(navigation image)
Home American Libraries | Canadian Libraries | Universal Library | Community Texts | Project Gutenberg | Biodiversity Heritage Library | Children's Library | Additional Collections
Search: Advanced Search
Anonymous User (login or join us)
Upload
See other formats

Full text of "Beiträge zur Kenntniss der innerhalb der Ascidien lebenden parasitischen Crustaceen des Mittelmeeres"

mm 



'■'■'.. 



SS39 



QU 







Beiträge zur Kenntniss der innerhalb der Ascidien lebenden 
parasitischen Crnstaceen des Mittelmeeres. 

Von 

Dr. Reinhold Buchholz, 

Privatdocent zu Greifswald. 

Mit Tafel V — XI. 



Die nachfolgenden Bemerkungen enthalten das Ergebniss von Be- 
obachtungen , welche ich wahrend eines Aufenthaltes in Neapel im 
verflossenen Frühjahre, während der Zeit vom April bis Juni, zu machen 
Gelegenheit hatte. 

Ich wendete wahrend dieser Zeit meine Aufmerksamkeit vorzugs- 
weise den innerhalb der Ascidien lebenden parasitischen Crustaceen 
zu, deren Formen bisher namentlich durch Thorell 1 ) an der Bohuslän- 
Küste von Schweden , sowie an der westlichen französischen Küste 
durch Hesse 2 ) genauer beobachtet worden sind. Dagegen sind über 
die mittelmeerischen Formen dieser eigenthümlichen Crustaceenformen 
nur wenige Mittheilungen über die Gattungen Notopterophorus und 
Gunentophorus von Costa 3 ) und Leuckart 4 ) bekannt gemacht worden, 
während zu einer Vergleichung beider Faunengebiete bisher noch kaum 
Schritte gethan sind. 

Wiewohl freilich nur ein kleiner Theil der mittelländischen Ver- 
treter der betreffenden Thiergruppe während der kurzen Zeit meines 

\) T. Thorell, Bidrag til känncdomen om Crustaceer, som lefva i arter af 
slägtet Ascidia. Kong. Vetenskaps Academiens Handlingnr. T. III. 

2) Hesse, Observations sur des Crustacöes rares ou nouveaux des cotes de 
France. Annales d. sc. nat. V Ser. T. I. u. f. f. 

3) Costa, Fauna del Regno di Napoli. Entomostraca Tab. II. 

4) Leuckart, Ueber die Gattung Notopterophorus Costa. Wiegmann's Archiv 
18T>y. p. 244. 

7* 



\ 00 Dr. Reinhold Buchholz, 

dortigen Aufenthaltes voraussichtlich zu meiner Beobachtung gekommen 
sein mag, so waren es doch zehn Arten derselben, welche mir das 
Material für meine Beobachtungen darboten. Dieselben gehören, mit 
Ausnahme einer einzigen , zu Lichomolgus gehörigen , sämmtlich der 
Familie der Notodelphyiden ap , von welcher durch Thorell dreizehn 
nordische Arten bekannt geworden sind. Die durch Thorell begrün- 
deten Gattungen dieser Familie : Notodelphys, Doropygus , Botachus, 
Ascidicola, erscheinen sämmtlich auch der Fauna von Neapel angehörig, 
während hier noch ausserdem die Gattungen Notopterophorus , Gunen- 
tophorus und Goniodelphys auftreten , welche von Thorell an der 
schwedischen Küste nicht angetroffen wurden, und von denen nur 
Notopterophorus durch eine von der mittelmeerischen verschiedene Art, 
N. papilio Hesse, auch an der französischen Küste vertreten ist, während 
die beiden letzteren bisher als der Mittelmeerfauna eigentümlich an- 
gehörig erscheinen. 

Rücksichtlich der Verbreitung der Arten, so erweisen sich nur 
Doropygus gibber Thorell und Ascidicola rosea Thor, als 
beiden Faunengebieten gemeinschaftlich , während die übrigen Arten 
sämmtlich von den nordischen verschieden sind. 

Es erscheint somit, zumal wenn man voraussichtlich annehmen 
darf, dass von den sich sehr nahe stehenden Notodelphysarten eine 
grössere Anzahl als der Mittelmeerfauna angehörig sich noch heraus- 
stellen wird, bereits jetzt der grössere Reichthum an Formen der 
letzteren , gegenüber der nordischen eigenthümlich. 

Die äusseren Merkmale der Notodelphyiden sind von Thorell in 
sehr zutreffender Weise angegeben worden und werden auch durch 
das Hinzuziehen der Gattungen Gunentophorus , Goniodelphys und 
Notopterophorus nicht in wesentlicher Weise abgeändert. 

Der Körper besitzt im Allgemeinen eine langgestreckte Form , und 
besteht aus sechzehn Segmenten , nämlich zwei Antennensegmenten, 
einem Mandibular- und drei Maxillarsegmenten, welche zusammen den 
Kopf bilden und stets zu einem gemeinsamen Stücke verwachsen sind. 
Auf die Segmente des Kopfes folgen alsdann fünf Thoraxsegmente , mit 
eben so vielen zweiästigen Schwimmfüssen , von denen indessen das 
letzte Paar durchgängig sehr verkümmert ist, oder auch wohl gänzlich 
fehlen kann. Das vorderste Segment des Thorax ist, mit einziger Aus- 
nahme von Ascidicola , durchgehend mit dem Kopfe zu einem gemein- 
samen Ganzen , dem Cephalothorax, verschmolzen. Sehr eigen- 
thümlich wird die Gestaltung des Thorax und damit meist die gesammte 
Körperform bei den Weibchen modificirt durch die beträchtliche Ent- 
Wickelung eines inneren . für die Aufnahme der aus den Ovarien 



Beiträge zur Kenutniss d. innerhalb d. Ascidien lebenden parasit. Crustaceen elc. 101 

kommenden Eier bis zur Ausbildung des Embryo bestimmten Brut- 
raumes. Es wird dieser Raum hergestellt durch die Umbildung meist 
der beiden hinteren Thoraxsegmente zu einem vergrösserten , nach der 
Dorsalseite mehr oder weniger hervorragenden Theile, für welchen ich 
nach dem Vorgange von Thorell den recht bezeichnenden Ausdruck 
Matricaltheil anwenden will. Zur Bildung dieses Matricaltheiles ver- 
einigen sich meist das vierte und fünfte Thoraxsegment, indem sie 
entweder völlig oder doch gegen die Dorsalseite hin mit einander ver- 
wachsen, wie bei Notodelphys, Doropygus, Notopterophorus 
und Botachus, oder es wird der Matricaltheil auch ganz allein von 
dem ausserordentlich vergrösserten letzten Thoraxsegmente gebildet, 
wie bei Goniodelphys. Nur bei Gunentophorus nehmen an der 
Bildung des Matricaltheiles alle vier hinteren freien Thoraxsegmente 
Theil , indem sie an der Dorsalseite zu einem gewaltig entwickelten, 
kugeligen , hervorragenden Theile verschmelzen. 

Aeussere Eisäcke , welche Thorell gänzlich aus der Familie der 
Notodelphyiden verbannen will, kommen nur bei der Gattung Ascidicola 
vor, welche in diesem , wie in vielen anderen Puncten , sich von den 
eigentlichen Mitgliedern dieser Gruppe entfernt und von Thorell mit 
Recht zum Typus einer besonderen Unterfamilie erhoben worden ist. 
Ich habe mich , wie unten erörtert werden wird , der Annahme dieses 
Beobachters , dass auch hier ein , zwischen den Lamellen der Flügel- 
fortsätze befindlicher, Brutraum vorhanden sei, nicht anschliessen 
können. 

Das Abdomen ist immer von ziemlich langgestreckter, cylindrischer 
Form, und stets merklich schlanker, als der vordere Körperabschnitt, 
von welchem es bei den Weibchen mehr oder minder scharf abgesetzt 
erscheint, während es bei den männlichen Formen gewöhnlich ziemlich 
gleichmässig in den Thorax übergeht. Das Endsegment desselben ist 
immer sehr kurz und kleiner als die übrigen, und mit einer sehr ver- 
schiedenartig geformten Furca versehen. Dieselbe wird in der Regel 
von einem Paar kürzerer oder längerer cylindrischer Anhänge gebildet, 
welche auf der Spitze entweder mit sehr verschieden gestalteten 
Borsten , oder mit gekrümmten Krallen versehen sind. Nur bei 
Gunentophorus fehlen diese Anhänge ganz und die Furca wird hier 
nur durch ein Paar unmittelbar am Endsegment befindliche Krallen 
gebildet. 

Die im Allgemeinen grössere Mannichfaltigkeit der Körpergeslalt, 
und die mitunter ziemlich barocken Formen derselben, welche in der 
Gruppe der Notodelphyiden, dem mehr einförmigen Bau vieler anderen 
Abiheilungen der Copepoden gegenüber, hervortritt, wird beinahe 



] ()2 Dr. Reinhold Buchholz, 

ganzlich durch das Vorhandensein eines inneren Brutraumes und die 
verschiedenartige Bildung des denselben einschliessenden Matrical- 
theiles bedingt, ein Moment , welches bei den Copepodcn mit äusseren 
Eisäcken fortfällt. Es tritt dieselbe daher auch nur bei den Weibchen 
hervor, während die Männchen der verschiedenen Gattungen eine mehr 
gleichförmige , einförmigere Gestalt besitzen. Auch sonstige Auszeich- 
nungen des Weibchens, wie die eigentümlichen Rückenanhänge bei 
Notopterophorus , fehlen dem Männchen gänzlich. 

Der vorderste Körperabschnitt , der Kopf oder Gephalothorax 
ist bei. allen Notodelphyiden von ziemlich übereinstimmender, nach vorn 
zugespitzter, dreiseitiger Form und trägt am vordersten Ende die bei- 
den an ihrem Ursprünge nur durch eine schmale Rostralplatte von 
einander getrennten vorderen Antennen. Nur bei dem Weibchen von 
Notopterophorus nimmt die Kopfspitze nicht das vordere Ende des 
Kopfes ein , sondern erscheint durch eine winklige Abwärtsbiegung 
des Stirnrandes ganz nach abwärts gerichtet, wodurch der Gephalo- 
thorax hier eine viereckige Form erhält. Das Rostrum, welches niemals 
vermisst wird , stellt eine durchgehends dreieckig geformte , vorn ent- 
weder zugespitzte oder abgerundete Platte vor, welche niemals vom 
vorderen Stirnrande gerade nach vorn gerichtet frei hervorspringt, 
sondern stets nach abwärts nach der Unterseite des Kopfes umgebogen 
und derselben dicht anliegend erscheint. 

Dicht hinter der Insertionsstelle der vorderen Antennen erscheint, 
dem vorderen Stirnrande durchgängig sehr genähert, das unpaare 
Auge , welches nur bei Ascidicola fehlt , bei den eigentlichen Notodel- 
phyiden dagegen niemals fehlt. Es besteht aus einem in die Quere ver- 
längerten, rechteckigen, rothen Pigmentflecke, an dessen Seite jederseits 
ein kleiner, lichtbrechender Körper befindlich ist, und ist bei allen von 
ziemlicher Kleinheit. 

Die vorderen Antennen sind bei den verschiedenen Formen 
ziemlich beträchtlichen Abänderungen unterworfen ; ihre Gliederzahl 
schwankt zwischen 4 und 15. Am meisten reducirt erscheinen sie bei 
Gunentophorus, wo sie ausserordentlich verkürzt und nurviergliedrig 
sind, am zahlreichsten sind die Glieder bei N'o.todelphys, während bei 
den übrigen Gattungen sieben oder acht Glieder vorhanden sind. Sie 
erscheinen stets mit Borsten von sehr verschiedener Entwickelung be- 
setzt, indessen zeigen sie niemals derartige blasse Geruchsborsten, wie 
sie bei den freilebenden Copepoden so allgemein verbreitet sind. 

Die hinteren Antennen sind durchweg von viel gleichartigerer 
Form, cylindrisch und stets dreigliedrig. Sie sind stets dicht hinter 
den vorderen an der Unterseite des Kopfes inserirt auf einem kurzen 



Beiträge zur Kenntniss d. innerhalb d. Ascidien lebenden parasit, Crustaceen etc. i()3 

Vorsprunge des Kopfes , welcher mitunter etwas verlängert ist , und 
dann fast die Form eines, freien Gliedes annehmen kann. Sie stellen 
Klammerorgane dar, und ist das Endglied stets mit einer gekrümmten 
Kralle bewaffnet , doch kann man in ihnen , bei ihren im Verhältniss 
zum Körperumfange geringfügigen Entwickelung , wohl nur ziemlich 
schwache Haftapparate erblicken. 

Die Mandibeln sind, von Ascidicola abgesehen, bei allen eigent- 
lichen Notodelphyiden von überaus gleichartigem Baue. Sie sind hori- 
zontal gestellt und zerfallen in zwei durch eine ziemlich starke, mittlere 
Einschnürung getrennte Abschnitte : einen länglich runden, nach aussen 
gerichteten Wurzeltheil, in w 7 elchem die starke Musculatur befestigt ist, 
und einen beilförmig gestalteten Endtheil, der mit einer zugeschärflen, 
schneidenden Kante an der Spitze versehen ist. Dieser Endrand zeigt 
bei allen Formen eine ganz übereinstimmende Bildung , indem die 
untere Hälfte vier grössere spitzige Zähne bildet, während die vordere 
Hälfte gerade und sehr fein gesägt erscheint. Der stark entwickelte 
Palpus ist an der Aussenseite des Wurzeltheiles befestigt und zeigt 
zweiAeste, von welchen der innere gewöhnlich deutlich zwei oder drei 
Glieder erkennen lässt, beide Aeste sind mit gewöhnlich sehr langen 
Fiederborsten besetzt. Bei Ascidicola erscheint dagegen der Wurzel- 
theil des Kiefers klein, der Palpus sehr klein und kurz, mit zwar 
deutlich vorhandenen , aber sehr verkürzten Enden ; der Endrand des 
Kiefers ist hier mit langen, spitzigen Zähnen verschiedener Länge 
gleichmässig besetzt. 

Die hinter den Mandibeln gelegenen Mund Werkzeuge bilden drei 
Paare hinter einander gelegene Extremitäten von sehr verschiedenem 
Baue , welche wir als drei Maxillenpaare bezeichnen , da sie der Form 
nach keinen Uebergang zu den eigentlichen Extremitäten bilden. 

Auch diese Theile zeigen bei den verschiedenen Gattungen im 
Ganzen wenig Veränderlichkeit. Am meisten ist dieses noch der Fall 
bei dem vordersten Maxillenpaare , welches stets zweiästig ist und eine 
etwas complicirtere Form darbietet. Stets besteht dasselbe aus einem 
vierseitigen Grundtheile, der an der Spitze zweiAeste trägt. Der innere 
dieser beiden Aeste ist bei allen Gattungen ziemlich gleichartig gebildet, 
und stellt ein conisches, gelenkig mit dem Basaltheil verbundenes Glied 
dar, welches am inneren Rande mit kurzen, steifen Borsten besetzt ist. 
Der äussere Ast der Maxille stellt dagegen einen blattförmig gestalteten 
Anhang dar, welcher durch mehrere Einschnitte in verschiedenartig 
geformte Lappen getheilt zu sein pflegt. Am einfachsten erscheint der- 
selbe bei Gunentophorus, wo der äussere Ast als einfaches, kreis- 
förmig abgerundetes Blatt ohne Einschnitte erscheint , bei den anderen 



] 04 Dr. Reinhold Buchholz, 

Gattungen ist derselbe in zwei oder drei meist abgerundete Lappen, die 
mit Fiederborsten am Rande besetzt sind, abgetheilt. Auch bei Asci- 
dicola finde ich noch denselben zweiästigen Bau der vorderen Maxillen 
ausgebildet, die beiden Aeste sind indessen hier von ziemlich gleicher, 
conisch zugespitzter Form, und gleichmässig mit kurzen Borsten 
besetzt. 

Das zweite Maxillenpaar ist von viel gleichförmigerer Gestalt , und 
zeigt im Allgemeinen bei allen eigentlichen Notodelphyiden einen ganz 
übereinstimmenden Bau. Dasselbe ist stets einästig und in der Regel 
fünfgliedrig, wobei das Grundglied durchgehend an Grösse die übrigen 
Glieder bedeutend übertrifft. An dem Grundgliede sind am inneren 
Rande vier paarweise zusammenstehende Borstenpaare befindlich, die 
entweder sehr fein gefiedert oder einfach sein können. Auf das breite 
und grosse Grundglied folgen dann noch vier an Länge und Breite ab- 
nehmende Glieder, die nur eine oder zwei einzelne Borsten am Innen- 
rande tragen, von welchen häufig Eine, dem zweiten Gliede angehörige, 
sich durch beträchtliche Stärke auszeichnet. Nur bei Gunentophorus 
erscheint die Gliederzahl auf drei reducirt und die Anordnung der 
Borsten etwas anders. Bei Ascidicola ist das zweite Maxillenpaar von 
sehr abweichender Form, es besteht daselbst nur aus zwei Gliedern, 
von denen das kurze Endglied zwei grosse gekrümmte Haken trägt. 

Das dritte Maxillenpaar ist durchgehends mehr reducirt; entweder, 
wie in der Mehrzahl der Formen, cylindrisch und von schlankerer Form 
als das zweite und deutlich dreigliedrig, oder wie bei Goniodelphys 
und Gunentophorus sehr verkürzt und auf ein einziges Glied reducirt, 
welches mit kurzen Fiederborsten besetzt ist. Von den Fusspaaren des 
Thorax erscheinen die vier vorderen durchgehends als zweiästige , mit 
mehr oder weniger langen Fiederborsten besetzte Schwimmfüsse , an 
denen indessen der äussere Ast anstatt der Fiederborsten häufig nur 
mit dornartigen Stachelborsten besetzt sein kann, und zeigt in der 
Regel das vorderste, mit dem Kopfe verbundene kleinere Fusspaar einige 
leichte Formverschiedenheiten von den übrigen. Nur bei Gunento- 
phorus wird dieser Gegensatz ein grösserer, indem bei dieser Gattung 
nur das vorderste, am Cephalothorax befindliche Fusspaar den Charakter 
eines zweiästigen Schwimmfusses beibehält, während die drei hinteren 
durch beinahe vollständige Verkümmerung des inneren Astes und 
gänzlichen Mangel der Borsten gänzlich von der Bildung der Füsse bei 
den übrigen Notodelphyiden sich entfernen. 

Das fünfte Thoraxsegment, welches bei Gunentophorus gar nicht 
deutlich gesondert ist, trägt stets nur ein sehr kleines und rudimentäres 
Fusspaar, welches in der Regel noch zwei. sehr verkürzte Aeste zeigt, 



Beiträge zur Kenntuiss d. innerhalb d. Ascidien lebenden parasit. Cnislaceen etc. 105 

die auf der Spitze eine kurze Borste tragen, bei Gunentophorus 
aber gänzlich fehlt. 

Die Bewegungen , welche durch die Schwimmfüsse vermittelt 
werden , sind im Allgemeinen wenigstens bei den erwachsenen In- 
dividuen ziemlich träge, und erzeugen mehr ein langsames Fort- 
kriechen an den Wandungen der Respirationshöhle der Ascidien, als 
eine wirkliche freie Schwimmbewegung. Bei den meisten Formen 
macht die durch die Entwickelung des Matricaltheils bedingte Ver- 
grösserung des Körpers eine Schwimmbewegung im Wasser ganz 
unmöglich , sie bleiben , aus dem Innern der Ascidie genommen , auf 
dem Boden des Gefässes ruhig liegen , und vermögen nur sehr unbe- 
holfen auf demselben durch Bewegungen der Füsse und des Körpers 
sich langsam fortzubewegen. Nur bei den Notodelphysarten bemerkte 
ich mitunter ein ruckweises Fortschwimmen im Wasser nach Art der 
Cyclopiden; doch sinken auch sie bald auf den Grund des Gefässes 
nieder. 

Auf die Erforschung des anatomischen Baues der Notodelphyiden 
habe ich leider nicht hinreichende Zeit und Aufmerksamkeit verwenden 
können , um darüber in allen Puncten eine genügende Einsicht zu er- 
langen, da die Feststellung der äusseren Charaktere mir zunächst am 
meisten von Bedeutung zu sein schien. Es wird das Studium der 
anatomischen Structur dieser Thierformen durch eine grosse Zartheit 
der Organe, welche die Zerlegung sehr erschwert, überdies keineswegs 
zu einem leichten. 

Von dem Nervensysteme habe ich, da sich von demselben ohne 
Zerlegung bei den Notodelphyiden nichts erkennen lässt, nichts anzu- 
merken; es beschränkt sich Alles, was davon bekannt ist, auf das 
Auge , welches durchweg die bei den Copepoden am weitesten ver- 
breitete Form eines aus zwei Hälften zusammengesetzten Pigmentfleckes 
mit zwei seitlichen, kugeligen, lichtbrechenden Körpern darbietet.,. 
Bei Ascidicola fehlt, wie bereits durch Thorell angegeben, das Auge 
gänzlich. Von anderweitigen Sinneswerkzeugen habe ich bei den 
Notodelphyiden nichts wahrgenommen , zumal , wie bereits vorgehoben 
worden , an den vorderen Antennen eigenthümliche Sinnesapparate 
nicht vorhanden sind. 

Der Darm canal erstreckt sich, wie gewöhnlich bei den Copepoden, 
als ein ganz gerades, gestrecktes , ziemlich gleichförmiges Rohr von der 
Mundöffnung bis zur Spitze des letzten Abdominalsegmentes , auf wel- 
chem er zwischen den beiden Anhängen der Furca , gewöhnlich in 
einem Ausschnitte des erwähnten Segmentes , nach aussen mündet. 
Der vordere, innerhalb des Kopfes und Thorax gelegene Theil des- 



106 Dr. Reiuhold Buchholz, 

selben zeigt durchweg eine, freilich oft ziemlich geringe, ganz gleich- 
massige Magenerweiterung, welche nach hinten zu sich allmählich in 
den innerhalb des Abdomen gelegenen, nach hinten zu dünner werden- 
den Enddarm verjüngt. Namentlich innerhalb des Magenabschnittes 
bemerkt man in der Regel hellbräunlich gefärbten flüssigen Darminhalt. 
Nur bei Ascidicola, wo der Darm ein regelmässig cylindrisches Rohr, 
ohne Magenerweiterung bildet, fand ich den Darminhalt von lebhaft 
grünlicher Färbung. 

Von einem Herzen habe ich sowie Thorell bei keiner Form etwas 
wahrnehmen können; ebensowenig sind besondere Respirations- 
organe vorhanden, denn den äusseren Ast des ersten Maxillenpaares 
mit seinen Lappen als solche in Anspruch zu nehmen, wie dieses 
Thorell andeutet , scheint mir nicht wohl begründet zu sein. 

Eine besondere Reachtung verdienen die Geschlechtsorgane, 
welche mancherlei besondere Eigenthümlichkeiten darbieten. 

Die weiblichen Geschlechtsorgane bestehen, mit Ausnahme 
von Ascidicola, bei allen eigentlichen Notodelphyiden aus zwei Paaren 
von Ovarien, die jederseits neben dem Darmcanale als cylindrische 
Schläuche innerhalb des Thorax gelegen sind , aus dem innerhalb des 
Matricaltheiles gelegenen inneren Rrutraum oder Uterus, wozu, wie 
bei Doropygus, Rotachus und Notodelphys von Thorell erkannt 
wurde, zwei Paar blasenförmige Receptacula kommen, welche im ersten 
Abdominalsegmente gelegen sind. Die äussere Form dieser Organe, 
welche bei den einzelnen Gattungen ziemlich variabel erscheint, ist im 
Allgemeinen leicht zu erkennen, um so schwieriger dagegen der innere 
Zusammenhang derselben untereinander. 

Die beiden Ovarien bilden nur bei Notodelphys zwei am vorderen 
Ende völlig freie , neben einander an dem Seitenrande des Rückens 
verlaufende Schläuche , welche mit ihrem hinteren Ende sich an den 
Rrutraum dicht anlegen, bei den übrigen Gattungen bilden sie vielmehr 
zwei übereinander liegende Röhren , welche an der Grenze zwischen 
Kopf und Thorax schlingenförmig in einander übergehen. Der Zu- 
sammenhang zwischen beiden Röhren scheint mir ein derartiger zu 
sein , dass es wohl kaum gerechtfertigt erscheint , denselben als eine 
Verwachsung zweier selbständigen Ovarien anzusehen, sondern anstatt 
vier bei denselben vielmehr jederseits nur ein einfaches Ovarium 
anzunehmen sein dürfte , welches aus zwei , vorn in einander über- 
gehenden Schenkeln besteht. Nur bei Goniodelphys erscheint die 
Rildung dieser Organe noch einfacher, indem hier jederseits nur ein ein- 
facher Ovarialschlauch vorhanden ist 7 welcher keinen zurücklaufenden 
Schenkel bildet. 



