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Full text of "Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur"

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PROFESSOR OF 

©ermanlc lanouages anö Xiteratures 

IN THE 

llttUtsreit« af Michigan, 

1896-1899. 



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BEITRÄGE 



ZUR 



GESCHICHTE DER DEUTSCHEN SPRACHE 

UND LITERATUR. 



UNTER MITWIRKUNG VON 
HERMANN PAUL UND WILHELM BRAUNE 

HERAUSGEGEBEN 
VON 

EDUABD SIEYERS. 



XIX. BAND. 



HALLE a. S. 

MAX NIEMEYER. 

1694. 



INHALT. 



Seite 

Studien zur Bevis saga. Von E. Kölbing 1 

Der meistergesang in Mähren. Von F. Streinz 131 

Die Leibitzer mundart. Von V. Lumtzer 274 

Nochmals die germanischen Wörter im baskischen. Von C. C. Uhlen- 

beck 326 

Etymologisches. Von demselben 327 

Das Präteritum in den süddeutschen mundarten. Von H.Reis. . 334 
Zum Wechsel zwischen o» und oi (= ahd. ei) in der nord gauischen 

mundart. Von W. Nagl 338 

Zur lexicologie und grammatik des altwest friesischen. Von W. van 

Helten 345 

Anglosaxonica. Von P. J. Cosijn 441 

Zur Verteilung der reimstäbe in der alliterierenden langzeile. Von 

O.Brenner 462 

Zum rhythmus der Nibelungen- und Gudrunstrophen. Von dem- 
selben 466 

Zum deutschen vocalismus. 1. Zur geschieh te des diphthonges ai. 

Von demselben 472 

Neue bruchstücke des gedichts von der Böhmenschlacht. Von J. 

te Winkel 486 

Der Baldrmythus. Von F. De tt er 495 

Etymologisches. Von C. C. Uhlenbeck 517 

Zu Genesis 204. (Vgl. Beitr. 19,445). Von P.J. Cosijn .... 526 
Zwischenvocalisches h in germ. und keltischen namen der Römer- 
zeit. Von Th. v. Grienberger 527 

Baskisch und germanisch. (Zu Beitr. 19,326 und 327—329). Von 

H. Schuchardt 537 

Zu Beowulf 168. Von A. Pogatscher , .... 544 

Grammatische miscellen : 9. Zum Tatian. Von E. Sievers . . . 546 

Notiz 560 

Berichtigungen 560 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 

Die sage von Beuve de Hanstone ist im mittelalter ausser- 
ordentlich beliebt gewesen. Wol anglonormannischen Ursprungs, 
ist sie in franz. spräche wenigstens dreimal in versen und ein- 
mal in prosa behandelt worden. Wir kennen ferner jetzt sechs 
italienische fassungen, eine niederländische, zwei celtische, eine 
englische und eine altnordische version (für die bibliographie 
vgl. meine unten zu nennende ausgäbe des Sir Beues, s. XXX IV f.). 
lieber die italienischen bearbeitungen hat Pio Rajna widerholt 
gehandelt, über die niederländische fassung in neuester zeit 
Joh. Bolte, Tijdschr. v. ned. taal- en letterk. 1893, s. 311 ff.; 
die geschichte des Stoffes in Frankreich wird Stimming in der 
einleitung zu seiner ausgäbe der ältesten franz. chanson de 
geste (erhalten in zwei unvollständigen handschriften, BibL nat 
fr. nouv. acq. 4532 und Ms. Didot, die sich gegenseitig er- 
gänzen) darlegen ; meine Studien endlich erstrecken sich nur auf 
die drei unmittelbar aus der letzteren hervorgegangenen aus- 
ländischen Versionen, die englische, die altnordische und die 
gälische. Und zwar habe ich das englische gedieht, welches 
früher nur in dem unzuverlässigen abdruck von Turnbull vorlag 
(Edinburgh 1838), mit benutzung des sämmtlichen handschrift- 
lichen materials sowie des alten druckes für die Early English 
text society herausgegeben (The Romance of Sir Beues of Ham- 
toun. London 1885 — 94) und das Verhältnis der einzelnen re- 
dactionen zu der vorläge in den anmerkungen durchweg be- 
rücksichtigt. Die gälische prosafassung (ediert von Robert 
Williams unter dem titel: Purdan Padric etc., being early ver- 
sions into Welsh of St. Patricks Purgatory etc. London 1880; 
infolge meiner geringen kenntnis des gälischen musste ich mich 
auf die benutzung der a. a. o. s. 518 — 65 gebotenen englischen 

Beiträge zur geschichte der deuteehen spräche. XIX. \ 



KÖLBING 



Übersetzung beschränken) folgt dem franz. urtexte genau und 
ist darum als kritisches material sehr nützlich; sie selbst gibt 
zu verhältnismässig wenig erörterungen anlass. 1 ) An dieser 



*) Ich lasse hier beiläufig ein paar notizen über diesen text folgen. 
S. 519, 14 ff. And then they attacked each other, and the earl was throrvn 
on the ground. Then he said: 1 am an old man, and thou also art a 
young man. And then he rose up etc. / am — man entspricht frz. v. 
167 Tot su jeo un veilard e vus un bacheler \ der abrupte schluss der 
rede rührt daher, dass die beiden folgenden für den Zusammenhang 
durchaus nötigen verse unübertragen geblieben sind. — S. 526, 12 v. u. ff. Die 
worte And 1 also will do so, quoth Ermin stehen an falscher stelle ; sie 
gehören vielmehr vor den mit And he commanded beginnenden satz. — 
S. 527, 25 f. my Lord rvould not do so for three hundred eitles in his 
possession repräsentieren eine genaue Übersetzung von frz. v. 861 Moun 
seignur ne le freit pur treis cent citez; und dieselbe incongruenz, dass 
vorher von einer zu erwartenden schlechten handlung Ermins dem Wort- 
laute nach gar nicht die rede gewesen ist, findet sich auch im frz. texte. 
— S. 530, 27 ist für rvatchman, tvatchmen zu lesen; vgl. frz. v. 1117 Les 
gaytes\ dem entsprechend heisst es z. 29 They also opened the gate. — 
S. 531,4 v. u. ff. Die worte and no bridge stood in the water, and it would 
not allow either ship or bärge upon it finden sich nur hier. — S. 535, 
33 f. In den Worten As soon as Inor heard that, the blood gushed through 
his mouth and his nostrils scheint eine falsche auffassung von frz. v. 1528 
Yvori l'entent, tut le sanc mue, zu liegen. — 8. 539 7 werden die worte 
Leave the ship immediately doch wol den Saracenen in den mund gelegt; 
anders frz. v.1860 Bist Lescop art : Le nefore tost envoydez! — S. 544, 12 v. u. f. 
Nach diesem texte trifft der kaiser mit dem für den boten bestimmten 
dolch a youth, one of his own pages, anstatt frz. v. 2221 sonfrere dru. 
der Übersetzer mag zu dieser änderung durch den umstand veranlasst 
worden sein, dass von diesem bruder des kaisers bisher noch gar nicht 
die rede war; engl. A. v. 3102 hat dafür his sone eingesetzt, vgl. meine 
anm. zu der stelle (a. a. o. s. 320). — S. 545, 2 v. u. f. Für the abbot of . ... 
bury liest frz. v. 2315 f. Oube de Mundie oder Modeye\ der Übersetzer 
scheint für Oube abbe gelesen zu haben. — S. 546, 12 f. As before he 
rose up quickly, and gave a leap, and got it under his foot, and attacked 
Bown with it furiously; in dieser fassung ist der satz sinnlos, da man 
nicht weiss, worauf sich it beziehen soll : man erwartet etwa he rose up 
quickly and found a stone under his foot etc.; vgl. frz. v. 2332 Une 
pere trove a ses pez gesant. — S. 549, 2. Die worte Sebaots Lord, thou 
hast sleptmuch sind in diesem zusammenhange unverständlich; frz. findet 
sich nach v. 2525 nichts entsprechendes; die übrigen Versionen aber 
haben an dieser stelle stark gekürzt. — S. 550, 33 f. Lord, quoth Sebaot, 
my son Terry and Scopart will go with thee\ vgl. frz. v. 2645 Sire, dist 
Sab., Terri mun hireter, wo von dem riesen mit recht nicht die rede ist, 
da derselbe ja tatsächlich nach Boves' wünsch zurückbleibt. — S. 550,11 v.u 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 3 

stelle beschränke ich mich daher auf die besprechung der alt- 
nordischen saga und gestatte mir da zunächst, einige be- 
merkungen allgemeineren inhaltes vorauszuschicken. 

Die aufgäbe, welche an einen herausgeber romantischer 
sagas herantritt, ist wesentlich verschieden von derjenigen, 
welche einem editor obliegt, welcher sich mit Islendinga sögur 
oder mit den sog. Fornaldar sögur norörlanda beschäftigt. Hat die 
forschung des letzteren specielleres interesse nur für den skan- 
dinavisten von fach, so stellt sich der erstere vielmehr in den 
dienst eines viel grösseren interessengebietes, der geschichte 
der grossen Sagenkreise des mittelalters. Dieser umstand er- 
höht unzweifelhaft den reiz der beschäftigung mit diesen sagas, 
erhöht aber andrerseits auch nicht wenig die Schwierigkeit 
der aufgäbe. Soweit dieselben Übersetzungen oder freiere be- 



and w oul d give kirn the land of trvo Jcnights to support htm. Diese 
Übertragung beruht offenbar auf einer falschen auffassung von frz. v. 2652 
Zarge vus durrai o II c. chevalers. — S. 551, 3 f. and onrvards they pro- 
ceeded until they came to Cologne\ frz. v. 2674 steht nichts davon, dass 
Esc. das ihm vom könig bewilligte gefolge nach Cüln führt. — S. 554, 12 v.u. f. 
and they came one day at vesper hour to a dignifted city, called Amulis; 
vgl. frz. v. 2968 Venu sont a Chile la citez\ in der Übertragung ist also 
erstens der name der Stadt verdorben, und zweitens erfährt man nicht, 
dass es sich um dieselbe bandelt, welche schon s. 552,8 v.u. ohne namen- 
nennung erwähnt wurde. — S. 554 v. u. f. the first man that he sarv was 
Bown, sitting on a bench ; and by his side the tooman that he loved tnost 
at that time\ nach frz. v. 2973 sitzt Boves hier vielmehr mit Terri zu- 
sammen und von der fürstin ist erst später die rede, als Josian ihr zu- 
geführt wird; vgl. s. 555,12; diese fassung ist schon insofern vorzu- 
ziehen, als die fürstin vorher gar nicht sich am gespräche beteiligt. — 
S. 563, 3 f. If ye wish to obtain the land of Mombrauni, ye must get 
pos Session of the arms of the Paynims, for the French knights are re- 
norvned in arms. Die worte for — arms dürften auf einer falschen auf- 
fassung der Situation beruhen; Bouns krieger sollen die rüstungen der 
gefallenen feinde vielmehr deshalb anlegen, damit die besatzung von 
Mombraunt sie für Saracenen halten und in die Stadt einlassen soll. — 
S. 563, 15 f. and spared not either great or small , save those of them 
that called for a physician, so that he sarv neither a mother nor a son; 
vgl. frz. v. 3644 ff. N'espamient a petis ne a grant; Si deu ne lur cleyme 
baptisement, James ne verrunt femmes nen enfant\ wir würden also etwa 
erwarten with exception of those rvho call for a priest, rvishing to be 
baptized, no one will see his wife or child again; in der jetzigen form 
ist der passus sinnlos. 

1* 



4 KÖLBING 

arbeitungen altfranzösischer texte sind, erwächst dem heraus- 
geber nämlich die Verpflichtung, nicht nur diese selbst, sofern 
sie noch vorhanden, sondern auch die etwaigen Übersetzungen 
in andere fremde sprachen als hilfsmittel für die textkritik der 
saga herbeizuziehen, sich also in sie hineinzulesen, wenn sie 
gedruckt sind, ja womöglich, wenn sie noch ungedruckt in aus- 
ländischen bibliotheken verborgen liegen, sich zu diesem zwecke 
copien davon zu verschaffen. Verfügen wir über mehrere, in 
bezug auf Wortlaut oder sinn öfters von einander abweichende 
hss. des nord. textes, so geben uns vielfach nur jene fremdsprach- 
lichen Versionen desselben Stoffes die möglichkeit, von zwei 
abweichenden lesungen die ursprüngliche herauszufinden oder 
über die echtheit oder unechtheit von plus-sätzen in einer hs. 
zu entscheiden. So lässt sich also in der regel nur mit ihrer 
hilfe ein wirklich kritischer text herstellen. Ich würde darum, 
den fall angenommen, ich wüsste von dem Vorhandensein eines 
franz. Originals, dasselbe wäre aber momentan unzugänglich, 
viel lieber die Veröffentlichung einer saga auf jähre hinaus 
verschieben, als auf die Verwertung der vorläge verzichten. 
Jedenfalls also erfordert die ausgäbe einer romantischen saga 
viel weitschichtigere und mühsamere vorarbeiten und verlangt 
vor allem ein ungleich vielseitigeres wissen auf literarhistorischem 
und auf rein philologischem gebiete, als die eines andern nor- 
dischen prosatextes. 

Es ist ferner mit recht schon oft betont worden, dass, da 
den norwegischen Übersetzern französischer epen oft bessere 
und vollständigere hss. vorgelegen haben, als wir heute besitzen, 
diese sagas ihrerseits den romanisten für die textkritik der 
originale ausgezeichnete dienste leisten können. Noch ist aber 
an den wenigsten ausserskandinavischen Universitäten aus- 
reichende gelegenheit zum Studium des altnordischen geboten; 
noch versteht infolge dessen nur ein geringer bruchteil unserer 
romanisten selbst einen leichteren nordischen text zu lesen, 
geschweige denn alte handschriften zu entziffern. Da nun in 
der regel wenig aussieht vorhanden ist, dass eine heute ver- 
öffentlichte saga innerhalb der nächsten 50 jähre wider einen 
herausgeber findet, so liegt dem gegenwärtigen vor allem die 
pflicht ob, den ausländischen Interessenten das material so 
vollständig wie irgend möglich vorzulegen, also keine einzige 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 5 

sachliche Variante irgend einer hs. von selbständiger bedeutung 
unerwähnt zu lassen. Ausserdem wird es sich gewiss empfehlen, 
dem ungeübteren benutzer durch reichliche anmerkungen seine 
arbeit tunlichst zu erleichtern und keiner wirklichen oder schein- 
baren Schwierigkeit aus dem wege zu gehen. 

Ich wende mich nun zur beantwortung der frage, inwieweit 
den hier an den herausgeber einer romantischen saga gestellten 
ansprüchen, deren berechtigung gewiss der mehrzahl der fach- 
genossen einleuchten dürfte, von 6. Cederschiöld in seiner aus- 
gäbe der Bevis saga, Fornsögur SuÖrlanda, Lund 1884, s. 209 — 
267, genüge geleistet worden ist. 

« 

I. 

Der Variantenapparat in Cederschiölds ausgäbe und seine 

Vervollständigung. 

Ueber die mss., in denen die saga überliefert ist, handelt 
Ced. a. a. o. s. CCXXX VIII f.; er hat die bekannte Stockholmer per- 
gamenthandschrift, cod. Holm. 6, 4° (= B), die u. a. auch Ivents- 
saga, Parcevals saga, Mirmans saga und Elis saga enthält, 
seiner ausgäbe zu gründe gelegt; leider fehlen dieser hs. zwei 
blätter in der mitte der Bevis saga. Die demnächst wichtigste 
hs. ist cod. Holm. 7 fol. (= C), in welchem der anfang sowie 
zwei blätter aus dem letzten teile der saga fehlen. Diese hs. 
bildet die grundlage der ausgäbe für das stück, das in B fehlt, 
bei Ced. s. 218, 58—221, 53. Für die in ihr vorhandenen lücken 
s. 209,1 — 215,7 und s. 251,56 — 265,1 gewähren einen ersatz 
cod. A. M. chart. 1 18, 8<> (= y), und cod. Holm, chart. 6, 4° (= d), 
welche beide dem texte von C in dessen erhaltenen teilen sehr 
nahe stehen. Ausserdem sind noch zwei membranfragmente 
zu erwähnen, D und A, beide in dem sammelbande A. M. 567, 4° 
aufbewahrt; sie enthalten die bei Ced. s. 213,59 — 216,44 und 
s.257,28—260,26 abgedruckten stücke. 

Ced. verkennt nicht den eigenartigen wert von C, wenn er 
s. CCXL sagt 1 ): 'obwol die redaction B sich in einer bedeutend 
älteren hs. findet als red. C, ist doch ihr Vorzug vor der spä- 
teren ziemlich zweifelhaft'. Betreffs der methode aber, welche 



*) Ich gebe hier und sonst den schwedischen text in möglichst ge- 
nauer deutscher Übersetzung wider. 



6 KÖLBING 

Ced. in bezug auf die anftihrung von Varianten aus C bez. yd 
befolgt hat, finden sieb an zwei stellen der einleitung in be- 
fremdlicher weise von einander abweichende angaben. Der 
herausgeber bemerkt zunächst s. LXIV im allgemeinen, er habe 
'die wertvolleren Varianten, soweit sie aus irgend welchem 
gründe von interesse zu sein schienen' angeführt, und fährt 
dann fort: 'in bezug auf Kon. und Bev. bin ich «a-werke^selkst t*M*fe 
noch etwas weiter gegangen. Die pergamenths. Holm. 7 fol. 
enthält beide sagas in einer form, von der man wol nicht sagen 
kann, dass sie derselben redaction angehört wie die von uns 
zu gründe gelegte, die ihr aber doch nahe steht und zugleich 
einen grossen selbständigen wert besitzt; ich habe deshalb aus 
dieser hs. (und natürlicher weise, wo sie fehlt, von yd) alle 
von unserm text abweichenden lesarten aufgenommen, so dass 
nur die so gut wie wertlosen Verschiedenheiten unerwähnt ge- 
blieben sind. Die veranlassung zu dieser grösseren Weitläufig- 
keit im Variantenapparat wird im übrigen in den besonderen 
Untersuchungen, welche unten diesen beiden sagas gewidmet 
werden sollen, ausführlicher besprochen werden'. Dagegen 
heisst es s. GCXL in bezug auf die noten zur Bevis saga 1 ): 
'in diese nahm ich aus den andern hss. alle die lesarten 
auf, welche mir für die kritik des textes B von wert zu sein 
schienen' — also nur diese. In der dazugehörigen anmerkung 
lesen wir sogar: 'hätte ich zu einer erneuten vergleichung der 
hss. gelegenheit gehabt, so würde ich wahrscheinlich doch den 



*) In bezug auf die KonraÖs saga heisst es, was die Verwertung 
von cod. Holm. 7 fol. angeht, s. CLVIII: 'die von A abweichenden les- 
arten sind, mit ausnähme der unwesentlichsten, in die noten unter un- 
serem text aufgenommen.' Ich habe für ein kleines stück, s. 45, 7 — 33 
die Stockholmer hs. nochmals verglichen und folgende nachtrage zum 
apparat zu verzeichnen gefunden, die ich keineswegs sämmtlich für ganz 
unwesentlich ansehe: 

S. 45, 7 En] Nu. 9 keis.] kongr. 10 ok j?ikkir. 13 ]?a] nu hardla (uns.). 
14 sinv — er] riki. Jarl let nu bua. 15 f. bvin—- fara] vel ok vaskliga 
ok völduz i ferd. 16 honum] Eonradi. 17 hans sv. br. 17 f. fostr — 
hvar] Rodg. Eonr. ok maelti hvarr ]?eirra. 19 vera f. m.] at hann se 
forsja madr. 20 sins] hans. 21 f. skyldi vera hl. Eonr. 24 freir fara 
nu. 25 f. ero — manna] voru LX saman ok var. 27 er ag.] allvel. 
27 f. Ok — engi] Eonr. setr Rodb. hit nsesta ser ok virdi üngvan. 29 
laetr — fa] faer til menn. 30 optliga. 32 f. ]?at — at] slikt er ]?eim likar. 



STUDIEN ZUR BBVIS SAGA. 7 

Variantenapparat noch etwas vermehrt haben'. Dieser Wider- 
spruch wirkt noch verblüffender, wenn man hinzunimmt, dass 
der text vor der einleitung gedruckt ist (vgl. Förord), ab- 
gesehen davon, dass ein heräusgeber doch wol vor der end- 
giltigen Zusammenstellung des apparates zu festen grundsätzen 
über dessen umfang gelangt sein sollte. Von diesem Standpunkte 
aus erlaubte ich mir s. z. in meiner anzeige der Fornsögur SuÖr- 
landa, Deutsche lit.-ztg. 1885, s. 81 f. zu bemerken: 'der benutzer 
wird sich doch hie und da bei Verwertung des apparates eines 
unsicheren gefiibles nicht erwehren können, ob nicht etwa eine an 
sich unscheinbare, aber gerade für ihn bemerkenswerte Variante 
übergangen sei.' Ich glaubte deshalb, als ich kürzlich nach ab- 
schluss meiner ausgäbe des Sir Beues mich eingehender mit der 
saga zu beschäftigen begann, vor allem das handschriftliche mate- 
rial nachprüfen zu sollen ; ich habe zu diesem zwecke C (bez. / 
und 6) f A und D neu collationiert, und lege hier zunächst ein, 
wie ich hoffe, vollständiges Verzeichnis aller der sachlichen ab- 
weich un gen dieser hss. von B vor, welche in Ced.'s apparat 
keine aufnähme gefunden haben. Für die in C erhaltenen 
stücke der saga notiere ich nur die wenigen inhaltlich bemerkens- 
werten Varianten von yd. 1 ) 

S. 209, 2 Svo byrjar ]?essa sögu at G. yd. ä] i yd. 3 ]?ar sem] at 
]?eirri borg er yd. 4 het yö. sik] unnit ok yö. 4 f. med — riki] margar 
borgir ok kastala (vgl. note 9) med sinu sverdi ok yö. 6 var] hon um 
add. yö. betri] meiri ne fremri yd. 7 f. en — hann] en (bann add 
y!) )?ott bann vaeri ]?a (om. 6) gamall, j?a var hann okvongadr ok yd. 
atti] hann add. d. 8 eptir s.] om. yd. 9 til] arfs ne add. yd. rikis] 
eptir sik add. yd. radi] ok riddurunum add. y\ riddurum add. d. 
10 illa — töl.] afatt ok redu yd. fir.] om. d. 11 f. G. sendi ]?a] Hann 
sendir nu yd. 12 kongsins i yd. 13 gipti] skyldi gipta yd. 14 f. er 
kv. — hafdi] sakir bans hreysti ok riddaraskapar. Hennar hefir (hafdi d) 
yd. 16 hennar — kongr] greifinn af ]?yska landi, en kongr vildi yd. 
gipta] hon um add. yd. 17 Enn] Nu ö\ om. y. 18 bann] kongr yd. 
fyrri] fyrr yd. 20 keis.] eigi greifanum yd. 21 sins] hans y. 20 f. rikd. — 
bleydi] bleydi hans, ]?ott rikari vaeri d. 21 f. Var — )?a] ok var ]?etta raÖ 
gjört, at kongs dottir for til Einglands ok gjürdi yd. 24 sem] er yd. 
hafa— as.] höfdu nökkura tima saman dy. 25 f?a a.] gatu yd. var] skyrdr 

*) Ich habe im folgenden die Schreibung der altnordischen worte 
und sätze in der allgemein üblichen weise normalisiert, ein verfahren, 
welches in diesem falle, wo das inhaltliche interesse das sprachliche so 
bedeutend überwiegt, hoffentlich als principiell richtig anerkannt werden 
wird. 



8 KÖLBTNG 

ok add. yö. 26 Bevys yö. allra] arla y. feg.] fegrstr (!) yö. 27 hird] 
gard d. 28 er] at yö. 29 eingi] einninn d; sa add. yö. a] madr i yö. 
er] at yö. 30 vexti ok a.] afli ne (ok ö) vexti yö. 31 ridd. sk. ok] 
om. yö. 33 allra] om. yö. fyrr] nu ö. skrif.] sagt yö. 35 hon] )?o arfrf. 
ycf. 36 hana \>. er] hana J>at nu at d; )?at hana miök at y. 37 Henni] 
en yö. 38 er] at yrf. 37 f. gipt — hu.] gefin greif an um hyggjandi yö. 
39 arla] snemma yö. 40 f. keis. h. v.] vildi at greifinn yrdi sinn bondi 
eiginligr (eig. bondi ö) yö. 

210, 2 var] er y. er hon] at fruin yö. 3 J?a kall. hon] at hon kal- 
ladi y\ kallandi ö. 4 ein] sinn add. yö. sein] er yö. var] vaeri yö. 5 
heimugligr yö. mae.] sagdi yö. 6 fara] i mina add. yö. mina] om. yö. 
keis.] greifans yö. i] a ö. 6 f. J>y. 1.] }>yzka landi yö. 8 mer] om. yö. 
]?u sk. J?.] 0m. yö. Ensk. m.] öllum yrf. 10 i KJ om. yö. 10 f. in — far] 
Sidan skaltu greifanum brefit fa ok fara yö. 12 minn— eyr.] vor ok segia 
]?etta aungum yö. 13 fyrri yö. 14 fan — bref] kom i ]?yzka land ok fekk 
greifanum brefit yö. 15 Keis. — braut] En greifinn braut )?at J?egar upp yö. 
16 yfir 1. ]?.] las |?at ok yö. suo] brefit add. ö. 16 f. hon s.] fruin vili 
syna yö. 17 que. m.] elsku ok yö. 18 man] mun )?at y. 18 f. ]?a er] 
om. yö. 19 min] vor yö. v. m. f. yd. 20 gipta] gefa yö. mik] ydr 
add. yö. ei] ekki yö. 21 völd] vili yrf. ath] om. yö. 22 lif.] at add. yö. 
23 mina] om. yö. 24 )?at] om. yö. skuld y. 25 ]?ann b. k.] ]?enna hinn 
gamla karl Guion yrf. 26 naudug yö. 27 )?o] )?u yrf. radi yö. J?vi yrf. 

28 eingi] madr add. yö. 29 a— Ok] ser nökkurs ofridar von yö. ek] 
ydr add. yö. 30 komet med] latid vera (ver y\) yö. ä )?an] i hans yö. 
32 enn] sem er yö. 33 f. Enn — jarl] en ]?ar skal |?a kominn minn hinn 
gamli karl yö. 34 samt] saman ok yö. 35 skiptit yö. 36 opt.] aptr yd. 37 astar 
yö. 39 keis.] greifinn yö. bre.] vel arfrf. yö. 40 storliga yd. lett g.] gaf yö. 
41 manninum yö. 42 dvaldist yd. 42 f. med k.] ]?ar yd. 44 honum] 
greifanum yd. 45 f. eitt — skyldi] brefit ]?at henni sagdi at greifinn skyldi 
(skyli y) allt yö. 47 sk. k. sem] sakir gjöra J?at yö. hafdi] hefdi d; «&- 
gekürzt iny\ hanu arfrf. yd. 49 greifinn yö. letti yd. 50 vestr y. h.] 
om. yö. 52 f. ok — kuedit] er fruin hafdi a kvedit ok (a add. d) ]?ann 
sama dag yö. 55 Gv. j.] om. yö. ath] hinn add. yö. hl talar yö. 58 
jarl yö. sagd.] kuedz y ; kvadz d. 59 Jarl spurdi yö. 60 hana] at add. 
ö. segia] ser add. yö. 61 seg.] svarar yö. 63 mina heilsu yd. 

211, 1 sagdi d; s. y. jarl yö. 2 giarna] om. yö. 2 f. ek kann nökkurn 
yö. 3 fa] finna yö. Jarl ste yö. 4 sin h.] sitt ess yö. 5 f. h. ne br. 
yö. 8 hann kemr yö. 8 f. sömu veidi st.] mörk yö. sem] er y. 10 J?eim 
k.] honum fyrr nefndr greifi yö. 11 sinum mönnum yö. oeptuäj.] oepa 
yö. röd.] a hann add. yö. 12 f. kuad — J?ess] jarl, segir greifinn, J?ess 
sver ek vid gud yö. 15 ok] en y. ek] mer add. yö. 16 yfirvaldi yö. 
18 svaradi y. )?a] ]?at yd. 19 vr. er] eigi rett, ef yö. 20 sver ek 
ok J?ess yö. 21 minn] om. yö. 22. br. m. yö. minn] öw. yö. 23 ]?ik 
o.] ottaz ydr ok ydra riddara yö. 24 f. }?es— ath] til J?ess hefir ek traust 
at hin um heilaga ok eilifa gudi, J?ott yö. 25 deyi] nu add. yö. ath mer] 
]?a yö. 27 jarl.] Guion jarl yö. greifanum y. 28 sitt sv.] sverdit d. 

29 steypt.] steypti honum yö. 30 En] til jardar ok yö. hleyptu yö. 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 9 

ath] honum add. yö. 31 — 35 lögdu — banvsen] veittu honum .X. sar ok 
011 stör yö. 35 suo] om. yö. 36 kennir yö. 36 f. ok — ser] om. yd. 
38 hefir yö. sorg] a sin um syni add. yö. 39 J>ann s. k.] sinn hag ]?ann 
yö. 40 greifanum yö. setz yö. 41 hann] honum ö. 42 ok] ek add. 
yö. 43 f. gefnr — vald] om. yö. 44 f. )?at — ver.] ok allt mitt riki yö. 
45 f. mitt — kono] barn ok kvinnu yö. 46 sk. — mik] skaltn mik ]?urfa 
yö. 47 ott.] varaz yö. keis.] hinn raiskunnarlausi greift yö. 49 Jafnsk.] 
Ok nu skiott yö. hann — hio] hinn vsegdarlausi svikari sinum brandi ok 
höggr yö. 50 f. jarl. — suo] jarli ok kallar sidan a einn riddara ok 
maelir yö. 53 a] om. yö. 54 Riddari y. höfudit yö. 55 G.j.] om. yö. 
56 )?a h.] heilsadi yö. 56 f. ä k. v.] vaenliga yö. 57 maelti] svo add. yö. 
59 )?eim] om. yö. 60 hnsbonda yö. 60 f. hann muni ytf. 61 ]?egar] 
)?a yrf. 62 svarar y. 62 f. Herra — hon] riddaranum yö. 63 ]?u skalt 
tf. 63 f. fara— heils.] snua til greif ans ok heilsa yö. 

212, 2 herr] a minn fnnd yö. allrar dvalar, )?vi a morgun yö. okkar 
ö. 3 f. Nu sn. r.] Riddarinn ridr nu yö. 4 f. suo — keis.] greifanum 
svo buna ordsending fruinnar yö. 7 skal segja yö. af] fra ö. 8 ]?eim — 
var] om. yö. 9 af — suo] om. yö. 9 — 11 heyrdi — faudur] vissi nu at 
fadir hans var svikinn yö. 11 f. hörm. — sins] sarliga hans dauda yö. 
13 suo] til hennar add. yö. 17 suer ek v.] vil ek sverja vid gud yö. 
17 f. faed. — jungf.] mik hefir skapat ok gefi hann mer afl ok atgerfi ok 
yö. 19 f. edr — tid.] ok vopnum valda, ]?a skulu ]?eir J?essara tidinda yö. 
21 hefir ek sp.] hafa )?etta gjört ok sitt leidinliga lif med smanarligum 
dauda enda. So (ok 6) yö. 22 hans — |?a] sveinsins hafdi slikt heyrt 
yö. 23 hon] miök add. yö. slo] flo a yö. 24 feil] fram add. yö. firir 
h.] om. yö. 25 einn — Sab.] sa madr er Sabauch (Sabaick ö) het yö. 
27 ok] hann yö. 27 f. sk. sv. upp yö. 28 bera] heim add. yö. 29 J?vi 
yö. sv.] hans yö. 30 ok] om. yö. honum] ok add. yö. Suo] en y\ ok 
Ö. 31 sa] ser yö. kall. h.] J?a kallar hon a yö. 82 Sabauth y\ Sabach ö. 
32 f. s. v. )?.] skalt verda yö. 83 Bk. h. dr.] einn skalt dr. h. y. 34 sauaa] om. 
yö. firir kv. OkJ adr kveld komi. En yö. 35 uioti t.] fa yö. er] om. yö. 
36 f. giori — tok] skal gjarna gera hvat J?er vilit; tok hann yö. 38 heim] 
om. yö. 39 }>a] om. yö. 41 lett] laetr \>&r yö. 42 J?ar] om. yö. lett] 
om. yö. J?au] om. yö. 48 myl.] murnum auch ö, vgl. note 4; svo add. 
ö. ]?at] fruiu yö. 44 su.J Be. yö. vferi] var heingdr ok y. 45 )?at] 
]?etta yrf. 45 f. Be. — maelti] a Be. yö. 46 skalt] munt yö. 46 f. 
hlyda — skalt] minum radum fylgja verda ok skaltu yö. 47 sauda yö. 
48 kledr] ok buinn add. yö. 48 f. er— lidnir] at lidnir eru XIII1 dagar 
yö. 49 f. ek senda] flytja yö. 51 jarls— vinar] vinar mins ok gods jarls 
yö. 52 er] om. yö. XV yö. 53 mat] ^in add. yö. 54 J?u] hingat koma 
ok add. yö. vid k.] a greifann yö. 55 hialpa] duga yö. 56 Sv. ]?.] B. J?akkar 
yö. nu] om. yö. 58 suo] om. yö. 59 saudunum yrf. greifiun yö. 60 
sitt] om. yö. hans. B.] B.; hann yö. 

213, 1 vndr.] miök add. yö. gledi — vera] vera mundi i gardinum 
yö. 3 gard f. 8.] gardinn yö. talar yö. 5 )?vi ytf. skylt yö. greifann 
yö. 6 su. h.] maelti vid hann yö. 7 brott vondr] hedan illr yö. 9 
Suo — gud] Satt segir }?u j?at yö. 10 er] viss add. y\ vist arfrf. ö. 10 f. 



1 KÖLBING 

sem— eat] om. yö. 12 er] ]?ar yö. 13 edr y; ok d. 13—15 ]?ers — 
ok] om. yö. reiddi yd. nu] om. yS. 17 jhöf.] i höfudit a y. suo] mikit 
högg add. yö. 18 lä] stökk yö. jürdina yö. hann] Be. yö. 19 firir k.] 
öm. yö.. 19 f. vid h. d.] djarfliga til greifans yrf. 21 kongr] greifi yö. 
22 ]?er] til yö. tilj om. y£ 22 f. halsfanga auch ö; vgl. note 4. 23 |?ar s.] 
nu sitr i yö. 24 ßy.] dylja yö. se] er yö. 25 ath] oiw. yrf. 26 mik 
e. yö. orl.] at add. yö. 27 f. hennar — kaupa] dyrt kaupa hennar elsk- 
uga yö. 28 veitt] ok add. yö. 29 faudur] hinn elskuligazta add. yö. 
30 J?ui] J?ess yö. 31 fair yö. 31 f. jardir— leifd] födurleifd mina ok rcen 
mik eigi (födur-)arfi min um (ekki m. f. ö) yö. 32 maelti greifiim yö. fcegi] 
]?u hit illa yö. 33 ßkipt.J J?egi ()?u add. ö) skiott flrfo*. yö. ath] öiw. 
yrf. 34 segir] ok add. yö. 35 faerdi] hefr yö. 36—8 ok slo— sinn] i 
höfud greifanum III högg yö. 39 ]?at] hann (!) yö. 40 er] ef yrf. 40 f. 
födurarfi sinum y. 41 f. Sem — f>etta] öwl - 7& 42 non l f rl " n me d 7& 
43 Ok] en yrf. 44 sem] er yö. 46 sv. var] j?eir sja (sau ö) ]?enna 
svein yrf. 47 klaeddan yö. vildu yrf. 48 sleppa] leita ut yö. 49 i 
milli yö. 50 Nu hl. h.] Be. hleypr nu yö. til] husa add. yö. 51 spyrr ö. 
52 huad.] ]?vi yrf. hliop s. äk.] hefir svo ak. hlaupid yrf. 53 maelti yö. 
55 aldri] ok yö. ]?au] seint arfrf. yö. 56 herra] om. yrf. 57 Bev. s. m.] 
hann maelti, )>& segir yö. hann] add. yö. 58 nu — miok] miök ertu 
yö. 60 skuld yö. mun y/>. 61 halshöggva D\ drepa yd. 62 ]?a] öm. 
yrf. grett] tok yöD. hann] at grata add. yöD. 62 f. hö'rra. f. s.] härm 
fostra sins D; vgl. note 7. 63 Nu — Sab.] Herra Sab. tok nu yö. 64 
lett] leiddi yöD. 65 leyn.] leyniligt yö; at hirda hann (hans D) add. 
yöD; )?ar add. yö. kom] ]?ar «rfrf. Z). frv.] ]?ar arfrf. yrf. 66 kall. a] 
maelti til D. herra] om. ö. spurdi] spyrr at yö. 

214, 1 hvar] hennar add. yöD. hinn] om. yö. ßon vaeri yöD. 2 sagdi] 
kuad herra yö. 2 f. eigi mik )?.] ]?eB8 eigi D. 3 mik ]?.] eptir honum 
yö. fretta] spyrja yöD. ]?ui ath] om. yö. 4 bud. m. ath] badut mik yöD. 
6 mylnu] ok add. yöD. 7 jeitt] ut a eitt yöD. 8 frv.] hon yö. 9 aptr] 
om. D. s. m. yöD. 10 skal] mun D. brenna] ok add. yöD. 11 heyrir 
yö; )?etta arfrf. yöD. ]?ar — var] om. yö. 12 hv.] at 2). 12 f. hans f. 
y. Sab. f. h.] foßtra hans D. 13 ok] J?a ytfZ). ]?at i.] storilla yöD; ]?ar sem 
hann var kominn add. yö. 15 f. spyr ]?. e.] spyri ]?er yd/>. 16 ath] 
eptir yö. Ek er] ]?a er ek yöD; nu arfrf. y<J. her] om. D. 17 kenna] 
heita D. ath k.] heitaz vid yö. ]?etta] om. y<J. 18 eda h.] om. yö. 17 f. 
]?etta — honum] om. D. 19 skuld yd; meißtara min um ok add. D. lat 
D; Latid yd. mik] nu add. D. 20 gialda] J?eßß er {om. y) ek hefir gjört 
yöD. tok] maelti yd. fr.] vid add. yö. 21 med] af D. kalladi ydU; 
}>a a<W. D. til s. t] a sina yö. 21 f. r. t, D. 22 bad D. 23 hafß 
2). 24 }>ar] om. ydi>. til] fyrir yö. nökkurir D. 25 vildi yöD. k. h. 
ydD. elligar y; eda d. sökkva ydD. 26 nidr] i sjo add. yöD. ath] 
om. yö. kaemiz D. aptr] upp D. 28 toku D. Nu t. ]?.] fceir II toku 
nu yd. 29 fundu] ]?eir «rfrf. y. 30 ok] om. yöD. 31 riddararnir yö; |?eir 
D. lata yöD. falan] ok «rfrf. ydD. 32 sa D. hann] svein D; ßveininn 
yö. 34 jafnv.] sin add. D. gullz] ok add. D. 35 sigldu ydi>. til] vid 
D; at yd. 36 land D\ landi yd. letti] haetti yöD. 38 }mi] sama add. 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 11 

D. k. sa yö. 39 madr] om. D. 40 bann] ok yö. 41 kona hans D; 
hans drottning yö. daud D. var d. er] om. yö. 42 Matage(?) D\ en 
add. D. d. e. /di>; lifandi add. yD\ a lifi add. d; en hun örfrf. 1). 43 
var] bsedi arfrf. D. fögur] v®n D. Josevaena yö. 44 ein»] öiw. />. 45 
i ver.] i veröl dun ni i )?ann tima D; maer i heimin um sköpud um hennar 
daga yö. 46 firir] um fram yöD. 47 heid.] heidnir menn D. sv.] Be. 
y(J. 48 En }>o ath] om. y«Ji>. 49 f>otti yöD. 49 f. ]?e88um sv. ]?a] 
J?essu barni ok yöD. 50 bann] om. yöD. 51 edr yrf/>. 52 gud mitt 
D\ gud minn yö. s. h.] om. 2>. 53 sveinbarn D. sa — barn] skal faeda 
]?ik upp yö. 54 vilt yd. 55 skilia yöD. 56 segir y^D; honum add. 
yö. 57 }>e88] om. yö. af] i yrf. 58 H. b. yöD. mod. m. yö. 59 illum] 
oiw. D. 60 sid.] vid 2>; om. yö. keis.] greifa yd. 61 J>es] \>*t yö. 
allzv.] almattugan yö; om.. D. gud] at add. yöD. 62 f. v. b. yd; vopn 
min bera D. 63 ]?a] om. yd. sarliga yöD. 64 kongrinn ydi>. heyrir 
yö. )?a] om. ydZ). 

215, 1 honum] ]?etta arfrf. yöD. hörmuliga y. 2 vid] gud minn add. 
yö. Ma.] gud mitt add. D. 3 einn] om. D. dugandis D. 4 mann yöD ; 
ok add. yö. hefi] veit 2>. til] om. yöB\ i veraldinni add. D\ i minni 
eigu add. yö. 5 henni] om. yöD. ok] nu arfrf. yd; vgl. note 3. 6 ok] 
om. yö. 7 rid. n. ok] om. yöD. 8 min um godum C\ godum minum D\ 
minum gudi yö. luta] ftjona DC. svaradi C. 9 mikla D. heimsku C. 
10 ]?au] om. D. 10 f. h. e. d. 11 J>a] om. D. 12 fteddan D\ f»ddr 
C. 13 borin] om. C. af mey Mariu CD. 14 ydvart C 15 musin] 
maurrinn C. 15 f. musin — sik] om. D. 16 enn] Maumet D. ydvart C. 
17 ]?at e.] eigi hrsera sik, en maurrinn getr hraert sik D. honum] 
a |>at CD. 18 svarar kongrinn CD. 19 ef] {?oat f; }?ott D. vilir 
CD. 20 f. gudi — hann] godum minum D. Iura— hann] neita J?inum gudi 
cdr göfga Maumet, gud vort C. 21 sk. mer] ]?o ]?jona oss C. 22 ok — 
sem] )?ar til er D. 23 ]?ann a.] aldr til C\ afl til 2>. J>u m.J om. 2>. 
ok \>u matt d. b. v. D. ath — bera] om. C. 24 pu] matt vopn bera ok 
]?u /irfrf. Cy. 24—26 )?u — bera] skaltu vera i stridi med mer D. 26 
mitt — bera] med mer vera C. Lida nu CD. 27 suo] om. CD. stundir] 
ok add. C\ er B. nu vel haldinn add. CD. 30 Kongr e. sv.] ok elskadi 
kongr hann C; hardla add. D. 31 XII D. hird kongs C. nole 12 miog] 
om. D. 32 ok] om. C. 33 Nv] Svo CD. hann] B. CD. vetra] gamall add. 
CD. 34 vm vaskl.] at vaenleik C. 35 eingi C. ridd.] om. C. 36 er )?. ath] 
at ]?urfti C. 34 — 36 hann — ath] eingi svo vel at ser gjörr i kongs gardinum, 
at }>yrdi at D. 37 eda d.] om. CD. 39 J?enna C. var] ]?ar add. CD. 
land C. 40 er] ok CD. er] om. C. 41 Enn] ok CD. 42 ridd.] menn 
CD. 42 f. alv. k. a. b. C; alvopnadir ridi at honum D. 43 ekki C. 
45 Suo s.] Ok svo sem 2>; Ok er C. 46 J?essum C2). 47 stod] stökk 
C. 48 spiott] ok spora sina add D. 49 sinn hest D. 47 — 9 einn — 
ers] a eitt ers C. 50 ne] om. D. m. ne.] om. C. ekki C; hafdi hann 
add. D. fleiri] om. C. 51 nefnd] tind 2). enn — nefnd] nema litit sverd 
ok spiot C. 52 vppr. vm] vpp stadin CD. 53 ]?enna morgun C. ok] 
hon D. käst.] ok add. D. 54 Suo] ok C. hon] so auch yö; om. C. 
rida] ]?a a«faf. & 55 f. hann — ok] hans sakir mun hon mörgum tarum 



12 KÖLBING 

CD. 56 hella] steypa C. 58 hann] om. CD. 59 er] sem C. göltrinn 
CD. sa] leit (uns.) D. 

216, 1 rota] akafliga add. D ; ogurliga add. C. lata og.] let CD ; svo 
add. D. 3 gapanda munni CD\ gapandi gini yö. 4 sem] er CD. }>etta 
\>&] ]?at C. 4 f. sinn hest C; med add. D. 5 sinu spjoti C. 6 med — 
afli] sinu spjoti D. 7 galtarins DC. kjöptinn D. 8 a] af D. 9 tok 
h.] stod i hjartanu C. )?eg. j st] om. C. 10 göltrinn C\ i stad arfrf. C\ 
ok arfrf. 2). Be.] hann CD. 11 hon am] geltinum C. 11 f. vpp — höf.] 
höfudit a spjotskaptit D; )?at a (so y6\ om. [!] C) spjotskapt sitt C. 13 
jnv.] om. D. Jungf. — jnv.] Hin virdaligazta jungfru Josivena sa C. 16 
kappi] skepna CD. 17 gel] fseddr CD. 18 Ma. g. C; öm. D. maetta 
vera C. 19 hans] J>in CT), ek] öjw. C. mista C. hans] )?innar CD. 20 
verd] mynda C. ath] om. C. minu 1.] mer CD. 21 segir />. note 3 
andvarpandi yrfZ). 22 B. J>a til |?ess C. 24 sinn hest C. 25 XII menn 
herklseddir at honnm D ; XII herklaeddir menn hleypandi C. 26 ]?eir />. 
hans] allir C; om. D. ov.] B. add. CD. 27 Bev.] hann C. kvodu CZ>. 
28 rida] ok add. C. 29 heyrir C; |7etta arfrf. CD. ok] er arfrf. C-, hann 
add. CD. taka s. sv.] til sins sverds (sv. s. D) taka CD. 30 ]?a] &m. 
C. 31 gleymt] latit C\ lagt (!) Z>. J>at C. sem] er 2>. 32 höfadit C. 33 
skogarmenn C. senn] öjw. CZ>. 34 ]?ar i] öm. C. spjotsköpt sin D\ allir 
sin spjot C. 35 skiott] nu (7; om. D. spiotts] spjotskapts D. spjot- 
brot C; sitt arfrf. CD. 36 hafdi] haft crrfrf. C. j h.] om. £ 35 f. er— 
hendi] om. D. 36 tuo] menn add. C. 37 ath audr.] eptir annan CD. 
38 er] at C. VIII DC. 39 suo s.] er CD. ]?eir] IUI er eptir lifdu 
add. CD. sau C. ofarar sinna k. D. 40 Sem] ok sem D\ ok er C. 41 
lumf.] Josvena D. 41 ]?eirra v. sk.J )?etta /?. 42 hennar — styrkiazst] 
hon mjök (om. D) at angraz CD. 44 Ok] om. C. 45 heimleidis C. 
fserdi] Er. «rf^/. £ 46 Enn k.J Er. 6 T ; Er. kongr yd. 49 Nökk.J 
Nökkurri stundu C. 50 jkast. til] i kastala C. sa] om. (!) C glug.] 
glugg einn C. ofan] a völluna add. C\ a völluna ser hann add. yd. 52 
a. v.] om. C. m. 1. C. frar] ok 6'. 53 er] om. C. 54 het ur D. C. 55 
vid] med C. 57 til Erm. k.] Er. kongi C. hann] Brand, kongr C. 58 
hafa] taka C. 59 hans] Er. kongs yd\ hann(!) 6'; ser til eiginkonu add. 
C. ser] nana add. C. 60 — 62 land — minna] allt hans (riki ok add. yd) 
land, svo at bann skal eigi svo miklu af na, at hann megi sina II ftetr a setja C. 

217, 1 En er Er. kongr C. J?a] om. C. 3 kall. s.] let kalla til sin 
C. 5 spurdi] spyrr nu C. vaeri] se C. 6 rads C. 6 f. Enn — hird] 
Eingi fannz sa i lidinu C. 8 vera] gjoraz C. 9 )?ar] \>e\r C. hugsjukir 
C. 11 ok] en C. gerdi C. henni] J?egar add. C. 12 )?au] j?essi C. 13 
ridd. h. C. 14 svarar C. 14 f. til f. s.] ok maslti vid fedr sinn C. 16 
bragd] verk C. 17 gera hann at riddara C. 18 f. gioreth h. f.] se hann 
forstjori C. 20 hann] honum C. 20 f. skorta— lidinu] huglesi(!) ne 
bleydi til ganga at styra h ein um C. 22 Erm.] om. C. 23 kalla] til sin 
add. C. sagdi C. sno] til hans add. C. 25 Giarna] sem per vilit, herra 
add. C. 26 skal— vilia] om. C. 27 er] om. C. bjodit mer C\ vilit 
bjoda mer yö. 28 honum] med gyldum sporum add. C. 31 eingi] 
einskis konar C. beit C. henni C. 31— 3 Sidan— honum] om. C. 33 f. 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 13 

hann — sverdi] kongrinn hann sverdi svo godu at C. 35 ok] edr C. 
37 mörg] lünd ok add. C. Jumfru] om. C. 38 sitt g. e.] godan hest C. 
er] Arundela het add. C. 39 betra — Hann] hon um betri hestr ne skjotari: 

B. C. 40 hafdi C. 41 ers A.] svo hest; hann C. )?at] om. C. 42 
\>m] honnm C. 44 hann] Beuiss C. ers.] sitt ers hit goda C. 46 
J>eir C. }>ar] hja C. lof. al. C. 47 hreysti ok v.] röskleik C. Bev.] 
hann C. 48 sitt hörn hardla akafliga C. 48—50 lidith — kongr] her- 
klsediz nu allt folk i stadnum. Er. kongr kom nu C. 52 Herra B. ridr 
nu C. vtt] om. C. 53 merki k.] markat C. hans] sin um C. var skr.] 
öm. C. 54 leo] med gulli add. C. ok] om. C. hreysti] hröskleika ok 
riddaraskap C. 55 jmoti h.] om. C. 56 hinn öfl. ok] mot honam; hann C. 
58 illr] ogurligr C. 58 f. Brand. k.J fyrir Bran. kongi C. 60 einn] om. 

C. edr C. 61 f. spiott st. er] digrt spjot, en C. 62 med] om. C. fior.] 
om. C. 63 ser C. 64 ]?a s.] keyrir yö. Ar. m.] hestinn yö. 65 ok — 
hans] om. C. 66 öllu] miklu C. 

218, 2 ]?uiath B. 1.] laugadi B. sitt C. 3 hans] hins heidna C. 4 
tu om. C. fallr C. 6 heima hafa setit C. 7 I>a] ok C. B.] nu add. C. 
8 fram] so auch y$\ at C. 9 munum C. 10 vinna. Ok )?.] hafa. Sem 
C. huat] er arfrf. C. 11 gengu] djarfliga add. C. 12 fram] ok add. C. 
dr.] feldu C. 14 dro] nu add. C. vtt] sitt arfrf. C. sverd Marglsei (7. 
16 Sem] ok er C. 18 ath] ]?eirra «rfrf. C. 19 J?eirra] om. C. 19 f. 
toku— flyia] flydu J?eir nu C. 21 nu] hardla C. 21 f. hred. nu eigi] 
eigi hr. J?eir C. 22 sina ov. C. 24 Svo sem C. 24 f. sa — renna] ser 
ufarar sinna manna C. 25 f. ok — drepa] harri röddu ok maelti: Gangit 
fram djarfliga, minir menn, ok drepit C. 29 note 7halfpeings C] 
halfpenings C. 29 Sem] om. C. 30 tal. )?a] sagdi ok C. 31 taladi C. 
31 f. leid: F. h.] lund: tvi. 32 her] edr add. C. 33 jungfru C. 34 fyr] 
heldr C. hafa einn] fara til C. 35 galga] ok hanga add. C. 37 B. 
reid nu C. ok] hjo a badar hendr ok add. C. 38 Ok] om. C. 39 var 
k. ]?a] kaemi C. voru] nu add. C. 42 ridd. Er. k.] mönnum B. ok C. 
43 vildi C. heim] om. C. 44 hann] om. C. 45 lata fla C. 46 Br.] 
om. C. 48 a] ok bad C. 49 f. ]?u — )7inn] at bida sin fyrir utan sina C. 
50 f. sverdi sinu Marglsei C. 53 ofann] nidr af sinu ersi C. 55 Ok J?a] 
En C. 56 ath h. v.] sik C. ok] hversu add. C; hvernin «rfrf. yrf. 57 helt 
— honum] stod yfir honum med brugnu sverdi C. 

219, 15 Sid. r. h.] ok reid sidan yö. 45 at \>. n.] ]?ik at (om. y) 
neita yö. 59 a] af 6. 

220, 18 vera] einn add. yd. 23 edr] eitt add. yö. 27 Enn nu] 
Ok ]?vi yö. 29 tak] )?at arfrf. yö. 33 nogu] dyrt «rfrf. yö. 43 vm r.] 
um (fyrir ö) aungva yö. 65 Var kl.] ok mitt {om. y) naerklaedi yö. 

221, 8 bsedi] mikill ok hraustr add. y. mil.] ok hraustr add. ö. 
14 geck nu] gjördi nu svo ok gekk nu svo yö. 22 ]?etta] ok heyrdi 

add. yö. 37 sama] sanna yö. 49 ] legit yö. 53 sem — sagt] om. 

C. 54 f. vid hana fyrr C. 57 Svo sem C. 59 f>er C. 61 skal — liuga] 
lyg ek eigi C. 62 kongr C. rad C. ^er C. 63 hann] Be. 

222, 5 J?eirra] om. C. höfum C. 6 gott— latt] annat (om. yö) til 
at gefa: latit C. 7 eitt] om. C. 8 f. latet — ydr] segit upp a hans tru C. 



14 KÖLBING 

9 bann skal ]?at C. 10 manni — nema] i hönd fa nema sjalfum C. 11 
kongi] ]?at skulu J>er lata hann sverja. En add. C. 12 lati] skal C. set.] 
lata C. 15 f. nökkut — liki] hafa ydra vinattu C. 17 brefit var nn C. 
17 — 19 kall. — Bev.] var B. fram kalladr. Herra B., segir Er. kongr C. 
19 f. bera — Dam.] fara mins erindis til Damacle ok ber mitt erindi C. 
21 skaltn] ]?es8 add. C. 22 aungum] ne i hendr fa add. C. nema] sjalfum 
add. C. 24 giori] ber yö. 25 bitt bitra] mitt bjarta C. 26 Herra— 
kongr] Er. kongr svarar C. 28 ]7essa C. 29 ]?ungt] svo skjotan veg 
add. C. 30 skal] mun C. 32 jungf.] om. C. 33 Hann for nu C. 41 fretta] 
t>ar C. son] berra add. C. 42 fost.] fostra C. 44 Pil. ».] Nu sem 
palmarinn ser riddara, )?a kallar bann a hann svo segjandi C. 45 )?a] her 
add. C. kom.] ok sit nidr add. C. herra] riddari C. 45 — 49 ok — 
hungr.] fyrir sakir allsvaldanda guds, komit ok etit med mer! B. jatadi 
j>ess 0?essu yö) blidliga ok stigr nidr af sin um hesti skjott ok tok til 
matar, ]?viat hann var hungradr mjök C. 50 palmari C. gnogum C. 
53 segir suo] mselti a ]?es8a leid C. bans] Vinr minn, segir hann add. 
C. 54 vinn] om. C. ok] en C. 55 edr C. 56 Herra] minn add. C. 
56 f. pilagr.] palmari, ]?ar skal ek ydr satt fra segja C. 

223, 1 ek] heiti add. C. 3 ek] so auch yd\ om. C. skyldi C. 4 
o f.] mikilli uforsynju C. 8 seg.] bid ek )?ik attu segir C. 9 f. Ekki— 
Be.] B. svarar: t>u |?arft eigi at leita bans C. 11 f. palmari heyrir]?etta 
C. 14 mselti] a ]?es8a leid add. C. Herra] dyri C. sem m. sk.] herra minn, 
drottinn himirikis dyrdar C. 16 hann] sidan C. ouit] ok add. C. 17 ]>&] 
om. C. 18 ]?itt edr C. huath] hverju C. 19 ]?er f. m.] ]?at er (uns.) C. )?a] om. 
C. 21 aung.] lifanda add. C. 23 palmari C. uit] fviat add. C. 24—6 
mät— svarar] msettir bera dauda ]?inn } |?oat ]?u vitir ]?at eigi C 27 eigi] 
segir B.add. C. 31 |?etta] )?at (7. 32 palmari 6 T . 33 hljejandi 6'. 34 
fyrr] sinni leid (ferd yö) add. C. 35 var] i )?ann tima add. C. rikazti C. 
36 ver.] öllu landinu yö. 36—8 ok — sat j] )?ar vorn (ekki neinir turnar 
(so yd; unlesbar in C\ at eigi vseri gulli bunir edr silfri ]?aktir ok upp 
a hinum haeetam turnum {uns.), er Bran. kongr sat i sjalfr C. 39 or] af 
C. 40 ser i klom C. 41 er suo sk.] af honum stod svo mikit ljos 
(mikil birta edr [ok 6] yö) C. \f&i] svo mikit C. 44 diarfl. jnn] inn i hallina C. 
mu.] trausti C. 45 huar] om. C. heyr.] ok add. C. 45 f. er — voru] ok 
vom ]?ar at heidingjar at blota god sin. B. leit ]?ar C. 47 meir] fleiri 
C. Bev. ste] j?eirrar truar. tar ste Be. C. 48 gekk] inn add. C. 49 j] 
om. C. 49 f. j pr. e.] a ein um prestinum ok C. 57 munn] er C. 

224, 1 ridd.] om. C. 3 diarlr] kyndugr C. i mot C. tali] geri edr 
mseli hvorki ord ne verk (uns.) C. 5 A ]?.] I>ann C. hellt] heldu )?eir 
C. 7 a] einum add. C. ridd. s. C. 8 f. Sem — )?a] ok sem B. var 
kominn ok kongiinn sa hann C. 9 imot C. 10 hann] vel kominn ok add. 
yöC; let hann add. yö. j] om. C. 11 f. skiott )?.] eitt C. 13 reidd.] 
hrsedizt nu mjök herra C. 14 br. sk. C. las] ok add. C. 16 hi. s. C. 
17 suo] om. C. 18 bregda— sverdi] mega draga ut sverdit C. 19 vpp] 
at add. C. 20 fastliga C. 22 sagdi] s. at C. leg. h.J hafi legit C. 23 
sina] so auch yö\ hans C. 24 ]?ann] einn C. 26 kongrinn C. ]?at 6\ 
27 eigi h. j?u C. 28 nu| ]?egar ötf?rf. 6'. 30 giora] fa C. noga] nogu 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 15 

langa C. pinu] svo at add. C. 31 ]?itt 1. C. hsestu ok] om. C. 33 
f&] ]?ar skulu ödd. C. 34 orm.] kvelja J>ik add. C. skulu J?. sl.] om. 
C. 37 )?ar] öiw. C. meid.J af «drf. C. aldri C. 88 neinn d.] om. C. 
til m.] om. C. en] einn ae/tf. C 39 ]?u sk.] ]?o skaltu C. 40 fara t. 
m. C. ]?ina f. C 43 i myrkvastofuna C. 45 honum] nidr add. C. 46 
hialp. h.] geyme er (!) hans C. 47 fall.] ferdinni C. 48 kom nidr C. alls- 
konar C; skadlig «<W. C 51 leitadiz C. sik] om. C. 52 drap (7. öll] 
p&u hinu illu C. 53 eitrkvikindi C. 53 f. Nu— ath] Hann var nu i 
myrkvastofunni i mikilli pinu C. 56—8 mselti — mer] talaz un vid (sjalfan 
sik add. yö): Miskunnar bid ek ]?ik (nu add. yö), drottinn minn, segir 
hann C. 58 j?ins] helga add. C. or] af C. 59 pinu] leystu mik add. 
C. verd laus] ma lauss verda C. 

225, 1 Petr at Romi C. 2 af ] herra add. C. 3 ok] sidan gefa 
honum add. C. 3 f. sialf. h. g.] om. C. 4 f. fleir. m.] nükkurum manni 
sidan C. 6 haduliga C. 7 fca ä e.] Ok eina C. 8 nat] sem bann svaf 
add. C. hann] ein add. C. 8 f. ]?a — suaf] om. C. 9 sein] er C. 10 
gatt h. gr.] drap bann C. }?at] bit atfoJ. C. 14 Jos v. d. h.] bans d. J. 
at C. 15 f. Kom — sinns] bon kom nu fyrir fedr sinn C. 19 hef.] er C. 
farinn C. 20 stiupf. s.] sinn st. ok befna fOdur sins C. 22 Ok] bingat 
C. heyrir C. ]?a] om. C. 23 ekki maela vt. 1.] eigi svara nema hon 
mselti ]?etta C. 24 Avfi B.] ser: Awi, herra gud C. skal C. ef] B., er 
C. 26 }>ola] ok add. C. 27 Aufi hu. b.] awi hvat C. 28 f. }?u— vildir] 
hafdir ]?u, er for (}m fort i yö) burt ok vildir C. 31 hey. ridd.] 
hseverskr madr sem ek veit vist C. 32 muntu C. okkrum C. 33 f. mik 
hr.] min um hreinleika C. 34 ess ok sverd C. 35 geyma] ydr til handa 
add. C. fra m. sk.] skulu ]?au vidr mik skiliaz C. 36 yd.] ]?in C. 38 
1 ]?ann] frenna 6\ far.] ]?ar 0. 40 var] nu add. C. 42 bans d. J. C. 
£rm.] kongr arfd. C. 43 l?essv] blidliga «rfd. C. Nu] ok C. 44 verdr C. 
46 fyst C 48 ^essv— ath] beltinu at eigi skyldi C. 49 skyldi — henni] 
om. C. 50 skada] mega gjöra hennar meydomi C. 51 huern] om. C. 
53 for] sidan for hann C. 54 Hon] Ivo. (!) C; Jos. yö. 55 manni] til 
C. Arund.] om. C. 56 diarfr] hardr C. 57 kvaemi] ]?yrdi at koma C. 
58 stall] godan add. C. 

226, 1 ]?at] om. 6'. 2 bardla st.] ok bardla sterkligum C. 5 fä] geta 
C. enn er] om. C. 6 essit] |>at C 7 ]?at] ut add. C. 8 kom.] om. C. 
sedd. ]?at] tok }?at at briotaz vid fast C. sio] med add. C. 9 ept.] om. 
C. 10 f. nah] om. C. 11 J>ar h.] om. C. 12 drepit h.] mundi bann hafa 
drepit C. 13 hialp. h. ok] bonum borgit; J?eir C. 14 jsitt — hann] om. C. 
15 hon. L] Isekna til at graeda hann C. 18 Sem] at C\ at pa ytf. 20 einn d. 
m.] om. C. syrg.] ok andvarpadi add. C. 20 f. ser — seg.] til guds svo mse- 
landi C. 23 key.] leysti C. |?inu] med sinu C. 25 pin.] ok add. C. 
26 f. ]?ola — verda] i burt hedan komaz ok vera frelstr af )?essum stad 
edr skjott vera daudr C. 29 myrkvastofuna C; myrkua8t , B. 30 f. 
heingdr— suik.] deyja C. 31 annar] ]?eirra add. C. 31 f. jdyfl. t. h.] i 
myrkvast. C. 32 f. ok — nidr] om. C. 33 ]?a— Bev.] Hann slo B. svo mikit 
högg C. 34 suo] om. C. ]?eg.] hann C. 34 f. hann — hann] i ovit, hann 
var svo C. 37 f. Bev.— höfutb] En ]?egar hann rettiz vid, J?reif hann upp 



16 KÖLBING 

eitt tre ok slo |?egar i höfud hinum svo C. 39 Enn] om. C. 40 tok] 
>reif \>& C. 41 spyrr C. faeri C. 42 deyia] hanga C. 45 Hinn] Sa C. 
46 ofann— }>egar] nidr med ]?ann sama streing ok er C. 47 kemr C. 
49 f. eptir str.] med )?eim sama streing C. 51 sem ]?.] er hinir C. 52 fekk] 
sa C. 54 ridr C; nu atftf. C. ath] af 6 T . 56 port. — folk] folk var ekki 
klaett C. 57 ]?a] }>ar 6 T . 59 var] er C. 60 edr C. skal C. 63 kom.] hlaupit C. 
227, 1 ok] om. C. 3 ridr C. 4 hann] af taka add. C. 5 vegir C. 7 verit 
i my. C. var C 8 vegrinn ukunnigr C. \>m] ok C. 9 veginn sem G 1 . 10 leid 
at C. ser C. 11 mikla C. ]?ekti] kendi hann C. 13 Aufi] herra add. C. 15 
nu her C. ek] nu arftf. C. 16 leingra] ok arfrf. C. herr] nu (7. 17 buil.] 
her add. C. stigr C nidr] om. C. 21 sitt ess C. sem] er C 22 var] injök add. 
C. 23 )?ui ath h.] ok C. 26 t>enna] sama a^. C. stod] stendr upp 
C. 27 sn. vpp] om. C. kallar a C. 28 sinn] om. C. Grandnier yö. 
30 sem m. g.] er geyma B. C. 31 f. gek — svarath] gjörir svo, kallar 
mj(5k hatt, en ]?e\r svara aungu C. 32 nidr] om. C. 33 ]?eir] ]?ar badir 
add. C. 34 Bev.] var add. C. 35 kongi] ok er hann heyrdi )?etia 
add. C. kongr] hann C. 36 f. greip — ok] om. C. 38 allann] om. C. 
41 megi h. h.] mega ek lata heingja hann C. 42 af] öllu add. C. 43 
aepti hann] kallar Bran. kongr harri röddu C. 44 |?at] ]?a C. 45 taka] 
rida eptir (7. Ok] om. C. vopnuduz C. 47 ]?egar v.] om. C. best sinn 
C. 48 var] fannz C. ok] ne C. 49 ]?at] hann (7. keyptr C. 50 )?e88] 
hans 6 T . 51 ridr C. 53 hefir C. 54 kemz C hann] svo add. C. 54 f. 
Ok — hann] at hann gat set, hvar hann reid ok C. 55 aepti] ]?egar a 
add. C. bad] ]?ann «rfrf. C. 57 firir kv.] om. C. 58 vera] adr kveld 
komi add. C. 61 )?ui] nu vel C. 62 enn] om. C. ath] ek mega add. 
C. 63 högg] segir B. add. C. Br. k. h.] kongrinn heyrir C. 64 \>& v.] 
verdr C ok] so auch yö\ om. C. slo] höggr C. 

228, 6 or hausnum feil C. 7 ok] om. C. hann] nu kongr C. 8 Bev.] 
il hans add. C. 9 matt] mikilliga add. C. 10 )?u ert nu] ertu )?o (7. 
11 presti] fyrir add. C. 12 I J?essu] Eptir }?at C. ath] om. C. Gr.] mjök 
hleypandi add. C. 13 goda] om. C. ok] bann C 14 hann] Beviss C. 
14 f. hon. d.] hann skyldi C. 15 ath fl.] renna C. 15—18 tu— J?inn] 
f>a svarar B. : tat rsed ek |?er, Grandier, at pu bidir eigi min C. 18 hann] 
Bran. kongr C. 19 ok — ek] en ek sver J>ess C. 20 mer nser C. 20 f. 
vigja )?. t. d. C. 21 Bev.] hann 6 T . 22f. spiott — at] spjotit er att hafdi 
Bran. kongr C. 25 hjartablodi C. nu Gr. C. 26 af s. e.] om. C. skiott] 
skyndiliga C. 29 sinum vilja C. 29 f. reid f. e.] ridr nu fram ok C. 
30 sneri] om. C. hon.] svo add. C. fast] saekjandi, at ]?at var naliga 
komit at hon um ok add. C. 31 Bev.] hann C. 32 var h. )?a] hann 
var nu C. 33 f. hann J?. nu illa C. 36 höndum C. 38 skyldi] nu add. 
C. 38 f. hann b. t. g.] ok nu bidr hann C. 39 f. hann fr.] gud frjalsi 
C. 40 af] fra C. 40 f. Hann — essit] fca bjo Bevis liest sinn C. sp.] en 
«rfrf. 6". )?ai] hann C. 42 — 45 ok sv. — jmoti] )?a bar mjök nidr eptir 
vatninu af )?vi at J?at var mjök stritt; en ersit svam se ]?vi meir upp a 
mot C. 47 munnin.] munni ]?ess C. 48 ok] om. C. 50 hann] sik fast 
C. 51 skiott] om. C. 52 f. var — foru] er kominn yfir vatnit ok fara 
nu C. 56 sinn v.] leid sina C. 57 reid] for-C. saman C. taladiz C. 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 17 

229, 1 a— samt] vid C. 3 ek— vilia] gjarna gaefa ek na C. 4 goda] 
om. C. ess] sverd yö\ med godan vilja add. C. 5 half.] om. C. 5 — 7 sao — 
eirnn] ok sem hann hafdi leingi ridit, kom bann at einnm C. 8 allann 
gioru.] smidndum C. 9 f. vm — turn] |?ar einn turn fagran C. 10 i glngg 
C. 11 vaenaj om. C. 11 f. reid — sem] ridr ^aogat er C. 12 talar 
C. suo] om. C. 13 Minn] tu hin C. 13 f. sagdi h.] om. C. 14 hse- 
verska C. 14 f. ^ess g. s. C. 15 J?a] om. C. ]?u] öjw. C. mer] so auch 
yö; mik (!) C. 17 f. af m.] raikla C. 19 er] einn «rfrf. C. jot.] baedi arfrf. 
C. 21 at h. g.] hann (at adrf. yd) gefa 6'. 24 eda] ella C. 25 ath] $o 
auch yö; sem C. 25 f. megi e. jn.] et at sinni C. 27 Gekk hon s.] 
Fruin gekk nu C. 29 hafa] fa af henni C. 30 Jötnnninn svarar ok segir 
C. 31 sk. r.] skyldi vita C. er] vseri C. 32 enn] om. C. skildiz C. 
34 spyrr C. 35 huort] hvadan C. 37 Br. k.] om. C. 38 atti—Bev.] Bran. 
kongr hefir att C. 39 hann — satt] B., ]?u segir satt allt (at yö) C. 42 
mnnda C. 43 hann] til hans C. 44 enn] ok C. 45 )?a] om. C. 46 greip — 
slo] tok sverdit ok hjo C. 48 skaut] laust C. 49 ath] til C. 49—52 ok - 
Bevers] om. C. 52 f. ok — högg] er }>at högg tok hann eigi C. 54 Bev. 
v.] ok vard B. C. 55 f. hendr — hans] hon um badar hendr ok C. 57 vnn. 
};. s.] )?ann sigr vnninn C. 58 Bßv.] inn add. C. 59 Ok] om, C. ok 
s.] svo ok C. 60 hann — mat] |?ar eigi godan mat ne drykk. Hann at 
fast, )>viat hann var mjök hungradr C. 61 hann] om. C. nu] mikit add. 
C. 64 ok] om. C. 

280, 1 Hann — bak] Nu steig hann upp C\ a sitt ess add. yö. 1 f . 
veg — til] sinn veg til l?ess 6 T . 4 f. huatt — geingit] om. C. 5 er] at 
C. 7 nu] \>& C. 9 Bev.J honura C. 9 f. XVII ok XX C. 10 ok] 
Nu 6'. 11 ok] hann C. J>a e. e.] eigi enn C. ok — eigi] ekki vildi hann 
enn yö. 12 vildi C. huar] fru add. C. 13 vaeri C. ok sneri C; for 
hann yd. 14 eigi C. 15 )?a] om. C. 16 hann] )?ann C 17 giorla) )?viat 
arfrf. 6\ bad.] saman add. C. 18 Hann] B. C. 18 f. |7. m.J om. C. 
19 hvernin yö-, hver (!) C. 19 f. fra sv. r.] Sa svarar C. 21 Iv.| kongr 
arfrf. C. 22 vel] at atfd. C. 23 veg J?.] veginn C. skul.] fyrst arfrf. C. 24 vm] 
i gegnum C. 27 hon.] vel add. C. 27 f. hardla— Mun.] sidan sem 
hon um var visat. Ok sem B. kom i Munbrak C. 30 ridd.] en add. C. 
31 vid] med C. 33 dyra C. hon] Jo. C. 35 heyrdi] inn i husit add. C. 
sarl.] om. C. 38 J?ik] ok add. C. 39 ek — ]?ui] ef )?u ert tapadr, J?a C. 
40 hann] B. C. 41 ^etta] hennar laeti, |?a C. 43 gefa] om. C. 44 ath 
e.] mat C\ bera arfrf. yö. 46 stod vpp 6 T . 47 f. haeversliga C\ at J?vi 
matmali add. C. 48 talar C. 49 til h.J vid hann C. suo] om. C. 50 
Palm.] segir hon add. C. faedr] ok arfrf. C. 51 |?er gud 6\ J?u s.] J?ar 
seg ]?u C. satt] i fra arfd. C. 52 Frn s. B.] B. svarar C. 53 a] i C. 
54 J?a] om. C. hjarta h.] hon mjök C. 55 kennir 6'. 56 B. heitir C. 57 
]?ui ath] ok C. 58 skyldr] mjök knnnugr C. 59 f. lidn.— er] ort XU manadir 
lidnir sidan C. 60 drepa] med sinn sverdi add. C. 61 Ok] En C. 
62 — 4 nu— gott] feingit gott C. 64 f. saem. — kven.] aldri finnz henni 
fridari kvennmadr C. 66 verdr C. illt C. heyrir C. 

281,1 kvongadr C. 2 hon] hörmuliga add. C. 3 sagdi C. A] 
svo C. 4 skylda C. 5 Hon sa nn upp a B. C. 6 mer] J?er C. 7 

Beiträge cor gesehiohte der deutschen spräche. XIX. 2 



18 fcÖLBttfG 

eigi] fyrir sannindi add. C. 8 ek] ]?at add. C. 9 vaerer sa] ert 
turon C. 10 ok] en C. 12 ydr] }>ik C. eigil af J?vi ori add. C. 12 f. 
Bev. — eigi] hann, eigi em ek C. 18 ok — rett] om. 6'. 14 Bev.] hann 
G. 15 opt] om. C. 18 herraj vin C. 18 f. }>ath — ath] latit J?at vera 
kyrt C. 21 madr] om. C. jn.J naerri C. 22 het] nefndiz 6'. 23 Hon — 
hans] Jo. talar vid hann C. 24 |?er] )?es8i madr arftf. 6'. sia p.] om. C. 
25 ]?ar] her C. sitr] hja ]?er add. C. Bon.] hann 6'; svo hjalpi mer gud 
at add. C. 26 suo] at J?vi C. 28 heyrir C. herra] om. C. 29 vtt] 
upp C. 30 lagd.] ]?at add. C. 31 essit] öm. C. 33 ef] at 6\ 33 f. 
gett — |?at] geta uppi setit a ersinu. Svo sem hestrinn Arundela C. 
34 )?a] o»t. C 35 hnergi] i aungan stad C. 36 ]?uij om. 6. 38 firir 
h.] )?ar sem hon stod C. 39 hon] Jo. C. j?at] )?etta, J?a 6'. Nu v. ek] tat 
veit gud C. 40 )?u— hefir] sami er J?essi ok sa er ek hefir C. 41 langat] 
)?rait 6 T . firir] sakir add. C. sak.] ]?ins C. 42 nidr] af hestinum ok C. 
skul.] ok add. C. 42 f. ess yd. ok] ydvart C. 45 Fru s.] I>a maelti C. 
mer] skjott add. C. 45 f. mitt sverd C. 46 fara h. C. 47 Enn hon] an dvalar. 
Jnngfru Jo. C. 48 skaltu e. f.] kemr )?u eigi C. ]?u h. m.] ek fer C. 49 Frv s. 
B.] B. svarar C. 50 skulu ]?er] sknlum vit C. rik] ein C. 53 fadir ]?. C. 
54 suo 1.] öm. C. 55 myrkvastofu C 56 ydr] ]?er C. hefir] gekk C. 
57 geingit] om. C. 58 alldri] aunga C 58 f. fä v. m.J eiga nema ]?a at 
vaeri skser mey C. 59 ert] nu add. C. 61 kongi] um add. C. 61 f. Nu 
sv. J.] Fru Jo. svarar nu C. 64 er] at C. 

232, 2 a samt] saman C. 3 nserri m. I.] naer mer C. 4 f. hafit— ydr] 
latit mik fara C. 5 EingL] med ydr ok i add. C. 7 eigi] mey add. C. tid er C. 
8 nu — ydr] ek segi ok se ]?at eigi satt C. 10 aungum peningi C. 16 sina 
v. k.] kongum sinum C. 18 suo] om. C. 19 bi.] birni svo C. vard t.] 
matti telja C. 20 ]?a] om. C. sorgf.] mjök hrygg C. 21 til s.] a C. 22 
maelti] til hans add. C. 23 gott] om. C. 24 a] so auch yö\ om. C. 26 )?ar] 
om. C 27 r£d] )?ar arfrf. C hefir — brodur] ä sei* einn brodur ok kaer- 
aztan vin C. 29 J?ann] ]?eim C. 32 Ok] En i C. 33 er h. k.] kemr 
heim C. note 13 senniliga (?)] seinliga (!) C. 36 )?at] om. C. kongr] om. 
C. 37 ok 1.] vid ok J?egar laetr hann C. 38 lid] folk C. 40 a 
burt k. C. 44 |?at C. kongr] heim add. C. 45 veidi sina C. 45 f. Suo 
sa k.] ok sem hann sa C. ok sp.] spyrr hann C. 47 vaeri, edr C. 48 
Bev.] hann C. 51 matta ek e.] matti ekki C. 52 f. ydv. v. ]?.] ]?inn er 
C. 55 heyrdi C. 

233, 1 )?ar] om. C 2 edr C. Hann] ok C. 4 minum br. C. 5 f. oll. s. 
m.] med all an sinn her C. 6 kastala G. 7 rikis] sins add. C. 8 drott] 
om. G. 9 er n.] het G. 11 f. brott f.] a burtu med allan sinn her G. 
12 drott.] om. G. 14 füll] en add. G. 14 f. hennar sk. G. 17 ganga] 
nidr add. C. skal ek] om. G. 18 taka] |?ar add. G. 19 ok] sidan 
G. 20 note 8 stana (n */w. undeutl.) C] stappa C. 20 f. or t. g.] gjör- 
samliga ur )?eim taka ok G. 21 skal ek] om. G. )?ar] honum vid 
C. 22 ok] gefa |?ar af at drekka add. G. 23 hans — gefa] mönnum 
hans C. 24 J?at er] hvat C. 26 Enn] om. G. 27 bu.] bua oss C. 
27 f. skynd.] skjotaz ok G. 28 veg] leid C. 29 \>&] adr C. verdr v. 
v.] vaknar ok hans menn G. 31 grösin G. 32 ath dr.] om. C. 35 — 7 



STUDIEN ZUK BEV1S SAGA. 19 

Ok— buin] om. C. 38 af gulli C. 39 silfri C. dyrgr.] gripum ok gersimum 
(gimsteinum yö) C. 40 Ok] En C. 42 J?ott.J du add. C. 46 J?6ss] ]?egar 
C. viss] hvers add. C. 47 sem— hann] sa hann )?at i steininum C. 48 skiot.] 
fljo[t]liga C. ok] at add. C. 51 vera] om. C. 52 ridd. h.] hans menn C. 
ok] so auch yd; nu C. 53 ]?eirra] om. C alla] om. C. 54 herkl.] skjotli[g]a 
add. C. 55 J>essa C. var] J?a arfrf. C. 56 hörd.] af hon um C. 57 
riddarar j?etta heyrdu, }>a C. 58 f. Josv.— foru] vel M. manna C. 60 nu 
v.] om. C. }?au C. Bev.] urdu skjott vor vid j?a C. 64 svaradi yrf; segir 
C. 65 skamt hedan C. jbr.] fra oss C. 66 liggr \>. C. 

284, 1 ok] en C. 2 meg. ]>. k.] komumz ]?angat C. 3 eigi] aungvan 
mann C ott.J ]?viat «rfrf. C. 4 vinna C. 5 J^otti h.] ser hann at C. 
]?etta] mun add. C. 8 varr vid C. 9 foru] nu add. C. 9 f. ath 1. \>.] 
om. C. fundu C. eigi] hvergi C. 11 f. er — aptr] mann, at nökkut kunni 
fra ]?eim at segja. Sneru uu aptr syrgjandi C. 13 f. harmsf. — var] ok 
fundu ekki til |?eirra C. 16 )?a] ok C. )?eir] om. C. 17 hr. vid] om. 
C. 18 taladi Ö. 19 maelandi C. kaeri] ^ö at^r/t yd; kaerazti C; B. 
add. C. 21 faer] get C. 21 f. )?ui — eigi] ok eigi ma ek leiogr C. 22 
vera] Ufa C. 24 freista — stad] |?egar i stad fara ok freista C. 25 fai] mega fa 
C. ]?essuu) C. sk.] en add. C. 27 skiott] i burtu C. 28 Bon.] om. C. 
29 eigi] }>ar C. 29 f. bed.] verit, \>& C. 30 f. fram— J?av] leon II kvomu fram 
ok C. 31 f. ok — Ok] ]?au hljopu grimmliga at Bon. ok Jos. En C. 
32 Bon.] hann C. 33 ]?reif] ]?a tok O. ste] upp add. C. 35 af] med 
C. }>ar] {?at C. 36 f. Nu— dyr] tau hljopu nu grimmliga C. 37 f. 
annat r. h.] reif annat dyrit hann sjalfan C. 38 hest] ess C. 38 f. 
skildu C. 39 ]?an] hinu grimmu dyr add. C. 39 — 41 hann— lif| ]?au 
höfdu all an hann i sundr rißt ok slitit i smatt ok hans ess, ok let 
hann svo lif sitt C. 41 f. Josv. sa \>.] ]?etta ser Josv. C. 43 sakir] 
mikillar add. C. 43 f. Nu hl. d.] Dyrin hljopu nu C. 45 millum s.j 
hörmuliga ok leku hana hardliga ok settu hana C. 46 berg] i millum 
sin add. C. 48 Ok] om. C. kom C. 50 liggia a.] nu hvar liggr arm- 
leggr C. 51 fot. H. k.J fotleggrinn ok fotrinn; |7a kalladi hann C. 52 
sem h. s.] heyrir C. 53 ^aj ok |?at C. ekki vid st.] eigi standaz C. 54 
Ok] om. C. hestr hans C. 55 \>&] om. C. hann] om. C. faeti sinum C. 56 
honum] svo add. C. 57 f. ok — hart] ß. vaknadi ok vid med miklum harmi 
ok hrygdarfullu (so yd-, unlesbar in C) hjarta C. 59 essit] sitt ess 
C. 60 ta— vpp] Haun sa nu upp C. 61 var] sat C. 6 2 f. dyra— hon] 
leona. Jo. sa ]?etta ]?a )>& (!) aepti hon svo segjandi C. 64 herra B.] om. 
C. kom] farit C. 65 hjalpit C. {?ui ath] om. C. 66 stöd v.] komin 
C. 66— 

235, 1 leones s. B.] B. heyrir ]?etta ok sa leonin \>& C. 2 sinu e. ok | 
hesti sinum, fviat hann C. 2 f. ath — ]?ui] haetta honum C. 4 ok] en 
C. gek] svo «dW. C. 5 dyr. — ]?au] leonunum. tau hljopu nu at honum 
C. 6 ath— annat] annat j?eirra hof C 7 Bev.] hans C. 8 hann] B. 
9 sinu] Marglsei add. C. of.] om. C. leonsins C. 11 Hleypur nu 1.] 
Dyrit hljop nu C. 11 f. kiaptin — grimr] munni at B. ok svo olmt ak (!) 
grimmt C. 12 vildi C. 13 Bev.] hann ok i sundr rifa C. |?ui] bili add. C. 
hann o.j B. sverdinu C. 14 nam] stod C. 15 stadar. B.] hann C. dro] 

2* 



20 KÖLBING 

nu add. C. 16 l?egar] i stad add. C. annat] dyrit add. C. 17 sins] 
)?a add. C. 18 ok reif] reiduliga rifandi C. 20 faetr hina fyrri C. bans] 

B. C. 21 fiml. svo C. 22 ekki C. verdr C. 23 er }>. d.] vid J?etta at 
dyrit C. 24 standa f. h.] i mot honum standa C. hioj bann add. C. leonsins 

C. 25 af ] hinu add. C. fyiti faetr] faetrna hina fremd C. nu] ]?a C. 

26 f. buo dr. )?.] banat )?vi C. 29 föng— )?au] feingit. Stigu J?au sidan 
upp a sina besta ok ridu C. sinn] um skoginu add. C. 31 Nv] Svo C. 
32 sa B.] sau ]?au sitja C. stofnn e.] ein um stofni C. 33 mikinn] einn 
mikinn mann edr C. 34 stora] mjük mikla C. 35 f. X — borith] eigi 
gatn meira lypt X akrkarlar edr borit C. 38 var] vel add. C. hold 
hans C. 39 nas. h. v.] nasir hafdi bann C. 44 note 14 var bann] var 
hans C. 45 Harith] Har hans C. 46 augunn] augu hans C. stör ok] 
svo C. 48 munr. v.] munn hafdi hann C. vidan C. 50 vtt] om. C. leita] 
at add. C. 51 drott.] om. C. 52 Sem] I>a er C. herra] om. C. 53 tu] 
hinn add. C. 54 illr s.] Uli drottinsviki, segir hann C. 54 f. lausa — ]?er] 
aptr snua ok fa mer mina fru Jo. |?a sem \>u leidir med per. £n C. 56 
Bev.] h add. (!) C. mik. ok] om. C. 57 ferl.J skapadan add. C. 

236, 1 mselti] til hans a^. C edr C. 4 kempa 0. 5 stör.] menn 
add. C. }?inu] ]?vi C. landi] er }?u ert faeddr add. C. Hann sv.] om. C. 
6 Ma.] segir hann add. C. kalla C. 7 f. sköm. ek C; ]?vi a^. C. 11 sundr 
br.] öw.(!)C; sla rf. 12 kl. ]>. a.] kylfu }?ar sem C. 13 brott— dro.] stolit 
a burt dro. (uns.; kvinnu yö) mins herra Ivo. kongs C. 14 til] om. C. 
adr] enn add. C. 15 f. Hann slo C. 16 nu s. b.] (?a ess sitt C 17 fra.J 
om. C 17 f. enn sp. gek] med sinu spioti, ok gekk skaptit C. 18 stod] sat 
C. 19 f. I>a k. h.] Hann käst. C. 21 hann 1. s.] B. braz C. 22 enn h.] 
ok C. 25 essit] om. C. keyrir ]?at C. 26 sina f.] ffetrna C. jotn.] E. C. 

27 ]7eg.] vid C. 28 J>etta] }?a add. C. 29 hann— Jos v.] E. Jo. sa J?etta 
ok mfelti C. 31 gjör C. 34 Ok] En C. heyrir C. 34 f. )?a — hat] 
tok hann at aepa svo C. 35 j] öllum add. C. 37 )?uiat] om. C. kri.] tru 
C. 39 honum m.] hann matti (msetri yd) honum C. 39 f. Lett — \>&] B. 
let |?a E. C. 42 |7at] }?etta C. 43 a s. e.] upp a hest sinn C. 44 sina 
kl. C. 46 f. tau fara nu )?ar til at J?au koma C. 48 J?eim] om. C. 
49 )?eir] om. C. 51 skip.] en add. C. ^ui] om. C. 52 hljop C. a] i C. 
53 drepr C. ]?ann] ow. C 54 var sk.] }?vi skipi var C. hlupu] ut add. 
C\ ut af add. yö. 55 J?eg.] er C. 56 utt a] upp a j?at sinn C. 57 ok 
h. }>.] om. C. 59 kongi] at add. C. 60 hefir C. hefir C. 

287, 1 j — ok] burt flutt C. kallar C. 3 het] ok talar til bans svo 
add. C. s. h.] om. C. 4 Jo. ok B. C. 6 giora] herra add. C. 7 Am. 
for nu C. 8 for— ok] om. C. 9 haf.] hafinu ok C. |?eir] so auch yrV-, 
)?au C. 10 J?a] om. C. Am.] a J?au add. C. tat C 12 }?au] J?essi C 
13 min.] vid minn C. 14 kong C. heyrir C. 16 mselti] af mikilli sedi 
add. C. 16 f. fara s. h.] snua C. 17 J?viat mer J?ikkja C. 18 J?in hot C 
19 f. ]?e8& gjalda (7; ragt illmenni add. C. 20 nu] baedi add. C. miok] ok 
reidr C. 23 veg s.] om. C. vm] yfir C. 24 til kr. m.] at i kristninni (kristnu 
landi yö) C. 25 j )?.] vid ]?ann C. 26 firir] om. C. 27 stadit vpp s.] arla uppi 
verit C. 28 ok] hafdi add. C. gein.] snemma add. C. Strand.] sjovarins 
C. 29 ^angat] )?ar C. 29—32 Erkib. — lendi] om. C (das äuge des 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 21 

Schreibers ist vom ersten Jendi auf das zweite abgeirrt). 33 sem] om. 
C. lid.] p& add. C. 34 biskups C. 35 Biskap C. ]?u] edr hvert skaltu 
fara arfrf. C. 36 ridd.] om. C. edr C. 37 Herra] biskap arfrf. C. 88 var] er 
C. 39 er ek C. Gui.] om. C. er] Guion het, er add. C. 40 f. erki- 
biskupinn C. 42 vard— ok] om. C. hiop (!) (7; bann arftf. C 43 honum] 

B. C. kysti — sagdi] vard gladr vid ok maelti C. 43 f. Hin — son] om. 

C. 44 kom.] minn kaeri brodnrson add. C. edr C. 45 meyj konn C. 
er |?er] sem ydr C. 46 f. hon — hana] ek hefir bana mjök e[l]skat ok svo 
hon mik C. 48 elskb.] skyld C. 49 f. vid— ok] om. C. 52 Sem erki-j 
En svo sem C. 54 sp.] s. C. 55 p&i] ]?etta C. 55 f. Herra s. B.] om. 
C. 56 svein] herra, segir B. add. C. 57 ]?er] om.(l) C. kristnudut hann 
C\ kristnadiz hann (h. kr. 6) yd. 58 Nu maelti biskap C. ]?inn] ydvar 
(7. 59 hryggr ok r. C. 60 son bans C. 62 ser] om. C. einn] havan 
arfd. C. a] einu a^. C 63 hann er svo C. 63 f. hann ma eingi 
madr C. 

288, 1 )?u f.] per farit ^angat C. 2 per m.] >ar megi per C. 3 ok 
vil ek C. til styrks C 5 honam v.J na vel biskapinam C. leidir C. 
6 hann] B. upp C. 7 var C. 8 geingu— ok] öm. C. 10 bnit] eitt arfrf. C. 
12 sialfr s. ]7.] ser sjalfr C. 13 j] )?at, )?viat C. sao] om. C. 14 f. gat — 
honum] mandi honnm eigi lypt geta C. 17 Josv.] ok E. add. C. 17 — 
19 ok — .d.] med biskapinam. Sidan reid hann a burt med }?aa V c. C. 
19 er] sem C. biskupinn C. 21 harmsfull C. 22 hafit C. 24 greifinn 
C. gekk imot )?eim C. 25 sp. B.] s. C. hann] J?eir yö; )?ier (!) C 26 edr 
C. Hann] B. 0. 27 af] so auch yö\ or C. Fr.] ok arfrf. C. 29 greifinn 
C 31 sterk.] om. C. 33 enn] |7viat C. 34 mikit] om. C. ok] mikinn 
arfrf. (7. skada] ok add. C. 34 f. minn riki C. 35 Herra] greifi 
C. 39 Greifinn C. jat.] nu arfrf. C. lett] nu add. C. 41 for B. burt 
C) med sinn folki add. C. letti C. 42 kuomu — Sem] koma i 
kastalann S. En er C. 43 haat h. het] hann at nafni C. 45 Herra s. 
B.] B. svarar C. 47 heyrir C. 48 spyrja leingia C. 50 bann] inn 
add. C. fagnad ok gledi C. 52 viljum C. fra] nökkat af Jo. C. 53 
frida — mey] grygga (/. trygga) ok hinni stödnga C. 54 f. ok — henni] 
med biskupinam C. 55 |7eim stad C. 57 hafdi] hann add. C. 58 
hagsar C. opt] am add. C. 

289, 1 hennar fa C. 2 fundar m. h.] Jo. C. 3 sem] er C. 4 Ok] 
En C. 5 hon — lokknt] hann gat eigi lokkat hana C. 6 höf. s. C. 7 
skal C. valdi] fyrir ö^. C. 10 Miles] om. O. 11 vera] segir hon add. 
C. 12 J?essa C. man C. 13 jarl. h.] Miles jarl heyrir C. 16 ok 
m. E.] pur sem hann var C. brod.] segir hann arf^. C. 17 sina] om. 
C. 18 skyldir C. 19 honum er] hann hefir C. )?inn] til J>in C. 21 
ok b.] bidandi C. 22 maelti C. 24 ^angat C. 25 nu] rett i stad add. 
C. dual.] ok add. C. 27 Mil. h.] jarl Eskop. C. 28—30 ok lett— leitadi] 
Hann gjördi ok svo, ok sem hann var inn kominn um portit, ]?a let Milon 
[jarl] aptr byrgja sterkliga. Sem E. kom inn, gekk hann C. 31 eingan 
m.] hvergi manns barn C. 32 p&] om. C. 33 ä j.] om. C. 34 skyld] sakir 
C. vtt] burt C. 36 Mil] jarlinn (uns.) C. ath— nu] nu skal ek C. 37 mer] 
jungfru add. C. 38 heyrir C. reidr (uns. ; odr yd) mjök C. 39 tok] 



22 KÖLBING 

nu add. C. murinn C. med] sinum add. C. 40 ser] ok C. 41 stein- 
murinn C. 45 aepti] kalladi )>egar C. 46 seg.] Herrar, segir hann add. 
C. vpp] om. C. 47 Nu] Ok C. 50 ath] ]?ar mnndi kominn arfrf. C. vaeri] 
om. C. 51 allir] om. C. vttb.] en adrf. C. 52 ölln] miklu 0. 53 Enn 
]?.] frenna sama (7. 54 ok s. h.J sa er honum sagdi C. 56 note 16 huila] 
i hvilu yö. 56 er] sem C. 57 }?a] öiw. C. hest — vopn] sin vopn ok hit 
goda ess Arundela C. 59 Enn] om. C. er ath] skal C. 61 valdi] fyrir 
add. C. 62 i hvilu ö; til hvilu (corr. aus hvila) y. 

240, 1 str. aptr C dyr.] a husi )?vi er |?au lagu i arfd. 0. 2 klaeddi 
sik C. skiot.] skyndiliga C\ skjotliga ok mjök skyndiliga yö. 3 mey- 
domu (!) C. 4 f. syrgja — hugsa] hugsa syrgjandi C. 5 maetti l?essari 
C. 6 hann] hans flaerd yö. firir dr.] fordrifa C. 9 note 3 atr.] langa 
yd. 9 hann] 50 auc/t yö; hans (!) C. 10 |?a] om. C. 12 sk. sota] lagu C. 
note 5 hart] bratt yö. 14 Josv.] hon C. 15 svo f. b. C. 16 wate 7 
namu] nadu yö. 17 f. orditt] om. C. 18 ridd.] jarls arfrf. C. ath 1. 
om. C 19 jarl.] hann C. 20 segir] )>eim «rfrf. C. 21 hann] segir hon 
add. C. 22 ]?eir] riddarar C. 23 loptit] herbergit C. toku] taka(?) 
nu C. bundu] hana add. C. 24 giordu — bal] letu J?eir gjöra b. m. C. 
25 vildu] hetu (heitaz vid yö) at C. leiddu] hana add. C. 26 gret] aepti C. 
30 f. ok— ek] fyrr skal ek nu C. 31 firir |?. er] at C. 32 J?ik. Ok] ydr 
C. ]?at C. 33 Josv.] hon C. hann var henni C. 34 ok— leingi] hon taladi 
leingi vid hann C. 35 Bev. k. nu C. 36 spyrr C. 38 }?at— hör.] her 
eru hörmulig tidindi C. 39 br. v. C. er] at C. 40 e. j. t. b. C. 42 
s. B. e. g. v. C 46 spyrr C. 47 mikli] om. C. vaeri] er C. 48 suo] 
om. C. hann] |?a «rfrf. C. hann] undan a^. C 49 hätt] ok segir add. 
C. 51 hatt C. 52 ser] om. C. 53 madrinn C. 54 skulu <7. 56 er] at 
C. 57 »ote 18 yfirvaldi yö. 61 til] eptir C. komu] jafnsnemma 
add. C. 

241, 1 senn] om. C. 2 dro] nu arfrf. C. 4 XII] menn i fyrsta 
höggi add. C (uns.). 5 senn] om. C. 6 sina uvini] uns. C\ svo 
marga yö. 7 sner.] kom C. 8 skiott] om. C hana] kserüga add. C. 
fa ser] at hann myndi fa honum C. 10 f. Nu 1. B.] B. bad nu C. 11 f. 
]?an g. h.] ]?enna gangara C. 12 leid s.] sidan C. er] at C 13 f. 
J?ann — j] til S. C. styrkia] gjöra sterkligan (uns.) C. 15 f. käst] sinn 
kastala C. 16 matti eingi madr C\ inn add. C. 20 til k.] greifanum 
C. 21 ridd. ok] om. C. ]?ann] om. C. 22 suo] om. C. 23 skiott] om. 
C. h. v. C. 24 ek h. nu C. fr.] vinum C. 25 vin.] frsendum C. 26 greif- 
ann C. 28 ]?at i. er] allt )?at C. hefir] illt add. C. 29 Sa] s^mi add. 
C. hinn] om. C 30 het eigi] sem C. Geir. helldr] nefndiz, hann heitir 
heldr (uns.) G. C. 32 note 6 gudnidiDgskap yd. 32 sendi] baud C. bod] 
tidindi C. 33 heingdr verda O. note 7 vid] a yrf. 34 Ok sem greifin 11 
heyrir C. )?a] om. C. 37 bod.] manninum C. 38 enn] ok C. 39 h. 
f. ]?. C. 40 nidr — sinn] til jardar. H. ste nu a s. h. C. 42 — 45 fraenda — 
heim] hinn kserazta brodur. Nu skilduz )?eir ok var greifinn sorgarfullr 
(mjök fölr yö), en sendimadrinn kom C. 47 keis.] greifa at C. 48 svo] 
om. C. 49 hann sendi C. 51 hann] ok add. C. bod] ord C. 51 f. til 
k.J konginum C. 52 Skotlandi C. 55 Greifinn hafdi C. 56 lid] ok 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 23 

add. C. hann sidan] ]?egar C. herkl.] mikit lid ok add. C. 57 f. l>eir— 
sinu] ok skipti sundr C. 

242, 4 var] gekk C; gengu yö. mot C. hund.] jm add. C. 5 ok 
S.] om. C. teir] S. ok B. add. C. 5 f. sinu lidi C. 6 hluti] stadi C. 
hlut] om. C. 8 fyrstr] om. C. 9 fylk.] fyrst add. C. 10 ok sem greifinn 
ser C. aepti] bad C. a] cww. C. 11 ok — geyma] J>ess mestgaetaC. 11 f. 
Sab. k. e.] eingi J?eirra kaemiz (7. 12 Kongr C. 13 ste] na arfd. C. 
14 hafdi] ßitt arfrf. C\ mikit arfrf. yrf. 15 Sab.] en er hann C. )?at] J?a 
bjoz (byz yd) hann vid add. C. 16 .vard] for C. 18 Suo] ok C. maett.] 
J?a add. C. 19 Sab.J sinu spjoti add. C. 19 f. hon. h.] brynjan (skjöldr 
ok brynja yö) honnm C. 20 hann] Sab. C. 22 f. Sab. — hans] t>a maalti 
S. C. 23 er] at C. skyldir C. 25 Hann d. n. C. 26 vid] am. C. 27 
snndr sk.] hann i sundr slitit C. 28 greifinn C. 30 steig] upp add. C. 
sinn h. C. 32 herr.i] om. C. }?etta J?a] ]?at C. 33 blasa] ok «<fc/. C. 
ste] stigr upp 6'. 34 s. b.] om. C. Hans r. C. 35 herkl. ok] vopnadir C. 
herkl. ok d.] tjadir snarpir yö. 36 hest.J sinn hest C. 37 sinum] sinu 
spjoti ok C. 38 firir s.J om. C. 38 f. j — hann] drap i fyrstu C. 41 
]?ann m.] annan C. 41 f. af M. het C. 42 hans] B. C. 43 Ok — )?etta] 
Nu C. 45 hann] om. C. hon.] mjök add. C. 45 f. l>at — segir] i>a maslti 
C. 47 suik.] segir hann add. C. 48 bratt C. högg.] sligit (!) 6 T . 48 f. 
greifinn heyrir C. ]?a s.] svarar 6'. 50 suo ath b.] at h. svo fast vid 
mik ok C. 51 skiott] om. C. 52 hia] okkr add. C. 53 Sem] Ok er C. 
54 }>a] om. C. aldri j.] mjök gladr C. 58 f. Sidan] ok C. 59 ath] )?eirra 
i mot C. 61 greifannm C. vard] ]?egar <zrf^. 6". ath] om. C. 62 sinu 
e.] hestinum C. haun h.] greifinn fast C. 63 ath] sundr add. C. 64 
hans sverd. Greifinn C. 

243, 1 reidr ok] om. C. 2 sinn] b|sinn(!) C. 3 keis.] Hann C. 
4 ]?eim 6'. 6 f. B. dro nu C. 7 sitt s.J om. C. 8 greifans C. Ok] En 
C. 9 hann m. v.] herra )?eirra var C 10 öngua] eigi C. hljopu C. 11 
]?ang. ak. ok gatu holpit C. 12 a] sinn arfrf. C. 13 sam.] i annat sinn 
add. C. tokz 6'. 14 strid — ok] stridit af nyju med miklum bardaga. 
Nu kom C. 17 firir] hans höggi add. C. 18 edr C. XII] X (!) C; IX 
yö. til b.] om. C. hueriu] so auch yö-, einu C. 19 hrop.J nu add. C. 
20 Esk.] segir hann add. C. 21 greifinn C. 22 ]?ik] öm. 6'. hann] 
höndum add. C. 23 f. Esk. — Esk.] bundinn. Herra, segir E., ek vil 
gjarna gjöra ]?etta. Hann C. 25 er] om. C. firir] honum add. C. 26 
noie 2 aer] einn yö. ok] en C. lezt] lemz C. 26 f. ok tok] takandi C. 
27 berr C. 27 f. allt t. k.] inn i kastalann C. 30 til b.] i bardagann at 
duga sinum mönnum C. 30 — 32 Nv — sinum] om. C. 33 vpp] hinir 
}?ydversku riddarar, }?egar J?eir sau, at peir gatu ekki vid hjalpat sinum 
herra C. 35 til kastalans C. greifinn V. var] Nu add. C. 36 hann] 
greifinn C. 37 Herra B.] vid B. svo talandi C. 38 f. grida - bidia] ek 
man eigi furfa at bidja ]?ik grida C. 31) ek] nu add. C. 42 gud] segir 
hann add. C. 45 edr C. 46 Nu — Bev.] B. let. nu C. 47 stora] mikla 
C. 48 ]?ar — keis.] sidan kasta greifann )?ar i ok C. 50 J ]>. t] I ]>vi 
bili C. 52 heyrir C. 53 upp] öm. C. 54 bod.] manninum 6 1 . 55 i 
h. st.] hjanat C. vard 6'. 56 hon] fruin C. 58 ser] )?ar add. C. 



24 KÖLBING 

244,2 l?at C. 4 f>at] sitt 6\ riki] )?at «tfrf. C. 4 f. keis.-hann] 
fadir hans hafdi att ok gaf C. 9—11 sende — okj for Jo. til mots vid 
hann; let hann ]?a senda C. 12 rikis s.] i hans riki C. 13 til s. b.] 
öllum i sitt brullaup C. 14 sa] allr add. C. allr] om. C. 15 erkibisk- 
upinn C. ]?au] saman «drf. C. ok] jungfru add. C. 16 hinn ag.] agaet C. 
20 Bev.] hann C. 21 verit— Harn.] heima setit C. 21 f. kongr— bod] 
honum bod kongrinn af £. C. 23 kaemij skyldi koma C. ok] om. C. 
ferr C. 24 jst] til hans C. 25 muti C. 26 leidir C. saerad] aeru inn 
C 27 veit.] ok veitti C. fagra] hina fegrzta C. 28 kongrinn C. 29 
8. k. C. alla] sina «</</. C. 30 kongrinn C. til] 00t. C. 30 f. Ydr v. k.] 
segir hann, )?at man ydr kunnigt, segir hann 6\ 32 vil. v.] bid ek C. 
33 per s.] }ni sert; ok C. ydr] )>er C. 34 inng.] viggjöld yrf. 34 f. 
sem— Eingl.] er ek C. 37 apt. r.] vannt aptr ]?itt riki C. 38 gaf C. 
39 )>akk.] J?akkar nu C. 40 segiz (7. skuln gjöra C. 43 )?a] af Eing- 
landi C. 45 sterkari C. 46 huer— land.] nökkurr annarr i Einglandi 
C. 48 f. er— hest.] ok heitir hann enn i dag af hans hest C. 51 Kongr- 
inn i Einglandi C. 54 jheim.] i veröldinni C. 55 — 

245, 1 eda — gjora] hestinn edr selja; en B. neitadi ok vildi ]?at 
eigi C. hann] til add. C. 2 ridd.] man na C. 2 f. j — sem] hestinn a 
burt, ps, C. 3 matt b.] bordnm C. 5 ä h. v.] hann var bnndinn med 
C. 6 heldn ä] höfdn hendr at C. 7 sina e. f.] senn faetrna hina eptri C. 
8 slo] lanst C. ennit] ok J?ann er naest honum stod svo C. 9 gekk h.] 
]?eirra hauss gekk C. 9 f. sma — honum] sman mola, en heilinn hraut 
vida um jördina C. 11 )^eg.] om. C. kong.] kongi skiotliga C. 12 
herra] om. C. hans son C. 13 ba v. h.J Kongrinn vard C. 14 firir s.J 
sakir reidi ok sorgar C. 15 ridd. ath] raenn ok bad C. 16 Var n. B.J B. 
var nu )?egar C. 19 sau C. frsendr C. 20 note 2 GlostettC] Glosteit 
C. 21 gripu nu] ok gripa C. 22 ok f.] svo talandi C. 25 fai] gefi C. 
26 svarar C. 27 öngua] er eingi C. hann 1. s.J ek lata minn C. 29 
ödru vid C. fseri] skyldi fara C. 30 hans] allt sitt land ok C. vald] 
vall (!) C. 31 hans] sinum C. 34 suiptr] settr C. 35 f. hann — ess] 

B. a sinn hest C. 37 nafn] sakir C. 38 vin — vinir] minum kserazta 
vin godr ok hogvaerr C. 39 honum] nökkut add. C. eigi] j?vi C. 40 
]?ui sem] er C. fekk] hcfir gefit C. 43 eigi] med eingu moti C. 46 f. j — 
fara] ok for burt sidan C. 47 fyr] sinni ferd add. C. 48 til] heim i C. 
49 Hann] ok C. 50 huersu] nu hversu at C. 52 herra] om. C. 53 
hryg.] mjök add. C. Hann] Beviss C. ath] om. C. 53 f. Josv.] ok Teri 
add. C. skulu C. 54 f. ok— Satu] öm. C. 55 skal] nu arfrf. C. 56 herra] 
öm. C. 57 hann] ok (!) C. 60 f. brottu — Bev.] burt reidr mjök, ]?viat 
hann vildi miklu heldr med honum fara C. 62 )?ar] om. C. 

246, 1 eptir] om. C. 3 f. letti eigi fyrr ferdinni C. 4 j Munbr.] om. 

C. 5 sem] er C. 6 leita] eptir jungfru add. C. 6 f. Iv. k.] kongrinn 
C. 7 ]?a] ötw. C. 8 f. Esk. s.] En hann svarar C. 9 f. Josv. yd. k.] konu 
ydv. C. 11 Ok — verit] bat er nu C. 12 ]?eim p. er] palmaranum )?eim 
sem C. 13 herb.] ok add. C. 17 ]?a s.] ^ess (psev yS) sakir C. 17 f. 
kongs s. j] son kongsins af C. 19 j br.] baedi saman C. ydr] )?au til 
ydvar bundin C. 20 eru] nu add. C. kunnigir C. 21 j?a — til] ok fait 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 25 

mer nu C. 22 Kongrinn C. hardla gl.] gladr mjök C. 23 allt] om. C. 
23 f. beidd. — jveg.] )?urfti at hafa til ferdarinnar. Ok sem hann var 
buinn, for bann C. 24 eptir h.J om. C. 27 Nv skal] bat er nu at C. 
fra h.] af C. B.] at add. C. 28 byz C. nu] om. C. 29 ser] svo add. 
C. l>ar v. et.] sem bann vildi. tat var nu mikil C. 30 skildi C. 31 f. 
herra — )?auj sina heiuioliga riddara ok einkanliga vid berra S. tau 
8igldu nu C. 33 komu] so auch y6\ koma C. 33 f. ]?a — sina] stigu 
P&vl upp a sina hesta C. 35 rida j] ridu naer C. 37 bradligri barnsott 
C. 38 rida 1. C. 38—41 ok— krankl.] om. C. 41 tak C. 42 nidr af 
h.] af baki, segir hoo C. 43 ]?es8u] hinu add. C. 44 heyrir C. 45 
hann] mjök hryggr ok add. C. sorgar C. er] at C. 46 }?enna t.] a 
]?ann tima (uns.) C; J>anuinn yd. toku] ok tok C. 47 haegl.] om. C. hest] 
sem hogligazt add. C. 48 laufsk.J henni (upp yd) laufskalann C. hana] om. 
C. 50 sjukleikinn C. 51 septi] mjök add. C. 52 f>etta C. 53 kaer.] segir 
hann add. C. 54 ydra C. 55 likam 6'. 56 aeg.j svarar: Minn C. berra] 
segir hon add. C. 59 suo] langt add. C. eigi C. 62 Mar. g.] om. C. 
mod.J mer til hjalpar add. C. 63 f. jbr. — einns.J en hon var ein C. 64 
j] med C. 65 I )>.] Ok i )>enna tima 6 T . til h.] at benni C. 

247, 1 fordsemdir C. 2 gyd.] ok add. C. 3 taka C. 3 f. nu jbr.] 
höndum ok hafandi hana burt med ser C. 4 hörmuliga C. enn] fyrir 
add. C. 5 sins] |?es8 6 7 . krank).] er hon hafdi J?a a^/rf. 6'. 5 f. eigi — 
Bev.] a aungvan kalla C. 6 f. Foru — s.] ok foru svo hcid. C. 7 hon 
]?. C. 8 stöd] komin vera C. 9 Sem] )?eir arfrf. 6'. 10 burtu C. sem] 
at C 11 kuomu ]?.] sinnar aptrkvomu, snua |?eir aptr. En er f?eir kvomu 
C. sem] er 6'. 12 legit] verit C. 12 f. ok— jbrottu] om. C. 13 ok h.] 
]?a heyrdu ]?eir 6\ ok] fceir C. 14 }?ar b.] nu b. J?ar C. lauf.] en Jo. 
var burtu add. C. 15 f. aepti — suo] harmadi B. svo segjandi C. 16]?u] 
komin add. C. 18 konu] adra add. C. 20 hon.] J?at <z^/rf. C. Herra] 
om. C. 21 skar] nu add. C. 21 f. sinum möttli C. 23 sinn] sitt barnit 
(uns.) C. |?eir.] B. ok add. C. ok] sidan C. 24 sid.] J?eir C. sina hesta 6 T . 
leit] fru add. C (uns.). 25 vmj om. C. skog] dag C. 26 ]?o] om. C. 
Svo] ok C. ]?eir] ]?adan add. C. 29 Nv sk.] fcvi nsest er at 6 T . fra] af 
C. 30 suafj la C. 32 at] herra add. C. 33 hinn goda hest Arundela 
C. 35 )?otti s.] var C. vera] öm. C. 37 gud ]?ar C. 38 ser] )?egar 
arf^/. 6 7 . 41 Franz] ok add. C. 45 gud ser C. 46 gef.J ok gafu C. 
47 med r. t.] om. C. 48 ganga C. 48 f. vtt or k.] om. C. 50 j ]?ann 
C. hann] S. fru C. 50 f. ok ]>.] hann kendi 6'. hanaj hardla gjörla 
add. C. ]?ot.] )?o arfrf. C er] at C. 52 suo] om. C. 52 f. v. |?o hard.] 
]>o vard bann henni mjök C. 53 sp.J s. C 54 vaeri 6'. kvedz C. ekki 
6\ 55 birti] sagdi C. 56 ]?eirra] herra B add. C. ok] en C. aetlar 6 T . 
57 faera — kongi] flytja til Ivorie kongs C. 58 J?eim] om. C. 59 hon.] 
]>egar a^. C. 60 ]?eg.] hann C 61 »o^ 14 pikst.] pilagrims staf yd. 
63 j?eim — drapu] at drepa C. 

248, 1 vndann] med lifi add. C. 2 herra] om. C. 3 sidann — huor.] 
foru sidan hvervitna C. 4 ok k.J j>au k. C. 6 f. enn fru] om. C. 7 
Josv.] J?jonadi honum ok add. C. 7 f. ok \>. h.] om. C. 8 skildi C. 9 med. 
h. l.J om. C. 12 fra] af C\ herra add. C. Terri] svo arfrf. C. 13 Josv.] 



26 KÖLBING 

i skoginum add. C. 13 f. fandit e.] hana eigi fundit C. 14 sorgfullnir (!) 
C. 16 skog.] )?a add. C. )?eim] om. C. 17 skogsins C. ok t.] }>a maelti 
C. 18 hans] svo segjandi add. C. 18 f. segir bann C. 19—22 skog- 
inn — veitt] ßkogsins, edr hvat (hvada yd) riddurum eru ]?er, er svo eru 
mjök f>reyttir? tat veit guds modir C. 22 )?at er] J?u segir C. 23 
vsenstu C. 25 mer] ]?essa add. C. 26 brott] om. C. i fra C. 29 miok] 
om. C. horm.] vera add. C. Fait C. 30 barnit] segir hann add. C. 30 f. 
]?at e.] elska hann ok fostra C. 31 lat] om. C. mer] skal hann add. C. 
32 aptr] eptir C. edr C. 33 sendet e.] bod eptir honum sendit. Herra C. 
hon.] ]?etta bod arfrf. C 34—6 ok— heita] ok fekk honum annan sveininn. 
frann tima, segir B., er ]?u laetr skira hann, lat kalla hann Guion. Sidan 
C. 37 nu] om. C. 37—42 Herra— sinn] om. C. 43 het] ok fekk herra B. 
barnit i hünd einum fiskimanni ok )?ar med XX merkr enskar (silfrs yö) 
fyrir fostrit ok let kristna sveininn ok kalla Miser add. C. 44 ser] om. 
C. 45 )?enna C. 47 landit] allt C. 48—50 nu — sem] hefdu(!) )?eim 
komit J?essi hjalp er C. 51 Ok er ]>.] Herra C. 51 f. heyra )?. s.] heyrdu 
]?etta sagt, ]?a C. 52 npp sn. C. 53 morg.] ok add. C. 54 fyrst af 
C. 55 sinnm hinum goda hesti C. 56 ath] einum add. C. manni C. 
57 huern] einn yd. 58 ept. a. m.] at ödrum svo sem C. vanz] til add. 
C. 59 eigi] om. C. )?ion.] med aungu raoti add. C. ok] hann C. 60 
sinn] med arfrf. C. 60 f. hleypti — ridd.] lagdi til eins mikilshattar 
riddara C. 

249,1 a j. ok] til j.irdar. Terri C. 3 f. Ok — orr.] Nu kom stadar 
folkit t>eim til hjalpar ok hefz ]?egar bin snarpazta orrosta C. 5 djarfl.] 
so auch y\ snarpliga Cd. 6 marga menn C. 7 )>eirra] daudra manna 
ok C. 8 herra] om. C. 9 hert.] fangat C. 11 ]>&] om. C. 12 hofd. 
var] om. C, lid.] var add. C. 13 aller] undan add. C. er] öm. C. 15] 
var] red C. 16 jungfru C. 17 ]?etta C. sem] er C. jarl] om. C. 18 
vndir s. 1.] um setit leingi C. )?essi] sama add. C. 19 f. j?ann — ok] 
snemma uppi verit (]?enna morgin (um morguninn yd) i hinum haestum 
turnum borgarinnar ok hafdi C. 20 sia] hinn C. 23 gud] om. C. hon] 
hann C. 23 f. verda h. v.] hennar unnazti verda C. 26 f. mik. f.] marga 
O. 27 komu )?.] foru borgar menn C. 29 ridd.] l>a foru C. 29 f. ok — 
fara] om. C. 31 f. Herra — ]?essa] i>a sendi B. jungfrunni ]>n C. 32 sem] 
er C. 33 strid.] en add. C. 34 ok giordi] hon sendi )?a C. 35 Bev.] 
ok Terri add. C. 35 f. hann — koma] ]?a koma til sin C. 36 sendi] 
]?essir C. sysludu C. 37 ath vm s.] af sinu C. foru s.] segja C. 38 
)?es. r. v.J ]?e8sir menn vildu C 39 f. sem — honum] Nu sem jungfru 
heyrir J?etta, p& vard hon mjök svo reid, at f>essi hinn okunni madr vildi 
eigi til hennar koma, sem hon hafdi bedit C. ok tok h.] oskat. Hon tok 
yd. nu sitt] uns. C; yfir sik eitt dyrligt yd. 42 ser (uns.) C. hana] 
jungfruna C. kom.] )?a add. C. 44 haeverskliga C. tal. — hans] talar til 
B. svo segjandi C. 45 heyskr] hinn hseverski C. 46 ydr] til ydvar C. 

riddara C. AI ok] j?a add. yd; C. 48 vsena— hsev.] haeverska 

fru ok hin kurteisa C. 49 J?etta— hussa] her skulu per eigi gefa skuld 
a C. 51 ek] mjök C. 52 minn h.] hryggr ok C. minn] hin add. C. 
r o'6 dygd.] hin dygduga fru C. 54 einum] miklum add. C. 55 fridari 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 27 

C. Enn] ok C. 56 hafdi Cy ; hafi 6. lofat y. er] at C. 59 skulu per C. 
per] ydr C. 61 ]?er— herra] ydr gefa i vald. Sem C. 62 heyrir C maßlti 
C. hann] svo a//rf. C 63 skal a. v.] ma eigi svo vera ok eigi C. 64 — 
250, t ath — Sno] vil ek ydr til konu taka. Ok svo leingi C. 2 
baedi— ok] ]?au voru bsedi reid C. 3 heit.] nu add. C. 3 f. ath — 
högguit] at hon skyldi lata hans böfud af sla C. 4 f. Bev. — reida] herra 

B. heyrir )?etta, at hon man mjök reid C. 6 mer vist C. 7 aptr Josv. 

C. J?essum] om. C. VII] so auch Cyö) vgl. note 1. 8 svarar C. 10 
er — her] ef Jo. er |?a aptr C. 11 knmp.] ok godau vin add. C. 14 ok] 
om. C. J>ar] om. C. 14 vid] so auch yS\ med C. 14 f. öllu — henni] med 
öllum landradum C. 15 f. hennar— menn] skyldu bans menn vera ]?eir 
er henni höfdu J?jonat C. 17 voru] ]?a add. C. 19 Bev.] hann C. 21 
ok— menn] om. C. 23 f. Tveir— Ciu.] Nu skal segja fra J?eiin hertugum 
(h C; her yd) Bern er strida vilja upp a stadinn Civilia med allan sinn 
styrk C. 26 form.] }?ann mann C. feing.] at stydja vildi hennar riki add. C. 
]?eirra] om. C. 27 note 8 Doctrier] docedet C\ diceset y; diciset 6. 29 huar— 
foru] allt er fyrir J?eim vard C. 30 mennina C. 31 ork. vt. alla] mattu 
fyrir utan nökkura C. 32 Nu einn C. 32 f. stod — ok] er B. stod upp 
snemma, J?a C. 33 mik.] hann C. 34 hneriu s.] hvat hann skyldi at 
hafaz C. 35 hann g.J gekk upp C. hina C. 35 f. sins — sä] borgar; 
bann ser C. 36 f. ov. herr var k. at käst. C. 38 f. herkl. — ridd.] alla 
sina menn vopnaz C. 40 hans — ok] Terri, hans kumpann y ok allir C. 

42 ath v. h.] of hafdi hinu C. 44 steypir C. 45 f. hans k. C. 46 f. 
vildi — Bev.] vill ok vid hjalpa sinum herra C. 51 Herra] om. C. 52 
reid — ok] om. C. 53 huassa] hit goda C. jhendi] om. C. 54 sä] om. 
C. 55 f. Terri— sa] Sa atti ok eingi C. 57 hon. m.] maetti Terri C. 
59 bard.] herskara yd. heyptu (!) C. 

251,2 kappi] afli C. braut C. 4 herra] om. C. 5 f. sinum h.] 
hestinum C. 6 falla — herra] ganga. Nu hra C. 7 sinu sv.] sverdinu C. 
8 büf.] ok add. C. 9 fat C. 10 sik] upp add. C. 11 hon.] ]?egar add. 
C. fer h] leitadi C. 12 leita— Doct.] Doc. jarli C. 13 hann] ok C. 
her.] bardaganum C. 14 suo m.] ]?at C. 15 kunni] at add. C. Nu \>. 
s.] En )>egar sem j?eir er 6 T . 16 f. flydu — mattu] sau, at herrar J>eirra 
voru fall nir, ]>& flydu hverr undan sem fara matti C. 19 flydi e.] om. 
C. jöil.] lidi jarlanna C. 20 nu] om. C. herra] nu C. 21 nu] med 
unninn sigr C. miklum C. 22 ok] en C. imot C. 23 myk.] fyrir add. 
C. 24 herra] om. C. 25 leinggi] i nadum i kastalanum add. C. 26 
missir C. 26 f. Leid nu C. 27 vetr.J ara tima C. 28 fruin C. ledj 
gefit C. 29 tal. hon] kalladi jungfru C. her.] sin C. 31 sem] er C. 
31 f. ydr gefit C. 32 verda 6'. 33 enn] so auch yö; einn (!) C. 34 
Jo.] om. C. herra] om. C. 35 hinn h. f.] kaera jungfru, segir hann C. 
37 lof C. 39 gior.] gjöri ek C. 39 f. Jungfr. s. J?a] Sem jungfruin heyrdi 
J>etta, ]?a segir hon C 40 f. ok — uel] samir C. 42 mikils] ydvars C. 

43 badut C. ära] frest add. C. 44 gefa] ydr add. C. 45 badut mik i 
fyrstu C. 46 Herra] om. C. 47 firir] <?m. C. dygd ok g.] haeversku C. 
48 f. beid.] at beida C. 49 J>eir 6\ 50 herra] om. C. 52 sem] om. C. 
kunni C. 55 frv] om. C. hon.] Sab. C. 56 sem] er 6'. hafdi] haft add. 



28 KÖLBING 

yd. 57 jhuer.] en yd. 58 dygg.] vel yd. }>ion.] i ]?eB8ari sott add. yd. 
Ok] nu add. yd. huern] om. yd. 59 tilj vil d. 59 f. hennar s. s.] Jo. 
yd. 61 herra— bonda] at bonda )?inum B. yd. 62 syni minnm yd. 
sagd.] lez yd. 63 vilia] vilja gera y; gera vilja d. nu] <?tw. yd. ekki] 
eigi yrf. 64 Nu — }>ar] tau komu J?ar nu yd. 

252, 1 ]?eim var s.J }>au heyrdu sagt yd. 2 höfdu] befdi ;M. vm] 
j?adan yd. snem. ok] um morguninn; )>au d. 5 spyrjaz y\ spurduz 
d. nu ath] nu fyrir um \>& yd. 6 ok var ]>e\m yd. {?essi r.] J?eir yd. 
7 hefdi yrf. verit )?ar yd. att] attu d; )?ar add. yd. 8 hann] at B. yd. 
}>eir.] ]?ar yrf. forst.] yfir ok herra add. yd. 9 f. nu — hans] at nu skal 
bratt vera brudkaup B. ok einnar vüldngrar jungfru, er Stadion aetti 
yd. 10 Ok] svo add. yd. 11 vrdu j?au] J?vi add. C. 12 er] at yd. samg.— 
ord.] samfarir voru J?a enn (om. d) eigi ordnar yd. 13 heiler] er )?au 
höfdu leingi leitat add. yd. skundadi yd. 14 sem] er yd. 15 vaeri yd. 

16 J?a] ^m. yd. nu] hvar B. sat ok T. Hann gekk nu at ]?eim add. yd. 

17 g«ta yd. 18 kvedz yd. vera] einn äöM. yd. 19 palm.j pilagrimr yrf. 

20 herra om. yd. til] vid d. 21 mann] ok add. yd. fadir ]?inn yd. ok] 
skal fa honnm nog at eta ok drekka, ok far skjott ok add. yd. 22 a. t. 
r. yd. 23 talar yd. 24 til h. S.] vid Sab. yd. 25 her] hingat yd. fedr 
m.] mjök minum f. yd. 26 }>vi sk. ek yd. 28 er] at yd. 29 Nv] ba 
yd. ä] upp a yd. 30 hann] um hrid add. y\ um stund add. d. J?ekti — var] 
kendi nu, at hann var Sab. yd. 31 ok] rann a hals honum ok add. yd. 
nu] om. yd. ok] gekk )>egar at segja B. af fedr sin um, en add. yd. hann] 
Sab. at yd. 32 er] at yd. 33 til h.] vid hann yd. 33—35 ok— kom- 
inn] om. yd. 36 fegin ok] hardla yd. 38 fretti ef h.] kysti hann ok 
spurdi bann |?egar, hvort hann yd. 39 hann] herra Sab. yd. segir] sagdi 
d; 8. y. Bev.] ]?eim yd. 40 ]?eirra] sina yd. vaeri yd. 42 j?etta] ]?a add. 
yd. 43 fegn.] feginn meir d. 44 j?egar — sem] ]?eir B. ok T. J?angat med 
Sab. i )?at herbergi er yd. 45 f. sem ]?. f.] om. yd. 46 suo] om. yd. fundr] 
svo add. yd. 47 varla] eigi yd. 49 j] om. yd. vera] Nu «öfrf. yd. 50 
jungfru y. hana] Jo. yd. 51 sp. h.] talar hon svo yd. 51 f. huort — 
su] segir hon, er ]?etta ]?in yd. 52 hann h.] |?ik hefir yd. 53 enn] 
om. yd. ]?at s. v.] at )?at var satt yd. 56 wöte 9 En fruin d. nu] }?a 
d. haev.] Nu add. yd. 57 nu] om. yd. 58 badir] i stad yd. 59 
Bev. — Josv.] hann yd. 60 )?eim] mjök add. yd. feg.] ok svo fruin Jos. 
add. yd. 61 gef.] ok gafu yd. 62 Var — fogur] Nu var gjör hin agaet- 
azta yd. 

253, 4 «skia] ser add. yd. 4 f. yfir] fyrir y. 5 öllu] om. yd. 
gozi] folki yd. jungfruin yd. 6 f. hert. ok j.] jarlar ok hertugar, baronar 
ok greifar yd. 8 trun.] trunadar eida yd. 10 fra yd. 12 styrk ok m]» 
her yd. 15 E. nu h.] Nu kallar yd. 15 f. rads ok m.j sin svo maelandi 
til hans yd. 16 fund.] mots yd. 17 f. til hi.] vid at hjalpa yd. 18 ath] om. 
yd. trvir] eigi add. yd. var yd. 19 ekki] om. yd. völd er] vild at yd. 

21 heldr v. ]>.] sem ek undirstend, at )?at vorn heldr yd. 23 hefniz yd. 
24 maelti yd. 26 hafdi] herra add. d. 26 f. jkast. ] i stadnum yd. 28 med] 
vid yd. frv] om. yd. er Beatric het d; er Beatrix (!) y. 29 atti] einn add. 
yd. 29 f. Bev. h. yd. 31 enn] herra add. d. 32 £au y. 33 f. Bev.- dott] 



STUDIEN ZUR BBVIS SAGA. 29 

ok Saber med ]?eim yö. 35 ridd. ok f.] manna. tau ridu nu yö. 37 
til] i yö. til— er] )?ann stad atti yö. 38 red f.] B. yö. 38 f. herra 
B.] om. yö. 39 f. bod — hoo.] boda til hang at gjoVa hon um kunnuga 
(kunnugt ö) yö. 40 til] J>ar yö. Enn] Krm. yö. 41 stod] upp add. yö. 
turni yö. 42 herra] om. yö. kom] ridandi add. yö. 43 herskara ö. 
Kongr] Hann yö. 44 sp.] spyrr nu yö. 45 skal yö. ath] om. yö. 46 
er] ferr yö. 46 f. herra B.] om. yö. 47 man h.] hann mun yö. 49 
konginn y. 50 f. Eigi — ath] ter ]?urfit eigi at ottaz Bev. yö. 52 her] 
nu yö. 54 Sem — heyr.] Ok sem kongrinn heyrdi yö. 55 giordu \>.] 
]?a gjördi hann yö. 55 f. sinum gudi yö\ ok hans riddarar add. yö. 56 
Ok] Nu yrf. Erm.] om. yd. 57 i moti yö. 58 honnm yö. mselti d. suo] 
a J?essa leid yd. 

254, 1 er] sem d; )>er truit a ok add. yö. ath] om. yö. 2 i moti 
yö. huat ek vil] ok ]?at vil ek yrf. 3 f. Nu — ath] B. gekk nu i moti 
yö. 4 f. tal.] maelti yö. 5 f. fyrirgefa ydr yö. 6 skilinala yö. 7 fser. 
m.] skulut fa mer i hendr yö. sem] er yö. 8 skal] vil yö. 9 Lett h. 
l?a] ok let nu yö. 10 fa] fekk yö. 11 herra] om. yö. ]?a fla yd. 13 
gekk B. yö. 14 hall. — för.] kastalann med öllum sinum förunautum yö. 
15 hardla] om. yö. 16 f. ]?eirra — nu] ]?eirra börnum. Nu var (vard ö) yö. 
18 feg.] bezta yö. veizla] i )>eirra hcimkomu add. yö. 20 fyrst] om. yö. 
21 her ut yö. 22 lidi] gardi yd. 23 J>ann] hvorr yd. 23 f. ]?at s.] 
hvat y; er d. }>ar] ö»?. yd. 25 mannf.] fjtfldi riddara yö. 27 ok f.)?.] 
bermenn d-, om. y. 28 Med] ok med Öllu yö. for d. 29 til A.] i A. 
til J?ess stadar yö. 30 j] om. ö. 31 firir — var] hja borginni yö. 32 
af v.] var af vopnagangi yö. 33 herra B.] B. alla yö. 34 herkl.] vopnaz 
yö. bann] hafdi yö. 34 f. reid — borg.] fyrst utreid sinna manna yö. 
36 manna] riddara y. 37 maett.] J?a <w/rf. yö. 39 til j. H.] a jörd 
yö. 40 nu f.] at ödrum yö. ann.] hann y; honum d. 41 ok] en 
yö. menn l?eirra yd. 42 vel] djarfliga yö. suo — NuJ ok stod ekki 
vid )?eim ok yd. 43 bard.] nu bardagi yö. 44 gny] ok vopna braki 
add. yö. 45 vm s.] om. yö. 48 kall.] ]?a kallar yö. 51 lateth — mann] 
mist margra agaetra manna yö. 52 rad yö. 53 kongr] fram add. yö. 
54 hef. Josv.] ok Josv. hefir yö. tru] kristni yö. 54 f. fa?— Fabur] aldri 
trui ek, at ek fai hennar optar (aptr d). Fabur segir yö. 56 kann] herra 
add. yö. til] om. yö. 57 bod senda yö. 58 ok] allt add. yö. 59 
med — styrk] om. yö. 60 Iv.J ydvar yö. 61 sa] segir yö. 62 ok — 
fara] nu let Iv. kongr yö. 03 — 

255, 2 bod — styrk] menn (fara ok bod (boda (!) y) ut ganga til allra 
heidinna landa ok öllum sinum undirkongum, at |?eir komi til bans med 
all an sinn styrk, sem ]?eir kynni atfa yö. 3 )>egar] sem yö. bod s. h.] )?e88i 
bodßkapr (!) yö. 4 drogu s.] komu med yö. 5 kunuu fa] mattu yö. fyr] fyrri 
sinni ferd yö. 7—15 tar— Ok] om. yö. 16 J?eir] B. ok add. yö. kongr] om. ö. 
ok B.] om. yö. 1 7 varir v. ]?. yö. 1 8 ath T.] til herra Terra, at hann yö. 1 9 f. 
lidv. — for] )?eirra ok hjalpadi {?eim. Terri bra skjott vid, j?egar honum 
kvomu ]?e88i bod, ok ferr ]?egar yö. 20 manna] barona, hertuga ok riddara, 
ok lettu eigi sinni ferd fyrri enn )?eir komu add. yö. til] id. 21 ]?eim] 
honum yö. 22 bans f. yö. 23 )?ar] om. yö. 23 f. Bev.— Terri] sinn son B, 



30 KÖLBING 

Herra B. segir honum du yd. 25 hafdi] hefir rf; saraan dregit add. yd. sem] er 
yö. 26 nat] ]?a add. yd. 27 eigi or 8t] stallbraedr eigi (ekki 6) yd. heldr] 
ok yd. ]?eir] nu yd. 28 ridu til] heldu sidan i yd. 29 f. farandi — Munbr.] 
om. yd. 31 namu st.] msettuz )>eir yd. einhverjum yd. hvildu yd. 
32 — 38 X — manna] Nu er at segja fra Iv. kongi, at hann tok (!) ßik 
upp med allan sinn herskara ok aetlar at ssekja heim Erm. kong ok B., 
ok aetlar undir sik at leggja allt Egiptaland (Egipaland /[!]), ok nu kemr 
hann i ]?enna sama skog, sem )?eir B. ok Erm. koDungr vorn med sinn 
herskara, ok nu ser Iv. kongr ]?a B. ok Erm. kong, hvar )?eir vorn med sinn her; 
let bann ]?egar her klaedaz yd. 40 lett )?a utt] bidr nu at yd. 41 Terri. Enn f.] er 
]?eir urdu varir vid ]?etta, letu ]?eir ]?egar vid bnaz af yd. 42 reid] fram add. 
yd. 42 — 5 ridd.— Hann] mikill mannfjöldi (tjöldi d) a skjotum hestum; 
einn ]?eirra het Paulus, mjök (einn 6) mikill riddari; hann slo hest sinn 
sporum ok yd. 46 mselti yd. 47 Eingi sk.] at einginn madr skyldi yd. 
48 Sem h.] ok sem yd. 49 sinn] med add. yd. 50 hl.] rendi yd. )?eim] 
hinum yd. 51 f. ok — spioti] om. yd. 52 huorki] storyrdi sin ne add. yd. 
53 ne o. k.] om. yd. god] heldr yd. 54 ath] om. yd. 55 sinum h.] hest. 
inum yd. komu h.] soktu )>eir at B. heidingjarnir yd. 56 f. enn — ridd.] 
meir enn XXX M. manna yd. 57 f. hofz — mann f.] vard mannfall mikit 
yd. 59 huor.] hernum add. yd. 59 f. suo — heid.] om. yd. 61 hart] 
nu yd. fram] mikiiiiga add. yd. Terri ok Sab.] Bardaginn var nu mjök 
hardr ok fellu daudir menn svo ]?ykkt, at valla matti fram komaz fyrir 
likum daudra manna; herra B., Sab. ok Terri yd. 62 gaf.] svo add. yd. 
256, 1 )?eim] ]?eirra höggum yd. 2 f. oll. s. st.] allan megin herinn 
yd. 3 f. firir— mönn.] om. yd. 4 sem] er yd. 5 hann] Iv. kong yd. hann 
e.] sinn hest med y. 6 hleypir yd. 7 til] Iv. add. yd. med] af d. m. a. svo yd. 
9 kong.] Iv. kongr yd. 10 utan] so yd. 10 f. hest. — utt] at ganga sinum 
hesti. B. dro nu ut yd. 11] Myrk.] om. yd. 12 kong.] Iv. kongi yd. a hans 
yd. 13 J?ar] ]?egar yd. hann] Iv. kongr yd. 14 f. ok s. r.] upp yd. 
15 f. ok — suerd] om. yd. heidi 1.] skyldi lifinu halda yd. 17 J?at] ]?vi 
yd. 17—20 sendi— mikit] bad faera hann(!) Ermenriki ok fru Josv. jEpa 
nu kristnir menn mikit sigrop yd. 21 f. enn — raku] raku (reka d) kr. 
m. yd. 22 vm] om. yd. 22—4 milur — beim] milna leingd ok drapu 
flesta alla af heidingjnm ok vernda(J) sidan aptr i landit. fra yd. 24 hal.] 
)?eirrar add. yd. 25 j ] inni yd. sat] var 6. hliopp] stigr yd. 26 upp 
J?egar yd. i mot y. 26 f. ok — Bev.] Godi herra, segir hann yd. 28 Jrinu 
yd. valdi] ok add. yd. gjör yd. ]?ui h.] ]?at er yd. 29 mer] ydr yd. 
30 ma 1?.] maetti |?at med yd. 31 mselti yd. lata s. m.] fa mer ok senda yd. 
32 merkr yd. 33 her v.] byd her yd. er] om. yd. 34 kongr] mselti ok 
add. y. J»vi yd. 35 blidliga yd. 35 f. heim j. M.] om. yd. 36 |?e8ßu] 
svo miklu yd. fe] sem a var skilit add. yd. 38 f. Var — lokit] ok lauk 
hann )?vi vel af hendi vid yd. 40 f. gaf — sinni] gjördi (giord y) Iv. 
kong lidugan, ok for hann heim aptr i sitt land yö. 43 Litlu] Nökkuru 
yd. fekk yd. 44—46 hann — bada] hon tok at |?raungva at honum, ]?alet 
hann kalla a herra B. yd. 46 suo] til hans add. yd. 48 ek] nu add. 
yd. nu fra] i burt (burtu d) yd. )?ui] )?a yd. 49 — 51 giora — ok] \>vi 
gjarna jata fyrir honum ok vil ek nu nefna Guion i mitt s&ti ok vil ek, 



STUDIEN ÄüR BEVIS SAGA. 31 

hann hljoti yd. 52 Mil.] brodir hans add. yd. 55 lidn.] pa add. yd. 
56 f. er nu] Hz mer yd. 57 vid — er] ver hinir ungu yd. 

267, 1 giord.] om. yd. ridum yd. vtt] om. yd. 2 freistum yd. 3 
giordu] nu add. yd. suo] ok add. yd. 4 reid] svo yd. 4 f. enn e. k.] 
ok kom einginn yd. 6 er }\ v.] at üdrum sem (er d) at ]?eim reid ^d. 
8 brsedr] öm. ^. 9 huor.J J>eirra «rfrf. y. 10 kall.] kallar herra yd. 
10 f. skyldi h. r.] skyldu eigi (ecki d) leingr rida yd. 12 sinn ).] leikinn yd. 
12 ath — mattu] af slikum msetti yd. 15 ok for] at fara yd. 15 f. hann hafdi 
]?a yd. 24 wote3 gull a'vm y?] gull kerum y. rikdomi ödrum d. 25 nah.] 
pB.r yd. 27 tala — kong] segja nökkut fra Iv. kongi at yd. 28 bugsar yd. 
nuj om. yd. 28 f. maetti — vid] mundi gcta hefnt sin a A. 29 hefna — 
herra] hefnaz a yd. 30 med ser] om. yd. 31 edr yd. 32 f. fa— sterker] 
klifa, hann hafdi svo sterka negl A. mundi — sterker] gaeti eigi nidr rißt 
edr brotit, ]?vi hann hafdi svo hardar neglr yd. 34 ara A. vaeri] om. 
yd. kall.] Iv. add. yd. 35 kongrinn A. 36 f. hesti B.] essi A. 39 ]?iggia— 
J?u] sem ]?u vilt sjalfr yd; vgl. note 14. 41 Man.] om. yd. p)oit d; Maumet 
gud minn (m. gnd 6) add. yd. 42 ]?enna yd. ]?ann h.] j?at ess A. 42 f. 
For hann nu A. 43 J?ar] om. ^yd. til] J>ess add. A. til] \ A. er — 
til] om. yd. 44 ]?eim] stad ok add. A. 45 hest.] cssit A\ Arund. yd. var] 
geymdr add. yd. j] inni -4. 46 suo] sem A. hann] einginn yd. ^urfti] 
hafdi A. 47 eing. 1.] honum lykil at fa til yd (vgl. note 16). 49 hest.] 
essit A. 51 foerdi] nu add. A. hest.] om. yd; Ivor. add. Ayd. kongi] 
hestmn add. yd. Enn] Ok Ayd. 

268, 1 hann] kongr A\ om. yd. vard] mjök add. A\ kongr add. yd. 
vid] om. A. sagdi ath] sagdiz yd. nu] om. A. 2 hafdi h.] bann befdi^; 
hafa yd. hest p. A. 3 Enn] Ok yd. herra] om. d. 4 f. jbr. — hans] hestr hans 
var ibr., pa, Ayd. 5 bjartanliga yd. 6 )?o s. g.J svo buit A. vard — hafa] 
gat ]?o ekki at gjört yd; ]?o add. A. 7 ]?ann -4. herra] om. A. 8 heima] 
om. yd. 8 f. honum J?. s.] om. yd. 9 j s.] om. Ayd. 10 arml.] i sundr 
add. yd. sagdi Ayd. 11 Hon m.] om. yd. ]?at er] ok(!) er ]?at yd. 13 
konu] fru Josv. yd. edr yd. 13 f. hvorjum sinna sona yd. 14 hinum 
yd. 15 ]?at] om. yd. 16 rad] segir fruin add. yd. 16 f. til hans s. sk. 
yd. 19 Byz h. n.j Bioz hann ]?egar A ; ok bjo hann sik yd. ferd.] ok ööW. 
Ayd. tok yd. 21 for yd. 21 f. ok— skip] om. ^yd(ty /. no te 13). 22 ok 1. 
e.] ok eigi letti bann A\ sinni ferd add. yd. 23 fann] kom til A\ kom 
yfir hafit (ok add. d) til yd. Bev. j.] om. yd. Abbaportz y. Hann] B A. 23 f. 
Hann v.] ok vard B yd. 24 honum] hardla add. yd. 25 segir] sagdi honum 
A. hefir d. 26 hans hesti yd; essi hans hinu godja] A\ [Ok] er Saber 
heyrdi }>etta add. A\ Arundela. Ok sem herra Sabak heyrir J?etta add. 
yd. 27 Sab.] hann Ayd. Aufi] herra add. A. gud s. h.] o yd. 28 mer] 
ey(!) yd. til] riki d. handa ok] herra B. ]?vi yd. 29 enn] om. A. adr 
enn] om. yd. f« yd. J?ann A\ ]?inn yd. soktan yd. 30 f. Eptir ]?at] 
Sidan yd; Ok litlu sidar A. 32 Ok] Hann Ayd. 33 Iv. k.] om. Ayd. nu] 
[haf]t A ; om. yd. essit A. 34 haft] om. ^4. ok] hafdi add. A. 36 kongr — 
hest] kongrinn bann hardla mjök A. 38 essa A. ok sk.] om. A. fenna 
A. 41 ok] öllum add. A. 42 ok] at A. 43 moti] herra adrf. A. f?ott.J 
nu add. «4. 



32 KÖLBING 

259, 2 var] er yd. herra] om. Ayd. 3 Jriofrin] sami ]?jofr er stolit 
hafdi Arundele A. sa — reid] fann ]?enna sama )?jof rida yd. hest.] 
bonum A; om. yd. 4 vaz] hestinnm Arond. yd. hann] Sab. ^yd. 5 lofa 
m. atbj lat mik yd. 6 )?ann ]?inn goda hest ^; ]?etta goda ess A. 7 
sia] hestinn add. yd. 8 ath] om. yd. 9 ok] at yd; om. A. 10 lend.] 
a hestinnm add. yd. essit^i. 11 l>a] frjofrinn^y; frjofrd. hann best.] essinu 
A. 11 f. hann — honum] nu und an lionura hestinnm yd. 12 ]?a hljop 
Ayd. herra] om. Ad. 13 honnm] ]?jofnum yrf. prikstafinn yrf; a add. y\ i 
örfrf. d. medal A. 15 hann] ]?jofrinn Ayd. nidr] af essinu ^. hann] 
herra Sab. y\ Sa hak d. 16 vndan] i burt yd. bann matti yd. 17 er] 
Sem A. 18 ]?a] ]?eir ^. sa }?. )?a] om. yd. 19 )?eir] öm. Ayd. eptir] 
honum arfrf. -4yd. hner] hvat manni Ay\ hvat man na d. hann] ]?at 7. 
20 vaeri yd. er — verk] er ]?etta hafdi (hefdi d) gjört yd; ow. ^. 21 vill yd. 
J?eirra] om. A. 22 J>a] öm. ^yd. 23 gatu] mattn yd. na yd. 24 foni 
]?. ok] om. Ayd. sog du] ]?eir «dW. Ayd. kongi yd. 25 hann] kongrinn 
yd. 26 hann] hardla add. yd. sno reidr ^. 26 f. suo — vitinu] om. yd. 
29 giordu s. ok] om. yd. sknndndn yd\ nu add. d. 30 kallar A\ nu a 
«drf. ^yd. 31 note 15 Facbuch d. hans] om. y. 31 f. sagdi d; s. y. Sem] ok 
er yd. 32 hann] Faber A. heyrir yd. j?etta] j?a add. A. segir h.] vard hann 
mjök reidr ok svarar yd\ minn herra, eegir hann add. A. 32 f. M. v. ]>. 
yd. 33 herra] om. Ayd. 34 hann] ]?ann ^. skiott] om. yd. Tok h.] Hann 
tok d; Falbuk tekr y. 35 stigr yd. 36 hleypir yd\ nu tfdrf. yd. af] 
med ^yd. eptir] at herra A. 37 hafdi] herra add. A. Nu — ridit] En 
hann hafdi ridit undan yd. fa n.] nottina yd. 39 eptir — vvini] eptirfür 
sinna ovina yd. 40 ok] nu A. sem — degi] er morguninn kom yd. 41 
J?a] Nu A. sa] leit yd. herra] öm. <4yd. 42 aptr] a bak ser add. yd. 
ath — honum] ovigjan her eptir ser fara Ayd. 43 f. fro — hesti] Einn af 
öllum ]?eim var fremztr ok hafdi slikt ess A\ ok einn af]?eim var fremztr 
ok hafdi j?vilikan hest yd. 44 sem] ok yd. 45 enn ßk.] med öllu hinn 
skjotazti yd. 45 f. gatt — Sab.] dro snart (skjott d) Baman med J?eim 
yd. 46 ept. k. b.] kom. ept. A. 48 uppi] upp stadin yd. hafum A. 
sins] om. ^. ok] hon yd 49 sä] nu add. Ayd. ath] hvar yd. ok. m.J ok 
okunnigr A\ om. yd. 49 f. kom rid.] for ok (om. d) verndi yd. 50 
fram] om. Ayd. 51 tueir] ridandi add. yd. menn] rid[an]di add. A. 52 
J?ott.] [)?ik]kiz A. J?ar] annarr yd. var] essit arfrf. A. 23 sa h.] om. yd. 
53 f. var— elska] hafdi fyrr (fyrri d) elskat yd. 

260, 1 f. er] at yd. annar — likir] honum var svo likr (naer yd), ok sa \h> 
(om. yd) at [hann] vildi (hinn dr[epa] (gjöra J?eim illt yd) er fyrr (fremstr yd) 
reid Ayd; vgl. note 1. 2 i>a] om. Ayd. gekk h. n.] hun gekk nu inn A\ hon 
gekk nidr yd. 3 af kastalanum yd. sagdi yd. note 2 )?angat for] ]?ar faeri 
yd. a sl. e.] a slikum hesti yd. ok] sagdi at add. yd. honum] hleypandi 
add. yd. 3 Ok] NuA. 4 sem h.] s[em] er(?) B. A\ sem B. yd. heyrir yd. 
bad] )?a let A. 4 f. herkl. s. r.] ßina riddara at herklaedaz yd. 6 ath] 
om. yd. godi v.] herra A. 7 f. minn h. A.J mitt goda ess A. 8 Ridd.] 
fceir Ayd. giordu] gjöra nu svo yd. 9 }>eim v. b.j hann band Ayd. rida 
yd\ sidan add. A. af] or A. 10 Nu e. h.] Ok er yd. sä] nu add. yd. 11 
leingra] om. yd. 12 mönnnm yd; om. A. for] bonum foru yd. aptr] 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 33 

om. yd; i add. Ayd. . 13 moti h.] mot A. 14 reid] hleypti yd. 15 sinu 
spioti A. med] af yd. 16 berra] om. Ad. 17 gada — honuni] gud hlifdi 
honum yd. 17 f. enn — hann] om. A. 18 \>m] bili add. A. 19 hann] ]?a 
add. A. 20 til hans] om. A. 18—20 eigi — hans] lagit tok hann ekki; 
en herra (om. d) Sab. hleypti al Falbuk yd. 20 f. prikstaf yd. 21 
hinum h.] om. yd. 22 a] i yd. Malm] svo add. yd. 23 halsb.] hans 
halsbein A. hann] sidan ^; hinn hcidni yd. 24 jardar] en gada miskunn 
blifdi Sab., er eigi kom a hann lagit add. A. 24 herra] om. yd. best 
haus yd. 25 ä] hann add. yd. 25 f. lausan hl. A. 26 ath] om. yd. 27 
Reid h.] Uann for yd. 28 f. ak. — her] akafligazt matti hann, ]?vi allr 
herr heidingja yd. 29 f. Ok — hann] Herra Sab. maetti nu yd. 31 sk. 
vid] vildi y\ vildu d. 32 f. fram — ok] na akafliga fram rida i moti 
sinum ovinum yd. 33 giordu] nu add. yd. hefz yd. 34 Ok] om. yd. 
suo] om. yd. 35 veita nu] veittu svo mikit yd. 36 krist. m.] om. yd. 
]?eir f.] borgarmenn gatu yd. 38 vürdu — manl.] vörduz ]?o vaskliga yd. 
39 medan — var] om. yd. )>a] nu yd. 40 moz v.] herra yd. 41 vard] 
herra add. yd. 42 honum] mjök add. yd. 45 ödr.] En add. yd. bad 
yd. 46 nu] om. yd. hialpa] eigi seinka yd. 47 sagdi] sem satt var add. 
yd. kom. — ]?eim] ]?ar vaeri kominn yd. 48 — 51 Lett — samann] En berra 
B. let til fara aila sina riddara {vgl. note 9!). Synir hans vorn nu yd. 
52 ridu ]?eir yd 53 ok h.] bofz yd. 54 fceir br. g.] ok geingu J?eir 
yd. 54 — 6 ok — vard] om. yd. 56 f. Kom — menn] I>a kom enn mikill 
fjüldi heidingja ok veittu svo mikit ahlaup kristnnm mönnnm at ]?eir yd. 
58 bald.] stadit ok yd. herra] om. d. 59 Bev. ok S.] Sab. ok herra B. 
y. mikinn yd. 60 ridd.] manna yd. 61 heid.] p& add. yd. suo] om. 
yd. 62 hreysti] reidi yd. )?a — er] sina ovini, )?vi likazt yd. ksemi <?. 

261, 1 j] at yd. suo] ok yrf. stuk.] nu add. yd. 2 vo. ]?. yrf. vard] 
nu add. yd. 4 ok] en yd. 5 heid.] ok <mW. yd. nu] B. ok Sab. yd. 
6 B. ok S.J ok svo )?eir yd. kongr] om. yd. 7 M. h. yd; Mylis rf. 9 — 11 
ok — raku] flydu nu heidingjar undan ok raku nu (om. d) kristnir menn 
yd. 13 f. ]?ui — heim] )?eim hinum bölvada 1yd ok foru heim eptir ]?at 
yrf. 15 sem] er yd. 15 f. vard v. v.] sa d. 16 ofarir yd. ok] einkan- 
liga add. yd. 17 lat. F. ok] svo yd. 17 f. beztum — vm] hinum (om. d) 
goda hesti ok ]?a (]?vi d) leitadi hann vid a yd. 19 huersu] hvernin yd. 
20 sviv. ok] a herra B. ok Sab.; hann yd. bodskap yd. 21 vtt] let 
saman yd. huer.] üllum yd. 22 mönnum yd. mattu yd. 23 Sold, af 
B.] ut i Babbeion Soldan kongi yd. 25—30 Soldann — komu] en (om. 
d) bann sendi honum sinn son Amral; hann var forstjori fyrir öllu 
Soldans lidi. En Soldan var fyrir öllum heidingjum ok let hann nu ut 
blasa otalligum (otüluligum d) her um allt sitt riki ok atti Amirall forstjori 
fyrir ]?eim [at] vera, ok sendir hann sidan Ivorius kongi, ok er pessi hinn 
mikli herr kom yd. 31 )?aj om. yd. 34 fund.] mots yd. vid] sinn herra 
add. yd. Bev.] om. y. 35 sagdi — Ok] om. yd. 36 hann h. ]>.] B. vissi J?essi 
tidindi, )>a yd. hann] sidan add. yd. 38 f. rikit matti mest yd. 39 bera] 
Nu add. yd. ok] om. yd. ord] sinum gamla stall brodur add. yd. 40 
hert. — vinn] om. yd. 42 herra] om. d. 42 — 44 ]?a — Bev.] let hann 
saman kalla alla sina riddara ok band )?eim at herklaedaz; )?eir gjürdu 

Beiträge zur geschiobte der deutschen spraohe. XIX. 3 



34 KÖLBING 

du svo, ok er ]?eir vorn bunir, stigu ]?eir na (om. d) a eina hesta ok ridu 
allt }>ar til er peh komu yd. 44—6 Enn — honum] Vard B. )?eim rojök 
feginn ok var )?ar hinn mesti fagnafundr (fagnadar fandr d) medr vinam 
ok fnendum. Segir B. ]?eim yd. 49 Ok] om. yd. lata yö. blasa] öllu 
lidi sinu add» yd. 50 öll. her.] om. yd. 51 fyrri yrf. 53 völlunum yd. 
borg.] om. yd. 54 Nu sem] Ok er yd. 55 heyrdi f. s.] sa (?at yrf. 
hann] )?egar a<W. y. 57 heid. — ok] fyrir ok böfdingi (höfdingja [!] y); 
hann yd. 58—61 Letu — geym.] teir skipudn nn (om. d) sinnm fylking- 
um ok letu eptir vera i Munbrak yd. 61 heid.] manna vel vopnadra 
(vopnada d), stadinn at geyma yd. 62 Ok] Na yd. Am.] höfdingi 
heidingja add. yd. 

262, 1 völlinn yd. sa — samann] 8a man var yd. 2 mik.] om. yd. 
3 nöte 1 )?a] om. d. 4 velborinn madr yd. 5 skyldi y. 5 f. firir t. m.] 
sakir tveggja manna yd. 6 vand.] einvirdiliga yd. 7 malefni yd. hefdi 
d. maela] Ivor. kongr edr herra B. add. yd. 8 ok sa] ok hann sa na 
yd. }>eir] II add. yd. 9 f. sin — Bev.] om. yd. 10 sa )>. sk.] skyldi 
sa yd. 11 beg.] \>eimadd. yd. 11 f. sigr. — vigi] ynni yfir yd; yfir ynni 
d. 12 sem] er yd. Iv.] kongr «rfd. yd. 13 f. jatar — hann] reid hann 
)?egar yd. 14 j h.] til hers herra yd. 15 segir] niaelti ]?egar yd. 
20 giarna] gladliga yd. sinum h. yd. 21 sor] lofadi yd. odrum] sinni 
tru add. yd. 22 sagt] maelt d. 23 herkl.] bjugguz yd. bar v.] ok var 
}>ar yd. 24 sem] er yd. 24 f. Nu — herkl.] om. yd. 25 ridu p.] ]?eir 
ridu nu yd. 26 herra] om. yd. 27 ser — gud] nu a almattugan gud ser 
til hjalpar ok (mey Maria (iniskunnar d) yd. 28 ok Terugant add. yd. 
29 kappi] kernpa yd. 30 hest] hesta aina yd. 31 hardliga yd. miklu] 
afli ok add. yd. kap.] ok add. yd. j] til yd. skiold] om. yd. 33 sterk.] 
fast yd. 34 note 12 streingurnar (so\)] steingrnar yd. bryn.] j?eirra 
örfrf. yd. voru] svo add. yd. 35 ok s. )?a] at }>a sakadi yd. 35 f. ]?essi s. ok] i 
]?eirra samkomu yd. 36 huorgi] ]?eirra arfrf. yd. 37 hrid] atreid yd. 38 Mar gl sei 
yd. 38 f. hialm lv. k.] hjalminu yd. 39 badi] öll yd. laufind. 40 steinar] af 
hj almin um add. yd. 40—43 mundridi — Nu] södulgjördin ok södulboginn 
ok }>ar med höfudit af hesti Ivorius kongs. Hann yd. 44 Iv. k.] om. 
yd. 45 öllu] miklu yd. j hj.] ok i hans hjalm yd. 47 Bev.] mikinn 
add. yd. 47 f. eigi h. sv. yd. 49 hart yd. Nu] ok yd. 54 hugdu] 
ottudnz J?eir yd. hann] fadir ]?eirra yd. 54 f. fa — hogg.] hafa stadiz 
hinu (pSL\x d) storu högg yd. 56 hl. G. k.] G. kongr hl. nu yd. 57 til 
Iv. k.] om. yd. 58 afli] til Iv. kongs add. yd. 59 f. Iv. k.] hann yd. 60 
Vid J?. v.] betta )?otti yd. 

268, 1 illa] vera add. yd. miok] Guion add. yd. 2 segir s.] maelti 
yd. Firir h.] bvi yd. 3 giora] om. yd. 4 ath — sigr.] mik hvorgi sigradan 
yd. 6 firir — mer] gjöra }>etta fyrir godu ok yd. 7 ilia v.] mer yd. sk.] 
inundi yd. 8 ydr] svo add. yd. 9 misg. herj] brotit vid ydr yd. 11 ]?vi 
yd. 11 f. herrinn — hofz] saman herr kristinna manna ok heidingja (beid- 
inna d); hefz nu yd. 13 orr. ]?ar m.] bardagi, matti J?ar nu yd. 14 gny] gang 
yd. reid] nu add. yd. 15 j — giord.] ok mjök hreystiliga ok vard nu yd. 
17 Damacle yd. 18 ncfndr] getit yd. 19 var] hardla add. yd. 20 
dugdu] nu add. yd. ok hioggu st] om. yd. 21 a b. h. s. uv. yd. 22 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 35 

reid ok] gekk svo yö. 23 suo] om. yö. 24 heid.] riddara yö. 25 
vatni einu yd. 25 — 27 mikinn — komnirj af heidingjniu (J>eim ö) otaligan 
her, ok er }>eir komu nu yd. 28 sem] om. yö. 30 maelti] tok til orda yö. 
hofd. er] om. yö. 30 f. var i.] ok höfdingi af yö. 32 ret.] om. yö. enn] 
segir hann ok yö. ok] ek vil add. ö. 33 fylgia ok] om. yö. 34 meg.] skulut yö. 
34 f. ath — skip.] hann geyma yö. 35 röskra] om. yö. 37 setla] hyggja yö. 
38 J>eir] om. yö. 39 f. luka — ydr] lata portin J?egar ok vil ek ydvarr 
formadr vera ok fyrstr inn rida fyrir ydr. fretta var nu allt gjört ok 
unnu nu stadinn yö. 40 voru] nu add. yö. 41 med] fyrir yö. vndir] 
om. yö. 42 kost] sinn add. yö. 42 f. nita g. s.] neyta gudi sinum Maumet 
yö. 43 — 55 ok — huglaus] om. yö. 55 l>a — rid.J I ]?enna tima kom yö. 
57 V e S- ) m - »•] fangat til mots vid hann yö. 57 f. fagn.] ß. add. yö. 58 bann 
yö. 59 )?er f.] ydr i vald yö ath] om. yö. 60 vnnit] med add. yö. 60 f. 
drepit] drepa latit yö. 61 agud tr.j trua a sannan gud yö. 62 )?ak. h.] 
J?akkar syni sinum yö. kuedz yö. 63 giarna] om. yö. vilia] mundu yö. 
Ok |?.] Litlu sidar yö. 

264, 1 stad.J all an stadinn i yö. 2 landit] med add. yö. 4 fram] 
J?egar yö. 5 f. ßev. — suo] Guion (kong add. ö) ok herra B. ok maelti 
yö. 6 vera kr. m.J kristnaz yö. 7 a s. g. trua yö. 8 siai] adr add. 
yö. 9 ydv. g. yö. sej betri ok add. yö. Ok er] om. yö. 10 heyr. )?.] 
om. yö. ]?eirj om. yö. 11 Baud \>&] vid )?etta. fca maelti yö. 12 god 
yö. suo] j?at yd. var] j?egar «rfrf. yrf. 13 f. hann gof.] |?at dyrliga yrf. 16 
sem] er yö. 17 maelti] ]?a taladi yd. hann] svo add. yö. godsins yö. 18 edr 
yö. 19 nu] öm. yö. dygd er] dyrd sem yö. gjürdir yö. 20 adra] alla yö. 
21 her eru] nu eru her ö. naeij vid staddir ok yö. oss] ]?u nu yd. 22 f. 
Enn — kylfu] Hann tok nu eina stora klumbu yö. 24 godit yö. suo] 
mikit hb'gg add. yö. brott.J gekk yö. 25 käst.] a add. yö. 26 a — 
hliopp] ok hljop )?ar yö. or] ut ö. 28 tal. a )>. 1.] a j?essa leid segjandi 
yö. 29 hverr er sa yö. 30 tr.] trunad yö. 31 hia v.] hann sau yö. 31 f. 
|?es8umf.] honum yö. 33 note 11 aetti] atti ö. 33 J?ess] om. yd. 33 f. eing- 
um — giora] bann gjördi aungum mein yö. 34 herra] om. yö. 35 ]?etta] 
j?a «rfrf. yd. 36 veslir m.] om. yö. 37 trnith] hinir veslu menn add. 
yö. svarar yö. 41 mennj J?a add. yö. ]?eir] allir add. yö. 42 vildu — 
lata] sögduz skiraz vilja ok fyrir daema |?a er slika villu kendi. Kristnir 
menn urdu nu fegnir ok yö. 43 ]?a] nu yö. )?eir] om. ö. 44 ok var 
yö. giortj i add. yö. 45 ath] om. y. Herra] En yö. 46 )?a o.] bod yö. 
48 laerd. m.j kennimönnum yö. Ok er] ok letti hann eigi sinni ferd fyrr 
enn yö. 49 r. B. k.] Herra B. reid nu ut yö. 50 sinum b.] hinum beztu 
yö. 51 fögnudu yö. 51 f. huitts. d.] hvitasunnu yö. 53 |?essi veizla 
stod yö. 54 ok for] Sidan var C. heim] ut leiddr C. 54 f. god.] agaet- 
um C. 

