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Full text of "Beiträge zur Kentniss der nordamericanischen Nachtfalter besonders der Microlepidopteren"

LibKis Clark^ 



Jjj . _^qJuX4J^. 



„4. if. m\is, cujwc 






JBeiträge zur Kenntniss 

der 

nordamerikaiiischen Nachtfalter, 

besonders der Microlepidopteren./- ' 

Von 

Professor F. 0. Zeller 

in Grünhof bei Stettin. 

Erste Abtlaeilung-. 
CMit Tafel II und III.) 

Vorgelegt in der Sitzung vom 6. März 1872. 



I' ■ T 

tl e mehr wir die nordamerikanischen Lepidopteren kennen lernen, desto 

mehr Arten finden wir, die den europäischen sehr nahe stehen oder sich 
gar nicht von ihnen unterscheiden lassen. Wenu man also jetzt, und mit 
Recht, den ganzen Norden Asien's nebst Kleinasieu und den Nordraud 
Afrika's zur europäischen Falterfauna rechnet, so wird diess bestimmt 
auch nicht bloss mit Island, Grönland und Labrador, deren Producte schon 

^ seit längerer Zeit mit unter die europäischen aufgenommen sind, sondern 
auch mit Caiiada und einem grossen Theile der Vereiusstaaten geschehen. 
Es ist auflallend genug, dass diess bisher unterblieben ist, da doch sibi- 

♦ rische Producte ohne Vergleich schwieriger nach Europa gelangen als 

'amerikanische. Soviel mir bekannt ist, hat Dr. S taudinger die letzteren, 

mit Ausnahme der hochuordischen, nur darum aus seinem vortrefflichen 

. Catalog ausgeschlossen, weil er sie und ihre Literatur kennen zu lernen 
noch nicht Gelegenheit genug gehabt hat. 

Man thut den amerikanischen Lepidopterologen im Allgemeinen 

\ wohl ui ht Unrecht, wenn mau behauptet, dass sie es sich zu wenig au- 

> gelegen sein lassen, die transmarinen Entomologen mit ihrer Fauna bekannt 

zu macl -u und dagegen deren Fauna kenneu zu lernen. Die Folge davon 

ist, dass sie ihre eigenen Producte nicht gründlich kennen lernen und 



;:& 



2 Prof. P.C. Zellcr: (AAS') 

z. B. ihre mit den eiiropäischcu identischen Arten mit neuen Namen be- 
zeichnen und, wenn sie ökonomische Bedeutung haben, die in Europa 
gemachten Erfahrungen nicht benutzen, oder die den europäischen Arten 
zunächst stehenden für identisch halten und also mit denselben Namen 
versehen. 

Einer der grossen Uebelstäude ist ferner die Schwierigkeit, sich die 
uordamerikanische Literatur zu verschaffen, eine Schwierigkeit, über die 
selbst in Amerika geklagt wird, indem auch den dortigen Entomologen 
bei weitem nicht alle literarischen Hilfsmittel zur Hand oder auch nur 
zugänglich sind. Vieles wird dort so publicirt, dass man es nur geschenkt 
oder zufällig erhalten kann. Irgend ein Staat gibt nämlich das Geld zum 
Druck eines Report her; dann erhalten Senatoren, Abgeordnete und Beamte 
Freiexemplare*, ein bestimmter kleiner Theil wird zum Austausch gegen 
ähnliche Reports anderer Staaten und zu Geschenken für Gesellschaften 
und einige Dutzend Gelehrte aufgehoben. So sind sie für kein Geld zu 
erhalten, ausser etwa antiquarisch, und oft lange nachher, nachdem davon i 
hätte ein nützlicher Gebrauch gemacht werden können. So ist es mit den 

Berichten von Asa Fitch, Le Baron und Andern: ja man erfährt nicht 

. . . . ' 

einmal, was erschienen ist. *) Welch' ein Schade das ist, lässt sich leicht 

einsehen, wenn man sich von dem Eifer überzeugt hat, mit welchem man 
dort in der Biologie der ökonomisch wichtigen Insekten vorwärts zu kom- 
men strebt. 

Ueber einen sehr wesentlichen Uebelstand haben ich und Andere 
bitter zu klagen vielfach Ursache gehabt, so dass ich glaube, ihn hier 
nicht übergehen zu dürfen: Es ist die Methode bei der Uebersendung der , 
getrockneten Insekten nach Europa. Zunächst scheinen sich manche dor- 
tige Lepidopterologen nur von dem zu trennen, was für sie gar keinen 
Werth mehr hat: von verflogeneu, verstümmelten, verdoibeuen Exemplnren. 
Wer wie Gueuee als Sammler der Producte aller Erdtheile nothgedruu- 
gen auch das aufnahm, was ihm nach der gewöhnlichen Behandlung bei 
Versendungen aus Nordamerika noch mehr verdorben zukam und sich 
genöthigt sah, bei seinen Publicationen auch mit unvollkommenem Materia! 
zu arbeiten, musste wohl theilweise Darstellungen geben, die nicht nur 
den Europäern, sondern auch den amerikanischen Lepidopterologen schwer 
zu lösende Räthsel bieten, gleichsam als Vergeltung für die ihm von dort 
her gewordene ungenügende Unterstützung. Zu der gewöhnlich schon 
bedenklichen Beschaffenheit des Materials kommt die nachlässige Weise ' 



^) Unter diesen Umständen ist es ein wahrer Segen, dass Dr. Packard 
angefangen hat, nach dem Beispiele der Erichson-, Schaum-, Gerstäcker-, Brauer- 
schen Jahresberichte die Records of American Entomology herauszugeben, wodurch 
man mm wenigstens erfahren wird, was in jedem Jahre erschienen ist. Dabei 
bleibt noch das sehr tiefe Dunkel zu heben, das über den Erscheinungen vor 
dem Jahre 1869 schwebt. 



/- /^9"k Beiträge zur Kemitniss der norilamcrik. Naclitfaltcr. 3 

der Verpackung für den Transport, der zufolge, wenn man eudlicli erwar- 
tungsvoll eine Kiste öffnet, der Anblick eines Trümmerhaufens oft schweres 
Herzleid bereitet. Wie übel die Versendungen auf dem Wege über 
Washington, vermittelst der Smithsonian Institution, ganz regelmässig 
gerathen, haben wir, Director Loew und ich, mehr als hinreichend er- 
fahren. Dass aber der Vermittler der Zusendung uur ausnahmsweise die 
Schuld an dem Unheil trägt, scheint daraus hervorzugehen, dass die Em- 
pfänger der auf demselben Wege vou EuropD. nach Amerika gelangten 
Sendungen regelmässig ihre völlige Zufriedenheit über deren Beschaffenheit 
aussprechen konnten. Es ist nicht zu verwundern, Avenn ein grosser Theil 
der europäischen Sammler, an saubere Haltung der Präparate gewölnit, 
sich so lange gegen eine Bereicherung durch verstümmelte und verdorbene 
Exemplare völlig gleichgiltig zeigt, bis die Ausgabe eines neuen Staudin- 
ger-Catalogs, worin die nordamerikanische Fauna nicht mehr von der 
europäischen getrennt wird, für die Erwerbung besseren Materials thätig 
zu sein nöthigt. 

Da ich selbst gegen die Abschliessung auf ein bestimmtes Eauneu- 
gebiet, die zugleich eine absichtliche Verschliessung gegen die genaue 
Kenntniss der Producte eben dieses Gebietes ist, von jeher gewesen bin, 
so benütze ich die Gelegenheit, die eine reiche für das Cambridger Museum 
gewonnene Sammlung Texauer Schmetterlinge bietet, deren Benützung 
die Herreu Agassiz und Hagen mir gestatten, etwas dazu beizutragen, 
dass der Werth, den die amerikanischen Producte für die Kenntniss der 
europäischen und umgekehrt haben, besser gewürdigt werde, dass man 
diese Producte genauer kennen lerne, und dass ein regerer Verkehr zwi- 
schen den Lepidopterologen beider Erdt;heile zu Stande komme. Icli habe 
mich dabei jedoch hauptsächlich auf die niederen Formen der Nachtfalter 
beschränkt, weil für diese das Interesse bei den Amcrikauern im Allge- 
meinen erst geweckt werden muss. 

Das zur vorliegenden Arbeit theilweise benützte Material halien 
mir verschiedene Zusendungen von sehr ungleicher Güte und Reichhaltig- 
keit durch die Herren Dr. Packard (den berühmten Verfasser des Guide 
to the study of Insects), Burgess (den Couservator des Museums in Cam- 
bridge), Edwards in San Francisco, Bisch off in Oliio etc. geliefert; 
das Meiste stammt aus den Einsammlungen, welche die Herren BoU (aus 
Bremgarten in der Schweiz) und Beifrage in Texas gemacht haben 
Unbedingt am besten erhalten ist das, was Herr Boll im Jahre 1870 
gesammelt und an das Museum in Cambridge abgegeben hat. Die von ihm 
durchforschte Gegend, die wasserreiche Dallas County im nördlichen 
Texas, liegt 800—1000' über dem Meere. Die etwas tiefere Niederung 
wird vom Trinity river durchflössen und ist bewaldetes Alluvium; das 
Tafelland selbst ist, wo es nicht mit der Post-oak iQuercus obtusifolici) 
bewaldet wird, völlige Prärie. Der gelinde Winter dauert hier 2 Monate: 



4 Prof. p.c. Zeller: ("450") 

die schlechteste Zeit zum Sammeln ist im Juni und Juli; die reichste fällt 
in die darauf folgenden Monate bis zur Mitte October, in welcher Zeit 
sich eine zweite Generation entwickelt. Leider hat Boll nur bei den 
wenigsten Arten die Flugzeit angemerkt, so dass die von Beifrage 
(durch Staiuton und Loew) erhaltenen Exemplare einen wesentlichen 
Vorzug vor den seinigen haben, indem jedes einen Zettel mit dem Datum 
des Fanges an der Nadel trägt, ein Vorzug, den sie mit den meisten mir 
durch Herrn Burgess zugeschickten theilen. Dagegen kann an den 
Belfrage^schen Exemplaren die Art der Conservation nicht genug gerügt 
werden, denn fast alle haben den grössten Theil der Fransen und folglich 
auch der Fliigelschuppen, wenigstens auf der hinteren Flügelfläche, ein- 
gebüsst, was offenbar daher gekommen ist, dass sie stundenlang in der 
Hitze umhergetragen wurden, ehe man sie tödtete; sie sind daher in den 
seltensten Fällen zu etwas Anderem als zum völligen Abschuppen und 
zur Untersuchung des Geäders zu verwenden. 

Meine literarischen Hilfsmittel bestehen ausser den älteren Werken 
hauptsächlich in den Arbeiten Guenee's, Walker's, Lederer's, Cle- 
mens'', Grote^s und Robinson's. Guenee liat in seinen Noctuelites 
(3 Theile) 1852, Uranides et Phalenites (2 Tlieile) 1857 und Deltoides et 
Pyralides (1 Theil) 1854 auf eine Weise gearbeitet, über welche Led erer 
in der Einleitung zu seinem Pyralidenwerk (Beiträge zur Kenntniss der 
Pyraliden, im VH. Bande der Wiener entomologischen Monatschrift 18G.3) 
ausführlich und treffend spricht.*) Mich gehen hier nur die Genera und 
Species an; sie sind nach der seichten, leichten, eleganten französischen 
Weise behandelt, die denjenigen, der seine Exemplare bestimmen will, 
meist in Verzweiflung zu bringen geeignet ist. 

Ueber Francis Walker's umfassende Arbeit (List of the speci- 
niens of Insects of the British Museum) sind die verdammenden Urtheilc 
StäTs, Anton Dohrn's, Lederer's, Herrich-Schäff er's zu bekannt, 
als dass sich ohne Wiederholungen viel über dieselben Punkte sagen 
licsse; ich gebe daher nur einige ergänzende Bemerkungen. Zunächst 
füge ich zu den Verdammungsurtheilen das von Brunner v. Watten- 
wyl (Verhdlg. d. zoolog.-botan. Gesellscji. 1870, S. 161 ff) und das von 
Grote und Robinson (in den Transactious Amer. PLnt. Soc. Philadelphia, 
.luliheft) ausgesprochene bei. Da ich wohl Derjenige bin, der in der 
Ueberzeugung, dass ein mit so gewaltigem Material gearbeitetes Werk, 
von einem Manne, der früher, ehe er seine Unglücksarbeit unternalim, 
Tüchtiges leistete — weil man ihm ja sonst die Anfertigung des Museums- 
Catalogs nicht übertragen hätte — und der mit den Verdammungsurtheilen 



*) Auch Herrich-Schä ffer urtheilt mehrfach ebenso, z. B. im Corre- 
spoüdenzblatt 18(jS bei der Bearbeitung der Cubaner Noctuen S. 114, 147 QLeit- 
canici), 153 (vor Cekieno). 



rAKi~\ Beiträge zur Kennliüss der aordamerik. Nachtfalter. x 

nicht uubekauut geblieben seiu kann, so dass er wenigstens später eine 
bessere Art des Arbeitens hätte einschlagen müssen, dass also dieses 
Werk für meine Zwecke wenigstens einiges Bedeutende gewähren würde, 
mehr Zeit als Andere auf dessen Studium verwendet habe, so halte ich 
mich für ebenso gut zu einem Urtheile berechtigt, wie die früheren Beur- 
theiler. Dieses Urtheil fällt dahin aus, dass die Lepidoptern am Ende wo 
möglich noch schlechter gearbeitet sind als in den früheren Theilen, weil 
offenbar der Verfasser sich in seine Weise zu arbeiten so eingewöhnt hat, 
dass er von ihr nicht mehr zu lassen vermochte, und dass sie, so lange 
sie nicht bis auf den letzten Rest verschwunden sind, ein trauriges Denk- 
mal für ihren Verfasser und eine stehende Warnung für jeden künftigen 
Arbeiter bleiben werden. Diejenigen, die Walker's Vertheidigung über- 
nommen liaben, können nie den Versuch gemacht haben, das Werk auch 
nur in einem kleinen Theile und für ganz kurze Zeit zu studiren; ihnen 
wird es zu danken sein, dass sich immer noch Engländer finden, die ihre 
aus fernen Gegenden erhaltenen Sendungen von Walker bearbeiten 
lassen, so dass man immer noch zu oft auf den ominösen Titel : Characters 
of undescribed etc. by Francis Walker stösst und zum Seufzen über den 
Zuwachs an dieser Sorte von Literatur veranlasst wird. 

Auf einen Punkt, den man noch nicht genug iu's Auge gefasst hat, 
glaube ich aufmerksam macheu zu müssen: Die von Walker gebildeten 
Namen für seine sogenannten Genera und Species. Man hat seinerzeit 
viel gespottet über Artenbenennuugen wie: Lapidisaria und Abietisana. 
Dergleichen und ärgere Missbildungen sind bei Walker in solcher Un- 
zahl vorhanden, dass es den Anschein hat, als habe er sie mit völligem 
Bewusstsein und absichtlich geschaffen, da sich kaum denken lässt, dass 
Jemand, der sieh herausnimmt, griecliische und lateinische Wortbildungen 
aufzustellen, mit den Gesetzen dieser Sprachen ganz unbekannt sein 
werde. Weil es ihm zu zeitraubend war, sich um einigermassen bezeich- 
nende lateinische Beueuuungen zu bemühen, so nahm er kurzweg ein 
Register lateinischer und griechischer Eigennamen, griff blindlings den 
ersten besten für eine zu taufende Art heraus und hing ilim ohne alle 
Aeuderung die Endung alis etc. an. Es würde eine sehr lange Liste werden, 
wenn man nur alle Zünsleruamen von dieser Beschaffenheit — denn sie 
hauptsächlich sind auf diese Art entstanden — autzähleu wollte. Wird 
man solche Namen, wie: Claudiusalis — Eudoxusalis — Lysippusalis — 
Lycopusalis — Narcissusalis — Ocellusalis — Perseusalis — Orasiusalis 
und Orasusalis — Ulricusalis — Pyrrhusalis (ausserdem Pyrrhalis) — Eu- 
rytusalis (ausserdem Eurytalis) — Thyrisalis — Phyllisalis — Irisalis — 
Niciasalis — Damoetesalis — Eryxalis — Lelexalis — Caepioalis — Ve- 
tusalis etc. etc. etc. in der Wisseuschaffc dulden? Die Nordamerikauer, 
bei denen es Grundsatz ist, dass derjenige, der einer Art ihren Platz in 
einem andern Genus anweist, als in welchem sie bisher stand, damit 



6 Prof. p.c. Zell er: (452) 

zugleich die Paternität ül)eriiimmt und seinen Namen als Autorität da- 
hinter zu schreiben hat, sollten doch am Iieftigsten opponiren. Denn da 
die Versetzung sehr vieler Walker'.schen Arten in andere Gattungen nöthig 
ist, so würde Jeder, der nicht seinen Namen als den des Erzeugers eines 
Imbrexalis, Pelopsalis, Narcissusalis und anderer Monstra ansehen lassen 
will, eine jede solche Transaction unterlassen müssen. Lederer hat in 
seinem Pyralidenbuch manche Walker^sche Benennung den Sprachregeln 
gemäss berichtigt, und meiner Ansicht nach muss es mit allen geschehen. 

Hat Francis Walker es sich mit den Artnamen leicht gemacht, so 
hat er für die Benennung dessen, was er neue (xattung nennt, einen 
andern, aber ebenso bequemen Weg gefunden. Er nahm ein paar Conso- 
nanteu und ebenso yiele Vocalc, würfelte sie durcheinander, bis sich etwas 
wie ein Wort gebildet hatle, und der. geforderte Name war da! Welch"' 
eine bewundernswürdige! Zahl solcher Geschöpfe, wie Davana, üataua, 
Nadata, Nachaba, Bardaxima, Rusicada, Orudiza verdankt diesem Ver- 
fahren ihre Entstehung! Man hat gesagt, solche Namen seien wenigstens 
wohlklingend. Das möchte selbst für ein englisches Ohr bei manchen 
Namen, z. B. Tiauspa, Cbabuata, Pluiphena, etwas fraglicli sein. Aber 
welche Anmassung, rrformen zu bilden, die zum Theil wie kindisches 
Laileu klingen, die dem Gedächtnisse so wenig Anhalt bieten, dass der 
Schöpfer derselben selbst sie in der nächsten Viertelstunde vergessen 
haben muss, und den Lepidopterologea zuzumuthen, dass sie dergleichen 
Unrath sauctioniren sollen! Hofi'entlich werden die meisten dieser Namen, 
sobald die damit geraeinten Thiere bekannt geworden sind, durch Zusam- 
menfallen mit älteren von Anderen gegründeten Gattungen ihre Existenz 
und damit ihren Werth für die Prioritätenhüter verlieren ! 

Zum Schlüsse dieses unerquicklichen Capitels erkläre ich, dass, 
nachdem ich so viele Stunden meines Lebens mit der Walker'scheu Tag- 
löhuerarbeit verloren oder vielmehr vergeudet habe, ich nicht gesonnen 
bin, diess fernerhin zu tluin, sondern bei der Fortsetzung meiner Arbeiten 
über nordamerikanische Mikrolepidopteren die Walkerschen Namen für 
Wickler und Tineinen nur berücksichtigen werde, wo sie mir von Andern 
überzeugend nachgewiesen werden. 

Clemens hat mit sehr mangelhaftem Material gearbeitet und hier 
und da, z. B. bei den Crambiden, auf die Uuterscheidung von verwandten 
Arten so wenig Rücksicht genommen, dass er in einzelnen Punkten dun- 
kel und unverständlich bleiben musste, und dass man über manche seiner 
Species nur durch Befragung seiner Sammlung Auskunft erhalten kann. 

Die Aufsätze von Grote und Robinson stehen fast in jeder Hin- 
sicht als Muster da; ibrc Beschreibungen sind mit grosser Sorgfalt und 
Genauigkeit entworfen, uud wenn man auch Diagnosen bei ihnen schmerz- 
haft verraisst, so haben sie durch Vergleicliung mit naiiestehenden Arten, 
sowie durch gute Abbildungen dem Mangel grosseutheils abgeholfen. 



r4531 Beiträge zur Kenntniss der nordamerik. Nacht/alter. 7 

Es stände auders und ohne Vergleich besser, wenn ihre Vorgänger eben 
so gewissenhaft gearbeitet hätten. Grote und Robinson haben Mühe 
und Kosten nicht gescheut, sich persönlich im British Museum Auskunft 
zu holen, um ihre Arten mit den Walker'schen in Uebereiustimmung 
zu bringen. Der leseusvverthe Aufsatz, der das Resultat ihrer Pilgerschaft 
zu Francis Walker mittheilt, ist in den Transactions of the Amer. Ent. 
Society, Philadelphia 1868 (Sep. pag. 1—22) enthalten. Was aber war 
das Resultat? Eine Meng-e Synonyme Walker''scher Arten zu einander, 
die sonderbarsten Plätze der Arten in den Gattungen (wie ja schon an- 
dere Entomologen in andern Insektenorduungen fanden), Beschreibungen 
nach völlig unbrauchbaren Exemplaren, die jeder nur eiuigermasseu ge- 
wissenhafte Arbeiter wo nicht weggeworfen, doch unbeachtet gelassen 
hätte, und Exemplare, die gar nicht zu den Beschreibungen des Catalogs 
passen! Welcher grosse Nutzen ist also für einen Lepidopterologen von 
einer Wanderung zum British Museum zu hoffen? Wenn Grote und 
Robinson den Wunsch aussprechen, dass eine befähigte Hand das Ma- 
terial des britischen Museums baldigst umarbeiten möchte („wegen der 
Nothwendigkeit, welche jetzt die Naturforscher aus allen Theilen der 
civilisirten Welt zwingt, die Sammlung persönlich zu befragen") und doch 
der Ansicht bleiben, dass einem gänzlichen Ig'norireu der Walker'schen 
Publicationen „der Flecken der Ungerechtigkeit anhaften würde", so 
stimme ich zwar hinsichtlich des ersten Punktes den beiden tüchtigen 
Forschern bei; aber ebenso bestimmt schliesse ich mich, ohne Scheu vor 
dem Vorwurf der Ungerechtigkeit, dem Verdammungsurtheile der andern 
Richter au. 

In der vorliegenden Arbeit, dem ersten Theil dessen, was ich über 
nordamerikanische Schmetterlinge zu schreiben beabsichtige, gebe ich 
Beiträge zur genaueren Kenntniss der schon publicirten Arten und be- 
schreibe unter neuen Namen diejenigem, die mir neu zu sein scheinen; 
ich bezweifle nicht im mindesten, dass manciier der neuen Namen künftig 
einem älteren wird weichen müssen. Aber das Zeugniss wird man mir 
wohl nicht versagen, dass ich redliche Mühe augewendet habe, um die 
Vermehrung der Syuonymie zu vermeiden. Ebenso bezweifle ich nicht, dass 
man mein Bestreben anerkennen werde, meine neuen Arten möglichst 
kenntlich zu machen. Einen Uebelstand darf ich nicht verschweigen: ich 
habe mehrfach neue Arten nach einzelnen Exemplaren aufgestellt, au 
denen folglich manches Merkmal, das mir charakteristisch schien, nur 
untergeordneten Werth haben mag. Es sind aber fast immer nur solche 
Arten gewesen, gegen deren Erkennbarkeit ich keinen Zweifel hegen 
konnte. Sobald ich Nachträge und Berichtigungen zu solchen Arten liefern 
kann, wird diess unverweilt geschehen. 



Prof. P. c,. Zellsr: 



Ao/« malana Fitch. 



C454) 



Major, collari nigro-niarginato; aus anterioribus sine tuberculis, cauis, 
venis strigisque 2 vel 3 fulmiualibus uigris, macula parva uigra costali 
strigae secundae adjaceute. 

Bracliytaenia malana, Fitch: Noxious iusects of the State of 
New York, 1856, p. 244, t. 3, fig. 5 (?, sehr elend). 

Diese grosse Art hat ganz den Habitus der gewöhnlichen Nola- 
Arten; der Mangel von Schuppenhöckern auf den Vorderflügeln nöthigt 
nicht, ein eigenes Genus aus ihr zu bilden; auch glaube ich nicht, dass 
Fitch im Geäder einen Grund dazu fand, da er es nicht beschrieben hat. 
Aber die ganz ungefransten Fühler des (^ und der Mangel des Schuppen- 
höckers am untern Ende des Wurzelgliedes lassen die Errichtung einer 
besondern Abtheilung zu. Das ^ hat breitere Flügel als das (^ und 
schärfere Zeichnung, selbst die dritte zackige Querlinie ist bis Vg voll- 
ständig, während sie bei meinen zwei (^ kaum in Andeutungen erkannt 
wird. Beiden Geschlechtern gemeinschaftlich ist, dass der Anfang der 
zweiten, vor der Mitte des Vorderrandes entspringenden Querlinie ver- 
dickt ist uud dicht hinter sich ein schwarzes, einwärts gespitztes Fleck- 
chen zeigt. Besonders die Aeste der Medianader sind schwarz beschuppt^ 

Fitch hat die Zahl der Beine (die sicher die der andern iVbZa-Arten 
ist) der hellgrünen, mit 5 weissen Längslinien gezeichneten, weisspunk- 
tirten Raupe anzumerken vei-gessen. Ich bezweifle, dass die Raupe, wie 
er angibt, sich zur Verpuppung einfach in eiu Blatt einspinnt, sondern 
glaube, dass sie in dem zusammengezogenen Blatte ebenso ein kahnför- 
miges Gespinnst anlegt, wie es die andern Arten im Freien thun. Ihre 
Nahrung sind hauptsächlich die Blätter des Apfelbaumes. 

Von meinen 3 Exemplaren wurde das eine (^ am 25. Juni, das ^ 
am 9. August, beide bei Beverly in Massachusetts gefangen. 

A^ola nigrofasciatti u. sp. Tab. II, fig. I. 

Thorace alisque anterioribus albis, puncto basali atro, macula humerali 
fasciaque media lata, in costa dilatata, fuscis, iutus plumbeo-squa- 
matis. (^. 

Nur so gross wie Cucullatella, der weissen Farbe nach in die Nähe 
von Alhulalis gehörig, doch sehr verschieden von allen Arten durch die 
breite, braune, im Innern reichlich mit bleiglänzenden Schuppen bestreute 
Mittelbinde der Vorderflügel, 

Kopf und Rückenschild weiss, wie die Wurzel und der Rücken der 
dicht, doch nicht laug gefransten Fühler. Taster dick behaart, zusammen- 
gedrückt, von doppelter Kopflänge, auswärts gelbbräunlich angelaufen. 



CA^'l^ Beiträge zur Kennliiiss der nordamerik. Nacblfalter. g 

Alle Schieueu und Füsse auf der Lichtseite braun, die läutern Scliieueu 
am hellsten, alle Schienen mit einem weissen Fleck in der Mitte und am 
Ende; die Fussg-lieder mit weisseu Eudeu. Hinterleib gelblichweiss, die 
Segmente au der Wurzelhälfte hellbräuulich, das erste mit einem Schup- 
penhöcker; Bauch gelblich. 

Vorderflügel iV^"' lang, etwas gestreckt, am Vorderrande schwach 
convex, mit kaum abgerundeter Spitze und sanft couvexem Hiuterrande. 
gelblichweiss. Dicht au der Wurzel trägt die Medianader eiueu starken, 
tiefschwarzen Punkt. Hinter ihm ist eiu brauner, mit bleiglänzenden 
Schuppen gemischter Costalfleck, aa desseu Hinterrand ein weisser Schup- 
peiiwulst liegt. Gleich darauf fängt am Vorderrande die breite gegen den 
Innenraud verengerte, br;iune Mittelbinde an, welche mit schwarzen und 
noch mehr bleigläuzeuden Schuppen gemischt ist; in der Mittelzelle ist in 
ihr ein grosser, kreisförmiger und gleich dahinter auf der Querader ein 
querelliptischer Ring, jeder mit wulstigen, bleigläuzeuden Schuppeu; in 
der Falte ist diese Binde fast der ganzen Länge uach, doch sehr fein 
durchschnitten. In der Mitte zwischen der Binde und dem Hinterrandc, 
vor welchem eiu hellgrauer Schatten herzieht, ist eiu welliger, zwei 
starke Winkel machender, hellgrauer Querstreif. Die Fransen sind von 
2 graueu Schattenstreiten durchzogen. 

Hiuterflügel weisslich, vor dem Hinterraude breit grau beschattet 
und neben dem verloschenen Queraderfleckchen mit einem grauen Nebel- 
fleck auf dem Anfange der Verästelung der Medianader. 

Unterseite der Vorderflügel bräunlich grau mit verloschenem Costal- 
fleck vor der Spitze, von welchem ein düuuer, noch mehr verloschener, 
weisslicher Wellenstreif vor dem Hinterraude herabzieht. Fransen grau. 
Hiuterflügel weiss, auf der Costalhälfte bräunlich bestäubt. Der Quer- 
aderfleck ist deutlich; vor dem Hinterrande zieht ein bräunlicher Quer- 
streif, der sich gegen deu Aiialwiukel verliert. Die Medianader theilt 
sich in 3 Aeste. Frausen heller als an deu Vorderflügeln, um den Aual- 
winkel weiss. 

Vaterland wahrscheiulich Massachusetts; 1 Männchen durch Packard 
erhalten. 

JVola minuscula u. sp. 

Antennis (^ deutatis, triente inferiore lougius ciliato-pectinato, prothoracis 
striga nigra, palpis nigro-fuscis; alis anterioribus acumiuatis, dilute 
ciuereis, strigis uigris arcuatis, macula costae mediae nigricaute; 
posteriorum vena mediana bifida. (^. 

Grösser als Cicati'icalis, steht sie in der Flügelgestalt zwischen die- 
ser und Confusalis; die Vorderflügel sind nämlich spitzer als bei letzterer 
und weniger spitz als bei ersterer, die Hinterflügel jedoch mehr zuge- 



^Q Prof. P.C. Zell er ("456) 

spitzt als bei beiden ; von iliueu und allen mir bekannten ist sie durch 
die Fühler verschieden 5 diese sind au der obern Hälfte bloss gezähnt, 
am Basaldrittel aber mit langen, haarig gefiederten Kammzähnen ver- 
sehen, welche um die Mitte an Länge und Stärke abnehmen. Noch eine 
Auszeichnung besitzt Minuscula in der dunkelbraunen Farbe der Wurzel- 
hälfte des Bauches und dem schwarzen Bande des Halskragens. 

Das Rückenschild ist wie der Kopf weissgrau, etwas brauu bestäubt, 
mit der angegebenen Zeichuun ; des Kragens. Die auswärts schwarz- 
brauneu, einwärts grauen Taster sind nicht stark, gegen das Ende des 
zweiten Gliedes verstärkt, dann zugespitzt. Beine mit brauugrauen, au 
den Enden der Glieder grauen Füssen. Hinterleib hellgrau, schwach 
dunkler bestäubt; die 3 oder 4 ersten Bauchsegmente schwarzbraun mit 
hellem Hiuterrand ; die folgenden Segmente nur an jeder Seite mit eineiu 
braunen, allmälig verkleinerten und verblassten Fleck. 

Vorderflügel 3V4'" lang, ziemlich schmal und nach hinten sehr sanft 
erweitert und zugespitzt, mit schwach convexem Vorderraude und gradem, 
zurückgehenden Hiuterrande. Grundfarbe mehlig hellgrau mit den drei 
gewöhnlichen Schuppenbeulen, am Vorderrande von der Wurzel aus 
schwarzfleckig, an der Mitte zwischen der zweiten und der dritten Beule 
mit einem grossen, fast dreieckigen, in der Mitte gelichteten schwärz- 
lichen Fleck (der eigentlich gebildet wird durch einen dicken schwarzen 
Schrägstrich und einen dahinter folgenden Fleck, mit dem er durch 
dunklern Staub verbunden ist). Die 2 schwarzen Querlinien sind fein; 
die erste ist etwas knotig und stark nach aussen gebogen und stösst mit 
der stärksten Biegung an die zweite Beule; die zweite krümmt sich in 
einem sehr starken Bogen um eine verdunkelte Stelle hinter der dritten 
Beule herum und ist unterwärts auf der Wurzelseite von einer mehr 
verloschenen schwärzlichen Linie begleitet. Näher dem nicht scharf 
schwarzpunktirten Hinterrande als ihr zieht ein schwärzliches, auf den 
Adern verstärktes Gewölk in zwei Krümmungen vom Innenrande bis zu 
den schwarzen Costalflecken. Fransen grau, sehr verloschen gefleckt. 

Hiüterflügel zugespitzt, hellgrau, von dem deutlichen braunen Quer- 
aderfleck bis zur Spitze brauugrauschattig und auf den Adern verdunkelt. 
Fransen grau, ungefleckt. 

Unterseite der Vorderflügel grau, am Vorder- und Hinterraude 
schwärzlich umzogen, mit verloschenem Queraderfleck. Hinterflügel weiss- 
grau, am Vorderrande breit und grob braun bestäubt, mit brauner Hin- 
terrandlinie und sehr deutlichem, grossen schwarzbraunen Fleck der 
Querader. 

Vaterland: Texas (Boll). 1 (^ im Cambridger Museum. 

