

!■ M»ii-t Du- Dutter ^'iit da«. i> 11 — \'2 \'\ bi* \:\\ M. D:«- 

ti-ur rh'iM h i-: n.i-hfi'iiaudt aK Hi-h«eiit]ei»>c!i •• M. und da-andcie na ' 
lWti«m. in Minima alle- \v:i- der Mcii^i-h nur genies>« t i»t tm*Ui. 
und kann ui* lit« /ur Ah«eldag k<»mmeii, dav* man maiinigm.il denk: 
wii* d-M-h d*-r gemeine Handwerk smann mit Frauw und Kindn 
>i« h k«"inn»n rriitiiitvii. Daiiiioch der liclw» gütiger Gott S'hüpfrr 



177 

Himmels und der Erden erhalt uns doch alle, und wird uns noch 1749 
forthin erhalten, wan wir uns an ihm werden halten. 

Das Capittel hatt sich nm Wiener Hoff beklagt wegen dass d«i etcn 
Magistrat ihnen mit Winterquartier belegt hatten allein der Wiener ein M»n<u 
Hoff schickt ein Kayseii. Mandat, dass Magistrat dar/u recht hatten we £eniugj 
und befugt waren, aber was anging die Fontein der Dechaneien "^Vfuei.' 
so soll diese ihnen wie vorhin gelassen weiden, aber das Capittel 
hatte die Kavserl. Cammer mit Unrecht berichtet eben als wan die 
Wasser Fcntein ihnen gerechtlich zu thiite kommen. Aber weit 
gefahiet, so oft ein neuwer Dechant erwöhlet wird muss derselben 
bij löbl. Magistrat als Eigenthümer dieser Fontein ordentlich 
Mippliciren geschieht dieses aber nicht so hatt Magistrat das Hecht, 
ihm, Dechandt, diese Fontein zu versagen und abzuschneiden, wie 
dan auch geschehen bei jetzigen Dechant Hr von Herings, und sein 
Yorsäss der Graf von Schellardt als Dechant" hatt auch nicht darutnb 
supplicirt, also wan dU dem Wiener Hotf von Seiten Magistrat 
würd l>eigelegt und schriftlich mit ihr eigen Supplicken vom 
Capittel ersehen wird. Werdens wohl anders sprechen, und »lein 
Capittel ein lange Nass überschicken. Doch was will man vom 
Capittel sagen? Sie machen und haben wenig Kespekt vor Magistrat 
und bestehet aus ein Haufen unverständige Menschen, die sich 
mehr einbilden als immer wohlstebet. Es ist schier keine Woche 
dass sie Magistrat in ein und andere Sachen nicht nöthig haben, 
und doch allzeit etwas aufsuchen wider Magistrat. Aber Magistrat 
ist viel zu gütig; sollten sich besser Autorität geben und lassen 
extimeeren, so soll dem Capittel sowohl als auch alle eingesessenen 
H Arger und Einwohner mehr Forgt vor dieselben haben, etc. 

Dieses Jahr ist also zum End geloffen sonder etwas Marcabels 
am lesten zu vernehmen. 

Allein man hatt gemeint vom November bis im Xbris sollte von der 
♦*:> zu ♦'ine grosse theure Zeit kommen. Allein der liebe (iott hatt 
e* abgewendt damit das liebe Hrod nicht theurer geworden als 
7 M. 4 b. Solisten passiret es noch mit andere Esssachen. Seind 
/war all»* theur, aber die gemeine arme Leut können noch besser 
dir andere als Fleisch, Butter, Käss und dergleichen missen, als das 
..♦d»- Hrod. Hoffe aber der liebe barmhiirtzige Gott wirdts bald zu 
l»»->-ere Zeiten wenden, wan wir Minschen uns nur bes.seren und 
anderen Lel**nswandel anfangen der christlich ist. 