265, 1 mik.] binni beztu C. 3 bod C. 4 Bev.] \>slu er sögdu add. 
C. 5 }>a] om. C. sent] )?au «rfrf. C. 6 riki — herra] ]?at riki er C. 7 
herra 8.] honum C. 8 f. af Rodb. 8. h. C. 10 herra] om. C. II lett g.] 
hafdi gjöra latit 6'. 12 J?essi t] ]?etta 6 T . 14 sagdi 6'. 15 ^eir.] sinnar 
C. 16 sviv.] ]?eirrar add. C. 16 kong. — hefir] kongr hatdi C. 17 f. 
]?eim — Herra] S. hans hinum goda vin ok fostrfödur. t>eir buaz nu ok 

3* 



36 &ÖLBING 

fylgdi honum C. 19 ok] om. C. 20 fylgdu — hafdi] Hafdi B. kongr C. 
23 uglöd] hljod C. 24 aldri— optar] hon mundi aldri 8 ja hann sidan C. 
26 Nv] so auch yrf; Svo C. 26 f. var — hann] kongr var albninn sigldu 
]?eir C. 27 her] ok add. C. 28 eigi] sirfni ferd add. C. 29 j] a C. 
31 vald] stadrinn add. (!) C. 31 f. |?ui— Ok] om. C. 32 fruin C. 32 f. 
ok R.] om. C. 33 verdr C. vor] ok son hennar Rodbert, j?a add. C. 
38 f. Suo— )?etta] fretta spyrr kongrinn af Einglandi C. kom.] i hans riki 
add. C. 40 hann] Kongrinn C. sendir C. 42 f. Hann s.] Ok at ]?eim 
]?ar komnum segir hann C. 49 gamall ok sjukr C. 49 f. mundn — efla] 
]?a eflda ek eigi at halda C. 50 jmoti ]?eim. Eun] moti honum. Ok af 
]?vi at C. 51 honum i moti C. |?ui] ]?a 6\ 52 hann — kunnikt] ydr )?at 
kunnigt gjöra C. 56 — 

266, 1 Sendir hann] Hann sendi nu C. 1 f>ar med] med honum C. 
2 med— til] a fund C. 3 ok] ]?eir C. 4 firir h. ok] til bans }?a C. 5 
tedu] )?eir ö//rf. C. 5 — 7 er — hann] ordsending ok öll erindi J?eirra. 
Kongr fagnar C. 7 allri] mikilli C. 8 ordum] erindi C. 9 )?a] om. C. 
godri] hinni beztu C. 10 baud] bjoz C; byz yd. }>eim] öm. C. 11—13 
Hann — ridd.] ok med honum badir hans synir ok XV M. hermanna C. 
13 f. hann — hann] ]?eir kvomu i Lundun, )?a gekk B. kongr C. 14 er] 
sem C. 15 Ok] i. En C. reist.] rettiz }>egar C. jmoti] so auch yd; i mot 
C. 16 Beu.] kongr add. C. 18 )?eim C. ek] öiw. (!) C. \>. s. (7. 19 ok] 
)?ar med arfrf. 6\ 22 t>a] out. C. af E.] om. C. 23 sterka s.] mikla sott 
ok sterka C. 24 vndir— hann] om. C. 25 lata )>enna morgin C. 26— 
29 mina — hon] son |?inn ok dottur mina. Var nu ok svo gjört ok vard 
)?ar nu mikil gledi ok skemtan, ok er veizlan C. 30 daga] ]?a add. C. 
kongrinn C. 31 vtt f. h.] hans utför C. gior] hardla add. C. l>a] om. 
C. 32 ok] nu C. veizl.] ok add. C. ]?a] om. C. 34 ok] om. C. 35 f. 
Var — tueir] Voru ]?eir nu koronadir allir III, B. ok C. 37 ok] om. C. 
vnnith] yfir komit C. 38 veizl.] J?essi veizla C. 40 Bev.] kongr add. 
C. til] i C. 41 ok t.] sidan tok hann C. sinum] ok fraendum add. C. 42 
herra] om. C. 43 f. M. h. s. yd. 44 f. enn — bregd.] om. C. 45 Var 
her] Vard C. 46 skiin.] sem van var at add. C. 48 Herra B. g.] B. 
kongr stigr O. 49 ser ]>.] ]?a O. 50 for] 6vo add. C. 52 f. enn — hann] 
ok letti hann eigi C. 53 heim] om. C. 55 )mrj mjök C. gek] ]?a add. 
C. 56 j ok sa] inni ok fann C. 57 ]?ar] J?a 6'. lig.] i sinni saeng add. 
C. 59 )?at] eigi C. 

267, 1 eigi] om. C. 2 Sem B. b.j Ok sem herra B. sa C. 3 suo] 
mjök C. 3 f. ath — vitinu] om. C. 5 mun C. 6 ]?ar] J>ess C firir] 
om. C. 8 er] sem C. 8 f. i>a let hann C. erk.] a erkibiskupinn C. 
9 f. veita Josv.] henni gefa C. 11 Nu f. B.] En B. fekk C. 13 biskupinn 
6'. 14 vard h. g.] gekk hann C. 15 goda] out. C. er] |?ann sem C. 
17 j?ar] til hans )?a C. best.] hann 6 T . 17 f. botti — bera] fyrir honum. 
Nu |?otti herra B. kongi ]?etta allt mikit vera C. 18 sneri] heim add. 
C. 19 kongi] om. C. 21 hans] hinn godi add. C. 21 f. Vard— f?o] G. 
kongr gekk nu hryggr mjök C. TS mselti] til hennar add. C. 24 mod. 
kser.] hin k. m. C. 25 aldri sa ek] ok sa ek aldri C. 26 f. t>a kom] 
En }>a at C. 27 ok sa m.J sa at mjök tok C. henni] at add. C. 28 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 37 

ott m.] m. hann C. Aufi] herra add. C. 29 er sia] om. C. 29 f. er nu 
er] om. C. mik] er add. C. 31 nu her C. firir — konu] om. C. 32 
dauda] J?a konu add. C. sem] er C. ek] unni ok add. C. firir] um fram 
C. 34 f. ag. J. K.] almattugi gud, at ]?u (7. 36 lat] at ]?u latir C. samt 
C. 36 f. af \>. h. fara £ 37 sem B.] er hann C. 38 s. b. C. 40 
l?egar] nidr add. C. Josv.] henni, hann C. 41 kalla — ath] ]?a C. 42 
sidan] om. C. likama C. 43 sik] )?au nn 6'. hann h.] ]?au höfdu C. 
44 f. sem— vaeri] öm. 6'. 45 hans] sinn C. dag] sem ]?au vildu a«ta. 
6 T . 47 sioa] goda yd. jvald] ok hans saetu modr add. C. 48 ser] om. C. 
49 er] sem C. 50 salir fserdu C. him. v.] himnarikis saelu yd. 54 eigi] 
ekki C. ]>&u] likami )?eirra C. 54 f. ann. f. h.] annarra manna ok C. 
hann g.] gjöra ]?eim 6 T . 56 leggja C. 57 f. heil.] hins heilaga C. 58 
vorn] sidan add. C. 59 m. v. C. sinna] ]?eirra C. 6t til k.] om. C. 
Man.] med miklam pris add. C. 63 Bev.] kongs add. C. 

Damit ist diese, wie man sieht, nicht ganz kurze liste ab- 
geschlossen. Trotz der vielfachen einzelabweichungen, wie wir 
sie jetzt kennen gelernt haben, findet die entschuldigung, dass, 
'da die hss. zum grossen teil bearbeitungen und zwar sehr 
weitgehende sind, es aus praktischen gründen untunlich ge- 
wesen wäre, neben dem text die abweichungen der hss. von 
demselben in form von lesarten mitzuteilen' (s. Heinzel, Anz. 
f. d. a. 11, 130), auf die Bevis saga keine anwendung, denn es 
handelt sich hier factisch nicht um verschiedene bearbeitungen, 
sondern nur um verschiedene, von einander unabhängige hss. 
desselben textes. Bei einem vergleiche dieser liste mit dem von 
Ged. mitgeteilten apparat habe ich aber auch umsonst nach 
bestimmten kritischen grundsätzen für aufnähme oder ver- 
schweigung der einzelnen Varianten gesucht. 

So wird z. b. das schwanken zwischen zwei synonymen öfters 
notiert (s. 222,38 note 14 pilagrim] palmar a\ s. 226,2 note 1 jarnvidium] 
jarnrekindum-, s. 231,64 note 12 forred] sueik; s. 232,53 note 15 Icestur \ 
luktur n. s. w.), in vielen fällen aber nicht (s. 209,39 arid] snemma\ s. 
210, 40 hardld] stortiga\ s. 211, 4 sin hest] sitt ess u. s. w.); die anwendung 
verschiedener casus nach demselben verb wird zuweiten erwähnt (s. 257, 
46 note 15 Icestar dyr] leestum dyrum), zuweilen nicht (s. 248, 17 skoginn] 
skogsins)\ der zusatz von segir X in der mitte oder am Schlüsse des 
satzes wird einmal angegeben (s. 239, 21 note 4 segir Milon), das andre 
mal nicht (s. 227, 63 segir B.)\ der zusatz von ok letti eigi sinni ferd 
fyrr enn ist an einer stelle angemerkt (s. 258,31 f. note 17), an einer an- 
deren nicht (s. 255,20); die auslassung einiger worte in C wird hier und 
da namhaft gemacht (s. 240, 14 note 6; s. 247,35 note 6), in einer menge 
von ebenso bemerkenswerten fallen nicht; abweichungen in bezug auf 
zahlen werden manchmal aufgeführt (s. 225, 40 note 9 XV] Xü\ s. 227, 



38 KÖLBING 

45 note4 CCC] IUI M), manchmal nicht (s. 215,31 XI] XU\ s. 216,25 
XI] XU). 

Erheblich reichlichere Varianten sind ferner für den ab- 
schnitt mitgeteilt, wo auch A zur Verfügung steht (s. 257 ff.), 
wozu das häufige zusammengehen von Ayö gegen B den heraus- 
geber veranlasst zu haben scheint; Ced. hat sich dabei aber 
offenbar nicht klar gemacht, dass dasselbe Verhältnis sich höchst 
wahrscheinlich auch in den übrigen teilen des textes finden 
würde, wenn nicht zufällig A bis auf dies kleine bruchstück 
verloren wäre, so dass also für die bevorzugung dieser Ayd 
gemeinsamen Varianten vor den übrigen keinerlei grund vorliegt. 

Hie und da ist die methodelose auswahl der mitzuteilenden 

Varianten für den arglosen benutzer des apparates geradezu 

irreführend. 

Wenn z. b. s. 215, 15 note 6 maurr als lesart von CD für mus in B an- 
geführt, zu musin 8. 215, 15 aber nichts bemerkt wird, so muss man glauben, 
dass hier CD mit B tibereinstimmen, maurr also nur an ersterer stelle 
irrtümlich für mus in die gemeinsame vorläge von C und D eingedrungen 
wäre, die sich also durch diesen vermeintlichen gemeinsamen fehler als 
nahe verwant charakterisieren würden; tatsächlich bieten beide hss. an 
der zweiten stelle maurrinn. — s. 257, 38 f. liest B pa skalt pu svö mikit 
guU piggja at mer, sem mest vilt pu hafa\ nach Ced.'s note 14 böten 
AyS für piggja — mest, sem sjalfr-, wir erhielten also die bemerkenswerte 
Wortstellung sem sjalfr vilt pu hafa ; tatsächlich lesen aber A yd sem pu 
vilt sjalfr hafa. — s. 257, 46 liest B suo at hann purfti eingan lykü. 
Zu lykü notiert der herausgeber unter 16: ^t/ fügt A hinzu, ad fa til yd. 
Der leser muss also denken, in yd stehe suo at hann purfti eingan lykü 
atfa til = l &o dass er sich keinen Schlüssel dazu zu verschaffen brauchte'; 
die lesung wäre etwas auffällig, da man nach fa, ser vermisst, aber wol 
möglich. In Wirklichkeit lesen jedoch yd svo at einginn purfti honum 
lykü at fa til = ' so dass niemand nötig hatte, ihm einen Schlüssel dazu 
zu geben', u. s. w. 

II. 

Die handschriftenklassen in ihrem Verhältnis zum franz. 

original. 

Die im vorigen abschnitte dargelegte, lückenhafte und 
unmethodische Zusammenstellung des Variantenapparates muss 
um so bedenklicher erscheinen, als der herausgeber weder die 
hss. der ältesten französischen fassung, die 1884 beide schon 
zugänglich waren, noch Turnbulls abdruck der englischen 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 39 

version nach der Auchinleck-hs., der trotz seiner Mangelhaftig- 
keit öfters für die textkritik verwertbar gewesen wäre, noch 
endlich die gälische prosa zur vergleichang herangezogen hat. 
Das zuletzt genannte werk scheint ihm ganz unbekannt ge- 
blieben zu sein, da er es s. GGXVI f. nicht erwähnt, wie denn 
auch die flüchtigen bemerkungen auf diesen seiten zeigen, 
dass er bezüglich seiner kenntnis der franz. Versionen über die 
angaben im 18. bände der Histoire littäraire de la France nicht 
hinaus gekommen ist; denn er hat dort weder von den ein- 
schlägigen bemerkungen in Stengels Mitteilungen aus franz. 
hss. der Turiner Universitätsbibliothek, Marburg 1873, s. 31 ff. 
noch von meiner kurzen besprechung der Didot'schen hs., ' welche 
ihrerseits die quelle des englischen gedichtes und der isländischen 
prosa zu sein scheint ' ') (Beiträge zur vergleichenden geschichte 
der rom. poesie und prosa des mittelalters. Breslau 1876, s. 
136) notiz genommen. Vielleicht hätte er sonst doch den ver- 
such gemacht, sich einsieht in dieselbe zu verschaffen. 2 ) 

S.CCXL bemerkt Cederschiöld: Ich halte es indessen nicht für 
notwendig, hier ein Verzeichnis der stellen zu liefern, wo die les- 
arten von C (bez. die von A oder D) denen von B vorzuziehen 
sind, da sie sich durch einen vergleich zwischen unserem texte und 
den anmerkungen unter demselben leicht feststellen lassen.' Das 
heisst aber doch wol dem benutzer eine arbeit zumuten, die 
von rechts wegen dem herausgeber zugefallen wäre, ganz ab- 
gesehen davon, dass in der bei weitem überwiegenden zahl 
von fällen es nur mit hilfe des Originals und der sonstigen 
Übertragungen in fremde sprachen möglich ist, eine entscheidung 
zwischen zwei an sich gleichwertigen lesarten zu treffen. Ich 



! ) Dass ich meine längst gehegte Vermutung von der directen abhängig- 
keit der englischen und der nordischen version von der in Didots hs. 
teilweise überlieferten chanson de geste auch öffentlich ausgesprochen 
hatte, war mir nicht gegenwärtig, als ich (Sir Beues s. XXXV) Pio Rajna 
das verdienst dieser entdeckung zuschrieb. 

*) Ich bin mir freilich Überhaupt nicht klar darüber, welchem von 
den in den Fornsögur Suftrlanda abgedruckten texten die Forschungen auf 
verschiedenen ausländischen bibliotheken', deren Ced. im Förord gedenkt, 
denn eigentlich zu gute gekommen sein mögen. Hat er doch seinen 
aufenthalt im auslande nicht einmal dazu benutzt, um die ausgäbe des 
Renan d de Montauban, die für die Magus saga von bedeutung war, durch- 
zublättern (vgl. Heinzel a. a. o. s. 129). 



40 KÖLBING 

wende mich darum jetzt der aufgäbe zu, die lesungen von B 
und die der anderen hss. mit benutzung der eben erwähnten 
hilfsmittel gegen einander abzuwägen, und zwar will ich zu- 
nächst diejenigen stellen vorführen, wo die lesung von C, bez. 
yd oder D und A den ursprünglicheren text darstellt, um dann 
diejenigen aufzuzählen, wo B der vorzug gebührt. Die von mir 
erst oben dem apparat einverleibten Varianten markiere ich 
durch ein Sternchen. 

1) * 8. 209, 7 f. yö pott hann vceri pa g amall, pa var hann okvongadr = 
franz. v. 16 K'ainz ne vout femme prendre en tot son vivaunt = celt. s. 
518, 2 f. and he made a rule that he rvould not have a wife in his youth 
= engl. A v. 17 f. And euer he leuede wip outen rviue AI to late and 
long. B vac. — 2) *33f. yö sem fyrr var sagt = franz. v. 31 dunt jeo 
vus ai dist. B sem fyrr var skrifat steht ferner. — 3) *s. 210, 13 yö enn 
hann kotn i pyzka land = franz. v. 72 E vint en Alemaine = celt. s. 
518)22 The messenger went to Almaine = engl. A v. 115 Po he com 
in to Almayne. B vac. — 4) 30 ff. yö note 6 i hans veidi-skog, er her 
er i burtu skamt fra üamtun = franz. v. 59 E veinient en ceste forest 
par desuz la mer = celt. s. 518, 15 ff. to a desert forest, that was in (he 
earldom of Giwn, near the Castle in rvhich thcy resided. Dass B ut i 
hafit i Skotlandi skamt fra üamtun, einen Widerspruch involviert, be- 
merkt auch Ced., vgl. s. CCXL z. 19 f. — 5) s. 211,3 yö note 1 Fruin ... 
kysti hann einn koss med miklum svikum ok scetu halsfangi = franz. v. 
136 f. La dame le oi ci le ala baiser, E par grant tretson si le ala acoler 
= celt. s. 519, 2 f. Then she . . . put her hands aboul his neck, and gave 
him a kiss. B vac. — 6) *13 yö Pess sver ek vid gud = franz. v. 146 
par deu ly tut pussaunt. B om. vid gud. — 7) 23 yö note 6 at ek skyldi 
alllitt ottaz ydr = franz. v. 158 Vostre fere manace preiserei petit = 
celt. s. 519, 11 f. of lilile regard rvould thy threat be held by me. B 
aldri steht ferner. — 8) *26 f. yö Eptir pat hleypir Guion jarl = franz. 
v. 161 Lux quens Guion brocha le destrer = engl. A v. 229 Po prik- 
ede is stede sire Gii. B nur jarlinn. — 9) *29f. yö at hann steypli 
honum af hestinum til jardar = franz. v. 165 E encontre la tere le 
fet il aval voler = engl. A v. 233 f. Out of his sadel he gan him bere 
And prerv him to grounde. B at hann steyptiz af hestinum steht ferner. 

— 10) *34f. yö ok veittu honum X sar ok öll stör = franz. v. 174 
Mes X plaies lui firent dount vola le eher sanc = celt. s. 519, 18 f. 
Piercing him rvith ten rvounds. B mörg sar ok öll banvosn steht ferner. 

— 11) *49 yö ok nu skjott brahinn vcegdarlausi svikari sinum brandi = 
franz. v. 189 Lui glut sache le branc. B liest hann für h. v. sv. — 12) 
*a, 212, 4 f. yö ok segir svo buna ordsending fruinnar = franz. v. 206 
La respons a la dame = engl. A v. 293 AI a seide, ase %he him tolde. 
B ok segir svo buit steht ferner. — 13) 40 yö note 3 eitt svin = franz. 
v. 234 un porc = celt. s. 519, 1 v. u. a hog = engl. A v. 347 a swin. 
B einn sveinn (vgl. Ced. p. CCXL, 20). — 14) *48 yö par Hl at lidnir 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 41 

eru XL111 dagar = franz. v. 246 Taunt ke ceo quinze jours seient 
passe = celt. s. 520, 8 until ihese fifteen days have expired = engl. A 
v. 360 Pis fourte nigt. B liest VII statt XI 111. — 15) *53f. yö pa 
skalt pu hingat koma = franz. v. 251 si vendres issi = celt. s. 520, 10 f. 
come thou to me = engl. A v. 370 Panne scheltorv come in te Ingelonde. 
B vac. — 16) 59 yö note 6 vard honum litit a hcegri hlid ser ok heyrdi 
ok sa mikla skemtan i gardi fedr sins = franz. v. 258 ff. // se gar de un petit 
vers mount au tertre Si oi en le paleis ke a son pere soleit estre Graunt 
joie e grant dedut e noise e grant feste = celt. s. 520, 15 ff. and there 
he happened to look a Utile to the right hand; and tvhen he looked, he 
heard in the court, which had been his father's court, such songs, and 
revelry, and riotous mirth, that he never heard before that the like = 
engl. A resp. C v. 380 ff. He lokede homward to pe toun, That (was hys 
fadurs all same C). He beheld torvard pe tour, Trompes he herde and 
tabour And (mekull yoye and game C). B vac. — 17) *s. 213, 1 yd hvat 
verda mundi i gardinum = franz. v. 261 ke ceo poeit estre = celt. s. 
520, 19 rvhat was the meaning of it. B hvat gledi par mundi vera steht 
ferner. — 18) 8 yö note 2 ribbaldi = franz. v. 273 ribaud = celt. s. 520, 
26 ribald = engl. M 1. 309 rebaude. Dass dies wort nicht fehlen darf, 
geht auch ans z. 13 hervor. B vac. — 19) 22 f. yö note 4 halsfanga = 
franz. v. 292 acoler = celt. s. 520, 16 v. u. f. to put his hands about the 
neck of the woman; vgl. engl. A v. 425 f. Whi c olles pou ab oute pe swire 
Pat ilche dame? B herfang a weicht ab. — 20) *24 yö dylja = franz. 
v. 293 celer. B synja steht ferner. — 21) * 29 yö hinn elskuligazia = 
franz. v. 299 ke taunt amai\ vgl. engl. M v. 326 dere. B vac. — 22) 41 yö 
note 5 pa feil hann i ovit ok fr am a golfit = franz. v. 309 Ly emperur 
chai sur la table paume = celt. s. 520, 8 v. n. f. so (hat he also feil down, 
and swooned away = engl. A v. 446 f. Pat emperur fei swowe adoun Par 
a sat. B vac. — 23) *41 f. yö Pa cepti fruin med harri röddu = franz. 
v. 310 La dame se escrie = celt. s. 520 t 7 v. u. f. Thereupon the countess 
uttered a loud cry = engl. A v. 448 Pe leuedi, is moder, gan to grede. 
B Sem modir Bevers sa petta, pa mpti hon h. r. steht dem ausdruck 
nach ferner. — 24) *50 yö til husa fostra sins = franz. v. 315 AI hostet 
son mestre. B til fostra sins steht ferner. — 25) "öl D halshöggva ist 
eine genaue Übersetzung von franz. v. 324 decoler; die anderen hss. haben 
das seltene wort in verschiedener weise geändert. — 26) *63 yöD tok 
hann at grata = franz. v. 325 si comenca plurer ; B pa gret hann steht 
ferner. — 27) *s. 214, 1 yöD hvar hennar hinn (om. yö) Uli son vowi = 
franz. v. 332 Ou est ore Boefs, mun fiz le fin maveis ? B hvar hinn Uli 
sveinn var steht ferner. — 28) *15 yöD spyri per at (eptir yö) mer, 
Pa er ek nu (add. yö) her (om. D) hja ydr = franz. v. 344 Si vus me 
demaundez, vez me ci en present = engl. A v. 491 oif pow me sext % 
lo hvar ich her et vgl. celt. s. 521, 15 f. Here 1 am with wrath to thee, 
if thou makest any dem and. B spyr pu eigi at mer! Ek er her hja 
ydr steht ferner. — 29) *33 D jafnvcegi sin gulls = franz. v. 359 son 
pois de or. sin fehlt in B yö. — 30) * 45 yö um hennar daga ; D i pann 
tima = franz. v. 375 donk. B vac. — 31) *48 yöD Honum poiti scemilig 



42 KÖLBING 

gjöf i pessu barni ok spurdi etc.; vgl. franz. v. 379 f. Lui roi lur set 
bon gre de cel enfaunl = celt. ». 521,35 and the king was weil pleascd 
with the present. And he asked etc. B En po at honum pcetti s. g. i 
pessum sveini, pa spurdi hann etc. steht femer; übrigens bildet der 
nachsatz auch keinen gegensatz zu dem mit En po at eingeleiteten 
Vordersatz. — 32) *s. 215,2 yd vid gud minn Maumet \ D vid Maumet, 
god mitt = franz. v. 395 par mun deu Mahun; vgl. celt. s. 521, 13 v. u. 
lo Mahnmet his god. g. m. fehlt in B. — 33) *4 D t veröl dinni = franz. 
v. 397 en ceste secle; yd i minni eigu und B til stehen ferner. — 34) 15 
CD note 6 einn maurr = franz. v. 403 ia formte. B ein mus, — 35) *15 
C und später D maurr inn = franz. v. 404 la formte. B musin. — 36) 32 CD 
note 1 2 er pat misHkadi mjök (om. D), at Bevis vor svo heimuligr (kcerr 
D) konginum, pviat peir vissu, at B. vor keyptr ok sidan geftnn kongi- 

num = franz. v. 412 ff. en sunt mult coruce E pur ceo ke il estoit 

de le roi si prive E pur ceo ke li marchaunt li urent achale = celt. s. 
522, 10 ff. be cause he was so dear to the king, and he loved htm so much, 
and they were offended with the (raders that had sent htm there. B 
vac. — 37) *55f. CD ok fyrir hans sakir mun hon mörgum tarum ut 
steypa [hella D) = franz. v. 432 Ke puis le fist meinte lerme plurer. B 

pa tok hon fyrir hann mörg tar fella ok ut hella, was hier also 

mit nnrecht auf die gegenwart bezogen wird. — 38) s. 216, 21 CD note 3 
ok andvarpadi (-pandi ydD) af öllu sinu (om. D) hjarta = franz. v. 456 
e suspire. B vac. — 39) * 33 C skogarmenn = franz. v. 472 Les foresters. 
BD menn. — 40) *39 CD peir IUI er eptir lifdu; vgl. franz. v. 479 Les 
quatre veient ke les sis sunt occis = celt. s. 522, 3 v. u. and the other 
four fled = engl. C v. 857, 4 (s. 42) and odur iwo awey gan flee. B lässt 
Vll — lifdu weg; Ced.'s verschweigung dieses Zusatzes in CD ist um so 
befremdender, als der satz ohne denselben sinnlos ist. — 41) 39 C note 6 
ofarar sinna manna [= D ofarar sinna kumpana] , freie Übertragung 
von franz. v. 479 ke les sis sunt occis. B fara kumpana sina ist un- 
verständlich. — 42) *50f. C t gegnum glugg einn = franz. v. 492 a une 
feneslre. B i gegnum g lug ginn, was ferner steht. — 43) 55 C note 1 1 
heidingja = franz. v. 498 paens = celt. s. 523,8 pagans. B riddara 
steht ferner. — 44) s. 218, 1 C note 1 eitt rotit lauf en brynja eigi meira 
enn — franz. v. 579 f. un penoun, Ne le hauber k düble ne li vaut; vgl. 
engl. A v. 1003 f. Hauber k ne scheid ne actoun Ne vailede Mm nougt worp 
a botoun. B vac. — 45) *2 C sitt spjol = franz. v. 581 sa launce = celt. 
524, 11 his spear. B om. sitt. — 46) * 25 ff. C pa cepti hann a pa harrt 
röddu ok mcelti: Gangit fram djarfliga, minir menn, ok drepit menn Er. 
kongs = franz. v. 605 ff. si crie en haut cris: Ke fetes vus? fet il, ferez, 
mes amis! Si les gens Hermine ne seient pendu ou occis etc. = celt. 
s. 524, 27 f. . . . said loudly to his men : Slay for me the troops of Ermin 
forthwith\ B pa cepti hann a pa ok bad djarfliga framganga ok drepa 
menn Erminriks kongs steht schon in so weit ferner, als hier or. ind. 
vorliegt. — 47) 51 C note 15 ok hella M., sinu sverdi, reidu til höggs = 
franz. v. 632 M. en poin tint, un coup li va doner. B lässt r. /. h. weg. 
— 48) * 53 C Sidan ste B. nidr af sinu ersi = franz. v. 634 Pus de le 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 43 

cheval descendit. B Sidan sie B. ofan steht ferner. — 49) s. 222, 3 C note f 
pal veit ek sannliga = franz. v. 790 sachez de verite. B vac. — 50) 7 f. 
C note 5 vel innsiglat, per skulut fa pat i hendr sjalfum B. = franz. v. 
792 f. mult bien enselez E Boefs meimes le bref porter frez (nur las der 
Übersetzer wol A für E). B hvert per i hönd faxt B, steht ferner. — 
51) *17 C ok*var B. fr am kalladr: üerra B., segir E, konqr = franz. 
v. 802 f. A taunt fet it Boefs avaunt apeller : Boefs, dit li rois. B ok 
kalladr herra B. Kongrinn segir pa tu B. steht ferner. — 52) * 19 f. C 
Pu verdr at fara mins erindis til Damacle m ok bera mitt erindi = franz. 
v. 803 f. il te covent aler A roi de Damascle iceo bref porter -, vgl. celt. s. 
526, 6 v. u. and go rvith it as far as Damascus to Bradmund. B Pu verdr 
bera mxtt eyrendi i D. til Br. kongs hat gekürzt. — 53) 30 C note 12 
pat er eigi se jafnpungt; vgl. franz. v. 816 ke vus anoiera pas taunt. B 
vac. — 54) 41 C note 16 tvo legla fulla med piment = franz. v. 826 E plein 
deus barils de mult bon piment. fulla fehlt in B. — 55) *44 C Am sem 
palmarinn ser riddara = franz. v. 827 Le paumer de pres veit le che- 
valer venaunt = engl. SNC v. 1283, 34 f. (s. 62) He loked up rvith eygen 
brygt And of sir B. he had.a sygt. B vac. — 56) *45 C fyrir sakir 
allsvaldanda guds komit ok etit med mer = franz. v. 828 f. pur deu le 
tut pussaunt, Venez diner ov mei\ vgl. engl. A v. 1290 ls it pe wille, 
com nere and dinel B ok stig ofan fyrir guds skyld ok et med mer 
steht ferner. — 57) *57 C par skal ek ydr satt fra segja entspricht 
inhaltlich franz. v. 837 ne vus gaberai nent; vgl. celt. s. 527, 15 1 will not 
conceal it from thee. B vac. — 58) *s. 223,4 C mikilli uforsynju ent- 
spricht etwa franz. v. 843 {co fu damage) grant. In B fehlt mikilli. — 
59) *14 Dyrigud, herra minn, drottinn himirikis dyrdar = franz. v. 851 
A deus, ore fet il, que frai? de majeste. B üerra gud, sem mik skap- 
adi steht feiner. — 60) 15 f. C note 6 at minn kumpann herra Bevis 
er fr am farinn af heiminum = franz. v. 852 Quant mon duz compaignoun 
est a tort tue = celt. 8. 527, 22 f. for my f oster brother and companion 
is destroyed. B verdi eigi minn kumpann Bevers svo farinn ist darans 
entstellt. — 61) *21 aungum lifanda manni = franz. v. 856 a homme ke 
seit nez. lifanda om. B. — 62) 23 f. C note 9 pa gjörir pu eigi vitrliga 
= franz. v. 858 vus ne estes pas senez. B, das ureitliga für eigi vitrliga 
bietet, weicht ab. — 63) 27 f. C note 10 minn herra vildi heldr missa X 
kaupstada enn mik einn = franz. v. 861 Moun seignur ne le freit pur 
treis cent citez -= celt. s. 527, 25 f. my Lord rvould not do so for three 
hundred cities in his possession. B pviat minn herra sendi mik med 
pessu brefi ist nichtssagend. — 64) * 35 C him rikazti kaupstadr = franz. 
v. 867 Ceo fu la plus riche cite = celt. s. 527, 28 f. and thal ciiy was the 
richest city. B hinn freegazti k. steht ferner. — 65) *37 C Par voru 
[ekki neinir iurnar], at eigi vceri gulli bunir edr silfri paktir = franz. v. 
868 f. Car il n'i out en la vile ne tour ne kernet, Ke ne fust covert de 
argent ou de or mer = celt. s. 527, 30 f. that there was neither tower, 
nor house, nor Castle in the whole city , that was not all roofed with 
gold and süver = engl. C v. 1283, 175 ff. (s. 66) Alle pe howsys wyth yn 
pe walle, All they were of crystaUe . . . llke a rofe hyllyd wyth ledde, 



44 KÖLBING 

Poyntyd ab out rvyth golde red; Hocke was the borow, The romans tellyth, 
thororv and porow. B vac. — 66) * 37 f. C upp a hinum hcestum turn- 
um, er Brandamon kongr sai i sjalfr = franz. v. 870 Desur le mesire 
tour .... Out U rot Bradmunt etc. = celt. s. 527, 31 f. And on the top 
of the highest tower of the Castle. B Yfir peim kastala turnt, er kongr 
sat t läset hcestum und Brand, aus. — 67) *41 C af honum stod svo 
mikit Ijos «=» franz. v. 873 ke doune si grant clarti\ vgl. engl. C v. 1283, 
213 f. (s. 67) Pe stones %aue more lygt tan alle pe citee, pat was so brygi. 
B er svo skein steht ferner. .— 68) *47 C presta peirrar truar = franz. 
v. 879 Prestres de lur l[e]i = celt. s. 527, 37 priests of their law. p. tr. 
om. B. — 69) *8. 224, 8 f. Ok sem B. var kominn ok kongrinn sa hann = 
franz. v. 893 f . E a taunt est ve\n\u Boefs . . . Rot Bradmund li veit = 
celt. s. 527, 7 v. u. f. Thereupon lo Bown himself came, and as soon as 
Bradmund saw htm. B Sem Brandamon kongr sa Bevers kominn i sina 
hall steht dem Wortlaute nach ferner. — 70) *10 C ok bad hann vel 
kominn = franz. v. 896 Bien seez vus venuz, vel k. om. B. — 71) *13 
C Br. kongr hrasdiz nu mjök herra B. = franz. v. 903 Bradmund 
out pour de Boefs le pussaunt; vgl. celt. s. 527,2 v. u. Bradmund be- 
came much frightened = engl. C v. 1283, 287 (s. 70) The kyng quakyd 
and had grete drede. B Br. kongr reiddiz B. weicht ab. — 72) 16 f. 
C note 4 um hcegri hönd = franz. v. 906 Par le destre poin = celt. s. 
528, 1 f. and he took Bown by his right hand. B um hönd in a steht ferner. 

— 73) * 17 f. at hann skyldi eigi mega draga ut sverdit = franz. v. 907 
Car il out pour ke il dust trere le braune = engl. A v. 1402 Pat he ne 
scholde is swerd out take. B at hann skyldi eigi bregda mega sinu 
sverdi steht ferner. — 74) 20 C note 5 Erm. kongr heftr bodit mer = franz. 
v. 910 Hermine me maund. B Erm. kongr hafdi bodit Br. kongi steht 
ferner. — 75) 31 f. C note 7 t peirri . . . prisund , er ek a = franz. 
v. 920 En ma prisoun = celt. s. 528, 12 f. in my gaol = engl. A v. 1416 
In me prisoun. er ek a fehlt in B. — 76) 35 C note 1 1 pinnar = franz. 
v. 923 pikes. B pilur steht ferner. — 77) 39 C note 14 byggleif = franz. 
v. 924 f. un pain . . . de orge. B braudhleif gibt das material nicht an. 

— 78) 49 C note 16 f>au foru at honum = franz. v. 947 A Boefs tost 
vindrenl. B. vac. — 79) * 53 f. C B. var nu i myrkvastofunni i mikxlli 
pinu = franz. v. 950 E fu en la prisoun mult misese = celt. s. 528, 
28 And as long as he was in that gaol. B Nu var hann par i mik- 
lum pinum steht ferner. — 80) *59 C Ok ef ek ma lauss verda = franz. 
v. 956 Mes si jeo puse eschaper — celt. s. 528, 32 f. if I could escape 
front hence. B Ok ef ek verd lauss steht dem Wortlaute nach ferner. 

— 81) s. 225, 7 f. C note 1 ek pjonadi aldri til pess = franz. v. 961 Jeo 
ne le ai pas deservi == celt. s. 528, 15 v. u. 1 did not deserve that he 
should etc. B aldri skal ek til hans pena weicht ab. — 82) 7 C note 1 
Nu taldi B. kvein sitt med harmi gratandi = franz. v. 964 Issi diseit 
Boefs e plurast mult fortment = celt. s. 528, 13 v. u. and in weeping 
Bown uttered those words. B vac. — 83) 17 C note 3 Hvar er nu Bevis, 
er pu elskadir mest? = franz. v. 975 Ou est ore Boefs, ke par amastes 
taunt? er — mest om. B. — 84) *20 C ok hefna födur sins = franz. v. 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 45 

979 E la mort son pere cruelement venger « celt. s. 528, 7 v. u. f. to 
avenge his father. B vac. — 85) 53 C note 10 ok sidan for hann heim 
i riki sitt med J osivenu\ hun gret h ör mulig a = franz. v. 1008 f. Un jour pus 
mounia Yvori e sa genl, Josiane o eus mult fortment pluraunt\ vgl. celt. s. 
529, 12 f. and Josian along with them, and she was rveeping without ceasing\ 
B ok for heim i riki sitt. Josv. gret h ör mulig a steht ferner. — 86) 
*57 C at pyrdi at koma i nandir pvi = franz. v. 1014 ke le osast tocher 
== celt. 8. 529, 14 And there was no one that dared to go near the horse 
= engl. A v. 1533 IS Oman dorste cotne him hende. B at kcemi i n. p. 
steht ferner. — 87) *s. 226,8 pa tok pat at brjotaz vid fast = franz. 
v. 1024 Si prent a regibber. B ceddiz pat steht ferner. — - 88) *15 C tu 
at grceda hann = franz. v. 1034 si li fount saner\ vgl. celt. s. 529, 25 f. 
until he was recovered. B vac. — 89) *45f. C Sa for pegar nidr med 
pann sama streing = franz. v. 1077 Par meimes cele cor de comence 
avaler. B Hinn for pegar ofan eptir slreinginum steht ferner. — 90) 
*55 f. C at folk var ekki klcett i stadnum stellt sich zu franz. v. 1099 e la 
gent fu coche. B at portarinn var eigi kloeddr ok ekki folk i stadnum steht 
ferner. — 91) s. 227, 15 C note 1 po at ek se nu her brendr = franz. 
v. 1137 Sy Vem me dust ore endreyt en fu enbraser = celt. s. 530, 15 v. u. f. 
if I knew that I should be thrown into the fire to be burned. B liest 
drepinn für brendr. — 92) *35f. C ok er hann heyrdi petta, pa vard 
hann svo reidr = franz. v. 1161 Bradmund le oy si est mult irascuz = 
celt. s. 531, 2 f. And when Bradmund heard that, he was enraged = engl. 
A v. 1710 ff. Amorwe whan he it hadde ifonde . . . In his herte him was 
ful wo. B nur Pa vard kongr svo reidr. — 93) 45 f. C note 4 III1M 
manna\ vgl. franz. v. 1174 treis mil i a = celt. 8. 531, 11 and three thous- 
and were they in number. B CCC manna steht ferner. — 94) 47 f. C 
note 6 Grandier, frcendi hans, fylgdi honum; vgl. franz. v. 1182 Brad- 
mund fu ale devaunt, sun neveu a der er e = celt. 8. 531, 13 f. and far 
in advance of his host he proceeded, and his nephew after him. B ok svo 
Grandier steht ferner. — 95) s. 228, 35 C note 11 breitt\ vgl. franz. v. 1237 
Demy lue est le ewe de lee = celt. s. 531, 4 v. u. half a mile was the rvidth 
ofthe water. B vac. — 96) *49 f. ok svo skok essit sik fast = franz. v. 1265 
E si forment s'estort ly bon destrer prise = celt. s. 532, 17 f. whai the 
horse then did was to shake itself B ok svo skok essit hann weicht ab. 

— 97) 8. 229, 15 f. C note 3 gef mer einn tima at eta mina fylli = franz. 
v. 1285 Donez a moi le manger sanz plus une fez = celt. 8. 532, 26 give 
me one fill of vicluals = engl. A v. 1840 7)eue me to day a meles met. 
at eta om. B. — 98) 18 C note 4 par sem pu bidr mik matar = franz. 
v. 1287 et demandez a manger = celt. s. 532, 27 to implore me for meat. 
B vac. — 99) *27 Fruin gekk nu tu bonda sins = franz. v. 1294 La dame 
ala a son seynur counter\ vgl. engl. A v. 1853 f. Le leuedi . . . Wente hire 
forp in tope halle. B Gekk hon sidan Hl b. s. steht dem Wortlaute nach ferner. 

— 100) 33 C note 6 ok mceki = franz. v. 1299 Et un fausart. B vac. — 
101) *35 hvadan = franz. v. 1302 Ou = celt. 532, 16 v. u. from whence 
= engl. A v. 1866 Whar. B hvort. — 102) 47 f. C note 10 ok hjo til 
hans i höfudit = franz. v. 1316 sur la teste ly fert. B ok slo til pess 



46 KÖLBING 

illa fjanda steht ferner. — 103) *60 C Hann atfast, pviat hann var mjök 
hungradr = franz. v. 13(36 Et Boves mange com il fust devi = celt. 
8. 533, 7 and he ate greedily like a senseless man. B vac. — 104) *61 C 
mikit = franz. v. 1338 tut ben. B vac. — 105) 8. 230, 25 C note 9 De- 
fanus; vergl. franz. v. 1377 cite de Famer. B Orphanies steht ferner. — 
106) * 27 C ok for sidan sem honum var visat. Ok sem B. kom i 
Munbrak; vgl. franz. v. 1380 f. Avers tint le chemin tot ptener. Kant 
il vint a Monbranl, und celt. 8. 533, 33 And rohen Borvn was come 
to Mombraunt. B ok for hardla skjott i Munbrank, wiederholt also 
gedankenlos die worte aus 26. — 107) 34 C note 1 1 ok vildi eigi ofskjott 
inn ganga\ vgl. franz. v. 1387 ne voit trop haster. ofskjott om. B. — 
108) *48 C at pvi matmali = franz. v. 1398 a diner. B vac. — 109) 
♦60 C med sinu sverdi = franz. v. 1410 De sa espe forbie. B. vac. — 
HO) *65 aldri finnz henni fridari kvennmadr = franz. v. 1418 Unkes 
plus bele de ly fu irove. B aldri var henni fceddr fr. kv. steht ferner. 
— 111) *s. 231, 18 f. C tat pat vera kyrt = franz. v. 1432 tut ceo lessez 
ester. B pat skal eigi vera weicht ab. — 112) 23 C note 5 Seg, Boni- 
freyr = franz. v. 1436 Bonefey, dit Jos. B vac. — 113) *26 C svo hjalpi 
mer gud = franz. v. 1438 si deu me pus (?) eyder. B vac. — 114) *34 C 
Svo sem hestrinn Arundela sa B. — franz. v. 1451 Arundel vist son 
seynur aprocher. B Sem pat sa B. steht ferner. — 115) *47 C Jungfru 
Josvena svarar = franz. v. 1467 Par deu, dist la pucele. B En hon 
svarar steht ferner. — 116) 56 O note 10 annan hlut = franz. v. 1474 
Et une alire chose = celt. s. 534, 9 v. u. and another thing also; vgl. engl. 
O v. 2031 Also. B einn hlut. — 117) *58f. C nema pa at vceri skcer 
mey = franz. v. 1477 Si ele ne fuse pucele sanz fauser = engl. A v. 
2197 Boute ghe rvere maide clene. Das adj. skcer wird in B vermiest. — 
118) *s. 232, 6 f. C ef ek er eigi mey = franz. v. 1486 Si jeo ne sey 
pucele = celt. s. 534, 2 v. u. if thou dost not find me to be a virgin = 
engl. A v. 2203 And boute pe finde me maide- rvimman. Offenbar ist in 
B mcer nur aus versehen ausgefallen. — 119) *27 f. Iv. kongr a ser einn 
brodur ok kceraztan vin i peim slad .... er Babilent heitir = franz. v. 
1501 Yvori ad un frere al chastel de Abilent = celt. 535, 12 f. Inor has 
one brother in a castel that is called Babilent. Die lesung von B 
Iv. kongr hefir sent einn sinn vin ok hinn kcerazta brodur i pann stad 
etc. widerspricht auch engl. A v. 2228 ff. — 120) *37 C pegar = 
franz. v. 1508 vitement = celt. s. 535, 19 forthwith = engl. A v. 2232 

an higing. B vac. — 121) * 52 f. pvi at B er inni luktr = franz. 

v. 1525 Ke le roi est assage, Ydrac de Valarie = celt. s. 535, 29 be- 
cause the king of L. and all his forces are around the Castle = engl. 
A v. 2279 And al pe osl lip him ab out. B var für er. — 122) s. 233 
16 C note 5 vel = franz. v. 1543 ben. B vac. — 123) * 17 C nidr = 
franz. v. 1544 aval = celt s. 535,5 v. u. belorv. B vac. — 124) 18 f. C 
note 7 at eigi skal einn hestr meira bera ist eine freie Übertragung von 
franz. v. 1546 Bontfrai mun runcin ben a acharg er-, vgl. celt. s. 535, 4 v. u. f. 
and will mow a hors load of the herbs. B at eigi skal einn hestr bera 
weicht ab. — 125) 19 f. C note 8 ok skal ek pau slappa lata = franz. 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 47 

v. 1547 Le herbe frai batre = celt. 8. 535, 2 v. u. 1 will bruise them = 
engl. C v. 2303 Do tiil stampe. B steypa für stappa steht ferner. — 
126) *29 C adr er G. kongr vaknar = franz. v. 1558 Eyns ke Garde se put 
veiter = celt. s. 536, 6 before Garsi awakes. B pa er G. kongr verdr 
vid varr steht ferner. — 127) *46f. C Nu sa hann pal i sleininum at = franz. 
1597 f. Et vist dedens la pere apertement et der, Ke = celt. s. 536,27 
and he satv in it plainly that. B Nu sein hann sa i stdninn, vissi hann 
at steht der satzconstruction nach ferner. — 128) *s. 234, 24 C Ok nu 
skal ek pegar fara ok frdsta = franz. v. 1644 Mes jeo irrai garder 
ore en present = celt. s. 537, 5 and I also will go to see. B fara ok 
om. B. — 129) *32 C pau hljopu at Bonifas ok Josvene = franz. v. 
1654 f. Corant vindrent a Bonefey Vesquier Et a la pucele. B at peim 
steht ferner. — 130) *39f. en pau höfdu allem hann i sundr rifit = 
franz. v. 1662 Tretut li desachent\ vgl. celt. 8.537,14 and one of them 
killed htm. B en hann var allr sundr rifinn, also passive construetion 
gegenüber der activeu in den anderen texten. — 131) *45 ok leku hana 
hardliga scheint eine kürzende Umschreibung zu sein von franz. v. 1669 f. 
mtät l'unt fet blescer Et funt semblant sa char, funt le sanc raier = celt 
s. 537,20. B vac. — 132) *52 ok heyrir ekki til hennar = franz. v. 1686 
kant ne la oy pas. B ok sem hann ser ekki til hennar anders. — 133) 
55 C note 12 pa tok hann at gneggja ok = franz. v. 1689 Henit et = celt. 
s. 537, 34 neighing and. B vac. — 134) *62 C millum tveggja leona\ vgl. 
franz. v. 1694 Et vist 11 lyons la pucele garder = celt. s. 537,11 v. ü. 
he sarv the lions = engl. A v. 2404 And twoo lions hur ab out. B liest dyra 
für leona. — 135) *s. 235,2 C pviat hann vildi dgi — franz. v. 1706 ke 
il ne voit pas. B ok vildi eigi steht der constrnetion nach ferner. — 
136) *8 f. C En Bevis hjo med sverdi sinu Mar g Im == franz. v. 1726 Boves 
tret Morgeley. B En hann hjo med sverdi sinu steht ferner. — 137) *13 f. C 
1 pvi büi lagdi Bevis sverdinu i hvapta dyrinu = franz. v. 1731 Boves 
li ad le branc dedens la boche boti. B 1 pvi lagdi hann ofan i hals d. 
steht ferner. — 13S) *18 C reiduliga = franz. v. 1734 ke mult fu ire = 
celt. s. 538, 18 venomously enraged. B vac. — 139) *29 C Stigu pau sidan 
upp a sina hesta\ vgl. franz. v. 1742 Arundel monte, le [desirer] corant = 
celt. s. 538,25 he mounted Arundel \ s. auch engl. A v. 2503 A seile Jo- 
sian vpon a mule. B vac. — 140) * 33 C sitja = franz. v. 1744 gesant. 
B vac. — 140 a) 36 C note 9 Vid sina sidu = franz. v. 1748 A son geron = 
celt. s. 538,29 On the side. B Vid sik steht ferner. — 141) 37 C note 10 
hvassan = franz. v. 1748 trenchanl = celt. s. 538, 30 one-edged. B vac. 
— 142) *39f. C nasir hafdi hann leidiligar = franz. v. 1752 Le nez out 
mesasis = celt. s. 538,31 f. and he had a thick nose. B nasar hans voru 
L weicht in der construetion ab. — 143) 43 f. C note 14 Ok sem hann 
taladi, var hans rödd verra at heyra enn = franz. v. 1756 f. kant il 
parkt, il baia si vilement, Com = celt. s. 538, 36 And when he spoke, he 
opened his mouih like. B Bans rödd var sem f>a, er ist gekürzt. — 
144) * z. 48 C munn hafdi hann mjök vidan = franz. v. 1762 La 
boche [sc. out] grant = celt. s. 538, 35 f. and he had a mouth of 
considerable size. B munnrinn var mjök vidr weicht in der con- 



48 KÖLBING 

struction ab. — 145) 49 C note 18 Hans leggir voru mjök langir ok 
sterkir, ok sjalfr var hann mjök illa farandi = franz. v. 1753 f. Le 
jambes out long es et gros ensement . ... mult fu lede sergant; vgl. celt. 
8. 538,32 and long bare bony legs. B vac. — 146) *53ff. C Pu hirm. 
Uli drottinsviki! Pu skalt aptr snua ok fa mer mina fru Josvena, pa 
sein pu leidir med per = franz. v. 1772 f. Trailur, fet ü, arere returnez, 
Rendez ma dorne, que a vus amenez! = celt. s. 538,9 v.u. f. Thou de- 
ceiver traitor must needs relurn again, and give me my lady Josian, 
Tvhom thou stolest by violence. B Pu illr svikari! Pu skalt lausa verda- 
ut lata pa fru, sem pu heftr med per steht viel ferner. — 147) *57 C 
ferligan skapadan = franz. v. 1774 Et ßoves li regarda grant et metaylez 
= celt. s. 538, 7 v. u. f. What Bown did was to wonder greatly at ttie 
thickness of the man and his being so misshapen. B nur ferligan. — 
148) 8. 236,4 C note 2 Heimsligr er tu skapadr = franz. v. 1782 mult 
avez lede semblant B vac. — 149) *29 C Josvena sa petta ok mcetti = 
franz. v. 1821 Josiane le veit si comence a parier. B Pa moelti Josvena 
ist gekürzt. — 150) *34f. C tok hann at cepa = franz. v. 1831 Lesco- 
part comenca donc a crier. B Pa cepti kann steht ierner. — 151) *35 C 
at gall i öllum skoginum = franz. v. 1832 Ke tretut le boys fet aresoner\ 
vgl. celt. s. 539, 26 that the woods resounded on every side. öllum fehlt 
in B. — 152) *60f. C hversu Bevis hefir burt flutt Josvena = franz. 
v. 1873 Ke Boves de Hampton Josian amena. B hversu B. hafdi i brott 
farit ok J. weicht im Wortlaute ab. — 153) s. 238, tb C note 9 hvadan = 
franz. 8. 2011 Bunt = celt. 8. 541, 8 v. u. whence. B hverr. — 154) *41 f. 
enn peir koma i kastalann Sab. = celt. 8. 542, 1 1 near to the Castle of 
Sebaoth. Sab. fehlt in B. — 155) 44 C note 16 hvadan hann vceri= franz. 
v. 2044 Bunt este vus, chevaler = celt. s. 542, 12 rvhence he came. B 
vac. — 156) 48 C note 18 ok hljop at Bevis = franz. v. 2049 Joyns pez 
sant a li. B ok gekk til hans steht ferner. — 157) *239, 8 C note 1 svo 
vel = franz. v. 2059 si ben. In B fehlt vel. — 158) *13 C Sem Miles jarl 
heyrir pelta = franz. v. 2063 Kant ceo oy Miles, le felon adverser. In B 
ist Miles ausgefallen. — 159) *25 C reit i stad = franz. v. 2072 tost sanz 
demorer; vgl. engl. A v. 3145 To Ascopard pai come snel. B vac. — 
160) 33 C note 9 ho Milon! hval gjörir pu? vgl. franz. v. 2080 va tu, 
Miles, pur deu le dreyturei? vgl. celt. s. 542, 5 v. u. f. What Copart then 
did was to ask Milys where he was going. Die entsprechung ist un- 
genau, aber in B fehlt eine solche ganz. — 161) *46 C Herrar, segir 
hann = franz. v. 2088 Seignors, disl Lescopart; vgl. celt. s. 543,4 Lords. 
B vac. — 162) *53 C Penna sama dag = franz. v. 2ü93 Meme cele jur 
= celt. s. 543,7 On the very same day. B pann dag steht ferner. — 
163) s. 240, 7 C note 2 af godu silki = franz. v. 2106 de sey de oltre mer. 
B vac. — 164) *12 C er pau lagu i = franz. v. 2113 ou il gist. B er 
pau skyldu sofa i steht ferner. — 165) *20 C Josv. segir peim = franz. 
v. 2125 La pucele lur [disi]. B lässt peim weg. — 166) *22 C Sem ridd- 
arar heyrdu petta = franz. v. 2127 Les chevalers li oyerent. B liest peir 
für riddarar. — 167) s. 241, II C note 2 stiga = franz. v. 2183 monier. 
B vac. — 168) s. 242, 1 f. note 1 Kongrinn af Skotlandi setti sina fylk- 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 49 

ing % moti Bevis, en adra fylking hafdi greifinn = franz. v. 2280 f. Le 
rei d'Eschos guie la primer e; 11 fu Vael B. o le vis fer. La secunde 
Doun; vgl. celt. 8. 545,30 the king of Britain led the van, and the 
emperor the rear. B ok hafdi sina fylking hvorr konganna; hier er- 
fahren wir vor allem nicht, gegen wen der könig von Schottland sich 
speciell wenden will. — 169) *50 C at heilaz svo fast = franz. v. 2323 
si ferement manassant = celt. s. 546, 7 threaten so strongly. B nur svo 
at heitaz. — 170) 58 C note 14 hell sin um skildi — franz. v. 2327 mette 
Vescu avant = celt. s. 546, 9 f. extended his shield. B vac. — 171) *64 
hans sverd = franz. v. 2330 sa hon espe = celt. 8. 546, 11 f. his srvord. 
B sverdit. — 172) *s. 243, 9 C at herra peirra vor yfir stiginn = 
franz. v. 2338 Lur seynur monient = celt. s. 546,16 they catne to aid 
iheir lord. B liest hann für herra peirra. — 173) *23 C bundinn. Herra, 
segir E. = franz. v. 2345 f. si vus li volez Her. Sire, ceo dist Lescopart 
=■ celt. s. 546, 23 to go to bind him. Lord, quoth Copart. B nur Es» 
kopart svarar. — 174) *30 C at duga sinum mönnum = franz. v. 2351 
pur son seynur eyder = celt. s. 546,27 to aid his lord. B vac. — 175) 
59 C note 15 Bevis harmadi petta all-litt, er hann spurdi petta = franz. 
v. 2374 B. Voi dire , unkes ne voit plurer = celt. 8. 546, 6 v. u. And 
when Beves heard that, he wept not at all on account of it\ vgl. engl. 
A v. 3463 f. B vac. — 1 76) s. 244, 8 C note 5 svo at allir lofudu sinn 
Mut ok gafu sik ok sitt goz i vald herra Bevis — franz. v. 2381 f. Tuz 
les burgeis li unt merci crie, Grant masses de tresur li unt mustre — 
celt. 8. 546, 3 v. u. ff. After that the traders of the lown came to implore 
mercy of Borvn, and presented to him vessels and treasure\ vgl. engl. 
A v. 3467 ff. B vac. — 177) *s. 246,51 at hon cepti mjök; vgl. franz. v. 
2696 si getta un grant cris. B lässt mjök weg. — 178) *s. 248, 19 C hvat 
rxddurum eru per\ vgl. franz. v. 2798 Et vus ke estes, sire bacheler? = 
celt. s. 552, 29 f. and rvho art thou also? B hverra landa erut per? 
steht ferner. — 179) *34f. C ok fekk honum annan sveininn = franz. 
v. 2809 L'un de les enfans li ad ore bailez = engl. A v. 3745 tat child 
pe forster he betok. B ok tok hann vid ödrum sveininum steht ferner 
und verdirbt zugleich die satzconstruction. — 180) s. 249,9 C note 3 III 
jarla = franz. v. 2843 III prisons = celt. s. 553, 10 the three men. B 
tvo jarla anders. — 181) *40 C Nu semjungfru heyrir petta, pa vard hon 
mjök svo reid = franz. v. 2862 Kant la dorne oi, aukes est ire\ vgl. celt. 
s. 553, 23 And when she heard that they rvoulä not come etc. B vac. — 
182) *46 C med minum riddara = franz. v. 2866 par un meschin. B med 

minum riddufum steht ferner. — 183) 58 C note 6 segir hon svo 

petta er undarligr atburdr = Kranz, v. 2873 Dist lapucele : S'e merveiius 
devis = celL s. 553, 30 Quoth the lady : That is rvonderful. B vac. — 

184) s. 250, 8 ff. C note 2 Petta er vel sagt; en IUI ara fr est vil ek gefa 
ydr = franz. v. 2886 f. mult bien avez parte, Et IUI plus otreai a vus 
od degre\ vgl. celt. s. 553, 12 v. u. Willingly, quolh she, thou sayest well. 
B Nu vil ek per leyfi gefa at leita pinnar konu weicht ganz ab. — 

185) *8. 252, 16 yd Bann sa nu hvar B. sat ok Terri. Hann gekk nu at 
peim = franz. v. 2972 ff. Desur un banc set B. li sene , Dejuste li 

Beiträge zur geschiohte der deutschen spräche. XIX. 4 



50 KÖLBING 

son ami prive; Saber lest vist, vers eis est al£\ vgl. celt. s. 554, 8 y. u. ff. 

the first man that he sarv was Bown, sitting on a bench and he 

went to htm. B hat diesen passus offenbar aus versehen übersprangen. — 
186) *37 yö ok kysti hann; vgl. franz. v. 2993 Ignelement se sont entrebeysez. 
B vac. — 187) *39 yö peim = franz. v. 2995 lur. B Bevers. — 188) *50ff. 
yS pa talar hon svo : Herra B., segir hon, er petta pin fru, er pik hefir mest 
eptir langat? = franz. v. 3002 Et dist a Boves : Est cest ta mulier prey- 
sez? B pa spurdi hon herra B., hvort pat var su fru, er hann hafdi 
m. e. lj also in indirecte rede umgesetzt. — 189) 56 yd note 9 Fruingekk 
nu til Josiv. ok fagnadi henni med mikilli blidu ok hmversku\ vgl. franz. 
v. 3006 Les dames funt grant joie demener = celt. s. 555, 16 And then 
each of the women rejöiced together. B vac. — 190) s. 253, 2 f. yö note 2 
par voru ok allskyns streingleikar\ vgl. franz. v. 3028 Chanterent les 
jugulurs assemez. B vac. — 191) *7 C baronar ok greif ar = franz. v. 
3044 Et tuz les barons .... Et ducs et contes ; vgl. celt. 8. 555, 33 all the 
barons and dukes and earls. B vac. — 192) 57 yö note 7 nidr stiga af 
sinum hesti= franz. v. 3079 descendre alpez=eng\. E v. 3963, 39 (s. 185) Poo 
sere B. off hys stede alygte. B vac. — 193) s. 254, 26 yö note 4 eigi minna 
lid enn XL M = franz. v. 3129 od XL mil arme. B XXX pusunda ok 
fjorar pusundtr; dass auch celt. s. 556, 12 v. u. liest thirty thousand armed 
men, beruht wol auf der Verwechslung der truppenzahl des Iv. mit der 
des Bev. — 194) 38 yö note 6 mikils hattar höfdingja ist eine Um- 
schreibung von franz. v. 3138 un admiri = celt. s. 556, 6 v. u. f. a certain 
admiral. B vac. — 195) *56 yö herra = franz. v. 3160 Sire = celt. s. 
557, 11 Lord. B vac. — 196) *60f. yö Kongr segir, at petta var hit 
snjallasta rad\ vgl. franz. v. 3163 Et responl Yv.: Ore as tu ben parle '= 
celt. 8. 557, 14 f. That is good counsel, quoth Inor. B iv. kongr sa etc. 
steht ferner. — 197) *s. 255,20 yö ok lettu eigi sinni ferd fyrri enn peir 
komu til Ab. = franz. v. 3190 f. Par jor et par nuit se sont haste tant, 
Ke a Abr. sont venu = celt. s. 557, 30 f. he resied not by day or night 
.... until they came to Br. B vac. — 198) *s. 256, 6 f. yö Hann lagdi tu 
lvorius kongs med miklu afli = franz. v. 3245 Devant tuz les auires va 
ferir Yvoriz = celt. s. 558, 15 And he set upon Ynor. In B fehlt lvor- 
ius. — 199) 53 yö note 8 Ok um morguninn eptir voru peir dübbadir 
til riddara ok Bevis, sonr herra Terra, ok margir adrir borgarmenn ; 
ok eptir petta var herra Guion ge fit, kongs nafn, en Miles, brodur hans, 
hertuga nafn = franz. v. 3334 f. AI II chevalers sunt il adobbez, Et B. 
le fiz Terri, et altre II miler = celt. s. 559, 16 ff. And then Gi and Boron, 
the son of Terry, were ordained, and ttventy bachelors with them; then 
they caused the crorvn to be brought, and to crown Gi with it . . . Hence- 
forth Gi, the son of Bown, is a crowned king, and Miles a renowned 
duke. B vac. — 200) 54 yö note 9 ok var jardadr = franz. v. 3345 Kant 
Pont enterri =■ celt. s. 559, 22 f. and in that day the king was buried. 
B vac. — 201) * 257, 34 f. yö Penna pjof kailad i lvorius kongr til sin = 
franz. v. 3415 Yvori li apele = celt. s. 560, 10 and at that time Inor 
called upon him. In BA fehlt Iv. — 202) 38 Ayö note 13 und 14 skal ek 
gefa per svo mikil gull = franz. v. 3418 Assez vus dorrai chateus et 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 51 

richetez = celt. s. 560, 12 f. i will give thee Castles and eitles. B pa skalt 
pu svo mikit gull piggja at mer steht ferner. — 203) 47 f. yö note 17 
Ok svo gat kann Arundela villt = franz. v. 3426 Tant Venchanta. BA 
Ok svo gat kann gjört steht ferner. — 204) s. 258, 3 f. Ayö note 2 Ok er 
herra B. var sagt; vgl. franz. v. 3434 1. garcon va a Boves si Vad nun- 
ciez. B En er herra B. vissi steht ferner. — 205) 14 Ayö note 6 ella hinu 
goda essi sinu A; ella hinum goda hesti sinum yö = franz. v. 3443 ou son 
destrer preyse = celt. s. 560, 33 or his horse. In B fehlt sinu. — 206) 
20 Ayö note 8 palm (pilagrims buning yö) sinn = franz. v. 3445 sa palme = 
celt. s. 560, 35 his palm branch. In B fehlt sinn. — 207) * 23 f. yö ok vard 
Bevis honum hardla feginn = franz. v. 3448 Mult fu B. de son venu 
lee. hardla om. BA. — 208) 31 f. Ayö note 17 ok lelti eigi (sinniferd (om. 
yö) fyrr enn kann kom = franz. v. 3455 Unkes ne fine jeskes Vavespre=* 
celt. s. 560, 9 v. u. f. and he did not rest until he came. B vac. — 209) 
s. 260, 3 Ayö note 2 at pangat (par yö) feeri ridandi madr a (sliku essi 
(slikum hesti yö) sem Ar. var, ok (sagdi at (om. A) tnikill herr for eptir 
honum hleypandi (om. A) = franz. v. 3485 f. Sab er enchacent Arabi par 
cent, Arundel amene = celt. s. 561, 12 f. for Arabs are pursuing him in 
bitter rage, and he also is leading Arundel = engl. A v. 4087 ff. Her 
comep Saber vpon pe stede .... Ac he is beset al aboute Wip wunder- 
liche grete route. B vac. — 210) s. 261, 41 yö note 9 ok ser vid hjalpa = 
franz. v. 3525 Quel nus suecure par la su bounte = celt. s. 561,35 to 
come to aid us. B t svo mikla naudsyn anders. — 211) * 42 flf. yö let hann 
saman kalla alla sina riddara . . . sligu peir nu a sina hesta ok ridu allt par 
til er peir komu i A.= franz. v. 3532 flf. Ses homes mande par tut le 
regne .... Son bon chival ad le duc mande. Passent le lere et le ample 
regni Et vindrent a Ab. en la jorni = celt. s. 561,38 flf. and then he 
sent messengers all day long to command them to come to him .... And then 
the duke mounted a good horse, and they proeeeded onrvards through va- 
rious kingdoms, until he came to Bradmund. B pa for hann sem skiotaz 
med allan sinn styrk til fundar vid B. i Ab. steht viel ferner. — 212) 
s. 262, 16 yö note 8 ef ek verd yfir stiginn 1 pa skal ek lata sverja 
per land mitl ok pegna, borgir ok kastala ok allt mitt riki = franz. v. 
3574 ff. Ke sijeo su mort ou recreant et piz, Jeo vus frai roi et amiral 
jurez, Tut ma terre vus ert quite clamez = celt. s. 562, 20 flf. and if 1 am 
killed, or am vanquished, fifteen kings will be sworn to thee, and my 
land and territory free for thee also = engl. A v. 4133 flf. 5if pow slest 
me in bataile, AI min onour, wip outen falle, Ich pe graunte pourg 
and pourg, Bope in cite and in bourg. B ok sa okkar, sem annan vinnr 
yfir, skal eignaz hvorstveggja riki, ok petta skal hvorr ödrum sverja 
steht viel ferner. — 213) 24 yö note 9 ok var par einn holmi slettr und 
26 note 10 ut % holminn; vgl. franz. v. 3583 Le gue passent, oltre se sont 
mis und meine anm. zn engl. A v. 4141 (a. a. o. s. 350). B Par var einn 
völlr nnd fram a völlinn, wo also von der holmganga nicht mehr die rede 
ist. — 214) *s. 264, 12 f. ok pat var pegar gjört = franz. v. 3662 Et cü 
l'ont mis tut en esteant. B läset pegar weg. — 215) 48 yö note 13 pa 
for hann ut yfir hafil med fridu föruneyti ok fjölda loerdra manna =* 

4* 



;>2 KÖLBING 



r 



franz. v. 3087 f. Met soi en Verve si sont siglez, Od li 11 eveskes et autre 
clergez = celt. 8. 563, 8 v. u. ff. and he also came to htm obediently, and along 
with htm two bishops, and many other scholars. B vac. — 216) *48 yö 
ok letti hann eigi sinnt ferd fyrr enn hann kom i M. = franz. v. 3689 
Jeskes a Monbrant ne sont targez. B vac. — 217) 8. 265, 5 C note 3 höfdu 
sent pau tu hans ok Sabaoth; vgl. franz. v. 3699 A haute voice escrient: 
Ou est Sab. le franc? = celt. s. 564, 1 and asked for Sebaot = engl. A 
v. 4259 f. And ever he askede /er and ner After pe hende fangt Sab er. 
B vac. — 218) 35 C note 7 en Beuis kongr kvez af pvi mest par kominn = 
franz. v. 3734 Par tnun chef, dist B., nus (vus) le veinterum = celt. 8. 
564, 23 By my head, quoth Bown, we will conquer him = engl. A v. 
4285 f. Panne sei de Bettes : So mot y pe, Par of ich rvüe awreke be. B 
en sögdu, at hann var par med pvi kominn ist direct falsch. — 219) 42 f. C 
note 11 Til Hamptun er nu kominn Bevis ok koronadr af pafanum = 
franz. v. 3743 B. est venu si ad corone a chef B at B. var par 
kominn ... ok var koronadr kongr steht ferner. — 220) s. 266, 17 C note 3 ok 
minz vid mik = franz. v. 3767 si moi beysez. B ok minniz vid hann weicht 
ab. — 221) *56 C fann hann hana pa sjuka liggja = franz. v. 3809 
Trovent ta reyne malades gesant. B ok sa hana par s. I. steht ferner. 
— 222) s. 267, 25 f. C note 3 nnd 4 pviat fyrir ydra skyld mun hann 
dauda pola, ok sa ek aldri mann jafnsorgfullan sem hann\ vgl. franz. 
v. 3826 f. Dame, vus occiez mun pere le vaillant; 11 fet tiel duel, unkes 
ne vi si grant = celt. s. 565, 32 f. thou art killing my father , for so 
great is his groaning, that there never was its equal. B sjait til födur 
mins: aldri sa ek sorgfullara mann enn hann er! weicht mehrfach ab. 

Wenn wir diese liste überblicken, so ergibt sich, dass von 
den 223 fällen, wo die lesart von C oder yd, bez. D oder A 
sich durch vergleich mit den anderen Versionen als dem arche- 
typus angehörig erweisen liess, sich 92 bei Ced. notiert fanden, 
während nicht weniger als 131 erst von mir hinzugefügt 
worden sind. 

Wir gehen nunmehr zur aufzählung derjenigen fälle über, 
wo die lesung von B sich durch den vergleich mit dem franz. 
texte als richtiger oder vollständiger erweist als die Überlieferung 
der anderen hss. Von der hinzuziehung der gälischen und eng- 
lischen Übertragung habe ich der kürze halber in dieser liste 
abgesehen. 

1) s. 209, 27 f. B par til er hann var ellefu vetra; vgl. franz. v. 39 Bien 
out passe X aunz, le unzieme est entraunt, yö note 8 liest VI für ellefu, 
steht also ferner. — 2) s. 211, 8 f. B Nu sem peir koma i pessa sömu 
veidi-stödu = franz. v. 143 Quant il vindrent au bois. *yö Nu sem hann 
kemr etc. steht ferner. — 3) 54 f. B ok hafdi med ser höfud Guionis 
jarls = franz. v. 196 La teste a le counte Guioun ovesque li porta. 
Gui. j. om. *yö. — 4) 62 B Pa segir fruin : Eerra riddari! = franz. v. 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 53 

201 Chevaler! dist la dame. *yö Pa svarar fruin riddaranum steht ferner. 

— 5) 8. 212, 4 B sinum herra = franz. v. 206 a son seignour. *yö 
vac. — 6) 8 B peitn er kalladr var Bevers\ vgl. franz. v. 208 ly 
apelent Bovoun. *yö lasseu peim — var aus. — 7) 14 f. B fyrir hverja 
sok lezt pu drepa minn födur? = franz. v. 212 Pur quei feistes tuer 
mon pere Guioun? yö note 2 pu ... lezt drepa minn födur med illu hjarta 
stimmt weniger genau zum urtext. — 8) 17 f. B vid pann, er fceddiz 
af skcerri jungfru = franz. v. 216 par ceoly ke nasquit de la virgine 
pucele. *yö vid pann, er mik hefir skapat anders. — 9) 21 f. B Sem 
modrr hans skildi pat, er hann sagdi = franz. v. 220 ke eil va disaunt. 
*yö Sem m. h. hafdi slikt hßyrt steht ferner. — 10) 25 B einn gamall 
riddari = franz. v. 225 Chevalier fu riches. *yö sa madr steht ferner. — 
11) 43 B a eina mylnu = franz. v. 238 A une grant mole. yö note 4 a 
murnum anders. — 12) s. 213, 9 B Svo hjalpi mer gud = franz. v. 277 si 
Jhesu me amant. *yö vac. — 13) 10 f. B sem ek undirstendr = 
franz. v. 279 si com jeo entent. *yö vac. — 14) 14 B pess skalt pu nu 
viss verda = franz. v. 283 Jeo vus ore mustrai ben. *yö vac. — 15) 
19 B fyrir k eisarann = franz. v. 289 devaunt le emperur. *yö vac. — 
16) 52 B hvadan = franz. v. 317 Dount. *yö pvi anders. — 17) 53 f. B 
st jup födur minn = franz. v. 318 mun parastre. yö note 6 greif ann 
anders. — 18) 54 f. B Ek gaf honum prju sar = franz. v. 319 Ireis 
plaies li donai. yö note 6 ek slo greif ann 111 högg steht ferner. — 
19) 55 B aldri feer hann pau greet = franz. v. 320 Jammes ne garira. 
*yö ok feer hann pau seint greet steht ferner. — 20) s. 214,3 B mik =» 
franz. v. 333 a moi. *yöD vac. — 21) 8 BD segir fruin = franz. v. 338 
.dist la dame. *yö segir hon steht ferner. — 22) 21 BD med (af D) iUu 
hjarta = franz. v. 346 que mult out feloun quer. *yö vac. — 23)21 f. BD 
ivo riddara = franz. v. 347 Dens chevaler s apele. *yö sina riddara 
steht ferner. — 24) 53 BD at ek sa aldri fridara (svein add. D) 
barn ==■ franz. v. 381 f. jeo ne vi unkes mes Enfaunt de ta beute. *yö at 
ek skal feeda pik upp ganz anders. — 25) s. 215, 26 B ok i strid mitt merki 
bera = franz. v. 410 E en bataile mon gomfanoun porter. *C i stridi 
med mer vera = *D vera i stridi med mer steht ferner. — 26) 42 B 
XX riddarar = franz. v. 422 vint chevaler s. *CD XXmenn steht ferner. 

— 27) s. 216, 30 f. B ok hafdi hann gleymt pvi eptir = franz. v. 471 Mes 
ü le oblia la. *C ok hafdi hann latit pat steht ferner, ebenso D, das 
lagt für gleymt liest. — 28) s. 217, 31 ff. B Sidan batt kongrinn gullig a 
spora a feetr honum = franz. v. 537 Roi Hermine chause les esporouns 
deorrez. *C 28 med gyldum sporum an anderer stelle. — 29) 52 f. B ok 
hafdi merki kongs = franz. v. 563 E Boefs s'en va ou tut le gonfanoun. 
*C liest markat für hafdi merki, also ganz anders. — 30) s. 218, 27 f. B 
ella fai per eigi af mer gott = franz. v. 608 Jammes ne averez de moi etc. 
C note 6 eUa fai per ekki svo mikit afminu riki steht ferner. — 31) 34 f. B 
fyrr skalt pu hafa einn galga = franz. v. 613 Vus averez le gibbet. 
*C heldr skalt pu fara til galga ok hanga steht ferner. — 32) 40 B 
allir = franz. v. 619 tote la gent. C note 11 flestir. — 33) s. 222, 5 f. B 
vid kunnum her gott rad til l egg ja = franz. v. 791 hon conseil averez. 



54 KÖLBING 

*C vid höfum her annat til at gcfa steht ferner. — 34) 25 B hit bilra sverd 
= franz. v. 811 ma espeie, ke bon est e trenchaunt. *C liest bjarta für 
bitra. — 35) 39 f. B hann hafdi fjögur braud = franz. v. 825 Quatre 
pains g raunz avoit devaunt IL C note 15 hann hafdi 111 hleifa, wo die 
zahl abweicht. — 36) 45 B fagr herra = franz. v. 828 beau sire. *C fagr 
riddari steht ferner. — 37) 52 f. B pa sa hann a pilagriminn = franz. v. 835 
Boefs te regarda. C note 18 pa sa hann, at palmarinn horfir a hann weicht 
ab. — 38) s. 223, 46 B En par vorn meir enn M. presta = franz. v. 879 
Prestres .... i out plus de un miüer. *C B. leit pa etc. weicht im aus- 
druck ab. — 39) s. 224, 6 f. B ok sat hann a gull-stoli millum sinna ridd- 
ara = franz. v. 892 En une chaumbre de yvori sist entre ses chevalers. 
C note 3 a einum gull-stoli miklum ok sa a leik riddara sinna steht ferner. 

— 40) 12 B petta bref = franz. v. 899 ceo bref. *C eitt bref. — 4t) 
25 B XV fjördunga = franz. v. 915 quinze quarters. C note 6 XV pund 
steht ferner. — 42) 57 f. B Herra gud, segir hann, hjalp mer «= franz. 
v. 954 Ore, deus, eidesl *C Miskunnar bid ek pik, droltinn minn weicht 
ab. — 43) s. 225, 31 B einn heyskr riddari = franz. v. 987 Mes si vus 
estes corteis e [gentil] chevaler. *C bietet madr statt riddari. — 44) 
39 f. B hann hafdi med ser XV konga = franz. v. 994 Quinze rois out 
desoz lt. C note 9 Xll anders. — 45) s. 226, 20. B einn dag = franz. v. 
1039 ün jour. *C vac. — 46) 30 B / dag skaltu heingdr vera = 
franz. v. 1047 e tu pendu serrez. *G 1 dag skaltu deyja steht ferner. 

— 47) 37 f. B staf sinn; vgl. franz. v. 1065 del baston quarre. *C eitt 
tre steht ferner. — 48) 42 B er i stad skyldi deyja = franz. v. 1071 si le 
fray afiner. *C weicht ab, indem es hanga für deyja liest. — 49) s. 
227, 36 f. B hann greip upp einn staf — franz. v. 1163 11 prist un bastun. 
*C vac. — 50) 44 f. B ok taka Bevers = franz. v. 1172 si ly prendrum 
ja. *C ok rida eptir B. steht ferner. — 51) 59 f. B pvi at ek er mjök 
pyngadr af hungri ok vöku = franz. v. 1191 Jeo sui tot las de 
veyler e de juner. C note 8 und 9 pvi at ek er mjök hungradr af pungri 
vöku steht ferner. — 52) s. 228, 3 B at skjöldr hans klofnadi = franz. 
v. 1198 Si ke le escu fendi. C note 1 at af gekk fjör dungrinn af 
skildinum weicht ab. — 53) 5 f. B at af gekk fjördungr hjalminum = 
franz. v. 1206 Ke un quarter li abatit del helme gemme. C note 2 ok 
hjo til kongs i hjalminn ok tok hann sundr i midju weicht ab. — 54) 
12 f. B a sinn goda essi = franz. v. 1214 sur sun destrer preyse. *C lässt 
goda weg. — 55) 16 ff. B at pu snu aptr ok fcer heim Brandamon, 
frcenda pinn = franz. v. 1217 f. ke vus returnez E pernez vostre uncle 
od vus, a meyson le portez. *C at pu bidir ekki min ist kürzer und 
weicht dem Wortlaute nach ab. — 56) 19 B tu prests = franz. v. 1219 
prestre. C note 8 Hl biskups steht ferner. — 57) 26 f. B En B. tok skjott 
essit med gullbeisl = franz. v. 1230 Pus prent le destrer par le freyn 
dori. C note 10 En B. tok skyndiliga ersit Br. kongs med godum 
reidskap steht ferner. — 58) 42 ff. B ok svam med miklu erfidi yftr vatnit; 
var vatnit stritt ok bar pa nidr eptir vatninu = franz. v. 1268 f. E ly 
bon destrer se est forlment pene, Verve fut redde, contre val Päd parle. 
*G pa bar mjök nidr eptir vatninu, af pvi at pat var mjök stritt weicht 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 55 

besonders in der anordnung der sätze ah. — 59) 52 f. B ok voru peir 
nu mjök sorgfullir = franz. v. 1270 Tut dolent. *C vac. — 60) s. 229, 
4 f. B fyrir einn half an hveiti-hUif = franz. v. 1276 Par La meyte de un 
pain. Halfan om. *C. — 61) 6 f. B Par til reid kann = franz. v. 1276 
Tant ad chevache. *C 0/c sem kann hafdi leingi ridit steht ferner. — 
62) 11 B eina vcena fru = franz. v. 1280 Une bele dame. *C lässt vcena 
ans. — 63) 8. 230, 9 B einn mul = franz. v. 1357 un mulete. C note 4 einn 
mötiul, also ganz abweichend. — 64) 10 B gulls = franz. v. 1358 de fin 
or. C note 5 af silfri anders. — 65) 39 B ek hefir per (apat = franz. v. 
1392 Kant je vus aiper du. *C ef pu ert tapadr steht ferner. — 66) *52 
B Fru, segir Bevers = franz. v. 1402 Dame, dist B. *C B. svarar 
steht ferner. — 68) 54 B pa blidkadiz hjarta hennar = franz. v. 1403 
en quer fu eyti. *C blidkadiz hon mjök weicht im wortlante ab. — 68) 
62 — 4 B ok hefir nu hefnl födur sins = franz. v. 1416 Et la mort son 
pere ad il ben vengi. *C vac. — 69) s. 231, 15 B opt = iranz. v. 1429 
sovent. *C vac. — 70) 18 B Godi herra = franz. v. 1432 Sire. *C Godi 
vin anders. — 71) 40 f. B at pu ert sa samt, er mik hefir leingi eptir 
langat = franz. v. 1462 Ke vus estes celi ke jo ai de sire. *C at sami 
er pessi ok sa er ek hefir l. e. I. weicht im Wortlaute ab. — 72) 42 B ess 
ydvart =■ franz. v. 1464 vostre destrer. om. *C. — 73) 45 B Fru, segir 
Bevers = franz. v. 1465 Dame, dist B. *C Pa mcelti B. steht im 
ausdruck ferner. — 74) 48 f. B enn pu hefir mik med per = franz. v. 1468 
Vus me amener ez o vus, *C enn ek ferr med per steht ferner. — 75) 
49 f. B Fru, segir 2?., pat skulu per eigi tala = franz. v. 1469 Dame, 
dist B., tut ceo lessez ester. *C B. svarar: Pat skulurn vit eigi tala 
weicht ab. — 76) 50 B pu ert rik drottning = franz. v. 1470 Vus estes 
riche reyne. *C liest ein für rik. — 77) 54 B svo leingi = franz. v. 1473 
meynt jur. *C vac. — 78) s. 232, 2 f. B koma ncer minum likama = 
franz. v. 14S3 mun cors tocher. *C liest mer für m. /. — 79) 16 B med 
XV sina undir-konga = franz. v. 1492 Et XV barons. C note 4 liest 
XU statt XV. — 80) 34 f. B pa skal B. fram ganga ok segja petta 
kotig inum = franz. v. 1503 B. irra avant. Nach C note 13 mun ek 
segja honum etc. würde Bon. dem könig die betreffende fabel erzählen, 
was ganz unpassend wäre. — 81) 51 f. B at par matta ek eigi inn 
komaz = franz. v. 1524 Jeo ne purrai entrer. *C at par matti ekki inn 
k., also unpersönliche construction. — 82) s. 233, 36 f. B Josvena bjoz 
ok til ferdar med peim = franz. v. 1568 Et Jos. la bele se va dunke 
aparailer. *C vac. — 83) 65 B skamt ibrott = franz. v. 1623 cy devant. 
*C fra oss steht ferner. — 84) s. 334, 4 B finna = franz. v. 1626 trover. 
*C vinna anders. — 85) 28 B en pau Bonifrey voru eptir = franz. v. 
1651 E Bonefey remist. In * C fehlt Bon. — 86) 29 B eigi leingi = 
franz. v. 1652 Atant. *C lässt eigi aus. — 87) 58 B Tok nu B. svo 
hart hjarta = franz. v. 1691 B. se redresce e prit hardi quer. *C 
med miklum harmi ok hrygdarfullu hjarta, also ganz abweichend. — 
88) 62 f. B Ok sem hon sa hann = franz. v. 1696 Jos. veyt B. *C 
Josv. sa petta etwas anders. — 89) 66 f. B Am sem leones sja Bevers; 
vgl. franz. 1700 Les 11 lions li oyerunt. *C Nu sem B. heyrir petta ok 



56 KÖLBING 

sa leonin anders. — 90) s. 335, 31 f . B pa sa Bevers fram fyrir sik = franz. 
v. 1743 11 se regarde un petit avant. *C pa sau pau sitja fram fyrir sik 
steht ferner. — 91) 46 B stör = franz. v. 1760 granz. *C vac. — 92) 
*56 f. B svo mikinn ok ferligan = franz. v. 1774 Et B. li regarda grant 
et metailez. mikinn ok fehlt in *C. — 93) s. 236, 5 B i pinu landi = franz. 
v. 1783 en ton pais. *C i pvi landi, er pu ert fceddr steht ferner. — 94) 6f.B 
at menn kölludu mik par dverg = franz. v. 1786 Et neyn me apelerent. 
*C liest kalla für kölludu. — 95) 18 f. B en hann stod kyrr = franz. 
v. 1801 Lese, se tint tot sus en estant. *C liest sat für stod und 
steht somit ferner. — 96) 57 B ok hesta peirra\ vgl. franz. v. 1867, 
wo speciell von Arundel die rede ist. * C vac. — 97) s. 237, 25 B 
Colonia = franz. v. 1895 Colonie. C note 7 Bolonia. — 98) 28 B til 
strandarinnar = franz. v. 1897 Sus la rive. *C vac. — 99) 29 — 32 B 
Erkibiskupinn vor födur-brodir Bevers, en hann vissi pat eigi == 
franz. v. 1899 f. Leveske fu son unkle, sachez de verite', Mes il ne 
soit ke il fu de son parente. Das äuge des Schreibers von *C ist 
von lendi z. 29 auf lendi z. 32 abgeirrt und hat in folge dessen Erk. — 
lendi weggelassen. — 100) 39 f. B ek er son Guions jarls pess er drepinn 
var med miklum svikum = franz. v. 1905 Fiz a conte Guyun, qui a tort 
fu tue. *C er ek son jarls pess er Guion het, er drepinn var m. m. s. 
steht der Wortfügung nach ferner. — 101) 43 B ok kysli hann = franz. v. 
1906 si li ad beyse. *C vac. — 102) *44f. B Eda hvat mey er pat = 
franz. v. 1908 Ke est cele pucele. *C liest konu für mey. — 103) 46 f. B 
hon hefir mik elskat ok ek hana = franz. v. 1909 f. ele me ad amez Et 
jeo lui ausi. *C ek hefir hana mjök elskat ok svo hon mik ord- 
net die Satzteile anders an. — 104) 47 f. B fyrir hennar elskhuga =■ 
franz. v. 1911 [pur] s'amur. *C fyrir hennar skyld steht ferner. — 
105) s. 238, 8 B Eptir pat geingu peir til kirkju = franz. v. 1954 A muster 
sunt ale de sent Trinitez. *C vac. — 106) s. 238, 31 f. B % einum sterkum ka~ 
stala = franz. v. 2022 en un fort chastel. *C lässt fort aus. — 107) 38 B ok 
feera ydr bundinn = franz. v. 2032 et Her. C note 13 koma honum i augsyn 
ydr anders. — 108) 40 f. B Sidan foru peir brott = franz. v. 2040 Et 
eil s'en vunt. *C Sidan for B. burt steht ferner. — *109) 54 f. B ok Esk. 
med henni = franz. v. 2052 od Lescopart lessez. *C med biskupinum 
anders. — 110) 55 B i pvi landi = franz. v. 2053 de le pais. *C • peim 
siad steht ferner. — 111) s. 239, 10 f. B Miles, tat mik vera = franz. v. 2060 
Miles, dist Jos., lessez moi ester. *C lässt Miles weg. — 112) 16 B 
Eskopart brodir = franz. v. 2068 Escoupart frere. In *C fehlt Esk. 
113) 19 f. B Er hann nu i peim kastala = franz. v. 2069 // est [en] cele 
tur. C note 3 hann hefir settr verit i pann kastala steht ferner. — 114) 
s. 240, 14 B Josv. hljop upp annan veg = franz. v. 2115 Et la pucele 
de altre pari sailist. C note 6 vac. — 115) 18 B al loptinu = franz. v. 
2120 Ä la chambre. *C vac. — 116) 24 B Sidan gjördu peir eiti mikit 
bal = franz. v. 2129 Dehors la vile unt un feu alumine. *C Sidan letu 
peir gjöra bal mikit steht ferner. — 117) 36 B einum hirdmanni\ hird- 
manni ist wol verschrieben für hirdi = franz. v. 2145 berger. C note 11 
heidingja steht ferner. — 118) 38 B pat er mikil hörmung = franz. v. 
2148 ceo [est] grant pite. *C her eru hörmulig tidindi steht ferner. — 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 57 

119) 59 B pat skal eigi vera = franz. v. 2165 nun serra. C note 19 fyrr 
skal borgin brenna til kola anders. — 120) s. 241,4 B X eda XI 1 = 
franz. v. 2172 Par X et par X[I1]. X eda fehlt in *C. — 121) 20 f. B 
einn sinn riddara ok frcenda; vgl. franz. v. 2195 Ceo ne fu pas garson, 
mes chevaler membru. riddara ok fehlt in *C. — 122) 31 B sem gud 
styrki kann = frans, v. 2214 deu li done vertu. C note 5 liest sinnlos 
ydr für kann. — 123) z. 50 B at peir kcemi nu til hans = franz. v. 2248 
Ke il venent a li. C note 12 at päd an kcemi honum styrkr ok mikit lid 
steht ferner. — 124) 52 ff. B ut hann hjalpi honum i svo mikta pörf. 
Nu komu til hans riddarar = franz. v. 2251 ff. Ke il li veyne succurer 
entre li en sa gent, Kar ore ad il bosoyne . . . . chevalers y venent. 
C note 13 vac. — 125) s. 242, 9 B hann hafdi X pusundir manna = franz. 
v. 2292 X mil chevalers out en sa compaynie. C note 2 vac. — 126) 
10 f. B pa cepli hann a sina menn\ vgl. franz. v, 2293 hautement le 
escrie. *C pa bad hann sina menn steht ferner. — 127) 13 f. B af Or- 
phanie = franz. v. 2295 de Orfanie. C note 3 er Porfarus het anders. 
— 128) 19 f. B t hans skjöld, ok dugdi honum hann all-litt = franz. v. 
2298 Vescu li perse, le cors n'ad garancie. C note 4 ok dugdi brynjan 
honum all-litt weicht ab. — 129) 44 B k eisarann = franz. v. 2318 Fem- 
perur. C note 11 konginn. — 130) 45 f. B Pat skal gud vita; vgl. franz. 
v. 2319 Par deu. *C vac. — 131) 54 B pa vard hann aldri jafngladr = 
franz. v. 2325 unk es ne fu si joiant. *C vard hann mjök gladr steht 
ferner. — 132) s. 243, 35 f. B Sem hann sa Bevers pangat kominn = franz. 
v. 2356 Doun vist B. avers li torner. C note 6 Nu sem greifinn sa sik 
yfir kominn weicht ab. — 133) 36 f. B pa mcelti hann : Herra Bevers — 
franz. v. 2357 Sire B., dist il. *C pa mcelti hann vid B. svo ialandi 
steht ferner. — 134) 244, 4 f. B er k eisarinn hafdi haft\ vgl. franz. v. 2377 
De la terre Doun. *C vac. — 135) 6 f. B peim er hann höfdu par til 
styrkt = franz. v. 2378 ke li vindrent eyder. C note 4 er hafa attu 
weicht ab. — 136) 9 f. B Eptir pat sendi hann eptirJosv. = franz. v. 2384 f. 
B. quert s 1 amie .... Jos. mande pur li esposer. * C Eptir pat for 
Josv. til mots vid hann anders. — 137) 18 ff. B Pau B. ok Josv. attu 
tvo syni, het annarr Guion, en annarr Miles = franz. v. 2394 ff. II fiz 
engendra: sy fu adestine, Li un fu Miles, si com fu apele, Et U nitre 
Guiun, li pruz et li sene. C note 8 vac. — 138) 21 B B am tun = franz. 
v. 2399 a Hampton. *C vac. — 139) s. 246,4 B t Munbrank = franz. 
v. 2658 Jeskes a Monbrant. *C vac. — 140) 31 B ok sina riddara = 
franz. v. 2681 et tus le chevalers vailans. *C vac. — 141) 46 f. B toku 
hana hcegliga nidr af hestinum = franz. v. 2693 De la mutete unt la 
dame avalis. *C ok tok hana nidr af h. weicht ab. — 142) s. 247,31 
B C leona = franz. v. 2733 C lions. C note 4 grimm leo weicht ab. — 
143) s. 248, 21 B preyttir ok modir = franz. v. 2799 traveilez et penez. *C 
bat modir mis verstanden, wenn es für ok modir schreibt pat veit guds 
modir. — 144) 23 f. B er nökkurn tima vildi madr unna\ vgl. franz. v. 2801 
plus bete ne verrez. C note 6 er mik vildi vel unna steht terner. — 145) 
37 — 41 B Herra — sinn stehen in B an richtiger stelle, vgl. franz. v. 2814 ff.; in 
C note 9 erst z. 43 nach het, so dass die Übergabe des zweiten kindes an 



58 KÖLBING 

den fischer erst nach der ankauft in Civile erfolgt wäre. — 146) 46 B med 
LX pusunda manna = franz. v. 2S26 XL mil armes. C note lt med 
B manna weicht ab. — 147) s. 249, 41 f. B Ok sem hann sa hana komandi 
= franz. v. 2864 Quant B. la veit. *C liest jungfruna für hana. — 148) 
s. 250,44 B Ysier\ vgl. franz. v. 2925 Ysore. C note 10 Lisier ist daraus 
entstellt. — 149) 47 ff. B ok reid at einum hei ding ja, er Sa 7 adinn het, 
ok skaut honum med sinu spjoti af miklu afli daudum til jardar = 
franz. v. 2928 f. Terri fert Laucelin par ferte, Tant com hauce dure, Vabat 
greve. C note 1 1 vac. — 150) 55 f. B Terri var ok eigi amceUs verdr = 
franz. v. 2937 Et Terri n'est gueres targani. *C vac. — 151) s. 253, 

32 ff. B Eptir petta bjugguz peir til ferdar Bevers ok Josvena, 

ok synir peirra Bevess ok dottir = franz. v. 3063 f. B. ad fet ke les 
sons sont montez, Josian [et] sa fille k'el a mult amez. *C Eptir 
petta bjugguz pau til ferdar ok Sab. med peim lässt Josv.' tochter un- 
erwähnt. — 152) s. 254, 13 B Eures = franz. v. 3089 Furez. yd note 2 
Pulis. — 153) 31 B fyrir utan borgina = franz. v. 3130 de hors la cite. 
*C hja borginni steht ferner. — 154) 60 f. B Ivorius kongr = franz. v. 3163 
Et responi Yvori. In *C fehlt Ivorius. — 155) s. 255, 7 ff. B Par vorn nu 
saman komnir XV kongar ok hafdi hverr peirra XV pusundir vel her- 
klceddra manna. Nu sem peir komu i Munbrank, vard Ivorius kongr 
peim hardla feginn .... Erminrikr kongr hafdi sent sinn speiara i 
Munbrank ok vard nu varr vid, hversu mikit lid peir höfdu = franz. v. 
3 168 ff. Et ü amene XV rois corone, El checun roi XV mil arme. Venu 
sont a Monbrant en este; Quant les veist Yvori f grant joie en ad demene 

B. out un espie a Monbrant , Et kant il vist le barnage si 

grant etc. *U vac. — 156) 29 f. B farandi akafliga bcedi dag ok nott, par 
til er peir komu i Munbrank = franz. v. 3214 f. Forment chivachent jor 
et nuz, De hors Monbrant etc. *C vac. — 157) 44 f. B hann var herra 
yfir öllu Arabia-landi = franz. v. 3224 11 vint de Arabie turs et dongons. 
*yö vac. — 158) 50 f. B at peim heidna kongi = franz. v. 3227 sur li roi 
Savons. yrfnote 12 liest riddara für kongi. — 159) 51 B ok lagdi til hans 
med sinu spjoti = franz. v. 3228 Plein sa hauce. *yö vac. — 160) 55 ff. B 
Nu komu heidingjar med öllum sinum slyrk, en Bevers i moti med XXX 
pusunda riddara = franz. v. 3229 f. Ore crest la force de Sarzinis felons, 
Lors vint B. od XXX mil compaygnons. *yö Nu sottu peir at B. heiding- 
jar nir med öllum sinum styrk meir enn XXX M. manna, wo also die truppen- 
zahl auf die heiden bezogen wird. — 161) s. 256, 23 f. B Ok sem herra Bevers 
kom heim = franz. v. 3265 Et B. repeire a Abreford le grant. *y6 
vac. — 162) s. 257, 17 ff. B Herra Bevers sendi fru Herinborg, konu hans, 
einn gullskotinn möttul, pann er eingi var betri gjörr, ok eitt gullker ok 
margar gersimar adrar = franz. v. 3368 ff. in directer rede A ta femme 
un mantele porlerez, Tut de fin or batu et listez, Et un cope d'or par 
moi le bailez, ünkes meilur ne fu trovez, El XU an eis de mon don la 
presentez. yd note 3 Herra Bevers lel borg gjöra med miklum kostnadi 
etc. hat den frauennamen Herinborg misverstanden und ganz unpassend 
auf die er bauung einer bürg bezogen. — 163) s. 258, 10 B sinn loerlegg = 
franz. v. 3440 Le mesire os de sa quise. yö note 3 sinn armlegg anders. — 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 59 

164) 8. 262, 24 f. B Nu sem peir vorn herklceddir = franz. v. 3581 Ignele- 
tnent se sont arme. *yö vac. — 165) 8. 262, 40 f. B ok sundr gekk mundridi 
skjal darin s ok a hestinn fyrir framan södulbogann = franz. v. 3594 Par 
devant Pardon le chival attcndi. *yö ok sundr gekk södulgjördin ok 
södulboginn steht femer. — 166) s. 263, 45 ff. B ok klcedduz vopnum 
heidingja. Pessi höfdingi het Leomacior ; kann .... reid fyrstr inn % 

stadinn En Guion kongr reid inn med XX pusundir riddara = 

franz. v. 3628 ff. Francis sunt armes, li chevaler vailant .... Lamatur 
entre primes en Monbrant Et le roi Qui apres ignelement, li XV mil, 
ke li vunt suani. C note 10 vac. — 167) s. 264, 18 f. B eda hvar er nu su 
dygd, er pu gjörir? vgl. franz. v. 3664 Hui en ceste jor freez vertu 
grant. *yÖ liest dyrd für dygd. — 168) 26 f. B einn fjandi i hunds liki = 
franz. v. 3667 une rüge mastin. yd note 7 einn andi illiligr a at Uta steht 
ferner. — 169) 8. 265, 55 f. B Peir svörudu dllir ok sog du pal it bezta rad = 
franz. v. 3749 Dient les contes: S'est bien grantez. C note 14 vac. — 

170) s. 366, 35 f. B Var nu Bevers kongr krunadr ok tveir synir hans = 
franz. v. 3787 f. Ore est B. roi corone Et ses 11 fiz. * C Voru peir 
nu koronadir B. ok synir hans steht dem Wortlaute nach ferner. — 

171) 44 f. B en kann sor, at kann skyldi honum aldregi bregdaz = franz. 
v. 3792 f. Et si li ad . . . par parole juri, Ke ne li faudra jor de son hei. *C 
vac. — 172) s. 267,2 B Sem Bevers heyrdi petta = franz. v. 3812 Kant 
Ventent le roi. *C Ok sem herra B. sa petta steht ferner. — 173) 3 f. B 
at naliga gekk kann afvitinu = franz. v. 3812 a poi n'est desuant. *C vac. 

Es stehen also in dieser abteilung, wo die zu gunsten der 
lesungen von B sprechenden fälle aufgezählt sind, nur 173 
nummern den 223 belegen, welche für die bessere qualität von 
G bez. yd oder A und D zeugten, gegenüber. 

An einer anzahl stellen endlich repräsentieren erst die 
lesarten beider bss.-k lassen zusammen den ursprünglichen text. 

1) s.211,24 liest B Ok pess vil ek bidja hinn helga anda. *yö 
Ok til pess hefir ek traust at hinum heilaga ok eilifa gudi\ vgl. franz. 
v. 159 Mes jeo me afie bien en seint espirit; der ursprüngliche Wortlaut 
wird also gewesen sein Ok til pess hefir ek traust at hinum heilaga 
anda. — 2) s. 212, 1 f. liest B at hann komi her. *yö at hann komi a minn 
fund\ ans franz. v. 203 Ke il venge sa a moi ergibt sich, dass der ur- 
text lautete at hann komi her a minn fund. — 3) 52 f. B par til er pu 
ert XVI vetra g amall. *yö lesen XV für XVI ; nach franz. v. 250 Taunt 
que eiez XV aunz ou XVI acompli dürfte die ursprüngliche lesart ge- 
wesen sein XV edr XVI vetra. — 4) s. 214, 40 f. B hann hafdi hvitt skegg. 
ySD note 4 bietet sitt für hvitt \ nach franz. v. 369 La barbe li blaunchoit 
en val de la peitrine wird zu lesen sein hann hafdi hvitt ok sitt skegg. 
5) s. 222,26 B Herra Bevers , segir kongr. *C Erminrikr kongr svarar\ 
vgl. franz. v. 812 Sire, ceo dist Hermine ; es wird also zu lesen sein 
Herra , segir Erminrikr (ev. Erm. kongr). — 6) s. 225, 10 f. B gat hann 
gripii pat illa eitrkvikendi, *C drap hann p. i. e.\ vgl. franz. v. 969 f. 



60 KÖLBING 

la colure prent; Del bastun ke tint, la getta mort senglant; als ur- 
sprüngliche lesung der saga werden wir also etwa anzusetzen haben gat 
hann gripit ok drap p. i. e. — 7) s. 227, 44 f. B ok taka Bevers. * C 
ok rida eptir Bevis \ vgl. franz. v. 1172 Apres Boefs irr um si ly prenärum 
ja = celt. s. 531, 8 after Bown we will go until rve overtake him; der Über- 
setzer schrieb demnach wol ok rida eptir B. ok taka hann (vgl. o. s. 54 no. 
50). — 8) s. 231, 39 B Nu veit ek. *C Pat veit gud; vgl. franz. v. 1461 Par 
deu, palmer, ore sai de verite\ an beiden lesungen ist also etwas richtiges; 
vielleicht bot der nrtext Svo hjalpi mer gud, at nu veit ek. — 9) s. 234, 
27 B Nu for Bevers skjott. *C Nu for Bevis i burtu; vgl. franz. v. 
1650 B. sen va [a] esper on brochant = celt. s. 537, 8 and he spurred 
his hors and tvent away\ wir werden also zu lesen haben Nu for B, skjott 
i burtu. — 10) s. 237,28 B til strandarinnar. *C til sjovarins \ vgl. franz. 
v. 1897 Sus la rive de la mer; man lese also til strandar sjovarins (vgl. 
s. 56 no. 98). — 11) s. 240, 26 f. B Josvena gret nu harriröddu. *C Josv. 
cepti nu h.r.\ vgl. franz. v. 2133 La gentil pucele sovent plure et crie\ 
die ursprüngliche lesung war also wol Josv. gret nu ok cepti harri 
röddu. 

In diesen listen unerwähnt gelassen habe ich ferner mehrere 
stellen, wo ein oder mehrere englische oder der celtische text 
auf der seite der an sich zu verwerfenden lesart stehen. 

Hierher gehören: 1) s. 218, 42 B af rid durum Erminriks kongs = 
franz. v. 623 de la gent Hermine = celt. s. 524, 35 of Ermiris men. *C 
af mönnum Beuis = engl. A v. 1024 of Beues ost. — 2) s. 226, 26 f. B 
nennt von den zwei alternativen den tod zuerst, dann die befreiung 
= franz. v. 1044 f. = celt. s. 529,32; umgekehrt C = engl. A v. 1587 f. 
— 3) s. 221, 63 f. B sidan hann kom til min = franz. v. 788 Pus 
ke il vint a moi = engl. A v. 1221 Seppe he com me ferst to. *C sidan 
Bevis kom til min = engl. SN und M v. 977, wo sir B, bez. Beues für 
he steht. Es geht daraus wenigstens soviel hervor, dass auf das 
schwanken zwischen eigennamen bez. titeln (wie keisari, kongr) und 
personalpronominibus der 3. pers. oder sonstigen allgemeinen bezeich- 
nuDgen wie sveinn überhaupt wenig gewicht zu legen ist; ich habe des- 
halb die hier aufgezählten einschlägigen stellen geflissentlich in meine 
listen nicht aufgenommen; so stimmt *s. 214, 47 yö mit franz. v. 377 gegen- 
über B; *s. 228,21 C mit franz. v. 1229 gegenüber B; *s. 231,5 C mit 
franz. v. 1424 gegenüber B; z. 25 B mit franz. v. 1438 gegenüber *C; 
s. 232,48 B mit franz. v. 1519 gegenüber *C; s. 235,7 B mit franz. v. 1725 
gegenüber *C; s. 236,29 B mit franz. v. 1820 gegenüber *C; s. 239,2 B 
mit franz. v. 2056 gegenüber *C; s. 242, 15 B mit franz. v. 2297 gegenüber 
*C; z. 42 B mit franz. v. 2317 gegenüber *C; *s. 243,3 C mit franz. v. 
2334 gegenüber B; *z. 24 B mit franz. v. 2347 gegenüber *C; *s. 245,35 
C mit franz. v. 2602 gegenüber B; *s. 246,8 f. C mit franz. v. 2661 gegen- 
über B; *s. 253,43 yö mit franz. v. 3070 gegenüber B; *s. 255, 19 yd mit 
franz. v. 3187 gegenüber B. 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 61 

Jetzt erst sind wir in der läge, uns über das handschriften- 
verhältnis der Bevis saga ein einigermassen sicheres urteil zu 
bilden. Es ergibt sich vor allem, dass B und C zwei ver- 
schiedene, von einander unabhängige klassen repräsentieren; 
und zwar hat, wie aus dem obigen Zahlenverhältnis hervorgeht, 
Mogk in seiner besprechung der F. S., Zs. fdph. 17,485, recht 
mit der behauptung, dass hs. G eine bessere redaction re- 
präsentiert als die von Ced. zu gründe gelegte hs. B, wenn- 
gleich die von ihm selbst dafür beigebrachten gründe, wie wir 
später sehen werden, meist nicht stichhaltig sind. Auch kann 
ich ihm nicht zustimmen, wenn er aus diesem factum den 
schluss zieht (s. 486), dass nun alle lesungen von G denen von 
B vorzuziehen wären; meine zweite liste zeigt klar, dass das 
keineswegs der fall ist. 

Was ferner die beiden papierhss. y und 6 betrifft, so sagt 
Ced. 8. CCXXXIX, sie seien 'ganz genaue ab Schriften von C, 
genommen zu einer zeit, als diese hs. noch complet war'. Dass 
sie zu derselben klasse gehören wie C, ergibt sich in der tat 
auf den ersten blick, bedarf also keines besonderen nachweises. 
Andrerseits spricht gegen Ced.'s behauptung der umstand, dass 
/ und ö an einer ganzen anzahl von stellen dem Wortlaute 
nach genauer unter sich zusammenstimmen, als jede von ihnen 
zu C; ich führe einige belege aus anfang und ende von G an: 

s. 215, 8 gudum C, gudi yö\ z. 43 meira C, meir yÖ\ s. 216, 3 munni 
C, giniyö-, s. 216, 6 svo miklu BC, öllu yÖ\ z. 7 galtarins C, villigaltarins 
Byrf; z. 8 f. a spjotinu C, spjotsins yö\ z. 44 hrausta BC, riddara add. yÖ\ 
b. 217, 10 kom BC, gekk yö\ z. 15 sa BC, t add. yd; z. 38 Josv. BC, kongs 
dottir add. yd\ z. 64 pa slo kann Ar. med sporum C, keyrir kann hest- 
inn sporum yö; s. 220, 43 ranga C, aungva yö; z. 65 Vor hlcedi C, ok 
(tnitt add. Ö) ncerklcedi (!) yö; s. 265, 1 f. hinni beztu vinaitu C, hinni 
mestu blidu ok beztu vinattu yö\ z. 33 foru C, fara yö\ z. 34 kcerdu C, 
kcera nu yö u. s. w. Mehrmals stimmen yö auch zu B, gegen C. Es kann 
ferner nicht y eine copie von 6 sein, da y öfters mit C zusammengeht 
gegen rf; so s. 216, 24 or kominn BCy, ut kominn or 6; z. 59 hans BCy, 
Erm. kongs ö\ s. 217,27 biodit Cy, vilit bjoda S. Ebenso wenig dürfte 
ö eine copie von y sein, wenngleich, da sich y genauer an seine vorläge 
gehalten hat, stellen, wo Qö zusammenstimmen gegen /, nur vereinzelt 
zu geböte stehen; vgl. s. 221,5 Beuis Cd, hans y. 

Es dürften also / und 6 ziemlich genaue abschriften einer 
verlornen membrane (w) sein, welche C sehr nahe stand und 
aus derselben vorläge (x) geflossen war wie diese hs. 



62 KÖLBING 

Da hiernach die lesarten von yd auch für die in G er- 
haltenen stücke der saga nicht ganz eines selbständigen wertes 
ermangeln, so habe ich auch diese zwei hss. vollständig ver- 
glichen und, trotzdem mir keine einzige Variante derselben be- 
gegnet ist, welche dem franz. urtexte näher stünde als die ent- 
sprechende lesung von C, jede einigermassen interessante ab- 
weichung mitgeteilt, und nur die fälle als absolut wertlos 
ziemlich consequent übergangen, wo yd BC gegenüberstand. 

Was endlich D und A angeht, so bat Ced. erst keinen 
versuch gemacht, diese verhältnismässig kurzen fragmente zu 
klassificieren; immerhin bieten sich bei genauerem zusehen einige 
handhaben. 

Betrachten wir zuerst D. D stimmt erstens an einer an- 
zahl stellen (s. o. s. 41 f. no. 26—28, 31, 34, 35, 37) mit yd resp. C 
zusammen, wo die gemeinsame lesung ß gegenüber sich als 
richtig erweist, und ist folglich von B unabhängig. An einigen 
anderen stellen erweist sich die gemeinsame lesung von CD als 
falsch (s. 53 no. 25 f.); D lässt sich also nicht direct von der 
quelle beider hss.-gruppen (z) ableiten, sondern muss mit w und C 
direct oder indirect aus derselben vorläge geflossen sein, welche 
diese abweichungen von der ursprünglichen lesung der Über- 
setzung bereits aufwies. Dass aber die vorläge von D auch 
nicht mit x identisch sein kann, geht daraus hervor, dass an 
drei weiteren stellen (s. o. 8. 53 no. 21 und 23 f.) BD das richtige 
bieten, während yö z. t. bedeutender abweichen, als sonst w von 
G zu tun pflegt, so dass also wahrscheinlich schon x die änderung 
aufzuweisen gehabt hat. Es wird also zwischen z und x noch 
eine mittelstufe (y) anzusetzen sein, aus der ausser x auch D ge- 
flossen ist. D kann aber endlich auch keine ganz genaue 
copie von y sein, denn D bietet an mehreren stellen allein von 
allen hss. eine falsche lesung: 

1) s. 213, 66 Byd ok kalladi a herra Sab. = franz. v. 331 Saboc la 
dame apele; *D ok mcelti lil herra Sab, steht ferner. — 2) s. 215,4 BC 
Ek hefi ekki belra = franz. v. 397 Jeo ne ai eir\ *D Ek veii ekki beira 
steht ferner. — 3) 19 f. B gudi minum Maumet; C Maumet, gud vort = 
franz. v. 407 Mahun\ D godum minum anders. — 4) 44 BC enn eina 
(einni C) rjupu = franz. v. 424 plus de un pertriz: D note 13 enn ein 
rjupa flygi at honum steht dem Wortlaute nach ferner. 

Wenden wir uns weiter zu A. A geht an einer anzahl stellen 
(s. o. s. 50 f. no. 202 und 204) mit der richtigen lesung von yd zu« 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 63 

sammen gegen ß, ist also ebenfalls von B unabhängig. An einer 

stelle (s. o. s. 58 no. 163) stimmt A in der richtigen lesart mit B 

überein gegen yö } ist also auch von der gruppe x unabhängig. 

An einer stelle (s. o. s. 51 no. 203) endlich geht A mit B, wo 

die lesart von yd dem urtexte näher steht Demnach würden 

A und B auf eine gemeinsame vorläge zurückweisen, die von 

z noch wenig verschieden war (v). 

Indessen kann bei der spärliehkeit der erhaltenen reste von 

D und A die von mir gewagte einfügung derselben in den 

Stammbaum der hss. für nicht viel mehr als einen versuch gelten. 

Dieser so gewonnene Stammbaum würde sich bildlich folgender- 

massen gestalten: 

z 



^^ D 

A^ß C w 

y 6 

Es ist nach alledem schwer zu sagen, welcher klasse von 
wissenschaftlichen lesern Gederschiölds ausgäbe der Bevis saga 
genüge leisten könnte. Vor allem nicht dem literarhistoriker, 
da 131 mehr oder weniger wichtige stellen, die dem ursprüng- 
lichen texte der altnordischen Übertragung angehört haben, ihm 
darin vorenthalten werden. Dem textkritiker gewährt der un- 
vollständige apparat nicht einmal die möglichkeit, sich das hand- 
sehriftenverhältnis zu construieren. Ebenso hat der lexikograph 
Ursache, sich zu beklagen, dem der herausgeber u. a. folgende 
ajzag Xsyofieva oder wenigstens sonst selten vorkommende worte 
in C versch wiegen hat: 

bradligr adj. 'plötzlich' (bei Vigf. gar nicht, bei Fritz. 2 zweimal 
belegt) s. 246,37; drottinsviki sb. * Verräter an seinem herrn' (bei Vigf. 
und Fritz. 2 zus. viermal belegt) s. 235,54; einvirdiliga adv. Mm einzelnen, 
besonders' (bei Fritz. 2 in diesem sinne einmal belegt) s. 262, 6; födurarfr 
sb. ' vatererbe ' (bei Vigf. und Fritz. 2 zus. viermal belegt) 213, 32 und 
41; hjartanliga adv. * innerlich' (belegt?) s. 258,5; hreystiverk sb. 'helden- 
sttick' (zweimal belegt) s. 217, 16; ncerklcedi sb. 'Unterkleid' (nur bei 
B. Haldors. erwähnt) s. 220,65; skadligr adj. 'schädlich' (einmal bei Vigf. 
belegt) s. 224,49; smanarligr adj. 'schmählich' (bei Vigf. erwähnt, ohne 
beleg) s.212, 21; ukvangadr part. 'unvermählt' (bei Vigf. einmal belegt) 
s. 209, 8; vopnagangr sb. 'waffenge kl irr' (bei Vigf. einmal belegt) s. 254, 32; 
vceg darlaus s adj. 'unbarmherzig' (selten) s. 211,49. 

Ferner war auch für den grammatiker die ausgäbe uu- 



64 KÖLBING 

zureichend, welcher z. b. aus Ced.'s schweigen schliessen musste, 
dass merkwürdige satzfügungen, wie sie s. 214, 13, s. 248, 34, s. 256, 
50 f., 8.265,40 begegnen, B und C bez. yd gemeinsam wären, was 
doch tatsächlich nicht der fall ist. Der buchstabengetreue abdruck 
äiner hs. (B) sowie eines Stückes aus einer zweiten (C) *) kann 
uns für diese augenfälligen mängel der ausgäbe unmöglich 
entschädigen. 

III. 

Das Verhältnis des Inhaltes der saga zur franz. quelle. 

Nachdem nunmehr der Variantenapparat vervollständigt, 
sowie wert und Stellung der hss. fixiert sind, können wir daran 
gehen, das verhalten des sagaschreibers zu seiner vorläge ge- 
nauer zu erörtern. In bezug auf diesen wichtigsten gegenständ 
der vorliegenden Studien bieten Cederschiölds prolegomena 
keinerlei vorarbeiten, mit ausnähme der sehr dankenswerten, 
wenngleich nur einer kleineren auswahl von texten entnommenen 
Sammlung alliterierender bindungen und sonstiger formelhafter 
Wendungen, wie sie sich in den romantischen sagas häufig finden 
(8. VII ff.), und der nicht selten einer wörtlichen Übersetzung nahe- 
kommenden, sorgfältigen inhaltsangabe, die wir H. Gering ver- 
danken. Und zwar lege ich die ergebnisse einer genauen ver- 
gleichung der saga mit dem franz. original unter gleichzeitiger 
hinzuziehung der mittelenglischen texte und der englischen 
Übertragung der gälischen version in der form eines fort- 
laufenden commentars zu der saga vor; diese fassung gewährt 
nicht nur räum für manche sonst schwer unterzubringende 
nebenbemerkung, sondern bietet auch im vorliegenden falle eine 
paralleldarstellung zu der ebenso eingerichteten erklärung des 
Sir Beues. Die hauptresultate werde ich am Schlüsse zusammen- 
fassen. 2 ) 

*) Ced.'s textabdrücke werden im allgemeinen mit recht wegen ihrer 
ausserordentlichen akribie gerühmt. Indessen ist selbst bei ihnen eine 
nachprüfung zuweilen nicht ganz ergebnislos. So finden sich auf s. 
219 folgende kleine versehen: z. 5 peir] 1. pier; z. 6 giorazt] 1. gerazt\ 
z. 9 sem] 1. svo sem; z. 34 (hon)] hon brauchte nicht vom herausgeber 
hinzugefügt zu werden, da es vom Schreiber selbst über der zeile nach- 
getragen ist; s. 220, 40 reid\ 1. reidur. Hierher gehören auch die wenigen 
in abschnitt 1 gesperrt gedruckten besserungen zu den vom herausgeber 
mitgeteilten Varianten. Die hs. B habe ich nicht nach verglichen. 

8 ) Die von mir verwendeten abkürzungen sind dieselben, die sich 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 65 

Anmerkungeo. 1 ) 

S. 209, z. 4 f. hann — riki = franz. v. 4 Ke par coup de espeie 
conquist tant bou[n]s rois; noch näher zum Wortlaute des nor- 
dischen textes stimmt Elm. s. 264, 24 f. sidan er hann hafdi med 
miklu starft ok stridi lagt undir sik mörg . . . konunga riki; das. 
s. 496, 4 v. u. f. heftr hann . . . mörg konunga riki undir sik lagt. 
— z. 5 ff. Vgl. engl. M v. 15 f. In crystondome far and nere 
Of doughiynes was none Ms pere; franz. v. 12: Meüour de lui 
ne fust en son tens trovez steht ferner. — z. 8 f. Vgl. engl. M 
v. 49 f. And haue betwene hem children feire, Thai of his lond 
myght be his heyre. Kur in diesen beiden texten wird der eben 
erwähnte, sehr nahe liegende grund für die Schliessung einer 
ehe angeführt. Zu der lesung von *yö vgl. Ol. Kim. s. 51, 3 f. 
utan pat at hann var eigi kvangadr ok hafdi eingan erfingja 
ser getiu — z. 9 yö note 4 entspricht inhaltlich genau engl. 
M v. 37 ff. Whan lyme come, Edgare, oure kyng, Send öfter sir 

Gye He made him styward of his lond, What sir Gye did, 

trewly shold stond. Der nordische Übersetzer und der Verfasser 

bei Ced. finden; aus ser den sind zu erwähnen: Blomst. = Blomstrvalla 
saga, Th. Möbius edidit. Lips. 1855. — Bret. 1 = Breta sögur, Annaler 
1848, s. 102 ff. — Bret. = Breta sögur, Annaler 1849, s. 1 ff. — Flor. = 
Flores saga ok Blankiflur, Annaler 1850, s. 1 ff. — Galfr. = Galfredi 
Monumetensis Historia Britonum, edidit J. A. Giles. Lond. 1844. — Gualt. 
= Alexandri Magni Regis Macedonum vita. Per Gualtherum Episcopnm 
lnsnlanum etc. Argentin. 1513. — Mag. B = Brag Sa- Magna saga. SkrifuÖ 
upp af G. I>ordarsyni. Kaupm. 1858. — Mött. = Versions nordiques du 
fablian francais Le Mantel mautaillie. Textes et notes par G. Cederschiöld 
et F. A. Wulff. Lund 1877. — Ol. Kim. = Olif ok Landres, Karlamagnus 
saga s. 50 —75. — Ptl. = Partalopa saga, utgifven af 0. Klockhoff. Upsala 
1877. — Sams. = Sagan af Samsone fagra, in Nordiska kämpa dater, no. 
12. Stockh. 1737. — Strengl. = Strengleikar etc. Udgivet af R. Key ser 
og C. R. ünger. Christ. 1850. — Trist. B = Saga af Tristram ok Isodd, 
Annaler 1851, s. I ff. — Troj. *= Trojumanna saga, Annaler 1848, s. 3 ff. — 
Valv. = Valvers ]?attr, Riddarasbgur s. 55 ff. — fcjal. = Sagan af tjalar 
Joni. Gefin ut af G. tordarsyni. Reykjavik 1857. — Mv. = Islendzk 
^Eventyri, herausg. von H. Gering. I. Halle 1882. 

*) Wenn diese durchaus anspruchslosen 'anmerkungen' nicht, wie 
ich es im ms. ausdrücklich angeordnet hatte, in petitdruck erscheinen, 
so habe ich mich in bezug darauf nur dem dringenden wünsche des 
herrn redaöteurs gefügt, welcher so viel klein druck in ein und derselben 
abhandlung als mit der sonstigen typischen ausstattung der 'Beiträge' 
unvereinbar erklärte. 

Beiträge zur geschiohte der deutschen spraohe. XIX. 5 



66 KÖLBING 

von M dürften selbständig diesen zusatz gemacht haben, um 
die Stellung von Bevis' vater in England gleich von vornherein 
so zu markieren, wie sie später gezeichnet wird (vgl. engl. A 
v. 3507, isl. s. 244, 30 ff., celt. s. 548, 1 ff.). — z. 9 ff. Der saga- 
schreiber hat die allgemein gehaltenen worte des franz. 
textes, v. 15 Mes de une chose lux alout home blamaunt, spe- 
cialer auf die ratgeber Guions bezogen, die ihm empfehlen, 
sich zu vermählen. Das ist ein in den romantischen sagas 
häufig widerkehrender zug. — z. 11 ff. Vgl. z. b. Ol. Kim. s. 51, 
11 f. pvi gerir hann sendiboda til Pippins konungs pess erendis 
at bidja ser til handa jungfruinnar Olif. Ausserdem s. Mirm. 
146, 27 ff., Bret. 1 160, 16 ff. Von der ausfertigung eines briefes 
und Sendung von boten zum zweck der Werbung um die 
schottische prinzessin ist in keinem anderen texte die rede. 
Doch entspricht das durchaus den mittelalterlichen gepflogen- 
heiten; vgl. Weinhold, Die deutschen frauen l 2 , 317: 'bei den 
fürsten geschah, sobald das mädchen ausser landes war, die 
Werbung stets und allein durch gesante'; A. Schultz, Das 
höfische leben l 2 , 618: 'am 23. febr. erscheinen sie (sc. die 
gesanten, welche für kaiser Friedrich II. um die Schwester 
Heinrichs III. von England freien sollten) vor dem könige und 
bitten um antwort auf die bereits überreichten briefe. , — z. 14. 
Mogk bemerkt a. a. o. s. 486: 'ist aber C die bessere redaction, 
so müssen wir auch den zweiten gemahl der tochter des 
Schottenkönigs als deutschen grafen, was an und für sich besser 
passt, und nicht als deutschen kaiser, auffassen.' Dass das ein 
trugschluss ist, zeigen ausser franz. v. 25 Le emperur de Ale- 
maine auch celt. s. 518, 6 rvho was an emperor in Almaine = 
engl. A v. 34 Of Almayne pat emperur. — z. 17 ff. Bei der 
lectüre des franz., celt. und engl, textes fragen wir uns ver- 
geblich, welches motiv den Schottenkönig veranlasst haben 
möge, gegen den wünsch seiner tochter sie nicht dem jungen 
kaiser von Deutschland, sondern dem alternden englischen jarl 
zu vermählen. Der sagaschreiber hat darum die motivierung 
hinzugefügt, dass jener den ritterlichen und tapferen greis Guion 
dem zwar viel mächtigeren, dabei aber feigherzigen deutschen 
fttrsten vorgezogen habe. — z. 21 f. Var — Einglands; vgl. engl 
M v. 65 f. Sir Gye rvedyd that lady free And brought her home 
to Ms contre. In beiden fällen liegt eine ausschmückung der 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 67 

knappen worte des franz. Originals v. 19 vor. Aber während 
nach M die hochzeit am schottischen hofe stattfindet und Sir 
Gye dann seine junge gemahlin heimführt, wird sie ihm dem 
nordischen texte zufolge nach England geschickt, und hier erst 
wird die Vermählung gefeiert. In Ol. Kim. s. 51, 24 f. führt 
sogar der könig Pippin dem herzog Hugon seine tochter 
persönlich zu: Pippin konungr af Frakklandi ok hans rikismenn 
koma a akvedinni stundu a hertogans gard; er par i ferd jung- 
fruin Olif. So wird im germanischen mittelalter bei fürstlichen 
heiraten oft verfahren; vgl. A. Schultz a. a. o. I 2 , 618 ff. — z. 
23 f. Ok — verit ist ein zusatz des sagaschreibers, doch läset sich 
diese phrase nicht verwerten, um nähere beziehungen zwischen 
unsrer saga und Olif ok Landres zu erweisen, wie Ced. will 
(8. CCXXXVI1), da sie auch sonst typisch ist; vgl. Mag. B 
143, 12 f. Ok er pau höfdu litla hrid asamt verit, attu pauson\ 
vgl. das. 8. 171, 4 f. Ok eigi höfdu pau leingi asamt verit, adr drott- 
ning fceddi sveiribarn; Kim. 43, 19 f. En er pau höfdu verit asamt 
tva vetr, pa attu pau son samaw, 8. auch Mirm. 140, 12 f.; Trist. 
B 80, 6 f. — z. 26. Ich stimme Mogk a. a. o. 8. 486 darin zu, dass 
die namenform Bevis, wie sie C und yd bieten, richtiger ist 
wie Fevers in B; vgl. franz. Boefs oder Boves, engl. Beues\ 
das r in der Schreibung von B lässt sich schwerlich rechtfertigen. 
— 27 f. Bann — vetra\ dass Bevis bis zu seinem elften jähre 
am hofe seines vaters aufwächst, wird nur hier ausdrücklich 
gesagt; es entspricht aber genau den sonstigen gepflogenheiten ; 
denn gerade in diesem alter pflegte man die Jünglinge an 
fremde fttrstenhöfe zu schicken, um sich dort weiter auszubilden; 
vgl. u. a. A. Schultz a. a. o. 1 2 , 170. — z. 28—31 pa var—iprottum; 
franz. nach v. 39 vac; dagegen vgl. Mirm. 141, 15 ff., wo es 
von dem jungen Mirmann heisst: ok pa er hann vor VII vetra 
gamall, var hann ekki minni eda osterkari enn peir, er varu All 
vetra gamlir. — Für z. 37 f. Henni — keis. findet sich zwar im franz. 
texte keine entsprechung, doch vgl. celt. s. 518, 11 f. she despised 
and disregarded htm (sc. ihren gatten), out of love for the afore- 
said young emperor] s. auch engl. A v. 61 — 66. Ich mochte also 
vermuten, dass hinter franz. v. 42 ein vers ähnlichen in h altes 
ausgefallen ist, wenngleich ja an sich kein neues moment in dem 
zusatze enthalten ist. Dagegen sind die worte enn — verda, 
z. 40 f., jedenfalls vom sagaschreiber hinzugefügt. 

5* 



68 KÖLBING 

S. 210, 4 f. Davon, dass der böte ein vertrauter diener der 
fürstin ist, sagt der franz. text v. 46 nichts; doch vgl. engl. M 
v. 90 f. a messinger e, That before was her frend) ich habe 
ausserdem bereits zu der letzteren stelle (Sir Beues s. 225) be- 
merkt, dass auch engl. A v. 71 hir masager für die möglichkeit 
spricht, dass in der beiderseitigen vorläge etwas ähnliches ge- 
standen hat. — z. 7. Hier sowie z. 11, 14 ff. und z. 39 ist aus- 
drücklich von einem briefe die rede, welchen die fürstin dem 
kaiser von Deutschland durch den boten sendet, und dazu 
stimmt wider in merkwürdiger weise engl. M v. 119 He toke 
hym the letter in hond; vgl. meine anm. zu letzterer stelle (Sir 
Beues s. 227); doch wird in dieser Übereinstimmung wol bloss 
ein zufall zu sehen sein, besonders da M v. 100 ebenso wie in 
den anderen Versionen nur an einen mündlichen auftrag gedacht 
sein kann. — z. 9 f. Dass der böte seinen englischen landsleuten 
vorreden soll, er unternehme eine pilgerfahrt nach Cöln, ist eine 
neue, nicht üble idee des sagaschreibers. — z. 13 f. Nach franz. 
v. 72 ff. erfragt der böte nach seiner ankunft in Deutschland, wo 
der kaiser sich augenblicklich aufhalte und begibt sich dann 
dorthin. Dies moment ist in der saga übergangen. — z. 18 ff. 
wird nun die fiction eines briefes im einzelnen durchgeführt, 
wobei die auseinandersetzung auf z. 18 — 29 im franz. keine 
entsprechung finden. Nur stimmt der inhalt der ersten zeilen 
zu engl. M v. 57 ff. The kyng of Scotlond not for this Gaue his 
doughter to sir Gye, irvys, Ageyne the rvyll of his doughter bryght: 
She had lever haue had that other knyght, For he was yonge 
and also hold etc. Indessen ist gewiss auch hier keine gemein- 
same vorläge anzunehmen, da in diesen ausführungen ein neuer 
gedanke ja doch nicht enthalten ist. — z. 25 wäre die lesung 
von yd note 5 pa drepit in den text einzusetzen gewesen, da 
man nicht ohne not einer fein gebildeten dame einen solchen 
stillosen brief zutrauen wird, pann bannsetta karl\ ebenso s. 263, 
26 af pvi bannsetta folki; weder hier noch dort bietet der franz. 
text eine entsprechung; vgl. Ol. Kim. 66,8 hinn bannseiti Milon; 
das. s. 73,2 pessi bannsetta kona\ Elm. s. 229, 19 pu hinn bann- 
seiti Makon. — z. 26 ff. Die worte en — vonir — eine hinzufügung 
des sagaschreibers — leiten geschickt zu der dann folgenden 
darlegung des heimtückischen planes der fürstin über. — z. 30. 
Für C in B, CC in yd liest franz. v. 58 Qualer cenU Hier 



STUDIEN ZUR BBVIS SAGA. 09 

wie sonst pflegen gerade in zahlen die einzelnen redactionen 
romantischer erzählungen oft zu differieren. — z. 34. Dass 
einn samt (einn saman yd, 'ohne begleitung', Gering s. CCXVIIb, 
1 y. u.) hier nicht wörtlich zu nehmen ist, geht daraus hervor, 
dass Guion dann drei begleiter bei sich hat; vgl. 8. 211, 36 f. 
ok — ser, was yö freilich weggelassen haben; für franz. v. 141 
Treis compainouns sunt ou lui muntez, worte, die für den 
Zusammenhang durchaus notwendig waren, fehlt in beiden 
hss.-klassen eine entsprechung (Gering hat s. CCX Villa z. 22 
eingesetzt 'mit drei begleitern', wodurch der Widerspruch mit 
s. CCXVII, 1 v.u. wider klarer hervortritt); doch vgl. zu s. 21 1,6 f. 
Es ist mir nicht unwahrscheinlich, dass eine falsche auffassung 
von franz. v. 60 ausi com pur, das 'fast unbewaffnet' bedeutet, die 
betr. auslassungen nach sich gezogen hat, da der erzähler sich 
nicht selbst widersprechen wollte. — z. 34 ff. bidr ek — sceng, eine 
euphemistische Umschreibung der aufforderung, den jarl zu töten, 
die sich nur in diesem texte findet; doch vgl. Iv. s. 110, 13 f. 
ok bad pess gud, at kann kcemi par aldri optar] Trist, s. 96, 8 f. 
hefda ek pat vitat, skyldi kann aldri i pina sceng komit hafa. 
— z. 41 ff. Von einer bestimmten geldsumme ist in den andern 
texten nicht die rede, vgl. z. b. franz. v. 100 E or e argent, 
dunt tu le poez charger. Nur nach dieser Version verweilt 
der böte einen halben monat beim kaiser. — z. 44 ff. Wie die 
botschaft selbst, so wird hier auch die antwort in briefform 
übermittelt. In den übrigen texten wird das eine wie das 
andere mündlich abgemacht. — z. 48 ff. Von dem eindruck, 
den diese rückbotschaft der fürstin macht, ist hier nicht die 
rede, dagegen wird in den folgenden zeilen die ankunft des 
kaisers in England geschildert, die in den anderen texten, als 
der zusage entsprechend erfolgt, für die nächste scene voraus- 
gesetzt wird. — z. 56 f. sem — sceng, so nur hier; nach franz. 
v. 122 f. steht die dame auf und begibt sich zu ihrem gatten; 
nach engl. A v. 176 ff. liegt sie zu bette und lässt ihren gemahl 
rufen. Der sagaschreiber bedient sich einer typischen wendung, 
denn solche bettgespräche zwischen eheleuten begegnen öfters ; 
vgl. Strengl. s. 38, 12 Eina nott, sem pau lagu i rekkju, pa mcelti 
fruin vid pusa si?in; Mirm. s. 140, 15 f. Nu er fra pvi at segja, 
at eina nott, er pau hvildu i sceng sinnt, pa rceddi hun vid jarl 
pessum ordum. Ptl. s. 11, 5 ff. Nu var pat eina nott, er pau 



70 KÖLBING 

lagu i sceng sinni . . . pa spurdi hon hann etc.; vgl. das. 8. 17, 
18 f. Trist, s. 65, 7 f. Er. s. 18, 20 f. 

S. 211, 1—3. Nach franz. v. 131 ff. = celt s. 518, 2 ff. v. u. 
= engl. A v. 187 ff. fragt der jarl seine gemahlin, ob sie wisse, 
wo ein eber zu finden sei, und diese erwidert, in dem be- 
treffenden walde am meere halte sich einer auf. Die änderung 
in unserem texte ist ungeschickt, denn ihr zufolge ist es rein 
zufällig, dass der fürst auf der suche nach dem eber gerade 
in den wald kommt, auf den sich die Verabredung zwischen 
seiner gattin und ihrem liebhaber bezieht. — z. 5 *C hvorki — 
brynju fast wörtlich = Trist. B s. 18, 1 ok hafdi hvorki hjalm 
ne brynju. Von waffen pflegt man auf die jagd gewöhnlich nur 
das schwert mitzunehmen ; vgl. Er. s. 3, 6 f. Er ex hafdi ekki 
vopn nema eitt sverd (= franz. v. 103 f.); Blomst. s. 17, 5 f. peir 
höfdu engi vopn nema sverd ein. Ein ausnahmefall wird be- 
richtet in Trist B s. 72, 17 ff. Pat var einn dag pa er Tristram 
for a dyraveidar, at hann var svo buinn, at hann hafdi sverd 
ok hjalm, skjöld ok spjot i hendi. — z. 6 f. ne — honum. In 
diesen Worten steckt vielleicht die notiz, dass nur wenige seiner 
ritter den jarl begleiten. Die stelle dürfte in der vorläge von 
B und C schon corrumpiert gewesen sein, denn yd scheinen 
riddararfceri als das sonst nicht belegte wort riddara- fceri = 
'ritterliche ausrüstung' verstanden und darum durch das gewöhn- 
lichere riddara bunad ersetzt zu haben. Ganz folgerichtig haben 
yd dann auch den unter diesen umständen unverständlichen plur. 
peir koma, z. 8, in hann kemr geändert. — z. 16 f. utan — riki 
ist eine naheliegende hinzufügung seitens des Übersetzers. — 
z. 19 f. er — sök ist erklärender zusatz (vgl. s. 213,29 sowie 8. 
220, 24 fyrir önga sök, gleichfalls neu); dagegen fehlt der inhalt 
von franz. v. 154, die Versicherung seitens des jarls, dass er seine 
frau verteidigen wolle. — z. 22 f. ok hefda — hjalm sind zugesetzt 
nach dem muster von z. 5 f. — z. 30. Nach hestinum ist eine rede 
Guions ausgefallen, franz. v. 166 — 169. — Weder C manna (B) 
noch II C manna (yd) gibt die richtige zahl an ; vgl. meine anm. 
zu engl. A v. 245 (s. 232). — z. 32 ff. at — riddara = engl. A v. 
248 f. Pre hondred heuedes of a slende Wip is brond. Nach franz. 
v. 173 scheint eine zeile dieses inhaltes ausgefallen zu sein; vgl. 
meine anm. zu engl. A v. 248 f. — z, 34 f. ok pa — banvcbn ent- 
spricht franz. v. 174 Mes X plaies luifirent, dount vola le eher sanc; 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 71 

dem Wortlaute nach näher steht Troj. s. 56, 10 f. ok vard pat 
mikit sar ok banvcerüigt. — z. 43. Guion liefert dem kaiser sein 
schwert aus als entgelt für die von ihm getöteten ritter, franz. 
v. 181 f.; diese motivierung fehlt in unserem texte. — z. 46 f. 
ok — ottaz ist eine einigermassen überflüssige hinzufügung. — 
z. 53, yö note 9 minni unnustu = engl. A v. 279 Me leue stvet\ 
franz. v. 192 vac. 

S. 212, z. 9 f. In beiden hss.-klassen ist der ausdruck des 
Originals, franz. v. 209 Pur la mort son pere, umschrieben. — 
z. 15, yd note 2. Die vergleichung der fürstin, die ihren gemahl 
seinen feinden verräterisch überantwortet hat, mit Dalila, der ge- 
liebten Samsons, dürfte ein zusatz von G sein; dieses biblische bei- 
spiel für die unzuverlässigkeit der flauen und von dem kummer, 
den sie den männern bereiten, findet sich auch sonst in der 
nordischen dichtung nicht selten ; so in den Geirards rimur VII 
str. 12 (vgl. meine Beiträge zur vergl. geschichte s. 155 ff.); Bosa 
rimur, hs. B, zusatzstr. zu rima VIII: Samson unni silki-nipt, 
sa seggrinn prudi; Baiida sveik nu dadum svipt pann, dörrinn ludu 
Auf dem grabdenkmal, das Alexander der gemahlin des Darius 
errichten lässt, findet sich, von Apelles gemalt, u. a. auch diese 
geschichte : AI. s. 64, 23 f. hvessu Dattda sveik Samsonem enn 
sterka, er einn vor af peirra tölu (ßualt. weicht im Wortlaute 
ab: Int er quos Samson fortissimus, et tarnen illum Fortior ex- 
ccecat prcetonso Laiida crine). Man beachte die gleichheit der 
ausdrucks weise in den nordischen texten. — z. 17 f. */d er — 
skapad; vgl. Kim. s. 249, 2 f. Pat veit gud sa er mik skop; Mött. 
s. 7, 22 f. Sa hinn haJeiti gud . ... er oss alla skapadi (= franz. 
v. 140 qui tot forma). — z. 20 f. pa — spurt Weder B noch 
yd stimmen genau zu franz. v. 219 Vus comprez mou[t] eher, 
dame, ceste novele\ zu B pa skal ek p. t. gjalda vgl. engl. A 
v. 318 Ich schel hem gilden. — z. 21 */d ok — enda ist wol ein 
zusatz des redactors C. — z. 25 ff. Ob das adj. g amall (B) 
hier acht ist, bleibt zweifelhaft; in franz. v. 225 wird Sab. 
vielmehr chevaler riches, fort e combataunt genannt; allerdings 
scheint aber der zusatz kann hafdi — hans eine nähere erläuterung 
zu gamall sein zu sollen. — z. 30 ok — mikit stimmt zu engl 
M v. 258 The chüd to his vnkyll was dere ; beide, von einander 
unabhängige notizen sollen das wolwollende verhalten Sab.'s 
gegen Beues motivieren; vgl. jedoch später franz. v. 242, wo 



72 KÖLBING 

Sab. sagt : pur le amur toun pere te dei Jeo mult amer, an der 
entsprechenden stelle übergangen. Die franz. form des namens 
ist Saboc, celt. Sabaoth, engl. Saber. — z. 34 f. Ok — vilt ist ent- 
weder freie hinzufilgung, oder der Übersetzer hat für franz. v. 
231 Le quel in vodras, pendre ou escorcher, der sich sonst nicht 
übertragen findet, etwas wie Le quel tu vodras, pr endras ge- 
lesen. — z. 43 f. Gering versieht in seiner Übersetzung s. 
CCXVIIIb, 27 die worte 'auf eine mtihle' mit fragezeichen; 
aber a eina mylnu entspricht genau franz. v. 238 A une grant 
mole\ dass Sab. überdies die kleider ins wasser werfen lässt, 
franz. v. 239, hat die saga weggelassen, wodurch eine incongruenz 
mit s. 214, 6 f. verursacht wird. Im übrigen gehen gerade hier 
die einzelnen Versionen stark auseinander; vgl. meine anm. zu 
engl. A v. 352 — 4 (s. 235). — Zu z. 43 f. *yö at fruin— 
daudr stellt sich nur engl. A v. 352 ff. Äse gif pe child wer to- 
herve, A pougte to his moder hem scherve. Obwol in celt. s. 
520, 3 sich nicht entsprechendes findet, dürfte doch, da die an- 
gäbe dieses Zweckes für den verlauf der erzählung notwendig 
ist, nach franz. v. 239 eine zeile dieses inhalts ausgefallen sein. 
— z. 59 f. nach C note 6 pviat pa — modur B. Es ist sehr auf- 
fällig, dass weder franz. nach v. 260 noch celt. s. 520, 18 noeh 
in den englischen redactionen (vgl. meine anm. zu A v. 361 
[s. 253]) ausdrücklich gesagt ist, dass es sich hier um die feier 
der Vermählung des kaisers mit Bevis' mutter handelt; so ist 
dieser zusatz in der saga ganz sinnentsprechend. 

S. 213,1 ist Bovis' Selbstgespräch, franz. v. 262 — 5, aus- 
gelassen. — z. 16 f. sem vaxinn—barn ist neu und passend. — 
z. 18 fehlt B.'s spottende anrede an den getöteten pförtner, 
franz. v. 286, ebenso wie im celt. s. 520, 31; im engl. A ist die- 
selbe hier gleichfalls ausgelassen, aber an späterer stelle ver- 
wertet, vgl. meine anm. zu v. 1006. — z. 22 f. Der inf. des ver- 
bums herfanga scheint bisher nur hier belegt zu sein, vgl. Fritzner, 
Ordbog 1 2 , 798 s. v. Zu dieser lesung von B, die der von C note 4 
gegenüber eine änderung des ursprünglichen textes repräsen- 
tiert, vgl. Parc. s. 3, 6 Bann hafdi tekit konungs dottur at herfangi 
etc.; s. auch Troj. s. 34, 17. — z. 32 f. Pegi, fol = franz. v. 302; 
es ist das eine beliebte, unhöfliche formel, um jemandem das wort 
abzuschneiden; vgl. Kim. s. 3, 6 v. u., s. 4 1 9, 1 5. — z. 33 f. ok skipt. — 
segir nur hier, vgl. zum sinne Kim. s. 135, 4 f. Svo talar hinn 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 73 

drambvisi Wen, er ugörla veit hval kann segir; noch genauer 
zur vorliegenden stelle stimmt das. s. 193, 7 f. Pegi, pu vandi 
madr ok hinn saurugi prcell, pviat pu veizt eigi hvat pu segir! 
fast gleichlautend mit s. 304, 22 ff. Neu ist auch z. 44 sem — 
hans und z. 46 f. er — klceddr, doch vgl. engl. M v. 321 f. an 
früherer stelle He rvente in rvith outen leve, With a ragud gotvn 
and a torne sleve. — z. 40 f. er — födurleifd; vgl. zum ausdruck 
Kim. s. 136, 7 f. ok virdir sva sem fadir hans vili rcena kann 
sinni födurleifd\ franz. v. 308 steht ferner. — z. 53 f. Dass 
Bevis sich hier irrt, wenn et glaubt, seinen Stiefvater getötet 
zu haben, geht aus dem verlaufe der geschichte deutlich genug 
hervor. Mogk macht sich eines kleinen flüchtigkeitsfehlers schul- 
dig, wenn er in seiner kurzen inhaltsanalyse der saga, a. a. o. 
8. 484, 2 f. v. u. sagt: 'gleich beim hochzeitsschmause tötet der 
kleine ßever seinen Stiefvater.' — z. 62 f. *y6D und note 7 tok hann 
at grata (mjok sarliga add. yd) härm fostra sins; franz. v. 325 
nur si comenca plurer; doch vgl. celt. s. 521, 4 ff.: thereupon the 
gouth became afraid lest affliction should meet his foster father, 
and he shed tears and wept. — z. 65. Die Schilderung des 
auftretens der fttrstin, franz. v. 328 — 30, ist übergangen. 

S. 214, 13. Wenn ok in allen hss. stünde, so hätten wir 
hier einen bemerkenswerten beleg für den gebrauch dieser Par- 
tikel zur einleitung des nachsatzes (vgl. Zs. fdph. 4, 348, wo ich 
eine anzahl einschlägiger stellen aus anderen altn. schriften bei- 
gebracht habe). Da aber y6D für ok das zu erwartende pa 
bieten, so wird nur ein Schreibfehler in B anzunehmen sein. — z. 
19 f. *ydD Latit mik — gjört ist ein zusatz des sagaschreibers, desgl. 
z. 26 svo — aptr. — z. 33 f. pa — gulls = franz. v. 359 Quatre fez pur 
U sonpois de or doner ent. Vgl. s. 227, 49 f. und meine anmerkung 
zu engl. A v. 1725 (a.a.O. 8.294 f.). In celt. s. 521,23 und 
engl. A v. 507 ist dieser zug verwischt. — z. 39. Wenn für 
das franz. Hermyne (v. 367) Erminrikr eingesetzt wird, so ist 
hierin unzweifelhaft eine reminiscenz aus der heldensage zu 
erblicken ; der name Jörmunrekr erscheint z. b. in der PiÖreks- 
saga stets in dieser form ; ebenso begegnet diese namenform in 
der noch ungedruckten Fertrams saga ok Piatos (mündliche 
mitteilung von O. Jiriczek). — z. 41 f. Der satz Hans — Marage 
findet eine entsprechung nur in engl. A v. 517 His rvif was ded, 
pat higte Morage. Es muss also im franz. text nach v. 370 



74 KÖLBING 

eine zeile ausgefallen sein, deren inhalt übrigens auch celt. s. 
521,31 vermisst wird. — z. 38 — 45 1 pvi — veröldu; zum inhalte 
dieses passus vgl. Sams. s. 33, 8 ff. 1 pann tima red sajarl fyrir 
Ryslandi, er Asper het; kann var rikr höf dingt. Hans kona vor 
öndud, dottur atti kann, er Hrafriborg het. Hun var vcen kona 
ok vel skapi farin; potti sa kvennkostr beztr a austrlondum. 

— z. 51. eda — heti; diese zweite frage tut im franz. der könig 
erst später, v. 393, entsprechend isl. s. 215, 1; dort folgt auch 
sofort die antwort, v. 394, während dieselbe hier um so mehr 
vermisst wird, als s. 215, 18 f. der könig das kind anredet 
Pu Fevers, entspr. franz. v. 406 Enfes. 

S. 215, 2 ff. ef pu — madr = franz. v. 396 ; umgekehrt sagt 
Mirmann zum könig Lucidarius, Mirm. s. 191, 9 f. Ef pu vcerir 
krisünn madr, vcerir pu godr riddari; ähnlich Kim. s. 203, 6 ff. 
Ef pessi madr hefdi verit krisünn, fceddiz eingi drengr i heim- 
inum honum gildari] s. auch das. s. 314, 25 ff. — z. 7. Die 
worte riddara nafn ok finden sich nur in B und sind sicher 
unecht, denn zu dem folgenden riki mitt würde höchstens kongs 
nafn passen; franz. findet sich v. 398 nichts entsprechendes. 

— z. 11. Hier fehlt der zusatz: 'noch für den besitz deiner 
tochter'; vgl. franz. v. 401 = celt. s. 522,2 = engl. A v. 564. 

— z. 12 f. er — ok ist zusatz des sagasch reibers. — z. 17 f. ok 
sa— truir stimmt zu celt. s. 522, 3 f. and he will not prevail that 
trusts or believes in Mahumet\ franz. v. 405 = engl. A v. 567 f- 
enthalten statt dessen eine Verwünschung der götzendiener. — 
z. 25 f. Für minn — ok findet sich im franz. nach v. 409 nichts 
entsprechendes; jedoch muss auch in der vorläge des celt. 
textes etwas ähnliches gestanden haben; vgl. s. 522, 7 f. and 
will make thee the seneschal over all my dominion\ für skviar% 
z. 25 würde man also eher stivardr erwarten, wie D unrichtig 
an früherer stelle (z. 22) liest; das merkwürdige skipvördr in 
C findet sich in keinem wörterbuche notiert. — z. 26 f. Nu — 
stundir nur hier; ähnlich schliessen oft die capitel in den 
sagas; vgl. Ol. Kim. s. 52, 15 f. Lida nu sva fr am nökkur ari 
das. s. 63, 6 f. v. u. ok lidr sva fr am nokkura tima; Sams. s. 3, 18 
Ok lida sva nökkurir timar, fast = das. s. 10,6; s. auch Mirm. 
s. 144, 32 f. — z. 31. Für Par (nach C) voru XI riddarar bietet 
franz. v. 412 Les uns de chevalers = celt. s. 522, 9 some of the 
knights] der sagaschreib er scheint unze für uns gelesen zu 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 75 

haben. D XII steht ferner. — z. 41 fi. £u—hardn"i ähnlich 
Pjal. s. 29, 20 f. von einer wölfin Pott hundrad riddarar fceri i 
moti henni, hefdi hun skjott alla i helju hafU — z. 49 f. Den 
worten eigi — brynju entspricht franz. v. 427 nur Unkes il ne 
vout hauber k endoser. Diese specialisierung: 'brustplatte, ring- 
panzer, brtinne' ist also nordische zutat; parallelstellen führt 
Fritzner 2 s. v. plaia and muza an. Auch der folgende satz z. 50 f. 
ok — nefnd ist neu. — Zu z. 51 ff. Josv. — kastala stellt sich nur 
celt. s. 522, 24 f. Josian, the kings daughter, then mounted io the 
top of the highest torver of the castle and sat down. Nach 
franz. v. 429 scheint also die notiz, dass Jos. auf den türm des 
Schlosses steigt, ausgefallen zu sein. 

S. 216, 7 f. at spjoüt gekk i sundr = engl. A v. 790 His 
spere barst to pises pore ; vgl. celt. s. 522, 33 and from the thrust 
of the boar in falling the shaft of the spear was broken in 
pieces; franz. nach v. 445 vac; doch vgl. v. 448 E prent le 
tronsoun de sa espeie, ke il out fet debruser, wo also doch wol 
für espeie, lance zu lesen ist; vgl. engl. A v. 827 f. = celt. s. 
522, 14 f. v. u. Genau auf dieselbe art wie Bev. hier den eber, 
tötet Erex einen drachen, Er. s. 29, 15 ff. — z. 17 ff. I—unnazta; 
franz. v. 454 = engl. A v. 769 f. etwas anders gefasst — z. 25. 
Betreffs der zahl der forster vgl. meine anm. zu engl. G v. 829 ff. 
(a. a. o. s. 259); die lesung XII in C, die ich damals noch nicht 
kannte, stellt sich zu engl. C v. 829 ff. und zu MO v. 685; 
gegenüber stehen franz. v. 462 = celt. s. 522, 9 v.u. = engl. 
A v. 843 mit der lesung X. — z. 28 fehlt die bedrohung mit 
dem tode, franz. v. 466. — z. 32 ff. Die lesung Pessir fjorir 
menn, welche alle drei hss. bieten, ist ganz unverständlich, da 
vorher von zwölf oder elf förstern die rede war; franz. v. 473 
entspricht Quatre le ferent, so dass zum mindesten Pessir zu 
streichen ist, das man dem Übersetzer doch wol kaum zu- 
schieben kann; so Gering, der diesen fehler bemerkt hat, s. 
CCXVa, 15 f. richtig: 'vier seiner gegner'. Von dem gemein- 
samen angriff dieser vier forster ist in den anderen texten nicht 
die rede. — z. 38 f. Wenn wir z. 38 mit *C VIII, z. 39 IUI 
lesen, so ist die rechnung für den isl. text ganz richtig. In 
bezug auf diese zahlennormierungen geht jede version ihren 
eignen weg. — z. 40. Hier fehlt die bemerkung, dass B. un- 
verwundet geblieben ist, vgl. franz. v. 480 = celt. s. 522, 3 v. u. 



76 KÖLBING 

— z. 41 ff. Weder die lesung von B pa — styrkjaz noch die von 
*CD pa tok hun mjök (om. D) at angraz will recht in den Zu- 
sammenhang passen, auch bietet keine andere version etwas 
entsprechendes. Auch ok — hrausta weicht von franz. v. 484 = 
celt. s. 522, 2 v. u. f. = engl. A v. 895 ab. — z. 46 f. Für En—veidi 
bietet franz. v. 488 ff. einen kurzen dialog; vgl. celt. s. 523, 3 ff. 

— z. 49 f. Nur nach dieser version begibt sich der könig in das 
schloss seiner tochter (*C), oder zu seiner tochter (B), nach den an- 
deren fassungen (franz. v. 495 =* celt. s. 523, 5 = engl. C v. 907, 
2) befindet er sich auf seinem türme. Der sagaschreiber mag durch 
s. 215, 53, wo erzählt wird, dass die prinzessin st od i turnt sins 
kastala zu dieser änderung veranlasst worden sei. — z. 50 f. *C 
ok — völtuna; vgl. zum Wortlaut Tristr. s. 9,35 Pvi ncest leit hun 
ofan a völluna. — z. 56 f. Was Brandamon hier dem könig 
Erm. durch boten sagen lässt, ruft er ihm nach franz. v. 503 = 
celt. s. 523, 10 f. = engl. A v. 915 selber zu. — z. 62 vermisst 
man ungern eine bemerkung über das für den fall von Erm.'s 
Weigerung Jos. angedrohte Schicksal ; vgl. franz. v. 507 ff. = 
celt. s. 523, 14 f. = engl. A v. 924 f. 

S. 217, 3 fehlt Erm.'s antwort auf Brand.'s prahlrede, franz. 
v. 810 f. = engl. A v. 927 f. — z. 6—14. Der satz En—bleydi- 
menn fehlt in den andern Versionen und ist also als eine — 
übrigens ganz passende — hinzufügung seitens des Übersetzers 
anzusehen, dem es nicht einleuchten mochte, dass die königs- 
tochter selbst an dieser beratung teilnähme, und deren ein- 
mischung er darum motivieren wollte (vgl. franz. v. 516 = celt 
8. 523, 18 f. = engl. A v. 933). Eine ganz ähnliche Situation 
findet sich z. b. in der Elis saga cap. 35 ff., wo niemand es wagt, 
dem könig Juben von Baidasborg, der Rosamunda, die tochter 
des königs Malkabrez von Sobrie, zur gemahlin verlangt, sich 
zum Zweikampfe zu stellen, bis Rosamunda selbst in der person 
des Elis einen geeigneten kämpfer stellt. — z. 16. Hier hat 
die saga stark gekürzt, denn in den anderen Versionen wird 
Jos. eine genaue Schilderung von B.'s heldentat in den mund 
gelegt; vgl. franz. v. 519 ff. = celt. s. 523, 20 ff. = engl. A v. 
936 ff. — z. 17 — 19 ok fa — ydru ist neu, hinzugefügt in an- 
lehnung an s. 215, 24 ff. und an die worte des königs, hier z. 
24 f. — z. 31 ok — a hana\ diese eigenschaft einer guten rüstung 
wird öfters berichtet; vgl. Kim. s. 461, 9 ff. sa er hefir pa 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 77 

brynju, pa parf hann eigi at hrcedaz; sva er hon hörd, at 
ekki ma vopn skedja kennt; Ptl. s. 35, 9 f. Ek skal fa per pa 
brynju, er ekki sverd bitr a; s. auch Konr. 8. 61, 19 ff. — z. 
36 med — riki weicht ab von franz. v. 541 conquis out meint 
regne = engl C v. 984, 4 Many a londe ther tvilh was wonne, 
wo es sich also um frühere, mit dem seh wert von anderen 
vollführte heldentaten handelt. Der sagaschreiber hat es vor- 
gezogen, den hörer schon jetzt auf die künftigen leistungen 
seines helden hinzuweisen. — z. 41 — 3 hafdi pat — borinn] die 
notiz, dass das pferd nur einen tüchtigen ritter von edler geburt 
auf sich reiten lässt, ist bloss hier zu finden, und zwar ver- 
mutlich entlehnt aus EL, wo es s. 92, 17 ff. von dem ross Primsant 
heisst kann heftr ok annan sid pann er mjök er lofandi; kann 
kastar hverjum peim mannt af ser, er eigi heftr numit vel at 
rida ne vapn bera, ok fyrir pvi ma engt uneytr riddari a honum 
sit ja, ok kyss hann svo jafnan hina beztu riddara. — z. 45 — 47 
at — vaskleik; diese worte finden sich gleichfalls nur in der saga; 
doch vgl. z. b. El. s. 12, 2 f. Pa er Elis upp steig a hest sinn, pa 
hljop allt folkit at sja hann, sem eingi peirra hefdi aldri fyrr 
sei hann. Allir er sa hann, badu gud vardveita likam hans etc.; 
Trist, s. 34, 7 f. ok reid sidan Hl vigvallar ok hleypti hesti sinum, 
öllum peim asjandum, hversu hann kunni at rida. Dagegen fehlt 
nun das gespräch zwischen Jos. und B., franz. v. 550 — 8 = celt. 
s. 523, 6 v. u. f. — z. 54. Es wird hier die angäbe der stärke 
von B.'s heer vermisst, nach franz. v. 566 = celt. s. 524, 3 f. 
40 000 mann. Doch scheint dieser veis auch in der vorläge 
gefehlt zu haben, denn deshalb hat wol der Übersetzer z. 56 f. 
die ihm vorliegende angäbe über die zahl der feinde, franz. v. 
568 f. Ove lui C mit de Sarazins felouns, Leus, taunt out plus 
hommes ke ne out Bovoun = celt. s. 524, 5 f., abgeändert, um 
eine vergleichung herzustellen. Uebrigens vgl. man mit diesem 
Zahlenverhältnis das genau eben solche in Ptl. s. 13, 17 f. pviat 
Bretar vorn XX um einn Franzeis. — z. 62. Das auf var fol- 
gende med, welches sich nur in B findet, ist als Schreibfehler 
zu streichen. 

S. 218, 1 C note 1 'nicht mehr wie ein verfaultes blatt'; ähnlich 
Clar. s. 8, 47 ff. ok aldri steigt pu enn lengra fram med pitt vit 
enn einn naulreki edr rotit lauks höfud\ das. s. 15, 12 ff. at b(edi 
pau . • . vir dir hon her hja eigi meira enn eilt rotit lauks höfud\ 



78 KÖLBING 

vgl. auch Kim. s. 244, 7 f. betra plkkir peim eitt rotit surepli 
enn gildr vapnhestr med sinum forum; z. 1 f. 'nicht mehr wie 
eine bohne'; in beiden fällen bot der urtext andere vergleichungs- 
objecte, vgl. franz. v. 579 f. Que le escu de son col ne li vaut 
un penoun, Ne le hauberk düble ne li vaut un botoun. Aehnlich 
Kim. b. 302, 28 f. ok tjadu honum eigi herklcedi hans pat er vert 
vceri eins glofa; das. s. 303, 1 f \ en oll kerklcedi hans tjadu honum 
ekki; s. auch das. 8.346,10. — z. 5 f. Pu — komit; vgl. ausser 
Ced. s. XXTX Strengl. s. 10, 19 pa man kann sva leika pa ok 
lemja, at peim vceri hcegra heima) Kim. s. 197,3 Betr mcetti ek 
vid una at hafa legit heima i riki Affrica) vgl. das. s. 210, 6 v. u. f.; 
Mött. s. 15, 10 ff. (= franz. v. 352 f.). Umgekehrt sagt freilich 
auch ein isländisches Sprichwort, Troj. s. 36, 20 f. er sa eingi 
feigri er ferr, enn hinn er heima sitr. — z. 22. Weder vargar 
in B noch leon in C entspricht der vorläge; vgl. franz. v. 604 
ke homme ne fet berbiz. — z. 27 ff. C ella — halfpennings ent- 
spricht franz. v. 608 Jammes averez de moi le vailaunt un par- 
jois; vgl. ausser Ged.'s Zusammenstellungen s. XXIV Kim. s. 
173, 9 f. at eigi fekk einhver meira i sitt hlutskipti enn verd haifs 
annars pennings\ s. auch s. 367, 20. 376,7 f. 389, 8. 475, 5 v. u.; am 
genauesten zur vorliegenden stelle stimmt Trist. B s. 30, 2 f. 
en ekki at heldr fa peir svo mikit gott af honum, at vert vceri 
eins pennings. — z. 30 pa hlo hann at honum = celt. s. 524, 29 f. 
What Bown then did was to smile = engl. C v. 1007,9 (s. 48) 
Befyse that harde and logh yare ; franz. v. 609 hat jetzt nichts 
entsprechendes mehr. — z. 33 f. Aldregi — fa nur hier; fyrr B, 
heldr *C = celt. s. 524, 31 sooner; dagegen franz. v. 613 Vus 
averez le gibbeU — z. 35 f. ok — deyja anders wie franz. v. 614 
Kar vos hommes sunt tuz le plus occis = celt. s. 524, 32. Die 
änderung ist mit rück sieht auf das unmittelbar darauf erzählte 
vorgenommen. — z, 42 XII menn widerspricht direct s. 221,44 
peir II riddarar, er hann leysti ur böndum Brandimons kongs\ 
Gering hat diese incongruenz bemerkt und sagt deshalb mit 
leiser abweichung vom isl. texte s. CCXXI b, 5 v. u. f.- 'zwei 
der ritter, die er aus den banden Brandamons befreit hatte'. 
Die anderen fassungen bieten jedoch vielmehr auch an unsrer 
stelle die zweizahl, franz. v. 623 Dens = celt. s. 524, 35 two = 
engl. A v. 1024 Ttveu Da B und C XII lesen, so scheint die 
vorläge des isl. textes irrtümlich douze statt deus geboten zu 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 79 

haben. — z. 45 fla kvika = franz. v. 625 escorcher; auch sonst 
begegnet diese grausame todesart öfters; vgl. Bret. 1 s. 182, 1 v.u. f. 
Pa bad hann sidan pa sem eptir voru, at hud skyldi fla af peim 
kvikum ; Flor. s. 60, 8 f. sumir dcemdu, at pau vceri flegin kvik. 
— z. 48 — 50 ok cepti — vi{fa ist an stelle getreten von franz. 
v. 631 Bradmund tost atint saunz nul delaier. — z. 56 f. *C ok 
hversu — sverdi ist typisch; vgl. Ol. Kim. s. 57, 5 f. at hon sa 
sinn herra ok husbonda standa yfir ser medr brugdnu sverdi \ 
franz. v. 635 steht ferner. — z. 58. Der beginn von Brand.'s 
rede klingt einigermassen abrupt; man vermisst eine Über- 
tragung von franz. z. 637 Merci . . . beau duz sire Bovoun = celt. 
s. 524,6 v.u. = engl. A v. 1041; vgl. auch Er. s. 10, 1 (= franz. 
v. 994). — z. 60 mitt sverd ok ist neu, aber naheliegend genug; 
vgl. z. b. Fl. s. 137,44 Tak her mitt sverd; s. das. s. 181,20. 
S. 219, 2. Für pusund kastala bietet franz. v. 640 treis mü 
chasteus = celt. s. 524, 4 v. u. — z. 3 f. ok allt — halda ist ein 
typischer ausdruck für die anerkennung der vasallenschaft ; vgl. 
z. b. Kim. 8. 481, 2 f. Ek vil gjarna geraz madr pirm ok halda 
riki af per etc. — z. 13 f. Beuis — alla\ hier hat der isl. text 
an der Vorstellung von einer grösseren anzahl gefangener fest- 
gehalten (vgl. o. zu s. 218, 42) gegenüber franz. v. 653 Boefs 
aia les dem chevalers delier. Zum Wortlaute vgl. Ptl. s. 38, 23 f. 
Nu gekk PartcUopi upp i höllina ok leysti pa alla, er bundnir 
vorn. — z. 24 f. i pinu herbergi stellt sich zu engl. A v. 1084 
to hire inne, gegenüber franz. v. 661 sa chambre, wonach meine 
anm. zu engl. A v. 1084 f. (s. 269) zu berichtigen ist. — z. 29 f. 
ok — gangvera ist ein naheliegender zusatz. Vgl. Ptl. s. 38, 24 f. 
ok fekk hverjum peirra hinn bezta gangvera. Neu ist auch z. 34 
pviai — listug und z. 36 f. med — ekka; letztere worte sind 
offenbar hinzugefügt, um am Schlüsse des capitels einen reim 
zu gewinnen. — z. 39 f. ok drukku vel ist ein weiterer zusatz, 
der germanischer sitte entspricht; nach dem gratias werden 
,der erheiterung wegen wider und wider die becher präsentiert' 
(A. Schultz a. a. o. I 2 , 368) : vgl. z. b. Kim. 447, 5 ff. ok pa for hverr 
tu sins innis, ok skorti par eigi mat ne drykk enn vildasta .... 
Sidan drukku peir at sidvenju etc. — z. 42 f. fyrir okkarn elsk- 
uga ist auffallend, denn Jos. kann doch nur von ihrer liebe 
zu ß. sprechen; vgl. vgl. franz. v. 671 Vostre amour, d. h. 'die 
liebe zu euch'. — z. 52 f. pviat — kong stellt eine bemerkens« 



80 KÖLBING 

werte änderung dar gegenüber franz. v. 679 Kar li roi me freit 
honir e vergunder, die Beves Charakter in einem vorteilhaften 
lichte erscheinen lässt. — z. 54 f. Den worten ok — honum steht 
nur parallel celt. s. 525, 17 f. but without success; ob die beider- 
seitige vorläge etwas entsprechendes bot, muss dahingestellt 
bleiben. — z. 59. Statt ä ukunnu landi erwartet man af u. /., 
was 6 tatsächlich bietet; vgl. franz. v. 686 de un autre regian; 
engl. SN v. 1104,1 of vncouth londe. — z. 60 f. ok per — hluta 
sind neu, enthalten aber nur eine inhaltliche widerholnng 
von z. 51. 