Anmerkung. Ich besitze ein ? aus Texas, welches das schwarze 
Halsband und ähnlich gebaute und gefärbte Taster und auf den ziemlich 



riK^") Beiträge zur "' c;.nlnis3 der nordamerik. Nachtfalter. J^J 

übereiustimmend gefärbten xiiid gezeichneten Vorderflügeln das schwarze 
Costaldreieck, endlich auch auf der Unterseite der Hiuterflügel den star- 
ken Queraderflpck und die gegabelte Medianader hat. Es ist beträchtlich 
grösser mit dunkleren Hinterfiügelu; sein Bauch weissgrau, grau bestäubt, 
nur ganz auswärts am Rande der 4 ersten Segmente braun. Alle Flügel 
sind so stumpf und abgerundet, dass diese Art nicht zu Minuscula gehö- 
ren kann; wenigstens unterscheiden sich die Geschlechter bei den euro- 
päischen Arten nicht auf diese auffallende AVeise. Beifrage fing das 
etwas abgeflatterte Exemplar am 19. August. — Ein zweites Belfrage- 
sches, noch mehr in der Fangschachtel abgestäubtes Exemplar ist noch 
grösser und mit spitzem Flügeln. Dass die Taster heller sind, das Costal- 
dreieck der Vorderflügel und der Queraderfleck auf der Unterseite der 
Hinterflügel klein und verloschen, und das Bändchen des Halskragens in 
Stücke aufgelöst ist, mag eine Folge der schlechten Behandlung des 
Thieres sein. Der Bauch ist stark braun bestäubt, am dunkelsten gegen 
die Wurzel. Dieses Exemplar wurde am 22. Mai gefangen. So viel ich 
weiss, erscheinen die iVoZa-Arten nicht zweimal im Jahre, und darum glaube 
ich nicht, dass beide Exemplare zu einerlei Art gehören, und dass ihre 
Verschiedenheit, hauptsächlich die in der Vorderflügelgestalt, eine blosse 
Folge der Abreibung sei. — F.tch beschreibt in den Noxious insects of 
New York, 1. c. p. 244, eine Brachytaenia triquetrana Fitch, die „in 
den Wäldern im Frühling, ehe die Blätter getrieben haben, gefangen wird. 
Sie ist aschgrau-weiss mit einem grossen, dreiseitigen, schwarzen Fleck 
an der Mitte des Vord(iirraudes der Vorderflügel versehen, wonach sie 
Brach, triquetrana geuannt werden mag. Flügelspannung 0'80 [Malana 
0'80— 1'15]. Die Schulter der Vorderflügel ist von einem kurzen, breiten, 
schwarzen Fleck eingenommen, und unmittelbar dahinter ist eiu schwar- 
zes, eckiges Querzeichen, gestaltet wie der Buchstabe V, dessen innerer 
Theil mehr oder weniger zu 2 — 3 Fleckchen unterbrochen ist. Der drei- 
eckige schwarze Fleck hinter diesem ist an der Mitte des Vorderrandes; 
seine vordere Seite ist schräg, seine hlutere quer (transverse, d. h. wohl 
senkrecht). Weiterhin auf dem Vorderrande sind 2 — 3 dunkle Flecke, und 
der ApicaJtheil des Flügels zeigt schwach einige wellige Querwolken und 
Spuren einer Querreihe schwarzer Punkte." — Diese Beschreibung bezieht 
sich gewiss nicht auf Minuscula^ deren so ganz von der der Malana ab- 
weichende Flügelgestalt unmöglich hätte unerwähnt bleiben können. Sie 
mag vielleicht auf meine zweite Texas-Species gehen, ist aber sehr un- 
vollständig, da sie nichts vom Fühlerbau des cj", der Färbung des Bauches ' 
den Schuppeubeulen der Vorderflügel erwähnt. Jedenfalls wird diese Tri- 
quetrana nur sicher wiedererkannt werden, wenn sich, was nicht recht 
wahrscheinlich ist, im Frühjahre bei New York nur eine Nola-Kvi vor- 
findet. 



12 Prol.P.C.Zeller: (458) 

Nola melanopa n. sp. Tab. II, fig. 2. 

Thorace et vertice niveis, fronte palpisque exterius fusco-uigris; alis aut. 
acuminatis, albidis, costa lata fasciaque media retrorsa uigris, strigulis 
costae teuuissimis obliquis albis; posterioribus cinereis. <^. 

Die uugewöbnlicb scbarf gespitzten Vorderflügel obue Schuppen- 
höcker, der wenig robuste Bau des Thorax, der durchaus nicht eingezo- 
gene Kopf, der längere Kragen — lassen es fraglich erscheinen, ob dieses 
eine echte ISIola sei; eine Vergleicbung des Geäders ist mir nicht möglich; 
ich stelle also diese Art , die durch ihre Vorderflügelgestalt, den breit 
schwarzen Vorderraud und die rückwärts gerichtete Binde sehr kenntlich 
ist, nur provisorisch in diese Gattung. 

Etwas kleiner als die kleinste echte Nola, Rückeuschild und Kopf 
schneeweiss; von der locker beschuppten, schwarzbraunen Stirn geht ein 
schwarzbrauner Streif am obern Augenrand hin nach der Flügelwurzel. 
Taster von Kopflänge, durch grobe Schuppen sehr verbreitert, zusammen- 
gedrückt, nach oben stark erweitert, mit verstecktem Endgliede, auswärts 
braun, einwärts heller. Fühler gedrängt kerbzähnig, kurz gefranst, auf 
dem Rücken schwarzbraun wie das mit einem kurzen Schuppenhöcker 
versehene Wurzelglied. Brust und Beine grau; Vorderbeine auf der Licht- 
seite gebräunt; alle Füsse mit weisslichen Enden der Glieder, auf der 
Lichtseite braun, die hintern bräunlich. Hinterleib ziemlich schlank, weiss, 
auf den Segmenten 5, 6 und 7 an der Wurzel stark gebräunt; Bauch 
hellgrau. 

Vorderflügel Sy^'" lang, -ziemlich gestreckt, scharfspitzig mit sanft 
convexem Vorderrande und fast geradlinigem, schräg einwärts gerichteten 
Hinterrande. Grundfarbe weiss, auf der hintern Hälfte ochergelblich über- 
flogen. Der ganze Vorderrand ist breit striemenartig schwarz, auf der 
Apicalhälfte in ziemlich gleichen Abständen mit 6 feinen, schräg nach 
aussen gelegten, weisslichen Strichelchen. In der Mitte geht eine breite, 
schwarze Binde zum Innenrande, welche einwärts gerichtet und an den 
welligen Rändern verdunkelt ist. Am Hinterrande zieht ein breiter, ein- 
wärts welliger, bläulichgrauer Streif, welcher unter der Lupe mit ausseiest 
feinen, dunkeln Querwellen durchzogen und von der schwarzen Randlinie 
durch eine feine, vom letzten Costalstrichelchen herabkommende, weiss- 
liche Kappenlinie getrennt ist. Fransen weisslich, bräunlich gefleckt, am 
dunkelsten braun an der Flügelspitze und unter der Mitte des Hinter- 
randes. 

Hiuterflügel hellgrau, gegen die Wurzel gelichtet. Vor dem Hiuter- 
rande ist das Grau auch fein querwellig. Hlnterrandlinie braun, ver- 
loschen, mit einer Verstärkung im Analwinkel. Fransen weisslich, braun 
bestäubt. 



r4591 Beitrage zur Konntniss rier iiordanierik, Nachtfalter. lo 

Unterseite der Vordeifliigel braiing-rau, auf der Iniieurandhälfte in's 
Weissliche, am Vorderrande schwärzlich; die weisslicheu Costalstricbelchen 
sehr deutlich; in der Flügelspitze ein schwarzer Punkt. Hinterflügel 
weisslich, auf der Costalhälfte reichlich braun bestäubt. Medianader 
dreiästig. Alle Flügel siud vor dem Hinterrande, besonders in der Spitze 
hellgrau uud wie auf der Oberseite sehr zart dunkel querwellig. 

Vaterland: Texas (Boll). 1 (J aus dem Cambridger Museum. 

Anmerkung. Folgende echte Nola besitze Ich aus dem Berliner 
Museum und beschreibe sie hier zum Beweise, dass diese Gattung auch 
in Neu- Ho 11 and nicht fehlt. 

Nola sti'ictalls n sp. Tab. II, fig. 3. 

Thorace et capite niveis; alis ant. elongatis, acumlnatls, obscure luteo- 
griseis, litnra apicali alba in strigam tenuem rectam producta. cS- 

Sie übertrifft in der Zuspitzung der Vorderfliig-el noch N. Cicafri- 
calis und zeichnet sich vor allen Arten auf den lehmiggrauen Vorder- 
flügeln durch den weissen Querstreif aus , der vom Vorderraude vor der 
Flügelspitze sehr schräg nach dem Inneurande herabzieht. 

Grösse der Cicatricalis. Rückeuschild und Kopf rein weiss. An den 
Fühlern ist das Wurzelglied weiss mit ganz kurzem Schuppenbüschclien, 
die Geissei borstenförmig, hellbräuulich mit ziemlich langen Franseubaaren. 
Taster fast von Rückenschiklslänge, stark beschuppt, stumpf zugespitzt, 
zusamnieugedrücki, weisslich, aussen bräunlich angeflogen. Beine grau; 
die vordem dunkler, die 4 hintern auf der abgeweiideteu Seite weisslich; 
die Fussglieder mit weisslicheu Spitzen. Hinterleib weissgrau. 

Vorderfiügel fast 4'" lang-, ziemlich gestreckt mit verlängerter Spitze 
wenig convexem Vorderrande und sehr schräg rückwärtsgehendem Hinter- 
rande. Grundfarbe lehmgelbllchgrau, am dunkelsten vor der Querlinie und 
vor dem Hinterrande. Ein weisser Streif geht erst von der Wurzel aus 
am Vorderrande hin, der selbst etwas bräuulichgrau bestäubt ist, uud 
trägt drei wurzelwärts dunkelbräunliche, auswärts weisse Schuppenbeulea: 
die kleinste nicht weit von der Basis, die grösste weiter von der ersten 
als von der dritten entfernt, welche in der Flügelhälfte liegt. Die Flügel- 
spitze ist wischartig weiss, und von diesem Wisch geht bei V5 des Vor- 
derrandes ein weisser, wurzelwärts dunkel beschatteter, grader Streif 
nach V3 des lunenrandes herab, vor welchem er auf der Innenseite eine 
kleine Ecke bildet. Hinter ihm sind die Adern, auch in dem Apicalwisch, 
dunkelbraun. Gegen den Innenwinkel Ist ein uuregelniässiges weissliches 
Gewölk. Fransen bräuulich. 

Hinterflügel einfarbig grau mit gabelförmiger Medianader. Franseu 
kaum heller, mit gelblicher Wurzellinie. 



14 Prof. p.c. Zell er: ^4g0) 

Unterseite einfarbio; grau, die Vorderflügel am dunkelsten. 
Vaterland: Adelaide. 



Thalpochares mtntflttla n. sp. Tab. II, fig. 4. 

Capite coUarique laete ciiinainoraeis ; aus ant. ex basi ultra medium schi- 
staceo-fuscescentibus, striga flavida subrecta fuscedinem termiiiante, 
ceterum düutius schistaceis, macula parva apicali atra interius an- 
guste flavido ciucta c^. 

Diese schöue Art sieht eher einer Uypena als einer der kleinen 
europäischea Noctuen ähnlich und passt nur zwangsweise in eines der 
Genera derselben. Von Erastria^ Pliotedes, Mesotrosta und Prothyinia wird 
sie durcli den Maugel der Nebenzelle auf den Vnrderfiügeln getrennt 
(wenigstens konute ich keine selbst durch theilweise Abreibung der 
Schuppen auf der Unterseite des linken Flügels zur Ansicht bekommen). 
So bleibt, da auch die Stirn keine blasige Auftreibung hat, Thalpochares. 
Von den Adern der Hinterflügel jedoch, die auf der Unterseite alle deut- 
lich hervortreten, ist die 5. entschieden dünner als die andern; die Stirn- 
schuppen stehen als e'n ganz kurzer Kegel, der aber in sich nichts Festes 
hat, also nicht durch eine Erhöhung der Stirn entsteht, über das ebene, 
senkrechte Untergesicht etwas hervor; das Endglied der Taster ist sehr 
kurz und ragt kaum aus den Haaren des zweiten Gliedes als Zuspitzung 
heraus. 

Die Art ist leicht zu erkennen durch die feine helle Querlinie, 
welclie die dunkle , grössere Partie der Vorderflügel von der helleren 
scheidet, das tiefschwarze Punktfleckchen in der Flügelspitze und die fast 
rostgelbe Zimmtfarbe des Kopfes und Kragens. 

Rückenschild schieferfarben. Der starke Halskragen und der Kopf 
in der eben angezeigten Farbe. Der Stirnschopf sehr kurz kegelförmig; 
das Gesicht darunter senkrecht, ganz fiach, in der Mitte kahl, an jeder 
Seite mit einem hellgelblichen Längsstrich unterhalb des Stirnbusches. 
Die Taster bräunlich zimuitfarben, von doppelter Kopflänge, aufgekrümmt, 
der Stirn angelegt und über den Schopf wegreichend, zusammengedrückt, 
an der Unterseite stark behaart, gegen das Ende des zweiten Gliedes 
verstärkt; Endglied kaum aus der Behaarung hervortretend. Sauger klein 
und schwächlich. Beine schlank und glatt beschuppt, bräunlich grau, die 
4 hinteren Füsse auf der Unterseite bleichgelblich; die Hinterschienen 
etwas verstärkt, auf der Rückenschueide schwach behaart. Hinterleib 
schlank, ziemlich weit über die Hinterflügel hinausreichend, dunkelgrau 
auf dem Rücken des Wurzelsegments mit einem schwachen Schuppen- 
schöpfchen. 



r460 Beiträge zur Kenntniss der noidamerik. Nachtfalter. 4k 

Vorderflügel 4'" lang, nach hinten ziemlich stark erweitert mit fast 
geradem Vorderraude, \Veuig scharfer Spitze und sauft couvexem, schwach 
gekerbtem Hinterrande. Grundfarbe von der Wurzel aus duukelschiefer- 
braun bis fast Vg, hier durch eine feine, hellgelbe, fast gerade, über der 
Mitte schwach winklige Querlinie begrenzt; diese Querlinie ist einwärts 
dunkelbraun gerandet, welches sanft in das Schieferbraun übergeht. Fast 
in der Mitte zwischen ihr und der Flügelbasis ist eine verloschene, braune, 
einwärts hell gerandete, im obersten Drittel stai'k gebrochene Querlinie. 
Der Rest des Flügels ist schiefergrau, etwas gelblich bestäubt, von einem 
verloschenen, zackigen, dunklern Querstreif durchzogen und auf dem Vor- 
derrande mit 5 scharfen, gelblichweissen Punkten bezeichnet. Vom vierten 
Punkte geht eine schwachwellige, feine, gelblichweisse Linie längs des 
Hinterrandes herab, die mit ihrer stärksten Krümmung, dicht unter der 
Spitze einen tiefschwarzen Puuktfleck, mit den übrigen Krümmungen aber 
eine schwarze Hinterrandlinie begrenzt. Fransen grau, mit mehreren dunk- 
leru Wellenlinien durchzogen. 

Hinterflügel verhältuissmässig klein, braungrau; die schwärzliche 
HinterrauiUinie ist einwärts von einer gelblichweissen, verloschenen, durch 
die Adern unterbrocheneu Linie gesäumt. Fransen duukelgrau, am Anal- 
winkel heller. 

Unterseite der VorderÜügel brauugrau; die hellen Costalpunkte 
deutlich, ebenso die verstärkte, etwas knotige, auf die Hinterflügel fort- 
gesetzte schwarze Hinterraudlinie. HinterÖügel grau, braunstaubig mit 
einem braunen Queraderfleckcbeu und zwischen ihm und dem Hinterrande 
mit einem verloschenen, hellen, gekrümmten Querstreif. 

Vaterland: Texas (Bell). 1 c? aus dem Cambridger Museum. 

Agropftila tortricina n. sp. Tab. H, fig. 5. 

Alis ant. augustis, flavis, punctis disci duobus nigris, litura dorsali post 
medium ciliisque cinereis. i:;;^". 

Da die Stirue ein wenig beuleuförmig aufgetrieben ist und die 
Taster wenig darüber hervorstehen, so scheint mir die Wahl der Gattung 
nur zwischen Agroplüla und Xanthoptera zu schwanken; weil es mir nicht 
gelang, die Ueberzeugung zu gewinnen, dass die Vorderflügel eine Neben- 
zelle besitzen, so wähle ich, auch wegen der schmalen Vorderflügel, als 
wahrscheinlichen Platz für diese Art Agrophila. In keiner der beiden 
Gattungen finde ich bei Gueuee oder Walker eine Beschreibung, die 
auf die vorliegende Art passt, womit ich jedoch nicht behaupten will, 
dass sie nicht bei letzterem au irgend einer unerwarteten Stelle vorkom- 
men könnte. 

A. tortricina zeigt eine gewisse Aehnlichkeit mit JTanth. nigrofimbria 
darin, dass sie auf den gelben Vorderflügeln 2 schwarze Punkte, wenn 

3 



jg Prof. p.c. Zell er: 0462") 

auch in anderer Stellung-, und dunkle Fransen hat. Die schraaleu Vorder- 
flügel geben ihr aber ein etwas wicklerartiges Auseheu. 

Rückenschild und Kopf hellgelb; der uutere Theil der Stirne steht 
ein wenig beulenförmig hervor, was durch die Schuppenhaare vermehrt 
wird; das darunter liegende kahle Gesicht ist braun. Fühler bräunlich, 
mikroskopisch pubescirend; das Wurzelglied braun mit weissem Längs- 
streif. Taster von Kopflänge, gerade, am zweiten zusammengedrückten 
Glieds auf der Unterseite abstehend behaart; das dritte Glied y<^ so lang 
wie das zweite, glatthaarig, dunkler als das zweite hellgelbliche Glied. 
Beine fahlgelblich, die vordem auf der Lichtseite braungrau. Hinterleib 
gelblichgrau, an den Seiten der hintern Segmente mit etwas buschigen 
Schuppen; Afterbusch ziemlich lang, bleich ochergelb; Bauch gelblich weiss. 

Vorderflügel 4'" lang, nach hinten wenig erweitert, mit fast geradem 
Vorderrande, ohne scharfe Spitze. Grundfarbe hellgelb, an der Innenrand- 
hälfte gesättigter. In der Mittelzelle kurz vor der Fiügelhälfte liegt ein 
tiefschwarzer Punkt, und hinter ihm auf der Querader ein kleinerer. Bis 
zu diesem reicht der schiefergraue, gegen die Flügelwurzel zu verdunkelte, 
undeutliche Wisch herauf, der auf dem Inuenrande hinter der Flügel- 
mitte liegt. Der Innenrand trägt gegen die Wurzel einige lange, etwas 
abstehende Haarschuppen. Am Hinterraude ist eine Reihe schwarzer 
Punkte, von denen das über dem Innenwinkel das grösste und bestum- 
schriebeue ist. Fransen laug, schiefergrau, an der Wurzel mit hellgelben 
Schuppen verdeckt und als Grenze für diese Bedeckung mit einer dunkel- 
grauen Linie durchzogen. 

Hinterflügel einfarbig grau. Fransen weisslich, ganz nahe der Wur- 
zel mit einer grauen Linie durchzogen. 

Unterseite der Vorderfliigel an allen Rändern, am breitesten am 
Innenrande bleich ochergelb, in der Mitte grau; Fransen grau, von der 
Wurzel aus mit langen, bleichgelben Schuppen bedeckt. Hiuterflügel 
bleichgelblich, weisslich gefranst. 

Vaterland: Texas (Boll). 1 c5" ^^^ ^^'" Cambridger Museum. 

Coloboc/tila saliffna u. sp. 

Alis ant. caesio-cinereis, strigis 3 flavidis, puncto uno ante, duobus post 
secundam nigris, spatio inter tertiam et marginem posticum griseo- 
fusco. c^. 

Der europäischen Col. salicalis ausserordentlich ähnlich und leicht 
für ein verkümmertes Exemplar derselben zu halten. Da ich nur ein 
Exemplar der C. saligna vor mir habe, so gebe ich zunächst die zwei 
sichern specifischen Unterschiede; diese sind: 1. im Mittelfelde liegt mitten 
zwischen der ersten und zweiten gelben Querlinie ein schwarzer Punkt, 
und gleich hinttr der zweiten zwei solche Punkte senkrecht uutereinauder 



r4fi^1 Beiträge zur Kennlniss der nordamcrik. Nachlfalter. i'r 

(diese drei Punkte fehlen der Salicalis immer); 2. die schwarzen, scharfen 
Ilinterrandpunkte sind einwärts hellgrau umzogen (bei Salicalis sind sie 
schwächer und entbehren der Einfassung; bei ganz uuverflogenen Exem- 
plaren scheinen sie Tor dem Hiuterrande zu liegen, weil die Wurzel der 
Fransen bis zu der braunen, sie durchziehenden Linie mit schiefergrauen 
Schuppen dicht überdeckt ist, ganz wie die angrenzende Flügelfläche). 
Als staudhafte Unterschiede bewähren sich vielleicht nicht: 1. Die Quer- 
liuien der Saligna sind auswärts nicht rostbraun gesäumt (die erste Quer- 
linie hat gar keine Einfassung; die zweite ist auswärts braunschattig 
gesäumt, welcher Schatten gegen den Innenraud breiter wird; der Raum 
von der braun gesäumten dritten Querlinie au bis zum Hinterraude ist 
gleichförmig braungrau, dunkler als es bei Salicalis der Fall ist; da die 
Richtung und Stärke der Querlinien bei Salicalis etwas veränderlich ist, 
so wird diess bei Saligna auch nicht der Fall sein, wesshalb ich nur 
bemerke, dass die dritte bei dem vorliegenden Exemplare der Saligna 
weniger gekrümmt und oben mehr verdickt ist). 2. Saligna hat den Vor- 
derraud der Yorderflügel zwischen der zweiten und dritten Querlinie hell- 
gelb und braun wechselnd gefleckt, Salicalis in einer feinen Linie bloss 
hellgelb. 3. Obgleich die Kopfhaare der Saligna nicht beschädigt schei- 
nen, so nehme ich doch eine Beschädigung* an, denn die Stirnliaare sind 
durchaus nicht zu einem kurzen Kegel verlängert, sondern liegen ziemlich 
glatt an und sind im Gesicht lehmgelblich, hinter den Fühlern gelbbraun. 
4. Das Endglied der aussen gelbbraunen Taster ist länger, steht wenig- 
stens freier aus den Schuppen des zweiten Gliedes hervor. 5. Der braune 
Schattenraum am Aualwinkel der Hinterfiügel ist breiter. 

Die Vorderflügel, so länglich wie bei mancher Salicalis^ sind kaum 
b'" lang gegen mindestens 6'" der Salicalis. 

Vaterland: Texas (Boll). 1 (^ im Museum von Cambriilge. 

Anmerkung. Den Gattungsnamen, der ofl'eubar die grössere Kürze 
der Taster im Vergleich mit Bomoloclia (Hypena') andeuten soll, und der 
in Hbn. Cat. S. 344 Colohochyla lautet, habe ich corrigirt. (KoXoßög ver- 
stümmelt, verkürzt; jjfr^oS Lippe). Walker hat Calohochyla daraus gemacht 
(Cat. Pjr. 18). Madopa ist als jünger unannehmbar, bedeutet auch („mit 
kahlem Gesicht") etwas in der Gattung nicht Vorhandenes. 

Hypena albisignalis n. sp. 

PaJpis thorace brevioribus, nigro-fuscis, mucrone apicali albo; alis ant. 
latis, nigro-fuscis, strigis 3 obsoletis, albidis, subserratis, secunda in 
dorsi maculam albam exeunte; posterioribus fusco-ciuereis, unicolori- 
bus. O. 

Mit etwas aufgerichteten Tastern und ohne rauhe Beschuppuug der 
breiten Vorderflügel, daher in die Verwandtschaft der Hyp. Baitimor alis 

3* 



jg Prof. P.C. Zeller: (464) 

und crassalls gehörig-, sehr ausgezeichnet durch den viereckigen weissen 
Dorsalfleck der schwarzbraunen Vorderflügel. Wenn deren Spitzen sich 
nicht zufällig so gleichmässig abwärts gebogen haben, so wäre diess auch 
ein auffallendes Merkmal. 

Grösse einer mittleren JBaltimoralis. Riickenschild und Kopf dunkel- 
braun, letzterer in der Mitte mit kamniartig aufgerichteten Haaren. 
Taster etwas aufgerichtet, gerade, schwarzbraun, auf der Unterseite heller 
und borstig; Endglied aufgerichtet, schwarzschuppig, breit, zusammenge- 
drückt, mit kahler, weisser, frei hervorstehender Spitze. Brust hellbraun- 
wollig. Beine braun, am Ende der Schienen und der Tarsenglieder punkt- 
artig weisslich. Hinterleib bräunlichgrau, auf dem ersten und zweiten 
Segment mit schwarzbraunem HaarscLuppenbusch; der gleichfalls schwarz- 
braune des Scutellums schliesst sich dem des ersten Segments an. 

Vorderflügel GVi" lang, breit, nach hinten erweitert, spitz (mit 
niedergebogener Spitze — ob immer?); der schwach gekerbte Hiuterrand 
au der Mitte mit stärkster Convexität, darüber bis zur Spitze fast gerade. 
Grundfarbe gleichmässig dunkelbraun, auf der Querader mit einer schwar- 
zen Sichel und in einiger Entfernung davor mit einem starken schwarzen 
Punkt. Vor diesem ist eine undeutliche, weissliche, etwas hin und her- 
gebogene Querliuie, deren Convexitäten nach aussen gerichtet sind, und 
die den Innenrand nicht erreicht. Die zweite Querliuie ist vollständiger, 
fein, hinter der Mittelzelle am stärksten nach aussen gebogen, ausserdem 
etwas wellig; sie endigt in einen viereckigen, gelblichweissen, besonders 
gegen die Flügelwurzel schwarz eingefassten Fleck. Die dritte weissliche 
Querlinie ist vielfach durchschnitten und dadurch sehr undeutlich; Ihre 
grosse Convexität ist unterhalb der der zweiten Querlinie. Der Hiuterrand 
trägt schwarze, einwärts weisslich eiugefasste Punkte. Die Fransen sind 
braun, undeutlich schmutzig weisslich gescheckt. 

Hinterflügel dunkelbraungrau; die Fransen an der Wurzelhälfte 
braun, an der Aussenhälfte grau mit ungleichen braunen Stellen. 

Unterseite braungrau; die Vorderflügel am Vorder- und Hinterrande 
hellgrau bestäubt, mit verloschener duukelgraustaubiger Querlinie kinter 
dem deutlichen, dicken, schwarzen Queraderstrich; Hinterrandlinie schwarz, 
an den Aderenden durchschnitten. Alle Fransen wie oben. 

Vaterland: Texas (Boll). 1 9 i"i Cambridger Museum. 

Hypena laciniosa n. sp. Tab. II, fig. 8. 

Alis ant. longiusculis, rufescenti-cinereis , plaga in costa ex basi ad Vs 
perducta, maxima, badio-fusca, albido-marginata, postice producta, in 
marginibus dentata, litura ex apice fusco-nigra. (S^- 

Guenee sagt von seiner Baitimoralis p. 34: tres voisine de uotre 
Crassalis. Nun habe ich aber zwei Arten vor mir, von denen diess gilt, 



ri65'i Beiträge zur Kenntniss der nordamerik. Nachtfalter. 19 

aber gerade von derjenigen in etwas geringerem Grade, bei welcher er 
sagt: la graude tache brune est plus laciuiee sur ses cojtours; sonst 
lassen sich seine oberflächlichen Merkmale auf beide Arten anwenden. 
Walker macht mit seiner Baltimoralis, Pyr. p. 31, die Sache erst recht 
dunkel. Ich sehe mich also geuüthigt, zwei neue Namen aufzustellen. 

Laciniosa ist die grössere Art, bei welcher die Flügel gestreckter 
sind und der grosse, braune Fleck der Vorderflügel eine viel mehr ver- 
längerte Gestalt und gezähnte uud ausgenagte Ränder hat. Obgleich sie 
etwas veränderlich ist, zeigt doch das c? nicht eine dem der europäischen 
Crassalis entsprechende Verschiedenheit vom c?, namentlich nicht eine 
erhebliche Verdunkelung der Vorderflügel, sondern nur der grosse cha- 
rakteristische Fleck ist bei ihm gegen den Vorderraud dunkler. 

Die Taster, welche fast die Länge des Rückenschildes haben, sind 
gelbbraun, zweischneidig beschuppt, vorgestreckt; das kurze, etwas auf- 
gerichtete Endglied ist gleichfalls zweischneidig beschuppt, mit kahler, 
bleichgelblicher Spitze. Fühler bleichgelblich, beim (^ mit deutlich abge- 
setzten Gliedern und sehr zart mit kurzer Pubescenz gefranst. Rückeu- 
schild und Kopf (dieser mit massigem Stirnbusch) fahlgelblich, braun 
besprengt. Beiue bleich braungelblich; au den vordem die Schenkel unJ 
Schienen auf dem Rücken dunkelbraun; alle Füsse auf der Rückseite 
braun mit hellen Enden der Glieder. Hinterleib von der Farbe der Beine, 
auf der Rückenmitte des zweiten uud dritten Segmentes mit bräunlichem 
Schuppenbusch. 

Vorderflügel T'/j — 8'" lang, etwas gestreckt, spitz, beim (^ mehr 
als beim § uud mit schräger rückwärts gehendem Hiuterraude, hell 
röthlichgrau, beim § am lunenrande weisslicher als beim qJ". Der sehr 
grosse chocoladenbraune Vorderrandfleck reicht von der Wurzel bis über 
Vg des Flügels; am Vorderraude ist er beim ^ lichter als beim cj"; an 
seinen andern Rändern ist er am dunkelsten, fast schwarz, und mit einer 
weisslichen Liuie eingefasst, welche auf der Innenrandseite am breitesten 
und reinsten ist; an seinem hintern Ende ist er unterhalb des Vorder- 
randes concav, darunter noch weiter gegen den Hinterrand vorgezogen, 
worauf sein Rand mit zwei welligen Zähnen rückwärts und über der 
Falte schräg aufwärts gegen die Schulter zu verläuft; bei der Flügel- 
hälfte steht aus diesem Rande gegen den Innenrand beim C ein Zahn, 
beim (^ eine bis zum Inneurand selbst reichende, aber durch die Sub- 
dorsalader zerschnittene Verlängerung hervor (beides mag veränderlich 
sein, wie bei Crassalis'). Von diesen Erweiterungen an ist der Innenrand 
bis zur Wurzel gesättigter röthlichgrau. In der Mittelzelle liegt ein wenig 
bemerkbarer schwarzer Punkt. Mitten zwischen der hintersten Ecke des 
grossen Flecks und dem Hinterrande ist eine gebogene Querreihe schwärz- 
licher, auswärts weisslich umzogener Fleckchen, und von derselben Ecke 
aus geht ein brandig schwarzbrauner Wisch etwas gebogen hinauf in die 



00 Prof. p.c. Zeller: (^i^Q) 

Flügelspitze. Der gekerbte Hiuterraud hat iu jeder Vertiefuug eiueu 
schwarzen, dreieckigen, einwärts weisslich gerandeten Puukt. Pransen 
röthlichgrau, verloschen heller gefleckt. 

Uinterflügel braungrau mit verloscheneru, schwärzlichen Querader- 
flcck und bräunlicher Hinterrandlinie, Fransen in jeder der Vertiefungen 
des Randes mit einer lichten Stelle. 

Auf der hell gelblichgrauen Unterseite sind die Yorderflügel iui 
Mittelfelde dunkelgrau und am Vorderrande hinter der Mitte mit einem 
solchen verloschenen Fleck gezeichnet. Von der Querreihe weisslicher 
Fleckchen sind Spuren sichtbar; eins macht sich unter dem Vorderrande 
durch seine reinweisse, einwärts schwarz begrenzte Farbe sehr bemerk- 
lich. Auf den Hiuterflügeln läuft hinter dem deutlichen schwärzlichen 
Queraderfleck eine gebogene dunkelgraue Schattenlinie. Alle Fransen sind 
verloschen gelbbräunlich gefleckt, an den Vorderflügeln etwas deutlicher. 

Vaterland wahrscheinlich Massachusetts; beide Geschlechter durch 
Dr. Packard in meiner Sammlung. 

Hifpena palUalis n. sp. Tab. II, flg. 9. 

Alis ant. latis, rufescenti-ciuereis, plaga in costa ex basi paulo ultra 
medium perducta, raaxiraa, brunneo-fusca, albido-margluata, postice 
subtruncata uuidentata, dorso juxta eani rufescente, litura ex apice 
fusco-uigra. ^. 

Mit H. crassalis hat sie ofifeubar etwas grössere Aehnlichkeit als 
j^. laciniosa; von letzterer ist sie verschieden durch beträchtlichere Kürze 
und Breite des grossen Costalflecks, von H. crassalis ausser durch die 
beträchtlichere Kürze desselben auch dadurch, dass sein Hinterrand unter- 
halb der weniger vorspringenden Ecke keine Wellen macht und auf der 
Subdorsalader mit der nach der Schulter zurückgehenden Begrenzungs- 
linie einen fast rechten Winkel bildet, der bei Crassalis gewissermassen 
weggeschnitten ist. Die Querreihe weisslicher, schwarz ausgefüllter Mönd- 
chen läuft dem Hinterrande näher als dem grossen Costalfleck; bei Cras- 
salis ist sie diesem näher und besteht aus grössern, weissen, meist anein- 
ander schliessenden Winkeln. Der grosse Costalfleck ist bei PalUalis mit 
einer weissen Linie gesäumt; bei Crassalis folgt hinter dieser weissen 
(beim <S bräunlichgelben) Linie eine breitere lehmgelbe Linie, die der 
PalUalis fehlt. Crassalis hat ausser dem schwarzen Discalpunkt auch 
einen Niereufleck auf der Querader, der bei PalUalis regelmässig zu feh- 
len scheint. 

