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Full text of "Beiträge zur Euripideïschen ethik, [microform]"

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NEGA TIVE 



NO. 93-81309 




MICROFILMED 1993 
COLUMBIA UNIVERSITY LIBRARIES/NEW YORK 



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COLUMBIA UNIVERSITY LIBRARIES 
PRESERVATION DEPARTMENT 

BIBLIOGRAPHIC MICROFORM TARGET 



Master Negative # 



Original Material as Filmed - Existing Bibliographie Record 



Restrictions onUse: 



88ED 
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Warmbold, Franz ! 

... Beiträge zur Curipideischen ethik, 1. teil, 
vom Gynnasiall. Fr. V/arnbold .. Zerbst, Römer 
& Sitzenstock, 1875# | 

20 p. 26 cm. 



At head of title: Einladungsschrift des HerzogL 
Francisceums in Zerbst ..» • j 



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am 16. 17. und 18. Mary 



abzniialtendrn 



Öffentlichen Prtifung'en 



der 



Gymnasial-, Real-, und Vorklassen. 







3 n I) d l t : 

Beiträge zur Euripideischen Ethik. Erster Teil. Vom Gymnasiall. Er. Warmbold . 
Schuhlachrichten von Ostern 1874 bis ebendahin 1875. Vom Director G. Stier. 



Zerbst 1875. 

Gedruckt bei Römer Sc Sitzenstock. 



Beiträge zur Euripideischen Ethik. 



I. Die Familie. 

Öeit dem Ausgange der Perserkriege bereitete sich, anfangs kaum merklich, auf 
allen Gebieten des geistigen Lebens in Athen ein Umschwung vor, der in seinem 
Verlaufe von den verhängnisvollsten Folgen für den athenischen Staat werden 
sollte. Hatte die von außen drohende Gefahr vor und w^ährend des Krieges die 
Eifersucht zwischen den verschiedenen Staaten Griechenlands wie das Gezänk der 
Parteien innerhalb derselben zum Schweigen gebracht und der gemeinsame Wunsch, 
das Vaterland frei und groß zu sehen, alle Griechenstämme in dem Nationalkampfc 
vereinigt, so brach nach Beseitigung der Gefahr der alte Stammes- und Parteihafs 
fast in allen Staaten mit erneuter Heftigkeit wieder los. Nirgends aber entbrannte 
der Streit und die Parteileidenschaft heftiger als in Athen. Der lange Krieg, in 
welchem die persönlichen Vorzüge des Einzelnen, ganz abgesehen von Geburt und 
sonstiger Lebensstellung, zur Geltung gekommen waren, schien die Standesunter- 
schiede fast verwischt zu haben. Nichts desto weniger forderte jetzt die Aristo- 
kratie mit größerer Entschiedenheit als je zuvor ihre alten politischen und socia- 
len Piechte und Privilegien zurück, weit entfernt, dem Volke, dessen Hingabe und 
Patriotismus doch zum größten Theile die außerordentlichen Phfolge zuzuschreiben 
waren, einen seinen Verdiensten entsprechenden Antheil an der Verwaltung des 
Staatswesens zu gestatten. Das Volk, in seinem Rechtsgefühl aufs bitterste ge- 
kränkt und verhöhnt , bebte vor dem Aeußersten nicht zurück; es suchte die Rechte 
und Freiheiten, mit einem Worte die politische Stellung, die ihm auf dem fried- 
lichen Wege der Gesetzgebung nicht geworden war, mit Gewalt sich zu erringen. 
Die Stimmung der damaligen Volkspartei schildert Euriiiides Hecuh. 3OG''0: i^v 
T(pde yccQ xäuvovdiv cti noXlal 7i6?Mg, otccv rig kaß'Xoq xcu TtQO&i'iiiog lov dvi)o 
^ U7]dkv cpi-or^rai tmv xaxwvMV nlkov. Andromacha v. 693: ouiot, xad^ [EkkdS' ojg 



''■) Die Stellen aus den uns vollständig erhaltenen Euripideischen Tragödien sind angeführt 
nach der Ausgabe von KirchhoÖ', Berlin 18G7 , die Citate aus den Fraguienten nach der Samm- 
lung von Matthiae. 



2 

xccxwg voui^ercci • orav Toonala ^tolefutiov 6Tr]aij argarog, ov riZv tiovovptmv 
TOVQyov YiyovvTca TuÖe, ul'f. o ürgccTii/og ty]v Soxr^oiv ccQVvrai, og eig fier' ciUcov 
liiVQitov Tic'dhov öogv, ovdiv nUov öqmv ivog %6t tiIhm Xoyov. aeuvol Ö' kv agyaig 
tjfievoi xarcc titoIiv (fQovovai Öt^uov uelCov, ovreg ovöfveg. ol Ö' dalv ccvtwv 
fiVQtM ao(pMTeQOi, ei tu'/mcc nooayhiUTo ßovhjaig d- cqu(. Fragin. Alcmena. IV: 
tOTM d^ capQOJV wV, oarig ävöoconog ysywg ör^iiov xolohi , xQW^^^iv yavoov^uvog. 
Der Partei der Oligarchen gegenüber konnte der Ausgang des Kampfes kaum 
zweifelhaft sein. Die entschiedene Demokratie, an deren Spitze sich gerade da- 
mals Perikles gestellt hatte, trug den Sieg davon; es fiel eine Schranke nach der 
andern, die ihr bisher hemmend im Wege gestanden hatte, und die Grundsätze 
der Demokratie, der Volkslierrschaft im edelsten Sinne, wurden von nun an die 
leitenden im athenischen Gemeinwesen. Zu ihnen bekennt sich Euripides Fragm. 
Äuge. X: /.axiog ö' öloiVTO navTsg, dl rvirnwiöi xc^igovoiv oliyij r iv nolu ^w- 
i'cwyjfr TovAevlhoor ycco ovofia Ttavrog a^iov, xav 6i.iUq kv ^'^^ Z*^/«^' h^^^ vo- 
fiiCerai. Frgm. Phaethon XVI. und an andern Orten. Die Aristokratie, obwol ge- 
schlagen und für den Augenblick ihrer einflufsreichen politischen Stellung beraubt, 
hatte^'darum ihre Sache dodi nicht viillig aufgegeben; scheinbar zwar fügte sie 
sich mit lluhe und Ergebung in ihr Schicksal, in der That aber arbeitete sie mit 
der angestrengtesten Thätig'keit an ihrer Consolidiiuiig wie an ihrer Erweiterung, 
des günstigen Momentes harrend, der ihr gestatten würde, mit besserem Erfolge 
haiKk^lnd in die Politik einzugreifen. So ungefähr standen kurze Zeit vor dem 
Ausbruch des peloponnesischen Krieges beide Parteien zu einander. Als aber dev 
'n-oße Bruderkrieg- alle Leidenschaften entfesselt hatte, da zeigte es sich bald, wie 
uufälii" die Demokratie war, das Schiff des Staates mit fester Hand durch Sturm 
und laippcn zum sichern Port zu lührcu; sie gab ihre Herrschaft an den Pöbel 
ab und aus der Demokratie entstand die Ochlokratie, das Regiment des groL\en 
Haufens mit dem Gerber Kleon und andern an der Spitze, von dem alle Patrioten 
sich mit Entsetzen abwandten, das endlich den Verfall des athenischen Staates 
herbeiführte. Euripides deutet seine Stellung zu den politischen Zuständen dieser 
Zeit an Fragnu rilsth-nes IL: ^i]uuj Öi uuxe Tiäv ccvcwrijor^g xg/cTog, uiiz av 
xccxioatig, Ttkudrou trriuov ri^eig' iu,Ö' ccvöoa Öt^uo) :iir>Tov txßahjg ciort, ut^f) 
ai^e xcuQOV ^lel'Cov ov yao ^0(fcdtg, ui] 6oi rvgavvog Ic^inoog il cwtov (fccnj. 
xwAb£ ö'^civdga Tiaoä Öixi]V tiiim^uvov' n6lH yccg dTV/ovvTeg ol xaxoi voGog. 

Diesen leiden' politischen Parteien, der conservativen und der Fortschritts- 
partei , begegnen wir auch auf religiösem und socialem Gebiete. Hin und wie- 
der schon voi'^ den Perserkriegen, besonders aber nach ihnen, hatten viele von 
den Sagen, womit im Laufe der Jahrhunderte die Gestalten der (iötter umgeben 
waren ''bei dem frommen und einsichtsvollen Theile des Publicums Anstoß erregt 
uml die Kritik herausgefordert. Die Götter, wie der Volksglaube der damaligen 
Zeit sie sich vorstellte, besaßen nichts mehr von ihrer ursprünglichen Reinheit unü 
Erhabenheit; alle Schwächen und Leidenschaften, welche das menschliche Leben, 
trüben waren den Göttern angedichtet; auf ihr Beispiel berief sich der Sünder, 



3 

um seine Schuld den Menschen gegenüber zu beschönigen und die Stimme seines 
Gewissens zu beschwichtigen; ihr Vorgang verleitete oft genug zur Sünde. Iplng, 

r;a.%ivac ßoQcc, rovg ö h'Oaö^ (die Taurier) avrovg livrag aröocorroxrövovg, elg 
T,v r%ov TOcpavXov ava^iQuv öox<^' ohöha ydg oi^ua Öcau6v.r dva, y,ax6v. 
Der Habsucht werden sie beschuldigt Fragm, Fhüoct VI.: ooäre rV ^, yar &eot6, 
y.EQdaimiV xaKov, dav^a;,Tai d' 6 Trlecarov iv vaoJ, ^ym' xgvööv ri dflra xat 
d Xiükvet laßeiv xegchg nao6r ye, xa^ouoiomOai {holg, ebenso sind sie für Liebe 
(>mpfänglich: Frag. lüppolyt. prior XVHL: ^ou^g y^g avögc^g ov uovovg en^gverai, 
ovo av yvvaixag^alla y,cu {hm> avi. rpvyag ragaccm xäni n6vTov ^y^ai xal 
Tovö^ anetgyeLV ovo o 7TccyxgccTy)g a&ivn Zevg, ccV: vneixEi xal xHlow lyyUv.rm 
Die Forschung jener Zeit war nun bemüht, die Götter, der entstellenden Hülle 
entkleidet, m ihrer natürlichen Hoheit dem Volke wieder zu geben. Ihre Existenz 
und ihre wesentlichen Eigenschaften blieben von der Kritik unangetastet und Nie- 
mand wagte hierüber auch mir einen Zweifel zu hegen, viel weni-er ihn auszu- 
sprechen. In diesem Sinne dichteten Aeschylos und Sophokles. Als aber unter 
Perikles kunstsinniger Leitung Athen der geistige Mittelpunct von ganz Griechen- 
land geworden war, zu welchem aus allen Gegenden, so weit die griechische Zunge 
reichte, alle die eilten, welche als Dichter, Schriftsteller oder Künstler Anspruch 
auf Bedeutung machten, um aus dem Munde der hochgebildeten und feinsinnigen 
Athener das Urtheil über ihre Leistungen zu vernehmen; als besonders die Philo- 
sophie Athen zu ihrer dauernden Wolinstätte erkoren hatte : da trat die Kritik 
immer kühner und rücksichtsloser gegen den Volksglauben auf. Besonders war 
es Anaxagoras aus Klazomenae, dessen neue Theorie von der Entstehung der Welt 
von der gestaltenden Kraft des göttlichen vodg, bald eine große Anzahl von Be- 
wunderern und Anhängern fand, der aber auch zuerst seine Zweifel an der Exi- 
stenz der Götter offen auszusprechen wagte. Ein solches Wort aus solchem Munde 
konnte seines Eindruckes nicht verfehlen, zumal die gebildetsten und angesehen- 
sten Männer, wie Perikles, Euripides, Thukydides, sich offen als seine A^iihänger 
und Freunde bekannten. Zahlreich sind die Stellen, in denen Euripides Anaxa- 
goreische Lehren vorträgt. In der demokratischen Partei also, die so eben erst 
]hre Neuerungen auf politischem Gebiete durchgesetzt hatte, fand auch diese Be- 
wegung auf religiösem Gebiet ihre vorzüglichste Stütze, während die Mehrzahl der 
Conservativen mit zähester Energie als Beschützer und Vertheidiger des alten 
<ilaubens und somit der alten Götter auftrat. In diesem Kampfe war das (ilück, 
wie wenigstens der äußere Erfolg zeigt, auf Seiten der Aristokratie, die von der 
großen Masse des Volkes, das treu an dem Hergebrachten hing und für philoso- 
Puische Speculationen damals noch unzugänglich war, unterstützt wurde, während 
''le gegnerische Partei nur mit der größten Vorsicht operiren konnte, um nicht in 
eine Anklage wegen Gottesleugnung verwickelt zu werden. Anaxagoras, des Atheis- 
i^'is angeklagt, wurde verurtheilt und aus Athen verbannt, seine Lehre aber lebte 
"1 'deinen Schülern fort und gewann von Jahr zu Jahr eine weitere A'erbreitung. 

1* 



^ 



Fast noch größer als in Sachen der Religion war damals der Schaden und 

die Verwirrung welche die Philosophie auf sittlichem Gebiete anrichtete. Als 

Athen nach den Perserkriegen in den unbestrittenen Besitz der Hegemome zur 

See gekommen war und seine Schiffe die Schätze und Keichthümer der Welt m 

.einen Mauern aufstapelten, machte die alte Einfachheit und Nüchternheit des 

lebcns verschwenderischer Pracht und Ueppigkeit Platz. Genufs wurde die allei- 

in-e Triebfeder nUer Handlungen, ihm fielen alle höhern Interessen zum Opfer. 

dFc einfachsten ürundiehien aller Sittlichkeit, wie: Uehe deine Eltern, das Vater- 

land n ^ W., Fragm, Antiope XXXVIII.: tqu^ elalv cc^ercu, rag kxQr^v 6 acxecv, 

Ttxvov &eovg TE Tiuav, rovg re (fvaavrag yovelg, v6fivvg re xoirovg L?Mcöog. 

ycu Tccvra ömZi' xuV.iOTov t^eig arkfavov evxhlag aei, die durch tausendjährige 

Ueberlieferung von Generation zu Generation geheiligt waren, die ersten Lehren, 

welclie dem Kinde in's Herz geprägt werden und die mit ihm innig verwachsen. 

vurdeii y^^av immer noch wie ehedem gelehrt, aber Niemand dachte daran sie zu 

befolgen; lieferte doch nur zu oft der Lebenswandel des Lehrenden selbst den 

P.eweis des Gegentheils von dem, was jene Sprüche verlangten: Frgm. mc CXI. 

Luaoj aimLariiV, öarig ov'/ avrol 60(p6g. ^ -,, , ,, c-.*r i 

So kam es dafs diese einfachen Sätze, welche die Grundlehren aller Sittlicli- 
keit enthalten, im Laufe der Jahre einem großen Theile des Volkes erst unbequen 
wurden .pät(n' aber wälirend des peloponnesischen Krieges ganz in Vergessenheit 
geriethen. Unter günstigem Verhältnissen konnten die Verkündiger einer neuen 
Weisheit die damals zuerst in Athen auftraten und sich selbst den stolzen >anieii 
ao.ic^Tc, d. i. Lehrer der Weisheit, beilegten, wohl kaum ihre Thätigkeit begin- 
nen Indem sie in der Phvsik das Heraklitische System, wenigstens soweit c< 
ihren Zwecken pafste. adoptirten, wonach die gesammte Erscheinungswelt in einem 
ewi..en W(M-den begriffen ist und alle Dinge einem unausgesetzten Wechsel unter 
würfen sind, so dafs kein Gegenstand auch nur für einen Augenblick seine be- 
stimmte Gestalt und Eigenschaften bewahrt, aucli auf <las erkennende Subjec 
übertrugen: zeigten sie die Unzuverlässigkeit der sinnlichen \N ahrnehinung.^K n 1 
"w'r nl^ectiv aus der Natur der Gegenstände selbst, dann aber auch subjecti , 
indem sie auf die Mannigfaltigkeit und Verschiedenheit der Vorstellungen hnnrn- 
sen, welche die Einzelnen über eimm und denselben Gegenstand ha ten, je nac 
.lem Gesicht^puncte, von dem aus er betrachtet würde. Praktisch f^^^-^enjed 
Beweis von der Richtigkeit ihrer Behauptung dadurch, dafs sie zeigten wie s c.^ 
für und wider eine jede Sache spreclien lasse, „wie man dem ^^^^^^^'^^ 
seiner selbst nicht bewufsten Gefühle gegenüber erst durch die klare l^'^i. cht m 
Gründe und Gegengründe die Ereiheit einer höhern Entscliei.lung gewinnen kmn^ 
(Drovsen, Einleitung zu Aristophanes Eröschen.) Es existirt also ^^^^^ ^i; J;^^^ 
Dinc/e konnnt von Natur eine bestimmte Eigenschaft zu, sondern ^^^ D'^^^^^ ; " 
dasind so, wofür der Mensch sie hält, wie sie dem f ^f ^^rtT^^topt 
der Mensch ist das Maß aller Dinge. Wenn nun aber die Wahrh it ubeiha 4 
über den Täuschungen der Sinne und dem Elufs der Erscheinungen dem LewuK 



sein verschwindet, so mufs ihm auch die sittliche Wahrheit verschwinden; wenn 
der Mensch das Maß aller Dinge ist, so ist er auch das Maß des Gebotenen und 
Erlaubten; und so wenig man erwarten kann, dafs sich alle Dinge allen gleich 
darstellen, eben so wenig kann man verlangen, dafs alle in ihrem Thun einem und 
demselben Gesetz folgen. Frgm. AeoL XL: t/ Ö' aiaxQov, ?> firj roXai xQ^uhoig 
doxTj ; Frgm. duh. XXXII. : Öhvov )% tccvtov roJg ^tv arddveiv ß^oTOJV, roJg 6' 
iX&og eJvai. So war mit Uebertragung der Erkenntnistheorie auf die Moral die- 
ser von den Sophisten jede feste Basis genommen. Im hohen Grade gefährlich 
wurde dies philosophische System, wenn man es so nennen kann, für die öffentliche 
Sittlichkeit, als seine Verkündiger den engen Kreis ihrer Schüler verließen und 
als Redner und Anwälte vor Gericht die praktischen Consequenzen daraus zogen, 
indem sie es unternahmen, auf Grund ihrer Theorie und im Vertrauen auf ihre 
gewandte und schlagfertige Dialektik, der geringern Sache den Sieg über die ge- 
rechtere zu verschaffen: rov iJttm loyov x()tiTTio noulv (Plat. Ajyol. Socraf.) Frgm. 
Alex. XIIL: ctvu'^, öuißülai (hivov av&QMnoig xaxov aylojGGia St Tioklaxig h/(fd-elg 
im]o dixaia W^ag 7]O60V tvyXotaoov (figti. Cf. auch Frgm. Tlipjjolyt. iirlor XII., 
Fr gm. Antiopa XXVIII. und XXIX.. Auf diese Weise zeigten sie den zungen- 
fertigen Athenern den Weg und gaben ihnen die Mittel an die Hand, jede unsitt- 
liche Handlung nicht nur zu beschönigen, sondern sie wohl gar als ein Verdienst 
hinzustellen. Deshalb trifft die Sophisten, wenn sie sich auch sonst um die Ent- 
wicklung der griechischen Philosophie unbestritten große Verdienste erworben ha- 
ben, der wohlverdiente Vorwurf, durch ihre Lehre der zunehmenden Entsittlichung, 
Itesonders da sie die Erziehung der Jugend sich zur speciellen Aufgabe machten, 
daher Frgm. Antio}). XXIV.: xai TTcog oocf^ov tovt torip, ei rig evcpui} laßovca 
Tt^vn (f^T td^iixe xeiQOPa; Vorschub geleistet und dadurch mittelbar den Ruin 
des Staates mit herbeigeführt zu haben. 

Diese sittliche Versunkenheit erfüllte alle Patrioten mit tiefer Bekümmernis 
und banger Sorge für die Zukunft des Staates; es fehlte auch nicht an Bereitwil- 
ligkeit zu helfen, um dem hereinbrechenden Verderben einen Damm entgegen zu 
•setzen; nur darüber, wie dem Uebel beizukonimen sei, von welcher Art die Hülfe 
sein müsse, existirte eine Meinungsverschiedenheit zwischen den politischen Par- 
teien; und natürlich, denn jede suchte die Entstehung des Uebels auf andere Ur- 
sachen zurück zu führen. Wälirend die conservative Partei in der schleunigen 
Uiickkehr zur alten Erönimigkeit und i:iiifalt die einzige Hoffnung auf Rettung er- 
Idickte, hielt die demokratische Partei Aufklärung und Belehrung für das geeignete 
Mittel, der Unsittlichkeit entgegen zu wirken und das Volk zu sittlicher Freiheit zu 
'iziehen, denn Frgm. ine. L: /} dt ^uoqIcc /ndhöT ddthfii rijg novitgiag i'^r, und Frgm. 
Archelaus XXXVI. : TioXloig S 6 &vjLi6g 6 fieyag wleatv ß()OTwv rj r d^vveaia, 
'^('<f xccxuj Toj xQ(*^l^^i^fp , cf. auch Aristoph. Nubb. 9G0 ff. Als Vertheidiger und 
^^ortführer beider Richtungen traten Dichter auf: Aristophanes auf conservativer 
'ind Euripides auf demokratischer Seite. Beide benutzten das Drama als das ge- 
eignetste Mittel, auf das Volk zu wirken: jener wählte die Form der Komödie, 



.! 



um durch sie die gegnerische Partei mit allen Mitteln zu bekämpfen und sie sammt, 
ihrer neuen, trügerischen Weisheit dem Spott und Gelächter preiszugeben; diesei- 
die Tragödie, um mit ihrer Hülfe die Resultate seiner Studien in anschaulicher, 
leicht fafslicher Form einem größern Publicum zugänglich zu machen und über- 
haupt die wichtigsten Fragen auf politischem, religiösem und sittlichem Gebiete, 
die damals alle Schichten der Bevölkerung bewegten, zu behandeln. Durch den 
Mund hochverehrter Seher und Helden aus grauer Vorzeit verkündigt er bald die 
Resultate der philosophischen Speculation über die Entstehuug des Universums, 
über das Wesen der Götter, bald trägt er seine Ideen vom Staate vor, und die 
Handlung selbst wird in ihrem ^'erlaufe Trägerin eines sittlichen Principes. Aber 
als .Schüler der Sophisten (Protagoras und Prodikos werden als seine Lehrer ge- 
nannt) Feind jeder Einseitigkeit, begnügt er sich nicht damit, die Idee, welche ei- 
seinen Dichtungen zu Grunde legt, nur von einer Seite zu beleuchten, sie einfach al:^ 
wahr oder falsch, als nachahmunt^swerth oder verwerflich hinzustellen, er betrachtet 
und prüft vielmehr sein Thema von den verschiedensten Gesichtspunkten aus und 
unter deu verschiedensten Verhältnissen, und indem er jeder Auflassung eines und 
desselben Satzes, ganz abgesehen von der Gleichheit der Fabel, ein Drama wid- 
mete und dann diese durch die gemeinsame Idee unter einander im engsten Zusam- 
menhange stehenden Stücke zu je vier oder drei zugleich zur Auflühriing brachte, 
entstanden seine Tetralogien und Trilogien. Unversehrt erhalten ist uns keine von 
diesen Gruppen; mit Hülfe der voihandenen vollständigen einzelnen Tragödien und 
der zahlreichen Bruchstücke hat jedoch Scholl : Tetralogie des attischeyi Theater^., 
einige Tetralogien und Trilogien mit ihrem gemeinsamen Thema zu eruiren ver- 
sucht. Nach seiner Ansicht behandelte Euripides z. B. in der Tetralogie: KreH- 
rinnenj AlJcmaeon in Fsophis, Teleplios, Alhestis das Weib in seiner sittlichen Be- 
deutung, der schlimmsten, wie der edelsten; in einer andern Gruppe: Medea, PJu- 
loktetes, Dihtys mit dem Satyrspiel Schnitter Vaterlands -Ptccht und Pflicht uiid 
Recht und Pflicht der Fremden. Das Motiv der Trilogie: Ipldcjeneia in Aulis, 
Alhnaeon, Bacchen ist die Verwandtschaft; hierüber sagt Welker (Die griech. Tra- 
gödie II. 6!^7): „Das Verhältnis des Vaters zur Tochter in Iphigenia in AuHs und 

' 1 1 

im Alkmaeon in Corinth, und dann in den Bacchen der Tod des Sohnes durch 
die Mutter, wie in dir Iphigenia der Tochter durch den Vater, bilden die gemein- 
same Idee, so dafs die Wiedervereinigung des Vaters im Mitteldrama mit der ihn 
unbekannt als Magd dienenden Tochter und ihrem Bruder zugleich das tragisclni 
iind contrastireude Verhältnis der Seitenstücke noch mehr herausstellte." 