Das Nachtseinbrechen und Hauben dauret noch immer fort 
und man kann doch niemal einer ertappen von diese Narhtsräiiher. 
S^ brechen nicht in die Hauser follens hinein, sondern machen 
nur Locher in Thur und Dell und mit Hahkeu nehmen .>ie wan 
nur damit fassen können hinweg und man kan auch nieiiial auf 

12 



17s 

1740 die Spälir kommen, Es kommt doch einmal aus ehe sich* die«** 
Diebe versehen, 
im ihn*. Diesen Winter haben die Kinderblatter oder Pocken »taik 

Kiuilrr- 

forkiiiKrap-irrassirt, so wohl an alt heut von 20 — -^t» bis , r »0 Jahren, als auch 
an au und die Meng an kleine Kinder und seind viele alte Leut daran ges»torl»en 
nach ausgestandenen grossen Schmerzen, welches man niemal gehöit 
hat da>s sieh lx-i jetziger Zeit so viel alte erwachsene Leut v«»r 
die Porken furchten, dan welche >ich erinnern dieselbe nicht geluvt! 
ku haben, wiesen nicht vor Forgt wohin damit diese Krankheit 
zu entgehen. 

Man hat auch dieses Jahr wenig oder gar keine Winter gehabt, 
offner Win- anders nichts als 2 oder 3 Tag Fro>t, aN dann wieiler giin«. gelind 
Jahr, und abgehend Wetter mit kleinen Kegcn und Sonnenschein, gar 
nicht kalt, welches offene* Wetter ilau hin und wiedei viel 
Krankheiten verursachet, ja viele heut sterben, auch von die 
Kinderpocken sterben auch viel alte und junge Leut und Kinder. 
Man hatt auch viele die du mit lnise Hülse und HuMen Ud.aft «eindt 
sii da*> >chier keiner davon liefrevhet i«t. 

17ßii. I TTtO. 

Im Jan. wo- Löbliche Magistrat lial sich auch mit ihn* ClmrfniMl. Ihm M 

ynrtieBtarit < ^ 

Mint* im.l /j| (iuli< ll Verglichen. Wej/eil der Stadt Aach ihre* Mun*>Wcef|.. 
S.IiUk- 

srliat/. wie dilti allch 1 1* der I IlTfll! i«Hl UaeluT I>ü««e|dort i«t ge\Ve«eil i|« ■ 

Hr. ltnrgermei«ter v«»n Fürth m« h de«halben mit dem Chni lnr-t zu 
vergleichen wegen den SehlagM-hat/. Hie Stadt hatt deswegen lanj 
darüber angehalten und »*l 1 i«-li»- Stand von lHl«*eldurf «»der die 
Hegierung hat da.« Hing lang vi'i /Jitfert und nicht ander« gewllf 
al> da.«« Aai h es *■ »Uten munt/eii auf leiblicher Fu««.. Allein umii 
hat «ich dargegen u'e>et/.t und ander* 11 it gewollt al- iiiimt .■.'?.■ 
Privilegium gemäs«, wie endlich dan auch i«» /ugc«taiidcn und 
bewilligt wie vorhin aI«o :ui--h jetzo. 

Aber e« >eiinl et lieh ja wohl vi»"l— Hurger allhier. w^h !.•• 
verneint haben die Strult Aach hätte keine Munt/ mehr. Uie«» 
haben gi üblich gefühlt. |)ie»e« kan der Stadt nicht entzogen werden. 
.«•» irar der Kaiser k.m da« nicht, h-h will .«eh weisen v«»m Chiufilr«* 
\iiii Pfalt/.. Ihm die viele alte Privüegia wie auch neuwe k.m 
k«*ir.er ungültige machen. 
Wrif. ii Fr- 1 »je Stadtgraben werden nun auch von Zeit zu Zeit üU'ibauw» * 

bauuDK il» r 

Mitii-I«ta»lt- iitit M'hntie Ilati>er. wie ihm d»r jet/ii»e >t.:d?-M.iurer lli . OhVrir..in- 

s^i'Mi..', beim Khrb. h<>chwei»»>ii K.-i» h duruml« hat angestanden » m .l |. »i 

auch i«t erlaubt wnjden aul •■■l» , r iil"*r «b-n Seil^f iU»n «ieU»n Hi'i»- 

/ll Ulli Wen, Welche« ein .«ehr lnbl. Werk i«t. 

