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Full text of "Beiträge zur assyriologie und semitischen sprachwissenschaft"

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BEITRÄGE 



ZUR 



UND 

SEMITISCHEN SPRACHWISSENSCHAFT 



HERAUSGEGEBEN VON 

MIl 'uMKkbTÜT/l'XC; DER JOIINS-HoPKlXS-rMVKkSIi A r 7X KAI, UM' >kl- 

FÜNFTER BAND 



MIT 154 AUTOGRAPHIERTEX SEITEN 
22 ABBILDUNGEN IM TEXT UND 16 WEITEREN AUF 2 TAFELN 




^dp^i^ 1906 

C. IIINRICHS'sriii; LU-CI 1 11 A XDL TXG 
THE JOHNS HOPKINS PRESS 



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Alle Rechte, iosbesondere das der Übersetzung, werden för jeden Aufsatz yorbeholten. 



Druck von August Pries in Leipzig. 



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INHALT DES FÜNFTEN BANDES. 



Seite 

Bork, F., Zur Erkläniog der elamischen Briefe 401 — 404 

Friedrich, Thomas, Altbabylonische Urkunden aus Sippara. (Mit 42 auto- 

graphierten Seiten, 21 Abbildungen im Text und 16 desgl. auf zwei 

Tafeln) 413— SS© 

Hehn, Johannes, Hymnen und Gebete an Marduk. (Mit 16 autographierten 

Seiten) 279 — 400 

Hfising, G., Semitische Lehnwörter im Elamischen 405—412 

Macmillan, Kerr D., Seme Cuneiform Tablets bearing on the Religion of 

Babylonia and Assyria. (Mit 96 autographierten Seiten) 531 — 712 

Meäsnier, Bruno, Neuarabische Geschichten aus dem Iraq. (Mit Glossar.) I— LVIIIu. i — 148 
Ungnad, A., Über Analogiebildungen im hebräischen Verbum. (Mit einer 

Figur im Text) 233—278 

— Die Partikel -ma im Babylonisch- Assyrischen 713 — 716 

Völlers, Karl, Die Geschichte des Mutalammis 149 — 232 



Inhaltsverzeichnis für Band I—IV sie/ie im 4, Heft. 



144980 

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(UeuataBifcße (Befcßicß^eit 

au0 Hm 3ra<| 

GESAMMELT, ÜBERSETZT, HERAUSGEGEBEN UND MIT 
EINEM ERWEITERTEN GLOSSAR VERSEHEN 



VON 



®tttno QfÄleißittet 




J. C HINRICHS'scHE BUCHHANDLUNG 

1903 
(tfAtümon Bonbon, w. c. 

THE JOHNS HOPKINS PRESS LUZAC & CO., great russell str. 



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INHALT 



Seite 

Einleitung i 

Grammatischer AbrIB Vll 

Lautlehre: Die Konsonanten. Die Vokale. Der Akzent VII 

Formenlehre: Die Pronomina. Die Nomina. Die Zahlwörter. Die 

Partikeln. Das Verbum XIV 

Tabellen der Verba LII 

Texte In Transkription und deutscher Übersetzung i 

Exkurse: Pflanzen. — SSen. — Heirat. — Männer- und Frauennamen. — Schimpf- 
worte. — Die Monatsnamen 102 

Glossar 112 

Nachträge und Verbesserungen LVI 



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Von 

Bruno Meissner. 

5 Die von mir hier bearbeiteten Erzählungen lassen sich fast sämt- 

lich auch sonst in der Literatur nachweisen. Bei diesen Nachweisen 
hatte ich mich der freundlichen Unterstützung des Herrn Professor 
Chauvin zu erfreuen, der mir aus dem reichen Schatze seiner folklori- 
stischen Sammlungen äusserst wichtige Mitteilungen zukommen Hess. 

lo Seine Beiträge sind durch Anfuhrungsstriche („ ") gekennzeichnet. 
Mehrfach verweist er auch auf noch ungedruckte Bände seiner Biblio- 
graphie. Für die Mitarbeit dieses ausgezeichneten Gelehrten kann ich 
ihm nicht dankbar genug sein. 

Spezifisch iraqisches Gepräge hat m. E. die Erzählung von der 

15 Verlobung des Mannes aus Mohammara mit der Frau aus Hit (Nr. 21) 
zur Erklärung der Anlage des alten Kanales. NiEBUHR, Reisen II, 223 
kennt sie ebenfalls. Auch die Verspottung des Meidanarabers (Nr. 25), 
der die türkische Sprache kaufen will, halte ich für genuin. Die 
Mee*eidis galten immer als besonders thöricht (s. J7///. des Sem, /. 

20 orten/. Spr. IV, 151). Die Form ^yrßt (Z. 29, 30) soll übrigens Meidan- 
arabisch sein. Mein Gewährsmann sprach und betonte bei der Er- 
zählung der Antworten der Frau immer ganz besonders, sodass man 
merkte, dass er ihren Dialekt kopieren wollte. Ebenfalls lässt die 
genaue Lokalisierung auf Babil bei Nr. 20 darauf schliessen, dass 

25 wir hier eine iraqische Erzählung vor uns haben. Grosse Kostbar- 
keiten glaubt man in jedem Ruinenhügel verborgen, meist ein goldenes 
Schiff oder drgl. Aber die Beschreibung der Vorbereitungen zur 
Schatzhebung hat so grosse Ähnlichkeit mit dem Anfang der Ge- 
schichte Aladins mit der Wunderlampe („Chauvin, MN. Nr. 19'*), 

30 dass man auch literarische Überlieferung annehmen kann. Vielleicht 
ist auch Nr. 19, wozu man „Chauvin, MN. Nr. 430 und 431 (noch 
nicht erschienen)*' vergleiche, eine wirkliche Bagdader Geschichte. 

Beitrage zur semit. Sprachwissenschaft. V. A 



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II (giiix&^t 5ur fmiHfdiin fkpxA^m^ftnfdtAft 

Nr. 27 ist der Typus der langweiligen Beduinenerzählung, wie 
wir sie aus den von WETZSTEIN im 22. Bande der ZDMG gegebenen 
Beispielen kennen. Merkwürdig ist auch hier die Häufigkeit der 
Wortspiele. Aus dem seiner Bedeutung nach unsicheren, und viel- 
leicht des Wortspieles halber gebildeten Adjektiv hätimä erkennt 5 
das Mädchen sofort, dass der Jüngling Durst hat {fyatt mä = bring 
Wasser). Sie nennt als ihren Namen „Griff deines Schwertes'* und 
meint „Fitne" (d. i. Aufstand, Kampf), er „Backenknochen deiner 
Wange" und meint „Hassan" (d. i. schön). Dieses Verstehen von 
leicht hingeworfenen Andeutungen bildet auch den Inhalt der viel- 10 
leicht ebenfalls beduinischen Geschichte Nr. 26. Auf dem Gleich- 
laut von {e)f}iär „Gurken" und „gute" und Ijass „Salat" und „Geiz" 
beruht Nr. 23. Zuerst will der Gast seinen Wirt nicht beleidigen, 
als er aber nach den Gurken nur noch Salat zu essen bekommt, giebt 
er die zweite, grobe Antwort. Ähnlich geistreich sind die Sprach- 15 
Verdrehungen in Nr. 12. 

Die Nrn. i — 4 sind Erzählungen zu meist bekannten Sprichwörtern. 
Zu Nr. I vgl Jewett,JAOS 15, 50, Nr. 54; SPITTA Nr. 40; Tantavy 
S. 116. Nr. 2 findet sich bei „La Fontaine, Contes, 2, Nr. 10 (Ed. 
Regnier, rv, 366—372). Bei La Fontaine ist ausdrücklich gesagt, 20 
dass der Mann alle Listen der Frauen aufgeschrieben hat und nur 
diejenige nicht kennt, womit er betrogen wird. Der Mann, der die 
Listen der Frau aufschreibt auch Chauvin, BibL Syniipas Nr. 34 
(noch nicht erschienen)". Nr. 3 habe ich noch nicht anderweitig nach- 
weisen können. Nr. 4 ist „die bekannte Geschichte Fridolins (Schiller, 25 
Der Gang nach dem Eisenhammer)', vgl. „Chauvin, Syntipas Nr. 145 
(noch nicht erschienen)".* 

Die nächsten Geschichten behandeln zum grössten Teil Ver- 
fehlungen gegen das sechste Gebot. Zu Nr. 5 vgl „Chauvin, 
La Recension igyptienne des Mille et une Nuits Nr. 63. Auch in 30 

Qalyubi {The book of anecdotes ed. by W. Nassau-Lees 1856) ' 

pp. 75—76; Contes arabes par E. DE LORRAL, pp. 45 ssq.; Clouston, 
Populär Tales and Fictions I, 177—180; G. Paris, Pohnes et Legen- 
des du Moyen-äge 136; vgl WÜNSCHE, Midrasch Bemidbar 148—149 
u. 634". Dass bei Streitigkeiten beide Parteien sich zum Heiligtum 35 
eines Heiligen aufmachen und dort einen Schwur thun, ist auch heute 
noch eine im Iraq beliebte Sitte. Der Heilige bestraft dann den 
Frevler. So züchtigt auch Ali in Nr. 50 den Dieb, der einen falschen 
Schwur gethan, und zwingt ihn, den gestohlenen Gegenstand dem recht- 
mässigen Besitzer zurückzugeben. Zu den Nrn. 6 — 7 vgl. „Chauvin, 40 



♦ Die von mir Afttt. des or. Sem, IV, 151 erwähnte Geschichte zu Sprichwort Nr. 16 
wird in dieser Form auch erzahlt QaÜl*if ellatä^ 128. 



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fjfiti^ntt, (SUuAtA^if<$t 6tf<$i<$ttn aus htm 3tA<). III 

Biil arabe Mille et une Niäts Nr. 338"; zu Nr. 10 „La FONTAINE, 
Contes II, Nr. ii (ed. Regnier IV, 373—375)". Nr. 11 ist die bekannte 
Erzählung Boccaccios (6, 9). Die weiteren Nachweise s. bei „Chauvin, 
MN. Nr. 332 und Syntipas Nr. 69". 
5 Zum Kapitel der Weiberstreiche gehört Nr. 13; „s. Chauvin, MN. 

Nr. 185; vgl. Nr. 329". Die Antwort der Frau: „Der Fisch ist nicht 
tot, aber du bist tot*', soll natürlich eine Aufforderung an die Gross- 
würdenträger sein, sich ihr zu nähern. Als ihr Mann vom Markte 
zurückkommt, fängt er absichtlich einen Streit mit ihr an, um einen 

10 Grund zu haben, auf den Kasten schlagen zu können. Das ist der 
Sinn der Zeilen 30 ff. auf S. 19. In eine ähnliche Kategorie fällt Nr. 1 5, 
„die bekannte Geschichte von Dalila; Chauvin, MN. Nr. 147". In 
Nr. 16 ist „nur der Anfang wie oft; s. Chauvin, Pierre Alptionse 
Nr. 13 (noch nicht erschienen)". Der stark obscöne Schluss ist ver- 

15 schieden. Die Erbschaft (Nr. 18) ist aus 1001 Nacht XI, 4 bekannt; 
vgLZDMG 1894,669 und näheres „MN. Nr. 438 (wird bald erscheinen)". 
Die Unterhaltung des klugen Knaben mit dem Greise, der seine klugen 
Fragen nicht versteht (Nr. 22), findet sich in ähnlicher Form auch 
Tallqvist, Arabische Sprichwörter 116; Ibrahim Serkis, Kitäb 

20 eddurre eljatime 43; „QalyüBI, 109—110". Für die Tierfabel Nr. 24 
s. „Chauvin, Bib. ar, III, 49, Nr. i". Die Anschauung, dass Schlangen 
um so giftiger werden, je länger sie kein Wasser trinken (Nr. 28), 
wird auch sonst vorgetragen; z. B. Maltzan, Reise in die Regent- 
schaften Tunis //. Tripolis II, 134; Prym-Socin, Der neuaramäiscfie 

25 Dialekt des Tür-Abdin II, 386; SociN, Diwan aus Centralarabien Nr. 
69, 42 (deutsche Übersetzung). In Nr. 29 wird die Midassage sehr 
geschickt auf Alexander den Grossen übertragen. Die Homer des 
Zweigehömten spielen hier dieselbe Rolle wie dort des Midas Ohren. 
Sonstiges s. ZDMG 52, 383 und Chauvin, Bibl. ar, II, 183, Nr. 23. Für 

30 die Geschichte des weisen Loqman (Nr. 30) ist auf „Chauvin, Bibl. 
ar. II, 148', Nr. 2; III, 70 und 145 und Knust, Juan Manuel ^ El 
libro de los Enxiemplos del Conde Lucanor 299 — 304" zu verweisen. 
Nr. 14 bt eine Art arabischer Oedipusgeschichte. Das Fatum, dem 
man nicht entrinnen kann, spielt hier eine ähnliche, furchtbare Rolle. 

3S Sehr sinnig ist hieran Mohammeds Weinverbot angeknüpft. „Die 
Weinlegende ist auch sonst bekannt; vgl. z. B. Wilhelm von Tripolis 
(PrüTZ, Kulturgeschichte der Kreuz::ügey 1883, p. 577); Revue des trad. 
populäres XI,4i7." Die Antargeschichte (Nr. 31) wird wohl dem grossen 
Sagenkreise des Helden entstammen, doch kann ich sie darin bislang 

40 nicht nachweben. Sein Ausspruch: Das Eisen ist verdorben u. s. w., ist 
auf die Sage zurückzuftihren, dass er an Händen und Füssen gefesselt 
b^raben wurde, weil er noch im Grabe furchtbar war. Nach arabi- 
scher Ansicht soll er übrigens nicht in die Hölle gekommen sein, 

A* 



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IV QpetM^e 5ur ftmitif<$tn fk}pta4m\{tnf4Aft 

sondern sich in einer Art Zwischenstadium befinden, ebenso wie Hatim 
und Kisra, der erste wegen seiner Tapferkeit, der zweite wegen seiner 
Freigebigkeit, der dritte wegen seiner Gerechtigkeit. 

Nach der Schnurre von Nasr-eddin (Nr. 32), die einem andern 
Kreise entstammt (s. S. i; vgl. „Müllendorf, Die Schwanke des s 
Nassr-ed'din Nr. 30") folgt die lange Reihe der Märchen, in denen 
der Chalifa Harun al Raschid die Hauptrolle spielt Der Parallel- 
bericht zu Nr. 33 findet sich „Chauvin, MN. Nr. 269. Hier will 
Harun seiner ungetreuen Geliebten verzeihen, wenn ihr Geliebter wirk- 
lich so schön ist". Die Erzählung auf S. 61 ist etwas dunkel. Der 10 
dritte Freund geht nach dem Palaste des Chalifa, um ihn zu töten, 
weil er seinem Freunde das Geld abgenommen hatte und ihm das 
Leben nehmen wollte. Alles das geschah, während die anderen 
meinten, er bände sich den Gürtel um. Die drei Fragen Haruns an 
den alten Mann erzählt auch „RODA RODA, Die drei Fragen {Fliegende 15 
Blätter 117. Bd., 1902, 158 — 159)". Die Verbindung roter Kleider 
mit Zorn behandelt „Chauvin, MN. Nr. 18 p. 47". Die Teilung (Nr. 35) 
ist in der Sagengeschichte weit verbreitet. Chauvin giebt mir 
folgende Nachweise: „Zeitschr. d, Vereins f. Volkskunde in Berlin VI, 
59; IX, 87— 88; Halbat-al-Kumeit, \2^,gi—g2\ lUäm-annaSyiioo, \22\ 20 
Hammkr, Rosenöl II, 138; Öauzi, Kitab el-adkija, 1277, 77—78; 
Wünsche, Midrasch Echa rabbati 47—48; Bacher, Monatsschrift für 
Gesch. //. Wissensch. d. Judentums XXII, 334—336; JOLOWicz, Poly- 
glotte der oriental, Poesie, 1856, 310—312; PoLANO, The Talmud 
304—306; Carmoly, Les Mille et un contes, 34—38; Clouston, 25 
Pop. Tales II, 493 ; Clouston, Flowers from a persian gar den, 23 1 — 235, 
276—278; Reime des trad,pop. XIV, 59f.; Jahrb.f rom. u. engl Lit.VII, 
383; Shakespear Fest'books I, 95 f., II, 62 f , III, 14 f.; Pauli (Lit. Ver. 
Nr. 85) 480". Interessant ist die Anschauung, dass jeder Körperteil des 
Tieres eine Beziehung auf eine Person hat. Mein Lehrer Reschid be- 3© 
merkt dazu: eddebiha kill lahfäjm/iä asämt u kill uu sie ^ala is(e)mfäred 
adamu Ein Stück bekommt z. B. der Hirt, eins der Fischer, eins der 
Tischler u. s.w.; dieses einem andern zu geben, ist i^»/^ (ungehörig). Nr. 37 
ist die arabische Fassung des deutschen Märchens von der Prinzessin 
mit der Erbse. Hier merkt der Sohn der Sitte Zobeide nicht die 3S 
Veränderung, die mit seinem Bette vorgenommen ist, während der 
Sohn der Sklavin sogar durch ein untergelegtes Blatt Papier beun- 
ruhigt wird. Die Schlussnotiz geht auf eine andere Erzählung, worin 
Sitte Zobeide ihren Gemahl selbst auffordert, die Negerin zu heiraten. 
(MX. Nr. 244.) Chauvin bemerkt hierzu: „Schon gelesen, weiss aber 40 
nicht wo". Die Nrn. 38— 40 haben als Haupthelden Abü-Nuwas, der als 
Spassmacher Haruns in vielen Geschichten fortlebt. Mein Lehrer Re- 
schid erklärte seinen Namen als //^?///?/— Schlaukopf Über seine Person 



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vgl. „Chauvin, MN. Nr. 296". Die merkwürdige Geschichte Nr. 39 wird 
auch Freytag, Meidanilll, 1968; Tantavy p. 1 18; SOCIN, Sprichw, 381 ; 
JEWETT, JAOS XV, 87 erzählt Nr. 40 ist „die Aventure de Hakem in 
der Grammaire arabe vulgaire par Caussin DE PercEVAL, 1833, 167 ff." 
5 Neben Abu-Nuwas ist auch der legendäre Neffe Haruns, namens Behlul 
(Nrn. 41— 45), als sich dumm stellender, aber in Wirklichkeit kluger Tyll 
Eulenspiegel eine Hauptfigur in den Märchen des Iraqs. Speziell Liebes- 
angelegenheiten soll er in Ordnung bringen (MSOS V, 103). Sagen von 
ihm hat schon NiEBUHR in Bagdad vorgefunden {Reisen II, 286). Seine 

10 Gestalt ist aber viel älter. Wie mich Dr. Kern belehrt, erwähnt schon 
Ibn ZüLÄQ (t 387 d. H.) in seinen Af}bär Slbaweihi elMisri (s. d. Kairiner 
Cat. V, 7) den Behlul als eine altbekannte Persönlichkeit Im 30. Kapitel 
seines Buches AT/V^^ etadkijä erzählt auch Ihn elÖauzi einige Schnurren 
von ihm, undJÄFE*] giebt vcaKitab erre jähin Nr. 56 eine Lebensbeschrei- 

15 bung von ihm. Hieraus hat auchD'HERB^OT seine Nachrichten über ihn 
geschöpft (s.v. Bahalul); vgl. auch „Chauvin, MN. Nr. 393". Auch als 
Eigenname ist er häufig; vgl. Lexicon syriacum auctore Hassano bar 
Btihlule ed. DuvAL, Prooem. X. Der nicht sehr feine Vergleich in Nr. 42 
will besagen, alle Richter seien bestechlich, und auch er würde sich nicht 

20 von Ungerechtigkeiten freihalten können. Hier auf Erden würde er wohl 
ein grosser Mann sein, aber am Gerichtstage wie Mist im Feuer bren- 
nen. Musa ibn Dja*far ist der bekannte, in dem Wallfahrtsorte Kadhu- 
men bei Bagdad beerdigte, schi'itische Imam, den Harun enthaupten 
Hess (vgl. V. Oppenheim, Vojh Mittelmeer II, 242). Der Erzähler der 

25 Geschichte ist eben Schi*it, und Harun erfreut sich bei ihnen keiner 
grossen Sympathien. Zu Nr. 43 ist zu bemerken, dass bis zum heutigen 
Tage der Vetter auf seine Cousine ein Recht zur Heirat hat (MSOS 
IV, 149), das ihm vom Bräutigam durch ein Geschenk abgekauft wird. 
Hier erlaubt Behlul die Ehe mit einem andern nicht Die Ausdrücke 

30 „zwicken, schwärzen, ohrfeigen" kommen auch sonst in obcönem Sinne 
vor; vgl. z. B. Landberg, Prov. 383. Nr. 44 erzählt auch Niebuhr 
a. a. O. II, 286) von unserm Helden ; sonst vgl. „Chauvin, Syntipas Nr. 163 ; 
MN. in BibL ar, VI, 39, 201". Nr. 45 ist das weit verbreitete 
Märchen aus looi Nacht (IV, 170), das als Libretto zur Oper Abu 

35 Hassan auch weiteren Kreisen bekannt geworden ist. Zur Literatur 
vgl. „Chauvin, MN. Nr. 155". Zum Streit um die beiden Koranverse 
(Nr. 46) Sur. 51,22 und 67, 15 vgl. „Rei'ue des traditions popuL IV, 530, 
Hier handelt es sich um einen Mann, der immer Pech hat: Dreimal 
schenkt man ihm ein Brot, in welchem ein Goldstück versteckt ist, 

40 aber er findet es niemals". Die sonderbare Geschichte der Tochter des 
Arztes tritt uns bei „Radloff [Gott. geL Anzeig. 1872, 1512— 1514) in 
türkischer Fassung entgegen. Über wunderbare Schwangerschaft han- 
delt „Chauvin, MN. Nr. 18 p. 43". Zu dem Kapitel „übertriebene 



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Schamhaftigkeit gewöhnlich mit dem Zuge von lachenden Tieren" 
verweist Chauvin auf „5//>/. arabell Nr. 47; Knust, Lucanor,^—/^\ 
Rosen, TuH-Nameh II, 71—82. 90—91; Tawney, The Kathä Sarit 
Sdgara I, 24—25; Götting. gel Ans. 1868, 1383; Grimm, Märchen, 
2. Ausg. 1822, III, 248". Das Märchen vom Jüngling, der träumt, 5 
zwei Granatäpfel zu halten, und in Erfüllung des Traumes eine Prin- 
zessin und ein anderes Mädchen zur Frau erhält, ist „häufig in ver- 
schiedenen Formen". 

Da das ganze südliche Iraq schi'itisch ist, so ist es nicht zu verwun- 
dern, dass von Ali und den Imamen viele Legenden erzählt werden. 10 
Speziell zur Zeit des Aschurafestes werden viele Klagelieder {naB^aue) 
auf Hossein gesungen und die Geschichte seines Todes erzählt. Es 
existiert darüber auch gedruckte Literatur, die die Volkssagen ge- 
sammelt hat (vgl. Archw f, Religionsw, 1902, 231). Ali insonderheit 
spielt in den Erzählungen die Rolle eines starken, gewaltigen Helden, 15 
der die Seinen schützt, die Ungläubigen und Übelthäter bestraft Zu 49 
bemerke ich : Hosse ist ein Kriegsgesang. Unter dem „richtigen Anteil" ist 
Ali selbst zu verstehen; denn er teilt nach Recht und Gerechtigkeit. 
Zu ahl el Djereihat bemerkte Reschid, dass sie „weit" wohnten. 
Ihren Namen leitet er von /^'r<7^= lederner Sack ab. Der in Nr. 51, 25 20 
vorkommende Name GhschemSchem ist nach Reschid einer der 72 
Beinamen Alis. Nr. 52 ist die Geschichte des mir persönlich bekannten 
Seijid Djasim. Seine Beschreibung des Paradieses, des Brunnens El- 
kauthar, des Jujubenbaumes u. s. w. geht im wesentlichen auf koranische 
Anschauungen zurück; vgl. Weil, BibL Leg. 67flf. Auf S. 99, 27 25 
ist unter dem Ahnen natürlich Mohammed zu verstehen. Zur An- 
schauung „des vor seiner Geburt oder ganz jung redenden Kindes 
(Nr. 53) vgl. Cor. 3, 41; 19, 24"; Beidhawi ed. Fleischer 2,457; yM^'ln- 
sine 4, 228—232. 272—277. 297. 323—324- 405. 447—448; 5> 36. 257— 
258; 6, 92—93; 7, 70. 141; MiGNE, Dict. des Apocryphes l, 983; JÜLG, 30 
MongoL Märchensamml. 2ioff.; MAgoüDi ed. B. DE Meynard i, 130; 
Ibn-al-Atir ed. Tornberg 1,311; Antar 1,51; Damiri I, 51—52; 
Bullet, de corresp, africaine III, 94; JUNOD, Les chants et les contes des 
Baronga 204 f(, u. 175; d'Herbelot, ed. de MAESTRICHT373; Hammer, 
Gesch, d. schönen Redekünste Persiens 167 f ; Sitzungsberichte der 35 
Wiener Acad. VII, 644. 705. 739. 790; DuNLOP-LiEBRECHT, Gesch. d. 
Prosad.6$. 100; Landau, Die Quellen des Dekameron2i%l\l.mB^i^clw, 
Zur Volkskunde 21 1; DE PüYMAIGRE, Romanceiro 233; Legende 
dorie ed. Brunet i, 191. 354; GUEULETTE, Contes chinois. Cabinet 
des fies 19, 19; Bulletin du Folklore II, 376'*. 40 



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(gUi^nttt (SUwitMf<it ^ef^ic^ten au« htm Jroi). Vit 



&tammati\(^tt Mtij^. 

In folgendem gebe ich, um das Studium der neuarabischen Ge- 
schichten zu erleichtern, einen kurzen grammatischen Abriss. Er 
will im wesentlichen praktischen Zwecken dienen und auch Nicht- 
5 arabisten die Möglichkeit geben, sich in den Bauerndialekt des nörd- 
lichen Iraqs einzuarbeiten. Deshalb habe ich arabische Typen und 
Literaturnachweise vermieden. Der Gelehrte wird ohne Schwierig- 
keiten merken, wo ich von meinen Vorgängern abhängig bin und 
wie viel ich ihnen verdanke. Vollkommen aber habe ich der Be- 
lo Ziehung auf das Schriftarabische nicht entraten können. 



Erster Teil: LauÜehre. 
I. Die Konsonanten. 

§ L Das Arabische besitzt folgende Konsonanten: 
Elif oder Hamze, umschrieben in In- und Auslaut durch * (im 
15 Anlaut nicht immer umschrieben), ist ein schwacher Stimm- 

ansatz, der zuweilen durch einen vorhergehenden Vokal, ja 
sogar Konsonanten ganz aufgehoben wird: magdar für mä 
:_ agdar ich kann nicht; ras für ras Kopf; mara für mara Frau. 

Im Anfang eines Wortes fallt es zuweilen ganz fort; z. B. säs 
20 fiir asäs Fundamente, bill für ibU Kamele, oder es verwandelt 

sich in u resp. /; z. B. uolem = ^alant Krankheit, jasir für 
^asir Gefangener. 
b. Bä ist deutsches b. p findet sich selten in persisch-türkischen Lehn- 
wörtern, auch mehr nur im Stadtarabischen: pacä Hammelfuss. 
25 /. Ta ist deutsches /. 

/. Tä ist hartes englisches th. 

/. 6im ist italienisches g vor i und e. In diesem Buchstaben 
sind zwei Konsonanten zusammengefallen. Neben dem eigent- 
lichen öim wird auch g häufig / gesprochen (Palatalisierung). 
30 c. wird gesprochen wie italienisches c vor i und e. Es ist die 
palatalisierte Form des k. 
h. Ha ist ein starker Hauchlaut, der hervorgebracht wird, indem 
man die Zunge an den unteren Gaumen legt und durch den 
verengten Kehlkopf ein rauhes, fast heiseres h hervorstösst. 
35 In h verwandelt sich der Laut in ihda^(e)} für thda^(e)l elf. 



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vni (gHfxSf^t 5Ut fmHif($tn ^^oc^ilfenf^af^. 

^. yä ist das rauhe, schweizerische c/t. 

d. Dal ist deutsches d. 

d. Däl ist weiches englisches tA. Der Druck der Zunge gegen 
die Zähne ist häufig so schwach, dass man kaum den Unter- 
schied von d merkt; so klingt Aäda dieser meist wie Aadä] 5 
iädl Affe wie iädi. 

r. Rä ist das Zungen-r. 

s. Zä ist weiches s. 

s. Sin ist scharfes s, das in der Aussprache von s kaum unter- 
schieden wird. In der Nähe von emphatischen Lauten hört 10 
man mehr ^, sonst s. Ganz konsequent ist man auch hier nicht. 

i. Sin ist = scA. 

s, Säd ist emphatisches hartes s (s. o.). 

d. päd ist emphatisches, weiches englisches ///. Man spricht es, 
indem man, die Zunge an die oberen Zähne gelegt und einen 15 
halben Centimeter hervorgestreckt, ein ganz weiches s spricht. 
fi)s ist in der Aussprache mit f zusammengefallen. 

/. Ta ist emphatisches /. 

f. Zä wird von d nicht mehr unterschieden. 

i. Ain ist ein durch Kehlpressung entstandener Laut, ^m'r Penis 20 
für Wr scheint auf einer Volketymologie zu beruhen. 

r. Rein ist Zäpfchen-r. 

/ Fa =/. 

(/. Qäf ist emphatisches k. Es kommt nur in der literarischen 
oder städtischen Sprache entnommenen oder Fremdwörtern 25 
vor: qadar Geschick; qurän Koran; qaranäne eine Schüssel. 
In allen anderen Fällen wird etymologisches q wie g oder g 
(s. o.) gesprochen. 

k, Käf = k. Über die palatalisierte Form c s. o. 

/. Läm = /. 30 

;;/. Mim = m. 

;/. Nun == n, 

//. Hä = //. 

//. Wau ist englisches w^ ein Halbvokal. Es wird häufig zu i, 
wenn i vorhergeht und a folgt: ^iiam Fasten, di^ar Gegenden; 35 
ebenso, wenn // und / zusammenstossen; z. B. aiiätn für ainain 
Tage; tai fiir tauj^ Falten. 

/. Ja ist englisches y, ein Halbvokal. 



Besondere Bemerkungen. 

I 2. Verdoppelung. Verdoppelte Konsonanten werden stets 40 
deutlich als zwei gehört. Auch am Schlüsse eines Wortes oder einer 



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Silbe glaubte ich die Verdoppelung immer hören zu können. Für 
uu und ^ hört man ut^ und i^: güue für £^u^^e Kraft, taif^ii^fur 
taiiib gut 

2) Mouillierung. Einzelne Konsonanten, nämlich d, z, /, m, «, 
5 können vor ^, ^/^/]y mouilliert ausgesprochen werden: d!e(i)l Schwanz, 

ze(i)n schön, f^/^j^/^ Nacht, mez Tisch, teüefijt du hast erwartet. 

3) Palatalisierung. y, g und ^ können palatalisiert als / und ^ 
ausgesprochen werden. Im allgemeinen lässt sich folgendes konsta- 
tieren: In der Nähe eines /-Vokales geht g und k meist in / und i 

10 über; in der Nähe eines ä- Vokales kommt die Aufrechterhaltuug des 
g imd k und die Verwandlung in / und c vor, doch so, dass beim 
Silbenschluss der ursprüngliche Konsonant meistens beibehalten, bei 
Silbenanfang die Verwandlung stattfindet; in der Nähe eines «-Vokales 
erhält sich g und k gewöhnlich: ^ir Pech; uä^if, uäguf stehend; 

15 sandüg PI. ^enädi^ Kiste; Bagrüg PL Ba^ärz^ Frosch; BäH^ PI. 
^yiiäg verliebt Ganz fest sind diese Regeln aber nicht Zuweilen 
erhält sich z. B. der ursprüngliche Konsonant auch bei einem /-Vokal: 
kiteb er hat geschrieben, zuweilen kommen beide Formen neben ein- 
ander vor: Allah jegatnj^ik und jegaiiii^ik Gott stärk dich; manlük und 

20 manruc koitiert 

4) Assimilierung. Es scheint, dass emphatische Konsonanten 
speziell q sich vor einer folgenden Tenuis in die entsprechende Tenuis 
verwandeln können. So erkläre ich mir kltel, letel für qitel töten, 
uak(i)i für t^äqfejt Zeit. Ob auch d vor einem emphatischen Buch- 

25 Stäben in den entsprechenden, d. h. d, verwandelt werden kann, ist 
noch unsicher. Ich hörte und sah geschrieben dK(e)r für dic(e)r 
Gedächtnis. Indes scheint der ganze Stamm dakar nicht dikar* zu 
lauten. 

5) Differenzierung. Auf Differenzierung beruht vielleicht die 
30 Form tüie für tüte Maulbeerbaum.** 

6) Wechsel von Konsonanten. Die Liquiden r, /, n wechseln 
zuweilen unter einander: qon^ur für qonsid Konsul; Isma^in für Isma^il 
Ismael. 

7) Assimilation von Konsonanten. Am häufigsten werden die Li- 
3S quiden / und n dem folgenden Konsonanten assimiliert Regelmässig 

wird das / des Artikels und der Präposition ^al mit dem Artikel dem 
folgenden /, /, /, c, d, d, r, z, s, i, s, d, /, / und n assimiliert Aber 
auch in anderen Fällen findet sich die Assimilation: bitt fiir /;/>// Tochter; 
U^(i)r^rah für yLe(i)n rah wohin ist er gegangen, ketenui für kitelni er 



40 * Das / in te^kere Billet ist auf türkische Rechnung zu setzen. 

*♦ Möglich auch, weil es Lehnwort aus dem Aramäischen ist, wo «las / aspiriert 
gesprochen wurde. 



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X (gtihüit 5ur fmiHf4tn Ikpva<ii9i\(tnf<iaft, 

hat mich getötet, gitt^lak ich sagte dir. Sonst merke ij^udd für ^oted 
Zeltpflock; nu^s für nu^f Hälfte, gedd für qadar Betrag. 

8) Metathese von Konsonanten. Zuweilen zeigen die Konso- 
nanten einer Wurzel eine andere Reihenfolge als im Schriftarabischen. 
Doch sind die Fälle der Metathesis im ganzen selten: t^^äuuez für 
und neben thau^eg sich verheiraten; gadbe für gabde Griff; ^äies für 
idis verzweifeln * 

IL Die Vokale. 

I 3. Man unterscheidet im Arabischen im wesentlichen folgende 
Vokale: 

a reines a, y zwischen / und ;/, 

ä zwischen a und ^, ü reines ü, 

ä zwischen a und o, o reines o, 

a zwischen a und /, ö zwischen e und o, 

e reines e, o zwischen o und ?/, 

^ zwischen e und /, // reines //. 

/ reines /', 

ai = a + iy r(i) = e mit nachklappendem /, 

ei = e + 2\ dfn) = o mit nachklappendem //, 

au = a + //, (i)r = e mit vorklappendem /. 
oi = o -\- 7, 



20 



a, ä u. s. w. lang und betont, //, ä u. s. w. kürzeste, unbetonte 
d, ä lu s. w. lang und unbetont, Vokale, 

ä, ä u. s. w. kurz und betont, (a), (ä) u. s. w. kürzeste, zufällige 
a, ä u. s. w. kurz und unbetont, Vokale. 25 

Die Vokale spielen im Arabischen lange nicht die Rolle wie in 
den europäischen Sprachen. Das Feste im Worte sind die Konso- 
nanten, auf deren Aussprache es besonders ankommt Die Vokale 
sind viel fliessender und gehen viel leichter in einander über. Be- 
sonders auffällig ist die Beeinflussung der Vokale durch die Natur 30 
der daneben stehenden Konsonanten. 

Im Schriftarabischen unterscheidet man nur drei Vokale, a, /, ;/, 
die auch wir als Grundvokale ansehen wollen. 

i) A- Vokale, a) kurze, a) Reines kurzes a erhält sich besonders 
bei Gutturalen (einschliesslich r), die überhaupt eine ausgeprägte Vor- 35 
liebe für den ^- Vokal zeigen, allen voran i, und einigen emphatischen 
Lauten (speziell g)\ ah ad einer; har(e)b Krieg; Ba^fejd Knoten; 
laf-ab trinken; gal(u)h Herz. — b) Als ä erscheint es besonders vor r: 

* Diese Metathese findet sich auch schon im Schriftarabischen. 



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darf ejd Kälte, — c) Ein Zwischenvokal zwischen a und i erscheint vor A: 
i<^ffr er gräbt — d) Als ö zuweilen im Imperfekt der Verba prim. i: 
iö^(ö)byr er überschreitet, und im Verbum öntä er hat gegeben. — 
e) Nach o hin {ä und g sind nicht immer leicht zu unterscheiden) 
trübt sich a unter dem Einflüsse der emphatischen Buchstaben 
j, /, ^und //: hätt setzen; tqbaf} kochen; uäruär Revolver. — f) Meist 
verwandelt // den ^-Vokal aber in reines o oder u\ noled Sohn, 
Uos(e)t Mitte, uu^ah Gesicht. So erklärt es sich auch, dass aus der 
Silbe a^ä, a^l immer üä, ui wird: nüäiir Wächter, (i)bdui Beduine, 

\o güäuid Kuppler. — g) In reines n verwandelt sich auch das a der 
Verba nach der Form faBal (s. u.), wenn ein Labial (w, / auch b) 
oder ein emphatischer Laut auf eine kurze, offene Silbe folgt: äüfar 
stossen, i^rübau sie haben getrunken, (e)hlü^et sie ist beendigt. 
Bei Nominalformen findet sich häufig dieselbe Erscheinung, sogar auch, 

15 wenn der «-haltige Konsonant die Silbe schliesst: ^^^^Rohr; mutar 
Regen ;wi(^^j^Scheere; rufnäd Asche) /;/«rr/^ Westen, ww^^^^r^r Kirch- 
hof, zber gab(äjr Grab. — h) In allen anderen Fällen erscheint a als e\ 
sene Jahr, cebtr gross. — l) Treffen zwei solche e zusammen, so 
wird der erste gern in / oder ^differenziert: .y^^^^ Grund; kitelXsSten, 

20 Zuweilen ist dieser Vokal sogar beim Verbum stehen geblieben, 
wenn die zweite Silbe ^, nicht e hat: dikar erwähnen, rikab reiten, 
Ugal wegtragen. 

b) lange, a) Langes a bleibt meist unverändert. — b) In der Nähe 
eines // oder emphatischer Laute nimmt es eine Färbung nach o an: 

25 uarivi angeschwollen, hatttn legende. 

2) I- Vokale, kurze, a) Kurzes / bleibt gewöhnlich stehen. — 
b) Vor emphatischen Lauten geht es gern in // über: lämut (das 
Schwert) ziehend; hämud sauer. — c) Bei // und r wird es als r, r?, 
sogar a gehört: rfbhän gewinnend; daunar suche. — d) Vor i wird 

30 es immer zu a\ fiafa^(a) nützlich, häufig auch nach i: Sarag Iraq; 
Bagal Strick um das Kopftuch; Banän Zügel; Baneb Weintrauben. — 
e) Wenn das / bei // und i stehen bleibt, wird es mehr nach ö, y 
gesprochen: Byl(i)ni Wissenschaft; hönta Weizen, Bydde Zahl; hyss 
Stimme. 

3S b) lange, a) Langes / bleibt meist unverändert bestehen. — 

b) Vor Labialen wird es etwas dunkler (y) gesprochen: ^^ri;^ schwach. 
— C) Bei emphatischen Lauten bekommt es eine Schattierung nach 
e{e)\ ten Lehm; tez Podex; zeta Bachstelze. — d) Vor r wird es 
häufig als reines e gehört: iera türkisches Pfund. 

40 3) U- Vokale, a) kurze, a) Kurzes u wird meist in / verwandelt: 

>t/// jeder; iäkil er isst — b) Es hält sich nur bei Labialen und 
emphatischen Lauten: kub{ä)r Grösse; inmft er bespringt, g nimmt 
eine Mittelstufe ein; es erhält den //-Vokal und verwandelt ihn auch 



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XII (ßtiix&^t 5UV femtüf^en jlprdc^tffenf^dft. 

in /: ii'dugg^ i^digg(^g) er schlägt; nigra^ nugra Loch. ■ — c) Bei // 
und r klingt es nach y\ hybb Liebe; dyrre Perle. — d) Bei i nach 
q oder y\ Bqm(ä)r Leben; iyr(e)s Hochzeit — e) Merkwürdig ist die 
Form ^alüf tausende für ^ulüf, wo das * den ä- Vokal hält. 

b) lange, a) Langes 71 bleibt stehen. — b) Nur geht es vor r 5 
manchmal in über: sor Mauer; söra Bild. 

§ 4. Diphthonge, a) Reine Diphthonge haben sich selten er- 
halten, zuweilen bei * und i: ^auräg Blätter; ^ein Auge. — b) Ständig 
aber bei Verdoppelung (aii, ei^, auu): taiiib gut; meilit tot; ^auual 
Anfang. — c) Der Diphthong oi findet sich in moi Wasser, das eigent- 10 
lieh ein Deminutiv von viä ist. — d) Im allgemeinen werden die 
Diphthonge als e und ö mit nachklappendem i und u gehört: ge(i)d 
Sommer; nib(u)t Tod. — e) ^ mit vorklappendem i kommt bei mouil- 
lierten Konsonanten vor: l(i)e(i)le oder i€(i)le Nacht; d(i)e(i)l oder 
de(i)l Schwanz. 15 

§ 5. Quantität der Vokale, a) Hinsichtlich der Quantität der 
Vokale kann man unterscheiden: lange, kurze und kürzeste. Hierzu 
kommen dann noch die sogenannten Hilfsvokale, die euphonischen 
und furtiven (s. § 7). 

b) Lange Vokale werden meist in doppelt geschlossener Silbe 20 
verkürzt: t?gi/^/ä/i du sagst ihm. — c) In einfach geschlossener Silbe 
bleibt die Länge bestehen; doch wird die lange, unbetonte Endsilbe 
eines Wortes verkürzt, wenn es mit dem folgenden, mit einem Konso- 
nanten beginnenden Worte zusammengesprochen wird: ina^(a)na ^ 
btietcl der Sinn des Sprichwortes; vtejlrüh gehst du nicht?; häda^ 25 
Ifirkud derjenige, welcher läuft; aber mä^lhum was ist ihnen? — 
d) Neigung zur Verkürzung zeigen lange Vokale auch in der unbe- 
tonten Endsilbe: kitihna für kitibnä wir haben geschrieben, und un- 
mittelbar vor einer langen, betonten Silbe: ftar antike für harämije 
Räuber; Ddud für Däy^d David. — e) Unregelmässig ist die Ver- 30 
kürzung von es, iv was? aus ^ai le(i), 

1) Kurze Silben können eventuell verlängert werden, wenn ein 
besonderer Ton darauf gelegt wird, z. B. beim Rufen: ui-Fahnä 
o Fatme. — g) Sonst merke besonders /ma für kua er, hta für 
Ina sie. 35 

h) Kurze Vokale werden aber häufig noch weiter zu kürzesten 
verkürzt, wenn eine lange betonte, oder wenigstens betonte Silbe vor- 
hergeht oder folgt: fiattrak dein Gemüt; fcgüvi er steht. — i) Zu- 
weilen hört sich die Vorsatzsilbe ic beim Verbum fast wie ein Vokal 
an: irid er will. 40 

§ 6. Wegfall von Vokalen, a) Kürzeste Vokale können aus- 
fallen, besonders wenn eine (lange und) betonte Silbe vorhergeht oder 
folgt, sofern durch den Ausfall nicht zwei vokallose Konsonanten zu- 



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(fflä^ntx, QfteuavaStr^e ^ef^tc^ien auB htm '^taq, xill 

sammentreffen. ^ääak für und neben l^älHak deine Tante, btctäb für 
und neben bii^täb mit einem Briefe. — b) Wenn zwei Silben mit 
kürzesten oder kurzen Vokalen auf einander folgen, können sie so 
stehen bleiben, oder in eine Silbe zusammengezogen werden: jetcbah- 
S har oder iitbahhar er ist erstaunt; sinice aus semece ein Fisch. 

§ 7. Annahme neuer Vokale, a) Wenn kürzeste Vokale aus- 
fallen und dadurch ein Zusammentreffen zweier vokalloser Konso- 
nanten herbeigeführt würde, treten Hilfsvokale ein: (i)ktibau für ketibau 
sie haben geschrieben; ied(i)fiiün für {idfenün sie beerdigen. 

lo b) Wörter, die auf zwei verschiedene Konsonanten ausgehen, 

schieben fast ausnahmslos einen euphonischen Hilfsvokal ein: subfajh 
Morgen; gal(u)b Herz; kitebfeji du hast geschrieben. Die Annahme 
eines Hilfsvokales hinter dem Nomen ist seltener: ^andfejhum bei 
ihnen.* 

15 C) Einige Buchstaben, fast ausnahmslos Gutturale, nehmen furtive 

Hilfsvokale an. i ruft immer einen a -Vokal hinter sich hervor: 
rabBfa) Genossen; nafaB(a) nützlich. — d) // (auch d) schiebt zuweilen 
zwischen sich und vorhergehendes t und u ein furtives a ein: asifaj/i 
ich rufe; tebefajd sie legt Eier. — 6) Viele Verba prim. gutt. schieben 

20 im Imperfectum auch ein furtives a ein, das sie dfinn merkwürdiger- 
weise sogar betonen (§ 58): j.vh(d)iub er sucht Holz; i^^fdjbyr er 
überschreitet; ie^(ä)ui er heult. 

Der Akzent 

I 8. Abschliessende Regeln über den Akzent zu geben, ist sehr 
25 schwierig. Einige Unregelmässigkeiten und Analogiebildungen werden 
bei der Lehre vom Nomen und Verbum erörtert werden müssen. 
Ebenso wie in anderen Sprachen kann natürlich ein Wort je nach der 
Wortstellung und Bedeutung im Satze verschieden betont werden. 
Bei vielen Formen schwebt der Ton, sodass es geradezu unmöglich 
30 ist, die betonte Silbe anzugeben; man hört lehelak nach Hause, bald 
darfujbnä, bald därfüjbna unser Weg. Ich glaube, nach meiner Er- 
fahrung sagen zu können, dass in der Sprache des gewöhnlichen 
Lebens die Tendenz herrscht, bei der Wahl zwischen der. vor- und 
drittletzten die Pänultima zu betonen. Im allgemeinen merke man 
35 sich folgendes: 

a) Einsilbige Worte haben den Ton: befijt Haus; cäpt sein; 
lah(e)fn Fleisch. Ohne Akzent sind nur kurze Wörter, die sich eng 
an ein vorhergehendes oder folgendes betontes Wort anschliessen: 
ihcü^lt erzählt mir; mejtgul sagst du nicht.? 

40 * Im allgemeinen werden diese Hilfsvokale bei der Silbenzählung ignoriert, zu- 

weilen haben es aber doch verstanden, sich Geltung zu verschaffen. 



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XIV (gtUtä^t 5ttv fmitifc^tn jlprdc^wtffenf^afi 

b) Die letzte Silbe hat den Ton, wenn sie lang und durch einen 
Konsonanten, oder kurz und durch zwei Konsonanten (zwischen denen 
dann ein Hilfsvokal steht) geschlossen ist: ceöir gross; kitib(e)t du 
hast geschrieben. 

C) Sonst geht der Akzent zurück, bis er eine lange oder ge- 5 
schlossene Silbe findet; ist das nicht der Fall, so wird die von der 
Endung aus letzte Silbe betont: cebire grosse (Fem.); safaret sie reiste; 
mürrebi Westländer; rdnam Schafe; Bdmale Arbeiter. 

Ausnahmen: a) Wenn die vorletzte und drittletzte Silbe offen 
und kurz sind, hält sich der Ton auf der drittletzten nur selten (es 10 
scheint das mehr städtische Sitte zu sein): ^ümarä Fürsten; H^ere 
ein Baum, nöledl mein Sohn. — b) Gewöhnlich wird dann (nach 
beduinischer Sitte) die vorletzte Silbe betont: (e)ktibau sie schrieben; 
^amdlet sie that; (e)Jßlbe ein Stück Holz; (ejibice ein Netz; (i)bdüi 
Beduine; ranimt mein Schaf; deriibitäh sie schlug ihn (und aus Ana- 15 
logie auch fiottctäh sie legte ihn u. s. w.). — c) Dieses Prinzip ist so- 
gar so mächtig, zu veranlassen, dass bei Imperfektbildungen von 
Verben prim. gutt. der eingeschobene Hilfsvokal betont wird: i^^fäjbyr 
er überschreitet (s. o. § 6). — d) Eine weitere Unregelmässigkeit ist 
es, dass bei dem Perfectum der VII. und VIII. Form (s. u. § 56) die 20 
vorletzte Silbe betont wird: inhisetn er ist entflohen; iftihem er hat 
verstanden. — e) Im Imperfectum und den davon abgeleiteten Tem- 
pora wird zwar regelrecht die drittletzte Silbe betont, aber auch hier 
macht sich immer mehr die Gewohnheit geltend, den Ton auf die 
vorletzte Silbe zu legen: {iftehim er versteht; mintiizim fliehend; 25 
ninhddär wir treten ein.* — f) Merkwürdig ist die Sitte, bei dem 
Imperativ der I. Form im Singular die drittletzte, im Plural die vor- 
letzte Silbe zu betonen: ürab^ iirabi, aber ürdbü, ürdben trinke, 
trinket. 



Zweiter Teil: Formenlehre 30 

(mit syntaktischen Bemerkungen). 
I. Die Pronomina 
I. Pronomina personalia. 
§ 9. Die Personalp ronomina lauten: 

a) Singular Plural 35 

3. Pers. m. hüa, htla er hiannia sie (Männer) 

3. Pers. f. hza, h^e sie kenne sie (Frauen). 



* Ich bin meiner Sache in betrefi* dieses Punktes allerdings nicht ganz sicher. 
Möglich ist es auch, dass sich in diesen Formen der oben erwähnte schwebende 
Ton bemerkbar macht. 40 



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(ffiH^nttt (SitviatcAif4^ ^efc^tc^ien m$ htm Jtaq. xv 

Singular Plural 

2. Pers. m. tn^e du intum, intü ihr (Männer) 

2. Pers. f. inti du (Frau) inten ihr (Frauen) 

I. Pers. am ich. ^hnä wir. 

5 b) Die abgekürzte Form hn, hiy hum, hinn nimmt das Pronomen 

an, wenn es einigen Wörtern zur Verstärkung angehängt wird: minhn 
wer?; ba^(d)dhi sie noch; hädenni iinhinn was sind sie?, und selten, 
wenn es in der Bedeutung eines Demonstrativpronomens steht: /// 
tw(u)be dies Mal, jetzt; hie, hicl so. — c) Die obliquen Casus der 

»c Personalpronomina werden durch Suffixe, die dem Nomen oder Ver- 
bum angehängt sind, ausgedrückt. Näheres darüber s. in §§ 41 und 80. 
— d) Die im Schriftarabischen häufig vorkommende Verbindung von 
iiiä mit Suffixen zum Ausdruck des pronominalen Objekts hat sich 
nur noch bei der Präposition mj^ä (s. § 47) und bei Verben mit zwei 

'5 Objekten erhalten: ui^äkum mit euch; öntant^akinn er gab sie mir. 

.1 

2. Pronomina demonstrativa. 

§ 10. a) Die auf einen näher liegenden Gegenstand hillweisenden 
Pronomina lauten: 

Singular Plural 

20 Masc. hädä dieser hadole diese (Männer) 

Fem. hädl, hai diese. hadenni diese (Frauen). 

b) Diese Formen verschmelzen mit dem Artikel häufig zu hal, 
fiel', hatädami dieser Mensch; he^gihad dieser Krieg; heCauädiin 
diese Menschen. — c) Das auf entferntere Gegenstände hinweisende 

25 Pronomen lautet: däk, dälik jener, die jene. Meist wird es durch 
vorangestelltes ha verstärkt und lautet: hädak jener, hadic jene, 
hadöläk jene. — d) Das zum Pronomen demonstrativum gehörige 
Substantiv hat immer den Artikel, wenn es nicht anderweitig deter- 
miniert ist: hädajrr^^^al dieser Mann; hädic elmdra jene Frau; 

30 kadä celäniak diese deine Rede. 

3. Pronomina interrogativa. 

I IL a) Die substantivischen Pronomina interrogativa waren 
ursprünglich tnen wer?, niä was? Das zweite Wort ist aus der direkten 
Frage wohl ganz verschwunden, men wird alleinstehend hauptsächlich 
35 in obliquen Casus gebraucht: inti bitt men wessen Tochter bist du?; 
(i)lmen häda wem gehört das? — b) Im Nominativ wird men fast 
durchgängig mit hü, hi u. s. w. (s. § 9b) verbunden: minhü hädä wer 
ist das? — c) Das neutrale Fragepronomen hat gewöhnlich die Form: 
t'i, si i (vor Vokalen) und sehr selten iä: ^eterid was willst du? 



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sdku Bandak was hast du?; oder mit ää, hl u. s. w. erweitert Hnhü^ 
iinhl* u. s. w.: hädenni linhinn was sind jene? 

a) Das adjektivische Pronomen welcher? ist ai, ai^e (für das Mas- 
culinum, Femininum und Plural): Bala a^ ^äfha nach welcher Seite?; 
ai Mohammed welcher Mohammed? — b) Auch hier werden gern 5 
die mit hn^ hi u. s. w. verlängerten Formen aihü, aiiähu oder iäkü 
gebraucht. 

4. Pronomina relativa. 

§ 12. a) Das Relativpronomen lautet ellddi für das Masculinum, 
Femininum und den Plural. — b) Häufiger sind die abgekürzten 10 
Formen eilt und el\ eilt resp. el^esüg ezzumäl derjenige, welcher den 
Esel antreibt. — c) In Verbindung mit hadä lautet die Form helli 
derjenige, welcher, mit {ä ielli o du, der. — d) Daneben werden zu- 
weilen die ursprünglich interrogativen Pronomina men derjenige, 
welcher, mä dasjenige, was relativ gebraucht: men it^gül wer sagt — ^^ 
e) Das Relativpronomen, welches auf ein indeterminiertes Nomen 
folgt, wird gar nicht ausgedrückt, sondern ausgelassen: kuffär mä 
leB(a)refün In Allah ualä^l\nbiiß Ungläubige, welche weder Gott 
noch die Propheten kennen. Ausnahmen von dieser Regel sind sehr 
selten; kommen solche Fälle vor, so steht das Nomen, von welchem 20 
der Relativsatz abhängig ist, im Status constructus (s. § 38): Bala 
^äfhat eilt mä bilm qibla nach einer Seite, wo nicht die Gebets- 
richtung ist. — f) Steht das Relativpronomen in einem obliquen Casus 
oder ist es von einer Präposition abhängig, so muss die Beziehung 
im Relativsatz durch ein Suffix resp. durch die Präposition mit dem 25 
Suffixe aufgenommen werden, sei es, dass er mit oder ohne ellddt 
gebildet wird: err^ggäl eilt lizan(e)t idäh der Mann, dessen Hand 
ich erfasste; etta^(e)t eilt cvi(e)t gä^äd Balefijh der Thron, auf dem 
ich sass; tobbe(i)t bibistän bih ai^är ketire ich betrat einen Garten, 
in dem viele Bäume sind. 30 

5. Pronomina reflexiva und reciproca. 

§ 13. a) Das reflexive Pronomen wird selten durch das einfache 
Suffix, meist durch die Substantiva neffejs (Seele), mh (Geist) gebildet: 
sauua nefsäh {rtJiali) meijjit er stellte sich tot — b) Um das Wort 
„selbst" auszudrücken, wendet man dieselben Substantiva bei Per- 35 
sonen, Bein (Auge) bei Sachen an, alleinstehend oder mit der 

♦ //, U ist aus klassischem V/« Uiin welche Sache ? entstanden. Die Verkürzung 
des Vokales ist sehr merkwürdig; als lang ist er nur noch selten erhalten: ft(i)iy 
^alaife(iß warum?; be(iß wie teuer? Das n in der Form Hnhü ist das der Nunation 
(s. § 39) von leiin. 40 



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iffUif^nttf (HJUuMtAif^t <Stf<ii(iün avL$ beut S^aq. XVII 

Präposition ä*: inU nefsak du selbst; elcis (i)b^einhd der Beutel 
selbst — C) „Einander" wird ausgedrückt durch ba^(ä)4hum ba^(a)d\ 
gälau ba^fäjdhum ba^(a)4 sie sagten einander. 



6. Unbestimmte Pronomina. 

5 § 14. a) „Man" wird ausgedrückt durch die 3. Pers. PI. oder die 

2. Pers. Sing, des Verbums: i^gülün jnan sagt; y>aida^niid(e)t und 
wenn man fragt; oder durch ennäs (die Menschen). — b) „Jemand, 
einer" ahad\ i(ähfd\ fär(e)d\ fär(e)d uähfd, — Die beiden letzten 
Formen dienen auch als unbestimmter Artikel; färfejd allein wird 

10 zuweilen den Zahlen abundierend vorangesetzt, drückt aber auch „un- 
gefähr" aus: färfejd re^a^il etHefiJn zwei Männer; /^'r^rf ^airin näs un- 
gefähr 20 Leute. — c) „Niemand" mahad, mämü ahad. — d) „Einige" 
ceniy eicem, mit dem Singular verbunden: eicem qirfeß einige Piaster. — 
e) „Jeder" kill ahad, kill uäkfd, eddin^e (die Welt). — kill ist eigent- 

iS lieh ein Substantiv mit der Bedeutung „Totalität". Deshalb wird es so 
konstruiert, dass entweder ein Genitiv davon abhängt, oder dass es mit 
einem Suffix appositioneil dahinter gestellt wird: kill eddinie oder 
eddinie* killhä die ganze Welt. — f) ,,^.li.'' fülän, fmn, Fem. 
f^läfte. Davon ein Adjektiv f^läni, fHanile zu N. N. gehörig. Im 

20 gewöhnlichen Leben wird dafür häufiger iismäh, iismak (wie ist sein, 
dein Name?) gebraucht: ^ibli häda iismäh bring mir das Dings da; 
inte iismak du da N. N. Sonst wählt man in der Anrede an eine 
dem Namen nach unbekannte Person irgend einen Titel: la Bammi, 
iä fid^^tt oder, speziell bei Niedrigerstehenden: uälak Fem. tiälic, — 

25 g) „Etwas" ie(i)\ ie(i) ha^a\ iueij^e ein wenig. — h) „Nichts" mä . . . 
ie(i)\ mäka, fnäkü färfejd ie(i)\ mä Bandi iefij ich habe nichts; ahsa?t 
min makü besser als nichts. — 1) „Alles" kill iefij\ ^emi^faj^iiefij. 
Für die Konstruktion dieser Nomina s. o. unter e. 



II. Die Nomina. 
30 I. Die Formen der Nomina. 

§ 15. Die eigentlichen Nomina werden in Substantiva und Ad- 
jectiva eingeteilt. Sie haben sehr mannigfache Formen, die entweder 
durch Veränderungen der Vokale und Konsonanten des Stammes 
oder durch Präfixe und Affixe gebildet werden. Die Wurzeln dieser 
35 Formen sind in der überwiegenden Mehrzahl dreiradikalig, zwei- 
oder vier- bis fiinfradikalige sind selten. Als Paradigma wird nach 



* cdäinie dient zuweilen auch zum Ausdruck für „es": eddinie mu(ar „die Welt 
ist Regen" für „es regnet". 

Beiträge zur semit. Sprachwissenschaft. V. B 



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XVm ^tOxS^t ptt fmiHf<iin jJ^ocMIF^r^^f^ 

dem Vorgange der arabischen Grammatiker der Stamm /i/ (thun) 
genommen, und man bezeichnet z. B. eine Form mit einem kurzen u in 
erster Silbe als /u^/, eine Form mit präfigiertem ;// und zwei kurzen 
^-Vokalen als maf^aL 

Bildung durch innere MitteL ^ 

§ 16. a) Nomina kürzester Bildung, d. h. mit weniger als drei 
Radikalen sind selten: ab Vater, a^ Bruder, bint Tochter. — b) Alte 
zweiradikalige sind meist in dreiradikalige verwandelt: is(e)m Name 
aus sim\ deinm Blut aus deni\ i^^^^ Lippe aus lefe\ id Hand aus led. 
— C) Einige triliterale Nomina pr. Hamz. werfen ihr Hamza weg, lo 
machen dann aber aus dem biliteralen Nomen auf irgend eine Weise 
ein triliterales: säs Fundamente aus asäs\ bill Kamele aus ibiL — 
d) Auch bei äft(e)l Familie ist die erste Silbe häufig kaum hörbar, 
ebenso bei äbaiiak, äf^ailak dein Väterchen, Brüderchen. — e) Merke 
auch hile willkommen für und neben ahlaiu 15 

I 17. Bildungen dreiradikaliger Nomina, a) Ein Unter- 
schied zwischen Formen, deren zweiter Radikal im Schriftarabischen 
vokallos oder mit einem Vokal versehen ist, kann ohne weiteres 
nicht gemacht werden, da die ersten in der zweiten Silbe fast 
immer einen Hilfsvokal einschieben. So sind Formen fa^l, fi^ly 20 
/«i/* gleichlautend m\\, fa^al u. s. w..: där(u)b Weg, tib(e)n Stroh, 
kubfäjr Grösse, aber qalatn Grififel, bu^al Zwiebel, i(oled Sohn. — 
b) Auf den Hilfsvokal verzichten nur Nomina von Stämmen med. 
infirm, {^ein Auge; id(u)m Tage), med. gem. {murr bitter), tert in- 
firm, {meh gehen; Bafu Verzeihung) und einige wenige andere 25 
Wörter {bint Tochter). — c) Die Feminina dieser Formen werden 
gebildet durch Antritt eines ä, e, wobei dann der zweite Vokal ent- 
weder ausfällt, oder beibehalten und dann meist betont wird (s. o. 
§ 8): naf^le Palme; simceY\s(^\ (e)^iibe** Stück Holz; (e)glüfe Vorhaut 

§ 18. a) Nomina mit langem ä zwischen dem i. und 2. Radikal 30 
{fä^ily fäBal),* Neben der gewöhnlichen Verwendung der Form für 
das Part Act kommt sie auch bei Substantiven vor: iärib Schnurr- 
bart; tärei Bote; iaib Greis; /jätär Herz; bäcer morgen; ^^r/^/ Papier; 
^ätt Ufer; sälife Geschichte. — b) Im Femininum verkürzt sich das 
ä zuweilen zu a\ uähde eine. 35 

* Die Vokale der kurzen Silben sind meist zu unsicher und von den klassischen 
Formen zu abweichend, um eine genaue Scheidung vorzunehmen ; so steht bu^al Zwiebel 
filr basal \ rusäs Blei ftlr rasäf u. s. w. Die daneben stehenden Konsonanten beein- 
flussen die Vokale sehr erheblich. 

*♦ Daneben kommt auch die Form f^ilbe vor. — Bei Masculinen ist eine solche 40 
Verschiebung des Akzentes auf die nächste Silbe sehr selten: (e)ffir (man hört (e)ffirr) 
Pik ^r füfr. 



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QVUt'l^iut, SUiMYoBtfc^e <^tf<$i<$itn äUB htm ^taq. XIX 

§ 19. Nomina mit langem ä zwischen 2. und 3. Radikal {/a^ä/, 

fi^äl, fu^äl). Bedeutung: Meist Substantive und Infinitive der 3. Form 

{cl ßSä/): //r/7d^ Heuschrecke; fej^/a/ grünt Datteln; ^ada Mantel; 

rw^Ä^Blei; feJSrä^faJ Segel] A/4/ Pflanzen; sumä/Esel; famäfaTomate; 

5 amäne Depositum; ^enäBa Handwerk; halaue Süssigkeit 

§ 20. a) Nomina mit langem i zwischen 2. und 3. Radikal 
(fa^zl). Bedeutung: Meist Adjektive oder Substantive mit adjekti- 
vischer Grundbedeutung, selten Infinitive: ketir viel; rafiis billig; 
iatnin rechts; ^ul stark; ia^ir Gerste; (e)rrif Brotfladen; sebtl Pfeife; 
10 leric Compagnon; ^etim ein Domstrauch; sefife Strick; sefine Schiff*. 

— b) Von Stämmen med. infirm, lauten die Formen selten regel- 
mässig, wie tätfil lang, sondern meist mit retrogressiver Assimilation 
meiiit tot; deiii^ eng; reilis Anfuhrer. 

I 2L Nomina mit langem // zwischen 2. und 3. Radikal {faHd, 

iSfu^niy Bedeutung: Adjektive und Substantive {cl fa^ü/) oder Infini- 
tive (cl./«i«/): ^a^s alte Frau; ^«^Är Weihrauch; r^/«^ Frühstück; 
tulü^(a) aufgehen; (e)nzul herabsteigen; rtitübe Feuchtigkeit; (tantüle 
Familie; (e)dhnbe ein goldenes Schmuckstück; murüue Liberalität. 
§ 22, a) Nomina mit €(i) zwischen 2. und 3. Radikal {fu^eii), 

20 Bedeutung: Fast ausschliesslich Deminutiva: (e)gle(i)b Herzchen; 
ulefijd Knäbchen; mirre(i)r Löwenzahn; (u)gbe(i)le ein Schmuck- 
gegenstand. — b) Die Deminutiva der Formen mit langem Vokal 
zwischen 2. und 3. Radikal lauten (e)gleiiil von qali/ wenig; (e)zreiiir 
von zerir klein; (e)fnceijin von mecän Örtchen. — c) Unregelmässige 

25 Bildungen sind ly^ei^e von iei ein wenig; möie von mä Wasser. 

§ 23. Nomina mit zwei langen Vokalen, a) Mit langem ä in der 
ersten und langem ü in der zweiten Silbe {fa^ül). Hauptsächlich 
Fremdwörter in substantivischer Bedeutung: bärud Pulver; mäBün 
Schüssel; hälüb Hagel; ^äbün Seife; Mrul Arbeiter; sä^üd Herauf- 

30 s\XAgex\ fdnüs Lampe; baküra Stecken; räzüne Fenster; mä^üle Pfeife. 

— b) Mit langem a in der ersten und langem / in der zweiten Silbe 
{fa^iiy. lakine Falke. — c) Mit langem ü in der ersten und langem 
ä in der zweiten Silbe {fa^äl): da lab Wandnische; baläd Stahl. — 
i) Mit langem i in der ersten und langem ä in der zweiten Silbe 

35 i/i^äl): dl^än Ministerium; dinär Goldstück. 

§ 24. Nomina mit verdoppeltem zweitem Radikal, a) Mit zwei 
kurzen Vokalen {/aS^a/, fi^Bil u. s. w.): timmen Reis; sillib(i) Reis- 
pflanze; ftummu^ Kichererbse. — b) Mit langem ä zwischen 2. und 
3. Radikal {fanäl, fi^äl, funäl), Bedeutung: Hauptsächlich 

40 Gewerbenamen und seltener Adjectiva mit intensiver Bedeutung 
(cl. /ö:ii4/, nicht dhev fiB^äl, fu^^äl): felläh Bauer; ne^^är Zimmer- 
mann; rf^^äl Mann; dikkän Laden; sikkän Steuer; tuffäh Apfel; 
ri/w w/7« Granatapfel; i^z/V?/ Mastbaum; cellabe Haken; Wihäta Streich- 

B* 



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hölzer; tyrräde ein Boot; märräze Egge. — c) Mit langem / zwischen 
2. und 3. Radikal {fa^Hl)\ batßh Melone; keUÜ christlicher Priester; 
sücine Messer. — d) Mit langem ü zwischen 2. und 3. Radikal 
{fa^Bül)\ tafinür Ofen; deiiüs ein Schimpfwort; kammün Kümmel; 
lihhü^e Spitzname. 5 

I 25. Nomina von mehrradikaligen Stämmen kommen teils 
von altarabischen, häufig reduplizierten Wurzeln, dann auch des öfteren 
von Fremdwörtern vor. — a) Mit zwei kurzen, meist gleichen Vokalen: 
Bagrab Skorpion; ielram Rübe; lüandar rote Rübe; sefer^el Quitte; 
^r««/i// Gewürznelke; f^r* Nagel; w£ifw/i Aprikose; jz>««>« Sesam; 10 
burbuf} Loch in der Mauer; Hin für lulu Perle; bibi für bubu Pupille. 

— b) Mit langem ä vor dem letzten Radikal: ^/^^4/^ Pappel ; fin^an 
Tasse; sindän Ambos; nisnäs Lüflchen; fialf}äl Fussspange; kindär 
Flintenkolben; tof^mäf} Hammer; horteman Hafer; lynberäne Raupe(?) 

— C) Mit langem / vor dem letzten Radikal: /^r/^Krug; gi^gi^ Kern; 15 
^a;«£r/V Schwein; zengin reich; egtin für iagtin Kürbis; Ufmne Ringel- 
taube; funtisa Aas. — d) Mit langem ü vor dem letzten Radikal: 
/^^//^/i/ Nachtigall; ba^fajrür Kern; salbü^ Feuerstein; zärdüm¥.th\^\ 
za^(a)tnt Knabe; laf^tür ein SchiflF; gärnüs junger Löwe. — e) Demi- 
nutiva: dihdeue Abhang. 20 

Nomina mit Präfixen. 

§ 26. Mit präfigiertem Alif. a) Die Form af^aL Bedeutung: Elativ- 
forni der Adjektive (Komparative und Superlative): ahsan schöner; 
akbar grösser; aqall weniger; eimen rechts; eisar links. — b) Die 
Formen des Komparativs lauten für Masculin und Feminin gleich; 25 
„als" wird durch die Präposition min ausgedrückt: inte akbar minnl 
du bist älter als ich. — c) Als Superlativ gilt der determinierte Elativ 
(durch Artikel oder Status constructus -Verbindung): et ahsan der 
schönste; ahsan ennas der schönste der Menschen. — i) Das Feminin 
zu dieser Form lautet /«iÄ?: elkubrä die grösste; lintna rechts (Fem.); 30 
iisra links (Fem.). — e) Dieselbe Form af^al bezeichnet ausserdem 
Adjectiva von Farben und Gebrechen: af^dar grün; ab^ad weiss; 
aB(a)mä blind. — f) Das Feminin dieser Form lautet /^iÄ?: hamrä rot; 
befijdä weiss; ^ofujrä einäugig. — g) Ausserdem werden mit präfigiertem 
Elif die Infinitive des IV., VII., VIII., X. Stammes gebildet (s. § 65 fif.). 35 

§ 27. Mit präfigiertem ;«. a) Bildungen mit präfigiertem w sind 
sehr häufig. So werden alle Partizipien der abgeleiteten Formen, wie 
auch das Partizip Pass. der ersten (§61), ferner der eine Infinitiv der 
III. Form (§ 64) dadurch gebildet. — b) Dann aber dienen diese 

* Cl. <ii/r. Die Form ist entweder eine Rückbildung nach dem Plural atiafir oder 4^ 
eine Analogiebildung nach e^ba^(a) Finger. 



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QUcignct, QlcuAtdBif^e Öefc^tctien auB bm Jtaq. XXI 

Formen auch für Nomina loci und instrumenti. Im Schriftarabischen 
werden die ersten durch präfigiertes ma, die anderen durch präfigiertes 
mi gebildet, in der modernen Sprache sind diese Unterschiede meist 
aufgehoben, und der Vokal richtet sich nachdem folgenden Radikal: 

S w«^^ Gasthaus; w^^^a;^^ Scheere; wwr^^/ Spinnwirtel; miAcä/ Schltu- 

der; muguär Keule; misha Schaufel; mizbele Misthaufen; me^ane 

ausgehöhlter Baumstamm, in dem das Getreide zerstossen wird; 

migrüe Reismühle; murkaie Stange zum Zerstossen des Getreides. 

§ 28. Mit präfigiertem ;/ und / gebildete Formen sind durch- 

"o gängig Infinitivformen, die beim Verbum behandelt werden (§ 63, 68). 

Nomina mit Affixen. 

§ 29. a) Durch Anhängung von a {ä, e, i) wird ganz gewöhnlich 
das Feminin gebildet (§ 32). — b) Durch Anhängung von an, Bedeu- 
tung: Meist Adjektive, die eine vorübergehende Stimmung bezeichnen, 

'5 seltener Infinitive oder Substantive: qurän Koran; defiän warm; ^u^an 
hungrig; na^fajsän schläfrig; A^jm;/ verlierend; A^/j^r^« Bambusstock; 
hoslan Hode;* f^erlän Exkremente. — c) Durch Anhängung von t wer- 
den Adjectiva und adjektivische Substantiva gebildet, die eine Zuge- 
hörigkeit, Herkunft von dem Worte, von dem sie abgeleitet sind, be- 

20 zeichnen (Nisbe): Bardädi Bagdader, mürrebi Westländer, (i)bd^t 
Beduine; ^arabi arabisch; (e)slügi Windhund. Das Femininum hat 
häufig abstrakte oder kollektivische Bedeutung: iahriie monatliches Ge- 
halt; ÄÄr///> Taschengeld; i^v/^///^ Jurisprudenz ; r^i//> Heerde; ^intj^e 
Tablet; /«///^ Maulbeerstock. — d) Durch Anhängung von äi/^i wird die- 

25 selbe Bedeutungsnuance hervorgebracht. Bei Femininen auf a ist diese 
Form allein im Gebrauch, und auch bei Masculinen erobert sie sich 
immer mehr Feld: rarbä^t fremd; Bagram 'R^sr^nstv] Me^/ätaMosu- 
laner. — e) Durch Anfügung von ani werden Adjectiva gebildet: 
fö(u)gänl oberer; ^auuäni unterer. — f) Durch Anfügung des türki- 

30 sehen Bildungselementes et werden Nomina opificum gebildet: gdhy^eci 

Cafebesitzer; m^säferci Reisender; vtuteiiärh Vogelhändler; kebabct 

Garkoch. — g) Durch Anfügung der türkischen Endung siz werden 

negierte Adjectiva gebildet: adebsiz unartig; hailasiz unverschämt. 

§ SO. Zusammengesetzte Nomina sind selten und fast durchweg 

35 Fremdwörter: ^ar4(e)häl Eingabe; ^ambärbüi nach Ambra duftend 
(eine Reisart); kirl^ane Fabrik; adebfjäne Abtritt; lant^adän Leuchter; 
baikätib Oberschreiber. 

Zum Schlüsse möchte ich noch bemerken, dass in diese Über- 
sicht der Nominalformen nicht alle Fremdwörter aufgenommen sind, 



40 * Dieses Wort bt vielleicht ursprünglich ein Duid. 



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XXII iS^M^t 3ttt fmütfc^en §kpta<iwi\(tnf(licii[t 

sondern nur, soweit sie sich den genuin arabischen anpassen. Merk- 
würdig ist, dass einige ursprünglich arabische Nomina als Fremd- 
wörter ins Türkische gewandert und von dort wieder zurücküber- 
nommen sind. So wird aiqi^a Rebell (eigentlich Plural) als Fremd- 
wort empfunden, und auch a/rär Deserteur wurde mir ausdrücklich 5 
als türkisch bezeichnet, trotzdem das Wort in dieser Form sich im 
Türkischen nicht nachweisen lässt. 

2. Das Genus der Nomina. 

§ 31. a) Das Arabische unterscheidet zwei Genera, ein Mascu- 
linum und ein Femininum. — b) Das Neutrum wird entweder durch 10 
die beiden anderen, oder mit Zuhilfename von ^efij, ha^a (Sache) 
ausgedrückt. — c) Das Genus ist übrigens nicht immer feststehend; 
es giebt eine Reihe Nomina, die nebeneinander männlich und weib- 
lich gebraucht werden; z. B. latt Fluss; gä^(a) Erde. 

§ 32. Feminina sind: a) Alle Nomina propria und Appellativa, 15 
wie Adjectiva, die weibliche Wesen oder solchen eigentümliche 
Eigenschaften bezeichnen: Ze(i)nab Zeinab; umm Mutter; /^r^j Stute; 
^äqir unfruchtbar; murda^(a) Amme; mig^il läufig. — b) Die Namen 
der Länder und Städte: el^Arag Iraq, (e)Stanbül Konstantinopel; 
etOndra London. — c) Die meisten paarweis vorhandenen Glieder 20 
des menschlichen Körpers : el^ein etb(u)rä Azs blinde Auge; el^idfejn 
cccebire das grosse Ohr. Ebenso botfejn Bauch. Dagegen ist kiss 
Vagina Masculinum. — d) Die gebrochenen Plurale (§ 35). — 6) Ein- 
zelne Nomina (teilweise gen. comm.); z. B. rü/i, nef(e)s Geist, Seele; 
nas Menschen; latt Fluss; ga^(a) und ard (liter.) Erde; iemfejs «5 
Sonne. — f) Die meisten Nomina, welche auf a (nach emphatischen 
und gutturalen Konsonanten, häufig nach r) und e ausgehen: ^an^a 
Handwerk; sefine Schiff. — g) Diese Endung wird auch gebraucht, 
um Feminina von Masculinen abzuleiten: celfijbe Hündin (von cel(i)b)\ 
niuttle Eselin (von mutt), — h) Ausserdem dient die Endung dazu, 30 
sowohl von Kollektiven Nomina unitatis: tamre Dattel von tamfajr 
Datteln; simce Fisch von simec Fische; als auch von Einzelworten 
CoUectiva resp. Plurale zu bilden: tnattale Eselvermieter (PI.) von 
mattai\ tailane Lehmträger von tai^än, — i) Einzelne Nomina auf 
Ä, e, die männliche Personen bezeichnen, sind masc. gen.: kalfa Ge- 35 
seile; ^alifa Chalifa; Tarife Sachverständiger, und die Fremdwörter 
bäM Pascha; ära Agha. — k) Zu erwähnen sind hier noch die Femi- 
ninformen fu^la (von Elativen; s. § 26) und/ai/tf (von Adjektiven, 
die Farben oder Gebrechen bezeichnen; s. § 26).* Diese Bildungen 
werden im Schriftarabischen von den gewöhnlichen Femininformen 40 

* Dazu kommt far/e Tamariske für tar/a. 



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(ntdgnet» ({lettAtdBtfc^e tfefc^tc^^ aue 6m 'itaq. xxill 

unterschieden, im Vulgärarabischen sind sie aber von ihnen nicht 
mehr zu trennen. — I) Irrtümliche Feminina nach Form und Genus 
sind einige Bildungen der Form ß^ä/, fa^al von Stämmen tert. infirm.: 
Baia Abendbrot; Uta Winter; ^aba Mantel* 

5 3. Der Numerus der Nomina. 

§ 33. a) Das Arabische hat drei Numeri: Singular, Dual, Plural. 
— b) Der Dual wird gebildet durch Anhängung von e(i)n an die 
masculinen Formen: ide(i)n zwei Hände; ^ö(u)be(i)n zwei Seiten, und 
durch die Anhängung von te(i)n an die auf a, e ausgehenden femi- 

10 ninen Formen: nö(u)bete(i)n zwei Mal. — c) Die Nomina der doppelt 
vorhandenen, menschlichen Körperteile können den Dual auch als 
Plural verwenden: ^aira lde(i)n 10 Hände. — d) Im allgemeinen 
kommen Duale selten vor und bezeichnen meist zwei zusammen- 
gehörige Dinge; sonst gebraucht man lieber den Plural: eiüefijn azlam 

«5 zwei Menschen; nüätir etfte{i)n zwei Wächter. 

§ 34. Bei dem Plural unterscheidet man einen durch Anhängung 
einer Endung entstandenen (äusserer oder gesunder Plural), und 
einen durch innere Umbildung entstandenen (innerer oder ge- 
brochener Plural). Der äussere Plural wird gebildet, indem man 

20 a) an Nomina masculinischer Form in oder iin (wenn sie auf t aus- 
gehen) häng^ muslimintAosWmt] Baräadi^mBagddider; birifin unschul- 
dige; föfujgänifin obere. — b) Bei Nomina auf 0:, e wird diese Endung 
in ät verwandelt: rummänät Granatäpfel; ddäjjit Medizinen; f^alfät 
Gesellen. — c) Der gesunde männliche Plural ist selten, häufiger 

25 der weibliche. Der erste findet sich hauptsächlich bei Adjektiven, 
Formen auf t, äjfi, änt, bei /^ii^iZ-Formen, bei den Zehnem der 
Kardinalzahlen und im stat constr. beni ftdan die Söhne des N. N. 
in Stammesbezeichnungen. — d) Von Unregelmässigkeiten merke 
man: Das Feminin sene Jahr bildet den masculinen Plural semn. — 

30 e) Umgekehrt bilden auch einige Nomina masculiner Form den Plural 
auf ät\ I. die Infinitive der abgeleiteten Formen: imtihanät Proben, 
2. viele Fremdwörter: begät die Beys; /^/tr^/^/ Depeschen, 3. einzelne 
Wörter: sügat Strassen; hammämat Bäder. — f) Einige Feminin- 
formen von wirklichen oder scheinbaren Stämmen tert. infirm, schieben 

35 im Plural ein ^ ein: senauat Jahre (neben senin)\ samatiät Himmel; 
^olayLat Gebete; al^auat Schwestern; baiauät Paschas. — g) Ein k 
schieben ein äbahät Väter, ummahat Mütter. 

I 35. Der innere Plural wird gebildet durch innere Umbildung, 
seltener durch Präfixe, Infixe, Affixe. Er ist eigentlich weiter nichts 

40 als eine Neubildung mit Kollektivbedeutung, wie etwa deutsches Ge- 

* Aodcre dagegen siod Masculina geblieben: md^(a)nä Sinn. 



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XXIV igtUt&^t 3ttt fmxüf(iin giptadiiioi^ftnfdiaft 

büsch von Busch, Gebirge von Berg. Das Geschlecht ist das femi- 
nine. Die Formen sind sehr mannigfach und können, da es keine 
festen Regeln giebt, nur aus dem Wörterbuche gelernt werden. 
Häufig hat ein Wort mehrere Plurale, zuweilen in verschiedener Be- 
deutung: umür Sachen, at^amer Befehle, beide von amfäjr, 5 

§ 36. Die Formen des gebrochenen Plurals dreiradikaliger No- 
mina sind folgende: a) Die mit einem oder zwei kurzen Vokalen ver- 
sehenen Plurale (eigentlich fuBl, fißal, fuhd, fi^al) sind meist 
zusammengefallen und voneinander nicht zu unterscheiden: sifin 
Schiffe; iugfajf StvicVitr\\ Bytfajf \i\\figG\ fuuar Bilder; süd schwarze. lo 
Sie werden abgeleitet von Singularen fuHa, faUa^ fa^ala, fiUa, fi^l^ 
af^al (Adjectiva von Farben und Gebrechen), fi^äl, fä^iL — b) Plurale 
mit langem //zwischen 2. und 3. Radikal [fi^äl, fu^äf). Von \. fa^l, 
fi^l: (i)bltär Meere; diiab Wölfe; (i)biär Brunnen, 2. faUa, fi^la\ 
mirär Male; siiäl Flaschen, 3. fa^al, fatale', gibal Berge, a/r^/* Seiten, '5 
4. faHl: (u)kbär grosse; (e)zrär kleine, ^^ftil, fu^la\ gubäb Zimmer, 
(u)ki^äfi Hütten. — c) Plurale mit langem / zwischen 2. und 3. Radikal 
{faUl) sind selten: ^abid Sklaven; nahil Palmen. — d) Plurale mit 
langem ü zwischen 2. und 3. Radikal [fu^ül). Von i. fa^l, fi^l, fu^i: 
nüküd Brüste; i^iüf^ Greise; büb Thore; ^//{/" tausende; d^iük Hähne, 20 
2. fa^il, fäHl, fa^ii: mulük Könige; türüi Boten; (e)cdüs Getreide- 
haufen. — e) Plurale mit verdoppeltem 2. und langem ä zwischen 
2. und 3. Radikal {fu^^äl). Von fa^i/: hykkäm Gouverneure; fiättar 
Gäste, sinnä^(a) Lehrlinge; zUuar Pilger. — f) Plurale mit Feminin- 
endung und drei kurzen Vokalen {fatale). Von fäHi. Jamale Ar- 25 
beiter. — g) Plurale mit präfigiertem Vokal und kurzem «-Vokal der 
zweiten Silbe (aßul\ Yonfa^l, fi^l\ fa^al\ fi^äl: infus Seelen; ühur 
Monate; idru^ Ellen. — h) Plurale mit präfigiertem Vokal und langem 
() der zweiten Silbe {af^al). Sehr häufig von verschiedenen Formen: 
as/mb Freunde; alaf tausende; aiiäm (für aiy^am, wofür im gewöhn- 30 
liehen Leben häufiger iiäm) Tage; aulad Kinder. — i) Plurale mit 
präfigiertem Vokal, kurzem /-Vokal der zweiten Silbe und Feminin- 
endung (es sind in dieser Form die schriftarabischen Formen af^ila 
und af^la zusammengefallen). Von verschiedenen F'ormen, meist 
vow fa^il'. agilla vornehme; aübbä Ärzte; aimme Imame. — k) Plurale 35 
mit eingeschobenem ua zwischen i. und 2. Radikal und kurzem 
/-Vokal der letzten Silbe (fauä^ii). Won fa^i/, fa^i/e: /üares Reitet] 
kiiarid Papiere; ^auarif Sachverständige; düäbb Tiere. — 1) Plurale 
mit langem ä und Vokalanstoss hinter dem 2. Radikal und 
kurzem /-Vokal der letzten Silbe {fa^ail). Von i, fa^H, faHle: gera^b 40 
Verwandte; ^//^j^V? Musikinstrumente; y^^i^^Wohlthaten;* 2. faBül, 

* Auch /ö^rfV^Thaten wird auf eineu nicht nachweisbaren Singular fältle zurück- 
gehen. 



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QMj^ner, (SUuatMf^t ßtf4i4ttn Aue ^tm 3v<t^. XXV 

fa^iiU\ ^a^äiz alte Weiber. 3. fu^äl: zumail Esel. — m) Plurale 
mit angehängtem an {fi^lan, fu^län). Von i. fa^l meist med. infirm.: 
//r^« Stiere; dirän Häuser, flran Mäuse, 2, fa^il: ridrän Pfützen, 
^idgän Freunde, i. fa^älffi^äl: rizlän Gazellen, nisuan Frauen (PI. des 
5 Plurals nisä). — B) Plurale mit kurzem «-Vokal der i., ^- Vokal der 2. 
und langem ä der dritten Silbe {/üBalä). Von /^i// gesunder Wurzeln: 
ümarä Fürsten, (üsara Gefangene. — o) Plurale mit langem ä der zwei- 
ten und angehängtem langen / in der dritten Silbe ifa^äll): leiäli Nächte; 
ähait Familien. — p) Plurale mit langem a in der zweiten und ange- 

10 hängtem langem a in der dritten Silbe {fa^äia). Won fältle undfa^ile 
von Wurzeln tert infirm.: /tedä^a Geschenke; hecaiä Geschichten* 

§ 37- Die Formen des gebrochenen Plurals vier- oder mehr- 
radikaliger Nomina sind folgende: a) Plurale mit langem a zwischen 
dem 2, und 3. Radikal {fa^älil\ tefäHl, mafaUl), Von vierradikaligen 

"5 Nomina und kurzen Vokalen: ^asakär Soldaten; tesakär Billets; 
defätär Bücher; beiabl Pupillen. — b) Plurale mit langem a zwischen 
dem 2. pnd 3. Radikal und Femininendung {fa^alile\ Von vier- 
radikaligen Nomina mit kurzem und auch langem Vokal in letzter 
Silbe, besonders von Nisben vierradikaliger Nomina: mela^ke Engel 

20 (von me/ec für matak)\ ;///r^r/^^ Maghrebiner. — c) Plurale mit langem 
a nach dem 2. und langem / nach dem 3. Radikal (fa^älil\ tafd^il\ 
mafaBil\ fauäUl), Von mehrradikaligen Nomina, die in der letzten 
Silbe einen langen Vokal haben, besonders von //^Ü^AFormen: 
^a^äßr Spatzen; ^jUimis Büffel; mefatil Türme; htäril Arbeiter; 

2$ fiamami/ Träger; nüätir Wächter. Unregelmässig sind deuäuin Divans 
von diyiäfu, denamr Denare von dmar und ba^ärin Kamele, der Plural 
eines Plurals bu^rätu 

4. Die Casus des Noniens. 

§ 38. a) Während das Schriftarabische gewöhnlich drei Casus, 
30 Nominativ, Genitiv, Akkusativ unterscheidet und sie meist durch an- 
gehängtes j/, /, a ausdrückt, kennt das Vulgärarabische keine Casus 
in unserem Sinne. — b) Im Nominativ und Akkusativ** erscheint 
das Nomen in seiner gewöhnlichen Form, der Dativ wird durch die 
Präposition (i)l, der Vokativ durch vorgesetztes ß ausgedrückt — 
35 c) Für den Genitiv ist folgendes zu merken. In der Genitiwerbindung 
(Annexion oder Status constructus-Verbindung) erhält nur der 

* Die Pluralfonn (e)rgüU Mänoer spez. EhemäDoer steht allein und ist meines 
Erachtens zu unsicher überliefert, um eine Pluralbildung /uSüle annehmen zu können, 
ßne Bestätigung bleibt abzuwarten. 
40 ** Im Schriftarabischen wird der Akkusativ auch zum Ausdruck der Zeit, des Orts, 

des Grundes, der Spezifikation und des Zustandes gebraucht Auch in diesen Fällen 
wird im VolgSrarabischen fast immer nur das Nomen, ohne Akkusativbezeichnung gesetzt. 



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XXVI igtiM^t 3ttt fmiüfditn Sipta<im\ftnf<iAfi, 

abhängige Genitiv den Artikel: dinl essultän die Tochter des Königs. 
Ist das regierende Nomen ein Feminin auf a, e, %o verwandelt sich 
die Endung in at^ et: medtnet esselam die Stadt des Friedens; Nomina 
auf /^> können die Endung auch in ü verwandeln: gaeßt elyLol^ die Ge- 
schichte des Knaben. — d) Die Duale und Plurale masc. und fem. gen. 5 
bleiben unverändert, wenn ihnen ein Genitiv folgt: idefijn ehnalaike 
die Hände der Engel; benät essultän die Töchter des Königs. — 
e) Ausgenommen ist die Form öefun Söhne, die in betii verkürzt vnrd, 
wenn ein Genitiv darauf folgt: bem ädam die Söhne Adams, d. i. Men- 
schen. — I) Daneben wird der Genitiv häufig umschrieben, und dann 10 
bleibt der Artikel beim determinierten Nomen im ersten Gliede stehen; 
dazu dient hauptsächlich das Nomen mal (eigentlich Vermögen). Bei 
Femininen und Pluralen steht meist, doch nicht immer malet\ mälät 
zuweilen bei femininen Pluralen: ellib(7i)l mal ^Omran der Hof 
des Omran; edda^a^e malet Habib die Henne Habibs; rummanät 15 
malat deheb goldene Granatäpfel. Selten tritt fiir mal gel Fem. geiie 
ein. — g) Statt der Annexion wird selten auch die Apposition ge- 
braucht: e^^urre elftUüs der Beutel Geld; gyr^e (tub(e)s ein Stück Brot — 
h) Die oben angegebene Ausdrucksweise für den Genitiv findet nur statt, 
wenn sowohl das regierende Nomen, als auch der Genitiv determiniert 20 
sind. Wenn beide Nomina indeterminiert sind, erhält keins den Artikel: 
bint Sultan eine Tochter eines Sultans.. — i) Ist nur das regierende Nomen 
indeterminiert, scf treten Umschreibungen ein: bint lissultän eineTochter 
des Sultans, oder bint min benät essultän eine Tochter von den Töch- 
tern des Sultans. — k) Der zweite Bestandteil der Annexion drückt 25 
nicht nur den Genitiv aus, sondern auch Stoff, Maass und Gewicht: 
ijtuslet fiub(e)z ein Stück Brot; uqilet laftfejm eine Ogga Fleisch. — 
1) Der zweite Bestandteil der Annexion kann unter Umständen ein 
ganzer Satz (meist Zeit- und Ortsbestimmung) sein: ie(i)let i^äni in 
der Nacht, wo er zu mir kam; muddet cän (e)hnä die Zeit, wo er 30 
hier war. — m) Eine Reihe tropischer Ausdrücke wird gebildet durch 
ab (im stat constr. abü) umm\ ib(e)n\ bint, a(} (im stat constr. afiü)) 
ih(^)l\ dü\ dät (mehr literarisch) räH mit einem Genitiv: abü mu/^tän 
Vater des Schnaubens = Nase; fimm tefnä?iie Mutter von 8 = 8 kleine 
Piaster, ein Geldstück; rai^sse(i)f Aex Besitzer des Schwertes. 35 

5. Determination der Nomina. 

§ 89. a) Ein Nomen wird determiniert durch den Artikel, die An- 
nexion und Suffixe (s. § 41). Eigennamen sind an und für sich determi- 
niert. — b) Der Artikel lautet el, al, /(wenn ein Vokal vorhergeht oder 
folgt), und wird mit dem zugehörigen Worte eng verbunden. Das 40 
/ wird folgendem /, /, /, c, d, dt r, z, s, i, ^, 4f /> ^ und n assimiliert 



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QUetgner, (!Uu6tA6tf€(< ßtf<ii<iitn auB htm Jraq. XXYll 

— C) Der unbestimmte Artikel wird entweder gar nicht, oder durch 
fär(e)d^ färed uäked ausgedrückt. — d) Noch demonstrative Kraft 
besitzt der Artikel in der Verwandschaftsbezeichnung Mohammed 
elBOnträn Mohammed, der Sohn des Omran. — e) Die Nunation, 

5 d. h. das Ausgehen eines Wortes auf die Endungen w«, iti, an, welche 
im Schriftarabischen gewöhnlich die Indetermination eines Nomens 
anzeigt, hat sich auch im Dialekt des Iraq erhalten, aber nur in 
einigen ständigen Redensarten: rd^ban mit Gewalt; dbadan niemals; 
tnarhaban guten Tag; hybban uäkiränta?t herzlich gern. Auch das n 

10 in Itinhü was? ist als Nunation zu erklären (s. § ii). Ausserdem 
kommt die Nunation aber nur in gehobener und poetischer Sprache 
vor. Ich habe die Bemerkung gemacht, dass in für Nominativ und 
Genitiv, an für den Akkusativ steht, 

6. Beiordnung der Adjectiva. ^ 

15 § 40. a) Das Adjektiv tritt hinter das Substantiv, zu dem es 

gehört;* vorangestellt kann es nur werden, wenn ein sehr starker 
Ton darauf ruht. — b) Das Adjektiv richtet sich nach dem Sub- 
stantiv in Determination und Indetermination: elmara^ttei^ibe die gute 
Frau; rfggäl gut ein kräftiger Mann. — c) Was Übereinstimmung von 

20 Genus und Numerus anbelangt, so ist zu bemerken: 

i) Bei Singularen masc. und fem. gen. richtet, sich das Adjektiv 
nach dem Substantiv im Genus und Numerus. 

2) Bei gesunden Pluralen masc. gen. und bei gebrochenen Pluralen 
und Kollektiven, die männliche Personen bezeichnen, steht das Ad- 

25 jektiv meist im gesunden, oder auch gebrochenen Plural: ne^^ärin 
^aqilin kluge Tischler; silim ^a^ädin sitzende Menschen; reiägil 
miitd^annidin streitende Männer; näs kübär grosse Leute. 

3) Bei gesunden Pluralen fem. gen. steht das Adjektiv gewöhn- 
lich im PL fem.: na^lät tatßlät lange Palmen. 

30 4) Bei gebrochenen Pluralen steht das Adjektiv im Fem. Singl., im 
gebrochenen Plural oder Plur. fem.: ai^är keitre viele Bäume; tirän 
meBammamat beturbante Stiere; hudüm qäbilät prächtige Kleider. — 
d) Das zu einer Annexion gehörige Adjektiv tritt hinter die- 
selbe: Babd^essultän el^asr/Lod der schwarze Sklave des Königs. — 

35 0) Bemerkenswert ist, dass anstatt der Beiordnung Substantiv und 
Adjektiv durch die Annexion verbunden werden kann. Statt elktidüfn 
elfiunifäjr kann man auch sagen hudüm elhum(ä)r die roten Kleider; 
ebenso ie(i) elfulänl die zu N. N. gehörige Sache. So ist auch das 
bekannte Bäm etauual vergangenes Jahr, senet^etihre künftiges Jahr 

40 zu erklären. 

* Eine Ausnahme macht das persische Fremdwort J^oi gut: ^ol rjfä^i^ schöne Lüfte. 



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XXVni OPeiWge ^ut fmiHfc^en JJ^jtwJwifTenfcJaft 

7. Die Nominalsuffixe. 

§ 41. a) Das Pronomen possessivum wird ausgedrückt durch 
folgende Suffixe, die unmittelbar an das Nomen herantreten: 

Singular Plural 

3. m. -aA* 'äA** -A*** -Aum 5 

3. fem. '/la -Aenn 

2. m. -a^, -^*** 'kum 

2. fem. 'ic, ~c*** -cenn 

b) Bei den Nominalformen mit ruhendem 2. Radikal fällt bei 10 
Antritt der vokalisch anlautenden Suffixe der Hilfsvokal der zweiten 
Silbe gern aus: därbi mein Weg. Bei konsonantisch anlautenden 
Suffixen geht das natürlich nicht, zuweilen erhälf der Hilfsvokal so- 
gar den Akzent, oder der Akzent schwebt wenigstens: där(ü)bnä 
unser Weg; nef(e)sfui ihre Seele. — c) Die dreiradikaligen Nomina 15 
mit zwei Vokalen {fa^al, fi^il, fu^ul etc.) ziehen den Akzent immer 
auf die vorletzte Silbe; der letzte Radikal klingt infolgedessen wie ver- 
doppelt: qalimml mein Schreibrohr; busällak deine Zwiebel; (ejfriissak 
deine Stute. Ausgenommen ist noled Sohn, das behandelt wird, als 
wenn die Form uol(e)d lautete. — d) ab Vater und afi Bruder lauten 20 
vor Suffixen abfi und alpi\ abüje mein Vater; aJ^ük dein Bruder. — 
6) Feminina auf a, e nehmen vor den Suffixen ein / an: nigrctäA 
sein Loch; soritlux ihr Geschenk. — f) Feminina auf //V verwandeln 
die Endung vor vokalisch anlautenden Suffixen in tt\ gaditi meine Ge- 
schichte; Aar^itak dein Taschengeld; dher gadiiMum eure Geschichte. 25 
— g) Beim Antritt der Suffixe an Duale fällt das Schluss -;/ aus: 
riglefijk deine beiden Füsse; ideiia meine beiden Hände. — h) Bei 
Substantiven mit vokalisch anlautenden Suffixen treten häufig wie 
beim Verbum (s. § 59) sogenannte aufgesprengte Formen auf, d. h. 
der 2. Radikal erhält einen Vokal, der 3. wird vokallos: mehcbsi mein 30 
Ring; qazimti meine Hacke; latjibtak deine Gerte. — i) Merkwürdig 
ist, dass in einigen Fällen das Nominalsuffix durch Verbalsuffixe 
(s. § 80) vertreten werden kann. Man hört baSfäJdni ich noch (nicht); 
Hs9ni oder h'sfejmmwie ist mein Name? — k) Neben den einfachen 
Suffixen werden die Possessivpronomina häufig durch mä/, mä/e, mälat 35 
mit den entsprechenden Suffixen ausgedrückt: edde^äge mältt meine 

* Wenn der Vokal der vorhergehenden Silbe 0- und iv-haltig ist 
♦* Wenn der Vokal der vorhergehenden Silbe i-haltig ist. 
*** Wenn ein Vokal vorhergeht 

t Wenn «, 1, nicht aber, wenn a vorhergeht; also dinxä'i meine Welt. 40 

tt Wenn e(i)^ ai vorhergeht. 



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({Vtetgner, ({leMArdBtf^e 6tf4i<titn avuf htm ütaq. 



XXIX 



Henne. Das substantivische Possessivpronomen wird immer auf diese 
Weise bezeichnet: Aääa mall das ist meins. 

§ 42. a) Einige Unregelmässigkeiten sind zu erwähnen bei der 
Verbindung einiger Präpositionen mit Suffixen, bi mit (s. § 47): bih\ 
5 biha oAtx (l)bha\bik\ bu\ Mfe] bihum oder (l)bhuin\ bihinn oder (i)bhinn\ 
bikum\ büenn\ bind, — b) Äfur(s.§47): iläk\ ilhä\ üak\ iltc\ iltoA^xiliie\ 
ilhum\ ilhenn\ ilkufH\ ilcenn\ innä. Die ursprünglichen Formen ohne 
den Vorschlagsvokal finden sich nur in naher Verbindung mit Verben. 
Wenn die Verbalformen auf einen Vokal ausgehen, können ausnahms- 

10 los die kurzen Präpositionsformen angehängt werden; wenn sie auf 
einen Konsonanten ausgehen, nur dann, wenn die erste Silbe mit 
dem Suffix lang ist: gälb^li sie sagten mir; gilti^lhä du (Frau) hast 
ihr gesagt; gäl^läh er sagte ihm; aber gäljilha er sagte ihr; gäl^ 
innä er sagte uns. — c) Die Präpositionen min von, ^an von (s. § 47) 

15 verdoppeln das n vor vokalisch anlautenden Suffixen: minnak von 
dir; Banni von mir. — d) Die 'Präposition ^alä auf (s. § 47) nimmt 
vor Suffixen die Form Balefi)- an: 3ale(i)h auf ihm; Baiefijhinn auf 
ihnen. — e) Bei der Präposition ^and bei (s. § 47) wird das n dem 
d gern assimiliert, wenn das Suffix mit einem Konsonanten beginnt: 

20 ^äddtiä bei uns; ^äddknm bei euch; aber ^andi bei mir; ^andak 
bei dir. 



30 



§48. a) 

25 2. eiüefijn 

3. teläte 

4. arba^a 

5. hamse 

6. sitte 

7. seb^a 

8. temänie 

9. tis^a 

10. ^alra 

11. ihda^(e)l 

12. etna^feji 

13. telta^feß 

14. arba^ta^(e)l 

15. hamstä^feji 

16. sittaB(e)i 
40 17. seba^ta^(e)l 

18. temanta^(e)l 



35 



III. Die Zahlwörter. 
I. Die Kardinalzahlen. 

\, färed, färed uaftfd Fem. iiähde 

19. tis^ata^(e)l 

20. ^airin 

21. uähfd u^alrin 

22. etüefijn u^ah'tn 
30. /^Ä?//;^ 
40. arbaHn 
50. f^amsin 
60. ^/^//;/ 
70. sabHn 
80. temänin 
90. //ji/;/ 

100. ;////> 

101. «///> tiJ^ahed 
200. 7mt€(i)n 
300. telätmile 
400. arbahmie 
500. hamsmiic 



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XXX (gtiMf^t 5ttv fmitiffitn jlpta(9i9i(fmfc$afl. 

600. sittmiie 3000. telt^äläf 

700. seba^mi^e 4000. arba^tjllaf 

8cxD. temänmiie 50CX). fiantstj^läf 

900. tis^(a)miie 11 000. ihda^(e)i (tlfejf 

1000. a/|^<^ 100 000. w/*^/ ^//>y 5 

20CX). alje(i)n 1 000 000. mellün PI. meläjhi, 

b) Die Stellung der Zahlen entspricht genau der deutschen: zu- 
erst die Tausender, dann Hunderter, dann Einer, dann Zehner. Einer 
und Zehner müssen immer durch ue verbunden sein. — c) Das ge- 
zählte Nomen steht bei den Zahlen von 3—10 im Plural, bei den 10 
übrigen im Singular. — d) Die oben angegebenen Formen haben die 
Zahlen von 3 — 10 hauptsächlich, wenn sie allein stehen oder appo- 
sitionell hinter das Nomen treten: nisuan teläte 3 Frauen. Steht die 
Zahl, und das ist das gewöhnliche, vor dem Substantiv, so werfen 
die Zahlen gewöhnlich die Femininendung /?, ^ ab, wenn der Plural 15 
mit einem Konsonanten beginnt, und nehmen eine Status-constructus- 
form auf /* an, wenn der Plural mit einem Vokal beginnt Fest sind 
diese Regeln aber nicht; es gehen alle Formen durcheinander: telet 
huviül 3 Lasten; haines sena^ät 5 Jahre; sitt cefijlät 6KMge\n\ teltjilhur 
3 Monate; ^alratjiiäm 10 Tage; aber telet auläd 3 Söhne; fiames 20 
auädim 5 Menschen; sitiet nd(u)bät 6 Mal. — e) Die Zahlen von 11 
an bleiben unverändert beim Herantritt der gezählten Nomina, nur 
viiie 100 nimmt gewöhnlich dann die Status-constructusform auf/ an: 
hamsmfet qran 500 Kran. 



2. Die Ordinalia. 25 

§ 44. a) Die Ordinalzahlen haben nur besondere Formen für 
Zahlen von i — 10, nach der Yormfail (mit Ausnahme von i). 

erster auual\ auuall Fem. auualüe 

zweiter täni Fem. tänie 

dritter tälit Fem. tälite 30 

vierter räba^(a) Fem. rabe^a 

fünfter hämis Fem. hämise 

sechster sadis Fem. sädise 

siebenter säbaB(a) Fem. säbeBa 

achter tämin Fem. täniine 35 

neunter tasa^(a) Fem. täse^a 

zehnter ^ä^er Fem. Malern, 

♦ In beiden Fällen erleiden die Formen allerlei Veränderungen, so lautet die 
Form ohne Endung von 3 /^/^/, mit /-Endung Ult. 



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b) Die Ordinalia werden entweder wie Adjectiva behandelt, d. h. 

sie werden dem Substantiv nachgestellt, richten sich nach ihm in der 

Determination und Numerus, oder vorangestellt und die Substantiva 

indeterminiert nachgesetzt: auualtefijle die erste Nacht; autial S7i älah 

S seine erste Frage; iälii iofujm der dritte Tag. 



3. Die übrigen Zahlwörter. 

§ 45. a) Die Bruchzahlen von 2 — 10 werden gebildet nach der 
Form fu^l: \ nu^s (aus «/>/); V3 i'^^/J V4 rub^(a)\ % i^umfejs] Vo 
stdffjs; V? sub^(a)\ % tum(e)n\ V9 ti5^(a)\ Vio ijJf^^v'r. — Die Plurale 

10 lauten af^äl\ arbä^(a) Viertel — b) Die Zahladverbia „einmal, zwei- 
mal" werden gebildet mit Zuhilfenahme der Substantive nb(u)be und 
marra: f}amsta^(e)S nofujbe \^Ma\, oder durch den feminischen Infinitiv 
des betreflfenden Verbums: degg deggetefijn er schlug 2 Mal. — c) Die 
Distributiva „je einer, je zwei" werden durch die Wiederholung derKar- 

15 dinalzahl gebildet: arba^a arba^aje 4. — d) Die Multiplicativa „zwei- 
fach, dreifach" werden durch das Participium Pass. der II. Form des 
Verbs (s. § 63) gebildet: mtirabba^(a) vierfach oder viereckig. — 
e) Die Wochentage lauten: id(u)m ^'/t^//Ärf Sonntag; ib(u)m etetfie(i)n 
Montag; iofujm etteläte Dienstag; ibfujm etarba^a Mittwoch; id(u)m 

20 elf^amis Donnerstag; {iofujm) el^um^a Freitag; essebet Sonnabend. — 
Q Die Zeit wird ausgedrückt durch essa^a mit bi\ essäBa biluahde 
urub^fa) i \ Uhr; essä^a bitetfiefi)n unus^ 2 \ Uhr; essa^a bitarba^a 
illa rub^fa) %/^ Uhr. 

IV. Die Partikeln. 

25 §46. Die Partikeln haben nur zum kleinen Teil wirklich be- 

sondere Formen, sondern meistens haben ursprüngliche Nomina (auch 
Verben) den Sinn einer Präposition, eines Adverbiums oder einer 
Konjunktion angenommen. So kann es kommen, dass dieselbe Form 
mit einem abhängigen Genitiv als Präposition, alleinstehend als Adverb 

30 und in Verbindung mit dem verallgemeinernden mä als Konjunktion 
gebraucht werden kann. 

I. Die Präpositionen. 

§ 47. a) i) bi, fijb in, bei, durch, um, auch beim Schwur. Wenn 

ein Vokal darauf folgt, erscheint es häufig ohne Vokal: biummak, 

35 fi)b*ummak oder bummak in deiner Mutter. Für die Verbindung mit 

Suffixen s. § 42. Die Präposition // ist mehr literarisch und kommt 

in der Sprache des gewöhnlichen Lebens kaum vor. 



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XXXII (gtitt&c^t 3ttr fmitif4tn ßpt(u$wifftnf4aft 

2) //, fij/ zu, nach, Dativbezeichnung. Der Vokal kann wieder 
wegfallen, wenn das folgende Wort mit einem Vokal beginnt: laf^üha 
ihrem Bruder. Für die Verbindung mit Suffixen s. § 42. Die Präpo- 
sition ila ist mit li vielfach zusammengefallen und findet sich selb- 
ständig nur noch höchst selten, z. B. in Verbindungen wie Haan bis 5 
dass; ila sd^atefijn bis zu 2 Stunden, d. h. 2 Stunden lang. 

3) ^aläf ^al auf, über, nach, gegen. Es kann eng mit dem fol- 
genden Worte verbunden werden: ^attah(e)t auf dem Throne; s. § 2. 
Über die Verbindung mit Suffixen s. § 42. 

4) min von (zeitlich, örtlich, kausal), „als" beim Komparativ, min 10 
wird häufig, wenn das nächste Wort mit einem Vokal beginnt, in 
zwei Silben zerlegt, derart, dass das m einen Vorschlagsvokal erhält, 
das / ausfällt und das ;/ zum nächsten Worte gezogen wird; man 
spricht also statt min-idi dann (i)tn'nt'di von meiner Hand. Zur 
Verbindung mit Suffixen s. § 42. 15 

5) ^an (weg) von. Zur Verbindung mit Suffixen s. § 42. 

6) Ulla* mit. Das schriftarabische ma^a wird in der Umgangs- 
sprache kaum jemals gebraucht. 

7) iie, ijtä und / bei Schwüren: i^äl/ah ubi/idh utilläk bei Gott; n/jag/^ 
el(i)Hse(i)n bei Hossein. 20 

8) {ijbdäl an Stelle von, für. 

9) barrä ausserhalb von. 

10) ba^(a)d nach (zeitlich). 

11) bilä^ bilaila ohne. Aber baläi umsonst. 

12) be(i)n, und bei mehreren Personen meist bc(i)nät zwischen. 25 

13) ^auna unter, unterhalb von (/^/// ist unbekannt), und innerhalb. 

14) (e)f^läf nach (zeitlich). 

15) dun ausser; unmittelbar vor: dün elr^ab unmittelbar vor dem 
Sonnenuntergang. 

16) Ubfejh wie. 30 

17) (gl während, — lang: tgl Botriri mein Leben lang. 

18) Bagfujb nach (zeitlich). 

19) ^and bei, neben. Für die Verbindung mit Suffixen s. S. 42. 

20) re(ijr ausser. 

2\)fd(u)g über, obenauf. 35 

22) gab(e)l vor (zeitlich). 

23) (u)gbal gegenüber. 

24) ^iddäm vor (örtlich). 

25) midalr um .... herum. 

26) mit(e)l wie. 40 



* KntstaDden aus dem sog. Waw des Mittseins und /7/V7, das mit Suffixen zum Aus- 
druck des ])rononiinalen (Objekts gebraucht wird. 



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(ffUi^mt, QlctuitaBtr^e ßtf<ii4iin mb htm 3t<u|. XXXIII 

27) ffärä hinter (örtlich). 

28) ^emm bei: uugaf ientmak bleib stehen! 

b) Durch Zusammensetzung zweier Präpositionen, oder einer 
Präposition mit einem Substantiv entstehen Doppelpräpositionen. Die 
5 hauptsächlichsten sind folgende: 

i) Mit H zusammengesetzte: (i)bre(i)r ausser, ohne; (i)byLos(e)t 
mitten in; bimü^ gemäss. 

2) Mit U zusammengesetzte: U^el^ lif$äter um . . . willen; le^ün um 

. . . willen (pour les beaux yeux de); li^and bei, nach ... hin; lilemm bei. 

10 3) Mit min zusammengesetzte: min ^auy^a von unterhalb; min 

fd(u)g von oben; min uärä von hinten; min i^e(i)r ausser; mift taraf 

von Seiten, wegen; fd(u)g min oberhalb von u. s. w. 

2. Die Adverbia. 

§ 48- Die Adverbien zerfallen wieder in ursprüngliche und solche, 
IS die ursprünglich Nominal- oder Verbalformen waren. Dazu kommt 
eine Anzahl Fremdwörter. Die hauptsächlichsten sind: 
i) abadan niemals. 

2) idä bi da plötzlich (zur Einfuhrung eines unvorhergesehenen 
Ereignisses). S. a. Nr. 28. 
20 3) Mit dem Fragewort ei wird gebildet: ?ikit(e)r\ Bgedd, Piqadar 

wieviel?; Hlofujn wie?, eigentlich: auf welche Art?; Buäkffjt wann?, 
^hna^fajnäf i^di^(d)7/^a warum?, und indefinit iicem einige (mit dem 
Singular): iicem qirfeji einige Piaster. 

4) Mit dem Artikel el oder fiel (s. § 39) werden Zeitbestimmungen 
25 gebildet: etaui^al, min etau^al anfangs; elbärel^, auual elbäreh ge- 
stern, vorgestern; elipfujm heute; es^bfajh morgens; e4duh(ä)r mit- 
tags; el^as(u)r nachmittags; helib(u)m heute; hessäB jetzt (eigentlich 
hessä^a diese Stimde). 

5) illäy alla ausser; uallä, tiaillä sonst. Auch zur Einführung 
30 eines Hauptsatzes: illä Ürtift ti^äh du musst gehen und es 

bringen. 

6) e(i) ja; häufig verstärkt e(i) naBam\ e(i) uälläh, 

7) e(i)n nur noch in Verbindung mit der Präposition min\ (i)mn^ 
e(i)n woher? erhalten, sonst sagt man y:e(i)n. 

3S 8) barra draussen. 

9) bess nur; genug I 

10) beskut heimlich (= bisukut in Schweigen). 

11) ba^fajd noch. Für die Form ba^fäjdhn, ba^fäjdni s. § 41. 
ba^(a)d dälik darauf 

40 12) baqiie übrigens; schliesslich. 
13) bäcer moi^en. 

Beitrage sur semit. Sprachwissenschaft. V. C 



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XXXIV (ffeiit^e ^ut fcmitifc^en ß^A<imi\ftn\(^aft. 

14) fielet, beßen vielleicht 

15) biltyau 

16) baläi^ bilbaläi umsonst 

17) t^rä, tetäni (eigentlich: du siehst mich) häufig in der Rede ein- 
geschoben, wie bei uns „siehst du". 5 

18) tamäm vollkommen, richtig, fertig. 

19) tauyL mit Suffixen: jetzt tauui^ tauuak^ tauhunt ich, du, sie jetzt 
Das poetische istau\ istau^ah fät jetzt ist er vorübergegangen, erkläre 
ich als essäSa tauu. 

20) ^ezman notwendigerweise. 10 

21) hytte sogar. 

22) hk(i)l schnell. 

23) t^ala^ genug! 

24) ^d(u)b natürlich, notwendigerweise. 

25) de* zur Aufforderung: deruh geh; denrufi wir wollen gehen. 15 

26) daiman immer. 

27) ^aBfaJm, zaB(a)ma d. h. (= ia^fajni). 

28) sä^a, säBa idä, säBa uaidä, da plötzlich; kessä^ s. o. Nr. 4; 
iissä^ bis jetzt; noch (nicht). 

29) sua zusammen. 20 

30) aiü (aus aiüf ich sehe) wie terä abundierend hinzugesetzt 

31) i^ei iüei allmählich, langsam. 

32) Bala Beini {u räsi) ganz gewiss (auch: um meinetwillen). 

33) ^ädf laBäd also, nunmehr. 

34) lä ^d(u)n o wenn doch. 25 
'iS)färed nur; ungefähr. 

36) faqat nur. 

37) ^ddäm vom. 

38) cetir viel, sehr. 

39) kedälik so. 30 

40) ^7//i (aus kill ^e(ij) in jeder Beziehung. 

41) ceni (mit folgendem Singular) wieviel? 

42) cefijfmt} (selten, häufiger ist eUd(u)n\ 

43) la nein. In der Bedeutung: nicht kommt lä beim Verbum 

fast nur in der Verbindung lä , . , ^älä weder noch vor; sonst 35 

ist es durch mä verdrängt Mit dem Imperfekt steht es zum Aus- 
drucke des Prohibitivs. 

44) läsim notwendigerweise. 

45) lenn mit Suffixen lenni u. s. w. (wohl entstanden aus lainnd) sieh 
da; da plötzlich. 4« 

46) te(i)i, Balay^e(i)i warum? 



♦ Die Entstehung dieses de ist mir noch unklar. 



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ißti^ntt, (JUtmraBtf^e 6if4<4<<n auB 6m ^ta^, XXXV 

47) »«i nicht (bd Verben); f««, seltener w»i nicht (bei Adjektiven 
und Substantiven). 

48) helbett gewiss; natürlich. 

49) häm auch. 
5 50) (e)hna hier. 

$1) Aa sieh da; ^<7>& da sind 

52) Aät gieb her. 

53) CeJAuäi sehr. 

54) Aic, Aici so. 

10 55) heihcU niemals mehr. 

56) uaftfd mit Suffixen t^dak^ y^hdt du, ich allein. 

57) /«/« y^äk(f)t früh;/(JV/ ^äk(f)t spät 

58) ^^/^i^« wo? wohin? 

59) |v/|V3r zusammen. 

15 60) %allah sehr IjfLufiger Ausruf, besonders zum Antreiben u. s. w., 
der aber auch ohne Grund abundierend hinzugesetzt wird; vgl. Gesch. 
46, 20, 24; 54, 28. 

61) {emta wann? 

62) iaB(a)nt d h. 
^ 63) ia^ai langsam. 

64) ie(i)st (Erklärung noch nicht ganz sicher) genug. 

3. Die Konjunktionen. 

§ 49. Die Konjunktionen zerfallen in beiordnende und unter- 
ordnende. 

25 a) Beiordnende Konjunktionen. 

t) i) ^, ^a, uu, u und. Es verbindet Nomina und ganze Sätze, 
kann aber auch fehlen, wo wir im Deutschen ein „und" erwarten. — 
Dann dient es besonders dazu, um sog. Zustandssätze anzufügen, die 
im Deutschen durch „indem, während" eingeleitet werden: änf uä^if 
30 bilbäb uinti ^ä^äde bilhd(u)i ich stehe an der Thür, während du im 
Hofe sitzest Übrigens kann auch in dieser Verbindung das ^^' fehlen. 

2) fa und, da ist selten, und in der gewöhnlichen Rede fast ganz 
durch ue verdrängt S. aber § 49 b. 

3) au, und häufiger lo(u) oder, uelb(u) steigert „und sogar". 

35 4) imma, amma, uSimma oder, ammä .... (uejamma ent- 

weder .... oder. 

5) läcin, t^läcin aber, dagegen. 

b) Unterordnende Konjunktionen. 

b) i) in, ida wenn, zur Einleitung der realen Hypothesis. Negiert: 
40 idd ma\ incän mä\ illa, alla. Die Partikeln haben im Vordersatz 



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XXXVI (ßtiMc^t ^t ftmitif^tn ßptti4wi^t%\<^tkfl. 

fast r^elmässig das Perfectum im Sinne dnes Präsens, im Nach- 
satze steht meist das Imperfectum, aber auch das Perfectum (Gesch. 
6, lo; 12, 12; 14, 12 u. s.w.). Statt des alleinstehenden in kommt 
häufiger incän vor, das im Vordersatz meist das Imperfectum hat 
(Gesch. 26,4; 44,8; 74, 12). Bisweilen kann auch die Partikel ganz s 
wegfallen (Gesch. 42, 9) oder durch Prononomina, die konditionale 
Kraft haben (Gesch. 68, 18, wo e/ü derjenige, welcher, d. L wenn 
jemand bedeutet), ersetzt werden. — Die im Schriftarabkchen be- 
stehende Regel, dass ein Nominalsatz, der Nachsatz eines Bedingungs- 
satzes ist, mit /a eingeleitet werden muss, ist zwar nicht mehr bindend 10 
(Gesch. 28, 5; 30, 7), zuweilen steht aber /a doch noch in solchen 
Fällen (Gesch. 32, 40; 68, 18). 

2) lo^uj wenn, zur Einleitung der irrealen Hypothesis. Negiert: 
/ofujma, lö(u)läjinL Im Vordersatz steht meist das Imperfectum, 
im Nachsatz das Perfectum mit vorangehendem cän (negiert mä cäri) 15 
(Gesch. 8, 28; 10, 21; 70, 5; ^6^ 24). — Ganz streng geschieden ist die 
Bedeutung der beiden Partikeln in und ld(u) nicht; .bisweilen steht lb(u) 
auch in der realen Hypothesis (Gesch. 54, 5; 96, 2), und umgekehrt 
(Gesch. 56, 10). — in, idä und ld(u) werden auch zur Einleitung der in- 
direkten Frage* gebraucht; ld(u) lb(u) ob oder. 20 

3) an, dass kommt allein nicht mehr vor,** sondern nur in Ver- 
bindung mit einer Präposition: Haan bis dass; bian dass; Itan weil. 
Auch die Form cenn (mit Suff, cennäh) ist entstanden aus kaan, 
kdanna. Sie bedeutet a) als ob b) wie eben. 

4) (latta dass, damit ist selten und mehr literarisch. 25 

5) lumman (aus cl. latnnta verderbt) hat mehrere, verschiedene 
Bedeutungen: a) nachdem, b) bis dass (für lifna), c) damit 

6) madätn a) so lange als, b) da, weil, c) wenn. 

7) mä tgl solange als. 

8) Durch die Verbindung von dem indefiniten mä mit Präposi- 30 
tionen und Adverbien entstehen viele Konjunktionen, mä allein wird 
auch in konjunktionaler Bedeutung: da, wdl (Gesch. 40, 3) gebraucht 
lamäy Balmä bis dass; cefijmä a) als ob; b) da, weil auyLal^mä so- 
bald, als; befijnamd während; tgljmä solange als; baB(a)djmä, 
Bagfujb^fnä nachdem; giddämjpnä bevor; kilhnä jedesmal wenn- — 35 
Dieses mä kann auch fehlen, sodass dann die Präpositionen und 
Adverbien allein konjunktionale Kraft haben: min und min auual 
seitdem; min taraf, min sfbeb weil; ///, legel weil; färed so- 
bald als. 



* Die direkte Frage wird ebenso wenig wie im Deutschen durch eine Partikel 40 
eingeleitet; man hört es am Ton, wenn eine Frage gemeint ist: ajdd(e)thinn hast du 
sie genommen? 

*♦ Cber ahä/en s. § 53. 



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OVidgner, QJituäxMf^t «<Mt<fUn autf htm 3tft<|. XXXVII 



V. Das Verbum. 

§ 50. a) Die Verben werden eingeteilt in starke und schwache. 
Schwache sind solche, welche in der Wurzel ein Waw, Je (und Hamze) 
haben, oder deren 2. und 3. Radikal identisch ist — b) Das Verbum 

S ist entweder drei- oder mehrradikalig. Mehrradikalige Verben werden 
gebildet entweder durch Verdoppelung einer zweiradikaligen Wurzel 
{zalzal\ dendet), durch Hinzufiigung eines Radikals, meist einer Liquida 
oder eines Schins {iagleb), durch Ableitung von einem vierradikaligen 
Nomen (mär^aJt von nur^ähd), und durch Einschiebung eines Waw 

10 zwischen den i. und 2. Radikal (meist Denominativa): i^mofujsil er 
pfeift auf der mä^üle\ i^hofujrib er singt den Kriegsgesang fid(u)räb\ 
i^sofujüf er erzählt eine Geschichte {sälife). 

f 5L a) Das arabische Verbum besitzt folgende Tempora resp. 
^ Modi: i) Das Perfectum für die vollendete Handlung (die 3.. und 

'5 2. Pers. Sing, und Plur. unterscheiden Maskulin- und Feminin- 
formen). 2) Das Imperfectum für die unvollendete Handlung (die 
3. und 2. Pers. Sing, und PL unterscheiden Maskulin- und Feminin- 
formen). 3) Der Imperativ (mit Maskulin- und Femininformen im 
Sing, und Plur.). 4) Das Partizip Akt und Pass. 5) Der Infinitiv 

20 (der eigentlich eine Nominalform ist). — b) Das Schriflarabische be- 
sitzt noch ein Passiv, das aber bis auf das Partizip aus der Sprache 
des gewöhnlichen Lebens verschwunden ist Ebenso sind die Modi 
des Konjunktivs, Apocopatus und Energicus (bis auf wenige Reste) 
verloren gegangen. Auch von den Dualformen hat sich keine Spur 

25 erhalten ; sie werden jetzt durch solche des Plurals ersetzt 

§ 52. Die deutschen Tempora und Modi werden auf folgende 
Art ausgedrückt: a) Das Präsens durch a) das Imperfectum oder 
b) Partizip: i^füt oder /a^t er tritt ein.* — b) Das Imperfectum und 
Perfectum durch a) das Perfectum; b) Partizip (in der Erzählung); 

30 c) cän mit dem Imperfectum; d) cän mit dem Partizip: larab\ iärib; 
cän liirab) cän iärib er trank. Zuweilen steht sogar das Imperfekt 
in der lebendigen Erzählung (Gesch. 2, 25; 6, 19; 32, 4). — gäm mit 
folgendem Imperfectum bezeichnet den Eintritt einer Handlung: gäm 
iäkil er b^^ann zu essen. — c) Das Plusquamperfekt durch cän mit 

3S dem Perfekt: cän mät er war gestorben. — d) Das Futurum durch 
das Imperfectum: timH du wirst gehen. — e) Das Futurum exactum 
durch lekün mit dem Perfectum: nekün rihnä wir werden wegge- 
gangen sein. 

♦ Beachte auch die Bedeutungsnuancen, welche die Partizipien ^^i (kommend) 
40 und gäBäd (sitzend) bei den Verben hervorbringen: taBälen gä^i kommt her; iigäiäd 
ßsau^i was thust du? /^V amüt ich liege im Sterben. 



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XXXVITT (ßtiMc^t 5ttt fmiHf($tn fptd^wiffemWAp. 

f 53. Zum Ausdruck der Modi ist zu merken: g) Der Konjunktiv 
hat keine besondere Form, sondern wird durch das Imperf. und Perf. 
ausgedrückt — b) Der deutsche Infinitiv wird meist nicht durch den 
Infinitiv, sondern durch das Imperfectum wiedergegeben: arid aruh 
ich will weggehen. — c) Der Prohibitiv ist nicht durch den negierten 5 
Imperativ, sondern durch lä mit dem Imperfekt zu übersetzen: lä 
tiBabin spiele nicht (Mädchen). — d) Der Voluntativ wird ausgedrückt: 
a) durch die i. Person Sing, und Plur. von i?rid (er will) mit einem 
Imperf.: ärtd asäfyr ich will verreisen;* b) l^alli (lass) mit dem ent- 
sprechenden Suffix und der 3. resp. i. Pers. Sing, oder Plur. des 10 
Imperfects: ^alllh l^t er möge kommen; hallihä ti^i sie möge kommen; 
hallinä n^ruh wir wollen weggehen; c) in der Poesie wird der Volun- 
tativ der I. Pers. Sing, durch präfigiertes la gebildet: lan^ttb^lak 
iebec ich will dir Netze stellen; d) ebenfalls in der Poesie haben sich 
noch Energicusformen (s. o.) auf en erhalten: t/^e(i)n anänten wo soll 15 
ich schlafen; lilmd[u)t asiren ^äräh dem Tode will ich benachbart 
sein. Ob freilich die auch in der Prosa vorkommende Form af^äfen 
ich furchte hierher zu ziehen, oder vielmehr als a^äf^an ich fürchte, 
dass zu erklären sei, ist noch nicht sicher auszumachen. — e) Die 
Admirativform mä mit dem Perfect der IV. Form ist auch nur 20 
poetisch: mahlä für mä ahlä wie süss ist es. — Q Das Verbum des 
Wunschsatzes steht im Perfekt oder Imperfekt; im ersten Falle steht 
das Verbum vor dem Subjekt, im zweiten umgekehrt: Allah i^gauuiky 
gaui/^ak Allah Gott stärke dich; arhamkmn Allah Gott erbarme sich 
eurer; Allah jJirhamah Gott hab ihn selig. — g) Erwähnen möchte 25 
ich an dieser Stelle noch die merkwürdigen Formen wie ätari, lebbali, 
^abälaky hasbäläh, die „ich, du, er meint" bedeuten, aber eigentlich 
Nominalformen mit Suffixen (von iter Spur, bäl Gemüt mit den 
Präpositionen // und ^ala und ftasb meinen)** sind. 

§ 54. Bei der Verbindung von Verbum mit einem Substantivum 30 
zum Satze gelten hinsichtlich der Übereinstimmung von Genus und 
Numerus folgende Regeln: 

Das Verbum stimmt mit dem Subjekt gewöhnlich*** überein im 
Genus und Numerus, wenn dieses im Singular oder gesunden Plural steht: 
rähat el^abde die Sklavin ging fort; müen elbenät die Töchter gingen. 35 
Ist das Subjekt ein gebrochener Plural, der männliche Personen be- 
zeichnet, steht das Verbum gewöhnlich im Plural: etihy^e jiGärakun 

* S. auch de in § 48. 
** Sicher ist diese Erkläniag nicht. Merkwürdig besonders, dass bei lebbäll das 
ö verdoppelt wird. 40 

*♦* Wenn das Verbum voransteht, kann es eventuell neutrisch in der 3. Pers. Singl. 
stehen und braucht sich nicht nach dem Subjekt im Genus und Numerus zu richten. 
Doch sind diese Fälle selten. 



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QVtetgiut» (SUu«aa^f4t <Rtf4i4ttn au0 htm 3ya<). XXXIX 

die Brüder streitea Sonst steht beim gebrochenen Plural das Verbum 
entweder im Sing. fem. gen. oder im Plur. fem. gen.: tiüauj^afy^ kudütni 
meine Kleider werden beschmutzt; inlä^an hudümhä ihre Kleider 
wurden beschmutzt Von diesen Regeln giebt es viele Ausnahmen, 

5 insofern vielfach Konstruktionen xaxa övpsaiv vorkommen: nu^^ |%^- 
/un die Hälfte sagt; i^en ^emiifaj tnä äku haiie es kam alles, was 
Schlange war. 

§ 55. Über die Stellung der Satzglieder ist zu bemerken, dass 
entweder das Verbum voransteht, dann das Subjekt und das Objekt 

lo (oder umgekehrt) folgt, oder dass das Subjekt den Satz beginnt und 
dann das Verbum und das Objekt kommt* Ausnahmen kommen 
nur vor, wenn auf einem Wort ein besonderer Ton liegt, sodass es 
vorangestellt wird 

§ 06. a) Von dem einfachen Verbum können neue Stämme ab- 

15 geleitet werden, welche seine Bedeutung verändern. Man zählt 10 

solche Stämme; der IX., welcher Farben und Gebrechen bezeichnet, 

ist in der Sprache des gemeinen Mannes wohl nur noch selten erhalten. 

I. Stamm.** Das Schriftarabische unterscheidet drei Formen des 

I. SXzmmts: fa^aly faHl^fa^ul, von denen die beiden letzten meist 

20 Intransitiva bezeichnen. Diese Unterschiede sind im gesprochenen 
Arabisch fast vollständig verschwunden. Gewöhnlich verwandeln sich 
die beiden kurzen Vokale in.^-Laute, sodass die Grundform lautet: 
difen beerdigen, nizel herabsteigen. Enthält die Wurzel i oder 2 
a-haltige Konsonanten, so werden die dabeistehenden Vokale in 

«5 Ä- Vokale verwandelt: ^adem dienen; l^ala^ zu Ende sein; dikar er- 
inneren; dibali schlachten; ö&z^^ klopfen. Steht an 3. Stelle ein ^-haltiger 
und an 2. Stelle ein a-haltiger Konsonant, so wird der erste Vokal 
noch in q, u verwandelt: tqbali kochen; tufar überspringen; dufar 
stossen; rumä werfen.*** 

30 b) Der n. Stamm wird gebildet durch Verdoppelung des 2. Radikals 

(fa^^al). Die Vokale richten sich wieder nach den danebenstehenden 
Konsonanten. Er hat folgende Bedeutungen: a) Eine verstärkende: 
kessär in kleine Stücke zerbrechen; rauuah weggehen, b) Eine kau- 



* Diese Satzstellang ist im Modernarabischen viel häufiger als im Schriftarabischen. 

35 Man ist dazu schon genötigt, weil die Substantiva keine Casusendungen mehr haben 
und bei der ersten Möglichkeit häufig Subjekt und Objekt nicht unterschieden werden 
können. 

*♦ Die Grundform, d. h. die kürzeste Form des Verbums, nach welcher es im 
Wörterbuch angefahrt wird, ist die 3. Pers. Masc. Perf. 

40 **♦ Die Verwandlung geschieht nicht, wenn an 3. Stelle nicht ein a-haltigcr Konso- 
nant steht: difen beerdigen; hifel bürgen. Sie unterbleibt auch, wenn an i. Stelle 
ebenfalls ein o-haltiger Konsonant steht: Babar überschreiten; hafar graben; saba'r 
färben. In futag trennen bewirkt der erste «-haltige Radikal die Verwandlung in u. 



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XL QßeiM^e ^ux ftmiüf^tn ßpxa<ii9i^tvif4aft 

sative: Mallem lehren; fehhim verstehen machen; uugga^(a) fallen 
lassen; ^ä//«/* zurücklassen; raccib reiten lassen, c) Eine denominative: 
sellim grüssen (d. h. seläm sagen); kabbar \ Allähu akbar rufen, d) Eine 
ästimative: ^äddag für wahr halten, glauben; ceddib für unwahr halten, 
e) Eine in transitive, mit dem V. Stamm übereinstimmende, die ich 5 
mir durch zu supplierendes tief sah erkläre: ^aiiär besser werden; 
keiief sich freuen; yiennä abwarten, verständig sein. 

C) Der ni. Stamm wird gebildet durch Dehnung des Vokals der 
I. Silbe zu ä {fä^at). Er drückt aus die Beziehung auf eine Person, 
d. h. eine gegenseitig unternommene oder versuchte Handlung. Die 10 
Person steht immer im Akkusativ: fyä/a/jem. zuwiderhandeln; %ä^ah 
jem. vors Antlitz treten; bära jcm. begleiten; Aacä mit jem. sich unter- 
halten. 

d) Der IV. Stamm wird durch präfigiertes a und Vokalverlust 
des I. Radikals gebildet {aßaiy Die Bedeutung ist eine kausative; 15 
aslam zum Moslim machen; au^af beschreiben; akram belohnen. 
Die Form wird im Vulgärarabischen selten mehr gebraucht, da sie 
fast ganz von II. verdrängt ist Wegen der Unbeliebtheit gehen 
eigentlich IV. Formen auch in I. über, und es ist besonders im Im- 
perfekt nicht immer leicht, beide auseinander zu halten. Eigentliche 20 
IV. Formen von Verben med. Waw werden zuweilen wie neue Verba 
med. Je behandelt: rad Impf iMd wollen. 

e) Der V. Stamm wird von IL gebildet durch Präfigierung von 
/<?, tä, tu, (i)t, (e)t (tafa^Bal), Die Bedeutung ist das Reflexivum oder 
Passivum der IL: t^kellem sprechen, sich unterhalten; t^ma^^at sich 25 
schneuzen. 

f) Der VI. Stamm wird von IIL gebildet durch Präfigierung von 
te\ tä, tu, (i)t, (e)t (tafä^al). Die Bedeutung ist das Reflexiv von IIL: 
te^ärad sich jem. entgegenstellen; teBärak sich mit jem. bekämpfen. 

g) Der VII. Stamm wird von L gebildet durch Präfigierung der 30 
Silbe in (infa^at). Er hat fast durchgängig passive Bedeutung: inkesär 
zerbrochen werden; in^ätä gegeben werden.* 

h) Der VIIL Stamm wird gebildet durch Einschiebung der Silbe 
tä, te hinter dem ersten Radikal (iftä^al). Die Bedeutung ist das 
Reflexivum oder auch Passivum von L: imtähan geprüft werden; 35 
ütdral sich beschäftigen, arbeiten; iltifet sich umdrehen; ütikä sich 
beklagen. 

i) Der X. Stamm wird gebildet durch präfigiertes ista und 
Vokal Verlust des i. Radikals (istaf^at). Die Bedeutung ist ursprüng- 
lich das Reflexivum des Kausativstammes,** dann aber bezeichnet er 40 

* Formen wie inhddär eintreten, inhezem fliehen sind nur Susserlich Activa. 
♦♦ Das s der Silbe ista hat kausative Bedeutung. In einigen semitischen Dialekten 
wechselt s mit a (IV. Stamm) in der Kausatiyierung der Stämme. 



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(nUdgner» QJUyiata^f^t <Rtf<l^<Htn au0 htm 3rA<). XLI 

auch „um das bitten, was I. bedeutet": istäJ^a sich selbst schämen 
machen, d. i. sich schämen; istarfär um Verzeihung bitten. 

f 57. a) Die Bildung der eigentlichen Verbalformen geschieht 
durch Affixe und Präfixe. Perfekt und Imperativ haben nur Affixe, 
5 Imperfekt Präfixe und Affixe. 

Die Affixe des Perfekts sind: 

Singular Plural 

3. m. — — -au (u) 

3. f. -ä/, -ei (-at)* -en (nd) 

10 2. m, '(e)t i'ta)** -tu {-tum) 

2. £ 'H {-ti) 'ten {-tunna) 

1. iV;/ (-/«).*♦ -na {-nd). 

b) Hat das Perfekt die Form fa^al, fu^al^ und ist dabei der 

letzte Radikal «-haltig,t so wird das kurze ä in offener (nicht aber 

»5 in geschlossener) Silbe in u verwandelt: iaräbfejt ich, du trankst, aber 

(e)lrübet sie trank; (u)tlübet sie verlangte; (e)rmüdet sie blinzelte; 

(e)b^ütet sie schlug; Barufau sie wussten; (ejdricben sie schlugen. 

C) Was die Betonung anbelangt, ist zu bemerken, dass sämtliche 
Formen auf der vorletzten Silbe betont werden: kitebf'fi)kübet,f\ 
20 kiUbfe)t,-\V( kitfbii*^ küibfejt,^^ (ijktibau**^ (i)ktiben*^ kitibtü, 
kitibten,^ kitibnä. 

f 58. a) Die Präfixe und Affixe des Imperfekts sind: 

Singular Plural 

3. m. |V-, |a-,* iq-,^ ip-,^ ie^' (ja-)* ii- u. s. w.^ -«/i» {ia- und) 
25 3. f. ti' u. s. w,5 {ta-) |V- u. s. w.^ -en da- nd) 

2. m. //- u. s. w.* {ta-) ti' u. s. w.^ -ün {ta- und) 
2. f. ti' u. s. w.^ 'in {ta- ind) ti- u. s. w.* -en {ta- nd) 
I. ä',^ Ä-' {d) ni' u. s. w.* {na). 

i) Selten vor i und i. — 2) Vor h. — 3) Zuweilen' vor i. — 4) Zuweilen vor i (s. u.) 
30 und wenn eine lange, betonte Silbe folgt In diesem letzten Falle verflüchtigt sich 



* Die in Klammem beigefügten Affixe sind die schriftarabischen Formen. 

** Die Meidanaraber bilden die 2. Pers. Masc. und die i. Pers. Sing, jedenfalls 

nach Analogie die Verba tert infirm., auf e(i)t'. Byrß(i)t ich habe erfahren; grysj(i)tni 

du hast mich gekneipt. Diese Formen hörte ich auch in Kuweirisch zuweilen von kleinen 

35 Jungen. Reschid verwarf sie aber als meidanisch (s. auch Gesch. 42, 20 f.) und spricht: 

iardf(e)i, geräffeJtnL 

^^f* Das ist nötig, sonst sagt man: (e)kHbet sie schrieb. 

t Das ist nötig, sonst sagt man: (e)früei sie machte das Bett 
ff Im Stadtarabischen spricht man kiibet, fflU^et, 
40 fff Der Hilfsvokal in der 3. Silbe rechnet nicht 

♦f Diese Femininformen kommen im Stadtarabischen nicht vor. 
**f Im Schriftarabischen spricht man kitbü. 



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XLII (gtiMc^e ^ut fmitif(itn ßpta<iwi^tnf4afi. 

häu6g das y^ fast zu J: 'jf^ä/i/; Jäir; igul. — 5) Die Vokale verändern sich ebenso wie 
in der 3. Pers. Masc. unter den gegebenen Bedingungen. — 6) Wenn in 2. Silbe 1 folgt. — 
7) Wenn in a. Silbe a oder // folgt. — 8) Das n von ün kann eventuell abfallen, be- 
sonders wenn ein Suffix oder eine Präposition mit einem Suffix folgt: j^huiß^lka sie 
legen für sie hin. 5 

b) Der Vokal der zweiten Silbe lautet im Schriftarabischen u, i 
oder a. Welcher Vokal steht, muss das Lexikon lehren; nur gilt als 
Regel, dass die Perfektform fa^il fast ausnahmslos iaßal bildet 
Dieselbe Willkür der Formen tritt uns im Vulgärarabischen entgegen, 
sodass es unmöglich ist, feste Regeln zu geben, und man ebenfalls 10 
gut thut, in jedem Falle das Lexikon zu befragen. — C) Im einzelnen 
merke man: Verba der Form fiBel lauten im Imperf iifHh {idfin be- 
erdigen; iiktib schreiben. — d) Verba der Yotm fa^al, fu^al lauten 
meist iijhih pkrub pflügen; iidrub schlagen; iidfur stossen. Auch 
iig^yd sitzen steht für iig^ud. Eine Ausnahme ist iigdar können. — 15 
e) e, e, ä haben fa^al, fi^al und /^i^Z-Formen (letzte besonders, wenn 
der 3. Radikal ein r ist): iifjdem dienen; iidker erwähnen, iqltmed 
preisen; iqhf^r graben; iU^sär verlieren. Wegen des letzten «-haltigen 
Radikals lauten die Imperfecta von Irakern und l^abez iqhkum ent- 
scheiden; iaf^buz Brot backen. — Q a haben a) diejenigen Verba, 20 
die an 2. oder 3. Stelle ein i (oder h) haben: iir^a^(a) zurückkehren; 
iüla^(a) herausreissen; jit^ab müde sein; jiz^al zürnen; {idbah 
schlachten; b) die auf klassische ^^//-Formen zurückgehenden Verba: 
jibrad frieren; iirkab reiten; iiirab trinken; iidJiak lachen; iiqbal an- 
nehmen; iilhag erreichen. Auch die Formen iUßas zu Ende sein, 25 
iidrak mannbar werden scheinen intransitive /ai//-Formen wider- 
zuspiegeln. — g) Die Verba, deren erster Radikal ein i ist, bilden 
das Imperfectum auf zweierlei Weise: a) die erste Silbe, welche den 
Vokal ö erhält, wird betont, und hinter dem i wird derselbe Hilfs- 
vokal eingeschoben: i'o^föjbyr überschreiten, b) Der Hilfsvokal a 30 
wird betont, und der Vokal der ersten Silbe verkürzt: j?^(d)byr über- 
schreiten; ieB(ä)}^i heulen; ieB(ä)^ gefallen. Ausnahmen sind die 
schriftarabischen Formen id^(a)mi blind werden; iä^fajfa verzeihen. 
— h) Zu beachten ist noch, dass auch die Verba prim. h und h 
Imperfecta mit einem zwischen i. und 2. Radikal eingeschobenen 35 
Hilfsvokal a bilden können, die dann vielleicht keine IL Formen sind 
(wie teilweise im Glossar bemerkt ist), sondern L, obwohl der 2. Ra- 
dikal verdoppelt gehört wird: jfhdllib melken; {ehättub Holz sammeln; 
i^hdssib rechnen; (^käbbei Korn zerstossen; iehdrruf laufen; {ehäzzär 
die Bäume beschneiden. 40 

§ 59. a) Die regelmässigen Formen sind bei dem Antritt von 
Affixen selten. Fast durchgängig werden in diesem Falle die söge* 
nannten aufgesprengten Formen angewandt, d. h. der vokallose erste 



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Radikal wird mit einem Vokal versehen, der 2. wird vokallos: ^^äisun 
aus und neben iilbesün sie kleiden sich an; iibu^tün aus und neben 
ißpitim sie schlagen. Die Aufsprengung unterbleibt, soweit ich sehe, 
häufiger, wenn an 2. oder auch i. Stelle der Wurzel ein r (und n) steht: 
5 iikrubün sie pflügen; lirkudün sie laufen; iürabün sie trinken; ägrysak 
ich kneipe dich; nidrubak wir schlagen dich; iignu^ün sie jagen. — 
b) Die Betonung der Imperfektformen liegt auf der vorletzten Silbe, 
mit Ausnahme derjenigen Formen, deren letzte Silbe lang und in- 
folgedessen den Ton hat: iürab, tiirab, türab, türabin, dir ab , iürabün, 
lo iüräben^ tiirabün^ türdben, niirab. 

f 60- a) Der Imperativ hat in der 2. Silbe denselben Vokal wie 
das Imperfectum, und als Präfix wohl durchgängig i*\ iktib schreib; 
ürab trink; irkud lauf. Die Präfixe und Affixe des Imperativs lauten: 

Singular Plural 

IS 2. m. /■-, u- (ti'y i-)** i'fi (U'U, i'ü) 

2. f i'i, U'i (U't, i'i) i-en (u-na, i-nd). 

b) Merkwürdigerweise wird, so weit meine Beobachtungen reichen, 
im Singular die erste, im Plural die vorletzte Silbe betont. Doch 
schwebt der Akzent hier vielfach: iktib, iketbl, iktibü {ikitbü\ iktiben 

2o (ikitben), 

I 6L a) Das Partizip Act. schiebt zwischen den i. und 2. Ra- 
dikal ein ä ein {fäBil): käteb schreibend; mänaB(a) lindernd; ^äBäd 
sitzend. — b) Das Partizip Pass. wird gebildet durch das Präfix ma, 
nie, tnä und Einschiebung von ü zwischen den 2. und 3. Radikal 

25 {maf^üi): tnektüb geschrieben; ma^fajsüm tingeleiden; märsü/ gesandt 

f 62. a) Der Infinitiv, der eigentlich ein Nomen ist, hat eine 

Anzahl verschiedener Formen; die häufigsten sind /ai/ und fu^ü/ 

(für Verben der Bewegung und Ruhe). — b) Anstatt der Form /ai/ 

wird in unserm Dialekt öfters die Femininform /öiÄ' gesetzt: gd(u)le 

30 sagen; nd(u)fne schlafen; därta pfurzen; ta^{a)be ermüden; dägge 
schlagen; 4^hce lachen; ^eij^e kommen. — c) Neben der infinitivischen 
und substantivischen Bedeutung wird der Infinitiv vom Verbum des 
Satzes gebraucht, um ein Mass oder eine Beschreibung auszudrücken: 
iüäh ia^i er röstete ihn ein Rösten, d. h. tüchtig; degg deggete(i)n 

35 er klopfte zweimal. 

f 63- a) Das Perfekt der II. Form wird wie das von I. abge- 
wandelt, nur wird die 3. Pers. Fem. Sing, und die 3. Pers. Masc. und 

* Ich hörte auch Imperative ohne Präfixe, z. B. rikH4 neben irku4 lauf. — Über 
de vor dem Imperativ und Voluntadv der i. Person Plur. s. § 48. 
40 *» Die in Klammem beigeftigten Präfixe und Affixe sind die schriftarabischen 

Formen. Das Präfix lautet 1 (vgl. irku4^ ikrub)^ u, wenn der erste Radikal «-haltig 
ist {utfttr). 



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XLIV (gtiMc^t 5ttt ftmiHf(itn ßptCi4m\ftnf<I^A\t 

Fem. PL auf der i. Silbe betont: sellitnet sie grüsste; cittefau sie 
fesselten. — b) Das Imperfekt wird durch präfigiertes {e gebildet: 
iicittif er fesselt. — c) Der Imperativ lautet wie das Imperfekt ohne 
Suffixe: cettif fessele. Wenn das Wort hinten wächst, ist die Ver- 
doppelung des 2. Radikals häufig nicht mehr merkbar: cefnih fyxrceffenik 5 
lege ihm das Totenhemd an. — d) Die Partizipien werden durch 
präfigiertes m^, mü gebildet Das Partizip Act. hat in der letzten 
Silbe gewöhnlich ein i, das des Passivs ein a oder e. Ist der 2. oder 
3. Radikal ein a-haltiger Konsonant, so sind vielfach die Partizipien 
nicht zu unterscheiden. — e) Der Infinitiv hat gewöhnlich die Form 10 
tafHl\ tärttb aufstellen. Zuweilen tritt an Stelle des langen Vokals 
der letzten Silbe eine Femininendung ein: ti^ruba Versuch; tiskere 
Billet* 

§ 64. Die IIL Form wird genau analog der IL behandelt; nur 
lautet der Infinitiv nach Form m^fä^ale, müfä^ale, seltener fi^äl: 1$ 
mü^äma^a mit einer Frau zusammen sein; muuä^aha vors Angesicht 
treten. 

§ 65. a) Das Perfekt der IV. Form schliesst sich in Abwand- 
lung und Betonung der II. Form an: aüsufet sie beschrieb. — b) Das 
Imperfekt, das im Schriftarabischen die Form lufHl hat, ist in den 20 
wenigen vorkommenden Fällen von I. nicht zu unterscheiden: iitlai(a) 
er bringt in die Höhe. — c) Der Imperativ {aßil) und das Partizip 
{mußil) der IV. sind in der Sprache des gewöhnlichen Lebens sehr 
selten: mumkin möglich; mislint Moslim. — d) Die Infinitivform ist 
if^äl\ ikräm schenken, daneben auch af^äh asläm Islam. 25 

f 66. a) Das Perfekt der V. Form richtet sich ganz nach der IL 
— b) Das Imperfekt wird durch präfigiertes ie gebildet {iatafa^^al). 
Zuweilen werden die beiden kurzen Vorschlagsilben in eine lange 
(^t) zusammengezogen: ietHaggä, iitlaggä er trifft, — c) Der Infinitiv, 
der im Schriftarabischen die Form tafa^^ul hat, wird in unserm 30 
Dialekt wohl kaum gebraucht, sondern wird durch den Infinitiv der 
II. vertreten. 

f 67. a) Die VL Form wird analog der IIL abgewandelt Das 
Imperfekt lautet entsprechend der V. {jatafa^al). Der Infinitiv nach 
der Form tafä^ul ist ebenfalls ungebräuchlich. 35 

f 68. a) Die durch präfigiertes in gebildete VII. Form ver- 
wandelt im Imperfekt die Vorschlagssilbe in iin. Im Schriftarabischen 
lautet die Form iinfaHL Die Vorliebe für den /-Vokal in der letzten 
Silbe hat sich auch im Vulgärarabischen erhalten. — b) Das Perfectum 

* In dieser Form gewiss Lehnwort aus dem Türkischen. — Unsicher ist die Form 40 
taS(a)lamäi Übungen. Ist das ein Infinitiv der II. oder der V. Form? Unsicher ist 
auch teriüBa rülpsen. 



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(ffiti^ntt, (SleuaraBir^i <Rt{4i<ttin au0 htm 3ta<). XLV 

betont die Pänultima: inkisär'y Imperfekt, Imperativ und Participium 
auf der Antipänultima: jlnkesir. Jedoch macht sich das Bestreben 
bemerkbar, auch diese Formen auf der Pänultima zu betonen: iinftd" 
kum es wird entschieden. — c) Der Infinitiv hat die Form infi^äL 

5 § 69. Die VIII. Form bildet das Imperfekt entsprechend der VII. 

(iafta^il). EHe Betonungsverhältnisse sind auch dieselben wie in VII. 
Der Infinitiv hat die Form iftt^äl. 

§ 70. Die X. Form bildet das Imperfekt wie die VII. (jastafHl), 
Doch wird hier im Imperfekt, Imperativ und Partizip fast durchgängig 

lo die Pänultima betont, wenn die Silbe geschlossen ist: (istäiffr) mistär- 
ffr, wenn das nicht der Fall ist, zeigt sich wieder das Schwanken der 
Betonung: iisteftl und iistihi er schämt sich. Die Infinitivform ist 
isHf^äl 

Die Verba mediae geminatae. 

«S § TL a) Die Verba, deren 2. und 3. Radikal der gleiche ist, 

kontrahieren diese, mit Ausnahme der Fälle, dass ein langer Vokal 
zwischen dem i. und 2., oder 2. und 3. Radikal steht, oder der 2. Ra- 
dikal verdoppelt ist. — b) Für die Kontraktion gelten folgende Regeln: 
i) Haben die beiden ersten Radikale je einen (kurzen) Vokal, so 

20 wird der 3. Radikal dem 2. assimiliert, und der 2. Vokal fallt aus: 
medd für madad ausstrecken; ^add für ^adad zählen. 

2) Wenn der erste Radikal eigentlich vokallos sein sollte, zieht 
er den Vokal des 2. Radikals auf sich zurück, und dieser assimiliert 
sich dem 3.: {ehutt für iqfitut er setzt 

25 3) Treten an den letzten vokallosen Radikal konsonantisch anlau- 

tende Affixe, so schiebt man als Hilfslaut die Silbe {e)i ein, sodass die 
Verba wie Verba tert infirm, aussehen: Jwtte(i)t für hätatfejt ich setzte; 
kot{e{i)nä für hatatnä wir setzten. — c) Das Partizip kann unkontra- 
hiert und kontrahiert gebildet werden: hätet und hätt setzend. Wächst 

30 es hinten, so haben die kontrahierten Formen den Vorzug: fiattin 
setzende. 

Verba hamzata^ 

§ 72. i) Verba prim. ha mz. a) Die Verba, deren erster Ra- 
dikal ein Hamza ist, bieten allerlei Unregelmässigkeiten. Perfekt, 
35 Imperfekt, Infinitiv und Imperativ sind meist regelmässig: akal^ iäkil, 
ac(e)/, ikil iss; ihid nimm.* — b) Zuweilen wird das a der ersten 
Silbe, um es zu stützen, gedehnt, sodass die Formen wie III. aus- 
sehen: ämar Impt amir befehlen; äies** verzweifeln. Das Im- 

* So lautet der Imperatir im Unterschied von dem klassischen Arabisch, wo das 
40 Hamza ausfällt. 

*♦ Transponiert von xais. Diese Form kommt schon im Schriftarabischen vor. 



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XLVI (ß^iM^t 511V ftmiHf^tn ß^cuimi^tnf^aft. 

perfekt ^amir zeigt aber, dass es eigentlich I. Formen sind. — c) Das 
Partizip Act. wird mit präfigiertem m gebildet: mäci/ essend, mäf^id 
nehmend, verheiratet — d) In den abgeleiteten Formen, besonders 
IL, V. und VII. wird das Hamza gern in ^ und | verwandelt*: ih^occtl 
zu essen geben; «^l^^^r wegtreten; i^«^j verständig** sein; t^eddeb 5 
sich verständig benehmen; iümöcel gegessen werden. — e) Daneben 
kommen aber auch Formen mit erhaltenem Hamza vor: ammen*** 
deponieren; aiiar\ ein Zeichen machen, fast durchgängig die 
X. Form: istänes sich amüsieren; istahel verdienen. — f) Der 
Vn. Stamm kann ausser auf die eben angegebene Weise noch nach 10 
Analogie der Verba med. Waw gebildet werden (§ ^6)\ inf^äd ge- 
nommen werden; Ritual gegessen werden. 

f 73. 2) a) Verba med. hamz. sind ausser saal fragen selten. 
Dieses wird ganz regelmässig gebildet — b) Die VI. Form tHaab 
gähnen hat sein Hamze in ein u verwandelt (tHä'^ab), 15 

§ 74. 3) Verba tert hamz. sind im Perfekt von Verben tert 
infirm. (§ ^^) nicht zu unterscheiden. Im Imperfekt haben sie in der 
2. Silbe immer einen ^j- Vokal: iiqra er liest 

Verba mit Waw und Je. 

I 75. i) a) Die Verben prim. Waw sind im Perfekt von I. 20 
regelmässig, doch verwandelt sich der erste Vokal unter dem Ein- 
flüsse des Waw in u\ ««^ä/ stehen; 7^uga^(a) fallen, wofern er nicht 
durch einen ^-haltigen Konsonanten an 2. Stelle gehalten wird: ^aBad 
versprechen. — b) Das Imperfekt bilden sie auf drei verschiedene 
Arten. Bei der ersten wird u beibehalten, bei der 2. ausgestossen, 25 
bei der 3. in a verwandelt: iö(u)gaf, iigafW er steht, jp(u)ga^(a) 
iiga^(a) er fällt Die ersten beiden Arten sind gleich häufig; die 3. 
ist selten: ta^d du brennst; iatä er tritt; tahlin du bist leer. — 
C) Dieselbe Auflösung des Waw in a findet sich auch beim Partizip 
Pass.: ma^dY[\ vorhanden; w^ ja/* beschrieben. 30 

d) Von den abgeleiteten Stämmen werden 11., III., V., VI. regel- 
mässig gebildet — e) Von dem IV Stamme lautet das Perfekt auch 
regelmässig: ä«j^ beschreiben; das Imperfekt ist von I. (mit Waw) 
nicht zu unterscheiden: iofujrid er führt zur Tränke. — Q Die 
VII. Form kommt nicht vor; in der VIII. assimiliert sich das y dem 35 

* Auch in Nominalformeo ^olem Krankheit für *alam\ (astr Gefangener für asir. 
** Das Verbum tenä warten ist eine Neubildung von taarmä (V. von ^anä). 
*♦♦ Die erste Pcrsoo Imperf. lautet: ammin fiir u ammin. 

t Eine Neubildung von aiära Zeichen, das von einer Wurzel iär herkommt. 
tt Der 2. Radikal klingt dann wie verdoppelt: Vggofy ViS^^(c)' 40 

tft Die schriftarabische Form mati^d ist bekannt, aber mehr literarisch. 



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QVteigiut, (tleuArdttfcfe titf<ti<Htn au0 ^tm ^xaq. v XI.VII 

/: ütifag übereinkommen. — g) In X. löst sich das u wieder ge- 
wöhnlich in a auf: istäret erben; istäged anzünden. 

h) Die Verba prim. Je behalten das | im Imperfekt: iabes Im- 
perfekt ie(i)bes trocken werden. 
5 § 78. 2) a) Verba, deren 2. Radikal ein Waw oder Je ist, 
verwandeln im Perfekt von I. die Silben ay^a^ aia in ä, wenn die Sübe 
offen oder am Wortende einfach geschlossen ist: gälau sie sagten; 
gam er stand, in / oder u*, wenn sie doppelt geschlossen ist oder 
auf eine einfach geschlossene Silbe ein konsonantisch anlautendes 

>o Affix folgt: gmfejt ich stand; gilfejt** du sagtest; gilta ihr sagtet 
— b) Im Imperfekt wird aus uu: ü, t(a: ä (von Verben y^jii/), fi: i kon- 
trahiert Diese Vokale verbinden sich mit dem ersten, eigentlich 
vokallosen Radikal, und der Vokal des Präfixes wird in / verkürzt; 
so wird aus iiguul: iegül er sagt; iin%afn\ ienäm er schläft, iiriid: ierid 

»5 er wilL — c) Die langen Vokale werden verkürzt, wenn auf die ein- 
&ch geschlossene Silbe eine eng dazu gehörige, mit einem Konso- 
nanten beginnende Präposition mit Suffix folgt: t^gil^läh du sagst 
ihm. — d) Vom Verbum räh weggehen wird meist auch ohne diesen 
Grund das Imperfekt und der Imperativ ierüh, ruh für //r#, ruh 

2o gesprochen. — e) Bei Verben med. Je fällt das ursprünglich lange 
i sogar manchmal aus, wenn eine lange und betonte Silbe folgt: 
terdin für teridin du willst; Bterdün für Ht^rldün was wollt ihr? — 
f) Der Imperativ lautet entsprechend dem Imperfekt: gül sag,*** näm 
schlaf, sir reise. — g) Beim Partizip Act löst sich der 2. Radikal in 

«5 Hamze auf; das i der 2. Silbe wird aber meist als Halbvokal (|) ge- 
sprochen: gail sagend; na im schlafend; laib Greis. — h) Das Par- 
tizip Pass. hat die Formen megiül gesagt, meb}uB(a) verkauft; märiud 
gewollt 

I) Zu einer Radix med. Waw"gehört auch nach meiner Ansicht 

3o äkü er ist, tnäku er ist nicht Ich halte äkn als entstanden aus i^kün. 
Der WegfaU des ;/ am Schlüsse hat sein Analogon in dem Flick- 
wort aiü sieh, das übereinstimmend als aiüf erklärt wird, und das 
a der ersten Silbe halte ich für eine Analogiebildung nach niäkn aus 

* UrsprÜDglich wird in diesen Fällen a^a in i#, a^/, fl/fl, ajli in / kontrahiert. Jetzt 
35 sind diese Formen aber meist zusammengefallen, und i bat ganz entschieden die Ober- 
herrschaft über u gewonnen, selbst wenn an letzter Stelle ein M-haltiger Konsonant steht: 
iif(e)t ich (Urchtete; iif(e)t ich sah; gim(e)t ich stand; nim(e)t ich schlief, u hat da- 
gegen bug(e)t ich stahl. 

*♦ Wenn auf diese Form eine eng damit verbundene Präposition folgt, assimiliert 
40 sich das / dem /: gttt^lak ich sagte dir. 

♦*♦ Dsmeben kommt speziell von diesem Verbum gb(u)lten im Sinne eines Impe- 
rativs vor. Ich erkläre diese Form als qaulatan ein Sagen mit zu ergänzendem gul 
sag. Z. B. go(u)lten bess sag, genug; gb(u)lten abuk mä (infik iub(e)s sag, dein Vater 
giebt dir nicht Brot 



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XLVIII (ßtHtü^t ^KY ftmiH\4tn ßpta<ifH\f*nf4aft 

mä^ikü(n).* Dialektisch scheint daneben auch die Form akün 
vorzukommen. 

k) Die U., III., V. und VI. Form wird regelmässig gebildet. Bei- 
spiele von IV. sind mir nicht bekannt — I) In der VII. und VIII. Form 
wird a^at aui, a^a, a^i ausnahmslos in ä kontrahiert: irrää für inräd s 
gewollt werden; linbä^(a) er wird verkauft; i^täd jagen. Im Infinitiv 
wird aus i^ä\ iiä\ ihtiiä^ bedürfen. — m) In der X. Form wird aus 
ua^ ia\ ä, aus ^i fi\ l: istaräh, listarih. 

§ 77. 3) a) Verba tertiae infirmae. Zu den Verben tert. 
infirm, gehören die Verba, deren 3. Radikal ein Waw, ein Je oder 10 
Hamze ist. Alle werden im Perfekt gleich behandelt, und zwar hat 
das Je die Oberhand über die anderen Laute bekommen. — b) Steht 
an 2. Stelle ein «-haltiger Radikal, so wird der vorhergehende Vokal 
in u verwandelt: ruma werfen, anderenfalls ist er r. liga finden, büä 
weinen. — c) Unregelmässig ist die Form önta, iinti*^ geben, die ge- 15 
wiss nur eine Nebenform von a^ta (IV. Form) ist, trotzdem sie auch 
im Schriftarabischen vorkommt — d) Die Endungen des Perfekts, 
die sich direkt an den 2. Radikal hängen, sind: 

Singular Plural 

3. m. 'ä -au 20 

3. m. -et -en 

2. m. -e(i)t -e(i)tü 

2. £ 'e(i)ti -e(i)ten 

I. -e(i)t 'i(i)nä. 

e) Betont wird die Pänultima mit Ausnahme der 2. und i. Pers. 25 
Sing.: müa, mÜet, müefijt, miiefijtt, müefijt, miiau^ müen, müe(i)tü, 
müe(i)teny müe(i)nä, 

f) Während das Perfekt die im Schriftarabischen vorhandene 
scharfe Scheidung zwischen Verben faBal und fa^il aufgegeben hat, 
tritt sie im Imperfekt entsprechend dem klassischen Arabisch wieder 30 
zu Tage: das -iiu der Vtrha. /a^a/ wird t, das a^u der Verba /a^ü 

in a aufgelöst: ^irmi aus iirmiiu er wirft, iilga aus iilgaiu er trifft. 
Ebenso bilden die Verben tert. hamz. das Imperfekt immer auf ä\ 
iiqra er liest — g) In beiden Bildungen fällt beim Antritt von Suf- 
fixen der letzte Vokal aus: tirtnin du wirfst; iirdün sie stimmen zu; 35 
iibcen sie weinea — h) Der Imperativ richtet sich nach dem Im- 
perfekt: irmi wirf; irdä stimm überein. Neben imh geh fort, kommt 
auch die Form imü vor. — i) Im Partizip Act vereinigt sich der 
letzte Radikal wieder mit dem Vokal / zu /: mah gehend. Das Je 



* Es ist nicht heisst auch noch märnüy entstanden aus ma min ie(i), 40 

** Andere Stämme kommen davon nicht vor; in VII. sagt man: {inBati. 



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Qllldgiut» (SUuAttAif^t t^€f4U$ttn aw hm 3ta^« XLIX 

erscheint jedoch wieder im Feminin und Plural: mäi^e, malz^in; 
maüiäL — k) Im Partizip Pass. wird aus üi: i Fem. ^>: marmi, 
martniie geworfea — I) Der Infinitiv hat die Formen miU gehen; 
d^ri wissen; häci erzählen. 
5 m) In den abgeleiteten Formen gilt auch als Regel, dass ein dem 

i vorangehendes a die Silbe a, ein dem / vorangehendes i die Silbe 
i hervorruft: rabbä erziehen; teldggä, iitläggä treffen; iekiffi genügen; 
mänädi Ausrufer; m^ltaUä fardert — n) Es ist noch zu merken, 
dass der Infinitiv der IL Form femininisch lautet: tärhile erziehen; 
lo ta^(a)ziie kondolierea 

Doppeltschwache Verba 

f 78. a) Doppeltschwache Verba sind solche Verba, die zu 
gleicher Zeit ein Hamza und Waw oder Je, oder einen dieser Laute 
2 mal als Radikale haben. — b) Ein Verbum med. Je und tert hamz. 

'S ist ^ä kommen. Es kommt in seiner ursprünglichen Gestalt aber 
nur noch vor, wenn ein Wort vorhergeht, das auch den Ton von 
gä trägt: mä^^ä er ist nicht gekommen. Im allgemeinen wird es 
als vermeintliche biliterale Wurzel durch ein präfigiertes i zu einer 
triliteralen umgewandelt: iga, i^ct, i^e(i)t, ige(i)ti, i^efijt, i^au, i^m, 

2o i^efijta, i^e(i)ten\ i^efijfia. — C) Das Imperfekt lautet entweder regel- 
mässig (i^i oder ji^i. — d) Als Imperativ wird ta^äl (VI. von ^alä) 
gebraucht; Partizip: ^al. — e) Ähnlich wird klass. raä in arä ver- 
wandelt (nur vom Sehen eines Traumes gebraucht; selten). — f) Ein 
Verbum prim. hamz. und tert. infirm, ist edda Impf liddt (aus iüaddi) 

2$ geben (II. Stamm). — g) Von der V. Form tdannä warten ist ein 
neues Verbum tenäy iihiä gebildet worden. — h) Der Ausruf ie(i)zt 
genug, der gewöhnlich als aus {i^zi entstanden erklärt wird, ist noch 
dunkel. 

i) Verba prim. Waw und tert. infirm, sind häufig: uufa, id(u)h 

30 erfüllen; uuia, lata treten; ^usä auftragen; Tiallä zum Vali machen; 
^ädda fuhren. 

k) Auf einen Stamm prim. Waw und med. Je geht die Form 
t^ai^ spähen, sehen (VI. Stamm) zurück.* 

I) Verba med. Waw und tert. infirm, behalten ihr ^ und be- 

35 handeln es wie ^inen Konsonanten: iistia wert sein; 0B{äJ^t heulen. 
Der Infinitiv lautet entweder ia^^ rösten, oder (mehr literarisch) tei 
falten; cei brennen. 

m) Von Verben mit doppeltem Je merke die unregelmässige 
X. Form: istdha^ iistehz sich schämen. 



^ * Der I. Stamm dieses Verbs kommt in derselben Bedeutung auch in den von 

SociN, Diwan aus Centralarabien publizierten Gedichten vor. 

Beiträge zur semic. Sprachwissenschaft. V. D 



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« 
Die Quadrilitera 

§ 79. Von den Verben mit vier Radikalen kommen nur zwei For- 
men häufiger vor, nämlich die der IL und V. des regelmässigen Verbums 
entsprechenden. Sie werden auch ebenso wie diese behandelt, nur 
dass eben 2 Konsonanten an Stelle eines verdoppelten stehen: dmdel, 5 
IMendil baumeln; l^temär^ahün sie schaukeln sich; terlä^fejt du 
hast gerülpst* 

Die Verbalsußixe. 

f 80. a) Der Akkusativ des Pronomen personale wird meist als 
Suffix an das Verbum angehängt. Die Suffixa sind dieselben wie 10 
die zum Ausdruck des Possessivpronomen an das Nomen ange- 
hängten, nur lautet das Suffix der i. Pers. Sing, nl, nicht i.** 

b) Die Formen des Perfekts werden durch den Antritt der Suffixe 
nur wenig verändert. Die 3. Pers. Masc. verwandelt beim Antritt 
der Suffixe das au in d\ d^ruböha sie schlugen sie. .— c) Ungewöhn- 15 
lieh ist die Dehnung des kurzen e in der 3. Pers. Fem. von Verben 
tert. infirm, in e vor vokalisch anlautenden Suffixen: lüetäh sie 
briet es. 

d) Die Regeln für die Betonung sind nicht ganz fest; vielfach 
schwebt der Ton. Die auf einen Konsonanten ausgehenden Formen 20 
(3. Pers. Sing. Masc. und Fem.; 3. und 2. Pers. Plur. Fem.) haben den 
Akzent meist auf der Pänultima (e)hlimäk er träumte es; (e)sbdrah 
er färbte ihn; yLurbutetJia und sie band sie fest; haddaritäh sie 
brachte ihn herbei. Auf der Antipänultima hält sich der Ton nur, wenn 
er hier durch einen verdoppelten Radikal gehalten wird. gd^Badah er 25 
setzte ihn; höitetäh^ aber auch hott et äh sie legte es. — e) Die auf 
zwei Konsonanten ausgehenden Formen (2. Pers. Masc. und i. Pers. 
Sing.) betonen eigentlich auch die Pänultima; aber entweder fallt bei 
vokalisch anlautenden Suffixen der Hilfsvokal aus: dardbtah ich 
schlug ihn, oder er bleibt stehen und wird betont: (e)rlub(i)täh ich habe 30 
ihn besiegt; bei konsonantisch anlautenden Suffixen bleibt er stehen, 
und wird entweder nicht gezählt oder betont: ^ardf(e)thä und 
Baraffijtka ich kannte sie. — f) Die auf einen Vokal oder Diphtong 
ausgehenden Formen (2. Pers. Fem. Sing.; 3. und 2. Pers. Masc. Plur.; 
I. Pers. Plur.) betonen immer diese Silbe: derabtih du hast ihn ge- 35 
schlagen; derubaksit haben ihn geschlagen; ridnäk wir wollten dich. 



* Von täriüia rülpsen denominiert. 
** Auf ni bei Substantiven (ba^(ä)dni^ lis(e)mni) ist schon § 41 hingewiesen worden. 
Dagegen halte ich das Suffix nl in der Redensart l^hnedrinl „ich weiss nicht" für ein 
wirkliches Verbalsuffix. Eigentlich „was belehrt mich"? 40 



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(jrietßnet, (SituataBif<ii «efcKtcK^en au9 bm Jraq. LI 

g) Die Formen des Imperfekts gehen alle auf einen Konso- 
nanten aus. Die 3. und 2. Pers. Masc. Plur. können allerdings die 
Suffixa an die auf u verkürzten Formen anhängen: jehuttühä sie legen 
sie. — h) Sind die Formen hinten nicht durch Affixe verlängert, so 
5 wird bei konsonantisch anlautenden Suffixen die Pänultima, bei voka- 
lisch anlautenden Suffixen die Antipänultima betont: ia}}idni er nimmt 
mich; ägry^ah ich kneipe ihn; nidrubak wir schlagen dich. — i) In 
den meisten Fällen werden aber, wenn vokalisch anlautende Suffixe 
herantreten, die Verben „aufgesprengt" (§ 59): iekiüäh, iekitlak er 

10 tötet ihn) dich. — k) Die übrigen Formen betonen alle die Pänul- 
tima: ickitlünäh sie töten ihn; iidrubinni sie schlagen mich. 

1) Zwei Suffixe* werden, soweit ich sehe, nicht an ein Verbum 
gehängt Hat das Verbum zwei pronominale Akkusative, so werden 
die Formen des allein stehenden akkusativischen Pronomen person. 