S. 220, 1 med XXX rikja stellt eine Übertreibung dar 
gegenüber franz. v. 690 ovekes dis regiouns = celt. s. 525, 22 f. 
— z. 4 f. Die motivierung von B.'s absage ' weil du nicht an 
den gott glaubst, an den ich glaube' fehlt franz. nach v. 692 
sowie engl. A nach v. 1110, und ob celt. s. 525,23 1 will refuse 
thee, between me and god dasselbe bedeuten soll, ist sehr zweifel- 
haft; dennoch halte ich, wie schon in der anm. zu engl. A v. 
1194 — 6 (s. 274) bemerkt wurde, dies motiv für ursprünglich, da 
durch dasselbe das anerbieten des mädchens, ihrem heidnischen 
glauben entsagen zu wollen, das sich in allen texten findet, 
erst seine richtige begründung erhält. Diese bedingung wird 
öfters gestellt für die Schliessung eines liebesbundes; vgl. Strengl. 
s. 76, 10 ff., wo eine Jungfrau zu ihrem bewerber sagt Gjarna 
vil ek gera pik unnasta minn, ef pu tryggr a sannan gud, svo 
at ast okkur megi samanfalla. — z. 18 f. slikum — heldr, ein 
passender zusatz des sagaschreibers. — z. 23 — 7. Für ok — pin 
findet sich franz. nach v. 708 keine entsprechung, ebenso wenig 
celt. s. 525, 34 f. oder engl. A nach v. 1128; es liegt darin wol 
auch nur eine freiere widergabe von franz. v. 715 Quant a vostre 
pere ai conquis un regne, was an richtiger stelle, z. 33, weg- 
gefallen ist, und ausserdem eine prolepsis von s. 221, 25 f. ok — 
launat. — z. 37 f. at — daginn ist vom Übersetzer hinzugefügt 
im anschluss an s. 221, 24 f. — z. 40. Die form reid, auf ein 
inasc, Bevis, bezüglich, ist mir unverständlich; die hs. (C) bietet das 
richtige reidr. — z. 41 f. Nu — geingin entspricht engl. A v. 1137 
Po Beues was to tonn igo, franz. und celt. vac. — z. 50 f. hvar — 
hann nur hier, ebenso z. 61 adr — fcerut. — Wenn der heraus- 
geber z. 62 — 5 Bevis zu dem boten sagen lässt: 'du magst 
Jos. sagen, dass du mit deinem auftrage nichts ausrichtest, 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 81 

ausser däss du mir ihre botschaft gebracht hast', so legt er 
ihm ein recht abgeschmacktes dictum in den mund, und die 
darauf folgenden worte z. 65 Ek — yftrfat klingen abrupt. Auch 
ohne hinzunahme der anderen Versionen sieht man sofort, dass 
nema — bodskap zum folgenden gehört; es wird also nach netna 
pvi at einzusetzen sein: ' ausgenommen der umstand, dass, weil 
du mir ihre botschaft gebracht hast, ich dir meinen mantel 
gebe 7 ; Tgl. franz. v. 737 f. = celt. 525, 1 v. u. f. = engl. A v. 11 55 f. 
S. 221,6 fyrir send. s. ist neu, ebenso z. 10 ne hans <Btt- 
menn. — z. 28 f. ok med — annlit ist eine Übertragung von franz. v. 
763 De der lerm keplurtfet sa face enviler [1. moiller]. Im übrigen 
ist die ausdrucks weise typisch; vgl. Parc. s. 18,22 svo mjök 
gratandi, at hon vcelti andlit hans allt i sinum tarum (= Perceval 
li Gallois v. 3161 f. Et pleure si qu'ele li molle De ses larmes tote 
la face); Tristr. s. 13, 14 f. med tarum sinum vcetandi andlit sitt. 
— Neu ist z. 38 f. foeddr — jungfru; vgl. s. 212, 17 f. = franz. v. 
216 und Kim. s. 179, 12 f. ok hann fceddiz af heilagri fru ok 
hreinni mey Marie i pessa veröld. — z. 39 ok kr. var entspricht 
franz. v. 768 ke fust en croiz pene\ vgl. ausserdem Kim. s. 340, 
8 v. u. sa er krossfestr vor, sowie das. s. 419, 16. — Eine an- 
nehmbare hinzufügung des sagaschreibers ist die motivierung 
von B.'s enthaltsamkeit, z. 53 — 8 pviai — skird; zum Wortlaute 
vgl. Tristr. s. 94, 28 f. en eigi er honum hugr at eiga likams losta 
vid konu sina. 

S. 222, 14 — 16. Die worte svo—liki, ein eigentümlich 
nachhinkender nebensatz, finden sich nur hier. — Der zusatz 
in *C, z. 29 [i] svo skjotan veg, stimmt zu engl. A v. 1252 ff. 
no mesager .... Pat srviftli scholde don is nede, ohne dass eine 
gemeinsame vorläge vorausgesetzt werden müsste. — z. 29 f. 
ek — jafngott = franz. v. 816; Fl. s. 136, 60 ff. muss sich Flovent 
sogar sagen lassen Mikit fol ertu, er pu berr vopn, pviat sendi- 
madr skal vopnlauss fara. — z. 32 f. Ekki — pessa , hier neu, 
vorausgenommen aus der parallelstelle s. 225, 14 f. — z. 35 f. 
Um fjöll — daga stimmt zu franz. v. 820; vgl. ausserdem Kim. 

s. 165, 5 v. u. f. Sendimadr ridr dag ok nott um fjöll ok 

doli) das. s. 283,5 v.u. f. Nu er sendimadr a skjotum hesti ok 
ferr yfir fjöll ok doli, ok reid hann pa nott alla; das. s. 404, 7 
v.u. f. ok for sidan um fjöll ok doli; das. s. 501,9 v.u. ff. En 
Karl, konungr reid heim tu Frakklands med allem sinn her; hann 

Beiträge nur geschieht© der deutschen spräche. XIX. § 



82 KÖLBING 

reid um ha fjöll ok myrkva dali ok furduliga pröngva (= Rol. 
lied ed. Müller v. 814); ähnlich schon Helgakv. Hund. 1,48, 5 f. 
— Zu dem inhalt von z. 37 ff. stellt sich , was Ced. s. XX 
schon kurz erwähnt hat, Ol. Kim. s. 71, 6 ff. ... ser hann 
fram fyrir sik sitja einn pilagrim .... Pilagrimr sja matadiz, ok 
er Landres kom fram at honum, mcelti pilagrimrinn : Fagr sveinn, 
sagdi hann, stig nidr af pinu erst ok sit hja mer, ok sncedum 
badir samt . . . Landres . . . ste nidr af sinu erst ok settiz hja 
pilagrimnum sakir pess at hann var ekki mettr ok po lystugr. 
Der weitere verlauf dieser episode ist allerdings in beiden 
texten ein ganz verschiedener. — Sir Beues s. 277 habe ich 
gesagt, engl. A v. 1263 — 82 fänden sich weder im franz. noch 
im isl. oder celt. texte; ich hätte hinzufügen sollen, dass isL 
hier z. 41 — 4 Petta — heidingßim wenigstens den hauptinhalt 
des betr. abschnittes widergibt, also doch wol ihre franz. vor- 
lagen ähnliches enthalten haben. — z. 49. ok po fagrliga, ein 
wolbedachter zusatz des Übersetzers, denn ' gieriges essen, zu 
viel trinken war gegen den anstand' (Weinhold, Altnord, leben 
s. 150); vgl. auch Havamal str. 21, 1 ff. Gradugr halr, nema geds 
viti, etr ser aldrirega. Anders der unmanierliche zwerg, von 
dem es Clar. s. 22, 19 heisst ok etr geysi-gradugliga. 

S. 223, 1. en ek Terri, nur hier, zur genaueren Orientierung 
des lesers aus s. 237, 60 entnommen. — z. 7 f. Ok — mer = 
engl. SNC v. 1283, 101 f. (s. 64) Tel me norv, yfpou can, Where y 
myght fynde suche a man! Franz. nach v. 844 und celt. s. 527, 
19 vac. — z. 12—16. In franz. v. 848 ff. = engl. A v. 1309 ff. 
fällt der pilger in ohnmacht, unmittelbar nachdem er die 
Schreckensbotschaft in bezug auf B. vernommen hat, dem vor- 
liegenden texte zufolge erst nach gegebener antwort. Ein grund 
zu dieser veränderten anordnung ist nicht ersichtlich. — z. 17 fj 
Hvert — ydvart ? und dem entsprechend z. 28 f. Ekki — sitt hat 
der sagaschreiber nicht unpassend hinzugefügt. — z. 19 f. Mogk 
a.a.O. s. 486 vermutet hier eine lücke: 'so scheint mir die 
aufforderung des Terri .... er solle ihm den brief, den er zu 
besorgen habe, zeigen, vollständig unmotiviert. Woher kann 
überhaupt Terri etwas von dem briefe wissen, wenn ihm Bever 
nicht davon erzählt hat ? Diese worte scheinen also zu fehlen. 9 
Dies bedenken Mogks beruht indessen nur auf einer ungenauen 
Auffassung unsrer stelle. Terri fragt zunächst den boten med 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 83 

hvat fari per? und diese frage lag nahe, da Bev. jedenfalls den 
brief in einer büchse am halse oder gürtel trug, wie das der 
boten gepflogenheit war (vgl. A. Schultz, a. a. o. I 2 , 174). Und 
nun erst fügt er hinzu Ef per farit med bref etc. Es ist also 
absolut nichts ausgefallen ; vgl. franz. v. 853 f. — z. 33 f. Hann 
reid — syngjandi = franz. v. 865 Tretot en chauntaunt comence 
a chivacher; vgl. Ol. Kim. s. 71,4 f. ok rldr par tu er hann 
kemr i einn villiskog syngjandi ok gledjandi sik mikiliga. — 
z. 35 — 7 Par — fait entspricht franz. v. 867 nur Ceo fu la plus 
riche cite ke soft desuz ciel; dass es eine handelsstadt ist, in der 
alles mögliche feil gehalten wird, ist eine idee des Übersetzers; 
so wird Flor. s. 38 f. berichtet, dass sich 27 tore in der mauer 
von Babylon befinden, ok sterkr kastali yfir hverju, ok markadr 
hvern dag hja hverjum kastala. — z. 40 — 2 ok hafdi — sol; von 
solchen edelsteinen wird in den mittelalterlichen epen oft er- 
zählt; vgl. z. b. Kim. 8. 473, 3 ff. en einn carbunculus lysti par, 
ok er pat hans natiura, at hann lysir jafnt um nott sem um 
dag; das. s. 203, 6 v. u. f. ... fjorar karbunkuli, af peim lysti um 
allt landtjdldit, svo at eigi purfti par kerti brenna um ncelr eda 
kveldum; s. auch das. s. 323,25. — z. 47 f. Bevers sie af hesti 
sinum entspricht engl. A v. 1353 Beues of is palfrei aligte; franz. 
nach v. 879 und celt. s. 527, 13 v.u. vac. — z. 49. Nach orce- 
diliga vermissen wir die Übertragung von franz. v. 881 Mähumet 
prist par le toup si le comence a ruer = celt. s. 527, 12 v. u. 
and seized Mahom, and broke it in pieces\ vgl. engl. A v. 1356 
And prerv here godes in pe fen. Dieser ausfall ist um so auf- 
fälliger, als gleich darauf auf diese tat des Bev. bezug ge- 
nommen wird, z. 53 f. — Nach franz. v. 887 ist eine lücke an- 
zunehmen, denn es fehlt eine entsprechung zu isl. z. 55, C note 
16 ok sjalfa oss drepit ok svivirda, ef ver he f dum eigi undan 
flyit] ähnlich engl. A v. 1364 f. And slep al oure men; Vnnepe 
i scapede among pat pring; vgl. celt. s. 527, 9 v. u. f. and killed 
one of their companions also. 

S. 224, 11 vermissen wir die frage Brand.'s, was Bev. ver- 
anlasst habe, ihn aufzusuchen, franz. v. 897 = celt. s. 527, 5 v. u. 
Die folgenden worte des Bev. bilden die antwort darauf. — 
z. 23. Für härm erwartet man hans fcetr y im gegensatz zu a 
hals honum z. 24; vgl. franz. v. 913 E les pez li lient de chaines 
malt fortment = celt. s. 528, 6 f. — z. 31 f. i — prisund; franz. 

6* 



8 4 KÖLBING 

entspricht v. 920 nur en ma prison\ dag. vgl. Kim. s. 377, 1 f. 
i hina mestu myrkvastofu ok ena verstu ; das. s. 399, 3 v. u. t 
myrkvastofu ina verstu, pa er a Saxlandi er. — z. 33 krapt ver- 
stehe ich in diesem zusammenhange nicht; franz. entspricht v. 922 
den worten f>inn — krapt nur vostre talent; so erwarten wir an 
zweiter stelle ein synonymum zu pinn vilj'a, und dies wird in 
der lesung von C note 9 pina kröf geboten. — z. 34 f. ok önnur 
eitrkvikendi stellt sich zu celt. s. 528, 15 and other poisonous 
vermin; franz. v. 923 vac. Vgl auch Ol. Kim. s. 61,3 v. u. f. 
Pagat skal samna til pessa huss öllum ormum ok eitrkykvendum; 
das. s. 69, 17 ser hann marga orma ok pöddur ok önnur eitr- 
kykvendi] s. feiner Ced. s. CCXXXVII. — z. 36 f. svo — meidaz 
ist eine erweiternde widergabe des franz. trenchaunt, v. 923. 

— z. 41 C note 15 sakir — i dag ist ein hübscher zusatz, 
der gewiss nicht erst durch den Schreiber von C erfunden ist. 
Dagegen ist die zweimalige erklärung des Bev., dass er sich 
den befehlen Brand.'s füge, franz. v. 926 f. und v. 933 f., un- 
tibersetzt geblieben. — z. 37 f. C ok aldri — byggleif; vgl. zum 
inhalte Ol. Kim. s. 61,9 v.u. f. Ekki skal henni til feedu fa utan 
einn sadahleif — z. 45 at höfdinu = celt. s. 528, 22 headlong; 
franz. und engl. vac. — z. 50 1 pvi — sinar stimmt einigermassen 
zu engl M v. 1312 Beues handis they onbound (vgl. die anm. 
z. d. st. 8. 287) ; franz. nach v. 947 und celt. s. 528, 25 vac 

— z. 57 f. *C Herra — nafns ist eine typische einleitungs- 
formel für bittgebete; vgl. Kim. 68, 7 f. Nu bid ek pik, drottinn 
minn, sakir pins heüaga nafns etc. — z. 57 — 9. Den worten 
Herra — pinu entsprechen franz. v. 954 nur Ore, deus, eides. 

S. 225, 4 f. at aldri — gjöra weicht ab von franz. v. 959 
Ke jammes apres ne parlera od komme = celt. s. 528, 34 f. — 
z. 7. Franz. v. 962 f. und celt. s. 528, 35 f. ist die entsprechende 
rede des Bev. länger. — z. 17 f. B er — ekki entspricht engl. A 
v. 1436 Pat i ne migte him noup, fern ise. C und die andern 
texte vac. — z. 33 — 6 Ok—ydvar\ dieser teil von Jos.'s rede 
wird franz. v. 989 — 91 = celt. s. 528,2 v.u. f. als tatsache er- 
zählt. — z. 44 fehlt eine notiz über die Stimmung, in welche 
Jos. durch diese Werbung versetzt wird ; vgl. franz. v. 998 = 
celt. s. 529, 5 f. = engl. A v. 1458. — z. 52 f. ok tok — kongi 
nur hier. 

S. 226, 10 f. Dieser darstellung zufolge trifft das pferd 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 85 

den könig Brand, mit den hufen an den köpf; nach franz. v. 
1026 ff. = celt. s. 528, 20 ff. trifft es ihn an die brüst and er 
zerschlägt sich beim fallen den köpf an der mauer. — z. 12 
VI riddarar; aus franz. v. 1030 ses chevalers = celt. s. 528,23 
his men geht hervor, dass der sagasch reiber in seiner vorläge 
sex für ses gelesen haben muss. — z. 15 *C ok — kann entspricht 
franz. v. 1034 Maunderent mir es si li fount saner. Die redens- 
art ist typisch ; vgl. Er. s. 12, 7 f. hon fekk ok leekna til at grceda 
hans sar, wo franz. v. 1243 vac; s. auch Parc. s. 39, 27 f. pa 
fekk kann til einn leekni at grceda hann und AI. s. 148, 1 v.u. f. 
— z. 19 f. pa — syrgja; vgl. engl. A v. 1576 he made is pleint, 
v. 1578 Reuliche; franz. v. 1039 und celt. s. 529, 28 vac. — z. 30 f. 
vondr svikari = celt. s. 529, 34 traitor = engl. A v. 1593 
Pefl cherl! (vgl. die anm. z. d. v., s. 291); franz. v. 1047 vac. 
svikari ist ein gewöhnliches Schimpfwort; vgl. s. 227, 55 f. hinn 
illa svikara = franz. v. 1187 tretre pautener; s. 235, 83 f. pu illr 
svikari = franz. v. 1772 = traitur; s. 242, 46 f. pu hinn Uli svik- 
ari = franz. v. 2320 traitur; Ced. führt dazu s. XXV keine 
parallelstellen aus anderen sagas an ; doch vgl. Ol. Elm. s. 58, 
6 sem leidr svikari; Iv. s. 91,7 pu hinn vandi svikari] AI. s. 

121.5 sa vandi svikari Narbazones (Gualt. abweichend cruentus 
. . . Narbasones); drottinsviki, das s. 235, 54 *C in demselben sinne 
gebraucht wird, findet sich u. a. auch Elm. s. 82, 20. — z. 36 
ist ein längerer monolog des Bevis ausgefallen (vgl. franz. v. 
1056—66 = celt. s. 529, 11 v. u. ff. = engl. A v. 1603 ff.), der ja 
allerdings für den Zusammenhang nicht unentbehrlich ist. Ebenso 
fehlt z. 45 die antwort des zweiten kerkermeisters, franz. v. 
1076 = celt. s. 530, 3 f. — z. 47 ff. Zunächst fehlt hier die be- 
merkung, dass Bev. das seil durchschneidet, an dem der zweite 
kerkermeister sich herabgelassen hat, vgl. franz. v. 1078 = celt. 
s. 530, 5 f. Die worte Pa lagdi — sverdinu stimmen zu engl. A 
v. 1632 ff. Beues held up pat gode bronde And felde to gronde 
pat sori wigt, Pourg out is bodi pat srverd he pip, vgl. celt. s. 

530.6 and the man feil on the point of the sword; nach franz. 
v. 1079 f. dagegen verliert der wärter dadurch sein leben, dass 
er beim herabfallen an einer der am boden des gefängnisses 
angebrachten eisernen spitzen aufgespiesst wird. Endlich fehlt 
hier der zug ganz, dass Bev. nach dem tode seiner Wächter 
noch drei tage hungernd im gefängnis verbleibt, bis auf sein 



86 KÖLBING 

gebet hin die fesseln vom körper fallen, franz. v. 1082 — 91 = 
celt. s. 530, 8 ff. = engl. A v. 1635 ff. Diese auslassung wird 
dadurch besonders auffallend, dass s. 227,23 f. auf das betreffende 
stück erzählung ausdrücklich bezug genommen wird, wenn es 
h eiset, B. habe vier tage keine speise zu sich genommen. — 
z. 49 f. Sldan — streinginum = engl. A v. 1651 f. A rvente quik 
out of prisoun Be pe rop, pe gailer com adoun (vgl. die anm. 
z. d. st. s. 293). Nach franz. v. 1092 = celt. s. 530, 12 springt 
B 15 fuss in die höhe und gelangt in ein ge wölbe, von 
wo ein breiter weg ins freie führt. — Nur dem nordischen 
texte zufolge, z. 50 f., gelangt Bev. nach seiner befreiung gerade 
in das haus, welches seine Wächter bewohnt hatten; nach den 
anderen texten kommt er mitten in der stadt ins freie und tritt 
in ein zimmer ein, welches von kerzen erleuchtet ist; vgl. 
franz. v. 1097 ff. = celt s. 530, 14 ff. = engl. A v. 1653 ff. Was 
den sagaschreiber zu dieser änderung veranlasst hat, vermag 
ich nicht zu sagen. Die lebhafte Schilderung von des helden 
äusserer erscheinung, franz. v. 1100 — 4, ist weggefallen. — z. 
58 f. Die worte sem — borgina mag der Übersetzer hinzugefügt 
haben, weil von einem öffnen der über nacht geschlossenen 
tore sonst nicht die rede ist. Nach engl. A v. 1691 öffnet der 
pförtner erst das tor auf Bev.'s geheiss; celt. s. 530, 30 heisst 
es allgemeiner gefasst: They also opened the gate. — z. 59 f. 
hverr hann var = celt. s. 530,28 who he was; franz. v. 1118 
Bunt es tu, bacheler? steht ferner. Die worte eda — fara finden 
sich nur in der saga. — z. 63 vermissen wir die Übertragung 
von franz. v. 1123 Jeo ly retroverai, sachez de veritez = celt s. 
531, 29 f. 

S. 227, 3 f. Bevers — hann stimmt zu celt. s. 530, 31 f. and 
proceeded onrvards that night; franz. nach 1126 vac. — z. 12 f. 
su — morguninn = celt. s. 530, 34 the city from tvhich he had 
escaped; franz. nach 1134 vac. — z. 18 f. ok lagdi — ser = 
franz. v. 1140. Wenn ritter im freien schlafen, pflegen sie den 
schild als köpf kissen zu brauchen ; vgl. Er. s. 29, 24 f. En pessi 
dreki tok mik i morgin sofanda af minum skildi. — z. 31 f. *C 
en peir svara öngu = celt. s. 830, 3 v. u. and no one ans wer ed; 
franz. v. 1153 Mes sachez de veyr ke il poynt ne trova steht 
ferner. — z. 32 f. Hann — myrk., wie beide hss. bieten, ist unklar 
ausgedrückt; nach franz. v. 1154 f. = celt. s. 530 3 v. u. f. wird 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 87 

eine lampe angezündet und in das gefängnis hinunter gelassen. 
— z. 35. Der inhalt der rede, franz. v. 1158 — 60 = celt s. 
531, 1 f. ist weggelassen, aber aus demselben die tatsache von 
R's flucht in die vorhergehende erzählung en — brottu auf- 
genommen. — Dass der sagaschreiber es so aufgefasst hat, als 
ob Brand., und nicht vielmehr Grandier, der besitzer des als 
besonders wertvoll bezeichneten pferdes sei, geht nicht nur 
aus C note 6 Kongr reid sinu goda essi, sondern auch aus 
z. 52 f. a hinu skjota essi hervor, wo franz.. v. 1184 liest sur un 
bon destrer. — z. 56. Nach franz. v. 1188=celt. s. 831, 19 wirft 
Brand. Bev. hier noch die tötung seiner kerkermeister vor. 

S. 228, 9 ff. er — biskups weicht dem sinne nach von franz. 
v. 1211 Quant de si bon evesque estes ordine = celt s. 531, 30 f. 
ab; dass zu der neuen fassung die folgenden worte nicht recht 
passen wollen, hat offenbar der Schreiber von C gesehen und 
darum z. 10 f. einum presti (= celt. s. 531,31 f. a priest ; vgl. 
franz. v. 1212 un chapeleyn lettre) in ödrum biskupum (note 5) 
geändert, ebenso z. 19 vigdr til prests ( — franz. v. 1219 prestre 
novel ordine = celt. s. 531, 36 a newly ordained priest) in vigdr 
tu biskups. sakir kr. p. ist zusatz. — z. 14 f. at hann skyldi 
eigi undan renna\ franz. v. 1216 = celt s. 531, 33 f. 'ehe ich 
etwas esse, wirst du gehängt sein', also im Wortlaute ganz ab- 
weichend. — Der inhalt von franz. v. 1222 — 4 = celt s. 531, 
13 v. u. ff.: 'Bev. überlegt, dass er jeder gefahr trotzen könne, 
wenn es ihm gelinge, das pferd seines gegners in seinen besitz 
zu bekommen', fehlt hier z. 21. — z. 34 f. Vgl. OL Kim. s. 72, 16 f. 
vor hann kominn heldr fram i einn stridan straum ok djupan, 
sva at padan hefdi hann aldri til lands komit, ef eigi hefdi hans 
ers svo sterkt ok frcekit verit. Der nordische text lässt nicht 
erkennen, zu welchem zwecke B. die lanze in das wasser steckt 
Aus franz. v. 1238 f. « celt s. 531, 3 v. u. ff. geht hervor, dass 
es geschieht, um die tiefe des wassers zu erproben. Derselbe 
zug findet sich, beiläufig bemerkt, in dem me. roman von Guy of 
Warwick, Reinbroun str. 81, 10 ff. (The Romance of Guy of 
Warwick. Edited by J. Zupitza, London 1883 ff., s. 658) Pe 
water was so sterne and grim, Migte no man come perin, Beute 
he hadde schip to saile. Reinbroun dorste noup, passy: Wip is 
spere aganitprouy, How dep it was beside. Wenn es dagegen 
Elm. s. 266, 9 ff. heisst Ok pegar hann kom til hafsins, lagdi 



S8 KÖLBING . 

hann sinu spjoli i sjainn, so geschieht das wol hier, um damit 
symbolisch die besitznahme dieses meeres anzudeuten. — z. 
37 f. Hann — hafaz ist typisch, hier entspricht franz. v. 1242 
mult fut esbayz; s. 233, 23 ff. svo at — hafaz = franz. v. 1553 Ke 
il ne saverunt quele part torner \ 8. 250,34 *C ok vissi — hafaz; 
franz. v. 2916 vac; vgl. Mött. s. 22, 17 ok vissi ekki, hvat hon 
skyldi at hafaz (= franz. v. 555 Si que ne se set conseillier); 
Parc. s. 28, 20 f. En hinn .... vissi ekki, hvat hann skyldi at 
hafaz (= franz. v. 4189 Cil ki ne set que faire puisse). Ol. Kim. 
s. 61, 15 f. ok vissi hon eigi, hvat hon skyldi at hafaz ; Strengl. 
s. 5, 12 f. ok vissi eigi, hvat hann skyldi at hafaz. — z. 39. 
Durch den ausdruck med fögrum ordum wird der ton des im 
franz. texte v. 1243 ff. 12 Zeilen langen gebetes (vgl. celt. s. 
532, 2 ff.) kurz angedeutet. — z. 40. Die worte von C note 12 Nu 
sem — honum sind der Situation angemessen, ohne jedoch in einer 
der anderen Versionen eine entsprechung zu finden. — z. 47. 
med g. m. nur hier; vgl. Valv. s. 66, 16 ff. Hann slo nu hest sinn 
sporum ok hleypti a ana, ok hestrinn svamm svo, at med guds 
nad komz hann yfir ana] s. auch Tristr. s. 89, 12 ff. Neu ist 
ferner z. 54 med — daudan (ok frcenda hans add. C), aber passend 
hinzugefügt. — z. 41 ff. Wie das schnelle laufen zu lande, so 
ist flottes schwimmen eine haupteigenschaft tüchtiger pferde; 
vgl. Kim. s. 108, 15 f. Hestr hans var peirrar natturu, at honum 
var jafnkringt at svimma med hann a sj'a ok a vatni sem renna 
a landi. 

S. 229, 2 ff. Es ist bemerkenswert, dass sämmtliche Ver- 
sionen (celt. s. 532, 19 ff. = engl. A v. 1821 ff.) hier directe rede 
bieten, nur franz. v. 1272 ff. indirecte. — z. 14 f. fyrir sakir — 
a = franz. v. 1284 Pur l'amur cel deu, a ky estes doni\ im 
übrigen ist diese beschwörungsformel typisch ; vgl. s. 253, 59 f. *C 
sakir pess guds, er per truid a; franz. v. 3082 nur pur Vamur 
dex; ähnlich s. 231, 62 f. Pat skal sa gud vita, er kristnir menn 
trua a, gegenüber franz. v. 1481 Ke par cele deu ke dei ho[n]urer; 
zu diesen stellen fügt sich Kim. 84, 10 v. u. B fyrir guds sakir 
pess er pu truir a\ vgl. das. s. 415, 5 v. u. f. — z. 34 ff. Der zug, 
dass ein ritter, der von einem verwanten seines gegners ein ross 
erbeutet hat, von diesem gefragt wird, ob und wem er dasselbe 
gestohlen habe, kehrt in der romantischen literatur öfters wider; 
s. Ipomedon in drei englischen bearbeitungen herausgegeben 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 89 

von E. K., Breslau 1889, s. XXXIII; vgl. auch Kim. s. 409, 5 v.u. f. 
hverr fekk per hest pann er pu ridr, edr hefir pu stolit honum? 
— z. 39 f. Den bekannten scherz, dass Brand, zum priester ge- 
weiht sei, aber wol schwerlich je messe singen werde, hat der 
Übersetzer an dieser stelle weggelassen; vgl. franz. v. 1306 ff. =— 
celt. s. 532, 36 ff. = engl. A v. 1869 ff. — z. 54. Die motivierung 
des f alles durch af blodras, C note 12, ist passend, aber nur 
in diesem texte vorhanden. — z. 60. Hier fehlt eine specielle 
aufzählung der verschiedenen gerichte, welche B. vorgesetzt 
werden; vgl. franz. v. 1334 f. = celt. s. 533, 4 ff. — Sir Beues 
s. 300 habe ich bemerkt, dass engl. A v. 1934 — 6 A keuerchef 
to him he droug In pat üche stounde, To stope mide is rvonde 
ein zusatz sei; indessen entsprechen isl. z. 62 die worte let 
hann binda sar sitt; gewiss haben beide Übersetzer diesen zug 
der vorläge entnommen; franz. nach v. 1340 und celt. s. 533, 
10 vac. 

S. 230, 4 ff. hat der isl. Übersetzer ebenso wie der englische, 
A v. 1963 ff., das von B. gegebene resumä von seinen lebens- 
schicksalen sehr gekürzt; vgl. franz. v. 1348 — 55 = celt. s. 
533, 13 ff. Der ausdruck z. 3 f. ok sag dl — sina macht den ein- 
druck des typischen ; vgl. z. b. Djal. s. 57, 6 v. u. Ok sem Jon sagdi 
honum ceftsögu sina] Er. s. 41, 1 segjandi honum sina cefisögu. — 
z. 10. Die von Mogk (a. a. o. s. 486) hier ganz mit recht ver- 
misste forderung des patriarchen an B., sich nur mit einer 
reinen Jungfrau zu vermählen, findet sich tatsächlich bloss in 
engl. A v. 1967 ff.; franz. nach v. 1358 und celt. s. 533,20 vac; 
entweder hat also dieser passus in mehreren hss. des franz. 
textes gefehlt, war aber in der dem englischen dichter vor- 
liegenden erhalten, oder die betreffenden verse waren schon in 
der gemeinsamen vorläge der den fremden bearbeitern zur Ver- 
fügung stehenden franz. hss. nicht mehr vorhanden, und der 
englische dichter bat sie nach engl. A v. 2195 ff. zugedichtet. — 
z. 17 ff. Zu peir — kongi stellt sich engl. A v. 1987 f. Pat in pe 
londe of Ermonie Hadde bore him gode companie; franz. v. 1369 
und celt. s. 533.26 vac. — z. 20 Einn völdugr kongr = celt. 
s. 553, 27 f. a wealthy king\ franz. v. 1373 liest statt dessen 
unrichtig Yvori, während dieser name erst im folgenden verse 
genannt werden sollte. — z. 22 f. ok ek — pannig ist ein nahe- 
liegender zusatz des Übersetzers. — z. 23 f. € note 7 um allt 



90 KÖLBING 

JVubia = celt. 8. 533, 30 the city called Nüble; franz. v. 1377 vac. 
— z. 31 vid fa sveina; etwas abweichend von franz. v. 1384 un 
esquier ; vgl. celt. s. 533, 35 her f oster brother. Darum beißet 
es auch 8. 231, 22 f. Nu kom inn einn skviari hennar, gegenüber 
franz. v. 1435 Bonefey V esquier. — z. 46 f. ok gaf honum vatn = 
celt. s. 533, 6 v. u. and gave him water to wash himself; franz. nach 
v. 1397 vac. — z. 58 ff. C Ok padan — kong\ zum Wortlaut vgl. 
Kim. s. 434, 7 v. u. ff. .... eigi eru enn 8 manadir sidan lidnir, 
er ek drap med pessu sverdi pusund af ydru Udi. 

8. 231, 6 — 8 ef ek — Eingl. weicht ganz ab von franz. v. 
1426 = celt. 8. 534, 14 'wenn ich dich nicht eine solche kutte 
tragen sähe'. Der sagaschreiber mag die im urtexte gebotene 
motivierung für zu wenig stichhaltig angesehen haben. — z. 9 f. 
er — prait nur hier, offenbar vorauf genommen aus s. 231, 40 f., 
wo franz. v. 1462 entspricht; vgl. auch Parc. s. 40, 30 f. nu heft 
ek feingit pann riddara Perceval, er ydr hefir leingi eptir langat; 
Mirm. s. 208, 3 f. er hann veitti honum pat, er hann hafdi leingi 
eptir langat Die dann folgenden worte ok sakir — eigi stellen 
sich zu engl. A v. 2154 ff. Ner pis mannes browe totore, Me 
wolde penke be his fasoun, Pat hit were Beues of Hamtoun; 
franz. nach v. 1427 und celt. s. 534, 15 nichts. Doch aber 
wissen auch diese texte um die Verwundung an der stirn, die 
Bev. durch den schlangenbiss im gefängnis davongetragen hat; 
vgl. franz. v. 968 = celt. s. 528,12 v.u. f.; nach dem berichte 
des englischen dichters reisst die schlänge ihm ausserdem die 
rechte augenbraue weg (A v. 1553 f.), in folge wovon eine narbe 
entsteht, A v. 1573 f. Whar pourg pat maide ne kneu him nougt, 
Whan hii were eft to gedre brougt. Sicherlich hat also auch an 
unserer stelle die gemeinsame vorläge des engl, und des nord. 
textes etwas entsprechendes geboten. — z. 28 f. pa—jarnmdjarnar 
stimmt überein mit engl. A v. 2159 Bis rakenteis he cd terof\ 
diese notiz, die für den Zusammenhang nötig erscheint, fehlt 
franz. nach 1442 sowie celt. s. 534, 22, ist aber gewiss ebenso 
echt wie der eben vorher besprochene zug. — z. 31 ist eine 
rede Jos.'s ausgefallen; vgl. franz. v. 1445 — 7 = celt 8.534, 
24 ff.; engl. A v. 2163 ff. wider anders. — z. 37 f. Pat bar B. 
til Josvenam = celt. s. 534,31 until he came to Josian; franz. 
vac, aber gewiss ist nach v. 1459 eine inhaltlich entsprechende 
zeile ausgefallen. — z. 43 f. er ek — handa findet sich nur im 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 91 

isl. texte, hinzugefügt nach s. 225, 34 f. — z. 51 einn ukunnigr 
madr weicht von franz. v. 1470 un bacheler ab, klingt aber an 
an s. 219, 59 f. en ek er einn fatcekr madr a (af 6) ukunnu 
landi. — z. 63 f. at ek — pik; diese entgegnung auf die erste 
beschuldigung findet sich nur im vorliegenden texte und passt 
gut in den Zusammenhang. 

S. 232, 5 ff. Es geht aus der construction hervor, dass 
nach der absieht des Übersetzers die worte pann — mik zum 
vorigen satz gehören sollen ; der ( — ) auf z. 6 wird dann über- 
flüssig. Nach dem Wortlaute des franz. textes v. 1485 Kaunt 
jeo me avrai fet baptizer lässt es sich nicht entscheiden, ob 
dieser vers sich an v. 1484 oder an v. 1486 anschliesst; celt 
s. 534, 3 v. u. f. and when 1 shall have beert baptized, if thou 
dost not find me to be a virgin etc. nimmt ihn zum folgenden 
und gewiss mit recht: Jos. kann nicht darauf rechnen, noch 
während ihres aufenthaltes in dem heidnischen Munbrank ge- 
tauft zu werden. — z. 17 C note 5 vel M af leonum = celt. s. 535, 5 
and a thousand .... lions] franz. v. 1493 nur lions. — z. 18 
villigöltu = celt. 535, 6 wild boars. — z. 19 at varla vard talit = 
celt. s. 535, 6 f. there was no one that knew the number\ franz. 
v. 1494 plus . . . ke un charer put porter steht ferner. Es hat 
also offenbar die gemeinsame vorläge von isl. und celt. in 
diesen zeilen teilweise etwas anders gelautet als der uns über- 
lieferte franz. text — z. 22 f. Bad mer — rad = celt s. 535, 9 f. 
and what is thy counsel also? franz. nach v. 1496 vac. — z. 31 f. 
B ok er — herskap (vgl. Gering a. a. o. s. CCXXVb 16 v.u. f. 
'und dieser ist dort von den feinden eingeschlossen') fehlt in C 
und ist sicher ein unechter zusatz des Schreibers von B; denn 
was darin als tatsache berichtet wird, soll doch von Bevis dem 
könig gegenüber nur fingiert werden. — z. 49 f. In allen andern 
texten finden sich die länder aufgezählt, welche Bev. vorgibt be- 
sucht zu haben; vgl. franz. v. 1519 — 22 — celt. e. 535,27 f. = 
engl. A v. 2261 ff.; der sagaschr eiber hat vorgezogen, keine ein- 
zelnen namen zu nennen. — z. 54 fehlt der schluss von Bevis 9 
rede: 'wenn ihm nicht bald hülfe zu teil wird, wird man ihn 
gefangen nehmen und hängen lassen'; vgl. franz. v. 1526 f. = 
celt. 535, 30 ff. Die antwort des königs s. 233, 1 f. nimmt sogar 
auf die ausgelassenen worte bezug. 

S. 233, 3 f. ok — minum, eine sehr naheliegende ergänzung, 



92 KÖLBING 

ebenso ist z. 7 f. rikis ok neu. — z. 8. Die hinzufügung Bevis 
ok, C note 1, rührt gewiss erst von diesem Schreiber her; kein 
andrer text sagt etwas davon, dass B. auch beauftragt wird, 
die königin zu bewachen. — z. 37 — 9 bieten eine erhebliche 
Verkürzung gegenüber franz. v. 1569 — 86 = celt. s. 536, 9 ff., 
wo Jos., Bon. und Bev. beraten, ob überhaupt gold und silber 
mitgenommen werden soll. — z. 38 hat die saga die zahl der mit 
schätzen beladenen pferde verdoppelt, vgl. franz. v. 1571 = eelt 
s. 536, 10. — z. 41 — 3 ok vard — hafa\ franz. v. 1592 f. = celt s. 
536, 21 f. anders: 'und wunderte sich, wovon er so betrunken 
geworden sei*, ok polt. — hafa stellt sich zu engl. v. 2318 
Pat he hadde slept so longe. — z. 48 — 50 ok sa — tekit stellt sich 
zu celt. s. 536, 27 f. that the palmer had taken Josian by violence\ 
franz. v. 1598 Ke Jos, estoit ale o le palmer steht ferner. — 
z. 51 — 3. Hann sa — vakti pa entspricht celt. s. 536,28 Forth- 
rviih he arvoke his companions] im franz. scheinen nach v. 1599 
ein oder mehrere verse dieses inhaltes ausgefallen zu sein. — 
Zu z. 54 ok — fara vgl. engl. S v. 2324 for to fygt; franz. und 
celt. vac. Dagegen ist hier Garsichs bericht über das geschehene 
weggelassen; vgl. franz. v. 1602 f. = celt. s. 536, 30 ff. = engl. 
S 2325 f. — z. 63. Bevis* rede ist hier beträchtlich gekürzt; es 
fehlt die Übertragung von franz. v. 1611 — 17 = celt. s. 536,36 — 
41 = engl. S v. 2334—8. — z. 64 fehlt die begründung dafür, 
dass Bevis* idee undurchführbar sei; vgl. franz. v. 1618 — 21 = 
celt. s. 536, 41 ff. 

S. 234, 16 — 18 pa höfdu — heidingja; der zug, dass die 
flüchtlinge ängstlich wache halten aus furcht vor den heiden, 
findet sich nur in diesem texte; franz. v. 1636 heisst es viel- 
mehr, sie hätten sich in der höhle aufgehalten tot salvement] 
die änderung ist ungeschickt, denn sie widerspricht Bon.'s worten 
in z. 1 ff. — z. 27. Jos. dankt Bev. und bittet ihn, nicht zu 
lange auszubleiben, und dieser verspricht es ihr; vgl. franz. v. 
1647 — 9 = celt. s. 537, 6 ff.; in unserem texte ausgelassen. — 
z. 45. Der sagaschreiber hat hier den interessanten zug in der 
erzählung gestrichen, dass Jos. mit dem leben davonkommt, 
weil löwen einer königstochter nichts anhaben können (vgl 
franz. v. 1668 = celt. s. 537, 18 f. = engl. S v. 2391 ff.), über 
den ich Engl. Studien 16, 454 ff. eingehend gehandelt habe. Was 
ihn dazu veranlasst haben mag, wird sich schwerlich ausmachen 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 93 

lassen. Damit ist aber natürlich auch das anerbieten Jos.'s, den 
einen löwen festzuhalten, während Bev. den andern töte, und 
seine Weigerung, darauf einzugehen, gefallen; vgl. franz. v. 1 701 — 
1722 = celt. s. 537,5 v.u. ff. = engl. S v. 2409 ff. — Es fehlt 
ferner die klagerede Josvenes, franz. v. 1676 — 8 = celt. s. 537, 
23 ff. — Zu z. 64—6 kom higat—vera vgl. engl. S v. 2406 f. Sir, 
pyn help, me to arvreke Ofpese two liouns, pat py chamberleyn, 
Rygt now han him slayn; franz. v. 1697 liest statt dessen Venez 
venger la mort Bonefey fesquier = celt. s. 537, 10 v. u. f. 

S. 235, 1—5 En Bev.—dyrunum = celt. s. 538, 6 f. Then 
Borvn dismounted from his horse, lest härm should happen to 
the horse, and he arranged his shield on his left Shoulder, and 
drerv his sword\ franz. nach v. 1722 vac, erst v. 1726 heisst 
es B. tret Morgeley\ doch sind hier sicher mehrere verse 
mit entsprechendem inhalte ausgefallen. — z. 20 — 4 enhann — 
honum nur in diesem texte; ebenso ist isl. z. 27 — 9 Sidan — föng 
a eine zutat des sagaschreibers, die nach dem, was voraus- 
gegangen ist, sehr passend scheint. — z. 24 f. C ok hjo—fremri] 
in derselben weise bringt Parc. s. 64, 1 f. einen löwen zu fall 
ok hjo snarliga til leonsins ok af honum höfud ok fcetrna fremri, 
er fastir varu i skildinum. — z. 32 f. C a einum — sitja\ franz. 
v. 1744 Par desuz un tertre\ vgl. dagegen Iv. s. 78, 12 ok sa ek 
' einn leidiligan Hamann sitja a einum stofni (franz. v. 292 sor 
une coche)] vgl. auch Ced. s. XXIII. — z. 33. Die angaben 
über die grosse des riesen differieren in den verschiedenen 
Versionen; franz. v. 1745 liest IX pez, engl. A v. 2508 pretti 
foie\ vgl. meine anm. z. d. st. (a. a. o. s. 312). — z. 35 f. C sva — 
barit] so heisst es Bret. s. 108, 8 ff. er petta sa risinn, tekr hann 
klubbu sina pa, er sva var pung, at eigi lettu II menn afjördu 
(= Galfr. s. 183, 12 f.); ähnlich wird von einer goldenen kugel 
gesagt, Kim. 8. 474, 21 ff. opt ganga til 30 manna ok fa eigi 
upp lypt, sva er hann pungr. Ueber riesen, welche als einzige 
waffe eine keule tragen, vgl. auch Heinzel, Ueber die ostgotische 
heldensage, Wien 1 889, s. 84 ; in der merkwürdigen Allra flagda 
pula der Vilhjalms saga sjods 4, 3 erscheint Klumba direct als 
name einer riesin (vgl. Jiriczek, Zs. fdph. 26, 8). — z. 38 priggja 
fota stimmt zu celt. 8. 538, 30 füll three feet, während engl. A v. 25 1 
a fot sich zu franz. v. 1749 un pe stellt. — z. 44 tiu hundar enthält 
eine arge Übertreibung gegenüber franz. v. 1757 un vilen maslin 



94 KÖLBING 

= celt. s. 538, 37 an old hound. — z. 46 f. stör ok svört sem 
ketilbotn repräsentiert einen selbständigen vergleich gegenüber 
franz. v. 1760 granz com II sauceris = celt. s. 538,34 f.; viel- 
leicht ist derselbe entlehnt aus Bserings saga, cap. XVI, bei 
Ced. s. 98, 39 f., wo ebenfalls von einem abschreckend hässlicben 
riesen die rede ist: Svartr er hann sem ketilbotn. — Zu z. 47 tenn — 
villigöltr vgl. Mag. B 8. 141,3 v. u. ff, wo es von blamenn heisst 
Hlupu peir beljandi dl skipanna med gapanda gini. Peir höfdu 
tenn sem geltir. Peir voru bunir svo, at peir höfdu st o rar Jörn- 
kylfur. — Ausgelassen ist in der beschreibung des riesen die 
erwähnung der stirne, franz. v. 1 750 f. = celt. s. 538, 30 f., der 
arme und der nägel, franz. v. 1764 ff. = celt. s. 538, 36 f. — 
z. 48 f. ok at — skapadr; vgl. Clar. s. 17,55 am Schlüsse der 
Schilderung eines hässlichen zwerges at öllu var hann afskapligr. 
— Zu z. 49 — 51 Penna — aptr vgl. engl. A v. 2518 f., wo Asc. 
selbst sagt Garci me sente hiderward, For to bringe pis quene 
agen (vgl. auch engl. S v. 2352) ; der unterschied ist nur, dass 
dem englischen texte zufolge Garci den riesen abgesant hat, 
dem isl. nach Ivorius; franz. v. 1772 f. ist von dem absender 
hier überhaupt nicht die rede. Man vgl. auch s. 246, 5 f. und z. 
10 f.; franz. v. 2659 ff. = celt. s. 550, 7 v. u. ist auch hier nicht 
bestimmt gesagt, dass Ivorius den riesen mit der zurückführung 
der Jos. beauftragt hat. 

236, 10—12 Ok—klumbu — celt. s. 539, 2 f. I will break 
thy head to pieces nnth my heavy rod = engl. A v. 2531 Ischel 
pe sie her, gif i mai; nach franz. v. 1793 ist mindestens ein 
vers ausgefallen. — z. 27. Es fehlt hier der inhalt von franz. 
v. 1817—9 = celt. s. 539, 18 f.: 'das pferd stellt sich auf den 
leib des riesen und verhindert ihn am aufstehen*. — z. 30 — 2 
Pät er — mann = engl. A v. 2545 f. Sire, ghe seide, so god pe 
saue, Let him Huen and ben our knaue] franz. v. 1822 f. = celt 
s. 539, 21 f. ist diese ermahnung vielmehr an jenen selbst ge- 
richtet. — z. 33. Bovis' antwort ist eine sehr gekürzte wider- 
gabe von franz. v. 1825 — 30 = celt. s. 539, 22 ff., insbesondere 
fehlt die hinzufügung der Voraussetzung, unter der der riese 
sterben soll 'wenn er auf diese bedingung nicht eingeht'. — z. 38 
ok ydr pjona = celt. s. 539, 27 f. and said that he rvould be his 
man; franz. nach v. 1833 vac. — z. 34 ff. pa — pjona\ ganz ähnlich 
heisst es von einem zwerge, Sams. s. 16, 10 ff. en pegar dvergrtrm 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 95 

sa petta, källar hann Harri röddu: Herra Samson, drep mik eigi! 
Ek vü gjarnan per pjona trulega; franz. v. 1835 — 8 = celt. 
s. 539, 29 ff., die antwort der Josv., erscheint im isl. z. 39 sehr 
knapp widergegeben. — z. 50. Franz. v. 1850 — 9 = celt. s. 
539, 38 ff. 'die Saracenen freuen sich, als sie Esc. sehen, weil 
sie hoffen, dass er ihnen als Steuermann dienen wird. Auf sein 
befragen teilen sie ihm mit, sie seien ausgesant, um ßev. und 
Jos. zu suchen.' Das ist im nordischen texte übersprungen. 

S. 237, 1 — 6. Hann — hann ist als eine erweiterte Über- 
tragung von franz. v. 1875 A Mustrai, son uncle, de ceo li 
mustra anzusehen, falls nicht vielmehr hier ein ausfall mehrerer 
verse anzunehmen ist; celt. s. 540, 1 erfahren wir überhaupt 
nicht, wer Am. ausgeschickt hat — z. 10 fehlt Am.'s frage, ob 
er Esc. vor sich habe, und die bejahende antwort; vgl. franz. v. 
1881 f. = eelt. s. 540, 4 f., ebenso z. 15, dass Esc. ein stück 
mastbaum ergreift, um Am. damit zu drohen; vgl. franz. v. 

1886 und celt. 8. 540, 6 f. — z. 17 ribbaldi entspricht franz. v. 

1887 gtoton = celt. s. 540, 8 rascal; der Schreiber von C, note 4 
hat drei weitere schimpfworte aus eigenem vorrate hinzugefügt. 
— z. 18 — 20 ok ef pu — pess = celt. s. 540, 9 and if thou wilt 
not return, I will give thee a blow\ franz. nach v. 1888 vac. — 
z. 21 f. ok sk. — buit nur hier; vgl. z. b. Mirm. s. 205, 7 f. Nu 
skilja peir vid svo buit. — z. 25. Mogk a. a. o. s. 486 stösst 
sich ganz mit recht an der geographischen anschauung, dass 
man 'von Afrika auf dem wege nach England zu schiffe über 
Cöln kommen soll'; er sieht auch richtig, dass die lesung Bo- 
lonia erst durch den Schreiber von C, note 7 eingesetzt worden 
ist, der ein empfindlicheres geographisches gewissen besessen 
zu haben scheint, während der nordische Übersetzer überall 
Cöln in der idee hak Die vorsichtig aufgestellte Vermutung 
Mogks, diese falsche Vorstellung sei erst durch unseren Ver- 
fasser in die saga gekommen, wird durch die verwanten texte 
widerlegt; vgl. franz. v. 1895 Colonie = celt. s. 540, 14 Cologne=* 
engl. A v. 2570 Coloine. Eine plausible erklärung für diese 
merkwürdige landung in Cöln vermag ich freilich auch nicht 
zu geben ; man wird sich bei der Vermutung beruhigen müssen, 
dass der dichter des franz. epos durchweg die geographische 
läge von Boulogne vor äugen gehabt, aber die beiden so ähn- 
lich lautenden Ortsnamen mit einander verwechselt hat. Dass 



96 KÖLBING 

die reisenden, von Afrika kommend, in Boulogne landen, das 
schon im mittelalter als vortrefflicher hafen bekannt war, ist 
nicht auffallend; von da aus war es ferner sehr bequem, nach 
Southampton und nach der insel Wight, wo Saber sein schloss 
hat, zu gelangen; das münster endlich, in welchem der jarl 
Miles sich mit Jos. trauen lässt, ist dann nicht der Cölner dorn, 
sondern die altberühmte cathedrale Notre dame de Boulogne. 
So hat also der Schreiber von C mit seiner conjectur sicherlich 
das richtige getroffen. — z. 29 f. Erkibiskupinn — Bev.; vgl. Ptl. 
s. 197 ff. En par kunni eingi rad ül ne list utan einn erkibiskup 
af Kolni, er vor modurbrodir Partalopa. In der anderen re- 
daction der Partonopeussage ist von dem erzbischof von Paris 
die rede (vgl. franz. v. 4350- = Konr. v. Wtirzb. Part. v. 7481); 
dass derselbe der onkel des Part, ist, wird dort nicht gesagt. 
Ich möchte demnach vermuten, dass der Verfasser oder be- 
arbeiter der Partalopa saga direct in erinnerung an die vor- 
liegende stelle diese änderung vorgenommen hat. — z. 35 £ 
eda — fceddr ist ein zusatz des sagaschrei bers, inhaltlich identisch 
mit Hvadan — ridd.; edr hvort skaltu fara dag. ist wol nur von 
C hinzugefügt, zumal diese frage im folgenden keine beant- 
wortung findet. — z. 45. Zu dem zusatz von C, note 12 svo 
fögr ok frid etc. stellt sich engl. A v. 2581 Who is pis leuedi 
scherte, so dass diese worte doch wol dem ursprünglichen saga- 
texte zuzurechnen sind; celt. s. 540,22 erhält Jos. hier wenigstens 
das epitheton young\ franz. v. 1908 nur cele pucele. — z. 52. 
Nach franz. v. 1916 f. = celt s. 540, 27 f. treibt Esc. die mit 
schätzen beladenen pferde vor sich her; der Übersetzer lässt 
dies moment weg. — z. 53 f. meir enn XX sinnum entspricht 
franz. v. 1920 trey fez, so dass in diesem falle wider einmal 
eine Übertreibung vorliegt; celt. s. 541, 30 weicht hier überhaupt 
ab. — z. 57. Zwischen der hier schliessenden rede des Bev. 
und den darauf folgenden worten des bischofs fehlt jeder 
Zusammenhang, weil der sagaschreiber franz. v. 1927 — 38 = 
celt 8. 540, 35 ff. ausgelassen hat, wo der bischof bedenken 
gegen die taufe des riesen geltend macht, dann meint, Bev. 
müsse ein tüchtiger ritter sein, da er einen solchen knappen 
sich gewonnen habe, und hieran die mahnung knüpft, Bev. 
solle sich nunmehr gegen seinen Stiefvater wenden. — z. 64. 
Sab. ist Bevis wegen von seinem besitztum vertrieben. Deshalb 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 97 

meint der bischof, habe Bev. die Verpflichtung, ihm zu helfen; 
ygl. franz. v. 1945 f. = celt. s. 540, 5 v. u. ff. Der nordische 
Übersetzer hat diese motivierung weggelassen. 

238, 4 ftmhundrat manna = celt. s. 541, 6 five hundred hör se- 
inen, gegenüber franz. v. 1949 C. chevaiers = engl. A v. 2923 
An hondred men\ doch vgl. auch franz. v. 1982 L'eveskeli doune 
V C. chevctfers. — z. 14 f. ällt stadar folkit ist eine Übertreibung 
von franz. v. 1960 XX homes. Im übrigen ist die lesung von 
*C pviat hann var svo pungr gewiss ursprünglich, denn nur der 
umstand, dass die leute ihn nicht in die höhe heben können, 
bestimmt den riesen, selbst in die kufe zu springen. Dass 
ihm bei der taufe der name Guy gegeben wird, dass er den 
erzbischof beschuldigt, ihn ertränken zu wollen, dass man, als 
er herausspringt, über seine hässlichkeit staunt, all dies wird 
in der saga vermisst; ebenso z. 16 Jos.'s gespräch mit Bev., 
ehe er nach England aufbricht; vgL franz. v. 1983 — 93 = 
celt. s. 541, 26 ff. = engl. A v. 2935 ff.; desgl. z. 21 Bovis' an- 
rede an seine begleiter und ihre antwort, franz. v. 1997 — 2003 = 
celt. s. 541, 37 ff. Dagegen finden sich die worte z. 20 f. En — 
sorg füll nur hier; vgl. z. b. Kim. s. 468,3 en drottning dvaldist 
eptir uglöd ok i illum hug (nach Charlemagne v. 92); das. s. 
533,9 Ok satu nu allir med hrygd eptir \ Trist. 8. 82, 28 f. en 
lsond sat eptir gratandi ok prungin af miklum harmi. — z. 28. 
Die hier folgende mitteilung des kaisers an Bev. erscheint 
einigermassen abrupt; wir verstehen sie aber sofort, wenn er 
die frage vorausgeschickt hat, ob Bev. ein kriegsmann sei, 
und dieser bejahend geantwortet und hinzugefügt hat, er sei in 
der läge, um sold dienste tun zu müssen; vgl. franz. v. 2015 — 
17 = celt. s. 541, 5 ff. — z. 43 f. Die frage hvat — eigi findet sich 
nur hier, wird auch im folgenden nicht beantwortet. 

S. 239, 48 f. ok — hafinu nur hier. — z. 56. Der zusatz von 
C note 16 ok at — kveld wird durch die übrigen texte nicht be- 
stätigt. — z. 57 f. Die worte pa tok hann — Kolni machen den 
eindruck, als ob der sagaschreiber sich einbilde, es sei möglich, 
von England nach Göln bez. Boulogne zu reiten; indessen 
drückt sich franz. v. 2096 f. = celt. s. 543, 9 ff. etwa ebenso aus. 
Vgl. auch s. 241, 12 f. 

S. 240, 1 let hann — dyrnar (i husi pvi er pau lagu i (add. 
*C) = celt. s. 543, 7 f. he commanded the door of the Chamber 

Beiträge zur geschichte der deutschen spräche. XIX. 7 



98 KÖLBING 

to be shut on the outside = engl. A v. 3207 And schette pe 
dore rvip pe keie; es muss also nach franz. v. 2102 mindestens 
öin entsprechender vers ausgefallen sein. Es war im mittel- 
alter wol allgemein üblich, die türen des Schlafzimmers während 
der nacht zu schliessen; vgl. Bret. s. 10, 20 at ek svaf % herbergi, 
minu leestu med meyjum minum (vgl. auch B i klefa minum byrgdr 
um . . . ok hvarf jafnan svo i braut, at luktr var kleftnri) gegen- 
über der entsprechenden stelle in der vorläge, Galfr. s. 116, 19 f. 
quod cum essem int er socias meas in thcdamis nostris, wo dies 
moment nicht betont wird; s. auch das. s. 134, 4 f. okbadhana 
gera svo rad fyrir, at herbergi spamanns vceri eigi leest pa nott. 
A. Schultz a. a. o. 1, 106 spricht nur im allgemeinen von der 
verschliessbarkeit der kemenaten. Bemerkenswert ist noch der 
nur in G erhaltene, aber gewiss echte ausdruck i husi pvi, in 
dem eine anpassung an specifisch isländische Verhältnisse zu 
erblicken ist; vgl. Weinhold, Altn. leben s. 226: ( zum schlafen 
war gewöhnlich ein besondres gebäude im hofe errichtet, das 
schlaf haus ..., das nichts weiter als die betträume enthielt 1 ; 
Parc. s. 20, 1 f. En er dagadi, gekk hon i svefnhus sitt ent- 
spricht Perceval li Gallois v. 3262 f. A Vajourner s'en retourna 
La pucele en sa cambre arriere ; das. s. 22, 5 ok leiddi hann i 
svefrihusit = franz. v. 3532 Et jusqden sa cambre fenmainne. 
— z. 4 — 6 ok um at — fyrirdrifa nur hier, ohne ein neues 
moment zu enthalten. — z. 12 ff. G note 5 und 7 hat den be- 
richt über die erdrosselung des jarls noch um einige züge 
bereichert, die sich weder in der franz. vorläge noch in den 
anderen Versionen finden. — z. 6 ff. Den aufmerksamen leser 
muss es wunder nehmen, dass Josvene sich den zudringlichen 
wünschen des jarls gegenüber nicht desselben zaubergürtels 
bedient, mit hülfe dessen sie ihren ersten gemahl Ivorius 
verhindert hat, die ehe mit ihr zu vollziehen; zwar ist hier 
auch von einem gürtel die rede, mit welchem sie den ihr ge- 
waltsam angetrauten mann erdrosselt, aber, wie Heinzel a. a. o. 
s. 130 treffend bemerkt, 'dazu brauchte ein gürtel keine zauber- 
haften eigenschaften zu haben'. Diese offenbare incongruenz, 
welche nach Heinzel 'auf eine zusammengesetzte vorläge weist 1 , 
findet sich nun in der tat auch im franz. texte und wird in 
engl. A dadurch nicht beseitigt, dass hier das erste mal (v. 1469 ff), 
von einem zauberring, an der zweiten stelle (v. 3220) von einem 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 99 

handtuch die rede ist; denn man fragt sich auch da, weshalb 
Josv. sich nicht das zweite mal desselben, jedenfalls gefahr- 
loseren abwehrmittels bedient hat. Es ist somit sehr glaublich, 
dass diese episode von der Werbung des jarls Milon und seinem 
tragischen ende, die sich ohne erhebliche Störung des Zusammen- 
hanges aus dem roman ausscheiden Hesse, in sehr früher zeit 
von einem bearbeiter in die chanson de geste eingetragen 
worden ist, um für Josvenes treue einen weiteren beleg zu 
liefern und zugleich einige züge zur Charakteristik des riesen 
hinzuzufügen. Der das sinnliche begehren erstickende magische 
gürtel erinnert übrigens an das zauberhafte kopfkissen, durch 
welches in der Tristrams saga (s. 101,27 ff.) Eardin zwei nachte 
hinter einander in festen schlaf versetzt wird, anstatt Bringvets 
liebe zu gemessen; man vgl. auch die anm. z. d. st s. 213 f., 
wo auf ein ähnliches motiv in der Glarus saga hingewiesen 
wird. — z. 17 Um — var ist ein typischer ausdruck für das 
anbrechen des tages; vgl. Ol. Elm. s. 52, 8 v. u. En um 
morgininn pegar er Ijost var] das. 8. 73, 26 f. Pegar um mor- 
gininn er Ijost var] s. das. 8. 187, 6 v. u. f. Iv. s. 121, 20 f. 
Mirm. 8. 161,8, s. 169,9. — z. 24. Wir vermissen hier die 
angäbe, dass der Scheiterhaufen ausserhalb der Stadt er- 
richtet wird; vgl. franz. v. 2129 = celt. 8. 543,30 = engl. A 
v. 3261. — z. 31 f. fyrir — pik] die idee der Jos., dass sie ver- 
loren sei, weil sie Bev. nicht habe hintergehen wollen, ist 
passend hinzugefügt. — z. 46 einum mannt, abweichend von 
franz. v. 2155 = celt. s. 543, 1 v. u., wo Esc. denselben schäfer 
trifft, mit dem auch Bev. schon gesprochen hatte. 

S. 241, 5 fehlt ein kurzes gespräch zwischen Bev. und Esc; 
vgl. franz. v. 2173 — 5 = celt. s. 544, 12 f., z. 22 der erste teil 
der botschaft des Bev. an den kaiser, dass er nicht Geirard 
heisse, sondern Bevis ; vgl. franz. v. 2200 f. — celt. s. 544, 27 = 
engl. A v. 3067 flf. — z. 17 f. Var — sik ist zusatz; vgl. Ced. s. 
IX u. und Strengt, s. 32, 23 . . at hann skyldi uruggr um vera 
ok bua uhrceddr] s. auch Iv. s. 115,5. — z. 56 ist die anrede 
des kaisers an die heerfbhrer sowie ihre antwort ausgelassen; 
vgl. franz. v. 2257—76 = celt. s. 545, 15 ff. = engl. A v. 3333 ff. 

S. 242, 2. Die nur in diesem texte schon hier sich findende 
mitteilung, dass der könig von Schottland beabsichtigt, sich 
gegen Bevis zu wenden, der kaiser selbst gegen Sab., ist un- 

7* 



100 KÖLBING 

zweifelhaft verfrüht, da im folgenden erst von der Verteilung 
der gegnerischen trappen die rede ist. — z. 16 — 8 Ok vard — 
sinar ist ein zusatz des sagaschreibers ; gewiss handelt es sich 
um ein geläufiges Sprichwort, für welches weitere belege er- 
wünscht wären; einstweilen vergleiche man Flov. saga 8. 135, 
7 En inn gamli var seigr i sinum. — z. 23 — 5 Opökk — höggi 
übersetzt Gering, bei Ced. s. CCXXlXa z. 15 ff.: 'du erhältst 
keinen dank dafür, dass du deinen genossen mit dem ersten 
hiebe zuvorkommen wolltest'. Ich verstehe vielmehr 'undank 
sollst du davon haben, dass du deine gefährten beim ersten 
hiebe hast im stiebe lassen wollen' = franz. v. 2300 f. — z. 50. 
Man wundert sich, dass der kaiser die titulierung pu hinn Uli 
svikari (z. 46 f.) hier nicht mit gleicher münze zurückzahlt; doch 
vgl. franz. v. 2322 Fei gloton recreant = celt. s. 546, 6 Thou glutton. 

— z. 55 f. Wenn hier die beiden heere zurückweichen und den 
kämpfern räum geben, so liegt eine änderung im Verhältnis 
zum original vor, wo vielmehr die beiden gegner sich aus 
dem schlachtgetümmel entfernen, um ihren kämpf auszufechten; 
vgl. franz. v. 2326 = celt. s. 546, 9. Jedenfalls hat dem saga- 
Schreiber der in den romantischen texten öfters begegnende fall 
vorgeschwebt, dass durch einen Zweikampf das Schicksal 6iner 
schlacht entschieden werden soll. 

S. 243, 8 ff. Ok er hans menn sa at — hjalp = celt. s. 546, 17 
and rvhen the Germans sarv that etc.; franz. nach v. 2337 vac. 

— z. 20 f. ser — hesti = franz. v. 2345; vgl. zum Wortlaut Kim. 
s. 351, 1 v. u. f. ser pu riddara pann, er sitr a hvitum hesti etc. 

— z. 26 C note 2 enthält eine weitere ausmalung der Situation, 
zu der die anderen texte nichts paralleles bieten. — z. 41 — 6. 
Statt Bev. svarar — sveikt hann finden wir franz. v. 2361 nur 
Nun fray, dist Boves, si deu me passe eyder = celt. 8. 546, 34 f. 
As god redeemed me, quoth Borvn, 1 will [not] do so. — z. 49. 
Statt let—sitt bietet franz. v. 2366 f. = celt. s. 546, 13 v. u. ff. 
ein grausames Scherzwort aus Bovis' munde. — z. 58 f. ok — 
cefilok] franz. v. 2373 anders; der ausdruck ist typisch; vgl. Kim. 
8. 432, 12 ok urdu pau ceftlok hans. 

S. 244, 12 ff. ok öllum — kominn ist zusatz. — z. 18 — 20 Pau 
Bevers — MUes. Aus der erwähnung der beiden aus der ehe 
des Bev. mit Jos. entsprossenen söhne an dieser stelle möchte 
Ced. s. CCXLI folgern, der sagaschreiber habe erst die absieht 



•# • • • • 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 101 

gehabt, den roman hier abzuschliessen, um ihm ein einheit- 
licheres gepräge zu geben, habe dann aber fortgefahren, ohne 
die voraufgenommene notiz wider zu streichen. 'Dass die an- 
gaben über die söhne sich an dieser stelle des Originals ge- 
funden haben sollten, ist nicht wahrscheinlich.' Und Mogk 
nennt (a. a. o. s. 486) diesen satz direct 'ganz widersinnig': 'die 
beiden söhne waren damals noch gar nicht geboren, erst s. 248, 
21 ff. wird uns ausführlich von ihrer geburt und ihrer namen- 
gebung erzählt. C hat richtig die obige bemerkung nicht.' Es 
ist das einer der gründe, mit denen er beweisen will, dass G 
eine bessere redaction repräsentiere. Dass beide gelehrte sich 
hier in einem irrtum befinden, lehrt franz. v. 2393 ff. Hure fu bon, 
si out engendre; 11 fiz engendra, si fu adestine; Li un fu Miles, 
si com fu apele, Et li altre Guiun, li pruz et li send; Mes grant 
peine unt pus endure. Avant orrez, com lur fu encontri = celt. 
s. 547, 8 ff. and the marriage was favourably consummated, for 
ttvo sons were then gained, who became renowned, when they 
arrived at age; and the one was called Gi, and the other Miles; 
and yet it was not without pain for them to gain renown and 
honour = engl. A t. 3484 ff. Tweie children on hir he begat In 
pe formesle gere, Whiles pat hü were ifere; vgl. engl. v. 3220 ff. 
Two chyldren by hyr he gate The fyrst nyght togeder in fere, As 
ye shal hereafter here. Es ergibt sich, dass sämmtliche Ver- 
sionen diese notiz an der vorliegenden stelle bieten, in G die- 
selbe also zu unrecht fehlt. Freilich hat durch die kürzung, 
die diese mitteilung hier erfahren hat, die klarheit nicht ge- 
wonnen. Der franz. dichter will nur sagen, dass im ersten 
jähre, bez. in der brautnacht, Josv. mit zwei kindern schwanger 
wurde, die später die namen Guy und Miles erhielten. Der- 
gleichen wird uns oft in mittelalterlichen romanen berichtet; 
vgl. z. b. meine anm. zu engl. A v. 3484 und zu v. 3222 (s. 
331). — z. 21 — 3. Nur diesem texte zufolge lässt der könig 
von England Bev. zu sich entbieten; nach franz. v. 2400 ff. = 
celt. s. 547, 12 kommt Bev. selbst auf die idee, den könig auf- 
zusuchen; nach engl. v. 3487 f. (vgl. meine anm. z. d. st. a. a. o. 
s. 331) rät Saber dazu. Ebenso reitet nur hier der könig ihm 
entgegen und geleitet ihn in die Stadt, z. 25 f.; nach franz. v. 
2407 ff. begrüsst Bev. den könig in London auf einer marmor- 
treppe (nach celt. s. 347, 20 in a Chamber of marble stone) ; ferner 



102 KÖLBING 

ist das gespräch des Bev. mit dem könig bei der begrüssung, 
franz. v. 2409—2460 = celt. s. 547, 21—548, 6 = engl. A v. 
3491 — 3510 auf z. 28 — 41 sehr zusammengestrichen; der feier- 
liche gang zur messe am pfingsttage, franz. v. 2461 — 70 = celt 
s. 548, 6 ff. fehlt hier ebenso wie im englischen texte, und die 
Schilderung des darauf folgenden Wettrennens, franz. v. 2471 — 
2528 = celt. s. 548,13—549,4 = engl. A v. 3511—42, ist z. 
42 — 9 ausserordentlich gekürzt. Der für den sieger ausgesetzte 
preis ist in jedem texte anders normiert, vgl. meine anm. zu engl. 
O v. 3268 (s. 332). — z. 47—9. Ok par— Arund.; zum inhalte vgl. 
AI. s. 143,5 v.u. ff. Var ok pat Hl marks, hversu godr konungi 
hafdipott hestrinn, at hanngafnafn hans einni borg, peirri er hann 
let gera sidan. — z. 52 — 4 Bann — heim ist neu, wenn wir nicht 
vergleichen wollen engl. A v. 3543 f. Meche men preisede is stede 
po For he hadde so rvel igo ; es mag franz. nach v. 2528 ein das 
lob des pferdes enthaltender vers ausgefallen sein. — z. 54 f. 
Nur hier stellt der prinz Bev. frei, ihm das pferd zu geben 
oder zu verkaufen ; franz. v. 2530 = celt. s. 549, 5 = engl. A 
v. 3545 ist nur vom schenken die rede. Auf diesen gegensatz 
zwischen 'verkaufen' und l schenken' treffen wir öfters in den 
sagas; vgl. z. b. Pjal. s. 11, 2 ff. Bann mcelti vid Gest: Viltu selja 
mer hr inginn? Eigi vil ek pat, kvad hann. Viltu pa gefa? sagdi 
kongsson. Miklu sidr, segir Gestr\ Mi. 1 s. 224, 19 ff. Prinz 
segir: Vilir pu eigi selja mer eda gefa, pa hlytr pu po laust 
at lata naudigr. Bevis* ablehnende antwort, franz. 2531 — 4 = 
celt. s. 549, 5 ff. = engl. A v. 3546 — 8, ist auch in C nur ganz 
kurz resümiert; die worte des prinzlichen ratgebers und das 
gespräch des königs mit Bev., der sich wider an den hof be- 
geben hat, franz. v. 2536 — 50 = celt. s. 549, 8 ff. (vgl. engl A 
v. 3551 — 4), fehlen ganz oder werden wenigstens nur kurz an- 
gedeutet durch s. 245, 3 sem — matbordL 

S. 245, 5 f. ok sem — honum enthält einen zusatz: 'das pferd 
merkt, dass unbekannte leute mit ihm beschäftigt sind 9 ; vgl. 
El. s. 96, 12 ff. En Galopin kom nu at slallinum par sem hestrinn 
var i . . . . ok er hann var inn kominn, pa kendi eigi hestrinn 
hann ok reiddiz mjök ok let ogurliga ok lypti hatt fceti sinum 
ok hugdiz myndu Ijosta hann. — z. 8. Der zusatz von C ok 
pann — stod wird durch keinen andern text bestätigt. — z. 8 f. 
at — sma stykki, {en heilinn hraut vida um jördina (add. C) stellt 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 103 

sich zu celt. s. 549, 25 f. so that Ms brains rvere äbout Ms ears = 
engl. A y. 3563 And to-daschte al is brain; vgl. meine anm. 
zu diesem verse, a. a. o. s. 333 (wo in der engl. Übersetzung des 
isl. citates l the rvhole skulV für Hhe rvhole brain' zu lesen ist). 
Die Übereinstimmung der drei Versionen wird durch den mir 
seiner zeit unbekannten zusatz von G noch vollständiger; es 
wird also nach franz. v. 2557 ein vers ausgefallen sein. — 
z. 10 fehlt die notiz, dass der tote prinz auf einer bahre weg- 
getragen wird; vgl. franz. v. 2559 = celt. s. 549, 27 ff. — z. 15. 
'Bev. widerspricht dem befehl des königs, schickt Sab. an ort 
und stelle und erhält von ihm bericht über das was vorgefallen 
ist; der könig widerholt seinen befehl, ihn festzunehmen'; franz. 
v. 2566—2580 = celt. s. 549, 32 ff.; vom sagaschreiber über- 
sprungen. — z. 17 f. pvi at — vonir ist neu, aber nicht sonderlich 
passend. — z. 23. Die fürsten sagen, der könig scheine sie zu 
verhöhnen, indem er einen mann ohne weiteres töten wolle, der 
ihm an der tafel gedient und den becher gereicht habe, franz. 
v. 2587—89 = celt. s. 549, 4 v. u. ff. = engl. A v. 3573 f.; statt 
dieser motivierung lässt der nordische Übersetzer z. 24 sie hervor- 
heben, dass Bev. an diesem Unglücksfall unschuldig sei. — Aus 
z. 28 ff. ist nicht zu ersehen, dass die fürsten die betreffenden 
bedingungen für Bev. ausmachen ; vgl. franz. v. 2597 ff. = celt. 
s. 550, 5 ff.; ebenso fehlt Bevis' anrede an das pferd, franz. v. 
2603 — 6 = celt. s. 550, 8 ff.; dagegen findet sich der rasche 
glückswechsel in Bevis' Schicksal nur hier z. 31 — 4 betont. — 
z. 47 fehlt der zug, dass der könig Edgar über den tod seines 
sohnes klagt, franz. v. 2623 — 25. — z. 50 f. wird in den worten 
hversu — borit der nähere bericht über das vorgefallene, franz. 
v. 2634 — 8 = celt. s. 550, 27 ff. zusammengefasst. — z. 54 f. 
Nach franz. v. 2645 = celt. s. 550, 32 ff. schlägt Sab. vor, dass 
Terri die verbannten begleiten soll, hier Bev. selbst. — z. 57 — 
59 hann gaf honum — riddara\ welches land unter Larthe oder 
Läthe, wie G liest, zu verstehen ist, weiss ich nicht, denn auch 
der franz. urtext, v. 2652 Zarge vus durrai o 11 C. chevalers 
ist unklar, und celt. s. 550, 11 v. u. and would give Mm the land 
of trvo knights to support Mm weicht ab. — Die auf z. 60 — 2 
mitgeteilte begründung für Esk.'s misvergnügen kommt auf 
rechnung des sagaschreibers; engl. A v. 3592 ff. übt Asc. viel- 
mehr darum verrat an Bev., weil derselbe bettelarm geworden ist. 



104 KÖLBING 

S. 246, 18 f. Ok ef—ydr = celt. s. 551, 2 to get him = engl. 
A v, 3600 3et ich koupe bringe hire to pe; vor franz. v. 2671 
scheint also ein vers zu fehlen. — Die zahl von Esk.'s begleitern 
wird z. 22 nicht angegeben; vgl. franz. v. 2671 Sarzinis par 
cens = celt. 8. 551, 1 f. a hundred of the bravest Saracens; engl. 
A v. 3612 sind es nur vierzig. — z. 38 — 44. Es fehlen in den 
übrigen texten nicht nur die auch in C ausgelassenen worte 
ok mcelti — krankleiki, sondern auch die folgenden ok takit — 
stendr\ freilich wird in Jos.'s rede nur vorher und nachher in 
der erzählung berichtetes widerholt. — Zu z. 59 f. svo at — 
vesaldar vgl. engl. A v. 3636 For hii ne migte hire paines here, 
hier allerdings nicht als teil von Jos.'s rede. 

S. 247, 2 f. Zu fyrir—Esk. stellt sich celt. s. 551, 24 f. When 
Copart and the Saracens came to her = engl. A v. 3642 Par com 
Ascopard goande a pas] franz. v. 2711 ist vom Asc. nicht die 
rede. — z. 4 fehlt die bemerkung, dass die kinder zurückbleiben; 
vgl. franz. v. 2713 = celt. s. 551, 25 f. — z. 7 f. potüz—stödd = 
engl. A v. 3649 Wo was pe leuedi in pat stounde; in den anderen 
texten nichts. — z. 14 C en Jos. var burtu = celt. s. 551,31 
but nothing ofJosian\ vgl. engl. A v. 3713 Fond he per noper y>ng 
ne eider \ franz. nach v. 2720 vac. In B findet sich diese notiz 
schon zwei zeilen früher, aber wol an falscher stelle. — z. 17 f. 
Ek — lifandi] genauer als franz. v. 2722 Plus vus ai ame ke rem 
que feit dex stimmt hierzu Strengl. s. 66, 8 v. u. f. pann er hon 
mjök elskadi yfir alla lifandi. — Zu z. 19 f. Ok sem — vera vgl. 
engl. A v. 3717 ff., die freilich auch nicht wörtlich dazu stimmen; 
in den anderen texten nichts. — z. 21 f. Nach diesem texte 
schneidet nur Bev. die ärmel aus seinem mantel, um die kinder 
hinein zu wickeln; nach den anderen texten (franz. v. 2723 f. = 
celt. s. 551, 33 f. = engl. A v. 3721 f.) ausser ihm auch Terri. 

— z. 36. Nur der nordische text nennt den heiligen Julianus, 
über den meine anm. zu Sir Beues A v. 1289 (a. a. o. s. 278) 
zu vergleichen ist; franz. v. 2736 nennt sen Gile, ebenso celt. 
s. 551, 8 v. u. St. Giles\ engl. A v. 3844 sein Jemes and sein Gile] 
der sagaschreiber scheint Giles mit Jules verwechselt zu haben. 

— z. 38 fehlt der zug, dass Sab. seiner gattin von seinen 
träumen erzählt und diese ihn antreibt, möglichst umgehend 
Bev. aufzusuchen, den sicherlich ein Unglück betroffen habe; 
vgl. franz. v. 2737 — 42 = celt. s. 551,8 v. u. ff. = engl. A v. 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 105 

3845 ff. — z. 39 f. ok IX (XI C) hans kumpanar; in engl. A v. 
3852 f. heisst es Trvelf knigtes Saber let atüe In palmer is wedes 
euerichon] franz. v. 2751 = celt. s. 551, 1 v.u. sind es zwanzig; 
die zahlen differieren also; ausserdem ist bemerkenswert, dass in 
den beiden zuletzt genannten texten von diesen begleitern auf- 
fallender weise Oberhaupt erst die rede ist, als sie aus der 
kirche des heiligen Aegidius heraustreten, in den anderen beiden, 
wie zu erwarten war, bei der abreise. — z. 41 f. Nur hier wird 
Orleans erwähnt; wodurch mag der sagaschreiber zur einfligung 
dieses namens gekommen sein? In Elm. wird derselbe öfters 
genannt; vgl. s. 29, 10 f. En Karlamagnus kongrfor iil Orliens ok bar 
par koronu; s. 44, 17 f. ok foru padan tu Eiss, ok letu par eptir 
hosuna, en dukinn i Komparins, krossinn helga i Orliens. — z. 51 f. 
ok potti — manna ist als eine der Situation angemessene hinzu- 
fügung seitens des Übersetzers zu bezeichnen. — z. 54 fehlt die 
erwähnung Terris; vgl. franz. v. 2754 = celt. s. 552, 3. — Jos.'s 
bericht über ihre Schicksale und ein kurzer, daran sich an- 
knüpfender dialog zwischen Sab. und Jos., franz. v. 2755 — 63 = 
celt. 8. 552, 3 ff., sind in unserem texte in ein kurzes resumö 
zusammengedrängt, z. 54 — 7 En hon — kongi. — z. 62. Auf Sab.'s 
aufforderung hin schlagen auch die übrigen pilger auf die 
Saracenen los; vgl. franz. v. 2766 f. = celt s. 552, 9 ff.; im 
nordischen texte übersprungen. 

S. 248, 3. 'Jos. fragt Saber, wie es ihm möglich sein werde, 
sie sicher zu geleiten. Sab. erwidert, indem er ihr männer- 
kleidung anlege. Das geschieht und ausserdem kaufen sie auf 
dem markte ein kraut, mit dem sie sich körper und gesicht 
einreibt', franz. v. 2771 — 80 = celt. s. 552, 13 ff. Diese inter- 
essanten einzelheiten hat der sagaschreiber weggelassen, ebenso 
z. 7, dass Jos. lieder vorträgt, die von Bev. handeln, franz. v. 
2784 f. = celt. s. 552, 24 f. Dem entsprechend fehlt dann natür- 
lich auch s. 252,45 die notiz, dass Jos. sich mit demselben 
kraute die entstellende färbe wider abreibt; vgl. franz. v.2997 f.= 
celt. s. 555, 10 f. — z. 13 — 5 Sem — liflal recapituliert selbst- 
ständig das am ende von cap. XXIV erzählte; auch die notiz 
z. 28 f. Petta — hörmuligt findet sich nur hier. — Während franz. 
v. 2804 — 8 der waldhüter sich erbietet, beide kinder zu sich 
zu nehmen, so spricht er hier, z. 29 — 33, nur von einem der- 
selben und stimmt darin überein mit celt. 8. 552,33 Give me 



1 06 KÖLBING 

the one, and I will cause htm to be baptized and nurtured] engl. 
A v. 3733 ff. ist etwas anders gewendet, aber auch hier ist nur 
davon die rede, dass der förster £in kind übernehmen soll. — 
z. 32 fehlt die notiz, dass der förster für die erziehung des 
kindes keine entschädigung beansprucht; vgl. franz. v. 2806 = 
celt. s. 552, 34 f. = engl. ESNCM v. 3740, 2. — z. 34 f. Die 
ganz unmögliche satzconstruction, welche durch den Wortlaut 
von hs. B bedingt ist, wird durch die von Ced. nicht einmal 
erwähnte lesung von C, die auch zur vorläge besser stimmt, be- 
seitigt. — z. 39. Ueber die differenzen bezüglich der Zahlen- 
angabe vgl. meine anm. zu engl. A v. 3749 (s. 338). Enskar ist ein 
zusatz des Übersetzers; franz. v. 2815 nur V mars; vgl. Bser. 
s. 93, 10 f. en ftskimönnum gefr hann mörk Enska\ s. auch das. 
z. 20 f. und z. 36 f. — z. 40 f. ok kalla Miles = engl. A v. 3752 
Be let neuene J>e child Mile; weder franz. nach v. 2816 noch 
celt. s. 552, 9 v. u. wird dieser name hier erwähnt. — z. 45. Ueber 
den — übrigens ganz alltäglichen — verlauf des abends nach 
der ankunft in Civile (franz. v. 2820 — 23 = celt. s. 552, 6 v. u. ff; 
vgl. engl. A v. 3758) erfahren wir hier nichts; statt dessen wird 
z. 45 — 50 von der belagerung der Stadt durch einen jarl mit 
einem grossen heere berichtet, dem dieselbe nicht mehr lange 
standhalten kann, wenn nicht bald hilfe erscheint; franz. v. 
2825 — 27 = celt. s. 552, 3 v. u. f. drücken sich an etwas späterer 
stelle kürzer und allgemeiner aus. — z. 47 f. peir höfdu — stadinn 
scheint franz. v. 2835 Ja fust la vile ars et rohe zu entsprechen. 
z. 57 f. C ok — ödrum; vgl. Kim. s. 515, 7 v. u. Nu fellu heidingjar 
hverr at ödrum] das. s. 519, 7 f. ok feldi hann hvern ofan a annan, 
und so oft. — Ebenso ist z. 58 — 

S. 249, 1 Terri—jörd ist ausführlicher gehalten als franz. v. 
2832 = celt. s. 553, 2. — Bev. ermahnt die Stadtbewohner, sich 
tapfer zu verteidigen, wenn sie nicht all das ihrige verlieren 
wollten, franz. v. 2836 ff. (mit stark verderbtem text) = celt 
s. 553, 6 ff. Im nordischen texte findet sich statt dessen ein 
stttck allgemein gehaltener Schlachtschilderung, z. 5 — 7. — z. 
10 f. sind die worte Ok sem hann aptr sneri nur verständlich, 
wenn man franz. v. 2845 hinzunimmt Ä la pucele (von der aller- 
dings vorher mit keinem worte die rede war! celt. s. 553, 13 £ sagt 
wenigstens to the lady that orvned the towri) les ad il presente, 
seil, die drei gefangnen, ein factum, das in diesem texte erst z. 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 107 

31 flF. erwähnt wird. Von dieser fürstin ist freilich hier erst z.l5ff. 
die rede. — z. 12 — 18 ok epiir—lagt. Von der flucht der 
feinde wird nur hier gesprochen und auch über die im franz. 
texte einfach pucele genannte beherscherin der Stadt Givile werden 
wir nur hier etwas näher orientiert. — Zu z. 18 f. C Pessi — borg- 
arinnar Tgl. Trist. B s. 12, 11 f. Blenzibly konungs dottir hafdi verit 
% hinum hcestum turnum borgarinnar. — Neu sind z. 22 — 24 die 
worte ok bad — unnasta; sie erinnern an s. 216, 18 f. — z. 25 — 
29 ist eine ausführlichere widergabe von franz. v. 2851 A cele 
parole est Vestur find. — Nach z. 34 flF. schickt die fürstin 
mehrere leute ab, um Bev. zu sich zu entbieten, nach franz. v. 
2859 son provost Reiner = celt. 8. 553, 21 her seneschal, nur 
dass hier kein eigenname genannt wird. — Für z. 50 — 2 En — 
sturladr hat der Übersetzer jedenfalls eine andere lesart vor 
sich gehabt als die in der einzigen hs. v. 2869 überlieferte 
Ke, si jeo puis, m'en irai a maiin, die zu celt. s. 553, 27 f. stimmt. 
Bemerkenswert ist auch, dass der zusatz in G note 6 Pat veit — 
riki einen gedanken voraussetzt wie 'ich will Josv. suchen und 
hoffe sie zu finden'. Weder franz. noch celt. findet sich etwas 
entsprechendes. — z. 60 f. ok allt — gefa ist eine naheliegende 
hinzufügung seitens des sagaschreibers, wahrscheinlich hervor- 
gerufen durch z. 63 f. fyrir — riki = franz. v. 2876 pur kanke 
vus avez. 

S. 250, 5 flF. Mogk bemerkt a. a. o. s. 486 's. 250, 7 soll 
Bever der königin von Civile versprochen haben, nach B 7 jähre 
zu warten, bevor er sich mit ihr verheiratete, nach G nur 4. 
Letzteres ist allein richtig, da sie zunächst nach der gemein- 
samen Überlieferung auch nur 4 jähre wartet (s. 251,27); die 
später noch hinzukommenden drei jähre können an der sache 
nichts ändern'. Mogks bedenken sind an sich nicht ungerecht- 
fertigt, die Schwierigkeiten lösen sich aber etwas anders als er 
vermutet Erstens bietet C z. 7 nach meiner lesung VII, nicht 
IUI, auch yd bieten VII, ebenso wie B; B. verlangt also tat- 
sächlich 7 jähre; vgl. franz. v. 2884 en ce VII ans — celt. s. 
553, 13 v. u. mithin seven years of this. Von da ab aber hat der 
sagaschreiber geändert. Während nach franz. v. 2887 f. (s. o. s. 
49 unter no. 184) die fürstin ihm aus freien stücken zu den 
verlangten 7 noch 4 jähre zulegt, zieht sie ihm nach G note 2 
3 davon ab, will ihm also nur vier gewähren. Erst später, 



108 KÖLBING 

als diese verflossen sind, gesteht sie ihm auf seine bitten noch 
3 weitere jähre zu, s. 251,36 — 52, wovon die anderen texte 
nichts wissen. Der Übersetzer mag, falls er nicht etwa 
eine andere lesung vor sich hatte, aus dem übergrossen 
entgegenkommen der dame bei einer bitte, die ihren wünschen 
direct zuwiderlief, anstoss genommen haben. Ausserdem findet 
sich im franz. texte ein merkwürdiger Widerspruch, wenn die 
fürstin trotz der freiwillig gewährten elfjährigen frist B. schon 
nach sieben jähren an sein versprechen erinnert; vgl. v. 2884 ff. 
mit v. 2954; der celtische Verfasser scheint diese incongruenz 
bemerkt und darum s. 553,12 v.u. franz. v. 2887 unübersetzt 
gelassen zu haben. — z. 12 f. en — riki ist gleichfalls neu, aber 
leicht aus dem folgenden zu erschliessen, ebenso wie z. 14 — 6 
ok tekr — menn; dagegen wird hier nicht ausdrücklich gesagt, 
dass Bev. sich mit der fürstin vermählt — freilich ohne die 
ehe zu vollziehen, franz. v. 2893 — 907 = celt. s. 553, 10 ff. v.u. 
Der Übersetzer mag an diesem fremdartigen modus anstoss ge- 
nommen und darum auch franz. v. 2955 Que unkes ou lui ne 
[out] charnel amistez unübertragen gelassen haben. Zu der auf- 
fassung, dass die ehe noch nicht formell geschlossen ist, stimmt 
dann auch der zusatz s. 252, 4 ff., dem zufolge die Vermählung 
des paares unmittelbar bevorsteht, als Sab. und Josv. in Givile 
anlangen. — Neu ist z. 24— 6 ok öf, — feingit, die motivierung 
die kriegszuges. — Die stärke des feindlichen heeres wird in 
den verschiedenen Versionen verschieden angegeben; franz. v. 
2911 XL mil arme, celt. s. 554,2 fifteen thousand ofarmed men, 
gegenüber X pusundir manna in beiden nordischen hss. — franz. 
v. 2916 apres est ale ist erweitert in z. 34 — 8 Ok hann — turnt- 
num, etwa nach dem muster von s. 216, 49 ff. — z. 48. Der 
Übersetzer hat für die überlieferte namensform Laucelin (franz. 
v. 2928) Saladin geschrieben, wol weil das ein bekannter histo- 
rischer name war, wenn er auch gerade in den romantischen 
sagas sonst nicht begegnet. — z. 58. Aus dem nordischen texte 
lässt sich nicht erraten, dass dieser jarl af Vasteva oder Gedfal, 
wie G liest, mit dem z. 27 genannten jarl Vallant identisch ist; 
vgl. franz. v. 2908 Le duc Vastal und v. 2939 Le duc de Vastal 
= celt. s. 553, 1 v. u. und s. 554, 19 Duke Vascal. 

S. 251, 2 f. at hvorr — skildl; vgl. franz. v. 2942 La lance cd duc 
brise meint enant\ celt. s. 554,20 f. Bown broke his spear in Mm 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 109 

without delay; es scheint also in jedem der beiden letzteren 
texte ein moment weggefallen zu sein. — z. 7 f. ok vildi — höfud 
= celt. s. 554, 22 rvith the intention of cutting off his head\ franz. 
nach v. 2944 vac. — z. 9 pa — dauda nur hier, ebenso z. 13 
hann — hernum. — z. 14 f. Mit svo — grceda umschreibt der 
Übersetzer franz. v. 2949 Väbat mort en champ, und zwar 
handelt es sich hier um eine typische wendung der epischen 
spräche; vgl. für das mittelenglische meine anm. zu Ipomadon 
A v. 3205, für die nordische prosa Ged. s. XXX ; zu den dort 
gegebenen belegen füge ich noch Kim. s. 245, 21 f. an allt at einu 
fekktu nu pat sar, er eingi leeknir kemr sa tu or Affrika, at pat 
kunni grceda ; das. s. 353, 4 v. u. svo mikit sar, at aldri fannz pa 
sa er grceda kynni\ s. 416, 4 f. ok pu hefir pat sverd, er hverr sem 
sarr verdr af pvi sverdi, feez eigi leeknir sa er greedi; s. 
510,5 v. u. Eigi feer pu pann leekni af Spanie, er pik greedi 
(Rolandslied ed. Müller, v. 1303 Ja n'i avrez guarant weicht ab); 
Trist s. 35, 24 aldri mun sa leeknir koma, sem greedir petta sar 
(vgl. Gottfr. v. 6948 f.); s. auch das. s. 37, 18 f. — z. 15 f. Der 
herausgeber bemerkt zupeir — flydu in note 4 'so B', jedenfalls, 
weil ihm die Wortstellung auffällig ist; um so mehr musste er 
sich verpflichtet fühlen, die lesung von G auch anzuführen, 
welche in dieser beziehung nichts auffälliges bietet. — z. 18 f. 
Es ist mir recht zweifelhaft, ob man für at flest allt feil af 
lidi jarlanna, wie yd bieten, mit B sagen kann af jörlunum ; 
mindestens ist diese ausdrucksweise als ungenau zu bezeichnen. 
— z. 15 — 20 Nu — lofadr repräsentiert eine er Weiterung von 
franz. v. 2950 f. = celt. s. 554, 27 f.; speciell von der flucht der 
feinde ist in diesen texten nicht die rede. Neu ist auch z. 22 f. 
ok — sigr, deren inhalt sehr nahe lag. — z. 25 f. statt ok — Josvene 
lesen wir franz. v. 2953 vielmehr Mult eyme Boves la pucele gentiz 
= celt. s. 554, 29 And greatly did Borvn love the noble lady. Hier 
dürfte absichtliche änderung vorliegen; dem sagaschreiber 
mochte es anstössig erscheinen, dass Bev. liebe zu der fürstin 
empfinden sollte, anstatt sich nach seiner verlorenen gemahlin 
zu sehnen. Auch z. 32 — 4 ist nur in diesem texte von Jos. die 
rede. — z. 57. Da für i hverjum in yd en steht, was Ced. nicht 
erwähnt, so bleibt es fraglich, ob dieser gebrauch von hverr als 
relativ der ältesten niederschrift der saga angehört hat (vgl. 
Ced. s. CCXXXV1). — z. 61 f. Zu ok T., mim sonar vgl. engl. 



1 10 KÖLBING 

A. v. 3922 f. And forp pai wente hastelie, Beues and Terri for 
to seche; franz. v. 2963 und celt. s. 554, 36 vac. — z. 63 f. ok 
fr. — peirra, nur hier eingefügt, um einen gegensatz zum folgenden 
zu gewinnen. — z. 64 — 

S.252, 2 Nu kvomu — snemma: 'sie kommen am abend an einen 
ort, wo, wie sie vernehmen, Bev. und Terri früh am morgen 
sich aufgehalten haben'. Dieser nur hier begegnende passus 
sieht aus wie eine reminiscenz aus einer von den erzählungen, 
wo die eine partei der anderen direct auf dem fusse folgt, und 
so eilt, dass der Zwischenraum zwischen beiden sich immer mehr 
vermindert; vgl. z. b. AI. s. 108,3 v. u. ff. AI. kongr kemr med 
her sinn, pa er natta tekr, til pess stadar, er Darxus hafdi verit, 
pa er hann var svikinn etc. Hier, wo die gesuchten schon sieben 
jähr lang einen festen wohnsitz haben, passt dieser zusatz so 
schlecht wie möglich. — z. 4 — 13 Pau spur du — heiiir hat der 
Übersetzer hinzugefügt; vgl. o. s. 108; neu ist auch z. 14 f. sem — 
inni. — z. 16 Ged. hätte schon darum die auf nu folgenden, 
nur in yd erhaltenen worte mitteilen sollen, weil man nach der 
Überlieferung von B nicht ersieht, auf welche personen die prono- 
mina pa und peim sich beziehen sollen, da nur herra Bev. 
vorhergegangen ist. — z. 19 'Sab. bittet um ein almosen und 
Bevis sagt ihm reichliche Unterstützung zu', franz. v. 2979 — 81 
= celt. s. 554,3 v.u. ff. = engl. A v. 3934 ff.; vom Übersetzer 
ausgelassen. — z. 21 — 3 *yd ok skal — er hannparf= celt s. 
555,2 and give htm meat\ hervorzuheben ist, dass sowol in dem 
zusatz von yd wie in celt. von der bewirtung des fremden die 
rede ist, daher diese von Ged. nicht erwähnten worte gewiss 
als ursprünglich zu betrachten sind: das äuge des Schreibers 
von B ist von dem ok vor lat auf ok nach skjott abgeirrt; im 
franz. texte dürften vor v. 2983 ein oder mehrere verse aus- 
gefallen sein. — z. 26. Für den zusatz von yd note 3 ok pinum kom- 
panum findet sich in keinem anderen texte eine entsprechung. — 
Zu z. 29 — 31 yd Pa sa — vid hann vgl. celt. s. 555, 4 f. And then 
Terry thanked god for seeing his father und engl. v. 3625 f. 
Whan Terry sawe, that it was he, He ran to hym rvyth hert fre; 
A v. 3942 f. And Terry him in is armes las, And gönne cleppen 
and to kisse; engl. A v. 3942 spricht namentlich auch dafür, dass 
die worte von yd ok rann a hals honum, die Ced. wider unerwähnt 
läset, acht sind (vgl. zum ausdruck, den ich in den Wörterbüchern 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 111 

nicht erwähnt finde, Kim. s. 389, 4 note 3 ok hljop hverr a hals 
ödrum ; s. auch das. s. 402, 3 v. u.). Im franz. texte sind vor 
v. 2989 Et a terre se teint, merci Vad criez mehrere zeilen verloren 
gegangen. — z. 42 f. Sem herra — segja nur hier, ebenso die 
weitere erwähnung einer freudigen gemütsbewegung, z. 45 — 7 
Ok — haldit; zum ausdruck vgl. Kim. s. 501, 7 v. u. ff. En vid 
skilnad peirra var eingi svo hardr, at vatni matti haida etc.; 8. 
auch AI. s. 1 1 5, 1 v. u. — z. 43 — 5 ok geingu — var inni = celt. 8. 555, 9 
And then Borvn and Terry and Sebaoth went torvards her I od ging ; 
ein vers dieses inhaltes ist vor franz. v. 2996 zu ergänzen. — 
z. 55, yd note 8; der zusatz ok hon pin findet franz. v. 3004 
keine entsprechung; vgl. Strengl. s. 77, 4 lati gud hana hans 
njotal 

S. 253, 3 f. er— ceskja; vgl. Strengl. s. 3, 10 f. svo tigurlega, 
setn hann vildi sjalfr ceskja \ das. s. 38,7 svo sem hann vildi 
ceskja. — s. 252, 57 — s. 253, 8 ist eine stark gekürzte widergabe 
von franz. v. 3007 — 45. — 13 f. ok kendi — hennar = engl. E 
v. 3963, 6 And al it was for Josyans sake (vgl. meine anm. z. d. 
st., Sir Beues s. 343); franz. nach v. 3048 und celt. 8. 555, 36 
nichts. Dieser grund zur bekriegung des Erminr. ist freilich 
recht unlogisch, denn Erminr. ist an Jos.' 8 entfuhrung durch Bevis 
ganz unschuldig. — z. 16 — 23 Ek vil — a peim, Bevis' anrede 
an Terri, hat ganz anderen inhalt, als die entsprechende in 
franz. v. 3051 f. = celt. 8. 555, 36 ff.; vor allem ist die begründung, 
weshalb Bevis seinem Schwiegervater zu hülfe kommen will, 
obgleich dieser die schuld daran trägt, dass er so lange im 
gefängnis geschmachtet hat, der saga eigen, z. t. vorausge- 
nommen aus s. 254, 6 — 8. — z. 25. Hier fehlt der für den 
Zusammenhang durchaus nötige zug, dass Bevis Terris bitte, 
mit ihm gehen zu dürfen, abschlägt, und sagt, er werde nach 
ihm senden, wenn er seiner hülfe bedürfe; vorläufig solle nur Sab. 
ihn begleiten; vgl. franz. v. 3054 — 57 = celt. s. 555, 11 v. u. ff. 
= engl. E v. 3963, 16 ff. — z. 30 f. Nur hier findet sich die 
mitteilung, dass Bevis bei dem söhne Terris und dieser bei der 
tochter des Bevis patensteile vertritt. Auch sonst wird die Paten- 
schaft in den romantischen sagas öfters erwähnt; vgl. Kim. s. 15, 1 1 
f. Erkibiskup skirdi barnit, en Videlun jarl ok ein hardla scemilig 
fru veittu pvi gudsifjar, ok var su mcer nefnd Adaliz\ s. auch 
Strengl. s. 15, 16 ff. Bser. s. 90, 7 ff. — z. 33 f. Mogk bemerkt, 



112 KÖLBING 

a. a. o. s. 486: 'ganz gedankenlos ist es auch, wenn 8. 253, 24 ff. 
sich Terri mit in dem gefolge des Bever, als dieser zu Er- 
manrich reitet, befindet, während man ihn doch s. 255, 17 erst 
nach Abbaport holen lässt. Freilich hat C hier eine lQcke, 
allein ich glaube nicht, dass es jene bemerkung gehabt hat.' 
Mogks Vermutung wird durch die G hier ersetzenden hss. yd 
schlagend bestätigt, wo wir statt Fevers — dotlir lesen ok Saber 
med peim y Terri also nicht genannt wird. Der umstand, dass 
Ced. diese wichtige abweichung mit stillschweigen übergangen 
hat, beweist allein schon, wie wenig aufmerksamkeit er dem 
gange der erzählung geschenkt hat. — z. 37 f. til pess — fyrir 
sind ebenso zugesetzt, wie die fast gleichlautenden s. 254, 29 f. — 
z. 39 f. ok bad — til-kvomu = celt. s. 556, 1 to reporl their arriv<ü\ 
franz. nach v. 3067 vac. — z. 44 f. ok spurdi — pviat nur hier; 
vgl. s. 217, 5 f.; ebenso ist z. 46 — 8 herra — sik neu; dem saga- 
schreiber mochte die lakonische mitteilung, franz. v. 3071 = celt. 
s. 556, 4 f. ungenügend erscheinen. — s. 46 vorr daudligr ovrnr 
= franz. v. 3071 un mortel assemblez\ vgl. Iv. s. 131, 13 f. daud- 
Hgir uvinir. — z. 46 f. ß herra Fevers fehlt in yö und ebenso 
franz. v. 3071 und celt. s. 556,5, und zwar mit vollem rechte, 
denn Erm. weiss hier tatsächlich noch gar nicht, dass Bevis 
der anführer des herannahenden heeres ist. — z. 59 f. yd sakir 
— er) vgl. Kim. s. 89,23 Sa samt gud, er Frankismenn trua a 
ok himna dyrd styrir. 

S. 254,11 f. en hann — kvika; franz. v. 3090 und celt. s. 
556, 13 lässt er sie vielmehr in stücken hauen; vgl. o. zu s. 
218, 45. — z. 15 — 8 enthalten eine ganz kurze Zusammenfassung 
von franz. v. 3092—119 = celt. s. 556, 14— 33. — z. 21 Hann— 
riki gehört dem zusammenhange nach hinter fram, z. 24; denn 
erst die durch den spion ihm mitgeteilten neuigkeiten ver- 
anlassen den könig Iv., ein heer zu sammeln; indessen hat die 
B und C zu gründe liegende hs. schon dieselbe anordnung der 
Sätze gehabt. — z. 27 f. hann — konga nur hier. — z. 30 f. ok 
settu — borgina ist typisch; vgl. Pjal. s. 82, 16 f. Lata peir nu 
reisa herbudir sinar umhverfis borgina a slettum völlum\ AI. s. 
18, 3 v. u. f. Ok a slettum völlum .... setr Darius kongr herbudir 
sinar (Gualt. anders); Troj. s. 46, 23 f. ok setti herbudir sinar a 
völlunum hja borginni. — z. 33 f. Für Nu let — herkl. wird franz. v. 
3132 ff. = celt. s. 556, 10 v. u. ff. vielmehr berichtet, dass Bev. selbst 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 113 

seine rüstung anlegt und das pferd besteigt. — z. 34 f. ok hann — 
borginni = engl A v. 3981 Out of pe die Beues rod; franz. 
nach v. 3135 und celt. s. 556, 7 v. u. vae. Sonst vgl. Kim. s. 424, 5 f. 
Karlamagnus kongr ridr fyrst fram allra manna. Hier fehlt der 
bericht über Bevis' rfickkehr an den hof und die bewillkommnuDg 
von seiten Erm.'s, vgl. franz. v. 3149 — 53 = celt. s. 557, 5 ff. 
— z. 49. Zu einn jarl, er Fdbur het vgl. franz. v. 3155 soyi 
senescal = celt. s. 557, 9 Ms seneschal; der sagaschreiber hat 
also diesen hier nicht mit namen genannten seneschal identi- 
ficiert mit dem Schatzmeister Fabur, der nach s. 256, 36 f. = 
franz. v. 3302 das lösegeld für Ivor. zu überbringen hat; der- 
selbe ist später s. 259, 30 ff. der anführer von Sab.'s Verfolgern, 
als dieser das ross Arundel mit list wider an sich gebracht 
hat, und wird von ihm erschlagen, s. 260, 18 ff. — z. 52 — 5 
JSu vill — sidan; die idee, dass Erm. ihm das Christentum auf- 
nötigen wolle und dass er Josv. nie wider erlaDgen werde, da 
sie übergetreten sei, äussert Ivorius nur in der saga; statt 
dessen heisst es franz. v. 3158 f. Le roi Hermin ad Franpois 
mandez, Dru li est Jos., je sai de veritez. Hier werden also 
zum ersten male die Franzosen erwähnt, von denen in der 
saga erst später, zweimal kurz hintereinander, die rede ist, s. 
263, 20 und 24. Diese scheinbar abrupte einführung der Fran- 
zosen ist schon dem herausgeber aufgefallen; die erklärung, 
die er dafür gibt, ist freilich seltsam genug; er sagt s. CCXVIf.: 
'bei der Schilderung von Bevers letzten kämpfen gegen den 
könig Ivorius bezeichnet der Verfasser zweimal Bevers und 
seine krieger als Franzosen. Nun stammte das beer, welches 
Bevers anführte, aus dem reiche seines Schwiegervaters, Egypten, 
und auch nicht ein einziges mal sind irgend welche hülfstruppen 
aus Frankreich namhaft gemacht worden. Dieser ausdruck 
lässt sich also wol nicht anders erklären, als so, dass der Ver- 
fasser selbst ein Franzose gewesen ist, und dass er in seinem 
lebhaften interesse für den beiden und seine begleiter, welche 
unzählbare heidenschaaren bekämpften, dieselben unversehens 
zu seinen landsleuten gemacht hat/ Mogk bemerkt hierzu 
a. a. o. s. 485: 'das Franzeisar s. 263,20 vermag mich freilich 
nicht von der notwendigkeit, dass eine französische quelle be- 
nutzt sei, zu überzeugen ; wenn ich auch nicht zu erklären ver- 
mag, wie die Franzosen auf einmal hier hereingeschneit kommen, 

Beiträge zur geschiohte der deutschen spräche. XIX. g 



114 KÖLBING 

so glaube ich doch, dass ihrer schon früher gedacht worden 
wäre, hätte sie der sagaschreiber in seiner quelle vorgefunden'. 
Später benutzt Mogk 'die plötzlich auftauchenden Franzeisar 1 
mit als beweisgrund für die Vermutung, 'dass die vorläge des 
zweiten teiles eine andere als die des ersten war'. Ich glaube, 
dass die sache erheblich einfacher liegt. Ced. vergisst, dass 
Bev. nicht bloss das heer seines Schwiegervaters commandiert, 
sondern vielmehr demselben ein eigenes hülfsheer von 15000 
mann zugeführt hat; vgl. s. 253, 34 f. und z. 51 flF. Und zwar 
stammen diese truppen aus Chile, worunter doch sicherlich 
Sevilla zu verstehen ist. Nun hatte bekanntlich nach dem be- 
richte der Turpinschen chronik Karl der grosse den könig 
Ebraim von Sibilia (= Sevilla) bei Cordova besiegt und war 
dadurch herr von Andalusien geworden. Und wenn auch bei 
der Verteilung des landes Andalusien neben Portugal den 
Flamländern zugewiesen wurde, so lag es trotzdem nahe genug, 
die von Bevis und später von Terri von Sevilla nach Egypten 
geführten hülfstruppen als Franzosen zu bezeichnen. Diese 
werden im franz. texte an dieser stelle ganz passend zum ersten 
male erwähnt, während ihre vereinzelte nennung an einer 
späteren stelle der saga an und für sich allerdings auffällt; 
aber keinesfalls dürfen diese Franzeisar für die schwerwiegende 
behauptung, dass die vorläge derselben aus zwei heterogenen 
teilen zusammengeschweisst sei, als beweisgrund herbeigezogen 
werden. — z. 58 alla höfdingja ist hier an die stelle getreten 
von franz. v. 3162 Vamirail = celt. s. 557, 12 (he admiral, ebenso 
steht s. 255, 2 der plur. peir in der widergabe von franz. v. 3167. 
S. 255, 11 ff. Statt der kurzen bemerkung ok — öruggir be- 
richtet der franz. text v. 3172 — 79 = celt. s. 557, 19 ff. von der 
begrüssung der fremden durch Ivorius und seine mitteilungen 
von den ihm widerfahrenen unbilden. — z. 13. Nach franz. v. 
3180 = celt. s. 557,25 hat nicht Erminrik, sondern B. einen 
spion nach Munbrank geschickt. — z. 24. 'Bev. fragt Terri 
nach seiner gemahlin und dieser erzählt ihm von seinen drei 
söhnen', franz. v. 3194 — 200 = celt. s. 557, 33 ff.; in der saga 
übersprungen. — Was z. 26 f. vildu — bida als factum erzählt 
wird, ist franz. y. 3207 ff. = celt s. 557, 1 1 v. u. ff. in die form eines 
von Terri ausgehenden rates gekleidet. — z. 34 ff. Die voraus- 
geschickte vorhut von Bevis' heer hat im franz. texte v. 3218 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 115 

eine andere aufgäbe als hier, nämlich prendre prei de fors le 
murs. — z. 47 ff. Nach franz. v. 3225 ist wenigstens eine zeile 
ausgefallen, da erstens die rede des heidnischen fürstens Favons 
gekürzt erscheint und ferner die einftihrung des neuen subjeetes 
Terri fehlt. — z. 52 — 4. Die worte svo at — herklcedi finden 
sich nur hier; vgl. z. b. s. 2 17,66 ff. und besonders, was den 
inhalt betrifft, Kim. s. 509, 2 v. u. f. Ekki stodar per ofryrdi, 
pviat Frankismenn hafa drepit pik (Rolandslied, ed. Müller v. 
1253 vac); Ptl. s. 38, 4 f. Pa mcelti Partalopi: Stör -IUI dugdu 
per nu storyrdi pin. — Neu ist ferner z. 59 f. svo pykkt — hei- 
dingja; vgl. Ced. s. XXXII. 

S. 256, 14 — 20 ef eigi=mikit ist eine abgekürzte wider- 
gabe von franz. v. 3252—62 = celt, s. 558, 15 ff.; zu z. 21 f. 
en — flottann vgl. Kim. s. 408, 15 f. En vid petta flyja heidingjar, 
en Frankismenn reka flottan; das. s. 116, 14 f. heidingjar flyja ok 
reka Frankismenn flotta; zu den ratschlagen, welche Aristoteles 
seinem schüler Alexander erteilt, gehört u. a. AI. s. 5, 11 Ef 
ovinir pinir flyja, pe rek pu ok fyrstr flottann (= Gualt. 
Hostibus ante alios primis fugientibus instd). Die phrase ist also 
typisch. — z. 24. 'Guion bittet Bev., ihn und seinen bruder zum 
ritter schlagen zu wollen; dieser schlägt die bitte ab, weil die 
knaben noch zu zart seien, um Strapazen zu ertragen', franz. 
v. 3267 — 71 = celt. s. 558, 25 ff.; in der saga übersprungen. — 
z. 28 f. gjörit — likar ist hier neu, im übrigen aber typisch; vgl. 
Kim. s. 414, 6 f. ok ger af stikt sem per likar \ Blomst. s. 13, 3 f. 
pvi megit er gera vid oss sem ydr likar ; zu z. 27 ff. vgl. Fl. s. 

137, 43 ff. Ek gef mik upp yfirkominn i pitt vald ok ger 

af mer slikt, er per likar ! En po bid ek pik, at pu latir mik 
Ufa. — Es fehlt der schwur, den Iv. bei vier heidnischen 
göttern leistet, ihm lösegeld zu zahlen, franz. v. 3279 f., celt. 
s. 558, 33 ebenso, aber ganz kurz, vgl. engl. A v. 3991 ff.; stark 
gekürzt ist auch z. 31 f. die aufzählung der einzelnen bestand- 
teile des lösegeldes, franz. v. 3283—96 = celt. s. 558, 36 ff. = 
engl. A v. 3994 ff.; ebenso z. 36 — 8 die bestellung und beschaffung 
desselben, franz. v. 3300 — 14 = celt. s. 558, 6 v. u. ff. Dagegen 
ist der zusatz in yd note 5, demzufolge Iv. auch dem könig 
Erminrek eine Zahlung leistet, schwerlich acht; mindestens 
findet er sich in keiner anderen version. — z. 45 f. *yö pa lel — 
segir svo tu hans\ ein vers dieses inhaltes muss nach franz. v. 



116 KÖLBING 

3321 ausgefallen sein, wo wir jetzt erst nach dem Schlüsse von 
Erm.'s rede vernehmen, dass dieselbe an Bev. gerichtet war; 
ebenso vermissen wir nach v. 3324 eine zeile des inhaltes, dass 
Erm. ausspricht, er fühle, dass er bald sterben werde und wolle 
deshalb über sein reich verfügen; vgl. hier z. 47 — 9 ok se — 
minu. — z. 50 f. Der gebrauch von hvert als relat. pron. ist 
an dieser stelle (vgl. oben s. 222,7 und 251,57) um so auf- 
fallender, als wegen des folgenden tvo hluti mindestens af 
hverju zu erwarten wäre; durch die lesart von *yd, die Ced. 
verschweigt, wird dieser anstoss gehoben. Von der teilung 
des landes zwischen Guion und Miles ist nur im isl. texte die 
rede; indessen scheint auch der franz. v. 3327 Issi volle ma 
terre diviser = celt. s. 559, 13 And so I will determine my do- 
minion diese bestimmung vorauszusetzen; vgl. ausserdem Pjal. 
s. 60, 7 f. Ok pvi gef ek nu, segir kongr, Joni up rikit ok par 
med kongs nafn. — In z. 53 f. yö Ok litlu — scemd wird nur 
kurz tod und begräbnis des königs erwähnt; seine beichte so- 
wie der ritterschlag und die krönung der beiden brüder, franz. 
v. 3329 ff. = celt. s. 559, 14 ff., werden übergangen. 

S. 257, 6 f. Bevers — riddari; Bev., Terris söhn, wird nur 
hier erwähnt, wenngleich ganz passend. — z. 9 ok — baki; vgl. 
Kim. s. 87, 11 ok kom hvorgi ödrum af hesü\ Blomst. s. 30, 6 f. 
ok kom hvorgi ödrum af baki. — z. 21. Dem franz. texte v. 
3376 — 83 = celt. s. 559, 9 v. u. ff. zufolge reist Sab. zunächst 
nach Givile zu Terri, dann zum papst, um ablass zu erlangen 
wegen der langen entfernung von seiner gemahlin, hierauf nach 
St. Giles und dann erst nach Hamtoun. Ebenso wenig wie 
engl. A v. 4025 f. weiss die saga etwas von diesen umwegen, 
von denen nur der besuch bei Terri insofern auffällig ist, als 
wir in keiner version etwas davon erfahren haben, dass er 
nach beendigung des krieges gegen Ivorius in seine heimat 
zurückgekehrt ist. Diese incongruenz scheint denn auch der 
sagaschreiber empfunden zu haben, wenn er an einer allerdings 
nur in yd note 3 erhaltenen, aber gewiss ächten stelle Terri 
mit seinem vater nach England zurückkehren lässt. — z. 23 f. 
Die begrüssungsscene zwischen Sab. und seiner familie ist hier 
aus franz. v. 3385 — 408 = celt. s. 559, 5 v.u. ff. ganz kurz zu- 
sammen gestrichen. — Die worte z. 28 f. Hann — Bevers, welche 
die folgende manipulation des königs Ivorius motivieren sollen, 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 117 

sind vom sagaschreiber hinzugesetzt. — z. 30. Aus der franz. 
namensform des diebes, Gebitus (celt. s. 560, 9 Vibinis), hat der 
Übersetzer, bez. der Schreiber von B, Jupiter gemacht; die form 
Joptus in yö steht der des Originals noch ferner. Belege für 
pferdediebstahl in der romantischen poesie des mittelalters 
führen an Kitze, Das ross in den altfranz. Artus- und abenteuer- 
romanen, Marburg 1888, s. 35 und Bangert, Die tiere im alt- 
franz. epos, Marburg 1885, s. 100. Vgl. auch B. Heinzel, Ueber 
Wolframs von Eschenbach Parzival, Wien 1893, s. 67. In der 
altnord. rom. prosa begegnet derselbe noch zweimal; in £1. s. 
92, 10 ff. wird erzählt, wie der zwerg Galopin dem fürsten 
Julien das ross Primsant aus Arragonien stiehlt, und Earlam. 
s. 3 f. stiehlt sogar Karl der grosse in gemeinschaft mit dem 
dieb Basin das pferd Renfreis und erlauscht bei dieser gelegen- 
heit eine gegen ihn selbst von einer anzahl vasallen an- 
gezettelte Verschwörung. — z. 38 ff. C pa — sjaifr hafa) vgl. Kim. 
s. 149, 8 f. Takit svo mikit gull ok silfr .... sem per vilit sjalftr] 
Iv. s. 130, 11 f. Herrann baud honum pa svo mikit gull, sem hann 
vildi sjaifr hafa; Troj. s. 58, 17 f. ok svo mikit fe sem sjaifr hann 
vill'j franz. v. 3418 Assez vus dorrai chateus et richetez steht 
ferner. 

S. 258, 1—3 at—solunni] franz. v. 3430 f. = celt. s. 560, 
22 f. schwört Iv. statt dessen, Bev. habe jetzt ein übles jähr 
angetreten. — z. 3 undir solunni = 'unter dem himmel', 'auf 
der erde'; vgl. Clar. s. 5, 59 f. undir heims solinnL Aehnl. Strengl. 
s. 26,28 undir himninum. — z. 5 f. ok — hafa 'man musste sich 
in das unvermeidliche fügen'; so nur hier. Derartige äusserungen 
von resignation begegnen öfters ; vgl. z. b. Clar. s. 7, 65 f. ok 
po vard svo buit at vera\ Bret. s. 121, 16 f. ok una po margir 
landsmenn ok vinir Arthi storilla vid pessi svik, ok verdr po svo 
at standa; Kim. s. 197, 13 f. en hvat sem pu kcerir, stendr nu 
svo sem vordit er. — z. 10 ff. Vgl. zum inhalte Kim. s. 539, 
3 v. u. ff. en Grimaldus vaknadi ok segir konu sinni drauminn. 
Hon mcelti : Bis upp skyndiliga .... uhceft er at dvelja. — Die 
worte z. 13 f. eda — syni finden sich in der vorläge nicht; doch 
vgl. engl. ESNC v. 4045,6 Wyff or chyld B. hap forlore; neu 
ist der zusatz z. 15 ok vceri — skadi 'der vertust des rosses 
wäre noch der verhältnismässig geringste schade'; ebenso die 
übrigens selbstverständliche auff orderung an Sab., Bev. zu 



1 1 8 KÖLBING 

hülfe zu ziehen, z. 15 — 18 Ok er — heilr.\ doch vgl. franz. v. 
3442 trop avez demorS, womit ungefähr dasselbe gesagt ist. — 
z. 21 C ok for — hafsins = celt. s. 560, 35 f. and rvent to the sea\ 
franz. nach v. 3446 vac. — Zu den worten Sab.'s, z. 27 — 30 
Aufi — eiga vgl. engl. A v. 4061 f. Pat, Saber seide, apenkep me, 
Boute gif ich migte winne it age\ franz. v. 3452 Alias, dist Sab., 
trop ai demorS steht ferner. — z. 31 f. kyö note 17 und 18 fyrr 
enn hann kom i M., par sein lvorius kongr red fyrir = celt. s. 
560,8 v.u. until he came to the city of lnor\ vgl. engl. A v. 
4063 Agen to Mombraunt werde Saber \ franz. nach v. 3455 fehlt 
eine angäbe darüber, dass Sab. am ziel seiner reise angelangt 
ist. — z. 32 — 44 Ok hafdi — hestum; l lv. hat Ar. sieben jähre 
in seinem besitz gehabt und ein fohlen von ihm erlangt. Er 
hat jetzt seine vasallen versammelt und ein grosses Söldner- 
heer zusammengebracht, um gegen Bev. zu felde zu ziehen, im 
vertrauen auf seine pferde'. Denselben inhalt hat das ent- 
sprechende stück in yd, die aber im Wortlaute sehr stark von 
B abweichen. Die übrigen Versionen wissen von alledem nichts; 
nur von dem fohlen ist franz. an späterer stelle (v. 3478) 
die rede. 

S. 259,2 Nu — tima; diese worte erwecken den anschein, 
als ob es sich im folgenden um eine in irgend welche spätere 
zeit fallende scene handele (daher Gering s. CCXXXIlIb, 
z. 18 v. u. 'einmal'); den übrigen Versionen zufolge spielt sich die- 
selbe aber sofort nach Sab.'s ankunft in Munbrank ab. — z. 
3 f. at pjofrinn reid hestinum til vatns = engl. M v. 3838 On 
Arondell how Rabon rode ; nur in diesen beiden texten reitet der 
dieb selbst auf dem pferde; franz. v. 3456 nur ungarpon\ celt. 
s. 560, 7 v. u. the servants of the horses. Eine ähnliche episode 
wie die hier erzählte widergewinnung des rosses Arundel findet 
sich Kim. s. 379, 2 fl. . . . pa mcetti hann par riddara. En sa hafdi 
ridit hesti lavardar sins til vatns pess, er nefndr er Alfradr erm 
danski; sa vor pa beztr i herinum Guitalins kongs. En er 
Hermoen sa pann hest, pa girnti hann mjök hann at eiga . . . 
ok reid fram hardliga at riddara peim, er a baki sat, ok hjo af 
honum höfudit, hljop sidan a bak ok reid akafliga, ok let renna 
hest sinn lausan\ vgl. meine anm. zu engl. M v. 3838 (a. a. o. 
s. 349). — Die motivierung für die bereitwilligkeit des diebes, 
das pferd zu zeigen, z. 8 f. pvial — var, ist ein zusatz des Ober- 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 119 

setzers. — Nach z. 13 f. stösst Sab. dem diebe seinen pilgerstab 
in den rücken, so dass er vorn wider herauskommt; nach 
franz. v. 3467 schlägt er ihn dejoste le oye. Die vom saga- 
schreiber gewählte art der Verwundung hat einen typischen 

anstrich; vgl. Kim. s. 191, 11 ff. Pvi leggr Bceringr spjo- 

ünu apian midil herdanna, svo at ut gekk um brjostit] das. s. 
520, 8 ff. B ok lagdi spjoti sinu i millum herda honum, svo at ut 
kom um brjostit. — Zu z. 17 — 25 yö (vgl. note 11) Sveinar — var 
i brottu stimmt inhaltlich die darstellung von celt. s. 561, 2 f. and 
the others rode to the court and reported to Ynor, that Arundel 
was stolen, sowie von engl. M v. 3849 ff. He rvold no lenger there 
abyde. Sarzins to the court can ride And the kyng can they 
teil, How one was gone with Arondell. Die anderen englischen 
texte dagegen stimmen zu franz. v. 3470 ff., dem zufolge Sab. 
selbst in die Stadt hineinreitet und dem könig persönlich mitteilt, 
dass er das pferd wider gewonnen habe. Ich weiss nicht, wie 
ich diese merkwürdige Verteilung der lesungen erklären soll; vgl. 
meine anm. zu M v. 3849 ff. (a. a. o. s. 349). — z. 30 — 4 Kongr — 
fcera; die kurze besprechung zwischen Iv. und Fabur ist neu. 
— z. 38 — 46 ok heyrdi — Sabaoth; dies stück findet sich gleich- 
falls nur in diesem einen texte, ohne übrigens irgend welche 
gpecifisch neue momente zu enthalten. — Zu z. 41 f. yö note 19 
Pa — fara vgl. Kim. s. 404, 3 v. u. f. Pa vard honum litit aptr 
ok sa fjölda heidinna manna fara eptir ser. — z. 48 — 

S. 260, 2 ok sa — likir entspricht nur eine zeile in der vor- 
läge, v. 3482 Et vener vit Sab. sur Arundel corant = celt. s. 
561, 9 f. and . . .perceived Sebaoth and Arundel Coming \ indessen 
stellt sich z. 48 — 50 ok sa — ridandi zu engl. A v. 4083 AI pis 
folk ghe seg ful wel. — z. 3 yö note 2 drückt sich Josv. un- 
bestimmter aus als franz. v. 3485 f. = celt. s. 561, 12 f, wo sie 
direct sagt, Sab. komme auf Arundel geritten; nur dort kann 
folglich auch z. 6 — 8 pviat — Arund. Bev. selbst die Vermutung 
aussprechen, es möge sich so verhalten. — Nach z. 10 — 24 
tötet Sab. mit seinem pilgerstabe den ihn verfolgenden Fabur ; 
franz. v. 3495 ff. ersticht er (oder Miles?) ihn mit seinem 
Schwerte. — z. 26 f. pviat — skjotara ist eine weitere aus- 
führung von franz. v. 3500 Pur reposer Ar. — In der nun fol- 
genden kampfschilderung emaneipiert sich der nordische text 
& 27 — s. 261, 14 vollständig von seiner vorläge, frans;, y. 3502 — 



120 KÖLBING 

3515 = celt. s. 561, 22 ff. = engl. A v. 4096 ff., wenn auch das 
schliessliche resultat dasselbe ist: die völlige niederlage der 
Verfolger des Sab. Die darstellung bewegt sich meist in ty- 
pischen ausdrücken; so vgl. z. h. mit z. 54 ff. ok var — vard, 
Mag. B s. 141,16 Var hverjum daudinn viss, er ekki gafz upp 
fyrir peim; Flov. s. 175, 56 f. at peim var viss daudi, er honum 
var niBstr\ Kim. s. 248, 21 f. pviat hverjum er viss daudi, sem 
eigi leitar undan. Zu z. 61 ff. hlupu — flokk vgl. ausser Ced. s. 
XXVIII f. Troj. s. 62, 11 f. Akilles ferr nu sem leo % sauda dyn 
um her Tyrkja. 

S. 261, 3 ff. ok feil — heid.\ die ausdrucksweise ist typisch; 
vgl. Kim. s. 122,2 v.u. f. ok vard pa hinn hardasti bardagi, feil 
nu mikit af hvarratveggja Vidi, ok po fleira af Feridans kongi; 
ebenso das. s. 258, 13 f.; Mag. B s. 133, 17 f. Fell nu a litilli 
stundu inikill lidsfjöldi, ok po miklu fleira af peim brcedrum, 
sonum Hugons kongs\ AI. s. 41, 4 f. Af hvarumtveggjum feUr 
nu mikit lid, en po miklu meira af Serkjum (= Gualt. Largus 
utrimque cruor, sed major inebriat agros Persarum strages); 
Bret. s. 92, 7 f. ok feil mart folk af hvarumtveggjum, ok fleira 
af Bretum (Galfr. s. 62 nichts); s. auch Blomst. s. 24, 1 f., 
Troj. s. 70, 14 f. — z. 15 f. Nu — manna ist typisch; vgl. Bret 
s. 118, 2 Nu ser Artur kongr ufarar sinna manna\ FL s. 148, 
31 En er Flovent sa hans ufarar; Troj. s. 50,16 er hann sa 
slikar ufarar sinna manna ; das. s. 60, 1 1 f. ok er hann ser ufar- 
ar Girkja\ das. s. 74,21 ok er Akilles sa uför sinna manna. — 
z. 15 — 31 entsprechen inhaltlich ungefähr franz. v. 3551 — 54 = 
celt. s. 562, 3 ff. = engl. A v. 4109 ff; der vorher (vgl. meine anm. 
zu s. 254, 58) übergangene söhn des sultans, Ammiral, kommt 
hier zur geltung (zu den von Ced. s. XXI angeführten stellen, 
wo Ammiral, kongr af Babilon in der Kim. begegnet, kommt 
noch s. 77, 12). Nun erst folgt z. 32 ff. der inhalt von franz. 
v. 3516 — 50 = celt. s. 561, 30 ff.: Bevis' entschluss, Terri ein 
zweites mal um Unterstützung anzugehen, eine bitte, welcher 
dieser auch bereitwillig folge leistet. Die wörtlichen berühr- 
ungen zwischen beiden texten sind gering. Dagegen lässt sich 
nicht leugnen, dass die idee, Terri zu hülfe zu holen, besser 
motiviert erscheint, wenn Bev. vorher von der Verstärkung des 
feindlichen heeres künde erhalten hat, als ohne dies moment, 
die folge der ereignisse in der saga also der im franz. und 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 121 

celtischen texte (der englische spricht hier von Terri überhaupt 
nicht) vorzuziehen ist; ob sie die ursprüngliche ist, lässt sich 
mit dem verfügbaren material nicht entscheiden. — Während 
zufolge franz. v. 3555 f. = celt. s. 562, 5 f. = engl. A v. 4114, 
Ivorius mit seinem heere nach der egyptischen hauptstadt zieht, 
führt hier z. 49 ff. Bev. mit seinem verbündeten seine truppen 
bis Munbrank und lässt sie dort ein lager aufschlagen. So ist 
also der Schauplatz des nun folgenden Zweikampfes ein ganz 
verschiedener. Die idee zu diesem geht in der saga z. 62 — 

S. 262, 12 von Ammiral aus, franz. v. 3561 — 66 = celt. s. 
562, 9 ff. = engl. A v. 4117 ff. von Ivorius selbst, der zwei seiner 
rate über ihre ansieht befragt. Der grund, den Ammiral zu 
seinem Vorschlag veranlasst, wird in den anderen texten Iv. 
selbst in den mund gelegt (vgl. franz. v. 3568 ff. = celt. s. 562, 
16 ff. = engl. A v. 4125 ff). Eine ähnliche erwägung als ver- 
anlassung zu einem Zweikampf findet sich Troj. s. 50, 4 ff. 
Menelaus let fara ord um, at kann vildi berjaz vid Alexandr i 
einvigi; kvad pat usannligt, at svo margr madr gyldi saka peirra, 
er vit eignumz vid. — z. 16 — 19 yd note 8; dass yö hier die 
ursprüngliche fassung von Ivorius' Vorschlag enthalten, ergibt die 
vergleichung von franz. v. 3574 ff. = celt. s. 562, 1 9 ff. = engl. 
A v. 4133 ff. Dem Schreiber von B ist es offenbar anstössig 
erschienen, dass Iv. in seiner rede nur den fall vorsieht, dass 
er besiegt werde, nicht auch den umgekehrten, und er hat dem- 
gemäss geändert; aus demselben gründe hat der redactor der 
vorläge von engl. MO v. 3923 f. den zusatz gemacht And yf that 1 
the sie, for thye I wold, thou graunte me Armony. — z. 26 yd 
note 9 und 10; es ist also von einem regelrechten holmgang, 
von der sitte, einen solchen Zweikampf auf einer kleinen insel 
auszufechten, die rede, und zwar ergibt sich aus den anderen 
Versionen zur genüge, dass es sich hier nicht bloss um einen, 
von dem Schreiber von C etwa willkürlich eingetragenen, spe- 
eifisch nordischen usus (vgl. Weinhold a. a. o. s. 299) handelt; 
in dem vorliegenden franz. texte ist dies moment allerdings nur 
kurz angedeutet in v. 3583 Le gue passent, oltre se sont mis ; es 
dürften davor mehrere Zeilen ausgefallen sein, welche die eben ci- 
tierte überhaupt erst verständlich machten. Belege für den holm- 
gang aus der mittelenglischen poesie habe ich in der anmerkung 
zu engl. A v. 4141 (a. a. o. s. 350) gesammelt. Aus der nord. roman- 



1 22 KÖLBING 

tischen proga gehört hierher der Zweikampf zwischen Oddgeir 
und Karlot, Kim. s. 91,8 ff. Sidan ridu peir fram til Tifr ok 
stiga a skip ok fluttuz til eyjar peirrar, er holmstefna var i 
lögd\ ferner der Zweikampf zwischen Oddgeir und Burnament, 
Kim. s. 116, 8 ff. Oddgeir ... hljop sidan a hest sinn ok reid 
til Romabor gar ok til eyjar peirrar, er holmstefna var lögd i; 
endlich der Zweikampf zwischen Roland und Otuel, Kim. s. 
442,6 ff. Ok pvi ncest leiddu peir Oddgeir danski ok Nemes her- 
tugi Otuel til vigvallar i pann stad, sem Rollant var fyrir, a 
millum tveggja vatna, svo at hvargi peirra matti undan flyja. 
Dafür dass man auch in Frankreich mit dieser sitte bekannt 
war, sprechen ausser der vorliegenden stelle zwei mittelenglische 
fassungen der sage von Guy of Warwick, wo der Zweikampf 
zwischen Guy und dem riesen Colbrond in an yle rvythynne the 
see stattfindet, zwei fassungen, die unzweifelhaft auf ein gemein- 
sames franz. original zurückweisen, das diesen zug auch schon 
enthalten haben muss (vgl. meine erörterungen, Germania 34, 
191 ff.); ferner Gottfrieds von Strassburg Tristan v. 6795 ff. = 
Sir Tristrem v. 1024 f., wo der kämpf zwischen Morolt und 
Tristan gleichfalls auf einer insel im meere ausgefochten wird; 
auch hier ist ein franz. original genau desselben inhalts voraus- 
zusetzen. Freilich bemerkt Sarrazin, Zs. f. vergl. litcratur- 
geschichte 1,263, dieser zug scheine mehr scandinavischer, ger- 
manischer als celtischer, romanischer sitte zu entsprechen; es 
fragt sich nur, was wahrscheinlicher ist, die annähme scandi- 
navischer beeinflussung ausser für die Tristansage auch für 
Guy of Warwick und ßeuve anzunehmen, und ebenso für die 
a. a. o. citierten mittelenglischen dichtungen, oder die Vermutung, 
dass es sich um einen bei romanischen wie germanischen Völkern 
wolbekannten usus handelt. Weitere belege wären um so er- 
wünschter, als bearbeiter einschlägiger dichtungen diese spuren 
des holmganges mit Vorliebe ausgemerzt haben. So ist der- 
selbe aus sämmtlichen uns erhaltenen hss. des franz. Guy of 
Warwick verschwunden (vgl. Germania a. a. o. s. 194); in der 
einzigen bs. des franz. Beuve ist er bis auf eine kurze an- 
deutung gleichfalls gestrichen, und selbst in altnordischen be- 
arbeitungen fremder Stoffe hat man den holmgang öfters be- 
seitigt, so in der Tristram s saga (vgl. Tristrams saga ok 
Isondar, Heilbr, 1878, s. XL VII) und in der hs. 3 der B$vis 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 123 

saga. — Zu z. 28 f. kann — kappi stellt sich engl. A v. 4150 
Also he was king of meche migt; die anderen texte vac. — z. 
33 f. en sp. br. und z. 40 f. ok sundr — skjaldarins nur hier. — 
z. 44. 'Bevis steigt vom pferde, damit Arundel nicht zu schaden 
kommen möge', franz. v. 3597 f. = celt. s. 562, 35 f.; hier aus- 
gelassen. — z. 47 f. Die worte ef sverdit — högginu erinnern an 
engl. A v. 4177 Doun of pe heim pe swerd gan glace; franz. 
nach v. 3602 vac. — z. 49 — 

S. 263, 10. Nur der nordischen version zufolge eilt Guion, 
als er seinen vater in gefahr sieht, hinzu, tötet Ivorius durch 
einen lanzenstich und wird deshalb von Bevis hart ge- 
tadelt. In der tat war es im mittelalter streng verboten, in 
einen Zweikampf einzugreifen; 'die ritter werden für den fall 
der einmischung mit dem vertust des fusses oder der band 
bedroht; die knechte setzen bei ungehorsam ihren köpf aufs 
spiel 1 (Schultz, Das höfische leben 22, 167 f.). Trotzdem be- 
gegnen mehrfach fälle, wo ein Zweikampf in folge der ein- 
mischung aussenstehender nicht zu regelrechtem ende geführt 
wird; so wird in der Ptl. s. 15, 6 ff. erzählt, dass bei dem Zwei- 
kampfe zwischen Partalopi und Markhöld trotz des Wider- 
spruches des letzteren zwölf britische ritter erscheinen und Part, 
töten wollen. Er hätte auch wirklich sein leben verloren, wenn 
nicht plötzlich ein grosser vogel herabgeflogen wäre, Part, ergriffen 
und ihn sicher in das lager des königs Hlödver hinübergetragen 
hätte. Markhöld erklärt den Zweikampf für gültig, erkennt 
Part, als sieger an und bestraft die zwölf ungehorsamen ritter 
mit dem tode. Eine anzahl inhaltlich verwanter stellen aus 
der franz. epik citiert Heinzel, Ueber die ostgothische helden- 
sage, s. 79 f. Nach franz. v. 3603 ff. = celt. s. 562, 12 v. u. ff. 
= engl. A v. 4237 f. tötet Bev. seinen gegner selbst. Hier liegt 
also offenbar eine absichtliche änderung des tatbestandes seitens 
des Übersetzers vor, ob aus freier erfind ung oder auf grund 
irgendwelcher reminiscenz, vermag ich vorläufig nicht zu ent- 
scheiden. — z. 16 — 9. Die blosse bemerkung, dass Brandamons 
söhn, der könig von Damascus, sich an diesem kämpfe beteiligt, 
wirkt sehr befremdend; die franz. und die celt. version be- 
richten, einer der söhne des Bev. habe einen angriff gegen ihn 
unternommen; franz. v. 3612 f. Gut le roi broche si ad Bralu 
fem, Le rei de Damascle, ke fiz a Brandon fu ; vgl. celt, s. 562 ; 



124 KÖLBING 

6 v. u. f. And Miles attacked another of the Saracens, and sie» 
him, namely, the king of Damascus, son of Abraham (!). — z. 21 
ok — hendr; franz. v. 3614 anders; dag. vgl. Kim. s. 96, 2 v. u. 6k 
höggr a badar hendr; das. 8. 182, 11 v. u. ok höggr kristna 
menn a badar hendr; s. auch s. 185, 17 f. 189, 5 v. u. 515, 17 f. 
516, 21. — Zu z. 34 — 6 pviat — riddara und z. 37 — 9 ok munu — 
ydr findet sich nichts entsprechendes im franz. texte; und doch 
ist die von dem heidenanführer an der zu zweit erwähnten 
stelle gegebene erklärung für seinen Vorschlag im zusammen- 
hange fast unerlässlich ; vgl. auch engl. M v. 3969 ff. Sir Bettes 
was ofgod purviaunce, He toke kxjng Yvoris conysaunce, And made 
uppon hym to throwe, That no man shold hym fro Yvore knorve. 
Neu ist auch z. 46 f. hann tok — manna. — Zu z. 48 — 50 Ok 
hugdu — portin stimmt genau engl. M v. 3975 ff. Whan they, that 
rvere in the toure, Sye the comyng of kyng Yvore, All tvere they 
glad and fayn, They openyd the gatys hym ageyn; franz. nach 
v. 3633 und celt. s. 563, 9 vac. Aber auch wenn diese parallel- 
stelle in der jüngsten redaction des englischen textes nicht 
dafür spräche, müssten wir nach franz. v. 3633 eine lücke an- 
nehmen, da sonst in dieser version überhaupt nicht abzusehen 
wäre, weshalb die krieger des Bev. die rüstungen der gefallenen 
feinde hätten anlegen sollen. — z. 53 — 5 Vid peita — huglauss 
nur hier; doch vgl. Trist, s. 19, 29 f. svo at hinir, er hardastir 
voru i peirra lidi, gjörduz hugsjukir. — z. 59 — 61 pviat — trua 
gehört in der franz. version nicht zur rede Guions, sondern 
wird als factum berichtet; vgl. v. 3644 ff. In der tat wird be- 
siegten heiden gewöhnlich diese alternative gestellt; vgl. Kim. 
s. 130,10 v.u. f. Gjorir Karlamagnus keisari peim nu tva kosti, 
taka tru retta ella pola skjotan dauda; s. auch s. 132, 1 ff. 266, 
1 ff. und 16 ff. — z. 64. 'ßev. lässt Jos. aus Abreford holen ', 
franz. v. 3652 = celt. s. 563, 19 ff.; der sagaschreiber hat das 
weggelassen. Und was sollte auch Jos. zu dieser zeit in 
Munbrank? 

S. 264, 6 ff. Dieser ausdruck für den übertritt vom heid- 
nischen glauben zum Christentum ist typisch; vgl. z. b. Kim. s. 
1 15, 16 f. er pu hefir neitat Maumet gudi varum ok truir a gud 
kristinna manna; s. auch das. s. 120, 17. — z. 8 f. med pvi — 
mattugri; diese bedingung fehlt in franz. nach v. 3660 und celt. 
s. 563, 24 ; und doch liegt eigentlich nur in diesen Worten eine 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 125 

wirkliche begründung für die nun folgende, mit Terrogant an- 
gestellte probe. — z. 13 — 16 Ok höfdu — pilarum, eine nicht un- 
passende ausschmückung seitens des sagaschreibers. — z. 11 
ßowol wie z. 16 ist Guion subject; franz. v. 3661 Gut, v. 3663 
Boefs] celt s. 563, 25 f. beide male ßown. — z. 24 f. svo at — 
sundr findet sich nur hier; ebenso z. 27 — 34 hrcediliga — mein 
gjöra. Beide pluszüge in der saga machen nicht den eindruck 
müssiger zusätze. — z. 44 f. prjar vikur; anders franz. v. 3681 
1111 mois = celt. s. 563, 11 v.u. four months. — Der inhalt von 
z. 53 — 

* S. 265, 2 stod — vinattu wird franz. v. 3712 ff. an späterer 
stelle berichtet. — z. 6 — 11 at olli — sjonum; franz. v. 3702 
lautet die botschaft kürzer so: Le roi desherite ton fiz Robant = 
celt. s. 564, 3 f.; die notiz über das inselschloss wird der saga- 
schreiber in erinnerung an s. 237, 61 ff. beigefügt haben. Im 
übrigen aber erweist sich z. 3 — 20 Litlu — Bev. kongi als eine 
mehrfach gekürzte widergabe von franz. v. 3698 — 3720. — z. 
21 XX pusundir; jede Version bietet eine verschiedene zahl; 
vgl. franz. v. 3723 XL mil chevalers\ celt. s. 564, 14 f. a hundred 
thousand of renonmed armed horsemen ; engl. A v. 4275 f. knigtes 
fale, Sexti posend told in tcrfe. — z. 22 — 4 Fru Josv. — optar; 
dass Josv. zurückbleibt, wird in den anderen Versionen nicht 
ausdrücklich gesagt, ergibt sich aber aus dem verlauf der er- 
zählung; nur nach der darstellung der englischen texte (vgl. A 
v. 4290) hat Bev. sie mit nach England genommen. Zum Wort- 
laute vgl. Strengt, s. 60, 5 v. u. f. pa ottadiz hon, [at hon] myndi 
aldri sja hann sidan) Kim. 8. 354,9 pa hrceddiz hann, at hann 
mundi eigi optar sja hann. Neu ist auch z. 30 — 2 Ok var — 
honum. — z. 35 — 7. Ich glaube nicht, dass die worte e?i sog du — 
he/ha den sinn haben könnten, welchen Gering s. CCXXXV b, 
z. 34 f. so formuliert: 'und sprechen die hoffnung aus, dass er 
ihnen helfen werde'; die lesung von C ist, auch ohne hinzu- 
ziehung des franz. textes, als die einzig annehmbare anzusehen. 
— z. 40. Nach der satzfügung in B erwartet man hier natür- 
lich die Wortfolge pa sendi hann bod\ in *C, wo statt des neben- 
satzes Svo — petta, z. 38 f., sich ein hauptsatz findet, ist dieselbe 
aber ganz gerechtfertigt. Der Schreiber von B hat jedenfalls 
dieses Svo sem vorgeschoben, dann aber vergessen, den nach- 
satz entsprechend umzugestalten. — z. 46 — 50 Sagdi — peim ist 



126 KÖLBING 

eine erweiterte widergabe von franz. v. 3745 f. Jeo quid ke ü 
vint pur moi guerrer, Et jeo moi doute de la mort aprocher. — 
z. 50 — 2 En ek — bidja hat der Übersetzer hinzugefügt. 

S. 266, 1 f. tvo jarla; vgl. franz. v. 3751 IUI contes = 
celt. s. 564, 34 four earls. — z. 8. Von der einwendung, die 
Bev. gegen das anerbieten des königs erhebt, franz. v. 3759 f. = 
celt. s. 564, 12 v.u. f., ist hier nicht die rede. — z. 12 f. B /// 
pusundir riddara, C note 2 XV M hermanna; franz. v. 3764 XX 
mil armes =* celt. s. 564, 10 v. u. twenty thousand brave horsemen. 

— z. 17 C note 3 ok — mik\ vgl. zum Wortlaute Tristr. 8. 32,8 Gakk 
hingat ok minnz vid mik! — z. 28 fehlt das kurze gespräch 
zwischen dem könig von England und seinem nunmehrigen 
Schwiegersohn, franz. v. 3776 f. = celt. s. 364, 2 v. u f. — z. 29 f. 
Während hier der könig von England am dritten tage des 
hochzeitsfestes stirbt, so erfolgt sein abieben in franz. v. 3780 = 
celt. s. 565, 1 vielmehr bereits an dem tage der trauung. — Speci- 
fisch nordisch ist der ausdruck var nu aukin veizlan, z. 32 *C ; vgl. 
u. a. Pjal. s. 59, 4 v.u. var pa aukin veizlan; Mag. B s. 137, 11 f. 
Var nu aukin veizlan ok bodit til öllum dyruslum mönnum; da«, s. 170, 
8 v. u. f. Var nu afnyju aukin veizlan. — Nur im isl. texte findet 
sich ferner die bemerkung z. 34 f. ok — veizlu. Dagegen vgl. fol- 
genden passus in der Schilderung der krönung Arturs, Biet. s. 100, 
25 ff. Hertogarnir af Frakklandi toku pa sina pjonustu, pa er pehr 
höfdu haft fyrrum med Artho, til scemdar hvarumtveggjum, peim er 
pionudu ok hinum, er pjonad var (Galfr. s. 173, 5 findet sich 
nichts entsprechendes). Neu ist auch z. 45 f. Var — skilnadi. 

— Statt nach Flandern, z. 49, segelt Bev. nach franz. v. 3797 
zunächst nach Cöln. — Mogk ist (a. a. o. s. 485) der umstand 
mit recht auffällig erschienen, 'dass des Terri in den letzten 
capiteln mit keinem worte gedacht wird'; doch spricht der- 
selbe nicht sowol dafür 'dass die vorläge des zweiten teiles 
eine andere als die des ersten war', als vielmehr dafür dass 
der sagaschreiber zuweilen an der unrechten stelle gekürzt hat; 
nach der ankunft in Cöln heisst es franz. v. 3798 f. De oder en 
son pais Terri ad pris conge, Ne se verrunt mes en tretut lur 
hee = celt. s. 565, 1 1 f. And then Terry took leave to go to his 
country. Diesen zug hätte der Übersetzer nicht auslassen sollen, 
da der leser das bedürfnis fühlt, sich von einer person end- 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 127 

gültig zu verabschieden, die in dein roman eine immerhin nicht 
unbedeutende rolle gespielt hat. Umgekehrt zeigt der englische 
dichter (vgl. A v. 4593) für Terri ein so warmes interesse, dass er 
ihn sogar an Josianes Sterbebett rufen lässt. — z. 55 f. C Hann — 
fann\ vgl. Ol. Kim. s. 53, 5 f. ok gengr til pess herbergis, er 
drottning var inni; ok er hann finnr drottningina etc.; franz. v. 
3808 f. steht ferner. 

S. 267, 5 fehlt die Übertragung der frage Jos.'s, franz. v. 
3814 Sire, ke tendra vostre riche cassement? — z. 13 f. Ok 
medan — Josv. = celt. s. 565, 27 f. and while they were at 
that\ vgl. engl. A v. 4595 And whan pai were alle pare\ franz. 
nach v. 3818 vac. — z. 26. 'Gui erhält von seiner mutter den 
auftrag, B. herbeizuholen', franz. v. 3831 = celt. s. 565, 12 v.u.; 
hier ausgelassen. — Zu z. 28 f. gud himinrikis dyrdar vgl. Kim. 
b. 78, 8 Fadir dyrdar; ebenso das. s. 88, 4. — Zu der berufung auf 
die allwissenheit gottes, z. 35 er allt veizt, stellt sich Kim. s. 492, 8 
Drottinn allsvaldandi gud, er veit alla hluti; Mir. s. 175, 14 gud, er 
alla hluti veit — z. 28 — 39 ok mcelti — krankleika; dies gebet des 
Bev. und seine krankheit sind zusätze des sagaschrei bers; ebenso 
z. 43 — 7 Nu sem — vald. — Zu z. 40 — 2 let kalla — likam stellt sich 
engl. M v. 4301 ff. Bysshoppus and frerus come belyve, Beues and 
Josyan gan they shryve. Whan Beues and Josyan the good Hath 
receyvyd goddus flesh and blood etc. Die anderen texte bieten 
nichts entsprechendes; dagegen vgl. Kim. s. 139, 7 v.u. f. par 
til er hann nälcegr daucla skriptaz ok tekr drottinligan likama 
med annarri guds pionastu ; s. auch das. s. 223, 22 f. — z. 50 f. 
En—vistar = franz. v. 3836; vgl. Kim. s. 524, 20 ff. En jafn- 
skjott sendi gud engla sina Michael, Gabriel, Raphael, ok leiddu 
peir sal hans til paradisar. — Zu z. 55 f. heldr — i vgl. Strengl. 
s. 57, 2 pa var buin peim steinpro ok lögd i bcedi saman ; Trist. 
B s. 24, 21 f. Pa var lagit lik hans i steinpro \ das. z. 28 f. sidan 
var hon lögd i steinpro hja Kaiegras. 



Als hauptsächlichstes resultat der auf den vorigen seiten 
gebotenen einzelnotizen ergibt sich die tatsache, dass das uns 
in zwei unvollständigen, glücklicherweise einander ergänzenden 



128 KÖLBING 

hss. aufbewahrte altfranz. gedieht als die einzige quelle der 
saga anzusehen ist, wenn auch dem nordischen Übersetzer eine 
andere, hie und da vollständigere, jetzt leider verschollene hs. 
vorlag. An eine zwiefache vorläge der saga, wie Mogk sie 
vermutet, ist nicht zu denken. Der sagaschreiber lieferte eine 
im allgemeinen inhaltlich getreue widergabe derselben, die oft 
zu einer direct wörtlichen Übertragung wird. Von besonderem 
interesse sind dem gegenüber die fälle, wo der Verfasser in- 
haltliche änderungen vorgenommen hat; namentlich ist hier der 
vollständig abgeänderte schluss von Bovis' Zweikampf mit 
Ivorius hervorzuheben. Bemerkenswert sind ferner die hinzu- 
fügungen, welche die saga aufweist, unter denen vor allem die- 
jenigen unsere aufmerksamkoit in anspruch nehmen, welche speci- 
fisch nordische Verhältnisse abspiegeln. Der umstand, dass es 
uns in vielen einschlägigen fällen gelang, zu denselben parallel- 
stellen aus anderen romantischen sagas beizubringen, soweit 
nicht bereits Ced. in seinen Zusammenstellungen solche geliefert 
hatte, zeigt, dass letzterer recht hat mit der behauptung, die 
Bevis saga erweise sich als besonders reich an stereotypen, 
formelhaften Wendungen (s. s. CCXXXVII f.). Ced. hat daraus 
den gewiss richtigen schluss gezogen, dass die abfassung der 
Bevis saga in verhältnismässig späte zeit fällt ; in der tat lässt 
stil und ausdrucksweise unseres autors darauf schliessen, dass 
er in der älteren romantischen literatur Norwegens ausser- 
ordentlich belesen war. Wenn freilich Ced. in dieser beziehung 
das Verhältnis zwischen unserer saga und einem J?&ttr der 
Karlamagnus saga, der erzählung von Olif und Landres, für 
besonders beachtenswert hält, so liegt hier die sache wol etwas 
anders. Er schliesst seine darauf bezügliche betrachtung mit 
der bemerkung (s. CCXXXVII): 'so viele uud z. t. so schlagende 
Übereinstimmungen wären wol nicht möglich gewesen, wenn 
nicht die eine schrift aus der anderen entlehnt hätte'. Ich 
habe die zahl der Übereinstimmungen noch um einige vermehrt 
und dafür andere aus grammatischem und phraseologischem 
gebiete hergenommene als unzutreffend abgestrichen. An einer 
beziehung zwischen beiden stücken halte aber auch ich un- 
bedingt fest, und glaube nur Ced.'s Schlussfolgerung jetzt etwas 
genauer formulieren zu können. Die von ihm angeführten 



STUDIEN ZUR BEVIS SAGA. 12Ö 

inhaltlichen Übereinstimmungen zwischen denselben finden sich 
nämlich sämmtlich auch in der franz. vorläge der Bevis saga, 
können also nicht aus Olif und Landres in dieselbe eingedrungen 
sein. Folglich dürfte dieser J?ättr, über dessen (englische ?) 
quelle wir leider nicht verfügen, als jünger als die saga und 
in bezug auf inhalt und Wortlaut stark von ihr beeinflusst an- 
zusehen sein. 

Was weiter die vom sagaschreiber vorgenommenen kür- 
zungen betrifft, so bewegen wir uns da auf einigermassen un- 
sicherem boden. Wir könnten aus B und C zur genüge ersehen, 
wenn wir das nicht anderswoher schon wüssten, dass die ab- 
Schreiber nordischer texte ihre vorlagen keineswegs immer genau 
reproducierten, sondern der eine da, der andere dort, sich 
kürzungen und abstreichungen gestatteten. Nicht einmal in 
altnorwegischer spräche auf uns gekommene hss., die doch der 
ursprünglichen niederschrift zeitlich gewiss sehr nahe stehen, 
sind diesem Schicksal vollständig entgangen (vgl. Elis saga s. 
XVII ff.). So mag also auch in der von uns erschlossenen hs. 
z der Bevis saga, hinter welche zurück unser wissen nicht 
reicht, schon der und jener passus des urtextes nicht mehr 
vorhanden gewesen sein, dessen fehlen wir jetzt dem Übersetzer 
zur last zu legen geneigt sind. Hierher dürften namentlich die 
stellen gehören, wo der ausfall einzelner momente der erzählung 
geradezu den Zusammenhang schädigt und somit bei dem Über- 
setzer eine merkwürdige gedankenlosigkeit voraussetzen Hesse. 
Hie und da mag auch die schlechte Überlieferung des franz. 
textes an dergleichen die schuld tragen. 

Ich kann jedoch diesen aufsatz nicht schliessen, ohne es 
auszusprechen, dass ich mich den Verwaltungen der königl. 
bibliothek in Stockholm und der Universitätsbibliothek in Kopen- 
hagen für die bereitwilligkeit, mit der sie mir die benutzung 
des einschlägigen handschriftlichen materials teils in Kopen- 
hagen, teils sogar hier am orte ermöglicht haben, in hohem 
grade verpflichtet fühle. Ausserdem habe ich vor allem prof. 
Stimming in Göttingen zu danken, der mir seine copien der 
beiden franz. hss. für meine zwecke zu widerholten malen in 
liberalster weise zur Verfügung gestellt hat; die in dieselben 
eingetragenen besserungen habe ich in der regel für meine 

Beitrage rar geeohiohte der deutschen spräche. XIX. 9 



130 



KÖLBiNG, STÜDlfeN ZUR BEVIS SAGA. 



citate verwertet, so dass auch schon diese durchaus als sein 
literarisches eigentutn anzusehen sind. Möchten ihm die Ver- 
hältnisse nur recht bald gestatten, die schwierige aufgäbe einer 
vollständigen ed. princ. des franz. textes zu ende zu führen, zu 
der meine seit langen jähren mit besonderer Vorliebe gepflegten 
Studien über diesen sagenstoff in letzter linie eine bescheidene 
Vorarbeit darstellen wollen! 



BRESLAU. 



EUGEN KOLBING. 



DER MEISTERGESANG IN MÄHREN. 

I. 
Allgemeine Verbreitung des meistergesangs in Mähren. 

W ie vor zeiten der minnegesang am hofe der Premisliden 
hohes ansehen erlangte, so drang auch sein bürgerlicher nach- 
komme, der deutsche meistergesang, in die Sudetenländer und 
fand in Mähren eifrige pflege. 

Wie viele singschulen auf mährischem boden erblühten, 
lässt sich nicht mit völliger Sicherheit feststellen, da durch 
den dreissigj ährigen krieg und die gegenreformation wol viele 
handschriften verloren giengen, die über unsern gegenständ licht 
verbreiten könnten. Nach Dudiks Forschungen in Schweden 
für Mährens geschichte scheint uns für immer die hoffnung be- 
nommen, dass einmal in den bibliotheken des hohen nordens 
derartige manuscripte als zeugen deutscher handwerkerbildung 
auftauchen. Wir müssen uns demnach auf das erhaltene material 
beschränken, das freilich geringer ist, als man früher wähnte. 

Denn die nachrichten über singschulen in Trebitsch und 
Grossmeseritsch, die sich im Taschenbuch fttr vaterländische 
geschichte, hg. von Hormayr und Mednyansky, jahrg. 2 (1821), 
s. 102 und in Wolnys Histor. taschenbuch 1826, s. 203 finden 
und von da in die literatur über unsern gegenständ ein- 
gedrungen sind, erweisen sich nach Chlumecky, Die regesten 
der archive im markgraftume Mähren (185(5) s. 98. 197 und 
Notizenblatt der bist. stat. section 1856, s. 31 als unrichtig ; es 
liegt vielmehr in beiden fällen eine Verwechslung der meister- 
singer mit den tschechischen literatengesellschaften vor, die sich 
im böhmisch-mährischen grenzgebiete einer grossen Verbreitung 
erfreuten (vgl. Rieger, Materialien zur alten und neuen Statistik 
von Böhmen, h. 10, 172—184. d'Elvert, Schriften der hist.-stat. 
section, h. 5, 97. Notizenblatt 1865, s. 67 f.). Dasselbe Verhältnis 

9* 



1 32 STREIN2 

dürfen wir auch bei der Pirnitzer singschule voraussetzen, 
über die Wolny, Topographie v. Mähren 6, 358 berichtet. Aller- 
dings vermag ich die Unrichtigkeit dieser nachricht nicht direct 
zu beweisen, da die quellen, aus welchen Wolnys behauptung 
floss, nicht zu ermitteln sind, und weder Dudiks Mähr, geschichts- 
quellen noch Chluineckys Regesten etwas von Pirnitzer meister- 
singer- oder literatenhandschriften wissen. Aber indirect scheint 
die nachricht dadurch widerlegt zu werden, dass die bücher 
der Iglauer bruderschaft mit keiner silbe die Pirnitzer meister- 
singer erwähnen. Dieser umstand wäre sehr seltsam, wenn 
tatsächlich in dem kaum drei stunden von Iglau entfernten 
marktflecken eine singschule bestanden hätte. Der verkehr 
der Iglauer mit viel entfernteren schulen, wie mit Nürnberg 
oder Schönberg, ist uns ausdrücklich bezeugt: warum sollte 
gerade von den Pirnitzer meistersingern nie ein Vertreter bei 
einer feierlichen schule in Iglau erschienen sein? Und dass 
kein Pirnitzer einer Iglauer schule beiwohnte, wissen wir aus 
dem handelsbuche der Iglauer meistersinger, das alle nur irgend 
wichtigen ereignisse in den jähren 1612 — 1620 verzeichnet. 
Gerade in diese zeit müsste die blute der Pirnitzer schule fallen, 
die angeblich 1611 gegründet wurde. Wenn wir noch in erwä- 
gung ziehen, dass in der bevölkerung von Pirnitz die tschechische 
zunge tiberwiegt, so werden wir wol nicht irren, wenn wir in 
der gründung des Thomas Drsstky eine literatengesellschaft 
erblicken. 