Beiträge zur Keuntniss d. innerhalb d. Ascidicn lebenden parasit. Ciustacecn etc. J 07 

Ein besonderer, neben diesen Ovarialschläuchen vorhandener 
Keimstock, welcher als ein unpaares Organ bei allen freilebenden 
Copepoden vorhanden ist, ist bei den Notodelphyidcn nicht vorhanden, 
und scheint mir auch aus dem inneren Bau der Ei röhren hervorzugehen, 
dass dieselben als die eigentlichen Bildungsstätten der Eier, und 
keineswegs als blosse Eileiter fungiren. Letzteren habe ich namentlich 
an den Ovarien von Doropygus gibber näher untersucht. 

Ich fand hier (Fig. 4 o) in den mittleren und oberen Abschnitten 
desOvarium Eier von verschiedener Entwicklung, von 0,05 — 0,07 Mm. 
Durchmesser vor, mit Keimbläschen von 0,03 Mm., welche an der 
zarten Wandung des Ovarialrohrcs befestigt, mehr oder weniger starke 
Ausbuchtungen desselben verursachen. Diese Eier sind bereits von 
einem körnigen Dotter umgeben und liegen nicht dicht gedrängt , son- 
dern lassen verschieden grosse Zwischenräume zwischen sich frei, in 
welchen zarte Zellen von 0,02 — 0,03 Mm. an den Wandungen des 
Schlauches befindlich sind, welche die eigentlichen Keimzellen dar- 
stellen. Eine Sonderung des Ovariums in einen keimbereitenden und 
dotterbildenden Abschnitt findet somit nicht statt, indem die Keimzellen 
gleichmässig durch das ganze Ovarium zwischen den Eiern entstehen. 
Nur bei Goniodelphys erscheint mir die Keimzellenbildung auf den 
vordersten Abschnitt des Ovarialschlauches beschränkt zu sein , indem 
hier die hinteren , an den Uterus angrenzenden Parthien desselben 
dichtgedrängte grosse Eier enthalten , welche schon ganz die Ent~ 
Wickelung der im Uterus befindlichen besitzen , während sie nach vorn 
zu an Grösse abnehmen. 

Der Zusammenhang der Ovarien mit dem Brutraume ist schwierig 
zu erkennen, da es nicht leicht gelingt, dieselben mit der Uteruswandung 
im Zusammenhange zu isoliren. Doch glaube ich bei Goniodelphys 
wenigstens mich von dem directen Einmünden derselben in den Brut- 
raum mit Sicherheit überzeugt zu haben , und halte dasselbe auch bei 
den übrigen Gattungen für sehr wahrscheinlich, wiewohl von Thorell 
ein solcher Zusammenhang entschieden in Abrede gestellt wird. Dass 
die Eier, wie das von jenem Beobachter für Notodelphys vermuthet 
wird, von dem Ovarium aus erst durch das Receptaculum seminis in 
den Matricalraum gelangen, erscheint gleichfalls, sowie die besondere 
Ausmündung der Samentasche , wenig Wahrscheinlichkeit für sich zu 
haben. 

Der innere Brutraum , in welchen sich die Eier aus den Ovarien 
entleeren , bildet einen ziemlich umfänglichen , von einer sehr zarten 
Uterusmembran begrenzten Hohlraum, dessen Form sich der sehr 



|08 Dr» Reinhold Bnchholz, 

wechselnden Gestali des Matricaltheils im Allgemeinen ziemlich enge 
anschliesst. 

Die äussere Geschlechtsöffnung, durch welche die Eier aus dem 
Brutraume entleert werden , befindet sich , wie dieses Thorell richtig 
angiebt, an der Dorsalseite, an der Grenze des letzten Thoraxsegmentes 
und des Abdomen, gewöhnlich auf einer kleinen hervorragenden Papille, 
welche namentlich bei Doropygus und Notopterophorus deutlich 
entwickelt ist. Diesem Verhalten gegenüber erscheint die Angabe jenes 
Forschers , wonach sich an der Ventralseite des ersten Abdominal- 
segmentes noch eine zweite äussere Geschlechtsöffnung befinden soll, in 
welcher die Samentaschen durch einen engen Canal ausmünden , und 
an welcher von demselben bei Doropygus auritus Spermatophoren 
festsitzend angetroffen wurden , sehr eigentümlich und mindestens 
einer ferneren Bestätigung bedürftig. Mir glückte es nicht, einen Zu- 
sammenhang der Samentasche mit der äusseren Geschlechtsöffnung am 
Rücken oder einen von derselben ausgehenden Canal zu beobachten, 
auch habe ich niemals Spermatophoren am Körper des Weibchens an- 
hängend gefunden. 

Die Structur des männlichen Geschlechtsapparates ist im 
Ganzen von Thorell richtig erkannt worden. Man erkennt mit Leichtig- 
keit bei allen Männchen einen langen cylindrischen Samenleiter, welcher 
anfänglich von mir, wie von Thorell, für den eigentlichen Hoden ange- 
sehen wurde, und welcher im ersten Abdominalsegmente in eine länglich 
ovale Samenblase mündet. Es scheint dieser Samenleiter, welcher sich 
als ein dünner, langer Schlauch jederseits neben dem Darmcanal bis 
zur vorderen Grenze des zweiten Thoraxsegmentes erstreckt , bei den 
meisten Männchen hier geschlossen zu enden ; doch erkannte ich bei 
dem besonders grossen Männchen des Doropygus gibber (Fig. 4 B) mit 
grosser Schärfe, dass derselbe nach vorn zu noch mit einem besonderen 
rundlichen Organe in Verbindung steht, welches als der eigentliche 
Hoden anzusehen ist. Von diesem bei jenem Männchen sehr deutlichen 
Organe kannte ich bei denjenigen der anderen Arten nur selten eine 
Andeutung erkennen , doch scheint mir wahrscheinlich , dass dasselbe 
nirgends fehlt, und der sogenannte Hoden überall nur als einfacher 
Samenleiter fungirt. Der eigenthümliche Zusammenhang des Samen- 
leiters mit dem Hoden durch einen sehr entwickelten, stark geknäuelten 
und gewundenen Abschnitt desselben , wie er bei jener Art stattfindet, 
erscheint ebenfalls sehr eigenthümlich und ist vielleicht nicht bei allen 
Formen in gleicher Weise entwickelt. * 

Der rundliche Hoden Hess bei D. gibber einen aus zahlreichen, 
kleinen , runden Zellen bestehenden Inhalt deutlich erkennen , der 



Beiträge zur Kenntniss d. innerhalb d. Ascidien lebenden parasit. Crustaceen etc. 1 09 

Inhalt des Samenleiters besteht aus einer sehr feingranulirten Substanz, 
welche aus kleinen, zelligen Bildungen besteht. 

Die Form der Samenblase ist von Thorell richtig beschrieben und 
die in derselben stattfindende Bildung der Spermatophore richtig an- 
gegeben worden. Auch bei den Notopterophorus und Goniodel- 
physmännchen finden in dieser Beziehung keine Abweichungen statt. 
Die Samenelemente bestehen ohne Ausnahme aus sehr kleinen , run- 
den , zelligen Elementen ; haarförmige Spermatozoiden werden durch- 
gehends vermisst. 

Wiewohl es durch einen massigen Druck leicht gelingt, die Sper- 
matophoren aus der Samenblase herauszudrücken , habe ich doch nie- 
mals die freiwillige Entleerung derselben oder die Begattung beobachten 
können. Auch habe ich , da mir leider keine Weibchen mit anhängen- 
den Spermatophoren zu Gesicht gekommen sind, der Stelle, an 
welcher nach Thorell die weibliche Geschlechtsöffnung sich befinden 
soll , keine weitere Aufmerksamkeit zugewendet , da ich die sehr deut- 
liche Entleerungsöffnu*ng der Eier aus dem Uterus für die eigentliche 
Geschlechtsöffnung ansah. Weitere Beobachtungen werden über diese 
Verhältnisse entscheiden müssen. 

Rücksichtlich der Entwickelungsweise sind die aus den Eiern 
hervorgehenden Larven im ersten Stadium durch Allmann und Thorell 
bereits ziemlich genau bei den meisten Gattungen beschrieben worden. 
Sie sind von sehr gleichförmigem Baue und weichen von der Form des 
jüngsten Naupliusstadiums der übrigen Copepoden in keinem wesent- 
lichen Puncte ab. Die kleine Mundöffnung wird wie gewöhnlich von 
einem kappenförmigen Vorsprunge der Ventralseite überdeckt (Fig. \ C), 
welcher von länglich trapezoider Form die Mitte des vorderen Abschnittes 
der Ventralseite einnimmt. Zu beiden Seiten dieses Vorsprunges sind 
die drei Extremitätenpaare von der gewöhnlichen Bildung inserirt, an 
deren Basis ich jedoch nichts von Kieferfortsätzen erkennen konnte. 
Auch hat die von Claus als »Mundkappe« bezeichnete, soeben erwähnte 
Bildung eine eigenthümliche Form , und konnte ich mich nicht recht 
davon überzeugen, dass sie in diesem Stadium als Oberlippe anzusehen 
sei. Sie entspringt mit breiler Basis an der Grenze des vorderen und 
mittleren Drittels des Embryonalkörpers, als eine eher schildförmige, 
als eigentlich kappenförmige Erhebung und verschmälert sich nach 
vorn zu , so dass der vordere Rand nur halb so breit als der hinte.re 
erscheint. Die Seitenränder verlaufen gerade von aussen nach innen 
und vorn , so dass das Ganze eine trapezförmige Gestalt besitzt. Der 
hintere Rand der Erhebung geht unmerklich in die Oberfläche des 
Embryonalkörpers über und bildet keinen freien Rand , während der 



HO .Dr. Reinhold ßuchholz, 

sehr nahe dorn Stirnrande liegende vordere Rand und die Seitenränder 
scharf gegen den Embryonalkörper abfallen und beträchtlich prominiren. 
Die sehr kleine, länglich runde Mundöffnung glaubte ich dicht hinter 
dem Vorderrande der Mundkappe in einer Vertiefung zwischen letzterer 
und dem Körper zu erkennen , doch ist sie wenig deutlich und schwer 
zu sehen. 

Der hinter dieser Mundkappe und der Insertion der Extremitäten 
gelegene Theil des Embryonalkörpers ist bei den Notodelphyiden durch- 
gehends von beträchtlichem Umfange und nimmt die hinteren zwei 
Drittel des Körpers ein. Es erscheint dieser hintere Leibesabschnitt der 
Larve fast immer, mit Ausnahme von Gunentophorus, von sehr 
reichlichen Dottermassen erfüllt, und es erscheint mir ein eigentlicher 
Darmcanal zu dieser Zeit noch nicht ausgebildet, da ich auch von einer 
Afteröffnung nichts erkennen konnte. Es mögen daher die Larven bis 
zur Ausbildung dieser Theile von dem sehr reichlichen Dottervorrathe, 
mit welchem sie versehen sind , sich erhalten ; jedenfalls befinden sie 
sich bei den Notodelphyiden auf einer beträchtlich niederen Ent- 
wicklungsstufe der inneren Organisation als die ersten Naupliusstadien 
bei den freilebenden Copepoden. Möglich ist es auch , dass die von 
mir angenommene Mundöffnung auf einer Täuschung beruht, und die 
eigentliche Mundöffnung sich gleichfalls erst später an dem hinteren 
Rande der Mundkappe bildet, wodurch die Uebereinstimmung dieses 
Theiles mit der entsprechenden Bildung der Cyclopslarven allerdings 
hergestellt werden würde. 

Die weiteren Umwandlungen dieser jüngsten Larven habe ich 
leider zu verfolgen nicht Gelegenheit gehabt, da sie sich in den Ascidien 
selbst nicht auffinden Hessen. Die jüngsten innerhalb der Ascidien 
aufzufindenden Larven besitzen, wie bereits Thorell angiebt, immer 
schon ganz die Gliederung und die Gestaltung der erwachsenen Indi- 
viduen; geringe Abweichungen, welche die Form der Extremitäten bei 
diesen Jugendformen mitunter darbietet, sind von jenem Beobachter 
mehrfach wahrgenommen worden. 

Ich gehe demnächst zu der Beobachtung der einzelnen von mir 
beobachteten Formen über, da über die Lebensweise den bereits von 
Thorell gemachten Angaben nichts erhebliches hinzuzufügen ist. 



Beiträge zur Kenntniss d. innerhalb d. Ascidien lebenden parasit. Crnstaceen etc. 111 

1 am. Notodelphyidae. 

Subfam. Notodelphyidae sens. strict. 
1. Gen. Notodelphys Allmann. 

Von dieser Gattung ■ deren allgemeine Charaktere sehr ausführlich 
und genau von Thorell angegeben worden sind ; habe ich zwei Arten 
beobachtet, von welchen die eine der N. Allmanni sehr nahe stehende 
N. mediterranea sehr häufig in zahlreichen Ascidien sich fand, während 
die zweite N. pusilla , der N. prasina Thor, sehr nahe stehende, nur 
einmal zur Beobachtung gelangte. Es ist mir indessen sehr wahr- 
scheinlich , dass eingehendere Beobachtungen das Vorhandensein einer 
grösseren Anzahl von Formen , namentlich aus der Gruppe der N. 
Allmanni erweisen würden, da die Arten dieser Gattung sich äusserst 
nahe stehen und nur durch die genaueste Vergleichung erkannt werden 
können. Ob man freilich in diesen leichten Formverschiedenheiten 
nicht eher locale Varietäten, als distincte Arten vor sich hat, ist vor der 
Hand nicht mit Sicherheit zu entscheiden ; da es indessen zunächst 
darauf ankommt, die vorhandenen Formen möglichst genau zu kennen, 
so führe ich die von mir beobachteten als neue mit demselben Rechte, 
als es die bereits aufgestellten für sich beanspruchen, ein. 



Notodelphys mediterranea n. sp. £Za*t $ V* &, 

Weibchen (Fig. \ A). Die erwachsenen geschlechtsreifen Indi- 
viduen sind im Durchschnitt 3 Mm. lang, doch wechselt die Länge je 
nach den verschiedenen Contractionszuständen des Abdomen in ge- 
wissen Grenzen. 

Der mit dem ersten Thoraxsegmente verbundene Kopf ist von oben 
her gesehen von der Form eines gleichschenkeligen Dreiecks mit abge- 
rundeter Spitze und abgerundeten convexen Seitenrändern. Er ist 
breiter als bei N. Allmanni , indem sein Längsdurchmesser merklich 
geringer ist als die Breite der Basis, während bei N. Allmanni das um- 
gekehrte der Fall ist. Das Rostrum ist lang und am Ende zugespitzt, 
fast noch einmal so lang als breit und von fast lanzettförmiger Form 
(Fig. \R). 

Das dritte und vierte Thoraxsegment kaum merklich schmäler als 
der Kopf, zusammen etwas kürzer als derselbe. Der Matricaltheil ist 
länglich ellipsoidisch, gewölbt, ansehnlich länger als breit, beträchtlich, 
breiter als der übrige Cephalolhorax , hinten abgerundet, kaum aus- 



112 Dr. Reinliold Bucliliolz, 

gerandet; er verdeckt die beiden ersten Abdominalsegmente bei con- 
trahirtem Zustande des Abdomen völlig. 

Das Abdomen besitzt im mittleren Contractionszustande l / 3 der 
gesammten Körperlänge, die einzelnen Segmente ziemlich gleich breit 
als lang. Die beiden Anhänge des fünften Segmentes doppelt so lang 
als dieses, cylindrisch, y 3 so breit als lang. Von den vier gefiederten 
Endborsten die beiden mittleren die längsten, doppelt so lang, die 
äusserste am kürzesten, wenig länger als der Anhang selbst. 

Die am Aussenrande des Anhanges befindliche sehr kurze Seiten- 
borste ist vom Hinterende desselben um i / d seiner Gesammtlänge ent- 
fernt, etwas weiter als die Breite desselben beträgt ; die untere etwas 
grössere ist dicht über dem Ursprünge der innersten Endborste inserirt. 

Die oberen Antennen (Fig. I A^) kürzer als der Kopf, der Form 
nach mit denen der N. Allmanni übereinstimmend ; am äusseren Um- 
fange mit zahlreichen Fiederborsten gleichmässig besetzt, welche 
doppelt so lang sind als die Breite der Antenne an ihrem Ursprünge. 
Die vier letzten Glieder tragen ungefiederte Borsten , unter denen sich 
diejenige des viertletzten Gliedes durch bedeutende Länge auszeichnet. 

Die hintern Antennen (Fig. \ A 2 ) sind etwa 2 / 3 so lang als die 
oberen , das erste Glied cylindrisch gegen die Spitze zu keulenförmig 
verdickt, das zweite Glied etwas kürzer als das vorige, dicht über der 
Gelenkfurche am inneren unteren Rande mit zwei langen gefiederten 
Borsten versehen, die unmittelbar neben einander inserirt sind. Das 
Endglied ist von keulenförmiger Gestalt mit schlankerem Ursprung und 
breiterer, schräg abgestutzter Spitze , mit einer langen , schlanken , am 
Ursprünge geraden und nur an der Spitze hakenförmig umgebogenen 
Kralle versehen. Unterhalb der Kralle entspringen an dem Endrande 
noch vier geradgestreckte einfache Borsten, von denen eine etwas länger 
als die Kralle ist, im Uebrigcn ist das Endglied nackt. 

Die Mandibeln (Fig. 1 M) sind im Wesentlichen übereinstimmend 
mit denen von N. Allmanni , der Palpus zeigt die beiden Aeste wenig 
deutlich von der Basis getrennt, der äussere zweigliederige Ast zeigt 
neun gefiederte Borsten, die allein dem Endgliede angehören, während 
an der Grenze des ersten Gliedes und der Basis noch eine einzelne sehr 
lange Fiederborste befindlich ist. Der innere Ast ist nicht deutlich ge- 
gliedert und am Ende mit vier Borsten besetzt, von denen die äusserste 
die andern um das Doppelte an Länge und Stärke übertrifft, und in 
der ersten Hälfte ihrer Länge dicker und kurz behaart, in demEndtheil 
schmächtiger und mit langen Haaren besetzt ist. 

Das erste Maxillenpaar (Fig. \ M t ) zeigt ein einseitiges, läng- 
liches Wurzelglied und zwei Endäste, von denen der äusserste in drei 



Beitrage zur Kenutiiiss d. innerhalb d. Ascidien lebenden parasit. Crustaceen etc. 1 1 3 

Lappen getheilt erscheint. Der innere Ast ist länglich ■ nach dem Ende 
zugespitzt und am inneren Rande mit acht ziemlich kurzen, steifen 
und unbehaarten Borsten besetzt. 

Von den drei Lappen, in welche der äussere Ast zerschlitzt er- 
scheint , ist der unterste am grössten und von viereckiger Form , der 
Rand ist mit vier gefiederten Borsten versehen , von denen die unterste 
die längste ist; der mittlere Lappen ist schmal zipfelförmig und mit 
fünf dichtstehenden Fiederborsten besetzt ; der obere Lappen trägt drei 
kürzere ebenfalls gefiederte Borsten. 

Das zweite Maxillenpaar (Fig. 1 M 2 ) ist fast dreieckig und 
besteht aus einem sehr grossen Grundgliede , welches an der Wurzel 
sehr breit, sich gegen das Ende beträchtlich verschmälert. Darauf 
folgen noch vier kleinere, der Reihe nach an Grösse abnehmende Glie- 
der, welche zusammen weit hinter der Grösse des Basalgliedes zurück- 
stehen. Die drei Endglieder tragen je eine schlanke Borste, welche bis 
zum Endgliede a« Länge abnehmen, und von denen nur die des End- 
gliedes gefiedert ist. Das zweite Glied trägt zwei Borsten , von denen 
die eine sehr viel dicker ist als alle übrigen und an der einen Seite 
mit sehr kurzen Härchen besetzt. Das Grundglied endlich trägt vier 
Paar auf besonderen hocke rförmi gen Vorsprüngen paarweise inserirte, 
ungefiederte Borsten. 

Das dritte Maxillenpaar (Fig. J/ 3 ) ist schlanker und lang- 
gestreckt ; es besteht aus drei Gliedern. Das Grundglied ist am grössten, 
viel länger als die beiden Endglieder und trägt an seinem unteren 
Rande zwei Gruppen von je vier kurzen ungefiederten Borsten, 
zwischen denen eine schwach angedeutete Furche als Andeutung einer 
Verwachsung aus zwei Gliedern zu bemerken ist. Das folgende Glied 
ist länglich viereckig und mit einer längeren Fiederborste versehen, 
das Endglied sehr klein, trägt ausser einer längeren, stärkeren Fieder- 
borste noch zwei sehr kurze Endborsten. 

Die vier eigentlichen Fusspaare stimmen so vollkommen in ihrem 
Baue mit denen von N. Allmanni überein , dass eine Beschreibung un- 
nöthig erscheint. Auch hier erscheint an dem ersten Fusspaare der 
Aussenrand des ersten Gliedes des äusseren Astes feingezähnt und die 
Stacheln des Aussenrandes fein gekerbt, die Zahl und Stellung der 
Borsten ist völlig übereinstimmend. 

Die Männchen (Fig. 1 B) 1 deren Anzahl verhältnissmässig gering 
war, erschienen stets bedeutend kleiner bis zu 1,2 Mm. Länge. Sie 
gleichen in der äusseren Gestaltung sehr den von Thorell beschriebenen 
Männchen von N. Allmanni. 

Der langgestreckte Cephalothorax ist länger als an der Basis breit, 

Zcilschr. f. wissenscli. Zoologie. XI \. Bd. 8 



114 Dr. Reiuhold Buchliolz, 

und übertrifft ebenso die vier folgenden Thoraxsegmente etwas an 
Länge, Die vorderen Antennen, deren eigenthümlich abweichenden 
Bau bei den Männchen Thorell bereits richtig beschrieben hat, sind 
zehngliederig und stimmen ganz mit denen der N. Allmanni überein. 
Die hinteren Antennen unterscheiden sich von denen des Weibchens 
durch die längeren Borsten des Grundgliedes , durch das längere und 
schlankere Endglied, sowie durch mehrere kurze Borsten am Innen- 
rande desselben, welche beim Weibchen fehlen. 

Die Mundtheile sowie die vier Fusspaare der vorderen Thorax- 
segmente sind mit denjenigen des Weibchens übereinstimmend gebildet. 

Die rudimentären Füsse des fünften Thoraxsegmentes sind zwei- 
ästig, der äussere Ast erscheint als ein kurzer, dreieckiger über den 
Seitenrand hervorragender Lappen , dessen Spitze eine kurze zuge- 
spitzte , an der Wurzel gegliederte Borste trägt. Der innere Ast er- 
scheint kurz cylindrisch, und trägt auf der abgerundeten Spitze zwei 
noch kürzere kleine Borsten. Das innere Ende beider Innenäste ver- 
bindet eine bogenförmig gekrümmte mit kleinen Stachelzähnchen be- 
setzte Linie. 

Das erste Abdominalsegment lässt die beiden länglich runden 
Samentaschen , mit einer feinkörnigen Samenmasse erfüllt , deutlich 
durchscheinen ; nahe dem hinteren Bande trägt es die dem Männchen 
eigentümlichen lappenförmigen Fortsätze, welche als ein Paar vier- 
seitige, nach der Spitze zu verschmälerte, und hier querabgeschnittene 
dünne Hautlappen erscheinen. Sie ragen mit dem freien Ende etwas 
über den Band des Segmentes hervor, und tragen an dem Endrande 
zwei Borsten , von denen die innere etwas länger als die äussere ist, 
Der etwas convexe innere Band derselben erscheint im hinteren Theile 
mit feinen Zähnchen besetzt , und stösst mit den entsprechenden des 
anderen Lappens in der Mitte des Segmentes zusammen , so dass beide 
Lappen an ihrer Wurzel mit einander verbunden erscheinen. 