15 mit Suffixen (it^äh, tlahä, iiahutn, ilähinn) eng mit dem Verbum und 
dem ersten Suffix verbunden, aber nur, wie es scheint, die 3. Personer : 
öniani'j^ähinn er gab mir sie; iauijLiifiniah zeige mir ihn. 

* Mit doppeltem Akkusativ werden konstruiert die kausativen Formen, die Verba 
des Machens, Nennens, Haltens fUr etwas, des Gebens, Füllens u. s. w. 



D* 



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LH 



(gtiixi^t 5ttr ftmiii(<itn jlpYA^wtffenfc^afi 



Tabelle des 





I 


I 


I 


II 


III 


S. 3p.m., 


kiteb 


Urab 


tüfar 


cittef 


safar 


3p.f. \/iJM6ei 


lerübet 


tüfdret 


cittefet 


sdfaret 


2 p.m. 


kiübfejt 


saräb(e)t 


tufdrfejt 


cettif(e)t 


säfdr(e)t 


a- 2p.f. 


kitebti 


iaräbti 


tufdrti 


cetteftt 


snfärti 


1 'P' 
1 PI. 3 p.m. 


HUb(e)t 


iardb(e)t 


tufdrfejt 


cettif(e)t 


sdfdrfejt 


(i)kHbau 


i^rubau 


tüfdrau 


cettcfau 


säfarau 


^ 3p.f- 


(i)ktiben 


i^rüben 


tufdren 


cett^fen 


säfaren 


2 p.m. 


küebtü 


saräbtu 


tufdrtn 


cettefta 


säfdrtu 


2p. f. 


kitebten 


laräbten 


tufdrten 


cetteften 


safdrten 


ip. 


kitibnä 


laräbna 


tufdrtid 


ccttefnä 
imttif 


S(ffarna 


S. 3 p. m. 


iiktib 


lürab 


iitfur 


icsdffr 


3p.f. 


tiktib 


tilrab 


titfur 


trattif 


tcsAffr 


2 p.m. 


tiktib 


tilrab 


tiifur 


trdttif 


tvsdfcr 


2p.f. 


tmtbin 


tiirabin 


titfurin 


tcceitefin 


tesäferin 


g 'P- 

3 PL 3 p.m. 


äktib 


äirab 


atjur 


äcittif 


asäffr 


i^kitbün 


iiirabün 


iitjurün 


ircettefün 


ihaf^riin 


1 3P.f. 


iekitbm 


iüräben 


iitßiren 


ircetiefen 


i^säf^en 


2 p.m. 


ti^kitbün 


türabün 


titfurün 


tecettiffün 


ttsäferün 


2 p. f. 


tmtbm 


ülrdben 


titfüren 


tecctt^fen 


tcsäferen 


ip. 


, niktib 


nisrab 
ilrab 


nitfur 
ütfur 


nHettif 
cettif 


ncsäfpt 


^ S. 2 p. m. 


'iktib 


^äfer 


1 2p.f. 


\ik(e)tbl 


ürabi 


ntfurt 


ccttefi(cetfi) 


safcrt 


|P. 2P.m. 
^ 2P.f. 


iktibu 


ürdbu 


utfüru 


cetiefü 


saftru 


iktiben 


üräben 
lärib 


utfüren 
täfir 


cettefen 


saferen 


•| ^^^' 


kätib 


mnmf 


mhäfer 


^ pass. 


\mektüb 


melrtib 


matfür 


mHetUf 
tectif 


misäfar 


-1 


kat(e)b 


iarfejb 


mä^äma^a^ 


C 










iimä^(a) 



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(gyieigner, QUiuiraStrcße (^4f<lix4itn aue btm ^tac^. 



LIII 



starken Verbums. 



IV 



VI 



VII 



VIII 



au^af 

aü^ufet 

ausäf(e)t 

aiisäfti 

aii^df(e)t 

aü^ufau 

(uisufen 

ausäftu 

ausäften 

au^dfna 



iislini 

tislint 

tislim 

tislemin 

äslim 

iislemün 

ilslemen 

tislefnün 

üsUmefi 
nislim 



au^if 
ausufi 
au^ufu 
anrufen 



mumkin 

ikräm, 
aslam 



tekessär 

t^kissaret 

tekessarfejt 

t^kessärti 

tekessarfejt 

ickessarau 

t^kessarefi 

tckessärtü 

tekessärten 

t^kessärtiä 



{i^tekesser 

tetekesser 

t^t^kessfr 

tHekesserin 

ätekessfr 

let^kesse- 

rün 
jetekesse- 

ren 
tH^kesse- 

rün 
t^t^kesserefi 
nHekessfr 



tekessär 
tekessäri 
t^kissärti 
t^kessären 



t^^arak 

t^^araket 

te^aräkfejt 

te^ärdkti 

tnaräkfejt 

te^arakau 

t^^äraken 

ie^äraktu 

teBaräkten 

t^^äräknä 



inkesär 

inkharet 

inkesärfejt 

inkesarti 

inkesärfejt 

inkesarau 

inkesaren 

inkesärtü 

iukesarten 

inkesärnä 



iit^arak 

tit^ärak 

tit^arak 

titBarakin 

atBärak 

jit^ärakün 

jit^äraken 

tit^ärakün 

tit^äraken 
nit^arak 



iinkeser 

tinkeser 

tinkesfr 

tinkesarin 

änkesfr 

jinkesarün 

j^inkisaren 

tinkesarun 

tinkesären 
ninkeser 



iftehein 

iftihhfiet 

iftehimfejt 

iftehemti 

iftehemfejt 

iftitemau 

iftihemen 

iftehemta 

iftehemten 

iftehimna 



m^t^kessfr 
mHikessär 



teBärak 
te^äraki 
te^äraku 
t^Baraken 



inkadfr 
inhädari 
inhddäru 
mhddären 



mftBärek 
m^tBärak 



minkesfr 



inkisar 



ilftekim 

tiftehim 

tiftekim 

tift^hemin 

äftekim 

jift^khnün 

jiftehhnen 

tiftehhnün 

tiftehhnen 
nlftehim 



iftehim 
ifti^hcmi 
iftehemü 
iftchhnen 



miftehün 



iftihmn 



istarfar 

istdrfaret 

istarfdrfejt 

istarfdrti 

istarfdrfejt 

istdrfarau 

istdrfaren 

istarfartii 

istarfarten 

istarfdrttä 

iistdrffr 

tistdrfer 

tistdrfer 

tistarfattn 

astdrfer 

iistarfarun 

iistdrfären 

tistdrfärün 

tistdrfären 
nistdfffr 



istarfer 
istdrfäri 
istdrfärfi 
istdrfaren 



mistdiffr 



istirfar 



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LIV 



(gtiM^t 5ttr fmiii\<itn Ibpta4wi\ftnf(iafi. 



Tabelle des 



II 



III 

IV 
V 



VI 



Med. gem. 



Prim. hamz. 



I Perf. Aä/r, /läffefijt Perl "akal Cämar) 
\ I P., Uttau 3 PI. ; 



||lmpf. ij^hutt 

j Impt hutt 

Part, hatt 

mahtjit 
Inf. hätt 

Perf. Sammem 
Impf. IP Kammern 

Impt. Kammern 
Part, m^^ammem 
m^^ammam 
Inf ta^fajmim 



I Impf läkil^ ^äfUfr 

Impt. ikil, amir 

. Part, mdci/, mäf^id 
j makül 

I Inf ac(e)l 

I Perf, ^ammeUf uoccel 
\ Impf iammen.lcHoc- 

eil 
Impt. ^ammcfi^ y^occil 
Part, mcammen 
nieamman 
Inf tdmm 



Perf Ä«^j 
Impf jßancs 
Inf mfanase 



Prim. Waw 

Perf UHgaf, ijia^ady 
ungüfet 3 P., 2///^^'- 

//^<;/ 2. I p. 

Impf id(u)gaf, iigaf, 

iagid 
Impt. ////^^/ 

mäpif.maugüd 
Inf uäg(u)f 

Perf 7m~gga^(a) 
Impf icuogga^(a) 

Impt uo^ga^(a) 
Part 7HCi(ä^^ef 

Inf /^/(/?^ 

Perf i^a^ad 
Impf l^^a^ad 
Inf mU^äga^a 



Perf /^^^^//f/ 
Impf ietebe/h^l 



VII Perf ////&^^ 
I Impf iinkabb 

~Vm iPerf l/^rr"~" 
llmpf iiftärr 



Perf />/^/^rtV/ 
Impf iisteledd 



Perf tiieddeb 
Impf icte^eddfb 



Perf aured 
Impf ld(u)rid 

Perf taionnes 
Impf (Haionftes 



Perf inudcel, incäl 
i Impf (inuocel, iincäl 



iPerf /j/^//^'/ 
I Impf iistähil 



Perf i*//5^dr^ 
Impt iättäfiq 

Perf istaret 
Impf ^istärü 



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(ffiHf^ntt, Q!ituatA%if4t f^tf^i^ttn Aue bm ^xAq, 



LV 



schwachen Verbums. 



Med. Waw , Med. Je 


Tert. inf 

Perf &^/?, /jr^^, 
ä:^^^ 3 P. f , //- 
gß(i)t\Y.Jigau 

3 PI. 
Impf //^a, j^V^^, 

|V/^;i// 3 PL 
Impt. /r;//?, /V^<r? 

Part, w^i/ 

marml 
Inf ^;/^i/, //^a 

Perf. w^W^ 
Impf i^rabbi 

Impt. r^^^/ 
Part. ;;//7/^ii/ 
m^haUa 
Inf tärbiie 


QuadriL 


Perf gä/, gil(e)t, 
bug(e)t I P.,^^- 
lau 3 PL 

\m^l.jegul,iHam 

Impt gul, gd(u)l' 

ten, näm 
V2xt.gail, na im 

megifä 
\xil,gb(u)l, nd(u)m 


Perf J^r, j/r/V;/ 
I P^ Jrtr^« 3 PL 

Impf ;>j/r 

Impt .wV 

Part j<?'/r 

mebiü^(a) 
Inf .y^^/> 

Perf raiiär 
Impf i^raiier 

Impt raiiär 
Part m^raiifr 

Inf tariir 




Perf gauuefn 
Impf iigauuem 

Impt gau^efn 
Part mi gaunern 
megauuam 
Inf te^dd ^ 


Perf ^^;/^^/ 
Impf icdendil 

Impf rt^A/^/// 
Part mMendil 
mPdendel 


Perf iäuar 
Impf iHai^cr 
Inf miüä^are 


Perf. >4^r^ 
Impf //7/^^/ 
Inf Mükäfät 




Perf. adär 
Impf irdir 






Perf maiiued 
Impf ietPBauued 


Perf. tehaiiär 
Impf i^t^haiiär 


Perf. ti'lägga 
Impf iitlaggd 


Perf tanär^ah 
Impf ittemärgah 




Perf //öT^/^ 
Impf iWdäien 

Perf inbä^(a) 
Impf iinbä^(a) 


Perf /^//^^^ 
Impf iithaca 

Perf. indera 
Impf ilnderi 

Perf. /i/^m 
Impf //i/^n 




Perf /;^^r 
Impf iindär 




Perf. />/^// 
Impf ;Vr/^Ä 
Inf ihtiiä^ 


Perf />//i^/ 
Impf ;V>/^rf 




Perf. istaqäm 
Impf jistaqim 





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LVI (gtiit^t 5ttr ftmiHf4tn ßftadimitftnfd^fi. 



(PerßefTentngen* 

Der Druck der Arbeit hat sich i V2 Jahre hingezogen. Daher 
haben sich allerlei Inkonsequenzen eingeschlichen, die ich zu ent- 
schuldigen bitte. Vor allem ist die von Bogen 2 ab eingeführte 
Abteilung des Textes durch lateinische Buchstaben im ersten Bogen 
noch unterblieben. Dann lauten die Kolumnenüberschriften für einige 
Seiten fälschlich „Neubabylonische Geschichten" anstatt „Neuarabische". 
Und auch sonst sind im Texte, bei dessen Korrektur ich mich leider 
keiner Unterstützung zu erfreuen hatte, mehr Druckfehler stehen 
geblieben, als mir lieb ist Die hauptsächlichsten habe ich in folgendem 
Verzeichnis zusammengestellt 

S. I, 21 lies: 52 für: 55. 

S. 2, 27. 29 lies: ftammant für: ftamäm.* 

S. 4, 20 lies: Ijtyrmctah für: hyrm^tah. 

S. 6, 13 lies: g^ditak für: gt^sttak. 

S. 6, 14 lies: äktil für: aktil. 

S. 6, 25 lies: ntijitßui für: ut'öntjha, 

S. 8, 16 lies: riihi für: ruht 

S. 10, 5 lies: (u)gi(äde für: (ujg^äde. 

S. 10, IC lies: iintic tnv: jintic, 

S. 10, 22 lies: uällah für: ij^alla. 

S. 14, 7 lies: mäjihälif iyix', mä^ihalif, 

S. 14, 27 lies: vlgäl uehna für: (eßgäl n(e)hna, 

S. 16, 3 lies: erce7n für: (e)Uem, 

S. 16, 13 lies: ja für: ia. 

S. 16, 24 lies: bitarba^a für: bil^arba^(a). 

S. 16, 25 lies: ^cnädi^ für: senädi^, 

S. 16, 33 Jies: tauil für: taiiii, 

S. 18, 5 lies: ledc^(d)i^a für: iede(a)ua, 

S. 18, 13** lies: Hld(u)n für: fejildfujn. 

S. 18, 17 lies: bitarba^a für: bitarba^(a). 

S. 21, 20 lies: der Pauken und der Flöten für: der Pauke und der Flöte. 

S. 22, 26 lies: lilfiammäm für: Hlhamäm,* 

S. 26, 18 lies: i^/>^^ für: Igirgu 

S. 26, 24 £ lies: ^>4^Ä?>&, ^//^A für: (a)hilak, (a)heli. 

S. 28, 9 lies: dnte(i)tkißlia für: önte(i)tkiläfui, 

S. 28, 19 f lies: /«/>//? für: mintu 

S. 30, 29 lies: sali für: j^ä. 

* Man hört allerdings auch die türkische Aussprache hamam. 
** Und auch sonst. 



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(SUif^mt, (SUuatM\(it et\<ii4itn aue bm ^xaq. 



Lvn 



S. 
S. 
S. 
S. 
S. 
S. 
S. 

s. 
s. 
s. 
s. 
s. 
s, 
s. 
s. 
s. 
s. 
s. 
s. 
s. 
s. 
s. 
s. 
s. 
s. 
s. 
s. 
s. 
s. 
s. 
s. 
s. 
s, 
s. 
s. 
s. 
s. 
s, 
s. 

s. 
s. 
s. 



32, 4 lies: gämau für: gamau. 
32, 6. 16 lies: lil^ärtfe für: lilBärtfe. 
32, 6 lies: lifärfejd für: lifär(e)d, 
32, 29 lies: elBärife für: elBarife. 

32, 34 lies: min äddkum für: Bäddkum. 
32/41 lies: Hne(i)nhum für: etfiefijnhum. 

33, 14. 18, 38 f. lies: Fett für: Mais. 

34, 7 lies:* refi^äh für: r^ßgäh, 
i^a für: iga. 
hada für: häda. 

der euch verbunden ist(?) für: der euch für tüchtig hält 
muti für: muti, 
ruhah für: rufiak, 
j^earbaBfa) für: %earbäB(a), 
ed4a^(a)n für: eddaBfaJn, 
uufrilit für: ij^ufruiiL 
mÜtauua^(a) für: mütauna^(a). 
tglha (i)btgl für: /^/'«;/te (i)btd(u)L 
^ö(u)te(i)n für: ^ö(u)/je(i)n. 
mislim für: tnislim, 
kyt(ä)r für: kyt(e)r. 
^u^^än für: uug^än, 
ras für: r/j. 
e^^edäga für: essedäga. 

64, 29ft lies: hatnmäm für: hamänu 
68, 32 lies: ^auuah für: gauuah. 
70, 29 lies: ^^«^^ für: fA«^. 
74, 18 lies: /^Ä für: /^^ 

tisteleddin für: tistelezdn, 

^önietäk für: uöntetäk. 

^^nte(i)täh für: uöntifijkäh, 

pt^annat für: ptsannat 

1/^e^Bän für: ue^aBan. 

Kuiräbffß für: yLMlrüb(e)t 

(a)zrär für: azrär. 
96, 16, 35 lies: (i)släftah für: islahah, 
96, 34 lies: ^a^a^(a) für: t^äga^(a), 
98, 8 lies: saBfaJläne für: zaf^J/äne. 
102, 17. Ich habe an dieser Stelle ftadira notiert; vermutlich habe 

ich mich aber geirrt Es wird ha^ra zu lesen sein. 
104, 22 lies: äV^ für: A/^/A 
115, 18 a lies: Ä/^yfe für: ^ä>6. 
118, 32 b. Es ist jedenfalls hasira (s. zu S. 102, 17) zu lesen. 



34, 8 lies 

36, 12 lies 

39, 30 lies 

40, 25 lies 
46, 30 lies 
48, 6 lies 
48, 13 lies 
48, 20 lies 
50, 2 lies 
50, 9 lies 
52, 15 lies 
5^, 29 lies 
56, 4 lies 
58, 27 lies 
60, 7 lies 
60, 8 lies 



78, 20 lies: 
80, 21 lies: 
80, 33 lies: 
82, 5 lies: 
82, II lies: 
84, 24 lies: 
94, 22 lies: 



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LVIII (gtiit&^t 5ur ftmiÜf^tn fbpxti4wi\ftn!(<$äft 

S. 119, 17b lies: iqftm^l für: fahmaL 
S. 119, 20b lies: hint(i)l für: kimfiJL 
S. 119,25b lies: t^hammä für: ief^ammä, 
S. 119,41b lies: aftual für: ahual. 
S. 126, 7b lies: Jujubenbaum für: Injubenbaum. 
S. 131, 29a lies: ^i(i)fi für: si(i)fl. 
S. 132, 18 a lies: tyrräde für: tyrrade. 
S. 132, 24a lies: tärfeji für: tar(e)l. 
S. 134, 2b lies: ^yffajf für: ^ytaf, 
S. 139, 32b lies: (i)guag für: <^ä^. 
S. 141, 29a lies: ^^/ii« für: celatn, 
S. 142, 22b lies: libbade für: libbade, 
S. X, 5 lies: t^^auj^es für: ß^äuy^ez. 
S. X, 22 lies: ä für: ^. 
S. XXIV, 30 Ues: 'tf/4/^für: ä/4/: 
S. XXXIV, 23 lies: ^eini für: Beinl 

S. XLIII, 10. Die femininen Pluralformen können auch auf der dritt- 
letzten Silbe betont werden: iilraben, tilraben^ 



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Von 

Bruno Meissner. 

Die auf den folgenden Blättern veröffentlichten Geschichten habe 

5 ich während meines Aufenthaltes auf den Ruinen Babylons gesammelt. 
Sie stammen fast ausschliesslich von Re^id eccä/l* her. Bei der 
Feststellung des Textes verfuhr ich gewöhnlich so, dass ich mir zu- 
erst die betreffende Geschichte von ihm erzählen und dann schrift- 
lich fixieren liess. Nach dieser Niederschrift machte ich meine Um- 

lo Schrift und Übersetzung, richtete aber nachträglich durch Rückfragen 
mein Augenmerk darauf, etwaige literarische Wendungen und Aus- 
drücke durch vulgäre zu ersetzen; denn es kostete grosse Mühe, 
meinen Gewährsmann dazu zu bewegen, so zu schreiben wie er sprach. 
Aber ich hoffe, dass ich alle rein schriftarabischen Bestandteile aus 

15 den Erzählungen getilgt habe. 

Alle Geschichten rühren natürlich nicht von Reschid selbst her; 
er hat sie teilweise von Bekannten oder Arbeitern sich erzählen lassen. 
So halte ich Nr. 27 für die Geschichte eines Beduinen. Von einigen 
kenne ich auch die Gewährsmänner: Nrn. 15. 40 rühren von Hamze 

20 etfa^il (aus Museiiib), Nr. 19 von {e)Mhammed el^Qmrän, Nrn. 6. 7. 
16 von Öabr (beide aus Kiieiril) her, und Nr. "55- ist die Lebens- 
geschichte des mir persönlich bekannten Seiiid öäsim. Da ich sie 
aber alle aus Reschids Munde habe, haben sie wenigstens eine ein- 
heitliche Diction und sind für sprachliche Studien besonders geeignet 

25 Weil die anderen Erzähler auch alle aus derselben Gegend stammen, 
so kann man die Sammlung auch in literarischer Beziehung als ein- 
heitliche ansehen. Eine Ausnahme macht nur Nr. 32, die auf den 
kurdischen, aus der Gegend von Kerkuk stammenden Unterofficier 
Ufteiiid zurückgeht Die Figur des Nasr-eddin ist bei den Arabern 

30 des Iraq sonst unbekannt 



* S. Mitteilungen d. Sem. f. Orient. Spr. IV, 137. 
Beiträge sur semit. Sprachwissenschaft. V. 



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2 (gftiiv&c^t 5ur \mxtxf4tn lbpxA4wi\ftn\<^aft 

Zum Schlüsse noch ein Wort der Erklärung dafür, dass diese 
Sammlung in den Beiträgen für Assyriologie abgedruckt wird. Es 
geschieht, weil der hier behandelte neuarabische Dialekt gerade für 
Assyriologen unter Umständen nicht ganz unwichtig werden kann. 



5 I. 

metel itgülün eliidri jidri uelma jidri gadbet Bad(e)s hicäiet häda^ 
Imefel färfejd uäfi^d ^andah zär^(a) Bad(e)s hüa umartah ^ä^(ä)din 
lüla^ün bih fa^ag(u)b dalik sär halcän ezzd(u)^ faräh lilmoi iilrab 
ftälmo^ ^vrtb 3ale(i)k faliimman iarab iiärädd faiäf färfejd re^gäl 

lo rarib iinic (i)bmartah falumman iäfah Bandah se(i)f faiumat essefijf 

uähäddBarreggäl elratibhädäkerre^^äl lumman läfah lätnut se(i)fäh 

uaiga ^ale(i)h gäm min ^alhyrme uahad gadbet ^ad(e)s upMzevi 

faiäf äh re^^äl jjimh biddär(u)bfagäl^läh ^a re^^äliei tirkud faga/ iä 

afiüle a/jäd(e)t gadbet ^adfejs min zär^(a) häda^liirkud uärai uehua 

15 himat sefijfäh ^alei^a uälhagnl iiktilnl min taraf elBad{e)5 faäni 
arkud nehüa jJLrkud hadi ga(ßti {a a/jiiie falmnman sema^(a) hada^ 
Ikeläm rädd ^ala ^ähib ezzär^(a) fagäl^läh ^eib ^alefijk tirknd y^arä 
rcg^äl uetrid tckitläh min taraf gadbet ^ad(e)s fagal sähib ezzär^(a) 
el^idri jidrl uelmä fidrl gadbet Badfejs farädd Bala martah fakteUui 

20 min sebeb näckä errf^^äl elrarib fahäda ma^(a)na halmeteL 



II 

metel killäk ketebtäh biluärag illa^zzeleg ma^(a)na^lmetel legiilün 

färfejd rf^gäl cän Banda/i mara iläk zd(uj^a näcän hacim ^ale(ijhd 

min taraf ie/jäf ^ale(ijha mahad ieniclLa läcin ilha färfejd reß^ ^är- 

25 ra^il mal elhyrme kill uäkfejt hua icgib gcmi^faj^zzauzai^ät bidäh 

fabäqä mudde ^ala kalhäl fa^dfuhn min etai^am galet^läh elhynne 

mältak bäcer äni arid artih lilhamam fagäl^illia äni arüh uiläc gälitj^ 

läh raiii^ah ifiiai faba^fajd dälik dezzet hatt lireß^hä bian bäcer 

äni uragli nerüh lilham^äm ^änefüt min ietnm bäbhtm läcin inte 

30 läzim teruH elbäb mal hdfujiak uäte/jallika Babära ^an moi u äni 

uragli a^ lilbäb uaelag uagga^faj uätitlauuah hudümi ten faba^fajd 



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Den beiden Herausgebern und dem Verleger gebührt mein Dank 
fiir die Bereitwilligkeit, mit der sie meinen Wünschen entgegenkamen, 
ebenso wie der Deutschen Orient-Gesellschaft, die die Erlaubnis zu 
dieser Veröffentlichung nicht verweigert hat. 



I. s 

Wer es weiss, weiss es, und wer es nicht weiss, (sagt): Eine 
Linsenstaude. 

Jemand hatte ein Linsenfeld, und er und seine Frau waren dabei, 
dort (Stauden) auszureissen. Darauf wurde der Mann durstig und 
ging zum nahen Wasser, um zu trinken. Als er getrunken hatte und 10 
zurückkam, sah er, wie ein fremder Mann seine Frau umarmte. Wie 
er das sah, zog er sein Schwert und stürzte sich auf den fremden 
Mann. Dieser nun, der den Mann mit dem gezogenen Schwerte auf 
sich zusammen sah, stand von der Frau, ergriff eine Linsenstaude und 
entfloh. Ihn sah ein Mann, der des Weges kam, und redete ihn an: 15 
Weshalb läufst du? Er antwortete: Mein Bruder, ich nahm eine Linsen- 
staude vom Felde dessen da, der mir nachläuft, er aber zog sein 
Schwert gegen mich und verfolgte mich, um mich wegen der Linsen 
zu töten. So laufen wir beide. Das ist meine Geschichte, mein 
Bruder. Als er das hörte, kehrte er zum Besitzer des Feldes zu- 20 
rück und sagte ihm: Schäm dich, du läufst einem Manne nach, um 
ihn einer Linsenstaude wegen zu töten. Der Besitzer des Feldes 
antwortete: Wer es weiss, der weiss es, und wer es nicht weiss, (sagt): 
Eine Linsenstaude. Dann kehrte er zu seiner Frau zurück und tötete 
sie, weil sie der fremde Mann umarmt hatte. Das ist der Sinn dieses 25 
Sprichwortes. 

II. 

Alles habe ich auf das Papier aufgeschrieben, nur nicht das Aus- 
gleiten. 

Ein Mann hatte eine Frau, die er streng hielt, aus Furcht, es 
könnte sie ihm jemand abspenstig machen. Aber sie hatte doch 30 
einen Liebhaber. Der Ehemann der Frau brachte ihr immer allerlei 
Leckerbissen mit. So blieb es einige Zeit. Eines Tages sagte seine 
Frau: Morgen will ich ins Bad gehen. Er antwortete: Ich gehe mit. 
Sie sagte: Komm mit mir. Darauf sandte sie ein Billet an ihren 
Liebhaber des Inhalts: Morgen werde ich und mein Mann ins Bad 35 
gehen, und wir werden bei eurer Thüre vorbeikommen. Du musst 



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4 ^iiM^t 5ttr ftmiH\<itn lbpxa4wi\fttif4Afi, 

dälik ä^id min Bandak ru^sa bian änhadär Ulhö(u)l mälak uäia- 
^(a)tini rufy^a ttänhadär tiliäk faba^(a)d dälik r^ß^ha raü elbäb 
uäf^a/läha moi falumman i^ajrra^il h^a umartah seiiget elhyrtne 
yLinlähan hudümhä ten ualjädet ruh^a min ^ädd ra^^lhä bi an tirsil 
hudümha uänhddaret lirefi^ha t^änächä uätald^et lira^^lhä ba^(a)d 5 
dälik rähau libe(i)thum uägälet fei mä tegüz min ^andi gäl^ilhä mä 
a^üz gälet inte t^fktmini gäl^ilhä ahämic gälet ida mä arid äsir 
binfejt auädim mä tigdar Baleiia gäl agdar gälet ^ lä ^ä mühabbal 
äni rihfejt lir^ß^i uanäcnt uinte ^ä^äd bilbäb fa^äd äni alür Salefijk 
^z flmä l^sügah kalibäh mäßigt bissofujg gäl rag^l/ut killäh keteb- lo 
täh biluarag illa^zzeleg. 



III. 

färfejd metel mal dih(i)k etüe(i)n azläm uähed iegül lilältar uähed 
iegül aksir sandügak uät äl^ar iegül aksir (i)sdäntak iegillün äkü 
fär(e)d uähed Bandah ßir(e)d mara zd(u)^a iläh uäh^a kill uäk(e)t 15 
jjihirel bissüg uä^^dizz Uheläh ellah(e)m uzzauzauät läla^s^änaBfa) 
fär(e)d iöfujm essäna^(a) sär uu^^än gäm hüa (i)bnefsäh uaa/jad 
ellah(e)m uäzzauzauät uäräh lilbe(i)t mälah Bagfujb mä uüsal dahhag 
min legtcg elbäb läftiila martahfär(e)d re^^äl 3ag(u)b ma läfah degg 
elbäb fagälet hyrmetah minhu eilt iedugg elbäb gäl^ilha äni felän 20 
iget ^ala r^ß^hä uägälet^läh iä nusahham iie(i)n äuaddik gal^il/ut 
(i)bke(ijfic gälet ta^äl adummak bissandüg uähättetäh bissandüg uä- 
fakket elbäb lira^flhä läcin hüa hzßui lumman hättetäh bissandüg 
faba^(a)d dälik häcä nefsäh gäl (e)Hö(u)n a^ib ^alefijha hyrß fagdl^ 
ilha äni ila sa^atefijn ^ä^if (uäguf) bilbäb üinti ^ä^äde bilhofuji 25 
iel mä t^fukkin elbäb gälet äni mä semd^fajtak gäl^ilhä iä hyrme 
inti täliq gälit^läh iel iä ßlän t^talliqni gäl elhyrme eilt mä tä/}id 
lo(u)r erragel läzim tetatallaq fagälet^läh (i)bke(i)fak gäl^ilhä ^e- 
mi^(a) mä biUid(u)} ihidi ilic färfejd essandüg iliie gälit^läh mäjisir 
häda bih rarädl mä äntih gäljllha ähidäh hädä äni ütare(i)täh min 30 
ßilüsi fabicet uältammät ennäs ^alefijhum uä^ähau ^alefijhä uägälau 
madäm mintic eUjofuJI uämä bih e^^andüg iinhn öntihiiäh uaa^adah 
^"^^^ggäl uätallaq elhyrme uä^äb^läh färfejd habfejl uäleddäh bi^^an- 
düg uäiälah ^ala dahrah uäräfi bih min beled libeled ilan uüsal 



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nun vor deiner Hausthüre sprengen und das Wasser stehen lassen. 
Ich und mein Mann werden dann kommen, und ich werde ausgleiten 
und hinfallen, sodass meine Kleider vom Strassenkot schmutzig wer- 
den. Dann werde ich ihn um Erlaubnis bitten, ins Haus zu gehen, 

5 und wenn ich sie erhalten, zu dir kommen. Darauf sprengte ihr Lieb- 
haber und liess das Wasser stehen. Dann kam der Mann und seine 
Frau, die Frau glitt aus und ihre Kleider wurden schmutzig von Kot 
Sie nahm nun Urlaub von ihrem Manne, ihre Kleider zu waschen, 
und trat bei ihrem Liebhaber ein, der sie umarmte. Darauf kam sie 

10 zu ihrem Manne, und beide gingen nach Hause. Da sagte sie: Warum 
lässt du nicht ab von mir? Er: Nein, ich thue es nicht Sie: Kannst 
du mich denn bewachen? Er: Jawohl. Sie: Wenn ich keine anstän- 
dige^ Frau sein will, vermagst du nichts gegen mich. Er: O doch! 
Sie: Nein, du Thor! Ich ging zu meinem Liebhaber und er umarmte 

15 mich, während du am Thor sassest Und noch einen Rat will ich dir 
geben: Lass ab. Wen nicht seine Natur antreibt, der geht auch nicht, 
wenn man ihn antreibt Da sagte ihr Mann: Alles habe ich aufs 
Papier geschrieben, nur nicht das Ausgleiten. 

m. 

20 Von zwei Leuten sagt einer zum andern: Ich zerbreche deine 
Kiste. Der andere sagt: Ich zerbreche deine Thontruhe. 

Man erzählt, ein Mann hatte eine Frau. Da er immer auf dem 
Markt beschäftigt war, schickte er seiner Familie Fleisch und Lebens- 
mittel durch den Lehrling. Eines Tages wurde dieser aber krank, 

25 und so machte er sich selbst auf, nahm das Fleisch und die Lebens- 
mittel und ging nach Hause. Dort angekommen, sah er durch die 
Thürspalten und erblickte einen Mann bei seiner Frau. Daraufklopfte 
er an die Thür, und seine Frau fragte: Wer ist's, der an die Thür 
klopft? Er: Ich, der NN. Da kam sie zu ihrem Liebhaber zurück 

30 und sagte ihm: Du Unglücksmensch, wo soll ich dich lassen? Er: 
Wo du willst Sie: Komm her, ich will dich in die Kiste stecken. 
Das that sie auch und öffnete ihrem Manne die Thür. Der hatte sie 
aber gesehen, wie sie jenen in der Kiste versteckte und überlegte 
sich, wie er sie hineinlegen sollte. Er fuhr sie an: Ich stehe hier 

35 zwei Stunden lang vor der Thür, während du zu Hause bist. Warum 
öffnest du die Thür nicht? Sie: Ich hörte dich nicht Er: O Weib, 
du bist von mir geschieden. Sie: Warum, du NN., verstösst du 
mich? Er: Ein Weib, das nicht den Rat des Mannes annimmt, muss 
Verstössen werden. Sie: Wie du willst Er; Nimm alles, was im 

40 Hause ist, fiir dich, nur die^Kiste bleibt für mich. Sie: Das geht 
nicht Da sind meine Sached' drinr^ Ich gebe sie nicht Er: Ich 



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6 QßeiM^e ^ur ftmiiif^tn ß^tCL(itoi\i[tnf(iaft. 

lifär(e)d ula^a uähüa iail e^^andüg unigä lifdr(e)d hd(u)l Bali ubäb 
elhd(u)l mafküke itüiädär hüa ui^^andüg uäga^ad (i)buos(e)t elfiofuß 
i^et Bale(i)h elhyrme liägälet^läk i^t^sauui ^a^äd (e)hnä gäl^ilhä äni 
(jättär gälet fltnä mä nedeiiif gäl^ilha äni guue murüue äni daif 
iäfet mä (itlaBfa) därfujb min Bandak rähet Bala r^ßghä uägälit^läh 5 
lä mhahf^am uefijn äuaddik gäl^illtä (i)bke(i)fic gälet ta^äl adum- 
mak bissdäne uädummitäh fabaB(a)d dälik i^ä ^ähib elbefijt ra^il 
elfiyrme fagäl^läh iä re^^äl iet^samä (e)knä gä^äd gäljläh änt 
/jättär gäljläh äni mä ädei^if el/jättär gäljläh abu^s^andüg äni mä 
ärü/t min halm^cän gäljläh ^ähib elmccän ida mä gum(e)t uälläk lo 
aksir ^andügak fagäl sähib e^^andüg äni kam aksir (i)sdäntak fa- 
baB(a)d mä sfma^fa) keläm abu ^^^andüg abu^lhd(u)l sikit uägäl^läh 
ihci^ll gi^fitak gäljläh reßg marti bissandüg ureßg martak bissdäne 
gäl erräi gäl äni aktil r^ß^ martak iiinte iktil reß^ marti faketa- 
lohum faba^fajd dälik t^räfagau etüefijnhum ttälbisau hndüm d^räuii 15 
timilau bilbuldän ie^iddün killäh min taraf elHra uäliehäma elBara- 
bi^e fabaB(a)d dälik gälau elmetel. 



IV. 

fär(e)d uähfd iesauui lärbet mal a^bib ukill idftijm ieriih j^biBah 
Balajnnäs fabäqa Bala kalhäle mudde fär(e)d id(u)m i^ä i^btB(a) ei- 20 
lärbet uähüa iesih lärbet ^ä zebib uännädib Allah mä i^hib iä häfir 
nigrat essü läzim mä tigga^fa) biha min gerib fär(e)d uähed gäl 
hädä kill iofujm iesih iemmnä datmalpii arid asaum^läh fär(e)d cäre 
hatta Ihnüt mmhalas miji Bandah fasäh^läh ugäl^läh hädi teskere 
teriih lilmecän elfelänt nt'ontßui liosta fclän gäljläh mä^ihälif fakiteb 25 
bitte skere hin tiusül hämil etteskere HBandak tehtittah (i)bijLOs(e)t elkiira 
zaB(a)ma jcdibbäh binnär ahad etteskere ueräh fatelaggäh ahn eilt 
Icrid Ihnauuit abü lärbet ugäl^läh hä iä Bammi Bala hefijr ra^h 
gäl Jäh ahük dezz uijjii hatteskere ugälji uäddihä lif^län ü äni mä 



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werde sie nehmen; denn ich habe sie für mein Geld gekauft Als 
sie weinte, versammelten sich die Menschen um sie und schrieen sie 
an: Wenn er dir das Haus und die Habe giebt, was liegt an der 
Kiste? Gieb sie ihm. Da nahm sie der Mann, verstiess seine Frau, 
5 und verschaffte sich einen Strick, um die Kiste zuzuschnüren. Er 
lud sie auf den Rücken und trug sie von Ort zu Ort, bis er, immer 
die Kiste schleppend, in einer Landschaft zu einem hochgelegenen 
Hause kam. Da die Hausthür offen stand, ging er mit dem Kasten 
hinein und setzte sich im Hofe hin. Die Frau des Hauses kam zu 

lo ihm und fragte: Was machst du hier? Er: Ich bin Gast. Sie: Wir 
nehmen keine Gäste auf. Er: Unter allen Umständen bitte ich um 
Unterkunft. Als sie sah, dass er nicht wegging, wandte sie sich von 
ihm zu ihrem Liebhaber und sagte: Du Unglücksmensch, wo soll ich 
dich hinthun? Er: Wohin du willst Sie: Komm her, ich werde dich 

15 in der Thontruhe verstecken. Das that sie auch, und darauf kam 
der Hausbesitzer, der Mann jener Frau, und sagte: O Mann, was thust 
du hier? Er: Ich bin ein Gast Der andere: Ich nehme keine Gäste 
auf Der Kistenträger: Ich geh nicht fort von diesem Platze. Der 
Hausbesitzer: Wenn du nicht aufstehst, bei Gott, so zerschlage ich 

20 deine Kiste. Der Kistenträger: Ich zerbreche dann deine Thontruhe. 
Als der Hausbesitzer die Worte des andern vernommen, schwieg er 
und sagte ihm: Erzähle mir deine Geschichte. Der erste: Der Lieb- 
haber meiner Frau ist in der Kiste, und der Liebhaber deiner Frau 
ist in der Thontruhe. Der zweite: Was ist zu thun? Der erste: Ich 

25 werde den Liebhaber deiner Frau töten, und du töte den Liebhaber 
meiner Frau. Da töteten sie sie, -und darauf thaten sich die beiden 
zusammen, zogen Derwischkleider an und zogen in den Ländern um- 
her, indem sie alles von dem Edelmut und den guten Charakter- 
eigenschaften der Araber erbaten. Dann sagten sie das Sprichwort 

30 IV. 

Jemand machte Weintraubenscherbet und ging alltäglich hin, um 
ihn an die Leute zu verkaufen. So blieb es eine Zeit lang. Eines 
Tages ging er auch aus, um den Scherbet zu verkaufen, indem er 
ausschrie: Weintraubenscherbet! wer Gott preist, wird nicht zu 

35 schänden. Der du eine Grube des Unheils gräbst, du musst selbst 
in Bälde hereinfallen. Jemand sagte: Der schreit hier tagtäglich 
bei uns aus und belästigt mich. Ich will ihm etwas besorgen, dass 
er stirbt, und wir von ihm befreit werden. Da rief er ihn und 
sagte zu ihm: Nimm dieses Billet und geh da und da hin und gieb 

40 es dem Meister NN. Er sagte: Schön. Jener hatte aber in dem 
Billet geschrieben: Wenn der Träger dieses Billets zu dir kommt. 



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8 (gtHt&c^t 3«? \miH\4tn ßptA4wi\(tnf4^ft 

ändelläh gäl^läh eluoled änt ändelläh aruh auäddihä gal^läh ihidlut 
fei afyadha^luoled urah liti^ta uöntäh etteskere lumman qeräfui iäl 
eli/^oled udebbäh (i)by^05(e)t elkura urädd abü iärbet Bala iärbeiäh 
ugäni 0^k gäl hada aiüfah mä ^är ^ale(i)h fär(e)d le(i) ^ah ^ale(i)h 
gal^läk aiüf mä rih(e)t y^ädde(i)t etteskere gäl^läh rih(e)t ayi^addika 
ut^laggänt a^ük ua/jädkä min Bandi ngal^h änt aij^addihä urädde(i)t 
kessä^(a) fagäl eilt räd iemauy^it abü färbet eilt maBa^liäh Allah 
maBäh. 



V. 

i^gul förfejd uälted ^är Bandak ma^(a)lüm btan martah ilha lo 
r^fi^ Uegäl limartah inti ilic r^fi^ uhfa (f)tgul mä Bandi r^fig M^gäl^ 
ilha äni arid ahall^fic bi^^ebel btan mä najfü ahad gälit^läh mä^ 
i^älif fa^är elmurrib farähät lir^fi^hä u^gäUt^läh bäcer ra^li i^hal- 
lifni m^^ebel läcin erräi inte ihid Hak fär(e)d muH i/^ef^allih blltiägfe 
mal elm^cäriie ^ ehna bäcer ni^i liluägfe uanisticri elmüti min Bandak is 
uinte (e)trüh uiiänä u äni a^aggaB(a) ruht min elmtiti udafar^at 
Bale(i)k hatta i^^ir el^amin mä^idurrni faB amdlau halft ah killäh 
t/^ählifati bi^gebel uämä ^är Balefijhä färed le(i). 



VI. 

färfejd tiähed Bandah hyrme y^hüa felläh elhyrme Bäddliä sähib 20 
kill io(u)nt lumman i^ruk ragillta lilkeräb ligi sahibhd uaienicha 
iofujm min ettj^äm ra^el elhyrme nisa^sstcce mal elkeräb rädd Bala^ 
ssicce iäf färfejd t/^ähfd Bala hyrtnctah lumman iäfah iif^al bihä 
libed tiära^s^ira läf hyrmetah Bagfujb mä fa^al biha gämet udebdhet 
färfejd die degä^ usau^et^läh simsim utamfäjr hatta tesir medgtigij^e 25 
ia^fajni haläue sä^a htia tala^faj min t^ärä e^ire gdlit^läh hyrme- 
tah hä iä f^län gäljllhä (ä feläne t^laggäni färfejd ^efijl fijbkytfejr 
essimsim ellahamtih Ibfujlä mä sefijfi bidi cän Ijalldfujtii mitfejl eddic 



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QVletgnev, (fteuSaS^fontfcfe ßefcftc^ten aus 5em "^tAq. 9 

wirf ihn mitten in den Ofen. Er nahm das Billet und ging weg, da 
traf ihn der Bruder dessen, der den Scherbetverkäufer töten wollte, 
und sagte: Heda, Oheim, wohin des Wegs? Er antwortete ihm: Dein 
Bruder gab mir dieses Billet zur Bestellung und trug mir auf, es dem 
5 NN. zu übergeben, aber ich weiss nicht, wo er wohnt. Der Knabe 
sagte : Ich weiss und werde es abgeben. Jener antwortete : Nimm es. 
Da nahm es der Knabe und ging zu dem Meister und gab es ihm. 
Als der es gelesen, nahm er den Knaben und warf ihn mitten in den 
Ofen. Der Scherbetverkäufer ging zu seinem Scherbet zurück und 

10 schrie wieder aus. Der andere aber sagte: Wie ich sehe, ist ihm nichts 
passiert Er rief ihn heran und sagte zu ihm: Du bist ja nicht ge- 
gangen, das Billet zu bestellen. Der antwortete: Ich wollte es be- 
stellen, aber dein Bruder traf mich; der nahm es mir ab und ver- 
sprach mir, es zu besorgen. So bin ich jetzt zurückgekommen. Da 

15 sagte der, welcher den Scherbetverkäufer hatte töten wollen: Wer 
mit Gott ist, mit dem ist auch Gott 

V. 

Jemand, der die Überzeugung hatte, seine Frau habe einen Lieb- 
haber, sagte zu ihr: Hast du einen Liebhaber? Sie: Nein, ich habe 

20 keinen. Er: Ich will dich auf dem Berge schwören lassen, dass dich 
niemand (ausser mir) umarme. Sie: Schön, meinetwegen. Als es 
Abend geworden war, ging sie zu ihrem Liebhaber und sagte ihm: 
Morgen will mich mein Mann auf dem Berge schwören lassen. Ich 
habe aber einen Plan. Nimm dir einen Esel und lass ihn am Halte- 

25 platze der Vermieter. Morgen werden wir dann zum Halteplatze 
kommen und den Esel von dir mieten. Wenn du nun mit uns gehst, 
lass ich mich von selbst von dem Esel fallen, sodass ich vor dir ent- 
blösst werde, damit der Eid mir nichts schadet Sie thaten, wie 
verabredet, und es geschah ihr nichts. 

30 VI. 

Ein Mann, ein Bauer, hatte eine Frau, und diese hatte einen 
Freund. Jeden Tag, wenn ihr Mann zum pflügen ging, kam ihr Freund 
zu ihr und umarmte sie. Einst hatte der Mann der Frau die Eisenspitze 
zum Pfluge vergessen. Er kam also zurück, um sie zu holen, und sah 
35 jemand bei seiner Frau. Als er sah, wie er es mit ihr machte, ver- 
steckte er sich hinter der Einfriedigung und sah sich seine Frau an. 
Nachdem jener es ihr gemacht hatte, stand sie auf und schlachtete einen 
Hahn und bereitete ihm aus Sesam und Datteln eine süsse Speise. 
Nun kam der Bauer hinter der Einfriedigung hervor, und die Frau 



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lO (^ettrd^e 5ur femiüfc^en ^pra^mfrenfc^df^. 

elhalastth ^ag(u)b dälik fät Bala hyrmetäh ukltilhä ukitel sähibhä 
uänhizem t^ässeläm. 



VII. 

fär(e)d uähed t^^ärak hüa uuahed lumman te^arakau uähed 
minhum gal litäl^ar lä iä gauuad gal^läk t/^älak anl u^andl (u)guade 5 
gäl^läh Bandak (u)guäde gal^läk f^läfie mä thieiiic gal^läh tMd 
aiauitefak (i)bBeinak gäljläh ei^äliäk {a afjüie gäl^läh ruh limartak 
iigiljilha lä f^lane ani arid aruh tärü saui^^li (e)mtäB(a) sauuet^läh 
(e)mtäB(a) af^ad elm^täB(a) utalaB(a) lirf^^äl eilt Baiierah gäljläh 
ruh ^iie^lmurrib lehilak udumm ruhak räh lehiläh udämtn nefsäh lo 
ugälet hyrmetäh li^abdethä ruhi littä^ir elf^läni ugili^läh jinttc täga 
uji^l essäBa biluähde rahat eBabde ugälH^läh uäntähä taget cHära 
ui^et elBabde uantet ettäge lilhyrme ubaB(a)d dalik gälet lilBabde 
ruht lilmüteilerci u^i min Bandah tuiür uhalli i^i essäBa bitetüefijn 
öntahä ettüiür u^abithinn lilhyrme ugälet lilBabäe ruhi lilkebabcl *5 
uhalli iintic k^bäb uhalli i^i essä^a bitteläte rähat elBabde u^äbet min 
Bandah kcbäb öntitäh ilhä ura^ilha i(!tesannat Bale(i)ha min auual 
essälife litaliha lumman sema^fa) elhaci talaB(a) udegg elbäb gälet^ 
läh minhü gäljilhä änt gälit^läh häh {ä felän gäljilhä ^ä felane 
telaggäni fär(e)d sebaB(a) dahrah (e)mlattab mitfejl taget eccetära eilt 20 
Balajihab(e)l läcin jJä feläne ld(u)lä mä äsir a/jaff min elhamämät 
elli Bala^rraff y^älld cän f^alläni mitfejl elk^bäb eilt ^auua^sselle. 



VIII. 

färfejd y^ältfd iimh uBandah to(u)r uBalajtto(u)r Bidfejl bih laHr 
lädil bidäh tefijr de^äg uBala räsah ia^l gid(ä)r ufärfejd hyrme 25 
befijnka t4be(i)n errc^gäl färfejd iatt uBand elhyrme elli (i)bdäk e^- 
sö(u)b ^irbe mal moi (ijtrysithä utaläBet min elmoi uiäfet errf^gäl 
uäsähat hei j^ä jimmä hädäk erreggäi hessäB i^hutt ettefijr edd^^ä^ 



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(nfietgner, ({teuSAS^fontfc^e ßefc^tc^ten au« 5ent 3ta(). 1 1 

rief aus: Ha, du da! Er antwortete: Du, ich traf einen Haufen Men- 
schen, so viel wie du Sesam gegessen hast, und wenn ich nicht mein 
Schwert bei mir gehabt hätte, hätten sie mich behandelt wie den 
Hahn, den du gerupft hast Dann ging er auf seine Frau los und 
5 tötete sie samt ihrem Freunde und entfloh. Adieu. 



VII. 

Jemand stritt mit einem andern, und bei dem Streite sagte er 
ihm: Nein, du Kuppler! Er antwortete: Du da, ich? Ich soll eine 
schlechte Frau haben? Der erste: Jawohl, du hast eine schlechte 

lo Frau. Der zweite: Die NN. ist mir nicht untreu. Der erste: Wenn 
du willst, werde ich es dir mit deinen Augen zeigen. Der zweite: 
Bei Gott, mein Bruder. Der erste: Geh zu deiner Frau und sage 
ihr: Du NN., ich will über Land verreisen. Mach mir Essen. Sie 
machte ihm Essen, er nahm es und ging zu dem Manne, der ihn be- 

»5 leidigt hatte. Der gab ihm den Rat, um Sonnenuntergang nach Hause 
zu gehen und sich zu verstecken. Er ging nach Hause und ver- 
steckte sich. Da sagte die Frau zu ihrer Sklavin: Geh zu dem Kauf- 
mann NN. und sag ihm,, er solle dir eine Lage Stoff geben und er 
solle um I Uhr herkommen. Die Sklavin richtete den Befehl aus, 

20 und er gab ihr eine Lage gestreiften Seidenzeuges. Dann kam die 
Sklavin zurück 'und gab den Stoff der Frau. Darauf sagte sie zur 
Sklavin: Geh zum Vogelhändler, und bringe ein paar Vögel, und lass 
ihn um 2 Uhr kommen. Er gab ihr die Vögel, und sie brachte sie 
der Frau. Dann sagte sie zur Sklavin: Geh zum Garkoch, er soll dir 

25 Röstfleisch geben, und er möge um 3 Uhr herkommen. Die Sklavin 
ging und brachte ihr Röstfleisch von ihm. Ihr Mann aber hörte alles 
von Anfang bis zu Ende. Als er nun die Geschichte gehört hatte, 
kam er hervor und klopfte an die Thür. Sie fragte: Wer ist da? 
Er: Ich. Sie: Hah, was willst du NN.? Er: Du NN., ich traf einen 

30 Löwen, dessen Rücken war gefleckt wie die Lage gestreifter Seide 
auf der Leine. ' Aber, NN., wenn ich nicht schneller gewesen wäre 
als die Tauben auf dem Taubenschlage, wahrlich, so hätte er mich 
zu Klopffleisch gemacht wie das unter dem Korbe. 

VIII. 

35 Ein Mann ging des Weges und hatte einen Stier bei sich, der 

eine Last Gerste trug; in der Hand trug er ein Huhn und auf dem 
Kopfe einen Kessel. Da war nun eine Frau, zwischen beiden aber be- 
fand sich ein grosser Fluss. Die Frau, welche sich auf jener Seite 
befand, hatte einen Wasserschlauch mit bei sich, den sie gefüllt hatte. 



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12 (gtiitCLC^t 5ur femtHfcfen ^pra^wlffenfc^afe. 

i'au^a^^^tdfejr u^irmt €lHd(€)l min fofujg eUd(u)r uiirbut ettofujr 
bilHd(e)l ule^(d)bir ^aleiia hua dahhag ^alc(i)ha täafhä uhätt eddtc 
^anua^^gid(e)r nrüma^Üid(e)l min fofujg ettofujr uärbiitah bilBidfeJl 
utcsallah ytä^abar ^alefijhä ytälhyrine gämet tcsamjLi iä {immä i^ani 
in limma igäni uähta mabtüha ^aggirbe ij^omcettcfe rühhä bissefife 
mal ^t\f i^ät^sauifi iä iimma lumman i^^ä ^alefijha nachä tirädd lira- 
rädah ^ähtia rarib uäfua raribe urahau killmen Bala mahallah. 



IX. 

färfejd reiä^l etüefijn iimiün biddärfujb faiäfau färfejd hyrme 
t^katiib hatab uähädha %äh^d min erreiä^tl gal lir^ß^äk anl agdar lo 
änii halhyrme i/^täl;^ar gäl^läh mä tigdar gäljäh agdar gäl^läh 
ta^al terähen u'tiäi ida fiicfejthä öntint ihtak t^aida mä nicfejthä antik 
ifjti t^rädau etHefiJnhum uräh eilt gäl äni agdar ämckä lumman i^ä 
liiemmhä usäh ^alefijkä mitfejl mä (i^hal elhü^än uahüa fejmsallaf} 
ume^antär Bairah ugälit^läh uu^aBfaJ utj^u^a^faj rähem lärib el- 15 
^äbak u^äh Balefijkä ennofujb uräddet Balefijh ^u^a^faj w^u^efiJBfaJ 
u^äh Balefijhä ennbfujb uägälet^läh uu^efiJBfaJ u^äh Balefijhä en- 
ftofujb uähta häm ^ähat mitfejl mä tishal elfaras uahüa fät Balefijhä 
unächa urädd lir^ß^äh üa^ad minnäh errahfejn. 



X. 20 

färfejd uähed rajJi^läh färfejd muH uaräh bitulälät iedauuir 
Balefijh färfejd iofujm min etai^äm i^ä lifärfejd uläia udäf Band 
eHefiJfy mal etuläia täBaUau utäBallelau lissäBa bitteläte t(ärältau 
icnämün utemm elhattär bilmudif 0rtd ihtäm uiekassib min taraf 
elmut't säBa yuida^lm^Bazdb mälah MBal ellappa ugäm {i^teBäras 25 
yiiia hyrmetäh gäm abu^lmuti ledahhig Bala^lmeBazzib hüa uhyrm^- 
täh gäm elm^Baszib ienic fiJbhyrmHäh uhüa eddäjßBfaJ elmuti ii^dah- 
fiig Bälefijhum elm^Bazzib gäl limartäh eilt ienic bihä änl alüf beled 



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QVletgnev, ({t€u6A6^fontfc$e ßefc^ic^ten au« 6em 3tA<|. 13 

Als sie vom Wasser in die Höhe kam und den Mann sah, schrie sie 
laut: Ums Himmels willen, dieser Mann wird jetzt das Huhn in den 
Kessel thun, die Last vom Stier abwerfen, den Stier an die Last 
anbinden und zu mir herüberkommen. Er schaute nach ihr und sah 
5 sie nun. Dann setzte er den Huhn in den Kessel, warf die Last 
vom Stier ab und band ihn daran fest. Darauf entkleidete er sich 
und ging zu ihr herüber. Die Frau begann nun wieder zu machen: 
Herr Gott, er ist zu mir gekommen; Herr Gott, er ist zu mir ge- 
kommen. Sie lag aber mit dem Rücken auf dem Schlauche und 
10 schlang um ihre eignen Schultern ein Band aus Wolle, während sie 
immer dabei machte: O Gott, o Gott! Als er zu ihr kam, umarmte er 
sie und ging dann zu seinen Sachen zurück. Er war ein Fremder 
und sie eine Fremde. Dann gingen beide ihres .Weges. 

IX. 

15 Zwei Männer gingen fiirbass und sahen eine Frau, die allein Holz 

sammelte. Da sagte einer von den Männern zu seinem Freunde: Ich 
kann diese Frau verfuhren. Der andere: Das kannst du nicht. Der 
erste: Doch. Komm, wette mit mir. Wenn ich sie verführe, gieb mir 
deine Schwester, und wenn ich es nicht thue, gebe ich dir meine 

20 Schwester. Beide waren einverstanden, und derjenige, der gesagt hatte: 
Ich kann sie verfuhren, ging fort Als er in ihre Nähe kam, schrie er 
ihr entgegen, wie ein Hengst wiehert. Er war aber nackend und in er- 
regtem Zustande. Die Frau rief nun: Krankheit treffe dich, Krankheit 
treffe dich, und verflucht sei der Schnurrbart deines Erzeugers. Dann 

25 schrie er sie nochmals an, und sie antwortete: Krankheit treffe dich 
und ein bischen Krankheit treffe dich. Darauf schrie er sie nochmals 
an, und sie erwiderte: Ein bischen Krankheit treffe dich. Schliesslich 
schrie er sie nochmals an, und nun schrie sie selbst, wie eine Stute 
wiehert. Er ging auf sie zu und umarmte sie. Dann . kehrte er zu 

30 seinem Freunde zurück und nahm von ihm den Wettgewinnst. 

X. 

Jemandem war ein Esel weggekommen, und deshalb ging er in 
den Landschaften umher, um ihn zu suchen. Eines Tages kam er 
in eine Ortschaft und war Gast bei dem Ortsschulzen. Als sie zu 
35 Abend gegessen und sich die Zeit vertrieben hatten bis um 3 Uhr, 
gingen sie schlafen. Der Gast blieb im Gastzimmer, da er auch 
schlafen wollte, und dachte über den Esel nach. Nun zündete sein 
Wirt die Lampe an und fing an mit seiner Frau zu scherzen. Der 
Besitzer des Esels aber kuckte auf den Wirt und seine Frau, und 



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14 (S^ittüc^t 5ut femififcfen ^ptd^wiffenfcfafi. 

(e)Stanbül uaiüf etOndra uaiüf Mas(e)r rädd Balefijh eilt dä^a^(a) 
elntuti gäl iä Bamml (e)ll}äter Allah mä t^iüf^li eilt bäg ebmiti gal^ 
läh hallet elbarake adahhi^ belken a^üfah. 



XI. 

fär(e)d ^ähfd Bandah mara }iilmara Bäddha (^andeha) r^fi^ 5 
gälet lir^ß^hä agdar ahallik HfBal bij^e ura^li ielüfak (i)b Beinäh gäl^ 
ilha mä tigdärin gälet hellp(ti)m ti^i lilbistän gäljilhä mä^fyälif 
gälet lira^ilhä rauuah neruh lilbistän n^hattib hatab gälJiUui ran- 
u^hi lumman rähau gälet lira^illtä {ä felän arid äni a^Bad Bannahle 
tiaahattib uinte limm min ^atiuäi gäljilhä isBadl lumman saMdet lo 
galitjäh iä felän äni aiüfak färfejd uähed 0nic bik gäl sid(i)g gälet 
sid(i)gfdida mä thaddig i^Bad inte B annagle häm teiüf fär(e)d uähfd 
ji^rui bij^e gäljilfiä mäjthälif lumman saBad gälet lir^fi^ltä {ä felän 
taBäl lumman i^ä gäm ienii bihä gäljilhä {ä f^läne äni ahlf färfejd 
uähfd 0nic bic gälet Jäh mäkü ahad iä f^län gäl äni ^ä Bäd aiüfah 15 
(iJbBeifii gälitjäh ju f^län mitfejl mä cin(e)t alüfak inte häm telüfnt 
galjlhä sidfijg iä bint Bammi lumman Ijallas refi^hä min ennefijc 
räh litnecänah uhta gämet tegul lira^ilhä iä felän (e)Hd(uJn halmu- 
sibe gäljilhä äni tübahhar(e)t bihalhdcu 



xn. 20 

fär(e)d yiähed binnä istäd u^äBäd iibnl uBandah ^innäB(a) läcin 
Bandah reß^e sär Bandah färfejd räi btan iertd udizz färfe)d tärü 
Bala reß^tah uhua fbfujg essatfejh uBandah färfejd sänaBfaJ iindell 
ahl^elhyrme gäl et istäd li^sänaBfaJ iä felän ruh giljäh uida legefi)- 
täh Iä t^giljäh elij^oled semaBfaJ fijhcäiet istädaJi uräh säBa uai^ä 25 
gäl et istäd häh gäl Jäh essänaBfaJ rihfejt gittjäh ugäl a^l ida i^ä 
umä i^ä^ läcin Bala halkeläm ennäs mä faJBarüfau fejlgäl uf^Jhnä 
gäl läcin äku färfejd ^änaBfaJ ^ädi^ eli/^oled elli dessäh gäl Jäh iä 
ahüie mä teBallimnl maBfaJnä ha^^eii^äb eilt gälak bih et istäd gäl^ 
läh gälji ruh lilhyrme ugiljlhä l^allihä tigi Bandl rihfejt lilhyrme 30 
ugittjlhä ugälitji a^l läcin ida i^ä ra^ll mä a^u 



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QVletgner, ({UttSaB^femfcfe ßefcftc^ten au« 6m 3tA<). 15 

sah ihnen auch zu, als er seine Frau umarmte. Dabei sagte der Wirt 
zu seiner Frau: Ich sehe Constantinopel, und ich sehe London und 
ich sehe Cairo. Da rief ihm derjenige, welcher den Esel verloren 
hatte, zu: Mein Oheim, um Gottes willen, kannst du nicht auch den 
5 sehen, der den Esel gestohlen hat? Der andere entgegnete: Mit Freu- 
den, ich werde nachkucken, vielleicht sehe ich ihn. 

XI. 

Jemand hatte eine Frau, und die Frau hatte einen Liebhaber. 
Sie sagte zu ihm: Ich kann dich es bei mir machen lassen, während 

10 mein Mann dich mit eignen Augen sieht. Er: Das kannst du nicht. 
Sie: Komm heute in den Garten. Er: Meinetwegen. Sie sagte darauf 
zu ihrem Manne: Mach dich auf, wir wollen in den Garten gehen, 
um Holz zu holen. Er meinte: Mach dich auf Auf dem Wege 
sagte sie zu ihrem Manne: Du NN., ich werde auf die Palme steigen 

15 und Holz abschneiden, und du sammle es unter mir. Er sagte: Steige 
herauf Als sie oben war, sagte sie zu ihm: Du NN., ich sehe, wie 
dich jemand umarmt Er: Wirklich? Sie: Ja, wirklich. Und wenn 
du es nicht glaubst, steig du auf die Palme, und du wirst auch sehen, 
wie mich jemand umarmt Er: Meinetwegen. Als er oben war, rief 

20 sie ihren Freund heran, und als der bei ihr war, umarmte er sie. Ihr 
Mann rief ihr zu: Du NN., ich sehe, wie dich jemand umarmt Sie: 
Es ist niemand da. Er: Ich sehe ihn aber mit eignen Augen. Sie: 
Du NN., wie ich dich sah, so siehst du mich auch. Er: Ja, wirklich, 
meine Base. Als ihr Freund fertig war, ging er auf seinen Platz und 

25 sie sagte zu ihrem Manne: Was ist das für eine Geschichte? Er: Ich 
bin ganz ausser mir über diese Sache. 

XII. 

Ein Baumeister war auf einem Bau, wo er Lehrlinge bei sich 
hatte. Er hatte aber auch eine Geliebte. Da fasste er einen Plan, 

30 einen Boten zu der Geliebten zu schicken, während er oben auf dem 
Dache war. Er hatte einen Lehrling, der die Familie der Frau kannte, 
und sagte zu ihm: Du NN., geh hin und sag ihm, und wenn du ihn 
findest, so sag ihm nicht. Der Junge hörte die Rede seines Meisters 
und ging fort Als er zurückkam, fragte der Meister: Nun? Der Lehr- 

35 ling erwiderte: Ich ging und sagte es ihm, und er sagte: Ich werde 
kommen, wenn er kommt, kommt er nicht. Aber die Leute verstan- 
den diese Worte nicht, was er gesagt und was er nicht gesagt hatte. 
Nun war aber ein Lehrling da, ein Freund des Jungen, den er ge- 
schickt hatte, der sagte ihm: Mein Bruder, kannst du mir nicht den 



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l6 (§tiM(^t 5ttt fmxHf<itn ßpta(tm\ftnf4^^' 



xni. 

äin fär(e)d re^^al ueft^rmctäh färfejd io(u)m iltihau essimec 
jak^lünah öntet lira^^lhä fi^cem qir(e)S yieräh lissüg mal essimec 
t^ütära fdr(e)d simce ^e^äbhä ^ai^a leheläh u&t^laggäh elqädi T/^äl- 
bäia uälmuftl uegälau be(i)näthum ^alänä n^qelmar hädä abu^ssimie 5 
tiänif^allth iedibbhä gäl elqadi Ulli ia^l essimce ualak alüf hädi^ 
ssimce meipte ue^ähau Balefijk telätethum y^e^äz min Bäddkä ^edebbha 
^eräft limartah ^egaUt^läh martah t^(i)n essimce gäljilha t^laggani 
elqadi uälbäia 7/filmuftl ^egalau hädi^ssimce meiiite yi,edebbe(i)tliä 
uai^e(i)t gälet qaimarok ja büme läcin Bandl erräi äni raffte älteri 10 
simce rä/tat lissüg Tiiltärat simce i/^ai^at i/^ät^laggalui elqädi uegal^ 
ilha hädi^ssimce meiiite t^ehta mcraUie uo^ähha ^e^ahharat elrüue 
min 7/^o^ähhä uurmlzet (i)b^einhä uegalitjläh mü meijUe ja qadi 
läcin inte meijit ^araf mar am haWui y^egäljilha cualläh ja bint 
galit^läk inte eljd(u)m essä^abiltiähde ma^(a)züm ^andl gäljilkä Bala 15 
^eini yLat^laggähä elbäla yLegälJilha ja hyrme hädi^ssimce meijite 
gälit^läk ja bäla essimce mü meijite läcin inte meijit (a)^araf ma- 
rämha gäljilhä (^alläh ja bint galit^läk inte eliöfujm maBfaJzüm 
^andi essäBa bitftfle(i)n gäljilhä ftybban y^kiräman i/^tilaggäha^ 
Imufti uegäljilhä mit(e)l mä gälau rab^ah ueräddet Balefijk mitfejl 20 
mä uäBädet elqädi J^älbäia akün ji^ihä essäBa bitteläte y^egäl^ilhä 
hybban ijLakirämafi ^ala mä ämärtl uerähat lehilhä uegälet lira^elhä 
ja fHän elli (i)nkitau uljäk änl in ^ä Allah a^fajmilkä bthum läcin 
inte t^ruh bissüg ila^ssäBa biliarba^(a} y^ti^l tedigg clbäb ^ainte 
hessä^ t^ruh linna^^är uät^fjallik jesaui(i sandüg uäbih tilet ^Ifnädi^ 25 
t/^ähed ^aui/^a uätä/jar fbfujgah uattälit fofujgkinn läcin kill uäked 
jalläh jähid zilme yLet etfie(i)n elfd(u)gänijät uähed mezrüf ^ala^t äf^ar 
t^e^ibäh ueta^äl räh erra^il ^esauua e^^andüg yLe^äbah uei^ä ^ehät' 
{ah bilhofuji i/^e^är ehnurrib uetalaB(a) ra^il elhyrme mit(e)l yfi^aditäh 
hyrmetäh ue^ärat essä^a biluähede uai^ä elqädi uedegg elbäb uefak- 30 
kit^läh elbäb tugälet^läh ahlan bik ja qädijt asläm t^ega^Badetäh 
^addo(u)l(i)me ue^ärr elhyrme jerid jif^al biha tiegäUt^läh ja qädi 
eliel (a^il tu änl btdak ^äd e/ma nit^aHa ue^ag(u)b dälik elii tMdäh 
ihidäh gäljiltid eBfaJ^ll elBa^a gälH^läk kallet elbarake uegämet t^^ubb 
busala biccid(i)b särat essä^a bil^ ftüefijn tieida indegget elbäb gäl^ 35 
ilkä elqädi kädä minkü gälet^läk hädä ra^eli gäljilhä (e)Uo(u)n 



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Sinn der Antwort sagen, die der Meister dir gesagt hat? Der er- 
widerte: Er sagte mir: Geh zu der Frau und sag ihr, sie möge zu 
mir kommen. Ich ging zu der Frau und bestellte es ihr, sie aber 
entgegnete: Ich werde kommen; aber wenn mein Mann kommt, werde 
5 ich nicht kommen. 



XIII. 

(a) Ein Mann und seine Frau hatten eines Tages Appetit auf Fische. 
Sie gab ihrem Manne einige Piaster, und der ging auf den Fisch- 
markt und kaufte einen Fisch. Als er ihn nach Hause trug, trafen 

10 ihn der Kadi, der Pascha und der Mufti. Sie sprachen untereinander: 
Wohlan, wir wollen mit diesem Manne einen Scherz machen und ihn 
veranlassen, dass er den Fisch wegwerfe. Der Kadi sagte also zu 
dem Manne mit dem Fische: Du da, wie ich sehe, ist dieser Fisch 
tot Alle drei schrieen nun auf ihn ein, bis er von ihm abliess und 

»5 ihn wegwarf, (b) Als er zu seiner Frau kam, fragte sie ihn, wo der 
Fisch wäre, und er musste antworten : Der Kadi, der Pascha und der 
Mufti trafen mich und sagten: Dieser, dein Fisch ist tot. Deshalb 
habe ich ihn weggeworfen und bin hierhergekommen. Sie meinte 
nun: Diese da haben sich mit dir einen Scherz erlaubt, du Eule, aber 

20 ich weiss einen Rat Ich gehe und kaufe einen Fisch, (c) Sie ging auf 
den Markt, kaufte einen Fisch, und als sie daher kam, traf sie der 
Kadi und sagte ihr: Dieser Fisch ist tot. Sie hatte ihr Gesicht ver- 
schleiert, lüftete aber nun den Schleier, blinzelte mit deni Auge und 
sagte ihm: Er ist nicht tot, aber du bist tot Er verstand die Ab- 

25 sieht ihrer Worte und sagte ihr: Bei Gott, Mädel. Sie antwortete: 
Du bist heute um i Uhr bei mir eingeladen. Er sagte zu. (d) Dann 
traf sie der Pascha und sagte ihr: Frau, dieser Fisch ist tot Sie 
antwortete: O Pascha, dieser Fisch ist nicht tot, aber du bist tot. 
Er verstand ihre Anspielung und sagte: Bei Gott, Mädel. Sie ant- 

.0 wortete: Du bist heute um 2 Uhr bei mir eingeladen. Er sagte auch 
erfreut zu. Dann traf sie der Mufti; der sprach zu ihr wie seine 
Freunde, und sie antwortete, wie sie dem Kadi und dem Pascha ge- 
antwortet: er solle um 3 Uhr zu ihr kommen. Auch er nahm von 
Herzen gern an. (e) Sie ging dann nach Hause und sagte ihrem Manne: 

35 Du NN., denen, die sich mit dir einen Scherz erlaubt haben, werde 
ich es hoffentlich anstreichen. Du geh nun auf den Markt bis um 
4 Uhr, dann komme zurück und klopfe an die Thür. Geh aber so- 
fort jetzt zum Tischler und lass ihn einen grossen Kasten machen 
dergestalt, dass drei kleinere Kästen in ihm stehen, einer unten, der 

40 andere darüber, und der dritte über beiden. Jeder muss einen Men- 
schen fassen und die beiden oberen müssen Löcher nach dem untern 

Beitrage cur serait. SprachwiMeoschaft. V. 2 



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l8 qg^eiM^e ^ut fmitif4^ lkpxa4wiWtn\4^fi, 

gälit^läh gutn adummak bi^^andüg ^ehua näzi^(a) ^^nti^(a) hudü- 
mah uebäqi Bale(i)h fär(e)d to(u)b uättbäs uefakket e^sandüg ueftätfet 
elqädi bih uugfelithä Balefijk räfiat uefakket elbäb lilbäia uehadda- 
ritäh (h) lumman inftadär ueläfhä ihtell Baglak ue^äbitäh uega^^adetäh 
Baddofuji^me ga^ad uegäljilha ta^ält galit^läh iä bäla iM^(a)tia 5 
eitel iai/^l irmi hudümak bisselle uenitBaiJta ^ebaB(a)d dälik eilt tM- 
däh hüa bidak gäljllha e^^li el^ala gämet t^^ib el^ala billiile sä^a 
uaida elbäb indegget gäl^ilhä minhü eilt degg elbäb gälet radelt 
gäljllha ue(i)n t?4^mnänt (i) gälit^läh bi^^andüg fa a/^adetäk uefakket 
e^^andüg ^ehättitäh bil/jäne ettänie uugfalethä Balefijh rähat litähar lo 
uesauuet bih mit(e)l rab^ah ^efakket el/}äne ettälite Bale(i)h uinhädär 
ra^ilhä uegäljilha j^ä hyrme änl aruft a^eddi min e^^ub(a)h Hl- 
murrib ^ainti hätte ^andüg ^andic gälet laBäd {eßld(u)n fä ft^län 
gäljilhä bäcer öntini e^^andüg abi^ah gälet mä äntih gäl^illiä agicm 
akessiräh bihattntiie galet^läh (e)ifiaddak (k) gäm erra^el tiedarab es- 15 
^andüg bilBa^a hädöläk elli bi^^andüg gämau {ezärr^biin uäicbüliin 
uähfd ^ala^t äf^ar %ebaqau ^ala hal^äle min essäBa bitarba^fajt lis- 
^ub(a)fi lumman a^bah e^^ub(a)h ^äb hammäl ue^äl e^sandüg lisiig 
here^ uegämau 0sihün bih lumman uo^al f}amsin qrän bäBoh Bala 
abü ^amsin qrän uegäl elli af^ad lilbä^ah ha^^andüg mä^läh miftäh 20 
(I) gäljläh hadennt mefätiftäh lumman gäm iefukk e^^andüg e^^au^äfii 
lenn i^iiif bih elqädi '^äm^lauuali bil^eriän gäljläh Unht hädl {ä 
qädi^t asläm gäljläh istir ^alei^a Allah iistir Bale(i)k öntäh Babäh 
uegäl^läh inhizim lehilak gabljmä t^iufak ennäs uäta^ar kMälik 
uätäJ^ar häm kMälik lumman hezzemhum killhum ^a/}ad e^^andüg 25 
lihiläh iieräh (m) ba^fajd dälik in^m^au elqädi uälbäla t/Lalmuftt gälau 
hädi^lhyrme (i)nkitet uiiäna läcin (e)ild(u)n erräi gälau ehnd killmen 
ieruh leheläh ueiilbes (e)zui(i)nt mal ftarämi^e ^enesti Balefijhum ue- 
nidbdhhum ebnara uera^flhä ittifqau Bala harräi uesärat essäBa bil- 
hamse mbi eitel uerähau Bala hd(u)lhum uegämau iesauuün bägfejr bih 30 
ila^an^(i)b^erdh hassau bihum tiilzimet elmara färfejd müs (n) ue alt- 
dar räsah elmufti m*n elbägfejr lumman talaB(a) räsah femm elhyrme 
lizimet /jal^mah uega^^etäh bilmiis rädd lirab^ah uegäl^ilhum iä 
rab^i hädole m^sau^in Hrfejs uelkit(e)r riha aitemm Bandhum ttin- 
fiSdär elbäia uega^^et idänah etflefijnhinn uerädd lirabBah uegäl Jil- 35 
hum Iß rab^i inseddet idäni min hyss elmazaiq uättäbfejl uäs^eränic 
(0) gäl elqädi äni änhader Bala riglei^a tiaabqä biHrfeJs hijnd(u)be 
lumman inhadär li^emm (i)hzämäh lizemet Beirah uefiä^äui^äh uega^- 
^ithinn farädd lirabBah i^^gäl^ilhum kill halHr(e)s lituhüri ^erähau 
lehilhum uesseläm hädi niket ennisy^än, 4o 



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QVUtgnet, (SituM^tonif^t t^€\4U$Un au« htm 3tH- 19 

haben, (f) Bring ihn her und nun los! Der Mann ging fort, Hess den 
Kasten machen, brachte ihn her, und man stellte ihn in den Hof. 
Als es Abend war, verliess der Mann seine Frau, wie sie es ange- 
ordnet hatte. Um i Uhr klopfte der Kadi an der Thür, sie öffnete 
5 ihm und begrüsste ihn: Willkommen, du Richter des Islams. Sie 
liess ihn sich auf das Polster setzen, er aber zog die Frau an sich 
und wollte es mit ihr machen. Sie sagte: Die Nacht ist lang, und 
ich bin in deiner Hand. Nun wollen wir zu Abend essen, und darauf 
nimm, was du willst (g) Er riet ihr, sich mit dem Abendbrot zu be- 

10 eilen, und sie versprach es. Sie that zum Schein so, als ob sie sich 
mit dem Abendbrote beschäftigte, bis es 2 Uhr wurde. Da wurde 
an der Thüre geklopft, und der Kadi fragte: Wer ist das? Sie: Das 
ist mein Mann. Er: Was thun? Sie: Ich werde dich in der Kiste 
verstecken. Er legte alle seine Kleider ab, dass er nur das Hemd 

15 und die Unterhosen anbehielt, sie aber öffnete den Kasten, steckte den 
Kadi hinein und schloss hinter ihm ab. Dann ging sie, die Thür dem 
Wali zu öffnen, und liess ihn eintreten, (h) Als das geschehen war, und 
er sie sah, wurde er ganz verwirrt. Sie brachte ihn in das Zimmer 
und liess ihn sich auf das Polster setzen. Dort sitzend sagte er dann 

20 zu ihr: Komm her. Sie: O Pascha, warum denn? Die Nacht ist lang, 
Lege deine Kleider in den Korb, und dann wollen wir erst zu Abend 
essen. Dann ist alles, was du wünschst, zu deiner Verfügung. Er bat 
sie, sich mit dem Abendessen zu beeilen, und sie that nun so, als 
ob sie das Abendbrot brächte. Da wurde plötzlich an der Thür 

25 geklopft. Er: Wer klopft an der Thür? Sie: Mein Mann. Er: Wo 
kannst du mich verstecken? (I) Sie: In dem Kasten. Sie nahm ihn, 
öffnete den Kasten, steckte ihn in die zweite Reihe und verschloss 
ihn hinter ihm. Dann ging sie zu dem letzten Manne und verfuhr 
mit ihm wie mit seinen Kameraden und öfihete ihm die dritte Reihe. 

30 Nun kam ihr Mann herein und sagte: Weib, ich gehe von Morgen 
bis Abends betteln, und du stellst einen Kasten bei dir hin? Sie: 
Nun, was soll das heissen, du NN.? Er: Morgen gieb mir den Kasten, 
ich werde ihn verkaufen. Sie: Nein, ich gebe ihn nicht. Er: So zer- 
schlage ich ihn mit diesem Maulbeerstock. Sie: Was fällt dir ein? 

35 (k) Der Mann fing an, den Kasten mit dem Stocke zu schlagen; die 
drinnen aber besudelten (vor Angst) einer den andern. In dieser 
Verfassung blieben sie von 4 Uhr bis zum Morgen, dann aber holte 
der Mann einen Lastträger, der den Kasten nach dem Auktionsmarkt 
brachte. Man schrie um ihn herum, und als er 50 Kran brachte, 

40 verkaufte man ihm dem letzten Bieter. Der Käufer fragte den Ver- 
käufer: Hat dieser Kasten keinen Schlüssel? (1) Daraufgab er ihm die 
Schlüssel, und ab er den untersten Kasten öffnete, siehe, da erschaute §r 
drinnen den Kadi, mit Unrat beschmutzt. Erfragte: Was ist das, Richter 



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20 (SftiMc^t 5ur femiHfc^en ^prac^wtffenfc^aft. 



XIV. 

(a) cän äkü fdr(e)d uäftfd ^andah ^oled ubint id(u)m min etiiam 
gäm i^müt uo^fä ibnäh btaft amt/tält Hak uitifjtak ntät lumman mät abu^ 
luoled uilbint gäm fi^rab e/i^oled Barag lumman gäm {ilrab ^arag 
läcin if^täh cetir hely^e id(u)m i^ä sakrän ufait Bala i(}täk ufä^äl bihä 5 
lumman a^bah es^ub(a)h läfihtäh mäsahljame bisfiäm asuäd gäl^ilhä 
lä ihti el^ofujm fei (ejmsah/jame galit^läh inte elbäreha fa^äl(e)t biie 
uinte sakrän gäl^ilhä ^idfijg gälH^läh sid(i)g (b) gäm ualjad sicctne 
udarab nefsäh umät gämet elbint (i)hfäret lahüha gabfejr uudfenitäh 
bilhb(u)i utefnmet eitel ytunn^här übet fatemmet mudde ^ala halhäle lo 
ibfujm min etiläm Mfet nif(e}shä ^aidä ^aire hible Byddet iihurfiä 
litis ^at^iihur ^äbet fär(e)d y,oled gämet uiagget bot(e)n eluoled udeb- 
bitäh ^ala^lmizbcle läemmet tibci ^ala gabfejr ahühä (c) läcin eluoled 
lumman debbitäh ^ala^lmizbele äkü fär(e)d hattäb kill ibfujm ieruh 
lehattib hatab uiebi^ah hadäk eljßfujm cän ierid ieruh lilhatab uta- 15 



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des Islams? Er antwortete: Bedecke mich, so wird Gott dich be- 
decken. Er gab ihm also seine Abaje und sagte: Mach, dass du 
nach Hause kommst, bevor dich die Leute sehen. Mit den beiden 
anderen passierte dieselbe Geschichte, Als er alle hatte entwischen 

5 lassen, nahm er die Kiste nach Hause, (m) Später versammelten sich 
der Kadi, der Pascha und der Mufti und sagten: Diese Frau hat uns 
einen Streich gespielt Was thun? Sie kamen überein, sie wollten 
nach Hause gehen, dort ein Räuberhemd anziehen und dann jene 
überfallen und die Frau samt dem Manne abschlachten. Auf diesen 

lo Plan einigten sie sich. Um 5 Uhr nachts zogen sie nach ihrem Hause 
und begannen ein Loch zu machen; bis sie es fertig hatten, merkten 
die drinnen es aber, und die Frau nahm ein Rasiermesser, (n) Als der 
Mufti seinen Kopf hereinsteckte, ergriff die Frau, sobald sein Kopf 
neben ihr erschien, seine Nase und schnitt sie mit dem Rasiermesser 

15 ab. Der kehrte nun zu seinen Kameraden zurück und sagte ihnen: 
Kameraden, jene feiern dort eine Hochzeit, und wieviel Wohlgerüche 
rieche ich noch von ihnen. Dann ging der Pascha hinein; dem schnitt 
sie beide Ohren ab. Der kehrte nun zu seinen Kameraden zurück 
und sagte ihnen: Kameraden, meine Ohren sind ganz voll von den 

20 Tönen der Musikinstrumente, der Pauken und der Flötea (o) Der Kadi 
sagte: Ich gehe mit den Füssen zuerst hinein, und werde diesmal auf 
der Hochzeit bleiben. Als er bis zu seinem Gürtel drin war, ergriff 
sie sein Glied und seine Hoden und schnitt sie ab. Dann kehrte er 
zu seinen Kameraden zurück und sagte ihnen: Die ganze Hochzeit 

25 fand nur meiner Beschneidung wegen statt. Darauf gingen sie nach 
Hause. Das sind Weiberstreiche. 

XIV. 

(a) Jemand hatte einen Sohn und eine Tochter. Eines Tages legte 
er sich hin und starb, seinem Sohn aber legte er ans Herz, dass sein 

30 Vermögen ihm und seiner Schwester gemeinsam gehören sollte. Nach 
seines Vaters Tode fing der Sohn zu trinken an, und als er einmal 
betrunken heimkam, ging er zu seiner Schwester, die sehr schön war, 
und umarmte sie. Am Morgen sah er, dass seine Schwester sich mit 
Russ geschwärzt hatte und fragte sie: Weshalb hast du dein Gesicht 

35 geschwärzt? Sie: Gestern hast du, als du betrunken warst, es mir 
gemacht. Er: Wirklich? Sie: Wirklich, (b) Da nahm er ein Messer und 
tötete sich selbst Darauf grub das Mädchen eine Grube und be- 
erdigte ihn im Hofe und weinte Tag und Nacht. So blieb es eine 
Weile, eines Tages aber bemerkte sie, dass sie schwanger sei. Nach 

40 neun Monaten gebar sie einen Knaben. Sie schnitt seinen Bauch auf 
und warf ihn auf den Misthaufen ; sie aber weinte weiter auf dem Grabe 



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la^(a) libäb eCulajß, udahhag ^ala^lmisbele täaf fär(e)d za^(a)tüt libc't 
falälah urädd lihiläh luniman rädd Uheläk ^äbäh lihyrm^tah uiafau 
botnah meiguge rähau lilftakim uiäfah elhakim ußjaiief bopiak uhätt^ 
ilhä düa utaiiebah ugämet hymtet elhattäb tirda^ah iumman ^ar 
zil(i)nie lacin Bala beinah ^är elhattäb cMr ^ältib antual (d) Iumman ^är 5 
zil(i)me ubelar gal lilhattäb {ä abü^e äni ärid^li mara gal^läh {ä 
yLoledi mä^if}älif gämau i^dauuerün^läh ^ala mara Iumman i^au 
3ala^lhyrme elli hta ummah ugalo^lha fhna Bäddna ^oled ünMdii 
iläh mara galet mä^if}äiif fd afjadöha iläh iumman fät Balefijha ut^^ä- 
maB(a) uiiahä unäm biliel uhta ^ä^ade uhüa (e)msalla^ und Im iäfet lo 
botnah uaida meiguge (a)Barufitäk bian hädä uolidhä gämet ut^sah^a- 
met ugämet tibci li^^ub(a)h (e) gaBad el^oled gäl^ühä tei tibcin gälet 
äbcl Bala kitbet Allah gäljllha iei galitjäk bissälife min auuilhä Uta- 
liha fdal^ad essücine u4arab nefsäh umät Iumman mät (i)hfarit^läh 
gabfejr jemm gab(e)r abüh yiudfinitäh ugämet tibci Bala (e)tfie(i)nhum 15 
iofujm min elij^äm ennibl (e)Mhammed ^alai^ät Allah Balefijh biliel 
talaB(a) iimii bittebdil sfmaB(a) elhyrme tibci faräh Balefijhd jfen- 
lidha min Sfbeb beciha usolefit^läh elgadiie min au%ilhä litaliha 
faftarram ennebi elBarag min hadäk el^ofujm ut^Bü utislem yLessaläm, 



XV. 

(aj fär(e)d uäkfd melik ahyi^älah z(i)hie ^ä^är faqtr y^egäm iigBid 
bilgahäyß ktllmen ii^i {intih ie(i) liSteri amma f}ub(e)s uaamma leiär- 
ribäh cäi iibqä lilmurrib y^äii^büg ha^ira min elgahue ^äi^biBfaJha 
biarbaB(a) qürui yLejilteri lihyrmetäh iaia baqä Bala halhäle mudde 
(b) gämet hyrmetäh galet^läh hellp(u)m lä t^ruh lilgahue hSte räftat 25 
(u)tlübet (u)hdüm min ennäs elli jaB(a)r^jünhum uerähat lilhd^näm 
uulbiset elhudüm i/^^ärat h^ly^e yLarähat lissüg uefätet min lemmfärfejd 
yLoled qäbil min etlu^^är uegälJilM eljioled Ubläztmic {ä hyrme mä 
räddet Balefijh ^^%äb läcin sauyiet aiära biBuf^ünha lily^oled y^amiUt bis- 
süg (eßuei^e (c) ^eräddet Bale(i)h Iumman räddet Balefijh gäm eluoled 30 



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fpiti^ntt, (j;Utt6a6^fonirc$e ^efc^tc^foi atut dem ^taq. 23 

ihres Bruders, (c) Als sie das Kind auf den Misthaufen geworfen, kam 
ein Holzsammler, der täglich Holz sammelte und es verkaufte, aus 
dem Thore der Ortschaft, um nach Holz auszugehen, und sah den 
Misthaufen und darauf das weinende Kind. Er nahm es und brachte 

5 es nach Hause. Dort gab er es seiner Frau, und nun sahen sie, dass 
sein Bauch aufgeschnitten war. Sie gingen nun zum Arzt; der unter- 
suchte ihn, nähte den Bauch zusammen, legte Medizin auf und machte 
ihn gesund. Die Frau des Holzsammlers nährte ihn, bis er gross 
wurde. Der Holzsammler aber wurde um seinetwillen sehr wohl- 

10 habend, (d) Als der Knabe erwachsen war, sagte er zum Holzsammler: 
Vater, ich will eine Frau haben. Er war damit einverstanden, und 
sie suchten nun eine Frau für ihn; als sie zu jener Frau kamen, die 
seine Mutter war, sagten sie zu ihr: Wir haben einen Sohn und wollen 
dich fiir ihn als Frau. Sie war damit einverstanden, und sie nahmen 

15 sie für ihn. Als er zu ihr eingegangen war und sich mit ihr begat- 
tete und dann in der Nacht einschlief, während sie wach war, sah sie, 
wie er unbedeckt schlief, dass sein Bauch aufgeschnitten gewesen 
war, und so erkannte sie, dass es ihr Kind war. Da schwärzte sie 
sich und weinte bis zum Morgen, (e) Als der junge Mann aufstand, 

20 sagte er: Weshalb weinst du? Sie meinte: Ich weine wegen der Be- 
stimmung Gottes. Auf seine Frage nach den näheren Gründen er- 
zählte sie ihm die ganze Geschichte von Anfang bis zu Ende. Da 
nahm er ein Messer und tötete sich selbst Nach seinem Tode grub 
sie ihm ein Grab neben dem Grabe seines Vaters und beerdigte ihn. 

25 Dann weinte sie um beide. Einstmals ging der Prophet Mohammed 
zur Nacht in Verkleidung aus und hörte die Frau weinen. Er ging 
deshalb zu ihr und fragte sie nach dem Grunde ihres Weinens. Da- 
rauf erzählte sie ihm die Geschichte von Anfang bis zu Ende. Des- 
halb verbot der Prophet den Arak von diesem Tage an. Du aber 

30 lebe und bleib gesund. Adieu. 

XV. 

(a) Ein König, dessen Verhältnisse gut gewesen waren, wurde arm 
und sass nun in den Caf6s. Jeder Ankömmling gab ihm etwas, in- 
dem er ihm Brot kaufte oder Thee zu trinken gab. Dort blieb er 

3S bis Sonnenuntergang und stahl dann eine Binsenmatte aus dem Caf6, 
um sie für vier Piaster zu verkaufen und für seine Frau Abendbrot 
zu kaufen. So blieb es eine Zeit lang, (b) Eines Tages sagte seine Frau 
zu ihm: Heute geh nicht ins Cafe. Sie ging aus und bettelte sich 
Kleider von Leuten, die sie kannten. Dann ging sie ins Bad, zog 

40 die Kleider an und wurde schön. Darauf ging sie auf den Markt 
und kam bei einem schönen, jungen Kaufmanne vorbei. Der sagte 



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24 (gtiM^t 5ttr ftmitif^tn fbptad^foi^tnfd^aft, 

uegäljilha tefaddali la hyrme mä räddet Balefijh uafätet bissüg ueiä- 
get/ut hyrme (ijbdniie bint le(i)ft lacin müsanna^a biddeheb i/^älhüdfim 
elfahire min elfijbrisem lumman laßtha (i)lzemithä min idhä uegä- 
letjilfui am ^andl haly^oled i/^ehätte(i)t hält i^emall i/^esaui/^e(i)täh ta^ir 
hetän ia^fic uemutBaiHq bic y.ehurban ^äd arid min Allah umin 5 
Sandte t^mhtn uiläi ^alefijh bellen 0^ir kefijfäh sfijen (d) lumman sf- 
mäBet elbint halhdci rahat ui^äha uäugufet ^iläha (u)gbalah hze 
uilbint ba^(a)d dalik fallet elbint uä^tfe ^erähat lili/u>led uegälet^läh 
äni hatte hall y^emäli Bala halbint alüf min laf^tak ^ärat ^äiHqe bik 
^äd läzim teruh ulßi ^alefijhä bellen te^tr sfijene lumman sfma^fa) 10 
eluoled halhail gäm uelibes ^emi^a hüdümah elfälära i/^eiäl (ejflüs 
lettre uehätt (i)b^e(i)bäh t^egädet etetfie(i)n y^erähat libab dikkän 
^abbär uegälH^läh ehna (ujtriü zuuuär uämä naifajrif ahad n^rid 
min ^andak fär(e)d (e)mlejjjn eilt nig^id äni ueaulädi bih inegal Jilha 
e^^abbäriä ihtt ha die elhi^re ruhi igHdi biha intl t^eaulädil (e) ba^fajd 15 
dälik inhidrau ett^iäte ^i^e^ädau bilhi^re t^egälet lilbint elhyrme irmi 
hüdümil ytä^sire hatta lä {itkesseren y^egälet lilt^oled häm irmi hüdü- 
mak uesä^atak i/^flüsak i^urliget bäb elhi^re ^alefijhum ueaf^adet 
^emi^(a) rarädhum y^erähat uöntet li^^abbär me^idi uegälH^läh Uteri 
min elme^idt raüüg uälbaqi^e i/ßd/tä Hak kerye min taraf elhi^re 20 
t^eäni ili läzim raihe lissüg äsauyl fär(e)d lur(e)l agdih uea^i ye- 
"rähat yLttnarrat ^addikkän mal että^ir uaafjädet ^hni^(a) mä bi^^an- 
düg min elfülüs uäfudde yedeheb rahfejn Band että^ir yea^ädet min 
ettyLaj^ elfälßre ueräddithinn lira^ilha lilhd(u)l mälhum (f) ueräddet 
Bas^abbär yeliget ^äna^faj^s^abbär iingul mbi uegdlet^läh istädak ta- 25 
laB(a) afrär Basker yäuu^^äni bia?t tekessir elhübüb mal ennil uätt*- 
feilet elbäb mal eddikkän tieräddet lehilliä säBa i^a^^sabbär ueliga^ 
ssänaB(a) iefellil bilbäb utiukessir gemiBfaJ^lhubüb mal ennil lumman 
iäfah gäm iiltem Bala räsah yegäl lissänaB(a) yäldk feJt gäl^läh i^et 
hyrme Balei^a ytegälet uussäni istädak bian hua afrär yäläziminäh 3o 
elBasker yegäl läzim tegnlin li^sänaB(a) j^kessir elhubüb mal ennil 
y,äiefellil eddikkän yeäni bimü^ib amrak sauyefijt (g) yebaBfaJd dälik 
essabbär inhddär Balbint uäluoled uegäljtlhum ue(i)n ummkum gälau 
lissabbär hädi mä hta ummna ahädet rarädnä yerähat Bagfujb dälik 
gärrhum essabbär etüefijn/mm yetallaBfaJhum bissüg uerähau {cdau' 35 
tjl;€run Balhyrme eilt ahädet rarädhum elhyrme ^äBäde yelafethum 
iimimi etfiefijnhum inhädaret Bale(i)hum min f6(u)g essat(c)h yeläfha 
elyoled uehtt^m/tä yähiajhyrme letiimitäh t^egnljilliä ye(i)n rarädna 
gälet mä Bandi rarädak gäljilhä Bandil gälit^läh imH lilqädi (h) ye- 
rähau lilqädi lummaii i^au libefijtäh fjallethum uägefin bilbäb uänhd- 40 
daret elhyrme libefijt elqädi ueliget Band elqädi y.ul(e)d etüefijn föntet 
Itauläd elqädi kill tiähed fera li^oseBädau lirkudün Itabühum elqädi 
yegälau liabühmn {äbeh hädi Bammitnä öntitna fülüs timen ^e- 



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QnHetgner, ({teuSaS^fontfc^e ^efc$tc$ten au« 5em ^täq. 25 

ihr: Was brauchst du, o Frau? Sie antwortete ihm nicht, gab ihm 
aber mit den Augen ein Zeichen und ging dann ein bischen auf 
den Markt (c) Später kehrte sie zu dem jungen Manne zurück, der ihr 
zurief: Bitte schön, o Frau. Sie antwortete ihm nicht und ging vor- 
5 über nach dem Markte. Dort begegnete ihr eine Beduinenfrau, die 
Tochter eines Scheichs, die mit goldenen Sachen behangen war und 
schöne Kleider von Seide anhatte. Als sie sie sah, fasste sie sie bei 
der Hand und sagte ihr: Ich habe diesen Sohn, auf den ich alle Mühe 
und Geld verwendet habe, um ihn Kaufmann werden zu lassen. Jetzt 

10 sah er dich und hat sich in dich verliebt und ist ganz zu Grunde 
gerichtet Nunmehr wünsche ich von Gott und dir, dass du mit mir 
zu ihm gehst; vielleicht wird sein Befinden besser, (d) Als das Mädchen 
diese Geschichte gehört hatte, ging sie mit ihr, und beide stellten 
sich ihm gegenüber hin. Die Frau liess dann das Mädchen stehen, 

15 ging zu dem jungen Manne und sagte ihm: Ich habe alle meine 
Mühe und Geld auf dieses Mädchen verwendet, aber wie ich sehe, 
hat sie sich, nachdem sie dich geschaut, in dich verliebt Nunmehr 
musst du mit mir zu ihr gehen, vielleicht geht es ihr besser. Als der 
junge Mann diese Geschichte gehört hatte, zog er alle seine besten 

20 Kleider an, nahm viel Geld mit und steckte es in seine Tasche. Sie 
leitete nun die beiden und ging zur Thür eines Färberladens, wo sie 
zu dem Färber sagte: Wir sind Fremde, Pilger, und kennen hier 
niemand. Wir wollen von dir ein Plätzchen, wo wir, ich und meine 
Kinder, uns hinsetzen können. Der Färber antwortete: Meine Schwester, 

25 geh in diese Stube und setz dich mit deinen Kindern hin. (e) Dann 
traten die drei ein und setzten sich ins Zimmer. Die Frau sagte zu 
dem Mädchen: Leg deine Kleider und deinen Schmuck ab, dass er 
nicht zerbreche. Zu dem jungen Manne sagte sie: Leg auch du deine 
Kleider, deine Uhr und dein Geld ab. Dann verschloss sie die Zimmer- 

30 thür vor ihnen, nahm alle ihre Sachen und ging fort Dem Färber 
gab sie einen Medjidi, indem sie ihm sag^e: Kaufe von dem Medjidi 
Frühstück und den Rest behalt für dich als Miete fiir das Zimmer. 
Ich muss auf den Markt gehen, ein Geschäft zu besorgen. Wenn ich 
es erledigt habe, werde ich wiederkommen. Sie ging fort, und als 

35 sie an dem Laden des Kaufmanns vorbeikam, nahm sie alles Geld 
aus der Kasse, Silber und Gold, das als Pfand bei dem Kaufmann 
sich befand, femer nahm sie die feinsten Stoffe und brachte alles 
ihrem Manne nach Hause, (f) Dann ging sie zu dem Färber zurück 
und fand den Lehrling Wasser tragend vor. Sie sag^e ihm: Dein Meister 

40 ist von den Soldaten desertiert. Er hat mir aufgetragen, du sollst 
die Bottiche mit dem Indigo zerschlagen und die Thür des Ladens 
zerhauen. Nun ging sie nach Hause. Dann aber kam der Färber 
an und fand den Lehrling vor, wie er die Thür zerstörte und alle 



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26 (ßtiM^i 5ur ftmitifd^tn fbpxadim^ftnfdaft. 

na^il y,eba^(a)d dälik gälet lilbauuäb änl arid mU^ä^ehat elqadi rah 
elbauuab lilqadi i^egäl^läh hädi^lhyrme tMd mui/^^lhtak uai^a^lqädt 
lilhyrme uegälet Bandi t^oled ubint arid abiB(a)kum killmä abi^(a)hmn 
^ala tiähfd mä' iirhamün täiähum ^ad änl ^ibfejtkum li^hiäbak incän 
tirham ui^äi hatta abi^fajhum ^alefijk (l) ^älumman sema^(a) elqädi 5 
halhacl tuä^ig min elbäb t^eläfhum zßjenin ueqabilhum min elhyrme 
ueläl sittin iera uöntd lilftyrme timen etauläd uegälet lilqädl äni 
ummkum ida ridfejt atla^(a) bihüdüml hädenni iaBfaJrUfüni uämä 
iirdün ii^ün ^andak läcin ämir ^alharam 0^tbün hädüm min Band- 
kum ftatta atla^(a) uämä ieB(a)rtfüni uädizz el^abde uliäi t^^ib hüdüm 10 
martak öntohä hudüm mart^elqä4t uedezzau el^abde ui^ähä (k) uegälet 
lil^abde tä^irkum eilt taf^Mün minnäh elhudüm aiiähü gälet ^ilhä 
ma^(a)läntl hädä tä^irnä marret Balefijk iäfkä läbtse hüdüm mart^ 
elqädi Babälah mart^elqädl gälit^läh gu^^ hüdüm min ettuai^ elfä- ^ 
Ißre uiltiret min ^andah hudüm bi^amsmtet qrän uegälet liÜabde 15 
rühi änl a^ elhÜdüm ueagl i^et el^abde lehelhä lumman iäfha^lqäijt 
tala^(a) Balg^rä^l iihdirhmn (I) uegäl liluoled (ä gir^if^län t^faddal 
uegäl^läh ely^oled minhu^lgir^ iä cel(i)b ibn eccelfijb gäl^läh elqädi 
iäbeh inte ibn men gäl^läh äni ibn tä^ir elfelänl elqädi gäl (ä gir- 
^ij^e vihdd^rl gälet j^ä cel(i)b ibn celfijb minhi elgir^i^e gälJiUiä inti 20 
bitt men j^egalet^läh äni bint U{i)/j Sammar lumman sfma^(a) hal- 
liäci min hurget galbah Sät lissüg min etihtisär min fät bissüg ^äh 
^alefijh että^ir gäljläh elqädi änl hessä^ mäjili hulfujg (m) gäl Jäh 
ta^äl bilgü^e ^äbah uegdBBadah gäl Jäh -fäjhilak el^öfujm uiUabde 
af^ddau hüdüm bi^amsmtet qrän ^ämä ridä elqädi gäl Jäh {djhelt ^5 
mä i^au baqi^e helll i^et affddet min Bandak elhÜdüm hädt sauuet 
bij^e nikta y^ehdcäjäh bilgadi^e min etaui/Lal littäll että^ir gäl lilqädi 
(e)nruh äni ißiäk lissin(e)f uerähau li^sinfejf uäii^ügaffa) elhagg 
Balqädi. 



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Bottiche für den Indigo zerwarf. Als er ihn sah, schlug er ihn auf 
den Kopf und schrie ihn an: Junge, warum? Er antwortete: Es kam 
eine Frau zu mir, die sagte: Dein Meister hat mich beauftragt (dir 
zu sagen), er sei desertiert und man wolle ihn greifen. Ferner sagte 
5 er: Bestelle dem Lehrling, er solle die Indigobottiche zerwerfen und 
den Laden zerstören. Ich habe nun in Gemässheit deines Befehls ge- 
handelt, (g) Darauf trat der Färber bei dem Mädchen und dem jungen" 
Manne ein und fragte sie, wo ihre Mutter sei. Sie antworteten ihm: 
Das ist nicht unsere Mutter. Aber sie hat unsere Sachen genommen 

10 und ist verschwunden. Darauf zog der Färber beide heraus und trieb 
sie auf die Strasse. Sie gingen nun, sich nach der Frau umzusehen, 
die ihre Sachen genommen hatte. Die Frau, die (in ihrem Hause) 
sass, sah beide herumgehen und zeigte sich ihnen oben vom Dache 
aus. Der junge Mann sah sie und schmähte sie, die Frau aber 

15 schimpfte auf ihn. Er: Wo sind unsere Sachen? Sie: Ich habe deine 
Sachen nicht Er: Jawohl. Sie: Komm zum Richter, (h) Sie gingen 
nun zum Richter, als sie an seinem Hause angekommen waren, liess 
die Frau die anderen am Thore stehen und ging in das Haus des 
Kadi. Dort fand sie seine beiden Söhne. Sie gab jedem von ihnen 

20 ein Pfund, und die liefen zu ihrem Vater nach oben und sagten ihm: 
Vater, das ist unsere Tante. Sie hat uns Geld gegeben, dass wir 
uns Ketten kaufen können. Die Frau selbst aber sagte zum Pförtner: 
Ich will den Kadi sehen. Der Pförtner ging zum Kadi und sagte: 
Diese Frau wünscht dich zu sehen. Da kam der Kadi zu der Frau, 

25 und diese sagte ihm: Ich habe einen Sohn und eine Tochter, die ich 
verkaufen wiU. Immer aber, wenn ich sie an Leute verkaufe, stim- 
men sie mit ihnen nicht überein. Nun habe ich sie Eurer Hoheit 
gebracht, um sie, wenn du mit mir übereinstimmst, dir zu verkaufen. 
(i) Als der Kadi das vernahm, guckte er um die Ecke des Thores und 

30 sah, dass sie schön waren. Er nahm sie also von der Frau an, holte 
sechzig Pfund und gab sie ihr als Preis der Kinder. Darauf sagte 
sie dem Kadi: Ich bin ihre Mutter. Wenn ich in diesen meinen 
Kleidern herausgehen wollte, werden sie mich erkennen und nicht da- 
mit zufrieden sein, zu dir zu kommen. Aber befiehl, dass man aus 

35 dem Harem die Kleider deiner Frau bringe, damit ich unerkannt von 
ihnen weggehe. Sende auch eine Sklavin mit mir, die dann die 
Kleider deiner Frau wiederbringt Man gab ihr die Kleider der Frau 
des Kadi und sandte die Sklavin mit ihr. (k) Die Frau fragte die Sklavin: 
Wo wohnt der Kaufmann, von dem ihr die Kleider kauft? Sie ant- 

40 wortete: Herrin; das ist unser Kaufmann. Als sie bei ihm vorbeikam, 
sah er sie in den Kleidern der Frau des Kadi und hielt sie fiir die- 
selbe. Sie befahl ihm, Kleider von den besten Stoffen abzuschneiden, 
und kaufte von ihm fiir 500 Kran. Zur Sklavin aber sagte sie: Geh, 



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28 (Sftiitä^t 5ttr femtüfc$oi ^^rac^wifTenfc^aft 



XVI. 

{9l) /ärfejd uä/ied ^andahfär(e)dcts mal fälüs rädi^ruh {itrü li- 
fär(e)d mecän läün hdir bilfülüs ^efV^ i^dummhinn gal (i)bnefsäh 
aruh amminhinn Band elqädl afiadhinn uräh lilqädi ugäl^läh lä 
qädi^vasiäm am Bandi amäne tieärid aruh lifär(e)d mecan fdidä 5 
müet elfülüs Hak t^aidä i^e(i)t tMdd elfülüs ilile gäl^läh elqadt mä^ 
thälif ia ibnl öntajlfälüs lilqädi ueräh lilmecän elieridäk (^) falumman 
räh däll mugdär senetefijn i^ä lilqädi ugäl^läh öntini et amäne elli 
Bandak gäl^läh elqädi minhü mintini gäl^läh äni öntefijtkiiäfiä 
gäl^läh ruh iä munäfiq inte Hnhn utintini amäne lä inte uälä refij- 10 
rak amman Bandi amäne räd min Bandah mä öntäh räh lehiläh ugäl 
li^iränah hädajlqädi akal fülüsi umä öntäniiähinn (e)ilb(u)n erräi 
y^iia^lqädi (c) räddet Balefijh hyrme ugälet^läh ruh udibb Bard(e)häl 
Band eli/^äli uündeBi bind bian Bandi nis^än teläte jiiheden bian an- 
te fijtäh amäne faräh udebb Bard(e)}täl liluäli fadezz eluält Bala^lqädi 15 
uBala ^äliib elfülüs ugäl lilqädi {ä qädijt asläm, färfejd ^ähfd mfam- 
men Bandak amäne uämä mintihiiäha inte udebb Bardfejhäl Balefijk 
Bäd'inte let^gül (d) gäl elqädi fä uäli^tarqäb mahad mfammen Bandt 
amäne läcin ida hüa findet bian minfi amäne ilij^e (^allih ie^ib iu- 
hüd sah eli/^ält lisähib elfülüs ugäl^läh idä inte minti ffäüs lilqädi 20 



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ich bringe die Kleider und werde nachkommen. Die Sklavin ging 
nun nach Hause. Als der Kadi sie sah, trat er zu den Sklaven heraus, 
um sie hereinzubringen. (I) Er sagte zu dem jungen Manne: Du Sklave 
NN., bitte schön. Der fuhr ihn an: Wer ist hier Sklave, du Hund, 
5 Sohn eines Hundes? Der Kadi fragte: Wessen Sohn bist du denn? 
Der Jüngling: Ich bin der Sohn des Kaufmanns NN. Dann sagte der 
Kadi zu dem Mädchen: Du Sklavin, tritt ein. Das Mädchen: Du 
Hund, Sohn eines Hundes, wer ist hier Sklavin? Er: Wessen Tochter 
bist du denn? Sie: Ich bin die Tochter des Scheichs der Schammer. 

10 Als er das hörte, lief er aus Zorn auf die Strasse, weil er zu aufge- 
regt war. Während er dort herumlief, rief ihn der Kaufmann an, 
der Kadi aber antwortete: Ich bin heute zu schlechter Laune, (m) Der 
Kaufmann aber nötigte ihn mit Gewalt. Als er ihn zu sich gebracht 
und zum Sitzen eingeladen hatte, sagte er: Deine Familie hat heute 

15 mit der Sklavin für 500 Kran Stoff gekauft. Der Kadi leugnete und 
sagte: Meine Familie ist heute gar nicht ausgegangen, aber schliess- 
lich diejenige, welche dir die Kleider abgenommen, hat mir einen 
schlechten Streich gespielt. Dann erzählte er ihm die Geschichte 
von Anfang bis zu Ende. Der Kaufmann schlug darauf dem Kadi 

20 vor, zur Zunft zu gehen. Sie gingen zur Zunft, und der Kadi wurde 
verurteilt, zu zahlen. 

XVI. 

(a) Jemand hatte einen Beutel Geld. Da er über Land irgendwohin 
gehen wollte, aber im Ungewissen war, wohin er das Geld thun sollte, 

25 sprach er bei sich: Ich werde es beim Kadi deponieren. Er nahm 
es also, ging zum Kadi und sagte ihm: O Richter des Islams, ich habe 
ein Depositum und will irgendwohin gehen. Wenn ich sterbe, gehört 
das Geld dir, und wenn ich wiederkomme, giebst du mir das Geld 
zurück. Der Kadi war damit einverstanden. Jener gab ihm also das 

30 Geld und ging dorthin, wo er hinwollte, (b) Da blieb er zwei Jahre, 
dann kehrte er zum Kadi zurück und sagte ihm: Gieb mir das De- 
positum, das du hast Der Kadi: Wer gab es mir? Der Mann: Ich 
gab es dir. Der Kadi: Geh hin, du Betrüger! Was bist du, dass du 
ein Depositum geben könntest? Weder du noch jemand anders hat 

35 etwas bei mir deponiert Der eine wollte das Depositum nun haben, 
der andere es nicht herausgeben. Dann ging der Mann nach Hause 
und sagte seinen Nachbarn: Dieser Kadi hat mein Geld gefressen 
und giebt es mir nicht wieder heraus. Was soll ich mit ihm thun? 
(c) Da gab ihm eine Frau folgenden Rat: Geh und mach eine Eingabe 

40 beim Wali und behaupte von uns, du habest drei Frauen , die be- 
zeugen können, dass du ihm das Depositum gegeben habest Er 



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30 (StUt&c^t 5ttt femtHfc^en $pr<u(io{ffmfc$af^. 

^ iuAudak gäl^läh raH^lfÜlüs ^andi iuhüd nisuän Bäqilat gäl ruh 
gibhinn räk ^äb ennisuän u^äftau liuäftde min ^andfejhinn ugälb^lhä 
in hyrme (e)iteihedin ^ala^lqädi galet jJa uäli^tarqäb Hffejt (i)b^einl 
hatädaml öntd lilqä4l eis mal ^äm abiad umetrüs fölüs umeidüd hal- 
gäh bigeitän (i)brisem ahmar amäne dntäh lilqädi (e) farädd elqä4t ue- 5 
gä/ lilijiäli iß uäll madäm tue (i)ihidet Bad am arid altäcihä fdr(e)d 
htcäie fdidä zaBdlet iehäditha fäs^ha uSidä mä zaBälet iehäditha 
maqbüle gäljilha elqädi jja hyrme arid änhdic fdr(e)d suäl gili^it 
intl akbar lb(u) kissic akbar gälit^läh ^ä qädi^fasläm äni akbar 
galjlhä (eJimaBfaJna gälet^läh hüa ila hel^ofujm mä ^ären (u)snün lo 
iläh uänl ^aren li (u)snün fad^häkau Bala celämhä ugalau ruht le- 
häd^tü maqbüle Ban arbaB(a) iuhüd fa^afiau lir^fi^itha ugälo^lha 
(e)Heihedin iä l^yrme fal^hidet miifejl refl^ithä ugälbjlhä nerid nin- 
iedü fär(e)d suäl inti akbar lb(u) kissic akbar gälitjläh lä {ä qädi^ 
tasläm malt akbar Itan utfäh ^imä sua änt taldBet^li (u)snun ukäa 15 
sär adred fa4chdkau killhum i/^egälau ruht iä hyrme iehädetic maq. 
büle Bart arbaB(a) u^ähau litif}ra fai^hidet mitfejl (i)lhiden refdj^Iiä 
ugälo^lha tiMd ninlMic fär(e)d suäl inti akbar ld(u) kissic akbar 
gälet kissl akbar %ä qädijtasläm gälö^lhä (e)lmaB(a)nä ja hyrme 
gälet Itan simä süa läcin hua iläh Uhia tiänl mäjili lihja fad^- 20 
hdkau killhum ugälbjlhä iehädetic Ban arbaBa ferähat ugäl eluält lil- 
qädi ja qädi läzini tintih amäntah fegäm elqädi uaönta elcis biBeinah 
uerähau killmen Bala häl sebiläh uissaläm. 



XVII. 

{2l) färfejd t^äked gäl lifär(e)diaf^u)^ elqibla t^efijn gäl^läh Bala 25 
hassäfha gäl^läh t^r abül Bala ai ^äfha gäl^läh Bala säfhät eilt 
mä bihä qibla räd 0bül ^äh Balefijh eUaf^u)s ^äl^läh hädi qibla lä 
t^bül Balefijha sädd Bala re(i)r mecän uräd iebul ^äh uegäl^läh hädi 
ham qibla lä t^bül Bale(i)ha ^ädd Bala re(i)r säfha ugäm i^bül ^äh Ba- 
lefijh hädi ham qibla lä tebül Balefijha (b) gäl haijar Allah elhaiiaronä 3o 
gäm ulU:em Bairah bidäh ujißerr ujebül läcin ^äBädin aii^ädim aif^äs 
^ijä hadäk eUafifuJs uhüa uä^if fijbnu^^hum ugäm iifterr u^bul 
Balefijhum dahdkau Balefijh uakremoh uegälbläh es^üc mü min 
Bandak essüi min elladi ^äBäd leBallemak ueräh liheläh tiisseläm. 



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Qn^tgner, ({leu6a6^fontfc$e 4Stf4i(^itn aue 5ein ^ta^, 31 

ging fort und machte eine Eingabe an den Wali. Der schickte nun 
nach dem Kadi und dem Besitzer des Geldes und sagte zu dem 
ersteren: O Richter des Islams, jemand hat bei dir ein Depositum 
gemacht und du giebst es ihm nicht. Nun hat er eine Eingabe 
5 gegen dich gemacht. Was sagst du dazu? (d) Der Kadi antwortete: O 
Gouverneur der Nacken, niemand hat bei mir ein Depositum ge- 
macht. Aber wenn der da behauptet, mir ein Depositum gegeben 
zu haben, lass ihn Zeugen bringen. Der Wali rief den Besitzer des 
Geldes und sagte ihm: Wenn du dem Kadi das Geld gegeben hast, 

10 bring deine Zeugen. Der antwortete, er habe als Zeugen (3) kluge 
Frauen. Auf den Befehl, sie herzubringen, that er es, und man rief 
eine von ihnen und fragte sie: O Frau, was bezeugst du gegen den 
Kadi? Sie antwortete: O Gouverneur der Nacken, ich sah mit eigenen 
Augen, wie dieser Mann dem Kadi einen Beutel aus weissen Linnen, 

15 der mit Geld gefüllt und oben mit einem roten Seidenfaden zuge- 
bunden war, als Depositum übergab, (e) Der Kadi erklärte: O Wali, 
da sie Zeugnis abgelegt hat, will ich ihr eine Geschichte erzählen. 
Wenn sie böse wird, ist ihr Zeugnis nichts wert, wenn sie nicht böse 
wird, soll es gelten 

20 (Der Schluss der Geschichte ist als zu obscön unübersetzt geblieben.) 



XVII. 

(a) Jemand fragte einen Mann: Wo ist die Gebetsrichtung? Der ant- 
wortete: Nach dieser Richtung. Der erste: Nach welcher Seite hin kann 
ich urinieren? Der zweite: Nach der Seite, wo die Gebetsrichtung nicht 

25 ist. Als er nun urinieren wollte, schrie die Person ihn an: Da ist die 
Gebetsrichtung, uriniere nicht dorthin. Da wandte er sich nach einem 
andern Ort, als er aber urinieren wollte, rief jener: Das ist auch die 
Gebetsrichtung; uriniere nicht dorthin. Nun wandte er sich wieder 
nach einer andern Seite, aber als er urinieren wollte, schrie ihm jener 

30 zu: Das ist auch die Gebetsrichtung, uriniere nicht dahin, (b) Jetzt rief 
er aus: Gott verwirre diejenigen, die uns verwirrt haben, fasste sein 
Glied mit der Hand und urinierte, während er sich im Kreise herum- 
dreht^. Aber es sassen noch andere Leute mit jenem Manne zusammen, 
und der erste stand in ihrer Mitte. Er drehte sich nun immer herum 

35 und urinierte auf sie. Da lachten sie über ihn und beschenkten ihn 
und sagten: Der Fehler lag nicht auf deiner Seite, sondern auf der 
Seite dessen, der dich belehrte. Dann ging er nach Hause. Adieu. 



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32 ^tiitü^t ^ut \mitif4tn Ibpta($m\(tnf4aft 



xvm. 

(a) fär(e)d y^ahfd ^andah telet auläd min färfejd utnm id(u)m mifi 
ettiäm gam jjhnüt gäl lücebir min auladah fdidd ani mltet etfie(i)n 
jistärHün uy^ähfd mä fistärit lumman mät gamau etif^e jit^ärakün 
killmen i^giil äni ill ftagg bimal abüfe ba^(a)d dälik gälo^lhum rühü 5 
anärtfe (b) gämau umliau lil^ätife i^au Itfärfejd mecän bi^^ezire ubih 
düd umecän bih dibbän ^elmecän bth haUi umecän min elhaHl mäkül 
uähed min etil^e gäl hädä mecän baHr najnt bih uBein elbaBir 
^d(u)rä udi(i)lha mag^ü^ ^äl*ä|}ar gäl fb(u)gah ftim(i)l uätäf^ar 
gäl elhim(i)l eilt fo(u)g elbaHr gime dihen ugime dibfejs (c) umilau lo 
sä^a tilaggähum fär(e)d (i)bdüi niUdhum gäl^ilhum mä iiftü fär(e)d 
baBir gäl y^ähfd minhum baHrak aBfaJuar i/^ätäl^ar gäl^läh baHrak 
abtar y^ettälit gäl baHrak m^hammäl gime dibfejs ugirne dihen 
gäljilhum la^äd baHri ^andkum gälo^läh mü Bäddfiä gäl äni ärtdäh 
min Bandkum gälo^läh ehnä räjjtiin lilBärtfe uinte rauuah ifiiänä gäl^ 15 
ilhum mä^ifjälif (d) rähau IMBartfe gäl elBärtfe ^ ämern ugäl obu^lbaHr 
äni rdjJi^ll baHr uhela^ädim au^afbh ili gälau sahih iä Tarife t^äs^af- 
näh läcin mü Bäddna gäl eUärtfe tirräd min Bäddkum gäl etau^all 
äni lege(i)t menäm baBir bim^cän bih darfejl gäl (eJUofuJn Baräffejthä 
gäl Baräffejthä min elbaB(a)rür mälliä uBardf(e)t Beinhä Bofujra lian 20 
^äfftet elmäcül min eddar(e)l Bein essältme uBein elBö(u)ra hta mä 
mäcül min eddarfejl gäl elBärife hädä tamäm ugäl elBärife inte 
(e)Ud(u)n y^äsdf(e)t defijlha gäl Itan eddai'fejl eilt iemm defijlha mä 
maB(a)tüs uelli ilhä de(i)l läsim t^haffi bih umin hattaraf Bardf(e)tha 
batra ugäl litä^ar inte (eJHofuJn Bardf(e)t elkimfejl girne dib(e)s 25 
ugime dihen gäl^läh lian gimet eddihen miltemm Bale(i)h dibbän 
ugirnet eddibfejs miltemm Balefijh düd umin hattaraf Baraftah (e) gäl 
elBärife elhagg (i)btardfkum elbaBir mü Bäddkum ruft iä abü baBir 
dauy^ar baBirak faräh abü baBir gäljilhum elBärife intü (e)Uerdün(!) 
^alo^läh ehna abünä uässänä bian eiflefijn minkum ilhum fiirit 30 
^äl'ä^ar mä iläh uirit Bäd ffina mä neBfdJrif eilt mä iäkil min Bäddnä 
gäljilhum istarihu hessaB uaiüf eilt mä fakil mläkum bilmäl (f) räh 
müuär uiga ugäl liccebir taBäl lumman i^ä gäl^läh eilt mä iäkil 
Bäddkum inte läcin taBäl ifyid if}tak mara Hak tiäni agil^ilhum fülän 
iläh hagg ^t^äkum gäl^läh ida äni ^ahih mä ili ui^ä afiüti mü läsim 35 
räd min Bandah Bala a^det ihtäh mä\qabel ^itäflar kedälik (g) lumman 
i^ä littälii gäl^läh mä^lf^älif äni ähid i(}ti gül It af^ütt btanfülän 
iläh hagg ui^äkum i^aJlBärife gäljilhum iä f}ättärna eilt mä iläh 
hagg uiiäkum a/jükum ezserir fülän gälö^läh (e)llö(u)n Bardffejtah 
galjlhum mädäm färfejd Ujähfd iiqbal iitzauua^ if^tähfahiia narfejl 40 
gämau urähau u^issemau elmäl Bala etfCefi)nhum uäl^ä/jar mä öntöh. 



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iüfiä^ntx, ({teu6a6|^fontfc$e ^tfdiidiUn aue 5ent 3ta<). 33 



XVIII. 

(a) Jemand hatte drei Söhne. Eines Tages legte er sich hin zu 
sterben, sagte aber vorher seinem ältesten Sohne: Wenn ich ge- 
storben bin, sollen zwei erben, und einer soll nicht erben. Nach seinem 
5 Tode fingen die Brüder Streit an, indem jeder behauptete, ein An- 
recht auf das Vermögen des Vaters zu haben. Man riet ihnen darauf, 
zum Sachverständigen zu gehen, (b) Sie machten sich also zu ihm auf 
und kamen an einen Platz in der Wüste, wo sich auf einer Stelle 
Ameisen, auf einer andern Fliegen, auf wieder einer andern Gras 

10 befand, von dem ein Teil weggefressen war. Einer von den Brüdern 
sagte: Hier hat ein Kamel übernachtet; es war auf einem Auge 
blind und sein Schwanz war abgeschnitten. Der andere meinte: Es 
trug eine Last. Der letzte sagte: Von der Last, die es trug, bestand 
eine Hälfte aus Mais, die andere aus Dattelhonig, (c) Als sie weiter 

'5 gingen, trafen sie einen Beduinen, der sie fragte, ob sie nicht ein 
Kamel gesehen hätten. Der erste antwortete: Dein Kamel war blind. 
Der zweite: Dein Kamel war schwanzlos. Der dritte: Dein Kamel 
trug eine Last, eine Hälfte Dattelhonig, die andere ^ais. Der Beduine 
sagte: Also, mein Kamel ist bei euch. Die Brüder: Es ist nicht bei 

20 uns. Der Beduine: Ich verlange es von euch. Die Brüder: Wir 
gehen jetzt zum Sachverständigen; komm also mit uns mit. Der Be- 
duine: Meinetwegen, (d) Sie gingen nun zum Sachverständigen, und der 
fragte sie: Was steht zu Diensten? Der Beduine: Mir ist ein Kamel 
weggekommen, und diese Leute haben es mir beschrieben. Die 

25 Brüder: Das ist richtig, Sachverständiger, wir haben es beschrieben, 
aber es ist nicht bei uns. Der Sachverständige: Es wird aber von 
euch verlangt Der erste Bruder: Ich fand die Schlafstelle eines 
Kamels, wo Gras war. Der Sachverständige: Wie habt ihr das wissen 
können? Der erste Bruder: Ich habe das aus dem Miste erkannt, 

30 und ich wusste, dass ein Auge blind sei, weil die Seite, wo das Gras 
abgefressen war, ein gesundes Auge, die Seite, wo das Gras nicht 
abgefi-essen war, ein blindes Auge anzeigte. Der Sachverständige: 
Das ist richtig. Aber du, wie konntest du seinen Schwanz be- 
schreiben? Der zweite Bruder: Weil das Gras neben dem Schwänze 

3S nicht zerwühlt war; wenn das Tier einen Schwanz hat, wedelt es mit 
ihm notwendigerweise. Daher erkannte ich, dass es schwanzlos war. 
Der Sachverständige: Wie wusstest du, dass die Last zur einen Hälfte 
aus Dattelhonig, zur andern Hälfte aus Mais bestand? Der dritte 
Bruder: Weil bei der Maisladung sich Fliegen, bei der Dattelhonig- 

40 .ladung sich Ameisen gesammelt hatten. Daher wusste ich es. (e) Nun 
verkündete der Sachverständige: Das Recht ist auf eurer Seite. Das 

Beitrage zur semil. Sprachwissenschaffc. V. 3 a 



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34 dSftiM^t 5ttr fmiii\<!itn ^prac^ipitTenfc^df^. 



XIX. 

(a) fär(e)d tiäh^d Basräui mesädig ^äked Bardadi elBasräul ^äb 
^ora lilBardädt uelBardadi ^äb sbra lilBasraui elBasräui müä ^ala^ 
IBardädi uälBardadl mÜä Bala^lBasräui linuss eddärfujb (i)tlagau 
etüefijnkum elBa^räui öntä sbretah lisadi^äh elBardädi uälBardädi 5 
önta ^bretah lilBasraui killmen ahad sbretah ij^erah liheläh liitnfnan 
uu^al elBasräiii lihiläh laf essbra malet r^fi^äh nägise filse(i)n rädd 
HBardäd elBardädi lumman igä lihHäh iäf sbrat elBasrmii 2a {de 
btha filsefijn (b) gäl liheläh ani rajJi asauui nefsi meijit lumman iigi- 
kum elBasräui gilü^läh elibfujm mät r^ft^ak i^a^lBa^räui lihb(u)i 10 
elBardädi uedegg elbäb gälau minku eilt degg elbäb gäl äni reß^ 
(e)flän gälau (e)flän mät lumman Sfma^(a) bian r^fi^äh meijit gäm 
iiltfm ^ala räsak uäiesih aue(i)läh iä ahüie gäl^ilhum i/iäddüni ^a- 
lefijh lumman Tiäddbk ^alefijk gäl lihiläk ihmü^li mbi harr hatta 
ärasstläh hatta adifmäh (c) ahmau 7nbi tieöntbh iläh ^äb elmoi uegäm 15 
jesubb ^ala ras ah gäl^läh uälak teräni amauuetak (ijbhäda^lmbi 
läcin iel mä tintinl elfilsefijn hatta a^üz min ^andak gäl^läh mä 
antik gäl ^ibü^li mbi gäbb^läh elmbi lumman ^äbb^läh elmbi gäm 
jestibb ^ala räsah ue^esedäh killäh Haan iuäh iaul bilmbi elhärr 



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({yietgiter* (ttettSaSgfontrc^e ti^efc^c^ten au« htm ^xaq, 35 

Kamel ist nicht bei euch. Geh du und such dein Kamel. Der Be- 
duine ging fort, und der Sachverständige fragte sie nach ihrem Be- 
gehr. Die Brüder antworteten: Unser Vater hat uns im Testament 
geboten, dass zwei von uns erben sollen, der dritte aber nicht. Wir 
5 wissen nun nicht, wer von uns nicht am Erbe teilhaben soll. Der 
bat sie, sich jetzt ein wenig auszuruhen; d^nn wolle er sehen, wer 
nicht erben würde, (f) Er ging ein Weilchen weg, kam dann wieder, 
rief den ältesten der Brüder zu sich und sagte zu ihm: Derjenige, 
der nicht erbt, bist du; aber komm, nimm deine Schwester zur Frau, 

10 so werde ich ihnen sagen: NN. hat das Recht mitzuerben. Der ant- 
wortete: Wenn ich wirklich mit meinen Brüdern nicht erben soll, 
geht es auch so. Er versuchte noch mehrmals ihn zu überreden, die 
Schwester zu heiraten, aber jener stimmte nicht zu. Der zweite that 
desgleichen, (g) Als er zum dritten kam, antwortete er ihm: Meinet- 

15 wegen, ich werde meine Schwester heiraten. Sag aber zu meinen 
Brüdern: NN. hat das Recht mitzuerben. Dann kam der Sachver- 
ständigezurück und verkündigte ihnen: Meine Gäste, derjenige, welcher 
kein Recht hat, mitzuerben, ist der jüngste NN. Als sie ihn fragten, 
wie er das herausbekommen habe, antwortete er: Wenn jemand da- 

20 rauf eingeht, seine Schwester zu heiraten, ist er ein Bastard. Dann 
gingen sie zurück, teilten das Vermögen in zXvei Teile und gaben 
dem dritten nichts. 

XIX. 

(a) Ein Basrenser war mit einem Bagdader befreundet. Der Bas- 

25 renser brachte ein Geschenk für den Bagdader, unä der Bagdader 
brachte ein Geschenk für den Basrenser. Deshalb ging der Basrenser 
zu dem Bagdader, und der Bagdader ging zu dem Basrenser. Auf 
dem halben Wege trafen sich die beiden. Der Basrenser gab sein 
Geschenk seinem Freunde, dem Bagdader, ^ und der Bagdader gab 

30 sein Geschenk dem Basrenser. Jeder nahmt3ein Geschenk und ging 
nach Hause. Als der Basrenser zu Hause angekommen war, sah er, 
dass das Geschenk seines Kollegen zwei Fils weniger wert war, des- 
halb ging er nach Bagdad zurück. Als der Bagdader nach Hause 
kam, sah er, dass das Geschenk des Basrensers zwei Fils mehr wert 

35 war. (b) Deshalb sagte er zu den Seinen: Ich werde mich totstellen. 
Wenn der Basrenser zu euch kommt, sagt ihm: Heute ist dein Freund 
gestorben. Der Basrenser kam auch wirklich zum Hause des Bag- 
daders und klopfte an die Thür. Sie: Wer ist's, der an die Thür 
klopft? Er: Ich bin der Freund des NN. Sie: NN. ist gestorben. 

40 Als er hörte, dass sein Freund gestorben sei, schlug er sein Haupt 
und schrie: O weh, mein Bruder! Dann bat er sie, ihn zu seinem 

3* 



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36 (ßtitxa^t 5ut ftmiti\4tn ^pxad^wi^tnf^aft 

iiba^(a)dah gabb^läh cefen yieceffcnäh uahafär^läh gab(ä)r iienäni 
hiia uijjih bilgab(ä)r tieia^nl fänüs fabaqau Bala kal/jäle min elmur- 
rib linus^ eliefiji säBa uaida haramile bdlgin l^azne (d) uegantati {uq- 
simünfiä ^erib ilhum fabdqä Bäddhum se(i)f zaid ^alefijhum killhum 
ti'^ärakau be(i)nathum killmen i^gül am arid essefijf lumman (e)s- 
nia^bhum elmei^it gäl IHBasräul iä aJjüle fukknl min eccefen gal^läh 
mäjihalif fakkah 7äala^(a) eilt sauua rühah meiiit lumman i^ä la- 
Band elharamtie uegäl^ilhum haggtia laBäd ue(i)näh elharämtie lum- 
man spnaBau bihalkeläm hallau elfiazne uinhizemati uesäh lirefi^äh 
t^egäl^läh ta^äl {ä a^ü^e inte titlübni filsefijn ta^al nuqsim hada^hnal 
ubaB(a)d dalik antik elfilsefijn (e) gamau le^ismün lumman gismoh kil- 
läh tald^et uij^a^lfülüs fär(e)d Baraqcin gal^lähla a/jü^e kä^a^lBaraqcin 
bedäl elfilse(i)n uekillmen afiad haggah iterah liheläh utaBil utisle?n. 



XX. 

(a) färfejd iia/jed mnrrebi Ici^ülün ga^ HBäbil idalf lemm Bäbil 15 
flir(e)d rä^t mal rattam elmurrcbi saifi lirräH gajj^läh ta^äl am 
aqrä^lak nähalli elgaB(a) tinfakk /lessaB teh\f amyial cetir Bein de heb 
faida liftäh inte i^bir färfejd mihiär lumman teiüf ^emiB(a) lialäla 
uBaräbid lifläBen Balei^a inte teruh Balmäl uteHl min Bandah eilt 
tigdar Bale(i)h utitlaBak barra faida änl selimet äni ulijik leräka 20 
ijaida miifejt inte ihidiih gäl^läh errciBi mäjihalif baBfaJd dälik td- 
läBfaJ^läh färfejd }iJe ugail lirraH taBal idhinni biJut ^emiBfaJ Rit- 
tet i gal^läh mä^lhälif dchen gemiBfaJ gittetäh (b) ugäm liqrä himman 
infakket elgä.lfaj ulaf eddeheß elli fijbij^osfejt Bäbil saBa uaidä talaBät 
Balefijk haläla u^arabid Bale^lli iiqra ugämen iiltenunen bih erräBi 25 
inhädär Balmäl uhilak hlil utälaBfaJ saBa uaida ^IBarabid uolhaiäla 



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füfiti^ntv, (Itett6a6|^fontrc$e (Bereitesten aue 5m 3ta4). 37 

Freunde zu führen, und als das geschehen war, befahl er ihnen: 
Macht mir heisses Wasser, dass ich ihn wasche und dann begrabe. 
(c) Sie machten ihm das Wasser warm und gaben es ihm. Er nahm 
das Wasser und goss es ihm auf den Kopf, wobei er sagte: Du da, 
5 du siehst, ich töte dich mit diesem Wasser. Aber warum giebst du 
mir nicht die beiden Fils, dass ich von dir ablasse? Der Bagdader: 
Ich gebe sie dir nicht. Der Basrenser befahl nun (neues) Wasser zu 
bringen, und als man es ihm gebracht, begoss er damit seinen Kopf 
und seinen ganzen Körper, bis er ihn mit dem heissen Wasser ganz 

10 geröstet hatte. Darauf gab man ihm ein Totenhemd, das er ihm an- 
legte. Dann grub er für ihn ein Grab und schlief mit ihm in dem 
Grabe, nachdem er vorher eine Lampe angezündet So blieben sie 
von Sonnenuntergang bis Mitternacht Da kamen Räuber an, die 
einen Schatz gestohlen hatten, (d) Sie verteilten die Sachen in ihrer 

15 Nähe; aber es blieb ein Schwert bei ihnen übrig, über das zwischen 
ihnen ein Streit ausbrach, da jeder das Schwert haben wollte. Als 
sie der Tote hörte, sagte er zum Basrenser: Mein Bruder, mach mir 
das Totenhemd auf Der war damit einverstanden, öffnete das Hemd, 
und der vermeintliche Tote kam heraus. Wie er bei den Räubern 

20 war, fragte er sie: Wo ist denn unser Anteil? Als sie das hörten, 
Hessen sie alles im Stiche und flohen. Der Tote aber rief seinen 
Freund und sagte ihm: Komm her, mein Bruder, du willst von mir 
zwei Fils. Komm her, wir wollen dieses Geld teilen; dann werde ich 
dir die zwei Fils geben, (e) Sie teilten alles und als sie ganz fertig 

25 waren, kam bei dem Gelde auch ein Schweisskäppchen zum Vorschein. 
Da sagte er ihm: Mein Bruder, nimm dieses Schweisskäppchen an 
Stelle der zwei Fils. Jeder nahm nun seinen Teil und ging nach 
Hause. Du aber bleib wohl und gesund. 

XX. 

30 (a) Ein Westländer, sagt man, kam nach Babil und sah dort bei 

Babil einen Schafhirten. Der Westländer rief den Hirten und sagte 
ihm: Komm! Ich werde dir Beschwörungsformeln vorlesen und die 
Erde sich öffnen lassen. Dann wirst du viel Schätze, lauter Gold, 
sehen. Wenn du das siehst, warte ein Weilchen. Sobald du aber 

35 wahrnimmst, dass lauter Schlangen und Vipern gegen mich heraus- 
kommen, geh zu dem Schatze und nimm soviel, als du kannst, und 
bring es heraus. Wenn ich am Leben bleibe, teilen wir beide, wenn 
ich sterbe, nimm du alles. Der Hirt war damit einverstanden, darauf 
zog der Westländer eine Flasche heraus und befahl jenem, ihm da- 

40 mit seinen ganzen Körper zu salben. Der that das auch, (b) Darauf 
begann der Westländer die Beschwörungen zu lesen, und als sich die 



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38 (Sfüixä^t 3Ut femtttfc^en |^|}rac9f9t(fenfc$aft. 

rädden liBäbil elgä^(a) intübget iiliga r^figäk meilit lafah gemi^(a) 
^el(e)däh medhün illd ^ir(e)^ lisanah tämni mä medhün (c) ütemmennäh 
elhaläiä iiligennä/i mä bih dihen uäldarannah bih ba^fajd dälik erräH 
difen elmurrebi ua^ad eddeheb eilt (i)tlä^ah uräk lirefijr mecän bil- 
Bgrbän hatta mä ^isma^ün bih elhuküme. 



XXI. 

(a) färfejd uähed min ahljLlMohammara f^atdb^lähfärfejd hyrme 
min ahl Hit udesz BalefiJ/tä mel^e ugälet ida hüa iMdnt jesauy^i^lt 
färfejd latt min Hit lilMohammara u^esauui Balefijh U^er u^e^ir 
bih fei uänhadär (i)btyrräde lumman ämaret hal^infejs gälo^läh eilt lo 
rähau meliäle ugäl hybban y^äkiräman asauy^i läcin hüa cetir ^andah 
fülüs üämar ^ala^ügrbän üöntähum fiilüs usauuo/iä bisene mltelau 
U^er Bale(i)/ia (b) usär muddet (}am{e)s senauät lumman ^är eiliger 
u^är Balajnnah(a)rfei dess ^alefijhä lezuffüntiä lumman ^äbohä baqat 
^andah muddet sene läcin mä t^harrai bihä umaqsüdah ielüßui lum- 15 
man läfet nif(e)shä tefnmet sefie udesset Balefifh tärii ugalit^läh ruh 
gül lira^li t^gul föläne iäg^läh mä iäg^li etteiri^ (tyss edduäli uin- 
7ia(iil (i)bHit räh ettäril gäl^läh i^ä hüa Balefijhä ugdljil/id hasrän 
killmen ietedommed bicen u/iasäfa Balajtta^fajb eilt taBäbtäh yilfülüs 
eilt öntefijtha le^el (tät^ric udezzhä lehilhd udim sälim, 20 



XXII. 

{9l) färfejd laib ijLämjJih uoledteräfugau ue^imHcn biddärfujb eluoled 
ezzerir gäl liUaib ^ammi lä M^ß ta^äl Ibfu) ieHlnl Ibfu) äUlak ei- 
}ä*ib darab ezzerit gäl^läh ieS tidrubni gäl^läli j^ä nar(e)l äni agdar 
alilak läcin ifite nefi)n tigdar trUlni eluoled ^äf eUajb mä iftehem 25 
siket (b) igau limUm läfau färfe)d zära^fa) gäl^läh (ä ^ammt haszä- 
ra^fa) ahdläh mac^lbiäh gäl^läh ^ä mel^ün ehiändefi)n ezzäraifa) 



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(VYletgnet, Qt^uBaB^fontfc^e <Befc9t€$ten aw btm 3ta(|. 39 

Erde geöffnet, sah der Hirte das Gold, das inmitten von Babil lag. 
Dann kamen die Schlangen und Vipern gegen den Beschwörer heraus 
und rochen an ihm herum. Der Hirte ging zu dem Schatze und 
schleppte eine Abaje voll weg, und kam dann heraus. Die Schlangen 
5 und Vipern kehrten nun nach Babil zurück, und die Erde schloss 
sich. Seinen Gefährten aber fand er tot vor. Er bemerkte dabei, 
dass sein ganzer Körper gesalbt war ausser der Zungenwurzel, die 
ungesalbt geblieben war. (c) Die Schlangen hatten es gerochen und 
gefunden, dass kein Öl daran sei, und dort hineingestochen. Der 
10 Hirte beerdigte den Westländer und nahm das Geld, das er heraus- 
geschleppt, ging aber in eine andere Gegend zu den Wüstenarabem, 
damit die Regierung nichts davon höre. 

XXI. 

(a) Jemand aus Mohammara verlobte sich mit einer Frau aus Hit. 

15 Als er eine Gesandtschaft zu ihr schickte, antwortete sie: Wenn er 
mich will, soll er mir einen Fluss von Hit nach Mohammara machen 
und daneben Bäume pflanzen, dass dort Schatten ist und ich zu 
Boot hinkommen kann. Ihren Befehl überbrachten ihm die Boten 
und er war gern damit einverstanden, denn er war sehr reich. Er 

20 hiess nun den Arabern, den Kanal zu bauen und gab ihnen Geld. 
Sie brachten ihn in einem Jahre fertig und pflanzten Bäume daran, 
(b) Nach fiinf Jahren waren die Bäume gewachsen und gaben Schatten, 
so schickte er dann zu ihr, um sie einzuholen. Darauf blieb sie ein 
Jahr bei ihm, er Hess sie aber ganz in Ruhe; denn sein Zweck war, 

25 sie auf die Probe zu stellen. Als sie nun sah, dass ein Jahr zu Ende 
sei, sandte sie einen Boten zu ihm und sagte ihm: Geh und sag 
meinem Manne: NN. lässt dir sagen: Er liebt und ich liebe nicht den 
Osten, sondern das Geräusch der Schöpfräder und die Palmen von 
Hit. Der Bote ging hin und bestellte es- der J^ann^ a^er liess ihr 

30 bestellen: Verlieren muss jeder, der euch ftr tüchtig belt, und Schimpf 
über die Mühe, die ich gehabt, und über das Geld, das ich ausge- 
geben um deinetwillen. Dann schickte er sie nach Hause. Bleib gesund. 

XXII. 

(a) Ein Greis und ein Knabe waren Reisegefährten und gingen zu- 
35 sammen fürbass. Der Jüngling sagte zu dem Alten: Mein Oheim, 
lass uns sehen, ob du mich trägst oder ich dich trage. Der Greis 
schlug den Knaben, aber der fragte ihn: Weshalb schlägst du mich? 
Der Alte: Du Bastard, ich kann dich tragen, aber du, wo kannst du 
mich tragen? Der Junge sah, dass der Alte ihn nicht verstand und 



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40 (SftHt&^i 3ttt (tmiiifd^tn fbfta<!^m^tnfdiaft 

ba^(ä)dhü mä (i)h^idbh (e)lld(u)n akaloh siket eluoled räddau M/au 
fdr(e)d (i)^äze gal^läh ^ä Batmni ha^^hiäze Bad/e ld(u) meijite gäl^ 
läh iä mel^ün mä lue meipte (e)ild(u)n Badle darab eluoled utridäh 
(c) ba^(a)d dälik i^ä solef libintäh essääfe min auuilhä litälihä galH^ 
läh bintäh illä teruh tegibäh räh abühä udamßrah ugabah ilfut gälct^ 5 
läh iä yLalidi änl äridäh ra^el ilije gäljilhä (e)hna^(a)nä tähMin 
hädä^zza^(a)tüt intl mara cebire gälet^läh lian hüa {iftehim gal 
abühä Unhu fih(e)m (d) gälet^läh iä uälidi auual suälah min taraf 
(fJtHlni lb(u) aUlak lian asöUf^lak ld(n) (f)tsölif^li gälit^läh usuälah 
min taraf essära^fa) mäcvlinäh ld(u) mä mäcelinäh za^am mäljedtn lo 
^alefijh de(i)n ld(u) mä mäf^edin tissuäl ettäll min taraf elmeiiit gälak 
za^am iläh auläd ld(u) mä iläh gäl abühä mädäm Bandah hie fihfejm 
häda tistäh^linäh ahddha u^drH^läh mara iiessaläm. 



XXffl. 

färed uähed i^ä hättär ^and y^ähed (a)^arubl u^äb^läh hub(e)z 15 
uhiär gämau {äkHün etüefijnlmm ißlme^azzib gäm iinlid elhättär 
uitgil^läh Bäddkum (i)hiär mitel (ijf^iärnä gäl^läh lä yälläh ba^(a)d 
dälik ^äb^läh f}ass ugäl^läh /jassnä mitfejl l^asskum gäl^läh /jassnä 
ahsan min (f)i^iärkum la^(a)ni auyal essuäl jegiläh lilhättär Bädd- 
kum ay^ädifn kertmin haiierin gäl^läh lä urädd (i)nlidäh ^anjelba- 20 
/////// gäl^läh elhasis ia^fajni elbahil ellddi Bandfejna ahsan mi?t et 
aljiär eilt ^and(e)knm uba^(a)d dälik killmen räh limccänah uisseläm. 



XXIV. 

(a) äkn fär(e)d säge malet ba^fajrän mnutäie rcijJnn lifär(e)d me- 
cän ftus^ eddär(u)b barak fär(e)d ba^ir nmuti min eddu^fnjf uubriken 25 
binu'cän hall ti Allah sauyä mntar cetir uesäret elgäB(a) darfejl cetir 
biha uegämen läkelen biddarfejl lumman ^adalen läcin eddärfujb gerib 
eddär(u)b ^alefijhinn viugdär sä^a läcin ehnuti sär mc Paddel nekill iiä- 



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QVleigner, ({tettSaSj^fonifcSe Sefd^id^ttn auff btm ^raq, 41 

schwieg, (b) Dann gingen sie weiter und sahen ein Feld. Der Junge 
fragte: Haben die Besitzer dieses Feld aufgegessen? Der Alte: Du 
verfluchter, das Feld ist doch noch nicht geschnitten, wie können sie 
es gegessen haben? Der Junge schwieg, und man kehrte zurück; da 
5 sahen sie ein Leichenbegängnis. Der Junge fragte: Mein Oheim, ist 
die Leiche, gesund oder tot? Der Alte: Du verfluchter, da sie tot ist, 
wie kann sie gesund sein? Er schlug den Jungen und trieb ihn fort, 
(c) Dann kam er nach Hause und erzählte seiner Tochter die Geschichte 
von Anfang bis zu Ende. Die aber verlangte, er solle gleich fort- 

10 gehen und den Knaben herbringen. Der Vater ging auch fort, suchte 
ihn und brachte ihn ihr. Sie: Mein Vater, ich will ihn zum Manne. 
Er: Wie kannst du diesen Jungen heiraten, während du ein erwach- 
senes Mädchen bist? Sie: Weil er so klug ist Er: Was heisst Klug- 
heit? (d) Dann erklärte sie ihm: Mein Vater, seine erste Frage: Sollst 

15 du mich tragen oder soll ich dich tragen? bedeutet: Soll ich dir eine 
Geschichte erzählen oder willst du mir eine Geschichte erzählen? 
Seine Frage ferner, ob sie das Feld gegessen oder nicht gegessen* 
hätten, bedeutet, ob sie Schuiden darauf aufgenommen hätten oder 
nicht Und seine letzte Frage, die er dir vorgelegt, nach dem Toten, 

20 bedeutet, ob er Söhne habe oder nicht Da sagte ihr Vater: Da er 
so viel Weisheit besitzt, thust du recht daran, ihn zu nehmen. Dann 
heiratete er sie, und sie wurde seine Frau. Adieu. 

XXIII. 

Jemand kam als Gast zu einem Araber; der brachte ihm Brot 
25 und Gurken. Als sie beide assen, fragte der Wirt den Gast: Sind 
bei euch die Gurken wie unsere Gurken? Er anb^ortete: Nein, bei 
Gott Dann brachte er ihm Salat und fragte: Ist unser Salat so wie 
euer Salat? Er antwortete: Unser Salat ist besser als eure Gurken. 
Die erste Frage an den Gast bedeutet: Giebt es bei euch vornehme 
30 und hervorragende Menschen? Er verneint die Frage. Als er ihn 
aber dann nach den Geizigen fragt, antwortet er ihm: Die Geizigen 
bei uns sind besser als die hervorragenden Menschen bei euch. Darauf 
ging jeder seines Weges. Adieu. 

XXIV. 

35 (a) Ein Trupp Kamele und Esel gingen irgendwohin. Auf der Hälfte 

des W^es sanken ein Kamel und ein Esel vor Schwäche um. Das 
geschah an einem wüsten Orte, aber Gott liess kräftig regnen, und 
die Erde bedeckte sich mit Grünkraut. Sie frassen nun Gras, bis sie 
sich wieder erholten. Der Weg war nicht weit von ihnen, ungefähr 

3») 



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42 (Stiit&Qt fut fetnififc^en fkpxa<im^inf<iaft 

k(i)t ie^anfti^ ueßrkud u^fedarrut i^a^lbaHr Bala^lmuti '^egäl^läk iä 
a^üie fei mä tig^id raha lä Allah fibzilhä bind ueaf}äfen lisma^ün 
bind eilt litnlün biddärfujb gäl elmuti kalhdii mä^l^ir illä ä^fi ^ofujt 
eddaha sah (b) lumman ^äh i^au^lmHäriie ^ea^adokum lumtnan al^a- 
dohum Bäddßtum mutäia bärtcat iälau (ijtimülhinn uedebbahinn ^ala^ 5 
Imuti ^ilba^ir elbaHr läcin elmuti lumman hätiau Bale(i)h elhimfejl 
gäm i(^4(^rrut gäl^läh mä gitt^lak lä t^pfi gäl^läh tiskit ld(u) abar- 
ric nefsi a^allihum i^fiuttuni äni uhimli fo(u)gak gäl elbaBir i^lak 
rid(e)t tesauui halfiicäie äni ham äsauffi btk nikta y^af^alll Ünkesir 
(i)rgubtak elmuti barrak nefsäh gämau^lmÜärtie hattau elmuti uel- «o 
(timfejl Bala^lba^ir lumman hättohum Balefijh gäm iß^anfu^ elba^ir 
Uetiüga^(a) elhimfejl uilmuti ualda maksüre (i)rgubtah. 



XXV. 

(a) äkü fär(e)d uäfifd (i)MBeidl gäl äni mä agdar astaqtm ^ala 
halmü^b belai^ajlturki uälmd murin mal elhuküme kill id(u)m ii^n 15 
^alefijna ^ämä ia^(a)rifün Baräbl läzim ätBallam turki fdal^ad 
^arba^(a) ^uämis uäbäBfaJhinn ueaf^ad fölüshinn i/Leräfi liBardäd 
lilterijtturkt lumman täbb lisügät Bardäd iäf förfejd uähfd gäl^läh 
ja af^üje {ä rf^^äl gäl^läh l^tertd gäl^läh arid änhdak tie(i)n jebt' 
Bün etturki gäl^läh äni eilt äbiB(a) etturki (e)lkpt(e)r ^aib uljäk (ejflüs 20 
gäl^läh jesauy,i fiams mtet beilyr gäl^läh (i)gle(i)le gäl^läh i^Bälkä 
fi^sebilijlläh gäl m^äj^J^älif le^el l^äterAllä^ (b) afiad min Bandah elfö- 
lüs 1/Legäl^läh ^b mdi<^ bitturkl galjläh äni Baräffejt hädd celämak gäl 
^b när bitturkl gäl elMe^eidl eualläh Baräßejt etturki gäl^läh ^b 
U(i) elfeläni ^äfelän le(i) gäl^läh uälläh ja ahüje äni Bardffejt et- 25 
turki gäl^läh aiu ikci kdcä y^gäl ^ ^ub(e)z ^ möi^ ^ när y^kül 
le(i) iegül ^ib le(i)^lfeläni bitturkl T/Lalm^Ballim iegiljläh inte t^Ballor 
m(e)t etturki gäm i/^erädd liheläh uegäl lihyrm^täh ^bl föräi bitturkl 
gälet iä^hüje äni Byrfet etturki ^egäl limartah ^ibl fiub(e)z bitturkl 
äni ^Bän bitturki gälet euil(i)Hse(i)n iä^hüje äni Byrfet etturki ^ehua 30 
gäl lihyrmetäh alü ihci lumman hacet uegälet hat elmdij^ bitturki gäl^ 
ilha inti te^fajr^ßn etturki (c) iö(u)m min etljäm i^au md murin Bala 
^äkfd min elBarab läcin md murin mä je^fäjr^fön Baräbl illä jahcun 
bitturkl t^egälau baB(ä)dhum baBfaJd felän räh li Bar'däd üttärajtturki 
^ibfih i^häcihum faräh Balefijh tiähed ^e^äbah ^egalJilhum (e)iterdün 35 



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QVletgiMr» (JUiUkS^fonifc^e ^ef^tc^en aucr ^tm ^taq, 43 

eine Stunde. Der Esel, der sich erholt hatte, hopste immer umher, 
lief und pfurzte. Da kam das Kamel zum Esel und sagte: Weshalb 
bleibst du nicht ruhig liegen, damit Gott das Gute nicht abwende? 
Ich furchte nur, dass die auf dem W^e gehenden uns hören. Der 
5 Esel erwiderte dem Kamel: Das geht nicht (anders); ich muss nur 
mein Vormittagsgewieher anstimmen. Er schrie, (b) Darauf kam eine 
Karawane und nahm sie mit. Da bei ihr sich auch umgefallene Esel 
befanden, nahmen die Leute denen die Lasten ab und luden sie auf 
den Esel und das Kamel Als der Esel, während man ihm die Last 

10 auflud, wieder pfurzte, sagte das Kamel zu ihm: Hab ich dir nicht 
gesagt: Schrei nicht? Er antwortete: Schweig! Wenn ich mich hin- 
fallen lasse, veranlasse ich, dass sie mich samt der Last dir aufladen. 
Das Kamel drohte: Du da, wenn du so an mir handeln willst, mache 
ich auch einen KLnifT mit dir, dass du dir den Hals brichst Der 

'5 Esel knickte sich ein; da legten die Reisenden ihn samt der Last 
auf das Kamel. Nachdem sie das gethan, tänzelte das Kamel, sodass 
die Last mit dem Esel zusammen herunterfiel, und dabei brach er 
sich den Hals. 

XXV. . 

20 (a) Es war einmal ein Meidanaraber, der sagte: Ich kann nicht mehr 
ohne Türkisch bestehen. Tagtäglich kommen die Beamten der Re- 
gierung zu uns, und die verstehen nicht arabisch. Ich muss also 
türkisch • lernen. Da nahm er vier Büffel und verkaufte sie, nahm 
das Geld dafür und ging nach Bagdad, um das Türkische zu kaufen. 

25 Als er auf den Strassen Bagdads umherging, sah er einen Mann, den 
fragte er: Mein Bruder, o MannI Der Bagdader: Was willst du? Der 
Araber: Ich möchte dich fragen, wo man das Türkische verkauft. 
Der Bagdader: Ich bin derjenige, der das Türkische verkauft Wie- 
viel Geld hast du bei dir? Der Araber: Fünfhundert Beschlik sind 

30 es. Der Bagdader: Das ist ein bischen wenig. Der Araber: Thu es 
um Gottes willen. Der Bagdader: Meinetwegen, um Gottes willen, 
(b) Dann nahm er ihm das Geld ab und sagte ihm : Bring Wasser auf 
türkisch. Der Araber: Ich habe deine Worte verstianden. Der Bag- 
dader: Bring Feuer auf türkisch. Der Araber: Bei Gott, ich habe das 

35 Türkische verstanden. Der Bagdader: Bring dies und jenes. Der 
Araber: Bei Gott, mein Bruder, ich habe das Türkische verstanden. 
Der Bagdader: Nun rede du. Da redete er und sagte: Bring Brot, 
bring Wasser, bring Feuer, indem er jedesmal hinzufügte: Bring dies 
und das auf türkisch. Dann sagte sein Lehrer zu ihm: Du hast tür- 

40 Idsch gelernt Nun stand er auf und kehrte nach Hause zurück. 
Er sagte zu seiner Frau: Bring das Bett auf türkisch. Sie: O Bruder, 



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^4 (gtiixa^t 5ttr ftmiHf<itn fkpxA(im\ftnf4aft 

bitttirki alüfkum tqhcün sajd bitturki ^älläh bitturkl amassaf} ahuäl- 
kum bitturkl {ä güäuid bitturkl gümü bitturkl ueraut^^hü bitturkl li- 
mecankum bitturkl t^ränl ab^utkutn bitturkl (d) elmd murin iäfoh iqhct 
tiämä iif^(ä)refün elhdciie gämau Balefijh telet 7nä murin uyiäh^d min- 
hum ga^ad ^ala rasah uätäfjar ga^ad Bala ri^le(i)h i/Latäf^ar gäm 
iibsut bih tiähua iesih da/ßl Allah änl mü ^ähtb elbe(i)t ^amä^l^ lä- 
zim uähum libsutün bih ilajan mauuetöh ^agfujb dälik fakkbh uin- 
hczem uegäl ettofujbe injtän ba^(a)d a^l Bala färfejd t^ä/ifd Basker 
^är tamäm. 



XXVI. 

{?L)fär(e)d ^c(i)h mal BArab kerim cetir mesau^t iemm be(i)t elBa^äl 
iasar bian mahad Ifüt min iemm elharam umintl tenbih HBArab el- 
iefnt min giddäm elbefijt mal elBaiäl jinhad rasah fär(e)d ibfujm 
min eti^äm äku azläm etflefijn iinüün gäl uä/jfd minhum bian änl 
agdar afüt min giddäm elbefijt mal elharam mal Hamed elHumüd 15 
refi^äh gäl^läh mä tigdar gäl taBäl (i)nterähen änl ^liäk ida fitfejt 
tintini ihtak uida mä fit(e)t antik ihtl gäl^läh mä^lf^älif terädau 
etne(i)nhum uelli gäl änl agdar afüt min giddäm elBa^äl fät min . 
gerib lilbefijt (b) Hamed elHumüd cän gäBäd bilBaiäl u^äf errf^^äl fät 
min giddäm elBaiäl gäl (i)bnefsäh häda belken rarib y,aimma mä 20 
iidri bittenbih elii sair erreg^äl iäf mahad sah Balefijh umdhad 
Bärydäh sah hua ugäl lä Hamed elHumüd iä Hamed elHumüd lä 
Hamed elHunmd gäl^läh Bd(u)nak gäl lä Bänak Allah unäBfaJlet 
ualide(i)k unä^fajlet säfhat ummak uabük (c) rädd Bale(i)h Hamed 
elHumüd ugäl^läh uälak (i)gnün ld(u) (e)rhün gäl^läh (e)rhün gäl_ 25 
läh Hamed elHumüd änl iericak rädd Balefijh ugäl^läh hädä iefi) 
elli mä iete^ärak bih gäl^läh Hamed elHumüd uälak Baleila e^^a- 
häs i(älbe(ijt ugemi^(a) mä taB(a)täz min ettaBäm äinär^läh bi^ge- 



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ijtiti^ntx, ({t<tt6a6^fomf€$< £»<fc$t€$<en atm dem 'itaq, 45 

ich habe das Türkische verstanden. Er: Bring Brot auf türkisch, 
ich bin hungrig auf türkisch. Sie: Bei Hussein, mein Bruder, ich habe 
das Türkische verstanden. Er: Nun rede du. Sie fing nun an zu 
reden und sagte : Bring Wasser auf türkisch. Er meinte darauf, sie 
5 verstünde jetzt türkisch, (c) Eines Tages kamen zu einem Araber Be- 
amte, die nicht arabisch verstanden, sondern nur türkisch sprachen. 
Da meinten die Bauern unter sich: Der NN. ist doch in Bagdad ge- 
wesen und hat das Türkische gekauft. Bringt ihn her, dass er .sich 
mit ihnen unterhalte. Deshalb ging ihn jemand holen. Der fing nun 

10 an: Was wollt ihr auf türkisch? Ich sehe, dass ihr viel schwatzt auf 
türkisch. Bei Gott auf türkisch, ich will euch ordentlich traktieren 
auf türkisch, ihr Kuppler auf türkisch. Steht auf auf türkisch, und 
macht, dass ihr nach Hause kommt auf türkisch. Warte, ich will 
euch durchprügeln auf türkisch, (d) Als die Beamten sahen, wie er 

15 darauf losredete, ohne dass sie es verstanden, gingen sie auf ihn zu, 
drei Mann; einer setzte sich ihm auf den Kopf, der andere auf die 
Beine, und der letzte stand und verprügelte ihn, dass er schrie: Um 
Gottes willen, ich bin gar nicht der Besitzer des Hauses und brauche 
es nicht. Sie schlugen aber auf ihn los, bis sie ihn halb tot ge- 

20 schlagen hatten. Dann liessen sie ihn los, und er lief fort. Er ver- 
schwur sich aber, niemals wieder zu einem Soldaten zu kommen. Schluss. 

XXVL 

(a) Ein Araberscheich, der sehr freigebig war, hatte das Verbot 
erlassen, dass jemand an seinem Harem vorüberginge, und hatte die 

25 Araber angewiesen, demjenigen, der vor dem Harem vorbeiginge, 
das Haupt abzuschlagen. Eines Tages waren zwei Männer unter- 
wegs. Da sagte der eine zum andern: Ich kann bei dem Harem 
des Hamed elHumüd vorübergehen. Der zweite: Nein, das kannst 
du nicht. Der erste: Komm, wir wollen wetten mit einander. Wenn 

3<> ich vorübergehe, giebst du mir deine Schwester, und wenn ich nicht 
vorübergehe, gebe ich dir meine Schwester. Der andere war damit 
zufrieden, und beide waren mit den Bedingungen einverstanden. Der- 
jenige, der sich gerühmt hatte, am Harem vorbeigehen zu können, 
ging nahe am Hause vorüber, (b) Hamed elHumüd sass im Harem und 

35 sah den Mann vorübergehen. Da dachte er bei sich: Das ist viel- 
leicht ein Fremder, oder er kennt nicht die bestehende Vorschrift. 
Als der Mann sah, dass ihn niemand anschrie, und ihm niemand 
wehrte, rief er selbst laut: Hamed elHumüd, Hamed elHumüd. Der 
Scheich: Zu Diensten. Der Mann: Gott diene dir nicht, sondern ver- 

40 flucht seien deine Eltern und verflucht sei die Seite deiner Mutter 
und deines Vaters, (c) Der Scheich: Du da, verrückt oder gewettet.'* 



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46 (§tittSQt pix \tmiti\<ttn ßftä<lii9^tnf<i^ft. 

häz Hamed elHumüd uälbe(i)t mal ia^ar yLattaBam urädd Bala reft- 
^äh ua^d min ^andah ifytäk. 



xxvn. 

(a) färfejd iffij^ ueBandah ^oUd elyLoled kill ^äkfi)t i^ruh li^^efijd 
y^ilgem^ l^tö^ei^ed razal id(u)m min eti^äm räh U^^e(i)d uilgeni^ iäf 5 
färfejd i^asäle hedd Bale(i)hajtujiir ^ulehägha lumman Ithaghä iMd 
jjilzemha mä figdaren ^ale(i)hajttuijkr läcin ^är muträdah lilirazäle 
min e^^ubfajfi lilmurrib lumman gäm mä feiüfka ^äs minha iäf nef 
sah uaida hiiä bigä^(a) mä idj^fhä hua räüb faras uBäddäh (ejs- 
lugile y^ete(i)r fiyrr ettefijr uissHügt^e taiiahhinn mä iidn tfifijn ^ären ^o 
(b) y^ekßa dahfiag Bala ^emi^(a)^ly;U^üh mä iindell ^e(i)n i^ruh gäl 
linefsäh arid äkidd (e)^ru^(a)^lfaras i/^eaf^Uiha (i)bke(i)fha Hmil 
halläha (ijbkefijfha timii sä^a i/^ida ^aiie ^ala fär(e)d be(i)t cebir 
ubik fär(e)d bint (i)tläBet elbint liluoled ueaf^ädet elfaras yLurbutithä 
uufrüit^läh (e)fräi uegämet Üsauyi^läh gah^e (c) lumman saut^et el- '5 
gahue gämet tMd t^dir^läk iaBfaJni tintih gahyie läcin hua cän hei- 
cän gäljilhä {ä bint marret ^alefijc nägt^ilhätime räddet Bale(i)h 
uegalitläh marret uustamarret u^ä hallet elbarake billl iMd mä ue- 
gämet ue^äbH^läh mojß ue^abit^läh rädä Bagfujb dälik temm mug- 
där telt^iläm le^el elqäBade ^and el^arab ila teUji^äm ialläh liniedün ao 
elhättär (d) uba^(a)d ettelt^iiäm (i)nHddh y^galjilhum äni ibn ie(i)h 
f^län ushnd^(e)t (i)bbintak uei^efijt ähidhä min ^andak ueaiüfak i/- 
t(!gül gäljläh laBäd ilmen arid äntihä ahsan minnak läcin ruh ^ 
telet humül min deheb ialläh äntikilähä gäljläh mäjihälif u^agfujb 
dälik gäm iMd ieruh liheläh gäl mdhad i^ibjli elfaras gämet *5 
elbint ue^äbitjläh elfaras uegäljilhä ähilic ue(i)rjrähau aiüf ä^bahau 
mäkü gälet^läh rähau jisrahün bihalälhum uiniidhä uegäl Hsmic {ä 
bint galit^läh gadbet se(i)fak ueräddet (ijnleditäh uegälitjläh inte 
Usmak gälJilha tiu^net haddic (e) ukillmen Baraf stiäl r^fi^äh ueräh 
el^oled lihiläh yiesauuä ru^ah uug^än ^emä i^fhäa ue^äbau ^emiB(a)^ 3o 
Ihukamä ^andah hatta jeteij^ibünah mä täb uegälet fär(e)d Ba^üz 
ida äni teij[ebtäh feßtintüni gälö^lha killma t^ridin nintic färfejd fiallih 
iqhci uelauij^efih i^^erid ^uimä lerid uesebeb t^u^a^fajtah Hnhi räh et 
^alefijh el^a^üz uugc Badet iemm räsah uegälitjläh {ä i/(^oled elBäU^n 
ketre jiinte äni a^fäjr^fak BäH^ läcin inte giljli iü aiiähi eilt teridhä 35 
iiänl agibhä bi^einhä gäljilhä t-efijr cidfijb gälH^läh lä uälläh mü 



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QVtetgnet, ({l<iiSa%fMiif€^ t^tf^U^itn au$f htm 'itaq. 47 

Der Mann: Gewettet Der Scheich: Ich partizipiere daran. Der 
Mann: Es ist etwas, wobei es keinen Compagnon giebt. Der Scheich: 
Junge, ich bezahle die Ausstattung und das Haus und alles Essen, 
das nötig ist Hamed elHumüd befahl also, ihm die Ausstattung 
5 und ein härenes Zelt und das Essen zu geben. Der Beschenkte 
kehrte dann zu seinem Freunde zurück und empfing von ihm seine 
Schwester. 

xxvn. 

(a) Ein Scheich hatte einen Sohn, der immer auf die Jagd und 

^o Pürsche ging, um Gazellen zu erlegen. Eines Tages ging er auch 
auf die Jagd, und als er eine Gazelle sah, liess er die Falken los, und 
eilte ihr nach, um sie zu fassen. Aber die Falken konnten sie nicht 
einholen, obwohl die Jagd vom Morgen bis zum Abend dauerte. Als 
der Jäger sie aus den Augen verloren hatte, liess er ab von ihr, aber 

15 als er sich umsah, da war er in einem fremden Lande, das er vorher 
noch nicht gesehen. Er ritt auf einer Stute, und hatte Windhunde 
und Falken bei sich. Diese verlor er auch, ohne dass er wusste, wo 
sie waren, (b) Er blickte sich nach allen Seiten um, aber er wusste 
nicht, wohin er gehen sollte. Da dachte er bei sich: Ich will den 

20 Zügel meiner Stute loslassen und sie gehen lassen, wohin sie will. 
Er that so und die Stute ging voran, bis sie plötzlich an ein grosses 
Haus kam. Daraus kam ein Mädchen hervor zu dem Jüngling, nahm 
seine Stute, band sie an und breitete ihm ein Bett aus; dann machte 
sie ihm Kaffee, (c) Als sie den Kaffee bereitet, wollte sie ihn ihm 

25 vorsetzen; er war aber durstig. Er sagte zu ihr: Mädchen, ist nicht 
an dir die Kamelstute, die sich verlaufen hat, vorbeigekommen? Sie 
antwortete ihm: Sie ist vorbeigekommen und wieder vorbeigekommen, 
aber willkommen sei derjenige, der Wasser will. Dann brachte sie 
ihm Wasser und setzte ihm Mittagessen vor. Er blieb drei Tage 

30 dort nach der Sitte der Araber; am dritten Tage fragt man dann 
den Gast (d) Nach drei Tagen fragte man ihn, imd er sagte: Ich 
bin der Sohn des Scheichs NN. Ich habe von deiner Tochter ge- 
hört und bin gekommen, sie zu heiraten. Ich will nun sehen, was 
du saLgst Der Vater: Wem könnte ich sie besser geben als dir? 