Am scher i». Ibrna« h ein Zimmermann Jikoh Kern hat angestanden .vi* 

Hill' l|»-n 

dem tiraU-n au Sehei i»-Mitte|-Pt»»rdt /.u bau wen 



4 m 



179 

Johann Reuff hat die Erlaubnuss auf den Te in pelter graben 1750 
2 Hftuser zu bauwen am Eck von die elf Schorstein, allwo gegenüber T Q™*£*n er " 
auf die letiige Platz der Vieh-Mark wird vom Kat&choflf dahin 
tiansportirt werden solle. 

Und an die Pferdtsdrenk linker Hand aufm Hol/graben stehet Ho, * grabeu 
an zu bauwen ein Geistlicher, Herr Crimans und einer Namens 
Niklas Lup und dort auch o Häuser zu setzen. 

Wie dan auch der Geistlicher Herr Chorus den Capuciners 
graben 1741 und 1742 hat angefangen zu bebau wen welchen 
hetnach noch etliche gefolget seindt. 

Den 3teu Febr. ist es Abens umb (I Uhre ein erschreckliche Den s Febr. 
Kuhtung in der Luft gewesen, dass es ein Grausen war anzusehen, u c üo 
dan die gansse Luft war überzogen mit eiie Fenr glühende Rohtung R Ser 11 i!Iift! ,i 
und dieses von allen Ort er hehr, dass man meinte lauter Fenr zu 
sehen von Osten, Süden, Werten und Norden, kein Eck ausge- 
schlossen wo nicht diese Ktthtung hervor thete seheinen und bliebe 
l**i fine Stund also stehen und hernach wirds immer blasser bis 
zuletzt es rt r anz weiss geworden und helleuchtend, dass man vermeinte 
e> wäre Mündlich*, oder wie im Sommer wan die Tilg am lilngsten, 
da es schier niemal Nacht wird, wäre gewesen, und dis liatt sich 
zweimal also roth und weiss verändert, und die gantze Nacht 
hindurch also klar gewesen. 

Darauf erfolgte ein immerwährender starker Süd- und _ 8Urke * 

° Wind und 

Siid-West-Wind, mit Regen vermischet, und also gelind Wetter, liegen mit 
dass man vn meinte Sommer zu sein und bliebe also continueren Wetter. 
d**n guiizen Febr. hindurch, aber es verursachte viel Flüss und 
Krankheiten wie auch viele gehelinge Todtsfilll, wie dan viel alte 
und junge Leut allhier in diese Zeit plötzlich mit Schlagflüss und 
andeie Umstünden gestorben sein. 

Von andere Orter verniiubt man als Ostreich, Wien, H ungaren groaie Kalt 

in Teut^ch- 

und in Teutschlandt herumb liegende Länder, dass alldorten eine und mit 
entsetzliche Kälte war mit häufigen Schnee, dass das gemeine Volk 
schier vor Kalte thut vergehen. Aus dieser Ursachen hat ihro 
Kav». Mavest. lassen 50) Klafter Holz aufkaufen und unter die 
Annen ausgetheilt, damit sie sich der Kalte verwahren konnte. 

Hier zu Land hat man noch zur Zeit von keine Killt noch HicriuiLand 

weiss man 

?N-hii*e etwas zu sagen. Gott sei Lob und Dank. Ja sogar man von käu 

noch von 

halt g; une Blätter auf die Hagen gesehen, und das melireste Holz 8<-hnee 
lj t »tt schon seine Salt bei jetziger Zeit. 