Durch die beschriebene Form weichen diese Bildungen von den- 
jenigen des Männchens von N. Allmanni ab, bei denen der Endrand 
abgerundet und am inneren Winkel ausser der längeren Borste noch 
eine kürzere darüberstehende vorhanden ist, sowie auch dort die 
Zähnelung des Innenrandes zu fehlen scheint. 

Das letzte Abdominalsegment ist sehr breit und kurz , die beiden 
cylindrischen Anhänge desselben sind mit sehr viel längeren End- 
borsten besetzt, als beim Weibchen , von denen die beiden längeren 
mittleren über doppelt so lang sind als die Anhänge selbst. 



Beitrage zur Kenntuiss d. innerhalb d. Ascidien lebenden parasit. Crustaceen etc. 1 1 5 

Notodelphys pusilla n. sp. T(,YL,^f* 2. ? 

Diese zweite Form fand ich nur einmal in ziemlicher Anzahl in 
einer Phallusia. Sie gehört der Bildung des Abdomen nach in die 
Gruppe der N. prasina Thor., welcher sie auch sonst sehr nahe steht, 
doch weicht sie in den Proportionen des Körpers stark genug von der- 
selben ab, um als eine verschiedene Art angesehen werden zu müssen. 

Die reifen Weibchen (Fig. 2 A) haben nur eine Grösse von I */ 4 bis 
1 y 2 Mm., so class sie nur halb die Grösse der N. prasina, der kleinsten 
von Thorell beschriebenen Art besitzt. 

In ihrem Körperbau weicht sie von dieser Art namentlich durch 
die* abweichende Form des Cephalothorax und Thorax ab. Der Cephalo- 
thorax erscheint beträchtlich breiter und kürzer, sein Längendurch- 
messer wohl y 3 kürzer als seine Breite an der Basis, während bei 
jener Art beide Dimensionen gleich sind , auch erscheint derselbe 
gegen das Vorderende breiter und stumpfer abgerundet und weit we- 
niger verschmälert als bei N. prasina. 

Die darauf folgenden Thoraxsegmente erscheinen dagegen be- 
trächtlich in die Länge gezogen , das zweite und dritte Thoraxsegment 
sind zusammen von der Länge des Cephalothorax, während sie bei 
N. prasina viel kürzer erscheinen. 

Der Matricaltheil erscheint länglich elliptisch , in der Mitte am 
breitesten und nach beiden Enden gleichförmig verschmälert , die Eier 
sind gross und wenig zahlreich wie bei N. prasina , und wie bei jener, 
lebhaft grün gefärbt. 

Der über den Matricaltheil hervorragende Theil des Abdomen ist 
noch mehr verkürzt als bei N. prasina ; die drei letzten Segmente sind 
sehr verkürzt und ansehnlich breiter als lang, während dies bei N. 
prasina nur bei dem letzten der Fall ist. 

Die beiden Anhänge des Abdomen (Fig. % F) sind wie bei N. 
prasina gestaltet, äusserst verkürzt von quadratischer Form; sie tragen 
vier Endborsten, von denen die beiden inneren längeren, wie dies auch 
Thorell bei N. prasina beschreibt, bis zur Mitte stark verdickt sind, 
was bei den anderen Arten nicht vorkommt. Auch hier sind diese 
Endborsten sehr stark entwickelt, die längste noch etwas länger als 
das ganze Abdomen , während sie bei den anderen Arten verhältniss- 
mässig weit kürzer sind. Ausser den beiden mittleren , verdickten, 
sind noch zwei äussere, schlanke Endborsten vorhanden, von welchen 
die innerste etwas länger als die des Aussenrandes ist. Thorell giebt 
auf der Abbildung der N. prasina (Tab. V. Fig. 7 A) noch eine fünfte 
kürzere Endborste an, welche bei N. pusilla nicht vorhanden ist. 

8* 



116 .Dr. Reinhold Buchholz, 

Der Bau der Mundtheile wurde nicht genauer untersucht, die 
Structur der Fusspaare zeigt keine merkbaren Abweichungen von N. 
prasina. Das Männchen kam nicht zur Beobachtung. 



% Gen. Doropygus Thor. 

Von dieser durch Thorell begründeten Gattung, von welcher 
derselbe vier Arten beschrieben hat, wurden zwei Arten von mir be- 
obachtet, deren eine mit D. gibber identisch, die andere dagegen als 
neu sich erwies. __ 

Doropygus pullus n. sip.rh^*"^ 9 ^' 

Länge der erwachsenen Weibchen (Fig. 3,4) 4 Mm. Färbung der 
Eier in dem Matricalraum lebhaft grün. 

Diese Art, welche durch ihr getheiltes letztes Abdominalsegment 
in dieselbe Gruppe mit D. pulex und psyllus Thor, gehört, unter- 
scheidet sich doch von diesen durch die abweichende Bildung der An- 
tennen sehr bestimmt. 

In der allgemeinen Form des Körpers erscheint dieselbe im ganzen 
übereinstimmend mit D. pulex , nur erscheint die Matricalgegend ver- 
hältnissmässig stärker nach hinten zu verlängert , als bei jenen 
Arten. 

Die vorderen Antennen (Fig. SA t ) sind achtgliedrig , ich konnte 
wenigstens eine Theilung des etwas verlängerten Endgliedes , wie sie 
Thorell bei jenen beiden Arten angiebt, nicht deutlich ausgesprochen 
finden. Sie sind von dem Ursprünge bis zur Spitze ganz gleichmässig 
und ziemlich stark verjüngt, während bei den genannten Arten in der 
Mitte eine plötzliche Verengerung am dritten Gliede auftritt, wodurch 
die Endgeissel sich scharf von den Wurzelgliedern absetzt. 

Das erste Glied ist von beträchtlicher Grösse, länger als das zweite 
und dritte zusammen , gegen die Spitze nicht verjüngt, von ziemlich 
quadratischer Form. Das zweite Glied ist breiter als lang, gegen die 
Spitze verjüngt , ihm ähnlich gestaltet sind die vier folgenden Glieder, 
während die beiden letzten, namentlich das Endglied, von verlängerter 
Form sind. 

Sämmtliche Glieder , mit Ausnahme des Wurzelgliedes , sind an 

ihrem oberen Umfange mit zahlreichen, sehr kurzen Härchen besetzt, 

während die drei Endglieder je eine stärker verlängerte einfache Borste 

an ihrem Ende tragen. Die bei D. pulex und psyllus an der Spitze der 

-Wurzel stehenden Stacheln fehlen hier ganz. 



Beitrüge zur Keiiiituiss d. innerhalb d. Ascidien lebenden parasit. Crustaceen etc. 117 

Thoreli, giebt die Antennen hei den erwähnten Arten als zehn- 
gliedrig an , indem er ausser dem Endgliede auch noch das zweite 
Wurzelglied aus zwei Gliedern bestehen lässt. Indessen stellt er die 
Furche, welche das zweite und dritte Glied trennt, auf den Ab- 
bildungen selbst als unvollkommen dar, was neben dem Verhalten 
bei der vorliegenden Art, wo das zweite Glied keine Andeutung 
einer Einschnürung zeigt, wohl gegen die Richtigkeit dieser Annahme 
spricht. 

Das hintere Antennenpaar (Fig. 3 A 2 ) zeigt bei näherer Ver- 
gleichung nicht minder starke Abweichungen in der Form als die vor- 
deren Antennen. Zunächst fällt seine verhältnissmässig sehr viel 
grössere Länge und Schlankheit in die Augen , es erscheint um die 
ganze Länge des Endgliedes länger als die vorderen Antennen , und 
alle einzelnen Glieder viel mehr verlängert und schlanker als bei D. 
pulex und psyllus. Das erste Glied ist langgestreckt cylindrisch, seine 
Länge drei Mal so gross als die Breite ; das zweite Glied , welches bei 
den genannten Arten sehr kurz und gedrungen ist, ist hier gleichfalls 
langgestreckt cylindrisch und eben so lang als das Endglied , während 
es bei D. pulex um die Hälfte kürzer als dieses ist. Das Endglied trägt 
eine lange, schwach gekrümmte Klaue, die nur wenig kürzer ist als 
das Endglied selbst, und daneben noch eine halb so lange verdickte 
dornartige Borste. 

Die Mandibeln (Fig. 3 M) und Mandibularpalpen zeigen kaum er- 
hebliche Abweichungen von den entsprechenden Theilen bei D. pulex. 

Das Wurzelglied des Palpus erscheint von dem äusseren Aste 
desselben deutlich abgesetzt, der äussere Ast deutlich zweigliedrig, 
das Endglied mit sechs langen Borsten, die nach der Spitze zu an 
Länge zunehmen, sie sind alle mit sehr langen Fiederhaaren versehen. 
Das erste Glied zeigte nur eine Fiederborste. Der äussere Ast ist ein- 
gliedrig an der Spitze schräge abgestutzt und mit vier sehr langen und 
dicken Fiederborsten am Endrande versehen, die annähernd gleich 
lang sind. Sie entspringen mit einem verdickten Wurzeltheile, welcher 
mit ganz feinen kurzen Härchen besetzt ist, während der Endtheil sehr 
lange Fiederhaare trägt. 

Das erste Maxillenpaar (Fig. 3 MJ stimmt nicht ganz mit der von 
Thorell gegebenen Darstellung überein. Es besteht, wie bei Noto- 
delphys aus einem äusseren und inneren Aste, von denen ersterer in 
mehrere Lappen zerschlitzt ist. Der innere Ast ist mit zehn paarweise 
stehenden dornenartigen Spitzen besetzt. An der Grenze zwischen 
dem äusseren Aste und dem Basaltheile steht am oberen Rande eine 
längere Fiederborste und darüber eine kurze zahnartige Spitze, wie 



\ \ g Dr. Reinhold Buchholz, 

dies Thorell auch von D. pulex darstellt. Der äussere Ast selbst ist in 
zwei Hauptlappen getheilt, von welchen der untere, der Basis zunächst- 
liegende von abgerundet viereckiger Form und an dem freien Rande 
mit vier Fiederborsten besetzt ist, von denen die der Basis am nächsten 
stehende länger, die drei anderen dagegen sehr kurz sind. Die Spitze 
nimmt ein länglicher zugespitzter Lappen ein , welcher am oberen 
Rande mit fünf Fiederborsten besetzt ist. Thorell lässt diesen Theil 
aus zwei gesonderten Lappen bestehen, von welchen der eine mit zwei, 
der andere mit drei Borsten besetzt sei , was bei der vorliegenden Art 
nicht der Fall ist. An dem unteren Rande dieses Endlappens befindet 
sich noch ein warziger, conisch gestalteter, mit feinen Härchen besetzter 
Theil, welchen Thorell dem Basaltheile zuertheilt. 

Die Maxillen des zweiten Paares '(Fig. 3i/ 2 ) sind im Ganzen wie 
bei D. pulex gebildet; das grosse Basalglied trägt am Innenrande acht 
paarig gestellte, zu je zwei entspringende ziemlich gleich lange Borsten, 
von denen nur das der Basis nächste Paar gefiedert ist. Das zweite 
Glied trägt ein einfaches Borstenpaar, das dritte und vierte je eine ein- 
zelne Borste, die sämmtlich ungefiedert und wie die Borsten des Basal- 
gliedes beschaffen sind. Nach Thorell's Angabe sind bei D. pulex die 
Borsten des zweiten bis vierten Gliedes sämmtlich behaart. Das fünfte 
Glied trägt eine mit den vorigen gleich lange , nackte , und davor auf 
der Spitze zwei kürzere gefiederte Borsten. 

Die Maxillen des dritten Paares (Fig. 3 M%) zeigen gleichfalls nur 
leichte Abweichungen , sie sind halb so lang als die vorigen , länglich 
viereckig , und an der Spitze quer abgerundet , nicht derartig schräge 
abgeschnitten wie bei D. pulex. Sie sind an dem Endrande mit etwa 
zehn ziemlich gleich langen Fiederborsten besetzt, während bei jener 
Art die äusseren zwei sich vor den übrigen durch beträchtliche Länge 
und Stärke auszeichnen. 

Die vier Fusspaare der vorderen Thoraxsegmente sind in ihrem 
Baue übereinstimmend mit D. pulex; ob die Stachelborsten am vor- 
dersten Fusspaare am Rande gezähnelt sind , habe ich nicht festgestellt. 

Das rudimentäre fünfte Fusspaar (Fig. 3 P b ) zeichnet sich namentlich 
durch grössere Schlankheit und Länge aus. Es ist ebenfalls nur einästig 
und zweigliedrig; das Basalglied ist langgestreckt cylindrisch, nur wenig 
gegen die Spitze zu verjüngt, und am Endrande mit einer Reihe sehr 
kurzer, feiner Härchen besetzt. Das Endglied ist unbedeutend länger 
als das vorangehende , etwas schlanker und gegen die Spitze nicht 
verjüngt ; es ist über drei Mal so lang als breit , während bei D. pulex 
dasselbe nur unbedeutend länger als breit ist. Der innere Rand ist in 
seinem unteren Theüe durch drei Ausschnitte in ebenso viele zahnartige 



B eilrlige zur Kcniilniss d. innerhalb d. Ascidien lebenden parasit. Grustaceen etc. 1 19 

Spitzen gctheilt/ während auf der Spitze selbst ein leieht gekrümmter 
klauenförmiger Haken befindlich ist. 

Die cylindrischen Anhänge des Abdomen sind ganz von derselben 
Bildung wie bei D. pulex, und wie dort mit vier sehr kurzen End- 
borsten besetzt, nur erscheinen sie verhältnissmässig etwas länger, 
indem sie das letzte Abdominalsegment beinahe um das Doppelte an 
Länge übertreffen. 

Das Männchen (Fig. 3 B) zeigt im Wesentlichen ganz die Ge- 
staltung , wie sie von Thorell für das Männchen des D. pulex ange- 
geben worden ist. Es ist nur 2 Mm. lang, viel schmächtiger als das 
Weibchen, doch mit demselben in den einzelnen Theilen überein- 
stimmend. Der Kopf mit den Antennen und Mundtheilen weicht nicht 
von den entsprechenden Theilen des Weibchens ab. Die vier vorderen 
Segmente sind von gleichbleibender Breite und erscheinen nur wenig 
schmäler als der Kopf; das sehr kurze und etwas verschmälerte fünfte 
Thoraxsegment trägt ein Paar rudimentäre Füsse, die denen des Weib- 
chens gleichgebildet sind. 

Das Abdomen ist ziemlich von der Länge des Thorax, nach hinten 
zu gleichförmig sehr allmählich verjüngt, das letzte Segment mit 
seinen Anhängen ganz wie die entsprechenden Theile des Weibchens 
gebildet. 

Von den Geschlechtsorganen treten sehr deutlich der lange, ein- 
fach schlauchförmige Hoden und das Receptaculum seminis hervor. 
Ersterer erstreckt sich als ein einfacher cylindrischer Schlauch vom 
Vorderrande des dritten Thoraxsegmentes neben dem Darmcanal nach 
hinten bis zum Hinterrande des fünften Thoraxsegmentes, wo er in 
das Receptaculum einmündet. Derselbe ist an dieser Einmündungs- 
stelle am schmälsten und verbreitert sich nach vorn zu allmählich , wo 
er mit einem etwas verdickten Ende aufhört. Den Inhalt desselben 
bildet eine sehr feinkörnige Masse von derselben Beschaffenheit wie die 
Samenmasse im Innern des Receptaculum. 

Letzteres ist von ansehnlicher Grösse (0,17 Mm.),' von länglich 
elliptischer Form , es liegt zum grössten Theile mit schräge gerichtetem 
Längendurchmesser im ersten Abdominalsegmente, nur mit einem 
kleinen Theile in das letzte Thoraxsegment hineinragend. Es enthält 
einen länglichrunden Klumpen zusammengeballter Samenmasse, welche 
bei starker Vergrösserung keine fadenförmigen Spermatozoiden , son- 
dern nur sehr kleine, zellige, rundliche Samenelemente erkennen Hess. 



120 Dr. Reinhold Bucliliolz, 



Doropygus gibber Thorell. / LjLlL, , 



Diese Form wurde einmal in ziemlicher Anzahl in einer Phallusia 
rustica angetroffen, sie stimmt, wie eine genaue Vergleichung zeigte, 
bis auf sehr unwesentliche Abweichungen so genau mit der von 
Thorell beschriebenen Art überein , dass ich sie für identisch halten 
muss. 

Die Länge der erwachsenen Weibchen (Fig. 4 A) betrug 5 — 6 Mm., 
wie dieses auch für Thorell's Art angegeben wird. Die Körperform 
bietet keine Verschiedenheiten dar. Das letzte Abdominalsegment zeigt" 
einige leichte Abweichungen , indem der zipfelförmige Fortsatz an der 
Dorsalseite desselben viel mehr verlängert erscheint, als dies von 
Thorell angegeben wird , so dass er bei der Ansicht von unten 
zwischen den beiden seitlichen Lappen der Unterseite beträchtlich 
hervorragt (Fig. 4 F) . An der Ventralseite geht das Segment , wie bei 
jener Art, in zwei durch eine dreieckige Incisur getrennte viereckige 
Zipfel aus, deren Ränder, wie dort, mit feinen Zähnchen besetzt er- 
scheinen. Die Endanhänge sind von gleicher Form, wie sie von Thorell 
beschrieben werden , doch fehlen die feinen Stachelzähnchen des 
Seitenrandes bei mehrfachen, darauf besonders untersuchten Indi- 
viduen gänzlich. 

Die oberen Antennen (Fig. 4^) finde iqh auch nicht ganz so 
gebildet, wie sie von Thorell beschrieben werden. Das Grundglied 
derselben erschien mir nämlich bei den von mir untersuchten Indi- 
viduen mit einer sehr schräg abgeschnittenen Endfläche versehen , was 
von jenem in allen Einzelheiten so subtilen Beobachter nicht angegeben 
wird. Es kommt dieses dadurch zu Stande , dass der obere Rand des- 
selben beträchtlich länger erscheint , als der untere , wodurch die Ver- 
bindungsfläche mit dem zweiten Gliede stark abschüssig geneigt er- 
scheint. 

Das dritte Glied ist nicht auf der Spitze des vorigen, sondern etwa 
in der Mitte des unteren Randes , ebenfalls mit einer schrägen Gelenk- 
fläche verbunden , die mit derjenigen des ersten und zweiten Gliedes 
parallel verläuft, und nicht am Rande, sondern auf der Fläche des 
Gliedes befindlich ist. Dasselbe erscheint, wie die beiden folgenden 
Glieder, stark verjüngt , so dass die Antenne sich vom zweiten Gliede 
an schnell zu dem fadenförmigen Ende verschmälert. Die Zahl der auf 
das zweite Glied folgenden Glieder ist sehr deutlich sechs, welches 
Thorell nicht ganz bestimmt angiebt. 

Die hinteren Antennen , sowie die Mundtheile und Füsse sind in 
allem Detail so übereinstimmend mit der Beschreibung Thorell's, dass 



Beitrüge zur Keontuiss d. innerhalb d. Ascidien lebenden parasit, Crustaceen etc. 121 

wir dieselben nicht zu schildern brauchen, nur erschien an den nuttleren 
Fusspaaren das erste Glied des äusseren Astes am Aussenrande mit 
einer Reihe feiner Stacheln besetzt, was Thorell nicht erwähnt. 

Das fünfte Fusspaar zeigt keine Abweichung. 

Das Männchen dieser Art, welches bisher noch nicht beobachtet 
worden ist, wurde ebenfalls in mehreren Individuen von mir ange- 
troffen. 

Dasselbe (Fig. 4 B) besitzt eine Länge von circa 1,6 Mm. und ist 
von langgestreckter schlanker Form. Die vorderen Antennen (Fig. 4/iJ 
sind lange nicht so stark am Grunde verdickt, die beiden ersten Glie- 
der sind breiter und länger als die übrigen, gehen aber ziemlich 
allmählich in dieselben über; die Gelenkverbindungen des zweiten 
und dritten Gliedes sind gerade und an dem Ende des vorhergehenden 
Gliedes angebracht. Das zweite Glied zeigt den oberen Rand ebenfalls 
leicht abgerundet, und ausser mit zahlreichen kurzen Borsten mit 
einigen kurzen Zähnen besetzt. Der auf die beiden ersten Glieder fol- 
gende Theil der Antenne ist wie beim Weibchen und besteht ebenfalls 
aus sechs Gliedern , die in gleicher Weise verjüngt und am oberen 
Rande mit kurzen einfachen Borsten besetzt sind. 

Die hinteren Antennen, sowie die Mundtheile sind wie beim 
Weibchen gebildet. 

.Der, Bau derFusspaare zeigt dagegen einige Abweichungen, welche 
besonders an den hinteren hervortreten und auf einem Fehlen längerer 
Borsten beruhen, die durch kürzere Dornen und Stacheln ersetzt sind. 
Das erste Fusspaar (Fig. 4/^) weicht nur durch die etwas kürzeren 
Borsten, mit denen der äussere Ast besetzt ist, ab. Das zweite und 
dritte Fusspaar (Fig. 4 P^ 2 ) zeigen an dem Endgliede des inneren Astes 
drei sehr kurze Stachelborsten an der Spitze, am äusseren und inneren 
Rande stehen dann noch je zwei ebenfalls sehr kurze Borsten. 

An dem vierten Fusspaare (Fig. 4 P^ 4 ) erscheint der innere Ast sehr 
auffällig kürzer und schmächtiger als der äussere , die beiden Grund- 
glieder sind ohne Borsten, das Endglied dagegen nur mit fünf sehr 
kurzen Dornen anstatt der Borsten versehen. 

Die Geschlechtsorgane zeigten eine ziemlich auffällige Bildung, von 
welcher bei den Männchen der verwandten Arten nichts zu erkennen 
ist. Die länglich ovale Samenblase von gewöhnlicher Form ist im ersten 
Abdominalsegment gelegen ; in dieselbe mündet ebenfalls wie ge- 
wöhnlich , ein länglich cylindrischer Hodenschlauch am oberen Ende 
ein. Sehr eigenthümlich ist aber das vordere Ende dieses Hoden- 
schlauches beschaffen, indem dasselbe im zweiten Thoraxsegmente zahl- 
reiche Windungen macht und einen knäuelförmigen im Dorsaltheile 



122 Dr. Rcinliold Bucliholz, 

dieses Segmentes gelegenen Körper bildet. Nach hinten zu hangt dieser 
knäuelförmige Körper mit einem länglich elliptischen im dritten Thorax- 
segmente gelegenen Körper zusammen , der fein granulirt erschien, 
und dessen Inhalt aus kleinen rundlichen Zellen gebildet wird. Dieser 
Körper , der mir den eigentlichen Hoden zu bilden schien , ist von an- 
sehnlicher Grösse , indem er die ganze Länge des dritten Thorax- 
segmentes ausfüllt. Dasjenige Organ, was bei den männlichen Noto- 
delphyiden von Thorell als Hodenschlauch bezeichnet wird , ist daher 
nur als Vas deferens anzusehen , indem der eigentliche Hoden , wegen 
grosser Zartheit und Durchsichtigkeit, sich bei den meisten Männchen 
leicht der Beobachtung entzieht. 

3. Gen.- Botachus Thorell. 

Von dieser Gattung wurde eine Art in der Phallusia mamillata und 
monacha, sowie noch in mehreren anderen Ascidien angetroffen, welche 
dem von Thorell beschriebenen B. cylindratus sehr nahe steht, jedoch 
in der Körpergestaltung einige Abweichungen zeigt, welche mir 
erheblich genug scheinen , um dieselbe als eine von der nordischen 
verschiedene Art erscheinen zu lassen. —z-n-r- 

B. fusiformis n. sp. $M* ^""' ? * *\ 

Das erwachsene Weibchen (Fig. 5^4) ist 1,5 — 1,6 Mm. gross, also 
fast nur halb so gross , als das des B. cylindratus. Es unterscheidet 
sich von jenem besonders durch die weniger schlanke und verlängerte 
Form des Körpers , welcher in der Mitte , besonders in dem Matrical- 
theil , viel mehr verbreitert und mehr spindelförmig als cylindrisch er- 
scheint. Der Längendurchmesser ist nur etwas über vier Mal so gross 
als der grösste Breitendurchmesser, während er bei B. cylindratus nach 
Thorell's Angabe sechs bis sieben Mal länger ist. 

Der Köpf, welcher von dem ersten Thoraxsegmente deutlich ge- 
schieden ist, ist ganz wie bei B. cylindratus gestaltet, länglich drei- 
seitig, nach vorn stark zugespitzt, nur wenig länger als am Hinterrande 
breit, das Rostrum kurz an der Spitze breit abgerundet. 