Widmann, Zur geschichte und literatur des meistergesanges 
in Oberösterreich (programm v. Steyr 1885) nennt s. 13 den 
Olmützer meistersinger Hans Schneyder, und das handelsbuch 
der Iglauer meistersinger enthält unter dem jähre 1614 bl. 3 die 
nachricht, dass sich in ihre Ordnung vnd Register der Andreas 
VI rieh von Tribau, rvonhafft zu Tribau, ein gefreiter Singer ein- 
schreiben Hess. Trotzdem braucht der bestand einer singschule 
in den eben genannten städten nicht angenommen zu werden; 
vielmehr dürften Hans Schneyder und Andreas Virich auf ihrer 
Wanderschaft mit der holdseligen kunst bekannt geworden 
sein und dieselbe dann zu ihrer kurzweil auch in der heimat 
geübt haben. Denn für die annähme einer singschule in Olmütz 
liegt kein weiterer anhaltspunkt vor, und der beitritt eines 
Tribauer bürgers zur Iglauer singschule ist an und für sich 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 133 

ein indirecter beweis dafür, dass in Tribau keine schule be- 
stand. Auch die erwähnung der tabulatur in der verlassen- 
schaft des Tribauer Trommeters Valten Behm 1 ) vom 23. 7. 1612 
bildet keinen anhaltspunkt zur annähme eines Tribauer sänger- 
vereins. Denn 'tabulatur ist ja ein dem gebiete der musik 
entlehntes wort und bezeichnet ein musikstück, das statt in 
noten in buchstaben, zahlen oder Chiffren geschrieben ist und 
den zweck hat, die musikschüler in die anfange der vocal- oder 
Instrumentalmusik einzuweihen. Von einer tabulatur für die 
trompete wird in den Monatsheften für musikgeschichte 1879, 
s. 14 gesprochen'. 2 ) 

Mit Sicherheit können wir den bestand einer singschule 
in Mährisch Schönberg annehmen. Denn ihre existenz wird 
durch das Iglauer handelsbuch bezeugt, das im jähre 1614 
folgende notiz bringt: 8 May: Hatt die Gesellschaft der Meister- 
singer Zu Schönberg ein schreiben hieher an vnsere gesellschafft ab- 
gefertigt, welches wir den 2 Juny empfangen Vnd den 8 Juni der 
gesellschafft bei offener laden abgelesen worden. Ihrem begeren, 
weil wir damals Vnvermöglich, hat kein Volzug können geschehen. 
Das Schreiben ist in die Laden gelegt worden. 

Leider fehlen alle Urkunden, die über die Schönberger 
singschule aufschluss geben könnten, so dass wir uns bei der 
geschieh te des mährischen meistergesangs auf die Iglauer 
singschule beschränken müssen. 

Bevor ich nun meine eigentliche arbeit beginne, schicke 
ich ein Verzeichnis der von mir benutzten Urkunden und hilfs- 
schriften voraus. 

IL 
Die handschriften. 

Die Urkunden, welche vom wirken unserer singschule 
zeugnis ablegen, ruhen zum grössten teile im Iglauer Stadt- 
archive. Vor allem sind uns mehrere 'supplicationen' erhalten, 
in denen die meistersinger sich vom rate die erlaubnis zur 
abhaltung einer singschule erbitten oder um behördliche 
bestätigung des Vereins ersuchen. Zur ersten gruppe gehören 
folgende supplicationen : 

l ) Ich verdanke die kenntnis dieser tatsache einer mitteiluog des 
herrn prof. dr. M. Grolig in Brunn. 

') Plate, Kunstausdrücke der meistersinger s. 163. 



134 STREINZ 

1 . Supplication des hutmachergesellen und deutschen meister- 
singers Lorenz Förster wegen abhaltung einer christlichen sing- 
schule im rathaussaale, o. j. 1. bl. quart. 

2. Supplication des Franz Schindler und Gylku Bot- 
schedl um erlaubnis zur abhaltung einer christlichen singschule 
im rathaussaale, o. j. 1 bl. fol. Zum Schlüsse folgen die verse: 

Vor Zeittenn hieltt man die khunst in Achtt 
Iztt wiert si verspott vnd verlacht 
Das macht das mon verachttet gott 
Vnd treubtt aus seinem wortt den spott 
Gott wiertt es die Lenng Leiden nichtt 
Wiertt bald khumenn mit seim geriechtt. 

3. Supplication des Gylku Rottschedl und Phillip 
Phillisch, o. j. 1 bl. fol. Zum Schlüsse folgen dieselben verse, 
wie beim vorigen document. 

4. Supplication des Jakob Pukane wegen abhaltung 
einer singschule, auf der ein fremder jünger gefreit werden 
sollte. 23. december 1572. 1 bl. fol. 

Der bitte um Bestätigung der kunst' begegnen wir in 
folgenden Urkunden: 

1. Supplication des Caspar Achazi und Jacob Pukane 
im namen der brüderschaft, o. j. 1 bl. fol. 

2. Supplication des Caspar Achazi, Christoff Popitzer, 
Mathes Rudioff und Wenusch Hadmer, o. j. 1 bl. fol. 

3. Supplication der 'Meister senger allhie', o. j. 1 bl. 

fol. Zum Schlüsse folgt ein spruch: 

wen wir das singen solten lohn 
So ward es besser vmb vnns stöhn 
das selb darff man vnns sagen nicht 
wir wiessens wol, weil Christos spricht 
wer mein wort libt wie mirs gefeit 
der hott den tüfel vnnd die weit 
Zue einem feindt, vnnd thun in Blagen 
doch soll er darumb nit verzagen 
Sein Creutz wil ich Im helffen tragen 
ob vnns gleich thut groß vnglück nagen 
kein foll soll vnns vom singen jagen 
vnser nott wollen wir gott klagen 
der wirdt vnns sein hilff nit obschlagen 
wie er in seim wort thut zuesagen. 

4. Supplication des Jakob Pukane und Jonas Zeidler 
vom 2. April 1571. 1 bog. fol. 



MEISTERGESANG IN MÄHBEN. 135 

5. Supplication der meistersinger an den herrn Bürger- 
meister vnd einen Ehrenvesten, Ehrsamen vnd tvolweisen Rhatt 
um bestätigung der neuen Schulordnung. 1615. 1 bog. fol. 

Bestimmungen über das vereinsieben enthalten: 

1. Die tabulatur 1571; 1 bog. fol. ohne titel. Beginnt 
mit den Worten Anno salutis 1571 haben die Merker .... In 
der mitte der dritten seite schliesst die tabulatur. Ihr folgt die 
Ordnung wie es sol in der Bruderschafft gehalten werden. Die 
vierte seite ist unbeschrieben. 

2. Der meister Singer artickelsprieff, o. j. 1 1 / 2 bl. 
fol. Bloss die erste seite beschrieben. 

3. Fragment der Tabulatur vndt Ordnung Der Singer 
In Steyer Im lande Ob der Enns gelegen durch lorencz 
wessel von Essen gestelt Im Jar 1562 Seines Alters Im 
drey vnd dreisigsten Jar. Anfang und schluss fehlen. 
Bl. 5 — 28 sind erhalten. Quart. Am linken rande des ersten 
blattes steht von späterer hand N 3 Tabulatur v. Nürnberg. Die 
letzten zwei worte sind aber durchgestrichen und von derselben 
hand die worte für die Merker darunter gesetzt. 

Der erhaltene teil beginnt mit der einrichtung des gemerks. 
Auf bl. 12 schliesst die eigentliche tabulatur. Ihr folgt bl. 13 a 
ein spruch, in dem L. Wessel die für einen meistersinger not- 
wendigen eigenschaften aufzählt. Gedruckt ist das gedieht von 
Werner, Iglauer progr. 1854, s. 16. Bl. 13 b ist unbeschrieben 
Bl. 14a enthält den titel des nächsten abschnittes : Register 
Volgett von den Ersten vnd allen 12 Mastern welche diese freie 
vnd Lobliche Kunst des deutschen Mastergesangs erfunden vnd 
durch Gottes gnad Am tag geben sammpt lrenn Nachtichtern wie 
Ein yder mit Namen vnd wie auch ein Ider Thön gemacht hatt. 
14 b ist wider leer. Auf 15 a beginnt das Verzeichnis der 
dichter und ihrer töne. Zunächst kommen die zwölf alten 
meister an die reihe (bl. 15 a — 17a); ihnen folgen die alten 
nachtichter, neunundzwanzig an der zahl (17 a — 19a); an sie 
reihen sich die zwölf Nürnberger meister, denen sich Hans Sachs 
mit seinen schillern anschliesst (bl. 20 b— 26 a). Interessant ist, 
das sich unter diesen auch ein Adam puschman von Börlin (sie) 
befindet. Bl. 27 und 28 a bringen eine schulkunst In der Longen 
Zug Weiss Frietz Zorn, die wir aus Puschmans Gründlichem 
bericht (s. 46 f. des Neudrucks) kennen. Auf bl. 28 b beginnt 



136 STREINZ 

ein gedieht In der Morgen weiss Hans Sax, das den titel Sein 
ankunfft des Hans Sachsenn trägt. Es ist das bekannte bar, 
in dem Hans Sachs seine entwicklung schildert. Im abgesange 
der ersten Strophe bricht es mit dem vers Bald ich auflernet 
Zoch ich weitt ab, und mit ihm auch unser fragment. 

4. Alte vnd Newe Schulordnung der Meistersinger, 
wie es mit der Singschul alhie bey vns in der Stadt 
Nürnberg biß auff dises 1614 Jar ist gehalten worden 
.... Sampt dem Schulzedel, oder Tabulatur, darinnen 
begriffen sind alle Straffen der vnkunst, wie die- 
selbigen von der gantzen Schulmenge der Singer Anno 
Christi 1560 sind geordnet worden, vnd mit fleif* auD 
dem Alten Exemplar so Hans Sachs Selig in obgemeltem 
Jar mit eigner Hand geschriben hat, auf das newe ab- 
geschoben. 

Geschriben von mir, Benedict von watt, Meyster 
Singer vnd Goldreysser zu Nürnberg Anno 1614. 36 bl. 
quart; in fünf lagen, von denen die erste, zweite und vierte 
je acht, die beiden anderen je sechs blätter enthalten. Die 
schriftztige sind regelmässig, der beschriebene räum ist durch 
rote linien von dem freigelassenen rande getrennt. Die ersten 
blätter der einzelnen abteilungen sind mit federzeichnungen 
geschmückt. Blatt 2 — 8 enthält die alte Schulordnung der 
Nürnberger v. 1560 mit einem anhang über das verhalten auf 
der singerzech ; bl. 9 — 12 folgt die newe Schulordnung 1583 mit 
Zusätzen von 1589 und 1598, der sich die Tabulatur oder Schul- 
register .... nach dem Exemplar defz Hans Sachsen Seligen mit 
fleiss abgeschriben, Durch Hans Glöggern auff das kürzeste durch 
Exempel erklärt anschliesst (bl. 13 — 21). Den schluss bildet 
ein kurtzer bericht wie man Bey vns zu Nürnberg handelt, so 
ein Singer begert ein gefreyter meyster . ... zu werden (bl. 23 — 
34). Das letzte Matt bringt Ein kurze Verzeichnus der Meyster- 
singer der löblichen Singkunst in Nürnberg, so Anno Christi 1614 
im Leben waren, 

5. Concept der neuen Schulordnung von 1615, 1 bl. und 
2 bog. fol. 

6. Neue Schulordnung 1615, 3 bog. fol. In dieser Urkunde 
wurden von dem stadtschreiber Georg Menschik die stellen 



• MEISTERGESANG IN MÄHREN. 137 

gestrichen, welche für die anführung der artikel in der con- 
firmierten Schulordnung nicht passend erschienen. 

7. Die vom Rath bekreftigte Schulordnung 1615, 
versehen mit dem grossen stadtsigel (Sigillum capitale avium 
civitatis Iglaviensis). 8 bl. pergament. In peluche gebunden. 
Die schritt sehr sorgfältig. 

8. Abschrift von no. 7, 2 bog. gross-fol. 

9. Abschrift von no. 7, 5 bog. fol. 

1 0. Abschrift von no. 7, 1 heft fol. (Brunn, Franzensmuseum 
no. 184). 

11. Abschrift von no. 7, 5 bog. fol. (Brunn, Franzensmuseum 
no. 199). 

Von 1613 an verzeichnet der verein alle wichtigeren er- 
eignisse in drei bttchern: 

1. Das Register Zum aufflogen 1613 N 1. 188 bl. halb- 
folio, davon 20 bl. beschrieben ; in holzdeckel gebunden, die vorn 
durch je zwei lederriemen zusammengehalten werden und mit 
einem stück einer lateinischen liederhandschrift überklebt sind. 
Der erhaltene teil umfasst vier noten- und drei textzeilen. Auf 
der zweiten und dritten zeile gelang es mir die worte triumpho 
martirij euasit minas zu entziffern. Das buch enthält die geld- 
gebahrung des Vereins vom 29. September 1613 bis 31. october 
1621. Auf bl. 1 steht de* titel, auf bl. 2 sind die gefreiten singer, 
auf bl. 4 die beisitzer und auf bl. 5 die schüler verzeichnet. 

2. Der meistersinger In Iglaw Handelß Buch N 2 
1613. 14bl. quart. Das erste blatt ist unbeschrieben. Zwischen 
blatt 9 und 10 ist ein zettel eingeklebt, in welchem Marcus 
Michko dem Christian Herman abbitte leistet. Das buch 
verzeichnet alle wichtigeren ereignisse vom 29. September 1613 
bis ende 1621. 

3. Schul Buch oder Register Was auff öffentlicher 
Schul gehandelt wirdt N 3 1613. 96 bl. quart. Zum ein- 
band ist ein stück einer lateinischen evangelienhandschrift ver- 
wendet. Im innern des deckeis befinden sich fragmente latei- 
nischer schriftsteiler. Auf der zweiten seite des ersten Mattes 
stehen dieselben verse wie bei Puschman auf der rückseite des 
titelblattes, nur lesen wir hier an stelle des Dictum sapientis 
viri den Psalm 150 Alles was Odem hatt, das lobe den Herren, Halle- 



138 STREINZ 

luia. Bl. 2 a enthält eine erzähl ung vom Ursprung der kunst, 
der ein Verzeichnis der meister und ihrer töne folgt (bis bl. 14). 
Bl. 15 — 24 sind unbeschrieben, auf bl. 25 beginnt das Verzeichnis 
der öffentlichen schulen vom weihnachtsfeste 1613 bis pfingsten 
1620 (bl. 32). Bl. 32— 63 sind wider unbeschrieben. BL 64— 66 
bringt ein Verzeichnis der gesellenschulen. Nach weiteren acht 
leeren blättern lesen wir (bl. 74) einen bericht über das Jubel- 
fest. Die folgenden blätter sind unbeschrieben. 

Kleinere Urkunden: 

1. Georg Lindmayr von Laugingen dediciert der 
gesellschaft christliche vers oder Teutsche Riethmos . . . von den 
35 fürnembsten rvunderwercken, die Jesus Christus Gottes Sohn . . . 
vollbracht Prag 31. august 1581, 1 bl. fol. 

2. Erledigung des gesuches von 1615, 1 bl. fol. 

3. Bedingungen für die wideraufnahme des Marcus 
Michko. Palmsonntag 1615. 1 bl. grossfolio. Von Michko 
unterschrieben. 

4. Beschwerde des Christian Her man über das un- 
gebührliche betragen des Marcus Michko und Kratko vom 
13. october 1618. 2 bog. fol. 

5. 28 blätter, die notizen der merker enthalten. Zwei 
dieser blätter enthalten ein Bar Philipp Hagers in der neu- 
bewehrten Iglauer weise. 

Gedichte : 

1. Spruch über den Ursprung des meistergesangs, 
1 bl. fol. Nun hört wie der Meistergesang, \ Hau seinen vrsprung 
vnd Anfang. 

2. Fragment einer liederhandschrift, 4 bog. fol. er- 
halten. Anfang und schluss fehlen. Die schrift sehr flüchtig. 
Wahrscheinlich um 1591 entstanden, weil die darin enthaltenen 
datierten lieder aus den jähren 1590 und 1591 stammen. 

1. Bruchstück eines bars, 4. — 7. Strophe erhalten: * So \ Jamerdt 
doch den liben goW. Geticht am tag Martini im 90 Jar. 

2. In des Rögenbogens langen thon. Von dem Erdbeben : l Christus 
Meldet thu ich Verkünden '. 3 Strophen. Geticht am sontag Nach Pauly 
pekerung 91 Jar. 

3. In dem langen thon hopfgartten. Von dem Erdbeben: ' Nach 
Chris ty geburdt Merket mich". 3 Strophen o.j. 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 139 

4. In der lörchen weis Heinrich Enders. Von dem Erdbeben: 
* Gott lest vns durch sein wort 1 . 3 Strophen. Geticht am tag Marie 
Reinigung 91 Jar. 

5. In der Römer gesangsweis. Von dem Erdbeben : ' Nach Christy 
geburdl acht vnd auch sübentzig Jar\ 5 Strophen. Geticht am tag Nah 
Marie lichtmes 91 Jar. 

6. In dem kurzen thon hans Sachsen. Von dem Erdbeben: l Als 
man nach Chrysty geburdt schreyben thel\ 5 Strophen. Geticht am 
Mittwoch nach Marie lichtmes 91 Jar. 

7. In dem Rosen thon Hans Saxen. Von dem Erdbeben: ''Als Man 
nach Christy geburdt hette\ 3 Strophen. Gelicht am Donrstag noh 
Marie lichtmes 91 Jar. 

8. In des Regenbogens gülden thon. Von dem Erdbeben: k Wie 
Man geschrüben hat Merkt Mich\ 2 Strophen und ein teil der dritten 
erhalten. 

3. Klag- vnd Grabschrifft Über den Töttlichen Ab- 
gang des Erbarn vnd Wolgeachten Abrabami Letschers. 
October 1621. 1 bl. grossfolio. Es giebt der klare Augenschein. 

Sammelhandschriften, welche einzelne gedieh te von 
Iglauer meistersingern überliefern: 

1. Die handschrift Heibergers (no. 29647 der k. k. fidei- 
commissbibliothek sr. majestät des kaisers von Oesterreich) ent- 
hält in no. 173 (bl. 144 b — 145 b) ein gedieht von dem Iglauer 
meistersinger Thomas Fesser 1. Ueber die handschrift vgl. 
Schröer, Germ. stud. 2, 209 ff. und Widmann, Progr. Steyr 1885. 

2. Adam Puschmans singebuch (hs. M. 1009 der Bres- 
lauer Stadtbibliothek) bringt auf bl. 309 und 429 zwei gedichte 
von Gregor Schaller. 

3. Wolf Bauttners handschrift (ßreslauer Universitäts- 
bibliothek. Ms. IV. fol. 88 b, schnittzahl 8) enthält eine grosse 
anzahl von liedern unserer singschule. Vgl. darüber das im 
anhang mitgeteilte register zur handschrift. 

4. Eine zweite handschrift Wolf Bauttners (hs. fol. 418 
der grossherzoglichen bibliothek in Weimar, schnittzahl 2) ent- 
hält gleichfalls Iglauer meisterlieder. 1 ) 



l ) Leider war es mir nicht möglich, diese handschrift zu benutzen. 
Ueber sie handelt E. Goetze, Neues Lausitzisches magazin bd. 53. 



140 STREINZ 

III. 

Hilfsschriften. 

Adam Puschman, Gründlicher bericht des deutschen 
meistergesangs 1571 (Hallenser Neudrucke no. 73). — Cyriacus 
Spangenberg, Von der Edlen vnd hochberühmten Kunst der 
Musica vnd deren Ankunfft ... 1598. — Joh. Christof Wagen- 
seil, Buch Von Der Meister-Singer Holdseligen Kunst Anfang, 
Fortübung... 1697. — J. H. Hässlein, Abhandlung Von den 
Meister-Sängern, Bragur 3,17 — 109. — Jacob Grimm, Ueber 
den altdeutschen meistergesang, 1811. — Franz Schnorr von 
Garolsfeld, Zur geschichte des deutschen meistergesangs, 
Berlin 1872. — H. Widmann, Zur geschichte und literatur 
des meistergesangs in Oberösterreich, Programm der oberreal- 
schule in Steyr 1885. — 0. Plate, Kunstausdrücke der meister- 
singe r, Strassburger stud. 3, 147 — 225. — Edmund Goetze, 
Das wappen der meistersänger, Schnorr, Arch. f. lit. 5, 281 — 286. 

Für Iglauer Verhältnisse sind von Wichtigkeit : Ghronik der 
königl. Stadt Iglau 1402 — 1607, vom stadtschreiber Martin 
Leupold von Löwenthal. Herausgegeben von d'Elvert, Brunn 
1861. — d'Elvert, Geschichte der stadt Iglau 1850. — Franz 
Ruby, Das Iglauer handwerk in seinem tun und treiben von 
der begründung bis zur mitte des achtzehnten Jahrhunderts, 
Brunn 1887. 

Auch über den Iglauer meistergesang gibt es bereits eine 
kleine literatur. Ich behandle sie hier vollständig, da d'Elverts 
Übersicht im Notizenblatte 1865, s. 67 f. 'Ueber literaten und 
meistersänger in Mähren' den gegenständ nicht erschöpft und 
sich mit der blossen aufzählung einiger Schriften begnügt. 

Schon im vorigen Jahrhundert begann man unserer sänger- 
zunft einige aufmerksamkeit zu schenken. Denn als der erste, 
und dabei sehr genaue kenner der Iglauer meistersinger er- 
scheint der hauptschullehrer Johann Heinrich Marzy. Seine 
Chronik der königl. kreis- und bergstadt Iglau 1799 ^ über- 
liefert uns das gedieht vom Ursprung der stadt, und seine vor- 
arbeiten *) zu einer geschichte des meistergesangs verraten eine 
umfassende kenntnis der quellen. 



*) Ms. im Iglauer Stadtarchive. 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 141 

In der literatur begegnen wir gleich im folgenden jähre 
einer nachricht über unsere Sänger. Kinderling berichtet 
in F. D. Gräters Bragur 6, 2. abt. s. 152 — 165 (1800), dass 
die sammelhandschrift Wolf ßauttners zahlreiche lieder des 
Iglauer beisitzers Abraham Letscher und einige von dem 
gefreiten singer Jacob Thoma enthält. Die mitgeteilten proben 
werden von Feifalik, Notizenblatt der hist.-stat. section in 
Brunn 1861, s. 79 f. widerholt, weil Feifalik nach Goedeke, 
Grundr. 1 § 139 die genannte hs. für verschollen hält. In der 
tat ruht die hs. in der Breslauer Universitätsbibliothek. Das 
verdienst, sie als die im Bragur erwähnte erkannt zu haben, 
gebührt Oesterley (vgl. Goetze, Neues Lausitzisches magazin 
bd. 53). Durch die gute der Breslauer bibliotheksverwaltung 
wurde mir die benützung dieses umfangreichen codex ermöglicht, 
der für die beurteilung der poetischen leistjingen unserer sänger 
von grossem werte ist Denn nur hier ist uns eine grössere 
anzahl von liedern überliefert, deren Verfasser unserer schule 
angehörten. Ein vorzüglicher kenner des Iglauer meistergesangs 
war ferner der magistratsrat Sterly, dessen Geschichte der 
Stadt Iglau, ms. 1 ) 3,447 — 464 eine abschrift der Schulordnung 
von 1615 mit falscher einbeziehung der correcturen des stadt- 
schreibers bringt. 

Ausserdem gebührt ihm das verdienst, andere zeitgenössische 
forscher zur beschäftigung mit unserem gegenständ veranlasst 
zu haben. So J. Horky, der schon im Hesperus bd. 27, h. 3, 
s. 92 f. auf einen Zusammenhang der meistersinger mit den 
protestantischen predigern in Iglau hingewiesen und dann im 
Brünner Wochenblatt 1 826 s. 297 f. die supplication Pukanes und 
Zeidlers vom 2. april 1571 sowie das Ursprungsgedicht zum 
abdruck gebracht hat; s. 305 f. versucht er eine beschreibung 
des postenbriefes zu geben. 

Von Sterly hat auch Franz Walter zu seinem aufsatz 
'Der meistersänger-verein in Iglau' Moravia, jahrg. 3, no. 45 
(Brunn 1840) das material erhalten. Der Verfasser berichtet 
über die supplication von 1561, über die Organisation der sing- 



x ) In zwei exemplaren erhalten, von denen das eine im Iglauer 
Stadtarchive und das andere in der bibliothek des Franzensmuseums 
(Brunn) ruht. 



1 42 STREINZ 

schule und die revision der Schulordnung im jähre 1615; er 
liefert eine gute beschreibung des postenbriefes und bringt das 
gründungslied der Stadt Iglau zum abdruck. 

Diesen aufsatz Walters hat d'Elvert in seine Geschichte 
der stadt Iglau, 1850 aufgenommen und ihm s. 13 und s. 235— 
241 gewidmet. 

Während alle bisherigen aufsätze sich nur eines beschei- 
denen umfangs erfreuen, hat Wolfskron in den Schriften der 
hist-stat. section h. 7, 4 — 54 (Brunn 1854) eine umfassendere 
abhandlung geliefert. Der titel 'Beiträge zur geschichte des 
meistergesangs in Mähren' verweist darauf, dass der Verfasser 
auch andere mährische städte ins äuge fasst. Im anschluss 
an Hormayr und Wolny hält nämlich auch Wolfskron an der 
existenz von meistersingern in Trebitsch, Pirnitz und Gross- 
meseritsch fest, ohne die richtigkeit der betreffenden berichte 
zu prüfen. Auch die Iglauer denkmäler verwertet er nur wenig. 
Er geht nicht auf die handschriften zurück, sondern begnügt 
sich mit abschriften Sterlys, deren revision Feifalik besorgte. 
Dadurch blieben ihm viele wichtigere Urkunden völlig un- 
bekannt, so das handelsbuch, das Schulbuch u. s. w. Für die 
eigentliche geschichte unserer bruderschaft bringt Wolfskron 
nichts neues. Ja wir vermissen sogar die Unterscheidung von 
zwei perioden, die Walter schon angedeutet hatte. Trotz 
dieser mängel ist Wolfskrons schrift für unseren gegenständ 
von grosser bedeutung, weil der Verfasser eine grössere zahl 
von Urkunden mitteilt. Das Ursprungsgedicht von 1571, die 
liederhs. von 1591, das gedieht Philipp Hagers und ein bar 
Michkos, welche das handelsbuch überliefert, die tabulatur und 
Schulordnung 1571, die Schulordnung 1615 und die einleitung 
in die confirmierte Schulordnung gelangen zum abdruck, aller- 
dings zu einem abdruck, der noch viel zu wünschen übrig lässt 
Den eigentlichen Schwerpunkt des werkes würden die an- 
merkungen bilden; leider sind sie bloss aus Wagenseil und 
Hässlein geflossen, die sich nicht immer als verlässliche quellen 
bewähren. 

Diese trotz ihrer ungenauigkeiten wichtige abhandlung 
wurde durch K. J. Schröer, Germ. stud. 2, 209 ff. (1875) im 
auszug widergegeben. Neu erscheint hier nur die betonung 



Meistergesang in mähren. 143 

des in unserer singschule beliebten erdbebenmotivs und der 
hinweis auf ein bar Pesserls in der hs. Heibergers. 

Einen fast wörtlichen auszug aus Wolfskron bietet Sauger, 
Der meistergesang und die Iglauer meistersänger, Moravia, 
jahrg. 1,105 ff. 117 ff. (Olmütz 1878). 

Durch Wolfskron wurde Karl Werner zu seinen ein- 
gehenden forschungen veranlasst, deren resultate er in zwei 
abhandlungen niedergelegt hat. 

Die Oesterr. blätter f. lit. u. kunst (beilage zur k. k. Wiener 
zeitung 1854, no. 11. 14. 15. 18. 20. 22. 24. 26. 27. 28. 30) bringen 
künde von den bisher mit unrecht vernachlässigten denk malern. 
Der Verfasser- bespricht die Iglauer Schulordnung von 1615, das 
register zum auflegen und das Schulbuch. Auch die dem . ge- 
sucht Pukanes vorangehenden supplicationen und die tabulatur 
Lorenz Wessels werden berührt und ihr poetischer anhang ab- 
gedruckt. Vor allem aber erfährt das handelsbuch die ihm 
gebührende berlicksichtigung. Durch widergabe aller seiner 
wichtigeren notizen bekommen wir ein recht gutes bild von 
dem leben des Vereins in seiner zweiten periode. Nicht in 
directem bezug zu unserer brüderschaft steht der bericht über 
das im Iglauer archiv befindliche Nürnberger manuscript. Hier 
ist namentlich die mitteilung der ceremonien, die in Nürnberg 
das freien eines Schülers zum meister begleiteten, von höchstem 
interesse. 

Eine ergänzung zu der eben besprochenen abhandlung gibt 
Werner im Iglauer programm 1854, s. 1 — 16, wo er zunächst 
die Vorbedingungen für das entstehen einer singschule in Iglau 
feststellt und die beiden tabulaturen zum gegenstände einer 
Sonderuntersuchung macht. Leider hat sich hier ein irrtum 
eingeschlichen. Werner hielt die tabulatur L. Wessels für 
ein Iglauer erzeugnis und setzte ihre entstehung ins jähr 
1615. ^ Offenbar hat ihn die confirmierung der Schulordnung 
in diesem jähre dazu bewogen. An der hand eines ungemein 
sorgfältigen textabdruckes beider Urkunden suchte er die lo- 
gische schärfe der Wes sei sehen tabulatur gegenüber der Iglauer 
zu beleuchten. Im ganzen ist seine Untersuchung noch heute 



! ) Auf diesen irrtum Werners wurde zuerst Wagner, Serapeum 
1 864, s. 299 aufmerksam, der behauptet, dass die Iglauer tabulatur von 
1615 ' nicht viel mehr als eine abschrift des Wesselschen' sei. 



144 STBEIKZ 

sehr wertvoll, wenn auch das chronologische Verhältnis das 
umgekehrte ist; denn wir lernen aus ihr die Vorzüge des 
Wesselschen werkes vor dem Iglauer kennen. 

Nach ihm hat sich noch Franz Ruby mit unserem gegen- 
stände beschäftigt In seinem Iglauer handwerk, Brunn 1887, 
nimmt er mehrfach auf unsere gesellschaft bezug. S. 125 f. 
liefert er eine recht anschauliche Schilderung von dem aufzuge 
der singer auf die schule, und s. 193 gibt er eine selbständige 
beschreibung des postenbriefes. 

Karl Goedeke, Zur geschichte des meistergesanges, Germ. 
15(1870), 197— 200, IL 'Schnach Regilräu' berichtet, dass ein 
lied im Weim. fol. 419 die drei stärksten kämpfer feiert und 
zuerst Dietrich von Bern, dann Geoffroi nennt und als dritten 
einen noch lebenden kämpfer anfahrt: 

Sehn ach Regilräu so war der drit, 

ein kempfer noch im leben; 

der helt noch gar manchen turnier 

im spitalbier, 

kein zng tut er verzagen; 

Tag unde nacht kempfet er mit 

thet nie kein zagen geben; 

kalt oder warm und wie es war, 

so ander gar 

mit kämpf darob erlagen. 

Eins morgens bstunt er ein bierkampf, 

ungefer auf drei stunde, 

achzehen saidlein in eim dampf 

erleget und verschlunde 

mit seinem weiten rächen schon; 

der kunstreich mon 

hat aller Weisheit gründe. 

In diesem Schnack Regilräu will Goedeke einen Hans 
Igelauer erkennen. Schnack sei eine Umstellung von Hans mit 
anlehnung an das wort Schach-, Regilräu ein anagramm für 
Igelauer, wobei allerdings ein r übrig bleibt und ein ä in ae 
aufgelöst werden muss. 

In wieweit diese hypothese glauben verdient, wage ich 
nicht zu entscheiden. 

An derselben stelle verwaist Goedeke auf ein lied 'Ritt 
zum mädchen', Görres, Meisterlieder s. 126, in dem die anfangs- 
buchstaben der Strophen den namen lgelarv geben. 



METSTEEGESANG IN MÄHREN. 145 

IV. 

Die Grundbedingungen für das entstehen einer singschale 

in Iglau. 

Einzelne schulen bis zur grlindung des Vereins. 

Wie im übrigen Deutschland das erstarken des Zunftwesens 
und das eindringen des protestantismus eine neue blute des 
meistergesanges herbeiführten, so waren diese beiden kräfte 
auch bei der gründung einer singschule in Iglau tätig. 

Da die Zünfte zu beginn der neuzeit nicht länger die be- 
schränkung in der teilnähme am stadtregimente dulden wollten 
welche ihnen von den patriciern auferlegt wurde, kam im 
16. Jahrhundert in den meisten deutschen städten ein streit 
zwischen diesen lang genährten gegensätzen zum ausbruch. 
Auch unsere Stadt bot zwei jähre laug den Schauplatz für die 
kämpfe der eben erwähnten parteien. 

Iglau verdankt sein aufblühen dem bergbau, und nach 
dem 'beispiele der bei den bergknappen von altersher üblichen 
gewerkschaften bildeten sich vielleicht noch im 13. jh. unter 
den genossen eines und desselben handwerks freie Vereinigungen, 
welche das gefühl der durch die zahl erzeugten stärke gar leicht 
zu ausschreitungen verleiten konnte'. 1 ) Und in der tat müssen 
schon im 14. jh. übergriffe vorgekommen sein; denn im jähre 
1363 verbot der Stadtrat strenge alle einungen und zechen der 
handwerker. Nur die tuchmacher behielten ihre zunftmässige 
Verfassung. Sonst herschte völlige gewerbefreiheit. Im 15. jh. 
finden wir sogenannte viertelmeister angestellt, welche die 
meister eines gewerbes beaufsichtigten und die befolgung der 
artikelbriefe überwachten. Diese Verfassung muss allmählich 
der Zunftordnung platz gemacht haben 2 ), da wir im 16. jh. den 
Zünften als einer gewaltigen macht begegnen, die zwei jähre 
(1520 — 22) lang mit dem patricischen Stadtrate im streite lag. 
Dieser kämpf ist durch die greifbaren vorteile, die er den 
zünften brachte, nicht minder bedeutend als dadurch, dass er 
das selbstbewusstsein der handwerkerkreise wesentlich förderte. 



*) Baby, Das Iglauer handwerk s. 42. 
8 ) d'Elvert, Geschichte Iglaus s. 66 f. 

Beiträge zur gesohichte der deutschen spräche. XIX. 10 



1 46 STEEINZ 

Noch waren die gemtiter der Iglauer bürger über die er- 
wähnten vorfalle nicht zur ruhe gekommen, als sie ein neues 
ereignis von gleicher tragweite in mächtige erregung setzte. 
Der protestantismus hielt in Iglau seinen einzug und eroberte 
sich im fluge die Stadt. 

Der sendbote, welcher die lehren Luthers nach Iglau 
brachte, war der protestantische liederdichter Paulus Spera- 
tus. Dieser kam zu beginn des Jahres 1522 von Wien nach 
Iglau und erlangte hier ohne Schwierigkeiten die erlaubnis zu 
predigen, da kurze zeit vorher der Iglauer pfarrer Johannes 
Czerer gestorben war. Am 5. Juni 1522 soll der freund des 
grossen reformators zum ersten male in unserer stadt das wort 
gottes verkündigt haben. Bei der einführung der neuen lehre 
gieng der lutherische prediger in einer stadt, die dem anprall 
der Hussiten seinerzeit so kräftig widerstanden, klug zu werke. 
Mit Sorgfalt vermied er anfänglich alles, woran die katholiken 
hätten anstoss nehmen können. So gab er seine frau als 
Schwester aus und beteiligte sich an den üblichen ceremonien 
der katholiken. Erst allmählich trat er in predigten mit seiner 
wahren Überzeugung hervor und erwarb sich viele anhängen 
Denn die deutschen Iglauer bekannten sich mit freuden zu 
einer lehre, deren grundcharakter ein deutscher war, und der 
übertritt wurde ausserdem durch die entrüstung über das un- 
würdige gebahren einiger katholischer priester erleichtert. Bald 
war der grösste teil der stadt lutherisch. Da fanden es könig 
Ludwig und der bischof von Olmütz für nötig, dem bekehrungs- 
eifer des Sperat schranken zu setzen. Obwol ihr ansuchen um 
auslieferung des lutherischen predigers beim Stadtrat auf heftigen 
widerstand stiess, gelang es ihnen doch schon im jähre 1523 
Sperat zum verlassen der Stadt zu zwingen und in Olmütz ge- 
fangen zu nehmen. Aber das werk, welches sein glaubenseifer 
geschaffen, war damit nicht vernichtet. Eine reihe von pro- 
testantischen predigern, wie Christophor Arwitz, Simon 
Schneeweis, magister Albert Kreutziger, Simon Schön- 
walde, Esaias Tribauer, magister Mathias Eberhard, 
waren bemüht, die aussaat des Sperat zur reife zu bringen, 
und Sperat selbst suchte noch aus der ferne durch briefe die 
gemeinde im glauben zu stärken. 

Seit dem 16. jh. haben wir also in Iglau mit geschlossenen 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 147 

Zünften zu rechnen, welche die interessen der gewerbetreibenden 
zu vertreten wussten und selbst einen kämpf mit dem Stadtrate 
nicht zu scheuen brauchten. Nachdem die handwerker einmal 
kennen gelernt hatten, was vereinte kräfte leisten können, darf 
es uns nicht wunder nehmen, dass sie sich auch zu einer innung 
zusammentaten, die nicht materielle ziele verfolgte, sondern 
lediglich auf erbauung des gern Utes ihr augenmerk gerichtet 
hatte. Das beispiel vieler süddeutscher städte legte auch den 
Iglauern die gründung einer meistersingerschule nahe. Dieser 
stand ausser dem widerstände des Stadtrates, der anfänglich 
von der in bildung begriffenen handwerkervereinigung neue 
unruhen befürchtet haben mochte, nichts mehr im wege. Denn 
die unerschöpfliche quelle für die lieder unserer bürgerlichen 
sänger, die bibel Luthers, war seit den tagen des Sperat in aller 
händen, und auch die einzelnen protestantischen prediger setzten 
sich für die gründung eines Vereines nach kräften ein, der aus 
dem schösse der neuen lehre gewachsen war und nur zur be- 
festigung derselben beitragen konnte. So lesen wir vor der 
gründung der eigentlichen brüderschaft gar häufig auf gesuchen 
um erlaubnis zur abhaltung einer singschule, dass die bittsteiler 
mit Seiner Errvirden, dem Herrn Predicanten verglichen sind, am 
nächsten sonntag nach der andern Predig eine christliche Sing- 
schul zu halten, und in der späteren zeit (1615) finden wir auf 
einer supplication die Unterschriften dreier protestantischen 
prediger. Auch sonst sehen wir die protestantische geistlichkeit 
an den bestrebungen unserer dichter lebhaften anteil nehmen. 
So erfahren wir aus dem handelsbuche, dass am 13. juli 1614 
der Ehrrvirdige rvolgelärte Herr Paul Schubert der Zeit Diaconus 
in der pfarkirche bei einem singen zugegen war und dass sich 
am palmsonntag des folgenden Jahres M. Andree Fistritzer, 
Primarius der Kirche alhie, für die wideraufnahme des Marcus 
Michko lebhaft einsetzte, der wegen einiger Unziemlichkeiten 
seit dem 21. juli 1614 aus der gesellschaft ausgeschlossen war. 
Aus dem oben erwähnten bittgesuch an den Stadtrat ersehen 
wir ferner, dass unsere meistersinger genau wussten, wie viel 
sie der lutherischen lehre zu danken hatten. Denn es heisst 
hier ausdrücklich: Es ist khein Zweifel, es werden E. E. E. W 
ettliche noch in gedechtnüss haben : Als Gott diese Statt vor ett- 
liehen Jaren auch mit seinem reinen hellen wort vnnd Evangelio 

10* 



148 STREINZ 

erleuchtet wind heimgesucht hatt, welches biss auff diese Zeit (Gott 
lob) weret, das vnter andern auch die löbliche Christliche vhralte 
kunst des deutschen Meistergesangs bey dieser Statt ist geübet 
vnd gebraucht, auch öffentliche von der Obrigkeit zugelassene 
Singschulen sind gehalten worden, zu welcher kunst beigepflichtet 
haben das Ehrwürdige Ministerium zurselben Zeit h. M. Mathias 
Eberhardt, h. Esaias Tribauer, h. Simon Schönwald (seelige). 

Als ein behördlich anerkannter verein treten die meister- 
singer in Iglau erst seit 1571 auf; denn erst in diesem jähre 
erhielten sie die behördliche bestätigung ihrer Schulordnung 
und tabulatur. Aber schon früher vereinigten sich 'liebhaber 
der holdseligen kunst', um am sonntag nach der 'andern predig' 
im rathaussaale ihre lieder zum preise gottes erschallen zu 
lassen. Es ist uns eine reihe von bittgesuchen, supplicationen 
genannt, erhalten, in welchen die meistersinger den Stadtrat 
um erlaubnis zur abhaltung einer singschule ersuchen oder um 
einen artikelbrief bitten. Diese gesuche müssen vor das jähr 
1571 fallen, weil die gesellschaft seit dieser zeit behördlich be- 
stätigte Satzungen besass, nach denen natürlich auch die ab- 
haltung der singschulen geregelt erscheint. Nur in ausser- 
gewöhnlichen fällen war es flirderhin notwendig, sich mit einem 
gesuch an den Stadtrat zu wenden, wie z. b. zu Weihnachten 
1572, als ein fremder jünger auf der schule gefreit wurde. Bei 
gewöhnlichen Zusammenkünften genügte wol die blosse Ver- 
ständigung der obrigkeit. 

Da keine der erwähnten supplicationen ein datum trägt, 
können wir nicht mit Sicherheit feststellen, wann die ersten 
singschulen in Iglau abgehalten wurden. Trotzdem gestatten 
uns einige anhaltspunkte, die existenz der meistersinger schon 
für den beginn der sechziger jähre anzusetzen. Denn in zwei 
gesuchen wird Simon Schönwalde genannt, der von 1561 — 
1568 in unserer stadt das amt eines predigers bekleidete. Auch 
ein anderes gesuch gestattet vielleicht eine datierung. Vier 
meister ersuchen den rat, er wolle ihnen viel mehr als den 
Büchsenschitzen einen artickels prieff geben. Nun wurde die 
Iglauer Schützenordnung in den jähren 1562, 1577 und 1578 
durch neue artikel vermehrt. Unsere meistersinger können sich 
wol nur auf die erneuerung des Jahres 1562 beziehen; denn in 
den beiden anderen jähren hätte ihre bitte um einen artikel- 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 149 

brief keinen sinn, da sie schon 1571 ihre Satzungen erhalten 
hatten. Weil die ernenerung schwerlich ein ereignis war, das 
lange im gedächtnisse der bevölkerung haftete, dürfen wir wol 
nicht anstand nehmen, diese supplication ins jähr 1562 oder 
wenigstens in die unmittelbar folgende zeit zu versetzen. 

In allen diesen gesuchen kehren dieselben gedanken wider. 
Die meistersinger ersuchen den rat, er möge ihnen die abhaltung 
einer singschule im rathaussaale bewilligen und einen feier- 
lichen aufzug in begleitung der lateinischen schule und der 
turner 1 ) gestatten. Immer sind es die gleichen gründe, mit denen 
sie ihre bitte zu stützen suchen. Vor allem berufen sie sich 
auf stellen der hl. schrift, in denen der gesang empfohlen 
wird. Insbesondere war da der dritte vers aus dem Colosser- 
brief des hl. Paulus beliebt, den wir in den gesuchen wie in 
gedichten mannigfaltig paraphrasiert finden. Dann setzen un- 
sere dichter die vorteile der sangeskunst auseinander und er- 
klären, dass sie trotz aller anfeindung der weit treu zu ihr 
halten wollen. Mitunter fügen sie ihrem gesuche reimpaare 
bei, in denen sie den Verächtern der kunst mit dem göttlichen 
Strafgerichte drohen. 

Auf den gleichartigen stil, den alle bisher besprochenen 
Urkunden zeigen, hat schon Werner, Oest. blätter 1854, no. 11 
aufmerksam gemacht. Doch dürfen wir aus diesen stilistischen 
Übereinstimmungen keineswegs auf die ausbildung eines charak- 
teristischen Stiles in unserer gesellschaft schliessen. Vielmehr 
haben sie ihren grund in dem stets widerkehrenden inhalt, der 
den Verfassern dieselben redewendungen nahe legte, deren sich 
auch ihre Vorgänger bedient hatten. Ausserdem müssen wir 
die möglichkeit einer directen benutzung der früheren gesuche 
sowie den gebrauch allgemein verbreiteter gesuchsformeln in 
rechnung ziehen. 



*) D. i. der türmer mit seinen gesellen, die nach Marzys Vorarb. zu 
dieser zeit die allein befugten musikanten waren. 



150 STREINZ 

V. 

Geschichte der Iglauer sängerzunft von ihrer grttndung 
(1571) bis in das erste Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts. 

Um eine feste grundlage für ihre bestrebungen zu gewinnen, 
wanten sich am 2. april des Jahres 1571 die meistersinger 
Jakob Pukane und Jonas Zeidler mit einem gesuche an 
den Stadtrat, in dem sie durch anftthrung biblischer citate den 
hohen wert der sangeskunst betonen, ihren Ursprung und die 
widerbelebung durch die zwölf Nürnberger nachdichter erwähnen 
und die misbräuche und übelstände beklagen, welche sich bei 
der Iglauer schule eingeschlichen hatten. Um hier abhilfe zu 
schaffen, wollen sie ein Bruderschafft vnd Schulordnurg bey dieser 
Stat anrichten, wie es in anderen Steten der brauch ist und bitten 
um behördliche anerkennung. 

Der Stadtrat schenkte ihnen gehör und fertigte eine be- 
stätigungsurkunde aus. Wolfskron 1 ) will zwar aus dem um- 
stände, dass es nicht gelang, dieses Schriftstück zu finden, auf 
eine mündliche erledigung schliessen; aber seine ansieht wird 
durch eine supplication Pukanes vom 23. december 1572 wider- 
legt, in welcher sich der genannte meistersinger anlässlich der 
aufnähme eines fremden Jüngers unter die 'gefreiten singer' 
ausdrücklich auf seine rechte beruft: So wisset das ich macht 
habe Solliches Zuethun, vnd bin darüber previlegirt worden, wie 
ich den dorumb zueweisen hab. Unter diesem Privilegium kann 
aber nichts anderes gemeint sein als die bestätigungsurkunde 
des Stadtrates. 

Wenn es uns auch nicht ausdrücklich gesagt ist, dürfen 
wir doch mit bestimmtheit annehmen, dass dem gesuche Pukanes 
und Zeidlers die tabulatur und Schulordnung beigeschlossen 
waren. Denn die tabulatur, der die Ordnung wie es sol in der 
Bruderschafft gehaltenn wer denn folgt, trägt das datum 1571 
und bekundet sich auch äusserlich durch das völlig gleiche 
format, die gleiche tinte und die gleichen schriftzüge als beilage. 

Gewöhnlich treffen wir die meistersinger im besitze einer 
tabulatur, welche die eigentlichen kunstregeln umfasst, und einer 



*) Schriften d. hist-stat. section 6, 10; nach ihm Ruby, Iglauer hand- 
werk s. 34. 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 151 

Schulordnung, welche Vorschriften über das verhalten der mit- 
glieder zu einander und über ihr auftreten nach aussen enthält, 
also ungefähr den Satzungen eines modernen Vereines entspricht. 

Allerdings finden wir diese trennung nicht überall, mitunter 
sind alle Vorschriften in einem documente vereinigt, mitunter 
führt auch die tabulatur den namen 'Schulordnung'; aber im 
grossen und ganzen ist doch die erwähnte teilung regel. 

Von den Urkunden der Iglauer meistersinger entspricht die 
Ordnung wie es sol in der Bruderschafft gehdltenn rverdenn nur 
teilweise dem gewöhnlichen inhalte der Schulordnung. Sie um- 
fasst mehr die Vorschriften für öffentliche Veranstaltungen als 
die eigentlichen Vereinssatzungen. 

Doch wenden wir uns zunächst zum wichtigeren dieser 
documente, zur tabulatur. 

Die tabulatur des Jahres 1571 enthält in 32 punkten die 
Vorschriften, nach welchen die merker die lieder unserer sänger- 
zunft zu beurteilen hatten. Eine Scheidung in gewöhnliche 
Strafartikel und in die scherfe finden wir hier noch nicht, auch 
lässt unsere Urkunde jede genauere gliederung vermissen. Gleich 
zu beginn (1.) schärft sie den singern gehorsam gegen die 
merker ein und verlangt von letzteren gewissenhaftigkeit bei 
der ausübung ihres amtes. Dann (2.) bestimmt sie die reim- 
zahl der töne, welche ins gemeine Schulgemess und beim preis- 
gleichen gesungen werden sollten, und nennt im folgenden die 
fehler, durch die der anspruch auf einen preis ausgeschlossen 
erscheint (3. — 5.). Dann verzeichnet sie (6. — 13.) fehler, welche 
im innern des verses zur geltung kommen und wendet sich 
(14. — 18.) zu nachlässigkeiten, welche den reim selbst betreffen. 
Zum schluss folgen strafen, die sich auf den Vortrag, auf die 
Verwendung der töne, sowie auf andere Unrichtigkeiten im ein- 
zelnen beziehen. 

Nirgends finden wir ein eingehen ins detail, meist wird 
bloss der fehler und die für ihn bestimmte strafe angeführt. 
Nur sechs punkte (10. 14. 15. 16. 18. 24) belegen ihre regeln 
mit beispielen. 

Die unvollständigkeit der tabulatur tritt insbesondere bei 
den bestimmungen über den versausgang klar zutage. Nur 
die rührenden, halbrührenden und blossen reime werden erwähnt. 
Gezwungene, gespaltene, blinde reime u. s. w. werden gar nicht 



152 STREINZ 

berührt, obwol ihre besprechung in anderen tabulaturen einen 
beträchtlichen umfang einzunehmen pflegt. 

Dass diese lückenhaftigkeit der tabulatur auch unseren 
meistersingern nicht entgieng, beweist der schluss, in wel- 
chem ausdrücklich gesagt wird, dass noch Etliche straff 
Ausbleiben, Aus vrsach, weil der Mercker wenig sein, mit der 
Zeit sol es gemeret werden. Dieses ausbleiben von straf- 
bestimmungen könnte auf ein gewohnheitsrecht der Iglauer sing- 
schule schliessen lassen, das die genauere erklärung der ein- 
zelnen fehler und die anführung der eingefleischten rechte über- 
flüssig machte. Aber nach den einleitenden worten der tabulatur 
Anno salutis 1571 haben die mercker gemeiner schul zu gutt 
förderung vnd mehrung der kunst, die Schulordnung sampt dem 
gemerck x ) Corrigirt scheint eine literarische quelle wahrscheinlich. 
Denn unter der Schulordnung, welche die merker corrigierten, 
können doch nur schriftlich fixierte regeln verstanden werden. 

Um diese quelle bestimmen zu können, müssen wir alle 
erhaltenen tabulaturen, welche der Iglauer zeitlich vorangehen, 
auf ihr Verhältnis zu unserem documente untersuchen. Damit 
sind aber keineswegs alle möglichen quellen erschöpft. Es 
könnte ja eine verloren gegangene tabulatur als Vorbild gedient 
haben, ja die 32 punkte unserer Urkunde könnten bei ihrer 
lückenhaftigkeit recht gut einer jener schulkünste entnommen 
sein, welche den inhalt der tabulaturen in verse bringen. 
Ueberhaupt stehen unserer Untersuchung erhebliche Schwierig- 
keiten im wege, weil einmal alle tabulaturen so viele Überein- 
stimmungen zeigen, dass es geradezu unmöglich ist, im beson- 
deren falle festzustellen, was als gemeinsames eigentum zu 
gelten hat und wo eine directe benützung anzunehmen ist. 

Verschiedene höhe des strafsatzes beweist nichts gegen 
eine abhängigkeit, weil selbst die verschiedenen fassungen einer 
tabulatur mitunter in diesem punkte auseinander gehen. 

Wichtiger sind für uns die ( kunstausdrücke', d. h. die 
namen, welche die tabulaturen für die einzelnen fehler wählen. 
Wenn zwei tabulaturen in ihren kunstausdrücken oft von ein- 



*) Das wort gemerck (= tabulatur) findet sich auch bei Lorenz 
Wessel und in dem Nürnberger schnlzettel. Ich erwähne diese bedeutung 
deshalb, weil sie bei Plate fehlt. 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 153 

ander abweichen, so spricht dieser umstand ziemlich laut gegen 
eine abhängigkeit. Aber auch hier scheint vorsieht geboten. 
Denn die Verschiedenheit der kunstausdrücke kann ja auch 
darin ihren grund haben, dass sich der Verfasser der tabulatur 
in einigen fällen seine Selbständigkeit wahrte oder hie und 
da namen einsetzte, die er auf anderen singschulen kennen 
gelernt hatte und für bezeichnender hielt als die entsprechenden 
kunstausdrücke seiner vorläge. 

Vor 1571 sind folgende tabulaturen entstanden: 

1. Die Strassburger tabulatur 1493. (S.) 

2. 'Das gemerkbuch der colmarer meistersänger'. 
1549. (C.) 

3. Die Nürnberger tabulatur 1560. (N.) 

4. 'Tabulatur Undt Ordnung Der Singer In Steyer 
Im lande Ob der Enns . . . durch lorencz wessel Von 
Essen gestellt Im Jar 1562. (E.) 

Gleichzeitig mit der Iglauer tabulatur erschien Pusch- 
manns Gründlicher Bericht des Deudschen Meistergesanges 1571. 
Da Puschmanns vorrede vom 1. april 1571 datiert ist und un- 
sere Urkunde bei einreichung des gesuches vom 2./4. schon 
fertig sein musste, scheint jede möglichkeit einer gegenseitigen 
benützung ausgeschlossen. Daher fällt das werk Puschmanns 
ausser den bereich unserer Untersuchung. Ebensowenig kommt 
der von H. Schreiber in Mones Badischem archive 2, 195 — 204 
mitgeteilte Stiftungsbrief der Freiburger meistersinger von 1513 
in betracht, weil uns in demselben nur eine Schulordnung ge- 
boten wird. Desgleichen repräsentiert uns der im Zwickauer 
gymnasialprogramm von 1853 — 54 abgedruckte Schuelzetel zw 
Nürnberg eine Schulordnung, die im § 2 einen kurzen auszug 
aus der tabulatur bietet. 

Unter den oben genannten vier tabulaturen können wir 
zwei gruppen unterscheiden: 

I. Die elsässischen tabulaturen S, 0. 

IL Die Nürnberger tabulatur und die tabulatur Lorenz 
Wessels von Essen. 

Gegen eine verwantschaft der Iglauer tabulatur mit der 
ersten gruppe spricht von vornherein der mangel gegenseitiger 
beziehungen zwischen Iglau und dem Elsass. Immerhin müssen 
wir die elsässischen tabulaturen mit der Iglauer vergleichen. 



154 STREINZ 

Die Strassburger tabulatur von 1493 ! ) verbrannte 1870 
beim bombardement von Strassburg. Ueber sie berichtet J. Schilter 
im Thesaurus antiquitatum teutonicarum 3, 80 f. so ungenau, dass 
wir uns über ihre eigentiimlichkeiten keine Vorstellung machen 
können. Die schematische inhaltsangabe Schilters würde auf 
jede tabulatur passen. 

Die zweite elsässische tabulatur, das Gemerkbuch der 
Colmarer schule von 1549, benutze ich in dem abdrucke, den 
Plate nach einer abschrift Martins in den Strassburger Studien 
3,226 — 234 gebracht hat. Zwischen ihr und der Iglauer tabu- 
latur besteht kein Zusammenhang. 

Denn dass beide tabulaturen an drei stellen die gleichen 
beispiele bieten (110 und C 12, 116 und CS, 118 und C 16), 
fällt nicht schwer in die wagschale, da die beispiele wol all- 
gemein bekannten gedichten der älteren meister entnommen sind. 

Wichtiger ist, dass die kunstausdrücke beider tabulaturen 
nicht übereinstimmen. Denn derselbe fehler wird einerseits von 
beiden Urkunden mit verschiedenen namen belegt (110 heimliche 
Differenz und C 12 grobe Differenz, 1 16 heimliche Equiuoca und 
C8 Equifoca vberhof) und andererseits derselbe name für ver- 
schiedene fehler verwendet {Differenz 18, 9 und C 13 — 15). Am 
entscheidendsten spricht eine principielle Verschiedenheit der 
Colmarer und Iglauer singschule gegen die möglichkeit eines 
Zusammenhanges zwischen C und I. C 1 lässt alle unbegabt, 
die so do singenn anderi Tön dann so vonn den zwelf Meisterenn 
gedieht auch andre nochdichtern, und steht hiermit auf dem 
starren Standpunkte, der besonders die Mainzer schule kenn- 
zeichnet. I weiss von dieser sclavischen einschränkung nichts, 
und die praxis der Iglauer meistersinger zeigt, dass unsere 
schule den freien Standpunkt teilte, den Hans Folz in Nürn- 
berg zur geltung gebracht hatte. Abgesehen davon, dass die 
mannigfachsten weisen auf unserer schule gesungen wurden, 
dürfen sich auch zwei Iglauer als erfinder neuer weisen rühmen. 
Da die Iglauer schule in diesem hochwichtigen punkte von der 



*) Lobstein, Beiträge zur geschieh te der musik im Elsass (Strass- 
burg 1840) führt auf s. 1 den titel einer anderen tabulatur an, die dem 
jähre 1597 angehört und von Martin Gimpel und Georg Burckhart 
verfasst wurde. 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 155 

Colmarer regel abweicht, erscheint G als quelle für I aus- 
geschlossen. 

Viel näher stehen unserer Urkunde der Nürnberger schul- 
zettel und die tabulatur Lorenz Wessels von Essen. 

Die Nürnberger tabulatur ist uns in mehreren auflagen 
erhalten. Ich benutze zur vergleichung ein handschriftliches 
exemplar, das sich im Iglauer Stadtarchive befindet und eine 
redaction vom jähre 1560 enthält. Allerdings kam die hand- 
schrift erst im jähre 1614 in den besitz unserer singschule, 
aber wenn die Iglauer im jähre 1571 überhaupt eine fassung 
der Nürnberger tabulatur benutzt haben, so ist es am wahr- 
scheinlichsten, dass ihnen die neueste redaction vorgelegen. 

N und I stimmen in folgenden punkten überein: 

Falsche meinung: Nl — 14, 119. 

Falsche namen: N2 — 17. 

Blosse reime: N3 — 123. 

Rührende reime: N10 — 117. 

Zu kurz und zu lang: N13 — 15. 

Paushalten: N16 — 122. 

'Gebende vnd Plümen der thöne': N18 — 121,29. 

Den gleichen fehler kennen unter verschiedenen namen: 

^ T / Ganze eqnivoca — 1 14 Grobe equivoca 

N4 



i 



Halbe equivoca — 118 'halb Rurent Reimen'. 

N5 Differenz — 110 heimliche differenz. 

N6 Blinde meinung | 

N 7 Blinde Wörter i — 1 26 ' ein wort, das man nicht mereken kan \ 

N8 Halbe Wörter — 127 'VberhupP. 

N9 'Schillerende Reimen' — 115 'schilent Equivoca*. 
N17 'Abbrechung dess n' — 128 'MUlb'. 
N19 'kein wort 2 mal zu bringen* — 19 'zwy fache Diferentz'. 

In I fehlen: 

Nil 'Schnurret Reimen'. 

N12 'Dreysilbig wort in eim Silben'. 

N14 'Gezwungen Reimen'. 

N 15 ' Hart vnd Lind '. 

N20 'kein Wort sol zwo meinungen Regieren'. 

In N fehlen: 

11 Gehorsam gegen die merker. 

12 'man sol von 20 bis auff 30 Reimen vnd zum vergleichen von 
30 auff 40 singen'. 

13 'keiner sol drey gesetz von einem gefunfften par lied nemen'. 
16 'welcher nicht Aussingt, sol vnbegabt bleiben'. 



156 STREINZ 

18 'dryfache Dieferentz'. 

111 * Welcher 3 stutz in ein par lied bringt, hat gar vereinigen'. 

1 12 * grober stutz*. 

113 * kleines stützlein'. 

1 16 'heimlich Equinoca'. 

120 Reden während des singens. 

124 Master'. 

125 'nachklangk'. 

1 30 * Welcher mit Einem gesang gewunnen hatt, der sol in dasselbe 
Jar nimmer singen'. 

131 'wer da singt vnd nent kein Capitel, hat gar verBungen'. 

132 'Welcher Ein text singt, der vor auch ist gesungen worden, 
sol vnbegabt bleiben'. 

Von diesen fünfzehn punkten, welche N nicht kennt, ge- 
hören allerdings acht (1. 2. 3. 6. 20. 30. 31. 32) in den bereich 
der Schulordnung. Aber immerhin bleiben noch sieben weitere 
punkte, welche in N fehlen. Anderseits finden wir für fünf 
punkte der Nürnberger tabulatur in 1 keine entsprechung. An 
acht stellen gehen I und N in den kunstausdrücken aus- 
einander, und nur sieben punkte sind ihnen gemeinsam. Daher 
ist die verwantschaft beider tabulaturen keineswegs so gross, 
als man nach einer stelle in dem gesuche Pukanes und Zeidlers 
annehmen sollte, an der die beiden meistersinger behaupten, 
dass sie eben die kunst, vnd grundtlichen Auszug irer Register 
haben, Als die zu Nürnberg vnd Augsburg. 

Wenden wir uns daher zu der tabulatur, welche in Steyr 
zur geltung kam, und prüfen wir sie auf ihr Verhältnis zu I. 

Die Tabulatur vndt Ordnung der Singer In Steyer Im lande 
Ob der Enns gelegen durch lorencz rvessel von Essen gestelt 
Im Jar 1562 Seines Alters Im drey vnd dr eisigsten Jar liegt 
mir in zwei sehr von einander abweichenden fassungen vor. 
Die eine ist in M 16 der Dresdner königlichen bibliothek ent- 
halten und zeichnet sich durch ihre klaren definitionen aus. 
Ich bezeichne sie mit £ 1. Die andere fassung (£ 2) befindet 
sich im Iglauer Stadtarchive; sie ist unvollständig und bietet 
in dem erhaltenen teile einen von £ 1 sehr verschiedenen text 
£ 2 geht bei der erklärung der fehler recht oberflächlich vor, 
führt aber weit mehr beispiele an als £ 1. Letzteres dürfte 
wol dem originale näher stehen, aber zur vergleichung mit I 
lege ich £2 zu gründe, weil doch die benützung des in Iglau 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 157 

befindlichen mannscripts wahrscheinlicher ist. Nur zur ergänzung 
der 1 ticken verwende ich El. 

Die tabulatur Lorenz Wessels zerfällt in vier hauptteile. 
Im ersten werden die verschiedenen reimarten und die ein- 
richtung des gemerks besprochen. Der zweite teil bringt die 
strafen für nachlässig gebaute reime, und der dritte wendet 
sich dann zu fehlem innerhalb des verses; der vierte endlich 
beschäftigt sich mit den strafen, welche bloss beim preis- 
gleichen gelten sollten. 

Ich bezeichne im folgenden die hauptabschnitte mit rö- 
mischen, die Unterabteilungen mit arabischen Ziffern. Zwischen 
E 1 und E 2 unterscheide ich nur da, wo beide fassungen auch 
inhaltlich auseinander gehen. 

E teilt eine reihe von bestimmungen mit I: 

Veränderung der töne: EI8 — 121,29. 

'Blosse reimen 1 : EIIl — 123. 

'Equivoca': E 112 — 114. 

* rttrende reim': E II 6 — 1 17. 

'Zu lang oder knrtz': Ell 7 — 15. 

4 paus 8 holten': Ell 10 — 122. 

'hinder sich vnd für sich greiffen': Ell 11 — 15. 

'Stutz': Ell 12 — 111—13. 

'falsche Meinung': E III 1 — 1 14, 19. 

' Diuerentz ' : E III 2 — 1 8, 9. 

'falsches Latein': EIII4 — 17. 

Aussingen, reimzahl : E III 5 — 1 6, 2. 

'ein text yn Zweierley thönen': EIII6 — 132. 

Deutliches singen: EIIl 7 — 126. 

Beibehalten der melodie: EIIl 8 — 129. 

Pause nach jedem gesetz : E III 9 — 1 22. 

Beden während des Bingens: El III 10 — 120. 

'blinde wortt vnd blinde mainung': EIV2 — 17,26. 

'vor vnd Nachkiengk': E1V6 — 125. 

'Milben': EIV7 — 128. 

Den gleichen fehler kennen unter verschiedenen namen: 

EH 3 'halbe Equivoca' — 118 'halb Rurent Reimen'. 
Ell 4 'schilende reimen' — 115 * senilen t Equiuoca'. 
EIV1 'Equiuoca vberhofft' — 1 10 'heimliche Diferentz'. 
EIV3 'halbe wortt' — 127 'vberhupf. 

In I fehlen: 

Ell — 7 Reimarten. 

Ell 5 'gezwungene reimen'. 



158 STREINZ 

Ell 8 'Lind vnd Hort'. 

EH 9 'e und n\ 

E III 3 zu hoch und zu niedrig. 

E III 1 1 Abnehmen des hutes beim singen. 

EIV 1 'heimlich equiuoca' (z. b. offenbar || für war). 

EIV4 'schnurrende reim 1 . 

EIV 5 ' Klebsilben \ 

In E fehlen: 

1 1 Gehorsam gegen die merker. 

1 16 'heimlich Equiuoca' (z. b. gewalt || walt). 

124 'Laster' (z. b. 'das Man'). 

130 'Welcher mit Einem gesang gewunnen hatt, der sol in 
dasselbe Jar nimmer singen'. 

131 'wer da singt vnd nent kein Capitel, hat gar vorsangen'. 

Von diesen fünf punkten, die £ nicht kennt, fallen zunächst 
1,30 und 31 weg, weil sie eigentlich in die Schulordnung ge- 
hören. I 24 ist im ende des dritten hauptabschnittes von £ 
implicite enthalten, wo L. Wessel allen singern empfiehlt In 
reimen vnd ansprechen sich der Conzleywortter zu bedienen. 
Demnach bleibt nur 1 16 übrig, welches mit der heimlich Equi- 
uoca einen ganz anderen fehler bezeichnet als £ IV 1. 

Dass fünfzehn punkte, die £ kennt, in I fehlen, beweist 
nichts gegen eine abhängigkeit der Iglauer tabulatur von der 
Wesselschen. Denn £ 1 1 1 — 7, das von stumpfen, klingenden 
reimen, weisen, kömern u. s. w. handelt, konnte I als bekannt 
voraussetzen , £ III 3 und £ III 1 1 gelten wol als selbst- 
verständlich. Es bleiben daher nur sechs fehler übrig, bei 
denen es uns einigermassen befremden könnte, dass sie von I 
nicht angeführt werden. Aber auch dieser umstand vermag 
nicht viel zu bedeuten, weil ja I selbst am Schlüsse bekennt, 
dass es nicht alle fehler verzeichnet hat. 

Wichtiger ist, dass die kunstausdrücke beider tabulaturen 
in vier fällen verschieden sind. Es sind dies dieselben punkte, 
in denen auch I und N auseinander gehen, nur dass die heim- 
liche Diferentz (HO) in EIV 1 Equiuoca vberhofft heisst. 

Aber diese Verschiedenheiten erscheinen dadurch völlig 
aufgewogen, dass beide tabulaturen in zwanzig punkten mit 
einander übereinstimmen. Es erscheint sonach die verwant- 
schaft zwischen E und I weit grösser als zwischen I und einer 
anderen, I zeitlich vorangehenden tabulatur. Wir sind dem- 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 159 

nach berechtigt, die tabulatur Wessels als die quelle der Iglauer 
anzunehmen. 

Die Verschiedenheit der kunstausdrücke an vier stellen 
wird dann darin ihre erklärung finden, dass für diese fehler 
die Iglauer schule entweder selbständige namen ausgebildet, 
oder dass der Verfasser auf anderen singschulen übliche be- 
zeichnungen in sein werk aufgenommen hatte, weil sie ihm 
mehr zusagten als die kunstausdrücke seiner vorläge. 

Aber die tabulatur des Jahres 1571 blieb nicht immer das 
poetische gesetzbuch der Iglauer schule. Im jähre 1613 war 
sie bereits von einer anderen tabulatur verdrängt. Denn wir be- 
gegnen in den documenten der zweiten periode unserer singschule 
mehrmals berufungen auf die tabulatur, welche sich unmöglich 
auf die Urkunde des Jahres 1571 beziehen können. So heisst es 

1. in der supplication von 1615, dass die sangeskunst von 
hohen gelarten perschonen .... (welcher namen in Vnsern alten 
Tabulaturen verzeichnet) erfunden wurde. 

In der Schulordnung desselben Jahres kehrt der hinweis auf 
die tabulatur einige male wider: 

2. V. Das Gemerck soll bestellet werden, durch 4 sonder- 
liehe auff merkungen, wie solches in Vnser deutschen Tabulatur 
verzeichnet. 

3. VI. Wie es nun weiter auff der Schul söl gehalten werden, 
mit dem gemess, tönen, texten, Straffartikeln vnd gaben ist in 
Vhser Tabulatur verzeichnet. 

4. In dem ersten gleichen sol die halbe scherff, vnd in dem 
andern die gantze scherff gebraucht werden. 

5. IX. Vnd als dann sol man in (sc. den neu bewährten 
ton) benamen vnd zum gedechtniss einsrhreiben, wie solches weiter 
in der Tabulatur verzeichnet. 

6. Das 'Schulbuch' enthält ferner auf blatt 3 bei der er- 
zählung von den zwölf ersten meistern die bemerkung: Dauon 
in der Vorrede Vnser Tabulatur weitleufftiger. 

Von diesen sechs stellen könnte nur die dritte auf die 
tabulatur von 1571 bezug haben. An den übrigen stellen kann 
unmöglich die Urkunde von 1571 gemeint sein, weil wir in 
derselben weder etwas von dem aufkommen der sangeskunst 
und den namen der zwölf ersten meister, noch von der ein- 
richtung des gemerks und dem bewehren der töne hören und 



1 60 STRETNZ 

eine Scheidung in gewöhnliche Strafartikel und in die scherfe 
vermissen. Allerdings könnte 1. wegen des plurals in Vnseren 
alten Tabulatoren auch eine deutung auf fremde tabulaturen, 
die sich im besitze unserer gesellschaft befanden, zulassen, aber 
wenn an den anderen stellen yon Vnser Tabulatur die rede ist, 
so kann damit bloss dasjenige gemerkbuch gemeint sein, 
welches auf der Iglauer singschule geltung hatte. 

Alle die angeführten stellen passen bis auf eine einzige 
vortrefflich zu dem im Iglauer archive befindlichen fragmente 
der tabulatur Wessels. 

Hier ist die Scherfe getrennt von den strafen, welche beim 
gemeinen Schulgemess galten (4.). In der vorrede von El, die 
auf den verlorenen ersten vier blättern von E 2 gestanden hat, 
wird die geschichte vom Ursprung der kunst erzählt (6.); auf 
die tabulatur folgt in E 2 das Register von den Ersten vnd alten 
J2 Mastern, welche diese Kunst des deutschen Meister- 
gesangs erfunden sampt Irenn Nachtichtern wie ein Fder 

mit Namen vnd wie auch ein Fder Thön gemacht hatt (1.). Der 
erste hauptabschnitt enthält genaue bestimmungen über die 
tätigkeit eines jeden der vier merker (2.), und 3 passt selbst- 
verständlich auf E wie auf jede andere tabulatur. 

Nur der 5. punkt stimmt nicht zur tabulatur Wessels, die 
keine bestimmungen über das bewehren und benamen der töne 
enthält. Aber wir können ihn auf das ihr folgende register 
beziehen, das die töne der einzelnen meister verzeichnet. Aller- 
dings wäre dann die bedeutung des verzeichnet eine andere 
als in den übrigen fällen. Ausserdem wäre es bei der Ver- 
schiedenheit der fassungen El und E2 möglich, dass in dem 
verlorenen teile von E2 eine bestimmung über das benamen 
der töne gestanden hätte, von der E 1 nichts weiss. 

Kein stichhaltiger grund gegen den gebrauch der Wessel- 
schen tabulatur ist, dass die Iglauer Schulordnung von 1615 
mit E in einem punkte im Widerspruch steht. Während nach 
E 111 5 die 4 Haupt Thöne .... Ein Yglicher In eim gesetz ein 
silben beuor haben, heisst es in der Iglauer Schulordnung VI: 
Die 4 gekrönten Hauptthöne sollen für andern thönen kein Vor- 
theil haben. Aber hier war sich der Verfasser der Schulordnung 
seines gegensatzes zu E genau bewusst. Denn wenige Zeilen 
hernach, nachdem noch einige Vorschriften über die widerhol ung 



MEISTERGESANG IN MAHREN. 161 

von tönen und texten gegeben wurden, sagt er, dass die an- 
deren Straffartikel im gemerk, sollen gebraucht werden, laut 
Vnser deutschen Tabulatur. 

Wir haben, um das resultat unserer Untersuchung kurz 
zusammenzufassen, folgendes Verhältnis: die tabulatur von 1571 
ist, von wenigen punkten abgesehen, ein dürrer auszug aus E, 
der anlässlich der gründung des meistersingervereins entstand. 
Mit der zeit machte sich das bedürfnis nach einem genaueren 
fehlerverzeichnis geltend, man griff wider auf die quelle von 
I zurück und benutzte fortan E als tabulatur. Wann dieser 
Übergang stattgefunden, lässt sich nicht ermitteln; vielleicht 
bei der reorganisation des Vereins im jähre 1613. Denn das 
schulbuch berichtet ausdrücklich, dass in diesem jähre am tag 
Michaelis die gefreiten singer und beisitzer die Schulordnung 
und tabulatur des löblichen deutschen meistergesangs geordnet 
haben. Es ist recht gut möglich, dass wir unter diesem ordnen 
der tabulatur den Übergang von I auf E zu verstehen haben. 
Denn die tabulatur von 1571 konnte begreiflicher weise den 
erhöhten ansprächen der zweiten periode nicht mehr genügen. 

An die eben besprochene tabulatur reiht sich die Ordnung 
wie es sol in der Bruderschafft gehalten werden. Dieselbe ist 
keine Schulordnung im gewöhnlichen sinne des wortes, sie weiss 
nichts von den bedingungen, welche neue mitglieder erfüllen 
müssen, auch nichts von der höhe der geldleistungen und den 
anderen Vorschriften, die den inhalt der Schulordnungen aus- 
zumachen pflegen. Sie umfasst nur vier punkte, welche die 
wichtigsten Seiten des vereinslebens, insbesondere seine be- 
tätigung nach aussen, betreffen, aber über die gewöhnlichen 
Zusammenkünfte und die dabei giltigen gesetze uns völlig im 
unklaren lassen. Vier feierliche singschulen wurden alljährlich 
mit vorwissen der obrigkeit abgehalten, drei davon entfielen 
auf die kirchlichen hauptfeste, die vierte war auf den tag 
Michaelis anberaumt, der auch sonst im leben unseres Vereins 
eine bedeutende rolle spielte. Denn an diesem tage mussten 
die merker rechenschaft über die geldgebahrung ablegen und 
konnten die Schulzettel mindern vnd mehren. Dafür blieb ihnen 
das geld zu eigen, welches an diesem tage eingezahlt wurde. 
Die einkünfte von den übrigen drei schulen flössen in die 
vereinskasse. Wollte ein meister auf eigene faust schule halten, 

Beiträge zur geschiohte der deutschen spräche. XIX. \ [ 



H)2 STREINZ 

so hatte er 6 ge. zu erlegen. Das Vorrecht des alters wurde 
streng gewahrt, die jungen singer mussten den erfahreneren 
gehorsam sein, sonderlich wen die Singer Comedi hüten. Ob 
hier unter komödie die aufführung eines meistersingerischen 
dramas oder der feierliche aufzug auf die singschule, wie Ruby 
glaubt, gemeint ist, wage ich nicht zu entscheiden. Für die 
erstere bedeutung spricht das beispiel anderer singschulen, für 
die letztere der umstand, dass wir in Iglau nie etwas von 
einer theatralischen aufführung der meistersinger hören. 

Wie wir schon oben erwähnt, lässt unsere Ordnung viele 
punkte im vereinsieben völlig unbestimmt, ohne die uns ein 
gedeihliches wirken unmöglich scheint. Und in der tat dürften 
auch unsere meister ihre Satzungen besessen haben. Es ist uns 
nämlich im Iglauer archive eine Urkunde ohne datum und unter- 
schritten erhalten, die den namen Der meister Singer artickels 
prieff trägt und den Satzungen eines modernen Vereins ent- 
spricht. Dieser artikelbrief kann nicht in die zeit vor 1571 
fallen, weil wir in den oben besprochenen gesuchen zwar häufig 
der bitte um einen artikelbrief begegnen, aber nie von der 
ausfertigung eines derartigen documentes hören. Aber auch 
nach 1571 erfahren wir nichts von einer einreichung der 
Satzungen. In der zweiten periode ist die entstehung des docu- 
ments unmöglich, weil das handelsbuch nichts davon meldet. 
Wir könnten die Urkunde ins jähr 1613 setzen und für ein 
ergebnis der Statutenänderung dieses jahres halten. Diese an- 
sieht wird dadurch widerlegt, dass eine bestimmung dieser 
Statutenrevision, die uns zufällig durch das Register zum Auf- 
legen bekannt ist, mit dem artikelbrief im Widerspruch steht 
Nach dem auflegeregister soll jeder singer bei den vierzehn- 
tägigen Versammlungen einen groschen zahlen, während der 
artikelbrief bloss drei pfennige verlangt. 

Es bleibt uns sonach keine andere Möglichkeit, als den 
artikelbrief ins jähr 1571 zu setzen und ihn als eine ergänzung 
der aus diesem jähre stammenden Ordnung ... zu fassen. Denn 
er bietet alles, was wir an jenem documente vermissen. 

Hier wird bestimmt, dass nur unbescholtene personen im 
verein aufnähme finden, dass die gewöhnlichen singschulen jeden 
zweiten sonntag nach der letzten predigt abgehalten werden, 
und dass hierbei jeder singer drei pfennige einzuzahlen ver- 



MEISTERGESANG IN MAHREN. 163 

pflichtet ist. Alle unanständigen reden und handlungen, ins- 
besondere auch das zutrinken, sind bei den Versammlungen 
verboten, schulen dürfen nur mit Vorwissen der mercker vnnd 
gantzen singer Zech von gefreiten singern gehalten werden. 
Falls ein mitglied eine beschwerde vorbringen will, hat es sich 
an die merker zu wenden. 

Nachdem unsere meistersinger die behördliche bestätigung 
ihrer tabulatur und Schulordnung erlangt hatten, hielten sie im 
jähre 1571 am sonntag nach Jacobi *) eine feierliche singschule 
ab, bei welcher Pukane einen Spruch über den Ursprung des 
meistergesanges zum vortrage brachte. Dieses gedieht hat sich 
bis auf den heutigen tag erhalten und zeichnet sich durch seine 
frische darstellungsweise aus. 

Sonst sind aus unserer periode zwei biblische gedichte 
und eine schulkunst von Gregor Schaller in der Wolf 
Bauttnerschen handschrift auf uns gekommen ; von demselben 
dichter bringt auch A. Puschmans singebuch auf s. 309 und 
429 zwei lieder biblischen inhalts. Die von dem Steyrer meister- 
singer Peter Hei berger am 10. februar 1590 vollendete lieder- 
handschrift enthält bl. 144 f. eine poetische Umschreibung des 
25. Sirachs, welche den Iglauer stadtschreiber Thomas Pesserl 
zum Verfasser hat. Dieses bar beweist wol am besten, dass 
schon in der ersten periode der ruf unserer singschule weit 
über die grenzen des engeren heimatlandes drang. 

Die übrigen lieder aus unserer periode behandeln ernste, 
ja düstere Stoffe. Die Schrecknisse des erdbebens und das 
wüten der pest werden von ungenannten dichtem besungen. 
Und in der tat hatten unsere meister gl und genug, solch' furcht- 
bare ereignisse zum Vorwurf ihrer dichtung zu wählen. Denn 
die pest hauste in den jähren 1571, 1582 und 1583 in Iglau, 
und am 15. September 1590 wurde die ohnehin schon schwer 
geprüfte Stadt von einem erdbeben heimgesucht. Noch aus 
diesem jähre besitzen wir das bruchstück eines erdbeben- 
gedichtes. Das folgende jähr weist fünf bare auf, welche den- 
selben stoff behandeln. Zwei weitere gedichte dieser gattung 
dürfen wir, obwol sie kein datum tragen, gleichfalls in das ge- 



l ) Leupolds chronik 8. 155 ff. 

11* 



164 STREIKZ 

nannte jähr versetzen, da die handschrift, welche alle die ge- 
nannten gedichte vereint, wahrscheinlich um 1591 entstanden ist 

Diesmal dichteten also unsere Sänger unter dem unmittel- 
baren eindruck der ereignisse, aber — und das ist sehr be- 
zeichnend für das wesen ihrer kirnst wie für die dichtung der 
zeit — nicht das erdbeben und die pest, welche ihre heimat- 
stadt verheerten, machten sie zum gegenständ ihrer poesie, 
sondern erdbeben und krankheiten, welche andere städte zu 
anderen zeiten heimsuchten. Nur einmal wird das erdbeben 
erwähnt, welches in Oesterreich wütete. 

Ausser der bibel dienen ihnen Plinius, Mirzaldus (?) und 
Nützeforus (Nikephoros) als quellen. 

In den folgenden jähren hören wir von der existenz un- 
serer gesellschaft gar nichts, bis sie im zweiten Jahrzehnt des 
17. Jahrhunderts zu neuem leben erwachte und eine ausdehnung 
gewann, welche die eben behandelte periode in schatten stellt 

VI. 
Die zweite periode des Iglauer meistersingervereins. 

Anno 1613 den 17 Sontag nach Trinitatis, war der 29. Sep- 
tember, am Tag Michaelis haben wir gefreite Singer, vnnd Bey- 
sitzer alhie in der Statt Iglaw, eine Christliche vnd löbliche 
Ordnung angerichtet, wegen der Christlichen Kunst des deutschen 
Meistergesangs , wie den solches die Schulordnung, so in Vnser 
laden Verwaret, aus s weiset. So berichtet das Iglauer handels- 
buch bl. 1, und dieselbe notiz findet sich auch im Schulbuch 
wider: 

Anno 1613 am tag Michaelis haben wir Gefreite Singer auch 
Beysitzer, in der Statt lglau, Vnser Schulordnung Vnd Tabulatur, 
des Löblichen deutschen Meistergesangs geordnet, Gott dem All- 
mechtigen, Vnd seinem heiligen wort zu Ehren. 

Es hat also im jähre 1613 eine reorganisation unseres 
Vereins stattgefunden. Wahrscheinlich schritt man damals von 
der ungenauen tabulatur von 1571 auf die Wesselsche zurück. 
Aber wie sollen wir die nacbricht über die Schulordnung ver- 
stehen? Wie wir oben sahen, gibt es aus dem jähre 1571 eine 
kurze Ordnung für öffentliche Veranstaltungen und einen artikel- 
brief, der die Satzungen für das leben im innern des Vereins 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 165 

enthält. Ausser diesen Urkunden haben wir noch die Schul- 
ordnung von 1615, welche unmöglich früher entstanden sein 
kann, weil ihre quellen erst ende 1614 nach Iglau kamen. 
Wir werden demnach die eben citierte stelle über die Schul- 
ordnung dahin deuten, dass die meistersinger im jähre 1613 
wegen der Unzulänglichkeit ihrer bisherigen Satzungen an den 
entwurf neuer bestimmungen giengen, aber mit der endgiltigen 
fixierung derselben solange zögerten, bis sie die Nürnberger Ord- 
nung in händen hatten. Für eine solche provisorische be- 
stimmung des jahres 1613 halte ich die stelle des registers zum 
auflegen, nach der jeder singer bei den regelmässigen Versamm- 
lungen einen groschen zu zahlen hat. 

Der bedeutende aufschwung unserer bruderschaft, der sich 
schon in dem rütteln an den alten Ordnungen gezeigt hat, gibt 
sich auch in dem interesse kund, das der verein von nun an 
für alle seine Veranstaltungen und für alle ihn berührenden 
ereignisse an den tag legt. 

Vom 29. September des jahres 1613 an führt die genossen- 
schaft drei bücher, welche sich bis auf den heutigen tag erhalten 
haben und die beste quelle für die kenntnis unserer periode 
bilden. Einen einblick in die geldgebahrung verschafft uns das 
register zum auflegen; im handelsbuch ist treulich Zum ge- 
dechtnuss eingeschriben, was bei diesem Anfang der Ordnung ein 
Jeder dabei gethan hatt, Vnd was sonsten bei der laden Vnd 
Zusammenkunft ist gehandelt worden. Das Schulbuch endlich 
verzeichnet alle ordentliche, Von der Oberkeit zugelassene Schulen; 
welche die gewinner beide des krantzes vnd des groschens sindt ; 
was vor thöne vnd Lieder sindt begabt worden; wer, vnd wo die 
Schulen sindt gehalten worden. 

Auch das streben nach äusserem glänz verkündigt uns 
das erstarken der gesellschaft. Im jähre 1613 wurden zwei 
laden angeschafft, von denen die eine als vereinskasse diente, 
während die andere zur aufbewahrung der bibel und Schul- 
ordnung bestimmt war. Der bücherschatz der gesellschaft wuchs 
durch Schenkungen einzelner mitglieder; so verehrte H. Thoma 
Pesserl 4 geschribene bücher, Von allerlei art Meistergesanges, 
Marcus Michko ein alt geschriben Meistergesangbuch und 
Bartl Tschitschner gleichfalls ein alt geschriben Meister- 
gesangbuch , soll sein die handschrifft hannfs Sachsen. Zum 



1 66 STREINZ 

schmucke des saales bei den feierlichen singschulen wurden 
durch Christian Herman zweene Zirliche Tepich angekauft. 
Zur zier für den gewinner verehrte der goldschmied Christof 
Zimmerman den singern ein schönen Vber gölten groschen. 

Um endlich die abhaltung einer feierlichen singschule in 
würdiger weise verkündigen zu können, wurde schon im jähre 
1612 auf kosten 1 ) des Thomas Pesserl, Adam Gossler, 
Michel Rottnecker, Georg Soller, Daniel Frendl, Daniel 
Gunstetter, Jacob Thoma, Christian Hermann, Mattes 
Zaum er der anschlag oder postenbrief von dem stummen 
maier Johannes Wadhofer gemalt. Dieses bild hat sich bis 
auf den heutigen tag gut erhalten und befindet sich im rathaus- 
saale zu Iglau. Seine breite beträgt 88 cm., die höhe 101 cm. 
Es gliedert sich in zehn felder, von denen fünf dem oberen 
und vier dem unteren rande angehören. Die mitte zeigt uns 
einen ummauerten garten, über dessen pforten die sieben freien 
künste in allegorischer gestalt schweben. In den ecken sind 
die vier winde abgebildet. Innerhalb des gartens sehen wir 
die zwölf begründer des meistergesanges links oben an einem 
tisch, auf dem ein künstlicher Springbrunnen als Sinnbild der 
Hippokrene steht. In der mitte des gemäldes sitzt Michel Rott- 
necker auf einem stuhl; kränz und pfennig schweben über 
seinem haupte. Rechts von ihm erblicken wir an einem tisch 
die übrigen neun Stifter des bildes. Rechts oben schwebt der 
heilige geist in gestalt einer taube, links unten stehen die Zu- 
hörer. An einer stelle ist die gartenmauer von einem baren 
durchbrochen, dem sich ein lamm mit einem kreuze entgegen- 
stellt, ein deutlicher hin weis auf die macht des christlichen 
glaubens in bösen anfechtungen. 

Ausserhalb des gartens fröhnen links unten die leute, 
welche mit der bruderschaft nichts gemein haben, dem trunke 
und anderen lästern. 

Von den fünf feldern des oberen randes stellen die beiden 
äusseren die geburt Christi und die herabkunft des heiligen 
geistes dar. Das mittlere zeigt die auferstehung des heilands 
aus dem grabe. Die beiden anderen felder enthalten die stelle 



*) Dem Marens Michko, welcher auch als Stifter auf dem bilde er- 
scheint, wurde später sein anteil zurückerstattet. 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 167 

aus dem dritten capitel des Colosserbriefes, auf welche sich 
unsere sänger fast in jedem gesuche berufen: 

coloss. III. ca: 
paulvs spricht Lasset Christy wortt 
vnder euch reichlich wohnen fortt 
In aller weilsheit forch vnd Ehr, 
Lehrt vnd vermahnet euch fort mehr 
Mit psallmen vnd Lobgsängen rein 
Singet in ewren hertzen fein 
Geistlich Libliche Lieder gutt 
Weil vns denn so vermahnen thutt 
Der Apostell vnd auch David 
vnss vorgeschrieben manch psalm Lied 
So lasset vns auch heut mit singen 
Des Herren lob vnd Ehr verbringen. 

Der untere teil des bildes fährt dem beschauer in seinem 
zweiten felde den königlichen sänger David und im vierten 
die belagerung Jerusalems durch Titus Vespasianus vor. Die 
beiden anderen felder sind mit dem 95. und 96. psalm be- 
schrieben, welche wie die bereits citierte stelle aus dem Colosser- 
briefe in reime gebracht sind: 

psalm XCV. 
komet herzu vnd las st vnß all 
Dem herren frolocken mitt schall, 
Mitt psalmen Jauchzen imerfort, 
Dem herren unseres heilß ein hört, 
Lasset vns für sein angesicht 
Mit danck komen vnd Schweigen nicht. 

psalm XCVI. 
Singet dem herrn ein newes Lied 
Sagt der königlich prophet David 
Singet dem herren alle wellt 
Auff daß sein Ehre werd erzeelt, 
Singet dem herren allesam 
Vnd preiset sein heiligen naam. 

So hatten unsere meistersinger alles erreicht, was für die 
repräsentation gegenüber der aussenwelt notwendig schien. 
Nur eine gesetzlich vollkommene basis für das leben im ver- 
eine fehlte noch. Die lückenhafte Schulordnung des Jahres 
1571 konnte natürlich den jetzigen ansprächen nicht mehr 
genügen. Eine erneuerung schien dringend geboten. Da die 
Iglauer meistersinger eine neue Schulordnung nicht bestätigen 



1 68 STREINZ 

lassen wollten, ohne sich zuvor bei den Nürnbergern rat geholt 
zu haben, santen sie im november des Jahres 1614 den boten 
Gottsman nach Nürnberg, um die dortige gesellschaft um 
eine abschrift ihrer Schulordnung zu bitten. Ihrem ansuchen 
wurde rasch entsprochen. Noch in demselben monat erhielten 
die Iglauer von den Nürnbergern die alte und neue Schul- 
ordnung sammt der tabulatur und etlichen geistlichen und welt- 
lichen liedern zugesendet. Sofort machten sich unsere singer 
an die ausfertigung einer Schulordnung. Schon am 3. april des 
folgenden Jahres wurde diese beim Stadtrat eingereicht, und 
nach drei monaten erhielten die meistersinger die vom rate 
bekrefttgte Schulordnung in einem prachtexemplar. 

Die angäbe Rubys (Igl. handwerk s. 31), dass die Schul- 
ordnung von 1615 'nicht viel mehr als eine sclaviscbe nach- 
bildung der von Nürnberg und Augsburg her entlehnten Schul- 
ordnungen ' war, ist völlig unrichtig. Im gegenteil, die Iglauer 
Schulordnung erweist sich als ein meisterstück ihrer art, das 
in bezug auf Vollständigkeit, logische schärfe und klarheit der 
gliederung die Ordnungen aller anderen schulen in den schatten 
stellt und einen einblick in das leben und treiben der meister- 
singer gewährt wie vielleicht keine andere Urkunde. 

Ich will die Vorzüge unseres documents hier nicht weiter 
hervorheben, weil ich mich ohnehin genötigt sehe, diese cultur- 
und literargeschichtlich so wichtige Schulordnung trotz ihres 
beträchtlichen umfanges mitzuteilen, da sie bisher nur in dem 
schlechten abdrucke Wolfskrons zugänglich war. Dieser forscher 
verdarb nämlich den text unserer Urkunde dadurch, dass er 
correcturen beibehielt, die der stadtschreiber Georg Menschik 
für die anführung der artikel in der vom rate confirmierten 
Schulordnung an dem eingereichten originale machte. 

Die Schulordnung des Jahres 1615 umfasst 20 punkte. Um 
einen klaren einblick in den inhalt des documentes zu ermög- 
lichen, lasse ich die gliederung folgen: 

I. Die singschalen (1 — 10). 
a) Die abhaltung: 

1. Der gemeinen schalen (1). 

2. Der feierlichen schalen (2). 

3. Der schalen fremder singer (3). 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 169 

b) Das gebahren während der schale (4—7). 

1. Aeassere Ordnung (4). 

2. Die merker (5). 

3. Bestimmungen über texte und töne (6). 

4. Abzug von der schule (7). 

c) Das zechsingen (8). 

d) Das bewehren der töne (9). 

e) Ausserhalb der schule dürfen keine meisterlieder ge- 

sungen werden (10). 

II. Allgemeiner teil (11—19): 

a) Aufnahme in den verein (11). 

b) Das freien (12). 

c) Das Vereins vermögen (13). 

d) Disciplinarordnung (14—19): 

1. Achtung vor der obrigkeit (14). 

2. Zucht und anstand auf den schulen (15. 16. 17). 

3. Begräbnis (18). 

4. Sitzordnung (19). 

III. Schluss: Aufforderung zur eint rächt (20). 

In einigen teilen erscheint unsere Urkunde völlig selb- 
ständig, in anderen hat sie allerdings fremde Schulordnungen 
benatzt und einzelne bestimmungen wörtlich herübergenommen; 
aber die einordnung dieser fremden bestandteile ist eine so 
vortreffliche, dass auch hier von einer sclavischen nachahmung 
nicht im entferntesten die rede sein kann. 

Drei Schulordnungen haben unserem documente als quelle 
gedient: 

1. Die alte Schulordnung der Nürnberger von 1560. 

2. Die neue Schulordnung der Nürnberger von 1583 mit 
den Zusätzen von 1589 und 1598. 

3. Die Schulordnung in Puschmans Gründlichem bericht. 

Ich bezeichne der kürze wegen die erste Urkunde mit AS., 
die zweite mit NS. und die dritte mit PS. Die Iglauer Schul- 
ordnung nenne ich IS. 

AS. ist insbesondere für die bestimmungen quelle, welche 
IS. über die auf den schulen zulässigen töne und texte bringt. 

AS.bl.3b: IS. 6: 

zur förderung der Kunst sollen Zur beföderung der kunst Vmb 

alle ThÖne frey sein, Idoch das sie die gaben Zusingen, sollen alle thöne 

Meisterliche Stollen vnd Abgesänge frei sein, doch das sie meisterliche 

haben, Stollen Vnd abgesäng, so ehrliche 

Singer vnd Meister bewehrt, haben. 



170 



STRETNZ 



AS. bl. 3a: 
es sol auch auf einem Tage kein 
Text zweymal gesungen werden auf 
einer Schul, weder im haubtsingen, 
noch an der Zech, wie auch an deren 
beiden Gleichen. 

AS. bl. 4 a : 
wer mit seinem Par im haubt- 
singen (b) oder gleichen gewinnt, 
dem ist dasselbige Par im selben 
Jar verpfendt. 

AS. bl. 5 : 
Au ff andern Schulen im Jar sollen 
die so vormals einmal oder öfter 
gewunnen haben, das Jar so sie 
mit Andern Zu gleichen Eomen, 
noch dem Ersten gleichen, (so die 
andern glat sein) 1er abgehn, vnd 
dise begäbet werden, so dasselbig 
Jar noch nicht gewunnen haben, 
Gleicher weiss sol es In der Zech 
gehalten werden. 

AS.bl. 6b: 
die Mercker sind schuldig alemal 
den nechsten tag nach der singschul 
einem ledcn Singer der nicht zu 
gleichen ist komen, seinen fehl an- 
zuzeigen, wer sich aber an seinem 
angezeigten fei nicht begnügen Hess, 
sonder den Merckern darüber ein- 
redet, sol den nechsten krancz, den 
er gewint mit sampt halber Zech 
ins Bult verfallen sein. 

AS. bl. 6 a : 
im Thön beweren sol keiner mit 
dem gemess oder gebend in einn 
Andern thon greiffen, Auch in der 
Melodey nicht Vber ein 7 Silbigen 
Reimen, da sol er in 3 mal hören 
lassen, vnd zu Jedem mal den 
Merckern vnd schulgesellen ent- 
weichen, da die Schulmenge sol 
macht haben den thon zu benamen, 



IS. 6: 

Ein Text soll auff einer Schul nur 
einmal gesungen werden, wenn 
einer disen text in einem andern 
thon auch wolt singen, wird nicht 
begabt, auch im gleichen. 

IS. 6: 
Ein text in einem thon sol das 
Jhar nur einmal begabt werden. 



IS. 6: 

Man soll auch die Singer, wann 
sie in die scherff gleichen fein be- 
scheiden Von einander bringen, vnd 
wo man sonst nicht anders könte, 
ehe die ienigen (wann sie nach dem 
ersten gleichen, solten weiter kom- 
men Zu gleichen) so die Vergangene 
Schul gewonnen, lassen leer aus- 
gehen. 



IS. 5: 

Sie (sc. die Merker) sind auch 
schuldig nach der Singschul oder 
den tag hernach, einem ieden Singer, 
der nicht zugleichen kommen (wenn 
ers begehret) seinen fehl anzuzeigen, 
wer sich aber an ihrem anzeigen 
nicht begnügen Hess, sondern den 
Merckern darüber einredete, dem 
sol auff khünfftiger Schul nicht ge- 
merket werden. 

IS. 9: 

Im thön bewehren, soll kheiner 
mit dem gemess oder gebänd in 
einen andern thon greiffen, auch in 
der Melodei nicht Vber 6 sylben, 
Vnd sol 3 mal von seinem Meister 
gehöret werden, Vnd alls dann sol 
man in benamen, Vnd zum gedecht- 
niss einschreiben. 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 



171 



AS. bL7b: 
es sol auch keiner kein Meyster- 
gesang noch töne zu Nacht auff der 
Gassen Singen. 



IS. 10: 

Es soll auch kheiner kheinen geist- 
lichen Meistergesang in den Sehen k- 
heisern vnd bei nechtlicher weil auff 



der gassen singen. 
Aehnliche bestimmungen enthalten: 



IS. 6: 
Wer Zuuor kein Schulrecht ge- 
than, sol nit Vinb die gaben mit 
singen. 



IS. 6 : 
Ein Lied sol das Jbar Vber ein- 
mal auff der Schul ins gemerk nicht 
gesungen werden. 



AS. bl.7a: 
Item es sol Zu dem Gaabsingen 
oder Festsingen keiner Zu gelassen 
werden, Er habe denn dasselb Jar 
4 Schulrecht gethan. 

AS. bl. 4 a: 

Item ein Par auff der Schul, oder 
oder an der Zech Zweymal gesungen, 
sol dasselbig Jar nit gemerekt 
werden. 

Weit weniger bestimmungen hat IS. mit NS. gemeinsam; 
denn NS. berührt so häufig speciell Nürnbergische Verhältnisse, 
so dass eine directe Übernahme der meisten punkte un- 
möglich war. 

In Nürnberg hielt man z. b. alljährlich nur drei festschulen; 
die rolle, welche bei der Iglauer bruderschaft Michaelis spielte, 
fiel dort dem S. Thomastag zu. In Nürnberg wurden die feier- 
lichen schulen in der kirche gehalten. Daran knüpft sich eine 
reihe von bestimmungen, die natürlich in IS. wegfallen, weil in 
lglau andere Verhältnisse obwalten. 

Immerhin springt aber bei einigen punkten die abhängig- 
keit von NS. deutlich ins äuge: 

NS.bl. 9 b: IS. 2: 

Ieder Singer, von dem Eltesten Es ' sol von einem gefreiten Singer 

an, das ist, den der Am lengsten auff den andern wie sie eingeschriben 



in der Gesellschaft gewesen ist, biss 
auf den Jüngsten, so am lezten in 
die geselschafft komen ist, sol ein 
Festschul sampt einer gemeinen 
Schul halten. 

NS. bl. 12 a: 

Anno Christi 1598 Am h. Palm- 
tag sind die Meistersinger alhie 
Einhellig worden, das hinfort ein 
Ieder singer, (b) der auff der Schul 
ein Gaab gewinnt, Es sey im Haupt- 



sind, die Ordnung fallen 1 . 



IS. 8: 
Welche den groschen vnd krantz 
auff der Schul gewonnen, sollen an 
der Zech nicht mitsingen. 



1 72 STREINZ 

oder Freysingen, die mögen In der 
Zech wider mit Singen vmb alle 
Gaaben so Zuuersingen vorhanden 
sein, Aussgenomen diejenigen so 
denn Dauid vnd Schulkrancz ge- 
wonnen haben. 

Als dritte quelle für IS. haben wir Puschmans Gründlichen 

bericht zu betrachten. Für die bekanntschaft der Iglauer mit 

diesem werke spricht das Schulbuch, welches auf der zweiten 

seite des ersten blattes drei verse anführt, die auch bei Pusch- 

man auf der rückseite des titelblattes stehen. Ausserdem sind 

die Übereinstimmungen beider Schulordnungen an vier stellen 

so deutlich, dass wir sie nur durch eine directe benützung zu 

erklären vermögen. 

PS. 1: IS. 6: 

Vnd sollen die vier Haupt Thöne, Die 4 gekrönten Hauptthöne sollen 
der vier gekrönten Meister für an- fnr andern Thönen kein Vortheil 
dem Thönen keinen vortheil haben, haben. 
Wie sonst auf andere Schulen 
breuchlich. 

PS. 3: IS. 5: 

Es sol vnd kan kein Gemerk recht Es soll auch auff das wenigste 

bestelt werden, wo man nicht einen bey dem Gemerk ein Merker (oder 

Mercker darbey haben kan, der Zwen, wann man sie haben khan) 

Grammaticam vnd jre Regulas ver- die Grammaticam vnd jhre Regulas 

stehet. verstehen. 

PS. 7: IS. 6: 

Ein Text aber, mag in mehr ein text in mehr thönen mag das 

Thönen offtmals im Jahr gesungen Jhar öffter begabt werden, 
vnd begäbet werden. 

PS. 13: IS. 5: 

Es sollen auch die Mercker trew- Sie sollen auch treulich vnd fleissig 

lieh vnd fleissig nach innhalt rechter nach innhalt rechter kunst vnd nicht 

Kunst, vnd nicht nach gunst mer- nach gunst merken, einem wie dem 

cken, Einem wie dem andern. andern. 

Wir sehen also, dass sich IS. insbesonders bei den be- 
stimm ungeir über die innere Ordnung während der singschulen 
an fremde muster angelehnt hat. In den andern punkten geht 
es völlig seine eigenen wege. Keine der zeitlich vorangehenden 
Schulordnungen bringt so genaue Vorschriften über die äussere 
Ordnung bei Vereinsveranstaltungen wie IS. Es wäre natürlich 
durchaus verfehlt, aus diesem umstände schliessen zu wollen, 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 173 

dass unsere singschule mehr äussere förmlichkeiten ausgebildet 
habe als andere bruderschaften. Aber dass die Iglauer in ihre 
Ordnung artikel aufnahmen, für die sie bei ihren Vorbildern 
keine entsprechungen fanden, ist ein beweis für die selbständig* 
keit, die sie sich ihren quellen gegenüber wahrten. 

Wie unsere meistersinger im jähre 1571, nachdem sie die 
bestätigung ihrer rechte erlangt hatten, eine feierliche sing- 
schule abhielten, so versammelten sich auch am 4. october 1615 
die liebhaber der holdseligen kunst zu einer gesellenschule, bei 
welcher 19 mcisterlieder gesungen wurden. Diese haben den 
Christian Herman zum Verfasser und handeln von der Erbauung 
der Statt Iglau, sampt den fürnembsien geschickten so sich 
darinnen begeben. Leider blieb uns von diesen stofflich gewiss 
höchst interessanten gedichten nur ein spruch erhalten, und 
auch dieser nur in einer aufzeichnung aus dem jähre 1779. 1 ) 
Er enthält eine versificierung der bekannten sage, welche den 
Ursprung der stadt Iglau mit dem beginne des bergbaues zu- 
sammenbringt. 

Ein kaufmann, so erzählt der spruch, verirrte sich einst 
auf dem wege von Wien nach Prag in den böhmisch-mährischen 
grenzwäldern und fand endlich in dem häuschen eines töpfers 
freundliche aufnähme. Im gespräche klagte der töpfer dem 
fremden manne, dass er seit einiger zeit keinen topf mehr 
brennen könne, weil alle im ofen zu scherben zerfielen. Der 
kaufmann wurde aufmerksam und Hess sich die scherben 
zeigen. Nach einiger zeit kam er mit seinem bruder zum 
töpfer, um ihm die hütte abzukaufen. Denn sie hatten bemerkt, 
dass in dem thon viel silber enthalten sei. Sie begannen den 
bergbau, fanden überall edles metall und gründeten die stadt 
Iglau. 

In das jähr 1616 fällt kein bedeutenderes ereignis im leben 
unserer bruderschaft ; dagegen bringt uns das nächste jähr das 
Jubelfest der reformation. Aus diesem anlasse hielt Gerg Rum- 
mer von Jouver beim Bartl Schmilaucr am 12. november eine 
singschule, bei der von der reformation des h. Euangelii vor 100 



*) In Marzys Chronik der königl. kreis- und bergstadt Iglau I § 5. 
Das gedieht ist nach dem hier überlieferten ungenauen texte von F. Walter 
in der Moravia 1840 und in d'Elverts Geschichte Iglaus s. 13 abgedruckt. 



1 74 STREINZ 

Jahren durch Lutherum gesungen wurde. Das betreffende bar 
hat den Jacob Thoma zum Verfasser. Bei diesem feste weilte 
auch ein gast aus Nürnberg, Philipp Hager, in Iglaus mauern. 
Diesem wurde am 19. november ein ton bewert, der die Neu- 
bewerte Iglauerweiss Phillipp Hagers Von Nürnberck genannt 
wurde. Ein in diesem tone abgefasstes bar schrieb Philipp 
Hager mit eigener hand in das handelsbuch (bl. 6 b und 7 a). 

Die folgenden jähre brachten unserem vereine trübe stunden. 
In der bruderschaft befand sich ein gewisser Marcus Michko, 
der sich schon früher gegen die gesellschaft vergangen hatte. 
Jetzt gelang es ihm mit zwei anderen mitgliedern eine be- 
schwerde gegen die älteren durchzusetzen. Nur dem tatkräftigen 
auftreten der letzteren war es zu danken, dass eine Spaltung 
der mitglieder hintan gehalten wurde. 

Kaum war diese klippe glücklich vermieden, so versetzte 
ein anderes ereignis dem vor kurzen noch so blühenden vereine 
den todesstoss. 

Im jähre 1618 brach der grosse krieg über Deutschland 
herein. Auch Iglau hatte unter ihm zu leiden. Leider konnten 
die singschulen des inliegenden kriegsvolkes wegen nur zu oft 
nicht abgehalten werden. Und was die äusseren drangsale 
nicht zu leisten vermochten, das bewirkte die gegenreformation. 

Gerade hundert jähre *) nachdem die reform ation in Iglau 
ihren einzug gehalten, begannen die massregeln, um die Stadt 
wider zur katholischen religion zurückzuführen. Am 2. october 
1622 gieng die Iglauer pfarrkirche in den besitz des Strahover 
prälaten Caspar von Questenberg über. Die protestantischen 
pastoren Paul Schubert und Augustin Pauspärtl mussten 
binnen 24 stunden die Stadt verlassen. Eine deputation der 
evangelischen, die im october 1622 nach Wien gieng und bat, 
die ausserhalb der stadt gelegenen kirchen den bekennern der 
augsburgischen confession zum gottesdienste zu überlassen, blieb 
erfolglos. 

Auch die protestantischen rate 2 ) wurden grösstenteils durch 
katholische ersetzt und an ihre spitze der * königliche richter' 
Rudolf Heidler gestellt. Dieser vertrieb die protestantischen 



>) Vgl. d'Elvert 269 ff. 
a ) d'Elvert 272 ff. 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 175 

prediger von den umliegenden dörfern und schaffte alle deutschen 
Schulmeister ab. Selbst Johannes Eberhart, der rector der 
lateinischen schule, musste seiner gewalt weichen. Die deutschen 
schulen wurden dem katholischen stadtpfarrer, die lateinischen 
den 1625 eingeführten Jesuiten tibergeben. Auf befehl Heidlers 
und des prälaten Questenberg durchsuchten die katholischen 
ratsverwanten Tobias Kaufmann und Paul Steidl alle 
häuscr, um die letzten reste des Luthertums auszurotten. Sie 
nahmen der bürgerschaft die protestantischen bticher und lieferten 
sie in den pfarrhof ab (1624). Unter solchen umständen wanten 
viele Lutheraner Iglau den rücken und siedelten sich in dem 
benachbarten Triesch an. 

Es ist begreiflich, dass unter derartigen Verhältnissen der 
mit dem protestantismus so innig verwachsene meistersinger- 
verein seinem ende nahte. Schon am pfingstfeste 1620 wurde 
die letzte feierliche singschule abgehalten. Mit ihr brechen die 
aufzeichnungen des Schulbuches ab. Das handelsbuch reicht 
noch eine zeit weiter. Am 21. october 1621 verzeichnet es den 
tod des beisitzers Abraham Letscher. Bald darauf (am 
(21. sonntag nach trinitatis) wurde Paul Scherer an Letschers 
stelle zu den zwölf älteren berufen. Hiermit schliessen auch 
die daten des handelsbuches. Unsere Sängergenossenschaft 
wurde eben durch die gegenreformation in ihrem lebensnerve 
getroffen. An die abhaltung einer öffentlichen singschule war 
natürlich nicht mehr zu denken. Hier und da dürften sich die 
meister noch in altgewohnter weise insgeheim in einer stube 
versammelt haben, bis mit ihnen auch die kunst des meister- 
gesangs in Iglau zu grabe getragen wurde. 

VII. 
Namenverzeichnis der Iglauer meistersinger. 1 ) 

Caspar Achaci *LoreDz Forsch ter 

Hannß Arbesser Daniel Frendl 

Michl Bauman Adam Goß ler 

Mattes Broibisch Paul Goßler 

Jacob Fessel Daniel Gunstetter 



') Die meistersinger, vor deren namen ein Sternchen steht, gehören 
nur der ersten periode an. Thoma Pesserl erhielt dieses zeichen nicht, 
weil er auch in der zweiten periode noch eifrig tätig war. Ueber die 
lebensverhältnisse der einzelnen meister lässt sich gar nichts ermitteln, 



176 



STREINZ 



Fridrich Guostetter 

*Wenusch Ha dm er 

Christianus Herrn an 

Hannß Kratko 

Thoma Kratko 

*Thomas Kren dl 

Gerg Kummer von Jouver 

Abraham Letscher 

Hannß Maar 

Dauid Meltzer 

Marcus Michko 

Mattes Nuß 

Thoma Pesserl 

♦Philipp Phillisch 

Salomon Pintzer 

♦Christof Popitzer 

♦Jakob Pukane 



Michl Rottneker 
♦Gylku Kotschedl 
♦Mathus Rudioff 
♦Georg Schaller 
Paulus Scherer 
♦Franz Schindler 
Paul Schindler 
Dauid Schubert 
Hannß Senst 
Gerg Soller 
Mattes Stuben uol 
Jacob Thoma 
Bartl Tschitschner 
Gerg Walter 
Toma Weinstok 
♦Jonas Zeidler 
Andres Zigler. 



VIII. 
Die weisen der Iglauer meister. 1 ) 

In der erfindung neuer weisen steht unsere singschule hinter 
anderen meistersingervereinen weit zurück. Es sind uns nur 
zwei töne bekannt, welche von Iglauer meistern bewehrt wurden: 

1. Die geborgtte Freut weis G. Sehaller 
mit dem Schema 



9a^ 


9avy 


8b 


8b 


9cw 


9cu 


9d^ 


9d^ 


8e 


8e 


9fv> 


9fw 



da durch die gegenreformation alle protestantischen pfarracten vernichtet 
wurden. Ja der fanatismus der katholischen priester gieng so weit, dass 
sie nach durchführung der gegenreformation beim tode eines Protestanten 
in die sterbematriken bloss die bemerkung schrieben Ein lutherisch 
Man (Weib) gestorben. Offenbar fürchteten sie durch namensnennung 
dem verstorbenen zu viel ehre zu erweisen. 

') Bei den im folgenden mitgeteilten Schemen bedeuten die Ziffern 
die silbenzahl. 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 177 

8g 
9hv> 

9hw 

8i 
8i 

9kw 
9kv> 

2. Die hoch Erfreue Meien Weis Marcus Michko. 1 ) 

Als was kumbt auß der Erden 

spricht Sirach der weisse Man klar 

Muß entlich darzu werden 

Wie alle Wasser offenbar 

Wieder Ins meer Aussen alzeit 

also das Vnrecht gut bereit 

Vnd alle gesehen ck Müssen Vnter gehen X 

Aber die Warheit Mächtig 

Verbleibet Ewiglich für gott 

hergegen Thun für trächtig 

der gotlossen gütter Mitt spott 

Versiegen gleich wie ein Bach schon 

gleichfals bringen anch nichts davon 

ihre Nachkumen Vnd mit Nicht bestehen XX 

Recht Vnd wolthnn ist gleich Vnd eben 
einem frachtbaren garten fein 
den die Barmherzigkeit allein 
bleibt auch dabey Ewig gemein 
Vnd wer sich Nehrt der arbeit sein 
lest Im gnügen was Im got geben 
Der hat ein Schaz Empfangen 
Vber alle schäz Wolgemutt 
Vnd wo Man mit Verlangen 
kinder Zeugt Vnd stät bessern Thut 
das Machet ein gedechtnuß hoch 
aber ein ehrliches weib doch 
Vber Trifft die olbeid wie Man thut sehen XXX 

5. Juni 1618. 

Am 19. noveniber 1617 wurde in Iglau dem Philipp Hager 
aus Nürnberg ein ton bewehrt, den er die Neubewerte Iglauer 
Weiß Philipp Hagers von Nürnberck nannte: 

') Ich teile bei diesem nnd dem folgenden tone den text mit, weil 
wir aas dem handelsbuche, das die beiden bare verzeichnet, wissen, dass 
beide weisen in diesen texten bewehrt wurden. 

Beiträge rar geschiohte der deutschen spräche. XIX. 12 



7a^ 


8b 


7 aw 


8b 


8c 


8c 


lld^ 


7 e^ 


8f " 


7ew 


8f 


8g 


8g 


11 d 


9hw 


8i 


8i 


8i 


8i 


9h^ 


7kv> 


8e 


7kw 


81 


8m 


8m 


11 d 



178 STREINZ 



7a^ 


Ich lob gesanges Künste 


7bv> 


den Es glibt mir fir Allen 


7avy 


Dar Zu trag Ich gros gunste 


7bw 


Zu dem gesang mit schalen 


4c 


Ich lob hinfort 


6c 


Das singen An dem ort 


7dv 


für das seitten spil klingen X 


7e^ 


Ach gott du wolst mir geben 


7fv> 


genat znm gesang klare 


76vy 


das Ich In Meinem leben 


7fw 


dich lobe Imerdare 


4g 


Mit dem gesang 


6g 


Vndt auch mit hellem klang 


7dv> 


glibt mir Vor Allen dingen XX 


4h 


das seittenspil 


3iw 


Klingt reine 


4h 


Da Ane Zil 


3iw 


gar feine 


7kw 


Ist der harbfen klang forte 


71^ 


lauten geigen An Klage 


7k^ 


Auch Anders An dem Orte 


71^ 


seittenspil doch An frage 


4m 


gelibt mir das 


6m 


Meistergesang An has 


7dw 


den Es Ist schön das singen XXX 



IX. 

Die gedichte unserer meistersinger. 

Der form nach scheiden sich die gedichte unserer meister- 
singer in drei gruppen, in Sprüche, bare und horte. 

Unter Sprüchen verstehen wir gedichte in vierhebigen 
reimpaaren. Diese gattung beschränkt sich im gebrauche keines- 
wegs auf die meistersinger, sie findet sich vielmehr bei unseren 
dichtem viel seltener als in der sonstigen literatur der zeit; 
auch schenkten die theoretiker des meistergesangs dieser art 
von gedichten wenig oder gar keine beachtung. Deshalb haben 
einige forscher unseren dichtem die spruchform überhaupt ab- 
gesprochen. Dass dem nicht so ist, beweist die praxis der 
Iglauer schule. Am 2. april 1571 wurde hier von dem meister- 
singer Jacob us Pukane ein spruch zum vortrage gebracht, 
der die bekannte ursprungssage behandelt Am Michaelistage 
1615 trat Christian Hermann vor die gesellschaft mit einem 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 179 

sprach, der die grtindungssage der Stadt Iglau behandelt, und 
1621 feierte die bruderschaft das andenken des vor kurzem 
verstorbenen Abraham Letscher in vierhebigen reimpaaren. 
Sprüche finden sich endlich auch auf den supplicationen und 
auf dem postenbriefe. 

Eine weit beliebtere, ja die allgemein übliche form war 
das bar, d.i. ein gedieht in dreiteiligen Strophen. Die ersten 
beiden teile (stollen) sind völlig congruent gebaut, der dritte 
hingegen ungleich (abgesang). Gewöhnlich besteht ein lied aus 
drei Strophen (gedrittes bar), daneben finden sich noch ftinf- 
und siebenstrophige {gefunffte oder gesibente bare). Sehr selten 
sind lieder, die nur eine einzige strophe umfassen. Nach der 
Nürnberger Schulordnung von 1560 richtete sich die strophen- 
zahl nach der tageslänge. Gefunffte bare wurden gesungen, 
wenn der tag zwölf stunden, und gesibente, wenn er sechzehn 
stunden lang war. Eine ähnliche bestimmung enthält die Schul- 
ordnung Puschmans V: Aber die gefünfften vnd gesibenden Lieder 
sollen des Winters wenn der Tag kurtz ist, nicht gelten, Sondern 
die gefünfften Lieder sollen nur gelten, weil der Tag 12. stunden 
lang ist, biss so lang er an den 12. Stunden widerumb abnimpt. 
Die gesiebenden aber sollen gelten, wenn der Tag 14 Stunden 
hell, biss er an den 14. Stunden wider abnimpt. Die gedritten 
Lieder aber, sollen alle Schulen durchs Jahr gelten vnd gang- 
hafftig sein. 

Die anzahl der verse, die eine strophe bilden, ist sehr ver- 
schieden. Der überkurze ton Heinrichs von Effer ding hatte 
nur fünf zeilen, andere töne stiegen in der verszahl über 100. 
So hatte z. b. der überlange ton des Caspar Beiz 108, die 
überlange tagweise des Onophrius Schwartzenbach 115 
verse. Die einzelnen Schulordnungen enthielten bestimmungen 
über die anzahl der verse, welche man beim hauptsingen und 
zechsingen, beim singen um die gaben und beim preisgleichen 
im kurzen, langen und überlangen gemess einzuhalten hatte. 
Die silbenzahl der verse unterlag eigentlich keiner beschränkung. 
Doch hält es Fuschman nicht für künstlich, in einem Reymen 
oder verss mehr als 13. Syllaben zu machen, weil mans am Alhem 
nicht wol haben kan, mehr Syllaben auff einmahl auss zu singen. 
Allerdings lässt er bei gedichten von wenigen versen eine aus- 
nähme gelten. 

12* 



180 STREINZ 

Lorenz Wessel hält bei stumpfen reimen zwölf, und bei 
klingenden elf silben für das maximum. Darüber hinaus gehen 
nur des Ehrnbotten fursten ihon, der in einer stumpf schliessenden 
zeile vierzehn silben bringt, der vberzart frauenlöb mit dreizehn 
und der schlecht long Nachtigal mit fünfzehn silben bei klingendem 
ausgang. 

Während bei der jetzt-besprochenen form alle Strophen in 
demselben tone abgefasst sind, besteht die dritte der von mir 
erwähnten gruppen aus verschiedenen tönen. Der gewöhnliche 
name für diese art ist hört 1 ); doch finden wir daneben auch 
die bezeichnung par in 3 (oder 5) verschiedenen tönen. Wie 
bei der zweiten gruppe gibt es auch hier drei-, fünf- oder 
siebenstrophige gedichte. 2 ) Eine merkwürdige complication 
zeigen oft die fünfstrophigen horte. Vier verschiedene töne 
kommen in Verwendung. Die erste Strophe ist z. b. im langen 
Frauenlob abgefasst, die zweite im langen Mügling, die dritte 
im langen Marner und die vierte endlich im langen Regenbogen. 
Nachdem uns schon die unmittelbare aufeinanderfolge vier ver- 
schiedener töne eigentümlich berührte, bietet uns die fünfte 
strophe die grösste Überraschung. Sie ist aus teilen der vier 
vorausgehenden Strophen zusammengesetzt, so dass der erste 
stollen dem in der ersten strophe verwendeten tone entnommen, 
der zweite stollen in dem zweiten tone abgefasst ist und je 
eine hälfte des abgesanges vom dritten und vierten tone ge- 
bildet wird. Hier hat wol die äusserlichkeit in der behandlung 
einer dichterischen form ihren höhepunkt erreicht, indem an 
die verse des ersten Stollens, welche im zweiten gebunden werden 
sollten, verse anschliessen, die ihrerseits widerum vergebens 
nach reimen verlangen. Besonders beliebt scheint die form des 
horts bei Stoffen gewesen zu sein, die eine inhaltliche teilung 
zuliessen. Wenn z. b. Abraham Letscher (WB. s. 168) die 
drei erzfeinde des menschengeschlcchtes in einem hört behandelt, 
so nennt er in der ersten strophe den teufel, in der zweiten 
die weit und in der dritten unser eigenes fleisch und Mut 
Aehnlich teilt er s. 145 in einem siebenstrophigen hört das 



*) Widman führt noch die namen Reyen und Schatzlied an. 
2 ) Horte, die in der Strophenzahl Über sieben hinausgehen, sind 
selten; doch findet sich in WB. 8 s. 404 ein hört in zwölf Strophen. 



MEISTERGESANG IN MAHREN. 



181 



menschliche leben in sieben tage. In andern fällen wird aber 
die form ohne rücksicht auf den inhalt gebraucht und eine 
biblische erzählung in einen hört gekleidet. Dann erscheint 
natürlich durch die wechselnde form der gang der handlung 
unterbrochen und das inhaltlich zusammengehörige in stücke 
zerrissen. 

Das metrische princip der meistersinger war die silben- 
zählung, welche im 16. jh. ja allgemein verbreitet war. Doch 
trieb das natürliche rythmische gefühl die besten dichter der 
zeit, wort- und versaccent wenigstens in den meisten fällen 
tibereinstimmen zu lassen. Wenn wir nun bei den meister- 
singern mehr Verstössen gegen den wortaccent begegnen als in 
den übrigen gleichzeitigen dichtungen, so findet diese erscheinung 
einfach darin ihre erklärung, dass die lieder unserer dichter 
für den gesang bestimmt waren. Vom musikalischen Stand- 
punkte aus erscheint ihre metrik völlig tadellos. Auch bei der 
dichtung von horten war das musikalische princip massgebend. 
Ein gewisses gleichmass wird bei den einzelnen Strophen da- 
durch erzielt, dass die verwendeten Strophenformen wenigstens 
annähernd die gleiche verszahl aufweisen und auch in der länge 
der verse nicht allzu sehr auseinandergehen. 

Folgendes Schema soll zur veranschaulichung dieser tat- 
sache dienen: 



Wolf Bautt- 
ners bs. 






Verszahl der 






seite 


1. str. 


2. str. 


3. str. 


4. str. 


5. str. 


6. str. 


7.8t 


178 


12 


11 


14 


— 


— 


— 


— 


1030 


18 


20 


20 


20 


20 


20 


"20 


168 


20 


20 


26 


— 


— 


— 


— 


118 


20 


24 


27 


23 


29 


— 


— 


564 


20 


24 


27 


23 


30 


— 


— 


952 


20 


24 


27 


23 


29 


— 


— 


240 


22 


22 


21 


— 


— 


— 


— 


979 


26 


23 


25 


— 


— 


— 


— 


145 


27 


23 


25 


27 


22 


25 


27 


233 


29 


30 


31 


— 


— 


— 


— 


1034 


30 


30 


30 


— 


— 


— 


— 


264 


30 


30 


28 


30 


30 


30 


30 


249 


30 


30 


31 


30 


30 


30 


30 


269 


58 


66 


56 


— 


— 


— 


— 


187 


79 


61 


88 


— 


— 


— 


— 


253 


98 


107 


106 


— 


— 


— 


— 



1 82 8TREINZ 

Interessant stellt sich dieses Verhältnis in dem oben er- 
wähnten zwölfstrophigen hört. Die verszeilen der einzelnen 
Strophen sind 20, 24, 27, 23, 34, 19, 20, 19, 22, 16, 21, 28. 
Also selbst bei der wähl von zwölf verschiedenen tönen wurde 
die rücksicht auf annähernd gleiche strophenlänge nicht fallen 
gelassen. 

Dem stoffe nach scheiden wir die poetischen erzeugnisse 
unserer Sänger in geistliche und weltliche. 

Weltliche lieder waren in Nürnberg beim toppelsingen, in 
Iglau bei der gesellenschule und beim zechsingen gestattet. 
Da durften schöne Historien von den h. Engeln, auch Historien 
auss der Römer geschieht vnd andern Scribenten sampt nützlichen 
moralibus *) gesungen werden. 

Beim hauptsingen und preisgleichen aber wurden nur solche 
lieder begabt, deren inhalt der heiligen schrift entnommen war. 

Ich versuche im folgenden einige grundtypen meister- 
singerischer gedichte aufzustellen. Die beispiele habe ich zum 
grössten teile der bereits so oft erwähnten Wolf Bauttner'schen 
handschrift entnommen, weil sie für die meisten typen aus- 
reichende belege bietet. Etwaige bedenken, dass die Wolf 
Bauttner'sche auswahl dem allgemeinen geschmack der meister- 
singer nicht entsprochen habe, halte ich für unbegründet, da 
ich an die ausbildung eines subjeetiven ästhetischen Urteils bei 
einem meistersinger überhaupt nicht glaube. Uebrigens zeigt 
das unten folgende register deutlich, dass gedichte von den 
verschiedensten meistern in der handschrift aufnähme fanden. 
Ausserdem bürgt uns schon die grosse zahl der gedichte und 
die inhaltliche Übereinstimmung mit liedern anderer Sammlungen 
dafür, dass die hier enthaltenen typen allgemeine giltigkeit 
haben. 

1. Schulkunst. 

Der name schulkunst bezeichnete ursprünglich ein gedieht, 
das den inhalt der tabulatur kurz zusammenfasste. 2 ) Später 
wurde die bezeichnung auch auf gedichte anderen inhaltes aus- 
gedehnt. 3 ) 



*) Schulordnung von 1615: IL u. VIII. 

») Plate s. 153. 

s ) Der ansieht Hertels, dass schulkunst ein Übungsstück für junge 



MEISTERGESANG IN MÄHKEN. 183 

Gemeinsam ist zunächst den schulkünsten, dass sie für den 
beginn der singschulen bestimmt waren. Dieser zweck wird 
uns aus den Schlussworten klar, die meist eine aufforderung 
zum gesange enthalten. So bei Widman s. 22: 

Daruinb Ihr Christen Algemein 

wie wir alhie versamlet seind 

Nun schweiget Beide Jung vnnd ald 

auf das wir Gottes lob auch heund 

ausbreitten. 

Puschman s. 40 : 

Aber euch Zuhörer ich bitt, 

das jr all wollet still vnd züchtig sein, 

das wir nicht werden verjrret, 

Nu faDgt an vnd singt Gottes Wort rein. 

WB. 8, s. 197: 

Darum b welicher singen kan 
Der heb in gottes namen an. 
Schnorr 8. 46: 

so schweig ich stille 

frelich heb dieser maister on. 

Ausnahmsweise findet sich diese aufforderung zum gesange am 
beginn: WB. 8, 13 und 40. 

Den inhalt dieser gedichte bilden drei elemente, die ent- 
weder einzeln oder miteinander verquickt auftreten: 

L Der preis des gesanges im allgemeinen; z. b. WB. 8, 1. 
13. 82. 173. 197. 444. 888. 

II. Die erzählung vom Ursprung der kunst: Widman s. 
22 ff. Pukanes spruch von 1571. Heibergers hs. s. 1 (gedruckt 
von Schröer, Germ. stud. 2). 

III. Die aufzählung der fehler, welche die singer zu ver- 
meiden hatten: WB. 8,40. Zs. fda. 10,309. Puschman s. 40 
und 42. 

Man sieht, dass auch der stoffkreis der schulkünste deutlich 
auf ihre bestimmung hinweist. Denn was konnte zu beginn 
der singschule passender erscheinen, als durch den preis des 
gesanges und die erzählung von seiner entstehung den an- 
wesenden die hohe würde der kunst ins bewusstsein zu rufen 



männer war (Zwickauer programm 1853 — 54 s. 27), kann ich nicht bei- 
stimmen. Denn dass sich der Verfasser der von Hertel ß. 32 mitgeteilten 
schulkunst ein kunstloses schnell er lein nennt, kann doch blosser Zu- 
fall sein. 



184 STBEINZ 

oder durch eine kurze aufzählung der fehler die auftretenden 
sänger vor Verstössen zu warnen? 

Wenden wir uns nun zur ersten gruppe, die sehr viele Ver- 
treter zählt. 

Der dichter dankt im eingange gott für die sangeskunst^ 
welche ihm seine lieblingsbeschäftigung geworden, und bittet, 
der allmächtige möge ihm auch ferner seine erleuchtung zuteil 
werden lassen; denn nur er allein wird in seinem sänge ge- 
feiert. WB. 8,1: 

Gesangeß Kunst erfreuet mich 

Von Jugent Biß ins Alter 

Zu der drag ich gross huld Vnnd gunst 

Aus libes Brunst 

der Edlen Kunst 

wil ich mit dugent pflegen X 

mein gedreuer gott ich Bitt 

du wolst mir dein gnad geben 

Vnd senden dein heilligen geist 

der mich stet weist 

sein Beistand leist 

thu Mein Zungen regiren. 

WB. 8, 444 : 

Es sinnd der gaben gottes vil vnd Mancherlei 
darmit begabt gott vnd Zirt die Menschen gor frei 
die sollen dahin gericht sein Aisamen X 
Auf das gemehret würdt gottes lob ehr vnd preiß 

So ist eß auch gewislich wahr 

Vnnd kan eß Zwor gor Nimand widersprechen 

das man gesang Vnd Musica Zwar 

thut Zu dem rechten gebott gottes rehen. 

% WB. 8, 888 : 

Allein Zu gottes ehre* 

heut Vnd Auch Imer Mehre 

wil ich sinn gen aus Meines herzengrund 

der geb durch seinen geist mir weiß Vnd lehre 

das ich vollend das mein gedichtt 

Zu lob dem Namen sein. 

Eine ausnähme bildet die begrüssung der Versammlung in WB. 
8, 40. Eine noch grössere abweichung bietet WB. 8, 82, wo der 
dichter die herrlichkeit der natur schildet, deren betrachtung 
ihn an die liebe und gute gottes erinnert und ihn zum preise 
seiner herrlichkeit antreibt. Die darstellung streift stark an 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 185 

die färben, in denen die minnesinger die pracht des frühlings 

malen: 

frisch höret ich ein Vogelschal 

löblich es in dem wald erhal 

Mein Gmuet sich schwang 

freut sich der Vögel löblichs sinngen 

das gwild auch sprung 

mit freuden in deß waldes klingen 

dar Zu schin auch die sun gar hell 

sie Verbracht Iren lauff gar schnei 

die Wasser frisch 

theten sich in gründen ergissen 

Villerlei fisch 

theten in den Bechen Vmbflissen 

Ich Kam auch zu eim schönen brunen 

der kam ans einem felß gerunen 

da setzt ich mich Nider ins gras 

daß selbig schön bekleidet was 

mit färben rein 

Mancherlei art auf grünem Anger 

der Blümelein 

ginngen in der sanier zeitt schwanger. 

Nun folgt der preis der sangeskunst, deren hohe würde auch 
die heilige schritt bestätigt. Moses hat (Exod. 15) mit dem 
volke zu gott gesungen, David hat seinen Psalter geschrieben 
und im 95. und 98. psalm ausdrücklich den gesang empfohlen, 
Esaias sang, als das jüdische volk in der babylonischen 
gefangenschaft schmachtete. Die engel Hessen bei der geburt 
Christi ihre Jubelhymnen erschallen, und der heilige Paulus hat 
ausdrücklich zum singen aufgefordert (Col. 3. Eph. 5. Gal. 3) ; 
namentlich die zwei ersten der genannten stellen finden sich 
unendlich oft paraphrasiert : 

WB. 8, 1 : das löblich Gsang 

hat sein Anfang 

in Hebreischer Zungen 

Als mose lanng 

mit pharo ranng 

ist im auch wohl gelungen • 

Alß er sang mit dem Volck zu gott 
wie man solcbeß thut finden 
in exodi lauter Vnnd Klar 

hell offenbor 

Merkt Eben wor 

das ftinffzehent Capittel. 



1 86 STREINZ 

WB. 8,444: 

Dauid hat schön gerichtet an 

sinngen harpfen psolmiren 

Gott Befalch auch dem frumen Man 

solcheß Zu tbon 
thut die erste Gronica schon 
das sechzehend glosiren 
Pauluß die Golloser im dritten lehret fein 
geistliche lider zu sinngen In der gemein 
Vnnd spricht Ir üben Brüder Im anfannge 
Laset Vnnder euch wohnen das göttlich wort reich 
in seiner gut so Vbet euch gor fleisikleich 
mit psolmen Vnd geistlichem lobgsannge 
Zun ephesern er auch ermant 
am füDfften sein glaubiges Volck Zu deme 
spricht euch sol alzeitt sein Bekand 
der wil gottes Vnd euch sein Angeneme 
Vnd euch in wein nicht sauffet dol 
dan doraus folgtt ein Vnordenlichs wessen 
sunder werd ir gottes geist Vol 
recht von geistlichen lidren auserlessen. 

Mitunter folgt schon hier die oben erwähnte auffordernng zum 
gesange und mit ihr der schluss. 

Meist aber reiht sich an die citate aus der hl. schrift das 
eigentliche lob der sangeskunst: 

1. Gott wird durch sie geehrt. 

2. Wir lernen durch sie manche nützliche lehren kennen. 

3. Das gemüt wird durch den gesang in aller trübsal ge- 
tröstet. 

4. Die Jugend wird zum guten angespornt. 

WB. 8, 14: 

Drumb mir gesanng thut üben 
Vor aller Kunst wie obgemelt 
Daraus entspringtt weisheide 
Vnd lehret auch gottes wort rein 
Vnnd Vil schene exempel fein 
die heillig schrifft lauter Vnd Klar 
* Macht sie bekand Vnd offenpar 
wer sich darin thut Iben 
In diser Kunst mit fleiß 
die Jugent mit Verlangen 
sol sich Im grund 
oldag Vnd stund 
drin Vben Vnd anhangen. 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 187 

WB. 8, 889 : 

Dardurch so wirt Im (sc. dem singer) Kund 

Manch schöne lehr welche sunst lang 

Im blieb Verborgen Vnd 

wirt dordurch auch geebret gott 

Vnd das gemtiet gedröst 

In aller Trttebsol Angst Vnd nott 

gleichsam ans nott erlöst. 

Ausserdem findet sich keine bessere Unterhaltung, die der 
mensch neben seinem handwerk treiben könnte: WB. 8, 197: 

Wan ich gleich lehren wolte 

pfeiffen drometen oder saitten spüle 

dasselbe mir nit solte 

der Vnkost würd mir doch werden Zu Ville 

mein handwerck Könnt ich dreiben nicht 

wen ich diser Kunst eine wolte üben. 

Ueber die Instrumentalmusik ist der gesang weit erhaben: 

WB. 8,13: 

Vor allen saidenspil 

ist das gsanng hoch zu loben. 

Widman s. 22 : 

Lieblich Ist der Seidten Khlang 
die uns doch gar khein Lehre Geidt 
die Lebend stim hat den vorganng. 

WB. 8,197: 

Wan man thut schon 

die Musica volbringen 

mit lautten schlagen saittenspil 

mit orglen harpffen geigen oder sinngen 

so hört man nur die Melodei 

ohn wortt Vnd wirt Kein Mensch darbei 

gelehrt wie Man thut sehen 

Nur mit dem thon 

thut sich diese Kunst enden. 

Nun folgen ausfälle gegen die schändlichen gassenlieder 
und gegen die Verächter der kunst: WB. 8,40: 

Vor Zeitt hilt man die Kunst in Hat 

Vnd thet manch Janger singer darnach fragen 

fressen Vnd sauffen Man iz dntt 

fluchen schweren Noch mehr darf ich nicht sagen 

ich hab gehört wie mancher dummer rette 

wan ich ein sun Zu Einem singer hete 

in Krieg er mir Vil über Zihen dette 



1 88 STRE1NZ 

oder ginng zum wein free Vnd süff Verstete 

auf singschulen gebn dutt sich Mancher Schemen 
Von Villen man gesehen hat 
Vor groser witz thun sie sich Bingens massen 
Mancher förchtt er Kum nit in raht. 

Wß. 8, 14: 

Eß ist ein werck doß gefeit gott 
obs gleich Von der weit wirt Verspott 
Vnd wirt Von den spöttren Verlacht 
ist eß doch Bei gott hoch geacht. 

WB. 8,445: 

Dan wir hoffen das mit der Zeitt 

die sehen dlichen gassenlider abnemen 

die Man schir olle naht aus schrei tt 

durch gottlos gesind das sich nit thut Schemen 

gott Vnd der obrigkeitt zu schmach 

sinnd sie Vnd auch zu ergernus der Jugent. 

Auch vor der profanierung des gesanges wird gewarnt: 

Widman s. 22 : 

Do er Ist Bei wein Oder Bir 
Lafs er die khunst mit Bue. 

Gewöhnlich schliesst sich daran die aufforderung, die Sänger 
mögen unbekümmert um die Spötter frisch ihre lieder an- 
stimmen. 

Als eine zweite gruppe stellen sich jene schulkttnste dar, 
welche den Ursprung des meistergesanges behandeln. Es ist 
dies die bekannte sage von den zwölf alten meistern, welche 
auf der hohen schule zu Paris oder Pavia vor kaiser und papst 
ihre lieder erschallen liessen und zum preise eine goldene 
kröne erhielten (über die sage vgl. Jakob Grimm, Ueber 
den altdeutschen meiste rgesang, s. 115 — 121. Dass der bericht 
Wagenseils von einem wappen der meistersinger auf einem 
misverständnisse beruhe, hat Edmund Goetze, Archiv für literatur- 
geschichte, bd. 5 endgiltig nachgewiesen). 

Selten finden wir die ursprungssage allein; meist tritt sie 
mit der ersten gruppe in Verbindung. Der beginn ist dann 
der oben besprochene. Die erzählung vom Ursprung setzt nach 
der berufung auf die biblischen sänger ein, indem der Über- 
gang durch den gedanken hergestellt wird, dass nicht nur die 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 189 

Israeliten, sondern auch unsere altvordern das lob der gottheit 
gesungen haben. 

Eine etwas gezierte darstellung finden wir in einer schul- 
kunst, Germ. 5,217, wo der dichter seine Sehnsucht nach der 
kunst schildert, die endlich in einem rosengarten ihre befriedi- 
gung findet, der von den zwölf meistern gepflegt wird. 

In der dritten gruppe der schulkttnste werden alle die 
fehler verzeichnet, vor denen sich die dichter hüten sollen. 
Rein vertreten ist diese art durch ein Nürnberger lied, das 
W. Grimm (Zs. fda. 10, 309) abgedruckt hat. Hier werden zu- 
erst alle fehler und dann die darauf gesetzten strafen auf- 
gezählt. Aber nicht immer finden wir eine versificierung der 
ganzen tabulatur, mitunter wird bloss die scherfe behandelt, 
wie bei Puschman s. 42 ff. Eine noch grössere specialisierung 
bringt Zs. fda. 10, 307, wo uns eine aufzählung aller möglichen 
arten der equivoca geboten wird. 

Häufig tritt unsere gruppe mit den beiden anderen in 
Verbindung. Das fehlerverzeichnis folgt dann entweder gleich 
nach der anrufung gottes oder bei der erzählung von den zwölf 
alten meistern. Interessant ist die Verknüpfung, die uns bei 
Puschman s. 37 begegnet; hier heisst es, dass jeder der zwölf 
meister lieblich sang und die fehler vermied, welche in den 
folgenden versen behandelt werden. 

2. Anfänge und beschlüsse. 

Eine nicht zu unterschätzende Stellung unter den liedern 
unserer meistersinger nehmen die sogenannten anfange und 
beschlüsse ein, welche für den beginn (bez. den schluss) 
der feierlichen singschulen an den christlichen hauptfesten be- 
stimmt waren. Nach den festen lässt sich also eine einteilung 
treffen : 

a) Anfänge auf Weihnachten. 

b) Anfänge auf ostern. 

c) Anfänge auf pfingsten. 

Betrachten wir zunächst die erste gruppe. 

Die anfange auf Weihnachten feiern natürlich die 
herabkunft des heilands und schildern den segen, der der 
menschheit aus seiner geburt erwuchs. 



1 90 STREINZ 

Den beginn des gedichtes bildet die aufforderung zur freude 

über die geburt des heilands: WB. 8,626: 

freuet euch All Ir liben Christen lent 
seitt frölich In gemein 
weil heut der Tag thut sein 
das Jesus Christus Ist geboren. 

Wß. 8, 48 : 

Freut frolockt Jubiliret al 
freut euch mit reichem schal 
das Eindlein Neu geboren 
Das Vnß an dem hei lügen dag 
Bringet grose Znsag. 

WB. 8,238: 

Freut euch von hertzen Alle 
Ir lieben Christen leutt 
die weil Vns heutt 
Jesuß Christus Ins leben 
Ist geben. 

Wß. 8, 405 : 

Frolocket Vnd freut euch mit wun 
olle Menschen auf erden 
die gantze werde Christenheitt 
ROm den Namen des herren. 

WB. 8, 161: 

Freut euch ir Christen olle 
der goaden reichen Zeitt 
lobsinget gott mit schalle 
Vnnß Ist geboren heutt 
Jesufi Christus der weit heiland. 

Denn vieler gnaden sind wir durch die Menschwerdung Christi 

teilhaftig geworden: 

Wß. 8,238: 

Mit freuden Reichem schalle 

ist eß der weit heiland 

Von Gott gesannd 

Zu Vns herab Auf erden 

das werden 

erlöst Aus pein 

Alle Menschen gerecht 

Dan wan Vns das Kindlein nicht wer geboren 

so wem wir All verloren. 

WB. 8, 405 : 

Der durch seine menschwerdung rein 
durch sein leiden Vnd sterben 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 191 

Vns hat erlöst auf der hol pein 
sunst Mtisten wir Verderben. 

Wie heute den heiland die himmlischen heerscbaren preisen, 
so wollen auch wir sein lob singen: 

WB. 8,239: 

Heut thut im Himmel oben 

Vnd Auf erden für war 

mit frenden gar 

die himlisch Hörschar mechtig 

Andechtig 

lob singen dem 

Eindlein Jesus mit Nam 

Heut soll Alle weit loben 

gott Votter in dem thron 

der Vns sein söhn 

send groß lob Im Verbringet 

lobsinget 

gar Angenem 

heut herzlich Allesam. 

WB. 8, 49 : 

sein lob gar nit verschweigen 

die engel mit lob singen 

Thnn sich fröhlich erzeigen 

lassen Ir stim erklingen 

dorumb sollen auch wir vill mehr 

geben lob breiß Vnd ehr 

dem Christkindlein so rein Vnd pur. 

Wie Christus durch seine geburt uns unzählige woltaten er- 
wiesen, so möge er auch heuer mit seiner gnade bei uns ein- 
kehren und uns ein glückseliges neues jähr schenken: 

WB. 8,239: 

Gelobet seistu Jesus Christus eigen 
das du dich thest erzeigen 
Auf erd allein 

fein 
arm In einer Krippe Klein 
thu dich Auch zu vns Neigen 
sei Vnns zu helffen Alle Zeitt 
willig Bereitt 



Thu Vns nur ein glückseligs neus Jor geben. 

WB. 8, 405 : 

Jesu Christo dem herren 

wollen wir heut auch olle sand 



1 92 STKEINZ 

sinngen zu lob Vnd ehren 
Vnd In bitten auch ollermeist 
er wöl Vns Allen samen 
darzn seinen heilligen geist 
gnedig Verleien Amen. 

WB. 8,628: 

Heut Zelt man sechzehen Hundert Jar Eben 

dar zu Zwey Vnd Zweinzig das Vns wurtt geben 

Jesus Vnser heiland 

o Jesu hoch genand 

thn mit deiner Genad Bey Vns ein Kehren. 

Andere vorgesänge schliessen sich mehr an die heilige schrift 
an und deuten stellen des alten testaments auf die ankunft 
Christi. So knüpfen WB. 8, 184 und 851 an den 98. psalm an: 
Jauchzet dem Herrn alle Welt, Singet, rhümet vnd lobet. Lobet 
den Herrn mit Harffen, Mit Harffen vnd Psalmen. Mit drommeien 

vnd Posaunen, Jauchtzet für dem Herrn dem Könige 

Für dem Herrn, denn er kommt das Erdreich zu richten, Er 
wird den Erdboden richten mit Gerechtigkeit, vnd die Völcker 
mit Recht. 

Dieser psalm wird paraphrasiert, auf Christum gedeutet 
und der segen hervorgehoben, den der heiland den menschen 
gebracht hat. Daran schliesst sich die aufforderung zum preise 
Christi. 

Eine ausdeutung von Esaias 66 bringt WB. 8, 925. 

Andere vorgesänge paraphrasieren beim lobe des heilands 
einschlägige bibelverse, so der unten mitgeteilte anfang von 
Jacob Thoma. 

Einen ähnlichen stoffkreis wie die eben besprochenen ge- 
dichte zeigen auch die anfange auf ostern. Hier steht 
natürlich die auferstehung Christi im mittelpunkte des inter- 
esses. Der dichter gibt seiner freude darüber ausdruck, dass 
Christus durch seinen tod die menschheit von dem fluche er- 
löste, der seit Adams sünde auf ihr lastete; er preist die liebe 
des vaters, der seinen eigenen söhn für uns menschen hingab, 
und rühmt den gehorsam des sohnes, der unsere Sünden willig 
mit seinem blute sühnte. Schliesslich fordert er zum preise des 
heilands auf; denn nur durch seine Verdienste ist von uns der 
schrecken des todes genommen und die aussieht auf ein ewiges 
leben eröffnet. 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 193 

Häufig finden wir auch hier engeren anschluss an die bibel. 
So behandeln WB. 8,605 und 714 die geschichte der auferstehung 
nach Marcus 16. Andere versuchen sich wider in der ausdeutung 
alttestamentarischer stellen auf Christus. So erzählt WB. 8, 967, 
dass, wie Daniel die löwengrube, so auch Christus am dritten tage 
sein grab verliess. Einen ähnlichen vergleich enthält auch WB. 
8, 447 im anschluss an Hoseas 6. 

Die anfange auf pfingsten befassen sich mit der herabkunft 

des hl. geistes. Alle klingen in den wünsch aus, der hl. geist 

möge auch bei uns mit seiner gnade einkehren: 

WB. 8,609: 

kum heil liger geist 

Erfiil Vnsere hertzen 

mit deim göttlichen wort 

Auf das wir Hie Vnd dort 

werden reichlich gespeist 

Auf das wir nach der Zeitt 

die selligkeitt 

dorten gar nicht Verschertzen. 

WB. 8,970 : 

Nun Bitt wir dich heilliger geist 

mit dein genaden zu Vns kum 

Erlöß Vns durch Christum Von oller sünden Joch 

dos wir dort ewig mit dir leben Amen. 

WB. 8,897: 

Von sünden Vns Bekehre 

Beschere 

ein selige end ßeleit Vns in dos Vatterland. 

Vorher geht entweder eine allgemeine betrachtung über 
die drei göttlichen personen und die herabkunft des hl. geistes 
(WB. 8, 609 und 897), oder es werden stellen des alten (WB. 
8, 962 und 1 105) oder neuen testamentes (WB. 8, 793 und 970) 
auf die herabkunft der dritten göttlichen person gedeutet. 

3. Figuren. 

Diese ausdeutung von bibelstellen auf die wichtigsten tat- 
Sachen des neuen testaments finden wir nicht immer mit den 
anfangen vereint; im gegenteile, wir treffen eine ganze reihe 
von gedichten, in denen sie den hauptinhalt ausmacht. Das 
sind dann die sogenannten Vorbilder oder figuren, wie der 
terminus für diese gruppe lautet. Sie schliessen immer an die 

Beiträge nur geaohiohte der dentaohen Sprache. XIX. 13 



194 STRETNZ 

bibel an, aber der dichter hat sich seine freiheit insofern ge- 
wahrt, als er die verschiedensten bibelstellen zu einander in 
beziehnng setzt und deutet. So nennt uns WB. 8, 34 drei figuren 
der Vrslent (d. i. der auferstehung) Christi, nämlich Joseph, der 
unerwarteter weise aus dem kerker befreit wurde; Simsoo, 
der die bände der Philister zerriss, und Jonas, der aus dem 
bauche des walfisches nach drei tagen unverletzt hervorkam. 
In ähnlicher weise wird in dem unten mitgeteilten gedichte 
der dürre stecken Aarons, der zu blühen begann, als ein Vor- 
bild der geburt Christi durch Maria gefasst Denn wenn es 
schon wunderbar war, dass der dürre Stab ergrünte, blühte und 
mandeln trug, so erscheint es unserer Vernunft noch weit un- 
begreiflicher, dass eine Jungfrau empfieng, gebar und dabei die 
erste person war, die an die menschwerdung gottes geglaubt hat. 
Wß. 8, 694 deutet die drei feinde des königs David auf 
die feinde, welche den Christen nachstellen, und zwar wird uns 
durch Goliath der satan, durch Saul die weltlust und durch 
Absalon die fleischeslust versinnbildet. WB. 8, 584 vergleicht 
die geburt Isaaks mit der Christi; ähnliche gedichte sind WB. 
8, 882 und 972. 

4. Verschiedene bibelstellen in beziehung zu einander. 

Neben diesen figuren begegnen uns dann andere gedichte, 
welche mehrere bibelstellen unter einem bestimmten gesichts- 
punkte zusammenfassen, ohne aber dabei an eine ausdeutung 
zu denken. Ein terminus fehlt für diese gruppe. Beispiele 
bieten uns WB. 8, 18, wo uns von dem dreimaligen weinen des 
heilands erzählt wird, WB. 8,242, das von den drei auferweckungen 
Christi handelt; dazu kommt noch ein gedieht (WB. 8,779), in dem 
David, Ezechias und Josias als die drei guten könige Judas ge- 
feiert werden. 

5. Paraphrase einzelner biblischer capitel. 

Wir brauchen nur einen schritt weiter zu gehen, um zur 
blossen paraphrase einzelner capitel der bibel zu gelangen, 
welche die hauptmasse der gedichte unserer sänger ausmacht 
Erzählungen des alten und neuen testamentes werden in verse 
gekleidet; besonders beliebt sind die Genesis, die psalmen, Jesus 
Sirach, die Jugend geschiente Christi (Matth. 1. 2, Luc. 1. 2) und 



MEISTERGESANG TN MÄHREN. 195 

die erzähliiDg von der aufersteh ung und himmelfahrt des herrn 
(Marc. 16, Luc. 24, Joh. 20). 

Die anlehnung an die bibel erstreckt sich bis auf den 
Wortschatz, das zugrunde liegende capitel wird stets entweder 
am anfange oder Schlüsse genannt, und auf diese äusserlichkeit 
wird so strenge gesehen, dass z. b. die Iglauer tabulatur jeden 
unbegabt lässt, der kein capitel nennt. Allerdings mag diese 
bestimmung den merkern das amt wesentlich erleichtert haben. 

In ähnlicher weise werden auch die zehn geböte, die 
zwölf glauben sartikel, die sieben bitten des vaterunsers be- 
handelt, so dass wir einen gereimten katechismus erhalten. 

Daneben finden wir selbständige gebete, abendsegen und 
betrachtungen, die ihre beispiele fast ausschliesslich der bibel 
entnehmen. Nnr hie und da wird auch die griechische oder 
römische geschichte herangezogen. 

6. Klagliedor. 

Eine typische gruppe bilden endlich die sogenannten klag- 
lieder, die auf eine sitte der nieistersinger zurückgehen, über 
die Wagenseil s. 555 handelt: 'wann ein Meister-Singer mit 
Tod abgangen, sind alle Gesellschafter schuldig, ihn zu Grab 
zu begleiten. Ist aber ein Mercker gestorben, so verfügen sich, 
nachdem der Sarch in das Grab versencket, und ehe er noch 
mit Erde beschüttet worden, die gesamte Gesellschafter dabin, 
und singen ein Gesellschafft-Lied zu letzten Ehren.' 

Die einleitung zu diesen 'klagliedcrn' bildet eine betrachtung 
über die Vergänglichkeit des menschlichen lebeus: 

WB. 8, 244 : 

Waß ist der menschen leben hie 

Eß ist gleich wie 

Einer Blumen auf dem feld die 

durch den wind muß verderben 

Kan Bey im nicht erwerben 

Kein genad oder gunst 

Also der mensch Auß Staub Vnd Kott 

gemacht Von gott 

wirt hie durch den Zeitlichen dott 

Aus diser weit genuinen 

wen sein stündlein dutt Kumen 

in hilfft Kein Sterck noch Kunst. 

18* 



196 



STREINZ 



WB. 8, 585 : 

In der schrifft Hin Vnnd wider gar 
steht an villen ortten gar Klar 
dem Menschen wist 
ist ein Mal Aufgesetzt Zu sterben. 

Wagenseil s. 555 : 

Mensch bedenck all Augenblick, 

Daß du uhrplötzlich must von hinnen wandern, 

Bey Zeiten dich zu sterben schick, 

Weil der Tod hinnimmt einen nach dem andern. 

Wagenseil s. 555 : 

Anheut sind wir frisch und gesund, 

Morgen todt, und liegen auch gantz darnieder. 

Klag : vnd Grabschrifft Über den Töttlichen Abgang des .... 

Abrahami Letschers: 

Es giebt der klare äugen schein, 
Wie der Todt täglich dringt ein, 
Bei den Menschen on Unterscheid t. 

Nun folgt der hauptteil : auch unser mitbruder N. ist gestorben. 

a) Kurzer lebensabriss des verstorbenen. 1 ) Nur äusserliche 
daten über das alter, die ehe, die kinder und das handwerk 
des abgeschiedenen werden angeführt. Der Sterbetag wird 
meist genau bezeichnet, so WB. 8,621: 

Er starb sanfftmütig 

in dem Monat 

Juni mit Klag 

den dritten ein stund nachmitag. 

b) Preis des verstorbenen: 

1. Frömmigkeit: 

WB. 8, 385 : 

Zu oller Zeitt 

lobet man weitt 

sein frumikeitt 

dormit er wor geziret 



WB. 8, 246 : 



Auch hat er an sein letzten End 
glaubt vnd Bekend 



x ) Von der äusserlichkeit der meistersingerischen leben sbeschrei- 
bungen gibt eine klare Vorstellung das im Arch. f. lit. 3, 54 ff. mitgeteilte 
Curriculum vitae a primis cunabulis M. Ambrosii Metzgeri usque ad 
quinquagesimum septimum annum. 



MEISTERGESANG IN MÄHKEN. 197 

nach dem dott ein wahre Vrstend 

Er hat Aach mit Verlangen 

im Zu eim drost empfangen 

das heillig Abentmal. 
WB. 8,623: 

thet Gor fleißig denn weg deß herren wondlen. 
WB. 8, 586 : 

thet fleiflsig Auf gottes wort schauen. 
Abr. Letscher: 

Waß nur gereicht Zu Gottes Ehr, 

Darzu ließ er sich Branchen sehr 

In dem Weinberg des Herrn gar 

Er ein freier arbeitter war. 

2. Tüchtigkeit im meistergesange: 

WB. 8,246: 

gar Jung er Ist 

Ein Maistersinnger worden wist 
Er thet gor löblich sinngen 
daß meistergsang Verbrinngen 
in liebt die gemein fiirbas. 
WB. 8,622: 

Vnnd er wehlet 

Im Zu Einer freut daß schön Meistersinngen 
Machet schöne Lieder darzu ein thon. 
WB. 8,384: 

hans find eissen vol tugent 

ein Zapften macher frum vnd schlecht 

welcher in seiner Jugent 

sich hertzlich hat Beflissen 

Zu lehrnen daß meister Gesang. 

Wagenseil s. 556 : 

Der bey uns auf die ein vnd dreißig Jahr, 
In der Meister-Singer Gesellschafft war, 
Hielt sich darinn ehrlich und wohl, 
Wie einem Meister- Singer thät zustehen, 
Hat das Mercker-Ampt Tugend-voll 
Ein lange Zeit gantz eiferig versehen. 

A. Letscher : 

Trug auch sehr grosse Lieb vnd gunst 

Zur deutschen Meister gsanges kunst, 

Zur lob der kunst Vnd Gott zu ehr 

Auch fortpflantzung reiner lehr 

Manch schönes meisterlied gedieht 

Daß man im lob Vnd Danck drumb spricht. 



198 



STBEINZ 



3. Auch die allgemeine beliebtheit, die tüchtigkeit im 
handwerk und die häuslichen tugenden werden häufig betont. 

Zum Schlüsse folgt die bitte an gott, er möge dem ver- 
storbenen und uns allen das ewige leben schenken: 

WB. 8,623: 

weil er Alle Zeitt lebt nach seinem wort 

thet Gor fleisig denn weg deß Herren wondlen 

Allzeitt mit lederman aufrichtig fort 

für das herr gib 

im das ewig mit Namen. 

WB. 8,587 : 

Vnnd Im Auch dortt 

thu das Ewige leben geben. 

WB. 8, 246 : 

. . . Gott wöl im Vnnd Vns ollein 
gebenn das ewig leben fein. 

A. Letscher: 

Vnd weil der Verstorbene geübt, 
glauben Vnd gutt gewissen Bein, 
Behalten biß ans ende sein 
wirdt im auch Gott beilegen schon 
die ewig Vnverwelklich krön 
die er hat bei der engel schar 
Da ist das ewig Jubel Jhar. 

Hiemit schliesse ich die Charakteristik der gedichte. In 
den folgenden beilagen teile ich für die besprochenen typen 
beispiele mit, die ich fast sämmtlich der Sammlung von Iglauer 
meisterliedern entnommen habe, welche uns die Wolf Bauttnersche 
handschrift bietet. An sie reihen sich der artikelbrief und die 
beiden Iglauer Schulordnungen. 1 ) Einen abdruck der übrigen 
Urkunden hielt ich für überflüssig, da die wichtigeren derselben 
bei Wolfskron und Werner zugänglich sind. 



*) Der abdruck ist diplomatisch getreu. 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 199 



Beilagen. 

I. In der Moren weiß v. seh wartzenbach. 

Ein schulkunst. WB. 8, 246 

1. 
Herr Jesu Christ 
mein herz schreyet Zu dir 
hilff mein gedient Verbrinngen 
daß ich izund 

mit Meinem Mund 247 

lobsinng dem Namen deine X 
dan Mein geist ist 
ganz erfreuet in mir 
mein gemüett thut aufspringen 
daß ich dein wort 
an disem ort 

mag sinn gen gutt Vnd reine XX 
Darumb so seitt 
ir sinnger frumb 
gott wil Kumen olsamen 
ich Bitt euch sehr 
in einer sumb 
sinnget mit freutt 
Zu lob des herren Namen 
er wirt sich Zu Vns neigen 
auch wirt man Mehr 
Vil gunst Vnd ehr 
euch ollen sampt erzeigen XXX 

2. 
Vnd seitt mir auch 
gott wil Kumen olsand 
ir man Vnd auch ir fraueu 
die weil Vns hot 
Ein erbor raht 

ein sinngschnl Zu gelassen X 
Noch oltem Brauch 
wie euch dan ist Bekand 
die Auf gottes wort schauen 
daß hob wir rein 
olhie gemein 

Vnuerfelscht rechter massen XX 
dorumb hobt ir 
Zu dancken Vil 
Gott Vnd der obrigkeitte 



200 



STREINZ 



die euch so klar 

nach gottes wil 

mit schöner Zir 

weislich regirt olzeitte 

wie eß fein ist Bekand 

sing ich für war 

Bei mancher schar 

rings in dem ganzen lande XXX 

3. 
Dorumb auch gott 
für Krieg streitt Blut Vnd mort 
für pestilentz der gleichen 
für deurungsfol 
Behüt Zu mal 

ein solches Volck auf erden X 
Das nicht mit spott 
hie Verachtet sein wort 
thut auch doruon nicht weichen 
ob gleich der feind 
sehr beist Vnd greind 
denckt Vnsinnig Zu werden XX 
So gebt hin 
waß gottes ist 
Vnnd gehorchet olleine 
förcht nit gewalt 
zu Keiner trist 
seitt starck Vnd Kün 
in worem glauben reine 
so wirt er euch oll sande 
Beid Jung Vnd olt 
retten gor bolt 
weil ir im seitt Bekande XXX 

4. 
Dorumb olzeitt 

holt euch Zu seinem wort 

hört weil ir eß Künd hören 

weil man euch das 

ohn Vnderloß 

thut predigen Vnd siongen X 

Mitt groser freutt 

lob ich an disem ort 

das meistergsang mit ehren 

weil eß die schlifft 

durch auß Bedrifft 

Vnd thut gor löblich Klinngen XX 

Dan saittenspil 

Vnd harpffenklang 



248 






MEISTERGESANG IN MÄHREN. 201 

ist wol löblich Vnd feine 

noh ists gar nicht 

gleich dem gesanng 

da hörtt man vil 

schöner lehre Vnd drost reine 249 

noch der Teuschen sprah göre 

auch ist gerichtt 

Vnser gedichtt 

noch gottes wort Klore XXX 

5. 
Ich sag dorumb 
das noh dem predig ampt 
daß singen sey das gröste 
hat sein anfanng 
gehobt gor lang 
wol vor sechs hundert Jore X 
weil in Bobstnm 
man das Volck lehrt als sampt 
Vnd auf die werck Verdröste 
da brach her für 
diß gsang mit zir 

Vnd lehrt auf Christum Klore XX 
Das man ollein 
durch gottes gnad 
Vnd huld Kan selig werden 
Balt Kam dornah 
auf den fuspfatt 
lutherus rein 
Vnd erfüllet die erden 
macht Vns'das wort Bekande 
lost Vns fürbas 
behalten das 
dorzu helff der heilande XXX 

d. gregor soholer 1683 *) 



x ) Sicher verschrieben für 1583; denn dass der dichter dem ende 
9 sechzehnten Jahrhunderts angehörte, beweisen zwei lieder in Adam 
schmans Singebuch (Breslauer Stadtbibliothek hs. M. 1009), welche die 
terschrift Gregor Schaller Tuchknapp von der Igel 1578 tragen. Die 
der stehen auf bl. 309 und 429 des genannten codex. Siehe darüber 
ail Bohn, Die musikalischen handschriften des 16. u. 17. Jahrhunderts 
der Stadtbibliothek zu Breslau (1890), s. 391 und 399. 