Kleiner als Laciniosa. Rückenscliild lelimfarbig grau, Kopf und 
Taster gelbbraun , diese etwas kürzer und viel behaarter und breiter als 
bei Laciniosa\ das aufsteigende Endglied durch die Beschuppung eiförmig 
mit heller, kahler Spitze. Fühler hell röthliciigrau, deutlich geringelt 



r467") Beiträge zur Kenntnisa der nordamerik. Nachtfalter. 21 

Beine und Hinterleib wie bei Laciniosa gefärbt, letzterer mit braunem 
Schuppenhöcker auf dem Rücken eines jeden der drei ersten Segmeute. 

Vorderflügel 7'" lang, in der Gestalt wie bei Crassalis, also breiter 
und kürzer als bei Laciniosa. Grundfarbe hell röthlichgrau, am lichtesten 
zwischen dem grossen Costalfleck und der Querreihe heller Mondfleckcheu. 
Der grosse Costalfleck ist tief gelbbraun, längs des Vorderraudes, auf 
dem er bis etwas über die Hälfte hinreicht, am lichtesten, an den andern 
Rändern fast schwarz; sein Hinterrand geht der Hauptsache nach senk- 
recht und ziemlicli gerade herab; nur über der Mitte hat er eine mehr 
oder weniger yorspringende Ecke, unter der er ein wenig concav ist; 
auf der Subdorsalader geht von ihm ein Streifchen als Fortsetzung bis 
zum Iniienrande, der bis zur Basis grauröthlich ist. Der dem Inuenrande 
zugewendete Rand dieses Flecks läuft eine Strecke auf der Subdorsalader 
hin, worauf er unter einem concaven Bogen seine Richtung in die Schulter 
nimmt. Die Einfassung des Fleckes ist eine weissliche Linie, welche an 
der Subdorsalliuie am düunsten, in der Concavität am breitesten und rein- 
sten weiss ist. In der Mittelzelle liegt ein nicht sehr auftauender schwar- 
zer Punktfleck. Näher dem Hinterrande als dem grossen Costalflecke zieht 
eine wellige Querreihe von mehr oder weniger deutlichen, getrennten, 
weisslichen Möndcheu, welche einwärts schwärzliche Schatten haben. Auf 
dem Vorderrande liegen 4 — ö weissliche Punkte, deutlicher als bei Laci- 
niosa. Aus der Flügelspitze geht, dem Hiuterrande näher als dem Vorder- 
rande, ein brandig-schwarzbrauner Wisch herab, der sich in der Höhe der 
Ecke des grossen Costalflecks plötzlich nach innen vvendet und bis zu 
den Möndchen reicht. Der Hinterrand ist mit einer Reihe weit getrennter, 
dunkelbrauner Striclielchen bezeichnet , deren jedes einwärts weisslich 
aufgeblickt ist, und von dem ein weissliciier Strich in die graubräunlicheu 
Fransen geht. 

Hinterflügel braungrau ohne Queraderstrich. Hinterrandlinie aus 
braunen Strichen zusammengesetzt. Fransen einfarbig mit fablgelblicher 
Wurzellinie. 

Unterseite grau, reichlich braun bestäubt; die Vorder^ügel hinter 
der Mitte mit einem verloschenen braunen Costalfleck, hinter welchem 
der Vorderrand gelichtet ist. Die Hinterflügel mit schwachem, bräun- 
lichen Queraderfleckchen. Hinter ihm hat das eine Exemplar eine gebo- 
gene schatteugraue Querlinie, die dem anderu ganz fehlt. Die braune, 
nur auf den Adern unterbrochene Hinterrandlinie ist auf den Hinter- 
flügeln schärfer als auf den Vorderflügeln. 

Vaterland: Texas (Boll) und Massacliusetts. 2 ^ in der Cambridger 
und meiner Sammlung. 



22 Prof. p.c. Zell er: (-^gg) 

Hifpena achatinalls n. sp. Tab. II, fig. 7. 

Palpis thorace brevioribu.s ; alls ant. latis, dimidio basali luteo-brunneo 
ante strigara pallidam, undatam terminanteni obscurato, postice eine- 
reo-fuscescent,ibu8 cum striga obsoleta dilutiore uebulaque ex apice 
fusca; posterioribus luteo-fuscescentibus. ^. 

Aus der Verwandtschaft der Crassalis, ausgezeichnet durch das 
gelbbräuiiliche, hinten verdunkelte, mehr als die Flügelhälfte einnehmende 
Wurzelfeld, das durch eine helle, wenig wellige Querlinie gegen den 
bräunlich grauen Fliigelrest scharf begrenzt wird. Das kräftige Rücken- 
hchM und der Kopf graubräunlich; die Stirne mit langem Haarkegel. 
Fühler bleichgelblich. Taster kaum von Rückeuschildslänge, vorgestreckt, 
stark haarschuppig, zusammengedrückt; das dritte Glied etwa Vj so lang 
wie das zweite, aufsteigend, gleichfalls stark bekleidet und zusammen- 
gedrückt, mit kaum aus der Beschuppuug hervorstehender gelblicher 
Spitze. Beine gelbbräunlich; an den vordem Schenkeln und Schienen 
braun, an den mittlem und hintern die Schienen reichlich blond behaart; 
alle Füsse hell und ungefleckt. Hinterleib graugelbllchbraun, am Bauche 
bleich, auf dem Rücken des ersten Segments mit einem brauugrauen 
Schuppenhöcker. 

V^orderflügel lYt" IS'ög, breit, am Vorderrande sehr schwach con- 
vex, mit scharfer Spitze, unterhalb welcher der sanft convexe Hinterrand 
kaum als eingedrückt angesehen werden kann. Die Grundfarbe ist von 
der Wurzel bis über die Mitte hell gelbbraun, vor der die Grenze dieser 
Färbung bildenden Grenzlinie stark verdunkelt. Nicht weit von der Wur- 
zel ist eine verloschene bräunliche Querliuie, welche in 2 Bogen schräg 
herabgeht und den Innenrand kaum erreicht. In der Mittelzelle ist hinter 
ihr ein schwarzer, wenig deutlicher Punkt, und auf der Querader, nicht 
weit vor der Querlinie, eine solche Sichel. Die Querlinie ist dünn und 
blass graugelblich, dem Hinterrande fast parallel, schwach nach aussen 
gekrümmt mit drei ungleichen, schwachen Wellen. Der Rest des Flügels 
ist ziemlich dunkel schiefergrau. Am Vorderrande mitten zwischen der 
Flügelspitze und der hellen Querlinie entspringend, aber ersterem näher 
laufend und am Inneuwn'nkel endigend, ist eine aus sehr verloscheneu, 
bellen, stark getrennten, nach aussen convexen Möndchcn gebildete Quer- 
linie, die auf der Wurzelseite durch braune Schatten mehr gehoben wird 
und unter der Mitte eine merkliche Biegung einwärts macht. Aus der 
Flügolspitze reicht bis zu ihr ein bräunlicher Schatten, welcher ein zwi- 
schen ihm, der verloschenen Querlinie und dem Vorderrande liegendes 
lichtgraues Dreieck begrenzt. Der Vorderrand der grauen Hinterpartie 
trägt in gleichen Abständen 4 verloschene gelbliche Pünktchen. Die Hin- 
terraudliuie ist aus feinen, brauneu, einwärts hell begrenzten Strichel- 
cben zusammengesetzt- Die Fransen siud schwach gekerbt. 



rifiQ") Beitrüge zur Kenntniss der uordamerik. Nachtfalter. 23 

Hinterflügel bell lehmgelbliclibraun mit Terloscbenem, schwarzen 
Queraderstricb. Die braune Raudliuie ist dünn, verloschen, auf den 
Adern unterbrochen. Fransen duukelgrau. 

Die Unterseite der Vorderflügel ist braungrau mit gelblich bestäub- 
tem Vorder- und Hinterraude und graubraunen Fransen. Die Hinterflügel 
sind bleich ochergelb, reichlich bräunlich bestäubt mit braunem Querader- 
strich; die braune Hinterrandlinie intermittirt an den Aesten der Median- 
ader und im Analwinkel. Die Fransen sind heller als au den Vorderflügeln, 
mit feiner, gelblicher Wurzellinie. 

Vaterland: Texas (Boll). i ^ aus dem Cambridger Museum. 

Vielleicht ist diess die nach einer Abbildung beschriebene ß/ade- 
factalis Guen. Pyr. p. 35; aber so wie die Beschreibung lautet, lässt 
sich meine Art nicht mit Sicherheit darin erkennen. Unter welchem Namen 
sie etwa bei Walker vorkommt, erfährt man vielleicht durch Besichtigung 
des British Museum. 

Anmerkung. Ich besitze eine der Achatinalis sehr ähnliche, viel- 
leicht auch aus Nordamerika stammende Art. Sie ist viel kleiner, beträcht- 
lich schmalflügliger, von röthlichbrauner Färbung; die wie bei Achatinalis 
gezeichneten Vorderflügel zeigen den wesentlichen Unterschied, dass die 
helle Querlinie grader ist, keine Wellen macht und überdiess auf der 
Wurzelseite mit einer dünnen, braunen Linie gesäumt ist. Der Querader- 
strich ist auf der Oberseite kaum zu erkennen, auf der Unterseite dagegen 
sehr deutlich. Die Taster sind länger als bei Achatinalis. Da das Exem- 
plar nicht gut genug erhalten ist, so unterlasse ich die Benennung und 
genauere Beschreibung, und erwähne es hier nur, damit es nicht als 
einerlei mit Achatinalis bestimmt werde. 

Hypena trituberalis n. sp. Tab. II, fig. 6. 

Parva, palpis thoracis longitudine; alis ant. obscure caesio-cinereis, dorso 
basim versus lutescente, punctis 3 scabris, nigris, oblique ante strigam 
mediam, undatam, albidam, interius luteo-marginatam collocatis, Jitura 
ex apice albicante. 9- 

Eine der kleinsten Hypenen, nahe verwandt mit der europäischen 
Ohsitalls., ausgezeichnet durch ihre dunkel schiefergrauen Vorderflügel mit 
weisslicher Wellenlinie quer über die Mitte, vor welcher drei in schräger 
Querlinie aufgestellte schwarze Schuppenhöcker gut sichtbar sind. 

Grösse noch unter Lividalis. Körper braungrau, Kopf dunkler mit 
starkem, lockereu, kegelförmigen Stirnbusch. Taster von Rückenschilds- 
läuge, stark zusammengedrückt, grade vorgestreckt, dunkelbraungrau, 
unten an der Basis weisslich; das Endglied rechtwinkelig aufgei'ichtet, 
'^ so lang wie das zweite Glied, mit kahler, hlf ichgelblicher Spitze. 

4 



24 Prof. p.c. Zell er: (470) 

Fühler hellgrau. Beine hellgrau, die vordem auf der Lichtseite gebräunt; 
alle Fussglieder auf der Rückenseite dunkelbrauugrau mit weissgelblichen 
Euden. Hinterleib ohne Rückenhöcker, bräunlichgrau mit bleichgelblicheu 
Hinterränderu, am Bauche weisslich, nach hinten gelblich. 

Vorderflügel 4yj'" lang, länglich, allmälig erweitert, mit sehr wenig 
convexem Vorderrande, deutlicher Spitze und gleichmässigera , schwach 
convexem Hiuterraude. Grundfarbe von der Wurzel aus dunkel schiefer- 
grau, am Innenrande bis über die Falte lehmgelblich. Die hintere Begren- 
zung beider Farben wird in der Flügelmitte durch eine weissliche, ein- 
wärts braungelb gesäumte Querlinie hergestellt; diese steht fast senk- 
recht, biegt sich aber conrex nach aussen und bildet erst einen stumpfen 
Winkel, dann über der Falte zwei kurze Wellen, worauf sie in stärkerem 
Bogen nach dem Innenrande läuft. In dem Räume vor ihr befindet sich, 
doppelt so weit von der Flügelbasis als von ihr entfernt, in der Mittelzelle 
ein schwarzer, rauher Fleck, hinter dem noch zerstreute schwarze Schup- 
pen folgen; schräg nach aussen unter ihm, noch über der Falte, ist ein 
stärkerer solcher Fleck, und noch mehr nach hinten hängt unterhalb der 
Falte ein dritter an der Innenseite der weisslichen Querlinie; alle drei 
liegen in einer schrägen Querlinie. Der Rest des Flügels ist heller schiefer- 
grau als die Wurzelhälfte, mit einem weisslichen, nebelartigen Wisch in 
der Flügelspitze, zwischen welchem und dem Hinterrande die Grundfarbe 
erst dunkler, dann allmälig heller gebräunt ist; diese dunklere Färbung 
wird durch eine verloschene, hellgraue Kappenlinie begrenzt, welche aus 
dem weisslichen Äpicalwische herabgeht und einwärts fleckartig dunkel 
schattirt ist. Der Vorderrand trägt auf dunklerem Grunde in ziemlich 
gleichen Abständen 3 — 4 weisse Punkte. Die Hinterrandlinie ist schwarz, 
von den Adern zerschnitten und einwärts verloschen weisslich gesäumt. 
Die gekerbten Fransen sind brauugrau, mit zwei verloschenen dunkleren 
Linien durchzogen, an der Wurzel mit starker, lehmgelber Linie. 

Hinterflügel braungrau mit verloschenem, dunklen Fleck auf der 
Querader. Fransen mit gekerbtem Aussenrand, heller, mit dunklen Schat- 
tenfleckchen durchzogen. 

Unterseite der Vorderflügel bräunlichgrau, am Vorderrande bleich- 
gelblich bestäubt und vor der Spitze mit 4 weisslichen Punkten; Hinter- 
randlinie schwarz, durch die Aderenden in Strichelcheu zerschnitten. 

Vaterland: Texas (Boll). 3 ^ von ungleicher Güte im Cambridger 
Museum. 

JEpizeuoeis phaealis G n. 

— Walker Cat. Pyr. 133. Hdia — Guenee Pyr. p. 76. 
Mit Recht sagt Guenee, dass sie eine oberflächliche Aehnlichkeit 
mit Pyralis pinguinalis habe; wirklich ist sie mir auch als diese bestimmt 
zugeschickt worden. 



rAji^ Beiträgfe zur Kenntniss der nordamerik. Nachtfalter. 25 

Diese Art, von Gueuee nach gewöhnlicher Manier oberflächlich, 
doch ziemlich kenntlich bezeichnet., ändert in der Grösse, Flügelbreite und 
Schärfe der Zeichnung ab. Der Raum zwischen der dritten Querlinie und 
dem Hinterrande der Vorderflügel ist bisweilen ganz hell, bei einem 9 
völlig so dunkel wie anderwärts, auch mit einfarbigen Fransen, während 
sie manchmal fast hell und dunkel gescheckt sind. 

Vaterland: Texas (BoU), Massachusetts, wo Burgess sie bei 
Beverly nicht selten den Juli hindurch und 1 ^ ^o'^^ am 24. August 
gefangen hat, und andere Theile Nordamerika's. 

Anmerkung. Da Hübner's Gattungsname Epizeuxis ohne jeden 
Zweifel die hierher gehörigen Arten bezeichnet, so ist Guenee's jüngere 
Schöpfung als unberechtigt zu verwerfen. An eine Spaltung des Genus, 
um Ilelia beizubehalten, kann auch nicht gedacht werden. 

Epizeuxis Americalis Gn. 

Helia — Guen, Pyr. p. 78, tab. 6, fig. 5. Epizeuxis — Walker 

Cat. Pyr. p. 134. 

Guenee's Bild stellt die Art kenntlich, aber nicht in ihrer Schön- 
heit dar. Die tiefschwarze Einfassung der letzten Querlinie auf der Innen- 
seite sollte auf dem Vorderraude fleckartig hervortreten und die Grundfarbe 
der Wurzelhälfte des Flügels heller sein. 

Nach Guenee fliegt sie im Mai, kriecht aber auch schon im März 
aus. Burgess fing ein schönes § J^n Juli. Die nach Guenee schädliche 
Art, die jedenfalls in Nordamerika viel häufiger ist als bei uns Calva- 
rialis, besitze ich aus New York und Massachusetts. 

Epizeuccis aemula Hbn. 

Epig. aemulalis Hbn. Cat. 346. — Walker Cat. Pyr. p. 134. Helia — 

Guen. Pyr. p. 78. 

Von den vielen Unterschieden dieser in der Flügelbreite gleichfalls 
wechselnden Art, im Vergleich mit der vorigen, erwähne ich hier nur 
zwei. Die dritte Querlinie ist bei Aemula auf der Innenseite nur mit etwas 
dunklerer Grundfarbe schattirt, während sie bei Americalis schwarz, am 
Vorderrande sogar tiefschwarz eiugefasst ist. Ferner ist der gelbe Fleck 
vor der zweiten Querlinie, der bei Americalis eine oben überhängende 
Mondsichel bildet, und durch dunkelgelbe Farbe mit der Querlinie in Ver- 
bindung steht, bei Aemula quer elliptisch, ringsum von grauer Grundfarbe 
eiugefasst und im Innern an beiden Enden mit einem schwarzen Punkte 
oder Fleckchen bezeichnet, welche beiden Punkte öfters durch eine feine 
Linie in Verbindung stehen. 

Sie scheint in Massachusetts und bei New York nicht selten zusein; 
2 5 fing Burgess bei Beverly am 7, Juli und 19. August. 



2g Prof. p.c. Zell er: (i?2^ 

Zanclognatha pedipilalis Gueu. 
Herminia — Gueuce Pyial. i). 57. ? — Walker Cat. Pyral. p. 103, 

Das vorliegende Exemplar stimmfc gut zu Gueuee's Beschreibung^ 
auch In sofern, als er die Art vor Tarsicrinalis gestellt hat, wohin ich 
es, ehe ich seinen Namen herausfand, gleichfalls zu stellen geneigt war. 
Die unbedeutenden Abweichungen sind folgende. Die dritte Querlinie ist 
fast ganz verloschen (sie nimmt die Richtung in die Flügelspitze, ver- 
schwindet aber in einiger Entfernung davor, so dass sich nicht entscheiden 
lässt, ob sie davor, nämlich wie bei Tarsicrinalis am Vorderrande, zn 
endigen bestimmt ist). Die Flügelspitze entbehrt völlig des point fonce 
sur la frange. Die feine gelbbraune Hinterrandlinie ist in ihrer obern 
Hälfte sehr scharf; dann wird sie blass und verschwindet kurz vor dem 
Innenwinkel. Auf den Hinterflügeln ist die Luuule und die erste Querlinie 
verloschen, die letztere so, dass nur über dem Analwinkel, zu welchem 
sie die Richtung hin nimmt, so eben zu erkennen ist (auf der Unterseite 
ist sie ganz deutlich; ebenso die schwarze Mondsichel); dafür ist aber 
hier die zweite hellbegrenzte Querlinie der Oberseite sehr verloschen. 
Die feine, gelbbraune Hinterrandlinie der Hinterflügel erreicht weder 
den Vorder-, noch den Aualwinkel. — Auf der Unterseite der Vorderflügel 
sind nicht schwarze, sondern nur dunkelblonde Haare vorhanden, und 
solche, nur mehr anliegende Haare bekleiden auch alle Adern bis zum 
Hiuterraude sehr reichlich. — An den Fühlern befindet sich das Knötchen 
an der Innern Seite und ist mit ein paar braunen Börstcheu besetzt. — 
Der schwarze, thellweise stahlblauschimmernde, reichliche Haarbusch sitzt 
auf der Unterseite der Schiene gegen das Ende und lässt sich recht wohl 
auseinaudersträuben; in der Ruhe ist er zusammengelegt und durch die 
blonden, langen Schuppen der Oberseite der Schiene meist verdeckt; 
diese reichen auch über das erste Tarsalglied hinweg, welches fast halb 
so lang ist wie der ganze, dünne Tarsus. — Unter der Wurzel der Taster 
Längt ein ziemlich langer Busch blonder Haare herab. Das Endglied der 
Taster Ist zusammengedrückt, aber durch Haare bei weitem nicht so stark 
fliigelartig erweitert wie bei Tarsicrinalis. 

Walker's fragliche Varietät scheint doch hierher zu gehören, ob- 
gleich an seinem Exemplar die dritte Querlluie auswärts hell gerandet 
ist. Dass bei ihm über die Beschaffenheit der Taster und des Haarbusches 
au den Vorderschienen Genaueres angegeben sein sollte, darf man nicht 
erwarten, weil solche Untersuchungen mehr Mühe und Zeit erfordern, 
als ihm in''s Geschäft passte. 

Vaterland: Texas (BoU). 1 <S '"> Cambridger Museum. 



r473"l Beiträge zur Kennlniss der aordamerik. Nachtfalter. 27 



Zanclognatha lituralis Hbn. 

Auteuuis (5* denticulo medio pubescente instructis; alis ant. obscure gri- 
seis, arcu veuae transversae maculisque 3 costae atris, tertia apicali 
pone strigam lumilis pallidis distantibus compositam. c??. 

Epizeuxis — Hbn. Cat. 3i6. — Walker Cat. Pyr. p. 134. 
Helia — Gueu. Pyr. p. 79. 

Guenee hat sie, da er sie nicht in der Natur kannte, zu Helia 
QEpizeuxis H.) gezogen, und Walker, der wie Hübner Exemplare aus 
Georgien vor sich hatte, hat diesen Fehler getreulich beibehalten. Die 
borstig lang gefransten Fühler des Männchens sind bis gegen die Mitte 
merklich verdickt; hier macheu sie einen kleinen sanften Bogen, worauf 
die zahnartige Erweiterung der Innenseite, mit einigen geraden, senk- 
rechten Härchen, folgt; dann sind sie dünner mit kürzeren Fransenhaaren. 
Die dünnen, behaarten, bogenförmig aufgekrüraniten Taster haben die 
Länge des Rückenschildes; das fein gespitzte, an der Wurzel und am 
Ende weissHche dritte Glied hat die halbe Länge des Mittelgliedes oder 
ist auch noch etwas länger. Die Vorderbeine sind dünn und bleichgelblich; 
die Fussglieder auf dem Rücken braun ausser an den Enden; der Schenkel 
hat auf der Unterseite an der Mitte einen aus ungleichen, tiefschwarzen 
Schuppenhaaren gebildeten Streifen; das Schienbein trägt eine eben so 
lange Platte mit dicht anliegenden bräunlichen Schuppen, die auf dem 
Rücken au der Basis angeheftet ist und so anliegt, dass sie einen Theil 
des auf diese Weise verdickten Schienbeines auszumachen scheint; unter 
dieser Platte sitzt ein langer, bleichgelber Haarpinsel, der selten ganz 
hervorragt. 

Die dunkel staubgrauen , am wenigsten gegen den Vorderrand 
dunkler bestäubten Vorderflügel haben, ausser einem schwarzen Querstrich 
nahe der Wurzel, auf dem Vorderrande 3 tiefschwarze Flecke, die zwei 
ersten schräg gelegt und unten zugespitzt. Vom ersten, am Anfange des 
zweiten Drittels liegenden, geht in hellem Grunde eine nur auf den Adern 
durch Fleckchen ausgedrückte, wellig geschwungene Querlinie; der 
zweite, unter welchem sich ein stumpfwinkliger, nach aussen geöffneter 
schwarzer Querstrich auf der Querader zeigt, schliesst sich an eine aus 
schwarzen hell urazogenen Aderpunkteu bestehende Querlinie an, die einen 
starken Bogen nach aussen macht und hinter der Mitte des Innenrandes 
endigt; der dritte füllt den Raum zwischen der Flügelspitze und der we- 
nig gekrümmten Querlinie, welche aus bleichgelben, getrennten Häkchen 
besteht, die auf der hohlen, der Wurzel zugewendeten Seite dunkel oder 
braun ausgefüllt sind. Den Hinterraud umzieht eine Linie aus schwarzen 
Strichen. Die einfarbigen Fransen sind wenig heller als die Grundfarbe, 



28 Prof. P. C. Zell er: (474) 

Hiuterflügel heller, mit verloschenem Qiieraderstrich , eiuer deut- 
lichem, schwärzlichen, vollständigeu Querlinie in der Mitte und einer 
weisslichen, aus dem Analwinkel kommenden, den Vorderrand nicht errei- 
chenden Querlinie, die einwärts breit schwärzlich beschattet ist. Die 
schwärzliche, durch die Adern unterbrochene Hinterrandlinie wird deut- 
licher als auf den Vorderflügeln durch eine feine, bleichgelbe Linie von 
den Fransen gesondert. 

Unterseite der Flügel am Vorderrande gelblich mit brauner Bestäu- 
bung und von zwei vollständigen, deutlichen, braunen Querstreifen durch- 
zogen, deren äusserer mit einer schwach sägezähnigen, gelblichen Linie 
eingefasst ist. Die Grundfarbe der Vorderflügel ist braungrau, der Hiuter- 
flügel hellgrau mit schärferer schwarzer Sichel auf der Querader als an 
den Vorderflügeln. 

Vaterland: New York (Grote), Massachusetts (Tackard). 

Zanclognatha deceptricalis n. sp. 

Alis ant. obscure cinereis, striga venae transversae maculisque 2 costae 
fusco-nigris, posteriore in strigam arcuatam , serratam continuata, 
striga postica dentata pallida, intus fuscoraarginata. 9- 

Nur ein Exemplar, das ich bisher unter Lituralis stecken hatte. 
Es unterscheidet sich aber von dieser sehr sicher durch deu Mangel des 
schwarzen Aplcalflecks der Vorderflügel und durch die Vollständigkeit 
der hintern bleichgelbeu Querlinie, welche einwärts breiter und dunkler 
braun schattirt ist; ausserdem sind die Flügel mehr gestreckt, von anderer 
Grundfarbe, und die Vorderflügel haben auf der Unterseite nur eine 
Querliuie. 

Kleiner als Lituralis. Körper grau, am hellsten am Kopf und au 
den Tastern; die Stirne mit einem kegelförmigen Haarbusch. Die Taster 
aussen wenig verdunkelt, von Länge des Rückenschildes, bogenförmig 
aufgekrümmt, ziemlich schlank, zusammengedrückt, schuppenhaarig; das 
Endglied V3 so lang wie das zweite Glied. 

Vorderflügel 5'" lang, mit sanft convexem Hinterrande, grau ohne 
gelbliche Beimischung. Nicht weit von der Wurzel ist ein schwarzer, auf 
dem Vorderrande wenig merklicher, welliger Querstrich, der nicht den 
Innenrand erreicht. Dann folgt auf dem Anfange des zweiten Drittels ein 
braunschwarzer Costalfleck, an deu sich eine feine, zickzackförmige, bis 
zum Innenrand reichende, aber nicht deutliche Querlinie anschliesst. In 
der Flügelmitte folgt der zweite Costalfleck, der sich mit seiner schräg 
nach hinten gerichteten Spitze in eine feine, schwarze Sägelinie fortsetzt, 
die in einem starken und weiten Bogen nach dem Innenrande beim 
Innenwinkel läuft. Dicht vor der Spitze kommt eine bleichgelbliche 



('A7^') Beiträge zur Kenntniss der nordamerik. Naclitfalter. 29 

vollständige, ziemlich grade, gezähnte Querlinie vom Vorderraude herab; 
sie läuft in den Innenwinkel und ist einwärts breit duukelbräuulicb schat- 
tirt, am dunkelsten im obersten Drittel und am Innenwinkel. Den Hinter- 
rand fasst eine aus schwärzlichen Strichen zusammengesetzte Linie ein. 
Die Fransen heller grau. 

Hinterflügel grau, gegen den Vorderrand weissgrau; der Querader- 
punkt und die braune mittlere Querlinie verloschen. Die weissgraue, aus 
dem Analwinkel hervorgehende, schwach gezähnte Querlinie ist einwärts 
breit dunkelgrau schattirt und erreicht verloschen den Vorderraud. Die 
schwärzliche Hinterrandlinie ist durch die Adern unterbrochen. 

Unterseite hellgrau, braun bestäubt. Die dunklern Vorderflügel 
haben hinter den zwei dicken Mittelpunkten eine deutliche, auf dem Vor- 
derrande verstärkte, nach aussen convexe Querlinie und in der Spitze 
einen bleichgelblicheu, einwärts dunkel schattirten Wisch. Auf den Hin- 
terflügeln sind der Mittelfleck und die schwärzliche und die bleichgelbe 
Querlinie sehr deutlich , letztere aber nur wenig dunkel schattirt, am 
meisten am Vorderraude. 

Vaterland wahrscheinlich Ohio. Ich erhielt mein Exemplar von 
Schläger unter dem Namen Bipunctalis. 



Coptocnemia n. g. Tab. II, fig. lO a et b. 

Antennae setaceae, ciliatae, dorso ultra medium setis 4 adscendentibns 

instructo. 
Ocelli distincti. 

Fasciculus squamis compositus frontalis breviter conicus. 
Palpi labiales thorace breviores, subarcuati, articulo secundo compresso, 

sensira dilatato, articulo terminali brevi filiformi. 
Haustellum mediocre. 
Pedes elongati, anticorum tibiae femoribus duplo breviores, subtus peui- 

cillo instructae; posticorum tibiae postice subarcuatae, superius excisae 

et villis longiusculis vestitae. 
Ventris basis obtecta pilis longis. 
Alae latae, anteriores acutae subtus flocco pilorum infra medium. 

Das Hauptmerkmal dieser Gattung geben die männlichen Hinter- 
schieuen; diese haben die Länge der dünneren Schenkel und sind auf der 
obern Seite mit einem Ausschnitte versehen, der mehr als Yg der Länge 
einnimmt und auf seiner grossem Hälfte, jedoch reichlicher auf seinem 
Anfange mit langen, zottigen Haaren bekleidet ist; die zwei Paar Dornen 
sind von ansehnlicher Länge, jedes Paar aber ungleich. Ferner trägt die 
kurze Vorderschiene auf der Unterseite beim Anfange einen anliegenden 
Haarpinsel, der ein schmales Hornplättchen zu verdecken scheint und bis 



30 Prof. p.c. Zeller. (476) 

über die Hälfte der Schieue reicht. Ausserdem haben die borsteuförmigeu, 
etwas weitläufig und fein gefransten Fühler auf dem Rücken hinter der 
Mitte eine Reihe von 4 zarten, ziemlich langen, etwas nach vorn geneig- 
ten (nur durch die Lupe gut sichtbaren) Borsten. Endlich haben die Vor- 
derflügel auf der Unterseite in der Zelle zwischen dem ersten und zweiten 
Medianast eine starke, aufgerichtete Haarflocke. 

Der Stirnbusch ist kurz. Die Taster sind etwas kürzer als das 
Rückenschild, sanft aufgebogen, haarig beschuppt^ das zweite Glied zusam- 
mengedrückt und allmälig erweitert; aus seinen Endschuppen ragt das 
dritte Glied hervor, welches glatt und fadenförmig und kürzer als die 
Hälfte des zweiten ist. Der Hinterleib ist schlank ohne Schuppenhöcker 
auf dem Rücken. 

C. floccalis u. sp. 

Dilute luteo-fuscescens, collari obscure cinereo; alae anteriores puncto 
discali nigro, niacula venae transversae annulari fusca, nebula fusca 
ex apice oblique in dorsum directa ibique condensata. c^. 

Grösse des Pechipogon harhalis. Färbung der Flügel hell lehmbräun- 
lich, hier und da mit dunklem Wischen; der grosse, schwarze Discalpunkt 
der Vorderflügel ist die stärkste Zeichnung; nächst ihm tritt der niereu- 
förmige Ring auf der Querader hervor. 

Der Kopf und der breite Kragen ziemlich dunkel schiefergrau. An 
den Tastern ist das Endglied mit weisslicher Spitze versehen. Die Brust 
ist (wohl hauptsächlich durch Abreibung der Deckschuppeu) seidengläu- 
zend schneeweiss, wie die Vorderhüften, Hinterscheukel und Hinterschie- 
nen auf der abgewendeteu Seite; die Haare der letztern sind hellblond, 
die am Anfange des Bauches weiss, ohne Glanz. Afterbuscb gelbbraun, 
zugespitzt. 

Vorderflügel T" lang , etwas gestreckt und zugespitzt mit fast 
gradem Vorderrande und sanft convexem Hinterrande ohne Einbiegung 
unterhalb der Spitze. Die Fläche ist bräunlich bestäubt, am Vorderrande 
mit 4 dunklern Stellen in ziemlich gleichen Abständen. Der starke schwarze 
Discalpunkt ist etwas weiter von der Flügelbasis entfernt als vom brau- 
nen, in der Mitte hellen, nierenförmigen Queraderfleck. Aus der Flügel- 
spitze, dem Hinterrande näher, zieht ein dunkler Nebel schräg einwärts 
herab, verschwindet eine Zeit lang fast ganz und erscheint wieder am 
Innenrande vor dem Innenwinkel als ein grösserer, dunkler Nebelfleck 
Dem Hinterrande parallel und ihm näher liegt eine Reihe von 4 weit- 
läufig gestellten schwarzen Punkten, von denen die zwei gegen den Vor- 
derrand deutlicher sind , am meisten der im Apicalnebel liegende. Der 
Hinterrand trägt 7 dunkel gelbbraune verwischte Punkte vor den braun- 
grauen, gegen die Flügelspitze bräunlichen Fransen. 



/'<-■7^ Beiträge zur Kenntniss der norJamerik. NaclilfalltT. gj 

Hinterfliigel mit verloschenem, braunem Punkt der Qiierader und 
einer dem Hinterraiide doppelt so nahen Querreihe vveltläutig gestellter 
schwarzer Punkte, von denen der am Analwinkel in einem Nebelfleck 
liegt. Die Hinterrandpuukte deutlicher als auf den Vorderflügeln. 