Ja wegen Drügte hat der Dreck auf der Gassen gestaubet 
"t*-n wie im Sommer. Die Wasser 

%t ■ ii i/-*. i i • • i. • aeind sehr 

Man weiss auch niemal dass das üewiisser so klein ist im klein als 
Winter Zeit gewesen als jetzo, dan es können keine Schiff Maas Khein. 



1*0 

1750 noch Rhein auf kommen wegen Mangel des Uewil**er. Gott 

wei.s.s es allein. 

wan.i.r u<- Den 24. Febr. ist der getaufte .lud namens van Dort das 

K m'7°iiiu l ; * ,n,| l llUs '^ , * (»«'fangnuss lieraus gebrochen oder verholfen. Diener 

!^ l ml ?«\ aB Mensch hat ein sonderbares filttck in sein Spitzbüberei sein Lebtag 

«»tanfter gehabt, dan Wim ein anderer solches begangen was dieser derselb 

war schon lang vergeben. Aber e.s scheint, dass »ein lieben mit 

sein Geburt, und Auferzeichung ülwr einander ans mtiss kommen : 

wie mir dan von ein wahrhafte Person ist erzehlt worden, «l;iss 

dieser van Dort nit als ein Jud gelioren, sonder als ein Christ 

und hat ein wundere Unebenheit damit gehabt. 

Nein blich dessen Mutter und Vater aeind von h«dien Stand 
und >ein Mutter war ein Freuwlein ledigen Stands, und dieses 
ungelahr von ein Ca valier aufgefangen, aber hernach ihr Khr wollen 
verdeckt beibehalten, mit ein .ludin in guter Bekanntschaft stehend, 
welche ihr treuw war, thiit diese* ihr Jungferen-Kintgen l»ei die*e 
•lii-lin zur Anfer/ciehuug, welche auch eWn ins Kintlieth kommen 
war. Diese Jüdin ihr Kind, welches auch ein Knab war. sfiibt 
aU*r den anderen Tag nach der (Schürt, und weilen >ic dies»-n 
v.tn Dort iim-h hatti«, und den Tag der Hesclmeidung an k« »mint 
mi lasst sie diesen beschneiden als ihr eigen Kind und er/eicht ihm 
•dien alsn auf da>* Niemand anders hat gemeint, als da*s ♦•> ihren 
rechten Sühn war, wie dun auch dicse> Kint in erwachsenen Alter 
nicht anders gewiist. Die Jüdin aber bekommt all«* .fahrt* ihr 
richtige Besoldung davon, weil aber der Knab erwa* hs<u nn«l 
brannte Verstand zu bekommen, >•> wird er ein.smals auf ein ^mvi^- 
l'lat/. begriffen und ihm verständiget, du» n* kein .lud geUnen. 
snn*b*ren ein Christ, und wan er könnte gelegentlich finden d"i» 
hinweg zu kommen in ein M«her tut, >»dl ihm alles verschafft 
werden als Kleider und auch So rheinische (ild. jährlich v<t »••in 
Interim)!, und dieses s,dl ihm dun h »ine gt*wi»e lVis<»ii jährlich 
gereicht werden. Dieser Kuub nehmt n<»ch ein ander Jud mit m« h 
und kommt auf Aach, und gibt diesen :iii> vor sein Binder und 
winden alle beide in der grossen Kin-h gedauft iiemhlich «li^-ei 
lU-rnard N. van Dort wie auch der ander licopult \an D«»rl. welche 
iiachifhens vielrrhaiid Strich allhier und in die*»-r iJegcnt heruml. 
haben an:* 1 '! icht, mit •■in |jnter\, faNche \Vcch»e|eu a mit Weinh.in-I- 
Widbeii au« h »ine D« uckerev aufrichten allhiei, al»er alles j»t zu 
Wh>n und in ein Betrug gelindert werden, in summu. wan nun 
alle St leiidi s.iüti- annMiieii. man kiiiint** "in grosses Du« h hiei nl- ( 

s.i'h|eihi.-ll. Sil ■.'••li-.ii'n, sn gelebt, so vielleicht aili'll geHtorlien. 
Iiu frl.r. Da* Wilitei-W e'ti-i Wie allch VI hin gemeldet Ist aN" 1 in I 