202 



STREINZ 



JjjL 



IL Im spigelthon Hainrich frauenlob. 

Ein schulkunst. WB. 8, 173 

1. 
Alzeitt libt mir Im hertzen Mein 
für All Kurtzweil wie die Mag sein 
Maistergesang da Mans gott braucht zu ehren X 
Bei mir ich dise edle gab 
gar hoch Vnd wert Im hertzen hob 
gott mein herr wöl dieselb In mir Ver Mehren XX 
Ruchlose spötter find Man Zwor 
so der Kunst sind Abgünstig 

das las ich mich nicht fechten an 174 

Meistergesanng brinngtt Auf die Ban 
Gotteß wort drumb Hb ich die Kunst Inbrünstig XXX 

2. 
Aller Hand schöner saittenspil 
deren Man pflegtt zu brauchen Vil 
Zu lust Vnd frölichkeitt Mancherlei weise X 
Harpffen lautten geigen dorbei 
Instrument drometen schollmei 
Klingen zwar schön hoben auch Ire preise XX 
Aber nur ollein dos gethön 
Vnd der schol wird ver Numen 
Man Hörtt Nur ollein ploß den klang 
darfür lob ich Meistergesang 
Deß bot man weitt ein Bessren Nutz Vnd frumen XXX 

8. 
Man hört Neben der Melodei 
im sinogen Auch A wort dorbei 
Anmutig zu behalten In Memori X 
Laittet die Jugent mit verstant 
Zu gutten sitten Moht bekand 
Vil schöne geistlich Vnd weltlich Histori XX 
Ein sinnger Kan Arbeitten Vnd 
frölich siiingen dorneben 
frü Vnd spat was gibt sein Andacht 
darumb libt mir bei dag Vnd nacht 
Maistergsanng ist fost Mein deglich wolleben XXX 

4. 
Thut mir don gott der herre Mein 
Noch vetterlichem willen sein 
gnedig heimsuchen Vnd ein Kreutz Zu schicken X 
So erheb ich mein stim Vnd sing 
im sinngen gott Mein Nott fürbring 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 203 

Ein andechtigeß lid thut mich erquicken XX 

Christ Vnd Kreutz stet bei samen Ist 

dan gott wils Also hoben 

man Kan nit stet auf rosen gehn 

Biß weil auch in Anfechtung stehn 

Drübsol ist ein Vordrab himlischer gaben XXX 

5. 175 

Hat gott deß herren straf Vnd Zucht 
König Dauid gar wol versuchtt 
er thet hertzlich vil schöner psolmen singen X 
Ein Ieder sinnger gleicher weiß 
Brauch gesang gott Zu lob Vnd preiß 
er wirt dos gülden Kleinot doruonbringen XX 
Recht hat Maistergesang den rubm 
den singen thut man pflegen 
In glück Vnd Vn glück ollzeitt 
in freud Vnd Auch In draurigkeitt 
für saittenspil hot gsang den preis al wegen XXX 

abraham letscber 

III. In der Stareken Heldenweiß Georg hagers. 

ein Anfang auf weinachten. WB. 8, 161 

1. 
Freut euch ir Christen olle 
der gnaden reichen Zeitt 
lobsinget gott mit schalle 
Vnnß Ist geboren heutt 
Jesuß Christus der weit heiland 
lost Vnns olsand 

Breisscn Jesum das Kindlein werdt X 
Lost euer stim Erklingen 
mit den Engelein rein 
Von hertzen mit In sinngen 
das schöne liedelein 
Ehr sei gott in dem höhsten thron 
dem Menschen schon 
Ein wol gfollen Vnd frid Auf erd X X 
Last Vns singen darneben 
Mitt Esaia also gutt 
wie er Vns thut für geben 
Clor in seinem Neunten caput 
Vnd sprichtt ein Kind ist Vns geboren 
wieder der prophet melden thut 
Vnns ist geben ein söhn erkohren 
loset Vns auch Bedencken 162 



204 



STKEINZ 



PS. 14 



ps. 118 



philip. 4 



Johan 3 

Genes 3 
Esai 9 



Johann 9 



1 Timot 



Christi wolthaten groß 

der sich Aus Hb thet senncken 

in der Jungfrauen schoß 

Vnser Bruder Zu werden recht 

Menschlich geschlecht 

Zu erlösen gar Vnbeschwertt XXX 

2. 
Heut Ist Vns widerfahren 
die hilffe Auß Zion 
Auf die Vor langen Joren 
die Vetter hofften schon 
lost Vns mit Jacob frölich sein 
Auch lost Vnns fein 
Mitt Israel Vns freuen sehr X 
Diß Ist der dog mit treuen 
den der herr hat gemacht 
lost Vnß dorinnen freuen 
Vnd frölich sein Bedacht 
freut Euch In dem herren Zu mal 
Ir Christen oll 

freut euch mit dem Himlischen her XX 
Freue dich Auch dorneben 
o du gantze weit freue dich 
gott bot aus lib gegeben 
sein eingebornen söhn der sich 
Vnsereß fleisch Vnd blutt Angnumen 
hat geheillet der schlangen stich 
freut euch Ir Heiden euch Ist Kumen 
Ein groß licht auf gegangen 
Noch des propheten sag 
freuen sich die gefangen 
worn In der grub mit Klag 
darin Kein wasser funden wirt 
Gott sie Aus fürtt 
durch dos blutt des bunds ohn beschwer XXX 

3. 
Freut euch Ir sünder hertzlich 
Jesu Christ Kumen Ist 
erlöst euch Von sünd schmertzlich 
Macht euch selig zur frist 
Ir Verlornen schefflein Verirt 
freut euch es wirt 

Euch der groß Hirt brinngen Zu recht X 
Freuet euch Auch Ir Armen 
das Christ Kindlein so fein 



MEISTERGESANG IN MAHREN. 



205 



2 Cor 8 



Esaias 6 



Esaia 6, 8 



wirt sich euer Erbarmen 

durch sein armutt oliein 

Euch reich Machen In ewigkeitt 

freut euch ollzeitt 

Ir drostlossen gewissen schlecht XX 

Freut euch auch ir Verzagtten 

Kamen ist euer droster gutt 

Ir Krancken Vnd geblagtten 

der Erste Maister Christus thut 

Euch helffen so ir Im dut glauben 

herr Jesu Christ holt Vns In hutt 

loft Vns die geistlich freud nit rauben 

die schlang die Imer drahtet 

Vns drumb zu brinngen gor 

weil du Ir haupt Verachtet 

Zertretten host fttrwor 

Hilff Vns Ir wider stehen hie 

Auf das wir Ie 

Erfunden werden dreue Knecht XXX 

d. Jacob Thoma 
1611 den 23 december. 



IV. Im verschrenckten Belzenn WB. 8, 144 



Ein anfang auf ostren 

1. 
Heut Triumphiret gottes söhn 
der Von des dottes Banden 
herrlich Ist auferstanden schon 
darumb in ollen landen 
frolockt Ir Christen oll zu gleich 
Jung Vnd ollt Klein gros arm Vnd reich 
Thut frOlich Jubiliren X 
Lobet den Herren Imerdar 
in dem heiligthum seine 
Vnd In seiner herligkeitt Klor 
lobet den herren reine 
mit Zimlen Vnd posaunen frei 
psolter harpffen sinnget darbei 
thut Im Höfflich quintiren X X 
Lobt in In seiner wunderthat 
lob ihn olleß waß ödem hat 
dancket Vnsrem sigsfUrsten olle Zunngen 
Er hot heut die hellische schar 
gemacht zu spott Vnd schänden 
dut im noch seinem Kampf Vnd streitt 



206 



STREINZ 



In Majestet Vnd herligkeitt 
Als eim Koning Gloriren 1 ) XXX 

2. 
Heut er die Hell gestürmet hat 
daß gantze hör geschlagen 
Vnd sie mit ritterlicher that 
Im thriumpf schau gedragen 
den Dott gewürgtt den Drachen alt 
gefanngen genumen mit gwalt 
Vnd sein palast zerstöret X 
Sampt seiner mabt Vnnd gwalt Hinfort 
In ewigkeitt gestossen 
Vnd Vns die rechte leben sp fort 
widerumb aufgeschlossen 
welch fast auf Vierthol dausent Jor 
Allen Menschen Verschlossen wor 
Iizt wirt ein stim gehöret XX 
Dott wo ist Nun der Stachel dein 
Hell wo ist Nun dein sieg Vnrein 
der dott ist in dem sig Christi Verschlungen 
o wohn Vnd freud o dröstlichs wort 
wer wolte Nun Verzagen 
hinfort die werde Christen heitt 
Vor Ihnen wirt Bleiben ollzeitt 
sicher Vnnd vnuersehret XXX 

3. 
Ob der Teuffei schon deglich thutt 
Vnns nach drachten zu feilen 
hat Vnns Christus doch durch sein blut 
Erlöset Von der hellen 
Zu gnaden gnumen mit gcdult 
Am Kreutz Versönnet Vnser schult 
auf dos wir ollesamen X 
An dem frölichen Jüngsten Dag 
Mögen aufstehen ehrlich 
Ewig bei Im leben an Klag 
in ewiger freud herlich 
die er erworben hat Bey gott 
durch sein leiden Vnd Bittren Dott 
drum preisset seinen Namen X X 
Lob sinnget Im auß hertzen grund 
brinngt Im auch danck opffer izund 
da eß ist Vnns heut widerumb gelungen 
lasset Vns Christo mit Danck sag 



145 



*) Hs.: Goloriren. 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 207 

An Vnderlaß dorstellen 
Im sei lob ehr Vnd Breiß oll Zcitt 
Von Ewigkeitt Zu ewigkeitt 
durch Jesum Christum Amen 

Jacob thoma 
den 26 februarii 1615. 

V. Im Blutt thon des Foltzeo. 

Der fol Adam WB. 8, 166 

1. 
Gott bat den Menschen Anfencklich erschaffen 
Vnsterblich heil Hg from gerecht vnd weiß X 
Er wüst dos gott in mit dem Dott wolt straffen 
so er würd essen die Verbotten speiß XX 
Von dem Baum mitten In den garden Eden 
Iedoch er sich 
Mutwilliklich 

die schlangen liß bereden 
verwürck den dott als bolt Im paradeis XXX 

2. 
Drumb ollen Menschen Keiner ausgenumen 
wes Stands wirden Vnd Hoheitt die auch sein X 
Jung olt reich orm Klein Vnd groß büß Vnd auch frnmen 
Ist der Dott durch Adam gepflanzet ein XX 
Dorfilr Hilff Kein gewalt reichtum dergleichen 
weisheitt Vnd Kunst 
Besteht mit Vnd Mus weichen 
der Dott mocht Im olle Menschen gemein XXX 

3. 
Doch olleß woß durch adam ist verdorben 
durch sein Vngehorsam Im paradeiß X 
Hat Christ deß weibs samen wider erworben 
durch seinen dott Kampff Vnd bluttigen schweiß X X 
Lautt der Ersten Verheissung Köstlich 
Genesiß Klor 
Im 3 Zwor 

Vns Armen sUndren dröatlich 
dorfür sey gott ewig lob ehr Vnd preiß 

1614 obraham letscher 



208 



STREINZ 



VI. In der Kalten pfingst weiß Georg Hagers. 

Der Gotsfürchtig Joseph WB. 8, 101 

1. 
Genesiß klar 

das Neun Vnd dreisigst thut an Zeigen 
wie Joseph wor Verkaufft leibeigen 
aus seim Votterland ferren 
Eim egip tisch em herren 
Zu Einem Knecht dem pothiphar X 
Vnnd Joseph wor 
in allen Dingen frum Aufrichtig 
in seim thun Emsig Vnd für sichtig 
Bey seinem thun oll wegen 
wor eittel glück Vnnd segen 
dan Gott wor mit Im Imerdar XX 
Sein Herr sach das er gleich 
durch in wurd gsegnet reich 
gab Joseph zu sein henden 
Zu regiren sein gantzes hauß 
doß wor an ollen enden 
glück heil Vnnd segen Vber aus 
Vmb Josephs willen eben 
sein herr thet frölich leben XXX 



2. 
Von angsicht fein 

war Joseph Hüpsch Vnd auch Züchtig 1 ) 
höflich gestalt Vnd ehrendüchtig 
seins herren weib inprünstig 
die wurt dem Joseph günstig 
Vnd warff auf Ihn Ire euglein x 
Auß falschem schein 
sprach sie Joseph thu bei mir schlaffen 
Er wegert sich thet sie obschaffen 
Vnd sprach zu Ir merckt eben 
Mein herr hat V bergeben 
Alles Vnder die Hende Mein XX 
drum raht mir nit dar Zu 
sein Ehlichs weib bistu 
wie solt ich mit dir pflegen 
so ein gros Vbel an dem ort 
sündigen gor verlangen 
doch drib sie deglich dise wortt 



*) In diesem verse fehlt eine silbe. 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 209 

Vnd thet allzeit begeren 

Joseph solt sie Geweren 1 ) XXX 102 

3. 
Ir freundtlich Keitt 
mocht Joseph mit nichten Bewegen 
Eins dags als Joseph Thet entgegen 
Allein sein geschefftssachen 
thet sie sich Zu Im Machen 
Vnd sprach schlaff bei mir dise Zeitt X 
In Vnkenscheitt 

Entbran sie Vnd wolt nit oblassen 
Ergriff sein Kleid Vnd wolt in fassen 
doch handelt Joseph klüglich 
macht sich anf Vnuerznglich 
liß ir das Kleid floh Von ir weitt X X 
Feischlich sie In Verklagtt 
Vnd Zu seim herren sagtt 
Joseph wolt mir obrauben 
Mein ehr Vnd weist im sein gewant 
Vnd sein herr thet ir glauben 
da kam Joseph in angst Zu hant 
olle huld wor Verloren 
sein herr entpron Im zoren XXX 

4. 
Liß in mit Klag 

Vmb solch Bös that gefencklich setzen 
die weil er wolt sein gmahel lezen 
die schmach Joseph gedultig 
drug Vnd wor doch Vnscbuldig 
Bey 3 Joren gefangen lag X 
Weil dan die plag 

der frume Joseph nicht Kund Meiden 
det er willig in Vn schuld leiden 
Endlich thet gott drein sehen 
erhört sein Bitt Vnd flehen 
Vnd pracht oll sein Vn schuld an dag X X 
Er wurt widerum loß 
Zu Einem herren gros 
im ganzen land fttrdrechtig 
Ja des Konings geheimer raht 
weil er ganz wol Bedechtig 
thet got verdrauen fru Vnd spat 



x ) gewern mit acc. d. person s. Erec 1021 und das alte Passional, 
»gäbe von Hahn 294,25. 

Beiträge stur geschiohte der deutschen spräche. XIX. 14 



210 



STREINZ 



hat im gott grose gaben 

mit theilt Vnd Ihn er haben XXX 

5. 
Hie Nemet wor 

wie den gottsförchtigen Vnd frumen 
gegen Vnd hilff Von gott thut Kumen 
den seine äugen schauen 
auf die so im verdrauen 
Erledigtt sie aller gefar X 
Ein Christ sol zwar 
in Hb Vnd leitt gottsförchtig bleiben 
den glauben in gott würcklich dreiben 
Meiden die sünden Strassen 
gott wil in nit verlassen 
wie diß an Joseph offen par X X 
Gottsförchtig sein ollzeitt 
ist die gröste weisheitt 
ist Vber alle dugent 
die furcht des herrn ist ehr Vnd rühm 
dem olter Vnd der Jugent 
Ein freut Vnd schöne Cron darumb 
o Mensch in allen Dingen 
Furcht gott dir wirt gelingen XXX 

Abraham Letscher. 



103 



VII. In der Langen fröliefaen Morgen weis Martin 

Trülners. Von den paols pf äffen WB. 8, 115 

l. 

Als gott wider aufrichten wolt 

den Rechten gottes dinst In Israel 

Vnd Auch zu schänden werden solt 

achab Vnd Jesebel 

Vnd gott die paolspfaffen 

Vmb Ir Bosheitt wolt straffen 

aus rotten Vnd abschaffen 

da geschah an dem ortt 

Zu Elia des herren wortt 

Vnnd sprach Zeige dich ahab dort 

das ich widerumb loß 

Begnen auf erd Vnd Elias 

ginng Hin das Zu Volenden 

daß er sich ahab zeigen thet 

wie Im der herr Befohlen het 

König ahab entgegen ginnge X 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 211 

dem propheten Vnd sprach Zu hand 

Bistu der Israel Verwirret Hie 

Elias andwort mit Verstand 

Vnd sprach ich hob gor Nie 

Israel Im Mein leben 

Verwirt sonder gor eben 

Du Köniog Vnd dorneben 

deins Votters hans mit spott 

in dem daß Ir den Wahren gott 

Verlassen habt Vnd sein gebott 

Vnd dem herren zu schmach 

Wandelt Ir auch Baalim Nach 

wolan so thu Hin senden 

samle gantz Israel mit dir 

herauff den Berg Cormel Zu mir 

die propheten auch her Zu bringe X X 

Deß paals Vierhundert Vnnd fttnffzig 

die Vierhundert propheten gleicher weiß 

deß hains allda Mitt Namen 

welche Zu mol 

deglich olsamen 

Vom Tisch Jesebel Essen Imerdar 

Achab gar Vnbeschwerlich 

thete Versamlen gar 116 

deß Volckes Zol 

fridsam Vnd ehrlich 

Auf dem Berg Garmel herlich 

Do;/; drat elias der prophet Hin mit fleiß XXX 

2. 

Vnnd Zu Allem Volck also sprach 

wie lanng hinckt Ir auf Beiden seiden noch 

ists gott der herr Wandelt Im Nach 

ist aber Baal doch 

so wandlet im Nach eigen 

drauf alles Volck thet schweigen 

ferner thete Anzeigen 

Elias dem Volck fein 

ich bin Vber bliben ollein 

Ein prophet des herren so rein 

paolß pfaffen forthan 

sinnd Vier Hundert Vnd fttnffzig man 

so gebtt Vnns Nun Zwen farren 

Nembt euch Einen Zu stucket In 

legtt in aufs holtz Zu opffren Hin 

Vnnd dut Kein feuer dran Merckt eben X 

So wil ich auch Mein farren Nun 

14* 



212 



STREINZ 



Zu stücken Vnnd Aufs holtz legen der mas 

Vnnd Auch Kein feuer darzu thun 

dan wollen wir für baß 

ieder theil sein gott ehren 

welcher Nun Ean gewehren 

was sein Volck thu Begeren 

Vnd wirt antwortten schon 

mit feuer Von des himmels thron 

der sey gott Vnd ein Herr Zion 

wir wollen da Verharren 

Bolt die Baalspfaffen mit fleiß 

Baal ehrten noch Irer weiß 

Er aber thet Kein Antwortt geben XX 

Wie wol sie fast sehr theten Rüffen 

Erhöre Vnns Baal 1 ) sie schrien Zwar 

Vmb sunst den gantzen Morgen 

Biß an mitag 

mit angst Vnnd sorgen 

Eliaß sprach rufft laut Vileicht Baal 

nicht hörtt die stim der pfaffen 

oder ob er diß mal 

nit Vil Vermag 

wirt etwa schlaffen 

oder hat sunst zu schaffen 

so :/: Ean Baal eur izt nit Nemen wor XXX 

3. 

Sie Ritzeten sich in Vnmutt 

Mit Messren Vnd pfrimen an Irer baut 

Daß Von Ihnen obran das blutt 

Vnd schriren Vber lautt 

sie zu er Hören füglich 

war dem Baal Vnmüglich 

Eliaß Vnuerzüglich 

Balt für deß folckes schar 

pereitt sein opffer Vnd altar 

macht rings herumb Ein gruben Zwar 

fült die Mitt wasser Vol 

sprach Begiß Nur das opffer wol 

da thet das Volck Begissen 

holtz Vnnd prand opffer Vberal 

Elias sprach thuts noch ein Mol 

thuts Auch Zum dritten mal Hin Wider X 

Da das Volck noch seinem Beger 

das opffer dreimal wol begossen het 



117 



*) Hs.: Ball. 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 213 

also das Vmb den oltar her 
Vil wassers fliesen thet 
da finng er An fürsicbtig 
thet sein Gebet hoch wichtig 
Zu gott dem herren Richtig 
sprach da Gott obraham 
Isaac Vnnd Jacob mit Nam 
laß Heut Kund werden gar lobsam 
das du Zu oller frist 
herr Vnd Gott In Israel Bist 
Vnnd ich dein Knecht geflissen 
der ich solchs ollß noch deinem Wort 
gethan Er Hör mich an dem ort 
da fil Von dem 1 ) herren hernider XX 
Feuer Vnnd fräs auf das brand opffer 
sampt dem holtz stein erd Vnd wasser darbei 
da sprach das Volck andechtig 
der herr Ist gott 
weiß Vnnd Almechtig 

Im ersten König Euch das achtzehend 118 

thut dise gschicht fürhalten 
o herr nit Von Vnns wend 
sich an die Nott 
Bey Jung Vnd ölten 
wil glaub Vnnd lib erkalten 
;/: Gott behtitt Vns für obgöterey XXX 

A. Letscher 1614. 

VIII. Im theilten ttaon Haos foltzen WB.s,i70 

der 100 psalm 
1. 
Jauchtzet dem herren olle weit 
gebt Im danksagung lob Vnd ehr X 
dienet dem herren obgemelt 
Kumet für sein angesichtt her X X 
mit freuden Vnd frolocken 
Rimet mit schal 
den herren oll 
freudig Vnd Vnerschrocken XXX 

2. 
Erkennet dos der herr ollein 
ein gott ist er hot Vns gemacht X 
Vnd nicht wir selb Zum Volcke sein 
Zu seinen thoren mit andaht X X 
Gehet Ein Alle samen 



*) Hb.: dem dem. 



214 



STREINZ 

Vnd dancket Im 

mit süser stim 

lob sinnget seinem Namen XXX 

3. 
dan der herr Ist freundlich Vnd dren 
Rümpt Vnd ehret In mit begir X 
Sein gut Ist olle wegen Neu 
sein worheitt bleibet für Vnd für X X 
Also thete Verbrinngen 
Dauid mit fleiß 
dem herrn Zu preiß 
den hundertden psolm singen XXX 

Abraham letscber. 



171 



IX. 



In der Klingenden Vesperweis 6. Hagers WB. 8, 121 

Aus dem 104 psolm. 

1. 
Sinnget Ir liben Christen 
frölich Vnd Vnerschrocken 
lobt Gott Vnnd duett frolocken X 
Mit Dauid dem psolmisten 
der gottes werck hoch preiset 
wie noch lanng fein ausweiset X X 
der hunderte psalm Klare 
Vnd Viert da er Vor alen 
der heiling engel schare 
Gedenckt mit wol gefallen 
wie sie im schmuck gar schone 
stehen für gottes throne XXX 

2. 122 

Er Rühmt wie gott der herre 
sie herlich hat formiret 
Vnd Auß Bündig Gezirett X 
Sie fohren Hin so ferre 
im Augenblick Geschwinde 
gleich wie ein schneller winde XX 
Ja wie die feuer flamen 
Von Natur schnei Vnd hefftig 
so sinnd auch ollesamen 
Die engel sehr geschefftig 
bolt auf der erden Nider 
Bolt in dem Himel wider XXX 

3. 
Mitt freuden Vber flüssig 
für gottes angeicht stehen 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 215 

ir ampt Vnd dienst Versehen X 
Werden nicht Vberdrüsig 
sein Befel auß zu richten 
noch Enngelischen pflichten X X 
Sie fohren auch herunnder 
zu Vns menschen auf erden 
geben auf ochtung Munder 
das wir nicht Verkürtzt werden 
Vom Bossen geist mit schmertzen 
das dank wir gott Von herzen. 

Abraham Letscher. 

In der Grün wein Garten weiß Georg Mair WB. 8, 105 

der 112 1 ) psalm 
1. 
Wol dem der förcht den herren 
Vnd hat gros lust an seim gebott 
deß same Nah Vnd ferren 
auf erd wirt sein gewaltig 
gesegnet manigfaltig 

den das geschlecht der frumen X 106 

Wirt hohen reichthum haben 
in Irem haus die ftil Von gott 
Er wirt sie wol begaben 
Vnnd durch das licht der gnaden 
der finsterniß endladen 
In Nutten zu HiJff Kumen X X 
Wol dem der barmhertzig ist fein 
Vnd geren leihet eben 
Vnd richtet aus die Sachen sein 
das er in disem leben 
Nimant Vnrecht thut der wirt darneben 
Ewig bleiben der massen 
Von gott auch Vnuerlassen 
in gnaden angenumen 2 ) X X X 

2. 

den es wirt des gerechten 
Vergessen werden Nimer doch 
ob in auch thut Anfechten 
Trübsal Mancherley plagen 
dut er doch nicht ver Zagen 
sein hertz thut frölich hoffen X 



*) Hs. hat irrtümlich 114. psalm. 

TT i 3 4 2 

2 ) Hs.: in an genummen gnaden 



216 STREINZ 

Auf den herren olmechtig 

freudig Gedrost biß das er noch 

an seinen feinden p rechtig 

seine lust thut ansehen. 

Vnd wenn der arm thut flehen 

Ist sein Milte hand offen XX 

Eß wirt sich sein gerechtigkeitt 

im er Vnd Ewig Mehren 

sein hörn ist Erhöhet AI Zeitt 

Von dem herren Mitt ehren 

Er thut im glück heil Vnd segen bescheren 

die weil er sich ollwegen 

der Gottes forcht thet pflegen 

Hat er Vil guts androffen XXX 

3. 
Der gottlosse wirts sehen 
Vnnd wirt im hoch Verdrislich sein 
Doch in sein grim vergehen 
Dan was die gottloß schare 
gern wolt das ist fürwarc 
Umbsunst Vnnd ganz Verlohren X 
Wie Dauid dut Beschreiben 

im Hundert Vnnd Zwelfften psalm fein 107 

also wer noch thut bleiben 
an gottes wort Bestendig 
In Drubsal Vnabwendig 
dem ist Von gott erkoren XX 
Reichtum die fülle Glück Vnd Heil 
Durch sein hertzlich Verdrauen 
wird Im die seligkeitt Zu theil 
wer Hie auf gott thut pauen 
wirt dort die ehr des herren Ewig schauen 
Mitt ollen gottes frumen 
Der Gottloß wirt Vmbkumen 
im ist die straff geschworen XXX 

Abraham Letscher 

XL Im Blutt thon Hans Zans WB. 8,112 

der 126 psalm 

1. 
Höret ir Christen 
wie gott durch den psalmisten 
sein Volck Israel welchs lag mit Verlangen 
Gefangen 
drösten thet dazu mal 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 217 

ols sie mit schmertzen sassen 

In schweren gfenknus Vnd drübsol X 

Wie daruon eigen 

Ynns klerlich thut anzeigen 

der hundert sechs Vnd zweinzigst psolm ser drüstlich 

Vnd köstlich 

wan der herr Vnser gott 

Zion wirt ledig lassen 

Vnd erlössen auf oller nott X X 

So wollen wir sein olle Zwor 

Wie die drenmenden eben 

Mit frölichkeitt Vnbgeben 

für frend werden wirs glauben kaum 

als obß nur wer ein Draum 

alß dan wirt mit frolocken 

Vnser Mund sein Vol lachens gar 

freudig Vnd Vnerschrocken 

Vnd Vnser Zung 

wirt auch Bei alt Vnd Jung 

Vol Rümens sein Bescheiden 113 

da wirt man ane klagen 

In den selbigen dagen 

Auf erd Vnder den beiden 

Von diser wolthat sagen 

der herr groß mechtig 

hat weiß Vnnd wol bedechtig 

an Vnns ein groseß gethan gor sanfftmütig 

Vnd gütig 

Deß seind wir frölich Gleich 

Im herren Aller Massen 

Von gantzem hertzen freuden reich XXX 

2. 
Wol allen denen 
die hie sehen mit Trenen 
in Gottseligkeit Mitt gedult auf Erden 
die werden 

mit freuden Emden dortt 
Zwar hie in disem leben 
gehen sie hie mit weinen fortt X 
In laid Vnd Klagen 
den edlen samen dragen 
Vnd Eomen mit freuden singen und springen 
Vnd Bringen 
Ire gaben gedrost 
Aus disem psolm Merckt Eben 
Wan Vns Creutz Vnd drübsol anstost X X 



218 STREINZ 

Vnd Vnser über herre gott 

Vmb Vnser Sünden wegen 

Vns thut ein straf Auflegen 

die wir doch wol haben Verschuld 

sollen wir mit gedult 

Vnsere seilen fassen 

Gott an ruffen in Vnsrer nott 

er Wirt Vns nicht Verlassen 

Vnser gebet 

wen es Von hertzen geht 

wirt er gnedig ansehen 

Vnnd Vns sein Hilff zu senden 

sein angsicht zu Vns wenden 

Vnd er hören das flehen 

der armen Vnnd Elenden 114 

Er ist sanfft mutig 

Darzu milt dreu Vnd Gütig 

gegen ollen die hertzlich auf In dräuen 

Vnnd Bauen 

mit Rechter Zuuersichtt 

Vnnd thut reichlich dargeben 

den glaubigen waß Ihn gebrichtt XXX 

3. 
Höret das weinen 
wan oben wirt erscheinen 
an Vns waß Christuß wirt In Jenem leben 
dort geben 

Vnd Vns olle Zu gleich 
an leib Vnd seel Verneuen 
Vnnd fuhren In sein himelreich X 
In freut Vnnd Wohne 
werden wir als die söhne 
helleuchtent für gotteß an geeicht stehen 
Vnd sehen 

die grose herlig Keitt 
seiner frumen gedreuen 
in Einer wehrenden Clarheitt XX 
Kein sterblicher mensch das Kan doch 
richtig Vnd Recht Natürlich 
die freud machen außführlich 
die gott Bereittet hat fürwor 
seiner glaubigen schor 
Kein ohr hots Nie Ver Nomen 
Es ist auf diser erden noh 
in Keine Menschen hertz Komen 
Vil Zu gering 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 219 

sind wir solicher ding 

Zu begreiffen auf Erden 

drnmb sollen wir Verdrauen 

auf gott Vnd sein Wort Bauen 

Biß wir dort ewig werden 

sein herligkeitt anschauen 

diß lost Vns Mercken 

Vnsren glauben Zu stercken 

dan gewiß ist der grose dag des herren 

nicht ferren 

da sich nach der drttbsol 

Ewiklich werden freuen 

die Chris tglaubigen olzu Mol. 115 

Abraham Letscher. 



XII. In der Jungfrau weis des wilden. WB. 8,107 

das 1 sirach. 

1. 
Gott fürchten ist fürwor 
Ein ausbündiges mittel 
bei der glaubigen schar 
finnd man dise dugent ollwegen x 
l 1 ) daruon sirach der weiß 

2 schreibt im ersten Capittel 

3 Vnd Gibt denen den preiß 

4 so der gottes forcht olzeitt pflegen XX 
Die forcht des herren schon 

ist Ruhm ehr freut Vnnd Wohn 

der edelst schotz auf erden 

Ein schmuck Vnd schöne Kronn 

nichts bessers mag dem menschen werden XXX 

2. 
Die forcht des herren Macht 
das hertz frölich ohn Massen 
Vnd gibt gutte andoht 

denn wer gott furcht dem wirts Wolgehen X 
Vnd In der letzten nott 
wirt in der herr Nit lossen 
weil er auf sein gebott 
mit rechtem Verdrauen thut sehen XX 
Gott liben olle Zeitt 
ist die schönste weisheitt 



') Hs. hat in disem Stollen viele Umstellungen. Die reihenfolge der 
jilen ist 3, 4, 1, 2, und z. 4 lautet : so der gottesförcht ^pflegen *olzeitt. 



220 



STREINZ 

wer sich nicht thut obspalten 

Vnnd libet sie bereitt 

Wird endlich den gegen Behalten XXX 

3. 
Gott fürchten ist worlich 
die reht weisheitt Zu hoben 
bringt olles gntts mit sich 
macht reich oll die sich Zu Ir wenden X 
Sie füllt das ganze Haus 
reichlich mit Iren gaben 
Ist ein schätz Vber aus 
thut heil Vnd rehten friden senden XX 
die weisheitt machet Klug 
wer sie fest helt mit fug 
dem hilfft sie Aus mit ehren 
sie gibt mehr dan genug 
wol ollen die sich Zu Ir kehren XXX 

A. Letscher 1614. 



108 



XIII. Inn der Kurtzen tagweis Nachtigal. 

das 3 sirachs. 

1. 
Demut die edle dugent 
Ists Rums Vnd lobens Vol X 
Ein Christ Bald In der Jugent 
sich der an Massen sol XX 
dan der herr thut den hochmut greulich straffen 
demutt gfelt gott Vnd menschen wol 
dan sie Vil nütz thut schaffen XXX 

2. 
Daruon thut ei räch schreiben 
im driten Caputt sein X 
Mein Kind thu geren Bleiben 
im Nidrigen stand fein XX 
Ie höer du in Ehren Bist auf erden 
le Mehr Bewein die demutt dein 
so wirt dir gott holt werden XXX 

3. 
Dan der herr ist Vor ollen 
der oller höchste doch X 
thut Im demutt gefallen 
grose wunder werck hoch XX 
hot er gethan durch demutt oller massen 



125 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 221 

wer stolz ist der lehrn demutt Doch 
Vnd thu den hochmatt lossen XXX 

1615 abraham Letscher. 

XIV. Inn der Feilweis Hans Foltzen WB.8,124 

Das 10 sirach. 

1. 
Waß erhebt sich 
so freuent lieh 

der mensch Vnd thnt so streben X 
Nach gut Vnd gelt 
in diser weit 

Vnd Bedenckt nicht darneben XX 
Wie er gantz Vnrein ist für gott 
er ist doch ein scheußlicher Kott 
mit gfor Vnd nott 
Vmbringtt In disem leben XXX 

2. 
Krankheitt eilend 
Kan gott Behend 
Vber den Menschen schicken X 
Ob er gleich raht 
sucht fru Vnd spat 
sein gsundheitt Zu er quicken XX 
So ist doch heutt Koning Vnd reich 
Morgen thott Vnd ein arme leich 
ob der artzt gleich 
hie lang an im thut flicken 

3. 
Solchs melt mit fleiß 
sirach der weiß 
im Zehenden Capittel X 
Vnd Beschreibt recht 
Menschlich geschlecht 
mit warhafftigem Tittel XX 
dein sterbligkeitt o Mensch Bedracht 
hab gott Vor äugen dag Vnd naht 
Bett mit andaht 
ich weiß Kein besser Mittel XXX 

Abraham Letscher 1615. 



222 



STREINZ 



XV. Im Rotten thon petter Zwinger. 

Mathei das 24. 

1. 
Wie es ergebn wirt in den letzten dagen 
thut Vns der herr Christus nach leng vorsagen 
im Matheo Im vir Vnd zweinzigisten X 
spricht Vil werden in meinem Namen Kamen 
in lhrtum Hie Zu Verfahren die framen 
darumb sehet wol Zu Ir üben Christen XX 
Das euch nicht Verfüre Iemand 
Ir werdet von Krig Vnd Kriegsgeschrei hören 
mit Verwüstung Vil leut Vnd land 
ein Volck wider das ander sich entpören 
wen ir Nun werdet sehen 
das solchs alles geschieht 
so er schreckt nicht 
Es mus allso er gehen 
auf Erd für dem Jüngsten gerichtt XXX 

2. 
Auch pestilentz deure Zeitt Vnd erd höben 
da wirt sich oller erst die nott an heben 
hinn Vnd wider bei Jungen Vnd bei ölten X 
Vnd weil die Vngerechtig Keitt dergleichen 
Wirt Vber hand Nemen bei arm Vnd reichen 1 ) 
Wirt die Hb In Villen hertzen erkolten XX 
Wer aber bis ans ende fein 
an gott beharret der sol selig werden 

sich Text mereket gemein 9 ) 

Die Zeitt hoben wir erlebet auf erden 

da es recht geht im schwänge 

noch des herren weisag 

Trübsol Vnd Klag 

drob den leuten ist^ bange 

Vnd wirt erger von dag Zu dag XXX 

3. 
Falsche lehr Rotten Vnd secten einschleichen 
Am himel erschröckliche Wunder Zeichen 
wir offt sehen drumb ist das end nicht ferren X 
Lost Vnns Nur Von hertzen olsam eindrechtig 
Nüchtren sein wahen Vnd betten andehtig 
auf daß wan Kumpt der grose dag des herren XX 



WB. 8, 108 



109 



*) Vorher geht eine durchgestrichene zeile 'falsche lehr Rotten Vnd 
secten einschleichen'. 

s ) Das 2. und 3. wort dieser zeile sind in der hs. völlig unleserlich. 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 223 

Wir Zur letzten posaunen schol 

im glauben für Beim richterstul Bestehen 

Vnd In den Ewig freuden sol 

Auch mit ollen auserwehlten Eingehen 

Jesu durch deinen namen 

Vnsre hertzen Bereitt 

das wir Zur Zeitt 

dort erben allesamen 

die Ewig freud Vnd seligkeitt. XXX 

A. Letscher 1614. 

XVI. Im Kurtzen thon C. Nachtigal. WB. 8, 105 

Das 14. der Offenbarung. 

1. 
Johaniß gor einen schönen spruch 
Vns Christen thut fUrgeben. X 
In seiner offenporung such 
im Virzehenden eben XX 
Selig sind die 

dotten die in dem herren hie 
scheiden aus disem leben XXX 

2. 
mensch Bedenk dein Sterblichkeit 
Vnd Bekehr dich Von hertzen X 
die weil noch ist der gnaden Zeitt 
thu Dein heil nit verscherzen XX 
Wirk Bus Iizund 

schibs nit auf biß die letzten stund 
daß du nicht Kumpst in schmertzen XXX 

3. 
Ob du gleich frisch Vnd gesund bist 
soltu dich gleich wol schicken X 
Recht zu sterben o frumer Christ 
so wirt dich gott anplicken XX 
An deinem End 
dein seel Nemen In seine hend 
Vnd dort ewig erquicken XXX 

A. Letscher. 



224 STREINZ 



XVII. Inn der Neuen Chorweis Georg Hagers WB.8,1062 

ein geistliche Zechlid 

1. 
Was sol die schnöde dranrigkeitt 
last Vns Ein liedlein sinngen 
Ein drechtig Mitt Bescheidenheit 
die Zeit frölich Zu Bringen 
doch das Nimand geergert werd 
dem lieben gott sey lob vand danck 
für All sein wolthat speis Vnd dranck 
sein Güet Ist Yberschwenclich X 
Ein Gntter Matt ist doch gewis 
Ein degliches wolleben 
drinck vnd Iß doch gott nit Vergiß 
Bewahr dein ehr dorneben 
dir wird nicht Mehr Auf diser Erd 
Ein Tuch Ins grab dor mit scheid ob 
dan oller Reich th um gutt vnd hob 
Ist eittel Vnnd vergencklich XX 
Eins erbarn wandel frumb aufrichtig 
Befleiß dich so vil Müglich 
In Christlicher Zuchtt sey flir sichtig 
Büß Zu thun Vnuer züglich 
Vnnd gott verdrau fest auf In bau 
Er gib dich Im ollein 
mit deines herzen äugen schau 
auf sein heilligs wortt Bein 
was dich das heist dosselbig thu 
noch deim Vermögen spat Vnd fru XXX 

2. 
frölich sol man In ehren sein 
Alle Draurigkeitt meiden 
Auch an der zech Bei Bier vnd wein 
Nimandt sein ehr Abschneiden 
dein Red Beden ck zu vor her wol 
Mancher Aus Vnuerdochtem Mutt 1063 

Ein wordt verdreulich Reden thut 
Vnd sich dormit versteigen X 
die Zunng Ist Zwor Ein kleines glied 
stifft doch Manchen Vnwillen 
Vnnd Ver Vrsacht Krieg Vnnd Vnfrid 
der nicht leicht Ist zu stillenn 
solichen Vnfug Man Meiden sol 
dormitt Nur frid der edle schätz 
Bey Vns olzeitt mag hoben Blatz 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 225 

Ein Kunst Ist wer kan schweigen X X 

Halt In gewalt dein Mund ol wegen 

so wirstu Zu frid Bleiben 

Vnnd wirt dein frölichkeitt mit segen 

Dir olles leid verdreiben 

hob acht wo du Bey leuten bist 

auf dugent lob Vnnd Gunst 

wer seiner Zung ein Meister Ist 

der hot die Rechten Kunst 

wer aber nit wol Reden Kan 

dem stet schweigen am Besten an XXX 

3. 
Gut Vnnd Gelt liebt Mancher so hoch 
Mehr Als sich thut gebttren 
man Kan Bey Kleinem gutt denoch 
Ein frölich leben führen 
woß gott gefeit Ist wol Bestelt 
das wenig dos der frume hat 
Ist Besser don groser Voraht 
des gottlossen auf Erden X 
Der ist reich so Ein gnügen hat 
was im gott hat gegeben 
gesunder leib Ist frtt Vnnd spat 
das Best nechst gott Im leben 
dan gutt Vnd gelt Bleibt In der weit 
wer gutt gewissen Bey sich dregtt 
sich olzeitt frölich schloffen legt 

im Mag nichts Bessers werden X X 1064 

waß du anfengst thu dich Besinen 
Vnd an das End gedencken 
Auf dos wan du nun Must Von Hioen 
dich Zum Ewigen lencken 
noch dir ein guter Namen Bleib 
so wirtt gott endlich dortt 
Dir Verkleren dein seel Vnd leib 
Dich Bringen An dos ortt 
da sich freuen die Engelein 
da werd wir Ewig frölich sein XXX 

dicht Abraham letscher 



XVIII. Im Kurtzen thon Georg hager WB. 8,173 

Dos Vatter Vnser 

1. 
Christus Aus sehn göttlichen Mund 
Vns lehret hie Auf erden X 

Beiträge rar geschiohte der deutschen spräche. XIX. 15 



226 STREINZ 

deß Betens art ein rechten grund 
das wir erhöret werden XX 
wie Matheus Ir liben 
Vns Clerlich hot Beschriben XXX 

2. 
Vater Vnser Im Hiineireich 
dein Nam geheiligtt werde X 
Dein reich Zu Kam dein wil gschech gleich 
Als im Himel Auf erde X X 
Vnnser deglich Brott eben 
gib Vnns heut Vnd dorneben XXX 

3. 
Vergib Vns Vnser schuld wie wir 
Vnsern Schuldnern Vergeben X 
Vnd Vns nicht in Versuchchung für 
sunder erlöß Vnns eben X X 
Vom Vbel Alle samen 
dein Ist Krafft Vnd macht Amen XXX 

Abraham letscher 

XIX. Im plut thon des Stollen 

wos eim singer geburtt WB. 8, 139 

1. 
Ist iemand guts mutts der sing psolmenlider 
spricht Jacobus in dem 5 Caputt X 
der Vermanung sol sich billich Ieder 
sein Zung Im Zoum halten mit weisem Mut XX 
das er nichts ergerliches thu fürbringen 
sunder vil mehr 
was gott zu ehr 
gereicht In ollen dingen 
Vnd woD Zuchtt vnd dugent erfodern thut XXX 

2. 
Aber Mon findet vil leut hin vnd wider 
die folgen der lehr des apostels nichtt X 
sinngen vil über gosen vnd schandlider 140 

Vnütze fabel Vnd lose gedichtt XX 
dardurch verhindert werden gutt dugent 
Vnd erbarkeitt 
in sunderheitt 
sehr ergerlich der Jugent 
die ist ohn das aufs böse obgerichtt XXX 

3. 
Besser solch sinngen blib Alzeitt vermitten 
wie Auch dergleichen paulus melt mit fleis X 



MEISTERGESANG IN MAHREN. 22? 

Böse geschwetz verderben gutte sitten 

Also auch Böse lieder gleicher weiß XX 

wol denen die sich gutter lider pflegen 

Zeittlich Alhie 

dort werden sie 

Gott dem herren ollwegen 

mit ollen Englen geben lob Vnd preiß XXX 

A letscher 



XX. In der klingenden Vesperweia Georg Hagers. 

Ein Gebet WB. 8, 99 

1. 
Last Vns preisen Vnd loben 
Von hertzen grnnd eindrechtig 
gott den Votter almechtig X 
Der sein genad Von oben 
deglich ob Vns last wolten 
thut Vns olle erhalten XX 
Durch sein heilig wort reine 
samlet er hie Auf erden 
Ein Christliche gemeine 
im ein Verleibt Zu werden 
Nimand sol sein verlohren 
wir sind olle erkoren XXX 

2. 

Zum himelreich ans gnaden, 

den Christus rufft mit schalle 

spricht Kumpt her Zu mir olle X 

die Ir mit Mtte Beioden 

ich wil ench hilff Zuschicken 

an leib Vnd sei erquicken X X 

Nur wer nicht wil erkennen 

die heimsuchung des herren 

Vnd thut sich selber drennen 

Von gott Vnd seim Wort ferren 

Wird des in Jenem Leben 

Rechen schafft müssen geben XXX 

3. 
Herr hilff das wir all wegen 
nach dem reich gottes drachten 
dein wort hoch Vnd wert ohten X 
Vnd Keine Bosheitt pflegen 
die werck 1 ) der Hb recht dreiben 



*) Hs.: die werck die werck der lib recht dreiben. 

16* 



228 STUEINZ 



im glauben Bsteudig bleiben XX 

Auf das wen sich thut Nahen 

das letzte stündlein eben 

wir durch dein Gnad empfohen 100 

dort ein ewiges leben 

das hei ff Vns got allsamen 

durch Jesum Christum amen XXX 

Abraham Letscher 



XXI. In der Jungfrau weiß Sebastian Wilden 

Ein Gebett WB. 8, 100 

1. 
Herr Gott verlas Vns nicht 
Thu Ja nit Von Vns wenden 
dein gnedig angesichtt • 
thu deine ohren zu Vns Neigen X 
Vnd dich Vnser erbarm 
du helffer der Ellenden 
durch dein gewaltige arm 
thu Vns rettung Vnd hilff er Zeigen X X 
Sündig Vnd gantz Vnrein 
sind wir olle gemein 
das wolstu nicht ansehen 
sunder er hör ollein 
vnser sehnlich Bitten Vnd flehen XXX 

2. 
durch deinen Üben söhn 
den du für Vnsren schaden 
herob Vons himels thron 
gesant Vns oll geleich 
widerumb bracht Zu gnaden 
das wir Im himel reich 
sampt ollen Englen nit Verderben XX 
Wan Vns drübsol an stost 
so ist das Vnser drost 
das er darumb er schinen 
eß hat sein Blut gekost 
Vns die selig Keitt Zu Verdienen XXX 

3. 

Wir dancken dir herr Christ 
das du Vmb Vnsert Willen 
in die Welt kumen bist 
in demutt Vnser stind zu büsen X 
dan sunst deins vatters zorn 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 229 

Kein Creatur Kuud stillen 

wir woren oll Verlorn 

heten Ewig verlohnt sein Musen XX 

So hastu durch dein dott 

Vns Versöhnet mit gott 

das wir Nun sind befreyet 

Von aller angst Vnd nott 101 

dein Nam der sey gebenedeyet 

Abraham Letscher 

XXII. In der FeilweiD Hans foltzen WB.8,98 

Ein Abent segen 

1. 
Herr Jesu Christ 
weilß abent Ist 

Vnd sich der dag wil wenden X 
Bleib bey Vns nah 
Vnd los Vns dah 

Kein folsche lehr Hie Blenden XX 
Dein wort das hei Vnd wäre licht 
Las herr bei Vns Erlischen nichtt 
dein Angesichtt 
thu Ja nicht Von Vns wenden XXX 

2. 
Die Kirche dein 

los dir allein 

befohlen sein gar eben X 

Segne das land 

Vnd Ieden stand 

Vergib oll schuld darneben XX 

dan für dir ist Kein Mensch gerecht 

sündig ist ganz menschlich geschlecht 

Ein arm gemecht 

auf Erd Zu disem Leben XXX 



3. 
Drum sei nicht ferr 

Von Vns o herr 

durch dein heilligen Namen X 

Bis endlich wir 

Kummen Zu dir 

in dein Reich allesamen XX 

So Wöln wir dich mit hohem fleifl 

sampt den englen Zu gleicher Weis 

mit lob Vnd preiß 

Ewiklich ehren Amen XXX 

Abraham Letscher 



99 



230 



8TREINZ 



XXIII. Im schwartzen Thon M. Kliirgsor 

den herreu sol man loben WB. 8, 122 

1. 
Sinnget dem herren olle land 
Ver Kündiget deglich sein heil Vnd Macht bekand 
Vnder den völckren seine grose wander X 
Er zellet seine herligkeitt 

Dann der herr ist groß Vnd mechtig Zu oller zeitt 
Vnd sehr löblich drumb preiset in Itzunder XX 
Der herr hot den Himmel gemacht 
Eß stet herlich Vnd brechtig 
in seim thron für In Im er fort 
Vnd geht gewaltig frölich Zu an seinem ort 
Ehret den herren Kumpt für In andechtig 



2. 
Vnnd Betet seinen Namen an 
Er hat den erdboden gemacht das er nit kan 
Beweget werden ohn sein Macht gewaltig X 
Es freue Sich der himel hoch 
Vnd die erden sey frölich Vnd man sage doch 
auf erd Vnder den Völckren Maning foltig XX 
Das der herr olle dinng regirt 
all seine werck in preisen 
dancket dem herren den er ist 
freuntlich Vnd Seine Gut wehret ohn Endeß frist 
dut sich stet gütig gegen Vnns beweisen XXX 

3. 
Sprecht Hilff Vns gott Vnser heiland 
samle Vns Vnd erret Vns durch deine hand 
das wir danken deinem heiligen Namen X 
Gelobet Vnnd Gebenedeitt 
sey gott der herr Von ewigkeitt Zu ewigkeitt 
Vnnd olleß Volck sol dorauf sagen Amen X X 
Im ersten Buch der Cronica 
stet diser Text geschriben 
im siben Zehenden Caputt 
mensch ehre den herren hertzlich In demutt 
so wirt er dich ols Sein Kind ewig üben XXX 

A. Letscher 1615 



123 



XXIV. Im Blut thon Stollenn 
Von des menschen sterbligkeitt 

1. 
Methusalah sein olter ist gewessen 
auf erd 969 Jar X 



WB. 8, 123 



MEISTERGESANG IN MÄHKEN. 231 

Als wir Genesiß in dem 5 lessen 

Danoch er Von dem dott nit sicher wor XX 

Simson der oller sterckste wor auf erden 

Dannoch mit nott 

must er dem dott 

auch Endlich Zu theil werden 

Melt Judicum das sechzehende Klor XXX 

2. 
Saloman war der weissest Vnder ollen 
im war auf erd Niemals Kein Konig gleich X 
Sein weisheitt thet in olle weit er schallen 
an Edelgstein vnd golt wor er sehr reich XX 
Melt das Neunt der Andren Cronica eben 
gertimpt wirt noch 
Sein weisheitt hoch 
iedoch Mast er sein leben 
auff geben Vnd werden ein dotte leich XXX 

3. 124 

Wo ist der grose Alexander mechtig 
der fast die gantze weit Vnder sich bracht X 
Wo ist xerxeß der hat beisamen prechtig 
Taussent mal Taussent Man gerüst mit Macht XX 
mensch nim wor sie sind mit dott obgangen 
sin auf dein schanz 
am dotten danz 
mustn auch endlich prangen 
da wirt nichts Anders draus sei drauf bedaht 

A Letscher 

XXV. Inn der Zugweiß Fritz Zoren. WB. 8, 103 

Ein Vorbild der Menschwerdung Jesu Christi. 

1. 
Die 

Heilig schrifft zeigt als wir lessen 
Nemlich daß alle opffer Vnd Vorbilt gemein 
Vor lengst Im ölten Testament 
Auf Christum gedeutt haben gor eigen 1 ) X 
Wie 

gleichftfals ein Vorbilt gewessen 
Zur Zeitt der dürre stecken aaroniß fein 
wie dar von das siben Zehend 
im Viertten buch Mose Klar thut an Zeigen XX 



') In dieser zeile fehlt eine silbe. 



232 STKEINZ 

Dan gleich wie der stab aaron 

thete plüen Vnd Mandelpleter dragen 

Also bat auch mit freut Vnd wohn 

Maria das Jan gf realein In den dagen 

fast gleich dem stob aaron Zwor 

der da zumal worhafft 

gantz wider die Natur bekamen safft 

Empfangen wunderlicher art 

Jesum Christum den Zweistemigen helt 

glich waren gott Vnd Mensch so Zort 

Vnd In fülle der Zeitt in dise weit 

VnnD zu gut geboren für wor 

heilig in Vnuersehrter Jungfrauschafft 

für aller Vernunft wunderbar 104 

Allein durch des heiligen geistes kraft XXX 

2. 
Drey 

eigenschafft Vnd grose wunder 

Mercken wir Christen am düren stab aaron 

Darob wir Vnns verwundren noch 

Nemlich er grünt, Blüet Vnd drug Mandlen X 

Bey 

der Geburt Christi besunder 

haben wir Vil mehr herlich zu bedrachten schon 

drei Vbergrose wunder hoch 

die sich Ewiklich Nimmer Mehr Verwandlen XX 

Ein gros wunder ist erstlich das 

Vnsrer Vernunfft wiefi doch mag sein Zu gangen 

das ein Jungfrau Kund solch ermas 

gleich wharen Gott Vnd Mensch leiblich empfangen 

Ja das der schöpffer offen por 

aus dem geschöpffe sein 

geboren worden heillig keusch Vnd rein 

Er ist nicht halb gebliben dort 

im Himel Vnd halb herabkumen schlecht 

sunder gantz bei dem Vatter fortt 

Vnd ganz in Jungfreuli ehern leibe recht 

Er hat auch nit Verlossen Zwor 

daß droben ist da er herab kam fein 

Zu suchen das Verlohren wort 

Kegirt Zugleich sein geschöpff gros Vnd klein XXX 

3. 
Zwor 

ist zum andren Zu bedrachten 

wie ein wore Jungfrau Zu gleich kan Muter sein 

Vnd ein Mutter auch ein Jungfrau 

dergleichen ist Niemals worden erfunden X 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 233 

Gor 

hoch ist zum dritten zu achten 
wie der glaub Vnd das zortte herz der Jungfrau rein 
sich mit gottes wort so genau 
Ver Einigtt Vnd fest Zusamen gebunden XX 
Maria ist die Erst person 
die Christum Im fleisch hat geglaupt auf erden 
Vnd Als ir der engel sagt't schon 
das sie solt ein Mutter Mesie werden 
hernach Joseph der ölte greiß 

glaubet des engeis lehr 105 

auch die Hirtten da sie die Neue Mehr 
hortten von dem Engel Zu hand 
glaubten sie Vnd hernach glicher gestalt 
die weissen in dem Morgenland 
das mercket 1 ) wol lr menschen Jung Vnd Alt 
gott schickt Vns auch nach gleicher weis 
Engel deß fridens dreue Brediger 
last Vns die Auch hören mit fleiß 
Vnd dem Christ Eonig geben breis Vnd ehr XXX 

ALetscher 1614 

1XVL Ein Maister hört Inn 4 Krönten thönen 

die Belagerung Samaria WB. 8, 118 

daß 1 Gesetz Im langen Mügling 
Als Koning Ben Hadat samaria die stat 
mit höres K rafft Vmb geben Vnd belagert hat 
Ein deurung groß hat sich drin angefangen X 
Ein Eselß Kopf man Vmb acht silberling bezalt 
fünff silberling Ein Virtel dauben mist auch galt 
Vnd da der Koning Israel ist ganngen XX 
Auf die stat mauren Zu der stund 
schrie In ein weib an Vnd sprach hilff mir armen 
der Koning sprach so dir izund 
der herr nichtt Hilfft Vnd thut sich dein Erbarmen 
sag wo her sol ich helffen dir 
waß ist dir sie sprach in den Hungersnöten 
ist diß weib eins worden mit mir 
daß wir Vnsere Kinder wollen dötten 
Meinen söhn haben wir gekohlt 
Vnnd mit ein ander gessen 
Nun sol sie Iren söhn füwar 
Auch geben dor 

so hot sie In Vor mir Versteckt 
heimlicher weiß Vermessen. XXX 



) Hs. : merckt. 



234 STREINZ 

Daß 2 Gesetz Im langen frauenlob 
Da der Eoning die wort höret erschrack sein hertz 
Vol leid Vnnd schmertz 
Entpron Im Zorn der massen 
Vnnd thet darob Neid fassen 
Elisam den propheten Vnd 
wolt in enthaupten lassen 
Vnnd sande Botschafft Zu Im dar 
liß Im sagen darneben X 

Sihe solch Volck Kumet Von dem herren daher 119 

waß sol ich Mehr 
wortten in disen dagen 
drauf Elisa thet sagen 
höret des herren wort izund 
welchs ich euch thu für dragen 
Morgen Vmb die Zeitt wirt gott gar 
sehr wolfeiile Zeit geben XX 
daß man Vmb ein seckel ollein 
Ein scheffel semel mel gantz rein 
gleich in gemein 
wirt kanffen ein 
da andwortt im ein ritter fein 
Vnd sprach wie mag das Müglich sein 
Wan auch gott fenster Machte Zwar 
Am hohen himel eben XXX 

Daß 3 Gsetz Im Langen Marner 
Elisa sproch daß wirstn Klar 
haben Im äugen schein 
Vnder dem statthor offenpar 
solchs sehen mit den äugen dein 
Vnnd wirst doch nit essen doruon 
weil du nicht glaubst des herren Wort X 
Vnnd eß woren Vier Mener zwor 
an dem ausatz Vnrein 
Einer zum andren sprach wor 
da Müssen wir deß dottes 1 ) sein 
Komen wir auch in die stat schon 
hunngers Müsten wir sterben dort XX 
Wir wollen Zu den sirern Hin 
in deß lagers Refir 

lassen sie Vns da beim leben so leben wir 
dötten sie Vns In ru 
so werden wir der drubsol los 
sie ginngen hin des morgens fru 
wägeten sich Hin Zu dem feind 



') Hs. s dotts. 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 235 

Vnd gedachten es mag 

All Vnser plag 

sich Villeicht enden disen dag 

in solcher draurig Keitt Vnnd Klag 

Komen sie gar Nahe Zu dem 120 

feldlager Kein feind Mehr drin lag 

da wahren sie vol freud Vnd wohn 

daß Nimand da wor an dem ort XXX 

Daß 4 Gsetz Im Langen Regenbogen. 
Dan die sirer hörtten Von ferren 
Ein gschrey Von roß wagen Vnd groser höreß Krafft 
welchs Ihnen groseß schrecken gab 
dos iderman plötzlich eillet von dannen X 
Das war ein schrecken von dem herren 
darnon ward das gantz sirisch Hör flüchtig Zaghafft 
Verlißen Vil gelt gut Vnd hob 
Da ginngen die Vir anssetzigen Manen XX 
Ins loger Besahen die Zelt 
grosen forat Vnd reich tum sie da fanden 
proaiant silber golt Vnd gelt 
Roß Vnd esel standen da angebunden 
frölich Zur stat eilten sie dor 
Vnnd ruftten der schiltwacht 
Melten was sich Zu drug die selbig naht 
die Bost kom Bald ins Eonings haus 
Als der Koning die Vmbstendt höret an 
sant er diß Zu Kunttschafften aus 
die Jagtten Ihnen noch bis an Jordan 
Vnd Kehrtten widerumb mit glück 
gar gutte Botschafft hoben sie gebracht 
da ginng das Volck hinnaus für wor 
Beraubt das ganze feltlager mit macht XXX 

Daß 5 Gsetz der 1 Stollen Im langen Mügling 
Da galt ein scheffel semel Meli Judische mas 
Ein seckel Vnd zween scheffel gersten Vber das 
auch ein seckel wie der prophet thet sagen X 

Der 2 stoln Im langen frauenlob 
Der Koning stelt disen Ritter Vber das thor 
welcher Zu Vor 
deß propheten thet lachen 
Red schimpflich Von den sachen 
Vnnd sprach wen gott auch fenster solt 
oben am Himel machen 

der wart Vndrem thor Von dem volck 121 

Zertreten mit Wehklagen XX 



236 STREINZ 

Der Halb Abgsang Im langen Marner 

Da er starb Vnnd gab sein geist auf 

wie Im der gottes man 

nach dem wort des herren hete Gezeiget an 

dan Nach seiner weisag 

Kaufft man ein scheffel semel Mel 

Vmb einen seckel noch im tag 

Vnderm thor Zu samaria 

diser ritter Bereitt 

DaH 2 halb abgsang Im langen Regenbogen 
Sach mit sein Augen klor 
Das mel Vnd gersten also wolfeil wor 
Vnd wurt zertretten an dem ort 
Vom Volck das er da storb In dem gedreng 
Vnd Also wort des herren wort 
Erfült wie Vns beschreibet nach der long 
die gschichtt im Andren Koningbuch 
Im sechsten Vnd sibenden hell Vnd Klor 
führ deurung auffruhr Krieg Vnd streitt 
Behütt herr gott dein Christglaubige schar 

A Letscher 

XXVII. Ein Hort In siben thönen WB.8,90 
Vo sechserley Leben des menschlichen gschlechts 
daß 1 Gsetz In der dreten frid weis 
Wir Christen Zu bedrachten haben 

Neben den hohen gottes gaben 91 

auch die sechserlei leben 
Menschliches geschlechts eben 
Das erst leben in Mutterleib anfencklich X 
Da ligtt der Mensch Vnnd lebt Verborgen 
in finsterniß abent Vnd Morgen 
Etlich Manat Beschwerlich 
ollermassen geferlich 

ist seim dürfftigem leben schwach Vnd Krencklich XX 
In Mutterleib ist Im bestimmt 
Narung Zu genissen fürdreglich 
die er wunderbor zu sich Nimmt 
Biß Zu seiner geburtt Zeitt Kleglich 
suptil thut er sich regen 
Hin Vnd wider bewegen 
Nimandt pflegtt sein entgegen 
dan Nur das auff sehen des herren 
Beworet sein adem Von ferren 
wie Job daruon thut Eigen 
im Zehenden an Zeigen 
darum b o Mensch sei deins schöpffers bedenklich XXX 



MEISTERGESANG IN MÄHKEN. 237 

Daß 2 Gsetz In der hamer weis Nunenbeken 
Das annder leben wirdt gemelt 
das sichtbarliche leben 
ist wan der mensch in dise weit 
geboren wirt gar eben 
mit Vil gefahr Vmbgeben 
Zu oller stund 

ist er sterblich wir lessenn X 
Im Neuntzigisten psolmen fein 
da Zeiget Mose 1 ) Klore 
das leben der Menschen gemein 
wehret sibenzig Jore 
Vnd wan es hoch Eumpt gare 
Ists achtzig Vnd 
wans Kostlich ist gewessen XX 
so ists doch nur Mue Vnd arbeith 
dan eß da Hin fehret schnei Vnd behennde 
als fügen wir doruon bereitt 
Vil dausent menschen Macht der dott ein Ennde 
die Kaum ein dag 
auf erd gelebet hoben 

Vil Kindlein sterben also balt 92 

die Nur werden geboren 
Vnd ist der mensch oller gestalt 
den wurmen Hie erkoren 
oll sein thun ist verloren 
hat drübsol rund 
Biß dos er wirt begraben 

Daß 3 Gsetz Im Gfangnen Vogel 
Mitt dem dritten leben fürbas 
das menschen leben ist olso beschaffen 
wie die Natur erfodert das 
der Mensch auch ruhen Mus Vnd schlaffen 
im schlaff lebt er auch wunderbor 
Er strecket Von sich fuß Vnd hennde 
als ob er dott leg an dem Ennde X 
Er lebet Zwor Vnd weiß doch nicht 
wie er lebt wos etwan dorneben 
Bei im Vnd In seim haus geschieh tt 
daruon Kan er Kein bericht geben 
in Kund ein Kleines thirlein Zwar 
leichtlich schlaffender weiß bezwingen 
Vnnd in Vom leben Zum dott bringen X X 



*) Bekanntlich enthält Ps. 90 eine betrachtung Über die fliiehtigkeit 
ies menschlichen lebens, die Moses in den mund gelegt ist. 



238 STRBINZ 

Vil Mehr der arglistig feind thut dergleichen 

dag Vnd nacht dem Menschen nachstellen 

wie ein Brüllender low herumbe schleichen 

Vnnd sieht ob er Iemand mög feilen 

aber die göttliche olmacht 

dnt des sathans sein Macht zerstören 

Vnd hellt ob Vns gnedig die wacht 

wie in seim wort wir dröstlich hören 

Im siben Vnd Zweinzigsten Elor 

Esaie spricht gott in glitten 

ich wil in dag Vnd nacht behütten XXX 

Daß 4 Gsetz Im Jungen thon M Francken 

das fiert ein Neu 

geistlich leben auf erden ist 

wen im glauben der mensch ist Neu geboren 

durch Vnsren heiland Jesnm Christ 

sunst ist der Mensch durch adams foll Verlorn 

der Bünden holb lebendig dott 

wo er sich nicht Kehret zu gott X 

In Büß Vnd Reu 93 

Ver Neuret sein sündig gemüet 

Vnnd feht also ein Neues leben an 

ols dan durch gottes gnad Vnd gtiet 

die sünd hinfort im Nimer schaden kan 

diß leben würck der heillig geist 

Hie In gottes wort oller Meist XX 

dan Christus meldet Gar 

Klor 

in Johane am dritten dise wortt 

spricht es sei dan fUrbas 

das 

der mensch auch Neu geboren wirt Hinfort 

so kan er nicht selig werden 

Ist geistlich dott ob er auch gleich 

leiblich leben auf Erden 

Nachmals kan er bestehen nichtt 

dort Kumpt er in geferden XXX 

Daß 5 Gsetz Inn der Grüen weingarttenweis Georg Mairs 

von augspurg 
Zum fünfften ist Ein leben 
Nach diser Zeitt ewig on Ennd 
Aller gottlossen eben 
in dem sie werden Müssen 
oll Ire Bosheitt büssen 
mit seufftzen Vnd weh Klagen X 
Es ist nicht aus Zu sprechen 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 239 

die Martter qua! Vnd das elend 

der gottlossen vnd frechen 

wie sie dort werden leiden 

Ewig ohn olleß scheiden 

wirt sie der dott dort Nogen XX 

Esaias am letzten Klor 

sprichtt der wurm Ires hertzen 

Wirt Nimer Mehr sterben fürwor 

ir fener auch mit schmertzen 

Verlesenen nicht weil sie theten Verschertzen 

die seligkeitt Verborgen 

Musen obend und morgen 

die straff des herren dragen XXX 

Gsetz In der Aichorn weis baltas loschers von 

Augspurg 94 

das sechste leben auserwehlt 

oller glaubigen Christen 

wirt sein In dem Himli sehen thron 

in Vnendlicher freud Vnd wohn 

diß leben wirt sein oller meist 

frid Vnd freut Im heilligen geist 

Englischer Klorheit eben X 

wie Christus in Matheo spricht 

Im Zwei Vnd Zweinzigisten 

die Auserwehlten werden gleich 

sein den englen Im himel Reich 

herlich Clorificiret gantz 

In dem Ewigen leben XX 

Kein Zunng Vnd hertz kan nicht 

Aus sprechen noch bedencken 

wos Gott bereitt 

nach diser Zeitt 

den glaubigen werd schencken 

der freud wird Kein 

aufhören sein 

fdr gottes angesicht XXX 

Daß 7 Gsetz In der Nachtweis Krigsanr 

Von sechserley leben hastu 

Gehört Mensen Bedraht Imer Zu 

wie du bis her dein leben 

hast Zu gebracht 

thu Nur Hinfort 

nach einem Neuen streben X 

Versäum nit deiner seelen heil 

Bekehre dich in schneller eill 

noch in der Zeitt der guaden 

hör mit andacht 



240 STREINZ 

deß Herren wortt 
in dem du bist geladen X X 
dein leben Zu Besren thu nicht aufschiben 
würck büß Bewar glauben Vnd gut gewisen 
Im Kreutz fas dein seel mit gedult olwegen 95 

Nechst gott thu auch dein Nechsten hertzlich üben 
so wirt dein Zeitlich leben wol ersprisen 
in Jenem leben wirt dir gott beilegen 
die Vnuerwelcklich ehren Gron 
o mensch nim dis zu hertzen 
das du die ewig freud Vnd wohn 
dir selbst nit thust Verschertzen XXX 

obraham letscher 

XXVIII. In dem süssen thon hans Vogels 

Von dem Jubel Jor WB.8,158 

1. 
Sinnget Vnd Jubiliret 

ir Christen leut 

Im geist Jauchtzet Vnd triumphiret 

lobt gott mit danckparem gemüett 

sein gnad vnd güet 

preisset herlich on Vnderlas ein d rechtig X 

du volck gottes eigen 

freue dich heutt 

Teuschland thu dich frolich erzeigen 

Bedrachte die grose wolthat 

die dir gott hat 

durch sein heilliges wort erzeiget mechtig XX 159 

Gott lob es ist vor Händen 

die Zeitt seiner genaden 

Hie Vnd In allen landen 

lest gott Zu sich Einladen 

durch sein Klar Vnd reins wort In Nehen 

oll Menschen In gemeine 

Ja weitt Vnd Breitt 

lest gott sein wort Bredigen Reine 

durch seine Mundpotten Verpflichtt 

Storck herfürprichtt 

der geist gottes Ist Innen zu sehen J ) X X X 

2. 
Es sinnd Itzund volstreket 
gleich hundertt Jar 
das gott luttherum hot er wecket 
Im gegeben Mund vnd weisheitt 
mit freudigkeitt 



*) In diesem vers fehlt eine silbe. 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 241 

die Heilig schrifft Vnuerfelscht Zu erkleren X 

durch gottes geist gedriben 

gründlich flirwar 

öffentlich gelehrt Vnd geschriben 

wider Bebstischen oblas schnöd 

Vil Christen öd 

Zum Erkandnus rechten glauben Bekehren XX 

wart stand hälftig erfunden 

Als ein Christlicher Ritter 

hat gedröst Vber wunden 

Babst Vnd Tiranei Bitter 

mit heiliger schrifft obgesiget 

Auch vil Bücher geleicher massen 

Christlicher schar 

zu Nutz Vnd drost Ausgehen losen 

daß Antichristisch greuelthum 

gestossen Vnb 

daß Römische babel dornider liget XXX 

3. 
Das man sich drob Verwundert 
dem deuren helt 
haben Noh genolgt Vil hundert 
doctores Der heilligen schrifft 
Vor Menschen gifft 

warneten sie auch vor dem babstum greulich X 
Vor drey Vnd Neuntzig Joren 

liß auserwelt 160 

sein heilligs wort auch offenparen 
der güttig gott in disser stat 
Speratuß bot 

Erstlich hie gottes wort gepredigt dreulich XX 
Welches noch heut Zu dage 
in follen flor thut stehen 
o Iglau gott danksage 
Erkenn mit Bitt vnd flehen 
die recht heimsuch ung gottes gerne 
Manchen deuren propheten 
hat gott Bestelt 
Zu predigen lossen auf dretten 
welche geleucht haben olhie 
herlich gleich wie 
Ein helles lichtt Vnd prenende luzerne XXX 

4. 
Lutheruß thet weisagen 
wider Teuschland 
Vnd spricht das in den letzten dagen 

Beiträge zur gesobiohte der deutschen spräche. XIX. \q 



242 



STREINZ 



Von wegen Verachtung gemein 

gotteß wortt Rein 

Teuschland Von gott sein straf were Empfangen X 

Mitt Krieg Vnd Blut Vergissen 

das fast Nimand 

Keinen Reinen lehrer wirt wissen 

aufruhr Zwitracht Vnd Auch dorbei 

Abgötterey 

Also ists Auch Jerusalem ergangen XX 

das sollen wir Bedrachten 

Vnd wol Zu hertzen Nemen 

die wornung nit Verachten 

Vnns Zu sündigen Schemen 

Zu Rechtschaffener Bus begeben 

den Zorn gottes Versöhnen 

last Vns Zu hand 

Zu wahren gottes forcht gewehnen 

höchster gott wir bitten dich 

Einmütiklich 

du wollest Vns Hinfort In disem leben XXX 



5. 
die Einigkeitt verleihen 
an Allem ortt 

dein volck Vnd Kirchen Benedeien 
Vor secten Vnd Spaltung Behütt 
Vnns durch dein gütt 

Zu holten einigkeitt Im geist vnd glauben X 
Laß Vnns leuchten vnd scheinen 
dein Heillig wort 

durch deß fridens band zu Vereinen 
öffentlich zu erkennen frei 
ohn heichelley 

loß Vns des rechten Verstands nit berauben XX 
das wir selig Beschlisen 
Vnd Auch mögen Behalten 
glauben vnd gntt gewissen 
Von dir vns nicht obspalten 
lob Vnd preiß sey deim heilling Namen 
Vatter oller gnaden 
du hechster hört 

Behütt Vns Vor Irthum Vnd schaden 
gib Vns die Vnuerwelcklich Krön 
durch deinen söhn 
Jesum Christum Vnseren herren Amen XXX 

dicht Jacob thoma In iglau am tag Martini 
da man das Jubelfest gebalten. 



161 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 243 

XXIX. In der stießen weinachtweis M. Fogel 

25. sirach hs. Heibergers 

1 # bl. 144b — 145b 

Sirach so klar 
So schreibt für war 
Drey schöner stuck gar Eben 
die gott allein 
vnd auch gar fein 
dem menschen thuen gefallen X 
Vnd er spricht seht 
wan Brüeder reht 
Einig seindt in dem Leben 
vnd wan bereit 
Zu Aller Zeit 

In gueten friden wallen XX 
Nachbauren sich lieben fortan 
Vnd wen sich freundlich weib vnd man 
Begehren wol in freuden 
so wil got auch 
Nach seinem Brauch 
Bei inen Wohnung mähen 
weiter so spricht 
sirach Bericht 
mit worten thuet erschallen XXX 

2. 
Drey Stuckh seindt mehr 
den ich so sehr 
fein dt bin von herzen gare 
Ir wesen seht 
verdreusst mich recht 
daz sie so vbel leben X 
Wan in pracht Ist 
Auch stoltz, daz wist 
ein armer man flirware 
vnd wenn fortthan 
ein reicher man 
gehren leugett darneben XX 
Vnd wenn ein alter Nar Bereit 
Ein Ehbrecher ist alle Zeit 
Vnd leben thuet in schände 
Wan du nicht ein 
samlest gemein 
In deiner Zarten Jugent 
was wilt du Im 
alter ver Nimm 
in der Not finden eben XXX 

16* 



244 • STREINZ 

3. 
wie stehts fein 
in der gemein 
Wan Graue Häupter gtietig 
Vnd Auch darbey 
die Alten frey 

Klug seindt in Allen dingen X 
Vnd wenn Auch die 
herren seindt hie 
fürsichtig vnd sanftmüetig 
daz ist ein Ehr 
gott forchten sehr 
vnd auch sein lob verbringen X X 
Also der weise man fürwar 
das fünft vnd zwanzigste klar 
Thut dise Stuckh Erhalten *) 
Darumb sol sick 
Gar menigklick 
Der gueten lehr befleisen 
Der bösen that 
Abstehn mit rat 
So mag es wol gelingen XXX 

Anno gedieht Zu Draglau*) durch Thoma Böser 1 

XXX. Klag: vnd Grabschrifft Über den Töttlicben 
Abgang des Erbarn vnd Wolgeachten Abrahami Let- 
schers, Gewesenen Burgers vnd Tuchmachers: So wol 
der Löblichen deutschen Meister Singkunst vnd Poeterey Lieb- 



') In den letzten zeilen dieses gedichtes hat sich Heiberger, wie 
auch sonst öfter in der genannten hs M einer geheimschrift bedient, die 
einige Ziffern als buchstaben verwendet: l=a, 2 = b, 3 = c, 4 = i, 
5 = k, 6 = 1, 7 = m, 8 = n, 9 = r (vgl. Schröer, Germ. Stud. II). In der 
hs. haben demnach die Schlusszeilen des gedichtes folgende gestalt: 

Thut d4se stu35h f49hl6te8 

D19U72 806 8435 

G19 7e84g56435 

De9 guete8 6eh9 2ef6e4se8 

Der 2öse8 that 

12steh8 7it 91t 

So 71g es wo5 ge648ge8. 
3 ) Die namensformen Draglau und Driglau finden sich in meister- 
singerhandschriften öfters und sind durch eine zusammenziehung aus 
zu der Igla entstanden. Durch den gleichen process bildete sich ja auch 
der name Troppau aus zu der Oppa. Nur blieb hier die zusammen- 
gezogene form herschend, während sie bei Igiau nicht durchdrang. 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 245 

laber vnd demselben Brüderschafft Beysitzer der Stadt Iglaw 
ilhie. Welcher Vergangen 21 Octobris, seines alters im 47 Jhar, 
Von Gott auf* diesem Jammerthal in die Ewige freude ab 
;efodert worden. Vnd den 24 diz A 1621 
5u seiner Buhestat ehrlich vnd Christlich begleitet. 

Peregrinus : 

Es giebt der klare äugen schein, 
Wie der Todt täglich dringt ein, 
Bei den Menschen on Unterscheid t, 
Wie denn auch ietz mit Klag Vnd leidt 
Ich sehe mit traurigem Muth, 
DaH man ein leich hertragen Thuth 
Zur Buhe statt in begleitten fein, 
Doch möcht ich gern berichtet sein, 
Waß er gewest sey für ein Mann, 
Mein freund ich Bitt Zeigt mir das an 
Den ihr wol wißt sein wandel gar, 
Vnd was gestalt sein Leben war, 
Vielleicht, Gottes förchtig from Vnd trew, 
Weil man führt so groß klag vnd rew, 
Viel weinens, traurens Mannigfalt 
Von Mann Vnd weiben, Jung Vnd alt 
DaH mich auch selbst erbarmen Thut 
Bezeugt Von im die Warheit gutt. 

Civis: 

In der schrifft ich gelesen hab, 

Wen man deinen freundt trägt Zu grab, 

So bewein Vnd Betrauer ihn, 

Alß gieng mit im dein freudt dahin, 

Jedoch Zur maß dasselbe ich 

Auch muß betrachten hertziglich 

Ich mag euch für Trauren Vnd Klagen, 

Ein kurtzen bschied Von im kaum sagen, 

Iedoch dieweil ir solches Begehrtt, 

Vnd die leich der warheit auch wertt, 

Den im Gott Vnd sein Heilig wortt, 

Der best Schatz war an jedem Ortt, 

Stelt sich beim selben fleissig ein, 

Vnd rieht darnach daß leben sein, 

Waß nur gereicht Zu Gottes Ehr, 

Dor Zu ließ er sich Brauchen sehr, 

In dem Weinberg des Herrn gar 

Er ein Treier arbeitter war, 

Trug auch sehr grosRS Lieb Vnd gunst 



246 STREINZ 



Zur deutschen Meister gsanges kunst, 

Zur lob der kunst Vnd Gott Zu ehr 

Auch fortpflantzung reiner lehr', 

Manch schönes meisterlied gedieht, 

Daß man im lob Vnd danck drumb spricht, 

Die gantze löbliche Bruderschafft, 

Die meister Singer sind behafft 

Mit grossen trauren in gemein 

Für dem tödtlich abschied sein, 

Politisch war er auch all Zeit 

In Ziel mit ehr Vnd rediigkeit, 

Sanftmüttig glindt fridtsam 

Hat ein ehrlichen gutten Nahm 

wie von ein Christen wird begert, 

wart auch jederman lib vnd wert, 

Vnd lebet wol mit fried Vnd ruh 

Biß er Thet seine äugen Zu, 

Gott hat in auch gesegnet fein, 

im ehstand mit 8 kinderlein, 

Von welchen noch 7 im leben, 

den gott der allmechtig wirdt geben 

durch Vorlegung trost Vnd gedult, 

Ihr pfleger durch sein gnad vnd huldt, 

Sampt irer mutter Hoch betribt 

Vnd weil der Verstorbene geübt, 

glauben Vnd gutt gewissen Rein, 

Behalten biß ans ende sein 

wirdt im auch Gott beilegen schon 

die ewig Vnverwelklich krön 

die er hat bei der engel schar 

Da ist das ewig Jubel Jhar 

Die Ersame Brüderschafft der 
deutschen Meister Singer. 



XXXI. Ordnung wie es sol in der Bruderschafft 

gehalten werdenn. 

Erstlich, sollen Alle Jar mit Vorwissen Eines Ersamen Raths 4 Schulen 
gehalten werden, die erste zu Weinachten, die Ander Auff Ostern, die 
dritte Auff Pfingsten , Von diesen dreyen Schulen sol das gelt in die 
gemeine Bruderschafft kummen, die Virdte sol gehalten werden den 
Suntag vor Michaeli, dasselbig gelt sol den Merkern Allein bleiben. 

Zum Andern, sollen alle Jar Am tag Michaeli die Merker den 
Singern rechnung geben, von dem was sie das Jar von den Schulen 
haben Empfangen, vnd die Schulzette) mindern vnd mehren, nach gelegen- 
heit der zeitt. 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 247 

Zum dritten wo ein Singer für seine person Allein schul hilt, der 
sol den Singern geben ins pult 6 Ge. 

Zum virdten, sollen die Jungen Singer, den Alten gehorchen in 
Erlichen sachen, sonderlich wen die Singer Comedi hüten, Wo sich 
aber Einer mit freuentlicben Worten hören liß, daraus zwitracht vnd spalt 
entspringen möcht, der sol in der Singer straff sein. 

XXXII. Der meister Singer artickelsprieff | 

Der Erst artickl 

Es sollen in vnnser Singer Zech | weder öffentliche Ebrecher noch 
vnredlich vermackelne personen | nicht 1 ) .... werden vil weniger ob 
gütter, vnnd dergleichen | 

Zum anndern ist es auch biliich vnnd breuchlich, das die gesel- 
schafft der singer alle 14 tag nach der letzten predig zu samen kumen 
vnnd vmb kleinot singen, doch aus heiliger gottlicher schriefft Zu solchem 
singen sollen die Mercker aus der loden ettwas beuor geben, domit die 
Jüngsten singer vrsach hetten den Sabath mit gottes wort tzu tzu bringen 
auff das sie gottes wort lieb gewinnen | vnd ihn der biblien bekanndt 
wurden daraus sie den gehorsam gottes, vnnd die lieb der nechstcn 
lernen erkennen, 

Zum 3 damit man was aus der loden zu geben hette, so soll ein 
ieder singer 3 de auff legen | 

Zum 4 so sollen ihn vnser versamblung verpotten sein gottslestrung, 
ehr letzung, Spil, Zank, Hader vneinnigkeitt, Verachtung, In suma 
alle vppigkeit | daraus vnrath entstehen mag bey erkenter straff der 
mercker, ausser einer Erbaren rath vorbehaltener straff 2 ), 

Zum 5 wer einem ein halbes Zu trunk, der sol 3 de Zur straf geben, 
für ein volles 6 de, vnnd so wol der bescheid thut, 

Zum 6 sol keiner kein schul halten an vorwissen der mercker 
vnnd gantzen singer Zech, 

Zum 7 sol keiner kein schul halten er sey den zuuor getreit worden, 
vnnd habe darumb zu weisen 

Zum 8 sol kein Singer wieder daz gemerck reden, redet er aber 
da wieder, so sol er in der mercker straff sein, so fern aber einer be- 
schwer helt, der mag sich auff den andern tag nach gehaltener schuel 
Zu den merckern vorsteigen, da werden ihm seine feel angetzeigt werden, 
vnd sol einem wie dem andern gemerckt werden, waz aber ihm singen 
Zu straffen ist, wie man die straff verstehen vnnd aus teilen sol, findet 
man ordentlich vnnd weitleifftig ihn vnnser Tablatur 



XXXUI. Laus Deo Semper. Anno 1615. In Iglaw. 

Im Namen Gottes des Vaters, Gottes Sohnes, vnd Gott des heiligen 

Geistes, Amen. 
Auß guetem Bedencken, wolmeinendem hertzen, treulichem gemütte, 



J ) Ein wort unleserlich; dürfte „gefreit 44 heißen. 
2 ) Eine ähnliche, wahrscheinlich auf eine gemeinsame quelle hin- 
deutende Vorschrift findet sich bei Puschman s. 33 des neudrucks. 



248 STREINZ 

freundlicher neigung, Gottseligem eifer, auch grosser lieb Vnd gunst Zu 
der Christlichen kunst des deutschen Meistergesangs: damit Gottes ehre 
gesucht, die Christliche kunst erbauet Vnd fortgepflantzet werde: Also 
haben wir als liebhaber Vnd gefreite Singer, Merker Vnd Beysitzer auch 
Burger Vnd Mitwohner alhie in der Key serlichen Statt Iglaw diese 
Schulordnung eintrechtich Zu stellen Vns furgenommen, dem Vhralten 
brauch der Singkunst nach, Vnd derentwegen Volgende Artikel auffs 
papier bracht: Erstlich: Halten wir alle 14 tag an einem Sontag nach 
der letzten predig auff ein stund oder zwo das Jhar hindurch eine Christ- 
liche Zusammenkunfft, da denn eine iede perschon Von dem eitern ge- 
freiten Singer auch Beysitzer biß auf den iungsten einlegen sol 7 de. 
Zu dem ende, damit Zubestellen , was auff die öffentlichen Schulen not- 
wendig, als eine deutsche Biblia, einen Singstul, Zweene Zirliche Teppieh, 
bereitschafft Zum gemerk, Vnd was sonsten noch nohtwendig Vnd dienst- 
lich mehr sein möchte, welches alles neben dem Anschlagebrieff in vnser 
laden verwahret werden sol. Zu solchem aufflogen sol sich ein ieder 
bald nach der predig finden, welche die Zwen ersten Von dem obern 
tisch kommen, sollen die sand Vhr Vmbkeren, Vnterdeß werden sich 
die andern auch finden, wenn aber die stund ausgeloffen, wird man nach 
der Ordnung auff legen, welcher aber Zu langsam kompt, Vnd bey seines 
namens ablesung nicht Vorhanden ist der wird Zur straff geben 3 de. 
Wer aber denselben Sontag gar nicht kompt, Vnd hatt nicht erhöbliche 
Vrsachen auszubleiben, auch sich nicht anmelden last, oder sein auff- 
leggelt nicht schiket, sol hernach Zur straff Zu erlegen schuldig sein 
6 de. Wo aber ettwas für den Singern furzubringen were, oder beschwer- 
nussen Vnd dergleichen furzutragen, sol es geschehen, wenn man auff- 
gelegt hatt, Vnd die laden noch offen ist, wo aber nichts furzubringen, 
sol das gelt, was dißmal einkommen ist, in das Auff leg Register N. 1 
treulich eingeschriben Vnd in die laden Verwahret werden, was auch 
entgegen Von sochem gelt Zur noturfft ausgeben wird, sol man ordent- 
lich Verzeichnen, damit die laden, das gelt, Vnd Register in der Rechnung 
vberein stimme. Diese laden, sampt dem was darinnen Verwahret, soll 
einem Vnter 1 ) Vns befohlen werden mit solcher Ordnung: Am tag Michaelis 
soll die laden alle Jar einem ondern gefreiten Singer (wie sie in der 
Ordnung verzeichnet) sampt der ratung öffentlich beywesen der Singer 
Vberantwortet werden, bey demselben sol auch das gantze Jar hindurch 
das auff legen geschehen. Welcher aber selbst kheine eigene behansung 
hatt, Vnd seinem Wirt wieder seinen willen nicht gern beschwerlich sein 
wolte, kan ein ehrlicher Bürgersmann angesprochen werden, der ein lere 
stuben hette, damit solches bey ihm möchte geschehen. Wo nun die 
Laden dasselbige Jhar ist, diesem soll Zur dankbarkeit ettwas Zum 
Neuen Jhar aufl der Laden Zaalung verehret werden. Es soll auch die 
laden kheinmal geöffnet werden , es seien denn auffs wenigste 4 Singer 
Von der eitern tisch dabey Vorhanden. Denn Schlisse! aber sol ein 



*) Wolfskron las irriger weise hier 'Vater' statt *Vnter' und sebloss 
an diese stelle eins notiz über einen laden vater (!). 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 249 

anderer gefreiter Singer in Verwarung nemen. Die Laden sollen die 
Zwen inngsten Schüler auß Vnd eintragen. 

Es sol auch im Jhar 4 mal, das ist zu Quatembers Zeiten, den Sontag 
Zuuor oder hernach, wenn das auff legen geschieht, diese Schulordnung 
öffentlich Verlesen werden. Wer denselben tag nicht dartzu kommet 
ohne erhöbliche Vrsachen, der sol was die gefreiten Singer Vnd Bey- 
sitzer antrifft hernach Zur straf! geben 4 ge. Einem Schuler aber so solches 
Verbricht, sol auff ktinfftiger Schul nicht gemerkt werden, oder sol auch 
die 4 ge Zur straff geben. Dem Verordneten Schreiber, so diese Schul- 
ordnung abiist, sol Zum ieden mal auß der laden Verehrt werden 7 de. 

II. Publice oder Öffentlich die Schulen Zuhalten: Sollen derselben 
im Jhar au ff 8 wenigste 4 gehalten werden , als an den 3 heiligen Festen 
Weinachten Ostern Vnd Pfingsten, Vnd den 10 Sontag nach Trinitatis, 
wenn man handelt Von Zerstörung der Statt Jerusalem, Vnd sol Von 
einem gefreiten Singer auff den andern, wie sie eingeschriben sind, die 
Ordnung fallen. Wenn aber einer in solcher Ordnung auß nötigem ge- 
schafft, reisen, alter, krankheithalber solche Schul nicht könte halten 
noch Verwesen, so soll sein nechster solches nach ihm Verrichten, wird 
ime die Zugehör auß der laden dargeben werden, sol solches auch ohne 
schaden wieder einstellen. Es sollen aber die Schulen mit Vergunst der 
Oberkeit geschehen. 

Item: Vmb Micheli soll Von der Bruderschafft ein Gesellen Sing- 
schul gehalten vnd das gelt was einkompt in die laden Zu bey Steuer der 
Brüderschafft gesamlet werden. An dieser Schul sollen gesungen werden 
schöne Historien Von den H. Engeln , auch Historien auß der Römer 
geschieht Vnd andern Scribenten sampt nützlichen moralibus. An den 
andern 4 Schulen aber, soll nichts gesungen werden, denn was der h. 
Schrifft Vnd dem Wort Gottes geint ß ist Es soll sich auch ein ieder 
(wenn man auff die Schul wil gehen) alsbald Zu dem Schulhalter Zu be- 
stimpter Zeit, in sein losament finden damit man nicht lang darff warten, 
als dann soll man ihm des geleid in der Ordnung fein Züchtig Vnd 
Erbar auff die Schul geben; Betreffest die Musica oder Seytenspiel, so 
Vorher im auff Vnd abzug gebraucht worden , es sey harpffen oder 
posaunen soll man schöne psalmen Vnd geistliche Lieder Spilen. Der 
knab welcher das furnembste gemerk, die h. Schrifft oder Biblia trägt, soll 
sauber vnd wolgeputzt Vor den Merkern vnd Gefreiten Singern hergehen 
mit einem krantz auff dem haupt geziret. Der ander knab, so die Schul- 
kleinoder trägt, soll ebener massen sauber geputzt Vor den Schulern 
hergehen, Vmb dieses alles wird sich der Schulhalter wissen Zube- 
kümmern. Welcher nun nicht auff die Schul mit auff Vnd abzieht, soll 
Zur straff geben 5 ge. 

III. Wenn es sich begebe, das ein frembder Singer herkheme, 
Vnd begehrte (ausserhalb Vnser ordentlichen 5 Schulen) Singschul Zu- 
halten, so soll er sich Zuuor bey Vns anmelden, darnach die Obrigkeit 
darum b ersuchen, so fern ihm solches erlaubet wird, wollen wir auch 
damit zufriden sein, doch soll er ein gutt Zengnuß schrifftlich haben, 
Vnd beweisen das er auch der kunst guten bericht wisse, Vnd ein ge- 



250 STREINZ 

freyter Singer sey, wo nicht sol ihm kein beistand geleistet werden. 
Wird es ihm Verginstiget, so sol er in die laden 15 ge zu Steuer geben, 
Wird ihm als dann der Postbriff Vnd andere Zugeherungen, so dartzu 
nötig gelihen werden, doch soll er Versicherung mit einem Erbarn 
Bnrgersman thun, das er auch dasselb was ihm gelihen, ohne schaden 
wiederumb Zustellen wil, Vnd werden also schuldig sein, ihm auff sein 
begeren in der Ordnung (wie obgemelt) das geleit solenn iter auff die 
Schul Zugeben. Die Schuler aber, da sie gleich nicht alle ersucht, sollen 
sich gleichwol einstellen, Vnd neben den alten in der Ordnung nachfolgen. 
Es mag sich auch ein ieder, dem Gott die gnad Verlihen mit einem oder 
mehr geistlichen Meisterliedlein gefast machen, die Schul helffen orniren 
Vnd zieren, dadurch Gott gelobet, geehret Vnd gepreiset werde, Vnd 
die Zuhörer was gutts drauß lernen. 

IV. Wenn man nun an ort Vnd end gelanget, als in ein stuben 
oder Sol, da die Schul sol gehalten werden, sollen sich die gefreiten 
Singer Vnd Beysitzer an einen, Vnd die Schüler an den anderen Tisch 
setzen. Alsdann sol man Zum an fang der Schul ein Zirlich geistlich 
Lied, eines Üblichen Meisterthons (ehe auff dem stul ettwas gesungen 
wird) mit einhelliger stimme Von den Singern bey den Tischen säment- 
lich gesungen werden, dergleichen ein anderes danckliedlein nach der 
Schul. Nach diesem mögen die Singer, wenn es die Zeit leiden wil, 
Schulrecht thun, als dann soll das gemerk Vmb die gaben oder Kleinoder 
für die band genomen werden. 

V. Das Gemerck soll bestellet werden, durch 4 sonderliche auff- 
merkungen, wie solches in Vnser deutschen Tabulatur Verzeichnet. Es 
soll auch auff das wenigste bey dem Gemerk ein Merker (oder Zwen, 
wann man sie haben khan) die Grammaticam Vnd ihre Regnlas ver- 
stehen, Vnd ettwas studirt haben, damit das gemerck recht bestellet 
werde, Vnd diese kunst nicht mißbraucht Vnd contra artem Grammaticae 
vitioße ettwas gehandelt werde, auch sollen sie wissen die falschen opi- 
niones meinungen Vnd Irrthumen von den guten Zuentscheiden. Sie 
sollen auch treulich Vnd fleissig nach innhalt rechter kunst Vnd nicht 
nach gunst merken, einem wie dem andern, Sie sind auch schuldig, nach 
der Singschul oder den tag hernach, einem ieden Singer, der nicht zu- 
gleichen kommen (wenn ers begehret) seinen fehl anzuzeigen, wer sich 
aber an ihrem anzeigen nicht begnügen liß, sondern den Merckern dar- 
über einredete, dem sol auff khünfftiger Schul nicht gemerket werden. 
VI. Zum Schulkleinod, soll der Schulhalter einen schönen krantz 
Vnd Zirlichen groschen Verehren, Vnd Von 20 reimen ins gemerk, biß 
auff 30 nach dem loß ins gemeine Schulgemeß drum singen lassen, Zum 
Vergleichen aber mit einem gesetz Von 30 biß auff 40 reymen, drunter 
Vnd drüber sol man kheinem merken. In dem ersten gleichen sol die 
halbe scherff, Vnd in dem andern die gantze scherff gebraucht werden. 
Es mögen gedritte, gefiinffte Vnd gesiebende Lieder gesungen werden, 
doch das kheines Vor dem andern ein Vortheil habe, wie auff ettlichen 
Schulen breuchlich. Zu beföderung der kunst Vmb die gaben Zusingen » 
sollen alle thöne frei sein, doch das sie meisterliche Stollen Vnd ab- 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 251 

gesäng, so ehrliche Singer Vnd Meister bewehrt, haben. Was aber wieder 
den Christlichen Glauben Vnd Vnsere Religion der Augspurgischen confes- 
sion gesungen wird, soll mit nichten bei Vns gestattet noch begäbet werden. 

[Es sollen auch kheine Lieder Vmb die gaben gesungen werden, 
die nicht in der h. Schrifft mit ihrem text gegründet sind, Vnd sol der 
text so gesungen wil werden erstlich Vor dem tisch sampt den thon an- 
gemelt Vnd benennet werden , soll auch auff dem stul im Lied der text 
gesungen werden, wo es nicht geschieht Vnd der text oder aber der thon 
were Vnrecht angemeldet worden, wird nicht begabt.] 1 ) 

Es sollen auch die, welche wollen ins Gemerk Vmb die gaben singen, 
die Wörter Vnd sonderlich die bundreimen fein deutlich Vnd klar auß- 
singen, die Wort nicht Verzucken, damit die Merker auch solches recht 
mögen beschreiben, Vnd so offt ein gesetz auß ist, stille halten, biß man 
das gemerk Vbersicht, wenn man ihn heist weiter singen, sol er im gesang 
fortfahren, sonsten wird er nicht begabt. 

Wer Zuuor khein Schulrecht gethan, sol nit Vmb die gaben mit 
singen. Welcher auff dem stul im singen lachet, soll nicht begäbet 
werden. Die 4 gekrönten Hauptthöne sollen für andern thönen kein 
Vortheil haben. 

Alle Lieder sollen nach Vermög der hohen deutschen sprach ge- 
sungen werden. 

Ein Text soll auff einer Schul nur eiomal gesungen werden, wenn 
einer disen text in einem andern thon auch wolt singen, wird nicht be- 
gabt, auch im gleichen. 

Ein thon sol anff einer Schul nicht mehr den 3 mal gesungen 
werden, der 4 wird nicht begabt. 

Ein text in einem thon sol das Jhar nur einmal begabt werden, 
aber ein text in mehr thönen mag das Jhar öffter begabt werden, also 
auch der thon in andern texten. 

Ein Lied sol das Jhar Vber einmal auff der Schul ins gemerk nicht 
gesungen werden. 

Die andern Straffartikel im gemerk, sollen gebraucht werden, laut 
Vnser deutschen Tabulatur Vnd sich darnach richten. Man soll auch die 
Singer, wann sie in die scherff gleichen fein bescheiden Von einander 
bringen, Vnd wo man sonst nicht anders könte, ehe die ienigen (wann 
sie nach dem ersten gleichen, solten weiter kommen Zu gleichen) so die 
Vergangene Schul gewonnen, lassen leer ausgehen, Vnd dargegen hernach 
der Schul mit einem trunk Verehren, damit ihr angewanter fleiß nicht 
Vmb sonst were. 

Da auch einer den andern probiren wolte, Sollen die Lieder Von 
40 reymen, alletzeit 10 Verß 1 Sylben beuor haben, die Vberlangen thöne, 
so mehr den 100 reymen haben, sollen für denen so 100 innehalten, 



*) Der in klammern gesetzte teil findet sich bloss im coneept der 
Schulordnung und in der vom Stadtrate bekräftigten Ordnung, fehlt aber 
merkwürdiger weise im eingereichten originale. 



252 STREINZ 

kheinen Vortheil haben, dergleichen die Vberkurtzen Vnter 7 reimen 
sollen für denen so 7 innehalten auch nichts benor haben. 

Es werden auch in Vnser Schulbuch oder Register N 3 alle Schulen 
Verzeichnet, wer Vnd wo die gehalten, auch die text Vnd thöne welche 
sind begabt worden. 

Es soll auch kheiner, es sey Gefreiter Singer, Merker, Beysitzer 
oder Schuler auf? offener Schul auß der stuben oder saal nicht ein Vnd 
außlauffen, auch hin Vnd wieder gehen, auch mit Vnutzen reden kheiner 
den andern hindern, sondern mit Zucht Vnd stillschweigen sitzen, damit 
den Zuhörern ihre äugen Vnd ohren nicht perturbirt werden, auch her- 
nacher Von dem Volck Vbel Vnd spöttlich Von Vns geredet werde, wer 
solches Verbricht sol straff geben 7 de. 

Wie es nun weiter auff der Schul sol gehalten werden, mit dem 
genieß, tönen, texten, Straffartikeln Vnd gaben ist in Vnser Tabulator 
Verzeichnet, an welche die Merker Vnd Singer gewisen werden. 

VII. Nach Volendeter Schul, sol dem Schulhalter, das geleid in 
obgeschribener Ordnung wieder Zu hauß geben werden. Welcher aber 
das Schulkleinod den krantz gewonnen, der wird nach den Beysitzern, 
Von dem alten krantz gewinner, der die Schul Zuuor das kleinod ge- 
wonnen, in der mit geführet werden, auff emplösten haupt sol er den 
gewinnkrantz öffentlich tragen, wird ihm auch der groschen oder Dauid 
(dem alten brauch nach) angehengt werden, auff der lincken hand wird 
gehen der newe groschen gewinner, in dieser Ordnung sollen sie die 
ander Schul wieder auffzihen, doch ohne den krantz Vnd groschen. 

Es wirdt sich aber der die Schul gehalten, gegen den Singern so 
ihn heim beleiten, wissen dankbarlich Zuerzeigen, sie mit einem trank 
Verehren, Vnd als dann in gutem frieden Von einander scheiden. 

VIII. Den Andern tag nach gehaltener Schulen, sol der so die 
Schul gehalten, einen Zech krantz Zuuersingen geben, Vnd wenne es ge- 
liebt, schöne historien, gleichniß, Fabeln mit ihren inoralibus, doch nichts 
ärgerlichs, drum singen lassen, Eine Schul Vmb die ander, die eine Schul 
das Vberkurtze gemeß Von 7 biß auff 10 reimen, Zum Vergleichen Von 
10 biß auff 20 reimen, die ander Schul das kurtze gemeß Von 10 biß 
auff 20 reimen, Zum Vergleichen Von 20 biß auff 30 reimen. 

Welche den groschen Vnd krantz auff der Schul gewonnen, sollen 
an der Zech nicht mitsingen. 

IX. Im thön bewehren, soll kheiner mit dem gemeß oder gebänd 
in einen andern thon greiffen, auch in der Melodei nicht Vber 6 sylben, 
Vnd sol 3 mal Von seinem meister gehöret werden, Vnd alls dann sol 
man in benennen, Vnd Zum gedechtniß einschreiben, wie solches weiter 
in der Tabulatur Verzeichnet. 

X. Es sollen alle Öffentliche gemerk in Schenkheusern Vnterwegen 
bleiben Vmb gaben Zusingen, wer darwider handelt, sol nach erkentniß 
der eitern gestrafft werden. Es soll auch kheiner kheinen geistlichen 
Meistergesang in den Schenkheisern Vnd bei nechtlicher weil auff der 
gassen singen, damit nicht ergerniß gegeben würde Vnd der kunst ein 
Schandfleck angehenget würde, da aber ia einer auß guter andacht solchs 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 253 

thuB wolte, soll er Zeit, stät, perschon Vnd sich selbst wol in acht 
nehmen. 

Auch sollen strasser, ratzer, pasqnillen oder sonst Vnbillige Vnd 
Vnzichtige Lieder Vermitten bleiben, auch das schreien Vnd iauchzen 
Vnterwegen lassen, wird einer in solchen fällen Zu Vngelegenheit kom- 
men, darff er sich Ynseres beistände nicht getrösten. 

XI. Wenn es sich begebe, das sich ettwa ehrliche Bürgersleute, 
Gottsförchtige Vnd woluerhaltene perschonen, Singer, Schuler oder sonsten 
liebhaber dieser kunst Zu Vns wolten begeben, Vnd neben Vns dersel- 
bigen beiwohnen, auff legen Vnd auff öffentliche Schulen auffzihen, singen, 
Vnd singen lernen, wollen wir sie gerne bei Vns haben, sollen also in 
die laden Zuerlegen schuldig sein 15 ge, Vnd den Veronten Schreiber, 
der ihre namen einschreibet 3 ge. Aber leichtfertige, ruchlose, Vnred- 
liche Vnd Verdechtige perschonen, öffentliche Ehebrecher, Hurer, Vnd 
auch die nicht Vnser religion verwante, sollen in dieser Christlichen Zu- 
sammenkunfft nicht eingelassen werden, man sol auch ihrer umssig gehn, 
damit nicht dem Wort Gottes Vnd guten kttnsten auch Vnserer Schul 
Vns Vns Von ihnen ein Schandfleck angehenget wurde, dadurch auch 
Gottes ehre Verhindert, Vnd wir neben ihnen in Verdacht komen, Vnd 
wo fern einer Zu Vns were einkommen Vns Vns seine Vnredligkeiten, 
böse st tick, schwermereien oder ketzereien nicht bewußt weren gewesen, 
Vnd wir solches hernach erst erfahreten, soll er Von der Laden Vnd 
Bruderschafft wieder abgewisen werden. Wenn sich aber ein Schuler 
Zu einem gefreiten Singer begeben wil, diese kunst Zulernen, soll in 
sein meister Vor die Singer an einem Quatember Vorstellen, Vnd in die 
lernung annehmen, Vnd den Singern angeloben, soll als dann einge- 
schribcn werden, was er legen sol ist obgemelt, mögen sich aber Vmb 
das lehrgelt mit einander Vergleichen wie sie können. Eines gefreiten 
Singers Sohn aber geneist seines Vatters gerechtigkeit, darff nur ein- 
legen 6 ge, dem Schreiber 3 ge. 

XII. Wenn nun einer wil gefreiet werden, soll ihn sein Meister 
14 tag Zuuor bei den Singern anmelden, damit man sich mit dem Pro- 
biren gegen ihm mag Versehen. Es soll auch kheiner gefreit werden, 
er habe denn auff einer öffentlichen Schul Zuuor auffs wenigst 3 kleinod 
gewonnen. Wann dann die Zeit kompt, so soll er auff öffentlicher Schul 
Vorgestellet werden, da soll man ihn durch die 6 ordentlichen gemeß 
probiren, wo er aber in der probirung nicht bestünde, soll er denselben 
tag nicht gefreiet werden, in welchem gemeß er bestanden, soll er her- 
nach wiedernmb anheben. Wann er nun geprobiret Vnd wol bestanden, 
wird ihm Vor dem tisch Von seinem Meister furgelesen werden, wie er 
sich die Zeit seines lebens bey dieser kunst Verhalten soll, als dann 
wird er auch entgegen mit hand Vnd mund angeloben, da wird ihm ein 
krantz auffgesetzet werden, Vnter demselben wird er auff dem stul einen 
hört in den 4 gekrönten Hauptthönen singen, als dann soll er in Vnser 
buch eingeschriben werden, welchen tag Vnd anff welcher Schul es ge- 
schehen. Wirdt der neue gefreite dem Schreiber Zuerlegen schuldig 
sein 4 ge. 



254 STREINZ 

Das gelt Von der ersten Schal so er hilt, soll seines lehrmeisten 
sein, doch das er die Ordnung erwarte, biß das die Schul auff ihn kompt. 

XIII. Es soll auch hin furo, wenn ettwan ein gutt freund, ettwas 
in diese Bruderschaffc Verehrete, oder nach seinem tod ettwas darein 
Verordnete, es sey Von schönen Liedern, bttchern, teppichen, gelt, 
groschen oder dergleichen, das soll Zu long wiriger gedechniß eingeschriben, 
Vnd mit gutem fleiß Verwahrt behalten werden, soll auch bey vns alhie 
in der Statt Iglau bei den Meister Singern Verbleiben. Wenn aber einem 
ettwas herauf) gelihen wurde, das soll mit der eiteren wissen geschehen, 
auch wieder darein ohne schaden Vberantwort werden. 

XIIII. Man soll auch in Vnsern Zusammenkhunfften Von dem 
Ehrwürdigen Ministerio, auch Von der Obrigkeit so Vns Von Gott fur- 
gesetzt ist nicht spöttlich Vbel oder Verächtlich reden, sondern wann 
man ihrer Zu red wirdt, in besten Vnd ehrlichsten gedenken. 

Wann auch bei dem Tisch oder auff dem stul, es sey auff der Schul 
oder Zusammen kunfften geistliche Lieder gesungen werden, soll man Gott 
Zu ehren das Haupt entplösen. 

XV. Es sollen Vnsere Zusammen khunffte, aufflegungen, Schulen 
gehalten werden, Ehrlich, Erbar, friedlich Vnd Zichtig. Soll auch alle 
Gottslesterung, Spiel, Zanck, Hader, Vneinigkeit, Verachtung, aufmachen, 
sehenden, schmähen, Vnzichtige wort, Vnd in Summa alle Vppigkeit, 
darauf) Vnrath entstehen mag Vermitten werden. Es sollen sich auch 
die Schuler halten wie gebreuchlich Vnd ehrlich, den alten nicht für 
noch einreden, auch ihnen in allen ehrlichen Vnd billichen Sachen ge- 
horchen, damit nicht Vnordnung Vnd Vneinigkeit entstehe. Wo sie aber 
deme nicht nachkämen, der Erbarkeit Vnd anderer tugend Vergesseten, 
sollen sie ihr gebürliches capitel nach nothurfft wölbe kommen, Im faal 
sie aber hernach noch nicht Vom Vbel abstünden, Vn,d noch grösseres 
Verbrechen, Von der Laden Vnd bruderschafft gantz Vnd gar abgewisen 
werden. Wer sich aber mit bösem fursatz wieder die Bruderschafft setzte, 
mit droen Vnd dergleichen, soll einem Ehrsamen Rhatt angemelt werden. 

XVI. Wenn ein Schuler ettwas Vor der Meister oder Singer tisch, 
es sei auff die Schul oder Zusammen kunfft furzubringen hette, soll er 
seine meinung Vor sich selbst alein mit emplösten haupt, auch mit gutem 
Verstand Vnd bescheidenheit Vorbringen, damit ihme auch der gebür 
nach möchte geantwortet werden. 

XVII. Es soll auch ein ieder Singer Zu rechter Zeit, wenn die 
Zusammen khunffte oder Zechkräntze Vollbracht sind, heimgehen, damit 
der Wirt nicht beschweret wurde, Vnd eine Obrigkeit ohne mühe, Vnd 
ander leit ohne ergerniß bleiben möchten. 

XVIII. Wenn einem auß dieser Brtiderschafft der seinigen nahende 
blutsfreindschafft mit tod abginge, es sey Vater, mutter, Bruder, Schwester, 
Weib vnd Kind, wird ein ieglicher schuldig sein auß Christlicher Lieb 
dem Verstorbenen das geleit Zu seinem rhubettlein Zu geben. Der 
Jüngste Schuler sol der Bruderschafft anzusagen schuldig sein, wer aber 
sich nicht einstellet Vnd mitgehet, soll Zur straff erlegen 2 ge. Er soll 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 255 

auch anzusagen schuldig sein (auff der eiteren befehl) wann ettwan nötige 
Vrsachen furf allen Zusammen Zukommen. 

XIX. Damit auch Ordnung der perschonen im sitzen Vnd gehen 
auff Vnd Von der Schul, auch in Zusammenkhunfften Vnd auff legen 
geschehe, wollen wirs also gehalten haben. 

Erstlich, die Gefreiten Singer, nach dem sie sind gefreiet worden. 

Zum andern, die Bey sitzer, nach dem sie sind in die gesellschafft 
einkommen. Doch mit den beeidigten oder amptsperschonen, so noch 
mechten dartzu kommen, mag ein Vnterschid gehalten werden, Ynd 
ihnen ein stell bestimmet nach erkentniß der eitern. 

Zum dritten, die Schuler, nach dem sie sindt einkommen, doch mag 
auch einer oder der ander, nach erkentniß der eiteren erhöhet werden, 
es geschehe nun wegen des alters, Verstands, kunst oder würden nach. 

XX. Zum Beschluß, Soll auch aller Zank Vnd wiederwillen, wie 
schon obgemelr, nicht Vnter Vns befunden werden : Wir sollen aber Vnd 
wollen Vil mer (durch Gottes Gnade) Vnter einander friedlich Vnd ein- 
trechtig handeln Vnd wandeln nach der lehr des h. Apostels Pauli an 
die Colosser cap. 3. da er spricht : So Zihet nun an, als die außerwehlten 
Gottes heiligen Vnd geliebten, hertzliches erbarmen, freundligkeit, demut, 
sanfftmut, geduld, Vertrage einer dem andern Vnd Vergebet. Lasset 
das wort Christi Vnter euch reichlich wohnen in aller weißheit. Lehret 
Vnd Vermanet euch selbst mit psalmen , lobgesengen Vnd geistlichen 
üblichen Liedern, Vnd singet dem Herren in eurem hertzen, Vnd alles 
was ihr thut mit Worten oder wercken, das thut alles in dem Namen 
des Herren Jhesu, Vnd danket Gott Vnd dem Vatter durch in. Haec Paulus. 

Dieser Vnser fuhrnehmen Vnd Ordnung, soll dahin gereichen, 
Gott dem Allmechtigen Zu ehren, Seinem heiligen namen Zu Lob vnd 
preiß: Zu außbreitung seines heiligen worts: Zu fortpflantzung seiner 
Christlichen kirchen: Zu aufferzihung der iugend Zu Christlichen tugen- 
den : den h. Engeln Zur freude : dem Teufel Vnd der Gottlossen weit Zu 
trotz : Zu ergetzligkeit Vnser 8 gemtits : Zur frölichkeit Vnseren nechsten ; 
Vnd entlichen auch Zu Vnser Seelen heil Vnd seeligkeit. Das Verlei 
Vns Gott der Vater durch seinen Sohn Jhesum Christum in krafft des 
b. Geistes, mit seiner gnad Vnd seegen. Amen. 



Register zur Wolf Bauttnerischen handschrift 8. 

Um die benützung der Wolf Bauttnerischen handschrift zu 

erleichtern, gebe ich im folgenden ein register nach vier gesichts- 

punkten geordnet. 
(Die cursiven zahlen beziehen sich auf lieder von Iglauer meistern.) 

I. Die Stoffe: 

Schulktinste: s. 1. 13. 40. 82. 173. 197. 246. 444. 888. 
Vorgesänge (bez. beschlüsse) : 1. Auf Weihnachten: s. 48. 162. 163. 
175. 184. 238. 405. 626. 740. 851. 925. 1056. 1115. 2. Auf ostern: s. 11. 74. 



256 STREINZ 

144. 217. 442. 447. 605. 714. 967. 1053. 1091. 11 19. 1 121. 3. Auf pfingsten: 
8. 609. 793. 897. 962. 970. 1105. 

Figuren: s. 34. 50. 103. 333. 686. 902. 1080. 

Verschiedene stellen der bibel in beziehung zu ein- 
ander: 8. 18. 157. 187. 210. 242. 568. 574. 694. 704. 745. 750. 779. 1113. 

Paraphrasen bibl. stellen: Genesis cap. I 8.269. II 1075. II 
und III 367. III 166. V 935. VI 315.760. Xlil 972. XVII 306. XXI 584. 

XXII 878. XXVI 786. XXXV 644. XXXVII 905. XXXIX 101. 940. XL 682. 
XLI882. XLI und XLII 942. XLIV 840. XLV 304. XLIX 314. — Exodus 

II 487. XIII 457. XXV 708. — Numeri XI 767. XXII, XXIII, XXIV 281. 

— Deuteronomium II 855. — Die 5 Bücher Mose Kurlzlich Begriffen 253. 

— Josua IX 1047. — Richter VI 784. VII 364. X 461. XI 9Ö3. XII 899. 
Xli 689. XIV 699. XVI 16. XIX 668. — 1. Samuel XVI 488. XVIII 912. 

XXIII 458. — 2. Samuel IV 454. VII 564. XVIII 932. XXIII 312. — 1. Könige 

III 1055. XV11I 115. — 2. Könige I 578. II 75. III 628. IV 692. V 997. V 
309. VI und VII 118. XX 613. — 2. Chronik VII 880. XIX 920. XXXIII 
408. — Esther III— IX 291. — Hiob XXIX 409. — Psalmen 1 167. II 236. 
389.596. VII 142. 379. 598. VIII 1039. XII 153. XIII 719. XIV 867. XXIII 
136.1058. XXV 662. XXVII 342. XXX 790. XXXVI 261. XXXVII 110. 
XXXVIII 590. XLVI 701. LI 890. LII 177. LV1I 1021. LXI 406. LX1I 301. 
LX11I1024. LXVII451. LXIX716.748. LXX1II 587. LXXV 592. LXXXII 
834. LXXXVI 399. 679. XC 56. XCIII 152. XCVII 930. C 171. CHI 326. 
CIVX2i.948. CXI 873. CXII 105. CXVII 130. CXXIV 690. CXXVI 112. 
1077. CXXXIX829. CXLI 594. CXLV 29. CXLVIII 772. CL 138. 180. — 
Die Sprüche Saloinons III 58. XXX 331. 853. — Prediger Salomo V 1059. 

— Das hohe lied VII 381. — Esaias 19. V 15. 671. XI 356. XVIII 865. 
XL 361. XLII 624. LIV 639. LX 836. — Jeremias III 180. 412. IV 71. V 181. 
X868. XXVII 357. XXXI 1099. XXXIII 909. — Ezechiel X1I1 886. XV 
155. XXI 363. XXXI 832. — Daniel II 631. V 354. VI 308. XIII 372. — 
Hoseas XIII 567. — Joel IV 859. — Arnos V 1019. VII 1001. — Jonas I 
bis IV 774. — Zephanias III 86. — Haggai II 347. 348. — Zacharias 1 370. 
VII 861. — Das buch der Weisheit IV und V 289. V 202. VI 723. XII 349. 

— Sirach 1 107. 164. III 125. VII 611.673. V11I 25. X 124. XIII 336. XIV 
678. XV 328. XVII 366. XX 344. XXlll 77. XXIX 452. XXX 127. XXXII 
128. XXXV1I1 847. XLII 449. L 53. 125. — 1. Makkabäer III 795. X 752. 
LXV— LXV1I 616. — 2. Makkabäer II 857. VI 923. XV 844. 

Neues testament: Matthaeuscap.l s. 807. 927. 958. 974. 979. II 677. 
797. 884. 928. 963. 1089. 111 55. 311. 788. IV 4. 728. 933. V 433. VII 702. V11I 
64. IX 411. XI 330. XIII 670. XV 424.464. XVII 731. 799. XVIII 150. XX 
733. XXI 426. XXIV 3b. 108. 637. XXV 88. 132. 23 1. 1023. XXVI 804. 893. 
976. 1125. XXVIII 470. — Marcus IV 429. VI 492. VIII 1012. XVI 466. 643. 
675.769.838.913.1043.1071. — Lucas I 436. 474. 806. 811. 985. 1003. 1082. 
1084. 1087. II 32. 170. 338. 358. 468. 476. 481. 485. 582. 900. 959. 983. 987. 995. 
1 127. III 607. IV 1 132. VI 706. VII 350. 1041. IX 432. X 754. 1015. XI 684. 726. 
XII 96. 403. 849. X11I 178. 770. XIV 665. XV 1030. XVII 992. XVIII 635. 
XIX 946. XXI 69. 264. 434. XXII 738. 981. XXIII 490. 623. 907. XIV 755. 
765. 813. 842. 1036. 1093. 1117. — Johannes I 401. 633. II 757. IV 1026. 1028. 



MEISTERGESANG IN MAHREN. 257 

V 801. VI 61. 827. VH965. VIII 1034. X 603. XI 249. XIII 334. 735. 956. 
1009. XIV 51. 419. 951. XVI 6. 730. 1102. XVII 952. XIX 423. 1097. XX 352. 
944.1007.1059.1129. XXI 340. 472. — Apostelgeschichte I 1052 1123. II 
224. 809. 922. 1107. IV 478. 910. 1109. V IUI. XII 416. XVIII 655. XIX 895. 
XX 939. XXIII 483. — Sendschreiben Pauli: an die Römer II 2. XII 1073. 
XIV 870; — 1. an die Corinther I 667. VII 186. XI 206. 657. XII 182. XV 
200. 763; — an die Galater IV 319. 324; — an die Epheser IV 697. V 417; 
— 2. an die Thessalon icher II, II 989; — an Titus II 1006. III 322; — an 
die Hebräer XI 171. — Apokalypse V 742. XIV 105. XIX 79. XXI 600. 
XXH 208. 

Paraphrasen des katechismus: Die zehn geböte cap. I — X 
s. 501. VIII 73. — Der glaube I— XII 514.393. — <6 stück' des hl. 
glaubens 437. Das vater unser I. — VII. bitte &S7.173. — Die sacramente: 
taufe 548.549; — das sacrainent des altars 554. 556; — busse 551. 551. 
553. — Die passion 815. 

Te deum laudamus s. 721. 1045. 

Gebete s. 8. 46. 66. 73. 98. 99. 100. 135. 135. 300. 443. 446. 710. 

Betrachtungen s. 21. 27. 36. 47. 63. 67. 84. 90. 95. 109. 122. 123. 129. 
131. 139. 140. 145. 168. 193. 195. 199. 213. 216. 220. 222. 228. 240. 273. 278. 285. 
290. 346. 376. 385. 395. 439. 440. 494. 557. 577. 645. 650. 712. 978. 1062. 1064. 

Neujahrsgedichte s. 43. 45. 391. 421. 660. 1066. 1068. 1078. 

Jubeljahr s. 158. 233. 

Epitaphium s. 244. 383. 585. 621. 

II. Die weisen. 1 ) 

5 (1:3) Der tiberkurtze Ton Heinrichs v. Eiferding s. 73. 

6 (2:2) Der kurtze Ton Georg Hagers s. 135. 135. 173. 
„ (2:2) Die kurtze Abentrütt Georg Hagers s. 130. 

7 (2:3) Der kurtze Ton Cunrat Nachtigals s. 105. 125. 127. 170. 1 80. 
„ (2:3) Der kurtze Ton Michel Francken s. 74. 

8 (2 : 4) Die Hönweis Wofframs s. 180. 439. 443. 511. 
„ (2:4) Der theilte Ton Hans Foltzen s. 163. 171. 

9 (2:5) Der Blutton Stollen s. 123. 139. 502. 
„ (2:5) Der Blut ton des Foltzen s. 166. 

„ (3:3) Der vergulte Ton Wolffrons s. 128. 551. 

„ J3 : 3) Die alte Weis S. von Steur s. 347. 

10 (3 : 4) Die gesprengte Negeleinweis M. Georg Danbecken s. 46. 
„ (3:4) Die Feilweis Hans Foltzen s. 98. 124. 

11 (3 : 5) Die Rey weis Georg Härders s. 363. 



*) Die vorstehende zahl gibt die verszahl der weise an, die in 
klammern stehenden zahlen das Verhältnis der Zeilenzahlen des Stollens 
und des abgesanges. Wo eine weise in einem horte vorkommt, befindet 
sich die betreffende Seitenzahl in einer klammer. Ausserdem ist dann 
nicht die seite genannt, auf welcher die weise, sondern die, auf welcher 
der hört beginnt 

Beltrftge snr geechiohte der deutschen spräche. XIX. 17 



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STREINZ 

5) Der Spigelton Hainrich Frauenlobs s. (88). 173. (178). 

5) Der schwartze Ton M. Klingsors s. 122. 

6) Die Grundweis Hainrich Frauenlobs s. (178). 506. 1066. 
6) Die klingende Vesperweis Georg Hagers s. 99. 121. 

6) Der feine Ton H. Walthers s. 545. 

4) Der kurtze Ton Hainrich Müglings s. 1077. 

4) Der kurtze Ton L. Nunenbeken s. 511. 

7) Der kurtze Ton Hans Sachsen s. 109. 138. 553. 

7) Der gülden Ton Regenbogen s. (88). 542. 

5) Die Jungfrauweis Sebastian Wilden s. 100. 107. 

8) Der kurtze Ton Hans Vogels s. 48. (88). 167. 541. 

8) Die Meienweis Ulrich Eisslingers s. 45. 

6) Der süsse Ton Härders s. (178). 508. 

6) Die Angerweis M. Mtilners s. 348. 

4) Der hohe Ton Fritz Kettners s. 311. 503. 

9) Der rotte Ton Petter Zwingers s. 108. 
9) Die Schaffweis Baltasar Loschers s. 1058. 

9) Der verholne Ton H. Frauenlobs s. 357. 

7) Der vergessne Ton H; Frauenlobs s. 47. 

7) Der Pflugton Sighards s. 501. 

8) Der Kreutzton H. Walters s. 411. 

8) Die Grefferey Fritz Zorn s. 63. 73. 405. 549. 556. 609. 

6) Die Nahtweis Klingsors s. (494). 

6) Der gaille Ton Frauenlobs s. 867. 

6) Die Circkelweis Albrecht Leschen s. 540. 

6) Die Brieffweis B. Regenbogen s. 509. 

7) Der Hoffton Müglings s. 537. 847. 

7) Die Feuer weis Wolff Buchners s. (88). 710. 948. 

7) Der liebe Ton Caspar Singers s. 546. 

10) Die Froschweis Hainrich Frauenlobs s. 449. 504. 

10) Die fröliche Feldweis Baltas Krübels s. 395. 1021. 

8) Der Baumton Hans Foltzen s. 538. 623. 

8) Die Paradeisvügelweis A. Buschmans s. 1075. 

8) Die Freutweis des Hans v. Maintz s. 882. 

8) Der blowe Ton H. Frauenlobs s. 314. 551. 

8) Die süsse Klagweis G. Danbecken s. 1030. 
6) Die grüne Hagweis Georg Hagers s. 95. 

6) Die Rottkropffleinweis A. Buschmans s. 346. 

13) Geschwinder Ton Hainrich Frauenlobs s. 312. 554. 

11) Der hohe Ton des Stollen s. 670. 

9) Der güldne Ton des Cantzlers s. (494). 548. 

7) Der Creutzton Wolfframs s. (494). 754. 

7) Der grüne Ton Hainrich Frauenlobs (88). 543. 
3) Die Tagweis des B. Regenbogen s. 512. 

14) Der lange Ton Müglings s. A (494). (564). 939. (952). 1019. 
14) Die Gsangweis Römers s. 444. 476. 

14) Die verschriene Lautterweis Bernhart Birsckels s. 308. 



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MEISTERGESANG IN MAHREN. 259 

20 (4:12) Die hohe Gartweis Jeronimi Schmidts s. (168). 300. 436. 

437. 446. 447. 485. 490. 526. 626. 925. 927. (1030). 
(4: 12) Die Goldhamerweis A. Buschmanns s. 340. 
(5 : 10) Die hohe Knabenweis des Paulus Schmid s. 64. 740. 772. 

(1030). 1055. 
(5 : 10) Der klingente Ton Hans Sachsen s. 533. 873. 899. 900. 902. 
(5 : 10) Die Meienweis Lorentz Wessels s. 200. 222. 523. 
(5 : 10) Der Kupfferton H. Frauenlobs s. 67. 667. 912. 
(5 : 10) Die gülden Radweis H. Frauenlobs s. 67. 
(5:10) Der neue Ton Hainrich Frauen lobs s. 356. 
(5:10) Die Schrottweis Martin Schrots s. 383. 721. 
(5 : 10) Die Lillingweis Hans Vogels s. 8. 416. 470. (1030). 
(5 : 10) Die Glaßweis Hans Vogels s. 408. 525. 
(5:10) Die Klagweis Hans Vogels s. 624. 
(5:10) Die gstraffte Zinweis des G. Christian s. 730. 
(5:10) Die klingente Nachtigalweis des A. P[uschman]. s. 342. 
(5 : 10) Die rürende Rösselweis des Niclaus Lindwurm von Steur 

s. 592. 
(6:8) Die Schneweis Michel Mtilners von Ulm s. 244. 417. 421. 

423. 430. 442. 827. 1078. 
(6:8) Die Alment des Stollen s. 6. 110. (494). 613. 668. 
(6:8) Die kurtze Tagweis M. Vogels s. 36. 66. 712. 1045. 
(6:8) Die Rauttenkrantzweis Frantz Kalfurters s. 2. 9. 51. 119. 
(6 : 8) Die Blüeweis des Michael Lorentz s. 532. 842. 928. 
(6 : 8) Die Einderweis L. Wessels s. (1030). 
(6 : 8) Die Freutweis Hans Rosengarts s. 406. 567. 584. 
(6:8) Die Tagweis Heinrich Frauenlobs s. 728. 956. 1030. 
(6 : 8) Der Rossenton Hans Sachsen s. 424. 452. 
(6 : 8) Die grün Weingarttenweis Georg Mairs s. (90). 105. 177. 

231. 1023. 
(6:8) Der gewundne Ton des Caspar Klipisch s. 140. 
(6 : 8) Die elende Wanderweis G. Oswaldts 8. 77, 
(6 : 8) Die gülden Mundlipenweis Cunrat Lipen s. 55. 
(6:8) Der schwartze Ton Hans Vogels s. 714. 
(6 : 8) Der frische Ton Hans Vogels s. 82. 585. 
(6 : 8) Die süsse Klagweis M. Georg Danbecken s. 152. 153. 1006. 
(6 : 8) Die Kelberweis des Hans Haid s. 893. 
(6 : 8) Die kalte Pfingstweis Georg Hagers s. 101 129. 168. 735. 
(6 : 8) Der lange Ton des Hopfengarten s. 868. 1030. 
(6 : 8) Die Jünglingweis des Hans Pantzer s. 157. 
(6 : 8) Die geborgtte Grasmuckenweis des A. B[uschman]. s. 338. 
(6 : 8) Die verlorne Gumpelweis des A. P[uschman]. s. 344. 
(6 : 8) Die Spruchweis Hans Sachsen s. 131. 
(6 : 8) Die geborgtte Freutweis G. Schalters s. 309. 
(7:6) Der graue Ton des Regenbogen s. 635. 933. 1111. 
(7 : 6) Der abgeschidne Ton Linhard Nunenbeken s. 878. 992. 
(7 : 6) Die Morgenweis des S. von Steur s. 53. 940. 

17* 



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(8:6) 



Die höbe Glaßweis Daniel Osten s. 349. 

Der lange Ton Cantzlers s. 752. 

Der neue Ton Six Beckmessers s. 770. 

Der hohe Ton Hans Foltzen s. 639. 689. 

Die süsse Erberweis H. Christof Weyenmairs s. 290. 

Die Gsellenweis des S. von Steur s. 361. 

Die gülden Rad weis Frauenlobs s. 1052. 

Die Jungfrauweis W. Herolds s. 186. 

Der schlechte Ton Caspar Sinngers s. 350. 

Der abgespitzte Ton des C. von Wirtzburg s. 494. 

Der Abentton Cunrad Nachtigals s. 769. 

Die hohe Morgenweis s. (240). 

Die warme Winterweis Georg Winters s. 596. 

Die Senfftkornweis Pauli Senfftlebers s. 731. 733. 

Die Jungfrauweis A. Puschmans s. 336. 

Der Frauen ton Fridrich Kettners s. 132. 1053. 

Die drette Fridweis Baltes Fridels s. (90). 643. 849. 930. 932. 

1026. 1028. 1091. 
Die Rebenweis Hans Vogels s. 155. 974. 976. 
Der Hofton des Cuurat von Wirtzburg s. 857. 886. 
Der verschidne Ton Pauli Schmids s. 429. 440. 1071. 
Die Nachtweis Seuerini von Steur s. (145). 285. 1068. 
Die Nachtweis Krigsauers s. (90). 
Die Klagweis L. Wessels s. 958. 
Die Löwen weis Peter Fleischers s. 216. 
Der vnbenante Ton s. (240). 
Die Meyenweis Georg Schillers s. 306. 
Der Creutzton Popen s. (494). 
Der Würgendrtissel Hain rieh Frauenlobs s. 888. 
Die neue Blumweis P. Schmids s. 352. 
Der getheilte Ton Cunrat Nachtigals s. 535. 678. 797. 

840. 905. 
Der verschidne Ton Heinrich Endres s. 522. 
Der gülden Gnadenthron Hans Sachsen s. 708. 
Die lange Kornblü Hans Zans s. 364. 
Die Herdt Felderweis Veitt Fischers s. 607. 
Die Blumweis des M. Lorentz s. 181. 
Der krönte Ton Raphael Dulners s. 193. 195. 238. 910. 1132. 
Der verschrenckte Ton Caspar Beizen s. 38. 71. 144. 208. 

1097. 
Der Schatzton Hans Vogels s. 43. 228. 372. 
Die Aichornweis Baltas Loschers s. 13. 50. (90). 
Die theilte Krtigelweis H. Leutsdörfers s. 15. 150. 
Der Laidton H. Frauenlobs s. 907. 909. 
Der hohe Vnuerzehrte Michel Vogels s. 836. 
Die Trachenweis s. 240. 
Der Laitt Ton des Bartolt Regenbogen 8. 665. 



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MEISTERGESANG IN MÄHREN. 261 

23 (4:15) Der lange Ton des B. Regenbogen s. 69. (118). (494). (564)' 

574.577.(952). 1064. 1121. 
(5 : 13) Der verholne Ton des Fritz Zorn s. 923. 1041. 
(5 : 13) Die Kleeweis Onophri Schwartzenbachs s. 516. 
(6 : 11) Der süsse Ton Hans Vogels s. (145). 158. 962. 1109. 
(6:11) Die Morenweis Schwartzenbachs s. 246. 
(6:11) Die zarte Buchstabenweis M. Höschen s. 611. 
(6: 11) Die Wanderschafftweis Georg Wieners s. 605. 
(6:11) Der Lindenton Hieronimi Drapaids s. 528. 
(7:9) Die wol brende Zigelweis Wolf Bautners s. 1073. 
„ (7:9) Der schlecht lange Ton des Cunrat Nachtigal s. 409. 745. 

755. 865. 884. 967. 1015. 1059. 

24 (5:14) Die Zugweis Fritz Zoren s. 32. 
(5:14) Der neue Ton Hans Sachsen s. 757. 
(6:14) Die frö liehe Morgen weis O. Schwartzenbachs s. 520. 
(6 : 14) Die Sittichweis A. Baschmans s. 334. 
(6 : 14) Die Wachtelweis A. Buschmans s. 333. 
(6 : 12) Der verwirtte Ton Hans Vogels s. 1. 578. 
(6 : 12) Der unbenante Ton des Fritz Zoren s. 853. 880. 922. 1024. 
(6: 12) Die Straffweis Hans Foltzen s. 855. 861. 1087. 
(6 : 12) Der bewerte Ton Hans Sachsen s. 631. 633. 644. 760. 970. 

1082. 1093. 
(6: 12) Die Pilgramweis Marx Buntzels 8.142. 
(7: 10) Der stareke Ton Cunrat Nachtigals s. 675. 
(7:10) Die Gsangweis Albrecht Leschen s. 807. 1119. 
(7 : 10) Die Gsangweis Hans Sachsen s. 985. 
(8 : 8) Die Turteltauben weis A. Buschmans s. 331. 
(8 : 8) Die linde Zuchtweis Christoff Simons 8. 750. 
(8 : 8) Der lange Ton Heinrich Frauen lobs (118). 136. (494). (564). 

763. 765. (952). 

25 (5 : 15) Der neue Ton Hans Sachsen s. 358. 616. 657. 697. 767. 788. 

815. 818. 821. 903. 942. 995. 1084. 1105. 
(5 : 15) Die Zugweis des Fritz Zoren s. 103. 920. 
(6: 13) Die gülden Schlagweis Nunenbecken s. 582. 690. 859. 
(7:11) Die hohe geblümte Morgen weis Georg Morgensterns s. 354. 
(7:11) Die vermante Weis des Hans Schartz von Wen wert s. 673. 
(7 : 11) Der gfangne Ton Hans Vogels s. (90). 96. (145). 224. 236. 
660. 1123. 
„ (7 : 11) Der Laidton Kunrat Nachtigals s. 197. 655. 677. 959. 
„ (8:9) Die Engelweis Hans Vogels s. 75. (145). 457. 464. 466. 468. 

474. 481. 483. 488. 492. 793. 981. 1102. 1107. 

26 (6:14) Der abgeschidne Ton Sebastian Schwein felders- s. 951. 

979. 1115. 1125. 
(7 : 12) Die süsse Honigweis Linhart Ferbers s. 804. 
(7 : 12) Der lange Ton des Mtinch von Saltzburg s. 376. 
(7:12) Die Chorweis des Münch von Saltzburg s. 393. 813. 935. 

972. 983. 987. 1089. 



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262 



STREINZ 



26 (7:12) 



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29 


(6 : 17) 


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30 


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(9 : 12) 


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(9 : 12) 



Die Gsangsweis Hans Sachsen s. (168). 699. 701. 702. 704. 

706. 895. 897. 978. 1043. 1080. 1099. 1113. 
Der starke Ton Cunrat Nachtigals s. 726. 
Die Pfauen weis des Heinrich Endres s. 530. 
Die Trauerweis Lorentz Eslingers s. 518. 
Der prowirtte Wessel s. 206. 
Die neue Chorweis Georg Hagers s. 598. 1062. 
Die Morgen weis Hans Sachsen s. (145). 1003. 
Der lange Ton Ludwig Marners s. (118). (494). (564). 645. 

650. 946. (952). 
Der junge Ton Michael Francken s. 84. (90). (145). 
Der schöne Ton Jeronimi Rigers s. 514. 
Die Hamerweis Leonhart Nunenbecken s. (90).(145). 164. I 036. 
Die Engelweis Michael Mulners von Ulm s. 403. 799. 801 . 809. 
Die starke Heldenweis Georg Hagers s. 162. 590. 
Die lange fröliche Morgen weis des Hainrich von Efferting 

s. 367. (494). 
Die Rauttenkrantzweis Hans Kalfiirders s. 1039. 
Der lange Ton Wolffrons s. 86. 784. 
Die Schranckweis Hans Foltzen s. 684. 686. 786. 1129. 
Der verborgne Ton Fritz Zoren s. 568. 
Der Paratreien Fridrich Kettners s. 432. 434. 487. 834. 851. 

1056. 
Der lange Ton Caspar Singers s. 16. 171. 175. 671. 
Der keisserlicbe Paratreien Lorenz Wessels s. 301. 401. 
Die grüne Lindenblüweis Baltasar Schreyers 8. (233). 
Der blosse Ton M. Herwärts s. 811. 913. 936. 1117. 
Die lange Schlagweis Caspar Wirtzs 8. 61. 748. 
Die Alsterweis A. Buschmans s. 322. 
Die Fögelweis aller Vögel des Adam Buschman s. 379. 
Die Falckenweis A. Buschmans s. 326. 
Die Papageyweis A. Buschmans s. 328. 
Die Vögelweis Hans Vogels s. (249). (264). (1034). 
Die fröliche Hermelweis Hans Setelmairs s. 399. 723. 
Der gflochtne Ton Caspar Beizen s. 832. 
Die frische Wolffsweis Baltas Loscherß s. 603. 
Die gflochtne Blumenweis Wolf Mosts s. 719. 806. 
Die raisige Freutweis Georg Schehners s. (249). (264). 838. 

(1034). 1127. 
Die grüne Frülingsweis Martin Eaissers 8. 213. 
Die frembte Schifferweis M. Drülners 8. 621. 
Die fromb züchtige Nonnenweis Wolf Bautnerg s. 381. 600. 

742. 1059. 
Der freie Ton Hans Foltzen s. 31. (249). (264), 682. 
Die Schifferweis Martin Trainers 8. 217. (233). 
Die Neujarweis Seuerini von Steur s. 391. 
Die stumpffe Starweis A. Buschmans 8. 324. 



MEISTERGESANG IN MÄHREN. 263 

30 (9: 12) Die höh leibfarben Psalterweis Hans Glöcklers s. 989. 
„ (9 : 12) Die süsse Meienblüeweis M. Düren s. 56. 1007. 

„ (10 : 10) Die Osterweis Pauli Ringsgwands s. 249. 264. 944. 965. 
„ (10: 10) Die verwirrte Osterweis G. Hagers s. 29. 
„ (10: 10) Der wilde Ton Sebastian Wilden s. 11. (249). (264). 
„ (10 : 10) Der gülden Ton Herman Vogelgsangs s. 4. (249). (264). 1009. 
„ (12 : 6) Der hohe Ton Lorentz Wessels s. 58. 125. (249). (264). 278. 

(1034). 

31 (8 : 15) Der lange Ton des Vnglertten s. 844. 

„ (8:15) Die brüderliche Weis Joseph Schmierers s. 304. 

„ (8 : 15) Die Meienweis Michael Francken s. 738. 

„ (8 : 15) Die lange Feldweis M. Vogels s. 795. 

81 (9 : 13) Die Steigweis Lorentz Stielkriegs s. 692. 

„ (9:13) Die feilfarben Flocken weis Fridrich Fronners s. (233). 

32 (8: 16) Die helle Troschelweis A. Buschmans s. 319. 

„ (9:14) Die starcke Lindwurmweis des Nicklaus Lindwurm von 

Steur s. 594. 

33 (5 : 23) Der Prophettendanz Ludwig Marners s. 389. 

34 (6 : 22) Der lange Ton Walters s. (494). 

„ (7 : 20) Der schlecht lange Ton Hans Sachsen s. 242. 370. 628. 

694. 870. 

„ (8: 18) Der lange Ton Ulrich Eislingers s. 18. 34. 40. 
36 (7 : 22) Der Blutton Hans Zans s. 112. 

„ (10 : 16) Der lange Ton des Meienschein s. 419. 426. 454. 458. 461. 

472. 478. 

„ (12: 12) Der lange Ton Heinrich Bartt s. 637. 

„ (12: 12) Die lange Zughobelweis G. Oswalds s. 182. 
38 (8:22) Der gülden Ton Lorentz Wessels s. 1012. 

„ (11 : 16) Der gülden Ton H. Frauenlobs s. 366. 
40 (10 : 20) Die lange Laistweis Georg Hagers s. 587. 

,, (11 : 18) Die gülden Cronweis M. Gumpels s. 220. 

„ (11 : 18) Die Chorweis Hans Foltzen s. 261. 679. 790. 829. 890. 997. 
46 (16: 13) Die lange froliche Morgenweis M. Drülners s. 21. 115. 210. 
46 (13:20) Der lange Ton Marx Megers s. 27. 

„ (12:22) Die hohe Bergweis Hans Sachsen s. 412. 716. 
48 (12 : 24) Die Camelweis B. von Wat (aber nit bewert) s. 385. 
50 (12:26) Die starke Greifen weis Georg Hagers s. 289. 

„ (12:26) Die vberlange Eranckweis A. Buschmans s. 315. 
66 (17 : 22) Die hohe Verschlagweis L. Wessels s. 202. 

„ (17 : 22) Der versetzte Ton Pauli Ringsgwands s. 79. (269). 281. 

1047. 
58 (12 : 34) Der vberlange Ton des Bartel Regenbogen s. (269). 662. 
66 (18:30) Der vberlange Ton Hans Sachsen s.(269). 774. 779. 
79 (22 : 35) Der vberlange Ton G. Hagers s. (187). 
81 (20 : 41) Die vberlange Sumerweis Wolff Herolds s. 184. (187). 
88 (22 : 44) Der vberlange Ton Hans Vogels s. (187). 273. 
98 (25:48) Die vberlange Adlerweis A. Buschmans s. (253). 291. 



I 



264 STREINZ 

106 (27 : 52) Die vberlange Fügelfreut Michel Vogels 8. (253). 

108 (36 : 36) Der vberlange Ton Caspar Beizen s. 253. 557. 

115 (33 : 49) Die vberlange Tagweis Onophri Schwartzenbach s. 1001. 

HL Die dichter. 

Wolf Bauttner s. 236. 238. 244. 429. 585. 607. 609. 611. 621. 626. 
660. 714. 733. 735. 738. 740. 995. 1039. 1071. 1073. 1077. 1078. — Benedik- 
hoffer s. 616. — Magister Georg Danbek s. 613. 1026. — Hans Deu- 
singer s. 358. — Hans Drusins s. 200. — Martin Dtir s. 1007. — Lin- 
hart Ferber s. 806. — Paulus Freudlechner s. 29. 45. — HansGlöckler 
s. 952. 958. 959. 979. 983. — Balthasar Grübel s. 1021. — Martin Gümpel 
195. 217. — Georg Hager s. 182. 187. 202. 992. 1068. — Caspar Heintz 
s. 730. — Georg Holtzbock s. 587. 592. 594. 596. 598. 600. 603. — Georg 
Ichinger s. 233. — Michael Imhel s. 1036. — Hans Kalfürder s. 1045. 

— Max Kl ai be r s. 1058. — Caspar Kli pi s ch s. 723. 726. 728. 731. — Krig- 
sauer s. 39! — Abraham Letscher s. 88. 90. 96. 98. 99. 100. 101. 103. 105. 
105. 107.108.112.115. 118. 121. 122. 123. 124. 125.125. 127.128.129.130.131. 
132. 138. 139. 164. 166. 167. 168. 170. 171. 171. 173. 173. 175. 1062. — 
Niclaus Lindwurm s. 46. — Peter Lindwurm s. 43. — Ichel Lorenz s. 
765. — Hans M tilner s. 1. — Simon Othoffer s. 712. — Hans Pantzer 
s. 56. 405. 1009. 1015. 1030. 1034. — Adam Puschman s. 253. 306. 308. 
311. 312. 314. 1075. — Benedick Ringlschmid s. 222. — Hainrich 
Rösel s. 11. 13. 51. — Hans Sachs s. 86. 242. 409. 411. 412. 628. 631. 
633. 815. 818. 821. 997. 1041. 1053. — Sailer s. 838. — Gregor Schaller 
s. 246. 309. 564. — Paulus Scher er s. 177. — Joseph Schmierer 8. 
304. — Johannes Seifert s. 77. — Wolf hart Spangenberg s. 228. 231. 

— Johann Spreng s. 157. 186. 193. 291. 395. 623. 710. 1028. 1043. 1056. 

— Jacob Thoma s. 142. 144. 158. 162. — Andreas Virich s. 16. 145. 
150. 152. 153. 155. — Johannes Virich s. 163. 178. 180. 180. — Jacob 
Warz s. 939. — Benedict von Wat s. 213. 240. 301. 370. 719. 752. 981. 
985. 1059. — Hans Weidner s. 36. 742. 1023. — Lorenz Wessel s. 4. 
249. 401. 1003. 1012. — Hainrich Windbusch s. 47. — Hans Winter 
s. 224. 381. 383. 721. 989. — Johann Zehendhoffer s. 220. 582. — Jobst 
Zollner s. 605. 

IT. Verzeichnis der lieder nach ihren anfangen. 

seite seite 

A. Als absalom verfolget hete 932 

Ach Herre Gott ich ruf Zu dir 210 Als an dem heiligen pfingstag 922 

Ach herr wan ist der letzte dag 36 Als Antiochus der Tiran 616 

Ach wie schön ist 381 Als auß Egipten Zoch obram 972 

Actis im Andren spricht 224 Als Christus durch sein Leiden 623 

Ad corindhios am fÜDffzehen- Als Christus het Vollend 956 

den Caputt 763 Alß Christus nach seiner er- 

Allein zu gottes ehre 888 klernng 731 

Als abrahame 873 Als Christus wandten wore 754 



MEISTERGESANG IN MAHKEN. 



265 



seite 

Als der sabaht vergangen wor 1043 

Als ein leuidisch man 66S 

Als Ezehiaß zn der Zeitt 613 

Als gott den adam erschaff frey 367 
Als gottes Volck gefanngen 

was 857 
Als gottes wortt der weit hei- 

land 1082 

Als gott wider aufrichten wolt 115 

Als in der wüsten Juda wor 1024 

Als Jacob wonet in dem Land 905 
Als Jephte an dem Volck 

Amon 689 
Alß Jesus gehn wolt in den dott 423 

Alß Jesus Zog Vil Volckes nah 827 

Als Jesuß Zu Jerusalem 426 

Alß Joseph die Zween Träume 942 
Als Josephs prüeder wolten 

heim 840 

Als Eoning achab starbe 628 

Als Koning Benhadat 118 

Als Koning nebucotnecar 631 

Als maria reinigung 983 

Als mose durch die wüsten 855 
Alß nun Jesus der herr er- 

kendt 432 

Als nun Jesus der herre kam 635 

Als saul verworffen wor 488 

Alzeitt libt mir im hertzen 173 

Am ersten dage nun 976 

Am 9 Esaias spricht 1080 

Amoß an dem funfften 1019 

An dem sechsten Genesiß stet 315 

An dem sibenzehenden 366 
Auf dich mein Gott ich^draue 142 

B. 

Bedraht das acht 73 

Bedracht mein seel 290 

Beschriben hat Johaneß 401 

C. 

Christ ist erstanden 74 

Christum der weit heyland 554 

Christ uns sagtt 704 
Christus Aus seim göttlichen 

Mund 173 



seite 

Christus der hcrr 1030 

Christus der herr thut sagen 730 
Christus der spricht das himel- 

reiche 670 
Christus der sprichtt ein gutter 

bäum 706 

Christuß hat auferwecket 242 

Christus hat dreierlei Znkunfft 686 
Christus spricht durch die 

engen pfortt 702 
Christus thut vns ein schöne 

lehr fürgeben 403 
Christus Vnnser liber Heiland 6 

D. 

Da Christus hat erkendt 556 

Da Jesus war 677 

Da Joseph Verkaufft wore 940 

Da Eoning pharao gebott 487 
Daß acht gebott saget Vns 

klerlich also fein 509 
Das acht vnd dreisigst sirach 

rauch 847 
Das acht Vnnd Zweinzigst ma- 

thei 470 

Das ander machabeorum 923 

Das Buch der weisheitt eigen 723 

Das dreyzehend Hosee liß 567 

Das dreizehend thut nemen 1009 

Daß dritt Capittel an Tittum 322 

Das dritte gebot Klerlich 503 

Daß ein Vnnd Zweinzigist 363 

Das 1 Buch Mose sagen thutt 935 

Das erst Koning Buch sprich te 1055 
Das ftinfft Gebott thut dich 

fein Vnder richten 506 
Dasz fünftzehendt Caputt 155 
Daß fünff vnd dreisigst genesiß 644 
Das himelreich hoch wichtig 1023 
Das hundert vnd drit psalm lid 326 
Daß Neun dt Gebott an be- 
schweren 511 
Das sechst gebott sagt Vns 

Nun Von den frechen 507 
Das sechst Vnd Zweinzigiste 

Klar 786 



266 



STllEINZ 



scite 

Daß secbzehent on Klag 1071 

Das sibentgebottthut an zeigen 508 

Daß 4 Im andren Koningbuch 454 
Dasz Virtt Koningbuch im 

fünfflen sprichte 309 

Daß Vir Vnd Zweinzigst mathei 637 

Das Virzehend Im Richterbuch 699 

Das Virzehend Jesus sirach 678 
Daß wort des herren gschah zu 

Jona linde 774 
Daß 12 In appocalipsiß 416 
Dauid der prophet Gütig 590 
Dauid dut gar dröstlich an- 
zeigen 342 
Dauid het in seim leben 694 
Dauid Im ersten psolmen 

spricht 167 
Dauid verkündet das reich 

Christi her 1105 

Demut die edle dugent 125 

Der Christlich glaub beweist 528 
Der Göttlich frid Vnnd Eining- 

keitt 13 
Der gros prophet Jeremias 180 
Der heillig Euangelist Klare 51 
Der heilig paulus Vns beschrei- 
ben thut 319 
Der herr Christus demütig 738 
Der herre werd 451 
Der Herr ist König worden 

Krönet 930 
Der Herr ist mein Hirt dorumb 

mir nicht manglen kan 136 
Der Herr Jesus Johanes in dem 

Ailffren sprichtt 494 
Der herr osee an dem fünfften 

spricht 447 

Der herr zeiget mir ein gesichtt 2 1 3 
Der hundert fünff Vnnd vir- 

zigist 29 
Der Konin gklich prophet Da- 
uid 389 
Der philistiner schar 16 
Der prophet Esaias rette 356 
Der sibende psalm Dauid Also 
sprichtt 379 



aeite 
67 
370 
540 



657 
324 
236 

584 
609 

103 
742 



Der weg Hin zu dem leben 
Deß herren wortte 
Die dritte Bitt mit wortten 
Die einsetznng Christi Vom 

abentmal 
Die epistel an die Galater 
Die ewig Göttlich Majestät 
Die Geburtt Christi freuden- 
reich 
Die Göttlich Majestet 
Die heilig schrifft zeigt als wir 

lessen 
Die herligkeitt 
Die Himlisch freudenreiche selig- 

keitt 109 

Die naren in den hertzen 867 

Die weit liget in Sünden schwer 551 
Do der Hanptman in siria 795 

Do israel gotteß Volck durch 

die Wüsten Zoh 
Do Jesus aufferstanden was 
Do man zeit von erschaffung 
Do nun Joseph gefangen lag 
Drey ding straffet der heilig 

geist 
Dreyerlei straff 
Drey feind mit Macht 
Drey figur der Vrstent Christi 
Drey figur deuten auf Christum 333 
Drey frumer Konig Jude Vns 

erzeilet 
Drey grose deurung schwere 
Dreymal geweinet hat Christas 
Drey Zukunfft Christi Vns Ver- 

künd 
Du solt den Namen gottes 

deines herren 



281 

1117 

346 

682 

970 

1001 

168 

34 



779 

187 
18 

1113 



502 



E. 



Ein Bett psalmen Zu gottes 

preiß 59S 

Einen psalmen ganz Tröstlich 592 

Ein epistel gesendet wurt 978 

Ein freudenreicheß Kindelein 163 

Ein Glückseligeß neueß Jor 45 

Ein Gottlosser gedencket 193 



MEISTERGESANG IN MÄHKEN. 



267 



seite 

Ein Neueß lied dem Herren 

Sinngtt 851 

Ein neu glückselig Jor 391 
Ein schönen drost dntt Vns 

paulus für schreyben 47 
Ein 8 dags ich ausspaziret 195 
Ein weisagung Dauid Beschrei- 
bet 596 
Ein wort wirt Bey den Christen 

gfürt 514 
Ephesioß im Viertten Vnder- 

weist 697 
Erkoren sprichtt Tm andren 

Lucas 582 

Erstanden ist 11 
Erzürn dich nicht In deinem 

Mnt 110 

Esaias thnt Klor weisogen 865 

Es begab sich da Jesus Korn 665 

Es frewet sich 304 

Efl geht doher die letzte Zeitt 38 

Es gibet Vns ein schöne lehr 25 

Es gschach das wortt des herren 86 1 

Esz ist der glaub ollein 171 

Es saget Vns das Zehend 511 

Eß sänge 301 

Eß schreibt der prophet Hagai 348 

Es schreibt lucas 959 
Es sind der gaben gottes Vil 

Vnd Mancherlei 444 
Es sind drey erschröckliche 

ding 395 

Es sprich tte 895 

Ewiger gott vud Votter mechtig 577 

Exodi am dreyzehenden Capittel 457 
Ezehiel sprichtt durch denn 

geist 832 

F. 
Fein meldet das buch der weiß- 

heitt 202 
Freuet euch All Ir üben 

Christenleut 626 
Freuet euch mit Jerusalem der 

stat 925 

Freutt euch, freut euch 995 

-Freut euch ir Christen alle 162 



seite 

Freut euch ir Christen leut 175 

Freut euch Von hertzen Alle 238 

Freut frolockt Jubiliret ol 48 
Frisch höret ich ein Vogelschal 82 

Frolocket oll ir Christen Kind 376 

Frolocket ir Christen andehtig 233 
Frolocket Vnd freut euch mit 

wun 405 

Frolockt ir Christen ol Igeleich 228 
Frolockt mit freudenreichem 

schal 1056 

G. 
Gar herlich Vnns Beschreiben 

thut 417 

Gedreuer Gott ich ruf Zu dir 406 

Gehn Corintho 655 
Genesiß Im andren sprichtt 

schon 1075 

Genesisz klar 101 

Gesangeß Kunst erfreuet mich 1 

Glaub lib Vnd hoffnung 440 

Gott Gab machabeum bequem 752 

Gott förhten ist für/vor 107 
Gott hat den Menschen An- 

fencklich erschaffen 166 

Gott ist almechtig 518 
Gott ist Vnser hoffnung Vnd 

Sterck 701 
Gott stet in der gottes gemein 834 

Gott Vatter Aus der 645 

Gott Vater sun heiliger geist 27 
Gott Votter in dem höchsten 

thron 568 
Gott Votter sand den heilling 

geist 897 

Gwiß Vnns Beschreiben thute 1125 

H. 

Hagai sagtt an Mittel 347 
Herodes het Johanum lassen 

fangen 492 

Herr gott ich wil dich Breissen 53 

Herr gott himlischer Votter 443 

Herr gott Verlas Vns nicht 100 
Herr gott Votter wir loben 

Pich 135 



268 



STKE1NZ 



seitc 

Herr ich wil dir dancken Von 

gantzem hertzen 873 

Herr Jesu Christ 246 

Herr Jesu Christ 98 

Herr mein gott ich ruffe zu Dir 594 

Herr Neige 679 

Herr Vnser gott dich loben wir 1045 

Heut Triumphiret gottes söhn 144 

Heutt sollen wir Vns fleissen 740 

Hie Haben wir 3 exempel 750 

Hörd sinngen 690 
Hörd wie Marcus das seh- 

zehend 714 
Höret die Geburt Jesu Christi 

höh 358 

Höret es ist das Himmel reich 88 

Höret wie der psalmist 1077 
Höret wie gott der herr groß 

mechtig 9 
Höret wie In dem Zweinzigi- 

sten 733 
Höret wie sanet paulus der 

frume Man 1073 

Hör mir Zu Israel du haus 868 
Hört als Jesus Christus geboreu 

war 928 

Hört das Vier Vnd fünffzigiste 639 
Hört die predig petri an dem 

pfingstage 1107 

Hört ein 253 
Hört Ir Christen Im sehsten 

Monat word 1084 
Hört ir Christen was der ol- 

mechtig gotte 278 

Hört ir Christen wie 112 

Hört Johanes beschreibet 603 

Hörtt Daniel das dreizehend 372 
Hörtt es geschach des herren 

wortte 1091 
Hörtt wie Danid in dem hun- 
dert Vnd Virtten 948 
Hörtt wie der sprach zu mose 708 
Hört wie Abgötterei 273 
Hört wie aetiß in der geschichtt 478 
Hört wie Lucas 907 
Hört wie Lucas Beschreibe 770 



seite 

Hört wie sirach der weise Man 585 
Hörtt wie Vnns Klerlich In 

der apostelgeschichtt 939 

Hört wie zun Römern schribe 870 

I. 

Ich breiß dich gott Votter im 

höchsten thron 300 

Ich breiß die singer ollgemein 40 

Ich danck dir gott für deine 

gütt 66 

Ich dancke Dir o herre mein 8 

Ich freue mich von Grund 

Meins hertzen 525 

Ich glaub an Gott zu aller Zeitt 393 

Ich Glaub In gott Vatter All- 
zeit 516 
Ich hob gor lanng 197 
Ich Klage 261 
Ich wil dem herren mein 671 
Ich wille 790 
Ich wil mit frölicher andacht 

erschwingen 140 

Ich wünsch euch Allen Hie 

für war 1068 

Im Anderen buch der Koning 

wir klerlich lessen 75 

Im andren Buch samueliß Be- 
schreibet 312 

Im Andren Buch samuelis das 

sibend Klor 564 
Im andren Capittel beschreibt 

lucas 485 
Im Andren Koning Buch das 

Viert 692 

Im dreysig steil Caput sirah 127 

Im dreyzeh enden spricht sirah 336 

Im dritten der geschichtt lucas 607 
Im ein vnnd zweinzigisten der 

geschichte 793 

Im glauben forte 530 

Im Glauben Mercket 520 

Im Neunten Matheus 41A 
Im Neuntzehenden sehreibt 

lucas & 46 



MEISTERGESANG IN MAHREN. 



Im Nenn vnd Zw einzigigten 

Capittel 
Im Beengten danielin stet 
Im sechsten d&nielis stete ' 

Im sechsten Monat wore ! 

Im aechzlgisten Esaias 
Im Vatter Vnaer Klare 
Im Viertten der geschieht« 
Im Vier vnnd Zweinzigisten 

Beschreibt Jucas 
Im "Virt spricht niareuß 
Im Virtzigsten esaias 
Im Vir vnud Zwanzigsten Klor 1' 
Im Vir vnd Zweinzigsten lucas 1 
Im zweinzigisten thut sirach 

In dem ailfften da stete ' 

In dem andren schreibt Lucas 

Klar ! 