Unterseite Jieller mit schärferer Zeichnung. Der Discalpuiikt und 
der Nierenfleck der Vorderflügel sehr deutlich; letzterem näher als dem 
Hinterrande eine mehreckige, feine, schwärzliche Querlinie, die am ersteji 
Medianaderast hinter dem röthlichblonden Haarbusch aufhört. Auf den 
Hinterflügeln geht vom verloschenen Queraderfleckchen eine graue Schat- 
tenlinie zum Inneurande; hinter der Mitte ist eine andere, nur auf ihrer 
Costalhälfte deutliche \ zwischen ihr und den deutlichen Hinterrand- 
punkteu ist noch eine sehr verloschene Querlinie zu erkennen. 

Vaterland: Texas (BoU), 1 s^ im Cambridger Museum. 



Aciflalia pur ata Gu. 

Alis uiveis, posterioribus integris rotundatis, puncto venae transversae 
omnium uigro, striga postica anguloso-undata fusca, raaculis duabus 
in anterioribus strigae adjecta nebulaque fasciata in posterioribus 
fuscis. (^. 

— Guenee Geom. I. p. 488, pl. 7, fig. G. — Walker Cat. 
Geom. p. 720. 

Gueuee's Abbildung ist, wenn sie nicht das mir unbekannte ^ 
vorstellt, kaum keuntlich, und seine Beschreibung zu kurz. Ich beschreibe 
also die Art vollständiger. 

Diese zwerghafte Vetreterin unserer Paludata^ ganz ohne Ausbuch- 
tung der Hinterflügel, auf allen Flügeln mit hervorstechendem, schwarzen 
Mittelpunkt und ohne die kappenförmigen Wellen der hintern braunen 
Querlinie ist kleiner als die kleinsten Exemplare der Paludata oder 
Decorata var. congruata. Der ganze Körper schneeweiss, der Kopf braun, 
im Gesicht sehr dunkel. Fühler gelbbräunlich. Beine braun angelaufen; 
die hintern viel kürzer als die mittlem, die weissen, zusammengedrückten 
Hinterschieneu ohne hervorstehende Dornen, etwas länger als die Schenkel; 
Hinterfüsse gelblich, ziemlich dünn fadenförmig, über halb so lang wie 
die Schienen. 

Vorderflügel 3%'" lang, etwas gestreckt (wie bisweilen bei Palu- 
data), spitz mit sanft und gleichmässig zugerandetem Hinterraude, schnee- 
weiss mit zerstreuten, leicht vergänglichen, schwarzen Schüppchen. Die 
erste braune Querlinie sehr verloschen, am lunenraude durch schwarze 
Schüppchen verstärkt. Der Querader- (Mittel-) Punkt sehr deutlich 
schwarz. Die hintere, feine braune Querlinie bildet keine kappenförmigen 
Wellen, sondern erst einen spitzen Winkel, darauf einen grössern sanften 

5 



32 Prof PC. Zell er: (478) 

Bogen der Querader gegenüber, worauf sie concav gekrümmt in den 
Iniienrand läuft; an der ersten Coucavität ist sie am stärksten durch 
schwarze Schüppchen verdickt, weniger au ihrem untersten Drittel. lu 
der ersten Concavität, also auswärts, liegt ein brauner Schuppenhaufen, 
der einen Fleck bildet; ein zweiter länglicher, nebelförniiger, brauner 
Fleck ist in der zweiten Concavität und reicht bis zum Innenrande; beide 
Flecke sind durch graue Scliatteu vei-buuden. Zwei solche Schattenstrei- 
fen zeigen sich auch, den Concavitäten der Querliuie gegenüber, dicht vor 
der aus schwarzen Strichen gebildeten Hinterrandlinie. Die innere Hälfte 
der Fransen ist braungrau bestäubt, die äussere weiss. 

Die weissen Hinterflügel sind ähnlich gezeiclinet; nur macht die 
liintere Querlinie keine scharfe Ecke, und der sie auswärts begleitende 
Schatten reicht zusammenhäng'end vom Vorder- zum Inueurande. Die 
zwei Nebelflecke vor den schwarzen Hinterrandstrichen sind schwach; an 
der Stelle, wo bei Paludata die Einbuchtung ist, liegen statt eines lan- 
gem schwarzen Strichelcheus zwei kürzere. Fransen wie bei den Vorder- 
flügeln. 

Unterseite mit sehr deutlichen schwarzen Mittelpunkten und Hinter- 
randstrichelchen. Die Vorderrandhälfte der Vorderflügel und ein Quer- 
sihatten zwischen Mittelpunkt und Hinterrand bräuulichgrau. Die Hinter- 
flügel haben hinter dem Mittelpunkte eine schatteugraue, verloschene 
Querlinie. 

Vaterland: Texas (Bell). \ (^ im Cambridger Museum. 

Acldalia ferrnmiiiaria n. sp. 

Pedibus posticis q^ maucis, ^ 4 calcaratis; alis rufesceutl-ochraceis vel 
ochraceo-rufescentibus , anterioribus fascia media nigricanti strigaque 
puuctorum majusculorum dentata nigra per posteriores continuata. c^V- 

Die mehr noch als bei Straminata etc. verkümmerten (^ Hinterbeine 
beweisen, dass diess eine echte Acidalia ist, der sich aber, wenn man 
diesen Umstand und die Färbung berücksichtigt, in der Gesellschaft der 
europäischen Arten kaum ein passender Platz anweisen lässt. 

Grösse kaum wie Muricata. Körper röthlich ochergelb oder ocher- 
gelbröthlich. Gesicht etwas gebräunt. Taster kurz, spitz, röthlichgelb. 
Fühler röthlichgelb, beim (^ durch feine, braune, behaarte Kammzähne 
doppelt gefiedert. Hinterleibssegmente am Anfange mehr oder weniger 
braunstaubig. Beine röthlichgelb; die (^ Hinterbeine ganz verkümmert, 
klein und blassgelblich; die Schiene ein wenig länger als der Schenkel, 
schwach verdickt; der Fuss aus zwei Gliedern bestehend, dessen erstes 
so lang wie die Schiene, aber etwas dünner, das zweite sehr kurz, dünn 
und zugespitzt ist. Beim ^ sind die Hinterbeine regelmässig ausgebildet 
mit ■? Paar ansehnlichen Dornen, deren oberstes bei % angesetzt ist. 



r47f) ) Beiträge zur Kenntniss der nordamerik. Naclitt'diter. -ig 

Vorderfliigel 4— 4V2'" lang, mit deutlicher Spitze, vor welcher der 
Vorderraiid etwas convex ist. Grundfarbe wie die des Körpers. Die 
iVlittelbinde wird gebildet durch eine schwarze, wellige, auf der Median- 
und Subdorsalader winklige, grobe Querliuie , die auf der Aussenscite in 
ansehnlicher Breite vou einem röthlichbrauueu Schatten begleitet ist, 
dessen Aussenrand auch in einigen scharfen Ecken hervortritt. Kiu 
schwarzer Mittelpunkt fehlt. In der Mitte zwischen dieser Binde und dem 
Hinterrande ist eine Querreihe grober, schwarzer Punkte, die im Innen- 
winkel endigt und bei y^ und unter ihrer Mitte einen ausspringeudeu 
Winkel bildet; die Punkte sind hier und da durch feine, schwärzliche 
Linien yerbunden. Den Iliuterrand entlang zieht eine Reihe schwarzer, 
strichförmiger Punkte, die nicht so scharf wie jene sind und bei dem 
einen duukelröthlichen (^ in dunklem Staube, der den Minterraud uebLl- 
artig begleitet, fast verschwinden. Fransen wie die Grundfarbe oder etwas 
violettgrau. Die schwarzen groben Punkte haben auf allen riii'dn 
etwas Glanz. 

Hiuterflügel mit gerundetem Hinterrande, doch ziemlich deutlichem 
Analwiukel, uud vou gleicher Grundfarbe wie die Vorderflügel. Nur auf 
dem Innenrande zeigen sich vor der Mitte die Anfänge von zwei schwärz- 
lichen Querstreifen. Die Querreihe schwarzer Punkte der Vorderliügel ist 
als Fortsetzung vollständig vorhanden und bildet iu ihrer Vorderhälfte 
einen einspringenden Winkel. Zeichnung des Hiuterraudes weniger deut- 
lich als bei deu Vorderflügeln. 

Unterseite lebhaft röthlich ochergelb. Alle 4 Flügel haben schwarze 
Striche auf den Queradern, das ^ die deutlichsten. Die Querreihe schwar- 
zer Punkte ist recht deutlich, ebenso die Hinterraudpunkte. 

Vaterland: Texas (Boll), 11 c?, 1 ? iu meiner Sammlung. 

Encrostis *) phyllinaria. u. sp. 

Palpis et vertice flavidis, fronte cinnamomea; alis dilute viridibus, subtus 
magis albidis, auteriorum costa vittae instar flavida, strigis % paiiide 
ochraceis, opposite obscurius viridi-adumbratis; posterioribus rotun- 
datis, striga unica, interius viridi-adumbrata. <^. 

Zufolge des zu ^3 kammförmigen Fühlers, der kurzen Taster und 
der zweidornigen Hiuterschieuen ist sie eine echte J^ucrostis, die ebenso 
gut wie Indigenaria einen kleiueu Saugrüssel besitzt (den Guenee der 
Gattung abspricht). 

Grösse der Indigenaria. Kopf auf dem Scheitel bleich ochergelb, im 
Gesichte nach oben scharf abgeschuitteu hell zimmtfarben, nach unten 

*) Der Name, auf die Färbung der Fransen bei Indigenaria gehend, soll 
Schönfärbung bedeuten, müsste also richtig Euchrostis heissen (;j;9c<j(;tj^?, der Färber). 



34 Pi^of- ^ <^ Zeiler: (480) 

blässer; die Taster schwach, wenisj über das flache Gesicht hiiiaussteheud, 
hellgelb, mit nach uaten abstehenden Schuppeuhaaren und kahlem, etwas 
stumpfem Endgliede. Saug-riissel zusammengerollt, klein, bernsteingelb. 
Rückenschild (vielleicht entfärbt) bleich ochergelb. Beine ebenso gefärbt; 
an den hinteren die Schiene wenig länger als der Schenkel, durch dicht 
anliegende Haare etwas verdickt, am Ende mit 2 Dornen, von denen der 
längere durch Haare verdickt ist; der Fuss kaum halb so laug wie die 
Schiene. Hinterleib dünn, wenig die Hinterflügel überragend, bleich ocher- 
gelb, am Bauch weisslicher. 

Vorderfliigel 3V4 — S'/^'" lang, spitz mit schwach convexem Hiiiter- 
rande, hell apfelgrüii, längs des Vorderrandes in einer ziemlich schmalen 
Strieme hell ochergelb. Zwei dünne, so gefärbte, auf den einander zuge- 
kehrten Seiten dunkler grün beschattete Querliuien theilen den Raum in 
drei fast gleiche Theile; die erste läuft in einem nach aussen schwach 
convexen Bogen und ist etwas wellig; die zweite ist grader, mit drei 
schwachen Wellen. Als ihre Fortsetzung zeigt sich auf den Hiutertlügeln 
weit hinter der Mitte, eine einwärts grün beschattete, etwas wellige 
Querlinie, die hinter der halben Flügelbreite einen deutlichen Winkel 
bildet und den Innenrand bei % desselben erreicht. Die Fransen aller 
Flügel sind blassgrünlich, an der Wurzel durch eine gelbliche Linie gegen 
die Flügel begrenzt. Der Hinterrand der Hinterflügel hat keine Ecke, 
sondern geht in sanftem Bogen zum Aualwinkel, wo er mit dem Inneu- 
rande den Winkel der Indigenaria bildet. 

Unterseite weisslichgrün, am Vorderrande der Vorderflügel striemen- 
artig ochergelb und mit sehr verloschen durchscheinender hinterer Quer- 
liiiie ; die Hinterflügel noch weisslicher mit bleichgelber Vorderraudader. 

Vaterland: Texas (Boll). 3 ^J in meiner Sammlung. 

Anmerkung. Ich habe ein einzelnes, von Boll in Texas gefan- 
genes (^, das der Phyllinaria sehr nahe steht, aber nicht gut genug 
erhalten ist, um eine ausführliche Beschreibung zu gestatten. Es ist auch 
eine sichere Eucrostis^ etwas grösser (Vorderflügel ^^/^"' laug), fast von 
demselben Grün (das aber mit weissen Sommersprossen bestreut scheint); 
nur die Costa der Vorderflügel selbst ist bleichgelb, die zweite Querlinie 
grade und ohne jede Welle, ganz schmal und verloschen einwärts dunkler 
gesäumt, während die erste gar nicht gesäumt zu sein scheint, wenigstens 
nicht auf der zugewendeten Seite. Die Querlinie der Hinterflügel ist 
gleichfalls ohne Wellen, in der Mitte zu einem äusserst sturapfeu, kaum 
merklichen Winkel ausgebogen; der Htnterrand ist zwar gerundet, zeigt 
aber doch eiue Andeutuug von Erweiterung in der Gegend der Median- 
aderäste QfjKcr. rectillnea Mus. Z.). Dass diese Art nicht gleich Aplo- 
des rubivora Riley (First anuual report on the noxious ins. of Missouri 
1869, p. 139, pl. 2, flg. 25) sein kaun, geht aus der Angabe: the wings 



r<Cj^ Beiträge zur Kenntniäs der noidamenk. Nachtfalter. gg 

appear subbyaliiie (was sie bei den Eucrostis-ArteM gar nicbt sind) ber- 
vor; aucb glaube ich niclit, dass irgend eine Uucrostis-Rsbu^e die Sitten 
der Gattung Phorodesma hat, zu welcher diese Rabivora aller Wahr- 
scheinlichkeit nach gehört. 

Nemoria oporaria n. sp. 

Antenuis c? brevissime pectinalis, lutesceutibus^ alis sordide viridibus, 
Costa concoloi'e, ciliis paulo dilutioribus, striga postica pallida, teuui, 
subflexuosa, in posterioribus uuaugula. c^. 

Bedeutend kleiner als Viridata, wenig über der Euer, pkyUinaria, 
kenntlich an den kurzgezähnten Fülilern, der trüben, braungrüulichen 
Grundfarbe und dem gleichfarbigen Vorderrande der Vorderflügel. 

Körper bleichgrün; die Segmentränder des dünnen, zugespitzten 
Hinterleibes sowie der Bauch bleich ochergelb. Kopf olivengrün, am dun- 
kelsten im Gesichte. Taster sehr kurz, gerade, zugespitzt; Saugrüssel laug. 
Fühler lehmgelblich, am Enddrittel gezähuelt, übrigens mit zwei Reihen 
kegelförmiger, gefiederter Kammzähne. Beine bleich ochergelb; an den 
hintern die Schiene am Ende schwach verdickt mit zwei ungleichen Spo- 
ren; der Fuss wenig kürzer als die Schiene- Das Aftersegment des Hin- 
terleibs endigt mit einem zugespitzten Haarbusch, unter welchem zu jeder 
Seite ein kürzerer die Genitalien verdeckt. 

Vorderflügel 4V2'" lang, Hinterflügel mit stumpfer, doch deutlicher 
Ecke. Grundfarbe bräunlichgrün, trüb, am Vorderrande ungelichtet und 
ohne Punktirung; die Fransen ein wenig heller, auswärts an den Hinter- 
fiügeln mehr in's Weissliche als an den Vorderflügelu. Die letztern haben 
am Anfange ihres letzten Drittels eine verloschene, dünne, einwärts kaum 
etwas dunkler schattirte Querlinie, die in ein paar schwachen Krümmun- 
gen vom Vorderrand zum Innenrand zieht. Die Querlinie der Hiuterflügel 
ist fast noch verloschener (beim zweiten Exemplar fehlt sie fast ganz) 
um! auf der Hälfte in einen stumpfen Winkel gebrochen, 

Unterseite bleich graugelblichgrün, am hellsten auf den Hinterflügeln, 
besonders gegen die Wurzel, längs des Vorderrandes der Vorderflügel in's 
Gelbliche, bei dem einen Exemplar fast striemeuförmig. 

Vaterland: Die nördlichen Staaten Nordamerika's. 2 c? durch Dr. 
Packard in meiner Sammlung. 

Kpione mollicularia n. sp. 

Gen. Euchlaena Hbn. Cat. p. 293. 

Alis flavis, puncto disci raedii fusco, anteriorum area basali omuiumque 
area limbali latissinia rosea. <^. 

Sehr nahe der Vespertaria (parallelaria S, V.), aber mit vielen 
Verschiedenheiten : Die Hinterflügel haben eine tiefere, ungezähnte Aus- 



36 Prof. P. C. Zeller: (482^ 

buclituntr; die gelbe Giuudfarbe ist ungestiithelt; das roseiif'arbige Hiii- 
terraudfeld ist breiter, und namentlich auf den hintern fast geradlinig 
begrenzt, und auf den vordem auch der Raum zwischen der Wurzel und 
der folgenden Querliuie ganz mit Rosenfavbe ausgefüllt. 

Grösse der Vespertaria. Kopf und Taster röthlicbgelb. Fühler wie 
hei Vespertaria doppelt gekämmt mit hellgelbem Stiel. Rückenschild gelb, 
vorn orangerotb angelaufen. Beine liellgelb, auf der Lichtseite roth an- 
gelaufen; Hinterschieuen etwas verdickt, kürzer als bei Vespertaria, mit 
zwei Paar Dornen. 

Vordcrflügel in der Gestalt wie bei Vespertaria mit hellgelber Grund- 
farbe, ohne Querstrichelchen, doch mit sehr verloschen röthlichen, zer- 
streuten, nur auf dem Vorderrande bemerkbaren Schüppchen. Das Basal- 
feld ist blass rosenroth, gegen die Wurzel gelb gemischt; die feine, 
hellbraune Grenzlinie bildet unterhalb des Vorderrandes einen starken 
Bogen und geht dann sehr schräg rückwärts bis au den Innenrand. Das 
blassrosenrothe Hinterrandfeld ist breiter als bei Vespertaria^ und die 
braune Grenzlinie läuft ohne die tiefen Buchten der Vespertaria in schwach 
concavem Bogen herab und mit einer Welle nach dem Innenrande; an der 
riügelspitze ist die Farbe dieses Feldes ohne scharfe Begrenzung hellgelb. 
Die schwach- und stumpfgezähuten, rosenfarbenen, dunkler gefleckten 
Fransen werden durch eine bräunliche Linie von der Flügelfläche 
getrennt. 

Hiuterflügel unter der Spitze in einen ziemlich spitzen Zahn ver- 
längert und unter diesem mit einem flach gebogenen, zahnlosen Ausschnitt. 
Grundfarbe wie auf den Vorderflügeln bis au die Wurzel selbst. Der braune 
Mittelpunkt ist grösser als auf den Vorderflügelu. Das rosenfarbene Hin- 
terraudfeld wird durch eine sanft gekrümmte, kaum wellige braune Linie 
begrenzt, und an seinem Vorderraud und am Analwinkel tritt in ihm die 
gelbe Grundfarbe etwas hervor. Fransen wie an den Vorderflügeln. 

Auf der Unterseite ist besonders die Grundfarbe reichlich mit roth- 
bräunlichera Staub bestreut; die Rosenfarbe ist verblasst und lässt die 
Grundfarbe mehr hervortreten. Die braunen Mittelpunkte und die brauneu 
Grenzlinien sind stärker als auf der Oberseite. Aus der Spitze der Vorder- 
fiügel kommt nahe am Hinterrande ein schwarzes Strichelchen herab, das 
auf der Oberseite nur ganz schwach angedeutet ist. 

Ohne Zweifel ist beim ^ wie bei Vespertaria ^ das Hiuterrand- 
feld der Vorderflügel verengt, und seine Begreuzungslinie kommt aus der 
Flügelfpitze oder dicht davor vom Vorderrande. 

Vaterland: Texas (Boll). \ (^ im Cambridger Museum. 



(483) 



neilrägi- zur Kenntnisä der norJamerik Nachtfalter. 37 



Gen. Macäria. 



Zur sichern Unterscheidung der zahlreichen Arten dieser Gattung 
müssen diejenigen, deren iS eine Längsrinne an der Innenseite der ver- 
dickten Hinterschieuen haben, von den dieses Merkmal entbehrenden 
sorgfältig getrennt werden. Jene zeigen hinter der Mitte zwei ungleich 
lange Dornen und am Ende zwei viel kürzere, gleichfalls ungleiche, und 
in der Rinne einen langen Haarpinsel, der an der Schienen wurzel ent- 
springt und gewöhnlich in der Rinne versteckt liegt. Bei der andern 
Abtheilung sind die Hinterschieuen viel dünner, ohne Rinne, mit 2 Paaren 
längerer Dornen, die jedoch an gleicher Stelle wie dort angeheftet sind. 

Ich bin so glücklich gewesen, unter meinen 7 nordamerikanischeu 
Arten für 2 die Namen bei Gueuee und Walker mit Sicherheit heraus- 
zubringen. Sechs dieser Arten gehören in die obenbezeichnete erste 
Gruppe, deren Repräsentantin in Europa LitHruta Ist. Ich beschreibe 
davon nur 3, weil ich von den andern nur je 1 Exemplar besitze. 

1. Consimilata n. sp. 

Caesio-cinerea, capite collarique ferrugineis-, alis ant. acutioribus infra 
apicera leviter excavatis , maculis costae 4 imparibus cinnaniomeo- 
fuscis, quarta praecedenti propinqua, iuferius in (S ferrugiueo alluta. 

Die nächste Verwandte unserer Liturata, verschieden von ihr durch 
spitzere Vorderflügel und stärker verlängerte Ecke der Hinterflüge!. 
Beim c^ ist der eine Sporn des ersten Paares an den Hinterschienen nur 
halb so lang wie der andere (bei Liturata V4) und das Endpaar kürzer 
und ungleicher als bei Liturata. Von den zinimtbraunen Costal flecken der 
Vorderflügel stehen die zwei hintersten einander näher; der äusserste ist 
schmäler und dunkler als bei Liturata, steht etwas weiter vom Hinter- 
rande ab und hat nur beim (J unter seinem Ende eine rostgelbliche Lich- 
tung der Grundfarbe (sonst fehlt alles Rostfarbene auf der Oberseite), 
und unterhalb dieser ist, gleichfalls beim (^ ein sehr undeutlicher, verlo- 
schener, gelbbräunlicher Fleck; dass der Costalfleck etwas schräger ein- 
wärts liegt, mag keine specifische Bedeutung haben, da Liturata darin, 
sowie in der Gestalt und Grösse des Flecks sich veränderlich zeigt. Nur 
vom zweiten Costalfleck geht ein dunklerer Schatten der Grundfarbe, 
beim § am entschiedensten, bindenartig durch alle Flügel; diess mag 
aber, sowie das Hervortreten von brauneu Fleckchen auf deu Aderu^ 
welche den oft bei Liturata vorhandenen, aus braunen Punkten gebil- 
deten Querlinieu entsprechen, der Veränderlichkeit unterworfen sein. — 
Die busenförmige Aushöhlung des Hinterrandes unterhalb der Spitze ist 



33 Prof. PC. Zeller: (484) 

wie bei Liturata und wird durch die hier rerdickteu braunen Sl riebe, 
mit denen der Hinterrand eingefasst ist, hervorgelioben. 

Auf der Unterseite fehlt die breite, helle Rostfarbe durch alle Flügel. 
Der lielle, weissliche Fleck in der Vorderflügelspitze der Liturata ist mit 
Gelb gemischt und wenig abgegrenzt, und ebenso wenig auflPallend ist 
auf den Hiuterflügeln der Raum vor dem Hinterrande, der bei Liturata 
als weissliche Randbinde durch die ocherfai bene Binde scliarf abgegrenzt 
wird. Die braunen Hinterrandpunkte sind besonders beim cT ^^''i'' 
deutlich. 

Vaterland: Wahrscheinlich Massachusetts. Ein gutes durch Dr. 
Packard erhaltenes Paar in meiner Sammlung. 

Anmerkung. Guenee nennt seine Praeatomata (tteoui. 2 p. '^6) 
voisine de notre Liturata^ sondert sie aber tou dieser, der meine Con- 
similata so äusserst ähnlich ist, durch eine andere Art ab. 

2. Galbineala u. sp. 

Capite collarique ochraceis; alis ant. acutioribus infra apicem leyiter ex- 
cavatis, albidis, griseo-strigulosis, anteriorum costae maculis 4 impa- 
ribus, quarta magna ferrugiueo-fusca, macula infra eam obsoleta 
concolore. (^. 

Ohoe Vergleich der Hiuterschienen wird man diese Art in die Nähe 
der Notata stellen und sie durch etwas andere Grundfarbe, die spitzeren 
Vorderflügel, die Verloschenheit des Flecks, der unterhalb des 4. Costal- 
flecks liegt, und die nicht dunkler gefärbten Fransen der Aushöhlung des 
Hinterrandes unterscheiden. Sie steht aber in Allem der Consimilata sehr 
nahe, nur dass ihre Grundfarbe durch die verwischten bräunlichgrauen 
Querstrichelchen schmutzig weisslich erscheint. 

Kopf, Halskragen und Fühler rostgelb. Rückenschild weissgrau. 
Hinterleib und Unterseite ochergelblich angelaufen, vorzüglich die vier 
vorderen Beine auf der Ausseuseite. 

Flügelfarbe weisslich, durch reichliclie, blasse, bräunlichgraue Stäub- 
chen verdunkelt. Die Vorderflügel zugespitzt, auf dem bräunlich punk- 
tirten Vorderrande mit 4 braunen Flecken in gleichen Entfernungen von 
einander; der erste und der dritte sind die kleinsten; von dem stärkeren 
dritten geht ein grauer, blasser Schatten quer über den Flügel, wohl 
auch oft über den ganzen hintern; der vierte Fleck ist der grösste, läng- 
lich, herabhängend, rostbraun, hinten ziemlich gerade abgeschnitten; von 
ihm geht auch ein bisweilen deutlicher, immer aber breiter Schatten 
herunter, in welchem zwischen den zwei untersten Aesten der Mediaii- 
ader ein rostbräunlicher, verwischter (bei 4 Exemplar fehlender) Fleck 
liegt, der vor sich 1 — 2 braune nudeutliche Punkte liat. Die zu Strichen 
ausgezogenen braunen Hinterrandpnnkte sind nur au der Ausbu'^htuug 



r485") Beiträge zur Kc-nntiiiäs der nordamerik. Nachtfalter. gg 

etwas verstärkt; die Fransen habea die Farbe der Flügel und sehr A'er- 
loschene oder keine grauen Würfelfleckchen. 

Hiuterflügel mit stark heryortretender Ecke, entweder mit breiter» 
sehr verloschener Schattenbiude hinter dem undeutlichen Mittelpunkte 
oder auch ganz ohne diese; bei dem einen Exemplar breitet sich dieser 
graue Schatten bis au den Hiuterrand aus. Hiuterraudpunkte sehr undeut- 
lich oder fehlend. 

Auf der reinen weissen Unterseite sind der Vorderraud und die 
Adern ochergelb angelaufen; der vierte Fleck der Oberseite ist ochergelb 
und begrenzt den hellen, weisslicheu Raum der Flügelspitze scliarf. Die 
4 schwärzlichen Queraderpunkte sind deutlich, wenn auch nicht scharf. 
Auf den Hiuterfliigelu läuft mitten zwischen dem Queraderpunkt und dem 
Hinterrande eine breite, ochergelbe Binde, die aber dem Punkt gegenüber 
fast durchbrochen ist und nur verloschen den Analwinke! erreicht. Die 
verloschenen brauneu Randpunkte sind auf deu Vorderflügeln am deut- 
lichsten. 

Vaterlaud: Massachusetts, woher ich meine 3 (^ durch Dr. Packard 
erhielt. 

3. Succosata n. sp. 

Caesio cinereo albidoque niixta, aus anterioribus acutis, infra apicem 
leviter excavatis, costae maculis 3 fuscis in strigas repandas continu- 
atis, quarta ferrugineo-fusca, infra eam macula prope ad strigam 
tertiam. ^^. 

Eine hübsche, scharf gezeichnete Art, bei welcher der rostbraune 
Costalfleck und der darunter befindliche schwarzbraune lebhaft hervor- 
treten. Körper schiefergrau mit braunen Stäubcheu, die an den weisslich 
gesäumten Hinterrändern der Hinterleibssegmente zu je zwei Fleckcheo 
zusammentreten; der Kopf und der Kragen, wenigstens des c^, hat eine 
blassgelbliche Beimischung. Die gelbbräunlichen Fühler sind au der 
Wurzelhälfte auf dem Rücken wtisslich uud braun gefleckt. Die Beine 
sind bleichgelblich, braun punktirt uud gefleckt. 

Grundfarbe der Vorderflügel eigentlich weiss, aber so reichlich mit 
Schiefergrau überzogen, dass sie nur im Mittelfelde und au einigen an- 
dern Stellen hervortritt. Die Vorderflügel sind spitz, nicht so sehr wie 
bei den zwei vorhergehenden Arten, beim c^ aber erheblich mehr als 
beim §, bei jenem 6V2'" lang, bei diesem Sy^. Auf dem Vorderrande 
liegen 3 braune, längliche, schräge Flecke, jeder in eine uuregelraässige 
kappenförmige , brauuschieferfarbeue , erweiterte Querlinie fortgesetzt; 
die dritte ist einwärts schmal weissgesäumt uud hat, dem untern Ende 
der Ausbuchtung gegenüber, eine sehr lichtgelbe Stelle vor sich uud einen 
schwarzbraunen , durch die weisse Einfassung von ihr getrennteu Fleck 

6 



40 Prof. p.c. Zeller: ^^gß-j 

hinter sich. Der vierte Costalfleck ist duukel rostbraun, länglich herab- 
hängeud und unter- und hinterwärts bis zum Hinterrande von weissücher 
Farbe begrenzt. Ein weisser Streif zieht von dem schwarzbraunen Fleck 
bis zum Innenwinkel. Beim (^ befindet sich zwischen der Median- und 
Subdorsalader nahe der Wurzel eine ziemlich ansehnliche, ovale, schräge 
glasartige, beuleuartige (auf der Unterseite concave) Stelle, die den 
zwei vorhergehende]! Arten ganz fehlt. Bei dem (^ ist der Vorderraud 
deutlicher als beim ^ hellgelb, mit kleinen schwarzen Strichelchen. Die 
Hinterraudstrichelchen sind schwarz und scharf ausgedrückt. Fransen 
hellgrau mit dunklen Würfelfleckeu, die au der Ausbuchtung braun 
werden. 

Auf den etwas hellem Hinterflügeln läuft eine schiefergraue, wel- 
lige Querlinie vor dem deutlichen schwarzen Mittelpunkte. Das c^ hat 
eine den ^ fehlende solche angefangene Querlinie am lunenrande. Dicht 
über dem Analwinkel fängt eine solche Binde au, die sich gogeu den 
Vorderrand erweitert und ziemlich weit vor ihm eine Ecke bildet. Die 
braunen Hiuterrandpunkte sind deutlich, beim c;^ lang gezogen. Die 
Flügelecke ist ganz deutlich, doch nicht verlängert. Fransen grau, an 
den Aderenden bräunlich durchzogen. 

Auf der blässern Unterseite sind die Wellen der Vorderflügel un- 
deutlich, die der heller und reiner weissen Hinterflügel desto deutlicher. 
Der Vorderrand der Vorderflügel ist breit ochergelb angelaufen und der 
vierte allein vorhandene Fleck ebenso gefärbt oder etwas dunkler. Die 
Ausbuchtung ist mit einer schwarzbrauueu Linie umzogen, und ihre Fran- 
sen sind braungrau. Die Binde hinter dem sehr scharfen Mittelpunkte ist 
mehr oder weniger reichlich ochergelb gemischt. 

Vaterland: Massachusetts, woher ich durch Dr. Packard 1 (i*, 2 ^ 
erhielt. 

Meine drei andern zu dieser Abtheilung gehörenden Arten erman- 
geln der Aushöhlung des Hinterrandes der Vorderflügel gänzlich j eine 
derselben ist 

4. Ocellinata Gn. 

— Guenee Geom. 2, p. 85. - Walker Cat. Geom. XXHI. p. 883. 

Die Bandelette subterminale (die vielmehr eine vollständige dunkel- 
graue Binde ist) hat an ihrem hintern Rande drei hervorstehende Ecken, 
die unterste im Innenwinkel, in denen sie schwarz bestäubt ist, am mei- 
sten in der mittelsten. Die schwarzen Punkte, die au ihrem Inuenraude 
auf den Adern liegen, sind mehr oder weniger vollständig und scharf. 
Diese Binde setzt sich auf den Hinterflügela, nachdem sie einen Winkel 
gebildet hat, bis zum Innenrande dicht über dem Analwinkel fort; sie 
hat hier und da kleine schwarze Schuppenfleckchen, die stärksten auf den 



r jg7") Beiträge zur Kenntniss der norJamerlk. Nachtfalter. Ai 

Aesteu der Mediaaader, und unter diesen werden sie von einer undeut- 
lichen und wohl selten vollstäudig-en hellgrauen Linie durchzogen. Auf 
der Unterseite ist sie auf dem weisslichen Grunde überall sehr deutlich 
begrenzt, und hier ist auch die helle sie durchziehende Linie, nur in 
ochergelblicher Farbe, gut ausgedrückt. 

Vaterland: Massachusetts, von wo ich 3 (^ von ungleicher Grösse 
durch Dr. Packard erhielt. 