»rrüti ' dii--e» Jahr gewest-ii, »bis» mau ui«-lif weis- «de* Stimmer oder Winter 



181 

ist. So gar man hat im losten Febr. grüne Blätter auf Hecken und 1750 
8taaden gesehen, und man hat den 2. Tag Mertz gesehen und 
befanden in Gartens welche auf die Morgenssonn liegen an die lm *[ ftrt,i 
Abrieoeenbaume volles Laub, ausgebltthet und die Abricosefrucht Früchten 
so weit afanciret, als wie ein dicke Baumnoss. Das hat sein Lebtag Abriefen. 
»o alt ist kein Mensch gesehen. Mit diesem bin ich auch begierig 
gewesen dieses zu sehen und hingegangen ausser St Adalbertspforten 
im Garten von unser Hr. Werkm. Hamacher selig; alda mit meine 
Augen gesehen dnss es also wäre. 

Und verfolglich mit alle Gewiichs der Erden ist es ein 
solche Beschaffenheit, dass man sich nicht genug bewundern kann. 

Der liebe, barmhHrtziger gütiger Gott und Herr wolle an* 
doch seine Gnad und Gute dieses Jahr lassen mit Gesundheit 
gemessen, und uns seine überflüssige Gnad mittheilen, damit wir 
uns auch dessen mögen verdient machen, und seine Güte unser 
Seit nicht mögen misbrauchen. Amen. 

Man spühret auch eine solche Warme als wans im Juny wür Mempftiiret 
und noch mehr ausser der Stadt als inwendig, Wiesen und Beuten ordentlich« 
*»eind so grün als im May. Wer** 

Den 29ten Tag Martii auf Oster tag und auch den gansen FröberSom- 

iner und 
Mertz aus ist es eigahl schön Wetter gewesen, dass kein Mensch kein Winter. 

ein solche Outeten weiss gelebt zu haben. Alles grünet wie im 

May, alles blühet wie im May, und alle» ist so angenehm, dass es 

/u bewunderen int. Der liebe Gott wolle es uns in Frieden nnd 

üesundtheit genießen lassen. Denn es ist ein Ansehen von ein 

vollkommen und frühes «Jahr, wans Gott forthin gesegnen wird. 

Im An lang von April vom 4 bis 8 hat* etwan geschneiet lm A P rt > e< - 

was Schnee 

und gehaglet, geregnet und etwas kalt dabei gewesen. Aber an und Hegel, 
keiner Sachen etwas Schaden gethan, contrair es wäre sehr gut 
wegen der Druckene halber, dan nach dem liegen ist alles sehr 
*cbön gewachsen. 

Und also vorthin ist der Froling schön und angenehm gewesen 
in allem und alles. 

Ein sehr vollkömmentlich Jahr hatt der liebe Gott uns Voiikom- 
uiitget heilt in allem. Der allmächtiger gütiger Gott wolle es uns oder Zeit, 
mit tteMsndheit gemessen lassen. 

Der liebe Gott hat alles also gesegnet, dass man von kein im Juni and 
Mt-nst-hengedenk an weiss, dass so viele und schöne Fruchten im üuii. 8 * 
Feld g«we&>en auch mit so schönes Wetter seind einkommen, wie 
.iU<-h in .Juny schon das Heuw zeitig und nach allem Wunsch 
gerahten, dass so gar der Baurs-man im Heuw- und Augst-Zeit 
ingleich gerahten ist und sich anjets halbtodt zu arbeiten hat 
Gott sey Dank. 



1*2 

1750 Anfang!» .Juli 1750 i«t auch Imuiii großen Kalh beschlossen 

und ".herkommen wegen der neuwen Steinweg von hier auf Lüttig 

zu, wie dun auch von die Stund t von Limburg schon ein Anfang 

ist gemacht worden