Aus dem Vorstehenden leuchtet ein, dafs, wenn man zu einem nui- einiger- 
maßen richtit^en Urtheil über Euripides Ansichten in allen seine Zeit bewegenden 
wichtigen Fragen gelangen will, man den Umstand, dafs die Tragödien nicht ein- 
zehi. sondern in Grupi)en mit demselben Thema zur Autluhrung kamen, nicht au;? 
dem Auge verlieren darf; nur iii dieser engen Verbindung hatte das einzelne Stück 
seine Bedeutung und seinen Werth. Wird es dagegen aus seinem natürlichen Zu- 
sammenhange losgelöst, so mufs nothwendiger Weise die ihm zu Grunde liegende 



Idee wesentlich modificirt werden und zu allerlei Mifsverständnissen Veranlassung 
geben ^och größere Vorsicht ist bei Benutzung der Sentenzen geboten, die sich 
besonders zahlreich in den Fragmenten vorfinden : hier fehlt nun fast jeder An 
halt, um mit nur einiger Sicherheit die Gedankenverbindung zu erkennen in wel 
rher diese einzelnen Aussprüche ursprünglich ihre rechte Stelle hatten u'nd einen 
[»assenden Sinn gaben. 

Weil nun aber die meisten Erklärer jede einzelne Tragödie als ein selbstän- 
diges Ganzes behandelten und auch ohne Rücksicht auf den muthmaßlichen Zu 
ammenhang allen einzelnen Sentenzen gleiche Bedeutung beimaßen, so konnte es 
.licht fehlen, dafs über unsern Dichter viele einander oft widersprechende Vnsich 
ten laut wurden, die sich zum Theil bis auf den heutigen Tag erhalten haben So 
wird ihm unter anderm auch der Vorwurf gemacht, er habe durch Verkündi-uno 
einer leichtfertigen Moral viel mit zur Demoralisation seiner Zeitgenossen beige! 
fragen. Ob und wie weit dieser Vorwurf gerechtfertigt ist, wird uns einerseits 
oine allgemeine Entwickeluiig seiner Ansichten über Sitthchkeit, worin sie besteht 
'velches ihr Wesen ist und worin sie sich äußert, lehren, dann abei- besonders 
nne Darlegung seiner Ansichten über die Familie; denn die Familie bildet nicht 
nur die Basis, auf welcher das gesellschaftliche und staatliche Leben beruht den 
losten Boden, aus welchem die gesellschaftlichen Bildungen ihre nährendsten Säfte 
ziehen -^ der Stand des Familien wesens und seine Ordnung, die Aufl'assun-- be- 
Mjnders der Stellung, welclie die Frau innerhalb desselben einnimmt, des Verhält- 
.sses zwischen Eltern und Kindern, Gesinde und Herrschaft, sind zu allen Zeiten 
m sicherer Maßstab in Hinsicht auf die Cultur und Sittlichkeit sowol des Einzel- 
nen wie eines ganzen Volkes gewesen. 

Alle Sittlichkeit beruht nach Euripides Meinung und überhaupt nach der An- 
sicht des denkenden Griechen der vorsokratischen Zeit zunächst auf der richticren 
l'^ikenntnis und Aufl\issung der eigenthümlichen Stellung, welche der Mcuisch auf 
•ler einen Seite den unsterblichen Göttern, auf der andern seinen Nebenmenschen 
iiiid den Geschöpfen einer niedern Ordnung gegenüber einnimmt. Diese Behaup- 
tinig hat Euripides zwar nirgends entwickelt und ausgesprochen, sie findet sich 
aber angedeutet in den häufig vorkommenden und oft mit Emphase ausgesproche- 
'Hm Worten, womit er seine Sentenzen beginnt: avOgioTTo^ u'rv. Das Bewufstsein, 
'^in Mensch zu sein, erhebt den Menschen weit über die niedern Geschöpfe zu 
'feien Herrn ihn die Gottheit bestellt hat; seine Pflicht ist es, sich dieser seiner 
^liiabenen Stellung würdig zu zeigen, sie nicht durch eigene Schuld zu verscher- 
^'■n. Das Bewufstsein, ein Mensch zu sein, ^iviiTo^ cov, zeigt ihm aber auch die 
"uubersteigliche Kluft, welche ihn von den unsterblichen Göttern trennt, selbst 
i^^mu er auf der höchsten Stufe irdischer Macht und irdischen Glückes stände; 
l'pne Pflicht ist es daher, sich zu hüten, in seinem ungemessenen Streben diese 
grenze zu überschreiten und es zu wagen, sich in der Ausübung irgend einer Tu- 
m^ den Göttern gleich zu stellen: das göttliche Strafgericht würde ihn unfehlbar 
M^nualmen. Frgm. ine. CL.: iir vvv ra {^mixä O-viirog a»V c<yvco^i6vH, und Alcest, 



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799- ovrag St B-vnrovg &vrjTa 'Aal cfoove'iv xQ^^'^^' ^0 hat der Mensch, dessen 
unsterblicher Geist ihn den Göttern gleichstellt, dessen sterblicher Leib ihm mit 
dem Thiere -emein ist, in seinem Leben die rechte Mitte zwischen beiden Extre- 
men inne zu halten: ein Abweichen von diesem schmalen, ihm vorgezeichncten 
Pfade nach der einen wie nach der andern Seite hin ist für ihn verderblicli. 
Frqm Ahmaeon XIT.: riQOXolq xa uei^w tujv läöojv Tiy.ru v6aovg. Um aber in 
allen Verhältnissen diese rechte Mitte herauszufinden, dazu bedarf es vor allen 
Din-en eines klaren, nüchternen Verstandes, über den die Leidenschaften, welche 
den\erstand verdunkeln, dem Menschen die Fähigkeit nehmen, in allen \ erhalt- 
ni^sen stets das Rechte zu finden und die Folgen seiner Handlungen zu Über- 
blicken und für ihn dadurch die Wurzel und Quelle aller Unsittlichkeit und alles 
Uebels werden, keine Macht haben. Frgm. duh. XXVIL: orav ycw doyi) Smuovm 
3?,cc7TT,j Tiva. TOVT ccvTü :toojtov, klacfaiQElTca (foeviLv vor vovv ror koOKor. 
\\g di\y,v 'luoio Toknu yrwiu,v. i'v eiSii in]§h wv ccftcwraVH. Hei. V. 80: 7>«() 
Tov ooyv if Ir^a ««AAor f] u ^xotlv Frgm. Aeol. XIIL: ooyy yaQ oötig ev^fioj, 
yicoiCerca, /Mxojg tElevrä' nlüöTa yäo acfdllu ßgoroig. Frgia. ine. CCXXX: noU 
ecTiv doyilg rr.g cc:zcaöevTov -AccyM. Wer diese ruhige, leidenschaftslose Ueberh- 
cTung besitzt, ist acocpQwv {üwg-cfo/^v), sein Benehmen die 6Wffoo6vrfj, der allge 
meinste Ausdruck für Sittlichkeit nacli den griechischen BegriÜen vor Sokratcs 
Indem nun aber der aonfoiov die Verhältnisse, in denen der Mensch zur Ciotthei 
wie zu den übrigen Wesen steht, nicht nur richtig auffafst, sondern auch dieser 
Erkenntnis gemäß handelt, wir.l er lürmog, er handelt fieroiojg, d. h. seiner Stel 
lun- angemessen. Diese aber verlangt von ihm, dafs er in allen Dingen die rechtr 
Mitte iVd< rechte Maß halte, selbst in der Uebung der Tugenden, und so wn-d du 
uf^Öiv ayav oder ^ui, n hav das Princip und Wesen der griechischen Sittlichkei 
Electr, 264: ovroi t6 Uav I.aaor tncario tov fitiÖh ayctv. Medea 125: to)V ytoj 
uerouov ttuo^tcc idv unüv rovvoua vrAcl, 'm^i^ca rt fiaxfjfo hoora ßooToTair' 
r« > vn^QßcclLovT ovÖtva y.caoov Övmrca &viiTo7g. Diese ücoffijoovvi^ ist dem 
Menschen thcils angeboren BaccL 300: ovx ^ J^ovvüog ouHfoovtlv cmcyxaan 
rag yvvcdvMg -, alt tv r>; ff von rodro. HipimlyL 79: oüoig dtdaxrov fuM- 
akX h' rr, <fvoei t6 oojcfooreJv ^Ihr/^tv, Helena 1003 rühmt Theonoe von sicli: 
ivEüTL h' )eQ6v Tf^g Slxi^g tfwc utycc tv t[i (fvaer /mi tovto ^7^i)ioJg Tiaijajx^v^' 
acoCeiv MevUem' Tieioccaouca, theils eine Folge der Erziehung oder das Rcsulti. 
der Erfahning und des eigenen Nachdenkens. Androm. G83: // d' oiuha navrm 
SüOTo-ig yiyvExai SiÖciaxcdog. Hei. 1030: ovÖeig tiot drvxjmv txÖixog yeycog, ^>' 
rro ÖLXcaco b' klnid^g ücorr^oiag. Frgm. ine. 13: hyo) Ö' ovSh nQEüßvreQOV voiu^' 
rag öiOffooavrag, knu rolg ccycc&ocg ael ivveart. Aleest. 603: TiQog S t^iu ii>vx\ 
i>aooog l^ciTca i9eo6eßi'j (ftora xeSi'cc Tiocc^eiv. , 

' Das Verhältnis des ^lenschen zu den Göttern wird bestimmt einmal diuci 
die Vorstellung von der Macht derselben, denn sie sind es, welche das GeschK . 
des Menschen leiten und regieren, dann aber auch durch das Bewulstsein von d( '^ 
Hinfälligkeit und Unvollkommenheit des menschlichen Lebens, durch das beiUii 



der Abhängigkeit, in welcher sich der Mensch in allen Lagen und Verhältnissen 
von der Gottheit weiß. So wird in den Beziehungen des Menschen zur Gottheit 
die ücofffoövvrj, der allgemeine Begriff für Sittlichkeit, zum speciellen der doeßsia, 
der Frömmigkeit, jedoch in der Weise, dafs ococf^wvuv und evaeßeiv, das allge- 
meine mit dem speciellen, nicht nur verbunden nebeneinander vorkommen, wo sie 
sich dann gegenseitig ergänzen, z. B. Baech. 1150: to aojifooveiv lit xcu atßeiv xa 
rm' lieüJv xalXtaxov' oi^ua ^ avxo xac aoifwxaxov Orr^Tolaii' üvai y.x},ua xolöi 
XQiofievoig, sondern auch einzeln synonym gebraucht werden: Frgm. Hippol.XVU: 
u) fidxciQ., ol'ag e?,axeg xiuag, ItitioIvO' ijowg, Öiä oojffooGvin^v ovTtoxt Oviixolg 
((QiTiig älhi Övvauig lai^tov ^/'Ade yt<(j i] ttoogO- i] ^uTOTiioOer xt/g tvoeßiag /«ot^' 
taOh'^. Die Frömmigkeit, die GonfQOGvv)] gegen die Götter, äußert sich auf dop- 
jielte Weise: positiv darin, dafs der Mensch den Göttern mit der schuldigen De- 
luuth und Ehrfurcht begegnet, ihren Tempeln und Altären mit Gebet und Opfer 
naht, ihnen überhaupt gibt, was er ihnen schuldig ist, Baech. 1150 sqq., negativ 
in der ulÖMg, der Scheu, die dem Menschen der Gottlieit gegenüber gesetzten 
Schranken in irgend einer Weise zu überschreiten. Dies geschieht durch hochfah- 
renden Sinn und prahlerische Bede, eine Ueberhebung, welche die Götter niemals 
ungestraft lassen, Heraelid. 387: xoJv (foonjuaxon' 6 Zevg xolaGxitg xojv ir/av 
v7ie()(f'C)6ro)V, Baceh. 386: aya/üvojv gtoucctoji' uvouov t c((f(joGvi'ag xu xilog 
ÖvGTi'xia. Frgm. Alemaeou 10: ifoovHV ök övijxov ovx ov xQh i^kya. Die alÖiüg 
zeigt sich ferner darin, dafs der Mensch das Schicksal, welches ihm die Götter 
verleihen, ruhig und ohne Murren erträgt, denn das menschliche Leben ist eben 
ein Wechsel zwischen Leid und Freude. fyMg. A. 29, wo der greise Diener den 
Agamemnon tröstet: ovx kni TTccGiv g i(fvxEVG ayaOolg, ylydueui'or, \^xijevg. öü 
Ai G8 xai()Stv xui XvTiHGdai ' dvi]x6g yaQ t(fvg. xav fi)] gv ßüjig, xd ihwi' ovxoj 
ßovl6f.uv tGxai. Die wichtigsten Stellen sind Frgm. Melanippe 2Qi: xd xvyydvovxa 
(V oGxig iptQSi ß()OXior, G0(f0V vofiiL.oj GifJifQOVÜv xt ^lüi öoxd. Frgm. ine. 120: 
oGTig d di'dyxtj GvyxtyojQriXtv ß()oxojv, GOffog TiaQ i)uli', xal xd det tTiiGxaxai. 
Frgm. lao. 21: yiyvojGxe xdv&QUJTiHa, fiU/S VTieof^tkxoojg dhyu, Andromaeha 1132: 
lOiÖtv XL )Jav övG(fOQUV nag/jveGa 

Ebenso wenig wie in seinen Beziehungen zur Gottheit darf der Mensch im 
^'e^ke]lr und im Umgänge mit seinem Nächsten vergessen, dafs er ein Mensch ist, 
(lals er wie an den Vorzügen so auch an den Schwächen der menschlichen Natur 
iu gleicher Weise wie seine Nebennienschen participirt, dafs selbst der llöchstge- 
stellte oft genug Grund hat, den gemeinen Mann um manclie Vorzüge seines Stan- 
des zu beneiden. So preist Agamemnon fyh. A. 446 die Leute niedern Standes 
glücklich, weil sie unbeirrt durch die öffentliche Meinung im Unglück wenigstens 
ihren Thränen freien Lauf lassen könnten: ?/ dvGytvua ö' wg ty^i tl yQ^idii^ov. xal 
yaQ daxQVGai Qaöivog tx^i dnavTä x eiTisir. xio xt yei'i'al(ü ifVGiv dvohßa xavxa' 
^QOGxdrfiv öt xov ßiov xov oyxov t/ofiev tm x o/Aa> Öov?.evo^u6y. Wahrhaft 
glücklich aber ist kein Sterblicher Med.^ 122S: xJvriXÖJv ydQ ovSng kGxiv ivÖai^ojv 
f<vtQ' bXßov Ö' iniQQvivxog evTvytGXBQog d?J.ov yivoix' dv d?.?,og, tvSaf'uoJV if dv ov. 






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EeracUd. 863: rij öe vvv tv/jj ßooTo7g äTiaai lauTtocc y.y}ovö6H ^uc&eIv, t6v ev- 
rvyüv öoxovi'Tcc }u) '^Ji'Aovv, tioiv av &cu'6vt I8ij Tig- wg kf7]^ieQ0t rvx^i. 

Die Beziehungen, in welche die Menschen zu einander treten, sind sehr man- 
nigfacher All: in Folge davon sind denn auch die Aeußerungen der üMcpQoovvtt 
\m bürgerlichen Leben verschieden. Es sind dies die bekannten vier Cardinaltu- 
«^enden'^der Alten, 6orficc, ardoia oder evavSoicc, SrAcaoavvn und cmfooovv}}, hier 
als Einzeltugend aufgefalst, wo sie die Mäßigkeit im Genufs bedeutet. 

Die oo(fU<, ursprünglich GescMcUichheit, Fertigheit in technischer Beziehung, 
bezeichnet dann nicht nur die daraus entstehende Erfahrung in einer bestimmten 
Kunst, sondern überhaupt aucli in allen andern öffentlichen wie privaten Verhält- 
nissen', und kommt dalier besonders dem Alter zu. Androm.^Ao'. ti diiT av htiou: 
Tovg ytoovrag log (io(foc /.cd rovg (foovelv do-Aoivraq'Elhiöiv nore; hieraus er- 
klärt es%ich, dafs 60(fia in weiterem Sinne Eigenschaft und Wesen desjenigen 
bezeichnet, der nur das unternimmt, wovon er sich für seine Bemühung Erfolg; 
verspricht: B accL ASO: do'^et rig cmadei oo(fä Xiycov ova sv ffQovelv, der, was er 
unternimmt, vorher reiflich überlegt und, was unausführbar scheint, heber gar 
nicht anfänot IM. Sil: ro roluäv Ö' aSivar arSgog ov 6ocfod, der endlich untei' 
den jedesnuxligen \'erhältnissen für sich stets das Zuträglichste und Nützlichste 
aufzufinden weiß, und entspricht dann in dieser Bedeutung imsercY Klugheit : Her- 
cul für, 201: iovto Ö' tv uayij 60(fOV ^icihaTu Ö(joZvtcc Tiole^iloiy xaxcog Ofo^eii' 
t6 atoLia. Der Gegensatz zu ooffog ist: ^uZoog, oxcaog, äua{^i]g, a(f>Qcov, a60(foc. 
In dieser Bedeutung wird die oocfia dem Sinne nach verwandt mit der aoHfQoowt,, 
und Euripides gebraucht beide Ausdrücke oder deren Gegensätze ohne wesenth- 
chen Unterschied in der Bedeutung, Heracl 258: axaiog nkfvxag tov Oeov Tihia 
(foovvjv. Hecuh. 227: (io(fov toi xav xaxolg a Öet (foovuv. Electr. 294: evean 
ö'\lxTog aiuiOia idv ovöccfwd, aoifmoc ö' avöowv xcd ycco ovÖ' aCinuov yvmu^v 
ivHVca ToJg r;6cfOig kiav aocfvv. Endlich bezeichnet aocpia die höhere Erkenntnis 
und Einsicht, welche das Resultat philosophischer Studien sind. Frgm. inc. 1d3: 
öliSiog oöTig T^g iarooiag tüye ua&r^OLV, fu^re TiohTcZv kni mjf^oam'ij, f.ujT eig ccdi- 
xovg Tina^eu ooucZv, cdK a&civatov xa&OQwv cpvaeojg xoofiov ccyijgio, nij re owtötii, 
xcu onn xca ^nojg, rolg Öt roiovroig omnor cdaxQm' egyoJV fielerijfia TiQOoi^ei, 
Frqm duh.WXN: nörvuc oocfia, Gv ^lOi avöave, olßov Ö' e^iol ^rj xqvöeov (fctti" 
vccv axTlva öcaaojv öiÖoü, Ticcoog oocfUcg i} rvocamöa. Je mehr nun aber enic 
tiefere Einsicht' in das Wesen der Dinge den Einzelnen über die große Masse er- 
hebt um so näher liegt für ihn die Versuchung, seine Forschungen auch aut Ge- 
biete auszudehnen, die ihm naturgemäß verschlossen sind, und dadurch^ die mi 
als Mensch gesetzten Schranken zu übersteigen. So kann aucli die 60(fia oime 
oojq ooöM dem Menschen zum Unglück werden, BaccL mO: ov yag xQEcaaov 
^OTS Ti;^v v6iuov yiyvokxeiv xQn '^ca ^uUräv, xovifcc yaQ danava vo^u^uv toxvv 

t66 huV. o' TL nOT CCOCC TO dcU^WVlOV, Tu T tV XQOVCO ^ICCXOU, VOIUUOV ^^"7^^^" 

re :recfvxog. In den Bacchen, worin Euripides dieses Thema behandelt, wird l eii- 
theus der taub gegen die eindringlichsten Ermahnungen {Chor 480: tluiuv Bqo- 



MOV - ümpoovElg) und trotz der sichtbaren Zeichen von der Macht des Gottes sich 
der Einführung des Dionysoscultus in Theben widersetzt, auf das furchtbarste für 
seinen Aberwitz bestraft; zu spät erst, nachdem sein ganzes Haus vernichtet, kommt 
er zu der Einsicht: t6 co(f6v ^ ov oocpia t6 te fu) xfvijTa ffoovelv Back. 390 

In den Augen der Welt jedoch, welche meist nur nach dem Erfolge urtheilt 
gilt der für „klug und weise," der den Erfolg für sich hat. Der Reiclitlium. der 
auch den Schlechtesten angesehen und geehrt macht, Frgm. Alcmen. VIII: ovöiv 
liVyiveia 7T()6g ja y^yaTa' tov yao xaxiOTov TiAovTog elg TTQohovg ayei, Frgm. 
Eurysth. 6: vvv d" i'iv Tig olxojv nlovaiav f'yjj (paTvi^v, TTocoTog yiyoaTTTai tmv 
y.axioviov xochei, Ta et tgy hlaaGio yj,i,^mTu)v vof^i!;ofiEv, der den Feigling in den 
Ruf der Tapferkeit bringt, Heraclid. 743: olog av too7h)v Evijva&kog Oei^u^v ^Tid 
TOI xai xaxog ^äveiv döov. tüTiv tf iv okßco xai t6S' ovx 6oi%Zg i-yov, evipvyiag 
(iüX}^6tg' oi6fuüf)a yaQ tov evTvyovvTa crdvT tTiiaTaonai xalcog, fäfst auch den 
Glücklichen als klug und weise erscheinen, Hippel 700: ei S' ev y i^Tiga^a. xccqt 
(iv kv ao(fo7(7iv 7>, und nach der Macht, die der Mensch besitzt, wird ihm auch 
Hinsicht und Verstand: Hipjyol. 701: ^Q()g Tag Tvyag yao rdg (foivag xexTij/^e^'M. 