Aus der zweiten Gruppe dieser Gattung — mit unverdickten Hinter- 
schienen ohne Längsfalte — , zu welcher von Europäern Notata^ Alter- 
nat a, Signaria und Äestimaria gehören, habe ich vor mir: 

5. Aemiilataria Walker. 

— Walker Cat. Geom. p. 884. 

Parva, albida, griseo-obscurata, capite collarique ochraceis; alis aut. iufra 
apicem excavatis, strigis 3 griseis, macula costae ferrugineo-fusca in 
fasciam cinereara continuata, macula intra eam fusca dissecta, mar- 
gine postico fusco-punctato 5 posterioribus postice late cinerascen- 
tibus. (j". 

So ähnlich unserer Notata^ dass sie sehr schwer davon zu unter- 
scheiden ist, worüber Walker kein Wort sagtl Ihre Kleinheit macht sie 
am besten auf den ersten Blick kenntlich. Ihre braunen Hinterraudstriche 
auf den Hinterflügeln (wofür Notata eine feine, zusammenhängende Linie 
hat) nähern sie der Alternata^ die aber viel reichlicher schiefergrau 
gefärbt ist, und deren Hiuterflügel auch eine schärfer vortretende Ecke 
liaben. 

Vorderflügel 5'" lang gegen gewöhnlich 7'" der Notata. Die drei 
Querlinien, die sich auf der Subcostalader auswärts biegen, sind auf dem 
Vorderrande nur verdunkelt; die dritte, die eher als aus einem Costal- 
fleck entsprungen angesehen werden kann, läuft dicht an dem grauen 
Bande, in welches der rostbraune Costalfieck übergeht. In diesem liegt 
der wie bei Notata durch die Adern dreitheilige gelbbraune Fleck, dem 
sich, gleichfalls wie bei Notata., zwei Punkte der dritten grauen Querlinie 
zu einer Gruppe anschliessen. Die dunkelbraunen Punkte des Hinter- 
randes vereinigen sich au der Ausbuchtung zu einer verdickten Linie, 
und hier sind die Fransen, ausser in einer feinen Basallinie derselben 
schwärzlich, ohne die hellen Stellen der Notata. 

Auf den Hiuterflügeln läuft hinter dem Mittelpunkte eine graue, 
auf den mittlem Adern braun punktirte Querlinie, hinter welcher der 
Raum bis zum Hinterrande staubgrau ausgefüllt ist, jedoch mit einer 
hellen, undeutlichen, aus dem Analwinkel entspringenden Querlinie. 
Fransen hell , hinter der gelblichen Wurzel mit einer grauen Linie 

6 * 



42 Prof. p.c. Zeller: (-4gg-) 

durchzogen, au der Spitze der Ecke ohne den bei Alternata gewöhnlichen 
braunen Fleck. 

Die Unterseite ist wie bei Notata. 

Offenbar steht diese Art zwischen Notata und Alternata. 

Vaterland: Texas (Bell). 1 cJ in meiner Sammlung. 

Fiflonia halesaria n. sp. 

Alis supra luteo-fuscescentibus, auteriorum costa vittae instar pallide 
ochracea, interrupta, ciliis tessulatis; posterioribus subtus pallide 
ochraceis, fasciis 4 ex maculis albis nitidulis, quarta autemarginali 
maculis ovatis, late discretis coraposita, (^. 

Unserer Fasciolaria so ähnlich, dass sie als deren Stell Vertreterin 
auf dem westlichen Continente anzusehen ist", sie ist etwas grösser als 
Fasciolaria., mit gestreckteren Vorderflügeln, besonders aber dadurch 
verschieden, dass sie auf der Unterseite der Hinterflügel glänzend weiss- 
lich gefleckt ist, und dass die eiförmigen Flecke der vor dem Hinterrande 
herziehenden Reihe weit von einander getrennt stehen. 

Kopf und Rückenschild hellbraun, reichlich hell ochergelb gemischt. 
Taster kurz, vorn durch Schuppenhaare verdickt, aus denen das sehr kurze 
Endglied kaum hervorragt. Fühler auf dem Rücken bleichgelb; dieKamm- 
zähue länger als bei Fasciolaria, aber gegen die Spitze wie bei dieser an 
Länge abnehmend. Beine bleich ochergelb; die Hinterschienen am Ende 
verdickt mit drei (1 — 2) kurzen, ziemlich feinen Sporen, die nahe an 
einander gerückt sind. Hinterleib bleich ochergelb, die Segmente an der 
Seite weisslich gerandet. 

Vorderflügel etwas über 5"' laug, etwas gestreckt, am Vorderende 
vor dem Enddrittel schwach eingedrückt, mit ziemlich stark convexem 
Hiiiterrande (mehr als bei Fasciolaria^. Grundfarbe hell lehmgelbbraun, 
längs des Vorderrandes in einer nach hinten erweiterten Strieme hell 
ochergelb, die auf dem Euddrittel durch verdunkelte Grundfarbe zweimal 
unterbrochen ist; das dadurch abgeschnittene Ende der Strieme bildet 
den Anfang einer bald verlöschenden Reihe hell ochergelber Fleckchen 
vor dem Hiuterrande. Fransen blassgelb und braun gescheckt; die braunen 
Flecke sind umgekehrt dreieckig, gegen den Innenwinkel hin verschmä- 
lert und strichförmig. 

Hinterflügel mit derselben Grundfarbe und mit 2 sehr verloschenen 
dunkleren Querstreifeu durchzogen; auf den Fransen mit 4 Schecken- 
flecken. 

Unterseite der Vorderflügel hellbraun, am Vorderrande und um die 
Spitze herum bis zur Mitte des Hinterrandes hellochergelb, am Vorder- 
rande vor der Spitze mit einem weissgelben, etwas glänzenden, herab- 
gehendeu Streifen und einer Reihe so gefärbter Fleckchen vor dem 



r489') Beiträge zur Kenntniss der nordamerik. Nachtfalter. ^o 

Hinterraiide. — Hinterflügel bleicli ochergelb mit gelbllchweisser, etwas 
glänzender Ziichnung, welche aus Flecken bestellt, die mit braunen 
Schuppen eingefasst sind und 4 unregelmässige Binden bilden. Die an 
der Wurzel besteht aus 3 Flecken, deren mittelster der grösstc, glän- 
zendste und keilförmig ist. In der zweiten liegt der mittelste Fleck frei. 
Die dritte besteht aus kleineren und regelmässigeren Flecken; beide 
Binden sind winklig gekrümmt. Die vierte, vor dem Hinterrande, besteht 
aus 6 weit von einander getrennten, ovalen Fleckchen, welche alle glän- 
zen, und von denen der dritte von oben der grösste ist. 

Vaterland: Texas — Dallas County (Bell). 2 c? in meiner Sammlung. 



Sudariophora n. g. Tab. Il, fig. il. 

Caput exsertum. Frontis fasciculus pilorum conicus. 

Palpi longi, porrecti, compressi, acuminati. 

Haustellum mediocre, uudum. 

Antenuae tenues, § setaceae, (^ biseriato-ciliatae, apice uudo. 

Mentum appeudicibus duabus pendulis, elongatis, piloso-squa- 

mati s instructum. 
Alae anteriores peracutae, angulo dorsali obsolete; posteriores margine 

iuterao brevi. 

Dass diese Gattung nicht mit Dot't/Offes Guen. (Geom. 2, 233, tab. 
17, fig. 6) zusammenfallen kann, ist unzweifelhaft. Sie hat einen kegel- 
förmigen Stirnbusch vor Doryodes voraus (die also schon desswegen nicht 
mit Ligia zusammenfällt) und an den 2 Anhängseln unter dem Kinn ein 
sie von allen bekannten Spaunergattungen unterscheidendes Merkmal; es 
sind 2 ziemlich lange, längliche Hautstreifen, auf der Rückenseite dicht 
mit anliegenden, die Seiten überragenden Haarschuppen bekleidet und 
neben einander herabhängend ^); sie sehen fast aus wie zwei Hüften, an 
denen die übrigen Theile der Beine fehlen. Auch der Säugrüssel ist bei 
Sudariophora länger. Ohne Zweifel bietet auch der Aderverlauf einen 
Unterschied; ich habe ihn aber an den uuabgeschuppten Flügeln nicht 
zu erkennen vermocht. Die Taster sind zwar länger, scheinen mir aber 
in der Gestalt nicht abweichend. Beide Gattungen unterscheiden sich von 
Ligia durch ihren vorgestreckten Kopf und ihre langen, anders gebau- 
ten Taster, 



*3 Auf sie deutet der Gattungsname hin, der von aovöccQtov, dem lateinischen 
eudarium (Serviette) abgeleitet ist. 



44 Prof. PC Zell er: ^-^gO") 

Sitf/. nastfiaria Z. 

Alae ant. acuminatae, griseo-ochraceae, prope basira laetiores; strigae 
binae obliquae albidae, cinereo-raarginatae, infra costam refractae, 
secniida latior et ramuru ex angulo in apicem mittens. <S^- 

Doryodes acutalis Walker Cat. Pyr. p. 73. 

Wie Jemand Exemplare dieser Art und die beiden guten Abbil- 
dungen der Dor. acutaria vor Augen haben und sie doch für einerlei Art 
ansehen kann, möchte schwer zu erklären sein. Walker bringt nicht 
allein die Vereinigung zu Stande, sondern erkennt auch, dass der rich- 
tige Platz für die Gattung bei den Hypeuiden ist, wesshalb er den Art- 
uameu Acutaria HS. Gn. in Acutalis umwandeln zu müssen glaubt. 

Da ihm die Hypeniden als Pyraliden gelten, und er in derselben 
Familie nicht einerlei Artnanien duldet, so ist es nur ein Versehen, dass 
er hinterher unter den Pyraliden (in Nascia) noch eine Acutalis vorführt. 
Auf die Gefahr hin, dass man die Walker'sche specifische Benennung 
bevorzugen werde, wage ich es doch, der Art eine neue, die Länge der 
Taster andeutende zu geben. 

Wenn nun Walker nach seiner Acutalis die Gattung Doryodes 
durch lauter nichtssagende Merkmale — nur fasciculus frontalis acutus 
ist von diesem Prädicat auszunehmen — charakterisirt, so macht er doch 
ausnahmsweise die vorliegende Art durch seine Beschreibung hinreichend 
kenntlich. 

Die zweite, breite, durch eine bräunliche 'Linie grösstentheils der 
Länge nach halbirte Querliuie geht vom Innenrande hinter der Mitte aus 
sanft gebogen und ohne Wellen nach der Flügelspitze, die sie aber nicht 
in ihrer Breite erreicht; sie sendet nämlich in dieselbe eine einfache, 
verdünnte Linie von der Stelle aus, wo unter spitzem Winkel eine etwa 
dreimal so lange, ebenfalls einfache und dabei einwärts gebogene Linie 
nach dem Vorderrande hinter der Mitte abgeht. 

Das Vaterland des im Cambridger Museum vorhandenen Paares ist 
Texas (Boll). 

Boarniia psilogrammarla n. sp. 

Tibiis posticis penicillo longo instructis; abdominis segmento prirao albido, 
in basi nigro; alis fuscesceuti-cinereis, ant. subelongatis, strigis dua- 
bus tenuibus nigris, superne valde postice flexis, omnium subtus strl- 
gula venae transversae fusca nebulaque fuscescenti ante marginem 
posticum, auteriorura apice pallido. (j". 

Sie hat nur die Grösse der allerkleinsten Cinctaria ^. Die grosse, 
beulenförmige, kahle Stelle an der Wurzel der Vorderflügel und der Haar- 
pinsel der Hinterbeine beweist, dass diese Art nicht nächst Cinctaria 



r<Ql^ Beiträge zur Keuutuiss der norJamerik, Nachtfalter. 4K 

stehen kann, und da ihr ausserdem der helle Riugfleck auf der Querader 
der Vorderfliig-el fehlt, so ist es uicht glaublich, dass sie mit Gueuee's 
Sitblumiria (Geom. 1, 248) zusammenfallen könne. Auch mit der euro- 
päischen Secundaria ist ihr eine nähere Verwandtschaft abzusprechen', 
denn obgleich diese etwas grössere Art gleichfalls auf der Oberseite der 
Vorderflügel nur einen dunkeln Fleck auf der Querader und auf der 
Unterseite aller Flügel einen solchen zeigt, und ausserdem einen klaren, 
auf der Unterseite kahlen Fleck an der Wurzel der Vorderflügel besitzt, 
so fehlt ihr doch ein Haarpinsel au den Hinterschieneu, und ihre beiden 
Querliuien sind dick und weniger nach aussen gekrümmt. Etwas mehr 
stimmt Psüoiirammaria mit der viel grössern und dunklem Rhomboidaria 
in der Richtung der beiden Querlinieu; diese hat aber einen kleinern 
kahlen Fleck auf den Vorderflügelu und so wenig wie Secundaria einen 
Schieneiipinsel. Dem äussern Ansehen nach lässt sich jedoch Psilogram- 
maria nebst der in der Anmerkung beschriebenen Fraudulentaria noch 
am ersten neben Rhomboidaria stellen. Von Fraudulentaria unterscheidet 
sie sich durch die weniger zugespitzten Vorderliügel, den gelblichem Ton 
der Grundfarbe und auf der Unterseite durch die Nebelbinde vor dem 
Hiuterrande, deren auch die vorhin erwähnten drei Arten entbehren. 

Das Rückenschild ist mit lockern, gelblichgrauen Schuppen reichlich 
bekleidet, der Halskragen hinten bräunlich gesäumt, und die Flügeldecken 
in der Hälfte mit einem Bogenstrich bezeichnet. Hinterkopf grau, Stirne 
dunkelbraun, am Mundrande schmal weisslich. Taster an der Wurzel licht 
bräunlich, sonst braun, obenauf schmal weisslich. Sauger raittelmässig 
iHiig, kahl. Fühler mit weniger langen Kammzähnen als bei Rhomboidaria; 
Geissei gelblichgrau. Beine gelblichstaubgrau, auf der Lichtseite gebräunt; 
an den hintern sind die Schienen fast dreimal so lang wie die Schenkel, 
etwas verdickt und zusammengedrückt, an der Wurzel der Innenseite mit 
einem langen, blonden Haarpinsel, der grössteutheils anliegt und fast bis 
zur Spitze des Gliedes reicht. Hinterleib etwas über die Hiuterflügel 
hinausragend, grau; das erste Glied weisslich, am Basaldrittel schwarz- 
braun. 

Vorderflügel 6V2'" lang, länglich, mit etwas verlängerter Spitze wie 
bei Cinctaria. Grundfarbe grau mit schwacher, gelblicher Beimischung. 
Die kahle, auf der Oberseite beuleuartig hervortretende Stelle zeigt sich 
auf der Unterseite als eine Ellipse, welche von der Subdorsalader au quer 
über die Falte weg bis an die Medianader reicht. Die zwei schwarzen, 
feinen Querliuien sind etwas wellig und vom lunenrand aus sehr stark 
nach hinten gekrümmt; die erste, bei Yj des Innenraudes sich erhebend, 
biegt sich am obern Ende einwärts und erreicht den Vorderraud bei Yg; 
die zweite, hinter der Hälfte des Innenrandes entspringend, biegt sich 
oben auch etw-as rückwärts und geht bei Vi i" f^eu Vorderrand. Vor 
dieser zweiten, ihr ziemlich nahe, ist ein stärkerer, mehrfach unterbro- 



46 Prof P C. Zelkr: (492) 

chener, dabei- sehr wenig- auffalleuder Querstreif, welcher oben diver- 
girend, so dass er iu der Mitte zwischeu der Querliiiie uud dem schwachen 
braunen Queraderpunkt zieht, in den Vorderraud ausläuft. Es ist also der 
Verlauf dieser Linie wie bei Bhomboidaria, nur dass bei dieser der Quer- 
streif deutlicher ist uud viel mehr gegen die hintere Querlinie divergirt. 
Eine helle Zickzacklinie zieht verloschen ungefähr in der Mitte zwischen 
der Querliuie und dem Hinterrande. In einiger Entfernung von der Spitze 
gebt ein dunkler Schatten über die Zickzacklinie hinweg und endigt unter 
dem Queraderpunkt. Der Hinterraud hat braune, durch feine braune 
Linien verbundene Punkte. Auf den grauen Fransen liegen an den Punk- 
ten sehr unmerkliche helle Stellen. 

Hinterfliigel von gleicher Grundfarbe, nur mit einer feinen, schwar- 
zen Querlinie hinter der Mitte; sie macht auf der Vorderrandliälfte ein 
paar Winkel. Vor ihr, doch näher als bei Rhomboidaria, ist vom Innen- 
rand aus ein Querschattenstreif, welcher über dem ganz verlo^ichenen 
Queraderfleckchen aufhört. Gegen die Wurzel zeigt sich am Inneurande 
ein bräunlicher Fleck, der braunen Basis des ersten Segments entspre- 
chend. Die helle Zickzacklinie der Vorderflügel ist in dem verdunkelten 
Grunde kaum angedeutet. Der etwas wellige Hinterrand ist wie bei den 
Vorderflügeln gezeichnet. 

Unterseite g-elblichstaubgrau , mit spärlichen bräunlichen Querstri- 
chelchen bestreut; die braunen Queraderstriche sind ziemlich verloschen. 
Die Vorderflügel sind am Vorderrande lebhafter gelblich und mit braunen 
Strichelcheu ungleichmässig bestreut. Vor dem Hinterraude zieht ein brei- 
ter, bräunlicher, bindeuförmiger Nebel, am Vorderrande verbreitert und 
verdunkelt und einen gelblichen, nicht grossen, doch recht aufl'allendeL 
Raum besonders in der Flügelspite abschliessend. Auch auf den Hiuter- 
flügelu ist diese Nebelbinde vorhanden, doch viel schmäler und gegen den 
Analwinkel verlöschend. Andere Zeichnungen fehlen. 

Vaterland: Texas (BoU). 1 ^ iu meiner Sammlung, nach Dr. 
Hageu's Notiz genau mit den Exemplaren des Cambridger Museums 
stimmend. 

Anmerkung. Nach langer Prüfung unterscheide ich von Psilogram- 
maria als eigene Art Boarmia frauflulentaria^ von der ich ein c? Exem- 
plar des Cambridger Museums vergleiche. Bedenken gegen die Artrechte 
entstehen vorzüglich dadurch, dass die Hinterschieuen ganz gleiche Haar- 
pinsel tragen, und dass auch die kahle Stelle der Vorderflügel fast gleiche 
Grösse hat und nur mehr kreisrund zu sein scheint; dazu kommt, dass 
die Querlinien einen gleichen Verlauf haben und nur etwas stärker sind. 
Was sie unterscheidet ist Folgendes: 1. Die Vorderflügel sind viel stärker 
zugespitzt, und ihr Hinterrand ist gerader uud geht schräger einwärts; 
2. die Grundfarbe ist grau, ohne die mindeste gelbliche Beimischung; 



riQ^'^ Beiträge zur Keuiitoiss der nordamerik. INaclillaltL-r. 47 

3. der schwärzliche, die zweite Querliuie begleitende Querstreif ist voll- 
ständig; 4. ein Queraderpuukt fehlt; 5. die schwarzen Querliuieu siud 
verstärkt uud die zweite macht mehr Ecken und endigt in einen bei 
Psüogrammaria fehlenden Costalfleck; 6. auf den Hinterfliigelu geht ein 
vollständiger, schwarzer Querstreif nahe der Wurzel querüber als Fort- 
setzung der ersten Querlinie der Vorderflügel; 7. der am Inuenrande 
anfangende Querstreif vor der Querader ist viel weiter ab von der schwar- 
zen Querlinie-, 8. auf der Unterseite fehlt die Wolkenbinde gänzlich, und 
nur der gelbliche Raum in der Vorderflügelspitze ist durch braunen Schat- 
ten abgegrenzt; 9. die Hinterflügel sind ganz ohne Queraderstrich. 

Von diesen Unterschieden sind offenbar 1 und 2 die wichtigsten, 
8 und 9 von geringer Bedeutung. Ob sie doch nur einer Varietät auge- 
hören, muss der Vergleich mehrerer Exemplare ausweisen. Dass mau 
sowohl Psilogrammaria wie Fraudulentaria wieder erkennen werde, hofle 
ich mit Bestimmtheit, wenn man nur zunächst auf die Beschaffenheit der 
Hinterschienen und die der Vorderflügelbasis achtet. 

Ciduria bistriolatu n. sp. 

Alis ant. elongatis, acutis, virescentibus, fascia latissima ante medium, 
obliqua, fusca, ad dorsuni denigrata, litura subfasciata auguli dorsalis 
fuscescente, striolis ante apicis striolam duabus atris. ^. 

Die Flügel viel schmäler und die vordem spitzer und mit weniger 
convexem Hiuterrande als bei Literata^ wesshalb diese Art der Impluviata 
entfernter steht und also auch der Guenee'schen Pluviata. Mit den bei- 
den europäischen Arten hat sie die 2 tiefschwarzen, kurzen Längslinien 
gemein, welche vor dem schwarzen Strich der Flügelspitze so übereinan- 
der liegen, dass die obere später aufäugt und weiter reicht als die untere; 
letztere ist auch feiner und länger. 

Die Grundfarbe ist ein blasses Hellgrün. Die breite, braune Binde 
vor der Flügelmitte ist wie bei Literata schräger gelegt als bei Implu- 
viata und reicht also am Innenrande weiter gegen den Innenwinkel; sie 
ist hier schwarz gemischt, uud die Innenrandfransen sind an ihrer äussern 
Hälfte auch schwarz. Die hintere braune Binde ist nur an ihrem Anfange, 
am Innenwinkel deutlich; beim zweiten A^t der Medianader verschwindet 
sie in der Grundfarbe, welche unterhalb der ersten schwarzen Läugslinie 
bis zum Hinterrande die Oberhand gewinnt. Der Raum, in welchem die 
schwarzen Läugslinien liegen, ist bis zum Vorderrand hinauf wieder 
gebräunt. 

Die Hinterflügel siud viel dunkler als bei /mp^uvio^a (während diese 
sie nach Gueuee dunkler zeigt als seine Pluviata). 

Die Unterseite scheiut nioht.s Charakteristisches zu besitzen. 



4g Prof P.C. Zeller: (49i) 

Guenee beinülit sich die zwei europäischen Arten zu unterscheiden; 
ich kann den von ilini hemerkten Unterschied nicht anerkennen, und 
gebe daher von den Tastern der Bistriolata nur an, dass sie ebenso lang 
und gestaltet sind und am dritten Gliede ein weissliches Ende haben. 
Die Schmalheit ihrer Flügel, deren Färbung wahrscheinlich abändert, 
erlaubt weniger diese Art mit Impluviata zu verbinden als mit Literata. 

Vaterland: Texas (Boll). 1 ^ in meiner Sammlung, das mit andern 
Kxeniplaren des Cambridger Museums nach Dr. Hagen""« Angabe genau 
übereinkommt. 

Ciflaria designata Bkh. 

Coremia propugnata Guenee Geom. 2, p. 412. 

Guenee ist etwas zweifelhaft, ob er nicht sein nordamerikanisches 
Exemplar für eine von der europäischen verschiedene Art ansehen »oll. 
Obgleich auch meine Exemplare etwas kleiner sind, als Designata bei 
uns gewöhnlich erscheint, so stehe ich doch keinen Augenblick an, sie 
für dieselbe Art zu erklären. Eine sehr beständige Eigenlieit (]er Designata 
ist, dass sie im obern Theile des zweiten Zahnes der Mittelbiude eine 
fleckartige, schwarze Stelle hat, die sich öfters wischartig einwärts ver- 
längert. Meine 4 Massachusetts-Exemplare zeigen sie sehr ausgebildet. 
Per schmale schwarze Innenrand der Mittelbinde ist bei 3 Exeniplaren 
fast gerade (was bei den unsrigen selten ist), beim vierten gebogen, wie 
gewöhnlich. Alle haben in dieser Mittelbinde ein sehr lichtes Roth, das 
doch weniger verloschen ist als bei Staudinger's Var. Islandicaria {Ca,i . 
p. 186). Sie könnten als Verbindungsvarietät zwischen dieser und der 
Stamraart gelten, wenn nicht mein bei Raibl in Kärnten gefangenes § 
(mit Ausnahme der beträchtlichem Grösse) ganz mit ihnen stimmte. 

Die Flugzeit wird in Nordamerika mit der bei uns gewöhnlichen 
zusammenfallen; ein unverflogenes (^ fing Burgess bei Beverly am 
20. Mai, die zwei andern abgeflogenen (^ am 42. und 16. Juni. 

Ciflaria fluviata Hbn. Fig. 280, 281 (^ var. (schlecht), 283 ?. 

Canipiogramma — Guen. Geom. 2, p. 429. 

Diesen seltenen, aber in Europa weit verbreiteten Spanner besitze 
ich nicht nur aus England, sondern auch (durch Christoph) aus Sarepta 
und (durch Lederet) aus dem Caucasus. Guenee zeigt auch Süd-Frank- 
reich, Italien und Sicilien, Stau d i nger (im Catalog) Bithynien und Syrien 
als Vaterländer an; I.ederer kennt ausserdem die Gegend von Wien, 
Rössler (Nassauer Fauna S. 144) zwei Stellen im Nassauischen. Das 
nördlichste Vorkommen in Deutschland ist wohl bei Berlin (nach Pfütz- 
ner in der Berliner entoni. Zeitschrift. XI, S. 207) und Frankfurt a. d. 0., 



r495") Beiträge zur Keanluiss der uordamerlk. Nachtfalter. ^g 

wo ich am 16. August 1826 Abeuds im Gebüsch eiues Hohlweges eiu 
schöues (^ fiug, dessen Abbildung ich noch besitze. ') 

Dass sie aber auch in Nordamerika zu Hause ist, meldet schon 
Gueuee, der sein (^ als Var. A absondert. Ich selbst habe eiu echtes 
Fluviata ^ aus Texas (Boll), das den schwarzen, weiss umzogenen 
Queraderstrich auf den Vorderfiiigehi sehr deutlich zeigt und nur darin 
eine Auszeichuuug hat, dass der Grundfarbe auf Ober- und Unterseite 
wenig Roth beigemischt ist. Aber eiu Sareptauer ^ ist gleich schwach 
geröthet. 

Ciflarta fei't'ugata Liuu. 

Coremia — Gueu. Geom. 2, p. 413. 

Von dieser gemeinen, über den ganzeu gemässigten Tlieil Euro]ja"s 
und Asiens verbreiteten Art besitze ich drei sichere Exemplare (2 (^, 1 §) 
aus Massachusetts durch Packard und Burgess. Letzterer fing das eine 
(^ am 12. Juni, also zu einer Zeit, wo die erste Generation auch bei uns 
noch fliegt. Sie sind alle klein (doch gibt es bei uns noch kleinere) und 
gehören zur Stammart; das ^ mit bläulicher, die (J" mit mehr röthlicher 
Mittelbinde der Vorderflügel. 

Cidaria parinotata ii. sp. 

Antennis (^ breviter ciliatis-, alis aut. griseis, nigricanti undulato-strigosis, 
strigis mediis in fasciam obsoletam compositis, striolis 2 atris gemi- 
natis superius ante margiuem posticum jacentibus, punctis margina- 
libus uigris per paria digestis. (^ . 

Offenbar eine Verwandte der Cid. didymata L., von dieser aber im 
mäunlicheu Geschlecht durch die gefransten, nicht kammförmigen Fühler, 
die feineren, schärferen, nicht in einander fliessenden Querlinieu der Vor- 
derflügel, die etwas in's Gelbliche spielende Grundfarbe derselben und die 2 
tiefschwarzen Zwillingsstriche vor dem Hiuterraude verschieden. Sie scheint 
auch eine Verwandtschaft mit Cid. cumutilis Grote (Annais of the 
Lyceum of Nat. History. New York VIII, 1867, p. 29, fig. 13) zu haben, 
welche aber bräunlichgrüne Querliuien der Vorderflügel hat und der zwei tief- 
schwarzen Striche entbehrt. Selbst mit Lohophora appensata lässt sie, ob- 
gleich auch diese gar uichts von den Doppelstrichen zeigt, eine Vergleichung 
zu, weil bei sehr genauer Betrachtung ganz auf der Wurzel der Hiiiterflügel 



*) Rössler hat meine Mittheilung sonderbar missverstanden, wenn er 
a. a. O. sagt, ich hätte den Spanner zahlreich gefangen; ausser dem einen 
Exemplar habe Ich bis jetzt keines lebend mehr gesehen. 

7 * 



50 Prof. p.c. Zeller: ^^ijg^ 

ein kleines, helles Schüppchen zu entdecken ist; dieses ist jedoch nicht 
der Art, dass es als das Anhängsel der Lobophoren gelten und zur Auf- 
nahme der Parinotata unter diese nöthigeii könnte; auch scheint das 
Verhältniss des Unifanges der Vorderflügel zu dem der Hinterflügel ein 
anderes zu sein als in dieser Gattung. 

Rückenschild staubig grau, Schulterdecken vor der Mitte und am 
Ende schwarz beschuppt. Der starke Schuppenbusch des Schildchens ist 
schwarz, in der Mitte mit gelbgrauen Schuppen verdeckt. Kopf gelblich- 
grau beschuppt, im Gesichte dunkler. Taster kürzer als der Kopf, zuge- 
spitzt. Fühler grau mit stark abgesetzten Gliedern, die etwas länger als 
breit und mit kurzen Haaren gefranst sind. Beine bleichgelblich, die vier 
vordem auf der Lichtseite dunkelbraun mit hellgolblichen Enden der 
Glieder; die Hinterfüsse auf dem Rücken der Glieder an der Wurzel 
ganz verloschen bräunlich. Hinterleib fahlgelblich, an den Hinterrändern 
der Segmente und am Bauch weisslich. 

Vorderflügel SVz'" l^'^g"? f^ni Vorderrande gegen die scharfe Spitze 
hin convex, staubgrau, am Vorderrande von der Wurzel aus etwas röth- 
lich. Die vielen schwärzlichen, gezähntwelligen Querlinien, welche die 
ganze Eläche durchziehen, sind auf dem Vorderrande verstärkt und ver- 
löschen zum Theil im Mittelraum. Die gewöhnliche Mittelbinde, welche 
durch die in ihr etwas verdunkelte Grundfarbe deutlicher wird, enthält 
an ihrer der Flügelbasis zugewendeten Seite die kürzesten und vollstän- 
digsten Querlinien; in ihrer hellen Mitte liegt auf der Querader ein ver- 
loschenes, braunes Strichelchen; ihr verloschener Hinterraud wird durch 
ein schmales, helles Band begrenzt, das von einer schwärzlichen Wellen- 
linie durchzogen wird und erkennen lässt, dass die Mittelbinde hinter- 
wärts, wie etwa bei Designata, in 2 stumpfen Ecken hervortritt. Der 
Aushöhlung zwischen diesen zwei Ecken gegenüber liegen in gleichem 
Abstände von ihnen und vom Hinterrande die 2 tiefschwarzen Längs- 
striche nebeneinander, jeder hinten mit einem weisslicheu Bogen umzogen; 
diese Bogen sind ein Theil der gewöhnlichen hellen, bei Parinotata sehr 
verloschenen Kappenlinie, welche vor dem Hinterrande herabzieht. Ober- 
halb der zwei schwarzen Striche ist auf dem Vorderrande der Anfang 
einer Wellenlinie besonders verstärkt. Der Hinterrand ist mit einer Reihe 
tiefschwarzer, paarweise geordneter Punkte eiiigefasst. Die grauen, an 
der Wurzel hellen Fransen sind an jedem Punktpaare mit einem dunkel- 
grauen Längsstrich gezeichnet. 

Hinterflügel hell staubgrau mit verloschenem, kaum bemerkbaren, 
dunkleren Queraderpunkt; einer solchen in der Mitte zu einem Winkel 
gebogenen Querlinie dahinter und einem schmalen, grauen, bindenförmigen 
Schatten am Hinterraude. Die paarweise stehenden schwarzen Hinter- 
randpunkte etwas verloschen. Fransen wie bei den Vorderflügeln. Ganz 



f 497") Beiträge zur Kenntiiiss der nonlamerik. Nacliilalter. Ki 

an der Wurzel des luueurandes, unter der Schulterdecke versteckt, liegt 
ein kleines, weissliches schuppenähnliches Plättchen. 

Vaterland: Texas (Boll). 1 (^ im Cambridger Museum. 



Afflossa cuprina n. sp. 

Antennis c^ pectiuato-ciliatis, palporum articulo terminal! fusco, apice 
albo; alis ant. rubido fuscoque mixtis, strigis duabus dilute rubidis, 
altera fulminali ante, altera argute serrata post maculam disci libe- 
ram dilute rubidam; posterioribus ciuereis. cT^. 

Guenee erwähnt bei seiner uach einem ^ aufgestellten Aglossa 
flomalis (Pyral. p. 128) nichts you der Färbung der Taster; dagegen 
spricht er von düsterer Färbung und der Spur einer Querlinie auf der 
Oberseite der Hinterflügel uud einer am Vorderrande geradereu Querliaie 
auf den Vorderflügeln (im Vergleich mit Cwprealis) — was alles sich bei 
den vorliegenden Exemplaren nicht findet. Das so betonte: les alles 
inferieures ne sont uuUemeut prolongees ä Taugle interne — nöthigt zur 
Voraussetzung, dass diese Flügel bei Cuprealis am Aiialwinkel verlängert 
seien — sie sind es aber eben so wenig bei den drei Cuprealis meiner 
Sammlung, wie bei der vorliegenden Cuprina. Ich halte es also bis zur 
genaueren Kenutniss der Domalis für das Sicherste, die Texanischen 
Exemplare unter einem eigenen Namen aufzustellen. — Walker zieht 
zu Cuprealis (Cat. Pyr. p. 275) Exemplare aus Nordamerika, die wahr- 
scheinlich so wenig wie meine Cuprina zu ihr gehören. 