3S Aber geh und bring drei Lasten Gold, so will ich sie dir geben. Er 
war damit einverstanden; dann machte er sich auf nach Hause und 
sagte: Bringt mir niemand die Stute? Da brachte sie ihm das Mäd- 
chen, und er fragte sie: Wo sind die Ddnigen hingegangen? Wie ich 
sehe, sind sie nicht da. Das Mädchen: Sie sind gegangen, das Vieh 

40 zu weiden. Er: Wie heisst du Mädchen? Sie: Knauf deines Schwertes. 
Wie heisst du aber? Er: Backenknochen deiner Wange, (e) Jeder 



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4$ (gtlM^t 5ttt fimiHf^tn ßpta^wifftnpif^ft 

cidfijb läcin hessä^ abuk ß^ uinte färfejd yntig ^iddamah i/tuhh uelll 
(e)trtdäh änt mit^ahhide Hak bi^emt^(a) eilt teridäh y^eld(u) Bala cetli 
(f) galjilhä mä^lfjälif i^ä abüh uegäm iqhcl ^iddämah fakram abük 
ehaguz ikräm za^d tcegäl Itabüh bilbint eilt i^ridhä yi;egäljläh {ä 
y^oledi tH mä gitt^li min etauyLul gätn abüh t^edezz u'tiäh ai/^ädim 5 
meUäie uearbä^faj humül deheb ^erähau Itabu^lbint y,ilyLoled ui^ä- 
hum lumman i^au limecänhum ligä eddär gafra uiltnezär (i)bHd ia- 
B(a)ni eddär f}älie ^iddärfujb be^id gäl eluoled uerädd ellf igau uiiäh 
^ehua miia biddär iäf fär(e)d mofujged mal när uei^ä lilmofujged 
uuhfdrah tjLeligä bih gyr^e (}ub{e)z ueläf färfejd (ijf^tubät ^t^eligä lo 
^aui^ajl(i)ktubät färfejd ^d mal moi yLeiäf kärid mektüb faqarä 
elfjatt iäfah mektüb bih (g) bfan fhna r^ihin lidiret l/äg-^äq uaida 
Hak räde biie taBäl jiäräna ^ala Her ed4aBfaJn uekill mecän eilt n^bat 
bih af^llik gyr^e bilmbfujged ue^üd moi hua lumman iäf elhatt uqä- 
räh uerikab fejfrüsah t^eräft Bala därfujb ettärfiji i^ekill iofujm iilgä 15 
gyrse f^ubfejz y^e^d moi Haan tiusal liüarab eilt humma bihä t/^ei^ä 
^ala färfejd Ba^üz uenizel i^egälet^läh elBa^z fa t^oledt änl feJlBandi 
antik täkil ue^ai Bandi m£jtruh Bala haliepi^ medd idäk Bala ^efij- 
bäh yLÖntäha mugdär Baifejr teräi lumman öntähä gälit^läh hele 
jabni y^iümä terid ämir i/^ufr^iit^läh uegaBad uegäl lilBa^z (h) {ä ?o 
yLÜlide asma^faj ftyss Byrfejs gälet^läh euällah labni bint f^län adami 
abüha mä jirdä iintiha Itibn Bammhä y^inhezem bihä lilBAräg y^e^a'i 
Balefijh färfejd i/^led ibn lefijf^ BArab Hasan i/^eräidhä min Bandah 
y^inhizem min Bäddhum uegäl^Hhä elbint Hsfejmhä gäletjläh elBagüz 
isfejmhä Fitne gäl^H/tä j^ä uälide mä bic t^yäddin mehibsi ilfiä gälit^ 25 
läh mä^tfjälif lumman uäddet elmahbes ilfia ueläßtäh Fitne yegälet 
IHBa^üz rühi gili^läh hallih jilbes fijslältah yejilbes fujhdüm nisuän 
yeii^i {ilbid befijn essitfejr uilbefijt ueiehaddfr fejfrüsah yet^Hdd 
Balefijhä Baddethä (i) halyoled min SfmaBfaJ halkeläm ledd Bala^ 
früsah uei^ä liüyrfejs yelibed bimecän eilt tiä^^it^läh bih lumman 30 
faddet ennäs uihdarau ibn Bammhä Balefijha gäm 0t^mäzah yi^ähä 
lumman zaBal uegäljHhä iä bofujle ja umm el^ujüra fejm^allemü 
Hasan ibn UfiJ^ AsBad Bala halmezäh gälit^läh lä^äd inte ahsan 
min Hasan gälJUhä la^äd inti tirdinäh gälH^läh äridäh gäm yädä- 
räbhä bülatfujb eilt jßrab bih tütün uegälet äh uefijrjräh Hasan 35 
utjegus^ räsak ja melBün eltiälidefijn tala^faj Hasan uehimat essefijf 
uehaff räsah famät (k) uehte gälit^läh irkud Bala^früsak ^hä 
rlkad ^äb fejfrüsah yaida hta räcibe fär{ejd faras ueläbUse fujhdüm 
zilim yemiiau etfiefijnhum lumman i^au 1% ahl ^eluoled läcin ahl^el- 
1/Loled cänau fejmäjesin min Hasan yegälau mät lumman iäfau 40 
Hasan sauuau Byrfejs iiekefijf uumlicau elbint Bala Hasan ue^aljadhä 
ntfBi^ utislem uisseläm- 



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(IfUi^ntt, Q^leuBüB^fonifc^e £»<fc9t€$<en ctu« htm ^xaq. 49 

verstand die Frage seines Freundes. Der Jüngling ging nach Hause 
und stellte sich krank und sprach nichts. Man brachte ihm alle Ärzte, 
ihn zu heilen, aber er wurde nicht besser. Da sagte eine alte Frau: 
Wenn ich ihn heile, was gebt ihr mir? Sie sagten: Was du willst, 

5 geben wir dir; nur lass ihn sprechen und anzeigen, was er will und 
was er nicht will, und was der Grund seiner Krankheit ist. Die alte 
Frau ging weg, setzte sich ihm zu Häupten und sagte ihm: Mein 
Sohn, es giebt viele Verliebte, und du bist, wie ich sehe, auch ver- 
liebt Aber sag mir nur, wen du willst, so will ich sie dir in Person 

>o bringen. Der Jüngling: Ist's auch keine Lüge? Die Alte: Nein, bei 
Gott, es ist keine Lüge, aber jetzt wird dein Vater kommen; rede 
du nur vor ihm und trag ihm deine Wünsche vor, und ich garantiere 
dir alles, was du willst, und wenns mein Tod wäre, (f) Der Jüngling: 
Meinetwegen. Dann kam sein Vater und er trug ihm seine Wünsche 

»5 vor. Die alte Frau aber wurde reich beschenkt. Er erzählte nun 
seinem Vater von dem Mädchen, das er haben wollte, der aber ant- 
wortete: Mein Sohn, warum hast du mir das nicht zu Anfang erzählt? 
Der Vater sandte nun mit ihm Leute als Gesandtschaft und vier 
Lasten Gold. Sie zogen zum Vater des Mädchens, der Jüngling mit 

20 ihnen, als sie aber an ihrem Platze ankamen, fand er „das Haus leer 
und die Strasse weit". Der Jüngling sandte seine Begleiter zurück, 
er selbst ging in das Haus hinein und sah eine Feuerstätte. Als er 
dazu kam und darin wühlte, fand er einen Laib Brot und sah einige 
Stücken Holz und unter ihnen ein Schlauch mit Wasser. Schliess- 

25 lieh fand er ein beschriebenes Papier, das er las; darin stand ge- 
schrieben: (g) Wir reisen nach dem Lande Waq-Waq, und wenn du 
mich willst, komm uns nach auf den Spuren der Karawane. An 
jedem Orte, wo wir übernachten, werde ich dir einen Laib Brot und 
einen Schlauch Wasser in der Feuerstätte zurücklassen. Nachdem 

30 er das Papier gesehen und gelesen, setzte er sich auf seine Stute 
und zog den Tieren nach. Jeden Tag fand er einen Laib Brot und 
einen Schlauch Wasser, bis er zu den Arabern kam, wo jene sich 
befanden. Er traf eine alte Frau und stieg ab. Die sagte: Mein 
Sohn, was kann ich dir zu essen geben, dass du zu mir kommst? 

35 Gehst du nicht lieber zu diesen Scheichs? Er steckte seine Hand in 
die Tasche und gab ihr zehn Pfunde. Als er ihr das gegeben, sagte 
sie: Willkommen, mein Sohnl Befiehl nur, was du willst. Sie machte 
ihm ein Bett zurecht, er setzte sich hin und sagte ihr: (h) Meine 
Mutter, ich höre den Lärm einer Hochzeit. Die alte Frau: Ja, mein 

40 Sohn, das ist die Tochter NN's. Ihr Vater wollte sie nicht ihrem 
Vetter geben und floh mit ihr nach dem Iraq. Da kam ein Jüngling 
zu ihr, ein Sohn eines Scheichs, namens Hassan, der wollte sie von 
ihm zur Frau. Da floh er von ihnen. Der Jüngling: Wie heisst sie? 

Beiträge zur semit. Sprachwissenschaft. V. 4 a 



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50 (gHM^t ^ur femtHft^en |l|}ra4i9t(renf€$afi. 



XXVIII. 

(a) fär(e)d uähfd mütauua^(a) kill uäkfijt iiktil elhaiä^e ila *an 
räh^n liSuleimän ibn Ddüd iiUiken dezz ^alefijfi Suleimän gäl^läh 
ißt t^oled fei ma t^^z min elhaiaie lä jj^kitlennak gal^läh elhaiäie 
Unha ujekitlenni gäl^läh aiauij^efak elhalajc gäl^läk lauij^ifnilähimi 5 
dezz Suleintan Bala ^e7m^(a)jlhalale ui^en ^enn^(a) ma äkn ftai^e 
ugäm %isälhinn Suleimän Bala Ur(i)b elmoi uhenne uäMde (e)tgul iit 
lah(e)r mä Uf{e)t elmoi uuähide Mtgül ili sene utiähMe (e)tgül ili 
^alra senin ila ^an i^ä ^ala fär(e)d haile td(\Jlka (i)btd(\)l edderä^(a) 
(b) uCi)nlidliä ^an elmoi iigälet^läh bian äni mi?t ^irfejt lihelid(u)m 10 
mä lardbfejt moi imiä lif(e)t moi mnä shnäi(e)t bisfejm elmoi gal^ 
ilhä Stdeimän iä haile äni ahutt^lic halhadid uinti infaln Balefijh 
fdida (a)hragtih intl temäm mä lärYba^lmoi uaida mä (a)hragtih 
inti lärWa galit^läh mä^iljälif hält elhadid ilhä uunfähet Balefijh 
uaida rädttäh mitfejl errumäd gäl^läh t^Süf lä t^oled gäl^läk Uf(e)t 1 5 
lä seilidi et an ettofujbe ^ala id Allah uidak ^isseläm. 



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(nUdgner, ({Utt6d6^fontf€$< £»ef€$ic9<en aub dem 'itaq. 51 

Die alte Frau: Fitne. Der Jüngling: Meine Mutter, willst du nicht so 
gut sein, ihr meinen Ring zu bringen? Die alte Frau: Meinetwegen. 
Als sie ihr den Ring brachte, und Fitne ihn sah, sagte sie: Geh, sag 
ihm, er möge seine Waffen anthun und sich zwischen dem Vorhange 

5 und dem Hause verbergen. Er soll auch seine Stute gesattelt bereit 
halten. (I) Als er das hörte, sattelte er seine Stute und ging zur 
Hochzeit, wo er sich an der Stelle, die sie ihm angegeben, verbarg. 
Die Gäste zerstreuten sich allmählich, und man schickte den Vetter 
zur jungen Frau. Dort fing er an mit ihr zu scherzen, schliesslich 

10 wurde er aber zornig und schrie sie an: Du schlechtes Frauenzimmer, 
hat dich so zu* scherzen Hassan, der Sohn des Scheichs As ad, ge- 
lehrt.^ Die Braut: Bist du etwa besser als Hassan? Der Bräutigam: 
Willst du ihn etwa? Die Braut: Ja, ich will ihn. Da schlug er sie 
mit dem Holzrohr der Tchibukpfeife. Die Braut: O weh, wo ist 

»5 Hassan hingegangen, dass er dir den Kopf abschlägt, du verfluchter 
Mensch? Nun kam Hassan hervor, zog das Schwert und hieb ihm 
den Kopf ab, dass er sofort starb, (k) Sie trieb ihn an, nach dem 
Pferde zu laufen und es herzubringen. Als er mit ihm wiederkam, 
hatte sie auch schon eine Stute bestiegen und Männerkleider angelegt. 

20 Sie eilten beide, bis sie zu der Familie des Jünglings kamen, die 
seinetwegen schon ganz verzweifelt war und ihn für tot hielt. Da 
sie ihn nun wiedersahen, veranstalteten sie die Hochzeit und aller- 
hand Lustbarkeiten und vermählten ihm das Mädchen, und er nahm 
sie als Frau. Leb wohl und bleib gesund. Adieu. 

25 XXVIII. 

(a) Ein Schlangenbeschwörer tötete immer die Schlangen, bis sie 
zu Soliman ibn Daud gingen, sich bei ihm zu beklagen. Da Hess 
ihn Soliman holen und sagte ihm: Mein Sohn, warum lässt du nicht 
von den Schlangen ab? Sie möchten dich sonst töten. Der Be- 

30 schwörer: Wo sind die Schlangen, die mich töten könnten? Soliman: 
Soll ich dir die Schlangen zeigen? Der Beschwörer: Ja, zeige sie mir. 
Da Hess Soliman alle Schlangen holen, und es erschien alles, was es 
an Schlangen gab. Darauf fragte sie Soliman nach dem Wassertrinken. 
Eine von ihnen sagte: Ich habe seit einem Monat kein Wasser ge- 

3S sehen, eine andere: Ich ein Jahr nicht, wieder eine andere: Ich zehn 
Jahre nicht, bis er zu einer Schlange kam, die etwa armeslang war. (b) Er 
fragte sie nach dem Wasser, sie antwortete: Seit ich geworden, bis 
heute habe ich weder Wasser getrunken, noch Wasser gesehen, noch 
den Namen Wasser gehört Soliman: O Schlange, ich werde dir 

40 dieses Eisen aufstellen, und du blas es an; wenn du es verbrennst, 
hast du wirklich kein Wasser getrunken, wenn du es nicht verbrennst, 



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52 ^HM^t 5ttv femiitfc^en fkfXA4voi^tn\diAfi. 



XXIX. 

(a) bizhnän Iskender du^lqarfie(i)n cän kill iofujm lezeilenäh 
fär(e)d uä/jed lumman ^^f^all^sah (f)siän iähid rasak lacin mdhad 
lidri iläh gürun fär(e)d id(u)m iäf fär(e)d müzeilin gäl^läh teruh 
uliäi zeilinnl gal^läh aruh räh ullah elmüzei^in lumman hallhah 5 
(fjzlän gäm IMd iähid räsah gäl^läh (b) iel tähid rast lä Iskender 
gäl^läh lian inte Uf(e)t gürmi ueafiäf (^)tgül Unnas ugablak killmen 
iezeißnni *ahad(e)i räsah gäl^läh änl ^ä halifa sähib a^faj^äl uatfäl 
umä^lhum refijr Allah uäni eilt me^aijilhum gäl^läh la^äd (ejildfujn 
gäl el(i)mzeiiin äni ät^ähad uiiäk ida shnd^(e)t min hatüläla b'ian lo 
Iskender iläh ^erne(i)n a^(a)rifhä min Bandi udizz ^alei^a uäslubni 
gäl^läk mäjtf^älif käda^lfijmzeiiin räh lihiläh utemm elfijmzeiiin 
iahü^ IMd i^gül lifär(e)d uähed läcin i^f}äf {inhäd räsah fatemm 
muddet iahfejr uma^gdar iismalj (c) iofujm räh (e)lbarra^tnläla 
iäffärfejd bir denneg bilbir usäh sö(t4j^e(i)n Iskender iläh gürün et- '5 
fie(i)n Iskender iläh gÜrün etüefijn uräh sä^a yiaida sä {rät (i)gsubät 
etfie(i)n 7nin qudret Allah ugämen iesi/jen Iskender iläh (u)grun etüefijn 
niäSat bifnläia lumman sema^(a) bih Iskender dezz Bala^lfijmzei^in 
ugäl^läh iH ffjtgül gäl^läh äni mä gilfejt gäl^läh la^äd minhü 
gäl^läh äkü bir ubth (i)gsubät effiefijn {e^ihen Iskender iläh (u)grün 20 
etüefijn gäl^läh ^idfijg (d) gäl^läh ey,älläh {ä Ijalifa räh Iskender 
lilbir uläfhinn (i)b^einah udezz Bala^lfijmzei^in ugäl^läh ta^äl ihci^li 
elqadtie gäl^läh änl illä tintini haddak uba^tak ialläh äJjci^lak gäl^ 
läh Hak elhadd uelbah(e)t mä^l^ir fär(e)d Jtefi) lumman öntäh etamän 
hacä^läh bilqadilß min au^ilha litäliltä ugäl Iskender subhän Allah 25 
elll ienettiq ellddt mä^läh lisän ueakram ^ala^l(i)mzeiiin ikräm sä ^d 
^fsseläm. 



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(ndetgiter, ({lett6d6^fontfc(« <Befc9tc$^en autf ^tm Jraq. 53 

hast du Wasser getrunken. Die Schlange: Meinetwegen. Er stellte 
das Eisen auf, sie blies es an, da wurde es zu Asche. Soliman: Siehst 
du, mein Sohn. Der Beschwörer: Ich habe gesehen, mein Herr; jetzt 
gelobe ich Busse bei Gott und bei dir. Adieu. 



5 XXIX. 

(a) Zur Zeit des Iskender, des zweigehörnten, rasierte ihn täglich 
jemand. Wenn er das Rasieren beendet, liess er ihn köpfen; denn 
niemand wusste, dass er Hörner hatte. Eines Tages sah er einen 
Barbier und sagte ihm: Komm mit mir, rasiere mich. Der sagte zu 

10 und ging mit ihm. Als er das Rasieren beendet, wollte Iskender ihm 
den Kopf abschlagen lassen, er aber fragte: (b) Weshalb willst du 
meinen Kopf? Iskender: Weil du meine Hörner gesehen hast, und 
ich furchte, dass du es den Leuten sagst. Vor dir habe ich jedem, 
der mich barbierte, den Kopf abhauen lassen. Der Barbier: O Chalifa, 

"5 ich habe Familie und Kinder, und die haben nur Gott und mich zum 
Ernährer. Iskender: Was nun? Der Barbier: Ich will einen Pakt mit 
dir schliessen: Wenn du von der Stadt hörst, Iskender habe zwei 
Hörner, so wisse, dass das von mir herstammt, sende nach mir und 
kreuzige mich. Iskender: Meinetwegen. Dieser Barbier ging nun 

20 nach Hause, aber er litt darunter, da er es jemandem mitteilen wollte, 
nur fürchtete er, es könnte seinen Kopf kosten. So blieb er einen 
Monat, bis er es nicht aushalten konnte, (c) Er ging aus der Stadt 
heraus und sah einen Brunnen, beugte sich über den Brunnen und 
rief zweimal: Iskender hat zwei Homer, Iskender hat zwei Homer. 

»5 Nachdem er weggegangen, wuchsen durch Gottes Macht zwei Rohr- 
stengel, und die wisperten nun: Iskender hat zwei Hörner. Das Ge- 
rücht verbreitete sich in der Stadt, und als auch Iskender davon hörte, 
liess er den Barbier holen und sagte ihm: Weshalb plapperst du? 
Der Barbier: Ich habe nichts gesagt Iskender: Wer denn? Der 

30 Barbier: Es giebt einen Brunnen und dabei zwei Rohrstengel, die 
mfen: Iskender bat zwei Homer. Iskender: Wirklich? (d) Der Bar- 
bier: Bei Gott, o Chalifa. Da ging Iskender zum Bmnnen und sah 
das Rohr mit eigenen Augen. Darauf liess er den Barbier holen 
und sagte ihm: Komm her und erzähle mir die Geschichte. Der 

3S Barbier: Ich erzähle die Geschichte nur, wenn du mir dein Wohl- 
wollen schenkst. Iskender: Du hast meine Verzeihung und mein 
Wohlwollen; dir wird nichts geschehen. Als er die Verzeihung er- 
langt, erzählte er ihm die Geschichte von Anfang bis zu Ende, Isken- 
der aber sagte: Preis sei Gott, welcher Wesen ohne Zunge hat reden 

40 lassen. Dann beschenkte er ihn reichlich. Leb wohl. 



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54 ^tiM^t 5UV ftmiiif^tn Ikpta4ffi^tnf(iaft 



XXX. 



(a) fär(e)d io(u)m min eCiiäm Loqmän elhakim ^är cebir essinn 
u^äh ibnäh ugal^läh {ä ibnl ani ingidä ^qmri lacin ani äua^^ik lä 
thauui färfejd iur(e)l bike(t)f ennäs illä (i)bke(i)fak lian ennas ma 
{irdün ^ala uähfd ely^oled gäl labüh fei igül elmetel lb(u) ridfejt t^- 5 
sauui färfejd ie(i) lür etakbar minnak uätazrar minnak ida ^är 
raißk ij^ärCLihutn süa i^^fäjmaläh uä ida ma ^är stia lä te^fäjmaläh 
te^anMau etüefijnhum lumman t^^än^dau gäl Loqmän libnäh ruh 
^tb^innd färfejd zämäl uäni ahiuuefak (b) räfi eluoled ^äb zümäl 
läcin biiiäm harr miiau biddärfujb uhumma iimhm yLalmüti limH *o 
/jäli mdhad räctbäh t^laggöhum fujtriil gälau ba^fäjdhum bd^fajd 
lüfü hadble jimlün etüefijnhum umä ^ähfd {irkab elmuti uuddinie 
harre gäl^iäh {ä ^olMi s^mä^fejt gäl^läh s^mä^fejt farikab eluoled 
utelaggohum fujtrü^ gälau iüfii halyLoled räcib uäUaib iimh (c) gäl^ 
läh lä i^oledt s^md^fejt gäl^läh semd^fejt nizel el^oled urikab eilaib *5 
utelaggohum fujtrül ugälau lüfü haUajjb hüa räcib uäly^oled iimH 
uhüa ^ähil mä^läh qäbtliie lilmih gäl^läk shnä^fejt iä yLoledi gäl^ 
läh semd^fejt räddau fijrkübau etüefijnhum utelaggohum fujtrü^ ugä- 
lau Hifu hädole mä jel^äjün min Allah elmutt fejlhibrah uräcebinäh 
etüefijnhum gäl^läh semä^fejt iä uoledi gäl^läh s^mdBfeJt (d) gäl^läh 20 
W(^M färfejd uähfd ridä ^alefi)na gäl^läh mä Uffejt gäl^läh is- 
ma^faj keläml {ä uoledi uimh fijbkefijfak uälä tisma^faj iofiijr ennäs 
yLisseläm, 



XXXI. 

(a) färfejd ibfujm min et'tiäm ^är gihäd u'tie^lkuffär uinnebi 25 
feJMhammed gäl li^Ali {ä BAU he^gihäd ida mä rihfejt inte uaillä 
^emi^faj elli ieruh jinietil gäl^läh BAU arid BAntar ibn Zebiba ui^äi 
iallah aruh gäl^läh ennibi iä BAU ruh lilmugbera usih BAntar BAntar 
uehüa ieridd Balefijk uihci^läh bilqadtie uesauyAh misllm uiftidäh 
yLliäk räh BAH lilmugbera uesäk BAntar BAntar ua ida^lmugbera 30 
aktdrha teridd Bala BAU häh (b) rädd BAU UMehammed ugäl^läh 
alüf elmugbera killhä teridd Baleiia häh mä faJBardffeJt aiiähu BAntar 
gäl^läh feJMhammed iä BAU ruh ^ih^läh BAntar ibn Zebiba uehüa 



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(gVletgner, ({leuSaS^fontfcKe <B<fc9i4ien autf bem 'Ütaq. 55 



XXX. 

(a) Eines Tages rief der weise Loqman, der schon hoch betagt 
war, seinen Sohnij^ sagte zu ihm: Mein Leben geht zu Ende, aber 
ich will dir einen guten Rat geben: Handle nicht, wie die Leute es 
5 wollen, sondern nur wie du es willst; denn die Leute sind mit keinem 
zufrieden. Der Sohn: Warum sagt das Sprichwort: Wenn du etwas 
thun willst, frag die älter und die jünger sind als du um Rat, und 
wenn deine Ansicht mit ihrer übereinstimmt, thue es, wo nicht, so 
lass es? Sie gerieten in Streit und schliesslich sagte Loqman zu seinem 

10 Sohne: Geh, bring uns einen Esel, und ich werde dich überzeugen. 
(b) Der Knabe ging und brachte den Esel, aber es war damals heiss. 
Sie gingen fürbass, liefen aber beide zu Fuss, während der Esel leer 
ging und niemand ritt. Da trafen sie Reisende, die zu einander 
sagten: Sieh die da, beide gehen und keiner reitet den Esel, während 

15 es doch so heiss ist Loqman: Hast du gehört, mein Sohn? Der 
Sohn: Ja. Dann stieg der Knabe auf, und sie trafen Reisende, die 
sagten: Seht diesen Knaben, der reitet, während der Greis zu Fuss 
geht (c) Loqman: Mein Sohn, hast du gehört? Der Sohn: Ja. Dann 
stieg der Knabe ab, und der Greis stieg auf. Es trafen sie Wan- 

20 derer, die sagten: Seht diesen Greis, der reitet, und der Junge geht, 
und er ist doch noch klein und hat nicht die Fähigkeit zum laufen. 
Loqman: Mein Sohn, hast du gehört? Der Sohn: Ja. Dann schliesslich 
stiegen sie beide auf, und es trafen sie Reisende, die sagten: Seht 
diese Leute, die fürchten sich nicht vor Gott; wie klein ist der Esel, 

25 und beide reiten auf ihm. Loqman: Hast du gehört, mein Sohn? 
Der Sohn: Ja. (d) Loqman: Hast du einen gesehen, der mit uns zu- 
frieden war? Der Sohn: Nein. Loqman: Also hör auf mein Wort, 
mein Sohn, und geh nach deinem Belieben und höre nicht auf den 
Rat der Menschen. Adieu. 



30 XXXI. 

(a) Einmal war Krieg mit den Ungläubigen, und der Prophet 
Mohammed sagte zu Ali: Ali, wenn du nicht ausziehst, werden alle 
Krieger getötet AH: Ich will Antar ibn Zebiba haben, dann werde 
ich ausziehen. Der Prophet: Geh zum Friedhof und ruf: Antar, Antar! 
35 Er wird dir antworten, erzähle ihm dann die Geschichte, mach ihn 
zum Muslim und nimm ihn mit dir. Ali ging also zum Kirchhof und 
rief: Antar, Antar! Aber die Mehrzahl der dort Ruhenden antwor- 
tete: Hier! (b) Ali ging nun zum Mohammed zurück und berichtete: 
Der ganze Kirchhof antwortete mir mit Hier, und ich habe nicht in 



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56 (gtiitä^t 5ttr ftmiHf4^ jlproc^wtffmfc^dft. 

ieridd ^alefijk räh ^Aä u^äh^läh miifejl mä gäljäh ennebi uerädd 
Bale(i)h ugäl^läk iUa^(a) ^aleiia tala^(a) ^ale(i)h uegäl ^Antar auual 
mä tala^(a) min elgabfejr bele^lhadid ulä be(e(i)na ia^fajni elhadid 
akalitäh elgä^(a) fhnä mä akalitnä min kytfiQr /ojäsitnä (c) farädd 
Balefijh BAH uhdcäjäh bissälife uegäl^läh t^iäfjß {ä BAntar u^ir 5 
mislim gäl^läk alhadu anna^lhagg bisse(i)f uilBä^is iMd (e)ihüd 
uegäl^läh uälak gül alhadu an lä iläha illa^lläh i/^aa^hadu anna 
Muhammed rasülu^lläh gäl^iäh BAntar aihadu anna^lmer(e)s Badäl 
elgäB(a) gäl^läh BAä iä BAntar iei mä tPt^lähfd i/^it^^ir mislim 
(d) gäl^läh iä BAH ida rid(e)t ät^^ähfd tiasir mislim uasir teiiib >o 
baB(a)d kam amüt gäl^läh BAU e iä BAntar gäl^läh ^allini äridd 
Bala mecäni ahsän^lt min eddinie uräddeh lim^cänah ^eräft ^isseläm. 



xxxn. 

(a) qufHie li/jauä^a Nasr-eddin fär(e)d id(u)m i^ä lidd^^än uegäl 
selämun Bale(i)kum gälau uäBalefiJkum esseläm gdljilhum Bandi "5 
fär(€)d hüäie teB(a)refünha I6(u) mä teB(a)refünhä gälau ezzilim mä 
neB(a)rifhä gäl äni kam mä aBallem bihd räh limecänah fej^läf mä 
räh t^häcau ezzilim bian nus^ iegtilün neB(a)rlfha uenuss iegalün mä 
neBarißiä fasärau Bala harräi fdi^ä Nasr-eddin uegäl Bandi färfejd 
hicäie teB(a)r^fünha aulä (b) nu^^ gälau neB(a)rifha unuss gälau mä 20 
neB(a)rlfhä gäl eilt ieB(a)r^fünha ieBallemün eilt mä ieB(a)refünfiä 
uerädd lehiläh uetälit io(u)m igä liddiuän uegäl Bandi hicäie ieBfaJr^- 
fün/iä aulä gälau neBfaJrif gäl mädäm inta teB(a)rtfünha äni mü 
läzim ähciha ueräh liheläh uihlüset elhicäie. 



XXXIII. 25 

(a) förfejd yLahed iläh ^ädig mal gahue kill mä ii^i lilgahue 
iigBUdün sua ubefijnäthum seläm id(u)m min etiiäm gälö^läh sädi- 
gak 4är uu^Bän gäljilhum sidfijg gälö^läh sidfijg läiin hädii etiiäm 



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(fflti^ntt, ({l<tt6d6^fomrc$e t^tf<iUiitn aue dem ^xac^, 57 

Erfahrung bringen können, wer Antar sei. Mohammed: Geh, Ali, 
und ruf ihn: Antar' ihn Zebiba, so wird er dir antworten. Ali ging 
hin und rief ihn, wie der Prophet ihm gesagt. Antar antwortete ihm 
und Ali forderte ihn auf, zu ihm heraufzukommen. Er that das auch 

5 und sagte, bevor er aus dem Grabe stieg: Das Eisen ist verdorben, 
aber wir sind nicht verdorben (d. h. das Eisen hat die Erde verzehrt, 
aber uns hat sie nicht verzehrt wegen der Grösse unserer Tapferkeit). 
(c) Ali antwortete ihm, erzählte ihm die Geschichte und sagte ihm: 
Leg Zeugnis ab, Antar, und werde Muslim. Antar: Ich bezeuge, dass 

10 das Recht beim Schwert ist, und der Schwache wünscht Zeugen. 
Ali: Du da, sage: Ich bezeuge, dass es keinen Gott ausser Allah 
giebt, und ich bezeuge, dass Mohammed sein Prophet ist. Antar: 
Ich bezeuge, dass das Eggen das Ebnen der Erde ist. Ali: Antar, 
warum legst du nicht Zeugnis ab und wirst Muslim? (d) Antar: O 

15 Ali, wenn ich Zeugnis ablegte und Muslim würde, und dann wieder 
auflebte, müsste ich später doch sterben? Ali: Ja, Antar. Antar: 
Dann lass mich lieber an meinen Ort zurückkehren. Der ist mir 
besser als die Welt. So brachte ihn dann Ali zurück und ging seines 
Weges. Adieu. 

XXXII. 

(a) Eine Schnurre vom Chawadja Nasr-eddln. 
Eines Tages kam er in den Diwan und sagte: Guten Tag. Sie: 
Guten Tag. Er: Ich habe eine Geschichte. Kennt ihr sie oder kennt 
ihr sie nicht? Sie: Wir kennen sie nicht Er: Dann will ich euch 

25 auch nicht darüber belehren. Dann ging er nach Hause. Nachdem 
er weggegangen war, besprachen sich die Leute, eine Hälfte sollte 
sagen: Wir wissen es, die andere Hälfte: Wir wissen es nicht. Als 
sie diesen Entschluss gefasst hatten, kam Nasr-eddin und sagte: Ich 
habe eine Geschichte. Wisst ihr sie oder nicht? (b) Die eine Hälfte 

30 antwortete: Wir wissen es, die andere Hälfte: Wir wissen es nicht. 
Er: Diejenigen, die sie kennen, mögen die belehren, die sie nicht 
kennen. Dann kehrte er nach Hause zurück. Am dritten Tage kam 
er in den Diwan und sagte: Ich habe eine Geschichte. Wisst ihr sie 
oder nicht? Sie: Wir wissen sie. Er: Wenn ihr sie wisst, brauche 

3S ich sie euch nicht zu erzählen. Dann ging er nach Hause. Schluss. 

XXXIII. 

(a) Jemand hatte einen Freund aus dem Cafe. Wenn er nach 
dem Caf6 kam, sassen sie zusammen und begrüssten sich freund- 
schaftlich. Eines Tages sagte man ihm: Dein Freund ist krank ge- 

4b 



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58 (gtiit&^t 3ttv fmitif4tn jlprdc^wiffmfc^afi 

elhdlifa Härün erreiid mamir ^emt^(a) elll jimh biliel iä/^tdün rasah 
gäl linefsäh tiälläh arid aruh uea^üf ^ädi^l ida (i)lzemdnl f^alli iä- 
hidün räsl leget häter refi^i im ida mä (i)heindrii z(i)en ^ala z(i)en 
lacin hua mä^läh ^ale(i)k fiid(a)l re(i)r esseläm bilgak^e (b) baB(a)d 
dalik gam uralt sä^a htia pmh ua ida^lfjääfa uäddauriie ui^äh lägok 5 
^ädfejr (i)b^äd(e)r (i)lzcnidh ugälo^läh inte mä seind^(e)t ette^ibik gäl^ 
ilhum bili shnä^(e)t gäl^läh (e)hna^(a)nä timh gäl^ilkum i/i färfejd 
^ädi^ kill uäk(i)t agl äg^id bilgahiie ukua iig^id utiai ufnä^läh fud(a)l 
^alei^a uma ili fud(a)l Balefijh lacin le^el häter esseläm uäl^unsa 
eilt nigBid unistänis bihä iigäl^läk elhalifa änl asaui^i ^alefijk färfejd lo 
}e(i) ida reft^ak iisuä afidet räsak änl ä^fajfü ^annak i/^aida mä 
iis^a am ähid rüskum etfiefijnknm gäl^läk äfnir (c) gäl el/jalifa änt 
aruh u'tiäk bittebdil lisädi^ak uaida uäsaltah tTgül lirPßgak elhalifa 
räd iä/jid rast umä fäkkni illä bitelet (fjciäs ^ein iera uä^äd ida 
öntäkiiähinn ä^fajfi ^ankum etfie(i)nkum uaida mä ^ahä bik tiämä »5 
öntä ähid rüskum gäl^läh hybban tiäkiräman gämau rähau htia 
uälhalifa lumman i^au lilbäb deggau gälau minhü gäl^ilhum änl 
fülän (d) gal^ilhum fukkü elbäb iläh fäkkau elbäb uänhäder ueselli- 
mau ^alefijh uteMfö^läh ugäl^läh min taraf ettelet (f)ciäs gäl Jäh 
sehte lö(u) iittub ^aira (c)cläs äntihinn le^el Imter esseläm uätgaBfaJde 20 
ämar ^ala ähiläh btan öntu tetet (fjciäs 3ein iera tiöntühinn li^ädi^i 
öntau ettelet (ejc^äs ugäljäh iä ahiiie änt aruh tii^äkum gälojäh 
inte uugBän umä tigdar timH titiänä gäljlhum ahäf el/jälifa mä 
iirdä bitelet (fjciäs tiaida räd ba^fajd äntih hatiäle i^au lifär(e)d 
mecän tiäliPtecän ilhum bih essädi^ ettälit ugälau läzim nemurr ^ala 25 
^ädi^nä (e) timarrau Bale(i)h usellimau ^ale(i)h ugäljlhum lede^(ä)ua 
(i)bhaliel gälojäh felän cän uug^än u änt rihfejt ^alefijh aUtfah t/^äl- 
zemoni iertdün iäfjcdfin rast uba^(a)d dälik ämar ^alei^a (i)btelet 
(e)ciäs ^ein iera ugäljt ida öntefijt telet (e)ciäs ä^fajfü Bannak ua- 
*ida mä önte(i)thinn ähid räsak urihfejt lifelän eluu^Bän uhacefijt^ y> 
läh bilgadile uaige(i)?ta änt y^liäh n^ltifak gäljlhum hessäB liue(i)n 
(i)trühün gälojäh ntfruh innä färfejd uähed Badünä läzim neruh 
nekitläh gäl änt ham aruh uiiäkion gälojäh 7nä nehü^ak gäl^ 
ilhum änl ra Ih ätähazzijn gälöjäh ruh (!) räh fejthazzam uräh li- 
befijt elhalifa uliga färfe)d iahfujs gä^äd iemm elhazne (erid iebügliä 35 
fät Balefijh ugass räsah u^äbah lirah^ah gälojäh Unha hädä gäl^ 
ilhum hädä ras elhalifa ubaqä Bandkum elll teridün terühtin Balefijh 
Badükum linnman sana^fajjhalifa gäl Jäh ticfijn legefijtäh ^äljäh 
bilhazne malet elhalifa lumman dahhag Balefijh elhalifa ä^fajrufak 
ugäljlhum änt na^dsfejt intii rühü Bal^ellt ffjm^ädikum gälbjäh 40 
riih (g) räh limecänah tihtimma etteläte rähau Bala Badühum uket^loh 
tieigau lumman sär e^subfajh dezz elhalifa Bala^^sär" ueztr ^ä^s^l 
tiezir tnigumd^fajhtwt ugaljlhum dizza Bala fülän ufülän ufulän 



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(Pteignet, (JleuMgfottifcJ« ^efcjtcj^en aue öew 3ra(i. 59 

worden. Als er fragte, ob das wahr sei, bestätigte man es ihm. In 
diesen Tagen aber hatte der Chalifa Harun alRaschid befohlen, jeden, 
der sich des Nachts sehen liesse, zu köpfen. Er sprach nun bei sich: 
Wirklich, ich möchte meinen Freund besuchen. Wenn sie mich 
5 fassen, lass sie mir den Kopf abschlagen um meines Freundes willen, 
wo nicht, um so besser. Der andere hatte sich aber sonst nicht be- 
sonders um ihn verdient gemacht, nur d'ass man sich im Caf6 grüsste. 
(b) Er machte sich nun auf den Weg; da erschien plötzlich der Cha- 
lifa mit der Nachtwache, die ihn an der Brust packten. Sie: Hast 

10 du die Ankündigung nicht gehört? Er: Jawohl, ich habe sie gehört. 
Sie: Warum gehst du denn aus? Er: Ich habe einen Freund. Wir 
kommen immer ins Caf<6 und sitzen zusammen; aber sonst haben wir 
beide nicht besonders nahe Beziehungen, nur dass wir uns grüssen 
und uns beim Aufenthalt dort amüsieren. Der Chalifa: Ich will dir 

15 etwas aufgeben. Wenn dein Freund das Kopfabschlagen wert ist, 
will ich dir verzeihen, wo nicht, lasse ich euch beide köpfen. Er: 
Befiehl über mich, (c) Der Chalifa: Ich gehe in Verkleidung mit dir zu 
deinem Freunde. Nach deiner Ankunft sage zu ihm: Der Chalifa will 
meinen Kopf und will mich nur loslassen für drei Beutel blanker 

20 Pfunde. Nun, wenn er sie dir giebt, verzeihe ich euch beiden; wenn 
er dir aber nicht aushilft und sie dir nicht giebt, lasse ich euch köpfen. 
Er: Recht gern. Sie beide machten sich also auf den Weg, und als 
sie an die Thür kamen, pochten sie. Auf die Frage: Wer ist da? 
sagte der Freund: Ich, NN. (d) Der Kranke befahl nun, die Thür 

25 zu öffnen, und sie traten ein, grüssten ihn und erkundigten sich nach 
seinem Befinden. Dann erzählte er ihm von den drei Beuteln. Der 
aber erwiderte: Das ist nicht schwer, und wenn er zehn Beutel ver- 
langt, gebe ich sie dir, weil wir uns kennen und zusammen verkehren. 
Dann gab er seiner Familie Befehl: Nehmt drei Beutel blanker Pfunde 

30 und gebt sie meinem Freunde. So geschah es. Darauf sagte er: Ich 
gehe mit euch. Sie: Du bist doch krank und kannst nicht mit uns 
gehen. Er: Ich furchte, der Chalifa giebt sich mit den drei Beuteln 
nicht zufrieden; wenn er nun mehr will, gebe ich ihm einen Schuld- 
schein. Sie kamen schliesslich zu einem Platze, wo ein anderer Freund 

35 von ihnen wohnte, und sagten: Wir müssen bei unserm Freunde vor- 
sprechen, (e) Sie gingen also zu ihm und begrüssten ihn, er aber 
fragte: Was ist denn heute Nacht los? Nun erzählte der eine: NN. 
war krank, und ich ging zu ihm, um ihn zu besuchen. Da nahm 
man mich fest und wollte meinen Kopf Darauf gab man mir auf, drei 

40 Beutel blanke Pfunde zu besorgen und sagte: Wenn du die drei Beutel 
giebst, wird dir verziehen, wo nicht, so kostet es deinen Kopf Dann 
ging ich zu dem kranken NN. und erzählte ihm, was mir passiert 
sei. Nun sind wir beide gekommen, dich zu besuchen. Der dritte 



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6o (gtitx&^t 5ur r<mtttfc9en ^prdc^ivtffenfc^dft. 

/umman dezzau Balefijhum gäljilhutn ificüjil gadliitkum eilt cintü 
biha elbäreha liacb^läh salifetkutn min auuiUtä litaliha ^iddäm el- 
me^lis (h) ba^(a)d dalik gäl eljtalifa lilme^lis i^md^ajtü halhdci gälau 
semä^fajnä gäl hatatiäditn hVc (a)^antälau le^el f^ater e^^edäga eilt 
be(i)näthum la^äd äni Hmsauui uiiäkum ute/}Unüni gälo^läh elme^lis 
jji l^alifa fhftä mä fiimiäk gäljilhutn hädä ras men gälb^läh kadä 
rks e^^är uezir gäm uäntar ^al^elli gä^ädin bilme^lis killhunt u a^ad 
rüshum uhätt etazläm essMäga be(i)näthum telätithum uäkfd ^är 
uezir uäfal^ar ^ol ^ezir uätiälit sedr aBfaJdam. 



XXXIV. 

(a) ib(u)m min etiiam elhalifa Harun erreüd tala^(a) icseij^ir 
^äf fär(e)d uähed cebir ^qmrah ^air lajb BaUatt iirsil gytin igä 
^ale(i)k elhalifa uinHdäh u^äljläh ettis^a mä f^allufeti teläte rädd 
^alefijh eBaib gäl^läk ja ma^(a)läni efitfie(i)n utelätin mä Italien 
uäräkinn ^e(i) gäljläh eU^alifa mä harraf(e)t gäl^läh sären (i)b- 15 
bafi(e)t ennäs gäljläh beBidak (eßld(7i)nah gäljläh sär gerib gäljläh 
(eJHofuJnkinn etflefijnak galjäh sären teläte gäl Jäh (e)tbiB(a) hal- 
gd(u)s gäl Jäh ii^k bire(i)r timen (b) lumman (e)sdlah elhalifa urädd 
Bale(i)h eggei^äb elf^alifa iftihem (eßgäl ellaib uuliaib ham ifteliem 
SU äl elf^alifa rädd gäl Jäh elftalifa lä t^bi^fa) rafßsgäljäh lä tutias^i 20 
hari^ u/jalläh uräh elhalifa liheläh ulibes hüdüm elhum(e)r zaB(a)ma 
^är zaB(a)län lumman jilbes hüdüm elhum{e)r usibeb za^fajlah Bala^ 



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QVldgner, ({leuSaB^fontfc^« <Stf<ii4itn autf htm 3tA<|. 6l 

Freund: Wo wollt ihr jetzt nun hin? Die beiden anderen: Wir haben 
einen Feind, den müssen wir töten. Der dritte: Ich gehe mit euch. 
Die beiden: Wir brauchen dich nicht Der dritte: Ich gehe mit; ich 
binde mir nur den Gürtel um.. Die beiden: So geh. (f) Dann ging 
5 er fort, band sich den Gürtel um und eilte zum Palaste des Chalifa. 
Dort fand er beim Schatzhause jemanden, der einen Diebstahl aus- 
fuhren wollte. Er ging auf ihn zu, schnitt ihm den Kopf ab und 
brachte ihn seinen Freunden. Sie: Was ist das? Er: Das ist der 
Kopf des Chalifa. Nun bleibt euch noch euer Feind zu töten übrig. 

lo Als der Chalifa das hörte, fragte er: Wo hast du ihn gefimden? Er: 
Im Schatzhause des Chalifa. Als der den Kopf sah, erkannte er ihn. 
Er sagte nun zu den anderen: Ich bin schläfrig geworden. Geht ihr 
zu euerm Feinde. Sie: Schön, geh nur. (g) Er ging nun nach Hause, 
die drei aber machten sich auf, töteten ihren Feind und kamen wieder. 

15 Am andern Morgen liess der Chalifa den ersten und zweiten Vezier 
holen und veranstaltete eine Versammlung. Dann befahl er: Lasst 
den, und den, und den holen. Als alle drei angekommen waren, be- 
fahl er ihnen zu erzählen, was ihnen gestern passiert sei. Sie er- 
zählten nun ihre Geschichte von Anfang bis zu Ende vor der Ver- 

20 Sammlung, (h) Darauf sagte der Chalifa zu den Mitgliedern des 
Rates: Habt ihr diese Geschichte gehört? Sie: Ja. Der Chalifa: Diese 
Leute haben so gehandelt nur wegen der Freundschaft, die zwischen 
ihnen besteht Was soll ich aber mit euch machen? Ihr betrügt 
mich. Sie: Nein, wir betrügen dich nicht Der Chalifa: Wessen 

25 Haupt ist das? Sie: Das ist das Haupt des ersten Veziers? Da befahl 
er, dass man allen, die im Rate sassen, den Kopf abschlüge. Von 
den drei Freunden aber machte er den einen zum ersten, den andern 
zum zweiten Vezier und den dritten zum Oberpräfekten. 

XXXIV. 

30 (a) Eines Tages ging der Chalifa Harun alRaschid aus spazieren 

und sah einen alten Mann, der am Flusse Baumwolle wusch. Der 
Chalifa trat zu ihm und fragte ihn: Haben die neun den drei nichts 
zurückgelassen? Der Greis: O Herr, die zweiunddreissig haben nichts 
hinter sich gelassen. Der Chalifa: Hast du dich nicht beeilt? Der 

35 Greis: Sie sind im Glücke der Menschen. Der Chalifa: Wie ist dein 
weiter? Der Greis: Er ist nahe geworden. Der Chalifa: Wie sind 
deine beiden? Der Greis: Es sind drei geworden. Der Chalifa: Ver- 
kaufst du diesen Bogen? Der Greis: Du wirst ihn umsonst bekommen, 
(b) Als der Chalifa ihn gefragt, und er ihm geantwortet, und der Cha- 

40 Ufa verstanden, was der Greis ihm gesagt, und der Greis verstanden, 
was ihm der Chalifa gesagt, v^abschiedete sich der Chalifa mit den 



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62 ^titt&^t 5ttr femt^fc^en ^pra^wtffenfc^aft. 

IBerämike Itan 0rid minhum ruh halhäci hatta lirtenl eUajb (c) ba^(a)d 
dalik i^ä udezz ^ala^lB er antike ugäljilhunt arid minktim halhdci 
ida ^ibiüh z(i)en ^ala z(i)en uaida mä ^ibtü teräni ähid ruskum 
ba^(a)d dalik killmen räh iedauiffr (i)bfär(e)d mecän ila ^an^gau 
^allaib uöntdh kill uähfd mtet deheb tie^ammä^fajhum killhum usö- 5 
lefhä ilkum ugäljilhunt (d) auual suälah ettis^at ilhur mä hätte(i)t 
ce(i)l teltjiihur hatta tigHd gäl uäni räddefijt ^alefijh etetfie(i)n 
Utelatin sinn killmä (taräz(e)t akalennäh ugäljilhunt uäti^ra gälji^ 
lljalifa mä harrafet gittjäh H^enni bhiät uafiäden (i)r^üle ugälji 
beUdak (eßldfu)nah ia^fajni id(u)fak (eJUofuJnah gittjäh ^ären ^erib 10 
ugäl etfiefijnak (e)Hd(u)nhinn ia^(a)ni rigie(i)k (e)lld(u)nhinn gittjäh 
^ären teläte ia^fäjni ämh ^ala Bakkäze (e) ugälji (f)tbiB(a) gb(u)sak 
ia^fajni fei dahrak a^fajua^ gilt Jäh ii^ik bire(i)r timen Itan hädä 
Allah mesauuih fei t^^ei^ib ugäljl lä t^bi^(a) raf^i^ gittjäh la tuua^si 
hari^ laBfaJnl äni hessä^ ädizs ^ale(i)k auädint ^ala halkelämät lä 15 
t^giljlhum bilbaläi uänl gittjäh mäjhälif uba^(a)d dälik hüa räh 
tiänt temmefijt bimecäni uisseläm. 



XXXV. 

(a) fär(e)d i^ähcd cän tä^ir zengin id(u)nt min etijäm lenftäh tä- 
la^(a) kesir uaida hüa matlüb temfn mtidde uaida ^aia mä ^andah 20 
gäl lihyrmetah mä tigdarin tegibinjli tcfijr degä^ gälitjäh lelak 
bih gäljlhä arid äuäddih lilhalifa rähet lig'trän/ia utcdäj.anet (e)Uent 
qir(e)i tieUärat tefijr de^ä^ gäljilhä ra^ilhä ihäh hiitäh humma mä 
^äddhum Ijubfejz räh lissiig üa^ad biddefijn ffjrrt/efijn hubfejz uhätt 
tefijr de^ä^ bilhubzät uhätthinn (i)bmä^ün (b) uräh lilhalifa igä Hl- 25 
liofuji iäf elqtiuauis uägfin gälojäh ^ala hefijr gäl arid aruh lil- 
halifa äuäddijäh raiüg gälojäh füt min fät gäl Jäh elf^alifa iakü 
Bafidak iä uoled gäl Jäh ^andi raiug Hak {ä halifa gäl Jäh iit uä- 
halt uaillä ili uelit ^ä^ädin uilai gäl Jäh Hak uelli ^a^ädin u'tiäk 
gäl Jäh la^äd iqsim ^ale(i)nä farai ^abätah uhätt elhubzät utefijr zo 
eddegäg Bala ^abätah ugätn iiqsim läcin hüa cän ^a3än cetir (c) lum- 



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(Dfleigner, ({leufidS^fonifc^e iit{<ti<iitn autf ^m 3ra<). 63 

Worten: Verkaufe nicht billig. Der Greis: Mach einem klugen Manne 
keine Vorschriften. Der Chalifa verliess ihn und ging nach Hause. 
Er zog rote Kleider an, d. h. er war zornig, denn er grollte den 
Barmekiden und wollte sie nach dem Sinne dieser Geschichte 
5 fragen, damit der Greis reich würde, (c) Dann kam er und Hess 
die Barmekiden holen und sagte zu ihnen: Ich will von euch diese 
Geschichte; wenn ihr die Erklärung bringt, ist's sehr schön, wo nicht, 
so lasse ich euch köpfen. Darauf gingen sie fort, und jeder suchte 
an einem Orte nach der Lösung, bis sie zu dem Greise kamen. Jeder 

10 von ihnen gab ihm hundert Goldstücke. Dann versammelte er alle 
und erzählte ihnen: (d) Seine erste Frage bedeutet: Hast du in den 
neun Sommermonaten nicht Speise für die drei Wintermonate ge- 
spart, um feiern zu können? Ich antwortete: Die zweiunddreissig 
Zähne haben, was ich aufbewahrt, aufgegessen. Die andere Frage, 

15 die mir der Chalifa vorgelegt: Hast du dich nicht beeilt? habe ich 
ihm beantwortet: Mir wurden Töchter geboren, aber sie haben sich 
verheiratet. Seine Frage: Wie ist dein weiter? bedeutet: Wie ist 
deine Sehkraft? Ich antwortete: Sie ist gering geworden. Und seine 
Frage: Wie sind deine beiden? bedeutet: Wie sind deine Füsse? Ich 

20 antwortete: Es sind drei geworden, d. h. ich gehe am Stocke, (e) Seine 
Frage: Verkaufst du deinen Bogen? bedeutet: Warum ist dein Rücken 
krumm? Ich antw^jpte: Du wirst ihn umsonst bekommen; denn das 
macht Gott "VA^^Klb spottest du also? Und seine Worte: Verkaufe 
nicht billig, und meine Antwort: Gieb einem klugen Manne keine 

25 Lehren, bedeutet: Ich werde jetzt Leute zu dir zur Erklärung dieser 
Unterhaltung senden, sage sie ihnen aber nicht umsonst. Ich war 
damit einverstanden, und der Chalifa ging weg und ich blieb hier. Adieu. 

XXXV. 

(a) Es lebte einst ein reicher Kaufmann, aber eines Tages da 

30 war er Bankrott geworden und verschuldet dazu. So blieb er eine 

Weile lang, da er aber nichts zum Abend zu essen hatte, sagte er 

zu seiner Frau: Kannst du mir nicht ein Huhn bringen? Sie: Was 

willst du damit? Er: Ich will es dem Chalifa bringen. Sie ging zu 

ihren Nachbarn, borgte von ihnen einige Piaster und kaufte ein Huhn. 

3S Ihr Mann befahl ihr, es zu braten. Das that sie auch. Da sie kein 

Brot hatten, ging er auf den Markt und kaufte auf Borg zwei Fladen 

Brot, legte das Huhn darauf und that alles auf eine Schüssel, (b) Dann 

ging er zum Chalifa; als er zum Hofe kam, sah er die Kawassen 

stehen, die fragten ihn: Wohin willst du? Er: Ich will zum Chalifa 

40 gehen und ihm Frühstück bringen. Sie: Tritt ein. Als er eingetreten 

war, fragte ihn der Chalifa: Was hast du, Junge? Er: Ich habe Früh- 



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64 qßeiit^^e ^ut ftmlüf^tn Ikpta^wi^tnf^äft. 

man gäl^läh iqsim iäl erras mal edde^ä^e uhätfah ^ala ug^let f}ub{e)z 
uönfäh lil^aäfa uiäl (i)^afi uftättah ^ala uo^let (}ub{e)s uöntäk li^är 
uesir uiäl e^^^näfi eta^ar uhättah ^ala /jubze ueöntäh lisol '^ezir 
'l/^älbaqiie hä{fah ugäm iäkil Hh (d) elfjaäfa gal^läh iä tj^oledi (e)i- 
lofujn sauuefijt gäl^läh j^ä fi^lifa intf erras mal ^emt^(a)jnnäs ^al' 5 
ueztr hüa Bala cetfak eteimen ^al^ez^r eCä^ar ^ala cetfak etaisar 
t^älbaqiie mä biha mesme hadi t^ridd iliie ^atän änf iä f^aUfa meijit 
min e^^^(a) amar eH}alifa btf^msmtet deheb ualuuzara kill ^ähfd 
^amsmtet deheb af^ddhinn m^keiiff limartah (e) urah lissüg ufitdrä 
(ejßäm ia^(a)nl hönta utimmen udihen ugemt^(a) adäret elbe(i)t u^äb lo 
etbennäie uhätfhum bilhö(u)i libnün lumman kemmeläh ^ala^lqä^ade 
gälau e^^rän hädä cän maksür imn^e(i)ljläh halfülüs benä elhofuji 
^ulbarifia bajt birefijr ^aia rähat fär(e)d kyrme limartah ugälet^ 
ilhä iqf}ti (i)mnje(i)n ilkum halfülüs uinta elbäreha dällefijtü birefijr 
^aia galetjilha martjettä^ir iqlßi elbäreha ra^ll ^eddä rädä lilf^alifa 15 
t^fijr de^ä^ uakram ^ale(i)h halfülüs (f) rähet elhyrme elli (e)sälet 
mart^etta^ir lira^ilhä ugälit^läh tä^ir elfüläni elbär^jfia bajf birefijr 
^aia Mräfi ueddä rädä tifijr de^a^ lilf^alifa uönfäh fülüs lettre ^äd 
intf saujfi rädä ufiäddih^läh belcen ißkrtmak gäm ^^iilärä sfbJa de- 
^ä^ät usaut^ähinn usaufia ui^ähinn timmen umarag uUiieläh lilhamä- 20 
mil utj^eddäh lill^alifa (g) gäl^läh elf^alifa hädä Hnhü gäl^läh hädä 
rädä Hak gäl^läh iliie ^ähM'^ amma inna killnä gäl^läh ilkum kill" 
kum gäl^läh elhalifa fhnd mä näkil killnä stia illa killmen uähfejdäh 
gäm ii^sim ilhum önta lilf^alifa telet de^ägät uäluuzarä killuäfifd et- 
üefijn gälo^läh fejllofujn ^^simfejt gäl lilf^alifa hädä eilt a^fdjrifah »5 
ämaru ^alefijh kill ^ähfd l^amsjmtet ^a^a lumman f^allau tezäh ii^ri 
demm räfi liltyrm^tah ugäljilliä lehagti ^alei^a iä meßünet eluäli- 
defijn gäl^ilhä rühl ^ibi^li^lhakim rähet u^äbit^läh elhakim ugäm 
i^däuih (h) iofujm min eltiäm ennis\^än rähen lilhamäm uhyrmet elli 
mectül ham cänet bilhamäm uhyrmet elf^alifa sitte^zZqbefiJde ham TP 
cänet bilfiamäm mart^elmadrüb gämet tidBi ^alajlfjalifa utrgül lä 
rabbi a^fajmi lilf^alifa uaimma tuua^^a^faj Balefijh beliie fejsmd^et 
sitte du^ä elhyrme ^ahtde mä fejtidrif uähide ^ähet lilmara ugälet^ 
ilhä m tid^in Balajftaäfa galetjlhä färfejd uähfd ^äddä lilf^älifa 
tefijr de^ä^ uakram ^alefijh alfijf uf}amsmfet deheb uragll nädda 35 
Sfb^a de^ä^ät ufofujg essfb^a de^ä^ät ämar ^alefijh uubsüföh 
lumman fjallau {ezäh ii^ demm f/tnä Unna rdidin etikräm hes- 
sä^ gimnä niddi me^ärif lilhakim uhäda s^beb du^a'i (I) lumman 
feJsmdBet sitte ceUr ffjz^dlet y^ulbiset fujhdümhä urähet lil/^alifa ugä- 
lit^läh fejimd^fajnä färfejd uähfd i^^ib^lak tefijr de^ä^ utikrimäh 40 
alfijf u^msmzet defub ut^ähfd ie^ib^lak sfb^a de^ägät uuiiähinn 
timmen udihen umarag tidrubünah alfijf uftamsjmzet ^a^a gäl^lha^ 
ll^alifa lian abü de^ä^e uaMde hua cän liftehim ^elli ^äb sfb^a 



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(ndeigner, ({UuSoB^fonifc^e <Befc(i4^ aue bem Jtaq. 65 

stück für dich, o Chalifa. Der Chalifa: Für mich allein oder auch 
für meine Freunde? Er: Für dich und deine Freunde. Der Chalifa: 
Also teile unter uns. Da breitete er seinen Mantel aus, legte das Brot 
und das Huhn darauf und fing an zu teilen. Er selbst war aber 
5 furchtbar hung^g. (c) Auf den Befehl zu beginnen, riss er den Kopf 
des Huhnes ab, legte ihn auf ein Stück Brot und gab es dem Chalifa. 
Dann riss er einen Flügel ab, legte ihn auf ein Stück Brot und gab 
es dem ersten Vezier, darauf riss er den andern Flügel ab, legte ihn 
auf das Brot und gab es dem zweiten Vezier. Den Rest nahm er 

10 selber und begann selbst zu essen, (d) Der Chalifa fragte ihn: Mein 
Sohn, wie hast du es gemacht? Er: O Chalifa, du bist das Haupt 
aller Menschen, und der eine Vezier ist an deiner rechten Schulter 
und der andere Vezier an deiner Unken Schulter. Der Rest hat keine 
Beziehung, der kommt also zu mir zurück. Überdies sterbe ich vor 

15 Hunger, o Chalifa. Da befahl der Chalifa, ihm fünfhundert Gold- 
stücke zu geben, und jeder von den Vezieren die gleiche Summe. 
Er nahm das Geld und eilte erfreut zu seiner Frau, (e) Dann ging 
er auf den Markt und kaufte Essen, Weizen, Reis, Fett und allerlei 
Hausgerät Er brachte auch Bauleute und liess an seinem Hause 

20 bauen. Als er es fein vollendet hatte, sagten die Nachbarn: Der da 
war bankrott. Von woher hat er dieses Geld, um ein Haus zu bauen, 
während er noch gestern ohne Abendmahl übernachtete. Da ging 
eine Frau zu seiner Frau und fragte sie: Meine Schwester, woher 
habt ihr das Geld, wo ihr doch gestern noch ohne Abendbrot bliebt? 

25 Die Frau des Kaufmanns erklärte ihr: Meine Schwester, gestern 
brachte mein Mann als Frühstück ein Huhn dem Chalifa, und der 
hat ihm dieses Geld verehrt (!) Dann ging die Frau, die die Kauf- 
mannsfrau ausgefragt hatte, zu ihrem Manne und sagte ihm: Der 
Kaufmann NN., der gestern ohne Abendessen übernachtete, brachte 

30 dem Chalifa ein Huhn, und der schenkte ihm viel Geld. Nunmehr 
bereite du Essen und bring es ihm; vielleicht verehrt er dir auch 
etwas. Da machte er sich auf und kaufte sieben Hühner und machte 
sie zusammen mit Reis und Sauce zurecht. Er liess das Gericht 
durch Lastträger fortschaffen und brachte es dem Chalifa. (g) Der 

35 Chalifa fragte: Was ist das? Der Kaufmann: Das ist Mittagessen für 
dich. Der Chalifa: Für mich allein oder für uns alle? Der Kaufmann: 
Für euch alle. Der Chalifa: Wir essen nicht alle zusammen, sondern 
jeder für sich. Da begann er zu teilen und gab dem Chalifa drei 
Hühner und jedem Vezier zwei. Da fragten sie: Wie hast du ge- 

40 teilt? Der Kaufmann: Das ist, was ich weiss (mehr weiss ich nicht). 
Da befahl jeder, ihm fünfhundert Prügel zu geben, und als sie seinen 
Hintern losliessen, lief Blut Dann ging er zu seiner Frau und schrie 
sie an: Das hast du mir besorgt, du verfluchtes Weib. Dann befahl 

Beiträge zur semit. Sprachwissenschaft. V. ^a 



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66 ^tiM^t yut fmiHf<itn ßptä4wi\ftnf4afi, 

de^a^ät hüa mä Hftehim gälet (e)inia^(a)na gäljilhä dizzi Balefijkum 
etüefijnhum usauui fär(e)d inttihän üiüft es^üc min ^andi ld(u) min 
^andic (k) dezzet ^alefijkum tiigau gäl elf^alifa lissitte önti halbe(i)dät 
liabü de^ä^e sitte sähet Itabü de^ä^e ugälH^läh hak halbefiJ4ät 
qassimhinn Bale(i)nä telätitnä uhenne ham(e)s be(i)dät ai^ad elß}ams^ 5 
befijdät u'anta lisitte^zZqbe(i)de teläte uöntä lilhalifa y^äMde uöntä 
liöa^(a)far uäkide gäl^läh el/jalifa (e)lld(u)n ^esem(e)t halbeßjdät 
gäl iä f}alifa dnte(i)t lissitte telet be(i)dät Itan mä Bandfejha uälä beßjda 
uönti(i)tak uäktde iCan Sandak etüefijn uöntefijtak yLafitde sären te- 
läte uHGa^faJfar ^äl^ide u^andah elüefijn saren teläte hessä^ t^sä- lo 
uefijtü (I) gäljilhä shnd^(a)tl ja sitte gälit^läh elhagg uliäk äni 
akramtah f^amsjnuet deheb uälftalifa ham akramah fjams^mtet uGa- 
^(ajfar f}amsjmtet deheb uahddhinn uräh ^ähau leih (i)ktelöh bitau- 
^al uäntöh elbe(i)dät öntä lilhalifa teläte ulisitte T/^ähjde uliöai(a)far 
t^ahide gäl elf^alifa lissitte (ejtiußn (e)Hd(u)n ^isem hädä gälet ^läh 15 
Hftäh läcin min ^andi f^amsjmt et Basa ukillhum ämarau Salefijh 
kill uähfd f}amsmfet Basa jiodrubdh lumman hallati tezäh azjad min 
etau^al uräh Uhiläh je^ih uiibci ute^il utislem uesseläm. 



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(gVletgiur, (SUuBa%^ton%f(it <Stf<fi4itn aus hm 3'^* 67 

er ihr, ihm einen Arzt zu holen. Sie brachte den Arzt; der gab ihm 
Medizin, (h) Eines Tages gingen die Frauen ins Bad, und die Frau des 
Geprügelten war auch im Bade. Die Frau des Chalifa, Sitte Zobeide, 
war ebenfalls im Bade anwesend. Da fing die Frau des Geschlagenen 
5 an, den Chalifa zu verwünschen: O Herr, schlag den Chalifa mit 
Blindheit oder sende ihm Krankheit. Sitte hörte die Schmähungen 
der Frau, aber beide kannten einander nicht. Da rief sie die Frau 
und fragte sie: Weshalb schmähst du den Chalifa? Die Frau: Jemand 
hat dem Chalifa ein Huhn gebracht, und er hat ihm 1 500 Goldstücke 

"o verehrt, und mein Mann hat ihm sieben Hühner gebracht, aber ab- 
gesehen davon, hat er ihn noch durchprügeln lassen, sodass Blut 
lief, als sie seinen Hintern losliessen. Wir wollten ein Geschenk von 
ihm, und jetzt müssen wir noch Kosten für den Arzt bezahlen. Das 
ist der Grund, weshalb ich schimpfe. (I) Als Sitte das hörte, wurde 

15 sie sehr böse, zog ihre Kleider an und lief zum Chalifa mit den 
Worten: Weshalb verehrst du einem, der dir ein Huhn bringt, 1500 
Goldstücke und einem andern, der dir sieben Hühner und dazu Reis, 
Fett und Sauce bringt, lässt du 1500 Stockschläge geben? Der Cha- 
lifa: Weil der Mann mit einem Huhne verständig war, aber der, wel- 

20 eher mir die sieben Hühner brachte, unverständig. Sitte: Wieso? 
Der Chalifa: Lass beide holen und stelle sie auf die Probe, so wirst 
du sehen, ob ich Unrecht habe oder du. (k) Sie liess beide holen, 
und die kamen. Der Chalifa zur Sitte: Gieb diese Eier dem Manne 
mit einem Huhn. Sitte rief ihn und sagte: Nimm diese Eier und verteile 

25 sie unter uns drei. Es waren aber fünf Eier. Da nahm er die fünf 
Eier und gab der Sitte Zobeide drei und dem Chalifa eins und dem 
Dja*far auch eins. Der Chalifa: Wie hast du diese Eier verteilt? Der 
Mann: O Chalifa, ich habe der Sitte drei Eier gegeben, weil sie kein 
Ei hat, und ich habe dir eins gegeben, weil du zwei hast, dadurch, 

30 dass ich dir eins gegeben, sind es drei geworden, dem Dja*far auch 
eins, zwei hat er, macht also drei. Nun habt ihr alle gleich viel. 
(I) Der Chalifa zur Sitte: Hast du gehört, Sitte? Sitte: Du hast recht 
Ich habe ihm fünfhundert Goldstücke verehrt, und der Chalifa ver- 
ehrte ihm auch fünfhundert Goldstücke und Dja'far ebensoviel. Da 

35 nahm er das Geld und ging fort. Dann riefen sie den, der zuvor 
Prügel bekommen hatte, und gaben ihm die Eier. Er gab dem Cha- 
lifa drei, der Sitte eins und Dja*far auch eins. Der Chalifa zur Sitte: 
Siehst du, wie dieser geteilt hat? Sitte: Ich habe es gesehen, aber 
von mir kriegt er fünfhundert Stockschläge; und die anderen Hessen 

40 ihm ebenfalls je fünfhundert Hiebe geben. Als sie ihn durchgeprügelt 
und sie seinen Hintern losliessen, war es schlimmer wie zuvor. Er 
aber lief schreiend und weinend nach Hause. Bleib wohl und ge- 
sund. Adieu. 

5* 



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6S (gftiM^t 5UV fmiH\<itn lipta(liioi\ftnf4afi. 



XXXVI. 

(a) fär(e)d iö(u)m min eti^am gälet hyrmet Harun erreUd sitte^ 
zZqbe(i)de liHärün /Vi Harun alüfak ma taBy::.z ijLoledi alüfak ta^yzz 
t^oled eBabde aftsan min uoledi gäl^ilhä iä sitte uolMic mä jiftehim 
mit(e)l ibn^el^abde gälet (e)imaB(a)nä gal^ilhä iä sitte inti dahlje^i 5 
^ale(i)hum ^äft Harun erreltd aulädak uegäl^ilhum iä aulädi rühü 
lissüg t/^e^ibü^li kill uä/tfd arba^tn td(u)r m^^ammam rähau etüefijn- 
hum (b) ibn sitte räh lilmeidän elli jebi^ün fik elhd(u)l y^iitdrä ar- 
ba^in td(u)r i/LiUära arbaHn tgl f}äm %e^ammafn ettirän bihinn 
uäibn^elBabde räh lissüg uegäm jjnUd etay^ädint Bala hisäb el iiäni lo 
uäss^bü^ät t/^ässene uäddtn y^äddiläne uä^sd(u)m uässalä aiiähü elli mä 
ie^(d)rif hassu äl {ähidäk lumman ^maB(a) arba^in rfg^äl uäddähum 
(i)tabüh (c) uegäl Harun (ijtibft^essitte iä ibm (e)lgib(e)t gäl^läh int^ 
dezze(i)tni ^ala tirän m^^ammamät yLeltare(i)thinn ueitarefijtjilhinn 
^amapn ue^ib(e)thinn Hak uägäl Itibn^el^abde ja ibni dezzefijtak "5 
Bala tirän m^^ammamät alüfak ^ib(e)t auädim gäl^läh ja uälidl elli 
mä i^^(ä)rif umür dinäh usd(u)mäh usalätah uhisäb ettjäm uhisäb 
ess^bü^ät uhisäb essene fahü a^td(u)r {A)fagäl Harun lisitte^zZgbefiJde 
tismaHn ja sitte galit^läh ^är ma^(a)lüm ja l^alifa änt cin(e)t mä 
adri hefän ^är ma^fajlüm ba^fajd mä änhdak e^süc min Bandi uäs- 2p 
kitau killhum uäkillmen räh ^ala häl sebiläh ipsseläm. 



xxxvn. 

(a) fär(e)d io(u)m ta^änadet sitte ^zZqbe(i) de ue Harun erreUd tegül 
uoledi iiftehim läcin inte iä Harun mä t^dir bäl ^ala uoledi gäljilhä 
i(oledic mä iiftehim gälet iiftehim galJilha f/jnä nesau^i tegruba uä- 25 
inti t^lüftn eliiftehim minhu galet^läh sau^i galJilha elid(u)m hutti 
' gau^a ibnic telft dnuähc tiegaui/^aj^ab(i)dfär(e)d tabaqa kärid fejfri- 
lau (ejfräl ibn sitte uehallau tflet dutiäUc ^efrilau (e)fräl ibn^el^abde 
iiehättau tabaqa kärid (ijbfrälah (b) lumman sär elfel i^äsär mahall 
ennofujm igau uenämau ihi sitte ^zZgbefiJde auual^ma debb rühah näm 30 
^aibn^el^abde gäl iä ytälidi elib(u)m imma elgä^(a) mUtä^alliie ^ä- 
^immajqa^r näzil 7/^aimma (e)fräh gauuah fär(e)d le(i) gäl Harun 



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XXXVI. 

(a) Eines Tages sagte die Frau Harun alRaschids, Sitte Zobeide, 
zu ihm: Harun, ich sehe, dass du meinen Sohn nicht liebst, sondern 
den Sohn der Negersklavin mehr schätzest als den meinigen. Harun: 
5 Sitte, dein Sohn ist nicht so klug wie der der Sklavin. Sitte: Warum? 
Harun: Sitte, sieh du sie dir an. Da rief Harun alRaschid seine 
Söhne und sagte ihnen: Meine Kinder, geht auf den Markt und bringt 
je vierzig Stiere mit Turbanen. Die beiden machten sich auf den 
Weg. (b) Der Sohn der Sitte ging auf den Platz, wo man das Rind- 

10 Vieh verkauft, kaufte vierzig Stiere, kaufte dann vierzig Stück Kattun- 
zeug und machte den Stieren Turbane davon. Der Sohn der Negerin 
ging auf den Markt und fragte die Leute nach der Rechnung der 
Tage, Woche und des Jahres, nach der Religion, dem Kultus, nach 
dem Fasten und Gebet. Wer diese Fragen nicht beantworten konnte, 

15 den nahm er mit. Als er vierzig Leute beisammen hatte, brachte 
er sie zu seinem Vater, (c) Harun fragte nun den Sohn der Sitte: 
Mein Sohn, was hast du gebracht? Der Sohn der Sitte: Du hast 
mich nach Stieren im Turban ausgeschickt; so habe ich sie nun ge- 
kauft, habe für sie Turbane gekauft und sie dir gebracht. Zum Sohn 

*o der Negerin sagte er: Mein Sohn, ich habe dich nach Stieren mit 
Turban ausgeschickt Wie ich sehe, hast du mir Menschen gebracht 
Der Sohn der Negerin: Mein Vater, wer nicht die Angelegenheiten 
seiner Religion, sein Fasten, sein Gebet noch die Rechnung der Tage, 
Wochen und Jahre kennt, der ist ein Stier, (d) Harun zur Sitte: 

25 Hörst du, Sitte? Sitte: Jetzt ist es mir klar geworden, o Chalifa; 
ich wusste es nicht, aber jetzt ist es mir klar geworden. Ich werde 
dich nicht mehr fragen. Die Schuld ist auf meiner Seite. Da schwiegen 
alle still, und jeder ging seines Weges. Adieu. 

xxxvn. 

30 (a) Eines Tages stritt sich Sitte Zobeide mit Harun alRaschid. 

Sie meinte: Mein Sohn ist verständig, aber du kümmerst dich nicht 
um ihn. Harun: Dein Sohn ist nicht klug. Sitte: Doch. Harun: So 
wollen wir eine Probe anstellen, damit du siehst, wer verständig ist 
Sitte: Wohlan, mache die Probe. Harun: Heute lege deinem Sohne 

35 drei Bettkissen ins Bett und unter den Neger einen Bogen Papier. 
Sie machten nun das Bett des Sohnes der Sitte und legten drei Bett- 
Idssen hin, dann machten sie das Bett des Sohnes der Negerin und 
legten ein Blatt Papier in sein Bett, (b) Als es Nacht wurde und 
die Schlafenszeit kam, kamen die Söhne und legten sich schlafen. 



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yo (fftiit&^t 5UV ftmHif<^tn §kTpv(i<^wi\ftnf4(ift, 

erreUd libn elBabde iß uoledl inte m^täuahkim fabäqä ^ala halhal 
i^tägallab li^sub(a)h uegal Harun erreUd lisitte^zZqbe(i)d€ tisnta^in 
lä situ gälet scma^fajnä {ä Harun läcin inna lilläh uainna ile(i)k 
ragi^ün e^^üc min ^andi iä Harun [^ gal^ilhä ie^ ja sitte galet^läh 
lofujla mä aha^rak ^ala mugama^at el^abde can mä sar halhaci gal^ 
ilhä e^^üc min ^andic lä sitte äni cin(e)t ^atib ^ale(i)c Batabic ^ala 
nefsic. 



XXXVIII. 

(a) iegnlün can fi zeman Harun errelid can ^andah färfejd t^ähed 
ismäk AbujnNuuäs fär(e)d jofujm elhalifa deiiig hulgah gäl^läh iä lo 
halifa alüfak deiiig f^uigak gäl^läh ei/jalifa lielid(u)m arba^etjtiäm 
hyrmeti sitte ^zZqbe(i) de ^alefij/ia umiir ennisä ahifnf cefijmä ^a^a- 
SfdJtfia sär hulgt deiiig gäljläh iä sidi fe} mä tc^ädil gäl^läh Uiihü^ 
Ime^ädel gäljläh sa.^fajma thiic min tiärä (b) iga Harun erreUd 
Bassitte gal^ilhä am arid änicic galet^läk äni Baleiia umür ennisä 15 
galjiltia iegil^lt AbujnNuuäs Bädil galH^läh Sinkü Bädil galjiltia 
ia^fajni nie min ettez galet^läh t^älläh ida baqa AbujnNuuäs (i)bbeled 
Bardäd äni teränl täliqa min Bandak uaamma tähid räsah Harun 
erreUd ie^yzz sitte ^Zqbe(i)de dezz habar ItAbujnNuuäs bian bäcer 
min rubh inte timH iirefijr beied lian sitte zaBälet Salefijk läzim timlt 20 
inte uähilak min Bardäd (c) dezz^läk f^abar btan bäcer äni ämH fa- 
Band dälik talaB(a) min essubfaj/t y^e^äb färfejd däbbe iaBfaJnt muttie 
ueBandak färfejd rahha ue^äbha ue^äb elmutiie gauya^lqasr mal 
sitte ^zZqbefiJ de ueftätt elBydfeJl Balmutne 7/^eläl tag min errahha uehätt 
fijbgimäh ue^äb et äf^ar uehättah fofujgah uätiugdBen min BysUmutiie 25 
t^ebaqa Bala halhäl min e^^ubfajh ila^ddaha^lBäli i/^ehüa iehuithinn 
Balmutiie ^äiigäBen (d) ti^sitte^zZqbefiJde tclüfah uetidJiak Balefijh 
galetjäh iä Abu^nNuyäs Bädil gal^ilha fejllbfujn aBädil galet^läh 
hutt kill tag min errahha fijbgirnäh min elBydfeJl gal^ilha f/pta ku- 
farfta min gilna liHarün erreUd BädiL 30 



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(fflti^ntt, (It(ttBd6|^fonir<9e <&tf4i4itn AV10 btm "itat^, 71 

Sobald der Sohn der Sitte sich hingelegt hatte, schlief er ein. Der 
Sohn der Negerin aber sagte: Vater, heute ist die Erde entweder zu 
hoch oder das Schloss hat sich gesenkt, oder es ist etwas in meinem 
Bette los. Harun: Mein Sohn, das bildest du dir nur ein. Aber er 
5 blieb dabei, indem er sich bis zum Morgen wälzte. Da sagte Harun 
zur Sitte: Hörst du, Sitte? Sitte: Wir haben es gehört, Harun; aber 
wir sind Gottes und kehren zu ihm zurück. Der Fehler liegt an mir. 
(c) Harun: Warum, Sitte? Sitte: Wenn ich dich nicht gedrängt hätte, 
die Negerin zu heiraten, wäre das alles nicht passiert Harun: Ja, der 
'o Fehler ist auf deiner Seite, Sitte. Habe ich dir etwa Vorwürfe ge- 
macht? Mach dir also selber Vorwürfe. 

xxxvni. 

(a) Man erzählt, zur Zeit Harun alRaschids befand sich ein Mann, 
namens Abu-Nuwas, bei ihm. Eines Tages war der Chalifa schlechter 

>5 Laune, da sagte jener zu ihm: O Chalifa, ich sehe, dass du heute 
schlechter Laune bist. Der Chalifa: Heute ist meine Frau, Sitte Zo- 
beide, seit vier Tagen unwohl, und da ich nicht bei ihr gewesen bin, 
bin ich schlechter Laune. Abu-Nuwas: O Herr, warum machst du 
nicht gleich? Harun: Was ist das gleich machen? Abu-Nuwas: D. h. 

20 coi eam per anum. (b) Dann kam Harun alRaschid zur Sitte Zobeide 
und sagte: Ich will dich umarmen. Sitte: Ich bin unwohl. Harun: 
Abu-Nuwas sagte mir, ich solle gleich machen. Sitte: Was ist das? 
Harun: Das ist der coitus per anum. Sitte: Bei Gott, wenn Abu- 
Nuwas in Bagdad bleibt, so wirst du sehen, ich lasse mich von dir 

25 scheiden, es sei denn, du liessest ihn köpfen. Harun alRaschid liebte 
die Sitte Zobeide sehr und schickte deshalb den Befehl an Abu- 
Nuwas: Morgen in aller Frühe verlass die Stadt; denn Sitte Zobeide 
ist böse auf dich. Deshalb musst du und die Deinen Bagdad ver- 
lassen, (c) Abu-Nuwas schickte ihm Antwort: Morgen werde ich 

30 fortziehen. Am Morgen machte er sich alsbald auf und nahm ein 
Lasttier, eine Eselin, mit. Er hatte aber auch eine Mühle bei sich. 
Diese samt der Eselin brachte er in den Hof des Schlosses der Sitte 
Zobeide. Dort legte er die Last auf die Eselin, trug einen Mühlstein 
und legte ihn in eine Tasche, dann nahm er den andern und legte 

35 ihn darauf, sodass beide von der Eselin herunterfielen. Das wieder- 
holte er vom Morgen bis zum Mittag, indem er die Mühlsteine 
immer auflud und sie dann herunterfielen, (d) Sitte Zobeide sah 
ihm lachend zu und sagte ihm: Mach (die Lasten) gleich. Abu-Nuwas: 
Wie soll ich gleich machen? Sitte: Lege jeden Mühlstein in seine 

40 Satteltasche. Abu-Nuwas: Wir haben uns versündigt, als wir Harun 
alRaschid sagten: Mach gleich! 



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72 (gftiix&^t 5ttv fmiafd^tn §^pta<iwi\ftnf<iAft. 

XXXIX. 

(dij/ärfejd id(u)m min etliäm Harun errelid gäl liAbujnNuuas 
arid min ^andak fär(e)d le(i) ^ydrah az^ad min fe^(a)läh amma te- 
sa^i^^h uaamma ahid räsak gäl^läh mäjjjiälif famüä Harun libe(i)- 
täh ifa Abu^nNuuäs iimH uärah y^ätäbb libe(i)täh ua Abu^nNuuäs 5 
medd idäh ^ala tez Harun ueba^as elhalifa (b) gäl^läh Harun erreUd 
{ä AbujnNui/^äs rhauuefijt gäl^läh {ä sidi ^abäll sitte^zZqbe(i)de 
gäljläh elt^alifa Unhü ^abälak sitte^zZqbe(i)de gäl^läh ^hiabak terid 
min ^andifdr(e)d le(i) ^ydrah azjud minfe^(a)läh uähäda }e(i) ^ydrah 
aziad min fe^(a)läh uä4(ihak Harun erreUd ^dakram Abu^nNuuäs lo 
ikräm za^d. 



XL. 

{Z) för(e)d ib(u)m min etiiäm elf^alifa Harun erreHd uAbu^ 
nNuuas rähau lilqasr mal Harun yLe Abu^nNuuas mähid utiäh ra^ugah 
tamfajr AbujnNuuäs sär ^ü^än gäm iäkil färfejd tamre ilUfet ia- 15 
le(i)h elhalifa uegal l^AbuJnNu^äs ^^^ä^äd t^sauut AbujnNuuäs debb 
ettamre min halgak y^egal mä^asauul killma 0ftutt färfejd uähde 
bthalgah jiltafet ^ale{i)k ^äktia i^dibb ettamre min halgah lumman 
halas ettamrät uehiia killma 0/tutt uähde {iltafet Balefijh ilajan 
uusälau liljqasr mal Hartin tcänhädär elhalifa lilgur^iie mältah gäl 20 
AbujnNuyiäs madäm mä Ijallänl äkil tamfajr elhalifa äni ahyrrhnäh 
min m^^äma^at elgur^i^e (b) f^alläh lumman inhddär y^ehiia lazim el- 
ke(i)l yLofakk elhe(i)l AbujnNuuäs t^äräJt lilbäb uädegglut gäl elhalifa 
minhü gäljläh äni Abu^nNu^äs ^äsiket uäf}alläk färfeld cärak sä^a 
uädegg elbäb i/Lagäl^läh minha gäl äni AbujnNuuäs yiäbdqa ^alhalhäl «S 
i^digg elbäb ilajan tdlafaj^l/jalifa uemä iäma^faj^lgur^iie mältah 
gäl elhalifa jehäci rtchah hädä mit(e)l mä niket ^iiäi äni änkit uiläh 
lumman tdla^faj^lhalifa gäl liAbujnNuuäs ruh ^ib elfaras mälti 
(c) räh AbujiNu%äs 0^ elfaras uai^a^l/jalifa uä^äb färfejd siccin 
uega^^ berätim elfaras mal AbujtNuiiäs Abu^nNu^äs läf f(Jfrusah 30 
magsü^ät berätimfia gäl elfialifa niket uiläi faräh lifaras el/jalifa 
uega^s defiJUia uerikab fejfriisah Abu^nNu^äs uämilau hua uälJf^alifa 
iltifet Bala AbujiNuuäs elljalifa uegäl^läh aHif fejfrüsak feJmkeHere 
gäljläh ja halifa tidhak Sala defijl fejfrüsak lumman iltefet elf^alifa 
^^f fejfrüsah magsü^ defijlha gäljläh ja AbujiNuuäs ehaut^efijt gäl^ 35 
läk ja sidi inte eisauuefijt f adahak Hariin erreUd y^aakram Abu^ 
nNu^äs ikräm zajd. 



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XXXIX. 

(a) Eines Tages sagte Harun alRaschid zu Abu-Nuwas: Ich will 
etwas von dir, dessen Entschuldigung schlimmer ist als die Sache 
selbst. Entweder thust du es oder ich lasse dir den Kopf abschlagen. 

5 Jener war damit einverstanden. Harun ging nach Hause, und Abu- 
Nuwas folgte ihm nach. Als er ins Haus getreten war, steckte Abu- 
Nuwas seine Hand an den Hintern Harun alRaschids und kitzelte 
den Chalifa. (b) Harun fragte: Abu-Nuwas, was hast du gethan? 
Abu-Nuwas: O Herr, ich dachte, es sei Sitte Zobeide. Der Chalifa: 

10 Was soll das heissen, du dachtest, es sei Sitte Zobeide? Abu-Nuwas: 
Eure Hoheit wollte etwas von mir, das durch seine Entschuldigung 
noch schlimmer wird als die That selbst Und das ist etwas der- 
artiges. Da lachte Harun alRaschid und beschenkte Abu-Nuwas 
reichlich. 

15 XL. 

(a) Eines Tages begaben sich der Chalifa Harun alRaschid und 
Abu-Nuwas nach dem Schlosse des ersteren, während Abu-Nuwas 
sein Frühstück, bestehend in Datteln, bei sich trug. Da er hungrig 
war, begann er eine Dattel zu essen. Da wandte sich aber der Cha- 

20 Ufa zu ihm und fragte, was er thäte. Abu-Nuwas spuckte die Dattel 
aus und sagte, er thue nichts. Jedesmal, wenn er eine Dattel in seinen 
Mund steckte, drehte sich der Chalifa um, sodass er sie ausspeien 
musste. Als die Datteln zu Ende waren, indem der Chalifa sich 
immer, wenn jener eine Dattel in den Mund steckte, umdrehte, kamen 

25 sie zum Schlosse Haruns und er ging zu seiner georgischen Kebs- 
frau hinein. Abu-Nuwas dachte bei sich: Da mich der Chalifa nicht 
hat Datteln essen lassen, werde ich ihn verhindern, mit der Sklavin 
zusammen zu sein, (b) Er liess ihn hineingehen, dann hielt er die 
Pferde und liess sie los. Darauf ging er an die Thür und klopfte. 

30 Der Chalifa: Wer ist da? Abu-Nuwas: Ich, Abu-Nuwas. Dann schwieg 
er und liess ihn eine kleine Viertelstunde in Ruhe, darauf klopfte er 
wieder an die Thür. Der Chalifa: Wer ist da? Abu-Nuwas: Ich, Abu- 
Nuwas. Damit fuhr er fort, bis der Chalifa heraus kam, ohne mit 
seiner Sklavin zusammen gewesen zu sein. Der Chalifa dachte nun 

35 bei sich: So wie er mich geneckt hat, will ich ihn necken. Als er 
heraus gekommen war, befahl er dem Abu-Nuwas, ihm seine Stute 
zu bringen, (c) Nachdem der den Befehl ausgeführt, kam der Chalifa 
hinzu, nahm ein Messer und schnitt damit die Lippen der Stute des 
Abu-Nuwas ab. Der sah nun, dass seiner Stute die Lippen abge- 

40 schnitten waren und dachte bei sich: Der Chalifa hat mich zum besten 



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74 ^tHxüc^t ynt femtiifc^en |ftpva(9wi(r<nf€(aft. 



XLI. 

ßirfejd jfähfd iäf elBehlül ^äBäd liccbl uiakil ujetefelle gäl^läh 
lä Behlül aiüfak ^ä^äd lücbl utäkil ut^tefelle elBehlül gäl^läh bil- 
^ak(e)l ädfin (f)clai ubilfile äktil a^fajdai ubilf^drä anfud balai. 



XLII. 5 

(a) färfejd id(u)m Härün erreitd gäl lilBehlül taBäl sir qädi räh 
elBehlül liccbl ugam ief^arrl uhatt ^aräh ^iddäntah ugäm iibcl rähau 
lilHärün erreitd galb^läh elBehlül ^ä^äd hätt haräh ^ddämah u^ibci 
räh Härün lilBehlül ugäl^läh ii^ä^äd thau^l gäl^läh intf tMd te- 
sau^ini mitfejl häda^lf^arä (b) gäljläh fei gäl Jäh Itan hädä hei- lo 
ib(u)m täkHah ^ilb(u)n ak(e)l latif ubäcer lumman tegüm tef^arrih 
bih ^ife fa^äd incän t^rtdni ä^tr bilqddä ahkum Bala hyk(e)m Müsa 
ibn Ga^(a)far gäl Jäh hädä ie(i) mäjt^ir gäljläh uäni mä ä^ir. 



XLm. 

(a) fär(e)d %b(u)m elBehlül gäl li^ammah Härün erreitd arid 15 
bintak änichd gäm Balefijh elhalifa uämar Balefijh iebu^tünah (iß- 
sutbh yLatridbh räh gäm killmä IMdhä färfejd uakfd mä lel^allih 
ib(u)m min et'tiäm desz BalaJBehlül elf^alifa gäl Jäh ta^äl ihid bint 
^ammak gäm a^ädhä inhddär ^ale(i)ha ucettifhä uhallähä min el- 
muiyHb lissub(a))t (b) i^et ummhä libinthä gälet eilbfujnic gälet H- 20 
Ibfujni elbäreha min elmurrib li^^ub(a)h äni (ejmcettefe i^et ^alBehlül 
gälitjäh ifl ibni fei (e)mcettif bint ^ammak lä^ibha garrishä rähat 
gäm elBehlül pgarri^ biliä min elmurrib lissub(a)h i^et ummhä i^in- 



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(ffiti^ntt, (SituAtMf^t <Rtf4i4ttn am dem 3^^^. ^5 

gehabt; er ging also zur Stute des Chalifa und schnitt ihr den Schwanz 
ab. Darauf bestieg er seine Stute, und beide ritten zusammen. Dabei 
drehte sich der Chalifa zu Abu-Nuwas um und sagte: Ich sehe, dass 
deine Stute Grimassen schneidet Der antwortete: Sie lacht wohl 
über den Schweif deiner Stute. Als der Chalifa sich umwandte, sah 
er, dass seiner Stute der Schwanz abgeschnitten war, und sagte: Was 
hast du gethan? Er entgegnete: O Herr, was hast du aber gethan? 
Da lachte Harun alRaschid und beschenkte Abu-Nuwas reichlich. 



XLI. 

"o Jemand sah den Behlul, wie er seine Notdurft verrichtete, dabei 

ass und sich Läuse fing. Er sagte: Wie ich sehe, verrichtest du deine 
Notdurft, isst dabei und fängst zugleich dir Läuse. Behlul antwortete: 
Durch das Essen bringe ich mein Inneres in Ordnung, durch das 
Lausen töte ich meine Feinde und durch das Verrichten der Notdurft 

15 entledige ich mich meiner Schlechtigkeiten. 

XLn. 

(a) Eines Tages sagte Harun alRaschid zu Behlul: Du sollst Richter 
werden. Da ging Behlul in die Wüste, verrichtete seine Notdurft und 
legte seinen Kot vor sich und weinte. Die Leute gingen nun zu 

20 Harun und meldeten ihm: Behlul sitzt, hat seinen Kot vor sich ge- 
legt und weint Harun ging zu Behlul und fragte ihn: Was thust du? 
Behlul: Du willst mich wie diesen Kot machen, (b) Harun: Warum? 
Behlul: Heute isst du es als schöne Speise, und morgen, wenn du 
aufstehst, giebst du es von dir mit stinkendem Geruch. Wenn du 

25 nun willst, ich soll das Richteramt übernehmen, würde ich jedoch 
entscheiden wie Musa ibn Djafar. Raschid: Das geht nicht Behlul: 
Dann werde ich nicht Richter. 

XLIII. 

(a) Eines Tages sagte Behlul zu seinem Oheim Harun alRaschid: 
30 Ich will deine Tochter umarmen. Da erhob sich Harun gegen ihn 
und liess ihn durchprügeln. Darauf wurde er vertrieben. Er ging 
weg, und immer, wenn sie jemand heiraten wollte, liess er es nicht 
zu. Eines Tages liess ihm der Chalifa sagen: Komm, heirate deine 
Cousine. !Er nahm sie, als er aber zu ihr (ins Hochzeitsgemach) ein- 
3S trat, fesselte er sie und liess sie so vom Abend bis zum Morgen. 
(b) Als die Mutter zu ihrer Tochter kam und sie nach ihrem Befinden 
fragte, antwortete sie: Wie soll es mir gehen? Ich war gestern vom 



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76 QpettrÄge jur fcmittfc^en l&^jracJwtffenfcjAp. 

lidethä gäletjilha min eltnurrib li^sub(a)h jegarri^ bi^e galet lilBehlül 
äni gitt^lak garri^hä gäljilhä laBäd ^Hoftijn (c) gä/et gitt^/ak saf^- 
ßjimhä gäm ^ale(i)hä usaf^l^ämhä biss^häm asuod i^et Salefijh ugälH^ 
läh äni gitt^lak sahf^imhä gäljilhä la^äd elld(u)n gälit^läh gitt^lak 
lattimha gäm jelatiim hiha min elmurrib lissub(a)h iget ^alefijh gälet^ 5 
läh äni gitt^lak lattimha gäljilhä äni mä a^fäjrif (d) rähat ummhä 
lilfialifa ugäUt^läh häda^lBehlül mauij^et bintak ^äd ruh ^ale(i)h ugil^ 
läh hallih iäf}id i^q^eh/iä räh elf^altfa ugäl^läh {ä Behlül intf mä 
teBfdJrif gäl^läh mä a^fäjrif gäl^läh elj^alifa itrdhhä unicfiä gal^läh 
laBäd äni kufärfejt lumman gitt^lak arid bintak äntcfiä dahak elf^a- lo 
Ufa 7igäm elBehlül Bala bint ^ammah unächä uhäda^lBehlül pftehim. 



XLIV. 

(a) fär(e)d uähed gäl äkti färfejd uähed {igdar fcbät elfel (ejmsal- 
Iah (i)bnu^s ellatt ^a^^esre gäl^läh äni agdar gäl^läh mä tigdar 
gäl^läh agdar gäl^läh idä gedarfejt antik ihti uidä mä gedärfejt 15 
äntini ihtak gäl^läh mäjihälif terädau befijnäthum uktibau sened 
täihhedau bih at/iädim u^är elmurrib elli gäl äni agdar tesallah 
u^abar lig^ezre utemm biggezre (e)msallah (b) uummah me^äbiltäh 
(i)bhassb(u)b utii^ynjnär utegül hessä^ ibni ietehamma ^annär uhüa 
däll lissubfajh bi^gezre lumman ^abar gäl^läh ta^äl äntini ihtak gäl^ 20 
läh äni mä antik ihti gäl^läh iH gäljläh ummak (c)l^alet^lak när 
II inte tehammefijt Salefijhä gäljläh äni (i)bdäk e^sofujb uhze (ijbhas- 
so(u)b tis^ynjnär elld(u)n te^dhii gäljläh mü min taraf tmsül ennär 
Hak läcin min taraf tesirjlak girBa ld(u) mä til^dl^lak ?iär mä cän 
gcddr(e)t tebät näs tcgiil elhagg lelli bat biggezre unäs tcgül elhagg 25 
leih hasrän räddau auädim ^alefijhum gälo^lhum rühü lilBehlül hu a 
ijlrd^(a)hä ilkum (c) gälau etnc(i)nhum mäjihälif rähau lilBehlül 
elBehlül gabfejl^mä iigün ^araf gelethum ^Mßuel giäm uhätt tinimen 
uialifejjn biggidfejr uägg:d(e)r cebir u^äf färfejd nahlät etfiefijn tä- 






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Abend bis zum Morgen gefesselt. Die Mutter ging nun zum Behlul 
und sagte: Mein Sohn, warum fesselst du deine Cousine? Spiel mit 
ihr und zwicke sie. Als sie weggegangen war, zwickte sie Behlul 
von Abend bis Morgen. Dann kam ihre Mutter wieder und fragte 
5 sie nach ihrem Befinden, und sie klagte: Vom Abend bis zum Morgen 
zwickt er mich. Die Mutter wandte sich nun an Behlul: Ich sagte 
dir doch, du sollst sie zwicken. Behlul: Wie soll ich es denn noch 
machen? (c) Die Mutter: Ich sagte dir, du sollst sie schwärzen. Da 
schwärzte er sie mit schwarzem Russ. Als die Mutter zu ihm kam, 

lo sagte sie: Ich sagte dir doch, du sollst sie schwärzen. Behlul: Was 
willst du denn sonst noch? Die Mutter: Ich meinte, du sollst sie ohr- 
feigen. Da ohrfeigte er sie vom Abend bis zum Morgen. Als die 
Mutter zu ihm kam, sagte sie: Ich habe dir doch gesagt, du sollst 
sie ohrfeigen. Behlul: Ich weiss nicht (was du willst), (d) Dann 

^5 ging sie zum Chalifa und klagte ihm: Dieser Behlul wird deine Tochter 
noch zu Grunde richten. Also geh du zu ihm und sag ihm, er 
möge ihr Gesicht (d. i. Jungfernschaft) nehmen. Da ging der Cha- 
lifa zu ihm und sagte: Behlul, du weisst nicht (worum es sich han- 
delt). Behlul: Ich weiss nicht (was ihr wollt). Der Chalifa: Leg sie 

20 hin und umarme sie Behlul: Was habe ich also (früher) Übles ge- 
gethan, als ich sagte, ich wolle deine Tochter umarmen? Da lachte 
der Chalifa, und Behlul ging zu seiner Cousine und umarmte sie. 
Das ist eine Geschichte vom klugen Behlul. 

XLIV. 

25 (a) Jemand fragte, ob einer nackt in der Mitte des Flusses auf 

der Insel übernachten könne. Ein anderer meinte, er könne es. Der 
erste glaubte das nicht und der zweite blieb bei seiner Meinung. 
Der erste: Wenn du es kannst, gebe ich dir meine Schwester, und 
wenn du es nicht kannst, gieb mir deine Schwester. Der andere war 

30 einverstanden, und beide waren mit den Bedingungen zufrieden, 
schrieben einen Kontrakt und brachten Zeugen dazu herbei. Nach 
Sonnenuntergang entkleidete sich der eine, ging nach der Insel her- 
über und blieb dort nackend, (b) Seine Mutter aber, die ihm auf 
dieser Seite gegenüber stand, machte Feuer an, indem sie dachte: 

35 Jetzt wird sich mein Sohn am Feuer erwärmen. Er blieb bis zum 
Morgen auf der Insel, und als er ans Land gekommen war, sagte er 
seinem Gegner: So, nun gieb mir deine Schwester. Der wollte es 
aber nicht thun und erwiderte auf die Frage nach dem Grunde: 
Deine Mutter hat dir ein Feuer angemacht, und du hast dich daran 

40 erwärmt. Der erste: Ich war auf jener Seite, und sie hat auf dieser 
Seite Feuer gemacht, wie kann es zu mir kommen? Der zweite: Es 



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/S (StitxS^t 3ut f<mtHf4<n |ft)»rac9wt(fenf4aft. 

ta/dt läedd eggid(e)r (i)bräs ennalßät ugäm iilBynjiär gauy^ah gälo^ 
läh iä Behlül hädä iel hici sauue(i)täh gäljilhum hädä atbuf^ ilkmn 
bih rädä gälo^läk hädä ^luäk(i)t tisal ennär iläh iduäkfijt iintobaf^ 
ulstr misttß unakil min Säddäh (d) gäljilhum ehna^(a)na galau Itan 
ennär mä ti^al la^ädd e^^id(e)r hatta jist^l gäljilhum la^ädeUd(u)n 
hüa bi^^ezre uannär tisälak gälau mä^i^r gäljilhum äntu^lhyrtne 
Ulli däll (i)biatt kill elieL 



XLV. 

{di) färfejd id(u)m elhalifa Harun erreUd gäb^läh girgiie iläh 
uBehlül Band^elf^alifa ^äkil uiiirab förfejd id(u)m elgirgi^e läfha^ "o 
IBehlül ugäl (i)bnefsäh halgir^ie arid ä/ßdhä 7nin elfyalifa ilije läcin 
altif asautu^li hyrfe gäm uräh lifärfejd mecän eilt killjuäk(i)t teruh 
nti^'t 7ni7ihu^lgir^tje t^älmecän bih räzüne Balrarbi ji^i minhä haiia 
latif gäm uhätt tezäh birräzüne ufofujbez temm sä^a ua ida^lgir^iie 
iget läfet e IBehlül hält tezäh birräzüne uumtofujbez (b) gälet lilBehlül >5 
lä Behlül el^ä^äd tesauui gäl^ilhä ^ä^äd ähid rüaift e^se(i)f gälH^ 
läh äni häm arid ähid rüaift es^efijf gäljilhä taBäli i^et lirräzüne 
tifäkket tezhä birräzüne utofujbezet miifejl elBehlül läfet mäkü färfejd 
iefij gälct^läh j^ä Behlül alüf mä tigini rj(ä^ih essefijf gäljilhä inti 
ilic (u)zrüf etüefijn umä üstelezzin lirualh essefijf Itan mä^tsir allä 20 
bifärfejd zärfu)f gälet la^äd eilofu)n (c) gäljilhä änf asidd^lü %ähfd 
uätähar jibqä mafkük iähid rüaift essefijf gälet ta^äl siddäh i^a^ 
IBehlül uhätt ^eirah fijbkiss elgir^iie ugäm ienil btliä ugälet lilBehlül 
atäri rhaifi essefijf bihinn ledde gäl^il/tä mäkü mitfejl leddet rüaift 
essefijf ^agfujbjntä ftallas min enüefijc eüjalifa läfltä bütet gälJilha 25 
ncfijn cinti gälit^läh iä halifa rihffjt lilJtbfujl ulegefijt elBehlül m^- 
tbfujbez uiähid ry,aifi essefijf min erräzüne 11 äni häm ibfujbezfejt 
uridfejt ähid rüaift essefijf umä sär (d) un^edet elBehlül ugäl^li inti 
ilic fujzrüf etfiefijn mä tigdärin tähedin rüaift essefijf gitt^läh la^äd 



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handelt sich nicht darum, ob du das Feuer gespürt hast, sondern 
darum, dass du dadurch Courage bekamst. Wenn sie dir nicht ein 
Feuer angemacht hätte, hättest du nicht übernachten können. Einige 
sagten, der hätte Recht, der auf der Insel übernachtete, andere wieder, 

5 der, welcher (die Wette) verlor, noch andere gaben den Rat, zu Behlul 
zu gehen und ihn um einen Entscheid zu bitten, (c) Beide waren 
damit einverstanden und gingen zum Behlul. Der aber wusste schon 
vor ihrer Ankunft den Grund ihres Kommens. Er that Reis und 
Fleisch in einen Kessel, und zwar nahm er einen grossen Kessel; 

10 dann suchte er sich zwei hohe Palmen aus, band den Kessel in den 
Kronen der Palmen fest und machte darunter ein Feuer an. Sie 
fragten ihn: Behlul, weshalb hast du das so gemacht? Behlul: Ich 
koche euch darin Mittagbrot. Sie: Wann wird das Feuer bis dahin 
kommen, und wann wird das Essen gar sein, dass wir es essen 

15 können? (d) Behlul: Wie meint ihr das? Sie: Weil das Feuer nicht 
nach oben zum Kessel kommt, sodass es gar wird. Behlul:. Was 
wollt ihr nun? Den auf der Insel sollte das Feuer erreichen? Sie: 
Das ist unmöglich. Behlul: Dann gebt also die Frau dem, der die 
Nacht auf der Insel geblieben ist. 

XLV. 

(a) Eines Tages besorgte sich der Chalifa Harun alRaschid eine 
georgische Sklavin. Behlul lebte aber bei dem Chalifa. Als der 
eines Tages die Sklavin sah, sagte er bei sich: Diese Sklavin will ich 
dem Chalifa wegnehmen und selber heiraten. Aber ich muss mir 

25 eine List ausdenken. Er ging nun zu einem Platz, wo die Sklavin 
immer hinkam, und dort befand sich ein Fenster gegen Westen, um 
den kühlenden Wind durchzulassen. Dort steckte er seinen Hintern 
zum Fenster heraus. So blieb er, bis die Sklavin kam und ihn sah,v 
wie er seinen Hintern zum Fenster heraussteckte, (b) Sie fragte 

30 ihn: Behlul, was machst du da? Behlul: Ich fange die Sommerlüfte 
auf. Sie: Ich will auch die Sommerlüft^ auffangen. Behlul: So 
komm her. Sie kam nun zum Fenster, entblösste ihren Hintern 
und steckte ihn auch zum Fenster heraus wie Behlul. Wie sie sah, 
es sei nichts dabei, meinte sie: Wie ich sehe, kommen zu mir 

35 die Sommerlüfte nicht. Behlul: Du hast zwei Löcher und kannst 
die Sommerlüfte nicht schön finden, weil das nur mit einem 
Loche geht. Sie: Was nun? (c) Behlul: Ich werde dir das eine ver- 
schliessen, und das andere bleibt geöffnet, um die Sommerlüfte auf- 
zufangen. Sie: Komm, schliess es. Da kam er und umarmte sie. 

40 Sie: Behlul, ich glaube, die Sommerlüfte haben etwas sehr Ange- 
nehmes. Behlul: Es giebt nichts so Angenehmes als die Sommer- 



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8o (fftiM^t 5ut fenttitfcSen §kpta4wx^tnf(^Aft 

ellö(u)n gäl^lt äni asldd^lic uäfifd uätaf^ar ifftdi bih ruaih e^^e(i)f 
gitt^läh md^i/jälif usedd^li uähfd min züriifi uätaf^ar aßjadfejt bih 
rüajji läcin hoi rüaih ledidät (e) galjilha^ll^lifa qdlmaric elBehlül 
unäcic iß mel^ünet eli/^lide(i)n lacin elljalifa ketir ie^yzzhä ämar elha- 
Ufa Bala^lBehiül uälgur^iie In an idä rid(e)t alüf elBehlül uälgur- 5 
^tie bitulaiß teräni ä(}id rushum gämau uätridohum min efulä^a 
läcin elBehlül ^andah fülüs uälgur^ile häm ^andhä fülüs ketire gäm 
igä lifärfejd üän ^äll usauuä bih färfejd serdab tauil uga^ad hüa 
uälgurgiie bih ukill ib(u)m jerüh lituläia 0^ib acfejl iläh uälgur^iie 
min refijr dfri^lfjalifa bilbofujge läcin bi^fejd esserdäb min etuläia lo 
eilt biha^lf^alifa mugdär til(i)t sä^a ba^(a)d dälik temmau mugdär 
sitt^llhur bihädäk elm^cän lumman ib(u)m min etl^äm (fjljlü^et fülüs- 
hum kilUiä umä ^andhum färfejd qir(e)l liUerün bih hub(e)3 tehäca^ 
IBehlül hü a uälgur^ije ugälau eUö(u)n n^sau^i heliofujm mä Säddnä 
fülüs (f) gäl^ilha^lBehlül j^ä füläne äni te^yzzni sitte^zZqbefiJde uinii »5 
ie^yzzic elhalifa inti lumman i^rüh elljalifa lisseräi mal elhuküme 
urühl lisitte ^zZqbe(i)de ugilijlha {ä sitte elBehlül mät umä ^andl • 
fülüs asaum^läh cifen uälä rasül uälä kerne lilhafär gäletjilha sitte 
sid(i)g gäletjilha^lgir^iie ^idfijg iä sitte gämet uöntitha mugdär 
hafne ierät ugäletjtlhä zfijen idifnih t^erass^lih ucefnih usmim^läh 20 
ty:äb (g) gäletjilha mä^iljälif rähat lilBehliU uön{etäh elierät läcin 
sitte ^zZqbe(i)de ketir teByzz elBehlül udäg ^ul(e)ghä ^ala^lBehlül 
ba^fajd dälik gäm elBehlül uräh lil^alifa ugäl^läh (ä ^alifa elgur- 
^iie 7nätet umä ^andt färfejd U(iJ asauuijhä zahäb gäl^läh sidfijg 
gäl ^idfijg iä sidi gäm elhalifa uönta lilBehlül mugdär tflfi hafnät 25 
ierät läcin elBehlül iibcl uiiltefn Bala ^q^häh ai^ad elfülüs elBehlül 
uräh läcin ketir däg f^ulgah ^ala^lgur^i^e Itan je^yzzhä uba^fajd 
dälik gäm elBehlül uäJttera acfejl uhüdüm zfijcnät killil uga^ad hüa 
uälgur^ie martah lumman sär elmurrib elhalifa räh lihiläh uläf 
sitte ^zZqbefiJde ketir cfei^i^ hulfejghä BalBehlül (h) gäljlhä elljalifa 30 
Iä sitte aiüfic deijji^ f^ulgic gälet^läh elgurgi^e i^et ^aleila ugälet^li 
bian elBehlül mät üäni ketir deij^i^ hulgi Balefijh gäl^ilhä hessä^ 
elBehlül cän Bandi ugäl^li elgurgile mätet uöntefijtäh fülüs uräh 
galet^läh sidfijg gäljilhä sidfijg gälitj,äh äni mä asaddi^ bik gäl^ 
Ulla dizzi Balefijhum gälet dizz Balefijhum dezz Balefijhum täril uräh^ 35 
ilhmn u^äbhum ülget elgurgile rähat lilbefijt mal elhalifa hüa räh 
lilme^lis mal elljalifa läcin elme^lis mal elhalifa cetir zilim gä^ädin 
bih iga^lBehlül ugäl lizilim selämun Balefijkum (i) gälo^läh uBalefiJ- 
kum esseläm iä Behlül amär^läh bi^^ulüs ugäl^läh iä Behlül ellofujn 
tegül elgirgiie mätet uälgir^iie terüh lisitte^zZqbefiJde tegül^ilhd mitfejt 40 
gäl^läh iä f^alifa inte täkil min ge7niB(aJ^l'alti^än üäni afukk halgi 
Bala^lhaua mä äkil färfe)d lefij dahak elhalifa üämdr^läh bi^ikräm 
zaid ugäl^läh ta^äl bitüläia faJBafcfiJt Bannak» 



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(jfiti^ntv, QteuataBtfcße ^^fc^tc^^en am btm ]ra(j. 8l 

lüfte. Abends aber bemerkte der Chalifa, dass sie sich verspätet 
hatte, und fragte sie: Wo warst du? Sie: O Chalifa, ich ging nach 
dem Hause und fand dort Behlul, wie er seinen Hintern heraussteckte 
und die Sommerlüfte auffing. Ich machte es nun ebenso und wollte 

5 die Sommerlüfte auffangen, aber es ging nicht, (d) Da fragte ich 
Behlul und er sagte mir, ich habe zwei Löcher und könne die Sommer- 
lüfte nicht auffangen. Auf meine Frage, was zu thun sei, meinte er, 
er wolle mir eins verschliessen und mit dem andern könne ich die 
Sommerlüfte auffangen. Ich war damit einverstanden, und so schloss 

lo er eins von meinen Löchern, und mit dem andern fing ich die 
Sommerlüfte auf. Aber ich sage dir, die Sommerlüfte sind doch etwas 
sehr Angenehmes. Der Chalifa: Behlul hat mit dir gescherzt und hat 
dich umarmt, du verfluchtes Weib, (e) Da der Chalifa die Sklavin 
sehr liebte, befahl er inbetreff beider: Wenn ich Behlul und die Sklavin 

15 in der Stadt sehen sollte, schlage ich ihnen die Köpfe ab. Man ver- 
trieb sie also aus def Stadt; aber Behlul hatte viel Geld bei sich und 
ebenso die Sklavin. Er ging nun zu einem hohen Hügel und grub 
dort einen tiefen Keller und wohnte mitsamt der Sklavin darin. Jeden 
Tag ging er in die Stadt, Essen für sich und die Sklavin zu bringen, 

20 heimlich, ohne Wissen des Chalifa. Der Keller war von der Stadt, 
wo der Chalifa wohnte, V3 Stunde entfernt. So blieben sie sechs 
Monate an diesem Platze, als aber eines Tages alles Geld alle ge- 
worden war und sie keinen Piaster mehr hatten, um sich Brot zu 
kaufen, beriet sich Behlul mit der Sklavin: Wie sollen wir es jetzt 

25 machen? Wir haben kein Geld, (f) Da verfiel Behlul auf folgenden 
Ausweg: Du, mich hat die Sitte Zobeide recht gern, und dich liibt 
der Chalifa. Wenn der Chalifa ins Serail geht, eile du zur Sitte Zo- 
beide und sag ihr: Sitte, Behlul ist gestorben, und ich habe kein 
Geld, ihm ein Totenhemd zu machen, ihn waschen zu lassen und 

30 das Begräbnis zu bezahlen. Als Sitte sie fragte, ob das wirklich so 
sei, und jene es ihr bestätigt hatte, gab sie ihr eine Hand voll Lira- 
stücke und trug ihr auf: Bestatte ihn schön. Wasche ihn, leg ihm 
das Totengewand an und gieb ihm das Totengeld, (g) Das ver- 
sprach sie ihr, dann ging sie zu Behlul und gab ihm die Pfunde. 

35 Da aber Sitte Zobeide Behlul sehr liebte, war sie sehr betrübt um 
ihn. Darauf ging Behlul zum Chalifa und meldete: O Chalifa, die 
Sklavin ist .gestorben, und ich habe nicht, wovon ich sie begraben 
soll. Als der Chalifa sich erkundigt, ob das wirklich so sei, gab er 
dem Behlul drei Hand voll Pfundstücke. Behlul weinte und schlug 

40 sein Antlitz, nahm aber das Geld und ging weg. Der Chalifa aber 
war sehr betrübt, weil er die Sklavin sehr liebte. Behlul kaufte nun 
Essen und sehr schöne Kleider und blieb mit. seiner Frau zusammen., 
. Nach Sonnenuntergang ging der Chalifa nach Hause und sah, dass 

Beiträge zur semit. Sprachwissenschaft. V. 6 a 



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82 (ßtitx&^t yut r«miitf4«n |ifra($wt|f<mfc$afi. 



XLVI. 

(a) fär(e)d io(u)m reifl^l etHefiJn muta^änidtn T^äfted iegül rizqa- 
kum fi^ssemä uämä tn^adüna uätaftar i^gül famlnfi manakibihä 
uäktilu min rizqitiä tiaila^lläh ennulür befijnamä kum mnta^änidin 
ualda^l/jalifa iitsannat Balefijhum fabaqau ^alhalhale eilt gäl rizqa- 5 
kam fi^ssemä tiämä tnBadüna näm uelli gal famla ß manäkibiliä 
uäkulii min rizqihä uaila^llah ennulür gäm iimH medair elbistan 
min el^u^(a) uelazim etä^e i^älJialifa iitsa?inat Baiefijßtum gäm ueämar 
el^alifa bian i^sany^ün förfejd qüzi uäjehaUünah uä^e/iuffu (ijbbotfejn 
elqüzi gurret fölüs uäuila^lqüzi bircet timmen (b) ueämar el^abfijd lo 
iehutthinn ^iddäm eilt jimh ye^ü^an falumman hua jimli uaidä je- 
lüf elbirce uäfö(u)ghä qüzi m^haila ga^ad Bale(i)ha ueakal min el- 
qüzi eilige yägemz^{a)^lla/t(e)m etteilib uba^fajd min ettimmen himman 
i^ba^(a) farädd Unna im yundihäh uegäl^läh ig^yd ikil (fjfdälti läcin 
elfülüs mä ligähinn etamiali ennapti ga^ad uegäm j^äkil ueläf elqüzi 1 5 
botnah fejmljaiiete fafäkk botn^elqüzi uaidä bihä gurret elfölüs uä- 
*af}ad e^^urre elfülüs uähätthä (i)b^ybbah lumman ^^ba^(a) uegäm ue- 
fmllau elmä^ün (i)bmecanah säBa yedezz ^ale(i)hum elhalifa uegäl^ 
llhum ihcü^li -salifetkum (c) uegäm iqJtcl elli gäm iimh min eg^üSfaJ 
uegäl^läk änl qärifi^lqurän famin fi manäkibiliä uäkulii min rizqihä 20 
ua ila^lläh ennulüru sä^a ueäni ämh len halbirce malet ettimmen 
yefd(u)ghä qüzi akälfejt ^emi^(a) mä bih lah(e)m teij^ib yilbaqiie ga^- 
^ddfejt ennaiin uegäm läkil bil^adäm yälfedäla min ettimmen falum- 



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QTletl^ner, ({Ieuara6tfc9e <Befc9tc$ten aue htm ^ta(^, 83 

Sitte Zobeide um Behlul sehr traurig war. (h) Der Chalifa: Wie ich 
sehe, Sitte, bist du traurig. Sitte: Die Sklavin kam zu mir und 
meldete, Behlul sei gestorben; darum bin ich so traurig. Der Cha- 
lifa: Jetzt eben war Behlul bei mir und sagte, die Sklavin sei ge- 

5 sterben. Ich gab ihm Geld und er ging weg. Sitte: Ist's wirklich 
so? Der Chalifa: Wirklich. Sitte: Ich glaube dir nicht. Der Chalifa: 
So lass sie doch holen. Sitte: Lass du sie holen. Da sandte er 
einen Boten nach ihnen, der brachte sie. Die Sklavin kam und ging 
in des Chalifa Haus, er aber war ins Conseil gegangen, wo sich 

10 viele Menschen befanden. Da kam Behlul und sagte zu den Leuten: 
Guten Tag. (I) Sie erwiderten den Gruss. Da befahl der Chalifa 
ihm, sich zu setzen und fuhr ihn an: Behlul, wie kannst du sagen, 
die Sklavin ist gestorben? Und die Sklavin geht zur Sitte Zobeide 
und sagt, du seist gestorben 1 Behlul antwortete: O Chalifa, du isst 

15 von allen möglichen Sachen und ich soll meinen Mund nach der Luft 
aufsperren und nichts essen? Da lachte der Chalifa und befahl 
ihm schöne Ehrengeschenke zu geben und sagte: Komm wieder, in 
die Stadt, ich habe dir verziehen. 

XLVI. 

20 (a) Eines Tages stritten sich zwei Männer. Der eine sagte (Sur. 

51, 22): Eure Nahrung ist im Himmel, und das, was euch verheissen 
ist. Der andere sagte (Sur. 67, 15): So wandert auf ihren bewohnten 
Gegenden und esset von ihrer Nahrung; und zu Gott ist die Auf- 
erstehung. Als die beiden sich stritten, da hörte der Chalifa sie, die 

25 Streitenden blieben aber bei ihrer Meinung. Derjenige, der sagte: 
Eure Nahrung ist im Himmel, und das, was euch verheissen ist, 
legte sich schlafen, der andere aber ging im Garten herum vor 
Hunger, indem er an seinem Spruche festhielt. Der Chalifa, der 
sie gehört hatte, befahl, ein Lamm zu bereiten, es zu füllen und in 

30 den Bauch einen Beutel mit Geld zu legen, daneben aber eine 
Schüssel Reis zu setzen, (b) Er befahl dann dem Sklaven, die 
Sachen vor den, der hungrig umherging, zu stellen. Der Umher- 
gehende sah nun plötzlich die Schüssel und darauf das gefüllte 
Lamm. So setzte er sich hinzu und ass vom Lanini^j||^\'ttpolster 

35 am Schwanz und alles gute Fleisch, auch etvvasJ|^^^n:^ er satt 
war, ging er zu dem Schlafenden zurück, rief ih^^^^^^^t zu ihm: 
Steh auf und iss, was ich übrig gelassen habi;. .^^^W^^^d hatte 
der erste nicht gefunden. Der andere setzte sicii^i^p^r ass und 
sah, dass der Bauch des Lammes zugenäht seL Deshalb öffnete er 

40 ihn, und da war plötzlich der Geldbeutel. Er nahm also den Beutel 
und das Geld und steckte ihn in seinen Busen. Als er satt war, 

6* 



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CWgi 



» 



84 (JSftiit&^t 3ur ftmiHfditn ^pxä(iw%\{tnf(iaft 

man sema^(a) keläm erre^^äl gal^läh halläs(e)t gäl^läh f}allds(e)t 
gäljtäh ihci ia re^^äl el^afjar ihcl yLegäm iqhci iiegäl^läk ia halifa 
änl qäri fi^lqur an rizqakum fi^ssemä '^ä7nä tü^adüna umnelaqqen 
bil a^e (d) ^enä pn sä^a uaidä ji^l Baleiia refigi mmdehnl lumman 
gaSddfeJt y^idä buqäia min elqüzi '^äbuqäia min ettimmen iieHffeJt 
botn^elqüzi me^aijete uäfäkkefijt botn^elqüzi uaidä bth surret fülüs 
af}äd(e)t elfülüs i/Ledomme(i)thinn (i)b^ybbi ueakdl(e)t min mä razaq 
Allah lumman iebäBfeJt uehamädfejt rabbl ^eiakartak ^ala mä qasam 
geinte sälim fagäl elf}alifa elfaf^ejr Ulli ligä elfülüs y^isseläm. 



XLVII. 

(a) färfejd uähfd hakim jp(u)m hüa ji7nil bimecän ^af fdr(e)d 
guge malet ädami umektüb Balefijhä bian min ba^fajd memäti äktil 
arbaHn neffejs lumman ^äfha^lhakim tebahhar gäl ärtd äf^id halgüge 
uadigghä u adummkä ^ala tdi ualüf ^lld(u)n tiktil arbaHn 7ief(e)s 
^agfujb dalik ahadhä udegghä lumman ^äret nä^ame killil hätthä '5 
(i)bUie udommhä bissagfujf ^ofujm min etliäm sar uäkfijt elli pru- 
hün bih lilha^^ ' gäl libintäh äni ra^h liMekka Bad ^emi^faj eH^di 
iMrli bihinn illä kadi^Uile lä tiüabin bihä (b) ^älet^läh mä^lf^älif 
gäm uräh (e)hläfah elbenei^a ^dret uu^Bdne (e)irubet min ^emtB(a)^ 
ddnaidt mäldt abühä mä säret zfijene udirübet min eHi^e ellf bihä 20 
elgtige elli medguge ^äret zfijene io(u)m min eflläm ^äfet nef(e)sliä 
uaidä ^a^rehiblf lumman i^ä abüha min elha^g ligähä ^d^äde tit- 
uolled ^äb'et uditfä niled bintäh gäl^ilhä fijmnefijn habelti gälet^läh 
iä uäli4,lsirfejf i^u^Bäne uu^rub(e)t ^emi^faj^ddüä^ät mälätak mä fei- 
iebenni ugilfejt hädi^ddfia elli y.ä^säni abüie Balefijh illä hüa zfijen 25 
hellt Tia^säni Balefijh gimfejt u^ib(e)t minnah bilmoi uiarabtah alüfah 
habbelni hüa (c) abühä lufnman hacet^läh bilqadiie sdr Bandah ma- 
B(a)lüm 7nin taraf elkitäbe elli Bala^lgüge hdttau eli/^oled Band elme- 
räbt lumman sär ibn hamstäi sene ib(u)m hüa ^aHaff j^äBäd (it- 






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(ffiti^ntt, ({leuaroBtfcSe 6ef4t4ten aue htm 'ixcic^. 85 

stand er auf, und sie Hessen die Schüssel an ihrem Platze. Darauf 
liess sie der Chalifa holen und forderte sie auf, ihm ihr Abenteuer zu 
erzählen, (c) Da erzählte der, der vor Hunger herumgegangen war: Ich 
habe im Koran gelesen: So wandert auf ihren bewohnten Gegenden 
5 und esset ihre Lebensmittel; und zu Gott ist die Auferstehung. Als 
ich umherging, da stand plötzlich diese Schüssel mit Reis da und 
oben lag ein Lamm. Ich ass nun alles gute Fleisch, dann liess ich 
den Schläfer sich an den Rest setzen, und er ass die Knochen und 
die Überbleibsel vom Reis. Als er diese Worte des Mannes gehört, 

10 fragte er, ob er fertig sei, und da dieser bejahte, forderte er den an- 
dern auf, seine Geschichte zu erzählen. Der berichtete: O Chalifa, 
ich habe im Koran gelesen: Eure Nahrung ist im Himmel, und das, was 
euch verheissen ist, und ich bin überzeugt worden von der Richtigkeit 
dieses Spruches, (d) Als ich schlief, kam mein Gefährte zu mir und rief 

15 mich. Ich setzte mich zum Mahle, und da waren Überbleibsel von 
einem Lamme und von Reis. Ich sah, dass der Bauch des Lammes 
zugenäht war, öffnete ihn und fand darin einen Beutel mit Geld. Ich 
nahm es und steckte es in meinen Busen. Dann ass ich, was Gott 
mir beschert, und als ich satt war, lobte ich Gott und dankte ihm 

20 für das, was er mir zugeteilt. Und du bleib gesund. Da sagte der 
Chalifa: Der Vorzug gebührt dem, der das Geld gefunden hat. 

xLvn. 

(a) Ein Arzt ging an einem Orte spazieren und sah einen Menschen- 
schädel, auf dem geschrieben stand: Nach meinem Tode werde ich 

25 vierzig Leute töten. Als der Arzt ihn sah, erstaunte er darüber und 
sagte: Ich will diesen Schädel nehmen, ihn zerstossen und so ver- 
stecken, dass nur ich es weiss. Ich will doch sehen, wie er vierzig 
Leute töten wird. Dann .nahm er ihn, zerstiess ihn und als er ganz 
fein pulverisiert war, füllte er ihn in eine Flasche und versteckte sie 

30 in der Decke. Eines Tages zur Zeit, wo man zur Pilgerfahrt geht, 
sagte er zu seiner Tochter: Ich gehe nach Mekka. Du arbeite nun 
mit allen Flaschen, nur mit dieser Flasche hier spiele nicht, (b) Sie 
versprach es^ und er machte sich auf und ging fort. Nachher wurde 
die Tochter krank und trank von allen Medizinen ihres Vaters, aber 

35 sie wurde nicht gesund. Schliesslich trank sie auch von der Flasche, 
in der der zerstossene Schädel war, und wurde gesund. Eines Tages 
bemerkte sie, dass sie schwanger sei, und als ihr Vater vom Pilgerzuge 
zurückkam, fand er sie gerade bei der Geburt Sie gebar einen 
Sohn, und ihr Vater fragte sie, woher sie schwanger geworden sei. 

40 Sie antwortete: Mein Vater, ich war krank und trank alle deine Ar- 
zeneien, ohne gesund zu werden. Schliesslich sagte ich mir: Nur 



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S6 (gtiixSc^t 5ur fmiH\(itn 9pxA4wi\ftnf4a^t 

uonnas sä^a uaidä fär(e)d sais mal elj^alifa btdäh färfejä faras 
^a^äd jd(u)ridhä essajs dar ab elfaras ^ala botfejnkä (i)biatbe eluoled 
sah Bassais gäl^läh fe} daräb(e)t haifaras uhte dBfaßara u^är 
(u)^y^äbak (i)bBein elmuhra eilt (i)bbot(e)nha usäret Bofujra uhta muhra 
sabha ha^le min etarbaBa hol muhra läcin hasafe ^äret Bd(u)ra eS- 5 
sa^s ^allähä (i)bgalbah lumman ^äbet elfaras lafha Bala haci^luoled 
mitfejl mä gal (d) io(u)m äkü fär(e)d ^aiiäd mal simec ^äd far(e)d 
simce min deheb ulumman iitläBfaJliä min elmbi mä temüt gal has- 
simce arid auäddihä lilhalifa hediie bellen iintini färfejd iefij min 
b^ dal ha räh uäddäha lilhalifa öntäh hamsin deheb udebbofujlui usati- lo 
uö^lha fär(e)d hb(u)d uhättbhä bilhd(ti)d lumman hättohä gämet 
essimce lumman ii^i^Ujälifa i^dahhi^ Bala^lhd(ti)d titlaBfaJ^ssimce 
utidhak uteridd terutt uhädä lur(e)lha lacin lumman tigi bint elha- 
Ufa titfarra^ Balefijhä titraiiä min essimce li an tistehi min essimce 
(e) el/jalifa gal linefsäh hassimce mä tidhak illä Ban sfbeb ^iffiaBfa) 15 
^emiB(a) (u)kbär eilt bitulä^a ugäl^ilhum taBälü Ballhnüni sebeb deh- 
cet essimce gälo^läh mä 7ieB(ä)rif scmaB(a) essa^s bilhac't gäl liüialifä 
äkü färfejd ^oled cetir liftehim usölef^läh sälifet elfaras gäl^läh hüa 
ibn men gäl^läh ibn fülän ädamt dezsau Balefijh ti i^ä u gdBBadah 
el^alifa (i)b^offah lumman i^a^luoled gämet essimce mä titlaB(a) umä 20 
tidhak (f) gäl elfjalifa fä uoledi ihci^li sebeb dehcet hassimce gäl^läh 
äntinl et amän y^orräi uärid fiali/i^e äfnar el/^alifa ^emiBfaJ^lgä Bädin 
jegmmcn gämau killhum utemm hüa uoluoled ubint elfjalifa gäl el- 
halifa gil^lt iajbnt gäl^läh tidhak Balefijk utegül iel bintak tistehi 
min Bandi utitraUä cän titraUä min et arbaBin Babfijd gäl Jäh inte 25 
tindellhum gäl Jäh ändellhum gäl Jäh dellini bihum (g) gäl Jäh ^ibjt 
sefijf liänl ädellik bihum a mär Jäh Bala sefijf ugäm hüa uälhalifa 
üi^au Bala fär(e)d ^ahra lälhajuoled usäret ^au^äha bäb sfrdäb 
inhädär eluoled uälhalifa temm uägif Bala bäb esserdäb uudbdhhum 
killhum etarbaBin Babfijd ugäl lilhalifa äni märsül Bala hat arbaBin 3° 
neffejs Bäd essefijf idbah bintak ahad essefijf elfjalifa iiudibah bintäh 
udebbliä y^lle^t arbaBin uhätt fdfujghum nkffujt uu^aBdlhum uut^Bil 
utislem uisseläm. 



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(Wtet(^tt«, (PeuataBtfcfe ^tfdji^^tn aue hm 3taq. 87 

diese Medizin, die mir mein Vater* verboten hat, ist gut; deshalb hat 
er sie mir verboten. Ich that also et\vas davon in Wasser und trank 
es. Sieh, das hat mich schwanger gemacht, (c) Nachdem sie ihm 
diese Geschichte erzählt, wusste ihr Vater, dass die Inschrift auf dem 
5 Schädel recht habe. Den Knaben gab man in Pflege. Als er fünf- 
zehn Jahre alt war, sass er eines Tages am Flusse, sich zu amüsieren. 
Da kam ein Pferdeknecht des Chalifa, eine Stute führend, um sie zu 
tränken. Der Pferdeknecht schlug die Stute mit einer Gerte auf den 
Bauch. Da schrie der Knabe den Pferdeknecht an: Warum hast du 

10 diese Stute geschlagen, wo sie doch im zehnten Monate schwanger 
ist? Dein Schlag traf das Auge des Füllens in ihrem Bauche, so ist 
es blind geworden. Es hat eine Blässe auf der Stirn und an allen 
vier Füssen einen weissen Ring; ein schönes Füllen, nur schade, dass 
es blind geworden ist. Der Pferdeknecht behielt diese Worte, und 

15 als die Stute warf, sah er, dass es sich so verhielt, wie der Junge 
gesagt hatte, (d) Eines Tages fing ein Fischer einen goldenen Fisch, 
der nicht starb, als er ihn aus dem Wasser zog. Er meinte: Diesen 
Fisch will ich dem Chalifa als Geschenk bringen, vielleicht giebt er 
mir etwas dafür. Er brachte ihn also dem Chalifa, und der schenkte 

20 ihm fünfzig Goldstücke dafür. Man machte nun für das Fischchen ein 
Bassin und setzte es hinein. Jedesmal, wenn der Chalifa kam und in 
das Bassin guckte, kam es hervor, lachte und tauchte dann wieder unter. 
So that es immer, aber wenn die Tochter des Chalifa kam, sich an ihm zu er- 
freuen, verhüllte sie sich vor dem Fischchen, weil sie sich vor ihm schämte. 

25 (e) Der Chalifa sprach bei sich: Das Fischchen lacht aus einem be- 
stimmten Grunde. Er versammelte also die Vornehmen in seiner 
Stadt und sagte ihnen: Kommt her rnid belehrt mich über den Grund, 
weshalb der Fisch lacht. Sie antworteten, sie wüssten es nicht. Als 
der Pferdeknecht diese Geschichte hörte, sagte er zum Chalifa: Es 

30 giebt einen Knaben, der sehr klug ist Dann erzählte er ihm die 
Geschichte mit der Stute. Der Chalifa erkundigte sich nach dem 
Namen seines Vaters, und als er ihn erfahren, Hess er den Knaben 
holen und hiess ihn, sich neben sich setzen. Nun aber, wo der 
Knabe gekommen war, tauchte der Fisch nicht empor, noch lachte 

35 er. (f) Der Chalifa: Mein Sohn, erzähle mir, weshalb dieser Fisch lacht. 
Der Knabe: Gewähr mir Verzeihung und das Versprechen, mir nichts 
zu thun, ausserdem will ich, dass niemand bei uns bleibe. Da befahl 
der Chalifa allen aufzustehen, und als das geschehen, blieben nur der 
Chalifa, der Knabe und die Tochter des Chalifa zurück. Der Cha- 

40 lifa: Sag mir nun, mein Sohn. Der Knabe: Er lacht über dich und 
sagt: Warum schämt sich deine Tochter vor mir und verhüllt sich? 
Wenn sie sich lieber vor den vierzig Sklaven geschämt hätte. Der 
Chalifa: Kennst du sie? Der Knabe: Ich kenne sie. Der Chalifa: 



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88 ^tiM^t ^ur ftmUifd^tn ^pxadim\\tnf(iafi. 



xLvm. 

(a) akü fär(e)d i/^oled kill iofujm i^iüf bilmenäm lennäh bidäh 
rumniänät etüefijn niälat dekeb iofuj^n min eftiam elhaäfa ämar 
^ala näh cd ugal^läh arid minnak tclet filbät fdidä öntefijt geuäbhinn 
inte tesir fjalifa t(aidä mä dnte(i)t geuäbkinn ahid räsak räh lehiläh 5 
eilt gal^läh elhalifa mekmüm martniim (b) t^laggah el^oled gäl^läh 
in Bammt gäl^läh erre^^äl hält galjäh aiüfak majak l}ul(ejg gal^ 
läh e la ^animl elhalifa talab ^alei^a telet filbät äni mä a^fajrifhinn 
gäljäh el^oled ihcijlij^ähinn gäljäh Jrid minnl el/jalifa uos(e)t el- 
gäBfaJ u^erid minnt Badad e7ineg(e)m ti0rid minnl aihuJBäli min lo 
ennäsi gäljäh eluoled hädijhämmetak gäljäh e(i)uälläh ^ä Bammi 
gäljäh eluoled ruh ^Ji hüdüm qäbilät ugibji rum(a)h Ba^fijd 
min fudde uBag(i)d min deheb ufär(e)d muti u äni arüh lilhalifa 
uäntih geuäbhinn (c) gäljäh mäj^hälif räh ^äbjäh ^emiB(a) elli 
talabhinn min Ba7idah usellemhinn ulibes elhüdüm eluoled uhätt er- 15 
rumfajh Bala cetfäh uerikab ebnutl ueräh lilhalifa ueiiugaf ^iddäfn 
elj^alifa gäljäh elhalifa häh ^ä uoled gäljäh ehioled ^enäbak mämir 
Bala uälidt telet filbät u äni i^efijt min bedäl abü^e änfi geuäbhinn 
gäljläh e iä ibni gilji bihinn gäljäh mä agil Jak illa (e)tgum min 
Battahfejt uetihem elmuti ijLärrum(a)h gäm elhalifa tmizel 7nin Bat- 20 
takfejt ulir:em elmufl ^ärrumfajh baBfaJd dälik nisel ehioled ugäl Hl- 
fialifa iä l^alifa inlidni (d) gäljäh ai^äha uosfejf elgäB(a) gäl ehioled 
halgubbe uosfejf elgäB(a) gäl Jäh elhalifa iä uoled eild(u)n Jsir gäl^ 
läh idä mä tesaddig hädajrrum(a)h bidak t/^erüh idraB(a) gäl Jäh 
iä uoled enne^fejm eikitfejr gäl Jäh bidak ha::zmnäl enne^fejm (i)b- 25 
kitfejr ^aBfaJrah y.aidä mä tesaddig efiisbäh gäl Jäh iä uoled aihu^ 
taB(a)lä 7nin ennaps gäl Jäh hattahfejt elli cinfejt ^äBäd Balefijh hif 
hessaB(a) äni Imnman gaBädfeJt Balefijh eHofuJn sirfejt Bali uinte 
nasis (e) gäl Jäh iä uoled antik binti gäl Jäh maqbüle min saBädet 
elhalifa räh lelli cän fälib min Bandah effilbe elhalifa ugäl Jäh el- 30 
halifa önfäni bintäh gäl Jäh 11 äni antik binti gäl Jäh maqbüle baBfaJd 



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(ffiti^ntx, ({Ieuara6ifc9e <Befc$tc9ten au0 Um ^xaq, 89 

Zeig sie mir. (g) Der Knabe: Gieb mir ein Schwert, und ich werde 
sie dir zeigen. Dann liess er sich ein Schwert geben, und er samt 
dem Chalifa machte sich auf. Sie kamen an einen Stein; den nahm 
er weg, und darunter befand sich die Thür zu einem Keller. Der 

5 Knabe ging hinein; während Her Chalifa draussen an der Thüre 
wartete. Er schlachtete sämtliche vierzig Sklaven und sagte zum 
Chalifa: Ich bin gesandt für diese vierzig Leute; da nimm das Schwert 
und schlachte deine Tochter. Nun nahm der Chalifa das Schwert, 
schlachtete sie und warf sie zu den übrigen. Dann goss er Petro- 

10 leum auf sie und verbrannte sie. Leb wohl und bleib gesund. Adieu. 

XLVIII. 

(a) Es war einmal ein Jüngling, der träumte jede Nacht, er hielte 
in seinen Händen zwei goldene Granatäpfel. Eines Tages befahl der 
Chalifa einem Manne: Ich will von dir drei Auskünfte; wenn du 

^5 mir die Antwort darauf giebst, wirst du Chalifa, wo nicht, lasse ich 
dir den Kopf abschneiden. Der, zu dem der Chalifa das gesagt, 
ging in Sorgen und Gram nach Hause, (b) Da traf er den Jüngling, 
der ihn begrüsste: Guten Tag, mein Lieber. Der andere: Ah! Per 
Jüngling: Wie ich sehe, hast du keine gute Laune. Der andere: Ja- 

20 wohl, mein Lieber, der Chalifa will drei Auskünfte von mir haben, 
die ich nicht weiss Der Jüngling: Erzähle sie mir. Der andere: Der 
Chalifa will von mir die Mitte der Erde, die Zahl der Sterne und 
schliesslich will er noch wissen, was hoch im Vergleich zu niedrig 
ist Der Jüngling: Ist es das, was dir Sorgen macht? Der andere: 

25 Jawohl, mein Lieber. Der Jüngling: Gieb mir passende Kleider, und 
bring mir eine Lanze, deren Glieder abwechselnd aus Silber und 
Gold bestehen, und ferner einen Esel. Ich werde zum Chalifa gehen 
und ihm Rede und Antwort stehen, (c) Jener war damit einver- 
standen, ging fort und brachte alles, was er verlangte, und übergab 

30 es ihm. Der Jüngling zog die Kleider an, nahm die Lanze auf die 
Schulter und bestieg den Esel. So ritt er zum Chalifa und hielt 
vor ihm. Der Chalifa: Was ist los, mein Junge? Der Jüngling: Ho- 
heit hat meinem Vater drei Auskünfte befohlen, und ich bin an Stelle 
meines Vaters gekommen, um die Antwort zu geben. Der Chalifa: 

35 Ja, mein Sohn, sag sie. Der Jüngling: Ich sage sie nur, wenn du von 
dem Throne aufstehst und den Esel und die Lanze hältst. Der Cha- 
lifa stand auf, stieg vom Throne herab und hielt den Esel und die 
Lanze. Darauf stieg der Jüngling vom Esel ab und bat den Chalifa, 
die Fragen an ihn zu richten, (d) Der Chalifa: Was ist die Mitte 

40 der Erde? Der Jüngling: Dieses Zimmer ist die Mitte der Erde. Der 
Chalifa: Mein Sohn, wie geht das zu? Der Jüngling: Wenn du es 

6b 



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dälik sauy^o^läh ^yr(e)s ^ala bint eU}alifa uBala bint eti/jra baqa 
elcem lah(a)r hüa nesib eddb(u)le lumman id(u)m min etiiam len el- 
halifa gapn i^müt ^äh IMsibäh ugäljiäh inte .^ir bimekäni f^altfa 
(f) gäl^läh ma^l/jälif uba^(a)d dälik mat elf^aÜfa ti^ar hüa f}alifa 
uehädä Sfbeb elhylfijm eilt (f)hlimäk uelaf errummänte(i)n heitne el- 
Ijartm etfie(i)nhtim ut^Bil titislem uisselam ^ala nien ittdba^(a)^lhudä. 



XLIX. 

(a) lara li^Ali ibn Abi- Tälib äkü aiiadim is(€)mhufn ahl^elöerc(i)' 
bat iigün ie::nrün etdji7Pi7ne killhum fär(e)d sene igau lezürün li^Ali 
ibn Abi'Tälib äku ai(ädim gumru keile säddin elbab mal etulala uäma lo 
fa^dlau iefiikkün elbäb ilhum gamau ichaiitiisün 7mita^a7inijin elge- 
säfH clhagg (b) sä^a i^aidä gai Ijaiiäl elMeimün ^Ali daha^lbäb 
(i)brigläh uaida^lbäb mafküke uitfallage mal elbäb rähat 7nä iinderä 
uefij?i rähat y.äba^(a)d dälik killjmä iigün ahl^elGerefiJbät fnä iegu- 
lün^ilhum uämä fesiddün elbäb, 15 



{2l) färfejd y^ähed ra^h iezür etimäm BAH ibn Abi-Tälib läcin 
äheläh beHdhi mugdär memle Ba^rat^iläm hanman garab lil uläia 
mal emir elmüminin i^au Bale(i)h azläm etfiefijn tiälzembh ue af^adau 
gemiB(a) har^itäh iieheddoh ezzajr räh lififnäm uegäm {ibci uä0gul 20 
iä BAlt arid hargiti mi?t Bandak fabät feie Band BAli faräh Balefi)- 
hum BAli Ballädi ahddau elfälüs uegaljilhim (b) häda^zza ir mäh 
bäcer min e^subfajh idä mä räddefijtn har^itäh iläh uaillä äni aBfaJ- 



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QfKletgner» ({Ieuara6tfc9< ^efc^tc^^en aue dem '^taq. 91 

nicht glaubst, so geh und miss mit der Lanze in deiner Hand nach. 
Der Chalifa: Wie viel Sterne giebt es? Der Jüngling: Du hast den 
Esel in deiner Hand; Sterne giebt es so viel, wie der Esel Haare hat. 
Wenn du es nicht glaubst, so zähle sie. Der Chalifa: Was ist hoch 
5 im Vergleich zum niedrigen? Der Jüngling: Sieh, diesen Thron, auf 
dem du gesessen hast, wenn ich mich darauf setze, wie bin ich dann 
hoch und du niedrig geworden, (e) Der Chalifa: Mein Sohn, ich 
gebe dir meine Tochter zur Frau. Der Jüngling: Angenommen von 
seiner Majestät dem Sultan. Dann ging er zu dem, von dem der 

10 Chalifa Auskunft haben wollte, und berichtete ihm, dass er ihm seine 
Tochter gegeben habe. Darauf bot dieser ihm auch seine Tochter 
an, und der Jüngling nahm sie. Darauf machte man ihm seine Hoch- 
zeit für die Prinzessin und das andere Mädchen. Nachdem er einige 
Monate Kronprinz gewesen war, legte sich der Chalifa hin, zu sterben. 

15 Er Hess seinen Schwiegersohn rufen und trug ihm auf, an seiner 
Stelle Chalifa zu werden, (f) Das nahm er an und nach seines 
Schwiegervaters Tode wurde er Chalifa. Das war der Grund seines 
Traumes, den er geträumt, und die beiden Granatäpfel bedeuteten 
seine beiden Frauen. Bleib gesund und glücklich, und Friede über 

20 den, welcher dem rechten Wege folgt. 

XLIX. 

(a) Ein Zeichen des Ali ibn Abi-Talib. Es giebt Leute, die Ahl 
elDjereibat heissen. Diese pilgern jedes Jahr zu allen Imamen. Als 
sie einmal zu Ali ibn Abi-Talib kamen, hielten die Leute des Octroi 

25 das Thor de/ Stadt verschlossen und schickten sich nicht an, es 
ihnen zu öffnen. Sie fingen nun an, eine Hosse zu singen, indem sie 
sich an ihren richtigen Anteil wandten, (b) Da plötzlich kommt 
der Reiter des Meimuns, Ali, stösst mit seinem Fusse gegen die 
Thür. Die ist plötzlich offen, und der eine Thürflügel ist verschwunden, 

30 niemand weiss, wohin. Von nun an sagt man, wenn die Ahl elDje- 
reibat kommen, gegen sie nichts und verschliesst ihnen nicht mehr die 
Thür. 



(a) Jemand pilgerte zum Imam Ali ibn Abi-Talib; seine Familie 
35 wohnte aber ungefähr zehn Tagereisen weit entfernt. Als er der 
Stadt des Herrschers der Gläubigen nahe war, kamen zwei Leute über 
ihn, ergriffen ihn und nahmen all sein Geld weg. Dann Hessen sie 
ihn laufen. Der Pilger ging zum Imam, weinte und sprach: Ali, ich 
will mein Geld von dir wieder haben. Dann verbrachte er die Nacht 
40 bei AU. AH aber ging zu denjenigen, die das Geld genommen hatten, 



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Q2 (^etttdß^ 5ur femttifc^en $)>rac9i9i(fenfc9aft 

rif teklifi ui^äkum fda^bah e^^ub(a)li uaida belli afiädau el/jargiie 
eiüefijn ^äibin elfülüs y^egmuau jedautierun Bazzair lumman ligoh 
ua öntoh fälüsah y^ätäbau min gemi^(a) elitär ätn uäräddau Uhilhum, 



LI. 

(a) lära li^Ali ihn Abi- Tälib färfejd io(u)m min etilam lumman 5 
cän BAli biddinle ^adil i^ä färfejd uäkfd Bala BAli uegäl äni mediün 
gäl^läh ^Ali ^ikitfejr matlüb gäl^läh al(i)f dinar gal^läh güm rauuah 
mihi libeled elfüläni läcin ahfejl hadäk elbeled kuffar mä ie^(ä)refün lä 
Allah uälajl^ anbijß uäla^t d iimme farahau hiia t^äiAli uegäl ^Ali 
lilmatlüb güm usbärni asuod ia^(a)ni ^abfijd uegäl^läk idä sabdr(e)tni lo 
äsir änl Babfijd uSinte i^idni lissüg uesth uefijn eliiheri Babfijd en- 
7iäfeB(a) (b) Immnan p^ ^alefijk ahad iinUdak bei (e)tridäh gül arid 
bial(i)f dinär bellen färfejd uähfd li^l jähidni i/^ejintik et alfijf dinär 
ij-dinte äntini uaa/jadah lissabbär i/^usebärah asy^od uä ahadah lissüg 
yLasäh bih mitfejl mä gäljläh fadezz Balefijh elmelik mälzet ulaia 15 
i/Laheräh bit alfijf dinär elmatlüb a/}ad elfülüs uä^All aj^adah essultän 
mal elbelde gälau Hsmak ^ä ^abfijd gäl äni ismi R^lemiem gälau 
ehna mä tidri ^alauei ahadnäk gäl mä adri (c) gälau ^andenä färfejd 
zor y,äbih färfejd seba^faj neridak tekitläh gäl hybban uäkiräman gäl 
dellünl ^alefijk gälau nihäf ^äkilak gäl fijbkefijfkum gälau iäbe ruh 20 
^ib^imiä hatab faräh 0^ib ilhum hatab Allah gäbah ^azzor eilt bih 
esseba^faj uegäl BAli lisseba^faj iä abü feJJpneiiis ta^äl uai^ä esse- 
bafaj uä^Ali gab hatab yiähamal essebafaj tiegäbah lilbelde (d) falum- 
man fejsmä^au ahl^elbelde seddau elbüb min tßftijfhum min esse- 
ba^faj fdi^d ^Ali uädufar elbäb fijbrigläh ii^onhidemet ethefijn us^- 25 
ba^in qasr min elqusür elfähire uba^fajd dälik gäm BAli y^älizem 
sefijfäh dät elfuqär uegäm iidbah bihum elli liste sliin iegüz mih 
^andah uelli mä ^isteslim lidbehäh uähädi min fa^aj^l BAli uälärä- 
tah lumman aslamhum killhum uäljäft reis bihim iiämiM limahallah 
y,ädärah tiisseläm, ' 30 



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und sagte zu ihnen: (b) Dieser Pilger gehört mir. Wenn ihr ihn 
morgen früh das Geld nicht zurückgebt, so werde ich mein Geschäft 
mit euch besorgen. Als der Morgen anbrach, siehe, da brachten die 
beiden Diebe das Geld und sahen sich nach dem Pilger um. Nach- 
5 dem sie ihn gefunden hatten, gaben sie ihm das Geld und ver- 
schworen sich, niemals wieder Unrecht zu thun. Dann kehrten sie 
nach Hause zurück. 



LI. 

(a) Ein Zeichen des Ali ibn Abi-Talib. Eines Tages, als Ali noch 

10 lebendig auf der Erde weilte, kam jemand zu ihm und sagte: Ich 
habe Schulden. Ali: Wie viel denn? Der andere: Tausend Denare. 
Ali: Komm mit mir zu der und der Stadt. Die Einwohner dieser 
Stadt waren aber Heiden, die weder Gott, noch die Propheten, noch 
die Imame kannten. Als die beiden unten^'egs waren, sagte Ali zu 

15 dem Verschuldeten: Färbe mich schwarz, dass ich ein Neger werde. 
Wenn du das gemacht hast, bring mich auf den Markt und rufe: 
Wo ist der, der einen tüchtigen Sklaven kauft? (b) Wenn dann je- 
mand zu dir kommt und dich nach dem Preise fragt, antworte: Ich 
will tausend Dinare. Vielleicht kommt jemand, kauft mich und giebt 

20 dir die tausend Dinare. Mich gieb dann weg. Darauf brachte er ihn zu 
den Färber, der ihn schwarz färbte, und brachte ihn dann auf den 
Markt, indem er dort ausschrie, wie Ali ihm gesagt hatte. Da sandte 
der König der Stadt nach ihm und kaufte ihn für tausend Dinare. 
Der Verschuldete nahm das Geld, und den Ali nahm der König der 

25 Stadt. Die Leute fragten ihn: Wie heisst du? Ali: Gheschemschem. 
Die Leute: Weisst du auch, warum wir dich gekauft haben? Ali: 
Nein, (c) Die Leute: Bei uns ist ein Wald, und darin befindet sich 
ein Löwe. Wir wollen von dir, dass du ihn tötest. Ali: Gern, mit 
Freuden. Zeigt mir nur den Weg zu ihm. Die Leute: Wir furchten, 

30 er könnte dich fressen. Ali: Wie ihr wollt. Sie befahlen ihm aber, 
sich aufzumachen und ihnen Holz zu bringen. Er machte sich auf, 
ihnen Holz zu bringen, Gott' aber führte ihn in den Wald, wo der 
Löwe sich aufhielt. Ali rief nun den Löwen: Du Löwe, komm her! 
Da kam der Löwe, und Ali legte ihm das Holz auf, und er trug es 

35 und brachte es nach der Stadt, (d) Als das die Bewohner der Stadt 
hörten, verschlossen sie die Thore, weil sie sich vor dem Löwen 
fürchteten. Ali kam und stiess mit dem Fuss an das Thor, so heftig, 
dass zweiundsiebzig hervorragende Schlösser einfielen. Darauf ergriff 
Ali sein Schwert Dhat elfukar und richtete ein Blutbad unter ihnen 

40 an. Wer Moslim wurde, den Hess er frei, wer nicht Moslim wurde, 
den schlachtete er ab. Das ist eine der Heldenthaten und Zeichen 



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94 QßelWg« jttt femth'fc9en |(prac9wi(fenf4af^. 



LH. 

(a) äka fär(e)d uähfd ismäh seißd öäsim gabfejl cän aiqijß y^äl- 
hukfinie öntet ^ale(i)h amr biccet(e)l uähüa napn btbistän uutiäh sittet 
azläm tefäfi^ uekillhum 7taimm bilbistän useilid Gäsim u^ähum na Im 
uehüa naifn arä te(i)f ielüf nefsäh y.aidä hü a bibistän ^älbistän 5 
bik min ^emi^(a)^t ai^är ubih sin(i)sle mal ^aneb (e)mseddiie Baia^ 
lkutre(i)n y,algä^(a) eluosti mal etal^är (e)mtabbaqe min marmar 
(b) uegäm hiia {imh (i)btios(e)t etal^är lumman i^ä lifär(e)d mecän 
ubih fär(e)d hd(u)d mal mbi uämtabbaq bimarmar uiemm elhd(u)d 
uagif färfejd lal}(u)^ seijid Gäsim lumman ^äf elhd(u)d hüa cän ^at- lo 
läfi medd idäh BaUärbe ierid ^ilrab mbi min elhb(u)d elli uä^if Bai- 
hofujd mana^(a) seijid öäsim ^an e}Hrfi)b mä fjalläh iilrab ij^äf^alläh 
Jifät ueräh iimh (i)btios(e)t eta^^är sä^a y^aida t^laggoh telet all^äs 
läcin iegül (c) lumman b^dägfejt ^ala^t ailjäs uaida^nnür biy^u^h(a)' 
hum umä aiüf uu^üft(a)hum min kiiret ennür faräh seijid öäsim ^5 
litaui/^ali uaa^ad idäh uhebbhä uägäl liseip-d öäsim marhaban ue- 
rädd ^ala^täljar elli bi^eminäh tiaaljad idäh uhebbhä uägäl Useilid 
öäsim marhaban uerädd ^ala^tä/jar elli Bala idäh eljisra uaa(jad 
idäh uhebbhä falummafi hebbhä dahak eUafi(u)^ biuugfajh seijid öäsim 
Uägäl^läh ia sidi ahifak dahakfejt gäl^läh fei tistehi min eddaJike 20 
bäcer idä mitfejt y^äJjättök binnär mä tistehi faljallä hum y^eräh jimh 
Haan tala^(a) min elbistän (d) läf fär(e)d ard killhä hasü ^dßrär uä- 
hädic et ard killhä auädim u^ä^ädin ^ala irkäbhum u eidihum läcin 
et ard killhä ^abäre ^an auädim ubuosfejt et ard färfejd sidre läcin 
essidre cebire faräh seijid öäsim lissidre uläf bihä färfejd fei zfijen 25 
^ala^lqä^ade faga^ad ^auyta^ssidre u^erib Bala sei jid öäsim färfejd 
uähed min elli ^ä^ädin ^ala irkäbhum u eidihum gäl^läh seijid Gäsim 
lä af^üje mä taltci^li gadiletkum gäljläh ja seijid Basänä fijbbahfejt 
geddak mä te^fis min ennilde gäljläh billäh ^alefijk illä thöllf^li 
sälifetkum gäljläh ja seijid elli bit ard hädi killhum harämije liehna 30 
hädä habfijsnä min heliofujm Ha jofujm elqajäma gäljläh arid änU- 
dak (e) äni tobbefijt bibistän bih al^är k^tire uHffeJt bih färfejd hofujd 
^^U^^if ^alhbfujd färfejd 'tal^fujs uridfejt äni alrab moi uämä hal- 
läni alrab fninnäh Unhii häda^rre^gäl uälhofujd Unhü gäljläh ja 
ahüie hädä hofujd elkautar u^alefijh ^Ali uekil lumman jerid jerüh 3S 
^Ali ibn Abi-Tälib lifärfe)d mecä?i jchutt uekil min terüfah ^ala^ 
Ihbfujd Habib ibn Mcdähir gäljläh ba^fajd dälik i^efijt ämli ^aidä 
tflet alhäs jimhm fijbuosfejt etal^är uähed minhum hebbefijt idäh 
iiegäl^lt marhaban nätähar hebbefijt idäh uehäm gäl^li marhaban 



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QfKletl^ner, Qleuara6trc6e ^^fd^i^itn au« htm "ixaci. 95 

Alis. Als er alle zum Islam begehrt hatte, setzte er einen Statthalter 
über sie. Er ging dann seines Weges nach Hause. 

LH. 

(a) Es war ein Mann namens Seijid Djasim, der war früher ein 
5 Räuber, und die Regierung hatte den Befehl gegeben, ihn zu töten. 
Einst schlief er in einem Garten, während sechs Leute, mit Flinten 
bewaffnet, bei ihm waren. Alle schliefen im Garten, und Seijid Djasim 
schlief mit ihnen. Im Schlafe hatte er einen Traum. Er sah sich 
selbst in einem Garten, in dem sich allerlei Bäume befanden. Darin 
10 stand auch eine Hecke von Weintrauben, die in zwei Linien verlief. 
Der Boden zwischen den Bäumen war mit Marmor gepflastert, (b) Er 
ging nun mitten unter den Bäumen spazieren, als er an einen Ort 
kam, da war ein Wasserbassin, das mit Marmor gepflastert war. Neben 
dem Bassin stand eine Person. Als Seijid Djasim das Bassin gesehen, 
15 streckte er, da er durstig war, die Hand nach dem Becher aus, um 
Wasser aus dem Bassin zu trinken. Der aber an dem Bassin stand, 
verwehrte dem Seijid Djasim das Trinken und liess ihn nicht 
schöpfen. Daher verliess er ihn, ging fort und spazierte mitten 
unter den Bäumen. Da trafen ihn drei Personen, von denen er selbst 

20 erzählte: (c) Als ich die Personen ansah, da war Glanz auf ihren Ge- 
sichtern, sodass ich ihre Gesichter vor der Gewalt des Lichtes nicht 
sehen konnte. Da ging Seijid Djasim auf den ersten zu, ergriff* seine 
Hand und küsste sie. Der sagte zu Seijid Djasim: Willkommen. 
Dann kehrte er zu den andren zurück, der zu seiner Rechten war, 

25 ergriff* seine Hand und küsste sie. Auch der sagte zu Seijid Djasim: 
Willkommen. Dann ging er zu dem andern, der zu seiner Linken 
stand, ergriff* seine Hand küsste sie. Als er ihn geküsst hatte, lachte 
die Person dem Seijid Djasim ins Gesicht. Er bemerkte: Mein Herr, 
ich sehe, du lachst. Der andere antwortete: Warum schämst du dich 

30 vor dem Lachen? Wirst du dich morgen, wenn du tot bist und man 
dich ins Feuer wirft, nicht schämen? Da verliess er sie und ging, bis 
er aus dem Garten herausgekommen war. (d) Dort sah er ein Stück 
Land, das ganz mit kleinen Steinen bedeckt war; das Land aber 
war voll lauter Menschen, die auf ihren Knieen und ihren Händen 

35 hockten. Das Land war ganz von Menschen überschwemmt. In der 
Mitte des Landes stand ein Jujubenbaum, und zwar ein grosser. 
Seijid Djasim ging zu dem Baume und sah dort ein schönes, schat- 
tiges Plätzchen. Er setzte sich unter den Baum, dicht neben Seijid 
Djasim aber befand sich einer von denen, die auf ihren Knieen und 

40 Händen sassen. Seijid Djasim sagte ihm: Mein Bruder, willst du 
mir nicht eure Geschichte erzählen? Der andere: Ich bitte dich um 



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96 (gtiitd^t 5ur {tmitifd^tn |(prac9wt(f(mfc9af^. 

iiätähar kam hebbe(i)t idäh ^ädaffak (i)buu^hl uneledtäh ^an eddahke 
gäl^li iä sei%id helld(u)ni eddifiie cebire ujp(u)m elqaiame azrar mm 
zär(u)f etibre Bad ia seijid %el 7nä t^güz (f) gäl^läk seiiid Gäsim 
iä mauiai minefijn äkil umineft)n a^rab uäni mailüb lilhuküme gal^ 
läh inte ^üz min elharam uänl aljalle^ak min ^emiB(a) iefij min hu- 5 
küme ure(i)rkd uäni ^ä ahüie ettelak mä Baraf(e)thum humma ue(i)n 
cänau %€asamthum Hsfejmhum gäljläk et auuali hü a BAli tiätäl}ar 
elli Bala idäh el^imna hü a^lHasan i^^ättälit elli (i)niedak hüa^lfi)- 
Hsefijfi falumman semaBfaJ seiiid öäsim halkeläm gal uefijn cänau 
gäl äkn färfejd uähfd ^äbbh ji^ridün iehuttünah binftär u^äh bisofujt 10 
Bali ja BAli ahdami ii^e^adrikni hüa BAli sfmaB(a) sofujt errf^^äl 
^eräk Balefijh üa/}ädah min idefijn elmalajke (g) uetdllaBah min ennär 
uhättah bigenne ^ehäda sebeb ray^ähah uässaiäfn himman SfmaBfa) 
seiiid Gäsim halhaci fezz min ennofujm mar Bub uaida rabBah ndimin 
{emmah uegäl (i)bnefsäh mädäm el(i)Hse(i)n hüa taBahhädjii bilhalä^ 15 
agum arüh lihili uegäm uräh leheläh ugaBad urümä (ij^lähah säBa 
yaidä i^diggün elbäb galjilhum minhu gälau ehna yierid seiiid Gäsim 
läcin seiiid öäUm gai iehuit tibfejn lifrusah ufrüsah jemm elbäb 
uäuälämhum sedrjfijbsedr ^äfhum (h) uaidä zäbut uäyiiiäh Baira 
dabtiie gäljilhum seijid öäsim art^adaUie mä te^uzün min Bandi uän- 20 
tikum telet me^idijät gälb^läh mä niqbal itlaB(a) Tiälofu) mä taläB(e)t 
nidrubak seijid öäsim ^ärr ij^äryä^'ah udardbhum sitt cefijlät humma 
lumman darabhum (i)rligau elbäb uinhizemau hüa täräs uäruärah 
udär Ba^^irän yä^girän jeB(a)rcfimah ^äfah sähib elhd(u)l gäljläh 
taBäl adummak (i)bhäda^lbe(i)t lumman haU bilbefijt uHlig elbäb 25 
Bale(i)h udäll seijid öäsim jismaBfa) häci^elBasker yännäs hasbäläh 
igau Balefijh läcin ji^i Balbäb je^irrhä jerid iefukkhä mä tinfakk 
(i) läcin elbe(i)t mä bih refijr räzüna yerräzüne mesauyin ilhä Hbbäc 
min ha^ab qayi jigi Balajrräzüne mä iläh därfujb jitlaB(a) j^ridd 
Balbäb häm mä^iläh därfujb temm hair gäl (i)bnefsäh änt elli ^äbni 30 
hüa läzim jetalläBfaJni u^ödd Bala BAli ib7t Abi-Tälib yegäl BAli ja 
halläl elme^äkil mäjill re(i)r Allah ura/imetkum üäiit Bala idkum 
^iz(e)t Bäd arid min Allah umin Bandak thauui^li därfujb ugäm 
iibci (k) säBa yaida^Uibbäc 7näl erräztina yä^aBfaJ bilgäBfaJ gäm 
uialaBfaJ min erräzüne uräh libes Ißlähah uräh lifärfejd gahue tue 35 
barra^tuläja ugaBad biha lumman ^är elmurrib ueräh libälkätib 
mal et adelige utobb Balefijh bilhofuj^ usellem Balefijh urädd Balefijh 
esseläm uegäl^läh änt helipfujm mä^ili refijr Allah ugenäbak Bäd 
hädi Hak ieratefijn ü arid min Allah umin Bandak teciilii^li min taraf 
elhukfujm ubaBfaJd dälik mä^äsauui färfejd lefij utibfejt Bala id 40 
BAli ibn Abi-Tälib (I) gäljläh le^el häter geddak iiälhäter BAli ibn 
Abi' Tälib elicratefijn minni Hak uaifi Iä Allah mä Balefijk färfejd 
lefij faräJj min essubfajh udezz Batauräq mal seijid öäsim elli iin- 



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QVtetgner, ({leuara6tfc$e <Befc9tc$ten aue 5em ^täc^. gy 

deines Grossvaters willen, willst du nicht lieber davon abgehen, mich 
zu fragen? Seijid Djasim: Gott straf dich, wenn du mir nicht eure Ge- 
schichte erzählst Der andere: O Seijid, die in diesem Lande sind, 
dass sind alles Diebe, und dies ist unser Gefängnis von heute bis 
5 zur Auferstehung. Seijid Djasim: Ich will dich etwas fragen: (e) Ich 
betrat einen Garten, in dem viele Bäume sind, und sah darin ein 
Bassin. An demselben stand eine Person. Als ich Wasser trinken 
wollte, erlaubte sie mir das nicht. Was ist das mit dem Manne und 
dem Bassin? Der andere: Mein Bruder, das ist der Brunnen Kauthar, 

lo bei dem Ali Aufseher ist Wenn Ali ibn Abi^alib irgendwohin 
gehen will, setzt er als Stellvertreter am Bassin Habib ibn Mudhahir 
ein. Seijid Djasim: Daraufging ich fort, und da gingen drei Personen 
mitten unter den Bäumen. Einem von ihnen küsste ich die Hand, 
und er sagte mir: Willkommen. Dem andern küsste ich die Hand, 

»5 und auch er sagte mir: Willkommen. Dem dritten küsste ich eben- 
falls die Hand, aber er lachte mir ins Gesicht Als ich ihn nach dem 
Lachen fragte, sagte er mir: Seijid Djasim, heute ist ein grosser Tag, 
und der Tag der Auferstehung ist kleiner als ein Nadelöhr. Nunmehr, 
Seijid Djasim, warum hörst du nicht auf (Übles zu thun)? (f) Seijid 

20 Djasim: O Herr, woher soll ich essen und woher soll ich trinken? 
Ich bin der Regierung verschuldet Die Person: Lass ab vom Dieb- 
stahl, und ich werde dich von allen Verpflichtungen gegen die Re- 
gierung und andere befreien. Mein Bruder, die drei habe ich nicht 
gekannt, weder wo sie waren, noch wie siehiessen? Der andere: Der 

25 erste ist Ali, der zweite zu seiner Rechten ist Hassan, und der dritte, 
der dich gefragt hat, Hussein. Als Seijid Djasim das hörte, fragte 
er: Wo waren sie? Der andere: Es war jemand, den brachte man 
und wollte ihn ins Feuer werfen. Er schrie aber mit lauter Stimme : 
O Ali, komm her und steh mir bei. Die Stimme dieses Mannes 

30 hatte Ali gehört, war zu ihm geeilt und hatte ihn aus den Händen 
der Engel befreit (g) Er hatte ihn aus dem Feuer gezogen und ihn 
ins Paradies gesetzt Das ist der Grund seiner Wanderung. Leb 
wohl. Als Seijid Djasim das gehört hatte, wachte er vom Schlafe 
erschreckt auf, während seine Kameraden bei im schliefen. Er sprach 

35 aber bei sich selbst: Da Hossejn mir versprochen hat, mich zu retten, 
will ich nach Hause gehen. Er ging nach Hause, setzte sich hin 
und warf seine Waffen weg. Da plötzlich klopft man an die Thür. 
Er fragte: Wer ist da? Man antwortete: Wir wollen Seijid Djasim. 
Seijid Djasim streute gerade Stroh für seine Stute, die neben der 

40 Thür stand, und stand den Ankömmlingen gerade gegenüber und sah 
sie. (h) Da war ein Offizier und bei ihm zehn Gendarmen. Er fragte: 
Freunde, wollt ihr mich nicht verlassen, wenn ich euch drei Medjidi 
gebe? Sie antworteten: Wir nehmen nichts an. Komm nur heraus, 

Beiträge zur semit. Sprachwissenschaft. V. 7 a 



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98 OSf^iM^t 5ur ftmiüfcitn ^frac^tvtffenfcQaf^ 

liäkum bthinn uesau^ä me^lis ti^iaggbhmil 7/^egim^au ^emi^füj^däab- 
tiie ueöntohum /jabar biau mahad iit^arrad sei^id öäsim eH Amidi 
uedezzau Balefijk tari} uahberöh (m) himmmi al^beröh rah Uhiläk 
ttellbes hudümah ^eräh /ilga/i^e ^edezz ^ala rabBak uga^ädau '^liah 
mnahad figdar pt^arradhmn häda min fadaU amir elmüminin nis- 
seläm. 



Uli. 

(a) hitaie Bala^BAbbas akn fär(e)d y^aljcd mahid fär(e)d hyrme 
iofujm min efilmn t aBarak yiila ^Ihyr^ne el/ryrine raljat zafB^dftvie 



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(nietgner, ({leuaraSifc^c <Berc$tc$(en auo bcm "iva^. 99 

wenn du nicht herauskommst, schiessen wir auf dich. Nun zog Seijid 
Djasim seinen Revolver und schoss sechs Kugeln auf sie. Als er 
auf sie geschossen, verriegelten sie die Thür und flohen. Er lud 
seinen Revolver und eilte zu seinen Nachbarn, die ihn kannten. Der 
5 Eigentümer des Hauses sah ihn und sagte: Komm her, ich werde 
dich in dieses Haus stecken. Als er das Haus betreten hatte, ver- 
riegelte er die Thür und Seijid Djasim hörte das Gerede der Soldaten. 
Er glaubte, die Leute kämen zu ihm. Wie er aber an die Thür 
ging und sie rüttelte, um sie zu öffnen, blieb sie zu. (I) Das Haus 

10 hatte nur eine Öffnung und in diese war ein Fenster aus festem Holz 
eingelassen. Er geht zur Öffnung, aber da ist kein Weg, der heraus- 
führt. Er geht zur geschlossenen Thür zurück, aber auch da ist 
kein Ausweg. So blieb 'er unschlüssig. Er sagte zu sich: Der mich 
hierher gebracht hat, muss mich auch wieder herausbringen. Er 

15 wandte sich nun an Ali ibn Abi-Talib und gelobte: O Ali, du Löser 
von .Schwierigkeiten, ich habe nur Gott und eure Gnade. Ich habe 
mich auf eure Hand hin bekehrt. Nunmehr verlange ich von Gott 
und dir, mach mir einen Weg. Er fing an zu weinen, (k) Da plötz- 
lich fiel das Fenster aus der Öffnung auf die Erde. Nun verliess er 

20 das Haus durch die Öffnung, legte seine Waffen an und begab sich 
in ein Caföhaus ausserhalb der Stadt. Dort blieb er. Am Abend 
ging er zu einem Justizrat, trat in sein Haus und begrüsste ihn; jener 
dankte. Dann sagte er: Ich habe heute nur Gott und Sie, mein 
Herr. Diese zwei Pfund gehören dir. Ich bitte Gott und dich, mir 

25 ein Geschäft mit der Regierung abzuwickeln. Nun werde ich nichts 
mehr thun; ich habe Busse gethan bei Ali. (I) Der Justizrat ent- 
gegnete: Um deines Ahnen willen und um Alis willen. Die zwei 
Pfund will ich nicht von dir, aber so Gott a\i11, wird dir nichts pas- 
sieren. Dann ging er fort. Am Morgen schickte er nach den Pa- 

30 pieren des Seijid Djasim, die zur Verhandlung nötig waren, und berief 
eine Versammlung. Dort zerriss man sie, und den versammelten 
Gendarmen gab man Nachricht, dass sich niemand dem Seijid Djasim 
elAmidi entgegenstellen sollte. Dann sandte man einen Boten zu 
ihm, der ihn von dem Vorgefallenen in Kentnis setzte, (m) Darauf 

35 ging er nach Hause, zog seine Kleider an und ging ins Caf6. Er 
Hess seine Genossen holen, und sie blieben bei ihm, ohne dass je- 
mand ihnen etwas anhaben konnte. Das ist eine Geschichte von den 
hervorragenden Thaten des Fürsten der Gläubigen. 

LIII. 

40 (a) Eine Geschichte von Abbas. Ein Mann hatte eine Frau ge- 
nommen. Eines Tages zankte er sich mit der Frau, und diese ging 



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lOO dSfiiM^i 5ut femih'fc^en ^ftac^wiffenfc^af^. 

^and ähilhä fabaqat muddet sene unu4^ io(u)m min etiiäm elhynne 
rahat lilhatab uärah '^äräha ra^^lhä ue^ämdB(a)hä ^ag{u)b dälik el- 
Ijyrme ^äret fjtible gäloj/ut ähilhä {a hyrme minhn (tabbelic gälet 
habbelnl ra^li decaau lira^^lhä gal anl mä Hffejthä Jiämä adrl bthä 
(i)vin€(i)n (i)hbdlet (b) gamau jrridün j^kitlünhä gälet J/hum fltna 
ncrüh lil^Abbäs ani ^ezö(u)^^ nq/ilif amnia ani qhlif t^eamma r:o(u)^i 
iqhlif lumman rähau liÜAbbas ^ar eliamin ^arra^^l halaf lummnn 
Ijalaf (e)^tärah eBAbbäs uaidä hüa fneißt (i)bqudrät Allah ta^alä 
säBa uaida^luoled t^ehna (i)hbot(e)n ummah iqhci näiegül ani isvii 
fülan ibn fülän abüfe lahag ummi lilhatab ue^ämd^(a)hä uäni (ijb- 
qudrät Allah ^ir(e)t min hädak eliofujm sär tamäm. 



LIV. 

(a) iära lil^Abbds ibn ^Ali ibn Abi- Tälib fär(e)d uahfd i^ä livia- 
halla ijäbät i^ila ^nnüaiir mal ezzär^(a) uä^andah sefijf lumman a^- 
bah e^^ubfajh lernt essefijf mäkfi sähib essefijf gal linnnäfir intn bngtii 15 
essefijf mäh gälau mä bugnä sefijfak gäl arid ahallifkum biüAbbäs 
gälan imh ihidnä uälhatiie biriigübtak gäl imhc rähau lil^Abbäs 
uählifau (b) lumman (i)ldifau ^äuilähum räH^essefiJf sä^a uaida^ 
l^Abbäs ^utar sähib essefijf lumman iiviH ^ala räsah sä^a iltemmau^ 
elguuäm i(ägauuemdh ^ala ri^le(i)h uerädd Balefijh el^Abbäs uälälah 20 
min rid(e)ntö(u)bah ^edebbähfofujg e^^andugmäl eddarih uäbaqä sä^a 
tämme {alläh fäkkah ^äldia qarr bissefijf bian hua dämmah uähädi 
min iärät elBAbbäs uisselävu 



LV. 

färfejd hyrme bajge ceflir ^aa(iaddltä lilWinrän ibn ^Ait ibn 25 
^Ab't- Tälib hnnman hallPfoliä (ejtf:ärrib ^ir hädi min Mrät eCdimme, 



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(ffiti^tiit, ({leuara6tr<9€ t^tf^i^Un aue btm 'itaq, loi 

zornig zu ihrer Familie. Dort blieb sie ein und ein halbes Jahr. 
Eines Tages ging sie Holz suchen; ihr Mann kam aber hinter ihr her 
und umarmte sie. Als die Frau darauf schwanger wurde, sagte ihre 
Familie zu ihr: Wer hat dich geschwängert? Sie antwortete: Mein 
5 Mann hat mich geschwängert. Da sandten sie zu ihrem Manne, der 
aber sagte: Ich habe sie nicht gesehen und weiss nichts davon, von 
wem sie geschwängert ist (b) Jene wollten die Frau nun töten, aber 
sie sagte ihnen: Wir wollen zum Abbas gehen, ich und mein Mann, 
und wollen dort schwören, sei es, dass ich schwöre, oder dass mein Mann 

lo schwört Als sie zum Abbas gekommen waren, war der Eid an dem 
Manne. Er schwur; darauf aber schlug ihn Abbas, und er starb 
durch die Macht Gottes, des Höchsten. Plötzlich fing das Kind im 
Mutterleibe zu reden an und sagte: Ich bin N. N., Sohn des N. N. 
Mein Vater traf meine Mutter beim Holzsammeln und umarmte sie, 

'5 und von diesem Tage bin ich durch die Macht Gottes geschaffen. 
Schluss. 