Die avd\)ta, der die lat. vi'rtus entspricht, ist zunächst der'kühne Mutli, die 
ünerschrockenheit, die sich in Gefahren zeigt, besonders in der Schlacht, iiber- 
liaupt aber da, wo es gilt, sein Leben für ein gnißeres Gut zum Opfer zu brin- 
gen, es für eine Idee einzusetzen. Ihrer Natur nach kommt die dvf)oic( vorzüglich 
den Jünglingen, überhaupt dem rüstigen, thatkräftigen Alter zu. wie die olifia 
den Greisen. Sie ist es besonders, welche edlen Kuhni erwirbt. Frgm. Cressae 
\I: ovx av Övvaio fu] xafiwv d'dcaiiovelv, aiaygov te fioyi/elv fi)) &Ueiv vsaviav. 
Fragrn. Archel. VIII: veaviav yao avöga yoi) Tohiav äei' ovöeig yao lov (mOv- 
uog evx?.£}]g dvi'iQ, alt oi ttovol tIxtovci t)]v evöo'^iav. Cf. Andrem. 319: w do^cc, 
(h^a, ^iVQioiai Öt) ßgoTcov ovSiv yEyüoi ßioTOV löyxionag fihyav. evxXsta d' olg fih 
(■GT ahj&eiag vtto, evöai^ioviZto- Tovg (V v:xo xfjEVÖiov tyeiv ovx a^tojocj :Th)v Tiyti 
(^novelv öoxeJv. Ganz verschieden hiervon und keineswegs zu billigen ist der Ehr- 
geiz. So klagt lokaste, Eteokles wäre einer schlimmen Gottheit, der tfiloTi^ia, 
verfallen, und fährt dann iovi Phoeniss. b'^b: xüvo xaVuov, tIxvov, ia6T},Ta ri^iav, 
h (filovg au (filotg, TToUig re tioIeci, ovujudyovg te {ivfifidyaig ovvöei' t6 yaQ 
loov vo^ufiov dvÖQLoTioig hfv. Muth und Tapferkeit allein sichern jedoch keines- 
wegs das Gelingen eines Unternehmens, es mufs Einsicht, die oft wesentlicher als 
jene Tugenden ist, nothwendig hinzukommen, denn Frgm. Antlope 31: yvM^ij ydg 
(ivSQog ev jiibv oixovvTai Tiölug, ev ö' olxog. eig t av ttoIhiov tayvu fäya, oocfov 
y«Q EV ßovKEVfia Tag TioXKag ytoag vixä* avv oyho <>' duaßia keuov xaxov. Ja 
f's wäre nach des Dichters Meinung überhaupt besser, vom blutigen Kampfe ganz 
abzusehen und die Streitigkeiten mündlich zu schlichten, Helen. 1151: d(fooveg 
'>(7ot Tag aQETag ttoIeuo» xtugöe Öooog aÄxaiov loyycaaiv xaTaTTavofiEVOL novovg 
^haTiov dTiaOojg — und v. 1159: k'^ov öiooiJwöai löyoig adv eqiv, oj 'EUva. 
IJeberhaupt scheint persönlicher Muth in jener genufssüchtigen Zeit nicht allzu 
^'äufig gewesen zu sein, denn Frgm. Alex. XV: xaxov ti ßovlevU nv t'w eig evav- 

2* 



13 

ÖQiav 6 nlovTog av^'^oomoimv ai r ayav TQV(fci' Ttevicc St Övarr.vov fiiv, aU 
ouiü^ TOUfH noxOovvT iauivo) Ttxva v.ai Soa6Ti]Qia, 

' ' Die avfinir, zoigt sicli ferner in der Ausdauer und Beharrlichkeit, die unbe- 
irrt um alle Ilindernisse das einmal begonnene Werk zum guten Ziele führt; sie 
ist es welche die Garantie für das Gelingen jedes Unternehmens bietet, Frgm. 
Arrhel XXXV' to crvreyjg eoyov navrk d^Qin-AH rklog. Dagegen ist es schimpflich, 
das an-efano-ene Werk nicht zum Ende zu bringen, HecuhA2^U 'xal yäo cuGyyvr.v 
uioH, ^oäyii ^g yjQccg laß6vT amoacca&ca rdSe und Schande gilt für schhmmer 
als selbst der Tod, Heradid. 200:^/; y^Q carryvvn naoog rov t^v Ttcxo haiUoXg 
^avSoaaiv. Anstrengung und Ausdauer sind überliaupt der Prüfstein jeder Tüchtig- 
keit' ohne die niclits erreicht wird, Heradid, 625: « <1 rwercc ßcdvu Suc ^loy^hn^. 
Frgm Lrion II: rc'c toi idytr^Tcc navr - an^oyci;^Tai^^ ßuorolg rohi coare viy.ar 
ovTS -cio Tvoavviöeg yomig 7x6vov yivoiVT av, ovi olzog ^dyag. So wird die ra- 
Soh .10111 Einzelnen die Quelle des Wohlstandes, für den Staat der feste Gj-und, 
auf dem sein Gedeihen beruht: Frgm. Freddh.W: rx twv :i6vcov tol rc<ycc{h av- 
'^erca ßooTo7g. o d' v^vg cuojv /, xccy^i r avohua ovr olxov ovre ßiorov ovbh 
]orreXe7 ^ Frgm. ArdwL VII: o Ö' i^övg aUov i) y.ayj^ r avccvöoicc ovr oixov ovre 
Jhv ävoodojamv uv, Electr. SO: aoy6g yuo ovöeig r'Hovg eycov avcc otoucc ßiov 
Övvcar itv ivlUyuv (her ttovov. 

Endlich zeigt sich die ^h'öoia in der Energie, der Charakterstarke, die das 
einmal für recht und gut erkannte auch zur Ausführung bringt. Das ist eben da> 
En-lück dafs viele, welche das Rechte kennen und wollen, zu schwacli sind, es 
duix'hzusetzen. Frgm. A7itwj.e XXXIX: TtoUoi Se &vijiov tovto Tfuaxovaiv xcry.or 
yvmu, qoovovvTeg ov ^ümvo vnr.o.rüv ^pvyy. ra Tiolla TiQog cfihov rixio^uvcc 
fcnpitis gaydüs obnoxu). Frgm. Chrysipp. II: ca cä rod^ i^ (hlov ccv&Qcortoig 
xaxov, örav ng uör^ raycMv, yorjca Sl ^.r;. Doch auch die avÖQuc wird zum 
Fehler sobald sie das redite Maf.\ überschreitet. Von den zahlreichen hierauf be- 
züglichen Stellen sei nur erwähnt i^r^m. Antiope XXXYI: kyoj yäo ovre vcamlov 
(idoi Tohion'Tfc hcn>, ovt8 7TooaTccT7]V x&ovog. 

Die' bei weitem wichtigste Aeußerung der aw(f ooavvr, un gememen LQmi 
war die drxcaoawf^, in deren Gebiet nicht nur alle die Bestimmungen gehoi-teii, 
welche für den bürgerlichen Verkehr festsetzten, was Recht sein sollte, sondern 
weh'heauch aUe diejenigen Tugenden in sich begritt', die nach den modernen 
Anschauungen die Nächstenliebe ausmachen, ohne welche die bürgerliche Gesell- 
schaft nicht bestehen kann. Der Mensch soll zunächst nicht seines Nächsten Gii 
begehren, Hecuh.mV. owgoj' vvv cwtov (t6v xnvo6v) ur^S' toa rcov :rhjc>.oi'^, atn 
unrecht erworbenes Gut bringt keinen Segen, Frgm. Eredtth. X: rccg ovaiagyo'ii 
uä'Alov i] rc\g agnccyäg riuäv öixcaov ' ovr, yao nXoiT6g tzots ßißaiog adixo,. 
'Frgm. Ercdäh. XX: äSlxo^g Öe cu) xr^ xr^uar , i'^v ßovhj ^olvv xqovov f^ela^^o'^ 
kuLäveu" Tcc ycco xrrxojg kaddovr ovx tyn aioxi^oiav. eyetv ö^ nHQcu Bei etwa ^o 
kommenden Streitigkeiten sollen beide Parteien gehört werden. AndromadK Jo ^ 
rrofföi' Ti yo,~,^a rov Sida^ca'Tog ßoorovg l6yovg äxovEiV n^v tvavTiwv TxaQCC, 



13 

Agamemnon will nicht eher über den Streit zwischen Polymestor und Hekabe ent- 
stlieiden, als bis er beide Parteien gehört, Hec 1130: Uy , cog äxovaag, 6ov te 
Tr,adi T Iv fieoei xoh'io öixcaojg ävd' örov mtayEig rciöe. Ganz besonders äußert 
sich die dixaioarnnj dem Nebenmenschen gegenüber in der Wahrhaftigkeit und 
Treue, ohne welche ein sociales Leben überhaupt nicht denkbar ist, Frgm. Alcmcna 
III: uTQtXEuc 8' liQiarov ävSoog iv rroht Sixaiov ttüh. Frei und otfeii überall 
und unter allen Umständen die Wahrheit sagen zu können und zu dürfen, ist ein 
Vorrecht der Freien, denn der Sklave darf aus Rücksicht auf seinen Herrn nicht 
immer die Wahrheit bekennen, wo er es wohl möchte, Frgm. ßusir. I: Sovbo ycw 
ovy oiovre TCih,dri Uyeiv, ei deaTTOTcaai ui] TfQiTTovra rvyydvoi, und darum darf 
man der Aussage eines Sklaven nicht unbedingt Glauben beimessen, Frgm. Alc- 
raaeon XIV: OGTig ök (iovho (fcorl TXiard'H ßnoToJv, Tiolh]v TTCiQ t]u7v iu<joica> 
rnfha/MVEi. Die Furcht verleitet den Menschen überhaupt oft, von der Wahrheit 
abzuw^eichen, Frgm. Alcmeyi. XIV: 6 (foßog, ovav ti OMuc<Tog {.lehj :Ti()t, Uyuv 
xarccaräg sig cr/iov h'avTiov to te fJTofi eig tX7ih/^iv civOoioTiMv crytt, tov vovv 
T cddoyH //?) Uyeiv cc ßovltTcw t(o iikv yäo h'i xivövvog . 6 (5' ä'hoog fiivti. 
Doch auch unter den Freien hatte zu Furipides Zeiten das Laster der Lüge in 
Schrecken erregender Weise um sich gegriffen, so dafs man in den meisten Fällen 
der Wahrheit am nächsten kam, wenn man das Gegentheil glaubte von dem, was 
gesagt wurde, Frgm. Cressae XIV: älX nneo tOTiv tv ßooTolg il'6vd}/yooe7v til- 
iho'ov, voui'Cuv yoi] ye xcd TOVvavTioVy äniOT ähjßi'j Tiollä (tvußccivuv ,jootü7^ 
In der Verdrehung und Entstellung der Wahrheit waren, wie schon oben bemerkt, 
die Sophisten Meister; auf sie bezieht sich Recub. 1187: ävdgoJTioiaiv ovx ty^iiV 
:TOTe Twv TToayuÜTMV T)]v yhoooav ioyvsiv nliov äVtl ehe yQ^iGT edodae, yo)\c)T 
tSei, Xeyeiv, elx av 7T0Vi]oä, Tovg koyovg elvca üa&Qoi'g xai f^u) övvaa&ca Taöix 
ff liyeiv tiotL öocfol uev ovv eW oi Taö' i)xoißiox6Teg, ä?.X ov dvvavTca öiä rt- 
h)vg elvca aoffoi, xaxwg S' ä^iMlovi . Frgm. Hippolyt. XIL: (fev, (fev! to u?] rä 
Txoäy^ciT ävO^QMTXoig eyeiv (fwvi'iV, i'v r,Gav ni]öev ol öeivol 'Uyeiv. vvv <)' evQooici 
OTouaai räh^&töTCiTCi xXeTiTovGiv, wüTe lu) öoxe7r, ä yo)) Öoxe7v. Offener und 
bestimmter konnte wohl Furipides seinen Abscheu vor der Lüge nicht aussprechen. 
Dafs unter solchen Umständen auch der Eid, die feierlichste Versicherung der 
Wahrheit, wobei man die Götter, besonders Zeus, zu Zeugen anrief und zugleicli 
die göttliche Strafe auf sein oder der Seinigen Haupt herabbeschwor, für den Fall, 
dafs man die Unwahrheit sage, an seiner ursprünglichen Heiligkeit verlieren mufste 
und vielfach misbraucht wurde, brauclit wohl kaum erwähnt zu werden, zumal die 
Strafe für den begangenen Meineid lediglich der betreffenden Gottheit überlassen 
bheb, das bürgerliche Gesetz aber keine Strafe für dieses Vergehen kannte. Das 
'^Jebot des Dionysos Zi7ec/r. 1354: ovTcog äÖixe7v uitöeig &eUTio ^tfjÖ' tTtiooxwv fttTcc 
(^vuTThiTM wurde sicherlich nur von einem geringen Bruchtheile des damaligen 
^athenischen Publicuras respectirt. Wie leichtfertig es der große Haufe mit dem 
^^ide nahm, ganz abgesehen von dem aufgezwungenen Eidschwar, den niemand zu 
halten verpflichtet war, denn Iping. Aul 394: ov yäg äovveTov to ih7oj>, ä?.X eyeL 



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fyvvdvm Tov^ y-crMlg 7iccyivTc<g öoxovg xai y.ccTfß'cr/xc^Ofttvovg. zeigt am besten der 
Silen im Cydojjs 2G2 ff. In hohem Grade häfslich erscheint das Laster Electr. 
65^ wo Elektra unter dem Vorwande Ae/M fi anäryiU ovaav aoüEVog ro-^o ihre 
Mutter veranlafst, zu ihr zu kommen, um sie dann in Gemeinschaft mit ihrem 
Bruder zu ermorden. Wenn auch sonst der Charakter der Klytämnestra gerade 
keine grot^en Sympathien in uns erweckt, so müssen wir doch der Wahrheitshebe, 
die sie" bei ihrer Begegnung mit Achilleus im Lager vor Auhs an den Tag legt, 
unsere Achtung zollen, 7. A, 851: ov yäg ogO^olg ouaaöiv o tr eiaoQOj H<8vöi^g 
^'.vouhn, y,cu TTcc^fovo ccvdhcc, denn hier trifft der Vorwurf der Lüge mit viel mehr 
(irund den Agamemnon. Mit der Lüge in engster Verbindung erscheint in der 
lle-el auch der Betrug. So klagt Andromache den Menelaos an, der sie unter 
f-iirchen Vorspiegelungen vom schützenden Altare gelockt hatte, Androm. 43o: oißoi 
kho u vn^?.Oeg, /};r«r/;>6r'>«. Unter solchen Umständen war natürlich die groLitc 
Vorsicht geboten, um nicht der Lüge zum Opfer zu fallen, und Euripides warnt 
wiederholt vor der Leichtgläubigkeit, wie Hei. 1617: mocfiwvog <) uTtioriag ov> 
^6Tiv ovÖtv xoi^üifuoreoov ßQOTolg. Fr gm. Auge V: rig Öt vcov marog (filog; Ur 
TtZiuv }] Sozj^aig ävüoomoig y.ay.6v, 'acu Tovmxeioelv l^a^uiorccvuv ifiUl. Indes 
sen ^ab es auch Verhältnisse, in denen es nach griechischer Anschauung nicht 
nur erlaubt, sondern sogar geboten war, von der strengen Wahrheit abzuweichen 
oder sie wenigstens zu verschweigen, sobald nämlich dadurch einer hohem Ptlicli! 
-enügt wurde. Theonoe läfst sich bestimmen, Menelaos' Ankunft gegen ihren Bru- 
der zu verschweigen, denn dadurch allein wird es ihr miiglicli, dem Versprechen 
o-erecht zu werden, das einst ihr Vater der Helena gegeben hatte. In diesem 
Falle also legte ihr die Pietät gegen den verstorbenen Vater eine heihgere Pflich 
auf als die Liebe zu ihrem Bruder: imd der Chor billigt ihre Handlungsweise , 
Eel 1G33: ycüJ^v yi nQOÖoaiav ÖUauc öqcIv, So zeigt sich die Wahrhaftigkeit also 
auch in der Treue, womit ein gegebenes Versprechen gehalten wird. In dem vor- 
liegenden Falle hatte Theonoe nicht einmal selbst das Versprechen gethan, son- 
dern ihr Vater: dennoch fühlt sie sich verpflichtet, dasselbe zu erfüllen, ^ denr, 
führt sie aus IM. 1016: adixotur^v av, ei fu) anodojöoj' xai yccg av y.uvog ßUnm' 
aTttöojy.er av aol T^vif P/hv, tuvtij ök ae und 1028: <iv^ S\ to r^cmov uoi Ttaxw, 
060V y h/io üdivco, oimore yexh'iOei 8vaaeß}]g ccvr evGsßovg. 

Nicht minder äu(krt sich die ÖryMioovvt] in der Verschwiegenheit^ die beson- 
ders eine Zierde des Mannes ist, Frgm. Anfiopa XL: y.oo^tog Öt oiyi^g üTtffca'o^ 
(cvSQog ov yccyov' to Ö^ tylalovv ovÖ- tjSov^g ^äv anreTcci, y.ccyov d' oiti/Jiti . 
ctG&ivtg St ysH noUi, imd Frgm. luoU: laxoj öi fu^chig Tavd\ a aiyao^ca '/i^siov 
Luy.üov ycw tx /MU7TT7]oog \lÖaiov Unag tiq/iüeuv av Tig. xal Tigbg avöo unon' 
Iva TivffoiVT av aüToi TiavTsg, iov xovTTTetv xoeior. 

Die Gerechtigkeit nach griechischem Begriffe äur)ert sich ferner in der au>- 
gedehntcston Ausübung der Gastfreundschaft, einer Pflicht, die dem Menschen aubei 
dem die evatßeia auferlegte, da Zeus selbst die Fremdlinge unter seinen Schutz genoü. 
men hatte. Ileradid. 236 führt Demophon unter den drei Gründen, weshalb er m^ 



xNachkommen des Herakles schützen will, zuerst an: ro ^äv ^Uycavov Zevg ew ov 
öv ßi^^uog &axerg veoaacov r^^vS' ^^cov navi\yvQiv. Der Fremde, mochte ei des 
Schutzes und der Hülfe bedürfen oder nicht, hatte ein Recht auf gastfreundliche 
Autnahme. Admet verschweigt gegen Herakles lieber den Tod der 41kesti«^ als 

fj\'' /^\""^'''"'^'''^ ''^" ^^^"^'" "^'^^'" ^^^ ^^"^ i'ii^^^^t Herakles bei seinem 
Abschiede Alcest. 1147: xal Sixavog o)v ro loi^rov, Uöuvr , evaeßu neoc Hvov. 
(xanz besonders aber bedürfen der Hülfe die Flüchtlinge, die aus der' Heim ntli' 
und dem Schöße ihrer Familie vertrieben in der Fremde obdachlos umliorirren 
und an den Altären der Götter Schutz gegen Gewaltthätigkeiten suchten, HeracUd 
101: Eixog &ewv ixrr^oag aideinOca, und überhaupt die Unglücklichen und Armen 
gleichviel ob sie durch eigene Schuld elend geworden waren oder nicht sowie die 
Todten, die ebenfalls unter dem besondern Schutze der Götter standen; der Um- 
stand allein, dafs sie unglücklich sind, genügt, um ihnen den thätigeii Beistand 
der Glucklicheren zu sichern. So nimmt sich Menelaos des Muttermörders Orestes 
an gegen Tyndareos Orest. 484: ei öe dvarv^el, ri^ii^Tiog. Wer besitzt, soll dem 
Armen von seinem Ueberflufs mittheilen, Frg.n. Im XV: auovaia toi lu,^ in 
oixxQolGiv Ödxov ordnen" xaxov Se, xQWccrwv ovtojv dhg, cfeiSol Tiovr.oä fu.öev 
w Tioielv ßQOTOJV. Frgm. Aeol. H: Soxüx Üv oixeiv yalav, \i nivi^g änag laog 
nohTevoiTo nlovaiwv cheQ; ovx äv yivoiro x^Qlg ^aÖld xai xaxa- aU ton rig 
Gvyxfjaacg, coar fyup xa?,wg. d ^u) yScQ kori reo nevr^ß^ , 6 nlovaiog diöojo - ä <f 
Ol Tzkovrowreg ov xexT?lue{^a, toigcv Tievnoi xQmievoi rmi^ine&a, ohne jedoch 
seme eigenen Interessen zu schädigen, Frgm. Cresphont. IX: ffiLv ^uchar hiavrov 
ovx aioxvvouai. Cf. auch Frgm. Ixion IV. Ebenso ist es eine Forderuu- der 
Gerechtigkeit, die Todten, als die hülflosesten der Menschen, zu ehren und Ihnen 
die voama zu gewähren, Phoemss. 1625 sqq., Helen. 1171 u. a. a. 0. Und wo 
materielle Hülfe nicht möglich war, sollte man dem Unglücklichen wenigstens nicht 
sein Mitleid versagen, wofern er dessen würdig war, denn dadurch wurde ihm sein 
Leid erleichtert, Frgm. Andromed. XXVIII: avvdlyi^aov wg 6 xd^vm öaxQViov 
ueiadovg txei xovcportiva ^wxOtov und Frgra. Archel XXVII: tariv xai TtaQd da- 
y-Qvai xeifievov ydv ßgoxolg, örav dvöga (filov Gxevd/ji rig ir oixtco. Der böse 
Mensch verdmnt jedoch kein Mitleid, wenn er in's Unglück geräth,' Frgm. Auge 
Vül: ov Twv xaxov(jycüv olxxog, dUd rijg dixr]g. Den Unglücklichen aber we- 
m\ seines Mifsgeschickes zu verhöhnen, ist unter allen Umständen ungerecht. 
Frgm. Andromed. XXII: xdg avfixfogdg ydg tmv xax(og TienQayoxMV ov nioTzod' 
f^iG\ uvxog oQQwdcov :Tadeiv, und ähnlich Frgm. Ino XIV: fii^ GxvdQomog hß- 
«/«v TtQog Tovg xaxcog TtQdoGovTag, dv&QMTiog yeywg. 