Diese Art kommt der Cuprealis so nahe, dass ich bloi-s die Unter- 
schiede angebe : 

1. Die (^ Fühler, bei Cuprealis borstenförmig, pubescirend gefranst, 
haben deutlich abgesetzte Glieder und sind durch längere Haare zwei- 
reihig kamuiartig gefranst. (Die ^ Fühler zeigen keine Verschiedenheit.) 

2. Die Taster, in beiden Geschlechtern bei Cuprealis einfarbig, hell 
röthlichochergelb, am zweiten Giiede auswärts ein wenig gebräunt, sind 
bei Cuprina auswärts an den zwei letzten Gliedern schwarzbraun, jedes 
an der Spitze bleich ochergelb. 

3. Auf den Vorderflügelu hat Cuprealis in der Mitte des Discus 
einen grossen, hell röthlicheu, zerflosseneu, mit einem helleu Vorderrand- 
fleckchen in Verbindung stehenden Fleck; bei Cuprina ist dieser Fleck 
kleiner, breit am Vorderrande getrennt und vorn und hinten durch braune 
Färbung scharf begrenzt. 

4. Die zweite (hintere) helle, kappenförmige, aus einem hellen 
Costalfleck herabkomraende Querlinie nähert sich bei Cuprealis dem Hin- 
terrande so sehr, dass sie von dem hellen Mittelfleck mehr als doppelt so 
weit entfernt ist; bei Cuprina ist sie nicht kappenförraig, sondern scharf 



52 Prof. p.c. Zcller: Qi^H^ 

sägczäliiiig, und dem Hiuterrande nur ein wenig näher als dem Mittelfleck, 
also von ersterem erheblich weiter entfernt als bei Cuprealis. 

Bei dem vorliegenden zS '^^ ^^^ Ober- und Unterseite der ganze 
Raum zwischen der hintern Querliuie und dem Hiuterrande mit der Farbe 
der Querlinie ausgefüllt, wodurch die (beim ^ undeutlichen) schwarzen 
Randpunkte sehr deutlich hervortreten. Diess mag aber eine Varietät sein. 
Auf der Unterseite sind die Vorderflügel beim ^ einfarbig dunkelgrau, 
beim (^ aber mit dem oben bemerkten hellen Hinterrande; beide Ge- 
schlechter zeigen auf dem Vorderrande an der Mitte 3 helle Punkte und 
hinter ihnen den hellen Fleck der Obeiseite. Auf den Hinterfliigeln ist 
ein schwacher, grauer, bindeuförmiger Querschatten hinter der Mitte, 
beim (^ ziemlich deutlich, beim ^ aber nur in seinem Anfange auf dem 
Vorderrande zu erkennen. 

Vaterland: Texas (Bollj. 1 z^ l ^ im Cambridger Museum. 

Asopia Tr. 

Ich habe drei ähnliche uordamerikanische Arten vor mir, die in ihrer 
Heimat verwechselt zu werden pflogen. 

1. Fimbrialis S. V. 

Capite palpisque ferrugiueis", alis purpureis, ciliis cum margiuis postici 
liiiea tenui aureo-flavis, anteriorum maculis costalibus duabus aureis 
in strigas pallidas subundatas continuatis; posteriorum strigis undulatis 
pallidis duabus. c? ? . 

Pyral. fimbrialis^ purpurfarbiger Zünsler mit goldgelbem Unter- 
rand. Wiener Verzeichu. S. 124. 

Asopia — Z. Isis 1847, S. 50:2. — Guenee Pyr. p. 118. Pyralis — 
Walker Cat. Pyr. p. 261. 

Asopia costalis Fabr. Lederer Pyral. S. 53. Staudinger 
Cat. p. 202. 

Diese von Hübner Fig. 97 roh, von Diiponchel auf Tafel 22'^ 
besser (doch mit falsch gestellter zweiter Querliuie der Hinterflügel) ab- 
gebildete Art habe ich in mehreren Exemplaren von New York erhalten 
(Walker hat sie aus Neu-Schottlaud). Sie ändert in der Streckung der 
Vorderflügel und der Deutlichkeit der Querlinien, sowie in der Grösse 
etwas ab, bleibt aber hinsichtlich der letztem weit unter den zwei fol- 
genden Arten. 

Am sichersten ist sie daran zu erkennen, dass alle Flügel vor den 
goldgelben Fransen mit einer schmalen, auf der Unterseite feinern und 
schärfer begrenzten, goldgelben Linie umzogen sind. Ausserdem sind Kopf 
und Taster hell rostgelb, letztere manchmal auf der Ausseuseite purpur- 



r499") Beiträge zur Kenntniss der nortlanierik. Naclitfullcr. kq 

röthlich angeflogen. Die zweite Qiierliuie der Hinterfliigel entspringt auf 
dem Vorderrande aus einer Verdickung an der Mitte des Inneurandes der 
Vordertlügel, der ersten Querlinie derselben näher als der zweiten. 

2. Olinalis Gu. 

Capite palpisque luteis; alis fuscescenti-purpureis, pallide aureo-ciliatis, 
anteriorum maculis costalibus duabus in strigas pallidas subrectas 
coutinuatis; posterioruiu strigis duabus uudatis pallidis distantibus. <^^. 
Asopia — Gueuee Pyral. p. 118. 

— Trentonalis Leder er Pyi". S. 166, tab. 7, fig. 2 (mit verfehl- 
ter Grundfarbe). 

Bedeutend grösser als Fimbrialis (Vorderflügel 4% — 5''' gegen 
liöchstens 4), durch Mehreres von ihr zu unterscheiden, liauptsächlich 
durch den Mangel der hellgelben Hiuterrandlinie unmittelbar au den 
Fransen, wofür der Hinterrand selbst in einer feineu, auf der Unterseite 
sehr deutlichen Linie schwarz ist. Was Guenee nicht bemerkt, dass 
nämlich die Querlinieu auf ihren zugewendeten Seiten schwärzlich gesäumt 
sind, gehört auch zu den guten Unterscheidungsmerkmalen; dagegen er- 
wähnt er als solche mit Unrecht die gelben Vorderrandpunkte uud ein 
gebogenes (inflechi) Endglied der Taster. — Die zweite Querlinie macht 
gleich unter dem Costalfleck einen sanfteu Bogen, worauf sie gerade ver- 
läuft. Die Costalflecke sind in der Grösse etwas veränderlich; ebenso die 
Querlinien in der Deutlichkeit und die Grundfarbe in der Dunkelheit. 
Das ^ ist gewöhnlich heller als das (^. 

Von der folgenden Art ist Olinalis durch die weit auseinander 
gerückten Zeichnungen, die zahlreichern gelben Costalpuukte uud die 
Bieg'ung der zweiteu Vorderflügelliuie zu unterscheiden. 

Da Gueuee's Beschreibung selir oberflächlich ist, so hat Lederer 
die Art mit einem neuen Namen versehen; ich glaube aber doch, dass 
diess nicht nöthig ist, wenn sich nicht noch mehr ähnliche Arteu findeu, 
auf die jeue Beschreibung gleich gut anwendbar ist. Ich erhielt Exemplare 
aus Nordamerika als Pt/r. fimbrialis bestimmt. 

Die mir vorliegenden Exemplare sind aus Texas (Boll), Ohio 
(Lederer), Massachusetts und Pennsylvanien (Packard). 

Wovon Gueuee deu specitischen Namen abgeleitet hat, ist mir 
unbekannt. 

Anmerkung. Im American Eutomologist ed. by Walsh and Riley, 
I. St. Louis 1868, p. 226 ist eine vermeintliche Asopia costalis F. im Holz- 
schnitt und dazu eine Nachricht über ihre Naturgeschichte gegeben. Die 
Grösse der beiden abgebildeteu Schmetterliuge ist etwas über der von 
Asop. fimbrialis und entspricht eher der von As. Olinalis. Auch passeu 



54 l'rof. p.c. Zeller: (^500) 

die Worte: tlie luoth is one of our prettiest species, being of a redtiish 
browii color nur auf As. OUnalis (ebenso die scharf gesäumten Quer- 
linien iu den Bildern), während die folgenden Worte: with golden yeliow 
niarkings and fringe to its wings sich nur zur Noth auf sie anwenden 
lassen. Die Raupen wurden bei Galesbury in Micliigau in einem Heu- 
scliober, der theilweise aus Klee bestaud, zwischen dem sie in weissseide- 
nen Gespinnsten lebten, zu Myriaden gefunden. Als clover-worm wurde 
der Zünsler schon in den altern mir unbekannten Werken: the Practical 
Entomologist und the Prairie Farmer ausführlich behandelt. Dr. Packard 
copirt die Abbildungen des American Entomologist in seinem Guide to 
the Study of Insects p. 328, bezeichnet die Art, gleiclifalls unter dem 
Namen Asopia costalis^ als lilac-colored (was auch wieder auf As. fimbri- 
alis gar nicht passt) und erklärt sie für eine Einwanderin aus Europa. 
Letzteres ist für OUnalis allerdings nicht der Fall, weil diese nirgends in 
Europa vorkommt; für Fimbrialis wäre es eher möglich, obgleich diese 
in Norddeutschland eine Seltenheit ist und in England ganz fehlt. Merk- 
würdig wäre es, wenn von Fimbrialis die Naturgeschichte in Nordamerika 
.sehr bekannt wäre, während sie iu Europa noch zu entdecken bleibt. 

3. Himonialts n. sp. 

Capitp palpisque cinnamomeis; alis fuscescenti-purpureis, aureo-ciiiatis, 
anfceriorum ruaculis costalibus duabus approximatis aureis in striga« 
subrectas pallidas contiuuatis; posterioribus ante medium strigis dua- 
bus albidis undatis. (^ . 

Wie die grösste OUnalis., auch mit schwarzer, auf der Unterseite 
sehr deutlicher Hiiiterrandlinie und zwei auf deu zugewendeten Seiten 
dunkel beschatteten Querlinien; aber diese siud auf beiderlei Flügeln 
einander sehr genähert und ebenso auch die 2 Costalflecke, deren iiinterer 
mehr senkrecht gelegt ist und aus welchen die Querlinie ohne Biegung 
herabläuft. Zwischen den beiden Costalflecken ist nur Raum für 2 — 3 
Costalpunkte (doch wechselt diese Zahl bei OUnalis., obgleich doppelter 
Platz dafür ist). Auf den Hinterflügeln sind die beiden weisslichen Wel- 
leuliuieu einander sehr genähert, und die hintere liegt noch diesseits der 
Flügelhälfte (bei OUnalis jenseits). Die Grundfarbe füllt also bei Himo- 
nialis auf allen Flügeln zwischen dem Hinterrande und der hintern Quer- 
liuie einen viel breitern Raum aus als bei OUnalis. — Die Fransen sind 
nicht ganz so schön goldgelb wie bei Fimbrialis; an ihrer Wurzel läuft 
wie bei OUnalis eine gelbbraune Linie um den ganzen Hinterrand der 
Flügel. 

Das schöne Exemplar meiner Sammlung wurde durch Herrn B u r- 
gess am 7. Juli bei Beverly in Massachusetts gefangen. Dass es nicht 
J/l/f/ ff tt'jf Walker Pyr. p. iC)ö sein kann, wofür es bestimmt wurd.^, 



/-xA^-k Beiträge zur Kenutniss der nnrilamerik, Nachtfalter. KK 

lehrt das exterior border brig'ht luteous; auch ist das Endglied der Taster 
nicht elongate-coiiicul und halb so lang- wie das zweite Glied, sondern so 
kurz, dass es kaum aus den Schuppen des zweiten hervorragt. Endlich 
passt auch die Grundfarbe der Flügel gar nicht. 

4. Bhiodiilalis u. sp. 

Capite palpisque lutesceutibus ; aus longiusculis, subriresceiiti-cinereis, 
ciliis concoloribus, anteriorum costa rufescente, strigis duabus distan- 
tibus, utraque e macula costali demissa. ^. 

Von den drei vorigen sogleich durch die nicht gelben Fransen ver- 
schieden, kommt sie der europäischen Glaucinalis in der Fliig-elstreckung, 
der Grundfarbe und Zeichnung so nahe, dass sie leicht für einerlei Art 
mit iiir angesehen werden könnte. Obgleich ich aber nur Ein Exemplar 
vor mir habe., so erkläre ich es doch zuversichtlich für eigene Art, die 
sich am leichtesten durch die beiden auf dem Vorderrande der Vorder- 
flügel zu Flecken verdickten Querlinieu unterscheiden lässt. (Bei Glauci- 
nalis sieht nur die zweite durch eine geringe Erweiterung auf dem Vor- 
derrande fleckartig verstärkt aus, während die der viel dunklern Rubi- 
dalis sich wirklich zu einem Costalfleck ej'weitert.) Das Exemplar hat die 
mittlere Grösse der in dieser Hinsicht und in der Flügelstreckung sehr 
veränderlichen Glaucinalis. Die Unterschiede der Binodulalis von dieser 
sind folgende: 

Gesicht und Taster sind rothgelblich, in welcher Färbung ich von 
Glaucinalis nur 1 ^ habe, während bei dieser sonst beides nur die rötli- 
lichgraue Rückenschildsfarbe zeigt. Die Vorderflügel sind zwar etwas 
gestreckt, aber doch breiter als bei der breitesten Form der Glaucinalis; 
ihre Grundfarbe ist etwas lichter, kaum mit grünlicher, auch ohne röth- 
liche Beimischung (welche letztere bei Glaucinalis öfters ziemlich reichlich 
vorhanden ist); nur längs des ganzen Vorderrandes ist die Farbe bis zur 
Subcostalader gelblichroth. Die beiden blassgelbeu Querlinien entspringen 
aus ansehnlichen, dreieckigen Costalfleckeu (bei Glaucinalis sind sie nur 
auf dem Vorderrande etwas verstärkt und lebhafter gefärbt); die erste 
steht auf dem Vorderrande entfernter von der Basis und krümrat sich 
mehr nach aussen, worauf sie auf dem Innenrande näher an der Basis 
endigt; sie hat also eine andere Richtung, indem sie oben mehr nach 
aussen überhängt. Die zweite ist der ersten näher als bei Glaucinalis, 
maclit über der Mitte einen stärkern Bogen nach aussen, biegt sich aber 
unten ein wenig, so dass sie ebenso wie bei Glaucinalis nahe am Innen- 
winkel endigt. Der röthliche Vorderrand ist zwischen den beiden Costal- 
fleckeu sehr eingeengt und behält nur für 3 — 4 gelbe Costalpunkte Raum, 
während Glaucinalis 6—8 zeigt. 



56 Prof. p.c. Zeller: (-502) 

Die Hinterflügel, die bei Glaucinalis eine» sehr von den Vorder- 
fliigelii abweichenden grauen Ton haben, stimmen in der Farbe mit den 
Vorderflügelu überein. Die zweite Querlinie geht ohne Wellen (bei Glauci- 
nalis mit mehreren) in sanftem Bogen und entfernter vom Hinterrande 
in den Innenrand. 

Auf der Unterseite ist die Farbe heller grau; die Vorderflügel zei- 
gen auf dem gerötheten Vorderrande nur den zweiten gelblichen Fleck 
und knine Querliuie; auf den Hiuterflügeln ist die zweite in einer schwa- 
chen Spur zu erkennen, 

Vaterland: Texas (Boll). 1 ^ im Cambridger Museum. 

Sedenia Guen. Tab. II I, fig. 14 a, h. 
Abtheilung B. Cavifrons. 

Frons conica, superne cornea, excavata. 

Antennae breviusculae (abdominis dimidium vix aequautes). 
Alarum posteriorum vena subcostalis trifida, ramo primo prope basim ex- 
orto in costam ante apicem exeunte. 

Sedenia (cavifi'ons) hiunilulalis n. sp. 

Alis albis, auterioribus serieeis, strigis duabus crassis, undulatis, uigris. ^. 

Diese leicht kenntliche Art bildet, wo nicht eine eigene Gattung, 
doch eine besondere Abtheilung in Sedenia. Der dicke Stiinkegel ist auf 
der Oberseite vor seinem Ende mit einer breiten, kahlen, tiefen, horn- 
artigen Grube versehen. Die spitz zulaufenden borstenförmigen Fühler 
sind wenig länger als der halbe Hinterleib, statt dass sie bei Cervalis 
(c?) ^^^t ^^^ ganze Länge desselben haben. Auf den Hinterfliigelu, wo 
die Adern auf der Unterseite sehr sichtbar sind, zeichnet sich die Sub- 
costalader dadurch aus, dass ihr erster Ast (8) nicht weit von derWurzel 
aus ihr entspringt und daher sehr laug ist; die Gabel, in welche sich 
darauf die Subcostalader theilt, trennt sich dicht unter der Querader und 
geht mit dem oberu Ast (7) in die Flügelspitze. Es ist also wie auf 
Lederer's Tafel "?, E'ig. 3 und 4, nur dass die Ader 8 ganz deutlich aus 
demselben Stamme, der sich zu 7 und 6 gabelförmig theilt, hervorgeht. 
Auf deu Vorderflügelu ist der Verlauf der in den Vorderrand auslaufen- 
den Adern nicht kenntlich; ich weiss also nicht, ob er auch von dem der 
Cervalis abweicht. 

Der Kopf ist weisslich beschuppt, im Gesichte gelblich weiss. Die 
kahle Stirnhöhle ist pechschwarz. Taster dünn, um ihre halbe Länge über 
die Stirne hervorstehend, fast horizontal, gelblichweiss, auf der Ausseu- 
seite oberwärts gelbbraun; Endglied Vg so lang wie das zweite Glied 
dünner, am Ende abgeschnitten; Maxiliartaster klein, auf dem ersten 



r503~) Beiträge zur Kenntniss der norJamerik. Naditfalter. gT 

(jliede der Lippentaster liegend, brauu. Vorder- und Mittelbeiiie ziemlich 
kräftig (die Hinterbeine fehlen), weisslich , au den Vorderschenkeln und 
Schienen obenauf so wie an den Füssen gelbbraun. Rückenschild weiss, 
auf den Srhulterdecken etwas glänzend. Hinterleib etwas über die Hinter- 
flügel hervorstehend, gelblichgrauweiss , seidenschimniernd, am Bauche 
weisslich; der Legestachel kurz, abgeschnitten, fast versteckt. 

Vorderflügel SVz'" laug? der Hinterrand geht unterhalb der Spitze 
sehr schwach einwärts, ist dann convex und zieht schräg gegen den 
Innenwinkel. Grundfarbe weiss, gegen die Wurzel hin allmälig immer 
lebhafter seidenglänzeud. Zwei starke, schwarze, etwas schräge, wellige 
Querlinien bilden die einzige Zeichnung; die erste ist vor der Mitte, die 
zweite, mitten zwischen jener und der Flügelspitze vom Vorderrande 
herabkommend, biegt sich erst schwach nach aussen, dann in grösserer 
Ausdehnung einwärts und eudigt auf dem Anfange der Inneurandfransen. 

Hinterflügel etwas unrein weisslich, seidenglänzeud, mit verloschener, 
gelbgrauer Hinterraudlinie. 

Unterseite der Vorderflügel bräunlich grau, gegen den Innenrand 
lichter mit den matt durchscheinenden zwei Querlinien. Hinterfliigel 
wie obeu. 

Vaterland: Texas (Boll). 1 ^ im Cambridger Museum. 

Balis ^) octomacitlata Linn. 

Die in der Preth-Raibler Fauna (Verhaudl. d. zool.-bot. Ges. 1868, 
593) erwähnten nordanierikanischen Exemplare (aus Massachusetts, New 
York, Ohio) gehören ganz sicher zu dieser Art. Walker hat sie als eigene 
Art: Ennychia glomeralis (Cat. Pyr. 330) abgesondert und, nur mit 
dem Schreibfehler in der Diagnose: maculis 2 maguis aut parvis uigris 
statt albis, kenntlich beschrieben. Er sagt: seems to be quite distinct 
from Knn. S-mucululis\ Man sollte annehmen, dass er Octomaculata L. 
richtig kenne, da er eiue Menge Citate bei derselben anführt. Wahr- 
scheinlich hat er sich aber hinsichtlich des quite distinct nur uach seiner 
Diagnose der Octomaculata gerichtet, die freilich so verschieden lautet, 
dass er das seems to be getrost iu is hätte verwandeln können. Er de- 
finirt sie nämlich: Cupreo-nigra, albo-couspersa; ahdonieu albo fasciatum; 



*) Mit allem Rechte wird in Agassiz Index universalis p. 50 angegeben, 
dass der Gattungsname Botis 0mtig, Hirtin) zu schreiben sei, welche Schreibart 
auch schon Swainson lUustr. 1821 befolgt hat. Latreille hat zwar Botys 
(180Ö). Es ist aber doch zu beleidigend für einen Latreille annehmen zu 
wollen, er habe die griechischen Buchstaben nicht hinreichend gekannt, um 
ßüiTrjq (pastor) richtig lesen zu können. Während man bei Botys nicht weiss, 
wie man es deklinireu und welches Geschlecht man ihm geben soll, bleibt für 
Botis in beider Hinsicht nicht der geringste Zweifel. 

8 * 



58 Prof. p.c. Zeller: q^q^-^ 

alae fascia e macuHs quatuor niveis; fimbria nivea. Mit was für Augen 
muss wohl Jemand die sicher in Eng-land vorhandene Octomaculata be- 
trachtet haben, um an ihr Kupfriges und weissbandirte Flügel zu sehen 
und die dottergelben Schulterdecken gar nicht zu bemerken? Oder was 
für eine Art hat er aus „England und Europa" in mehr als 20 Exemplaren 
vor sich gehabt? Sollte er Angtlinttlis^ p. 329, zweimal cliarakterisirt 
haben : das erstemal als Ennych. anguinalis richtig, das zweitemai als 
Octomaculalis ? Wo aber die fascia e maculis 4 bei Anguinalis herhommea 
sollte, bliebe dann noch zu erratheu! 

Botis laticlavia Grote. 

— Transact. Amer. Soc. Philadelphia 1867, p. 47, t. 2, f. \% 

Diese von Grote vortrefflich beschriebene und kenntlich abgebil- 
dete Art, bei der nur die charakteristische Färbung der Hinterflügel- 
fransen unerwähnt geblieben ist, kann als die amerikanische Stellver- 
treteriu unserer europäischen Sanguinalis angesehen werden. Ihre 
Hinterflügelfrauseu sind an der kleinern Analliälfte (bis zum ersten 
Medianaderast) blassgelb, an der grossem Apicalhälfte hell purpurroth 
mit verdunkelter Wurzel. — Dass auch bei dieser Art als die Grundfarbe 
der Vorderflügel eigentlich die gelbe anzunehmen ist, lässt sich nach der 
südeuropäischeu Sommergeneration der Sanguinalis, nämlich Haematalis^ 
schliessen. 

Nach Grote 1. c. 1868, p. 13, ist Walker's fragliche Varietät der 
Rhoduria tyralis Cat. Pyr. p. 317 (aus Cuba) zufolge des British Mu- 
seums dieselbe Art. Auch enthält die Walker'sche Diagnose nichts 
Widersprechendes. 

Die Art lebt auch in Texas, wo Boll und Bei frage sie sammelten. 
Ein ^ wurde von letzterem am 20. August gefangen. 

Anmerkung. Von Leder er erhielt ich 3 Exemplare (1 c?, 2 ^^ 
einer sibirischen Art als Virginalis. Obgleich ich ihn auf die Verschieden- 
heiten aufmerksam machte, so Hess er doch die Art, die auch bei Guenee, 
Walker und Bremer iiicht vorkommt, in seinem Pyralidenwerk, S. 78, 
unerwähnt; dagegen bespricht er sie als nicht specifisch von Virginalis 
Dup. verschieden in den Verhaudl. der zool.-bot. Gesellsch. 1853, S. 383 
(Sep. S. 33). Ich nenne sie als eigene Art. 

Bot. Tlthonialis. Tab. III, fig. 15. 

Capillis et thorace vitellinis; alis ant. acuminatis, in basi etiam in costa 
vitellinis, ceterum purpureis, fascia postica costam attingente superius 
coarctata flava; posterioribus fuscescenti-cinereis, cinereo-ciliatis. (S^' 



TtD") 1 Beiträge zur Kenntuiss der norJamerik. Nachlfaltor. gtj 

Sie lässt sich am kenatliclisten durch den Vergleich mit deu Exem- 
plaren der Sanguinalis var. anroralls machen, bei weichen die Mittel- 
binde so gut wie gar kein Gelb, nämlich nur einige gelbe Schüppchen, 
enthält (so dass sie als ganz einfarbig purpurfarben gelten kann). Die 
Vorderflügel von Tithonialis sind gestreckt wie bei schnialflügligen Exem- 
plaren der Sanguinalis^ aber spitzer als bei jeder Varietät dieser Art. 
Das Basalfeld ist wie das Rückenschild gesättigt dottergelb, auf dem 
Vorderrande ohne eine Spur von Roth 5 es wird durch die folgende 
Purpurfarbe scharf und ziemlich gradlinig begrenzt, und die Begienzung 
durch querstreifenfürmig gelichtetes Gelb noch mehr hervorgehoben. Der 
bis zu der gelblichen Binde folgende purpurfarbige Flügeltheil (die Pur- 
purbinde der Sanguinalls) enthält nichts Gelbes, ausser dem schmalen 
Streifchen, das auf dem Vorderrande vom gelben Wurzelfelde hereinreicht. 
Die darauf folgende gelbe Binde hat das helle Gelb, womit die vorher- 
gehende Purpurbinde gegen das Wurzelfeld abgegrenzt wird; sie verläuft 
wie bei Auroralis, ist am Innenrande am breitesten, verdünnt sich über 
der Mitte und verstärkt sich wieder gegen den Vorderrand, den sie in 
aller Vollständigkeit erreicht. Der purpurfarbige Rest des Flügels hat die 
doppelte Breite dieser gelben Binde. Die Fransen sind einfarbig grau. 

Die bräunlichgrauen, ziemlich dunkeln Hinterflügel haben gegen 
den Analwinkel einen hellen, verloschenen Wisch ; ihre Fransen sind heller 
graUc Der Hinterleib ist auf den drei ersten Segmenten ochergelb, dann 
grau mit gelblichem Afterbusch, beim ^ fast ganz gelb. 

Dass Tithionalis nicht etwa zu Castalis gehört, geht unter ande- 
rem daraus hervor, dass bei dieser die schmutzig rothe Farbe des Mittel- 
feldes gegen die Wurzel hin einen gebogenen Rand hat, der auf dem 
Vorderrande bis zur Schulter reicht, und dass der rothe Hiuterrandtheil 
kaum so breit wie die davorliegeude gelbe Binde ist. 

Botis einer OS a Grote. 
— Transact. Am. Soc Pliilad. 1867, j>. 18, tab. 2, fig. 13. 

Wie Grote richtig bemerkt, gleicht sie der Laticlavia in Allem, 
nur nicht in der Farbe. Selbst die Hinterflügelfransen haben die dort 
bemerkte Eigenheit; jedoch tritt weissliche Farbe bei ihr für die gelbe 
ein. Man dürfte wohl auf die Vermuthung kommen, Cinerosa sei die 
Frühlingsgeneration von jener, die sich freilich noch viel bedeutender von 
der Sommergeneration unterscheiden würde, als es im südlichen Europa 
mit Sanguinalis der Fall ist. 

Vaterland: Texas. Von den zwei vorliegenden Weibchen wurde das 
eine durch Beifrage am 1k. April gefangen. 



60 Prof. p.c. Zell er: (^5q6) 

JBotis signatalis Walker. 

Capite abdomiiiisque initio vitellinis; alis ant. subeloiig'atis, punicei.s, fla- 
rido-ciliatis, striga bisinuata antice abrupta ante punctum medium 
flavum strigaque postica, utriiuque crassiore, superue arciiata, in plica 
acute dentata flavis; posterioribus flavido-cinereis, post strigani utriui- 
que abruptam ciuereis. (j*^. 

— Grote: Transact. Am. Soc. Philad. 1807, p. 16, t. 2, f. H. 
Rhodaria signatalis Walker Suppl. p. 1283. 

Grote''s Abbildung ist etwas grob, doch nicht ganz unkenntlich; 
ich habe sicher seine Art vor mir, da ich von ihm selbst ein Exemplar 
erhielt. Seine Beschreibung ist übrigens genau. Guenee's Rliodaria 
Tyralis Pyral. 169 (aus Cuba) scheint viel Uebereinstimmendes mit 
Signatalis zu haben, kann aber nicht damit vereinigt werden, da bei ihr 
alle Flüge] purpurfarbig und mit solchen Fransen versehen (ailes concolo- 
res, d''un rose lie de vin, ä frange pareille) und auf der Unterseite fast 
ganz zeichnungslos und gleichfalls geröthet (Dessous d' uu rose vineux sali, 
presque saus aucun des dessins du dessus) sein sollen. Auch sagt G uenee 
nicht, dass die erste Querlinie der Vorderfliigel unterhalb des Vorderran- 
des aufhört. Die erste Querliuie der Vorderflügel ist aber bei 5 vor mir 
befindlichen Exemplaren nicht nearly straight, sondern wellig gebogen, 
indem sie sich unter der Subdorsalader einwärts und darüber noch stär- 
ker und fast winklig auswärts krümmt. In der Mittelzelle vor der Quer- 
ader ist ein gelber, nicht scharf begrenzter Punkt, den die Abbildung 
richtig zeigt. Die hintere Querlinie macht in ihrem verdickten Dorsal- 
drittel in der Falte einen scharfen, mit ihrem Scheitel gegen den Hinter- 
rand gerichteten Winkel. Die Fransen sind gelblich, nach aussen in^s 
Graue, au der Flügelspitze schattengrau. Vor ihnen ist am Innenwinkel 
ein kaum merklicher, kleiner, gelber Wisch. 

Auf den Hinterflügeln ist die blasse Qiierlinie, die sehr schräg gegen 
den Hinterrand liegt, nicht witliln the anal angle, sondern, wie in der 
Abbildung, über die Aeste der Medianader hiuweggezogen. 

Beim ^ steht der Legestachel aus dem verdünnten Hinterleibsende 
hervor. 

Vaterland: Nach Grote von Massachusetts bis Pennsylvauien. In 
Texas wurde die Art von Boll und Beifrage gefangen, von letzterem. 
1 ^ am 27. Juni. 

Eine Slenia signatalis habe ich in den Lepid. micropt. Cafifr. 
(1852) p. 62 aus dem Caffernlande beschrieben. Lederer stellt sie ver- 
muthungsweise in seine Gattung Aethaloes.'^a (Pyralid. S. 143), ob mit 
Recht, kann ich nicht sagen, da ich selbst kein Exemplar davon besitze 



r507") Beiträge zur Keimtniss der nordamerik. Naclilfaller. oi 

Botis marculenta Grote 

Alis aut. pallide fla^^idis, costa ex basi et thorace satnratioribus, striga 
priore undulata, puncto disci, strigula venae trausversae strigaque 
postica s.upra medium foras flexa fusco-ciuereis, nebula fasciata ciue- 
rea superius dirergente ante marginem posticum; posteriorum striga 
disci obliqua margineque postico cinereis. (^ . 

— Grote: Trausact. Am. Soc. Philad. 1867, p. 23, t. 2, f. 24. 

Ich glaube Grote's Art vor mir zu haben, wenn auch deren Be- 
schreibung in einigen Kleinigkeiten abweicht, und deren viel zu verlo- 
schene (vielmehr in der Zeichnung nicht illuminirte) Abbildung sie nicht 
kenntlich macht, sondern nur eben an sie erinnert. An dem vorliegenden 
Exemplare sind die zwei Querlinien der Vorderflügel und die dazwischen 
befindliche Zeichnung (ein Punkt und ein gebogener Strich der Querader) 
ganz deutlich, sonst genau von der bei Grote angegebenen Beschaffen- 
heit, wie auch, mit dessen Beschreibung stimmend, der Vorderrand von 
der Wurzel aus eine striemeuartige, gesättigtere, ocherröthliche Färbung 
besitzt. Der graue, fast gerade Schattenstreif, der vor dem gesättigter 
gelblichen Hinterrand herabzieht, hat dadurch etwas Charakteristisches, 
dass er vom Innenwinkel aus nach oben gegen ihn divergirt und dem 
Bogen der Querlinie näher kommt als dem Hinterrande; er endigt unter- 
halb des Vorderrandes. 

Auf den Hiuterflügelu ist die Richtung der ziemlich geraden Quer- 
linie bemerkenswerth; sie fängt weit vom Vorderrande an und verschwin- 
det, sich verdünnend und die Richtung gegen den Hinterrand vor dem 
Analwinkel nehmend, am ersten Medianaderast. Der Schattenstreif läuft 
parallel mit der bräunlichgrauen, verloscheneu Hiuterrandlinie und ihr 
ganz nahe. 

Die Art steht nebst Citrina Grote am besten neben Ruficostalis 
Led., obgleich diese auf den Hinterflügeln eine andere Richtung der 
Querlinie hat und auf der Unterseite zeichnuugslos ist. 

Vaterland: Texas (BoU). 1 (j* im Cambridger Museum. Grote hatte 
die Art aus Peunsylvauieu. 

Botis citrina Grote. 

Alis saturatius flavidis, auteriorum costa ex basi et thorace subochraceis, 
puncto disci, macula venae transversae strigisque duabus fuscescen- 
tibus (priore costam non attingente, posteriore supra medium foras flexa), 
nebula ante marginem posticum nulla; posteriorum striga disci obliqua. 