LTV. 

(ä) Ein Zeichen des Abbas ibn Ali ibn Abi-Talib. Jemand kam zu 
einem Getreidestapelort und übernachtete mit den Wächtern des 

20 Getreides. Er hatte ein Schwert bei sich, als er aber am andern 
Morgen aufwachte, war das Schwert weg. Der Mann warf den 
Wächtern vor, dass sie das Schwert gestohlen hätten. Da sie aber 
leugneten, machte er ihnen den Vorschlag, sie bei Abbas schwören 
zu lassen. Sie meinten: Wohlan, nimm uns, aber die Sünde falle 

25 auf dich. Der andere kommandierte: Los, und sie gingen zum Abbas 
und schwuren, (b) Als sie das im Beisein des Besitzers des Schwertes 
gethan hatten, da plötzlich schlug ihn Abbas, sodass er auf seinem 
Kopfe stand, bis die Diener kamen und ihn wieder auf die Füsse 
stellten. Dann kam Abbas zu ihm zurück, trug ihn am Ärmel seines 

30 Hemdes fort und legte ihn auf einen Grabkasten. Dort blieb er eine 
volle Stunde, dann liess er ihn los, nachdem er versichert dass er 
das Schwert versteckt hätte. Das ist eins von den Zeichen des 
Abbas. 

LV. 

35 Eine Frau stahl einen grossen Löffel. Man nahm sie zum Omran 

ibn Ali ibn Abi-Talib. Als man sie hatte schwören lassen, da fing 
sie plötzlich an Pech zu kacken. Das ist eins von den Zeichen der 
Imame. 



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I02 ^titxS^t 5ur fenttttfc^en jlptoc^ivtffenfc^aft. 



A. 

(a) i/Vi/ ennahaL 

atiualjina iilla^ün ettäl min elf^stl ba^fajä dälik Icihfermi bil- 
gä^(a) nugre mugdär (e)dra^(a) ulegibü?i ettal i^e^ehtittunfiä binnugre 
uäi^huttün (e)trab jrhallnn 7nin ennugre mugdar Hb(ä)r u^ag(u)b dälik 
ielmitü^lha moi mugdär Walrat liäm iiba^(a)d kill Walrat l^äm jin- 
tünhä moi tibqa sene iintünhä moi ute^ir i//ui ^urüg uäiiiizden i//- 
rugka bilgä^(a) tumvia ie^nzün min ^midefid (b) atmal^mä te^ir ettäle 
ij^ät^gum tq/jmil ut'iesir bikä iala^(a) iibqä mugdär Walrat tiäm ij^ä- 
ba ^(a)d dälik i^^'tbün fiir(e)d giUe min elfahal mal enna/jal u^i^^ad 
e^sä^üd bittebilie^ liräs ennafjal u^is^ad bigalb^^ .^ennafile uäiehutt 
kill tal^(a) ^armühe(i)n mal fäkal min elgäle eilt iailhä ui^äh (c) uba- 
^(a)d dälik iibqä mugdär lah(e)r zemän u^i^^ad e^saBüd uie^ma^(a) 
^efni^(a)^l^utüg^'^^ ^ala färfejd safhe uba^fajd dälik iibqä mugdär 
teltjilhtir u0gu^sünah uäiedibbünah min fd(u)g ennaf^le lilgä^(a) yiä- 
i^limmünah bilkaqSra ^emt^fajjttamar uba^(a)d dälik ii^i elmelläc 
usähib el^ug(e)r säliib el^ugfejr iähid ruba^(a) uälbäqi te^ismünak 
binnuss. 



aluän ettamar, 20 

i) zehedt 2) histäiii 3) decy-äni 4) sultäni 5) barban 6) digal as- 
fauuag 12) Hrsl 13) gbfujzi 14) 7ie^di 15) ^titui 16) mektümi 17) (r)^- 
cäb 23) i^ösäui^lbarfejl 24) a^äbi^(a)J^arüs, 

B. 

(a) zär^faJ^Ha^ir uälhynia. 25 

auyial jnä iigi elUtä iingifnä Bün elfelalth ie^irün amma. Ijamfejs 
auädim na amma seb^a incän Ijamse arba^a minhum kill J/Läkfd 

* tebelie ist eine Art Polster samt einem Stricke, der um den „Hinaufsteiger" und 
die Palme gelegt wird. So klettert er bequem hinauf, indem die Stümpfe der abge- 
schnittenen Zweige als Stützpunkte für die Füssc dienen. Alle Frühjahr findet das Ab- 3^ 
schneiden i/e^rhi) der vertrockneten Zweige mit der siccine malet ette^nd statt. 

** ^^/(w)^ nennt man die noch zusammenklebenden, noch nicht völlig entwickelten 
Blätter. Ein andrer Name dafür ist Hübet ennahU. 



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(ntiigner, ({teuarafitfc^« ^efc^icQien aue dem 3ta<|. 103 



A. 
Das Pflanzen der Palmen. 

(a) Zuerst reisst man die junge Palme aus den Schösslingen her- 
5 aus. Darauf gräbt man in der Erde ein Loch, eine Elle tie£ Darauf 
bringt man das Pälmchen und setzt es in das Loch und wirft Erde 
darauf, lässt aber oben von dem Loche circa eine Spanne offen. Nun 
begiesst man es zehn Tage lang mit Wasser, darauf nur alle zehn 
Tage einmal. Ein Jahr lang fährt man fort, es mit Wasser zu be- 

10 giessen, schliesslich aber bekommt es Wurzeln, die in das Erdreich 
reichen. Dann überlässt man es sich selbst, (b) Wenn das Pälmchen 
gross geworden und tragfahig ist, kommt die weibliche Blüte heraus. 
Nach zehn Tagen bringt man ein männliches Blütenconvolut, und 
der „Hinaufsteiger" steigt mit der Tebellije in die Höhe in die Mitte 

IS der Palme und hängt bei jeder weiblichen Blüte zwei männliche 
Rispen von dem Blütenconvolut, das er bei sich trägt, auf So bleibt 
es einen Monat lang, dann steigt der „Hinaufsteiger" hinauf und ver- 
einigt alle Äste auf eine Stelle, (c) So bleibt es drei Monate lang, 
dann schneidet man sie ab und wirft sie von oben auf die Erde. 

20 Nun bringt man alle Datteln auf einen Platz, und es kommt der 
Unternehmer und der Besitzer des Bodens Der Besitzer nimmt ein 
Viertel, das Übrige teilt man zur Hälfte. 

Dattelsorten. 

yLad 7) digal asfar 8) hamrätii 9) ibräkimi lo) (a)i/Leräle 11) (^)tn- 
25 hc(i)l) eluäm 18) melgnti 19) lekkär 20) (e)hdcräin 21) ijberzel 22) cib- 



B. 
Das Säen von Gerste und Weizen. 

(a) Sobald der Winter kommt, vereinigen sich die Bauern, ent- 
weder fiinf oder sieben Mann. Wenn es fünf sind, so haben vier von 



30 ♦*♦ Der Datteizweig ohne Datteln nach der Ernte, der unter andenn als Hcsen ge- 
braucht wird, heisst dU^e, Das Zusammenbinden an eine Stelle findet nach Rcschid 
statt, damit nicht soviel unreife Datteln [[€)fil(jl aifar] vom Winde hcruutcrgeworfen 
werden. 



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I04 (gtiix&^t 5ur ftmxHf^tn fbptadim^tnfdiaft 

^andah tofujr uäifjämis sagt auualjfnd (igun ^accer(e)d ithlun ^e- 
mi^(a)Jten lumman lit/a^ün ehnoi tiäiesauuün^läh rät lumman jehal- 
Icsün ennizäh tjLiieriddtin f/'sauythn (e)hläl^ uäie^lbün ^id^(a) mal nahal 
iesammunah hedef ichuttünah fofujg eiffj/jläl yLai^^ibün fejhnä^faj'^'^ 
uälehutttinhinn ^ala^lkedef (b) uba^(a)d dälik ie^eiierün elhd(u)d 5 
bi^^ir uälehuftun mPrazil^^'^ gaui^änilät ufd(u)gäntiat e^gauuäniiät 
i^^tren bitfe^e\ nälfofujganilät bissMär^ uäil^huttün e/(ijbkär\\ biHc- 
vtäJfa) ij^älcglbün a^faj^euffj- viälät sari iesammunah tarnet uäi^cel- 
lebün eddelu bil^amel uäielmttün Ijab(e)l ismäh mi^dab birridfejn mal 
eddcln t^äi^huttun fär(e)d (c)tßibe hatta eddelü (infakk botnah itsam- »o 
mfailui (e)gläde ^äi^huttün fji^bäi bilgläde e(fie(ijn isfejmhinn (e)bcüc'^\ 
(C) uäieljuttün (c)hbäl'^^^ malät säri biddeltt iiäiHiddünhinn bil(e)bcüc 
Häddilu uäieljuttün eg^ale ^ala rugbet ettofujr uä^gäle bihä raräd 
ilhä (fj/jzäm ieliddün (i)bbotn^ettd(u)r uälhä (e)hnäge i^huttünfui (ijb- 
^odrjettd(u)r hatta ma tcruh eg^äle min ettd{u)r i^äraräd e^^äle ^hiäbi ^5 
ieliddünhinn bilgö(u)s 7iäigd(u)s me^dud bilBamel yiäl^amel meidüd bid- 
dein uäddelü ihir (ijbbotnah moi i^äie^rräh^"^^ ettofujr lilhofujd ueiit- 
la^(a) min errid(e)n uäierüh bissä;gie\^ (d) uräH^ttd(u)r iitihädär 
uii^^ad wiejtto(u)r t^äiilzem suäge bidäh uai^hutt bihä bismär iham- 
münah sif^ejt uäi^hutt eccifäie (i)bdahrah uäiMürün min es^ubfajh 20 
lidduhfejr (e) auy^aljmä iesauuün ezzär^(a) iegümün ietarb^sün tarbis 
lit^lt^iiäm uäiegümün iikrubün bilfidän elfidän iläh mi^änW^ iinhatf 
bilfidän uäiehuttü^läh ^a^für u/jait^ät hattä mä iitla^(a) elmilän mifi 
elfidän uäichuttün sicce 7näl hadid biräs elfidän hatta ^nzel bilgä^(a) 
uäiesauuiin iedde lilfidän hatta iilzemlut err^^gäl ubidäh bäril ihüg 25 
ettiran bih lumman iikrubünW^^ iegtbün tirän eiHefiJn uäiehuttün ^a- 
lc(i}hinn ennir ubih ^uail uieHddün eg^ail ^attträn uarrc^gäl iilzem 
elfidän uäiegÜ7n icsattir hatt iemm halt Haan icljallesün elkiräb (f) iib- 
qun tflt^i^hur icdnrun ^azzär^(a) faba^fajd dälik iesir bih haUl iiäie- 



♦ Sing, kelle, 30 

** Sing. iemBa. Meistens vier an der Zahl, fiir zwei Stiere. 
*** Sing, murzil. Sie bestehen aus Eisen, woriir die Stricke des Schöpfgefasses 
laufen. 

f l^/e und (e)^där die Balken an den beiden Längsseiten des Bassins. 
tt Sing, bakra. Grosse hölzerne, aussen asphaltierte Rollen. Die eiserne Walze, um 35 
die sich die Rolle dreht, heisst meziglan^ die Höhlung, in der sich die Walze bewegt, 
reläge PL relagät, 
ttt Sing. id(u)ne. 

*t Sing. becc. 
**t Die Stricke speziell, um den Delu zu öffnen, heissen iyämU Sing. sämü^. 40 

***f Vor dem Schöpfgerät befindet sich eine schiefe Ebene [me(i)dän], die der Stier 
herab- und hinaufsteigt. 

t* Der Graben leitet das Wasser in die meist von Mauern umgebenen Gärten. Das 
Loch in der Mauer, wo das Wasser durchfliesst, heisst burbtih Dem. berc(i)bij. Das 



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(nietgner, (JltuaraStfc^e ^efcQic^ten aue dem !ita(^. 105 

ihnen je einen Stier, und der fünfte ist der Wassermann. Sobald sie 
zum Schöpfgerät kommen, nehmen sie alle Erde weg, und wenn sie 
ans Wasser kommen, machen sie für es einen Graben. Sowie sie 
mit dem Graben fertig sinci, bauen sie die Ziegelmauern, bringen 
5 einen Palmstamm, den man hedef nennt, und legen ihn auf die Ziegel- 
mauern. Dann bringen sie die Querbalken und legen sie auf den 
hedef (b) Nun asphaltieren sie das Bassin und bringen die unteren 
und oberen „Spindeln" an, die unteren am vorderen unteren Balken, 
die oberen am hinteren unteren Balken. Darauf legt man die Rollen 

10 in die Querbalken und bringt Stricke aus Palmbast, iamel genannt, 
und bindet das Schöpfgefäss mit den Stricken fest, legt auch einen 
Strick, namens Midjdhab, an den Schwanz des Schöpfgefässes. Man 
steckt ein Holz, namens gläde, hinein, damit das Innere des Schöpf- 
gefässes sich öffne, und steckt an die glade zwei kreuzförmige Hölzer, 

15 butjütj genannt, (c) Dann fegt man Palmstricke ans Schöpfgefäss, 
die man an die Querhölzer und das Schöp%erät festbindet, und legt 
auf den Nacken des Stieres die djäle. Zur djäle gehören allerlei 
Sachen: der Gürtel, den man am Bauche des Stieres festbindet, die 
henäge, ein Strick, den man über die Brust des Stieres legt, damit 

20 die djäle nicht vom Stier herabfällt Ferner die beiden Zügel, die 
man am Bogen festbindet. Der Bogen ist den iamel verbunden und 
die iamel mit dem Schöpfgefäss. In das Innere des Schöpfgerätes 
kommt nun Wasser, und der Stier zieht es zum Bassin in die Höhe, 
es kommt aus dem Schwanz hervor und läuft in den Graben, (d) Der 

25 Stierhirt geht mit dem Stiere herab und herauf und hält einen Stecken 
in der Hand, an dem ein Nagel, namens ziehet, steckt, und hat dabei 
einen Gürtel um seine Brust gelegt. Sie sind von Morgen bis Mittag 
thätig. (e) Wenn man an die Feldbestellung geht, wird drei Tage 
lang die Feldbestellung vorgenommen, dann pflügt man mit dem 



30 Schöp^rät quietscht heisst (e)tiaiiaf. Der Besitzer des Gartens lässt dieselben immer 
quietschen, um die Arbeiter kontrolieren zu können, ob sie bei der Arbeit sind. Die 
Schöpfmaschinen [näSura]^ wie sie in Syrien und Ägypten gebräuchlich sind, findet man 
im Iraq noch selten. 

ff* Von der Deichsel geht das Joch {ntr) ab, das auf den Hälsen der Stiere liegt. 

35 Darunter liegen wieder Polster (iäie), 

fff* Das Bestellen des Ackers geht auf folgende Weise vor sich: Zuerst wird der 
Bo4en bewässert, dann werden mit dem Pfluge Striche \a^(a)läm\ gezogen, wo gesät 
werden soll. Es folgt dann das Säen, ein zweimaliges Pflügen und Eggen [iemärrUzün] 
mit der märräxe. Dazu gehören zwei Menschen, einer hält die Egge am Stiel, der 

40 andere zieht das untere Ende an einem Stricke. In der Wüste soll man nicht eggen. 
Dann wird das Land 'mit der märräte in rechteckige Felder \al^äh'\^ die von kleinen 
Wällen umgeben sind, eingeteilt, und die Bewässerung beginnt von neuem. Gedüngt 
wird das Getreide gar nicht, jedoch läs.st man den Boden ein bis zwei Jahre ruhen. 

7b 



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lo6 Qßettrdße 3ur femtitfc^en jl^rac^wiffenfc^aft. 

/ilHün* ueiintunah littlrän ugemi^(a)^ttär(e)l eilt ^and(e)hum iiba^(a)d 
elhaUl ie^ir bih sivibil uäie^r iäbes ii^eiqft^idünak yLaiesauyuriah (ejc- 
dus** uba^(a)d dälik luntman ie/jall?^ün elkt^äd i^gümüfi iingulfcnah 
iesauuünak bifärfejd mecän luviman l^limmimah killäh i^^ibün tär(e)l 
uai^gnmün iedusünah luntman iesir killäh nä^avi iegibünah meray^ih 
uäiedirrünah uä0^ir etHbfeJn uä/tad uHa^ir uähad iesir hasal za- 
3{a)ma i^sir kd(u)m tiahcd eUa^ir ba^(a)d dälik i^^isjmmah 3ala^ 
Imiri y^älfelälih eliniri lähid min el^alra uä/ied uälbaqiie iesir Hl- 
felälilj killmen iähid (faggah yä^erulj Uheläh. 



aluäri zär^(a) mal eHitd, 

i) hi^ir 2) Ijynta 3) ^ades 4) hortemän S) bti^al 6) lelram 7) gi- 
z(e)r 8) hmndar 9) l^ass 10) lihäne u) bägilla 12) kure(i)t 13) (ejk- 
räfes \^ simsim 15) ka^nmün \6) fi^ejl iinzera^faj bUHta ubilgefijd. 



aluän esse(i)fl min elmuhaddarät 

(1) (ejf^iär moi (2) (e)hiar ^atruzi 3) batfih 4) räggi 5) tamata 15 
6) bedin^än 7) fejgtin a^fajrägf 8) (e)gtin riimill 9) (e)gtin ^asfejli 
10) g?{ten 11) semmäm 12) ^auefijn 13) mäi 14) izre 15) difj(e)n. 



c. 

(a) ^yr(e)s. 

lumman {erid fär(e)d yLahed iäfiid mara j^iüf fär(e)d hyrme eilt 20 
iejtlüg^läh iedizz Bala ähelJui bitauual harim ieJiacen mmnlid ua- 
buhä uaidä cänau rädijjin clkill hatta^lhyrme eilt (erid iahidhä (egib 

* Jedoch nur bei der Gerste, nicht beim Weizen. 



k 



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Pfluge. Der Pflug hat eine Deichsel, die in ,den Pflug gesteckt wird. 
Hinten steckt man einen Pflock und Holzstückchen an die Seite 
hinein, damit die Deichsel nicht aus dem Pflug herausgehe. Man 
steckt eine eiserne Spitze auf die Spitze des Pfluges, damit es besser 
5 in die Erde eindringt. Ferner macht man an den Pflug eine Hand- 
habe für den Mann, der in der Hand einen Stecken trägt, womit er 
die Stiere antreibt. Zum Pflügen bringt man zwei Stiere und legt 
auf sie das Joch, daran sind die Polster, die man auf den Stieren be- 
festigt Der Mann hält den Pflug und macht eine Furche neben der 

lo andern, bis das Pflügen beendet ist. (f) Drei Monate machen sie 
sich mit der Saat zu schaffen, dann kommt das Grünkraut Das 
schneidet man ab und giebt es den Stieren und allem andern Vieh, 
das man hat Nach dem Grünkraut kommen die Ähren, und wenn 
das Korn reif geworden, schneiden sie es ab und legen es in Haufen 

15 hin. Nach Beendigung der Ernte schafft man es fort, alles an einen 
Ort. Wenn man alles dort hat, bringt man Vieh und drischt es; 
nachdem alles zerkleinert ist, bringt man Worfschaufeln und worfelt 
es, sodass das Stroh und die Gerste abgesondert zu liegen kommen, 
und ein Haufen Gerste wird. Dann wird es zwischen der Regierung 

20 und den Bauern geteilt; die Regierung nimmt ein Zehntel, das 
Übrige gehört den Bauern. Jeder nimmt dann seinen Teil und geht 
nach Hause. 

Wintersämereien. 

i) Gerste 2) Weizen 3) Linsen 4) Hafer 5) Zwiebeln 6) weisse 
25 Rübe 7) Mohrrübe 8) rote Rübe 9) Salat 10) Kohl 11) Saubohne 

12) Schnittlauch 13) Sellerie 14) Sesam 15) Kümmel 16) Rettig, wird 
im Winter und Sommer gesät 

Sommergemüse. 

i) Wassergurken 2) ? 3) grüne Melone 4) gelbe Melone 

30 S) Tomate 6) Eierpflanze 7) Iraqkürbis 8) türkischer Kürbis 9) Honig- 
kürbis 10) Baumwolle 11) kleine gelbe Melone 12) g^üne Bohnen 

13) Wicke 14) Mais 15) Hirse. 

C 
Heirat. 

35 ( a) Wenn sich jemand verheiraten will, sieht er sich zuerst nach 

einer Frau um, die ihm passt und schickt zu ihrer Familie. Zuerst 
reden Frauen mit ihrer Mutter und ihrem Vater, und wenn sie alle 

*♦ Sing, cedts. 



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lo8 <§tHta^t 3ur femtüfc^en ^pra^wiffenfc^aft. 

auädim a^illä ia^(a)ni ^äqiltn u^^uädcUhum It akl^elhyrme ueiqJtcün 
niia ähilha uaida ridau 0^ämelünhunt ^ala^ss^äg uaida (f)gtd^au 
essiag iintihimt elfülüs uba^(a)d dälik i^ruJk hüa uumtn elhyrme lit- 
tä^r uiahidün hudüm lilmara (b) uba^(a)d dalik lumman i^f^aiietun 
e/kudüm mal elmara i^ziffünfiä min be(i)tha libe(i)t errf^^äi uihn- 5 
licün elhyrme uiimlicün* errf^^äl ui^^all^münah ^alajnfie(i)c idä mä 
ie^fäjrif u^eJhidrünah ^ale(i)ha uiibqä i^i^ahä seb^atjtläm fdidajrr^^- 
^äl iläh geralb iintihum niäz la^(a)ni hediie fär(e)d fesma uaamma 
iehnär ^aam^na däriie lilhyrme lesaunün ke(i)f ula^^ar nba^fajd 
dälik eilt min^ati ilhum tiiäz iintn^läh fülüs mugdär qi^ämhä sittet lo 
nb(u)bat. 



D. 

asami^rr^iägil. 

I) ^Agül 2) Sd(u)ke 3) Tarfe 4) Hiti 5) Datii^äh 6) Blceril 
II) ^Abffjd erRidä 12) Ab(c)d BAll 13) ^Abfcjd elHamze 14) Öeräd 15 
20) ^Aly,än 21) ^Abdän 22) ^Ö(u)de 23) Selmän 24) Därib 2S)^Qbeiiis 
31) Ge(i)tän 32) Ze(i)dän 33) [Joli 34) ^Eidan 35) Öum^a 36) Hu- 
43) Havnüt 44) Nasir 45) Härit 46 M^ljeifnid 47) S^resah 48) (i"/Ä^;^- 
54) mhefijl 55) i^/^j^/ 56) i^/i?j^i 57) Dähir 58) J^^^V 59) Wmrän 

asämi^nnisyLiin, 20 

1) /Ä?^/z^ 2)Hassüne 3) A'//«^ 4) feJNfefiJle 5) /^^///^ 6) Ka^^ilünn 
13) Ä'4/'/ 14) A^<^//^ 15) iV^ii^^ 16) Gedile 17) (ujljmeßjse 18) i7^^^^^/" 
25) r^rt^i 26) iÄ'i^ 27) Sa^(a)de 28) A^ä;^///^. 

E. 

letmät. 25 

1) <7//itf/ tf^it labu^ggäbak 2) änial abükum labü z(i)enkum 
3) a;/i^/ ^^^>fe läbu^l^all^fok 4) än^al mofujtä möfujtäk 5) ä«ia/ 
^äfhat meitak 6) än^al rig(e)l meitak 7) //ar^ (i)brüh meitak 8) /rz 
|4 cel(c)b ibn eccel(^)b 9) ä? |4 gaut/^äd ibn el^au^äd (resp. Z^'r^j, 
dei^üs) 10) uälak ia menBül eluälidefijn idä ige(i)tak ii) d:^«// r^^^^ 30 
bummak 12) y^äf^arrt (i)bU(iJb abük 13) /^ |Vi Ijanzir ibn^el^ansir 

♦ Ein Mümiii unteniimnit diese Ceremonien, bekommt aber die Frau dabei gur- 
nicht zu sehen, sondern spricht von weitem zu ihr. Er fragt sie beide, ob sie sich 



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einwilligen, dass er die Frau, die er will heiraten, nimmt er kluge 
Leute und schickt sie zur Familie der Frau, um mit ihr zu reden. 
Wenn sie zustimmen, verhandeln sie mit ihnen über die Kaufsumme, 
und wenn sie davon etwas abgehandelt haben, giebt der Bräutigam 
5 ihnen das Geld. Darauf geht er mit der Mutter des Mädchens zum 
Kaufmann, und sie kaufen Kleider für die Frau, (b) Wenn die Kleider 
fertig genäht sind, führt man die Braut von dem väterlichen Hause 
in das Haus ihres Mannes. Dann unternimmt man mit der Frau und 
dem Manne die Ceremonien der Heirat, und man giebt dem Manne 

10 Ratschläge in betreff des Coitus, wenn er ihn nicht kennt. Dann 
schickt man ihn zu ihr hinein und er bleibt sieben Tage bei ihr. 
(c) Wenn der junge Ehemann Verwandte hat, giebt er ihnen ein 
Präsent, z. B. einen Schleier, ein Kopftuch oder ein Frauenhemd. Man 
vergnügt sich dann und lässt tanzen, und daraufgeben die Beschenkten 

«5 ihm Geld, ungefähr den sechsfachen Betrag des Wertes des Präsentes. 

D. 
Männernamen. 

7) (e)Hdeiiir 8} Öedl enne^(e)m 9) (i)She(i)l enne^fejm 10) Saft 
15) Öäsim 16) Öue(i)sim 17) Käduni 18) (ijKde(i)m 19) (e)Snäue 
20 26) Degän 27) WyLeiiid 28) Uheipd 29) Öär Allah 30) Mal Allah 
nieiiis 37) Fedäla 38) Näp 39) ^Abüd 40) Call 41) Räli 42) (e)Rfteiiis 
neml 49) BA^für 50) Ra::al 51) Seba^(a) 52) BÄntar 53) Öindzl 
60) ^Adäb 61) ^Ab(i)d 62) (e)Släl 63) ^Atibar. 

Frauennamen. 

25 7) fylbe 8) Bezzüne 9) Handale 10) Sa?t^a 11) Rime 12) (e)Sine(i)ce 
19) Zelal 20) Hadd ezze(i)n 21) Nüra 22) ^AHira 23) N^sime 24) Site 



E. 

Schimpfworte. 

i) Verflucht sei dein Vater, der dich erzeugt hat 2) Verflucht 
30 sei euer Vater, der gut mit euch ist 3) Verflucht seien eure Väter, 
die euch zurückgelassen haben. 4) Verflucht seien eure Vorfahren 
in den Gräbern. 5) Verflucht sei die Seite deines Toten. 6) Ver- 
flucht sei der Fuss deines Toten. 7) Fäkalien in den Geist deines 
Toten. 8) Nein, du Hund, Sohn eines Hundes. 9) Nein, du Huren- 



35 wollen, worauf sie mit Ja antworten. Er spricht in klassischem Arabisch ankahhiki 
vh%an\^a^ttiki etc. 



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I lO (SixM^e 5ur r<mtHf€$in jlprac9f9t(f<nfc(af^. 

14) a/iuft ^eir^ezzumäl (i)bkiss ummak 15) a/t7itf ^eirt (i)bkiss iß}tak 
16) ^eiri (i)btesak 17) iihn^e(i)t ante ahauatak 18) ibn^ezzefir 19) ibn 
eo^^ila/ mal elmufi. 



F. 
^aded eT ilhur. 5 

I) ^Älür 2) JJc/^^r 3) Rem(a) au^al 4) Rebt^(a) tani 5) (^V;//^^ 
^//^rt'/ II) Fut(e)r tani 12) Da/nie, 



Bei den grossen Festen kommen die Leute, küssen Höherstehen- 
= seien deine Tage glücklich. Man antwortet u aiiamak = deine 10 
bisse/avte Hiebet elljäter = deine ebenfalls, und hoffentlich wird (das 

H. 

Wenn jemand niest [i^^fäjtis], sagt man ihm arhamkum Allah 
rahmet Allah ^ala ttalideßjkuvi = Gott vergelts euch, die Gnade 

I. 15 

Wenn man bei jemanden vorüberkommt, , der einen zum Aus- 
wenn man keine Zeit hat und den betreffenden nicht beleidigen will 



I 



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mäkler, Sohn eines Hurenmäklers. lo) Warte nur du da, du ver- 
fluchter Kerl, wenn ich zu dir komme (werde ich dich prügeln). 
II) Ich stecke deinen Kopf in deine Mutter. 12) Ich kacke auf das 
weisse Haar deines Vaters. 13) Nein du Schwein, Sohn eines Schweines. 
5 14) pono penem asini in vaginam matris tuae. 15) pono penem meum 
in vaginam sororis tuae. 16) penem meum in anum tuum. 17) si 
venis, coeo sorores tuas. 18) Du Stinkender. 19) Sohn des Eselsattels. 

F. 

Die Monatsnamen. 

10 auua! 6) öetnad täni 7) Re^eb 8) ^a^(a)ban 9) Ruvidan 10) Fui(e)r 



den die Hand, unter sich das Gesicht und sagen aiiamak saHde 
ebenfalls, oder länger ii aiiamak in ^ä Allah ie^üd ^alefijnä u^alefijk 
Fest) uns und dich in Gesundheit und Wohlsein noch öfter antreffen. 

15 H. 

= Gott sei dir gnädig. Der Niesende antwortet atabakum Allah 
Gottes über eure Eltern. 

I. 

ruhen einlädt mit dem Worte istarilj =^ ruh dich aus, antwortet man, 
20 hi^adii^ak rth = dein Feind bekomme versetzte Winde. 



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112 



dßciM^t 5Ut fentttifc^en ^fracQivtffenfc^afe. 



\is enthält nicht nur die in den Geschichten, sondern auch die häufig- 
sten im gewöhnlichen Leben vorkommenden Wörter. 



(s. auch // und /). 

^idre Nadel. 

'/^r// Wasserkrug. 

'iV^feJn PI. bhii fülan Sohn. 

ah, \bu PI. ^ äbahaty bahät^dXtx, 
In der Anrede: iä iäbe. ^abü 
;;//////rf// Nase (eigentlich: Vater 
des Schnaubens; ein unfeiner 
Ausdruck), ^abü (c)hmeiiis e. 
Name d. Löwen. 

^Uer Spur, ^ätart ich meine. 

legel auf dass; deshalb weil; um 
. . . willen. 

^iglyr Weste mit Ärmeln. 

megane dünner Baumstamm zum 
Zerkleinern des Getreides im 
^äuen. 

^ahad einer, ma/jad keiner. 

^äh wehl 

^ahad Impf, iahid nehmen. 
VII. in^ad genommen werden. 

^ähar Fem. Hhra anderer. 

^ah, ^afjü PI. ^ikuati, ^ihue Bru- 
der. 
*ih(ejt PI. ^aJmuät Schwester. 

^db. V. teleddeb sich anständig be- 
nehmen. 
adeb gute Erziehung. 
^adebsiz unartig. 

^adaml PI. ^auädhn, bau ^adani 
Mensch. 

V/. II. ^eddä Impf, iiddi geben. 

^idä wenn; sieh da. 

^id(e)n Du. ^idnefijn PI. ^idafi Ohr. 



idni (e)tsilj ich habe Ohren- 
klingen. 

arhadaf Bruder. 

^ard Erde, Land (litterarisch). 

U:;re Mais. 

^asas Fundament. 

^isiad PI. 'istadi^e Meister. Auch 
die Nebenformen ^i^ta, ^usta, 

Usfejm PI. ^asäml Name. 

*ir. II. ^aUar ein Zeichen (alard) 
machen. 
^a^ara Zeichen; Wunder. S. a. 
lar, 

^eikara Feld. 

^üän Zeichen; Hügel. S. a. nisan, 

\sbe^(a) PI. 'asabe^(a) Finger. 

^as(e)l Ursprung. 

^asil edel (vom Pferde). ^ 

^akal Impf, iakil essen. 
II. t^äkkal zu essen geben. 
VII. incäl, in^ocel gegessen wer- 
den. 
^ac(e)l Essen. 

äkn es ist. mäka es ist nicht. 

^ila für, nach, zu. 

^il/a, ^alla ausser; oder; es sei denn 
dass. 

'eilädh V///, V/ derjenige, welcher. 

^al(i)f PI. ^alüf tausend. 

*iläh ein Gott, ^allah Gott: uällak 
bei Gott, ialläh Ruf zum An- 
treiben; häufig auch in der 
Rede ohne besondern Sinn. 

\minY\,^ummähat^\x\X,tx, Inder 
Anrede: {a inmma, {ä jimmä. 



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(VReignet, ({leuava6tfc$e ^tf<mttn autf bm 3vaq. 



113 



^umm temänie ein Zweipiaster- 
stück (weil der grosse Piaster 
in vier Piaster raig einge- 
teilt ist). 
^imäm PL ^aimme Imam. 

tmma, amma oder, amma 

amtna entweder .... oder. 
ambar Scheuer, Vorratsraum. 
^amar Impf, iämir befehlen, 
in. ämar befehlen. 
amfejr PI. titnür Ding; Befehl. 
umür ennisä Unwohlsein (d. 
Frau). 
enttr Fürst 
mdmür Beamter. 
amen Impf, iämin vertrauen. 
II. ^ammen deponieren. 
*amin vertrauenswürdig. 
'amän Straflosigkeit, Sicherheit. 
^amäne Depositum. 
mümin Gläubiger; Priester. 
an dass. Haan bis dass. 
^in wenn. 

ns. X. istänes sich vergnügen. 
kl. X. istähel verdienen. 
^äh(e)l Familie, lehiläh nach 

Hause. 
^ahlan willkommen; auch hile, 
wovon hella willkommen 
sagen. 
*au oder. 

^auual Anfang, auual mä sobald 
als. et auual anfangs. 
auuait erster. 
^än Zeit hetän jetzt 
'ai welcher? Mit Pron. ^aiiäku, 
iäkü, ^aiku. el, ie, Unha was? 
^ild(u)n wie? Bma^fajnä 
warum? | 

e ja. e na^am ja. 
V^. III. ^äies verzweifelt machen. ' 
V|^/> wo, wohin? (ijfpinefijn vfoh^r} \ 
^äie Koranvers. 

Beiträge xur semit. Sprachwissenschaft. V. 



b, p 

in, (ib) in. bei um wie viel, wie 
theuer? baläi umsonst. 

babü^ Pantoffel. 

bäia Pascha, Gouverneur. 

bäikätib erster Schreiber. 

abtar schwanzlos. 

bahfäjr PI. (i)bhär Meer. 

baf}(e)t Geschick, Glück. 

buf}ür Räucherung. 

ba^l geizig. 

bedag Impf iibdig ansehen. 

bdl II. beddel verändern, tebdil 
Verkleidung. 
b^däl an Stelle von. 

bedü Beduinen. 
(i)bdüi Beduine. 

barrä ausserhalb. 

bärrzie PI. berärl Wüste. 

burbuh Loch in der Mauer, wo- 
durch das Wasser des Grabens 
in die Gärten fliesst 

elbär^ha gestern. 

bared\vcv^{.libradV3Xx. sein, frieren, 
sich erkälten. 
bärdän frierend. 
bärfejd Kälte. 

^^rr^^hoher, hölzerner Ständer, 
in den die Wasserflaschen zur 
Kühlung gesetzt werden. 

bärdi Schilf. 

bärüd Pulver. 

(e)brtsem Seide. % 

bärü Stecken zum Antreiben der 
Tiere. 

bärtum{i) PI. berätim Lippe. 
barrüi PI berärit Floh. 
burgaB(a) Gesichtsschleier; Kappe 
überden Augen desJagdfalken. 
barak Impf, ^ibric einknicken, um- 
sinken. 
II. barrak umsinken lassen. 
8a 



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114 



(gtittii^t 5UV ftmiHf<ttn tkpxa4m\ftnf<iaft 



III. bärak segnen. mübärak 
sag^ man zu jem., der ein neues 
Kleidungsstück an hat. 
barake Segen. Iiallet elbarake 

mit Freuden, gewiss. 
birce Schüssel. 

bämütl Schnupftabak. 

birt PL biriiin unschuldig. 

bärie PI. biiäri Schilfmatte. 

bizellra^f, jibzil durchbohren ; weg- 
nehmen. 

bezsüne PL bezäzin Katze. 

bistän PL besätin Garten. 

bisety meist bq^at geschr. Impf. 
tib^ut schlagen. 
(e)bsät, büsät Teppich, Kelim. 

pesküle Troddel am Fez. 

bismär Nagel (für mismär), 

bellyr Beschlik, fünf grosse Piaster. 

bu^al Zwiebel. 

basma gedruckt. 

niabtüh auf dem Rücken liegend. 

btL II. baital aufhören lassen. 

bot(e)n Bauch, botni tö(u)^a^(a)nl 
ich habe Bauchschmerzen. 
boinl liheril kefir ich habe 
Durchfall. 

butä sich verspäten. 

baB(a)d nach ; noch, ba^fajd rühl^ 
ba^fajd be(i)ti d. h. ich schätze 
dich höher, als mich selbst 
oder mein Haus und trete 
für dich ein. 
baHd weit, entfernt. 
bi^(e)d Entfernung. 

baHr PL ba^(a)ran KameL 

baBfaJrür Kerne; Mist (von 
Schafen, Kamelen). 

ba^as kitzeln. Es wurde erklärt 
als (}alla i^beBak (i)btezfülän. 

ba^(a)d ein Teil, einiges. baBfäJd- 
hum baBfaJd gegenseitig. 

bar(e)l PL h^ral Maultier, harle 



auch Name eines grossen 
Schiffes (Dhau). 
bagg Moskitos. 

(i)bgär Impf, {ibgur durchlöchern, 
ein Loch machen. 
bag(e)r Loch. 
abga^(a) grau. 
ba^fgjil/e (Sau)bohncn. 
bugme grosser, kupferner Wasser- 
krug. 
baqä Impf libqä bleiben. 

baqije Rest. Adverb, übrigens, 

schliesslich. 
buqala Rest. 
becc PL (fjbcüc Name eines Holz- 
kreuzes bei dem Schöpfgefäss. 
bäkir jungfräulich. 

bäcer morgen; Bag(u)b bacer 

übermorgen. 
bakra PL (i)bkär Rollen an der 
Schöpfmaschine. 
bicä Impf jibci weinen. 
bill Kamele (aus ibil). 
blL II. bellel nass machen. 
V. t^bellel nass werden. 
meblül nass. 

mibelle Ort am Fluss, wo das 
Viehfutter angefeuchtet wird. 
belbül PL beläbil Nachtigall. 
beled PL buldän Land, Ortschaft. 

beide dass. 
balia Beil. 

bellü^a Abzugsloch, Kloakenloch. 
belar erwachsen sein. 
helc(k)u berc(k)e7i vielleicht. 
belem PL (e)blam schmale Gondel 

(in'^Basra). 
belä verzehrt werden, verderben. 
beliie PL helaia Unglück; ver- 
dorbene Bestandteile. 
bilai, bilaiia ohne. 
bell jawohl. 
balßs Konsul. 



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(ßti^tutt Sl<ttAta6if4« ^ef4ic9ien au« ^tm 3ta<|. 



115 



6inn Kaffeebohnen. 
6i?it, beneiia PL bhtat Tochter, 
Mädchen, Jungffrau. Hnt a^ä- 
dim anständige Frau. 
bintaiia die Mundstücke bei der 
Doppelflöte. 
bena Imp£ {ibni bauen. 
benna PI. bennäie Baumeister, 
Maurer. 
bhr. V. tübahhar ausser sich sein 
vor Staunen. 
bifhär Frühling; wohlriechende 
Blume. 
bäb PI. büb Thüre. 

bauuäb Thürhüter. 
bair ungewollt, unbenutzt (vom 

Lande, alten Jungfern). 
bäs Impf, jjfbüs küssen, abüs tdak 
antwortet der Niederstehende 
dem Höherstehenden auf die 
Frage nach dem Befinden. 
bäg Impf, ij^büg stehlen. 

VII. inbäg gestohlen werden. 
baui(äg Dieb. 
bä/ Impf 0bu/ urinieren. 

bd(u)le Urin; auch Schimpfwort. 
bäl Herz, Gemüt Hiervon auch 
wohl ^abäll, lebbäli^ ftasbäll, 
^abäü= ich meine abzuleiten. 
büme Eule; auch Schimpfwort. 
bibi PI. beiäbi Pupille. 
bat Impf, ijfbät übernachten. 

be(i)t PL büiüt Haus. 
bedin^än Eierpflanze. 
bir PL (e)biür Brunnen (eigentl. btr\ 
be(i}rar, befijraq Fahne. 
bä4 Impf iafbi(a)4 Eier legen, 
n. bei^ecf dass. 
be(i)da EL 
bi4 IL beiied weiss machen; ver- 
zinnen (Gefässe). 
abiad weiss. 
be(ij(är Hufschmied. 



bäB(a) Impf. iebtB(a) verkaufen. 
VIL inbä^(a) verkauft werden, 
verkäuflich sein. 
bek, bec hoher Titel; häufig auch 
als Anrede bei Europäern ge- 
' braucht. 
bin, II. beiden hervorkommen, sicht- 
bar werden. 
V. tebeiien klar werden. 
be(i)n zwischen, befijnama wäh- 
rend. 



ib^. Vm. iUdbaB(a) folgen (Utte- 

rarisch). 
tebelie Instrument, um an den Pal- 
men in die Höhe zu klettern. 
tibfejn Stroh. 
tütün Tabak. 

tä^ir PL tu^iär Kaufmann. 
taj}(a)t Bettgestell; Thron. 
t^räb Staub, (trockne) Erde. 
täres Impf jitris füllen. 

VII. intäres angefüllt werden. 
teres Schimpfwort. 
turkl türkisch. 
tirctie PL teräci Ohrringe. 
ta^ab Impf {it^ab müde sein, sich 
abmühen. 
Jta^(a)b Mühe, Müdigkeit. 
ta^(a)ban müde. 
(e)trär (etwa) Centner = 2oUezne. 
I l/ezne=2/^Hogga\ i Hogga 
= 24 RubBa. 
tefugga Flinte. 

tuffäg PL tefäß^ Flintenträger. 
tikki d. Frucht des Maulbeer- 
baumes. 
Uli PL tülül Hügel. 
täli letzter; Schluss. 
temm Impf 0timm bleiben. 
tämm vollkommen. 
/ö»/^w/vollkommen,richtig,fertig. 
8* 



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ii6 



dSftxM^t ^ux femlfircSen 9))rA<(wi(fenfc$afi(. 



timmen Reis. 

tam(ä)r Datteln. Verschiedene 

Dattelsorten s. S. 102 f. 
tannür Ofen. 

tun(e)g schmale Wasserflasche. 
tena Impf, iitna erwarten, warten 

auf 
täb Impf jetüb Busse thun. 

tofujbe Busse. 
tut Maulbeerbäume. 

tutiie Maulbeerstock. 
täl junge Palmen. 
td(u)m Zwilling. 
tin Feigen. 

/jj'Ä. IL taiiah verlieren, sich ver- 
irren lassen. 



tefdn dick, stark (z. B. von d. Tinte). 
tegil schwer. 

tigel Schwere. 

mitgäl Lot 
tel(e)^ Schnee. 
tumma dann, darauf 
Hmen Preis. 

tub(ib), VI. i^t^täuab gähnen. 
tub, IV. atäb vergelten (litterarisch). 

to(u)b PI. tiäb Hemd. 

tuäb frommes Werk. 
tär Impf jl^tür zischen, knattern. 
td(u)r PI. tirän Stier. 

k 

(s. auch q und g). 

^ätnüs PI. ^anäs Büffel. 

//<^^/ Impt ^]^ife7 machen, formen. 

iebel PI. JT^^/ Berg. 
^tte Körper. 
ieftil Eis. 
^eddVX, (eJgdiidGrossvBtQV, Ahne. 

^edid neu. 
^/^r^ Blattern. 
Jt/^'. II. /^^^ betteln. 



^edi Böckchen; auch Sternname. 
mi^dab Name eines Strickes am 

Schöpfgcfäss. 
^id^(a) Fl^dü^faJ Balken, Palm- 
baumstamm. 
gärr Impf ie^irr ziehen. 

^arre grosser Krug. 
te^uba Probe. 

^arah Impf ii^ah verwunden. 
ger(a)h Wunde. 
geräfia Wunde. 
^d, IL /ö^rr^rf beschneiden, putzen 
(der Dattelpalmen). 
^eräd Heuschrecke. 
^ere(i)dt Ratte. 
^aras Glocke. 
ntl^üe eine Mühle für den Reis 

(nur dafür). 
^arä Impf ii^i laufen, fliessen. 

n. ^ärrä laufen lassen. 
^iz(e)r gelbe Rüben. 
^ezre Insel. 
^ezire Wüste. 
; gesed Körper. 
I ^is(e)r Balken; Brücke. 
i gisfejm Körper. 
, }u^s Gips. 

I ^a^al Impf ii^Bal machen, thun. 
migHl läufig (von der Hündin). 
^ifen PI. a^fän Augenlid. 
iigäray cigära Pl.a^^iV^Cigarrette. 
^eltl PL a^illä vornehm. 

^läl Packsattel. 
^il(e)d PL ^lüd Haut. 
^lüs sich setzen. 

me^lis Versammlung. 
^ma^(a),^ima^(a)\m^{ii^ma^(a) 
versammeln. ^ 

IL ^anima^(a) dass. 

III. ^ama^(a) sich fleischlich 

vereinigen. 
VI. te^ama^(a) sich vereinigen 
(Mann und Frau). 



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(Vnetgner» (J[l<iuira6tfc$< ^tfd^i^itn aue tetn 3vaq. 



117 



VII. ingifnaB(a) sich versam- 
meln. 
^ämeB(a) Moschee. 
^emi^(a) Gesamtheit 
guttun Verrücktheit 
me^ün verrückt. 
^^;«w^. Paradies. 
genäb Hochwohlgeboren. 
^enäbt zwei Zügel des Stieres, der 
die Schöpfmaschine in Be- 
wegung setzt 
iin^i{i) PI. iena^U Kette, die als 
Brustschmuck getragen wird. 
(e)inah Flügel. 

^enäze Leichenzug, Begräbnis. 
^infejs PL e^näs Art 
^ihad Krieg (mit Ungläubigen). 
^akäs Ausstattung. 
gäkil Knabe. 
^ehennem Hölle. 
geuäb Antwort 

^äd Impf, ie^üd besser werden. 
IL te^d den Koran vortragen 

in näselndem Gesänge. 
gud kleiner Schlauch. 
^d(u)de Geschenk, Wohlthat. 
gär PI. ^irän Nachbar. 
^üri (uor(e)d ^ürl) Rose. 
^äz Impf il^üz ablassen, ver- 
zichten auf (ntiti), 
^z, V. te^au%ez heiraten. 
^^(a) Hunger. 

^üBän hungrig. 
^äle PI. ^ail Polster (beim Esel, 

d. Stieren am Pfluge). 
^ätcen ausgehöhlter Baumstamm, 
um Getreide, Reis etc. darin 
zu zerstossen. 
gaujia innen; unten. 
^auj(äni unterster. 
^ä, igä Impf ii^i kommen Part 
als Inchoativ, gebraucht ^ai 
amüt ich liege im Sterben. 



gab Impf /^^/^ bringen; gebären, 

erzeugen. 
^e(i)b Tasche. 

^e(i)l Haufe von Menschen. 
gaif stinkend. 
^fe Aas, Gestank. 



hebb Impf ie/nbb lieben; küssen. 
kubb Liebe, hybban ^äkiräman 

herzlich gem. 
maftabbe Liebe. 
fiybb PI. hübüb grosses thönemes 

Wasserfass. 
hyb(e)r Tinte. 
hab(e)s Gefängnis. 

mqhbes (schmaler) Siegelring. 
hbi II. jehabbei zerstossen (des 

Getreides im ^äyLen), 
habet Impf iqhbel schwanger sein. 
II. habbel schwanger machen. 
hab(e)l Schwangerschaft. 
hible schwanger. 
hab(e)l PI. (e)hbäl Strick. 
hatta^ hytte dass, damit; bis zu; 

sogar. 
ba^k Pilgerfahrt. 

ha^^t Pilger. 
hä^ib PI. hüägib Augenbrauen. 
ha^ar PI. (fjh^ar Stein. 
hi^e Zimmer. 

mühaggar durchbrochenes Ge- 
länder aus Ziegelsteinen. 
hi^(i)l der dünne Fussring. 
hagle der weisse Ring, der unten 
um den Pferdefuss herum- 
läuft 
hdd. IL hadded dem Pferde die 
eisernen Fussfesseln anlegen. 
hadd PI. hüdüd Grenze, elhad- 
dak wie kommst du dazu? 
warum? 
Ijädd scharf (vom Messer). 



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ii8 



(gtiM^i 5ur ftmHi!(<$tn i^ptA^wi^int^ä^ft. 



hadid Eisen. 

haddäd Schmied 
hdr. IL haddar eintreten lassen. 

IV. ahdar hereinstecken, herein- 
bringen. 

VII. inhadär eintreten. 

hidriie Schweisskäppchen. 
hiddäfe ein kleines Netz. 
hida Schuhe. 
harr Hitze. 

harr heiss; streng, stark (vom 
Araq. d. Radieschen etc.). 

ie(i)r hyrr Falke. 
har(e)b Krieg. 

harbe PL aJträb lange Lanze. 
haras aufbewahren. 

hirfejz Amulett 
(tri. IL harrai herausfordern. 
hari^ habgierig; gerissen, schlau. 
hyrfe List 

harag Impf, iqhri^ brennen, ver- 
brennen, z. B. eUemfeJs 
(e)hräget rast die Sonne ver- 
brannte meinen Kopf 

IV. aJltrag verbrennen. 

VIL ifitere^ verbrannt werden. 

h urge Hitze,Br and (auch bildlich). 
hrm, IL harr am verbieten, ver- 
hindern. 

ftaräm verboten (Gegensatz 

haraml V\.fiaramiie Dieb, Übel- 

thäter. 
harant Harem. 
hyrtne PL ftaritn Frau. 
hazzora Rätsel. 

ftzm, V. Ühazztfn den Gürtel um- 
legen. 
Mzäm Gürtel. 
hizen Trauer. 

haztn traurig. 
hass Impf iehiss merken; einen 
Ton von sich geben. 



hyss Stimme. 
hiseb Impf iqhsib zählen. 

IL i^hassib nachdenken. 

hisäb Rechnung. 
hasäfe Schimpf, Schande. 
aiisan Elat schöner, besser. 

his(e)n Schönheit. 
fiaii Impf jl^hül eintreten. 
haii Impf iehiU das Grünkraut 
abschneiden. 

ftaiU Grünkraut 
hin, IL haUa füllen, farcieren. 

Itaiy^e Holzstückchen (z B. zum 
Befestigen des Eisenteils der 
Schaufel oder des Pfluges). 
(i)h^ed Impf iqh^id schneiden, 
ernten. 

hi^äd Ernte. 
ha^ar Impf iqhsar zwingen. 

VIII. ihta^ar aufgeregt sein. 

ha^ir Matten aus Rohr. 
ha^al Impf iqh^al erreichen. 

IL jj^ha^^il gewinnen. 

hä^al Niederlage, Haufe. 
hu^äut (f)h^än Hengst. 
ha^ Kieselsteine. 

ha^i(a Gegend mit Kiesgrund. 
^Ä^^ Geschick, Glück. 
hadar Impf iqhder zugegen sein. 

IL haddar bereit machen. 

hadre Gegenwart; Heiligtum. 

hcCäira Platz, wo alles zusammen- 
kommt. 
hätt Impf iehutt legen, stellen; 
sich setzen (von Vögeln). 
VIL inhätt gelegt, gestellt 
werden. 
htb. n. Ijiattab Brennholz suchen. 

liatab Brennholz. 

hattäb Holzsammler. 
tiafar Impf iqhfir graben. 

hafar Graben, Begraben. 

>&4/*^^rPl.Ä^4/9'rHuf(des Pferdes). 



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(Pletgner, SUiiara6t|c9e ^t{4uiitn aut ^tm ^taq. 



119 



l!iuf(e)d Bewachung. 
hafna eine Hand voll. 
hafl barfliss. 

hagg Recht; Anteil; als Schwur- 
partikel uhagg el(i)Hse(i)n, 
uhagg ^uiünic bei Hossein, bei 
deinen Augen. 
mihcal Schleuder. 
hakem Impf, iqftkum entscheiden. 
VII. inhakum entschieden wer- 
den. 
häcim eifersüchtig. 
hakint PI. hukatnä Arzt. 
fiykfejm Richterspruch. 
huküme Regierung. 
hdca Impf. i(^hJti reden. 
III. häcä dass. 

Vli Ufftacä sich gegenseitig unter- 
halten. 
höh Rede, Geschichte, Sache. 
ftaciie Rede, Geschichte. 
hüäie PL hüaiät Geschichte. 
hell Impf, {(^kill lösen, auflösen. 
fialäl erlaubt; (reines) Vieh, 

Herde. 
halläl Löser. 

halle Pause, Aufhören der Ar- 
beit, wofür auch paidös ge- 
braucht wird. 
helle PI. (f)hläl Ziegelmauer am 

Schöpfgerät. 
maJkall Ort, Platz. 
mahalle Ort, wo Getreide auf- 
geschüttet wird. 
haleb Impf iahlib, i^hdlib melken. 
halib Milch; Naturanlage. 
halüb Hagel. 
hallabe Milchkuh. 
hilef Impf iqhlif schwören. 
II. halUf schwören lassen. 
hil(i)f Schwur. 

halfa Gefäss aus Baumzweigen. 
hal(e)g Maul; Öffnung. 



(i)hlem Impf iqhlim träumen. 

fiylfijm Traum. 
h^lfl süss; angenehm, schön. 

halä^e Süssspeise. 
hamäm Tauben, fiamämet elfij- 

Hsefijn Schmetterling. 
hammäm d. Warmbad. 
fiamad Impf j,qhmed loben, prei- 
sen. 

fiamfejd Lob, Preis. 
ahmar rot. 
hms, II. fiammes braten. 

mehamtnis Röstpfanne (für den 
Kaffee). 
hummu^ Kichererbse. 
hämud sauer. 

hamel Impf iqhmal tragen (auch 
von d. Frucht). 

IL hammel tragen lassen. 

fyimfijl PI. (i)hmül Last 

hamtnäl PI. hatnämil Lastträger. 

hamüle feine Familie. 
(a)hfna Impf iqhmi heiss machen. 

III. hamä schützen, bewachen. 

V. t^t^amtnä sich wärmen. 
henne Henna, Färbemittel. 
hönta Weizen. 

häni läufig (vom Lamme naB(a)^e), 
hä^ Impf iHhü^ nötig haben. 
hd(u)l Hof 

häs Impf jältü^ unruhig sein. 
ho(u)d Bassin. 

häl Impf tehül nicht schwanger 
werden, die Zeit den Läufig- 
keit vorüberlassen. 

fiäl PL ahi/^äl Zustand. 

häle dass. 

hile List. 

hd(u)ll Kalb. 

hauäle Wechsel. 

ahual schielend. 
här Impf jj^hir ungewiss, zweifel- 
haft sein. 



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I20 



(gtiM^t 5ttr fetiitHfc$en f^pxtutwi\(tn\<iaft. 



IL haiiar verwirren. 
V. tähaifar ungewiss sein, auf- 
geregt hin- und hergehen. 
he(i)d Menstruation. Auch de- 
mdtje, untür ennisa genannt. 
Menstruierend A^V^^' ^^l^ijka 
eddemtn, 
he(i)f Schimpf, Schande. 
he(i)l Kraft. Adv. schnell (vom 
Laufen); laut (von der Stimme). 
hin Zeit 

bii^ X. istäha Impf iistehi sich 
schämen. 
haiiß Scham. 
hai%asiz schamlos. 
haiie Schlange, haiie söleßy 
mäniie Eidechse. 



f^aiüga Löffel. 
^än Chan. 

f}ane Reihe, Stockwerk. 
hbr. IV. ahbär benachrichtigen. 

f}abar Nachricht 
habes Impf iai^buz Brot backen. 

f}ub(e)z Brot. 

i^abbäz Bäcker. 
muf^abbal PL mafiäbil verrückt. 
f}add PI. hüdüd Wange. 

mef^adde PI. fnef^ädid Kopf- 
kissen; auch Name der kleinen 
babylonischen Thontäfelchen. 
(ladem Impf, lifjdem dienen. 

ftidme Dienst. 
haräb verwüstet 

hurbän zu Grunde gerichtet. 
^Är^^/verwirren, zu Grunde richten ; 

unvernünftiges Zeug reden. 
hirfejg Satteltasche. 

^ar^zie Taschengeld. 
fjurda Kleingeld. 
harnüb Frucht des Schokestrau- 
ches. 



f^arä Impf. ii}}rä cacare. 
II. f^arrä dass. 
f^arä Exkremente. 
I^eriän dass. 
f^izzäme Nasenring. 
/jasne Schatz; Schatzhaus. 
f§ass Salat. 
f^asis geizig. 
hasta krank. Davon f^astaf^äne 

Krankenhaus. 
f^asar Impf {if^ser verlieren. 

fjasrän verlierend. 

fjoi schön, gut Es wird immer 

vor das zugehörige Nomen 

gesetzt; also f^o^ faras eine 

schöne Stute. 

I}ail Impf iehiU klappern, klirren 

(mit den Fussspangen). 
f}alab (Nutz)holz. 
kü(i)f PI. (e)tßüf (junge) Gazelle. 
fyaHm Nase. 

f}us^ Zaun aus Rohr oder Palm- 
blättern. 
Aä^äui, i^osiän Hode. 

(last Eunuch. 
af}dar grün; feucht 
f^udra Gemüse. 
muf}addarät Gemüse. 
fiüdefijri ein grüner VogeL 
(iaft PL (u)fjtüt Linie; Brief 
)}att eliidd ein eigenhändig ge- 
schriebenes Schriftstück. • 
f^atab sich verloben. 
l^attb Verlobter. 
}^itbe Verlobung. 
f§atär Gefahr. 

f}äfer Gemüt legel /jät^ri um 
meinetwillen. (e)lf}äter allah 
um Gottes willen. 
hatiie Sünde, hatiie birügubtak 

die Sünde falle auf dich. 
f^afif dünn; leicht; schnell. 
IßL VIII. ilßall verwirrt werden. 



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(nietgn^r, Q|t«uara6tfc$e <B»efc$t4<en aue tem '^taq. 



121 



(e)hläl unreife Datteln. 
halhäl der hohle, breite Fussring. 
halas Impf. /////^^ aufhören, fertig 
sein. 

II. hailas fertig machen. 
hlf, II. hallaf zurücklassen. 

III. //i/rt/* zuwider handeln, ///^i^ 
Ihälif meinetwegen, jawohl. 

(e)fjläfvi?ich\ z.^J}eläfedduh(ä)r 
nach Mittag. 

Ijalfa PL //Ä^^/' Geselle. 

halifa Chalifa, Sultan. 
hulfujg Naturell, Charakter; Be- 
finden. 
hlu, II. (}alla Impf. ief}alli lassen. 
halllh ii^i er möge kommen. 

hall leer. 

hali/^e Leere, Alleinsein. 
hamm Impf fthumm probieren, 
nachfühlen. 

II. jammern nachdenken. 
(c)hmeilis in abü (e)lpneilis ein 

Name des Löwen. j 

hangar Dolch. i 

hanzir PI. hana::ir Schwein. I 

l^anzir bärrl Wildschwein. i 

Ijinser kleiner Finger. 
hö(ti)b natürlich, doch. j 

(ejh^ärde freigebig. ' 

/ins Palmenblätter. 

hiise PI. huas breiter Ring. i 

maliada Furt. ' 

haf Impf ieljcif sich fürchten. 
hmn Leinenzeug. 

hän Impf iehün verraten. ' 

/m^Imp£^'^//ÄJ zu schänden werden. | 
^/r. II. f^aiiar sich verbessern. | 

V. (fjtf^aiiar wählen. \ 

hefijr PI. a/ßar gut. ^ala hefijr \ 
wohin gehst du (=^^/Vyw raih), \ 

liaiier gut, vorzüglich. ' 

niuhtär Dorfschulze. 
(f)kiär Gurken. 



heizarän (Bambus)stock. 
////. II. Ijaiiet nähen. 
)a(i)l Pferde. 
haiiäl Reiter. 



danag PI. düani^ e. Boot. 
dabbe PI. düäbb Tier, bei den 

Meidanarabern spez. Büffel. 
dib(e)s Dattelhonig. 
dibU Melone (= räggi\ 
degä^ Hühner. 

dhg. II. dahhag sthQVif hinschauen. 
dahä stossen. 

dahal in die Hochzeitskammer 
eintreten, heiraten, ielet eddu- 
hül Hochzeitsnacht. 

dalßl Schützling. 
dUjfeJn Hirse. 

du/jan Rauch. 
dyrre Perle. 
därfujb Weg. 
däre^ Treppe. 
adred zahnlos. 
drk. IV. adrak erreichen. 

darak Gefahr. 

däric erwachsen. 
dirhejH silbernes Geldstück; Flin- 
tenloch. 
däruü PI. dcräuU Derwisch. 
derä Impf iidri wissen. 

VII. Inder ä gewusst werden. 
dezz Impf iedizz schicken. 
deSä verwünschen. 

VII. inde^a behaupten. 

du^ä Verwünschung. 

deB(d)iia Angelegenheit }c- 
de^(ä)y.a warum? 
darfejl Gras. 
deftär PL diyätir Heft. 
dufar Impf iidfur (mit dem Fusse) 

stossen. 
difen Impf lidfin beerdigen; in 
8b 



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122 



(Stiitäc^t 3ur ftmitif^tn ßpta<$wiWtnf<iaft 



Ordnung bringen (? durch 
Baddel erklärt). 
dfi (df). II. iMeffi wärmen. 

defiän warm. 
dagg, degglmplieduggy iMggldo- 
pfen; zerklopfen, zerstossen; 
spielen auf einem Musikinstru- 
ment; kitzeln (wofür auch 
degdeg)] tätowieren (ebenso 
degdeg). 
VII. indegg geklopft werden. 
medgügtle eine süsse Speise, 
bestehend aus zerstossenem 
Sesam und Datteln. 
medecc d. Ladestock beim Gewehr. 
dikkän PI. dekakin Laden. Man 

hört auch tikkän. 
dell Impf, iedill zeigen. 
II. dellel verwöhnen. 
VII. indell Impf, iindell kennen. 
tiyidell elbe(i)t kennst du das 
Haus? 
delle PI. deläl Kaffeekanne. 
delläl Ausrufer. 
deleg Säule (aus Holz, um die 
Decke zu tragen, in den Zim- 
mern und bei der Veranda 
{tar7nd\). 
delü Schöpfgefäss. 

däl^a PI. dJiäll Schöpfrad. 
demni Blut. 

abü demre eine Kopfkrankheit. 
dhnfejn Dung. 

medemmen gedüngt. 
denbüs eiserne, grosse Keule. 
dng. II. denneg sich überbeugen. 
dinte Welt. 
dikdeue abschüssiges Terrain, 

Halde. 
dihen Impf, j^idhin einfetten. 

dihen Fett. 
dah Impf iedfih betäubt sein 
iedfih ich bin betäubt. 



rast 



II. dauua/j betäuben. 
diid Würmer, speziell Ameisen. 

düd tai^är Schmetterling. 
dar Impf ^cdür herumgehen. 
II. danuar suchen jem. {ßald). 
IV. adär Impf ledir herum- 
reichen, ledir bälak er küm- 
mert sich um dich. 
VII. indar sich drehen, sich be- 
eilen. 
dar PL dcrän Haus, Wohnung; 

PI. (e)diar Gegend, Land. 
dire Gegend, Land. 
däriie Frauenhemd. 
dauri^e Nachtwache. 
adäret elbefijt Hausgerät. 
midair um . . . herum. 
das Impf {edüs treten, dreschen. 
dofujse Querstab am Griffe der 
Schaufel, um den FusS beim 
Graben darauf zu setzen. 
midäs Schuhe. 
dd(ußag PI. dt^äUg Unterbett. 
dofußtme Polster. 
dofujle Herrschaft 
dam Impf iedüm bleiben. 

daiman immer. 
dua\^) Impf iidm tönen (von allen 
Geräuschen z. B. vom Summen 
der Insekten wie Getöse des 
Donners). 
dui. III. däuä Medizin geben. 

düa. PI. düäiät Medizin. 
dihe Dattelzweig ohne Datteln, 

häufig als Besen benutzt. 
deiiüs resp. deiiüt Schimpfwort. 
die Hahn. 

din. VI. tedä^en entleihen. 
defijn Schulden. 
med^ün verschuldet. 
din Religion. 

diiäne Kultus. 
dinar PI. denänir Goldstück. 



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(jtlii^ntv, (JUituatMfcte ^tf<$i<$itn aue ^tm 'ixaq. 



123 



ät^an PI. detiä^in (Rats) Versamm- 
lung; Ministerium. 



däk, dälik jener, kedälik ebenso. 
debb Ivci^, ^i^dibb werfen, fortwerfen ; 

ausspeien. 
dibbän Fliegen. 

dibah Impf jidbah schlachten. 
dara^(a) Impf, iidra^(a) messen. 

deräB(a) Arm; Elle. 
dri, II. derrä worfeln. 
dikar Impf, jidker erwähnen. 

dakar Männchen. 

teskere Billet. 
delül Reitkamel. 
defnm Impf, iedimm tadeln. 
deneb PL dunüb Sünde. 
dekeb Gold, Goldstück. 

(u)dhübe goldener Schmuck, an 
den Schläfen getragen. 
du Fem. dät Besitzer von (litte- 
rarisch). 
dag Impf, iedüg schmecken. 
diö PL diäb Wolf (eigentl. di'b), 
de(i)l Schwanz. 



rät die Wasserrinne von der 
Schöpfmaschine zum Flusse. 

arä (eigentlich rdä) schauen (e. 
Traum), tera, teräni häufig 
in der Rede und Poesie 
abundierend hinzugesetzt. 
räi Ansicht, Ausweg. 
r&ie Fahne, Flagge (z. B. zum 
Verjagen der Vögel aus den 
Pflanzungen). 

rabb Herr, Gott, rabbi o Gott. 

rebabe beduinische Geige. Das 
entsprechende städtische In- 
strument ist die kemäne, san- 
für und qdnün haben vier- 



eckige mit Blech (das erste) 
resp. Leder (das zweite) über- 
zogene Resonanzböden, die 
mit zwei Klöppeln geschlagen 
werden, naqqäre ist ein in 
Mosul und Bagdad gebräuch- 
liches ähnliches Instrument, 
nur dass es aus Thon her- 
gestellt ist. döff, täb(e)l^ dun- 
bug sind Pauken verschie- 
dener Konstruktion. 
r^bhän gewinnend. 
rabat Impf iirbut anbinden. 

rabfijt der Stock der Schaufel. 
rab^(a) Genossen. 

rebi^(a) Frühling. 
mürabbltie PL nteräbi Pflegerin, 

Erzieherin. 
mär^ah schaukeln. 

mir^äha Schaukel; Wiege. 
ri^(e)l Du. ri^le(i)n Fuss. 
ra^el PL (i)r^üle Ehemann. 
re^gäl PL rejß^tl Mann. 
re^a^(a) Impf jir^a^(a) zurück- 
kehren (litterarisch). 
rahha PL rahltät Mühle. 
marhaban willkommen. 
rhm, IV. arham Barmherzigkeit 
schenken. 
rähem ein Fluch bei den Be- 
duinen = mel^ünij!) 
rahme Barmherzigkeit. 
rahas Impf, iarhu^ billig lassen. 
X. istarhas um Urlaub bitten. 
rafßs billig. 
ruftfejs Billigkeit. 
ruhsa Erlaubnis, Urlaub. 
rädd Impf, {eridd zurückkehren; 
zurückbringen (eigentlich IV); 
antworten; abhalten. 
ridfejn Ärmel; auch der ärmel- 
artige Fortsatz des Schöpf- 
gefässes. 



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124 



^iiiva^t 5UV femtitfc$en ^prdc$i9tffenfc$afi. 



mirzäb Dachrinne. 

razaq Impf, jirzuq ernähren. 

rizq Nahrung. 
razüne Fenster. 
rasül Bote, Prophet. 

märsül gesandt (litterarisch). 
raU Impf. i^ruU sprengen( Wasser). 
räUdi Ohrfeige. 
mirlag hölzerne Keule. 
resa^ Blei. 
7nursaB(a) Kreisel (Spielzeug der 

Kinder). 
reäa^fajij) Impf tir da ^faj säugen. 
' murdaB(a) Amme. 
rida Impf iirdä zustimmen. j 

VI. teräda gegenseitig einver- | 
standen sein. 
ratib feucht, frisch. 

rutübe Feuchtigkeit ' 

mar^tib erschreckt, entsetzt, 
ri*/. III. rä^a weiden. 

ra^t Hirte; Besitzer von. 

r'a^iie Herde. 
(e)rHf Brotfladen. 
raff Taubenschlag. 
rifeg^) Impf iirfig begleiten. 

III. räfa^ dass. 

VI. teräfag gegenseitig sich be- 
gleiten. 

r<^^Pl.r//^^« Begleiter; Freund, 
Geliebter. 

reßge Fl. rcfä ig Freundin. 
regge Schildkröte. Eine grössere 

Art heisst raßeJL 
räggi (gelbe) Melone. 
rugbe, rtiqbe Fl. arqab Nacken. , 
ragas Imp. iirgiid. tanzen. 
rikab Impf //r/'^^ reiten, fahren. 

II. rakkab reiten lassen; (den 
Topf ans Feuer) setzen; oku- 
lieren (einen Baum). 

ricab Steigbügel. 

rikbe Fl. (i)rkab Knie. | 



merkab Schiff; Dampfer. 
märkez Centrum. 
murkäie Holzstange zum Zer- 
stossen des Getreides im 

rikad Impf iirkud Impt irkud 

laufen. 
ruk(e)n Fl. arba^t^irkän Ecke. 
rum(a)h Speer. 
arniad augenkrank. 
rumad Asche. 
rutnädi grau. 
ra7n(e)l Sand. 
armale Witwe. 
rummän Granatäpfel. 
runiä Impf iirnii werfen. 
rann Impf gerinn klirren. 
rhz. II. rahhaz schnell coitieren. 

rahze d. schnelle Coitus. 
rahem Impf iirham überein- 
stimmen, sich anschliessen(?) 
rhi, VI. terahen wetten. 

rah(e)n Fl. (e)rhün Ffand. 
ral^ reif; vom Gelde: kleiner 

(Piaster). 
räh Impf ieruh gehen; verloren 
gehen. 
II. ram^a/i gehen. 
X. istaräh sich ausruhen. 
ruh Seele; zum Ausdruck des 

Fron, recipr. 
raha Ruhe. 
rauah Wandern. 
riJja Fl. r'^ai/j Wohlgeruch; 

Lüftchen; versetzte Winde. 
miruäh Fl. ///^rrt'?//// Worfschaufel. 
marätn Sinn. 

rad Impf u^rid wollen; werden 
wollen z. B. ärid marrar ich 
will Hackenarbeiter werden; 
verlangen z. B. elntudtf ierid 
masraf d2iS Gasthaus verlangt 
Ausgaben. 



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(Pl<tgn«r, (JULtuataBifd^c ißfefc^tcSten due tem ']xac^. 



125 



VII. /Vr^^ gewollt, verlangt wer- 
den. 
rade Wunsch. 

w^y/i^ gewünscht; verantwort- 
Kch.. 
ras PI. rf/s Haupt, ^a/a rast ge- 
wiss, zu Diensten (eigentl.r^'^). 
reiiis, reis Anfuhrer, Kapitän, 
r/i Federn, 
r/i. terla^fa) rülpsen. 

ieriüBa Rülpsen. 
rlg. V. terai^ag frühstücken. 

ra^üg Frühstück. 
rim Gazellen. 



::ibb Penis. 

svlnA Weinbeere. 

zib(e)d Butter. 

zäbut Gendarmerieoffizier. 

zibfejl Mist. 

mizbele Misthaufen. 
(e)zbün langes Obergewand, Kaftan. 
zahne Unannehmlichkeit. 
zih(e)t Nagel im Stocke zum An- 
treiben der Tiere. 
zahme Weste. 
zirr Oberschenkel. 
z^rar PI. zerärät Knopf. 
zrb, IL zärreb cacare. 
zärdüm Kehle, Adamsapfel. 
zärzür Staar. 
zera^(a) Impf. iizraB(a) säen. 

VII. inzera^(a) gesät werden. 

zara^(a) PI. zTiari^(a) Sämann. 

zär^(a) Feld. 
zärfujf PI zurüf Loch. 

w^^rÄ/durchbohrt, durchlöchert 
azrag blau. 

ztrre(i)^ Vergissmeinnicht. 
zeräntah Schnecke. 
za^(a)tut PI. za^dtit Knabe, Junge. 
za^al Impf, liz^al zürnen. 



za^(a)lim zornig. 

zaBfaJm, za^(a)nia d. h. 

fejzrir, (e)zreiiir klein. 

zeff Impf, {tztiff geleiten (e. Braut). 

zif(e)t Pech. 

niezaffat gepicht. 

zefir stinkend. 

meziglän eiserne Walze, um die 
sich die Rolle des Schöpfge- 
fässes dreht. 

zi/(i)f PI. ztllüf (Seiten)locke. 

zeleg Impf, iiziig ausgleiten. 

zilim PI. azläm Menschen. 

zumal PL zumail Esel. 

zeman Zeit. 

müzänger verrostet. 

(e)znäd Eisen zum Feuerschlagen. 

zengin reich. 

zahäb Provision, Ausstattung. 

zad Impf ieziid zunehmen. 

II. zauued vermehren, viel neh- 
men. 
zaid zu viel, überschüssig, az- 
i^äd, azlad mehr als. 

zauzauät Lebensmittel, Lecker- 
bissen. 

zär Impf iezür wallfahrten, be- 
suchen. 
zair PL zauar Wallfahrer. 
mezär Ort der Wallfahrt; Weg 
(poetisch). 

zor Gestrüpp, Wald, 

zi^^. V. tczauua^ sich verheiraten. 

• zb(u)^ Ehemann. 
zofnjga Ehefrau. 

zn^. II. zatiyLa^(a) vomieren, aus- 
werfen. 

zultle (breiter) Teppich. 

fejzuefijni e. Kleidungsstück, eine 
Art Aba. 

ze(i)tün Ölbaum; OlivenöL 

zeta Bachstelze. 

zi^ lif PL ({^)ziag Itf der noch 



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126 



OSfetltd^e 3ur femi^fc^in ^))rac$i9t(fenfc$afi. 



frische Palmbast oben in der ' 
Krone, aus dem man Stricke 
macht. 
zin, II. zeileji rasieren. 

z(i)en schön; gesund. 

(e)ziän Rasieren. 

müzeiiin Barbier. 



sdal Impf, iisal fragen. 

stial Frage. 
s^beb Grund, min sebeb deshalb 

weil. 
sebte ein Strick, den die Meidan- 
und auch andere Araber um 
den blossen Leib, wohl als 
Amulett, tragen. 
sabah Impf, jisbah sich baden, 

schwimmen. 
subhän Preis. 
seba^(a)\J6^^\ tüchtiger, fleissiger 

Mann. 
s^bü^a PI. seba^ät Woche. 
(e)subbag Fiedelbogen der Rebabe. 
sebil Weg; Pfeife. 
sebiltle fromme Stiftung, die Gott 
oder einem Heiligen geweiht 
ist 
sitär Impf, iistir bedecken. 
sitfejr Vorhang. 
sitre (europäischer) Rock. 
mestür bescheiden. 
mestüre Hebamme, wofür auch 
^idde vorkommt. 
sfg^äde PI. segägid Gebetsteppich. 
si^fejn Gefängnis. 
mishä [Schaufel. 
shm. II. sa/j^a7n schwärzen. 
V. t^saf^J^am sich schwärzen. 
sehäm Russ. 
(ejsß^üne Fieber. 

^^^^I(auch safiä geschrieben) aus- 
helfen, freigebig sein. \ 



sedd Impf iesidd schliessen. 
VII. insedd verschlossen werden. 
sedde Damm. 

(e)sdär Schnur, die um den Hals 
des Pferdes geht, um die ;////- 
^(a)raga festzuhalten. 

sidre Injubenbaum. 

(e)sdane Truhe aus Thon. 

sdu, II. seddä ausstrecken, folgen 
lassen. 

^Y'r^^Luftspiegelung,FataMorgana. 

Sarah Impf iisrah weiden, beauf- 
sichtigen. 
Sarah Hirt. 

serdäb Keller. 

srsfi. V. tesersah von oben (;///// 
fd(u)g el^äit) herunterrutschen. 

(e)ntsärgen verbannt. 

seräi Serail. 

sat(e)h PI. (e)stüh Dach. 

j/^/^r (auch .yw/^r geschrieben) Imp. 
jisiur schlagen. 
II. satjar Linien ziehen. 

satfujl Eimer. 

seta (auch sota geschrieben) Impf 
iisti losziehen, überfallen. 

saHd glücklich, 
sa^ade Majestät 

sa^af Palmzweig. 

säH Eilbote (Gl: taril min taraf 
eBa^ale). 

sefife Band. 

sfr, III. ^4/^^ reisen, me safer Reisen- 
der, Gast mesäf ereile Rei- 
sende, Reisegesellschaft 

sefergel Quittenbaum. 

sefine PI. sifin Schiff. 

sagu/ Impf, ^isguf bedecken , ein 
Dach legen. 
sagfuj/ Decke. 

mesgum krank. 

segmäni Fusssoldat (Gl. : ^a^l tu/- 



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(YUdgner, Q|teuAra6tfc$e ^t\<ii4itn aue tm 3^^^- 



127 



sä^i der Arbeiter, welcher das 
Wasser des Grabens auf die 
Felder leitet. 
sägie Tränkrinne. 
sicce Weg, dann aber auch das, wo- 
durch ein Weg hergestellt wird 
z. B. eine Eisenbahnschiene, 
die eiserne Spitze am Pfluge. 
siket Impf, iiskit schweigen. 

besküt heimlich. 
sikär Impf, lisker betrunken sein. 

sakrän betrunken. 
(e)skemll Stuhl. 
siken Impf, {isken wohnen. 
sikkän Steuer. 
sicHne Messer. 
seile Korb. 

slb. II. selleb plündern. 
(i)släh Waffen. 

slh. (auch ^Ih geschrieben) IL sallah 
d. Kleider ablegen. 
V. tesallafy sich entkleiden. 
Sultan Sultan. 
(e)slügi Windhund. 
silefn Impf, lislem ganz, unver- 
sehrt sein. 
II. sei lern grüssen; untergehen 
(von der Sonne), eigentlich: 
sich empfehlen. 
IV. aslam zum Moslin machen. 
X. isteslem Moslim werden. 
salim gesund. 
seläm Friede, Gruss. 
seläme Wohlbefinden. 
aslänk Islam. 
mislim Moslin. 
si^mm Gift. 
sintbil Ähren. 
simsini Sesam. 
simec Fische, 
jw/. II. semma benennen. 

niesme Benennung, Beziehung. 
semä Himmel. 



sinn PI. (njsfmn Zahn; Alter. 
sined Kontrakt. 
sifidäft Ambos. 
sm(i)sle Kette; Hecke. 
sehil leicht, nicht schwierig. 

sahlan willkommen. 

(i)she(i)l Canopus. 

mishil Purgativ. 
sene PL senm, senauät Jahr. 
sü Schlechtigkeit 
asuäd schwarz. 
sd(u)den verdreht machen. 

V. thd(u)den verdreht sein. 
sör Mauer. 

sora Strudel. 
(e)suar Armband. 
süs Süssholzbaum. ^ir(e)g essiis 

Süssholz. 
sät Impf, ihüt umrühren (mit d. 

Löffel). 
sä^a PI. sä^ät Stunde; Uhr. Auch 
t beim Eintritt eines unerwar- 

teten Ereignisses gebraucht: 
da plötzlich, hessä^(a) jetzt. 
säg Impf, i^süg treiben ; vertreiben, 
I verbannen. 

säg UnterschenkeL 
süg PL sügät Strasse, Markt. 
I säge Trupp (Tiere). 
(ejs^äg Brautgeld. 
süäge Stecken zum Antreiben. 
' tnesiüg verbannt. 
sd(u)lef Geschichten erzählen. 
sälife PL suälif Geschichte. 
suä{^) Impf iisiia wert sein, kosten. 
II. saujiä machen. 

VI. tcsäj^ä gleich sein. 

VIII. Impf //^/^z gar, reif werden. 

sua Zusammensein; Überein- 
stimmung. 

mistui reif; gar. 
' sei^id, sidHtYT] Titel von Personen 
aus der Familie des Propheten. 



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128 



(gtiMc^t 3ur ftmitif4^n ^^pta^m^^nf^aft 



sar Impf, lesir gehen, reisen. 
IL seiiär spazieren gehen. 

sais Pferdeknecht. 

se(i)f PI. (u)siüf Schwert. s€(i)f 
Allah Regenbogen. Davon: 
seiiefet = es hat einen Regen- 
bogen gegeben. 

Hb(ä)r Spanne. 

iiba^(a) Impf, iilba^(a) sich sät- 
tigen. 
^fb^än satt 
^bk, VI. tHabak mit verschränkten 
Fingern ringen. 
(e)lbice PI. ^bec grosses, breit- 
maschiges Netz zum Fischen 
sowohl, wie zum Transport 
von Sachen. 
Ubbac PI. lebnbtc Fenster. 
Hb(e)h wie, gleich. 
Ubä Impf, iübi bespringen (vom 

Pferde etc.). 
Utel Impf lütil pflanzen. 

iital Pflanzen. 
Um. II. httefn schmähen, beschim- 
pfen. 
Mme Schimpfwort. 
Hgere PI. ai^är Baum. 
lugä^a Tapferkeit. 
hhhäta Schwefelholz. 
ma^Jjdf e. Art von Booten. 
^ähl} Impf iehhh urinieren. 
Paktier grosses Boot. 
Hhär Impf, ii^her schnarchen. 
^aljfujs PI. a^/jä^ Person. 
Sedd Impf ielidd zu-, festbinden. 
Ud(e)r blaue Glasperlen. 
^adl Dem. hie(i)dt Affe. 
^ärr Impf. J£iirr zum Trocknen 
aufhängen. 
milrar Trockenleine. 
lärr schlecht. 



irt:/-^/^ Impf //Jfr^<^ trinken; rauchen. 

II. iärreb zu trinken geben. 

Hr(i)b Trinken. 

^ärib Schnurrbart. 

^eräb Wein. 

iärbe grosse Wasserflasche; 
Trinkschale. 

iärbet Scherbet. 
iarad Impf leHrdün fliehen. 
Uris Leim. 

lara^(a) Impf. ji}ra^(a) ein Gesetz 
machen, entscheiden. 

(eßrä^(a) Segel. 
^rg, II. ^ärre^ nach Osten gehen. 

iär^i Südostwind. 
Wk, VI. te^ärak partizipieren. 

^ertc Compagnon. 

ieraka Gesellschaft, Compagnie- 
geschäft. 
iarmüh Dattelrispe. 
lerä Impf, iüri kaufen. 

VIII. ütära kaufen. 
latt grosser Fluss. 
iat(u)b (Pfeifen)rohr. 

iätbe Gerte. 

(e)7niattab gefleckt, gestreift. 
lati (flaches) Ufer. 
la^(a)r Haar. 

hi^^är Tänzer zur Musik. 

^a^ir Gerste. 
^a^al Impf ^iHal anzünden. 

VIII. üta^al angebrannt werden, 
brennen. 

7nel^al Beleuchtungsapparat. 
IH. VIII. Impf lilteril arbeiten. 

iur(€)l PI. alräl Geschäft. 

iärül PI. iTiäril Arbeiter. 
ieff Decke. 

leffe PI. ^efäf Lippe. 
lefellah Frucht des Kaperstrau- 
ches. 
Hfnine Ringeltaube. • 

ifl. VI. tHafä einen Krankenbesuch 



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/ 



QYletgner, Q^euarAfttfc^e iBefc^ic^ien au9 htm 3tA^. 



129 



machen, sich nach jemandes 
Befinden erkundigen. 

i^^^ Impf. ieUgg zerreissen, zer- 
spalten; durcheilen. 
iegg PI. iigüg Spalte, Ritze. 
meigüg zerrissen. 

Hgfe PL i^^^z/ (kleines) Stück (von 
Steinen, Ziegeln etc.). 

Hgal wegtragen. 

(e)lginnak Abfall, kleine Stücken 
von Ziegeln, beim Mauern ge- 
braucht. 

aiqiiä rebellisch, räuberisch. 

lakar Impf iükur danken. 

sekkär Zucker. 

mükil PI. meiäkil Schwierigkeit. 

iku. VIII. ütdka sich beklagen. 

i^ÄV Schwanz (des Pferdes); Decke 
aus Leinen. 

hlfijb d. Reispflanze. 

lalaB(a) Impf. iiilaB(a) heraus- 
reissen. 

lelratn weisse Rübe. 

Ulfe lange Beduineulanze. 

lemm Impf. ieUmm riechen. 
VIII. ütemtn riechen. 

^mt. V. teiemmet Schadenfreude 
haben. 
leniäta Schadenfreude. 

iemfejs. Sonne. 

iamü^ PI. }^äm^s Strick, um das 
Schöpfgefäss zu öffnen. 

^umat ziehen (d. Schwert). 

VII. iniümat herausfallen (d. 
Schwert aus d. Scheide). 

hm^a PL (e)hnä^(a) Querbalken 
beim Schöpfgerät; Licht 
latnBadän Leuchter. 

iynberäne Raupe (oder eine Raupen- 
art?). 

lenäitl Troddeln (eiserne) an der 
Lanze, harbe meleniele be- 
deutet eine solche Lanze. 

Beiträge zur semit. Sprachwissenschaft. V. 



Um^(a) schlecht 
(e)lkebt Trappe. 
(i)ihed Impf, i^hed bezeugen, 
n. lehhed bezeugen lassen. 
VI. tHähed bezeugen. 
iähid PL iuhüd Zeuge. 
lehäda Zeugnis. 
lalt(ä)r PL ühur Monat. 
Uhäma Energie, Lebhaftigkeit. 
lähme Falke. 

Ihu. VIII. ihihä Appetit haben. 
mä dHehi äkil ich bin nicht 
hungrig. 
iahua Leidenschaft; Samener- 
guss. 
}är Impf ieiür einen Rat geben; 
sich beraten. 
lb(u)r Ratschlag. 
lära Zeichen. 
iura Salpeter. 
müuär Weilchen. 
i^/'Impf /^"i/?/'sehen. aiü{=^ aiüf), 
ich sehe, abundierend hinzu- 
gesetzt. 
II. iauuuf zeigen. 
iag angenehm, lieb sein. 
ibfujke eine stachelichte Pflanze, 

die als Brennmaterial dient 
hmndar rote Rüben. 
hm Impf iüui rösten. 
iä Impf ^^iä wollen, mä ia^lläh 
Ausruf der Verwunderung; 
goldener Schmuck, der am 
Halse getragen wird. 
le(i), U etwas, luei iuei allmäh- 
lich, langsam, iueile ein wenig. 
le(i)b graues Haar. 

lajß Greis. 
se(i)}} PL i/^//i^, Alter; Dorfschulze; 

Gelehrter. 
me PL liäi Flasche. 
' iät laufen. 
ieitän PL ie^ätin Teufel; auch von 
9a 



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I30 



(ßtittlc^t 5ttr ftmiiif^tn ß^^ta^wi^tnf^afi. 



einem Menschen gebraucht, 
der in irgend einer Beziehung 
über seine Mitmenschen 
hinausragt. 
iä^fa) sich verbreiten (e. Gerücht). 
iäl Impf. i^Hl wegbringen; weg- 
ziehen. 
II. ieiiel wegbringen lassen. 
VII. Mal weggebracht werden. 
iaiiäl Mastbaum. 
iäme Leberfleck, Mal. 



sar rechts; vom Gelde: guter, 
grosser (Piaster), ^är uezir 
Grossvezier. 
säbb Impf, i^^uöb ausgiessert 
sbk. II. sabbah (am Morgen) sein. 
IV. a^bah Morgen werden. 
subfajk Morgen. 
sabha Fem. eine Blässe an der 
Stirne habend. 
sabarij) Impf, lisbir warten. 
VII. i^tibär warten. 
säbir PI. ^^äbir Schläfe. 
sabarQ) Impf, {isbar färben. 

sabbär Färber. 
^abün Seife. 
saiii/i richtig. 

si/jJhe Gesundheit. 
sahib PI. ashäbYr^und ; Besitzer von. 
^ah(a)n flache Schüssel 
sa^(ä)r Stein; auch Backstein. 
sah(e)l PL mhitl Ziege. 
^ädd sich drehen, sich wenden. 
sädfejr (auch sed(e)r geschrieben) 
Brust, sedr a^(a)dam Ober- 
präfekt. 
sedär Balken am Bassin der 
Schöpfmaschine. 
sdg, II. säddag glauben, für wahr 
halten. 
III. sädag befreundet sein. 



sädi^ PI. sidgän Freund. 

^idfijg Wahrheit. 

^edäga Freundschaft. 
surre Beutel. 
sarsür etid(e)n d. Teil des Kopfes 

hinter dem Ohre. 
sar^(a) PI. {ejsru^(a) Zügel. 
^ärif läufig (von der Kuh). 

niasraf PI. tnesarif Ausgaben; 
Geld. 
serim Dornstrauch. 
st^ränic Flöten (= avQiy^*^). 
särt zerpflückte Palmenfasern, wo- 
raus Stricke gedreht werden. 
^a^fajb schwierig. 
^a^ad Impf. iisBad in die Höhe 
gehen, hinaufsteigen. 

sa^üd d. Heraufsteiger (um die 
Palmen zu befruchten). 
soff PI. süfüf Seite. 
säffta Seite. 

^jifad Muschel; Perlmutter. 
säfra d. Pfeifen. Davon icsö(u)fer 
er pfeift. 

^ifrtj^e Gefäss fiir den Brotteig. 

asfar gelb. 
sufyaf eine Pappelsorte. 
sfg, II. i^säffi^ klatschen. 

säfge Klatschen. 
sufan nachdenken. 
^agfujr Falke. 

salab Impf, iislub kreuzigen. 
salbüh Feuerstein, 
j/^. II. sallä beten. 

sala PI. salauät Gebet. 
samaf} (auch satnah geschrieben) 

Impf, iismah aushalten. 
snL V. tesannat hören. 
^andüg PI. sänädi^ Kiste. 
sn^, II. sanna^(a) kunstvoll ge- 
stalten. 

^äfia^fa) PI. sinnä^(a) Lehrling. 

senäBa Handwerk. 



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(Jtiti^ntt, Q^eudrA6tfc9e <Befc9tc9ien autf htm 3taq. 



131 



sinfejf Zunft. 

sanam PL asnätn Götzenbild. 
^ahal Impf, li^hal wiehern. 
^^b. II. sau^äb treffen. 

sd(M)b Seite. 

(u)^uäb Schlag. 

mii^ibe Vorfall. 
sd(u)t Stimme. 
^ora Bild. 
^air Goldarbeiter. 

^ora Geschenk. 

4tre Schmuck, 
.y«/ Wolle. 
süc Fehler. 

soi links, j^/ ^^;7/V zweiter Vezier. 
säm Impf. 0süm fasten. 

sofujfn Fasten. 
sb(u)n Mist. 

.j'a/r Impf. iestfa)h rufen. 
^^^/ Impf iesid jagen. 

V. t^^eiied dass. 

VIII. />/^rf dass. 

^<r^/y^ Jagd. 

saiiäd Jäger; Fischer. 

mi^iade Vogelfalle. 
sär Impf /^^/V werden. 

w'Ä Einfriedigung. 
^efijf Sommer. 

sefijfi sommerlich. 
seigal Schwertfeger, Büchsen- 
macher (Gl. iesau^i tuffag), 
finiie Tablet. 



dubäb Nebel. 
dabti Gendarm. 

ma4büt zuverlässig. 
däbe^(a) läufig (von Hündin, Ziege). 
dahak Impf ii4hak lachen. 

dih(i)k Lachen. 
dafiä hoher Vormittag. 
4&rr Impf, i^durr schaden. 

4orre Euter. 



4arab Impf ii4rub schlagen; 

schiessen. 
4arih Grab. 
4ärat Impf ii4^ pfurzen. 

II. Impf ie4arrMt dass. 

abü 4^rta ist ein grobes Schimpf- 
wort. 
4era^(a) Euter. 
4ci^yf schwach, krank. 

4u^(u)f Schwäche. 
4aB(a)n Karawane. 
idfir PI. a4nfir Nagel. 
4äil Impf p^ull bleiben. 
4ala^(a) Impf ii4la^(a) hinken 
(vom Pferde). 

4il^(a) Rippe. 
4ul(u)ni Ungerechtigkeit, Be- 
drückung. 
4ämtn Impf i^4u^nm verstecken. 

4ämm rühah sich verstecken. 
4nid, V. te4ommed verbunden 

sein(?). 
4ah(ä)r Rücken. 
4üa Licht; Lampe. 
4^^faJlmp{.(e4i^faJverlorGn gehen. 

II. 4^ii^^f^J verlieren. 
4ä/ Gast sein. 

II. //if/VV/' bewirten. 

fnu4if Gästehaus. 
4äg Impf iMi^ eng sein. 

II. 4^ii^i eng machen. 4* ^«^ 
er hat mir Sorgen gemacht. 

4eiii^ eng, schmal. 



fäbb Impf ietubb eintreten. 
tbb, IL tabbeb heilen. 

täbib PI. atibba Arzt. 
tobafy Impf iitbuh kochen. 

VII. intobafj gekocht werden. 

täbih E^sen. 
täbiia Natur. 
tbg, II. tabbaq belegen, pflastern. 



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132 



^tiMt^t 5UV fmiH\4tn {IptAc^wiffenfc^Af^. 



VII. intobag sich schliessen. 
tub(a)g geflochtene Schale für 

Brot. 
tobge, tabaqa Stockwerk; Lage 

oder Blatt (Papier). 
mutbag Doppelflöte. 
mutbuge Doppelflinte. 
table Tablet; Trommel. 
tof}mäf} hölzerner Hammer. 
fo^an Impf, titfyan mahlen. 
tarbes das Feld bestellen {?). 
tarah\m^{.jitra}i hinwerfen (jem.), 
bezwingen im Ringkampfe; 
abortieren (von der Frau). 
tar(a)h Fruchtansatz. 
tared Impf jitrid vertreiben. 
III. Imp. 0tärid galoppieren. 
tyrrade langes, schmales Brot. 
muträd Verfolgung. 
tarel Impf, iitrü über Land gehen, 
verreisen. 
täril PL (u)irtä einer der über 

Land geht, Bote. 
tär(e)i Vieh. 
atra^ taub. 
taraf PL aträf Palmzweig; Seite. 
min taraf von seiten, wegen. 
tarfe Terebinthe. 
taraglmpi iitrug mit dem Stocke 
antreiben, schlagen. 
tärüg PL tuäri^ Wächter (im 
Palmengarten zur Bewachung 
vor Dieben). 
mutragt muträg Stock, um die 
Kamele anzutreiben. 
tarma Balkon. 

täU Impf, jetili ausstreuen, säen. 
ta^äm Speise. 

tufar Imp. iitfur hinüberspringen. 
tifelQ) Impf iitfil spucken. 
tiffejl PL affäl Kind. 
tofa Impf iitfi auslöschen. ^ 

VII. intofä ausgelöscht werden. ' 



tagg schlagen. 

talab bitten, betteln; zu verlangen 
haben. 
tilbe Wunsch, Auskunft. 
matlüb verschuldet. 
tala^(a) Impf iitla^(a) in die 
Höhe steigen: aufgehen (der 
Sonne); ausgehen (von Flecken 
etc.). 
II. talla^(a) in die Höhe, heraus- 
gehen lassen. 

IV. atla^(a) in die Höhe bringen. 
tala^(a) weibliche Palmenblüte. 

talaq geschieden sein. 
II. /^//^^ wegschicken (eine Frau). 

V. tetallaq weggeschickt werden. 
täliq, täliqe geschieden. 
talläge Thürflügel. 

tämm Impf ietumm verscharren. 

tamäta Tomate. 

tkr. II. tahhar beschneiden 

tuhür Beschneidung. 

tahära Abtritt, auch cehne, oder 
adabhäne genannt. 
tob Kanone, tobet Artillerist. 

topa Ball. 
tofujbez den Hintern heraus- 
strecken. 
täse Trinkschale, 
/^i. II. taut(a^(aj beschwören 

(Schlangen). 
täf Impf if^tuf schwimmen. 

II. taur/^ef dass. 
tag Schicht, Teil (ein Stück der 
Handmühle). 

tage PL tüai^ Lage Stoff*. 
täl Impf Refill lang sein. 

tgl Länge; Gestalt; Stück (Stoff). 
mä tgl so lange als. 

täuil lang. 

tgle mal el/ßfijl Pferdestall. 
tä^e Napf für das Fett. 
täb Impf i^tib gesund werden. 



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QYleigner, (j^ituäta^if^^ 4Rtf<l$i<iUn auM htm 3tA(). 



133 



IL tei^ei gesund machen. 
tat^ii gut; gesund, noch am 

Leben. 
fide Wohlbefinden. 
/lir Impf, ^etir fliegen. 
fefijr PI. füiür Vogel. 
müteiierci Vogelhändler. 
tez Podex; der untere Teil des 

Kruges, worauf er steht. 
te(i)f Traum. 
/^ /> Balken am Bassin der Schöpf- 
maschine. 
thi Lehm, nasse Erde, Strassenkot. 
taiiän PL taiiane Lehmträger. 



Bybb Busen. 

Bab(i)d?\. i^^^ (schwarzer) Sklave. 

Babde Sklavin. 
Babar Impf ie^fäjbir, jdB(ö)bir 
überschreiten. 
Hbre Furt (zum Übersetzen), 
ia^^r^ Übertreten (desWassers), 
Überfüllung, Überschwem- 
mung. 
maBfaJbera Furt. 
Babä Mantel. Besonders feine 
Arten sind mizj^ie, f^äciie^ 
bitttie. 
Bbi, n. i^Babbl füllen. 
Batab tadeln. 
Batfajb Tadel. 
Batäbe eine Gedichtart 
Batt Motten. 

fna^fajiütvon Motten zerfressen. 
Batar Impf. i^B(ä)ter straucheln. 
Ba((a)g{}) PL Butüg Zweig mit den 

Datteln daran. 
Bagä^ Staub. 
Ba^eb Impf 0B(d)^ib gefallen. 

Bagibe PI. Ba^aib Wunderbares. 
Bä^iz schwach, kraftlos. 
Ba^ PL Ba^aiz altes Weib. 



Ba^el Impf ieBfdJ^il beeilen. 
Ba^in Brotteig. 
Bydde Zahl. 

Badad Zahl. 

Badde Ausrüstung. 
Badel Impf jJ^B(d)dil sich erholen. 

IL Paddel ebnen; sich erholen 
lassen. 

III. Bädel gleich machen. 

Badfejl gerade; eben; lebendig. 

Bädil gerade. 

Bydfejl Last. 

Badäl Ebnen. 

Bädeltie Recht, Jurisprudenz. 
Badfejs Linsen. 
Bdu, IIL Bäda befeinden. 

Badüf a^fajdä Feind. 

Badäue Feindschaft. 
Byd(e)r Entschuldigung. 
Barab Araber. (a)Barubl arabisch. 

Barabl^ Baräbt arabisch. 

Borbän Wüstenaraber. Davon: 

tcBarban Wüstenaraber werden. 
Karbid PL Bardbtd Viper. 
Bare^ Impf te^fäjri^ hinken. 

aBfaJra^ hinkend. 
BrS' IL Barras heiraten. 

VI. t^Bäras scherzen (mit der 
Frau). 

Barus junge Frau. 

Byrfejs Hochzeit 
Brd III. Bärad hindern. 

V. te Barrad sich entgegenstellen. 

VI. teBärad sich entgegenstellen. 
Barid breit 

Barfejd Breite. 
Bar4f^)bäl Eingabe. 
Baraf Impf ieBfdJrif, iöB(ö)rif 
wissen, verstehen. 
Bärife PI. Bauärif Sachverstän- 
diger. 
maBärif Mähne (des Pferdes). 
Bir(f)g PI. Buriig Ader; Wurzel. 



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134 



^tittä^t 3ttY fmiiif^^ H^tac^wi^tnffiaft 



^arag Dattelschnaps. 
^arag Schweiss. 
^araqcin Schweisskäppchen. 
^argan schwitzig. 
mu^fajraga Schabracke. 
^rk. W, ti^^ärak sich streiten, 

prügeln. 
(a)^aran Nasenring. 
^ariän nackend. 
^asz Imp£ ia^yzz lieben. 

^yzze Liebe. 
^yzbe, ^azfijbe Witwe. 
nte^azzib Gastgeber. 
ma^fajzül abgesetzt. 
ma^fajzüm eingeladen. 
Hsbiie grosses, viereckiges Schiff, 

ähnlich dem Schachtür. 
^asker Militär. 
^asel Honig. 

^aseli honigartig. 
^asä es ist möglich, dass . . . ^asak 
bil^u^a^faj möchtest du krank 
werden. 
^yU Nest. 

(ä)^a^ara schwanger (vom Tiere). 
Blq. V. te^aUag sich verlieben. 
^aUg PI. ByUäg verliebt. 
^i^fijg Liebe. 
^iu, V. te^aUa zu Abend essen. 

^aM Abendbrot. 
Ba^fujr Nachmittag. ei^asfujr 

nachmittags. 
3a^if stürmisch (vom Wetter), 

speziell bei Sandstürmen. 
^asfür PI. ^a^äfir Spatz; kleiner 

Pflock beim Pfluge. 
irt.yä Stock; Schlag mit dem Stocke. 
^add Impf. 0^add beissen. 
^adäm Knochen. 
^attär PI. ^attärin Spezereiwaren- 

händler. 
^ates Impf. ic^(ä)tis niesen. 
^at(a)l Durst. 



j ^aÜän durstig. 

^atif PI. ^ytaf läufig (vom Pferde, 
' ' Esel). ' 

I i//. V. te^attal sich verspäten. 
i ^atä Impf ia^faJH geben. 
VII. in^atä gegeben werden. 
nta^(a)füs zerwühlt, zerknüllt. 
^afä Impf. ia^(a)fu verzeihen. 
^äfile Gesundheit, Wohlbefinden. 
PI. ^ai^äfi auch als Wunsch: 
Prosit. Antwort: Allah ia- 
B(a)fik, 
^aiii Koralle. 

^ag(u)b nach ^ag{u)b ma nach- 
dem. 
^agfejd Glied (im Bambusrohr). 

Bagäde Bogen, Gewölbe. 
^äqir unfruchtbar. 

Bug(e)r Grund und Boden. 
^agrab PI. ^a^ärib Skorpion. 
^agrüg PI. ^agäri^ Frosch. 
^ag(e)l Verstand. 
Bäqil klug. 

^agäl Strick um die Kuffije. 
Mgiil eine Stachelpflanze, die 
besonders als Brennmaterial 
dient. 
^ägule Knie am Hinterbein des 
Pferdes. 
^iceri^ eine Grasart, die als Vieh- 
futter dient. 
^akkäze Stock. 

i//. V. tc^allel sich zu Abend 
unterhalten. 
^ölle Krankheit. 
^alil krank. 
^Iq, II. ^allag aufhängen. 

^ali^ Futter; Futterbeutel. 
^il(i)c bestak Mastixharz (zum 
Kauen und Einreiben des 
Fiedelbogens). 
^hn, II. Mallem lehren. mcBallani 
gewöhnt. 



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QYletgner, ({UttAra6ifc(e <Befc(t4^ au9 htm ^vä^. 



135 



V. te^allam lernen. 
Galant PI. a^(a)läm Strich, Merk- 
zeichen, 
ma^fajlüm gewusst. ^är ^an- 
dah ma^fajlüm er wusste. 
ma^fajlän Herr. 

ma^fajläne Herrin. 
Siu. V. t^^allä sich emporheben. 
^alä gegen etc. Balmä bis dass. 

^ala^ei warum? 
Bali hoch. 

Bal^e PI. Baläi/^i Hochstrasse. 
ta^äl komm. 
Bamm Oheim (von väterlicher 
Seite). Auch gewöhnliche An- 
rede an Bekannte {iä Bammi). 
Batnme Tante. 
Bfnm, II. Bammem einen Turban 
anlegen. 
Bamäme PI. ^amaim Turban. 
^ätnüd Wagebalken. 
Btnr. II. ta^fajmir reparieren. 
.^qm(ä)r Leben. 
Batnniärile Kampfesfrau. 
Bamal Impf, ie^fäjmei thun, ar- 
beiten. 
III. Bämel verhandeln; 
Hantel Name von Stricken bei 

der Schöpfmaschine. 
Bämel PI. Jamale Arbeiter. 
Bmi, IV. a^fajmä blind machen. 
a^fajmä blind; stumpf (vom 
Messer). 
Ban von. 
Banän Zügel. 
Baneb Weintrauben. 
Bnd, VI. t^^äned streiten. 

Band bei. 
^antar Impf le^antir stehen (vom 
Penis); zum Stehen bringen. 
Banfa^ Impf {eBanfu^ sich unver- 
schämt benehmen; hin- und 
hertänzeln. 



Band Impf iaBfaJni meinen. 
iaB(a)ni d. h. 

V. t^Banna sich wenden an. 
maB(a)nä Sinn. ^lmaB(a)tid 

warum? 
Bhd. V. te^ahked versprechen, 
garantieren. 

VI. teBähad dass. 
aB(a)^a^ krumm. 

Bad Impf 0Büd zurückkehren. 
V. t^Bauued sich gewöhnen. 
Bad nunmehr laBad also, nun- 
mehr. 
Bade Gewohnheit, Brauch. 
Bilde Stock. 
Bid Fest. 
Bi/^r. II. ieBauy^ir verletzen, weh 
thun, picken (vom Dorn). 
aB(a)uar einäugig. 
Buz, VIII. i^(a)taz gebrauchen. 
Ban helfen. 

Bd(u)n Hilfe. Bofujnak Gott 

helfe dir. iä Bd(u)n o wenn 

doch; glücklich der, welcher. 

Bofujne Fl. a^fajuen Strick. 

Baue(i)n grüne Bohnen. 

Bai(ä Impf ie^fäjui heulen (vom 

Schakal etc.). 
Bib, II. Belieb spotten, beschimpfen. 

Beib Schimpf, Unfeinheit. 
i/n II. Baiiar beleidigen, 
schimpfen. 
Bairi^) PI. (u)Buiür Penis. 
Bai Impf ieBil leben. 

II. Baiiei Lebensunterhalt 

schaffen. 
maBäl Lebensunterhalt; Gehalt 
Bit, II. Baiiet schreien, quietschen. 
Baila PL Baiäl Familie. be(i)t 

el^aiäl Harem. 
Bein PI. (u)Buiün Auge; pur, lauter; 
zum Ausdrucke des pron. rec. 
meist bei leblosen Gegen- 



be- 



ver- 



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136 



OB^etM^e 3UV ftmiiif^tn ßpta<tm^tnf<l$aft 



ständen, ^a/a ^eini gewiss, 
unter allen Umständen; um 
meinetwillen. 



rubre Staubwolke. 
rubie ganz früher Morgen. 
radir PI. ridrän Pfütze. 
redä werden, machen. 
V. teraddä zum Mittag essen. 
rädä lunch. 
rädi dort. 
rarab eine Pappelsorte (Populus 
euphratica). 
rarib fremd. 
rarbi Westwind. 
rarbaut fremd, Fremdling. 
murrib Sonnenuntergang, 

Westen. 
murrebt Westländer. 
raräd Sachen, Gepäck. 
rirrafa Ruder. 

rarag Impf iirrag untersinken 
(mit bi), 
II. rarrag unter Wasser setzen, 
überschwemmen. 
razal Impf, iirzil stricken. 
murzil PI. meräzil Spindel; auch 
ein bestimmter Teil der Schöpf- 
maschine. 
razäl Gazellen. 
rasel Impf iirsil waschen. 

II. rassei waschen, sich wa-r 

sehen. 
rasül Waschung. 
rassäl Wäscher. 
Hu, II. raUä verschleiern. 
V. ieraUä sich verschleiern. 
riiyLe Schleier. 
ratt Impf ierutt tauchen. 
rileg Impf (ir/eg verschliessen. 
(i)rlage PI. r^lägät Verschluss; 
Pfropfen; Höhlung, in der sich 



die Walze der Schöpfmaschine 
bewegt. 
räli teuer. 

rile Teuerung. 
marmüm sorgenvoll. 
rimez das Auge zudrücken, blinzeln. 
ramig tief (auch in übertragener 

Bedeutung). 
rinfu)^ Schote der Bohnen. 
ranam Schafe. 
rn^, II. ranna singen. 

VIII. iriana reich werden. 
rar PI. riran Loch. 

rare Galopp. 
rab Impf /^rÄ^verschwinden; unter- 
gehen (von der Sonne). 
rar nachahmen; z. B. ani rirfejt 
mitinak = ich habe dir nach- 
geahmt. 
II. raiiär sich verändern, schwach 

werden. 
V. tcraiiar dass. 
re(i)r Anderssein; adv. nur. 
Hre Edelmut. 
refihn Sturmwolken. 



fa da, und. 
(e)tnfeUah sehend. 

miftah PI. mefätih Schlüssel. 
futag trennen, durchbohren. 

maftüg aufgetrennt 
nieftül PI. 7nefätil runder Turm 

zur Verteidigung. 
mufti Mufti. 
fi^(e)l Rettig. 
fahh Impf iefihh keuchen, iifihh 

sodrl meine Brust keucht. 
fahal Männchen. 
fuf^täie V\. fa/jäti wilde Taube. 
fähir vorzüglich, erstklassig. 

fa/jfejr Ruhm, Vorzug. 
fidän Pflug. 



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(niletgneY, Q^teuatAStfc^e <Befc(tc(fen autf ^tm 3tA(). 



137 



/eda Impf. |V/i/i auslösen, als Löse- 
geld geben. 
ßd^ff Lösegeld, ßdiie Hak d. h. 
ich trete für dich ein. 
frr, VIII. iftärr herumgehen, sich 
drehen. 
afrär\J) Deserteur, 
/r/. V. t^farra^ sich ansehen 

(etw.); sich amüsieren. 
fär(e)d €\xis\ conjunctional: sobald 
als; adv.: nur. 
fordet elmezan Wagschale. 
faras Stute. 
färis Reiter. 
ferasa Tapferkeit. 
fdral Impf, {ifrel d. Bett machen. 

(e)fräl Bett 
far^at Impf, iefar^at sich ent- 

blössen(?). 
farär{x€\, unbewohnt (vom Hause); 

hohl. 
färßiri Porzellan. 
fezz aufspringen; aufwachen. 
faseh nichtig. 

fesil junge Palmschösslinge. 
flr, 11, feUär schwätzen; zoten. 
fu^s Edelstein. 
fas(e)l Blutgeld. 
fadd sich zerstreuen. 

fudde Silber. 
fdL V. Impt täfaddal bitte, ge- 
fälligst, wofür auch türk. birin, 
bujurun gebraucht wird. 
fudfajl Verdienst, Vorzug. 
(ejfdäla Überrest 
ßdila Pl./^^^V/Wohlthat, her- 
vorragende That 
(i)ftirr Pilz, spez. Champignon. 
futise Aas, Gestank. 
ftn. V. tefatfan nachdenken. 
fa^al Impf, nf^al thun, sich an- 
schicken; bifelane coitieren. 
fe^(a)l PI. faBail That 



\faqir arm; bescheiden. 

' ß^gM^ Armut 

I fuqär, dät elfuqär Name des 

Schwertes Alis. 
fäkk Impf, jcfukk öffnen; lösen. 

VII. infakk geöffnet werden. 
\fik(e)r PI. afkär Gedanke. 

felläh Vlfelalih Bauer. 
I filfejs kleines Geldstück, VdLVdi.fülüs 

Geld. 
I ßL II. feile} einreissen, umstürzen. 
fflän NN. 

feläfti zu NN. gehörig, 
y?/. V. tcfellä sich lausen. 

feie Lausen. 
fenn PL futmn Art. 
fin^an Y\. fenä^in Tasse. 
fenar Lampe. 
fanus Lampe. 

funiisa Rüssel d. Schweines. 
fehed Panther. 
fahent Impf, lifha^n verstehen. 

II. fehhem verstehen machen, 
erklären. 

VIII. iftehem verstehen. 
ßh(e)m Verstand. 

fähi blass, hell (von der Tinte). 

fät Impf, iefüt vorbeigehen; ein- 
treten. 

fär Y\. firän Maus. 

fd(u)g oberhalb; oben; hinauf. 
fö(u)gäni oberer. 

fäle V\.fül Dreizack für den Fisch- 
fang. 

ß in (litterarisch). 

fei Schatten. 

ßl Elefant. 

ßne Fez, Tarbusch. 

q> gl k 

qama Seitengewehr; auch Eisen- 
spitze für die lange Lanze 
(ielfe). 

9b 



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138 



(gtiMf^t yit ftmxH\<l$tn §bpt^ul^x\^tnf<iaft 



gubbe PI. gubäb Zimmer; Kuppel 

auf den Gräbern. 
gab(a)r, gabfiijr PI. gübür Grab. 

mugbera Kirchhof. | 

qabarli Hinterlader. ' 

qabel Impf ^iqbal annehmen. 

III. ^äbel gegenüber sein. 

gabfeji vor. gabfe)l niä bevor. 

qäbil passend; schön. 

qdbeiiie Anstand, Schönheit. 

(u)gbäl gegenüber. 

qibla Gebetsrichtung. 

(u)gbe(i)le goldner Schmuck- 
gegenstand, «der an der Stirn 
getragen wird. 
gubbän Bleilot des Baumeisters. 
gät^ra Staubsturm. 
gahbe Hure. 
gedd Quantität, Betrag, c^gedd 

wieviel? 
qdm. II. ^eddem heranbringen. 

^iddäm vor. 
gadar Impf, iigdar können. 

qadar Bestimmung. 

qudra Macht. 

^id(ä)r Kessel. 

^idriie kleiner Kessel. 

mugdär Betrag, Ausdehnung. 
gidle PI. gedail Locke. 
qarr gestehen. 
garab Impf, iigrab nahe sein. 

^erib nah. 

^rbe, girbe Schlauch. 

geraib Verwandte. 
gi(u)r^i,gi(u)r^iie Flgerä^i Geor- 

gier(in), weisser Sklave. 
qtrfeß PL qtirü} Piaster. 
gara^ Impf iigru^ kneifen. 

II. garra^ dass. 

gyr^e (abgebrochenes) Stück. 

girrä^ e/f^asäui Spinngewebe 
(eigentlich: Abkneiper der 
Hoden). 



garat Impf iigrut kauen. 

gyrta eiserne Keule (kleiner als 
der denbüs), 
^irSa Courage. 
garef Impf, iigrif schleudern. 
qarfejrtf ^ärfejn PI. giirüfi Hörn. 
girrte halbe Last; Tasche, in 
welche die Last hineingesteckt 
wird. 
qrän persisches Geldstück (2V4 

Piaster). 
gemü^ junger Löwe. 
gurunful Gewürznelkenbaum. Ein 
Stückchen Holz wird wegen 
des guten Geruches häufig 
von Frauen an das Ohr neben 
die Ohrringe gehängt. 
qerä Impf, iiqrä lesen. 
gerräi Leser. 
qtirän Koran. 
qaratiäne grosse, kupferne Schüssel 

für gekochtes Essen. 
gezäz Fensterglas. 
qazme Spitzhacke. 
^ezue Vogelfalle. 
gii(e)r PI. gtäür Schale (von 

Zwiebel, Orange). 
I ^isem Impf, juqsim teilen. 
I II. ^essentf qassern teilen. 

^esäm Anteil. 
giUe die männlichen Dattel- 
blüten. 
qa^mar Spass machen, jem. an- 
führen. 
qcämari Spassmacher, auch 
qufleci genannt. 
ga^^ Impf, i^gu^^ abschneiden. 
gus^e Stirn. 
muga^s Schere. 
gu^ab Rohr. 

ge^ibe PI. gi'^aib Haarlocke. 
ntaq^üd Absicht. 
ge^ir kurz. 



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QYletgniY, (SituCitaBif^t ^Befc^tcSien autf bem 3vA(j. 



139 



qa^(ä)r Wqiisür Schloss; Land- 
haus. 
gi^gi^ Kerne spez. von der Melone, 
die getrocknet als Zukost ge- 
nossen werden. 
gisle kurzer Speer. 
gadbe Griff; eine Hand voll. 
gada Impf, iigäi beendigen. 
VII. ingida beendigt werden. 
qädi Richter. 
qadä Richteramt. 
gadiie Geschichte. 
qatt Impf, {equit {iegutt) anspitzen 

(den qalam). 
gata^(a) Impf iigta^(a) abschnei- 
den; abhandeln. 
gyßa kurze Lanze. 
gyiin Baumwolle. 
(e)giin Kürbis. 
ga^ad Impf iig^yd sitzen; auf- 
wachen. Partie. gäBäd als In- 
choativum gebraucht. 
II. ga^Bad sich setzen lassen; 

hinsetzen; aufwecken. 
qä^ade Sitte; Regel. ^ala^ 
Iqa^ade fein, so wie es sich 
gehört. 
guffe tiefes Gefass aus Palmblättem ; 
rundes, verpichtes Euphrat- 
fahrzeug. 
gafra Wüste. 
qufHie Schnurre. 
guf(ak Käfig. 

(u)gfel Impf iigful verschliessen. 
guffejl Schloss. 

qufel PI. (u)gfäle Zeile im Ge- 
dicht. 
qalil, Dimin.^^Ä'/'/V/ wenig, gering. 
qlb. V. tegalleb sich wälzen. 
VII. ingdleb verwandelt werden. 
gal(u)b Herz; der oberste Teil 

der Palme. 
gäleb Form; Fälschung. 



maglüb verkehrt. 

V. telaglab Kobolz schiessen. 
(^<y^/^^^ Halsschmuck; auch Name 
eines Stückes Holz bei dem 
Schöpfgefäss. 
gel^a Burg. 
(f)glüfe Vorhaut. 
qalam PI. aqlam Schreibrohr. 
^/^. IL ^alla braten. 
gumar Mond. 
gumruk Zoll. 

gumrukci Zollbeamter. 
gimezQ) Impf iigmuz springen. 
gutngum grosse Kaffeekanne. 
gunbara Haubenlerche. 
qondera Stiefel. 
gines Impf iignus jagen. 

genis Jagd. 
qn^. IL i^qan7ta^(a) überzeugen. 
gunfud Igel. 

^^//«^Pl.^^//^«/ Kaffee; Kaffeehaus 
gäd Impf i^güd leiten, fuhren. 

gauuäd PL güiiäuid Kuppler. 

(u)giiiiäde schlechte Frau. 
qüzi Lamm. 

gd(u)s Bogen; Bogen zum Reinigen 
der Baumwolle; Joch, das 
auf dem Nacken des Stieres 
aufliegt. 

qau^äs PI. qauä^is Kawass. 
qütiie Kiste, Dose 
guge PI. iguag Schädel. 
^aut^äl elhofuß Wächter des 

Hauses. 
gäm Impf iegiini aufstehen. Auch 
als Inchoat. gebraucht. 

IL gaui/Lem stehen lassen. 

X. istaqätn bestehen, aushalten. 

gaim PL güuäm Tempeldiener. 

qiäm Preis. 

qaiäma Auferstehung (littera- 
risch). 
q^i, IL gau^äy gauua kräftigen. 



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140 



(gtiit&^c 3ur femiHfc^en jl^^racSwiffenfc^af^. 



gaj^t stark, kräftig. 
g'üue Kraft. Adv. mit Gewalt. 
gäu Zündschwamm. 
£'eiii, geitt= tnaltj tnätti zum Aus- 
druck des Pron. pass. 
qlr, II. ^eiiär asphaltieren, nt^ 
gaiiar gepicht 
^r Asphalt. 

muguär eine Keule mit einer 
Kugel aus Asphalt. 
ge(i)d Sommer. 
gefijtän Strick, Band. 

k, c 

ka, ca, ce(i) da; wie; weil. 
cebb Impf, i^cibb, jekubb giessen, 
ausgiessen. 

VII. inkabb ausgegossen werden. 

kebäb Röstfleisch. 

kebabci Garkoch. 
cebfd Leber. 
cebir PL (u)kbär gross. 

kubfejr Grösse. 

kubbar Kaperstrauch. 
cebeS Widder. 
kiteb Impf, iiktib schreiben. 

VII. inkiteb geschrieben wer- 
den. 

kitbe Schrift. 

kitäbe Schrift 

mektüy\vi%c^Qn{t, 
kutfäjr Reihe(?). 
cetära gestreiftes Seidenzeug. 
ktf, IL cettef fesseln. 

cete/Du. c^tfe(i)n Schulter. 
kitel Impf, liktil töten. 

VII. inciUl getötet werden. 

cet(e)l Tod, Ermordung. 
kcfir, cetir viel, sehr. 

kytfejr Grösse, Vielheit clkit(e)r 
wieviel? 

kitre Fülle. 
kahh Impf iekihh husten. 



kih(e)l Schminke. 

cedis PL (e)cdüs Getreidehaufen. 

kedü Mähre. 

cideb Impf iicdib lügen. 

II. ceddeb dass. 

cidfijb Lügen; Schein. 
kurr Fem. kurre junger Esel. 
karab Impf {ikrub pflügen. 

k^räb Pflügen. 
kurefijt Schnittlauch. 
cer(e)d Bewässerungsmaschine. 
(ejkrdfes Sellerie. 
cärak ein Viertel. 
kerkere Schädel. 
krm, IV. akrant beschenken. 

kerim, cerini wohlthätig, edel. 

ikräm Geschenk. 
kru. III. cärä vermieten. 

X. isticrä mieten. 

keri/i,e Miete. 

mUärl Eselvermieter, inecärue 
Karawane. 
kiss Vagina, 
kiser Impf iiksir zerbrechen. 

II. kessär zerbrechen; ringeln 
(vom Haare). 

V. tekessär zerbrochen werden. 

VII. inkesär zerbrochen werden. 
inkes^ret ri^li ich habe mir den 
Fuss gebrochen. 

maksürhdsAacoXt, maksüra {vom 
Mädchen) nicht mehr jung- 
fräulich. 

kestr gebrochen (z. B. uäruär 
>&^j/> Knickrevolver); bankrott 
kus(u)b(p) Überreste vom Sesam. 
ke^Hi christlicher Priester. 
klr, IL >&^ii^r Grimassen schneiden. 
ceUf in die Höhe heben, lüften. 

ce^fe Ausgrabung; Ort der Aus- 
grabung. 
ca^(a)b Knöchel; Würfel. 
kärid PL k^ärid Papier. 



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iffltif^ntt, Q^euArdStfc^e Öefc^u^ien au« htm 3tAi). 



141 



ceffFl cu/üf (hohle) Hand; Hand- 
schuh. 
ceffi^e Kopftuch. 
kufar Impf, iikfur freveln. 

käfir PI. kuffär Ungläubiger. 
cefcir grosser Löffel. 
kifel Impf iikfil bürgen. 
kfn, Wxeffen einTotenhemd anlegen. 

cefen Totenhemd. 
cifäie Gürtel um die Brust des 
Mannes, der den Stier an der 
Schöpfmaschine den meidän 
herab- und herauffuhrt 
kili Totalität, kilhna jedesmal 
wenn. 
killii in jeder Beziehung. 
kille Moskitonetz. 
klb. II. celleb fesseln, zusammen 
verbinden. 
cel(i)b PI. (e)cläb Hund. 
c^lläbe Haken und Öse. 
III. cälei ein Geschäft abwickeln. 
klf,, IL kellef schwer machen. 
^^///" schwer; zu schwer (ßalä), 
teklif (zu leistendes) Geschäft 
kelek von Schläuchen getragenes 

Floss. ' 

klnt. V. t^kellem sprechen. 

keläm, celam Rede, Worte. 
klinke klunk eine Waffe, bestehend 
aus einem kurzen Stocke mit 
einem eisernen Hammer. 
celäue Wfejclä Niere; Eingeweide. 1 
cäli (steiles) Ufer. 
cem wieviel? ^icem einige. 
(e)cmär oder {ejcmäf} eine Waffe, 
bestehend aus einem langen 
Stecken, dessen Wurzel unten 
darangelassen und mit Eisen- 1 
bändem befestigt ist. 
kniL IL kemmel vollenden; voll- 
kommen machen. 
kammün Kümmel. 1 



Urne Trüffel. 

kindar Holzgriff der Flinte. 

küj} PI. kuah Hütte (aus Matten 
und Palmzweigen). 

käre, cäre Geschäft. 

küra Ofen. 

cäs PI. cäsät Becher. 

col Wüste, ge^ad liccol seine Not- 
durft verrichten. 

kbfujm Haufe. 

cän Impf iekün sein. 
mecän Ort. 

cai Thee. 

cltäie Stirnband (der Frauen). 

eis PI. (e)ciäs Beutel. 

keMn PI. kiälin kleine Schale. 

kif, IL mekeiief erfreut 

^^/^(^ Befinden; elld(u)n ke(i)fak 
wie geht es Dir? helid(u)m 
ke(i)fi mü zfijen ich bin heute 
nicht wohl; Lustbarkeit, Ver- 
gnügung. 

cefijl Mass; abgemessene Speise. 
cefijle Kugel. 

1 
// zu. iei warum? 
lä nicht. 

libbe der oberste Teil der Palme, 
die noch zusammenklebenden, 
noch nicht völlig entwickelten 
Blätter. 
lappa Lampe. 

libed Impf, pilbed sich verstecken, 
Zuflucht nehmen vor {min), 
libbäde ein Kleidungsstück, 
Mantel aus Tuch, den man 
im Winter trägt 
libes Impf. iJUbis sich anziehen. 
lib(€)s Kleidung, Kleid. 
(i)lbäs Unterhosen bei Männern 
und Frauen, auf dem Lande 
selten gebräuchlich. 



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142 



(gtiix&c^t 3ur ftmiii\4tn jlprA^mffenfc^Aft. 



/a/ifs Impf. ^i//has lecken. 
ffJ/M/ Steppdecke. 
/afiag'lmp{.^i//iaj^ver{o\gen ; folgen. 
laham essen (?). 

lahfejm Fleisch. 
lifiie Vollbart. 
ledar stechen. 

idd. X. isteledd angenehm em- 
pfinden. 
ledde Annehmlichkeit. 
ledid El. aladd angenehm, süss 
(Geschmack, Luft). 
lizem Impf lilzem halten, fassen. 
VII. inlizem gefasst werden. 
läzim es ist notwendig. 
lisän Zunge; Sprache. 
la^ab Impf iil^ab spielen; flattern 
(der Blätter im Winde), til^ab 
ruhi mir wird übel. 
III. lä^ab spielen mit. 
li^(a)ba Spiel. 
la^an Impf lil^an verfluchen. S. 

auch na^al. 
larui Plappermaul, einer der 

dummes Zeug redet. 
lata^(a) Impf iilta^(a) lecken. 
latif schön, angenehm (vom Essen, 

Luft etc.). 
latent Impf, iiltem schlagen. 

II. lattem dass. 

lätme Schlag, Ohrfeige. 

leff Impf icliff einwickeln. 

IfU VIII. iltifet sich umdrehen. 

Iqfi, II. tel^ih Befruchtung von 
Pflanzen. 

lagat Impf, iilgut pflücken, sam- 
meln. 

legleg, abü legleg Storch. 

ligen Schale zum Waschen. 

liga Impf iilgä treffen. 

III. lagä dass. 

V. telaggä dass. 

VI. telägä sich treffen. 



I läcin aber. 

; lemm Impf i^limm zusammen- 
I nehmen; zusammendrücken. 

! VIII. iltemm sich versammeln. 
, lumman wenn, nachdem. 

lenn siehe. 

lehet Impf iilhät pusten, schwer 
atmen. 

lihhü^e Spitzname. 

lihäne Kohl. 

ld(u) wenn. ld(u) lä, lou mä wenn 
nicht. 

lübie Bohnen. 

lofujk PI. aluak Tafel; rechteckige 
Felder, in die der Acker be- 
hufs der Bewässerung einge- 
teilt wird. 

Itih, II. lauuaJk schmutzig machen. 
V. i^lauuaf} schmutzig werden. 
VII. inlä/j beschmutzt werden. 

läfe ein feineres Winterkleid, ähn- 
lich der libbade. 

lag Impi^^lüg kleiden, gut stehen; 
passen, gefallen. 

läm Impf ielüm tadeln. 

lofujn PI. aluän Farbe; Gesichts- 
farbe, Aussehen ; Art, Gattung. 

milui PI. m^läp Armband (aus 
mehreren zusammengedrehten 
Silberfäden). 

fera türkisches Pfund. 

Izf trockener Bast zwischen den 
Zweigen der Palme. 

fefijl PI. fiäl Nacht. 

Ü^e Fettschwanz. 

m 
mä nicht; was. mädäm solange; 

wenn. 
ntäsüle Pfeife (aus Thon). Daher: 
i^md(u)^iltt pfeiftauf der Masule. 
(e)fntä^(a) Wegzehr; Essen. 
metfejn Du. metüefijn Schulter. 



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dMj^ner» (Situat<Sif<tt ^tf^i^ttn ane öem 3tA<|. 



143 



metin stark, kräftig (Papier etc.); 
geschwollen. 
mit(e)l Ähnlichkeit; wie. 

tnetel PI. metelät^ amtal Sprich- 
wort. 
megidi c. ein Thaler. 
mhn, Vni. imtahan probieren. 

imtifiän Probe. 
mefia Impf, iimhi auslöschen. 

metnfti verwischt. 
mf}t. V. t^ma^kat sich schnauzen. 

muJ^tän s. u. abu. 
medd Impf, i^midd ausstrecken. 

mudde lange Weile, 
warr Impf i^nturr vorbeigehen. 

X. istamarr vorbeigehen. 
murr bitter. 

mirrefijr Löwenzahn. 
marre Hacke. 

marrar Hackenarbeiter. 
marad Impf iimred zerknüllen 
(vom Papier). 

IL marrad dass. 
mirdäne freigebig, vornehm. 
meres Impf j^imriz eggen. 

II. märrez dass. 

märräze Egge. 
marag Sauce. 

marmar Marmor; harter Stein. 
mara Frau. 

muruy^ edles Wesen, (bil)mu' 
ruue freiwillig. 
mzh. VI. thnäzah scherzen. 

mezäh Scherz. 
maziqa PI. mazajxj Musikinstru- 
ment 
ms^i, II. massah verändern; ver- 
höhnen. 
misßjc Moschus. 
meii Impf i^miH abwischen. 
müfujt Kamm. 
miifnü Aprikosen. 
milän Deichsel (des Pfluges). 



miiä Impf ^imli gehen, 
milie Gesandtschaft. 
meHaie dass. 

memle Wanderung; Entfernung. 
(u)mtdret es hat geregnet. 

mutar Regen. 
mäteli Martinigewehr. 
mutz Fem. mutige PI. mutaia Esel. 
ma^(a) mit. 
mäBün Schüssel. 
milaft Salz. 

mi/ec Impf iimlic die Heirats- 
zeremonien vornehmen.. 
melik PL mulük König; vor- 
nehmer Mann. 
miifijk PL amläk Besitz. 
melläcYV melalicBtsitztr\ Unter- 
nehmer. 
meiec Engel; TeufeL 
mä/ä Impf iimlä füllen (selten). 
moilä MoUa, Priester; jeder ge- 
bildete Mann, der lesen und 
schreiben kann. 
min von; seit. 
min wer? minhn wer? 
mana^(a) Impf iimnaB(a) ab- 
halten, verhindern. 
mahfejd Wiege. 

muhfäjr Fem. muhra Füllen; Pony. 
mukfäjr Siegelring. 
muheile PL mehaiil grosses Last- 
schiff, das im Unterschied von 
der Sefine nicht mit Pech 
{m^gaiiar , mHaffat) ver- 
schmiert ist. 
mät Impf iHmüt sterben. 
II. mauy^t töten. 
meit PI. mofujta tot. 
meiiit tot. 
memät Tod. 
md(u)g PL amytäg Wellen. 
müs Rasiermesser. 
mal Bohne. 



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144 



(fftiMf^t 5ur U^tüffttn ikpxa<twi\(tnf<tafi. 



mäie Pincette zum Feuerholen. 

mä/ PL amuäl Besitz; auch zum 
Ausdruck des Genitivs ge- 
braucht 

fHoi Wasser; litterarisch mä, moi 
^ajfi von selbst fliessendes 
Wasser (im Gegensatz zu dem 
von Maschinen bewegten). 

mifijdän Platz. 

miri Fiskus. 

mez Tisch. 

mil Schminkgriffel. 



nabah Impf. iinbaJt bellen. 

tnenbiÜt heiser. 
nebug Jujubenbaum. 
tenbih Anweisung. 
nebi PL anbiiä Prophet. 
nitie Weibchen. 
ne^^är Zimmermann. 
min^el Sichel. 
ne^(e)m Sterne. 
min^ir Nasenloch. 
na^ajl PL nahil Palmen. 
nideb preisen. 
nidäk Impf, jindäh rufen. 
nida Thau. 
nezz Impf icnizz zittern, sich 

furchten. 
nizäh Graben. 
niza^(a) Impf, iinza^(a) ablegen 

(Kleider). 
nizel Impf iinzii herabsteigen, sich 

senken. 
nhib Schwager; Schwiegersohn. 
nisä Impf iinsä vergessen. 
nisät mstiän Frauen. 
nüäbe Pfeil des Bogens. 
niied Impf iinlid fragen. 
ntäür Auferstehung (litterarisch). 
nelle Husten. 
menSul verschnupft 



nuss Hälfte; Mitte. 
na^^ niedrig. 

nasib Schicksalsanteil; als Ausruf 
im Sinne von „schade; es 
thut mir leid". 
näsba Narbe. 
nä^t niedrig. 
mindara PL menädir^ PL PL menä- 

derät Brille. 
nätt Impf, i^nutt aufspringen; be- 
springen (vom Tiere). 
natah Impf, iintaft stossen (vom 
Stier). 
III. nätah jmdn. stossen. 
' nätür PL nüätir Wächter. 
niteg{i) Impf iintig reden. 

IL netfeq reden lassen. 
önta Impf iinti geben. 
I na^(a)^ Schafe. 
natura Schöpfmaschine mit einem 
Rade. 
! na^as Impf lend^^s schläfrig sein. 
I na^äs Schläfrigkeit. 
na^(a)sän schläfrig. 
na^al Impf iin^ai verfluchen. 
na^fajle Verfluchung. 
I n^m, IV. an^am wohlthun, in d. 
Wunschsatze anSam Allah 
^alefijk Gott lohne es dir. 
nä^am fein (von pulverisierten 
Sachen). 
i na^^äie Klagefrau. 
/^a/f<y/ Bastard; auch Schimpfwort 
nefaJtQ) Impf iinfah anblasen. 
nef(e)s Seele; auch als pron. rec. 
bei lebenden Wesen ge- 
braucht 
nifedi^) Impf. 0n/7id sich entledigen. 
nuf(u)t Petroleum. 
näff^faj nützlich; tüchtig. 
munäfiq Übelthäter, Betrüger. 
I mangub durchlöchert 
, nigra, nugra Loch, Grube. 



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(ffiti^ntx» (!l<uAYA6tr4< ^tf4i4ttn avm htm 3tAq. 



HS 



mingär Schnabel. 
negis unsauber, schmutzig. 
mingal kleine Pincette zum Dorn- 
ausziehen. 
naga^ Impf, {ingu^ abnehmen (vom 
Tage, Wasser etc.). 

fiagi^ fehlend, zu wenig. 

angas nicht ganz richtig im Kopfe. 
nigal Impf iingul transportieren. 

VII. Impf iinnugel fortgebracht 
werden. 

tnangal transportatües Kohlen- 
becken. 
mangane Doppelkran (= 4V2 

Piaster). 
nienkib PI. manäkib bewohnte 

Gegend (litterarisch). 
niket Impf iinkit überlisten. 

nikta PL niket List 
miricäse Trinkbecher. 
nemfejl Ameise. 

neh(e)d PI. ntihüd (weibl.) Brust. 
nah(a)r Fluss, Kanal. 
n^har Tag. 

nhq, IL ienekki^schx^i^n (des Esels). 
nö(u)be Mal. ennd(u)b noch ein Mal. 

nb(u)bdcl Wächter. 
nb(u)^a Schild oder Zaun aus Rohr, 

um dahinter zu jagen. 
näh Impf i^lnüh seufzen. 

nqh Seufzen. 
nauf^ida Pilot; Schiffer. 
när Feuer. 

nur Licht. 

nüra Kalkstein. 

menära PL menair Minaret 
7iiiaz Präsent bei der Hochzeit 
näs Menschen. 
näl Impf ii^mä berühren. 
nage Kamelin. 
näm Impfl ihtäm schlafen. 

menäm Schlafort; Schlaf 
ny^äie PL nüa Kern. 

Beiträge zar temit. Sprachwissenschaft. V. 



7iäc Impf ientt coitieren. 
IL neiiec coitieren lassen. 
VII. innäcät coitiert werden. 
nir Joch beim Pfluge. 
nüän Ziel; kleine Erhöhung, nach 
der man sich beim Reisen 
richtet; Orden. Daher neSen 
zielen (woneben auch aJf^ad 
nisän), 
ml Indigo. 
ruli Schimmel (vom Pferde). 



Itäy häh siehe da, hailoh! 

hädä dieser. 
habei Impf iehabil Getreide, Reis 
zerstossen. 

II. habbei dass. 
hätim herumirrend (.^) 
hädd Impf jjlhidd loslassen; sich 

stürzen auf 
hedeb Augenlid. 
hedef Balken am Schöpfgerät. 
hdm, VII. inhidetn zerstört werden. 

hudünt Kleider. 
kuda rechte Leitung (litterarisch). 

hedtie Geschenk. 
here^ Auktion. 
horthnän Hafer. 
haraflmi>i.i^karufgt\itn, trippeln. 

IL karr af sich beeilen, schnell 

hin- und hergehen. 

hsr, IL Impf 0hezzär beschneiden, 

den Baum von unnützen 

Blättern säubern. 

hznu IL hezzem entfliehen lassen 

VII. inhezem fliehen. 
haff schnell zuschlagen(?) 
hfy, IL haffä wedeln. 
helbety helbeta natürlich, gewiss. 
halas rupfen, säubern. 
halcän durstig. 

heikel trillern (der Weiber bei 
10 



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146 



(giiM^t 5ur ftmUifcftn ilpra^wiffenfe^aft 



freudigen und traurigen Er- 
eignissen). 

Aäm auch; doch. 

hamtn Impf, iehimm sich sorgen; 
Sorgen machen. 
kämm PI. humum Sorge. 
mahmüm sorgenvoll. 

mahmüz Sporn. 

kern an willkommen, Prosit. Ant- 
wort darauf: henakum Allah. 

mühendis Architekt, 

(e)hnäge ein Strick, der das Polster 
auf dem Rücken des Stieres 
festhält. 

(e)hnä hier. 

hüa er. 

hus, IL hauues eine Hosse singen. 
hd(u)se eine Art Kriegs- und 
Arbeitsgesang. 

hb(uß Rindvieh. 

haße PL hauaU Kuh. 

hauen Mörser. 

hai/^a Luft, Wetter; Wind, haiji^a 
^äli starker Wind. 

(e)hiiäi sehr. 

hie, Jüci so. 

heikal Gestalt (d. Menschen, Pfer- 
des). 

he(i)l Muskatnuss. 

htm Instrument (ein dicker Stock 
mit eiserner Spitze), um Pal- 
menschösslinge vom Mutter- 
stamme loszutrennen. 



y.äy ue, u und. 

utibär Kamelshaar. 

uäbriie schwarzes breites Tuch, 
das die Frauen um den Hals 
legen. 

uotijiet stottern. 

mügib Grund, bimügib entspre- 
chend. 



u^^, IL uu^^a^fa) krank machen. 
IV. Impf. io(u)^a^(a) schmer- 
zen. 
uu^a^(a) Krankheit. Auch als 
Fluch, Schimpfwort (= Gott 
gebe dir Krankheit) z. B. bei 
einem Kinde, das nicht zu 
schreien aufhört. 
ijLu^^än krank. 

y^ugne Backenknochen. 

Uu^ah PI. yugüh Gesicht; Seite. 
af}ad uu^ah feläne coitieren. 
mutjLagaha von Angesicht sehen, 
zusammen sein mit 

yahed Fem. uähde einer, yahdak 
du allein. 

y,ähie Einsamkeit 

Tiähhai PI. yähähn Wächter. 

uJ^r, IL yä/}l}ar nach hinten bringen, 
wegrücken; hinten bleiben, aus 
dem Wege gehen. 

yudd Zeltpflock. 

7/rtfi. IV. auda^fajnäkum Adieu. 
Antwort: ß amäni^lläh. 

ydl. IL uäddä hinlegen, hinthun; 
hinbringen. 
yiädl Thal. 

ydn (dn), IL luyeddin d. Gebets- 
rufer ruft 
mu eddin Gebetsrufer. 

Tirt. X. istaret erben. 
tiir(i)t Erbe. 

iird. IV. aured Impf, iofujrid zur 
Tränke herabführen. 

Tiorde Blume; der an der äusseren 
Nasenfläche sitzende, Blumen- 
form habende Nasenring. 

Tiorge PI. atiraq Blatt (eines 
Baumes, Papier). 

uäruär PL uäräyir Revolver. 
ijLciryär kesir Klapprevolver. 

yiarim geschwollen. 

ytärä hinter. 



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(nittgner» (JleuaYaBtfcSe ^tf^iffltn aw hm ^xaq. 



147 



//e'^/V PI. uusarä Vezier. 
tjesre (Bade)schurz. 
w^xTÄ^ Gewicht; auch e. bestimmtes 
Gewicht (s. u. (ejirär). 

mczän Wage. 
Uosfejt Mitte. 

Uosti in der Mitte befindlich. 

uosta Mitte. 
uojle Stück. 
iiu^af beschreiben. 

II. uäs^af beschreiben. 
IV. ausaf beschreiben. 

i^iisal Impf, ii^alf iofuj^al an- 
kommen; passieren. 
Kusa auftragen. 
IL uä^^ä Testament mächen; 
eine Lehre geben; mit ^alä 
verbieten. 
mi^iie Testament; Lehre. 
niäa Impf iäta treten. 
uatl niedrig. 
m^äfa eben. 
na^ad versprechen. 

III. 1/^a^ad dass. 

ufq, VIII. ittifaq übereinkommen. 
uufa Impf iö(u)fi erfüllen (e. Ver- 
sprechen). 
^ufa Erfüllung des Verspre- 
chens. 
uufasiz verräterisch, einer, der 
sein Versprechen nicht hält. 
md(u)ged Feuerstätte. 

fallen; auf jem. stossen, ihn 
treffen. 

II. uugga^(a) hinwerfen, fallen 
lassen. 

III. uä^a^(a) mit der Frau zu- 
sammen sein. 

nugaflm^liigaf, iofujga/ stthtn. 
U^g^f iemmak bleib hier 
stehen. 
uagfe Standplatz. 



Uäkfijt Zeit, mm uäkfijt früh. 

fait i^äk(ijt spät. 
uokifajh unartig; streitsüchtig. 
uukar Ort, wo die Vögel sich 

niederlassen. 
uektl Vertreter. 
^Ä/. V. tetwlledet gebären. 
uoled PI. auläd, uul(ejd Knabe. 

Dim. ulefijd. 
ualid Vater. 
uälide Mutter. 
ualide(i)n Eltern. 
uälaky Italic du da (Anrede an 

niedriger Stehende. 
^/m.lll,^ä/am gegenüber stehen (?). 
7w/em Krankheit (Stamm: V///.) 
;(a/l Gouverneur. 

7i/äia PI. uläj^ät Gegend. 
maulä Herr. 
uns, (ns.) V. t^uonnes sich amü- 
sieren; spazieren gehen. 
uunsa Vergnügen. 
uni. (ni) IL tj^änna vorsichtig, ver- 
ständig sein. 
, tj^hm, V. tenähheni sich einbilden. 

uäyLl PI. uäiiij^e Schakal. 
' uaiyLai Ausruf des Staunens oder 

des Schmerzes. 
i aiie(i)lah wehe! 

uij^a mit; zusammen. 
\ um (= V<f ?)• VI. tüäiig spähen, 
i schauen. 

! uefijn wo? wohin? 

i 

^äs, idsmin Jasmin. 

jxibes Impf, {ebes trocknen. 
V. t^lßbbes trocken werden. 
, iabes trocken; reif 
t l^athn Waise. 

1 id Dual. lde(i)n PI. eidi Hand; 
I Vorderfuss (des Pferdes etc.); 

lO* 



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148 



^titt&^t 3HY \tmiiif4tn Ikipxa4m^tnf4äft. 



Klöppel beim Mörser; Hand- 
habe, Griff. 
iedde Handhabe. 

lerarFL^erarätP^tronentasche, die 
der Mann um die Brust bindet 

^esma Schleier, Kopfbinde. 

eisar Fem. ^isra links. 

lasirTliüsaraGefdingene, (Stamm: 
'sr.) 

ieimär (oder lehnä^) Kopftuch, 
auch KufHje genannt 



ia^ar Verbot; verboten. 

iqtu 11./^^^^« sicher machen, über- 
zeugen. 

iemm bei. 

iemta wann?, wofür auch ^i^äkfijt 

iemek Elssen. 

lamin Fem. {imnä rechts. 
iamin Eid. 

iay^ai langsam. 

id(u)m PL liäm, aiiäm (litterarisch) 
Tag. helid(u)m heute. 



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DIE GEDICHTE 



DES 



(TUttiafamwie 



ARABISCH UND DEUTSCH 

BEARBEITET 
VON 




J. C. HINRICHS'scHE BUCHHANDLUNG 

1903 

(gAtümott Bonbon, w. c. 

THE JOHNS HOPKINS PRESS LUZAC & CO., great russell str. 



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INHALT 



Seite 

EinleitMO 149 

Erklärung einiger Abkürzungen 165 

Arabische Texte mit Anmerkunoen 166 

Fragmente 204 

Übereetzung der Texte I bis XVII 212 

Register 224 

Metra und Reime — Personennamen (Individuen, Stämme, Götzen) — Ortsnamen 
— Sternnamen — Assyrische und hebräische Wörter — Bibelstellen. 

Anhang: Leben des Ilibatallah 228 

Nachträge 230 



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Von 

K. Völlers. 

Die vorliegende Arbeit wurde bereits im Sommer 1896 in Kairo 
5 begonnen, musste dann aber in Deutschland lange beiseite gelegt 
werden. Erst im Winter 1901/02 konnte ich sie von neuem auf- 
nehmen (vgl. unten S. 160, Z. 20). Bald nach meiner Übersiedelung 
hatte Herr Prof. A. Fischer die Güte, mich auf die KoUektaneen 
Thorbecke's zu Mutalammis aufmerksam zu machen, sie mir zu 

10 schicken und mir über einige Stellen seine Ansicht zu äussern. Herrn 
Prof. A. A. Bevan (Cambridge, England) verdanke ich die Kollation 
der Handschrift des British Museum. Als Herr Dr. R. Geyer (Wien) 
von meinem Vorhaben hörte, beeilte er sich, mir seine KoUektaneen 
hierzu zur Verfügung zu stellen, darunter eine durchgängige Musterung 

«5 des Lisän und des 7}?^ al^Arüs. Was ich Thorbecke entnommen 
habe, wurde durch eckige Klammern (und bisweilen Tu.), was ich 
R. Geyer entnommen, ebenso mit dem Zusätze R. G. gekennzeichnet. 
Herrn Dr. G. Kampffmeyer (Halle a. S.) verdanke ich wertvolle Mittei- 
lungen aus der Bibliothek der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft. 

20 Die Erklärung einiger Abkürzungen findet sich auf S. 165. 

Gerir* b. *Abdelmesih (oder *Abdel *ozzä)** b. ^Abdallah 
b. Zeid*** b. Daufan b. Harb b. Wahb b. Guleii b. Ahmas b. 
Dubei'a b. Rabi'a b. Nizär b. Ma*add b. ^Adnänf ist nach der 



♦ Nur G. heisst der Dichter Jacut IV 769, 3 (Diw&n IV). Vielleicht ist unser 
35 Dichter auch gemeint, wenn Frevtag Lexicon 5. v, Ä r<i "Wi sagt: Djerir. Diw.\ vgl. 
Mutal. VI I. 

*♦ So Hizdna HI 73, 6, wie Ihn Quteiba, Agäni XXI 187, 15 und Hibatalldh fol. 19a 
(S.30). 

*** So Hiz. a. a. O. und Wüstenfeld, Tabellen, A 10. Ohne Z.: Ag. XXI 186, i; 
30 187, 13. Z. wird im Diwan I 17 erwähnt 

t Am vollständigsten Hiz. a. a. ü. Das Gertr b. Jesiä der Einleitung des Diwans 
ist sonst nicht bezeugt Über die Genealogie vgl noch Ibn Doreid's Handbuch 192, 13. 
Beiträge zur semit. Sprachwissenschaft. V. I| 



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150 OS^eitr^^e ^ux femtttf^en ilpra^^tffenfefaf^. 

Überlieferung der genealogisch vollständige Name des Dichters, den 
wir nach dem Vorgange der Araber als al Mutalammis zu bezeichnen 
pflegen. Wie bei vielen anderen Dichtern wird der Beiname — in 
diesem Falle wohl mit Recht — auf einen seiner Verse zurückgeführt 
(Diwan V 9) * 5 

In der Einleitung des Diwans wird er aä Dubai genannt. Von 
den drei Stämmen,** die den Namen Dubeta tragen und die alle 
der Gruppe der Rabta angehören, heisst der Stamm des Dichters 
im engeren Sinne D. b. Rabta oder Dtibet at Adgatn, Von ihrer Ge- 
schichte ist uns einiges aufbewahrt*** 10 

Als wichtigste Quelle für die Kenntnis der Persönlichkeit und 
der Schicksale des Mutalammis muss der Diwan angesehen werden. 
Wir erfahren hier, dass der Lebensgang des Dichters vor allem durch 
zwei Umstände bestimmt wurde, durch das Verhältnis zu seinen Ver- 
wandten, und durch die Beziehungen zum Hofe von Hira, wo er zu- 15 
sammen mit seinem Neffen Tarafa weilte, wo beide den bekannten 
Uriasbrief erhielten, was den Tod des einen, und die Flucht des 
anderen zur Folge hatte. Während die gelehrte Überlieferung fast 
ausschliesslich über das Verhältnis des Dichters zu seinem Neffen 
spricht, gestattet uns der Diwan nicht nur einige Blicke in die 20 
Stammesfehden von Ost -Arabien zu thun, sondern auch die Persön- 
lichkeit des Dichters in den Hauptzügen zu verstehen. 

Die Stücke des Diwans, welche die Stellung des Mutalammis 
unter seinen Verwandten und die inneren Fehden der eigenen und 
benachbarten Stämme beleuchten, sind I, IV C (d. h. w. 13. 14. 15. 25 
18), VB (d. h. vv. 10-13), VII (vv. 4. 5. 6. 10?) XIII, XIV u. XVI. 

Nach I 17 Anm. erklärte *U§um von den Dubei'a, dass Muta- 
lammis nicht zu ihnen, sondern zu den Ja^kur gehöre. Und als 'Amr 



* Zum Ausdruck Mutalammis vgl. ausser dem Diwdn XIV 9 noch Nüldeke, 
Beiträge 136; Sibaw. I 133, 10; Kdmil 774, 17 (II 311, 5); Ar ab. Urkunden d, JCgl. 30 
Museen, Berlin (1896) Nr. 3, Z. 10; Beid II 81, 20. Zur Bedeutung im Diwdn V 9: 
S. DE Sacy, AnthoL Gramm. 457 ff. : qui cherche avidement^ darnach Mehren, Rhetorik 
291: der gierige Sucher; Caussin DE Perceval, ^jja/11348: le solliciteur\ Freytag, 
Hamasa-. infestans\ RÜCKERT: unbändig. Derselbe Name auch Sharastani ed. Cu- 
RETON 443, 7 (Wright, Reading Book 161, 4) und bei einem spanischen Juristen (al 35 
Mackari, Analectes II 198, 2). 

♦* Ag. XXI 186, 3 ff. Kamil 276, 7 f. Abulf., Hist. anteisl. 194, 2. Zu den D. b. 
Qais b. Ta'laba gehörte Tarafa. Ausserdem nennt Jacut III 782, 9 noch einen jeme- 
nischen Stamm dieses Namens, dessen Reste bei el-Medina wohnten. 

♦** A^. XXI 186. über die Dubet'a im allgemeinen vgl. Jacut III 464; Hamdani 40 
139» 14 (vgl. 163, 4); W. R. Smith, JCmship and Marriage (1885) S. 198 f.; SociN, 
Diwan 69,4; Wellhausen, Skizzen IV S. r., § 54. Von den D. war der Hanife Abd 
*Amir (Ibn Hischam 561, 17), und der überlieferer Abu Gamra (f in Seraljs 128 AH). 
Über den QLa^^o ^^ Meidani II 332 (Bul.). 



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(gofUxB, ^tbi4i^ öe0 Oltuidfammte. 15 1 

b. Hind in Hira den JaSkuriten al Flärit b. et Tau*am fragte * wohin 
M. gehöre, antwortete dieser, bald wolle er zu den Jaäkur** und 
bald wieder zu den Dubei^a gehören. Der König verfehlte nicht, 
dieser Aufklärung eine höhnische Bemerkung hinzuzufügen. Der 
5 Dichter singt hier in I das Lob seiner Mutter,*** erklärt nachdrück- 
lich zu den Dubei^a zu gehören, aber zugleich, dass die Jaäkur und 
die Dubei^a zusammen gehören. Er warnt vor der unnötigen Ver- 
schärfung unbedeutender Gegensätze, um schlimmere Folgen zu ver- 
hüten. 

10 Der G^ensatz, den wir in I am de^utlichsten erkennen, scheint 
auch in dem dunkeln und versprengten Stück' IV 13. 14. 15. 18 vor- 
zuliegen. Der Gegner ist auch hier al Härit (15) und die Unfeinheit, 
mit der die JaSkur ihm sein Beisassentum vorrücken (18) hat tiefe 
Verstimmung bei dem Dichter hinterlassen.! Etwas deutlicher ist 

15 das Fragment V 10 — iß.ft Wir befinden uns nach v. 11 in Ost- 
Arabien, zwischen der Jemäma und der Küste. Die hier erwähnten 
Qurran waren den Späteren als Ortsname noch wohlbekannt Nad^r, 
der Sohn des I 4 genannten Buhta, wird hier als Freund des Dichters 
genannt, neben Gulei'i und Ahmas (v. 12), gegen den Jaäkuriten 

20 Hubeib richtet sich der Vorwiuf (v. 13). In VII 8 (vergl. unten 
S. 156, Z. 37 über das Gedicht) finden wir wieder eine Anspielung 
auf die üble Behandlung des Dichters durch die JaSkur und seine 
Hinwendung zu den Dubei^a. 

Das Gedicht XIII fuhrt uns ebenfalls in innere Fehden der ost- 

25 arabischen Stämme. In v. i werden die Dubei'a erwähnt, v. 5 die 
Hanifa, die Bewohner des Wädi al *Erd, das V 9 als Wohnort des 
Dichters genannt wird. Wie mehrmals, so ruft auch hier der Dichter 
seine feigen Stammesgenossen zum entschlossenen Widerstände auf 
(w. 3. 6); Die Einzelheiten bleiben dunkel, da die Überlieferung hier 

30 versagt Um ähnliche Fehden der Stämme scheint es sich auch in 
XVI zu handeln, wenn man das Gedicht nicht auf den Gegensatz 
zum Hofe von al Hira beziehen will Die Muhärib (v. 2) ver- 
setzen uns an die ostarabische Küste oder das Hinterland davon. 



♦ Diwan, Einleitung, Ag. 186 f., Hiz. IV 215 f. 
35 ** Ibn Doreid 205, 3; Fihrist 54, 15. Über al H&rit: Ibn Doreid 206, 13 ff. 

♦*♦ Nur in dem Fragment XXXIX, aus dem jjkJil ^^Lo\ des Ibn as Sikklt, 
wird der Name der Mutter und ihre Herkunft von den D&rim genannt Die Därim b. 
M&Hk b. Hanzala gehörten zu der grossen Gruppe der Temtm. Damit ist Fragment 
XXXni zu vergleichen. 
40 t Ebenso dunkel ist das in VII eingeschobene Stück: w. 4. 5. 6, vielleicht 

auch V. 10. 

tt I^ic Überlieferung nennt hier nur einen Zwist zwischen den Dubeia und den 
Bekr (Harn. 322, zu v. i ; vgl. 324, zu v. 3) oder zwischen den Hanlfa und den Dubei a 



(Hizina HI 270, a8\ 



II* 



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152 (ßtiM^t 5ur ftmiHf^tn ilprac9wt(f<mf((af^. 

Das Gedicht XIV spricht von einer gastlichen Aufnahme des 
Dichters bei Qais dem Jemeniten (w. 7. 9), der in der Handschrift 
des British Museum genauer als Qais b. Ma'dikarib bezeichnet wird. 
Leider fehlt uns jede weitere Nachricht über den hier zu Grunde 
liegenden Vorgang. Da aber in den ausfuhrlichen Berichten über die 5 
Beziehungen des Dichters zu Hira dies Ereignis mit keinem Worte 
erwähnt wird, thut man am besten, diese Reise als eine Folge des 
Zerwürfnisses mit seinen Verwandten zu fassen. 

Wie schon erwähnt wurde, hat die Überlieferung sich fast aus- 
schliesslich dem gemeinsamen Aufenthalt des Mutalammis und des 10 
Tarafa am Hofe von Hira und den sich hieraus entwickelnden Folgen 
zugewendet. Bei dieser Gelegenheit mag ein Umstand erwähnt werden, 
den die Überlieferung zwar berichtet, aber nicht weiter beachtet hat. 
Der Name des Vaters unseres Dichters ist halb heidnisch, halb christlich. 
Will man diese Nachricht anerkennen, so deutet sie darauf, dass der 15 
Vater von M. unter christlichen Einflüssen gestanden hat; die Bei- 
behaltung des heidnischen Namens lässt sich so erklären, dass seine 
Landsleute den Übertritt zum Christentum nicht anerkannten, oder 
dass er rückfällig wurde. Da jede weitere Aufklärung fehlt, müssen 
wir die Frage offen lassen, ob der ernste, im Alter stark zum Parä- 20 
netischen und stets zum Hinweise auf grosse Vorbilder geneigte Sinn 
des Dichters auf diese Einflüsse zurückzuführen ist. Jedenfalls kann 
uns das Auftreten christlicher Propaganda in Ost-Arabien um die 
Mitte des sechsten Jahrhunderts n. Chr. nicht befremden. Denn Ost- 
Arabien stand politisch und kulturell in Abhängigkeit von Hira, und 25 
um dieselbe Zeit, von der wir hier sprechen, gründete Hind, die 
Mutter des *Amr, mit dem Mutalammis zu thun hatte, ein Kloster, 
dessen Weihinschrift uns von den Arabern mitgeteilt ist* 

Aus den ältesten Beziehungen des Mutalammis zu Tarafa** wird 
eine Episode erzählt, die allerdings berechnet ist, die geistige Reife 30 
des jungen Tarafa ins Licht zu stellen, aber hier nicht unerwähnt 
bleiben darf. Ich meine jenen von dichterischen Vorträgen begleiteten 
MegliSy der bald ins Lager der Dubei'a, zu denen Tarafa gehörte, 
bald an den Hof von Hira verlegt wird.*** Unser Dichter oder nach 
anderen Nachrichten der ihm genealogisch nicht fernstehende al Mu- 35 
saijab b. *Alas trug einige Verse zum Lobe eines trefflichen Reit- 

* Bekri 364; Jacut II 709. 
*♦ M. war Oheim des T. von mütterlicher Seite [hg. XXI 187, 14) vgl. Seugsohn, 
Tara/a, S. 3. 

*** Ag. XXI 203 (LA. XII 241, 7 ff.); Meidani II 246 (II 34); A. P. Caussin de 40 
Perceval, Essai II 345; Seugsohn, Tarafa 4 f. Ibn 'Abd Rabbuh, jJl«J\ III (1293) 

156, 29; Ibn Quteiba ed. DE GoEjE 88. Zum Ausdruck d^jju^ vgl. noch SoaN, 
Diwan III 283 b. 



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(PofCer0, ^t^i^U 5<0 QlllUi^afainini«. 153 

kameis vor, deren Text unten (als Fragment XXXVIII) mitgeteilt ist. 
Tarafa, dessen knabenhaftes Alter hier stets hervorgehoben wird, 

fühlte sich veranlasst, den aus Jemen stammenden Ausdruck iüuuuö, 
der hier auf das männliche Tier angewendet war, zu rügen und rief 

5 keck aus: Jl^I ,^»a£u;I JüJ das Kamel ist hier zur Kamelstute ge- 
worden! Die Redensart soll aus diesem Anlass sprichwörtlich ge- 
worden sein. Nach Einigen hat unser Dichter schon damals dem 
Tarafa sein Verhängnis angedeutet 

Über den Aufenthalt der beiden Dichter am Hofe von Hira, ihre 

10 Beziehungen zu *Amr und dessen Bruder, die Vorbereitung und den 
Ausbruch der Katastrophe liegen verschiedene mehr oder weniger 
ausführliche Berichte vor, in denen im günstigsten Falle der Kern 
als geschichtlich anerkannt werden kann. 

Die Erzählung, die im Diwan die Einleitung zu Gedicht III 

15 bildet, fügt den bisher bekannten Berichten manche neue Züge 
hinzu * Da diese Vorgänge die einzigen sind, aus denen heraus die 
Chronologie unseres Dichters sich konstruieren lässt, dürfen wir nicht 
unterlassen, die Angabe des Diwans hierüber zu prüfen und mit den 
übrigen Berichten zu vergleichen. In Übereinstimmung mit den zu- 

20 verlässigsten Berichten nennt der Diwan (IV 12) *Amr und Qäbüs 
nebeneinander. Und II 2 wird der König, der den Dichter aus seinem 
Lande verbannt hat, neben Hind genannt. Diese Angaben genügen, 
um erkennen zu lassen, dass wir es mit Hind, der Frau des 554 n. Chr. 
im Kampfe bei Hijär gefallenen Mundir (III) von Hira, und ihren 

25 Söhnen und Nachfolgern *Amr {c. 554 — 569) und Qäbus {c. 569 — 573) 
zu thun haben. 

Anderer Lal}miden wird im Diwan nur noch einmal gedacht, 
nämlich VI 11, wo zwei Söhne der Umäma und al-Aswad erwähnt 
werden. Über eine dem Hause von Hira angehörige Umäma haben 

30 wir nur eine kleine Notiz bei Jäqüt (IV 130, 5), wo gesagt wird, dass 
Mundir (III) nach der Hind ihre Schwester Umäma heiratete, die 
ihm einen Sohn gebar, der ebenfalls den Namen *Amr erhielt. Von 
zwei Söhnen der Umäma ist nirgends die Rede. Der Name al-Aswad 
tritt in der Geschichte der Lahmiden zweimal auf Der erste dieses 

35 Namens, Sohn des Mundir (I) und der Hirr, muss der zweiten 
Hälfte des fünften Jahrhunderts n. Chr., der zweite, Sohn des Mundir 
(rV) und der M/irija, dem Ausgange des sechsten Jahrhunderts n. Chr . 
angehören.** Zu den chronologischen Schwierigkeiten, die also der 

* Vgl. die unten im Diw&a zwischen II und III am Kopf des Sahlfa-Berichtes an- 
40 geführte Litteratur und Brockelmann, Arad, Litteratur I 23. Die feste Prägung des Aus- 
drucks wws!!|JlXJL\ ÄjLssn.o scheint auf al-Ferazdaq zurückzugehn (Ag. XXI 197, 24). 
*♦ NöLDEKE, Perser u. Araber 132 u. 313; G. ROTHSTEIN, Lahmiden 109. 



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Vers VI II bereitet, tritt noch hinzu, dass er den Zusammenhang 
unterbricht und A^. XXI 201,20 auch fehlt. Wir können demnach 
kein Bedenken tragen, ihn für einen Zusatz zu halten, in dem die 
chronologische Konfusion, die so oft hier zu beobachten ist, zum 
Ausdruck kommt Dass hier der jüngere Aswad gemeint ist, geht 5 
aus dem Scholion zu VI 11 hervor, wo er als Bruder des Norman be- 
zeichnet wird, der als N. III circa 580—602 regierte. 

Aber wir haben auch andere zerstreute Spuren davon, dass eine 
jüngere Überlieferung den Aufenthalt der beiden Dichter am Hofe 
von Hira nicht in die Zeit des *Amr b. Hind, sondern später verlegte. 10 
In Fragment XVIII wird Mundir, d. h. nach dem Obigen vielleicht 
M. IV, der Vater des Norman und des Aswad, als Urheber der ver- 
hängnisvollen «ix^ verwünscht. Andere fassten diesen Norman (III), 
den Gönner des Näbiga, der mehr als irgend ein anderer Lal)mide 
in der Erinnerung der Araber haftete, auch als den Fürsten, bei dem »5 
Mutalammis verkehrte, und mit dem es zum Bruche kam. Darauf 
deutet die in der Hamäsa 323, v. 4 (unten Diwan V 8) enthaltene 
Bemerkung: ^jUjüJI v,>^Li^ — das Fragment XXIX, in dem Abu 
Qäbüs, das ist eben dieser No' man, als Gönner des Dichters genannt 
wird und der A^. XXI 198, 4 ff. gegebene Bericht des Abu *Obeida 20 
über den Anlass von Gedicht VI, der schon durch v. 12 entkräftet 
wird, wo *Amr und Qäbüs genannt werden. 

Der Zeit vor dem Bruche kann keines der im Diwan enthaltenen 
Gedichte zugewiesen werden. Das unten als Fragment XXXIV auf- 
geführte Stück könnte mit Ibn as-Sikkit hierher gezogen werden, 25 
weil *Amr b. Hind darin angeredet wird. Aber man muss sich doch 
fragen, wie eine solche Sprache denkbar ist, solange der Bruch 
zwischen dem Fürsten und den beiden Dichtern nocli nicht einge- 
treten war. Es empfiehlt sich daher wohl mehr, dies Stück, wenn 
man es überhaupt dem Dichter lassen will, aus der späteren Zeit zu 30 
erklären, die Anklagen sind dieselben, die auch in VI 14. 16 ihren 
Widerhall finden.* 

Ungefähr die Hälfte des Diwans beschäftigt sich mit der den 
Aufenthalt der Dichter am Hofe von Hira abschliessenden Katastrophe: 
der Entdeckung des Treubruchs, dem Untergang des jungen Tarafa, 35 
der Flucht des Mutalammis und seinen Bemühungen, der Rachsucht 
des Fürsten zu entgehen und die Stammesfreunde gegen ihn in Be- 
wegung zu setzen, um Tarafa zu rächen. Hierher gehören die Stücke: 
III, IX, X; II, IV, vv. I— 12. 16. 17, VA (d. h. vv. 1-9) VI, VII, XII 
u. XV. 40 

Das Gedicht III, das in knappster Form die Entdeckung des 



♦ Vgl. Seligsohn, Tarafa, S. 100, XIX. 



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(Poffercr, ^thi^it beer QliuiAfamfntcr. 155 

Schriftgeheimnisses ausspricht, kann in seiner Echtheit kaum ange- 
fochten werden. Dagegen scheint es mir erwägenswert zu sein, ob 
es nicht ein Stück, wahrscheinlich der Schluss eines grösseren Ganzen 
ist Die Wirkung und Verbreitung des Gedichtes lässt sich zum 

5 Teil aus den unzähligen verschiedenen Fassungen, in denen es uns 
überliefert ist, ermessen. Der Schauplatz des Ereignisses wird meist 
nach Babylonien, in die Nähe von Hira, verlegt;* hingegen nennt 
die im Diwan als Einleitung zu Gedicht III gegebene Erzählung die 
ostarabische Küste.** Der Weg war im ganzen ja vorgezeichnet, 

10 da der Statthalter oder Kommissar des Laljmiden in Bahrein seinen 
Sitz hatte; alles einzelne wird auf Vermutung beruhen. 

Bleiben wir einstweilen bei dem Schicksal des Tarafa, so schliesst 
sich hier X an, das ebenso kurz und eindrucksvoll wie in seiner Art 
III den Leichtsinn und das traurige Ende des jungen Mannes beklagt. 

»5 Über die Art seiner Tötung weiss die Legende schon der ältesten 
Zeit manches zu erzählen. Fassen wir VI 10 und X 2 zusammen, so 
ergiebt sich, dass Tarafa enthauptet wurde; dann stiess man ihm 
eine Lanze durch den Leib und trug die so geschändete Leiche auf 
einem Speer liegend davon oder zur Schau umher. 

20 Trotz der vielen Gedichte, die sich mit den Folgen dieses Ereignisses 
beschäftigen, wird es doch schwer, ein geordnetes Bild der Ent- 
wickelung der Dinge zu entwerfen. Die Stücke II und IX müssen 
bald nach der Katastrophe entstanden sein. Überaus eindrucksvoll 
ist IL Das auch IV 16 erwähnte Ausweisungsgebot gegen den Dichter 

25 wird vorausgesetzt Der Fürst wird mit fortgesetztem Higä bedroht, 
sein Charakter wird verunglimpft, seine Vorfahren werden verdächtigt. 
Dass IX auch sehr früh angesetzt werden muss, scheint mir aus 
w. 2. 3. 6. 8-» 10 zur Genüge zu erhellen; 7^ ist wohl auf den Statt- 
halter des Fürsten zu deuten.*** 

30 Während hier aber v. 9 ausgesprochen wird, dass er seinen 
eigenen Stamm verlassen habe, um ihn nicht der Rache des Lahmi- 
den auszusetzen, deuten andere Stücke mehr darauf, dass der Dichter 
erst noch eine Zeit lang unter den ihm nahe stehenden Stämmen 
gegen *Amr agitiert hat und dass die Sahifa-Katastrophe den schon 

35 vorhandenen Unruhen und Parteiungen jener Gegenden neue hinzu- 



* Bei cn-Negef: Ag. XXI 194, 26; 195, 18. 
** Am Gewässer Muhallim, bei den Burgen al-Muiaqqar und as-Safä, nahe der 
Stadt Hagar. Der Wasserreichtum dieser Gegend erinnert an die im Diwan V 8b vor- 
ausgesetzten und von Palgrave bei e-Ridd beobachteten Verhältnisse. 
40 ♦♦* Die Daufan stehen genealogisch dem Dichter nahe (Ibn Doreid 192, 9). Über 
den mit ihm genannten Buhta vgl. Diw&n I 4. 17. Ibn Coteiba {Handbuch 44, 18) 
nennt diese beiden Sippen geradezu: ^^Jj^JCJLI kAs. Sonst werden die Qil&ba (Diwan 
VI 16) oder die Dubei^a (KÄmil 276, 8) so genannt. 