In dem drei ze Lenden ich find 
In dem ersten buch mose bei 
In dem ohzehenden Bericht 
In dem propheten Jeremia fein 
In dem richter Buch in dem 

ailffteu stete ; 

In dem G monat gott ans dem 

thron • 

In dem Zwey Vnd Virzigistcn 

Esaias < 

In der gesehiehtt in dem andren 

mit Name I 

In seinem ailfften spricht lucas < 
In dem simbolo ApoBtoloruin 
In dem 2 schreibt matlieua : 
In Gotteß namen heb ich an 
In priuio ad corintiull 
In sprlichen das dreisigist such : 
lo Vnarem Glauben wirt Re- 
ttend t : 
In Vnsrem Vatter Vnser doch : 
Ir Christen hört des herren 

passion 
Ir Christen Jung Vnnd alt < 
Ir Himel lobt den herren 
Ir üben Christen lost Vns 

dancken schone 1 



Ir Üben Christen Mercket 
Ir üben Christen Nemet wor 
Ist iemand gulsmuls der sinng 

pso/mentider 
Israel hat noch Alzeitt gort 

J. 
Jauchtze du dohter Zu Zion 
Jauchtzel dem herren ölte weit 
Jeremias der hob prophet 1 
Jeremias In seiner Klag 
Jeremias weisaget dort ■ 

Jean Christe 

Jeans der Ist mein gutter Hirt 1 
Jesus geboren word noh dem I 
Jeauß o Almechtiger herr 
Johanes an dem sibenzehenden 

Beschrih 
Johanes Appocalipsiß 
Johann eP Beschreibet doß 

Zweynzigiste 
Johannen das 
Johaneß der enangelist 
JohamieD der euangclistc 
Johanes eigenlich erklert 1< 

Johanes z ein gar schönen 

Spruch 
Johannes im G bekennet 
Johanes in dem fünffteu Zeiget 

ane 
Johanes schreibet In dem an- 
dren sein 
Job ane Bach reibet In dem sech- 

zehenden 
Johannes schreibt Im achten 

Klor 

Johanes Vns Beschribe 
Johanes Vns Bescbriben bat t 
Joseph wort von den Brüdern 

Jndicnm Im sibenden Caput 

saget fein 
Judicum Im Zehenden stet 



1102 

1034 



270 



STREINZ 



seite 

Klar im buch der weisheitt da 

stet 289 

Klar matheus im ersten schrib 958 

Klerlich saget im Neuntzehen- 
de n 920 

Koning Dauid durch gottes 

geist Vnd gaben 153 

Koning Dauid thetgor andehtig 

singen 152 

Knnd thut mose 269 

Kunt wirt im sehzehenden 838 

L. 
Last Vnns preisen Vnd loben 99 

Lobet den herren olle 180 

Lobet den herren olle gleich 130 
Lob sey Gott In dem Höchsten 

thron 745 
Lobt den herren In seinem 

heilig thum 138 

Luca im dreizehenden 178 

Lucas Beschreibet Cläre 350 

Lncas Beschreibet Vns an list 434 

Lucas beweist 1052 

Lucas Christi Euangeliste 69 

Lucas im Andren Capittel 481 

Lucas im ersten Capittel 811 
Lucas im drey Vnd Zwein- 

zigisten caput 490 

Lucas im ersten schreiben thut 985 
Lucas im ersten schreibet Klor 806 

Lucas Im euangely sein 1041 
Lucas im Vir Vnd Zwein- 

zigisten Zeiget an 765 

Lucas im Zehenden Beweiset 1015 

Lncaß im 2 beschreibt 476 

Lucas .im 2 Capittel Bekenet 900 
Lucas im Zwey Vnd zwein- 

zigisten spricht e 981 

Lucasz im Zwölfften Zeiget an 96 

Lucas in der geschieh te 1003 

Lucas in der geschichtte 1132 

Lucas nach lenng anfinge 1115 
Lucaß schreibet Im andren 

Klare 338 

Lucas schreibt klare 992 



seite 

Lucas spricht Im Andren 468 

Lucas spricht Im Ersten 474 
Lucas sprichtt im Zwelfften 

Capittel 849 

M. 
Mähet euch her Zu mir Ir Vn- 

erfohrnen 125 
Maria war Verdrauet schon 807 
Marcus beschreibet Klore 769 
Marcus der wor Euangelist 913 
Marcus im sehzehenden 675 
Matheus am ersten spricht 927 
Matheus am fünffzeh enden Ca- 
pittel 464 
Matheus am 17 henden Klore 799 
Matheuß an dem achten 64 
Matheus feine 55 
Matheus im fünfften Caput 433 
Matheus in dem andren spricht 797 
Matheus in dem dritten 311 
Matheus schreibet in dem 

dritten sein 788 
Matheus in dem sehs vnd zwan- 
zigsten S93 
Matheuß schreibet Klare 4 
Matheus schreibet Klor 974 
Matheus schreibet Klore 979 
Matheuß schreibt für wore 804 
Matheus schreibt Im fünff- 

zehenden 424 

Matheus thut für geben 231 
Mein Kind Vergiß meines ge- 

setzes nichte 58 

Mensch thu Kein Bus 673 
Merck auf du werde Christen- 

heitt 71 
Mercket Ir Christen ohn Ver- 

drus 546 
Methusalah sein oller ist ge- 
wessen 123 
Mit wirten 9$7 
Mose der man gottes genand 501 
Mose in dem ersten Buch sein 306 
Mose schreibet Im sechsten 

Klar 760 

Mose Vnns eigentlich fürhelt 56 



MEISTERGESANG IN MAHREN. 



271 



seite 



N. 



$m Aber der sabath 

erganngen 400 

m aber die weibe 1053 

aa achab gestorben war 578 

aa Ahasueroß der per- 

Koning groß 29 t 

i als Johanes in Appo- 

s 71» 

i aus gottes gnade 1109 

n Christus erstanden 

043 

n Christus erstanden 

n Christus erstanden 

1059 

ii Christus gedauffet 

033 

i Christus ging in den 

1097 

q das Euangelion 895 

i Dauid Im Kriege 912 

i der enngel wort Ge- 

784 
l der Tiran Nicanor 844 
a die Thesalonicher 989 
a erstanden wor Jesus 813 
m Gehn Hiniel fuhr 
us 1123 

i Herr Dauid flüchtig 

458 
i Jcphte thet amon an 
n 899 

Jesus der heiland fron 430 
. Jesus der herre ginng 933 
i Jesus erstanden wo 8 472 
n Konig saul mehlig 177 
l pfingstag IUI 

i salomon 880 

i Vns Aber 483 

i Vnns Jesus wor ge- 

884 
i wider gott muret Is- 

707 
Mein herr 002 

ten wir den heilling 

73 



ssite 

Nun folgtt die ander Taffei gut 504 
Nun habt ir die gebot Ver- 

numen 5 1 2 

Nun Volgtt die Ander Bitte 538 

O. 

O Christ Bedraht 204 
O Christ Bedraht im hertzen 

dein 63 
O Christenheitt Bitt Vmb gednlt 542 
O Christenheitt merck an Ver- 

drus 549 
O Christen Mensch nim cß gar 

wol zu hertzen 533 

O das ich Künde ein schlos an 77 
O du Gedreuer heyland Jesu 

Christ 446 
O du Geliebte seel Bedracht 

von herzen 710 
O Gott hilff mir ich leide 

schmerzen 748 
O Gott in deinem höchsten 

thron 712 

Gott mein herr 40 

O Gott Vatter 545 

herre wie ferre 829 

O herre Gott wir loben dich 721 

O herr gott hcilliger geist 21 

herr neig zu mir eben 399 

O ir Christen Bedencket eben 199 

ir Christlichen ritter 220 

mein herr vnd gott 716 
mensch leb nicht so sicher 

gar 285 
O mensch schau deinen schöpffer 

an \ 95 

O Mensch thu alle Zeit Brobircn 1004 
O mensch thu doh mit draurig- 

keitt 383 

P. 

Paulus Berichtt 1006 
Paulus schreibet an Mittel 667 
Pauluß schreibet von den Jung- 
frauen 186 
Paulus seine Cohrinter lehrt 200 
Petrus Im 2 capittcl 1119 



272 



STREINZ 



seite 



R. 



Recht Beschreibet sanct panlus 
Klar 182 

S. 
Salomon der 1059 

Salomon in den Sprüchen frei 853 

Sanct Johanes Tags epistel 328 

Sanct lucas thut gar eben 726 

Sanct pauluß schreibt im 2 

Elerlich 2 

Sanctas Thomas ein apostel 

erkend 526 

Sehs stück des Christlichen 

glaubens Vernim 437 

Sey mir Gnedig o Treuer gott 1021 
Siben dag sein 145 

Sinnget dem Herren ein Nenes 

Med 184 

Sinnget dem Herren olle land 122 
Singet Ir üben Christen 121 

Sinnget vnd Jubiliret 158 

Sir ach im 1 Caputt melt 164 

So bolt Christus die Tauff Em- 
pfing 728 
So doß dreizehende Elor melt 334 
Syrach im Neun vnd zwein- 

zigisten 452 

Syrach spricht der gottlossen 

Kind 449 

U. 
Vnd da aht dag Vmb wahren 

Nur 170 

Vnnd deß herren wort ge- 

schach zu Jeremia 357 

V. 

Verleich Vnns gott ein seligs 

Jare 32 

Vernembt die Wurzel der sünd 

gros 557 

Vernembt Jeremiam in der wei- 

sage 902 

Vernemet mit adaht 1028 

Vernempt Johanem den euan- 

gelisten 944 

Vernempt mit fleiß 600 

Vier Zukunfft Christi 574 



Kita 

Vom ampt der Schlüssel wir gar 

schon 553 
Vom schwanenvogel schreiben 

die 50 

Von Christi leiden hie Anf erd 522 

Von der Christlichen Base 551 

Von der Hoffnung Zu Gotte 439 

Von falscher gleisnerischer Reu 240 
Von hertzen ein Gliickseligs 

Jar 421 

Vor dem fest der ostren 735 

W. 

Wan KoningDauid mit schmer- 
tzen 1039 

Wan nun Chris tust wirlKumen 132 

621 
385 
129 
124 
244 



216 



Wan wir mit schmertzen 

Was sich die gottlos schar 

Wasz drunckenheitt 

Wasz erhebt sich 

Waß ist der menschen leben hie 

Waß sol der mensch alhie in 

diesem Leben 
Was sol die schnöde draurig- 

keitt 1062 

Weh dennen sprichtt der Ewig 

Gott 15 

Weil den Christus erstanden ist 442 
Weil eß nun Abent worden 

ist 135 

Weitter beschreibt den Bassion 

Christi 821 

Weitter so folget in dem Basion 818 
Wer ist der von Edem her 

lehret 
Wer recht wil handien 
Wie das Jung Kindlein Jesus 

Zort 
Wie es ergehn tvirt in den 

letzten dagen 
Wie feine 
Wie gare 

Wie lang wiltu o herre Gott 
Wie lieblich ist 
Wie Nun Christus die Jünger 

sein 10^" 



1121 
611 

157 




MEISTERGESANG IN MÄHREN. 273 

seite seite 



Wir Christen eben 


217 


Wol dem der förcht den herren 1 05 


Wir Christen zu bedrahten 




Wo Ordnung rvirt gehalten 128 


haben 


90 




Wir leBsen Im Bach Josua 


1047 


Z. 


Wir lessen luca 


1127 


Zu Babilon ein Konig saß 354 


Wir müssen alle sterben 


131 


Zum ennd An dem Virtten 


Wir wün scheu n Euch allen für- 




Capittel 1026 


war 


660 


Zu sinngen mich gelüstet 84 



Zum Schlüsse sei es mir noch gestattet, allen denen meinen 
herzlichsten dank auszusprechen, die mich bei meiner arbeit 
freundlichst unterstützten. Durch einsendung von handschriften 
und bereitwillige erteilung von auskünften haben mich die Ver- 
waltungen der königlichen und Universitätsbibliothek in Breslau, 
der Stadtbibliothek in Breslau und der königlichen bibliothek 
in Dresden verpflichtet. Die direction der k. k. fideicomiss- 
bibliothek sr. majestät des kaisers von Oesterreich (Wien) und 
der gemeinderat der königl. Stadt Iglau gestatteten mir in 
liberalster weise die bentttzung der ihrer obhut anvertrauten 
ms. Durch schriftliche mitteilungen förderten mich die herren 
landesschulinspector Karl Werner (Salzburg), prof. dr. M. Grolig 
(ßrtinn) und dr. W. Schräm (Brunn). Den grössten dank aber 
schulde ich meinem hochverehrten lehrer, herrn Universitäts- 
professor dr. Jakob Minor, der mich mit seinem bewährten 
rate unterstützte, so oft ich mir denselben erbat. 

WIEN. FRANZ STREINZ. 



Beiträge snr gesohiohte der deutschen spräche. XIX. Jg 



DIE LEIBITZER MÜNDART. 

Vorbemerkung. 

Mein heimatsort Leibitz (slav. Lubica, dial. dy Laepls) 
in der Zips von Kesmark südöstlich in einer entfernung von 
1 km gelegen, hatte nach ausweis des statistischen landes- 
bureaus in Budapest bei der letzten Volkszählung (1891) 3025 
einwohner. Von diesen fielen den Magyaren zu 30, den 
Deutschen 2077, den Slovaken 883, den Zigeunern 34, den 
Polen 1. Die einwohnerschaft, deren tiberwiegenden bestand- 
teil die Deutschen ausmachen, kann durchweg zweispraehig 
genannt werden. Die Deutschen reden ausser ihrer ma. noch 
slovakisch im täglichen verkehr mit den dienstboten (zu denen 
die umliegende slovakische bevölkerung das grösste contingent 
liefert), dann aber auch vielfach ungarisch, und zwar sprachen 
nach den angaben der letzten Volkszählung 375 Deutsche 
ungarisch. Infolge der gemischtheit und mehrsprachigkeit der 
bevölkerung ist die ma. mit fremden, besonders slovakischen 
elementen stark durchsetzt. Von diesen wird manches auf 
rechnung vergangener Jahrhunderte zu schreiben sein; legt ja 
schon der slovakische name des ortes, Lubica, den gedanken 
nahe, dass die ansiedlung auf slovakischem grund und boden 
geschehen sei; aber auch die folgezeit, die 360 jährige Jagellonen- 
herschaft, kann übernähme und teilweise gänzliche assimilation 
des fremdsprachlichen an das deutsche stark befördert haben. 
Es waren nämlich 1412 XVI-Zipserstädte, darunter auch Leibitz, 
von könig Sigismund an Polen verpfändet worden; diese wurden 
erst 1772 gelegentlich der teilung Polens Ungarn wider ein- 
verleibt. Entgegen jenen entlehnungen, die als vergangenen 
Perioden angebörig betrachtet werden können, stösst man aber 
auch auf solche, die der unmittelbaren gegenwart angehören 



f 



LEIBITZER MÜNDART. 275 

und zufolge der den Deutschen ungünstigen Volksverschiebung 
sind solche im steigen begriffen, indem handwerk und gewerbe, 
die hauptbeschäftigung der Deutschen, lahmgelegt ist, diese 
auswandern und an deren stelle Slovaken vom lande rücken. 
Hoffentlich wird das Deutschtum dadurch keine einbusse er- 
leiden, es wird vielmehr als dominierendes element auf das 
slovakische assimilierend wirken, aber der deutsche Charakter 
der ma. als solcher ist dadurch gefährdet. Es ist zu befürchten, 
dass diese mit der zeit zu einer miscbma. zwischen deutschem 
und slovakischem werden wird. Die berührten trostlosen zu- 
stände des niederganges finden auch in der gemeindeverwaltung 
ihren ausdruck: die einstige krönen-, dann XVI-Zipserstadt hat 
vor zwei jähren ihre Selbstverwaltung aufgegeben und ist zur 
grossgemeinde herabgesunken. 

Was nun die ma. selbst betrifft, so kommen in ihr zwei 
Strömungen zu tage. Die bessere klasse nähert sich mehr der 
Kesmarker städterma., während die niedere klasse am rein- 
mundartlichen festhält. In folgender darstellung soll nur die 
Sprechweise der letzteren behandelt werden. 

Literatur. 

E. J. Schröer, Beitrag zu einem wb. der deutschen ma/des ungar. 
berglandes, Wiener SB. bd. 25. 27 (1858), und Nachtrag, ebda bd. 31 (1859); 
— Versuch einer darstellung der deutschen ma. des ungar. berglandes; 
ebda bd. 44 (1864); — Die laute der deutschen ma. des ungar. berglandes; 
ebda bd. 45 (1864). — K. Weinhold, Die laut- imd Wortbildung und 
die formen der schles. ma. Wien 1853. — H. Rücke rt, Entwurf einer 
systematischen darstellung der schles. ma. im mittelalter, herausg. von 
P. Pietsch. Paderborn 1878. — G. Waniek, Zum vocalismus der schles. 
ma. (gymnasial programm). Bielitz 1880. — A. Scheiner, Die Mediascher 
ma., Beitr. 12, 113 ff. — G. Kisch, Die Bistritzer ma., Beitr. 17, 347 ff. — 
R. Michel, Die ma. von Seifhennersdorf. Beitr. 15, 1 ff. — K. Alb recht, 
Die Leipziger ma. Leipzig 1881. 



18* 



276 LUMTZER 

I. abschnitt. Allgemeines über den charakter der 

mundart. 

A. Lautphysiologische Verhältnisse der mundart. 

L Indifferenzlage. 

Die indifferenzlage meiner sprachorgane gestaltet sich fol- 
gendermassen : die lippen sind geschlossen, die kiefer sind nach 
innen eingezogen and fallen etwa in dieselbe wagerechte, welche 
von den rändern der ober- und Unterschneidezähne gebildet 
wird. Die zunge ist mit ihrem Vorderteile etwas nach aufwärts 
gehoben, so dass die Zungenspitze durch anstemmen einen hef- 
tigen druck auf die oberen Schneidezähnen ausübt; der hintere 
teil ist zusammengeballt und lässt einen merklichen druck auf 
den weichen gaumen bemerken. Der kehlkopf erscheint ge- 
senkt, woraus sich, wie auch aus der energischen zungen- 
articulation gegen den weichen gaumen, das gutturale timbre 
der Sonorlaute erklärt Eine im wesentlichen gleiche indifferenz- 
lage hat Scheiner, Beitr. 12,115 für die Mediascher ma. fest- 
gestellt. 

2. Articulations Verhältnisse. 

a) Lippen. Die lippenbetätigung ist in unserer ma. sehr 
gering. Man kann für diese im anschluss an Winteler, Ke- 
renzer ma. s. 109 folgende stufen aufstellen: matt positiv: die 
a~, o-, w-laute; neutral: die e-laute; matt negativ: die i-laute. 
Die sog. rundung fällt bei palatalen vocalen weg, demzufolge 
die gerundeten ü, ö gänzlich fehlen und durch i, e ersetzt 
werden, aber auch bei deren articulation zeigen die lippen 
normalen stand, ohne irgendwelche spaltförmige ausdehnung. 
Vorsttilpung der lippen und merklich nach vorwärts gehende 
bewegung des Unterkiefers ist bei den w-lauten bemerkbar. 

b) Zunge und kehlkopf. Grössere bedeutung hat für 
den charakter der ma. die zungen- und kehlkopfstellung. Der 
zustand der zunge kann im allgemeinen schlaff genannt werden. 
Sie ist in ihrem Vorderteile etwas zurückgezogen, der hintere 
teil ist zusammengeballt, wodurch dann auch ein tieferer stand 
des kehlkopfes bedingt ist, dessen articulation im Verhältnis 
zur Zungenbetätigung ungleich umfangreicher erscheint. Des- 



LEIBITZER MÜNDART. 277 

gleichen gehen die geringen contractionen der zungenmuskeln 
beim sprechen auf empfindungslosigkeit derselben zurück. Somit 
erklärt es sich, dass die nach Bell weiten gutturalen vocale 
eine dominierende Stellung gegenüber den anderen einnehmen. 
Bezüglich der verschluss- und engenbildung mag die neigung 
zu dorsaler articulation der consonanten erwähnt werden. Die 
Zungenspitze ist dabei etwas nach vorne gehoben, während 
der stark gewölbte zungenrücken die verschlusse und engen 
meist am weichen gaumen bildet. 

3. Accentverhältnisse. 
a. Einzellaute und silbengrenzen. 

§ 1. Die ma. hat eine Vorliebe für offene silben, z. b. 
hg-br haber f., fao-dln faulen. Geschlossene silben kommen 
nur dann vor, wenn auf den sonanten consonantengruppen 
folgen, deren erster component mehr schallfülle besitzt als der 
zweite (vgl. Sievers, Phon. 4 39). In solchen fällen schliesst 
der erste component die vorangehende, der zweite beginnt die 
folgende silbe. Z. b. gn-krys-t(u-bi}l am Christabend; $tar-y} 
storch; manx-tr mancher. Druckgrenze findet sich nur bei langen 
sonanten, bei kurzen sonanten erscheint sie verwischt, z. b. 
föld volle; vild, contr. aus villfm Wilhelm. Bei diphthongen 
wird sie in den halbvocal gelegt, wodurch dieser in zwei hälften 
geteilt wird, z. b. na§-§d neue; a§-§r euer; tra§-$9 adj. treue; 
kamfy~di-fo komödie; ka-mfy-di-iant komödiant; matfri-p eiter 
(ebenso bei Albrecht, Leipziger ma.). 

§ 2. Dieselben gesetze der Silbentrennung lassen sich auch 
in der Zusammensetzung und im Zusammenhang der rede beob- 
achten, indem das einzelwort sich ganz den Sprechtakten unter- 
ordnet. 

b. Der an- und auslaut in der Zusammensetzung und 

im zusammenhange der rede. . 

§ 3. Jeder anlautende vocal verliert im Zusammenhang 
der rede den kehlkopfverschluss ; z. b. dy cerptr die arbeiter; 
vu es9s? wo ist es? 

§ 4. Alle auslautend stimmlos gewordenen stimmhaften 
laute werden vor anlautendem vocal wider stimmhaft; z. b. 
frfk frage, aber fr§g gn frage an; glaop glaube, aber glaob 



278 LUMTZER 

uns glaube uns; qp ob, aber $br kymt ob, ehe er kommt; snaet 
schneide, aber Snaed aos schneide aus. Ferner werden im an- 
gegebenen falle auch die sonst stimmlosen Spiranten und tenues 
stimmhaft; z. b. vqzr zökt was er sagt; dr vceunt tsu haozen 
er wohnt zu hausinnen = miete ; ovrj, ceubrj, auf dem ofen ; krij 
aozn pyräkl kriech aus dem pirakel (= bett); y% rvqr ceuz its 
bae ndn ich war auch itzt bei ihm; m§di} lux mit dem buche; 
fqrdr met? fahrt ihr mit?, aber ftrtr? fährt er? mit stimm- 
loser tenuis zur Unterscheidung vom vorigen. Uebrigena kann 
der verbleib des stimmlosen lautes in diesem falle durch darauf- 
folgen eines mit r (er) wechselnden hcer erklärt werden. 

§ 5. Alle anlautenden stimmhaften verschluss- und dauer- 
laute werden nach auslautendem stimmlosem laut — ob mm 
dieser ursprünglich stimmlos gewesen oder nur im auslaut 
stimmlos geworden ist — zur stimmlosen lenis. Beispiele: 
grüs yasr grosses wasser; v§r y% fyae ndn? war ich bei ihm?; 
of (fr vcek auf dem weg = unterwegs ; brantvaen branntwein. 

§ 6. Stossen im aus- und anlaut verschlusslaute auf ein- 
ander, so explodiert der erstere von ihnen im zweiten. (Vgl. 
zu § 3, 4, 5 Sievers a. a. o. s. 180 ff.) 

§ 7. Begegnen sich aus- und anlautend die gleichen laute, 
so erscheint für beide nur der eine; z. b. $n dr zqnkridyjd noxt 
in der sinkenden nacht; ko m$t komme mit; bq Stark bist stark; 
far dce mful vor dem mal, = vordem. 

§ 8. Treffen in der composition oder im aus- und anlaut 
tenuis und media des gleichen lautes zusammen — die media 
lautet dabei immer die zweite silbe an, weil nie eine solche 
auslauten kann — so wird der verschluss nur einmal her- 
gestellt und zwar als fortis eingesetzt, aber als lenis gelöst; 
z. b. g$p fyrceut gib brot; tsop-bcendl zopf bändet; lek gut dQ& 
brcbt lege gut das brett; oder mit resultierung einer stimmlose^ 
fortis für beide laute in gotavpnzn gott danke ihnen ; rczy-ta^l 
rasend teuer. 

§ 9. Trifft in der composition ein nasal mit vocal od^^ 
h zusammen, so lässt sich zwar eine gewisse dehnung d^^ 
nasals constatieren, aber eine doppelconsonanz in dem sinn, 
dass zwischen bildung und lösung des verschlusses ein deut- 
liches nachlassen der exspiration entstünde, ist nicht wah "3 
nehmbar. Diese erscheinung liegt vereinzelt in zusammei 



LEIBITZER MUNDART. 279 

Setzungen auch nach anderen lauten und folgendem h vor; 
z. b. zon-nfubyt Sonnabend; gun-nfub$t guten abend; koty~nao 
m. Eotenhau (feldmarkenname, vgl. analoge bildungen der 
ortschaftsnamen Kuneschhäu [Kunosö], Trexelhäu [Jano-Lehota], 
Neuhäu [Üj-Lehota] im Bartscher comitat); dann st$yn-naos 
Steinhaus (= schutthaus); If'ym-maos lehmhaus (= kornspeicher); 
rg'ut-laos rathaus; rqp-pr rabher = herabher; rqf-fr rauf = 
herauf her; voHoxvijrdyjr wolhochwürdiger (anrede des geist- 
lichen). ' 

§ 10. Tritt eine folge von consonant + sonantischem /, r 
in den auslaut, so wird vor folgendem vocal die liquida der- 
artig geminiert, dass der erste teil als sonant weiter fungiert, 
der zweite teil aber als consonant die folgende silbe anlautet; 
z. b. zofl-lamt soviel angst; vidr-r9mful wider einmal; vgl. hier- 
über Scheiner a. a. o. s. 12, § 10. Dies ist meines erachtens 
der einzige fall wirklicher gemination in der ma. 



B. Lautstand der mundart. 

a. Vocalsystem. 

§ 11. Die mundart zeigt folgende einfachen vocale: 
a, <? <£, (B &, £ f, $ {, y §, i i, o ö, u ü, d\ 
dazu die diphthonge: 

ae de, ao ab, cey cby, %y %y, ceu <fcu, qu $u. 

§ 12. a (Bell-Sievers a 2 ) bezeichnet einen offenen laut, 
etwa gleich dem nhd. kurzen a in sache, pachten. Es entspricht 
in geschlossener silbe mhd. a, teilweise mhd. o (vgl. § 38, 59). 

§ 13. Vom vorigen unterscheidet sich der durch g o 
(Bell-Sievers ü 2 ) bezeichnete übergangslaut zwischen a und o\ 
er entspricht phonetisch einem südostd. a in vater, etymologisch 
mhd. a in offener silbe und vor ht, mhd. ä vor r und im part. 
vor ht. 

§ 14. ce, ob (Bell-Sievers ce 2 ) bezeichnet einen laut, der 
zwischen a und e die mitte hält; es lautet ungefähr wie engl. 
a in man, bad. Es steht statt nhd. offenem e, mhd. e (aus- 
genommen die unter § 45 angeführten fälle); ferner unter ge- 
wissen bedingungen (vgl. § 47. 49. 50) für nhd. geschlossenes 
und offenes umlauts-i. 



280 LUMTZER 

§ 15. e, e (Bell-Sievers e l ) bezeichnet einen geschlossenen 
e-laut, der ungefähr dem e in nhd. lehren gleichkommt; es 
entspricht aus germ. a entstandenem umlauts-ß, mhd. e (vgL 
§ 45), vereinzelt mhd. e (vgl. § 53), mhd. ei (vgl. § 71) und ie 
(vgl. § 78); sodann durch wegfall der lippenrundung mhd. o, 
zum teil mhd. ü (vgl. § 68), endlich mhd. i (vgl. § 55). 

§ 16. f, f (Bell-Sievers e 2 ) bezeichnet einen offenen e- 
laut, der etwa dem nhd. ä in männer, händ ^gleichkommt; etymo- 
logisch ist es unter gewissen bedingungen gleich \nhd. umlauts-e 
(vgl. § 48), dem aus mhd. ei und ce verkürztem e der com- 
parative und Superlative, vereinzelt auch mhd. ei (vgl. § 71 und 
66 anm.). 

§ 17. y, y (Bell-Sievers i 2 ) bezeichnet den kurzen oder 
gedehnten offenen i-laut, etwa gleich dem i in sprich, gebirge. 
Es entspricht mhd. kurzem i (vgl. § 54), mhd. ü (vgl. § 67). 

§ 18. Deutlich vom vorigen unterscheidet sich der ge- 
schlossene i-, t-laut (Bell-Sievers i l ); er entspricht phonetisch 
einem nhd. ie, i in liegen, poetik, etymologisch mhd. ie (vgl. 
§ 77) und üe (vgl. § 80), vereinzelt auch mhd. t (vgl. § 57). 

§ 19. o, 6 entspricht etymologisch in gewissen fällen mhd. 
o und 6 (vgl. § 58), ebenso mhd. u (vgl. § 62). Graphisch be- 
zeichnet o den kurzen, etwas offenen o-laut (Bell-Sievers o 2 ), 
etwa dem o in stock, voll entsprechend, ö den geschlossenen 
laut (Bell-Sievers o *) wie das nhd. o in so. 

§ 20. u (Bell-Sievers u 2 ) bezeichnet einen kurzen offenen 
w-laut; lautlich entspricht es etwa dem u in brunnen, trunken; 
ü ist der geschlossene laut (Bell-Sievers w 1 ), wie etwa u im 
nhd. kuh. Etymologisch entsprechen beide laute mhd. uo (vgl 
§ 79), in gewissen fällen (vgl § 63) mhd. u, teilweise auch 
mhd. o, 6 (vgl. § 60) und mhd. ü (vgl. § 64 anm. 1). 

§ 21. 9 ist der Stimmgleitlaut (Bell-Sievers a). Es ent- 
spricht überwiegend geschwächten vocalen der nebensilben, in 
gewissen fällen (vgl. § 95. 96) auslautendem flexions-i. 

§ 22. Ein besonders charakteristisches merkmal besitzt 
die mundart in den diphthongen, die in echte und unechte zer- 
fallen. Zur ersten gruppe gehören ae ae, ao ao, von denen 
der zweite component geringere schallfülle besitzt, sich dem 
ersten unterordnet, daher solche lautgruppen rein einsilbig ge- 



LEIBITZEB MÜNDART. 281 

sprochen werden. Zur zweiten gruppe gehören cey cey, (y fy, 
ceu dbu, (u fu. Bei diesen ist der zweite component im ver- 
gleich zum ersten von verschwindender schallfülle. Solche 
folgen werden zweigipflig mit deutlicher dehnung des ersten 
teils gesprochen. 

§ 23. ae, ae entspricht etwa nhd. ai in kaiser nach md. 
ausspräche, etymologisch mhd. t (vgl. § 56) und mhd. tu (vgl. 
§ 69), mhd. öuw (vgl. § 75), ferner gebraucht es der Leibitzer 
für mhd. ei, wenn er die Schriftsprache spricht. 

§ 24. ao, ao ist nhd. au in haus nach md. ausspräche. 
Es steht für mhd. ö, nhd. au (vgl. § 64). 

§ 25. cey, cby hat als ersten bestandteil ein stark offenes 
ce. Etymologisch entspricht es vereinzelt mhd. e (vgl. § 45 
anm. 1 und 2). 

§ 26. $y, fy hat als ersten bestandteil das unter § 16 
beschriebene f. Etymologisch entspricht es mhd. e (vgl. § 52), 
mhd. ce (vgl § 66), mhd. ei (vgl. § 70), mhd. öu (vgl. § 74), zum 
teil mhd. umlauts-ß (vgl. § 51). 

§ 27. ceu, Au weist ein gleichartiges w wie cey auf. Es 
entspricht demselben mhd. ou (vgl. § 72) und zum teil mhd. o, 
Ö (vgl. § 61). 

§ 28. f'u, (fu enthält wie $y, fy als ersten bestandteil 
offenes f. Etymologisch liegt demselben zum grössten teil mhd. 
^ (vgl- § 41) zu gründe. 

b. Consonanten system. 
§29. Die consonanten der ma. sind folgende: 

1. Sonore. 

a. halbvocale : v, j. 

b. liquidae: /, r. 

c. nasale: m, ?i, v. 

2. Explosive. 

a. labiale: b, b, p. 

b. gutturale: g, g, k. 

c. dentale: d, d, L 

V 

3. Spiranten. 

a. dentale: s, z, i, z. 

b. labiale: f, v. 

c. palatale: %, j. 

d. gutturale: x, g. 



282 LUMTZEK 

§ 30. v und j sind geräuschlose halbvocale; v hat labio- 
dentale, j palatale articulation. Ueber deren gebrauch vgL 

§ 98. 99. 

An in. Mit v wird auch das inlautend erweichte germ. f be- 
zeichnet. 

§ 31. Das / ist supradental und erfährt im auslaut starke 
dehnung. Nach gutturalen, besonders nach uvularem r hat es 
ein dumpfes timbre; doch halte ich es nicht für identisch mit 
dem slav. 'gutturalen' h 

§ 32. Die liquida r hat durchweg den Charakter des ge- 
rollten Zungenspitzen alveolar -r. Seltener ist in unserer ma. 
das uvulare gerollte r, dagegen scheint es im Zipser nieder- 
land (Kniesen und Umgebung) das vorhersehende zu sein. 

§ 33. Die nasale in, n, v. 

Das m wird ungefähr so wie das bühnendeutsche m ge- 
sprochen; n ist supradentaler nasal, der mit dem vorderen 
zungenrücken an den alveolen articuliert wird, indem die 
Zungenspitze auf den unteren Schneidezähnen ruht und mit 
dem oberen teil sich gegen die oberen Schneidezähne stemmt. 
Gutturales # wird statt dentalem n vor den gutturalen verschluss- 
lauten gesprochen, und zwar steht # für inlautendes ng, aber 
vk für nk und auslautendes ng. 

Vor gelängten nasalen wird vorhergehender vocal nasaliert, 
z. b. frnn, gdfo-nn finden, gefunden ; z$-m, gezo-ma singen, ge- 
sungen. So erklärt sich bdklaem (kliberi) aus Hdklaebm durch 
ursprünglich nasale expolosion des verschlusslautes, dann immer 
weitergehende angleichung dieses an den nasal, so dass mit 
der zeit schwund desselben eintreten konnte. 

Anm. 1. Die nasalierungen sollen der Übersichtlichkeit wegen im 
folgenden nicht besonders bezeichnet werden. 

Anm. 2. Die liquiden /, r und der nasal n werden in unbetonter 
silbe auch sonantisch gebraucht: bcendl, m^sf, leebn. Ueber den gebrauch 
der liquiden und nasalen vgl. § 100—106. 

§ 34. Der unterschied zwischen den verschlusslauten J, rf, 
g einerseits und p, t, k andrerseits ist der der stimmhaften lenis 
(media) und stimmlosen fortis (tenuis). Ueber den Charakter 
der stimmlosen lenes #, g, d vgl. § 5, J8. Eine aspirierte aus- 
spräche kommt nur den" auslautenden fortes, ebenso den als 
fortes auslautenden etymologischen lenes zu. Die aspiratioü 



LEIBITZER MUNDART. 283 

fällt fast ganz weg, wenn liquida + tenuis auslauten, oder wenn 
im Zusammenhang der rede auf auslautende tenuis stimmlose 
laute folgen, wobei jene in diesen explodieren. 

Anm. Die aspiration der auslautenden tenues wird im folgenden 
nicht bezeichnet werden, weil sich diese behandlung des auslautenden 
p, t, k für viele leser ohnedies von selbst versteht. 

Bei palatalen g, k findet Wechsel mit /, % statt in dem 
suffixe -ig, in der composition und im Zusammenhang der rede 
vor vocalischem anlaut, bei gutturalen solcher mit g, x in be- 
sagter Stellung vor vocalischem anlaut und in den compositis 
mit -tag. Vgl. übrigens über den gebrauch der verschlusslaute 
die §§ 107 — 121. 

§ 35. s bezeichnet Tfcen harten, stimmlosen s-laut, z den 
stimmhaften. Der Zischlaut s erscheint stimmlos; z bezeichnet 
den fremden stimmhaften zischlaut in einigen leknwörtern, wie 
zandär gensdarm. Das stimmlose s wird durch emporheben 
der Zungenspitze zu der alveolen und bildung einer längsrinne 
articuliert. 

§ 36. f bezeichnet den stimmlosen, v den stimmhaften 
labiodentalen Spiranten. Die beiden f des mhd. ; das aus germ. 
f und das aus germ. p entstandene hält die ma. auseinander, 
vgl. § 122. 

§ 37. ii J bezeichnen die fcA-laute, x, g die acä-laute. 
Die enteren sind palatal und stehen nach den hellen vocalen, 
die letzteren guttural (velar) und stehen nach dunkeln vocalen. 

§ 38. Zu den Spiranten ist noch hinzuzufügen die kelil- 
kopfspirans A, über die § 9 und § 123 handelt. 



II. abschnitt. Historische entwicklung der laute. 

Cap. I. Vocale. 

I. Vocale der Stammsilben im allgemeinen. 

§ 39. Mhd. a erscheint als a durchgängig vor doppel- 
consonanz oder gemination, vor den dauerlauten ch, seh, z. 
Beispiele: zapi} (sappen) 1 ) stossen plump einbergehen, zap m. 
stoss mit dem fuss; staut kirchensitz, tsant (zan, zant), pl. tscent; 



*) Einfach in klammern beigesetzte formen geben die mhd. ent« 
sprechungen der betreffenden dialektwörter an, 



284 LUMTZER 

dar {darre); kar (karre); trats (mnd. trade) fussspur, tratst 
schwerfällig gehen; mai (matte, motte); vak (wacke) abgerundeter 
granit; traxtd (trahte; dazu mit fremden ableitungen traxtirq, 
traxtdmcent , traxtgraos tracteurhaus); Ifusaf spülschaff (vgL 
bair. saff Kluge, Et. wb. 319); faltä falsch (auch mit subst be- 
deutung in d fcdtty maxi} betrug begehen); talk ungeschickter 
mensch; handle% kleines back werk (vgl. sieb, hanglich, Schröer, 
Wb. der deutsch, ma. des ungr. bergl. s. 268); gatxft (magy. gatya) 
Unterhose; altfrcevks altfränkisch, altmodisch; pasy (bare) männ- 
liches verschnittenes schwein; rdbas rauflustiges kind (vgl. Wein- 
hold, Schles. gramm. 100 rabazen ringen); plats% (platzen), gd- 
plats peitschengeknalle; bzzaocq besaphen, sich vertragen; box 

f.; dax; r$m§vants%, gleiche bildung wie nhd. umherschweifen. 

Arno. 1. ktytbi klatschen, dazu klqts schallende hiebe, geht anf 
eine dem nl. kletsen, die peitsche knallen lassen entsprechende grnnd- 
forin zurück. 

A n in. 2. Nicht umgelautet erscheint trän {trennen) aus *trannjan. 

§ 40. Dagegen ist mhd. a zu q, q gewordeij vor den 
stimmhaften b, g, d, l, r, m, n; vor t, s und altem ht. Z. b. 
trqgrj, (tragen); hqgri (hac; nur noch als feldname in palrshqffl, 
r^yt%nhqgi} und contrahiert in hqnapl hagenapfel, hagedorn); 
qbr (aber); k(fp f. (kafn.) spreu; q A dlr (adelar); prq*d% (bradem); 
tql (tat); bqrhfypyx (barhöubtic); mqr (mare); gqnr (ganser; vgl. 
Kluge, Et. wb. 102; nd. ganter, schott. ganer); mqn m. (mane) 
mahne; bdkldm (klam) mangelnd; plqt (platte) flach gezimmertes 
holz, das bei holzbauten als unterläge dient (dagegen plat 
glatze); tqtr (tater) familienname; tqtrn (tater en) plappern (vgl. 
Albrecht, Leipz. ma. dadern); tqterm(Bn%q, (taterman) popanz; rft 
(rate) raden; aber auch vor doppelverschluss in qty% (attk% 
lqty$ (lattech); ferner nqs (nase; doch nüzln näseln, nüzlbf'yn, 
nasenbein); nqxt (naht; pL und inf. nqxtn); frq*xti} (verahten)', 
qxt, qxtaiak (ahte, ahtunc). Dagegen als lehnformen erscheinen 
frsmaxti}, gdlaxt, gdmaxt, gdUaxt, zu welchen die volktümlichen 

parallelen sich leicht anführen Hessen. 

Anm. 1. b$s (baz,) adv. wird nach annalogie von bqsf ad j. ge- 
bildet sein. 

Anm. 2. Umgelautete form zeigt tytslyx adv. (zu laz,) schliesslich, 
zuletzt. 

§ 41. Mhd. d ist tiberwiegend zu ^'w, fu geworden: brfux 
subst. und adj. (brdhe); p/uxt (bäht); klfuftf, l/uxtf (kläfter, 



LEIBITZER MÜNDART. 285 

lächter; dazu denom. l/uxtrn prügeln, aoslfuxtrn zum streich 
ausholen); k/um (kam) schimmel auf gegohrenen flüssigkeiten; 
mfun {mdne)\ m/unat (mdndt)] me'unkok fruchtkapsel des mohns; 
slfün (slän); fubftt (dbenf), fub'ntrcenftx* , abendbrod (zu rauft, 
vgl. Weinhold a. a. o. 21); fudr (äder) ader, Wetterwolke; §l?uf 
m. schlaf, schlafe; I/uk banse, getreidelage in der scheune; mfus 
(mdze\ dazu mrus'n messen, aber zaltsmfs salzgefäss); freuk und 
fr$k frage imp. (letzteres nd.); kleuts (slav. kaläc) milchbrot; krfu 
(krd'W-); klSu (kld-rv-); greu (grd-w-)\ b9grfun begrauen, grau 

werden; bliu (bld-tv-), aber ceukbraon, das offenbar lehnwort ist. 

Anm. 1. Die diphthonge in krfumrber, wachholderbeere und vfupfn 
wälzen (dazu vfulae osterei) können nur aus alten vocallängen (*kräntvil 
und väln) entstanden sein, während die wbb. hier bloss kurze vocale 
ansetzen. 

Anm. 2. Die umlautsformen von mhd. ä werfen interessante Streif- 
lichter auf die entwicklung des ä zu {u. So setzen die umlauts vocale 
in seff, s$fx% ein geschlossenes ö, nicht aber das $u der heutigen form 
sfuf (schäf) voraus, denn zu letzterem müsste die umlauts form sfyf%n 
lauten (vgl. bceygn zu bdbugn bögen; bcbym zw b et um bäume). In dieser 
hinsieht ist auch das {u in fums (ämeiz,e) interessant, das aus ö hervor- 
gieng, wie es das schless. omsz, omszenbdr (Weinhold a. a. o. 111) noch 
heute zeigt Die entwicklung war also ä zu 6 zu £u. 

§ 42. Mhd. d ist zu q, q geworden vor r, im part. prät. 
vor ht (da es bereits die md. kürzung durchgemacht hatte und 
somit nicht diphthongiert werden konnte), sodann in einigen 
meist entlehnten Wörtern vor n, m, l, den dentalen d, t. Z. b. 
p<fr\ j<fr\ hqr\ tsvqr (zwäre); gdbrqxt (gebrdht); gddqxt (geddht); 
bddqxt\ (fn (äne)\ h<fn (hdn)\ p§k<fn pickhahn, streitsüchtiger 
mensch; h<f ich habe (dazu hp-yx habe ich, mit Schriftdeutsch. 
hQb-yx wechselnd; vgl. die scherzrede: hqbr h(fbr, hqbr ceux 
geld] h<j>br kfynd h<fbr, hqbr <eux kfyn g$ld i haben wir hafer, 
haben wir auch gelt; haben wir keinen hafer, haben wir auch 
kein gelt'); tsygqn (magy. slav. czigäny) zigeuner und verb. 
lügen (aber tsygankd zigeunerin, lügnerin); Üdkqn (magy. csä- 
Jcäny) spitzhaue; qmaxt (dmaht; lehnform; daneben volks- 
tümliches (umfxiyx ohnmächtig); haerot (hirdt)) gnqt (gndde)\ 
ol {ße) schusterahle. 

Anm. 1. Umgelautet erscheint ä in spenxn, n. von *spon (spän). 
Anm. 2. Igsn lassen, weist gleich den partt. mit ht auf alte kürzung 
des ä von turspr. läzen. 

§ 43. Mhd. ce erscheint als $, e: svfr; sfr; drfn; drf f" 

wasserwirbel; bedrfn sich bewenden; drfk$py% drehköpfig wie 



286 LUMTZER 

die kranken schafe, die sich im kreise drehen; z$n (scehen)\ 
ff in] Spft, l$gl, hölzernes trinkgefäs; Ifk (leege) abschüssig; 
g?lndyx, g§ (geehelich, geehe) jählings; gtffr (geveere) beflissen, 
bestrebt (z. b. dr $s dr tpr gzför er strebt der türe zu, will 
hinaus); rftsl; kr$n&rdr (kreemer), krfmrn umherkramen. Auf 

o 

späte entlehnung sind b9kvcem, ovdncem zurückzuführen. 

§ 44. Mhd. e ist zu ce, & geworden: vcek (wec); vcek part.; 
eyndvcek trotzdem, dessenungeachtet; flcek (vlec) kuttelfleck, kal- 
daunen; fleegy [pflegen)] beetn (beten)] gdbebt (gebet)] h&r (her) er, 
männchen der tiere; z&n (sehen)] keel (kele)] kcelbreudft kehl- 
kopfbraten; cert (erde)] klcet (klette)] leep lippe (Jcefts^zalb* 
lippensalbe, zu lefse)] sveestr; geestrn] drlceffi (lechen) leck 
werden, risse bekommen, vom gefäss; vcebl einschlag des tuch- 

o 

gewebes; kr&ps (krebez)] gdlwkryx naschhaft (zu gelecke)] sl&%t 
(sieht); fcexW (vehten)] sveern (swern) m.; ävcertl$wk schwertelblume; 
f&dr (feder)] mceld (melm) staub; zcesl (setzet)] dreesy, (dreschen)] 

o 

lces% (leschen)] scern (scherren) scharren; §cerd f. rest des brot- 
teigs; gndcemrn einschlafen (aber bddfmln einschläfern, wie auch 
einschlafen). 

§ 45. In folgenden Wörtern aber entspricht einem mhd. e 
in der ma. geschlossenes §: zegn] ktybrn (kleben)] geäty (gest, 
gesien)] n§st (nest)] vest (mit einwechselnd; mhd. rveste, tviste) 
wüsste; zeksd (ahd. sehsi] im anschluss daran z$kstr, ahd. sehsto)] 
aber zeexts^ 16 und zcextsyx 60. Ob die angeführten Wörter 
(mit ausschluss von z$kstr) entlehnt sind, ist nicht ohne weiteres 
auszumachen. Sicher entlehnt sind dagegen wol r$gl (regele), 

tyv (lewe). 

Anm. 1. Hierhergehört auch das im nhd. zur präp. erstarrte part. 
während, das als part. in der mundart noch lebendig ist; z. b. ff* 
verndn g'fyn esds mr ewkom während ich gieng ist es mir eingefallen 
(denselben gebrauch verzeichnet auch Albrecht, Leipz. ma. s. 233). 

A nm. 2. Der diphthong in drdbysn (bildlich vom regenguss gebraucht), 
verbietet dies wort mit dreesn (dreschen) zu verbinden ; vgl. nd. dröschen, 
md. traschen. 

Anm. 3. dbybnt (übene) und fldydfn (caus. zu mhd. vUdern) flattern 
machen, davonjagen, ist durch den aus geschlossenem i-laut hervorge- 
gangenen diphthong der diphthongierten gruppe fy, {y = mhd. £ ge- 
nähert worden. 

Anm. 4. Neugebildet nach dem part. praet. ist srok (schreck). 

§46. Dem mhd. umlauts-i entspicht nur in der minder- 
zahl der fälle mundartliches § oder f: es hat eine viel grössere 



LEIBITZER MUNDART. 287 

einbusse zu gunsten des offenen ce (ä) } e erlitten als in der 
Schriftsprache; z. b. leg$; h$bi}; wfln; nern; gdbfrn; frn (ern) 
fussboden; frftsifj, (vretzen), fr$ts gefrässig; bretl, braten; syntmcr 

o 

(zu merke) Scheltwort;/?^/ (zu pack) flachsbündel^Vw (wermen); 
er (eher); tsgr (zeher e); svern (svern); drgetsri (ergetzen); ket# 
(ketene); fremt; br$ms (brese); h$mp (hemede); iQst du lassest, 
er lässt (aber Ifsl 3. sg. präs. von l$stri belasten); frml ärmel; 
daneben schwanken in fflrlyx und fcetr väter (letzteres echt 
mundartlich, vg\.j&gr u. a. das erstere der rechtssprache entlehnt). 

§ 47. Mhd. uinlauts-£ vor nasal + cons. oder vor doppel- 
nasal wird zu ce: cevk (enge)] avl (engel)\ ceM (enkel); avrlgvk 

o o 

(engerling); hörnst (hengest); tsrtcewln mit den füssen zerstampfen 
(zu dengeln); rceMn sich hin- und herbewegen (zu renken); 
zcevkri (senken); scevkn (schenken); dcevk (denn); bcendl binde; 

o 

bcendlh$mp langes frauenhemd; frtcem (vertemmen); svcem (srvem- 

o 

men); äicem (stemmen); brcemln murren, keifen (vgl. DWb. unter 

o 

brömmeln); tcen (tenne) n., yngdvcent (anewende) das ende des 
acfcers, wo beim pflügen umgewendet wird; qnbrcend geröstetes 
mehl der einbrennsuppe (bei Albrecht, Leipz. ma. anbrenne). 

§ 48. Mhd. umlauts- e vor r, l + consonant und vor ge- 

minaten erscheint als f oder f: frn m. (erne), frnt (die zweite 

form ist aus der Schriftsprache eingedrungen); %rn (ernen); h$rt 

(herte); frdfrb% (verderben intr.); m$rts märz; ffrtyx (fertig); 

v$ln (wellen) den teig zu brot formen (aber veln = mhd. wellen 

wollen); vqlby, (welben); gzv$lp gewölbe und kauf laden (aber 

tsvelbd = mhd. zwelif, zwelf); hei hell und hölle; sepn (schephen); 

Iqfl (leffel); rffri flachs reffen; rtftsant vorstehender zahn; bfl 

bett und beet; rfl% (retten; aber r$tavk rettung); klfk% (klecken) 

genügen ; pr$ (% von widerspänstigen pferden gebraucht, (vgl. nl. 

pratten, bistr. prötn, trotzen, Beitr. 17, 347). 

Anm. Rückumlaut zeigt fyln, g? st alt stellen, gestellt, frs t$ln t dy 
ffstaltii, die zu letztfasching umherziehenden maskierten; z$ts?i, gtzatst 

§ 49. Wo mhd. doppelformen mit a und e bestehen, er- 
scheint in der ma. als regel die stufe ce: cerps (arweiz, erweiz); 
ces (asche, esche); gdsceft (geschaft, geschefie) gemächt; gcerb^ 
(garwen, gerwen); fcerbi} (farwen, fernen); hcelr (haller, heller): 
hoeyl (hachel, hechel); zcek (sage, sege); rcem (ram, rem) f.; vcelgrn 
(walgern, weigern); vceltsft (walzen, wetzen); kceldr (kalter, kelter); 
celdr (alter, elter); cergr (arger, erger); f'ynfceldyx (einvaltec, ein- 



288 LUHTZER 

veltec); daneben steht a in mark (market, merket; dazu ge- 
schwächtes jormdrk Jahrmarkt). 

§ 50. Ferner erscheint ce statt § in fcetsy (velze)\ ncbglyß 
(negelkin) nelke; kvcetfy (quetschen)] ncetsß (netzen), ncets (netz); 
leetsn (letzen); stcelts (stelze); sncek (snecke); rcex& (recheneri); 
mcesr (mez,z,er) } vgl. Luick Beitr. 11,492. Doch steht hier die 
qualität des e nicht in allen /allen fest; bei rceyn ist der Um- 
laut durch Verhinderung des h erst spät eingetreten und daher 
nur bis zum offenen ce gelangt; vgl. noch dazu Heimburger, 
Beitr. 13,220. 

§ 51. Endlich wird mhd. umlauts-s zu f'y, fy in knfybl 
(knebel); knfybln (knebeln); kveydln (queln); heyk (hecke) Schaf- 
hürde; eylcent (eilende); (yzl (esel); drts(ydln (erzein); rfyd$ 
(reden); stfyt (stete) städte; gdv(yn (gewenen); flfygft (vlejen) 
spülen (Lexer führt dies wort mit ce an, vgl. aber ahd. *flaw- 
jan, fleweri). Es liegt hier zusammenfall mit mhd. e vor. Dazu 
auch unweyns (md. unwene) unwissend, unvermutet? 

Ann. Zu y ist e in tyälr theater, laedynant lieutensuit, geworden. 

§ 52. Dem mhd. e = germ. ai entspricht vor /, n und im 
auslaut der diphthong ey, ey, z. b. z(ydl (got. sairvald); vfy 
(got. rvai); vp'ynyx (rvenec); snfy (got. snaiws); r$y (rih); tsfyp 
zehe (aus *iaihwön, vgl. Kluge, Et. wb. s. 415, Schweiz, mittelrh. 
zeb); m(y (me) adv. (dagegen m(ydr [mir] adj.) ey und $ydr 
(e, er; daneben auch centr zu end, das im mhd. nur als conj. 
bezeugt ist); z(y (got. saiws); dazu stellen sich auch g(y gehe, 
ich gehe; geyst gehst, geyt geht, geyn gehen; bdgiyn sich be- 
helfen. 

Eierher gehören noch die von nhd. vocallängen ausgehenden 
diphthongierungen in peytr Peter; rotspeytr gemeinname für 
rotzbube; margreytd Margarethe; stafeyt Stafette; labeytd Ver- 
lust im kartenspiel (franz. faire la bete, vgl. Albrecht, Leipz. 
ma. unter labet); bagneyt bajonett (bei Albrecht bangenett); sar- 
vf'yt serviette (vgl. Albrecht salvet) u. a. 

§ 52. Mhd. 6 ist vor consonantischem r (nicht vor sil- 
bischem, vgl. eydr) zu f geworden in rfrn brüllen, r{rn fallen 
lassen (bloss vom reifen getreide gesagt, das die körner fallen 
lässt); vor doppelconsonanz zu f verkürzt in erst (erst), erst 
(erste) anfang. Auf ausgleichung mit dem casus obliqui beruht 
ilcen (siehe), slcendörn. 



LEIBITZER MÜNDART. 289 

§ 54. Mhd. i erscheint als kurzes oder gedehntes offenes 
y, p vor den stimmhaften b, g, d, l, r, s; vor ht, vereinzelt 
auch vor U Z. b. bBlybrn (liberen); rygl (rigel); nydr (nider); 

o 

zydln (sidelen); vyt (wide) Weidenrute; syrbl (schirbe) scherblein; 

o o 

vyrst (wirste); sli/rkd färse; Smylt (smilehe)] spyln (spilen); fyl 
(vil)] zyl (sil); ylm (Urne)] vpzbceum (wisboum)] kpzl^rak (kislinc)] 
gdbyrk (gebirge); styrn (stirne); ryxtvcbk (zu rihte) gerader weg; 
9 9r yX*\ tsrknytsn (zu knitschen)] tsytrn (zittern)] pysmo gericht- 
liches schreiben (slav. pisac)] smykaen (slav. smigac) peitschen. 

§ 55. Mhd. i erscheint überwiegend als §, nämlich vor 
den stimmlosen lauten und deren geminaten, ferner vor /, m, 
n + consonant, vor //, mm, nn, rr. 

a. Vor stimmlosen lauten: st$x (stich); n$x (niht); gdv$s 
(gewisse)] m$t (mit); sm§t (smitle)] sp$tl (spitel)] sptflvaebr 
spitalweiber (bei Albrecht spitelweiber)] z§tsn (sitzen); ämets 
(smiz) russ, bunter strich im gewebe; smetsn russig machen; 
smitämets das brandigwerden des getreidehalmes vor ausschuss 
in die ähre; dek (dicke)] §l$kn (sticken) gierig essen; bdsl$krn 
gerinnen, b9§l§krt9 m§lyx geronnene milch; fl§kn (vlicken) subst. 
und verb. (dazu fl§k schlage); t§stl (distel); ts$pn (zip fei); s$pn 
schipfen, kehren; S$p schipfe; k§pn° (kippen) die spitze abhauen; 
r§spl (rispe); gr$f(grif)] f§f pfiff; z§trn sindern; fetsfqdn (zu viz)] 
g$ft (gift); glftsn glitschen, ausgleiten; glftsryx schlüpfrig; p§tSn 
schnaps trinken (zu slav.jwc trinken; vgl. Sanders unter pitschen 
und in engerem anschluss an das slav. pyjak säufer und pytstyze 
ein weib [Liese] das gerne trinkt). 

Anm. Obiger regel entziehen sich die enklitisch gebrauchten myx, 

dy%> m> yx- 

b. Vor m, n; l, m, n + consonant, //, mm, nn, rr. 
Z. b. ä$ml (schimel); Sl$m (slim) schief; Svem (swimmen); $n (in); 
z$n (obl. sinnes etc.); tr§ndl (trindel) kreisel des Sturmwindes, 

o 

tr$ndln sich drehen, vom winde, kent (kint); br§v (bringen)] bdr§n 
(berinnen); Sprevt zu regenzeiten auf bebautem boden sich 
bildende quelle; tsvpakln (z winken) blinzeln; r$rak (rinc); v$vkn 
winken; hfnt (hinte); gds$r (geschirre)] $r (irre)] nern (nd. nirren 
knurren), von weinerlichen kindern gesagt; sp$l (spüle); h§lf 
(hilfe). Die abweichenden hyml (himel)] imr (immer)] ftfrmynts , 

o 

morgzmynts gartenblumen (zu minze) sind der Schriftsprache 
entlehnt. 

Beiträge rar gesohiohte der deutschen spräche. XIX. 19 



290 MJMTZEK 

An in. 1. Neben secundärem drvest, gdveU erwischt, gewischt (dazu 
ves wisch), fdrekt verrückt, begegnet älteres drvost, gpvost, vos (vgl. 
Weigand s. 1126; mrhein. wüsche m. der wisch), farokt\ vgl. dazu ruk- 
vant bettrückwand. 

Anm. 2. Die form fos (fisch) ist offenbar nach analogie von vos 
(wisch) gebildet; vgl. füsch bei Weinhold a. a. o. 60. 

Anm. 3. u für i erscheint in fuftsn 15, fuftsyx 50. 

§ 56. Mhd. % wird zu ae diphthongiert: bdklaem (bekUben)] 
maelr (nvUer); gdäaen (gedthen)] splaesy (spitzen); gaets geiz; 
bdgaetsn (g%tsen)\ fraen (frien); frae (vrie)\ vaes (wi%); raem (rim; 
daneben auch raef = mhd. rxfe, aber nur bdraem = mhd. 
rimelri); laemt leinwand (vgl. die gleichbedeutenden raym und 
laymt bei Michel, Beitr. 15, § 35); raenyd (ahd. rina) tiefes ge- 
schirr, nachttopf; graen (grirten); vaet (wide); zaefi} (sife) von 
waldbach durchzogene talmulde (erhalten in den feldnamen 
btynsaefy, goltsaeft}, graensaefi}, amsQzaefti, z$lts%zaefip, tsidr- 
saefy, sp$ts%zaefy, §t$nksaefti, h?psaef&, raesyzaefy; aus dieser 
Zusammenstellung ergibt sich die beliebtheit des Wortes zur 
bildung von feldbezeichnungen ; damit gebildete Ortsnamen sind 
Ober- und Untermetzenseifen (zips. bergstädt. dial.); vael, drvacl, 
auch in der alten bedeutung von während; laet (Ute) f. berg- 
abhang (ein solcher, der dem südem zugekehrt ist, heisst zvmr- 
laet, der nach norden sieht, v$ntrlaet, ebenso in Baiern, Tgl. 
Schmeller s. v. leit)\ lae% begräbnis (die urspr. bedeutung ist 
bloss auf die formel beschränkt: met dr laex g/yn am leichen- 
begängnis teilnehmen); kraes® (krischen) , dazu das factitiv. 
kreysrj, kraut in öl rösten; äpaefö (Albrecht: speiler holzsplitter 
zum zusammenhalten des wurstendes. Vgl. Weigand s. v. speiler). 

§ 57. Schwanken zwischen diphthong und länge, oder aber 
den mhd. lautstand zeigen: slim schleimige haut im äuge, s/oim 
(slim) schleim; slisq und slaesif (sitzen)] slaef^ (slifen; dazu 
slifkaen sich schleifend bewegen, älifkd schelte für eine solche 
frauensperson); g*svig%dyx faul voll bis zum überlaufen (zu 
gesrvtcheri); splis% pl. grobe kleie (spitzen) und tsrsplaesn zer- 
spalten; liyift (mhd. Uhten, md. lichten) kastrieren. 

ae neben ?y in Splaesq und splfysy, zaen und z/yn setzt 
nach den sonstigen lautverhältnissen der ma. ältere parallel- 
formen wie *spleiz;en (ev. *splöuzen) neben spitzen, md. *seihen 
(ev. *söuhen) neben sihen voraus. 



LEIBITZER MUNDART. 291 

Anm. 1. In nfygn, sich neigen (nigen) ist Verwechslung mit mhd. 
neigen eingetreten ; altes nigen, das naegn lauten müsste, geht der ma. ab. 

Anm. 2. Dem schwankenden mhd. vtsten, v eisten, visten entspricht 
auch dialektisch faestn, fesin, dazu faest und fest (fist). 

Anm. 3. Mhd. t aus ibi erscheint zu e gekürzt in gest, gel (gist, gtt). 

Anm. 4. Zur erklärung des gekürzten vocals in grefn, gref neben 
den consequenten graefn, gref griff, kann das bei Rtickert, Entw. s. 32 
citierte begreffet capit, herangezogen werden. 

§ 58. Mhd. o erscheint als o vor doppelconsonanz, den 
geminaten ff, pp, tt, ck, teilweise vor ch, z, s und /. Z. b. 
knorts (knorz; dazu knortsn); kotsn (kotze); kotsy% (kotzeht); 
klots (kloz); lox (loch); jox (joch); §los (slo%); gduos^ (genoz,z,en); 
krot viehkrankheit; sot (schotte); ffbofn nicht gedeihen, vom 
vieh (vielleicht zu nl. bot dumm, stumpf; bei Albrecht, Leipz. 
ma. buttert); sokl (schocke) schaukel; flok, schnee-, wollflocke; 

o 

lok# (locken); of (offen); gdtrofy. (getroffen); sopn (schöpf) schuppen; 
krop (kröpf); ort ort, Ortschaft; gdhort (mhd. gehört, md. gehört); 
motsn im nassen hantieren (zu mot sumpf); tsukotsn zudecken; 
kots wickeldecke der kinder (vgl. bistr. tfutsn zudecken, k'uts 
windel, Kisch, Beitr. 17,366); fostn (pfoste); folk (volc); kostn; 
die fremd Wörter: lavör (fr. lavoir), fokoS (magy. fokos axtstock) 
knüttel; t§ökd (magy. csöka krähe, in der kindersprache ; sieb. 
tschuka dohle, Haltrich-Wolff, Volksk. 133; in Brehms Vög. 2, 444 
tsöker turmkrähe, dohle; vgl. Sanders, Wb. 581); közd ziege, im 

kindermunde (vgl. Kluge, Wb. 5 132, aslov. kozä). 

Anm. Umgelautete form liegt vor in repsn (ropzen, rophezen)\ 
aus dem schriftdeutschen dagegen ist relps rülps genommen. 

§ 59. Mhd. o besitzt vor r einen sehr offenen laut, so 

dass es in a übegangen ist: far vor und für; fardn jor vor 

einem jähr «»voriges jähr; Aar^(md. horchen aus ahd. hörechen); 

farxt (ahd. as. forahta); staryl (ahd. storah); farst, farätevk ge- 

o 

schnittenes föhrenholz; faränr förster; farSn (vorsehen; dazu 
fariman beistand zur hochzeit); hendr- und ffdrkarp hinter- 
und vorder körper; vart (wort); darf (dorf); karp (korp); gdvarfn 
junge geworfen ; frvarfi} tote junge geworfen ; frvarn (verworren); 
gdsarn (geschorren) gescharrt, und umgelautet kerdl (zu ahd. 
kortar) teil einer zersprengten herde. 

Anm. Diesen a-laut hat auch fan {von), nax (noch), dpnaxnt (dennoch) 
damals noch; palpk Polak (verallgemeinert für Slave); trampiyt trompete; 
kasgr (slav. kosar) Schäferei; medytor Molitor (eigenname). 

§ 60. Dem mhd. o, 6 entspricht u, ü mehrenteils in lehn- 



« /\* 



292 t,UMTZER 

und fremd Wörtern : vtdf (as. tvulf); hübl hobel (vgl. hübl, Michel, 
Beitr. 15,16); turkln torkeln (nd. turkeln); frustrt verrostet (zu 
ags. rust rost); fürm (fr. form)] kufr koffer; furü forelle (der 
ton liegt auf der zweiten silbe); lutdry lotterie; frdebuzyrn 
faire la debauche (vgl. vertebuschirn bei Weinhold a. a. o. 30); 
hux (hoch); sunt (schöri)' r hügrn kauern (zu hoger); flüdr (vtöder), 
gerinne des wasserwehrs; mür {morhe] in Mediasch mur, vgl. 
Scheiner, Beitr. 12, 132); grüs (gros;; aber grcbus» m. und f. 
grossvater, grossmutter; vgl. hierzu Waniek s. 43: 'bei genauer 
beachtung ist dieser (der diphthong) doch verschieden von 
jenem, welcher kurz o entspricht. Der accent sucht in seinem 
wiegenden Charakter den zweiten componenten mehr auszu- 
zeichnen, daher auch schon in md. und besonders in aschl. 
denkmälern die häufige Schreibung u für 8). 

Ann. 1. Umlaut zeigt sich in rekrfitrfy roggenstroh (zu roggfa 
adj.; das wort roggen ist übrigens abgesehen von dieser form vom obd. 
körn verdrängt); merdr (md. moder) morast; ffmetrn vermodern; /frff, 
fedfst? (vorder, vorderste)] ep (ob)\ herxst, her%t, horchst, horcht 

Anm. 2. Das schwanken des mhd. busch, bosch ist zu gunsten 
von po$ beseitigt. 

Anm. 3. Schwanken zeigt die ma. bei Ifytrsprosn leitersprossen 
und zumi'lprusln Sommersprossen, vgl. sprusze sprosse, Weinhold s. 56. 

§ 61. Dem mhd. o, ö entspricht Überwiegend der diphthong 
ceu, ceu: bceugn (böge); cbubq {oben; daneben b&ub%, drbceubn, 
nd. baweri)', v&un (woneri); deutr {otter) natter; f&udrn (vordem)] 
g&udd (gote) patin; gdtsceux (gezoc) schleppendes wesen, schlepp- 
sack; kceübl {kobel)] mceultvurm (moltwerf)] mcfodthaofn von 

o 

maulwurf aufgeworfener erdhaufen; aedrtcbudr {toter) eidotter; 
kalpstceudr dotterblunie ; grceup {grop\ grceupdaetä zipserdeutsch 
(im gegensatz zu huxQaets hochdeutsch); zobu (so)] fr&u (vr&)] 
lebu {lö)] brceut {bröi), misyxbrcbut müssiggänger (eine um- 
deutschung des slav. darmochleb)] dceun {dön) melodie; kldus 
(klöz)\ krceut {krote)] krceutygdret froschleich (vgl. cerfce bei 
Michel § 14); bcbusn {böz,e) flachsbund; bckus m. {bösheit); frbßust 
(part. prät. zu verbösen)) gdlckuzrj, {lösen) los werden ; jakfaip 
{Jakob)] parizceul parasol (irrtümlich für regenschirm); prscsm 
person; pceus (fr. pause; vgl. nl. poos bei Kluge 8. 280). 

Anm. 1. Umlaut ist eingedrungen in ceybf^tp (oberste), wol weh 
in den contractionen frstceynlyx und ffitceylndyx zu mhd. verstolenltche] 
ferner ist forhdeypxi} wieswachs vor ackerfeldern , umgelautete form zu 
forhäup vorhof. 



LEIBITZER MÜNDART. 293 

Anna. 2. Das wort ofknflpi den knoten lösen, muss entlehnt sein 
(vgl. in der Med. ma. afknqdm bei Scheiner s. 132), denn zu knceudn 
knoten, würde der um laut knCßydfn lauten. 

Anm. 3. traegn trocknen, und iraek trocken, zeigen nd. lautstand 
(vgl. nd. dreuge trocken, Kluge s. 383). 

Anm. 4. Mit der accentuierung hängt die diphthongierung in faul 
(voll) und ihr unterbleiben in compositis wie p hantfol eine hand voll, 
u. a. zusammen. 

§ 62. Mhd. u erscheint als o 1. vor den stimmlosen k, f 9 
s, st, ch, z; — 2. vor altem p; vor nn, mm; l, m,n + consonant. 

1. drok (druc); loft (luft); nos (nuz); gos (guz,; daneben 
häufiger gysr) regenguss; pos% (bussen); brost (brüst); lost (lusi); 
brox (bruch), v$ntbrox wintbruch; notsri nutzen; bddotst ver- 
dutzt; — aber Stutsri vorsteckärmel (vgl. stüzel bei Weinhold 
s. 90); koldoS (magy. koldus bettler) schelte für eine diebische 
person oder ein solches tier; gusto (lat. gustus); kap (kupfe) 
berggipfel (vgl koppe bei Weinhold s. 73). 

2. zon» (sunne); bron (brunne); Stom (stum); tom (tump, obl. 
md. tummes etc.); kompq (kumpf) krippe; fontsd leuchtscherbe 
(vgl. funzenliecht, Weinhold 8. 112); hof (got. hups); kopr (mnd. 
koper); doldn (dulten); Solls (schullheize) Schulz (sehr ver- 
breiteter familienname); rompln (rumpeln); fonty (vunke); honr 
(Hunger; dazu die umgelaute form h$*rn hungern); vagdbont 
vagabund; rovk wagenrunge; gdbon gebunden; dumrn schlagen, 
klopfen (vgl. dummern bei Jeroschin 140. Grimm, Wb. 1, 710 
unter dämmern). 

Ausnahme von der unter 2. angeführten regel machen 
unt, uns, hunt, gdkunt gekonnt (neben umgelautetem gekint); 
krumt krume; genum genommen; zumr sommer. 

Anm. 1. Neben drom (darumbe) besteht älteres drem (darümbe). 

Anm. 2. Schwanken zeigt kuts kutsche, aber koüjr kutscher (da- 
zu koihfpqlts altmodischer verbrämter pelz. Schröer stellt letzteres zu 
dem in § 58 angeführten kutsn, vgl. sein Wb. der deutsch ma.; meine ety- 
mologie erscheint mir jedoch viel ungezwungener und wahrscheinlicher). 

§ 63. Mhd. u erscheint als u, ü vor r + consonant, vor den 
^-lauten und vor cht. Z. b. durst (durst); dur% (durch; daneben 
düryx); kuris (kurz); murkln zerreiben (zu murc; dazu die um- 

o 

lautsform mtrklyx morsch, faul); vürm (wurm); stürtsl planzen- 

o 

Strunk; ürbln verschwenden; snüdpi (snuderen) sich schneuzen; 

o 

snüddr^r (snudcere); snudrtyvk bildlich für nase; hüdr (huder) 



294 LUMTZEK 

hader; müt satz einer flüssigkeit (vgl. engl, mud; dazu müdlyx 
trübe, müdln trüben); sluxt schlucht; vasrzuxt Wassersucht; bd- 
duxtri, bdduxt bedünken, bedünkt (= verkürztem md. duhte, 
geduht für dühte, gedüht); ferner im iüm wuhne, loch im eise 
(vgl. Grimm Wb. unter luhme); pumr knirps (benneb. pommer); 
trulB kleines possierliches mädchen (ebenso bei Albrecht). 

Anm. Umlaut ist eingedrungen in gpsnydf (zu snuder) straucheln; 
lyn (luns); yntf der unter im kartenspiel, yndrbet betteinlagen , yndf- 
mcenxn däumling, kobold; fynkln funkeln; tsyts (tutte) mutterbrust 

o 

§ 64. Mhd. ü erscheint als ao: braot (brüt); graodln (grü- 

weleri); haofri (hüfe); haos (hüs); maoke pferdekrankheit (müche); 

tsaom (zun); daox'Q, (düchen) schlagen; graom (ger&me); kaolt/% 

rund (zu küle, kugele), kaolceriyx von rundem steiss (vgl. kaul- 

arsch, Weinhold s. 111), verstutztes huhn; raoO (rüte) pflanze; 

zaofy (süfen); drzaofy ertrinken; staoxri die gerösteten flachs- 

bündel der länge nach aufstellen; siaox f. ein solches flachs* 

bündel; frSlaoxri ein gelenk verrenken (zu and. *stükan); kaom 

(küme) wenigstens (bei Albrecht u. a. auch mit dieser bedeutung). 

Anm. 1. Schwanken zwischen diphthong und länge zeigen jux? 
und jaox? (jüche)-, snaois und inuts (nd. snüte)\ kaotsn kauzen, mit 
schleimabsonderung husten, und sy% ftkutsn wenn etwas in die unrechte 
kehle gerät; külrn (külen) rollen (vgl. kullern, Weinhold s. 98); /tov 
(iure) kraftloses ge tränke; zükalp sau^kalb. 

Anm. 2. Schwanken im umlaut findet sich bei kimlyx und kemlyx 
(kümlich) mühselig, z. b. met kemlyjr nceut mit grosser not. 

Anm. 3. Uebergang des mhd. ü zu o durch Verkürzung des ü liegt 
vor in drof, of (drüf, üf). 

Anm. 4. zael (sül) beruht auf Verallgemeinerung der pluralform siule. 

Anm. 5. bdtae%n factitiv zu mhd. lüchen. Letzteres selbst gebt 
der ma. ab und wird durch tonkn tunken, ersetzt. 

§ 65. Mhd. ö wird zu $ t e. Beispiele: f$lyx völlig; ep 
(aus *öb für ob); teryen törchen; zumrtfrxV' tussilago farfara, 
(in Leipzig heisst sommertierchen das Schneeglöckchen); typrn 
neben nicht umgel. koprn (kupfern); $rlr örter; fr$rtln einen 
ort verschaffen; $rtlst das zunächst liegende (sup. zum adj. 
ort); t$xtf töchter; b$k bocke; A-f^/2 köchiD ; z$lt und zylt conj. 
prät. sollte; st$k stocke, bäumst ümpfe (ebenso bei Michel s. 19)- 

Anm. Die diphthongierung in fyl (öl) konnte nur aus ge- 
schlossenem ö (e) hervorgehen, desgl. die ° in pfypl verhärteter nasen- 
schleim (vgl. Schindler unter pöpel). 



LEIBITZKR MUNDART. 295 

§ 60. Mhd. cr wurde zu ey: äeyn (schcene); bq'ys (bcese); 
rf'ysty, (rcesten) flachs rösten; hfy (hcehe); hf'ygrfu höhengrau; 
re'yzlyx (rceseleht); n$ylyx (ncetec); aber teryx zu mhd. *töreht 
mit einem vor r verkürzten ce, und entlehntes sesl kleidschoss. 

Anm. Das ce wurde im comp, und sup. der adj.zu $, vor nasalen 
zu ce, z. b. gr$sr (grce^er)-, gr$st? (gr Celeste); s$yn {scheine), scenr, 
scenste. 

§ 67. Dem mhd. ü entspricht y } y vor b, g, d, vor m, n, 
l, r und vor t: ybr (über), ybrdank massloser dank; tyglyx 
(tilg el ich); hybl (hübet) ; umyglyx (unmügelich) ; fydrn (vürdern) 
sich beeilen; kym (kümel); byn (büne) dachboden; myl (mül); 
fyln (vüKri) fohlen; frfyln verdriesen (zu vervüllen); hyl (hülwe) 
hohlweg (vgl. eifl. At7, Kisch s. 365); tyr (tür); myr (mür); 
kym (kürn) butterfass, dazu kym buttern; kyrnm?lyx buttermilch); 
kyrts Verkürzung (zu kürzen), bdkyrtsri jemanden verkürzen; 
undrsyrgg. feuer schüren (schür 'gen); styrts (stürze) gefässdeckel; 
f&rps vorschuh am Stiefel (sieb, vörbes, schles. fürbsen Vor- 
schüben, vgl. Schröer, Wb. s. 262); kyt (küt); sytri schütten. 

§68. Mhd. ü erscheint sonst als §: v§ntsg (wünschen); 
glek (gelücke); nes (nüz,e); kn$ln (knüllen); gdr$mpl (gerümpel); 

o 

kn$pl (kntippel); ts$k% (zücken); Jekri (jucken) jucken; dr^kg, 

o 

(drücken; daneben unumgelautetes droky, das für 'liebkosen' ver- 
allgemeinert wurde); kr$k (krücke); r$th$ (rutschen); äels (schütze) 
weberschifflein ; ferner bezimmertes wandholz; stets (stütze) 
gewürzbüchse; Stretsl (strützel) geflochtenes gebäck (ebenso 
bistr., vgl. Kisch s. 365); ebenso gdst$p (gestüppe) gewürz 
(bistr. gdilfp pfeffer); heps (hübesch) hübsch; brek (brücke); templ 

o 

(tümpfel); t$ld (tülle) eisenröhrchen der laterne; gdvelk (gewülke); 
z$nt (sünde); frg$n (vergünnen); gdlesty (gelüsten; dazu gvl?styx 
lüstern); em (ümbe) um; en&rerak (ahd. umbiring) ringsumher; 
$mdt$m (um und um) ringsum (vgl. österr. umadum, Frommann, 
DMa. 6, 112, 25. 4, 242, 12; der hochdeutsch sprechende 
Leibitzer sagt umdtum); Ar^w (küchen); hymlsl$sx% Schlüsselblume. 

o 

Schwanken zeigen k?nt, kynt (künde) prät. conj.; m^gti, myg% 

(mügen, davon mek, myk er mag); gdfl$kt und gdflokt prät. zu 

mhd. pflücken, md. pflocken); gddfrft und gddarft (gedürft, md. 

gedurft). 

Anm. 1. Umlaut liegt vor in kymst, kymi 2. und. 3. pers. präs. 
(zu kumen), in tymln in bewegung setzen, Unfrieden stiften (factitiv zu 
tumln tumeln). 



296 LUMTZEK 

Anm. 2. Als secundär muss die diphthongierung in kfynyx (künec) 
angesehen werden, dem ein gedehntes *kfnec vorausliegt. 

§ 69. Mhd. iu wurde zu ae diphthongiert: taebl (tiuvd] 
euphemistisch auch taekr, taeksl)] trae (triurve)] kraets (kriuze) 
kreuz und rtickgrat; kraetsr (kriuzer); gdtsae (gezvuge, vgl. 
gezie Webstuhl, Weinhold s. 93); blae (bliuwel); g9kraedy% (ge- 
kriute); aosbaexft (biuchen) durchnässen; baet (biute) teigbrett; 
braen (briuwen); kam (kiuwen); Saer (schiure); klae (kliuwe); 
klael, klaelyd (kliuwel); spraetsri (spriutzen); haet (hiute). — Es 
schwanken traen antrauen, trae trauung, neben irdon vertrauen 
(zu den doppelformen triuwen, nd. trüwen), sodann graelyx (griu- 
welich) neben graoln (grüwelen) und graol (grüwel). 

o o 

Anm. 1. Bei gdhqr» in der formel g?h§r? tsaetn (gehiure ziten) 
hauptf eiertage, hat das r die diphthongierung des iu gehemmt. 

Anm. 2. Das wort hutsn zur Verfolgung rufen, beruht auf der 
zweiten form hüzen (neben hiuzen). 

Anm. 3. s(y%n (ahd. *sciuhjan) trans. und intrans. gebraucht, dazu 
s$'yx (mhd. schiuhe) Schreckgestalt, sind ableitungen von der grundform 
sq'ux (germ. *skeuh), das sich bloss in der wendung erhalten hat: 'sat 
mr 9 squx g 9g den schrecken, gruseln hat mich befallen. 

§ 70. Mhd. ei ist zu (y, (y geworden: beyn; \{ym (leime); 

'?V; {VOT, v ?'v s scio '> ty'ym; *?V? (heilen)] tsfygr (seiger) 
altertümliche wanduhr; isfygr aus röhr geflochtener handkorb 
(vgl. ls$tfdr, Kisch s. 381, wo auch über die Verbreitung des 
Wortes näheres zu finden ist), tsfyz%i (zeisen) wolle kratzen; 
fyd% (eidem); gfysl peitsche; If'yn (leinen) lehnen; v$yts (weize); 
f(yk (veige); snfyzln entästen (zu schneit ein); h^ys (heiz)] aber 
ae (ei), aerkok eischale (vgl. ey er koke, Lauremberg, Scherzg. 3, 
104); aet (eil)] aed% eiden, schwören, welche wahrscheinlich 
lehnwörter sind. 

§ 71. Mhd. ei wurde vor n, s, den /-lauten sowie im 
comparativ und Superlativ der adjectiva meist zu e (seltener 
zu f) monophthongiert: r§n (rein) ackergrenze (nur als flurname: 
undrn hux# r$n unter dem hohen rain, erhalten); tsvfn (zwein, 
gen. und dat.); kr§s (kreiz), §nkrfzi£ einen kreis machen; spfdl 
speitel, zwickel; tfdyx (teidinc), tfdyjy. verhandeln, besprechen; 
vobkbr^t (wegebreite); sprfdri (spreiten)] aosbrfdn (üzfir eilen); sp$x 
(speiche). Die comparative und Superlative zu br?t (breit) und 
kl(yn\ brftr, klcenr; brftsti}, klcensty und die schwankenden Super- 
lative mp'ysii}, maesn}, m$sti} zu fyl (vil), ferner zefl$*k säufliDg, 



LEIBITZER MUNDART. 297 

trunkenbold (urspr. ou, dial. ceu zu dey umgelautet und dies 

zu e contrahiert). 

Anm. 1. Schwanken hat statt in strqfn verb. streifen, streichen 
(dazu lirtf streif, strich und siref%9 streifchen) neben strcyfii der streifen, 
von einem bereits verschwundenem verb. strfyfn. 

Anm. 2. Fremdartigen lautstand haben ödeks eidechse; häkl , 
fiäklyx heikel; sie müssen daher fremd Wörter sein. 

§ 72. Mhd. ou ist zu ceu, ceu geworden: ceuk (äuge); bceum 
(boume); ceux (ouch); rceuf (roufe) heuraufe; tsuhceuf (zehoufe); 
tsceum (zoum); Iceu/ty (loufen), bdlceufQ sich paaren (vom vieh 
gebraucht); tsceufg, (zouwen) das Zugvieh beim leitseil zurück- 
ziehen; trceübl (troubel) traubenblüte; iceuk (ich tauge, er taugt); 

o 

rcevibi} (rouben)\ Strceum (stroum) ein schmal und lang bebauter 

ackerstrich; die abweichenden gaom (goume) und glaobi} (ge- 

louberi), sind jedenfalls entlehnt. 

Umgelautete formen zeigen hdeyp (ahd. haubit; erhalten in 

9 hdeyp ft ein stück vieh); kraothceypxft, tsu hceypy zu häupten, 

hceyplyx häuptlings; bqrhdeypyx barhäuptig; hceypkranky typhus; 

hdeyptux langes kopftuch; 's kraot hdeypt syx der kohl setzt 

häupter an (sonst durch kop köpf, verdrängt); ferner in kceyfi} 

(*kaupjan), kcbyfr käufer; drzcbyfn ersäufen; gdzcbyf getränke 

für vieh; gceys (gaus, goufse) hohle hand. 

Anm. $y der um laut von mhd. ou = dial. ceu, ist zu ? weiter- 
entwickelt in gzlefgel&ufe (zu loufen)\ l$fr (zuchtbock, vgl. gel&fte, Wein- 
hold 8. 92). 

§ 73. Mhd. ouw erscheint als ao, ab: frdo (vroutve); kab 
(kouwe); hob (houwe) haue, hacke; (ab (tou); myltdo (miltou; dazu 
das verb. myltdon); ab (ouwe) bebautes feld in niederungen; 
aotsux kanal (vgl. lat. aquaeduetus), saon (schöuwen). 

§ 74. Mhd. öu ist zu fy, fy geworden: b/ym (bäume); of- 
bf'ym aufbäumen, das gewebe an den stellbaum aufwinden 
(vgl. Michel s. 17); zfygq (saugen); If'yp (löube) gedeckter haus- 
flur (vgl. l§f, Kisch s. 374); tr(yfln (troufen); tfyfy (taufen); 
b£yg% (böugen; dazu bfygl gebäck in ringform, vgl. bistr. 
bfgel, Kisch s. 374); rfybr (röubcere); rfyxrn (räuchern); tr/ym 
(träumen); IfykQ (löugeneri). 

§ 75. Mhd. äuw erscheint als ae, de: fraen (vröuwen); fraet 
(ahd. *frouwida,frewede); tsrhaen (höurven) durcheinander streuen 
(dazu hde, gdhde verworrenes ding); itraen (ströuwen); strde 
(streu); draen (dröuwen); gddrde (gedräuwe). 



298 LUMTZER 

§ 76. Mhd. xe ist zu de geworden: vystdnde (wüesten%e)\ 
timdrde (zu timmer) finstere wiesen- oder waldfläche; joegdrdt 
(Jegerie); s$ndrde (schinderie) scbinderei und schinderhaus; gre- 
zdrde grosse grasfläche; fardtde pfarrhaus (vgl. pfarratai in der 
Br (inner ma. bei Frommann, DMa. 6, 527, 5). 

§ 77. Mhd. ie wurde gewöhnlich zu { in offener silbe vor 
der stimmhaften spirans z, vor r, den medien und nasalen, 
sonst zu i: piz (biest)\ gdtir (geliere): fr Hm (verliesen); l&nq?, 
ktnspen (kienspdn); kimbceum (kienboum)', kimbdrk bergname 
tsrkßbrn (klieben) spalten (dazu klxpyz gespaltenes hölzeben) 
bdkUbrt betrunken; nindrts (niendert)\ kr%x pflaumenschiebe 
grizyx sandig (zu griez)\ fixt (viehte); ftxttenk junge flehte 
kny% sich zanken; grib (griebe); ?iizri (niesen); Hxl (liehte)\ 
s vcert li%t es tagt; lipstd liebste, liebchen; di (die). 

Doppelformen liegen vor in hier, hij (mit steigendem diph- 
thong) und ht, hi mit monophthongierung, in strim und streymp 
(zu strieme, streime); je nach der art der betonung scheinen 
sich entwickelt zu haben its, itsp (eben jetzt) mit i- betonung 
und $ts, ets%t (eben bevor) mit ^-betonung aus (ieze, iezeni 
und ieze, iezeni), 

§ 78. Statt ie begegnet e, e infolge des Zusammenfalls 
mit mhd. i (vgl. § 55) in denstax dienstag; kefr dachlatte (zu 
kiefer)\ kefrholts holz woraus dachlatten geschnitten werden; 
erdnt/ynr irgendeiner, so mancher (zu iergen); §$r {schiere). 
Das aus ie monophthongierte geschlossene e haben wider zu 
/*/ diphthongiert fleY0 (vlieheri); aosne'ysri nutzniessen. Endlich 
besteht schwanken zwischen altem verkürzten diphthongen und 
seeundärer länge in ninderts und nerrits nirgends. 

§ 79. Mhd. uo erscheint als u, ü, und zwar besteht die 
kürze vor t, ch, f, st, sonst hat länge statt. Z. b. mutr (muoter); 
zuxri (suochen); rufn. (ruofen, 2. und 3. pers. sg. präs. rifst, 
rift)\ tun (tuon, 2. und 3. pers. sg. präs. tist, tit); qbtün schwein 
schlachten; qntün behexen; rüryx (zu ruore; von faulen eiern 
der bruthenne gesagt); lüdr (luoder) lüderliche Weibsperson; 
fürman (vuorman); blut (bluot); blutrfystyx (bluotrunsec); tux 
(tuoch); förtux bauernschürze; übr (uover) ufer; rast (ruoz)\ hust 
(huoste); kaexust keuchhusten; kunrot Konrad. 

Aum. 1. Umlaut hat fidf (vuoder). 



LEIBITZER MUNDART. 299 

Anm. 2. o statt u hat iautbrox (bruoch) bodenloser morast (Dach 
analogie von brox brach). 

§ 80. Mhd. üe ist zu i, % geworden. Bezüglich der quanti- 

tät kommt auch hier das von ie § 77 gesagte in betracht: git 

(güete); fitrn (vüe(erri); grin (grüene); bdgrxn (grüenen); nixtrn 

(nüehtern)] misn (müezeri)] bqrfisyx (barvüezic); trip (trüebe); 

brin trans. und intrans. (brüejen)] rim (rüemeri); rimrtsex rühmer- 

zeche, -sippe; fün (vüelen); füd (vüele); fri (vrüeje); bdnim (aus 

*benüemen neben beneimen); rim, gdrxrt (zu rüereri) neben gdrürt 

(zu md. rüreri). 

Anm. Un umgelautet ist Irübn (ahd. truoben); trübyx (ahd. iruobi). 

Allgemeine Schlussbemerkungen. 

Vergleichen wir den vocalismus der ma. mit dem mittel- 
hochdeutschen, so ergibt sich, dass eine ganze reihe von vocalen 
der Wintelerschen t-a-u-reihe von der e-seite eine Verschiebung 
nach der w-seite hin erfahren hat. Typisch sind daher § für i 
und ce für e\ nur das mhd. e ist bei ob stehen geblieben und 
nicht zu a geworden (doch erscheint dies a im Zipser garstvogel- 
dialekt und im schlesischen, s. Waniek s. 51); aber dann folgte 
wider die Verschiebung von o zu ceu (vgl. bei Waniek s. 12 
den mit der Satzbetonung zusammenhängenden Wechsel von 
brout und br9ut brot), endlich von o zu u. Diese erscheinung 
findet ihre erklärung in dam was oben s. 276 über die eigen- 
tümliche zungenlage und kehlkopfstellung der mundart (die 
neigung zu gutturaler articulation) gesagt ist. 

Diphthongierung hat in umfassender weise um sich gegriffen. 
Die alten germ. diphthonge ai, au sind in ihrer entwicklung 
weiter gegangen als die aus mhd. i, iu, ü secundär entstandenen 
diphthonge. Erstere haben (vgl. § 52. 70. 72) ihren ersten 
componenten mit auffallender dehnung dem zweiten assimiliert, 
sind also $'y, ceu geworden (über monophthongierung des f'y 
vgl* §71)- Die letzteren sind im allgemeinen bis zur md. stufe 
ae, ao gelangt; über Schwankungen zwischen diphthongischen 
und nichtdiphthongischen formen s. § 57. 64 anm.). Eine aus- 
nähme von dieser hauptunterscheidungsregel bilden hier die alten 
ou vor w, die mit den alten ü in gleicher Stellung zusammen- 
gefallen sind, vgl. § 73. 

Hierzu gesellt sich weiter eine anzahl von speciell mund- 



300 LUMTZER 

artlichen diphthongierungen. Von diesen sei die des tiefen a her- 
vorgehoben. Dieses wurde zunächst offenbar in <f verdumpft 
(eine erscheinung die vom fränk. ausgieng und sich über die 
schles. dialekte erstreckt). Diese stufe ist 'in der ma. nur vor 
r und ht erhalten (vgl. § 42), sonst ist das <f weiter tiberdehnt 
und diphthongiert worden (vgl. § 41 nebst anm. 2). 

Das aus a verdumpfte o fiel überdies mit dem aus mhd. 
o gedehnten o zusammen, und so erklärt es sich, dass beide 
auch dieselbe Weiterentwicklung zum diphthong mitmachen 
(vgl. § 61). 

Die consonantenumgebung fördert oder hemmt den spon- 
tanen lautwandel in verschiedenster weise, was oben an den 
betreffenden stellen im einzelnen angegeben ist. Den durch- 
greifendsten einfluss auf den vocalismus üben n und r aas. 
So gestaltet ein n im comp, der adj. den aus ei und ce ent- 
standenen i-laut zu ce (z. b. klcenr scenr), so läset ein nn oder 
nasal + consonant das umlauts-i nur bis ce gelangen ; r hemmt 
die diphthongierung von q aus ä; r + consonant macht das 
umlauts- e zu offenem e, endlich verhindert consonantisches r 
die diphthongierung des geschlossenen e. 

IL Quantitätsveränderungen . der stammsilbenvocale. 

a) Vocalktirzung. 

§ 81. Vocalkürzung hat im allgemeinen statt vor mehr- 
facher consonanz, z. b. rust {ruo%)\ nindrs (niender); grumt 
{gruonmäi)\ fixt (viehte); in solcher Stellung erhalten sich auch 
alte kürzen, die früher einmal in offener silbe standen, z. b. 
fluks flugs; gdkerU kehricht; vgl. auch formen wie bqrps barfuss. 

Dagegen heisst es lyk (lücke) Zahnlücke; stöln (st olle) tisch- 
fuss (mit dem n der obliquen casus). 

Anm. Ausnahmsweise erscheint dehnung vor seh in rts (ahd. risc) 
schilf. 

§ 82. Abweichend von der nhd. gemeinsprache ist kürzung 
vor t und ch eingetreten; z. b. ofbitn aufbieten; gdr^t geredet; 
brut (bruot) brut; brity (brüeleri); blut (bluot); gut (guot)\ git 
(güete); kvitsn quietschen ; frgiisln verhätscheln; bret (breite)] 

o C 

bretr com. zu br$ t {breit) ; itjfdr (ietrveder) ; rotbeeum rotbaum = 
lärche); krix% {kriechen); riygj, (riechen); tsty {zieche) bettüber- 



LEIBTTZER MUNDART. 301 

zug; zuxri (suocheri); flux% (vluochen); aber müt (muot) ; ybrmxtyx 
(übermüetec). 

§ 83. Ebenso scheint mhd. z, kürzung verursacht zu haben: 
Iqs (läz,e) ich lasse; qplqs ablass; undrlas (underl&z)\ gisri 
(gießen); frdrisy (verdrießen); los (16%) durch Verlosung zu- 
gefallene wies- oder waldparcelle; fus (vuoz); fts (vüeze); zis 
(süeze); zis%g?r kamille; bus (buoze); bis% büssen, körperliches 
leiden durch besprechung heben. Allerdings könnte bei lys, 
Q^t ffdrisri, bis% analogie nach denjenigen formen des verbums 
vorliegen, in welchen lautgesetzlich Verkürzung des langen 
vocals eintrat, weil unmittelbar auf das z, noch ein consonant 
folgte. 

§ 84. Die verba, bei denen im mhd. der vocalismus der 
2. und 3. sg. ind. präs. dem der übrigen präsensformen gleich 
war, haben von diesen die dehnung übernommen, z. b. du Ickpst, 
dr lebpt, byr lobbq du lebst, er lebt, wir leben; du biftst, dr 
b<ft, byr b<fd% du badest, er badet, wir baden. Längung des 
vocals ist ferner in allen personen des präs. durchgedrungen 
bei zfkst, zfkt, z<fg% sagst, sagt, sagen: gr$pst,gr$pt, gr<fb% 
gräbst, gräbt, graben ; trfkst, trfkt, trqgr^ trägst, trägt, tragen ; 
sie st, slft, slfun schlägst, schlägt, schlagen ; vgl. hierüber Paul, 
Beitr. 9, 108. 

§ 85. In der 3. sg. präs. und im prät. der schwachen 
verba mit auslautendem d oder t, wo die nhd. Schriftsprache 
das e analogisch widerhergestellt hat, weist die ma. die ver- 
kürzten formen auf; fert er fürchtet; fertmyx ' ftirchtemich ', 
hasenfuss; gdfart gefürchtet; beut er bindet; Itft er lüftet; gd- 
Itft gelüftet; ret er redet; gdr$t geredet; §at, gdsat schadet, 
geschadet. 

b) Vocaldehnung. 

§ 86. Vocaldehnung ist im allgemeinen vor einfacher 
consonanz, d. i. in offener silbe, eingetreten: j<fg% (jagen)\ jokt 
{Mg et) jagd; <fdl (adel); hozrj, hase); h<fn (harne); krfjbln (kribelen); 
moryx (marc); rizln (riselen); r<ft kornrade; tsvfizl (zwisele)\ 

o o 

säbl (sabel); zpdln (zu sudelen) sich beschmutzen; zyx ypzydln, 
gdzydl schwere arbeit verrichten, sich rackern; rackerei, plackerei 

o 

ohne nebenbegriff des schmutzigen; stybl (stivel); v(fln sprudeln; 

o 

aufwallen; wfl (welle); zun (sun); tör porta; müzyk musik (ton 



302 LUMTZER 

auf der ersten silbe); dfres (magy. der es) pritsche, auf welcher 
die straf linge gezüchtigt wurden; k$tn (ketene; aber ketl kurze 

kette zum verschluss der stalltüren; tsuketln damit schiiessen. 

< 

vgl. Albrecht s. o. kettet)', myl mühle (aber fyl viel; spyl, spyln 
spiel, spielen, hol hohl); lyn lünse (aber hinr pl. tank htthner, 
bin biene, vgl. binn Weinhold, Dialektf. s. 39); hobr (haber; 
dagegen qbr); söbm (schämen; aber ncem nehmen); ferner kuf 
kufe. 

Entgegen der nhd. kürze vor den verschlussfortes t und 
m finden wir dehnung in vcelr (weter); tcbudr (doter); z<ftl 

o 

(satel); tsfydl n. (zedele); tsuzqm (zesamene); h<fmr (hamer); 
kqmr (kamer); zceml (semel); zqmln (samelen) das getreide 
mittelst fegen von der gröberen spreu reinigen; bl<ft (blat); 
brobt (bret). 

§ 87. Eine ausnähme von der hauptregel machen die 
lautgruppe ht (cht) und die r- Verbindungen, inso ferne sie 
dehnung des vorhergehenden vocals zulassen. 

§ 88. Vor ht (cht) sind gedehnt ce aus mhd. e und q aus 
mhd. a; bei andern vocalen scheint dehnung nicht eingetreten 
zu sein; z. b. slobyi (sieht); fcex^l 1 (vehten); kn&yt (kneht); r&it 
(r'eht); r&xty (rehten); gdr&%t (gerehte); fl&yt (vlehte) wagen- 
korb (vgl. Kisch s. 360); nqxt (naht); <fxt, qxtank (ahie, ah- 
tunge); oxtn, (ahten); voxtl (wahtel); soxt geschälte holzstange 
(bei Fr. Keuter bohnenschacht); soxtr, söxtrt einhenkliger 
scheffel; aber ext echt; gdme%t mach werk; slaxty, gdUaxt 
schlachten; paxtn pachten, paxt der pacht; ryxty (rihten); gd- 
Syxt (geschiht); g2zy%t (gesihie) ; gyxl (gibt); tsix% (= mhd. ziehen, 
md. zihenl) furchtsam davoneilen (dazu das part. prät. gdtsixt); 
luxt f. wollabfälle beim weben; tsuxt (zuht); toxtr (tohter). 

§ 89. Die r- Verbindungen. 

a) Beispiele mit rb (rp): forp färbe; fcbrbrj. färben; gcerbn 

gerben, gcerbr; orpri arbeiten ; orp arbeit; erptr arbeiter; Stcerbn 

sterben; ggrp garbe; sorbri geräuschvoll essen; $rb$ erben; 

frptf'yl erbteil. 

Anm. tnyr mürbe; gcel gelb, = mhd. mürrve, gel, -Iwes, fallen nicht 
hierher, sondern unter § 86 (grundf. *müre, *gele). 

b) Beispiele mit rg (rk): äprgy schüren; handgyrgd Hans- 
georg; hansgfjrkstrcenk Hansgeorgstränke, flurname; byrk birke, 
t$rk Türke; tfyrksd müzyk musik mit blasinstrumenten; mürksn, 



LEIBITZER MUNDART. 303 

drmürksln erwürgen (vgl. murksein bei Albrecht); vürgn neben 
umgel. vprgen (würgen), g^byrk gebirge. 

c) Beispiele mit rm, rn: grm arm (aber comp, mit kürzung 
ermr); vorm warm; drbqrm (erbarmen)] stürm; vürm; gyrmyn 
weibliches lamm; syrm; fürm form; türm; byrn (birne); ros- 
byrn rossbirne (= bovist, vgl. Kisch s. 359, anm. 1); gqrn garn; 
körn; dorn; spdrn (die sporen und der sparren); hörn; sorn 
(?) verhärteter erdklumpen; tsdrn, tsörnbok jähzorniger mensch; 
förn vorne; ern fussboden. 

d) Beispiele mit rt (rd): ort art; bqrt bart; fort fahrt; 
scfrt scharte; kort karte; mdrdr marder; ort: hobrt m. und f. 

4/ 1/ 'i/o •• 

der herd, die herde; hfrt n. hert^ (mdl. herde) flachsfaser; 
virt wirt; hirt, gdbürt, gürt; vfrt wert; tgrts tartsche; gqrt^ 
galten; vortri warten. Dagegen mit erhaltener kürze hert 
hart; fart fort; vart wort. 

e) Beispiele mit rz: Gedehnten vocal haben hqrts harz; 
pyrtsl bürzel; pürtsln purzeln; gorts, ggrtsri (garst, garsten); 
stfrts pflugsterz; styrtsq pflügen; stürtsl sturzel, Stoppel; vürts, 

o 

vürtsl (würzet); vqrtsl warze; fürtsft, fürts; kürts (aber kertsr 

o o t 

kürzer). — Kürze ist erhalten in §varts schwarz; smerts, smertsn; 
herts herz; §erts baumrinde (letzteres gleichlautend in Bistritz, 
vgl. Kisch s/362). 

f) Beispiele mit rs: Dehnung zeigen ors; dpr§rn dürsten; 
fdrs kirsche; f ferst ferse; hyrs" hirse und hirscb. — Kürze liegt 
vor in farlfyi forschen; farsnr förster; vers vers; marS marsch; 
mors morsch; pors bursche. 

g) Beispiele mit rst: Gedehnt erscheinen f(/rsl fürst und 
dachfirst; gdbrst gerste; gyrsty (girstin); byrst bürste; tyrSty 
bürsten; vürüt wurst; dürst (auch eigenname). 

Die gründe für die doppelentwicklung — dehnung und 
nichtdehnung — sind nicht überall mit Sicherheit auszumachen. 
Zum teil mag ausgleichung zwischen ein- und mehrsilbigen 
formen vorliegen. 

III. Yocale der nebensilben. 

1. Vorsilben. 

§ 90. Die Vorsilben haben im allgemeinen ihre vocale 
bewahrt, abgesehen von gemeindeutschen fällen wie glaobn 



304 LUMTZER 

{gelouben); blaeby, (beftben); gl$k (gelücke). Letzteres bat über- 
dies die alte form bewahrt in der formel g$p gdl$k (gott) gebe 
glück; ähnlich wadneutS (*ungenddisch, etwa im sinne von 
'gottlos'). Schwanken fand ich nur in gcesy und gzgcesn, km 
und gdkom gekommen. Neben ver- und zer- bestehen noch ältere 
formen zur- und /ar-, dem md. zur- und vor- entsprechend. 
In deren anwendung herscht reine Willkür, doch gewinnen die 
gemeindeutschen formen immer mehr an boden; z. b. tsur$sn 
neben tsdr$sri zerrissen; farokt neben fdrokt verrückt; fary%t 
neben fdryyt verrichtet; tsufakln neben tsrfakln zerschlagen, 
zertrümmern (vgl. Grimm unter fackeln). 

2. Mittel- und endsilben. 

§ 91. Die vocale der bildungssilben -ich (aus mhd. -ic, 
-ec, einschliesslich der § 1 14 erwähnten participialadjectiva),-/icA, 
-schaft, -ung, -heit und zum teil -isch bleiben erhalten; doch 
verliert -isch seinen vocal bei eigennamen. Synkope hat statt 
bei -in, dagegen bleibt der durch folgenden vocal geschützte 
vocal des parallelen -inne correct als £ bestehen. Desgleichen 
haben -linc und -ine die der ma. gemässe lautung -l$tak und 
-$vk angenommen. In anderen bildungs- und ableitungssilben 
hat die synkope um sich gegriffen. Beispiele: svi/ryx (swiric) 
schwärend; famyx (pfennic); zeylyx {scelec)\ kox%dyx kochend; 
fraentlyx (friuntlich)] fraentsaft verwantschaft; cenisafi (entschaft); 
hofnwak (ho/fenunge); tomaet (tumpheit); naedys neidisch (aber 
urars ungarisch, pol§ polnisch); fleksy {vlehsiri)\ kits^ braut ein 
grosses stück brot (zu kitzin), g$r§tri (girstiri) [aber /w/fttP, ohne 
umlaut zu mhd. jüdinne]] tscendrtyvk kiefer (zu zant, vgl. Kisch 
s. 347); vutsrl?vk (*wuot-schirlinc); krfjnrlenk kränkelndes wesen; 
kyzl$nk {kislinc)\ kantr cantor; rfktr rector; war Ungar; warn 
f. Ungarn; h$ltsrn hölzern; krobps (krebez)\ gdrae§ (risech) 
reisig; medr (mceder)\ kyrsnr (kürsencere)) v§ldnr (wildencere) 
familienname ; k$ll deminutiv zu mhd. kät kot; fylzl füllsei; 
laebl {Übet) weste °(vgl. Kisch s. 392) ; lapsl labsal ; lavsn lang- 
sam. Die endung -unge erscheint echt mundartlich als -avk in 
formen wie kcbulaiak köhlung, kohlenmeiler ; qxtaaak achtung; 
tiylavk teilung, etc.; formen wie hofnwak hoffnung, sind daher 
aus der Schriftsprache entlehnt. 

Anm. 1. Ausnahmen machen die slav. lehn Wörter, bes. die ant 



LEIBITZER MUNDART. 305 

-aen. Sie tragen zum überwiegenden teil den hauptton auf der Stamm- 
silbe, die folgesilbe steht aber (entgegen deutscher regel) auf derselben ton- 
höhe und unterscheidet sich von der vorhergehenden nur durch sinken des 
expiratorischen accents, z. b. päsaen (passotvati) balgen ; frprfdaen [pre- 
dati verkaufen) verschleudern ; büraen, tsrbüraen (baurati) zertrümmern ; 
kärmaen (karmic) füttern; kür aen (kuric) rauchen; drimaen (drimac) 
schlafen; düxaen (dauchali) pfauchen, heftig blasen; hdrnak räuber- 
hauptmann. Dagegen mit beibehaltung der slav. betonung hoxnils%n 
(bochnjcek) ein gebäck; kalüxn (kaljSek) gläschen, stamper; lapdl? (lo- 
päta) schmales, langes holz; lapdtaen mit einem solchen schlagen; ka- 
likp (kalika blindes pferd) gaul ; poveddlks (powedälka) klatschrede, u. a. 
A n m. 2. Gegenüber dem nhd. hungrig hat das dial. howryx seinen 
mittelvocal erhalten. 

§ 92. Das flexions-£ der endungen -er, -es, -en wird syn- 
kopiert; die ganze endung -en schwindet nach stammbaftem m, 
n, v », aber nicht nach 73k, z. b. fr§mdr (vremder)\ daens (gen. sg. 
von diri); ffts (fettes; vgl. fez, Weinhold s. SO); gqrltj, garten; 
fraon frauen ; sdeyxß causativ (zu schiuhen)\ z$gn, (segenen); rcgn 
(regcnen); sobm (schemen); z$n (singen); aber irgnkri, gdironkn 
{trinken, getrunken). 

§ 93. Zusammensetzungen, die im sprachbewusstsein als 
solche nicht mehr empfunden werden, zeigen infolge mangelnder 
betonung vielfach verkürzte formen, z. b. braedigy bräutigam; 
tirpl türpfahl, schwelle (vgl. Kisch s. 389), vq'idbr heidelbeere 
(vgl! Kisch s. 393 anm. 2, dessen etymologie [ahd. *waltberi] 
für unsere ma. unhaltbar ist); erpr erdbeere (vgl. Kisch ebenda); 
h§mpr him beere (eifl. hamper, hqmper, bistr. hfmpdr)\ brfumbr 
brombeere (bistr. brumdl), vaenpr Weinbeere, d. h. Johannisbeere 
(bistr. vaemdr mit ursprünglicher bedeutung); kulaembr Vogel- 
beere; lörbr schafmist (vgl. Grimm, ÜWb. 6, 1148,6); lörbrn 
vom misten der schafe gesagt; fylml vielmal; noxlml nacht- 
mahl; hcenlsq handschub (vgl. Schiller-Lübben, Mnd. wb. unter 
hantsche); leyzl leitscil, ztigel (vgl. Kisch s. 377 anm. 2); noxbr 
und nqubr nachbar (die letzte form ist altertümelnd) ; hoxts 
(aus hoxtsdt) hochzeit (vgl. Weiuhold s. 97); z?tr sotaner, 
solcher; vetr wietaner, welcher; laemt leinwand; jqrmdrk Jahr- 
markt; kneeublox (knoubelouch)\ snitlox (snitelouch); nazd nun 
also); bgrps (barvuoz; vgl. Kisch s. 377 anm. 2). 

§ 94. Weitere Verkürzungen unbetonter silben erscheinen 
in taufnamen wie ztfd Sophia; t$md Thomas; mqtsd und mats 
(letzteres ist familienname, davon matsdrof Matzdorf, magy. 

Beiträge zur geschichte der deutschen spräche. XIX. 20 



306 LUMTZER 

Matheöcz; dagegen hält die bauernregel of mataes br$%t's aes 
die vollere form fest); sosbgrtl schussbartbel, typischer name 
des voreiligen Schwätzers; jutsd Juditha (dazu die koseform 
judlaen), jakd und kfybd Jacob; cendrfy und drytsd Andreas 
(in den Zipser bergstädten lautet die koseform dr$zl)\ mrü, 
mriyn und marytsd, maryts%ri Marie, Mariechen u. a. Sodann 
in ons anis; grpn arbeiten (vgl. Albrecht, Leipziger ma. § 110); 
eums {ämeiz,e, vgl. Weinhold s. 111); eis iltis; aptf'yk, apt(ykr 
apotheke, apotheker; ür ahorn; yrn aus ahorn verfertigt; spatsyd 
spatium. 

Auf unbetontheit beruhen auch sonst wesentlich nd. meta- 
thesen in formen wie hunsdrof, risdrof, naendrof, daetsridrof 
Hunsdorf, Rissdorf, Neuendorf (magy. Iglö), Deutschendorf 
(magy. Popräd) etc.; tsufrön zu vorn, voran; foldq aus *vollend 
vollends; glet aus gelte (?); nySi nichts; hfrbryx herberge; 
spnpryx verfallenes haus (?); korst brotkruste (vgl. nd. horste 
bei Kluge); sarpaen (zu nl. schrapen) mit geräusch kratzen. 

§ 95. Ungedeckte endsilbenvocale schwinden in der ma.; 
erhalten bleiben sie nur in lehnwörtern, aber auch hier sind 
die auslautenden vollen vocale zu 9 geschwächt. Auslautendes 
-e hat nur in der ableitung Anne stand; z. b. fqrp färbe; §lüp 
stube; aber arcendd arrende; 2W/?Psuppe; bald (mhd. balle ball), 
die als fremdwörter erscheinen; kantsd (slav. magy. kancza 
stute) schelte für eine lüderliche weibsperson ; barnd name des 
schwarzen ochsen (magy. barna braun); papd (mlat. pappa) 
kinderbrei; sameyld Samueli; jakceubd Jacobi; katraend Katha- 
rina, als namen von kalendertagen ; kcets$nd kätzin; gcenz§nd 
gänsin, gansweibcben ; hcenenx% weibliches küchlein. 

A de Das deminutivum -Im hat den vocal bewahrt in frdeb (vröü- 
rveliri). Das deminutivum -chin, -chen lautet im sg. wie im plur. ~%9, 
durch schuleinfluss wird es jedoch durch -## verdrängt Im plur. der 
neutr. und masc. auf -er heisst es dy bildr%d t dy mcenr%9, aber auch dy 
maedf%9 die mädchen. Vielfach begegnet combination beider deminutiv- 
formen, z. b. vcewlx? wängelchen ; dmyl%d dächeichen. 

o o 

§ 96. Von den ungedeckten endsilbenvocalen bleibt end- 
lich die adjectivendung 4u als -9 bestehen im nom. sg. f. (von 
hier aus in den acc. sg. gedrungen), im nom. acc. pl. n. (von 
hier aus auf m. und f. plur. übertragen; z. b. bl$ndd (blindiu); 
die nicht attributiv stehenden drae-ed (driu) ; flrd (vieriu) ; ftmte 



LEIBITZER MÜNDART. 307 

(finfiu) u. s. w. Bei der zweizahl herscht hier schwanken 
zwischen tsvae und älterem tsvu9 (zwuo). 

§ 97. En- und prokliticae. 

a. Infolge en- oder proklitischer unbetontheit haben Ver- 
kürzung erfahren ze aus zuo in tsaex {ze iu); tsuns (ze uns); 
tsqub^t {ze äbent; danach auch ts^übnts abends, ts$ubi£<U}x 
abendlich); d aus ein in dv&r {einrver) irgendwer; dnandr {einander)', 
mgtdnant miteinander; d aus en, in in dhf'ym {enheim) heim; dfor 
{envor) vor; dhendr {enhinder) hinter [dagegen vgl. betontes §n- = 
altem ungedchntem m- in enmafäi einmachen, teig machen; en- 
h$ytsn einheizen u. a.]. Ferner kommen hier in betracht die 
formen drfar dafür; drtsu dazu; drbae dabei (vgl. § 103); §lbd 
{einlif)\ dmqnt am ende; dlqyn allein; dzdeu also; flaext viel- 
leicht; fra vor eigennamen und in frdl{ydyx (frau)ledig (sonst 
frao)\ guntok guten tag (vgl. Kisch s. 378); s artikel, aus duz, 
z. b. s ros das ross; s fubiifmf'ul das abendmahl. 

b. Verkürzung zeigen ferner die pronomina mr mir; dr 
dir; dr nom. sg. m., dat. sg. f. des geschlechtigen pron. und 
nom. pl. der 2. pers.: vcendrs wenn er es; ds es; ndn ihm, ihn, 
ihnen; zd sie; dd du; z. b. das 19 dass du; wwnstd wenn du; 
g^ystd gehst du (zuruf, womit man das vieh antreibt); dann 
adverbialcomposita wie rgp, rgpr herab, herabher; raos, raosr 
heraus, herausher; r$n, r$nr herein, liereinher; rof, rofr herauf, 
herauf her; ferner^ ja; na{nü) öfters gebrauchter ausruf; das 
unbestimmte pron. mdn man. 

Cap. IL Consonanten. 

I. Sonore consonanten. 
1. Die halbvocale w und j. 

§ 98. Mhd. rv bleibt im anlaut regelmässig besteben ausser 
in byr, br wir (den vvandel von rv zu b kennt hier auch das 
schlesische, vgl. Weinhold s. 75). 

In- und auslautendes w ist mit vorhergehendem ou zu ao, 
mit vorhergehendem öu zu ae verschmolzen; vgl. hierüber §73 
und 75. 

In- und auslautendes rv nach r ist zu b, p geworden: 
g&rbr} {garwen); f forty} {varwen); fcbrbyx neben älterem forbi} 
farbig; fgrp{farwe), $n dy forp trog% in die fäiberei tragen; 

20* 



1 



308 LUMTZER 

nqrp (?iarrve); spfrbr {sperrver)\ ggrp, sfufsgorp (gartve), cerps 
(ertveiz); svölm (zu srvalwe) beruht wol auf verallgemeineruDg 
der casus obl. mit Verschmelzung des rv + n z\i m (vgl. Wein- 
hold s. 75). 

Geschwunden ist w in- und auslautend nach vocalen und 
/: blfu (blä); kr(u (kräwe) krähe; baon (büweri); traon (trütven)', 
myl (milwe); myln (tmlrveri); göbl, gcblr {gel, gelwer); aber fyvyx 
(ervic); l§v (lewe)\ l$v% (letviri). 

Anm. 1. Altes rvr~ hat sich als br- erhalten in brew wringen, 
winden; über trgzri (innd. wrase, nd. fräsen; dazu trqzndyx rasig) mit 
w-schwund aus eigentlichem *trvrpzn, *twr<fzndyx vgl. § 120 anm. 1. 

Anm. 2. Das fremdwort polbf pulver zeigt b für rv aus v, ebenso 
(ybd, typx*£ Eva, Evchen. 

Anm. 3. m statt w liegt vor in mfydln wedeln. 

§ 99. Mhd. j ist im anlaut im allgemeinen unverändert 
geblieben, nur vor mhd. e zum verschlusslaut geworden: 

1. ja, jamrn, jcemrlyx, jogq, j&gr, jox; jor, jovk, jovr 
junge, knabe (auch unsere ma. kennt also weder das obd. bub, 
noch das md. knabe; vgl. Kisch s. 382); juxd (jüche); juxtsn 
(jüchezen). 

2. ge§ (jest); g$ty (jesteri); g$rn (jesen)\ gcbdrj, (j'eteri)\ alt 
ist dagegen das g in gf (gcehe), g?lndyx (geehelich). 

Zwischen vocalen ist mhd. j geschwunden, ausser vielleicht 

in flfyg'Q (vlejen, vlöun), s. § 51. 

Anm. In marjnbcerk, marjnigk Marien berg, Marien tag, ist altes % 
zur spirans geworden. In pelfzilgp petersilie, ist ein solches j nach / zn 
g weiterentwickelt worden. 

2. Liquidae. 

§ 100. Svarabhakti. Zwischen den liquiden /, r und nach- 
folgender palataler spirans entwickelt sich ein parasitisches i; 
so in ffjrj, (magy. eljen) vivat; m§Px milch; kaßx (ahd. chalah) 
vftx welch; kyr { x (ahd. chirihha)\ snyr*x (ahd. snurihha); g9- 
b{fr { x (neben geläufigerem gzbyrk) gebirge; mor^x (ahd. marag); 
dür'x (ahd. duruti); kqr { x (ahd. charag); fgr+x (trvarc). Der 
garstvogeldialekt kennt ausserdem noch bdr*x (berc)\ bür*x (burc). 
Zum teil treffen diese i wider mit alten vocalen zusammen. 

Die Verbindung rl bewirkt dehnung des vorhergehenden 
vocals und entwickelt ein svarabhakti 9 zwischen dem r und 
/: kärdl Karl; kfrdl kerl; frdl eile; pfrzl grosser ambosshammer; 



LEIB1TZER MÜNDART. 309 

strjrdln mit einer stange herumfahren (vgl. Weinhold s. 78) ; da- 
gegen/?^/ perle; z$rlevk ausgetrockneter junger bäum; gerlqvk 
älteres fohlen, welches noch nicht vorgespannt wird. 

Auslautendes l, In, und r entwickeln nach vocallängen 
ebenfalls ein d vor sich ; maodl maul ; faodln faulen ; pceudln das 
land Polen; f feudi voll; kvftal quäl; kvfyzln quälen; vfydln 
wählen; drts<£ydln erzählen ; m(ydr mehr; beydl B61a (name einer 
Ortschaft; dazu bfylr B61aer; aber grul (slav. gruli) kartoffel; 
veln wollen ; tsoln zahlen ; f§ln fehlen ; himln sterben (vgl. Kisch 
s. 362). 

§ 101. Mhd. / ist als solches erhalten. Secundär erscheint 
es im auslaut bei mavl (mange); respl (rispe)\ im inlaut bei 

o o 

graJnot (gränäi)\ in r ist es übergegangen in vysprn (tvispeln)] 
krystir klystier; franfl flanell (ebenso in Leipzig, Albrecht 
§ 108); püdrn im staube sich wälzen und dann das gefieder 
reinigen, vom geflügel gesagt; afypüdr aschenbrödel (Grimm, 
DWb. 7,2203). Es ist geschwunden in dzceu also; nazd nu also; 
blae bläuel. 

§ 102. Mhd. r ist im allgemeinen erhalten geblieben. Ge- 
schwunden ist es in föddrd, fydrsld vordere, vorderste; kamets- 
fceugl krammetsvogel (auch Spottname); masyrn marschieren; 

o 

tanislr tornister; ftjdrn (vürdern); kaprol korporal; mfyzr 
mörser. 

Viele verba und deren ableitungen haben vor der endung 
ein r eingeschoben oder es an diese angefügt, z. b. tutrn, gd- 
tutr tuten, getute; j&grn, gdjcbgr reflexiva zu jagen; bdmylrn 
inüllen, mehlig machen; klvwkrn (zu *klungen, klunc) zur be- 
zeichnung des klingenden geräusches eines nicht ganz gefüllten 
gefässes; foxrn, g^foxr (zu fochen) fauchen; m$rdr (moder) 
sumpf, kot; opm$rdfn das stecken gebliebene gespann heraus- 
ziehen; dann im übertragenen sinn sich quälen, plagen; k§lkrn 
hüsteln (vgl. bistr. k\lkiß\ seifl. tfelksdn, Kisch s. 362). 

§ 103. Doppel formen wie mhd. me — mir, hie — hier wendet 
die mundart promiscue an (d. h. ohne rücksicht auf etwa fol- 
genden consonantischen oder vocalischen anlaut): m$, mfy, 
tnfy9r; hi, hif,hifr. 

Erhalteu ist altes r nach verkürzter alter länge in drbae 
dabei; drnü da nu; drhf'ym daheim; drlsu dazu; drm$t damit; 
drfan davon; drfar neben ddfar dafür; drgegy neben ddg$gr} 



310 LUMTZER 

dagegen; dazu (mit eingeschobenem l?) drtaosft da aussen; 
drten da innen; drtun da unten. 

An in. 1. r ist zu / geworden in balvyrn barbieren; maltjr (morier) 
üjürtcl; Hyblrnfs nasenstüber; pytl lock ruf des hahns (vgl. nd. puter, 
Grimm, DWb. 7, 2279. 

Anm. 2. In vqt wird, ist das r dem t assimiliert worden. 

Anm. 3. Statt r steht n in dqzntyrn desertieren (ebenso in Leipzig, 
Albrecht § 109). 

Anm. 4. Unorganisches r begegnet in Uevr schlinge; karndlij? 
canaille. 

3. Nasale. 

§ 104. Mhd. m bat sich liberall als m erhalten, abgesehen 
von dem Übergang auslautender m zun in bcez% (besem, beseri); 
büz% (buosem, buosen) ; <fud% (ätem, dteri), uud (abweichend vom 
nhd.) in prqdifr brodem; braedygri bräutigam; lavs% langsam; 
hon harnen; fydri eidam. 

Anm. 1. Auslautendes m schwindet in zanddr gensdarm. 

Anm. 2. Unorganisch ist m in bppamprt klebrig, beschmiert (vgl. 
Weinhold s. 57). 

Anm. 3. Eigentümlich ist die Wandlung von m zu n und die ein- 
Schiebung eines f in der formel mft zanftn mit sammt ihm. • 

§ 105. Mhd. n ist im anlaut stets geblieben. Inlautend 
ist es geschwunden in betonter silbe in fuftsq 15; fuftsyx ^ 
(aber fembd 5); dann in z§irn sindern. Bei $n ein, schwindet 
auslautendes n vor consonantischem anlaut, vor vocalischem 
bleibt es jedoch bestehen und wird zu diesem hinübergezogen: 
9t$§ ein tisch ; dvmr ein + wer = irgendwer (oder entspricht 
dies etwa dem mhd. etewer, da eiewaz analog dvos lautet?); 
aber $-n apl ein apfel. 

Durch assimilation ist n zu m geworden in st(ymdts (stein- 
metze); {yml einmal; umyglyx unmöglich; gruml {gruonmät). 
Inlautend erscheint unorganisches n in fnozr (vaser), auslautend 
in trün {truhe\ vgl. truhne bei Weinhold s. 100); {/braln überall; 
fan vuhcbrn von woher; fan hihöbrn von hieher; fan drtunhcbrn 
von da unten her. Das n in trün ist offenbar aus den cas. 
obl. in den nom. gedrungen; bezüglich des n in pbrcUn etc. 
teile ich Schröers Vermutung (Darstell, der deutsch, ma. des 
ung. bergl. 267), dass es verkürzte aecusativadverbia seien. 

Vor labialen wird n ebenfalls zum labialen nasal: ftmte 
füuf; kimbeeum kienföhre; kimbrk bergname; §mbr einbeere; 



LEIBITZER MÜNDART. 311 

embrblcblrffl pl., blättchen der einbeere; vaempr Weinbeere 

(= jobaunisbeere); grulmbrae grulnbrei, kartoflFelmus. 

Anm. 1. n ist zu m geworden in tsaom (ztin)\ slaemyx {sliunec\ 
an erhaltung des alten n dieses Wortes, vgl. ahd. sliumo, ist doch schwer- 
lich zu denken). 

Anm. 2. Inlautendes n in wcens wessen; dcens dessen, erklärt sich 
aus mnd. tvems, rvens, dems, dens, vgl. Behaghel in Pauls Grundr. 1,633. 

Anm. 3. Das unorganische n in naedr (iuter) aus 9n aedr stammt 
aus dem uu bestimmten artikel her. 

§ 106. n ist vor folgenden gutturalen zu dem gutturalen 
nasal 73, mk geworden: hcenr (henyer, henker)', fenr (ftnger); 
brcen (bringen, md. br engen); gdl^n (gelingen); reiß (ringen); amk 
(enge); mam (mengen); favkux pfannenkuchen (sonst eierspeise 
genannt); zccn (sengen); kernst (hengest); tr$nkn (trinken); fonkn 
(vunke); ravk (ranc) Zänkerei; ausserdem in ts§v, ongdlsov, $n- 
tsevr zünden, angezündet, anzünder (aber tsentheltsxn ist ent- 
lehnt); v$vglaepts Windisch-Leibitz (flurname), vgl. zu dem letz- 
teren das gemeinscbles. hingr hinter; zenge zu ende, bei Wein- 
hold s. 69. 

n. Explosivlaute. 

1. Labiale. 

§ 107. Mhd. b erseheint allgemein im anlaut als labioden- 
tale media: baon (büwen); baedl (biutel); bebrk (berc); beeutn 
(Jbote); bcendl bändel, band; byrtf krapfenartiges gebäck; blut; 

o 

byn (bine); bilyx (billlch); blqt (btat); blum (bluome); born, hae~ 
bom heuschichte; barät (börste); brae (bri); brum (brummen); 
byt (pütte); bajus (magy. bajusz) Schnurrbart. 

Doch haben anlautende fortis: pao'r (gebür); pao'rn acker- 
bau treiben; paoty (böten) aus garben mittelst eines kncbcls 
getreidekörner herausschlagen; pe-uxt (bähl); pcevl (benget); pos% 
(bussen; ebenso bei Waniek s. 16 und Weinhold s. 56); po§ busch, 
junger laubwald;j0ör£ bursch; jpor^Aor kirchenchor der burschen; 
polr (putter); p$ir (bitter); präv brav; plfyslrn (iterativum zu 
[blasen], vgl. Weinhold s. 71); prodri (pradeni); prügln (breglen) 
schmoren; pr§ntsln (prünsehi); pr$ln (brüelen); preist (brezel); 
pek Würfel (mhd. bickelspit); gdpatsy% batzig, trotzig, verwegen 
(s. DWb.); palsy zerdrücken, bes. von Ungeziefer (vgl. zerbatzen 
bei Schindler); pürtsln (burzeln); pi/rtsl (bürzel); putsri (putzen); 
plfu (blähe) carriertes tuch der hirten; pajdls bajazzo; putyk 



312 LUMTZER 

boutique; pf%dln (bickeln) kränkeln, dahinsiechen (vgl. Grimm, 
DWb. unter picheln). 

§ 108. Inlautend vor sonoren ist b erhalten, vor stimm- 
losen lauten ist es zu p geworden; bb wird zu p: 

1. fubnt (äbent); Icbbifr (leben); klaobn; knceublox (knobelouch); 
slübn (stubeii)-, kflbr kälber; gcbrbn gerben; vmdisybr (ungezibere); 
gübz (slav. guba) grober mantel; hob? (haber). 

2. l&pkuocft lebkuchen; ckrps erbse; bgrps barfuss; h?rp$ 
(herbesi); gcerpälup gerbstube; raopr rauhbeere d. h. Stachelbeere); 
hempr (hintber); in orp arbeit; §rpir arbeiter; orpt} arbeiten 
und allen dazugehörigen ableitungen geht die fortis durch; $pr 
aus $b br ob wir; svapln (nd. swabbeln) hin- und hergehen, von 

o 

flüssigkeiten; vapln (nd. wabbeln) schlottern, von fetten körpern. 

o 

Auslautendes oder in den auslaut tretendes b erscheint als 
p: forp färbe; stop stab; §yp scheebe; grüp grübe. 

Die folge mb ist zu m geworden, ohne dass dessen quanti- 
tät Veränderung erfahren hätte: leemr (lember); lam (lamp); tom 
(lump); t§mr (tumber); stom (nl. stomp) stuinpfschneidig; fymr 
(eimber); Isiml (zimbel); tsimln zimbel schlagen. Bewahrt ist 

o o 

die Verbindung mp dagegen in krompäael (krumpscheit) und 
krompolts (krumpholz). 

§ 109. Mtad. p ist im an- und inlaut erhalten, ebenso er- 
scheint inlautend pp als p. Z. b. por par; paok (püke); 
pceus pause; plats platz; pl/uk (plage); post;praes (pris); plaodni 
(zu mhd. plddern) vom rauschen des windes in der zum trocknen 
aufgehängten wasche gesagt (vgl. bei Weinhold s. 71 pleudern 
das rauschende, klappernde gefege des getreides auf der pleuder); 
papl pappel; popd puppe; repri rippen; leeprn lappern, lecken, 

o 

schlürfen, vom hunde und der katze gesagt. 

Das schwanken zwischen p und b ist zu gunsten des p 
beseitigt in polm (palme, bahne) Weidenkätzchen; penzl (pensei, 
bensei); planty (planke, blanke); p§lts (belliz,, pelz); pox$ (puchen, 
bochen); prfydygri (predigen, bredigen); prfydyx (predige, pre- 
dige); pukl (buckel, puckel\ dazu puklyx buckelig. 

§110. Nach m und in der gemination ist westgerm. p 
in- und auslautend un verschoben geblieben: 

1. kampl (kempfe) kämpe; kompifr (kumpf) krippe; krampn 
türhaken; romp (rwnph); slomprn (in Leipzig slumprn) nach- 
lässig umhergehen; trampln plump auftreten (vgl. Jeroschin 20098), 



LEIBITZER MUNDART. 313 

pimpln inständig und weinerlich bitten (vgl. Grimm DWb. 
unter pimpeln); ätromp (strumpf); zomp (sumpf); krcempxW (demi- 
nutiv zu krampf); dagegen sind als lehn Wörter aus dem nhd. 
zu betrachten krcenf krämpfe; kcenfri kämpfen, und äinfn 
schimpfen.. 

2. apl (apfel); grulntplyd die grünen samenknöllchen der 

o o 

kartoffel; kop (köpf); hopi} (hopfe); kip hagebutte; kipristraox 
wilde rose; krop (kröpf); opr (opfer); snoprn schnüffeln; snoptyxl 
taschentucb; snoptabak Schnupftabak; Snop schnuppe des licht- 
dochtes; sn$pln schneiden (vgl. nl. snipplen, Kluge s. v. schnipp- 
chen; dazu Snips messerschnitt; §up f. (der schöpf); sop% schuppen; 
Sirup (strupfe) stiefelschlinge; top (topf); t§pr (topf er); tsapn 
(zapfe); tsop zopf und baumkrone; Stopft (stopfen); laptsap (zu 
mhd. läppe) laffe, Windbeutel (vgl. lappsack bei Albrecht); typin 
(na. tippen) mit einer spitze berühren, stechen (so sagt man 
z. b. 's typld myj'gn dy fis wenn man barfuss über Stoppelfelder 

geht); h§pln hüpfen. 

Anm. Nach r ist unverschobenes p erhalten in tirpl türpfahl; 
(vgl. dirp9l bei Kisch s. 389). 

§ 111. Anlautendes westgerm. p (= nhd. pf erscheint als 
f y im munde der alten leute jedoch als tv, d. h. Verbindung 
von t mit labiodentalem v, z. b. tvardr (pfarrer). 

Beispiele: fan (pfanne); fffr (pfeffer); fynyx (pfennic); fyl 
(pfülwe); f§vsii} (pfingsten); flants krautpflanze; fl$k% (pflücken); 
foslft (pfoste); fönt (pfunt); faefy (pfifen); faef blaspfeifc. Da- 
gegen steht unverschobenes p in p()p tabakspfeife und weinpipe; 
ppprn tabak rauchen; par%i} (pferich); p?tsri (phetzen; auch 
vom gesell mack, z. b. p$l&ryjd br$nzd ranziger, kneipender 
Schafkäse, slav. brinza); p^täkn/tjtx^ (in Leipzig bulterbemme) 
einen flachen stein so auf das wasscr werfen, dass er auf der 
Oberfläche weiterbtipft; pyps m. (phiphiz, vgl. Kisch s. 389); 
kyplodr (nd. kohpladder) kuhfladen; plöbdrn (nd. pladdern) vom 
rauschen des regens gesagt; plumpst} (zu mhd. pflumpfen) mit 
dumpfem schalle auffallen (bistr. pfumptsy); plumsak tölpel und 
das zusamengedrehte tueb beim gesellschaftsspiel; pratri von 
widerspänstigen pferden gesagt (bistr. prötn trotzen). 

Anm. Das t in sp§nv$t (spinnervep) spinne mag, da unsere ina. 
für auslautendes t Vorliebe zeigt, an stelle des abgefallenen p getreten 
sein (zur bedeutungsentwicklung vgl. übrigens auch bistr. spenvät bei 
Kisch s. 409). 



314 LITMTZER 

2. Gutturale. 

§ 112. Mhd. g erscheint anlautend als gutturale media, 
ebenso inlautend vor stimmhaften lauten, vor stimmlosen jedoch 
und auslautend als fortis. Beispiele: 

1. gast; gasfn mit prügel bewirten; gdtsom (gezam); gd- 
Icbuzn (lösen) einen los werden; gdzem vogelsamen; glut$$ 
(glitzen)] gos getreidegosse in der mühle; graps% hastig greifen; 
gr$ls hamster (vgl.gritsche grille, bei Weinhold s. U)l);g{/rlc Georg; 
gyrnbdrk Georgenberg, Szepes-Szombat (aber sdnkyrn Sanct 
Georgen, Szent-György); gdzendl hausgesinde. 

o 

2. bdgaets'n (gizen); pylg^ts Ölgötze, bildsäule; ßg%\ g* 
flcbugn (vliegen, gevlogen)) ogl (ags. egle) ährenspitze; lebgr vieh- 
läger; togdn§ld tag- und nachtblume. 

3. fluks flugs, schnell; gdkrikt (zu kriegen) gekämpft und 
und bekommen; jokt (jaget)', ßk fliege; leeuk (louge). 

Tenuis statt media haben k§g^ (= mbd. engegen) gegen; 
knog'n nagen (vgl. asäohs. gnagan, nl. knagen); kceukln (goukeln) 
mit feuer spielen (vgl. schl. gokeln, Weinhold s. 95); lufo} 
(luogeri); huk'n gucken; kaks'n (gagzen; dazu gdkaks kreischen- 
des geschwätze); die fremdwörter bakdlel bagatell; kalup galopp; 
frkaldpyr'n durch Übereilung etwas verfehlen (man beachte auch 
kavdlxr ca valier mit k gegenüber dem obd. g). 

§ 113. Die collectivform mit ge~ erfreut sich in der ma. 
einer grossen beliebtheit und vertritt mehrenteils die grundform 
selbst. Dies erklärt sich vermutlich so, dass ursprünglich 
grund- und collectivformen neben einander herliefen, die grund- 
formen aber mit der zeit schwanden und durch collectivformen 
ersetzt wurden, die nun ihrerseits ihre ursprüngliche collectiv- 
bedeutung verloren, z. b. k^ndrgdvcerk und gdpak bezeichuung 
ausgelassener kinder, gebf'yn gebein; gdvolk wölke; gdtir tier, 
gespplyx spülicht; gdnak und gdnek nackeu; gdnes (zu genesche) 
obst; ydhynt (zu hunt) schelte (wie hundsfott); gdgr$p (zu graben) 
einer dem die sache an den fingern klebt); gdkerSl kehricht; 
y d Q\jlT {ottler, spätmhd. gegitter); kr§plgdspyl krippelgespielc 

o 

(schmäh wort einer uugeschlachteteu person, vgl. in diesem sinne 
gebrauchtes schles. krippelbild, bair. krippelmannl, Weinhold s. 1 04). 
§ 114. Das g des Suffixes -ig erscheint als spirans, und 
zwar auslautend als stimmloses /, inlautend als stimmhaftes 
j: kfynyx könig; kfynyj'n königin; itstryx, -jf jetzig, -iger; 



LEIBITZER MUNDART. 315 

reklyx rücklings; gdlcekryx, -J- leckrig, naschhaft; vfynyx, -j~ 
wenig; h?tsy%, -j- hitzig; tuknfkyx, -/- ducknäckig, mit gebeugtem 
nacken; nisgulyx, ~j- nichtsgutig, böse, schlecht. 

An m. 1. Ebenso behandelt ist das alte g aus j in lilyx HHe (inhd. lüge). 

Hierher stellt stellt sich auch das g der für unsere ma. 
charakteristischen adjectivbildung auf -endig, die aus dem part. 
präs. abgeleitet ist und sowol attributiv wie prädicativ verwaiit 
wird: koxndyx, ~j- kochend; kl^vdyjr und drfsndyjr laen klingen- 
der und dreschender lein (zwei leinsorten); blindyx, -J~ blühend; 
ni§n$tsndyx, -j- nichtsnutzig. Durch analogische Übertragung 
erscheint dies suffix auch an stellen wohin es ursprünglich 
nicht gehörte; so beim Substantiv: tsfubndyjdmePx abend milch; 
beim adjectiv: trgzndyx rasig; frübyx trüb; nakyx (nackel) neben 
häufigerem nakndyx\ bonlyx bunt; g$lndyx (mhd. geehelich) jäh- 
lings ; §n zumryjn (v§ntryjn) auf der süd- (nord-)seite. 

Endlich wird g zur gutturalen spirans x in mdeuntax mon- 

tag; dgnstax dienstag, u. s. w. (aber zonceubnt Sonnabend, nicht 

*zamstax samstag) und in leeptax lebtag. 

An m. 2. g statt k findet sich in grcempln (nd. krempen) wolle kämmen, 
dazn grcemplbavk krämpelbank; in den fremdwörtern gäts (slav. kaca) 
ente, and r$g9ratsyceun recreatioo, erfrisch ung. 

§ 115. Mhd. k und ck ist durchwegs als k erhalten. 

Westgerm, unverschobenes k haben ityrkd färse (vgl. nd. 
starke, stärke) ; maok9 (müche); mcelkd (melch) milch gebend; 
g§rkd einjähriges mutterschaf (Schröer, Die laute der d. ma. 
des ungr. bergl. s. 191,4) ist lehnwort aus slav. jarku\ uuklar 
ist mir rozwkn rosinen (Schröer a. a. o.), da dies das einzige 
deminutiv der mundart mit unverschobenem -kn statt ~x n wäre. 

Auslautende spirans statt verschlusslaut haben mgryx (ahd. 
marag); kv$x (nl. krvek) quecke. 

kt und kb sind zu / und p assimiliert in kl§t (/deckt) ; 
und stoprk Stockberg (bergname). 

Anm. 1. In slcex n {stecken) ist zusammenfall mit stechen erfolgt. 

An in. 2. Unorganisches k begegnet in der conj. deenk denn. 

Anm. 3. Schwanken zwischen k und kv hat noch statt in ke'ut 
(kät) und kve' ut (quät) verzogen, verderbt; dagegen fusst kvil federkiel, 
auf nl. quiele. 

Anm. 4. Als g erscheint k in griml, deminutiv zu krume (vgl. 
Kisch s. § 26 a, anm. 1 und 26 b, anm. 1). 

Anm. 5. Das fremdwort haeduk gerichtsdiener, entspricht der magy. 
plurform hajdük, zu sg. hajdü. 



316 LITMTZER 

3. Dentale. 

§ 116. Mhd. d erscheint in der ma. als dentale media, 
nur auslautend ist es zur fortis geworden: dyl (du); h§ndrtfyl 
(hinderten)', undrwcbk unterwegs; undrv^n (under winden), vcen, 
vcpnde (rvenne, wende) wenn; frdet (vröude); grot (gerade); gd- 
benl (gebinde) dachsparrenwerk; daoxn (ahd. düchari) schlagen; 
dusn schlagen, sich stossen an etwas (vgl. Grimin s. o. dusen)\ 
dyskop ein verschlagener, eigensinniger mensch. 

Die vocalcomposita mit er- (mhd. er- und der-) haben 
durchweg anlautendes d, z. b. drvoerby erwerben; drkv$kn er- 
quicken; drls§ydln erzählen. 

Anlautendes t statt d begegnet in taofl fassdaube; taesl 

o o 

(dihset) und dem fremdwort tukg in dukaten. 

Nach /, r erscheint gutturale media statt dentaler in gulgn 
gülden und ofbyrgq aufbürden; aber bprt bürde. 

nd ist allgemein zu n assimiliert worden, z. b. gdfon ge- 
funden; gdstan gestanden; s$n schinden, s?nr schinder; leen 
lende, sron schrunde, §al?nd Scheltwort (s. schälander bei Wein- 
hold, Schles. wb.). Folgendem n hat sich d assimiliert in 
rceun roden; dazu rceun m. ausgerodeter baumstock; voran- 
gehenden / in mel mild. 

Anm. 1. Anlautendes d ist wol unter satzphonetischen einflüssen 
getilgt worden bei dem bestimmten artikel in $n (dat. und acc. sg. und 
pl.), vgl. Weinhold s. 76. 

Anm. 2. Inlautendes d ist in allen formen des verbums vcern 
werden, geschwunden. 

Anm. 3. Die dentale tenuis ist vor m in labialen laut übergegangen 
bei h$mp heind, plur. hembf. 

Anm. 4. Unorganisches d begegnet in madjprifn majoran. 

§ 117. Mhd. / erscheint inlautend nach vocalen und / als 
media: gdkraedyx (gekriute); naedr (tut er); knebudi} (knote); fe- 
kn&ydlt die kleidung mit verhärteten kotklumpen beschmutzt; 

o 

spr^dy. (spreiten); fudn (ätem); fyd'n mit umlaut (ä lernen); tsae- 
dyx {zilic) zeitig, ausgewaschen; gobdn st. v. (geten); g&d* ge- 
gätetes unkraut; b§djar (magy. betydr) Wegelagerer; stfyd$(A& 
pl. steten); vidman witwer; tsidr (zieter) vorspanndeichsel de» 
doppelgespanns; haldri (hallen); haldd f. halt, dauer; /ynffldyx («'«■ 
veltec); ald% (alten); kaldn (kalten); soldr (schütter); spfldrkraot 

gespaltenes kraut, krautspeise. 

Anm. Nach r steht media in vyrdl (tvirtel) spindelring. 



L.EIBITZRR MUNDART. 317 

Geminiertes tl erscheint inlautend als t: r§tn retten; ratrt 
die ratten; fein die fetten; knotn fruchtknoten des flachses 
(vgl. ags. cnotta etc.); aber södr schottcr; södrgrüp schottergrube, 
und älokrn stottern (Klage, Wb. 8 365). 

§ 118. An- und auslautend, und inlautend nach conso- 
nanten bleibt mhd. t in der iua. besteben: tarn ((am) dämm; 
tom (tump); tyyrrn (zu lihten) nachsinnen nachgrübeln; tf'uxt 
(iaht); türdltmaos fledertnaus; tukn (tucken); tonkl (tunket); toM 
tsaet abenddämmerung ; trfedn, gdtrfedn (für treten und trelten); 
tsrtcenln (tengeln) zerdrücken; unlceglniffi (?) der geringste teil 

o o 

von etwas, entsprechend der gemeindeutsch, wendung 'das 

schwarze unter dem nagel', bynt (binde); haozgdz?nt (hüsgesinde) 

mietwohner, pl. haozgdz$nir. 

An in. Anlautende lenis statt fortis begegnet in damit (tolde), das 
lebnwort zu sein scheint, und dem schriftsprachlichen druml (trumbel) 
trommel (vgl. Weinhold s. 76), neben echt dialekt. paok pauke. 

§ 119. Geschwunden ist mhd. i (zum teil durch assimi- 
lation) in hfyp krauthaupt; n$% nicht; puvk, pytiktyn puokt, 

o 

pünktchen; g9pwklt mit punkten versehen; mark markt; es er 

o 

ist; braox er braucht; nysn$ts nichtsnütze; drdyrsrn erdürsten; 
dagegen ist in nyst nichts; dürst durst das t erhalten. 

§ 120. Vielfach ist unorganisches t angetreten, gewöhn- 
lich nach den auslautenden dauerlauten /, r, s, %, n, v, m, z. b. 
mcents mensch; v$nts% wünschen; vonts wünsch; falts falsch; 
dcenstalbq und da?rnstalb% deshalb und derenhalb; /yntalbn 
laeplyx Stiefkinder von väterlicher oder mütterlicher seite; sunt 
schon (Weinhold s. 77); (yb^t ebene; krumt brotkrume; kyrmst 
kirmes (Weinhold 8. 31); alst alles; kastr feudi casserole; f ferst 
ferse; n§stl nessel (vgl. Kisch 8. 402 anm. 4 und 5); domist 
damals; nimlst niemals; rust russ; laeytrt leuchter; halundrl 
holunder; tryxtrl trichter; staenrt Steiner (familieuname) ; hatrt 
hotter, gemarkung; manxtr mancher; fraely%t freilich; Smilt 
Schmiele. Auf analogieeinwirkung von drtaosy da draussen, 
ist vielleicht das t in drifeubri da oben, neben gebräuchlicherem 
drbfeubri zu (nd. baven) zurückzuführen. 

Organisch dagegen ist auslautendes t = urspr. d in den 
abstracten Substantiven auf germ. -idö, z. b. hyxl (höhida; aber 
hfy locus editus); loevt (*lengida) länge; äprevt (*springida) 
wasserquelle; kr$mt (*chrumbida) krümmung; gr$st (grbz,idd); 



j j 



-> j 



<J 



- 1 J 



\ 



318 LUMTZER 

nest/xt nässe; v$rmt (wermida); gdmfyt (*gimaehida) machwerk, 
besonders das einer beschuhung (vgl. Kisch s. 405 anm. 7). 

Vor anlautendes s, s und r tritt / in tsovkn Schinken; tkh 

schallen (dazu das factitiv drtSfln schellen); tsaxrn schachern; 

Iselnäs schellenas im kartenspiel ; tsoir (magy. sätor) zeit ; tso- 

gvlfslr (ageister, aglaster) elster (vgl. sieb, äalästr bei Kluge); 

tsrpin (magy. serpenyö) kleine kasserole; tfysn (zischen); dazu 

tseSrn flüstern; tsamprn geräuschvoll im nassen gehen (vgl 

Weinhold s. 99); t§yk männlicher geschlechtsteil (vgl. schles. 

schnicke, Weinhold s. 96). Schwanken zwischen tenuis und 

affricata begegnet in fratyx und fratsyx {vrat) halbverfaolt; 

htrsn (zu nihd. Herten) mag auf *hertesen zurückgehen. 

An in. 1. Anlautendes to; wird wie die affricata pf von alten leuten 
noch als iv gesprochen (s. oben s. 313), die jüngere generation dagegen 
spricht es in Verwechslung mit nhd. pf als f, z. b. fyrlf (itvirel); fynln 
quirlen; fffryx ((wäre) quarkkäse (vgl. poln. tvarog). 

Mit rücksicht auf die abweichende entwicklung im schrift- 
deutschen sind zu beachten: hof(huf); aks (ackes); nakyx nackt 
(zu mhd. nackeri)] prfydyx {predige). Dagegen -soft -= ahd. 
-scaf, z. b. vyrliaft Wirtschaft; gdzflsaft gesellschaft; brüdr§aft 
bezeichnung einer aufgehobenen bürgerinnung, etc. 

An in. 2. Altes tw erscheint als tsv und kv in tsvfsn nnd kvesn 
zwischen (zu as. trvisk). 

Anm. 3. Auslautendes i in darant dann, erklärt sich wol durch 
analogieeinwirkung von itsnt und etsnt jetzt. 

Anm. 4. Gutturale articulation des / erklärt den Übergang von / 
zu k in gyrkl gürtel. 

o 

m. Spiranten. 

1. Mhd. s, z,. 

§ 121. Mhd. s erscheint anlautend vor vocalen und in- 
lautend zwischen sonoren als 2, auslautend als s, mhd. z, zz 
dagegen mit ausnähme von aozr (üz,er) immer als die stimmlose 
spirans s. Altes s in den anlautenden gruppen sl, sm, sn, sp, 
st und sw, sowie s nach r erscheinen natürlich als s. Das 
ans hs entstandene s bleibt stimmlos, ebenso das s aus altem 
sk ■— mhd. seh. Altes ss wird zu s vereinfacht. Beispiele: 

1. zokn (sehen)] fqzl (vasel)\ zi sie (und das weibchen der 
tiere, vgl. Weinhold s. 70); gdzuxt {gesuochet)\ hgzl (hasel)\ 

o 



Wi. 



L.ETBTTZER MUNDART. 319 

b&z% (besem)] fplzn (vels)] fnqzr (vaser)] z/ut (sät)] zt'ulgros 
gesätes gras; zanifael^) sandbank. 

2. r§s (rix)] vasr (rvaz,z,er)] grüsvasr grosses wasser, Über- 
schwemmung (das im rufe des Storches, die kleinen zu bringen, 
steht); vasrmcenxV' womit die kinder vor frühzeitigem baden 
geschreckt werden (vgl. Mogk in Pauls Grundr. 1, 1038); vasrgal 
wassergalle, teilweiscr regenbogcn, feuchte stelle auf ackern 
(in erster bedeutung für Schlesien durch Weinhold s. 111 be- 
zeugt); vgs (waz,)] zcesl (se%z,el)] vaes (rvtz). 

3. slcext {sieht)] smaesn (smiz,eri)] snot (?) haferähre; sntp 
f. krugschnabel (vgl. nl. sneb)] spl§tr und sletr Splitter; spraespr 
preisselbeere; Spetäkl spektakel; sfraox, Strabantsri sieh herum- 
treiben (ebenso bei Albrecht); ivodrn schwatzen; vürst wurst; 
hprs hirsch und hirse; andrs anders; danach vaetrs weiter. 

4. flfksrn flächsern; voksri (wahsen)] §/yn (schcene)] sot 
schotte, erbsenpflanze; dr&uäl (dröschet). 

5. gdv$s (getvis, -ss-)] ros (ros, -ss-). 

Für s steht ts in gants gans; frants kleidfranse; ?nlslt (m- 

o 

seit, inslit); tsukman (slav. sukman) weiter rock; fr$ts (vrcez,ic); 
prentsln (brünseln); tsaedn es sei denn, gesetzt, falls; tats (tasse). 

o 

Ferner hört man noch von alten leuten tsäml Samuel; tsaldol 
soldat; tsdtgtd salat; isäbl säbel; tsalytr salpeter. 

Für nhd. z begegnet tS in bl§nt§ln blinzeln; bl$ntsdbfkd 

o 

kinderspiel nach art der blinde kuh; tputs tatze (vgl. Weinhold 
s. 97); für nhd. st erscheint ts in gortsyx (garstic) ranzig; 
gortsyi (garsten) ranzig sein, und § in g$8, g§§n (g'est, gesten). 

Anm. 1. In fremdwürtern bleibt s stimmlos: salfr (lat. solarium) ; 
salvae, -e9 salvei; säml Samuel. 

Anm. 2. Zwischen sonoren erscheint stimmloses s in gfysl (geisel). 

Anm. 3. Inlautendes sp für sp erscheint in baespl beispiel: rdhpl 
raspel, ferner haben 'kastell* und 'sklave' die lautung Tca&tyl, sklav. 

Anm. 4. Vielfach bedient sich die ma. eines s zur genetivbe- 
zeichnung, wie in folfs des vaters; dr mulfs zun der söhn der mutter; 
dgrffslaet dorfleute; andpi laedns k$ndr kinder anderer leute; laeptsjrs 
walek unglück der Leibitzer. 

Anm. 5. Schröer (Nachtr. zum wb. s. 292) findet in tsaedn es sei 
denn, un verschobenes westgerm. i, führt also dies t- auf nd. et zurück. 
Wahrscheinlicher aber ist es, wie oben geschehen, als einfache Verstärkung 
des anlautenden stimmlosen s (aus 's sae dn) zu fassen. 

Anm. 6. Unorganisches s begegnet in paps pappe, kleister. 

Anm. 7. Progressive assimilation unter einfluss eines s begegnet 



320 LUMTZER 

in zysds siehst es; tysas tust es; has9s hast es (auch bezeichnung eines 
kinderspiels, das in Leipzig kaschens heisst). 

2. Mhd. f, v. 

§ 122. Die ma. hält mhd. f = germ. p, und f,v=* germ. 
f auseinander. Ersteres verbleibt als tonlose spirans f z. b. 
Iceufn (gor. hlaupan); sle'ufn (got. slepan); darf (got. paurp); 
helfy (g ot - hilpari) ; hof (got. hups) ; ///* (got. divps). 

Mhd. fv = germ. /* erscheint anlautend als /*, inlautend 
zwischen sonoren vereinzelt als v (mhd. t;), überwiegend als 6, 
als solches auslautend als p, in anderen Stellungen als f. Bei- 
spiele: /as (*>&?); faost (vüst); fäts (vasche) wickelbinde; faent 
(vint); fvel (vel)\ bl?ntfcel blindfeil, fensterblende, mauernische; 
flamdndr Flamländer (schelte für landstreicher); ftmbd (finf)\ 
knaebln nagen (vgl. Grimm, üWb. unter knaufein); knaep schuster- 
kneif; tsvtfbd (zwelf); geybr geifer; gfybrn geifern; stybl (stivel); 
übr(uover); Iceybn (laufen) den kern von der hülse oder schale 
befreien; bdlxbrn gerinnen, leicht gefrieren; taebl (tiuvel); svcebl 

o o 

(srvebel); grvft\ irtft (trift); loft (Infi); drtyft (vom brote) ab- 
gebacken, so dass zwischen rinde und krume eine lücke ist; 
aflrlcbdr (afler/eder); affrketn afterkette; hceup (hof)] maeer- 
hcbybtj, Meierhöfen ; burgrhceybn Burgerhof; kuntsceypx# Kuntz'- 
höfchcn (ortschaftsnamen ; dagegen als composita nicht mehr 
empfunden farov pfarrhof, und ds$/sov name eines ausserhalb des 
ortes stehenden häuscrcomplexes, mit dem man ursprünglich 
nur ein einzelgehöfte bezeichnet haben muss). Mit bewahrung 
des grammatischen wechseis: gobl und gafl gabel; kffr und 

o o 

maek&br (kever) ; sibri schieben, und suflqt Schublade. Zwischen 
sonoren haben v: hfyvlyx höflich; gravri gräfin; ovi} (üfem = 
auf dem); dann auslautend die bereits erwähnten farov und 
dsglsov. 

Inlautend begegnet p (b) für f in vaspr was für (= was 
für ein); borps barfuss. 

Anm. Obgleich von sonoren umgeben erscheint altes f stimmlos 
in dqrfn (dürfen); saofl (sc/tüvel), die sehr wahrscheinlich lehnwörter 
sind (vgl. Scheiner s. 141 anm.). 

3. Mhd. h, eh. 

§ 123. Mhd. h ist überall geschwunden ausser im anlaut 
und in den Verbindungen ht, hs. In der letzteren ist es ebenso 



LEIBITZER MÜNDART. 



321 



wie in der Schriftsprache zum verschlusslaut geworden, z. b. 
doks (dahs) ; floks (flahs) ; fuks (fuhs) ; horvgks (härwahs) sehnen 
im rindfleisch; z§ks9 (sehs). Wo Wechsel zwischen ch und h 
statt hatte, hat die ma. oft ausgleichung in anderer richtung 
eintreten lassen als die Schriftsprache: für furche; hyyr höher; 
fi vieh, plur. fqr. 

Vereinzelt hat sich altes h noch erhalten in düryx (ahd. 
duruh); in kalyx (ahd. chalati); kpryx (ahd. chirihha); snyryx 
(ahd. snurihha) liegt dagegen altes hh aus k zu gründe. 

Anm. 1. Folgendem s hat sich h assimiliert in drösln (drcehseln); 
taesl (dihset). 

o 

Anm. 2. seciren lautet in der ma. (wie z. b. anch in Leipzig) 
sqksyrn. 



Anhang. 
Textproben. 

a) Einderreime und kinderlieder. 1 ) 

l. 
trepl | trepj rö- 1| gn 
dr || fo'r | Ir6yt cn || r6- | gn 
dy || mntr | geyt non || zn- | xn 
m§t || dr§t- | halby || ku- | xn 
lckt Z9 nan | ovn || h6ysn | steyn 
kom dy | llbn || ae»l^n al9 o- 1 h6ym. 

Tröpfel, tröpfel, regen: der vater steht im regen; die mutter 
geht ihn suchen mit dritthalbem kuchcn. Sie legt ihn auf den 
heissen stein: kommen die lieben engelchen alle heim. 

2. 2 ) 
my- | lo || mo- | lo 
ta- | pa || t$- | 1q 
maeno | mutr || molt | ämalts 



*) Ueber Charakter und Vortrag vgl. Sievers, Beitr. 13, 129. Die 
grenzen der (stets fallenden) dipodien sind durch || , die von einzelfüssen 
darch | bezeichnet, anftakte durch || abgetrennt. 

a ) Einen ähnlichen auszählungsvers s. Zs. f. d. deutschen unterr. 3, 12. 

Beiträge zur gesobiohte der dentsoben spräche. XIX. 21 



322 LUMTZER 

s smaits | ge.b yjn || Sv6yn- | *a 
s Svaen^a | get mr || bar- ( Stn 
dy || barStn | geb yjn || Sus- | tr 
dr || Sutstr | get mr || tst- I zn ° 

o o * o ° 

dy || täizn | geb yjn || maed- | *a 
8 inaed^a | tre,kt nir || gr^s- | #a 

o 

s gres^a | geb yjn || kl- | *a 
s kfya | get mr || me- | Xyx 

o 

d y II roely* | geb yjn || k6ts- | *a 

s kets^a | §s maen || sets- | #a 

unt yos || ybryx blaebt | geb yjn || ko- 1 tr 

dr || kotr §8 | maen || fo- | tr. 

Mülle, mahle, tappe, tale: meine mutter mahlt schmalz, 's 
schmalz geb ich dem schweinchen, 's schweinchen gibt mir 
borsten, die borsten geb ich dem schuster, der schuster gibt 
mir tschischen (stiefel), die tschischen geb ich dem mädchen, 
's mädchen trägt mir gräschen, 's gräschen geb ich dem kühchen, 
's kühchen gibt mir milch, die milch geb ich dem kätzchen, 
's kätzchen ist mein schätzchen, und was übrig bleibt geb ich 
dem kater, der kater ist mein vater. 

3. 
übe- | ka, ma- 1| re- | ka 
vaes mr | daena || herna- | laen 

o 

yx II gae dr e | veytsn II kerna- | laen. 

V o < 

Vgl. dazu die meissnische und vogtländische form in der Fest- 
schrift für R. Hildebrand s. 30. 

4. 
d^s || es dr | daom 
da* || sytld dy | flaom 

o 

daer || klaopt za | of 

daer || trekt za a- | heym 

daer kleyna || pnmr fre,st | ala a- | leyn. 

o 

Vgl. die wenig abweichende meissnische fassung in der Fest- 
schrift für Hildebrand s. 70. 

5. 
tapäa | dae 
dr || tata | kymt 



LEIBITZER MÜNDART. 323 

dr || brae»kt 9- | vos 

o 

9 || draekl- | #9 

o 

ens || ze>l- | *9. 

sehe dai, der täte kommt, der bringt etwas, ein dreckeichen 
säckelchen. 

6. 
(Dialektisch Schriftdeutsch), 
brukn | brukn || ban- | de 
gold- | smtts | an- | do 
ys das | ny#t aen || ltbas | kynt 
vael/^s | bae myr || zi- | tset 
m J l II gold | aosg9- 1| ^my- | ket 
m yt II »ylbr | aosfirg- 1| ts£- | re^t 
tuk9 | tuka || haez9- | iaen 
s letst9 | kent mus II unzrs I zaen. 

C • O V 

7. 
ts! | äeml || tsl 
e,n || draek bys | on dy || knt 
inorgn | wae br | hybr | draesn 
krikt dr | seml | fyl tsn | fraesn 
tst | Seml || tot. 

o 

), schimmel, zieh, in dreck bis an die knie. Morgen werden 
hafer dreschen, kriegt der schimmel viel zu fressen, zieh, 
mmel, zieh. 

8. 
rirnm | rärum 
dy | grets brit | on 
zaen tsaen- | taoznt | knaeydl | dron. 

im, rarum, die griitze brennt an, sind zehntausend knödel dran. 

9. 
klQpr 1 ) | kle,pr || faef- | *e 

o o 

vaeüst nex | velst e:9- 1| r^u- | dn 

Stop yx | dyj en || £n- | bn 

ao/.n | ä3iibi o i §n || gro- | bn 

fisesn dyj | ab || hundrt- | taoznt || so- | bn. 



l ) klfpfn iterativum zu kloptj klopfen. 

21' 



324 LÜMTZER 

Klopfe, klopfe, pfeifchen, wenn du nicht geraten willst, stopf 
ich dich in ofen, aus dem ofen in graben, fressen dich alle 
hunderttausend schaben. 

b) Spottreime und spottlieder. 

10. 

kreumr- | be,r£a || kr^nmr- | ber/a 
vekst e,n | imzrn || gejt- | #a 
tsvae | sustr || tsvae | snaedr 

o o 

s'^ud zyj c,m | unzr || inaet- | #a. 

Wachholderbeerchen , wachholderbeerchen wächst in unserm 
gärtchen. Zwei schuster, zwei Schneider schlagen sich um 
unser mädchen. 

11. 
tsaml ge- | blaml, vu || es dy | braot 

o o 

hendrn | aeubn || koxt za | kraot 
syt za a | hantfol || vantsn | ren 
mns dr I tsaml II tantsn I dren. 

»o' o" Ol« 

Samel, geblamel, wo ist die braut? Hinterm ofen kocht sie 

kraut, schüttet sie eine handvoll wanzen hinein: muss der 

Samel tanzen drin. 

12. 

maen | &ats nnt || daen | &ats 

dy || bli- | in vy tsvae || raeu- | zn 

eynr | hat dy tram- 1| peyt en orS 

dr || andre | mns za || bleu- | zn. 

Mein schätz und dein schätz, die blühen wie zwei rosen. Einer 
hat die trompete im . . ., der andre muss sie blasen. 

13. 

(Dialektisch Schriftdeutsch. Gleiches berichtet Weinhold, Schles. wb. 108 

von der schlesischen Stadt Strahla). 

pndlaen | ys a | Sene | Stat 

pudlaen | likt ym | grün- | da 

vo fyl | hybSe | m§d^n | zynt 

faolr | vi dy | hnn- | da 

o 

14. 
vikta | pikte | laemr- | Svants 

o 

f£r dy | alte | zao tsnn | tants. 



LEIBITZER MÜNDART. 325 

c) Auszählvers. 

15. 
(Ebenso in Meissen und im Vogtland, vgl. Festschrift für Hildebrand s. 30.) 

yj unt | du 

mylrs | kü 

mylrs | eyzl 

o o 

dos I best I du. 

c. v • v 

d) Heilspruch gegen wunden. 

16. 
h^yla | h^ylo | by- | sa 
dr || hunt hat | fyr | fy- | so 

o 

dy || kats hat 9 | 8 van 1 8 

es dy | byby | gants 
Vgl. dazu die in der Zs. f. d. deutschen unterr. 5, 694. 6, 124. 7, 
63 mitgeteilten mehr oder minder abweichenden formen. 

e) Feldmarkbeschreibung. 

17. 
en kotnao 

deu likt 9 tseudo frao 
baen sp^tb^steyn 
hon za Z9 g9z£n steyu 
§u etsnplets 
h<£n Z9S in esr govetst 
en reyt/nhogn 
hon Z9 Z9 ürslogu 
baen reytyubrun 
b<j>u zo Z9 obgosou 
bae dr galgnbrek 
likt nag 9 ätek 
of dr styru 
likt s gghyrn. 

In Kotenhau da liegt eine tote frau; beim Spitzenstein haben 
sie sie gesehen stehen; in Aetzenplätz haben sie das messer 
gewetzt; in Retchenhagen haben sie sie erschlagen; beim 
Betchenbronn haben sie sie abgeschunden; bei der galgenbrücke 
liegt noch ein stück; auf der stirne liegt das gehirne. 

LEIPZIG, 24. märz 1894. VICTOR LUMTZER. 



326 UHLENBECK, GERM. WÖRTER IM BASKISCHEN. 



NOCHMALS DIE GERMANISCHEN WÖRTER 

IM BASKISCHEN. 