Dagegen ist derjenige, dem Wohlthaten erwiesen sind, seinem Wohlthätcr 
auch zum Danke verpflichtet, Alcest. 1075: öcn^v cfoßov^iai fititupiv, tx re di,uo- 
^wi/, /oi Tigfi Ueyxy Tt)v i^u)v eveQyexiv tiqoÖovt ev dlloig Seuvioig nirveiv viag. 
'■^^ T^g {)-avovGi]g, Ueberhaupt gilt als Princip der griechisclien Gerechtigkeit im 
';i*igerlichen Leben der Satz, den Menelaos ausspricht Andromaelu 438: rovg na- 
• ^vrag dvTid^dv, Androm. 738: xav fäv xold^ij rrvSe xai to lomov ;} Gi^icftmv 



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y.ad' Wc^, c,io(foov ca'Tih'^ifJtrai- dvfiovfui'og (% reiieTai {^v^wv^tvoiv, ä^yoiai i)' 
ura cÜöox rcyrib^werca, BaccL 504, man soll, mit andern Worten, gegen Freunde 
sich Avolilwollend zeigen, die Feinde aber auf alle Weise zu schädigen suchen und 
für erlittene Unbill sich an ihnen rächen, wie diesen Grundsatz genauer Eurii)ide> 
derMedeia in den Mund legt, ^/cc?. 807: uitödg /tu ^avh^v y.aöttEvu vouuiTto ^rfi 
r^avyaiav, cülcc dcntgov Toonov, i3c<QÜav ty^Ogolg y.ca ifiloiCiv evfar»r rcov yctQ 
ToiovTior evyMtarccTog ßiog, und Bacch. 897: t/ to aocfov i] ti to ycc/Mor mwa 
{^,ojv r^oag ^^' ß^^oTolg i] ydo vnin y.onvcfag ton' l/Oom' y.QHGOi'j ycniyuv; und 
Hekabe \uichdeni sie den Polvmestor geblendet, llecuh. 1258: ov ycw ^a yaumv 
yoy] OE nucoQoiidvj^r; Feindesliebe darf man also bei dem Griechen nicht suchen; 
sie ^vürde nicht' allein seinem Begrifte von Gerechtigkeit geradezu widersprechen, 
sondern auch in seinen Augen als Feigheit, wenigstens als Mangel an Energie gel- 
ten ^vie aus den eben angeführten Worten hervorgeht. Trotzdem felilt es nicM 
an Stellen wo auch für den Feind Gnade und Verzeihung gefordert wird. wii> 
fying, Aid. 1453, wo Iphigeneia ihre Mutter bittet, den Agamemnon ihren lud 
nicht entgelten zu lassen: TtaTtaa t6v cc^i6v tu] OTvyu ttogiv re a6v. So süß m- 
dessen die Rache i^t: auch sie hat, wie der Zorn, ihr Ziel, denn Frgm.Philoct.y.: 
o^GTieQ Öt &i'),t6v y.cu to GcZit i)uiZv tcpv, ovrio nQOohyu ^it^dt ti)v ogy^r eym 
a&civaTOV, oorig nmfoove'iv kTzicTCiTca, 

Die Gioifnoovvr, als besondere Tugend äußert sich zunächst in dem Mabhal- 
tcii im Genufs^ des Lebens. Den Genüssen, die das Leben dem Menschen bietet, 
ganz zu entsagen und ein Leben in göttlicher Reinheit zu führen, ist der Stellung 
und \atur des Menschen durchaus zuwider. Hippolyt hatte sich ganz dem Dieii: i 
der keuschen Artemis geweiht und vernachlässigte die Aphrodite; dies wurde der 
Grund seines ^•erdorbens. Phädra sagt, auf seinen bevorstehenden Tod hindeu- 
tend, von ihm. Wpijol 730: rr^g v66ov bt ri.oöt ^wt (gemeint ist ihre Liebe zu 
ihrem Stiefsohn llippolytj yoivli uerccoyon' ocoqQovelv fia&i.öeTca. Es kommt auc i 
im Genufs der Liebe Alles darauf an, dafs das rechte Maß iune gehalten wird, 
Frgm, Eq^ijol prior W: oi ycw KvTtotv cfevyovreg arO^(JW7ioJV ayav voaovö o«o/c.^ 
To7c ayav {hjoo^dvoi,. Dies ist oft um so schwerer, als gerade die Liebe du 
<.rößte Macht^ über den Menschen besitzt; in Bezug hierauf heißt es \'X)U dei 
Aphrodite Hei 1105: el Ö' nö&a ^urgia, zcilla y i]Si6T,, ßewv Tiicfvxag av^QO 
rroi,. Hivpol 543: uäy.aQEg oi ^urgiag ^^eov ^ura re 6coffQOOvvag aiW/ov /./ 
TQLoy IffDOÖnag. Daher ist sie auch eine Freundin der Nacht, denn Fry>n.^.M^ 
leagerXXh i] yao KvjiQig TUfixt no 6y.6uo cfih,, to (fcZg ö' apdyxf^v naoornh."' 
oiocfüorüv. Im^Mlgemeinen kann als Norm gelten, was Herakles über den t»'^ 
nufs'des Lebens sagt, AlcesL 785: ev(fCHave aavtov, Tt'ivt, rov yaO i^uyap l^io> 
■,o-i:ov n6v. TU <r tuhc Tr,g Tvyiig, Tiua St ya\ r/> nlüöTOV nSiGTiiV Oeon' Av:iüi> 
ßooToiaiv dfuri^g yccQ r, &e6g und v. 799: ovTag Öi (^vr^Tovg dvrjä y.ai (fQOVU^^ 
yuiojy iög Tolg ye aeuro7g y.ai avvcocfoviofitvoig aTxaaiv eartv, wg ;' iuoi yfi^ 
yoir,, ov ßiog ah^&iZg o ßiog, aUa avfufoga, Frgm. ine. CLXV: t6 8^ ^QJ-V TiQO 
flyco Tolg vioioi ^r, noT, ^fevyeiv, yQr^aÖai Ö^ 6o&wg, ozav ü&y, und J^rgm. iv- 



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CLXlll: uQysl ^,TQia ßiora ^ioc oa>cfoovog Tganeu,, , to ö' ayaigov ccTiav toÖ' 
imtQßaUov te tut rraoaeiuau. Dagegen das rechte Maß im Genufs zu überschrei- 
ten, bringt Schande, Frgm. Alope VIÜ: ov8üg imavov rßovalg kyriaaTo 

Die oiocfQoövvy^ in dieser Bedeutung ist daher ganz besonder^ eine Tugend 
der Frauen, Helen, 40 legt der Dichter folgende Worte der Helena in den Mund- 
TTaVTWV TiQoyQivag ümfQovkOTaTOV ßuoTMV, aytoaiov wg aojöaifu MevOM,^ Uyo^ 
und AlcesL 615 beklagt Pheres seinen Sohn, für den sich Alkestis geopfert, denn- 
'ccähtg yai aojcpoovog yvvaiyog ii^aQTrr/.ag. Helena erwartet von den Göttern 
welche die eigentlichen Urheber ihres Unglücks sind, dafs jene sie auch auf den 
Pfad der Tugend zurückgcleiten, Hei 930: ylvovTeg üoMvTEg cog riyvuig decZv 
(ökovT, iya» de mwö6Tig ovy ao iiv ifHcov, Tiahv // ava'iovd üg to G^lf^^ov av&ig 
aif. Genauer wird diese Art der oojcffjoavvr, bezeichnet durch den Zusatz dg ry> 
K6^Qiv, Bacch. 315, oder eig 'AffoocÜTr.v, Iphig. Aal 1189. Gegen diese oonpoo- 
avvij wird am meisten gefehlt; denn auch den aojifQiov treiben die Götter, selbst 
gegen seinen Willen, zur Sünde, wenn sie es so wollen, Hippel. 308 : oi aaifpQovtg 
yao ovx iy.6vTEg, alK öftwg y.axojv iowai, und ebendaselbst 1433: av^ntZnoiGi 
dt deojp dLÖovTtov dxog k^a^aQTaveiv mit Bezug auf unerlaubte Liebe 'gesagt 
Ein Vergehen gegen ^ diese ococfooG^vr^ ist aber auch bei Mensclien verzeihlich, 
Eippol. G15: ovyyvojO-' auaoTeiv tixog av^QOJTiovg, rtyrov, und ganz frei von 
Schuld sein zu wollen, wäre geradezu Ueberhebung gegen die Götter, die ebenso 
wie die Menschen der Macht der Liebe unterworfen sind. Hippel. 474 äußert die 
\inme zur Phädra: ?S/iov ö' vßm^oua - ov yag aUo n^^iv vß^i^ Tab' taH, y.Q.iamü 
<\au6vm' eJrat äihiv. In weiterem Sinne bedeutet dann die (jojffiwßvr), das bc- 
>clieidene, zurückhaltende Benehmen, wie es Frauen und Jüiiojingen zukommt, so- 
wül im gegenseitigen Verkehr der verschiedenen Geschlecliter, so weit von einem 
solchen die Rede sein kann, als auch im Umgange mit altern Personen desselben 
{Geschlechtes, Iphig. Aul. 830 sqq., Hecub. 974: aUo)g b' airt6i> n y.m voitog, 
yvralxag avö(jJiv fu) ßliTzeiv h'ai'Tioi', und da diese Aeußerung der aojcpooovvij 
negativer Natur ist, so sind hier aidwg und aojcfooovvt^ synonym. Iphig. Aul. 821 
ruft Achilleus beim Anblick der ihm fremden Klytämnestra aus: w .TorW aibJjg, 
rtivSt Tiva /€i;a(;w TioTi yvvarya; worauf diese antwortet: ov davud d i^uag ayvoüv 
.... aivi^ Ö' 6tc atßsig to acocfoovslv. Diese ocorfooGvvij oder aiStijg offenbart 
sich zunächst in der züchtigen Haltung. Diese wird Von Polyxena gerühmt, Hecub. 
•'M: r öe y.ai ih'ijoxovd (iuwg nolliiv nqövoiav nyhv EvoynuMg TTFOtlv , xqvtitovg 
^'- xiiVTtTHv 6u^ittT aoGevojv xQHov, und von den Mänaden heißt es, dafs sie trotz 
iiirer Verzückung Sitte und Anstand beobachteten, Bacch. 685: ai d h^ öqvos 
'fi'UoiGi TiQog 7ikÖ(ü yci^a eixi; ßalovGai GMcf^Qovojg, ovy ojg gv (p)g (pvwjLUvag 
^■oocTriQi. Es ist daher erklärlich, wenn Makaria den Wunsch äußert, in Frauen- 
armen zu sterben, Heraclid. 565: ^?; ^' kv ä^Gtiuor, aU! iv yvvaiy.iZv yeoGh' kx- 
^VEVGai ßiov. Aus demselben Grunde geziemt für die Frau, noch mehr' für die 
•Jungfrau, ein stilles, zurückgezogenes Leben, das ihr am leichtesten gestattet, ihre 
^Vurde den Männern gegenüber zu bewahren. i7^r«e/?*c/. 474 äußert Makaria: |ä'o/, 

3 



ß-dgao*^ luoi fitiötv t'^odoic^ k^iaig Tigoodr/re' nQwrov yctQ toiH ^^attfjöoficu' yu- 
vaixi yc<() Giyyj ra xal ro öMcfooveiv xdUuarov, ehio S-' ijöv^ov ^ivav dofiojv. 
Diese Zurückgezogenheit verlieh dem Weibe, besonders der Jungfrau, eine gewisse 
Hoheit; um diese zu bewahren, jmufste sie natürlich Alles vermeiden, was sie in 
den Augen der Männer compromittiren konnte. Selbst in der höchsten Noth, ah 
es sich um das Leben der geliebten Tochter handelt, nimmt Klytämnestra Anstand, 
[pliigeneia die Kniee Achills umfassen zu lassen, fykig, Anl 993: ßovlu viv ixi^ 
Tiv öov :ieQmTvlca yovv; dTiagßkvevTa f.uv rdÖ'* ü öe ooi öoxe7y ij'^ei, Öi aiöovc 
ou^t e'/ova ü.eväecfov ii (T ov 7rc<Q0iiO7]g ravTcc rev^ofica ot&ev, fievero) xar oi- 
xovg' üHivcc ydo aetivverai, worauf ihr Achilleus erwidert: av fitere a}]v mdö 
i^ay oxpiv üg huß', ,«?>' sig ovsiöog duaiHg tWco^uv, yvvai. Dann zeigt sicli 
bei der Jungfrau die aidojg endlich darin, dafs sie alles im Gespräch zu vermei- 
den sucht, was irgend welche Beziehung zur Ehe hat: Elektra wagt es nicht, den 
Grund auszusprechen, weshalb Klytämnestra ihren Gemahl getödtet, OresL 26; 
J)v d' 'fxari, Tzccm^Hvfo Uyuv ov xaXov, und Iphigeneia vermeidet es bei ihrer Ab 
reise nach Aulis von ihrer Schwester Abschied zu nehmen, IpMg. Taur. 374 er- 
zählt sie: nv xaGiyvnTij riTOfia 6VVti}Li vtt aidovg ojg iovo eig llr,Uu)g lUlcc&oa, 
Dieses Zartgefühl, das eine hervorragende Zierde der Athenerinnen war, vermissen 
wir indessen sehr bei den Frauen des Peloponnes, am meisten bei den Spartane- 
rinnen. Ohne die geringste Zurückhaltung äußert sich Makaria vor ihrem Opfer- 
tode Eeradid, 579: ogäg dh xccjnt rr/V k^u)v ojgav ycc^iov öiöovoav dvTi Tiövdr. 
xctT&avov^ivrtv, Der Chor beklagt Hippolyts Verbannung, Hippol 1140: vv^ufiöic 
if dnoUoU cpvyä au Uxroiov cauUcc xovocag, besonders aber Andromacliejm- 
wo Peleus dem Menelaos vorwirft: ov(^ äv ei ßovloiTo rig atorfocovyivoiTo^TiaQ 
TucTiöcov y.öüit, cd ^vv vioioiVj k'^eQ}jUOvaai douovg yvuvoiat ^ujfjolg xcu Tiinlot^ 
ftvii^itvotg öoö^iovg nalcäürgag t oix ccvaO'/eTovg tßoi xoivdg exovai, und fährt 
dann fort \. GOO: ar« d^ciVf^icctuv ;^t>€wr u /ni) yvvcüxag awcfgovag TicadeveTS^ 

Die aiÖMg (sie ist doppelter Art, Hippol. 384: cciSok re- Öioom S' ucAv, a 
^iv ov y.axi], i] d' dyßog oixcov) zeigt sich endlich ni dci Zurückhaltung, welch«' 
erlittenes Mifsgeschick dem Menschen auferlegt, Frgm, Alcmaeon IX: Tanuvcc yao 
XQn Tovg xccxiog TttTigayoTag Uyav , ig oyxov S ovx ccvw ßUmiv Tvyjjg. Dci 
schiffbrüchige Menelaos schämt sich seines Unglücks, Hei. All: xovtitojvv^' cdSov^; 
rag TV^ag' otccv d^ c<i>})g Ttodlfj xctxöig viptßog, sig drßiav ttitith xaxuo tov na- 
lai öviydcmiovog, und Iphigeneia möchte sich im Innersten ilner Gemächer vor 
Achill verbergen, seitdem sie erfahren hatte, dafs ihr Ehebund niemals wirklich 
beabsichtigt war, Iph. Aul. 1342 Iphigeneia: Stayaldri uol fiÜccdga, Öfwieg, ojg 
xomfjio ^Uuccg. Klytaemn. ri Öe ffevyeig, rixvov; Iph. \tyaUa rovÖ Iddv cdayv- 
vouai. Kl. ii)g ri Öij ; Iph. t6 Svarvyig uot tmv ycmcov cdSio (fioei. 

Aehnlich wie die öwcfnoavvt^ eig 'JqgoöiTi]v, äußert sie sich auch m de 
Mäßigkeit im Genufs von Trank und Speise, überhaupt in der Genügsamkeit n 
allen^^Lebensbedürfnissen; Oioifocov wird hier synonym mit A^^r^^fog, das uuserii| 
.mm^- entspricht, 3Ied. 559: t« doxovvß- ixavd Tolg amfQoaiv, und wird mcn 



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,uir Personen, sondern auch Dingen beigelegt, wie /V^m. /y,c. CLXIII : dgxei ueraia 
ßiora fioL üojfQOVog rocmegr^g, rc ö^ cixacgov dnav ro^' ime^ßdllov re fit] Tznoö- 
uuav. Sie äußert sich ferner in einem Benehmen, wie es der Lebensstellung 
und den Verhältnissen des Einzelnen angemessen ist, in dem Gehorsam welchen 
der Bürger den Gesetzen des Staates schuldig ist. Daher tadelt der Choi- die 
stolze Rede Andromaches, welche dem Menelaos gegenüber vergifst dafs sie ein 
AVeib und Sklavin ist, Andrem. 364: äyav Ue^ccg ojg yvvi) ^gog aga,vag, xal <;ov 
to ampgov ^eTo^sraev (fgevojv, und wer die Schranken, welche die einzelnen Stände 
von einander trennen, nicht respectirt, begeht eine vßgig. Diese wirft auch mit 
Recht Menelaos der Andromache vor, thid. 433: cd?: go.V ^g oixovg tovgÖ\ Xv üg 
fhv&igovg öovhi yeywacc ^c/j:io&' vßgi'^siv ad&7jg. Vom unbedingten Gehorsam 
gegen die Gesetze handelt BaccL 890: ov ydg xg8ra(y6i' Tioie tojv vouiov yiyvto- 
axuv xgi] xcxl fuleräv Endlich zeigt sich die oojcfgoGvvij in der Beherrschung' der 
Leidenschaften. Androm. 685 rühmt sich Menelaos, dafs er beim Anblick seiner 
ungetreuen Gattin seinen Zorn bemeistert und diese nicht sofort getödtet hätte: 
a ö eig ^igoöoijJLv T)jg iu7^g a&MV eydi yvvcaxog eoxov fi7^ xritvelv, kaoicfgovovif. 
Von den mannigfaclien Vergehen und Eehlern, die in dem Mangel an dieser au)- 
ffgooimi ihren Grund haben, sei hier nur der Selbstmord erwähnt. Als Helena 
von Aias Selbstmord erfährt, fragt sie sofort voller Verwunderung und Teilnahme, 
Eel. 97: [oixeioi' ö'deaev ccvrov cihc tTil '^Upog] nctvtvra:, und begründet dann ihre 
Frage: enel rig cjojffgovojv rlan] tccö' dv ; 

Von den Ursachen, welclie den Menschen veranlassen können, von der Sitt- 
lichkeit abzuweichen, giebt uns Kuripides als die vorzügliclisten an Charakter- 
schwäche, die schon oben erwähnt ist, Trägheit und Hang zu augenblicklicher Lust 
und Wohlleben: Hippol 379: tc\ ygucx emard^ieGOa xcu yiy^"'^Gxouev, ovx ixTio- 
^'^vuev Ö\ öl fiiv dgyiag vtto, oi cf i]Sov7)v :igo{HvTeg uvti tov xcc'/.ov u/.hiv tiv' 
ti6i <) },öovcu TTollcu ßiov, fiaxocu re '/Jaycd xcu Gyoh] TtgTTvov xaxov. 

Als Moti\e der Sittliclikeit gelten Euripides vorzüglich diese zwei: die Goif.'ia 
und die aiÖMg. Die erstere ist begründet in der Erfalirung, welclie lehrt 1) dafs 
üie G()tter jede TY^berhebung strafen: Heraclld. 389: to)v (f,gov)^fic4Ton' o Zevg xo- 
/.r(OTi]g T(Zv dyccv vnegffgövcor. 2) dafs Hecht und Gerechtigkeit eine große Macht 
besitzen, Frgm. Dictys II: fidgüer ro toi Stxcxiov layvei fityc^, Electr. 958: exet 
'/((Q 7/ /lixri ^uyii adevog, und dafs im Laufe der Zeit jedes Unrecht an den Tag 
kommt, jede Lüge aufgedeckt wird: Frgm. Hippol X\: yoorog dUgmor mh>T 
f(hi&eveiv cfilel, und 3; dafs jeder Mensch die Erüchte seiiiei- Handlungen erntet: 
«lern Guten wird es endlich wohl, dem Bösen übel ergehen. Von den zahlreichen 
hierauf bezüglichen Stellen seien nur erwähnt Frgr>i. ErecJdh. \\\ wo diese Be- 
hauptung an einem Beispiele aus dem praktischen Leben erwiesen wird: ovöeig 
^TguTevaag döcxcc aojg iildev ndliv, Hei 1030: ovMg nox evTVxrtüev exdixog ys- 
r^^^', kv TW öixaicp Ö' UTiideg cwTTjgtag, Alcest. 604: Ttgog d' hm ipvya ifdgaog 
^(^Tca d-eoGeßfj cp^xa xedvä rrgd^eiv, Hecuha 902: ndot ydg xoivov TÖd'e iöicx »9' 
i^«(*r(^ xai TTohi, tov uty xaxov xaxov tl ndayuv, tov de ygU'^Tov evxvxitv, 

3* 



u 



Electr. 957, Hec. 108ü. Die aiSoji^ äußert sich zunächst in der sorgfältigen Vei- 
raeidung alles dessen, was den guten Ruf der Familie beeinträchtigen könnte. 
Medeia im Selbstgespräch v. 402: vvv aywv evipvxiccg, og^g ä nacyng; ov yklona 
Sü d 6(fleiv To7g ^'lavffeioig rolg r 'laaovog yd^ioig, yeywaav ^o&kov nargog 
HXiov T ciTio, und ^lenelaos droht der Theone, Hei. 985: xecaouea&a Öt vexoio 
Sy i^ijg T(oö' tTil ^eOT(o TCiffo), cc&ciVccTov cckyog ooi^ ^jjoyog dt aco naTQu Nocli 
mehr zeigt sich die alöojg in der Furcht vor der ötfcntlichen Meinung, die sich 
zuweilen s(),uar in Thätlichkeitcn Luft machte. Menelaos entsendet in der Nach', 
Helen;! nach Mskeiic Orest. 56: riiV ök öi) tioXvotovov 'EUvrjV, (fvkä^ccg vvxTa, 
ai] Tig üaiÖMV ued- ij^koav ötdyovaav^ üjv vti iXiw nalöeg reOväaiv, slg ni- 
Towv Ut^ij ßolccg, 7T,Qov7T6iitii>ev elg Sui^ tju^tsqov, und auf Elektras Frage ibid. 
101: fihhog öt fi)] rig n eig MvxfiVcctovg %€/ ,• erwidert Helena: Seöoixa Ticniotu; 
tojv v7i üMo vr/.o(~)i>. Außerdom sind die wichtigsten Stellen Electr, 642. wo dei* 
Alte auf Orests Frage, warum Klytämnestra nicht den Aegisth begleite, antwortet: 
woyor Toiuova« dtjUonZv tletTTtTo. Darauf Orest: '^vvrjx ' vnoTiTog ovoa yr/vio- 
<7xu nu'/.H. \ Uli eben derselben heißt es im Eingang desselben Dramas, dafs sie 
ihre beiden Kinder nicht wie ihren Gemahl hatte ermorden lassen, 27: MuocfQon' 
ofiujg fiyjTi,ü i'iv k^toco6£i^ Aiyladov yjQog' eig itiiv yag avdoa öxij^fJLV ely olai- 
lota, mciöojv t) '^Sho£ ^u) cf&ovyjthir^ rfovco, Alcest. 1075. Dagegen ist die cm- 
ipQoövvri die Quelle des Kuhnies und der Ehre, ein Besitz, nach dem jeder edle 
Grieche strebte: Fr gm. Hipiwl. XVH: w juccxag, o'iag tlcc/eg ri^iäg, 'InnolvO 
YQwg, Sic) aoHfooavvJiV, Eij^fol. 431: to oiZcfoov cog a^avraxov xalov xal do^cu 
iü&XvjV iv ßooTolg xaoni'^tTca, Alcest. 453, 623 u. a. a. 0. 

[Der nun folgende Teil die Familie insbesondre behandelnd, ist aus Mangel 
an Raum für dießraal zurückgelegt worden.] 



.cjo. 



Seliiilimiiirichteii 



von 



Ostern 1874 bis ebeiulaliiii 1875, 



-A.. Oliroiiil«:. 

Das Schuljahr begann den 14. April v. J. und soll den 18. März geschlossen 
werden. Ferien waren zu Pfingsten 23. Mai bis 1. Juni, in den Hundstagen 17 
Tuli bis 12. August, zu Michaelis 2Q. Septbr bis 5. October, Weihnachten 23. Decbr 
bis 4. Januar. 

Mit dem Beginne des Cursus trat die Realsecunda als Abschlufs der drei- 
klassigen „Höheren Bürgerschule" ins Leben, welche mit der ersten Abgangsprü- 
fung Ostern 1876 (wie wir hoffen) das Recht erhalten wird, die Berechtigung zum 
cinj. Dienste u. a. m. zu erteilen. Leider ftxnd der nunmehr vollständige Lehrplan 
wenigstens für die neueren Sprachen längere Zeit nur unvollkommene Ausführung, 
da der Prof. Dr Corte vom 21. Mai ab durch langwierige Krankheit an Erteilung 
seiner Lectionen gehindert wurde und bis heute noch nicht wieder hat eintreten 
können. 

Definitiv ausgeschieden waren zu Ostern die Herren Insp. Cand. min. P. Leh- 
mann, um das Diaconat in Weißenfels zu übernehmen, und Vorschullehrer K. 
Fügner, um bei der H. Bürgerschule in Witten a/R. besonders für Naturwissen- 
schaften als ord. Lehrer einzutreten. Ersterer hat 1 Jahr, der zweitgenannte seit 
Gründung der Vorschule Ost. 1869 unserem Collegium angehört; beiden beAvahrt 
die Anstalt ein dankbares Andenken für reiche Förderung ihrer Schüler in wissen- 
schaftlicher wie in erziehlicher Plinsicht. Neu traten ein Cand. 7nm. K. Reiche aus 
Kheken bei Coswig sowie der Cand. d. höh. Schulamts Dr R. Köhler aus Alt- 
^alze, um gemeinsam mit dem bisherigen Hülfslehrer Cand. Greger das Inspecto- 
rat des Hzgl. Pädagogiums zu verwalten, an welchem die bisherigen Inspectoren 
m geringerem Umfange auch fernerhin sich zu beteiligen fortfuhren. Die erstge- 
nannten drei Herren wurden dann mit dem 1. October als Gymnasiallehrer fest 

angestellt und am 29. dess. M. vereidigt*). 

« 

') Gustav Greger, geb. zu Rofslau Im März 1844 , besuchte 1855— 1865 das Zerbster 



^2 

cmt<ä 



•sr»r 



An der Vorschule wurde Ostern, nachdem der Lehrer Müller bisher Klassen- 
lehrer der Octava die erste Klasse übernommen hatte, für die zweite bez. dritte 
der Lehrer TT Tlummel aus Köthen^) angestellt. Zu Michaehs endlich begann 
der Candidat d. höh. Schulamts Albert Meyer aus Quedlinburg sein Probejahr. 