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156 dUtiix&^t ^tit femtHfc^en Ibpv«i4wi\l[tnf(iaft. 

gefugt hat, die schliesslich den Dichter veranlassten, seine Verwandten 
und seine Heimat aufzugeben, um bei den alten Gegnern der Lahmi- 
den, den öassäniden, Zuflucht und Schutz zu suchen. Ob die in XIV 
erwähnte Flucht nach Jemen auch in diesen Zusammenhang gehört, 
bleibt unklar. 5 

Dagegen sind mit Bestimmtheit von IV hierher zwei Stücke zu 
ziehen, einerseits vv. 1—5, andererseits w. 6—12. 16. 17. Dort werden 
die Bekriten wegen ihrer Saumseligkeit in Sachen der Rächung des 
Tarafa gerügt und auf das Beispiel des *Ilaf und des Säma b. Lu*aii 
verwiesen, die die Auswanderung der Unterwerfung und Demütigung 10 
vorzogen. In dem zweiten Fragment wird der Bruch mit dem Lahmi- 
den und die Hoffnung, im Haurän oder in der Damascene bei den 
(jassäniden eine neue Heimat zu finden, ausgesprochen. Das Reit- 
tier möchte gern seinen alten gewohnten Weg zwischen Hira und der 
Jemäma gehen (v. 10), aber damit ist es vorbei, es muss westwärts 15 
ziehen. Zugleich erhalten wir hier einen wertvollen Wink, wo die 
Herrschaft der (jassäniden um 560 n. Chr. ihren Mittelpunkt hatte.* 
Leider ist die Lage des VI 1 5 in ähnlichem Zusammenhange genannten 
Gäwa nicht zu bestimmen. Zeitlich muss VA vor den soeben ge- 
nannten Stücken von IV liegen. Es wird Rache gepredigt (v. 4) und 20 
auf das Beispiel von Qa§ir und Beihas Na'äma verwiesen. Und sollte 
es dem Lahmiden einfallen, die Verwandten der beiden Dichter in 
ihrem eigenen Lande aufzusuchen, so wird ihm trotzig und höhnisch 
ein würdiger Empfang in Aussicht gestellt (w. 8—9).** Nicht mit 
Unrecht gehört dieser letzte Vers zu den meist citierten unseres 25 
Dichters. Dieselbe stolze Herausforderung kommt in XV zum Aus- 
drucke, obwohl hier nicht alles klar ist. Das Gedicht VI steht ab- 
gesehen von dem jüngeren Nesi^ (vv. 1—2) diesem Gedankenkreise 
nahe. Die Situation ist in der Heimat des Dichters, mit dem *Iräq 
ist es aus (v. 3), das Reittier soll nordwärts seinen Lauf wählen (v. 4), 30 
wo gastfreie Leute den Dichter erwarten (v. 9) im Gegensatz zu dem 
schmählichen Empfang, den der arme Tarafa (v. 10) bei seinen eigenen 
Leuten erhalten hat. Mit wilder Wut werden die durch die Ermordung 
des Tarafa betroffenen Stämme gegen *Amr wie Hunde gegen ein 
Jagdtier gehetzt (v. 18). Als die engere Sippe der beiden Dichter 35 
treten hier die Banü Qiläba auf (v. 16). 

In VII kommen verschiedene Stimmungen zum Ausdruck, einer- 
seits Eifersüchteleien, Trennung und neue Gruppierung, der alte 
Gegensatz zwischen den Ja^^kur und Dubei^a (v. 8), andererseits der 
Bruch mit Hira (v. 9) und der Entschluss nach dem ,Westen' aus- 40 

♦ Vgl. NöLDKKE, Z>»> Ghassanischen Fürsten (1887) S. 50—52. 
*♦ Dos V. 6 erwähnte al-Gaun ist vielleicht identisch mit H. Kieperts {Arabien 1867 
u. sonst) Dpm. Prof. J. J. Hess bezweifelt die Richtigkeit dieses Namens. 



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zuwandern (v. 10). Schwieriger noch ist XII zu beurteilen. Nach dem 
Scholion zu v. 2 richtet die Spitze sich gegen *Amr b. Hind, der die 
ostarabischen Stämme unterworfen hat. Die Bekr werden im Gegen- 
satz zu IV I hier wegen einer früheren Episode ihrer Geschichte 

5 als rühmliches Beispiel hingestellt, dagegen die trägen *Abdelqais 
getadelt (v. 2). Die vv. 4—5 gehören zu den bekanntesten des Diwans 
und werden seit der Wahl des Chalifa Abu Bekr angeführt In v. 8 
wird angedeutet, dass der Dichter weiss, wohin er sich zu wenden 
hat, wenn die Anfeindungen sich häufen. Vers 6» kann von IV 5» nicht 

10 getrennt werden. Ohne das Gedicht dem Mutalammis abzusprechen, 
will ich doch daran erinnern, dass es in der Handschrift des British 
Museum in ganz anderer Ordnung vorkommt und in den Agäni über- 
haupt fehlt 

Über die weiteren Schicksale und das Ende des Dichters erhalten 

15 wir aus dem Diwan keinen Aufschluss. Dagegen hat die Legende 
den hier abgerissenen Faden weiter gesponnen. Schon die ältere 
Überlieferung lässt den heimatlosen Dichter von Ort zu Ort ziehen 
und in Syrien, Ägypten und im Higäz* gegen *Amr (oder No*man) 
agitieren. Er soll in Bo§rä gestorben sein. Sein Sohn wird *Abdel- 

20 mennan oder ^Abdallah genannt; er soll auch gedichtet haben und 
in islamischer Zeit in Bo§rä kinderlos gestorben sein.** Noch weiter 
geht die jüngere Überlieferung. Sie nennt seine Frau Umaima, lässt 
sie gezwungen werden, nach der Flucht des Gatten wieder zu 
heiraten und — echt volkstümlich — den Mutalammis gerade in der 

25 J^JJIäJLJ heimkehren, um den Nebengatten zu vertreiben.*** Ebenso 
wissen jüngere Quellen auch sein Todesjahr zu melden.f 

Eine isolirte und unklare Notiz enthält der *Iqd des Ibn *Abd 
Rabbuh (II, 64, 28 f RG.), wo gesagt wird, dass al-Mutalammis den 
*Amr b. Marhüm gefeiert habe. 

30 Hingegen hat uns der Diwan einige Gedichte aufbewahrt, die =— 

unter der Voraussetzung ihrer Echtheit — uns gewisse Züge des 
alternden Dichters vorfuhren. In VIII wird dem Wein entsagt, die 
Gottesfurcht empfohlen und sparsames Wirtschaften hoch gepriesen. 
Das Gedicht missfiel schon dem freigebigen Hatim und rief den Spott 

35 anderer Dichter hervor. Auch die mehr oder weniger dunkeln Stücke 

* Vgl. den Bericht von BM vor Gedicht VI. 

** Agdni XXI 196, 5; 187, 22; vgl. HizÄna m 73, $. Die [Ma'dhid 330] fügen hinzu, 

dass er iJükU-l ^3 gestorben ist. Ibn Quteiba ed. de Goi^e 87, i7:^^2^\jJL\ j^. 

*** Alif Laila ed by W. H. Macnaghten, CalcutU, II (1839) S. 386f.; Abkarius 

40 S. 96ff.; Cheikho 334. Englisch bei R. Burton, TA^ jooi N, vgl. V. Chauvin, Bibliogr, 

arabe V (1901) 108. 295. 

t Nach Abkarius S. 98 starb er 550 n. Chr.(I). Ebenso s^S^f, ^^Iä< ^J^ 
S. 660 und Kairo, Fihrist IV 251. Cheikho 334 Z. 5 nennt 580 als sein Todesjahr. 



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158 (gtHt&^t 3ttv ftmiH\<itn {IprAc^wiffenfc^Af^. 

XI und XVII verraten das höhere Alter. Jenes wird im Diwan auf 
den undankbaren Sohn, in den Agäni (208, 15) auf die unerquicklichen 
Stammesverhältnisse bezogen. Was Perron, der nach den Agani 
arbeitete, veranlasste, XI auf *Amr b. Hind zu beziehen, weiss ich 
nicht zu sagen.* In XVII finden wir Gedanken an Tod und Grab, 5 
die Bitte an seine Freunde, seiner später zu gedenken; von der ge- 
dachten Zukunftslage aus wirft er alsdann einen nicht unbefriedigten 
Rückblick auf die im Leben genossenen Freuden: Güter, Wein, Kampf, 
Jagd, Gastlichkeit. Im übrigen ist der Ton grundverschieden von VIII. 
Der Schluss des Gedichtes ist dunkel. 10 

Die Sprache des Dichters ist geeignet, uns seine Persönlichkeit 
ein wenig mehr verstehen zu helfen. Jedem Leser muss bald auf- 
fallen, mit welcher Vorliebe Mutalammis an Männer der Vorzeit an- 
knüpft, bald in diesem, bald in jenem Interesse. *Urqüb wird als 
bekannt vorausgesetzt (II 4). Die Erwähnung des Beihas (V 4 XIII 6) 15 
und des Qa§ir (V 4) giebt den Scholiasten Gelegenheit, die Geschichte 
dieser Männer, von denen der erste sonst nur wenig bekannt ist, zu 
erzählen.** Aus IV 3. 5 erfahren wir, welchen Eindruck die Wanderung 
des *Ilaf und des Säma b. Lu'aii hinterlassen haben. In V 7 wird 
auf einen Feldzug der Jemeniten nach Ost-Arabien angespielt und 20 

XII 2 wird wenigstens vom Scholion auf Kuleib b. Rabf a bezogen. 
Die von ihm gebrauchten Bilder und Vergleiche sind zahlreich 

und originell. Sie verleihen bald seiner Reflexion, bald seiner Leiden- 
schaft kräftigen Ausdruck und haben nicht wenig zum Ruhme des 
Dichters beigetragen. Am bekanntesten sind I 8 vom Stockschlag, 25 
I 7 von der hochmütigen Haltung des Kopfes, I 14 von der Schlange 

vor der Beute, XII 4. 5. von den ,jj6l, dem Esel und dem Zeltpfahl, 
und I 3 von der Scheidung des gemeinen vom vornehmen Blut, wo- 
rüber Ibn Quteiba sich scharf ausgelassen hat. Der VIII 7. 8 aus- 
gesprochenen Lebenswahrheit wurde oben schon gedacht (S. 157, Z. 32). 30 
Ich erinnere noch an I 5 das Abschneiden der Nase, I 11 das Ab- 
hacken der Hand, I 18 das Reissen der Koppel und I 19 die Ab- 
nutzung des Leders, an XII 3 den Gepard (?), der seinen eigenen 
Auswurf frisst, und IV 21 die Täuschung der Luftspiegelung. Die 
Stelle V 9, wo die den Feind umschwärmende Truppe mit Schmeiss- 3S 
fliegen verglichen wird (woher der Dichter seine s«m^ erhielt) er- 
innert an Jes. 7, 18; Deut, li, 44 {^^^r, nnim).*** Ob man in ^^f>^ 

♦ Journal As. 1841 I 254. 
♦* Vgl. Agäni XXI 185 »ote o, wo B. sagt: ii^»^ ^Mfj.> ^^ ^>.^UJH ^Uä*l 
*♦♦ Vgl. auch ^X-^' Wellhausen, Vakidi 134, Anm. i [und Z. 162 des Keilschrift- 40 



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($o!fer0, (ithi<iU htB (jjlluiafammi^. 159 

I 15 eine Anspielung auf den Namen des Dichters erblicken darf, 
wage ich nicht zu entscheiden. 

Abgesehen von einigen Versen, die als übertrieben (I 3) oder als 

beschränkt (VIII 7. 8) getadelt wurden, wird Mutalammis von den 

5 altarabischen Kritikern sehr hoch gestellt. Al-Mufaddal ad-Dabbi 

(t um 170) nennt ihn schlechthin ,den Dichter der Rabfa seiner Zeit' * 

Wegen des geringen Umfangs seines Diwans wird er als J^äx, wegen 

der Güte seiner Schöpfungen aber als (^Lbo bezeichnet** Muhammad 

b. Selläm al Gumahi,*** stellt ihn mit drei anderen Dichtem, unter 
10 ihnen Musaijab b. *Alas, zusammen in die siebente Klasse seiner vor- 
islamischen Dichter. Al-A§ma*i rechnet ihn zu den JyaS.f In einer 

Sammlung des Ibn es-Sikldt wird er sogar als aüLxij JjdI ^jläI ge- 
priesen.ft Dass das Gedicht IV besonders hoch gestellt wurde, 
geht aus der Überschrift hervor. 
15 Dass die Dichtersprache jener Zeit stark mit Fremdwörtern 

durchsetzt war, ist längst bekannt, desgleichen die Wege, auf 
denen diese Elemente den Arabern zuflössen. So finden wir auch 
bei M. fremde Ausdrücke, teils aus dem persischen Kulturkreise, 
wie XIV 4 ^Lo«> u. j^J XV 13 ^t^\^f teils aus dem byzanti- 

20 nischen Westen, wie V 7 fjJS, V 8 ^yLsLo,ttt VI 12 SjJb, IX 7 
^j»*jOyS, XIV 3 j#. Jüu«. Verglichen mit anderen Dichtem jener Epoche 
hat M. deren nur wenige. Nur bei einem dieser Ausdrücke möchte 
ich einen Augenblick stehen bleiben, bei ^yJ^Äjo, nicht als ob es 
dunkel wäre,*t sondern um an einem Beispiel zu zeigen, wie fern 

25 die Dichtersprache auch in dieser Hinsicht dem gewöhnlichen Leben 
stand. Denn wenn wir annehmen wollten, dass der Landmann von 
Ost-Arabien um jene Zeit sein Wasserrad mit einem griechischen 

liehen Sintfluthberichts : //<?«/ ktma zumbe eli bei niqi ipiaxrü „die Götter sammelten 
sich wie Fliegen [nunibu = ztibhu^ amhar. zemb) um den Opferer" (Sciirader, KAT^ 
30 59, 26; 63, 35; KB 6, 241, 162. — P. H.] 
* Agdai XXI 202, 26. 
** Ag. 187, 18. 

**♦ Ag. 187, 18; Hiz&na III 73, 2. Im Fihrist 113, 27 werden die ,Klassen der vor- 
islamischen Dichter* dieses Gumahi genannt , 1 14, 5 aber das gleichnamige Werk eines 
35 anderen Gumahi. Da nach den obigen Zeugnbsen nur der erste G. in Betracht kommen 
kann/muss der zweite Titel wohl getilgt werden. 
t Ag. 204, 2. 
tt Afc. 203, 9. 

ttt Nach Angaben von Prof. G, N. Hatzidakis (Athen) ist ßdyyavov noch jetzt 
40 stellenweise zur Bezeichnung des Schöpfrades im Gebrauch. 

♦f Die arabischen Lexikographen unter -^"^ oder unter ^-jScL«, halten es für 
arabisch; vgl. Aäab al-Kätib 218, 17 (Grünert 632, 12). 



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l6o (gtiM^i 3ur fmiHf4tn Ibpta^wi^tnf^aft, 

Ausdruck benannte, so würde dies zur Voraussetzung haben, dass 
die dem byzantinischen Einflüsse näher liegenden Provinzen Arabiens, 
das Centrum, der Westen und vor allem das Übergangsland nach 
Syrien hin, sich dieses Ausdrucks bedienten. Diese Annahme 
scheitert aber an der Thatsache, dass wir weder in diesen Gegenden, 5 
noch in den Ländern, die ein Jahrhundert später von den Arabern 
überschwemmt wurden, den Ausdruck wiederfinden, während gerade 
da, wo die Berieselung des Bodens ihre höchste Ausbildung hatte, in 
Ägypten und Andalusien, meist rein arabische Ausdrücke für das Wasser- 
rad gebraucht werden oder wurden, seltener, wie in Syrien, fremde 10 
arabisierte, aber auch hier nicht der obige griechische in Aufnahme kam. 
Wir kommen so zu dem Schluss, dass der obige Ausdruck (wie so 
mancher andere) nicht dem täglichen Gebrauch angehörte, sondern 
dekoratives Beiwerk der Dichtersprache war. 

Der vorliegenden Ausgabe liegt zu Grunde die Handschrift der 15 
Biblioth^que Khediviale, Adab 598,* deren Abschrift am 12. Dulqa*da 
1296 (Ende Oktober 1879) von Mohammad Mahmud b. et Talämid 
e§-Singiti in Medina aus einem mir nicht weiter bekannten Exemplar 
beendet wurde. Der Abschreiber ist in Europa nicht unbekannt 
Seine Glaubwürdigkeit ist die denkbar schlechteste. Auf Grund dieser 20 
Abschrift und mit Hilfe der bekannten Parallelberichte und einiger 
Kairener Handschriften hatte ich eben die Arbeit in Angriff genommen, 
als meine Übersiedelung nach Deutschland erfolgte. Hier erhielt ich 
später die von A. A. Bevan besorgte Kollation der unten mit BM 
bezeichneten Londoner Handschrift** Den Papieren von Thorbecke 25 
und R. Geyer verdankte ich manche Ergänzung meiner Sammlungen. 

Die Handschrift (Hs.) Kairo-Medina ist leider nicht die beste. 
Sehr oft muss sie in Ausdrücken oder ganzen Verbindungen zu 
Gunsten anderer Texte zurücktreten, und ich bin auf den Vorwurf 
gefasst, dass ich sie in dieser Hinsicht noch zu glimpflich behandelt 30 
habe.*** 

Von ihr weicht BM in der Anordnung nicht wenig ab. Von Hs. 
ausgehend haben wir hier: I, II, den Sahifa-Bericht, III, IX 1—3, einen 
in Hs. fehlenden Bericht über die Tötung des Tarafa, IV, VII, VIII, 

♦ Kairo, Fihrist IV 251. Abschriften dieses Exemplars bei R. Geyer und Graf 35 
Landberg. Die von Brockelmann {Arafi. Litt, I 23) angeführte Stambuler Handschrift, 
Aja Sofia 3931, ist mir bisher unzugänglich geblieben. 

** Catal, Mus. Brit, p. 648a, No. 1407, 4», 21 Hl. Sie wurde 181 9 von G. HüNT 
angefertigt, ihre Vortage 1200 (178$) von 'Abdallah al-Mekki für Sir W. Jones (wohl 
in Indien) geschrieben. 40 

♦*♦ Ich erinnere hier an den Namen des Dichters in der Einleitung, an V i, VI 17 u. s. w. 
BM stimmt häufiger mit der in Ag., bei HibatallÄh und in der Hizäna enthaltenen besseren 
Recension überein. 



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(Poffer^, £«btc9U b(0 (JDtttiüfammie. i6l 

IX 1-3. 5-10, X, XI, XII, V, VI, XIII, XIV und XVI. Die Stücke 
XV und XVII fehlen in BM; dagegen hat es zwei Fragmente (XVIII, 
XIX) mehr als Hs. 

Beide Handschriften nennen Abulhasan [*Ali b. al-Mugira] al- 

5 Atram (f 231) als Redactor des Diwans,* der hier wie sonst von 

al-A§ma*i (f 216) und Abu *Obeida (f 210), ausserdem (nach BM) 

von a§-§eibäni (f 206) und Anderen überlieferte. Das Gedicht VIII 

wird als den A§ma*ijät und Mufaddalijät entnommen bezeichnet. 

Schwerer ist es zu sagen, wie weit Ibn as-Sikldt (f 243 oder 246) 

10 sich mit unserm Dichter beschäftigt hat. Wenn man Jacut I 754, 23 
(zu Diwan IV 12) mit der yizäna 1415,12 vergleicht, möchte man 
annehmen, dass er den Diwan des Mutalammis kommentierte. Hier- 
gegen spricht aber einerseits das Fehlen eines solchen Werkes in den 
Biographien dieses Philologen, andererseits der Umstand, dass, obwohl 

15 der Name des I. S. nicht selten zu einzelnen Stellen des M. erwähnt 
wird, doch der Titel y.Kommentar'' nicht genannt wird. Aus dem 
(Jjh*»H -.iLöl des I. S. stammen der am Schluss von XI mitgeteilte 

Vers und das Fragment XXXIX. Die Echtheit beider Stücke unter- 
liegt schweren Bedenken. Die Agäni (XXI) nennen sein JÜuoill y^ü^ 
20 (103, 8) und einfach seinen Namen: 192, 18. Hibatalläh nennt ihn 
(neben Ibn al AVabi) in der Einleitung zu Gedicht I und Jacut noch 

III 770, 17 (vgl. Diwan VI 15) und III 362, i (vgl. Diwan XV 3). Im 
Lisän (III 422, 14) wird auch eine Erklärung des I. S, zum Diwan 

IV 8 gegeben, ohne Angabe des Werkes, aus dem die Erklärung 
25 stammt 

Ibn Quteiba sagt in seinem OjUJt oU5^ (WÜSTENFELD 319,4) 

aus Anlass der Sahifa-Geschichte: \.^\^^ LjJ^-? UgÄ^nV vä>^6 d^'^y 
Von den beiden Kairener Handschriften des bekannten Dichterbnches 
hat die eine (Bibl. Khediv., Tärih 167) gar keinen Abschnitt über 

30 unsern Dichter, hingegen die andere (Adab 550)** allerdings eine 
Reihe von Auszügen (I u. III 1—2 IX, V 9) mit einer nicht sehr ein- 
gehenden Darstellung der bekannten Geschichte. Ausführlicher ist 
die Ausgabe DE GOEjE's,*** wo noch IV 16, VIII 6— 8 und die oben 
(S. 152, Z. 29 ff.) erzählte Episode mit dem jungen Tarafa (Fragment 

3S XXXVIII) mitgeteilt werden. 

* Vgl. über ihn Fihrist 56, wo auch sein Verhältnis zu Ibn as-Sikklt hübsch ge- 
schildert wird , ferner Hiz&na III 72, 6 IV 216, 4. Fihr. 158, 6 f. wird nur gesagt, dass 
«al-Asmai und Andere' die Gedichte des Mutalammis überliefert haben. 
** Fihrist IV 280 u. V 79. 
40 *♦* S. 85—88. Der Herausgeber hatte die grosse Güte, mir den betreffenden Korrektur- 
bogen zur Verfügung zu stellen. 



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l62 (fitiix&^t 3ttr ftmitif^tn Ibfttuiwi\l[tnf4^ft 

In der Flamasa des Abu Temmäm ist uns nur ein Gedicht (V) 
des Mutalammis aufbewahrt; in der gleichnamigen Sammlung des 
Buhturi (f 284) einige Stücke aus I, V, VIII, X, XII [nach RG]. 

Um so wichtiger ist der Abschnitt des ^5^1^11 ^b^, der uns 
nun durch den von R. BrCnnow besorgten Ergänzungsband zugäng- 5 
lieh ist* Nach einer mir nicht weiter bekannten ägyptischen Hand- 
schrift** hat A. Perron diesen Artikel schon vor langer Zeit franzö- 
sisch bearbeitet*** Hier mag auch die Gamhara des Abu Zeid er- 
wähnt werden, in der uns einige Stücke dieses Diwans aufbewahrt 
sind.f Desgleichen bd Meidani einige Worte des Dichters, die 10 
sprichwörtlich geworden sind, und andere auf seine Geschichte be- 
zogene Dicta. 

Die von Hibatalläh Ibn aS-Sagari (f 542) aufgenommenen Stücke 
(I, IIL IV) sind um so wertvoller, als sie zum Teil von trefflichen 
Scholien begleitet sind-ft Aus derKairener Handschrift der tL^U^I 15 

'ij^yojj^ des Sadreddin *Ali el-Ba§ri, der im Jahre 647 H. schrieb, konnte 

ich die hierher gehörigen Teile aus I, V, VIII mitteilen.fff 

Welch einen hohen Wert die yizäna trotz ihrer späten Zeit be- 
hauptet, ist längst erkannt worden. So gehörten die Exkurse des 
gelehrten Bagdädi auch hier zu dem Besten, was die arabische 20 
Litteratur über diesen Gegenstand erhalten hat Dankbar erinnere 
ich mich hier, dass diese grosse Sammlung (nicht minder als die noch 
grössere der Agäni) durch die Mühewaltung I. Guiors erst recht zu- 
gänglich geworden ist*t ^^^r jüngste der Sammler ist der' Armenier 
Abkarius (t 1886); dass er weder das Feingefühl der arabischen 25 
Adab-M'ixintr, noch den historischen Sinn der europäischen Forschung 
besitzt, ist bekannt Nach der Kairener Handschrift und mit Be- 
nutzung zahlreicher Hilfsmittel hat L. Cheikho, S. J., den Diwan des 
Mutalammis veröffentlicht.*tt Seine Anordnung ist wie folgt: III, IX, 
X, IV, V, I, II, VI, VII, VIII, XI-XVII und einige Fragmente. Die 30 



* XXI 185 — 210. Weiter unten wird dieser Bericht ohne Angabe des Randes an- 
geführt. 

*♦ A. P. Caussln de Perceval, Essai II (1847) 344: d* apres un exemplaire d'Egypte, 
**♦ Journal Asiat, 1841 I 46—69. 215—257. 
t Bulaq, 1308— II, 4^ S. Ii3f.; vgl. Diwan lY. 35 

tt Uthogr. (1306) S. 30-38- 
ttt Bibliotheque Kh^diviale, Adab, 520, Fihrist IV 229. 
*t Sui Poeü citati nelV Opera \^>W io\^, Roma, 1887, 40, 20 S. Tables alpha- 
betiques du Kitäb Al-Agatit, Leide, 1897— 1 900, 40. 

*tt PoeUs Arades Chretiens 330— 349- Seine Notiz (334)) dass der ^y^\ lJu^ J X^ 40 
den Diwin des M. erw&hnt, scheint auf Irrtum zu beruhen. 



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Q^otttt$t &tbi(tU be» ([TVttiüfüminte. 163 

jesuitische Censur ist erkennbar in II, i^ «Jül^, in VI i — 2, wo 
das Nesid verkürzt und LjIä» durch \jtSö ersetzt ist, in der Unter- 
drückung von VI 13, vielleicht auch in XVII i, wo sein ^j^j?, ™r 
unklar ist 

5 Mit Hilfe der in den oben genannten Werken enthaltenen Über- 

lieferung und zum Teil gestützt auf innere Indicien können wir die 
vorliegende Redaction des Diwans nicht selten anfechten oder be- 
richtigen. Mehreres dieser Art wurde bereits oben bei der inhaltlichen 
Analyse und historischen Gruppierung der Gedichte erwähnt 

10 Das Gedicht I scheint im ganzen einheitlich zu sein. Indess 

passt V. 7 nicht gut in den Zusammenhang und fehlt in den Agä?ii 
und der Hizäna, Die Zuweisung dieses Verses an den Ferazdaq ist 
schon vom Lisän richtig gestellt worden. Auch v. 19 ist wenigstens 
entbehrlich zu nennen und vielleicht als jüngere Ergänzung von v. 18 

15 zu betrachten. Dagegen scheinen II und III mir völlig unanfechtbar 
zu sein. 

Umgekehrt ist IV ein Konglomerat von anscheinend vier nur 
durch Metrum und Reim zusammengehaltenen Stücken, von denen ich 
nicht einmal zwei in einen älteren Zusammenhang zu bringen wage, 

20 nämlich A 1—5, B 6— 12. 16 — 17, C 13. 14. 15. 18 und vielleicht 19, 
D 20—22. Über A, B und C wurde schon S. 154, Z. 39; S. 156, Z. 6 ff. 
gesprochen; D kann dem Dichter nicht gut abgesprochen werden, 
steht aber isoliert da. Dass in V zwei Stücke zusammengeworfen 
sind, hat schon Fr. RüCKERT klar erkannt; A i — 9 ist gegen *Amr* 

25 gerichtet; B 10 — 13 ist ein Fragment aus den Stammesfehden. Der 
Schluss von A scheint zu fehlen. 

In VI ist das Nesib (w. i — 2) schwerlich ursprünglich; ausser- 
dem ist V. 11 so gut wie sicher auszuscheiden. Auch die Verse 16 — 18 
sind anfechtbar. Das schöne Gedicht VII, mit dem die Agani ihren 

30 Artikel eröffnen, scheint ein Einschiebsel zu bergen (nämlich w. 4. 5. 6 
und wohl auch 10), dessen unklarer Inhalt an IV C w. 13. 14. 15. 18 
erinnert; v. 6* kommt in einem Gedichte des Dureid b. a§-Simma 
gleichlautend vor. In VIII ist v. 5 ziemlich sicher als Zusatz zu er- 
kennen; nach der energischen Verwünschung von v. 4 ist er matt 

3S und unmotiviert; er fehlt auch in der Hisäna. Die Schlussverse 
müssen sehr alt sein, sind aber doch kaum echt Das Gedicht IX, 
das ich zu den schönsten der Sammlung rechne, scheint im ganzen 
einheitlich zu sein; nur v. 4 und der von Agani dahinter einge- 
schobene Vers sind kaum echt 

40 X ist wie III und II zu beurteilen, der knappe, wuchtige Aus- 



Xach der Überlieferung allerdings Xo^m&n (lU). 



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164 (ßtitt^t yix ftmitif<H€n tbpxci4mif(€nf<$aft 

druck der im Innern des Dichters wühlenden Gedanken. Der von 
einigen Autoren hinzugefügte Vers ist matt und verrät islamische 
Reflexion. Gegen XI ist kaum etwas einzuwenden, nur dass die 
Beziehung des Gedichtes unklar ist, worunter das Verständnis leidet. 
Über die Schwierigkeiten von XII wurde bereits S. 157, Z. i ge- 5 
sprochen; ich neige immer mehr dazu, es als Nachdichtung von IV 
zu betrachten, komme aber über gewisse Schwierigkeiten dabei nicht 
hinaus. 

Über XIII habe ich dem oben Gesagten nichts hinzuzufügen. In 
XIV scheint der fehlende Anfang durch den NesilhW trs (1) notdürftig 10 
ergänzt zu sein. Bei XV ist das Ende besser verständlich als der 
Anfang, der auch anderen Dichtem zugeschrieben wird. Das Gedicht 
fehlt in BM und in den Agäni, Trotz alledem trage ich Bedenken, 
es dem M. abzusprechen. Die beiden letzten Verse sind dunkel. LT^er 

XVI und XVII wurde schon gesprochen (S. 151, Z. 31 ; S. 158, Z. 5). In 15 

XVII 3 geben die Ausdrücke L3t> und ,^%« zu denken. 

Von den Fragmenten kann kaum eines dem Dichter mit Sicher- 
heit zuerkannt werden. Über XXXIV und XXXVIII wurde bereits 
oben gesprochen (S. 154, Z. 24; S. 153, Z. 1). Wie XXIX (S. 154, 
Z. 18) können auch XIX und XXII aus den Kreisen derjenigen Über- 20 
lieferung stammen, die den Dichter mit No*män (III) in Verbindung 
brachten; denn Sa*d b. Mälik,* der Grossvater des Tarafa, wird 

Ag. 204, 19 mit vaSjM ^UaJÜI (dem Älteren? dem Grossen?) ver- 
bunden — alles dies unter der Voraussetzung einer gründlichen 
chronologischen Konfusion. Wenn die genannten Stücke echt sind, 25 
müssen sie zu den frühesten Dichtungen des M. gehören. 

Eine Reihe von Fragmenten verraten sich mehr oder weniger deut- 
lich als Nachahmung oder Nachdichtung zu gewissen Versen des 
Mutalammis.** So schliesst sich XXXIX formell an I i an; sachlich 
an die oben S. 150, Z. 27 ff. erwähnte Überlieferung. Der XXVI 30 
mitgeteilte Halbvers erinnert an IV 17^ und ist so bedenklich wie 
überhaupt die Nachrichten über den Aufenthalt des Dichters in 
Syrien. XL erinnert durch Ton, Metrum und Reim an den Schluss 
von VII, wie XXX als Ergänzung von IX aussieht Der Gedanke 
von XXXVI kann aus XII stammen, der trübselige Ton von XXXI 35 
aus VIII 6; XL schliesst sich dem Gedanken, aber nicht der Form 
nach an XV 12 an. In XXVIII ist die Erwähnung des westarabischen 
yeibar nicht gerade empfehlenswert. 



♦ Chbikho 264 ff. 
♦* Wie die im Diw&n aufgeführten Zusätze und Nachahmungen vgl. zu I i V 3 40 
IX 4. 6 X 3 XII 5. 



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(S^ttttt, ßtbUliU tte ÜtfiuUifAmmiB. 165 

Die Stücke XX, XXIV, XXVII, XXXV und XXXVII sind zu farb- 
los, als dass sie ein Urteil über die Zugehörigkeit gestatten. Auch 
bei den Stücken, die bald dem M., bald einem andern Dichter zu- 
geschrieben werden, ist eine Entscheidung schwer zu ermöglichen. 

5 Zweimal tritt M. in Konkurrenz mit dem 200 Jahre jüngeren perso- 
arabischen Tendenzdichter Beäsar b. Burd, einmal in XXV, das zweite 
Mal bei gewissen Versen, die äubeil b. ^Azra seinem Landsmann M. 
zuschreiben wollte, die aber BeSSär energisch für sich beanspruchte.* 
Diese Stelle gewährt uns einen Blick in den Clan-Patriotismus der 

10 Rhapsoden; man sammelte die Dichtungen ganzer Stämme und er- 
laubte sich hierbei Übergriffe oder verfiel in Irrtümer. Hieraus erkläre 
ich es, dass M. in XV neben dem Därimiten al-Aswad b. Ja*fur,** 
ebenda und in der Tarafa-Episode (S. 152, Z. 35; vgl. S. 159, Z. 10) 
neben al-Musaijab b. *Alas dem Duba^i, in XXI neben einem Ja§ku- 

15 riten genannt wird. Femer XXIII neben dem genealogisch ferne 
stehenden ^Abbäs b. Mirdäs. Die Übertragung von XXXII auf unsem 
Dichter erklärt sich aus dem Echo der Sahifa-Geschichte und VI 13 
wurde auf analoge Beziehungen zwischen an-Näbiga und Norman (III) 
übertragen*** und auch dem Jarafa zugeschricbeaf 

20 Erklärung einiger Abkürzungen. 

Gamhara — v-jyJl j\jm\ J^^^i Bulaq, 1308— ii, 40. 

HibatalUh [b. 'Ali al-*Alawi Ibn a§ §agari], v-jyJl *\.Ä-i» OI^Uäuo [v:^^y>] 
benutzt nach dem Autograph der Bibliothhque Kktdiviale^ Kairo, Fihrist IV 320, Adab 
585. Das Werk in Kairo 1306H lithographiert, 158 S., 80. Vgl. oben, S. 162, Z. 13. 
25 Abkarius, v-jyJ\ *\-Jtio OUUl» <3 v— )>V^ ^^> Beirut, 1858. 

Chelkho, Louis, S. J., iLJ\yia.J\ *l-iti» v--)U^, 6 Teile, Beirut, Imprimerie 
Catholique, 1890, 4O. Vgl. oben, S. 162, Z. 28. 

Ma^Ähid «- ,^yv^iUJ\ JJb\^ ^ , ^ ya.U'J\ JJblju«, Bulaq, 1274. 

Ibn Quteiba, »\^a.«D\ OliLJ», Hs., Bibliothlque Khidwialt^YivLXOy Adab ^tp^ 
30 vgl. oben, S. 161, Z. 26. 

Ham[d8a] Basr[lja], Hs., Kairo, Adab 520, vgl. Eml. S. 162, Z. 14. 

HamÄsa des Buhturi, Hs., Leiden [RG], vgl. ZDMG XLVH 43^^ Z. 8. 

Perron, Tarafah et al Moutalammis: S. i6a, Z. 7. 



* ^^<Jm ni 48, 7ff. ^ 

3S ** Vgl. zum Zusammenhange oben S. 151, Z. 37 und die Fragmente XXXIII und 

XXXIX. 

*** A^. IX 165, 29. 

t In der Sahtfa-Geschichte des Diwdns (unten). 



Beiträge zur semit. Sprachwissenschaft. V. 



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i66 (jgtitx&^t 5UV ftmtii\4tn Ibpta4m\(tnf(i«ift 



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Lo^ JÜJfi ^ ^7^ JLmJ tÜy^J ^^ ^yxXjU I^JI^ ^^X^ 4XJ^ |» ^ a / 

&j\ f^'yrt ^1^^ J^ ^^«^iJjuJt v^^mJ ^^ (5«X^i^t (»^^t ^ vi^^l»*! 
^j ^^ JUi 1^1 ÜAxo ^ ^ »j| |VÄW bt^l^ ^^Ä^ ^^ ^jjo 

«M ^ I« »■ 

I. 

(Tawt/) 

Ag. 187, 2— II: w. I — 4. 6. 8. 9. 10. 15; t6. 204, 3—7: w. 8. 11. 13. 12. 14; 
id. 208, 21 f.: w. 9. 3; id. 209, i: v. 3; id. 209, 14 f.: w. I. lo; id. 209, 17 — 20: w. II. 
13. 12. 14. Ihn Qutaiba : w. 11..13. 12. 14. 8. Hib. fol. 19b— 23a: w. i — 19. Hiz. 
IV 214-^216: w. I — 5. 9 — 16. Ham. Basr. fol. 18 a: w. 7. 4. 8. 9. II. 13. 12. 14. 3. 
15. I. 19. Ma^Ähid 330: w. I. 3. 8. 11. 13. 14. 19. ^Abkarius 97: w. II. 13. 12. 14. 8. 3. 



* Om. BM. — ** Om. BM und weiter: ^\ ^^ ^ß^ cr**-^^ (^^ ^hj 

(V. i) Hs. ^^\ M^, Text nach Hs. Rand, Ad. KÄtib 145, 20 (GröNEET 447, 5) 
Hib., Ag. 187, 2 — Ad. Kit. a. a. O., Ag. 187, 2, Ma'Ähid: ^v^j; vgl. zum Aus- 
drucke IV 18. — Hs. Rand, LA XV 416, 6; TA IX 44, 21: J^^Jl ^UäXJ ^ßS 
^ J> ^^^ — ^J$ verhält sich zu ass. kirimmu ^Mutterleib* wie f^Ä. % zu aA. %, DITn. — 
Nachahmung des Verses LA XVII 26, 23, vgl. noch * LVwa 9, 9— 1 1 ; 20, i Zuhair, Mu*all. 58b 
(Arnold^ 



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l.^w>w« ^1^ <i.^ «n.flfc. 






-» 



J^Ä.1^ ^^jXjljc: ^^yUJl^ doU JJlXü Jlib^ *UJb ^iX^ kS^t^-^ J^Iäu**! ^\ JU 

dOuolX^\ b\ ^lJlLoI^ 

(2) Ag. 187, 3 ^^^^ ^^; Hib. Varr. ^^ JU l> ^\^ ,;^^ u. UpJ,l; LA I 
301, 18, wo i— ^,4tJ für Jo.-ft u. u-^^XwÄ. dJ ^^^. ^^. 

(3) Zu i,L4iJ> (BM, Ag., Hib. LUJ) vgl. LA IX 212, il; Lane IV 1630c; TA 
V 173, 16 VII 364, 20; Ibn HUam ed. I. GüIDl (1871) S. lAf.; Letters of Abu L-Ala 
ed. Margouoüth, S. ^. Z. 5; Reinhardt, Omani S. 204 füt l medäd^'t^x^ die Tinte'; 
S. 293 ^usel u semin ma^jüt * Honig mit Butter zusammengertihrt'. — A^., Hib., Ibn 
HiSam a. a. O. ^^\Ü\ vgl. Qor. 48, 25 mit Komm.; Lane III 1278, LA Xm 337, i, 

wo i>L**j. — Ag. 209, 10. 12 JaAJ\ <3 J^* JiU (y^^^) '>j^ "" Ag. XIV 74, 28 
J>^\ ^^ JSJ^ ^yJLl A^>, vgl. Hiz. III 351, 14 ff. Ibn Qutaiba f. 17 a (de GOBJE 

86, 8) y^^^ )) U \Jjb^ r*r^ *^^ *^ -j'^ ^ *^^ ^^ üy^*. ^^^ (^^ GOEJE 
88, 8) L\j3 Y\^ L-XX5Ü» ^^ ijjb^; vgl. Ag. 208, 27 ff. Ibn 'Abd Rabbuh, al-Iqd 

(BuL 1293) III 156, 32 [Gdhiz, bajdn II 66, 20 RG]. Ibn Qais ed. Rhodokanakis (1902) 
m 4b. 

(4) Hs. Hiz ^UÜLUl; Ag., Hib. UiXUl; Hib. Var.^UXU\, vgl. LA XIV 196, 18 
u. unten I 17 Cheikho Var. U-ioX-iUl. •— Hib. über Uvj: %S^JS ^^\^ » t„ ' ^ ^^ vXJ^-J', 

(5) BM l.»/o(j> Hib. UJuia^, u. Komm. ^lJJÜ»!^ dJ^;;:^\^ dSS\ ^Six^\ JUu^ 

^yiÄ oy lJu^ ^Lirj<\ äju^\ jüjb ^^joä-i^ ^^\^. 

12* 



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l68 (fitiM^t 3ur \miHf4tn {IprAc^wifTenf^dfi. 

f^j^\ ^^ ^ÜL^\^ ^c^* dJ^S^^ AJ^^LXib ^Ju^\ tf^V^^ J>-^V( V--H ^ j l\ 

doU^ o'-r^^ ^y^ J'-«^ ^i^^* J'-« y^^ ^^^^ v3^ ^^^** o^^ J'^. ^'-**^'^^ 

^^i' X < ..tT. f . ..II -'^t^ •II-'«*".. -r.fx I .N c.'.^ ^..^ «II "• 

»vXU. ^^.4iJu ^\ yb^ f^y^^ A.^^^ ^jJl f jJL^ ^^,x^, JXo ,^,^üo ^^ iiUyLJ 






(6) Ag. ^y\ aber Var. ,^,:Ca. 1. ^>., LA XX 65, i ^\jj\ ^yc . , . ^JCS Ji^ 
M^ — Hib. Komm, rj 1— tj^y — Zu «^jLoi vgl. Harn. 52 v. 5 u. Ihn Haldftn bei 
DozY s, V, — Vers des Ru'ba: Hs. Kairo, Adad 516 fol. 300t : 

u. Komm. Lojij ^^^iaru ^yJ3^ ^^>Lmj^**o ^yÜL>^ . . . »-JJ AX^yLa.; vgl. 
Qor. 2, 274 (wo Flügel*s Ccncorä, \jM\). 

(7) LA I 68, 18 fr., wo auch der ähnlich lautende Vers des Farazdaq u. 6^j> för 
<kU^ wie VI 126, IG, während XVII 249, 14 <-jt4 u. BM tj^J^ wie TA 1X326,28 — Hib. 
«J^ ^^ u. Komm. «3^1^ «IäX>^ AJJJi^ ^^^^^ »^ü» ,^]^ ^ ^i^ Jyt> v— )j-«J^ 
»5!>\^ vgl. Qor. 31, 17 u. etwas anders: sj^ T*^^ ^'^^ entrüstet abwenden [Melanges 
Asiat. VIII 760). Ähnlich ist Qor. 22, 9 dJLLfr ^^ü» u. dJU» b»^, auch vXCo) u. 
Jes. 63, I ny'SJ. — Meidani, Ham. Basr. dJo\ ^^. 

(8) \^, m 3, 8; TA V 461, 37; Tabari TL i, iii, i6f.; Ibn al Athir ed. Seybold, 
S. 82, Z. 1252, aber Ibn Coteiba's Handbuch 274, 6 ^^\ ^JJ, wie A^. IV 129, ii. — 

BM ^po — Die Berichte über den Ursprung dieser Redensart: Ag. 204, 8 0"., vgl. 
209, 25 ff.; Meidani I 55 (I 406, 26); LA X 135, 13— 21 [GÄhiz baj&n II 59 oben, RG]. — 



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« 

LoJ^I ^moU (5^1 aJ v.ix^ &I1' jfc^U Jl^ *i\ s^/ji' Lo^ II 

akx^ jk>o ^ ^^^ vix;^ ^^^ ^>?^ ^ Jy^, ^,'^. v^*^^^* d^***^^ f^^^f^* 

Anspielung auf diesen Vers bei Ahlwardt, Anonyme arab, Chronik (1883) S. 41^ 2 
▼gl. 40 unten. Vgl. auch Hariri, Siances^ U ^SS ^^-^^. V^ I'OaJ) dJ £jJU ^ üUil«^ 
La^\ JUl^ und King Lear. Act. I Sc. 3 (Goneril). 

(9) Ag. yii — Kämil 158, 9 (wegen der Wortstellung im hypothetischen Satze). — 
Zu M^kM^^ Qor. 68, 16; Kämil 209, 18; Reinhardt, Omani, § 61: iw^jtfw 'Brenneisen'. 

(10) Hib. Ia^. — Zu pj\ Hiz IV 568 Rand, wo noch ^jcsJii', Muzhir II 135; 
J. Barth, Nominalbildung, § 214. Zu ■'*-^--^ Ibn HiSam ed. WOsTENFELD 182, 5; 
49^. 6; 506, 18 — zum Vers des 'Aggdg: LA III 421, 21 (anonym), wo m (j4<«^», Hib. 
«^l^Lb — der Hudali- Vers: J. WELLHAUSEN, 143, 9, wo JJyuiJ^ S-^^ ^® ^'^•' ^^^* 

unten IV i :-cuJ\ V-Jjy — Vers des Kumeit: Hib. ,^^.*ä1\ erklärt mit ^^yLkJlt — zu 
V. 10 b vgl. Qor. 9, 32. 

(u) Ag.209, 16 y^j^iMt^ ^ \JjS^\^ ^i ^_^ >\s>:xs\ ^ j^ jJu "5^1^ 

^ Vj\nt>: ib. 209, 21: ^^ iJjJuC ^^\yL\ ^ ^^Lo U}i dJ\ OJ»^. ^«^'t^ >>^ J^ 
^^V^ »wXji^ ^ ^^ ÄJj-Lr ^2^1^ ^Ul^^ ^Iäa y* ^^Yb ^000 ^vXä.\ ^ 
^4^ eU**Jti ^v>Ä.\ ,^,iU^ — LA XIV 354 20 TA VIII 223, 12 vJU^ Jjb^. 



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Lojjüo LjaJx (5^^I <^ 1%-J^ 2(<3^ v,ft.Xfv 94JJD vLoLot tttju 13 

UtiaJ gUkjt »I?^ \^LJi (5^ y^ g*^' ü't'^I Ü>^^ '"^ 

OV\ iU J\ r^^ CUäU <i-4aÄ.U^ c^^-^'"'^^^ c^y O^ y^ 



(12) Zu <)lJuUo\ Ibn Hisam 444, yf.; Ham. 121 v. 3 — Hs. uJÜül u. ^J^ — 
Ag. 204, 6 s>d:ü, aber 209, 19 Jssxj»^ — Hs. Rand: l^s\^(i, vgl. Nöldeke, Beiträge 99, 2; 
Hib. Komm, d^^ f"^^, ^ ^^^ ^■rv'wT^ «1^^^ ^yv.fwT JUü. 

(13) Afc. u5ju. 

(14) Ag. 209, 23 ^aJu jÄ.yu Mi« v>^. (^^^ /t^"^ '-^^^^^^ 3* y^ J^ 

i>o JÜ\ ^U5Lr ^\ fj,\ Meidani II 30 (I 378); Hariri, Siances'^ I 102; Bistani s, v. Jj, J> 
[al-Buhturi's Hamäsüy Leiden II 5, 520 S. 32 RG]. Die Redensart auch LA X 286, 21 — 
Hib. Komm. «j5ü ^3 UU**^ tfLLit^ '-C?*^ \^ UL**^ — LA XV 239, 21, wo ^^ 
^Ij wie TA VIII 369, 37 und nach der Überlieferung des Ferdl: »L>UJ. über diese 
Dualform vgl. Ibn Ja*i§ 446, 18 ff.; 527, 17; 593, 5; Abu Zeid, Nawädir (Beirut 1894) 
15, 12; Beidhawi I 599, 20 zu Qor. 20, 66; Nöldeke, Geschichte des Qorans S. 236; 
Freytag, Einleitung S. 124 f. 

(15) Hs. ^A v.:U^ u. ^(j^.y,nl, Text nach BM, Ag. 187, 11, Hib. — Ag. u. 

Ham. Basr. Oj »ä-I Ui. — Vers des Hassdn bei Hib. : vgl. Kämil 567, 4 

'^^ ^>v^ ^/ ^3 :b.^ U^ 

Die Form des Scholions auch im Kessdf zu Qor. 68, 13. — Zum Vers des ^Amr: LA 
V 196, 21; Ham. 75. 

(16] Hib. ^JjL^ u. wie IJiz. ^> ^ y^-t^, BM 



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(1. oi^i od. oi^fi oi^ai ii »Gir^ 

BM om. U^3 add. _j«M^, LLT y**iJLxJI JU^ 

IL 

(Kämü) 

ß ß *> ß <M ß ^ $, 

C^^^ J^oüJ <i£o^ ixusi^ &J^ cJU> ^^^^ ^^^ vJ^y^ CJlXK^ \w)o^ 

'1 1 I "l^ '?" *' T^** i**** ^u^^ 

(>1^ Ljiö -.^* wAÄ^ ^j ^i^;?^ 'tX^ (5^^"^;5 ^ 



(17) Vgl. V. 4 — Hib. L6b dLiv? ^r*^ <3 ^' ^^™™- v^ er* «J^^ r^ 

iZ« Ow**J^ y^-«*^. v,5^ Cr* '^-^^ ^ ^O^X^ JU dLjc^^^. Zum Namen vgl. Ibn 
Doreid, Handbuch 204» 13; Imrulqais (Ahlwardt) 58, i; Harn. Basr. fol. 224a ein 
Dichter 'O. en Nahsali, Wüstenfeld, Die Schaf Uten IV no. 211 : Ibn *Ogm el-'Ogmi — 
LA XIV 196, 18 vgl. oben v. 4 — BM --oi ^3 u. U:b. 

^ -^ .. 

(18) Hib. LcJsÄU. — i^ ist hier die einzelne Litze oder Strähne (LA XX 70, 12); 

vgl. hcbr. 1p und assyr. /fw. 

ß ß ß ß 'M 

(19) Hib. Komm. IaJi^ä.\ ^\ '-V^^ ü'^. 3t^^ ^.^-JCJÜl^ ^JT^ ^^^^^^- — 

Zu ^yü\ ^>\ vgl. XU 4 (v>\) JaV^ ^. 

(i) Wellhausen, Arab, Heidentum, S. 26: hast du mich weggejagt} Ib^ (lA) 
Jb M er wird nicht nachlassen^ 2 A. S. 30: du wirst nicht entrinnen, Jac. IV 337, 19 
,JJo ^ u. V 402, wo J^* wie Ag. 207, 6 und ülasj^l ^^ä.. Für s^ ist wohl ^^aL 

zu lesen. — Über die Lät: Wellhausen a. a. O. 25 — 29 (29—34); über die e->Liai\ 
ib. 99 (loi), Tar. 18, i (Ahlw.). 

(2) Zu JJüLl Schwarzlose, Waffen 209; Ham. 330, v. 6 ^yi^ cP^^, ü^^ 



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172 (giittä^t 5iir \tmiti\4tn Ibpta4^ff*n\<^^ 



I^JL^ ^p f^4^ ^ ^^Ulf ^ llÜ U^^ 4?^*^' 7^ ^ 
Jii Ü vL^^ ^U ilix^ ^U'I\p ;juül4 

j;^. «X*J yi '^^ ^ ji^l, 0,^1 ^^16 

oJÜÜt I4J v'^-^ (5^' (5'*9 l.i^-Ky*j »U2JI ^«Jo ^j-aI»^ y^)Al0 JUj 

.(?)JU|JI yft (» g . ^t? JUj ^JyiJt jPj 

L^aJ U öl^t^ ^iamXIIj /^t''^ ^•'^T^^ ^«^7^9 ^^7^^ ^"^7^ ^^ 

♦ Über die Sahtfa-Gcschichte vgl. Ag. 194, 12 ff.; Meidani I 310 (I 154 f.) I 7^1 
(I 35Q). Frbytag bemerkt hier( 1838) : quaedam similitudo hisce litteris cum litteris Bellero- 
phontis est\ vgl. Caussin de Perceval, Essai II (1847) 351 und Cheikho 330 — ferner: 
Ahlwardt, Ächtheit 58; Hiz I 412—417. 446; Hariri, Siances^ I 119; al-Balawi, Alif 
Bd I 85 ff.; Sarh al-oj4n, Alex., 1290 S. 222 f.; A. MÜLLER, Islam I 40 (nach Fr. 
RÜCKERT) [ZDMG vi 50 das Blatt des Motelemmis] [Ma'&hid 329 f.] Th. Nöldeke, 
ZDMG LVI 160; Seligsohn, Tarafa (1901) S. 11— 15. Über die Parallele aus dem 
Leben des Farazdaq: Ag. 196 f.; 197, 24; LA VII 340, 17 — 23. 

(3) AJ. ^ und Upi. 

(4) Afc. XV 151. 4: 

über *Urqüb: Meidani I 454, II 685; Ibn Hisam ed. GuiDI S. AV [Muzhir I 238, 10 Th, 
RG], noch in der Gegenwart ÄJoJftj» J^\^. 

(5) So nach Ag., Hs. »Q**'^ und ^Ia J\ Ö^ und \^^. 

(6) AJ. 207, II f. cJuuoJb jJLoJ» U-\^. — Zu J^ Qor. 18, 108. — Zum Spiel: 
Kdmil 322, 4 f.; PERRON, S. 251, Anm. 



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QcfUxB, <B(6tc9<( ^tB (!Uu<Afdmmt0. 173 

J^b^ ^^ ^ y&^ ^ gMxi' suut Jül^ {S'y^^ '^^ «J'^ S)^^l 
&i JiJ Jlj^ ljtt%j^t )<^^t l*t »UmJI ^Lo Ja;tu io^U ^ ^ ^ 

Äijio jJLo Äi J0 ^t Jujüt yj^ öuJüi 14^3^ i«A4> L^ t^Aitj ^^AJU 
(>JL«M ^ v:)^^^ \J^ JujJt ^ iü J0 JÜü o6ii ^^X^ ^^^^ (X'^ 

j^t^ ^j**i-ÄJ! L^üuwt |J^ ^ r^^ U^A^ LT^L^* \J^)^ ^ \J'^^ 2 

(Rand) j\j^ j^ ^^ MLb U^>f ^ ^\ 

^ifl ^I|L;i ^f L^ JiLdS- U\yi ^jiiA it^l vJ^ 3 

^ w * -^ 

L4JU0 Jiyol Qj LgAJUb^ aJbt &JUp iü Jb f^f>^) ^'«J^^ ^^ <J^ 

**|1U f^Si JLs I4A-U ot^t ^^ 



♦ Die 3 Verse bei Ahlwardt, Dvvam 184 f.; vgl. LA VI 426, 13; TA HI 506, 2, 
wo beidemal ^-4^0 für *•-♦*. Vers 3 b Hs. pV^. Seugsohn, Tarafa (1901} S. iro f. 
(wo 7 Verse). Die Verse sagen (i) O, Amr b. Hind, was denkst du von einer Kamel- 
herde, die Mittel hat, um sich mit Wasser und Strauchern zu sättigen ? (2) sie hatte zwei 
Beschützer, deren einer Qäb(b, der andere *Amr (Bi^r) war; nicht Hess ich sie Tags oder 

Nachts ohne einen Hüter. (3) denn die Reime dringen auch in Löcher 

ein, die sonst so eng sind, dass keine Nadeln eindringen können. 

*♦ Der hier dem Tarafa zugeschriebene Vers steht im Diwan des Mutalammis VI 
13; vgl. z. St. 

*** Tarafa 7, i (Ahlw.) — 9, i (Seligs.); Hariri, Siances^ I 119; Ibn W&dhih 
al-Ja qubi ed. HoUTSMA I 240. — „Hätten wir doch statt des Fürsten ^Amr ein Mutterschaf, 
das um unser Zelt herum blöken würde." 



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174 (gtittä^t yäx \tmitif4tn ßft^mfftn\4^ft 

jU' 1-4^ ^ AmJü ^ ÜftL4Xi Cl vdÜJ AJLi jJ^ L4J 9JLj \ijyiJ\ 
JujJI ^ gjuu^ }AjJ OjJj (jJUd. ^ a^lpl ^^Xmj») 8^ti äi^o ^Ipl 

*l^4XAJbe JU^ &JI Jui^ 2ÜJ0 dLI<^ JLi 
,^ f« >- ^ >r«> I •'^ »;" r' -jc I 1 • - *t 

,jj Jjyi ^ ^*-^Ä Lj^ 4Xj &i Je ^\^p ÄAÄ^I ^ Jk^^ 5J4XÄ d^ 
UjuU ^^^^ Ju^ <5t^ Ty ^^ ^^^ ^7^ ^^^ C>^ 7^ ^ ^ 

tyuÄ ^^^ <:)4^^ '^^ H^T^S 1^^' ft^L^^t 1»^ 1?^ aull^^ JU 

JUi LvAaf UJL^ ^^^ ^%.»i^ Jlax JfiJ Uli x>L|Jt^ ^ tyuüt^ [ »X^Lo 

JU ouL^ v.A^pt v^Lot Jcäi aLi J0 &Jüt Jjli 



* Tarafa 18, i (Ahlw.) = ii, i (Skligs.); Wellhausen, Skizze III 178 Anm. i; 
Hudeil 24, 2. — „Bei deinem Ahnen und bei den Opferstelen, zwischen denen das Blut ver- 
gossen wird: ich habe dich nicht verspottet!" Bei der Übertragung von viJ»3sÄ.^ weiche 
ich von NÖLDEKE und Wellhausen ab. 

♦♦ Tarafa 16, 1—3 (Ahlw.) =- 8, 1—3 (Seligs.); LA XVI 30, 12; 42, 2; Ham- 
dani, Arabien 162, 17, wo in 3* ^wX^jJ». — (i) „o über den Wandel der Dinge ^o Wun- 
der), wegen des *Abd *Amr und seiner Übergriffe; *Abd ^Amr hat mich zu schmähen 
gesucht und darin zu viel gethan; (2) nichts Gutes ist an ihm, ausser dass er reich ist 
und dass er, wenn er aufrecht steht, eine schlanke Taille hat. {3) Die Weiber des Zelt- 
lagers drehen sich um ihn im Reigentanze und rufen: ein Palmenast von den auser- 
lesenen Stämmen in Malham!" 



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QOcKtxB, ^tbiciU bt0 Qllu<afammt0. 175 

U^JUo iJJ^ ^ v^AXfcyf ^jJ^, ^y^ i^^^^ ^t ''^^**^ J^ 3 

I*l\3 |%j tjkJD ^^ Ju^t siJLi JU Le ^jaÄJI ouut ^y4>^ iX«x JU 

^U3 I%jL^ u1 (jdif^ dbU3 |%jl^ (jÄi^ ^^AjLbU ^5^M^ÄJ ^y^) Syo' 
JUi JiyJiJUJt o^äj lo ifixi toli &Jt auÜcS'^Jü |US JU .SJj^\ 

* Oben S. 173 Z. 14. 
♦* Der Statthalter heisst A^. 193, 5 und Hiz I 415, 28: Rabf a b. al-H&rit al- Abdi, 
aber Hariri, Seances^ I 119; ^Abkarius 94, 4: Abu Karib; vgl. noch Ag. 194, 24 ff . und 
NöLDEKE, Perser und Araber 259 ff.: al-Muka^ir (zu diesem Namen vgl. Magoudi VI 
142, 10; Ag. XIX 49, 14; TA III 524, 19 f.). Im Scholion zum Diwan VI 16 wird 
Mi dad als der Mörder des Tarafa bezeichnet. Im Bericht von BM zwischen Gedicht 
IX und X wird der Statthalter an Namari, der Mörder ^Abd b. Hind b. Mu&wija ge- 
nannt. Andere Berichte : Ag. 202> 9 ff. 

♦** Zur Ortslage in Ost-Arabien vgl. Bekri 510, 20; Jacut IV 428. 541; III 397. 764. 

t Hs. Ä>olo%,. 

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176 ^txM(^t 3ttY ftmiHf<itn jl))Ydc$wt|f(nfc$dft. 

<>iLi *iüuli ^^xS \yLjJ üjjju ^ Jjif dJU. jjüo aJJIj Jl^ '^ 
JU^ ^IXJI ^^t^ ^jJLill IjüD^ >5JLil| ^ jü ^^ auUf y**UxJI 

III. 

( Tawil) 



* Der Gegensatz der beiden Dubef a-Grnppen kommt hier zum Ausdruck. 

III — Ag. 196, l: jO\ <_,.;^ L^ «JUiJJS; Bekri 479, 3: ,_,iiJ< jj; Ibn Qutaiba: 

(vgl. DE GOEJE, S. 85). Ebenso Ag. 193, 16 (nur J^äo für >^^y Auch BM L^;UjÜ\. 
Jac. IV 228, 19 f.: ^\ ^\ ^iUJ^ ^^ ^ ^^ er^ <*^^^V 9*°»- '72 viUJ^ 
L> ^ ^t; LA XX 65, 16 (yif) VI 463, 16 (^t) TA X305, 16 (yS\); Chbikho 
330- y^ '-rH^ C^ ^^ c5 '^ CUkxj 

Ebenda Var.: Ub^^Js.^ fiir Ia>1js-«. ^Abkarius 94: 

J^j^ j^ <3 0^\ I cir. -^» J>?=V. 
^^"^ c^ viu.^ ^^ U^^^t^ 

BM: J^f^^. . . . U UJ »-^^-^^^ Ag. 193, 17: yi^ ty^ JÜ^ V^'^ J^ f^ 



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IV. 

(BasÜ) 

BM ohne 7. 13. 14. 15. 18; Ag. 198, 7 ff.: i— 12. 16. 17. 19—22; Gamhara 113 f.: 
20—22. 1 — 4. 6—8. 10. II. 12. 16; Bckri 577, 7: v. 10; Jac. IV 769: 20. 10. ii {Gerh)', 
^Abkarius 95: 16. 2. I. 4. 6. 10. 11. 12. 

^^ y&3\ v;>;f^ nt^» jii ^f Jj iff ^ jT L) I 

t^MühT^t vt^' lk't^ <i tyudöLLt^ |tX»Lw I^t tyiÄli ^tw ouacl ^ 

jii ^^ aJUÄ*Ü J-U.\ (Hs. >^^) >y^ wK«-o J--A. 2^ <^^\ Ji\ ^^/.^ 



IaILp^ J*^"^ sy^^ ^ r^* ^** J^» ^™- ^-^» *s^y- ^V/** ^g'- Fränkel, -^raw. 
Fremtho. 249; Deutzsch, Handw'drterb, 196. 

Am Ende von m sagt BM: cJU> ^3 JU^ b^U ^^^^o^ ^Jj-Ul Iäu^ JU 
Darauf folgt Gedicht IX 1—3. 

(i) Ag. 198, 14: .iiy» L*y^ c>^^^ "^ if^^ «J^ fssy ^ U>HC^ß^- ^^^ 

Einleitung von BM zu VI. — Gamh. ^Abkar. ^>. — Zu j-p * *1 S-^^^' ^^^* ^^^^'' ^" ^ '*^* 

(2) Nach Ag. 198, 1 1 ; Hs. \yi^ru«)U und \y*^. Der Gegensatz von ^^^ und 
^y^ auch LA Vin 85, 4. — BM Hib. CJ>y.\ ^^ (3» BM Var. *\y; Gamhara: 

\^yZ^y und Komm. ^,U> ^^ ^yy^ ^U Ü^H' Chbikho 332 ^^li» iJX^i 

(3) BM, Chmkho 332 *^iUJ\ 5\^; Afc. U^ ^t^^; Hib. Komm. sS^ J^ 
^^^Ä. ^^ ^^ ^^ ^l?^ ^, aber Ag. 198, 12 ^\j^ ^^ O^^^ C^ O^j 
i^^^>^ C^ <^U.\ ^^; vgl. Ag. XI 162, 8 f.; WÜSTBNFELD, GeneaL Register, S. 246 — 
Hs. >^JUb, Bekri 31, 23, Chbikho Var. >^kJL>. — Über Hadan zwischen Negd und der 
TihAma: Bekri 31» lO; 289 f. Jac. II 288 — Gamhara: ^-^^ ^^ 54^ O^^ ^'^ O^ 
^l»4iJ\ ^,**-ai.\^ ^^mw^Vä. ^jjt> doT \^\^ ÜL. 



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17^ ^tiita^t 5ur ftm\Hf<$€n fpr^wi^inf^^ft 

JaA) ^^ A^MJ v3y^. vir^ w)oj<^\ ^t^^^ y^^ c/*^"*^ (^»^ v./"^^*^^ 
J^\ ^^ s\jJb^ J>t^^ cr^ *^ ^^> ^^^^^ vJ^.^ 2(>\^ itjLib vJuaS 



(4) Hs. \^JU;», vgl. 5 \y^; Hs. ^UX^ 5^ ^^yu^\^\, ^Abkarius: J^ ,^ 

und ^^y>^LÜü\ Gamh., Hib. Var. ^*M,^wgn^ J p ^^ J'^-r'^ \^J^. BM 

ebenso als Zusatz hinter v. 5. Hib. IU5Lo f>*oJ\^ l^irv^Ji ^][^\ Jl^ ^ti^^U \^>j 
^«■^j^\ ^yü\. Ebenso Ag. mit ^y^rü^U und Bekri 31, 24 mit ^^j^l\. — Zum 
ganzen Verse vgl. XII i. 

(5) Text nach Ag., Bekri 465, 12; Hs. \y^ nach XII 6. — - Hib. Komm. ILtL*» 

j^\ ^ viUU ^ ^^ ^^ c^ ^;^ ^5^ C^; vgl. A^. 198, 23 ff. IX 104, 23 ff. 
LA Xn 138, 8; WÖSTENFELX», Genealog, Register 411. Zum Namen: Muzhir II 226, 11 — 
Ag. 199,4 ^^^^^äJL ^^ LJutio «^ Jlji^ U»<J^^ cW-^ vJU-u»; vgl. Ham- 

dani 164, 26; Jac. m 299; 619, 5 IV 1035, 20 — Cheikho vJlic:^. 

(6) Hib. Komm. ^UJ\ J\ 3\^^ ^\ 14^ — Hib. |j^\ — Abkarius j^ 

(7) Hib. SjyuL*; Hib. Gamh. ^y^>^\ Ag. 199, 12 w)o^. ^l*iU\ cj^\ Jl*^ 
.. ^,V.1 \ 3\-iü\ ^-liJüb vgl. H. WiNCKLER, -^a^. Sem. Or, S. 99. Hib. Var. 

J^yU vl>^ U^^; A^. 199, 10 Gamh. vJ^. Zu ^^-u^ vgl. Gertr, Diw&n 149, 16. 

(8) BM, Ktoü 405, 8; Ag. 199, 13; Hib. Var. >Lot oSy Hib. Komm. ^^\ 



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(Veiftrc, 4Stii<Ht &<• ([llHtofammtc. lyg 



■*^t^ <.'' <.. -^ 



^U^ Uc«:vi;JIJÜ\ ^ l^s^^. ^^\ ^)^ iUJU\ Af u ^ ^ja\ ,>x^\^ JU o^\ 



^\ jo^^ JÜu.5»jo_^*xsw, ^Lj}\ yiJ:6^ Jf>j^\ J-U.\^ (?)U-^b i-^ j>^Y UX 

^^LJLcI v:i)t^l viUJ^ ^^i^ ^Jo JS ^5»^' 1J5 v^T^P (5^»' 9 

^\Jj ^\ ^«^1 i(\-^\^ vjUiJuo^ vJl^^ ^.r^^ S-^y dJuL«^ ^ y c,4JL\ J»^V( 

JLj^ÜtjJt sfUb ^t Juli jLlJ L4J v^LJUi (5^Aiüt ki^ vl^ v^aI^ 10 

isXas^ ul-sifci^ iEla:\J\ ^\ \35r?.^ AJü«U J-4*JJ\^ ^\^\ tacvj.\^ '^^^ < y A. v^^ tJ>^ 
^lacUflS ^1 y [Bckri 577, 9 f.] ^]yU^\ ^^ y\ ^^Jc*ijf^ JU M^ «Chi ^^wJü\ 

^^^ jUboJl^ ^^^^ v5^^^ ü^.^ vJ^ ^^ L.^\ dLXs^j «„.^^^c^ Jjbi ^.^A^ ^^ 
J»yb> Uj^\^ JyLV U JU^ ^^,.**^\ ^1 JU UJ J^\^ M C)\/^\ <^\^JJ\ 

Äd:v*«p f^r^ ^^^^<^^ ^^•M'K als ob sein Kopf und sein Bart die Röte der Glut des 

mit dem 'Arfag-Strauche genährten Feuers hätten*; vgl. Fihr. 56, 21 — Hs. v«xO\ ^3. 
Text nach BM, Ag., Hib., LA III 422» 13 XV 248, 12, Ibn Qutaiba, Ai/. al-Kätib 122, 4 
(Grünert 377, 5). In dem Citat des Mätini schlägt Dr. R. Geyer folgende Lesungen 

vor: ib ^Lc%, 2* ^L^ und ^Ub und Übersetzt: „Wer ist's, den der Blitz in der Nacht 

erschreckte, welcher aufleuchtete, von dem das Schloss und die beiden Hänge von Rumäh 
sichtbar wurden? Wir sind für die abendliche Einkehr ein Berg durch Deckung (die wir 
gewähren), denn der breite Berg wehrt die Stürme ab." 

(9) Ag- ^^^ ^y U — ß^^ ^y^. y^ ~ Cheikho [333 %^\ £jy^ und Var. 
JiiJ\: BM viUA\ aber Var. dUJl. 

(10) BM, Hib. ^^waiü\ iXiUi, während die Lesart der Hs. (u. Bekri 577, 7) 
dem Abs ^Amr zugeschrieben wird — LA VII 393, 5 C'<.y r^. — Ag., Jac. IV 769, 5 
^\^ J-**o — Hs. BM, Hib. CDl> mit ^ — *Abkarius ^^,**^^UU\ ^DJ ^^ — Hib. 
Komm. ^^^**^\^jj\^ ^^^^ljbvXl\ y^ ^^ ^5****^ vJ'^ \^y^^ >>^^\ ^]y».»-*oV^ 
Ia^^. — Der Dichter der Rcgez- Verse ist Sahr al Caii; vgl. Ag. XX 21, 15 f. 



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l8o (gciteä^t jttt r«mtitfc5en ß^tCi4wi\ftn\<iaft. 

^^V^ iL^^ iSi^^ dS^^jc^ lS\ iC.\f ^^^\ s::^^ JU^. v3»x-o$^ J^^ 

^>a;^\ ^ ^\ yi>o. ^JJ\ 

^\yj\ J\ IV*-^ Un-^ iJ'i*^. -^ J^:;^ i3 ^' *V^^ 
jLuypLa^ O^ ^j 04>i ^5 v.>^ LUaj v^^ Jf ^ ^^ yi 13 

J**AJüui!i j^Lb löi ^^i4a^ i> N-M^ 4^' cy»* ij^ c5^i;'^ ^ ^5 

^^iI4 ^J^\^ v31a^\ ^_,^coU^\ 

(11) Jac. IV 769, 6 dLL«lic ^\: — Zum U) ^3!^ ^ NöLDEKE, C/öjj. i<rÄ^. 
(1896) § 24 — 'Abkarius ^Jb!xf6 ^^. 

(12) *Abkarius ^l^y\ J.^ JÜu*ö ^^. — Zu iL^\ Hamdani 173, 7; Jac. 
I 754 f.| J>y^ c^ 5.*Jai i'U^\^ i"b^\ J^\^ - Bekri 181, 11 O^ (W. 
CjCI*)) aber Ag. 199, 23; Gamh. ^j^^^ J^^ tc ^^ und Ag. 199, 24 «JXmX^ Lo 

(13)— (15) fehlen in A^. und Hib. — 13a und i^b nach Cheikho 333; Hs. ^^f^ 
und jjfc,*fc»,V,4tfl. 

(16) Nach Hiz H 549 Rand las al-*Askari (in der JÜUV^ ijA^^) C^l aber bei 
Sibaweih las man ^S^, vgl Sib. I 12, 24 (wo C^T) und dazu Jahn I 2, 61, 8; 
ferner NÖLDEKE, Class. Araö. § 82 (cLj\)» [Fleischer, Klein. Schriften I 2, 731 
(nach Tantawy) zu S. de Sacy H 393 — RG]. — 'Abkar. 95 ^S^\, Ag, 196,4; 
200, i; BM d^^f— Hid. Var.wXJa ^^^ <r^ ^»^.' ^«^- >^- ^ ^^ 

(17) Anonym LA VIII 76, i. — BM, Ä*^. ^j^>\ji^\ für ^^^Mj^K erklärt mit 
^L4iJL io^*, und BM: dc^ 2j.>^ y\ Jl* ^Jui^^, vgl. Ag, 200, 5 ff., Bekri 166 
oben, Jac. m, 862, 17. 



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^y v ii'> ^^\ ^ ji-o 0\> ^\ ^>^^r^«^ C->\i^ Ub^Lift ^y. J^\ iiiSyi aSÜ ^\ 

u^J.^ l4,)0^^ ♦diSSJi jft ^ o\> wCär^ ^\j 



V. 

( T^wil) 

BM, ^^^ 187 f.: 1—2. 4. 5. 3. 6—9. 10. 12. 13; /faw. 322—325: I. 2. 4, 5. 3. 
6—9. 12. II. 10. 13; RÜCKERT, Hamasa I 250: i. 2. 4. 5. 3. 6 — 9, I252: 12. ii. 10. 
13. fü%, ni 270: 1—9. 12. II. 10. 13. MdähidzZO\ I. 2. 4. 3. 10; Ham. Basr. fol. 34b: 
2. 4. 5. 3 [al-Buhturi, S. 35: 2—5 — RG]; *Abkarius93: 9; 97 f.: i. 2. 4. 3. 6. 7. 8. 
II. 10. 13. 



♦ Lanb will hier m. E, mit Unrecht »3**^^ einsetzen. Das Scholion besagt: das 
Tier ist geduldig beim Drillen, Zureiten. 

(18) Hib. Komm. y LLj»^ ^ «.^^sa^ ^ ^^^^ni^^m^iC ^ f-i ^^ ^cJljo ^ ^^1 

vgl. Harn, 374, Z. 4 fj; BM ^ r^ ßlr ^Js». — --^i- ^yu*«wo JJl«J\ UlouöJ. Zur 
Synonymik: Berlin VII 316, 8328. 

(20) Für *U-»*>1 lesen Ag., Hib,^ Gamh,, ÄJL«, Jac. IV 769, 4 ^•^. — Für 
^J-^juLm^ lesen ^^. 200, 13 (vgl. 10) Hib, Üo*b, Var. i3^ (vgl. SociN, Diwan III 
266a). ~ BM &>yL«%^, ^/. 200, 13 <>-olJ\ <^JsjÜ\^ U>^\ <3^^^ J..«jCLuJi\. 
Ebenso Gamh. ohne ILJL\. 

(21) 4Ü nach Hib,, Hs. ^^*U; Cheikho ^jSü, Ga»i>*. AJübLU ^U> und Komm. 
^\y^\ yb^ ^ J^.l^. ^JJ\ JV^ ^^^ *a\ ^ 63k J-U.\ \Jjb ^\ ^\i ^li>. 

(22) LA VIII 22, 5 wie Text; — al-Asma*i, al-farh S. 9, 4; Ibn as-Sikktt, Critique 
du langage, S. 525 dCCAkS». — Das Scholion der Gamh, über diL^pAi\ trifft nicht das 
Rechte. — Für^Ä» lesen Ag, 200, 12 ,^jJi BM, Hib,, Gamh., LA XV 284, 5: ^y^- — 

Ag, 200, 17 1 ^ hl <;; ; I fl-«j)ti ^yLic^^; la xv 284, 5, ta viii 391, 17: ^yL«^ »mit 

einem Maulkorb versehen\ 

Beiträge aur semit. Sprachwissenschaft. V. I^ 



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l82 (S^ix&^t yit fmiiif<itn ß^A4wi\ftnf<ia^t 

jmjoo o^ ^f wJaJl ^üü ^Y^ XAxigjQ ^^^x ^^1 ^^ J4>l^i i 

yluUgf Le i»G^t &J <-pAtnS' l-^^l; ^^' U^' (I)' P f^^ ^ 



(i) Hs. Rand, A^'., Harn., Maähid, 'Abkar. ÄI-L* ^^ %JL\ ^\ y ^\; 



BM 



cJUUJ c^^; ^<?w., Mdähid liUwo. 

(2) [Buhturi ÄJ^^ «J^^ '-C?^» O^^^* "^ — R^]. — Maähid aX^ ^\ Ja.. — 
Für \JA. -Piiw. l^T^, A^. ^;^\^, BM vJU^^.^ U Uä.\ Jyb ^a-^^; -P«'«- Var. 
^ - «^ U .verweile*, ,harre aus* oder ,komme zur Erfüllung deiner Wünsche*, — Zu viJjOLa.* 
^^*X*\ vgl. IX 9, Hafdgi's Uii 23, 9 f.; -f//«.: *— ^-^\ ^^^ ^•^^^ ^^^ Cr* C^- 

(3) yf^., //flw. U^. — Harn, 323 [^]^ ^\ t\^^ L« **^^^ ^.^y^ J^ ^y J^^ 

,was Mut, als dass sein Leben man auf eine Nachtfahrt wage; und Feigheit, dass man 
sonne sich und schlaf am hellen Tage* (Fr. Rückert). 

(4) Magoudi III 198. 224. — Für ^-Jik BM ^J^ä., Ag, 188, 2 ^ISVC ^J^ä.; 
Chamsu RasäUl 263 ^Gv^ vIjJsä., /^i- XIV 76, i '^ L« ^Ij|V^ ^J^ä. ^^^. — Über 
Qafir-. Meidani I 424 ff. (I 138, 20: 207, 21); Tabari I, 2, 763, ii; Abu *L-Ala, Leiters^ 
16, 20; A. MÜLLER, Islam I 12. — ffis. CL>^\ »K*, wie Ibn Badroun S. ^f (wo auch 

p^ v-^Od»). — Über Beihas: XIII 6; /^^. 188 f.; Meidani I 264 f. 403, II 82. 406. 
477. 519. 917; Ibn Doreid, Handb. 171, 6; Fihrist 96, 29. — Zum Namen: Ag. XIX 
107, Shahrastani, ed. Cureton, 93, 11, Maqrizi's ^itat II 355, 36. 

(5) [Buhtuii dJ^Ä. für J^La^ — RG]. 

(6) Hs. ^1. Text nach Ag.^ Harn., Jac. II 160, 12, Wüstenfeld, Bahrein und 
Jemama (1874) S. 200; 'AbkarIUS [al-Qäli, nawadir, Hs. Paris 4236, I, fol. 19 v -— RG], 
LA VII 317, 1 wo auch \j^\s. — Hs. Rand (abgeschnitten) ^b ^k^ v^ii^kV. — 

Harn. Komm. ^Lc)\ filr »CSV^. — ^yJ!S(^^ L« erklärt mit ^^^^Jü». ^ (I/am.) und mit 

ybv>J\ a^s» Jy, ^ (4i,^). Über die Var. ^_^Uo. vgl. LA VI! 317, i mit 299, 12; 
TA IV 103, 39 mit 95, 40; auch Ibn Ilisam, ed. GuiDi, S. iri. 



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cr^!> ^r y!f^ GU 51't^ jd^ Jua3 5pb I^JL^ij ^^Li 10 

(7) Zweite Hälfte bei Ag,^ Ham.^ Jac. II i6o: jijioj ^uL-aJb A-J^ O^i 
Harn. Var. ^vLaJ» JiU ^, Iw\ XVII 140, 13 ,^^A^\ ^ ^ ^ILj [LA VIII 

81, 12 (^,Ji5o^) ..yul^o^ UJ y^/>^\ 

(8) /('bw. ^t ^ ^ ' n i«^li:o, vgl. zu VI 11 und oben S. 154, Z. 18. — Harn. 
Var., LA VIII 76, 16; XVII, 312, 20, Ibn as-Sikktt, Critique du langage 279 C'vilo\ 
für CLjy^\' — Ag. Ojb* für C-»lft^. — Über ^j^^UäII siehe oben S. 159, Z. 23; 
W. G. Palgrave, Central and Eastem Arabia I (1866) 390, Ch. IX, Anfang: White 
the singing droning sound of the water-wheets reached us even where we had hatted 
at a quarter of a mite or more from the nearest town-watts (bei RiÄd). — Ibn as-Sikktt 
a. a. O. JuJ\ und JlJl^. 

(9) Ag. 185, 23; Ibn Doreid 192, I4; LA VIII 94, ii; IX 34, 13; Muzhir II 220, 3 
[al-G&hiz, Bajän, I 141, 24 — RG] ^1^ \ij^, — Für ^^ Hs. ^^, Ag. 185, 23, 
Ibn Qut. foL 17 a (de Goejb 86, 10), LA a. a. O., Muzhir a. a. O. Jy^ (vgl. Sib. II 
48, 15); 'Abkariüs [Maähid 329]; [Gdhiz a. a. O. — RG] ^^. [Zum Bilde vgl. noch 
Psalm 118, 12 P. H.] — Über ^»aJI Hamdani 161 f., Hekri 654, 10, Jac. III 653. — 
Parodie des Verses bei Histani s, v. ÜÜlou«. 

(10) B1STANI s. V. ^^■».:o\. — Ag., Maähid iy-*io; Ag. XX 42, 7 \^^S3 und 

• * * f * ' 

yJ^J^\\ K. at'Muwaiia, ed. Brünnow (1886) 112, 22 ^J-^Jl) und ^^Ü\ ^^^anJ; vgl. 

auch al-Mura^^a ed. Sevboij>, Z. 1326. 

(11) Ham. ^;^*. — Qurrdn: Seliüsohn, Tarafa, S. im, III 5; *Alqama 13, 49 
(Ahlw.) — 2, 50 (Socin); Abu Zeid, Nawddir 140, II als Schwesterdorf von Malham 
(oben S. 175, Z. i) Hamd. 162, 10 f., Hekri 733 u. ö., Jac. IV 50, 19 u. ö. — Zum 
Namen: Wellhausen, Vakidi 327, Ham. Basr. fol. 46b ('Utdrid b. Q.). — ^J^^ 

nach Ham,, II iz. III 274 (wo ,y«-o\ erklärt mit j.^») Abkarius 98; IIs. ^ywoy. 

(12) Ag. ^ ^^^^^ ^ ;^ ^ v^^^ ^;j^ ^j^ cf^ iJ^^ c^ ^SS 

13* 

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184 (fftiMc^t ^uv \tmiH\4tn ßpta«tioi\ftn\<iAft 

^Iju Lo v^Ja^ (Lu) Lui ^1^ JM JjUi vyjcl^ ^ lli dl^ ^li 13 

VI. 
^/f. III 75: 3. 12. 13. 14; Ag. 201 ohne l. 2. 11 [A/ii4A/V 329 f.: 12, 13. 15]. 

^ u^T^ <p9 i^ ^7^ \j^ ^)^ l»L&JL (^i ^jjÄ L^f JU^ 

BM: ^LiilJI ^^jüu^ ^.äjo^ ^jA^t> ^ v-aJUi^ j#L&Jb ^J^ 

(IV I^) Kiyäj 

yXj oJlfti v^¥^% gtd^ Ujo 8w^« ^^aJLo V^äJt V^^^ ty\yii\ JUb 

jUi ^UxJI dÜJ ^«JLi 2Ud.? JujLO vit l4«iJ^ &;C:)Ju ^[^aJLaIM 

Darauf folgt VI 1, dann VIT, VIII, X» XI, XII, V, dann nach den Worten ^^^-^ JU^ 
^L4iJ\ ^^\ C-Jyb: VI 1—9. 12. 10. 13—18. 

OJ^J J^ sdxi ^^xij ^K' ^ M*^*?55 Lj^üIäI Li JUb Jüi 2 

^^J>.^^^o oder )^}^ c^ ^^^*<^t^ C^ r?P^» ^^' IV 13; Ibn Doreid 190, 13. — Ham. 
^^y^X^^y BM ^^^^juU:^. — Zu C«/a/i- (Hs. ^) vgl. IX 8, LA XVIII 167, i, TA 
X 77, 6f. 

('3) ^g'% Harn, ^y — Ag. c^^sä^ ^-^ y^^^..^^ yb^ LJul^rvj v,^*JLja. >\^\ 
i^\y ^^ yo ^ ,.5s,*yo> ^, vgl. WÜSTENFELD, Tabellen C 15, und zur Fonn: Ibn 
Hischam I 251, 19 mit II 82; I 352, 14 mit II 109, Fihr, 5, 21, Muthir II 226, 24 ff. — 
Ham. CLo; — BM i^^JÜuo. 

(1) BM Ä-^-^l. 

(2) BM \A^>y^ (so). 



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(PoOk«, Ctii4U ><• (niH(«rammi*. 185 

i^jüb (54^4^^ dUAJI ^ Jü ^5-^L-^ c^4-^--» |%4^yi>J^ 4 

X>iiy y^^i h^\'^/% »^'r*' ^' "^Sr*^ ^J^' '**'^' ^>*^' r^' 




ol^^t »LsüJ p^Jii\ vJk^ i gfli^l ^^ j^l ^Lbj s;;^^wc 



• - ^8 



5*^\ >^v^^ ^üLv,.a\ ^u\ ^s^*^^ j^ c5 wi^-"^ U^^ oy^* 

(3) ^#. ^^. BM J)b. 

(4) i4/. ftjö ßlr ^Jsj und Komm. ^]^l-i> jJiyÜ\^ ^U: «JU-*«J\ ^U. 

(5) Hs. (5^. — ■ BM, Cheikho 340 ^bV\ ^J^. 

(6) LA IV 290, 21 L^jyLLX-Mi\; -— -<4^. CUili.. — Zu ^U^T SociN, /?/wa» I 
287, 62. 

(7) Hs. \>\^. 

(8) i</. ^Lo^ und AtiJL, BM ^Lo^. 



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l86 (fftittä^t 3ttt femtHfc$en ß^xa4wi^tn\4aft 



(Xipl^ viU Iju l^ viL^^L ,^pU 85U ^^ÄAj jy^) oJlÜ IjU 15 

JU^ j^j\^ J5^\ JlÄj. M^ j^^\^ >3^ IM wXp^^ Jj^ ^^^A^^V^ JU i^^ S^U 

C^wkiiiül C^^^ ^E^^ ^"*<t^ ^"^ ^r^ ^^ 



"> 



(10) UM iJo^jLy - ^A'. o^ Jy^. ri^"^ '^•^ »J^^b ^-^ M^ v3^MxJ^ 
p^-**o flr?. ^J^ ^tcü M ^IIL* ^Iä.. — BM, w4i^, Ibn Doreid 107, 3, LA XX 234, 13, 
TA X 408, 2 ^J\jS f>*-o \y>j^' 

(11) Jac. IV 130, 5 nennt nur 6inen Sohn der üm&nia. Hs. Rand ^^L^jo yL\ = 
>flHwoV^; vgl. //am. zu V 8. 

(12) Maahid lXsX\^\ — ^i^, ///2. <^yo, /ilaahid dSjXS, BM »^\. 

(13) ^^. ^^.Ja* und Komm. vL>l^V( r^^ Ältf^^o^-r^JLb i(Le^ ^.* U ^.\ ^^laifli, 
^Julolj do 3I >\^*\ Jj JUb^; vgl. Beidh. 11 395, 23 f. — Maahid >^jV^ ^jj^. 

(14) BM, Ag. Hiz. J^P.. 

(15) ^S' \^\^\ BM ^^^ für ,J^^. — Hs. k^U, Jac. III 77© J-^ ^\ i^U 

,_^dÄ. c->y» ij> JJ C^JL^mJI ^2^\ Jl»^ ^LiJlj Äj. JJ J-^^. ^i- Komm. J>^\ JLib^ 
A fc -, *.,%> ^-^ O^^' Maahid i\U, PERRON 238: Gaynah (vgl. Jac. III 832). — y^^., 
LA IV 283, 5; XIX 380, 22; vgl. TA X 273, 41 J^^y — über die Stämme I und IV 

dieser Verben vgl. Ibn Qutaiba, Adab al-Kätib 129, 13—17 (GrÜnert 400, i — ^\./Camil 
625 8 ff. Ta*LAB ed. J. Barth 6, 2 ff. Ibn as-Sikkit, /släh al-mantiq, Hs. Kairo, Adab 6, 
MF, fol. 68«. Die zweite Hälfte des dabei angeführten Verses des Ibn Ahmar entspricht 
(Jer unseren. 



t 



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t>lkjü &!£>. u^T^'' ^^^ IXa^ L I^Jüil |^j4^ cXliÜli 18 



VIL 

( T^wll) 

BM, w4^. 185, 18—19; 207, 25 ff.: 1—3. 7—9. 

^^1 ,4^ c)^'^' ^^ r*^'/ i*-?^ ^ v>?<y' r''*^ ^ 
^:ß ^» lijji lijj ,^\ ^ ju ^^ iiüj ^T c^\ 

(16) BM ii^. Nach Ag. 202, 5 f. war die Q. die Gattin des Sad b. M&lik 
(unten Fragment XXII), Mutter des älteren Muraqqis. — BM w)c<ojt^, w)c<ojt^t und 

vXiuuo. ^^. Komm. ^^ ^"^^-^ cr?^ ^^^ ^^ J-^ ci^ l5^^ ^7^ Cr? *>^-^*-o^ 
^**.jjü\ wX^. Wenn die Verse 16 — 18 mit Abu 'Obeida (Ag. 202, 21 ff.) auf die Pä- 
derastie des ^Amr und seiner Kumpane bezogen werden, muss man mit LA IV 283, 6 
oJckJoc lesen. 

(17) BM, Ag., LA V 236, 25: ß\^\ ^ ^U^t ^ OT^\ ^jS ^ 
JsXaJL ,3^^***^ ^^ • ^^ ^ ^37' ' ^* * 3^7^.* C^ [zweite Hälfte ebenso bei Gauhari j. v, 

(18) ^/., BM fO\ jj^t ^^.^ ^c^b \y;ü>\ ^y os-JJU. iis. \y^\. 

(i) Zu Vers 1—2 vgl. Delectus 11, 8. In ib Hs. rijb\. 

(2) ^/. ^5^>^- ^-r***^ ^ ""^^ c^-^^ o^^- 

(3) Zu ^jÄ.^ vgl. XVII I ; Qor. 33, 59. — BM Ji> fUr ^^. — Ag. 1>>0^^. oj 

und Komm. vi^^xUb^ v.tU* l^pj^^o^ ^^^^V^ ^^.^ jiuJo M Jyb,. — Der Halb- 
vers des Scholions ist von al-^Aggäg: Kämil 86, 21; 488, 14. Sib. I 150, 12 LA XI 
38, 9 ,wie die Nächte (die Gestalt des Mondes) stationenweise abnehmen lassen, (bis er 
zur krummen Sichel wird)'. 



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i88 (gtitt&^t 3ttt femtHfc$«n 9pra4wt|^tifc$df^. 

mJja3 Uj<ii 0%i ^5^ o^lS'j wolx ^ o^ tk*l JjftI [Jj)^) 4 

VIII. 

( Wäßr) 

ffiz. III 70—75: I. 2. 3. 4. 6. 7. 8, mit der Bemerkung (71, 10) i^j^.ii> >j^\ 

A^LkJ^. Wenn damit der Verfasser der bekannten Anthologie (oben, S. 162, Z. 13) 
gemeint sein soll, so muss bemerkt werden, dass er in anderen Quellen nicht J^ijlieddUn 
heisst, auch nicht Hoseiniy sondern Hasani^ und dass die genannte Anthologie ( slX^x^) 

(4) Auf b. Amir ist wohl der Duhli dieses Namens, dessen Nachkommen in der 
Geschichte des Hotei'a auftreten (Ag, II 44, 9). 

(6) Die erste Vershälfte ist gleich Harn, 378, v. 3 {Ag, IX 4, 27, Delectus 32, i.) — 
Zu ^^ Jac. IV 366 Bekri passim\ SociN, Diwan 71, 55: el-Luwa. Welcher von den 
zahlreichen Orten dieses Namens hier gemeint ist, bleibt unklar. — Cheikho 342 ^vX^ 

für ^^\. 

(7) IIs. douL^L^o; Text nach Ag., BM, Perron 253. 

(8) Ag. 208, 12: ^. U^ i^Ufit J\ c^M J^^ IS\^ \ylr ^\^\ Jyb. 
6X^\ J\ JJjaJ^- Zum Bilde: Goldziher, Muhamm, Studien I 163, Anm. 2. 

(9) Ag.^ Jac. ^y — Zu "^ Ain Said'. Bekri 723, 13; Jac. III 763, 21. — Zu Lala : 
Ag, 208, 14 f.; Bekri 223, 22; 492 f.; 614, 14 besonders 648, 21; Tabari II 1, 288, 16; 
Uc, IV 359. — Zwischen den Versen 8 und 9 haben ^Abkarius 98 und Cheikho 342 
iJit' unten als Fragment XL aufgeführten Verse. 

(ig) Aug. Fischer ist geneigt, ^^ als Plural von ,^^*«^U> zu deuten. Dieselbe 

Pluialform auch XIII 3 ^_ywdi. und XV 4 Var. ^ßL. 




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(Po(fet0, <Be5tc$ie hu QVltttofAmmte. 189 

dies Gedicht nicht enthält Ibn Hallikdn und al-Kutubi nennen unter seinen Werken 
zwar eine Hamäsa^ aber nicht die Anthologie, so dass beide wohl als identisch ange- 
nommen werden dtlrfen (vgl. das Leben des Hibatall&h im Anhange). — Ma ähid 331: 

6. 7. 8; Harn, Bapr, fol. 141a: 6. 7. 8; ^Abkarius 97: 7. 8 [al-Buhturi's Hamäsa, S. 314: 

7. 8 — RG]. 

jLüülj kjojaX3 a»wI^ {S*i^y^ ^y^ <^^ v:^5 '-^ ^ 
Jsr J^:.! \M ^jiJ\ \yU:> JU^^ iyy>^. ^^ \y^^y>^^\ yi^.\^ JA. 

<>lyil (JjJ^ Lj^L«^ (j^ ^5^^ J;OJI i o^AxA IpL« 3 

JLjU. ^iu juo, »^ »i^ksf iu ?>;jj\ o/u lOS) »^Up ^^ Lf»^ j* 

§J\ ^» ßüU ftUi^ \^y\ ^\ J\ß yxM 'jj-^X* _^ ^V^^ *l*dj\ 3i^ J* 
ÄXS" ^yk, ^ISj iiy^ JUü. *l*ill^ ^V^ ^ jj J(j,^^.X. JUi ^y1i■ jij UiU 

• " ' >• -^ *'^ 

(i) //ra. ^^-♦-***^ und Komm. J> ^^,.iju: ^"W-***^ SyUJl^ J-W4^ (J^ U^ l5^ ^^5 
Mdähid >Uiüb. 

(2) BM lyjuUül — Zu SUyo vgl. ib^ IV 12. — EM, Hin. js^l *^^^. 

(4) LA IV 104, wo 16 die rechte und 21 die parodisch umgekehrte Form des 
Verses; Z. 16 und Hin, 71: ^^' — A'«?«!/ 269, 13; Hiz. 70 L« ybjJl Jl^ Air 
\>\ \joT l^. — ^«. 71 Uy^ L^; vgl. Lane 11 451c; BiSTANi X. V. J<^. — Bei der 
ErklSnmg dieser alten Formeln scheint mir die arabische, vom islamischen js^ aus- 
gehende AufTassong nicht das Rechte zu trefTen. Ich erinnere an ikX^ ^Schlamm' (ZDMG 
XXXXIX 509) und möchte diese Formeln deuten : ,Darre, Unfruchtbarkeit*, nicht »Nässe, 
Fruchtbarkeit*!). Zu der JUl-Form vgl. Sib. 11 36, 15; Ibn Jaisch II 516 f., wo unser 

Vers 517, 24. — Zum Vers des Auf b. al-Ahwas: Mufa^^al^ 64, 7. LA X 286, 16, 
wo er Z. 17 dem Qais b. Zuhair zugeschrieben wird. 



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JIäJlII ykL ^ IfJjl (5^^ J)^ tA^ (J^ I^ l^b ^ 

[x>sA^ J^^ y ^\ jy ^j^ \Jjb^ »jJU^ t^^l 3it JUb. 2JLiJ\ >UjJ\ 

[67. 5] j':J^\ ^\^ ^ 

i>\'^ wJb v>iLJI ^ J^j Ȇb ^ Ia^T JU' ial^ 7 

jL^I ^ LuüOl ^^ ü^ ÄAi Juu> JuJLäJI ^^i^l^ 8 

BM: jj^^U äbL^P ^ Jujül ^ *^r^3 o-*iW ^^y J^ 
Lo^ tXA.'ÄÄj (j*^^U jjK'^ «üoÜ ^^i^ ^1 ^juuJI ^ (Hs. ^yAj) 

^jUiui U^ ^4-*^^ (H^ (j'^»-'^^) ^j'J^-»^^ ^J^^f'-y "^ (j'^r^ 
^^♦^ yJUUI ^I5C^ UJ ouJ Äi J: JU dü(3 Jlb UJLi Up^ xjb <ix . 

(5) LA IX 47, 22 anonym von Ibn as-SikkU citiert: 

vgl. *Antara, Mü all. 7 (Ahlw, 21, 10); A^sd bei Lane V 2132 c. 
(6—8) Ag, 209, 7—9; vgl. 210, 2—4: 

<kJy »^^^ J'Jit kiA. ^ J^* J-to ^^^^ 3* ^^ J^ 

Afaähid: ^^r"! 

(7) ^/2., Buht, Baihaqi, ed. Schwally 204, 4, Abkar. . -■^. — ///«. ^Lw-o ^^. — 

Hs. *>v-**)*; BM j^^Ä-40*; -4i^, ^w., Abkar. l— >-^*; Baihaqi a. a. O. U5^* [al- Iqd I 
314, 17 f. - RG]: 

Der freigebige Hdtim über diese Verse: ///*«. 72, 28, Fr. Schulthess, Hätim Tej, 
Nr. LXIV; Baihaqi a. a. O. 203 f. — Parodie dieser Verse: Md ähid 331. — Über den 
dort erwähnten Ibn Wakf et-Tinntsi (+ 393) vgl. Ibn Hall., Brockclmann, Arab. Lit- 
ter atur I 92. 



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(Poffere» 6thi4U ^te QVtutofdmmie. 191 

IX. 

(Kami/) 

BM: 1—3. 5—10; Ibn Qutaiba fol. 17»: i. 2. 6 (de Goije 85, 13—15). Ag, 
193, 24—194, 3: 1—3. 5. 4 und Zusatzvers. Ag, 195, loff.: i. 2. 6. 3. 4; ffit. III 73: i. 2. 6. 

(jamJLx^I f^^^ "«Ij^ L^^ U4ÄX iLAx^il i^l^ ^JJI v5^^' ^ 
l (j U >^LaJ ijse^Salh iJX^llio ^^a.^-»J\^ w^^^ l^i^*} J^^^ "^ JOcL\j^ 



[36, 13] u>jsio ^\ cuiti ^)J** v^ J^ ^^ Jy *^^^^ ^^^^^-^* jj^* 

isXiOJJii J-JIä.V^ ^^^'^^^ CI^si\^ \M j^j* 1^ d^^^ dcJuiaJI ^^^ j\ji J^^ dUxj^ 
J>yH jovxio ^\ J>^\ J^>*^ O^ **^*^^ y^^ C;"*^ 

(i) //i«. l.»^j>^l — Ag., BM, Cheikho tXi für ^tiiL. — Zur Redensart von 
ib: Meidani I 7^4 (I 347) C->^äXJl ^Cüfj^-o, TA I 449, 3 f. 

(2) Cheikho, [al-'lqd II 64, 3 — RG] ^"Lä; ^\Jsä.. 

(3) Ag, 193 f. ^y^^j^ ^UJL\ iy^^ *^^^S *"*^ Komm.: Ä^n^l *UÄ.y\ 

c-^Iä)\ iS.^ ^^ O^^ ^LIä4^\ ^^; vgl. ^i'. 195, 14 ^^^\ Jü\ »j^p-«; Ibn 
Ilischam 863, 8; BM ^j^^^ J-*oliJL\ i>wÜ *Uä.^. — Cheikho, Var. dÜLÄ-s CU3:uU, 
BM ^,. ^^ 

(4) Ag., LA VII 244, 20 aÄ.\ filr ^jmJ^ und ^^^ 194, 7 ^W>^ ,3^^* v-?**-?^^- 
Hier folgt Ag, 194, 3 der Vers: 

,und vor Kummer wäre ihr Muth beinahe entflohen, wenn der Zwitscherer des Sonnen- 
lichtes (die Lerche ?) sich senkend schreit'. Vgl. [LA XVI 32, 2 1 ff. ; TA IX 65, 24 — RG] : 



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■92 ($tiix&it ynt ftmitif4*n |l|>rac(wt|fenr«(«f(. 

gl^l «141 ^j-. vsU* ^gäji «St vtJÜ b? 5> kÄA^I (jJI 6 

t-j*\oj\ >yui« J ^yv^ ^^» ^ j^V li^f ,^,-^1 ^\ ju 

jMue^' ^ji^tS Jl ^4 ^J\^ Jus öt. ( JkkAÄj) JJiaJü ouä4 Jü» ^I oofifi^ 7 
jj.UJ\5 o*^*;^* JJ»^* er«-*-' ^' JS ^»JJ\ Ji»*^> i,;»^*J» y» Jls 

jLLo j>\0 ^ ^ j^\ c^ Uoc^ »;i4 ^^» ou* u ^r^t y^ 

^\ iX«L>\^ ^«%^xUi ^ ^ . m t tfc i ^ jJImJI ^^„»i'jt^ v^"^ t,^^^ ct'mJ.^ ^^ ^JlS 
(5) ^;f. AJ\ Ak ^U^ und llgÄ-^-iü ^1^ und Komm, l^^ l^*^'^i'>^; IIs. 



(6) Harn. 689, Hi%. III 73 flf. erzählen hier die Parallele aus dem Leben des Farazdaq : 
vgl. Hiz, IV 134, Rand; Cheikho 330; [Afaähid 330]; [Ihn el-Anbari, ed. Seybold, 

107, 7]; [Ibn laisch 1083, 8]: dÜLip (^5^ >\j^\^ ^S^j ^-***^. c/ ^^J^^s^-^^ (^^ 
(jbliJl. [Ebenso Abu Muhammad ^Abd al-Q&dir al-F&si, Tahrntl al-maräm bi-iarh Sa- 
wähid Ibn Hiiäm, Lithogr., F&s, 131$, 30b — RG.] 

(7) Sachau, GawaliJ^i S. IIV, 14 CU^^ ftir CU^JU, ^\ für >\ und ^^^^^ (wie 
BM); LA XIV 191, i; Morgenl. Forschungen 142, 10 (anonym) C-'wwox und ^Lo fUr 
^ir. — Zur Lesung jf ^^ (Hs. jf ^;^) vgl. TA IX 200, 32 Rand. — Hs. J,^>, 
Cheikho ^^y ; Text nach Ibn Doreid 192, 9; TA VIII 139, 13; IX a. a. O.; LA VIII 
66, 16; XVII 13, 16; WÜSTENFELD, Tabellen A 10. — Zu ,yy^^, Var. ^y^^üj^, vgl. 
ZDMG LI 316. 302. — Der Hudali-Dichter ist Abu Du'aib: Ibn as-Sikkit, criäque du 
langage 228, i und LA XIV 190, 5. — Hs. i^^^, „Wenn sie dasselbe Quantum Wein 
gehabt hätte, wie Ibn Bugra, so hätte sie mein Zäpfchen nicht mit einem Schluck an- 
gefeuchtet." Vgl. noch G. Fraenkel, Aram. Lehnwörter S. 65. 

(8) BM Cj^yi^^ — Zu J^ vgl. Ham, $3, v. 6; Sib. II 154, 12; Hi%. IV 558, 8. 22. 

< f * 

(9) BM \^f^,: — Zu ^^^-wJUcl vgl. V. 5 und V 2. 



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gl!^ (»U^JI 4i«JI jL^Ly^l l^v>Lw dLol i^Aiül ^1 L sil^ICj 10 

' BM hinter 10^: au^Lo J^ ^^^ J^«> ^5^ ^r^ ^5"^^ ^^'^ 
au-woi vi lLo\^\j ^\jJ.\ 1^ JU ÄAi U ^^ Jüf JU J^l ?y? Uli 

^ iL^^ oüu ^j-^fr J^ v^-^' *^)) ^^^ (S^^^^ '^ ^J^ (5^ 
vi äi J:» &) JlÄi v5t^l ^ '^'> ^s^'^^l r^' '^ ^7^ <^ e;* 

5 Julft ^^yiy&kj^ v:^^l ^^£^ xj ^jjflAJhA» v^^LxäJI auüu >4^ ^rM^ ^«^ 
\j»*^\ ^j-^i^ äi J0 JU^ *>t^' J^ ^)^^ (jmKJI auJI ^«4^ I jl _^ 

**,5^ ^^' y^f. c5^ ^1^ r^ 

^^.4^ J^ ItXj (jda^ äXL^ yo^ JUi vtU j lüÜLi ouA^ U ^^f^^ vl>^ 
Dann folgt Gedicht IV. 

X. 

(Tawi/) 
Mcidani II 324 (11 73); [Buhturi, S. 253: 1. 2 — RG]. 

Swol &i Jb ^jlA<nr iujLft j^iJu LojI jm^^JÜcJI JU^ 



* Dasselbe wird von A'Sd erzählt: Ag, VIII 86, 11 ff. 
** Tarafa, ed. Seligsohn, S. ifi, v. 42. 

(10) Erste Hälfte bei Cheikho Var.: ^^U. d6\ J^^l ^^ ^^^^• 

(i) BM, Meid., Buht., jl? ^. — Hs. Jl^. Text nach BM, Meid. 



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194 ^tiitS^t 5ur f^miHfc$<ti ß^tä^wi^ftnf^a^. 

^i ^^\^ iAi.\ iJ^\^ iop.\ iDv^ iijy^ IX» ^yu. ^y 



XI. 

{Tawi/) 
Ag, 2o8, 16—19: 1—4. 

Ü^^i Jod» J»^ ^^ dJU ^^ dJ«Uo (JUu^ v^LU >uji^ <^^^ \J^y^ ^^^ ^Luo 

Vgl. Prow, Arahum II 84 {^jb = Bulaq I 400). 

(2) BM, Meid. ÄjT; (^HEIKHO ^>^\ dS ^. 

BM, Meidani II 324 (11 73) und Zamahsari fügen hier hinzu: 

Freytag: tf/ si id (fereirum) gloria ornamus , super id ad te adscendent et qnomodo 
dorsum ejus^ quo veheris, caves} — Cheikho 332: L^JJlä). Dagegen liest das ^U*o\ 
jfaJX\ [Leiden, Th] u. Hs. Kairo, Adab 6, MF, fol. 52»: 

Hs. Leiden mit dem Scholion: Ia^IL iSl.\ i(Jjb e^«-> ^ O^ * ' ' '^^^ ^>^^. «3^ 
^\ Jo M U viU*Ju ^2^ jijö J\ v^U5u: ^ Jyü. ui^^^^ J^"f ^)^ U,.^'-:^;^ 
^jL*ö ^\ ^Laiü >yo ^ üy^ U^ viU Jj^.. Hs. Kairo ohne dieses Scholion. 
BM nur \aj^ YU IajIL ^^^^\ y;^\ üy^,* I^^oach übersetze ich: ,Wcnn du das 

Holz (den Pfahl) nicht freiwillig besteigst, so wird man dich hinaufheben; denn wie 
kannst du dich gegen den Rücken deines eigenen Reittieres schützen?!' (wie kannst du 

dem Verhängnis entfliehen?); vgl. Srligsoiin, Tarafa, S. \f\, v. 43 c JäU Uivft LJ 
^ ^ >^ f ' >* ^ ^ ' * ** 

(i) Cheikho 343: Or4»^- 

(2) Ag. ^ryoj^. * 



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(Poffete^ <Be5tc$U ^u QVltttofammt«. 195 

wojPI ^ ^9^^ uUwbS. lüi^ tu |»ö p sUJO Jui) U^ 003 y^ 4 

xn. 

{Basif) 

BM: I. 8. 2--7; Meidani I 512 (I 249): i. 4. 5; ffis, III 75, 25 f.: 4. 5 mit der 

Bemerkung: ^.«xJt Jüb\^io ^^ yb^ [Auszug aus dem vi pV( (t^J* ^^* ^^^°i ^'^ ^2, 
fol. 41b: I. 4. 5 — RG]. [Mdäkid, S. 326: I. 6. 7. 2. 3. 4. 5 — Th]; [Buhturi, S. 36: 
I. 4. S- 5*- ^ — RG]. 

,JIJü^ vJ-t^^r^ <3y ü^.^ ÄJl^-^JI iUolli^ JJÜ^ aJo^I wXä.V^^ ''It^^^. ^r*^. 

li,*!»A. C-^^ ^ij^U*) ^\ Vi^ «J^b O^ 7^ ^^ S-^r^^ [Zusatz I-uo ^lJL«D\ 

(3) ^.^. ^.r^^-^^J ""'^ ^^ (Druckfehler!) für <iUUl und ^^; BM ^\^V^ ftir 
^\^aL.V^ und ^y 

(4) Hs. ^^^, A^, ^1^ ^ v^ ^^ Uä» sJU^ y^ und C-)^^^; BM ^y 
und j^Äü* ^ft 4M'fc.. 

(i) Meid., Maühidy Buhturi JjbV^ jl^ und vXä.V^ g\^»^.\. Zur zweiten Vers- 
halfte vgl. IV 4. 

(2) Zu yo vgl. IV I. 



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196 ^titta^t 3ttt {tmiHf<itn ^pra^wifTenf^dft. 



4X^1 &i ^'o Ui AJ 16^ 9^7^ ^y^f^ «-iltfill ,^ (4)^^ 5 

yixX^ LL\j ^^^ ^ii JU\ Jii\ ^^ iAkiJl JÜSpl^ 5>iJ\ ,>ju, IJjb 

J^wio^ laiL^ CT"^^^ C/^H^ ÜHHf ^j aaLuo \^Jjui, v>f &^LmO f^^ 

(3) Zu i;:i\ vgl. Kekri 315; Jac. II 453 f.; ZDMG XVIII 807; NÖLDEKK, Syr. 

Chronik, S. 47, Anm. 2; Plinius, VI 28, 148 regio Attene\ Ma dhid ^jJCd^i^ T^b* ~ 

Zu ^Uk> ^ vgl. s^vX^\ 0\i »<ler Inhalt der Herzen* und Meidani (Hui.) I 244 

^JLL> ^Jo J»3-j»** u^JJ^. — Vom vIU^l sagt ad-Damtri: dLiyc^x >J^^- — ^" 
i> (^ » H NÖLDEKE, /««/ Muall, S. 4. 

(4) Meid. Iv»^. J^^ ^W fA ^^» ^"' ""*^ Maähid f\^ ^ f>ib M^ 
6^ >\j^;, BiSTANi j. V. <^ju*^ und J^: ^ ^T J> ^ fOb ^^. — i^«. ^\ ^;>^; 
vgl. noch Freytag, Fructus imperatorum, S. n; Mehren, Rhetorik, S. 109; Gen. 49, 14 f. 

(5) Buhturi Jyut*. — Zu iJo^ vgl. GoLDZiHER, ZA VII 296 f.; Wellhausen, 
Vakidi 39, Anm. 3. — Im guixj» vgl. Sib. I 74, 3; II 175, 16; Ibn Hi^am, ed. GülDi, 

S. pvf. — BM jsÄ.t AJ ^^b U^; Meid, ebenso mit ^; ^«, Maähid auch ^. 

Die Verse 4—5 bei der Wahl des Chaltfa Abu Bckr: Tabari I, 4, 1827; RÖCKERT, 
Hamasa I 252; Ibn al-Athiri, Chron. II 246 f. 

Hier fügt al-Buhturi hinzu: 

^ >\^, f\^ ^ p^\ ^ 

Zu ^^ ^lS\ hier und v. 4 vgl. Tabari I 5, 2488, 14. 

(6) Erste Hälfte wie die von IV 5. BM, Ma ähid ^\LL« ^LLo und jCCp kftUi. 
BM J:^l^^ ^...^. 

(7) BM, Ma ähid 0>*«:ulf 



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Q^ottttt, <B«5ic$<e htB (Puiafantmie. 197 

dLii^^AJU [jbj.^ ^ cUftji^M)! (JU* «d:uU ^^Ci^ ^>jc*»J^ f,^*^-^^ ^L«J\^ ^^uo JlS 

>^^ ^^ \IivJ ji^, jL^^\ JÄJ jUb. v/J^ 3i*^^ ^^b ^'^^^ 

e->5ya\ >^fsJLi^ (Hs. ^oo^) 

XIII. 
,j.^l^ ^x-t^^^ «J"*-*M-b f*^^ ^^^ ^-"^^ y^^ c)44-^ of/? ^O:-*^ i^.A^^ c^^"^ 

jM^ib |V^ y3>^ j^ <>l^ 4^3 Ü^K' aXa^ v->«il JKI ^jj. L« 4 

I^jmJ 1*1 (^jpül^ IÜLaXJI Juu i»^ä^ kAxas» I^jüjo ^ Jyui 5 



(8) il/b ähid i>^ ^j ^M ^ k\f)U und vXÄXij ; Buhturi ij^^S^ und wie BM , 

Zu _^^\ ?^^ vgl. Lebtd, Muall. 48 dUlivLl J,^ »furchterregend*. In BM folgt hier V. 

(i) Hiob 7, 13b erinnert formell an die Redensart des Scholions, hat aber den 
entgegengesetzten Sinn. 

(2) BM J^JUä.. 

(3) Hs. ^^\. 

(4) BM 1>^\, om. ^l 

(5) BM Jyü. Über die Nant/a im Wddi al-^Erd: Ibn Doreid 209, 8 fr.; 207, 
20. 12; ^1«. III 270 zu Gedicht V; SociN, Diwan 71, 57 j^^jLw.U.\ ^>^1. 

Beitrage zur semit. Sprachwissenschaft. V. I4 



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198 ^tiM^t 3ttt femiür^en ßftt^f9i\(tnf4^fi. 

Lr4^? ^;^ <^' St^aJü oLuJb (5y3^i ^iX^ ^5^^ J^ ^^t i^^Jju fj o 

^XU ^liJ\ L->U^ ,3 ^,j^ y^ 

XIV., 

BM «^->;^ ^sX»^ ^^ v.7*^ ^vXiC Jl»*i über den zu vergleichen ist: Ag, VIII 
81, 27; IX 180, 23 ff.; XI 131, 22; XV 57, 12; Hdrit, Muall, 50 (Arnold) schol.; 
Tabari II 2, 11 13, 10; I118, 7; Kämil 213, 15, Sein Sohn al-As*at ist aus der Zeit 
des werdenden Islams hinlänglich bekannt. 

(jlliS vä^Luüül JLä. Lo 1(31 v5r4^b «^'-J^' t*^ vpi ^ 
7^^ ^uiJ\ »jo^jJo i.ta^ isü A*^t ^ ^\ ^i^ji ^r^ ^\^ vi>t^\ oUiUJi 

< < < * -^ f . 



(6) Hs. Jujo, BM iswX-fcAj. Zu Beihas vgl. V 4. Ob die in der neueren Volks- 
dichtung auftretende Figur Bedr en-Ne dma hiermit zusammenhängt, ist unklar. — Über 

das ^Ä.UJ\ V »U^ des Mufaddal b. Salama (f 308) vgl. Fihr, 73, 28. 30; Ilaji Khalfa, 

Xo. 8680 mit Xo. 10355; Iliz, I 413, 5 ff.; Brockelmann, Arab, Litteraturl 118. Nach 
Aussage des Kopisten der Kairener Hs, a^-Singtti, stand ^JJ^ in der Vorlage, der Hs. 
von Medtna. 

(i) Hs. iSlXJUl, BM ÜLI)\ (so!). 

(2) BM *tc>b und ^^U, mit der Glosse: ^j\ J»n\ ^^ rj"^^. ^^^^ l^^^ 
J>^1. Zur Farbe vgl. J. J. Hess, Zu Ch. Doughiy, S. 12. 

(3) Zu K^^ Wbb. sub ->.; Sib. II II 2, 24; Ibn Hi^am, ed. GuiDl, S. U^\ Hutei*a, 
ed. GoLDZiHER, 219 (ZDMG XL VII 175). Zu Jf»^> Zamachschari , ed. Wetzstein, 
52, 16; Fleischer, Klein, Schriften II 26. — \\%. S für jS. 



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(Poffer«, 6thi4U hu QVlutofdmmie. 199 

J-JoJ* '-•? '*'-'l« ®^ *!•'•' J " " " ® I * ^11 

(j*fc-Ul (W^l <j^yi^ »*>^s!*> ?^7**' oy^ r^'^ 5^r -^ 4 



5Vi^\ 






Jw.Ot3 






u5^^^ij ^jjoJi 5--i\jj ^1^ \>\ ^LJ\ v-^^^ db*^^ *4^5 «-^3 J'*'^. 



(4) Hs. i>yb>; vgl. noch Gawalilji, S. 61, al-A*sd; ZDMG XXXUI 214 Adab al- 
Kätib 177 f. (Grunert 531, ii). 

(5) BM JUw fiir ^^. — Hs. j^p, Text nach BM. 

(6) BM c.^ für C-)Ui und d3^ und ^ jl<; vgl. Imrulq. 31^ y (AüLW.). 

(7) BM ^jJob^ r ^r?.* ^" r 7* ^ß^- Q®'* ^^» 7^ ""^ r^r*^ *" ^^"^ ^°° Zamahs. 
dazu angeführten Verse. 

(10) BM .j^-J^^, 

14* 



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200 <ftihi%t jHt ftmiüf<it» |li>rac(ivi(f(mfc(«fi(. 

XV. 

Fehlt in BM; Hamd. 230, 10 — 14: i — 4; Jac. IV 643 f. (wo neben Mutal. auch 
al-Musaijab b. ^Alas als Dichter genannt wird); LA XV 106, 20 fr.: i. 2. 4. 5. 6; TA 
VII 74, 33 f.: I. 2, Vers 1—2 wird Beim 105, 11 ; 328, 18; Jac. III 60, 17 f.; 164, 20 f.; 
Orient, und Occ, I 708/ 717 dem al-Aswad b. Ja'fur zugeschrieben ; vgl. Mu/a<i<ialjät 
ed. Thorbecke 37, 9. 

(Hs. ^ki) y»^ ^ ^\ »j^\^ ^^-fc^ J* v^y^-^^ (Hs. j;2l«J\) c>^^ l5S)?.5 

(i) Zu as-Sedir ,Burg' oder ,Kanal* vgl. noch LA VI 19, 21 ff.; Bekri 769; Jac. 
I 463, 14; III 59 f. 60, 18; 165, 5. — Zu Bäriq (genauer B. al-Küfa): Bekri 145; Jac. 
I 463. — c^J^ '^^ch Hamd., Bekri 504 f.; al-Iqd III 91, 9, während Jac. IV 644 
,JxiLL«, IV 473 ^^\jA>. — Zu Hawaraaq : Bekri 327 f. ; Jac. I 490 ff. ; Adab al-Kätib 
178, 17 (Gr. 533, 11); Fr. Rückert, MorgenL Sagen I 159. Zur Etymologie: C. F. 
Andreas bei G. Rothstein, Laf^miden 144; Nöldeke, Tabari 79, Anm. 3. Später 
wurde es mit es-Sedtr zusammen zu den 30 Weltwundem gezählt (Maqrizi's Ifitat I 31, 3). 
Über den jetzigen Zustand: B. Meissner, Von Babylon nach Hira und Hy^maq (1901) 
S. 18—20. 

(2) Sindäd (Sandäd), Burg oder Kanal: Bekri 785; Jac. III 164 f. Hamd, 

vgl. hierzu Nöldeke (ZDMG XLI 713); Jac. IV 644 (mit OU-iiJl). — Zu ,3l-Ul\ 
vgl. LA XII 227 f. (wo vJ^^>^\ für j-^aJül) XV 106, 22 ; Imrulq, 40, 2 (Ahlw.) Amrol- 
kais^ ed. DE Slane, S. 120. — Das im Scholion genannte karr wird ähnlich zu denken 
sein wie das c^LL* niitlä^ der heutigen Ägypter und die foe in 'Om&n (Reinhardt 

§ 404> 2). 

(3) Hs. j-*jOi^; Text nach Hamd., Bekri 696; Jac, HI 813. — Zu ^LaJ\ auch 

Jac. III 362, l; zu ^A«^.) ib, II 711, 3; Bekri 358. 



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(QMttB, tit^U bitf ^uia(ammi0, 201 



dU> dL.,tio U «^ ^Lai 



^ X X 



-?<•-?- 






(3-^^ (3^^ 9t>^ V.JL& Uo^v oi^yv^ (jöAAjf^ 10 

^^^ifüüi. jlib.^ ^Jjj\ 5^U:a\ 'J^wJ\^ ix^\ ^^jjjJ^ Jii^Ji 



».':.<f^ »::<» 



^^ e5?^ O* *^^^ 3y^^^ lyj^^ ^r^' ^^^ v^^ Ur? LT-*^ ^y 



II 



(4) Hs. dLwsXjUJU; Text nach Bekri 220, 18; Jac. IV '644, I 925; aber Hamd.: 
(3^^ O^ L^ ^>^^^ '^ iI*a>LJüi^; LA auch iX*o>UJl^. 

(5) LA S^\p; LA XV 106, 24 ^^ U^UlaJ. 

(6) LA ^>Ju2 O^. 

(7) Hs. Ob J; vgl. hierzu LA II 234, 12; Mufa^^al § 240. 

(8) Zu Jj.^ic> vgl. Ch. Doüghty, Travels in Arabia II 235 ightebig^ take ihe evening 
drinkX 

(10) Vgl. Ham. 82, V. 3. 



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202 (fftxM^i 3ttr femtHfc^en lli^tdc^wtffenfc^aft. 

jjyjyi^ iJS^^^ o^j^ ^ J>H H»^^^ ^ o^^. f^^ i?>ijij\ ^^ ^\ 

Lübljb lJlo^ lJlo Jk^^liJb 

XVI. 
vJJt^ 4Xaaj ^;c I-^jüJL> Jü»^ tf ^7^'^ 'jr^T^' ?^-*^ v:>^ '^*^i^ 1*^ ' 

V;l^ SUaJi^ v^aJLO (JmJ^ yhAg"» v> O ^f ^ \ ^9l %A H , 2 

XVII. 

( T^wil) 



Fehlt in BM. 



%Ai>lj Jalft^ öuJÜI 0LiLl ^y»^ Uj^ LoyL» ^^o «^ lUi ^ 



(13) Hs. J5^))' ^ß^' '^"'^' ^^- Geyer, 25, 2; A, v. Kremer, Beiträge I 71; Notizen 
14; ^</a<5 al'Kdtib 177, 15 f. (Gr. 531, 7 f.). 

(1) BM JLX,4^XjL ^_^ÄÄ*y^ ^. — Cheikho Var. k^\^, 

(2) BM LolaÜK-Cj. — Hs. ylj. — Die Muhärib wohnten in al-Bahrein: Hamd. 
136, 16. 20; Jacut (passim) zählt viele ihrer Ortschaften auf. 

(I) Zu ^^y vgl. VII. 3. (4) Hs. -^.yJl 



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(PoffetK, tit^4U buf ^utahrnmiB* 203 

^yü\ dcX^ >^p ^^^-«^ S-^"^^ j^ ^^^j^J ^JlmJ ^^ lJ>V. 

^^^ ^JsXli^ J^ «AjU y^ doLoi Oi ^^JJ^ l},^\^ kJ^^^ «Uk)l v.X'-'^^^ 

jiUJ\ ^^,4^1 yLiJi^ v:ul> <-J^^^ UJ^^ v3i;i»L *Ä\ i^ty\ j^t JLJU\ 

^UjüLi >Uja\^ ijjcii^. ^\ 5ii)j yt jyo 3^uiu v^u\ jiiu. ^jj\ j>»\y\ 

(Hs. ^0^.1) ^^041 ^^\^ duJLo »y]^ 

>^^rv^ sX^::^ f^^\ >U^V( <.^.% ^(j.'Ofr Jjbl frb>\ ^j*^> 1»^ ^<^XuJ ^^ 
^\^l 5wXjuü\ ^> ir j3 doU ^J^ (j\jö ^\ JüUa, JxjJLL^iJl iX^MX)\ ^^^ 

(8) Zu ^J{ Ygl. altpers. Warsmlspa und altengl. Hengist (ZDMÜ XLIX 681, 
F. JUSTi). 

(9) Hs. »^-**o; Cheikho 348 iUü »^-**4. ^^^• 
(10) Zu J>\ vgl. Schwarzlose, Waffen, S. 263. 

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204 ^tittä^t ynt ftmiüf^tn |lptA<^(f<mr<c(Aft 

Fragmente. 

XVIII. 

( Tawil) 

BM lässt nach XVI folgen (vgl. S. 154, Z. 11): 

»Wehe dem, den das Schreiben des Mundir betrogen hat, obwohl 
ihrerseits eine offenkundige Verbindlichkeit bestand! Es wären doch 
unter euch gewesen, wenn ihr dem Schützling volle Treue erwiesen 
hättet', 

und XIX. 

,Ich sprach zu meinen Leuten, als Ibn Mälik kam: Nehmt was euch 
zukommt von dem geteilten Schwanzstück (?)I denn ich will sie 
schützen und ihre Nacken . . ., und sie verteidigen, während die Rosse 
über blutende Körper straucheln.' 
Über Ibn Mdlik vgl. XXII. 

XX. 

[al-Buhturi's Namäsa^ Leiden, S. 168 — RG]; vgl. oben, S. 165, Z. i. 
*XÜ^ ^J^aJÜ ?iJUö jAi, ? AfU UiLb (jmIjÜI «^ (5AAAO ^t AAJ ^y I 

,Und wer darauf ausgeht und sich bemüht Unrecht zu thun, 

den Händen und dem Munde/ 

XXI. 

{Basit) 
[Qutrub, Ai{däd, Berlin VI, 311, 7091, 15 v — RG]; vgl. oben S. 165, Z. 14. 

jJLl)! Loju '^1^ (j^^' v^J -S?^»? <5*^^' c)^ u^^ *^ 



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»Indessen gehörte der Wasserbehälter dem, dessen Brüder der Wandel 
des Geschicks hingerafft hatte, als sie [verachtet] waren wie ein liegen- 
gebliebenes Straussenei/ 

[Vgl. I/äm, 374, v. 5 als Vers des Jaskunten Sanndn b. *Abbdd ; Id/$ al-Anöari^ cd. 
HouTSMA, 50, 15]. 

XXII. 

( TawiC) 
{Lisän II 131, 3 — RG]; vgl. oben S. 164, Z. 20. 

au3L^ vy^' v^ ;^ ^ v:/^ %i\^s düLo ^ <jauw AjjS UIjI ^I 

,Bringt doch den Haufen des Sa*d b. Mälik die Botschaft dessen, der 
sein Gebiet in der Fremde hat' 

Vgl. XIX ; VI 16; Hamäsa 248; Ag, 204, 19. 

XXIII. 

{Wafir\ 
[LA VI 170, 17 — RG]; vgl. oben, S. 165, Z. 15. 

,Wenn der Schöne dir auffällt, und du ihn dann auf die Probe stellst, 
so wirst du in deiner Meinung von dem Schönen enttäuscht werden.' 

Der Vers wird von den Einen dem Mutalaromis, von Anderen dem al-*Abb&s b. 
Mirdds zugeschrieben. 

XXIV. 

{Basit) 

[LA IX 147, 7 — RG]; vgl. oben S. 165, Z. i. 

Seine (des Gewandes) Farbe ist, wie am Morgen vor Sonnenaufgang, 
wenn das Tageslicht die Dämmerung durchbricht, die schillernden 
Farben der //iV«/i/- Würmchen sind.' 



XXV. 

( Tawtl) 

LA I 427, 9; Ij^ne III iigSb bald dem M., bald dem iicssar b. Burd zugeschrieben. 
Vgl. oben, S. 165, Z. 6 und den Kessdf zu Qor. 9, 53. 



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206 (fftxM^t 5ttt \tmxH\4tn ßpxadiwi^tnf^äfi, 

»Dein Bruder ist der, welcher, wenn du in ihm Argwohn erregst, sagt: 
ich habe allerdings Anlass zum Argwohn gegeben — und welcher 
freundlich ist, wenn du ihn freundlich behandelst/ 

Hamäsa 363 Komm, wird dCLoU flir 6SJS^ gelesen, ohne Angabe des Dichters. 
Einige lesen vJU^j\ und äbertragen : ,Der, wenn du ihn in die Notwendigkeit versetzest, 
Verdacht zu hegen, [dir] sagt: du hast mir Anlass gegeben zu denken, dass hier etwas 
vorlag, was Verdacht erregte/ 

XXVI. 

( T^wil) 
[LA XI 318, 14 und TA VI 306, 30 — RG]; vgl. oben S. 164, Z. 30. 



UjüÜJ Lo ^wob ^JoamJ i^JUit 



,In Gilliq (Damaskus) überfällst du (überfällt sie) einen Mann, der sich 
nicht zurückgezogen hat' 

XXVII. 

{Reged) 

(HEIKHO 348 und [LA XllI 58, 14 — RG]; vgl. oben S. 165, Z. i. 

,Nicht möge betrogen werden um den Vorteil von dir, wer auf dich 
hofft, wahrhaftig, und Gott möge befeinden, wer dich befeindet' 

Ibn Ginni überliefert ,J-u.o. 

XXVIII. 
( Tawil) 
[LA XIX 68, 25; TA X 159, 25 — RG]; vgl. oben S. 164, Z. 37. 

&aJLo n)Si Ü&üJ (JJUj LBjue CuLk Lo^i^ ^1 yX^ 

,Und wenn ein in Heibar am Fieber Erkrankter ihren (des Mädchens) 
Duft eingesogen hätte, so wäre seine Fieberhitze verschwunden.' 

XXIX. 

{Basit) 
Cheikho 348; vgl. S. 154, Z. 18. 



/ 



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(PofferK, ^ibii^it 6<0 ifflutäfämmiB, 207 

,Siehe da, Abu Qäbüs hat mich mit seinem Schleppgewand bekleidet, 
[das langhin schleift], als ob es der Balg junger sich häutender 
Schlangen wäre/ 

XXX. 

(Kamif) 
[LA VII 360, 12 — RG]; vgl. S. 164, Z. 34. 

P. w '^ 

U^jjuf dt^cJjJ VÄ>5li' tX* ;tjJLi Jm^äJI L^J vdü ^t Ju> *-^ 

,Fort! es ist hohe Zeit aufzubrechen, du Zauderer! denn die Wohn- 
stätte ist wegen deines Weilens dem Ruin nahe!' 

XXXI. 

{Sari') 

[al-'lqd III 147, 26—29 — RG]; vgl. oben, S. 164, Z. 35. 

j^i viJLüo ^ jjl^ ^5^' vi''^ &JLdi ^^ JUit oC-Ä ^^ 2 

,Uer du die Armut schmähst, lass dir's gesagt sein: Die Schande des 
Reichtums ist, wenn du es überlegst, grösser als der Ruhm der Ar- 
mut und als ihr Vorzug vor dem Reichtum, wenn du die Sache recht 
besiehst Um Reichtum zu erlangen, musst du [Gott] trotzen; um 
arm zu werden, hingegen nicht' 

XXXII. 

(Tatvi/) 

[Hamta Ispah.^ cd. Güttwaldt, I 105, 9 — RG]; vgl. oben, S. 165, Z. 16. 

»Vergolten hat mir der Lachmide trotz der zwischen uns bestehenden 
guten Beziehungen, wie man dem Sinimmär vergalt, obwohl er sich 
nicht verfehlt hatte.' 

Mit einigen Varianten wird der Vers Tabari I, 2, 852, 4 f. als Improvisation des 
Kelbiten *Abd-al-*oz2ä b. Imnilqais aufgeführt; vgl. Nöldeke, Ferser und Araber 81 f. 



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2o8 (gtUta^t yät {iwnHf<$tm jJ^AcfmlfeufcfAfL 

XXXIII. 
A^äni XIV 74, 29 in der Geschichte des Qaslr; vgl. obco, S. 151, Z. 39. 

,Von den Darimiten, deren Blut eine Arznei ist gegen [allerlei] Krank- 
heit, Liebe und Verrücktheit' 

XXXIV. 

{Bastt) 

A^tini XXI 192, 17 ff.; vgl. oben, S. 154, Z. 24. 

(jmI^Ü >^\ vj ÄA^I (j^^ t> J>^ t<3 oJi' üftH ^ V^ oU5^y 3 

»Sprecht zu *Amr ibn Hind, der nie errötet: Du Stülpnase, dessen 
Backenzähne (klein und dunkel) wie Linsenkömer sind, der am Tage 
ein Herrscher ist, aber bei Nacht eine Hure, über dessen Lenden 
der Same der Männer hinläuft, wie wenn es gefrorene Tropfen wären. 
Wenn du ein Jagdhund wärest, mit Streifen auf dem Rücken (wie ein 
Wildesel), dessen Knoten am Ende des Strickes ist, niedrig, gierig, 
zu dem die Jäger sagen: Du scheussliches Tier, das bald die Nase 
hoch hält, bald den Kopf senkt! 

Nach Ibn al-Kelbi (a. a. O. 193, 2 f.) rcrspottete mit diesen Versen *Abd *Amr 
b. Ammär den al-Ubeirid al-Gassäni und erlitt aus diesem Anlass den Tod. 

XXXV. 

[At-Tayyibi, Ta/str al-Kaisäf III (NF 475) fol. 393a sehr undeutliche, saloppe 
Schrift — RG]; vgl. oben, S. 165, Z. i. 

(JamJjiUJ' <Jl^' 



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J 



(S^tUtif, <Rtbi4U öe0 (jtiuiafammUf. 209 

XXXVI. 

(Basif) 
[al-*Askart, Jamharat al-amtäl^ Bombay 1307, 122 — RG]. Zu der Erklärung des 
Spruches ^yc 6lsx«iJ\ vgl. oben, S. 164, Z. 35. 

Jmd^ «J v,::xilüJ ^jJl JuJ<3JI ^1 

,Wer einen starken Arm hat, der wird seiner Beschwerde Abhilfe ver- 
schaffen! Zur Niedrigkeit und Verachtung ist verurteilt, der keinen 
starken Arm hat!' 

XXXVII. 
[Tawil) 

Cheikho 348 f.; vgl. oben, S. 165, Z. i. 

l%^l yo>^ 2U^ ,^ ^^(^ ^LüLo v.XudJI wiojI Lo 131 t>bo 4 

I» Var. v«Ä.«wXXX.i«o* 

2 b Var. a,Ii ^^^ 

3«» Var. ^vX^JÜ C^y^\ ^^akhX.k*^4^ dsi t^^ls^ft 

,Wie mancher Wanderer, dem der Wind das Kleid vom Leibe reisst, 
damit es abfällt, während er es festhält, hat im Dunkel der Nacht 
gejammert, nachdem er den Weg verloren hatte, damit ein Hund 
bellt oder die Schläfer furchtsam auffahren. Da antwortete ihm einer, 
der auf den Ton hörte und ihn gastlich empfing, einer, der bei der 
Ankunft von Gästen sein Fressen findet; als er den Gast ankommen 
sah, hätte er vor lauter Freundschaft ihn beinahe angeredet, obwohl 
er sprachlos ist' 



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210 (gtHt&^t 5ttt femtHfc^tn llpra^wiffcnfc^Aft 

XXXVIII. 

( Tawil) 
AgSni XXI 203, 3. 20. 22; Ygl. oben, S. 153, Z. i. 

l%IX« ^a£ ^^l^t ^* vitW 5^^ O^ xSL*ol J^ ^K' 3 

,Ich pflege den Kummer, wenn er sich bei mir einstellt, zu vergessen 
mit Hilfe eines Renners, mit dem Nackenzeichen, eines robusten, 
fuchsroten, mit gedrungenem Fleisch, oder einer himjarischen Kamelin, 
einer flinken, die die Kiesel mit ihrem wundgeriebenen Huf davon- 
schleudert, [mit Schwanzzotten], wie wenn auf ihren Schenkeladern 
ein Büschel von üppigen Dattelblüten läge, der von der Blütenscheide 
nicht mehr eingehüllt herabhängt/* 

XXXIX. 

{Tawil) 

[,3kXL J)Lc\ Leiden 112 (Warnbr 446) 207' — Th]; vgl. oben S. 151, Z. 36. 

\a\So v:>^Jb* ^»A^ y^ \ii^ yi^ jLidÄ^ \j**^^ t5*^ (5^7^ ' 

,Du schmähst mich wegen der Selmä, aber es ist keine Schande (ihr 
Sohn zu sein); wenn du von Selmä abstammtest, wärest du der Herr 
unter den Därimiten/ 

^1 Ä-LIiiAÄ. ^ sdJLo ^ ^pb ^i yjx ^yü ^^J^ jx^ c^o 

LA I 128, 20; X 118, 12; XV 192, 5; TA I 104, 10 wird der Vers anonym angefUhrt, 
mit den auch in l^läh angefahrten Lesarten C^JS imd CU^yu. 

* Ich Übersetze so nach einer mit meinem Kollegen E. Stahl angestellten sach- 
lichen Besprechung. Der Vers wird LA I 344, 23 dem Bi§R B. ABI Hazim (nicht Hazim), 
von Anderen dem A^sa zugeschrieben. Zur mundartlichen Stellung von ^ - -n^h, vgl. 
ausser LA a. a. O. Reinhardt, Omani 256. 



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(PoffetK, ^thi^it btif ißlutatämmUf. 2 1 1 

XL. 

Chbikho 342; Abkariüs 98; vgl. Vn Ende und S. 164, Z. 36. 

iö%Ai S^liJl (jM^^^ UwMh^^ ^^1 ^gAAi)^ ü^^^ cM^ ^ Vt4:?^ ^ 

,Zu allen Leuten kann man auf Treppen (Leitern) hinaufsteigen, aber 
zu uns giebt es keinen Aufstieg auf Leitern (Treppen). Vor uns 
flieht alles Wild, aber zu unserm Wilde kommt das Wild der Wüste 
und weidet mit ihm/ 

• XLI. 
( Tawil) 

Diwdn des ^Umeir Ibn Schujeim AI Qutämt ed. J. Barth, 1902, S. r und S. 2. 
Dem Herausgeber verdanke ich den gütigen Hinweis auf diesen Vers. 

Cpt^ill )y^S ^ si y^^ t«it (?)8J^ v-^^LfÜI vl^^^ ^f' 

,Ich erkenne die Tapferkeit (?) der Inhaber der Rassekamele an, wenn 
sie die meinige in den alten Zeiten anerkennen.* 

Vgl. DE GoEjE, ZDMG LVI (1902), 627. 



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212 Qg^iüri^i 5ttr ftmiüf<$in llprac^wiffenfc^af^. 



Übersetzung. 

I. 

Vgl. S. 150, Z. 25 ff.; S. 163, Z. 10 ff. 

(i) [Gewisse] Leute schmähen mich wegen meiner Mutter, aber du 
kannst doch einen edlen Mann nur daran erkennen, dass er sich edel 5 
zeigt (seine Gesinnung durch Thaten erweist), (2) wer hingegen ein 
Mann von feiner Ehre ist und sich seinen Ruf nicht wahrt, der ist 
[allerdings] verächtlich, sehr tadelnswert. 

(3) O Härit, wenn unser Blut durcheinander gerührt wäre, so 
würde es sich so scheiden, bis dass kein Tropfen [des deinigen] einen 10 
Tropfen [des meinigen] mehr berührt! (4) Wähnst du, dass ich von 
den Leuten des Buhta vertrieben bin? Gehöre ich nicht zu ihnen, 
wo immer ich auch sein mag? 1 (5) Gehöre ich nicht zu ihnen, so 
dass meine Ehre auch ihre ist, wie jeder, der eine Nase hat, sie hütet, 
dass sie [ihm] nicht abgeschnitten wird.* (6) Nun meine Herkunft, 15 
wenn du fragst, und meine Verwandtschaft, sind unter den Menschen 
eine Sippe, die den Stammfremden als Eigenen annimmt. 

(7) Und so oft der Übermütige [vornehmthuerisch] seine Wange 
seitwärts wendete, stellten wir sie ihm gerade, so dass sie gerade 
-blieb [und er bescheiden wurde]. (8) Der Verständige wurde bis 20 
heute nicht durch einen Stockschlag gemahnt, denn darum wird dem 
Menschen Wissen beigebracht, damit er es sich aneignet [und nutz- 
bar macht]. 

(9) Wenn nun gar Andere als meine Ohme die Absicht verraten 
hätten, mich herabzusetzen, so hätte ich ihnen auf ihr Nasenbein ein 25 
Brandmal gesetzt (sie^mit der Waffe des Spottes aufs heftigste an- 
gegriffen). 

(10) Habe ich noch eine andere Mutter ausser ihr, wenn ich sie 
aufgebe? Gott wolle verhüten, dass ich einer anderen als Sohn an- 
gehöre! (11) Ich bin dann nur wie jemand, der seine eine Hand mit 30 
der andern abschlägt, so dass er sich plötzlich einhändig sieht. 

(12) Und nachdem die eine Hand an der andern ihre Vergeltung geübt 
hatte, fand er für sich keine Möglichkeit, dass beide zum Vorschein 
kamen — da wandte er sich [mit Entsetzen von seiner That] ab! 

(13) Von den beiden Händen hatte die eine die andere tödlich ge- 3S 

* Der Gedanke der Solidarität ist hier ebenso ausgedruckt wie bei [H. Gebhardt], 
Zur bäueriichen Glaubens- und Sittenlehre (1885) S. 325: IVer sich die Nase abschneidet, 
verschdndet sein Gesicht. 



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(PofPere, 6e6ic$i€ htff QVtu^afanimte. 213 

troffen, und jene fand nun an dieser keine Leitung für sich. (14) Da. 
verhielt er sich stille wie die Schlange, die, wenn sie etwas fände, 

was ihre Zähne bewältigen können, auch zugebissen hätte. 

(15) Du hofftest, dass ich euern Nachkommen ein Stammfremder 

5 sein würde, aber ich habe mir die Zungenspitze nicht ritzen lassen, 

um am Sprechen nicht verhindert zu werden, (16) um nach mir einen 

Brauch zu hinterlassen, nach dem man sich richten kann, und um 

den Zweifelnden aufzuklären, wenn er gegen mich eingenommen ist 

(17) [Aber] ich sehe *U§um unter den Helfern des Buhta sich 

IG nahen, um mich von den Leuten des Zeid zu verdrängen — ja das 
ist beklagenswert! (18) Wenn der Strick, welcher zwei Tiere verbindet, 
in einem fort verschlungen* ist, so müssen seine Strähnen (Litzen) 
schliesslich eines Tags auseinanderreissen. (19) Wenn der unaus- 
gesetzte Gebrauch das Leder der Leute** abgenutzt hat, so bekommt 

15 es Risse — auch wenn du es flickst — und bricht auseinander. 

II. 
Vgl. S. 153, Z. 21; S. 155, Z. 22; S. 163, Z. 15. 

(i) Du hast den Befehl zu meiner Verbannung erteilt aus Furcht 
verspottet zu werden — aber bei der [Göttin] Lät und den [heiligen] 

20 Opferstelen, du findest keine Zuflucht vor meinen Versen! (21) Du 
hattest Hind (deine Mutter) und deine Ehre an mich verpfändet, auf 
Blättern, [deren Schrift] leuchtet, als ob es Verzierungen an ledernen 
Schwertscheiden wären, (3) du der schlimmste aller Fürsten und der 
elendeste an Ruf, unter allen Menschen, wissenden und unwissenden! 

25 (4) Trug und Unheilstiften sind seine (des Fürsten) Natur! Verstehe 
(was ich meine): es giebt doch ein Sprichwort von [der Wortbrüchig- 
keit des] *Urqüb! 

(5) Wie schlecht sind die Hengste, wenn der beim Pferderennen 
(Turf) entwickelte Spieleifer sie überanstrengt, und wie schlecht ist 

30 ihre Nachkommenschaft! (6) Ich meine die Ohme von mütterlicher 
und väterlicher Seite, denn sie sind wie das Triodiumspiel, dessen 
Feld unveränderlich ist. 

III. 

Vgl. S. 153, Z. 14; S. 163, Z. 15. 

35 (0 D^ warf ich es (das Schreiben) in eine Ecke an der Seite des 

Käfirkanales; so will ich jedem trugerfüllten Schriftstück vergelten 

* Das Bild ist nicht ganz klar. Jedenfalls soll die fehlerhafte, zweckwidrige Lage 
der Koppel gerügt werden. 
40 ** Das von mehreren Menschen z. 15. einer Zeltgemeinschaft gebrauchte und daher 

der Abnutzung stark unterliegende Leder. 

Beiträge zur semit. Sprachwissenschaft. V. le 



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214 (Stittüc^t 5ttt femihTc^en ßpxA^wi^tnfd^äfi. 

(oder: es aufbewahren — oder: daran mein Gefallen finden)! (2) ich 
warf es hin, bis dass ich sah, wie die Strömung die Tinte in jeden 
Nebenkanal kreiselnd trieb. 



IV. 

Vgl. S. 150,7.25; S.151, Z.ii; S. 153, Z.30; S. 154,2.39; S. 159, Z. 13; S. 163, Z. 17. 5 

(i) O ihr Bekritenl Von was für einer Mutter seid ihr ent- 
sprossen? [Zu] lange währt das Stillsitzen, während das Gewand der 
Schwäche angelegt ist! (2) Ich habe meiner Sache Genüge gethan; nun 
thut ihr auch das Euere! Zeigt euch bei der Hitze des Kampfes 
[entweder] als elende, feige Kerle oder seid klug (und mutig)! (3) Siehe 10 
da, als die *Iläf und die am Abhänge (in der Nähe) von Hadan waren, 
erkannt hatten, dass es eine zerfahrene (verlorene) Sache sei, (4) da 
sattelten sie in Eile die (volljährigen, gut zugerittenen) Kamele — denn 
Unbill weisen gescheite (mutige) Leute von sich — (5) und benahmen 
sich wie Säma, als er in Sa*f weilte und dann die vollwüchsigen zähen 15 
Kamele ihn davontrugen. 

(6) Gestöhnt hat meine junge Kamelin [auf der Reise] sehnsüchtig 
[nach dem Reiseziel wie nach ihrem Jungen ausschauend], als die 
Nacht langsam hereinbrach, und es ganz stille geworden war, und die 
SriiiavTQa [des christlichen Haurän's] sie sehnsüchtig machten, (7) am 20 
Knie gebunden, während ihr Reiter [erwartungsvoll] nach dem Sonnen- 
aufgang ausschaute, wie wenn sie vor Verlangen nach dem Sande 
(der Wüstenreise) von Sinnen wäre; (8) und nachdem sie ein wenig 
geschlummert hatten, leuchtete bereits das Kanopus-Gestirn auf, [so 
hell], als ob es brennende Reiser, die man in der Hand hält, wären. 25 
(9) Woher bist du (Kamelin) so traurig? Du bist [sonst] nicht wegen 
Traurigkeit gerügt worden, und vor deinem Gefährten (ihn vom Reiseziel 
trennend) liegen noch weite kahle Flächen. (10) Aber sie (die Kamelin) 
sehnt sich nach Nahlat al-Qu§wä.* Da sprach ich zu ihr: Es ist dir 
versagt! sind nicht dies die Heimsuchungen des Geschicks!? (11) Eile 30 
[vielmehr] nordwärts (Syrien zu), da das *Iräq fiir uns dahin ist, zu 
Leuten, die uns lieb sind, während unsere eigenen Leute uns stolz 
und verächtlich anblicken. (12) Gehe nicht auf die Wege von al-Baubat 
nach Negd hin, so lange *Amr lebt und so lange man Gott um Er- 
haltung deines Lebens bittet, o Qäbüs! 35 

(13) Wenn wäre von den Leuten des Wahb unter uns Scharen (?) 
und von Nadir [5, 12] und von *Auf [7, 4] Tapfere 

(14) so würde sie wegraffen, der mich zu gewinnen sucht, und 



* EHe hier in Rede stehende Örtlichkeit scheint der Überlieferung unbekannt zu 
sein. Nach dem Zusammenhange muss sie zwischen der Jemdma und dem Idlq liegen, ip 



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(PofferK, dUd^U U» QVtttiafdmmte. 215 

ich werde sie erkennen an(?) den freigebigen Händen, wenn die 
Not drückend wird. (15) O Härit, ich gehöre wahrlich zu Leuten 
vom besten Ruf, die nicht den Kopf verlieren, wenn Schwach- 

köpfige Thorheiten treiben. 

5 (16) Du (*Amr) hast geschworen, dass ich Zeitlebens das Korn 
(Brot) des *Iraq nicht mehr essen soll, während es im Dorfe die 
Würmer fressen.* (17) [Aber] Bo§rä hat nicht erfahren, was für 
einen Eid du geschworen hast, auch nicht Damaskus, wenn die 
Garbenhaufen gedroschen werden. (18) Ihr habt mich wegen 

10 der Schutzgenossenschaft geschmäht, ohne dass ich gefehlt habe; 
solch ein Geschick von Schutzherren (zu erfahren) ist empfind- 
lich, 

(19) Wenn ich nun von meinen Leuten abgewendet und zu euerm 
*Adi geworden wäre, so würde ich ein Schwachkopf, ein Bethörter 

15 sein (20) wie vieles, was vor Asmä (Maija) noch von fernen 

abgetretenen Wegen liegt, und Wüste, in der die falben Kamele preis- 
gegeben werden, (21) und Gipfeln eines Bergkegels, der von ferne 
sich ausnimmt, als ob er in den Wellenschaum des Wassers ein- 
getaucht sei, (22) habe ich durchquert auf einer fugsamen Kamelin 

20 mit sicherm Tritt, die ihre Brustknochen vorwirft, während ihr Kopf 
[wegen ihrer Wildheit mit dem ZügelJ seitwärts gebogen ist. 



Vgl. s. 150, z. 26; s. 151, Z. 15; s. 154, z. 39: s. 163, z. 23. 

(i) O Tadlerin, jeder Mann ist verpfändet an das Unheil** (oder: 
25 ist dir nicht bekannt, dass der Mann verpfändet ist an das Todes- 
geschick), um entweder hingestreckt zu werden als Beute für die 
suchenden [Raubvögel] oder um schliesslich in die dunkle Gruft ge- 
senkt zu werden! 

(2) Darum lass kein Unrecht über dich ergehen aus Furcht vor 

30 dem Tode, sondern stirb darin als Freier mit glatter Haut (ohne dir 

. Schande aufzuladen). (3) Mensch sein heisst nur sehen (erleben) 

und [von den Thaten und Erfahrungen der Vorzeit] sich erzählen; 

Schwäche aber ist es, sich vergewaltigen zu lassen und dabei 

(still) zu, sitzen [ohne Rache zu üben]. (4) Beispiele von der Art, 

3S wie man seine Rache suchen soll, sind, dass Qa§ir sich seine 

* Weil es so reichlich vorhanden bt; oder nach Einigen: weil du es wucherisch 
aufspeicherst und verderben lässt. 

** [Vßl' assyr. ma'adil ialputi ^amdaku ,sehr bin ich an Unheil gejocht' (unzer- 
trennlich damit verkettet); siehe Haupt, Die akkadische Sprache (Berlin 1883) S. XXXV; 
40 Zimmern, Babylonische Busspsalmen (Leipzig 1885) S. 34, Z. 18 und S. 42; Delitzsch, 
Assyr. Handwörterbuch, S. 384. — P. H.] 

15* 



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2l6 (SfiHvHc^t 5ttt ftmitif^tn |lprac(i9i(renfc(af<. 

Nase abschnitt, und dass mit dem Schwert in den Tod sich stürzte 
Beihas (5) Na*ama, der, als die Feinde seine Genossen niedergestreckt 
hatten, an seinen Kleidern durch die Art sich anzuziehen sich offen- 
barte. (6) Hast du nicht erfahren (*Amr), dass al-Gaun eine festge- 
gründete Burg war, an die die Tage herantraten, ohne dass sie ihre S 
Festigkeit einbüsste? (7) Sie trotzte dem Tubba* (dem Herrscher 
von Südarabien) in den Tagen, wo die [übrigen] Ortschaften vernichtet 
wurden, da sie mit Steinplatten verblendet war, und diese mit Kalk 
gefugt waren. 

(8) Wohlan I komm doch in ein (solches) Land, dessen Saatfelder 10 
gepflügt werden, und über die das Wasserrad einen Kübel nach dem 
andern ausgiesst! (9) Das ist die rechte Zeit von al-*Erd, wo die 
Fliegen des Thals lebendig sind (oder: sich toll geberden, summen) 
die Stechfliegen, und wo die blaue Fliege zudringlich ist 

(10) Wenn sie uns freundlich entgegenkommen, so wollen wir 15 
das gleiche thun; wenn nicht, gut, so werden wir uns noch spröder 
und trotziger zeigen. (11) Und das Heer der Beni Qurrän: mute ihnen 
einmal zu (was ihr uns zumutet). Wenn sie dies billigen, wodurch wir 

gedemütigt werden (12) Nadir wird hinter mir als Schild stehen 

und mir eine Wehr (Hilfe) sein gegen sie (die Feinde) Gulei'i undAhmas. 20 
(13) Wenn aber Hubeib sich zu lässig gegen uns benimmt, nun so ist 
unter uns eine nächtlich nimmer rastende Reiterschar. 

VI. 
Vgl. S. 153, Z. 28; S. 154, Z. 39; S. 163, Z. 27. 

(i) Siehe, die Liebe zu dem züchtigen Mädchen ist noch nicht 25 
zu Ende, aber die Verzweiflung würde vergessen werden, wenn du 
den Genossen des Scherzes vergessen hättest (2) Lange hast du 
sie geliebt und verehrt. O, wenn doch die Länge der Liebe sie dir 
entbehrlich machen könnte! 

(3) Siehe, Babylonien und seine Leute waren die Freunde; aber 30 
da ihre Freundschaft mich aus dem Lande entfernte — gut, so möge 
sie fernbleiben! (4) Nächtlich soll meine Kamelin sie verlassen, das 
Simäkgestirn aufgeben und sich nur vom Nordstern leiten lassen. 

(5) Wenn der feste Strick auf ihre Seite fällt, so stürmt sie dahin 
wie eine Eselin, die noch nicht empfangen hat, welche den engen 35 
Hinterhalt fürchtet. (6) Eine festgebaute; so oft ich sie von ihrer 
Lagerstelle aufgeschreckt habe, rennt sie, bis ihre Achselhöhlen vom 
dicken, fruchtsaftartigen Schweisse triefen, (7) und wenn andre Reit- 
tiere den Dienst versagen am Ende der Nachtreise, und die Kimmung 
über den Rücken der harten Bodenfläche läuft, (8) ist sie doch noch 40 
immer munter und, während der Quarz von ihren Hufen fliegt, stürmt 



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sie dahin, wie das eilende Koppeltier bei beschleunigter Flucht, (9) in 
das Land von Leuten, an deren Gast man sich nicht vergreift, während 
es mit dem Gast andrer Leute schlecht bestellt ist! (10) Wie der 
arme Tarafa ibn al-*Abd, der ihr Schützling war, dessen Haupt sie 
5 aber vom Nacken mit einem indischen Schwerte trennten! 

(11) Und die beiden Söhne der Umäma, die du beide ergriffen (?) 
hast; und ich bilde mir ein, dass du der dritte bist durch (?) al-Aswad. 

(12) Ja Treulosigkeit und Meuchelmord und Schändlichkeit und 
Arglist lasse ich zurück im Lande des Bösewichts! (13) Ein Fürst, 

10 der mit seiner eignen Mutter und deren Mägden (Zofen) scherzt, mit 
erschlafften Gliedern, dessen Rute (vom übermässigen Genuss klein 
und dünn) ist wie ein Schminkstift. (14) An der Pforte fordert er 
jeden Bittsteller zu sich, mit ihm allein aber treibt der Mann ver- 
werfliche Dinge. 

15 (15) Habe ich mich einmal niedergelassen, und vor meinem Zelte 

liegt Gawa, so wettere und donnere in deinem Lande soviel dir 
beliebt! 

(16) Ihr Banu Qilaba, sonst war es doch nicht eure Art, Schmach 
auf euch zu nehmen vor der durch MiMad eingetretenen Sachlage! 

20 (17) Nicht werden die Schandflecken von eurer Ehre abgewaschen, 
so schön auch die Sühnegaben sind, wenn sie zu Ma*bad (dem Bruder 
des Tarafa) hingetrieben werden* (18) Nun, der Knecht ist euer 
Knecht! Tötet ihn flir euern ßruder wie einen Wildesel, der seine 
Flanke dem Jagdspiess blossstelltl 



25 



VII. 

Vgl. S. 150, Z. 26; S. 151, Z. 20; S. 156, Z. 37; S. 163, Z. 29. 



(i) Zerstreut sind meine Leute, teils in den alten Wohnsitzen teils 
auf der Wanderung; o Gott! wie kann ich wissen, wem von meinen 
Leuten ich folgen soll! (2) In ihrem Heim bleiben die, von denen 

30 ich mich gleichgiltig trennen würde; entfernt haben sich die, deren 
Trennung ich mit Sorgen entgegensah; (3) über alle betrübe ich mich, 
denn der Ursprung bedingt die Verwandtschaft, darum suche hinaus- 
zuschieben, dass deine Nächsten auseinandergehen (4) und 

getrennt haben sich meine Leute von denen des *Auf ibn *Amir, dessen 

35 Talmulden ehedem (von Menschen) übervoll waren (?). (5) Ibn Mu*äd 
hat einmal zu Gunsten seiner Leute mit Schanden entschieden, so 
dass meine Sache kaum zusammengehalten werden kann. (6) Ich habe 
ihnen meinen Befehl erteilt in der Biegung von al-Liwä; aber ein 



* Oder nach Ag. , BM u. s. w.: auch die [Sühne-] Kamele der Hawdrir, als sie 
40 hingetrieben wurden zu Mabad, haben die Schandflecken von eurer Ehre nicht ab- 
gewaschen. 



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2l8 (fftiM^t 3ut \tmiiif<ttn ßfta^wi^tnf^aft 

Befehl dessen, der keinen Gehorsam findet, ist ja erfolglos! 

(7) Schicke mich darum zu meinen Leuten den Dubei^a, denn sie 
sind meine Leute; dann tadelt entweder, oder haltet euch ruhig. 

(8) So edel es auch war, dass meine Oheime (die Jaskur) mich 
als Beisass bei sich wohnen Hessen, so gehört doch der Baumstamm 5 
dahin, wo er ausgerissen wurde (also zu den Dubei^a). (9) Denke nicht 
von mir, dass ich mich fernhalte und zurückstehe. Nach *Ain Said 
und La^la* (in Babylonien)* verlange ich nicht mehr, (10) sondern ich 
wende mich mit einer Truppe, die zahllos ist wie der Sand der 
Wüste, dem Westen (Syrien) zu, da die Ma*add schon nach allen 10 
Richtungen zerstreut sind. 

VIII. 

Vgl. S. 157, Z. 32; S. 163, Z. 33. 

(i) Nach einer Zeit des Vergessens ist mein Herz wieder leicht- 
sinnig geworden und hat sich der Genossin hingegeben, um sich von 15 
ihr leiten zu lassen. (2) [So trunken bin ich vor Liebe], wie wenn ich 
tränke am Tage, wo sie ihren eigenen Weg gehen, wenn der Treiber 
mit ihnen (?) bei der Wüste zum Aufbruch drängt, (3) alten Wein, 
der so lange im Kruge verwahrt worden ist, dass seine Schaumbläs- 
chen den Augensternen der Heuschrecken gleichen. 20 

(4) Verwünscht sei er! verwünscht! sage niemals bei der Nennung 
seines Namens: Gepriesen! 

(5) Entweder ist die Liebe zu ihm nur vorübergehend oder wie 
die Freude über jeden wertvollen Gegenstand, an dem man einen 
Gewinn hat. 25 

(6) Ich weiss nun auf das Gewisseste ohne Schwanken, da die 
Gottesfurcht zur besten Ausstattung gehört — (7): sein Gut zu be- 
wahren ist leichter, als es suchen und im Lande ohne Zehrung umher- 
zuwandern. (8) Wenn man weniges pflegt, so mehrt es sich; da- 
gegen hat vieles keinen Bestand bei schlechter Pflege! 30 

IX. 

Vgl. S. 154, Z. 39; S. 163, Z. 36. 

(i) Wer will nun den Dichtern von ihren beiden Brüdern Kunde 
bringen, damit die innere Stimme ihnen hierdurch die Wahrheit sagt, 
[und sie sich warnen lassen]. (2) Zu Grunde gegangen ist der von 3S 
beiden, der sich vom Schreiben nicht trennen konnte; aber gerettet 
hat sich durch Misstrauen gegen seine [des Fürsten] Gabe al-Muta- 

* Die nicht näher bekannten Orte sind augenscheinlich hier als westliche Grenz- 
ortc des Gebiets von Hira genannt, wo die Wege von Ost-Arabien her einmündeten. 



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(Po(fer0, f^thid^it bt« QVluiafammte. 219 

lammis. (3) Er warf sein Schreiben fort, und seinen Sattel rettete 
eine festgebaute Kamelin mit geschlossenen Wirbelknochen hart wie 
ein Fels, (4) so kräftig, dass ihr Fleisch, wenn sie abmagert, immer 
fester wird, und dass sie, wenn sie mit ihrem Sattelgurt geschnürt 
5 wird, keinen Laut von sich giebt; (5) mit festen Backenknochen, deren 
Fleisch die Mittagsglut schier geröstet hat, sodass seine Farbe ist, 

als ob es geglättetes Leder wäre. 

(6) Wirf das Schreiben fort, du Unseliger! Von der Gnade des 
Fürsten hast du nur Unheil für dich zu fürchten; (7) denn ich hatte 

10 erkannt, dass ich mit einer Danaergab e beschenkt sei, als man sagte: 
Von den Leuten des Daufan ist ein Befehlshaber da! (8) Und ich 
floh aus Furcht, seine Gabe möchte zur Schande werden, mit der 
meine Sippe, die Ahmas, bedeckt werden könnte; (9) und ich verliess 
das Lager der Banü Dubefa, aus Furcht, sie möchten ohne Grund 

15 um meinetwillen zu leiden haben, während meine Haut glatt ist. 

(obwohl ich makellos bin) * 

(10) O Ibn al-*Abd [Tarafa], deine Mutter muss ihr Kind [dich] 
durch deinen Leichtsinn verlieren! Willst du dich an dem Hof des 
mächtigen Fürsten reiben (es mit ihm aufnehmen, ihn reizen)? 

20 X. 

Vgl. S. 154. Z. 39; S. 163, Z. 40. 

(i) Er ist mir nicht gefolgt und nicht zur ruhigen Überlegung 

gekommen; ja nur die letzten Folgen offenbaren die Sache desThoren! 

(2) Denn plötzlich wurde er auf dem Rücken eines Wurfspeeres ge- 

25 tragen, während die durchlöcherten Rippen das dunkle Venenblut 

des Leibes auswarfen! 

XI. 

Vg-l. S. 158, Z. i; S. 164, Z. 3. 

(i) Vielleicht kommt ein Tag, wo du dich freuen würdest, wenn 
30 ich zugegen wäre, während meine Gebeine schon im Grabe modern; 

(2) wo man dir Frevel anthut und dich erniedrigt, während du dich 
nach einem Manne meiner Art sehnst und nach meiner Hilfe verlangst; 

(3) wo dich die Brüder (nächsten Freunde) in Stich lassen, weil ich 
nicht mehr bin, und du in Nöten sein wirst, und mir gegen dich bei- 

35 stehen wird der Herr (Gott), ohne dass du es weisst. — 

l) Würde der Dichter bei seinen Landsleuten bleiben, so müsste er früher oder 
später der Rache des *^Amr erliegen. Hierdurch würden die Dubei^a in eine Zwangs- 
lage versetzt: sie wären moralisch gebunden, ihren Mann zu rächen; aber ihre Macht- 
mittel würden 'Amr gegenüber dazu nicht ausreichen. 



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220 (S^dhr^^e 3ur \tmiH\4tn fiprac^wtffenfc^afit. 

(4) Wenn ich an dem Tage* leben würde, sollte nicht versucht 
werden, ihm eine Demütigung zuzufügen, sondern ich würde in der 
Sache um Rat angegangen werden! 



XII. 

Vgl. S. 157, Z. i; S. 164. Z. 5. 5 

(i) Siehe nur Esel (Gemeine) unter den Leuten lassen sich Schande 
gefallen, aber der Freie (Edle) weist sie ab wie die leichtfiissige, 
kräftig gebaute Kamelin. 

(2) Seid wie Bekr [b. Wä*il], wie euer Erster war, aber nicht wie 
die *Abdelqais, als sie [beim Angriff] ruhig dasassen, (3) ihm [dem »o 
Lahmiden] gaben, was von ihnen verlangt wurde, als sie in al-IJatt 
ihre Niederlassung hatten, [so verächtlich], wie der Gepard (die 
Eidechse?) sich über seinen (ihren) eigenen Auswurf bückt [und ihn 
verschlingt]. 

(4) Bei der ihnen aufgezwungenen Demütigung sich beruhigen, 'S 
das thun nur die beiden Gemeinsten, der Esel der Zeltsippe und der 
Zeltpfosten. (5) Jener wird durch sein Strickende in der Erniedrigung 
festgehalten, und diesen schlägt man auf den Kopf, ohne dass ihn 
jemand beklagt. ** 

(6) Seid vielmehr wie Sama [b. Lu*aii), als sie in §a*f weilten, 20 
als man sagte: Ein Heer! und noch ein wachsames, spähendes! — 

(7) Da gürtete er sein Reittier mit dem Sattelgurt, und jäh 
wendete es sich nach der Breite der unermesslichen Wüste, bis dass 
der Schweiss es bedeckte. 

(8) Und wenn du im Lande offene Feindschaft fürchtest, nun, so 25 
giebt es einen Ort, wo man weit entfernt ist von denen, die auf 
Böses sinnen! 

XIII. 
Vgl. S. 151, Z. 24; S. 164, Z. 9. 

(i) Melde den Dubei^a, ihren Mannen und Knaben, nachdem die 30 
Männer des Kampfes satt geworden sind, und es ihnen drückend 
geworden ist: (2) Ihr Leute, ich will zu euch kommen mit einem ge- 
waltigen, zahllosen Heere, zornentbrannten Männern; wenn ihr sie 
nicht zerschmettert, so erleidet ihr es! (3) Besser als die wider- 
spenstigen Leute ist ihr Fürst; o meine Leute, schämt euch doch ihr 35 

* Xach Ag. und BM. 
** Zur rhetorischen Bedeutung von 4 und 5 vgl. Freytag, j4rad. Verskunst (1830) 
S. 537i 41 ; Mehren, Rhetorik (1853) S. 109. Übersetzung der beiden Verse bei RÜCKERT, 
Hamasa I 252. 



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(Poffera, <Stbi<iU htt (ITlu^afammte. 221 

hockenden Weiber! (4) Ich lasse nicht ab, von euch abzuwehren, 
einen heimlichen Gegner, der vor lauter Zorn fast Gift ausspeit. 
(5) Willst du (oder: will er) sagen: Sie haben den Hanifa ihr Recht 
verwehrt, nachdem sie Bürgschaft und Sicherheit gegeben hatten? — 
5 Oder haben sie [es] vergessen? (6) Sie haben nicht gewusst, dass 
aus Furcht vor Schande schon Ibn Badra (Nadra?) Beihas mit dem 
Schwerte in den Tod gegangen ist. 



XIV. 

Vgl. S. 150, Z. 26; S. 152, Z. i; S. 164, Z. 10. 

10 (i) Siehe, ich schneide gründlich ab das Sehnen und das Ver- 
langen, wenn die Seile (Stricke) der jungen Frauen angelegt wer- 
den (2) und [besteige] eine weisse Kamelin von den edelsten 

Rassetieren, eine [von der Art der Wildesel], der in dem reinen Sande 
der Dünen sich emporstreckt und lauscht, (3) mit dunkeln Streifen, 

15 wie wenn es schwarzes Leder an den Unterschenkeln wäre und feine 
Seide an den Oberschenkeln, (4) und im Gesichte dunkelroter Atlas, 
über die Rückenmitte hin ein Gewebe mit doppeltem Aufzug, und das 
Hörn dunkel, glatt (5), der sich im Artä-Gebüsche umhertreibt, wie 
wenn sein Rücken ein fernes Blitzen wäre, wenn aus der Wolke der 

20 Donner erhallt (6) und [dann] bei dem Artä-Gebüsch des Sandhaufens 
sein Lager sucht, als ob er daneben gegen Ende der Nacht eine 

Hochzeitshütte bauen wollte (7) Zu ihrem Herrn, Qais, geht 

sie (die Kamelin), Abends und Morgens, da Qais weder übermütig 
noch mürrisch ist (8) Da nahm mich auf seinem Boden und unter 

25 seinem Himmel [ein Mann] mit weitreichendem Arm auf, ein vor- 
nehmer, freundlicher. (9) Wenn meine Kamelin Qais den Jemeniten 
erreicht hat, welchen Freund könnte sie nach Qais noch bittend an- 
gehn? (10) Wahrhaftig, Qais ist ein trefflicher Mann; kommt [je] ein 
Hoffender zu seiner Thür, so schliesst er [ihn] nicht aus (oder: schliesst 

30 sie nicht zu). 

XV. 

Vgl. S. 156, Z. 26; S. 164, Z. II. 

(i) Gehören diras-Sedir undBäriq, Mubäjad und auch al-Hawarnaq 
(2) und die Burg mit den Zinnen, (nämlich) Sindäd, und die hohen 
35 Palmen mit den Strickleitern (oder: die in Reihen stehenden Palm- 
bäume) (3) und al-Gamr mit den wasserführenden Sandschichten, und 
die Vergnügungen an Spielplätzen (Ballschlägeln) und Speisetischchen, 
(4) und die ganze TaMabija (oder: dieQädisija) und die Leute der Wüste, 



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222 (fftiM^t 5ut femtäfc9en |lprac(f9t(fmfc(aft. 

teils gebunden, teils frei?!* (5) und wenn (deinem) Sohne beim Kreisel- 
spiel das geringste Leid zugefügt wird, so entbrennt dein Zorn! 

(6) Nun wenn du noch lebst, so sollen unsere Lanzen deine Kehle 
erreichen! [Denn] (7) übrig gelassen haben uns die [bösen J Tage 
und die schweren Jahre und^der als kopflos verschriene Gefangene 5 
(8) feinhaarige Renner an Zeltstricken, die das zweite Mal und des 
Abends mit Milch getränkt werden, (9) und wohlgeglättete, ebenso bieg- 
same wie feste [Lanzen], deren Spitzen funkeln, (10) und die Helme 
und weite, bequeme Doppelpanzer, aus lauter festschliessenden Ringen 
gefugt, (11) und schneidige Schwerter zum Ausschlagen, in denen 10 
wir eine Burg und eine Zufluchtsstätte besitzen, (12) und eine ent- 
legene Stätte, um deren Ränder die Adler schweben; (13) und wenn 
du aufschrickst, erblickst du uns als lauter Panzerringe und Reiter- 
scharen in Reihe und Glied (14) was ist mit den Löwen (Tapfe- 
ren), die du nach deinem Ermessen gesammelt hast, dass es nicht 15 
auseinandergeht(?)? (15) aber (denn?) ,der Frevel'** ist in den Um- 
gebungen der Zelte angebunden, mit schöner Blässe, ein Rappe 
mit weissen Hinterbeinen. 

XVI. 

Vk'I.S. 151, Z. 31. 20 

(i) Sie sind nicht aus Furcht vor dem Tode oder dem Unter- 
gange umgekehrt, nachdem die treibenden Schicksalsmächte sie (Tod 
und Untergang) von ferne herbeigeführt hatten. (2) Hindern werden 
sie (die Schicksalsmächte?) ihren heiligen Zorn (oder: ihre Ehrenpflicht) 
zurückzudrängen, die Ritter des Sa^b und die Gewappneten, (nämlich) 25 
die MuharibI 

* [Zu ,3J^k*^ ^^ ^^ vgl. a*it5*l nix:?, das nach A. S. Yahuda (ZA 16, 250) 

jStammesgenosse und (schutzloser) Fremdling* bedeutet, während n33?*l *!? (oder vielleicht 
JlDJI n*C?) Mal. a, 12 »Fremdling und Stammesgenosse* heisst (idiä. 272); c/, y^^^o^ 
,Familienangehörigkeit* {idid. 247) und »«^ift (oder v^^iilc muasizib) ,Gast* {ibid, 258); 3^ 
(syn. ^Ui\) AXs^W Ajs\ (sing, ^jc ^ufi^ angeblich auch •-* *<V|/), .Fremdlinge und 
Stammesgenossen* (ibid, 265). Vgl. auch oben I, 6. 15. Arab. aJ^ musannam und 
^^\ stamm »Eindringling* hängt möglichen^-eisc mit dem assyr. samänu ,Feind' zu- 
sammen» und äJ; ist vielleicht = ^Jl; (fiir zantfui) ; vgl. Grit. Notes on Judges (SBOT) 
p. 67, 1. 42. Für a*iTr = Ajfi\ vgl. noch ^^\ = ^)S (^»4y^Lo \^.*\) >im Stich 35 
lassen* und die XII. Form c<j^**^ »allein reisen* (äw\a»ä Jpj^ (3 J^)l ^^ ^''^^ "™ 
^^lli^ mufallaq beachte assyr. ujsubbit »Scheidungssumme'. Im Hinblick auf äthiop. 
^ÄA*fl * ^f^^^(^^ »verwittwet* {ibid, 251) wird man SD!? als ursprünglichen Stamm an- 
zusetzen haben (vgl. y^^.A.*.^ »davonlaufen* vom Wolfe) ; das % beruht auf partieller Assi- 
milation an das ^ ; cf. Critical Notes on Ezra-Nehemiah (SBOT) p. 63. 1. 29. — P. H.] 40 
** Scheint hier Name eines Rosses zu sein. 



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(Poffevtf, f^t^i<iU bt$ (Jjfiuiatammie. 223 

XVII. 