— Grote 1. c. pag. 23, tab. 2, fig. 20 §. 



62 Prof. p.c. Zell er: (^508) 

Bei Grote gut beschrieben und kenntlich abgebildet. Sie ist meist 
kleiuei' als Marculenta, und von dieser durch lebhafter gelbe Färbung und 
gänzlichen Maugel des Antemarginalschattens zu unterscheiden. Von den 
zwei ziemlich verloschenen Discalflecken ist der erste klein und leicht zu 
übersehen. Wo die Grundfarbe abgerieben ist, schimmert die Membran 
opalisirend. Bei den ^, deren eines so gross, wie Marculenta ist, sind 
die Flügel gestreckter, als bei den c^. 

Beide Arten sind offenbar nahe mit einander verwandt, und durch 
die Richtung der (beim 9 oberwärts verdickten) Querlinie der Hinterflii- 
gel — nämlicli von etwas unterhalb des Vorderrandes, den sie nicht be- 
rührt, gegen den Analwiukel, vor dem sie verlöscht — charakterisirt, nach 
denen sie von den mir bekannten, auf den Vorderflügelu ähnlichen euro- 
päischen Botiden versciiieden, aber mit Proceralis Led., Signatalis Gr. 
und Onythesalis Wkr. zusammen gehört. 

Nach Grote 1. c. (1868) ist diese Art zufolge des British Museum 
gleich W a.[^ er'' s Sjiilofies /tettilalls Cdt. Pjr. 772 (wohl ganz abgeflogen, 
da sie alae anticae flavescente- albae und einfarbige [albae] Hiuterfliigel 
haben soll), hinterher auch noch gleich Botlfs thycesalis (die ich nicht 
finde), und die erste serner 2 Botis apei'talls^ nämlich die im Supplem. 
p. 1393 charakterisirte! 

Vaterland: New-Tork (1 c^ von Grote) und Texas (2 ^, von Bei- 
frage am 23. August und 20. September gefangen). 

Botis centralis Grote. 
Boiys — Grote 1. c. pag. 21, tab. 2, fig. 23 <S- 

Von seiner Ventralis theilte mir Grote ein Pärchen mit, welches 
mit seiner Beschreibung genau stimmt. Da Ventralis^ wie er bemerkt, iu 
der Grundfarbe und dem Ausdrucke der Zeichnung veränderlich ist, so 
hätte er zu der constanten Färbung des Bauches — 2 weisse Längsstreifen, 
welche einen dunkleren in der Bauchmitte ziehenden begrenzen — hinzu- 
fügen können, dass auf der Unterseite der Vorderflügel eine gerade, feine 
weisse Linie vom Hiuterrande aus bis zur Querader, auf den Hinterflügeln 
eine gleichfalls weisse und gerade, aber stärkere vom Hinterrande über 
die Querader hinweg bis nahe an die Flügelbasis geht. Vielleicht ist auch 
der ganz schmale, weisse Vorderrand der Hinterflügel eine beständige 
Eigenthümlichkeit dieser Art. 

Eben dieselben Merkmale auf der Unterseite der Hinterflügel hat 
auch das Pärchen der Bot. argyralis Guen. Pyr. p. 341 meiner Samm- 
lung. Guenee gibt dieser als Grundfarbe un brun-canelle uui, wie es 
meine von Grote erhaltenen Ventralis sicher haben; dem ^ schreibt er 
im Vergleiche mit einem (^ alles superieures plus courtes et d'un jaune 
d'ocre fauve zu. So gefärbt ist mein (S der Argyralis, während das § 



r509") Beitrage zur Kennluiss der nordaraerik- Nacbtfaller. gg 

fast dottergelbe Vorderflügel hat mit grösseren, weissen, sonst aber genau 
übereinstimmenden Zeichnung*en. Ich würde Argiiralis mit Ventralis als 
eine Sj)ecies vereinigen, wenn nicht beide Geschlechter am Bauche nur auf 
den 3 letzten Segmenten 2 weisse Streifen führten (die beim verflogenen 
(^ noch dazu ganz verloschen sind), und beim ^ die Spitze der Hinter- 
flügel aulfallend weit über den Innenwinkel der Vorderflügel hiuwegreich- 
ten. Vielleicht ist aber doch die Flügelgestalt nur eine Monstrosität, und 
die Färbung des Bauches eine Varietät. 

Ein (^ der Ventralis aus Texas im Cambridger Museum hat auf den 
Vorderflügelu sehr kleine und ganz verloschene Punkte, deren Plätze 
durch reichlichere schwärzliche Schuppen bezeichnet werden, gerade die 
3 dem Innenwinkel nächsten sind undeutlicher und kleiner, als der ein- 
zelne in der Mittelzelle und der auch vereinzelte au der Falte. Aber die 
oben erwähnten weissen Linien der Unterseite der Flügel und die 2 weis- 
sen Bauchstreifen sind höchst vollständig und scharf. 

Eine Eigenthümlichkeit in den Tastern erwähne ich bei der folgen- 
den nächstverwandten Fracturalis. 

Botis fracturalis u. sp. Tab. IIE, fig. 16. 

Alis ant. elongatis, ciunamomeis, maculis 5 niveis nitidis nigrocinctis (prima 
arcuata transversa in plica, tertia bidente infra secundara parvam, quinta 
in strigulam mutata); ventris vittis duabus canis ^. 

In der Grösse und Gestalt der Ventralis, nur mit etwas gestreckteren 
Vorderflügeln, sehr ausgezeichnet vor dieser und der Ärgyralis durch die 
Grösse der glänzend schneeweisen, überall schwarz eingefassten Flecke. 

Rückenschild und Kopf heller und mehr grau, als die Vorderflügel. 
der obere Augenrand mit feiner, weisser Linie umzogen. Taster zlmmt- 
braun, auf der Unterseite von der Wurzel aus bis vor das Ende des Busches 
des zweiten Gliedes scharf abgeschnitten, schneeweiss; das Endglied ist 
wie bei Ventralis und Ärgyralis aufgerichtet, klein, nach oben verdickt, 
mit abgeschnittenem Ende. Beine weisslich, die vordei'en auf der 
Vorderseite, die anderen an den Schenkeln, und mehr noch an den Füssen 
bräunlich-grau angelaufen. Hinterleib ochergelblich-grau, an den hinteren 
Segmeuten mit feinen weissen Hinterrändern; am Bauche mit zwei breiten, 
weissen, hinten vereinigten, eine zimmtbräunliche Strieme säumenden 
Streifen; Afterbusch kegelförmig-, abgestutzt, ochergelblich. 

Vorderflügel SV^— 5V2'" lang, gestreckt, hinten erweitert, spitz, mit 
schwach convexem Hinterrande. Grundfarbe zimmtbrauu, am Vorderraude 
bis zum 4. Flecke und am ganzen lunenraude heller, mehr ochergelblich. 
Fünf glänzend schneeweisse, schmal schwarz gesäumte Flecke bilden die 
Zeichnung. Der erste liegt iu der Falte gleichweit von der Wurzel und 

9 



64 vvor p.c. Zell PI (510) 

den "i nächsten, und bildet einen schräg gelegten, hinten etwas ausgeran- 
deten Bogen. Der zweite ist klein und gerundet, und liegt über der Me- 
dianader mitten zwischen dem 1. uud 4. Der 3. gleich unter dem 2. ist 
nebst dem 4. der grösste von allen, und hat nach hinten 2 lauge, divergi- 
rende Sjjitzeu. Der 4., gleichweit vom 3. und der Flügelspitze, ist länglich 
schräg mit dem oberen Ende nahe am Vorderrande, am unteren mehr einwärts 
liegenden Ende nach hinten in eine Spitze ausg'ezogeu. Der 5. nicht weit 
vom Hinterraude, bildet ein über die Aeste der Medianader gelegtes Streif- 
chen. Fransen hellgrau, hinter der bleich ochergelben Wurzellinie dunkler. 

Hinterflügel braungrau, gegen die Wurzel heller. Fransen weiss 
mit bleich ochergelber Wurzellinie uud hinter dieser mit einer grauen, 
sehr unterbrochenen, um die Flügelspitze vollständigeren Linie durchzogen. 

Unterseite der Vorderflügel braungrau, am Vorderraude bleich ocber- 
geblich mit matt durchscheiuendei", nicht dunkel gerandeter, weisser Zeich- 
nung. Die Adern vom Hinterrande aus bis Fleck 4 und 5 und eine bis zu 
Fleck 3 weisslich. Hinterflügel hellgrau, in der Spitze am dunkelsten^ die 
Adern weisslich; eine gerade, weisse Linie zieht vom Hinterraude durch 
die Querader bis 2ur Basis; zwei weniger auü'allende gehen ebenso zwischen 
luuenrand und Medianader. 

Vaterland: Texas (Boll). 2 ^ in meiner Sammlung. 

Die Eigeuthümlichkeit des 3. Tastergliedes und die lauge weisse 
Linie auf der Unterseite der Hinterflügel können als Merkmale einer 
Gruppe von Botis dienen, zu welcher Ventralis, Argyralis uud Fracturalis 
gehören. 

Botis rublyalls G n. 

Scopula — Gueuee Pyr., p. 398. — Walker Cat. Pyr., p. 784. 

Meine männlichen Exemplare aus Californieu und Texas zeigen, dass 
von den Unterschieden von Ferrugalis, die Guenee und Walker anführen, 
nur die Kürze und Breite sich als staudhaft und charakteristisch bewäh- 
ren, und da Ferrugalis bei uns in den Kärntneralpeu, bei Triest, im süd- 
lichsten Italien, auf Rhodus und Caudia (aus welchen allen Gegenden ich 
Exemplare besitze) , stets gleiche Flügelgestalt zeigt, so zweifle ich 
nicht an der Artverschiedenheit der Rubigalis, von welcher Walker 4, 
Guenee 1 und ich 3 hiusichtlich der Kürze der Flügel übereinstimmende 
Exemplare vor uns haben. Die Kürze gilt auch von den Hiuterflügelu, 
die bei weitem nicht so zugespitzt sind, wie bei Ferrugalis. Es ist zwar 
richtig, dass die Hinterflügel der Rahigalia auch heller und nur in der 
Flügelspitze und zwar schwach verdunkelt sind; doch Aü, Ferrugalis darin 
etwas abändert, so mag das auch bei Ruhigalis der Fall sein. Bei 2 meiner 
Ruhigalis verläuft auf den Hiuterflügelu die feinere (allerdings auch ver- 
loschenere) Querlinie mit ihrem Bogen, statt gleich weit vom Querader- 



rr.^ ^\ Ceitriige zur Kenntniss der nordamerik. Naflilf.ilter. ftx 

punkte und dem Hinterrande abzustehen (wie bei der am deutlichsten ge- 
zeichneten FerruyaUs\ dem Hinterrande sehr merklich näher; bei dem 3., 
das doch sicher zu derselben Art gehört, geht diese Linie entschieden dem 
Punkte näher. — Die Vorderflügelfransen sind bei Ruhigalis heller und 
Yon 2 feinen, grauen Schattenlinien durchzogen; bei Ferrugalis sind sie 
grau und zeigen nur an der Wurzel eine einzelne stärkere, dunkle Linie. 

— Der aus der Spitze der Vorderfliigel herabkommende, in Hübner's 
Fig. 54 sehr deutlich ausgedrückte Schatten, der nach Guenee manchmal 
bis in die Mittelzelle hinreichen soll, findet sich unter 21 verglichenen 
Exemplaren nur bei 2 — 3 in schwacher Andeutung; sonst feblt er völlig, 
wie bei Ruhigalis. Helle Exemplare sind noch heller als Ruhigalis. 

Die 2 Texas-Exemplare sind viel kleiner, als das californische (Vor- 
derflügel 4'" gegen 5 — oVi). 

Bofis subjectalis I^ e d e r e r. 

— Led. Pyr., S. 84, Taf. 10, Fig. 13. Bot. Eupliaesalis (!) Wkr. Cat. 

Pyr., p. 1008. 

Lederer''s Abbildung macht sie kenntlich. Die Kürperfarbe ist 
schneeweiss, jedoch auf Kopf- und Rückenschild (auf diesem beim ^ völ- 
lig') durch grobe, graubraune Schuppen verdunkelt. Der Hinterleib bleibt 
in beiden Geschlechtern auf dem 2. Segmeute rcinweiss mit 3 braungrauen 
Basalfleckchen; die folgenden Segmente sind beim ^ alle braungrau mit 
schneeweissen Hiuterrändern; beim ^ sind Segmente 4, 5 und 6 reinweiss, 
und nur auf der Rückenniitte ausser am Hinterrande braungrau, während 
die anderen Segmente wie beim O sind, nur mit breiten reinweissen Rän- 
dern. Auf der Baj.is der Vorderflügel tritt der reinweisse Grund etwas 
hervor. 

Da es unmöglich ist, aus Walker's Beschreibung' die Art zu er- 
kennen, so muss sich Lederer die Kenntniss des Namens aus dem British 
Museum selbst geholt haben. 

Walkers Benennung Euphaesalis ist eine so kindliche Formation, 
dass zu wünschen wäre, ihre Aufnahme würde den Prioritätsjägern durch 
das Eintreten der Hübner^schen Benennung Illihttlis (die freilich wie 
lucus a non luceudo ist), abgeschnitten. Grote Transact. Am. Soc. Philad. 
1868, p. 14 erklärt sie beide für identisch. Lederer, dem ich zufolge 
meines schön erhaltenen Exemplares beistimmen muss, hält beide getrennt. 

Botis adipaloides Grote. 
— Grote: Transact. Am. Soc. Philad. 1867. p. 26, tab. 2, fig. 19. 

Gratet's Abbildung ist zu klein und lässt die dottergelbliche Grund- 
farbe der Vorderflügel zu eingeschränkt und die Querlinien der Hinterflü- 
gel nicht richtig erscheinen. Seine Beschreibung dagegen ist sehr genau. 

9 '" 



gß Prof. P.c. Zeller (512") 

Um die Ai't aber von den ähnlichen zu unterscheiden, wird man wohl das 
Hauptgewicht auf die beiden Flecke der Mittelzelle legen müssen; sie sind 
gross und bis auf die schmalen schwarzbraunen Eänder mit Blei glänz 
ausgefüllt. Der erste ist viereckig und hängt mit einem noch grösseren 
zusammen, welcher den Raum zwischen der Median- und Subdorsalader 
einnimmt; der 2., auf der Querader liegende, ist grösser als der erste und 
querobloug. Die Randbinde aller Flügel ist duukelschiefergrau, lilafarbig 
schimmernd, einwärts brauugerandet. Die Basis der Vorderflügel ist gänz- 
lich röthlichgrau, wie die Wurzel des Vorderrandes, und es ist hier ein 
solches Bändchen dicht vor der Flügelbasis. 

Auf den Hinterflügelu sehe ich gar keine basal interrupted line (die 
auch die Abbildung des ^ zeigt). Hinter dem länglichen graubraunen 
Queraderfleck, tiefer und durch den Raum zwischen 2 Adern davon getrennt, 
folgt ein dicker Querstrich, der nicht bis zum Innenrande reicht; er ist 
als die Fortsetzung der tiefer liegenden, vom Vorderrande ausgehenden, 
wiuklich gebrochenen und feineren Querlinien anzusehen, obgleich sie sich 
mit einer Ecke der Marginalbiude vereinigt, und keine rückwärtsgehende 
Verbindungslinie, wodurch sie sich an jene anschlösse, vorhanden ist. — 
Die Grundfarbe der ganzen Unterseite ist nur blässer, als die der Oberseite. 
— Unter den Flügeln liegt längs der weissen Brust ein dünner, bleichgel- 
ber Haarpinsel. 

Ungeachtet des Maugels der Basallinie der Hinterlinie der Hinter- 
fiiigel auf beiden Seiten, glaube ich doch nicht, dass Grote's Art eine 
andere als die meinige ist. 

Vaterland meiner 4 ? Texas. 3 wurden von Beifrage am 23. und 
26. August und gleichfalls unversehrt am 24. October (!) gefangen. 

Aus Grote's Notizen 1. c. 1868. p. 14 erfahren wir, dass zufolge 
des British Museum Walker diese Art im Cataloge p. 351 zuerst als 
Samea Klealis (aus Nordamerika), dann als Samea liparalis Guen. 
p. 353 (aus Brasilien) und zuletzt als Botißs taedialls p. 732 (aus der 
Country unknown) aufgestellt hat. Die ekelhafte Arbeit, nachzuweisen, 
worin die Walker'schen Beschreibungen mit dem Befunde der Sammlung 
stimmen oder disharmoniren, überlasse ich Anderen; ich begnüge mich mit 
dem Vergleiche der ungewöhnlich sorgfältigen Beschreibung der Samea 
liparalis Gm en. Pyr., p. 195, die in der That recht viel Uebereinstimmeu- 
des mit Adipaloides, doch auch solche Abweichungen hat, dass ich bei der 
Wahrscheinlichkeit, dass es in Brasilien ähnliche, nächststehende Arten 
gebe, die Annahme der Identität so lange für bedenklich halte, als sie 
nicht aus der Guenee'schen Sammlung selbst nachgewiesen ist. Die Flü- 
gel der Adipaloides haben kein jaune-paille demi-transparent, sondern die 
vorderen sind bright clear yellow (angenehm hellgelb), welche Farbe auf 
den hinteren nur etwas blässer ist, und gar kein Licht durchlässt. Die 



r^l^l Beitriiiro zur Kcnntniss der norilninerik. Narhtl'.ilter. ß<r 

Discalflecke sollen einfach grau sein, der 2. raarquee d'un croissant 
jauue. Bei Adipaloides sind sie, wie oben angegeben, und der 2., d. h. 
der auf der Querader enthält gar keine gelbe Mondsichel. Dass der 
erste aus zwei untereinander liegenden und zusammengewachsenen besteht, 
deren jeder fast die Grösse des Qaeraderfleckes hat, erwähnt Guenee mit 
keinem Worte. Er sagt von den Fransen, sie seien finement brodees de 
jaune et de gris, welche yage Bezeichnung doch nur willkürlich als frin- 
ges pales (nämlich als die Randbiude) with a basal liue gedeutet werden 
kann. Walker gibt mit seiner nach Guenee's Worten gebildeten Dia- 
gnose — darin macula reniformi flava (I) notata — gar keine Aufklärung. 
Er fügt dazu eine fragliche Varietät, die immerhin gleich Adipaloides 
sein mag, aber hinsichtlich des Namens nichts Entscheidendes enthält. 

Botis flavidalis Guen. 

Botys — Guenee Pyr., p. 329. —Walker Cat. Pyr., p. 562. 

Diese grosse Art, die mir Grote als Oxydalis mittheilte, hat, wie 
Guenee richtig erwähnt, mit ihrer Verwandten, Oxydalis Gn., an den 
Vorderbeinen die Schienen und Eüsse schneeweiss, die ersteren an der End- 
hälfte, die letzteren an den Enden der Glieder violettlichschwarz, während 
die Schenkel auf der Lichtseite, ausser au der Basis, violettbraun gefärbt 
sind. Hals, Brust und die 4 Hinterbeine sind schneeweiss mit Seidenglanz, 
Die Taster an den 2 ersten Gliedern schneeweiss, das 2. auswärts, oben 
scharf abgeschnitten, schwarzbraun; das sehr kurze Endglied gelblichweiss. 
Vom Auge geht bis zur Flügelwurzel ein dicker, braunrother Streif. 

Vorderflügel 7 — 8'" laug, hellgelb, am Vorderrande bis zur Subcostal- 
ader nur etwas gesättigter; wo die Farbe abgerieben ist, schillern sie 
opalartig. Von den welligen, bräunlichen Querlinieu entspringen nur i, 
2 und 4 auf dem Vorderrande aus fieckartigen Verdickungen; die 3., vor 
welcher in der Mittelzelle ein bräunlicher Punkt liegt, kommt aus dem 
verdickten Queraderstrich und nähert sich gegen den Innenrand bisweilen 
sehr bedeutend. Die 5., aus Möndchen zusammengesetzt, welche durch die 
Adern getrennt werden, fängt unter dem Vorderrande an, und vereinigt 
sich durch einen Fleck mit dem 4. 

Anmerkung 1. Man hat die 5 Querlinien wohl so zu deuten, dass 
die 4. eigentlich nur bis zum ersten Medianaderaste reicht, und hier sehr 
scharf zurück und aufwärts gegen das untere Ende des Queraderstriches 
gehen sollte, um sich an die dritte Querlluie als an ihr unteres Drittel 
anzuschliessen; dadurch würde die gewöhnliche hintere Botiden-Querlinie 
entstehen; der Schattenfleck am Innenwinkel würde demnach zu der Ante- 
marginallinie gehören. — So wäre auch auf den Hinterflügeln die abge- 
brochene vom Innenrande ausgehende Querlinie eine blosse Fortsetzung der 



68 Prof. r>. n. Zell or: (;514^ 

vom Vorderrande auscreliendcn Querlinie, an die sie sich erst anschlösse, 
nachdem sie am ersten Medianaderaste lierabgegangen wäre; die (schein- 
bare) Fortsetzung der am Vorderrande entspringenden Querlinie, die näm- 
lich bis in den Analwinkel reichende, würde der Wirklichkeit nach nur das 
Ende der Autemarginallinie sein. Hiernach ergibt sich für Flavidalis und 
Oxydalis eine Stelle in der Nähe unserer Ruralis. 

Anmerkung 2. Wie wir durch Grote erfahren (i.e. 1868, p. 14), 
sind im British Museum Botis laconlis Wkr. Cat. Pyr., 733 und 
Botis chictipedalis Wlkr. Pyr. Suppl. 1391 mit Flavidalis (Oxydalis 
Grote) identisch. Wenn Walker Flavidalis Gn. nicht erkannte, so ist 
das sehr verzeihlich, zumal da Lacoalis ein Mitglied der Walker- 
scheu geographischen Gruppe Country unknown ist. Wie aber jemand 
aus den vor seinen Augen befindlichen Exemplaren einer so gar uicht ver- 
änderlichen Art drei sollte macheu können, wäre etwas schwerer beg-reif- 
lich. Mag aber lAicoalis der Sammlung wirklich einerlei mit Flavidalis 
sein, so gibt es wichtige Bedenken, ob sie mit der Lacoalis der Beschrei- 
buuo- einerlei ist. Bei Flavidalis sind die Taster oben uicht ferrugiuei, son- 
dern nigro-fusci; das Abdomeu ist nicht albidum, luteo-fasciatum, sondern 
einfarbig pallide flavidum und nicht subtus chalybaeum (!), sondern 
album, subsericeum; die Vorderflügel nicht lineis tribus ru f escentibus, 
sondern quinque fuscescentibus, die Costa uicht subochracea, sondern uur 
saturatius flavida. Der allgemeine Color ist auch uicht luteus, sondern pallide 
flavus s. flavidus. Hiernach rauss die Lacoalis als eine ganz verschiedene 
Art gelten! Was uützt da selbst die Besichtigung des British Museum, 
wenn sie etwas ganz Anderes ergibt, als was die im Catalogue of the 
British Museum gegebene Beschreibung verlaugt? 

Anmerknug 3. Bot. Oxydalis Guen. Pyr. p. 328, die mir sowie 
Flavidalis durch Guenee selbst bestimmt wurde, ist viel kleiner (Vorder- 
flügel 5'" lang); ihre Vorderflügel sind gesättigter gelb, am Vorderrande 
bräunlichroth; dies ist auch die Farbe der dickeren, sonst wie bei Flavidalis 
laufenden und gestalteten Querlinien; der Punkt der Mittelzelle hängt an 
der Farbe des Vorderrandes. Die Unterseite des Körpers ist gelblich, bloss 
die Hinterschieneu und Füsse sind weiss. — Meine 2 Exemplare sind aus 
Georgien und von Rio Janeiro. 

Botis Thesealis Led. (?). 

Major, abbomine (^ elongato, cinerascente, albido-annulato; alis pallidis- 
sime flavidis, griseo-mixtis, in disco subiridesceutibus, anteriorum ma- 
culis 2 discalibus aunuliformibus, strigis 3 fascescenti-ciuereis, secunda 
repauda cum macnla secunda lineis conjuncta, tertia serratissima. (S^- 
? Botys — Lederer Pyral., S. 83. ? Botys Theseusalis (!) 
Walker Cat. Pyr., 562. 

? Botys pertextalis Led. S. 81 und 174, Taf. 9, Fig. 10. 



rSlÖ^ Beiträge zur Kenritniss der nordamerik. Nachtfalter. QQ 

Das uearly allied to B. verticalis {ruralis\ (obgleich bei genauerer 
Verg'leichung die Verwandtschaft nicht so gar gross ist) — abdomen ex- 
tending far beyoud the hindwiugs — wings iridesce.ut — the oibicuhir 
aud reuiform niarks rather large, their disks paler lassen den Schluss zu, 
dass ich dieselbe Art, wie Walker Tor mir habe, wenn auch die Angabe: 
marginal points browu, wenigstens hinsichtlich der Vorderflügel, nicht zu- 
stimmt. Aber auch, wenn Walker, Leder er und ich wirklich dieselbe 
Art vor uns haben, so würde doch die Led er er'sche Benennung als eine 
richtige lateinische Formation den Vorzug erhalten müssen. 

Ihre ansehnliche Grösse, die jedoch noch erheblich hinter der von 
Flavidalis und Ruralis zurückbleibt, ihre sehr bleich graugelblichen, etwas 
opalisirenden Flügel, die deutliche Riugform der beiden Flecke in der 
Mittelzelle, die tiefgesägte Antemarginallinie aller Flügel und der lange, 
hräunlichgraue Hinterleib mit weisslichen Segmenträndern scheinen sie 
sicher kenntlich zu machen. 

Lederer's Pet'textalis würdeich ohne Bedenken mit meiner The- 
sealis vereinigen, wenn 1. in der Abbildung die 2. Querliuie der Vorder- 
flügel durch verstärkte Adern mit dem Queraderflecke verbunden, und die 
(dritte) Zickzacklinie ihr nicht viel zu nahe wäre (auf den Hinterflügelu 
ist sie richtig gestellt); 2., wenn Lederer sie nicht für zum Verwechseln 
ähnlich seiner Multilinealis erklärte; 3. wenn Leder er nicht die Wal- 
ker'sche Theseusalis gekannt haben müsste, da er das -j- vor dem corrigir- 
teu Namen weglässt. 

Es gibt eine andere nordamerikanische Sotis von gleicher Grösse 
{^AbflOHlinalis Mus. Z.), die nicht mit Thesealis verwechselt werden darf. 
Diese hat einen gelblichem Ton der Flügel. Von den beiden bräunlichen 
Flecken der Mittelzelle ist nur der der Querader ringförmig (vielleicht ist 
es bisweilen jedoch auch der erste, was sich nach einem einzelnen Exemplare 
nicht sicher sagen lässt), und nicht mit der 2. Querlinie durch verdunkelte 
Längslinien verbunden; die dritte Querlinie ist nur mit kleinen Sägezäh- 
nen versehen und liegt der busigen Ausbiegung der 2. Querlinie näher 
als dem Hinterrande, statt dass sie bei Thesealis genau die Mitte einnimmt; 
der lange Hinterleib ist auf der ganzen Oberseite ochergelb. 

Eine Aehnlichkeit in der Grösse, Gestalt und Färbung hat Thesealis 
auch mit der europäischen Perlncidalis H. Bei dieser ist aber der Hin- 
terleib weniger verlängert und nur hellgraugelblich mit weissen Segment- 
rändern; die Vorderflügel sind breiter und weniger zugespitzt; die 2 Dis- 
calflecke der Vorderflügel sind durchaus nicht hohl oder ringförmig; statt 
der 3. Querlinie ist nur ein grauer, auf der Innenseite sägezähniger 
Schattenstreif vor dem Hinterrande, und was die Art sogleich kenntlich 
macht,, ihrHinterrand trägt auf allen Flügeln scharfe, weitgetrennte, schwarze 
Punkte. 



70 Prof. p.c. Zell er: (g^g-j 

Eadlich erwähne ich noch die unten folgende €Jrocifloit/tot'a serra- 

tissimtilis als der Thesealis ähnlich, zumal im (J? Geschlechte, weil deren 
beide Geschlechter, wenn auch das ^ viel deutlicher als das (^ die stark 
sägenformig-e Querlinie vor dem Hinterrande besitzen. Diese Art hat einen 
durchaus nicht verlängerten, auf der Oberseite einfarbig hellocherfarbeiien 
Hinterleib und keine Ringüecke iu der Mittelzelle der Vorderflügel, während 
doch von der 2. Querliuie aus gegen den Queraderfleck bräunliche Linien 
zurückgehen. Das kleinere (^ macht sich ausserdem durch die generisclie 
Auszeichnung und beide Geschlechter durch die Kürze der Mittelzelle der 
Vorderüügel sehr kenntlich. 

Ich gebe eine neue, vollständigere Beschreibung der Thesealis. 

Fühler mikroskopisch pubescirend. Taster aufsteigend nach oben ver- 
dickt, nicht vorgestreckt, weiss, am oberen llande breit, striemenartig braun; 
das ganz kurze Endglied braun. Beine weiss, die vorderen auf der Licht- 
seite der Schenkel und Schienen gebräunt, und an letzteren zieht sich die 
bräunliche Farbe und das verdickte Ende bis auf die andere Seite herum. 
Der (^ Hinterleib ist dünn und laug; das zugespitzte Endglied länger als 
das vorhergehende Segment; die Oberseite braungrau, dunkler als der 
Bauch, mit weissen hinteren Segmenträuderu (dem ? fehlt der Hin- 
terleib). 

Vorderflügel c? 7, ? 6'" lang, beim (J* gestreckter und spitzer, 
ringsherum und an der Wurzel sehr blassgelb, im ganzen Räume zwischen 
der Subcostal- und Subdorsalader bis zur Autemarginallinie noch blässer 
und schwach opalisirend. Die Zeichnungen bräunlichgrau. Die Mittelzelle 
trägt einen kleinen, kreisförmigen Ring nicht weit hinter der ersten wel- 
ligen Querlinie und einen viel grösseren, nierenförmigen auf der Querader; 
die 2. welliggezälinte Querlinie auf den Aesten der hellgelblichen, bräun- 
lich gesäumten Medianader einen starken Bogen nach aussen, worauf sie 
ungezähnt und 2mal verdickt zur Mitte des Innenrandes geht; die Zähne 
sind mit dem nierenförmigen Ringe durch bräunlichgraue Linien ver- 
bunden. Die 3. Querlinie, in der Mitte zwischen dem Bogen der 2. und 
dem Hiuterrande ist zickzackförmig, beim (^^ etwas verflossen; hinter ihr 
ist die Farbe blassgelb, und darin gehen von der feinen Hiuterrandlinie 
aus bräuulichgraue, auf dem Hinterrande verstärkte Längsstrichelchen, 
der Zahl nach doppelt so viele, wie die 3. Querlinie Zacken hat (die vex'- 
dickten, auf dem Hiuterrande ruhenden Enden dieser Strichelcheu halte 
ich für die von W.alker gemeinten Randpunkte). Fransen bleichgelblich 
von einer stark zerschnittenen, fast iu Fleckchen aufgelösten grauen Linie 
durchzogen. 

Hinterflügel ebenso gelblich, nur auch längs des Vorderrandes opa- 
lisirend. Die bräunlichen Zeichnungen bestehen in einem starken Discal- 
fleck nicht weit von der Basis, iu einer gezähnten Querliuie iu der Flügel- 



f^i'7'\ Beilrage zur Kenntniss der nordamerik. Naclitfalter. ■y i 

mitte hinter welcher zwischen den Aesten der Mediauader uoch ein drei 
Wellen bildender Zug liegt, und iu der Zickzacklinie vor dem wie auf den 
Vorderfliigeln gezeichneten Hinterrande. 

Vaterland: Texas (Boll) und wahrscheinlich Massachusetts, von 
wo ich durch Dr. Packard 2 c?, 1 ^ erhielt. 

Eurycreon (Spilotles) cereralis n. sp. 

Alis ant. elongatis, griseo-fuscescentibus, nigro-striolatis, macula elongata 
arite venae transversal- ruaculani nigrani, litura nigro-liniitata costae 
ante apicem fasciaque marginis postici pallide ochraceis. c? ^' . 

Aehulich unserem Sticticalis und wahrscheinlich dessen Stellvertreter 
in Texas, verschieden durch gestrecktere Vordei'- und stumpfere Hinter- 
flügel sowie durcii bräunlichere Grundfarbe der ersteren mit schwarzen 
Längsstriciielchen, einen bleichgelben Längsfleck (wofür Sticticalis i^i\\(;n 
schräggelegten, viereckigen, kürzeren hat) und einem einwärts schwarz- 
begrenzten, bleichgelben Costalwiscli vor der Flügelspitze • auch ist die 
ganze Unterseite viel heller, weisslich feingezeichuet und auf jedem Flügel 
ist nur ein einziger, angefangener, brauner Querstreif. 

Grösse des Sticticalis. Kopf gelbbraun, oberer Augenrand weiss. 
Taster mit längerem, feinerem Ende als bei Sticticalis, gelbbraun, innen 
weisslich, unten breit schneeweiss. Rückenschild braun, Schulterdecken 
am Ende bleichgelblich. Hinterleib grau mit weissgrauem Bauche, beim 
(^ die 2 letzten Segmente hellgraugelblich, beim ^ hellochergelb. Brust 
weiss. Beine weissgrau, die vorderen auf der Lichtseite, die mittleren auf 
dem Rücken der Schiene hellbraun. 