Der Gesundheitszustand war auch außer obengedachter Kranlvheit des Prof. 
I)r Corte nur im allgemeinen ein befriedigender. Der Schreibl. Wütschke war 
von Ostern an bis 11. Septbr zu vertreten, ebenso im Juni GL. Hildebrand einige 
Zeit, einen oder mehrere Tage auch Prof. Hammer, Obl. Dr Krause, Dr Höfer, 
GL. Franke, Lisp. Pteiche, Lehrer Müller und Hummel. Li Familien- odei* andern 
persönlichen Angelegenheiten wurden vertreten der Berichterstatter, Obl. Dr Krause, 
Dr Zippel, Lisp. GiTger, Lisp. Keiche, Lisp. Dr Köhler, Cand. Meyer. Urlaub 
zu Badereisen genossen Prof. Dr Hammer 2L Juni bis (10.) 27. Juli und der Be- 
richterstatter (27. Juli bez.) 11. August bis 22. August. 

Nirlit unerwähnt darf hier bleiben, dafs der Bucliliändler, Dr ph. und Prof. 
[v. W. iviüger, welcher von 1820 bis 1822 auch dem hiesigen Gymnasium als 
Lehrer angehört hat, am 1. Mai v. J. zu Weinheim an der Bergstraße verstorben 
ist. Seine Verdienste um die Griechische Grammatik insbesondere die attische Syntax 
sind allgemein gewürdigt; näheres über sein Leben erwarten wir von einem Ne- 
krologe in einer philosophischen Zeitschrift. 

Bei unsern Schülern kamen nur vereinzelt längere Krankheiten vor. Der 
früher erwähnte Quintaner Franz Dreyer trat nacli anderthalbjähriger Pause zu 
Michaelis wieder ein, mufste aber am 11. November zu unserm schmerzlichen Be- 
dauern bis auf weiteres wieder ins Ehernhaus zurückkehren. Auch die Sextaner 
O. Hesselbarth und Fr. Otto mufsten bez. ein halbes und ein Vierteljahr die Schule 



Gymnasium; genügte dann zunächst seinen Heerespflicbten bis 1866; studierte in Heidelberg, Ker- 
lin, Leipzig Philologie bis Midi. Ib69. Mehrfach durch Krankheit gehemmt übernahm er dann 
eine llauslehrerstelle zu Hohen-Ahlsdorf bei Jüterbogk, unterzog sich im Decbr 1872 der Prüfung 
pro fac. doc. in Berlin, und trat am 3. Januar 1873 sein Probejahr am hiesigen Gymnasium aii, 
indem er seit Ostern dess. J. zugleich eine wissenschaftliche Ilülfslehrerstelle verwaltete. 

Richard Köhler, geb. Nov. 1847 zu Altsalze bei Schönebeck, Mich. 1858— Ost. 07 Schü- 
ler des Klosters ü. L. Fr. zu Magdeburg, studierte in Halle Theologie, Philologie und Geschichte, 
Ost. 1870 — Mich. 1872 Hauslehrer in Hinterponmiern, promovierte in Halle de Ciccronis in Bruto 
fidc histüHca, trat Mich. 1872 in das Kgl. Seminar für gelehrte Schulen zu Stettin und verwaltete 
zugleich bis Mich. 1873 eine Hülfslehrerstelle am Marienstiftsgymnasium. Im Decbr bestand er 
die Prüfung pro fac. doc. in Halle. 

Karl Reiche, geb. Aug. 1845 zu Kheken bei Coswig, von 1857— 18G6 auf dem Gymn. zu 
Bernburg, studierte in Halle Theologie, bestand Sept. 1870 in Dessau die erste und Juli 1873 die 
zweite Staatsprüfung. Schon von 1869 bis Mich. 1873 am Erziehungsinstitut des Prof. Brinkmeiei 
in Ballenstedt thätig, wirkte er dann bis Ostern 1874 als stellvertretender Lehrer am Dessauer 

Gymnasium. 

J) Hermann Hummel, geb. zu Köthen Novbr 1846, besuchte das dortige GjTnnasiura 
1859 — 65, ging nach vollendetem Secunda-Cursus ins Hzgl. Seminar über, dem er bis 1868 an- 
gehörte. Von da ab wurde er provisorisch an der Hzogl. Unterechule daselbst beschäftigt, bis zu 
seiner Ernennung tür Zerbst. 



versäumen. Leider sollten uns dießmal selbst zwei Todesfälle treffen. Der Sextaner 
Edw. Lange, der stets bemüht gewesen war seinen Lehrern wie den Eltern 
Freude zu machen, starb am 15. October nach kurzem Krankenlager an der Ruhr 
Am Sonntage den 18. früh wurde die Leiche auf dem Ankuhnschen Kirchhofe un- 
ter Teilnahme der Schule bestattet. Am 22. Febr. starb nach schwerem erst spät 
erkannten Leiden der Untertertianer Franz Winkelmann, einziger Sohn seiner 
Eltern, ein ebenfalls stets durch gute Sittencensuren ausgezeichneter Schüler un- 
serer Anstalt, der er seit 1867 angehört hatte. Die Lehrer mit den Primanern 
Secundanern und Tertianern folgten dem Sarge am 25. Februar. Des einen wie 
des andern wurde in der Morgenandacht des folgenden Tages öffentlich gedacht. 
Diese Eröffnungsandachten hielt in den ersten vier Monaten Dr Höfer, 
von da ab zu je zwei Monaten abwechselnd Insp. Reiche und der Berichterstatter! 
Statt des früher mit der ganzen Schule gleichzeitig abgehaltenen Turnganges 
machten dießmal die einzelnen Klassen je einen Nachmittagsspaziergang un- 
ter Leitung ihrer Lehrer. Es versteht sich, dafs in allen Fällen, wo die Sdudc 
emen solchen gemeinsamen Gang statt der Lectionen anordnet, soweit nicht be- 
sondre Kosten damit verknüpft sind, alle Schüler, welche gesund sind, an dem- 
selben teilzunehmen verpflichtet sind. 

Der Sedantag wurde in ähnlicher Weise wie voriges Jahr gefeiert, und 
zwar der Frühgottesdienst in der Stiftskirche St. Bartholomaei von den Lehrern 
mit den obern und mittleren Klassen besucht. Von 3]— 4J fand ein Gesang- 
imd Redeactus in der Aula^) statt, hierauf ein Schauturnen in der neuen Turnhalle. 
Beide Schulfeiern waren, so ungünstig auch in mancher Hinsicht die Zeit hatte ge- 
wählt werden müssen, verhältnismäßig recht zahlreich besucht. 

Am 22. Septbr fand unter Leitung des GL. Franke ein Coucert des Ge- 

') Die Reihenfolge der Vorträge war diese: 

Gesang: Wie mir deine Freuden winJceu (Schenkendorf) von Klein. 
1. P. Lutze I.: Prolog (Eignes Gedicht). 

0. Weil an dt L: Straßburg 1681 — 1870. Rede. 

W. Seyffert Hr.: Der Landsturm, von Rückert. 

K. Müller V.: Der Trompeter an der Katzbach, von Moseu. 

Ew. Stier VI.: Der erste Tatzenschlag, von Hesckiel. 

M. Urban IVr.: Marschhed, von E. Höfer. 

M. Albert Illa.: Gravelotte, von Jahn. 

H. Österwitz Ilg.: Auf Vorposten, von Viehoff. 

H. Rahne Illb. : Im Hause zu Gorze. Von Ph. von Nathusius. 

Fr. Kram er IVg. : Füsilier Zernicke, von J. Sturm. 

R. Külz lila.: Abschied eines Schwerverwundeten, von Mische. 

K. Zier Illa.: Zur Siegesfeier, von Fr. Iloffinann. 

H. Fritze Illb. : lieber der Walstatt. 

J. von Amelunxen Ilg.: Schlacht bei Hericourt. Rede. 
Schlui'swort des Directors. 
Gesang: Und hörst du daa mächtige Klingen? von Marschner. 



2. 
3. 
4. 
5. 
6. 
7. 
8. 
9. 
10. 

n. 

12. 
13. 
14. 



3^ 



23 



saiigverems der Alumnen statt, wozu in beschränkter Zahl Einladungen erfolgt 
waren. Am 10. October leitete der Gesanglehrer der Anstalt Cantor Stallbauiu 
in der Aula ein Concert des Kirchenchors zu einem milden Zwecke. Die unter 
Leitun^^ des nämlichen wie früher für besonders geladene Zuhörer veranstaltete 
Gesangaufführung fand am 20. Novbr statt. Hier wie bei dem erstgenannten 

schlofs sich Tanz an. 

Was die Anstaltsgebäude anlangt, so wird die neuerbaute Aula^) seit Ostern 
V. J. täglich benutzt, nachdem sie durch die Feierliclikeiten vom 24. 25. 26. März 
duiii Gebrauche übergeben und durch eine Ansprache des Directors am 2ten Tage 
noch besonders eingeweiht \v..rdeii. Insofern nur vorläutig. als die nackten Wände 
noch inmier jedes Farbenschmucks entbehren, auch entsprechende Erleuchtung zur 
Zeit iiiimöglich ist. Doch ist im Februar d. J. an Stelle des bisherigen unzurei- 
chenden l^v-^itivs eine größere Orgel getreten. 

:^lit uaii/ besonderer Befriedigung- endlich darf der Berichterstatter melden, 
daf^ die seit .Jahrzehnten wiederholt in Angriff genoininene Neuordnung und Ka- 
talogisierung der umfangreichen Schiilbibiiothek nunmehr durch die aufopfernde 
'Huiti-keit des hier lebenden Hrn Gymnasialdirectoi z. D. Prof. Dr Freese, dei 
sich i"i r.cnieinschaft mit dem Bibliothekar Insp. Dr Köhler dieser langwierigen 
und mühevollen Arbeit aus reinem Interesse an der Sache unterzog, zu einem er- 
freulichen Ziele gelangt ist; und benutze ich auch diese Gelegenheit, Namens der 
Anstalt und aller, denen jene Arbeit zu gute kommt und komnioii wird, dafür den 
^Närnibii'U Dank auszusprechen. 



U, WielitigeiH^ V oi-riigiiiig-eii clor TT, Tl. 

Hell iill>eli<>r den. 

Vom 15./ 1. 13./4, 28,/4: Keinunerationen und Gehaltserhöhungen betreffend. 
Vom A.J2. Für Bcifezeugnisse vom Gymnasium soll wie bisher 12 Mark, für die 

von der 11. Bürgerschule 6 Mark bezahlt werden. 
\(m ]A.l)]- Die Pension wird für die von Ostern 1874 an eintretenden auf 480 

Mark erlirdit. wo))ci die Nebenkosten für ärztliche Behandlung und Bechnungs- 

tührung weglallen. 
Vom 12./o und 24./4: Brand -Versicherung der Anstaltsgebäude betreffend. 
Vom I8.V4: r,efreiiing vom Schulgelde für künftige Lehrer erfolge nur von Qmiita 

au und nur gegen Nachweis der Eintragung in die Anwiirterliste bei einem 

Hzgl. Seminar. 
Vom ^./Tr. lieber Legitimierung amthcher \ertreter der Ks. Post gegenüber. 

i) Einen erfreulicheü Schmuck (wie ich aus den Zusätzen zum vorigen Progranmi hiei 
wiederhole) empfin- sie durch den abgehenden Primus scholae Otto Kanzler, welcher zwei ge 
bchmackvolle üipsreiielV, die Kunst und die Wissenschaft darstellend, schenkte. 



Vom 21.yo: In Folge Vereinbarung auf der Dresdner Reichsschulconferenz gelte 
nunmehr folgendes: a) Aufnahme von andern Schulen kommender Schüler 
dürfe nur nach Beibringung eines Entlassungszeugnisses und nie in eine hö- 
here Klasse erfolgen ; b) Extraneer seien zur Reifeprüfung in der Regel nur 
im eigenen Staate zuzulassen; c) Compensation bei dieser Prüfung gelte nur, 
wenn die mindere Reife nicht unter die für I zurückgreife; dj von Mich! 
1874 an seien alle Reifezeugnisse hiesiger Gymnasien auch in PreuLien gül- 
tig; ej für das Probejahr sei eine gleiche Vereinbarung getroffen. 

Vom 23./10: Die Zahl der Choristen könne die in den Satzungen vom 22. xMärz 
1870 angeordnete bleiben, aber es sei darauf hinzuarbeiten, dafb nicht mehr 
als 32 darunter vom Gymnasium entnommen würden. 

Vom 23./12: Zwanzig Mark bish. jährlicher Zahlung aus der Kirchkasbe St. Tri- 
nitatis an Hzgl. Gynmasialkasse seien künftig unmittelbar an einen als Prä- 
centor des Kirchenchors fungierenden Lehrer zu zahlen. 

Vom 12./11: Künftige Theologen seien zu ermahnen, dafs sie wo möglich in jedem 
Studienjahro eine geschichtliche Vorlesung hören. 



O. UiUüotlielioii iiiicl I^elii-iiiittel, 

I. Lehrerbibliothek. 

Dieselbe wird der Hauptsache nach vom Inspector l)r Köhler (vgl. ob. S. 24) 
verwaltet, einige Teile von den Inspectoren Greger und Reiche. Sie erhielt seit 
^Iitte Febr. v. J. folgenden Zuwachs: 

A. Durch Geschenke: Von Hzogl. Archivverwaltung hierselbst zur Bi- 
hlioth. Servestana: J. 8. Liiidinger. de usu scriptoruin Graeciae et Latii in tlieolo- 
gia diss. inauguralis. Mar[)urgi 1760. — Vom Kais. Russ. Ministerium des Un- 
terrichts: Bericht an 8. M. den Kaiser über den Zustand des Unterrichtswesens. 
1871. Sanktpetersburg 1873. Dass. 1872. ebenda 1874. — Von den Verfas- 
sern: Festschrift zur 3. Säcularfeier des B. Gymii. zum (jiraucnkloster, veröffentl. 
vom Lehrercollegium. 1874. ~ Kleine Lebensbilder a. d. Altertum, von Dr 
Völcker. 2. AuH. Elberfeld 1873. — Von Dr Keber, Leitfaden beim Geschichts- 
unterricht. 1. Cursus 1874. — Vom Stud. med. Fr. Körner in Tübingen: G. 
'Schwab, Deutsche Volksbücher, m. Holzschnitten. Gütersloh 1842 (an (Wq Schüler- 
bibliothek abgegeben). —Von Verlegern: \) Coppenrathsche Buclih. in Mün- 
ster: Schellen, Aufg. f. d. theor. u. prakt. Rechnen. 1 T. 75.-2) R. Ilerrosein 
Wittenberg: a) iL Schmidt, Beitr. zur Erkl. plat. Dialoge, b) R. u. W. Dietlein, Deut- 
sches Volksschullesebuch. 74. c) Ders. Deutsches Lesebuch für mehrklass. B. u. 
Volksschulen. 73. Unter-, Mittel-, Oberstufe; nebst Fibel, d) W. Schmidt, Aufg. 
^- schriftl. Rechnen, 4 Hefte. 4. Aufl. — 3) J. Springer in Berlin: L. Schneider, 
<^iundz. d. allg. Botanik. 74. ~ 4) B. G. Teubner in Leipzig: a) Wesener, Gr. 
t^lementarbuch. 3. A. 74. b) E. Koch, Griech. Schulgrammatik. 3. A. 74. — 5) 



26 



27 



Weidmann sehe Buchh. in Berlin: a) Horaz Od. u. Epoden, von H. Schütz. 74. 
l) Hom. Odyssea ed. A. Nauck. 1. 2. c) Thukydides von Classen, 5. B. 75. d) 
Xen. Hellenika, v. Breitenbach IL 74. e) Lykurgos gegen Leokrates, von Nicolai. 
75. /; Apollodorus ed. R. Hercher. 74. g) Publili Syri Sententiae ed. Spengel. 74. 
Den geehrten Gebern sprechen wir hierdurch auch öffentlich den Dank dei; 

Anstalt aus. 

B. Durch Ankauf. Außer den Fortsetzungen der früher aufgeführten Zeit- 
schriften und Lieferungswerke folgende Schriften: 

(Lit Verein zu Stuttcrart 118-122.) Tüngers Facetiae. Dichtungen des 16. Jahrhundert. 
Jehan de Fourni. Hans Sachs B. 1-B. Briefe der Herzogin El. Charl. von Orleans 1. 2. - 
Hartel Rom. Studien. 1.2.- Breier, Lat. Lesebuch f. Höh. Bürgerschulen. — Sostmann, Beut- 
sches Lesebuch 1, 1. Baur, Anteil der Universitäten u. s. f. an dem Kriege von 1870. 71. - 

Volz u Stier Lectionar zu Schulandachten. - Der einj. Dienst. Oldenburg 74. - Heideman. , 
Gesch d Grauen Klosters zu Berlin. - Protokolle der im Oct. 73 über das höhere Schulwe^ei 
abgehaltenen Conferenz. -- Desgl. über die Directorenconferenz der Prov. Sachsen 74. -- V\. 
Freund, o Tafeln zur Literaturgeschichte. 

iL Für den vom Oberl. Dr Krause verwalteten Historischen Lese- 

V e r e i iK 

1 Fortsetzungen : Generalstabswerk des deutschfranz. Krieges I, 5. 6. v. Sybels Gesch. d. 

Revolutionszeit V, l! Müllers pol. Gesch. der Gegenwart VI. VH. Giesebrechts Gesch. d d Ka - 
.erzeit IV >> Staatengesch. der neuesten Zeit XIX. XX. (Bemhardi Gesch. Ruislands II, 1. (• 
Mendelsso'hn-Bartholdy, Gesch. Griechenlands II.). - 2. Squier, die Staaten von Centralamenca, 
d v Andree - :■?• DerF=. Südafrica u. Madagascar. - 4. Andree, Buenos Ayres u. d. Argentini- 
schen Provinzen. - 5. Beul6, das Blut des Germanicus, d. v. Döhler. - 6. H. v. Treitschke, zeh. 
Jahre deutscher Kümpfe 1865—74. 

111 luL die vom GL. Dr Höfer verwaltete Schülerhibliothek: 

Frz Hoftmann, Deutsche Sagen. 68. - G. Schwab, d. deutschen Volksbücher. 70. - C- 
Fre^-tac., die Ahnen, I. II. HL - V. v. Strauß, Reinward Löwenkind. - E. llelmer, Prmz Rosa 
Stramin 73 - F. v. Saar, die Steinklopfer. - Barth u. Niederley, des d. Knaben Handwerk.- 
buch - Klasing, Buch der Sammlungen. - König, Joach. Nettelbeck. - Verne, Reise .na die 
Welt Ders.. von der Erde zum Monde. Ders. Reise um den Mond. Ders. 20000 Meilen untena 
Meere ^- Mezo-er, deutscher Räthselschatz - nebst Auflösungen. - Koch, Strand und bce 7.i. 
!: Girschner, dFe Ostsee. - Haltaus, Kriegsbuch 1-6. - Delitzsch, durch Krankheit zur Gen.- 
sunc^ _ Böcker, Periand.r. - Ranke, Erinnerungen an Schulpforte. - Götze, Schlacht tanlareu. 
- Schüblor die Neckarseite der schwäb. Alp. - Lützelberger, Hans Sachs. - Hensmg, Knegs- 
poesie von 1870 u. 71. Bd. 1-0. - J. Zöllner, die Kräfte der Natur u. il^e Benutzung. ...;- 
J Ambros, Spielbuch. - M. Jahns, Jugenderinnerungen von K. Fr. v Kloden. - ^- ^' ^^- 
ceinon Skizzen aus einem Stück Kleinleben. - Böhnke, Zollem und Quitzow. - Masuis Natu 
^Xn I dT der kl. Hausierer. - Schürling, Jobst v. Hagen, Bilder a. d. Leben des Bm- 

trs andes von IGOO. - Die Helden von Asgard. N. d. Engl. - Fr. Reuters Leben und Nachlal^ 
gerstand so ^^^^ ^^ ^ Weltgeschichte. - Kamp, bei den franz. Knegsgefang- ; 

1- Fischer, bunU. Bilder. - Stoll, Phyllidas und Charite. - AH^erti, Glaukos und ^^^^^^i^-- 
_ M. Meyr, Sieg des Schwachen. - Bacmeister, Freidanks Bescheidenheit. Dess. Nibelungen 

lied. Dess. Gudrun. — , VnlUqkak n- 

Daheim Jahrg. X. - Daheimkalender. - Homs Spinnstube. - ^\urdigs Anh. VolkskaK 

Jer. — Deutscher Rcichsbote. /j;.. 

Außerdem Wandkarten von Kiepert, Sydow, Wildermanu - Kellci u. a. 



einzelne Klassen; Musicalien für den Gesangunterricht; Sammlungen geometrischer 
Korper, Krystallraodelle u. s. f. für den mathematischen Unterricht. 



1>. ^ttttistilc, 

L fhis Lthnri'olie^iiiiu. 
Director: G.Stier. Professoren: Dr Fr. Hammer, Dr W Corte Fr 
lundscher Ordentl Lehrer: Oberlehrer Dr K. Krause (zugleich Turnlehrer^; 
Ir.\\armbold, H. Hildebrand. Dr L. Zippel, H. Lamprecht, Dr P. Höfer H Franke 
G. Greger, Gand. min. K. Ileiche, Dr R. Köhler (die letzten drei zugleich Inspec- 
toren des Herzogh Pädagogiums). Wiss. Hülfslehrer: A. Meyer, Cand d höh 
bchulamts. Techn. Lehrer: Cantor Fr. Stallbaum, Zeichenl. Maler Baum- 
garten, Schreibl. G. Wütsdike. Elementarlehrer: Fr. Müller, H. Hummel. 

IL Schüler des IJerzogL Fraiidscciims. 

Nach Vorjahr. Programm S. 7 betrug die Schülerzahl im März 1874 

(Gymn. 200, K. 56, V. 85) 
Xoch vor Beginn des neuen Schuljahres gingen ab 
Es blieben also 

Hiezu wurden bis Michaelis neu aufgenommen 

Die Gesammtzahl im Sommer betrug also " 

Dagegen verließen die Schule noch vor L October 
Es bheben also — 

Während des Winterhalbjahres wurden neu aufgenommen 
Die Gesammtzahl im Winter betrug also ~ 

His jetzt (12. Februar) sind davon wieder abgegangen 
Die gegenwärtige Gesammtzahl beträgt also (G. 209, II. 64, V. 8ij 
Diese ?yb^ Schüler verteilen sich in die Klassen wie folgt*): 

A. Gymnasialklassen. 



347 
41 



306 

56 



362 
17 



34^> 
17 



362 
'354 



Prima, 

i- Emil Kaiser. 
Oottl. Menze, Ballenstedt. 
Otto Nindel. 
PauJ Liitze, Kötheu. 
Otto Weilandt, Kolslau. 
■'Max Bolze, Halle a.jS. 
'■Gottfried Wendroth (Gern- 
rode). 



11. Guist. Lüderitz. 
Theodor Nindel. 
Otto Kübitz, Loburg-. 
Heinr. Sommerlatte. Ora- 

nienbanm. 
Wilh. Corte. 
Otto llomanus, Köthen. 
Friedr. Meiüuer. 
Frieilr. Krüger. Grnmsin. 
Ernst Albert. 10. 



SeruiHf.j. 

Jul Mittelstraß, Eichholz. 
Edic. SiederslchcH, Wörlitt. 
Jul. V. Amelunxen. 
Albert Vogel. 
Oust. Sanftenberg. 
Luihv. (Behmcr gen.) c. Mau- 

mer. 
Hugo V. Wulffen. Lohurg. 



Z ') r)er Ortsname bezeichnet Wohnort der Eitern (Vormünder) j wo er fehlt, ist dieß 
^^ei')st. Die im letzten Jahre aufgenommenen bezeichnet ein ^' Sternchen, die Zöglinc/e des Pi- 
^gogmms liegende Schrift. Die Reihenfolge ist die der letzten Sittencensuren 



4* 



28 






*Kriist V. Kalitsch, Dobritz. 
Heinr. v. Nathusius, Königs- 
born. 
11. Franz Gantzer. 