Vgl. S. 158, Z. 5; S. 164, Z. 16. 

(i) Ihr beiden Freunde, wenn ich dereinst gestorben bin, und 
euere Geschicke [noch] hinausgeschoben sind in und mit dem Strom 
5 der Zeit, (2) so geht an meinem Grabe vorüber, haltet an und grüsst 
mit den Worten: Die Tropfen des Regens mögen dich netzen, o 
Grab! (3) Als ob der, den du birgst, nicht eine Weile [das Leben] 
genossen hätte, da doch die Welt glitzerndes Silber (geprägte Münze) 
hat, (4) und als ob ihn davon (von den Lebensgenüssen) nicht ge- 

10 tränkt hätte eine wohlbeleibte, jungfräuliche Hebe, mit einem wohl- 
schmeckenden, genussbereitenden, kühlen Trunk, den die Leute wohl 
gehütet haben (?), (5) und er nicht am Morgen von heissen und kalten 
Tagen einen Weintrunk genommen hätte, dessen Feuer ihm die 
Glieder durchdringt (6) und er nicht die falben (Antilopen) aufge- 

>5 schreckt hätte, die bei der Tageshitze ihr Lager aufsuchen — in den 
Niederungen (?) eines vom Frühjahrsregen erweichten Bodens, dessen 
Seiten gelblich sind, (7) die da abnagen die Kräuter des Sommers, 
bis dass von ihren Zungen vom [unablässigen] Nagen des Hullab- 
Krautes der Dattelsaft [zu rinnen scheint], und (8) als ob er nicht 

20 den hehren Held gepriesen hätte, in dessen Hand Spezereien sind, 

mit deren Köstlichkeiten das dürre Land genetzt wird. (9) Er 

warf nach ihm hin unter den ihn umstehenden Leuten, und der Un- 

glückliche(?) .... dessen Schultern hager sind(?) (10) und einen 

Bogen, dessen Sehne die beiden Lohnarbeiter wohl bearbeitet haben, 

25 so dass er nun aufs beste gekrümmt und gebunden ist :- (u) Sie 

sucht sie (die Thür) mit dem Schlüssel zu schliesscn, bis dass .... der 
Thür, den die Mauer mit Lehm beworfen hat(?), (12) da erschreckte 
er und seine Empfindung versetzte sich(?) an die Stelle eines Erhabe- 
nen, den der Befehl an die Spitze gestellt hat(?).* 



30 * Die Übersetzung der Fragmente folgt unmittelbar dem Texte. 



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224 



(ffttM^t yit fmiH\<itn ßpxä<l^i\ftnf<^äfi. 



Metrum 



lawU 



Metra und Reime. 



Reim 



J 



ß 

O' 



t 

»» 



Stück 

1 
XXVI 
XXXIX 

III 

XLI 

V 
XIV 

VII 
XL 

X 

XXII 

XXV 

XXVIII 

XI 

XVI 

XVII 
XVIII 

XIX 

XX 

XXVIII 
XXXII 



Vers- 
zahl 

19 

V2 

I 
2 

I 

13 
10 

10 

2 
2 
• I 
I 
I 
4 



Metrum 



Reim Stück 



TawU , 



• • • f 

JS 

Kämil [\ 

M > 



Bastf 



Wäßr 

Kegez 
Sari 



> 

^ 



> 

> 
I 

) 



Vers- 
zahl 
XXXVII 4 
XXXIII I 
II 6 

VI 18 



IX 
XIII 
XXX 



XV 

IV 

XII 

XXXVI 

XXI 

XXIV 

XXIX 
XXXIV 

VIII 



10 
6 



IS 

22 

8 
I 
I 

I 

I 
4 
8 



XXIII I 
XXVII I 
XXXI 3 



S. 161 Z. 9—25 
Zu 9, 6 add. 

7. S 

Zu 8, 7. 8 .... 
I, 4 schol.; I, 6 schol. 



Personennamen 

(Individuen, Stämme, Götzen). 



crf' 



. . . . y^ ^\ 



S. 161 Z. 6 ''^^ti-^' y' 

1,4 schol. ; 4, 10 schol. ,_^L.^k^l ^_»* yl 
S. 17s ** 1^^ yi\ 

^^^ — 34, 1 ^^uioJi >j^y^ 

^lÄn-Mj\ ^\ 4, 10 schol., S. 161 Z. 4 . . . f yV^ 
,»■ * * 

4, 10 schol., S. 161 Z. 4. f^yW ^^**^\ ^\ 4, 10 schol. 9,6 schol J^ä.V^ 



Zu 9, 7 V^:5^ y} i 5. 12; 9, 8 



sj-^ 



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4. 20 A^\ 

6, 11; S, 153 Z. 33ff. .... >yj^ 
S. 165 Z. 12 ^ijo ^^ — 

5. 161 Z. 6 v>^V^ 

6, II <kxLo\ 

S. 165 Z. 6 ^LL 

s. 173 * j^ 

4, i; 12, 2 Jf>l^ ^^ ^ 

1.4. 17 ^^^^ 

5. 4; 13» 6 ixUi ^ ^4,>o 

S. 175 Z. 6 . . . . 'Jj^s, ^ ÜLOjo 
5. 12 ^ 

S. 159 Z. 9 V-5*^^ 

Zu 8, 7 ^lkJ\ f Uw 

I, 10 schoL v^^AiIa, 

«1 3; 4, 15 ^/^^^ f*y^^ er? vll;;U.\ 

5t 13 \_,^ -^u^A-M 

I, 15 schol. . . . [CUiij ^] ^1 
13,5 

6,17 y^y.^ 

9.7 c>y 

S. 175 ♦* . ,3Js-oJ\ Ji;^U.\ ^^^ ^^«>^^ 
I, 6 schol ^5>) 

Zu 4, 3 O^y^ C^ O^J 

1, 17; 1,4 Var vXiJ 

4, 5 ; 12, 6 i^L^ 

22, vgl. 19 v^Lo ^ sXjUyJ 

5, 165 Z. 7 . . . . i^js, ^ J<^ 

4, lo schol <^^aJ^ Ȋo 

21, I >IX* ^ v^*-*-^ 

2, 6; 7, 7; 9,9; 13, I . . . . iA>^^ 
I, 10 schol J^T^ 

6, 10; vgl. 9, 10 . . . (ÄJb^) isjL 

5. 165 Z. 16 . . . ^\>r^ ^ c/'^^^ 



5Mr (I|llttiafammt0. 



225 




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226 



(gtitv&^t 5ut ftmHi\4tn ffta4mfftn\<iafi. 



5, 175** . . 

6, 17; 6 Einl. 

7, 10 . . . 
6, 16 Var. . 

S. 175**. . 
18 ... . 
4, 20 Var. . 
4. 13; 5. 12 . 



s>JJb ^ ^.^vä* I 4, 16; zu 5, 8; 6, II ^1 

j^^\ ^ Js-ouc 2, 6 schol k***ȆL)\ ^^ j^\ 

s. 175 ♦*, s. 193 z. 3 . . . . jyo\ 

I, 15 schol ^Ijb 



-.-j*5si\ ! I, 10 schol. 9, 7 schol. . 



^.^ 



2,2 
4. 13 



6, 15 schol *^.f?. 



Ortsnamen. 



^^ 4, 17 

Sb^l 4. 12 
XXUjiiJ\ IS> 4 
y.\ 5.6 
C;^\ 5.6 

i^lwaaL S. 175 Z. 13 
jlii.\ 12, 3 

^;^\ 15. I 
^^ 28, I 

^j^.***^-^ 4i '7 

-;L« % 4, 8 Aum. 
^b^\ 4, 12 Var. 
CX^J S. 193 Z. IS 
^J^^\ 15, I 
>\jJ^ 15, 2 
lJuc^ 4, 5; 12, 6 
ÜL^l S. 175 Z. 10 
,3\-äJ\ 4, II. 12 schol. i6; 



6,3 



J»^^ 5.9 
I J^-y^ ^^-^ 7, 9 
^\ 15.3 
Ü^U 6, 15 
^^^>\y^\ 4, 17 Var. 
ÄJLmj>ÜÜ\ 15,4 Var. 
O^? 5,11 
/^ 3,1 
^ 7,9 
^yj\ 7,6 
Jf^l^ 15, I 

^Aasv.* S. 175 Z. 10 
Ja>\^ 15, I Var. 
-i-iJL\ S. 175 Z. 10 
^^U S. 174**; zu 5, II 
j<2:\J 4, 12 schol. 
<wÄaL\J\ Ag. XXI 193, 6; 194, 26; IJi- 
/.äna I 415, 29; Ilibatalldh 
fol. 23 a. 
^ y ^aJü\ iüu 4, 10 



i JLÜ\ 4, 16 schol. 



Sternnamen. 

6, 4 .i^U-**J\ ; 4. 8 . 

6,4 



J^jyül 



J-:t4»-' 



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(Poffeirir, <Be5tc(<e hu (JfiuiafammUf. 227 

Assyrische Wörter. 

UMuddft^ ZU XV, 4 Übers. — ^«//w» zu III i — zamänu^ zu XV 4 Obers. — zumbu 
(suddu)y S. 159, Z. 29 — famäUf zu V 3 Übers. — ^ zu I iS — kirimmu^ zu I i. 



Hebräische Wörter. 

aiT?*l "J1X5, zu XV 4 Übers. — n3>.1 n?, zu XV 4 Übers. — nrs, zu I 7 — ip, 
zu I i8 — Dn^J, zu I I. 



Bibelstellen. 

Geo. 49, 14, zu XII 4; Deut. 11, 44, S. 158, Z. 37; Jes. 7, 18, S. 158, Z. 37; Ps. 
1 18, 12, zu V 9; Hiob 7, 13, zu XIII i. 



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228 (fftiit&c^t 5ttr femittfe^en llptac^wifTenfc^afi. 



Anhang. 
JSeBen bw ^aatattä^ J6n oe-^a^ari (t 342) 

nach dem Auszuge (4>Uäm<^I) des Ibn ed-Dimjäti (f 749) aus der 
Bagdader Chronik (4>l JJb ^.)^ d^,^) des Ibn en-Neggär (f 643), Hs. 

Kairo, Bi6/. Khidnnale^ Tärth 296, fol. 75 f.; vgl. die Anm. zu Diwan VIII. 

«JJI tXxA^ ^j ^ ^ Hwä^ ^j tC^ ^ v^^ ^ Ä-Ul äa;» 
^ (O^^L? v,>äAJI J^ ^j äDI Jjux ^ d^ ^ »^ ^^ 
^^ yj,^^\ ^^ tJÜI Jux ^ «^AxkJb o^yuJt &JJI Juux >A>o^l 
^ vs^IjLjuJI ^I w^JUb ^1 ^j ^^ ^j ,j.-y»fcit ^ ^A*fcit ,^^ ^^ 
^^1 Jjtl ^j^ i^^l ^L? o^^t ^5^^t «^r*^' v:^*^' ^^' 
«.»jLiJt ^t «ub^^l J^ v^4>^l I J» ^^Ül jüubo ^ lU3^ ^^ ^1^ 

^Jüt J^4Ai tw^^U. ttluX^ ^t ^li'^ XAi jLa^ |JLi t^)^l ^t^ 



^ ttt Jjuju (^iXit^ «50^?-«' 1^. 



* 'Abdallah b. Ahmed Ibn al-Hassdb f 567. 
** Zaid b. al- Hasan Abuljumn al-Kindi f 613. 
*** Al-Mubärak b, 'Abdalgebbdr as-Sairafi (f 500) ist der im Text weiter unten Ibn 
at-Tanbüri genannte Gelehrte. Seine Nisba lautet sonst Ibn at-Tujöri al-Hänüqu 

f *Ali Ibn Tirdd az-Zainabi (f 538) war Weztr unter den Chalifen al-Mustarsid 
und al-Muqtafi. 

tt ll^n Haktnd wird auch als Zeitgenosse des Hartri erwähnt. 

ttt Hs. VJJ..-SJO. 



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Q^otttt0, <Be5i<9^< ^<* (JfiuiatammiB. 229 

^^ ^5^1 <Jj^ ^;>^ v^^ to 

v»dA,sl..«QV ^^Ul ^ V..4L0 ^^Jl^ iÜÜJlj 'ix\j «iubo &j SUdJI SLpl 4X^1 
JLufcAJü öoj^l I J» 1*143^1^ v:))^! vJ*'^'''^ l»^lX}t ^JL^ Lg \ ^i ^1^^ 

* O mein Herr*, bei dem (Gott), der dich davor bewahren mag, schwächliche 
Worte (in Versen) vorzubringen, bei denen die Gedsmken einrosten; wahrhaftig, von 
deinem Ahnen, dem Propheten, hast du nichts in dir als das eine, dass die Poesie nicht 
für dich gemacht ist! — 

** Abdalkertm b. Muhammad as-Sam^dni al-Marwazi f 562. 
*** Siehe S. 228 Anm.'***. 

t Ibn Nabhdn ist wohl der Jacut II 272, 8 (vgl. IV 40, 12) genannte Gelehrte, 
von dem ^Abdalmun^im b. Kuleib (f 596) Überlieferte. 



beitrüge zur semit. Sprach Wissenschaft . V. l6 • 



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230 (fftUtiqt jur f<mi<tf<9<ii |lpTa(9wt(f«nf4«fi(. 



S. 150, Z. 3: Die Worte ,m diesem Falle wohl mit Recht* müssen getilgt werden, 
da der Dichter sich schon im Gedichte IX 2 , welches der Stelle V 9 zeitlich voranzn- 
gehn scheint, als al Mutalammis bezeichnet. 

S. 162, Z. 28: derselbe Gelehrte hat in der Zeitschrift Al-Machriq V (1902), 
S. 1057 — 65 vgl. VI S. 28 — 35 eine neue Ausgabe des Dichters begonnen. Dabei wurde 
(S. 1064 f.) auch die von mir (S. i6o*) erwähnte Stambuler Handschrift (die vom Jahre 
568 [1173] datiert ist) nach einer Kollation Dr. A. Haffner's benutzt. 

S. 166: Gedicht I findet sich nunmehr auch mit 18 Versen bei W. Ahlwardt, 
Sammlungen alter arabischer Dichter I S. 64 no. 65 und zwar in dieser Ordnung: Vers i. 
2. 10. 3. 4. 5. 8. 6. 7. 9. II. 12. 14. 19. 18. 15. 16. 17. 

S. 168: I 7 findet sich mit der Lesart ^s> 'auch bei Ibn al AnbXri, «^LX^ 
^lkJ\^ »UiV^ tlii^, Stambul 1302, S. 44 [R. G.]. 

S. 168: I 8. 9. II auch bei at-Ta*Alibi, «^^IJC5Ü\ i:S , Wien, N.F. 43 fol. 70» 
[R. G.]. Darin die Lesarten: 9a ^^1^^\, 9b ^. Ebendort auch XII 4, 5 mit den 
Lesarten: 4» ^^ und dc-ji\->, 4l> fyÜ\, 5b ^^. 

S. 169: 18 auch bei al^Askari, JÜUV^ *t fl ^ «^ . Bombay, 1307, S. 104 mit 
der Lesart ^\ ^. Ebenda auch S. 63 und S. 179 der Vers V 4 mit den Lesarten: 
4» sS^' O^^' ^^ fb^ femer S. 132 Gedicht III i. 2; IV ii. 16 und IX i — 3 mit 
den Lesarten: i^ ^^ ^^, ib d^jö.»«!) Xo, 3b wie Ag. 193,26. [R. G.] 

S. 169: I 9. 10 auch bei AL MuHiBBi zum KeUäf zu Qor. 17, 102 mit der Lesart: 
9^ ^\^\' 

S. 169: I II auch bei ^ Ali as-Se^id al MurtadX, j6^UJ\ sy>^ j^\yÜ\ sS 
Teher&n, 1272, Lithogr., S. 4. Ebenda S. 73 die Sahtfa-Geschichte (ungefähr in der 
Ausschmückung von Ag. 194 f.), dann Gedicht III, IX i. 2. 3. 4. 10. 6, X i — 3, IV 16 
und Seligsohn, Tarafa, append. IV v. 48. 45. [R. G.] 

S. 170: I 14 auch bei al *Alawi, JaJ^^V^ 2yoi, Wien, A. F. 281a fol. 40a. 

Sodann: (CU^\) ^JSa SubSSLu^^ ^^^ ^<jr^^ ^JCl^=u ^Uo ^ ^r^ aü^\ 
Folgt der Ag. X 64, 14 stehende Vers. [R. G.] 

S. 170: I 15. Die beiden Verse des Scholions besagen: ,Du bist ein Stammfremder, 
der unter den H^imiten baumelt, wie ein einzelner Becher hinter dem Reiter hin- und 
herbaumelt^ und: ,Wenn die Lanzen meiner Leute mich zum Sprechen konunen Hessen, 
so hätte ich gesprochen, aber ihre Lanzen haben mich daran gehindert.' Die in der 
Anmerkung angeführte Form des Verses von HassXn besagt: ,ein Stamm fremder , den 
die Leute der Reihe nach mit Spottnamen belegen (oder nach der Lesart des MUHIBBI 
zum KesSaf a. a. O. : s\\3 und i*>b\ : den die Leute umschichtig als überflüssig ansehn), 
wie beim Ausbreiten des Felles (Leders) die Gliedmassen (des Tieres) überschüssig sind.* 

S. 172, II, 6 Scholion. Herr Dr. R. Geyer will JLXi\ als JLil\ lesen und dies 
als Heiligenbild oder Idol fassen. Der Dichter würde dann die Steifheit und Unzu- 
gänglichkeit der Ohme mit der ünbeweglichkeit eines solchen Bildes in Parallele stellen. 



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(Soiftttf, titbifiit btt( (jtluiiifammuf, 231 

S. 178, IV 6. Herr Prof. J. Barth glaubt, dass das l^ in 6 a auf ÜiU 20b oder 
auf l5j> 21» bezogen werden muss, dass also die Verse 20 — 22 vor 6 stehen müssten. 
Er vennutet auch, dass in Vers 14a f^_^>\^ . . . ^>^\ oder ^^^^>ip . . . ^>s\ 
zu lesen ist. 

S. 179, IV 10. Der im Scholion angeführte Vers des Sahr steht Carmina Hudsai- 
liiarum X i. Für ^^^y^ ist mit Kosegarten t_>^ *«^ zu lesen. 

S. 180, IV 1 1 auch bei *Abdalq\dir al Fasi, ^^\ JJb\^ rr^, ^^ J-^^ 
»L4ijb, Faes, 131 5, Lithogr., 17 b. Ebenda die Verse IV 17. 16, V 9, IX 6 und die 
Sahtfa-Geschichte. [R. G.] Ferner bei Muhammad BAqir, vXäI^^I ^l^i Qum, 
1308, Lithogr. S. 6 die Verse IV 16. 17. i. 2. 4 und S. 293 die Verse XII 4. 5 und 
S. 334 die Verse Ag. 197, 22 — 25 (ohne 22 b). [R. G.] 

S. 183, vgl. S. 163, Z. 23 fg. Zur zweiten Hälfte von V äussert Prof. J. Barth: 
V. 8 — 9 sind nach vorne und hinten isoliert. l^«J\ in V. 8 ist ohne Anschluss. V. 10 flf. 
hängt mit i — 7 darin zusammen, dass die betreffenden Stämme aufgefordert werden, 
Unrecht nicht zu dulden, sondern Widerstand zu leisten. V. 12 dürfte hinter V. 13 ge- 
hören. Ferner zu VI ii vgl. S. 153 Z. 28: iia würde sich als Fortsetzung von 10 gut 
verstehen, wenn es sich nicht um lahmidische Fürstensöhne, sondern um zwei andere 
Leute handelte, die Amr ebenso treulos wie Tarafa aufgreifen liess. iih könnte dann 
sagen: ich denke, dass du der dritte sein wirst, der nunmehr aus Rache hierftir treulos 
aufgegriffen wird durch al Aswad. 

S. 189, VIII 2. Zum Bilde von 2a verweist Prof. J. Barth auf Aljtal 2, 5; 76, 8; 
98, 3 ff.; WZKM XV 5. 

S. 190, Vm 7. 8 auch bei AT Ta^Xlibi. CUJii^i CU^V^, Wien, \. F. 41 fol. 28a 
und die Bemerkung Hatims hierüber bei Ihn Ketir, doL^^L do.\j^\, Wien, N. F. 187, 
sol. 282 b. [R. G.] 

S. 197 Anm. 5 Z. 2 1. ^>\^, 



16* 



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«HnafosieBtfbunjm im (e6t4tfc$en (PetBum* 

Von 

A. Ungnad. 

5 Die Veränderungen, denen eine Sprache ihren Formen nach 

unterworfen ist, lassen sich teils auf physiologische, teils auf 
psychologische Ursachen zurückfuhren;* jene bewirken den Laut- 
wandel, diese die Analogiebildungen, die sich nach WUNDT** in zwei 
Gruppen scheiden lassen: nämlich 

lo I. solche, die auf grammatischer Angleichung*** und 

II. solche, die auf begrifflicher Angleichungf beruhen. 
Da bei der Ergründung psychologischer Vorgänge stets mancherlei 
Fragen sich einer befriedigenden Beantwortung entziehen, so werden 
auch wir bei unserer Untersuchung über den Einfluss der sprach- 

15 liehen Analogie auf die Gestaltung des hebr. Verbalsystems nicht 
immer imstande sein, mit den uns zur Verfugung stehenden Mitteln 
die verschlungenen Pfade aufzufinden, auf denen die Sprache zu irgend 
einer bestimmten Analogiebildung gelangt ist; daher werden wir uns 
hier und da genötigt sehen, ein „non liquet" auszusprechen. 

20 Eine weitere Schwierigkeit ergiebt sich daraus, dass wir gezwungen 

sind, auf die ältesten uns erreichbaren, meistens nur rekonstruierten 
Formen der semitischen Sprachen zurückzugreifen; wie verschiedener 
Meinung man aber über diese ist, je nach dem Standpunkt, von dem 
aus man sie betrachtet, das ist ja allgemein bekannt. Man darf sich 

25 hier nicht, wie es mitunter noch geschieht, durch subjektive Momente 

* Vgl. H. Osthoff, Das physiologische und psychologische Moment in der sprach' 
liehen Formenbildung: Sammlung gemeinverständlicher Vorträge, herausgeg, von Vir- 
ch<nv und Holtsendorff, Heft 327. Uerlin 1879. — Osthoff und Brugmann, Morpho- 
logische Untersuchungen I, S. l— XX, Leii)zig 1879. — H. Paul, Principien der Sprach- 
30 geschichte^y S. 32 f., Halle 1898. 

** Völkerpsychologie 1, i, S. 445. 
*♦♦ d, i. „Angleichung an grammatische Formen'*. (WüNDT, a. a. O.) 

f d. i. „Angleichung nach logischen Beziehungen", (a. a. O.) 
Beiträge zur semit. Sprachwi&senschafc. V. ly 



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234 (Jl^tiM^t 5ttr femtüfc^en ^pracfwiffenf^afi. 

bestimmen lassen, dieser oder jener Sprache aus der semitischen 
Sprachgruppe einen Vorzug an Altertümlichkeit zuzusprechen: manche 
ältere Form hat sich in einer Sprache erhalten, die uns — wie z. B. 
das Arabische — auf einer jüngeren Stufe der Entwicklung entgegen- 
tritt, andererseits ist in einer Sprache, deren Denkmäler bis ins dritte, 5 
womöglich sogar vierte vorchristliche Jahrtausend zurückgehen, nicht 
alles ursprünglich: liegt doch die Zeit, in der sich die Differenzen 
der einzelnen semitischen Sprachen zu bilden begannen (also die Zeit 
der sog. semitischen Ursprache), weit vor der ältesten Periode der 
Geschichte. lo 

Was nun unsere Stellung zu der Einteilung der semitischen 
Sprachen betrifft, so scheint uns die von HOMMEL* bevorwortete 
Einteilung die befriedigendste zu sein. Danach hat das Bab.-Ass. 
am frühesten einen eigenen Weg eingeschlagen, und dann erst ent- 
stand die Kluft, die nord- und südsemitische Sprachen** von einander 15 
trennte. Wenn wir davon absehen, dass die Grenzen der einzelnen 
Sprachgebiete durch mannigfaltige Berührungen, die wir im einzelnen 
nicht mehr nachzuweisen vermögen, zum Teil etwas verwischt sind,*** 
dürften wir dem Gesagten zufolge etwa folgendes Schema für die 
Ausbreitung und die Entwicklung der semitischen Sprachen — eine 20 
Entwicklung, die naturgemäss mehr den grammatischen Bau als 
den Wortschatz betraf,t — erhalten: 



* V^l. Hommel's Ausfdhningen in: Auf satte und Abhandlungen arabistisck- 
semitologi sehen Inhalts \ (München 1892), S. 92 — 123: Die sprachgeschichtliche Stellung 
des Babylonischen einer- und des Westsemitischen andererseits \ ferner ders., Über den 2$ 
Grad der Verwandtschaft des Altägyptischen mit dem Semitischen-. BSS II, S. 342 ff. 

♦* Über das Verhältnis von Nord- zu Sädsemitisch vgl. NÖLDEKE, Die semitischen 
Sprachen^^ S. 17 ff., Leipzig 1899. 

*** Die Bedenken, die JoH. Schmidt, Die Verwandtschaftsverhältnisse der indo- 
germanischen Sprachen (Weimar 1872), gegen eine Betrachtung der Verwandtschaft der 30 
indogermanischen Sprachen unter dem Bilde eines Stammbaumes geäussert hat, sind 
auch flir das Gebiet der semitischen Sprachen berechtigt und veranlassen mich zur 
Darstellung der semitischen Sprachgruppen mittels der im folgenden gegebenen Figur. 

f So steht in lexikalischer Beziehung das Bab.-Ass. den nordsemitischen 
Sprachen infolge seiner politischen und geographischen Berührungen mit denselben sehr 35 
viel näher als den südsemitischen. Vgl. Friedr. DELITZSCH, Prolegomena eines neuen 
hebr.-aram, Wörterbuches zum A. T.» Leipzig 1886. Jedoch darf diese grössere lexi- 
kalische Übereinstimmung des Ostsem. besonders mit dem Hebr. nicht als Beweis dafür 
benutzt werden, dass wir diese Sprachgruppen als Mittelsemitisch den anderen gegenüber- 
stellen müssen, was E. König, Hebräisch und Semitisch^ S. 78 (Berlin 1901) thut; 40 
auch seine übrigen Beweisgründe sind nicht stichhaltig; denn anä-ku ist die älteste 
Form des pron. pers. (vgl. unten S. 239), mithin ursemitisch. Die Verwendung von 
Kollektivwörtern als Plurale ist verhältnismässig jung und nur südsemitisch. Die laut- 
liche Übereinstimmung zwischen dem Bab.-Ass. und dem Hebr. liesse sich endlich auf 
zwei Weisen erklären: entweder haben in beiden Spraclicn die Zischlaute unabhängig 45 



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(Ungnai, (uitx Anato^ittitiun^tn im $e6r<i«fc9«n (^crSum. 



235 



A. Ursemitisch 
B*. Westsemitisch 



C*. Nordsemitisch 



C2. Südsemitisch 



B'. Ostsemitisch 
(Babyl.-Assyr.) 




D».HebrÄisch, D'. Aramäisch, D^. Äthiopisch, D<. Arabisch. 

5 Beistehende Figur, in der die einzelnen 

Sprachgebiete durch je eine Fläche bezeich- 
net werden, dürfte die besprochenen Ver- 
hältnisse veranschaulichen. Nach diesen Ge- 
sichtspunkten werden wir uns im Laufe unserer 

10 Untersuchung zu richten haben. 

Die Analogiebildungen im hebr. Verbum 
beruhen nun, was ja im Wesen der Sache ! . P\ 
liegt, fast ausschliesslich auf grammatischer 
Angleichung. Diese lässt sich wieder in zwei 

'5 Klassen scheiden*: 

1. innere grammatische Angleichung, d. i. Angleichung verschie- 
dener Formen desselben Wortes,** und 

2. äussere grammatische Angleichung, d. i. Angleichung über- 
einstimmender grammatischer Formen verschiedener Wörter. 

20 Letztere Art der Analogiebildung beruht auf der mehr oder minder 
vollständigen Auflösung einer Proportion: so wird z. B. im Deutschen 
nach dem Verhältnis trage \ trug auch fälschlich das Verhältnis 
frage: frug gebildet;*** es liegt also jedesmal eine Proportion vor, 
in der die durch Analogiebildung entstandene Form das x bildet: 

25 von einander denslben Entwicklungsgang eingeschlagen oder sie wurden nur in der 
Aussprache deutlich unterschieden, während bei schriftlicher Darstellung eine 
lautphysiologisch korrekte Schreibung (wie im späteren Arabisch) nicht eintrat Dass 
sich im Bab.-Ass. die Wiedergabe der Laute durch die Schrift im Laufe der Zeit dank 
der Bemühungen der Gelehrten immer mehr vervollkommnete, zeigt die namentlich hin- 

30 sichtlich der Zischlaute äusserst unvollkommene Lautdarstellung in der altbabylonischen 
Orthographie, verglichen mit der neuassyrischen. So werden im Altbab. die emphati- 
schen Laute /, ^, ^ nicht durch besondere Zeichen ausgedrückt: vgl. u-zi-a-am-ma 
(Hammurabi, Gesetec A. V 69 — üfiam), iu-uö-öi-im (a. a. 0. 1 48 = tubbim), jal-ku (a. a, O. VII i 
= ia/ku) und zahlreiche andere Beispiele ; bi und /i werden nicht unterschieden : vgl. 

35 mu-ra-ap^i-ü (a. a. O. III 4), und gerade die Zischlaute, die König als Beweis benutzt, 

w.erden sehr verschieden dargestellt: yg\. pu-ru-za-am ip-ru^i (a.a. O. VI 8. 9 — purussäm 

iprus\ li'zu-ui (a. a. O. B. XXV 92 = lissuff), na-aS-ga (a. a. O. XXIV %\=naska) u. a. 

♦ Vgl. WUNDT, a. a. O., S. 445. 

*♦ Hierfür sind besonders instruktiv Beispiele wie gricch. (dor.) pös, pddos^ lat. pls^ 

40 ptdiSt wo die alte auf Ablaut beruhende Flexion pös, p^dSs bald nach der einen, bald 
nach der anderen Seite ausgeglichen wurde; vgl. JOH. Schmidt, Zeitschrift för vergl, 
Sprachforschung, XXV, S. 13 — 15. 

♦♦♦ Es ist dieses zugleich ein interessantes Beispiel dafilr, dass die Analogie zum Teil 
recht willkürlich durchgeführt wird; denn es ist sehr auffällig, dass das Verbum sagen 

17* 



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236 dl^tiix&^t 5ttr femififcfen ^)9rAc9tvi(fenfc9Afi. 

Beide Arten der grammatischen Analogie beim hebr. Verbum 
getrennt zu behandeln, dürfte sich nicht empfehlen, da sonst Zu- 
sammengehöriges bisweilen auseinandergerissen werden müsste; wir 5 
werden uns daher lediglich nach äusseren grammatischen Gesichts- 
punkten richten. 



Kapitel I. 
Die Prä- und Afformative des Verbs. 

I. Die Personalbezeichnungen. 10 

a) Das Perfekt. 

Die Entstehung des Perfekts* aus einem nomen actoris + pro- 
nomen wird heutzutage wohl von keinem Semitisten mehr in Abrede 
gestellt Die reinen Nominalformen ohne ein hinzugetretenes Pro- 
nomen finden sich noch in der 3. Person (sing, und plur.), wo ja 15 
naturgemäss eine Bezeichnung des Subjekts leichter entbehrt werden 
konnte. Wir haben also als Grundformen für die 3. Person anzusetzen: 

Sing. m. katald** *** 
f. katalat 



das doch mit fragen in Form und Bedeutung so nahe verwandt ist, die Bildung jener 20 
Analogieform frag nicht verhinderte oder seinerseits nicht gleichfalls der Analogie von 
tragen folgte. 

* Auf das Verhältnis des westsemitischen Perfekts zum assyrischen Permansiv, das 
möglicherweise ältere und neuere Bildungen in sich vereint, kann hier nicht näher ein- 
gegangen werden. Auch werden wir bei der Verschiedenheit der Ansichten über diesen 25 
Punkt die assyrischen Permansivformen nicht ohne weiteres als Beweise benutzen dtlrfen. 
Für die Permansivfrage ist besonders zu vergleichen: F. Delitzsch, Assyr. Grammatik 
§ 87. — Mc CuRDY, The Semitic Perfect in Assyrian\ Actes d, 6, Congr, des Or, 
II, S. 509—554. Leide 1883. — J. Barth, Das sem. Perfekt im Assyrischen-. ZA 2, 
S. 375—386. — J. A. Knudtzon, Zur assyrischen und allgemein semitischen Gramma- 30 
tik: ZA 6, S. 408 ff. u. 7, S. 33 — 63. — F. Phii.ippi, Die semitische Verbal- und 
Nominalbildung in ihrem Verhältnis zu einander: BSS 2, S. 371 ff. 

** Bei'der Transskription des als Paradigma gewählten ii:p sind die die emphatischen 
Konsonanten bezeichnenden Punkte der Übersichtlichkeit halber stets fortgelassen worden. 

*** Mit auslautendem a trotz Philippi, Der Grundstamm des starken Verbums im 35 
Semitischen und sein Verhältnis zur IVursel: Morgenländische Forschungen, Pestschrift 
Fleischer gewidmet, Leipzig 1875, S. 74. Für das Westsemitische wird der Vokal a 
im Auslaut durch die Formen mit Suffix und das arab.-äth. Perfekt katala erwiesen. 
Ob dieser a-Vokal ursprünglich auch in den anderen Personen des Singulars vor der 
Pronominalendung sich befand {^katala-tä u. s. w.), und ob daraufhin der Unterschied 40 
vom westsem. Perfekt katal-tä und dem ass. Permansiv katlä-tä unter Annahme einer 
Accentverschiebung erklärt werden darf (so Hommel, Aufs, u. Abk., a. a. O., S. 108), 
ist zweifelhaft. 



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(Un$nA5» (&6er JRnafo^uBtfbun^en im («Sratfc^en (PerBum. 237 

Plur. m. katalü* 

f. katalä* ** 
Diese Formen entwickelten sich im Hebr. lautgesetzlich zu 

Sing. m. kätal 
5 f. kai^lä*** 

Plur. m. f. kaflii. 
In den übrigen Personen des Perfekts werden wir auf Grund der 
Entstehungsweise desselben einen Zusammenhang der Verbalendung 
mit dem pron. pers. erwarten dürfen. So finden wir in der 2. Person 
10 die um das rein demonstrative Element an'\ [an-täy an-ti, an-tumü, 
^an-finnäff verkürzten Formen des Pronomens, die je nach der Art, 
wie die betreffende Sprache das pron. pers. behandelt hat, von der 
Grundform abweichen. Zunächst muss bemerkt werden, dass diese 
Personalendungen mit ursprünglich langem Vokal angesetzt werden 
15 müssen, dass demnach das Arab. wenigstens in der 2. P. m. sing, 
auf einer jüngeren Stufe der Entwicklung steht als das Hebr.fft 
Es macht sich in jener Sprache nämlich das Bestreben geltend, auf 
langen Vokal auslautende Endsilben, besonders wenn ihnen der 
Accent vorhergeht, zu verkürzen,*t ein Bestreben, dass sich im 

20 * Das im Plural des Nomens noch hinzutretende « {m) (arab. katal-ü-na, kaUil-t-tta 

syr. kati't'ft; hebr. k*tal-t'm) muss im Perfekt schon früh verloren gegangen sein. Denn 
die drei hebr. Formen mit n ("jl^'l*^ Dt 8, 3 u. 16, sowie das äusserst fragliche 'jsips 
(Jes. 26, i6) können nichts beweisen (vgl. Nöldeke, ZDMG 38» 5.4090".), ebensowenig 
die syr. Formen auf«. (Vgl. auch G. Hoffmann, ZDMG 32, S. 757 f., dessen Aus- 
25 ftihrungen allerdings in einzelnen Punkten zu modifizieren sein dürften.) 

*♦ Mit altem femininalen (i\ im Hebr. glauben Spuren davon zu erkennen: Nöl- 
deke, ZDMG 38, S. 411. — Meyer Lambert, Une sirie de Qeri ketib, Paris 1891. — 
John P. Peters, Notes on the Hebrew Verb- Plural in ä\ Hebraica 5, S. 190— 191. 
*** Die Verwandlung von -at zu -4 war vielleicht ursprünglich nur in pausa berech- 
30 tigt und ist von hier erst in die Kontextformen eingedrungen; vgl. Praetorius, Über 
pen Ursprung des Daghesch forte conjunctivum \ ZAW 3, S. 20. 21. 

f Im Laufe unserer Untersuchung werden wir noch öfter Gelegenheit haben, auf 
dieses demonstrative Element (a)n hinzuweisen. 

tt Über die ursprünglichsten Formen des pron. pers. vgl. ]. Barth, Beiträge zur 
35 Suffixlehre des Nordsemitischen'. The American Joum, of Sem, Languag, and Liter. 17, 
S. 193 ff. 

ftf Zur Erhaltung des ursemitischen ä in hebr. kätal-tä vgl. S. 261. 
*t Die vor allem in Betracht kommenden Fälle sind: 

1, die Verbalendungen in katal-ta^ katal-ti^ katal-tu^ katal-tunna und jaktul-na. Eine 
40 Ausnahme ist katal-nä (in der Poesie bisweilen noch katal-na)^ das sein langes ä 

dem Einflüsse des Pron. suff. -na verdankt; 

2. die Pronomina: ana (das in der Poesie als Pyrrhichius behandelt wird), antunna, 
hunna^ hum[ü) aus htimü (so noch in der Poesie), dann nach dem Verhältnis von hunna 
zu hum{u) auch antttnna : äntum(u) (aus altem äntum&) ; von hier aus auch ins Verb 

45 eingedrungen: katal-tum (aus katal-tumü)\ endlich nahnu. In humä blieb /?, weil 
dieses das Charakteristikum des Dualis war; 



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23S ^tiit&^t yux femiitfcfen ßpxadiwi^tnfciA^t 

Äth. nur bei schliessendem -ä* im Hebr. nur bei schliessendem /** 
und bisweilen auch -ü*** findet. Das Hebr. hat also, abgesehen von 
der eben erwähnten, vielleicht erst sehr späten Verkürzung, im Sing, 
die ältesten Formen bewahrt und bildet demnach 

2. P. m. kätal'täy S 

f. katal't{i). 

Im Plural dagegen finden wir dieselben Analogiebildungen wie 
beim Nomen.f Für zu erwartendes ^k'tali^mü (aus ^katal-tutnü) ist 
durch den Einfluss des Femininums k'tal-tan aus ^k^tal-tinnä die 
Form kftal'tam entstanden, die nur noch in dem m eine Spur der 10 
alten Maskulinform zeigt, während der Accent und die Verwandlung 
des u zu ä (durch i) der Analogiewirkung des Femininums zuzu- 
schreiben sind. Umgekehrt ist der Abfall des ä in k^tal-tän (aus 
^katal'tinnä) dem Maskulinum k^tal-täm zuzuschreiben. 

Bei Antritt von Suffixen begegnen wir einer Analogiebildung in is 
der 2. P. m. sing, kätal-ta. Dieses wird bei Antritt des Suff, der 
I. P. sing, 'fti zu k^talta- mit kurzem a {'.k^tal-ta-ni). Man wird hier 
eine Übertragung von der 3. P. m. s. mit demselben Suffix: k^täla-ni 
anzunehmen haben. Ferner findet eine Übertragung in der 2. P. pl. 
statt Diese lautet vor Suffix kfialtu- statt *kftal't^mü', eine Form, 20 
die durch die 3. P. pl. k^talü- veranlasst wurde. Man kann hier an 
das Neuarab. erinnern, das ja nach kdtalü auch kataltü und umgekehrt 
nach kataltuni auch katalum bildet. 

Wir wenden uns zur ersten Person, wo die Verhältnisse ver- 
wickelter sind. Für den Singular liegen als Endungen vor: 25 

3. auch die Verkürzung der Endungen «, 1, ä in der von Barth, Die diptoiische Flexion'. 
ZDMG 46, S. 684 ff. nachgewiesenen Pronominaldeklination dürfte von Fonnen aus- 
gegangen sein, die in vorletzter Silbe betont waren; ebenso wohl die Verkürzungen 
der pron. suff. -ka^ -ki, hu^ •kum{u) (z. R. ka^säbü-ka) ; in -kunna und -hunna musste 
die Verkürzung auf jeden Fall eintreten. 30 

Die Verkürzung unterblieb dann, wenn sie durch gewichtige Analogien gehindert 
wurde: vgl. kämü und kdtalü, 

* Vgl. besonders katal-ka mit katal-kä-hü^ hatal-ken mit katal-kennä-hü. Natür- 
lich sind die spätäthiopischen Accentgesetze hierbei stets ausser Acht zu lassen; das- 
selbe gilt auch für das Hebr. 35 

** Vgl. katal't aus *katal.ti\ bei Suffix k^taltuhü. Dass dieses / bei Fixierung des 
uns vorliegenden Konsonantentextes noch gesprochen wurde, ist sehr wahrscheinlich; 
vgl. Schreibungen wie *^rfc^ (noch siebenmal), *»rDiil Jer. 31, 21 u. ö. 

**♦ ü ist z. B. geblieben in ändhnü^ käiälmi^ trotzdem hier der Accent auf der vor- 
letzten Silbe stand, abgefallen dagegen in him (aus *himü für ^humü\ das 1 ist aus dem ^o 
Fem. eingedrungen), dann auch in den Endungen: -kämy -am und -ehäm (poet. -ämo, 
-emo). Nach den Maskulin formen werden dann auch die Feminina {^kän^ -J») ohne 
Endvokal gebildet. 

t Vgl. Barth, a. a. Ü., S. 194 ff. 



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(Unßttad, (Üitx ilndfoßte6tfbun6<n int ^eBratfcfen (P^rBum. 239 

hebr. -//, 
syr. -/, 

arab. -tu (aus -tu), 
äth. 'iü, 
5 ass. 'iu. , 

Ein Zusammenhang mit dem Pronomen der ersten Person, wie wir 
ihn erwarten sollten, findet sich nur im Ass. [anäku-ku^supäkti), was 
aber keine sicheren Schlüsse zulässt, da bei den in Betracht kommen- 
den Formen Neubildungen (vgl. die zahlreichen Formen wie ^arraku 
'o bei A§uma§irapal) vorliegen könnten. Zwei Pronominalstämme an- 
zunehmen ist unzulässig; wir müssen daher die Abweichungen der 
einzelnen Sprachen durch Wirkung der Analogie erklären. Was zu- 
nächst den Vokal anbetrifft, so ist es klar, dass das Hebr. eine jüngere 
Form aufweist: das / verdankt seine Existenz dem Einfluss der pronn. 
«5 suff. -/ und -«/. Aber auch das -/- ist nichts Ursprüngliches, sondern 
aus der 2. Person eingedrungen. Das Äth. hat hier die älteste Form 
bewahrt, aber dann umgekehrt das -k- (z. T. wohl auch unter Ein- 
fluss der pronn. poss.) auf die 2. Person übertragen. Das Arab. folgt 
dem Hebr. in der Übertragung des -/- der 2. Person auf die erste. Die 
20 Grundform ist also katal-küy und diese zeigt zugleich, dass auch das 
Südsemitische einst die Form anäkü besessen haben muss, dass diese 
also ursemitisch ist. Die Verkürzung zu anä (ebenso syr. ena) be- 
greift sich leicht aus dem Bestreben nach Kürze. Nur war es dem 
sprachlichen Bewusstsein ganz entschwunden, dass der zweite Teil 
25 {h'ku) der Hauptbestandteil war, während an- doch wohl nur dasselbe 
demonstrative Element ist, das sich auch in der 2. Person und auch 
noch anderweitig vorfindet* 

Für die i. P. pl. liegen an Endungen vor: 
hebr. -nü, 
30 syr. -nä (vor Suffixen), 

arab. -;/^,** 
äth. -//rtr** 
ass. -;// (////).=^** 

Die dazugehörigen Pronomina der i. P. pl. (hebr. änaftnii] bibl.-ar. 

35 änahnä\ äth. nehna\ ass. [a)nini) stimmen mit der entsprechenden 

Verbalform überein, nur das arab. nahnu (aus *na/jnü) macht eine 

* Vgl. Barth, Zwei pronominale Elemente^ I. das syr. Imperfekt- Präfix n\ Am. 
yourn. 0/ Sem. Lingu. a, Lit. 13, S. i — 6. 

♦* Für die Länge des ä im Arab. s. S. 237 Anm. *t, für die Kürze desselben im 
40 Äth. s. S. 238 Anm. *. 

*♦* Wegen der schwankenden Vokalisation ist die Erklärung der Endung noch 
schwierig. 



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240 ^titta^t 5ttr ftmiH\4tn jlp¥4c(m(fenfc9af<. 

Ausnahirle. Auch die pronn. suff. lauten entsprechend (hebr. -nü; 
bibl.-ar. -nä] arab. -nä; äth, -na; ass. -nu und -m). Wie sind nun die 
Ausgleichungen, die augenscheinlich vorliegen, zu erklären? Die Lösung 
giebt das Arab. mit seinem Pronomen nalinii. Es muss dieses eine 
ursprüngliche Form sein, da sie auf keine Weise lautlich oder mittels 5 
Analogie erklärt werden kann. Demnach muss auch beim Verbum 
-nü das Ursprüngliche sein, während -nä in die Reihe der pronn. suff. 
gehört Im Arab. hat sich dieses -na auf das Verb übertragen,* 
im Äth. zunächst ebenso und dann auch auf das pron, pers., ebenso 
auch im Aramäischen. Den umgekehrten Weg ist das Hebr. gegangen. 10 
Vom Verbum übertrug sich -nü zunächst wohl auf das pron. suff. 
und dann auch auf das pron. pers.** 

b) Das Imperfekt. 

Während die Zusammensetzung des Perfekts noch ziemlich klar 
ist, ist die des Imperfekts bedeutend weniger durchsichtig.*** Es scheint 15 
gleichfalls auf eine Verbindung von Nomen und Pronomen zurück- 
geführt werden zu müssen, die sich dadurch jedoch vom Perfekt 
unterschied, dass das Pronomen nicht den zweiten, sondern den ersten 
Bestandteil ausmachte. So ist es erklärlich, dass sich nur der erste 
Teil des verwendeten Pronomens erhielt; so ^la- von iiahnü, a- von 20 
(an)'ä'kü (ursprünglich wohl '^an-Ja-kü). In der 2. Person masc. 
konnte nur ta- zur Verwendung kommen, da das Element an- in an-tä 
nicht speziell die angeredete Person bezeichnete. Die 3. Person er- 
hielt ein anderes Demonstrativelement ja-, und im Plural traten end- 
lich uralte Analogiebildungen nach dem Perfekt ein, indem man z. B. 25 
statt „sie" + Nomen .bildete: „er" + Nomen -|- Pluralendung nach 



* Diese Übertragung vom pron. sufT. auf das Verbum ist sehr begreiflich; nach- 
dem die ursprüngliche Zusammensetzung (aus nomen -|- pron. pers.) durch die Ver- 
schmelzung unkenntlich geworden war, lag es nahe, die Endungen als blosse Suffixe 
aufzufassen und mit den am Nomen gebräuchlichen, die in ihrer Form ursprünglich 3® 
etwas abwichen, zu identifizieren. 

*♦ Die ältesten Formen des Perfekts waren also vermutlich: katal-ay kaiaUat^ 
katal-ta^ katal-(i, katal-ku, katal-ü[^na\ kaial-ä{-na), katal-tnmü^ katal-tinna, katal-nü. 
*♦* Die Frage nach dem Verh.ältnis von jaktul zu *jakatal (ass. ikatat) ist für das 
Hebr. von geringerer Bedeutung, da es keine Reste der letzteren Bildungsweise zeigt. 35 
Denn auf die Form jiradöp Ps. 7, 6 wird man, da sie doch wahrscheinlich nur eine 
massoretische Mischbildung ist, kein Gewicht legen dürfen, ebensowenig auf Formen 
wie Ti'!)!?^ (l. Sam. 28. 10) u. a., die Knudtzon, ZA 6, S. 421 herbeizieht. Formen wie 
Ü*J|5?3 (Ex. 15, 17) zeigen gerade, dass der Grund der Dugeschsetzung ein anderer, als 
der von ihm angeführte sein muss. 40 

Vgl. auch ausser der auf S. 8 Anm. * genannten Litteratur: Hommel, ZDMG 44, 
S. 535ff. — Sayce, JRAS 10, S. 251 f. — Haupt, JAOS 13, S. CCLXII und JKAS 10, 
S. 244 ff. — PmurPi, BSS 2, S. 373 fl". sowie unsere Vermutungen S. 251. 



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Proportionen wie f^ ,.='^^,%a. Trotzdem aber bleibt noch man- 

^ kaialu jaktulu 

ches in der Imperfektbildung dunkel. 

Was nun das Hebr. anbetrifft, so bildet es in Übereinstimmung 
mit dem Syr. (tektul aus ^tiktuf) und Äth. (tektel aus '^tikiul oder 
5 *tiktil) das Präfix meist mit dem Vokal /, während im klassischen 
Arabisch a ausschliesslich herrscht. Wie Barth* gezeigt hat, hängt 
diese Differenz in der Vokalisation des Präfixes von der Bedeutung 
des Verbs ab: war dieses transitiv, so war der Vokal ^, war es intran- 
sitiv, so war er /. Ob dieser Unterschied schon ursemitisch ist, oder 

10 sich erst zur Zeit der westsemitischen Sprachgemeinschaft ausbildete, 
ist fraglich. Jedenfalls konnte er erst dann entstehen, als man in 
Formen wie taktul das Präfix ta nicht mehr als einen Bestandteil von 
an-tä empfand, und er dürfte seine Entstehung hauptsächlich wohl 
einer Art von Analogiebildung verdanken: da nämlich in transitiven 

15 Formen wie jaktul, jaktil die Vokale der beiden Silben verschieden 
waren, so empfand man diesen Unterschied als charakteristisch für 
das Qalimperfekt und bildete nun auch für *jaktal mit Vokalwechsel 
jiktaL Ähnlich dürfte es mit dem Imperfekt des neutrischen katula 
stehen, das ehemals wohl ^jnktal lautete ** 

20 Sicher ist die besprochene Differenzierung transitiver und intran- 

sitiver Formen schon in der Zeit der westsem. Einheit entstanden. 
Als Beweise bringt Barth vor allem hebr. Intransitiva wie jemar aus 
yimarr, jebbl aus ^jibä^^ jehsar aus '^jihsar im Gegensatz zu Tran- 
sitivis wie jäsob aus '^jasubb, jäküm, jdmdd aus '^jdmud\ ebenso im 

2$ Syr.: niltad aus ^nibad im Gegensatz zu nakiil aus ndkul\ ferner 
auch die von den Grammatikern erwähnte Möglichkeit, die Form 
jaktal des Altarab, auch jiktal zu sprechen. Man könnte als Beweise 
noch hinzufügen: erstens die noch heutigen Tages im Äg.-Arab. be- 
stehende Unterscheidung von transitiver und intransitiver Form bei 

30 Verben med. gem. {jezunn ^w% jazunna, aber ji^afi/t)f*^ zweitens 
die Imperfekte der intransitiven Verba primae w: ursprüngliches 
*warüa (intr.) bildete im Imperfekt '^jhvra^, was lautgesetzlich zu 
jtral werden musste. Ebenso aber bildeten die Intransitiva primae j 
ihr Imperfekt ^jabi^a^ yijba^, jtbal). Da nun beide Klassen im 

35 Imperfekt der Form nach zusammenfielen, wurde nach der Proportion : 

fihai jirai 

*jabisa x 

X = *jarisa gebildet. Demnach beruht der Übergang der Verba prim. w 

* ZDMG 48, S. 4—6. 
♦* Vgl. Jukai S. 243. 
40 *** Vgl. Di RR, Grammatik der Vulgär- Arabischen Sprache^ S. 70. 



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242 ^tiM^i 5ur fenttiifc^en jl^^ra^wifTenfc^Afi. 

in solche primae J auf einer Analogie und nicht, wie man annimmt * 
auf einem, physiologisch recht schwer vorstellbaren lautlichen Wandel. 
Die transitiven Verba primae w folgten später der Analogie der 
intransitiven, und zwar können verschiedene Formen Ausgangspunkte 
für diese Analogiebildungen gewesen sein; nach Proportionen, wie 5 

*Aauriia *haulida 

*Jariia x 

oder 

*nauraia *nauladii 

^ . .7— = U. a. 

yartsa x 

wurde nun x = *Ja/aäa gebildet. 

Es gab also, wie wir sahen, einst eine Zeit, in der das Präfix y/ 10 
nur auf intransitive Verba beschränkt war. Dann aber übertrug es 
sich, von wenigen Fällen abgesehen, auf sämtliche Verba, Dieses 
war um so leichter möglich, als die Verba, die ihre zweite Silbe mit 
i bildeten, immer mehr verdrängt wurden, so dass nun bei einem 
Umsichgreifen des Präfixes ß unangenehme Gleichklänge nach der 15 
Form ^jikiil nicht mehr vorkommen konnten.** — Wie sich zeigt, ent- 
sprach einem ^-Perfekt i^katal) ein Imperfekt mit dem Präfix ja 
i^jaktu\il), einem /-Perfekt (^katil) ein solches mit dem Präfix ji 
i^jiktal)] sollte da nicht einem «-Perfekt das Präfix y«-, das ja im 
Passiv das regelmässige ist, entsprochen haben? Die Bedeutung der 20 
Form katula steht der eines Passivs sehr nahe, ja das Passiv scheint 
sich erst, wenngleich schon in westsemitischer Urzeit, aus der Form 
katula entwickelt zu haben. Da es ferner wahrscheinlich ist, dass die 
Verba der Form katula ihr Imperfekt in der zweiten Silbe mit a 
bildeten,*** so war kaum eine andere Bildungsweise als *juktal mög- 25 
lieh, da jiktal bereits zu katila gehörte und *jaktal den sonst er- 
strebten Wechsel in der Vokalisation der beiden Silben vermissen 
Hess. Jenes Präfix ju ist nun im Hebr. ebenfalls durch ji verdrängt 
worden — bis auf einen oder zwei Fälle, in denen von Anfang an 



* Zuletzt noch KÖNIG, Hebr, u. Sem,, S. 44. 30 

** Über die Möglichkeit solcher Analogiebildungen häufigerer Formen nach selte- 
neren, wie es doch die Intransitiva waren, vgl. Brügmann, Zum heutigen Stand der 
Sprachwissenschaft^ S. 95 (Strassburg 1885). — Man findet häufig die Meinung, dass 
jiktöl lautlich aus jaktöl durch Übergang von a zu 1 entstanden sei. Einen solchen 
Lautwechsel anzunehmen, hindern aber Formen wie malkb^ jaktil u. a., wo dieselben 35 
Bedingungen vorliegen wie in ^jaktöl. Alle Fälle, die hier angeführt werden [hikttl^ 
kittet, niktal, jikkätil^ bifnt u. a.), scheinen eine andere Erklärung zu verlangen. Nur 
da, wo lautlich aus zwei kurzen Silben eine lose geschlossene entstand, wurde a in 1 
verwandelt: vgl, st constr. dibre aus ^da-ba-rai; impv. kitli z. T. aus ^ha-ta-tt; sowohl 
auch im Syr., z. B. 3 P. f. s. des Peals: ket/at aus ^ka-ta-lat. Eine genauere Unter- 
suchung dieser Fragen wäre wünschenswert. 
♦*♦ Siehe unten S. 248 u. daselbst Anm. *. 



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(Un^nad, (&6er «Enafo^ieBtfbun^en tnt ^eBvatfcfen (P<r6ttm. 243 

der Vokal des Präfixes eine innige Verbindung mit dem ersten 
Radikal eingehen konnte: jükal und vielleicht jükad (neben jekad 
und ßkady Jükal ist also nicht infolge einer sonderbaren „Vokal- 
senkung" aus yaukal, *jdkal entstanden, sondern ist das vollkommen 
5 regelmässig gebildete Imperfekt von jäkbl (also aus *juwkal ent- 
standen). 

Über den Vokal der Präfixe in den abgeleiteten Stämmen s. u. 
S. 2S3f. u. S. 246 Anm.*** 

Eine erst im Hebr. selbst eingetretene Analogie findet sich in 

10 der 3. P. plur. f., in der als gemeinsemitische Grundform des Präfixes 
Ja- {ji'y ju') anzusetzen ist. Das hebr. ta- u. s. w. beruht auf einer 
Übertragung von der Singularform taktöl aus. Die Form jiktöbiä 
findet sich flir tiktölnä einige Male im Hebr.: Gen. 30,38; i.Sam. 6, 12 
und Dan. 8, 22; in letzterem Verse ist jdämddnä vielleicht auf Ein- 

15 fluss des Aramäischen zurückzuführen; jedoch liest man in demselben 
Verse auch wattdämödnä, was für die Annahme eines Textfehlers 
in ersterer Form spricht. 

Schwer zu beantworten ist die Frage, ob das Suffix -na, das das 
Hebr. in der 2. u. 3. P. pl. fem. mit dem Arab. gemeinsam hat, eine 

20 ältere Form darstellt als das in anderen Sprachen gebräuchliche 
-ä(ni\ Das Arab. hat auch im Perfekt die Endung -na (aus -nä), wo 
sie sicherlich der Bildungsweise des Perfekts wegen sekundären* Ur- 
sprungs ist Nöldeke** sieht in der arab. Form eine Analogiebildung 
nach dem Imperfekt, spricht also damit die Meinung aus, dass hier 

25 die Endung -nä etwas Ursprüngliches wäre; eine weitere Begründung 
seiner Ansicht giebt er jedoch nicht. Es scheint mir nun aber wahrschein- 
licher zu sein, dass -nä seinen Ursprung im Perfekt hat Es läge alsdann 
wiederum eine Übertragung des pron. suflT. auf das Verb vor: das 
Sprachbewusstsein identifizierte zu einer Zeit, als *huniü noch in Ge- 

30 brauch war, die Endung ü in katal-ü mit dem ü in ^kum-ü und bildete 
danach die 3. P. fem. pl. mit dem letzten Bestandteil des Pronomens 

^liin-nä, (Also . ^'^'^ = ^h^ri ^' Diese Erklärung stösst auf Schwie- 
rigkeiten, wenn man, wozu aber kaum ein zwingender Grund vor- 
liegt, die aus dem Ketib erschlossene Form für die 3. P. fem. pl. 
35 katUä für gesichert hält Thut man dies aber nicht, so steht der 
obigen Erklärung nichts im Wege, und es wäre demnach -7iä im 
Imperfekt erst eine Analogiebildung nach dem Perfekt, während das 

* Denn Königes Ausführungen {Hebr. u. Sem,, S. 64) über die Form katalna 
(„Dies kann eine Parallelbildung sein» indem eine kürzere Form von huha oder hitui 
40 „eae*' auch am Perfekt zur Verwendung kam") sind sprachwissenschaftlich sehr an- 
fechtbar. 

*♦ ZDMG 38, S. 412. 



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244 (Stitt&^t 5U¥ f<etiiiitfc(en ßptad^^ftnffiAfi. 

Ursemitische in der 3. P. fem. pl. des Imperfekts das Affix -a ge- 
habt hätte. 

Ursemitisch ist auch die Möglichkeit, die pluralischen Endungen 
im Indikativ durch angefügtes n zu verlängern, wogegen im Jussiv 
wegen der Kürze, die eine imperativisch gebrauchte Form verlangte, 5 
wohl von Anfang an jenes ;/ nicht zur Verwendung kam. Im Hebr. 
findet es sich nicht mehr sehr häufig. 

Noch seltener bietet das Hebr. ein ;/ in der 2. P. f sing., wo das 
Arab. im Indikativ und das Syr. stets ein solches // zeigen. Da das 
Äth., das ja das verbale u in allen Fällen abgeworfen hat, bei der 10 
Beurteilung dieser Frage ausser Betracht bleibt, so müssen wir an- 
nehmen, dass sich das n der 2. P. f. sing, schon in westsemitischer 
Zeit entwickelt hat Ursemitisch scheint es nicht zu sein, da sich im 
Ass.-BabyL, das den Plural oft durch // erweitert, im Singular keine 
Spur davon findet* Offenbar liegt in der Anfügung des « im 15 
Singular eine Analogiebildung vor: man vergass die ursprüngliche 
Verwendung jenes ;/ und glaubte, es willkürlich an jede auf langen 
Vokal auslautende Form des Indikativs imperfecti anfügen zu können. 

Eine weitere Analogiebildung finden wir, allerdings sehr selten, 
im Hebr. in der dritten und einmal in der zweiten Person plur. fem. 20 
Nachdem durch die oben besprochene Analogie das Präfix Ji- der 
3. P. plur. fem. zu //- geworden war, lag es nahe, die nun überflüssig 
gewordene Differenzierung des Genus durch das Affix aufzugeben. 
Man bildete nach dem Verhältnis 

ßktd/ _ jikt'lü ^5 

tiktöl X 

X = tikiflü. Letztere Form scheint vor Suffixen ausschliesslich in 
Gebrauch gewesen zu sein, findet sich aber auch zweimal (Jer. 49, 1 1 ; 
Ez. 37, 7) ohne ein solches. Die Form der 2. P. plur. fem. tirüni** 
(H. L. I, 6) „ihr schaut mich" verdankt ihre Entstehung dem Bewusst- 30 
sein, dass die 3. und 2. P. pl. fem. identisch seien. Da man also in 
der 3. P. vor Suffixen tikt^lü sagte, so that man dieses in demselben 
Falle auch in der 2. Person und bildete tiktflü auch für diese Person 
sofern das Verb mit einem Suffix verbunden war. 

Im übrigen sind die Formen des Imperfekts im Hebr. regel- 3s 
recht gebildet.*** 

Die Frage, ob das Hebr. ebenfalls einst einen dem Arab. ent- 
sprechend gebildeten modus energicus besessen habe, hat Praeto- 



* Allerdings ist die Anzahl der in Betracht kommenden Fälle nicht sehr gross. 
** Dieses ist m. W. die einzige belegte Form der 2. P. pl. fem. impcrf. mit Suffix. 40 
t-k.il. ^\^ ^jg ältesten Formen des Imperfekts wird man demnach, von etwaigem vokali- 
schen Auslaut abgesehen, die folgenden ansetzen müssen: 



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(Ungndö, (Ü6«r JRnöfogteßifbungen ttn itMi\<itn ©erButn. 245 

RIUS* bejahend beantwortet .** Er beweist, dass die hebr. Endung ä 
in Formen wie äkt^/a anfangs nur in pausa, woselbst sie aus -an*** 
entstand, berechtigt war, dann aber auch auf andere Fälle übertragen 
wurde und schliesslich zur Alleinherrschaft kam. 

5 c) Der Imperativ. 

Die Endungen des Imperativs schliessen sich denen des Jussivs 
vom Imperfekt vollkommen an-f Die Möglichkeit der Vermehrung 
der 2. P. m. sing, durch ein hinzugefügtes -ä aus -an („da!" „doch") 
wird in die ältesten Zeiten zurückreichen und nicht etwa auf einer 

io Übertragung aus dem mod. energ. beruhen, ebensowenig wie das 
Umgekehrte der Fall sein dürfte. 

2. Die Stammbildungselemente. 

Als Verbalstämme bildende Präfixe kommen für das Hebr. /la-, 
ta- und na- in Betracht; denn so dürften die Grundformen der ge- 
15 meinsemitischen Präfixe anzusetzen sein. 

Das Präfix Aa-, das dem arab. 'a gegenüber jedenfalls eine ältere 
Form repräsentiert,!! ist im Hebr. zu /«- übergegangen, wahrschein- 
lich infolge einer erst spät eingetretenen Assimilation der Vokale.ftf 
Grössere Veränderungen haben, und zwar nicht allein im Hebr., 
20 die beiden anderen Präfixe erlitten. Es war ein schon ursemitisches 
Silbenbildungsgesetz, dass der Vortritt eines Präfixes den Ausfall des 



25 



30 

* Oder den Ursprung- des Dagesch forte conjuncthmm: ZAW 3, S. 18, 
*♦ Anders, aber schwerlich richtig, P. Haupt, der Fonncn wie wdäiUhä mit ass. 
akhida vergleicht. (Prolegomena to a Comparativ Assyrian Grammar^ JAOS 13, 
35 S. CCLXIV.) 

*** -an ist wohl dasselbe Demonstrativelement, das uns schon öfter begegnet ist. 
f Natürlich findet sich auch im Imperativ nie ein n prolongationis. 
ft Ein anderes Kausativpräfix ist ia-, das jedoch lautlich kaum mit ha- i^a-) ver- 
wandt ist, da sonst beide Formen nicht zu gleicher Zeit nebeneinander in demselben 
40 Dialekt hätten existieren können, wie es im Syr. der Fall ist, z.B. iabed, iauhar\y, a. 
Diese als Lehnworte aus dem Ass.-Bab. zu betrachten, ist aus lautlichen Gründen un- 
statthaft. 

ttt Vgl. S. 252. 



3 sing. m. 
f. 


jaktul {jaktil, jiktal, juktal), 
taktul (u, s. w.) 


2 „ m. 


iaktul 


f. 


taktun 


I n 


^aktul 


3 plur. m. 

f. 

2 „ m. 


jaktulunt) 
Jaktulä(ni) 
taktulü nt) 


f. 


taktuläini) 
naktul. 



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246 (SftiM^t 5ur feintttf4en j^prAC$wt(fenfc$aft. 

Vokales der folgenden Silbe bewirkte, wenn diese kurz und offen 
war. So wurde aus *Aa-kata/ *Aakta/, aus ^ta-katal ^taktal und aus 
*na'katal *naktaL Nach demselben Gesetze musste aus ^ja-ta-katial 
"^jaUkattal und aus ^ja-na-katal ^jankatal werden* Da, wie es 
scheint, schon früh das Präfix ji-, das sich auch im intransitiven 5 
Grundstamm findet,** im Imperfekt des /^z-Stammes zur Verwendung 
kam,*** entstanden Formen wie hebr. jit-kattel^ (aus yit-kattila). 
Aus dem Imperfekt wurde alsdann durch Weglassung des pron. praef 
ein Perfekt *itkattila (zunächst mit prothetischen /) gebildet, woraus 
dann im Hebr. vielleicht durch den Einfluss des Hiphils hitkattel ent- 10 
stand; ebenso wurde aus dem Imperfekt der Imperativ gebildet 
Denselben Weg ging das Syr., einen anderen das Arab. Gleichfalls 
schon ursemitisch scheint nämlich das Gesetz zu sein, dass jenes / 
beim Zusammentreffen mit einem Zischlaut hinter diesen tritt. So 
bildete z. B. samta im /-Stamm yat{ä)sami^u, woraus jastamtu 15 
werden musste. Nach Analogie solcher Formen bildete dann das 
Arab. auch bei nicht mit Zischlaut beginnenden Wurzeln sein Imper- 
fekt in dieser Weise i^jat(a)katilu zu jaktatilu), und von diesem aus 
wurde dann wie im Hebr. das Perfekt mit prothetischem / gebildetff 

Eine weitere Analogie, die bisweilen im hebr. Hitpael eintritt, 20 
entspringt dem Gesetze, dass das / sich einem Dentale assimiliert: 
jiddabber aus ^'jit-dabbcr. Hiervon wurde die Verdoppelung des ersten 
Radikals auch bisweilen auf andere Fälle übertragen; vgl. hinnabbe 
neben hitnabbc. 

Im /frtf-Stamm wurde im Hebr. aus dem Perfekt ^naktal meistftt 25 
niktaL Es ist dieses wohl eine Analogiebildung nach dem Hiphil 
und Hitpael, weil man das i als charakteristisch für die erste Silbe 
der Perfektform empfand.*! Das Imperfekt hätte nun regelmässig 



* Das Imperfekt des Hiphil hatte demnach die Grundform *ja'h{d)'kaHL Die 
Schwäche des Lautes h (oder «) bewirkte, dass er schon im Ursemitischen elidiert wurde ; 30 
man bildete also *ja'katil, was nun zu *jakiilf jaktil wurde. Auf diese Weise wurde 
das Imperfekt des Kausativstamraes mit dem transitiven /-Imperfekt des Grundstammes 
gleichlautend. 

** Vgl. S. 241 f. 
*** Es dürfte jenes die Intransitivität bezeichnende ji- schon früh in allen intran- 35 
sitiven Verbabtämmen zur Verwendung gekommen sein, wie ja- in den transitiven und 
ju- in den passiven. 

t Über die Vokalisation der Endsilben vgl. S. 252. 
ff In der 5. und 6. Form des Arab. liegen ganz späte Neubildungen vor. Denn 
iatakattalu und jatakätalu hätten *jatkaUalu und ^jatkätalu ergeben müssen. Vgl. 40 
auch S. 252. 

fff na- noch bei schwachen Verben: näsaby näkom^ noiab (aus *nawsab). 
*f Über den meist angenommenen Lautwandel von a zu / vgl. S. 242 Anm. **. 



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gelautet: ya'n{a)katil* So lautet es im Arab., woselbst dann aber 
das Perfekt inkatala nach dem Imperfekt neu gebildet wurde. Das 
Hebr. nun assimilierte nach nordsemitischer Art das n (also *jakkatil) 
und verwandelte** a in u So entstand jikkätel (aus *jikkatil). Die 
5 Analogie des Imperfekts wirkte im Hebr. nur auf den Imperativ, der 
aus jikkätel durch Weglassen des Pronomens und mit derselben Pro- 
these wie im Hitpael wie hikkätel statt ^na'k(a)til gebildet wurde. 
Das Perfekt behielt dagegen die alte Form. 



Kapitel II. 
10 Die Vokalisation der Radikale des Verbs. 

I. Der Grundstamm. 

a) Das Perfekt. 

Das Westsemitische bietet drei Formen des Perfekts: >&ä/ö:ä? (Aussage 
über eine Anschauung***), katila (Aussage über eine Vorstellung***) 

15 und katula (Aussage über eine Empfindung***). Alle drei Formen 
sind im Hebr. noch erhalten, jedoch sind die beiden f zuletzt ge- 
nannten im Aussterben begriffen. Namentlich hat die intransitive 
Form katila sich im Hebr. mit der Zeit von der transitiven katala 
verdrängen lassen. Die Ursachen hierfür sind verschiedener Art. So 

20 war bei verbis tertiae gutt. ein Übergang von / in a lautgesetzlich 
erforderlich. Die Hauptursache aber lag wohl in dem von PHlLiPPlff 



* Es ist möglich, dass die älteste Vokalisation dieser Form *jinkatil oder *jinkatal 
war. Vgl. S. 246 Anm. **♦. 

♦* Oder behielt das alte //- bei, während das Arab. uniformierte. 
25 *♦* So P. DE Lagaroe, Übersicht über die im Aramäischen^ Arabischen und He- 
bräischen übliche Bildung der Nomina, S. 5 (Abh. der Gott, Ges. d. Wiss. Bd. 35). 

f Ob im Hebr. auch andere Verba, die jetzt die Form katala oder katila haben, 
einst katula lauteten, ist schwer festzustellen, da wir bei einer Vergleichung fast allein 
auf das Arab. angewiesen sind, folglich nicht mit Sicherheit feststellen können, ob in 
30 letzterer Sprache in dem betreffenden Fall eine Neubildung vorliegt oder nicht. Im 
Syr. sind nur zwei Verba der Form katula nachweisbar: ^aköm „schwarz werden" und 
k*pöd „sich sträuben". 

ff ZDMG 32, S. 42. Dasselbe Gesetz glaubt Philippi auch für das Äth. annehmen 
KU können. So erklärt er Formen wie jelad durch Einfluss einer erst konstruierten Form 
35 ^J^ladnäf die nach seinem Gesetz aus '^jelidnä entstanden wäre. Eine äth. Grundform 
*ßktalnä anzunehmen, ist jedoch sehr bedenklich (s. oben S. 243 f.). Vielmehr gilt das 
Gesetz für das Äth., dass i in geschlossener Paenultima (cf. labsa aus "^labisa, aber 
labasku) und Ultima, wenn diese schon ursprünglich geschlossen war, zu a wird. 
Formen wie jelad endigten als Subjunktive von Anfang an vokallos. Im Siibjunktiv des 



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248 QßdM^e 5ttr fentiHfc^en j^ptac^wtffenfc^Aft. 

erkannten Lautgesetze, wonach / in geschlossener, betonter Silbe, der 
noch eine Silbe folgt, (also auch in doppelt geschlossener Silbe) in 
a übergeht. So war es leicht möglich, nach einer Proportion 

kataltä k&badtä 

käiäl X 

X = kabad zu bilden, Aufgabe der Lexikographie ist es, mit Hilfe 5 
der verwandten Sprachen in jedem einzelnen Falle, soweit es mög- 
lich ist, festzustellen, ob die Form katal auf *katil zurückgeht oder 
nicht. 

b) Das Imperfekt 

Für das Westsemitische lässt sich als Gesetz nachweisen, dass sich 10 
die Vokalisation des Imperfekts von der des Perfekts ursprünglich 
stets unterschied. Es entsprachen sich also: katal{a) und jaktul{d) 
oder jaktil{a\ katil(a) und jiktal(a), katul(a) und juktai{a)^ Die 
häufigste Form des Imperfekts vfdLt jaktul{a\ und so ist es begreif- 
lich, dass diese Form die andere transitive jaktil{a) fast ganz ver- «5 
drängte ** Ebenso erging es dem Syrischen.*** Lautliche Vorgänge 
haben endlich den Übergang des / in a bewirkt: so musste jede Form 
tertiae gutt. mit / in ultima dieses i in a verwandeln; ferner musste 
die Form jaktilnä zu jaktalnä werden.f von wo sich dann das a 
infolge innerer grammatischer Angleichung auf das ganze Imperfekt 20 
übertragen konnte. Auch hier kann nur die Lexikographie das Ur- 
sprüngliche ermitteln, wobei jedoch stets zu bedenken ist, 

1. dass in jeder semitischen Sprache ein //-Imperfekt infolge des 
Überwiegens der ursprünglichen «-Imperfekte aus einem /- oder 
^-Imperfekt entstanden sein kann, ferner 25 

2. dass, wo Perfekt und Imperfekt in der Vokalisation überein- 
stimmen,tt eine Analogiebildung — sei es vom Perfekt nach 
dem Imperfekt, sei es umgekehrt — vorliegen muss, und endlich 

Grundstammes vom starken Verbum sind die Verba, die ursprünglich / hatten, der Ana- 
logie der «-Verba gefolgt, so dass nun der Subjunktiv der transitiven Verba stets jekUl 30 
lautete; die abgeleiteten ötämme dagegen {Jäktel u. a.) bewahrten, soweit sie e (aus 1 
entstanden) haben, dieses durch den Einfluss des Indikatives. 

♦ Im Arab. folgen diese Verba vollkommen der Analogie der transitiven von der 
Form jaktulu, 

** Vg:l. bes. J. Barth, Das i-Imperfekt im Nordsemitischen', ZDMG43, S. 177— 191. 35 
Karth's Ausfuhrungen gem.Hss bleibt / im Nordsemitischen in der Regel nur dann, wenn 
I. die Vorsilbe gedehnt (wie jeUd) oder geschärft (wie jitUn) ist, oder 2. das Präfix 
das alte a bewahrt hatte (wie jOshn), 

*** Die einzigen Reste des i-Imperfekts beim starken Verb sind nebed und netben, 
t Nach dem PHiLiPPi'schen Lautgesetz. 40 

tt '^" li siTah, jarifu: wan'^a; j'ahsunu: hasuna. 



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(Un^tiA^, (A6er Jlnafo^teBifbun^en m ^t%t&if(itn (perSum. 249 

3. dass in allen semitischen Sprachen ein Guttural den Übergang 
von i (und zum Teil von u) zu a bewirken kann * resp. muss ** 
Über die Imperfektbildung ßktü/ s. S. 253. 

c) Der Imperativ. 

5 Der Imperativ stimmt in der Vokalisation der Endsilbe mit dem 

Imperfekt überein.*** Was den Vokal der ersten Silbe anbetrifft, so 
wird man zu der Annahme genötigt, dass dieser ursprünglich mit 
dem zweiten Vokale übereinstimmte, dass die Grundformenf also 
waren: 
10 trans.: kutu/, kitilf 

intr.: katal. 

Aus dem Imperativ bildete sich dann der Jussiv (anfangs wohl nur 
in erster und dritter Person als Ergänzung zum Imperativ). Auf diese 
Weise wurden Jussiv und Imperativ so eng miteinander (auch der 

»S Form nach) verknüpft, dass das Sprachbewusstsein veranlasst werden 
konnte, nun auch umgekehrt den Imperativ vom Jussiv abzuleiten. 
So erklärt sich das äth. intr. ketal (nach jektal) statt des zu erwar- 
tenden *kataly ferner das hebr. intr. k^tal (aus jiktal) statt "^kätalW 
und endlich auch die mit Prothese gebildeten arab. Imperative uktul, 

20 iktil^ iktal (nach jaktul^ jaktil^ j'aktal). 

Für das trans. *kutul erwartet man den hebr. Lautgesetzen ge- 
mäss die Flexion k'töl (»tep. kutlä), kutli, kut/ü,fff k^tölna. Dieses 

* So im Arab. und Assyr. 
*♦ So im Hebr. und Syr. Jedoch ist fiir die letztere Sprache ein Übergang von 
25 i# zu a durch Einfluss eines Gutturales, wie dies im Hebr. lautgesetzlich ist, kaum an- 
zunehmen. Es liegen in Fällen wie neftah^ die Brockelmann, Syrische Grammatik^ 
S. 68 (Berlin 1899) für den Übergang von o z\y a anführt, wohl alte i-Iraperfekte vor. 
Im Äth. verwandelte der Guttural gleichfalls 1 und u m a\ später aber wurde dieses a 
nur noch im Subjunktiv des Grundstammes beibehalten, während sich der Indikativ nach 
30 der Form der gewöhnlichen Verba umbildete : jeftah aber jefateh, 

♦** Eine Vermutung über den Grund dieser Übereinstimmimg siehe S. 251. 
t So noch im Assyr. 
tt Auch Philippi, Zeitschrift ßir Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft 10, 
S. 266, Anm. *** nimmt ''^katal als intr. Grundform an, glaubt aber, das daraus ent- 
35 standene k^tal durch die schnellere Aussprache des Imperativs erklären zu können, was 
jedenfalls nicht unbedenklich ist, da der Imperativ sich nicht wie die von Philippi ver- 
glichenen stat. constr. plur. {kanfe) an das' folgende Wort anlehnt Möglich wäre es 
auch, dass bei der Entstehung des Vokals der ersten Silbe in äth. ketal und hebr. 
k^tal die transitiven Formen (äth. ketel^ hebr. k^töl^ *k^tif) mitgewirkt haben. Wir er- 
40 hielten dann die Proportion: 

ßktdl jiktal 

k^töl ~x 

woraus sich für x k*tal ergiebt. 

ttt I^cr ausgefallene Vokal macht sich in den Formen mit vokalisch antretender 
Beiträge zur sentit. Sprachwissenschaft. V. iS 



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250 (SftiMc^t 5ur femtitfc9<n ßpta<iw\fl^tnf<iaft. 

Paradigma ist jedoch durch Analogiebildungen unterbrochen worden. 
Die Formen kut/i und kut/ü sind zwar einige Male noch belegt * 
meist aber findet sich statt dessen kit/i und kit/ü. Barth** nimmt 
nun an, dass hier Analogiebildungen nach Verben vorliegen, die ur- 
sprünglich /-Imperative bildeten. Zum Teil mögen aber auch laut- 5 
liehe Gründe diese Analogiebildung gefördert haben. Die Aufein- 
anderfolge zweier dunkler Vokale wurde nämlich als unangenehm 
empfunden und durch Dissimilation*** verhindert. 

Soviel ist sicher, dass kein Verbum mit ursprünglichem //-Impe- 
rativ das fem. sing, kif/i bildete, sondern dass solche Formen, deren 10 
ja nicht viele belegt sind, sämtlich auf Verba mit /- oder (cf. /i6}i)f 
^-Imperativ zurückzuführen sind. 

Dasselbe gilt von der verlängerten Form ht/d. Umgekehrt ist 
die Form koriä (Ps. 69, 9) neben k*'ra6, jikrab eine Analogiebildung 
nach dem transitiven kutlä. »5 

2. Die abgeleiteten Stämme. 

Was die Frage nach der ältesten Vokalisation der abgeleiteten 
Stämme anbetrifft, so stehen sich zwei Ansichten gegenüber: nach 
der einen ff bietet das Arab. in den Perfekten das Ursprünglichere, 
nach der anderen fff beruht die sich hier findende Gleichmässigkeit 20 
auf Analogiebildungen nach dem Grundstamm. Stichhaltige Beweise 
werden für diese letztere Meinung nicht beigebracht; die erstere stützt 
sich auf die Übereinstimmung des assyr. Präsens in der Vokalisation 
der Endsilbe mit dem arab. Perfekt [ukattal und kattala)^ auf die 
Perfektbildung im Intensivstamm der hebr. Verba tertiae w/j {gilla «5 
entsprechend dem arab. gallä statt *gilla aus ^gillija), auf die Ana- 
logie des Neuarab., endlich auch auf Gründe der Nominalbildung.*t 



Endung bei den Lauten bgdpkt durch die Aspiration derselben noch bemerkbar 
[koibä\ Ein Schewa medium braucht jedoch dieser und ähnlicher Formen wegen nicht 
angenommen zu werden. Vgl. Strack, Hebräische Grammatik^, § '^p, 22 d^ Anm. Z^ 
(München 1902). 

* Die Stellen siehe bei F. Böttcher, Ausführliches Lehrbuch der hebr, Sprache^ 
Bd. 2, S. 272 (Leipzig 1866. 68). 
** ZDMG 43, S. 182. 
*** Sicherstes Beispiel einer solchen ist lült für *lül6 (Verwandlung eines langen 35 
Vokals). Ebenso wahrscheinlich auch nikhb für *nukh$ (Verwandlung eines kurzen 
Vokals). Man vgl. auch miikä (Ex. 12,21) neben moikü (Ez. 32,20). 
f Aus *la'ba'St nach S. 242 Anm. **. 
tt Vgl. bes. Barth, Die Vokale der vermehrten Perfekte: ZDMG 48, S. 1—4. 
fff Vgl. bes. Knudtzon, Zur assyrischen und allgemein semitischen Grammatik', 40 
ZA 7, S. 43 ff. 

*t So zeigt der ^us dem Perfekt gebildete inf. abs. stets als älteste Form ein aus 



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(Un^tiA^, (A6er Jlnafo^uBifbun^en im M^^tfcßen (Per6um. 251 

Dass diese Ansicht im wesentlichen die richtigere ist, geht auch aus 
einer anderen Überlegung hervor. Die Verschiedenheiten in der 
Vokalisation können unmöglich als eine Laune der Sprache auf- 
gefasst werden, sondern müssen etwas durchaus Notwendiges sein; 
5 und zwar hatten sie ihren Grund in dem Bedürfnis, die beiden Haupt- 
formen des verbalen Ausdrucks, nämlich Aussage und Aufforderung, 
äusserlich zu unterscheiden. So steht bereits im Grundstamm der 
Aussage *katal die Aufforderung kutul oder kitil gegenüber; in den 
vermehrten Stämmen begnügte man sich mit dem Wechsel von a 

10 und /. Die weitere Ausgestaltung des semitischen Verbalsystems 
dürfte etwa folgendermassen vor sich gegangen sein: einem Imperativ 
kutul stand ein durch die Vokalisation verschiedenes nomen agentis 
*katal gegenüber, das durch Nachsetzung ^katal-ta) oder Vorsetzung 
i^tä'katal) der Personalpronomina zu einem eigentlichen Verb aus- 

15 gebildet wurde. Früh wurde die eine Form als Perfekt, die andere 
als Imperfekt (noch im Ass. und vielleicht, allerdings durch Analogie- 
bildungen etwas verändert, im Äth.* erhalten) in der Bedeutung 
differenziert Aus dem Imperativ bildete sich sodann ein neuer 
Modus (Jussiv) durch Vorsetzung der Pronominalelemente des Imper- 

20 fekts i^ja-kutul). Zu einer Zeit, als den semitischen Silbenbildungs- 
gesetzen gemäss ^jakatal zu *jaktal und ^jakutul zu jaktul wurde, 
beeinflusste die Form jaktul die Form yaktal dermassen, dass *jaktal 
ganz und gar verdrängt wurde und jaktul die Funktionen derselben 
mit übernahm. (So im Westsem.) Der Jussiv muss aber schon 

25 frühzeitig auch als historisches Tempus benutzt worden sein: so noch 
im Hebr. nach wa consec, im Arab. nach lam und stets im Assyr., 
wo er aber auch als Jussiv in Gebrauch geblieben ist Dagegen ver- 
drängte der Jussiv im Assyr. das alte Perfekt bis auf wenige, viel- 
leicht nicht einmal sichere Spuren. (Permansiv.)* Es ergeben sich 

30 demnach die Formen: 

katal^'ta) als Perfekt, 
ta'k(a)tal als Imperfekt, 
kutul als Imperativ, 
ta'k{u)tul als Jussiv. 

3S Aus allem sehen wir also, dass der Unterschied von Perfekt und 
Imperativ (und demnach auch Imperfekt) auf Differenzierung der 
Vokale beruht. 

kurzem a gedehntes langes ä in letzter Silbe. Barth, DU Nominalbildung in den 
semitischen Sprachen^ § 39. 48 (Leipzig 1894); ders., ZDMG 44, S. 692. 
MQ ♦ Das äth. jekatel könnte wohl auch auf andere Weise erklärt werden, 

** Möglich ist es, dass im Permansiv noch Reste des Perfekts vorliegen und erst 
später nach Analogie desselben allerlei Neubildungen vorgenonunen wurden (wie 
iarrä'kü u. a.). 

18* 



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252 Qßdhr^^e ^«t ftmitif<litn ikptü4mfftnf<l^ft. 

Wenden wir uns zu den vermehrten Stämmen des Hebräischen 
Im Intensivstamm ist der Imperativ regelrecht katte/ (aus *kaUi/) 
gebildet, ebenso das Imperfekt j^kattil\ das Perfekt kittel (statt *kattal 
oder kittal) ist eine Analogiebildung nach dem Imperfekt Worauf 
die Verwandlung des a der ersten Silbe des Perfekts in / beruht, ist 5 
nicht mit Sicherheit zu entscheiden. Sie wird in der Regel auf eine 
Tendenz des Hebr. zurückgeführt, a in unbetonter geschlossener Silbe 
in / übergehen zu lassen, eine Tendenz, deren Vorhandensein sehr 
in Frage steht * Für wahrscheinlicher halte ich es, dass eine ähn- 
liche Beeinflussung von seiten des Hiphil** und Hitpael vorliegt, 10 
wie wir sie schon bei Besprechung der Form niktal erwähnt haben.*** 

Ein Ausgleich der Vokale von Perfekt und Imperfekt muss auch 
im Hitpael eingetreten sein; denn auch hier wird der oben be- 
sprochene Wechsel der Vokale das Ältere gewesen sein. Zunächst 
scheint das Hebr. sein Hitpael ganz dem der Form nach ja am 15 
nächsten verwandten Piel angeglichen zu haben: denn darauf, dass 
das /' des Hebr. nicht das Ursprüngliche ist, deutet wohl die regel- 
mässige Verwandlung desselben in a in der Pause. Wir erhalten 
demnach, wie die Übereinstimmung des Syr. mit dem Südsem. zeigt, 
als die westsem. Grundformen: *takatta/, *jitkattaL Ehemals aber 20 
muss die Vokalisation in den Endsilben der beiden Tempora ver- 
schieden gewesen sein; da nun aber, wenn das Imperfekt von Anfang 
an einen andern Vokal als a gehabt hätte, kein Grund daliir er- 
sichtlich wäre, dass dieser Vokal nicht blieb, wie es doch in allen 
anderen Stämmen geschah, so werden wir zu der Annahme genötigt, 25 
dass das Perfekt ursprünglich nicht a hatte, sondern dieses a erst in 
der Zeit der westsem. Einheitssprache infolge einer Gleichmachung 
der Vokale aller Perfekte erhielt, während a von vornherein der 
charakteristische Vokal des Imperativs (resp. Imperfekts) war. Darauf 
deutet vielleicht auch die Gestalt des Imperfektpräfixes hin, das wahr- 30 
scheinlich von Anfang an in diesem Stamme ji\ war. 

Ahnlich können die Verhältnisse im Niphal gelegen haben: denn 
die hebr. Pausalformen, wie jiggämal, könnten auf ein ursprüng- 
liches ^z-Imperfekt weisen. Die Entstehung des Perfekts ^naktal aus 
*naktil muss dann schon in der Urzeit stattgefunden haben, und das 35 
i des Imperfekts muss schon früh aus transitiven Stämmen ein- 
gedrungen sein. Auch im Niphal wäre unter diesen Umständen das 
Präfix y/ das ältere.tt 



* Vgl. S. 242 Anna. **. 

** Vgl. S. 245. 40 

*♦♦ Vgl. S. 246. 

t Vgl. S. 246 Anm. ***. 
tt Vgl. S. 247. 



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(Un^iiA^, (A6er JltiAfo^uBifbun^en im $^6r£tfc||en (PetrBum. 253 

An die Flexion des Fiel und Hitpael schliesst sich die der selte- 
neren aktiven Stämme an, wie Polel * Pilpel u. s. w. 

Im Hiphil hat das Hebr. ganz allein von allen sem. Sprachen 
ein langes / in der Endsilbe, das natürlich nicht als unregelmässige 
5 Dehnung von kurzem i aufgefasst werden darf. Die richtige Erklärung 
hat meines Wissens zuerst BiCKELL** angedeutet; Stade*** ist dann 
näher darauf eingegangen: ihnen zufolge ist jenes / eine Analogiebildung 
nach den sog. hohlen Wurzeln, küm bildete regelrecht den Indikativ 
des Hiphil jakim (aus yakima), den Jussiv aber jäketn (aus ^akim), 
10 Nun bildeten aber auch die starken Verben den Jussiv des Kausativ- 
stammes wie jaktel (aus yaktil). So lag es nahe, das e für ein 
Charakteristikum des Jussivs zu halten und nach einer Proportion 

Jakim jaktil 

j'aktm X 

den Indikativ jaktil {=^ x) neu zu bilden, während doch die laut- 
15 gesetzliche Form "* jaktel (aus yaktila) gewesen wäre. 

Spuren einer solchen Analogiebildung im Qal hat PRAETORlüSf 

in den seltenen Formen wie jüpütü vermutet. 

Jenes im Imperfekt des Hiphil entstandene / übertrug sich dann 

auch auf den Imperativ und das Perfekt, nur dass in ursprünglich 
20 geschlossener Silbe der kurze Vokal blieb (also hiktalta\ Imperativ: 

haktel),\\ 

In der Vokalisation des Präfixes bietet das Hebr. dem Arab. 

gegenüber die ältere Form dar. Das Arab. verdankt in den Stämmen 

II — IV sein Präfix/«- einer Beeinflussung durch das Passiv. Es ge- 
25 nügte, den Unterschied zwischen Aktiv und Passiv allein durch die 

Vokalisation der letzten ff f Silbe zu bezeichnen. Einen Einfluss dürften 

hierbei die Participia ausgeübt haben, bei denen ja der Unterschied 

zwischen Aktiv und Passiv nur durch die Verschiedenheit des letzten 

Vokals bezeichnet wird. Nach einer Proportion 

mukial{un) jukiat(u) 

muktiliitn) x 

♦ Ob eine Grundform kätal{a) als kbtll im Hebr. noch lebendig war, ist fraglich. 
Fälle wie m'lbhnt (Ps. loi, 5 Kt.) könnten hierher gezogen werden. 
** Ouilines of Hebrew Grammar^ S. 42, Anm. (Leipzig 1877). 
♦♦* Lehrbuch der hebr, Grammatik^ I, S. 80 (Leipzig 1879). 
35 t ^^^ Imperfekt b^lüfj^: ZAW 3, S. 52—55. 

ff Dieses haktil ist ein Beweis dafiir, dass zu der Zeit, wo jene Übertragimg statt- 
fand, das Perfekt noch vokalisch auslautete; denn ebensowenig, wie der konsonantisch 
schliessende Imperativ haktil (aus *haktil) zu *hakttl werden konnte, hätte ein *haktai 
zu *hakiil (und dann zu hikttl) werden können. Es muss also eine Form *haktala dem 
40 späteren hiktil zu Grunde gelegen haben. 

fff Von etwaigem auslautenden Vokal natürlich abgesehen. 



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254 (ffiiM^t 5ttt femttifcßen j^pra^wtffenfcßap. 

wurde das Aktiv juktil(u) neu gebildet. Dasselbe gilt für den Inten- 
sivstamm, als dessen Grundform ya-kattil (^iebr, regelrecht zw fkattel) 
anzusetzen ist. Ebenso wie jti im Arab. ist im Assyr. das aus ju 
entstandene Präfix u des Intensiv- tfnd Kausativstammes eine Neu- 
bildung. 5 

Das Präfix ju- dagegen ist das eigentliche Passivpräfix* und 
der dazugehörige Imperfektvokal ist a. Soweit stimmt auch das 
hebr. Passiv mit dem arab. überein. Es weicht von ihm ab in der 
Vokalisation des Perfekts. Wenn es auch wahrscheinlich ist, dass 
das Passiv eine Neubildung nach der intransitiven Form katul ist, lo 
mit der es ja auch der Bedeutung nach am nächsten verwandt 
war,** so muss man doch als die dem Westsem. zu Grunde liegende 
Passivform kuti/a ansetzen, wie aus der Vergleichung der Passivreste 
des Aram. mit dem Arab. hervorgeht.*** Das Hebr. hat also wieder 
den Vokal des Imperfekts auf das Perfekt übertragen. 15 

Zum Schluss dieses Kapitels möge es gestattet sein, die sich mit 
mehr oder minder grosser Sicherheit ergebenden Grundformen der 
abgeleiteten Stämme noch einmal aufzuführen: 

1. Intensivstamm: kattal — jakattil, 

2. Kausativstamm: haktal — jaktil, 20 

3. «-Stamm: naktal — jinkatil^ 
(älter vielleicht naktil — jinkatal\ 

4. ^2 "Stamm: takattil — jitkattal^ 

5. Passiva a) zu i : kuttil — jukattal, 

b) zu 2 : huktil — juktaL 25 



Kapitel III. 
Das Verb mit Suffixen. 

I. Das Perfekt 

Wie schon mehrfach bemerkt worden ist, war auch im Hebr. 
der Verbalauslaut der 3. P. masc. sing, ein -a, das sich beim Antritt 30 
von Suffixen erhielt und ausser vor dem Suffix -ni zu ä gedehnt 
wurde. Die Form k^tal-a-m hat nun die schon S. 10 erwähnte Ana- 



* Vgl. auch oben S. 242. 
♦♦ So konnten die Intransitiva der Form katula ihrer Bedeiitong wegen von vorn- 
herein kein Passiv bilden, waren also selbst eine Art Passiva. ^r 

*** Vgl. tfkUtä, p^^hü. Über die erst aramäische Dehnung des / in offener Silbe 
ist zu vergleichen: BARTH, Zur hebräischen und aramäischen Verbalflexion: ZDMG 56, 
S. 243. 



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L 



(Un^iiA^» (§Att Mnafo^U%\(bunc^tn im $e6t^tfc$en (perSum. 255 

logiebildung in der 2. P. m. sing, k'talta-m für ^htalta-ni hervor- 
gerufen. 

Für den Antritt von Suffixen kommen in der 3. P. m, s. dieselben 
Regein in Betracht, die Barth* für das mit Suffixen versehene 
5 Nomen aufgestellt hat: dass nämlich der vokalische Auslaut den Accent 
erhielt, was zur Folge hatte, dass der Endvokal des Suffixes abfiel. 
Der „Bindevokal" selbst wurde nun, wenn der Suffixvokal ä war, zu 
ä {din-ä-h aus ^din-a-ha), während, wenn er i war, Umlaut eintrat 
{din-e-k aus ^din-a-ki)] ausserdem wurde a-hü durch a-ü zu au und 
10 später zu o. 

Danach erklären sich die Formen: 

k'talek aus *katala-ki, 
krtälo „ ^katala-hü, 
k^taläh „ *kata/a'Mf 
15 k*tälanü „ ^katala-nü. 

Neben k'tälo findet sich auch k^tälakü] in dieser Form ist ähü wohl, 
ebenso wie in der 2. P, m. s. k'taltähü (neben krtalto), durch Einfluss 
von Formen wie k^talti-hü, k'talnü'hü u. a. nicht zu o kontrahiert 
worden. 
20 Das Suffix der 3. P. plur. tritt in den schon stark veränderten 

Formen masc. ;// {md\ fem. ;/ an; diese gehen auf die Suffixformen 
'häm und -hän zurück, die sich ihrerseits erst aus -humü und -hinnä 
entwickelt haben.** So erklären sich die Formen 

kftälam aus '^katala-käm (älter ^katala-himü), 
25 k'tälän „ ^katala-hän (älter ^katala-hinnä). 

Eine Analogiebildung nach dem Nomen liegt augenscheinlich 
beim Antritt der 2. P. m. s. vor: aus katala-kä hätte nur k'täläk 
werden können, was sich noch bisweilen in pausa findet. Dafür tritt 
wie beim Nomen k'täl^ka ein mit einer Form des Suffixes, die, wie 

30 Barth vermutet,*** von der Präposition bi ausgegangen ist i^bi-kä 
musste lautgesetzlich zu b'kä werden; danach dann l^khy dann alle 
Nomina, dann das Verbum). 

Ebenso stimmt die gewöhnliche Pausalform k'tälakä mit dem 
Nomen überein, ist also, da sie beim Verbum selbst weder auf laut- 

35 lichem Wege noch durch Einfluss der Analogie erklärt werden kann, 
gleichfalls eine Übertragung vom Nomen.f 

♦ Beiträge zur Suffixlehre des Nordsemitischen'. Americ, Journ. 0/ sentit. Langu, 
and Liter, 17, S. 198. 

** Über diese Formen als Grundformea s. Barth, a. a. O., S. 197. 
40 *** a. a. O., S. 200. 

f Im Nomen verdankt -äkä seine Entstehung vielleicht einer Analogie nach den 
Stämmen tcrtiae / (Barth, a. a. O., S. 199). 



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256 (gtiit&^t 3ttt fm\Hf<iin ßptä4wi^tn{<iAft, 

Die 3. p. f. s. lautet vor Suffixen katalat Regelrecht sind dem- 
nach die Formen: k^tälat-ni k^tälaUnü, und (mit Assimilation des Ji) 
k'tälattü (neben k*tälat'hü\ k^tälatta gebildet. 

Eine Übertragung findet beim Antritt des Suffixes der 2. P. m. s. 
statt, indem hier die in allen anderen Fällen (wo ja ein Vokal dem 5 
Suffix voraufgeht oder voraufging) regelrecht gebildete Form mit 
Aspiration des k gleichfalls zur Verwendung kommt, trotzdem dem 
k niemals ein Vokal vorherging* 

Beim Antritt des Suffixes der 2, P. £ s. hätte aus "^katalaUki 
*k''talat-ki wtxdtn müssen; doch ist hier die Form -ek aus der 3. Person *o 
übertragen. Ferner drang die vor allen anderen Suffixen durchaus 
notwendige Betonung der Verbalendung -at auch in diese Form ein, 
was zur Folge hatte, dass das a der Verbalendung -at, weil es nun 
in offener Silbe stand, zu a gedehnt und dann das nun unbetonte 
Suffix ^/t zu /äj^ verkürzt wurde.** So entstand k'talä.täk und aufana- 15 
löge Weise die mit Suffix der 3. P. pl. versehene Form kftälätam für 
"^k^tälat-häm aus ^katalaUhumü. 

Die übrigen Formen des Perfekts sind den Lautgesetzen gemäss 
gebildet — Über die für kftaltäm bei Antritt von Suffixen eintretende 
Form k^taltü vgl. S. 238. 20 



2. Das Imperfekt 

Umfangreiche Analogiebildungen sind im Imperfekt bei Antritt 
von Suffixen an solche Formen eingetreten, die ohne Suffix auf Kon- 
sonanten endigten. Das Wesen derselben ist gleichzeitig von Barth*** 
und PRAETORiUSf erkannt worden. Es liegen hier Analogiebildungen 25 
nach Verben tertiae j vor. So musste beispielsweise jiglä mit Suffix 
der I. P. s. IzMttn jigle-ni. Nun vergass man aber den Ursprung des 
e, indem man es als einen Bestandteil des Suffixes ansah, und be- 
nutzte nun e-ni und ebenso e-kü^ ä-hä, e-nü und e-m als pronomina 
suffixa. Diese Übertragung fand jedoch nicht statt bei Antritt von 30 
Pronomen der 2. Person, was darauf zurückzuführen ist, dass diese 



* Also ketalaUkä\ zu vergleichen sind Fälle wie miswat-käm. — Wir haben die 
Aspiration in den Fällen, wo sie der bekannten Regel nach eintreten musste, in 
unserer Transskription der Übersichtlichkeit wegen nicht bezeichnet. 

** Nicht ausgeschlossen ist es, dass hfitalätäk auf lautlichem Wege entstand, wofern 35 
das t des Pron. B schon früh abgefallen wäre. Aus *kaialdtk(i) hätte dann ^kataldtak 
*katalätäk und weiter k^tälätäk werden müssen. Vgl. die analoge Entwicklung von 
pausalem aräs aus *«r/, ^är'äs *dräs\ das hieraus entstandene ärä^ wurde dann in der 
Regel durch Umlaut zu äräs. 

*** a. a. O., S. 205—206. 40 

t Zur hebr, und aram. Grammatik: ZDMG 55, S. 359 — 63. 



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(Un^nd5, QJlSer Jlnafo^teStföun^en m 9e6tdtrc$eit (PerBum. 257 

Pronomina auch in allen anderen Fällen, wo sie nicht an schon vor- 
handene lange Vokale antraten, ohne „Bindevokal" antraten. So 
konnte es auch geschehen, dass man, als em u. s. f. nur noch als 
pronomina suffixa empfunden wurden, nach Analogie des starken 
5 Verbs auch bei Verben tertiae / Formen wie jigl'kä, jigl^käni stets 
ohne e für zu erwartendes *jiglakä u. s. w. bildete.'* 

Ausser den erwähnten Formen kommen vielfach solche mit dem 
„Bindevokal" a vor. Ob dieses Übertragungen aus dem Perfekt sind, 
oder ob sich hier ein alter Auslaut des Imperfekts erhalten hat,** 
10 lässt sich nicht mehr sicher entscheiden. Umgekehrt werden die 
durch Verschmelzung mit dem Auslaut -an des alten modus energi- 
cus entstandenen Suffixformen (wie \jikifl\äntu\ wenn auch sehr selten, 
auf das Perfekt übertragen.*** 

3. Der Imperativ. 

15 An die 2. P. m. s. des Imperativs traten die Suffixe ursprüng- 

lich ohne „Bindevokal",! da ja diese Form von Anfang an konso- 
nantisch endigte. Im Hebr. sind die durch die Analogie der Verba 
tertiae j entstandenen Formen auch auf den Imperativ übertragen 
worden. Seltener sind die natürlich ebenfalls aus dem Imperfekt 

20 übertragenen Formen mit dem Bindevokal a, wie kotbäh (aus ^kotba- 
ha) u. ä. 

Wir wenden uns nun zur Besprechung der einzelnen Klassen der 
schwachen Verba, wobei die verba gutturalia einschliesslich der qui- 
escentia primae K übergangen werden können, da die Abweichungen 
25 dieser Klassen vom Paradigma des starken Verbs lediglich lautgesetz- 
licher Natur sind. Gleichzeitig wollen wir hier darauf aufmerksam 
machen, dass wir es nicht für nötig halten, auf vereinzelte zum Teil 
schlecht bezeugte oder offenbar verschriebene Formen näher ein- 
zugehen. 

30 * Vgl. auch S. 266 oben. 

** Dafür, dass das Imperfekt einstmals vokalisch auslautete, sprechen manche 
Gründe. Das Äth., das im Indikativ des Imperfekts vor allen Suffixen ein a zeigt, 
könnte die älteste Form repräsentieren; jedoch ist dieses nicht zweifellos. 
**♦ Vgl. biräkäkkä (Dt. 24, 13). 
3c t I^ic einzige im Nordsemitischen erhaltene Form dieser Art ist das bibl.-aram. 



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258 Qßethr^^e 5«t ftmiHf<itn ßptA<imflftnf<iaft 

Kapitel IV. 
Die Klassen der schwachen Verba. 

1. Die Verba primae /». 

Es ist eine dem Nordsem. mit dem Assyr.* gemeinsame Eigen- 
tümlichkeit, dass ein die Silbe schliessendes n dem folgenden Kon- 5 
sonanten assimiliert werden kann.** Auf diese Weise werden regel- 
recht Formen wie ßggai u. a. gebildet. Die Sprache verlor nun aber 
mit der Zeit das Bewusstsein für die Entstehungsart solcher Formen 
und bildete alsdann, da sie den Unterschied von Imperfekt und 
Imperativ in dem Abfall der Pronominalpräfixe begründet sah, aus 10 
dem Imperfekt jiggal durch Weglassung desyV Formen wie gal. Die 
hierbei zur Auflösung kommende Proportion war demnach: 

ji'ktöl ^_ ji'ggai 

Regelmässig ist diese Analogie nicht durchgeführt; denn sie findet 
sich nur bei Verben mit ^-Imperfekt. Da nun einerseits die unvoll- '5 
kommene Durchfuhrung der Analogie kein Grund ist, das Vorhanden- 
sein einer solchen in Abrede zu stellen,*** andererseits aber eine 
lautliche „Aphäresis" des ;/ physiologisch kaum begreiflich ist, so 
dürfte dem nichts im Wege stehen, obige Imperative als Analogie- 
bildungen zu betrachten.! 20 

2. Die Verba primae / 

Die Ursache des Übergangs der Verba primae w in solche 
primae j ist bereits oben ff dargelegt worden. VAn solcher Übergang 
findet sich nur im Qal und neben der älteren Bildungsweise im Hitpael. 
Umgekehrt ist nach der Analogie der Verba primae w auf Grund 25 
einer Proportion wie 

* Spuren einer ähnlichen lautlichen Entwicklung scheinen sich auch im Südarab. . 
zu finden ; vgl. Hommel, Südarabische Chrestomathie^ S. 9 unten {msb für mnsb u. ä.). 
** Im Hebr. unterbleibt die Assimilation bekanntlich 

a) meist bei Verben mediae gutturalis, 

b) bisweilen in pausa. 

*** Vgl. dazu besonders S. 235 Anm. ***. 

t Auch im Ass. erklären sich alle Unregelmässigkeiten der Verba primae n als 
Analogiebildungen: es sind nämlich die Infinitive der /-Stämme nach Analogie der 
Verba primae X gebildet, die ja im Präteritum und Präsens dieses Stammes mit den -^ 
Verben primae n lautlich zusammenfielen. Ein Präsens wie ittapof konnte ebensogut 
von *(ipä^u wie von napSp4 stammen ; daher ist die Bildung eines Infinitivs itpu^ (r*»^ 
wie ithuzu von aj(hit) wohl vcrstiiiidlich. 
tt S. 241 f. 



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(Un^na^» (Ü6et Mnafoc^itiitbunc^tn im ^eSr^tfc^en (P<t6um. 259 

jaril norai 

das Niphal no^a} gebildet worden* Einer ähnlichen Proportions- 
bildung p^ = — j verdankt das Hiphil AoMI seine Entstehung, 

desgleichen das Hiphil, Niphal und Hitpael des Verbs jadd^ das 
5 unzweifelhaft*** ursprüngliches j hat. 

Grosse Schwierigkeiten bietet die Erklärung der Imperfekte 
jifled u. s. w., denen im Arab. Formen wie jalidu gegenüberstehen. 
Der Ausgangspunkt für die Entstehung solcher Formen war der 
Imperativ von Verben mit /-Imperfekt. Diese hätten den Imperativ 

10 regelmässig "^wilid gebildet. Hier ist aber bereits in der Zeit der 
westsem. Einheit jenes durch die Verbindung zweier so heterogener 
Laute wie o/f und / schwer sprechbare wi abgefallen.!! So ent- 
stand lid und danach der regelrecht gebildete ]ussiwjalid. Von diesem 
wurde nun ein vorauszusetzendes Imperfekt "^jawalad oder ^jaulad 

15 (aus *jaztf{a)lad\ wie es das Schicksal aller Imperfekte war, verdrängt 
Das Äth, bildet jenen Subjunktiv jelad mit dem in dieser Sprache 
ausschliesslich ff f gebräuchlichen Präfix je und dem oben*f bespro- 
chenen Übergang von e zu a. 

Wie verhält sich nun hierzu das hebr.y^Äv/**! mit seinem festen 

20 e der ersten Silbe? Als die einzige richtige Erklärung unter den 
zahlreichen, die es giebt, muss die von PniLiPPl***! gegebene gelten. 
Dieser zufolge entstand j'eled in der Weise, dass jalid durch Assi- 
milation!* zu jilid wurde. Dieses aber wurde, damit die Form als 
Verbalform nicht ganz unkenntlich wurde, statt zu *fled zu jeledy 

25 wobei jenes e der ersten Silbe fest wurde.ff* Die Unwandelbarkeit 

* Das Qal *yjVi ist zwar nicht bele^jt, lässt sich aber aus dem arab. Ja*isa er- 
schliessen. 

** Über den Einfluss von Verben primae w auf die Gestaltung des Imperfekt Qal 
dieses Verbs siehe S. 260. 
30 *** Dieses beweist die Übereinstimmung des Äth. jad a mit dem Assyr. {idü aus 
^jadä^u^ praet. tdi). 

f Das (ebenso wie /) am besten als unsilbischer oder konsonantischer Vokal auf- 
zufassen ist. (So PiiiLirpr, Nochmals die Aussprache der semitischen Konsonanten 1 
und ^: ZDMG 51, S. 66—104) 
35 tt NöLDEKE (in seiner Ameige von E. T^gner's, De vocibus primae radicalis W 

eic.^ Lundae 1870): ZDMG 25, S. 667 nimmt als Grundform *w//</ an. 
ttt Ausser natürlich in bestimmten Fällen bei Gutturalen. 

*t S. 247 Anm. tt- 
♦*t Ebenso syr. nilad, 
*;^«.|. j^ig Aussprache der semitischen Consonanten \ u, ^\ ZDMG 40, S. 653. 

t* Ein ähnlicher Fall ist mi^m aus *maktm. 
tt* Dasselbe ist auch im Syr. die Regel: nur in neddci und netteb wird (auch nur 
zu dem Zwecke, das kurze e zu erhalten) der folgende Konsonant verdoppelt. Eine 



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26o (fftxM^t 3ttt femtttfc$en ßpxa4wi^tn\<iAft 

des e ist kein Beweis gegen die Richtigkeit dieser Erklärung, da es 
auch in anderen Fällen fest geworden ist, wo es sicher erst aus / 
entstanden ist: so bei Verben med. gem. wie je^ar, 2. P. f. s. teyri, 
pl. j'es'ru. Auch bei Substantiven kommt Ähnliches vor; vgl. ffrekat^ 
l'^eläti neben ia Sinti und zahlreiche andere Fälle. Es zeigt sich 5 
also, A2LSS jeied auf lautlichem Wege aus ^V^Z/rf entstanden ist, nicht 
etwa nach Analogie von Verben primae/, wie wohl hin und wieder 
behauptet wird. 

Das einzige transitive Verbum primae j\ von dem im Hebr. ein 
Imperfekt Qal erhalten ist, ist jäda* das demnach sein Imperfekt lo 
''^jai'di (oder "^jaidu) bildete, woraus dann nach dem Gutturalgesetz 
^jaidd wurde. Dieses Verbum stimmte mit den Verben der Klasse 
jälad im Perfekt vollkommen überein; desgleichen war es wohl schon 
früh der Analogie der Verba primae w im Hiphil und Niphal gefolgt. 
So kam es, dass die Form jaidd^ die sich so wenig von den ganz 15 
anders entstandenen Formen wie jeled oder (um ein Verbum tertiae 
gutt. zu nehmen) jekd unterschied, nun ganz der Analogie dieser 
Verba folgte und zu je da wurde. Dass letztere Form nicht laut- 
lich diMs j'aidd durch Kontraktion des ai zu e entstanden ist, wird 
durch die regelmässige Defektivschreibung unzweifelhaft erwiesen. 20 
Wie das Imperfektum folgte dann auch der Imperativ da der Ana- 
logie der KX^ssQ jeled. 

Über das Imperfekt jükal vgl. S. 243. 

3. Die Verba ultimae j und w. 

Sechs verschiedene Paradigmata sind in dem einen hebr. gala 25 
zusammengefallen, nämlich die Grundformen galaja, galija, galuja, 
galawa, gaiiwa, galuwa. In keiner semitischen Sprache haben sich 
alle diese Formen nebeneinander erhalten. Das Äth. unterscheidet 
deren noch vier {galaja^ galj^i galawa^ galwa). Da hier aber galja 
sowohl auf galija als auch auf galuja^ und galwa sowohl auf gaiiwa 30 
als auch auf galuwa zurückgehen können, so lässt es sich nicht ent- 
scheiden, ob dem Äth. noch alle sechs Formen zu Grunde gelegen 
haben oder nicht. Nach arab. Lautgesetzen mussten gaiiwa und 

solche Ersatzverdoppelung oder Ersatzdehnung ist nicht so selten. Auf ihr beruht auch 
die Bildung des hebr. QaJpassivs: *lukaha (aus *lukiha) hätte lautgesetzlich zu *lekah 35 
werden müssen. Um eine solche Verkürzung zu vermeiden, wurde der dem u folgende 
Radikal verdoppelt, so dass die Form nunmehr einem Pual vollkommen glich. — Siehe 
auch S.S. 271. 272. 277. 

* Vielleicht hat auch Jd^ar ein ursprüngliches /; jedoch kann es wegen seines 
Zischlautes auch dann nicht mit Jada zusammengestellt werden. Die Imperfektbildung 40 
der Verba primae /, die zugleich mediae :l sind, dürfte auf lautlichen Vorgängen 
beruhen. 



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(Un^tiAb, (Ü6er üttafo^teBtftun^en m (eBrdtfc^ett (PerBum. 261 

galuja zu galija werden, so dass auch hier nur noch vier (in einzel- 
nen Personen sogar nur noch drei) Formen unterscheidbar sind. Im 
Syr. sind jene sechs Klassen zu zweien zusammengeschmolzen, einer 
transitiven {g*la) und einer intransitiven {g*lt\ Das Ass.-Bab. endlich 
S hat alle sechs Klassen zu einer einzigen uniformiert* Von einem 
Verb der Form galiwa liegt im Hebr. ein Rest in der Form lalawti 
vor, die nach dem PHlLiPPl*schen Lautgesetz aus '^^aliwti entstanden 
ist** Von dieser einen Form abgesehen, werden im Hebr. die ver- 
schiedenen Klassen nicht mehr auseinander gehalten. 

10 Als gemeinwestsemitisch ist die Kontraktion von aja und awa 

zu 4, die sich bei dieser Verbalklasse findet, wegen der Überein- 
stimmung des Nordsem. mit dem Arab .*** anzusehen. Auf Grund 
dieser Kontraktion entstand die transitive Form der 3. P. m. s. galä 
(arab. galä\ syr. g*lä\ Das Hebr. bietet gälä. Da im Hebr. nun 

15 jedes ursem. i, wenn es nicht in unbetonter Endsilbe f stand, zu o 
wurde, so müssen wir annehmen, dass auch in unserem Falle die 
ursprüngliche Betonung gälä'\^ war, entsprechend der des starken 
Verbs kätala, eine Betonung, die erst später durch speziell hebr. 
Lautgesetze verdrängt wurde. Dagegen wird die 3. P. fem. s. gälät, die 

^o sich bisweilen findet,ttt auf eine Grundform ^^Äz/zurückgehen, wie sie das 
Arab. bewahrt hat. Zunächst mussten allerdings *galawat und ^galajat 
zu ^galät werden; dieses aber musste, da ein langer Vokal sich in 
geschlossener Silbe nicht halten konnte, zu galat*'\ verkürzt werden. 
Demnach ist das syr. g'lät eine innere Analogiebildung nach dem 

25 Masculinum g^lä. Das hebr. galät ist aber meist durch eine andere 
Form verdrängt worden. Es trat nämlich an gä/dt (und die ebenso 
entstandenen entsprechenden Formen der abgeleiteten Stämme) noch 
die gewöhnliche Femininalendung -^, und so entstand gälUä, eine 



'^ Nur einzelne Spuren deuten darauf, dass das Ass.-Bab. einstmals gleichfalls 
30 Verba tertiae w und / unterschied : vgl. Praeterita wie itnnu. 

* Nicht etwa aus *Salawft\ denn erstens hätte eine solche Form sich der Kon- 
traktion nicht entziehen können; und zweitens weist das Verbaladjektiv Säliw auf ein 
Perfekt }aiiw. 

♦♦♦ Das Ätii, kann nicht mit in Frage kommen, da es alle Verba tertiae w und / 

35 als starke Verba behandelt und nur einige Kontraktionen von Diphthongen vornimmt. 

f Dieses ist der Fall z. B. bei den Pronominalsuffixen -tä (2. P. m. s.) und -nä 

(3. P. f. pl.). Keinesfalls sind die Urformen mit kurzem Vokal anzusetzen, da ein solcher 

am Wortende im Hebr. geschwunden wäre. 

ff galä als eine Analogiebildung nach Verben tertiae J^ (mafä) anzusehen, hat 

40 manche Gründe gegen sich; namentlich erheben sich dann fiir die Erklärung der Piel- 

formen die grössten Schwierigkeiten. 

fff Vgl. ''aJat (Lev. 25, 2). 

*f Vgl. zu dieser Verkürzung die Jussive arab. Jakum (aus *jakum) =» hebr. jäköm 

(aus jaJ^m\ die Imperative arab. *ukim faus **uktm) = hebr. häkim (aus *hakim) u. ä. 



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262 (fftiM^t 3ur ftmHif^tn ^prac^wiffenfc^aft. 

Analogiebildung, die darauf beruhte, dass man das / der Femininal- 
endung fälschlich für den dritten Radikal hielt und auf diese Weise 
eine Form bildete, die zu einer Wurzel *^// zu gehören schien. 

Die Ursache dafür, dass alle Verba tertiae w und j\ transitive 
wie intransitive, im Hebr. in eine Klasse zusammenfielen, war wohl 5 
ihre Übereinstimmung in einzelnen Formen der abgeleiteten Stämme. 
So mussten z. B. alle sechs Klassen ihr Niphal lautgesetzlich ni£-/ä 
aus ^niglaja oder ^niglawa bilden; ebenso stand es mit den anderen 
abgeleiteten Stämmen. So war die Möglichkeit gegeben, dass alle 
Klassen der Analogie des transitiven galä folgen konnten. 10 

Doch nur in der 3. P. s. m. folgten die Intransitiva den Transi- 
tiven, während in den übrigen Formen des Qalperfekts das Umgekehrte 
eintrat. Dieses scheint mir seinen Grund in folgendem zu haben, 
lüne vorauszusetzende transitive Form *gäld (aus *gaiaju *galau) 
wurde schon früh durch den Einfluss der gewöhnlichen Pluralendung ü '5 
zu gälü* Dieses beweisen zur Genüge die entsprechenden Niphal-, 
Pual- und Hophaiformen, wie niglü aus ^niglajü^ ^niglau, "^niglo. Da 
nun jenes transitive ga/ü dem aus *gaiijü regelrecht entstandenen 
intr. gaiü völlig glich, folgten die Transitiva der Analogie der Intran- 
sitiva nun auch in den übrigen Formen des Qalperfekts. So entstanden 20 
die Formen galita, gälit u. s. w. 

Den Vokal / zeigt das Hebr. gemeinsam mit dem Syr. im Piel, 
Hiphil und Hitpael. Ob dieses / ein Zeichen dafür ist^ dass jenen 
Formen bereits die nordsemitischen Bildungen mit i in letzter Silbe 
(hebr. kitte l syr. kattel, beide aus *kattil) zu Grunde liegen, so dass 25 
also gillitä lautlich aus ^gillij-tä entstanden wäre, oder ob gillita 
erst aus älteren Formen wie *gaiiaitä durch Einfluss des Qal ent- 
standen ist,** lässt sich wohl nicht mehr feststellen. Soviel ist jeden- 
falls sicher, dass die Formen der 3. P. m. s. gil/ä, higlä, hitgallä auf 
älteres *gallaja u. s. w. zurückgehen: die Kontraktion des aja zu ä 30 
trat eben, wie oben bereits bemerkt ist, schon in westsemitischer 

* Ich muss hier ausdrücklich bemerken, dass dieses Resultat auf eigenen Beobach> 
tungen beruht und nicht etwa auf Äusserungen des Herrn Prof. J. Barth, welche er, 
wie er mir nach Einsichtnahme meiner Arbeit sagte, in seinen auch von mir gehörten 
sprachwissenschaftlichen Übungen im Winter 1 901/2 gethan habe, zurückgeht. So gern 35 
ich auch Herrn Prof. J. Barth die Priorität der Ansicht, „dass die Endungen o und c 
der Verba h"b durch Einfluss des starken Verbs verdrängt wurden", zuerkennen möchte, 
so wenig kann ich die Erklärung, die er von mir verlangt, dass ich nämlich dieses 
Resultat ihm verdanke, mit der Wahrheit vereinigen. Wie aus meinen noch vorliegenden 
Konzepten hervorgeht, kam ich erst bei der letzten Durcharbeitung meiner Untersuchung 40 
auf die hier vertretene Ansicht, zu der mich zuerst die Niphalform mgUt für *nigl$ ver- 
anlasste. D.ass Herr Prof. J. Barth die gleiche Ansicht ausgesprochen hat, habe ich 
nicht in der Erinnerung. 

*♦ So Barth, ZDMG 56, S. 242. 



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(Un^nab, (ÜBer üttafo^teBtfbun^ett int 9e6r^ifc$en (PetButn. 263 

Urzeit ein, so dass jene speziell nordsemitische Umbildung von kattala 
zu *kattila keinen Einfluss auf die schon völlig erstarrte Form *gaiiä 
(später giiiä) ausüben konnte. Im Syr. wurden diese alten Bildungen 
durch den Einfluss des intransitiven Qal verdrängt. 

5 Lautgesetzlich ist das e der passiven Stämme entstanden (wie 

nigletä aus *nigiaitä)\ aber es findet sich e neben seltenerem / auch 
in der i. P. s. der aktiven Stämme. Dieses e wird wohl zum Teil 
auf euphonische Gründe zurückgeführt werden können: man vermied 
dadurch die Aufeinanderfolge zweier langer /, die als unangenehm 

10 empfunden wurde. Einen gewissen Einfluss mögen hierbei allerdings 
die Stämme ausgeübt haben, in denen e von Anfang an berechtigt 
war. Es ist ja auch nicht zu verwundern, dass die Sprache allmählich 
den Ursprung der einzelnen Formen vergass und deshalb Formen 
mit e bildete, wo eigentlich nur / berechtigt war, und umgekehrt. 

IS Sehr auffällig und mir nicht recht erklärlich ist der regelmässige 
Gebrauch dieses / der in i. P. pl. des Niphal [nigiinü statt *nig/enu). 
Wir wenden uns zum Imperfekt, für dessen Bildung zunächst das 
von Barth* aufgestellte, aber von manchen Seiten angegriffene Laut- 
gesetz in Betracht kommt, dass ursemitisches ij im Nordsem. zu ä 

20 wird. Den Thatsachen gegenüber ist es unmöglich, an der Richtigkeit 
dieses Lautgesetzes zu zweifeln; nur muss man zugeben, dass ij in 
einzelnen Fällen im Nordsem. zu / wurde. So zunächst stets im 
Inlaut [jtnak aus jijnak\ gälitä aus galijtä u. s. w.); aber auch im 
Auslaut scheint mir für eine derartige Behandlung des ij ein sicheres 

25 Beispiel in dem st. constr. pi vorzuliegen. Denn da das Hebr. seinen 
stat. constr., wie es ja bei der engen Verbindung dieser Form mit dem 
folgenden Worte das Natürlichste war, im Gegensatz zum Südsemiti- 
schen, aber in Übereinstimmung mit dem Syr. und Ass. ohne Endung 
bildete, so muss pi aus *pij entstanden sein. Demnach wird sich als 

30 Gesetz für die Behandlung von ij im Nordsem. ergeben: 
Ursprüngliches ij wird im Nordsemitischen 

1. zu /, wenn es eine Silbe schloss, 

2. zu a^ wenn dem / ursprünglich noch eine Flexionsendung 
folgte. 

35 Nur auf diese Weise dürfte sich die verschiedene Behandlung des 
ij erklären lassen.** 

Es ist notwendig, im Anschluss hieran auch die Behandlung von 
ursprünglichem aj zu besprechen: dieses wurde 

♦ Zuerst Nominalbildung, Einl., S. XXX. 
** Der stat. abs. pk wird somit auch ohne dass man mit Barth, NominaUnldutif^^ 
Einl., S. XXXI die fUr das nichtarabische Semitisch sonst nicht nachweisbare Nunation 
zu Hilfe nimmt, verständlich. (Grundform *piju,) 



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264 (SftxM^t 5ur fmtHfc^ett ßpxadiwif{tn(4aft 

1. e, wenn es eine Silbe schloss;* ebenfalls aber 

2. a, a) wenn dem y ursprünglich noch eine Flexionsendung folgte,** 

ß) wenn in nächster Silbe ä folgte*** (Umlaut). 

Ursprüngliches uj endlich wurde wohl schon früh zu ij und folgte 
dann den Gesetzen für diese Lautverbindung. 5 

Bei den Verben tertiae j sind diese Gesetze noch klar zu er- 
kennen im syr. Peal, wo dem transitiven Imperfekt negla (aus *nig' 
lija oder *niglujci) der Imperativ g*li (aus ^gilij\ oder *guluj) ent- 
spricht. Im Hebr. wird das Imperfekt nach der Form jigia gebildet, 
dazu der Imperativ g^le\ ebenso findet sich im Jussiv yi^/f neben der 10 
apokopierten Form.ff Derartige Formen, wie der Imperativ g*le und 
der Jussiv jigle, können bei transitiven Verben nur Analogiebildungen 
nach intransitiven sein: das Imperfekt yV^/^ konnte lautgesetzlich aus 
*jigiaja, '*jiglija und *jigluja entstanden sein; nun bildete das intr. 
jigiä regelrecht den Imperativ (und Jussiv) g*le (undßg/e) aus *galaj 15 
(und *jiglaj). Dieser Analogie folgten nun zunächst die Transitiva 
des Qal, deren Imperfekt ja lautgesetzlich dem der Intransitiva gleich 
geworden war. Dann wurde dieser Wechsel von imperfektischem ä 
und imperativischem e im Hebr. nach einem Analogieschluss auch 
auf die abgeleiteten Stämme übertragen. 20 

Ebenso drang, sobald als die a-, i- und «-Imperfekte in der 3. P. s. 
übereinstimmend geworden waren, in der 3. u. 2. P. f pl. das anfangs 
nur bei ^-Imperfekten berechtigte iftt ^^ ^1'^ Imperfekte ein, sowohl 
in die des Qal wie die der abgeleiteten Stämme. 

In den intransitiven Qalimperfekten und denen der passiven 25 
Stämme entstanden ehemals in der 3. u. 2. P. m. pl., sowie in der 
2 P. f. sing, durch Kontraktion die Diphthonge au (0) und ai (e). Es 

* Beispiele: ma/ke (st. c. pl. = *maikaj)\ bett „mein Haus" ^-= *baj'tt\ s'de (= *iatiaj 
st. c. sing, von sada) u. a. 

*♦ Beispiel: st. abs. iadä aus ^iadaju. 30 

*** Beispiel: 'edä-hä „ihre Zeugen" = *"ed'aj-hä. 
t Diese Erklärung scheint mir die einfachste zu sein. Irgend eine Beeinflussung ent- 
weder durch das Imperfekt desselben Stammes oder durch den Imperativ des intr. Verbs 
(der ja ursprünglich wie eitai lautete) oder endlich durch den Imperativ eines anderen 
Stammes lässt sich, soviel ich sehe, nirgends entdecken, da alle diese Formen, die allein 35 
eine Analogiebildung hätten hervorrufen können, ursprünglich nicht auf t auslauteten. 
Folglich kann die Form nur lautgesetzlich erklärt werden. Barth, ZDMG 56, S. 243, 
erklärt sie auf Grund des im Aram. zu beobachtenden Bestrebens, „die vom Tone ge- 
troffenen Vokale der zweiten meist offenen Stammsilbe beim Verb sekundär zu unwandel- 
bar langen zu dehnen". Alle Fälle jedoch, in denen sich dieses Bestreben mit Sicher- 40 
heit nachweisen lässt, sind solche, in denen der kurze Vokal ursprünglich in paenultima 
stand [j^ktlü\ s*gtd aus sagida\ mtt aus mita\ Man wird demnach diese Betonung als 
eine Folge der Pänultimabetonung anzusehen haben. 

tt Ewald, Ausßihrliches Lehrbuch der hebr, Sprache, § 224. c am Ende. 
ftf Trans, ^jiglij-nä hätte "^jigtina werden müssen. 45 



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(Un^nab, (Ü6er JRttafoßteBtfbun^en m 9e6r<ltTc$(n (^erBuin. 265 

sind also Formen vorauszusetzen wie ^jiglo (aus *jiglajü, *jigiau) und 
"^tigle (aus *tiglaji, *tiglai)\ ebenso in den passiven Stämme: *jugalid 
aus *jugallajü u. s. w. Jene Endungen und e wurden jedoch, ebenso 
wie es auch im Perfekt der passiven Stämme der Fall war,* durch 
5 die beim starken Verbum gebräuchlichen Endungen ü und i ver- 
drängt.** 

Die oben besprochene Art, den Imperativ und Jussiv der Verba 
tertiae / zu bilden, muss der Entstehungsweise dieser Verbalformen 
gemäss*** die ältere gewesen sein. Daneben findet sich eine 

10 jüngere, die im Arab. die ältere ganz verdrängte und sich auch im 
Hebr. neben dieser findet. Der Ausgangspunkt für dieselbe war 
wohl der Jussiv. Als dessen Entstehung aus dem Imperativ dem 
sprachlichen Bewusstsein entschwunden war und man ihn nur noch 
für einen Modus des Imperfekts hielt, bildete man ihn auch bei 

1 5 Verben tertiae j und w neu aus dem Indikativ des Imperfekts durch 
Verkürzung der Endsilbe desselben, da man eine solche Verkürzung 
als den Hauptfaktor in der Jussivbildung betrachtete. Die Frage, 
ob diese jüngere Btldungsweise schon in der Zeit der westsem. Ein- 
heitssprache entstanden ist, oder ob, was sehr wohl denkbar wäre, 

20 das Hebr. und Arab. unabhängig voneinander denselben Weg ein- 
schlugen, lässt sich wohl kaum mehr befriedigend lösen. Jedenfalls 
dürfte die Verkürzung auf Grund von Proportionen wie arab. 

jakümu j^S^^ 
jakum jaglu 

zurückzuführen sein. Auf diese Weise wurde auch \i^r,jigla zwjigl, 
25 was dann den hebr. Lautgesetzen gemäss weiter entwickelt wird (in 
der Regel zu jegäl\ ebenso im Hiphil jagla zu *jagl (und weiter 
jägäl) und im Piel fgalla zu *fgall (und weiter fgal). Von den 
Jussiven drang diese Bildungsweise auch in den Imperativ ein.f 

Beim Antritt von Suffixen an die 3. P. m. s. im Qalperfekt der 

30 Verba tertiae y wird der durch Kontraktion entstandene lange Vokal ä 

nicht mehr seiner Natur entsprechend als unveränderlich behandelt. 

Nach Formen wie gala-nü (entsprechend k^täi-ä-nii) bildete man 



* Vgl. guiiu für gullo u. a. 

♦* Dasselbe ist auch im Neuarab. (äg. u. syr. Dial.) geschehen: vgl. äg. 2. P. f. s. 
35 tirdt (syr. A><//), 3. P. pl. äg. jirdü {yfT,jir(fu\ 2. P. pl. äg. //></« (syr. tir^u) gegenüber 
den altarab. Formen far^aint\ jardauna^ iariauna\ ebenso auch im Imperativ: irtft 
(irtfi)^ irtfä {trtfu) = altar. ir^ai^ irdau. 
♦*♦ Vgl. S. 251. 

f Etwas anders scheint sich Praetorius die Entstehung des Apocopatus zu denken, 
40 wenn er sagt (ZAW 3, S. 25 Anm.): „Der apokopierte Modus der Jl"b ist eine ganz 
junge Erscheinung und nur die letzte Konsequenz von thatsächlich zweiradikaligen 
Formen wie tlbs^." 

Beiträge zur semit. Sprachwissenschaft. V. I9 



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266 (gtiM^t 3ttr fmHif<itn |lp¥Ac$wi(f<nfc9aft. 

analog dem starken Verb auch gäl-a-nt und gäl-^-kä statt ^galä-ni, 
"^g^lä'kä* 

Ebenso wird im Imperfekt nach Analogie des starken Verbs 
statt *jigle-kä die Form jigi'kä gebildet** 

In einer grösseren Anzahl von Formen hat sich das alte/ scheinbar s 
erhalten. Jedoch wird man Formen dieser Art nicht als etwas Alter- 
tümliches betrachten dürfen. Vielmehr sind sie Neubildungen nach 
Analogie des starken Verbs.*** Dass die Entstehung jenes j erst etwas 
Sekundäres ist, zeigt besonders deutlich die Form jiUäjü neben iä- 
lawti und iälew, die da beweisen, dass wir es hier mit einem Verbum lo 
tertiae w zu thun haben. 

4. Die Verba ultimae K. 

Die Veränderungen, denen diese Verba unterliegen, beruhen zu- 
nächst auf der Unterlassung des Stimmritzen verschlusses und der in- 
folgedessen eintretenden Dehnung des nunmehr in offener Silbe 15 
stehenden kurzen Vokals {*mäsdtä zu ^mäsatä zu mäsätä). Auf 
diese Weise entstand auch die 3. P. s. f des Qalperfekts: mä^ä (ge- 
schrieben noch ms). Diese Form und ähnliche (wie z. B. nimsä) 
wurden so den entsprechenden Formen der Verba tertiae j gleich, 
was nun Analogiebildungen zur Folge haben konnte. Einige der- 20 
selben sind, wofern sie überhaupt als Analogiebildungen nach Verben 
tertiae j aufzufassen sind, für das Paradigma der Verba tertiae K zur 
Regel geworden. Hierher gehört vielleicht die Bildungsart der 3. u. 
2. P. f pl. imperfecti und der 2. P. f. pl. imperativi: timsana und 
m'sanä, Bildungen, die jedoch zur Zeit der Fixierung des uns vor- 25 
liegenden Konsonantentextes wohl noch nicht gebräuchlich waren, 
wie aus der fast ausnahmslosen Schreibung des 2( hervorgeht Man 
könnte solche Formen jedoch auch als Analogiebildungen nach den 
Verbalstämmen der Verba tertiae fcC auffassen, wo lautgesetzlich a 
entstand, wie z. B. im Piel: tfma^^inä ergab bei Quieszieren des &( 30 
t'massenä, woraus wegen des folgenden ä mit Umlaut f tnnassanä 
wurde. Wir sind also hier wohl nicht imstande, zu einem sicheren Re- 
sultat zu gelangen. 

Ähnlich steht es mit dem Perfekt in den Personen, in denen 



♦ Proportion: ketälä-nü gälä-nü j 

ketala-nt gäla-nt 

kctäla-nü gälä-nü 

keiäü^ gdl^kä ' 
** Vgl. hierzu S. 257. 
**♦ So auch Barth, ZDMG 53, S. 597. 

f Vgl. süsa-kä aus *suse-kä und dieses aus *süs-ai-kä. 



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(Utt^ttA^, (Ü6et üttafo^uBtfbun^ett tm ßeSräir^en Q^ttBum. 267 

eine konsonantische Endung antritt. Hier könnten im Niphal, Pual 
und Hophal Analogiebildungen nach Verben ultimae j vorliegen, so 
dass also nim^eta nach nigletä gebildet wäre. Mehr Wahrscheinlich- 
keit aber hat die Annahme für sich, dass jenes e innerhalb der Verba 
5 tertiae K selbst entstanden ist, da wir es auch da finden, wo bei 
Verben tertiae / / steht (Fiel, Hiphil, Hitpael). Es kann auf laut- 
lichem Wege in Formen wie mi^^eti aus mi^^itl entstanden und 
dann, z. T. vielleicht durch den Einfluss der Verba tertiae 7, auch 
auf solche Formen mit konsonantisch antretender Endung ausge- 

10 dehnt worden sein, in denen den Lautgesetzen gemäss a zu erwarten 
wäre (wie nim^eta statt *nim^ätä u. a). 

Neben diesen allerdings nicht sicher erweisbaren regelmässigen 
Analogiebildungen nach Verben tertiae/ finden sich zahlreiche singu- 
lare, durch die teils Verba tertiae K zu solchen tertiae / umgebildet 

15 wurden, teils umgekehrt Verba tertiae J zu solchen tertiae Ä.* Die 
Möglichkeit des Übergangs von Formen der einen dieser Verbal- 
klassen in solche der anderen kann nicht bezweifelt werden, da beide 
in zahlreichen Punkten übereinstimmen; es fällt also nicht schwer, in 
jedem einzelnen Falle die Proportionen aufzustellen, auf Grund deren 

20 die betrefTende Analogiebildung eintreten konnte.** 

So möglich eine gegenseitige Vermischung der Formen zweier 
Verbalklassen ist, die wie die Verba tertiae j und K fast in jedem 
Tempus und Modus gleichmässig gebildete Formen hatten, so wenig 
wahrscheinlich ist eine durchgehende Vermischung von Klassen, die 

25 nur in ganz vereinzelten Punkten übereinstimmen. Eine Proportion 
kann man allerdings schon da aufstellen, wo zwei Verbalklassen nur 
in einer Form regelmässig übereinstimmen; jedoch muss man sich 
stets die Frage vorlegen, ob die Aufstellung der betreffenden Pro- 
portion auch psychologisch verständlich ist, und das ist sie nur dann, 

30 wenn die influenzierende Form mit der influenzierten in irgend einem 
Verhältnis der Ideenassociation steht So ist es verständlich, wenn 
— um ein Beispiel herauszugreifen — n2ichjakütn ein Indikativ y^^ni^ 
(Jes. 42, 4) von rs^ gebildet wurde, weil beide Verbalklassen im Jussiv 
desselben Stammes völlig übereinstimmten {jäköm aus *jakufn und 

Z^järö^ aus *jaru^{:^)). Unverständlich dagegen ist es z. B., dass von 
einem Verbum med. gem. wie srr ein Perfekt des Hiphil hesirti (Hos. 8, 4) 



* Gesammelt sind solche Formen am besten von Abel H. Huizinga, Analogy 
in the Semitic Languagesx in The Americ, Journ, 0/ Philol, XI S. 471 — 82, XII 
S. 30—48, bes. XII S. 30—32. 
40 ♦* So konnte z. B. ^arntt (Ruth 2,9) auf Gnmd der Proportion entstehen: 

galä galii 

fämä ^amtt 
Ähnlich verhält es sich mit allen anderen Fällen. 

19* 



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268 (gtiMt^i 5tt¥ fmiHfc^tn ßpta4mi^tnf<iafi, 

nach Analogie von Aek.^7n gebildet sein sollte; denn die Formen, von 
denen die Analogiebildung hätte ausgehen können — 2. P. m. sing, des 
Imperativs oder 3. P. s. des Jussivs — stehen doch in einem äusserst 
losen Zusammenhang mit der neugebildeten Form. Man wird also 
in derartigen Fällen entweder eine Ungenauigkeit in der Überlieferung 5 
oder das Vorhandensein einer anderen Wurzelform annehmen müssen* 
Näher auf solche abnormen Formen einzugehen ist nicht unsere Auf- 
gabe** 

5. Die Verba mediae geminatae. 

Auf Grund der Ausfuhrungen A. MCller's*** ist man jetzt fast 10 
allgemein zu der Überzeugung gekommen, dass die Verba mediae 
geminatae und die sog. hohlen Verba (Verba mediae w und j) bili- 
terale Verbalklassen seien, die sich erst durch die Analogie der 
starken Verba teilweise der Form der triliteralen angepasst hätten. 
Doch scheinen mir die für diese Theorie vorgebrachten Gründe nicht 15 
zwingend zu sein, sondern die Abweichungen beider Klassen vom Para- 
digma des starken Verbs sehr wohl aus der Schwäche der Laute w 
und j (Verba mediae w und j) oder aus der Schwierigkeit, welche 
die Aufeinanderfolge gleicher Laute bot, erklärt werden zu können.f 
Damit ist jedoch noch nicht bestritten, dass diese Wurzeln sich aus 20 
ursprünglich biliteralen entwickelt hätten : ist es doch wahrscheinlich, 
dass auch die starken Wurzeln im Grunde nur Weiterentwicklungen 
biliteraler Wurzeln sind !ff Wir sind also der Meinung, dass es eine 
Zeit gegeben hat, in der die schwachen Stämme sich von den 
starken nicht unterschieden, dass aber schon in ursemitischer Zeit 25 
durch lautliche Vorgänge zahlreiche Abweichungen der Verba med. 
gem. und med. wjj vom starken Verb eintraten. 

Die für die Verba med. gem. in Betracht kommenden Lautge- 
setze sind folgende: 

I. Ein kurzer Vokal (ursprünglich wohl nur /)ttt zwischen den beiden 3° 
gleichen Konsonanten fällt aus. Dieses war ursprünglich jedoch 
nur dann möglich, wenn dem ersten der gleichen Konsonanten 
eine kurze offene Silbe vorherging und dem letzteren noch ein 
Vokal folgte wie in sa'b[i)-ba. 

* Vgl. Fälle wie t.irg. mhl (auch hebr. mähul Jes. i, 22) gegenüber hebr. mül 35 
und mll. 

** Reiches, jedoch noch nicht gesichtetes Material bei IIuiziNGA, a. a. O. 
*** Verba V'5 und 5>"5>: ZDMG 33, S. 698-700. 
t Vgl. auch Mayer Lambert, La iriliteraliti des racines r"5 et 1"?: Revue des 
etud. juiv. 35, S. 203 — 212. 4^ 

t*{* Friedr. Delitzsch, Studien über indogermanisch-semitische Wurzelverwandt- 
Schaft (Leipzig 1873), bes. .S. 81. 

ttt ^^' ^^<^^^' trans. ?arar neben intr. ^ar (aus *{arira). 



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(Un^tiAb, (A6er ünafo^teBifbutt^en im ^tMif4^ QOttSum. 269 

2. Ging jedoch eine geschlossene Silbe voran und waren die beiden 
gleichen Konsonanten auch wieder nur durch einen kurzen Vokal 
getrennt, so trat eine Umstellung von Vokal und Konsonant in 
der vorletzten Silbe ein (z. B. ^jas-bu-bu zu jas-ub-buy jasubbu)* 
5 Einige Abnormitäten, die die Verba med. gem. im Hebr. zeigen, 

lassen sich jedoch noch nicht mit Hilfe der erwähnten Lautgesetze er- 
klären. In den Fällen, wo die gleichen Konsonanten ein und der- 
selben Silbe angehörten, trat ursprünglich keine Veränderung ein 
{sababta noch im Arab.). Das Hebr. zeigt hier einen Bindevokal, 

10 der im Perfekt 0, im Imperfekt (und Imperativ) a ist Jenes o war 
von Knudtzon** mit dem ä der assyr. Pemiansive wie kaid-ä-ta 
verglichen worden. Doch sind die Bedenken, denen eine solche Zu- 
sammenstellung unterliegt,*** so gewichtig, dass eine andere Erklärung! 
viel an Wahrscheinlichkeit gewinnt, zumal da durch diese nicht nur 

'5 das des Perfekts, sondern auch das a des Imperfekts erklärt wird. 
Es sind nämlich tfsubbanä und sabbbtä Analogiebildungen nach den 
Verben tertiae w, Dass dem so ist, geht mit ziemlicher Sicherheit 
auch aus der Behandlung des Perfekts unserer Klasse im Neu- 
arabischen hervor; dieses bildet bekanntlich derartige Formen nach 

20 Analogie der Verba tertiae j wie sabbet Dass die Sprache zu einem 
solchen Mittel griff, hatte seinen Grund in der Kontraktion der 
gleichen Konsonanten in den nach den Lautgesetzen notwendigen 
Fällen. Man bildete also täsöbbi, jäsöbbü^ sabbä^ sabbü u. ähnl. For- 
men, indem man die Personalendung an die kontrahierte Form an- 

25 hing.ff Die Folge davon war, dass die Sprache den Trieb em- 
pfand, auch die konsonantisch beginnenden Verbalendungen an die 
Form sabb antreten zu lassen. Dies konnte aber nur mit Hilfe eines 
Bindevokals geschehen. Nun lagen aber die Verhältnisse ähnlich 
im Piel der Verba tertiae j und w\ auch hier war der eine Konso- 

30 nant verdoppelt, und die konsonantischen Endungen schienen, nach- 
dem der dritte Radikal durch lautliche Veränderungen unkenntlich 
geworden war, mittels eines „Bindevokals" anzutreten. Dieser war auf 

* Diese Metathesis war vielleicht eine Eigentümlichkeit des Westsemitischen. Das 
Ass. kemit nur das erste Lautgesetz. Das Ath. behandelt die Verba med. gem. als 
35 starke Verba; jedoch beweist die Übereinstimmung des Arab. mit dem Nordsem., dass 
diese Klasse im Äth. der Analogie des starken Verbs gefolgt ist. Dasselbe kann 
auch im Assyr. der Fall sein. 
** ZA 6, S. 419. 
♦** Vgl. Phimppi, BSS S. 371. 
40 t Philippi, a. a. O., S. 372. 

tt Wenn die Verba med. gem. nicht auf starke Bildungen zurückgeführt werden, 
bleibt es u. a. auch rätselhaft, weshalb sich in keiner Sprache Formen wie *sab-tä u. ä. 
erhalten haben, die doch dem semitischen Sprachgefühl keineswegs zuwider waren (cf. 
hebr. TiamU\\ arab. humia). 



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2/0 (ßtiMf^t 5«¥ \tmiH\4^ fiftti<twi\(tn\<liäft. 

Grund einer frühzeitigen Analogiebildung* in allen Imperfekten a. So 
wurde also nach l^gallanä zunächst wohl das intr. Imperfekt Qal (wie 
*t^kallanä)** und dann weiterhin das trans. (wie ifsubbanä) gebildet 
Einem Imperfekt fgallanä konnte nun aber in früherer Zeit ein Per- 
fekt * gallau tä (später gillita) entsprochen haben***: solche Formen 5 
sind ursemitisch, aber im Hebr. verloren gegangen. Auf Grund der- 
selben entstand nun das hebr. sabbötä (älter *sabbautä\'\ ganz wie 
neuarab. maddet nach einem Perfekt des Intensivstammes wie kqffet 
Wurzel kfj). Dass Formen wie ^gallbtä (oder *gilldtä\ welche die 
Analogiebildung veranlasst haben, im Hebr. nicht mehr zu finden 10 
sind, besagt nichts gegen die Richtigkeit der gegebenen Erklärung: 
es begegnet in der Sprachgeschichte die Thatsache gar nicht so 
selten, dass ältere Bildungen an ihrem eigentlichen Entstehungspunkt 
verloren gingen und sich nur noch an Stellen, an die sie erst durch 
die Analogie verpflanzt wurden, erhielten. Nachdem einmal jene 15 
Übertragung des au (später zu 0) stattgefunden hatte, lag, als alle 
Verba tertiae w der Analogie der Verba tertiae / folgten, kein Grund 
vor, jenes au [6) bei Verben med. gem. aufzugeben, da dem Sprach- 
bewusstsein seine Entstehung völlig entschwunden war und es in 
ihm, ebenso wie in dem ä des Imperfekts und des damit zusammen- 20 
hangenden Imperativs nunmehr nichts weiter sah als „Bindevokale". 
Vom Qal aus übertrugen diese sich dann auch auf die entsprechenden 
Formen der abgeleiteten Stämme (Niphal, Hiphil, Hophal). 

Neben der gewöhnlichen Bildungsweise des Imperfekts jdsöb 
finden wir auch Formen wie ßssöb. Nach Kautzsch ff hat Haupt ^s 
diese für Analogiebildungen nach Verbis primae n erklärt; jedoch 
giebt er keine Erklärung dafür, wie eine solche Analogiebildung 
möglich wurde. Im Aramäischen ist die Bildung mit Schärfung des 
ersten Radikals die regelmässige, und man könnte somit vermuten, 
dass die uns überlieferten Formen dieser Art durch Einfluss des 30 



♦ S. oben S. 264. 
♦* Es liegt also eine Proportion vor, wie 

J*gallü ^fkallü (aus y ikallü) 

TgaiiSnä Vkallhnä 

Wenn Formen wie *t^kallan& nicht überliefert sind, so ist damit noch nicht be- 
wiesen, dass sie nicht zu irgend einer Zeit existiert haben. 35 

*♦♦ Das regelmässige Imperfekt zu *gallautä wäre *j*gaUiw{a) gewesen; dieses 
wurde, wie oben bemerkt, zu *J*gallija und dann zu j^gallh. Die 3. P. f. pl. war ur- 
sprünglich *tfgailiwnä^ was zu ^t'galiinä hätte werden müssen; hierfilr aber trat schon 
früh nach Analogie der a-Imperfekte und wohl auch durch den Einfluss der lautgesetz- 
lich entstandenen 3. P. s {j'galla) fgallanä ein. 40 

t Proportion: i-- r. -: = :.— .. — -r* 
^ *ga/lauiä *sabbautä 

tt HebräUche Grammatik^, S. 174 Anm. (Leipzig 1896). 



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(Uii^iia5» (A6er ilnafo^teStfbun^en ttn ^t%t&if<l^cn QOtx%um, 271 

Aramäischen entstanden sind. Ist dies der Fall, so fragt es sich zu- 
nächst, wie sind die aramäischen Formen zu erklären? Eine Form 
jastibba hätte nach aram. Lautgesetzen zu fsöb werden müssen. Da 
hier (im Gegensatz zum Hebr.) auch das Präfix seinen vollen Vokal 
5 hätte verlieren müssen, so wäre die Form aus dem gewöhnlichen 
Schema der Verbalformen ganz herausgerissen worden. So konnte 
jene Verdopplung nur zu dem Zwecke entstanden sein, den Vokal 
des Präfixes zu halten.* Wenn man also die hebr. Formen wie 
jissöb als Aramaismen betrachtet, so sind sie vollkommen verständ- 

10 lieh; dagegen wäre es undenkbar, dass ein hebr. *Jasubba zu jissöb 
werden konnte, es müsste denn sein, dass man derartige Bildungen 
als Analogiebildungen zu intransitiven Imperfekten auffassen will, in 
denen Formen, die den betr. aramäischen ähnelten, auch im Hebr. 
lautlich entstehen konnten. Ein vorauszusetzendes Imperfekt *jidalla 

15 musste im Hebr. lautgesetzlich zu '^/dal'wtrdtvi, da nur a in Vorton- 
silbe gedehnt wurde, i aber schwand. Um jenes / zu halten, gab 
es nun zwei Wege; erstens, es gegen die sonstige Gewohnheit zu e 
zu dehnen {ci, Jemar) oder zweitens, den folgenden Konsonanten 
zu verdoppeln (jiddat). So konnte also jiddal lautlich entstehen 

20 und dann nach Analogie dieser Form die Verdopplung des ersten 
Radikals auch auf solche Formen übertragen werden, wo eigentlich 
kein Grund für eine Verdopplung vorlag.** Viel an Wahrscheinlich- 
keit gewinnt diese Erklärung dadurch, dass die überlieferten Formen 
mit Schärfung meist Intransitiva sind. 

25 Aber auch die von HAUPT angedeutete Erklärung ist möglich: 

jissöb könnte eine Analogiebildung nachy^f^^^i sein. Wodurch aber 
wurde sie veranlasst? Die einzige Form, die den Ausgangspunkt für 
die Analogie bilden konnte, scheint mir der Imperativ zu sein. Dieser 
wurde von sbb nach dem Imperfekt jäsöb**^ wie söb gebildet. Ähn- 

30 lieh aber waren die Imperativbildungen der Verba primae //. Bei 
ihnen unterschied sich, äusserlich betrachtet, das Imperfekt vom Im- 
perativ durch das mit folgender Verdopplung vorgesetzte Präfix. 
Es ist nun nicht unmöglich, dass diese Bildung des Imperfekts auch 
auf andere Verbalklassen mit einsilbigem Imperativ übertragen wurde, 

35 dass man also aus söb ein Imperfekt ym<?3 nach der Proportion schuf: 

ga} dal söd 

Jirgas jiddal jissöb 

Nachdem dann erst einmal eine Verbindung zwischen den beiden 

* Ebenso wohl auch syr. netUb aus *ni'iib (Wurzel jtb]. Vgl. S. 259 Anm. tJ'*. 
** Vgl. Formen wie jassibbu (Ri. 18, 23) u. ä, 
40 *♦♦ Die lautgesctzliche Bildung des Imperativs Qal wäre wohl sebob (aus su-bub) 
gewesen. Wie aber schon öfter gezeigt worden ist, wurde der Jussiv und dann der 
Imperativ in späteren Sprachperioden bisweilen vom Imperfekt aus neu gebildet. 



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2/2 (gcitt&it %ut femiüfc^ett ßpta^wiUftn^^aft 

Verbalklassen geschaffen war, konnten auch andere Formen (wie das 
Hiphil) der Analogie der Verba primae n folgen. 

Alle drei im vorigen erörterten Erklärungen des Imperfekts 
jissdd scheinen mir möglich zu sein; wir müssen also die endgültige 
Entscheidung über den Ursprung dieser Form noch in suspenso lassen. 5 

Auf lautlichem Wege ist wohl das Hophal Aüsai entstanden: 
eine Grundform *Ausa66a hätte zu *Adsa6 werden müssen, einer 
Form, welche die charakteristische Vokalfärbung des Passivs nicht 
mehr geboten hätte. Deshalb zog man es vor, das kurze u des 
Präfixes gegen die gewöhnlichen Lautgesetze zu ü zu dehnen oder 10 
aber auch, wenngleich seltener, den folgenden Konsonanten zu 
schärfen.* Eine Analogiebildung nach Verben primae w kann die 
Form Aüsaö jedoch unmöglich sein, da beide Klassen zu streng von 
einander geschieden sind, so dass man keine Form finden kann, die 
in befriedigender Weise die Möglichkeit einer Analogiebildung er- 15 
klärte. Höchstens konnten der Sprache Formen wie AüSai zum 
Muster für die Behandlung von *Ausad{6a) dienen, so dass man allen- 
falls von einer Beeinflussung der Form Ausaö durch Aü^ad reden kann. 

Neben dem Piel bilden die Verba med. gem. häufig ein Polel. 
Diese Bildung hat Barth** als Analogiebildungen nach Verben mediae 20 
w wie komem (aus *kawmima) erklärt. Jedoch ist es auch möglich, 
dass einzelne jener Formen {sobeb) auf einen Zielstamm der Grund- 
form ^sababa zurückzufuhren sind, wenn sich dies auch nicht mehr 
sicher ermitteln lässt. Der Hauptgrund, den BARTH für die sekun- 
däre Natur des Polels der Verba med. gem. anführt, ist der, dass 25 
diese Verba einen ganz regelmässigen Intensivstamm (sibbeb) bilden 
können, während dieser bei den sog. hohlen Wurzeln stets durch die 
Palpelform komem ersetzt wird.*** Eine derartige Angleichung von 
Formen der einen dieser beiden Verbalklassen an solche der anderen 
konnte vielleicht dadurch entstehen, dass sie in manchen Bildungen 30 
vollkommen übereinstimmten, so im Jussiv (Qal und Hiphil), nach wa 
consec. [wajjakom'Wajjäsob\ wajjakäm-wajjäsäb), ferner im Hiphil- 
imperativ [Aakem'Aascb)\ endlich haben auch beide Klassen die Eigen- 
tümlichkeit, einen Verbalstamm durch Reduplikation der Haupt- 
konsonanten f zu bilden (Jkimkcm-sibseb). Doch scheinen mir alle 35 



* Bildungen wie jukkat (]es. 24, I2\ x>\. Jukkattü (Jer. 46, 5). über die Mög- 
lichkeit einer anderen Erklärung vgl. oben. Über Ersatzdebnung und Ersatzverdopp- 
lung vgl. auch S. 259 Anm. ff*. 

*♦ Die Polil' Conjugation und die Pdläl-Participien : Semitic studies in memory of 
Alexander Kohut, S. 83—93. Berlin 1897. 40 

**♦ Denn Bildungen ^\t kijjim beruhen, wie auch Barth, a. a. O., S. 85 annimmt, 
auf aramäischem Einfluss. 

t Derartige Pilpelbildungen beruhen wohl, wie Philippi {Der Grtmdsiamm des 



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diese Übereinstimmungen die Bildung der Form sobeb noch nicht 
genügend zu erklären; es gewinnt somit die Annahme, dass einzelne 
Verba med. gem. Po'elformen \*säbaba zu ^säbiba zu "^sbbeb) gebildet 
haben, viel an Wahrscheinlichkeit. Denn da eine Po'el-Form von 
5 einem Verb. med. gem. vollkommen mit einer Pa'lel-Form eines Verbs 
med. w\j übereinstimmte, so konnte diese Übereinstimmung leicht 
dazu führen, dass man nun von anderen Verben med. gem. Polel- 
Formen mit Pielbedeutung neu bildete. 

Eine Analogiebildung, die sich im Niphal bei einzelnen Verben, 

10 wenn auch nicht regelmässig findet, möchte ich noch kurz erwähnen. 
Das Niphal der Verba med. gem. wurde regelmässig näsab gebildet 
(aus *naS'ba'bay *na-sabba, *nasab). Diese Form glich nun aber ganz 
einem Qalperfekt. Was war da nun natürlicher, als dass man den 
Ursprung der Form bisweilen vergass und sie ganz nach Analogie 

15 eines Qal flektierte? So entstanden Formen wie nfmaltäm* von mll\ 
ebenso gehen wohl Formen von nps mit passiver Bedeutung auf ein 
Niphal vom Stamm p^^ (neben pus) zurück. 

6. Die sog. hohlen Wurzeln. 

Auch für diese Verbalklasse glaube ich bei der alten Erklärung 
20 bleiben zu müssen, wonach alle Abweichungen vom Paradigma des 
starken Verbs erst durch Lautgesetze, die sich aus der Natur der 
Laute w und / ergaben,** entstanden sind.*** Sicher ist natürlich, 
dass diese Lautgesetze schon in ursemitischer Zeit wirkten. Ehe sie 
aber eintraten, dürfte es eine Epoche gegeben haben, wo die Verba 
25 mediae w und j ganz den starken entsprechend behandelt wurden.f 
Die in Betracht kommenden Lautgesetze erkennen wir am besten 
aus den Formen der abgeleiteten Stämme, da diese schon seit den 

starken Verbums im Semitischen und sein Verhältnis zur Wurzel-. Morgenländische 
Forschungen, Festschrift, Fleischer geioidmet, Leipzig 1875, S. 96) gezeigt hat, auf 

30 Analogiebildungen nach ursprünglichen Quadriliteris der Form kalkil\ da diese ihrer 
Entstehung gemäss einerseits mit Wurzeln wie sbh und k^vm verwandt waren, anderer- 
seits eine gewisse Intensivbedeutung von vornherein hatten, so bildete man später aufs 
neue von Wurzeln med. gem. und med. 7c//* solche Tntensivstämme nach der Analogie 
jener Quadrilitera. 

35 ♦ Gen. 17, II. 

** Die Laute w und / sind unsilbische Vokale ; wäre dieses nicht der Fall , so 
blieben allerdings Lautgesetze wie die zu besprechenden physiologisch unerklärlich. 

♦** Näher auf die Frage der Biliteralität einzugehen, ist hier nicht der Ort; in 
neuerer Zeit haben sich für die Triliteralität ausgesprochen: Philippi, Nochmals 

40 die Aussprache der sem. Konsonanten \ und ^. ZDMG 51, bes. S. 77. — Lindberg, 
Vergleichende Grammatik der sem, Sprachen, I S. 119 ff. (Göteborg 1897). — Grimme, 
Orient, Litteraturzeitung^ I S. 323. — Mayer Lambert, Rev. des etud.juiv. 35, S. 203 ff. 
t Vgl. die ßemerkungen im Anfang des vorigen Abschnitts S. 268. 



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274 



(gtxit&^t 5ur r<(mtttfc(ett ßptaciwiWtnfciaft 



ältesten Zeiten eine einheitliche Bildungsart aufweisen, während im 
reinen Stamm deren drei, (a-, /-, «-Perfekt und Imperfekt) neben- 
einander hergehen. Fragen wir uns zunächst, was aus ja, ji, ju, wa, 
wi, wu wird, wenn ihnen eine geschlossene Silbe vorhergeht, so 
können wir aus dem Kausativstamm schliessen, dass ji und wi 5 
(durch ji) zu / werden, ferner ergiebt sich aus der Übereinstimmung 
des Arab. mit dem Hebr. im «-Stamm (inkänia = ?idk6m\ dass wa 
und ja zu a wurden. Dass aus wu ü wurde, ist a priori wahrschein- 
lich und wird durch die Übereinstimmung des hebr. Qalimperfekts 
mit dem des Arab. erwiesen. Was aus ursprünglichem ju wurde, 10 
lässt sich mit Sicherheit nicht feststellen; wahrscheinlich ist es, dass 
dieses ebenfalls durch ji zu / wurde, da wir in den sem. Sprachen die 
Tendenz beobachten können, beim Zusammentreffen von u und i 
(seien sie nun silbisch oder unsilbisch) dem / den Vorzug zu geben. 

Geht dem w oder y eine offene auf a endigende Silbe voraus, 15 
so schwinden w und j\ es wird also awa, aja zu a^ awi^ aji zu ai, 
awUy aju zu au. Endlich ist als drittes Lautgesetz zu beachten, dass 
ä^ /, ii sowie die durch die Kontraktion neu entstandenen Diphthonge 
ai, au in geschlossener Silbe zu a, /, u verkürzt werden.* 

Aus diesen Lautgesetzen ergeben sich folgende Entsprechungen 20 
für die Haupttempora des Qal: 



Ursp 


rüngliche 


Form 


Lautgesetzlich 


entwickelte Form 


Perfekt 


1 
1 


Imperfekt 


Perfekt 


Imperfekt 


kawama 




jahiuuma 


käma 


jaküma 


kawatna 


1 


jakwima 


h\ma 


jaktma 


kawima 




jikwama 


kaima 


jikama 


kawuma 




jtikwama 


kauma 


jukäma 


kajama 




jakjuma 


käma 


jaktma{}) 


kajama 




jakjima 


kama 


jaktma 


kajima 




jikjama 


J kaima 


jikäma 


kajunia 


1 


jukjama 


kauma 


jukäma 



2S 



30 



Wie aus dieser Zusammenstellung ersichtlich ist, war es bei 
keinem Verbum dieser Klassen im Qal zu erkennen, ob eine Wurzel 
mediae j oder w zu Grunde lag. Die Folge hiervon war eine durch- 
gehende Verwirrung beider Klassen; da auch die Substantive davon 35 
nicht unberührt blieben, so ist es uns jetzt nur noch selten möglich, 
die ursprüngliche Beschaffenheit einer solchen Wurzel festzustellen. 
Vor allem aber darf man hier nicht das Arab. zum Führer nehmen, 

* Auf diesem Gesetze beruheu auch Substantivbildungen wie öö^ät aus *buH und 
dieses aus *daus'L 40 



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(UttgnAb, (Ü6et JRnafo^ieBtfbun^en tut ßeSr^tfc^eit (P^vSum. 275 

da es in der Regel aus einem /-Imperfekt des Grundstammes eine 
Wurzel mediae j und aus einem «-Imperfekt eine solche med. w 
zurückgebildet hat; auch mag wohl z. T. umgekehrt je nach der 
Wurzel das Imperfekt mit u oder i gebildet worden sein. 
5 Wir wenden uns zu den erst im Hebr. entstandenen Analogie- 

bildungen!* Die 3. P. m. sing, des Qalperfekts zeigt die drei Bil- 
dungen trans.: känty intr.: kern, körn gegenüber arab. käma für alle 
drei Fälle. Es ist klar, dass das Arab. erst sekundär die transitive 
Form verallgemeinert hat; das Äth. hat noch kotna und kema, während 

10 käma durch die Macht der Analogie verdrängt ist. Für die Be- 
urteilung der hebr. Form kam ergiebt sich nun die grosse Schwierig- 
keit, dass sie, wenn sie dem arab. käma entspräche, den lautgesetz- 
lich notwendigen Wandel von ursem. ä zu hebr. nicht vollzogen 
hätte. Philippi,** der meines Wissens zuletzt über diese Frage ge- 

15 handelt hat, nimmt an, dass kam (sie!, nicht kam) deshalb unverändert 
blieb, um es von neutrischen Formen wie ^or (sie !, nicht ^ör) zu trennen. 
Es ist dieses jedoch eine Erklärung, die vom psychologischen Stand- 
punkt aus als unhaltbar zurückgewiesen werden muss: denn ob zwei 
Formen, die verschiedene Bedeutung hatten, lautlich gleich werden 

20 oder nicht, das ist der Sprache völlig gleichgültig; im Gegenteil, sie 
gleicht ursprünglich verschiedene Formen unbewusst aus, worin ja 
das Wesen der Analogie begründet ist. Ferner ist es auffallig, dass 
sich bei dem Verbum mit nie die plene geschriebene Form findet, 
die man doch erwarten sollte, wenn es aus *mawita, *maita entstanden 

25 wäre. Wenn wir die übrigen Formen des Perfekts: kamtä (aus ^ka- 
wam-tä^ *käm-tä) *mittä, das einen späteren mat-tä dem Philippi- 
schen Lautgesetz zufolge zu Grunde liegt (aus *mawit'tä, *maittä\ 
böitä (aus *bawui-tä, *bauitä, *buitä\ Formen, die alle regelrecht nach 
den oben besprochenen Lautgesetzen entstanden sind, mit der 3. P. 

30 m. sing, vergleichen, so ergiebt sich doch wohl augenscheinlich, dass 
wir hier eine innere grammatische Angleichung vor uns haben. Der 
kurze Vokal wurde — zu welcher Zeit, ist schwer zu entscheiden, 
jedenfalls erst nach Abfall der alten Perfektendung a — von den mit 
konsonantischem Personalsuffix versehenen Formen zunächst auf die 

35 3. P. n^. sing, übertragen, indem man nach Proportionen wie 

katal'tä kam-tä ^mit-tä *i5wJf-A? 

katal X y z 

X, y, z = kam^ mit, bui — sämtlich mit kurzem Vokal — bildete, 
woraus dann der Regel nach kam, met, böi werden musste; von hier 
übertrug sich dann der tongedehnte Vokal auch auf die Formen, 



40 * Vgl. hierzu auch Philippi, ZDMG 51, S. 76 ff. 

♦♦ Deutsche Litteraturzeitung, 1896, Spalte 811. 



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276 QßdM^e 3ttr femittfc^en ^ptAC^wtffenfc^afit. 

die vokalisch anlautende Personalendungen hatten (wie kämü). Von 
der alten Form ^kaumü u. s. w. erhielt sich nur die Betonung der 
Pänultima. Dass diese eigentlich nur tonlangen Vokale, wenn ein 
Suffix an die Verbalform trat, nun wie naturlange behandelt wurden, 
ist nicht auffallig und aus dem Trieb, die Form als Verbalform nicht s 
unkenntlich werden zu lassen, begreiflich. 

Das Imperfekt des Qal ist regelmässig; nur wird vor der En- 
dung -7iä meist der Trennungslaut a eingeschoben, der, wie oben ge- 
zeigt ist, bei den Verben ultimae j seinen Ursprung hat, der jedoch 
später nur als Trennungsvokal empfunden wurde, besonders nachdem 10 
auch die Verba med. gem. ihn angenommen hatten. Von diesen aus 
und nicht direkt von den Verben tertiaey dürfte er auf unsere Verbal- 
klasse übertragen sein, da eine direkte Übertragung bei der geringen 
Beziehung zwischen Verben med. zv\j und tertiae w\j hinsichtlich der 
Flexion sehr unwahrscheinlich ist. Dieser Trennungsvokal a tritt in 15 
allen Imperfekten, wenn auch nicht regelmässig* dann ein, wenn es 
gilt, einen langen Vokal unverändert zu erhalten. Demselben Zwecke 
dient in den Perfekten der vor konsonantische Personalendungen 
tretende Trennungsvokal 0, Der Grund für die Setzung der Tren- 
nungsvokale war der, dass man einen Vokalwechsel innerhalb einer 20 
und derselben Flexionsgruppe vermeiden wollte, also eine Art innerer 
grammatischer Angleichung; so wäre beispielsweise die lautgesetzliche 
Flexion des Perfekt Niphal gewesen: 3. P. m. sing, nakom (aus *;/a- 
kamä), 2. P. m. s. *näkamtä (aus *nakäm'ta)\ für ^tiakamtä trat also, 
um das o zu halten, zunächst '^n^kom-ö-tä ein; letzteres aber wurde 25 
wegen der als unangenehm empfundenen Aufeinanderfolge der beiden 
langen r>- Laute zu n^kum-ö-iä dissimiliert. 

Eine innere grammatische Angleichung liegt ferner in der 2. P. 
m. sing, des Imperativs vom Qal vor, deren tonlanger Vokal durch 
den naturlangen der mit vokalischer Endung versehenen Personen 30 
verdrängt wurde. Das alte Verhältnis der einzelnen Imperativformen 
Hegt noch im Hiphil vor; die Form ^hakim wurde, da sie nie einen 
vokalischen Auslaut hatte und mithin / in geschlossener Silbe ver- 
kürzt werden musste, zu '^hakwi und dieses regelrecht zu häkem, 
während die 2. P. fem. sing, und die 2. P. masc. plur. ihr langes / 35 
behalten mussten {liakimi, liakimü)?'* Dagegen übertrug sich im Qal 
der lange Vokal auf die 2. P. m. sing.: i. ktim statt "^köm aus ^kum, 
2. bin statt ben aus *^/>/. Genau dieselben Analogiebildungen bietet 
auch das Neuarabische (äg. u. syr. Dial.) gegenüber dem Altarabi- 



* Der Trennun^^svokal ii (rcsp. 6) fehlt öfter im Imperfekt Qal und Hiphil sowie auch 40 
im Perf. Hiphil. 

** Die nicht belegte 2. P. pl. f. lautete entweder ^hakmanä oder *häUmna (aus 
*hakim-na). 



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sehen; vgl. küm, ^ir, näm gegenüber älterem kum, sir, nani. Im Niphal 
ist meines Wissens für die 2. P. m. sing, kein Beleg vorhanden. 

Eine Analogiebildung nach dem Perfekt ist wohl das Imperfekt 
Niphal jikkbm. Denn wenn es auch möglich ist, dass die ältesten 

5 Formen des Niphal ^naktil, ^jinkatal waren,* so trat doch jene Ver- 
änderung zu ^naktalf ^jinkatil schon so früh ein, dass man die Form 
jikkbm nicht aus einem alten "^jinkawam wird ableiten dürfen. 

Umgekehrt ist das Perfekt des Hophal eine Analogiebildung 
nach dem Imperfekt. Dieses letztere lautete ursprünglich jukätna 

10 (aus *jukwama). Das Hebr. zeigt nun zunächst im Präfix ein langes ü. 
Man könnte zu der Annahme geneigt sein, dass dieses eine Analogie- 
bildung nach den Verben primae w sei; doch ist das ganz unwahr- 
scheinlich, da beide Klassen ursprünglich gar keine Berührungs- 
punkte hatten. Es liegt vielmehr wieder ein Fall von Ersatzdehnung 

15 vor: 2MS jukäma hätte nämlich im Yl^hr. fkom werden müssen; da- 
durch hätte die Form ganz den Charakter einer Passivbildung ver- 
loren. So wurde wieder, ebenso wie bei den Verben med. gem.,** 
u zu ü gedehnt. Eine weitere Erklärung erfordert nun noch das 
kurze a der zweiten Silbe. Dieses wird aus Formen eingedrungen 

20 sein, in denen ä zu a lautgesetzlich verkürzt werden musste; 
dieses war nun zunächst im Jussiv ^^jukani) und dann auch in der 
2. u. 3. P. f pl. des Indikativs der Fall, ehe a als Bindevokal be- 
nutzt wurde. Von solchen Formen hat sich das kurze a zunächst 
über das ganze Imperfekt und dann auch über das Perfekt ausge- 

25 breitet, das ja ursprünglich *hukwim lautete, woraus lautgesetzlich 
im Hebr. ^hökhn oder *hükim hätte werden müssen. In diesen 
Fällen kann allerdings die Analogie der Verba primae w mitgewirkt 
haben; nachdem Formen wie tükani-nä {lautgesetzlich aus */«- 
>fe4w-Ä4) mit Formen wie tülab-nä (lautgesetzlich aus */wzt/ia^-«4) 

30 übereinstimmend geworden waren, konnte man nach Analogie des 
lautgesetzlich entstandenen jiMab eine Form jükam (statt "^jükbrn 
aus *Jukäma) neu bilden ; ebenso auch im Perfekt 

Es bleibt uns nur noch übrig, eine Analogiebildung zu ei*wähnen, 
auf die zuerst NöLDEKE*** hingewiesen hat, und die dann vonBARTHf 

35 näher untersucht worden ist. Ein /-Imperfekt des Qal (wie järib) 
stimmte in der Form vollkommen mit einem Imperfekt des Hiphil 
überein. Die Folge davon war, dass man, den Ursprung der Form 
vergessend, von einem solchen Imperfekt auch andere Hiphilformen 
bildete, wie z. B. von rib m^rihe u. a.jf — 

40 ♦ Vgl. s. 252. ** Vgl. s. 272. 