Das erste Thoraxsegment ist, von der Seite betrachtet, sehr viel 
breiter als lang, doch steht es in seiner Länge den folgenden Thorax- 
segmenten nicht nach, wie dieses bei B. cylindratus der Fall ist, wo 
das zweite und dritte Thoraxsegment das erste um das Doppelte an 
Länge übertreffen. 

Die folgenden drei Thoraxsegmente sind ähnlich gestaltet, doch 



Beiträge zur Kenntniss d. iuuerlialb d. Ascidicii lebenden parasit. Crustaceeu etc. 1 23 

nehmen sie nach hinten zu sehr beträchtlich an Breite zu , so dass das 
dritte drei Mal so breit als lang ist. 

Dieser Umstand verleiht der vorliegenden Art ihre eigenthümliche 
in der Mitte stark verbreiterte Gestalt, während bei B. cylindratus die 
hinteren Thoraxsegmente nur wenig breiter als lang sind, und die Form 
desselben daher eine viel schlankere, fast cylindrische ist. 

Das vierte und fünfte Thoraxsegment sind nicht wie bei jener Art 
nach Thorell's Angabe mit einander verschmolzen , sondern deutlich 
getrennt; das fünfte allein bildet den länglichen, verhältnissmässig 
breiteren und nach hinten zu etwas verjüngten Matricaltheil. Die 
Matrix enthalt im Vergleich mit B. cylindratus viel weniger zahlreiche, 
verhältnissmässig grosse Eier, deren Durchmesser 0,24 — 0,25 Mm. be- 
trägt. Sie sind lebhaft grün gefärbt , während die Färbung derselben 
bei B. cylindratus bräunlich grün, mitunter ins Violette spielend, 
sein soll. 

Die Anordnung der Eier innerhalb der Matrix ist bei der vor- 
liegenden Art ebenfalls etwas abweichend , sie nehmen nämlich nur 
die Rückseite ein , so dass die Seitentheile und die Unterseite gänzlich 
frei bleiben und die Ovarien völlig frei sind , während bei B. cylin- 
dratus die Eimassen den ganzen Matricaltheil erfüllen und die Ovarien 
ringsum verhüllen. Die bräunlich grünlichen Ovarien reichen nach 
hinten zu über das letzte Thoraxsegment hinaus bis an das Ende des 
ersten Abdominalsegmentes hin. 

Das Abdomen ist verhältnissmässig plump , an der Wurzel breiter 
und gegen die Spitze weit mehr verjüngt als bei B. cylindratus. Das 
erste Segment ist so lang als an der Basis breit , die beiden folgenden 
länger als breit, alle drei Glieder sind von der Basis gegen die Spitze 
beträchtlich verjüngt. Das vierte Segment ist weit kürzer als die 
vorigen, breiter als lang. Das Endsegment zeigt ganz die Bildung, wie 
bei B. cylindratus und ist wie dort an der Ventralseite in einen drei- 
eckigen zugespitzten Zipfel verlängert. Ebenso zeigen auch die beiden 
Anhänge des Endsegmentes mit ihren klauenförmig gekrümmten Haken 
und den Borsten keine bemerkenswerthe Abweichung von jener Art. 

Die vorderen Antennen (Fig. 5 A±) zeigen sich im Ganzen nur sehr 
wenig abweichend gestaltet , ich konnte daran nur acht Glieder unter- 
scheiden, während Thorell sie neüngliedrig angiebt, indem er das 
etwas verlängerte Endglied noch getheilt schildert. Die Form derselben 
ist ganz übereinstimmend , nur erscheint bei der vorliegenden Art das 
Endglied mit einer sehr stark verlängerten stärkeren Endborste ver- 
sehen , welche länger erscheint als die ganze Antenne selbst. 

Die hinteren Antennen (Fig. 5 A 2 ) sind ansehnlich länger und 



124 Dr. Reinhold Bnchholz, 

schlanker als bei B. cylindratus , die einzelnen Glieder langgestreckt 
cylindrisch. Das zweite Glied tragt eine lange Fiederborste beinahe in 
der Mitte des oberen Randes. Das Endglied ist so lang als das vorher- 
gehende und trägt eine stärker gekrümmte Endklaue und darüber eine 
kurze Borste , der untere Rand ist ohne die bei B. cylindratus vorhan- 
dene feine Zähnelung. 

An den Fusspaaren zeigen sich nur leichte Abweichungen , indem 
sie im Wesentlichen mit jener Art sehr ähnlich gebildet sind. Am 
ersten Fusspaare erscheint das Endglied des inneren Astes nur mit drei 
sehr langen Fiederborsten und einem kurzen Stachel versehen. Die 
hinteren Fusspaare erscheinen übereinstimmend, nur mit verhältniss- 
mässig längeren Borsten versehen. 

Das Männchen (Fig. 5#), welches von dieser Gattung noch un- 
bekannt ist, wurde von mir gleichfalls beobachtet. Es zeichnet sich 
vor den Männchen der verwandten Gattungen namentlich durch ausser- 
ordentliche Schlankheit aus. Die Länge betrug 0,87 Mm., dabei ist der 
Körper aber so schmächtig , dass die Körperlänge die grösste Breite um 
das neunfache übertrifft. 

Der Kopf ist langgestreckt, nach vorn viel weniger verjüngt als 
beim Weibchen, und an der Spitze breit abgerundet. Die vorderen 
Antennen sind mit viel längeren Borsten versehen als beim Weibchen 
und die Endborste doppelt so lang als die ganze Antenne. 

Die Fusspaare des Thorax erscheinen beträchtlich anders gestaltet, 
als bei dem Weibchen , indem dieselben vom ersten bis zum vierten 
beträchtlich an Länge zunehmen , und namentlich die drei hinteren mit 
sehr viel längeren Borsten versehen sind , auch in ihrer Bildung von 
denen des Weibchens sich unterscheiden. Das Basalglied (Fig. 5P^ 4 ) 
erscheint an denselben beträchtlich verlängert , länger als breit und ist 
ohne die feinen Stachelreihen und ohne Fiederborste. Die beiden Aeste 
bestehen aus sehr viel längeren und schlankeren Gliedern als beim 
Weibchen , die beiden ersten Glieder des äusseren Astes tragen am 
Aussenrande kurze , zugespitzte Borsten , anstatt der abgerundeten 
Stacheln, das zweite Glied am Innenrande auch noch eine lange Fieder- 
borste. Das dritte Glied trägt am Ende fünf einfache ungefiederte 
Borsten , von denen die zweite von innen ausserordentlich lang , die 
beiden äussersten dagegen sehr kurz sind. 

Von den drei Gliedern des inneren Astes trägt das mittlere eine 
lange Fiederborste am Innenrande , das Endglied auf der Spitze eine 
sehr lange und zwei kurze einfache und darüber am Aussenrande noch 
eine lange Fiederborste. Auch an den beiden Aesten fehlen die 



Beitrage zur Kcnntniss d. innerhalb d. Ascidien lebenden parasit. Crnstaceen etc. 125 

Stachelzähne , welche an den Fusspaaren des Weibchens am Ende der 
einzelnen Glieder vorhanden sind. 

Das fünfte Fusspaar zeigt keine Abweichung von der Bildung des- 
selben beim Weibchen. 

Das Abdomen ist von gleicher Länge wie der Thorax, und in 
seinem vorderen Theile von gleicher Breite mit den hinteren Segmenten 
desselben , es verjüngt sich nach hinten zu nur wenig und sehr 
allmählich. Das erste Segment ist kurz, von ziemlich quadratischer 
Form und trägt, wie bei den Männchen der verwandten Gattungen, 
die gewöhnlichen lappenförmigen Hautfortsätze über der Geschlechts- 
öffnung. Sie sind von länglich vierseitiger Form , von der Basis nach 
der Spitze verschmälert und hier quer abgeschnitten. An beiden 
Ecken des Endrandes steht eine Borste, von denen die innere etwas 
länger ist. 

Das zweite und dritte Abdominalsegment sind stark verlängert 
und leicht nach hinten verjüngt, das vierte wieder kürzer und nur 
halb so lang als das vorhergehende. Das sehr kurze Endsegment ist 
ganz wie beim Weibchen und auch mit übereinstimmend gebildeten 
Endanhängen versehen, nur erscheinen die beiden Endkrallen an den- 
selben verhältnissmässig länger und schlanker als bei jenem. 

Die Geschlechtsorgane sind wie bei den verwandten Formen ge- 
bildet; die länglich ovale Samenblase liegt im ersten Abdominalsegmente 
und ist von der gewöhnlichen Beschaffenheit. Der in dieselbe mün- 
dende cylindrische Hodenschlauch ist in seinem ganzen Verlaufe von 
ziemlich gleichbleibendem Durchmesser, und verschmälert sich nicht 
wie sonst gewöhnlich gegen die Samenblase hin. Das vordere Ende 
desselben befindet sich in der Mitte des zweiten Thoraxsegmentes. 

4. Gen. Notopterophorus Costa. 

Obwohl über diese eigenthümliche Gattung , seitdem dieselbe von 
Costa entdeckt und abgebildet wurde, neuere Mittheilungen von 
Leuckart und Hesse gemacht worden sind, so sind dieselben doch nicht 
hinreichend genau , als dass man die Organisation derselben für hin- 
reichend aufgeklärt ansehen könnte. Thorell l ) , welcher dieselbe mit 
Recht für am nächsten verwandt mit seiner Gattung Doropygus hält, 
meint doch , dass sich Notopterophorus durch den Bau der Mundtheile 
nicht unbedeutend von den übrigen Notodelphyiden entferne. Dass diese 
Annahme indessen keinesweges richtig, sondern lediglich durch die 
nicht hinreichend genauen Angaben Leuckart's hervorgerufen ist, haben 
mir genauere Beobachtungen über die betreffenden Theile ergeben. 

4) a. a. 0. p. 6. 



126 ^ r - Rciuliold Bnehholz, 

Costa erwähnt (Fauna del Regno di Napoli. Entomostraca Tab. Tl.) 
zwei Formen , welche als N. elongatus und und N. elatus bezeichnet 
werden, von denen indessen in Fig. i der betreffenden Tafel nur die 
eine abgebildet, eine Beschreibung aber von keiner derselben gegeben 
worden ist. Da ich nun zu Neapel gleichfalls ziemlich häufig zwei 
Formen dieser Gattung in der Phallusia mamillata und einigen anderen 
Ascidien, namentlich Phallusien, antraf, von welchen die eine mit jener 
Abbildung übereinstimmte, so glaube ich als sicher annehmen zu 
dürfen, dass ich die beiden Arten jenes Autors ebenfalls vor mir gehabt 
habe. Freilich lässt sich nicht mit Sicherheit entscheiden, zu welchem 
Artnamen die betreffende Abbildung zu ziehen ist, und beruht es nur 
auf einer Vermuthung, wenn ich für die dort abgebildete Form mit den 
fadenförmig verlängerten Rückenanhängen den Namen N. elatus, für 
die andere dagegen N. elongatus in Anspruch nehme. 

Leuckaiit 1 ), welcher nur die letztere Form ebenfalls in Phallusia 
mamillata zu Nizza beobachtete, legte derselben den Artnamen N. 
Veranyi bei, wiewohl es keinem Zweifel unterliegt, dass er ebenfalls 
eine der von Costa beobachteten Formen vor sich hatte, da dieselbe 
gänzlich mit der von mir beobachteten zweiten Form übereinstimmt. 

Endlich wurde von Hesse 2 ) noch eine dritte Form unserer Gattung 
unter dem Namen N. papilio von der französischen Küste beschrieben, 
welche, wie mir scheint, für eine selbständige Art anzusehen ist, wenn 
man die eigenthümliche Bildung der vorderen Antennen und den ab- 
sonderlichen Habitus in Anschlag bringt, wiew T ohl sie mit Costa's N. 
elatus in der Form der Rückenanhänge grosse Aehnlichkeit zeigt. 

Eine genauere Untersuchung einer grösseren Anzahl von Indi- 
viduen von N. elongatus und elatus hat mir das Ergebniss geliefert, 
dass dieselben nicht mit Recht als wirklich verschiedene Arten aufrecht 
erhalten werden können , sondern dass die Form des N. elatus nur als 
eine Varietät mit entwickelteren Rückenanhängen anzusehen ist, in- 
dem in allen übrigen Puncten zwischen beiden Formen eine völlige 
Uebereinstimmung herrscht, und namentlich auch im Baue der An- 
tennen, Mundtheile und Füsse sich keinerlei Differenzen vorfinden. 

Dass nun die Form derartiger Anhangsgebilde, wie der flügei- 
förmigen Rückenanhänge von Nolopterophorus häufig eine sehr variable 
ist, ist bekannt und man kann sieh bei der Vergleichung einer grösseren 
Anzahl von Individuen leicht davon überzeugen , dass in der Länge 
und Form dieser Theile mannichfache Verschiedenheiten sich vor- 
finden. 

1) Wiegmann' s Archiv 4 859. p 244. 

2) Annales des sciences. I. Serie. Vol. I. p. 338. 






Beitrage zur Kenntniss d. innerhalb d. Ascidien lebenden parasit. Crustaceen etc. 127 

N. elongatus mihi. rU.VUl &> _ZX. 
N. elongatus und elatus Costa. f * ^ t O . Jj % 
N. Veranyi Leuckart. •* ' 

Das erwachsene Weibchen (Fig. (y A) hat eine Länge von 5 — 6 Mm. 
Der Körper ist von langgestreckt cylindrischer Form und abgesehen 
von den Dorsalanhängen, ähnlich wie bei der Gattung Doropygus ge- 
staltet. Der vordere Abschnitt, welcher aus dem Kopfe und den Seg- 
menten des Thorax besteht, erscheint breiter, und ziemlich scharf von 
dem viel schlankeren cylindrischen Abdomen abgesetzt. DerCephalo- 
thorax, welcher das mit dem Kopf verschmolzene vorderste Thorax- 
segment enthält , ist von ziemlich rechteckiger Gestalt. Er ist ebenso 
lang als breit, und übertrifft das zweite Thoraxsegment, in der Mitte 
gemessen, an Länge etwas. Der Rückenrand geht nach vorn zu an der 
Stelle, an welcher der vorderste Dorsalanhang sich inserirt, unter 
ziemlich rechtem Winkel in den senkrecht nach abwärts verlaufenden 
Stirnrand über, an dessen Spitze das Rostrum und die Insertion der 
vorderen Antennen befindlich ist, so dass die Spitze des Kopfes anstatt 
nach vorn, ganz nach abwärts gerichtet ist. Der die Antennen und 
Mundtheile tragende Theil bildet hier an der Unterseite des Cephalo- 
thorax einen etwas hervorragenden dreieckigen Theil, an dessen Spitze 
die Insertionsstelle der vorderen Antennen gelegen ist. Dieser vor- 
springende Theil des Kopfes scheint durch eine ziemlich horizontal von 
der Mitte des Stirnrandes nach hinten verlaufende seichte Furche ab- 
gegrenzt, in welcher man vielleicht eine Andeutung der Grenzlinie 
zwischen dem eigentlichen Kopf und dem ersten Thoraxsegment er- 
kennen kann , obwohl dieselbe nach hinten zu undeutlich wird , und 
das dicht hinter den Mundtheilen befindliche Fusspaar nicht mit ab- 
grenzt. Jedenfalls ist eine so deutliche Abgrenzung des vordersten 
Thoraxsegmentes , wie sie Leuckart angiebt , nicht vorhanden. 

Die vorderen Antennen (Fig. 6^) sind verhältnissmässig 
kurz , sie sind mehr als halb so kurz als die Länge des Cephalothorax 
beträgt. Sie bestehen aus zwei grösseren breiten Basalgliedern und 
einer viel dünneren , cylindrischen , fünfgliedrigen Endgeissel , welche 
beträchtlich kürzer ist, als die beiden Basalglieder. Das erste Glied ist 
von länglich rechteckiger Form , ziemlich um die Hälfte länger als breit 
und ohne Borsten. Das zweite Glied ist etwas kürzer, aber etwas 
breiter als das vorige , indem es von der Basis nach vorn zu etwas 
an Breite zunimmt. Der obere Rand desselben erscheint convex 
abgerundet, und geht bogenförmig in den vorderen Rand über. So- 
wohl der obere und vordere Rand, als die Fläche des Gliedes sind 
mit zahlreichen sehr kurzen Borsten besetzt. Die fünf folgenden 



128 Dr - Reiiihold Biichltolz, 

Glieder sind sehr« viel schmaler und verjüngen sich gegen die Spitze 
hin gleichmässig. Sie erscheinen mit Ausnahme der beiden etwas ver- 
längerten Endglieder kurz , und ebenso breit als lang , und tragen an 
dem äusseren Rande je zwei ziemlich kurze , einfache Borsten J von 
denen eine, am Ende des drittletzten Gliedes stehende, etwas ver- 
längert ist. Das Endglied trägt auf der Spitze vier bis fünf gleichfalls 
sehr kurze Borsten, von welchen die längsten kaum das Endglied selbst 
an Länge übertreffen. 

Das zweite Antennenpaar (Fig. 6/1 2 ) ist wie gewöhnlich drei- 
gliedrig und kommt an Länge den vorderen Antennen gleich. Es ist 
von schlanker, cylindrischer Form und besteht aus gleich breiten, 
cylindrischen Gliedern. Das Grundglied ist kurz, das mittlere Glied 
sehr verlängert, über doppelt so lang als das vorige und ohne Borsten. 
Das Endglied ist halb so lang als das zweite und gegen die Spitze nicht 
merklich verjüngt; es trägt auf der Spitze eine schwach gekrümmte 
Kralle, die halb so lang ist als das Endglied selbst und daneben eine 
kürzere , dornartige Borste. 

DieMandibeln (Fig. 6 M) sind von der gewöhnlichen Form und 
wie bei den verwandten Gattungen mit einem zweiästigen Palpus ver- 
sehen. Der beilförmige Endtheil des Kiefers zeigt an dem zugeschärften 
Endrande die gewöhnlich vorhandenen vierspitzigen Zähne und darüber 
einen feingezähnten, scharfen Rand. An der vorderen Ecke desselben 
befindet sich auch hier ein vereinzelter, sehr langer, spitziger Zahn, 
der vom Vorderrande ausgeht. 

Von den beiden Aesten des Mandibularpalpus lässt der innere 
deutlich zwei Glieder erkennen , von welchen das Grundglied breiter 
als das Endglied ist. Das Endglied ist auf der Spitze mit fünf ungleich 
langen Fiederborsten versehen , von welchen die äusserste die längste 
ist. Davor stehen am inneren Rande noch drei ganz kurze Borsten. 
Das Grundglied trägt am inneren Rande drei Borsten , welche kürzer 
sind als die des Endgliedes. • 

Der äussere Ast ist kürzer als der innere und ohne Gliederung; 
er trägt auf der abgerundeten Spitze fünf sehr lange Fiederborsten, 
von welchen die beiden äusseren die inneren an Länge beträchtlich 
übertreffen. Der Basaltheil des Palpus ist an der Stelle, wo die beiden 
Aeste von demselben entspringen, mit einem kleinen, rundlichen Höcker 
versehen, der mit sehr kurzen Borsten besetzt ist, und trägt am inneren 
Rande noch eine kurze Borste. 

Das vorderste Maxillenpaar (Fig. 6 M x ) zeigt einen ziemlich 
verlängerten vierseitigen Basilartheil , dessen vorderer Rand mit feinen 
Härchen besetzt erscheint. Der innere -Ast ist von der gewöhnlichen 



Beiträge zur Kenntniss d. innerhalb d. Ascidien lebenden parasit. Crustaeeen etc. 129 
conischen Form und am inneren Rande mit sieben bis acht steifen, 



zugespitzten Borsten von mittlerer Lange besetzt. Der innere Ast er- 
scheint durch tiefe Einschnitte in drei ziemlich gleich grosse Lappen 
getheilt. Der unterste dieser Lappen trägt an dem abgerundeten Rande 
vier sehr kurze Fiederborsten, die, mit breiter Basis entspringend, sich 
schnell gegen das Ende zuspitzen. 

Der mittlere , gleichfalls abgerundete Lappen tragt nach unten zu 
ebenfalls sehr kurze und darüber drei sehr viel längere Fiederborsten. 
Der äussere Lappen ist von vierseitiger Form und am Rande mit vier 
sehr langen , unter sich gleichen stärkeren Fiederborsten besetzt. 
Darunter steht am hinteren Rande des äusseren Astes noch eine ver- 
einzelte, ebenfalls sehr lange Fiederborste, welche mit denjenigen des 
äusseren Lappens gleicher Länge ist. 

Das zweite Maxillenpaar (Fig. 6 i/ 2 ) ist wie gewöhnlich fünf- 
gliedrig und im Ganzen ganz wie bei den verwandten Gattungen. Das 
grosse Basalglied ist beträchtlich länger und sehr viel breiter als die 
folgenden, und von der breiten Basis gegen das Ende beträchtlich ver- 
jüngt. Es trägt am inneren Rande acht paarweise auf besonderen 
höckerartigen Vorsprüngen neben einander inserirte, ziemlich lange 
und dünne Fiederborsten. Das zweite Glied ist von vierseitiger Form, 
ebenso breit als lang , und trägt an der Spitze des Innenrandes eine 
lange , ungefiederte , leicht gekrümmte und gegen das Ende zugespitzte 
Stachelborste , welche sehr viel dicker ist als die übrigen Borsten ; da- 
hinter befindet sich noch ein Paar Fiederborsten , von welchen die eine 
von der Länge der übrigen , die andere sehr kurz ist. Die folgenden 
beiden Glieder sind kurz viereckig und tragen je eine Fiederborste am 
Ende des Innenrandes ; das sehr kurze rundliche Endglied ist auf der 
Spitze mit drei kurzen Endborsten versehen. 

Das dritte Maxillenpaar (Fig. 6^ 3 ) ist länglich cylindrisch, 
gegen das Ende etwas verjüngt und etwas kürzer als das vorige. Es 
besteht deutlich aus drei Gliedern , von denen das Basalglied be- 
trächtlich breiter und so lang als die beiden Endglieder zusammen ist. 
Es ist am inneren Rande mit zwei Gruppen von je vier dicht neben 
einander stehenden Fiederborsten besetzt, die nicht länger sind als 
das Basalglied selbst. Das zweite Glied ist kurz, nicht länger als breit, 
und trägt in der Mitte des inneren Randes nur eine einzelne Fieder- 
borste , welche wenig länger als die des Basalgliedes ist. Das Endglied 
ist etwas länger als das vorige und auf der Spitze mit einer kurzen, 
am inneren Rande mit drei etwas längeren Fiederborsten versehen. 

Von den auf den Cephalothorax folgenden Segmenten erscheinen 
das zweite und dritte Thoraxsegment etwas breiter und höher als 

Zeilscbr. f. wissensch. Zoologie. XFX Bd. 9 



1 30 Di- Reinhold Buchholz, 

ersterer, und beträchtlich breiter als lang. Sie sind unter sich an 
Länge ziemlich gleich, während sie dem Cephalothorax an Länge etwas 
nachstehen. Das vierte und fünfte Thoraxsegment sind nur an der 
Ventralseite getrennt, dagegen an der Dorsalseite zu einem gemein- 
samen Matrikaltheil mit einander verschmolzen. Der Dorsaltheil dieser 
beiden Segmente erhebt sich durch die Entwicklung des Matrikal- 
theiles stärker als der vordere Theil des Rückens, so dass die Höhe des 
Körpers hier am beträchtlichsten ist, und zwar nimmt diese Erhebung 
von vorn nach hinten , wo sich derselbe in eine abgerundete Spitze 
verlängert, etwas zu. Es erscheint dann ferner noch die Bildung 
dieser beiden hinteren Segmente, von den vorderen dadurch ab- 
weichend gestaltet, dass der Dorsaltheil nicht wie dort gewölbt er- 
scheint, sondern vielmehr eine vom Rücken her abgeflachte, in der 
Mitte concav ausgehöhlte Fläche darstellt, deren Ränder ziemlich zu- 
geschärft und aufgeworfen erscheinen und mit den gewölbten Seilen- 
flächen des Matrikaltheiles in einer ziemlich scharfen Kante zusammen- 
stossen. Dieser aufgeworfene Rand bildet bei den Individuen der als 
N. elatus bezeichneten Varietät, indem er sich blattförmig nach hinten 
verlängert, den hintersten Dorsalanhang , welcher bei den Individuen 
der gewöhnlichen Form nur schwach angedeutet erscheint. 