Otto Hoppe, xMjöloi'p- 

Eudolf Stier. 

Friedrich Otto. 

Wilh. Bercrer. 

Alex. Knui'. 

Adolf Hotfmauii. 

Gust. Böhme. 

Bud. Nobiling, Sehender. 

Marcus Luppe (Gehrden). 

Karl Schilbach, Grobzig. 

Herrn. Östenoitz, Hadmers- 
Üben. 

Friedr. Henning. 

*Max, Roth, Gröhzifj. 

Wilh. Harm. 24. 

Obertertia. 



Hans Scholtz, Ballenstedt. 

Max Albert. 

Albr. Maurer (Aschersleben). 

Karl Schuhe L, Mühlingen. 

Albert Kanzler, Bernburg. 

Otto Schulze II. 

Wilh. John (Senst). 

Wilh. Neapert. Oranienbaim. 
*Rich. Ziemann, Halle a. S. 
* Udo Both, Grobzig. 

*Max V. Monteton, Gr. Salze. 

=1 Friedr. v. Kalitsch, Dobritz. 

Wilh, Vogel. 

Otto Keller. 

Kurt Niemeyer {Halle a. S.). 

Arthur Rönick , Oranienbaum 

10. 

Vntertertia. 

Karl Schmidt. 

Heinrich Zehle, W. Nienburg. 

Kobert Loose, Brambach. 

Franz Winkelmann f. 

Karl Dix. 

Adolf NohiJing. Scheuder. 

Franz llachtmann, Bensdorf. 

Karl 3Iittehtraß, FAchholz. 

Paul Hermann, Wulfen. 

»Heinr. Heinemann, Kisleben. 



Alfred Partheil. 
Rudolf Bartheis. 
Heinr. Bachoven. 
Hugo Kahne. 
Rieh. Unger (Rofslau). 
Albert Hinze, Hoym. 
Rudolf Morgenroth. 

Ferdin. Henning. 

lierm. Fritze, Tochheim. 

OUo V. liechenberg (Dresden). 

* Ernst V. Koppelow, Schwerin. 

21. 

Uuarta. 

Max Keichmann. 
Friedr. Kühle, Flöz. 
Walther v. Uklanski, Lödderitz. 
Paul Rabe. 
Ernst Unger. 

♦Arthur V. Wulft'en, Loburg. 
Job. Oppermann (Althaldens- 
leben). 

Hans Müller, Gehrden. 

Franz Wendenburg, Modern. 

Imman. Luppe (Gehrden). 

Franz Kramer. 

*Paul Dalichau, Lindau. 

Ernst Puppe. 

* Georg V. Ratte, Zollchow. 
August Hermann, Wulfen. 
Max Frank. 
Albr. Henning. 

* Wilh. Becker, Hohenahdorf. 
Max Stapel feld. 
'^ Herrn. Both. Grobzig, 
Friedr. Mundlos, Barby. 
Ernst Handt. 
Hugo Külz (Drondorf). 
Ernst Sachsenberg, Koislau. 
=• Hanfi HerrJdotsch, Bieder. 
Fedor v. Wuthenau, Gr. Pasch- 
leben. 

* Kurt V. Monteton, Gr. Salze. 
Hugo Naiie, Oranienbaum. 
Karl Hesselbarth. 
Paul Kungius. 30. 



(iuinta. 

Friedr. Johannes, Pul^pforda. 
Mujro Schulze, Lindau. 



*Gottfr. Roth. 

Paul Hummel. 

Paul Dalichau, Steckby. 

Richard Otto (Möckem). 

Otto Klössen, Leitzkau. 

Walter Maurer (Aschersleben). 

Hubert Fischer, Isterbies. 

* Franz Stenzel, Dohndorf. 
*Rich. Marter, Glinken bei Lyi. 

* Franz Klefeker -?, ( „ , 

* Wilh. Klefeker IL, \ ^'^''^''• 
Paul Sachsenberg, Rofslau. 
Heinr. Bergi'een, Roitzsch. 
Paul Hermann L 
Heinr. Kinnemann. 
Karl Richter. 
Wilh. Puppe I. 
Otto Spahrmann. 
Josef Brandt. 
Otto Meißner. 
ICarl Müller. 
Franz Oppermann (Althaldeiis- 

leben). 
Friedr. Düben, Lindau. 
Otto Meyer. 

* Walther Pohl, Gommern. 
'* Adolf Voigt, Sander-^leben. 
Paul Förster. 
Karl Bartheis. 
Hermann Lohe (Barby). 
Alfred Hochstetter. 
Gust. Tettenborn. 
Friedrich Franke. 
Edward Zier. 
Gust. Puppe H. 
Emil Chaste. 
Kud. Puhlmann. 
Hermann Hesse. 
Bich. Naumann, Weddegast. 
*Max V. Lattorff, Klicken. 
Ernst Kitzinger, jQtrichau. 
Job. Yorhauer, Litnitz. 
Albert Hermann II. 
Hermann Rahne. 
^Beinmar c. Koppelow, Schwe- 
rin. 
Paul Lüderitz. 
Hermann Ibe, Gehrden. 
Hermann Sens, Güterglück. 
*Max Hoppe, Dobritz. &'*- 



Si'ita 

Franz Mittelstrali I. 

Ewald Stier. 

Albert Zehle, W. Nienburg. 

Hugo Schwarzkopf. 

Ottoniar Unger (Rofslau). 

Ernst Hennigs. 

Franz Otto (Möckem). 

Richard Müller, Köthen. 

Otto Hesselbarth. 

l'aul Lehmann. 

Karl Wagner, Leipzig. 

"^Arthur Kuhle, Loburg. 

Emil Krumsieck , Neuhaldens- 

leben. 
August Vogel. 
Oscar Richter. 
Max Heerhaber. 



Erste Klasse (Serunda). 

I. Konrad Mann. 
JI. Friedr. Zander, Rosian. 
Ludwig Hädicke, Neundorf. 
Fcrd. Nobiling, Scheuder. 
Paul Hoffmann. 
Paul Friesleben, Giersleben. 
Adolf Zähle. 

Heinr. Polz, Bärenthoren. 
Wilh. Scyffert. 
Gust. Zimmermann. 10. 

/weite Klasse (Tertia). 

Emil Eltze. 

Max Richter. 

Max Hartmann. 

Gust. Backe, Jütrichau. 

Guido Siedersieben, Wörlitz. 

Kichard Külz ^Drohndorf). 

Karl Rabe. 

Franz Seeger. 

Adolf Michaelis. 

Kiiiil Reinicke. 



Sepiiaia. 
Albert Beyer 1. 



Jlichard Wirker. 

Heinrich Brasack, Buschmühle. 

Friedrieh Buhro. 

Hans Hüffmann (Dessau). 

* Ernst Ulrich, Coswig. 

Hennann Mehlhorn. 

Heiuo V. Amelunxen II. 

Karl Hammer. 

Otto Seiffert. 

Paul Freisleben, Dresden. 

Friedrich Böhling. 

Friedrich Wolf. 

Hermann Höpfner. 

Jul. Frank. 

Emil Mittelstrali II. 

Otto Herbst, Grimme. 

Albr. V. Korß'. 

Karl Lucanus, Libbesdorf. 

*Hans Nobiling, Scheuder. 

B. Realklassen. 

Paul Hildebrand. 

Friedr. Lucko. 

Friedr. Brasack (Barby). 

Ernst Gerisch. 

Theod. ßukow. 

Karl Rießler. 

Wilh. Naumann, H. Lochau. 

Hans Kitzinger, Jütrichau. 

Otto SeyfFert. 19. 

Dritte Klasse (Quarta). 

Karl Naumann, H. Lochau. 

Friedrich Brandt. 

Ludw, Meifiner, Gr. Lübs. 

Max Urbau. 

Rieh. Edelmann. 

Franz Wenzel, Töppel. 

Hugo Schmidt I.. Dessau. 

Friedr. Maurer (Aschersleben). 

Rob. Zimmermann. 

Paul Bukow. 

Aug. l'auli. 

Ernst Vollbach II. 

C. Vorklassen 

Adolf Keller 11. 

Otto Gantzer, Reuden. 

Georg Henning IL 



Max Günther. 

Friedrich Stein. 

Friedrich Leps. 

Heinr. Ostendorf, Schweinitz b. 

Loburg. 
*Rich. Retzow, Roney. 
Emil Gramm. 
* Ernst Bartheis. 
Alwin Juch. 
Paul V. Amelunxen I. 
Karl Kohl. 

Franz Kitzinger, Jütrichau. 
Paul Seyffert. 
Karl Schreck. 
Max Türke. 
Albert Saalheim. 
Max Zimmermann. 
Max lüeßler. 52. 



Oscar Förster. 

Gottfr. Sachsenberg, Rofslau. 

Otto Vollbach I. 

Christian Schmidt IL 

Wilh. Kübitz, lioburg. 

Otto Fielitz. 

Vaul Kohnert, Gehrden. 

Paul Hartmann. 

Max Höltzke. 

Max Friedrich, Oranienbaum. 

Karl Wolf. 

Max Prozeil, Zwickau. 

Alex. Rabe. 

*Herm. Bathge, Deetz. 

Jul. Bohnstedt. 

Eug. Zirbeck, Dornburg. 

Ernst Born II., Pulspforda. 

Hern). Born I., Bolme. 

Adolf Mehle. 

Otto Polz, Bärenthoren. 

Rieh. Neuhaus (Radegast). 

'■'^ Wilh. Siedersleben , Worlitz. 

Franz Kunze, Dessau. 

:i5. 



^''Paul Wuttky, Magdeburg. 
Emil Backe, Jütrichau. 
Heinr. Kühne. 



— 30 



.11 



Friedr. John. ; 

Max Wolf. 

Albert Juch. 

Franz Kohnert, Gehrden. 

Rudolf Hochstetter. 

Albert Lezius. 

August Beyer IL 

=' Albert Thümen. 

■'Friedrich Finger, Kämeritz. 

Paul Keller I. 

Theod. Müller (Gr. Lübars). 

Ernst Wittcke. 

* Theod. Henning L, Kl. Leitz- 

kau. 
"Paul Fischer, Tsterbies. 
-•=Emil Havels. 
'Friedr. Gereke, Gehrden. 
Rieh. Dorbritz. 
Heim. ])ohnstedt. 
Karl V. König. 
Ernst Braun. 
Kmil Michaelis. 
Paul lloheisel. 

VVillielm Kitzinger, Jütrichau. 
Wilhelm Hartmann. 

* Georg Inner. 
Kurt Toberentz. 



* Herrn. Sohns. 

Arthur Bachmann (Dresden). 

35. 

Octari. 

Karl Höde. 

Karl Thiele. 

Otto Stein. 

Paul Zimmermann. 

Otto Koppe. 

♦Leopold Hoffmann. 

Richard Meyer. 

Paul Rießler. 

Franz Schulze. 

'•'• Franz Bukow. 

*Herm. Born, Trüben. 

* Adolf Fischer, Dorst. 
Ernst Müller, Gr. Lübars. 
*Reinh. Schwertfeger , Arats- 

mühle. 
Theod. Ritzer. 
Paul Vogel. 
Gust. Albrecht. 
Rud. Borchert. 

*Otto Henning, Kl. Leitzkau. 
*Emil Hopf n er. 
Edw. Mann. 
Ausr. V. Korff. 



Unter vorgenaimteu ;j44 sind 
a) 1.33 auswärtige = 48 S, h) 21 auswärtige = 26 S, 
140 einheimische = 52 J, 60 einheimische = 74 ^, 



Otto Keller. 

Rud. Wettstein, Stade. 

Otto Gentz. 

Eug. Bachmann (Dresden). 

26. 

* Albert Richter 1. 
^•'Heinr. Hesse. 
*Gu3t. Haasdorf. 

* Karl Görnemann , Gr. Lübart. 
='Panl Günther. 

* Alfred Schönheimer. 

* Friedr. Sandkuhl. 
*Paul Chaste. 

* Erich Nickel, Kofslaa. 
*Karl Richter HI. 
*Paul Richter IV. 
-Herrn. Sauer. 

* Karl Maisch , Leipzig. 
*Max Kilian. 

* Fritz Partheil. 
*Emil Torger. 
*Otto Wagner. 
*Wilh. Richter 11. 
Wilh. Wolf. 

*Paul Wolf. aO. 

c) 154 ausw\ärtige = 43 [>, 
200 einheimische = 57 Xi 



273 Gymn. u. Realscliiüer, 81 Vorschüler, 354 Schüler überhaupt. 

Unter diesen 154 auswärtigen befinden sich 76 Anhaltiner. 77 aus andern 

deutschen Staaten (6!^ aus Preußen, 7 aus Kgr. Sachsen, 2 aus Mecklenburg) und 

1 aus Schweden. Die Xicht-Anhaltiner machen also 51 " der auswärtigen und 

22 \\ aller Schüler aus. Die seit vor. rrogramin abgegangenen sind folgende: 

1. Fr. Fügner, G. Hammer, L. HuliUy Fr. Körner, F. EhrhanH . H. Koschel, P. Sonntag, 
J. Mittehtraß. R. Schubring — mit d. Z. d. Reife zur Universität. 

Ilg. JuJ. Bofh (n. 1. versetzt) — Ks. Heeresdienst; Fr. Preisigke -- Gymn. in Magdeburg; 
}]. \. Wulffen — Privatunterricht. 

II r. Ä. Kitzinger — Landwirtschaft; L\ Böhme — Ks. Heeresdienst; H. Seifert — Realsch. 
in Berlin: A. Cohn — Handluug. 

III a. H. Bake (nach II. versetzt) u. F. Walter — Seminar in Köthen ; F. Hermann — Roai- 
v-chule in Leipzig; -^ k. Jänicke — zu den Poltern: K. Zier — Post; H. Grabke u. i?. Graul 
Maschinenbau. 

lllb. G. Stockmann — Ks. Post; 0. Drude, G. Körte, G. Lüderitz -~ Gymnasien in Magde- 
burg. Bernburg, Burg; 0. Kopprasch u. A. Albrecht — Handlung. 

III r. G. Daimenberg — Seminar in Köthen; E. Külz, Fr. Gündel, R. Hühner — Hand- 
lung, Fr. Trebitz — Glaserei ^ U, Nickel —- Maschinenbau; 0. Zier — Landwirtschaft. 



V ^"^t ^L^''^^' ^Tl^"' ''''''*'^^ ■" ^y°'°- "^ H^lbe^stadt; Fr. Giese ohne Abschied zu 
nehmen; M. Hubner u. R. Peters - Privatunterricht; K llUng auf unsern Rath. 

IVr. G. Pappel — Gastwirtschaft; A, Bagcmann zu Verwandten; E. Förster u G Schir 
mer ~ Handlung; Fr, Zimmermann - Klempnerei; \K, v. Hartwig entfernte sich selbst! daher 
verwiesen. ' 

V. K. Reinicke u. R. Fritze (nach IV. versetzt) - prakt. Beruf; H. Gothe - Gymn in 
Halberstadt; A. Ahlemann, *Ju]. Saalheim, G. Engel -- prakt. Beruf; A. Meyer - Schule in 
Coswig; Fr. Dreyer — Privatunterricht. 

VI. Fr. Hermann u. Joh. Drude (nach V. versetzt), J. v. Germar, H. Pfannenberg - andre 
Schulen; K. Grabke — prakt. Beruf; E. Lange f. 

VII. E. Bartheis — Privatunterricht; G. Saalheim — Bürgerschule. 

VIII. R. Grafshoff — Bürgerschule; H. Schulz mit den Eltern nach Werdau. 

III. Pädagogium. 

Vorj. Programm schlofs mit 44 Zöglingen, zu Ostern gingen ab 13, traten 

ein 14, dazu später noch 3; es haben also dem Pädagogium während des Jahres 

üherhaupt 48 angehört. Im Laufe des Jahres gingen wieder ab 5, blieben daher 

43. Dieselben verteilen sich wie folgt: 

LX. P. Lutze (S. S.), H. Scholtz, Fr. Kunze, 11. Naumann. 

X. E. Siedersieben I, K. Neupert, G. Siedersieben IL W. Becker, W. Sieders- 
ieben III, A. Voigt. 

VIII J. Mittelstraß I, A. v. Wulffen, M. Roth I, U. Roth II, K. Mittelstraß II 
H. Roth III, H. Schmidt, A. Kuhle. 

VII. F. Nobiling I, R. Nobiling II, K. Schulze, A. Rönick, .i. .Nobiling ill, iL 
Müller, IL Herrklotsch. 

VI. II. Sommerlatte, Fr. Wendenburg, R. v. Koppelow. 

V. L. V. Ran mer, H. Naue, Fr. Stenzel. 

IV. M. Bolze, M. v. Monteton I, K. v. Montetou II, M. Friedrich. 

II. Fr. Krüger, Tf. r)ster\vitz, K Niemeyer, H. Kitzinger, 0. v. Rechenberg, P. 
Kohnert, Fr. Klefeker, W. Klefeker. 
Die Tutda der genannten ist wie folgt verteilt: 

GL. Franke: Nobiling 1. 11. lil. 

Insp. Greger: Becker, Kitzinger, Klefeker 1. iL, Kunze, Lutze, Rönick, Sieders- 
ieben I. IL IIL, Stenzel, Voigt, Wendenburg. 

Insp. Reiche: Bolze, Friedrich, Herrklotsch, Kohnert, v. Koppelow, Krüger, Kuhle, 
Mittelstraß L IL IIL, Müller, Naue, Naumann, Schnn'dt. 

Insp. Dr Köhler: v. Monteton I. IL, Neupert, Niemeyer, Österwitz, v. Raumer, 

V. Rechenberg, Roth I. IL IIL, Scholtz, Schulze, Sommerlatte, v. Wulffen. 

Unter vorstehenden 43 Alumnen haben 15 ihre Eltern (bez. Vormund) in 

Preußen, 1 in Mecklenburg, 1 seinen Vormund im Kgr. Sachsen; die übrigen 26 

sind Anhaltiner. 



32 

E:. JBeiiofieieii iiiici I^i-ämieii. 

I. a. Die für das Pädagogium bestehenden 9 Tischstipendien (2 zu 90, 
7 zu 60 Mark) waren sämmtlich vergeben. 

h. Von der Zahlung des Schulgeldes waren im letzten Viertel des Kalen- 
derjahres 58 befreit, also 16 X der sämmtlichen Schüler (21 X der Gymnasial- und 
Realschüler gegen vorj. 23 %). Söhne von Geistlichen und Lehrern waren darunter 
14. also 7 weniger als vor. Jahr. Choristen 37. 

c. Die Zinsen des 1853 gestifteten Jubelstipendiunis wurden wiederum 
zum Hauptstamm geschlagen. Dieser beträgt zur Zeit 900 Mark in LIlBriefcu 
und 226.«'^ ^laik in der Kreissparkasse; gegen 1874 Zuwachs 42,'-^ Mark. 

d. Aus den 66 Mark betragenden Zinsen der Wapenhensch-Stiftung (wozu 
noch kItMiiere Strafgelder, nichtangenommene Zeugnisgebühren vom Berichterstatter 
u. dgl. kamen) wurden folgende 12 Bücher verteilt: 

Obere Klassen : Tacit. Annales ed. Dräger, Cassei Hebräisches Lexikon. Mittlere Klassen: 
Köhlers Logarithmen, Sonnenburgs Engl. Grammatik, Jac. u. Seiler D. Gr. und Benselers Gr. 1). 
Wörterbuch. Untere Klassen: Kieperts Atlas antiquus, Ingerslevs Lat. D. und Heinichens D 
Lat. Wörterbuch. 

IL An Prämien erhielten zu Weihnachten (vergl. vorj. Progr. S. 13): 

1 Primaner: Mannhardt Deutsche Götterlehre; 4 Secundaner: Leitf. d. Kunstgescli., 
Lilienield Antike Kunst, Hebv. Bibel, Deutsche Bibel Ausg. von Dr J. Fr. von Meyer u. Dr R. Stier 
4 Tertianer: Cotta u. Müller Atlas d. Erdkunde, Rheinhardt Rom. Kriegsaltertümer, Seemann KI. 
Mythologie, llerodot ed. Stein V— IX; 3 Quartaner: Stoll Erzähl, a. d. alten Geschichte, Katzen 
stein Au^swahi d. Gedichte, Bibl. Altertümer: 4 Quintaner: Lange Erz. aus llerodot, Chr. Kir 
chengeschichte m. Ilolzschn., Willmann Lesebuch a. Homer, Gräbner Robinson; 2 Sextaue . 
Campe (Piaff) Entd. v. Amerika, Alberti M. Charinus; SSeptimaner: Cooks Reisen v. Reden 
bacher, Bibl. Naturgeschichte, Keck 1). Lesebuch; 2 Octavaner: Keck D. Lesebuch, Chr. v 
Schmids Ostereier; 1 Nonaner: Chr. v. Schmids Heinrich v. Eichenfels. 






1. Eiiiii;efiilirte Lehrbucher. 

Religion: (\ahver B. Gesch. IX. VIIL, Zahns B. Hist. VII-V., Anh. Landeskat. 

VI— 111.. Zerbster Gesangb. VI-L, Hollenberg IV— L, N. T. griech. II. 1. 
Deutsch: Leipz. Fibel IX., (Hopf u.) Paulsiek VIII— IIL (Hr.), Hoffnianns Mhd. 

Eiementargramniatik IIL, ^Wqv^, Material w. Heintzes Mhd. Lesebuch IL (L), 

Kluges Literaturgesch. L, Hoffmann - Schuster, Logik L 
Latein: Meirings Gramm. IVr. IHr., Bergers Schulgrammatik VI. V.. desselben 

Gramm. IV— H. (I. bisher nach Zumpt), dess. Stihstik II. L, Ostermanns 

Leseb. VI A dess. Vocabularien VI— IV., dess. Uebungsbücher IV. Hlb. 

Uli.. AVeliers kl. Herodot IVr., Haackes üebungsbuch Illa., Kotherts kl. 

Livius llii. r.reiers Lesebuch Hr., Stiers Vorschule lat. D. HI IL Seyfferts 

Palaestra Mus. lila— I. 



33 

Griechisch: Stiers Elemeiitarb. IV.. dess. Lesebuch Hlb., Curtius Grammatik 

m— L, Todts \ocabular HL, Böhmes Aufg. II I 
Französisch: Plötz Elementargr. V. IV., Gramm. HI -IL (bisher Ahn), Bertrams 

Lesebuch lllg., Herrig u. Burguy, France litteraire II I 
Englisch: Sonnenburgs Grammatik. 

Hebräisch: Gesenius-Ilödiger IL L, Brückners Leseb. H., Stiers Vocabular U I 
Lechnen: Blümeis Aufgaben VIH. IX., Stallbaums Rechenbücher VI V 
Mathematik: Reidts Lehrbuch nebst Bardeys Aufgaben IV— I 
Naturwissenschaften: Schilhngs kl. Naturg. V., Giebels Zoologie IVr IHr 

Franks Tabellen Hr., Kamblys Phvsik IL I. 
Geographie: Seydlitz kl. Schulgeographie VI. V., dess. Schulg. IV HI 
Geschichte: Jägers Grundrifs V. IV., Dav. Müllers Abrifs d. D. Gesch. HL. dess 

Gesch. d. Altertums H., W. Herbst I. (bisher Dietsch). 

11. Verfoilirnjr der Lehrgegeiistäiide nach den Klassen. 



Keligion 



Deutsch 
I Lesen 



Schreiben 
I Zeichnen 



Singen 



I uruen 



Anschauung 
Naturwissensch. 
''eugraphie 
Jeschichte 

I Rechnen 



IX. 



9(10) 



VIIL 



o 
O 



4 

3 



VIT. 



lL 



' 



Mathematik 
I Latein 



I Französisch 
'Griechisch 

I EngUsch 
^Hräisch 



3 
4 
3 
4 



VI. 



3 
3 



V. 