Indem ich die belehrung, welche mir Schuchardts auf- 
satz (Beitr. 18, 531 ff.) darbietet, gern entgegennehme, muss 
ich doch gestehen, dass er mich in verschiedenen fällen nicht 
überzeugt hat. 

Allza (so van Eys) oder aitz (so Schuchardt) wird nicht 
auf span. aliso beruhen, denn sonst hätte es das i behalten 
müssen. Aus got. *äliza aber, mit anfangsbetonung, lässt sich 
das baskische wort besser erklären. 

ßargo (nach Schuchardts berichtigung 'ferkel') ist doch 
wol eher aus germ. *bargu~ als aus poi t. galiz. bdcoro entlehnt. 

Ezten wird von Schuchardt zweifelnd auf span. lesna zu- 
rückgeführt. Wo bleiben aber die lautgesetze? 

Ehun führe ich trotz Schuchardts bemerkung, dass wir 
über die anderen baskischen Zahlwörter nicht im klaren sind, 
auf got. am hund zurück. Zu meiner erklärung (Beitr. 18,399) 
habe ich nichts hinzuzufügen. 

Eskalu lässt sich nicht aus engl, ask, wol aber aus got. 
*aiskon erklären. Warum sonst e und nicht a? Dass gudu, saldu, 
zillar englisch sind, will mir ebensowenig einleuchten. 

Urki halte ich doch für germanisch; für den Verlust des 
anl. b verweise ich nochmals auf Bask. stud. 26. 

Landa ist meines erachtens von landalu zu trennen: nach 
van Eys ist landa 'terre labourablc', landatu aber 'planter'. Ich 
sehe keinen grund, meine etymologie von landa aus dem germ. 
fallen zu lassen. 

Was Iaido, anka, eskela, espar betrifft, stimme ich Schuchardt 
bei. Auch seine etymologie von gurruntzi scheint mir an- 
sprechend zu sein. 

AMSTERDAM. C. C. UHLENBECK. 



ETYMOLOGISCHES. 

1. Bai. 

Mit recht hat Kluge, Etym. wb. 5 25 bai 'fensterluke' von 
bai 'meerbusen' getrennt. Von dem letzteren worte sagt er, 
es sei durch das nnd. aus dem engl, bay, mittelengl. baie ge- 
kommen, was mir aber nicht wahrscheinlich ist. Das wort 
bai ist doch gewiss nicht auf literarischem wege in das deutsche 
gelangt, sondern vielmehr von Schiffern und Seefahrern aus 
einer fremden spräche entlehnt worden. Diese aber würden 
das engl, bay nicht als bai in ihre spräche aufgenommen haben; 
eher hätten sie es sich als bee oder bei mundgerecht gemacht. 
Nd. bai hat nicht engl, bay, sondern nl. baai als nächste quelle, 
das schon im fünfzehnten Jahrhundert bekannt war. Verdam, 
Mnl. wb. 1, 526 führt eine stelle aus den Eeuren van Brielle 
an, wo baye für 'meersalz' gebraucht wird; an anderen stellen 
fand er bayesout, bayes zout (noch bei Kil. baeye-sout. Sal ae- 
quoreus, marinus). Bei Eilian finden wir baeye als 'nieerbusen, 
bafen' verzeichnet (sinus maris, statio navium) und zur ver- 
gleichung fügt er ( hisp. baia! hinzu. 

Die sippe, welche von Diez, Etym. wb. 5 37 und Franck, 
Etym. wb. 39 besprochen ist, kam von den Romanen nach 
Holland und England : span. prov. bahia, ital. baja, franz. baie. 
Isidorus führt dieses altrom. wort als ein lateinisches an: l hunc 
porlum veteres a bajulandis mercibus vocabant baias' (Diez). 
Dieser umstand hat schon mehrere darauf gebracht, baia als ein 
baskisch-iberisches wort zu betrachten; dass dieses mit gutem 
recht geschehen ist, versuche ich im folgenden nachzuweisen. 

Der erste, der ein baskisches, mit rom. baia identisches 
wort verzeichnet und die romanische sippe aus dem baskischen 
hergeleitet hat, ist der bekannte pater Larramendi. Wir lesen 
nämlich in seinem Dicc. Trilingue (ed. Zuazua 1, 138): ' Bahia 
es voz entern mente bascongada y significa puerto ; y llamamos 



328 ÜHLENBECK 

bayona al buen puerto, y aquella deprecacion frecuente en 
labortano bayonean eltzea, de que lleguen felizmente al puerto. 1 
Und zur erklärung von span. aportar, arribar al puerto führt 
er bask. bayeratu, bayera eldu an (1,97). De Aizquibel (Dicc 
Bil. 75) nennt baia 'puerto de navios' als laburdaniscb. 

Es war Larramendi im allgemeinen darum zu tun, so viel 
Wörter wie möglich aus seiner geliebten muttersprache herzu- 
leiten, und so können wir auf die etymologien des ehrwürdigen 
baskologen keinen hohen wert legen. Es sprechen aber ver- 
schiedene gründe dafür, baia, baieratu für echt-baskische Wörter 
zu halten. Die auffassung des stadtnamens Bayona als 'guter 
hafen' wird kaum irgend welchem zweifei unterliegen. Ist 
diese aber richtig, so weist sie doch jedenfalls auf frühes Vor- 
handensein des wortes baia in der baskischen spräche hin, denn 
bekanntlich trug Bayonne schon im frühen mittelalter seinen 
namen. Was die form anbetrifft, so kann baia sehr gut ein 
im Baskenlande einheimisches wort sein, und es wäre wol 
nicht zu verwegen, es mit ibai 'fluss' in Verbindung zu bringen, 
das durch Larramendi (2, 359), Aizquibel (406), van Eys (189) 
und auch sonst anderweitig beglaubigt ist. Der anlaut von 
ibai verhielte sich zu dem von baia wie der von igar 'trocken' 
zu dem von gar 'flamme', gori 'glühend', gorri 'rot' oder wie 
der von igortzi 'reiben, einschmieren' zu dem von guri 'weich, 
butter', gart 'winzig, schwach, aufgerieben' (s. meine Bask. 
Studien 48). 

Noch bleibt einiges über baieratu, baieratzen 'aportar, ar- 
ribar al puerto' zu sagen. Von baia wurde mit der postposition 
ra ein allativ baiera 'nach dem hafen' gebildet und hiervon 
ist baieratu, baieratzen eine regelmässige ableitung. Sie hat 
für uns nur insofern Wichtigkeit, als sie uns zeigen kann, wie 
sehr baia sich in das baskische eingebürgert hatte, wenn es 
nicht — was mir weit wahrscheinlicher ist — von altersher 
in dieser spräche zu hause war. 

2. Bakeljauw. 

Tijdschr. v. taal- en letterk. 11, 225 ff. habe ich das ein- 
schlägige material für die geschichte des wortes kabeljauw 
zusammengestellt. Es ergab sich, dass kabeljaurv seit dem 
mittelalter in Holland und Niederdeutschland gebräuchlich war 



ETYMOLOGISCHES. 329 

und dass die form bakeljauw erst im 17. jh. von unseren 
Grönlandfahrern aus bask. bakallao entlehnt worden. Dieses 
bakallao selbst wird aber von den nordseeküsten herüber- 
gekommen sein, denn es trägt ein durchaus unbaskisches gepräge 
und ist unmöglich von käbeljauw zu trennen, das keinesfalls ein 
baskisches wort sein kann. Käbeljauw war ja schon ein weit 
verbreitetes wort, ehe die Basken von St. Jean de Luz und 
Capbreton an kabliaufang dachten. 

Kluge, Etym. wb. 5 180 nennt die consonantenumstellung 
in bakeljauw auffällig und vergleicht, wie mir scheint mit un- 
recht, fälle wie essig — akeit, kitze — ziege. Die metathesc in bakel- 
jauw hat aber nicht auf germanischem boden stattgefunden, 
sondern erst die Basken haben *kaballao (aus nl. nd. käbeljauw 
u. s. w.) zu bakallao umgestellt. Solche metathesen sind gerade 
eine eigentümlichkeit des baskischen : so steht böge neben gäbe 
'ohne 1 , labana neben nabala Rasiermesser \ 

3. Baro. 

Mit Kluge, Etym. wb. 5 29 halte ich mlat. baro für deutsch: 
ahd. baro 'mann' ist dann als nomen agentis und n-stamm 
aufzufassen wie -sago in fora-sago. Das a in baro macht es 
unmöglich, das wort mit beran 'tragen' zu verbinden, wie Diez, 
Etym. wb. 5 44 getan hat, denn den nomina agentis auf -o 
kommt, falls sie zur e- reihe gehören, entweder e- stufe (gebo, 
sprehho) oder tiefstufe zu (scolo, boto, herizogo). Die deutung 
des baro, des freien mannes, als Mastträger' möchte auch an 
sich schon wenig wahrscheinlich sein. Ich glaube, dass baro 
ursprünglich 'den streitbaren mann 9 bedeutet hat und stelle 
es zu an. berjask 'streiten', bardagi 'streit', asl. borjq, brati 
'kämpfen', borü, braut 'kämpf, lit. bdrti 'schelten', barriis 'zank', 
skr. (nur ved.) bhära- 'streit, kämpf. Baro wäre also erst 
'krieger', dann 'streitbarer, freier mann'. 

4. Bock. 

Schon alt ist die Zusammenstellung von bock mit avest. 
büza- aus indog. *bhügo-. Das kk in ahd. boc, ags. bucca, an. 
bukkr kann aus indog. gn entstanden sein; s. Kluge in Pauls 
Grundr. 1, 33G. Demnach würde sich ein *bhugno- dem indog. 
*bhügo- (avest. büza-) zur seite stellen. Die ableitung mit n- 
suffix kommt aber auch ausser dem germ. vor, welcher um- 



330 UHLENBECK 

stand zur bestätigung der auffassung dient, dass das kk in 
bock aus gn entstanden ist. Ich habe mir nämlich folgende 
formen verzeichnet, welche bei der beurteilung unseres Wortes 
von Wichtigkeit sind: 

zigeun. buzni (Böhmen), busnin (Westfalen) 'ziege', mit- 
geteilt von v. Sowa, Zs. d. d. morgenl. ges. 47, 458. 460 (Neue 
materialien für den dialekt der zigeuner Deutschlands, s. 450 ff. 
jenes bandes). 

parsi bozineh, kurd. bizin 'ziegc* nach Houtum -Schindler, 
Zs. d. d. morgenl. ges. 36, 63 (Die parsen in Persien , ihre 
spräche und einige ihrer gebrauche, s. 54 ff. des bandes). In 
seinen Beiträgen zum kurdischen Wortschatze (ib. 38, 52) führt 
Houtum -Schindler neben kurd. bizin 'ziege' ein vielleicht ver- 
wantes buzastir i altes schaf an. 

5. Hafr. 

Wie bock ist auch an. hafr, ags. hcefer, hd. haber- (in 
habergeiss\ gr. xdjcQog, lat. caper aus der indogermanischen 
Ursprache überliefert; dass es nicht erst in Europa aufgekommen 
ist (z. b. durch specialisierung eines früher allgemeineren wortes 
oder durch entlehnung), beweist das verwante parsi capes 
'bock', npers. capis 'einjähriger bock', welche formen mir aus 
Houtum-Schindlers aufsatz (a. a. o. 36, 63) bekannt sind. So 
stellt sich auch hafr-capei zu den beweisgründen, auf welche 
gestützt man das bekanntsein der ziege für die indog. periode 
annimmt. Siehe Schrader, Sprachvergleichung und Urgeschichte 1 
343 und von Bradke, Methode und ergebnisse der arischen 
altertumswissenschaft 169. 

6. Hütte. 

Fragend bringt Kluge, Etym. wb. 5 176 hd. Hütte, ahd. hutta, 
huttea mit ags. hydan, engl, hide und weiter mit gr. xev&co in 
Zusammenhang. Der grundbegriflf der indog. wurzel *keulh-, 
*kuth- wäre 'bedecken*. Auch im sanskrit finden wir ein 
wort, dass die annähme einer solchen wurzel unterstützt, näm- 
lich kutha-, kuthä 'gefärbte wollene decke', das sich aus keiner 
anderen wurzel form als eben diesem von Kluge angesetzten 
*kuth- erklären Hesse. Vgl. für xev&a) Prellwitz, Etym. wb. 145 
und Johansson, Indog. forschungen 2, 53. 



ETYMO LOGISCHES. 331 

7. Karpfen. 

Hd. karpfen, ahd. karpo, charpfo, engl, carp, nl. karper und 
mit auffälligem f an. Äar/S, ausser dem germ. mlat. carpa, span. 
carpa, franz. carpe, prov. escarpa, ital. carpione, wal. cröp, 
auch welsh carp und russ. Ärarjp, Aroröp, serb. Xrrap, wend. karp, 
karpa, poln. Ar«^, czecb. kapr (Kluge, Etym. \vb. 5 187. Franck, 
Etym. wb. 421. Diez, Etym. wb.* 89. Miklosich, Etym. wb. 131) 
ist ein dunkles wort, dessen richtige erklärung wol kaum zu 
geben ist Russ. korop, serb. krap setzen ein urslavisches *korpü, 
asl. *krapü voraus, russ. karp, wend. karp, karpa, poln. karp', 
czech. kapr dagegen sind entlehnungen aus dem deutschen. 
Auch an. karfi ist wegen seines f wol als aus dem hd. ent- 
lehnt zu betrachten. Kluge wagt es nicht zu entscheiden, ob 
karpfen echt-germ. sei oder nicht. 

Im Sanskrit liegt ein wort für 'karpfen' vor, das dieser 
sippe so ähnlich sieht, dass man es kaum davon trennen 
möchte: paphara-, paphari ist ein häufig belegtes wort für eine 
karpfenart (Cyprinus sophore). Das anlautende p weist auf 
indog. palatales k, wodurch urverwantschaft mit russ. korop, serb. 
krap von vornherein ausgeschlossen wird. Falls paphara- mit 
der gruppe von karpfen in irgend welcher beziehung steht, so muss 
es ein r verloren haben, was einer dissimilation zuzuschreiben 
wäre; vgl. pithüa- 'los* zu prathnäti, cabala- 4 bunt' neben paruara-. 

Wenn paphara- (indog. *kapharo-, *karpharo~) wirklich mit 
unserer wortgruppe zu verbinden ist, so kann karpfen un- 
möglich echt-germ. sein und ist es entlehnt aus einer spräche, 
wo indog. k, skr. p durch k vertreten wird, also wol aus dem 
keltischen oder italischen. Darum ist es nicht geraten, mlat. 
carpa auf ahd. karpo zurückzuführen. 

8. Sandarak. 

Jacob hat in seiner vortrefflichen abbandlung 'Beiträge 
zum Studium des kaspisch- baltischen handeis' (Zs. d. deutsch, 
morgen!, ges. 43, 353 — 387) auch sandarak eingehend besprochen, 
das bekanntlich auf gr. oavöaQaxrj {oavöaQaxrj) 'ein arsenikerz, 
vermutlich realgar' (386) zurückgeht. Mit recht nimmt Jacob 
für oavöaQaxrj indischen Ursprung an, ohne jedoch das richtige 
etymon nachweisen zu können. Wol meint er, dass öavdaQaxrj 
aus skr. sindura 'mennig' zu erklären sei, aber diese annähme 



332 ÜHLENBECK 

scheitert an der Unmöglichkeit, die laute des griechischen 
wortes aus sindüra- zu erklären. Wahrscheinlich ist öavdaQaxrj 
aber aus einer indischen bahuvrlhi-zusammensetzung entlehnt, 
deren zweites glied das bekannte räga- 'färbe, glänz' war. 
Das erste glied könnte candra- 'mond' gewesen sein: aus 
candraräga- 'mondglanz habend' entstand dann im griechischen 
mit dissimilation oavöaQaxi]. Oder liegt ein skr. candanaräga- 
'sandelglanz habend* dem griechischen worte zu gründe? Der 
sandel wird mehrmals rakta l glänzend, rot' genannt, z. b. 
Rämäyana 4, 25, 25 (raktacandanabhüshitäm , sc. cibikäm) und 
6, 23, 6 (raktacandanasamkacä sandhyä paramadaruna). 

9. Sippe. 

Zu hd. sippe, ahd. sippa, sippea, as. sibbia, ags. sibb, got. 
sibja lässt sich vielleicht nicht nur skr. sabhä 'Versammlung 
der dorfgemeinde, gemeindehaus, spielhaus, fürstenhof, gericbts- 
hof (8. Zimmer, Altind. leben 172 ff.), sondern auch das slav. 
sebrü stellen. Asl. sebru bedeutet nach Miklosich, Etym. wb. 289 
'plebejus, jedoch frei, nicht raV und serb. sebar ist nach dem- 
selben synonym von tezak 'feldbauer, ackersmann'. Popoviü, 
Reänik 2,317 tibersetzt sebar mit 'gemeiner mensch', das jeden- 
falls nur eine secundäre bedeutung ist. 

Lautlich lässt sich gegen diese gleichung nichts einwenden: 
neben indog. *sebhä (skr. sabhä) und *sebhiä (got. sibja) kann 
sehr gut *sebhro-s gestanden haben und dieses musste im sla- 
vischen zu sebru werden, denn s blieb im anlaut, wenn es nicht 
nach falscher analogie durch ch ersetzt wurde. In chodü 'gang', 
choditi 'gehen', das lautgesetzlich *sodü, *soditi heissen müsste, 
ist das ch statt s aus den zahlreichen compositis eingedrungen, 
wo es nach u, u, y, i vor folgenden vocalen gesetzmässig ent- 
standen war (vüzü-, hü-, nizü-, obu-, otü-, sü-, u-, vy-, pricho- 
diti). Nebenbei sei bemerkt, dass indog. s auch intervocalisch 
erhalten blieb, wenn der erste vocal ein e oder o war: es ist 
ja unmöglich anzunehmen, dass das s in jesem, cesati, im gen. 
sing. u. s. w. der ^-stamme (telese, telesi etc.), in nosü, bosü, rosa, 
kosa nicht der lautgesetzliche Vertreter eines indog. s wäre 
(gegen Brugmann, Grundr. 1,445). 

Auch begrifflich ist die verwantschaft von sebrü mit sibja 
und sabhä einleuchtend : während mit *sebha~, *sebh{ä die ganze 



ETYMOLOGISCHES. 333 

dorf- oder stammesgemeinschaft bezeichnet wurde, war *sebhro-s 
der name, der jedem mitgliedc dieser gemeinschaff, jedem freien 
Indogermanen zukam. 

10. Slawaeien. 

Kluyver macht mich aufmerksam auf folgende stelle aus 
de Bruyns Reizen (2,22 a): 'Sedert het jaer 1649 heeft de 
Czaar . . . zieh aengewent ... in de Duitsche Slabode een be- 
zoek te geven aen zijn voornaemste vrienden, . . . en hen te 
vergasten onder de benaminge van te gaen slawaeien'. Mit sla- 
waeien meint de Bruyn offenbar russ. celoräl% caloväV 'glück- 
wtinschen, begrüssen', jetzt 'küssen'. 

Ich führe die stelle nur darum an, weil sie zur bestätigung 
der von mir ßeitr. 16, 563 vorgeschlagenen etymologie von nl. 
pierewaaien aus russ. pirovät' dienen kann. Im 17. jb. kam 
manches wort aus Archangel nach Holland, doch nur wenigen 
gelang es in die allgemeine spräche einzudringen (s. Tijdschr. 
v. taal- en letterk. 11,260), und schon vor 1600 konnte ent- 
lehnung aus dem russischen stattfinden, denn damals gab es 
schon viele holländische kaufleute im Zarenreiche. 

AMSTERDAM, märz 1894. C. C. UHLENBECK. 



DAS PRAETERITUM IN DEN SÜDDEUTSCHEN 

MUNDARTEN. 

Unter die sprachlichen erscheinungen, welche die mund- 
arten des südlichen und nördlichen Deutschlands trennen, ist 
vor allem der Verlust der einfachen praeter i talformen im mittel- 
und oberdeutschen zu rechnen. An die stelle dieser formen 
sind die des periphrastischen perfects getreten; für hatte, spielte, 
nahm u. s. w. sagen also die südlichen mundarten hat gehabt, 
hat gespielt, hat genommen. Man suchte in verschiedener weise 
diesen verlust zu erklären. In meiner dissertation Beitrage 
zur syntax der Mainzer mundart habe ich folgende erklärung 
gegeben. Das mhd. unbetonte e ist in oberd. und md. mund- 
arten lautgesetzlich weggefallen , und daher sind viele formen 
des ind. praet. der schwachen verba mit solchen des ind. 
praes. zusammengefallen; du spieltest wurde gleich du spielst, 
er spielte = er spielt, ihr spieltet = ihr spielt. Für diese per- 
sonen, insbesondere für die in der erzählung überaus häufig 
gebrauchte 3. sing, praet., fehlte also eine form, welche die 
Vergangenheit unzweideutig bezeichnete. Man suchte dafür 
einen ersatz und fand ihn in dem periphrastischen perf., das 
in seiner bedeutung dem praet. unter allen verbalformen am 
nächsten stand und sogar in manchen fällen mit diesem ver- 
tauscht werden konnte. So erlangte das perf. die bedeutung 
des praet., d. h. es wurde bei der erzählung einer vergangenen 
handlung gebraucht. Dies war zunächst der fall nur bei den 
schwachen verba und auch bei diesen nur für drei personen. 
Wenn aber das perf. einmal diese bedeutung hatte, so konnte 
es sie naturgemäss nicht auf eine bestimmte anzahl von 
verben und personen beschränken, sondern dehnte sie auf alle 
verba und alle personen aus. Da daneben in sehr vielen fällen 
auch das praet. gebraucht werden konnte, so entstanden doppel- 
formen. Nach dem gesetze, dass die spräche unablässig be- 



DAS PRAETERITUM IN DEN SÜDD. MUNDARTEN. 335 

müht ist, unnütze ungleichmässigkeiten zu beseitigen (Paul, 
Principien 2 288), wurde von diesen doppelformen eine aus- 
geschieden, und zwar diejenige, die den weniger festen anhält 
im gedächtnis hatte, d. h. nicht so häufig gebraucht wurde (Be- 
haghel, Deutsche spr. s. 71). Dies war aber das praeteritum. 

Im Anz. fda. 20, 6 verweist Tomanetz auf einen ähn- 
lichen versuch, den Nagl in seiner Gramm, analyse des nieder- 
österreichischen dialekts, Wien 1886 gemacht hat. Zunächst 
fielen bei den schwachen verba ind. und. conj. praet. formell 
zusammen. 'Dem bauer, der bei seiner skeptischen anläge nur 
das gegenwärtige flir reell erachtet, was er eben greifen kann, 
das zukünftige und vergangene, auch wenn eis glaubt, für 
minder reell appercipiert, mag der gebrauch einer conjunctiv- 
form für den ind. praet. so gut entsprochen haben, dass sich 
bald auch beim starken verb der ind. mit dem conj. unifor- 
mierte. Formen wie het und tel arbeiteten vor; in vielen 
starken verba hatte der conj. von vornherein keinen umlaut 
» (dial. i funt, funtad, runtad), bei vielen war dieser überhaupt 
eine Unmöglichkeit (z. b. Hess, hiess, stieg), und das endende 
e, welches den conj. praet von dem ind. praet. der starken 
verba unterscheiden sollte, fiel schon sehr früh ab. War aber 
einmal bei allen verben die uniformierung des ind. und conj. 
praet. durchgeführt (vgl. Schmeller, Bayr. gramm. 938 f.), dann 
mochten sich denn doch wider Zweideutigkeiten und Verlegen- 
heiten zum öfteren eingestellt haben. Und diese bewogen das 
landvolk, vielleicht erst seit der ersten hälfte des 18. jhs. zur 
bezeichnung des ind. praet. das zweifellose und entschiedene 
perf. zu adoptieren.' Die psychologische Voraussetzung dieser 
erklärung dürfte wol nicht zutreffend sein. Denn mag ein 
mensch auch noch so grosse 'skeptische anläge' haben, eine 
tatsache, die er gestern oder vor einer woche wahrgenommen 
hat, wird er ebenso bestimmt aussprechen wie eine gegenwärtige. 
Je weiter abwärts man ferner in den volksklassen steigt, um 
so weniger begegnet man potentialen aussprächen ; denn letztere 
entstehen doch durch vorsichtiges abwägen des ausdrucks, was 
der naiven denkweise des landvolkes durchaus widerspricht. 
Daher reden ja auch die kinder wenig im potentialen conjunctiv. 

Sehr wertvoll dagegen ist der hinweis Nagls auf die laut- 
liche 'uniformierung' des ind. praet. mit dem conj. praet. bei 



336 reis 

den schwachen und bei einer grossen anzahl von starken verbig. 
Dieser zusammenfall wurde für die Umgangssprache noch stören- 
der als der des ind. praet. mit dem praes., weil hierdurch ein 
Wunschsatz oder ein irrealer hypothetischer hauptsatz von einem 
aussagesatze in nichts unterschieden werden konnte. Auch för 
die Schriftsprache, welche die formen des ind. praet. beibe- 
halten hat, war ja dieser zusammenfall so störend, dass die 
formen mit würde und möchte für den conj. praet. eingeführt 
wurden. In der mundart dagegen hat man den conj. praet 
beibehalten und den ind. durch eine andere form ersetzt. 

Gegen den versuch, die Verdrängung des ind. praet rein 
lautlich zu erklären, hat sich Wunderlich in seinem Deutschen 
satzbau s. 48 ff. ausgesprochen. Sein erster einwand geht dahin, 
dass man der 1. sing, grade in der Umgangssprache nicht so 
leicht eine Überwältigung durch formen anderer personen zu- 
traut, und die starken verba noch weniger für eine solche 
abhängigkeit von den schwachen belege gegeben haben. Nun 
weist aber doch der ersatz der mhd. formen ich gibe, ich tarne, . 
durch nhd. ich gebe, ich nehme auf eine ziemlich starke be- 
einflussung der 1. sing, durch formen anderer personen, und 
ebenso findet man in der entwicklung der mhd. starken verba 
manche Übergänge in die klasse der schwachen verba. Wie 
oben erwähnt, musste zudem das perf., wenn es einmal eine 
form zur erzählung vergangener tatsachen sein konnte, diese 
bedeutung auf alle verba und alle personen ausdehnen. 

Statistische feststell ungen, die Wunderlich verlangt, sind 
allerdings noch nicht gemacht; doch aus Urkunden und Chroniken 
des späteren mittelalters lässt sich nachweisen, dass der Weg- 
fall des auslautenden e eingetreten war, als einfache praeterital- 
formen noch in ziemlicher anzahl existierten. Aber der ge- 
brauch in Schriftstücken kann hierin gar nichts beweisen; denn 
der Schriftsteller steht unter dem einfluss eines überlieferten schul- 
mässigen Stiles und beharrt auf diesem, ohne viel rücksicht auf 
die volksmundarten zu nehmen. Daher ist es ganz unzulässig, 
eine in so vielen mundarten verbreitete erscheinung aus der 
eigenart einiger weniger schriftsteiler zu erklären, zumal wenn 
man bedenkt, dass zu der zeit, in der sich diese sprach- 
erscheinung entwickelt hat, eine Schulbildung des volks fast gar 
nicht vorhanden war oder doch auf einer sehr tiefen stufe stand. 



DAS PRAETERITÜM IN DEN SÜDD. MUNDARTEN. 337 

Auch mit dem praes. historicum hat die Verdrängung des 
praet. durch das perf. nichts zu tun. Wunderlich nimmt näm- 
lich an, dass beide, historisches praes. und perf., ihr entstehen 
dem bestreben verdanken, ereignisse der Vergangenheit in be- 
ziehung zur gegenwart zu setzen. Beim praes. bist, haben wir 
jedoch nach Paul (Princ. 2 230) eine wirkliche verrückung des 
Standpunktes in der phantasie anzunehmen, indem man bei 
lebhafter erzählung den Standpunkt, von dem aus man erzählt, 
in die Vergangenheit verlegt und daher die vergangenen er- 
eignisse als gegenwärtig sieht und schildert. Wir haben also 
eine Versetzung des gegenwärtig redenden in die Vergangenheit 
und nicht umgekehrt eine Versetzung der vergangenen handlung 
in die gegenwart. In den md. und oberd. mundarten ist das praes. 
hist. recht häufig bei lebhafter erzählung, während für die ge- 
wöhnliche erzählung das perf. gebraucht wird — also derselbe 
unterschied wie in den übrigen sprachen zwischen historischem 
praes. und praet. Das nämliche findet sich im nd. z. b. bei 
Fritz Reuter, wo das einfache praet. erhalten ist, bei der er- 
zählung praes. und praet. neben einander gebraucht werden, 
während mit dem nicht praeteritalen perf. sehr sparsam gewirt- 
schaftet wird (Wunderlich s. 50). 

Zum Schlüsse weist Wunderlich noch auf die romanischen 
sprachen hin, in denen ebenfalls das periphrastische perf. neigung 
zeige, seine grenzen zu erweitern, während doch die formellen 
Verhältnisse ganz anders gelagert seien. Doch handelt es sich 
hier ja nicht um den vollständigen Verlust irgend welcher form, 
und zudem findet sich auch in den romanischen sprachen mancher 
lautliche zusammenfall von formen verschiedener bedeutung. 

Aus den ausfuhr ungen Wunderlichs folgt nur, dass sich 
praet. und perf. in ihrer bedeutung nahe gestanden haben, und 
dass deshalb hie und da eine vertauschung eintreten konnte, 
und dies ist auch die Voraussetzung meiner erklärung. Dass 
aber in weiten Sprachgebieten die eine form völlig verloren 
gegangen ist, kann hierdurch allein nicht befriedigend erklärt 
werden. Dies ist nur möglich, wenn in erster linie die laut- 
liche entwicklung berücksichtigt wird. 

DIEBURG (Hessen), 23. april 1894. HANS REIS. 



Beiträge zur geaohiohte der deutschen spräche. XIX. 22 



ZUM WECHSEL ZWISCHEN 03 UND 0I{= AHD. 
EI) IN DER NORDGAUISCHEN MUNDART. 

0. Brenner hat in den Indog. forsch. 1894, 297 ff. eine 
kurze, aber bemerkenswerte abhandlung über 'Einen fall von 
ausgleichung des silbengewichts in bairischen mund arten' er- 
scheinen lassen. 

B. knüpft an die tatsache an, dass im bair. walde 
(Himmelstoss in Bayerns mundarten 1, 251) 'geiss' in der ein- 
zahl guds y in der mehrzahl gaiss (mit dumpfem ä und einem 
dem e sich nähernden i) gesprochen wird, mhd. geize. Er sucht 
die Ursache dieser erscheinung in der Verschiedenheit des 
accentes, macht geltend, dass in guds das d dem u gegenüber 
viel selbständiger ist als das i dem a gegenüber in gaiss] er 
vergleicht hierzu das Verhältnis fis 'tisch' : ftH 'fische', verlegt 
dessen entwicklung in jene zeit, wo einerseits 'die end-e (der 
flexionen) alle noch fest waren' und wo andrerseits dervocal 
a in *fiskaz bereits aufgegeben ist; ja er rückt die dehnung 
des i zu x (fis) vermutungsweise geradezu als gleichzeitige 
compensation für den ausfall dieses a in die 'vorahd. zeit' 
hinauf (s. 299 f.). 

Letztere Vermutung ist freilich gewagt, weil man mit ihr 
das feld der reichen tatsachen, wie es gerade dem dialekt- 
studium so trefflich zu geböte steht, verlässt und die region 
der hypothesen betritt; indessen steht es fürs bairische fest, 
dass hier die dehnung alter vocalkürzen vor kurzer (schwacher) 
consonanz viel früher (vgl. A adaig oz etc., Weinhold, B6. § 4), 
aber auch in viel grösserem umfange eingetreten ist als in 
anderen dialekten. Dieses gedehnte i müsste mit ahd. t, wie 
Brenner richtig bemerkt, nicht zusammenfallen; ich glaube 
schon deshalb nicht, weil ahd. i frühzeitig einen Vorschlag er- 
hielt ( 9 i), der sich schliesslich zum träger des hauptaccentes 



0.7 UND Ol IN DER NORDGAUISCHEN MUNDART. 339 

entfaltete (nhd. ei, ai in aichen), ähnlich, wie nun wider die 
Grazer bauern das bairische gedehnte i (in tonsilben) als 9i, 
9i sprechen: tfdizln 'kitzeln* u.dgl. 

Aber so gewiss in dem Verhältnisse guds : gaiss der accent 
eine rolle spielt, so gewiss ist es, dass hier wesentlich quali- 
tative vocalvorgänge vorliegen, die Brenner über den quantitäts- 
verhältnissen ganz übersehen hat. 

Die vocalischen assimilationen (Braune, Ahd. gr. § 67) sind 
echt deutsch und sind in den dialekten wol noch reichlicher 
eingetreten als in der schrift ersichtlich ist. Nicht nur die end- 
silben untereinander zeigen gegenseitigen einfluss, sondern sogar 
auf die Stammsilbe wirken sie ein (Braune § 39 a 8. § 40 a 2 b. 
§ 48 a 2); Otfrids Wechsel zwischen ua und uo, ia und io geht 
darauf zurück. 

Um so leichter wird man annehmen können, dass der 
nachschlag einer länge, bez. der zweite teil eines diphthongs 
durch einen gleichartigen vocal der nachsilbe länger erhalten 
blieb. Dem ahd. sing, caiz (Pa) stehen pluralformen gaizi, 
geizzin zur seite, und solche 4 wurden in einzelnen dialekten 
lange bewahrt, die Schweizer sagen noch heute fuessi. Auch 
unechte -i gesellten sich dazu. Als das dumpfe bairische 
ai seinen nachschlag (/) vernachlässigte und in d änderte 
(vgl. franz. oi > od\ wie auch e { (= ahd. e) anderwärts in ed 
abgeändert erscheint, so blieb noch ai bestehen, wenn in 
der nachsilbe ein echtes oder unechtes i stand. So er- 
klärt sich das Verhältnis gads : gaissi. Der lange (scharfe) con- 
sonant ss {z) wurde im auslaut, also im singular, geschwächt, 
im inlaut, also im plural, blieb er lang (scharf), auch dann 
noch, als das -i später abfiel. Hierzu noch analogien aus dem 
oberösterr. dialekte des prof. L. Pröll (Mühl viertel): slöd 'stein', 
pl. Hut (ahd. steina; unechtes i im Steh*, urkb. de steint, bei 
Notker dat. pl. sleiniri); bei i muf 'ich meine* kann an aus- 
gleichung mit muft (meinii) oder vielleicht an unechtes *meini 
aus meinu (*meinju) gedacht werden; vgl. noch Schmeller, Gr. 
§ 144 (auch mit'n Stäi, dat.). So erklärt sich auch egerl. toigh 
trotz mhd. teic als 'teigig' täigigh, tai-igh, täigh. Weiteres in 
den trefflichen abhandlungen H. Gradls in Baierns mundarten. 

Brenner legt aber mit unrecht eine w^-form {guds) seiner 
gegenüberstellung zu ai {gaiss) zu gründe; die form mit u geht 

22* 



340 NAGL 

erst aus der mit a, o hervor: obige formen stuf, muf zeigen, dass 
auch ai diesen gang gehen kanp, nicht erst durch Übertragung, 
denn es stehen unflectierte formen mit ad strengrichtig zur 
seite. — Das Verhältnis od > ud ist in den deutschen dialekten 
mehrfach belegt: das sonstige oberdeutsche löbm, hüsn wird im 
Egerland durch den nachschlag d über *lodbm, *hödsn zu ludbm, 
hudsn\ bairisch ist mit dem nachschlage vor r mudt für mod r t 
'mord', auch sudgn für sodrgn; doch ist geschlossenes o vor r 
dem bair. organ nicht geläufig (meist vqdr, sqdrign etc.). Par- 
allel ist der tibergang von e durch $d zu id: obd. redn, k'eln 
'kette' zu egerl. riddn, kUddn; bair. vor r: k'gdrtzn 'kerze' zu 
k < id r tzn, mgdrkn zu mid r kv, $drita 'ertag' zu idrith; die mittel- 
formen mit §d hat mir Seemüller voreilig bestritten, nun habe 
ich sie seither in N. Oe. um Pulkau bei den alten leuten 
noch tatsächlich gefunden; die Siebenbürger ' Sachsen' sprechen 
statt geftdrte, decken gefidrte, didcken (decken); mhd. e ändert 
seinen geschlossenen lautwert am Obermain nach Schmeller, 
Gr. § 207 (über *ed) in i-d : schni-9, kli-d wird mit weiterer Ver- 
nachlässigung dieses nachschlages zu sehnt, kli (vgl. Hb aus 
lidb). Und so glaube ich auch ahd. oa, ea wenigstens un- 
mittelbar vor seinem übergange in ua, ia als od und $d lesen 
zu müssen; der minder deutliche nachschlag mag zwischen e, 
a und o geschwankt haben. — Schwerer ist aber der Über- 
gang von offenem qd zu ud zu begreifen; es muss wol eine 
Zwischenstufe od eingeschaltet werden; tatsächlich höre ich jetzt 
in Wien von gut dialektredenden eingeborenen kindern das 
ältere no~ rvod r t 'na, warte', drohend, mit auffälliger dehnung 
des o aussprechen: no~ ?vood r t, wobei das zweite g in ein 
sehr flüchtiges u endigt; das erstere o hat den grösseren ex- 
spirationsdruck (accent), das zweite eine erhöhung des musi- 
kalischen tons, der erst im d wider auf die höhe des d herabsinkt 
Wenn wir also hier, wie es scheint im gegensatze zu 
Brenner, das zeitliche Verhältnis od (gd) > ud aufstellen, so 
müssen wir noch in einem weiteren punkte ihm mit be- 
denken gegen übertreten : er sagt, der hauptton in üd (s. 298) 
könne vom d kraft einer grösseren schallfülle übernommen 
werden, so dass guds, g u äs gesprochen wird. 'In den listen von 
Himmelstoss ist jeweilig angegeben, auf welcher hälfte (des 
diphthongen) der ton ruht'. Diese erscheinung wäre hoch- 



OH NND OJ IN DER NORDGAUISCHEN MÜNDART. 341 

interessant, wenn ich nur meine zweifei an der tatsache 
selbst bewältigen könnte. Gradl kennt sie nicht, meine Eger- 
länder gewährsmänner hier in Wien auch nicht; leute aus 
dem Schwarzachtale, also gar nicht weit von der heimat 
Himmelstoss', ebenfalls nicht; Himmelstoss selbst schreibt 1. c. 
s. 246 fltöd, füödn; (Tfüö'sn; s. 247 das gfloard; s. 248 vuo a 'dl; 
s. 251 gcdsz, und in klammer wird, wol erst von Brenner 
selbst in der Orthographie seiner Zeitschrift, beigesetzt: fidrdn, 
fiirsn, gflSdrd ', fuddl, guds, gods etc. Undenkbar und ohne selten- 
stlicke ist ja eine solche accentverrückung nicht und wir denken 
ans franz. ei > oi > od > od ; wenn aber Brenner vielleicht 
bloss auf grund schriftlichen Verkehrs mit dem entfernt 
in Homburg lebenden Himmelstoss diesen Vorgang in obigen 
beispielen constatiert hätte, dann wünschten wir noch eine 
sichrere gewähr für die existenz dieses an sich höchst inter- 
essanten Vorganges. 

Was aber Brenner aus ihm folgert, müssen wir unbedingt 
ablehnen: die accentverrückung habe über Qd > od > od mit 
zunehmender Vernachlässigung des o schliesslich zu reinem 
hellen a geführt, welches ebenso wie od dem ahd. mhd. ei ent- 
spricht. Den 6rützner8chen apparat ruft Brenner hier umsonst 
an: die blosse möglichkeit eines solchen Überganges kann 
man sich wol auch durch selbstvorsprechen vergegenwärtigen, 
indem man möglichst viele Zwischenstufen einführt. Doch ist 
hiedurch die tatsächlichkeit nicht erwiesen. 

In deutschen dialekten kenne ich eine durch accent- 
verrückung bedingte Weiterbildung des od nur im Baliuger 
dialekte (Kauflfmann, Gesch. d. schwäb. ma. s. 70 f.): aus oä-i-dr, 
oedfe wird dort waier, walfe\ auch ein anderes od geht den 
nämlichen gang: dqdrf, odrdndn, odrgl wird über doärf, oärndn, 
oärgl zu dtvarf, wan&v, tvargl 1 ), und dieser Vorgang ist um so 
beachtenswerter und verlässlicher, als er bei zwei historisch 
ganz verschiedenen od einsetzt. Das sieben b.-sächs. dach für 
'tuch' ist wol durch fortgesetzte ötfnung des nd. vocals p, nicht 
aus hd. toah, luoh zu erklären. Der fall den Brenner selbst 
aus dem an. beizieht (sküar und sk?vär) } zeigt ein durch accent- 



J ) Cecb. wargany, varhany kann auch über worgany wie woko aus 
oko, wod aus od erklärt werden. 



342 NAGL 

verrückung entstandenes wa, und das franz. patois kennt eben- 
falls das Verhältnis od > rvä : ainsi-swal-il statt soit-il. Also 
nicht etwa einfaches ä, sondern wa ist die Weiterbildung 
aus od 

Das ä für ahd. mhd. ei ist bodenständig am Oberraain, an 
der Pcgniz und Eezat (Schmeller, Gr. § 140), gehört also als 
grenzadnex zum binnenhochfränkischcn e ( (= ei) am Unter- 
und Mittelmain, an der Saale, in der Rheinpfalz etc. (Schmeller 
§ 140) und ist aus diesem e t ebenso durch fortgeführte Öffnung 
entstanden wie das ä am Mittelmain (Schmeller § 183) ans 
einem anderen e K (= ahd. mhd. e). Und das Verhältnis kla : 
kiener erklärt sich nur daraus, dass ein i der nachsilbe das 
höhere e der Stammsilbe vor der Senkung zu ä bewahrt bat. 
— Ein od für ahd. ei kommt aber in jenen gegenden weder 
heute noch in alten Schreibungen neben dem ä vor, dieses kann 
also auch nicht aus jenem entstanden sein. 

Neben od kommt hohes a (= ei) allerdings auf bair.-österr. 
gebiete und jüngst auch in böhm. städten vor, — aber nur für 
den oberflächlichen beobachten Es muss einmal entschieden 
constatiert werden, dass hier das ä(—ei) ein fremder ein- 
dringling ist, mit ausnähme von drei oder vier fällen, wo be- 
sondere Ursachen mitspielen (s. meinen 'Vocalismus' in den 
Blättern d. ver. f. lk. v. N.-Ö. 1891, § 20). Die bauern hassen 
dieses wienerische a, welches auch in den landstädten immer 
mehr überhandnimmt und — während es bis in unser Jahr- 
hundert den bürger charakterisierte — heute dem stadtpöbel 
allein eigen wird. 1 ) Es erscheint zuerst in amtlichen ausdrücken 
{pantatung, gejat u. dgl.) und in amtlicher ortsnamenschreibung, 
wird aber auch oft mit ä geschrieben aus gründen, die ich 
anderwärts (im 'Vocalism us 7 ) dargelegt habe. Bis 1100 hinauf- 
reichend (a. a. o. § 15) ist es in stetigem überhandnehmen gegen- 
über dem echten od (geschrieben ae neben a'i) auch in den 
Wiener Urkunden zu verfolgen. Offenbar war in Wien der 
einfluss der Babenberger herzöge, dem sich bald das vorbild 
des Nürnberger bürgertums zur seite stellte, massgebend; um 



l ) Die dialekte jüngerer colonien im r an dge biete (z. b. in Kärnten) 
sind bezüglich ihrer bairischen art nicht überall verlässlich; strichweise 
zeigen sie dieses a (= ei). 



Off UND Ol IN DER NORDUAUISCIIEN MUNDART. 343 

Nürnberg wie um Bamberg ist das a (= ei) auch bei der land- 
bevölkerung zu hause. Bei der kleinen bevölkerungsziffer der 
mittelalterlichen Städte konnte das beispiel der vornehmeren 
kreise leichter beachtung finden; zog doch noch Leopold VI. 
mit Vorliebe Bamberger nach Wien. Oberfränkisch und nicht 
baierisch ist ja auch das ai für ahd. iu 1 ), doch ist das ai (läid, 
datdsch, natch etc.) aus den städten schon viel frtther und 
weiter in die bauernschaft vorgedrungen, die echten eu, oi und 
ui verschwinden heute mehr und mehr auch auf dem lande. 
Dem bairischen stamme ist daher das a (= ei) von aussen 
octroyiert, nicht aber aus dem bodenständigen od (über od, °ä) 
entwickelt. 

Schon deshalb nicht, weil das a weit älter ist als das 
od\ während ich das fränkische a gerade in bairischen Ur- 
kunden, wo es zu der einheimischen ausspräche in wunder- 
lichen gegensatz trat und daher zu charakteristischen Schreib- 
fehlern führte, seit c. 1100 nachweisen kann, findet Brenner mit 
mir (Voc. 1890, § 12) das od erst c. 1300, und auch da ist mit 
dem schriftzeichen ae wol unterschiedlos die ausspräche ai mit- 
bezeichnet (Brenner a. a. o. 298). Sicher kann ich das od 
erst für 1543 behaupten (Voc. § 10). 

Dass aber der qualitative unterschied der diphthonge 
in dem Verhältnisse od (w) : oi (ui) (guds : gäiss) durchaus nicht 
von dem accente bedingt ist, sondern dass letzterer lediglich 
mit der folgenden matten oder scharten consonanz zusammen- 
hängt, geht aus dem obcitierten Verhältnisse stod~ : stuf hervor, 
wo der accent im Singular wie im plural vollständig 
gleich ist. Und wie sollte sich ein vom vorahd. accente be- 
dingter qualitativer unterschied zwischen sing, und plur. durch 
die ahd. zeit hindurch bei den neutris behauptet haben, wo 
beide numeri zunächst gleichlauten? Ist nicht das Verhältnis 
klodd : kloider (Egerland) viel leichter durch die einwirkung des 
i der nachsilbe -ir zu erklären, besonders bei einem worte, 
das den Oberdeutschen überhaupt erst in nachahd. zeit ge- 
läufig wird? 

*) Die steigerang des u (zu unterscheiden vom iu = uml. ü). Die 
organische bairische entwicklungsreihe dieses älteren in ist altes ui\ 
daneben tu; aus diesem iu > eu >oi> jüngeres ui. Zwischen altem iu 
und ui stand noch ein ü, das heutiges ou gibt (Schindler, Gr. 259). 



344 NAGL, 0# UND 01 IN DER NORDGAUISCHEN MUNDART. 

Um sein zrvoa zu erklären braucht Brenner, wenn er dag 
vei misste ztväi nur durch ein folgendes -i bedingt sein Hesse, gar 
nicht auf eine grundform *twdiö zurückzugehen, während er 
ganz richtig wais über tveiztih erklärt: eine ausgleichung des 
praet.-praes. mit verbalformen wie i muf, er mui~t (meine, 
meint, s. oben) mag noch mitgewirkt haben. 

Ich will mit diesen bemerkungen über eine arbeit Brenners, 
der sich um die mundartenforschung fortgesetzt so viele 
Verdienste erwirbt, nicht gegen das bestreben auftreten, die er- 
klärung sprachlicher, speciell mundartlicher erscheinungen unter 
umständen in vorahd. zeit zu suchen ; bair. formen wie lodiiV 
'leiter', ghpl neben höwl 'hobel', opf. kfynner etc. werden in ihrem 
consonantismus so alte Wirkungen bergen. Aber man möge das 
reiche material, das die lebende deutsche spräche besonders 
auch in ihren conservativen m und arten birgt, zuerst tunlichst 
beiziehen; jene fernen regionen aber, in welchen auf grund 
vereinzelter, oft fraglicher tatsachen glänzende, geistvolle con- 
Rtructionen aufgeführt werden, mag der germanist neidlos denen 
überlassen, die mehr auf momentane anregung als auf bleibende 
Wahrheit bedacht nehmen. 

WIEN. W. NAGL. 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMMATIK DES 

ALTWESTFRIESISCHEN. ') 

Baerlioed, -liöde. S. u. flyüscäper fussnote. 

Bede, beithe in Hueerso ma een knappa iefta een fämna 
bide ieft iefta nimpt büta rede des mondes ende sibsta eer- 
ma, di haet rvrberd hundert merk W 104, 32; Jef di mond dae 



l ) Die hier verwanten abkürzungen sind folgende: 
W (nach v. Richthofeos Wb.) = der in den Rechtsquellen ge- 
bene abdruck der Cölner (oder Anjamer) incnnabel (s. v. R.'s Rq. s. 

av). 

H = die im 2. teil von De Haan Hettemas Oude Friesche wetten 
Beuwarden, Suringar, 1851) herausgegebene hs. des Jas municipale 
isonum (früher im besitz des herrn P. Wierdsma zu Leenwarden, s. Rq. 
XXV, dann von v. Richthofen angekauft, jetzt im besitz von v. R.'s 
[in, ober-regierungsrat a. d. Karl freih. v. Richthofen); citiert nach 
n seiten in Hettemas ausgäbe. 

S (nach v. R.'s Wb.) = die zweite hälfte der eben genannten hs., 
sofern dieselbe bei Schwartzenberg abgedruckt und hiernach von v. R. 
seine Rq. aufgenommen ist (s. Rq. XXV). 

J == die von De Haan Hettema besorgte ausgäbe (Leeuwarden, 
hetsberg, 1834) der hs. der Jurisprudentia Frisica (früher im besitz 
n P. Wierdsma, s. Rq. XXVI, dann von v. R. angekauft, jetzt im besitz 
n dessen söhn); citiert mit zwei zahlen, von welchen die erste den 
el, die zweite den paragraphen angibt. 

Seh = Schwartzenberg, Groot placaat- en charterboek van Vriesland 
eeuwarden, Willem Coulon, 1768), l.teil; citiert nach den seiten. 

Ag = Oorkonden der gesebiedenis von het st. Anthonij-gaBthuis 
Leeuwarden, door de voogden dezer stichting uitgegeven, 1. teil; citiert 
,ch den seiten. 

GJ = Woordenboek op de (im anfang des 17. Jahrhunderts ver- 
ssten) gedichten en andere werken van Gijsbert Japicx, zamengesteld 
>or E. Epkema (Leeuwarden, Joh. Proost, 1824). 

Bl = Ph. van Blom, Beknopte Friesche spraakkunst voor den tegen- 
)ordigen tijd (Joure, R. P. Zijlstra, 1889); (nwfr. der jetzigen spräche 

« 

Beiträge zur geschichte der deutschen spräche. XIX. 23 



346 VAN HELTEN 

kynden ioe beithe deth, eer hia toe ierum commen sint, büta 
rede der moedir, so ne mei dio deda naet staen H 165. Die zu 
vergleichenden parallelstellen hrvaso een kneppa ieffta fämna bynna 
aefta ieram to bdsta (zur ehe, 8. Wörterb.) iout (gibt) ieffta 
nympt büta reed dis mondis and dis sibsta eerrva, dera wrberth 
ayder hondert merka Rq. 533, 36, und Jef di mond da feinden to 
aefta (zur ehe) iout, eer hia to hiära ierem commen sint, büta 
rede der möder, soe ne mei dio dede naet staen W 429, 12 f Öhren 
zu der folgerung, dass bede und beithe als synonyma von aefta 
und bösia zu fassen sind. Es liegt nahe, für die beiden Wörter 
an einen formell dem ahd. gebiwveda, gebüeda habitatio ent- 
sprechenden prototypus *gibüithu mit der bedeutung 'cohabita- 
tio' zu denken. Hieraus musste bei regelrechter entwickelung 
durch *-be(jyth-, *-beth- die form mit S, hingegen bei nicht- 
synkopierung des mittelvocals durch *-be(j)ith-, *'bei(j)ith-, 
*-bei(j)dth- die form mit ei hervorgehen. 

Dass nach oder während der Wirkung des Sievers'schen 
synkopierungsgesetzes auf analogischem wege, d. h. durch be- 
einflussung von Seiten der formen auf -ith- mit kurzer Wurzel- 
silbe, das -i- bei den formen mit langer Wurzelsilbe hergestellt 
werden bez. erhalten bleiben konnte, ist zwar für das awfr 
nicht direct zu erweisen (alle belegten derivata mit -ith- be- 
gegnen ohne mittelvocal), wol aber indirect zu folgern aus den 
aofr. bildungen hdnethe, ihiüvethe neben benethe, lemithe, loveihe 
(s. Aofr. gramm. § 165 a, 8. 136). 



angehörende, doch bei Bl nicht verzeichnete formen citiere ich ohne 
weiteres). 

Wenn in v. R.'s Wb. die belege und belegstellen rientig angegeben 
sind, verzeichne ich die betreffende form in der regel nur mit hinzu- 
gefügtem W und S. 

Eine von dr. Baitenrust Hettema besorgte collation des v. R/schen 
abdruckes mit dem texte der oben erwähnten incunabel findet man 
Germ. 35, 1 — 34. Die vergleichnng von De Haan Hettemas und Schwartzen- 
bergs (bez. v. R.'s) ausgaben mit den beiden hss. konnte ich selber vor 
nehmen, indem mir diese schätze während einiger wuchen von dem jetzigen 
besitzer gütigst zur Verfügung gestellt wurden, dem ich hier auch öffent- 
lich dafür meinen wärmsten dank zolle. 

Die aus den collationen hervorgegangenen textberichtigungen ver- 
zeichne ich, falls sie nicht einer ausdrücklichen hervorhebung bedürfen, 
zwischen eckigen klammern hinter dem zu corrigierenden worte. 



£ÜR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 347 

Die genesis eines ei aus $ + vor j entwickeltem anorga- 
nischem i ergibt sich aus der parallelen erscheinung aw, ow, eu 
aus d, 6, e + vor w; entwickeltem w (s. unten unter fliu(e)swerp 
und biliouwa, causativ zu *biliva(n)). Andere belege für 
diese erscheinung werden die folgenden artikel in genügender 
zahl bringen. Wegen -the, d. h. -te, s. u. meit(h)ia. Wegen des 
Schwunds des praefixes 0* < t- <//- < gl- beachte man ausser 
den normalen participialformen gripen, beden, bonden, makat, 
meend, barnd etc. noch sid 'gefährte, gatte' W, S, H passim, 
nät 'genösse' W, H und J passim, nSde 'gnade' W, H 162. 168. 
174, la(u)wa 'glaube' W, H und J passim, Ipck 'gleich' W, S, 
H und J passim, mSne 'gemein* W, S, H und J passim, stSnte 
edelgestein W, fire 'nutzen' W (ahd. kifuori), noech 'genug' H 
73, noeglyck, nögelyck 'genügend' J passim, moede 'einwilligung' 
W 392,22. 28. H 41 (mhd. gemuote), heynde und iniende (s. zu 
biriind), lenth (s. s. v.) etc. 

Bigreta. S. unten zu greta. 

Bihänet, -häniget. S. zu häna. 

Byhellet 'übervorteilt' in Bat een baer (vergleich) is fol- 
machtich, dl weer dal seeck, dal een man rveer byhellet ende 
rvr den haldeel (die hälfte) dis gueden [guedes]; ende al weren 
dpr fönden enighe breiten Jeff instrumenta, deer ma mede byrvisa 
mochte, dat hij bydrein (betrogen) rveer in der soen, allickwal 
so sehet dyo soen in her macht blywa J 21,34. Vgl. für dieses 
byhellet mnd. behalen 'übervorteilen' und beachte wegen der 
form mit -eil- das simplex hellet 'holt' H 33 (nwfr. hellje 'holen' 
GJ) neben halia, -ien, -eth, -ed W, S, H passim, J 42,3. 50,41. 
59, 1; bytellia, -ie, -et etc. 'bezahlen* W 401, 12. Seh 520. 608. 
609. J 1, 37. 2, 6. 8. 14, 2. 15, 39. 17, 16. 21, 36. 22, 1. 24, 10. 
25,36. 27,10. 32,22 etc. (nwfr. betellje GJ) neben bitalia, -ie 
etc. S, Seh 394. J 43, 13; doch drvalia J 1, 1 (nwfr. dwaelje GJ); 
rvrbalede 'verschleuderte' J 50,41 (vgl. aofr. ürbalia, Aofr. gr. 
§ 299). Die zweierlei formen hängen selbstredend mit der Ver- 
schiedenheit der suffixe -ia t -iath etc. und -ath, -a, -ade etc. zu- 
sammen, und weil das -a(-) schwerlich für die genesis des -ell- 
verantwortlich zu machen ist, muss die neubildung der ein- 
wirkung des zu j gewordenen -i(J)- zugeschrieben werden. 

Dieselbe erscheinung (also junge durch j hervorgerufene 
dehnung und afficierung des a zu e) ist auch bei den schwachen 

23* 



348 VAK HELTEN 

verben 2. klasse mit r, k und g (spir.) im auslaut der Wurzel- 
silbe zu beobachten: 

(wrjwerria, -ie curare, servare H 36. 75. J 39, 3. Seh 647 
neben (bi)waria, -ade, at etc. W, H 23. 31. 35. 48. 55. 58. 59. 
61. J 2,31. 26,2. 6. 13. 28,18. 39,3. 46,69. 50,17. 58,28. 72, 
9. 81, 14 etc. (nwfr. bewearje mit ea aus a, doch berverre praet, 
p. p. und imper. GJ; in einem nwfr. Zuidhoekschen dialekt 
bewaarje, Wassenberghs Taalkundige bijdragen 1,153); berria, 
-ie, ~eth 'als Schiedsmann einen vergleich zu stände bringen' 
J 21,2. 32,24. Seh 702. 704. 706 neben baria, -ie, ~eth etc. J 
passim. Seh 609. 650. 745; doch clarie, -im J21,26. 18,2; 

meckia, -ie, -ath etc. H 13. 29. 56. 57. 113. 129. 157. 166. 
167. 168. 169. 172. J 1,1. 18,1. 11. 21. 21,11. 19. 22,13. 14. 
23,10. 24,4. 25,19. 26,27. 28,3. 8. 31,6. 46,36. 49,60 (nwfr. 
meitsje, s. unten zu meit(h)ia) neben makia, -ie, -ath, -ade etc. 
W, H 157. 161. 162. 174. 179. J 2,5. 6. 14,4. 17,6. 19,3. 21, 
15. 25. 26. 22, 1. 6. 19. 20. 23,2. 24,9. 26,12. 29,2. 30, 17. 74, 
2. 84,4 etc.; smecket J 15,54, also smeckia (nwfr. smeitsje, s. zu 
mei(t)hia) neben smakia S; weckien dachend* J 1, 13, also weckia 
(nwfr. weit s je, s. zu meit(h)ia); *reckia 'treffen' (zu folgern aus 
nwfr. reiUje, 8. zu meit(h)ia); 

beklegghet 'einklagt* J 3, 10 neben klagia, -iath, -ath, -eth 
etc. W, S, H und J passim (nwfr. kleye mit kleggeste, -et und 
klegge praet., p. p. und imp. sg. GJ, und kleye mit klagest, -et, 
klage Bl 155); *jeggia (zu folgern aus dem nwfr. praet. und 
P» P« Je&ge GJ) neben iagia, -et J 35,1. 71,5 (nwfr. jeye GJ 
und jeye mit jagest, -et, jage Bl 155) l ); doch hagia, -iende, -et 
J 12,25. 16,4. 32,9. 84,12 (nwfr. beheagje GJ); laghaden 'be- 
stimmten' H 70 (vgl. aofr. Iagia, Gramm. § 299). 

Ob (bi)leckia 'anfechten' J 1,35. 19,8. S 503,2. 37. 39 mit 
leckinghe J 19, 8 aus *lakia (vgl. laeckinge Seh 394) = mengl. 
lakien, mnl. laken vituperare (aus *laköri) gleicher entwickelung 
ist, dürfte fraglich sein, weil die form, wie aofr. leckia (Gramm. 
§ 2), durch anlehnung an leck Vitium, vituperium W, S, J 65, 14 
hätte entstehen können. 

Durch contamination sind einige formen mit a und ge- 
dehntem consonanten entstanden: 



J ) Vgl. noch nwfr. feye mit fegge etc. < *fagia , *feggia = mnL 
vagen < *fagon. 



ZUtt LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 349 

halled 'holt' W 389,27 (in W 389,2. 4 steht holla, -e 
fehlerhaft für hailad, -ed; nwfr. in einem Zuidhoekschen dia- 
lekt halje, d. h. hallje, Wassenberghs Bijdr. 1, 156); bitallia, -ien, 
-ath etc. S 460, 12. Seh 495. 534. 537. 546. 590. 612. 614. 617. 
653. Ag 115; biwarria, warrien W 388,14. J 26, 6. 32,6. Seh 
530. 537. 612. 709. Ag 159; barrie, -iane, -at etc. H 301. J 32, 
22. Seh 690. 695. 705. 773. Ag 90. 114; mack{k)ia, -iet, -aden 
etc. H 431,26. J 22, 15 (Hett. falsch meckkia). 20, 7. 15, 35. Seh 
530. 535. 539. 671 (nwfr. makke etc., s. zu meit(h)ia); sowie 
lackia, -et 'anfechten' Seh 334. 394 aus *lakia und leckya. 

Wo dem consonanten ein andrer vocal als a vorangeht, 
unterbleibt die dehnung: 

bytilet 'erworben' J 33,15, l{h)üet, -ed 'zeugt* W, H 114, 
tilath 'zeugte* J 50,46; *boria (nwfr. boarje GJ); (bi)tigia, -ie, 
-ed etc. '(verklagen* W, S, H passim. J 43,3. 81,15, ürtigia 
i aufgeben' W (vgl. aofr. (btyigia, -tegid); pligia W, H 26. J 13, 
11. 23. 45,1; fregia, -a, -ath etc. W, H und J passim (nwfr. 
freegje GJ); hugiet 'in der erinnerung sind' J 15, 10 (nwfr. 
huwgje GJ). 

Demzufolge ist das neben (bi)ieria, -et, -aden etc. W, H 64. 
J 19, 9. 31, 1. 44, 12. 60, 9. 84, 22 und (btyaria, -et etc. W, H 53. 
121. 132. 139. J 1, 11. 30. 2,30. 19,9. 25,11. 27,14. 41,2. 82, 
4. 84,6 (mit a aus e vor r; nwfr. bejearje mit ea aus a) be- 
gegnende bijerrien, -et etc. Ag 126. J 2, 12. 21, 8. 28. 40, 3 als 
analogiebildung nach werria, berria neben rvaria, baria zu fassen. 
(Vgl. ausserdem bijarria, bijaerria Seh 737. 537 als mischformen 
aus bijaria und bijerria). 1 ) 

Byhyndiget 'beschimpft*. S. zu hyndicheed. 

ßycäpet in Hwirso een man een caep dethjeffta een seeck 
byjorvt ende hyt dprney bymsa mey, dat hij den helfft jeffta deer 
rvr bycloket se off bycäpet (übervorteilt) in da caep..., so 
toer hiß naet hdlda ende hyt aeg ney da riücht naet to staen 
J 32, 11. Die hier zu tage tretende bedeutung von by- 'zu eines 
schaden 1 (wegen der bedeutung des simplex vgl. got. kaupön, 



x ) Das rr in dem zu bejearje gehörenden praet. bejearre bei 
G. Japicx beruht nur auf eigentümlicher Schreibung des dichters; vgl. 
bespoarre, folgge, mielle, plijgge, traeppe etc. praet. zu bespoarje, folg je, 
mielje, plijgje, iraepje und b. auch Bl 139. 



350 VAN HELTEN 

ahd. choufön negotiari, mercari) begegnet auch im ags. W-, b* 
neotan, as. biniotan 'berauben' (eig. zu eines andern schaden 
neotan, niotan nutzen ziehen), im ags. bi-, bedcelan, as. bidelian 
'berauben' (eig. zu eines andern schaden eine teilung machen), 
awfr. bedela 'bei der teilung übervorteilen' (p. p. bedeeld in 
Hwaso rvirlh oneertvel off bydeeld ende byhinderet buppa da 
riüchta trymdeel J 46,29), im ags. bercedan 'berauben' (eig. zu 
eines schaden rat erteilen, durch falschen rat übervorteilen) nnd 
im awfr. biclökia 'betrügen, übervorteilen ' (s. unten sub voce). 

Dem bycäpet entspricht das im gleichen sinn verwante 
mnd. bicoftj bi-, bekofft (s. Schiller-Lübben unter beköpen) und 
mnl. becoft (s. Mnl. wb. 1, 811), nnl. bekocht 

Byclökia. Die bedeutung 'betrügen, übervorteilen' ergibt 
sich aus der im vorigen artikel citierten stelle sowie aus Hwaso 
des (lies der) behelplicheed des riüchies brüka rvü als restitutio 
in integrum, dat is een weerrekrygingh [weerrekynghe] des gueden 
[guedes] jeffle riüchten [riüchtes], deer hij in byclöket is } dij 
schel trvyr ponten to fara bervisa . . . (primo) da mynre äldheed, 
deer hij da in was, da hij byclöket ward . . . (secundo) dalter 
byclöket is jeffle bydreyn (betrogen) jeffta dalter foer lern haet, 
deer hij heed etc. J 27, 5 ; — Hweerso dyr een is bynna syn XXV 
jeer byclöket ende hij dat bervysd haet bede dyi? joget ende 
da byclökinghe, so schel dij riüchter dis provincie him helpa 
mey da byhelplickheit des riüchtes, dat is hij schil hem weder- 
jaen (wider in den besitz stellen) ende bringhen [bringhe] in da 
gueden ende riüchten, deer hij in der mynra äldheed byclöket 
is J 27, 8 (s. auch J 27, 13); — Jeff dyr sonderlinghe dat ferdban 
(die gerichtliche bestätigung des kaufs von immobilien) ginzen 
wyr jeens (gienge gegen, eintrag täte) veduen jeffta rvezen [wisen] 
ende helliga tzercka, hwant rveerl seeck, dat rvedue off rveesken 
off tzercke were behdniget (geschädigt, s. unten zu häna) off 
byclöket myt da ferdban, so is dij riüchter alt^da, hij sS g&st- 
lick of [off ] wrälsck, dat ferdban wanmachtich to riüchten J 31, 10. 

Vgl. auch mnd. beklöken circumvenire (Schiller-Lübben i. v.). 

Mit by- 'zum behuf begegnet unser compositum hingegen 
im sinne von 'seine klugheit zum vorteil einer sache gereichen 
lassen, für etwas sorge tragen ' in J 26, 1 3 und 14: ( (wenn die 
Vormünder die interessen ihrer mündel nicht, wie es sich ge- 
hört, wahren) so mey mes (man sie) allycvel staen lila, offsette 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 35 i 

[offsetta] ende nyma oer monden off foersprecken to herre (der 
mündel) secken to foerrvarien off to bycldckien [byclökien], deer 
(was) hyaere \hyäre] oengeeV — l een man in syn rvyfs secken, 
deer (wenn) hij naet by docket [byclöket], deer (was) her 
oengeel\ 

Bilesva (oder bileuwa?), causativ zu *biliva(n). 

ßiliouwa, causativ zu *biliva(n). 

Für altes o, 6 und ü + v (d. h. b) erscheint im awfr. ou + 
rv und zwar durch die folgenden entwickelungsprocesse. Nach 
o, o und ü wurde v zu rv, d. h. die bei der ausspräche besagter 
vocale stattfindende lippenrundung und Wölbung der hinteren 
zungenrückenhälfte teilte sich der articulation des aus f hervor- 
gegangenen stimmhaften Spiranten mit und wandelte diesen 
hierdurch um in den labialen halbvocal; darauf erzeugte das 
neue rv zwischen sich und dem vorangehenden o bez. b einen 
unorganischen w-laut, der mit diesem vocal zum diphthongen 
verbunden wurde; das A aber gieng vor dem neuen rv (wie 
das ü und der durch die accent Verschiebung gedehnte zweite 
component des diphth. iü vor urspr. rv) 1 ) in ou über. Belege: 

ourver 'ufer' H 31. 35; biprourveth H 165, biprouuel W 434, 
11, prouwien J 84, 11, biproulic J 81, 5, biprourvinga J 81, 5 (wo- 
nach auch otvera, -irra, ouir W, orver H 34. 67. 106, biprorvat, -eth, 
prowad, -et, -it W 429, 11. 437, 7. H 26. 177. J 9, 6, oenprouinga 
W 106,22, prorvia J 84,11, biprowinge J passim mit ouw zu 
lesen sind); 

J ) So in bo(u)wa 'bewohnen' W, H 167, trouwia, -ed J 47, 1. 15. 55. 
84,3 (as. trüon), iro{u)we adj. W, S, H 69. 142.304. J passim, tro(u)rve 
subst. W 69, 12. 77, II. 425, 2. 433, 28. H 69. 81. 93. 175. J 12, 3. 15, 32. 24, 
4. 84,20. 21. 27 (nwfr. trouw[e]\ brout *er braut' Seh 603 und inbrowen (1. 
nibrowen) l frisch gebraut' Seh 511 (aus *briüth, *gibrürvan\ brout(e) und 
bryouih brau Seh 603. 671. 511 (aus *briüthe), rio(u)wen, -a, -ath W, fl 113. 
J 56, 2 (nwfr. rourve dolere; wegen des Schwunds des ersten componenten 
nach liquida in dieser form und (rourve, brout, brout(e) vgl. Aofr. gramm. 
§ 24 anm. 1 und beachte noch awfr. bilorvid, unten s. 357, bidräged 
fallunt J 86, 8, nwfr. bidräga f allere, laurver potius und leeurve caros, 
leceurv 'lieb', unten s. 364, slurvg, s. zu fliueswerp, rogt, slogl, s. zu 
focht, flÜ9S = awfr. flyils, s. zu flyüscäper, groede 'narbe', s. unten 
s. 356, röp, s. zu.hliäpa), biriousiget 'bereut' J 86, 10 (ags. hrSowsian), 
io(ü)rve poss. H 119. 122. 128. 131. 134. 162. 167. 170. 172. 173, woneben je- 
doch auch i(ü)we W, H 300—304. J 19,3. 21, l durch anlehnung an das 
person. iü, 



352 VAN HELTEN 

hourve (dat. zu hof) W 396,17. 26. 412,20. 413,20 und 
hou Ag 95. W 63, 12. 77,29. 389, 18. 19. 425, 12. Seh 545, how 
W 396,9. 20. 27. 33. 412,22. 426, 17. 20. J 3, 10. 15,27. 50,41. 
76,3. 4. 81,23, houues (gen.) J 75,6, houwade Seh 699, howved 
p. p. J 81, 14; lourvet, lourved * gelobt, verspricht* Seh 706. J 84, 
20. 27 (nwfr. laurvje 'loben', belaurvje l versprechen ' mit au, 
worüber s. v. sauwen); prouest, prowest W 406, 17. 459,8. H 
67. 105. 314 (wo das ou, orv als Schreibung für ourv zu gelten 
hat); prowenda 'pfründe' H 109. 110 (2 mal); ouer, over(-), ovirir) 
l tiber(-y W 29, n. 13. 395,20. 396, 3. 413, 34. 417, 19. 433, 29. H 
51. 71. 73. 119. 130 (d. h. ourver(-) = nwfr. ouwr GJ) 1 ); ounen 
'Öfen* Seh 394 2 ) (nwfr. orvn GJ 507) 3 ); nwfr. grourv 'grob', das 
auf awfr. *growves, -e etc. zu *grof hinweist; 

düsscourve ein stoss, der 'düst' 4 ) zur folge hat S (vgl. nwfr. 
schourve 'stossen* = aofr. sküva, ags. scüfaix) und das in düst- 
scorves zu corrigierende düststorves W 476,25, wozu düstschou 
W 462, 2 als analogiebildung (aus *>sküf); sowie die aus nwfr. 
dou 'taube', stouwe 'stieben', strou 'kuchen* zu folgernden awfr. 
formen *douwe, *stouwe (aus *stüva(ri), das neben ahd. slioban 
steht, wie aofr. sküva neben ahd. skiobari), *strouwe (mnd. strüve 
'kuchen') 5 ); [nach GJ galten auch schüwe, stüwe mit ü aus 
den flexionsformen ^schüft, st etc. und duw (uw als Schreibung 
für ü) aus der apokopierten form, deren auslautend gewordenes 
rv durch ü absorbiert wurde; vgl. auch das seinem d zufolge 
als entlehnung zu fassende drü 'traube' (die fries. form müsste 
nach ahd. drüba mit t anlauten) mit ü wie in dti\*) 

J ) Die normale awfr. form ist Är(-), rvr(-) (nwfr. &r[-]) = aofr. £r(-) 
für *uvr (Aofr. gramm. §116/9). 

8 ) Seh 603 steht obenen, das der h erausgebe r vermutlich falsch las 
für ouenen. 

8 ) Daneben auch nwfr. urvne (d. h. üne) mit ü für *uv (wie in ür(-) } 
s. oben note 1) ans *uvn. 

*) Die etymologie des Wortes ist mir dunkel. Was § 42 der Aofr. 
gramm. darüber bemerkt worden ist, ist nicht zulässig, weil das d des 
mnd. donen = bair. donen strotzen (Schmeller 1 2 , 515) auf p zurückgeht. 

6 ) Vgl. noch das offenbar aus dem awfr. entlehnte im aofr. E 8 be- 
gegnende hourve haube = ags. hüfe. 

6 ) Statt drütven nvae GJ steht in Wassenberghs Taalkundige bij- 
dragen 1, 167 droen mit oe als nicht etymologischer Schreibung für ü(w)e 
(das zeichen oe diente nämlich zur darstellnng des aus ö hervorge- 
gangenen diphthongs üz\ s. auch unten zu groya). 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 353 

Der entwickeluDg von ü-v zu ü-w zu ou-w entspricht die 
von iu-v zu iu-w zu iü-w zu iou-w (w aus v ist älteren datums 
als die aceentverschiebung, wie sich aus dem unten auf s. 363 f. 
über io-w aus io-v bemerkten ergibt): dyoul, dyorvl 'teufel* J 
46,48. 15,62 für *diouwel. 

Wie durch vorangehendes o, ö und ü, iu, wurde altes v (p) 
auch durch folgendes o, 6 oder u der endung beeinflusst und 
in w umgewandelt, und zwar nicht nur wenn der vocal von 
haus aus unmittelbar nach v stand, sondern auch (was für die 
Chronologie der erscheinung zu beachten ist) wenn derselbe 
durch synkope eines j nach dem consonanten zu stehen 
kam. Dies geht hervor aus den zahlreichen formen 

mit au-w für altes a oder ä (aus ai oder au) + v (mittel- 
stufe a-w bez. ä-w\ das w entstand in den flexionsformen mit 
v vor -ö(-), -ö(-) und -w(-) und konnte natürlich von hier aus 
in andere flexionsformen oder verwante bildungen eindringen) 

und mit iü (wenn das aus ursprünglich tautosyllabischem 
v hervorgegangene oder vor dem Übergang von iü in iou tauto- 
syllabisch gewordene w durch den zweiten componenten des 
diphthongs absorbiert wurde oder auch wenn die form sich an 
eine flexionsform mit analogisch entwickeltem iü vor f an- 
lehnte) oder iou-w bez. iou (wenn das w nach der genesis von 
iou tautosyllabisch wurde) zum teil für altes i oder i + v (ent- 
wickelungsgang : i-rv oder iw bez. i-w — iu-w oder iu — iü-w 
oder iü — iou-w oder iü\ zum teil für altes e (= urspr. e oder 
aus a in geschlossener silbe) oder altes e (= geschlossenem e 
oder aus 4* oder auch durch umlaut aus ö, ai oder au) + v 
(ent wicklungsgang : e-w oder ew bez. e-w — eu + w oder eu — 
iü + w oder iü — iou-w oder iü)\ (aus den flexionsformen mit 
altem -o(-), -6(-) und -w(-) konnte die eine oder die andre der 
mittelstufen oder auch iü bez. iou in andre flexionsformen oder 
verwante bildungen eindringen). — Belege: 

hauk 'habicht' J 72,4 (vgl. ahd. habuh und s. über das au 
noch unten s. 359) ; 

naula 'naber W, S (vgl. ags. neafola und s. unten s. 359); 

das nach nwfr. lauwgje 'laben' (GJ) anzusetzende awfr. 
*lauw(t)gia (ahd. labön\ das w entstand in der 2. 3. sg. praes. 
ind. mit altem -^s(t), -o*th und in den praeteritalbildungen mit 
altem -<f-; wegen der endung -{%)gia vgl. unten zu häna); 



354 VAN HELTEN 

nwfr. kauwelje ' durch disputieren zu ergründen, zu er- 
messen versuchen' GJ = awfr. *kaurvelia, das in cauelya 
' durchs loos verteilen' Seh 657 vorliegen kann (wenn hier näm- 
lich nicht eine form mit v gemeint ist, vgl. was unten s. 363 
über die Schreibung aue bemerkt wird; wegen der bedeutungen 
* ermessen' < ' abmessen' < * durchs loos abmessen, verteilen' 
dieses denominativs zu *kavola, -ela = mnd. kavele 'loosstäbchen' 
= an. kafli 'stück, teil' vgl. das Mnd. und das fllnl. wb.); 

haud 'haupt' W, S, H passim. J 2,29. 15,3. 21,4. 22,3. 
50,3. 58,41 (ags. heafod] s. noch unten s. 359) ! ); 

lautva 'nachlass' W 422, 7. H 2. 60. J 87, 6. 7 (ags. ldf\ 
man beachte die alten pluralendungen 2 ) -o nom.-acc, -fino gen., 
-um dat.) mit lauwigia, -ien, lauwegia, -ath etc. 'nachlassen' H 
32. 58. 117. J87,5. 6. W 422, 7. Seh 608. 647, lauuigiet J 50, 
41, laugia, -ien, -ath, -et{h) J 45, 14. 50,36. 41. H 58. 92. 134. 
Ag 111, lauvede W 73, 31 (wegen -igia, -egia s. unten zu häna); 

(by)rauwia, -ien, -eth etc. '(be)rauben' J 81, 14. 22. 83, 1. H 
92. Seh 536. 706. 720, woneben durch anlehnung raurve 'raube' 
(dat. sg.) H 91. 304, rauwinge Seh 601, rauwer J 81,23; 

lauwa 'glaube' Seh 706. 733. 772. H 26. 71. J 85, 1. 4 (as. 
gilobo ; beachte die alten endungen -o nom. sg., -un acc. sg. > 
durch ausgleichung histor. -a für -an) mit on-, mis-, wanlaunrich 
J 51,1. 81,14. 15. 22. 23; 

bliürva, -en (bliuua) 'bleiben' W 429,27. 430,1. 437,7. H 
25. 165. J 81, 15. 84, 13. 22. S 483, 34. Seh 518, dryüwa, -en 
(dryuua) 'treiben' H 20. J 1,41. 82,4. 5. Seh 590. 723. 741, 
scriüwa, -ane, -en (scriuua) 'schreiben' H 25. 68. 82. 167. J 15, 
27. 46,72. 81, 15. Seh 740 (mit iü für regelrechtes iou durch 
anlehnung an die analogisch entwickelten 2. 3. sg. *bliü$t, 
Hliüth, *driüst, *driüth, *scriüsf, scryütQi) J 56, 9. 81, 14; das 
w entstand in der 1. sg. und dem pl. auf altes -u bez. -oth) 
nebst durch anlehnung entwickeltem scriüwer J 46, 59; und 
blyouen ger. J 18, 13, bliouwath Seh 601, scrioua, to scrioun 3 11, 



*) Daneben auch haed W, H und J passim mit schwund des in den 
flectierten formen durch Sievers' synkopieruugsgesetz mit dental za- 
sammengestossenem v, wie in htde 'hatte' aus hevida. 

2 ) Das nomen begegnet in den denkmälern als plur. tant, 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 355 

3. 4. 24,22. 25,12. 26,2, woneben auch mit analogischem iou 
die 3. sg. scriout J 17,2. 15. 32,22. 56,6. 64, 12 1); 

die praeterita plur. dryown 'trieben' J 62, 14, scriouwen 
1 schrieben ' H 168 und scrioun J 36, 10. 46, 59 (aus *drivun, 
*scrivun) mit analogisch gebildetem praet. sg. ind. bliou Seh 
723, scryou W 437, 3. H 25. 80. 81; das praet opt. blyorv J 70, 
3 und die p.p. bliouwen Seh 723, dryown J 18,15. 32,8. 33,5. 
55, 5. 70, 4, scriourven H passini, scrioun W, S, J passim und 
scriüwen H 300. 302, schrieün Seh 351, scriuen Seh 351, scrioen 
Seh 530. 553. 604. 609. 617. Ag 99. W 435,25 (mit ioe für iü 
vor n vgl. unten e. 358 anm. 4 ; iü stammt aus der synkopierten 
form und konnte in derselben vor n erhalten bleiben durch 
einwirkung von scriüwen, das selber durch scriuen vor Über- 
gang in scriouwen geschützt wurde); (wegen anderer praeteri- 
taler bildungen s. unten 8. 360 f.); 

liüwes, -e vitae, corpori Ag 107. H 66. 241 (das w entstand 
im gen. dat. pl. *llvo, -um; iü wurde vor Übergang in iou ge- 
schützt durch analogisch gebildetes *liüf)\ 

nwfr. riüwe (rieüwe) und riü ' reichlich' adv. GJ = awfr. 
*riüwe, *riü (aus *rtvo adv. zu *rivi = mnd. rive i reichlich'; 
synkopiertes *riü schützte *riüwe vor Übergang in riouwe und 
*riüwe verhinderte den nach dem unten zu focht erörterten 
bei regelrecht phonetischer entwickelung eintretenden Übergang 
von auslautendem iü zu iö; das nwfr. hat riü mit gekürztem 
•u in schwachbetonter silbe, vgl. zu focht); 

nwfr. riü{we) rastrum = awfr. *(h)riü(we) (aus *hriva, 
flect. -un = an. hrifa, -u rastrum; *riüwe und synkopiertes 
*riü schützten sich gegenseitig); 

nyauwen nepotibus H 56 mit ungenauer Schreibung für 
nyouwen (vgl. weiter unten s. 360 ; wegen io(u)wa verb. und jouwe 
'gäbe' s. daselbst); 

iuun 'abend* Seh 658 (nwfr. juwn, d. h. jün GJ), sniün 
'sonnabend' Seh 646 (mit sn aus *sunnan-, sonnen- oder *sennan-, 
*sinnan-), vorhistorisches aus ioend, iönd H 162. W, Seh passim 
(s. Wb.), snidnd Seh 469. 546. 680 709 (nwfr. snioen GJ) zu 



*) Das iü hat sich im nwfr. festgesetzt: bliüwe, driüwe, skriüwe sowie 
kliütve 'klimmen' (mnl. cliven mit i aus S), wriüwe 'reiben' GJ und Bl 147» 



356 VAN HELTEN 

folgerndes *(sri)iünd l ) mit absorbierung des durch vocalsynkope 
tautosyllabisch gewordenen w und j'owen Seh 389, jorvnd, jound 
H 75. Seh 607. 692. 709. 712 (nwfr. joun Bl 22), sniownd Seh 
598 (aus *evun und *evund, vgl. ags. cefen und mhd. Munt, mnL 
avont; (sn)iün statt rein phonetisch entwickeltem (sri)iön durch 
anlehnung an *iüwen, den prototypus zu Jowen; wegen enmd, 
sneuwend und snyewnd s. unten s. 360 f.) ; 

briüwen [briüwes] epistolae H 301 (w und iü, wie in liüwes, 
s. oben ; vgl. noch unten s. 360 f.) ; 

griowva 'graf H 30 (3 mal). 31 (s. noch unten s. 360 f.); 

io(u)wen praet. ind. und opt. (aus *jevun, s. unten zu geva); 

gryowa [gryotve] 'einen einschnitt machen' (als chirurgische 
Operation) J 58, 41, grioud 'geschnitten' W 464, 21 (aus *greva(n) 
mit e aus 6, vgl. mnl. groeven 'einen einschnitt machen', mnd. 
grövinge 'einschnitt', beides als Chirurg. Operation; das rv aus 
der 1. sg. und dem pl. praes. ind. auf altes -u, -oth\ s. noch 
unten s. 361); nwfr. groede 'narbe' Bl 22 mit synkope des ersten 
componenten (s. 8. 351 anm.) = awfr. *griöde (aus *grewthe 
für *grSwithu 'schnitt'); 

nwfr. priüwe 'prüfen' GJ und Bl 147 = awfr. *priüm 
(aus *preva(n) = mhd. prüeven; erhaltung des iü wie in bliü- 
rva etc.); 

bilyowa 'gewähren' J 17, 11 2 ) (aus *bileva(n\ vgl. ags. lijfan 
permittere zu leaf permissio ; nwfr. beljeuwe, d. b. beliüwe, in 
Waatze Gribberts Brilloft 71 hat iü, wie in bliüwa etc.); 

lyo(u)wa, -en 'glauben' J 1,20. 2,37. 3,9. 12,5. 13,18. 25. 
41. 15, 40. 45. 17, 7. 11. 17. 18. 24, 13. 67, 6. 84, 10, lyoud 'glaubt' 
J 81, 14 (aus *gileva(n) = aofr. lerva, got. galaubjan\ s. noch 
unten s. 361 und wegen des Schwunds des praefixes oben s. 347) 3 ); 

2 ) Vor nd wurde iü zu io : frioend, friönd W, H und J passim (vgl. 
noch zu focht); -iünd in festaiünde Seh 250 ist also als compromiss- 
bildung aus iuun und iönd zu fassen. 

2 ) Rweer so een personna (ein geistlicher) off oers een man een 
breeff bysiglet foer een örem om beda willa, so schel Inj selff dyrom 
bidde, deert oengeet ; ende schel ma om syn beda willa syglye, so schel 
hy dyr selm om sprecka ende by rvessa, Jeff hyt is een falsch breeff; 
ende dyr schel ma neen syghel [sygel] den bodda (dem beauftragten) 
by ly o rva off neen bodda willa (keinem beauftragten zu liebe) breeff syglia. 

8 ) Bei G. Japicx stehen Ijeauwe und (mit unurspr. -je) Ijeauwje 
(d. h. lje a o u we, -je), die durch anlehnung an leauw{j)e glauben (d. h- 
U a o u wje, s. unten s. S61) für die alte form mit iou eintraten. 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 357 

liotve ' hinterlasse ' J 46,12, lyout, lyowt 'hinterlässt' J 50, 
5. 6. 87, 5. 7, liouweden 'hinterliessen' H 94, lio(u)rva 'unberechnet 
lassen* W 469, 22. H 238, liorvat(h) l zurücklassen' W 426, 11. 
H 160 (aus *leva(ri) = ags. Icefan) s. noch unten s. 361). 

Die erkenntnis der erörterten lautentwicklung ermöglicht 
die deutung von bilyout W 395,10, biliowet W 421,23, byliorv 
Ag 107 und bilorvid W 436,12 (mit synkope des ersten compo- 
nenten nach / für *biliowid, vgl. oben s. 351 anm.) als flexions- 
formen von biliourva (aus *&t7£wz(tt),»cau8ativ zu *biliva(ri)) = 
'einen oder etwas bleiben lassen, von einem oder etwas scheiden ', 
und zwar in verschiedener Verwendung 'einen im stich lassen, 
sich nicht mit ihm einlassen' — 'verlieren, nicht mehr haben' 

— 'aus etwas scheiden' — 'von etwas befreit werden' (vgl. 
mhd. scheiden von 'befreit werden'). Vgl. dat hi (der zum 
gerichtlichen Zweikampf geladene, der die exceptio vorbringt, 
dass er zu einem andern gerichtsbezirk gehört) sine schelta 
naemne sehet, deer hi td (iücht (auf den er sich bei seinem ein- 
wand beruft) ende sine nesta büren; soe aegh him syn aesga deer 
to delane, dal hyt op dae helgum wila (bezeugen) moet, hrveer 
syn huis ende syn hof si, hit ne se dat him di schelta milta tiüge 
inhalia (als zu seinem bezirk gehörend anerkennen, eig. zu sich 
holen) rvil; iof di schelta him bilyout (im stich lässt, also nicht 
inhalai), so aech hyt op da helgem to srvaren . . ., hrveer syn 
huis ende syn hof se\ die parallelstelle H 47 hat bliest [bilSft]; 

— Jef een man haet onaefte bern teyn (gezeugt) ende hi dan 
iout .(g^t) gued minra iefta mära, so mbten da bern lawigia (das 
gut vererben) op hiära bern al to da tredda; alsoe (auch) mbten 
hict lavigia op hiära folbröder ende op syn folsustera, ist dat 
hia fan ine liue bern (geboren) se; so hya dan des (der erb- 
fähigen nachkommen- und verwantschaft) x ) biliowet (verlustig 
sind), so moet dat flotieftige gued (das den kindern als mitgift 
verliehene gut) rveer in; äldeer hit is rvt commen; die parallel- 
stelle H 117 hat bilervalh (mit e-v oder eu-rv% s. unten s. 361); 
dat ick . . . liürvis (aus dem leben) byliorv (scheide) . . ., soe 
byspreck ick (vermache ich) etc.; vgl. daneben als hy des lyrves 
bylerveth (mit e-v oder eu-rvt), soe schilla da fiorver schilde 

l ) Die parallelstelle in H hat statt des die lesart des taemes, die 
gewiss nicht die ursprüngliche ist, weil hier nicht nur von kindern und 
enkeln, sondern auch von geschw istern als erben die rede ist. 



358 VAN HELTEtf 

rente . . . faelle op dat convent Ag 102; — Nu (nachdem 0c- 
tavian sich alle Völker unterworfen hat) is al dyo tvräld truch 
Bornes drede (aus furcht vor Rom) wiges bilotvid (befreit) ende 
toe mena freda commen ; die parallelstelle H 24 hat bilervid (mit 
e-v oder eu-rvT). 

In betreff der in rede stehenden lautlichen erscheinungen 
möchte ich ferner noch einiges bemerken, und zwar zunächst, 
dass altes -o(-), -ö(-) und -w(-) der endung auf vorangehendes 
v auch dann einwirkten, wenn die beiden laute durch einen 
consonanten von einander getrennt waren: 

jowns 'gleichfalls* J 21, 17. 46,45, onjown 'ungleich' J 21, 
1, jowncristen J 46, 15. 56 x ) (entstanden durch anlehnung an 
die aus altem *evno = aofr. evna hervorgegangene form *enmo, 
also *ewen zu *eurven zu *iüwen etc.; wegen euen, etven s. u. s. 362); 

lio(u)wen 'becken' S 449,7. 464, no. 19. 470, no. 1. H 228. 
238 (das rv entwickelte sich in den pluralformen *lSvnu nom. 
acc. für *levinu 2 ), *levno, -um gen. dat.; das subst. ist identisch 
mit mnd. und mittelostndfränk. im Mnl. wb. und im Teuthonista 
verzeichneten loven (in lovenbeckeri), dessen ursprünglicher wurzel- 
laut mit rücksicht auf das o der mittelostndfrk. form 3 ) als langer 
(altem ö oder au entsprechender) laut anzusetzen ist; wegen 
lervyn s. unten s. 361); 

tio(e)le 'tafel' H 1. 2. 28. 29. 30. 68. Seh 346 (schwaches 
fem.) mit iö für iü vor / (wie auch sonst vor liquida und den- 
talem nasal) 4 ) für *tiüle (aus *tevla, -un mit e aus a, wie ags. 
ce in tcefle h )\ wegen teula, -e s. unten s. 361); 

1 ) Das nämliche jow(e)n steckt in der verderbten lesart orvensens 
= 'gleichfalls' in J 50, 41 : alzo he (der gatte, der ohne kirchliches cere- 
moniell sich verheiratet hatte) stärff, tvölde hij da bern to eerwen habba 
and aefft makia, so was dat gued hyärens (gen. pl. des person.); nellhera 
(d. h. neide -\- er e, wollte er nicht), so onteervader (enterbte er) se orvensens. 

2 ) Vgl. ags. ticcenu, meedenu, nietenu. 

8 ) Altem in offener silbe stehendem o entspricht im Teuthonista ae, 
ai, als Schreibung für tonlanges«: baide ^ote', baeven 'oben', aeven 'ofen', 
vaighel *vogt f , laeven 'loben', caicken 'kochen', caicker 'kocher' etc. 

*) Vgl. fyoer, flect. fio(e)re W, S, H 28. 104. 115. 301, dyo(e)re 'teuer' 
W, S,H 90. 113, J 11, 4. 80, 6. 86, 6, dioerthe H 24, slyöra 'steuern' J 60, 23, 
stioerde 'Steuer' W, H 65, sio(e)ne, syoen 'gesicht' W, S, J 2, 14. 1 3, 2, syoen 'ge- 
sehen' 2, 15. 14, 1. 15,54. 22,7. 27, 4. 58,41 (vgl. u. zu fliueswerp), scrioen 
'geschrieben' (s. ob. s. 355). Wegen fyuer und der nwfr. formen s. zu focht 

6 ) S. auch Beitr. 5, 65. 



ZUR LEXICOLOGIE tftl) GEAMM. DES ALTtVFfclfcS. 359 

liüwat(h), -eth 'lebt' H 32. 55. 60. 94. J 87, 5, liütvade Hebte' 
H 79, liüwet 'gelebt' H 112 (die afficierung entstand im praet. 
pl. *livdun = aofr. ags. lifdon; man beachte, dass die praeteri- 
talen formen auf -ade, *-ad, -et neubildungen sind, welche durch 
den zusammenfall der auf *-ais, *~aith zurückgehenden sufnxe 
für die 2. 3. sg. praes. ind. -as(t) y -ath mit -as(t) t -ath nach 
der 2. klasse hervorgerufen wurden; die erhaltung des iü vor 
tv ist die folge von anlehnung an das subst. *liüf, liüwes, -e, 
s. oben; wegen lirvath etc. s. unten s. 363); 

nwfr. stjurvn prora GJ, d. h. stjün, = awfr. *sfiüna (aus 
*s(evno = ags. stefna\ das vor n nicht zu iö entwickelte iü 
erklärt sich als die folge der einwirkung einer doppelform 
*stiüwena) ; 

nwfr. jouwer 'hafer' GJ mit verlust des anlautenden A, 
wie in joe(d) 'heute' (awfr. hioede), aus awfr. *hiouwera (für 
altes *hevro = ahd. habaro); 

nwfr. thautverje ( zaubern' GJ und (owerie J 60, 8 (das ou 
der letzteren auf ein verb. *touw(e)ria hinweisenden form be- 
ruht auf einem in den flexioiisformen mit altem -o"s(i), -oth, 
-Ö*d(r) entwickelten ö, das au von awfr. *tauweria auf dem ä 
der anderen flexionsformen; vgl. über ä und 6 aus ä vor rv zu 
fliueswerp, trouwaden und sauwen; wegen des aw in 
tatverie W = au-rv oder d-v? s. unten s. 363); 

nwfr. stjurvgje firmare, stabilire GJ, d. h. stiügfe, und 
sijurvg firmus = awfr. *sliügia, *stiüg (aus *sievgia, *stevges, 
-6 etc. für *stev(i)gia, *stev(t)ges, ~e etc., vgl. mnd. mittelostndfrk. 
stevig firmus). 

Aus dem ou-w, das auf ein durch dunklen endungsvocal 
hervorgerufenes 6-w bez. o-rv für ä~rv bez. a-rv zurückgeht (s. die 
bei thautverje erwähnten artikel), ergibt sich, dass in den oben 
verzeichneten Wörtern mit au-w (au) diese lautverbindung aus 
den flexions- bez. doppelformen stammt, die kein ti> oder u in 
dem flexions- oder ableitungssuffix hatten (wegen hauk, naula, 
haudy oben s. 353 f., vgl mhd. habich l ) neben ahd. habuh, ags. 
nafela neben neafola, ahd. houbit { ) neben ags. heafod) und das 
tv auf analogischem wege erhielten. 



l ) Die hiernach anzusetzenden formen *havik, *hävid mit nicht um- 
geläutetem vocal durch anlehnung an *havuk, *hävud. 



360 VAN HELTEN 

Als gegenstück zu jenem ou aus a erscheint ein durch die 
nämlichen factoren entwickeltes ou für e (mittelstufe o) in nowa, 
nouua nepos J 1 1, 6. 15, 27. 76. 47, 14. 49, 1. 2. 50, 1. 4. 35. 57,8. 
Rechtsqu. 461, no. 4; sorven 'sieben' Seh 670. S 385,9. 456,13, 
sowenteen S 492,1, soewentich Seh 670 (s. noch zu sauwen). 
Das neben ersterer form stehende nyouwa (s. oben s. 355) muss 
demnach aus den flexionsformen mit altem *-wa(n) herrühren, 
welche w durch analogie annahmen. Im praes. io(u)wa, -ane, 
-e etc. (8. unten zu geva) und im subst. jo(u)we 'gäbe' H 111 
178. 180. J 28,8 (= ags. gifu) fielen die durch beiderlei laut- 
entwickelung entstandenen bildungen zusammen: *gervu 1. sg. 
ind., -oth pl. zu *gowu, -oth zu *jowu oder -e, -oth oder -ath 
(mit j für g nach den anderen flexionsformen) zu *jouwu oder 
jourve, *jou?voth oder jouwath, oder aber (wenn das J schon 
früheren datums ist) *jewu, -oth zu *jowu, -oth zu *jouwu etc.; 
*gewe, -en opt., *gewan, -ane inf. ger. zu *geuwe etc. oder *jewe 
etc. zu *giuwe etc. oder ^jiurve etc. zu *giüwe etc. oder *jütve etc. 
zu *giourve etc. oder jourve etc., oder aber */£we etc. zu *jeutve 
etc.; *gervu nom. sg., -0, -w/w pl. zu *gowu etc. zu yoww etc. 
(mit analogischem y), oder aber *jewu etc. zu *jeuwu etc.; *gerva 
gen. acc. sg., -* dat. sg. zu ^geuw- oder *jeuw- etc., oder aber 
*jewa, -e zu *jeuw- etc. 

In einigen formen mit altem 1 vor w aus t; findet sich ausser 
iü oder 2021 noch eu, offenbar als die folge einer die normale 
weitere entwickelung verhindernden einwirkung von Seiten der 
neben- oder flexionsformen mit lautgesetzlichem e vor v oder/": 

ervnd 'abend' Seh 521, sneuwend 'sonnabend' Seh 608 neben 
jound (s. oben s. 355 f. und vgl. für die anzusetzende nebenfoim 
mit e-v ahd. äbant = vorfries. *evand); breuwis, -e, ~en * briefes, 
V Seh 608. 609. 695. 745 neben briüwes (s. 356); greuwa 'graf 
W 412, 5. 24. 29. 413, 1. 6. 13. H 3. 25. 30. 34. 37. 38. 40. 45. 58. 
85, greuua W 389,34. 390, 1. 437,5 neben griouwa (s. 356); 

sowie die zu skriütve, bliüwe, driüwe, kliüwe, wriürve (s. 
oben s. 354 f.) gehörenden praeterita pl. und part. skreaun, bleaun, 
dreaun, kleaun, wreaun GJ und Bl 147 (eau als Schreibung für 
diphth. e a o u ), welche auf *screurven (-uri) 'schrieben', screwvm 
'geschrieben' Seh 630. 695. 745, *bleuwen ' (geblieben ', etc. 
hinweisen (mit eu aus e f das, aus dem praet. ind. sg. ent- 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 361 

leimt, altes i verdrängt hatte; wegen scriouwen etc. s. oben 

8.355)0; 

nwfr. leaurvje 'glauben' GJ (mit unurspr. -je, wie oft im 
nwfr.) und leeurve Wassenberghs Taalkundige bijdragen 1,152. 
162 (wegen lyourva 'glauben' s. oben s. 356); 

nwfr. kleaurve 'spalten' GJ = awfr. *kleurva (aus *kleva(n) 
= mnl. kloven < *klöt?iari). 

Ob dieses eu auch in all den mit erv, ev, eu geschriebenen 
belegen breuis, -e, -en W 388,2. 402,25. S 479, 11. 489,15. J 
8, 4. 13, 2. 17, 1. 4. 7. Seh 395. 532, brewis, -e Seh 337. 489. 496. 
533. 537. 612. Ag 92, breve W 441, 31, grewa 'graf W, H 
passim. J 1,10. 72,2 etc., screwe 3. sg. praet. ind. (s. unten zu 
geva), (bi)screuen W 427, 31. 430, 34. Seh 395. 435. 547, screwen 
Seh 395. 462. 608, screven Seh 496, dreuen J 2,31, bilewen 'ge- 
storben' H 95, oder auch in greweth, -edh, greuetd 'geschnitten' 
S, greue ' Wundarzt' S 443, 16 (vgl. oben s. 356 über gryotve), 
lerva 'unberechnet lassen' S, bilewath, ~eth, biletvid (s. 357 f.), lewyn, 
•en 'becken' W 15,8. 464,13. H 74, teula, e- 'tafel(n)' H 80. 
Seh 394 etc. vorliegt, dürfte nicht ganz sicher sein, weil mit 
rüeksicht auf die sonstige Verwendung eines w, v oder u zur 
bezeichnung von v und die möglichkeit der erhaltung im awfr. 
von formen mit e + v es nicht für unwahrscheinlich gelten 
kann, dass hier zum teil wenigstens breve etc. gemeint sei. 

Durch jüngere anlehnung an flexionsformen mit erhaltenem 
e (vor v) entstanden ferner brieurve H 69, grieuwa H 34. 38. 
119. 121. 122. 124. 125. 126. 127. 129. 136 etc., snyetvnd Seh 
692 mit diphthong ie, der im nwfr. allgemein für altes e ein- 
trat und der mitunter in den älteren quellen für e oder ee 
stehenden Schreibung zufolge 2 ) schon im awfr. im aufkommen 

*) Man beachte auch das praet. sg. skreau, bleau etc. GJ und Bl 
für scree/fW, H 25. 108. 157. Seh 530, *bleef etc. Die nwfr. preau, preaun, 
treau, treaun, reau, reaun zu priürve *prüfen', trvätve 'drücken, drängen' 
(got. preihan), riüwe 'reihen', sind selbstredend die resultate von neu- 
bildung, bei ersterem verbum veranlasst durch den zusammenfall des 
praes. priürve (aus *preva(n) t s. oben s. 356) mit skriürve etc., bei den 
anderen durch den zusammenfall des praet. pl. *thritvun, *riwun (e für 
i aus dem sg.) mit *skrewun etc. (daher auch triürve, riüwe statt eines 
bei regelrechter genesis zu erwartenden trije, rije). 

2 ) Vgl. brief(f) H 30.110. J 30,3. Seh 351.462.464.472.511. 541.604, 
priester H 62, Pieter H 162, Met, -en praeter. H 163. W 429, 28, hieta praes. 

Beiträge zur gesohiehte der deutschen spräche. XIX. 24 



362 VAN HELTEtf 

begriffen war, d. h. durch eine diphthongische ausspräche h 
(mit geschlossenem, dem t naheliegendem e als erstem compo- 
nenten) vorbereitet wurde. Für brieue, ~en H 98. 106. J 81, 14 
(Hett. falsch breuen). 23. Seh 552. 591. 605, brievis Seh 553, 
griewa H 36. 53. 131. 135. 136 etc. gilt das oben über breue 
etc. bemerkte. 

Ein dem eu in ewnd etc. zu vergleichendes eu ist auch für 
formen mit altem e nachzuweisen: nwfr. kreaurvelje ' kitzeln' 
GJ = awfr. *kreuwelia (aus *krevlia = mnd. mnl. crevelen 
'kitzeln') 1 ) und nwfr. kreeuwe 'kitzelig sein, streit anfangen im 
kinderspiel' Wassenberghs Taalkundige bijdragen 1,52 = awfr. 
*kreuwia (aus *kreviä). Die belege geua, iewa etc. (s. unten zu 
geva), neuen, nerva W, Seh 377. J 50, 44, euen, ewen W, S, J 
2,31. 50,41, eenen [even] J 58,3 geben keinen aufschluss (nwfr. 
ni a ven, pl. nS a ven). 

Ein in ähnlicher weise durch nebenformen mit i vor Über- 
gang in iü geschütztes iu erblicke ich in lyuw(e)ria, -wrien 
'liefern' Seh 546. 617. 653. 673. Ag 137. 146 (das w aus*/*W*(/), 
-oth, -od) und zwar mit rticksicht auf das fehlen von flexions- 
oder verwanten formen, welche die erhaltung eines iü vor w 
hätten veranlassen können; vgl. übrigens liewerien Seh 537 und 
nwfr. lieutverje GJ mit ieu als Schreibung für iu. Daneben 
lyw(e)ria, -ien J 12, 34. 32, 3. 4. 5. 6. 46, 46. 62, 6. Seh 613. 695. 
744. Ag 84, lyurian Seh 663. 668. Ag 66 mit yw, yu = i-v 
oder iu-Tv? 

Unbestimmbar ist natürlich auch der lautwert der nach 
art von breue, geua etc. mit einfachem vocal + u, v oder w ge- 
schriebenen belege, insofern für dieselben erhaltung des v in 
den flexionsformen mit -a oder hellem vocal in der endung 
oder durch anlehnung an eine form mit f wahrscheinlich oder 
für denkbar zu erachten ist: horves, -e hoves, -e, houe 'hofes', 



J 21, 35, Meten p. p. J 20, 1. 84. 19. 24. 87, 3, liefen ger. uüd p. p. Seh 647. 
Ag 102, liete opt. praes. H 302. 3M,grieta 'anklagen' H 108. 109. 139, griet- 
man Seh 742. W 105, 20. H 155. 160. 161, kriept 'kriecht' H 162, liesa 'lösen' 
H 43. 81. 170, haudliesne H 137. 138. 139. 149, giet 'geht' J 21, 17. 81,13, 
hyedein) 'hatte(n), hätte' J 1, 14. 20, 4. 46, 61. 63, 9. 70, 3, onmieilick J 9, 5, 
lyengued [lyengueed] J 20, 1, died 'tat* Seh 601, twier 'zwei' Seh 600, 
ghien 'kein* Seh 661, etc. 

*) Im Mnd. wb. wird die bedeutung unrichtig als 'schaudern' an- 
gegeben. 



ÄÜR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 363 

-e W 53, 15. 396,12. 17. 401,28. 413,15. 30. 420,19. 431,34. 
H passim. J 75,4, howet, -a/(Ä), -ad W 413,2. 4. 417,33. S 384, 
11. H 130. 139, loue 'lobe' W 431,9. H 69. 169, lowiad, lowath, 
-et, -ade W 75, 26. 426, 7. H 95. J 22, 7. 8. 23, 5. 84, 21, bilowath 
Ag 99, bilowad W 5, 5, lorvinghe J 24, 4 (vgl. oben s. 352), lawa 
nachlass mit lawigia, -et etc. W, H und J passim, larvie, -ede 
W 105, 13. 398,37, {bi)rawia, -et etc. W, S, H und J passim, 
rarvis, -e, raue W, H 160. 300, rawer J 71,5, S, lawa 'glaube' 
W, J passim, rawerie J 60, 1, bliwa, -en W 428,36. 432,2. 35. 
H 164. 172. 178. J passim, dritva, -en, -e W, H 116. J passim, 
scriwa, -en, -e W, H 145. 162. 177. J3,6. 5,5. 13,41. 15,27. 
18,16. 26,4, biclywen, cliwa 'bekleiben, wachsen' H 24 (vgl. 
nwfr. kliüwe 'klimmen'), Uwes, -e, liues, -e W, S, H 84. 94. 95. 
114. 159. J 46, 47. 66. 61,2. 84,8.21, ontlyuet J 56,9, liwet(h) 
'lebt, gelebt' W, J 44,2. 50,40. 44. 73, 1, liwade 'lebte' W, J 
II s. 138, etc. = houwe etc. oder hove etc., bliüwa etc. oder 
bliva etc. oder etwa nach art der formen mit eu statt iü, iou 
bliuwa etc.? Vgl. wegen erhaltung des v nwfr. hoaven pl. und 
Ujvleaz 'leblos' GJ. Neben wives W, wiues H 94. J 85, 5, wiue 
W, H 34. 83. 103. 104. 117. J 84,23, wivet J 50,40, behöwet 
J 15,5 (denom. zu bihöf W, S), have, haue W, J 1,23. 43, 2. 
59, 18, grewa (dat. sg. zu gref 'grab') H 47 habe ich keinen 
beleg mit tu etc. verzeichnet; vgl. auch nwfr. (GJ) wiven pl., 
behoafje, have und beachte noch nwfr. Jdvje 'streiten', oeffenje 
'üben' (aus *öfnia 9 nicht = aofr. övonia). 

Zum schluss sei noch auf das lautverhältnis in lyauwe 
'liebe' (adj.) Seh 591. 733, liauwera 'lieber' H 160 (und liawera? 
W 426,37. 439,13), lyaw uxor Ag 52. 105. Seh 608, lyauum 
'den hof machend' J 58, 26 4 ) (nwfr. Jjtauwe 'geliebte', Ijeauwert 
'geliebter' neben Ijeave, Ijeavert GJ), tyauwes 'diebes' H 294 
hingewiesen. Der zweite component des dem iä zu gründe 
liegenden ia < io und das -a < -o sind die resultate ein 



l ) Part, praes. zu *liauwia = ahd. liupon. Die stelle lautet htvan- 
neer een man een örem lyauuen menscha (lies menscha lyauuen) 
kosyen syücht aüinna mit syn wyff etc. Wegen der endung des part. 
praes. -en für -ien vgl. bidauen 'betauend' H 149 (zu bidawvia = nwfr. 
daurvje, ahd. touuön), biteilen J 7,2, buchten J 15, 15 gerund., trouwe 
J 84, 3 opt. praes., behöwet J 32, 24 als 3. pl. mit synkope des -i- nach 
dem muster -(i)gen, -(j)ge, ~(i)get für -(i)gien etc. (s. unten zu häna). 

24* 



364 VAN HELTEN 

und desselben entwickelungsprincips, nämlich der qualitativen 
Schwächung bei tonloser ausspräche. Weil demnach ia, ge- 
schweige denn id, schwerlich älteren datums als -o sein kaDD, 
muss altes io-v zur zeit der genesis von rv aus v zu io-rv zu iou-w 
geworden sein und ist das überlieferte tau (triphthong tau) als 
die hieraus durch anlehnung an iä von liaef, t(h)iaef entwickelte 
lautverbindung zu fassen. Durch fortgesetzte anlehnung an 
lie a f, tie a f mit jüngerem ie a für iä (vgl. unten zu sauwen) ent- 
standen dann in der folge das bei Wassenbergh 1, 161 belegte 
nwfr. (Zuidhoeksche) leeuwe caros (d. h. le a uwe mit schwund 
des ersten componenten, vgl. oben s. 351 anm.; in derselben 
quelle aber noch lauwer potius 157. 159. 168) und die ebenfalls 
bei Wassenb. 1, 144 begegnenden nwfr. (Molkwerumschen) 
leceuw 'lieb', Ijeceuven 'diebe* (d. h. le a u, tje a uweri). 

Bylyowa 'gewähren'. S. oben s. 356. 

Binaemd. Das part. praet. begegnet in Verbindung mit 
moerd und moerdbränd in J 1,33 Hweerso een man jefta een 
wyf bärnd is an der wällenda wege [weghe\ om een bynaemd 
moerd jefta moerdbränd, soe schel met ferst (man die frist) wysa 
wrnacht ende ita lettera (im folgenden) eetmeel dyn hals rvror- 
delya. Ebenso nömad, noemed in H 111 Hweerso in wpf iefta 
man bärnd is in dat wällende wetter om en nömadne moerd- 
bränt iefter noemed moerd, soe schel (lies schel me) ordelfersie 
wisa dus (lies duers l )) wrnacht ende etta lettera etmele den hals 
wrördelia. Was die ausdrücke bezeichnen, geht hervor ausW 
412, 1.7 — 20 (und H 136 mit für unsern zweck unwichtigen va- 



*) Vgl. dwers (dwars) wr nacht J 2,31. Seh 540. 671, t{h)wers wr 
nacht Seh 547. 601 = 'unmittelbar am andern 'tage'. Behufs erklärung 
der bedeutung sei hingewiesen einerseits auf aofr. thweres ür = 'bis zur 
andren seite hinüber' (d. h. 'in der breite') in meta ondling (in der länge) 
and thweres ür B 178, 27, andrerseits auf wr, ür = * ultra* (in folge 
von Übertragung vom antecedens auf das seqnens, ans 'trans') in 
ür nacht, ür achte dagen etc. W; also dwers, twers wr nacht = 'un- 
mittelbar nach ende der nacht'. Mit mhd. über twere, quer de naht, mnd. 
over dwernacht, mnl. over dwersnacht stimmt unser ausdrnck mithin 
was das resultat der begriffsentwickelung angeht überein, nicht aber 
in der entwiekelung selber: twere etc. nacht = *nox transversa, die die 
beiden tage qner durchschneidende nacht'; über twere nacht etc. = 'ultra 
noctem transversam'. Die form mit dw neben der mit trv {thw residuum 
der alten Orthographie) scheint auf eine dialektische durch u bewirkte 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 365 

rianten), wo es in einer beschreibung der bei einer mordklage 
üblichen processordnung heisst Nu di eerfnama di oenbringh deel 
(lies deeld) is (nachdem vom aesga auf geheiss des grewa dem 
klagenden erben das recht, seine klage zu beschwören, zugeteilt 
ist), nu schil hy swara op dae helligem ende naemt dine man, 
deer deer slayn is. Binaemd, nömad (moerd) brdnd ist also ein 
mord(brand), dessen opfer namentlich genannt wird. 

Mit on(bi)naemd, unnamed, o(e)nnaemd, onenaemd moerd muss 
demnach ein mord gemeint sein, dessen opfer nicht namentlich 
angezeigt werden kann. Und so finden sich diese ausdrücke 
öfters in unsern rechtsquellen angewendet in bezug auf eine 
Verletzung, welche einen mann oder eine frau der zeugungs- 
fähigkeit beraubt hat, demnach als indirecter mord der kinder, 
die sonst eventuell hätten gezeugt werden können und folglich 
nicht als opfer nachzuweisen sind, gelten dürfte. S. auch 
v. R. i. v. unnamed und beachte S 447, 24 ff. (= H 207, § 41) 
Hweersoe thi man scheiten ward truch sine machta truch thet 
fei, thio büte is in pund . . ., hit ne see thet hi ferra rville 
spreka, soo mey hi habba thria sinekerff (kann er dreierlei Ver- 
gütung wegen zerschnittener sehne bekommen) . . . the drste 
thi (lies thif) stiäpsine and thio wieldsine and thio" fruchtsine *) 
. . ., thir mölh hi fan tigia; thria unnameda mörd dchma te 
betaue also dybre als an manslachta iefta iolvasum unswerra (sich 
freischwören zu zwölfen, d. h. mit elf eideshelfern) ; sowie W 
470, 22 ff. (= H 239, § 27) Hueerso in man truch syn machta 
scheiten tvirt truch dat fei, dio boet is II einsa 9 hit ne sS dat 
hi föra sprecka rvil, so mei hi habba tria synkerf . . . dirf aerste 
haet dift staepsyn (lies stiaepsyn), dio* oer dio wieldsyn ende 
dio' tredde dift fruchtsyn .. ., deer moet hi fan bitigia; tria 
onbinaemd moerd da aeghma allerlyc (jeden) to beten so diöre 
so een manslachta iefta tolvasum onsvara\ und S 456, 32 ff. (= H 
256, § 23). 

Wegen andrer belege für diesen ausdruck s. noch W 403, 



scbwächung des anlautenden p zu % hinzuweisen: s. auch dwingen J 23,6. 
43,12 neben twinga, ttvong, -en W, H 22. 168. 171, J passim, trvang sahst. 
W, H 22. 145. J 12, 13. 24,16, und nwfr. (GJ) drverz, drvynge neben trvos 
(aus *trvors), twinge. 

*) Was mit diesen drei sehnen gemeint ist, habe ich bis jetzt nicht 
ermitteln können. 



366 VAN HELTEN 

21 ff. (= H 100, § 6): Jef ma een man wrbghet om een onbi- 
naemd moerd, deer hi deen habbe oen da wiue (den er an der 
frau verübt habe), ende hi des bisecka wil, so moet hy tolvasum 
onriüchta (sich freischwören), ief hy onschieldich is; und W 409, 
7 ff. (= H 113, § 48 ! )) Hweerso ma een man biclaget om een 
onnaemd moerd, so is hi nier tolvasum to onswarane, dan hi 
aeg toe daiane sind iefta ördel iefta enich [enigh] oeniiügh. 2 ) 

Aus diesen stellen ergibt sich also, dass der wegen eines 
on(bi)naemd moerd angeklagte sich mit elf eideshelfern frei- 
schwören konnte. Ein solches reinigungsmittel aber kam dem 
eines binaemd moerd verklagten nicht zu; dieser konnte sich 
nur durch ein gottesurteil reinigen: Hrveersoe in man iefta en 
wyf hiära bämd habbet in dere (1. da) wällende wetthere om en 
binaemd moerd iefta om en binaemd moerdbrände H 112, 
§ 42 (an der parallelstelle W 408, § 15 steht onnaemd moerd, 
das natürlich als verderbte lesart für onbinaemd moerd zu 
fassen ist). 

Biriind (?). Nach den aofr. stellen huasa thet godes hüs 
brecht and ther Unna tha helega berant E 1 30, 12, sa rva sa 
thet godes hüs brech and hi ther binna tha helga berant Huns. 
30, 12, und der awfr. dattel hollige corpus Domini britzen is, dy 
tzelck stört is ief di holliga funt stirl is ief britzen, dae holga 
birant H 108, mit be-, birant als 3. sg. praes. ind. bez. p.p. 
He-, birenda i zerbrechen \ dürfte man an der parallelstelle des 
letzteren citates ende dat hellighe corpus Domini britsen is, dy 
tzylick stirt is, dat funt britsen, da helligha birynd [biriind^ 
W 406, 22, entweder birand oder bireind ev. birend erwarten. 
Vgl. einerseits ausser dem erwähnten birant die praeterita sante 
misit W 430, 14, wanten verterunt H 169 mit ursprünglichem 
nicht umgelauteten vocal, andrerseits die praeterita seinle W 
439, 24. H 64, sente H 168, weinten W 431, 27 und die p. p. 
toreind W 472,5, seint, seynd H 165. J 15,42. 18, 15, saynt W 
428, 25 (ay als Schreibung für ei, vgl. unten ayn(d), aynt, snaynd, 
toraint, sowie maytia, ainse, s. zu meit(h)ia und w richte 



*) In der Überschrift des § steht falsch nömada moerd. 

2 ) EbeDso im aofr. F 42 Hrversa ma änne mon biclagat umbe en 
unebinömat mord, sa is hi niär XU $um to untswerane, than hi 
äge to deyane sineth ieftha in onliüch. 



ZUR LEXICOL.OGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIE8. 367 

'arbeiter') mit unursprünglichem, aus den praesensformen 
seynden W 422,12. J 18,23, seynda J 15,31, seinde opt W, H 
65. 144, senda{ne) S, H 143, *weinda (die praesensformen sind 
nicht belegt) entnommenem wurzellaut. 1 ) Dass hier in graphischer 
hinsieht eine ursprüngliche lesart bireind als die wahrschein- 
lichste zu erachten ist, liegt auf der hand. 

Wegen des ei aus e } umlaut von a, vor nd, nt vgl. noch 
reynd 'das zerreissen der kleider' Seh 547. 599. 720, beynd 
'band' H 113, heerbeinden W, J 25,8. 60,22, eind(e), ein finis 
W, H 139. 148. 158. 175. J 9,2. 17,6. 18,2. 10. 11. 13. 16. 19, 

5. 21,31. 24, 12. 46, 13. 47,4, ayn{d) J 31,2. 36, 10, sneynd(e), snaynd 
'sonntag' (s. s. v.), eynda, -en(e) 'enden* W, S, H 73. J 2,24. 21, 
18, eynt 3. sg. praes. ind. und p. p. J 2, 30. 3, 1. 9, 2. 15, 35. 18, 3. 
11. 13. 16. 21, 10, aynt J 15, 35. 18, 10. 31, 2, eynd(i)gie, -get etc. 
W 438, 31. H 29. J 15, 71. 19, 5, eynd-, eyntlick J 4, 1. 12, 18. 17, 

6. 24, 12. 86, 3, eyrdick J 18, 3, heynd 'nahe' J 20, 14. 50, 32 (ahd. 
gehente), peynda, ~en 'pfänden' Seh 536. J 59,2, weinden (s. 
unten s. v.), in-, wlweyndich J 33, 1. 77, 8, ttveintich W, H passim. 
J 26, 9 (ags. twentig). Daneben aber auch herabenden, -um S, 
end{e) S, J 2,30, enda subst. J 50, 41, endena ger. Seh 394, en- 
deghia H 150, entlik(e) W, J 8,3. 15,71, penda W, H 132, m-, 
wtvendelyck J 46, 19, wenden 'ausnahmen' W 32,2. J 2,31, 
wenden (s. unten s. v.), hendene 'gefUngnis' W, scenda H 180, 
setzte, senda(ne) (s. oben), sent und torenlh (s. die fussn.), lenth 
(s. unten s. v.). An ein wirkliches e neben ei wäre hier selbst- 
redend nicht zu denken; es sind vielmehr, auch mit rttcksicht auf 
das durchgehende ey im nwfr. (vgl. in GJ eyn 'ende', eyn 'ente', 
heyn 'nahe', seyne 'senden', weyne 'wenden', scheyne 'schänden'), 
die letzteren belege als residua der alten Orthographie zu fassen, 
die eben deshalb ziemlich häufig verwant wurde, weil zur zeit 
unserer quellen die diphthongische qualität sich noch nicht 
völlig entwickelt hatte, d. h. die ^'-ausspräche noch nicht ganz 
deutlich gehört wurde. 

Zu beachten ist ferner, dass die schwachbetonte silbe nicht 
ei hat: eilende W, H 24. 144, el(l)endich(eed) J 25, 29. 73, 1, iniende 



') So auch die 3. sg. praes. ind. toeraint W 472, 6, torenth S 480, 28, 
seint W 404, 27. H 97. J 19, 4. 47, 6, sent W 402, 22, statt urspr. {toeyranth 
S 498, 31. H 242, sant H 102 = aofr. rant, sant. 



368 VAN HELTEN 

'ackerland' H 136 (ahd. gilenti, gilenda culta, arva), en(de) und. 
Vgl. nwfr. (GJ) illinde, -ig, in und en. 

Bisetta 'einspräche gegen ein gerichtliches erkenntnis er- 
legen*. S. unten zu foerdw^sa. Im vorbeigehen sei hier das 
Beitr. 17,306 unrichtig als 'besessen, verrückt' gefasste aofr. bisette 
erwähnt in Hwasa blend iefiha höxnath enne mon milk waldand and 
mith bisette hei, sa betema him thribete B 159, 26. Das schwache 
part. kann nicht zu bisitta gehören und ausserdem wäre eine 
bedeutung 'besessen' hier nicht am platz. Man denke an mhd. 
sich setzen üf etwas 'sich etwas fest vornehmen ' (Lexer 2, 895), 
mnd. sik därtö selten 'seinen willen darauf richten* (Schiller- 
Lübben 4, 199) und übersetze mith bisette hei mit rttcksicht 
auf die häufige Verwendung von be- in der bedeutung 'ad, in 
(c. acc.)' nach der Aofr.gr. s. 222 durch 'intento animo'. 

Bescät 'bestimmt'. S. zu wrichte 'arbeiter'. 

Bisplitta in J 71,5 Bat ma da monicken moet bysplitta 
ende byrarvia, hrvanneer hya hyaere regula naet h&ldeth ende 
mey ma foeriagia als raweren ende wolven. Hinsichtlich der 
nicht zu verkennenden bedeutung des verbums 'berauben' ist 
mnd. bespliten zu beachten in He heft unse underdanen . . . ge~ 
schinnet, bespielen unde gheschattet Friedländer, Ostfries. Ur- 
kunden buch no. 1441. 1 ) Es vergleichen sich die ags. composita 
bebrecan, beceorfan, be-, bihiarvan, besßtan = 'einen oder etwas 
durch brechen, kerben, hauen, abreissen, von etwas berauben' 2 ), 
(eig. 'das brechen etc. an einem oder an etwas verrichten'). 
Bysplitta muss demnach urspr. im eigentlichen sinn 'durch 
reissen oder lostrennen berauben' geheissen haben und als 
solches in bezug auf bestimmte gegenstände verwant sein ; die 
überlieferte bedeutung kann nur als die folge von metapho- 
rischer Übertragung gelten. 3 ) 



*) Die stelle wurde mir freundlichst aus Lübbens handschriftlichem 
nachlass von herrn dr. Walther mitgeteilt. 

2 ) S. die in Grein s Wb. citierten stellen beam hio (yldo) äbrcotä 
and bebriceti telgum; hine (hie) heafde becearf; hit Johannes ... 
heafde b eheawan; ticet he Johannes bibead heafde bihiarvan; bec 
sculon moldwyrmas ceotvan, seonowum beslitan; besliten seonrvum. 

8 ) Vgl. behearvan in hrvonne mec wrdtira sunt aldre beheowc 
Gen. 2701. 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 369 

Die schwache form mit tt begegnet auch in mnl. nnl. splittert, 
engl, to split, dän. splitte gegenüber aofr. spHta, mnd. nnd. 
spfiten, mnl. spUten, nnl. splijten etc. 

ßlöya. S. zu gröya. 

Dwers ür nacht. S. oben zu binaemd. 

Enka 'ackerknecht'. S. zu inka. 

Ent(h)erä ' einer von beiden' und 'entweder'. Das e, 
gleichviel welcher herkunft, wird im awfr. vor nn und n + 
dental gekürzt und zwar zu einem vocal, der naclrmassgabe 
der wechselnden Schreibung mit i (y) und e qualitativ zwischen 
i und e lag, also phonetisch durch e { zu bezeichnen wäre (aus- 
nahmen wie seent 'sühnt', seend 'gesühnt', meent 'meint', bi- 
leende 'belehnte', meent 'gemeinde' etc. erklären sich von 
selber): 

allinna 'allein' W, J 2,9. 3, 12. 13,24. 27. 15, 15. 52. 21,5. 
25, 12. 30,8. 16 etc. Seh 709 und allenna S, H 176; stins 'bürg' 
J 26, 5. Seh 517. 726 (aus *stenisse mit suffix *-isjd zu sten> wie 
ahd. burissa zu bora 'bohrer', ags. lyncs 'wagenltinse' zu ahd. 
tun; wegen der bedeutung vgl. mnl. steen 'bürg'); hyndicheed, 
byhyndiget und henda (s. unten zu ersterem wort); nwfr. klinsgje 
'reinigen' GJ mit constantem i, wie in nwfr. allinne, stinze) = 
awfr. *klins(i)gia, *klens(i)gia (= ags. clcensian] wegen -(i)gia 
s. unten zu hdna), 

und ent(h)erd 'einer von beiden, entweder', nent{h)erd, 
nint(h)erd 'keiner von beiden' in Hwanner da iggen (parteien) 
sint commen jefta entherä fanda iggen J 2, 12; Foer enthera 
igh fan da drem een pena byjerrie mey, so ist need ende byhoeff, 
dat dyo pena to fara fan da igghen eniget se J 21,28; man 
ende wijff dgen hydre caepland Ipck to delen, als hydra enterd 
sterft J 82, 17; mey ma dat hellighe aefl scheda . . . joff hidra 
[hidre] entherd wil to conweynt J 85, 1; jef enterd paert (partei) 
jef hierra tzirlen van oerem hynxten . . . heed Seh 706; dlsoe 
lang als entrd fan m()n trvdm dochtren forsz. l^fheftich synt 
Seh 724; dat hi him scel entrd kestigia iefta opthinghia H 133; 
dat hi aldus gret (angeklagt) ander dia scel entrd ti iechtwerde 
iefta ti seckwerde H 135 (ähnlich H 136. 137); entrd deis iefta 
nacktes H 163; nenlera eegh (partei) oeren rvielt to drvaen Seh 706; 
,deer nenterd eegh drem yn thoe maestrien Seh 706; so schü n en- 
terd paert oerem mdsterie Seh 706; enne nenträ oerm meer rvyeld 



370 VAN HELTEN 

to drvaen Seh 609; Hwanneer datter twee [tweer] man habbet 
sehylinghe . . . ende hya swxget X jeer langh . . ., deer ney 
mögen hya naet sprecka nentherä op örem . . ., ende hya 
swxget dan XX jeer ende spreckket nenterä op örem, so moghen 
hya nenterä eeffterdäm op örem sprecka J 36,9; Htveerso deer 
trvä künden to gdra joun (gegeben) wirdeth bynna saun jerem 
ende Schedes e dan in da saunde [saunda] teer, so moet ayder in 
öderis stacht boestigia (heiraten), sint se to gdra wr da saun 
jeer, so moet nentherä in Oders sib faen J 84, 15; Jeff een mm 
op eenre stoe trväm frouwen trourva louwed, so mölher nentherä 
nymma J 84, 27; hwant hält ninterä (keine der beiden parteien) 
fan nen pena, so moghen da soenlyoed deer nin bij lidze J 21, 25. 

Enter in enl(h)erä entspricht mhd. eintweder aus ein und 
ahd. deweder, welch letztere bildungen sich durch zweierlei 
eigentümlichkeit, den schwund des h von deh- und das t aus 
d, kennzeichnen: altes *thehhwedhar hätte bei ungestörter ent- 
wickelung historisches dehhweder ergeben, nicht deweder, das 
auf ein durch anlehnung an *hwedhar für *thehhwedhar ein- 
getretenes *thehwedhar zurückgehen muss; durch die synkope 
des unbetonten vocals in -de- aber kam der dental des durch 
anlehnung an weder in einde-weder abgeteilten compositums in 
den silbenauslaut des ersten compositiouBteils zu stehen, wurde 
mithin zur fortis. Der erstere Vorgang ist auch für den schwund 
des gutturalen Spiranten im awfr. geltend zu machen. Die 
genesis des / gestaltet sich hier jedoch in anderer weise. Die 
Verbindung des en mit der pronominalen form fand entweder 
statt, als das eine schwachtonige silbe anlautende th schon der 
regel gemäss stimmhaft geworden war (vgl. awfr. di, da pron. 
und artikel, doch, dana, da 'da', dus, dan, du pron. pers. mit 
d aus Ö in unbetonter silbe), oder vorher. Im ersteren falle 
hätte *endeweder l ) entstehen müssen mit d für stimmhaftes an 
vorangehendes n angelehntes th (vgl. Aofr. gr. § 125 /) > zwar 
zunächst nach svnkope des vocals Entweder mit t als fortis, in 
der folge aber nach der synkope des w (vgl. unten zu inka) 
mit herstellung der früheren qualität des nun in den anlaut 
tretenden dentals * ender (vgl. a. a. o. anderk, ander dia etc. 



J ) Ueber fries hweder mit d gegenüber p, % in got hwapar, as. 
htvetfar etc. vgl. Aofr. gramm. s. 97. 



ZUR L.EXICOLOGTE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 371 

gegenüber andwirk, andwert etc. mit als fortis gesprochenem 
d). Bei einer Verbindung des in und *theweder (mit stimm- 
losem th) hätte sich hingegen zu der zeit wo die spirantische 
qualität der sogenannten interdentalen verloren gieng, eine 
form mit festem t entwickeln müssen. (Die aus den oben an- 
geführten belegen zu ersehende häufige Schreibung th für t be- 
ruht auf reminiscenz an die alte Orthographie, vgl. unten zu 
meyt(h)ia). Wegen des Schwunds von d durch assimilierung 
mit r vgl. hoer, hör utrum W, S aus hoder W, S, roer l rüder' 
W, H 64 aus rdder W, weer^) Svider(-), wieder(-)' W, H und J 
passim aus tveder(-) W, H und J passim, onweer 'unwetter' 
W aus onweder H 83, broer 'bruder' W, H 33. 48. 159. J 15, 

27. 30,18. 38,63. 46,24 aus bröder W, H und J passim, moer 
'mutter' W 389,23. J 22, 19. 26, 17. 47, 10. 57,3. 4 aus moeder 
W, H und J passim, faer 'vater' J 47, 10. 57,4 aus fader W, 
H und J passim, to gära, (to)gaer W, H 63. 113. 118. 140. 166. 
179. J passim mit gdria, -ien etc. W 463,24. 461,4. 436,6. J2, 

28. 27, 1. 46, 45. 83, 3, wrgäringhe J 3, 1 aus to gadera, (to)gader 
W, H 159. 176 mit gad(e)ria, -et W 409, 18. 431,3. H 112, oer 
überall passim aus oder überall passim, etc. Wegen des an 
das indefinitum angehängten -ä 'immer' s. unten zu hatä. 

An zwei stellen wird ninlerd auch in bezug auf mehrere 
personen verwant: nu schil di bröder habba een pond (als an- 
teil von der meenteel), ief hi deer is, ende ief hi deer naet is, 
so aegh hit to nimen sines bröders soen iefta sines susters soen, 
ief hm deer ninterd sint, so nima hit di eerfnama seif W 410, 
23 ff. ; da natuerlike sonen schulet faen io da sexte deel dis gueden 
[guedes], Jette \Jetta] datier (auch wenn da) aeffte sonen sS Jeff 
fader jefta möder off n>Q/f were; haeth hij (der vater der un- 
ehelichen kinder) dera nyntherä libben (am leben), so moet dij 
fader da natuerlike sonen . . . opjä dl spn gued J 47, 8. Im 
nwfr. (GJ) gilt ninter ausschliesslich für 'niemand, kein' (auch 
nintertijd, nintert\jds 'zu keiner zeit, nie', wonach als neubildung 
intertijd 'je'). 

Fatiender (mit — bernte), fatiande (mitter — berdene) 
in ief hi (der dieb) an dae flechtiga foet ende mit fatiender 
bernte biginsen (ertappt) virt W, und an der parallelstelle in 
H 162 Jef hi an dae flechtiga foete ende mitter fatiande 
berdene beghenzien wirf. Das part. gehört zu einem dem ahd. 



372 VAN HELTEN 

fazzdn, mhd. fazzen 'packen, aufladen , entsprechenden *fatia\ 
seine Verbindung mit dem subst. bernte, berdene 'pack, last' 
vergleicht sich in syntaktischer hinsieht mit dem part. in inen 
stouwenden eeth S 482, 15, in aofr. dregande cläthera R 2 540,8, 
driwant and dregand gbd B 165, 4, driwende iefte dregande güd 
E 2 197, 24, in mnl. vollende steckte , singende mis, tvevende werken, 
in nnl. op körnenden wege, wandelende boterham (ein butterbrot, 
das man im hin und her gehen verspeist), loopend werk, zittend 
werk (arbeit, die man laufend, sitzend verrichtet), ijlende koortt 
(fieber, in dem man phantasiert) etc., und in den von Grimm, 
Gramm. 4, 65 erwähnten mhd. ausdrücken ansehende leit, win- 
dende hende, lebendez leben etc. (die von der person ausgehende 
tätigkeit wird auf die sache übertragen, an welcher die tätig- 
keit zu tage tritt). 

Dasselbe verbum begegnet auch im aofr. und zwar als 
p. p. in end ma hine (den dieb) befereth . . . ür ther fatada 
bernde Huns. 36,16 (s. Beitr. 14,263 anm. 1; das Beitr. 17,310 
verzeichnete fakia ist demnach zu streichen). 

Die nwfr. form von *fatia lautet fett je GJ, das auf ana- 
logischem wege nach dem muster von hellia, berria, meckia etc. 
neben halia, baria, makia etc. (s. oben zu bihellet) gebildet 
sein muss; denn von dem in den letzteren formen zu beob- 
achtenden awfr. lautprocess findet sich vor t keine spur; vgl. 
batya J 17, 15. 26, 13. 58,24, hatia (s. unten s. v.). Ueber ein 
auf gleichem wege entstandenes wannia 8. zu wennia. 

Ferthe, firde 'geleite'. S. zu wta. 

Fi and. Zur regel 'i-a und i-a zu ia zu id bez. fe ' 
bildet der awfr. reflex von got. ftjands, as. fiand etc. (s. 
Beitr. 15, 467 f.) durch einwirkung der nomina auf -and, näm- 
lich warand, warend, werend 'bürge' W 53,10. 398,10. H 56. 
86, berand, -end 'bürge' H 43. 44. 45. 130 und vorzüglich %i- 
gand = aofr. wigand t eine ausnähme; denn dass fiand W, H 71. 
83. 117. 159. 170. 178. 179. J 5, 4. 6,2. 8,5. 56, 1 als fiand 
und nicht als fiänd anzusetzen ist, geht hervor: primo aus der 
constanten Schreibung des Wortes mit ia (nie iae); seeundo aus 
dem neben dieser form begegnenden, durch Schwächung des 
endungsvocals entwickelten ßnd W 7, 4. S, H 300. J 27, 1. 55, 
4, 59,18. 19, 65,2, 71,6 (nwfr. fynn GJ). 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 373 

Fyüchtleeck in Hweerso een dobbelspil is in een huus, 
haet so dyr schyd fan jeld to lenen jeffta fan fyüchtleeck, al 
wörde een menscha slayn off möyed, beda dij huushera ende aeck 
dij dobler da mögen in neen riücht sprecka om bettringhe off om 
leendjeld J 28,21. Das wort ist zusammengesetzt aus *fiüchta 
(= aofr. flüchte, ags. feoht) und *lek (= ags. läc, an. leikr 
1 kämpf (spiel)') und entspricht mittelniederländischem vechtelic 
'gefecht' 1 ), ttber dessen (auch im mnl. hu(we)lic, hilic 'heirat' 
= ahd. hileih und mnl. feestelic 'fest' 2 ) begegnendes) für -leec 
eingetretenes -lic man Tijdschr. v. nederl. letterk. 13, 214 ff. 
nachsehe. 

Flet, flßmt, flait. W 413,4 so hwa soe syn [siin] (des 
ferdloes erklärten mörders) gued flet iefta flent, hüset ende 
hotvat dei ende nacht, soe aegh hi dis koninges ban toe betane 
mit trväm pondem. Die erste der alliterierenden formein kann 
nur eine bezeichnung sein für 'fortschafft, zur seite schafft (mit 
der betrügerischen absieht, das confiscierte gut dem fiscus vor- 
zuenthalten) 1 . Demnach muss hier das von v. R für das zweite 
verbum herangezogene an. flenna 'spannen' aus dem spiel 
bleiben. In der incunabel steht flet (Germania 35, 18), womit 
natürlich auch flemt gemeint sein kann, d. h. eine 3. sg. praes. 
ind. zu flema 'flüchten* = ags. (ge)flyman, -fliman fugare, mit 
j, e aus ea, wie aus fliam fuga hervorgeht. Das andre wort 
begreift sich als 3. sg. praes. ind. zu fletta = an. flytja 'fort- 
bringen, -tragen'. 

An der parallelstelle von W steht in H 139 flat iefta 
flait statt flet iefta flSml. Für die zweite form ist an mhd. 
vlougen, vlögen fugare zu denken, das auf altes *flougen oder 
-ön zurückgeht. Dem einen sowol wie dem andern würde 
awfr. *fldgia entsprechen (die schwachen verba 3. klasse mit 
langer Wurzelsilbe sind im fries. allesammt in die 2. über- 



J ) S. gheseed, vechtelic of man s lachte Seh 60. r. (wegen dieser und 
der folgenden abbreviatnren vgl. meine Middelned. gramm. III ff.); soe 
ghesciede in der stede van delf alsoe groten vechtelic . . . soe datter 
omtrent XXXV 1 man verslag hen worden Gkr. 81 r. ; sowie Gkr. 76 v. 
BE. 208 v. Der. 83 r. Cr. 62 v. 68 r., Rechtsboek van Utrecht 1, 9, 27. 

9 ) In dattel volc van romen feestelic hadden opten eersten dach 
van oest Passionael Winterstuck 106 v. 



374 VAK HELTtitf 

getreten) oder aber mit j aus g vor i und diphthong aus dem 
wurzelvocal + durch j erzeugtem i (s. oben s. 347, wie in biclaia 
H 178. J ms. s. 23, opclayen J 62, 13 für (bi)clagia, -ien W, S, 
Seh 394. J passim, und data, -iane, -ien, -ie 'dulden' W, S, H 
108. 109. 111. 113. Seh 546. 609. 717. J 38,4. 45,10 = aofr. 
data, Gramm. §288 1 ), für *ddgia(n) etc.) *flaia, zu dem als 
3. sg. praes. ind. ein fttr regelrechtes *flägath oder -eth ein- 
getretenes *flaiat(h) oder -et(h) gehören konnte, das bei schwand 
des endungsvocals nach j flait ergab (vgl. wegen dieser Syn- 
kope layde praet. W, J 3, 4. 8, 7 und layd p. p. 3, 5. 8, 4. 15, 
30. 18,9. 31,3. 11 etc. für *layede und layed, -eth J 3,4. 5,5. 
15, 37, die ihr j für d aus den praesensformen laya, -ye etc. 
W, H 160. J 3, 1. 6. 9. 13, 11. 15, 30 < ladia, -ie etc. W, H 
passim 2 ) entnahmen). 

In flat aber ist wol nur eine durch das folgende flait ver- 
anlasste verschreibung für flet zu erblicken. 

Flyüscäper, fliuesden caep. J 32,22 Dij caep, dj)r 
mecket is op wirderinghe [werderinghe] ende baringhe (der ab- 
geschlossen ist unter der bedingung einer gerichtlichen taxierung 
und Preisbestimmung) 3 ) ende da baerlyoed*) habbet naet barreO), 



*) Auf grund der für das aofr. statuierten entwickelung eines diph- 
thongs aus vocal vor rv (s. unten s. 376 anm. 1) ist für diese dialekte die 
analoge ersch einung bei vocal vor,; anzuerkennen; also aofr. data und 
beya, deya, ervemeithe etc. für die in der Aofr. gr. § 143 und sonst an- 
gesetzten data, beya, deya, ervemeithe etc. 

2 ) Durch Übergang des d in j vor oder nach hellem vocal: schaia, 
-ien etc. W, J passim aus schadia, -ien etc. W, J 12,4. 6. 7. 17. 18,21.32 
etc., bireya 'überführen' W 425, 27. H 158 aus Hiredia (Beitr. 14, 266), sma 
«schneiden' W, J 46, 17 aus sntda, -en J 58,41. W, H 112, lya, -en 'leiden' 
J 20, 14. 22, 19. 30. 17. 58, 8. 62, 16. 63, 2. 9. 64. 3. 86, 10 aus lyda J 44, 1. 
58,41. 82,12, foer-, wrmia 'vermeiden' J 72,7. 59,18. 84,5 aus *foer-, 
tvrmtda, deya 'töten' W, H 64. J 24, 17. 58, 8. 25. 37. 72, 8 aus *deda (got 
daupjari), bly 'froh' H 68 aus *blide (as. ft/föt), binia, binnia 'unter, unten' 
W 389, 20. 399, 13. 35. 463, 7. 465, 11. 467, 8. 27. 476, 14. H 300 aus bi-, benxda 
H 33. 59. 60. 112 (nida W 409, 17), mei 'mit' W. H und J passim aus mede 
H 303. J 17, 1. 21, 34. 45, 1. 85, 3. 87, 1, etc. etc. 

8 ) Die baerlyoed oder -liöde, welche in der regel in den gerichts- 
acten als die einen vergleich erwirkenden Schiedsmänner erwähnt werden, 
daher auch wol soenlioed heissen (vgl. die mehrzahl der in v. R.'a Wb. 
i.v. bare aus Seh citierten stellen), erscheinen mitunter auch als die 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 375 

dij caep is van nSner werden ende is naet ende mey neen caep 
heta ende is een gelikenisse fan een caep, men neen weerafftich 
caep; deer seyt dat riücht van, dat aldulke caep is gelikenisse 
fan een caep of een fliuesden caep ende is fan riücht neen 
caop nir aegh neen stal to habben foer riücht, als to fara [fare] 
wal bewysd is. Die bedeutung dieses fliuesden caep 'nicht 
rechtskräftiger kauf liegt auf der hand. Für die deutung des 
ausdruckes ist das in demselben paragraphen folgende zu be- 
achten: Ende om dissen rvüla so is dij cäper al da fruchten 
sehyldich to recknien in dat bital (den ganzen feldertrag in 
rechnung zu bringen bei dem kaufpreis, d. h. eine Vergütung 
für den ganzen feldertrag ausser dem kaufpreis zu entrichten), 
deer (den) dij cäper rvtjown (bezahlt) haet, alst wal wlwpst dat 
capitei ad marg., d()r seyt: Hwaso is cäpien landen, deer hym 
foer jeld seth (als Unterpfand verliehen) sint, op worderinghe 
[werderinghe] ende dat ayn alzo (d. h. ohne werderinghe) byerigia 
wold, dat is een flyüsden caep ende aegh neen stal, ende dij 
cäper is sehyldich dat länd weer to keren ende da fruchten off 
renthen sehet dij cäper offslaen oen (ablassen von) dat jeld, dt)r 
hy deer op jown (gegeben) haet, omdat hij dat länd haet brückt, 
eer dat hyt bitellet ende werdereth was; deerom is hy een 
flyüscäper ende is dat länd mit da fruchten sehyldich weer 
to kiren. 

Nach mnd. vlüs = 'flies' (vgl. ags. fbjs, mhd. vlius vellus) 
und metaphorisch = 'feldertrag ' (Lübben-Schiller) ist ein awfr. 
fliu(e)s = 'feldertrag' anzusetzen. Flyüscäper heisst also eigent- 
lich 'käufer des feldertrages', speciell 'der käufer eines landes, 
der wegen Vernachlässigung der stipulierten rechtsformalitäten 
gerichtlich nicht als solcher, sondern nur als käufer des von 
ihm während des besitzes aus dem felde bezogenen ertrags 
gilt', also 'ein die stipulierten formalitäten nicht beobachtender 



gerichtsbeamten , denen bei abschluss eines kaufs die bestimmung des 
kaufpreises obliegt; vgl. Ick Sywert hlte ende bykanne... hoe dat ick 
Hasscha convente hab vercaepet . . . myn huus ende hoef ende al myn 
länd... om een summa gildes also graet, als dat sei ende barret is 
van dae baerliöde, deer (die) deer wr (bei) ende oen wessen habbat 
Seh 695. Baer, für *bare, das 'gutachten' dieser beamten (der schieds- 
gerichtliche oder den kaufpreis bestimmende spruch) ist derivatum zu 
altem *bar = as. bar 'offenbar*. 



376 VAN HELTEK 

käufer'. Letztere bedeutung konnte die entwickelung eines 
flyüs- = 'ohne beachtung der rechtsformalitäten , hervorrufen 
und so die bildung eines andern compositums fliuesden = 'ohne 
beachtung der form ali täten abgeschlossen' veranlassen. 

Fliu(e)8\verp. Wie vor w aus spirant. v (t) (s. oben zu 
biliouwa causativ), erlitt der vocal vor ursprünglichem halb- 
vocal w diphthongierung *) : 

blaurv Seh 377. 615 (an letzter stelle fehlerhaft blaurve) mit 
w aus den casus obliqui — clau 'hacke' H 122 (ahd. chläwa 
'klaue'; vgl. wegen ersterer bedeutung das bei Kiliaen ver- 
zeichnete klaurve rastrum) — pa(e)uwes , -is H 68. 106. 145. 
159. 160 (as. pävos), paues W 423, 26, pa{e)us W 406, 5. 407,1. 
408, 10. 23. 410,9. 425,10. 440,16. 441,4. 12. 32. H 68. 108. 
111. 158. 159. 160. 163. 170. 195. J 1,37. 2,32. 3,6. US, 12. 
20,2. 21,36. 23, 11. 24,2. 27,1. 28,14. 71,1. 81,14 etc. - 
taurv(e) 'ausrüstung, gerate' 2 ) (ahd. gizärva supellex, ags. getawe 
'rüstung') — naurver neuter H 48 (2 mal, = aofr. nähw edder, 
Gramm. § 259) und iaurvelik quisque (= aofr. iähwelik, s. zu 
sau wen), die beide für die Chronologie der lauterscheinung 
auf die nach dem ausfall des h liegende periode hinweisen — 
frourv(e), frou W 400,9. 409, 13. 429,2. 470,8. H 2. 3. 32. 113. 
115. 117. 149. 159. 165. 166. 171 etc. J 37, 14. 81,15. 84,12. 
20. 25. 26. 85, 2. 3. 86, 2. 5. 8. 87, 2. 7 etc. (aus *fröwa, s. Beitr. 
16,310); 

crauZ- 'haken* in craulcruum (1. craulcrum) W 469,4 (abi 
crouuil, Beitr. 14, 233) — dau ros H 149, bidauen 'betauend' 
ib. — thaues in thaueswisa (s. unten zu näth) und t(h)aulic in 
t(h)aulic riücht 'gewohnheitsrecht' W 434, 25. 435, 20. H 20. 21 
und t(h)aulic pliga 'gewohnheitsmässiger brauch' W 435,10. 

*) Vgl. über die nämliche lauterscheinung im aofr. Gramm. § 38 )', 
wo jedoch unrichtig äuwande, näurvet etc. statt awvande , naurvet etc. 
angesetzt sind. 

2 ) In in schep [schip] . . . sonder allerhända r&men ende roer ende 
tauwe H64, und fisktauiy) 'nachgerate' Seh 662. 743. Vgl. auch aofr. 
taurvon (d. pl.) 'geraten' R. Das wort ist nicht zu verwechseln mit dem 
ntr. mnd. mnl. touwe gerate' < *löw% (formell = got. taui\ wegen ou-w 
aus o-rv s. Beitr. 16, 306 ff.), mhd. gezouwe (mit analogisch entwickeltem 
ou-w < ö-wj, s. Beitr. 17, 564 f.). Das mhd. fem. gezouwe 'gerate' ver- 
dankt sein ou für das bei regelrechter genesis zu erwartende ä (vgl. ahd. 
gizäwa) der anlehnung an zouwen. 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 377 

H 21 (ags. Üeaw, as. thau, ahd. kathau disciplina, dauTxh mora- 
lis) — houweth 'haut' S 348, 19, houwen p. p. H 238. S 497,38, 
haurven p. p. S 448, 33 — scourvia, -ien 'schauen' H 104. S 448, 
21. 496,29. Seh 131. 671, scouwet W 470,5, schonet [schouuet] 
W 393, 30, scouwith S 448, 2, schouwigha Seh 545 (s. unten zu 
häna), scourvinge S, Seh 545. 

In den daneben stehenden formen claw{a) 'hacke' W, J 
20,3i), paewes H 157, paews H 10, paws W 441,26. J 2,2. 19, 
3, frow(e) W 395, 15. 426,2. 6. 10. 428,34. 433,30. 474,11. H 
90. J passim, krawel 'hacke' Seh 535. J 20,2. 6, daw J 59, 18, 
tharvem moribus H 24 (s. zu thawa fussn.), howen 'gehauen' 
W 408, 15. 469, 18, hawen, -yn H 111. S 445,30. 458,6, scowia, 
-et, -at etc. W 390, 23. 115,12. 38. 419,32. 465,24. 475,31. H 
42. 43. 46, scawiane H 126, haben natürlich a(e)w, ow als Schrei- 
bungen für auw, ouw zu gelten. So auch in tow 'gerate' 2 ) 
(doppelform zu dem oben verzeichneten tauwe), awane, thawa, 
tarva, -em, taewiane (s. unten zu thawa). 

In betreff der bildungen mit altem au (= indog. au oder 
OH, oder für a vor w 1 oder w*j) könnte man die frage auf- 
werfen, ob in denselben der diphtbong nieht schon älteren 
datums als in paurves etc. wäre, indem sieh das w-element durch 
einwirk ung von tv erhalten hätte. Die antwort hierauf müsste 
indessen eine entschieden verneinende sein: au wurde hier, wie 
im ags., vor w nicht anders behandelt als vor andern conso- 
nanten. Wie der alte diphthong im vorags. durchaus zu ea, 
ie wurde (vgl. iervan, earvan, diarv, t5iaw, sceawian, heawan), so 
erlitt derselbe im vorwfr. durchaus eontraction zu ä; wäre au 
vor w nicht monophthongiert, dann müsste es entweder in 
allen formen als au erhalten geblieben oder eventuell in folge 
einer vor der entwickelung des jüngeren au aus ä + w statt- 
findenden qualitätsänderung des ersten elementes zu ou ge- 
worden sein ; nun finden sich aber, wie aus den obigen belegen 
hervorgeht, einerseits bildungen mit au, andrerseits mit ou, eine 



l ) Neben dieser aus dem acc. sg. stammenden form steht die ursprüng- 
liche nominativform kU (aus *klä für *kläu für *kläwu) in klewendene 
'das wenden der klauen' (s. übe^r das wort Tijdschr. v. ned. taal- en 
letterk. 11,308 ff.). 

8 ) An der parallelstelle zu H 64, näml. W 439, 17, een schip sonder 
rema ende roer ende sonder tow. 

Beiträge zur geschiohte der deutschen spräche. XIX. 25 



378 VAN IIELTEN 

erscheinung, die sich nur daraus begreift, dass ä vor tv+o(-) 
und w + u zu 6 wurde, sonst aber erhalten blieb, und aus 
diesem 6 bez. ä in der folge ou bez. au hervorgieng (s. auch 
unten zu trouwaden und sau wen). Vgl. scouwia etc., houweth 
etc. mit ou-w aus dem in den flexionsformen auf altes -os(t), 
-oth, -&(}(-) bez. -u (1. sg. praes. ind.), -oth (pl. praes.) ent- 
wickelten 6-rv für d-rv (vgl. auch *kouwia zu trouwaden); ton- 
'gerate' mit ou-w aus dem im plur. mit altem -o (nom. acc.), 
<Fno (gen.), -um (dat.) entwickelten 6-w für &-w\ hingegen sca- 
wiane, taerviane, bidauen, ha(u)rven etc. mit au-rv aus dem den 
andern conjugations formen zukommenden d-w\ tau(w)(e) 'gerate', 
clau, clarv(a) und tawa, -em 'beweise(n)' mit au-rv aus dem den 
singularformen mit altem -a (gen. acc.) und -e (dat.) zukommenden 
ä-w (wegen des letzteren als urspr. i-, yö-stamm anzusetzenden 
nomens, s. zu thawa, beachte man, dass wegen des nach to- 
rverie, s. oben s. 359, und trouwaden etc., s. s. v., ebenfalls 
vor rv (aus v) entwickelten ö (und o) für ä (und a) dieser laut- 
wandel jüngeren datums sein muss als die synkope des endungs-/, 
welche dem oben s. 353 erörterten zufolge der genesis von w 
aus v vorangieng) ; blautv (d-w bez. ou-w kam nur dem starken 
nom. acc. pl. fem. auf altes -o, dem starken dat. pl. und einigen 
schwachen formen zu); dau, i(h)au, deren au aus dem gen. dat. 
stammt (in letzterem auch im pl. verwanten nomen kam den 
pluralformen auf altes -or nom. acc, ~o gen., -um dat., urspr. 
ö-rv bez. ou-w zu); die schwachen verba 1. klasse arvane, thawa 
1 zeigen* mit au-rv aus den flexionsformen, die kein u oder o in 
der endung hatten; naurver neuter, iauwelik quisque (wegen 
iourvelik s. zu sau wen) und craul-, krarvel mit altem -rve~, -tvi-. 
Für die paurves etc. zu gründe liegende form ist demnach ein 
anderer endungsvocal als der im ags. pävos begegnende anzu- 
setzen. 

Für altes erv, e-w und e-w sind nach iü bez. iou vor w 
aus v (s. oben zu biliouwa causativ) desgleichen iü, iou zu 
erwarten. Daher die berechtigung mit ags. flervsa fluxus (aus 
*flerviso), awfr. fliu(e)s- (aus *flew(i)sö) zu identificieren, dem 
als compositionselement des öfters in den busstaxen begegnenden 
fliu(e)swerp W, S u. a. nach folgender belegsteile die bedeutung 
«untiefes wasser* (worin einer stehen kann) beizumessen ist 
(gegensatz onrvad veiter, worin einer nicht stehen kann und die 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 379 

gefahr zu ertrinken läuft) : Fliuesverp, hveerso een man virt veet 
ende väsich (nass und schlammig) . . ., dio böte is VIII graet 
iefta sexasum onswara. Jefter een man vörd vorpen in een 
onvad veller, dat (hi) mit äghenen mei siaen hör himel ner 
eerda ner dine grond reka mitta hdnden ner mit fölen, soe schilma 
htm heia mit eenre lioedwirden 1 ) trybeet ende oenbrins 1 ) iefta 
tolvasum ontsrvara W 463, 25 ff. 

Andere hierher gehörige formen sind: syü, siorv (s. s. v.); 
*siüwa 'schiessen ' (s. zu siüth); syoen 'gesehen* (aus *sewan; für 
die belege und wegen iö für iü vor n s. oben s. 358 anm. 4); nwfr. 
kryoelje scatere GJ — awfr. *kriölia (für *kriülia, das durch 
vor der zougenesis stattfindende synkope des mittelvocals aus 
*kriüwelia = ahd. crervelön scatere entstand); nwfr. ljuerck 
'lerche* GJ = awfr. *liürk(e) (mit iü vor r durch anlehnung 
an die angelsächsischem leewerce entsprechende form *liüwerke, 
deren iü hinwider zur zeit der iöw-genesis durch anlehnung an 
synkopiertes *liürke erhalten blieb); ioegha, -e, iöghe (flect.) 
'ewig' Seh 511. 520. 610. 671 (wegen ioe, iö s. unten zu focht), 
io(u)wigh Seh 663. J 15, 5. 18, jourvelike Seh 536; nwfr. sluwg 
'träge' GJ (d. h. slüg) — awfr. *slüg (oder mit noch erhaltenem 
ersten componenten, s. oben s. 351 anm., *sliüg aus *slewig, 
vgl. ahd. sleo). Neben ioegha etc. finden sich (e)euwich Seh 
671. 674, ewig W, Seh 538. 608. 671. 715. 724. Ag 99. 102. J 
9, 5. 21, 23. 22, 28, ervelick W, Seh 394. 612. J 50, 12 und ausser- 
dem ewe 'gesetz' (schwaches fem.) W, S, H 20. 21. 112. 148 
etc. J 1, 2. 2, 3. 4. 29, 1. 45, 7. 46, 71. 60, 14. 84, 1 1 (mit ew = 
eu-rv oder e-w?) 2 ), was zur annähme nötigt, dass einem zwischen 
e und hellem endungsvocal stehenden w die fähigkeit der er- 
zeugung eines u abgieng und demnach prirao das iü von *sliüg 
und *iüg (woraus ioegha etc. und *iütvig prototypus zu io(u)- 
wigh) in den synkopierten formen der adjeetiva entstanden sein 
muss, seeundo das eu von (e)euwich und ervig, ervelick, ewe 
(insofern hier nicht e-w vorliegt) ein ebenfalls aus diesen syn- 
kopierten formen und beim nomen aus den flectierten casus 



x ) Wegen lioedwirden und oenbrins s. v. R.'s Wb. 

2 ) Die existenz letzterer lautverbindung wird erwiesen durch nwfr. 
ieuwig und ieu 'Jahrhundert', welche ihr ieu nur einem auf *e/vig, *ewe 
zurückgehenden *iewig, *iewe verdanken können (vgl. oben s. 361 über 
brieuwe, grieuwa). 

25* 



\ 



380 VAN HELTEN 

(mit altem -un oder analogisch entwickeltem -a\n]) stammender 
diphthong ist, der durch anlehnung an das nicht afficierte, 
aus der nicht synkopierten adjectivform und dem nom. 
*ewe herrührende e vor Übergang in iü geschützt wurde (vgl. 
was oben s. 360 über ewnd etc. bemerkt wurde). 1 ) Ein 
gleiches eu hatte auch das aus nwfr. sleau 'träge' GJ zu 
erschliessende awfr. *sleu (wegen euu, d. b. e a o u y vgl. oben 
a. a. o.; die erhaltung des e als ersten componenten wurde ver- 
anlasst durch unflectiertes *sle). 

Fordet, fo(i)rndel. In verschiedenen rechtsbestimmungen 
wird der fördel erwähnt als der platz, worauf das haus eines 
gerichtlich belangten liegt und von gerichts wegen die eine 
oder die andere diesen angehende anforderung gestellt oder 
ihn betreffende gerichtliche handlung vorgenommen wird (s. W 
392,13. 14. 396,21. 399,1. 411,20. 414,2. 19. 422,12. 15. 394, 
33). Den componierenden elementen (för- mit vor r gedehntem 
vocal) zufolge muss mit dem nomen eigentlich und ursprünglich 
der 'vordere teil* des hausplatzes gemeint sein, d. h. der vor 
dem hause liegende, für die gedachten zwecke geeignete teil. 
Durch Übertragung aber wurde das subst. auch zur benennung 
des ganzen hausplatzes und des darauf liegenden hauses, also 
in der bedeutung 'haus und hof verwant: Jef hy (der über- 
führte mörder) naet beiha neue, soe aeghmen toe bränd ende 
toe breck toe drvaen, ferdloes to lidsen, hem ende al syn gued 
wt dae fördel (aus seinem haus und hof) toe lidsen ende toe 
wtjsen, al önt hy beth müh fyoerteen pondem etc. W 413, 31; 
Nympt dy tolner onriüchte tollen ende him tre schepnen bitingia 
willet, so aegh di schelta foer alle da, deer hi tollen wr laet 
(auferlegte), fan da fordete (vom haus und hof, d. h. je nach 
dem h. u. h. berechnet) fyf Schillingen W 422,23; Dit is riücht: 
hrveerso ma een wif an nede nimpt end ma dat claget da fräna, 
so schelma her folgia mitta aesga ti da fördel (zum haus und 
hof), deer hio Unna is W 391,32; Jef des tyevis kempa horven 
wirthj dat dij aesga dat gued dela schil t wischet to jowene; so 
sehet [schil] hij mitter haudlesene beta ende foer al da, der 
bynna da fördela sint (die zum h. und h. gehören), wederjeld 
to jowane, alzo ßr so se jerich se J 60, 22. 

Als compromissbildungen aus iouwigh, iouwelik und ervig, ewelick 
begegnen jetvegh, jervelick Seh 517. 668. J 86, 2 (mit jew- oder jeu-w?). 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 381 

In S 491,33 steht foirndel (1. foerndel) mit foern- = ahd. 
forn: Foerd soe keden (lies kede) rvy rvedurven ende nesen ende 
alla mannedikum een festen ferd ende in zyn foirndel to sitten 
also langh, ünt hy mit riüchte wrwonnen se. 

Als ' Privilegium ' begegnet dieses förndel in J 20, 10 
und 22, 1. 

Foerfeerd in ende deck heerdense (die kinder Israel bei 
der gesetzgebung am berge Sinai) alsoe hera hoerna hluud; . . . 
dae wördense soo seer foerfeerd fan da gryslika bere (lärm), 
datier nimmen libba dörste, eer Moyses van da birgh caem aef 
W 438, 34 (s. auch die parallelstelle H 28, wo ferfeerd steht). 
Statt y. R.'s unbegründeter Übersetzung 'bewältigt' ist hier die 
bedeutung 'in furcht versetzt' geltend zu machen. Man be- 
achte mnl. vervaren, mhd. vervceren 'in furcht versetzen' = 
awfr. foerfera neben ahd. füren, as. färon insidiari, wie mhd. 
väre } mnl. vare 'furcht' neben ahd. füra insidiae. 