Die Länge der verbundenen beiden hinteren Thoraxsegmente ist 
an der Dorsalseite ziemlich so gross als die des zweiten und dritten 
zusammengenommen, an der Ventralseite jedoch ist sie beträchtlich 
geringer. 

Die Form des innerhalb beider Segmente enthaltenen Brutraumes 
selbst nimmt an der eigenthümlichen Abflachung des Dorsaltheiles 
keinen Antheil , sondern erscheint vielmehr länglich oval und regel- 
mässig abgerundet. Er erstreckt sich durch die ganze Länge der bei- 
den Segmente und erscheint mit sehr zahlreichen , runden Eiern 
gänzlich erfüllt, welche meist eine rothbraune , selten eine lebhaft 
grüne Färbung besitzen. Jederseits münden in denselben zwei (?) 
langgestreckte, cylindrische Ovarien ein, welche nach vorn zu an den 
Seiten des Körpers sich bis beinahe an die Grenze zwischen Cephalo- 
thorax und dem zweiten Thoraxsegmente erstrecken , woselbst sie 
schlingenförmig in einander übergehen. Der mehr nach der Dorsalseite 
zu gelegene Ovarialschlauch scheint an der vorderen Grenze des Blut- 
raumes, dicht hinter der Grenze des dritten und vierten Thorax- 
segmentes in denselben einzumünden , während der mehr nach der 
Ventralseite zu gelegene sich viel weiter nach hinten erstreckt und an 
der Grenze zwischen dem fünften Thoraxsegment und Abdomen an 
der Ventralseite des Brutraumes mündet. Die Färbung der Ovarien ist 



Beiträge zur Kenntniss d. innerhalb d. Ascidien lebenden parasit. Crustaceen etc. 131 

immer eine dunkelgrünliche. Die äussere Genitalöffnung befindet sich 
auf einer deutlich hervorragenden kleinen Papille an dem hinteren 
Rande des Matrikaltheiles dicht oberhalb der Verbindungsstelle des 
Abdomen mit dem letzten Thoraxsegmente. 

Von den vier vorderen Fuss paaren des Thorax ist das vor- 
derste (Fig. 6-Pj) nur wenig kürzer als die folgenden, aber von etwas 
abweichendem Baue. Der Basilartheil trägt am innem Rande eine 
Fiederborste, und darunter an der Ecke eine schräge nach aussen ge- 
richtete kürzere Stachelborste. Die beiden Aeste erscheinen von 
gleicher Länge ; der innere besteht aus drei kurzen cylindrischen Glie- 
dern von ziemlich gleicher Länge, die» ebenso breit als lang sind. Das 
Endglied trägt auf der Spitze zwei sehr lange Fiederborsten , die etwas 
über doppelt so lang sind, als der innere Ast selbst, darüber am 
inneren Rande zwei eben so lang«, und etwas nach aussen von der 
Spitze eine um die Hälfte kürzere Fiederborste. Das zweite Glied trägt 
am Innenrande zwei, das erste Glied nur eine Fiederborste , welche 
etwas kürzer sind als die des Endgliedes. Der äussere Ast besitzt ein 
ziemlich langes Grundglied , das länger ist als die folgenden und an 
der Spitze des äusseren Randes eine kurze, starke dornartige Stachel- 
borste , welche so lang ist als die Breite des Gliedes , sowie an der 
Spitze des inneren Randes eine etwa doppelt so lange Fiederborste. 
Das zweite Glied ist sehr kurz , viel breiter als lang und auf gleiche 
Weise aussen mit einem Stachel, innen mit einer Fiederborste ver- 
sehen. Das Endglied ist beträchtlich länger als das vorige und trägt 
am äusseren Rande zwei Stacheln von der Länge der vorangehenden 
und auf der Spitze zwei längere, starke Stachelborsten , von denen die 
längere so lang als das Endglied selbst und etwas gekrümmt ist. Am 
inneren Rande stehen vier Fiederborsten , welche von der Spitze gegen 
die Basis an Länge etwas zunehmen, aber wenig länger als das End- 
glied sind. 

Das zweite und dritte Fusspaar (Fig. 6 P 2 ) sind unter sich von 
gleichem Baue, aber von dem vierten etwas abweichend. Der Basaltheil 
derselben ist am inneren Rande ohne Borsten , am äusseren Rande nur 
mit einer sehr kleinen, schwachen Borste versehen. Die beiden Aeste 
sind ungleich lang, indem der äussere um die Hälfte des Endgliedes 
den inneren Ast überragt. Die drei Glieder des inneren Astes sind 
ungleich lang, indem das zweite Glied kürzer, das Endglied beträchtlich 
länger erscheint als die anderen. Die Borsten sind an dem inneren 
Aste in gleicherweise angeordnet als am ersten Fusspaare. Der äussere 
Ast besitzt gleichfalls ein stark verlängertes Grundglied von der Länge 
der beiden ersten Glieder des inneren Astes, der äussere Hand 

9 * 



1 32 Dr. Reinhold Buchholz, 

desselben trägt am Ende einen Stachel und erscheint darüber in seiner 
ganzen Länge mit feinen dornartigen Stacheln besetzt , in der Mitte des 
inneren Randes befindet sich eine Fiederborste, die wenig länger ist 
als das Glied selbst. Das zweite Glied ist am kürzesten und von 
gleicher Länge und Breite , es trägt nur am Aussenrande einen Stachel. 
Das Endglied ist etwas schlanker als die vorangehenden und sehr ver- 
längert, von der Länge des Grundgliedes; es trägt am Aussenrande 
drei Stacheln von gewöhnlicher, sowie auf der Spitze einen solchen 
von sehr bedeutender Länge, welche die des Grundgliedes noch etwas 
übertrifft, und der leicht gekrümmt erscheint. 

Das vierte Fusspaar (Fig. 6 P 4 ) unterscheidet sich von den beiden 
mittleren nur in einigen Puncten. Der äussere Ast erscheint hier noch 
weit beträchtlicher verlängert als dort und ist ziemlich doppelt so lang 
als der innere. Das erste Glied desselben ist gleichfalls stärker ver- 
längert , beinahe von der Länge des ganzen inneren Astes und ohne 
den feinen Dornenbesatz des Aussenrandes , sowie ohne Fiederborste 
am inneren Rande. Das Endglied ist dagegen nicht so stark verlängert 
und beträchtlich kürzer als das erste Glied, sowie auch die auf der 
Spitze desselben befindliche längere Stachelborste hier viel kürzer er- 
scheint als an den mittleren Fusspaaren. 

Das am fünften Thoraxsegmente befindliche letzte Fusspaar 
(Fig. 6 P 5 ) ist wie durchgehends sehr verkümmert, lässt aber doch 
noch den Typus eines zweiästigen Schwimmfusses erkennen. Es be- 
steht aus einem kurzen , rechteckigen Basalstücke , an welchem zwei 
Aeste von ungleicher Länge befindlich sind. Der äussere Ast ist sehr 
kurz und von conisch zugespitzter Form , er trägt auf der Spitze eine 
kurze Borste. Der innere Ast ist dagegen ziemlich entwickelt, cylin- 
drisch, langgestreckt und besteht aus zwei gleich langen, cylindrischen 
Gliedern , deren jedes etwa die Länge des Basalstückes erreicht. Auf 
der Spitze des zweiten Gliedes steht ebenfalls eine kurze , einfache 
Borste , die kaum länger ist als dieses selbst. 

Eine besondere Erwähnung verdienen noch am Thorax die eigen- 
thümlichen, flügeiförmigen Rückenanhänge, welche der Gattung ihren 
eigenthtimlichen Habitus verleihen. Wie Leuckart richtig über die- 
selben bemerkt hat , sind sie als blattförmige, verlängerte Hautfalten 
des Rückens anzusehen. Es finden sich derselben entweder nur drei, 
oder wie bei der Varietät elatus vier solcher Anhänge vor , indem bei 
der gewöhnlichen Form die verschmolzenen beiden hinteren Segmente 
nur eine schwache Andeutung davon in den blattartig aufgeworfenen 
Rändern des Matrikaltheiles besitzen. Die Beschreibung, welche 
Leuckart von diesen Theilen giebt , ist indessen nicht in allen Puncten 



Beiträge zur Kenutniss d. innerhalb d. Ascidien lebenden parasit. Crustaceen etc. 133 

zutreffend, weshalb ich noch einiges darüber hinzufügen will. Nach 
der Angabe jenes Autors bilden nämlich nur die Anhänge des 
Cephalothorax und der hinteren Segmente ein einfaches Blatt, während 
die beiden mittleren Segmente zwiefache, getrennte Fortsätze tragen. 
Dieses ist indessen nicht richtig, es verhalten sich vielmehr in diesem 
Puncte sämmtliche Anhänge auf gleiche Weise. Die Form der Anhänge 
ist, wenn wir zunächst die gewöhnliche Form berücksichtigen, 
folgende : 

Der vorderste Anhang bildet ein senkrecht stehendes, gekrümmtes 
Blatt, welches sich am besten mit einem aufgerichteten Mützenschirme 
vergleichen lässt. Dasselbe ist am Cephalothorax gerade an der Stelle 
inserirt, wo der Rückenrand desselben in den Stirnrand umbiegt, und 
bildet die Insertionslinie hier einen nach vorn convexen Bogen , der 
jederseits nicht ganz bis zur Mitte des Cephalothorax hin reicht. Der 
freie Rand erhebt sich in der Mitte, wo der Anhang die grösste Höhe 
besitzt, in eine mehr oder weniger hervorragende Spitze, welche bei 
den Individuen der Varietät elatus mehr ausgezogen und gewöhnlich 
in einen längeren, fadenförmigen Anhang verlängert erscheint. Von 
dieser mittleren Spitze verläuft derselbe ziemlich parallel mit der 
Insertionslinie jederseits bis zu einer seitlichen Ecke, die ebenfalls 
mehr oder weniger ausgezogen und bei N. elatus mit einer faden- 
förmigen Verlängerung versehen sein kann. 

Die Dorsalanhänge des zweiten und dritten Thoraxsegmentes sind 
ganz in derselben Weise an dem Rücken der betreffenden Segmente 
inserirt., als der vorderste. Die Insertionslinie bildet hier einen nach 
vorn convexen Bogen , welcher einen mittleren , nach vorn sich ver- 
schmälernden, nach hinten geöffneten und. breiter werdenden Raum des 
Rückens nach vorn und an den Seiten abschliesst. Die Insertionslinie 
ist indessen hier beträchtlich länger als beim vordersten Anhange , in- 
dem sie ziemlich die ganze Rückenlänge der betreffenden Segmente 
beiderseits einnimmt. Die auf dieser Basis sich erhebenden Anhänge 
weichen namentlich durch die beträchtlich stärker entwickelten Seiten- 
theile , welche namentlich am dritten Segmente sich beträchtlich über 
die hintere Grenze des betreffenden Segmentes in ein Paar länglich 
rechteckige, flügelartige Verlängerungen sich fortsetzen, ab. Am zweiten 
Segmente pflegen diese Seitenflügel sich bei der gewöhnlichen Form 
nicht über die Grenze des Segmentes zu verlängern , was aber bei der 
Varietät elatus auch hier in höherem oder geringerem Grade eintritt. 
Das hintere Ende dieser Seitenflügel ist quer abgeschnitten und 
bildet der Hinterrand mit dem oberen und unteren einen ziemlich 
rechten Winkel, dessen Ecken mehr oder weniger vorspringen , oder 



134 Dr. Reinhold Burhholz, 

bei der Varietät elatus auch sehr verschieden lange , fadenförmige Ver- 
langerungen bilden können. Nach vorn zu gehen beide Seitenflügel 
entsprechend dem Verlaufe der Insertionslinie in einem abgerundeten 
Bogen in einander über, ohne hier wie an dem vordersten Anhange 
eine mittlere, vorspringende Spitze zu bilden. Was nun die Höhe 
dieser beiden Dorsalanhänge betrifft, so ist dieselbe ebenso wie die 
Länge der Seitenflügel bei verschiedenen Individuen wenig constant, 
es erreichen dieselben im Allgemeinen bei denjenigen der Varietät 
elatus einen viel beträchtlicheren Umfang als bei der gewöhnlichen 
Form , ohne dass sich jedoch in dieser Hinsicht zahlreiche Mittelformen 
vermissen lassen. 

Ein vierter hinterer Dorsalanhang findet sich deutlich ausgebildet 
nur bei der Varietät elatus vor, wo sich die aufgeworfenen oberen 
Seitenränder des Matrikaltheiles nach hinten zu in einen mehr oder 
weniger langen, vierseitigen, blattartigen Fortsatz verlängern, der unter 
Umständen die Länge des Abdomens erreichen kann. Der hintere freie 
Rand dieses Fortsatzes ist ebenfalls rechtwinklig zu den Seitenrändern 
und trägt an beiden äusseren Ecken, so wie in der Mitte entweder 
nur kürzere zahnartige Vorsprünge, oder auch fadenförmige Ver- 
längerungen. 

Was das Vorkommen der beiden soeben geschilderten Formen 
betrifft, so fand ich in einer und derselben Ascidie durchgängig immer 
nur Individuen der einen oder der anderen Form an , welche indessen 
den Typus des N. elongatus oder elatus in ziemlich verschiedenem 
Grade ausgeprägt zeigten. 

Das Abdomen ist sehr viel schmächtiger als der vordere Körper- 
abschnitt und von demselben scharf abgesetzt , es hat etw r a die Länge 
der vier hinteren Thoraxsegmente. Die Segmente desselben sind mit 
Ausnahme des letzten ziemlich gestreckt cylindrisch , länger als breit 
und verjüngen sich von der Basis nach dem hinteren Ende in ziemlich 
gleichmässiger Weise. Das fünfte Segment (Fig. ß F) ist viel breiter als 
lang und sowohl an der vorderen als hinteren Seite mit einem tiefen, 
mittleren Ausschnitte versehen. Es trägt zwei cylindrische Anhänge, 
die beträchtlich länger sind als das Segment selbst. Dieselben er- 
scheinen von der Basis nach der Spitze verjüngt, und sind auf der 
Spitze mit vier gleich langen, gekrümmten Krallen versehen , die kaum 
länger sind als die Breite des Anhanges an der Spitze. Drei derselben 
stehen am Rande selbst, die vierte dagegen etwas vom Rande auf die 
Fläche gerückt, die Spitzen derselben sind nach der Ventralseite zu 
gerichtet. Ausserdem trägt der äussere Rand in der Mitte eine sehr 
kurze Borste und darüber eine Reihe feiner Härchen, 



Beiträge zur Kenntniss d. innerhalb d. Ascidien lebenden parasit. Crustaceen etc. 135 

Das Männchen (Fig. 6i?), welches bisher von der Gattung No- 
topterophorus noch nicht beschrieben worden ist, hat eine von dem 
Weibchen völlig abweichende Gestalt. Es ist sehr viel kleiner als 
letzteres, nur 0,12 — 0,13 Mm. lang, und von langgestreckter, cylin- 
drischer Form. Von den Rückenanhängen ist keine Spur vorhanden, 
und erscheint die Gestalt im Allgemeinen gänzlich mit den Männchen 
von Doropygus übereinstimmend. 

Der Körper erscheint in der ganzen Thoraxgegend ziemlich von 
gleicher Breite und Höhe und geht nach* hinten ohne Absetzung in das 
ganz gleichmässig allmählich nach hinten sich verjüngende Ab- 
domen über. 

Der Gephalothorax lässt deutlicher als beim Weibchen eine 
Grenzlinie zwischen Kopf und dem vordersten Thoraxsegmente er- 
kennen. Er ist ganz abweichend von der weiblichen Bildung, indem 
die dort stattfindende winklige Abwärtsbiegung des Stirnrandes hier 
nicht vorhanden ist, und die Spitze des Kopfes den vordersten Theil 
des Cephalothorax einnimmt. Derselbe ist von dreiseitiger, nach vorn 
verjüngter und zugespitzter Form und ansehnlich länger als an der 
Basis breit, seine Länge kommt derjenigen des zweiten und dritten 
Thoraxsegmentes etwa gleich. Die vorderen Antennen haben nicht die 
erweiterten beiden Grundglieder des W T eibchens, sondern sind gleich- 
förmig cyli ndrisch und halb so lang als der Cephalothorax. Die 
hinteren Antennen und Mundtheile zeigen keine merklichen Ab- 
weichungen. Das zweite bis vierte Thoraxsegment sind untereinander 
von gleicher Gestaltung und beträchtlich breiter und höher als langt 
das fünfte Segment ist deutlich vom vierten getrennt und etwas kürzer 
und schmächtiger als die vorangehenden. 

Die vier vorderen Fusspaare zeigen wesentliche Abweichungen 
von denen des Weibchens. Das vorderste Paar (Fig. 6P #1 ) lässt 
am Basaltheile keine Borsten erkennen , die beiden Aeste desselben er- 
scheinen von ziemlich gleicher Länge, der innere Ast zeigt nur auf der 
Spitze des Endgliedes drei viel weniger entwickelte Fiederborsten als 
beim Weibchen , welche nur wenig länger sind als der innere Ast 
selbst. Der äussere Ast lässt ebenfalls nur die Stachelborsten erkennen, 
welche in übereinstimmender Weise angeordnet sind, wie beim Weib- 
chen, während Fiederborsten an demselben ganz fehlen. 

An den mittleren Fusspaaren (Fig. 6 P^ 2 ) erscheint der äussere 
Ast etwas länger als der innere , das erste Glied erscheint innen mit 
einer Fiederborste, aussen mit einer Stachelborste versehen. Das End- 
glied trägt vier Stachelborsten , von denen die auf der Spitze stehende 
länger ist als die übrigen und als das Endglied selbst, sowie davor am 



136 ü r ' Reinhold Bnelitiolz, 

inneren Rande zwei ganz kurze Borsien. Von den Gliedern des inneren 
Astes trägt das Endglied auf der Spitze drei zugespitzte, ungefiederte 
Stachelborsten , die wenig länger sind als das Endglied und darüber 
am inneren Rande zwei kurze Fiederborsten von derselben Länge. Das 
zweite Glied trägt eine Fiederborste von derselben Form als die des 
Endgliedes , das Grundglied nur eine ganz verkümmerte einfache 
Borste. 

An dem vierten Fusspaare (Fig. 6P^ 4 ) ist der innere Ast ganz kurz 
und verkümmert und besteht nur aus zwei sehr kurzen Gliedern , von 
denen das Endglied mit 6 — 7 ganz kurzen Dornen besetzt erscheint. 
Der äussere Ast trägt nur Stachelborsten von derselben Anordnung als 
an den übrigen Fusspaaren und ist ganz ohne Fiederborsten. 

Das fünfte Fusspaar ist wie beim Weibchen geformt. Das Ab- 
domen besteht wie beim Weibchen aus langgestreckten cylindrischen 
Gliedern , das fünfte kurze Endsegment ist wie beim Weibchen gestellt 
und mit gleich gebildeten Endanhängen versehen , doch erscheinen die 
vier Endkrallen im Verhältniss zu den Endanhängen von beträcht- 
licherer Grösse. 

Die Samenblase und der cylindrische Hodenschlauch haben die 
gewöhnliche Form und Lage ; ein von dem schlauchförmigen Hoden 
getrennter Hodenkörper ist nicht zu erkennen. 

5. Gen. Goniodelphys. Gen. nov. 

Die noch nicht beschriebene Crustacee, für welche ich diese 
Gattungsbezeichnung gewählt habe, schliesst sich unter den Noto- 
delphiden am nächsten an die Gattung Doropygus an. Der Körper ist 
von eigenthümlich dreikantiger Form , indem Kopf und Thorax vom 
Rücken her völlig abgeflacht sind und unter scharfen Winkeln in die 
ebenfalls flachen Seitenflächen übergehen. Das erste Thoraxsegment 
ist mit dem Kopfe zu einem Gephalothorax verschmolzen. Das fünfte 
Thoraxsegment ist sehr gross, und zu einem nach hinten gerichteten 
ebenfalls dreikantigen , pyramidalen Matrikaltheil verlängert. Das Ab- 
domen ist, wie bei den verwandten Gattungen, von cylindrischer Form, 
fünfgliedrig und mit zwei kurzen Anhängen versehen, die zwei ge- 
krümmte Klauen tragen. 

Die vorderen Antennen sind achtgliedrig , die hinteren von der 
gewöhnlichen Bildung und mit gekrümmter Endklaue versehen. 

Die Mundtheile sind im Allgemeinen von gleicher Anlage und Bil- 
dung wie bei Doropygus. Die Mandibeln sind von gewöhnlicher Form 
und am inneren Rande mit fünf grösseren, spitzen Zähnen und darüber 



Beiträge zur Kenntniss d. innerhalb d. Ascidien lebenden parasit. Crnstaceen etc. 1 37 

mit einem scharfen, fein gekerbten Theile, sie tragen den zweiästigen 
Palpus , dessen Aeste wie sonst mit langen Fiederborsten besetzt sind. 

Die vorderen Maxillen sind etwas abweichend, indem der 
äussere Ast nur zwei eigentümlich abgerundete Lappen besitzt, von 
dem dritten Lappen , der hier gewöhnlich vorhanden ist , aber keine 
Andeutung sich vorfindet. 

Das zweite Maxillenpaar ist ganz wie bei den verwandten Gattungen 
gebildet, das dritte Paar kurz und dick und lässt keine Spur einer 
Gliederung erkennen. 

Die vierFusspaare der vorderen Thoraxsegmente sind ganz ähnlich 
wie bei Doropygus beschaffen , der innere Ast derselben ist nur mit 
Fiederborsten, der äussere Ast mit Borsten und Dornen versehen. 

An dem fünften Thoraxsegment befindet sich ein, wie gewöhnlich, 
sehr verkümmertes Fusspaar, welches zwei sehr kurze Aeste zeigt. 

Goniodelphys trigonus n. sp. t^<»»7« ? • <? 

Das erwachsene Weibchen (Fig. 7 A) hat eine Länge von 2 Mm. 
von der Spitze des Kopfes bis zum Ende des Matrikaltheiles gemessen, 
welcher das Abdomen nicht unbeträchtlich überragt. Der Körper hat, 
von dem cylindrisch^n Abdomen abgesehen , eine vollkommen drei- 
kantige Form. Die Rückenfläche von Kopf und Thorax ist völlig flach 
und stellt, von oben gesehen, eine sehr langgestreckte, vorn und hinten 
abgerundete, elliptische Fläche dar, deren grösste Breite an der Grenze 
zwischen dem vierten und fünften Thoraxsegmente sich befindet, und 
die sich nach vorn und hinten ganz allmählich verschmälert. 

Die Länge der Rückenfläche ist etwas über drei Mal so gross als 
ihre grösste Breite. Die gleichfalls ebenen Seitenflächen , welche den 
Kopf und Thorax begrenzen, bilden mit der Rückenfläche einen scharfen 
Winkel und gehen an der Bauchseite mit einer abgerundeten Fläche in 
einander über. Die Rückenfläche erscheint der Länge nach leicht ge- 
krümmt, mit dorsalwärts gerichteter Convexität, indem sie von der 
Mitte des Thorax, woselbst der Körper am höchsten ist , nach vorn und 
hinten zu sich allmählich nach abwärts biegt; ebenso zeigen die bei- 
den Seitenkanten des Rückens eine dem entsprechende convexe Form. 

Die Färbung ist gelblich durchsichtig, die Ovarien und die im 
Matrikalraume angehäuften Eier sind von lebhaft hellgrüner Farbe. 

Der mit dem vordersten Thoraxsegmente verbundene Kopf er- 
scheint im Ganzen von pyramidal dreikantiger Form , von der Dorsal- 
seite her länglich dreieckig und vorn quer abgerundet. Seine Länge ist 
etwas geringer als die Breite am hinteren Rande. Die Höhe nimmt vom 



J38 Dr. Rciuhold Buchliolz, 

hinteren Rande nach vorn zu schnell ab, so dass die Seitenflächen nach 
vorn zu sich stark zuspitzen. Das quer rechteckige rothe Auge er- 
scheint dem vorderen Stirnrande sehr genähert , und steht von dem- 
selben um seinen eigenen Durchmesser ab. Das kurze Rostrum ist von 
abgerundeter Form. Die vorderen Antennen (Fig. 7 A t ) sind auf 
der Spitze des Kopfes dicht unter dem Stirnrande inserirt, nur durch 
das Rostrum von einander getrennt. Sie sind kurz, kaum halb so lang 
als der Kopf und von der Wurzel nach der Spitze stark verjüngt. Sie 
bestehen aus acht Gliedern , und werden nach hinten und aufwärts 
gekrümmt getragen. 