3 
2 

1 
2(1) 




5 



2 
2 

1 
2(1) 



IVr 



8 



2 

2 
2 



o 
O 



III r 



2 
3 



9 



19 (20) 



20 



10 



10 
3 



2 

2^ 
2 

9. 



2 
2 



II >■ 



2 



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2 

2 



2 

2 



4 



2 

(1) 



IVr/ 



9 

2 



2(3) 



6 

2 

2 

J_ 

4 



1 
2 

1(2) 



III r/. 



2 



2 



2 



5 



6 



24 33 (32) 



34 (33) 



35 (36) 



35 (36) 



4 



2 

3(2) 



2 

1(2) 



"5' 



2(3) 



3(4) 



2 

ML 

2(3) 



2 (1) 
1 



3 



-i- 



35 (37) 



IG 
2 



10 
2^ 

6 



2 

(1) 



2(3) 



2 
3 



-_._-_ 



37 (38) 



35 (36) 



3(4) 
10 
2_ 
6 



9 
2 



m. 



m. 



34 (39)35(39) 



5 



34 



35 



!!!, Verteilüiiir der Lectioüni iw. ^HiihTliaHijabr»'. 

(S. Schiuiötabelle.j 

IT, I »iMTNiiiii ihr «lurih'i'MHHiiiiH'iH'H lf]irpf!i«n. 

A. Voüklassen, und B. Untere Klassen, wie im vorigen Jahre. 

. C. Realklassen. 
III. Klasse (Realqiiartai. Oid. CiL I ranke. 
Religion: Einfuhr, i. d. Gebrauch der Bibel, A. T. bis Samuel einschl. (Hol- 
lenberg § 1—25), Geogr. Palästinas. Landeskatech. § 1—120 (Glaubenslehre) nebet 
Sprüchen. Lied 2. 5. 9. 27. 32. 50. 51. Betche. — Deutsch: Lehre vom einf. 
u. zusammeng. Satze nach d. Anh. des Lesebuches; Interpunctionslehre, orthogr. 
Uebungen. Anleitung zu kleinen Aufsätzen, Declamation. S. Beiche, W. Meyer, — 
Latein: Wiederh. u. Befestigung der Formenlehre, Synt. § 380—407: Vocabel- 
lernen und Uebersetzungs-üebungen nach Ostermann; Leetüre nach AVellers Hc- 
rodut. Onl. - Französisch: Plötz I § 61—112, II § 1—23; Lesestücke I über- 
setzt und gelernt, schriftl. Uebungen. Ord, — Rechnen: Bruchrechnung, Regel- 
detri, Zinsrechnung, Decimalbrüche. Mathematik: Planimetrie (S. 3, W. 1). 
Winkel, Seiten u. Winkel der Dreiecke u. Vierecke, Linien u. Winkel beim Kreise. 
Reidt I-IV. Arithmetik (S. 1, W. 3), Rechn. mit allgemeinen Zahlen bis zu den 
ganzen Potenzen. S. Eildebrand, W. Meijer. — Naturgeschichte: S. Botanik 
mit Ptlanzenbcstinimungen. Hummel. W. Menschliche Körper, Wirbelthiere, bes. 
Deutschlands. Meyer. — Geographie: Europa im allgemeinen politisch; Karten- 
zeichnen. Geschichte: Rom. Geschichte von 753 bis zur Kaiserzeit. S. Ord. 
W. Hüdehrand. — Zeichnen. — Schreiben. — Singen. — Turnen. 

n. Klasse (Realtertia!. On!. <.L lamprcflit. 
Religion: Alttest. Heilsgeschichte mit Hervorhebung der Psalmen und der 
Apostelgeschichte (Holl. ^ 24-43. 83—91), Katech. 1—120. 252-277 neb^t 
Sprüchen, Lied G. 18. 30. 31. 34. 40. Reiche. — Deutsch: Gramm. § 69-213. 
Lesung u. Besprechung passender Stücke, Declamation; Aufsätze nach Anleitung. 
S. Frlnl'e, W. Reiche. - Latein: Gramm. 380 — 547. Rotherts Livius II, 1—5'). 
Schriftl. Uebungen nach Ostermann für Quarta. Krause. — Französisch: An- 
fangs Ahns Gramm. i:j 114 ff., später Plötz H, 23-45. Michaud prem. croisado. 
Schriftl. Uebungen. Anfangs Corte, später Franke. — Englisch: Gramm, bis U 
22 einschl. Lesestücke daraus memoriert, sowie Gedichte aus dem Anhange. W. 
Scott Tales of a Grandfatlicr eh. 5-8. Schriftl. Uebungen. Franke. - Rechneii: 
Geom. Proportionen, Kettensatz, Terminrechnen, Analysis von Aufgaben; Kopt- 
rechnen und schriftlich. Mathematik: Geom. Proportionalität grader Lmieii. 
Aehnlichkeit u. Gleichheit der Figuren, Umfang und Inhalt des Kreises. Arithra. 
Wurzeln, Bruchpotenzen, imaginäre Größen, Gleich. 1. u. 2. Grades. Ord. — ^'^' 
tur'^eschichte: S. Botanik n. d. natürlichen Systeme, W. Gliederthiere. Ord,- 



Geographie: Deutschland nebst angrenzenden Ländern politisch. 
Deutsche G. bis zur neuesten Zeit. Warmlold. — Zeichnen. - 
Turnen. 



Geschichte: 
Singen. — 



I. Klasse (Realseeiiiida). Ord. 0hl. Dr Krause. 

Religion: Einleitung über Kanon u. s. f. Neutestamentl. Heilsgeschichte mit 
Charakteristik der Quellenschriften, synopt. Lesung der Evangelien. Kirchenlieder 
wiederholt. Höfer. — Deutsch: Dispositionsübungen und Aufsätze*); Vorträge 
prosaischer und poetischer Stücke aus Hopf u. Paulsiek II: Lesung und Bespre- 
chung Schillerscher Dramen. Ord. — Latein: Gramm. ^ 548 — 723 (Tempora, 
Modi, Or. obliqua u. dgl.). Exercitia und Extp. nach Ostcrmann für 111. Breiers 
Lesebuch 1—38, 167—174, einzelne Horazische Oden. Ord., stundenweise im S. 
Dir. — Französisch: Anfangs Brandon ^^orschule der frz. Conversation: Phra- 
seologie; Grammatisches nach Bedürfnis: Vortrag meist in frz. Sprache. Corte. 
Später in Vertretung Franke, seit Mich. Wiederholungen aus der Formenlehre, 
Wortstellung, Subjonctif und Particip, zuletzt nach Plötz II. Exercitien und Ex- 
temporalien; Gelesen: Wafilard et Fulgence, Le voyage ä Dieppe; Melesville, Le 
bourgmestre de Sardani. Zipjyel — Englisch: Befestigung der Formenlehre, Syn- 
tax 23 bis zu Ende. Schriftl. Uebungen (Exerc. u. freie Extemporalien). Gelesen: 
Scotts Tales of a Grandfather uiul Shakesperes Macbeth mit Auswahl. Franke. — 
Rechnen: Anwendung der Logarithmen auf Zinseszins- u. Rentenrechnung, Wie- 
derholungen aller Art. Mathematik: a) Trigonometrie und Stereometrie, h) Lo- 
garithmen, Gleichungen 2. Gr. mit mehreren unbekannten, Exponential- u. Diophan- 
tische GL, Progressionen. Lamprechf. — Xaturgeschichte: Anatomie und Piiy- 
siologie der Pflanzen: Uebungen im bestimmen nach Franke; Krystallsysteme und 
die wichtigsten Mineralien. Chemie: Anorganische Ch. Lamprecht. — Physik: 
S. Allgem. Eigenschaften der Körper, Phorometrie. Lamprecht. W. Statik u. Me- 
chanik der festen, flüssigen und luftförmigen Körper. Meyer. — Geographie: 
S. Nord- und Osteuropa, W. Amerika und Australien: Wiederholungen: Karten- 
zeiclmen. Geschichte: Griechische und Römische Geschichte bis 476 n. Chr. 
nach D. Müller. — Zeichnen. -— Turnen. — (Singen). — 

D. Gymnasialklassen, 
niiarta. Ord. OL. Dr Iföfer. 

Religion: Einleitung in den Gebraucli der Bibel: alttcstamentl. Geschichte 
bis Samuel einschl. mit geogr. u. archäologischem, sowie unterstützender Lectürc. 

^) D. Aufsiitzo in Realsecunda: 1. Charakteristik Siegiricds uacli dem Nibelungenliede. 
- 2. Armuth ist oft besser als Reichtum (Disposition). — 'd. Der Strom ein Bild des raensch- 
iiclien Lebens (Disposition). — 4. Inhalt des I. Auizuges des Scliillerschcn Wilh. Teil — 5. Co- 
"olan, Erzählung nach Livius. — G. Die Sedanieier (Brief). — 7. 8. Der Cid nach Herder, in 
zwei Teilen. — 9. Inhaltsangabe von Schillers Glocke. — 10. Neujahrsgedanken. — II. Die Welt- 
^^thopfung nach Ovid und nach der Bibel, eine Vergleichung. — 12. Die Sage von den vier 
»Vcltaltern. 

5* 



Ml 

Landeskat. 1—120. Lieder wie IVr. Ord. — Deutsch: Vom eiiif. und vom zu- 
sammenges. Satze nach Hopf u. Paulsiek; Lesung u. Vortrag von Gedichten, Dic- 
tate, kleine Aufsätze nach Anleitung. S. Ord. W. Meyer. — Latein: Gramm. § 
108—181. Vocabellernen und Uebersetzungsübungen ; Nepos Ausg. von Völckei: 
Thrasybulus, Conon, Agesilaus, Pelopidas. Epaminondas, Iphicrates, Timotheu^>, 
Phocion. Ord. — Griechisch: Formenlehre nach Stiers Eiern. 1—144 mit unter- 
stützender Leetüre, schriftl. Uebungen nach Bedürfnis, zuweilen Formenextempo- 
ralien; Vocabellernen. KöJder. — Französisch: Formenl. nach Plötz 60—112 
mit schriftl. Uebungen. S. Zij>peL W. Greger. — Rechnen': Wiederholungen, ge- 
wöhn!, und Decimalbrüche ; Regeldetri, Zins-, Verlust- und Mischungsrechnun-. 
midebrand. — "Mathematik: Planimetrie Reidt 1—17. S. Baumgarten. W. Eüde- 
brand; Arithmetilv; r.uchstabenrechnung der 4 Grundoperationen nach Reidt und 
Barde'v. lUhhhraud. — Geographie: Europa (physisch und) politisch; Karteii- 
zeichnen. Geschichte: Römische G. bis Augustus, nebst geographischer Uebei- 
sicht. S. ZippeL W. Meyer, — Schreiben. — Zeiclmen. — Singen. — 
Turnen. 

rutertcrtia. Onl. (.1.. WaraslK»!'.!. 
Religion: Alttest. Gesch. von Saul bis zu Ende, neutest. bis zur Bergpre- 
digt einschl., Apostelgeschichte. Palästina zu Jesu Zeit. Katechismus Wiederholungen. 
Lieder 31. 34. 40. 43., andre wiederholt. Höfer. — Deutsch: Gramm. § 182 bis 
213: Vorträge in Prosa und Poesie, Lesung und Erklärung von Gedichten: Auf- 
sätze. Ord. — Latein: Gramm. § 182—258 nebst Wiederholungen; mündl. mid 
schriftl. Uebersetzungsübungen. abweehs. Exerc. und Extemporahen; Vocabellernen; 
Caesar B. G. VI. VII.. einzelnes memoriert. Ord. 2 St. S. Siebeiis Tiroc. poet. 
W. Ov. Metamorphosen (Auswahl von Siebehs), Philemon. Erysichthon, Acheloos 
und iicrakles. Nessos. Tod des Herakles. 1 St. Prosodik und :\Ietrik. Tir. p. 
1—15 in Auswahl; Hexameter und Distichen. KöJder. — Griechisch: Gramm. 
1—224 und 302—319, mündl. und schriftlich' eingeübt. \ ueabellernen Todt 1— 42. 
Gelesen Lesebuch 21—80 mit Auswahl, sodann die Thaten des HeraMes. Ord. — 
Französisch: Plötz H, 1—49. Ausgewählte Stücke aus Bertram, schriftl. Ue- 
bungen nach Bedürfnis. ZippeL — Mathematik: S. a) Aufgaben von den Vier- 
ecke^ii, h) Potenzen, Gleichungen 1. Gr. mit 1 unbekannten. W "■ Proportionali- 
tät grader Linien, Aehnlichkeit der Figuren, Flächeninlialt gradliniger Figuren; 
Reidt § 26—38. Aufgaben, h) Gleichungen 1. Gr. mit mehreren und 2. Gr. mit 
1 unbekannten. R. 22-27, 32-35. Aufgaben. Ilildehrand. - (Geographie: 
Deutschland physisch und politisch; Kartenzeichnen. Geschichte: Deutsche U. 
von der ältesten bis zur neuesten Zeit. Ord. — Zeichnen. — Singen. - 
Turnen. 

«hertertia. Onl. i%V. Dr /JpiM'l. 
Latein: Gramm. 232—341. Mündl. u. schriftl. Uebersetz. aus Haacke. Cae- 
sar B. G. VI. VII. Civ. I, HI, 1-19. 41-101. Ord. 2 St. Dichter. S. Ur. Mc- 



37 

tarn. (Siebeiis) S. 13. Niobe, 14. Lykier, 15. Boreas, 16. lason, 17. Dädalos, 20. 
Meleagros. Dir. (W. mit Illb combinirt, s. d.) 1 St. lat. Prosodik und Metrik: 
Distichen. Director. — Griechisch: Gramm. 320—328. Xen. Anab. I— lU. Vo- 
cabellernen nach Todt. Seit Neuj. Hom. Od. I, 1—200. Extemporahen u. Exer- 
citien. Ord. — Französisch: S. Plötz II 24—49. Ord. (W. comb, mit Illb, 
s. d.). — Mathematik: S. a) Potenzen und Wurzeln, Gleichungen 1. Gr. mit 1 
u. m. unbekannten, h) Aehnhchkeitssätze, Pythagoräer. W. a) Gleichungen 2. Gr. 
mit 1 unbek. , b) Proportionalität grader Limen , Aehnliclikeit und Flächeninhalt 
gradhn. Figuren; Aufgaben. Hildebrand. — 

In allem übrigen (Pteligion, Deutsch, Geographie u. Geschichte, Zeichnen, Sin- 
gen Turnen) mit Illb combiniert; w. s. 



Seciuida. Onl, Prof. hiiiilsrlier. 

Religion: Einleitendes über Kanon u. s. f. Neutest. Heilsgeschichte (Leben 
Jesu) mit histor. Einleitung und synopt. Lesung aus den Evangelien im Urtexte; 
Charakteristik der übrigen Schriften; Kirchenlieder wiederh. Höfer. — Deutsch: 
Mild. Grammatik, Nibelungen 1 — 1081, Lieder und Sprüche Walthers; Vorträge 
pot'tischer Stücke und pros. über Gudrun, Hermann und Dorothea u. a. Disponier- 
übungen und Aufsätze '). Höfer. S. 1 St. mit I zus. Schillers Wallenstein gelesen. 
Kindscher. — Latein: Gramm. 182 bis zu Ende, mit den nöthigen Wiederholun- 
gen; seit Pfingsten Stilistik (Subst., Adject., Pronomina. Partikeln, Vcrba, Perioden- 
bau, Wort- u. Satzstellung). Mündliche Uebungen nach Süpfle II, schriftliche (Ber- 
ger, Hemmerling, Nägelsbach u. a.) meist in der Klasse. Cic. Catilinariae (Halm), 
Sallusti Catilina (Jacobs), Liv. XXIV—XXVI (Weif-ienborn) in Auswahl. Ordin. — 
2 St. Rom. Elegien aus Tibull, Properz, Catull (nach Volz Auswahl) ; Verg. Aeneis 
III FV (Ladewig) zum Teil. Hammer. — 1 St. Prosodik u. Meti'ik: Distichen nach 
lat. oder deutsch gegebenem Stoffe: Sapphische u. Alkäische Strophe. Director. — 
Griechisch: Gramm, g 361—443. 469 — 558. Xen. Kyrop. II — VII in Auswahl. 
Mündl. u. schriftl. Uebungen nach Böhme u. a. Director. — 2 St. Hom. Od. I — IV, 
(Faesi). Hammer. — Hebräisch: 11^) Formenlehre bis V.m. qu. mit Ausf^hlufs der 
Nomina anomala u. Zahlwörter, Vocabellernen nach Stier la, unterstützende Leetüre 
u. schriftliche Uebungen. IIa) Vervollständigung der Formenlehre, Vocabellernen 



^) D. Aufsätze in Secunda: 1. Wie ist das Heer Waüensteins zusamniengcsetzt ? — 
2. a) Die Verdienste des Themistokles um Athen (nach Nepos). h) Der Vcrrath des Pausanias 
(nach denis.). — 3. Deutschland nacli Cäsar gescliildert. — 4. aj Die Frauen in Schillers Ttll. h) 
Das Elfenreich nach Shakesperes Sommernachtstrauin. — 5. a) Es siegt inuner und nothwendig 
die Begeisterung über den, der nicht begeistert ist (mit Benutzung passender Teile aus der Chrie). 
0) Was ist Mitleid? Entwicklung des Begriffs, c) Die Schlacht bei Hericourt. — ü. Wo viel 
Licht, ist auch starker Schatten. — 7. Gehen hat wol so viel ausgerichtet als Laufen (Fischart). 
— b. Kalypso und Prünliilt. — 9. Die Jagd im Nibelungenliede. — 10. uj Die Kamijfspiele der 
Griechen und die Turniere des Mittelalters, h) Der ältere Brutus, Teil und Hamlet — eine Ver- 
gleichung. — 11. Kriemhilt an der Leiche ihres Gatten, eine Ethopöie (in der Klasse). — 12. 
Wahlstreit. Erklärung des Gedichtes Walthers v. d. Vogehveide Ich aa^ u. s. w. 



38 



39 



nach Stier IIb, Josephs Geschichte: schriftl. Uebuiigen. Die Abteilungen waren 
im Sommer meist nur in einer, im Winter meist in beiden Stunden combiniert. 
Director. — Französisch: Anfangs gramm. Wiederhokmgen ; Sprechübungen bei 
der Erklärung der Leetüre (Herrig u. Burguy), Schillers 30j. Krieg. Aufsätze ^). 
Corte. Später S. 1 St. W. 2 St. Lehre vom Subjonctif, Participe, Article, Pronom, 
zuletzt nach Plötz IL Thiers, Mignet, Michaud nach Herrig et Burguy; schriftl. 
Uebungen nach Bedürfnis. Zipfel — Mathematik: S. Gleichungen 2. Grades 
mit 1 oder 2 unbekannten; Logaritlimen, Exponentialgleichungen. W. Beendigung 
der Planimetrie nach PiCidt. Gleichungen 2. u. 3. Grades; Diophantische Gleichun- 
gen: Aufgaben und Wiederholungen. Physik: Allgem. Eigenschaften der Körper; 
Phorometrie; Akustik. Lamprechf. — Geographie (alte): Griechenland, Klein- 
asien, Africa, Spanien. Gallien, Germanien, Italien. Die Erde in ihrem Ver- 
hältnis zu Sonne und Mond; über das Planetensystem. Hammer. — Geschichte: 
Orientalische und Griechische bis zum achäischen und ätolischen Bunde (D. Müller 
1_109). Kollier. — Zeichnen. ~ Turnen. — (Singen.) 

Piima. Olli. 1'rof. lir Hammer. 
Religion: Glaubenslehre aj die Grundbegriffe der Lehre Jesu, b) die Haupt- 
punkte der Lehre Pauli mit genauer Lesung des Galaterbriefs (Urtext), c) Fort- 
entwickelung der Hauptiehren bis zumXicenum; cI) fortgeführt bis zur Augustana; 
Hollenb. 247—281. Einprägung der Beweissprüche. Höfer. ~ Deutsch: 1 St. 
comb, mit II, w. s. 3 St. Logik nach Hoffmann- Schuster. Literaturgeschichte 
nach Kluge 1-34 Mhd. Leetüre zur Ergänzung. Disponierübungen. Aufsätze '^). 



1) Frz. Aufsätze in Secunda: 1. La vie de Camille. 2«. Comparor Ciceron a Dc- 
mostliene. h. Quels soiit les moraents les plus remarquables dans la vie de Cicerou? Corte. 

^) D. Aufsätze in Prima: 1. Die drei Eutwicklungsstufen der Schillcrschen Johanna 
j'Arc. — 2 a. Charakteristik der 7 Könige Roms. b. Warum entspricht das Ende des 2. pun. 
Krieges so wenig dem Anfange ? c. Zenobia , die Beherscherin Palmyras. d. die Bedeutung der 
Völkerwanderung für das Mittelalter und für die Neuzeit. — 3. Auf gradem Weg ist niemand 
unujekonimcii (Goethe Z. X.). — 4«. Welche Bedeutung hat das Wort Unglück schläft Glicht? 
h. Das tragische in der Gestalt des M. Posa. c. Welchem Zwecke dienen die einzelnen Scenen 
in WaUemtcina Lager? d. Und setzet ihr nicht das Lehen ein, Nie ivird euch das Lehen ge- 
wonnen sein! e. Nennt Goethe mit Recht Leichtsinn den holden Gefährten der Jugend? — 
5. Ben Zufall gibt die Vorsehung — zum Zwecke MiiJ's ihn der Mensch gestalten (Seh. Don 
Carlos). — C. Und so lang du das nicht hast, Dieses „stirb und werde !'^ Bist du nur ein 
trüber Gast Auf der dunkeln Erde (Goethes WO. Divan). — 7. Welche Hülfsmittel hat die Ju- 
gend das praeceptum Pythicum zu befolgen? — 8«. Wer ist in Emilia Galotti die Hauptperson? 
b. Charakter des Grafen Appiani. c. Charakter Marinellis. d. AVodurch verräth sich im Dichter 
der Em. Gal der Verfasser des Laokoon? e. Warum tötet in Lessings Ein. Gal. Odoardo 
seine Tochter und nicht den Prinzen? f. Wodurch unterscheidet eich Lessings Em. Gal. von 
der Erzählung bei Livius 3, 44 sqq. ? g. Warum hat die Gräfin Orsina nach Schlofs Dosalo einen 
Dolch mitgebracht? h. In wie fern erscheint Emilias Tod dichterisch hinreichend begründet? 
Dialog nach dem Vorbild von Goethes Gespräch über Wahrheit und Wahrscheinlichkeit der 
Kunstwerke. — 9«. In wie fern hat Lessing den von ihm Ilamb. Drara. 46 aufgestellten Kanon, 



Kindscher. — Latein: Stilistik nach Berger § 1—6 und 64—137. Cic. de officiis 
I (0. Heine), Tac. Agricola. Dialogus (Halm). Cic. Verr. IV (Halm). Aufsätze»), 
Exercitia nach Seyfferts Materialien; Extemporalia. Ordin. — 3 St. Plaut. Trinu- 
mus (Brix). Horat. Carm. I (II privatim). Sat. I, 1. 6. 9. II, 6. Metrische Ue- 
bungen, bes. Disticha in Stofferweiterung. Director. — Griechisch: Gramm. § 
507 bis zu Ende. Hom. Iliad. I— VI (Faesi). Demosth. Olynth. III (Rehdantz)"! 
Soph. Ajas (Wolff). Plat. Apol. Socratis (Cron). Exercitia nach Böhme, Extem- 
poralien. Ord. — Hebräisch: Gramm. Synt. § 121—143 in Auswahl. Richter 
I— XII. 2. Samuel. I. XXIL Psalm. 8. 18. 104. 121 ff. Vocabellernen nach sachl. 
Principien, kl. Exercitien. Anfangs Cortej später DiVec^or. — Französisch: Anfangs 
1 St. Herrig u. Burguy, 1 St. Lessings Dramaturgie. Grammatisches, stilistisches 
überall wo nötliig, Vortrag in franz. Sprache. Corte. Dann vertretungsweise mündl. 
Uebungen. Director. Seit Mich, grammatische Wiederholungen, zuletzt nach Plötz 
II. Molieres les femmes savantes) Racine, Britannicus -, Exercitien und Aufsätze ■■^). 
Zi^pel — Mathematik: S. a) Stereometrie bis zu den Oberflächenberechnungen. 
h) Logarithmen, Gleichungen 1. 2. 3. Grades, so wie Diophantische. W. a) Tri- 
gonometrie, Combinationslehre, binomischer Lehrsatz; Ergänzung der Stereometrie. 
h) Gleichungen u. Reihen. Physik: S. Optik, W. Statik u. Mechanik; Aufgaben. 
Hildebrand. — Geschichte: Mittelalter nach R. Dietsch II 22—168. Wiederhol, 
der römischen, sowie der orientalischen und griechischen Geschichte, gelegentlich 
auch der vaterländischen Geographie. Krause. — Zeichnen. — Turnen. — 
(Chorsingen). 