Foerdwisa, -flnda, -dßla, -ghaen. Die verba finda 
und wisa stehen in den awfr. (und aofr.) quellen als synonyma 
= 'ein gerichtliches urteil fällen, gerichtlich erkennen'. Mit 
rücksicht hierauf lässt'sich für ein mit foerd verbundenes finda 
oder wisa nach foerdgaen = 'unbehindert', d. h. 'gültig bleiben' 1 ) 
die möglichkeit einer bedeutung 'durch gerichtliches urteil für 
gültig erklären' erscbliessen , deren gegensatz dann ein mit 
wrbeck 'zurück', oppositum zu foerd, componiertes finda oder 
wisa = 'durch gerichtliches urteil für ungültig erklären' bilden 
könnte. Die eine sowie die andre bedeutung nun finden sich 
in der tat, wenn auch in uneigentlicher Verwendung, d. h. bei 
Verbindung des verbums mit der person als passivem subject 
anstatt mit der sache, bei foerd- und wrbeckwysa in S 503, 28 ff. 
(in der Instruction für die von den praelaten von Waghenbrugghe 
angestellten richter [greetman]): hwanneer dae greetman ieft 
nüchteren biset wir det in dae presteren (man von den 'greet- 
man' auf die priester appelliert) 2 ), so scelma da papena ponten 



l ) Vgl. W 433, 32 ff. DU sint da fiouer riücht (rechtsangelegenheiten) 
...., deer (welche) da wird (das zeugnis) schiüet nederslaen (nicht 
gelten lassen); elkers (sonst) om alle ting, deer redelic sint, moet di(T 
wird foerdgaen. 

9 ) Diese aus dem Zusammenhang hervorgehende bedeutung des aus- 
druckes biset wirdet begreift sich bei beachtung des aus dem citierten 



382 VAN HELTEN 

(rechtsbestimmuDgen) al tida foerdwtsa (folge leisten, s. über 
diese bedeutung gleich unten), ende deer (wer) der toiensl deth 
ieft drvaen wol, den scelma wrbeckwysa (dessen Urteilsspruch 
soll man für ungültig erklären); ende wirdith dae greetman 
?vrbeckwysd f dae greetman da prestera cost to staen (für die 
kosten der pr. aufkommen) ieft Märe terinck ende dat fan hür 
ra pänden 1 ) te nimen ende ien dat toe hoeden, ende di, deer 
hiaerem bilecket (ihr urteil beanstandet), zynen (lies zyne) pända 
fry weer to habben; ende wirden (1. -e) dae greelmaen foerdwyst 
(wird das urteil der 'greetmaen' für gültig erklärt), dy, deersie 
bilecketh häth, dae presteren leringe toe staen ende greelmans- 
pdnden dan onbelest to wessen. 

Bei Verwendung der in rede stehenden composita in wei- 
terem sinne konnte die engere bedeutung 'durch gerichtliches 
erkenntnis für gültig, ungültig erklären' übergehen in 'für gültig, 
ungültig halten', '(nicht) folge leisten'. Für solches foerdwisa 
8. die oben citierte stelle; für solches wrbecfynda J 24,2 Dat 
ma srverren eden, deer naet sintjeffta gaet tojenst da seehälicheit, 
da sintma al schyldich to hälda [hätden] foer al tingh ende mey 
ma maet wrbecfynda. 

In etwas abweichender bedeutung begegnen foerd und 
wrbeck in W 425, 13 ff. (und der parallelstelle H 158): dal ma 
dyne häldere (den beklagten) aeg foerd to fynden an da lioed- 
warve ... om redelika thing, bihala om fyower thing. DU is 
dat aerst fan da fioweren: hweerso een man leyt oen da lesta 
eynde, haetso hi dan deth bi sines popa rede, so aechma da oen- 



paragrapben sich ergebenden umstandes, dass derjenige, der von den 
' greetman' auf die priester appellierte, eine cantion zu hinterlegen hatte. 
Setta hiess u. a. Kaution stellen' (vgl. W 418, 17 ff. Jefter een schip an 
dine ouir comt endma hit penda tvil, soe aegh hy to gaen mitta schelta 
. . . ende to iariane, datler htm dine röder iowa wil ende onderpänd setta)\ 
daher bisetla eig. = 'wegen (bi-) des richters oder besser des richt- 
spruchs, den man beanstandet, caution erlegen', durch Übertragung 'gegen 
das erkenntnis einspräche erheben'. — Siehe noch in der nämlichen 
instruction W 501, 23 ff. (§ 12) dat da greethman naeth riüchta scellelh 
rvr desse i^nw erdige ponten ...; ende hwanneer mase beseth in dae 
presteren, dis riüchtis naeth to wernen. 

l ) Wegen der von den 'greetman' bei antritt des richteramtes ge- 
stellten caution s. in der nämlichen instruction, S 501, 14 ff. (§ 11), dat 
aider greetman scel setta dae presteren honderl ponde pände. 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 383 

spreeck foerd toe fyndane. DU is dat öder: hveerso een man 
syn friahals (freiheit) schil biradia (beweisen) ..., so schilma 
him . . . syn friahals tödela, al haet hi dae oenspreeck (auch 
wenn er klüger ist). DU is dat tred: hveerso di fria Frese ofte 
did* frx Fresenna tvillet sprecka on da bannena sinde om een 
aeft, dallit britzen (ungültig, nicht rechtskräftig, eigentl. kraft- 
los, gebrochen) sc, ende hia willet bireya (beweisen) . . ., soe 
aechma hidrem foerd to fynden; soe schilma dat aeft gaer 
dela. DU is dat fiaerde: hveerso faeder ende een moeder tyaet 
(zeugen) tria hynden, tween sonen ende een dochter, ende hära 
leideren dan stervet, ende Mo dan een man nimpt büta reda 
bedera broren, soe quaet (sagen) da broren, Mo habbe her gued 
rvrschelt (eingebüsst, s. unten s. v.), omdat M0> et deen haet büta 
hidra reed; nw queth her mond, Mo nabbet naet wrschelt om 
dine frya wilker, deer her ende alla frorven di koningh Kaerl 
ghaf . . ., iruch dat aeghma da frowen foerd to fynden ende 
dae broren wrbek, iefta een soen [soene], deer tvise lyoed lowiad 
ende redet; ief dae nysa lioed ne connet naet rvreen rvirda, soe 
schil doch der frorva riücht (forderung) foerdghaen. 

Hier stehen foerd-, rvrbekfynda offenbar = 'durch gericht- 
liches erkenntnis zuerst', bez. 'zuletzt (zur fiihrung des beweises) 
zulassen ', eig. 'd. ger. erk. den vortritt gewähren', bez. Zurück- 
treten lassen\ (Vgl. auch foerdghaen am schluss des Para- 
graphen = 'zuerst berücksichtigt werden J ). 

Auch beachte man foerddela = foerd fynda und tojenst 
fynda = wrbek fynda in J 13, 16 Dat dij sitter (beklagte) mit 
lycka riücht nyaer is and hyne dij riüchter altyda aegh foerd 
to d elane, byhäla om fyorver da eenstigha secken (praerogative), 
deer altida myt lycka riücht een slal aeghen to habben; aldeerom 
aegh dij riüchter hya foerd to delen, want hya gräten eensl 
( vorzug) ney da riücht habbet; jelkirs (sonst) hwt/r so da riücht 
ende da prowinge lyck sint, so aegh dij riüchter tojenst dyn 
clager to fynden. DU sint da fyotver eenstlicka secken: . . . dis 
mehscha lesta tvilla . . . fryheed dis halsis . . . dat hellige aeft 
. . . der frorva bimse (heiratsgut); und vergleiche wegen andrer 
belegstellen für foerdfynda und lobeckfynda in der zuletzt er- 
wähnten bedeutung Dat ma dyn sitter sehet myt lycka riücht 
altida foerdfynda, byhäla om fiower byschedelike tingh: . . . om 
een aeft . . . om een testamenl . . . om bernlse (heiratsgut) . . . 



384 VAN HEIZTEN 

om een frtjheed dis mannis, dis wives 1 ) J 13,7; Hweerso da pro- 
winga ende da sykerinya (abwehruüg einer anklage) gaer commet 
myt lycka riücht, so aeghma da sikeringa foerd to fynden J 
13,19; Hweerso (eine frau oder deren kinder beim leben des- 
jenigen, der ihr die mitgift gegeben hat) dis . . . guedes habbet 
binetten ende bysetten . . . sonder rveerspreek spns in eniga riücht 
. . . ende dij sitter (angeklagte) dat claerlich [claerlick] bytvxsa 
mey . . . , soe is ma scieldich den sitter mey aldtdker fesücheed 
ende bisittinga foerd to fynden, ende dat gued to byhälden 
ende to brücken to syn frya willa, ende diin oenspreker \-ir] to* 
beck J82, 1. 

Focht, fücht. Die beiden für die 3. sg. praes. ind. zu 
faen capere verwanten formen (s. für letztere H 118. W 103, 
20. 406,30. 410, 24. 433, 5. 470, 31. S 497,31. J 22, 18. 35,1. 
38,1. 40,1. 44,6. 45,17. 87,5, für die andere H 49. 106. 176. 
240) stehen für älteres, regelrecht entwickeltes *feth (= aofr. 
felh SLUS*fe n hith) als neubildungen nach tibcht W, S, H 164. 165. 
176. J 48,2. Seh 335 und tiücht W, H 47. 154. J 3,3. 47,5. 7. 
13. 50,41. 42. 72,7, sibcht H 88 und stächt W, J 2, 14. 13,6. 
58,25. 71,6. 72,8, der 3. sg. praes. ind. zu tiaen 'ziehen', siaen 
'sehen'. Bei der begründung des hier angesetzten ib (mit 
kurzem 6) und o erlaube ich mir zu gleicher zeit einiges über 
die Schicksale von iü im wfr. zu erörtern. 

Besagter diphthong (für iu, das germanischem eu entspricht 
oder westgerm. eu bez. iu aus e bez. i vor tv\ oder durch ein- 
wirkung eines folgenden w 1 oder w aus v entstand [s. oben s. 
353 flf. und 378], oder sich, wie im aofr., s. Gramm. § 39 mit 
nachtrag und § 36 und 37, durch brechung vor cht, chs, ks, bez. 
durch u- oder w-epenthese entwickelte) ist im awfr. zum teil er- 
halten geblieben, zum teil in io 2 ) oder ib übergegangen und 
zwar nach folgenden gesetzen: 



*) In bezug auf die hier in den zwei vorangehenden und dem 
erstfolgenden paragraphen zn tage tretende rechtsregel vgl. J 13,21 Di 
sitter is nyaer (näher) mit lycka riücht to ontgaen (sich eidlich von einer 
anschuldigung zu reinigen) dan dy oenspreker; dy ongong is nyaer dan 
dy oenbrengh (die eidliche anklage). 

2 ) D. h. t0", wie sich schliessen lässt aus dem im jüngeren nwfr. 
stattfindenden Übergang zn iü oder iü» (s. unten). Die reime lioed: hluud 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 3S5 

a) iü bleibt vor einfacher tautosyllabischer muta und in 
den sub ß, 7, ö und £ gemeinten ausnahmen; 

ß) es wird zu iou vor w (wegen der belege und der durch an- 
lebnung entstandenen ausnahmen s. oben s. 351. 353 ff. und 378 f.); 

7) es wird zu iö (in unbetonter silbe ib) vor heterosylla- 
bischer muta und im wortauslaut, im letzteren fall aber nur, 
insofern nicht das iü-w einer verwanten oder einer nebenform 
schützend einwirkt (Schreibung ioe oder io); 

6) es wird ebenfalls zu iö vor tauto- und heterosyllabischen 
/, r und dent. n, insofern nicht das iu-w einer nebenform 
schützend einwirkt (Schreibung ioe und io in offener, ioe in ge- 
schlossener silbe); 

e) es wird zu ib vor ng, nk (constante Schreibung id)\ 

£) es wird ebenfalls zu ib vor tautosyllabischem cht, in- 
sofern sich nicht analogisierender einfluss geltend machte, und 
vor ks sowie kk (constante Schreibung io). 

Für die verba und nomina, in deren flexionsformen tauto- 
syllabische einfache muta mit heterosyllabischer, bez. ch-t, k-s 
mit cht, ks wechselten, ist nach a und 7 bez. a und g die ent- 
wicklung von doppelformen nebst ausgleichung etwas selbst- 
verständliches. 

Belege für a: tiüftig 'gestohlen ' W 397, 26, üüftigia 'stehlen' 
J 60,9. 16 mit p. p. Mftigad, -eged W, J 59,4, tiüchfe 'dieb- 
stahr H 74. 135. 141. 165. 169, üüchtig H 56, üüchtgath 'ge- 
stohlen' H 93 (mit ch aus/* vor t); tiuester, tywster, -lick, -nisse 
W 37,11. 47,1. J7,9. 13,46. 21,26. 27,14. 46,42; fliu(e)swerp 
W, S, H 226 (8. oben 8. v.) ; fliüs in flyüscdper, fliuesden (oben 
s. v.); bywsterlick ' verwirrt ' J 12,8; syu(e)(c)kl(e) J 3, 13. 19,2. 
45, 11. 46, 16. 53. 62. 73,2 mit bisiückt 'krank' J 73, 1. 2. 

Belege für 7: nio(e)gen 'neun* mit nio(e)genda, -tena etc. 
W, S, H 74. 88. 93. 95. 138 etc. Seh 603. 709. J 12, 8. 56, 1 
etc.; hyoda, hioede 'heute' W, S, H 24. 299. J 50, 24 mit hidde-, 
hioedlik H 116. W; *gridde 'narbe' (s. oben s. 356). 

Belege für a und 7 (das durch ausgleichung entstandene 
iö wird in geschlossener silbe dargestellt durch ioe, selten durch 



W 438,25. 26, lioede: hlüde H 28 sind nicht beweisend, weil hier urspr. 
liued{e) (s. unten s. 385) gestanden haben kann ; vgl. riochte: tüchte H 168, 
wofür an der parallelstelle riüchtei tüchte [tüchthe] steht. 



386 VAN HELTEN 

io): liu(e)d, lywd nom. acc. pl., lyuedem, -en (mit alter, in der 
historischen periode nahezu normaler apokope der endung) nebst 
liu(e)dgärda, -ferd, -wäre, -wirden(e), -rverden(e) W 49, 27. 79, 
15 (v. R. falsch lioed-). 409, 11. 416, 10. 422, 17. 423, 32. 424, a 
426,23. 428,28. 471, 1. S, H 165. 254. J passim und lioed, •<?, 
-a, -ena, -um etc. nebst lioedgdrda, -/rede, -wäre, -merck, -wir- 
den(e), -werdende) W, S, H und J passim; biüt(h), bywth '(ge)- 
bietet' W 404,18. 412,9. 413,26. 414,6. J 1,28. 2,8. 19,6. 20, 
12. 23, 11. 56, 1 und bioel(h), biot(h) W 412, 17. 418,22. 435,34. 
J 48, 1. 2. H 102. 121. 136. 137, foerlyüst J 2, 20. 56, 1 und 
foerlyoest, -lyost J 3,16. 25,27 (das io stammt aus ^biddes^ 
•eth etc.; nach den citierten formen und den danach anzusetzenden 
*nitit und *nioel, *tzitist und *lzioest etc. zu niäta, nieta, tziäsa, 
tziesa etc. bildete sich neben siüth ' schiesst ', dem nur iü zu- 
kam, s. unten s. v. sioth, sioet)\ bilywda, bitiueth 'bedeuten' J 
8, 1. 15,35. 81,2 und bitioda, -<?w, biliolh, bithioet W, H 20. 170. 
J 27, l; nyoed und nyoedsecken x ) (as. niud; ein neben nyoed zu 
erwartendes niued kann ich nicht belegen); crywse cruci J 56, 
12, cryüsdey, criücsdei S, Seh 534, cryrvsgade 'ein kreuz tragende 1 
J 20, 8 (eine daneben zu erwartende form mit io habe ich nicht 
notiert); (iuech, titiges, ~a 'zeugnis', titiga 'zeuge', titiga^ -en, -e, 
-et 'zeugen' J passim. W und tioech, tiöga } tio(e)ghcL, -ane etc. 
W, S, H passim (danach auch tyrvcht J 8, 9. 18, 23 und tioeght, 
tioecht W 476, 1. H 123. 165 mit iü, io für lautgesetzliches ib, 
vgl. oben £); ioegha, -e, iöghe (s. oben s. 379; eine form mit 
iü kann ich nicht belegen); io, ioe dat. acc. des pron. pers. 
W, H passim. J 15, 27. 55,4. 58,37 (daneben auch iü, iw W 
430, 14. 431,21. 432,12 nach dem poss. iüw(e), das sein iü für 
iou hinwider der anlehnung an das pers. verdankte, s. oben 
s. 351 anm.; nach dem nwfr. aus der enklitischen form 
stammenden jb, ju ist auch für das awfr. die wenigstens teil- 

l ) In in need ende yn nioed een he/p habba Seh 708; ende by- 
standt ioe drvaen in need *ende in nioed und ende hem hilplyck syein 
need ende in nyoed Seh 709; hwa dil naet en dSt (wer zur leichenfeier 
des verstorbenen schtitzenbruders nicht beisteuert), foi hael ponl vdrberd, 
need ende nyoed wtseid Seh 603 ; Hweerso een riüchter naet mey komma 
fan freesheed syn lyf off f een oers need s ecken off nyoeds ecken,... 
so mey er syn Jurisdictionen . . . by feile een trowe man J 2, 24. Die 
formel hiess eig. 'necessitas et Studium', doeh ist iu derselben das zweite 
wort offenbar zum synonymon des ersten geworden. 



ZUK LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 387 

weise Verwendung von ib } iü zu vermuten). 1 ) Wegen *riü s. 
oben 8. 355. 

Die bei vielen formen zu tage tretende doppelherschaft ist 
auch im älteren nwfr. (s. GJ) zu beobachten: ljue und Ijoe 
'leute', betjütte 'bedeuten* mit klirzung des zweiten componenten 
vor dem tt der praeteritalen formen und betjoede. Doch tjuwgje 
(d. h. tjügje) 'zeuge', fjurvg 'zeugnis *, tjuwgje Zeugnis ablegen', 
und, wie im awfr., krjues, krjuesgje 'quälen*. Ausserdem wjueck 
ala GJ, slurvg, stjuwg, stjurvgje (s. oben s. 379. 359) und 
das etymologisch dunkle tjoe(d) 'sonderbar, unwol, erzürnt 1 
GJ. Gegentiber nyoed stehen bei G. Japicx njoe und njue 
'bereitwilligkeit, geneigtheit*. Ob diese aber auf alte njoed und 
*niued zurückgehen, dürfte fraglich sein, weil es auch denkbar 
ist, dass neben altem, durch Verdrängung der M-form zur allein- 
herschaft gelangten nyoed eine neubildung entstanden wäre auf 
demselben wege, auf dem sich awfr. tioester, üöster H 84. 120, 
flioes-, fliösrverp W 451, no. 10. 11. H 122, sioecte, syökte H 83. 
J 73, 1 (die hs. hat hier syoket) neben ursprünglichen tiuester 
etc. (vgl. auch nwfr. tjoester neben tjuester GJ) und nwfr. (GJ) 
njueggen neben njoeggen, bij djue 'täglich* neben bij djoe (misch- 
form aus dey 'tag' und hyoe) entwickelten, d. h. durch analogie- 
bildung nach den von rechtswegen mit beiden diphthongen ge- 
sprochenen formen. Man beachte noch nwfr. (GJ) njoet und 
njuet 'zahm, ruhig* (an. nytr utilis, mittelostndfrk. niute utilis 
Teuthonista). Die jetzige spräche kennt ausser im auslaut nur 
noch iü bez. iüd oder in einigen formen mit vor zweifacher 
oder tautosyllabischer consonanz gekürztem iü\ also Ijü, be- 
tsjutte, njü 'freude*, tsjiister, njüggen, njät 'zahm*, tsji\d(d) 'schlecht, 



l ) Der lange component erhielt sich im nwfr. noch in dem nach 
dem mnster von min, dm (thin) neben mi, dl, (thi) aus iö gebildeten 
possess. jön GJ = awfr. ioen in ioene acc. sg. masc. W 431, 14. H 171 
(2 m.). 173, ioen(e) nom. acc. pl. H 1 19. W 430, 9, iönre dat. sg. f. W 432, 5 
(v. R. las an den drei stellen in W falsch ioeue , ioen, ioure), joen dat. 
oder acc. sg. ntr. J 6, 4. (Vgl. anch noch iofre dat. sg. f. H 113 (2 m.) nach 
analogie von ioe neben iü statt iü(rv)re). 

Für die nom. sg. f. hiö" und dicT sowie für den in Strumen t. diö in 
bidio W 406, 2S hat nach aofr. hiö~ IhitT (Gramm. § 242. 246) genesis ans 
*hio, thio mit geschwächter endung bei dissyl labischer ausspräche zu 
gelten. Die heutige spräche verwendet neben (h)jö auch ein nach dem 
person. 2. pers. jü neben jö gebildetes (h)jü. 



388 VAN HELTEN 

böse' *), sowie (h)jü 'heute', grtode 'narbe', ebenso gut wie/Jtoi 
'vlies', bjüster, wjick 'flöger etc. und tsjüge 'beim tausch den 
vollen wert für etwas erhalten' (mhd. ziugen 'die kosten wovon 
bestreiten', mnd. tu gen 'kaufen'), tsji&r ' weideseil ' (fftr *tiöder 
&m*tiudir; vgl. nordfr. tjudder Outzen 359, und in GJ tjurrie 
'mit einem weideseil festbinden'); ferner rju und jü, (h)iü, doch 
jb, (h)jb (s. oben). 

Awfr. belege für 6 sind oben s. 356 anm. 1 und 358 anm. 
4 verzeichnet. Die ausnähme fyuer, fyrvr J .08,40. 59, 17 ist 
auf eine linie zu stellen mit Hoester etc. neben tiüster etc. 
Das ältere nwfr. (GJ) hat dem awfr. entsprechend snioen, fjocr, 
djoer, djoer te, stjoere, sjoene 'gesiebt', sjoen 'gesehen', sowie 
kryoelje (oben s. 379), stjoer 'unfreundlich' GJ (awfr. *stiör(e) 
aus *stiuri), und das etymologisch dunkle njoer 'unfreundlich 1 
(woneben auch unurspr. njuer) ; doch frjuen als analogiebildung 
f(ir altes friönd. Wegen der ausnahmen scriuen, sniün, ljuerck, 
sljurvn und jurvn s. oben s. 355. 356. 359. 379 und unten zu geva. 
In der heutigen spräche gilt auch hier bald immer iü bez. 
iü9 : fjüar, djüdr, stjtore, sjün, krjülje, stjüdr *) und betsßtoe 
'behexen' (ags. tynan 'schaden zufügen'), sowie ljüdrk, stjün; 
doch snfon mit kürzung des zweiten componenten, wie in frjbn, 
das auf ein im älteren nwfr. neben frjuen stehendes frioen = 
awfr. friönd hinweist. 

Belege für e: sibnga, -ane, -en, -t W, H 67. 103. J 77,9. 
Seh 709; dybncker J 12,8. 22, 20. 24,21 (einmal dyrvnker J8, 
1 als neubildung nach dem muster der doppelformen mit iü 
und ib f s. unten) 2 ); nwfr. (GJ) sjbnge, stjbnckje, und nach 
jetziger ausspräche auch sjbnge, stjbnke. 

Belege für a und £: die oben s. 384 verzeichneten tiücht, 
siücht und übcht, sibcht, fliüchl 'fliegt' W und flibcht H 29, so- 
wie fliücht 'flieht' W (eine nebenform flibcht kann ich nicht be- 
legen; iü stammt aus der 2. sg. mit enklitischen pron. *tiüch-stu 



1 ) Reminiscenzen an deu alten lautwert bewahrt indessen die land- 
läufige Orthographie in tsjoed, hjoe, sjoen, betsjoene etc. 

2 ) Der diphthong entwickelte sich in einer nebenform = aofr. diünk, 
an. dekkr (Aofr. gr. § 37) nnd gieng daraus in die bildung mit suffix 
-(e)r über. Altes *t5inkrvra- musste sein interconsonantisches rv verlieren 
(vgl. ahd. fatureo = aind. pitrvyas 'oheiin') und eine form mit t ergeben, 
die in der tat im awfr. dynker J 13,9. 13 vorliegt. 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 389 

etc.; wegen tywchi, tioecht 'zeugt* s. oben s. 386); riücht subst. 
und adj. W, H. 1. 20. 22. 24. 40. 68. 81. 159. 256. 299. J 
passim und r focht Seh 334. H passim. J 1,9 (ib aus der un- 
flectierten form, iü aus riüchta, -es etc.); riüchta verb. W, S, 
Seh 335. 394. J 58, 5 und ribchta Seh 394. S, H passira (ib aus 
ribcht 3. Fg. praes. ind. und p. p. und *ribchtst 2. sg.); fiüchta 
'fechten' W, J 2,28. 13,13. 26,25. 58,6. 66,5. 70,1. 71,3. 75, 
3 und fibchta H 73. 84. 85. 88. 136 etc. Seh 335. 394 (ib aus 
ftbcht, »-rt) 1 ); shücht 'schlicht' J 15,79. 17, 15. 17. 21,25. 22,6. 
37,7. Seh 732. 741 (slibcht kann ich nicht belegen); Ubcht 
'niedrig* (s. unten s.v.; liücht kann ich nicht belegen); sibchte 
W 43,6 (mit ib aus der apokopierten form; ch aus k vor t) 2 ); 
im nwfr. des 17. jh. nach GJ tfocht, fljuegste, fljuecht, sjbchl 
und sjuecht als 2. 3. sg. (und durch analogiebildung tjbg, fljueg, 
sjbg 1. pg. und imp.); rjuecht, sluecht (in dem Zuidhoekschen 
in Wassenberghs Taalkundige bijdragen herausgegebenen denk- 
mal rogt, slogt 1,154. 155. 156. 157. 164. 166 mit schwund des 
ersten componenten, s. oben s. 351 anm.), /juechte, sjbchl(e), 
ljuecht lux (= mhd. liuhte, doch ntr. gen. nach dem muster 
von Uächi), \juecht(j)e 'leuchten' (im Zuidhoekschen denkmal 
libgt 1, 154. 160; im Molkwerumschen von Wassenbergh heraus- 
gegebenen ljuocht und vorliügten 1, 144), tjock 'dick' (vgl. aofr. 
thiüke, Gramm. § 37); in der jetzigen spräche tsjucht, -st, fljucht, 
•tst, sjücht, -st (und tsj'üch, fljüch, sjüch 1. sg. und imper., tsjügge, 

x ) Ebenso in den durch anlehn ung an die praesensformen gebildeten 
fachten {flüchten) W 440,20, flöchten Hill praeter, und flüchten W 57. 
27 p. p. für fuchten W 4ü8, 20, fochten H 66 und fachten W, J 55, 4. 58, 6. 8. 

2 ) Wie in wyecht 'weicht' W 435, 3. 4 (v. R. unrichtig wyiekt) (zu 
wyeka H 22 = aofr. wiäka, s. Beitr. 14,277), brecht 'bricht' W 426,33, 
sprecht 'spricht' W 435, 12 (v. R. falsch spreckt), brincht 'bringt' W 432, 28, 
sieht 'besucht' H 37 (vgl. über das nämliche cht im aofr. Gramm. § 267 £). 
In der regel aber erscheint kt: wyekt, tvieect W 435, 33 (v. R. falsch 
wyckt). H 22 (2 mal, Hett, falsch wreeel), biswici H 46, sSkt W 390, 34, 
breckty spreckt, brinckt etc. überall passim ; ebenso die oben verzeichneten 
siükte, sioecte, syökte. Ob hier indessen immer ein (durch anlehnung 
hergestelltes oder nicht afficiertes) kt vorliegt, ist nicht ganz sicher, denn 
{unyiüct W 389, 10. 390, 32. 396 ; 34. 435, 3. 5. 8. 16. 19, fiäct W 435, 20 (wo 
y. R. falsch (un)riucht, flucht abdruckte) weisen darauf hin, dass wenig- 
stens in der incunabel mitunter (nach dem muster von spreckt, breckt 
etc. mit ausspräche sprecht etc.) -c{k)t zur darstellung eines -cht ver- 
want wurde. 



390 VAN HELTEN 

fljugge, sjügge pl. praes.) sowie tsjbcht, -st, fljbcht, sjbcht etc. (und 
tsjoch etc.), rjücht, sljüchi und rjbchl, sljbcht, fjüchtsje (Jü mit 
kürzung vor zweifacher consonanz), sjbcht, Ijbcht, tsjbk und 
tsjük (jü aus der apokopierten form mit vereinfachter geminata), 
mjükse 'mischen' (wegen x < sk vgl. im engl, to mix = ags. 
misciari) 1 ), Isjbksel ' Wagendeichsel* (ahd. dihsala; ib aus *(hibx-l- 
für *thiüx-l-) 2 ), mjbksje 'die rinne des kuhstalls von mist reinigen* 
(aus *miuhsojan denominativ zu *miuhs = ags. meox < *mihs). 

Vgl. übrigens noch vereinzeltes ryoecht Seh 609 mit i'5, wie 
in tioester etc. (s. oben s. 387), nwfr. ebenfalls seltenes (GJ) 
stfoecht, sjoecht, fjoecht. 

Freed. Dem nwfr. freed 'freitag' entsprechend steht in 
den awfr. denkmälern in der regel (op) den freed, dis (des) 
fredis, freeds J 3,6. 15,27. H 37. 126 und an den im Wb. ci- 
tierten stellen; daneben ausnahmsweise friedet H 126 = aofr. 
fri(g)endei (Gramm. § 104). Der gedanke an rein phonetische 
entwickelung des wortes. ist selbstredend ausgeschlossen. Es 
liegt Volksetymologie vor, d. h. anspielung an den frieden, die 
Versöhnung mit gott, welche durch Christi an einem frei tag 
erlittenen tod erfolgte. Dass im gegensatz zum normalen gen. 
sg. ferda W 107,4, raef-, strydferda (-farda mit a aus e vor 
r) 393, 3. 4. 34. H 42. 43») mit -a aus *-auz (Aofr. gr. § 181), 
woneben selten f er dis S 502, 36, der tagesname nur mit der 
endung ~(e)s begegnet, ist begreiflich mit rücksicht auf das bei 
den andern tagesnamen (mit -deis) verwante genitivsuffix. 
Wegen der neben üblicherem ferd(e), -a etc. pax etc. W, S, H 
passim. J 2, 28. 58,8. 59,2. 15. 78,3 stehenden älteren form 



J ) Die endung des fries. verbums -e (nicht -je) weist auf die 1- 
schwache flexion hin (vgl. abd. misgen, p. p. gimiskit). Die brechung 
entstand also in den synkopierten praeteritalfonnen, denn das -t , -j- des 
praesens verhinderte die brechnng (s. Aofr. gr. § 39). 

2 ) Woneben auch tiksel (aus einer form mit -i- nach hs = ahd. 
dihsila). 

8 ) v. R. tibersetzt die composita unrichtig durch 'raub-, streitfrieden '. 
Es ist hier die rede von einer gebühr, welche der durch gerichtlichen 
Zweikampf eines diebstahls überführte dem 'grewa' zu entrichten hattet 
also eines ferde (für die bedeutung Geldstrafe' dieses nomens s. das 
Wörterb.) wegen des diebstahls und des vom 'grewa' erteilten rechts, den 
process durch Zweikampf zu beenden. 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWPRTES. 391 

ohne metathesis frede, -a, freed s. die im Wb. verzeichneten 
belege sowie H 24. 25. 70. 91. 93. 94. 96. 99. 104. 113. 119. 
121. 133. 135 etc. etc. J 5, 1. G6,5. 

Geva (die flexion des alten). Diese flexion bietet das 
denkbar buntscheckigste bild: 

inf. und gerund, geua W 425,4. H 177. 178, iewa H 174. 
177, gewane, geuuane H 180. W 388,8, iervane H 30. 180 — 
io(u)wa, -arte, -en W, H passim — iaen inf. W, S, H und 
J passim, iä, iae inf. W, S, J 7,2. 8, 1. 44, 10. 12. 18. 45,3. 47, 
8. 55, 1. 59,21. 67,1, iäne, iaen ger. W, H 115. J passim. 
Seh 535; 

p. praes. j'aen J 28, 1 8 ; 

1. sg. praes. ind. jowe Seh 517 — 3. sg. ieft H 176, gheeft 
Seh 603 — Unit, iowt W, H 72. 92. 149. J passim; 

3. pl. praes. ind. iervath H 86 — iorvat H 86 var. — 
iaet{h), jaed W 49, 25. J 51, 4. 82, 9. 14; 

opt. praes. gerve, geue W 388, 24. H 178 — io{v)we, iou 
W, S, H 64. 166. 173. J 17,3. 19,3. 25,38. 26,5. 8. 9. 59,21. 
82,14. 84,17.19; 

3. sg. praet. ind. ief H 27. 174 — gaef W 430,5. 438,26, 
gäf (so anzusetzen nach gaef) W, J 8, 7 — iouwe H 26. 108. 
159 — id, ioe W, J passim — ioed H 2. 25. 26. 30. 63. 64. 68. 
73. 75. 81. 82. 162. 166 etc., ioede H 168 — jög J 1, 46 — 
ioef H 80. 162. 168; 

praet. ind. pl. und opt. io(u)wen, -e W 430,17. H 44. 59. 
168 — id W 434,4; 

p. praet. io(u)w(e)n, joun W, S, H 2. 117. 134. 154. 168. 170. 
174. J passim. 

[Man beachte auch die in den aofr. texten P. und £. Sgr. 
begegnenden, aus den wfr. Dachbardialekten entlehnten iova, 
iöf, iowen; s. Gramm. §7/9, wo die formen jedoch falsch be- 
urteilt sind.] 

Wegen der praesensformen mit o(u)w, ou s. oben s. 360 
(iout 3. sg. ind.. analogiebildung) ; wegen des wurzellautes in 
geua, iewa etc. s. 362 ; das g derselben für j wurde hergestellt 
durch anlehnung an das praeter, mit g. 

Für iaen, iaeth ist selbstredend nicht an rein phonetische 
entstehung zu denken. Ebenso wenig aber wäre eine prae- 
teritale form oder der opt. praes. für die entwickelung der 



392 VAN HELTEN 

neubildungen verantwortlich zu machen. Wir sind demnach 
für die deutung derselben auf die allein übrig bleibende möglich- 
keit einer von der 2. und 3. sg. ind. ausgegangenen analogi- 
sier enden einwirkung angewiesen: mit andern Worten, es erhebt 
sich die frage, ob sich die ehemalige existenz von zu geva(n) 
oder ieva(n) gehörenden flexionsformen für die 2. 3. sg. ind. 
plausibel machen lässt, welche mit der 2. 3. sg. praes. ind. der 
formell mit iaen, iaeth übereinstimmenden verba gaen, staen 
W, S, H und J passim, pl. ind. gaei(h), gaed W 432, 6. S, H 
76,91. 172. 300. J passim, staed W 433,36. H 25. 141. 176, 
d. h. mit *ges(i), geel(h\ geed S, W 39, 22. 393, 12. 411, 30. 415, 
33. 421, 14. 427, 4. H 38. 45. 90. 117. 153. 162. J passim, 
*sies(t), steetQi), steed W 404,4. 474,18. H 90. 102. 300. 302. 
J passim zusammenfielen. Und in der tat scheint mir dies 
der fall zu sein: aus *gewis(t), -ith oder *jewis(t), -ith mit ana- 
logischem w für v (8. oben s. 353 f.) mussten in der periode, 
worin die synkope des tv vor -i wirkte, *ges(t), *geth oder 
*ies{t), *ieth hervorgehen. 

Der inf. id, iae ist als compromissbildung aus ieva und iaen 
zu fassen. 

Das praet. ief steht auf einer linie mit seet, spreek etc. 
(8. zu quaen). 

Gaef erklärt sich folgendermassen : neben altem *bed, 
Hedun (s. für letzteres beden H 64. W) hatte sich zu bidda durch 
Vermittlung des zu diesem verbum und zu * bidda gehörenden 
p. p. *bedan, -en (wegen des e der 5. klasse vgl. seien H 54, 
setten W, H und J passim, wessen W, H und J passim, metten 
J 25,35; wegen des e der 2. klasse s. beden W, S, H 160. 163. 
166. 169. J passim, bisletten, scheiten, wrlern etc., Wb.) und 
der bedeutungsverwantschaft {bieda, bidda = 'gebieten' und 
' bieten') die aus der 2. klasse entnommenen bildungen baed 
'bat' W 19,7. H 75, baden, baeden ' baten' W 433, 14. 439,30. 
H 65 l ) (neben beden W, H 64) entwickelt 2 ) ; nach diesem sg. 



x ) Vgl. zu biäda das praet. sg. baed{e) W,H 66. 94. 161, das praet. 
pl. baeden W (und den opt. baed J 1, 17; doch bedin H 80). Wegen des 
aus dem sg. in den plur. eingedrungenen vocals vgl. tagen W (neben 
teghen H 64), flaegen H 27 (neben flegen W). 

9 ) Das gleiche praet. der beiden verba rief auch ein p. p. baeden 
'gebeten' J 17, 11 hervor nach dem zu biäda gehörenden p. p. baeden W, 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 3Ö3 

baed neben *bed bildete sich von dem verbum, das hinsichtlich 
seiner bedeutung mit bidda in enger beziehung stand, gaef 
neben *gef. x ) 

Die 3. sg. praet. ind. iouwe (wegen des -e gleich unten) ist 
neubildung nach dem plural. Das praet. sg. iö, ioe und der opt. 
iö verdanken ihre existenz der analogiebildung nach der flexion 
der 6. klasse: iö neben iae(n) nach stoep etc. neben stapa etc. 
(mit tonlangem vocal; vgl. auch die s. v. hliäpa besprochenen 
neubildungen hloep und hliäpa). 

Desgleichen sind ioed, ioede (3. sg. ind.) und jög als analogie- 
bildungen zu fassen: ioed neben iaen nach stoed W, H passinC 
J 17,16. 35,1 neben staen; jbg neben iaen nach sloegh W, J 
44, 1. 50, 47. 64, 12 neben slaen. (Für ioed vgl. auch siode 
'sah* H 26, siöden, sioeden 'sahen' H 54. 65, sioen H 24 mit 
assimilierung des d mit -n für -en, sioede 'sähen' H 55 neben 
siaen; wegen des -e in der 3. sg. ind. iouwe, ioede s. noch 
ausser dem zuvor citierten siode die 3. sg. ind. praet. baede H 
66. 94. 161, wärde H 102, biholpe H 1, screwe H 2 2 ), scriouwe 
H 26. 28. 30. 80. 81. 159, scheue H 28, und beachte die näm- 
liche erscheinung im mhd. und mnl.). 3 ) 

loef ist compromissbildung aus ib und ief 

S, H 81. 163. 164. 166. J 5,4. 15,27. 43. 61. 68. 22,15. 16. 30,17. 32,21. 
46,1. 64,17. 80,1, das sich nach dem muster der doppelformen mit ä 
und e im praet. (s. oben s. 392 anm. 1) neben der participialen form mit e 
(8. oben im texte) entwickelt hatte. 

*) Aus diesem g geht hervor, das 8 der process schon vor der genesis 
des j ans g stattfand. Ausser gaef and baed, baeden finden sich noch 
von anderen verben 5. klasse praeterita mit ä, nämlich saeg/i, saeghen 
'sah, sahen 1 W, J. 30, 17 zu siaen nach analogie von taech W, H 135, lägen 
(s. s. 392 anm. 1) zu (iaen 'ziehen'; läy 'lag' W, das neben leg H 25 (ans ISg 
mit &, wie in seet, spreeck etc., s. zn qnaen) aufkam durch einwirkung 
von seiten des im plur. nach dem muster von saeghen neben ursprüng- 
lichem *segen als doppelform zu altem * legen entwickelten *lägen\ und 
rvaes 'war' W 5,5. 397,18. 412,20. 31. 32. 429,31. 437,9. 439,19. 440,26, 
das für das überall passim erscheinende ursprüngliche was (= aofr. was, 
Gramm. § 267/9. 272 a) eintrat in folge des umstandes, dass bei dem 
fehlen sonstiger praeterita sg. mit a und der verhältnismässigen häufig- 
kcit von praeteriten mit ä (nach der 2. klasse) die isolierte form sich 
nach letzterem typus umbildete. Nach waes entstand wären W 427. 2, 
H 170 für normales und urspr. wtren. 

2 ) Vgl. oben s. 361. 

3 ) S. meine Mnl. gr. § 161 und Vondelgr. § 55. 

Beiträge zur geschichte der deutschen spräche. XIX. 26 



394 VAN HELTEN 

Das praet. pl. iouwen gieng auf dem oben s. 353 ff. be 
sprochenen wege aus *ge- oder *ievun hervor. Der opt. iou(we) 
stammt aus dem ind. pl. (aus einer der Vorstufen zu iouwen). 

Das p. p., wofür bei ungestörter entwicklung ieven zu er- 
warten wäre, entstand durch anlehnung an eine der Vorstufen 
des praes. iouwa. 

Die heutzutage gangbare flexion des verbums ist (Bl 160): 
inf. jaen; praes. ind. ik jorv (d. h. jou) oder jaen (nach gean, 
stean 1. sg. neben gean, stean inf.; vgl. die gleich gebildete 1. 
sg. dwaen, slaen neben dem inf. drvaen, slaeri), dujowst, hyjorvl, 
pl. jowe (mit apokope des t für *ioutvet aus iouwat) oder jäne 
(neubildung nach der 1. sg., von welcher sich in der starken 
und der schwachen flexion 1. kl. in folge der apokope des -e 
in der 1. sg. und des -t im pl. die pluralform nur durch die 
endung -e unterscheidet; vgl. auch den gleich gebildeten pl. 
geane, sieane, dwäne, släne) ; praet. joech, joegen ; p. p. jown. 

Bei GJ stehen: inf. jaen (jean); ick jouw, hy jouwt, pl. 
jäne; praet. joe und joegh, pl. joene; p. p. jurvn (d. h. jün, das, 
durch synkope aus *jüwen entstanden, durch einwirkung letz- 
terer form sein iü vor n erhielt und nicht in ib umwandelte; 
vgl. juun und sniün, oben s. 356 f.). 

Greta. In der bekannten, in W 410 ff. beschriebenen 
processordnung begegnen unter andern die formein Nu queth dl 
man (d. h. der beklagte), hy ne thoer (brauche) aldus gret x ) 
hör (weder) iechta ner bisecka 412,4; Jef hy queth, dat hy 
aldus gret ne thoer hör iechta ner bisecka 414,2; So aegh hl 
aldus gret aider (entweder) iechta iefta bisecka 418,4; {Mist 
riücht) dat hi aldus grtt anderda (sich verantworten) schiltoe 
seckwird 419,4. v. R.'s fassung dieses grtt als * klage' (i. v. 
gret) ist zu verwerfen, weil ein subst. hier nicht am platze 
wäre. Das wort ist p. p. zu greta ' anklagen'. 

Nach v. R. soll ferner diesem verbum nur die bedeutung 
'anklagen, auf etwas klagen' zukommen. Es steht aber an 
einigen stellen, wo unser gelehrter diese bedeutung gellend 
macht, = 'vor gericht auffordern (zum Zweikampf)' (vgl. mnd. 
grölen 'zum kämpf auffordern') oder dem richter praediciert = 
'(wegen eines Vergehens) vor gericht laden': dat dae schelten, 



*) Wegen der unsicheren quantität des e s. unten s.v. ksttich. 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 395 

deer bodtingh haidet toe middey, eer ünden (vor 9 uhr) bannes 
blgonnen habba schulet om dat stryd (den gerichtlichen Zwei- 
kampf), deer (wozu) ma aldeer greta schil bi sonna opgongh 
W 391, 15; als dyoe sonna [sonne] sighende is . . ., so ne thoer 
(braucht) dt fria Fresa efter däm dis deys (nach 12 uhr an dem 
tage) withstaen (sich zu stellen), om dat hy eer gret ne was 
W 391,21; datier ene landisgrelmanne berde (gebührte) ti by- 
ribchtene ende di gretane, dat yemma dat al riüchtelike grete ende 
riüchte S 488,26. Vgl. auch in bezug auf die eine und die 
andre bedeutung das (von v. R. ebenfalls unrichtig als 'ver- 
klagen' gefasste) compositum biyreta: sidset hm (die sieben 
nachbarn) htm (dem zum schwertkampf aufgeforderten) so graet 
gued, da hi mit stride bigrel ward (als man sich mit der auf- 
fordcrung zum schwertkampf an ihn richtete), soe schil hi dat 
mära strid oenghaen W 393, 1 3 ; Jef ma him deer mitta stryd 
[slriid] bigret, so schil hi sprecka etc. W 394, 38 l ); ende enes 
landes greetman berre ti bigrettane 2 ) ief ty riüchtane, dat 
iemma dat riüchtelika riüchte ende bigrele S 488, 30; dae greeth- 
man ... et bi grete ende biriüchte S 500, 13. 

Gryowa 'einen einschnitt machen, schneiden', *griöde 
*narbe\ S. s. 356. 

Gröya, blöya, wäya. Die verba pura hatten im vor- 
fries. (dem ags. gröwan, mäwan etc. entsprechend) w zwischen 
wurzelvocal und endung. Dies ergibt sich erstens aus *flew(i)sa, 
dem prototypus zu fliues- in fliueswerp (s. s.v.); zweitens aus 
den für wäyen J 59, 18, biwäiane H 14V) (d. h. wdi-Jen, -jane) an- 
zusetzenden prototypus *wd-jane, dessen nicht zu e afficierter 
vocal auf altes *wäwan etc. seh Hessen lässt mit rücksicht auf 
die tatsache, dass d (aus germ. d e ) vor w erhalten blieb (vgl. 
die den s. v. fliueswerp und trouwaden besprochenen formen 
blau, claUy pau(e)s, tauwe 'gerate' zu gründe liegenden Vorstufen 
*bläwes, -e etc., *clärva, *pä/ves, *gifdwa). (Für das aofr. ist 
growinge mit ow = ou-w aus *gröwinga zu beachten). Demnach 
wären als die regelrechten entsprechungen von ags. *gröweti, 
blöweti, wäwetS awfr. *gret (= aofr. greth, Gramm. § 275 ß), 



*) lu der nämlichen bedeutung findet sich das verbum in einem 
aofr. texte: to tha mära slride hebbe ik iü begret, Hans. 341,20. 
2 ) Vgl. das zu kittich bemerkte. 

26* 



396 VAN HELTEN 

*blet, *wet aus *grewith, *blewith, *wetvith zu erwarten; und 
wirklich finden sich in unsern quellen noch ein paar indirecte 
spuren solcher formen in den analogiebildungen gre 'wachse' 
H 180 und wie 'wehe' H 180 (aus *gre-e, *tve-e für *grötve, 
*rväwe; wegen des ie für e s. oben s. 361 anm. 2). Als die 
normalen formen begegnen indessen *gröy(e)l S 491, 5. Seh 661. 
H 304, blöy{e)t S 491, 5. Seh 661, rväy{e)t, rvaeyt Seh 661. H 304. 
Ag 135 aus *gröjith, Hlöjith, *rvajith, die durch die bekannte 
synkope des w vor i aus *gröwith, Hlöwith, *tväwith (mit her- 
gestelltem ö und ä und nicht synkopiertem -i-) hervorgiengen. 
Dazu als analogiebildungen gröye J 58, 39, wäyen, -ane etc. 1 ) 

Zu rväya steht ein praet. opt. rväyde H 67 2 ) und rväyd W 
440,17. 26. 441,26 (mit apokope der endung, wie ded, deeld 
etc., 8. unten zu quae(n)); zu gröya, blöya sind keine prae- 
teritalbildungen belegt, doch vgl. man nwfr. groeide, groeit, 
bloeide, bloeit (mit als üdi gesprochenem oei aus *6i). Beim 
ersten blick möchte man vielleicht diese formen als durch an- 
lehn ung an die schwache flexion 1. klasse entwickelte nen- 
bildungen gelten lassen. Doch ist hier zu erwägen, dass die 
w- synkope jüngeren datums ist als die oben zu biliouwa 
(causativ) erörterte entstehung von w aus v und dass letztere 
erscheinung erst stattfand, nachdem das postconsonantische ;' 
der endung geschwunden war (?. zu trouwaden und oben 8. 
392 und 353). Zu der zeit wo gröya etc. aufkamen, gab es 
also keine schwachen verba 1. klasse mehr, die mit j im an- 
laut der endung die aufnähme von gröya etc. in ihre klasse hätten 
veranlassen können. Hingegen wurde ein solcher anlass wol 
geboten von Seiten der schwachen verba 2. klasse, als dieselben 
nämlich ihr altes -ia (d. h. -i/a) in -ja gewandelt hatten. Dem- 
nach können wir kaum umhin, als die allein möglichen schwachen 
neubildungen zu gröya etc. *gröade, *gröad etc. (nach -ja, -ade, 
•ad 2. klasse) anzuerkennen. Aus diesen aber konnten dann 
in der folge, wie uns *layede und layed (statt ladede, ladet 



') Die Beitr. 17, 316 vorgetragene auffassung von gröia etc. aus 
*gröde, *gröd etc. ist zu verwerfen, weil die Übereinstimmung im w-typus 
uns nötigt, analoge erhaltnng der starken flexion im vorfries. vorauszu- 
setzen. 

s ) Hiernach ist das 11 69 stehende, mit stoede opt. praet verbundene 
rväye in rväyde zu corrigieren. 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 397 

durch anlehnung an laya aus ladia), layde und layd lehren (s. 
zu flet), zunächst *gröyade, -ede, *gröyad, ~ed etc., darauf 
*gröyde, *gröyd etc. hervorgehen. (Eine parallele zu gedachtem 
übertritt gewährt das zu rvia ' weihen' (d. h. wxjd) gehörende 
p. p. mad, -de H 105. 107. 108 neben urspr. wi(e)de(ri), -da 
W 401,22. 406, 10. 16. 407, 16). 

In bezug auf den durch das oy der überlieferten formen 
repräsentierten lautwert folgendes. Aus 6-j musste nach dem 
oben 8. 347 bemerkten auf lautgesetzlichem wege 6i-J entstehen. 
Doch weisen nwfr. groeije, bloeije sowie roeije 'rudern', floeije 
mit als Ü9i~j gesprochenem oei-J x ) darauf hin, dass im praes. 
unsrer verba in folge von anlehnung an die schwachen prae- 
terita das ö-element des diphthongs durch den laut von *gröade 
verdrängt wurde zu der zeit, wo derselbe noch monophthongisch 
war, oder zu der zeit, wo sich die ö tt 3-qualität schon entwickelt 
hatte. Dass auch für rväya der. nämliche Vorgang anzunehmen 
ist, erfolgt aus der nwfr. ausspräche tvdi-je. 

Wegen *miä(n) < *mdwan s. oben s. 402. 

Häna, behauet, behäniget. Wenn der zum gericht- 
lichen Zweikampf aufgeforderte als exception seine angehörig- 
keit zu einem andern gerichtsbezirk aufwirft, soll er nach dem 
in W 395—396 und H 46—47 (§ 47 und 48) beschriebenen 
verfahren solches beweisen durch die aussage des 'schelta', der 
in dem von ihm vindicierten bezirk amtiert, oder,* wenn letz- 
terer diese aussage verweigert, durch einen eid. Ferner soll 



1 ) Awfriesischem, das nwfr. h vorbereitendem e*9 aus S (s. oben s. 
361) entspricht ein das nwfr. (durch die Schreibung oe dargestellte) Ü9 
vorbereitendes ö u » aus ö. Vgl. die neben der normalen Schreibung o 
oder oe manchmal begegnenden ue und u{u): bueck 'buch' W 433,9. 434, 
14. 438,28. J 17,2. 50, 30. 56, 3. 12. 81,7, bücket (bueket) 'der kirche ver- 
macht' (eig. 'buchen lässt', vgl. Wb. i. v. bökia) J 46, 20, dueck, duc 'tuen' 
W 476,6, fl 154, huede custodia W 437, 27. J 86, 2, huede servet W 410, 
5, hudit [hudei] custodit J 60, 2, buet{h), buete 'busse, Zauberei* J 1, 29. 2, 
28. 80, 5 (vgl. wegen letzterer bedentung mnl. boete 'zauberei', Mnl. wb. 
1, 1345), tvrhuer, -huur 'ehebruch' J 9, 5. 47, 7. 12. 84, 21. 85, 1. 86, 13, huer-, 
huurkynd J 47, 11, wrhuerd moechatur J 85, 4, blued J 50, 24. 52, 1. 56, 1 
(Hett. falsch bloed), fuetloes J 66, 2 etc. ; beim reflex von altem göd subst. 
und adj. ist sogar ue häufiger als oe: gued, guet passim in W, S, H und 
J, neben goed, goet W 428, 16. 434,27. 28. 440, 29. H passim. J 47,9. 
65, 11. 



398 VAN HELTEN 

er zwei seiner nachbarn zur Verfügung haben, welche hine 
burgie, ende datse alsoe rpck se, dat hya dine strydwirdiga sehet 
(die entschädigungssumme, welche den Zweikampf veranlasst 
hat) al lästa moghe, ief him dl schella häna leth, dat (sodass) 
hi aldeer (in dem bezirk, wo er aufgefordert ist) ander da (sich 
verantworten) schil. Was ist mit diesem häna leth gemeint? 1 ) 

Häna erscheint in den aofr. quellen (s. das Wb.) als 
'kläger' und 'beklagter' (eig. 'der eine rech tskränkung erfahren 
bez. verübt hat 7 , vgl. mnd. hon 'rechtskränkung'); in den awfr. 
als 'der geschädigte ' oder 'der beleidigte, geschmähte' (vgl. 
mnd. hon, mnl. hone, hoen 'schmach, schimpf): Een riüchter, 
deer wytlick . . . fpnt een falschen doem . . ., dy is eerloes ende 
is da häna sehyldich op to riüchten al . . . spn schade J 18,18; 
Hweerso een man spn gued rvirlh bynymen mit macht off" syn gued 
wirth schada deen, so aegh dij häna da wir den fan da gued . . . 
to rvirden J 54, 6 ; Hrvaso örern schändelyck off lasterlyck tvirden 
( worte) spreckt , deer in syn era gaed, . . . so mey hij qrvaea 
(sagen), dyr (zudem) dat lasterlyckke wird spritzen is: DU is 
meij (lies mif) alzo leed, als X merck fan myn ayna gued je/fta 
meer, . . . ende alzo fula [fiele] so dij (dem) häna to der händ 
to wpsen ende to riüchien J 63,2; s. noch J 59, 12. 62,9. 
16. 65, 18. 

In keiner dieser bedeutungen wäre das wort in dem oben 
zuerst citierten satz erklärlich, und es ist deshalb geboten, sich 
nach einer andern hierher passenden umzusehen. Bei diesem 
versuch aber bietet uns die im mnl. übliche bedeutung von 
hone, hoen, nämlich 'betrug', eine willkommene hilfe; denn aus 
diesem hone, hoen ergibt sich die möglichkeit eines awfr. *hänc 
oder hän 'betrug', wozu häna 'betrüger', das an der in rede 
stehenden stelle einen guten sinn ergeben dürfte: wenn der 
schulze ihn (dem obwaltenden verdacht gemäss) betrüger sein 
lässt 2 ) (indem er ihn nicht als zu seinem bezirk gehörend an- 
erkennt). 

In dem oben verzeichneten häna 'geschädigter' gehört als 



*) v. K.'s hana 'von hinnen 7 (Wb. 796) kann natürlich unbesprochen 
bleiben. 

s ) Wegen leih ' lässt' mit Ih als Schreibung für t s. die citate im 
Wb. und vgl. unten. 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 399 

denominativ behäniget 'geschädigt, übervorteilt' in weert seeck 
dat rvedue off" rveesken off tzercke rvere behäniget off byclöket 
(vgl. oben s. v.) myt da ferdban, so is dij riüchter . . . dat ferd- 
ban wanmachtich to riüchten J 31,10; Hweerso dyo izerck of 
gästlicke lyoed off wesen sint behäniget . . ., dal aegh neen stal 
J 32, 15. Metaphorisch von einer sache verwant steht das verb. 
= 'beschädigen' in tveer dat huus rvtvärdis byhänet my (lies 
myt) inigherhända tingh, dat to beten myt een häla pond J 75, 
3. Wegen der suffixe ~(i)gia, -egia etc. für -ija etc. bei verben 
der 2. klasse (= aofr. -igia etc., Gramm. § 299 anm. 1) beachte: 

eynd(i)gie, -get W 438,31. H 29. J 19,5. Seh 735, endeghia 
H 150 *) (nwfr. eindigje, eyngje und eynje GJ, aofr. endigiaetc. 
neben endia, -ath = ahd. entön); crywsgade p. p. 'ein kreuz 
tragende' J 20, 8 (nwfr. krjuesgje 'quälen' GJ, = ahd. crüzön); 
pynigien, -igie, -egat S 485, 16. J 62, 8. H 22, pyngia, -gien, -gie, 
-gat, -get S 459,5. J 2, 9. 33. 12,22. 15, 18. 23,5. 10. 11. 43,7. 
65, 1. 5, pinnigia, -iget W, J 20, 7 *) (nwfr. pijnnigje GJ, aofr. 
pinegat F 4 = ahd. pinön); foerlenighet 'verliehen' J 60, 19 
(nwfr. forlienge p. p. neben forlienje inf. GJ, aofr. lengade = 
ahd. lehinön); byhyndiget 'beschimpft' (s. unten zu h yndicheed); 
needmondighiet, -iget J 86, 8. 66,5 (zu nedmond 'notzucht'); bi- 
riousiget 'bereut' J 86, 10 (= ahd. riuwosdn, ags. hreorvsian); bi- 
stedigia 'bestatten' W l ) (= mnl. mnd. besteden 'bestatten' aus 
*bisted(i)6n)\ *lauw(i)gia 'laben' und *klins{i)gia 'reinigen' (s. 
oben s.354 und 369); 

sowie oneerwighia 'enterben' H 173 neben {pni)e{e)rwia, 



l ) Sparen des alten -(i)g- (vgl. Aofr. gr. s. 234) begegnen noch in 
eyndiget 3. pl. J 15, 71, pinigha, -ghen S 484, 24. J 1, 36. 29, 1. 38, 4. 62, 1, be- 
s tedigen J 34, 1, schouwiga (s. s. 400). Aus der periode, wo formen auf dieses 
~{i)g- mit un ursprünglichen, später normalisierten auf -{i)gi- wechselten, 
stammen die als analogiebildungen zu fassenden, zu denominativen aus ig- 
adjeetiven gehörenden formen (denen von haus aus nur -igt- zukam) by- 
schyldiga J 12, 15 (neben on(i)schyldigia, -igie J 6, 1. 39,2. 62,9), rvytiga 
* weissagen' J 80, 6 (neben wy igten J 80, 8), wrdiligen J 64, 17, foerdilga J 
1, 1 (neben ürdilighied W mit kurzem wurzelvocal, nicht mit I, vgl. mnl. 
deligen, dessen e nur auf i zurückgehen kann), sowie swiget 3. pl. J 36, 
9 (2 mal, neben swigia, -ie etc. W. H und J passim). Umgekehrt veran- 
lasste dieses -igia etc. neben -iga mitunter die Verwendung eines -igtet 
für -iget der 3. sg. praes. und des p. p.: aeftigiet, larv(i)giet(h) 3. sg. und 
p.p. J47,3. 6. 50,1.30.41. 



400 VAN HELTEN 

-ien W, J 45,1. 11. 33. 46,58. 51,2. 58,10. 77,6. 84,18 (nrcfr. 
eervje G J, aofr. ertvie, -tat etc.) ; lautvigia, lauwegia, -eget, laufia, 
-giert etc., lawigia etc. 'nachlassen' W, H und J passim (s. auch 
oben s. 354. 363) und lawie, lauvede, lawede W 105, 13. 73.31. 
398,36 (aofr. lävegad, läwgat und lärviane, Gramm, s. 231. 234); 
wtreysget 'zum kämpf auszieht' J 72, 5 (nwfr. reysgje 'reisen' 
GJ) und reysia, -ien 'reisen, ziehen' Seh 546. 600. 601. 609. 
655. 733. 739 (ahd. reisöri); tvenghien 'wohnend' Ag 107 und 
rvennia (s. unten s. v., nwfr. wenje); schouwiga 1 ) Seh 545 und 
scouwia etc. (s. oben s. 377, nwfr. oonschowvje GJ), sennigia 
'streiten', sennegat H 61. 142 und sannia W 411,20; schadigia, 
-gie, -get W, J 37,4. 38,2 und scha{d)ia, -et{h) W, H 34. 117. 
J 26, 13. 30,4 (= ags. sceaftiari). S. noch zu trouwaden. 

Hatä, hettä 'etwas' in ßeyda igghen (parteien) hdbbet in- 
strumenta jeffta breef [brief], deer se mey willet hatä biwsa 
J 17, 3; fiten scryft een man hatä, deer hem selff tojenst geet, 
dat scrift steet wel to lyowen (glauben) J 17, 15; Hrvaso eenich 
[mich] dede [deda] sehyldich is jeffta een örem hatä jaen jeffta 
dwaen schölde J 38, 4 ; Dat dij fader da kynden naet legia rvolde 
wter fanseip (lies fangenseip) Jeff da kynden büta wirth worden 
Jeff jelkers [jelkirs] hatä locoem J51,2; men rvilma him hettä 
jaen (geben), dat mey hij nima J 77, 9. 

Der auslautende vocal des pronomens kann schwerlich 
etwas andres sein als das dem indefiuitum angehängte adverb 
ä 'immer' (wegen dieses Wortes s. H 83. 179. 180. J 27, 1. 15, 
55 ; wegen der nämlichen Verwendung von ä in enterä etc. und 
im aofr. aiderä und ähwederä s. obens*. v. ent(h)erä und Aofr. 
gr. § 257 anm. und 259). Hinsichtlich des vocals und der con- 
sonanz von ha\t- und hett- vergleiche das normale haet (ali)quid, 
quodeunque W 27,31. 398,32. 424, 14 (bei v. K. steht hier un- 
richtig hwael). 434,26. 27. 29. 435,1. 5. 23. 440,7. 474,16. H 
und J passim mit tonlangem a aus *h{w)a(a (= got. *htvata, 
vgl. aofr. hwete, Gramm. § 252 und s. Beitr. 15,474 ff.) und hei 
quodeunque J 44,8. 71,6. 75,9 (nwfr. het GJ) mit e in ge- 
schlossener silbe für a aus *h(w)at. Für den verlust des alten 
keinesfalls auf phonetischem wege geschwundenen w ist bc- 
einflussung von seiten der doppelform hot H 1. 73. 175 300. 

S. anm. auf s. 399. 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 401 

301. 302. 303. S 498,21. Seh 394 (mit o aus wo) geltend zu 
machen. (In dem seltenen hwat H 1 50 *) und den im jetzigen 
nvvfr. üblichen formen hwat, hrvet ist das w wol nach dem 
muster der andern flexionsformen hwa, hwaem etc. hergestellt). 

Haetia. Im § 19 des Rudolphbuches (W 431 und 432. 
H 171), wo eine reihe von handlungen erwähnt wird, welche 
die öffentliche Sicherheit gefährden und deshalb ausdrücklich 
verboten werden, heisst es u. a. Ick wrbanne, datter nemmen 
haetie da heerstreta . ..; hwaso hyr wdld oen det, di schilt 
beta mit een coelscha pond. v. ß. übersetzt hier haetie durch 
'ziehe' (Wb. 798), was sich weder in bezug auf die form noch 
hinsichtlich des inhalts des paragraphen rechtfertigen lässt. 
Den weg zur richtigen deutung zeigt uns das mnl., wo haten 
in Verbindung mit einem objeet wege, dijck und dgl. als 'be- 
schädigen' gilt (p. Mnl. wb. i. v.), begreiflicherweise in folge 
einer metaphorischen Übertragung des ursprünglich mit einem 
acc. personae in der bedeutung 'anfeinden' verwanten verbums 
(vgl. ags. hatian, ap. haton infestare aliquem). 

In J 56, 6 steht hauen l hassend' ; vgl. nwfr. haetsje 'odisse*. 

Haudstoe und haudstoed 'hauptkirche'. S. zu stwe. 

Hensich (hinsich) ende herich. Das adjeet. herich 
und die formel hensich (hinsich) end(e) herich, die ursprünglich 
= 'untertan (und unterworfen)' in bezug auf personen verwant 
wurden (s. das Wb. i. v. heroch, sowie W 11,14. J 50, 48 2 ), 
und vgl. das übereinstimmende aofr. hanzioch and heroch, 
hendsegeh, ~zeg and(end) heregeh, Aofr. gr. § 27 R 1 . 139. 143/?. 
35 a), begegnen in den awfr. quellen auch in Verbindung mit 
sil 'schleuse', silröde 'mit einer schleuse in Verbindung stehender 
graben', decken, dämmen, wetlringe, weghen, lanen (mit bäumen 
bepflanzte wege): Foerd soo bifella wyt alle dae ienne, deer 
habbit zylen iefta zylroeden, diken, wegTien iefla dämmen, dalse 
(lies datse se) tyaen ende lernen (über diese part. praes. gleich 
unten), hensich ende herich hälda S 491,30; ende dio mene 



J ) Ob in diesem hwat und in hat (hath, hadt) W 474, 30, H 299. 302 
das a Schreibung ist für tonlanges a oder kurzes a darstellt, ist zweifel- 
haft. Für die möglichkeit des letzteren sprechen die bei GJ 202 ver- 
zeichneten formen hat, het und die jetzigen nwfr. hwat, hrvet. 

a ) Wo die Wörter in umgekehrter folge als hörich ende henzich 
(hinzich) stehen. 



402 VAN HELTEN 

meente den dyck her ich to meythien (zu machet)) Seh 545; ende 
dae weghen iefta lauen . . . hinsich ende herich toe hälden 
Seh 603; om toe bysjaen dan den Nya-syl, öfter hensich en 
herich is, ende is der nael herich, dan toe bysjaen een netten 
leger Seh 714; dat Audamirdera . . . schulet den JVyasyl lidza 
ende herich mekkia . . . ende dattir hensich en herich zee 
by Sunie Andreas dey nest kommen Seh 717; dat Sindebra . . . 
schillel den Nya-syl etha lidza ende hensich en herich mekkja 
ibid.; dat da decken, dämmen, sylen ende wettringe hensigh ende 
herigh macket wirdit Seh 732. 

Die nicht zu verkennende bedeutung der adjeetiva 'zur 
dienstleistung geeignet 7 ist selbstredend die folge von meta- 
phorischer Übertragung der ursprünglichen bedeutung 'zur dienst- 
leistung bereit'. 

Statt hensich ende herich erscheint als prädicat zu sil, dyck 
etc. auch tiaende ende temende: dyne syl tyaende ende ti- 
mende habba und die andern im Wb. i. v. tema zu findenden 
belegstellen sowie das oben verzeichnete citat aus S 491, wo 
t, e. t, neben hens. e. her. stehen. Hieraus geht hervor, dass 
die beiden formein gleichbedeutende oder doch ungefähr gleich- 
bedeutende waren, dass also v. R.'s fassung des tiaende als 
'(wasser) ziehend' und des temende als 'zähmend (zurückhaltend)' 
oder 'vaeuum reddens' a limine abzulehnen sind (zu dem ob- 
jeet diken etc. in S 491 würden diese bedeutungen ohnehin gar 
wenig passen). Für temende ist wol nicht mit unrecht an ahd. 
gizämi, got. *gatems (vgl. gatemiba) anzuknüpfen, mithin ein 
denominatives *tema für *gitemian = 'im gehörigen zustande 
sich befinden' anzunehmen (wegen des Schwunds von gi- s. 
oben zu beithe). Für tiaende, das natürlich nicht zu tiaen 
'ziehen' gehören kann, liegt es nahe, an ein derivatum zu *tm 
= 'in Ordnung' zu denken (vgl. aofr. elte 'gesund', Aofr. gr. 
§ 86 a, ags. celteewe 'vollkommen' und got. tewa rdyfia, ungatewidax 
wesum ^raxT7]öafiev): zu *tewa 'in Ordnung sein' für *tewian ist 
als 3. sg. praes. ind. *teth aus *tewith oder mit hergestelltem suffix 
*le-eth anzusetzen (vgl. spit, spieth 'speit' W, S für *spirvith)\ 
aus diesem *leth oder *teeth aber konnte sich als neubildung 
ein inf. *iea(n) entwickeln, der in der folge zu *tiä(ri) werden 
musste (vgl. nwfr. mjean 'mähen' = awfr. %mid(n) aus *mea(n) 
statt *märva(ri) nach der 3. sg. praes. ind. *meth = aofr. rnelh, 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWPRIES. 403 

Gramm. § 274 rf, oder *mi-eth < *mewith *) und beachte noch 
wegen iä aus la aus e-a (o) awfr. auf *niär = aofr. niär, Gramm. 
§ 1(3, zurückgehendes nier, niär 'näher' 2 ) aus *niar aus *niar 
aus near aus nehor = as. ndhor). 

Einmal begegnet statt der erwähnten formein rekenad ende 
temed in 1c banne ioe hören alle meenlike, dat i ioutve insilen 
. . . also rekenad ende temed habbe ti der seburch, dat se 
onbanplichtich se H 119. Letzteres p.p. gehört augenscheinlich 
zu einem trans. *tema = 'in den gebührenden zustand bringen*. 
Das andre begreift sich bei der annähme eines *rekenia = 
ahd. rechenön parare, denominativ zu aofr. rekon, ags. recen 
paratus. 

Herde 'arbeit'. S. zu wtha fussn. 

HSrnischeed. Das subst. steht als synonymum zu herm- 
scere = 'auferlegte busse\ Das im Wb. herangezogene ags. 
sceat portio muss selbstverständlich aus dem spiel bleiben. Für 
die deutung von -scheed ist mnl.gesceet 'urteil' (Mnl. wb. 2, 1594) 
zu beachten; also hermscheed = 'Verurteilung zur busse' aus 
*hermgisced (wegen des Schwunds des gi~ s. oben zu bei t he). 

Horstet iu Deer laurva (den glauben) breckt ende deer 
tojenst drvaet ende herstet J 81,23. Als die bedeutung dieses 
herstia ist 'blasphemieren' anzusetzen. Ich bringe das verbum 
in Verbindung mit an. hersl = 4 in gereiztem ton' und erinnere an 
das Verhältnis von ags. hier(w)an 'blasphemieren' zu mhd. here, 
hare (flect. herwer, harrver) 'herb, bitter'. 

Hetene in dio lesie hetene, deer da kempen dis tredda deys 
flüchtet, dyö haet dio lückhetene W 394, 22. Das wort ist 



*) Wegen des w von "mäwan s. zu gröya. Ob *mölh, spU und 
*tilh durch synkope des w vor i oder durch schwund des endungsvocals 
und nachherige absorption des für tv eingetretenen u, ev. nachherige 
synkope des tv (wenn dieses schon spirans geworden war) entstanden, 
lässt sich schwer entscheiden. Analogischer auefall des -i- war schon 
im aufkommen, als das alte % noch nicht zum hauchlau t geworden war 
(Beitr. 17,557), ist mithin eine ziemlich alte erscheinung. Hingegen ist 
der ausfall von tv vor i nach rSsien (s. unten s. v.), sloya, scoya etc. 
(s. unten zu trouwaden) jüngeren datums als die genesis von -t- aus -p- 
(für -o~ aus -tf-) im stammsuffix der schwachen verba 2. klasse und die 
entwickelung des tv aus v (ff) gehört also einer verhältnismässig jungen 
periode an. 

*) Vgl. das zu sautven über awfr. iö<* aus iä bemerkte. 



404 VAN IIELTEN 

mit v. R. als 'gang im gerichtlichen Zweikampf zu fassen; 
was im Wb. über seine etymologie bemerkt wird (Zusammen- 
hang mit engl hii) befriedigt aber keineswegs. Die endung 
-ene (= got. -eins) weist auf ableitung aus einem /«-verbnm 
hin (vgl. haudlesne, grelene, wapeldepene, heftene, hendene etc.); 
die bedeutung des nomens führt auf den gedanken, got. hatjan 
heranzuziehen und wegen der begriffsentwickelung an. hetja 
'kämpe', ags. kettend 'feind' (woneben auch helend durch an- 
lehnung an hete) zu vergleichen. 

Lückheiene ist schon im Wb. richtig als 'schlusskampf 
erklärt. 

Hyndicheed, -heet. Das nomen findet sich in Alle on- 
nette hyndicheed ner laesheed . . . can een man naet helpa, 
ende hwaso qwelyck recknet Jeff foertbringt, dy bycrxged naet 
J 4, 3 ; dat een mynscha tochte, dil länd, dtjr du nü cdpest, als 
ick dat jeld hob, so mey ick hym weer oeffdrywe fan da caep 
off wandet myt nyaer (durch näherkauf), dat is onnette hyn- 
dicheet ende schyl hym schadya ende naet helpa J 30,4. Ein 
hierzu gehöriges adject. byhyndig begegnet in Hweerso een man 
falsck srvert fara een örem ende dij öra meent, dat hij him al 
riücht to fara [fare] swerth, als hijt him to fara legt to sweren, 
ende dijjen, dyr dan swaere [sware] schil, myt byhyndig er 
falsckheit oers srvert ende meent, hij se dan naet meeneendich 
(lies meeneedicti), Indien dat hij dan alzo swert, so is hij meen- 
edich J 24, 14. 

Für die deutung der Wörter an verwantschaft mit mhd. 
mnd. mnl. behende zu denken, verbietet der umstand, dass altes 
e vor n + dental im awfr. zu ei wird (s. oben zu biriind?). 
Hingegen berechtigt die oben unter enter ä beobachtete er- 
schcinung, nämlich die ent Wickelung eines zwischen e und i 
liegenden kurzen vocals aus e vor n + dental, hier einen proto- 
typus mit e aus ö anzunehmen, m. a. w. das adject. *hindig als 
derivatum zu altem *henda oder ~u aus *haunithu = ahd. 
hön(i)da, as. hönda, ags. hlent5(q) zu fassen. Zwar begegnen 
die letzteren formen nur in der bedeutung 'schimpf, schmach' 
bez. 'schaden', doch ist mit rücksicht auf das mnl. hone, hoen 
'betrug' (vgl. auch oben zu häna) die möglichkeit eines *henda 
oder -u = 'betrug', bez. eines *hindig mit der an den citierten 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 405 

stellen völlig passenden bedeutung ' betrügerisch ' nicht zu 
läugnen. 

Dass *henda indessen auch die bedeutungen 'schimpf und 
'schaden' zukamen, ergibt sich aus henda in ther (der) um thes 
löndis tvüla sernesse ieffta henda hebba, Rechtsqu. 309, 16, und 
aus dem denominativ byhyndiget 'beschimpft' in So scheller 
nymmen behyndiget n£r b y lasier et h rvessa fan een oers quäda 
deda J 64, 23 (wegen -ig- s. oben s. 399). 

*Hiouwera 'hafer'. S. s. 359. 

Hirda 'antreiben'. S. zu wtha fussn. 

Hlackia. Das ck dieses in den awfr. quellen nur im 
praet hlackade W und H 63 belegten verbums ist nicht nach 
Beitr. 17,318 auf hh zurückzufahren, denn letztere consonanz 
hat dem nwfr. pochje GJ zufolge ihre spirantische qualität 
nicht aufgegeben. Man vergleiche hingegen an. hlakka, -atia, 
-at 'sich freuen, kreischen' (vom adler gesagt), eine form der 
kategorie ahd. zocchön, ags. twiccian etc. (s. Beitr. 9, 163 ff.). 
Auffallend ist jedoch das a, statt dessen man nach bec 'rücken', 
wrbec 'hinterrücks, zurück' W, S, H 158. J 24,2, ecker 'acker' 
W, H 77, leck vituperium W, S, J 65, 13 e erwarten müsste. 
Dürfte man hier vielleicht anlehnung gelten lassen an ein ver- 
wantes *hlahtor (= ags. hleahtor), in dem das a vor ch (vgl. 
bitrachtia H 304. 305, wachtien J 43, 9, wach interjection W 439, 
20. H 6, 4, macht, manslachta etc.) lautgesetzlich erhalten blieb, 
oder hat am ende ein altes *hlahh(i)a(n) die form des schwachen 
verbum beeinflusst? 

Ueber die nwfr. reflexe von hlackia s. unten zu meyt(h)ia. 

Hliäpa. Neben altem (h)laept{h) 'läuft' W, S, H 21, hläpel(h) 
W, H 22, mit p. p. hlaepen H 88, erscheint in den quellen auch 
eine praesensform mit id: hliaept W 435, 15. 25 (nwfr. Ijeappe 
GJ), deren analogische entwickelung sich erklärt aus dem zu 
hläpa gehörenden praeteritum hliöp (mit iö in folge der näm- 
lichen accent Verschiebung, die aus alten iu, ia die historischen 
iü, iä entstehen Hess; für die belege s. hlioep in dem von 
Hettema in J nicht abgedruckten teil des ms. s. 7, hliöpe opt. 
S 494,18. 497,21): hliäpa neben hliöp nach stapa mit ton- 
langem vocal (vgl. stapt(h) S, stapet W und p. p. stapen J 15, 54) 
neben sioep W, H 114, fara neben foer, draga, -ene etc. W, 



406 VAN IIELTEN 

S, H 56. 58. 101. 107. 300. 302. Seh 708. J 72, 4*), neben 
droech?) 

Von den andern reduplicierenden verben mit wurzellaut 
ä (aus au) und ö sind, so viel mir bekannt, aus unsern denk- 
malern keine formen für das praet. zu belegen: von röpa 
und ho(u)wa, ha(u)wa erscheinen ausser den praesenpformen 
(s. für das erste verb. W 35,2. H 120. J passim, für das andere 
oben s. v. fliueswerp) nur das p. p. röpen J 15, 70. 18,9. 25, 
7. 21. 46,45. 57,11, ho(u)tven, ha(ti)wen (s. zu fliueswerp) 3 ); 
von blöya, gröya und tvepa 'wehklagen* begegnen nur btöy{e)t, 
gröy(e)t, gröye (s. oben s. v. groya), tvypi H 85 4 ) (mit durch 
kürzung aus e entstandenem t'% vgl. das zu enterä besprochene 
i e aus *e vor nn und n + dental) ; reflexe von ags. beatan, ahd. 
serötan, bluozan etc. fehlen gänzlich. 5 ) Doch ist wenigstens für 
röpa noch ein praeter. *(h)riöp zu erschliessen aus nwfr. zu 
roppe (mit opp aus der 3. 2. sg. praes. *ropt, -st für *röpt, -st) 
gehörenden röp 'rief (GJ und Bl 151) mit synkope des ersten 
componenten, wie in den oben s. 351 anm. verzeichneten 
formen. 

In betreff der Chronologie der genesis des praeteritalem io 
zu gründe liegenden io, das entweder durch eo oder durch i-Ö 
aus e-o hervorgieng, sei noch bemerkt, dass es jüngeren datums 
ist als das io der entwickelungsreihe germ. eu zu eo zu io zu 
ia zu iä zu histor. abwechselnd durch ia(e) und ie dargestelltem 
ie a (vgl. unten zu 8 au wen); denn wenn das praeteritale io 
oder event. dessen Vorstufe eo mit dem io oder eo dieser reibe 
zusammengefallen wären, müsste das praet. iä e statt io haben. 6 ) 

Iauwelik, iewelik t jeder , . S. zu sauwen." 



l ) Doppelformen zu drega, -e, dreckt W, H 89. Seh 649. J 32, 19. 37, 
2, dregge, -en, -et J 13,45. 37,4. Seh 395. G37. 

8 ) Umgekehrt steht hloep H 28 als praet. statt hlioep durch an- 
lehnung an hiäpa. 

8 ) Das im Wh. als praet. verzeichnete rop Jur. 2, 266 ist praes. opt. 

*) An der parallelstelle in der incunabel W 47, 10 steht verderb- 
tes tvyst 

6 ) Wegen gliaender W 77, 25, H 95, das ich jetzt nicht mehr anf 
*glöwan zurückführen möchte, s. Beitr. 17, 315 f., spec. anm. 3 anf 8. 316. 

6 ) Weil das hier für das awfr. bemerkte auch für das aofr. zu gelten 
hat, ist das Aofr. gr. § 275 angesetzte iä in iö zu ändern. 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 407 

Inka. In W 399, 7 — 9 werden als die bestandteile einer 
erbmasse erwähnt göld ende weed . . ., kü ende ey (schaf) 
ende hiära quikfiä ende inka ende anderke. Zu inka bemerkt 
Grimm (s. v. R.'s Wb. 8. 1164) 'ahd. encho, anchio, mbd. enke 
'ackerknecht', der das rind beim pflüg lenkt, er wird neben 
kub, rind und pfluggerät zum bodel gerechnet'. Mit recht be- 
merkt v. R. (a. a. o.) in bezug hierauf: ' der ackerknecht will 
mir unter gegenständen des bodel nicht gefallen, auch heisst 
anderke nicht gerade pfluggerät'. Das wort ist mit rücksicht 
auf das folgende anderke l Werkzeuge, gerate 7 (plur. zu *anderk 
= mhd. antrverc { Werkzeug ') ! ) als bezeichnung für 4 acker- 
geräte' zu fassen und muss der plur. sein zu einem neutr. Hi- 
stamin *ink(e) 'ackergeräte' = ahd. *anchi, e?ichi f wozu als 
denominative <m-bildung anchio, encho 'ackerknecht 7 (vgl. got. 
spilla zu spül, ags. steora zu steor etc., Kluge, Nomin. stamm- 
bilduug § 16). 

An der parallelstelle in H 58 steht emka als ein durch 
falsche auflösung von eka entstandener copistenfehler. Wegen 
der auf eine zwischen e und i liegende vocalqualität hin- 
weisenden Wechselschreibungen e und i zur bezeichnung des 
durch z'-uinlaut aus a hervorgegangenen, vor gutturalem nasal 
stehenden lautes vgl. bringa, -ane etc. W, S, H 48. 52. 147. J 
passim neben brenga, -ane etc. W, S, H passim. J 1, 10. 13,29. 

') Wegen der synkope des tv in unbetonter silbe nach dental s. 
ausser anderk H 58, onderk W 422,34 noch anderda y -e 'sich verant- 
worten» S, W 13,18. 67,18. 73,36. 395,16. 396,15. 401,10. 407,14. 408,5. 
419,4. 27. H41. 54. 62. 92 etc., J passim, andera (mit r nach tonlosem 
vocal für rr aus rd) W 73, 27 mit ändert 3. sg. praes. ind. und p. p. J 
passim, ander da * tiberantworten' W 69, 1. 395, 1. II 47. 115 mit ändert 3. 
sg. praes. ind. und p.p. W 417,34. 37, ändert 'antworr, Verantwortung' 
W, S, H und J passim, ändert 'gegenwart' W, S, H und J passim, anderdia 
'sich verantworten' H 86. 89. 94. 109. 110. 122. 131. 134, and(e)riane, 
-ien, -ie W, S, Seh 535. H 40. J 1, 14. 7, 7. 10. 8,2. 9. 10. 10, 2. 20, 1. 
32,24. 37,13. 46,66. 59,13. 62,4. 67,3, wrandria J8,9. 10. 25,11. 17. 35, 
anderdia, -aden, -«* 'überantworten' H 48. 131. 132, tvide 'witwe' W 19,21. 
63,30. 426,37, H 32. 71. 121. 161. Daneben andwirk H 143, andwert 
'antwort* J 3, 6, andwirde 'Verantwortung' H 120, antrvirdie (antw'dia) 'sich 
verantworten' J 67, 6, andrverdia, -ie 'tiberantworten' H 92 (Hetr. falsch 
anderdie). 93 mit nebentonigem -wirk etc.; wedu(tv)e W 23,29. 65,6. 67, 
17. H91. 92, J 11,6. 30,8. 9. 31,10. 50,39. 41. 69,1. 87,4. Vgl. für die- 
selbe er scheinung im aofr. Gramm. § 85 y. 



408 VAN HELTEN 

15, 1. 83, 1, oenbringh, -brins, -brinsche etc. W, S, H 150. J 13, 
39. 30, 30, opbringh J 8, 8 neben oenbreng, -brensze, -brencsze 
etc. W, S, H 88. 136. 139. J 13, 21, hingia 'hängen' W, J 1,43. 
80,2 neben henget Seh 604, hinzia 'gut heissen' W neben henzia 
H 21, bit(h)inzia 'bedenken' H CO. 178, tynsa, -za 'denken* J 
21, 18. 28, 7. 33, 7. 64, 17. 65, 14 neben bitensa W, hwinsen, 
~{d)zen 'gehangen 7 W, Seh 389. 462. 516. 517. 522. 530. 608, 
hinsen Seh 616 neben hwensen, -(t)zen Seh 495. 540. 616. Ag 
6. 56, hinghnisse W neben henghnese, -nisse W, H 108. 159, 
hinsich neben hensich (s. oben 8. v.), tohinsinge J 60, 3, ftnsen, 
~zen 'gefangen* W, H 143. Seh 590. J passim neben fens(z)en, 
-zen W 395, 21. Seh 250. 389. H passim, ginsen, -zen W, H 169. 
J passim neben gensen, -z(i)en W, H 118. 124. 138. 162. 164 
etc., ginse 'gangbar* W, singht 'sengt' W neben senghel S, sengt 
H 90, svärt(a)svingh perfusio W, H 145 neben swertasweng W, 
H92. 111. 145 etc. 

Jown 'gleich'. S. s. 358. 

Jouwigh, jouwelik, ioegh 'ewig'. S. oben s. 379. 

Jouwelik 'jeder'. S. zu sauwen. 

Rettich 'bekannt' in S 502,20. J 15,32. 61. Seh 552. 
Die bei regelrechter entwickelung zu erwartende form wäre 
natürlich *kedich aus *kelhich. Das tt statt d erklärt sich je- 
doch unschwer als die folge der beeinflussung von seiten des 
p. p. zu keda aus *kelha 'bekannt machen', nämlich ket W 404, 
20. S 501,4. 40 *), flect. kette H 102 mit tl aus stimmlosem 
thth aus stimmlosem th + durch vocalsynkope hiermit zusammen- 
gestossenem und assimiliertem d 2 ), wie in den praeteriten 
kette W, S, 11 25, schaete W, H 27, schaet (-e apokopiert) J 



») Zwar findet sich daneben nicht selten kfth W41,23. 388,18.20. 
S 500, 31. 505,12. H 30. 83. 102. J 2,23. 3,13. 18, 10. 15; doch spricht 
diese offenbar als reminiscenz an die frühere Orthographie haften 
gebliebene Schreibung ebenso wenig für spirantische ausspräche des 
dentals, wie z. b. das th in den partieipien seih 'gesetzt' W 23,12. 45, 
12. 418, 24. 424, 16. 425, 19. 432, l. 433, 15. 435, 13. 437, 19. J 21,26. 28,16, 
grdth W 412, 20 (zu grita), beleih 'mit arrest belegt' J 20, 17 (vgl. mnd. 
beletten 'mit arrest belegen ') mit th als Schreibung für t nach dem muster 
des mit t gesprochenen k'elh. 

2 ) In betreff des stimmlosen thth aus stimmhaftem thth vgl. das It 
aus dd in den praeteriten nele und lältt (s. oben im texte), hlttle 
'läutete* W 410, 9. H 114 (zu *hleda), sante* tvanien, s einte etc. (s. oben 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 409 

1,46 mit t nach langem vocal als Schreibung für tt (zu skeda 
aus *skethä)y binetten 'setzten sich für etwas der gefahr aus' 
W 440, 19 j ) (zu Hineda aus *binetha; wegen dieses verbums 
vgl. Beitr. 14,265 f.) und im p. p. schaet J passim, flectiert by- 
schätte, -q, onbescätte (s. unten die fussnote zu wrichte *ar- 
beiter , ). In betreff des tt aus thth vgl. noch awfr. smitte 
Schmiede' W, H 143. 179. 180, witte 'band' W (witthe H 67 
mit th als rest der alten Orthographie), swette 'grenze' Seh 547, 
atta 'richter' W, S, H 129. 130. 140. 150. 151. 153. 302 (altha 
H 154. W, S, Seh, J 24, 21, atha W mit alter Schreibung) neben 
aofr. smithe (Schreibung für smithlhe), rviththe, sveththe, aththa 
(Aofr.gr. § 123/9). 

Bezüglich der quantität des e in ket, kette, binetten mag 
ich keine entscheidung treffen: einerseits möchte man kürze 
des vocals annehmen mit rücksicht auf das neben normalen 
greta, -ane etc. einmal begegnende bigrettane S 488, 30 und 
die nwfr. praeteritalformen (Bl. 144) blette, biet, fette op, opfet, 
leite, let, mette, met etc. zu bliede 'bluten', opfiede 'erziehen', 
Hede 'lauten', mjitte 'begegnen' etc. (awfr. bleda, feda, *hleda, 
meld), gegenüber ae (d. h. ä, ßl 143) in laelte, laet, skaette, skaet, 
spraette, spraet etc. zu Hede 'leiten', skiede 'scheiden', spriede 
'spreiten' etc. (awfr. leda mit praet. lälte W, H 54. 81. 114. 134. 
137. J 72,9, laet, lä((h) W 397,28. 412,6. H 123. J 50,41 mit 
apokope des -<?, lallen H 121, täten W 413,29 und p. p. lät W, 
H 45. 131, skeda, *spreda); andrerseits aber weist die Schreibung 
nele W (praet. zu neda 'zwingen') auf langen vocal; wahr- 
scheinlich hatte sich in der überlieferten periode die kürzung 
schon entwickelt, doch wurde die consequente durchfuhrung 



s. v. biriind), and dem flectierten p. p. eynle, -en, aynta J 2,30. 9,2. 
18,10. 11. 16. 47,4. Wegen der nämlichen erschein un gen im aofr. s. 
Gramm. § 122/9 und y. 

lieber das Verhältnis dieses thth nnd // zu dem 15 d (dd) und d(d) 
in ags. cyfide (cydde), Icedde, sende etc. und as. külhda (cüddd), ledda, 
sanda etc. hoffe ich nächstens bei einer andern gelegenheit zu handeln. 

*) Vgl, die stelle da binne~tlent (lies binfttent) da Fresen milla 
liue ende efter bifuchien hia et mitta händen manlike. 

Statt bin&tten erscheint ein abnormales byneden an der parallel- 
stelle zu W 440,19, nämlich H 66. Die form ist neubildung nach dem 
praesens, wie das p. p. beschede (flect.) J 2, 24 für beschaette. 

Beiträge zur gesohiohte der deutschen gpifeohe. XIX. 27 



410 VAN HELTEN 

derselben noch verhindert durch einwirkung des e der praesens- 
formen mit einfachem dental. 

Quae(n), quaet(h), qwe, quätha. Statt queda inf. H 
94 aus *quetha, wozu quede praes. opt. J 13,38, finden sich in 
unsern quellen die formen quaen, qwaen W, J 63,2, qua J 3, 
4. 5. 6, 2 und qwe opt. W, während als pl. praes. ind. aus- 
schliesslich quaelh, quaed W 77, 9. 425,33. H 159 l ) erscheint. 
Die eine oder die andere praesensform als factor für diese 
Übersiedlung nach dem typus dwaen, dwaelQi), dwe, gaen, gaet(h), 
staen, siaet(h) geltend zu machen, würde schwer halten; und 
so müssen wir behufs einer deutung erwähnter neubilduDgen 
unser augenmerk auf die praeteritalbildungen richten. Ein 
praet. zu queda nun ist in den denkmälern, sofern mir bekannt, 
zwar nicht belegt, doch darf man dasselbe für den plur. und 
opt. nach seien, -e W 440,6. 41,2. H 65, seet opt. J 36, 16. 18, 
beden W, H 64, weren, -e W, H und J passim, treed opt. J 58 
31, spreken W, H 25. 64. 175, spreeck opt. J 46,38. 64. 59,20, 
breeke, brecke W 431, 3. 425,5, breeck, breck opt, J 58,31. 64, 
12, vreke W 79, 27 etc. (zu sitta, bidda etc.), ohne bedenken 
als queden, -e ansetzen, für den sg. ind. (1. 3. pers.) als qued 
vermuten nach seet W 441,6. H 68. J 37,7, scheer W398,7, 
spree{c)k W 29, no. 13. 433, 10. 436, 10. 438, 28. 439, 11. 20. H 16. 
24. 28. 64. 156. 175. 176. J 44, 1, breeck W 423, 22. 438,28. 
H 28. 145. * Queden, -e aber berühren sich formell mit den 
praeteritalbildungen deden, -e (mit e = ä des ahd. tätum, -i etc., 
vgl. nwfr. diene plur.); *qued sg. ind. ebenfalls mit dem sg. ded 
(nwfr. die), in sofern die praeteritalo form mit apokope ge- 
sprochen wurde (s. W 391,7. 431,20. 21. H 169. J 44,1 und 
vgl. deeld W 392, 8. J 3, 17, rvisdma W 439,9, wysd J 27,1, 
schyd (s. zu scehan), meend J 12, 18, leend J 7,2, sette [seth] 
W 435,23, rväyd W 440, 17. 26. 441,26, brocht W 429,7. J 15, 
82, brochlma W 439, 12. 440, 18, leyd W 426, 33, leydma J 50,41, 
seid H 63, sield 'verkaufte' H 154, leerdse H 65, heed 'hatte, 
hätte' W 398, 6. 421,5. 433,15. 439,12. H 57. 117. J passim, 
hyed 'hätte' J 1, 14 63, 9, sculd W 47, 12. H 85. 177. J 46, 
38, scolden [scold] W 424,23, schold J 1,30. 15,26. 44,1. 



l ) Qrvaed in S 385, 6 steht an einer verderbten stelle und kann 
demnach nicht als beleg dienen. 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 411 

64, 12, schoud J 75, 6, ocht W 420, 17, mocht W 434,10. 391, 
8. J 17,2, mucht J passim, wold W 430, 14. 18. 30. 31. J 
passim, rvoed 'wollte' J 26,17. 44,12, woldhi H 157, schaet J 
1,46, laet, läl(h) W 397,28. 412,6. 422,23. H 123. 144. J 50, 
41, rächt J 70,2. 3, most J 11,9. 36, 16. 60, 19, kuud 'konnte' 
J54,6, wist J 15,34. 17,11. 25,15, enigad W 437,19, störvad 
W 397, 29, maked, -eth J 26, 12. 37, 4. 46,38. 46. 46, 63. 64, cäped, 
-et J 7,11. 15,27, dulgetQi) J 44, 1. 58, 34, wrsümet J 46, 59, 
ordineret J 80, 2, mannet J 50, 41, rvrwy eidiget J 44, 1, tylath 
'zeugte* J 50, 46, lawiget J 50, 19). Dieser umstand konnte die 
entwickelung eines inf. und pl. praes. ind. mit ä und eines opt. 
praes. mit e nach dem muster von dwaen, dwaet(h), dwe veran- 
lassen. Für qua als compromissform aus quaen und queda vgl. 
das oben s. 392 behandelte iae 'geben' aus iaen und ieva. 

Eine andere aus der Vermischung der beiden formen 
hervorgegangene bildung begegnet in quätha H 44 (2 mal; das 
th als rest der alten Orthographie), das selber wider als doppel- 
form zu queda, zu der zeit wo das gleichbedeutende spreka aus- 
schliesslich oder doch als norm galt (also noch nicht, wie in 
der überlieferten periode, nahezu gänzlich durch ein aus der 

2. 3. sg. *sprecstj sprect verdrängt war) 1 ), neben den formen 
mit e ein spräka, -et H 133. 162. 164 hervorrief. (Nach dem 
muster von spräka etc. entstanden dann neben *breka etc. 1 ) 
bräkath, bräkanda H 81. 180). 

Nach quaen, quaeth = dwaen, drvaeth, gaen etc. mit der 

3. sg. praes. ind. det, geet, steet (s. oben s. 392), ist auch das 
passim erscheinende quet(h) als neubildung mit langem vocal 
anzusetzen. 

Lenth in dat oen da himrick (dorfgemeinde) , deer dis 



*) Wegen der nahezu constanten formen sprecka, -en, brecka, -en, 
-e, -ed ß. W 394, 38. 397,20. 413,28. 418,13. 425,19. 432,18. S 446, 5. 455, 

10. 483,4. H53. 55. 61. 99. 120. 133 etc. J 1, 6. 19. 22. 34. 12,1. 13,12 
etc. (selten spreka, z. b. S 447,27. 457, 1. H 207. 256) und W 398, 9. 410, 

11. 414,21. 425,5. 431, 29. 480,16. H 58. 124. 162 etc. J 2,37. Seh 239. 
Vgl. auch bisecka, -e 'läugnen' W 37, 20. 65, 19. 69, 31. 77, 1. 390, 25. 397, 
24. 398,35. 403,23. 26. 404,5 etc. H 35. 54. 93. 100. 102. 104. 159 etc. J 
15,22. 62 (woneben biseka, -en, -e W 13,9. 405,25. 419,21. 427,9. 21), 
stecken W 417, 21, wreck 1. sg. ind. W 438, 12 (neben wreke H 29), wrecke 
inf. J 72, 8. Nwfr. sprecke, brecke, stecke, wrecke GJ und Bl 149. 

27* 



412 VAN HELTEN 

santis (der kirche) j ) en dis koningis ende des huismannes Idnd 
oen lenth ende leyt, dat hyt (der schulze) dis fiärda ieris dela 
moet W 391, 18. v. R. übersetzt das wort durch 'anlehnt, grenzt' 
und vergleicht as. hlinon, eine deutung, die weder in seman- 
tischer noch in formeller beziehung befriedigt (as. hlinod 
mü8ste afr. hlenath oder hlinath entsprechen). Das verb. ist 
derivatum zu einem adj. *giland — mnl. geland 'land besitzend' 
(gebildet wie ags. gefeax, gemon, ahd. gibart, gifahs, gilovb etc., 
vgl. Kluge, Nomin. stammbild. § 176) und heisst also eigentlich 
Landbesitzer sein 9 . Es wird an unserer stelle per metonymiam, 
d. h. durch Übertragung vom besitzer auf die besitzung, dem 
land praediciert und steht demzufolge mit geänderter bedeutung 
= 'zum landbesitz gehören '. Wegen des Schwunds von gi- 
und der Schreibung -th für t s. oben s. 347 und unten s. 
414 anm. 

Liöcht und licht 'gering'. Beim sendgericht, wo der 
vom bischof zum richter eingesetzte decken (haudprester) das 
urteil spricht, treten als officielle kläger vom volke gewählte 
laien, die sogenannten eedswaran oder fogeden auf (s. W 401 — 
403, spec. § 1 und 2). Ein solcher soll einerseits nach § 2 am 
Schlüsse keine klage einreichen (nicht wrdgia)^ bevor er das 
vergehen klaghaft gemacht hat (habbe achtel) im verein mit 
seinem priester und seinen nachbarn. Andrerseits aber soll 
nach § 3 kein geistlicher eine klage erheben ohne beihilfe eines 
eedstvara: Haetso dt decken vröghet büla da eedsuara iefta di 
prester iefta ander lichte lioed, so ne thoerma . . . neen ändert 
iorva hodder to iechtvird ner to secktv'd. Offenbar werden hier 
der decken und andere geistliche dem bischof gegenüber als 
die niedrigen Würdenträger erwähnt, die, um als Sendgerichts- 
beamten auftreten zu können, der assistenz dazu gewählter 
laien bedürftig sind. Es ist demnach für Wehte die aus dem 
mhd. bekannte bedeutung 'gering, niedrig' geltend zu machen 
(vgl. mhd. leihter man im gegensatz zu adelich). Die an der 
parallelstelle H 107 Hwat soe di decken rvroeght iefta oer libchte 
lioede begegnende doppelform enthält einen auf altes durch 
brechung vor cht entwickeltes iu zurückgehenden diphthong; 



S. das Wb. s. 1000, doch fasse das nomen in dat sant to Boels- 
wart als 'ufer' = mhd. mnl. mnd. sant 'ufer'. 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 413 

s. oben s. 384 und vgl. wegen der doppelformen (= aofr. Uücht 
und lichte levis) Aofr. gr. § 39. 

Lio(u)wa 'glauben'. S. oben s. 356. 

Lio(u)wa 'zurück-, nachlassen, unberechnet lassen'. S. 
oben s. 357. 

Liouwen *becken\ S. s. 358. 

Meit(h)ia. Das verbum begegnet ausser an den im Wb. 
s. 916 f. aus Seh (mit S und Schw) citierten stellen 1 ) in J 19, 
6. 21,11. 22,12. 46,10. 68. 58,3. Seh 545. Ag 112, wo es mit 
/, und J 21,6. 28,5. 29,8. 32, 24. 46,18. Seh 545, wo es mit 
th geschrieben wird. Es hat die bedeutung 'machen, zu stände, 
zu ende bringen' und stimmt also semantisch mit makia, meckia 
(vgl. oben zu bihellet) überein, ist jedoch keineswegs mit 
demselben zu identificieren (vgl. Beitr. 17, 325), denn erstens 
findet sich von assibilierung einer gutturalen tenuis (oder media) 
vor dem -*- der schwachen verba 2. klasse im afr. keine spur 
(vgl. für das awfr. bokia, harkya, likia W, herekia J 67, 6, by- 
fleckkia J 74, 4. 5. 6. 7, leckya J 1,35, weckten J 1,13, und 
hangia W, hingia W, J 1,43. 80,2, t{h)ingia W etc.); zweitens 
wird der durch assibilierung entstandene laut durch is, s, tz, 
z, sez, schz, seh, nie aber durch t oder th dargestellt; drittens 
Hesse sich so das ei für a (oder e) schwerlich erklären. 

Dieses ei der Wurzelsilbe kann nur auf umgelauteten vocal 
(aus a, u, ä, ö, ü, ai oder au) +j zurückgehn. Es wäre hier 
demnach eine etymologie zu rechtfertigen, der zufolge das 
verbum als denominativ gefasst würde zu einem mit altem 
suffix -Uhu gebildeten abstractum *mö(J)ithu (= mnd. moi(e)te, 
moygete labor) > *me(j)ith- > *mei(J)ith- > *meith- (wegen der 
erhaltung bez. her Stellung des -i- und der entwickelung eines 
postvocalischen i vor j s. oben zu bede). 2 ) Also meit{h)ia = 
'labore efficere*. 



l ) In maytia Schw. 690 steht ay als Schreibung für ei (vgl. oben 
s. 366); malye S 501,34 ist natürlich Schreibfehler. 

s ) Mit rücksicht auf das für den reflex von ahd. muoen, mhd. 
tnüejen zu erwartende fries. ei ist für möya 'belästigen, hindern' J 1, 11. 
28, moyen J 64,28, möyt 3. sg. praes. ind. J 1,37, möy(e)d p. p. J 1,37. 
28, 21 entlehnung aus sächsischem Sprachgebiete anzunehmen. Das urspr. 
öi'j dieser formen (= mnd. öi-j aus d-j) war nwfr. moeye (d. h. mÜ9i-je) 
zufolge nach dem muster von gröya etc. aus *gr6i~ja (s. oben s. v.) in 
öi-j übergegangen. 



414 VAN HELTEN 

Wegen des t und th unsres verbums beachte man die ab- 
stracta meent(e) 'gemeinde' W, S, H 104. J 25,15. 16. 28,16. 
33,5. 64,16. Seh 334. 375. 545, brout(e) 'brau' Seh 603. 671, 
daedbante ' mordklage ' W (vgl. aofr. benethe), wente 'gewohnheit' 
J 28,14, beieerte H 29, tiaefte, tiefte 'diebstal' W 69,5. 421,21. 
431,30. 428, 17. 438,22. H 29. 93, tiüchte 'diebstar H 74. 135. 
141. 165. 169, fayte 'fehde' W, liaefte Seh 735. 773. J 65,1. 
87, 9 und meenthe S, Seh 545, bryouth Seh 540, bannethe H 89, 
bantha J 13,38, lamthe W 413,9. 13. 468,22. 30. J 81,22, ta- 
rnet he H 139, deenthe 'qualität' J 65,4, dioerthe H 24, deren th 
keineswegs die spirans darstellen kann, sondern als rest der 
alten Orthographie und als zeichen für die tenuis gelten muss, 
weil in der überlieferten periode dem durchgehenden t (aus 
stimmlosem th) und d (aus stammhaftem th) zufolge die spiran- 
tische qualität des alten sogenannten interdentalen Spiranten 
in die nicht spirantische übergangen war. 1 ) Woher aber dies 



! ) Daher auch -t(h)e in den nach dem muster dieser abstraeta um- 
gebildeten formen berte 'geburt' H 26. 30. 161, berthe H 47. 48. W, S, 
J 46,35 (aus berde H 95. 106. 117 = aofr. berd{e% ahd. buri) und bernte 
Mast* W, Seh 463, bernthe J 64,13 (mit metathesis für berdene H 162 = 
ags. byrtSeri), berthe 'last' J32,13 (ahd. burdi). 

Für ein solches th mit lautwert t s. auch u. a.: neben normalen ting, 
tingia, tielda 'dulden', tank, tiaef, iremen 'drittel', taulic W 434,29. 
435,10. 20. H 20,21, torp, terp, tyenst, tyenia, iiüster etc. thing(h) W 
392, 13. 394, 28. 425, 15. 428, 25. 28. H mitunter. J 13, 16. 81, 8, ihingia, -ad 
H 64. 70. 82, thielda, -en W, H 2. 3, thank H 120, thiaef H 131, thremen 
H 41,48. 131. 134, thaulic H 21, thorp und therp H 83; neben toer debet 
H passim thoer W; neben den normalen flexionsendungen -at y -et, die 
ab und zu begegnenden -ath, -eth\ vgl. noch oben s. 408 anm. 1). Hieraus 
begreift sich die nicht ganz selten auftretende Schreibung th für urspr. 
t, z. b. in planthia 'pflanzen' J 64, 12, munthe, monthe W 3,19. 5,2. 37, 
30. 407, 3. 431,9. 30. 427, 26. J 64, 14, munthere W 37, 28. 428, 29. 31, 
munthia W 428, 12, renthen 'zinsen' J32,22. 24. 33,5. 36,14. 37,4. 7. 77, 
3. 4, nätha 'genösse' W 416, 18. 425, 15. 440, 19. 27. J 42,4. 50,46, kirthe 
'kürze' W 429,35, bitha 'büssen' W 404,22. 23. 412,11. 413,28. 426,4. 
7, beth 'besser' W 397, 14. 435,1. J 13,26. 14,2. 15,78. 17,17 etc., ttlha 
'lassen' W 411, 26. 438,14, gritha W 411,27, bysoechthe 'nachsuchten' W 
430,5, tuchte [tuchthe] 'däuchte' W 430,1, noth 'frucht' W 390, 13. 475, 
25. J 64,19. H 300. 304, neth 'nütze' J 18,9, bythe 'biss' W 389,29, 
wytha 'wisse' J 15,36. 55,1, ethber 'essbar' H 44, thioegh 'zeugniss' W 
413, 5, thioeged W 412, 31, thitet 'zeugt' W 405, 10, tho(e) 'zu' W und J 
mitunter. H 300, thi ' zu ' W mitunter, scheih 'tier' J 64, 8, opthii 'aufgehe' 



ZUR LEXICOL.OGIE UND GRAMM. ÜES ALTWFRIES. 415 

-te, statt dessen mit ausnähme von syu(e){c)kte, sioecte, syökte 
(s. oben s. 385. 387), wo der dental mit stimmlosem consonanten 
zusammenstiess, bei regelrechter genesis -de zu erwarten wäre? 
In den bildungen mit kurzer antepaenultima musste sich zur 
zeit der w-apokope im nom. sg. eine form ohne -u entwickeln, 
gegenüber den bildungen mit langer antepaenultima, wo das 
-w haften blieb (vgl. Beitr. 17, 288 flf.). Das auslautende th der 
ersteren formen erlitt als solches in der periode, wo die stimm- 
losen intervocalischen Spiranten stimmhaft wurden, keine än- 
derung und konnte von hier aus die erhaltung bez. herstellung 
der qualität in den mit flexionssuffix versehenen casus ver- 
anlassen; solche bildungen aber ermöglichten das teilweise ein- 
dringen ihrer endung in die derivata mit langer antepaenultima, 
deren suffix regelrecht entwickelte stimmhafte spirans enthielt; 
(nur ausnahmsweise blieb das stimmhafte th > d erhalten, 
nämlich in den oben s. 346 und 356 besprochenen bede, *griöde). 
Vgl. auch mnd. (Schiller-Lübben) behöfte, dürfe, gervonte, lembte, 
defle und düvete, dufte, rümte, schämte, begerte, höchte (woneben 
veide, högede), sowie depte, sükte, sükte, starcte, wo das t so- 
wie so hätte entstehen müssen; mnl. (s. meine Mnl. spraakk. 
§ 110) begeerte f lengte, hoechte, leemte, veete, schaemte, behoefle, 
ghewoente, dierte, diefte, scoente etc. (woneben begerde, lengte, 
hoegde, leemde, veede, scaemde) y sowie dicte, diepte, stercte, 
joecte, siede. 1 ) 

Mit rücksicht auf nwfr. tsj aus tj in achtsje, haetsje (awfr. 
achtia, hatia), jachtsje, fettsje 'fassen' (vgl. oben s. v. fati ender), 
tsjeaf 'dieb', tsjien 'zehn', tsßn 'gegen', tsjüster 'dunkel' etc., 
könnte man beim ersten anblick vielleicht versucht sein, mit 
altem meitia das nwfr. meitsje 'machen' zu identificieren. Doch 



H 180, wth(-) 'aus' H 300. J 1,46. 57,8. 17. 63,7. 64,8, wtha, wther 'aus 
dem, der» J 70,4. 58, 14, bütha 'ausser' J 30, 19, haeth 'was* H 89. J 2, 
37. 15,36. 72,1. 81,22, naelh 'nicht' H 300. 301. 302. 303. 305. J 28, 18, 
die ziemlich häufigen participia auf -ath, -eth in H und J etc. 

*) Die a. a. o. für das mnl. -te vorgeschlagene deutung, phonetische 
entwickelung in diepte, dicte etc., analogische genesis nach dem muster 
letzterer formen in begerte etc., ist mit rücksicht auf siu(e)kte als die 
einzige belegte form mit stimmlosem consonanten vor dem suffix für das 
fries. nicht anwendbar. Was aber für das fries. gilt ist selbstredend 
auch für das niedersächs. und niederfränk. geltend zu machen. 



416 VAN HELTEN 

müssen hier bei näherer betrachtung zweierlei umstände stutzig 
machen: zunächst dass zu meitsje die formen mekke und makke, 
mekkest, -et und makkest, -et als praet. und p. p. (aus *mecked, 
*macked für meckade, ~ad } mackade, -ad, s. oben zu by hellet), 
bez. 2. 3. sg. praes. ind. stehen (GJ und Bl 155); sodann dass 
das ziemlich junge tsj aus tj in denkmälern, die schon meitsje 
aufweisen, nicht begegnet: G. Japicx schreibt neben meytsje 
immer achtje, haefje, jachtje, fettje, slachlje, treastje, tjeaf, tjien, 
tjuester etc. und in Wassenberghs im anfang dieses Jahrhunderts 
in gemeinwestfries. dialekt vei fasster Übersetzung von Matth. 6 
finden sich neben meitsje (s. Wassenberghs Taalkundige bij- 
dragen 1, 143) trompetje, fest je 'fasten', tjueuster, haatje, tjeart, 
tjinje, forachfje. Ausserdem aber liegt eine anderweitige er- 
klärung unseres meitsje auf der hand bei beachtung des nwfr. 
lautgesetzes, dem zufolge altes postvocalisches ckj zu itsj wurde; 
vgl. nach GJ und Bl 155 f. smeitsje, rveitsje, reit s je 'treffen, 
hinkommen* (awfr. smeckia, weckia, s. oben zu byhellet, und 
durch die nämliche genesis entstandenes *reckia aus *rakia = 
mnd. mnl. raken l treffen ' aus *raköri) mit praet. und p. p. 
smekke (später auch smakke nach makke zu meitsje), rvekke, rekke 
(aus *smecked etc. für altes *smeckade, -ad etc.) und 2. 3. sg. 
praes. ind. smekkest, -et (später auch smakkest, -et), tvekkest, 
-et, rekkest, -et] läitsje (laeytsje) 'lachen* (awfr. hlackia, 8. oben 
s. v.) mit praet. und p. p. lake, 2. 3. sg. praes. lakest 9 -et [ )i 
ploaitsje (d. h. plö a itsje) (awfr. *plockia = ags. plucciari) mit 
plöke praet. und p. p. 2 ), plokst, plokt 2. 3. praes.; [vgl. auch 
solches itsj aus kj in koaitsje, loaitsje (awfr. *kokia, *lökia = 
ahd. chohhön, ags. löcian) mit koke, löke und kokest, -et, tökest, 



1 ) Merkwürdig ist hier das einfache k (vgl. auch die doppelform 
laeckje, d. h. lae-ckje mit ck als schreibang für k), das sich nur durch 
einwirkung der doppelformeii makade, -ad und mackade, -ad (s. oben 
s. 349) erklärt, welche neben (h)lackade % -ad, (h)lakade, -ad hervorriefen. 
In 'Vrymoedygheit van en huisman' (s. s. 417 anm. 2) steht (s. Wassen- 
berghs oben citierte Bijdr. 1, 157. 164) (be)lakje, das nach der in diesem 
denkmal üblichen Orthographie als (be)lakkje zu lesen ist. 

2 ) Einfaches k nach den gleich oben zu verzeichnenden koke, löke 
zu koaitsje, loaitsje. Zu ploaitsje kam in der jetzigen spräche neben 
plöke als praet. auch ploaite in schwang nach analogie von praet achte, 
haete, fette etc. zu achtsje, haetsje, fettsje etc. 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 417 

-et]. 1 ) Also meitsje aus meckia (s. oben zu by hellet). 2 ) Auf- 
fallend ist hier indessen erstens das fehlen eines nach makke, 
-est, -et zu erwartenden, auf mackia zurückgehenden *mäitsje 
(mit äi, wie in läitsje), zweitens die bevorzugung des im jüngeren 
nwfr. allein- oder wenigstens nahezu alleinherschenden makke, 
-est, -et gegenüber den e-formen mekke etc., die, als zu meitsje 
gehörend, grade in wekke, rekke etc. zu weitsje, reitsje eine 
stütze hätte finden müssen. Für die erstere erscheinung ist 
wol anlehnung des v er bums = 'machen' an meye 'können' in 
anschlag zu bringen; für die andere möchte ich, auf den im 
nwfr. auf schritt und tritt zu beobachtenden einfiuss des nl. 
hinweisend, einwirkung von Seiten des a im ndl. maken ins 
äuge fassen. 

Moetlick 'recht, billig'. S. zu oenmoetlik. 

Näth, naethilyka 'ebenbürtiger'. J 50,46 enthält fol- 
gendes juridisches rätsei nebst lösung: Beer rviren tri brören 
ende rveren alle folbrören ende nas neen anderis nätha (gen. pl.) 
(und keiner gehörte zu den genossen des andern, war des 
andern ebenbürtiger) ende deelden inen (lies ines) faders gued 
ende möders. Bat (lies Bat was) deeromme schepen [scepen] 



*) Neben laeytsje und loailsje stehen bei G. Japicx auch laeckje 
und loackje mit erhaltung der alten form durch anlehnung an das praet. 
und p. p. laecke, loacke (ck als Schreibung für k). In lockje, schrickje, 
stick je, flekkje (awfr. fleckkia, s. oben), rekkje, leckje ist das kk über- 
haupt erhalten geblieben. 

2 ) In der Mol kwerum sehen Übersetzung des cap. 6 des evangeliums 
Matthaei (ende des 18. j h/s, s. Wassenberghs Bijdr. 1, 140 ff.) steht mecetje 
(s. 142, v. 16), dessen tj als zeichen für tsj zu fassen ist nach sie t je 'suchen, 
-et' (s. 146, v. 32. 33), d. h. sietsje (aus *sekja\n\) mit assibiliertem guttural. 

Der nwfr. (Zuidhoeksche) dialekt, in welchem der (ziemlich alte, 
jedoch nicht genau zu datierende) aufsatz * Vrymoedygheit van en huis- 
man' (s. Wassenberghs Bijdr. 1, 151—169) verfasst ist, hat maaikje (s. 152. 
153. 156. 157. 160) < awfr. makia (s. oben s. 348) und scheint überhaupt 
die in rede stehende jüngere assibilierung nicht gekannt zu haben ; vgl. 
daselbst raaikje (s. 160) aus awfr. *rakia, sowie (be)lakje (s. 157. 164), 
kookjende (s. 163), wo die in den zwei ersteren formen entwickelte 
t-epenthesis unterblieb in folge von anlehnung an die praeteritalbildungen 
*Ukke(d\ *kooke{d). 

Ebenso hat der jetzige dialekt von Hindeloopen mcecekje (Winkler, 
Nederduitsch-Friesch dialecticon 1, 446). 



418 VAN HELTEN 

(das verhielt sich so) : datier een man was, ende (der) hede een 
aefft wyff ende taegh (zeugte) bij een ödera rvyff een bern; da 
sterff syn aefft rvyff, ande taegh (er zeugte) thaueswisa (seiner 
gewohnheit, d. h. seinem gewohnten Umgang mit jener frau 
gemäss) een oer bern; deerney noem hij hio (sie) lo aefta rvive 
ande tylalh (zeugte) dat tredde; alzo was thera tria bern (lies 
bernd) neen öderis naethlyka [naefhilyka]. 

Wegen nät(h) für *ginät (ags. geneat, as. genöt, ahd. ginbz) 
s. oben zu bede; wegen der Schreibung th für t in nätha und 
naethilyka s. oben s. 414 anm.; wegen des -? von -lyck be- 
achte gästelick J 1, 21. 31. 34. 15, 1, rvytelick J 1, 9. 5. 2, 5, irvive- 
lick J 1, 50. 13, 15. 36. 39. 22, 19, (on)riüchtelick J 1, 5. 2,7. 15, 
71. 46,33, nögelick J 2, 37. 12,31. 34. 13,8. 15,23. 38. 40. 55. 
77. 21,8, byschedelick J 13,7, redelick J 28,4. 29,2. 3. 46,52. 
64, 18. 67,2 etc. neben gästlick J 2, 14. 13, 1. 15,3. 16. 19, mit- 
lyck J 13,46, (wy flick J 13,2, riüchtlick J 29,3, noeglick J 13, 
10. 41. 14,4. 17,8. 46, 1. 18. 22, byscheedlyck J 46,75, reedlick 
J 28, 1. 14. 17. 46,49. 60 etc.; wegen des -*'- als Schreibung für 
-9- in J ondir 'unter' 2, 28, dedir, redir 'täter, beräter' 62,3, 
sprekir passim, cäpit, prowit, beswerit, onteertvit p.p. 11,3. 32, 
5. 9,6. 19,3. 46,33, fregit, cäpit, byjarith 3. sg. praes. 11,4. 7. 
15,26. 32,12. 1,11 etc. 

Zur beleuchtung obiger lösung sei auf J 47, 5 hingewiesen: 
de natuerlike sonen moghen aefft rv'da twyrahanda [twirahdnda] 
wys . . . ; int aerst so aefftiget (heiratet) hij da frowa, deer hij 
da natuerlike kynden bij crijn [teijn] (gezeugt) haet, so sint da 
kynden aefft, deer hij eer teyn haet ende eefler tiücht bij der 
frorve. 

Nenterä, ninterä 'keiner von beiden'. S. s.v. enterä. 

Nyoed, nyoedsecken 'not, zwang'. S. s. 386 anm. 

Nömad. S. s. v. binaemd. 

Oenmoetlick. v. R. übersetzt das adjectiv (Wb. 1105) 
durch 'ungemütlich' und vergleicht ags. unmöd discors. Die 
richtige bedeutung von moetlyck geht hervor aus J 13, 12 
Hweerso dij riüchter da trvyn iggen (parteien) tofara hine hevet 
myt riüchta layenghe [laynghe] bracht and sya ayderne op örem 
sprekket, dat hij ayderen cdlyck eenstich (gewogen) schel rvessa 
and lyck riüchtes, and hat so (was) da clager mo et lick ü, dat 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 419 

schel wessa mo eil ick da sitler (beklagten) heda in beschermense 
ende ander wederclaegh. Also 'was dem kläger recht ist, das 
soll auch dem beklagten billig sein'. Vgl. ahd. muoza fas, 
licentia, facultas. 

Dieselbe bedeutung bez. die negation derselben trifft auch 
zu an den beiden folgenden stellen : het (was) naet örberlyck is 
off nette da lande ner naet moetlyck da lyuedem, dat thoer 
ma to neen riücht hälde J 75, 9; Haet (was) is der ewa ribcht? 
Eerlic thing reda ende creftelic [treflelic] (s. über dies adjectiv 
unten s. v.) thyng bidda, wrbieda dat onriücht, henzia (genehmigen) 
moetlikera thingha (gen. pl.) mde aeck by hwilum oenmoet- 
likera thingha om anxta des ierra (des schlimmeren) H 21 (s. 
noch die parallelstelle W 435, 18). 1 ) Ebenso in der aofr. F 4 
Hrvet is there ewa riücht? Erlike thinga reda, craftelic [trdste- 
lic] thinga bidda, ürbiäda unriüchi, henzia melhlika (lies mdth- 
likd) thinga and de bi hwilum unmothelika 2 ) thinga thruch 
fruchta thet (lies thes) wirre. 

On(bi)naemd. S. zu binaemd. 

Onbescät S. s.v. wrichte 'arbeiter*. 

Raefferde. S. zu freed fussn. 

Rekenad. S. zu hensich. 

Resien und reset in opdat ma neen quaed nir eergh op 
hymmen se rSsien (p. praes.) off foermöden J 87,2; Eefterdäm 
dat een man een gued off länd cdpet fan dajenen, deer (den) 
hij den riücht a hera reset (Hettema las hier naet fan is) ende 
meent oers naet, so hijt fan da riüchta hera cäpet haet J 36, 4. 
Beide formen gehören zu einem inf. resia ' vermuten', das mit 
synkope des w vor i (wie in stoya, scoya, s. Beitr. 17,566) 
zurückgeht auf *reswia(ri) = ags. nach rceswodon commenti 
sunt (Beitr. 9, 292) zu folgernden *rceswian. 

Nach awfr. resia muss die flexion von ags. rceswodon als 
eine ursprüngliche, nicht als eine nach art von smirode, besy- 
rode, fremode, dwelode etc. (Beitr. 9, 288. 292) entstandene 



*) Wo erlykera und ireftlykera nach H 21 in erlyka und trefllyka 
(acc. pl. ntr.) zu corrigieren sind. 

2 ) Wegen des aofr. für t stehenden th (das auch in R 1 , B 1 , B 2 , 
d. h. in quellen erscheint, die kein t für altes th aufweisen, mithin eine 
andre erklärung erfordert als das awfr. t für th) vgl. Aofr. gr. § 119anm t 
und § 124. 



420 VAN IIELTEN 

gelten, denn ein übertritt schwacher verba 1. klasse in die 
2. klasse ist für das afries. nicht nachzuweisen (ausserdem Hesse 
sich eine solche Übersiedlung des verbums auch im ags. kaum 
begreifen, weil eben der die entwickelung praeteritaler formen 
mit -ö- (-a-) vermittelnde factor, ein praes. auf -ian, hier nicht 
denkbar wäre). 

Sa(u)wen, saun, sän. Aus der oben s. 359 sowie zu 
fliueswerp und unten zu tro(u)waden erörterten lautent- 
wickelung ou durch o und 6 aus a und ä vor ursprünglichem oder 
aus v entstandenem w+o(-) oder -w(-) und au aus a und ä vor w+ 
a oder hellem vocal, erfolgt der schluss, dass in den flexions- 
formen der einschlägigen verba und nomina in einer bestimmten 
vorgeschichtlichen periode ou mit au wechselte. Ausnahms- 
weise haben sich diese doppelformen bis in die historische 
periode erhalten, in der regel jedoch erscheint hier in folge 
von ausgleichung in ein und demselben verbum oder nomen 
entweder ou oder au: scourvia etc. und scarviane, houweth etc. 
und hautven etc., toro und tau(rv){e), towerie und thaurverje (oben 
s. 377 und 359), stourvia und slarvia (= stauwiä? s. zu trou- 
waden), doch troutvaden, *kourv\a (s. zu trouwaden) und 
taerviane, bidauen, clau, claw(a), tarva, -em, blaurv, lhau, awane, 
thawa 'zeigen' (s. oben s. 377 ff.), hauk, nauia, *lauwigia 'laben*, 
kauwelje, haud, laurva 'nachlass', laurvigia 'nachlassen', (by)rau- 
wia, lauwa 'glaube' (oben s. 353 f. und 359). Dass aber zur zeit 
der gedachten doppelherschaft neben den bildungen, denen ou 
aus e vor -wo, -rvun aus -vo, -vun etc. oder ou aus o vor rv 
aus Vi doch kein au zukam (oben s. 360 und 351), nach dem 
muster der ou- und aw-bildungen eine form mit au aufkommen 
konnte, liegt auf der hand. Und in der tat finden sich zwei 
in der weise entwickelte formen: das in unsern denkmälern 
passim begegnende sa(u)wen } saun (mit sauwenda, saunda, sau- 
tventich, saunlich, saunfald etc.), welches sich nicht nur existenz- 
berechtigung erwarb, sondern sogar dermassen vordrang, dass 
das alte sowen im awfr. ganz selten wurde, im nwfr. gänzlich 
ausser gebrauch kam; und nwfr. lauwje 'loben', belaurvje 'ver- 
sprechen, geloben* GJ = awfr. *(bi)lauwia neben louwed (oben 
s. 352) und lorviad etc. (oben s. 363), insofern hier orv = ouw 
vorliegt. 

Neben saun, sauntich etc. erscheint in den alten quellen 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 421 

einige male sdn- (in sänderhända J 13,2, (t)sdn(ich Ag 63. Seh 
549. 646. 647. 657. 658. 659. 660. 664. 680, sdnthiene Seh 395), 
das selbstverständlich nicht als rein phonetisches erzeugnis zu 
erklären ist, sondern als analogiebildung nach altem *tidn 
'zehn', *tidnda (wofür in der überlieferten periode den, tienda 
W 7, 29. 17,5. 20. 25. 45,5. 49, 17. 59, 17. 410, 19. 430, 17. 18. 
432, 8. 438, 13. 24. 31. 462, 15. J passim. Seh 657 etc. und (iaen, 
tiaenda W 438, 5. 6. S 483, 7. H 71. 75. 84. 85. 91. 151. 168 etc- 
mit doppelschreibung zur darstellung des als ie a gesprochenen 
früheren idS) Im nwfr. steht sdn, sdnde etc. neben saun, saunde 
etc. GJ. 

Ein seitenstück zu den erwähnten analogiebildungen mit 



*) S. noch biida, -en, -e etc. W, S, H und J passim und biäda, -e 
etc. S, W 400,23. H passim, wr-, fo(e)riiesa, -en etc. W 429,21. J 8, 5. 
25, 12. 18 und wrliäse, -aih H 166. 173, tziesa, -ane etc. W, H 99. 115. 
152. J 21, 1. 6. 26,20 und Iziäsane, -ath H 159. 173, niSla, -en W, H 160. 
J 15,71. 51,3. 58, 34. 62,6 und niäla H 108. 145. 174, biSr W, S und biär 
II 142. 242, diir W, J 64,8. 18 und diaer H 84. 90. 243. J 64, 16. 17. 18, 
dttp, diepe W und diaepe H 85. 173, syöck, sieek W, H 98. 106. 115. J 
72, 9 und siaeck fl 83, stiöp fader, -möder W, J 50, 41 und süaepfadir, 
-mödir H 117, tief 'dieb* mit tiifte W, J passim und t(h)iaef, tiaefte W 
37,17. H 20. 93. 120. 131. 132, ihiede 'volk' H 24 und i{h)iäde W, H 24, 
tieder 'bindseil' W und tyäder S, lyel 'rad J J 59,18 und tiäl H 148, tieg- 
merg, -schonck W, J 59, 18 und ihiächmerch, -seunke S, H 237, tiSnia, 
•ade etc. W, H 66. J 45, 13. 86, 6, tiSnsi W, J 1, 40. 44, 10. 45, 8. 56, 1. 64, 
25. 81,11, tyiner J 37,9 und tiänia S, H 29. 105. J 46,48, tiaenst H 51. 
64. 105. 106. 115. 303, nier 'näher' (e. oben s. 403). W, S, J 50,20. 21. 
24. 53, 1. 54, 3. 4 und niaer W, H und J passim. Constante auf tä-qualität 
hinweisende Schreibung begegnet aber: in liaef, -lick, -te W, H und J 
passim (wol durch einwirkung von iä des triphthongen in lyauwe etc., 
s. oben s. 363); in liaecht, liächt W, S, H 28. 103. 118. 120. J 13,46. 59, 
1. 65,8, fiaerda 'vierte* W, S, H 67. 71. 83. 85. 116. J 12, 5. 50,42. 56, 1. 
80, 15 (offenbar durch con servierenden einfluss des cht und rd)\ in den 
verbalen flexions formen, worin der zweite component gleichsam die en- 
dung vertritt, nämlich siae(n), siaene, siäne, siaende 'sehen' überall 
passim, iiaen, tiäne, tiaende 'ziehen' überall passim und tiaed, tiael(h) 
plur. W, H 159. 164. J 50,41, iän, iaen *bekennen' (s. zu scehan fussn.), 
iaen etc. 'geben' (s. zu geva), tyaende 'in Ordnung* (s. zu hensich) 
(durch einwirkung von gaen, staen, gaeih, staed, s. oben s. 392); in hliäpa 
(s. s. v., durch anlehnung an die verba 6. klasse) ; und in den formen mit 
auslautendem diphthong fiä 'vieiT etc. J 42,7. 59,1. W, H 78. 146. Seh 
250, hia acc. ßg. fem. und nom. acc. pl. (hiernach auch in fiäs W, S, H 
242. Seh 250, hiära, ~e gen. pl., hiärem dat. pl.). (Wegen ftand s. oben 



422 VAN HELTEN 

au für ou bildet das indef. iou(rve)Uck, jowelik quisque H 243. 
W 472,30. S 447, 11. 456, 17. Seh 517 neben ia(u)welik H 242. 
S 447. 456, 7. Nur letzteres ist das resultat rein phonetischer 
entwickelung als die form, welche durch die Wirkung des oben 
zu fliueswerp erörterten gesetzes hervorgehen musste aus 
*läwelik = aofr. iährvelik (aus *gi-d-hwelik , also zum teil ahd. 
iohrvelxh, zum teil ags. gehwilc entsprechend, s. Aofr. gr. § 254). 
[Wegen des neben iou-, iaurvelik verwanten iew(e)lick, iev{e)Hck 
J 2, 11. 25,28. 45,6. 72,9 (Hett. falsch jowlick für jewlick). W 
471,17. 472,32 = aofr. iervelyc aus *gi-e (immer) -htvelik vgl. 
das oben s. 379 über die nichtafficierung des e vor w + hellem 
vocal bemerkte.] 

Seerfäldich. Der zweite teil der composita mhd. sorg- 
veltich, mnd. sorchvaldich, -veldich, -voldich, angestvoldich, monfrk. 
sorgh-, anxtfeldich (Teuthonista), mnl. sorch-, anxtvoudich ist 
hinsichtlich seiner bedeutung von dem mit Zahlwörtern ver- 
bundenen -veltich, -valdich etc. zu trennen und als derivatum 
zu valte, valde, volde, voude 'runzel' zu fassen; also die compo- 
sita = 'durch sorge, angst erzeugte runzeln habend 9 . Ein hier- 
mit übereinstimmendes awfr. sorchfdldich kann ich aus den 
mir zur Verfügung stehenden quellen nicht belegen; dass das- 
selbe jedoch in der älteren spräche in schwang war, ist zu 
folgern aus dem bei G. Japicx begegnenden sorgfädich (vgl. im 
nämlichen denkmal yenfäde, sänfäde, iuwsendfäde und beachte 
wegen der /-synkope daselbst käd 'kalt 1 , tvräd 'weit', häde 
1 halten', äd 'alt' etc.). Nach dem muster dieses *sorchfäldich 
aber entstand ein mit seer dolor gebildetes seerfäldich, das = 
'traurig' begegnet in seerfäldicheed: Eenfrow (d. h. eine witwe), 
deer bynna der tyl dis weermödis 1 ) off der seerfäldicheed, 
dat is bynna da scri)eljeer } is haesten ende nympt een ören man, 
dyo is . . . eerloes J 87, 1. 



s. v.). Dass auch hier jedoch in der folge afficierung eintrat, lehren die 
nwfr. in GJ verzeichneten Ijeaf Ijeachi, sjean, Ijean, jean (neben jaen\ 
Ijeappe, jee (neben ja), d. h. Ije<*tf, Ijfocht etc. und je*. (Die dnreh 
fortgesetzte, nicht gleichmässige qualitätsänderung aus bifada, biö a r etc. 
hervorgegangenen nwfr. formen und die in der jetzigen spräche für sjean 
etc. eingetretenen erfordern eine besondere erürterung, die ich mir für 
eine spätere gelegenheit vorbehalte.) 

') Vgl. mhd. wider muot, mnd. rveddermöt 'trübsal'. 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 423 

Aus derselben von *sorgfdldich ausgebenden beeinflussung 
wird aucb die bedeutung 'sorgfältig' begreiflich, welche seer- 
fäldich beizumessen ist in Alle riüchteren ägen to seken da wird 
ende da to folgten, also fyr so, hya mögen, ende dat schelletse 
drvaen myl seerfäldigen [-er] herte J 2, 13. 

Syü, siow. Für dieses von Buitenrust Hettema, Taal- en 
letteren 1,249 und von Bremer, Beitr. 17,335 besprochene wort 
= 'signal' hat letzterer richtig etymologischen Zusammenhang 
mit siän videre erkannt. Wie aber erklärt sich diese Zusammen- 
gehörigkeit? Das nomen ist offenbar ein substantivisch ver- 
wantes verbaladjectiv, welches auf altes *sewi f flect. *sewj- 
zurückgeht (wegen ursprünglicher oxytonierung solcher deverba- 
tiva vgl. an. frcegr, ags. yftfynde). Altes *sewi musste dem 
für das w vor % geltenden synkopierungsgesetz gemäss *se er- 
geben, aus den flectierten formen aber musste *sew- hervor- 
gehen, woraus ein neu gebildeter nom. acc. sg. *sew, der nach 
dem oben 8. 378 f. erörterten gesetz zu *siü wurde und als 
solcher die neubildung eines flectierten *siüwe, -es veranlassen 
konnte, woraus in der folge *siourve, -es und siou (siow). 

Siüth, siöth, syoet, sieth 'schiesst'. Die Beitr. 14,269 
vorgeschlagene annähme eines zur 2. starken klasse gehörenden 
afr. *siäwa = 'stechen* ist zu verwerfen: vor w stand nur iü 
(vgl. Aofr. gr. § 24 und beachte für das awfr. i(ü)we poss. so- 
wie tro(u)we, rio(u)wen etc. aus *lriüwe, *hriüwane etc., oben s. 
351 anm.); die neben der 3. sg. praes. ind. siülh {syoet, siöth) 
begegnende doppelform sieth S 443, 3 wäre also mit *siüwa 
unvereinbar. Alle drei formen begreifen sich indessen bei der 
annähme eines alten *sewan\ die hierzu gehörende 3. sg. praes. 
ind. *sewith wurde durch die w-synkope zu *seth und hieraus 
entwickelte sich eine neubildung *sea(n) > *siae(ri) (vgl. *m/ae(w), 
*tyae(n), oben 8. 402), das nach dem muster von gaen, staen 
mit get(h), stel{h) die genesis eines sieth für *seth hervorrief; 
neben der neubildung *siae(n) aber konnte sich das alte *sewa(n) 
halten, woraus in der folge durch das oben s. 378 f. besprochene 
gesetz *siüwa mit hierzu gebildeter 3. sg. praes. siüth W und 
durch analogische entwickelung (s. oben s. 386) siöth H 227. 
S 456,18, syoet S 348, 21. Siath 3. sg. S 447, 10 ist eine un- 
mögliche form und muss als Schreibfehler für sieth oder siöth 



424 VAN HELTEN 

gelten. 1 ) Anstatt der Beitr. 14,269 angesetzten bedeutung 
'stechen* ist unser verbum richtiger als = ' schiessen ' zu fassen, 
und zwar mit rücksicht auf die verwanten aid. säumi 'ich treibe 
an', öevco, eöövficu, aslov. sotvali mittere (vgl. das in Miklosichs 
Wb. citierte suücami sowachomü ßeXrj ätprjxccftsv): *sewan zu 
aind. säumi, wie got. snirvan zum athematisch flectierten prae- 
historischem *snöumi (s. Streitberg, Zur germanischen Sprach- 
geschichte s. 101. 2 ) 

Zu *sewan gehört als deverbativ aofr. siäma 'schusswunde' 
mit siä aus *sia~ aus *sio- aus *$eo aus *seu aus *setv-; vgl. 
brecma, fretma (Aofr. gr. § 184 s. 150). Die daneben begegnende 
seltene doppelform sima ist die folge von anlehnung an die 
dissyllabische Vorstufe zu *siän, nämlich *si-a(w). 

Das Beitr. 14,270 in ütesen geänderte ütesin Huns. 86,5 
ist als die richtige lesart aufrecht zu halten. Die bedeutung 
des p.p. ist nicht ' ausgestochen', sondern l ausgefallen 9 ; vgl. die 
parallelstellen in R 1 Jef hit (das äuge) is dl ülekwnken (ge- 
schwunden, 8. Gramm. § 270 a) und E 1 Gef hit is al Ute. 
Günther (Die verba im altostfries. s. 23) war also im recht, als 
er die form auf *gisigin zu *siga (= awfr. siga 'fallen, sinken') 
zurückführte. Bremers Vermutung, es sei üiesnin (aus *-snithin) 
zu lesen (Beitr. 17,334), ist unhaltbar nicht nur wegen der er- 
forderten bedeutung 'ausgefallen', sondern auch weil im tiber- 
lieferten Hunsigoer dialekt die synkope von intervocalisehem 
th oder d eine völlig unbekannte erscheinung ist 

Scehan (die flexion des alten). Als die praesensformen 
dieses verbums durch die Wirkung des gesetzes ( i zu e vor 
dunklem vocal der folgesilbe' 3 ) zweierlei wurzelvocal erhalten 
hatten, konnte entweder das so entwickelte Verhältnis gehandhabt 
werden oder der eine oder der andere der beiden vocale durch 



! ) Einen rest des alten *siae(ri) bewahrt das in GJ verzeichnete 
(und auch in der jetzigen spräche noch geltende) sjette 'sebiessen' (mit 
tt wie awfr. scieiia, -en Seh 603) = awfr. *sietta, mischbildnng aus 
*siae(?i) und scielta < *skiäta. 

2 ) Die richtigkeit des a. a. o. über got. w für ggw bemerkten möchte 
indessen zweifelhaft sein. 

8 ) Vgl. iän, iaen i bekennen' H 42. 59 (= ahd. jehari), tiaen nnd 
Hin decem, siaen 'sehen', fiä 'vieh' (s. zn sauwen) und s. für das 
aofr. Gramm. § 6 6. 



£ÜR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 425 

ausgleichuag sein gebiet erweitern. Conservativer neigung 
fröhnte in diesem fall das ofr. schiä(n) inf., skiäih pl. ind. und 
skS((h) sg. ind. (aus *skehith mit e aus den andern formen für 
lautgesetzliches t), sehe opt. (doch auch skieth, skie durch an- 
lehnung an skid(n), s. Gramm. § 272 ß). Hingegen wurde im 
wfr. das i bald ausnahmslos zur norm erhoben: 

sg. ind. sehyt, sehyd S 384, 18. H 32. J 12, 21. 33. 19, 7. 28, 
21. 60, 1. 68, 1. 75, 8. 76, 1. 7. 84, 18 (durch contraction aus 
*ski-ith oder -eth)] opt. sc$ W 388,29. J 50,31. 75,3 (durch 
contr. aus *ski-e) und mit neuer endung skie Seh 394 ; 

wie auch im p. p. sehyn W, H 144. J 32,4. 23. 62, 12. 64, 
3. 5. 19. 78,3 etc. Seh 659 (aus *ski-in oder -eri), woraus mit 
neuer endung schien S. 

Eine spur der alten i-form begegnet aber noch in den sg. 
ind. scheed J 3, 2. 62, 15. 

Formen mit iä aus ia aus i-a erscheinen in unsern quellen 
nicht mehr; dieselben wurden verdrängt durch schaen inf. J 12, 
32. 13,47. 60,4. 62,12. 80,6. Seh 671 (nwfr. schean mit ea aus 
ä GJ), schaetQi), schaed pl. W 475,28. H 152. J 22, 11. 62, 12, 
neubildungen, die neben dem formell mit geet(h), steet(ti) (s. 
oben s. 392) zusammengefallenen scheed nach dem muster von 
gaen, staen und gaet(h\ staetQi) entstanden (s. a. a. o.). 

Eine alte starke praeteritalform blieb erhalten in scheen 
'geschahen* H 167 (= aofr. aus dem sg. ske zu folgerndem 
*skön). Die regel bilden jedoch schide, -en W 429, 27. 436, 2. 
H 24. J 40,4. Seh 601. 723 (nwfr. schQdde GJ), sehyd W 436, 
28. Rechtsqu. 486,14. J 64, 7. 74,2 (wegen der apokope vgl. 
oben zu quaen), schijn H 24 aus (seht) den, wie sioen aus sioeden, 
s. oben s. 393), entstanden aus dem nach skyt gebildeten, aus 
nwfr. sk$de 'geschehen' GJ (mit epenthetischem d) 1 ) zu fol- 
gernden skia durch anschluss dieser formen an die schwachen 
verba (bi)(h)lia 'bekennen' W, S, H und J passim, wia 'weihen' 
W, J 76, 1. 77, 9.2) 



*) Der folge von falscher fassung des praet. schide als schidde, wie 
das d in nl. belijden, rvijden, geschieden etc. aus bellen, wien, geschien 
etc. (s. Franck, T aal kundige bijdr. 2, 165). 

a ) Auch in anderen dialekten finden sich von dem verb. schwache, 
auf ähnlichem wege entwickelte praeteritalbildungen: md. (vorzüglich 
ripuar.) geschiede, geschiet (wie gegiet, begiet p. p.; das ie aus i), mnd. 

Beiträge zur gesehiohte der deutschen spräche. XIX. 28 



426 VAN HELTEK 

*Sl(i)üg 'träge'. S. oben s. 379. 

Sneind(e). Im Wb. s. 1038 wird snidnd (sneuwend etc., 
s. oben s. 355. 361) mit sneind (snaind) identificiert und die ersterein 
zukommende bedeutung auch für letzteres angenommen. Doch 
ist sneyn im nwfr. der name für den sonntag und unterliegt 
die nämliche bedeutung auch für die ältere spräche keinem 
zweifei, u. a. nach des wernsdeys ney Ifwpla Sneynd Seh 743 
(vgl. mhd. der tvize sun{nen)tac, mnd. witte sondach 'der 
sonntag Invocavit oder Judica'). 

Bezüglich der etymologie des nomens sei zunächst daran 
erinnert, dass das sn- von snidnd etc. auf einen alten, ab- 
normalerweise nicht betonten compositionsteil *sunnan- oder 
*sonnen- etc. zurückgeht 1 ) und ei (mitunter durch ai, ay dar- 
gestellt) vor nd (vgl. zu biriind) auf e, umlaut von a, beruht. 
Sodann aber bemerke ich, dass gegenüber -dag etc. in as. sun- 
nandag, ahd. sunnantac, ags. sunnandeeg, aofr. sunnandi, ~dei, 
sonnendei und awfr. sonnendei W 438, 16, sönendei W 65, 17 (v.R. 
falsch sonnen-). 403,14. H 92. 100. 11 4 2) - e ind(ß) ein jüngeres 
durch anspielung an ein charakteristicum des Sonntages für 
-dei eingetretenes compositionselement sein muss; dass der 
ruhetag nach biblischer Überlieferung als das ende der arbeits- 
woche gelten konnte; dass der acc. snaynde Seh 534 auf einen 
/«-stamm hinweist; und dass das genus masculinum des Wortes 
(pp den snaynde, sneynd Seh 534. 727) mit dem genus ?on 
dij eynd finis J 18, 10, een eynten, eyndlycken, dyn eynd acc. sg. 
J 18,2. 16. 19,5. 24,12 stimmt. 

Stedde in J 7, 1 so aegh dij sitter (angeklagte) ferst XX 
daghen langh, dat hij hem byrede, hör hij in da riüchta [riücht] 



scMde, geschit (mit £ aus ie), mnl. geschiede, geschiet (wie (be)giede 1 be- 
giei), deren übertritt veranlasst wnrde durch den umstand, dass die prae- 
sensformen in folge der contraction md. e aus e{h)e, as. anfrk. ia, ie ans 
i-a für e{h)a bez. %{h)e gänzlich aus der norm der starken conjugation 
heraustraten. 

Nwfr. hat auch im p. p. sehyd. 

*) Die abweichende betonung der composila erklärt sich aus der 
neigung, den für die Unterscheidung der beiden tagesnamen wichtigen 
zweiten compositionsteil hervortreten zu lassen. 

2 ) Umgebildet nach mönendey W 390,28. 31. S91, 1, wie umgekehrt 
monnen-, monnadeis W 389, 6. 10. 15 (v. R. 6 und 10 falsch mondseipes, 
mondes). 390,25 nach sonnendei. 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 427 

stedde, soe hij dan da oensprekera bycanne, als hyo [hya] om- 
commen sint. Stedde steht als gegensatz zu bycanne = 'die 
forderuüg anerkenne ', muss also in der bedeutung 'die forderung 
bestreiten, es (mit dem kläger) aufnehmen* verwant sein. Das 
verbum begreift sich in solcher bedeutung ganz leicht als de- 
nominativ zu siede 'statte, stelle'; vgl. mhd. staten c. dat. 'es 
mit einem aufnehmen, sich einem stellen', das sich zu dem 
auch als trans. verwanten staten, ahd. statön locare verhält, wie 
fries. stedda zu an. st eh ja locare. 

*Stiüg 'firmus', *stiügia 'firmare'. S. oben s. 359. 

Stoe und stoed 'stelle'. S. zu stwe. 

Str^dferde. S. oben zu freed fussn. 

Stwe. Im 24. landrecht, wo über die strafe des brandstifters 
gehandelt wird, findet sich nach der awfr. sowie nach der aofr. 
Emsigoer (E l ) version folgender zusatz: in W 79, 14 ff. deer rvr 
(ausserdem hat der überführte brandstifter) toe ieldane tria merck 
dae liödem om dine lioedferd [liuedferd], tria merck da hellighem 
[hellighen] op dine fräna alter om dine bannena ferd, tria merck 
da schelta ende da aesgha om hiära ban, ende hyära stwe unslilan- 
de si] in H 96 aldeer rvt [rvr] ü ieldane tria merck dae hollighum op 
dyn fräna altaer omme dyn bannena frede, tria merc dae lioedem 
omme dyn lioedfrede, tria merc dae scelta ende dae aesga omme 
hiäre ban, ende hiäre [hiära] sibbe undslitande se\ in E 1 78, 
6 ff. äc äch hi te ievane thria merc tha liüdem umbe thene liüda 
frethe, and tria merc tha helghem te ievane oppa thelh fräna 
altare te lidsane umbe thene bonnena fretha, and thria merc tha 
äsega anta schelta ter of te ievane, thel hira bon unsclitande 
(s. Aofr. gr. § 126) se. 

v. R.'s Übersetzung dieses unsHtande durch 'ungestört' kann 
anbesprochen bleiben, denn aus H ergibt sich, dass der erste 
teil des compositums und-, nicht die negation un- ist, mithin 
das un- in W und E 1 als die durch assimilierung entstandene 
form zu gelten hat (vgl. die im Wb. citierten onberra, ondwaen, 
ongane, onnyeta, onronnen, unstvora, onstvara, onfä, onriüchta etc. 
mit ö»-, un- für ond-, und- 9 und s. für das aofr. Gramm. § 122 e). 
Für die bedeutung des verbums ist mnl. (be)sliten = 'durch 
gerichtlichen spruch eine rechtsache zu ende führen' heranzu- 
ziehen. So begreift sich die betreffende stelle in E 1 and thria 
merc thd äsega anta schelta ter of te ievane, thet hira bon un- 

28* 



428 VAN HELTEtf 

sclitande se = 'er hat drei m. dem äsega und dem schelta 
deswegen zu zahlen, dass ihr Urteilsspruch den process zu ende 
führe.' 

In W wird dieselbe bestimmung etwas anders formuliert: 
'er hat drei m. dem schelta und dem aesga zu zahlen von 
wegen des Urteilsspruches und deren urteil (strve) beende die 
rechtsache.' Stwi ist = got. staua, ahd. stüa aus urgerm. 
*siörvö (Beitr. 17, 565): *störvö nom. sg., -öz gen., -6 n aec. mussten 
nach bekannten lautgesetzen im vorfries. die formen *stö nom., 
*stüa gen. acc. ergeben (mit ü vor dunklem vocal aus ana- 
logisch entwickeltem ö für ö~rv\ vgl. awfr. drvaen inf., dwaet(h) 
pl. praes. ind. aus *döan 9 *döa(h und s. für dieselbe erschei- 
nung im aofr. Gramm. § 20 /); aus dem acc. (und gen.) wurde 
dann durch secundäre Schwächung des endungsvocals -e a , woher 
*stüe a , das in folge der nämlichen accentverschiebung, welche 
bei üa > uä zu beobachten ist, zu slwe wurde (vgl. auch den 
opt. drve W, S, H 32. J 15,16. 42. 25,39. 26,5 aus *tfde a und 
die 1. sg. praes. ind. drve, drvee W 73, 35. H 94. Seh 517. 521. 
537. 541. 543 etc. Ag 36. 37. 52. 64 etc. aus *dhe» mit -e a aus 
der normalen flexion, welche diese endung für -u aus dem -e a - 
(für -i-) der 2. 3. sg. entnommen hatte, und mit ü nach analogie 
von *düa(n), *düath)S) 

Nach der stelle in W ist das unsinnige sibbe in H als eine 
aus strve verderbte lesart zu fassen, deren entstehung sich in 
graphischer hinsieht unschwer begreifen lässt. 

Swommen, swommel in J 64,8 Aan [Em] srvommel dyeer 
jeffta krv mey raeff bygaen ende neen raeff onder aldulke maneer: 
is dat seeck, dat een krv off een sehet geet swommen in een oers 
länd ende ist hym leed, deer da krv off dyer aegh ende drifft 
se rvth, so ist schade [schada] ende neen raeff etc. Die beiden 
Wörter sind als c schwimmend (durch den grenzgraben)' zu 



*) Auch die aus dem urspr. nominativ des subßt. herrührende form 
(= ags. störv locus) war im awfr. (sowie im aofr., s. Gramm. § 167) in 
schwang: stoe (stelle) W, H 64, op eenre stoe 'zugleich' J 84, 27, haudstoe 
'eine kirche, die als der central- oder hauptplatz gilt für die daraus her- 
vorgegangenen nnd dazu gehörigen kapeilen ', W, H 42, 67. Neben stoe 
steht auch stoed locus W 426, 54 als compromissbildung aus stoe und sied\ 
und ebenso haud stoed W, H 34, 104 neben haudstoe. 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 429 

deuten und beweisen als partt. praes. bez. verbaladjj. im verein 
mit der 3. sg. praes. ind. srvomt H 29. W 438, 1 1 die existenz 
eines verbums srvomma (nwfr. swomme GJ; vgl. auch wangero- 
gisch swom, saterl. srvumme, Ehrentrauts Archiv 1, 75. 2, 181), 
das (mit mm aus *mn) zur kategorie awfr. ronna H 243. W, S 
(nwfr. rönne im Hindeloper Zeemansalmanak, s. Halbertsma, 
Hulde aan 6. Japiks 2, 202. 204), aofr. runnanda, burnt, burnath, 
spurna (Gramm. § 270 anm. 2), ags. spurnan, murnan, an. sporna, 
mnl. rönnen (Franck, Tijdschr. v. nederl. letterk. 2,20) gehört 
und sich zur neubildung ahd. .ags. as. swimman verhält, wie 
gedachtes ronna etc. zu got. ahd. as. rinnan, awfr. rynna J 60, 
17. W 75, 20 (nwfr. rinne GJ), ags. iernan, und aofr. burnt, -nath 
zu got. brinnan etc. Wegen awfr. o für u in hochtoniger silbe 
vor nasal vgl. hond, honger, iongh, pond, sonne, stomp, wonder, 
wonde etc. Die erhaltung des postconsonantischen tv vor altem 
u ist natürlich der einwirkung der praeteritalform *stvam zu- 
zuschreiben. 

In dem neben normalen rvinna, ~en etc. W, S, H 164. 166. 
170. J 13,3. 15,35.72,7 erscheinenden wonna, rvont H 22. 164. 
165 ist der wurzelvocal höchstwahrscheinlich nur die folge von 
analogiebildung nach ronna neben rynna und der neubildung 
bigonna, -gont H 29. 39 *) neben normalen biginna, -et, -e etc. 
W, S, H und J passim. Das nwfr. hat wonne Hindel. Zee- 
mansalm. (Halbertsma, Hulde a. a. o.) neben rvinne GJ; das 
aofr. kennt nur rvinna (Gramm. § 270 a), wangerogisch und 
saterl. rvinne (Ehrentrauts Archiv 1,47. 2, 182). 



*) Dass bigonna (sowie mnl. praes. begonnen) nicht als antiquität 
zu gelten hat, sondern nach analogie des praet. bigonde W, H 24, 168 
(mnl. begonde, -ste) entstanden ist, geht hervor aus dem fehlen solcher 
bildungen in den agerm. dialekten (ahd. as. aofr.), denen ein praet. bigonda t 
-sta nicht fremd war. S. noch meine Mnl. gr. s. 222. 

Die aofr. neben biginnaih begegnenden biienne, begen, bigent (Gr. 
§270 a) sind keineswegs schwach flectierte formen (vgl. Beitr. 17, 306). 
Dies erweist schon das für g eintretende j angesichts des um Standes, 
dass altes g vor secnndärem palatalvocal erhalten bleibt (Gr. § 144 a). 
Das e für i kam hier anf dnrch anlehnung an das subst. biien (oder 
*bigen\ dessen in schwach betonter silbe stehender wurzelvocal (man 
beachte die alte betonnng von bi- in nominaler compositum) zn e ge- 
worden war; vgl. aofr. bem sum, sent snnt, ende praep., Wideken F 58 
(ahd. Witochind). 



430 VAN HELTEN 

Tauwe, tow 'gerate*. S. zu fliueswerp. 

Thawa, tawa, -em, tä, taewiane. Neben awane '(um) 
kund zu tun (dass das über den überführten m Order verhängte 
urteil vollzogen werden wird)' W 413, 17 l ) (vgl. aofr. to au- 
wände, a{u)wed zu aurva = ags. iervan und 8. oben s. 376 anm. 1 
und 377) begegnen das verb. thawa (d. h. tauwd) 'zeigen' (wegen 
th als Schreibung für t s. oben s. 414 anm.) und das nomen 
tawa, -em (d. h. tauwa, -em) 'beweis, besitzdocumente' : Hi (di 
dekken) seil efter da kapittel syn breef thawa wr (vor) den hila 
sindslael (sendgericht) Seh 375; Ende ief di 6ra (dessen besitzrecht 
angefochten wird) haet dat awa [da tawa], so haet hi deer mey 
bihälden sfin bödel ende sin gued; ief him deert awa [deer tawa] 
brect, so aegh di oentingere een ferd (das recht der besitz- 
ergreifung) oen da gued W 398, 14 ff.; Aen aeft mey ma schSda 
mit tawen om quaedheed des wiues off dis mannis J 85, 5. 2 ) 

Mit rücksicht auf as. tögian = got. ataugjan, as. getökon 
aus *aiaukön und dgl. (s. Pauls Grundr. 1,340, §4) kann man 
schwerlich umhin, unser verbum auf *atauwjan zurückzuführen 
(wegen des nicht umgelauteten wurzellautes s. krawel, oben s. 
378, und vgl. Aofr. gr. § 35/9) und das subst. tauwe als ein durch 
anlehnung an das verbum aus altem i-(ß-)&tamm *auwi, -tvjoz 
etc. entstandenes zu fassen; vgl. das offenbar identische -zowa 
in ahd. scribgezowa cautio (Graff 5,713). 

An der parallelstelle von W 398, 14 ff, nämlich H 58, stehen 
für da, deer tawa die doppelformen dae, dera tä: der alte auf 
*lauwi zurückgehende nom. sg. *lau ergab *lä } wozu ein nom. 
gen. pl. tä aus *tä-a (-ö). 

Als denominativ zum subst. findet sich ein schwaches verb. 
2. klasse tauwia 'beweisen' in H 61 Jef di man quelh, dat hi 
zpn eerva siüld (verkauft) habbe . . . , so aegh mat him ti fulliane 
(zu ersetzen), ief hyt te taewiane habbe mey wirde ende mey 
buurseepe, deer hyt siüld habbe. Die parallelstelle W 400, 8 hat 
hier ief hit mitter werde biwisa mei. 



*) Ad aegh aller scheitern lyc thi awane binna sine banne, dae 
branden ioe baernane ende dae kedingha toe dwaen. An der parallel- 
stelle H 138 steht für thi awane verderbtes dis atvendis. 

2 ) Thawem in Nu wol ic den freede mey dughede sterkia ende fan 
treflika thawem nye riücht setta H 24, ist ein ganz anderes wort, näml. 
dat. pl. zu thau 'gebrauch'; vgl. oben s. 377 nnd s. unten s. v. tref(te)lik. 



ZUR LEXICOLOGIE UND GRAMM. DES ALTWFRIES. 431 

Temende, temed 'in Ordnung'. S. zu hensich. 

Tiaende 'in Ordnung'. S. zu hensich. 

Tioele 'tafel'. S. oben s. 358. 

Tojgnst-, tobeckf^nda 'durch gerichtliches erkenntnis zur 
beweisführung zulassen'. S. zu foerdwtsa. 

Tref(t)(e)lik, treftich, treft. Die Wörter bedeuten nicht, 
wie das Wb. angibt, 'zutreffend, trefflich' bez. 'bestimmung, 
festsetzung', sondern 'erforderlich, unentbehrlich' und 'arm' 
bez. 'behuf, notwendigkeit'; vgl. ahd. dürft necessitas als fem. 
i-stamm aus *purfti } das nach fries. lautgesetzen treft ergeben 
musste (wegen der metathesis beachte frucht 'furcht', wrochte, 
wrocht, truch 'durch'). Die betreffenden stellen sind die fol- 
genden: nu wil ick dyne ferd mit duegheden sterkia ende fan 
treftelycka tinghen (den erfordernissen gemäss) twä nye riücht 
setta W 436, 15 (die parallelstelle H 24 [s. oben anm. 2 auf s. 
430] hat fan treflika tharven [unentbehrlichen gebrauchen ge- 
mäss] mit synkope des interconsonantischen /); Haet is der 
ewaribcht? Eerlic thing reda ende creflelic [treftelic] thyng 
biäda (das erforderliche befehlen) H 21 (ähnlich J 1, 2; wegen 
der parallelstelle W 435, 18 s. oben s. 419 anm. 1); wirth hit 
(das vergehen des falschmünzers) folbrocht (erwiesen) l ) mit 
riücht, so aeg di schelta dat gued to bisitlane to heerna händ (in 
besitz zu nehmen, damit es dem magistrat zur Verfügung stehe) 
ende dat treftiga (lies da treftiga nach der folgenden parallel- 
stelle) weder to delane (es wider herausgebend unter die armen 
zu verteilen) W 422, 36flf.; (an der parallelstelle H 143 steht 
needtreftich: ende wirt [wert] hi (der falsch m linzer) mit tiöghe 
fulbrocht (überführt) ! ), soe aegh di scelta dat gued ti bisittane 
ti herana händ ende alle däm, deer needtreftich sint, weder 
ti delane)] deer syn tingh ief syn werf seka schil om lainga 
(wegen Vorladung) iefta om ielkirs treft des heliga riüchtes W 
424,7; Dat is riücht koninghes [keninghes] seima: dat is treft, 
dat met hdlde da onriüchte to pinen ende da riüchie liödem to 
helpe W 424, 13; die parallelstellen H 147 und 148 haben 
needlreft und neettreftich ; in J 29, 1 begegnet an einer mit W 
424, 13 übereinstimmenden stelle treflelick. 



J ) Vgl. mnd. vulbringen 'die Wahrheit wovon erweisen*. In H wird 
das verbum metonymisch mit der person als snbject verbunden. 



432 VAN HELTEN 

Tro(u)waden. Wie ä vor wo zu 6 wurde (s. oben s. 378), 
entwickelte sich a vor derselben lautverbindung zu o, woraus 
in der folge ou: trouwaden l trabten' zu *ihrowo- aus *thrawo- 
aus *thravo'- (vgl. mhd. draben aus *prabön und s. wegen des 
w; aus t; [d. h. ff] oben s. 353) in dae hy (Octavianus) mey goldene 
[gdldena] weynem toe Rome infoer ende by dae rveynem trou- 
waden contnghen H 23 (und W 436,29, wo trowaden steht); 

und slo(u)wia, -ath, -ade etc. 'staben 1 , das sich ohne die 
Beitr. 17, 565 vorgeschlagene hypothese als rein lautliche ent- 
wickelung erklärt aus *stavo- (vgl. mhd. staben aus *stäb6n)] 
daneben stawia, ~ie (d. h. stauwia) mit au-w aus a-w, dessen 
vocal in den flexionsformen mit -i- (d. h. ~ij-) nach w seine 
alte qualität erhalten hatte, oder = stavia, -ie (vgl. oben s. 363). 

Die nwfr. form des verbums lautet troaye 1 ) (GJ und Ep- 
kemas einleitung zu 6. Japicx s. LIX). Dieselbe steht auf 
einer linie mit scoya 'schauen', stoya 'staben' (nwfr. schoaye x \ 
stoaye Beitr. 17,566 sowie GJ und Epk. a. a. o.; oy, d. h. öi-j, 
nach dem oben s. 346 über die einwirkung des nachvocalischen 
j bemerkten aus o-j bez. 6-j für o-w bez. ö-w vor -*-),- berechtigt 
mithin zur reconstruction eines awfr. *troya (aus *thro-tvia(n) 
mit analogischem o-w, wie das der bildung stoya zu gründe 
liegende *sto-wia(n)) als doppelform zu trouwia (aus *thro-wia{n) 
etc.; ou-w oder o-w aus den flexionsformen mit -W&-). 

- Zur kategorie scoya etc. gehört ferner noch nwfr. koaye 
'kauen' 1 ) (GJ und Epk.) = awfr. *koya als doppelform zu 
*kouwia (beides aus *köwia(ri)). Für letztere formen ist mnl. 
kauwen heranzuziehen, das durch sein -auw- auf altes -dw- 2 hin- 
weist (Beitr. 16, 306 flf.) 2 ), also zur annähme eines vorfries. 
*kdwö- (und *käw6ja-) führt, dessen wurzelvocal in der nach- 



*) Daneben auch als doppelformen troagje, schoagje, koagje (d. h. 
nach jetziger ausspräche trö a igje etc.) mit -gje neben -je nach analogie 
der mit beiden suffixen verwanten formen; vgl. die oben s. 399 ver- 
zeichneten awfr. verba mit -igia und -ia, sowie nwfr.