Das Grundglied ist grösser und breiter als die folgenden , ebenso 
breit als lang und gegen das Ende nicht merklich verjüngt, es trägt am 
unteren Ende des oberen Randes zwei sehr lange Fiederborsten und 
darüber einige kurze, einfache Rorsten. Das zweite Glied ist viel kürzer 
als lang, merklich nach der Spitze verjüngt und am oberen Rande mit 
einer grösseren Anzahl einfacher Rorsten besetzt. Die folgenden Glie- 
der sind ziemlich ebenso lang als breit und ebenfalls am oberen Rande 
mit einfachen Borsten besetzt. Das Endglied ist etwas verlängert und 
trägt auf der Spitze zwei längere und darunter drei bis vier kürzere 
einfache Borsten. 

Das zweite Antennenpaar (Fig. 7 A 2 ) ist ziemlich von der- 
selben Länge als das vordere, und besteht aus drei ziemlich gleich 
langen, cylindrischen Gliedern. Das Rasalglied ist unbedeutend länger 
als das folgende und trägt an der Spitze eine sehr lange und daneben 
eine ganz kurze Fiederborste. Das Endglied ist am Ursprünge ver- 
schmälert und gegen die Spitze beträchtlich verbreitert , es trägt am 
Ende einen gekrümmten Haken, der etwas weniger als halb so lang ist 
als das Endglied selbst, und daneben vier bis fünf kurze Rorsten von 
der Länge des Hakens. 

Die Mandibeln (Fig. IM) haben die bei den verwandten Gat- 
tungen gewöhnliche Form. Der zugeschärfte innere Rand des beii- 
förmig gestalteten Endtheiles verläuft gerade, und stösst mit dem 
vorderen und hinteren Rande in ziemlich rechten Winkeln zusammen. 
Die hintere Hälfte dieses Innenrandes ist in fünf spitzige Zähne aus- 
gezackt, von denen der grösste die Hinterecke bildet. Die vordere 
Hälfte ist wie gewöhnlich gerade und fein gezähnelt. An der vorderen 
Ecke steht noch ein isolirter , durch einen tiefen Einschnitt von dem 
innenrandc getrennter, sehr langer und spitziger Zahn, der vom Vorder- 
rande ausgeht. 

Die beiden Aeste des MandibularpaJpus lassen keine Gliederung 
erkennen. Der innere Ast ist cylindrisch, an der Spitze abgerundet 



Beiträge zur Keimtniss d, innerhalb d. Ascidien lebenden parasit. Crustaceen etc. 139 

und etwa doppelt so lang als breit. Er trägt auf der Spitze sieben 
Fiederborsten, von denen die beiden mittleren am längsten und doppelt 
so lang als der innere Ast selbst sind. Der äussere Ast ist breiter, an 
der Spitze durch eine schräg verlaufende Endfläche quer abgeschnitten, 
und trägt an der letzteren fünf lange Fiederborsten von ziemlich gleicher 
Länge, welche die des inneren Astes beträchtlich an Länge übertreffen. 
Der innere Rand erscheint gegen die Basis zu ausserdem mit feinen 
Härchen besetzt. 

Die vorderen Maxillen (Fig. 7 M t ) bestehen aus einem länglich 
viereckigen Basalgliede , welches die beiden Endäste trägt. Der innere 
Ast ist kurz und von stumpf conischer Form. Er trägt auf dem abge- 
rundeten Endrande acht paarweise angeordnete kurze Borsten mit 
stark verdicktem Wurzel- und zugespitztem Endtheile, die sehr kurz 
behaart sind. 

Der äussere Ast ist in zwei, durch einen tiefen Einschnitt getrennte 
Lappen von abgerundeter Form getheilt. Der äussere dieser Lappen ist 
kleiner, von ziemlich kreisförmiger Form und trägt drei ziemlich kurze, 
an der Wurzel breite , und gegen das Ende stark zugespitzte Fieder- 
borsten. Zwischen dem äusseren Lappen und dem Basalgliede ist an 
dem Rande noch eine etwas längere Fiederborste befindlich. 

Der innere Lappen springt weiter hervor und trägt einen, von dem 
Basaltheile durch eine Einschnürung getrennten, gleichfalls kreisförmig 
abgerundeten Spitzentheil, auf welchem vier etwas längere Fieder- 
borsten stehen von analoger Form. Hinter denselben trägt der innere 
Rand ebenfalls noch drei ziemlich eben so lange Fiederborsten. 

Das zweite Maxillenpaar (Fig. 7 M 2 ) ist ähnlich wie bei Noto- 
de] phys gebildet und besteht aus fünf Gliedern. Das Basalglied ist 
doppelt so lang als die vier Endglieder, länger als am Grunde breit, 
und gegen das Ende bis zur Hälfte des Breitendurchmessers an der 
Basis verjüngt. Der innere Rand trägt acht paarig auf höckerartigen 
Hervorragungen inserirte dünne Fiederborsten, deren Länge derjenigen 
des Basalgliedes und des zweiten Gliedes zusammen gleich kommt. 
Die drei folgenden Glieder sind kurz , breiter als lang , das zweite trägt 
ein Paar, die beiden folgenden je eine Fiederborste von gleicher Be- 
schaffenheit und Länge wie diejenigen des Basalgliedes. Das sehr 
kleine abgerundete Endglied trägt drei Fiederborsten, von denen die 
beiden endständigen um die Hälfte kürzer sind als die übrigen. 

Das dritte Maxillenpaar (Fig. 7 üf 3 ) ist von länglich cylin- 
drischer Form und lässt keine Spur einer Gliederung erkennen. Es ist 
kürzer als das zweite Maxillenpaar und trägt auf der Spitze zwei 
längere Fiederborsten, die etwa von der Länge der Maxille selbst sind 



J40 Pr- R^'iuliold Buchholz, 

und darunter am unteren Rande zwei Gruppen von je vier ganz kurzen, 
einfachen Borsten. 

Von den Segmenten des Thorax ist, wie bereits erwähnt, das 
vorderste mit dem Kopf verwachsen, ohne dass eine Trennungslinie 
wahrnehmbar ist. Die drei folgenden Thoraxsegmente nehmen gleich- 
massig nach hinten an Breite etwas zu , so dass das vierte Segment am 
hinteren Rande um y 3 breiter erscheint als die Basis des Kopfes. In 
gleicher Weise nehmen dieselben nach hinten an Höhe und Länge 
etwas zu, so dass das zweite am kürzesten, das vierte etwas länger als 
das vorhergehende ist. Zusammengenommen übertrifft die Länge der- 
selben diejenige des Kopfes ziemlich beträchtlich. Das fünfte Thorax- 
segment erscheint sehr stark verlängert, und länger als der Kopf mit 
den vier vorderen Thoraxsegmenten zusammengenommen , sowie es 
auch nach hinten die Spitze des Abdomen beträchtlich überragt. Vom 
Rücken her erscheint dasselbe von halbelliptischer Form, von der Basis 
gegen das hintere Ende ganz allmählich verjüngt und an der Spitze 
breit abgerundet. Seine Höhe vermindert sich von der Basis gegen die 
Spitze ziemlich stark , so dass es, von der Seite gesehen, nach dem 
hinteren Ende ziemlich scharf zugespitzt und im Ganzen von pyra- 
midaler Form erscheint 

Der grösste Theil des Innenraumes des fünften Thoraxsegmentes 
wird von dem analog gestalteten , pyramidalen Matrikalraume einge- 
nommen , welcher sich von der Grenze des vorderen und mittleren 
Drittels bis zur Spitze des Segmentes erstreckt. Derselbe erscheint 
gänzlich mit ziemlich grossen, kugelrunden Eiern erfüllt, deren Dotter 
eine lebhaft grüne Färbung zeigt. Die Embryonen waren in denselben 
noch nicht hinreichend weit entwickelt. In den Matrikairaum münden 
vorn zu beiden Seiten die beiden Ovarien ein , welche als ein paar 
cylindrische , nach vorn zu etwas verjüngte Schläuche an den Seiten- 
rändern des Körpers bis gegen die Grenze zwischen Cephalothorax 
und dem zweiten Thoraxsegmente verlaufen, und hier, gegen die Mittel- 
linie umbiegend, sich mit ihren inneren Enden dicht aneinander legen. 
Sie sind ebenfalls gänzlich mit grüngefärbten Eiern erfüllt, welche im 
hinteren Ende von der Grösse der Eier im Brutraume sind , und gegen 
das vordere Ende des Ovarium allmählich kleiner werden. 

Von den Fusspaaren des Thorax ist das vorderste (Fig. 7 P t ) mit 
dem Kopfe verbunden , etwas kürzer und von den übrigen etwas ab- 
weichend gebildet. Der Basaltheil besteht wie gewöhnlich aus zwei 
quer viereckigen Gliedern und trägt am äusseren Rande eine sehr lange 
*und starke Fiederborste , welche beträchtlich länger ist als der äussere 
Ast mit seinen Borsten. Am inneren Rande des Basaltheiles steht eine 



Beitrüge zur Kenntniss d. innerhalb d. Ascidien lebenden parasit. Crustaceen etc. 141 

sehr kurze Fiederborste dicht oberhalb der Insertion des inneren Astes, 
welche wenig länger ist als das Grundglied desselben. Die beiden 
Aeste sind von ziemlich gleicher Länge , doch erscheint der innere be- 
trächtlich schlanker als der äussere. An dem letzteren erscheint das 
Grundglied etwas länger als die beiden folgenden und am Ende mit 
einer ziemlich schräg verlaufenden Endfläche versehen , so dass der 
äussere Rand ansehnlich länger erscheint als der innere. An der Spitze 
des äusseren Randes steht eine starke Stachelborste , deren Länge der 
Rreite des Gliedes gleichkommt, am inneren Rande eine etwa eben so 
lange Fiederborste. Das zweite Glied ist gleich lang wie breit, von der 
Basis gegen das Ende verbreitert und trägt am Aussenrande ebenfalls 
eine Stachelborste, innen eine kurze Fiederborste von gleicher Be- 
schaffenheit wie das Basalglied. 

Das Endglied ist von derselben Länge als das zweite Glied und an 
dem abgerundeten Endrande mit sechs kurzen Stachelborsten versehen, 
deren Länge derjenigen des Endgliedes gleichkommt; darüber befin- 
den sich am inneren Rande noch ein bis zwei kurze Fiederborsten. 
Der innere Ast besitzt ein ziemlich breites Basalglied, auf welches zwei 
sehr viel schmälere langgestreckte cylindrische Glieder folgen. Nur 
das Endglied ist mit Borsten versehen , und zwar trägt dasselbe auf 
dem Endrande vier sehr lange Fiederborsten , die von aussen nach 
innen gleichmässig an Länge zunehmen , und von denen die innerste 
längste etwa doppelt so lang als der innere Ast selbst ist. 

Die drei folgenden Fusspaare (Fig. 7 P 2 ) sind unter sich überein- 
stimmend gebildet, weichen aber von dem vordersten Paare in mehreren 
Puncten wesentlich ab. Der Basaltheil ist am inneren Rande ganz ohne 
die lange Fiederborste, und am äusseren Rande nur mit einer sehr 
kleinen, kurzen Rorste versehen. Von den beiden Aesten erscheint der 
äussere beträchtlich länger als der innere , welcher auch beträchtlich 
schlanker ist. Das Rasalglied desselben ist grösser als die folgenden, 
so lang als das zweite und dritte zusammengenommen , und von der 
breiten Rasis gegen die Spitze stark verjüngt. Es trägt am unteren 
Ende des Aussenrandes eine kurze Stachelborste , und am Innenrande 
eine lange Fiederborste, welche aber ziemlich weit vom Rande auf die 
Fläche abgerückt ist, und deren Länge die des ganzen äusseren Astes 
noch ansehnlich übertrifft. Das zweite Glied ist am kürzesten , nicht 
länger als breit, und in ganz derselben Weise mit einer kurzen Stachel- 
borste und einer vom Innenrande auf die Fläche gerückten langen 
Fiederborste versehen, wie das Basalglied. Das Endglied erscheint um 
das Doppelte länger als das vorhergehende und gegen das Ende hin 
verjüngt und zugespitzt. Es trägt am äusseren Rande vier kürzere 



|42 Dr« Reinhold Bueliholz, 

Stacheln, einen etwas längeren Stachel auf der Spitze und darüber 
noch drei noch längere unbefiederte Stachelborsten und eine lange 
Fiederborste am inneren Rande , welche gleichfalls , vom Rande etwas 
abgerückt , auf der Fläche des Gliedes inserirt sind , und pach aussen 
umgeschlagen erscheinen. 

Der innere Ast hat nur die Länge der beiden ersten Glieder des 
äusseren; von den drei Gliedern erscheint das Rasalglied etwas kürzer 
als die folgenden, welche von gestreckter, cylindrischer Form und 
länger als breit sind. Das Endglied trägt auf der Spitze eine kürzere 
und drei sehr lange Fiederborsten, von doppelter Länge als der äussere 
Ast selbst. Darüber stehen noch zwei lange Fiederborsten von der 
Länge der Endborsten, welche dem inneren Rande entsprechen, aber 
vom Rande ab ziemlich weit auf die Fläche des Gliedes gerückt sind. 
Das zweite Glied trägt zwei , das Rasalglied eine ebenfalls sehr lange 
und auf der Fläche stehende Innenrandborste. 

Das fünfte Fusspaar (Fig. 7P 5 ) des Thorax erscheint sehr klein 
und verkümmert, es lässt deutlich zwei Aeste erkennen, von welchen 
der innere beträchtlich länger als der äussere ist , und eine Andeutung 
einer Zusammensetzung aus zwei Gliedern erkennen lässt; das sehr 
kleine Endglied trägt auf der Spitze eine kleine einfache Borste. Der 
äussere Ast erscheint als eine kurze conische Hervorragung an der 
äusseren Seite der Basis des inneren und trägt auf der Spitze eine 
ebenfalls sehr kurze einfache Rorste. 

Das Abdomen ist von cylindrischer Form und besteht wie ge- 
wöhnlich aus fünf Gliedern. Es ist verhältnissmässig kurz und plump, 
seine Länge ist etwa um y 3 geringer als die des fünften Thorax- 
segmentes , und kommt derjenigen der drei mittleren Thoraxsegmente 
zusammengenommen ungefähr gleich. Es erscheint von der Rasis gegen 
die Spitze gleichmässig , aber ziemlich schwach verjüngt , mit kurzen 
breiten Gliedern , von denen die vier vorderen ebenso lang als breit 
erscheinen. 

Das fünfte Segment ist (Fig. 7F) dagegen beträchtlich kürzerund 
viel breiter als lang ; es ist an der Ventralseite in zwei etwas vor- 
springende durch eine mittlere Incisur getrennte Hervorragungen ver- 
längert. Es trägt zwei kurze Anhänge von conischer Form , die nicht 
länger als das sie tragende Endsegment selbst sind und welche auf der 
Spitze zwei starke hakig gekrümmte Endkrallen tragen. Von diesen 
ist die auf der Spitze selbst befindliche länger und stärker als die da- 
vor stehende und halb so lang als der Anhang selbst; oberhalb der 
Endkrallen sind am dorsalen Rande des Anhanges noch zwei kurze, 



Beitrüge zur Kenntniss d. innerhalb d. Ascidien lebenden pärasit. Crustaceen etc. 1 43 

einfache Borsten befindlich. Die Spitzen der Endkrallen erscheinen 
gegen die Dorsalseite hin gerichtet. 

Das Männchen (Fig. 7/?), welches ich gleichfalls zu beobachten 
Gelegenheit hatte, weicht in mehrfachen Puncten wesentlich von der 
Form des Weibchen ab. Es ist beträchtlich kleiner als das letztere, von 
0,7 — 0,8 Mm. Länge, also etwa nur y 3 so gross als jenes. Die Form 
des Körpers erscheint namentlich durch das Fehlen der so charakte- 
ristischen Abflachung der Dorsalseite ganz anders als beim Weibchen ; 
der Rücken erscheint viel mehr gewölbt und abgerundet, und geht 
ohne markirte Kanten gleichmässig in die Seitenflächen über. Ferner 
fehlt der männlichen Form die auffällige, durch die Entwickelung des 
Brutraumes bedingte Verlängerung des fünften Thoraxsegmentes, von 
welcher nur eine geringe Andeutung vorhanden ist. 

Der Cephalothorax erscheint ziemlich eben so lang als an der Basis 
breit, und mit Ausnahme der mangelnden Abflachung der Dorsalseite 
im Wesentlichen wie beim Weibchen gebildet. Ebenso sind die An- 
tennen und Mundtheile ohne merkbare Abweichung. 

Die drei nachfolgenden mittleren Segmente des Thorax sind zu- 
sammen genommen dem Cephalothorax an Länge ziemlich gleich und 
nehmen an H£he von vorn nach hinten gleichmässig etwas zu. Sie 
sind beträchtlich breiter als lang, und erscheint das letzte derselben 
etwas länger als die vorangehenden. Auch in diesem Abschnitte er- 
scheint der Rücken stark gewölbt und geht ohne Winkel in die Seiten- 
flächen über. Die Fusspaare des Thorax sind von gleicher Bildung als 
; beim Weibchen. 

Das fünfte Thoraxsegment zeigt nur eine schwache Andeutung 
seiner eigenthümlichen Umbildung beim Weibchen ; es erscheint 
nämlich nach der Rückseite zu in einen pyramidal gestalteten hinten 
zugespitzt endigenden Theil verlängert, der aber viel kürzer ist als 
beim Weibchen und das erste Abdominalsegment nur wenig überragt. 
Es erscheint dasselbe etwas länger als die drei mittleren Thorax- 
segmente , und von der Basis gegen die Spitze hin sowohl der Breite 
als der Höhe nach schnell und sehr beträchtlich verjüngt, so dass es 
sehr viel mehr zugespitzt endigt, als beim Weibchen. Die Dorsalseite 
dieses Segments erscheint merklich abgeflacht und geht in ziemlich 
scharfen Kanten in die Seitentheile über. Die Unterseite erscheint 
nicht weit vor der Spitze eigenthümlich nach aufwärts ausgebuchtet 
und verengt, so dass die untere Begrenzungslinie hier stark concav 
eingebogen erscheint. 

Das Abdomen ist verhältnissmässig mehr langgestreckt als beim 
Weibchen , mit verlängerten cylindrischen Gliedern , es ist etwa von 



\ 44 Dr. Reinhold Buchholz, 

der Länge des Kopfes und der vier vorderen Thoraxsegmente. Das 
Endsegment und seine Anhänge sind wie beim Weibchen gebildet. 
Von den inneren Geschlechtsorganen wurde nur die länglich ovale 
Samenblase im vorderen Theile des ersten Abdominalsegments erkannt, 
die Hoden erscheinen nicht recht deutlich. Lappenförmige Hautanhänge 
am ersten Abdominalsegmente wie bei den Männchen verwandter Gat- 
tungen wurden vermisst. 

6. Gen. Gunentophorus Costa. 

lieber diese höchst seltsame Thierform ist, seitdem sie von Costa 
in der Fauna del Regno di Napoli abgebildet ist, nichts weiter bekannt 
geworden. Da indessen eine Beschreibung des Thieres von jenem 
Autor nicht gegeben, und namentlich das Detail der Mundtheile, deren 
Bildung die Gattung als den Notodelphiden angehörig erscheinen lässt, 
vermisst wird, so dürfte die Mittheilung der von mir über dieselbe ge- 
machten Beobachtungen nicht überflüssig sein. 



G. globularis Costa^X/M'* » ^' 



Diese Art wurde von mir nur zwei Mal in einigen wenigen Exem- 
plaren in der Respirationshöhle einer Cynthia, wie ich glaube C. micro- 
cosmus, angetroffen. Es waren beide Mal nur Weibchen, während das 
noch unbekannte Männchen nicht zur Beobachtung kam. 

Das erwachsene Weibchen (Fig. SA) besitzt eine Länge von 3 Mm. 
und etwas darüber und zeigt eine sehr sonderbare Form , indem die 
dorsale Seite der hinteren Thoraxsegmente sich zu einem mächtig ent- 
wickelten, kugelig gewölbten Brutraume erhebt. Von den drei Abthei- 
lungen, in welche der Körper zerfällt, erscheint der Cephalothorax von 
verhältnissmässig sehr geringem Umfange, als ein fast kugeliger, helm- 
förmig gestalteter Theil , der sich nach vorn zu an dem Ursprünge der 
sehr kurzen Antennen in eine abgerundete Spitze verschmälert. Er ist 
etwa y 5 so lang als der ganze Körper und enthält ausser den Antennen 
und Mundtheilen noch das abweichend gebildete vorderste Paar der 
Thoracalfüsse, indem das vorderste Thoraxsegment mit dem Kopfe ver- 
schmolzen ist. 

Die vorderen Antennen (Fig. SA^) sind ziemlich nahe an einander 
an der Spitze des Cephalothorax inserirt, und durch eine zwischen 
ihrem Ursprünge befindliche abgerundete Hervorragung des Kopfes von 
einander getrennt. Sie sind sehr kurz und dick und bestehen nur aus 
vier Gliedern , von denen das Basalglied, als eine vom Kopfe wenig 
scharf abgegliederte Hervorragung erscheint, welche mit sehr breiter 



Beiträge zur Kenntniss d. innerhalb d. Ascidien lebenden parasif. Crustaceen etc. 145 

Basis entspringend , sieh nach dem äusseren Ende zu beträchtlich ver- 
jüngt, und deren Breite über doppelt so gross als die Länge ist. Die 
beiden folgenden Glieder sind ebenfalls beträchtlich breiter als lang, 
und mit abgerundeten convexen Seitenrändern versehen, das zweite 
derselben besitzt eine etwas schräge abgeschnittene Endfläche , indem 
der obere Seitenrand kürzer als der untere ist. Das Endglied ist be- 
trächtlich schmäler als die vorangehenden Glieder und von dreiseitiger 
Form , indem es von der Basis nach dem äusseren Ende hin spitz zu- 
läuft. Die drei Endglieder sind am oberen Rande mit äusserst kurzen 
kleinen Borsten besetzt, von denen auch einige auf der Spitze des End- 
gliedes stehen. 

Die hinteren Antennen (Fig. SA 2 ) sind nur wenig länger als die 
vorderen und bestehen aus drei Gliedern von cylindrischer Form. Das 
Basalglied ist etwas breiter als das folgende , wenig länger als breit, 
und- gegen das Ende nicht verjüngt. Das zweite Glied ist ziemlich von 
gleicher Länge mit dem Basalglied , etwas schmäler als dasselbe und 
ebenfalls gegen das Ende nicht verjüngt. Das Endglied ist beträchtlich 
schmäler und etwas kürzer als die vorangehenden, und mit einer ge- 
krümmten Kralle versehen, deren Länge derjenigen des Endgliedes 
selbst gleich kommt. 

Die Mandibeln (Fig. SM) sind ähnlich wie bei Notodelphys ge- 
bildet, und bestehen wie bei den übrigen Gattungen aus dem Mandi- 
bulartheil selbst und dem daran befindlichen zweiästigen Palpus. Die 
Mandibel besteht aus dem eiförmigen äusseren Gelenkabschnitte, der wie 
gewöhnlich gestaltet ist, und dem inneren freien Endabschnitte, wel- 
cher, von beilförmiger Gestalt, mit einem scharfen gezahnten inneren 
Rande endet. Der ganze Endtheil erscheint etwas gekrümmt, der vor- 
dere längere Rand desselben concav , während der kurze hintere Rand 
convex ist. Der innere Endrand erscheint sehr viel schräger als bei 
Notodelphys , indem er sich mit dem Vorderrande unter sehr spitzem, 
mit dem Hinterrande dagegen unter sehr stumpfen Winkel verbindet. 
iDer hintere Abschnitt dieses inneren Randes ist mit vier grösseren, 
spitzigen Zähnen versehen, von denen der grössere die Ecke desHinter- 
vandes bildet und von den übrigen durch einen grösseren Zwischen- 
raum getrennt ist. Der vordere Abschnitt dagegen bildet eine gerade 
schneidende Kante, welche mit feinen Zähnelungen dicht besetzt ist. 