Einheit der Handlung sei das erste dramatische Gesetz, Einheit der Zeit und Einheit des Orts 
gleichsam nur Folgen aus jener, in seiner Em. Gal. selbst befolgt? b. In wie fern ist die letzte 
Scene in der Em. Gal. zur völligen Rnndung des Stücks (vgl. Hamb. Dram. 16) unentbehrlich? 
c. Welchen Moment würde die bildende Kunst (vgl. Lessings Laokoon IG) aufzufassen haben, 
wenn sie den Eindruck des ganzen Schillcrschen Dramas Wallenstein in einem Anblick vereinigen 
wollte? d. Die Schweden in der Trilogie Wallenstein, e. "Woran scheitert Wallensteins Unter- 
nehmen? f. Disposition der Einleitung zu Schillers Geschichte des Abfalls der Niederlande, 
g. Disposition der Einleitung zu Schillers Geschichte des 30jährigen Krieges. — 10. Abiturienten- 
thema; Ueber Buttlers Wort in Wallensteins Tod 4, 2: Wo viel Freiheit, ist viel Irrtum. 

^) Lat. Aufsätze in Prima: 1. Bellone an pace clariores fuerint Athenienses (i. d. Klasse). 
2. Pietatis esse clarorum virorum memoriam conservare iustisque laudibus prosequi. — 3. Virtute 
Miltiades, prudentia Themistocles, iustitia Aristides res Atheniensium firmaverunt et auxerunt. — 
4. Aristotolis illud OL' navTog ccvöoog (ftgeiv ^vw^iav explicetur et comprobetur. — 5. Irani 
inimicissimam esse consilio, Agamemnonis et Achillis exemplo comprobetur. — G. Quo iure dixerit 
Livius, nullam unquam rempublicum bonis exemplis ditiorem fuisse (juam Romanam. — 7. De 
Paridis et Menelai singulari certamine. — 8. Suae quemquc fortunae niaxime paenitet. — 9. Vic- 
toriam Marathoniam non exitum belli sed multo raaioris causam fuisse. — 10. Quantum valeat 
constantia Demosthenis exemplo demonstretur. 

^) Franz. Aufsätze in Prima: S. 1. Personne ne peut insulter impunement aux prejuges 
^le son siede. — 2a. Quels sont les faits les plus remarquables du regne de Constantin le Grand? 
h. Don Carlos tel que le connait l'histoire et tel que le represente Schiller. Corte. — W. 3. Seconde 
guerre punique. Zippel. 



i(l 



41 



/ 



Zeichenunterricht. 
Der Zeichenunterricht umfafst geometrisches und Freihand -Zeichnen, 
und ist das copieren grundsätzlich ausgeschlossen. Das Freihandzeichnen wird 
in 3 aufeinander folgenden Stufen nach den unteren (I.), mittleren (II.) und oberen 
Klassen (III.). erteilt. Auf der IL Stufe beginnt mit der Tertia das geometri- 
sche Zeichnen; dasselbe wird in jedem Jahre drei Monate ausschließlich getrieben. 
In jeder Klasse besteht der Unterricht aus einem theoretischen und einem 
praktischen Teile; im allgemeinen geht diesem jener voraus. Auf der untersten 
Stufe (VI. V.) dient für den praktischen Unterricht einzig die Schultafel, an welchei 
die darzustellenden Formen (zumeist Muster) nach den Angaben des Lehrers von 
Schülern vorgezeichnet werden. Auf der zweiten Stufe wird nach llolzmodellen. 
auf der ersten nach Gipsmodellen gezeichnet. Die unterste Stufe behandeil 
die ebenen Gebilde, darum auch die ebene Formenlehre vorausgeht; die beiden 
andern Stufen behandeln die Körper, denen in Quarta und Tertia die räumliche 
Formenlehre mid im Anschlufs daran die Perspective vorausgeht. 

Die Darstellungen werden sünimtlich ausgeführt und zwar vermittelst Schraf- 
iieren> in Sexta, Quinta und Quarta, vermittelst des AVischers (auch Toni)ai)ier) in 
den drei anderen Klassen. In der Sexta kommen nur heile Schrafticrungen in Aii- 
wenihmg (jedoch eng und weit), in der Quinta helle und dunkele. Die Sexta um- 
fafst au'ssclilielölich geradlinige Figuren, die Quinta gerad-, gemisclit- und krumm- 
linige. 

in der Quarta werden die geraden Linien, die geraden Fläclien und die Vo- 
lyeder besprochen und dargestellt; in der Tertia die krummen Linien und die 
krummen Flächen (Cylinder, Kegel, Kugel und Umdrelmng.>Hüehen, convex unl 
concav). Nachdem mit der zweiten Stufe das Studium der einfachen Formen be- 
endet ist, beginnt die dritte Stufe mit dem Zeichnen nach Ornamenten in Secunda 
und endet mit der Darstelhmg der Antike in Prima. 

Die Pensen im geometrisclien Zeichnen sind folgende: Tertia, zweite 
Abteilung: die wichtigsten Constructionen der Ellipsen; erste Abt. Constructioneii 
der Parabel, Hyperbel Spirale, Evolvente und der Cycloiden. Secunda: Paral- 
lelprojection : und zwar die zweite Abteilung Darstellung der Körperparallele drr 
ersten Projectionsebene (jedoch ohne gegen die zweite Projectionsebene geneigt 
zu sein) und parallel der zweiten Projectionsebene (jedoch ohne gegen die erste 
i'rojectionsebene geneigt zu sein), sowie im Entwerfen architektonischer Gebilde 
im Grund- und Aufrils. Die erste Abteilung setzt letzteres fort und erhält die 
ebenen Schnitte der Körper (besonders die Kegelschnitte) hinzu. Prima. 1. Pu- 
rallelprojection : Darstellung der Körper in geneigten Stellungen sowie die An- 
fänge der Schattenconstruction. 2. Centralprojection unter Anwendung von Grund- 
und Aufrif<. Letztere wechselt mit der Parallelprojection ein Jahr ums andere ab. 
Obiger Lehrplan ist im geometrischen Zeichnen fast vollständig, im Frei- 
handzeichnen bis Tertia einschlicldich in Ausführung gekommen. 



In den Klassen I-IV, verteilt in 3 Abteilungen, Geräth-, Frei- und Ord- 
nungsübungen, jede Abt. 2 St. wöchentlich. Die Vorturner erhielten in 1 St 
wöchentlich neben dem Unterrichte in den Turnübungen noch besondere Unter^ 
Weisung im Stoß- und Hiebfechten. Krause. 

In Quinta und Sexta S. je 2, W. je 1 St. wöchentlich Vorübungen aller 
Art. Baumgarten» 

Singe n. 
Vom Gymnasialchor (I-IV) wurden eingeübt und vorgetragen • S 1 Lieder 
und Gesänge von Abt, Möhring, Mendelssohn, Mozart. 2. Motetten von Haydn 
Mohring, Rmk. 3. Aus Oratorien a. Verlorn. Paradies von F. Schneider- Duett 
und Chor, b. Messias von Händel: Chor. - W. 1. Motetten und Psalmen von 
Haydn, Mohring u. a. 2. Melodramatisches Gedicht, das Sieaesfest von Schiller 
comp, von Fr. Stallbaum. Stallbaum. ' ' 



€r. I^eife]>Tiiriini>'. 

Mit den Primanern des altern Jahrgangs, welche sich zum dießmaligen Ter- 
mme gemeldet hatten, wurde die schriftliche Prüfung 30. Jan. bis 6. Febr. abge- 
halten; die Aufgaben waren folgende: "^ 

1. Deutscher Aufsatz. Ueber Buttlers Wort in Wallenstems Tod 4. 2: .Wo 
viel Freiheit, ist viel Irrtum." " 

2. Französ. Aufsatz. Causes, cours et issue de la guerre de Sept ans. 

3. Mathem. Aufgaben. I. Von einem Dreiecke sind zwei Winkel a und /? 
und der Radius des einbeschriebenen Kreises gegeben. Wie groß sind die Seiten v 
r. = 59^^ 57' 47,7'- /^ = 58 ^> 6 ' 33,2": Ö = 15. - IL Zwei grade, regel- 
mäßig dreiseitige Prismen durchdringen sich so, dafs ihre Axen rechtwinklig zu 
emander stehen und eine Seitenfläche des einen mit einer des andern in eine 
Ebene fällt. Welche Oberfläche und welchen Inhalt hat das beiden Prismen ge- 
meinsame Körperstück V Grundkante der Prismen a = 7,023, •>• — HL In einer 
geometrischen Reihe von vier Gliedern ist die Summe der "ungeraden Glieder 
gleich 156, die der geraden 780. Wie heißt das Anfangsglied und der Quotient der- 

.selben? - IV. a) x'^+G y'^ - 6 x v -4- 9 v - 5>. v - 10 ^i ^:^^ + >' 26 



6 X y -f 2 X ~ 3 y 



18. b) 



X y o 

Nach derselben trat einer der Examinanden von der Prüfung zurück: am 
Schlüsse der mündlichen wurden folgende fünf für reif erklärt : 

1. Emil Kaiser, Sohn des verst. Lehrers K. hier, ev. P,ek., 19] Jahr alt, 
1^ J. auf unsrer Schule, 2 in Prima. Er gedenkt Xaturwissenschaften in Heidel- 
berg zu studieren. 

2. Gotthold Menze, Sohn des Cantors M. in Ballenstedt, ev. Bek., 20.i J. 
^^t, auf unsrer Schule, 2 in Prima. Fr beabsichtigt in Leipzig neuere Spra- 
^lien und Naturwissenschaften zu studieren. 



4t 

3 Otto Nindel, Sohn des Gasthofsbes. N. hier, ev. Bek, 20| J. alt, 11 auf 
untrer Schule, 2 in Prima. Er will Philologie in Leipzig studieren. 

4 Paul Lutze, Sohn des verst. Sanitätsraths A. Lutze in Köthen, ev. Bek., 
22 J. alt, 2i auf unsrer Schule, 2 in Prima; beabsichtigt in Heidelberg die Rechte 

zu studieren. _ ^. , , . tt n c 

5 Maximilian Bolze, Sohn des verst. Pastors B. zu Dieskau bei Halle a. S., 

ev. Bek., 22 J. alt, 1 auf unsrer Schule (vorher in Halle), 2J in Prima. Er ge- 
denkt Mc die in in Halle zu studieren. ,. r. r 

Unter ihnen erhielten Kaiser, Nindel uml Lutze die Reife auch mi 

Hebräischen. . , .^ r i i 

Die Themata der von ihnen gelieferten Valedictionsarbeiten waren folgende: 

1 Kaiser: „Es bildet ein Talent sich in der Stille, Sich ein Charakter in dem Stron. 
der Welt." 2. Menze: Das Ethische im Nibelungenliede. 3. Nindel: Tr^g ccgerr^g idocoTC 
t9-€ol >Tpo;r«öon^£i' £»^^xfa' «»9-«mr(U (dissertatiuncula latina). 4. Lutze: Les merites de, 
M. Opitz davs Ja mhature aUewande. 5. Bolze: Ciceronem et occupatnm et otiosum cimhn.^ 

II. .Viioiuliiuii^ <ler iHleiitlielieii l^rUriiiigren. 

W\mU\% den Iß. Miirz 

von 2 Uhr ab: 
Vorklassen: 

Nona: Declamation, Anschauung, Lesen j -r , rr r 

c;,.^-^» \ ... Lehrer Hummei. 
Nona u. ()( tava: Singen / 

Octava: Deutsch, Rechnen, Declamation 

Septima: Declamation. Geographie, Bibl. Geschichte . . . • Lehrer Midier. 

>lilhKU'li dm 17. März 

8—12 Uhr: 
rpc:'ino- /erbster Ges. 442, L 4. ii. ü. \V Wie schön leuchtt uns u. s. f. 

^^^Dichl^^ch wieder, Morgenlicht, Und freue mich der edeln Pflicht, Dem Ilöchstea 
Lob zu si^en Ich will voll frommer Dankbegier, ewig guter Vater, dir Preis und Anbetung 
ttgen. s'^^^^^^^^^^^^ Vater! Deine Treue rührt aufs Neue mein Gemüthe; Hoch emphnd' .h 

'''"-' f 'ich bin ein Christ! o Herr, verleih Dafs ich des Namens würdig sei! .Mein Ruhm i|t 
aeine Gnade! D^i ach was bin ich ohne dich! Eins"es Ki^^^^ Mein G 

auf deinem Pfade! Stärk' mich, dafs ich stets mich übe, deine Liebe zu betrachten, Uebei 

dich zu achton. G v m 11 a s i a 1 k 1 a s s e n : 

^ . , . . -^ ... Prof. Dr Hammer. 

Vrhn.:Mi^6^ GL, midehrand. 

MathematiK n- / 

lMimau.Sec,uula:llebnlisch pTMeher. 

Secuntla: Latein t n . J^nllpr 

Geschichte ^ 



— m — 

Obertertia: Griechisch GL. Dr Zlppel. 

Untertertia: Latein GL, Warmlold. 

Quarta: Latein , GL, Dr Höfer, 

Gymnasialchor: Du bistSj dem Ituhn und Ehre gehührety von Josef Havdn. 

Nachmittag von 2 Uhr ab: 

Solo und Chor aus Schülers Glocke von Romberg. 
Abiturient Max Bolze: Ciceronem et occupatum et otiosum civibus profuissc. 

Rede. 
Abiturient Gotthold Menze: Ueber das Ethische im Nibelungenliede. Rede. 
Abiturient Paul Lutze: Les merites de Martin Opitz dans la litterature allemande. 

Rede. 
Abiturient Emil Kaiser: Es bildet ein Talent sich in der Stille, Sich ein Charakter 

in dem Strom der Welt. Rede und Abschied. 
Primaner Otto Kübitz: Gedicht, womit derselbe den Abschied im Namen der 
zurückbleibenden erwidert. 
Solo und Chöre (L vierstimmig, 2. achts(immig)^aus der Glocke wie oben. 

Hierauf in der Turnhalle 
Turn Prüfung an IV. Abteilung (Sexta und Quinta) . . . M. Baiungarten. 
Hierauf TTT. (Quarta), IL (Tertia) und L (Secunda und Prima) Oberl. Dr Krause. 

Donnerstag An\ 18. flärz 

8 — 12 Uhr. 
Gesang: Zerbster Ges. 595, \. 2. n. d. W. Kominst du nun, Jesu u. s. f. 

1. Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren! Stimme du Seele mit ein zu den 
himmhschen Chören! Kommet zu Häuf, Psalter und Harfe, wacht auf! Lasset den Lob- 
gesang hören! 

2. Lobe den Herreu, der alles so herlich regieret, Der dich auf Adlers Gefieder so sicher 
geführet, Der dir beschert, Was dich erfreuet und nährt! Dank' es ihm innig gerühret. 

Unterklassen: 

Sexta: Latein Insp, Dr Köhler. 

Quinta: Geographie Insj). C. Reiche, 

Französisch Insp. Greger, 

Realklassen: 

Quarta: Naturgeschichte Cand. Meyer. 

Französisch GL. Franke, 

Tertia: Mathematik GL. Lamprecht. 

Englisch GL. Franke. 

Secunda: Geographie Oberl Dr Krause, 

Chemie GL, Lamprecht. 

Chorgesang: Verlafs mich nichts von Fr. Stallbaum. 



41 — 

Zu geneigtem Besuche vorstehend aufgeführter Prüfungen und Actus werden 
die geehrten Eltern der Schüler sowie alle Freunde unserer Schule hierdurch ge- 
ziemend eingeladen. Die Probeschriften, Karten und Zeichnungen werden dabei 
zur Ansicht ausliegen. 

Nachmittags von 2 Uhr ab im Kreise der Schule: Entlassung der abge- 
henden, Verteilung der Censuren und Schulschlufs. 



Das neue Schuljahr soll Dinstag den ß. April früh 7 Uhr beginnen. An- 
meldungen dazu, soweit sie noch nicht erfolgt sind, werden spätestens in den 
Vormittagsstunden des 20. ^läiz erbeten. 

Für auswcärtige Schüler, welche weder in das mit der Anstalt verbundene 
Hzg. rridagogiinn (Jahrespension 480 Mark) aufgenommen oder bei Verwandten 
untergebracht werden können, bedarf es Genehmigung der zu wählenden Pension 
durch den unterzeichneten. Ohne Aufsicht zu wohnen ist keinem Schüler gestatte*:. 

Die Prüfung und Aufnahme der angemeldeten Schüler wird im Zimmer der 
Sexta Montag den 5. April wie folgt statthaben: 

für die Vorklassen um 8 Uhr. für Sexta um 1) Uhr, 

für Quinta und Quarta um 10 Uhr, für höhere Klassen um ii Ihr. 

In die Vorschule ^virrl mir nach vollendetem sechsten —in das eigentliche 
Gymnasium nach vollendetem neunten Lebensjahre aufgenommen. 

Alle aufzunclmienden haben einen Impfschein, über 10 Jahr alte einen Wie- 
derimpfungsschein vorzulegen. Die welche schon Unterricht genossen, haben ein 
Zeugnis über denselben, jedenfalls aber Schreibmaterial und ihre bisherigen Hefte 
mitzubringen. 



Zusatz zu S. 22, Z. 15. 

Nach den mir von Prof. Kindscher jetzt mitgeteilten Daten ist K. W. IvrC.ger. Lebensgang 

hauptsächlich folgender gewesen: 

Geboren 28. Sept. 1796 zu Gr. Nossin bei Stolp ( Pommern), seit Ost. 1812 Gymn. 
iu Stettin, 1815 freiw. Jäger, studierte 1816-1818 in Halle Theologie und Philologie, 
Mich. 1820 Subrector - 1821 Conrector in Zerbst, 1822-1827 iu Bernburg, dann Prof. 
am Joachimsth. Gymnasium zu Uerliti, 1838 emeritiert, lebte seitdem in Naucn, Neu- 

ruppin, Heidelberg u. f>. %v. 
Vgl. Ecksteins Nomencl. philoll. S. 307. Schmidts Anh. Schriflstellerlexicuii S. 194 f. 

Günther Progr. Bernburg. 1872. S. U. 



:i 



Inhalt: 



Fr. WarniboM, BoitiÜLio ^ur Euripideisclien Etliik S. 1 

Schulnaciirichten 

A. Chronik - iM 

B. Wichtigere Verfügungen Hoher Scliulbehördeu - 24 

C. Bi]>liotheken und Lehmiiittel - 2;i 

I). Statistische?' ; - 27 

K. Beneftcien und Prämien - 32 

F. Lelirverfassnn<? - o2 

Cr. Reileprüfun.2: - 41 

II. Anordnunof der öifentlichen Prüfungen - 42 

I. Aufnahme neuer Schüler - U 



w 



^^- 



III. Verteilung der Lectionen im Winterhalbjahre. (S. oben S. 34.) 



G. Stier 
Director. 



Dt Fr. Hammer 

Professor. 



Dr W. Corte 
Professor. 

Fr. Kindscher 
Profe ssor. 

Dr K. Krause 
Oberlehrer. 



Fr. Warmbolcl 



Ord. 



Ig. 



I. 



3 Latein. D. 
2 Hebräisch 

6 Latein 
6 Griechisch 



ng- 



Hr. 



H. Hildebrand 



Dr L. Zippel 



H. Jiiimprecht 



111 b 



3 Deutsch 



3 Geschichte 



II <r 



1 Lat. Metr. 
4 Griechisch 

2 Hebräisch 



2 Latein. D. 
2 Griech. D. 
1^ Geographie 



II r. 



JäsA 



1 Lat. Metr. 



7 Latein 



Tur 



3 Deutsch 

4 Latein 
4 Gesch. und 

Geographie 
uen 



m g. B. 



III r. 



Dr P. Höfer 



jl. Franke 



(j. Greger 
Inspector. 

K. Reiche 
Cand. min. u. Insp. 



Dr R. Köhler 
Inapector. 

A. Meyer 
Cand. d. höh. Seh. 



Fr. S t a 1 1 b a u m 
Cantor. 



Hla. 



in r, 



5 Mathem. u, 
Physik 

2 Französisch 



Tur 






T 



IV 0-. 



IV r. 



V. 



('• Baumgarten 
Maler^ 

G. Wütschke 
Schreiblehrer. 

Fr. Müller 
Elementarlehrer. 



H. Hummel 
Elementarlehrer. 



VL 



2 Religion 



2 Französisch 



') Mathem. u 
Physik 



2 Religion 
2 Deutsch 



4 Französisch 



5 Mathem. u. 
Rechnen 
2 Chemie 
2 Naturjrescli. 



2 Relisrion 



3 l^lnglisch 



2 Deutsch 

7 Lateiji 
ß Griecliisch 
4 Geschichte und Geogr. 

' } 
3 Mathemat. |3 Math(.miat. 

1 Mathematik 



7 Latein 

6 Griecliisch j 

2 Französisch 



2 Re 



5 Latein 
neii 

4 Gesch. und 
Geographie 



VH. 



2 Geschichte 



igion 



6 Mathem. u 

Rechnen 

2 Naturgesch, 



IV 1» 



2 Turnen 



V. 



VI. 



3 Mathematik 
2 Rechnen 



1 Gym - 



2 Physik 



4 Französisch 
4 Eiighsch 



4 Gesch. und 
__ Geographie 



VII. 



{ _ ._ 

2 Latein. Dichter 

1 Lat. Metr. 



2 Rehgion 

3 Deutsch 



2 Religion 
9 Latein 



2 Französisch 



6 Latein 

5 Franz()sisch 



na 



si 



2 Zeiclmen 



2 Zeichnen 



VIIL 
IX. 



32 -f- 6 [5] 



32 -f 6 [5] 



2 Zeichnen 



al 

1 Shi - 



chor 



6 Griechisch 



2 Deutsch 
4 Gesch. und 
Geographie 



2 Religion 



Sin 



3 Deutsch 
6 Mathem. n. 
Rechnen 
2 Naturoesch. 



2 Zeichnen 



33 + 4 [3] 



32 -f 4 



gen 



2 Zeichnen 



32 + 4 



2 Zeichnen 



gen 



1 Singen 



2 Deutsch 
10 Latein 

3 Französisch 

3 Religion 

4 Gesch. und 
Geo_graphie 



2 Natui-gesch. 



2 Zeichnen 



32 + 4 



1 Schreiben 



2 Zeichnen 
2 Schreiben 



32 + 5 



31 + 5 



1 Singen 
4 Rechfien 



2 Zeichnen 

1 Turnen 

2 Schreiben 



3 Deutsch 

3 Religion 
2 Lat. Voc. 

8 Latein 



1 Singen 

4 Rechneu 

2 Naturgesch 

2 Zeichnen 

1 Turnen 

3 Geogi'aphie 
3^ Schreiben 



33 + 1 



31 + 1 



VIII. IX. 



24 



vni c St. 

VHI und IX 

12 St. 
_JX-_ZSt 



24 St. Vlll 3 St. 27 



Sa. 



15 



17 



10 
19 



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21 St. 19 St. 



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