**♦ ZDMG 37, S. 525—540. 
t ZDMG 43, S. 190— 191. 
•ff Das Nähere hierüber, sowie die Belege s. bei NÖLDEKE und Barth, a. a. O. 



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2/8 (gftitt&^t 5ur fmitit4tn ßpta4voiWtn{4afi, 

Alle von uns bisher behandelten Fälle betrafen grammatische 
Angleichung. Es sind aber, glaube ich, auch zwei Fälle begrifflicher 
Angleichung im Hebr. zu konstatieren, die ihrer Natur nach bisher 
noch nicht erkannt wurden, und auf die ich daher noch aufmerk- 
sam machen möchte. Die begriffliche Angleichung ist zweierlei Art:* 5 

1. Angleichung an Wörter verwandter Bedeutung oder Angleichung 
durch Ähnlichkeit, 

2. Angleichung an Wörter von gegensätzlicher Bedeutung oder 
Angleichung durch Kontrast. 

Ein Fall von der letzteren Art ist wohl das Imperfekt von lakah: 10 
jikkah. Eine derartige Assimilation des /an einen folgenden Konso- 
nanten ist dem Semitischen durchaus fremd .** Es liegt vielmehr in 
jikkah eine Analogiebildung nach seinem Gegensatz jitten von natan 
vor. Letzterem Verbum folgt auch das Qalpassiv von Idkah: jukkah 
nach juttan, dagegen begreiflicher Weise nicht das Niphal, da »5 
dessen Bedeutung „hinweggenommen (= hinweggerafft) werden" 
nicht als Gegensatz von „gegeben werden" empfunden wurde. 

Ein Fall von Angleichung an Wörter verwandter Bedeutung 
liegt wohl in der Bildung einzelner Formen von hälak {lek, jelek und 
kolik) vor. Unter den zahlreichen Erklärungsversuchen gilt der von 20 
PraetoriüS*** gegebene als der beste, wonach das Hiphil *hahlik 
durch Quiescieren des // zu *hälik und dann weiter zu holik wurde. 
Aber, fragt man sich, warum ist in ntahbilim (Jen 23, 16), mahgim 
(Jes. 8, 19) u. ä. die Lautfolge ah nicht zu a^ 6 geworden? Es dürfte 
vielmehr eine Bedeutungsanalogie vorliegen: hälak ist ein Verb der 25 
Bewegung, und da einige andere ihm sinnverwandte Verba {jarad 
„hinabsteigen", Ja^ab „sich niedersetzen", jäsä^ „hinausgehen") Verba 
primae wjj waren, so trat bei hälak eine Analogiebildung nach diesen 
Verben zunächst im Imperativ Qal ein.f Nachdem nun der Impe- 
rativ nach Analogie von red, $eb und se statt *hälek lek gebildet 30 
worden war, konnte auch das Imperfekt und weiterhin das Hiphil 
der Analogie jener Verba folgen. 



♦ VVuNDT, a. a. O., S. 446. 
♦♦ Fälle, wie syr. äztSn für äztin (so noch geschrieben) und nessak für *neslak 
dürfen natürlich mit Jikkah nicht verglichen werden, ebensowenig die Assimilation des 3S 
/ im arab. Artikel an einen folgenden Zungenlaut 
♦** ZAW 2, S. 310—312. 

f Hierfür spricht, dass das Moabitische in der il/?ia'-Inschrift den Imperativ zwar 
schon //&, (Z. 14), das Imperfekt aber noch ^hlk (Z. 15 u. 16) bildet. 



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35g*Hnen uy(b ßtiät an (YUatbufi. 

Von 

Dr. theol. Johannes Hehn. 

a) Die Genealogie Marduks. 

5 Marduk ist anerkanntermassen die wichtigste* Gottheit des 

babylonischen Pantheons. Die babylonische Religion ist naturalisti- 
scher Pantheismus; der Babylonier erklärt die Naturvorgänge nicht 
aus mechanischen Gesetzen, sondern er sieht in ihnen unmittelbare 
Auswirkungen der Gottheit.** Durch die verschiedenartigen Natur- 

lo erscheinungen differenziert sich die eine grosse Gottheit in ver- 
schiedene Gottheiten. 

Man hat Marduk bisher allgemein als den Gott der Früh- und 
Frühlingssonne erklärt*** und auf diese Erklärung alle Mitteilungen 
der Babylonier über die Tätigkeit Marduks zurückgeführt Zu einem 

15 klareren Verständnis der eigentümlichen Bedeutung Marduks kom- 
men wir m. E. jedoch, wenn wir in erster Linie die Gedankengänge 
ins Auge fassen, wie sie die babylonische Theologie über Marduk 
ausgebildet hat, und nicht gleich zurückgehen auf diesen scheinbar 
das ganze Geheimnis lösenden Endpunkt. 

20 Die Keilschrifttexte heben bei der Erwähnung der Tätigkeit 

Marduks immer in erster Linie dessen Genealogie hervor, weil 
beide in engster Beziehung zu einander stehen. 

Marduk ist der erstgeborene Sohn des Ea {a/>/u re}tü ia ^^Ea\ der 
erstgeborene Sohn des Abgrundes [aphi reltü }a apsi\ während Ea 

25 der iar apst ist. Apsü ist aus dem sumerischen ab-zu {ZU, AB) ins 
Semitische übergegangen und bedeutet „Haus der Weisheit"; Ea, 

* cf. Zimmern, KAT3 S. 370; A. Jeremias, Art. ,Marduk* in Roschers Lex. d. 
griech. u. röm. Mythologie. 

** cf. WiNCKLER, Himmels- und Weltenbild der Babylonier ^ Lpzg. 1901, S. II f.; 
30 ders., Die babylonische Kultur in ihren Beziehungen zur unsrigen, Lpzg. 1902, 
S. 19; Delitzsch, Babel und Bibel\ Lpzg. 1903, S. 49 u. 77 f. 

**♦ KB VI I S. 56a verlässt Jensen diese zuerst von ihm aufgestellte Erklärung 
und erklärt Marduk flir einen Lichtgott, das Licht unabhängig von der Sonne. 



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28o (fftiitS^i 3ur femififc^en ^prac^wiffenfc^dfi. 

„Gott des Wasserhauses'** (die Beziehung zwischen „Wasser" und 
„Weisheit" werden wir unten erörtern), ist der Be/ nimeki, der „Herr 
unergründlicher Weisheit". Unter den zahllosen Stellen, die das be- 
zeugen, sei hier nur erwähnt ^urp, II, 149—154 (IV R 52, III, 33—39): 

''^-Ä li/htur ihr apst, 5 

apsü liP'tur bit ni-me-ki 

Eridu lip'tur bit apsi lip-tur 

^^Marduk lip-tur ihr ^^Igige 
, ^^Sar-pa-ni-tum lip-tur iar-rat E-sag-ll 

k'sag'll u Bäbilu lip-tu-ru 'o 

iü'bat iläni rabüte — 
I V R 1 8, 37a din^rEN. KI lugal ZU, AB-kid = ^^Ea ihr ap-si-i] IV R 56, 
II, 9: '^^Aa ihr apsi, bau kullati,belgi?nri] IV R 57, i8b (No.XIV). Das 
ist also die grundlegende Auffassung von Marduk, wie sie uns in der 
babylonischen Mythologie vorliegt: Er ist der Sohn des Herrn un- 15 
ergründlich^r Weisheit. Damit hängen die Epitheta eng zusammen, 
die Marduk beigelegt werden, um ihn als Weisheitsgott zu bezeich- 
nen: er ist der rapia tizni, der weitsinnige, der pit usnif der igigallu, 
der helläugige (Nebuk. III, 3), der ban nimeki, der Vater der Weis- 
heit, er ist der naklu, muntalku (No. I, Obv. 7), der kunstvolle, weise 20 
Gott, der alle Weisheit besitzt [hmnmäta kullat nimeki No. I, Obv. 4). 

b) Marduks Wirksamkeit. 

Von grösster Bedeutung für die Erkenntnis des eigentümlichen 
Wesens Marduks ist die Tätigkeit des Gottes. Er ist derjenige, 
welcher das unter dem Bilde des Ungeheuers Tiämat dargestellte 25 
Urchaos überwindet und zum Kosmos gestaltet. Warum überträgt 
die babylonische Mythologie gerade Marduk die Gestaltung des Chaos 
zum Kosmos? Weil er der Sohn des Herrn unergründlicher Weis- 
heit ist und deshalb in das sinn- und gesetzlose Durcheinander Klarheit 
und Gesetzmässigkeit bringt; er schafft Ordnung auf der Welt. Sein 30 
Sieg über Tiämat bedeutet den Triumph der Intelligenz, des geistigen 
Lichtes, über die sinnlose Bildungskraft und elementare Gewalt No. I 
Rev. 23 heisst Marduk der Sohn des muvtntu) dieses mummu, mit 
dem hier und auch sonst (Merod.-Bal.-St ein III, S) Ea bezeichnet wird, 
ist nach Jensen, KB VI i S. 302 f als „Form", „Gestalt" o. ä, zu erklären 35 
und bezeichnet Ea als die Urform, oder das Urbild, nach dem alle 
anderen Formen und Gestaltungen gebildet sind. (Auch im N.T. 
wird Christus als „BildGottes" (2Cor.4, 4;Phil. 2, 5— ii; Hebr. i, 2—4) 
dargestellt, der Vater ist das Urbild, der Sohn das Abbild). Mar- 



* Über die Lcsungr des Ideogr.(?) f. Ea cf. Jensen, Kli VI i S. 345; Zimmern, 40 
KAT3 S. 358 Anm. 6; ferner Jensen a. a. O. S. 560. 



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1^e(n, l^pinen unb 6tBtU an QVUrbui. 281 

duk bildet darum auch den Menschen (KB VI i S. 34 Z. 15; 40, Z. 20; 
No. VIII, 1—4; XIV, 17), vgl. Gen. i, 26 f. ti^bsa, iiabsa — das gött- 
liehe Bild ist Vorbild für die Gestaltung des Menschen. Ea ist 
Protektor aller Künstler; mummu hat dieselbe Wurzel wie ummänu 
5 Künstler, ^-m-m, Jensen a. a. O. Das bit mummu war eine Art ba- 
bylonischer Hochschule; sie war so genannt, weil die Wissenschaft 
in der Gottheit als der Uridee ihren letzten Ursprung hat II R 58, 5, 4 
wird ^^NU.DIM.MUD erklärt als Ea }ä nabntti\ nabnitu = Form, 
Gestaltung Jensen, KB VI i S.303. Da NU= „Büd", DIM = banü, 

10 MUD = banü ia alädi Sc 51, so ist Ea damit bezeichnet als die alles 
gestaltende, aus sich erzeugende Form. Der Ausdruck mummu bän 
käla = das alles bildende, gestaltende Urbild hat denselben Sinn 
(Merod.-Bal.-St. Col. III, 5; BA II, 261). Es möchte mir scheinen, 
dass nicht der Kampf zwischen Tag und Nacht, Winter und Früh- 

15 ling zu dem Mythus von der Besiegung der Tiamat durch Marduk 
geführt hat, zumal sich dieser Kampf in Babylonien nicht so furcht- 
bar darstellt wie bei uns, ich glaube vielmehr, dass man die Ord- 
nung, die das Weltall durchherrschende Gesetzmässigkeit, er- 
klären wollte. Die Herstellung dieser Ordnung fuhrt der Babylonier 

20 auf ein mit ganz besonderer Weisheit begabtes Wesen zurück; 
es ist der Sohn des Urgrundes aller Weisheit. Die Umgestaltung 
des Chaos zum Kosmos erscheint ihm als eine gewaltige Arbeit, als 
ein furchtbarer Kampf mit den Mächten der Unordnung, der Gewalt, 
der Finsternis, der Zerstörung. Merkwürdig oder unglaublich ist das 

25 nicht : die Wissbegierde eines jeden Volkes sucht sich schliesslich die 
Frage nach der Entstehung der Welt und der Ordnung in derselben 
zu lösen. Der Babylonier sagte sich nun, dass es ein unendlich 
weiser und mächtiger Gott sein müsse, der die gewaltigen Massen 
der Weltkörper in seine ewigen Gesetze gezwungen habe. Das Licht 

30 als Bild der Weisheit, die Finsternis als Bild der Unordnung und 
Zerstörung ist dem Babylonier ebenso geläufig wie dem A. T. Marduk 
tritt deshalb in die Erscheinung durch das Licht, das Symbol der 
Weisheit, während das Chaos Finsternis ist 

Mit dieser Tätigkeit Marduks ist eng verknüpft seine Bedeutung 

35 als Förderer und Schützer des Kulturlebens. Diese Auffassung 
von Marduk unterscheidet das kulturelle Centrum Vorderasiens, Babel, 
charakteristisch von dem mit dem Bogen abgebildeten, kriegslustigen 
Asur, der nichts anderes ist als die Projizierung des militärischen 
Geistes der Assyrer in die babylonische Götterwelt Marduk wird 

40 zwar auch oft als gewaltiger Held geschildert, der die Feinde nieder- 
wirft z. B. No. 1, 33; No. IV; No. V; IV R 26, 4 (No. VI); No. III, 10, allein 
es soll damit bloss die Überlegenheit des Lichtes über die Finsternis, 
der Weisheit und Vernunft über die rohe Gewalt, sowie die Macht 

Beiträge zur semit. Sprachwissenschaft. V. 20 



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282 (fitiM^t 5UY femiHfcSen ^f^YAC^rnffenfc^Aft. 

zum Ausdruck gebracht werden, welche der Gott besitzt, um sein 
Volk zu schützen. Die Pflege des Kulturfortschrittes dagegen liegt 
im innersten Wesen Marduks begründet. Er weckt als Frühlingsgott 
das Leben in der Natur und schafft so die Grundlage für die 
Kultur. Sein Fest ist im Frühling und hat den Namen tadü = Auf- 5 
erstehungs*-Fest. Marduks Gemahlin ist Sarpanitu = die silber- 
glänzende (Morgenröte), woraus man in Assyrien, vielleicht mit Rück- 
sicht auf Marduk als Frühlingsgott, Zerbänitu = die samenspendende, 
machte. Marduk als Schöpfer des Natur- und Kulturlebens kommt 
in den Hymnen und Gebeten sehr vielfach vor. Er öffnet die 10 
Gebirgsquellen,** leitet die Ströme im Gebirge,*** lässt das Getreide 
üppig gedeihen,! verteilt die Nahrung,ff sorgt für das Wild des 
Feldes, für das Wachstum der Pflanzungen, fff er spendet den Über- 
fluss,*t sorgt für Erwerb und Vermögen,**! er ist ein guter Rat- 
geber,***! ^^ ^^^ gegründet die Gesamtheit der Wohnstätten,f* erhält '5 
die Städteff* und ähnliche Ausdrücke lassen keinen Zweifel darüber, 
dass man Marduk nach dieser Richtung eine besondere Tätigkeit 
zuschrieb.ftt* 

Der Charakter Marduks als des Gottes des Kulturfortschritts 
wird noch besonders dargestellt durch seinen Sohn Nabu, welcher 20 
der Lehrer und Förderer der Tafelschreibekunst ist, womit er als För- 
derer der idealen Güter der Menschheit überhaupt bezeichnet wird. 
Im Grunde ist Nabu und Marduk eins.*tt Nebo ist demgemäss 
auch der Gott des Handels entsprechend dem griechischen Hermes, 
dem römischen Merkur. **tt Er ist ebenso wie sein Vater Marduk 25 
der rapia uzni^ seine Gemahlin ist Ta§met = Erhörung, die per- 
sonifizierte Bereitwilligkeit zur Aufnahme der Weisheit, vgl. die Tafel- 
unterschriften aus der Bibliothek Asurbanipals. 

Von Marduk verschieden, möglicherweise von ihm erst später 

* Das Wort so von Jensen gedeutet KB VI i S. 306; vgl. Zimmern, KAT» S. 371. 
** K 3459 Vorders. I, 6 (No. II), K 3505 Vorders. 7 (No. III). 30 

*** K 3459 Vorders. I, 5; K 3505 a. a. O.; No. XIV, 29 (IV R 57). 
t K 3505 Vorders. 5; K 3459 Vorders. I, 8; No. XIV, 30. 
tt K 3459 Vorders. I, 7. 
ttt K 3459 Vorders. I, 10 f.; DT 109 Vorders. I, 2 (No. XXIV). 

*t K 3459 Vorders. III, 8; K 3505, 8; XIV, 27 ff. 35 

**t K 3459 Vorders. III, n. 
***t No. I, Vorders. 5; 27; K 3459, I, 2. 

t* No. I, Vorders. 8. ft* K 3505, Vorders. 6. 

t+t* Allerdings werden ähnliche Eigenschaften auch anderen Göttern zugeschrieben ; 
so heisst Nusku muktn majäzi, muddihi parakke^ weil er als Licht- und Sonnengott eine 40 
gtflfbse Einheit mit Ea und Marduk bildet Maq, II, 3. 
*tt vgl. Zimmern, KAT3 S. 399. 
**-t"j- Die Übereinstimmung der Eigenschaften Marduks und Nebos mit Apollo und 
Hormes ist geradezu frappierend, vgl. Röscher, Lex. S. 422 ff. 2360 ff. 



1 



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S<9tt» l^^mnen und &t%tit an (JTlAYdui. 283 

differenziert, ist Tammuz;* gegenüber dem weisen, ordnenden und 
belebenden Prinzip, wie es Marduk darstellt, ist er die Vergötterung 
des üppigen Naturlebens selbst, die personifizierte sinnliche 
Lebens- und Zeugungskraft. Ebenso ist Marduk weit verschieden 
5 von dem die tierische Fruchtbarkeit darstellenden Ea-bani.** Mit 
diesen beiden verwandt ist Gira, der Gott der Tiere des Feldes, der 
ebenso wie Tammuz jährlich einmal stirbt.*** 

Am meisten entfaltet Marduk seine Tätigkeit als Gott der 
Beschwörung. Diese wird regelmässig im Namen Eas und Marduks 

10 ausgeführt, wenn auch noch andere Götter dabei angerufen werden, 
ja selbst wenn sich die Beschwörung an diese zuerst richtet. Die 
Beschwörung ist ein „Reinigen" und „Neubeleben". Sünde, Krank- 
heit und Tod, Reinheit, Heiligkeit und Leben sind dem Babylonier 
ebenso wie dem A. T. korrelative Begriffe, vgl. dazu bes. No. XXI u. 

15 XXII. Marduk ist der Sohn von Eridu, der hl. Stadt Eas, und als 
solcher im Besitze des Wassers der reinen Beschwörung [agubbti) 
und des reinen Wortes {^i/>tu = KA.KA,AfA = Wort, Sprechen) 
der Beschwörung {ina Hptika elliti ia baläti IV R 19, 12/13^ ^urp 
VII. 86). Er ist für den Kranken der hilfsbereite „Arzt" (K 9595, 8— 

20 No. XX). Die Krankheit ist Verwirrung, Störung der rechten 
Ordnung, das Werk finsterer Unheilsdämonen, Aufgabe des Licht- 
gottes, der in seiner „Weisheit" die Welt geordnet hat, ist es, die 
Harmonie wieder herzustellen und das Unheil wieder gut zu machen. 
In derselben Weise wie die Krankheit auf dem physischen, ist die 

25 Sünde Unordnung auf dem moralischen Gebiete; ihre Folge 
ist die Krankheit, daher sind für den Babylonier Heilung und Ent- 
sündigung unzertrennlich. Bei der Beschwörung kommt es immer 
auf das „Wissen" an. Es bildet einen stereotypen Teil der Beschwö- 
rung, dass Marduk nach der Schilderung der Leiden des Kranken 

30 durch den ^i^/af- Priester hingeht und seinem Vater Ea die Qualen, 
welche der arme Mensch erdulden muss, schildert. Zugleich bittet 
er den „Herrn der Weisheit", ihm zu sagen , was zu tun sei. Z. B. 
^urp, V/VI (IV R 7 f, Zimmern, BR S. 25 ff.): „Ein böser Fluch hat 

♦ Sein Name ist Dumu-zi-abzu II R 56, 33 = aplu kcnu Sa apsty der echte (wahre) 
35 Sohn des Abgrundes vgl Jensen, KB VI i S. 560; Zimmern, KAT» S. 397. 
** Jensen, KB VI i S. 425. *** vgl. Jensen, KB VI i S. 463 u. 426. 
t über die Funktionen des ai/>».Priesters vgl. Zimmern, BR S. gif. Durch 
Hersagen der Beschwörungsformel [/ujjulu «■ Flüstern) vollzieht sich unter bestimm- 
ten Riten (darunter auch Blutsprengung) die Entsündigung. Seine eigentL Tätigkeit ist 
40 darum kuppuru Sühnen. Jensen, KB VI i S. 462 f. erklärt aiäpu =« reinigen. Der 
äiipu wäre dann «• Reiniger als Äquivalent von ramku und paltJu, falls nicht aitpu 
zu lesen und als „Gereinigter, Reiner" zu fassen ist. pasU apst (Meiss., AP No. 98 
Z. 27 ff.) ist nach Jensen a. a. O. S. 463 = ein mit Wasser aus dem Weltmeer Gesalbter, 
sodass man also dieses Wasser als hl. Symbol benutzt hätte, vgl. n*^;Z9ia. 

20 ♦ 



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284 QßetWge 3ur fmxtif<ttn ^ptacjwilfenfejap. 

wie ein Teufel den Menschen befallen, Jammer, Schmerz hat ihn be- 
fallen, unseliger Jammer hat ihn befallen, ein böser Fluch, der Bann, 
die Kopfkrankheit. Selbigen Menschen schlachtete der böse Fluch 
wie ein Lamm dahin, sein Gott wich von ihm (wörtlich: von seinem 
Leibe), seine fürsorgende Göttin stellte sich abseits, Jammer, Schmerz 5 
bedeckte ihn wie ein Kleid, vernichtete? ihn. Da erblickte ihn Mar- 
duk, zu seinem Vater Ea trat er ins Haus und sprach: ,Mein Vater! 
ein böser Fluch hat wie ein Teufel den Menschen befallen', zum 
zweitenmal sagte er es ihm. Was selbiger Mensch getan hat, wo- 
durch er genesen wird, weiss ich nicht. Ea antwortet seinem Sohne '^ 
Marduk : ,Mein Sohn, was w^üsstest du nicht, was sollte ich dir hinzu- 
fügen, Marduk, was wüsstest du nicht, was könnte ich dir noch mehr 
sagen? Was ich weiss, weisst auch du.* Gehe, mein Sohn Marduk, 
bringe ihn zum Hause der reinen Besprengung, seinen Bann brich, 
seinen Bann löse!'" Darauf gibt Ea die Mittel an, durch welche der '5 
Bann zu lösen ist. Die dritte 5//;/// -Tafel beginnt mit den Worten 
(Zimmern, BRS. 12): „Bann jeder Art, der einen Menschen, ein Kind 
seines Gottes erfasst, löst der Priester unter den Göttern, Marduk." 
(Ebenso beginnt die Unterschrift von Surp, II, Zimmern, BR S. 10 
Z. 192 f. [IV R 52, IV, 22]). Es folgt dann eine Aufzählung aller mög- 20 
liehen Vergehen, durch welche man sich den Bann zugezogen haben 
kann, und immer wird hinzugefügt, dass Marduk ihn löst Ea und 
Marduk werden darum sehr oft als 7Haimai iläni, als Oberpriester, 
Bannlöser unter den Göttern bezeichnet z. B. MaqL IV, 6 — 8: 

liplur ^^Aa maimaiUf 25 

lübalkit kiipikunu 

^^Siliglu^ar malmai iläni mär ^^Ea apkallu. 
Mag, III, 168 f.: ia Uttakunu epuiu ^umurkunu lihmut — lisptih 
illatkunu mär '^^a mahnalu Mag. II, 144; V, 180—183; VII, 9 f. 104. 
II I ; K 8961, I (No. XVII); IV R 57, 19^ (No. XIV, 88). 30 

Marduk ist mit Ea der bei alipüti, der Herr der Beschwörung 
Maq, 1,62 (IV R 49, 60^): {ana\ li-it """^^^karsapi-ih u ^^^kaUapti-iä 
'^Silig'lü'Mr bei a-H-pu-ti H-pur-an-lfii]; Maq. I, 72; II, 157 f.; VI, 58; 
VII, 20; IV R 56, II, 13; das. 111,49: lid'din-ki mal-mai a-li-pu ^^Silig- 
lu'Mr. 35 

Wie eng in der Beschwörung Marduks Reinigung und Neu- 
belebung mit einander verknüpft waren, mag an folgenden Bei- 
spielen illustriert werden: Siirp. VIII, 71 — 73: Ina ki-bii mai-ma} iläni 
apkalli iläni *^Marduk bei baläti [i]tti me ia zumri-ka u fnu-sa-a-ti 
ia kätä'ka lH-ia-fti-if-ma irsi-tim [lim]'(iur an gam-lum a-ra-an-ka 40 
ma'\mit-kä\\ dazu IV R 15* I, 12/13; IV R 28* 3, 15^; IV R 30*, 3, 

* vgl. Peiser ZA II S. 102 f., aber auch Zimmern, KAT^ S. 372 Anm. 3. 



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1^e(n, l^^mntn unb ßzMe an QVlAtdui. 285 

Vorders. 21/22; IVR 29, i, Vorders. 21 ff.; K 3418 Vorders. 2f. (No.IX); 
K 8961, I. II (No. XVII); K 9918, 11. 7 (No. XIX); K 9595, 9 (No.XX); 
K 2333 Rucks. 29 (== Sjirp. IV 78) ^^^ilig-lü-iär maimalt iläni rabtiti 
ia ina Upii-iu mita i-bal-lu-tu] Mag. VII, 107. 114; Surp, V/VI, 162 f. 

5 (IVR 8, III, 40/41). 

Der Beschwörungspriester ist der Bote Eas und Marduks Surp, 
V/VI, 173—175 (IVR 8, III, 51/52. IV, i): iangamaftä-ku-ma at-ta- 
pah i'ia-ta, kinünu at-ta-paf^y at-ta-din pi-Ur-tu, ra-am-ku ellu ia 
'^E-a apil iip-ri }a '^Silig-lü-idr a-na-ku — „Ich der höchste Ober- 

10 magier zünde das Feuer an, zünde das Kohlenbecken an, werfe die 
Lösung hinein, der heilige (reine) Priester Eas, der Bote Marduks 
bin ich." 

Das Wasser spielt als das „reine Wasser der Besprengung" in 
der Beschwörungstätigkeit Marduks eine Hauptrolle; es ist nicht 

IS bloss Mittel der Reinigung, sondern auch Symbol des Lebens 
wie aus der Bedeutung des Ideogr. für Wasser = Sohn (eig. semen geni- 
tale) hervorgeht. Im A. T. „brütet der Geist Gottes über den Wassern", 
aus ihnen entsteht also das Leben, wie ja auch in der Natur das 
Wasser neben der Wärme das Lebenselement bildet. In der Vor- 

20 Stellung des Babyloniers entsprechen sich also: Haus der Weisheit 
{ZU, AB), Reinheit, Heiligkeit, Leben einerseits — apsü Wassertiefe, 
Haus des Wassers (^-ä), Besprengung mit dem Wasser der Reinheit 
und des Lebens anderseits; das Wasser ist Symbol der Weis- 
heit, und die Weisheit ist es eigentlich, welche die Torheit, aus welcher 

25 die Sünde und deren Folge, die Krankheit, hervorgeht, heilt Das 
scheint der Zusammenhang zwischen der Wassertiefe und der Weis- 
heit zu sein.* A,ZU = der „Wasserkundige", daraus dann asü 
Arzt, vgl. Zimmern, BR S. Z6 f {A.ZU nach Zimmern a. a. O. S. %7 

vielleicht auch einfach „der Kundige", vgl. arab. j^aXä» Weiser, Arzt). 

30 Maq, VII, 31 ff. ist vom „Öl Marduks" die Rede; nach Z. 37 

ist es iaman baläti „Lebensöl" und deshalb dem Lebenswasser nahe 
verwandt Der ^^rÄ-Priester wird auch iW.Zi/ zubenannt, „Ölkun- 
diger" Zimmern, BR S. 86. 

Marduk wird wiederholt als bei nubatti** bezeichnet, z. B. Maq. 

3SII, 157; VII, 19 f. Da nubaitu „Wehklage", „Trauer", „Busse" be- 
deutet, so dürfte dieses Epitheton daher zu erklären sein, dass man 
sich in Not und Krankheit, vielleicht auch bei der Trauer- und Ge- 
dächtnisfeier für die Toten an Marduk wandte. Marduk ist ja der 



♦ über das Lebenswasser vgl. ZmMERN, KAT» S. 524; Jensen, KB VI i S. 367 f. 
40 ** Dazu HW S. 446a; Jensen, KB VI i S. 446; Zimmern, KAT» S. 371; Meiss., 

Suppi, S. 63a. Jensen a. a. O. leitet das Wort von nabü „rufen" ab. 



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286 (gtiix&iz 5iir fmitif^tn ßptA(imi^inf(iüft 

bei baläHy der „Herr des Lebens" ^urp, VIII, 71, der „Barmherzige, 
der es liebt, Tote lebendig zu machen" — rimenüt ia miti bulluta 
irantmu IV R 29, i, 23/24*, der muballit miti KB VI i S. 34 Z. 14 — 
das ihm geweihte Frühjahrsfest ist das Auferstehungs(/ÄÄi)-FestI 
Jensen, KB VI i S. 306; Zimmern, KAT» S. 371. Beachtenswert sind s 
in dieser Hinsicht auch die an Marduk gerichteten Bussgebete und 
Litaneien (vgl. No. XXI, XXII). 

Wenn wir Marduks Tätigkeit als Beschwörer mit der anderer 
Gottheiten nach dieser Richtung vergleichen, so ergeben sich charak- 
teristische Unterschiede. In der Beschwörungsserie Ajaqlü tritt vor 10 
allem der Feuergott G/^,BAR* auf. Dieser Gott, die Personifizie- 
rung der brennenden und versengenden Sonnenglut, wird deshalb 
angerufen, weil es sich um die Vernichtung der Hexerei und des 
Spukes handelt Das Feuer kommt also nicht als belebende Wärme, 
sondern als verzehrende Glut in Betracht Mag. I, iio — 121 (IV R 15 
49» 23-34): 

Du, o Feuergott, bist es, der Hexenmeister und Hexe verbrennt, 
der vernichtet den Bösen, den Samen des Hexenmeisters und der 

Hexe, 
ja du bist es, der die Bösen zugrunde richtet, ich rufe dich an 20 

wie Samaä den Richter: 
Schaffe Recht, entscheide die Entscheidung,** verbrenne Hexenmeister 

und Hexe, 
friss meine Feinde, verzehre, die mir Böses tun!*** 
Dein furchtbarer Sturm f möge sie einholen, 25 

wie Wasser des Schlauches mögen sie hingegossen werden! ff 
Wie gesprengte f ff Steine mögen ihre Finger abgehauen werden! 
Auf deinen erhabenen Befehl, der nicht geändert wird, 
und deine feste Zusage, *f welche nicht unwirksam gemacht wird.**f 
vgl. dazu I, 115; II, 96 ff., 120 f , 130 f., 185; III, 25 ff.; IV, 6 ff , 94 ff., 30 
115 ff.; Sur/>. V/VI 60 f (IV R 7, 51 f.) „Wie diese Zwiebel abge- 



* Nach Jensen, KB VI i S. 8, Zimmärn, KAT^ S. 417 f. ist Glä.BAR zu lesen 
Girru resp. Kirru^ die andere Lesung ist nach Jensen Bilgi. 
*♦ vgl. Zimmern, BR S. 88. 
**♦ HmnMa. 35 

f Zu ümu vgl. Jensen, KB VI i S. 310. 

ff ina tiki iiktä HW S. 712: gleich den Wassern eines Schlauches mögen sie 
durch Ausschüttung zugrunde gehen. 

tff Eigentl.: Wie zur Sprengung von Steinen, HW S. 714b. 

♦t Zu annu /&^»« ZiMMERN, ^urp. S. 53; BR S. 88 Anm. 4, wo er sich der Mei- 40 
nung Jensens anschliesst, dass ein annu „(rnade" überhaupt nicht existiert. 
**| X.'ich Jensen, KB VI i S. 315 hat enü nur die Bedeutung „ändern". 



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I^t^n, l^^nen unb 6t%tU an (JfUxhui, 287 

schält und ins Feuer geworfen wird, der lodernde Feuergott sie ver- 
zehrt u. s. w." — vgl. das. 73 f., 83 f., 93 f., 103 f., 113 f., 130 £ 

Dagegen erscheint Marduk mit seinem Vater Ea auch in Maqlü 
regelmässig als „Herr des Lebens", vgl. VII, 107. 114 und als „Herr 
5 der Beschwörung*' I, 62. 72; II, 158; VI, 58; VII, 20; als „Obermagier" 
IV, 8; V, 182; VII, III.* Die Beschwörung wird auch hier im Namen 
Eas und Marduks ausgeführt, während die anderen Götter nur nach 
ihren besonderen Eigentümlichkeiten zu Hilfe gerufen werden. 

Wenn auch Nuskii, der Feuergott, „Spross des Abgrundes, Er- 

10 Zeugnis Eas"** genannt wird, so erklärt sich das aus seinem Wesen 
als Sonnen- und Lichtgott. Wenn auch von ihm gesagt wird ^tirp, 
IV, 83: „Es trete auf Nusku, der Bote des Tempels der Verheissung 
und Gnade, belebe den Kranken", so ist dieses Beleben als Befreiung 
von dem bösen Spuk zu fassen, wie das Siirp. IV, 84 von dem 

15 mit Nusku sogar identifizierten Gotte Gibil {Bilgi) ausspricht. 

Im />W/}- Ritual,*** das Anweisungen für die Bestimmung der 
Zukunft aus den Vorzeichen enthält, spielt Sama§ die Hauptrolle. 
Die Anführung Marduks im ^^r/i- Ritual möchte ZiMMKRN als eine 
Konzession an den Marduk -Kultus erklären. Der Wechsel ist nicht 

20 auffallend, da ja Marduk sowohl wie Samas Lichtgottheiten sind und 
ersterem oft das Hauptepitheton des letzteren dajjatiu beigelegt wird. 
In den von Knudtzon herausgegebenen Gebeten an den Sonnen- 
gott kommt neben Samas nur Marduk vor. 

c) Die Namen Marduks. 

25 Das gebräuchlichste Ideogramm für Marduk ist AMAR, UD, nach 

V R 43, 54 ff. = Sonnenkind, Sonnensohn, f Der Name Marduk selbst 
ist noch nicht erklärt. Ich möchte vermuten, dass mar Abkürzung 
aus ajuar = Sohn ist (dem semitischen maru = Sohn entsprechend 
— wesentlich ist jedenfalls bei Marduk das Sohnes-Verhält- 

30 nis!), duk = dugga == gut, also Marduk = der gute (Gutes er- 
weisende) Sohn. Da du, äug auch Glosse für KA=pü, amätum 
„Wort" ist (V R 39, 30—36»^) und Marduk der pü apst, das „Wort" 
des Abgrundes, so Hesse sich auch darauf der Name Marduks zurück- 
fuhren, vgl. die unten dargelegten Beziehungen Marduks zum „Worte" 

35 Gottes und zur alttest. „Weisheit". In den Beschwörungstexten steht 
in der sumerischen Zeile gewöhnlich '^^ilig4ü{ga[) -i^r = Machthaber 
[xvQioc;}) der Menschheit insgesamt 

♦ vgl. Tallq., Maq, S. 24. 
♦* Maq, I, 124. 
40 *** vgl. Zimmern, BR S. ggf. 

t Jensen, KU VI i S. 562; Zimmern, KAT3 s. 370. 



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288 (fitiM^t 3Ut fmiii{(iin ^ptdcfwiffenfc^af^. 

Eine Anzahl Namen Marduks ist zusammengestellt und erklärt 

auf der letzten Tafel des Schöpfungsmythus.* Dieselben sind leicht 

in Zusammenhang mit seiner Tätigkeit zu bringen. 

'^Asar-ri** iärik merüti mukin U{s)rati*** bänü ieam u ke mule^i 

urkiti = der schenkt die Pflanzung, fest gründet die , der 5 

erzeugt Getreide und Kraut, der wachsen lässt das (grüne) Gras; 

'^Asaru-alim . . , , ia ina btt milki kabtu atar milki = der im Hause des 
Rates hochangesehen ist, hervorragend an Rat; 

'^Asaru-a/im-nun-na .... karübu nur abi älidüu^ muUeUr terit ^^Anim 
'^Bel u '^&a = der gewaltige, das Licht des Vaters seines Erzeugers, 10 
der Gelingen gibt dem Befehle Anus, Bels und Eas; 

*^Tu'tu'\ . . . bän tedütüunu = Schöpfer ihrer Erneuerung; 

'^Zi'ukkin .... naplat napf^ar iläni = Leben aller Götter; 

Zi-azag . . mukir\^ telilii = der Reinigung bewirkt; 

II iäri tabi\Y^ = Gott des guten Windhauchs; iS 

bei iaime u magäri = Herr des Erhörens und Willfahrens; 

muiabU simri*\ u kubutte, mukin fjegaili = der Reichtum bereitet 
und schwere Fülle, der Überfluss bestimmt; 

}a mimmäni isu ana made utirru = der alles Geringe in Menge ver- 
wandelt;**! 20 

ina pulki danni nisinu iärhi täba = in arger Not verspürten wir 
seinen freundlichen Hauch; 

'^Aga-ajyagga = Herr der glänzenden Krone; 

be/ Upti ellitim'^^^^ ^= Herr der reinen Besprengung; 

muballit 7niti'**^\ = der die Toten lebendig macht; 25 

^a an iläni kaniüti irht taiäru^ ap^äna endu ulassihi eli iläni na- 
kirelu = der sich erbarmte [der Lagef*] der gefangenen Götter, 
das auferlegte Joch abnahm den Göttern seinen Feinden; 

ana padihmu ibnü amelüiu = der zu ihrer Erlösung die Mensch- 
heit schuf; ff* 30 

rimenü }a bullutu baiü ittüu = Barmherziger, dem es zukommt, 
lebendig zu machen; 



* King, The Seven Tablets of Creation Vol. I p. 92 ff. Jensen, KB VI i S. 34 ff. 
** Zu asaru vgl.Osiris, mit dem Marduk auch sonst vieles gemein hat, vgl. II R 54, 48 ff. 
♦** Von esirtu HW 309l> oder von eseru einschliessen ? 35 

t Die oft vorkommende Benennung Marduks als ilTU , TU wird K 2107, 9 er- 
klärt als muallid iläniy muddü iläni == Erzeuger der Götter, Erneuerer der Götter. 
tt Jensen a. a. O. S. 35 Anm. 4. 
ftf vgl. Zimmern, KAT^ S. 526; Jensen, KB VI i S. 351: „Lebensodem'*. 

*t ^ifnru (*^a^) nach Jensen: Gewünschtes, nach HW S. 5711» = Reichtum, Fülle. 40 
**f Die beiden letzteren Namen beziehen sich auf Marduk als Frühlingsgott. 
***-j- Oft in den Beschwörungstexten, 
t* an fasst Jensen a. a. O. S. 353 mit Zimmern = ana^ HW S. 94» = Zustand, 
tt* Jensen, KB VI i S. 353. 



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S^t l^pinen unb t^t%€U an QVtdtbui. 289 

'^ Tu-azag = Gott der reinen Beschwörung; 

i^ ina hptiiu ellitini issu^u nagab limnüti = der durch seine reine 

Beschwörung alle Bösen ausrottete; 
'^Sä'Cu = müde libbi iläni, ia ibarrü kar^u = Herzenskenner, der 
5 das Herz der Götter kennt, der durchschaut den Sinn; 
epii limneti lä uiesü ittiiu = (der) den Übeltäter nicht von* sich 

entrinnen lässt; 
mukin puf^ri ia i/äni, [muf]ib libbÜMn = der versammelt die Götter, 
erfreut ihr Herz; 
10 mukannii lä mägire = der unterwirft die Unbotmässigen; 
muieiir ketti = der leitet das Recht; 

Ia iarti = der das Unrecht ** ; 

Zi-sii inuiai\bü iakummatu]*** = der entfernt die Traurigkeit; 
mukkil iu^^arratu [näsify }apüti]f = der vertreibt die Bangigkeit, 
15 [der entfernt die Finsternis]; 

Su^'kur = näsih {aiäbeW^ = der die Feinde ausrottet; 

mu[sap]pih kipdeiunu . . , . der auflöst ihre Pläne (KiNG, Seiten 

Tabl. p. loi Anm. 5); 
vt\ubal\li [naph]ar raglgi]-^-^ . . . der vernichtet alle Bösen; 
20 Nibiru = äkizu kirbü, Packer der Mitte *f (der Tiämat). 

„Weil er die »Stätte* gebaut, die ,Feste' gebildet, nannte ihn 

,Herr der Länder' der Vater Bei"; sein Herrschaftsrecht gründet 

sich also auf seine Tätigkeit als Ordner der Welt. Ea gibt ihm 

schliesslich noch seinen eigenen Namen, „weil sein Name die Väter 

25 herrlich gemacht hat" 

Wegen seiner glänzenden Taten erhält Marduk zusammen fünfzig 
Namen, darunter auch mummuj^\ 

Die sonstigen Namen Marduks s. bei Strassm., AV 5135, die der 

Sarpanit das. 2910. Jedenfalls sollen dieselben zum grossen Teil ge- 

30 heimnisvoU für das profane Auge sein. Das Ideogr. »^ ^^ <^^^ 

scheint ihn als hochangesehenen Machthaber bezeichnen zu 

wollen, da ^<J^ (h/ig) = iagapüru Machthaber (S^ 268), <^^ 

* itti hat hier offenbar die Bedeutung: „von weg" wie ina zuweilen auch „aus" heisst 
♦♦ iartu Gegensatz zu keitu, Jensen, KB VI i S. 354. 
35 *♦* Zur Ergänzung Jensen, KB VI i S. 36 Anm. 2. Jensen nimmt für tibü die 
Grundbedeutung „aufstehen" an und für ia^ummatu die Bedeutung: Stille, Schweigen; 
hijiatraiu fasst er als Synonym davon. Unter Schweigen ist eben das öde, tote Schwei- 
gen zu verstehen, sodass man doch wieder zu „Leid", „Wehe" kommt, 
t Zur Ergänzung Jensen, KB VI i S. 36 Anm. 3. 
40 tt Zur Ergänzung cf. Jensen, KB VI i S. 36 Anm. 4. 6. 
t+f Das. Anm. 6. 7. 

♦t Zu kiröi} Tiämat vgl. JENSEN, KB VI, I S. 329. 

♦*t King, Sev. Tabl, p. 100 ff., wo noch einige neue Namen der siebenten Tafel 
dazu gekommen sind. 



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290 fgtiM^t 5ttr ftmlH{4tn 9fYA4i9<(r<mfc$afit. 

^= kabtu gewichtig, hochangesehen (S*^ 313) ist. Vgl. die Erklärung 
oben S. 288, Z. 7. 



d) Marduk als Schicksalsbestimmer. 

Marduk wird oft genannt nm^im litnäte, der Schicksalsbestimmer, 
z. B. DT 109 Vorders. I, 5 (No. XXIV). Auch anderen Göttern wird diese 5 
Auszeichnung beigelegt, bei Marduk aber wird für dieselbe eine be- 
sondere Erklärung gegeben. Marduk hatte sich das Recht, im Kreise 
der Götter die Schicksale zu bestimmen, als Siegespreis für die 
Überwindung der Tiamat ausbedungen. 

Nachdem Anu vergeblich den Kampf mit Tiamat versucht hat, 10 
fälirt die Erzählung fort. Taf II c*: 
„Es hörte Marduk das Wort seines Vaters, es jubelte sein Herz und 

er spricht zu seinem Vater: 
,IIerr der Götter, Schicksal der grossen Götter! Wenn ich als euer 

Retter 1 5 

Tiamat überwinde und euch am Leben erhalte, bildet eine Versamm- 
lung und verkündet (?) allüberragend mein Los.** 
Wenn ihr im uplukkinakn freudig beisammensitzt, 
möge mein Wort an eurer Statt die Schicksale bestimmen. 
Nicht möge geändert werden, was immer ich schaffe, 20 

nicht möge zurückkehren, nicht geändert werden der Befehl meiner 
Lippen!'" 

Die Götter stimmen der Bedingung Marduks zu. Taf IV***: 
„Sie (die Götter) setzten ihm hin eine fürstliche Kammer, 
er Hess sich, seine Väter überflügelnd,! zur Königsherrschaft nieder: 25 
Du bist nun der Geehrteste unter den Göttern, dein Schicksal ist 

ohnegleichen, dein Gebot ist (gleich) Anu. 
Von Stund an ff soll dein Befehl nicht unwirksam gemacht werden. 
Erhöhen und Erniedrigen soll liegen in deiner Hand; 
ja feststehn soll das Wort deines Mundes, ohne Widerspruchfff dein 30 

Gebot, 
keiner von den Göttern soll deine Grenze überschreiten! 
Versorgung ist der Wunsch der Kammer der Götter, 



♦ vgl. Jensen, KB VI i S. 11, dazu S. 15. 19; die von King herausgegebenen 
neuen Fragmente ändern die Bedeutung der Sache nicht. 35 

** Diese von Delitzsch gegebene Übersetzung scheint mir die meiste Wahrschein- 
lichkeit zu besitzen; vgl. dagegen Jensen, KB VI i S. 318. 
*** KB VI I S. 20 f. 

t Jensen: „seinen Vätern gegenüber". 

tt vgl. Jensen, KB VI i S. 324. 40 

Itt Dazu Jensen d.is. 



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I^t^n, l^^ntn utt5 tit%tU an iJfUxbuL 291 

Hülle und Fülle, das Begehr der Götter-Heiligtümer, wird, während 

sie darben, deinem Tempel zu teil.* 
Marduk, du ja bist unser Rächer, 

dir geben wir die Königsherrschaft über das ganze All insgesamt; 
5 sitzest du in der Versammlung, so soll dein Wort erhaben sein, 
deine Waffen sollen nicht unterliegen,** zerschmettern ♦*♦ (sollen sie) 

deine Feinde! 
O Herr, wer dir vertraut, dessen Leben erhalte, ein Gott, der Böses 
beabsichtigt t — sein Leben giess aus!*" 

10 Marduk erscheint darum als Schicksalsbestimmer am Neujahrs- 

feste (pagmuku, rei latti^ akitu\ das wohl ursprünglich den Sieg der 
Frühlingssonne über den Winter zum Gegenstand hat Marduk be- 
stimmt an diesem Tage im Upäukkinäku an der Spitze der Götter 
das Schicksal des Jahres. Der Dü-azag, das herrliche Gemach in 

15 Esagila, ist das Abbild des himmlischen Upsukkinäku. Die Herr- 
schaft der aus dem Osten, vom „Schicksalsberge", kommenden 
Sonne über den Tag mag mitgewirkt haben, Marduk mit Vorliebe 
als „Schicksalsbestimmer" zu bezeichnen, durch die Verknüpfung 
dieses Vorrechts Marduks mit der Überwindung Tiamats erscheint 

20 dasselbe jedoch in anderer Bedeutung, wie wir unten näher ausein- 
andersetzen werden. 

e) Marduk als Schutz^^ott Babels. 

Marduks Bedeutung hängt eng zusammen mit der Entwicklung 
Babels, dessen Schutzgott er ist. Je mehr man Marduks Ansehen 

25 über das der anderen Götter erhob, desto ehrwürdiger erschien natur- 
gemäss auch Babel, und wenn der Gott schon bei der Weltschöpfung 
eine so ausgezeichnete Rolle spielte, so war damit Babels Berechti- 
gung zur Weltherrschaft aufs beste motiviert 

In der (zweiten) Schöpfungserzählungff tritt Marduk als Weltbild- 

30 ner auf, Esagila und Eridu werden schon vor Himmel und Erde ge- 
schaffen: Als noch kein Haus, kein Tempel, keine Stadt, kein Baum, 
kein Tier da war, Nippur, Ekur, Uruk, Eana, Eridu nicht gebaut waren, 
„als die Länder zumal Meer waren, als die Mitte des Meeres ein Wasser- 
becken war, damals wurde Eridu gemacht, Esagil gebaut, Esagil, 



35 * So nach HW S. 489, wo ftlr sagü die wahrscheinliche Übersetzung „darben" 

gegeben wird. 

** Nach HW S. 529; nach Jensen unsicher. 
*** Nach HW S. 605. 

f Jensens „Böses ergreift" scheint mir doch gar zu wörtlich. 
40 tt JRNSEN, KB VI I S. 38 ff. 



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292 (ffeiM^t 5ttt ftmiUfti*^ ß^a(iwi^tnf<iaft. 

das im Abgrunde der Herr von Dü-azag bewohnte, die Götter, die 
Anunnak wurden zusammen gemacht, ,die heilige Stadf, ,die Woh- 
nung der Freude ihres Herzens' nannten sie mit hohem Namen. 
Marduk fügte einen Baldachin* über** dem Wasser, baute Erde und 
schüttete sie neben dem Baldachin hin*'. Auf solche Erzählungen 5 
mag sich wohl die Benennung Babels als „heilige Stadt", „Gottestor", 
„Lebenswald" gründen. 

Die babylonischen Könige führen ihre Herrschaft auf Marduk 
zurück und nennen ihn immer an erster Stelle. Zur Zeit der Ober- 
herrschaft Assyriens tritt Marduk natürlich zurück. Jedoch war das 10 
geistige Übergewicht Babels so bedeutend, dass die assyrischen Könige 
sich dann erst als rechtmässige Herrscher von Babel fühlten, wenn 
sie „die Hand Bels" ergriffen und damit von dem obersten Herrn 
Babels die königliche Gewalt erlangt hatten. Tukulti-Ninib (1275) 
brachte nach der Eroberung Babels die Marduk-Statue nach Niniveh; 15 
Assurbanipal führte dieselbe nach Babel zurück. 

Besondere Erwähnung verdient die hohe Verehrung, die Nabo- 
polassar und sein Sohn Nebukadnezar II. Bel-Marduk zu teil 
werden Hessen. Ersterer baute*** neu den Turm von Esagila, Etemen- 
anki (Haus der Grundfeste des Himmels und der Erde) und betete 20 
dabei f: „Marduk, mein Herr, freudig blicke auf meine frommen 
Werke! Auf deinen erhabenen Befehl, der nicht geändert wird, möge 
das Werk, die Tat meiner Hände festen Bestand haben in Ewig- 
keit. Wie die Grundfeste von Etemenanki feststeht ff in Ewigkeit, fff 
so gründe fest das Fundament meines Thrones für ferne Zeiten! 25 
Etemenanki, segne den König, der dich neu gebaut hat! Wenn Mar- 
duk unter Jubel *t Wohnung nimmt in dir, dann mögest du, o Tem- 
pel, ihm meine Frömmigkeit verkünden!" 

Noch mehr als Nabopolassar ist sein Sohn, der grosse Nebu- 
kadnezar IL (604—561) darauf bedacht, Marduk zu verherrlichen 30 
und seinen Kultus zu befördern. Marduk hat ihn bereits im Mutter- 
leibe gebildet, **t auf die Ausstattung von Esagila und Ezida, auf 
Hulderweise für Babel und Borsippa denkt er täglich. ***t „Seitdem 



* Über amu Jensen a. a. O. S. 361. 
** ifta pän JENSEN „vor dem Wasser" ist doch zu undeutlich. 35 

*** Strassm. ZA IV, 106 ff., Col. I, 32 ff. KB III 2 S. i ff. 
t a.a.O. Col. III, 31—60. 
ff ku-nu-na statt kunna Perm. II, i (?). 
fff assati statt ana säii} 

*f ri-si-e-tum inkorrekte Schreibweise, vgl. HW S. 608. 40 

**f E.'L'H.'Inscript. I, 24 f. 
***f Das. 13 ff. 



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I^t^n, Spintn und fit^tit an QVtatbuR. 293 

Marduk, der grosse Herr, mein Königtum aufrichtete* und die 
Herrschaft über das ganze Volk mir anvertraute, Nebo, der Leiter 
des gesamten Himmels und der Erde zur Regierung des Volkes ein 
reines Szepter in meine Hand gegeben hatte, bete ich sie an, habe 
5 acht auf ihre Gottheit. Wegen ihres ehrwürdigen Namens furchte 
ich Götter und Göttinnen. Zu Marduk, meinem Herrn, flehte ich, 
begann zu ihm zu beten und er beachtete die Worte meines Herzens. 
Zu ihm sprach ich: ,Ewiger, hehrer, Herr dessen, was da ist, den 
Namen des Königs, den du liebst, dessen Namen du berufst, der dir 

10 wohlgefällig ist,** leitest du recht, den rechten Weg befiehlst du 
ihm.*** — Ich bin der Fürst, der dir gehorcht, das Geschöpf deiner 
Hände; du hast mich geschaffen, die Herrschaft über alle Völker mir 
anvertraut. Gemäss deiner Gnade, o Herr, welche du überströmen 
lässt auf sie alle,t lasse barmherzig stimmenff deine erhabene Herr- 

15 Schaft, die Furcht vor deiner Gottheit lass sein in meinem Herzen I Ver- 
leihe, was dir wohlgefällig ist, der du mein Leben geschaff*en hastl'"ttt 
Nebukadnezars ganzes Bestreben war darauf gerichtet, die Tempel 
Marduks möglichst glänzend herzurichten. Esagila wurde ausge- 
schmückt,*! Ekuas**t Wände liess er sonnengleich strahlen.***t 

20 Das Tor Hilisir, das Tor der üppigen Kraft f* und das Tor von 
Ezida und Esagila liess er herstellen wie den Glanz der Sonne. 
„Dü-azag, den Ort der Schicksalsbestimmer, welches ist das Upäuk- 
kinäkuff* der Geschicke, in welchem am Zagmuku, dem Neu- 
jahr, am 8. und 11. Tage der Gott als König der Götter des Him- 

25 mels und der Erde,ttt* der Herr des Himmels, sich niederlässt, die 



* ÜDgcnau : mein königliches Haupt erhöhte (KB) ; als er das Haupt meiner Königs- 
herrschaft erhöhte »» als er aufrichtete meine Königsherrschaft; lediglich Umschreibung 
für: Als er mich zur Königswiirde berief. 

♦* Die Beziehung dieses Rel.-Satzes auf „Namen" HW S. 441 ist gewiss möglich, 
30 jedoch scheint es mir besser, in demselben einen neuen Gedanken zu sehen: Der König, 
den du selbst liebst und der auch den entsprechenden Wandel führt. 

♦** AUgem. Obersatz des Gebetes, auf den nun die spezielle Anwendung folgt. 

t gimirsun Acc. des inn. Obj. 
•i~|- Nach HW Hin i: barmherzig stimmen lassen. 
35 ttt a. a. O. I, 40-72; 11, I. 

*f aitakkan zinnäti a. a. O. II, 42. 
**t vgl- <Jie Amerkung zu DT 109, I Vorders. 7 (No. XXIV), wo A.KUM in Parallele 
gesetzt wird mit der H5*^DÜ der Mischna [KU,A ^= aSädu) = Einwohnung. 
***t a. a. O. 43ff. 
40 t* 6ä^ kutöu\ da dieses nach Neb. Grot.1,31 VR 34, 1, 49; KB III 2 S.4of. 46f. derSitz 

der Sarpanit ist, (nach der späteren Deutung die samenspendende Göttin), so trifl^ die 
Übersetzung „Tor der Zeugungskraft" (Winckler, KB III 2 S. 15. 33. 40) wohl das Richtige. 
tt* HW S. 119b. 
ttt* vgl. V R 34, I, 50 (KB III 2 S. 40 f.), wo Ezida, das Heiligtum Nebos in Esagila, 
45 ebenso hiBat ^^Lugal dimmer an kia genannt wird. 



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294 ^HM^t )ttT fmiiif<itn fbpta^wi^ftnf^aft 

Götter des Himmels und der Erde ehrfurchtsvoll auf ihn achten, 
gebeugt vor ihm stehend das Geschick für ewige Zeiten, das Ge- 
schick meines Lebens, darin bestimmen*: selbiges** Gemach, das 
Gemach seines Königtums, das Gemach der Herrschaft des Hell- 
äugigen der Götter, des hehren Marduk, dessen Bau ein früherer s 
König mit Silber gebaut hatte, bekleidete ich mit glänzendem Golde, 
einem strahlenden Schmucke. Die Geräte des Tempels Esagila und 
das Schiff K17,A*** schmückte ich mit sariru und Edelstein gleich 
den Sternen des Himmels." Die Spitze des Tempel turmes Etemen- 
ankif machte er hoch mit einem glänzenden Überzug von hellem lo 
Lasurff-Stein, für die Bedachung Hess er „von dem hellen Wald- 
gebirge" des Libanon die besten Cedernstämme kommen und sie zur 
Bedachung von Ekua mit strahlendem Golde bekleiden, fff Ebenso 
baute er in Borsippa*t Ezida, das echte, wahre Haus,**t den Tempel 
Nebos, neu und Hess ihn von Gold und Edelstein glänzen wie das 15 
Sternenzelt.***! Emachtila wurde mit mächtigen, goldüberkleideten 
Cedernstämmen bedeckt. f* Das Prozessionschiffff* für den Neujahrs- 
tag wurde herrlich hergerichtet Das Opferhaus {Esakkur) baute, er 
berggleich an der Umfassungsmauer von Babel. Die Reihe der 
übrigen Tempel, fff* die Nebukadnezar in Babel baute, bezweckten 20 
alle die VerherrHchung Marduks. Imgur-Bel und Nimitti-Bel,*tt die 
beiden grossen Mauern Babels, waren Marduk zu Ehren so genannt 
worden. Nabopolassar hatte dieselben begonnen, Nebukadnezar voU- 
endete sie. Bei deren Vollendung betete er**tt: „Marduk, grosser Herr, 
das Werk meiner Hände zu Gnaden sieh' freudig an, meine frommen 25 
Werke mögen sein auf deiner Lippe! Mit deinem reinen Worte, das 
nicht geändert wird, verkünde das Langwerden meiner Tage, befiehl 
Nachkommenschaft! Auf deinen erhabenen Befehl, der nicht unwirk- 
sam gemacht wird, möge ich nicht haben einen Feind, einen Wider- 
sacher nicht bekommen!" 30 



* vgl. auch die Übersetzung Zimmerns KAT^ S. 402 Anm. I. 
** I R III, I hi'ü gegen KB III 2, 
*♦* Das Prozessionsschiff Marduks. 

t a. a. O. III, 15 ff. 
'H* ^^^^ugnü = Lasurstein AL^ S. 40. 35 

ttf- a. a. O. 21 ff.; V R 34, I, 46 ff (KB III 2 S. 4of. 46 f.) 
*t a. a. O. 36ff. 
**t bti kenn vgl. HW S. 323 und dazu aplu kmu, 
***t VR 34, I, 55 ff., II, 1-3; KB III 2 S. 4of. 48 f. 

t* VR 34, II, 3f.; KB III 2 S. 4off 48f. 40 

tt* a. a. O. IV, I ff. 

ttt* a. a, O. IV, 14 ff. 

*tt a. a. O. IV, 66ff 

**tt IR 52, 3, II. 23 ff 



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9<9^» Sl^mneti unb &tBtU an QllarbuR. 295 

Die Prozessionsstrasse Marduks, die bereits Nabopolassar von 
Dü-azag bis zur Strasse Aibursabü als Prachtweg hergerichtet hatte * 
wurde verlängert, indem Aibursabü mit einer hohen Aufschüttung 
ausgefüllt und mit einer Wand aus grossen, schönen Backsteinen ge- 
5 schmückt wurde.** An Aibursabü, die Strasse Babels für die Pro- 
zession des grossen Herrn Marduk, fugte er eine Kanalbrücke und 
machte den Weg breit. Dabei betete er***: „Marduk, grosser Herr, 
sei immerdar gnädig, langes Leben, Sättigung mit Nachkommenschaft, 
Festigkeit des Thrones und Altwerden meiner Regierungszeit schenke 

10 als Geschenk!" 

Nebukadnezar fuhrt es auf seinen Eifer für die Ehre Marduks 
zurück, dass er Babylon allein als Hauptstadt ausgezeichnet und 
geschmückt habe, während viele unter seinen Vorgängern andere Städte 
bevorzugten und nur am Zagmuk-Feste, „dem Feste der Erhebungf 

15 des Herrn der Götter Marduk" nach Suanna hineinkamen.ff „Seitdem 
mich Marduk für die Herrschaft schuf, Nebo, sein rechtmässiger Sohn, 
mir sein Reich übertrug, liebte ich wie mein teures Leben ihr freund- 
liches Bild. Ausser Babylon und Borsippa machte ich keine Stadt 
glänzend."ftf In Babel, seinem Augapfel, baut sich daher Nebukad- 

20 nezar auch einen neuen glänzenden Herrschaftsitz an Stelle des von 
Nabopolassar erbauten inzwischen baufällig gewordenen Palastes, 
während er keine andere Stadt mit einer Residenz schmückte.*! 

Diese einzigartige Bevorzugung Marduks durch Nebukadnezar 
zeigt deutlich, dass hier die günstigsten Prämissen gegeben waren, 

25 um dem Monotheismus zum siegreichen Durchbruch zu verhelfen, 
zumal der babylonische Polytheismus immer einen ins Monotheistische 
schillernden Zug aufweist**! Das Gebet, das Nebukadnezar nach der 
Vollendung seines Palastes an Marduk richtete, könnte, abgesehen 
von der Anrede, ganz wohl von einem Manne gesprochen sein, der 

30 nur an einen Gott glaubte. „Zu Marduk, meinem Herrn, flehte ich, 
erhob meine Hand***t: ,Marduk, weiser unter den Göttern, mächtigster, 
du hast mich geschaffen, die Herrschaft über die Gesamtheit des 



* a. a. O. V, I2ff. 
*♦ a. a. O. 38 ff. 

35 *** iR 52, 4, n, 5 ff. 

t vgl. Jensen KB VI i S. 306; Zimmern KAT» S. 371. 
tt a. a. O. VII, 9ff. 
ttt a. a. O. 26 ff. 
*t a. a. O. Vn, 34ff. 
40 **t vgl. WiNCKLER, Die babylonische Kultur S. 18 f.: „Es gibt wohl viele, ja zahl- 
lose Götter, diese sind aber Offenbarungs formen der einen grossen göttlichen Gewalt"; 
vgl. S. 5 Anm. 2. 

♦**t a- a. O. IX, 45 ff. vgl. Grotef. HI, 29 ff.; IR 52, No. 6, 7 ff., wo das Gebet in 
etwas verkürzter Form sich findet. 



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296 (gtiit&^t ;ttt ftmiiifditn ßpxa<liioi\(tn\<liafi. 

Volkes mir anvertraut Wie mein teures Leben liebe ich dein er- 
habenes Bild. Ausser deiner Stadt Babel habe ich aller Orten keine 
Stadt glänzend hergerichtet. Wie* ich liebe die Ehrfurcht vor 
deiner Gottheit, bedacht bin auf deine Herrschaft, (so) sei gnädig 
der Erhebung meiner Hand, erhöre mein Flehen. Ich bin ja der 5 
fürsorgende König, der dein Herz erfreut, der weise Statthalter, der 
ausstattet alle deine Städte. Auf dein erhabenes Geheiss, barmher- 
ziger Marduk, möge das Haus, das ich gebaut habe, in Ewigkeit 
festen Bestand haben, und möge ich seine Pracht geniessen, in ihm 
das Greisenalter erreichen und gesättigt werden mit Nachkommen- 10 
Schaft, von den Königen der Weltenden, der gesamten Menschheit, 
schweren Tribut darin empfangen. Von der Tiefe des Himmels bis 
zur Höhe des Himmels,** wo die Sonne aufgeht, möge ich keinen 
Feind haben, keinen Widersacher bekommen! Meine Nachkommen 
mögen darin für ewige Zeiten über die Menschen herrschen!'" 15 

Wie Nebukadnezar war auch Neriglissar ein treuer Verehrer 
Marduks. Auch er fuhrt seine Regierung auf „Marduk, den Fürsten 
der Götter, den Schicksalsbestimmer"*** zurück, nennt sich „Erneuerer 
von Esagila und Ezida",t „der für Esagila unablässig tätig, der 
auf die Ausschmückung aller Städte der Götter ständig bedacht ist'';tt 20 
er betete ähnlich wie Nebukadnezar fff: „Marduk, grosser Herr, Herr 
der Götter, glänzender, Licht der Götter, (sprach ich), auf dein er- 
habenes Geheiss, das nicht geändert wird, möge ich die Pracht des 
Hauses, das ich gebaut, geniessen, in ihm das Greisenalter erreichen, 
gesättigt werden mit Nachkommenschaft. Vom Fundament des Him- 25 
mels bis zur Höhe des Himmels, wo die Sonne aufgeht, möge ich 
darin von den Königen der Weltenden, der gesamten Menschheit 
schweren Tribut empfangen, meine Nachkommen mögen darin für 
ewige Zeiten über die Menschheit herrschen!" Nach der Restauration 
von Esagil betete er*t: „Marduk, grosser Herr, erhabener Herrscher, 30 
ehrwürdiger, gewaltiger, Licht der Götter, (sprach ich), das kostbare 



* Das ist in den beiden vorausgehenden Sätzen ausgesprochen. 
** Über iJi'ti iame und elat same vgl. HW S. 64t und 142b. Vom Horizont bis zum 
Zenith (Winckler, KB III 2 S. 29) ist eine schwer begreifliche Umgrenzung. Jensen, 
KB VI I S. 347 meint, es könne wohl Ost (Fundament) und West (Höhe) sein, allein 35 
er ist seiner Erklärung nicht sicher. Da die Höhe des Himmels erklärt wird als der 
„Ort, wo die Sonne aufgeht" {ema iamsu asü\ so ist das zweifellos Osten, iUd iami 
ist dann der Westen; also: Vom Aufgang der Sonne bis zum Niedergang resp. um- 
gekehrt. 

*** I R 67, I, 6. 15. 40 

t a. a. O. Z. 2. 
tt a. a. O. n, 12 f. 
ttt vgl. Neb. IX, 45 ff. 
*t Ripl. Cyl. II, 28 ff. 



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Se^n, Sj^mtten uttb Ct^tit an QVtatbuft. 297 

Werk meiner Hände sieh' freudig an! Leben femer Tage, Sättigung 
mit Nachkommenschaft, Festigkeit des Thrones und Altwerden der 
Regierung schenke als Geschenk 1 Auf dein treues Geheiss, das nicht 
geändert wird, bin ich Nergalsaru§ur, der König, der ausstattet, der 
5 bedacht ist auf deine Heiligtümer immerdar." 

Nabuna'id unternimmt seine Tempelbauten auf Geheiss Marduks. 
Vor seinem Entschluss, Ebara, den Sonnentempel zu Larsa, wieder 
aufzubauen, betet er zu Marduk*: „Herr, Haupt der Götter, hehrer 
Marduk, ohne dich wird keine Wohnung gegründet, besteht nicht 

10 ihre Umschliessung.** Ohne dich, wer kann etwas tun? Herr, auf 
deinen erhabenen Befehl möge ich tun, was dir wohlgefällig ist" 
Ebenso fuhrt er die Wiedererbauung des Sin -Tempels EI)ulI)ul auf 
Marduks Befehl zurück.*** 

Alle diese Herrlichkeit Marduks ist mit seiner Stadt Babel in 

15 Trümmer zerfallen und begraben worden. Ob Marduk selbst mit 
dem Untergange seiner Stadt gänzlich unterging? 



f) Marduk und die biblische Gottesidee. 

Wir haben Marduks Genealogie f als in erster Linie bedeutungs- 
voll bezeichnet Ea, Marduk und Nebo bilden zusammen nicht 

20 bloss eine äusserlich verbundene Trias wie Anu, Bei und Ea, sondern 
eine Trinitas, eine Dreieinigkeit, die in vieler Hinsicht an die bib- 
lische Trinitas: Vater, Sohn und Geist erinnert. Es, tritt immer auf 
als der Vater xar* ^ox-ff In der häufigen Bezeichnung Eas als 
^^NU,DIMMUD, nach II R 58, 5, 4 = Ea §ä nabniti, Ea als Urform 

2s vgl. S. 28of daz. Jensen, KB VI i S. 303, ist, da DIM= banü, MUD = 

banü la aladi S*^ 51, der Gedanke enthalten, dass Ea der Urvater ist, 

der alles nach seinem Bilde erzeugt und gestaltet; ähnlichen Sinn hat 

sicher auch ^^NA.DIMMUD nach II R 58, 5, 5 = ^^Ea iä kaläma, 

Marduk ist immer der Sohn (das gewöhnliche Ideogramm für 

30 Marduk enthält diese Bezeichnung: (a)mar, ebenso die erste Silbe 
seines Namens mar). Die Einheit des Wesens bei Ea und Mar- 
duk ergibt sich vor allem aus den Beschwörungstexten. Ea ist 

* Grosse Inschrift aus Ur (PSBA 1889, Bd. 2) Col. II, 35 ff. (KB IH 2 S. 90 f.). 
♦* Jüsurhi von kasäru dämmen, sperren; es scheint von den Wänden und Mauern 
35 im Gegensatz zum Fundamente gebraucht zu sein. 

♦** VR 64, I, 18 ff. vgl. dazu II, 52 (KB III 2 S. 98 ff.). 
t Die weiblichen Gottheiten spielen in der babylonischen Mythologie mit Aus- 
nahme von IStar (KAT^ S. 420) keine selbständige Rolle, sondern sind bloss Ergänzungen 
der männlichen Gottheit. 
40 ff vgl. ZiBCMSRN, Vater, Sohn und Fürsprecher in der babylonischen Gottesvor- 

stellung, Lpzg. 1896, S. I. 

Beiträge zur semit. Sprachwissenschaft. V. 21 



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298 (gtiM^t 5ttt ftmitifditn fbpta<iwifftn\4afi. 

der Urgrund, der ursprünglichste Besitzer der Weisheit, Marduk 
empfängt sie von ihm und verwertet sie an der Menschheit Mit 
Marduk einheitlich und unzertrennlich verbunden ist dessen Sohn 
Nebo, sodass es schwer ist, sie immer klar zu scheiden * Der Feuer- 
gott kommt m. E. als dritte Gottheit zu Ea und Marduk, wie Zimmern** 5 
neuerdings noch festhalten möchte, nicht in Betracht Das Feuer 
des hl. Geistes in der Bibel, auf welches sich diese Auffassung stützt, 
ist immer ein erwärmendes und belebendes Feuer (Gen. i, 2; 6, 17; 
7, 15. 22; Ps. 33, 6; 104, 30 — mn ist Bewegung und eben deshalb 
Leben), während Girru oder B/L,GI, wie wir oben gezeigt haben 10 
(S. 286 f.), als zerstörendes Element in den Beschwörungstexten er- 
scheint Reinheit, Heiligkeit und Leben sind im Babylonischen wie 
im A. T. synonyme Begriffe, Vh^tl Hin ist deshalb der Geist des 
Lebens, Gott der Heilige, ist zugleich der Lebendige. Das Feuer am 
Pfingstfeste ist Sinnbild der Erleuchtung und Stärkung (Geistesgaben, 15 
Begeisterung). Die Verbindung von Wasser und Feuer bei der Taufe 
(Mt 3, 1 1 ; Lc. 3, 16) soll ebenfalls die Mitteilung des Geistes des Lebens 
versinnbilden (über die Bedeutung des Wassers s. unten). Nabu ist 
zweifellos abzuleiten von nadü sprechen, reden, verkünden; das Wort 
erinnert unwillkürlich an das biblische K*'^};*** es ist der Geist Gottes, 20 
der die Propheten erleuchtet und begeistertf Die feurigen Zun- 
gen (Feuer der Begeisterung — Geistesgaben und Verkündigung) 
sind die Erscheinungsform, das Sinnbild des hl. Geistes, am Pfingst- 
fest; es ist derselbe Geist, der die Propheten gelehrt und be- 
geistert hat 25 

Der hl. Geist erleuchtet das Herz zur Erkenntnis der Wahrheit 
Joh. 16, 13; die in der Göttin Taimet = Erhörung dargestellte Seite 
Nebos ist die Bereitwilligkeit zur Entgegennahme der göttlichen Ein- 
sprechungen (vgl. S. 282), die als Geschenk dieser Göttin gedacht ist 

Bei Marduk müssen wir vor allem im Auge behalten, dass sein Kampf 30 
mit Tiämat den Sieg des Lichtes, des ordnenden, vernünftigen Gei- 
stes über die Zügellosigkeit und die rohe Gewalt bedeutet Marduk 
ist der starke Held, der die finstern Mächte des Chaos überwindet er 
ist der Bildner und Ordner der Welt Der Sieg der Frühsonne über 
die Nacht, der Frühlingssonne über die das Naturleben ertötenden 35 
Winterstürme ist dem Babylonier die Illustration dieses Gedankens, 
er ist eine Auswirkung derselben Gottheit Die in die Himmelskörper 
und in das Naturleben gelegte Gesetzmässigkeit die kunstvollen Ge- 

* vgl. Zimmern, KAT» S. 399. 

** Das. S. 418. 40 

♦** vgl. Zimmern a. a. O. S. 400. 
t Es könnte deshalb auch die Etymologie von «4^3 HW S. 442i> angenommen 
werden, ohne d.iss die sachliche Auflasssung eine andere werden müsste. 



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l^<(n, l^^mnen und fitBtU an QVtaTbuft. 299 

staltungen in der Natur sind auf den weisen Marduk zurückzufuhren, 
der ja der Sohn des Herrn unergründlicher Weisheit ist 

Auf die Lehre von der Gestaltung und Ordnung der Welt durch 
Marduk geht ^cher dessen Epitheton: mrdim Hmäte zurück. Seine 
5 Befähigung und Berechtigung, die Geschicke zu bestimmen, hat er 
sich durch die Überwindung Tiämats, durch die Gestaltung des ur- 
sprünglichen Chaos zum Kosmos erworben, d. h. doch nichts anderes 
als: der ursprüngliche Ordner der Welt bestimmt auch die Geschicke 
in derselben oder: die Weltregierung liegt in den Händen 

10 des vernünftigen, ordnenden Geistes, der die Welt ge- 
bildet hat Derselbe vernünftige Geist, der die Welt gestaltet und 
geordnet hat, muss auch der oberste Lenker des Geschehens in der- 
selben sein. Nicht das blinde Fatum beherrscht die Welt (wie es 
dem Chaos entsprechen würde), sondern der Lichtgott Marduk, der 

15 Sohn der unendlichen Weisheit Wie mannigfaltig dieser Gredanke 
im A. T., besonders in den Psalmen verherrlicht wird, braucht nicht 
erwähnt zu werden. Eine spezifische Tätigkeit in der Bestimmung 
der Geschicke fällt Marduks Sohne, Nebo, zu; er hat die Aufgabe 
die Geschicke aufzuschreiben (vgl. KAT'^ S. 40of.). 

20 Marduk, der Weltbildner, der Sohn des Weisheitshauses, der/// 

apsif das Wort des Abgrundes, berührt sich sehr nahe und mannig- 
fach mit der persönlich auftretenden Weisheit Gottes im A. T., mit 
dem Xoyoq bei Johannes und dem dxa)v rov d-eov bei Paulus. Bei Joh. 
I, 3 lesen wir: Ilavxa öi avrov kyipBxo — alles ist durch ihn, den 

25 Logos, geschaffen worden. Dem Alten ist Wort und Gedanke ein 
und dasselbe; das Wort ist das Kleid, der Körper des Gedankens, 
durch den es erst etwas Bedeutungsvolles wird. Darum ist das Wort 
Gottes nichts anderes als der Gedanke Gottes, der Besieger der 
Tiämat, der Ordner des Weltganzen ist der Gedanke (= das aus dem 

30 Geiste hervorgegangene Produkt) des Herrn unergründlicher Weis- 
heit oder die geistige Hervorbringung auf das leibliche Entstehen 
übertragen und mit dessen Terminus bezeichnet: der Sohn. Zu be- 
achten ist dabei, dass auch in den auf orientalische Anschauungen 
zurückgehenden gnostischen Systemen nicht Gott selbst mit der Welt 

35 in Verbindung tritt, sondern sich dazu der oo(pia resp. des Demi- 
urgen bedienen muss. 

In der Schöpfungserzählung der Genesis muss es auffallen, dass 
jeder neue Schöpfungsakt Gottes durch ein „Sprechen" desselben 
eingeleitet resp. vollzogen wird Gen. i, 3. 6. 11. 14. 20. Die Targume 

40 des Onkelos und Jonathan schreiben vieles, was das A. T. Jahve 
tun lässt, dem Worte, Ä^lü'^1?, desselben zu, vgl. zu Gen. 26, 3; 29, 2, 
dazu dann Sap. 10, 5. 13 f., Deut. 31, 8 — Sap. 10, 15 ff.: die „Weisheit" 
tritt hier an die Stelle Jahves und seines Wortes; dazu Ps. 33, 6: „Durch 



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300 (gtiM^t 5ttT ftmiHj<itn ßpta4mi}Ktnf4aft. 

das Wort Jahves ist der Himmel gemacht und sein ganzes Heer 
durch den Hauch seines Mundes." Eigentümlich tritt auch das Wort 
Gottes hervor Ps. 119,25. 28. 49 f. 65. 103. 105. 116. 140. 147 f. 154. 
158. 169 f. • 

In den Weisheitsbüchem* tritt an die Stelle des Wortes Gottes 5 
die Weisheit desselben vgl. Prov. 8, 12, wo die Weisheit persönlich 
auftritt und insbesondere ihre Tätigkeit bei der Weltschöpfung 
schildert bes. 22 u. 27 ff. Ebenso tritt sie Kap. 9 als selbständige 
Macht auf, wenn auch die Poesie an dieser Hypostasierung noch 
ihren Anteil hat. Jes. Sirach 24, 5. 7 ff. heisst es von der Weisheit, sie 10 
sei aus dem Munde des Allerhöchsten hervorgegangen {iyw cbto rov 
oxonaxoq vtplctov i^^Xd-oVj also = Wort). Am Anfange und vor 
aller Zeit ist sie geschaffen, sie ist die Erstgeborene vor jeglicher 
Kreatur (ein Lieblingsbeiwort Marduks ist: dukur *^NU,DIMMUD 
= Erstgeborener Eas, No.XIII, 2; XIV, 17), sie hat allein den Himmel 15 
umkreist und die Tiefe der Abgründe durchmessen, sie ist ausge- 
gossen auf der ganzen Erde. Schliesslich findet sie in Jakob eine 
Heimstätte, wird also an Stelle des im Tempel thronenden Jahve 
gesetzt — (xaxacxrivoocov — vgl. Joh. i, 13: iöxfipwce). Wenn die 
Weisheit Israel aus Ägypten fuhrt, es von den Völkern, die es unter- 20 
drückten, erlöst, wenn sie Israels Schirm am Tage und dessen Sternen- 
licht des Nachts ist, das Volk durchs rote Meer führt und durch 
grosses Wasser bringt, die Feinde dagegen ins Meer versenkt (Sap. 
10, I ff., bes. 17 ff.), so ist sie eben identisch mit Jahve, der sonst 
Israels Retter ist. Sap. 16, 12 ist es hinwiederum „das Wort Gottes, 25 
das alles heilt*'. Es wird sogar mit einem mächtigen Kämpfer ver- 
glichen (vgl. Marduk als Kämpfer!), der Ägypten ins Verderben stürzt 
und das Gottesvolk rettet, Sap. 18, 14—16: „Denn als tiefes Schwei- 
gen alles umfing und die Nacht in der Mitte ihres Laufes war, da 
fuhr dein allmächtiges Wort vom Himmel, vom königlichen Throne, 30 
ein furchtbarer Streiter, mitten ins Land des Verderbens herab, ein 
scharfes Schwert, das deinen unwiderruflichen Befehl brachte und 
alles mit Tod erfüllte, es reichte an den Himmel und stand auf der 
Erde." 

Wie aus den eben angeführten Stellen hervorgeht, ist es die 35 
„Weisheit", welche Israel erlöst und die dem Gerechten in Not und 
Gefahr beisteht. Ebenso ist der weise Marduk der „Heiland" der 
Menschen, der alles Leid unter den Menschen heilt, sogar die Toten 
lebendig macht, weil er dasselbe weiss wie sein Vater, der Herr un- 

* Die Beziehung dieser Stellen auf eine Göttin, spez. I^tar-Siduri (Zimmern, KAT* 40 
S* 439) scheint mir die Weisheit doch gar zu grammatisch (wegen des Gen. fem.) zu 
fassen. 



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I^tin, l^^rnntn un5 ^t^ttt an QVtat^ud 301 

ergründlicher Weisheit. Er heilt durch das reine „Wort" der Be- 
schwörung. Warum gerade die Weisheit helfen muss, ist klar: Das 
Abweichen vom Wege der Weisheit, dem geraden Wege, ist Sünde, 
die Leid und Krankheit mit sich bringt. Der weise Marduk aber 
5 besitzt die Macht, das Böse zu überwinden, weil er die Heilmittel 
kennt und als Lichtgott die dämonischen, finsteren Gewalten vertreibt 
Der Logos bei Johannes, der Eingeborene des Vaters, ist der 
Schöpfer der Welt, darum ihr Lebensquell, besonders in geistiger 
Hinsicht (er ist das Licht und das Leben der Menschen Joh. i, 4, 

10 er ist voll der Gnade und Wahrheit i, 14). Als Schöpfer d^r Welt, als 
der Ursprung ihres Lichtes und Lebens, muss der Logos erscheinen, 
um der Welt, die durch den Abfall von ihm in Finsternis und Tod 
schmachtet, das Licht und die Gnade als Erlöser zu bringen, um 
ihr das Brot und das Wasser des himmlischen Lebens darzubieten 

«5 (Joh. 4, 13 f.; 6, 35 fr.; 7, 37 fr.), sie zu heilen und zurückzuführen zur 
Quelle ihres ursprünglichen Lebens. 

Ebenso hat die paulinische Christologie einen eigentümlichen 
Anknüpfungspunkt in der babylonischen Theologie. Ea ist der 
mummu, vgl. oben S. 280 £ und S. 297, das Urbild jeder gestaltenden 

20 Idee, sein Sohn Marduk ist der Bildner der Welt — Christus ist 
das „Bild Gottes" bei Paulus,* die Idealdarstellung des göttlichen 
Wesens; im „Bilde Gottes" ist der Mensch geschaffen; durch die 
Sünde des ersten Menschenpaares wird dieses Bild im Menschen 
zerstört Christus, das persönliche Bild Gottes,** ist der zweite 

25 „Adam",*** der Idealmensch, der das zerstörte Bild Gottes in der 
Menschheit durch seine Lehre und Gnade wieder herstellt In 
Christus vollzieht sich eine völlige Neuschaffung des menschlichen 
Wesens (i Cor. 5, 7; 2 Cor. 5, 16 f. xaip^ xrlocq — xaivä yeyove rix, 
Jtavra\ Gal. 6, 15; Eph. i, 10; 4, 22 f.) und zwar durch die Einigung 

30 mit ihm und durch die Gleichgestaltung nach seinem Bilde, wo- 
durch das Kindschaftsverhältnis zu Gott begründet wird (Rom. 8, 29: 
ovfifioQ^ovq TTJg elxovog rov vlov avrov] Col. 3, 9 ff; 2 Cor. 3, 18; Gal. 
3, 26; 4, 5 ff.). 

Wie wenig die Erschaffung des Menschen nach dem Bilde Gottes 

35 der babylonischen Weltschöpfungserzählung fremd ist, geht daraus 



* 2 Cor. 4, 4; I Cor. 2,8; Phil. 2, 5— ii; Hebr. i, 2—4; I Cor. i, 24 {XQiOtdv 
&eov dvvafitv xal ^sov ao<plav). 

♦♦ Col. I, 15 ff.; "Oq icxtv elxo)v xov ^eov aoQaxov ngtozdroxog ndaijQ 
xxlaeofQi oxi iv alrif» ixiladij rä navxa iv xoTq oigavolq xal inl xfjq yfjq, . . . ra 
40 ndvza 61^ airtov xal elq aMv extiotai, Hebr. i, 2: . . . . <Jt' oi? inolrjaev tovq 
alojvaq, 

♦♦♦ Rom. 5, 12 ff.; I Cor. 15, 20 ff. 



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302 (S^iit&^t 5ut ftmxt%f<itn |l))tAC^i(fmf4aft. 

hervor, dass nach dem Bericht des Berosus* Bei sich den Kopf 
abschlagen Hess, damit durch die Vermischung desselben mit Erde 
die Menschen gebildet würden. Deshalb seien diese vernunftbegabt 
und hätten Teil am göttlichen Verstände. 

Marduk wird 6e/ lari täbi genannt (vgl. S. 288); in der Gen. wird 5 
dem aus Erde gebildeten Menschen der „Lebensodem" eingehaucht 
Gen. 2, 7 vgl. dazu das „Anhauchen" Joh. 20, 22. 

Der Apsü, das „Haus der Weisheit", ist der Ort, wo das „Wasser 
der reinen Besprengung" gespendet wird; jedenfalls ist dieses Wasser 
verwandt dem „Lebenswasser", das in der Höllenfahrt der I§tar (Rucks. 10 
34, 38) und im Adapa-Mythus (Rucks. 24 ff.) erwähnt wird. Das „Wasser 
der reinen Besprengung" wird von Marduk gespendet (IV R 57, 22. 85 
[No. XIV], IV R 60, 21«: karpat agubba ina nie büri la bit 'LUarduk\ 
vgl. dazu das Wasser Ez. 47, i ff.; Joh. 3, 5; 4, 14; 5, 4; 7, 37 f; 9, 7; 
19, 34; Apoc. Joh. 22, i). Beachtenswert ist jedenfalls auch die merk- 15 
würdige Erklärung der Taufe durch die Wolke und das Meer und 
die Identifizierung des Wasser spendenden Felsens in der Wüste mit 
Christus durch Paulus (i Cor. 10, 1—5; Ex, 13,21 ff.; 14,24; 17,6). 
Paulus erinnert daran bei der Gelegenheit, wo er die Korinther wegen 
der Ausschweifungen bei der Abendmahlsfeier tadelt Die Verheissung 20 
des Fleisches und Blutes Christi bei Johannes 6, wo dieses als eine 
Speise dargestellt wird, die den Tod überwindet, weil sie mit Christus, 
dem Logos, der Quelle des Lebens, vereinigt, steht zweifellos im 
Zusammenhang** mit dem Baum des Lebens im Paradies, mit dem 
messianischen Mahle in den prophetischen Schilderungen (Jes. 25, 5f; 25 
55. 1—3; 65, 13; Jen 31, 24f.), in den Psalmen (Ps. 132, 15; 16, 5; 
22,27; 23,2.5; 36, 9 f.). Die Lebensspeise, deren Spender Marduk 
ist nach K 8961, 5 (No. XVII),*** ist nur eine andere Symbolisierung 
desselben Gedankens. Eine eigentümliche Ausführung hat das Bild des 
Mahles in den Sapientialen erlangt, die nach unserer Darlegung 30 
über das Wesen Marduks besonders beachtenswert sind. Die Stellen 
erinnern vielfach an das Lebenswasser bei Johannes Jes. Sir. 15» 3*, 
24, 26 f 29: „Die mich essen, hungern immer, und die mich trinken, 
dürsten immer'*, dazu Joh. 4, 13; Sap. 16, 20; Prov. 9 (Das grosse Mahl 
der Weisheit). 35 

Die Stellen bei Johannes über das Lebenswasser, das reinigt und 
sättigt (Joh. 3 und 4), und über das Lebensbrot (Kap. 6) sind bildliche 
Darstellungen für die Aufnahme des Lichtes und der Gnade des 
Logos, der sich in Christus der Menschheit darbietet Das Mahl der 
Weisheit ist demgemäss dem Mahle bei Johannes nahe verwandt, da- 40 

* Die neueste Übersetzung bei Zimmern, KAT« S. 488 ff., vgl. das. S. 497. 
** vgl. Zimmern, KATs S. 525. 
*** Das Nähere über das Lebenskraut s. bei Zimmern, KAT' S. 523 f. 



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I^t^n, Si^mnen un5 &tMt an Qllarbttft. 303 

mit tritt aber aufs neue die enge Beziehung zwischen Marduk, Weis- 
heit und Wort Gottes klar zu Tage. 

Mit dem im A. T. so vielfach erwähnten Salbungsöle wäre in 
Vergleich zu bringen das Öl 3fag, 7, 31 ff., das genannt wird: „helles 

5 Öl, reines Öl, glänzendes Öl, das reinigende Öl der Götter, das Öl, 
das geschmeidig macht die Sehnen der Menschen, das Öl der Be- 
schwörung Eas, das Öl der Beschwörung Marduks". Marduk ist der 
Besitzer des „Speichels des Lebens": IVR29, i, 37£: i-mat ba- 
la-ttc ku-titn-mu, „der Speichel des Lebens ist dein", vgl. Marc. 7, 33; 

10 8,23; Joh. 9, 6. 

Wir sehen hier die innigste Verwandtschaft zwischen den von 
der babylonischen Theologie ausgebildeten Gedanken und dem A. T., 
dessen Ideenkreis ja auch das N. T. beherrscht. Historisch lässt sich 
das leicht erklären dadurch, dass der Stammvater des Volkes Israel 

IS aus Südbabylonien kam. Dass Marduk ein Hauptgegenstand der 
priesterlichen Gelehrtenspekulation war, ergibt sich schon aus dem 
komplizierten System, das über ihn und seinen Vater Ea besonders 
zum Zwecke der Beschwörung ausgebildet war. In den Hymnen er- 
scheint Marduk oft als „Herr des Himmels und der Erde", als „Herr 

20 der grossen Götter" vgl. IV R 29, i, 15/16. 25/26. 31/32. 45/46 u. s.w. 
Wenn wir dazu beachten, dass Marduk unter Nebukadnezar geradezu 
zur Alleinherrschaft erhoben wurde, so haben wir wieder eine histo- 
rische Erscheinung von grösster Bedeutung. 

Marduk, die in der Welt waltende und als Heiland den Leiden- 

25 den helfende Weisheit — so ist er zum unsterblichen Ideal geworden. 
Und wann immer die siegreiche Frühlingssonne der toten Natur neues 
Leben einhaucht, wird sie auch in der Menschenbrust die Sehnsucht 
nach der Quelle unsterblichen Lebens immer wieder finden. 

g) Die Überwindung des Drachen in biblischer 
30 Darstellung.* 

Wenn wir uns gegenwärtig halten, was die Überwindung Tiämats 
durch Marduk eigentlich bedeutet: Die Besiegung der Mächte der 
Finsternis und der Zerstörung durch die gestaltende, ordnende und 
belebende Weisheit, so fallen auf manche Stellen des A. T. interes- 
35 sante Schlaglichter. Die Besiegung der chaotischen Gewalten ist 
das Gericht über dieselben. Der alttestamentliche Prophet sieht 
die Unterdrückungen, die dem Jahve- Volke widerfahren, mit Schmerz 
nimmt er wahr, dass in der Welt nur zu oft das Recht des 

* Zu diesem Absatz vergl. Gunkel, Schöpfung und Chaos in Urzeit und End- 
40 ««V, Göttingen 1895. Ferner m. Schrift: Sünde und Erlösung nach biblischer und 
babylonischer Anschauung^ Leipzig 1903. 



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304 (StUt&^t 5ut femihfc^en ßptc^i\(tnf4aft 

Stärkeren gilt, da weist er hin auf den endlichen Sieg der Weisheit 
und des Rechtes, indem er die Zeitereignisse in bekannte, allgemein 
diese Wahrheit illustrierende Bilder kleidet. So wird seine Dar- 
stellung von selbst eschatologisch: die Beschreibung des Gerichtes 
über die Weltmacht geht auf seine Zeit, dabei verwendet er aber 5 
Bilder, welche sich wesentlich auf die Endzeit beziehen; so kommt 
es, dass er in seiner Beschreibung des Gerichtes in letzter Linie das 
Endgericht schildert, in das sich die Überwindung des gegenwärtigen 
Feindes nur als eine Episode eingliedert Daher sind in der Prophetie 
Zeitgeschichte und Endzeit oft nicht zu trennen. In derselben Weise 10 
verkündet Jesus das Gericht über Jerusalem : in die Beschreibung der 
Zerstörung der Stadt mischt sich die Schilderung des letzten Ge- 
richtes. Der Gipfel der prophetischen Ausführungen liegt immer in 
der Darstellung des Endgerichts, weil dieses die endgiltige Über- 
windung der gottwidrigen Gewalten und den vollkommenen Sieg der 15 
Wahrheit, des Rechtes, der Ordnung bedeutet So wird die alt- 
testamentliche Prophetie bedeutungsvoll nicht durch irgendwelche 
dunkle Orakel, sondern durch die Einschärfung einer hohen, sittlich- 
religiösen Wahrheit; der Prophet selbst steht vor dem Volke als 
Vorbild der sittlichen Kraft, die sich in der Trübsal bewährt 20 

Für das Verständnis vieler in der Geschichte des Auszugs aus 
Ägypten historisch geschilderter Vorgänge ist es wichtig, zu beachten, 
dass bei den Propheten Ägypten oft als Meerungeheuer dar- 
gestellt wird. Jes. 51, 9 f. wird die Erlösung aus Ägypten durch 
Jahve mit der Überwindung Tiämats durch Marduk geradezu iden- 25 
tifiziert Statt Tiämat lesen wir Rahab und Tannin als Personifika- 
tion der chaotischen Urflut. „Er machte Meerestiefen zum Wege, 
dass durchzogen die Erlösten." Die Austrocknung des Schilfmeeres 
und die Vernichtung Pharaos wurden demnach als gleichbedeutend 
mit der Besiegung Tiamats betrachtet: es ist der grosse Kampf der 30 
Weisheit, die im Jahve- Volke ihren Sitz aufgeschlagen hat, gegen die 
gottlose, gewalttätige Weltmacht Marduk ist Weisheit- und Erlöser- 
gott bei den Babyloniem, im A. T. tritt wiederholt an Stelle Jahves 
die persönliche Weisheit (Sap. 10, bes. 15 ff; ebenso Kap. 11 : der 
Weisheit wird die Erlösung aus Ägypten und die gesamte Heils- 3S 
tätigkeit, die sonst Jahve übt, zugeschrieben). Sap. 16, 12 tritt das 
Wort Gottes als Heiland des Gottesvolkes, 18, 14 aber als mächtiger 
Kämpfer auf, der die Feinde Israels niederschlägt und alles mit Tod 
und Verderben erfüllt, vgl. Jes. Sir. 24, 5. 7 ff. Ägypten wird bezeichnet 
als Rahab Jes. 30, 7; diesen Namen hat es auch als Rätselnamen 40 
Ps. Sy, 4 (daneben Babel, mit welchem in der Apoc. Joh. die gott- 
feindliche Macht bezeichnet wird). Die Überwindung Rahabs in pro- 
phetischer Schilderung zur Verherrlichung der Macht Jahves erscheint 



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l^e(n» S^fun und ^e6eie an QVtatbul 305 

ferner Ps. 89, loff.; ähnlich Job 9, 13 u. 26, 12. (Beachtenswert ist, dass 
hier Jahve durch seine Klugheit Rahab überwindet) 

Wenn man die eigentliche Bedeutung des Chaostieres erkannt 
hat, so kann es nicht auffallen, wenn in den prophetischen Dar- 
5 Stellungen die Bezeichnungen desselben wechseln. Ps. 74, 12 ff! tritt 
Leviathan an die Stelle Tiämats; er ist parallel dem Meere und dem 
Meerungeheuer. In ähnlicher Weise wie Ps. 89, loff". wird hier die 
Herstellung der Ordnung in der Welt als ein Sieg Jahves über ge- 
waltige Ungeheuer dargestellt. Zeitgeschichte und mythische Remi- 

10 niscenzen werden oft verbunden; Ps. 74, 12 — 15 lässt sich ganz wohl 
auf Ägypten beziehen, dagegen geht 16 auf die Betrachtung der 
Weltordnung über. Jes. 27, i wird das Gericht als Überwindung 
Leviathans dargestellt; Leviathan in poetischer Schilderung auch 
Ps. 104, 25 f. 

'5 Job 3, 8 erscheint Leviathan als fürchterliches Ungeheuer; 40, 15 ff", 
scheinen Behemoth und Leviathan einzelne Züge von den Chaos- 
tieren entlehnt zu haben. Der Drache im Meere Ez. 29, 30!, 
32, 2 ff. ist Bild Ägyptens; in die Schilderung sind mythologische oder 
besser apokalyptische Züge eingetragen („Mein sind die Ströme, ich 

20 habe sie gemacht", sagt gewiss kein Drache). Diese Stellen kommen 
schon nahe an die apokalyptischen Schilderungen bei Daniel und in 
der geheimen Offenbarung Johannis heran. Vergl. auch die Schlange 
bei Amos 9, 2f, den grossen Fisch Jon. 2, i * Tob. 6, 2. 

Die Überwindung der Macht des Bösen, die Überwindung 

25 Ägyptens oder Rahabs ist die Befreiung und Erlösung des Gottes- 
volkes; daher sind Gericht und Erlösung unzertrennbar. Die Aus- 
zugsgeschichte schildert die Vernichtung des grossen Feindes, 
Ägyptens, damit aber auch die Erlösung des Gottesvolkes von der 
Macht der Finsternis; der zeitgeschichtliche Vorgang bildet nur die 

30 Einkleidung. Dadurch erhalten das Paschalamm** (Ev. Joh. i, 29. 36; 
^9» 33^)» der Durchzug durchs rote Meer (vgl. i Cor. 10, iff.), das 
Wasser aus dem Felsen und das Manna (i Cor. 10, 3f) die geheim- 
nisvolle Bedeutung, die ihnen das N. T. zuschreibt 

Der Drache ist die personifizierte Empörung gegen Gott; 

35 darum ist der Hochmut sein besonderes Merkmal, seine „Sünde" 
und der Grund, warum ihn die Weisheit, Jahve, im Gericht über- 
windet. Er macht Gott die Herrschaft streitig Ez. 29,3 vgl. 9. 15; 

♦ GUNKEL, a. a. O., S. 322 Anna. 3. 
♦♦ Die Paschafeste spielen im Leben Jesu eine besondere Rolle Job. 2, 13, 23; 
40 6, 4; Jesus niuss am Paschatag sterben 13, i; es wird ihm kein Bein gebrochen, um 
ihn als die Erfüllung des alttestamentlichen Vorbildes zu bezeichnen 19, 33, vgl. Ex. 12, 46; 
aus seiner Seite fliesst Blut und Wasser = Symbol des Lebens und der Wahr- 
heit, vgl I, 17; der Logos ist der Spender der Wahrheit und der Gnade. 



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306 (9^6r40< 3iir ^tmitif4tM fbpta^m^tnfiiafi. 

Ps. Sal. 2, 28*» f.: „Zaudere nicht, o Gott, es ihnen heimzuzahlen, zu 
kehren den Übermut des Drachen in Schmach". 2, 33: „Er hatte 
gesprochen: Ich will Herr sein von Land und Meer", er masst sich 
also die göttliche Herrschaft an. 

An diese Prophetenstellen schliessen sich die apokalyptischen 5 
Schilderungen bei Dan. 7 u. 14 an. Die Weltreiche bei Dan. 7 wer- 
den als Meer ungeheuer dargestellt und sind zweifellos mit dem 
Chaostier verwandt, vielleicht kannte der biblische Schriftsteller auch 
den babylonischen Mythus und hat darnach unter Berücksichtigung 
der prophetischen Bildersprache seine Darstellung gewählt Der 10 
babylonische Gott als Drache dargestellt (Kap. 14) enthält eine 
scharfe Ironie gegen Babel selbst; sie erzählten von einem in der 
Urzeit durch ihren Stadtgott Marduk überwundenen Drachen, der 
jüdische Schriftsteller sagt nun: ihr selbst betet in eurem Bei den 
Drachen an. Nach altorientalischer Anschauung ist das Volk mit 15 
seinem Gotte eins, wurde also die Weltmacht Babel als Ungeheuer 
dargestellt, so war dies natürlich auch für dessen Hauptgottheit berech- 
tigt. Das Gericht Gottes aber (bvm^ = Gott hat gerichtet) wird diesem 
Gotte ein Ende bereiten, ähnlich wie Marduk die Tiämat gespalten 
hat. Der Apokalyptiker hatte also den Sinn des babylonischen 20 
Weltschöpfungsepos richtig verstanden, er deutete es aber in einer 
für Babel durchaus nicht schmeichelhaften Weise. 

Der Drache in der geheimen Offenbarung Johannis (Apoc 12. 
13) ist der bisherigen Erklärung entsprechend natürlich auch die gott- 
widrige Macht, die der Weisheit, dem Worte Gottes, Christus, dem 25 
inkarnierten Logos (Ev. Joh. i, 14) entgegentritt; Christus ist der 
Gott-Überwinder; das Weib ist die symbolische Darstellung des 
Gottesvolkes, die Braut des Herrn (Ez. 16), die babylonische Hure 
dagegen (Apoc. 14, 8) ist die von Gott abgefallene Menschheit; sie ist 
geistig eins mit dem Drachen. V) 6(pig 6 aQxatog enthält einen Hin- 30 
weis auf Tiämat und die Paradiesesschlange (Gen. 3), welcher der 
Kampf mit dem Weibessamen (hier auf Christus und die Seinigen 
angewendet) vorausgesagt wird. Diese kurze Andeutung mag hier 
genügen. Sie soll bloss soviel besagen, dass eine richtige Erklärung 
von Apoc. Joh. 12 u. 13 erst dann möglich ist, wenn sie von der 35 
richtigen Erklärung des babylonischen Mythus und der prophetischen 
Stellen ausgeht. 

h) Zusammenstellung der hier bearbeiteten Hymnen und 

Gebete. 

Die an Marduk gerichteten Hymnen und Gebete bilden nicht 40 
eine besondere Art der babylonisch-assyrischen Literatur, es sind 



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l^<9n, I^T^mntn unb t^i^tit an (JYlavbttft. 307 

vielmehr Texte, die in verschiedenster Form erscheinen Was sie 
eint, ist ihre Beziehung zu Marduk, dem wichtigsten babylonischen 
Gott. Bei dem fragmentarischen Charakter vieler Tafeln ist es kaum 
möglich, die Klassifizierung in Gebete und Hymnen streng durch- 
5 zufuhren; und schliesslich geht ja der Hymnus auch in ein Gebet über. 
Meist sind die Hymnen oder Gebete mit Beschwörungsformularien 
verknüpft und gehören wohl zu dieser oder jener Beschwörungsserie. 
Die Nummern XIII— XVI, XXI gehören in die von L. W. King unter 
dem Titel ,Babylonian Magic and Sorcery' veröffentlichte Serie Nii kati, 

10 während sich in den Beschwörungsserien Maqlü und ^urpu keine 
speziell an Marduk gerichteten Gebete befinden. Die Unterscheidung 
zwischen Hymnen und Gebeten ist nach dem vorwiegenden Charakter 
der betreffenden Texte vorgenommen. Besondere Eigentümlichkeiten 
zeigen die Bussgebete und Litaneien, ebenso die speziell an den 

15 Bei von Babel gerichteten Gebete, weshalb sie besonders gruppiert 
wurden. 

Eine Anzahl der Tafeln wurde von mir im British Museum neu 
kopiert und zum ersten Male vollständig behandelt Die aus IV R 
und KiNGs BMS entnommenen Texte habe ich nicht kollationiert, 

20 dagegen die von Brünnow und Crak; veröffentlichten. Aus den von 
Craig veröffentlichten Texten habe ich DT 109 nochmals in der 
Kopie mitgeteilt. Eine Vergleichung der beiden Kopien wird zeigen, 
dass dies nicht überflüssig war; eine Kopie wird ja immer viel siche- 
rer, wenn man das vor sich hat, was bereits ein anderer gesehen 

25 hat, selbst wenn er sich getäuscht hat. 

Über die älteren Bearbeitungen der Texte s. Bkzolds Cata/oguc, 
Dass dieselben meist veraltet sind, begründet eben die neue Bear- 
beitung. Kings Texte sind zwar ausgezeichnet kopiert, dagegen 
lässt sich in der Übersetzung sehr viel verbessern und ergänzen; von 

30 No. 1 1 (bei mir No. XXI) hat er fast gar nichts übersetzt Ebenso 
lässt sich an Brünnows Übersetzung Manches verbessern, ein Zei- 
chen, dass die Assyriologie inzwischen fortgeschritten ist. 

Bei der folgenden Zusammenstellung mag die Verweisung auf 
Kings BMS und auf IV R genügen; bei den anderen Tafeln führe ich 

35 die Registrations-Nummer des British Mus. an. 

No. I = K 7592 + K 8717 4- DT 363; K 8717 4- DT 363 ver- 
öfTentL von BrCnnow ZA IV S. 2Aßf(.\ K 7592 ZA V S. 77f. Trans- 
skription, Übersetzung und Kommentar ZA IV S. 230 fr. und verbessert 
ZA V S. 57 fr. Craig RT Vol. I p. 29 fT. 

40 No. II = K 3459 (Dupl. K 8292); Text veröflfentl. von BrCnnow 
ZA IV S. 36 fr., Transskription das. S. 13 ff., Kommentar das. S. 225 f 
No. III = K 3505. Dupl. S 7 (Const), in Transskription veröff. 
von SCHEIL, Une saison de fouilles h Sippar p. 97. 



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3o8 ^tihii* j»t fmitif^t» §kpttt4m^nfdtä^ 

No. IV = DT 71. 

No. V =r K 3351 (Craio RT Vol. I p. 43, King STC VoL I 
p. 205). 

No. VI =IVR26,4. 

No. VII = IVR 29. I. 5 

No. VIII = K 2356. 

No. IX -= K 3418. 

No. X = IVR 20, I. 

No. XI = K 5233 (King STC Vol. I p. 180). 

No. XII = IVR 18, I. ,0 

No. XIII = IVR 21* (C) III Rev., KiNG No. 9, AL* S. 81. 

No. XIV — IVR 57 — King No. 12. 

No. XV — King No. 13. 

No. XVI = King No. 18. 

No. XVII = K8961 (Craig RT Vol. I p. 59). 15 

No. XVIII = K 9810. 

No. XIX =. K 9918. 

No. XX = K 9595. 

No. XXI = King No. ii. 

No. XXII = K 3175 + K 3186 + K 3216 + K 3419 + K 8237 20 
+ K 9459; damit verwandt: K 9430, K 3199, K 3183 (teilweise 
vcröflfentl. von Bkünnow ZA IV S. 243 ff.). 

No. XXIII = K 5201. 

No. XXIV = DT 109 (Craig RT Vol. I p. i). 

No. XXV = IV R 40. 25 

Für die Mardukhymne IVR 18 No. 2, die jetzt durch einen in 
Babylon gefundenen Text (BE 13420) eine erwünschte Vervollstän- 
digung gefunden hat, s. die Veröffentlichung und Bearbeitung durch 
Wfisshach in dessen Babyl. MiscelUn S. 36 ff. — Von weiteren Texten, 
die im folgenden keine Aufncihme gefunden haben, die aber wenig- 30 
stens teilweise gleichfalls als Mardukhymnen in Anspruch zu nehmen 
sind, seien an dieser Stelle noch genannt: i) Der von Strong in 
yv,v. Soc. Bibl. Anh. XX (1898), S. 154—162 unter dem Titel „A Hymn 
of Ncbuchadiuzzar" veröffentlichte akrostichische Hyinnus; vgl dazu 
Jastrow, Rclig. Bah. h.Ass. S. 5x0 ff. — 2) Der akrostichische HynMjus 35 
beiPlNCHES, Tcxts in the Bah. IVedge-Writing 'p. isf. — 3) Die Wid- 
mungsinschrift Asurbanipals an Marduk K i2ob usw. (DupL K 3412) 
veröffentl. von Ckaig RT Vol. I p. 10—13 "^d genauer von Stro.vc; 
in yoiirn. asiat. 1893, p. 361— 3S5. — 4) An IV R 20, i = No. X 
schliesst sich an K 3353, wo von einem längeren Aufenthalt Marduks 40 
im I^indc //<»/,'/■ die Rede ist (veröff von Fr. Martin, Rea/ei/ 1902 
p. <.X) <is. ; das. findet sich veröff. K 2493 als PrU-re dun mala Je a Marduk. 



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Texte nebst Übersetzimg und Bemerkungen. 

I. K 7592 + K 8717 + DT 363. 

Vorderseite, 
t A-dai-lal t^i-kir-ka Maniuk ga^-ri iiaui gu-gai ^ami-£ u iß\U'f\m] 



u-tü hirrti-H-{tn] 

4 /ja-am-ma-fd kui-itit ni-me-ki ga-mir e-muk-ki 

5 ka-mMiti-u ma-ä'ku e-ül-lum $i-i-ru kaf-ka-hi hir-ifu-u 

6 ii-Ia-a^-ri-Au 6c-iu-ns-sti il^-pt-ru a-ftun-tü ^^A-\ J 



7 ina hime-€ st-ra-ia iua ir^i-ihn sar-ra-ia nak-ia muH-taUku 

ii[mii}\ 
S mu-kin gi-mir dn-dd-mt' ta-mit-il^ kip-pat ön-p-U'Um'me n m[ah 

9 [}Mr\-ba'ta'ma ina Uani bu-un-m ii-öan-m-ka ^^Nü\DfM.MUD ü-[ 
10 ia Mmäti HAni raiüH ü-jat-mt-ipt nt-iu-uk-ka hik-nu(i)[ 



13 ] ..a-a-M t£-ri-e-ti ü-iar-^n-ka-ma '^ENJJ[LLU.LUi 
1% ] hiri^)-ifU-H iiaui hi-rH-rn fmm-rn Mr-lnr-ri \ 

14 ] - mu'iai-iik ki-nir M-ma-ine [ 



16 ] . URJDIM ^^GUD.ALIM ^^HÄ.ÄMkL [ 

17 *^ß(?)"[ 1 • '^ '^*^' ^^~ ^'^~ ^^' ^' 



18 np-ium ^rN[U.DlM,MUD \ hm ^'"-kaga-^[ 

19 kaffi4 niuim[uiiii mi\m(i}-4d-n bt-ii-e [ 

20 tak-mu ia-ma-ift rap[ahtH\m{ ^y^^^Km-gi MAR [ 

21 ii-r^hkü Bai^Uu^-ma H'i^-d{u-ka}] ä.SACJL[A 



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1 



3IO (gftiitSt^t 5ttr ftm%Hf4^ Ikptä(ii9i\ftnf<iäft 

22 u me-Ia-ri ta-din-nu-tna ta-par-ra-su pu\russe\^ tii-pa\ 

23 tU'la-az-na-an ztinne daf^-du-ti mile gab'[}ü-te\^) 

24 ia Bei gn-gal lante-e nir-bu-iu ra-bu-u gu-ui-hir ma-a-dii 

25 iü-tur bi-nu'tum gat-tum iü-ul-ku-ma a-na ti-di-ik be-lu-ti-lu 

lur-ru-^uf^ 

26 il'si Igigi Anunnake kiUmu-su ma-l^ar-iu u iläni za-re-iu ia-ku- 

ntn-tnei ra-mu-u a-na [ 

27 mit'lu'uk mil'ki H-it-talQ) hi--uti ii-tul-tü a-na Marduk-ma 

ba-la-a 7iZ'[na-}unQ) 

28 sU'Ud'du-ru gug-ga-ni-e kuUri-ni niknakke 'H-ni '^sa-am-me-e u 

29 ü'^ta-ai-ra-^u ba-Jin-u E. SAG. ILA i-ra-a-ia Bab-ilu^'-ma hi- 

it'bu'l^a ha-bi'bii\ 

30 ka-an-lü-nik-ka Igige Arninnake ilani 'Ul-ta-ri ma-ha-ze 

m\ätätet 

31 pa-rak-ke ^akkanakke via-li-ke ü-sal-lu-u 

[bmt'ka}\ 

32 \bH\-kur '^NU.DtM.MUD rel-tu-u a-li-lu ak-ka-pu ü-vtn ia 

pa-dn-u Girru ez-zii nab-iu [ 

33 mu-ia^-mif za-i-re Ia ina ki-rib tam-ha-ri mit-hu-us kak-ki 

e-pü ta-ha-zi Ia [ 



34 \€\-lu'ü gat'tum Marduk Säm-hi ni-bu-u ti-pa-ru nam-ru Ia ina 

iü'pi-lu ia^-[pu{f) 

35 ub-ba-bu ar-lü-ti ü-ia(t-lu-u [ 

36 [eymu-ru ip-iet bei iläni Marduk kal iläni £{i'fnir{}) '^/I-tar^ 

'^A-nu 'V[ 

37 ^^^^BAR, SI ap'SU'U da-ni-nu '^NU. DIM. MUD ['^Anunn]ake(}) 

'^La(t-me ri i^[r- 

38 ^^kkahjiij^UL ^^ A-nu-ni-tum sa'hi[r ] 

bab{ 



39 da-rü ia-a-ti lur-ka pur-sag-gu u da-pa-a //(?)[ 

40 a-na ba-lat Hk-nat napis-tim ü-kin-nu ina ki-bit [ 



4 1 [}ur]'bu'U Hnt'ka *^SA G, ME. GAR ilu rel-tu-n a-ia-rli-dn 

42 Sa ina ni-ip-ki-hi ü-kal-la-mu sa-ad-du ki(})\ 



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Ige^n» l^^mntn unb t^t^tit an (JlHarbuR. (I) 311 

43 [mja-am-Zu Mc-pu-u *^EN, GISGAL . AN. NA be-lum t^a-bu-u 

44 [i]ü'/u^'^i-e iak'ki-e u saUtak-ki^ 



Rückseite. 

1 Ma-a-dü ra-bi zi-kir-ka Marduk [iay-ba-bu malQ) [ 

2 ina khl iläni iur-ba-ta i-lut-ka [ 

3 lur-bu-u na-^'du ar-mu ina sa-pa-ri-ka [ 

4 lumel'ka '^Dibbar-ra rabü dan-dan iläni pa-nu'u\k-ka (?) 

5 imnii u himelu i-ka-am-mat Girru a-iar ta [ 



A 



6 dU'Up-pu-du iü'td-ru-^u ki-e ia-ru-uh ilu ia a-na [ ] us-su [ 

7 ina gi-mir iläni a-Ub pa-rak-ke zi-i-be nin-da-[bi-e 

pa-rak-iu-ma [ 



8 uk'tin-ma it-muh-ma Marduk rit-tul-hi si-ir-rit [Igige u] Anunnake 

mav'kas lanüÄe 

9 ina sitän ti Ullän """^^BAR.SI uhziz-ma l^ar-ra-nu-ma lai^)- 

[ma-du^ i]^'ruk-su-7iU'ma ü[ 



10 da-ai-an kib-rat zikir hnni-ka kab-tii iam-tal-ku [ ] '^EN.LIL. 

LA iläni [ 

1 1 viU'kin te-rit ap-si-e na-diii kit-ru-ba u nin-da-bi-e a-na 

i[läni} 



12 li'ik-ki un-nin-ia murf^u-ur labän appi-ia(i) inuhte-me-ku-ie u 

ba-li [ 

13 mu'fi'ib ka-bat'ti'ka kak-da-a fa-bii lik- 

tab'\ba'a} 

14 li'Sa-li-lu kab'ta-at-ka ^^A-num Bei u '^A-a li-iah-biAfini 

15 '^Dam-ki-na ba-an-tuk rabi-tum [ ] k, SAG, ILA ia 

ta-ram-mu nu-ü-hu [lik-bi-kai 

16 ka-ab-ia-at lar-rat dan-nat ^a-am-mat iar-rat ila-at be-lat iar-hat 

ra-bat la-ka-at ba-na'a\t 

17 na-ram-ti '^TU.TU bMl-li-ti-ni-ma dh-li-li-ki lu-ud-[lul] 



18 lu'iar-ri-ih kur-di-ki m'bu\tum ^^i-ir-tum Iar-rat E. SAG, ILA 

i'lat i-lä-a-ti iar-rat iar-r[a-a-ti] 

19 ia-kn-nt mal-kdt gim-rat [mal-ka-a-tei\ tl-tum rent-ni-tum ia 

su-up-pi-e ta-ram-m\u 

20 ut-nen-ka be-lum ht-ru-hu ez-zu li-mi-ul^ lib-bu-uk ia e-gn-gu 

lip-iah ka-baf-[tu-ka 



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312 (gfiUtüc^t 5ur ftmiHf4tn ßpta($m\ftnf4af(. 

21 }a is-bu'US'SU li-ir-ia-a sa-lim-mu lu-ub-lut ina iäri-ka apkal 

iläni ia-^U'U Mard\uk\ 



22 ^Ü.BI'^Sar'pa'ni'tum b{e\el'tufn rabt-tum l^i-rat^^EN.BLLU.LU 

kal'lat '^NU.D[tM,MUD\ 

23 ü'ia-pa mar mu-um-me iaf^-tü mut-nen-nu-u i-dal- 

läl v[ 

24 napl^ar XXX-ta-a-an [MU] SiTJM ZA.RA.A ta-nit-ti ^^^Mardukf 

25 Su,BI^^Sar-pa['ni't?^m] be-el-tmn rabi-tmn na-^ram-ti Marduk 



Übersetzung. 

Vorderseite. 

Ich bin gehorsam deinem Namen, Marduk, Gewaltigster der Gotter, 
Fürst des Himmels und der Erde, 
der gut geboren ward, hoch ist alleine. 

Du trägst fürwahr die Würde Anus, Bels, Eas, Herrschaft und 
Majestät, 
du besitzest alle Weisheit, Vollendeter an Kraft. 

5 Sorgsamer (?) Berater, erhabener Herr, Allgewaltiger, Grosser, 

dessen Herrschaft gewaltig gemacht, die anuniu behalten hat 
der Gott A[nu(?)]. 

Im Himmel bist du erhaben, auf Erden bist du König, kluger 
Berater [der Götter.?]! 
Der gegründet hat die Gesamtheit der Wohnstätten, der hält 
die Enden des Sternenhimmels und [ 

Gross bist du unter den Göttern, gar glänzend hat dich gemacht 
Ea, [ 
10 der die Geschicke der grossen Götter in deine Hand gegeben [ 
küssen Hess deine Füsse, sie sprachen, huldigten: er [ 

die Vorzeichen dich gross gemacht Gott Enbplulu? 

. . . Grösster(?) der Götter, hellglänzender Aufgang, Glanz [ 
durchschreitend den Himmel [ 

15 zerschlagend den Schädel des Sturmgottes, überschwem- 
mend [ 

wütender Hund, gewaltiger Stiergott, Fischmenschen f 

ihnen zuteilte [ 



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l^e(tt, l^i^mnen un5 ßtBtU an QVlavbuE. (I) 313 

Sohn Eas deine Augen [ 

Bogen, Wurfspiess Schwert, Speere [ 

20 du bandest das weite Meer, Kingi [ 



Es jauchze dir zu Babel, es freue sich dein Esagi[la, der du mit 

Rechte?) 
und Gerechtigkeit richtest und entscheidest die Entscheidungen, 

du spaltest (?) [ 
lassest regnen strotzende Regengüsse, ma[ssige] Wasserfluten. 

Bels, des Himmelsfürsten, grosse Hoheit ist sehr gewaltig ge- 
macht über [alle(?) .... 
25 Riesig an Bau, an Gestalt erhöhet und für sein Herrschafts- 
gewand gewaltig gemacht [ 

Er rief die Igig, die Anunnak, sie beugten sich vor ihm und die 
Götter, seine . . ., Hessen leidvoll sich nieder zu [ 
Er pflegte Rat, fällte . . . Entscheidung — auf Marduk sind 
[ihre(?)] Sinne gerichtet. 



Gereiht stehen die Spenden fiir das Rauchopfer, die Gefässe mit 
ini, samme- und [ ] -Holz [ 
gewaltig gross machen sie den Bau Esagilas, es jauchzt Babel 
und bricht [aus in Jubel (?) 



30 Es beugen sich vor dir die Igig, die Anunnak, die Götter, die 
Göttinnen, die Städte und [Länder (?) 
die Throninhaber (?), die Machthaber, die Fürsten flehen an 
[deine Herrschaft?] 

Er]stgeborener Eas, Erster, Mächtiger, Dränger, schonungsloser 

Sturm, grimmes Feuer, Lohe, 

der verbrennt die Hasser, der in Kampf, Waffengeklirr, Schlacht- 
getümmel nicht [ 

Erhabener an Gestalt, Marduk, . . . Sonnengott, helle Fackel, bei 
dessen Aufgang nie[derfallen? 
35 der hell macht die Dunkelheit (?), erhellet(?) [ 

Es s]ahen die Taten des Götterherrn Marduk alle Götter, die 
Ge[samtheit?] der Göttinnen, Anu, B[el(?) 

der Seher (?), die Wassertiefe, die Feste, Ea, [die Anunnak?], 
Lachme [ 

der Stern AL.LUL, Anunit [ 

Dauernd schenke vcAx pursaggu und dapü und(?) [ 

Beiträge zur semit. Sprachwissenschaft. V. 22 



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314 (SfiiM^i 5ur ftmiiif4tn fbpxcuiwi^tn^^aft 

40 zum Leben der beseelten Kreaturen bestimmt haben, auf 
Befehl [ 



Gross ist dein Name, SAG, ME, GAR, erster Gott, höchster [ 
der durch seinen Aufgang sehen lässt die Schlinge [in? 



[Gewa]ltiger, leuchtender Gott, Herr des Himmelsortes, Herr 
gr[osser? 
Die Gebote, Pflichten und Ordnungen (?) [ 

Rückseite. 

Sehr gross ist dein Name, Marduk, [grim]mer(?) [ 
Unter allen Göttern bist du gross, deine Gottheit [ 



Herrlicher, erhabener, Steinbock, aus deinem Netze [ 

Zu deiner Linken der Pestgott, der grosse, der allgewaltige 
unter den Göttern, vor dir [ 
5 zur Rechten und Linken leuchtet der Feuergott, in Schla[cht(?) 

? 
Unter allen Göttern, die im Allerheiligsten wohnen, ist an 
Opfern, Spenden sein Allerheiligstes [ 



Es richtete her, es ergriff Marduk mit seiner Hand den Zügel 
[der Igig und] Anunnak, das Seil Himmels [und der Erde.J 
Im Osten und im Westen stellte er einen Seher (?) hin und 
den Weg .... [sche]nkte er ihnen und [ 

10 Richter der Weltgegenden ist dein ehrwürdiger Name, du be- 
ratest [ ]B61 die Götter [ 
der bestimmt die Vorzeichen der Wassertiefe, der gewährt 
Opfer und Spenden fiir die G[ötter? 



Nimm an mein Flehen, nimm auf meine Anbetung, die inbrün- 
stigen und [ 
Der da erfreut dein Gemüt, möge beständig freudig verkün- 
den [ 

Es mögen beschwichtigen dein Gemüt Anu, Bei und E^, besänf- 
tigen (.?^) [dein Herz], 
1 5 Damldna, deine grosse Mutter, Esagila, das du lieb hast, möge 
Beruhigung [dir zusprechen I 

Ehrwürdige, Königin, Mächtige, Führerin, Fürstin, Göttin, Herrin, 
Riesige, Grosse, Hohe, Glänzende [ 



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I^i^n, l^i^mnen un^ ^<6<te an (JRarbuft. (I) 315 

Geliebte Marduks, schenke mir Leben, so will ich mich dir 
in Gehorsam beugen, 

will verherrlichen deine Stärke, Hehr[e, Er]habene, Königin von 
Esagila, Göttin der Göttinnen, Königin der König[innen, 
erhabenste Fürstin der Gesamtheit [der Fürstinnen?], barm- 
herzige Göttin, die Gebete lieb hati 

20 Ich flehe dich an, Herr, gewaltiger, zorniger: Es beruhige sich 

dein Herz, das erzürnte, es besänftige sich [dein] Gemüt, 

das erglimmte, es fasse Erbarmen, auf dass ich lebe durch 

deinen Odem, Entscheider der Götter, erhabener Mard[uk! 



Desgleichen (?) Zarpanit, grosse Herrin, Gemahlin Enbilulu's 
Schwiegertochter Eas. 
Es verherrlicht den Sohn der Urform der demütige Beter, Ge- 
horsam erweisend [ 

In Summa 30 [Strophen] der Erhabenheit [Marduks? 

25 Desgleichen (?) Zarpa[nits], der grossen Herrin, der Gelie[bten Mar- 
duks 



Bemerkungen. 

Eine Bearbeitung des Textes findet sich auch bei Fr. Martin, 
Textes religieux as Syriens et babylonienSy Paris .1903, p. 114SS.; eine 
Übersetzung bei JASTROW, Die Religion Babyloniejis und Assyriens, 
Bd. I, Giessen 1905, S. 513 ff. 

Vorderseite Z. i. dalälu nach HW: „unterwürfig", „gehorsam", 
„ergeben sein", nach Jensen, KB VI i S. 352 eher „fürchten", „Furcht 
bekunden". 

Z. 3. Jensen, KB VI i S. 8 und 315 ^^a-nn-ti = Anuswürde 
Eigentlich Anuschaft, Beischaft usw. »^ J^ ^>- ^ ^T habe 
ich deutlich auf dem Original gesehen. 

Z. 4. f^a-am-ma-ta vgl. HW S. 282. Nach Meissner-Rost, BA III, 
359 ist es Syn. von a^äzu = halten. Nach Meiss., SuppL S. 39 Syn. 
von naiü tragen und likii nehmen. Auch Jensen, KB VI i S. 366 f. 
findet diese Bedeutung passend. Vgl. Rucks. Z. 16. 

Z. 5. Nach Jensen, KB VI i S. 435 ist die Bedeutung von roD 
dahin zu modifizieren, dass es besagt, „so machen, dass etwas tadel- 
los ist, tadellos machen". Meiss., SnppL S. 48*. 

Z. 7. larrata entweder direkt vom Verbum iaräru „glänzen", 
„leuchten" oder besser mit BrüNNOW von iarrn. 

Z. 8. Vgl. Maq. II, 3, wo es von Nusku heisst: niukin mafjäzit 



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3l6 (gtiM^t ynt f«miHf<itn fbpta<tm^tnf<iaft 

muddilu parakki'j ähnl. von Girru vgl Tallq., Maq. S. 27; KB II 
S. 48. — dadfne in der Bedeutung „Menschen" lehnt Jensen, KB VI i 
S. 368 ab; vgl.No.II, Vorders.1,7; No.III Vorders. 10; No. V Vordcrs. 19.— 
burüniu erklärt Jensen, KB VI i S. 363 mit PO(;nox, Wadi Brissa 
S. 87 als einen poetischen Namen für Himmel, von der Wurzel |»o 
= drehen. Die HW angegebene Bedeutung „Sternbild" scheint mir 
nicht für alle Fälle auszureichen. Es wird wohl die allgemeinere 
„Sternenhimmel" anzunehmen sein. Da es ein poetischer Name ist, 
dürfte es etwa mit „Himmelszelt" wiederzugeben sein. Das Ideogr. 
für buriimu ergibt zwar nichts Bestimmtes für die Deutung des Wortes, 
die Zusammenstellung von hipuk lame und iupuk burume spricht je- 
doch für unsere Auffassung: GIR = hipuk ^ame = „Aufschüttung", 
„Firmament", „Damm des Himmels"; GfR.GAN,A = iupnk burutne 
= „Aufschüttung", „Firmament des Sternenhimmels". Möglicher- 
weise GfR hier = baräkti „blitzen", „strahlen", „leuchten", GAN.A 
= daf^adu „strotzen", „Überfluss haben", so dass GtR,GAN,A die 
strahlenden Lichtkörper bezeichnete. Zu unserer Stelle vgl. No. V 
Vorders. 13, ferner K 5413 A, 5 (Crak;, RT Vol. I p. 83): älib burume 
ellüte („der bewohnt das glänzende Himmelszelt") *^Bel iläni muihn 
iimäte. ^iiir burume würde sich bei Zug^ndelegung unserer Deutung 
leicht erklären. 

Z. 9. NU.DfMMUD = Ea vgl. Jensen, KB VI i S. 319 und 
Einl. S. 279. 

Z. 1 1. Ob das erste Zeichen ia ist, ist zweifelhaft, da allem An- 
schein nach vier Keile dastehen, wie Craig richtig gesehen hat 

Z. 12. Marduk ist der bei tereti (Salm. Vorders. 9, HW S. 51»), 
der günstige Vorzeichen gibt und die ungünstigen überwindet Die 
Spuren vor a-a-bi sind unsicher; mir schien es (<W und yy< zu sein. 

Z. 14. Das Zeichen am Anfang der Z. ist unsicher; Fv^ ist sicht- 
bar. — Vgl. z. St No. XXIV Vorders. 2. 16. 

Z. 15. Das Zeichen am Rande '^• 

Z. 16. Vor URJDIM sttht noch X- 

Z. 17. Vor ü-za-iz-su-nu-fj, steht mit einem kleinen Zwischen- 
raum noch >f. 

Z. 18. Nach ap-lum ist zu sehen «^1^. 

Z. 19. Vor sa ist noch "^ sichtbar; es sind allem Anschein 
nach die Spuren eines grösseren Zeichens. 

Z. 22. Statt SU (Brunn.) ist mit Craig ta zu lesen; vor /// ist 
mei noch zu sehen. 

Z. 25. binüiu nach HW: „Geschöpf", „Erzeugnis"; eig. „Aufbau", 
„Bau" und so jedenfalls hier, da von der Gestalt die Rede ist Der 
Bedeutung nach ist damit verwandt: minate (HW S. 417^); der barü 



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I^t^f I^T^mntn unb ßtMt an QVtarbuft. (I) 317 

muss sein: ina gatti u minätilu siiklulu „wohlgestaltet und propor- 
tioniert" Zimmern, BR S. 87. 

Z. 27. M'-i'ti wohl von HÄtD = „schauen", „suchen" abzuleiten. 
Meiss., SuppL S. 90» und ZiMMERN, GGA 1898 S. 825: h/itu = 
beltum passt hier nicht. Vielleicht darf man das Wort als Adj. vom 
St II I fassen nach Analogie von ullii und es übersetzen mit „aus- 
gesucht", d. h. „umsichtig". 

Z. 28. Zu gugganti vgl. Muss-Arnolt, HWB S. 229»». — Zu 
^A.NA s. HW S. 675^; für die Lesung niknakku Zimmern, GGA 1898 
S. 826. Dazu No. XIV Z. 86; ferner BE 13978 Vorders. 10 (Weissb., 
Bab, Mise, S. 32 f); King, BMS p. 19 f. Die Bedeutung „Pfanne", 
„Räucherpfanne" passt hier und in den meisten Fällen sehr gut, in 
andern aber nicht. Das Wort scheint allgemein die Bedeutung „Auf- 
stellung" oder konkret: „Behälter", „Halter", „Gefäss" zu haben und 
erst in gewissen häufigen Anwendungen spezialisiert zu sein. So 
wären dann niknakke parse ellüti = die „Behälter der reinen Ge- 
bote" IVR30* 33/34^, niknak tipari ia '^Girru wäre der „Behälter 
der Fackel des Girru". Das Ideogr. entspricht dieser Deutung. 

Z. 29. Die Ergänzung nach IV R 17, ii^ 

Z. 32. Brunn, denkt bei akkapn an die syrische Wurzel ^aal 

operam dedit, ciircnnt Muss-Arnolt, HWB S. 37» „gedrängt", „ver- 
wandt mit". Die eigentliche Bedeutung wird vielmehr „Dränger" 
sein — der mit unwiderstehlicher Gewalt andrängt. 

Z. 35. arh\tu nach Meiss. Suppi S. 18*, dazu Zimmern, GGA 
1898, S. 816. 

Z. 37. HR 30, 9«^ (vgl. HW S. 65») wird BAR.Sl erklärt als e-Iit 
e-nim „hohen, erhabenen Auges". Nach VR 13, 13*^ ist '"'"^^il.BAR, 
BAR.RA = }a pi-ti i-nim „Aufseher" (HW S. 52^). Da BAR = 
parasti „entscheiden", so dürfte auch *''"^^BAR,SI etwas wie „Ent- 
scheider", „Aufseher" bedeuten. Rucks. Z. 9 scheint "^"^^^BAR.Sl ^m 
Wahrsagepriester zu sein, der von Marduk bestellt wird. Es ist des- 
halb zu vermuten, dass das Wort als „Seher" (vgl. nth, HKh) oder 
auch als „Entscheider" zu erklären ist. Fr. Martin, Textes religieux 
1903, p. 123 liest, wie ich nachträglich sehe, mai-ii und erwähnt einen 
viaiHi'Vn^stQT nach K 154 Rucks. 7; ob aber dieses maiiü mit unserem 
-ff-^Ä. »^7 identisch ist, dürfte doch noch fraglich sein. 

Z. 39. pnrsaggu ist nach HW 544^ und unserer Stelle eine Art 
von Opfer; das Wort findet sich noch Crakj, RT Vol. I, 59, 32. Die ver- 
schiedenen Stellen lassen zwar den spezifischen Charakter des Opfers 
nicht erkennen, jedoch dürfte ein sumerisches Lehnwort vorliegen. — 
ana däril (Brünn.); ana stand wohl nicht auf dem Original. — Am 



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3i8 (Sttttüc^t 5iir ftmiHf4^ ikpxa4wi^€nf4a^, 

Ende der Zeile steht noch ein Winkelhaken als Anfang eines fol- 
genden Zeichens oder als //. 

Z. 41. ri am Ende der Zeile ist fast ganz erhalten. 

Rückseite Z. i. ialbähu — K 2361 Vorders. Col.I, 13. 15 (BrCnn., 
ZA IV S. 237): belum (resp. '^Nabü) ialbäba tassabus eli ardika\ das. 
S. 242 erklärt BrCnn. salbäba als ,anger^. Er übersetzt: Lord, thou 
art very angry with ihy servanU Ich möchte dieses Marduk oft 
beigelegte Epitheton als „grimmig", „furchtbar" erklären, da das 
Wort die beiden Begriffe i. der Macht 2. des Zornes in sich ver- 
einigt. KiNc;, BMS p. 47 hat die zu allgemeine Erklärung „stark", 
„mächtig". Gegen Meissners Erklärung (SiippL S. 94**) „klug" spricht, 
dass es Synon. von niu VR 29, 23«** (letzteres nach VR 21, 40**, 43^ 
synonym agägu) ist Als Stamm scheint Mb angesetzt werden zu 
müssen; der a-Laut ist wohl auf den Einfluss des / zurückzuführen 
nach Analogie des Syrischen, vgl. BROCKELMANN, Gramm, § 65. 

Z. 7. Die Spuren von da sind auf dem Oringinal deutlich zu 
sehen. 

Z. 8. Zu ^irritu = „Seil", „Zügel" vgl. JENSEN, KB VI i S. 341. 

Z. 9. Es ist hier gewiss, worauf mich Herr Prof Zimmern auf- 
merksam macht, ina IS. NIM u IS,^(/= ma sitän u iillän zu lesen. — 
Das Zeichen zh ist nicht ganz deutlich; es ist mit dem folgenden 
Zeichen eng zusammengeschrieben, mir scheint, dass es auf einer 
Rasur steht 

Z. 10. MU, PÄD, DA = f:ikir hmti IV R 29, 1 5^ BrüxN., List 942 1. 
Der daijanu xar' ig. ist äama.^, vgl. ZiMMERN, BR S. 90. 

Z. 1 1. tertn hier kollektiv. — Spender der Opfer ist Marduk als 
Erwecker des Frühlingslebens in der Natur, vgl. No. III Vorders. 6. 

Z. 12. laban appi-ia ^= KA,$U,GAL-ia] von ia ist i noch ganz 

deutlich, dagegen ist das Ende des Zeichens (^) nicht sicher, aber 
kaum etwas anderes als ein durch die wag^echten Keile des / ver- 
dorbenes a, 

Z. 14. bbx I I = sich legen (um zu ruhen, zu schlafen), li-sa- 
li-lu ist daher wohl als II i dieses Stammes zu fassen mit Transitiv- 
bedeutung. 

Z. 15. 7i{4u = nu^ftu} .vgl. IV R 18, 2 (BE 13420) 2 fr.: bituka 
mäti 7ni^ likbika (iläni ia iame u irsitim iizzaka liniftfyu Z. 60. 62), 
Z. 64. y6 belmn nüJj likbuka, 

Z. 16. Es ist hier nicht mit BrünN. und Cr AK; hi-rat zu lesen, 
sondern es sind unter dem /// deutlich drei Keile zu sehen, welche es 
zu ^ == larratu ergänzen. 

Z. 19. Der letzte Keil ist wagrecht, nicht senkrecht, wie CRAKi 
angibt. 



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I^t^rit l^^ntn unb t^t^tU an (JlHarbuft. (II) 319 

Z. 20. htru/jH ist jedenfalls gleicher Bedeutung mit hträl}u. 

Z. 21. Zu ap{b)kallu vgl. Jensen, KB VI i S. 320 = „Allweiser"; 
die Fülle der Weisheit gibt Marduk aber auch die Fähigkeit „Ent- 
scheider" zu sein, weshalb die Bedeutungen nicht so weit auseinander 
liegen, wie es nach Jensen a. a. O. scheinen möchte. — Marduk ist 
der // läri täbi, der „Gott des guten Odems" vgl. Einl. S. 288. 

Z. 22. Zu iü'bi vgl. den Anfang von Z. 25. Herr Prof. Zimmern 
erblickt, wie er mir mitteilt, in SÜ.BI tmtn Ausdruck für „desglei- 
chen", „ditto", entsprechend dem von ihm BR S. loi Anm. e bespro- 
chenen SÜ.BI.AS.A.AK 

Z. 23. Zu iahtu vgl. auch JENSEN, KB VI i S. 399. Am Ende 
steht noch ein Keil \. — Zu niummu vgl. Jensen, KB VI i S. 302 f 
HW S. 415. Einl. S. 280, 290, 297. Marduk ist der weise Sohn des 
Urbildes oder Urquells aller Weisheit Zimmern möchte dagegen mar 
nunnme als Subjekt und als Bezeichnung für den Priester fassen. 

II. K 3459. 

Vorderseite: Col. I.* 
[Be-luni abkal '^Igigc] a-dal-laP se-kar-ka 

[ta-bat hi-is-sat-ka] iit-nia-ra tam-tal-ku 



{Marduk i-na *^Igige a]-dal-laP se-kar-ka 

[ta-bat fji'is'Sat]'ka Ut-ma-ra tam-tal-ku '^ 



5 [mus-te-Ur] näräte^^ ina ki-rib la-di-i'^ 

\imi-pat'tU'ü bU'Ur\ kup-pi via ki-rib ^ur-sa-ni^ 



[na-ii-ir a-kal i'r[i}'f]//{}) a-zia gi-mir kal da-äd-me 
ir\'si'ia ra-pa-ahtü ai-na-aft 



]me ina sir-rit ia-ina-mi 
10 \pi' e az{s)ä kar- ba- a- ti 



]a'Ha mi-ri-el h4m ü-ga-re 
]na-te'e il-pik-ki ta-iur-ri 



n]in- da- bi- e ra- bu- ti 

]ku gi' mir pa- rak- ke 

1 5 1- i^- Hm '' a/:{s)/i ii- ga- ri 

\-Hn-ni nap'tan zi-bi SA.S/, GAN^ 

ta}\-na-ki gi-mir bi-nn-ui '^EN.KP 
[//- //- ka //- sa- in- ka\ 



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f 



320 gßethr^^e ^ux fmiHf4^ ikpttuliwi^tnf4^ft. 

['fu^'iu-nu i-te-eb-ru] 
20 ['li-ka ü'Sa-tu-ka] 

-ka] 
-nu] 

*) Die Ergänzungen und Varianten (V) sind den Duplikaten K 8292 (Z. 1—7) und 
K 8236 (Z. 14—22) entnommen. i) V la-la, 2) V ka. 3) V iadi-L 

4) V sa-a-ni. 5) V //. 6) V ^X. Gl. GAN, 7) V EN.AN.KI. 8) Bezw. 

Col. II.* 

] ma l^l'la't[u}] at[ 
al-ru-um-ma pa-li-i/j iü-mu-ulsi 



ma-ti li-ta-X \mar [ 
ki-i //-[ 

5 ilu'^ü ul il'[ 
Marduk i'i[/i un ' [ 

i'i/^ pi'hr'[ti 

ki4 i'din-nu bellum 

ui-pa-iaf}^ Marduk [ 
10 i'lik'ki un-ni-ni-^hi 



la ina ug-gat llb-bi-^u i-ru [ 
Marduk ana^ ardi-ka adapu ia \ 



iü'Ut'bi'e^'fna '^Bel^ an-na-iul 
fji-ti'ii ub'lam'^ pi'i'lü ik}[ 



15 ^ü'/a^-Ium-ma ii-tu llb-bi e-di-e ra-b\}i 
Marduk ra- -ha a\na}\ a-iar i-bu-tu [ 

[is'sahyfjur [ ] ÜQ) iQymil}) [ 

[iu'ü i[ 



[si'it ub'[ 
20 [be-lum ug[ 

\~ '] ra [ 

*) Die Ergänzungen und Varianten (Z. 5—21) sind dem Duplikat K 8236 Vorder- 
seite Col. II entnommen. i) // un. 2) M. 3) pa-as-iah. 4) a-na. 5) cm. 
6) be^lumYy 7) la'\am}\ 8) ia-ai-him. 



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I^t^n, l^pinen unb <St^tU An QUar^uft. (II) 321 



Rückseite: Col. III. 



] ^ nap-iat niii^^ a-l^ar-^i 
maiymü'St-na a-ra-an-ii-na ui'Pi'/[u{}) 

ü'h]n{}) pal'f^u-ü'ti a-di-ra ü-ia'äi-r[a 
ü-dam-mi-i^ ma-gi-ri-i ü-ia-al-ra ke-na [ 



5 lad(t^t)'rat /ji'is'Sat-kaQ) ri-H-iu '^Bel ana na-bi-e iü-me-ka 
ki'i U'S\i-it}\ rig-me la '^Adad se-kar-ka pal-l^u 

ina nap-f^ar mu-un-na-af^-zi lü-ut ü-tam-ma-ru Mardnk 
te-it-tir-ma t^i-U-ba la ka-ta-a ka-ri-ra te-ip-ti [? 

a-na ü-di-if} ni-bir ka-a-ri ia Ht-pu-rat a-lmat-kni] 
10 iär kii-Iat la ma/j-ri la te-ba-a tu-iaf^-rab ur-l 



ta-fia-sar ma-ak-ku-ra ni-me-la [IjegallaQ) 

ta-nam-din tak-li-ma ana da-rii gi-na-a ka-lii dal-hat [ 

ta-zak-ka-ap eji-lä pi-is-nu-ka lU'rap'paQya[}Q) 
ta-at-ta-na-ai-ii la li-am-ma te-re-i ü'la-[lai 

15 Marduk eli ma-ak-tu-ti tai-ta-kan gi-mil-la 

i'Ziz-nia a-na silli-ka dun-na-mu-u ta-kab-bi nü-sn 



Übersetzung. 

Col. I. 

Herr, Entscheider der Igig, gehorsam bin ich deinem Worte, 
freundlich ist dein Gedenken, verehrungswürdigen Rat erteilst du; 
Marduk, unter den Igig bin ich gehorsam deinem Worte, 

freundlich ist dein Gedenken, verehrungswürdigen Rat erteilst du, 
5 der lenkt die Flüsse im Gebirge, 

der aufschliesst die Tiefe der Quelle in den Bergen, 

der zuteilt die Speise der an alle Wohnstätten insgesamt 
Pf[lan]zung(?) 

] die weite Erde Getreide; 
J mit dem Zügel des Himmels, 
10 ] das Wild der Fluren; 

] zur Anpflanzung des Getreides des 

Feldes, 
1 ... Speicher(f) des Reichtums(r); 
J grosse Spenden, 
J die Gesamtheit der Heiligtümer; 



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322 (gtilt&^t 5«r fmUtf4«ii ßpttuimiffinf^^fi. 

15 ] . . das Wild des Käfigs 

J Opferschmaus nach Herzenslust; 
J du opferst (?) alle Erzeugnisse Eas, 
] kam dir zu Hilfe; 
] ihre . . . überschritt, 

20 ka]m dir zu Hilfe. 

Col. II. 

] die Sünde [ 
demütig, ehrfurchtsvoll, niedergebeugt [ 

Für Z. 3 — 8 siehe Transskription und Hcmerkungen. 

Es schafft Linderung Marduk f 
10 er nimmt an [seine] Bitten [ 

Der im Zorne seines Herzens [ 

Marduk, gegen deinen Diener, den(?) adapu^ welcher [ 

Entferne doch seine Sünde, o Bei [ 

Sünde vollbrachte (eig. trug) sein Mund [ 
15 Richte ihn doch empor aus der grfossen?] Flut | 

Marduk, zornig an den Ort [ 

Es wandte sich zu [ 

Für Z. 18 — 21 siehe Transskription und Hcmerkungen. 
Col. 111. 

] das kostbare Leben der Menschen [ 
ihren Ba]nni;r), ihre Sünde aufgehoben hat [ 
[Er gründete fe^stt^?) die Gottesfiirchtigen, dem Bedrängten Hess 

er Heil widerfahren; 
er verlieh Gnade den Gehorsamen, liess Heil widerfahren den 

Gerechten. 
5 Es ist eingeprägt (?) dein Gedenken dem Haupte Bels, um deinen 

Namen zu preisen, 
wie das Rufen des Donners Adads ist ehrfurchtgebietend dein 

Wort 
In der Gesamtheit dessen, was gedacht wird(.^, vras verehrt 

Marduk, 
erhältst du Überfluss ohne Ende, die vertrocknende [Quelle.^] 

eröffnest du. 
Auf dem Wege, der Fähre, dem Walle, auf welchem [dein Wort?] 

mitgeteilt wird, 
10 König der Gesamtheit, ohne Gleichen, ohne Gegner, zerstörst du [ 
Du schützest den Besitz, den Erwerb [den Überfluss (.-) 
du gibst das Opferbrot für immer, das (tägliche) Opfer, allerlei . . . 
Du richtest auf den Schwachen, den Geringen mehrst (?) du, 



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I^tin, l^^mntn unb (StMt An QUar^uft. (II) 323 

du hebst empor den Kraftlosen, du behütest den Schwachen. 
15 Marduk, den Gefallenen lassest du Schonung zu Teil werden; 
es steht unter deinem Schutze der Schwächling, du befiehlst 
seine Erhebung. 

Bemerkungen. 

Col L Z. 2. „Freundlich ist dein Gedenken" bedeutet zunächst: 
du bist darauf bedacht, Gutes zu erweisen, dann schliesst es aber 
auch die aus der freundlichen Tätigkeit Marduks resultierende dank- 
bar-liebevolle Gesinnung seiner Verehrer in sich. 

ZZ. S-~7. Vgl No. XIV, 27—30; No. III, S~8; Einl S. 282. 

Z. 6. mupattü II i mit Intensiv- und Iterativbedeutung. 

Z. 7. Zu naUru vgl. S 389 Vorders. Col. I, 9. 11 (Brünn., ZA IV 
S. 236. 257) ] ik'la ta-na-äi-iar hi-is-bi. Nach HW S. 487» und 
AL^ S. 178*: „mindern", „Abbruch tun"; Meiss., SuppLS.6g\ „weg- 
nehmen". Diese Bedeutung kann dem Worte hier sowie an der 
zitierten Stelle nicht eignen. Man erwartet vielmehr, dass es „schen- 
ken", „gewähren", „verleihen" o. ä. bedeutet Dass auch diese letz- 
tere Bedeutung in dem Worte liegt, geht aus seinem Ideogr. BA 
hervor, das gewöhnlich käsu „schenken" entspricht Die Grundbe- 
deutung von naiäru ist wohl „verteilen", da das nämliche Ideogr. 
auch für izüzy izüzü gebraucht wird. Den Schmerz „verteilen" = 
denselben „lindem", ihn „vermindern". Von der Grundbedeutung 
„teilen", „verteilen" ist der Übergang zu „vermindern", „wegnehmen" 

leicht zu vollziehen. Zu vergl. ist auch das arab. Ijü „ausstreuen", „ver- 
teilen". — Zu dadmti vgl. No. i Vorders. 8. 

Z. 8. Zu alnan vgl. Jensen, KB VI i S. 319. 

Z. 10. Vgl. Z. IS; E,LU = az[s)lu No. X, 26/27; Tiglatp. VII, 13; 
dazu Jensen, KB VI i S. 418, der die Übers. „Wild" zu allgemein, 
dagegen „Wildschaf" (Zimmern, BR S. 216 Z. 36 ff.) zu speziell findet 

Z. 12. Zu üpikku vgl. Jensen KB VI i S. 278 Anm. 8. 

Col. II. Ist Bruchstück eines Busspsalms. 

Z. 2. Zu a^ru vgl. Jensen, KB VI i S. 321, 399. 

Z. 5. BrCnn. liest '^^Ü, UL und erklärt es mit Berufung auf II R 54, 
75g H = Nebo; doch ist an dieser Stelle, wie VR 43, 2i<^ und 46, 56*^ 
lehrt, vielmehr ^^KAN, UL zu ergänzen. 

Z. 9. u^pcäah Hin I vgl. No. XXII K 9459, 6. 8. 

Z. 12. Zu adapu vgl. HW S. 27^ Es ist hier wohl an eine Prie- 
sterklasse zu denken, falls sich adapii nicht etwa auf Marduk selbst 
bezieht 

Z. 13. Zu hitbi = „lass ausziehen", „ausgehen" vgl. IVR 54, i, 
Vorders. 42 {h't'iit'hi ler-tuk-ka)', K 2361, Vorders. Col. I, 22 (Brünn., 



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324 (gftiM^t 5ttr \tmiH\4tn Ikpta4i»i^tnf<$^ft 

ZA IV S. 252) lü'Ut-bi ier-Uä iü-lü ina na-ri-if-fu] vgl. Z. 15 unseres 
Textes. 

Z. 16. Vgl. Jensen, KB VI i S. 398 f. (z. Z. 64). 

CoL III. Z. 2. Möglicherweise ist täpelu auch als Plural zu fassen: 
„ihren Bann, ihre Sünde haben sie aufgehoben". Über u^pelvgV HW 
S. 514, Jensen, KB VI i S. 359. 

Z. 3. Zur Bedeutung von ntf« vgl AL< S. 159*; ferner Jensen, 
KB VI I S. 409 f. Zimmern, KAT^ S. 420 f No. XXIV Vorders. 21 
heisst es von Zarpanit: mu-^a-cä-rat '^'"^Habmi {LAL,DU)\ da möchte 
man eher an „recht leiten", „fuhren" denken, eine Bedeutung, die 
auch hier ganz wohl passt Am Anfang der Zeile fehlen noch ein 
bis zwei Zeichen; die Spur \^ lässt sich wohl zu kin ergänzen. 

Z. 4. Zur Schreibung von kemi vgl. K 3474, Col. I, 40 (Brunn. 
ZA IV S. 9. 26. 28), wo sich zu ki-e-num die Variante ki-na findet 

Z. 5. f^issatkaf^) (Brunn.); die Spuren weisen eher auf ta hin, 
obwohl auch ka möglich ist; bei der Lesung ta ist allerdings lad{t,tyrat 
nicht übersetzbar. Lesen wir ka^ so bleibt die Konstruktion immer 
noch schwer verständlich. Bei unserer Übersetzung ist ri-H-hi == 
ina reiÜH gefasst; rehhi '^Bel stünde für reiün ia '^Bel\ oder ist der 
Schreiber aus der Konstruktion gefallen? Oder ist SU Ideogr. für 
kiiiatu: „Eingeprägt ist dein Gedenken dem Haupte der Gesamtheit 
Bels, d. h. den Menschen, um deinen Namen zu verkünden".^ 

Z. 7. Für a^äcu IV i dürfte hier wohl an das geistige Erfasst- 
werden zu denken sein; „hingenommen werden", „schwinden" passt 
hier schwerlich. — Hit grenzt in seiner relativischen Bedeutung sehr 
nahe an mala, daher der Wechsel iüt hinna lilanu und mala lunna 
lüanu vgl. No. X, 24. 

Z. 8. Am Ende ist nur sehr wenig Raum übrig, so dass es frag- 
lich ist, ob überhaupt noch ein Wort dastand und nicht vielmehr 
hisba auch zur zweiten Vershälfte zu ergänzen ist. Meiss., Suppl. 
S. 86** bezieht lä katä zur zweiten Vershälfte und nimmt an, dass 
das Objekt am Ende fehlt Der Sinn ist: Marduk spendet und er- 
hält den Überfluss. 

Z. 9. 7iibiru = „Übergangsstelle", vgl. Jensen KB VI i S. 472. 

Z. 10. Es ist am Schluss der Zeile noch ein senkrechter und ein 
wagrechter Keil zu sehen als Spuren eines Zeichens, das etwa ri 
gewesen sein dürfte. UR.Rl ist nach BrÜNN. List 11 278 Ideogr. 
für nakrti „Feind". Das könnte hier passen. 

Z. 12. taklimu ist eine Opfergattung, daher die Identität seines 
Ideogr. mit nindabü. Wegen des Stammes obD möchte man an Schau - 
Opfer denken. Jedenfalls ist es ein Sp eis eopfer, vgl. Crak; RT V0I.I 35,6 
i;Meiss., S7ippL S. 105a; Zimmern, KAT» S. 595 Anm. 6): nadin snr- 
kinni mulahmit taklinie. Marduk ist der Spender des Brotkorns, also 



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$<9n» l^^mntn un6 ^t%tU m QUar^icft. (III) 325 

auch des Opferbrots. Jensen, KB VI i S. 380 (vgl. Zimmern, KAT» 
S. 441) erklärt taklimu nach seinem Ideogr. als „Brot, Backwerk der 
Istar", fiindabü ist nach JENSEN damit vollständig identisch. Für 
taklimu nimmt er nicht die Wurzel obD, sondern nbp „verbrennen" an 



III. K 3505. 

Vorderseite. * 

[Siptu. hir-bu-u] e-til ilani Mar du k gai-ru 

[muH'tai'ku n\a'ram ^^E-a }a la ul-tam-sa-ku e-pel pi-i^-hi 
[a-na e-pei pi4\'hi lar-hi ü-tak-ku-u rabfite Igige 

\ul ip-pa-rak'k\u'ü *^ A-nun-na-ke pänuk - ka kam- su 

[bei ük-natQ) naj-pil-ti^ ri-mP-nu-u mU'iam'dil'^ai'na-an 5 

[na-sir nind\abe^ a-na^ ilani mu-kil^ 7na't^a'Ze 

[rnui-te-hr nakbe] näräte petu-ü be-ra-a-te"^ 

[bei mätäti ihr] iame-e u irsi-tijn mu-käm^-mir duft-di 

[ilu la ina bä\'li'lu ina apse U-mat niie la ii-iim-mu 
[ta-bar-ri nap^ar] da-äd-me za-ma-na-a tu-bal4a ^r-^[/iJ 10 
] ip-pi'ta la da-gal inä^-iu te-^ip-ti 

yra-tum tu-^al-lak ä[r'/jü 

] ma- a- tu ia- ak- na ina ra- ak'[ 
[a-a-u ilu la ina iame-e u ir^i]'ti^ i-ir-rl^i ka-a-Ia] 

[sa- ka- ta- ma eli ilani] ^ [nap^arlunu] 15 

[/- na ilani a-] tar [mi-lik-ka] 

[eli a-bi a-li-di-ka ''£-a iu-tii-ra-ta] 

*) Die Ergänzungen und Varianten (V) sind dem Duplikat S 7 (Const) entnommen. 
i) V /;. 2) V lim. 3) V r//w. 4) Singular. 5) V om. (?). 6) V dih 7) V //. 
8) Zeichen kan, V Zeichen kam} 9) Sl^. 

Die Rückseite enthält, soweit erhalten, nur Reste der bekannten längeren Unterschrift 
der Tontafeln von Asurbanipals Bibliothek. 

Übersetzung. 

Beschwörung. Grosser Herrscher der Götter, Marduk, Gewaltiger! 
Ratgeber, Liebling Eas, dessen Wort nicht gehemmt wird. 
Auf dessen machtvollen Befehl achthaben die grossen Igig, 
Unablässig die Anunnak sich vor dir beugen. 

Herr der beseelten Kreaturen, Barmherziger, Mehrer des Getreides, 5 
der bewahrt Spende den Göttern, die Städte erhält (erneuert), 
Lenker der Quellen und Flüsse, Öffner der Brunnen. 
Herr der Länder, König Himmels und der Erde, der strotzen 
macht Überfluss, 



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326 OPetttÄg« jur fetnttifcfen ^pracjwtffenfcfap. 

der Gott, ohne den in der Wassertiefe das Schicksal der Völker 

nicht bestimmt wird. 
Du siehst alle Wohnstätten, den Widersacher vernichtest du lo 
eilends, 
] das Nichtsehen seiner Augen [heilst du(?)] 
] du vernichtest eil[ends] 

Welcher Gott im Himmel und auf Erden könnte Dir Wider- 
stand leisten? 
Du bist erhaben über die Gesamtheit der Götter! 15 

Unter den Göttern ragt hervor Dein Rat! 
Über Ea, den Vater, deinen Erzeuger, bist du übergewaltig! 

Bemerkungen. 
Auf S 7 als Duplikat zu K 3505 machte mich Herr Prof. Zimmern 
aufmerksam. — Da K 3505 in Halbzeilen geschrieben ist, so wird dies 
wohl auch bei S 7 der Fall sein, obgleich es ScHEiLs Transskription 
nicht ersehen lässt 

Z. 2. Zum Stamme "^Ott vgl. HW S. 420^; arab. viLLo = „hab- 
süchtig", „geizig sein", dJL/o} = „zurückhalten", „hindern"; bedeu- 
tungsverwandt ist dLygo = „ergreifen". 

Z. 5. '^ahian vgl. No. II, Col. I, Vorders. 8. — muiamdil statt des 
gewöhnlichen muiandil, wie jedenfalls zu sprechen ist „Weit", „ge- 
räumig machen" bedeutet hier: „üppig machen", „gedeihen lassen". 

Z. 6. Vgl. Z. 10 und No. I Vorders. 8. 

ZZ. 7—8. Vgl. No. XIV, 27—30; No. II, Col. I, Vorders. 5—12. 

Z. 14. Vgl. No. V, Vorders. 1 1. 

IV, DT 71. 

Vorderseite. 

J 

] tabi^)-ri\ ] 
]T UD^ e 

]T[ ] di' e- iu 
i'lut-sjc lud'b]U'ba [dd\n' tm- ns- su 5 

-in k]U' rii' US' SU lud- lul 

i' l]ut' SU lud" bu" ba dan- nu- us- su 

]-i« ku' ru" US'SU lud-- lul 

la-aj-a-ru id na-as-fiur-iu kir- bu 

\a' a let'SU id- da- a ü- ku- ?ta sa- li- mu 10 

] hb' ba- lu ir- Hc- ü ta- a- a- ru 



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I^t^f l^lßmntn ttn6 (StMt m QVUr^ttR. (IV) 327 

[//- ^u- 7/J(?) ////- «///- ni' ia ü-sa/j-fii-ra ki-sad-su 

] ip-ia-f^a ir-la-a sa- ii- mu 

[E'/a'm]U' ü id la pit- lu- ßju rabi- tu ilu- us- su 
[eä}] ilu-ti-hi sir- tum ik- bu- ü mei^yri-ifi-tu 15 

J US' SU kakku' ka a-na E-la-me-e inui- tar- hi 
\ ummänäti'lu tu- par- ri- ir el- lat- su 

] di'ia-a-ti tu- bal- li la- ^a- mel 

] raba- a a- bu- ba- nii tas- pu- un 

/]«- iaf}' riQ)- ba tu- ia- ad- dt mat- su 20 

1 taS' pU' fta til- la- n'ü tu- tir 

Rand. 



Rückseite. 






Rand. 






i\luQ)Y 


la 


ia- i'lu 


]fuu kar-pa- 


nii 


täh'pi 


\ti iü'uli-rU'bat 


e-kiir 


H]in'da'bU'U pa- 




ri'is'ina 


J la-mas-su-ui 




it' ri 5 


nji-me-ik-iu hi-up- 


pu- 


uh 


] iU'kU'/at 




Girri 


] kar-pa-nil 




täh'pi 


]ti{}) pala-a-iu 




tas-kip 


\ ü-iar-ri'ha 


ra-man-lu 10 


J it'tak'lu 




e-mu-ku 


l]aQ) i/j-su-sa 




ilU'Ut-ka 


ik}]'M'dU'Ui 


kakke- 


ka 


] mät nu'kur-ti ü- 


ab- 


bit 


] el'Si'ii tu 


^'Par-ri' 


ir 15 


tU'hd\l4i-ka 


ni'ip-ri' 


hi 


] pala-a-hi 


tas- 


kip 


^za-nia-na-a 


tu- (jal- lik 


]::i'kir'ka 


kab' 


tum 


1 /ju /a{}) a^'^u-ru 


ma-mit- 


SU 20 


1 hu tU'bal'li 


la-a- 


mel 


] dan-nu-us' 




SU 


J zi-kir- 




hi 


] mug'da-cd' 




ru 


J ri'^ ^U' i 


ü- 


ti 25 


\za'-i- 


re- 


ia 


] zi^ 


kir- 


i\u 


\pci\ 






k\^i} [ 







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328 (gtiM^t 5iir \tmiiif4tn ßpta^wi^tnf^aft 

Übersetzung. 

Vordericitc. 
ZZ. I — 4, allzu fragmentarisch erhalten, enthielten Aussagen über Marduk. 

[ich will verherrlichen (?) seine Gottheit, verkün]den seine Macht, 5 

[will . . .] seine [. . .J, seiner Stärke mich unterwerfen, 

[Marduks?] Gottheit [will ich verherrlichen?], verkünden seine Macht, 

[will . . .] seine [. . .], seiner Stärke mich unterwerfen. 

[Marduk?] . . . der Barmherzige, dessen Zuwendung nahe ist, 

] sein Ohr neigte, Gnade erzeigte, 10 

dessen Herz [sich besänftigte (?)], der Erbarmen fasste, 
[annahm?] mein Flehen, zukehrte seinen Nacken, 
[dessen Herz?] sich besänftigte, der Zuneigung fasste. 
[Der Ela]mit, der nicht fiirchtete seine grosse Gottheit, 
[wider] seine erhabene Gottheit Vermessenheit redete — 15 

[es ging aus?] deine Waffe gegen den frechen Elamit, 
[du . . .] sein Heer, zerbrachst seine Macht, 

[seine?] zahlreichen [Völker?] machtest du zu nichte flammengleich (?), 
[seinen?] grossen [. . .] überwältigtest du gleich einer Sturmflut, 

] hast du verwüsten (?) lassen, niederwerfen lassen sein 20 
Land, 

] überwältigtest du, trümmerhügelgleich machtest du. 

Rückseite. 

] die . . . des Magiers (?), 

] gleich Töpfen zerschmissest du, 
] verwüstet ist das Heiligtum, 
] das Opfer ist gesperrt, 
] sein Schutzgott wich(?), 5 

] seine Weisheit ist zu nichte, 
] zum Verzehren gegeben dem Feuergott 
] gleich Töpfen zerschmissest du, 
] seine Regierung stürztest du, 
der] sich selbst überhoben, 10 

] vertraut hatte auf Macht 
der] nicht gedachte deiner Gottheit, 
J es erreichten ihn deine Waffen, 
] vernichtete das feindliche Land. 

] jubelnd zerbrachst du, 15 

] vernichtetest seine Nachkommenschaft (?), 

] seine Regierung stürztest du, 

J den Widersacher vernichtetest du, 

] dein ehrwürdiger Name. 



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I^t^f l^^mntn ttn6 ^dtU An QUar^uft. (V) 329 

] nicht bewahrt hatte (?) seinen Eid, 20 

] machtest du zu nichte flammengleich (?). 
] seine Macht, 

] seinen Namen, 

] der Gewaltige, 
zu] Hilfe 25 

] meine Hasser 
] sein Name 

Bemerkungen. 

Eine Transskription und ÜJ^ersetzung bietet auch WiNCKLER, 
AltorienL Forsch. I S. 540—542. 

Vorderseite. Z. 6. Vgl Z. 8. 

Z. 10. Auf die Lesung TE-sUy d. i. let-su iddä machte mich Herr 
Prof Zimmern aufmerksam unter Hinweis auf ZA IV S. 254, Z. 16. 18: 
i-di let'ka. S. zu TE = letu auch noch zu No. XXIV Rucks. 9. 

Z. 18. Zu la-a-mei vgl. Rucks. 21. HW S. 366^ Meiss., SuppL 
S. 52a findet sich lamu = „Glanz", „Glut" wiederholt gerade in Ver- 
bindung mit bullü gebraucht 

Z. 20. ttäaf^fiuba des Orig. Schreibfehler für ttäal^riba} — ttäaddi 
statt ttäandi vgl. BE 14940, 21 (WEISSE., BabyL Mise. S. 20). 

V. K 3351. 

Vorderseite. 

\gcä'ru{})\ e-til'lum mär ^^ E-a ^i-is-ka-ru] mut-tal-lum 
[a'ia're\d{J) kilt'[iat] lame-e u irsi-ti mu-iim H-ma-a-ii 
[bellum}] Mard[ukt] . . i[rt?] [Sü-tu-ru}] bi-nu-tu 
{U eli}] ilä[ni rabütii] [i]ä'g[U'Umi] b[i\'n[u]'tu^nV.TU 
5 [gai-rati] *^ Z[ery[bd\'n[i\-[tu\ iar-ra-tum rabi-tum f^i- 

rat ''^A.ZCr 
b[e]'/[um] 'Wf[/ ru]bü ia lü-üi-ru f^a-si-su 

s[i']d[i\'[i]r kabli u ta^äzi ina hat abkal iläni Marduk 
M a- na ta- f^a- zi- iu iamu- ü i- ru- üb- bu 

a- na ü- ta- az- zu- mi" iu id- dal- la- fyu ap- su- u 

10 a- na zi- kip kakki-Oiu iläni i- tur- ru 

a- na te- bi- iu ez- zi O ia /'- ir- ru O ul ib- U 
be-lum ra-ai'bu In i7ia pU'f}ur iläni rabüti iin-na-as-su 

la ib-ba-iu-u 
i-na bu- ru- mi ellüte ia- ru- uf} ta- lu- uk- lu 

i-na e-kur bit tak-na-a-ti O }a-ku-ü par-^u-ü-Su 

1 5 i-na im- f}ul- lu i- nam- bu- tu O kakke- iu 

i-na nab-li-iu O O ü-tab-ba-tu iade mar-^u-ti 

Beiträge cur semit. Sprachwissenschaft. V. 23 



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330 Qßettro^e ytt femiHfc^en fipxadiwi^ftnfd^fi, 

iä tarn- Hm gal- la- ti i- sa-am- bu- ^u ru- üb- bu- ia 
apil E'iär-ra zi-kir-iu J^ar-rad iläni ni-bit-su 
ul'tu a-sur-rak'ka be-lutn iläni Hi-ut da-äd-me 
20 i' 7ia pa- an kaitp- iü ez- zi- ti im- me- du ia- ma- mi 
M il' maf} ^al- lu- tum O (ia- mu- ü ü ia- ru 

] ia kali-iu-nu '^A-nun-na-ki 
] Igig^ 

Übersetzung. 

[Gewaltiger (?)], Herr, Sohn Ea*s, e[hrwürdiger], hoch erhabener! 
[Für]st der Gesamtheit Himmels und der Erde, Schicksalsbestimmer! 
[Herr?] Mard[uk], [der riesig ist an?] Gestalt! 
[Der über die grossen (?)] Gött[er?J ho[ch](?) ist an Gestalt, Gott Tutu! 
5 [Gewaltige?] Za[rpa]nit, grosse Königin, Gemahlin Sazu'sl 
Herr, Gott Bei, Hehrer, der übergewaltig ist an Einsicht! 
Die Ordnung von Kampf und Schlacht ist in der Hand des 

Entscheiders der Götter Marduk, 
bei dessen Schlacht der Himmel erbebt, 
bei dessen Zürnen aufgerührt wird die Tiefe, 
10 vor dessen Waffenspitze die Götter zurückweichen. 

Dessen grimmem Anstürme zu begegnen noch niemand ge- 
wagt hat. 
Furchtbarer Herr, dem in der Versammlung der grossen Götter 

kein Widerpart noch erstanden! 
Unter den hellen Gestirnen ist gewaltig seine Bahn! 
Im Heiligtume, dem Hause der Heiligkeit, sind hoch seine 

Satzungen! 
15 Im Sturmwind erglänzen seine Waffen. . 

Durch seine Lohe werden vernichtet die steilen Berge. 
Des wogenden Meeres Unruhe beschwichtigt er. 
Sohn ESara's ist sein Name, Götterheld seine Benennung. 
Aus dem Meeresgrund (?) ist der Herr der Götter über den 

Menschen. 
20 Vor seinem grimmen Bogen stehen die Himmel! 

Der das erhabene Haus des Todesschattens niederwirft und 

zu nichte macht (?) 
] aller Anunnak 

] Igig 

Bemerkungen. 

Der Hymnus ist neuerdings mitgeteilt bei KiNG, Seven Tablets 
Vol. I p. 204 ff. Bei der Vollkommenheit von KiNGs Kopie erledigt 
sich die Publikation der meinigen. — Die in den Text eingedrückten 



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1^ti% l^^mncn uiib t^t^ttt an QtlAY^ttR. (V) 331 

Ringe, die King nicht angibt, dienten allem Anschein nach zur Ab- 
teilung der Zeilen. Dass die Ringe nicht auf den Rhythmus Rücksicht 
nehmen, geht daraus hervor, dass Z. 10 das Suffix von seinem Substantiv 
durch den Ring geschieden wird. Dagegen gibt der Ring Z. 10, 1 1 und 
21 genau die Mitte der Zeile an (6 resp. 7 Zeichen rechts und links 
vom Ringe). Z. 11 ist der Nebensatz in Ringe eingeschlossen, man 
wollte dadurch offenbar die Lektüre des Textes erleichtern. Z. 14 
teilt der Ring den HaJbvers, in Z. 15 die letzte Hebung ab. Die 
beiden Ringe Z. 16 deuten offenbar eine grössere Pause in der Rezi- 
tation an. Wir haben aJso in den Ringen Hilfsmittel der Rezitation, 
eine freie Art von Interpunktionszeichen zu sehen. Auf der Rück- 
seite sind zwischen den einzelnen Zeilen in gleichmässigem Abstände 
von einander sowie vom Rande drei solcher Ringe angebracht; offen- 
bar dienen sie zur Einteilung des Raumes. Die sechs (nicht vier wie 
bei Craig) Zeilen der Rucks, sind sehr weit auseinander geschrieben 
und füllen den ganzen Raum. 

Der Hymnus preist ähnlich wie No. IV Marduk als den glänzen- 
den, siegreichen Helden. Der mythische und der siderische Charakter 
des Gottes fliessen dabei merkwürdig zusammen. Eine direkte Be- 
ziehung auf Marduks Kampf mit Tiamat ist nicht nachzuweisen. 
Auch das Praeteritum u/ ibii (Z. 11) hat nicht einen bestimmten 
Kampf im Auge, sondern besagt bloss, dass überhaupt nie einer 
Marduks Angriff standgehalten habe (vgl. dagegen KiNG, a. a. O.). 

Vorderseite. Z. i. galru ist nur vermutungsweise nach dem 
vorhandenen Räume und dem Sinne ergänzt Ähnlich verhält es 
sich mit den fraglichen Ergänzungen in den drei folgenden Zeilen. — 
Von tizkärti sind noch die Spuren des // vorhanden, ebenso passt 
der Raum. 

Z. 4. Zu binütu vgl. No. I Vorders. 25. 

Z. 7. Von sidir sind auf meiner Kopie die Spuren noch etwas 
deutlicher als bei KlNG. 

Z. 8. Zum Stamme nin vgl. KiNG a. a. O. p. 226 Z. 20 und Anm. i. 

Z. II. ia t'ir-ru fasst KiN(; als ein Wort und zwar als Part 
von iäru. Zu Urrti vgL K 8531 Vorders. 8; K 38 Vorders. 10 
(Fr. Hrozny, MVAG 1903, 5 S. 8. 12). 

Z. 13. Zu biirümu vgl. No. i Vorders. 8. — Zu iaräf^u in der Be- 
deutung „glänzen", „scheinen" vgl. King, BMS No. i, 6; Meiss., SuppL 
S. 98»; Jensen, KosmoL S. 105. KB VI i S. 357 nimmt Jensen für 
iaräf}u die Grundbedeutung „herrlich", „grossartig sein" an, woraus 
er dann die beiden Bedeutungen des Stammes ableitet Hier würde 
auch die Bedeutung: „glänzen", „hervorleuchten" passen. 