Von den beiden Aesten des Mandibularpalpus ist der innere dicker 
\h der äussere und besieht mindestens aus zwei Gliedern , wiewohl 
das Endglied noch eine Andeutung einer Zusammensetzung aus 
mehreren Gliedern wahrnehmen lässt. Das Basalglied ist cylindrisch 
und am Grunde breiter als lang und gegen das Ende etwas verjüngt. 

Zeilschr. f. wissenseh. Zoologie. XIX. Bd. 10 



146 Dr. Reinhold Bncliholz, 

Das Endglied ist von conischer Form , gegen das Ende verjüngt und 
abgerundet, und ziemlich von gleicher Länge als das Basalglied. Er 
zeigt einige Einschnürungen , welche jedoch nicht als vollkommene 
Gliederungen erscheinen , und tragt auf der Spitze zwei lange Fieder- 
borsten , und daneben am inneren Rande noch drei sehr kurze, eben- 
falls gefiederte kleinere Borsten. 

Der innere Ast ist ebenfalls deutlich zweigliedrig und betrachtlich 
schmachtiger als der äussere. Das cylindrische Basalglied ist ebenso 
lang als breit und am inneren Bande mit einer sehr langen Fieder- 
borste versehen. Das schmälere und gegen das Ende hin zugespitzte 
Endglied trägt vier lange Fiederborsten , deren zwei auf der Spitze, 
zwei auf dem inneren Bande stehen , und von denen die innere der 
beiden auf der Spitze befindlichen etwas länger als die übrigen ist. 

Die vorderen Maxillen (Fig. 81/.,) sind im Wesentlichen 
analog wie bei Notodelphys und Doropygus gebildet, zeigen aber hier 
eine sehr viel einfachere Form, indem die eigenthümliche Zerspaltung 
des äusseren Astes in mehrfache Lappen nicht vorhanden ist. Das 
Grundglied ist von quer viereckiger Form beträchtlich kürzer als breit, 
und trägt die beiden Endäste. Der innere Ast ist dreieckig pyra- 
midal, mit der breiten Basis der Endfläche des Grundgliedes auf- 
sitzend; der Innenrand desselben ist mit etwa zwölf kurzen und 
dicken, zugespitzten Borsten dicht besetzt, welche ungefiedert sind. 
Der äussere Ast erscheint viel weniger entwickelt als sonst bei den 
verwandten Gattungen, als ein ovaler lamellärer Theil, dessen freier 
Rand bogenförmig abgerundet und mit acht Fiederborsten besetzt er- 
scheint. Von diesen sind die vier äusseren beträchtlich länger als die 
inneren auf der Spitze des En dran des gelegenen. 

Das zweite Maxillenpaar (Fig. 81/ 2 ) ist ebenfalls im Wesent- 
lichen ähnlich wie bei den verwandten Gattungen gebildet. Es besteht 
aus drei Gliedern, von denen das sehr grosse Basalglied bei weitem 
das grösste ist. Letzteres ist von ziemlich dreiseitig pyramidaler Form, 
indem es sich von der sehr breiten Basis gegen die Spitze hin sehr be- 
trächtlich verschmälert; es trägt am unteren Bande sechs dicke, zu- 
gespitzte, leicht gekrümmte Borsten, welche nicht deutlieh paarweise 
angeordnet und ungefiedert sind. 

Das zweite viel kleinere Glied ist beträchtlich breiter als lang, 
und mit zwei Borsten versehen , von denen die äussere denjenigen des 
Grundgliedes gleich gebildet ist, während die innere beträchtlich 
kürzer als die übrigen und von etwas abweichender Form ist , indem 
der dicke Basaltheil, mit verdickten Händern versehen, sich scharf von 
dem dünneren und blasseren Endtheil absetzt. Eine eben solche, 






Beitrage zur Kenntuiss d. innerhalb d. Ascidien lebenden parasit. Crustaceen etc. 147 



aber noch kürzere Borste tragt auch das sehr kleine , rundliche End- 
glied. 

Das dritte Maxillenpaar (Fig. 8 J/J bildet eine länglich vier- 
eckige Platte von rechteckiger Form, die am inneren freien Rande mit 
6 — 7 kurzen und dicken gefiederten Borsten versehen ist. Sie sind 
nicht alle von gleicher Form und es zeichnet sich namentlich eine am 
hinteren Ende stehende vor den übrigen durch beträchtlichere 
Dicke aus. 

Ausser den Mundtheilen trägt der Kopf noch das dem vordersten, 
mit dem Kopfe verschmolzenen ersten Thoraxsegmente angehörige vor- 
derste Fusspaar (Fig. 8P}), welches von den hinteren Fusspaaren 
völlig verschieden ist. 

Dasselbe besteht aus einem ziemlich unregelmässig geformten 
fünfseitigen Basalstücke, welches zwei Aeste trägt, von denen der innere 
zweigliedrig, der grössere äussere dagegen dreigliedrig ist. Das Basal- 
stücl^ trägt am oberen Rande dicht an der Basis eine kurze gefiederte 
Borste, die aus einem eylindrischen dicken Wurzeltheile und einem 
etwas kürzeren sehr feinen Endtheile besteht. Der innere Ast ist dem 
Basalstücke an seinem inneren Rande angefügt und ist etwa von 
gleicher Länge mit diesem. Das erste Glied desselben ist beträchtlich 
breiter als lang und von rechteckiger Form , es trägt am äusseren 
Rande zwei lange Fiederborsten , die nach aussen gerichtet sind , und 
von welchen die der Basis zunächststehende beträchtlich kürzer als die 
andere ist. Das Endglied ist etwa doppelt so lang als das voran- 
gehende und gegen die Spitze zu verjüngt und abgerundet, auf seiner 
Spitze ist es mit einem kurzen , stachelartigen Dorne versehen , und 
darunter am äusseren Rande mit vier sehr langen Fiederborsten , von 
denen die der Spitze zunächst stehende beträchtlich kürzer als die da- 
hinter befindlichen ist.] 

Der äussere Ast ist länger und dicker als der innere und von der 
breiten Basis gegen die Spitze zu stark verjüngt. Das erste Glied ist 
von breiter, rechteckiger Form, viel kürzer als breit, und an den Rän- 
dern ohne Borsten. 

Das zweite Glied ist beträchtlich schmäler als das vorige, eben- 
falls von breit rechteckiger Form und wie jenes ohne Borsten. Das 
Endglied ist etwas mehr verlängert, etwas schmaler als das zweite 
Glied und an der Spitze breit abgerundet. Es ist mit sechs langen 
Fiederborsten besetzt, von denen eine kürzere am inneren Rande, fünf 
längere auf der abgerundeten Spitze stehen ; sie stehen den längeren 
Borsten des inneren Astes etwas an Länge nach. 

Der auf den verhältnissmässig kleinen Cephalothorax folgende 

40* 



148 Dr. Reinhold Bnfthholz, 

Mittelkörper wird von den drei hinteren Thoraxsegmenten gebildet, 
indem das fünfte Thoraxsegment verkümmert ist. Derselbe nimmt den 
beträchtlichsten Theil des ganzen Thierkörpers ein , indem die Rück- 
seite desselben sich zu einem beinahe völlig kugeligen Matricaltheile er- 
hebt, dessen Höhe über dem Rücken die Lange des ganzen Kopfes und 
Thorax noch etwas übertrifft. Die ventrale Seite dieses Mittelkörpers 
zeigt drei, den Grenzen der Segmente entsprechende, ziemlich tiefe 
Einschnürungen , während der Matricaltheil keine Eintheilung in Seg- 
mente wahrnehmen lässt. 

Die drei an diesen Segmenten befindlichen Fusspaare (Fig. 8 P 2 ) 
•sind unter sich von gleicher Form , indessen von denen der übrigen 
Notodelphiden sehr abweichend gebaut. Sie sind allerdings wie sonst 
aus zwei Aesten bestehend, was die Abbildung Gosta's (a. a. 0.) nicht 
wiedergiebt, indessen ist der innere Ast so klein und verkürzt, dass 
man ihn erst bei der Zergliederung des Thieres erkennen kann. Es 
besteht jedes Fusspaar aus einem ziemlich grossen , cylindrisch- 
conischen Rasalgliede, dessen Länge dem Rreitendurchmesser gleich 
kommt, und welches am äusseren abgerundeten Ende die beiden 
schlanken Aeste trägt. Der äussere viel längere Ast besteht aus drei 
ziemlich stark verlängerten , cylindrischen Gliedern , von denen das 
erste etwas länger und dicker als die beiden folgenden erscheint. Alle 
drei sind gänzlich nackt und ohne Borsten oder Haarbesatz, das End- 
glied mit einer ausserordentlich kleinen , dornartigen Spitze am Ende 
versehen. 

Der innere viel kleinere Ast ist ebenfalls schlank cylindrisch und 
beinahe halb so kurz als das Grundglied des äusseren Astes. Er be- 
steht aus einem schlanken cylindrischen Grundgliede, welches den 
grössten Theil seiner Länge einnimmt und zwei demselben aufsitzen- 
den sehr kleinen, verkümmerten Endgliedern. 

Was den kugeligen Brutraum betrifft, so erscheint derselbe nicht 
ganz mit Eiern erfüllt, sondern es sind letztere darin in Form einer 
peripherischen, einschichtigen Lage enthalten, welche der dorsalen 
Oberfläche desselben anliegt, und gegen die Seitenriinder mit mehr- 
fachen, durch tiefe Einschnitte getrennten Lappen hervorspringt. 

Der grösste Theil des Inhaltes des Brutraumes erscheint dagegen 
leer und von einer durchsichtigen Flüssigkeit erfüllt. 

Die sehr zahlreichen Eier, welche polygonal aneinanderliegend 
diese Wandschicht bildeten, hatten einen Durchmesser von 0,09 Mm, 
und enthielten bereits ausgebildete Embryonen. 

Ueber die Beschaffenheit und Lage der Ovarien Hess sich leider 
nichts hinreichend Sicheres ermitteln ; ein sehr zartes , röthlich ge- 






Beiträge zur Kenntiiiss d. innerhalb d. Ascidicn lebenden parasit, Crustaceen etc. 1 49 



färbtes Organ , welches , dem Darmcanal dorsalwärts aufliegend , vom 
Kopfe bis zur Grenze zwischen Thorax und Abdomen hin verlief und 
1 hier, scheinbar in zw 7 ei Schenkel gespalten , aufwärts in den Brutraum 
aufstieg , schien dieses Organ zu reprasentiren , Hess .sich aber leider 
seiner Zartheit halber nicht isoliren. 

Ein bei den Notodelphiden sonst allgemein vorkommendes fünftes 
Thoraxsegment ist bei Gunentophorus gänzlich verkümmert, auch ist 
kein demselben entsprechendes Fusspaar vorhanden. 

Das langgestreckte cylindrische Abdomen ist von ziemlich der- 
selben Länge als der Thorax , und besteht aus fünf Gliedern , welche 
gegen das hintere Ende verjüngt sind» Das vorderste ist sehr kurz, 
aber breiter als die übrigen , indem es über doppelt so breit als lang 
ist. Die drei folgenden Glieder sind sämmtlich cylindrisch , länger als 
breit und von der Basis gegen das hintere Ende verjüngt. Das End- 
segment hat eine abweichende Form , es ist kurz und von napfförmiger 
Gestalt, indem es von seiner Basis nach dem hinteren Ende verbreitert 
lind an der Endfläche napfförmig ausgehöhlt erscheint. Aus der mitt- 
leren Einstülpung ragen zwei stark gekrümmte divergirende End- 
krallen hervor, die unbedeutend länger sind als das Endsegment 
selbst, und von dem Thiere stärker eingezogen oder mehr hervor- 
getrieben werden können. Ausserdem erscheinen die abgerundeten 
hinteren Ränder des Endsegmentes mit feinen Stachelzähnen dicht 
besetzt. 

7. Gen. Ascidicola Thorell, 

1 . A. rosea Thor. 

Notodelphys ascidicola Allmann. 

Coiliacola setigera Hesse. Annales d. sciences 1863. 

Diese Form , welche von Thorell an der schwedischen und von 
Hesse an der französischen Küste beobachtet wurde, fand ich gleich- 
falls in sehr verschiedenen Ascidien, inCynthia papillata und mehreren 
Phallusien, nicht selten in Neapel vor. Die von mir beobachteten Indi- 
viduen zeigten in allem Detail eine so genaue Uebereinstimmung mit 
der sehr genauen Beschreibung , welche von Thorell gegeben worden 
ist, dass ich keinerlei wesentliche Abweichungen anzugeben habe. 
Nur in wenigen Puncten habe ich den Angaben dieses Beobachters 
etwas hinzuzufügen. 

Die vorderen Antennen fand ich nicht wie Thorell fünfgliedrig, 
sondern vielmehr siebengliedrig mit sehr kurzen letzten Gliedern, doch 
im Uebrigen von ganz demselben Baue wie dort angegeben. Die hin- 



150 ^ r> Reinhold Buchholz, 

teren Antennen zeigten bei den von mir untersuchten Individuen in- 
sofern eine etwas andere Form, als das zweite und dritte Glied im 
Verhältniss zum Basalgliede viel schlanker und relativ länger er- 
schienen, das »weite Glied merklich länger und um die Hälfte schmäler 
als das Basalglied. Die daran befindlichen kurzen dornartigen Borsten 
fand ich von gleicher Form und Anordnung. 

Von den Mundtheilen zeigten sich die Mandibeln mit dem Palpus 
ganz übereinstimmend, der Bau des ersten Maxillenpaares erschien 
mir jedoch etwas anders. Thorell giebt dieselben als einästig an, 
indem sie an der Spitze in zwei Lappen getrennt sein sollen. Mir 
erscheint dagegen die Maxille zweiästig, wie gewöhnlich bei den 
Notodelphiden , indem die von Thorell als Lappen bezeichneten Theile 
mit % dem Basalstücke gelenkig verbunden sind, auch erschienen sie 
mir beide von mehr conischer, gegen das Ende zugespitzter Form, 
und nicht in der Weise quer abgeschnitten als es dort angegeben 
wird. Die an denselben befindlichen Borsten zeigten übrigens dieselbe 
Anordnung. 

Das zweite und dritte Maxillenpaar finde ich genau so, wie es von 
Thorell beschrieben wird. 

Den Bau der Fusspaare des Thorax sowie der Endanhänge des Ab- 
domen finde ich von Thorell sehr genau und richtig , weniger gut von 
Hesse beschrieben , so dass darüber nichts weiter hinzuzufügen ist. 

Rücksichtlich der eigenthümlichen, flügclartigen Lamellen, welche 
an dem vierten Thoraxsegmente befindlich , eine äussere Hülle für die 
frei herabhängenden Eisäcke bilden, bin ich in einem Puncte nicht mit 
den Angaben jenes Autors in Uebereinstimmung. Thorell lässt die 
Innenseite der Lamellen von einer sehr zarten Membran bekleidet 
sein , zwischen welcher und der Lamelle ein Hohlraum bestehe , wel- 
cher dem Matricalraum der Notodelphiden entspräche , und in welchen 
die Eier eintreten sollen. Diese innere Membran löste sich dann mit 
der Eiermasse ab. Nach meinen Beobachtungen scheint mir dagegen 
eine solche besondere Membran nicht zu bestehen ; die unterhalb der 
Lamellen befindliche Eiermasse bildet vielmehr eine länglich runde der 
Form nach mit der der Lamellen übereinstimmende Masse, welche, wie 
bei allen Copepoden mit äusserlich anhängenden Eisäcken, äusserlich 
von einer sehr dünnen structurlosen Membran aus erhärteter Kitt- 
substanz umgeben ist. Die Eisäcke liegen somit völlig frei zwischen 
den Lamellen und dem Körper und sind nur an ihrer Basis ziemlich 
locker an den Körper befestigt, so dass sie sich leicht von demselben 
ablosen , 



Beiträge zur Kenntniss d. innerhalb d. Ascidien lebenden parasit. Cnistaceen etc. 151 



8. Gen. Lichomolgus Thorell. 

Von dieser Gattung wurde eine Form , welche dem L. forficula 
Thorell's sehr nahe verwandt ist, häufig und gewöhnlich in grosser 
Anzahl zwischen den Lamellen der Respirationshöhle von Phallusia 
mamillata und mehreren anderen Ascidien von mir angetroffen. Da sie 
sich von jener Art, ausser einer langgestreckten schlankeren Form, 
noch durch einige Abweichungen in der Bildung der Antennen unter- 
scheidet, so kann sie nicht als einfache Varietät jener Art angesehen 
werden. 



1. L. elongatus n. sp. ' '• Xl ■•ß"f* '!?•*• 



Die erwachsenen Weihchen sind 0,9 bis 1 Mm. lang, also etwas kleiner 
als diejenigen des L. forficula. Die Körperform zeichnet sich nament- 
lich durch beträchtliche Schlankheit vor den verwandten Arten aus, 
indem der Körper sich nicht von der Mitte so beträchtlich nach vorn 
und hinten zu verschmälert, als es dort der Fall ist. Der Kopf und 
Thorax ist zusammen beinahe doppelt so lang als die grösste Breite des 
Körpers beträgt, während bei L. forficula diese Dimension weniger als 
das iy 2 fache der Breite zeigt und erscheint daher viel mehr in die 
Länge gestreckt. 

Der Kopf ist von dem vordersten Thoraxsegmente getrennt und 
auffällig gross, namentlich von beträchtlicher Länge. Er ist länger als 
am Grunde breit und merklich länger als die Segmente des Thorax 
zusammen genommen , während bei jener Art das umgekehrte statt- 
findet. Derselbe erscheint nach vorn zu wenig merklich verschmälert, 
so dass die Seitenränder bis über die Mitte hinaus fast [gerade von 
hinten nach vorn laufen, ohne mit einander zu convergiren, und ist an 
der Spitze sehr breit abgerundet. 

Von den fünf Thoraxsegmenten ist das vorderste von der Breite 
des Kopfes ; die hinteren nehmen ganz gleichmässig und sehr allmäh- 
lich von vorn nach hinten an Breite und Länge ab. Es erscheint somit 
der Körper an der hinteren Grenze des Thorax viel weniger stark ver- 
schmälert, nicht so stark von dem Abdomen abgesetzt, und geht 
ziemlich gleichförmig in dasselbe über. Die vier vorderen Segmente 
sind ziemlich von gleicher Gestalt, das fünfte ausseist kurz und nach 
vorn zu etwas verschmälert, von dem ersten Abdominalsegment durch 
eine sehr wenig markiile Einschnürung getrennt. 

Das Abdomen ist von der Länge der Thoraxsegmente zusammen- 
genommen und kürzer als der Kopf. Es ist von ziemlich gedrungener 



\ 52 _ Dr. Reinhold Buchholz, 

Form , und erscheinen die Segmente von vorn nach hinten ziemlich 
gleichmassig verjüngt. 

Das vorderste Segment erscheint ziemlich kurz und breit , ebenso 
breit als lang und in der Mitte schwach verbreitert. Das zweite Seg- 
ment ist etwas kürzer, an der Basis am breitesten und nach hinten 
beträchtlich verjüngt, das dritte von gleicher Gestalt als das vorige und 
gleichfalls etwas kürzer. Das Endsegment ist von verlängert cylin- 
drischer Form mehr als doppelt so lang als breit und länger als das 
dritte , aber kürzer als das erste Segment. 

Die an demselben befindlichen Endanhänge sind 21 y 2 Mal so lang 
als das Endsegment , sehr dünn und cylindrisch ; sie gleichen sonst 
•völtog denen des. Li forficula und sind wie dort auf der Spitze mit drei 
kurzen Borsten, sowie in der Mitte des inneren Randes mit einer 
gleichfalls kurzen Borste versehen, doch sind sie nicht in der Mitte 
gebrochen. 

Die vorderen Antennen erscheinen bei der vorliegenden Form 
etwas abweichender von allen von Thorell beschriebenen Arten ge- 
staltet. Thorell giebt sie bei allen Lichomolgusarten als sehr distinct 
sechsgliedrig an, bei L. elongatus erscheint die Gliederung weniger 
scharf, indem ausser den eigentlichen Gliedern noch unvollkommene 
Einschnürungen an den Gliedern auftreten, welche die Erkenntniss 
der eigentlichen Gliedzahl schwierig machen. Indessen scheinen mir 
wohl sieben Glieder deutlich vorhanden zu sein. Auch die Form der 
Antennen ist auffällig abweichend, indem dieselben beträchtlich dicker 
und weniger schlank, und von der Wurzel nach der Spitze viel stärker 
verschmächtigt und zugespitzt erscheinen. Das Grundglied , welches 
bei den übrigen Arten durchgehends viel kürzer als die folgenden ist, 
ist gross , breiter und etwas länger als die folgenden , die folgenden 
verjüngen sich nach der Spitze hin ganz gleichmässig und allmählich. 
Der innere Rand der Antenne erscheint mit ziemlich zahlreichen, ver- 
schieden langen Borsten besetzt, von denen die längeren etwa die 
halbe Länge der Antennen besitzen. 

Das zweite Antennenpaar ist gleichfalls von den entsprechen- 
den des L. forficula abweichend gestaltet. Sie sind von der Länge der 
vorderen Antennen , aber schlanker und cylindrisch. Das Grundglied 
ist am kürzesten und auf einem viereckigen chitinisirten Vorsprunge des 
Kopfes inserirt, der an der äusseren Ecke des Insertionsrandes in eine 
kurze dornartige Spitze verlängert ist. Das zweite Glied ist etwas 
länger als das vorige und von gleicher Form. Das dritte Glied erscheint 
dagegen sehr stark verlängert, doppelt so lang als das zweite und ein 
wenig schmächtiger, während es bei L. forficula kaum länger als das 



Beiträge zur Kenntniss d. innerhalb d. Ascidien lebenden parasit. Crustaceeii etc. 153 

vorangehende ist. Es trägt auf der Spitze eine kurze, stark gekrümmte 
Kralle, welche kaum J / 3 so lang ist als das Endglied, und eine zuge- 
spitzte und schwach gekrümmte Borste, die doppelt so lang ist als die 
Kralle. 

Die vorderen Maxillen (Fig. 9 Mi) weichen nur durch die stärkeren 
fast stachelartigen Borsten, womit der Hinterrand besetzt ist, und 
welche in mehreren Reihen stehen, von denjenigen des L. forficula ab; 
der vordere Rand ist mit feineren Härchen in einfacher Reihe besetzt, 
welche sich bis zur Spitze des borslenarlig verlängerten Theiles der 
Maxille fortsetzen. 

Das zweite Maxillenpaar (Fig. 9 M 2 ) bietet keine bemerkbare Ver- 
schiedenheit. 

Das dritte Maxillenpaar (Fig. 9 i/ 3 ) ist dagegen der Form nach 
ziemlich abweichend. Das Grundglied ist gross und breit, nach der 
Spitze zu stark verjüngt, das Endglied klein, nur halb so gross als 
das vorige und viel schlanker und auf der Spitze mit einer sehr viel 
längeren, sichelförmig gekrümmten Kralle versehen, welche eben so 
lang ist als das Endglied selbst. 

Die Fusspaare sind im Wesentlichen ganz wie bei den verwandten 
Arten geformt. Die drei vorderen Fusspaare (Fig. 9Pj) unterscheiden 
sich indessen von denen aller anderen Lichomolgusarten nur durch 
den Mangel der Stacheln an den äusseren Ecken der Glieder des 
äusseren und inneren Asles. Anstatt beweglicher längerer Stacheln, 
die mit einer Membran gesäumt sind, erscheinen die Ecken nur mit 
kurzen dornartigen Spitzen versehen , ebenso befinden sich auf der 
Spitze des Endgliedes des inneren Astes drei kurze, spitze Dornen. 

Das vierte Fusspaar (Fig. 9 /' 4 ) weicht durch die Bildung des 
inneren Astes von den vorderen ab. Derselbe ist nur zweigliedrig, 
nicht länger als die beiden ersten Glieder des äusseren Astes und viel 
schlanker als letzterer. Das Endglied ist an der Spitze quer abge- 
schnitten und mit einer längeren und einer kürzeren Börste versehen. 

Das Männchen ist 2 / 3 M ,ri - lang und der Gestalt nach mit dem- 
jenigen des L. forficula sehr übereinstimmend. Der Kopf ist nicht so 
auffällig verlängert, nicht länger als an der Basis breit. Die Ab- 
weichungen im Bau der Antennen, Mundtheile und Füsse sind wie 
beim Weibchen und stimmen die betreffenden Theilc mit denen des 
letzteren überein. 



154 Dr. Reiuhold Buclibolz, 

Erklärung der Abbildungen. 

In allen Figuren bedeutet , 

A das Weibchen in geschlechtsreifem Zustande. 

A* dasselbe von der Dorsalseite. 

B Männchen. 

C die aus dem Ei geschlüpfte Larve. 

F Hinteres Ende des Abdomen des £>', von oben. 

F* Dasselbe von unten. 

F** Dasselbe von der Seite. 

Ai vordere ) . , _ 

1 > Antenne des Q. 

A2 hintere ) 

* \ Antenne des $. 

A%#. hinterej 

G Genitalsegment des <$. 

M Mandibel 

M\ vorderste Maxille 

1 > des Q 

M2 zweites Maxillenpaar 

JI/ 3 drittes Maxillenpaar 

Pi * 

P2 

P 3 ^ erstes bis fünftes Fusspaar des Q . 

P#i, P#2> P*3> P*i> P*5 erstes bis fünftes Fusspaar des $. 
Ovarium. 

Tafel V. 
Fig. 1. Notodelphys mediterranea n. sp. 

Tafel VI. 

Fig. \. Notodelphys mediterranea n, sp. 
Fig. 2. Notodelphys pusilla n. sp. 
Fig. 3, Doropygus pullus n. sp. 

Mundtheile und Antennen i80/ l4 

Tafel VII» 

Fig. 3. Doropygus pullus n. sp. 
Fig. 4. Doropygus gibber Thorell. 

ii»/!, ÄTO/ t> 0*80/!- 

Fig. 5.~ Botachus fusiformis n. sp. 

A '% , B 180/, , A i t A 2 aoo/j t Pi , p 2 , F^ Mfr. 



Beiträge zur Kenntniss d. innerhalb d. Ascidien lebenden parasit. Crustaceen etc. 155 

Tafel VIII. 

Fig. 5. Botachus fusiformis n. sp. 

A TO/ t , B «o/j , Ai , A 2 300^ , Pi , p 2 , Piw m/ t . 
Fig. 6. Notopterophorus elongatus m. 

A M/ t , 5 70 /t , das übrige iso/j. 

Tafel IX, 

Fig. 6. Notopterophorus elongatus m. 

A i0 /i , B TO/ t , das übrige 180/,. 
Fig. 7. Goniodelphys trigona n. sp. 

AWl l} B^jx, das übrige w/ x . 

Tafel X. 

Fig 7. Goniodelphys trigona n. sp. 

AW/i, B to/ u das übrige »ao/t. 
Fig. 8. Gunentophorus globularis Costa.' 

^M/ i} das übrige isty. 

Tafel XI. 
Fig. 9. Lichomolgus elongatus n. sp. 

^, B, Pti 5 ! 180 /!, Jfi Af 2 i#3 800 /l. 



\ 



Zur näheren Kenntniss der in den süssen Gewässern des 
südlichen Europa vorkommenden Meerescntstaceen, 

Von 
Prof. C. Heller. 



Seit den durch Loven gemachten interessanten Entdeckungen über 
die im Wennern- und Wettersee lebende Thierwelt, die in auffallender 
Weise mit jener des Eismeeres übereinstimmt und für einen vor- 
maligen Zusammenhang dieser Wasserflächen mit jenem Meere spricht, 
wendete man auch den Bewohnern der Landseen auf der Südseite der 
Alpen wieder eine regere Aufmerksamkeit zu. E. von Martens heilte 
nämlich schon im Jahre 1857 in Troschel's Archiv für Naturgeschichte 1 ) 
eine ganze Reihe von Fischen und Crustaceen bekannt gemacht, die er 
in verschiedenen italienischen Seen vorfand und von denen er nach- 
wies , dass sie den Charakter von Seethieren des Mittelmeeres an sich 
tragen. Unter den Fischen wurde Blennius vulgaris Poll. im Garda- 
und Albanosee, Atherina lacustris Bon. im Albano und Nemisee und 
endlich Gobius fluviatilis Bon. im Gardasee und in den süssen Ge- 
wässern von Padua beobachtet. Von Crustaceen werden drei Arten 
erwähnt, nämlich Palaemon lacustris Mart. aus dem Albanosee , Thel- 
phusa fluviatilis Latr. aus den Seen von Albano und Nemi und endlich 
Sphaeroma fossarum v. Mart. aus den Pontinischen Sümpfen. — Prof. 
Sartorils von Waltershausen hat in seiner ausgezeichneten Abhand- 
lung »Untersuchungen über die Klimate der Gegenwart und der Vor- 
welt mit besonderer Rücksicht auf die Gletschererscheinungen« 2 ) auch 
bereits diese wichtigen Thatsachen für die Geologie verwerthet. Er 
suchte nämlich nachzuweisen, dass die genannten Landseen an der 
Südseite der Alpen auch in früherer Zeit mit dem Meere in Verbindung 
gestanden haben und als die letzten Ueberreste vormaliger Salzwasser- 

1) 23. Jahrgang. Berlin 1857. p. 149. 

2) Naturkundige Verhandelingen von de hollandsche Maatschappy der Weten- 
schappen te Haarlem. 23 Deel. Haarlem 1865. p. 359. 



Zur nähern Kenntn. d. in d. süss. Gewiss, d. siidl. Europa vork. Rfeerescrustaeeen. 1 57 

Meerbusen oder Fiorde zu betrachten sind. Nach ihrer Absperrung 
vom Meere wurde das salzige Wasser zunächst in brakisches und dann 
in süsses Wasser, je nachdem mehr oder weniger reiche Zuflüsse vom 
Lande aus stattfanden, umgewandelt; die Seebecken nahmen durch 
Hebung des Bodens eine höhere Lage ein , wodurch zugleich die Tem- 
peratur an ihrer Oberfläche verhältnissmässig sank. Mit Ausnahme 
einiger Fische und Crustaceen , die gegen süsses Wasser weniger 
empfindlich sind, gingen hierbei alle übrigen Seeorganismen zu Grunde. 
Da ich in der Zwischenzeit selbst mannichfache Gelegenheit fand, 
mich mit diesen durch ihr Vorkommen interessanten Thieren , nament- 
lich aus der Abtheilung der Crustaceen zu beschäftigen , so erlaube ich 
mir in den nachfolgenden Zeilen einige Beobachtungen beizufügen , die 
zugleich als Ergänzung und Berichtigung mancher in der schon citirten 
Schrift von E. v. Martens gemachten Angaben gelten können. Ich 
werde nachweisen , dass der von E. v. Martens aufgeführte Palaemon 
lacustris eine sehr weite Verbreitung in den süssen Gewässern des 
Mittelmeerbeckens habe , dass er eine wahre Meeresform sei und noch 
jetzt in der Nord- und Ostsee vorgefunden werde und schon früher als 
Palaemon varians und P. antennarius in die Wissenschaft eingeführt 
wurde. Sodann werde ich weiter auf einige bisher weniger gekannte 
Amphipoden aufmerksam machen , die auf Cypern im Süsswasser be- 
obachtet wurden und mit adriatischen Meeresformen eine grosse 
Aehnlichkeit zeigen. 

Palaemonetes varians Leach. 

Dieser Krebs w T urde zuerst von Leach in Edinbourg Encyclopädie 
T. VII. p. 401 und 431 , sowie in den Transactions of de Linnean So- 

| ciety T. XL p. 349 als Palaemon varians beschrieben. In dem von 

j diesem Autor später erschienenen Werke : »Malacostraca podophthalma 
Britanniae« ist auf Tafel 43 F. 14 — 16 eine Abbildung der Art ent- 
halten. Auch Bell führt diese Art in seinem Werke: »British slalk- 

jeyed Crustacea« p. 391 auf und charakterisirt sie auf folgende Weise: 
»Bostrum perfectly straight, the apex entire, above with four (o six 
teeth, beneath with two. Scale of the external antennae rounded at the 

japex.« Nach der Angabe dieser englischen Forscher findet sich das 
Thier in der Nordsee, hauptsächlich in den Einschnitten und Fiords 
längs der britischen Küste vor. — M. Edwards führt in seiner Histoire 
nat. des Crustaees tom. IL p. 391 diese Art, ohne sie selbst verglichen 
zu haben , blos nach der von Leach gegebenen Diagnose auf und be- 
schreibt als ähnliche Form einen Palaemon antennarius aus dem adria- 
tischen Meere, dessen Hauptcharakter darin besteht, dass von den drei 



1 58 Prof- C. Heller, 

Endfäden der oberen Antennen der kürzere fast gänslich mit dem be- 
nachbarten längeren verwachsen ist. — Als eine davon verschiedene 
Art beschreibt ferner E. v. Martens in der oben erwähnten Abhand- 
lung einen im Albanosee vorgefundenen Cariden und benennt ihn 
Palaemon lacustris. Eine nähere Untersuchung der letzteren Art be- 
lehrte mich , dass sie sich durch den Mangel eines Palpus an den Man- 
dibeln von den übrigen Palaemonarten wesentlich unterscheide und in 
dieser Beziehung mit dem von Roux aufgestellten Genus Pelias (An- 
chistia Dana) übereinstimme. In meiner Arbeit über die Crustaceen 
des südlichen Europa führte ich p. 259 diesen Krebs als Anchistia 
migratoria auf, weil ich durch mehrere, im Wiener zoologischen 
Museum aufbewahrte angeblich »aus dem adriatischen Meere« stam- 
mende Exemplare mich zu der Annahme verleiten Hess, dass derselbe 
aus den Süsswasserseen und Bächen in das Meer wandere. Ferner 
hatte ich schon in einer früheren Abhandlung: »Beiträge zur näheren 
Kenntniss der Macruren«, welche in dem 45. Bande der Sitzungs- 
berichte der Wiener Academie der Wissenschaften erschien , bei der 
Besprechung dieser Art p. 41 I darauf hingewiesen, dass sie wahr- 
scheinlich identisch mit Palaemon varians und P. antennarius sei. In 
der Zwischenzeit konnte ich mir in der That hierüber Gewissheit ver- 
schaffen. Von Reverend Norman in England erhielt ich mehrere Ori- 
ginalexemplare von Palaemon varians aus der Nordsee, ebenso von Dr. 
Lütken aus der Ostsee. Letzterer traf sie hier bis jetzt blos an einer 
einzelnen Stelle, nämlich in dem Canale, welcher Kopenhagen von der 
benachbarten Insel Omager trennt und dessen Wasser sehr wenig 
salzig erscheint. Dieselben stimmten in der äusseren Gestalt, des- 
gleichen durch den Mangel eines Palpus an den Mandibeln ganz mit 
der im Süsswasser Italiens vorgefundenen Art überein, nur waren sie 
sämmtlich kräftiger entwickelt und wenigstens um ein Dritttheil grösser. 
Ebenso konnte ich unsere Süsswasserform mit Originalexemplaren von 
P. antennarius aus dem Pariser Museum vergleichen , die ich der Güte 
M. Edwards' verdanke , und auch hier überzeugte ich mich bald von 
der vollständigen Uebereinstimmung beider. Bei dieser Gelegenheit 
theilte mir M. Edwards zugleich mit, dass sämmtliche im Pariser 
Museum vorhandenen Exemplare von P. antennarius aus dem Trasi- 
menischen See abstammen und dass die Angabe bezüglich des Fund- 
ortes »adriatisches Meer« in der Hist. natur. des Crustaces auf einem 
Irrthume beruhe. Somit erscheint das Vorkommen dieser Art im 
adriatischen Meere selbst sehr problematisch , und in der That ist es 
weder Grube noch mir oder einem anderen Forscher bisher gelungen, 
Exemplare davon mit Sicherheit in der Adria vorzufinden. 



Zur nähern Kenntn. d. in d. süss. Gewiss, d. sfidl. Europa vork Meprescriistareen. 1 59 

Dagegen wurden seither viele andere Fundorte dieses Krebses im 
Süsswasser bekannt und scheint derselbe überhaupt fast in allen 
Süsswasserbehältern des Mittelmeerbeckens vorzukommen. Er lebt 
nicht nur im See von Albano , sondern auch in den Süsswassergruben 
der Terra ferma von Venedig, namentlich bei Villanova unweit Padua, 
ferner kommt er nach den Mittheilungen von Professor Cruvelli auch 
häufig in Sümpfen in der Umgebung von Pavia vor. Herr Professor 
von Siebold erhielt ihn auch aus dem Gardasee; Erber sammelte ihn 
in Dalmatien in Bachen, die der Narenta zufliessen, ferner in Corfu, 
Nach M. Edwards findet er sich auch im Trasimenischen See und Dr. 
Steindachner brachte ihn in grösserer Anzahl aus dem Albuferasee in 
Spanien. Letzterer See steht zwar durch einen Canal mit dem Meere 
in Verbindung, enthält aber reines Süsswasser, in dem noch häufig 
Süsswasserschnecken (Melanopsis Dufourei) , Karpfen, Barben und 
Altein leben. Auch an der afrikanischen Küste wurde er beobachtet, 
indem Exemplare davon, durch Dr. Kotschy in Egypten gesammelt, im 
Wiener zoologischen Museum aufbewahrt werden. x ) 

Geht nun auch aus diesen Beobachtungen hervor, dass in» der 
Gegenwart P. varians im adriatischen und Mittelmeere wahrscheinlich 
nicht mehr vorkomme, so ist dagegen mit Sicherheit anzunehmen, dass 
er in der Vorzeit in diesen Meeren in grosser Menge sich vorfand. Er 
lebte damals ähnlich wie gegenwärtig noch in der Nordsee in Küsten- 
einschnitten und Meeresbusen, an Stellen mit wenig gesalzenem 
Wasser. Als später durch säculare Hebungen diese Arme und Busen 
von dem Meere gänzlich öder theilweise getrennt und allmählich in 
Süsswasserbehälter umgewandelt wurden, accommodirte sich dieser 
Krebs, welcher schon früher mit Vorliebe im brakischen Wasser sich 
aufhielt, mit Leichtigkeit an die neuen Verhältnisse, nur erlangte er 
nicht mehr die frühere Grösse. 

1) Wie ich aus einer Notiz in dieser Zeitschrift Bd. XVI. 1865. p. 365 ent- 
nehme, scheint Dr. E. v. Martens zu vermuthen, dass in Beziehung auf letztere An- 
gabe eine Verwechslung mit einem im Nil vorkommenden Cariden , nämlich mit 
dem von Dr. Klfnzinger beschriebenen Palaemon nilolicus obwalte. Nun war mir 
diese im Nil lebende Palaemonart zur Zeit, als ich auf das Vorkommen von^P. 
varians in Egypten in meinem Werke : »Crustaceen des südlichen Europa« auf- 
merksam machte, ganz wohl bekannt, denn ich habe ihn schon im Jahre 1863 in 
den Sitzungsberichten der Wiener Academie der Wissenschaften Bd. 45. p. 422 
nach Exemplaren , die sich im Wiener zoologischen Museum vorfinden und von 
Daninger im weissen Nil gesammelt wurden, ausführlich beschrieben; er ist 
übrigens schon in der äusseren Form so wesentlich verschieden von P. varians, 
dass es selbst bei oberflächlicher Prüfung nicht schwer fallen wird, diese beiden 
Arten von einander zu unterscheiden. 



\ ao Prof. C. Heller, 

Ein ähnliches Schicksal wie dem genannten Carideh könnte einem 
anderen Krebse aus unserer Adria in dor Zukunft bestimmt sein. Der 
in den nordischen Meeren sehr verbreitete Nephrops norvegicus findet 
sich im Mittel- und adrialischen Meere nur sehr vereinzelt vor und 
blos an einer einzelnen Stelle des letzteren, in dem nach Nordosten 
sich hinziehenden Golfe, dem Quarnero, kömmt dieser Krebs in einer 
auffallenden Menge zusammengedrängt vor. Würde nun dieser Golf 
durch Hebung des Bodens einmal vom Meere abgesperrt, allmählich 
in einen Landsee umgewandelt, so wäre es leicht möglich, dass dieser 
Krebs bei Anpassung an die neuen Verhältnisse sich in einen Süss- 
wasserbewohner umwandeln könnte, während er vielleicht im Norden 
noch frei im Meere leben würde. 

Was die äussere Form des besprochenen Cariden betrifft, so 
stimmt diese ganz mit jener eines Palaemon überein. Das Rostrum 
ragt gerade nach vorn und reicht mit seiner meist einfachen Spitze bis 
gegen das Ende der Blattanhänge hin. Am oberen Rande desselben 
beobachtet man gewöhnlich 5 — 7, unten meist 2 Zähne, doch kommen 
manche Variationen in dieser Beziehung vor. So fand ich bei 96 
Exemplaren, die ich untersuchte, am oberen Rande des Rostrum 44 
Exemplare mit G , 27 mit 5 , 2 1 mit 7 , 2 mit I , \ mit 8 und 4 mit 2 
Zähnen versehen vor; am unteren Rande zeigten 81 Exemplare 2, 
14 dagegen 3 Zähne und bei einem war sogar nur ein einziger Zahn 
vorhanden; die Spitze zeigte sich in 75 Fällen einfach, bei 21 anderen 
aber erschien sie doppelt, indem der letzte obere Zahn der Endspitze 
sehr nahe gerückt war. An den oberen Antennen ist der kurze, 
mittlere Endfaden über die Mitte hinaus, fast zu % seiner ganzen 
Länge mit dem äusseren längsten verwachsen. Die Mandibel sind mit 
keinem Palpus versehen. Am massig comprimirten Cephalothorax 
sitzen die beiden Stachel des Vorderrandes über einander. Während 
die aus der Nord- und Ostsee stammenden Exemplare von der Spitze 
des Rostrum bis zum Ende der Schwanzplatte 50 — 60 Mm. messen, 
erreichen die im Süsswasser des südlichen Europa vorkommenden 
Thiere gewöhnlich nur eine Länge von 20 — 30 Mm., die grössten im 
Albuferasee gefischten Exemplare 40 Mm. 

Wie schon oben hervorgehoben wurde, unterscheidet sich diese 
Art von den Palaemonen , mit denen man sie früher vereinigte , durch 
den Mangel eines Palpus an den Mandibeln. In letzterer Beziehung 
stimmt sie mehr mit dem Genus Anchistia Dana tiberein, doch passt sie 
auch hieher nicht vollständig, da sich bei Anchislia stets an den oberen 
Antennen nur zwei Endfäden vorfinden und am Cephalothorax der 
untere Stachel nicht am Rande liegt, sondern nach hinten gegen die 



Zur nähern Kenntn. d. in d. süss. Gewäss. d. sudl. Europa vork. Meerescrustaceen. 161 

Lebergegend hin abgerückt erscheint. Es dürfte daher «m zweck- 
mässigsten sein, diese Art als Repräsentanten einer besonderen Gat- 
tung, welche den Uebergang von Palaemon zu Anchistia bildet, auf- 
zustellen und erlaube mir, zu diesem Ende den Namen Palaemonetes 
zu ihrer Bezeichnung vorzuschlagen. Ferner muss der Art nach den 
Gesetzen der Priorität der von Leach ursprünglich gegebene Name P. 
varians reservärt bleiben. 

Thelphusa fluviatilis Latr. 

Diese schon im Alterthume bekannte und häufig auf alten Münzen 
abgebildete Art ist gegenwärtig über das ganze Mittelmeerbecken ver- 
breitet und lebt nur im Süsswasser. In Italien fand sie E. v. Martens 
in den Seen von Albano und Nemi, v. Siebold im See von Bracciano, 
Costa beobachtete sie im südlichen Italien. Sie kömmt nach Guerin 
in Griechenland, nach Kotschy auf der Insel Cypem, nach Rathke und 
Kessler in der Krim , nach M. Edwards in Syrien und Egypten vor. 

Sphaeroma fossarum v. Mart. 

Diese Rollassel, welche E. v. Martens in einigen wenigen Exem- 
plaren in den Pontinischen Sümpfen vorfand, hat die grössteAehnlich- 
keit mit einer im adriatischen und mittelländischen Meere lebenden 
Art, nämlich mit S. granulatum. Nur in der Form des letzten Hinter- 
leibsringes scheinen sie von einander abzuweichen, denn nach der von 
v. Martens gegebenen Beschreibung ist bei S. fossarum der Hinterrand 
dieses Ringes einfach abgerundet, während er bei der Meeresform drei 
kleine Zähnchen zeigt, 

Gammarus V^eneris Hr. 

Unter diesem Namen habe ich in den Verhandlungen der zoolo- 
gisch-botanischen Gesellschaft in Wien *) einen Amphipoden beschrieben, 
der von Dr. Kotschy in Cypern und zwar in der Venusquelle bei Hiero- 
kipos , 50 Fuss über dem Meere, entdeckt wurde. Er stimmt in der 
Gestalt der Antennen, Fusspaare, sowie hinteren Schwanzanhänge ganz 
mit Gammarus marinus überein, doch erscheinen alle diese Theile wie 
bei G. pulex mit langen Haaren dicht bekleidet, was sonst bei G. 
marinus nicht der Fall ist. Wir haben hier offenbar einen G. marinus 
vor uns, der vom Meere abgeschnitten jetzt im Süsswasser leben muss 
und den neuen Lebensbedingungen entsprechend sich umwandelte. 

1) Kleine Beiträge zur Kenntniss der Süsswasser-Amphipoden. Zool. bot. Ge- 
sellschaft in Wien. Bd. XV. 1865. p. 981. 

Zeitschr. f. wissensch. Zoologie. XIX. Bd. 11 



162 Prof. C. Heller, Ze nähern Kenntn. d. in d. süss, (jewäss. vork. Meerescrustaceen. 



Orchestia cavimana Hr. 

Diese Art wurde ebenfalls von Dr. Kotschy in Cypern entdeckt 
und zwar fand er sie in grosser Menge auf dem Olymp in einer Höhe 
von 4000 Fuss an feuchten Stellen in der Nähe einer Quelle. Nach der 
von mir in den Schriften der zool.-bot. Gesellschaft 1 ) gegebenen Be- 
schreibung dieser Art charakterisirt sie sich vorzüglich durch die Form 
des zweiten Fusspaares beim Männchen , indem das Handglied am 
Palmarrande einen doppelten lappigen Vorsprung und dazwischen eine 
tiefe Ausbuchtung besitzt. Bei einer Vergleichung mit den im adria- 
tischen und Mittelmeere vorkommenden Arten dieser Gattung zeigt sie 
die meiste Uebereinstimmung mit 0. Montagui , denn auch dort be- 
merkt man einen mehr oder weniger gelappten Palma rrancl am Hand- 
gliede des zweiten Fusspaares, sowie die Anwesenheit eines mittleren 
Zahnvorsprunges an der Innenseite der Endklaue gleichfalls für den 
näheren Zusammenhang beider Formen spricht. Demnach scheint die 
auf den Höhen des Olymps im Süsswasser lebende 0. cavimana in der 
That von 0. Montagui abzustammen, indem die bei ihr wahrnehm- 
baren Abweichungen in der Gestalt , Grösse und Färbung des Körpers 
erst später in Folge Anpassung an die neuen Verhältnisse entstanden 
sind. Der Körper ist nämlich bei der Süsswasserform constant kleiner 
und die Färbung der lebenden Exemplare eine stets sehr dunkle , fast 
schwarze. 

1) Bd. XV. 1865. p. 979. T. M. F. 1 — 13. 



JL 



Zr/far/"'- /'s"'**- Z""/- ■#(/ -izr. 



7h/. 7: 



Fig. *s, 



f'g- *> 



Fig. t*t 







XL 



Zeüsd^ f*ü*- Z" l< MJ 7 ^ 



'ItyTT. 







w 



Zctfsc/r-n f/oüs. £00/ jUd.JT^. 



T<tf:m. 




... 



7.„tofi krfmirs. ZoelM.JZL 



TaflW 




l.eB«M«piig 



/K 



Zel J S r/,r£ ! ^f±^Jf^i^ 



TiifJX. 







X. 



faariig f.w ^Zool-Z* 111 - 




XT 



Zfitfchr.fmiss-Zeol-Bd. XK- 



TafM. 



Fif9.M,M 2 




IM »««t. II ' , 



Ku 



o-o^u^ 










'■ (■ ' • i-. ■■ -'■■■• •• wVwK 



SS 



HHHBHHHmßt 

•- • ' ■'.'■ 5S8«$S 583 PsSB 
pS5&ffi£Ss$ i ' ; v, Kram m • '.:•■■• .■■ 




«BHP 



m