Z. 14. Zu kunnü vgl. JENSEN, KB VI i S. 435- Zur Stelle King, 
BMS No. 2, 16. 

23» 



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332 dgtHt&^t jur fmtttfcjen ^protjwilfmfcjap. 

Z. i6. Zu Ä/J4/// vgl. Jensen, KB VI i S. 373. 

Z. 17. King STC hat die Konstruktion nicht erkannt Das ia 
des Gen. ist durch das Suffix wieder aufgenommen, Del., Gramm, 
§ 123, c. — rubbu ist zweifellos von der Wurzel Tr\ abzuleiten (vgl. 
Z. 8) und bezeichnet die unruhige Bewegung des Meeres. Für 
isamb{p)u ist als Stamm fe(&0 anzunehmen, das etwas wie „zurück- 
halten", „beruhigen", „beschwichtigen" bedeuten muss, vgl. die Be- 
merkung HW S. 507* unten. VR28, 64^^ nennt ein si'b{p)u-ü als 
Synonym von tirii (vgl. HW unter üni)\ da letzteres etwas ist, was 
zurückhält, umschliesst (vgl. zu No. XIII, 15), so dürfte der Stamm 
des Subst. und des Verbums identisch sein. 

Z. 18. Zu hara vgl. Hrozny, MVAG 1903, 5 S. 89. 

Z. 19. Der Sinn des Verses scheint mir zu sein: Marduk ist der 
Herr der Götter in Bezug auf den Menschen bis hinab in die Tiefe 
oder von der Tiefe aus. Im ersteren Falle sind die Himmel (Z 20) 
der Gegensatz zur „Tiefe". Die beiden Verse besagen demnach: 
Marduk herrscht in der Tiefe des Meeres und in der Höhe des Him- 
mels über Götter und Menschen (vgl. KiNG, STC p. 207 Anm.). 

Z. 20. Sinn des Verses: Marduk kann mit seinem Bogen alles, 
auch den Himmel, erreichen. 

Z. 21. „Das erhabene Haus des Beschattetseins" ist die Scheol, 
aus welcher Marduk als viuballit miti zurückruft ehnaf^t^u ist eine 
Bildung wie kimahhu, gumaf^f^u, eigallu. Tax hamü vgl. HW S. 281*; 
ein anderes f^amü Jensen, KB VI i S. 469; Meiss., SuppL S. 39». — 
läru ist nicht recht klar; es muss aber etwas wie „überwinden", 
„vernichten" bedeuten; ob es mit dem fraglichen Stamme laru HW 
S. 468 zusammenhängt, lässt sich nicht entscheiden. Ein gleichfalls 
fragliches Verbum laru = „dahinstürmen" bespricht auch Jensen, 
KB VI I S. 469. Vgl. ferner Hrozny. MVAG 1903, 5 S. 50: läru = 
„einherziehen". [Prof Zimmern macht mich zu dieser Zeile 21 auf 
den Erklärungsversuch Meissners, MVAG 1904, 3 S. 50 aufmerksam, 
der daselbst auch ausführlich über hamü handelt.] 



VI. IV R 26 Nr. 4 (= K 3132). 

[düg] ba[d- du- zu a- b]a ba- ra- §ub- [bu] 

ina pi'it pu- ri- di- ka man- nu ip- pa- ra- al- Hd 

e- ne- am- zu sa- pär mah an- ki- ta sä- mu- un- lal 

a-mat'ka sa-pdr-ra si-i-ru Ia ana iame- e u irsi- Hm tar-^a-at 

a- ab- ba um- mi- lal ab si hu- Iah- ha 

ana tam-ti ü- lar- ma tarn- tum iz- i gal- ta- at 

zug- ga um- mi- lal zug- ga le- a- an- du 



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$<9^» l^^mntn unb t^tUtt an QVUr^uft. (VI) 333 

Ä«Ä sU'Si-e ü-iar-ma ^u- j:7i- u i-dam-mu-um 

a- ge- a id- Zimbir-g^ um- mi- lal 

10 ana a-gi-e Pu- rat- ti //- iar- ma 

e- ne- am «**'""«'Silig-lü-§är a- sur- bi ab- lü- lü 

a- tnat Marduk a-sur-ra-ak-ku i-dal-la-aJ} 

umun za- e mal)- me- en a- ba g6- a- da- di 

be- lum at' ta ^i- rat man-nu i- ia-an- na- an- ka 

15 ^»°*"*'Silig-lü-sär dimmer mu-sä-a-ta za-e si- in- ding- gl- en 

Marduk ina iläni ma-la lü-um na-bu-u a[t-ta at]-ra-at 

gutu mu(?)-lu kur-ra za-e [ 

{karr ad) ina iläni ia ma-a-tilmQ) ai-ta 
dimmer silig-lü-sär mulu erim [ 
20 {Marduk) a-a-bu [ 

umun me [ 

be-lum [tafjazi 
SU [ 

Übersetzung. 

1/2 Dem Auftun deines puridu wer kann entfliehen? 

3/4 Dein Wort ist ein erhabenes das du ausspannst über Himmel 

Netz, und Erde. 

5/6 Es kommt über das Meer, und das Meer, es erschrickt; 

7/8 es kommt über das Rohr- und das Rohrdickicht wimmert; 
dickicht, 

9/10 über die Flut des Euphrat kommt es, 

11/12 und das Wort Marduks erreget die Tiefe. 

13/14 Herr! du bist erhaben, wer gleicht dir? 

15/16 Marduk! unter den Göttern, so viele existieren, bist du über- 
gewaltig. 

17/18 Held! unter den Göttern du [ 

des Land[es(?) 
19/20 Marduk! den Feind [ 
21/22 Herr [der Schlacht 

Bemerkungen. 

Der Hymnus verherrlicht die Macht Marduks. Dass Marduk 
hier als Sturmgott geschildert sei (A. Jeremias in Roschers MythoL 
Lexikon S. 2364), scheint mir nicht zutreffend. Die Erwähnung des 
Meeres, des Euphrats, des Röhrichts dient zur lUustrierung der Macht 
des Gottes. 

Die Rückseite der Tafel (WRAdd. and Corr. p. 5; Haupt, ASKT 
S. 182) ist an Zarpanit gerichtet und ganz sumerisch. 

Z. I. Zur Ergänzung vgl. K 69, 40 (J. BöLLENRÜCHER, Gebete 
und Hymnen an Nergal S. 32). 



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334 (gftiM^t 5ur ftmitifditn ßptä(iwifftn\4^^L 

Z. 2. Über piiridu ausser HW S. 538*», JENSEN, KB VI i S. 508; 
J. Hunger, Becherwahrsagung bei den Babyloniem S. 74. Jensen 
nimmt die Bedeutung „Bein", „Beine" als sicher an. Über das „Öffnen 
der Beine" vgl. bei Jensen a. a. O. S. 428. Aus der ursprünglichen 
Bedeutung „Enge", „Not" scheint die Bedeutung „Eile", „eiliger 
Lauf", was wohl hier passt, abgeleitet zu sein. 

Z. 5^: SI vgl. Brunn. List No. 9284; es ist wohl aus dem Semi- 
tischen ins Sumerische hinübergekommen. 

Z. 8. Zu ^u^ü vgl. Jensen, KB VI i S. 304; dnmämu „Wimmern", 
„Gewimmer" das. S. 340. 

Z. 17. muQyiu = amelu ist wohl Determinativ zu kur-ra = 
nakru, möglich, dass es auch dem Rel. ia entspricht 



VII. IV R 29 Nr. 1 H K 2962). 

Vorderseite, Schlusskolomne. 

[En.en gal kala]m- ma lugaJ kür- kür- ra 

10 [SiptuJarru rabü iaT\ ma- a- ti be- el ma- ta-a- ti 

[du sag •^•»«»'EN.K]!- g^ an ki-a diri(gj- ga 

\aplu re\i' tu- ü ia ''£- a 

[ia ina] iame- e u ir^i- tim Hi- tu- ru 

[^dingir^ilig. lü- §är] en gal kalam- ma lugal kür- kür- ra 

15 [ding]ir dingir- ri- e- ne- g^ 

\Marduk\ „ /- lum ia iläni 

[SAG.KAL] an- ki- a zag- du nu- tuk- a 

[a- ia- red] iame- e u ir^i- tim ia ia- ni- na Ia i- Ai- ü 

an dingirEn- Hl- bi- da- gh 

20 [tapQy puQ)'] ü ia ^'A- num u Eil 

5ala- sud dingir- ri- e- ne- gfe 

ri' mi' nu- ü ina iläni 

§ä- lä- sud dig- ga ti- Ia ki- äg- ga 

ri- mi- nu- ü ia mi- ta bul- lu- ta i- ram- mu 
25 ««»«i'äilig- lü- aar lugal an- ki- bi- da- ge 

Marduk iar- ru iame- e 

lugal Tin- ter^» lugal 

iar Ba- bi- lim be- el 

A 

lugal E- zi- da lugal 

30 iar E- zi- da be- el 

an- ki- bi- da 

iame- e u ir^i- tim 

ki an- ki- bi- da 

e- ma iame- e u ir^i- tim 



u 


ir^i- 


tim 


E- 


sag- fl- 


Ia 


i.- 


sag- 


ila 


E- 


mah- ti- 


Ia 


k. 


mafi- ti- 


Ia 


za- 


a- 


g^ 


ku- 


um- 


mu 


za- 


a- 


g^ 


ku- 


um- 


mu 



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Ige^n, l^imntn wib ^e6de an (Jfiät^ufi, (VII) 335 



35 mü nam- ti- la 


za- 


a- g^ 


i/- pal ba- la- tu 


Jku- 


um- mu 


uh(?) nam- ti- la 


za- 


a- ge 


/- mat ba- la- tu 


ku- 


um- mu 


mü- azag- ga dugga 


abzu za- 


a- gh 


40 mü- azag- gu- ü 


„ (d. i. apse) ku- 


um- mu 


nam- ^*gäl-Iu 


uku 


sag-gi-ga 


a- nie- lu- tum 


ni- li sal- mat 


kakkadu 


äg- zi- gäl ^ äg- a- na 


mu- sä- a kalam- ma 


gäl- la- ba 


Uk-na-dt na-pü-ti ma-la lü-ma na-ba-a ina mati^ ba-ia-a^ 


45 üb- da tabtab(?)- ba 


äg- a^- na- bi 


ni- gäl- la 


kib- rat ir- bit- 


// ma- la 


ba- la- a 


dingir nun- gal- e- ne 


an- ki- §är- ra a^- na 


gäl- la- ba 


'^Igige ia kü- 


iat lame- e u 


ir^i- tim 


ma- la 




ba- ia- a ^ 


50 za''- ra gi®- bi ba- ra- §1 


. in- [. . .] 


a- na^ ka- 3a- a- 


ma uz- na- li- na 


b\a- ia- a] 



Die Varianten i — 8 sind K 4612 entnommen. — i) Folgt noch ein la, 2) ma-a-ii, 
3) 43/44 bilden 4 Zeilen. 4) Fehlt. $) e statt a} 6) 48/49 bilden Eine Zeile. 
7) Mü-e, 8) igt (Zeichen ii). 8) ana. 

Rückseite, Anfangskolumne. 

za-e dingir- bi m[e- en?] 

at-ta-ma ilu-ii-[na ? ] 

za-e <^"»8*'lamma[-bi me-en?] 

at-ta-ma la- mas- si- [ii- na}] 

5 za-e ab-ti-la[-bi me-en?] 

at-ta-ma mu- bal- lit[- si- na}] 

za-e ab-silima-bi me[-en?] 

at-ta-ma mu- ial- li- im- \ii- na] 

§ala-sud dingir- ri- e- ne- g^ 

10 ri- mi- nu- ü ina iläni 

§ä- lä- sud dig- ga ti- la ki- äg- gä 

^«»«»'äilig- lü- 5är lugal an- ki- bi- da- g^ 

mu- zu ne- dug nam- ma^- zu ne- dug 
itim- ka az- kür nar- bi- ka ak- \bi\ 
15 mu- päd- da- zu dingir- ri- e- ne- [ta?] 
üb- zu ag-ag-da gü-sil-zu ga-[an-sil] 
zi-kir iü-me-ka [ina}] iläni lut-ta- i-[id}] 
da- li- li- ka lud- [lul] 

>" tu- ra gig- ga- a- ni he- im- ma- ra- ab- . . . 
20 ia mar-^i mu-ru-us-su lit- ta- bi- [ik] 



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336 (Stitt&^t 3ttr femtüfcSen fbpxci<im^tnf<iafL 

Übersetzung. 

Vorderseite, Schlusskolumne. 

9/10 [Beschwörung. Grosser Herr] des Landes, Herr der Länder, 
II — 13 [erstge]borener Sohn Eas, [der im] Himmel und auf Erden 

übergewaltig ist! 
14—16 [Marduk], grosser Herr des Landes, Herr der Länder, Gott 

der Götter! 
17/18 [Fürst] des Himmels und der Erde, der seines Gleichen 

nicht hat, 
19/20 [Genosse?] Anus und Bels! 
21/22 Barmherziger unter den Göttern! 
23/24 Barmherziger, der Totenerweckung liebt! 
25/26 Marduk, König des Himmels und der Erde, 
27/28 König von Babel, Herr von Esagila, 
29/30 König von Ezida, Herr von Emachtila, 
31/32 Himmel und Erde ist dein! 

33/34 Der Raum Himmels und der Erde ist dein! 
35/36 Die Beschwörung des Lebens ist dein! 
37/38 Der Speichel des Lebens ist dein! 
39/40 Die reine Beschwörung des Ozeans ist dein! 
41/42 Die Menschheit, die schwarzköpfigen Völker, 
43/44 die beseelten Kreaturen, so viele existieren, im Lande sind, 
45/46 die vier Weltgegenden, soviele ihrer sind, 
47 — 49 die Götterwesen (fg'tg) der Gesamtheit Himmels und der 

Erde, soviele ihrer sind — 
50/51 auf Dich steht ihr Sinn gerichtet! 

Rückseite, Anfangskolumne. 

1/2 Du bist ihr(?) Gott, 

3/4 Du bist ihr Schutzgott, 

5/6 Du bist es, der ihnen Leben verleiht, 

7/8 Du bist es, der sie unversehrt erhält, 

9/10 Barmherziger unter den Göttern! 

11 Barmherziger, der es liebt, die Toten zu erwecken! 

12 Marduk, König des Himmels und der Erde! 

13/14 Deinen Namen rief ich an, verkündete deine Grösse. 
15 — 18 Den Ruhm deines Namens [unter den?] Göttern will ich prei- 
sen, in Gehorsam dir mich ergeben. 
19/20 Des Kranken Krankheit möge gewendet werden! 

Folgt die Beschwörung der einzelnen Dämonen. 



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I^e^n» l^^mnen unh OeSeie an QVldv^ttft. (VIII) 33^ 

Bemerkungen. 

Text und Übersetzung auch bei C FosSEY, La mag^ie assyrienne, 
Paris 1902, p. 364 SS.; eine Übersetzung auch bei JASTROW, Die Reli- 
gion Babyloniens und Assyriens S. 501. 

Der Hymnus zerfällt in sechs ziemlich gleich grosse Strophen: 
Z. 9/10— 19/20 bilden die Anrede, die durch Z. 1415 in zwei gleich- 
massige Abschnitte geteilt ist; Z. 21/22—29/30 bilden einen eigenen 
Abschnitt, geteilt durch Z. 26; Z. 31/32—39/40 ist wieder eine beson- 
dere Strophe, charakterisiert durch kummu, Z. 41/42 — 50/51 ist ein 
Ganzes, zusammengehalten durch Z. 50/51. Rucks. Z. 1/2 — 9/10 ist 
eine Strophe, für welche das immer wiederholte attäma charakteri- 
stisch ist Die Zeilen bilden eine Klimax. Z. 11 — 18 gehören eben- 
falls zusammen. Z. 19 f. ist Zwischenzeile, Übergang zur eigentlichen 
Beschwörung. 

Vorders, Z. 9f. ist ergänzt nach den Spuren und nach Z. 14 
resp. 16, wo der Anfang nach bekanntem Sc hema wiederholt ist. 

Z. 1 1/13 ist nach den Spuren ergänzt; S^ 178: ^>^TTf = ^^-^ = ^^^^f^ 
vgl. No. VI, Z. 15/16. 

Z. 20. Jastrow ergänzt „Liebling(.^)". Die Spuren weisen eher 
auf tappü, 

Z. 21. Zur Lesung ial vgl. Z. 23, wo derselbe Begriff durch ^h-lä 
wiedergegeben ist Die graphische Darstellung des lala ist offenbar 
Spielerei: das eine Mal ist der Begriff durch „Gnade" + „weit" {stid\ 
das zweite Mal durch „Herz" + „erheben" + „weit" ausgedrückt. 

Z. 23/24. Zur Lesung dlg-ga vgl. Zimmern, Surp. VII, 80. 84; Jen- 
sen, KB VI I S. 341: 

Z. 35/36 vgl. Surp. VII, 85/86. 

Z. 39/40 Brunn. List No. 4338: SAR = üptu, dazu No. XI 8/9. 

VIII. K 2356. 

Vorderseite. 

] gäl- la Marduk-g^ 

] ma(?)-ge §ü-gal-an-zu ur sü-dim-ma 

] nap-f^r ir^i-tim Marduk 

] pa- f^a- ru ba- nu- ü ka- la- nta 



*^ A]' nun- na- ki be- el tna-ta-a-ti^ 

] -zu- zu dingir nun- gal- e- ne 
] ka- bi' SU nta- a- du 



] -?- ü' ti gi' mir ka- bat- ti- ia 



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338 qßetM^e ^ur femtüfc^en ^pvdcSwtfTenfc^af^* 

] 'tum ra- pa- ai- tu inä- a- a 



] I I ü pa- nu' ü' a namir-tum 10 



ni- ib- bu- ru ka- ta- a- a 
la- du- ü re- ia- a- a 



dim kür- kür- ra 

ri' kis ma- ta- a- ti 



bu- ni- ia 15 



Die Rückseite enthält die Reste von 11 Zeilen; von der Unterschrift sind 5 Zeilen 
noch teilweise erhalten. Da jedoch die Zeichen (allem Anschein nach schon bevor die 
Tafel gehärtet war) dermassen zerdrückt sind, dass nur sehr wenig mit Sicherheit er- 
kennbar ist, wurde von der Wiedergabe der Rückseite Abstand genommen. 

Bemerkungen. 

Z. 2 und 4 gehören zusammen, iü-gal-an-su ^pa-fja-ru „Töpfer". 
Der Sinn von Z. 2 scheint zu sein, dass Marduk der weise Bildner 
ist, der mit seiner Hand {}u) bildet {dim = banü). Vgl. No. XIV, 33; 
BMS No. 19, 13—16. 

Z. 5. bei mätäti ist ebenso wie rikis mätäti Z. 13/14 ein gewöhn- 
liches Epitheton Marduks. 

ZZ. 8 — 12 scheinen den Gedanken zu enthalten, dass Marduk dem 
Lobpreisenden Freude (?) des Gemüts, Weite der Augen, Helligkeit 
des Antlitzes, Kraft der Hände, Erhöhung des Hauptes verleiht 
bezw. verleihen möge. 



IX. K 3418. 

Vorderseite. 
Oberer Rand. 

] lü- na-me nu-kur 
man-ma] Ia ü-nak-ka-ru 
] '*be- a ti- Ia 
»^hn]i'tum i-bal-lu-tu 
] a Marduk e-da-a 5 
] pa- ta- ru 
i]t'ti'ka'm[a 
] abzu-g[^ 
] a-a-tlüi 



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I^t^n, l^^ntn unb OeSeie an QVldttuR. (IX. X) 33G) 

Rückseite. 

] me(?) [ 

] pi-t[iQ) 
äa-]ag- a äg- hui- dim- m[a 
ulfi- ia- iü' u lim- nu- t[i 
**»»«»' Silig-] lü-§är [en?] an-ki-bi-da-ge 5 
]iü'me iä Marduk 

be- elQ)]iafne' e u irsi- tim 

] *°«^äilig- lü- §är lugal Tin-tir^» 
lü\' me sa Marduk ihr Ba-bi-lu 

Bemerkungen. 

Das Fragment gehört wohl einem Beschwörungshymnus an. 

Vorderseite Z. 1/2 lü-na-me^^ man-ma vgl. IV R 3, 27/28». Z. 2 
ist etwa zu ergänzen: dessen Wort \)a epei püu\ Niemand ändert 

Z. 3/4. Zu ergänzen ist etwa nach Surp. VII, 78 "^^""f^^ilig-lu-ldr 
mai-mai iläni rabüti ia ina Uptüu ntitum iballutu „durch dessen Be- 
schwörung der Tote lebt". 



X. IVR20 Nr.1. 

Vorderseite. 

I e-ku ni-bi-ta nam-kür-ri-e-ne dig-ga dim seg-§eg «»*KU 

ä-bi läl-e lü til-a-ni sal-la-g^ 

2 ma-la ik-iü-du-ui kak-kti ina ra-ma-ni-lu-nu ki-ma mi- 

tu-ut ^al'pi-e i-di-hi-nu uk-tas-sa-ma mu-u^-su-u lal-mat-su-un 

3 .... ä zi-da ä gub-bu igi egir a-mä-tu mu-un-dib-bä-a-an uru §ä- 
ba uru bar-ra edin edin-na sig-siga ne-in-si a-ri-a mu-un-du-du 

4 .... int-na ü iü-me-la pa-ni ü ar-ku ui-bi-i a-bu-ba-nü-ma 
libbi ali a-f^at alt si-i-ru ba-ma-a-ti la-ku-um-ma-tu ü-iam-li- 
ma ü-ia-li-ka na-mu-ü 

5 mä-mä §e-5e-ga lü igi-gab-a-bi sag-u§ ab-ta-bu-bu-lu en-e 

5ä-ba-a-ni na-me mu-un-bu-i §ä-ne-du nam-mi-in-du 
6 .... [mutl-nen-nu-ü mu-un-dag-ri ia ana ta-mar-ti-iu kak- 

da-a pu-tuk-ku-ma a-di ü-iam-^u-iu ma-la lib-bu-ui la ik-la-a 

un-nin-ni 

7 da-a-ni ud-§u-u§-e suh-nu-du-ma su-gam-ma su-mu nu- 

kud-da ür-ra-a-ni gi dug-ga-bi nu-til-la-e-da-ni ää-di na-nam 
8 ... .]y-äi-ä ü'tni-iam la na-par-ka-a sur-ri kid-da-a-ti ina 

zu-um-ri-ia la ip-par-su-ü-ma ina ut4u mu-si ta-a-bu la «- 

\aUta-a iit-ti 
9 ku§-.^ä-mu äü-il-la-mu ud-§u-u§-e ka-§ü-mar-ra-mu sakkur- 



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340 qßettr^^e ^ur femtHfc^en ßpta4wi\ftnf<ici^. 

sakkur-ra-a-ni sa-gul-gä-gä sä-bi damal-la sala(?)-tuk-a gu-bi nigin 
§ä-bi-ta uru azag-ga 

10 [ikyri'di'ia lü-nu-hu-ti ni-ü ka-ti-ia ü la-ban ap-pi-ia 

ia ü-mi'iam a-bal-lu-ui tä-nen-nu-hi 

11 ... re'e'maX\ ir-ii-ma ki-iad-su ü-sah-hi-ra 
ana ki-rib all elli 

12 du-a-ni §a-bi-ta äg-l}ul Elam-ma^-ge kazkal a-li-ri har- 

ra-an asilal he-en-da-§e-§e-ga Sä Sü-an-na-ta mu-un-dib 

13 'ku i-kii-lam-ma ü-tu ki-rib lem-ni-ti E-latn-ti fjar^ 

ra-an iü-lu-lu ü-ru-uf^ ri-ia-a-ti 

14 ma']ga'ri i^-ba-ia ana 

ki-rib Sü-an-na^^ 

15 kalam-ma . . . [alam-bi?] gud-da h^-dü §e-ir-ma-al §ü-li-li-e§ ma5- 
damal-la da-i-bi l}ar-ra ag-a-e-ne 

16 ib-tar-ra-a ni-li ma-a-ti la-an-iu e-la-a sü-su-mu e-til-la na-pir- 
da-a iü-lu-la kul-lat-si-na pu-tük-ka-iü 

17 nam-ba-iii-fb-bür(?)-na Sä-mu-un-ba-ni-in-ri dü-mar-ra-bi im- 
dub-dnb-bu 

18 i-rti-um-ma ir-ta-me iü-bat-su ni-i^-ta 

19 kä su-igi nam-lugal-la-bi-§ü e-§ä-sig-ga gir-mä ba-ni-ib-si-di-e 
me-li-ub-i-i 

20 bäb ialummati pa-pah be-lu-ti-iu im-me-ra ma-li 
ri-ia-a-ti^ 

21 an-ki-bi-ta dü-dü-bi-e-ne a-ab-ba za-ba-lam-a-ni si-ba-ni-fb-di har- 
sag mä§ mu-un-da-ri-bi 

22 ia-mu-ü ^e-en-gäl-la-^u-nu ir-^-tum ^i-^ib-Ia tarn- tum mi- 
Ur-ta-ia la-du-ü i-rib-iu 

23 sakkur-sakkur-bi-ne-ne am i-de-nu-mu-un-bar-ra ag-a-na 
eme-gü-bal-bal-e 

24 kit-ru'ba'ai-iu{-nt4\ iü-ut la mafj-ra ma-la iü-un-na-a 
li-ia-a-nu 

25 mu-un dugud-da-bi mu-un-§i-in-fl-fl-e§ §ä-mu-un lugal-la-äü ^ ka- 
bit'ti bi'lat'SU-nu na-iü-ü a-na be-el be-lum 

26 e-lu ne-in-äum-mu-ne-eä gü-gal-gal-la ne-in-§är-§är-ra äg-ku-du-ul 
mu-un-§i-in-gäl-li-e§ na-ne ne-in-si-si 

27 aZ'lu tU'ub'bu'f}u du-ui-iü-ü gü-ma^-e zi-i-bu iur- 
ru'f^u ^i-e-ni kut-rin-na 

i) K. 3317: tum, 

Rfickseite. 

28 ir-si-im mi- ni- in- e ir-sim ne-in-du[g?- . . 

29 ar-man-nu ui-te-is-lsu-u] i- ri- se fa- bu- ü 

30 sakkur-sakkur ih-ik [ne?-] in-du-du me-li-gal si-ba-ni-fb-si 



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I^tfyxf l^^mnen unh <B<6<te an QVldvtuft. (X) 341 

31 ni' ki' e [duiSu}]-fi na-ki via-li ri- ia- a- ti 

32 dak ka-ni nam-mu-un-si-in-mä-mä 

33 J \'du'U ta-iil-ta lak-na-at 

34 1 ka-ne-ne ra-bi igi-gab g^du(?) ^»"*°»«'Asari-g^ 

35 \\'me u kak-ka-ri si-t^i-ü {i-na-atyta-lu Marduk liar-du 

36 ] inaij) \paiyrak ihi- ti 

37 ] t]a}- nit' tum kur- di 

38 ] sun-na-sun har- sag- gä a- lä- e 

39 ] ü-nam-ma-ru rt- ....?/... . //- si 

Übersetzung. 

Vorderseite. 

1/2 soviele die Waffe erreichte von eigener Hand — 

gleich dem Erstarrtsein von Frost war ihre Kraft ge- 
lähmt, hingebreitet ihre Leichen. 

3/4 rechts und links, vorwärts und rückwärts stürmte er 

sturmflutgleich und das Innere der Stadt, die Umgebung 
der Stadt, Ebene und Höhen erfüllte er mit Wehe und 
machte sie zur Wüste. 
5/6 [Ich aber, der König?], der demütige Beter, der sein Ziel 
beständig im Auge behielt und, bis er ihm seinen Herzens- 
wunsch erfüllte, zu flehen nicht aufhörte, 

7/8 täglich ohne Aufhören wichen nicht niederdrückende 

Gedanken aus meinem Leibe, auf guter Nachtstätte voll- 
führte ich nicht meinen Schlaf. 

9/ 10/ II [Da vernahm Marduk, der Herr?,] meine seufzervollen Bitten, 
mein Gebet und meine Anbetung, womit ich täglich ihn 
verehre, anflehe, es fasste sein weites Herz Erbarmen, 
er wandte seinen Nacken zu der heiligen Stadt 

12/ 13/ 14 und aus dem feindlichen Elam nahm er einen Weg 

des Jubels, eine Strasse des Jauchzens, .... der Er- 
hörung nach Suanna. 

15/16 Es gewahrten die Leute des Landes sein hohes Bild, den 
würdigen Herrscher, sie strahlten, frohlockten, sie alle 
schauten auf ihn. 

17/18 Er hielt seinen Einzug, schlug auf seine friedliche Wohnung. 

19/20 Das Tor der Herrlichkeit, die Wohnkammer seiner Herr- 
schaft, erglänzte, war voll von Frohlocken. 

21/22 Die Himmel ihren Überfluss, die Erde ihre Fülle, das Meer 
seine Gebühr, das Gebirg seinen Ertrag, 

23/24 ihre Spenden ohne Gleichen, soviel nur Zungen melden können, 
25 ihre schwere Last bringen sie dar dem Herrn der Herrn. 



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342 (StiM^t 5ttr r^ttifc^en il)>rA(^t(fmrc(af^. 

2627 Wild wird in Menge geschlachtet, massenhaft dargebracht 
grosse Ochsen, die Opfer werden riesig gemacht, aufge- 
füllt wird das Rauchwerk. 

Rückseite. 

28/29 Wohlgerüche gehen aus, Düfte duften 

30/31 Strotzende (?) Opfer opfert man, voll ists von Jubel. 

32/33 gelegt(?), ein Festmahl veranstaltet, 

34/35 Himmel (?) und Erde schauen geschmückt den 

Helden Marduk. 

36 Heijligtum der Gottheit 

37 das Lob der Tapferkeit 

38/39 machen glänzend 

Bemerkungen. 

Vgl. die Bearbeitungen von WiNCKLER, AltorienL Forschungen I 
538 f und von Martin, Recueil de Trav, 1902 Vol. XXIV p. 96—99. 

Der Hymnus feiert die Rückkehr Marduks aus Elam. Eine Heim- 
holung Marduks und Zarpanits aus dem Lande JJani fand unter dem 
König Agukakrime statt (Jensen, KB III i S. 134 ff. Anm.). Ferner 
wird in dem sog. Freibriefe Nebukadnezars I (ZA IV, S. 259 ff., KB 
III I, S. 173, 11) von einer Zurückführung Marduks und der Erüa-Zar- 
panit erzählt. Allem Anschein nach hat man hier an den elamiti- 
schen Feldzug Nebukadnezars I zu denken (VR 55— 57, HiLPRECHT, 
Freibrief Nebukadnezars, Peiser, KB III i S. 164 ff.) vgl. WiNCKLER 
a. a. O. und A. Jeremias in Roschers MythoL Lexikon S. 2345. 

Das Sumerische trägt in diesem Hymnus den Stempel künst- 
licher Rückübersetzung aus dem Assyrischen noch deutlich an der 
Stirn vgl. ^ar-ra-an Z. 12, hi-li-li-es Z. 15, za-ba-lam Z. 21. 

Vorderseite Z. 1/2. Auffallend ist die Wortstellung in der sume- 
rischen Zeile, insofern ^'^KU in ganz anderer Verbindung erscheint 
als kakku, Martin a. a. O. liest ma la getrennt, statt e-ku liest er 
f^KU, Mir scheint, dass in mala ikludul das mala durch das Suffix 
wieder aufgenommen ist, und da nam als sumerische Negation bloss 
vor ba gebräuchlich ist, entspricht hier nam als Verallgemeinerungs- 
wort dem mala (vgl. Z. 17/18). — ina ramaniiunu = ni-bi-tay der 
Wechsel des Numerus findet sich wiederholt in ^'.-.S.-Texten. Zwei- 
fellos ist der sumerische Satz ganz anders konstruiert als der assy- 
rische. — mitüt f^alpe ist ein Begaff: frostgetötet, erfroren. — Über 
die Lesung dig-ga vgl. zu No. VII Vorders. 23. — h^lpe „Kälte" ist 
durch das Ideogr. für „Regen" wiedergegeben. — uktassama eig. 
„war gebunden", „gefesselt", das ist auch die Bedeutung des Ideogr. 



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I^eßn, l^^ntn un^ Oe6<i< du QVlArtuft. (X) 343 

/äl-e, — mu^sü = sa/'/a-^e; das assyrische „hinbreiten" ist durch den 
synon. Begriff „weit" ausgedrückt 

Z. 3/4. PA. PA = sig-'si^ vgl. IV R 2, V, 23/24; IV R 5, 2o;2ib 
Über edin edin-na vgl. HW S. 177*». — «-«, ma-ma zum Ausdruck der 
lebhaften Schilderung. 

Z. S/6. BU,BU,LU IVR 12, 11 = H-U'-a = etwas anstreben, 
für etwas besorgt sein; das Ideogr. ist wohl zu erklären Bl/ [gid) 
= arku „lang" und LU (dib) = sabätu, eig.: das durch einen langen 
Weg Getrennte zu erreichen suchen. — na-me hat eig. indefinite Be- 
deutung; es entspricht dem assyrischen man-man in dem ^l-^l-Text 
IVR 9, 7/8»>; 36/37»; vgl. No. IX Vorders. 1/2. 

Z. 7/8. NA.NAM, sonst = umma, wird hier nur zur Verstärkung 
beigefügt sein. — z\4)urru ist jedenfalls dasselbe Wort wie zumm 
(Jensen, KB VI i S. 320 f.), daher das Ideogr. SU, zumru wurde zwei- 
fellos ähnlich gebraucht wie das hebr. OT3, hat es ja doch auch das 
Ideog^. für ramänu „selbst" = IM, Nach JENSEN a. a. O. sind die Ge- 
danken Erzeugnisse des karhi, „des Bauches" und des zurru^ d. i. des 
Leibes, daher kariu = Verstand. Dem Stamme nach mit zumru, 
zurru verwandt ist vielleicht diuch ^amäru „denken", „im Sinne tragen", 

arab. 1^, wy^: „geheimer Gedanke". 

Z. 9/ 10/ II. Für das in der sumerischen Zeile erhaltene iä-di 
damal'la ist im Assyr. libbu-hi rapiu, für lala = remu zu ergänzen, 
vgl. No. VII Vorders. 21; tuk-a = ir-H-ma. — labän appi gewöhnlich 
KA,SU,GAL\ der Wechsel gal und mar [gar) ist nicht merkwürdig, 
da gal = iakänti und mar = iakänu. — Zum Ideogr. für „anbeten" 
vgl. Z. 23/24. 

Z. 12/13/ 14. Zu ikulamma vgl. HW S. 58^; JENSEN, KB VI i S. 355. 
— f^e-en-da-ie-ie-ga, dem in der assyr. Zeile die Spuren .... ga-ri 
entsprechen, ist Prekativ. ie-h-ga bezeichnet Z. 5 die Form I 2 von 
magäru — da bildet Reflexiv- und Passivstämme (HAUPT, ASKT 
S. 138 § 6) — darnach möchte man also ergänzen lü ni-im-da-ag-] 
ga-ri t was sich freilich weniger gut in den Zusammenhang fügt; es 
wäre etwa als Ausruf des Volkes zu denken, das beim Einzug Mar- 
duks diesen begleitet und dabei ruft: „Wir wollen ihm gerne dienen". 

Z. 15/16 lü-li-li-el ist jedenfalls sumerisiert aus iülulu, während 
mal'damal'la = „weithin glänzen" bedeutet 

Z. 17/18. Zu nam als Verbalbildungselement vgl. HAUPT, ASKT 
S. 137, femer Z. i. — Zu im-dub-dub-bu vgl. IVR 3, i7/i8*>; Haupt, 
ASKT S. 134, K 3182, III, 40 (Brunn., ZA IV S. 11. 24. 31). 

Z. 21/22 fjcfigallu und hi^bu sind im Sumerischen durch doppeltes 
GAB ausgedrückt, das sich auf Himmel und Erde bezieht — milirtu 
ist im Sumerischen offenbar durch zwei Ausdrücke wiedergegeben; 



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344 (fftiitü^t 5U¥ ftmitif4tn ßpxA<im\[tnf4afi. 

da S/, DI H^npüdeogr. für die vom Stamme iti'^ abgeleiteten Wörter 
ist, so bringt si-ba-ni-ib-di zum Ausdruck, dass es recht, geziemend 
sei, dass das Meer seinen Ertrag oder seine Gabe [za-ba-lani) bringe. 
zabalam ist jedenfalls sumerisiertes zabälu HW S. 250^. 

Z. 23/24. Zum Ideogr. für „Opfer" vgl. Z. 9/10. balü „anbeten" 
ist vielleicht eines Stammes mit balü „vernichtet sein", „vergehen". 
Das Opfer an die Gottheit bedeutete dann eine Vernichtung der 
Gabe für den menschlichen Gebrauch, die Anbetung aber erschiene 
als „Selbsthingabe", „Selbstaufopferung", „Selbstvernichtung" vor der 
Gottheit. Der Begriff der Verdemütigung vor der Gottheit ist ja 
dem Semiten besonders geläufig. — iü-ut la maf^-ra ist nicht tem- 
poral zu fassen (A. JEREMIAS a. a. O.), sondern komparativ, wie auch 
das Sumerische nahelegt: Gaben, in deren Angesicht (j-di) keine 
anderen an die Seite (bar = af^ti) gestellt werden können, oder da i-de- 
bar auch = naplusu^ soviel, dass sie das Auge nicht überschaut — 
Zu KA.BAL.BAL.E = iunnü HR 7, 3i<= und 32^ vgl. ZA IV S. 8. 
17. 26. 

Z. 26/27. Während das Assyrische immer zwei Glieder chiastisch 
zusammengestellt hat, lässt das Sumerische die vier Glieder ganz 
regelmässig aufeinander folgen. Durch die Zusammenstellung der 
die ungeheure Menge ausdrückenden Verba sowie durch den Gleich- 
klang der Vokale in den drei ersten Gliedern gewinnt die Darstellung 
an malerischer Wirkung. — na-ne ist zusammengesetzt aus na = 
iamü K 4337, III, 18 (HR so<^«i, 18) vgl. Haupt, ASKT S. 205 No. 29; 
na bedeutet eigentlich „hoch"; also kutrinnu = hoch + Feuer. 

Rückseite. Z. 28/29. Zum Ideogr. IR,SI.IMvg\. IVR 19, 57/58», 
wo diese Zeichen einen Bestandteil des Ideog^. für e^enu „riechen" 
ausmachen. I.GUB.BI bezeichnet dort wohl die Bewegung des 
Duftes. 

Z. 30/31. Zu GAB, GAB vgl. Z. 21, zu SLSI Z. 26/27. 

Z. 34/35. ^^. GAB ist das gewöhnliche Ideogr. für natälu, dar- 
nach ist ergänzt. — Zur Bedeutung von r\^l vgl. Jensen, KB VI i S. 440. 



XI. K5233. 

] mü-bi [ 

Marduk }a tu- ü- iü [ 
*^«^Asaru-aIim-nun-na zi sud-ud gäl-l[a? 

Marduk na-din na-p\ü-ti ru-uk-tHJ) 
Marduk nam-i§ib-ba-a-ni-§ü gar [ 

Marduk ia ina Up-ti-iu //-[ 
dingir'pu-tu mü azag-ga-bi >^[ 



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5e(ii» l^fmntn un^ €^t%tU an iJfiatbvA, (XII) 34 j 

Marduk ia ina mü-azag-gi'iu [ 
10 «"««i'ää-zu «»^»«^'Suö.fkur 

Marduk ilu mu- ba^^-lu-ü ai-biQ) 
«»^»P'En-bi-lu-lu gab.[gab 
[M]arduk mU'd[i'i} 

Bemerkungen. 

Da das Fragment inzwischen von King, STC Vol. I p. 180 ver- 
öffentiicht wurde, so verzichte ich auf die Wiedergabe meiner Kopie. 
King bringt den Text in Zusammenhang mit der siebenten Tafel des 
Schöpfungsmythus (vgl Einl. S. 288). Es ist jedoch nicht ausge- 
schlossen, dass er nur einen Teil eines Beschwörungstextes bildete. 
Die Namen finden sich zwar auch auf der siebenten Tafel von 
Enuma elü, jedoch in anderer Reihenfolge. Aber immerhin kann 
jener Text hier verwendet sein. Für eine endgültige Entscheidung 
ist das Fragment zu geringfügig. Alle darin vorkommenden Namen 
finden wir auch in Beschwörungstexten, wie denn überhaupt Enuma 
etil in der religiösen Literatur der Babylonier vielfach verwertet ist 

Z. 2/3. „Marduk, dessen Formel" [ 

Z. 4/5. „Marduk, Spender langen Lebens" [ 
Zu beachten ist, dass hier der Name Asaru-alim-nun-na anders er- 
klärt ist als auf dem Siebentafelepos, rukti ist nach dem Sumeri- 
schen ergänzt 

Z. 6/7. „Marduk, der durch seine Beschwörung" [ 

Z. 8/9. „Marduk, der durch seine reine Beschwörung" [ 
vgl. No. VII Vorders. 39/40. 

Z. lo/ii. „Marduk, Vernichter der Feinde" [ 

Z. 12/13. „Marduk, Bringer des Überflusses" [ 
Auf No. 54228, 14 ist Eti'birlu'lu erklärt als be-lum mu-dii mäti-iu 
(King STC Vol. II pl. LXIII, Vol. I, p. 178); GAB. GAB ist Ideogr. für 
„Überfluss" (vgl. No.X,2i. 30/31). Mudü ist nicht mit King abzuleiten 
von edeSu (a. a, O. p. 179), sondern von «tDl, das ja auch das Ideogr. 
LU.LU hat (vgl. HW S. 229). 

Man sieht aus vorliegendem Texte, wie der ganze Charakter 
Marduks von seiner weltschöpferischen Tätigkeit bestimmt ist (vgl. 
No. V). 

XII. IVR18 Nr.1. 

Vorderseite. 
.... ümu ia Ba-bi'[lu}] ium- iu ki-nii im-bu-ü 

. k]ä dimmer- ra*' ma-[b]i(?)-ne zi-de-e§ ne- in- sä- a- an 

Beiträge zur semit. Sprachwissenschaft. V. 24 



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346 (gtiix&^t 5ttt fmiiifditn ßptfuiwi\(tnf4A^. 

en aga] kä abzu-ta 6 ki-äm-mä-a-ni mu-un-dim-ma 
6f/ a]gi ina ba-ab ap si-i bi-i-tu ia i-ra-am-mu e-pu-ui 
5 . . kur-ra] l)ül- l)ülr la ne- in- sia- a- an 

. . m\a' a- tu rt- ia- a- tu ü ^- da- a-tu ü- ma- al- li 
[saga-ba an- df]m ni- in- fl ^ re-H-iü ki-ma iami-e ul-li 

e§ kä abzu-ta ni su-zi ri-a me-te nam-dimmer- 

ra-a-ni-§ü tüm-ma 
bitu ia ina} ba-ab] ap-si-i pu-luf^-ta ia-lum-ma-tu ra-mu-ü 
a-na si-mat ilu-ti-iü iü-lu-ku 

lo '''*"*^Nabü]§ä'''*"*^ar-pa-ni-tum bara azag-ga a-ri-a 

Nabü\ ü '^Sar-pa-ni-tum pa-rak-ka el-lu ra-mu-ü 

] nam ki- ku ^^- nun- na mu-un-bi-ku 

]- ma Hi- bat nu- uf}- H ü- ie- üb 

] ma- g^ 5ä- bi- §ü mu- un- bi- kid 

15 ]- ii a- na IIb- bi- iu ip- tu- ü 

] nam- tar dug- ga mi-ni-in-t[ar](?)-ra 

Hm\' ta ta- ab- ta /- i[a]- ma 

hjül- la ne- in- gar- [ri]- e§ 

] hi- da- a- tu /i- [ku]- nu 

20 ] erim.^ägü-debi-taud-ge-bi mi-ni-in [.. 

i-iit}']tu ni'gu-ta mu-lü u ur-ra tti-/a->— [ 

z]ag- mug mu- un- gar- r[e- eä?] 

] UD re-ei iat- ti /i- [kun 

] in nam [ 

Fortsetzung abgebrochen. 

Übersetzung. 

1/2 Tag, da er Babel bei seinem Namen treulich nannte, 

3/4 hat der Herr der Krone (?)] am Tore des Ozeans das Haus, 

das er liebt, gebaut, 
5/6 .... das Land] erfüllte er mit Frohlocken und Freude; 

7 seine Spitze erhöhte er gleich dem Himmel; 
8/9 ein Haus, welches am Tore?] des Ozeans mit Ehrfurcht, 
Glorie angetan, zur Zier seiner Gottheit geeignet ist; 
lo/i I [wo rinnen? .... Nebo] und Zarpanit eine glänzende Wohnstätte 
bewohnen, 

12/13 und Hess er eine Wohnung des Überflusses bewohnen. 

Die folgenden Zeilen allzu bruchstückweise erhalten. 

Bemerkungen. 
Der Hymnus bezieht sich allem Anschein nach auf den Einzug 
Marduks am Neujahrsfeste. Der Inhalt klingt teilweise an das Fest- 
lied IVR20, 1 (No.X) an. Der fragmentarische Charakter des Hymnus 



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5e9**> I^Tpnntn unh OeSeie an iJ(iaxhu9L (XIII) 34^ 

lässt leider den Gedankengang desselben nicht mehr sicher fest- 
stellen, jedoch beziehen sich Z. i — 12 auf die Schöpfung Babels und 
auf die Gründung der Wohnung Marduks, Nebos und Zarpanits im 
Ozean. Das sind wahrscheinlich die einleitenden Zeilen zum eigent- 
lichen Festhymnus; das Neujahrsfest steht ja mit der Weltschöpfung 
durch Marduk im engsten Zusammenhang, s. Einl. S. 290 f. 

Z. 1/2. Da ma in den JE-.S.-Texten auch die Bedeutung iumu hat, 
so ist die Lücke nach Z. i und nach den Spuren ergänzt „Beim 
Namen nennen" scheint zu bedeuten: „ins Leben rufen" wie „ge- 
nannt werden" = „existieren" ist In ma-bi-ne ist ^/Suff., ne Postpos. 
(Haupt, ASKTS. 141, S). Die beiden schiefen Keile in Z. i mögen 
Trennungszeichen sein; der Anfang der zweiten Zeile wird durch UD 
== um genügend ergänzt sein. 

Z. 3/4. Zur Ergänzung bei age {EN,MIR) vgl. HW S. 15«. ~ Einl. 
S. 288. 

Z. 5/6. *'>fTIf ^=^sig Brunn. List 3722; das Zeichen ist zusammen- 
gesetzt aus si + a\ da a-an folgt, also ein vokalisch anlautendes Kom- 
plement, so ist es wahrscheinlich, dass die Lesung sia ist, zumal das 
gewöhnliche Ideogr. für „füllen" PA {sig) ist oder PA, PA {sig.sig) vgl 
No. X, 19/20; 26/27; 30/31, dagegen No. VI, 15/16; No. VII, 11/13. 

Z. 20/21. Über üittu vgl. S»» 263 und HW S. 146». 



XIII. IVR21*Nr.1(C)Col.lll; King, Babyl. Magic and Sorcery, Nr. 9 

(K 2558 + K 9152)^ 

Siptu. Ga- äh ru üi- pü- ü e- til Eri- dug 
rubü ti- iz- ga- ru bu- kur ^^Nu- dim- mud 
Marduk ial- ba- bu mu- rei £- engur- ra 
bei E- sag' ila tukul- ti Bäb- ///*' ra- im E- si- da 
5 mu'ial'lim napii-ti a-ia-rid A-maf^-ti-la mu-dil-lu-u baläti 
su^- lul ma- a- ti ga- mil ni- ii rap- ia- a- ti 
uhimgal ka- HS parakke 
lüm- ka ka- lil ina pi nüe ta- a- ab 
Marduk belu rabu- ü^ 

10 ina ki- bi- ti- ka sir- ti lu- üb- lut lu- ul- /im- ma 

lu- ul- tarn- mar ilu- ut- ka 

e- ma ü- sa- am- ma- ru lu- uk- hi- ud 

iü- td- kin kit- tu^ ina pi- ih^ 

iub- ii amät damik- tim^ ina libbi- ih^ 

15 ti- i'^- ru u na- an-^ za- zu lik- bu- u damik- tim^ 

ili- ih Ii- iz- ziz ina imni- ih!^ 

litar- ih Ii- iz- ziz ina iumili- ih^ 

24* 



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348 (gtiM^t 5tt¥ fmitif^tn lbpxa<l^i^tnf<iaft 

ilu mu- lal' li- mu ina idi- ih^^ lu- u ka- a- a- an 
Sur- ^äm^^' ma ka- ba- a U- tna- a u ma-ga-ra 

20 a-mat a-^ab-bu-ü ki-ma^^ a-kab-bu-ü lu-u ma-ag-rat 
Marduk belu rabu- ^' napii- tim^ ki^^- Sam 

ba- lat napü' tim^- ia ki- bi 

ma- f}ar' ka fiam- rii a- täP*- lu- ka lu- «Jf- bi 
Bei lify- du- ka ''£- a //- reS- ka 

25 iläni la kü- ia- ti lih- ru- bu- ka 

iläni rabüti ab- ba^^- ka //- fib- bu 

*) Duplikat; K 2538 + K 2554 + K 3188 + K 5329 = IV R 21* (= V). 
i) V MU, 2) V Maräui belu rabü-ü ina kmH{KA . GAyka ka-bU-ti lu-üb-lut 

als Eine Zeile. 3) V tu, 4) V pi-ia. 5) V ti, 6) V ia, 7) V om, 

%) V im-ni-ia. ^) V iu-me-li-ia, i6)V i-da-a-a. li) V kam, 12) Y e-ma, 

13) Das LU in outlines von IVR21* beroht nur. auf einer falschen Ergänzung. 

14) V tai. 15) V hat nach King (gegen IVR21*) das ba nicht. 

Übersetzung. 

Beschwörung. Gewaltiger, Glänzender, Herrscher von Eridul 

Hehrer, Hoher, Erstgeborener Easl 

Marduk, grimmer (?), der aufjauchzen macht E-engura! 

Herr Esagilas, Beistand Babylons, der Ezida lieb hat, 
5 der das Leben unversehrt erhält, Fürst von Emachtila, der strotzen 
lässt das Leben! 

Schirm des Landes, der Leben schenkt den weiten Völkern! 

Alleinherrscher der Heiligtümer insgesamt! 

Dein Name ist ganz und gar gut im Munde der Leute. 

Marduk, grosser Herr! 

10 Auf dein erhabenes Geheiss möge ich leben, wohlbehalten sein, 
so will ich achten auf deine Gottheit 

Was immer ich beabsichtige, möge ich erreichen! 

Lass wohnen Wahrheit in meinem Munde, 

Lass sein huldreichen Sinn in meinem Herzen! 

15 Bekleidung (?) und Gestalt (?) mögen Huld verkünden! 

Mein Gott möge treten zu meiner Rechten, 

meine Göttin möge treten zu meiner Linken, 

der Schutzgott sei beständig an meiner Seite! 

Verleihe Hören meiner Rede und Willfahren, 
20 dem Wort, das ich spreche, wie ich es spreche, werde willfahrt! 

Marduk, grosser Herr, schenke Leben, 

Erhaltung meines Lebens befiehl! 

Vor dir heiter zu wandeln, möge ich mich sättigen! 

Bei möge deiner sich freuen, Ea dir zujauchzen, 

25 die Götter des Alls mögen dir huldigen, 

die grossen Götter mögen dein Herz erfreuen! 



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I^tin, Sinimen unt €^tUU an (ffiathnH, (XIV) 349 

Bemerkungen. 

Der Text findet sich veröffentlicht ausser IVR 21* (C) Col. III 
Rucks., bei KiNG, BMS No. 9; Delitzsch, AL* S. 81. Ein grosser 
Teil des Grebetes ist in Halbversen geschrieben, aber es stehen auch 
drei Glieder in einer Zeile. 

Z. 3. Zu Sa/6ä6u vgl. No. I Rucks, i. — Zu murii vgl. AL^ S. 184^ 
— Zu engura vgl. BE 13420, 35/36, 39/40 (Weissbach, Bab, Mise, S. 37). 

Z. 7. Zu kalü parakke vgl. Z. 8. Das Subst. mit einem Adverb 
verbunden; in der Bedeutung 'for ever kommt kalü nicht vor. 

Z. 15. ttru ist an den HW S. 704^ Meissner, Suppl. S. 100* ange- 
führten Stellen immer etwas, was abschliesst: eine Überkleidung, 
welche den Rohbau bezw. das Rohmaterial des Kunstwerkes ab- 
schliesst, ein Überzug, eine Decke {tiru $a tukkt), tir biti dürfte 
wohl die Umschliessung des Hauses sein; es ist ein Abschluss, eine 
Wand, welche den Fluss dämmt. Darnach geht tiru wohl auf den 
Stamm lir zurück und muss hier, da allem Anschein nach vom Kör- 
per die Rede ist, das nach aussen Abschliessende, das Überkleid 
bedeuten, 7tanzazu aber, das natürlich vom Stamme TT3 kommt, muss 
hier als Gegensatz dazu das Überkleidete sein, also die Gestalt, 
die Statur, der Aufbau (zu nanzazu vgl. Meiss. SuppL S. 64»). — Zu 
tiru vgl. No. XVI Vorders. 9. [Zimmern erblickt dagegen, wie er mir 
mitteilt, in tiru und nanzazu {nmnzazii) Wörter für „Leibwächter** im 
Hinblick auf HR 51, 47^**«: ^'*'^^GAL, TE = ti(^-i-rum = man-za-az 
pa-ni mitten unter Berufsnamen und auf den Wechsel von ti-ru und 
GAL, TE in IV R 55 No. 2 Z. 10 verglichen mit Z. 4. 6. 21.] 

Z. 30. Die Variante von kinta, ema, bedeutet ebenso wie ntDÄ == 
a^ru ursprünglich „Ort**, „Stätte", kima scheint ursprünglich eben- 
falls Ortsadverb zu sein. 



XIV. IVR57 = King, Babyl. Magic and Sorcery, Nr. 12 
(K 163 + K 218). 

ZZ. I — 16: Anweisungen fiir die Beschwörungs-Zeremonien. 
^iptu. Marduk bei mätäte W- b[a' bu r]a' Sub- bu 

iar- flu id' du- M- u^ git- ma- [lu rub]u'i' ü- um 

tiz- ka- ru ^iru iä la^ uttakka-ru {e- pü\ pi- iu 

20 //- *- ü rap- }a^ uz- nu ab[kalQ) ileQ) u aQ)-] me- lum 

Marduk^ kab- tu iü- tu- ru M Ia['ku -u ma- an}]- za- su 

g-aS' ru pu- un- gu- lu a'gub'ba{ >6//-r]/(?) kabti 

a- bu' üb kakki ka-bal la [ma-gi-reQ) ia(?) ti-bu-iu}] ez-zu 

'^Dumu' du' ^^^gga git- mal- {lu 3a /- Hm- mu käl(J) Hm]äte 

25 apil '^Lugal'dü-azagga [ia ina päni-lu kit-mu-su iläniQ)] rabüte 



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350 (JSftiM^i 5tt¥ ftmiti\4tn ßpta^wi^tnfi^üfl. 

kakkabuQ) Marduk belu i[unäte(jf) idäteQ) ittäte(J) fnu-dam'fniQ)]^}^ 
Marduk bei duf}- di he\galli mu- ia- ajsQ)]- nin nu^H 
bei nakbi id-di-i u tämäte f^a- ü du ^ur- sa- a- ni 

petü' ü kup'pe u be- ra- a- ti mui- te- ei- ru naräte 

30 (ta-ai-äd '^ai-na-an u *^la-f}ar ba-nu-u Se-am u ki-e mu-dü-M-u 

^»furkitu 
ta-ba-an-na akal ili u '^H-fär ba-nu-u kurib lüQynte'iU'nu aUta 
uiumgal ^^ A- nun- na- ke a-ii-ru * ^^Igigi 

ir-iü bu'kur *^EN.AN.KI ba-nu-u te-n{t\''let gim-ri 

belu aUta-ma kima a-bi u um-tne ina a[fnelütiQ)]^ ta-ba-äi-H 

35 at-ta-ma kima ^amai ek-lit-sil-na ] tüi-nam-mar 

l^abQyia u }ak-ia .... -ür-H-na [ta-sa-plaQyan ud-da-kam 
tui'te-Hr e-ku-tü u [al-mä\tQytum [ f^ rü bu 

bi-Ht uznä^*^-ii'na[ 
mätäte u nüi rapiäte[ 

40 ri-mi-na-ta ku[l-laUsi'na 

ina an-^a lü-nul-^a 

ie nam-ta-ru x^\ 

[ta-^abybal kät-su in [ 

[ka- s]uQy u bit ^i- bi\t- ti tu- kal- lam- iu nu- «^r(?)] 

45 [ana-ku arad\-ka N,N. apil [N.N. ia ilu-Su N,N. '^lUar-iu N.N:\ 
rafn-[kuQ)] ia kätä-iu eb-[bu-tiQ) 
lam-nia [ ]! [ 

ana nil l^äti-i\h 
maruitu ^\[ 

50 ü'ban-ni kima ab[an 

a4al di-l^u-u ta-ni-f^u la-a-bu ta-[ 

mur^u lä tabu ni- iü ma- mit ü-iaf}'[hi-ip-an-ni{?)] 

iuk- lul- ti pag- ri- ia Ia- a- bu- ma lit- bu- ia- ku litQ)[ 

ti 

il- ku- ü ^almänu-H-a iu->\ 

55 epir iepä-ih iap-su min-da-ti-ia li- ka\-aij) 

ba-di-ti tab-la-tü ina ip-ii limneti ia amelüti^t^^ lu-ub-ba-ku u lu- 

up-pu-ta-ku-ma 
Ub-satili u amelu-ti^ ibaia-a eli-iä mai-da iunätu-ü-a lim-na ^a-ta-a 
idätu- ü- a ^*^teretu- ü- a dal-t^a-ma ul i-ia-a purussi ket-ti 
be-li ina ü-mi an-ni-e iziz-ma ii-me ^ ka-ba-ai di-ni di-in purussa- 

% ai puru-us^ 

60 ^muruf kakkadi nu-uk-kir-ma nu-us-si di-l^u ia zumri-ih 

^^ili-ih *''/itar-[iä] amelüti sali-ma riiü-ni 

ina ki-bit pi-i-ka a-a itha-a mimma lim-nu ü-pii kai-ia-pi u kai- 

iap-ti^^ 
a-a ifhü-ni kiipu rusii ruhü upiaiü^^^^ limnüti ia amelüti^ ^^ 



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$^> 1^1^i»nm unh (iiBtit an (JfUthuL (XIV) 351 

a-a it^-a limutiu iunäte idäU ittäte ia iame-e u ir^irtim 

65 limuttu ütu ali u mäti a-a ikiudä-ni id- ii 

ma pi limni liiäni limutti ia amelüti^^ pänu-ka lu-ui-ltm-ma ^' 
^^f^AN.HUL ia ina küädi-iä iäk-nu mimma limnu a-a ü-ies-ni-ka 
arrat limuUtim egirru Ia damku ana a-f^i-ti li- is- kip 

kima ^^parütu nu- ri lim- mir i- dir- tu a-a ar-H^^ 

70 kima ^^ugTte na-pü-ti ina päni-ka li-kir li-iak-na ri^e-mu 

kima f}urä^u ili-iä u '^litarir-iä iu/mi-iä itti- iä 

ina pi niie ana damikti lu- üb- ii 

kima ^pisannu lu- ni- is- su- u^^ lumne^^- ia 

arrat limuUti lä täb-tum^^ a-a itf^a-a a-a isni-ka 

75 ina päni'ka iü-mi ti pi- ir- i^' //- iir 

iamme^^ u nap-ial-ium ia ina päni-ka kun-nu lip-su-su ar-nu-u-a^'^ 
a-a ü-kar-ri-bu-ni^^ uz-su nu-ug-gat ili 

itti iit'tü kil'la-tu^^ f^i-ti-tü lip-iü-ru ni-iu ma-mit 

ni'ii kätV^'^ si^kir ilani rabute 

80 ina pi-ka dan-na lu-ba- ki-bi baläti'^^ 

kima iame-e lu-lil ina ru-^i-e ia ip-iü- u- ni^^ 

kima irsi'tim^^ lu^bi-ib ina ru-si-e lä täbate'^^ 

kima^'^ ki-rib iame-e lu-ut-ta-mir lip-ta-aUti-ru ki-sir limnüti-iä 
'fbi-nu'^^ lillil-an-ni '^DIL.BAD lip-iur^^-an-ni 'fkam^urii ar-ni- 

ia^^ lip-tur 

85 ^^"^a-gub'ba ia^^ ^^Silig-lit-idr li-iat-lim-ma^^ damikti 

li-ib-bi-bu^^-nin-ni niknakki tipäri ia ^^Girru '^AZAG^^ 
ina ki-bü ^^^-a^^ ihr apsi ' a-bi iläni ^^NIN,$LAZAG 
a-na nii käti-ih^^ li-nu-uf} llb-ba'ka'^^ilig'lii'iärmai'mai iläni rabuti 

abkal ^^Igige 
a-mat '^E-a^^ lu-ut-ta-'id ü iar-ra-tum^"^ ^'Dam-ki-na lu-ui-te-ür 

90 ana-ku arad-ka N, N. apil N, N, lu-üb-lut lu- ui- lim- ma 

lu-ui'tam-mar ilu-ut-ka lud-lu-la da- li- li- kd^^ 

ili-ih lu- ui- tam- mar kur- di- ka 

^^litar-iä nar-bi-ka lik- bi 

« ana-ku mai-mai arad-ka dä-li-li-ka lud-lul 

Die Varianten (V) sind den folgenden Duplikaten entnommen : V, «■ K 6733 ; V2 
— K 3151 b; Va = K 2379 -|- K 3289 ; V4 = K 10807; V5 « K 7984. 

i) Vi iä-di'iu-^. 2) V, [ti\'iM'J^-ru fi-ru Ia Ia, 3) Vj rap-ht, 4) Vj 

fügt hier dazu diiu {EN). 5) Vj a 6) Vj ili ^Uitari u amtlu-ium. 

7) V2 mi, 8) Vj pu-ru-us, 9) Z. 60 bildet auf Vj zwei Zeilen, welche lesen: 

tum\ri'ia nu-uS'Si und nu\<iS'SU di-ju ia »umri-ia, Vj hat noch , . . si und . . . la am 
Ende der Z., stimmt also mit V2 überein. 10) Vj .... r^i-ma ii-ir-hi-ni lÜ-ku-nu-ni 
ri-e-ma. V3 . . . e-ma, li) V2 und V3 tum. 12) V2 . . . x]«-« up-Sa-iu-ü, 13) Vj . . . . 
ui-lim, 14) Vj wahrscheinl. är-H. 15) V3 ki-ma ^^ ifpisamm li-is-su-ü. 16) Vj arrat 
limui'ium Ia ta-ab-tum. 17) V3 iumu u pi-ir-t, 18) V3 hat das Pluralzeichen ««». 
19) V3 df'ni'ia. 20) Vj a-a ü-kar-ri-du-u-ni mimma lim-nu, 21) V3 //// 1— '^«V-äz 



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352 ^iitt&(^t ynt ftmiHf<iin ßptä<i99i\(tnf4AfL 

kil'lat «... King sagt S. 57 Anm. 7, itti sei in V3 weggefallen, in der Aatograpbie 
gibt er aber die Spuren eines Zeichens an, das wahrscheinlich KI ist 22) V3 kätä\ 

23) V3 ina pi'ka daftnaH-ia (JCl.KALMU) li-ni-su-ü e-Hl-li-ii li-ba- ki-bi haläti, 

24) V3 ki-^a iamt-e lu-lil ina ru-ji-e kai-ia-pi u kai-iap-ti limn&te ia ip-hi-ni, 

25) Vs ki-ma ir-fi-tum, 26) Vj ia ta-bu-fum, 27) Vj ki-ma, 28) Vj ifbitm, 
29) Vj liphtr, 30) V3 dr-ni-ia. 31) V3 schiebt hier ein: i^i-a u. 32) V3 /«- 

ia-at-li-ma. 33) V3 lib-bi^bu 34) V, « iUZAG.SUD. 35) V3 i/Äi. 

36) V3 nii Hiä'iä li'kun \ H-nu-ui ... 37) V3 « iar-rat 38) V3 dd-ii-li-ka lud-lul. 

Übersetzung. 

Beschwörung. Marduk, Herr der Länder, Grim[mer, Schreck]licher ! 

Riesiger, Erglänzender, Vollko[mmener He]hrer(?)l 

Hoher, Erhabener, dessen [Wo]rt nicht geändert wird! 
20 Kraftvoller, Weitsinniger, Ent[scheider(?) der Götter (?) und(?) 

M]enschen! 
Marduk, Ehrwürdiger, Übergewaltiger, dessen [Throjn er[haben ist] ! 
Gewaltiger, Starker — [seinPJ reines Wasser [stillt(?)] das schwere 

[We]he(?)! 
Sturmflutswaffe inmitten der Un[botmässigen, dessen Angriff?] 

grimmig ist! 
DumU'dü-azagga, vollkomme[ner, der bestimmt (?) die Gesch]icke(?) 

[insgesamt?]! 
25 Sohn des Lugal-dü-azagga, [vor dem sich beugen (?)] die grossen 

[Götter?]! 
Stern (?) Marduk, Herr, [der Träume (?), Wunder (?), Zeichen (?) gün- 

st]ig(?) macht! 
Marduk, Herr des Überflusses, des Reicht[ums, der reg]nen lässt(?) 

die Fülle! 
Herr der Gebirgsquellen und der Meere, Gebieter der Berge! 
Öffner der Quellen und Brunnen, Lenker der Ströme! 
30 Spender des Brotkorns und der Muttertiere, Schöpfer von Getreide 

und Pflanze, der strotzen macht das Grün! 
Du schaffst die Speise von Gott und Göttin, der Schöpfer unter 

ihnen bist du! 
Alleinherrscher der Anunnak, Aufseher der Igig! 

Weiser, Erstgeborener Eas, Schöpfer der gesamten Menschheit! 
Der Herr bist du, wie Vater und Mutter unter den Men[schen] 

bist du! 
35 Du fürwahr, wie der Sonnengott erleuchtest du ihr Dunkel! 
Den Verderber (?) und Vernichter, der sie , [überwäl]tigst(?) 

du allmorgentlichl 

Du leitest recht die Darbende, [die Witwe? ] 

Ihren Verstand [ 

Die Länder und die weiten Völker [ 



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I^tin, 1g|nimen un6 6e6<<< an (DlUtbuft. (XIV) 353 

40 Du erbarmst dich [ihrer?] al[ler 

[Barmherziger?] gegen den Seufzenden, Kla[genden 

] Namtar-Dämon [ 

[Du ergr]eifst die Hand dessen, der [ 

[Den Gefesse]lten im(?) Gefän[gnis lässt du schauen das Licht (?)] 
45 [Ich bin] dein [Diener] N. N., Sohn [des N. N., dessen Gott N. N., 

dessen Göttin N. N.], 
der Prie[ster?], dessen rei[ne?] Hände [ 
Das Kraut [ 
auf mei[n] Gebet [ 
das Leid [ 

50 macht glänzend wie -Stei[n 

Nichtigkeit, Hinfälligkeit, Seufzen, Fieberhitze, [ 
unseliges Weh, der Geist, der Bann hat [mich nieder (?)]geworfen. 
Meine Leibesgestalt ist in Fieber versetzt, ich bin bekleidet [ 
Sie haben genommen meine Bilder [ 

55 Der Boden unter meinen Füssen wendet sich(?), mein Ebenmass 

ist genommen. 
Meine Kraft ist entschwunden, durch böse Taten der Menschen 

bin ich gebunden und geschlagen. 
Zorn(?) von Gott und Menschen liegt auf mir, beängstigend sind 

meine Träume, schlimm meine Gesichte. 
Meine Zeichen und Vorzeichen sind verwirrt, nicht gibt es eine 

Entscheidung des Rechts. 
O Herr, heute erhebe dich, erhöre mein Rufen, schaffe mir Recht, 

entscheide meine Entscheidung! 
60 Die Kopfkrankheit entferne, nimm hinweg die Hinfälligkeit 

meines Leibes 1 
Mein Gott, o (meine) Göttin, o Menschheit, habt Erbarmen mit mir! 
Auf den Befehl deines Mundes soll sich mir nicht nahen irgend 

ein böser Zauber des Hexenmeisters oder der Hexe! 
Nicht sollen sich mir nahen Zauber, Spuk, Hexerei, die bösen 

Machenschaften der Menschen! 
Nicht soll sich nahen Böses an Träumen, Wundern, Zeichen Him- 
mels und der Erde, 
65 ein böses Zeichen in Stadt und Land, sollen mich nicht er- 

reichen! 
Gegen den bösen Mund, die böse Zunge der Menschen möge ich 

vor dir wohlbehalten bleiben! 
Die AN.HUL'Fü^nze, die an meinen Hals gelegt ist, lasse etwas 

Böses nicht herankommen! 
Den bösen Fluch, das finstere Trachten möge sie zu einem bösen 

Geschick niederwerfen! 



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354 ^titt^t ynt ftmiHf(itn |lpYa4w{(fmf($Afi(. 

Wie Alabasterstein erglänze mein Licht, in Trübsal möge ich 

nicht geraten! 
70 Wie Lasurstein möge mein Leben vor dir kostbar sein, Gnade 

möge walten I 
Wie Gold, mein Gott und meine Göttin, möge mein Wohlbefinden 

bei mir sein! 
Im Munde der Leute möge ich gesegnet seinl 
Wie Pisannu-Holz mögen sie ausreissen meine Übell 
Der böse, unselige Fluch möge nicht nahen, nicht andrängen 1 

75 Vor dir möge mein Name und meine Nachkommenschaft gedeihen 1 
Die Kräuter und die Salbe, welche vor dir aufgestellt sind, mögen 

tilgen meine Sünde 1 
Nicht sollen an mich herantreten der Zorn, der Grimm eines 

Gottes! 
Von Frevel, Schlechtigkeit, Sünde mögen lösen der Geist, die 

Beschwörung, 
das Gebet, der Name der grossen Götter! 

80 Auf dein mächtiges Wort möge ich kommen, gewähre Leben! 
Wie der Himmel möge ich rein werden von dem Zauber, den 

sie mir angetan haben! 
Wie die Erde möge ich rein werden von dem bösen Spuk! 
Gleich dem Innern des Himmels möge ich strahlen, es möge zer- 
rissen werden die Fessel meiner Feinde! 
Das Binu-Holz möge mich reinigen, das DIL. BAD -Kraut möge 

mich lösen, das Kamhuru-Holz möge meine Sünde zer- 

reissen! 
85 Marduks Reinigungsgefäss gewähre Gnade! 

Es möge mich reinigen der Behälter der Fackel Girrus, AZAGsl 
Auf Befehl Eas, des Herrschers der Wassertiefe, des Vaters 

der Götter, des Herrn unergründlicher Weisheit, 
auf mein Gebet möge sich beruhigen dein Herz, Marduk, Ober- 
magier der grossen Grötter, Entscheider der Igigl 
Das Wort Eas will ich in Ehren halten und die Herrin Damkina 

möge Gelingen geben! 
90 Ich dein Knecht N. N., Sohn des N. N., möge leben und 

wohlbehalten seinl 
Ich will verehren deine Gottheit, gehorsam dir dienen! 
Mein Gott ich will verehren, deine Heldenkraftl 

Meine Göttin deine Grösse will ich verkünden! 

Und ich der Beschwörer, dein Knecht, will gehorsam 

dir dienen! 



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1g<(ii» $|nimeH unb 6e6<ie an QVtarbttft. (XIV) 355 

Bemerkungen. 

Der Lobpreis Marduks erstreckt sich bis Z. 45, dann folgt die 
Klage des Kranken bis Z. 59, darauf die Bitte um Befreiung. 

Z. 18. Zur Ergänzung rubü vgl. No. XIII, 2. 

Z. 19. Trotzdem die Spuren auf SAR weisen, ist doch mit Zim- 
mern ZA XI S. ICO KA zu lesen. 

Z. 20. Das Zeichen für r^?/ ist auf der Haupttafel in iarru ver- 
schrieben. 

Z. 21. Für die Ergänzung vgl. No. XXIV. Vorders. I, 17. 

Z. 24 f. Die Spuren am Anfang der Z. 25 weisen deutlich auf 
TUR, US hin. Dass Marduk hier als derjenige gefeiert werden soll, 
der am Neujahrsfeste im UpSukkinäku, dem Urbilde des Du.AZAG in 
Esagila, die Geschicke des Jahres bestimmt, scheint unzweifelhaft. 
An diesem Tage beugen sich ehrfurchtsvoll vor ihm die grossen 
Götter KB VI i S. 12—14; 360 f.; KB IllnS. 15 (Einl. S. 290). Dem Sinne 
nach ist die Ergänzung der beiden Zeilen gewiss entsprechend, auch 
der Raum scheint bei Einfügung derselben angemessen ausgefüllt 
Die Meinung Jensens a. a. O., dass nach unserer Stelle LUGAL,D&, 
-^Z^G= Marduk sei, berücksichtigt nicht das am Anfang beider 
Zeilen stehende TUR Der LUGAL.DÜ.AZAG ist Ea, der Sohn 
desselben Marduk. 

Z. 26. Die Spuren von kakkabu sind deutlich, vgl. No. XXIV, 
Vorders. I, 14. — mudammi^ ist nach den Spuren, das Übrige nach 
Z. 64 ergänzt; vgl. auch HW unter damaku, 

Z. 27. Die Ergänzung darf wohl als sicher gelten, vgl. (Ramman) 
muiaznin zunnum nu^iu ina ntätia Neb. FV, 58. HW S. 458*». duf}du 
^egallu sind sicher. Zu Z. 27— 30 vgl. Einl. S. 282. 

Z. 30. ^^la-f^ar möchte ich in Zusammenhang bringen mit laf^ru, 
la^ratu „Mutterschaf* HW S. 375^ woraus sich gegenüber dem ^'ahtän 
die Bedeutung „Herdenfruchtbarkeit" leicht ergibt Vgl auch Muss- 
Arnolt HWB S. 479» und BE 13987 Vorders. 33 (Weissb., Bob. Mise. 
S. 33, wo auch ^Ha-l^ar^ nicht siiy auf dem Original steht). 

Z. 34. Die Spuren weisen deutlich auf das Ideogr. für atnilu. 

Z. 36. fiob'la statt ku-la zu lesen, schlägt mir Prof Zimmern 
als Vermutung vor. 

Z. 43. Vgl. No. XXIV Vorders. I, 23. 

Z. 44. Vgl. ^urp, II, 30; No. XIX, 8. 

Z. 51. Zu la-d-bu vgl. ^urp. VII, 26; das. ZIMMERN S. 60. 

Z. 54. Über die Bilder in den Beschwörungstexten vgl. Tallq., 
Maqlü S. 18. 

Z. 55. Zu lapsu vgl. Jensen KB VI i S. 383 f.; über die Grund- 
bedeutung HW S. 638»» und S. 639^ 



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356 (ßtiM(^t ynt ftmiHf4tn Iipta<imi\finf4aft 

Z. 56. tablatu statt tablat mit überhängendem «. — baiti nach 
Meiss. ^i«^/. = „Ansehen" und baltu = baitu\ die beiden Bedeutungen 
liegen nicht weit auseinander, da eben die Kraft sich im Äusseren 
ausprägt Hier entspricht „Kraft" wohl besser. 

Z. 57. iibsat fasse ich als st. cstr. von Ubistu, vielleicht auch 
libiat zu lesen. — Zu maidu vgl. ?^urp. II, 64; dazu ZIMMERN S. 54; 
von den Träumen auch IV R 17, i6*> gebraucht. II R 27, 47«*" ist für 
maiädu das Ideogr. SA,A angegeben; ASKT S. 87, 66: akälu 3a sumri 
ameli muiiudu\ muHudu = SA,A, Da die gewöhnliche Bedeutung von 
SA „binden", „fesseln" ist, so kämen wir auf „bestricken", „umgarnen" 
von den Lippen, für die Träume aber auf die Deutung „lähmend", 
„beängstigend", wie ja in der Tat der Mensch bei sog. Alpdrücken 
sich gebunden fühlt, so dass er nicht einmal atmen zu können glaubt 
Auch die Stelle der babyl. Chronik III, 20: miUttum itnüidsu dürfte sich 
so erklären: er erlitt einen Lähmungsanfall, was ja ungefähr dasselbe 
ist wie: er wurde vom Schlag getroffen (Del., AL* S. 175*). 

Z. 60. GIG. SAG, NA kann kaum etwas anderes sein als die be- 
kannte Kopfkrankheit; na ist Postpos. ASKT S. 141, 8, so dass der 
Ausdruck zu erklären ist: „Krankheit am Kopfe". 

Z. 61. Nach litar stehen die Spuren eines ausradierten mu\ der 
Schreiber hatte dasselbe jedenfalls in Anlehnung an das voraus- 
gehende ili'iä beigefugt; vielleicht wollte er amelüti von ^^ litar ab- 
hängig sein lassen; mit Rücksicht auf Z. 57 wird amelütu aber besser 
unabhängig gefasst. 

Z. 65. Für die Lesung ittu des Ideogr. SLDUB vgl. auch BMS 
p. 10. Zur Stelle IVR 17, I6^ Maq. VII, 119. 

Z. 66, Vor dir d. h. unter deiner Obhut 

Z. 68. Vgl. No. XXI, 24. HW S. 41*». 

Z. 76, napialtum nach JENSEN KB VI i S. 437 = „Salben-Napf", 
„Schüssel" (?). — Die Variante: dr-ni-ia bestätigt die bereits von 
Delitzsch HW S. 533» ausgesprochene Vermutung, dass statt f^ul ar 
zu lesen sei. 

Z. 78. Zu Uttu vgl. Meiss. SuppL S. 99^ — Zur Lesung killatu 
Zimmern, ZA XI S. 89. 

Z. 82. V|l. IVR 50, 25 f. {Maql. I, 25 £), dazu Tallq. a. a.0. S. 118. 

Z. 86. SA.NA vgl. zu No. I Vorders. 28. 



XV. King, Babyl. Magic and Sorcery, Nr. 13. 

Vorderseite. 
la- ga- a e- l{i\ i^länti 



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1g<(n, Simneti unb (it%tU an (piarbuft. (XV) 35^ 

^- Ä>fe tap' pU' te la le^i >■{ 
5 ana-ku N. N. apil N, N, ia ilu-iu N. N. [ 
azza- az ina pän Um- ti- ka rabt- ti [ 
ina biMti nüe ia la ma-l 

ia-nam-ma ka-ba-a u ma-ga'[ra} iur-kam-mai] 

lul'lik SU' ka a-mi-ri >[ 

10 lu' ur- H ina sil- li- ka ni- nie- ki [ 
ina pi' ka ia la na- kar li'[ 
Z. 12 ist Unterschrift, Z. 13 f. enthält Vorschriften für den Vollzug der 
Beschwörungs-Zeremonien. 

15 [lipiu] be-lum ^^Sh-zu mu-di-e li[bbi ilani rabütii 
[ki- bi b]a' la- at niie a- pa- [a- ti 

] ib ba- lak' ka[ 

Rückseite. 

ina apsi mu}- i\ab baläti ii- iak- na <([ • 

] -nu id ü' iak' nam-^ 
20 ^a-na ia-ii kima iame-e ana-ku a-na ia-a-iu [ 

iedu damku ü- ie- is- sa- [an- niQ) 

«- sab' bit iap' ti" ia lii- bi ü- %f\ 

ü' ka- aS' si a- ^p- ia [ 

bir- ke- ia ü- mal- li mun- ^[ 

25 gam- ma- al mäti- ia [ 

lü- mi ü' iat' bi ina ümi a[n' ni- i 

be- li ak' tal- dak- ka H- me [ 

iur- U di" ni purussä [pums 

bi" il- la- an- ni [ 
30 ki" i la bei ilu[ 

Marduk s\i-i-ru ? 

ina pi- i- [ka 

maf}-[ 

Übersetzung. 

Vorderseite. 

[ 

[ 

Erhaben üb[er] die G[ötter? 
Zur Seite gehend dem Kraftlosen [ 
5 Ich bin N. N., Sohn des N. N., dessen Gott N. N., [dessen Göttin 
N. N. 
Ich stehe vor deiner grossen Gottheit [ 
Bei der Wehklage der Leute welche nicht [ 

Anders zu reden und zu willfahren [verleihe (?)l 



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358 ^tih&t^t ^ut fmiHrcM ßpttuiKi\(€nf($^ft, 

Ich will gehen auf die Strasse, sehend [ 

lo Ich möge mir in deinem Schutze Weisheit erwerben [ 
Auf dein unwandelbares Wort möge [ 

15 Beschwörung. Herr, äazu, Herzenskenner [der grossen Götter (?) 
Gewähre?] Leben den Völkern, Men[schen? 
] betet dich an [ 

Rückseite. 

Im Abgrund ist die Woh]nung(?) des Lebens gegründet [ 
] welche gegründet ist [ 

20 .... ] gegen mich wie der Himmel, ich gegen ihn [ 
Den gnädigen Schutzgott entfernte er [von mir(?) 

Er packte meine Lippe, das Herz [ 

Er schlug in Banden meine Seite [ 

Meine Kniee füllte er mit [ 

25 Schonung meines Landes [ 

Meinen Namen entfernte er an die[sem] Tage [ 

O Herr, ich trete an dich heran, erhöre [meine Bitte (?)!] 

Gewähre Recht, die Entscheidung [entscheide!] 

Herrsche über mich [ 

30 Denn nicht ist ein Herr, Gott [ 
Marduk [ 
Durch dein Wort [ 

Bemerkungen. 

Vorders. bis Z. 5 enthielt Lobpreisungen, nach der Nennung des 
Namens des Kranken schliesst sich Z. 6 ff. das Bittgebet an. Zu dem 
mit Z. 15 beginnenden neuen Gebete bildet die Rückseite die Fort- 
setzung; die Lobpreisungen erstrecken sich bis Z. 20, von Z. 21 ab 
beginnt die Klage; als Subjekt ist der böse Dämon zu denken. Z. 27 ff. 
beginnt wiederum die Bitte. 

Z. 4. Vgl. No. II Col. III, 14. 

Z. 6. Vgl. die Redensart tiazäzu ina mnhhi oder ana\ „auf etwas 
vertrauen" HW S. 455». 

Z. 17. balakka Perm, mit Suff. 



XVI. King, Babyl. Magic and Sorcery, Nr. 18. 

Vorderseite. 



1 

/- na- ia- lu pa- nn- uk- ka 



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$(((ii, Simnen unb et%tU an ({)(Uv5ttft. (XVI) 359 

a- na gi- bii ta- ma- a- ti pa- nu- ka ma- a- rf[«]^ 



ia- ga- ta ina la- 


ma- mi^ 


5 Jku/' lat nüe 


ta- 


bar- ri 


iur- ba- ta- ma 


ina 


irsi- tim^ 


terete- iu- nu 


ta- 


bar- ri^ 


ia ^i' tu i^' tu- ü 


ta- ga- 


mil- iu at- ta 


sab- ta- ku- ma 


ki- i 


ti- i- ri 


10 ina^ ka- an- 


ni- ka 


ki- i mu- ra- ni 




i'TU , TU 


a- la- SU- um 


Rückseite. 


ur- ki- ka 


na- Ia- ku nindabü 


a- sa- 


rak [sir]- k[u] 


pu- tur maruUi^ 


li- ki 


un- ni- ni- iä'^ 


15 iäru- ka tabu 


li- zi- 


ka- am- ma^ 


napü- tim^ 


li- 


ri- ik 


la- ta- am nar- bi- ka 


ana^^ 


niie rapiäte 



Folgen Z. 18 und 19 Unterschrift und Anweisung für den Beschwörer, Z. 20 Anfangs- 
zeile der nächstfolgenden Tafel (Hpiu .ga-ai-ru ht-pu-u e-til Igtge), 

K 8009; K 6804 — Vi, K 11326 -f K 11975 = V2. — i) Vj gibt noch die Spuren 
zweier vorausgehender Zeilen. 2) Vj hat deutliche Spuren von du. 3) Die Zeilen 
4 und 5, 6 und 7 bilden je Eine Zeile auf V|, ebenso 9 und. 10, li und 12 auf Vf und 
Vj. 4) V| statt Z. 7: itre-hi-nu ta-na't[al], 5) Vt i-na, 6) V2 marulfi-iä. 
7) Vi ia. 8) V, kam-ma\ Z. 15 und 16 bilden Eine Zeile auf Vi- 9) V2 ti. 
10) Vi a-na. 

Übersetzung. 

Vorderseite. 

schauen dein Antlitz. 
Gegen den Schwall der Meere ist dein Antlitz gerichtet (?). 

Hoch bist du im Himmel, 

5 alle Völker siehst du. 

Gross bist du auf Erden, 

ihre Vorzeichen ersiehst du. 

Wer Sünde getan hat, den verschonst du. 

Ich hänge fest wie ein Überkleid 

10 an deinem Gürtel; 

wie ein Hündchen, o Marduk, 

laufe ich hinter dir her! 

Rückseite. 

Ich bringe eine Opfergabe, schütte ein Schüttopfer. 

Löse mein Unheil, nimm an mein Gebet! 

15 Dein guter Hauch möge wehen 



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360 (JßtiMc^t yit ftmiHf^tn lipvtLdiwi\f€nf4afi. 

und das Leben lang werden! 

Ich will erzählen deine Grösse den weiten Völkemi 

Bemerkungen. 

Z. 9. Über //r« vgl. zu No. XIII, 1 5. „Ich klammere mich an 
dich wie eine Schutzdecke", JASTROW, Religion Babyloniens und As- 
syriens S. 513, kann es nicht bedeuten, ebenso darf Z. 9 und 10 nicht 
getrennt werden, wie Jastrow a. a. O. getan hat 

Z. 10. Über kannu JENSEN, KB VIi S. 365; nach Jensen gibt es 
ein kannu^ das zweifellos „Grenze", „Gebiet" (WiNCKl.ER), eines, das 
„Schnur, die um die Taille gelegt wird", bedeutet. Der Betende er- 
fasst den kannu des Gottes. Hier will er sagen, dass er so unzer- 
trennlich mit dem Gotte verbunden sei, so an dessen Gürtel festhalte 
wie ein durch diesen festgehaltenes Oberkleid. Das tertium comp, 
ist also die Unzertrennlichkeit. Denselben Gedanken drückt auch der 
Z. 10 und II folgende Vergleich aus. 

Z. II. Für muränu gibt HW die Bedeutung „junger Löwe" an; 
muränu bedeutet an sich wohl allgemein: , Junges". MEISSNER, SuppL 
S. 54*, SS*» vermutet: , junger Hund", was hier passender erscheint, da 
ein junger Löwe, der dem Menschen treu nachläuft, doch etwas so 
ausserordentliches ist, dass er nicht als Bild der treuen Anhänglich- 
keit gebraucht sein kann. ^^TU.TU^ weil in diesem Namen der Be- 
griff „Erzeuger", „Vater" liegt, vgl. S. 288. 

Z. 13. Zu nindabü vgl. die Bemerkung zu No. II Col. III, 12; zu 
sirku Zimmern BR S. 223, Jensen KB VIi S. 416 £ Jastrow a. a. O. 
S. SijAnm. 2 ergänzt {mahti\'ti, allein die Spuren weisen deutlich 
auf ku hin, so dass die Ergänzung sir-ku so gut wie sicher ist. 

XVII. K 8961. 

\^ilig'lü'i\dr mal-ma} iläni [ 
[Silig" lii- S\dr ilu el-lum a-H-pi ilä[m 
] apsü ia tu-ü-^u ba-la-lta 
] mai-mai iläni mu-bal-lit mi4'[ti 
S i]am'me ba-la-ti mu-lil latne-e u ir^i-tim 

] ü-mu ez-zu mu-ta-rid galle^^ rabü[te 
] bei Upti la ina päni-lu galle^ namtare im-nie-du pu-uz-ra-la-te 
] na-si'i^ mur-fi mu-ab-bit iade^-e [ 
] karrad iläni mu-ab-bit lim-nu-^te 
10 ] aiarid kib- ra- a- ti na- ^ir naAj>ü-ti 

mU'b]al'lit ''***^hniti ulumgal ^ame-e u [ir^i-tim 
uZ'n\aQ) pi- tu- ü H- tu- m ha'[si'Su 



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$<H Simiien unb 6e6eie an (piUtbuft. (XVIII) 361 

Übersetzung. 
Mardjuk, Beschwörer der Götter [ 
Mard]uk, reiner Gott, Beschwör [er der Götter [ 
[Erstgeborener des] Ozeans, dessen Beschwörung das Leben [ 

] Beschwörer der Götter, der lebendig macht den Toten [ 
5 ] die Pflanze des Lebens, der(?) reinigt Himmel und Erde [ 

] furchtbarer Sturm, der verjagt die grossen Teufel [ 
] Herr der Beschwörung, vor dem die Teufel, die Namtars 

in die Verborgenheit treten, 
] der ausreisst die Krankheit, vernichtet die ... . Berge, 
] Held der Götter, der vernichtet die Bösen . . . 
10 ] Fürst der Weltgegenden, Bewahrer des Lebens [ 

] der lebendig macht den Toten, Alleinherrscher Himmels 

und der [Erde 
] Oflren[sin]niger, übergewaltig Verständi[ger 

Bemerkungen. 

Z. 5. Zum Lebenskraut vgl. Zimmern KAT^ S. 524 Anm. 3; 
Hehn, Sünde und Erlösung S. 43. 

Z. 7. Vgl. ^urp. IV, 79: Ihzis '^Nergal bei Upti la ina pänüu 
galle fiamtaru immedu puzrätu ZiMMERN übersetzt: „Es trete auf 
Nergal, der Herr des Strafgerichts, vor dem her die Dämonen die 
verborgensten Örter mit Seuche schlagen". — Hier soll offenbar ge- 
sagt werden, dass Marduk die bösen Dämonen unschädlich macht, 
der Sinn der Z. 7 ist also analog Z. 6. Die verborgenen Örter sind 
die Schlupfwinkel der Dämonen. 

Z. 1 1. Vgl. ^urp. VII, 84. 86; No. VII, Vorders. 24; Rucks. 6. ^iirp, 
VII, 81 (IV R 19, I Rucks. 8) wird Gula die Herrin, welche Tote er- 
weckt, genannt. Zur Bedeutung des Ausdrucks vgl. Einl. S. 285 f. — 
Zu täumgal Same u irsitim vgl. No. XX, 12. 

XVIII. K 9810. 

Vorderseite. 
] be- luvt ni' \ine- ki 
] bcli' ia päni'ih pla- 
] Marduk bei ^li-me-^ki 

s\ai^) beli'iä päni- ia pa-\ 
5 ] ki-ma ü-mi me-^i-e [ 
\ lu ki-i ma-zal' ti Se-rll 
] fiS'SuQ)' td-}u Ia ma-^ar [ 
] mU'US'Saf^'fjir ka-ras-su [ 

] Sa nak-bi kätä-iu Ia z-na-al-Slü 
10 bi'Q)]' rit tui-rab'be u\ 

Beiträge zur sentit. Sprachwisteoschaft. V. 25 



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362 (ßtiit&c^t 3ttr \tmHif4tH |lpra($id(f«nf4Af<. 

]- kur-te la nak-bi kätä-su la- tln-na^ai-Sui 
] be-rit ta-l 

Bemerkungen. 

Die Zeichen auf K 9810 sind zwar ziemlich gross, aber trotzdem 
nicht sehr deutlich. Aus den Resten der Rückseite lässt sich nichts 
Bestimmtes entnehmen. 

Die Zeilen der Vorders. bewegen sich in bekannten Gedanken: 
Marduk wird gepriesen als Herr der Weisheit oder, da dieses Epi- 
theton gewöhnlich Ea zukommt, als Sohn desselben, als Überwinder 
der feindlichen Mächte, besonders der Krankheiten, als Schöpfer des 
Naturlebens. 

XIX. K 9918. 

]./^(?). /a/jQ) 
] iu{}) dum- ki 
] da- ma ak- k\H^) 
] Itim- mu- nu ta- iaU tar dum-ku 
I a-gi-e ma- li- ti 5 

\'el la U li' *-« ta- sab- bat kät- su 

yamQ) ^^Nam-tar na-du-ü ta- dak- ki- su 
] la ina hit fi- bit- ti na- du- u tu- kal- lam nu-ür 
] lii-is'sat Marduk ib-lu-tu ka-mu-naQ) ul ii-ku-ftu nalll/ia!'jl 
] tuS' te- iS' si bir- ki- su pag- ra- a- tum la ul- du 10 
] /«(?)- ü' ka tabu Marduk ii- pat- ka la baläti 
] ip-iu an-f^u-ti ia nit- ta- da- nu ka- li- su nu- ür 
be'iy lum ina ka- fiak- ki- ka ta- za- kip ra-l 
] ma- Iji' if tubbi- ka ie- e- du ra- bi- su ia ha- [ 

i]a tar- ba- te- ka iü- ut ium- me-lu kalQ) [ 15 

] «/(?)- ip- ti" na mu- rim- hi [ 
] mu/j' (ji- iu ta- at- ta- [ 

Bemerkungen. 

Die Tafel ist aus rotem Ton gefertigt und stark verwischt Der 
Inhalt ist noch erkennbar als Lobpreis Marduks, des barmherzigen 
Spenders des Lebens. 

Z. 4. Es ist wohl latam dumku anzusetzen und in Parallele zu 
stellen mit kibü dumki, 

Z. 6. „[Der sich] nicht [zu erheben (?)] vermag, seine Hand er- 
greifst du", vgl. No. XXIV Vorders. 23; No. II Col. III, 14. 

Z. 7. „[den] der Namtar niedergeworfen hat, weckst du auf" 

Z. 8. „den, der ins Gefängnis geworfen ist, lässt du schauen das Licht", 
vgl. ^urp, II, 30; No. XIV, 44. Ps. 146, 7 f : ,Jahve befreit die Gefangenen, 
Jahve macht die Blinden sehend, Jahve richtet die Gebeugten auf" 



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1^e(ii, l^^mnen unb t^t%tit An QVtarbuft. (XX) 363 

Z. 10. Zum Plural pagrätum vgl. DELITZSCH, Gramm. § 70. 

Z. II. ] „deine heilsame Formel, Marduk, deine Beschwörung des 
Lebens." 

Auch in dem Rest des Fragments handelt es sich, wie es scheint, 
um die Verherrlichung der Barmherzigkeit Marduks. 

XX. K 9595. 



. . sa it{iy ti [ 
i\lu ri-me-nu'ü //(?)-[ 
sa ne-ir-ti-hi [ 
5 li-^'ü Igige mu-[ 
sa- bit katä ü- la- ä [ 
pa- Ur kü'pi ru- /ji- e ru- s\i' e 
mu' tib sim- mi mar- su- ü- ti a- su- ü [ 
ia ii-pat ba- la- ti la i- ti- i^- Ipi- ü ? [ 
10 e-nain u pa-Ur la ni- ii a-bi u mH'\mi 
Sa ina te-ni-se-e-ti ri-me-nu-ü Mard{uk 
uhimgal iame-e u ir^-tim Mari1{uk 

. tiQyma '^^ilig'lu'iär uhwigal same-e u ir^i-tim 'M- 
] hl a- ma- ta i- ma [ 

IS ]. i' 'ru [ 

Übersetzung. 



. . der [ 

barmherziger Gott [ 

^ dessen Bezwingung (?) [ 

5 Mächtigster der Igig [ 

der Beistand leistet dem Schwachen [ 

Zauber, Spuk und Hexerei löset [ 

der gesunden lässt schmerzvolle Krankheiten, der Arzt [ 

dessen (?) Lebensbeschwörung sich nicht naht [ 
10 ... . und lösend, was der Geist des Vaters und der Mutter [ 

der unter den Menschen barmherzig ist, Marduk [ 

Alleinherrscher Himmels und der Erde, Marduk [ 

. . . Marduk, Alleinherrscher Himmels und der Erde, [ 

Rest verstümmelt. 

Bemerkungen. 
Das Täfelchen ist aus festem, grauem Ton hergestellt und deut- 
lich geschrieben. Obwohl es rings abgebrochen ist, so ist es doch 
wahrscheinlich, dass am Anfang der Zeilen 4 — 12 bloss der Rand fehlt, 

25* 



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304 



^txMc^t )ur \tmiii\4tn Iipxa4wi\ftnf4^ft 



da die Bruchlinie gerade ist und (Z. lo vielleicht ausgenommen) die 
einzelnen Zeilen mit einem ganzen Worte anfangen. — Der Text 
preist in den bekannten Ausdrücken Marduk als Helfer der Schwachen 
und Befreier vom Banne. 



XXI. King, Babyl. Magic and Sorcery, Nr. 11 
(K 235 + K 3334). 

Vorderseite. 
Marduk ' 3a e- ziz-^ su 

a- bu ri- 

la ie- mU' ü 

la a-pa- lu ^ 
Hb- bi'Ua 



Siptu, Karradu * 

nap- iur- }ü 

ka- bu- ü u 

iä- SU' ü u 

5 am- via- te-^ ia ina 

^kima H' bi^ uk- ta-^ ad- dl 

beitun * * rabu- ü Marduk ilutn ri- 

a- vi- lu- tum^'^ ma- la iü- 

a- na ra- ma- ni- 

lO man- nu la i- ii- it ia- 

a- lak- ti ili man- 

lu- ui' ta-id- ma [d\a}- 

iii- rat ba- la- ti lu- 

{^a}]- ar- ra- [tei u]pQ)- 
15 . ... ilu 

[ina paniT\- ka ana- ku Ht- 

i- t]a- a ia ili 



a- bu- bu 

mi- nu- ü •* 

id- dal- ^ bau- ni * 

id- da- sa- an- ni 



ui- 
da- 
mi- 
ma 
man- 
la 



te- ^i- 
au'^^ 
nu- 



ma 
ni 



rl2 



ü 

nuQ) 
lip- tu la 

ui- te- 
pu- lü ina iläni ka- bat 
ana ameli ba- ba- lu 

tu- tü^^ lu e- pu- ul 



na- bat^^ 

nu i-lam-mad 
ü- kal- lil 

i- lam- mad 
a- ra- ai-^^ Ii 
i-^"^ ma 



lu e- ti- ik 

}]a(}) miS- lär- rü idu- «i» lä'^^ idu-u^^ mi- H- ma 
\libbu}]- ka a- a ik- kut an- ni pu- tur- ma^^ pu- ti pu- sur 



UfU" 



22 



me- ir 



VI 



20 [r]- la- ti- ia nu 

[dä\l- ^a- ti' ia zu- uk- ki 

\a\n- ni abi- ia abi abi- ia ummi- iä ummi ummi- iä^^ 



ki\m- ^^ti- ia ni- 



su- 



24 



//- ia 



u sa- la- 



ti- 



ta 



a-na ra- ma- ni- ia a-a it^a- a a- /ji- tam-ma lil-lik 
25 ik- ta- ba- an- ni- ma ilu^^ kima^'^'^KAKKAL ubbab-an-ni 
a-na käte damkate sa ili- ia ial-mti-ti pi-ik-da-ni 
ina ik' ri- be tas- li- ti u te-me-ki da-rü lu-ziz-ku 
ni- hl di- hl- a- tum mäti ia ina äi- ri iak- na- dt 
li- na- du- ka an- ni pu- tur an- ni pu- iur 
30 karradu Marduk an- ni pu- tur an- 7ti pu- 

Rückseite. 

V 

Sarratu rabi-tum ^^Eriia 
iu- mu ta-a-bu Nabu 
iarratu rabi- tum ^^Tai- me- tum 
karradu Nergal 



iur 



an- 


ni 


pu- 


ut- 


ri 


an- 


ni 


pu- 




tur 


an- 


ni 


pu- 


ut- 


ri 


an- 


ni 


pu- 




tur 



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m pu- 


ut- ra 


ri' ia 


i' fiU' iu 


pu- 


für 


a- 


lid' ia 


iü 


li' tu- ra 


'. ka 


lud- lul 



1g<(ii, %ymxitti unb (Rt^tit «n (ntarbuft. (XXI) 365 

35 iläni a- ü- bti 'M- nim an- 

an- na raba-a ia ul- tu si- ^i- 

SU- up- pi" ih' ina adi VII- iu 

lib- ba- ka ki- ma a- bi 

ü ummi a- Ut- ti- ia a- na a}- ri- 
40 [ka]rQy ra- du Marduk dd- li- li- 

Folgen Unterschrift, Anweisungen Hir den Beschwörer, Anfangszeile der nächst- 
folgenden Tafel (. . . . fi-i-rtt gii-ma^lu li-Zar-ju) sowie Bibliotheksvermerk. 

Vi — K 3283; V2 — K6537. — i) V, SiptuMt nu-ru har-ra-dti, 2) Vj zL 

3) Vj ü^um, 4) Vi bu-nin-ni. 5) Vi lum, 6) Vi tu 7) Vj om. 8) V, 

ki-ma ii-bi'im, 9) Vi ta, 10) Vt om. Il) Vi be-lum, 12) Vi n. 13) Vi tu. 
14) Vi bi-at, 15) V, id-ma. 16) Vj om. 17) Vi u 18) Vj [}ü]'fU'tU'Um . . 
19) V2 w. 20) V2 « M 21) Vj om. 22) Vj mir. 23) Vj drei Zeilen sowie 
abi-ta, ummMa^ aii-ia. 24) Vj . . . . ti-ia ni-ht ... 25) Geschr. NI.NI, 

Übersetzung. 

Beschwörung. Held Marduk, dessen Zürnen Sturmflut, 

dessen Versöhnung ein barmherziger Vaterl 

Rufen — und keine Erhörung hat mich bedrängt, 

Schreien — und keine Antwort hat mich bedrückt. 
5 Meinen festen Halt hat es aus meinem Innern genommen, 

wie einen Greis hat es mich niedergebeugt. 

Grosser Herr Marduk, barmherziger Gott, 

soweit die Menschheit existiert, 

wer gelangt von selbst zur Erkenntnis? 
10 Wer hat nicht gefehlt, wer nicht gefrevelt? 

Den Weg Gottes — wer(?) erkennt ihn? 

Ich will gottesfürchtig sein, ohne Arglist zu hegen, 

auf die Heiligtümer des Lebens will ich bedacht seinl 

Feindseligkeiten (?) zu überwinden (?) befiehlst du unter den Göttern. 
15 Gott zum Menschen zu bringen. 

Vor(?)] dir habe ich Frevel begangen, 

die Grenjze Gottes habe ich überschritten. 

Die Sünde (?), welch]e(?) ich gebührend kenne, nicht kenne, vergiss! 

Dein [Herz?J möge nicht aufgeregt sein, die Sünde löse, die Misse- 
tat vergib I 
20 Meine Verwirrungen kläre 

Meine Störungen ordne! 

Die Sünde meines Vaters, des Vaters meines Vaters, meiner 
Mutter, der Mutter meiner Mutter, 

meiner Familie, meines Geschlechts und meiner Verwandtschaft 

möge sich mir nicht nahen, sondern zu einem bösen Geschick 
entweichen! 
25 Spricht zu mir der Gott, so reinigt er mich wie KAN.KAL- Kraut. 



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366 dßtiit&^t )ttt ftmitif^in ßpta4m\{inf4^ft 

In die reinen Hände meines Schutzgottes befiehl mich! 

Mit Huldigung, Gebet und Flehen möge ich immerdar vor dir 

stehen! 
Das zahlreiche Volk des Landes, das am Orte wohnt, 
möge dich in Ehren halten! Die Sünde löse, die Sünde vergib! 
30 Held Marduk! Die Sünde löse, die Sünde vergib! 

Rückseite. 

Grosse Königin Erua, die Sünde löse! 

Guter Name Nebo, die Sünde löse! 

Grosse Königin Taämet, die Sünde löse! 

Held Nergal, die Sünde löse! 

35 Ihr Götter, die ihr im Himmel wohnt, die Sünde löset! 

Die grosse Sünde, die ich seit meiner Jugend begangen, 

vernichte, siebenmal löse! 

Dein Herz gleich dem des Vaters, meines Erzeugers, 

und der Mutter, die mich geboren, kehre an seinen Ort zurück! 
40 Held Marduk, dir will ich gehorsam dienen! 

Bemerkungen. 

Ein Bussgebet, welches den ursächlichen Zusammenhang zwischen 
Sünde und Krankheit besonders stark hervortreten lässt. Z. i— 15 
enthalten mehr allgemeine Erörterungen, mit dem Sündenbekenntnis 
Z. 16 beginnt der zweite, speziellere Teil, den dritten Teil bildet 
die Litanei auf der Rückseite. Der Gedankengang des Gebetes 
scheint folgendermassen zu sein: 

I. Strophe Z. 1—6, und zwar enthält Z. i f. die erste Anrede, die 
unter Berücksichtigung der folgenden Klage auf die Folgen des Zornes 
und der Gnade Marduks hinweist. Z. 3—6: Klage über den Leidens- 
zustand. 2. Strophe Z. 7— 1 1 enthält zunächst die zweite Anrede (Z. 7), 
worauf der Hinweis auf die Allgemeinheit der Sünde, die Folge der 
Unwissenheit, folgt; daran schliesst sich die 3. Strophe: Z. 12 f. der 
Wunsch des Betenden, dass er gottesfiirchtig sein und die Heilig- 
tümer verehren wolle. Z. 14 f. enthalten anscheinend den Gedanken, 
dass Marduk der Gott sei, der Versöhnung schafft. Z. 16—19 bilden 
die 4. Strophe und zwar enthalten Z. 16 £ das Sündenbekenntnis, 
Z. 18 f die Bitte um Verzeihung. Die Strophe ist abgeschlossen 
durch den Refrain anni putur, püti puSur. Z. 20 — 24 bilden die 
5. Strophe und zwar enthalten Z. 20 f die Bitte um Läuterung, Z. 22 —24 
dehnen dann die Bitte um Verschonung auf die Folgen der Sünden 
der Verwandtschaft aus. Z. 25—30 bilden die 5. Strophe und zwar 
gehören zunächst Z. 25f. zusammen; Z. 25 möchte ich als abgekürzten 
Konditionalsatz fassen: wenn zu mir der Gott spricht nur ein Wort der 
Gnade, vgl. Mt. 8, 8; Lk. 7, 7, so reinigt er mich wie ein Kankal-Kraut. 



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I^tin, l^^mntn unö <^tBtit an ({Vtaröuft. (XXI) 367 

Die Zeile spricht also des Betenden Vertrauen auf die göttliche Hilfe 
aus. Z. 26 schliesst sich an Z. 25 an mit der Bitte um Anbefehlung 
in die Obhut des Schutzgöttes. Z. 27 verspricht eifrigen Dienst Gottes 
von Seiten des Leidenden, 28 und 29» geben dem Verlangen Aus- 
druck, dass auch das Volk den Gott in Ehren halten möge, vgl. 
Ps. 51, 15. 17; 22, 28. Z. 29'» und 30 schliessen mit dem doppelten Re- 
frain nachdrücklich die Bitte um Verzeihung ab; die folgende Litanei 
ist eigentlich nur die Erweiterung dieses Refrains. ^— Es handelt sich 
übrigens nicht um Strophen im strengen Sinne, jedoch ist es ganz offen- 
bar, dass mit Vorliebe zwei Zeilen zusammengeschlossen werden 
(beachte den Gegensatz von Z. i und 2, die Klimax in 3 und 4, die 
Einheit des Bildes in Z. 5 und 6) und dass durch die Zusammenfiigung 
solcher Doppelzeilen gewisse Gruppen von Gedanken entstehen. 

Z. I f Zur Schreibung e-si-su (V,) vgl. No. XIV, 21 (falls die Er- 
gänzung richtig ist); No. XXIV Vorders. i, 17. Die Ausdrucksweise in 
Z. I f. ist sehr prägnant: Marduks Zürnen wirkt verheerend wie eine 
Sturmflut, die über das Land hereinbricht, ist er aber gnädig ge- 
stimmt, so wirkt er wie ein liebevoller Vater unter den Menschen. 
a/fu und dbübu bilden wohl ein beabsichtigtes Wortspiel. 

Z. 3 f. enthalten drei sehr wirkungsvolle Antithesen: Rufen — schreien, 
nicht hören — nicht antworten, bedrängen — bedrücken; zugleich 
bilden diese Gegensätze eine Klimax. Vgl. Ps. 130, if. Ps. 22, 3. 7. I5f 

Z. 5. Zu ammatu vgl. JENSEN KB VIi S. 302. „Es" hat mich 
niedergebeugt sc. das vergebliche Rufen und Schreien vgl. Ps. 22, 16. 

Z. 9. Wer erkennt, sc. das Gesetz, den Willen Gottes; das Gesetz 
ist auch dem Israeliten wesentlich Unterweisung, Lehre, höhere, von 
Gott mitgeteilte Erkenntnis; JT»*1D = „Unterweisung", „Lehre". 

Z. 10. Zum St. t3ÄttJ vgl. Meissner, SuppL S. 90^ (M. bringt 
unsere Stelle mit dem St n»tt5 S. 91* zusammen); Zimmern, GGA 1898 
No. 10 S. 825. Zu der Anschauung von der mit der Geburt dem Men- 
schen bereits mitgegebenen Sünde vgl. Ps. 51, 7. — ia-u wird bloss 
formell verschieden von dem HW S. 47^ aufgeführten ai-ti sein, wie 
ja auch das fragende Ortsadverb aium mit ia-u wechselt. 

Z. 12. Nach Jensen KB VI i S.457 it^du auch = „Ehrfurcht haben 
vor" vgl. das. S. 315. Das Verbum ist hier wohl intransitiv gebraucht; 
sonst wäre alakti ili (zu diesem vgl. HW S. 69») zu ergänzen. — Der 
Gedankengang ist, wie es scheint, dieser: Der Betende entschuldigt 
seine Sündhaftigkeit mit der Unkenntnis der Menschen überhaupt, 
darauf versichert er nun, dass er stets eine aufrichtige gottes- 
fürchtige Gesinnung ohne jeden bösen Hintergedanken hegen 
wolle; zaliptu hier wohl „Falschheit", „Arglist". 

Z. 13. Z. 12 bezieht sich auf die lautere Gesinnung, Z. 13 auf 
den Eifer in frommen Handlungen. 



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368 Qßeiir&ge 3ur femtüfc^en j^tAC^wiffenfc^afit. 

Z. 14. Die Spuren weisen auf ub{p) hin. Nach JENSEN KB VI i 
S. 396 «^i« = „tun", „antun"; hier dürfte jedoch die HW S. 116** an- 
gegebene Bedeutung: „sich dienstbar machen" Platz greifen im Sinne 
von: „der Sache Herr", „mit ihr fertig werden". 

Z. 16. Vgl. Meissner SuppL S. 99^. 

Z. 17. Vgl. HW S. IS6»>; ^urp. II, 67. 

Z. 18. Vgl. ^urp, III, 137, i6S; Maq, IV, 66. 

Z. 20 f. Vgl. Maq, S. 132; das. II, 71 f ; K 3927 Rucks. 3 f. (Haupt, 
ASKT S. 45, HW S. 143^). 

Z. 22 f. Die Ergänzungen sind nach den Spuren sicher. 

Z. 24. Vgl. No. XIV, (^. 

Z. 25. Über die Konstruktion vgl. die Bemerkung oben bei der 
Darlegung des Gedankengangs. 

Z. 26. ili'ih ialmüti = „mein Gott des Wohlbefindens", der für 
mein Wohlbefinden sorgt, also Schutzgott. 

Z. 27. Vgl. No. XV, 6. ku statt ka wie öfter. 

Z. 28. Zu ]takänu vgl. JENSEN KB VI i S. 333. 

XXII. K3175 + K3186 + K3216 + K3419 + K8237 + K9459. 

K 3216. 

Be-lufu se-zU'Zu li'n{u'ufi libbu-kat 
i' tap' ia/j kab-ta- tuk {a- 

Marduk se-zu-zu li-nu-uh [Hbbu-ka} 
i" tap' Iah kab- ta- Utk ä-[ 



5 la a-ma-ru-uk me- sir ga-pa-al {a- 
Sa-ai-mu ia ^^Girru a- li- ma [/^?- 



Marduk la a- ma- ru- uk me- sir ga-pa- al a-l 
Sa-ai-mu ia '^Girru a- li- ma ^aQ)- 

] ug-gU'Uk-ka te-li-i i-\ 
10 ] |T ki'i a-bi ri'[me-nU'U}] 



K 9459. 

[ina zi'kir ib- 
b]e'lum ^al'b\a-bu 

ina zi'kir ib-[ 
Mardtik ial- ba- [bu 

5 ^^'<^^ ^b- ba- ^u /[/- ni' iki 
td' pa- ai' ^ah ka- b\aUta-hi} 

la Marduk ag-ga IIb- b\a'hi ii-m-i/ji}) 
uh pa- al' Iah ka- bat-^ta-lu} 



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lO 



l^t^, l^fmntn unö <RtMt an (pHatöuft. (XXII) 
J nu' ma lä lib- bi [ 

K 3175 + K 3419 Col. I. 



369 



\ri\'-fni'nu [ti-di ina pi-i- ka 
pa-ta-ra en-nit-^a 

Marduk ti-di ina pi-i-ka^ 
5 pa-ta-ra en-nit-ta [ 

ri-mi-nu lib-bu-uk [ 
ina ar-ni kil- la- ti fc:[ 



[ 



Marduk ri-mi-nu lib^bu-uk 
ina ar-ni kil-la-ti [ 

10 be-lum at-ta-ma [ 

ia mil'ka ru-up'\pU'la it-ti-hi} 

Marduk at-ta-ma [ 

la viil-ka ru-up-pu-la [ it-ti-hi} 

li- ku- u tas' li- ti ma- hi-f\u su- up- pi- e : 
1 5 na-sir nap-ia-a-ti ilu mu\l-te'lir ^^^hniti u ^**^'balti: 

Marduk li'ku'U tas- li- ti ma- hi'\ru pi-up-pi-e^. 
na-sir nap-ia-a-ti ilu mu[^-te'Hr ^'^hniti u ^'^^^baltit 

}e- mu' ü tak' ri- bi ka- i- \h'i baltiti} 
}a ar- Aii nap- }ü- ru ba- i//- [ti it- ti- J^//? 

20 Marduk le- mu tak- ri- bi k[a- i- M baläti} 
}a ar- fti^ nap- M- ru ba- M- [ü it- ti- M: 

nil- SU ki-ma ka- a- ta ilu [ 

ka}:\- pa- ra en- nit- ta e- ni[ni 

Marduk nü-su ki-ma ka-a't[a 
25 ka}- pa]' ra en- nit- ta [e- nin} 

ia]- man }e- zu'::\u 

7nan- nu]- um rabi iläni [i-ni^ 

Marduk ia- man U-zu-zu [ 
man- nu- um rabi iläni i-ni} [ 

30 be- lum ug' gu- uk- ka ta- as-\ 
kab- ///- ul ta- [ 

Marduk u\g' gu- uk- ka ta- as- 
kab' lu' ui t\a- 

ü- me- lam- ma e- du- üQ) [ 



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370 Qßetirage yit ftmiüfflitn llptac^wilfenfc^aft. 

35 ui^ te- li a- gu- ü [ 

ku' US' SU ina iu-^u- tum [ 
/- tur-iu ra- ma- nu- ulA 



iU bi{>) [ 
e-til rabu [ 

40 ul ü U' V im(i) [ ]- nu 

ah' f^a- zu U4 Hi- [ mei^) ]- lu 

be- lunt at' ta- ma n[a']pii' tui 
ti' ti' ü- ma i- te- me up- pu- lü 

Marduk at- ta- ma fta- //i- tjd 
45 (i- U' i^' w^ i' i^' ^^ '^P' /''- «^ 
t) ka ist nach den Spuren ganz wohl möglich. 

K 3419 Col. II + K 3186. 

mat be [ 

man-nu . . sii^) ü la Jji [ 

man-nu }ä ii- [ta{})]'ki/Q) ir-iu-u hi-ti-tn 

a-a-ü Ja //-[ ]T kil-la-tü la ub-lam 

40 la i-da-nim-mla ;;/]^(?)-i/ ümu la na-af-la 
Ja' nin- iü //[ \kät ilu muh kal- lim 

3a i'hi'7i ila-iu [hi]S{i)'}U'da /ji- fa- tti- hi 
}a ila-hi la i-Ju-Ji ma- *- du ar- nu- hi 

e- nU' ma at- ta /- lu- uJ i- du- uh i// 
45 at-mu^ü jiU'US'SU'uk-ma se'kar-hi lü-hir 

K 9430. 

nüe Y afy'lra-ta-a} 

] lü-pa-a a-^a-^ 
7t\üe a^-ra-ta-all 

] i'ltim Marduk [ 

5 1 nak-ru'tu a-na ardi-ka [ 



F\d Marduk [ 

g\i' mir la- ma- me[ 

] ba-an- UD- DU { 

] mat ''^AJur^* [ 
K 8237 ist zu fragmentArisch, um die rmscbriil zu lohnen. 



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l^eßn, l^^mtun unb <^t%tU an ({Vtatbuft. (XXII) ^yi 

Bemerkungen. 
Mit Ausnahme von K 3175 wurden diese Fragmente, aber ohne 
Rücksicht auf ihre Zusammengehörigkeit, von BrÜNNOW ZA IV S. 227 ff. 
bereits veröffentlicht Soweit sie nicht mit der grösseren Tafel K 3175 
verbunden werden können, sind sie doch als dazu gehörig erkennbar 
oder haben wenigstens grosse Ähnlichkeit mit dieser; alle diese 
Fragmente gehören ursprünglich zu einer grossen, zwei Columnen 
auf der Vorderseite enthaltenden Tafel. K 3216 bildete offenbar den 
Anfang derselben, da Wölbung und Farbe des Tons, Schriftcharakter 
und Sprachform vollkommen übereinstimmen, wenn auch der An- 
schluss nicht herzustellen ist. K 9459 stimmt ebenso inhaltlich wie 
formell mit K 3175 überein, nur die Wölbung des Randes ist etwas 
verschieden, so dass es wohl zur Rückseite der Tafel gehört hat. Während 
sonst. Marduk angeredet ist, wird auf diesem Fragment von ihm in 
der dritten Person gesprochen. K 8237 gehört zu Col. I und II der 
grossen Tafel, jedoch lässt sich nicht bestimmen, wo es einzufügen ist. 
Nach dem Schriftcharakter und der Färbung des Tons kann auch 
K 9430 zu der Tafel gehört haben, jedoch ist nichts Näheres darüber 
ausfindig zu machen; ebenso verhält es sich mit K 3183 und K 3199. 
Die Tafel enthält ein Gebet, in welchem Marduk als Befreier von 
Sünde und Krankheit angerufen wird. Dasselbe ist durch Linien 
in Strophen von je zwei Zeilen abgeteilt; die Wiederholung jeder 
Strophe mit Wechsel der Anrede gibt dem Texte einen litanei- 
artigen Charakter und weist darauf hin, dass der Priester vor- und 
der Kranke nachbetete. Die Wiederholung von je zwei Zeilen ist 
charakteristisch für eine Kategorie strophisch abgeteilter Bussgebete; 
vgl. ZA IV S. 236, K 2361 + S 389, wo ein Gebet an Nebo mitgeteilt 
ist, das dem unsrigen auch inhaltlich nahe verwandt ist. Dort folgt 
die Wiederholung zehnmal aufeinander (Vorders. Col. I, i — 40); in 
den folgenden vier Zeilen ist der Wechsel unterbrochen, er tritt je- 
doch wieder ein in Z. 45 — 48; mit Z. 49 f bricht das Gebet überhaupt 
ab. Auf Col. II kehrt derselbe Wechsel wieder in Z. 17—20, 27 — 30, 
35—38; ebenso Rucks. Col. III, 5— 8, Col. IV, 15-— 18 (die zweimalige 
Wiederholung in der Transskription ist ein Versehen), das. 27 — 30. 
Die Wiederholungen folgen also dort mit Unterbrechungen. Eine 
andere Art von Wiederholung findet sich BMS No. 6, Z. 1—6: 

Sipfu, Bei iur-bu-ü[ 

'^A' nim sur- bu- ü{ 

II iame-e [ 

'^A-nim II ^ame-el 
5 pa- itr U' mi [ 

*'A- ni7n pa- i[/r 
Auch bei diesem Texte handelt es sich um ein Bussgebet. 



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372 Qßeiir^^e 5ut fetntttfc^en llptac^wilfenfc^aft. 

K3216. 

Z. I — 4. „Herr (Marduk), erzürnter, es möge ruhen [dein Herz?], 
es besänftige sich dein Gemüt" [ . ihusu dürfte hier wohl sicher 
nicht von TT3 abzuleiten sein = „aufgestellt", „aufgerichtet" (HW S. 457*), 
sondern von TTS. — itafiiaf^ ist wohl IVj statt ittapiaft, 

Z. 5. i^ amäruk vgl. HW S. 9I^ ferner J/^^. V, 2: Die Hexe 
ai-^^/ ina silli {*fMI) a-ma-ri ia libitti] das Wort ist wohl dem Stamme 
nach mit |Lal (v*^) identisch und bedeutet: „Haus", „Wohnung". 
Daher ist Mag. zu übersetzen: „Die Hexe sitzt im Schatten des 
Hauses aus (trockenen) Ziegeln"; dazu passt auch die Fortsetzung. 
Doch beachte, worauf mich Herr Prof. Zimmern aufmerksam macht, 
zu ia amariik auch JENSEN in KB VI i S. 564 und ZiMMERN in KAT^ 
S. 492 Anm. 2. — me-sir = mesir} „Einschliessung"? 

Z. 9. nggu ist jedenfalls = uz:^u vgl. K 3175, 30. 32; Meiss. SuppL 

S.3^ 

K94S9. 

Spricht gleichfalls vom Zorne Marduks sowie von der Versöh- 
nung desselben. Die Situation ist jedoch eine andere. — uipaiiah 
vgl. No. II Col. II, 9; es ist jedenfalls transitiv, daher wird wohl auch 
in der vorausgehenden Zeile zu ergänzen sein: „sein (Marduks) zor- 
niges Herz [möge er beruhigen?], besänftigen sein Gemüt". 

K 3175 + K 3419 Col. I. -. 

Handelt ganz von der Barmherzigkeit Marduks (Z. 2. 6. 8) und bittet 
um Versöhnung und Austilgung der Sünde. Aus den Zeilen 40—45, 
welche die ganze Breite der Columne ersehen lassen, ergibt sich, dass 
auch an den oberen Zeilen nur sehr wenig fehlt. Aus dem Versuch 
einer Übersetzung lässt sich wenigstens der Gedankengang ersehen. 

Z. 2/4. Barmherziger (Marduk), du weist durch dein(.^) Wort [ 

3/S zu lösen die Sünde [ 

6/8 Barmherzig (Marduk, barmherzig) ist dein Herz [ 

7/9 gegen Sünde, Frevel [ 

10/12 Herr (Marduk), du fiirwahr [bist es(?) 

11/13 dem [es eigen ist?], die Einsicht zu erweitern [ 

14/16 (Marduk), annehmend die Bitte, empfangend [das Flehen? 

15/17 schützend das Leben, Gott, der re[chtleitet Tote und 
Lebende? 

18/20 (Marduk) erhörend das Gebet, schenk[end das Leben? 

19/21 dem [es eigen?] ist, sich rasch zu versöhnen [ 

22/24 (Marduk) sein Gebet wie du Gott(.^) [ 

23/25 zu [ti]lgen(?) die Sünde, die Mi[ssetat(r) 

26/28 (Marduk) wer(?) erzürnt [ 

27/29 wer ist der grösste(?) der Götter [ 



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l^cßtt, l^^mnen utt6 ^t%ttt an dVtatbuft. (XXII) 3^3 

30/32 Herr (Marduk), dein Zorn [ 
31/33 seine Mitte [ 

34 Täglich die Wog[e? 

35 lässt emporsteigen die Flut [ 

36 Gefesselt in der Krankheit [ 

37 wendet er sich zu ihm von selbst [ 

38 Es erhob sich(?) [ 

39 der grosse Herrscher [ 

40 Er hat keine Kraft rechts (?), 

41 der A^l)azu lauert (?) links (?). 

42/44 Der Herr (Marduk) bist du, sein Leben 
43/45 ist zu Staub geworden, er ist behext (?). 

K3419C0I. 11 + K3186. 

37 wer [ 

38 Wer Sünde begeht, 

39 wer immer . . . den Frevel entfernt er nicht 

40 ? 

41 ? 

42 Wessen Gott gegenwärtig (?) ist, dessen Sünden sind über- 
wunden (?); 

43 wessen Gott nicht gegenwärtig (?) ist, viel ist seine Über- 
tretung. 

44 Wenn du, sein Gott, an seiner Seite bist, 

45 ist sein Wort gerühmt, seine Rede gesegnet. 

Bemerkungen zu K 3175. 

Z. 15/17 vgl. BMS No. 6, 99; No. 10, 8. 

Z. 18/20 vgl. BMS No. 22, 5. 

Z. 23/25 vgl. Zimmern BR S. 92. KAT^ S. 601. GGA, 1898, S. 819. 
Wenn unsere Ergänzung richtig ist, dann dürfte sich die von Jensen 
KB VI I S. 393 noch nicht angenommene Bedeutung von kaparti = 
„sühnen" bestätigen. Die Grundbedeutung ist natürlich „abwischen". 

Z. 26/28 ia-man ist wohl zu erklären als ajju -f Fragewort man. 

Z. 34 jfif. beschreiben den elenden Zustand des Kranken, während 
das Vorausgehende ein Lobpreis Marduks ist. Zu Z. 34 f. vgl. K 2361 
Col. 1, 17 (Brunn., ZA IV S. 237. 252): inagi-bü e-di-e na-di-ma a-gu-ü 
e-lü it\ ; Maq, III, 79. 

Z. 4of. scheint vollständig zu sein; da iu'\rne\lu den Raum aus- 
füllt, so dürfte in Z. 40 auch nicht viel Raum übrig bleiben. — ien 
etwa statt iei oder von it*^«? HW S. 652'>? 

Z. 45. uppulu vgl. zu No. XXI, 14; Maq, II, 151. 162. 



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374 



Qßtifrägt i^f ftmHif4tn ßft«i($m\ftnfi$«ifi. 



lO 



IS 



XXIII. 


K 5201. 


Vorderseite. 


an- na za-e m[al) me- 


en 






ina iame- e a[U ta ^i- 


ra- 


ta 




ki- a za-e mah-me- 


en 


[ 




ina ir- fi- ti at- ta ^i- 


ra- 


ta 


ina lal' [ 


gutu ^'''^^'''äiHg- lü- sär 






za- e ma^- [me- en] 


kar- ra- du Marduk 






at' ta ^i' [ra- ta] 


umun ''''««"^En-bi-lu-lu 






dumu sag '''""»"'•Enf- an- ki-ge] 


be- tum *' „ 






nia-ru rel-tti-ü \)a '^E-a] 


umun- e Tin- tir*' 






umun- e E- [sag- ila?J 


► be- el Ba-bi-lim 






be- el £' sia^-' ila] 


u[mun- e . . . . ] lü-ru-gü 






za- e niah- [me- en] 


[be- el ^ ] i-id 






at' ta ^ ^i' [ra- ta] 


[umun- e E- zi?-] da 






umun- e E-[ 


be- el ^ btt hi-nia 






be- el A'[ 


[umun- e] E- te- me- an- 


ki 




umun- e E-[ 


b\e' el bit hi-ma 






be- el [ 


luh mal)- a- an 






dimmer mu . . [ 


suk' kal' lum si-ru 






Um [ 


dumu nun- na 






ibila E-[ 


> ] mar ru-bi-e 






a- pil [ 
ki [ 



20 



Rückseite. 
e-kal] Ainr-ban-aplu [Mr kiiiati iär '^^^Aihir*' 
mär] A^Mr-a^'iddina iär kii^ati Mr '^f^AHur^^' mär '^[Sin-aAe-erba 
ki-i] pi-i duppäni li V[^' gabre 
ia "*^^]umeri u Akkade^' duppu iü-ai-fu 
5 ina dup]'pa'ni al-tur al-nik [ab-ri-e-ma 
a-na ta-mar-ti iarru-ti-ia ki-rib [ekalli-ia ü-km 
3a 3ü'me lat-ru i-pa-ahla-tu ium['iu i-ia-ta-ru 
'^Nabti dup-sar gim-ri hmtl-hf zer-iu via 7näti li-f^al-lik 

Bemerkungen. 

Die sumerische Zeile ist wie auch sonst bei biiinguen Texten 
im Ä-^l-Dialekt geschrieben. Eine Übersetzung des Fragmentes zu 
geben erscheint entbehrlich. Den beiden Anfangszeilen, welche Mar- 
duks Erhabenheit im Himmel und auf Erden rühmen, folgt die Auf- 
zählung der bekannten Epitheta Marduks mit dem wiederholten 
Refrain: „du bist erhaben". 

Rucks. Z. 5 ist ma Schreibfehler statt pa. Gleiches dürfte bei 
ahtik statthaben. Über die Bedeutung von sanäku vgl. F. Hrozny 
in MVAG 1903, 5, S. 45 f. 



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1$(j(n, ^ptnttt und tititlt an ffflAtiuti. (XXIV) 3^5 

XXIV. OT 109. 

Vorderseite, Col. I. 
Spuren einer Zeile, die aber nicht die Anfangsseile bildete. 

e-dir iame-e läpi- kuQ) ir^i- Hm 

ma- di' di me tarn- tim mu- ur- rü merih tu 
a-m A.UDML bei Bäbtli Marduk ^ru 
5 mu- Um iimäte Sa iläni kaläma 

na- din ^atti elli- tim ana iarri pa- lif}- f^i- iu 
ana-ku "^^^uri-gal E.KU.A käbu-u damikH- ku 
ana ali-ku Bäbtli nap-iir 

ana E- sak- kil biti- ku ri- ie-e remu 

10 ina kibiti' ka ^ir- tu bei ilani rabüti 

ana pän ^^^hnäre Bäbtli lii- ia- kin namir- tu 

ihn pän ^^BH usp-ma ana '^Sarrate-iä ikrib-hi ikabbi 

gahrat i-lat si-rat litaräte 

^^Sar-pa-ni-tum na- bat kakkabu a-U-bat E.UDML 

15 til' mit i' Id' a- tu ia niiru eb- bti päni- hi 
e- bi' rat iame- e iapika- ät irsi- titn 

^^Sar-pa-ni'tum ia man-sa-su ia-ku-u 

nam- rat ^^ Sarrate- iä si- rat u ia- kät 

ina litaräte ui i- ba- ai- ii kima ia- a- iu 

20 a- ki- lat kar- 4U sa- bi- tat a- bu- tu 

7nu- Hb pi- i amel meire mu- ia- ai- rat ^"^^^labnu 
mu- iam- ki- tat '^'^^^nakri Ia a- dir ilu- ti- iu 
e- ti- rat ka-- mi-i 4a- bi- tat kätä na- as- ku 
ia '^'^^^ardu käbu-u damikti iumi-ku ki-bi-i damikti-[iu}] 

25 ana iarri pa-lif^-f^i-ku itmti-iu 

ana """^hnäre Bäbtli '^'"^^sab ki-din-nu iü-ruk-iu-nu 

Rückseite, Schlusskolumne. 
ana ur-riQ) u müii ib-[ 

ia Bäbtli ali-iu alu e . . [ 

ia k-sak-kil bit-suij) [ 

ia märe Bäbtli ^***^hab ki-din-\nu\ az-\ 

5 '^Bel i- kar- rab- ku ki- ribQ)- tarn da- ri- e\it\ 

ü- f}al- lak *^^hiakar- ku ü- iam- kät za- 7na- an- ku 
e-nu-ma ^- . . . . ka-bat-ka ana iam-iu i-n[ii} . . . 
^attu itkurtu{}) battu agu uie^i-ma ana iarri., 

let iarri i- mafi- /ja- as e- nii- ma let- su , , . 

10 iüm- ma di- ma- tu- iu il- lik '^Bel sa- lim (?) .... 
iüm- ma di- ma- tu- iu lä illikü ^^Bel e-zi-\iz . . . 
*^*^^^nakru iteba- am- ma i- iak- kan iumkut- su . , , 



Folgen kultische Anweisungen. 



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376 aßtiitä^t ^ux ftmiiif^tn ßpraftwi^inftl^aft 

Übersetzung. 

Vorderseite, Col. I. 
Der durchschreitet die Himmel, festiget die Erde, 
der misst die Wasser des Meeres, Anpflanzungen pflanzet; 
der wohnt in E.UD.UL, Herr Babels, erhabener Marduk! 
5 Der bestimmt die Geschicke der Götter insgesamt, 
der ein glänzendes Szepter verleiht dem ihn fürchtenden König. 
Ich bin der Urigal von Ekua, der Verkünder deiner Huld. 
Mit deiner Stadt Babel versöhne dich! 
Zu deinem Hause Esakkil fasse Erbarmen! 
lo Auf dein erhabenes Geheiss, Herr der grossen Götter, 
werde vor den Söhnen Babels Helligkeit bereitet! 

Von Bei tritt er heraus und spricht zur Himmelskönigin sein Gebet 

Mächtige Göttin, Erhabenste der Astarten! 

Zarpanit, Verkündigerin unter den Sternen, die bewohnt E.UD.UL! 
15 Glanz der Göttinnen, deren Antlitz reines Licht ist, 

die durchschreitet die Himmel, festiget die Erde, 

Zarpanit, deren Stellung erhaben, 

hell ist die Himmelskönigin, hoch und erhaben, 

unter den Astarten ist keine wie sie! 
20 Anklägerin (?), Fürsprecherin, 

auslöschend (?) das Wort(?) des Reichen, die da recht leitet den Ge- 
sunkenen; 

Niederwerferin des Feindes, der ihre Gottheit nicht furchtet, 

Schirmerin des Gefangenen, Unterstützerin des Gefallenen! 

Dem Knechte, dem Verkünder der Huld deines Namens, verkünde 
Gnade! 
25 Dem Könige, der dich furchtet, sein Geschick . . . 

Den Söhnen Babels schenke einen Schützer! 

Bemerkungen. 

In der Reime de rilistoire des Religions 1897, Vol. 36 p. 198 s. bietet 
V. SciiEiL eine freie Übersetzung der Zeilen 2— ii; Z, 7 und 11 hat 
er übergangen. Vgl. Crak;, Astrological-Astronomical Texts p. IV ff. 
Neuerdings findet sich der Text auch behandelt bei F. Martin, Textes 
religieux assyriens et babyloniens, Paris 1903, p. i ss. 

Die unter No. XXIV und XXV behandelten Texte gehören der 
nämlichen Tafeh-eihe an. Diese enthielt Weisungen für allerlei Zere- 
monien, die der Urigal des AUerheiligsten Marduks {kkud) im Nisan 
zu vollziehen hatte. Beide Texte stimmen im Sprachcharakter und 
Schrifttypus vollständig überein. Gemäss der Unterschrift ist IV R 40 



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^t^, 5^nett Mitb ^dtU an (piarbuft. (XXIV) 377 

No. I Tafel XXII, No. 2 Tafel XXIII dieser Serie, für DT 109 lässt sich 
die genaue Stellung innerhalb der Serie noch nicht nachweisen. 
IV R 40 No. I gibt die Zeremonien für den 2. und 3. Nisan, No. 2 jRür 
den 4. Nisan. Auf DT 109 Vorders. Col. II Z. 3—6 sind noch die Reste 
ähnlicher Anweisungen wie IVR 40 No. i Col. 1 1 — 4, No. 2 Col. I 1—5 
zu sehen; nach den erhaltenen Spuren Col. 11, 3 handelt es sich auch 
hier um den Nisan. 

Für unsere Zwecke kommen aber nur die Gebete innerhalb des 
Zeremoniells in Betracht, also DT 109 Vorders., Rucks. Z. i— 12, 
IV R 40 No. I Col. I, 5—32, No. 2 Col. I und Col. II (bis Z. 8). 

Die Zwischenzeile auf DT 109 Vorders. Col. I, 12 gibt den Wech- 
sel der Adresse des Gebetes an, das sich von Marduk an Sarpanit 
wendet DT 109 CoL II zerfällt in drei Abteilungen; die dritte (Z. /ff.) 
war ein sumerisches Gebet Von DT 109 Rucks. Anfangskolumne ist 
nur noch ein Keil vorhanden.* 

Vorders. Z. 2. Vgl. Z. 16. iäpiku — so ist LAL.ku zweifellos zu 
lesen — wird erklärt durch den sog. zweiten Schöpfungsmythus 
(KB VIi S. 40 Z. 17 f.): Marduk, der Weltbildner, 
amant ina pän me irkus 
epiri ibnima itti ami üpuk. 
Zu unsererStelle ist zu vergleichen K 232 Vorders. Z. 17. (CraigRT Vol.II, 
p. 16) '^ME,ME damiktu ia-pi-kat ir^itim iamäfni, das. Z. 20 ^Hamassu 
damku la-pi'kat irptim 7nu}atlifnat ^Hamassi dumki, Marduk schüttet 
die Erde wie eine Strasse, einen Damm, auf, so dass sie inmitten des 
Meeres einen festen Untergrund bildet, daher geht lapäku hier ge- 
radezu über in die Bedeutung: „festigen", „festhalten". So erklärt 
sich auch der iupuk same ohne besondere Schwierigkeit als „Himmels- 
feste", „Firmament". Jensens Erklärung (KBVIi S. 467£, 577 f; 
KosmoL S. 37 ff.) scheint mir nicht zutreffend. Aus der Entgegen- 
stellung von iupuk lame und hipuk burume (vgl. zu No. I, 8) ergibt 
sich mit Sicherheit unsere Deutung. Das Himmelsgewölbe als fest- 
gegründeter Raum hiess iupuk iame^ als Strasse der dahinziehenden 
Gestirne hiess es iupuk burume. Die bei Jensen, KosfnoL S. 37 ff. 
angeführten Stellen widersprechen unserer Erklärung nicht WiNCKLERs 
Erklärung: „Tierkreis" als der Damm, auf dem die Planeten dahin- 
ziehen, stimmt mit unserer Deutung überein, nur ist die unsrige sach- 
lich genauer. 



*) IV R 40 No. 2 hat die Unterschrift: „Wer Marduk und Sarpanit fUrchtet — dem 
komme (die Tafel) nicht abhanden! Wem sie (durch Nachlässigkeit) abhanden kommt, 
den mögen die Götter, soviele in Babel sind, verfluchen". — Am oberen Rande der IV R 40 
No. 2 mitgeteilten Tafel findet sich die Bemerkung: ina amat Bei u ^rrate-id liUim^ 
„durch das Wort Bels und der Himmelskönigin möge es recht sein". Vgl. dazu, 
Rbisnrr, Hymnen S. XV, der aber lUU liest. 

Beiträge zur semit. Sprachwissenschaft. V 26 



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378 QßetMge )ut ftmitifd^tn jlptac^wtffenrctafi. 

Z. 4. Vgl. No. XXV I Vorders. I, 29; da l/D den Grundbegriff 
„leuchten", „glänzen" enthält, UL nach S^ 100 = asätnu „schmuck sein" 
ist, so dürfte ^. t/i?. i/Z das „Haus des glänzenden Schmuckes" sein. 

Z. 7. k.KU,A nach Jensen KB VIi S. 395 = „Freudenkammer". 
Nach der grossen Steinplatten- Inschr. Nebukadnezars (E.-I.-H.-I.) 
Col. II, 40. 43 ist es das papahu bei iläni Marduk, das Allerheiligste 
in Esagila; vgl. das. 'fMA.KU.A = elippi "Marduk. Da KU.A sonst 
= aiäbu (Brunn, List 10660), so dürfte E.KU.A = „Haus der Ein- 
wohnung**, tabemaculum^ sein, vgl. den Ausdruck rtJ^^DtÖ in der Mischna 
für das „Einwohnen" Jahves, d. h. von seiner Gegenwart unter seinem 
Volke. — Zu kabü damiktiku vgl. Z. 24; ferner No. XXV 2 Col. II, 4; 
KingBMS I, 50; 15, 16; 33, 35; eine ähnliche Phrase ist kabü balati 
No. XIV, 80. Der Sinn unserer Stelle ist natürlich nicht: „der deine 
Gnade gewährt", sondern „der deine Gnade anruft", „um deine Gnade 
bittet" oder g^anz wörtlich: „der deine Gnade verkündet". — ku als 
Suffix der zweiten Person ist hier mit besonderer Vorliebe gebraucht, 
vgl. Z. 8. 9. 24. 25, Rucks. Z. 5. 6; dagegen ka Vorders. Z. 10, Rucks. Z. 7. 
ku auch No. XXI, 27. 

Z. 8 f Vgl. No. XXV I Vorders. I, 30 f. 

Z. II. Vgl. Z. 26, ferner Rucks. Z. 4; No. XXV i Vorders. I, 32. 

Z. 12. Vgl. No. XXV i Vorders. i, 3 f. Delitzsch, Babel und 
Bibel III S. 67 Anm. 

Z. 13. Vgl. King BMS i, 37: U-at mit der Var. i'lat\ das. 2, 43; 
33» i; 33,20 nebst Var.; also nicht: la plus elevee (Martin) oder 
sublime (ScilElL). 

Z. 14. Vgl. BMS 6, 78 f.; 7, 16; 8, 22; 19, 18; 39,6; dazu die Be- 
merkung KiNGs p. 109. Näbat kakkabu ist die Erklärung von DIL, 
BAD, vgl VR 46, 40»b (HW S. 442«). 

Z. 15. lilmit st. cstr. von lilimtu (Form wie mi^irtu, vielleicht 
lil-b(v)at gesprochen) vom Stamme Dbb, dessen Grundbedeutung 
zweifellos „glänzen" ist Desselben Stammes ist lulimtu (HW S. 378»), 
das „Glanz" bedeuten muss. IV R 59 No. 2, 18^ ki-i lu-litn-ti el-me-H 
panuk-ka lu-kir ist zu übersetzen: „wie der Glanz des elmeiu möge 
ich kostbar sein in deinen Augen". Der elmeiu ist speziell der 
glänzende Stein nach seinem Ideogr. SUDMD.AG, das Licht 
des elmeiu will IStar vor Asarhaddon leuchten lassen, lulimu „Leit- 
hammel", „König", „Fürst" erklärt sich, falls nicht sumerischen Ur- 
sprungs, durch denselben Bedeutungsübergang wie iarru „König** 
von iaräru glänzen. Zu demselben St. gehört lulimu auf der Stele 
Nabonids: dalati lu-li-mu VIII, 48 vgl. Meiss., Su/pl.S.S3^» Muss- 
Arnolt, HWB S. 482^ lilmit ilätu ist demnach „Glanz" der 
Göttinnen, vielleicht auch im Sinne von: „Herrin", „Fürstin" als her- 
vorglänzende unter denselben. — Zu NE.^A^=^nüru vgl. IV R 2,42*: 



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l^eßn, l^^mnen unb <StitU an (Dtatbuft. (XXIV) ^^g 

NE,gar-zu'iü^=ananürika, VR 29,61«'': NE.SA^=^nu-\rt4\, nüru ebbu 
ist betont und deshalb vorausgestellt — ]tu — diese Form des Suff, 
findet sich wiederholt in diesem Gebete, trotzdem es sich an eine 
Göttin richtet, vgl. Z. 17. 19. 22. 

Z. 16. Vgl. Z. 2. 

Z. 17. Vgl. BMS 27, s; No. XIV Z. 21. 

Z. 20. ^7>{r//ö:/ karsu kann hier natürlich nicht im Sinne von „Ver- 
leumderin" genommen werden, sondern bedeutet wohl die „Anklä- 
gerin" der Bösen. — Zu ^äbitat vgl. Z. 23 und muiamkitat Z. 22. Dass 
das Zeichen, das sonst kät bedeutet, hier tat zu lesen ist, ist sicher 
nach dem Zusammenhang. Der Wechsel des k- und / - Lautes 
findet sich mehrfach bei sumerischen Lautwerten, vgl. ku, das auch 
den Wert tu, tug usw. hat, femer gin, gub einerseits, din^ du ander- 
seits; kim und dim. Vgl. ferner den Wechsel im Sumerischen: 
agar — E.'S,\ adar, ige — E,'S,\ ide\ gubu — E.-S.\ dubu. IV R 40, i 
Rucks. Col. IV, 30 findet sich der Vermerk, die Tafel sei im ^me-KU- 
Dialekt, der nach Haupt ASKT S. 133 mit E.-S, identisch ist, ge- 
schrieben. Die Lesung tat für das Zeichen kat wird deshalb bloss 
dialektisch für Südbabylonien im Gebrauch gewesen sein. 

Z. 21. Oder liegt ein Versehen auf dem Orig. vor, etwa i für at, 
also imi-lap'pi-aii 

Z. 23. Zu nasku vgl. No. XXV i Vorders. I, 29; wahrscheinlich 
identisch mit dem BMS 9, 36 vorkommenden naiku, das jedenfalls 
abzuleiten ist von 7tt>3, das eine Gruppe bildet mit nadü und makatu 
HW S. 486»; Meissner SuppL S. 67«^^; Jensen KB VI i S. 339. 

Z. 26. ^'"^hab kidinnu ist hier zweifellos nicht „Schützling", sondern 
„Schützer**. An sich kann der Ausdruck einen Menschen bezeichnen, 
der Schutz empfängt, oder einen, der Schutz gewährt Das Nähere 
entscheidet der Sprachgebrauch und der Zusammenhang. Vgl. dazu 
die doppelte Bedeutung des hebr. "il: KoCytigog natürlich nicht = 
„Kos ist Klient", sondern „Kos ist Patron". NÖLDEKE in S. B. d. B. A. 
d.W. 1882, S. 1187 Anm.6. 

Die Rückseite ist leider zu mangelhaft erhalten, um eine sichere 
Deutung des Inhalts jeder Zeile zuzulassen. In den ersten Zeilen 
wird von Marduk in der dritten Person gesprochen, während Z. 5 ff. 
jemand und zwar, wie es scheint, der König angeredet ist. 

Z. 5. „Bei segnet dich Segen immerdar" [ 

Z. 6. „vernichtet deinen Feind, wirft nieder deinen Widersacher". 

Z. 7 ist das fünfte Zeichen allem Anschein nach auf ein anderes 
Zeichen geschrieben, von welchem noch der letzte senkrechte Keil und 
die Spuren eines wagrechten vorhanden sind. Ich vermute, dass das 
Zeichen gig hier stand im Sinne von marä^u^ so dass der Sinn ist: 
„Wenn [schmerzerfüllt ist?] dein Gemüt, zur Sonne [erhellt er es.?]". 

26* 



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380 Qßettrd^e ^ut femtHfc^en |lpta€$iin|fenfc$aft. 

Z. 8. „Szepter, Schale (?), Waffe, Krone bringt er hervor für 
den König*' [ 

Z. 9. „Die Wange(?) des Königs schlägt er, wenn seine Wange (?) . . ." 
TE hier als letu zu fassen (vgl. auch oben zu No. IV Z. 10), schlägt 
mir Herr Prof. Zimmern vor und verweist dafür auf Jensen KB VI i 
S. 403; Küchler, Assyr.-babyL Medizin S. 74, woselbst Uta mafiä^u 
speziell zum Zwecke der Heilung angewandt wird, wie ähnlich Uta 
malädii Cun. Texts XVI, 5, 190. 

Z. 10. „Wenn seine Tränen fliessen, so wendet (?) sich Bei 
freundlich zu(?)". 

Z. II. „Wenn seine Tränen nicht fliessen, so zür[nt?] Bei". 

Z. 12. „Der Feind rückt heran, er wirft ihn nieder" [ 

Von Z. 13 ab folgen Vorschriften über die Darbringung eines 
Speiseopfers. 

XXV. IVR40. 
1) Nr. 1. 

Vorderseite, Col. I. 

I Ina Nisanni üniu IL I KAZ,GtD miäi 

^»»iiurigallu itebi-ma nie nari irammuk 

ina pan '^Bel irrub-ma f^^^kitu LAL ina pan '^Bel 

i'di-ik'ku ana *^Bel ikrib-iü ikabbi 



5 u-mu nu-za-pa-äm-bi giä- gid- e- ne 

^^Bel ia ina uP'::i'iu ma-f^i-ir lä üti-ü 

u-mu bara §lg-ga u- mu kür- kür- ra 

^^Bel larru dam-ka ^^Bel mätateP^ 

kar- kar ä-ku-na ki- a a- nu- zu 

10 mu'tir iul-me ia ilani rabüte 

en a-ni u-mu a-na u-mu an- ku- ge(?) 

^^Bet ia ina ni-kil-mi-iu ü-iam-kit dan-nu-tü 
dimmer bara lü-lü dimmer bara lü tuk-a 

^^Bel iarräni nur amelu-tü mu-sa-'-is is-ki-e-tü 
15 u-mu ku mu äü gi§-g^l- Ia ü mir ki in-nir 

^^Bel iub' ta- ku BäbUu Bar- sip a- gu- ku 
an-ana-mu an- an Sä-bi pe§-e 

iame-e rap-lü-tü gi-mir ka-bat-ti-ku 

^^Bel ina ena-ku ta-bar-ri gim- ri- e- tu 



20 


[ina] 


tereti'ka 




ta 


'ba- 


tu 




tereti 




[ina] 


ni" kil' me 


•ku 


ta- 


nant" din 




ur- tum 




Ia 


pa- ka- ta 


u- 


mu 






dan- nu- tu 




iebiCt 


)'ka 


ta- kam- 


mu 






ina 


kata 



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S<((n» Si^mnen m^ tit%ttt an QYlarbuft. (XXV) 381 

[ina] nap-lu'si'ka ta-ra- ai-ia-iu-nu-tü rema 
25 tu- kal' lam- iu- nu- iü nüri i- dib- bu- bu kur- di- ku 
*^Bel mätate nur " Igige ka-bu-ü damkäte 
man'- nu la ka- a- lu la i-dib-bu-bu kur-di-ku 
la i'kab'bi ta-nit-ku la ü-ia-pa-a belu-ut-ku 
'^Bel mätate a-Hb &MDML ^a-bit kätä na-as-ku 
30 ana ali-ku Bäbtli ri-h-e rema 

ana &. SAG, ILA biti-ku su^-^ir päni-ku 
la märe BäMli '^^^^äb ki-din-nu Hi-kun iü-bar-ru-iu-nu 

2) Nr. 2. 

Vorderseite, Col. I. 

y ina Ntsanni ümu IV, 1% KAZ , GtD muH 

'^^^urigallu itebuma me näri irammuk^^kitü LAL 

ina pän ^^Bel u ^arrate-iä i- di- ku 

nü käti an- na- a aita *^Bel i- na- aS- H 

5 ana '^Be/ ikrib- iü ikabbi 

u- mu u- mu na u- mu u- mu na 

be-lu gas-ri Igige ^i-rim ia ilani rabüte 

u-mu se-se u-mu nu-sar mu-na 

be-lu kib-rat iär ilani kiiiatiQ) mu-kin u^urti 

10 alim nu- za- pa- am- bi u- e mu- na 

kab- tu si' rim ia- ku- u e- til- lu 

lal-a-g6 uäumgal nu-ra a-ri-a 

na-iU'U iarru-tü ta-mi-ih belu-tü 

]-ga nu- nu lag -ga nu E.UD . UL-sü 

15 ti'PaQ)]'ri nam-ri Marduk a-iib £- >» 

] iä- kür nu- tuk 

] sa- pi' nu mät a- a- bi 

] e- ne 

Grosse Lücke. 

Col. II. 
ina pän iär ilani Marduk ^a-bit [a-bu-tü}] 

lik' bu- ü ta- nit' ku lu-iar-lbu-ü 

lid' bu' bu'ü kur-di'ku li'ia\pU'ü . . . 
ana ^*^^^ardi ka-bu-u damikti-ku [ 
5 ina pu-ui-^a u dannatiQ) i'[ 
ina mur^ u ta-ni-f^u [ 
lit' tal' lak ana [ 
lid'bu'ub kur- [di- ku 



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382 (fftUx&^t 5ur ftmitifd^tn |lpta4iot(f(enr4af^. 

Übersetzung. 
Nr. 1. 

Vorderseite, Col. I. 
I — 4 Im Monat Nisan, am 2. Tage, in der ersten Stunde der Nacht 
macht sich der Urigallu auf und wäscht sich in Flusswasser, 

tritt vor Bei ein, und legt ein Linnengewand an(?), vor Bei er, zu 

Bei spricht er sein Gebet: 

6 Bei, dem in seinem Zorn niemand entgegentritt; 

8 Bei, gnädiger König, Herr der Länder, 

10 Wiederhersteller der Wohlfahrt der grossen Götter; 
12 Bei, der durch seinen Blick die Gewaltigen niederwarf; 
14 Herr der Könige, Licht der Menschheit, der austeilt die Be- 
sitztümer; 
16 Bei, deine Wohnung ist Babel, Borsippa deine Krone. 

18 Die weiten Himmel — dein ganzes Gemüt! 

19 Bei, mit deinen Augen schaust du alles! 

20 [Durch] deine Vorzeichen durchschaust (?) du die Vorzeichen! 

21 [Durch] deinen Blick gibst du Gesetz. 

22 Du lassest ausser Acht(?) — ein heftiger Sturm (?)! 

23 Deine(n) . . . packest du mit der Hand! 

24 Durch deinen Gnadenblick gewährst du ihnen Gnade, 

25 lassest sie schauen das Licht, sie verkünden deine Kraft! 

26 Herr der Länder, Licht der Igig, Verkünder der Gnaden — 

27 wer sollte deine Kraft nicht verkünden.^ 

28 nicht rühmen deine Erhabenheit, nicht preisen deine Herr- 

lichkeit? 

29 Herr der Länder, der bewohnt E.UD.UL, Unterstützer des Ge- 

fallenen! 

30 Deiner Stadt Babel erzeige Gnade! 

31 Deinem Hause Esakkil wende zu dein Antlitz! 

32 Den Söhnen Babels gib als Schirmherr fröhliches Gedeihen! 

Nr. 2. 

Vorderseite, Col. I. 

I — 5 Im Monat Nisan, am 4. Tage, um 1% der Nacht macht sich 
der Urigallu auf und wäscht sich in Flusswasser, ein Linnen- 
kleid (?) legt er an, vor Bei und der Himmelskönigin .... er, 
dieses Gebet bringt er Bei dar, zu Bei spricht er sein Gebet: 

7 Herr, Gewaltigster der Igig, Erhabenster der grossen Götter! 

9 Herr der Himmelsgegenden, König der Götter des Alls(?), 

der festsetzt die Schranke! 



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I^e^» S^mnen un^ tit%tU an ({Vlatduft. (XXV) 383 

II Hochangesehener, Erhabener, Hoher, Herrl 

13 Der trägt die Königswürde, hält die Herrschaft, 

15 glänzende fFack]el(?), Marduk, der bewohnt E.UD.UL, 

17 der niederwirft das Land des Feindes I 

Grosse Lücke. 

Col. n. 

1 Vor dem König der Götter, Marduk, [der Fürsprache] einlegt, 

2 sollen sie verkünden deine Erhabenheit, gross machen [deine . . .1 

3 rühmen deine Kraft, preisen [deine . . .! 

4 Dem Knechte, dem Verkünder deiner Huld, [ 

5 In Bedrängnis und Not(?) [ 

6 in Krankheit und Wehklagen [ 

7 Er gehe zu [ 

8 verkünde [deine] Kraft [ 

Bemerkungen. 

Die sumerischen Zeilen entsprechen nicht in allen Fällen dem 
assyrischen Texte; soweit sie sicher gedeutet werden können, ent- 
halten sie vielmehr allgemeine Anrufungen, litaneiartige Responsorien. 

No. I Vorderseite Col. I. 

Z. 4. Zu idikku vgl. No. 2 Vorders. Col. I, 3. 

Z. 5. Vgl. No. 2 Vorders. Col. I, 10; es ist za zu lesen, wie mir 
Mr. L. W. KiNc; auf meine Anfrage gütigst mitteilte. Wie die sume- 
rische Zeile den Sinn der babylonischen ausdrückt, ist mir nicht klar. 

Z. 9. Bei der Vieldeutigkeit mancher Zeichen wage ich noch 
keine Erklärung. 

Z. II. Die erste Hälfte der Zeile scheint zweimal dieselbe An- 
rufung zu enthalten, da der /-Vokal auch sonst in ^-^.-Texten für a 
eintritt „Herr des Himmels (an + Verlängerungsvokal), Herrscher des 
Himmels, Herr der grossen Götter {KU=^ nibtif\ 

Z. 15. Unklar. 

Z. 29. Zu L UD. UL vgl. No. XXIV, Vorders. I, 4; jiasku das. 
Z. 23. 

Z. 30 vgl. No. XXIV Vorders. I, 9. 

Z. 31 vgl. No. XXIV Vorders. I, 8. 

Z. 32 vgl. No. XXIV Vorders. I, 26. 

No. 2 Vorders. Col. I. 
Z. I — 5 vgl. No. I Z. I — 4. Z. 4 ist hier mehr gegen No. i. 
Z. 6. „Herr, erhabener Herr, Herr, erhabener Herr*'; zur Be- 
deutung von na vgl. Haupt ASKT S. 205. 



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384 dStih&^t 5ttt fmitif<ttn ßpta4wi\ftnf4afi. 

Z. 9. Zu ufurtu vgl. Jensen KB VI i S. 346 f., das. S. 405 f. Nach 
Jensen gibt es nur ein u^urtu = „Bild", „Zeichnung" von dem St 1X\ 

Z. 10. Vgl. No. I Z. 5. Die zweite Vershälfte ist wieder ein all- 
gemeiner Ausdruck: „Herr, erhabener Name". 

Z. 12. Da LAL == naiü und uiumgal = „Alleinherrscher", so 
entsprechen sich die beiden ersten Vershälften von Z. 12 und 13, 
wie jedoch die zweite Hälfte der sumerischen Zeile zu analysieren 
ist, ist mir nicht klar geworden. 

Z. 14. lag.ga = namru\ nu dürfte dem sonst gebräuchlichen 
NA entsprechen, das „sich niederlassen", „sich lagern", bedeutet. 

Z. 15. Zur Ergänzung vgl. No. I Vorders. 34. 

Col. 11. 
Z. I vgl. No. XXIV Vorders. I, 20. 
Z. 4 vgL No. XXIV Vorders. i, 24. 



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385 



Texte. 
III. K 3505 



Vorderseite 





^^^^4 9^^^=k=^<^^f^ »h W ff 



WF -Pf f'^ 





S- •^'ff <^ "[^^ 







Rückseite 








B«iCrSfe rar scinit. SprachtHtanucluift. V. 



27 



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386 



IV. DT 71 

Vorderseite 







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-^^^•üT^ 







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IV. OT 71 

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387 








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Coogle 



388 



IV. OT 71 

Rückseite (ZeOe 23— ScUom) 








Irjfffr^jir "^f^N^g^ u-^ 



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r ^P^^9^f€ ff MT 




f^^'^^^'^'-<^^ 



f^3s^ ^ir## r^ <i^rFfF 



Hff^ ^r^pf^hrp ^F^ 



Fr^;^'<fr'<r^*^rFrF 



r^pf Hff^== '-ar fifif 




-^^^Ff 



S2C=:h^ ^NTTfNf 



10 




Die Rückseite ist bis auf wenige Zeichen Terwiachty ^^^^l^ 



j$«9n, $|>«NMii uM CAtU «n (pUrdift. 



389 



IX K 3418 



Vorderseite 



Rttekseice 









10 



XVIH. K 9810 

Vorderseite 





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390 qpd(r<9« $1» fmm<i*<^ ßpu4miK*»f4'^ 

XVIII. K 9810 „ ^ . 



XIX. K 9918 






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XX. K9NQ 



39» 






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392 



XXII. K 3175 

(ZaOe I— «♦) 















^/ 



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20 



rRT'^^'^'j^^] 









^rf(tHff^=pip^'m:if=^p^ 



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fJtE^^^^^^ 



f^H^Z^'i/^^^^^ 








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^iffti, l^fwmtn und 4StUit an (pUr^ul. 

XXH. K 3176 

(Zeile 25— Schlnss) 

4 w"'- ^ 






393 



30 



35 




40 



45 






^y^w^^ 











XXII. K 341» 

Colnmne i 






</^ »^^^^ 







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394 



XXII. K 3419 

C*lMawe'2 



/\«Pt 



XXII. K 3186 









FfF^ ^P^f^ ^M^f^ ^^^l 
i^rie M^ ^ff ^ ^^^ ^N^ Hl^'f- « 



XXII. K 3216 
















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XXII. K9469 



395 



lO 













XXII. K8237 




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396 



(gtittii* yu r«R<«r4M ji^«<ii»{|t<i»r4*f • 



XXill. K S201 

Vordendte 







iS^f'^^F 








^S^r-^ 




•WF=^Fff 




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1^4*, ^fmmm mA €(«6«<« «m- Qn«(talL 



397 



XMII. K 5201 



Rttckteite 




/ 




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39« 



(gtitti^t jNt fmiHf^t* lkftA<imi^t»f4Afl. 



XXIV. DT 109 



Vordeiseite (ZeUe i— ») 







lO 



^g^(i^-f!»A ^ ^X^ ^ ff 



l 

•fr 



»- 



^r 



m^^mn^'i^^'F'^^ ^i^FHr^ 



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«5 



$«>tt. I^^mntn uii5 £e6«t( an. dTUvtuR. 
70BM. DT 109 

Vordmdte (Zefle 13— Schlnss) 



399 




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400 



XXIV. DT 109 



Rttckaeitc 







lO 




»5 



»5 













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^ur ßrßfatung b^ efamtfcßen Qg>nefe. 

F, Bork. 

Wkisshacii hat m den Vorbemerkungen zu seiner sorgfältigen 
5 Ausgabe der „Susischen Tontafelcheti" [J^aträ^e sf/r Assfrioiogie IV, 
S. 171) diese Tafelchen, die in Kujjundschik gefunden wurden oder 
gefunden sein sollen, als Briefe in Anspruch genommen. Dagegen 
sprach, trotz versuchter anderer Erklärungen, von voniherein nichts; 
„Kontrakte'* konnten es dem Inhalte nach, soweit er bekannt war, 

ro auch nicht sein, höchstens hätte man auf Zeugenaussagen raten 
knnnen. 

Die Frage dürfte durch die Feststellung eines einzigen, öfter au 

bestimmter Stelle begegnenden Zeichens heute zu entscheiden sein. 

Man hatte bisher z. H. K, 1325 gelesen: Akkiriri nanliim: „U 

fg i}fiariri, hrk Mncchit^Ho'* u. s. \v. Dabei brachte man miu/m/i mit 
nanri zusammen und übersetzte es mit ,,(er) sprach", Hiess nun der 
Sj>recher nach seiner eigenen Angabe liparirit so musste Akkiriri 
etwas antler es sein als sein Name, Es lag nahe genug, es mit akkari 
(=" nirgend einer") zu vergleichen. Da aber nantum nicht recht wie 

20 eine Verbalforni aussah, eher wie ein Substantiv [vgl, taHufnm), so 
konnte das zweite ri des ersten Wortes als eine Art Genitivpartikel 
oder Possessivpartikel (vgl. napir-H-ri) erklärt werden, wobei seine 
Anwesenheit zugleich die Voranstellung des Genitivs zu erklären 
hatte. So schien alles zu stimmen, und die Verbesserung I^pakuri^ 

25 die nicht einmal gesichert war, hätte damals auch keine Bresche in 
diese Auflfassung legen können. 

Seit dem Erscheinen der lange und vortreftlich vorbereiteten 
Ausgabe der bisher bekannt gewordenen sämtlichen Texte können 
wir uns nun freilich auch der durch Bu, gi-5-9, t88 {Nr. 25 beiWKlSS- 

;^o UACh) geforderten weiteren Berichtigimg Pakarl bedienen, denn es 
macht schon einige Schwierigkeit, diesen Namen für eine Abkürzung 
von Bptihnri zu erklären — unter Voraussetzung der Gleichheit i\^r 
Person — -^ aber für sich all ei u beweiskräftig wäre das nicht 

BcitT3j»e cur «emLt. SprieliwiftscDS^tiart, V, ^. 



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f 



402 (§tiM^€ 5U¥ ftmiitf^tn ßptAttM^tnf^Afi. 

Nun hat jedoch die neue Durchprüfung der Texte ergeben, dass 
vor dem fraglichen ii nicht u sondern ru steht (vgl. Weissb. Nr. 5, 
Z. i; Nr. 22, Z. i; Nr. 25, Z. 13), und mit dieser Ermittelung fällt 
die bisherige Auffassung. Das iS gehört zu ru und dem Vorigen, 
der Name lautet Pahuri, Wir erhalten vor demselben die Verbal- 5 
form tu{m)ru'iy vom gleichen Stamme wie tu{m)rukume. Die Form 
würde achamanidiscb als tiri-i zu erwarten sein * was wirklich vor- 
kommt, und es ist wohl zu beachten, dass sich in Nak§-i-Rustem Z. 1 5 
auch turrika (statt iirikka) geschrieben findet. 

Der Stamm bedeutet ein verstärktes „sagen", etwa „feierlich aus- 10 
sprechen". 

Da ein nan auch in nan-ke (= ^nakha-n-ke-k) vorkommt, so 
könnte man hier eine Verbalkomposition fian-turu vermuten wollen. 
Das scheint mir durch den Sinn völlig ausgeschlossen zu. werden, 
da bei dem Reichtum des Elamischen an Partikeln das Fehlen einer 15 
solchen hinter Pahuri ganz unbegreiflich erschiene. Vielmehr scheint 
mir das Pahuri in einem genitivisch possessiven Verhältnisse zu 
stehen, und zwar eben zu diesem nan, das dann Objekt zu turul ist. 

Nun gibt es auch ein Substantiv 7ian (= „Tag"), das allerdings 
den vierundzwanzigstündigen Tag bezeichnet, während das betreffende 20 
Wort Bg. I Z. 16, wo „Tag" im Gegensatze zur Nacht steht, weg- 
gebrochen ist. Aber auch das iranische rauca (röcaf) bedeutet ja 
„Tag" in beiderlei Sinne, bezeichnet aber zunächst das Licht des 
Tages, den hellen Tag. Und nun tagt es wohl auch über unseren 
Texten. Gilt doch auch bei den Iraniem der Tag für heilbringend, 25 
trotz der verderblichen Sonnenglut, die Nacht aber für des Menschen 
Feind. Ich vermute daher, dass in nan die Entsprechung des vor- 
auszusetzenden lu/mu steckt; zu übersetzen wäre also: 

„Akkiriri spricht Heil aus für Pahuri, den Sohn des Maccine^^. 

Akkiri-ri [reduplizierter Kurzname (vgl. HÜSING, Or, Lit, Ztg. III, 30 
S. 83 ff.)] ist also der Absender, Pahuri der Empfänger, aus dessen 
Besitze die Briefe stammen. Dazu stimmt vollkommen, dass auch 
in Nr. 5 Pahuri an gleicher Stelle erscheint, der Absender aber ist 
Upicca, Weitere Namen von Absendern sind bei Weissbach S. 171 
zusammengestellt, die aber nicht vollständig erhalten sind. Bei den 35 
meisten Briefen ist der Anfang, der die Namen des Absenders und 
Empfängers enthielt, überhaupt weggebrochen, doch ergibt sich viel- 
leicht noch manches aus Schrift, Stil und Inhalt. Der Empfänger 
aller Briefe aber ist wohl Pahuri, obwohl dessen Name in Nr. 25 
noch weiter im Briefe vorkommt, während der Anfang fehlt: soweit 40 

* Das tirippi im gleichen Briefe ist wohl dahin zu deuten, dass im Briefstile in 
der gewiss alten Formel sich die alte Schreibung erhielt, wie im Deutschen Ew. statt 
Euer, 



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Qßorft, ^ur ^Mt&tunc^ htt ttamifd^tn Oßnefe. 403 

dieser erhalten, ist stets Pahuri der Empfänger, so in Nr. i, 5, 10, 
14, 17, 23. Der Inhalt scheinen Berichte elamischer Heerführer oder 
Stadtkommandanten an ihren Vorgesetzten zu sein, die Ereignisse 
in einem der assyrischen Kriege zu spielen. 
5 Die Schrift ist sehr flüchtig, und offenbar haben viele Keile, die 

wir heute ergänzen müssen, nie dagestanden, daher denn die schwan- 
kenden Formen der Zeichen noch kaum einen Schluss auf die Zeit 
gestatten. Ist also Weissbachs Mahnung (S. 170, Z. 3iff.) durchaus 
berechtigt, so bleibt es doch auch durchaus möglich, dass die Briefe 

10 älter sind als die Texte von Mal-Amir. Ausser dem verschiedenen 
Materiale dürfte nämlich auch die Landschaft, aus der Schreiber und 
Briefe stammten, in Anschlag zu bringen sein. So ist im Briefe Nr. i 
(des Akkiriri) sa-ki-ik (= ^sankik) geschrieben gegenüber dem su-ku- 
uk von Mal- Amin Die erwähnten Städte wie Tallak (So vermute ich 

«5 für Ritikkutiir, vgl. JENSEN, Zeitschr. d. D. MorgenL Ges. LV, S. 237 
Anm. i), Pimak (vgl. Albinak^ E-Punaku) u. s. w. werden also im Nord- 
westen in der Richtung oder Nähe von E-Hamban zu suchen sein (vgl. 
HüsiNG, ör. LiU Ztg. IV, Sp. 140). Die Erwähnung von Assyrien oder 
vielleicht der Assyrer [Nr. 15, '^Ai-iu'ra{'ip)] und die vermutliche Er- 

20 beutung des „Briefbündels" durch die Assyrer stehen damit im besten 
Einklänge. Weissbach macht noch auf eine zweite Stelle aufmerksam, 
wo der Name Assyriens genannt wird: Nr. 3, Z. 3. Nach meiner 
Abschrift dürfte das erste Zeichen der Zeile das Determinativ ** sein. 
Die Richtigkeit der Lesung ^U-lam-Ai-iu-ra . . . dürfte durch Nr. 11, 

25 Z. 3 sicher gestellt werden, wo ein deutliches "^U-lalm] steht. 

An beiden Stellen haben wir vielleicht den aus dem Assyrischen 
übersetzten Namen einer Stadt, die jedenfalls an der assyrischen 
Grenze zu suchen sein wird. 

Noch bedeutsamer werden aber die Briefe durch die Tatsache. 

30 dass eine der bekanntesten elamischen Festungen, MtUakiutn (assyr. 
Madaktu), darin erwähnt wird. Die von Weissbach empfohlene Le- 
sung Mu'uk'tum ist zunächst unwahrscheinlich, weil niemals in diesem 
häufigen Namen das sonst oft verwendete muk-Zeichen geschrieben 
wird. Das fragliche tak-Zdchen erscheint entsprechend dem nach- 

35 lässigen Charakter der Schrift in den absonderlichsten Formen, bald 
mit vier Keilen (Nr. 10 stets! Z. 10 Mu-tak-tum, Z. 15 tak-ke-ri Z. 17 
\/i]U'[u]t'tak'ne und Nr. i, Z. 11 hu-ut-tak-ne) bald mit fünf; bald gleicht 
es einem achamanidiscben uk^ bald rücken die Keile so auseinander, 
dass es mehr dem neuelamischen und neususischen tak gleicht. 

40 Erinnert sei auch daran, dass in der malamirischen Schrift das uk- 
und /^^-Zeichen leicht mit einander verwechselt werden können. 
Selbstverständlich haben wir nunmehr auch wohl Halikutak und 
Tak'hu . . . (Nr. 3) statt Halikuk und Uk-hu ... zu lesen. 

28* 



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4C4 Qßeifvdge yit ftmitif^tn ßpta4m\(tn\4Aft. 

Endlich möchte ich noch zur Ergänzung der WElSSBACHschen 
Arbeit auf einige unbekannte Zeichen hinweisen, die in den Briefen 
vorkommen. 

1. Das noch nicht bestimmte erste Zeichen der vierten 2^ile von 
Nr. 1 1 habe ich noch an folgenden Stellen gefunden: Nr. 4, Z. 2 (Es 5 
folgt«/ + x)y Nr. 25, Z. 8 (Die Wiedergabe bei Weissbach dürfte nicht 
ganz gelungen sein. Es folgt si-ip hui^yut . . .), vielleicht auch in 
Nr. 10, Z. 12 hinter ti-ir-ta-iri^y In der Bagistaninschrift 1,67 könnte 
die bisher ""en gelesene Gruppe ein einheitliches Zeichen sein, das 
vielleicht hierzu gehören dürfte. 10 

2. Opperts geistreiche Vermutung zur letzten Zeile der perse- 
politanischen Dariusinschrift H (vgl. Weissbach, Die Achämeniden- 
inschriften zweiter Art, S. 95) ist jetzt als abgetan zu betrachten, da 
das fragliche Zeichen in den Briefen mehrfach belegt ist: Nr. 15, Z. 9, 
12, 14 und vielleicht auch Nr. 12, Z. 3. 15 

3. Ein drittes noch unbestimmbares Zeichen sehe ich am An- 
fange Nr. 2, Z. II. Nach meiner Abschrift beginnt es mit einem 
Winkelhaken. Dasselbe findet sich in Nr. 22 Obv. Z. 2. Der Win- 
kelhaken muss bei Weissbach mehr nach rechts gerückt w