Vo'rderflügel öVj — ^''' lang'i ziemlich gestreckt, nach hinten allmälig 
erweitert, mit sehr schwach convexem Hinte.'rande. Grundfarbe hellgrau- 
braun mit mehreren schwarzen Flecken und Längsstrichelcheu scheinbar 
unregelmässig bestreut. Nicht weit von der Wurzel ist über der Falte 
eine ziemlich lange, schwarze, oberwärts licht eingefasste, vor ihrem Ende 
verdickte Längslinie. Am Ende der Mittelzelle liegt ein bleichochergelber, 
nicht überall scharf gerandeter Längsfleck, der vorn und hinten durch je 
einen schwarzen Fleck begrenzt ist; der vordere schwarze Fleck begrenzt 
ihn schief und hat unter sich bis zum Inneurande mehrere unregelmässigo, 
dickere oder dünnere, schwarze Längsstriche; der hintere, auf der Quer- 
ader liegende, ist unregelmässig mit mehreren Spitzen, von denen die ein- 
wärts g'erichtete den bleichocliergelben Fleck spaltet, und die auswärts 
gerichteten sich auf den Adern als Längslinien fortsetzen. Am Vorderrande 
vor der Flügelspitze ist ein bleichgelber, wurzehvärts durch einen schwar- 
zen Schatten scharf begrenzter Wisch; dieser schwarze Schatten setzt sich 
unterwärts bis zur halben Flügelbreite in eine Zickzacklinie fort, an wel- 
cher die schwarzen Adern endigen. Längs des Hinterrandes ist eine bleich 

10 



72 l>rof. 1-, C. Zellor: ^^^q-^ 

oclierpelbe. iiacli beiden Enden veidiiuiUe, einwärts schwarz scbattirte, 
selir deutlicbe Binde von het .'äclitliclit rer Breite als bei den meisten 
Sticticalis. Fransen braungrau, an der Wurzel von • iner brauneu Linie 
duichzoi!en. 

Hiuterfl\io-el >tumpfer, als bei Sticticalis^ bräunlichgrau, gegen den 
Hintirrand alliuälig dunkler und vor diesi^n mit eint^r kaum erkennbaren 
Spur ' iner gelblicben Einfassungsliiiie. Fransen weisslich, an der Wurzel 
voll einer feinen, gelbbräunlichen Linie durchzogen. 

Unterseite schmutzig gelblichweiss ; die Vorderflügel haben einen 
schwärzlichen, nach hinten etwas schattirten Quei aderstrich ; vor demselben 
liegt in etwas lebhafter gelblicher Färbung der längliche, helle Fleck der 
Oberseite, den gegen die Wurzel hiu ein länglicher, schwärzlicher Fleck 
begrenzt. Von dem gleichfalls etwas gelblichen Vorderraude hängt vor 
der Flügelspitze ein schmaler, ans schwarzen Fleckchen zusammengesetzter, 
üebogeiier Streif bis zur Flügelhälfte herab. Den Hinterrand fasst eine 
Linie aus feineu, schwarzen, weitgetreuuten Strichelcheu ein; Fransen 
hellgrau. 

Die Hinterflügel haben gleichfalls hinter der Mitte einen dünnen, 
schwärzlichen, schräg zum Uinterrande herabreichendeu Streifen, der aus 
Fleckchen auf den Adern besteht, und in der Flügelhälfte endigt, wo dicht 
vor dem Hiuterrande ein graues (bei einem (^ fehlendes) Schattenfleckchen 
liegt^ von diesem au begleiten den Hinterrand 5—6 zu Querlinien ausge- 
zogene, schwarze Punkte bis zur Spitze. Fransen reiuweiss. 

Das ^ ist etwas kleiner als die (^, mit dickerem, am Ende gelb- 
lichen Hinterleib und schmäleren, dunkler gezeichneten V^orderflütrelu. 

Vaterland: Texas (Boll). 3 Exemplare in meiner Sammlung. 

Anmerkung 1. Zur Unterscheidung von dem vorhergehenden und 
dem folgenden Eurycreon stelle ich die Diagnose des Sticticalis so: 
Alis ant. oblongis, postice ampliatis, luteo-fuscescentibus, macula obliqua, 
quadraugula, pallide ochracea ante maculam veuae transversae snb- 
annulareni et post maculam ovatam fuscescQntes, striga postica fusce- 
scente lituram coslae anteapicalem subochraceam terminante. t'ascia 
terminal! obtuse unidentata ochracea, ciliis unicoloribus. (^^. 

Aumerkunsi' 2. Dem Äfi'e/icaZis kommt besonders nach der Unterseite 
uoch näher eine Art vom Vorgebirge der guten Hoffnung, l/eucostictalis 
u. sp,, die Lederer auch für diese Art erklären wollte, was sie aber sicher 
'nicht ist. 

Alis ant. , oblongis, postice ampliatis, luteo-fuscis, macula quadrangula 
superne ampliata ante maculam venae transversae fuscam maculaque 
post eam exalbidis, litura costae postica liueaque marijrinis postici seniel 
incrassata pallide ochraceis, ciliorum basi serie punctorum exalbidorum 
notata. (^ ?. 



/"-jjyj Beitrage zur kcnntniss der nordamerik. Nachlfallcr. ■rg 

Ihre Vorderflüorel sind g-eg-eii die Wurzel mehr verschmälert, uud 
haben einen L'"eradereii Hiiiterraud, ihre Hintertiü^-el eine stumpfire Spitze 
als bei Sticticalis. Die Grundfarbe der Vorderfliigel ist, dunkler gelbbraun. 
Der helle Fleck liegt zwar auch schräg, ist aber oben erweitert, weiss- 
iicher und durch die yergrösserten und verdunkelten davor und (lahinter 
liegenden Flecke schärfer abgegrenzt. Der Raum zwischen dem Qnerader- 
flecke und der schärferen hinteren Querlinie ist durch einen gelblichweissen 
Fleck (der bei Sticticalis fehlt), ausgefüllt. Die hintere Qiierlinie ist 
schwarz, schärfer g-ezähut und gesciiwungeu als bei SticticaUs und, iui>ser 
dass sie den hellen Costalfleck begrenzt, hier und da auswärts mit w ss- 
lichen Schuppen eingefasst. Längs des Hinterrandes zieht eine dii ne, 
ochergelbe Linie, die sich in der Geo-eud, wo Sticticalis den stumpfen Zahn 
besitzt, in eiuen Fleck erweitert. Die brauneu Fransen haben aut der 
Wurzelhälfte eine Reihe von etwa 8 weissgelblichen Flecken. Die weissen 
Fransen der Hinterflügel sind au der Wurzelhälfte braun uud weisslichgejb 
gescheckt. 

Auf der Unterseite sind die dunkeln Zeichnuugen umfangreicher uud 
beengen also die gelblichen mehr. Auf den Hinterflügeln ist besonders 
die braune, durch die gelblichen Adern uuterbroch ne Binde durch ihre 
Breite und Annäherung- an den Hiuteri*and ausgezei. hnet, und die sehr 
gegen di'- Basis gerückte Querader hat eiuen brauueu Sichelstrich, der 
dem Sticticalis ganz fehlt. 

Knrifcreon rantalis G n. 

Nymphula (!) — G u e u e e Py r. p. 405. Nymphula (! j — W a 1 k e r Cat. Pyr.p. 802. 
Botys — Leder er Pyral., S. 86, Taf. 12, Fig. 3. 

Wie die gute Abbildung zeigt, ist Lederer mit der Annahme, 
Rantalis könne Varietät seiner Botys crinitalis Fig. 2 (Walker's Crini- 
salis) seiu. im Inthum. Ebenso zeigt sie richtig, dass die 2 Mitt' Iflecke 
braun und sehr ungleich sind uud nicht, wie Gueuee iu seiner sonst 
richtigen Beschreibung sagt: presque egales, d'un roux-ferrugineux (oder 
sollte das gar eine andere Art sein?) Beide Geschlechter sind gleich, uur 
das (^ auf allen Flügeln etwas duukler. 

Mein 9 aus Buenos- Ayres, von Lederer selbst bestimmt, hat ein 
wenig länger gestreckte Vorderflügel. 

Ausserdem habe ich die Art aus Texas (Bell) und Californien (das 
<^ aus letzterem hatte Leder er zur Ansicht). 

luuryci'eon crinitalis Led. 

Botys — Lederer Pyral. S. 86, Taf. 12, Fig. 2. 
Lederer's Abbildung macht die Art kenntlich, uur dass sie den 
Grund der Vorderfliigel zu schön rostfarbig und den Punktfleck dem 

lü'^ 



■j'^ Prof. P. C. Zell er: fÖ'^O) 

Nierenfleck und diesen der Qiierlinie etwas zu nahe darstellt; auch sollte 
diese mehr gezähnelt und auswärts mit etwas ijelichteter Grundfarbe 
schattirt s<in ; endlich sollte der Hinterrand eine Reihe verloschener, 
dunkler Punkte audeuten. 

Die Flügel dieser Art sind breiter als bei RantaJis and auch in der 
Färbung so abweichend, dass schwer zu erklären ist, warum Lederer 
in beiden Arten nur eine vermuthete. 

Lederer hielt seine Art für einerlei mit Walker's Scopilla Cl'ini- 
salis l\) <"at. Pyr p. 798. Er hatte sich vermuthlich im British Museum 
die Teberzeugung von der [di iirität geholt; denn Walker's Worte 
gewähren sie durchaus nicht. Crinitalis ist nicht siender, nicht white 
beneath (sondern weisslich ocherarelb). hat kein Abdomen cinereous (es 
ist hell ochergelb); die erste Querlinif der Vorderflüo-el soll denticulated 
sein (es ist aber gar keine erste Querlinie bei Cri/iitalis da), die Hinter- 
flügel whitish, testaceous along the exterior border (bei Crinitalis sind 
sie gleichmässig bl iss ochergelb, heller als der Hinterleib, auf den Adern 
em wenig g-esättigter, was man nur durch die Lupe erkennt, und ohne 
Spur der Querlinie der Rantalis). 

Crinitalis steht, wenigstens der Diagnose nach, meiner Hottjs 
infuscalis Micropt. Caffr. p. k\ sehr nahe; letztere ist aber eine BoVis 
mit längern Tastern und gespitztem Flügeln. 

Vaterland: Texas (BoU). 2 ^ im Cambridger Museum. 

ßlesof/rnphe stramentalis H. 

Pyralis — H. 62 (schlecht). Scopula — Dup. t. 216, f. 2 (kenntlich). 
Pionea — Gueuee Pyr. 373. 

Sie ändert in der Breite und dem Ausdruck des braunen Schattens 
vor der 1 Hi terrande der Vorderflügel sehr ab; es gibt Exemplare, die 
dafür nur eine zweimal gebogene, etwas verflossene Querlinie haben. 

Ebenso veränderlich ist diese Art in Nordamerika, wo sie stellen- 
weise häufig sein muss. Ich habe sie aus New York, Maine und Massa- 
chusetts; in letzterem Staate fing Burgess 2 § bei Beverly am 16. Juni 
und 11. .Juli. 

Eine sehr aufi'allende Varietät des ^ besitze ich aus Königsberg in 
Preussen. Ihr fehlen auf den Vorderflügeln die zwei gelbbraunen Quer- 
linien und alle Bestäubung gänzlich; nur die Schattenlinie vor dem 
Hinterrande ist vorhanden, mit dem sie auf den drei Medianaderästeu in 
Verbindung steht. Das Mittelzeichen ist in ein verdicktes, doch etwas 
verschwommenes x umgewandelt. Auf den Hinterflügeln fehlt die Quer- 
linie vor dem branngrauen Hinterrande. Die Unterseite entbehrt gleich- 
Calls aller Querlinien, 



r520 ßeil-i'ligc zur Kcnntniss der noi-dumerik, iN'aclitl'ulter. ■75 

Ich habe nicht den mincleslen Zweifel, dass Walker, ungeachtet 
er ein Dutzend Exemplare der Stramentalis vor Augen hatte und eine 
Menge Beschreibungen dazu citirte, die 7 nordamerikanischen, im British 
Museum vorhandenen Exemplare als neue Art: Plonea Eiinnxalis (!) 
Cat. Pyr. p. 756 aufgestellt h;it; wie er dabei nicht au Strainentalis den- 
ken und diese also unerwähnt lassen konnte, ist ein Räthsel. 

Anmerkung-. Da Guenee sich so viel auf die Bildung seines 
Genus Plonea zu gute thut, so ist es recht zu bedauern, dass der Name 
IJesographe Hübn. als der ältere und berechtigtere hergestellt werden 
muss. Hübner charakterisirt das Genus im Cat. S. 354 gut genug, und 
wenn von den 7 hingestellten Arten 3, als nicht dazu gehörig, daraus 
entfernt werden müssen, so ist Guenee mit seiner Pionea in gleichem 
Falle. Er stellt in die Gruppe Mesographe H. ausser Forficalis noch drei 
andere Arten. Sonderbarer Weise nennt H. v. Heinemann (Schmett. v. 
Deutschi. IL S. 93) gerade diese Gruppe, die er zur Gattung macht, von 
der er nur die eine Art Forficalis kennt, Pionea Guen. ! 

Croci'//op/tora tnbei'culalis Led. 
— Lederer Pyral. S. 95 u. 184. Taf. 2, Fig. 15 u. Taf. 12, Fig. 9. 

Das Bild dieses Zünslers CTaf. 12) ist, was Lederer selbst anmerkt, 
sehr missrathen: auch würde das Geäder nach einem abu-eschuppten 
Flügel wohl etwas anders ausfallen, als es auf Tnf. 2 dargestellt ist. 

Unter den Botiden zieht diese Art sogleich ilurch den sehr couvexen 
Vorderraud der Vorderflügi 1 die Aufinerksamkeit auf sich; dann fallen 
auch die auf der Oberseite kahlen Flecke auf, in welchen die Flügel wie 
verschrumpft aussehen. Wegen der Kürze der Mittelzelle läuft der zweite 
fgesch \ uiigene) Querstreif uugewöhnlicli nahe der FlügelhälFte, so dass, 
obglficli der Schatteu>treif vor dem Hinteirande liar nicht diciit vor die- 
sem hinzieht, zwischen ihm und dem Querstreif ein breite . biudenförmiger 
Raum der Grundfarbe bleibt. Weder der Schattenstreif, noih die Quer- 
linien erreichen den Voidcrraiid, der die Grundfirbe breit und striemeu- 
förmig rein behalt. Die Grundfarbe vt-rg-leicht Lederer richtig mit der 
unserer (hellsten) B. Pandaiis. Wie das O aussieht, ist noch nicht 
bekannt. 

Aus>er in Tenuesse (Leder er) lebt die Art auch in Texas (Boll), 
von wo ich 2 (^ vor mir habe. 

Ci'ocidophora ser/'atLisimalis n. sp. 

Alis flavidis, anteriorum puncto disci, macula venae tfausversae strigisque 
3 fuscescenti-cinereis, secunda arcuata, non dentata, tertia valde 
scrrata. ci" ? • 



76 ivof i>. c. z..ii,m: (522) 

Viel gfrösser als Tuberculalis, von etwas blasserem Gelb, sehr leicht 
in beiden Geschlechtern auf der Unterseite durch die Kürze der Mittel- 
zelie als eine Crocidophora und durcli ihre Zickzacklinie vor dem 
Hinterraiide als eigene Art in dieser Gattung charakterisirt. Schon bei 
oberflächlicher Betrachtung unterscheidet sie sich von der mit gleicii 
siigezähniger Antemarginaliinie bezeichneten ßot. Thesealis durch ihre 
lebhafter aelbe Farbe und dadurch, dass die zwei üiscalflecke nicht ring- 
förmig sind. 

Rückenschild hell ocherg-elb, Kopf heiler mit weisser oberer Orbital- 
linie und ochergelbem Hinterrande der Augen. Taster auswärts ochergelb, 
auf Her Unterseite weisslich. Beine weissÜciigelb, die vordem auf der 
Lichtseite gelblichg'rau. Hinterleib (beim (^ lange nicht so weit über die 
Hinterfliigel hinausragend wie bei Tuberculalis) oben blass ochergelb, au 
der Wurzel und am Bnuch in's Weissliche. 

Vorderllügel c^ SVji ? 6'" laug, breiter als bei Tuberculalis und 
mit weniger convexera Vorderraude. blassgelb (ein wenig gesättigter als 
bei Ruralis'). Die Zeichnungen gelbbräunlich, beim (^ mehr grau. Die 
erste Querjinie fängt erst bei der Subcostallinie au und ist etwas winklig; 
beim (^ ist sie undeutlich und geht über ein in der Ecke der Median- 
und Subdorsalader liegendes Glasfleckchen hinweg. Gleich hinter ihr ist 
in der Mittelzelle ein deutlicher, grosser dunkler Punkt, hinter welchem 
in weiterem Abstände, noch diesseits der Flügelhälfte, der längliche Quer- 
fleck der Querader folgt. Ebenso weit, wie dieser Fleck vom Punkt, steht 
die ziemlich dicke Queriinie von dem Fleck entfernt; sie verbindet beide 
Gegenränder, ist etwas hin und her gebogen, dabei ungezähnt und macht 
auf den Aesten der Medianader einen starken, nach aussen convexen 
Bogen, von welchem aus die Aeste der Medianader bis zu dem gelb- 
lichen, bräunlich gesäumten Stamm selbst bräunlich und hier durch ein 
querüber gelegtes Gewölk bezeichnet sind; iiuch aus dem obern Theile 
dieser Querlinie sind zwei längere Spitzen gerichtet, die sich, ehe sie den 
Queraderfleck erreichen, vereinigen. Die dritte, sehr scharf sägeziihnig 
gezackte, beim (^ etwas verflossene Querlinie liegt auf der reinsten 
Gruiidfarl)e und erreicht den V'^orderranl nicht. Von der verloscheneu 
Hinterraudlinie erheben sich schmale, verloschene Kegelstriche, für jede 
Bucht der Zickzacklinie einer. Fransen gegen die Flügelspitze getrübt, 
ungefleckt, mit feiner, gelblicher Wurzellinie. 

Hinterflügel längs de- Vorderrandes breit weisslich, etwas opali- 
sireu'!. H nter der Mitie ist eine stumpfwinklig gebrochene Querlinie, die 
weder deu Vorder- noch den Innenrand erreicht und gegen den letztern 
hiu auch unterbrochen ist; vom Winkel aus sind die Aeste der Median- 
ader bis zu dieser selbst gebräunt. Die Zickzacklinie wie auf len Vorder- 
flügelu ; die Hinterraudzeichuuug besteht aus kürzern Kegeln mit breiterer 
Basis. 



rS^S'l lieitriigo ziir Keiiiiliiiss ilei- iinnliimei-ik. N;h iill'.illliT. ■rr' 

Auf der opalisirendeu Untei'seite ist der Vorderrand der Vorderflügel 
bis zur Subcostalader grau, der Queraderfleck, die verdickte zweite Quer- 
liuie und die in einen breiteu Schatteustreif verwandelte Zickzacklinie, 
aus welcher Spitzen nach inuen hervorstehen, ziemlich stark verdunkelt. 
Der Raum zwischen dem Queraderfleck und der zweiten Querlinie ist 
auch verdunkelt, während der zwischen dieser und dem Auteniarginal- 
schatten rein hellg-elblich ist. Rinterraudlinie dick, bräunlich. Das c^ liat 
auf der Medianader auf dem ersten Aste einen läuglichen Schuppenwulst, 
von welchem aus eine gebogene, kielförmige Linie zwischen der Sub- 
dorsalader und dem ersten Aste der Medianader hinzieht. Zwischen den 
beiden Mittelflecken ist eine fast kahle, opalisirende Stelle, die sich gegen 
die Mediauader hin verbreitet. — Auf den Hinterflügeln ist die Wiiikel- 
linie deutlich, die Zackenlinie aber in einen aus Fleckchen zusammenge- 
setzten Schatten verwandelt. Hinterrandlinie fein, bräunlich, nicht den 
Analwinkel erreichend. 

Vaterland: Massachusetts (1 (^ von Packard) und Texas (I O 
durch Boll). 

lilepharontastiiv ranttlis Ouen. 

— Lederer Pyr. S. 131. Stenia - Guenee Pyr. p. "243. — Walker 

Cat. Pyr. p. 417. 
Bofys gvaiilts Grote: Tran>act. Amer. Eut. Süc. Phi adelph. 1867, p. 25, 

tab. 2, fig. 15. 

Diese von Schläger als Bot. septdUs in lit. erhaltene Art bestimmte 
mir Guenee selbst als seine Stcnia ranalis , und unter dies(Mn Namen 
erhielt Lederer sie von mir; dieselbe Art theilte mir Grote als seine 
Bot. gracili.t mit. Hiernach kann kein Irrthinn in den Namen st-ittfinden. 

Guenee's Beschreibung, in w^elcher die Grundfarbe besser d'un 
blanc paille ou ochrace als bei Grot' pale brownish testaceous genannt 
scheint, erwähnt nicht, dass die beiden Discalflecke, wie Grote sie rich- 
tig angibt, eine ringförmige Gestalt haben (wie in seiner Sten. hatracalis 
[!J pl. 9, f. 8) und ebenso hat er Herrn Grote den Verlauf der hintern 
Querlinie richtig zu beschreiben übeilassen. 

Auf den Hinterflügeln sieht man bei unbeschädigten Exemplaren, 
dass die vom Queraderfleck gegen den lunenrand laufende Querlinie nur 
der hintere Tlieil der tiefer liegenden und vom Vorderrande ausgehenden 
ist, indem von deren gegen den Ailalwinkel gerichtetem Ende, wie auf 
den Vorderfliigeln, eine feine Linie plötzlich unter spitzem Winkel ein- 
wärts geht und sich dem Anfange der erstem Linie anschliesst. 

Grote's nicht feine Figur macht die Art kenntlich, sollte aber 
weniger sichelförmige Vorderflügel habtn. 



78 ITot. [>. (■Zellcr: ("524) 

Ausser bei New Yoik und iu Poimsylvanien lebt die Art auch in 
Oliio (Schläger) und Texas (BoU). 

Anmerkunp:. Bei Lederer scheint S. 132 ein Versehen vorgefal- 
len zu sein. Er zieht hier Saurialis Gu. zu seiner Stenia praestrictalis, 
Taf. 18, Fig. 12, die sich doch schlecht mit der Guenee'schen Beschrei- 
bung vereinigt. 

Gen. Homophysa Gn. Led. 

So weit es sich ohne Abschuppung, nämlich bloss durch Anfeuchtung 

mit Chloroform, erkennen lässt, bilden bei den 4 mir vorliegenden Arten 

auf den Vorderflügeln die Adern 10 und 11 (Taf. 2, Fig, 29 bei Lederer) 

eine in den Vorderrand vor der Spitze mündende Gabel, und da bei allen 

ie Ocellen deutlich sind, so gehören sie alle in die Gattung Homophysa. 

1. filapfiijralis (Guen. ?) Led. 
— Lederer Tyr. S. 163. Taf. 18, Fig. 14. 

Bei meinem einzelnen, nicht sonderlich schönen Exemplar, das 
Lederer selbst bestimmt hat, sind die Vorderflügel nicht, wie in der 
Abbildung, scharf gespitzt, und der Hinteirand ist convexer; die Grund- 
farbe ist zwar d'uu jaune d'ocre gai , aber nicht prt^sque citrin, und die 
hintere, gegen den Innenrand hin schärfer gezähnte und auf der Falte 
winklige Querlinie ist ganz deutlich auswärts dunkel gesäumt. Ausserdem 
geht von jedem der verloschenen, bräunlichen Hinterrandpunkte eine 
weisse, kurze Linie einwärts. Die Hinterflügel sind völlig so, wie Guenee 
sie mit einer ihm ungewöhnlichen Genauigkeit beschreibt. Auf der Unter- 
seite ist aber die Querlinie nicht lavee de noirätre, sondern einwärts sehr 
verloschen gelbbräuulich uerandet. 

Es scheint sich aus diesen Abweichungen und denen von Lederer's 
Abbildung zu ergeben, dass die Art etwas abändert. Die Breite ihrer 
Vorderflügel unterscheidet sie von den drei folgenden Arten. 

2. Sesf/uLstrialis (Hbn.?) Led er er. 

Alis ant. oblongis, acntis, vitellino-ochraceis, strigis 2 albis, opposite 
fuscescenti-marginatis, (priore tulminali, posteriore arcuato-repanda), 
punctis marginis postici nigris; posterioribus albidis, margine postico 
medio ochraceo-nebuloso. c??- 

— Led. Pyr. S. 193. — Guen. Pyr. p. 360. 

Hühner"'* Abbildung kann ich nicht vergleichen. Zu Guenee's 
gut passender Beschreibung füge ich hinzu, dass mein einzelnes (^ grösser 
ist als die 2 ? meiner Sammlung. Die zwei Querlinien der Vorderflügel 



^525") Beiträge zur Kennlniss der nordamcrik. Naclitfuller. yn 

siud auch auf ihren abgeweudeten Seiten, nur nicht so dunkel wie auf 
den zugewendeten, bräunlich gesäumt, wodurch ihre Zähne und Ecken 
um so deutlicher hervortreten. Die schwarzen Hinterraiulpuukte siud nicht 
immer einwärts weiss eingefasst; sie sind es am meisten an den drei ober- 
sten bei einem 5i das sich die andern nebst den Fransen abgeflogen hat. 
Der weisse Queraderstrieh (leger trait cellulaire blaue), dessen Guenee 
erwähnt, fehlt meinen drei Exemplaren^ das eine ^ liat dafür einen htll- 
bräuulichen Fleck. Die HiuterÜügel siud aber, wie Guenee sie beschreibt. 
Auf der Unterseite sind die schwarzen Kaudpuukte sehr deutlich, 
ebenso beim ^ auf alkii Flügeln das braune Queraderfleckchen. Die 
verloschene hintere Querliuie (beim (^ nur zur oberu Iliilfte vorhanden) 
ist einwärts beim § dunkler gesäumt als beiuj (^, und die auf den Hin- 
terflügelu macht auf der fünften Ader einen einspringenden Winkel. 

Vaterland: Texas (Boll, Beifrage). Die beiden ^ sind am 19. Mai 
gefangen. 

3. Leutiflnalis n. sp. 

Alis ant. oblongis, acuminatis, vitellino-ochraceis, strigis 2 pallidis, ar- 
cLiato-undulatis, opposite obscurius marginatis, macula venae trans- 
versae obscuriore, punctis marginis postici fuscis; posterioribus pallidis, 
margine postico ochraceo. <S^- 

Sie ist wohl meistens etwas grösser als Sesquistrialls und unter- 
scheidet sich von ihr au den Vorderiiügeln durch schärfere Zuspitzung, 
weniger conyexen Hiuterrand, dichte, dunklere Bestäubung, wodurch die 
Grundfarbe gesättigter ochergelb erscheint, und durch die beiden blassen 
Querlinien, die durch ihre hell lehmgelbe Einfassung viel weniger hervor- 
treten und der scharfen Ausbuchtungen entbehren; die Hinterflügel sind 
nicht weiss, sondern blassgelb, am Hinterrande gesättigter. 

Rückeuschild von der Farbe der Vorderilüg'el, also viel lebhafter 
ochergelb als bei Sesquistrialls, fast hell rostfarbig. Kopf lichter, über 
dem Munde und in einer Linie am obern Augenrande weiss. Füiiler bor- 
stenförmig, hellgelblich, an der Vorderseite des Wurzelgliedes und darüber 
weiss. Taster von doppelter Kopflänge, stark behaart, so dass die Haare 
einen schrägen Endbusch bilden, am Wnrzelgliede und einwärts weiss, 
auswärts lebhaft ochergelb; das Endglied doruförmig, aufgerichtet, 
weisslich. Brust und Beine weiss; die vordem vorn ochergelb, ihre 
Schiene auf der Unterseite mit einem anliegenden Haarpinsel. Hinterleib 
blassocliei'gelb mit weissen Segmenträndern und solchem Bauch; das eine 
Exemplar (ein C zufolge der borsteuförmigen, nicht pubescirendeu Füh- 
ler) hat ziemlich starke, auf der Oberseite fast schwärzliche Seiteu- 
büsche. 

H 



80 Prof. p.c. Zell er: ("526) 

Vorderfliisjol etwas unter 4'" laug, länglich, uacli hiuteu erweitert, 
selir .«cliarfspitzig mit fast geradem Vorderrauile uud scliwach couvexeui, 
uuterlialb der Sjiitze zieuilich geradem Hiuterraude. Die Gruudfarbe ist 
durch .sehr reichliche dunklere Stäubchen fast dottergelb. Die beiden 
blassen Qiurliuien haben fast die Lag-e wie bei Sestjiästrialls, sind aber 
am Vorderrande viel, am luuenrande etwas weiter auseinander, auf der 
zugewendeten Seite verloschen bräunlieh gesäumt, auf der abgewendeten 
feiner, aber noch weit blässer gerandet; die erste macht die Biegungen 
wie bei Sef^quistrialis, nur nicht so stark; die zweite maclit iu der oberu 
■Hälfte einen sanftem Bogen und iu der Falte nicht den scharfen Winkel 
der Seyquistrialis uud entbehrt der kappenförnugen Schwingungen. Auf 
der Querader ist ein verloschenes, bräunliches Fleckchen, fast in der Mitte 
zwischen den zwei Querliuien. Die Hiuterrandlinie wird durch braune, 
fast znsaranienhäugende Punktstriche gebildet, von welchen aus die Adern 
bis über die zweite Querlinie hinaus hell sind, Fransen grau, auf der 
Wurzellinie und am Ende hell. 

Hinterflügel viel blässer als die Vorderfliigel, aber nicht weiss, längs 
des Hinterraudes dunkler, besonders zwischen den Aesten der Median- 
ader, über welche ein heller, ganz verloschener Querstreif hinzieht 
Eandlinie uud Fransen wie bei den VorderÜügeln. 

Unterseite auf dm- Vorderhälfte braun bestäubt mit hellen Längs- 
adern, auf der Dorsalhälfte weisslich, am reinsten auf den Hinterflügeln, 
Alle Queraderfleckchen und Hinterrandpunkte mehr oder weniger deut- 
lich, ebenso die Anfänge einer hellen Querlinie auf dem Vorderrande der 
Vorderfiügel vor der Spitze und in der Mitte der Hinterflngel, 

Vaterland: Texas (Boll, Beifrage). 2 Exemplare wurden am 20. 
und 2r>, Aug-iist gefangen. 

4. lienicnlalts n. sp. 

Alis ant. oblougis, acutis, canis, confertini fuscesceuti-pulverulentis, strigis 
2 arcuatis, albidis, opposite fuscescenti-marginatis , macula venae 
transversae biloba majore maculaque minore inferius adjacente albis. ^. 

Sehr verschieden von den vorigen, kenntlich .an den dicht bräunlich 
bestäubten Flügeln, von denen die vordem auf der Qaerader mit einem 
weissen, nierenförniig zweilappigen uud darunter mit einem kleinen 
weissen Fleck gezeichnet sind. 

Grösse der Sesquistrialis. Rüekeuschüd und Kopf Aveissgrau, bräun- 
lich bestäubt. Fühler hellgrau, am Wurzelgliede vom und darüber schmal 
weiss. Taster aufgebogen, weissgrau; zweites Glied auf der Unterseite 
schuppenhaarig, zusammengedrückt; drittes Glied halb so lang, giatt, 
dornfürmig. Brust und Beine weissgrau. Hinterleib hellgrau mit weissen 
Segmenträndern und weissem Bauch. 



rö*??! bi'ilragi' zur Kenutniss der nnrdamenk. Naclitl'.iitcr. Gi 

Vorderflüg-el 3 — SV*'" lang-, läng-licb, spitz, am Vorderraude nur 
hinten etwas coiivex, am schwach convexcii Hluterrande schräger einwärts 
gebogen als bei Lentiflualis. Die helle, weissgraue Grundfarbe ist sehr 
reichlich mit braunen Schuppen bestreut und erscheint dadurch brauii- 
g-rau; nur am Vorderrande und hinter der ersten Querlinie tritt sie freier 
hervor. Die 2 Querlinieu sind weiss, auf den zugewendeten Seiten fein 
braun g-erandet^ die erste ziemlich senkrecht, in 3 starken Bogen herab- 
laufend; die zweite ist an den obern ^/j, in denen sie in eiueu starken 
Bogen nach aussen gekrümmt ist, kappenförmig gezähnt, macht unter- 
halb des Nierenfleckes einen starken, einspringenden Winkel und darunter 
einen nach aussen convexen Bogen, worauf sie den Innenrand erreiclit. 
Auf der Querader liegt ein ansehnlicher, weisser, etwas nierenförmiger 
Fleck, dessen untere Hälfte grösser und nach aus>en gezogen ist; dicht 
unter ihm am Winkel der zweiten Querlinie und in der Falte ist ein 
kleiner, etwas eckiger, weisser Fleck; beide Flecke sind ung'leichmässig 
bräunlich einget'asst. Längs des Hinterrandes zieht eine Keiho schwarzer 
Punkte, die aber deji Innenwinkel nicht erreicht, uud von deren jedem 
ein weisslicher Strich einwärts geht. Fransen bräunlich grau , aus- 
wärts hell. 

Hinterfiüo-el am Vorder- und Innenrande breit Aveissgrau ohne 
braunen Stauh, so dass der bestäubte Theil ungelähr ein schlecht 
begrenztes Dreieck bildet, das auf dem Uinterrande ruht und in der 
Mitte 2 (oder 1 ) weisse Ileckclien und zwinlien diesen und dem Hinter- 
rande einen undeutliclie]i Bogen aus mehr oder weniger aneinander 
schliessenden weissen Fleckchen enthält. Die schwarzen liinterrandpunkte 
treten mehr als auf den Vorderflügeln zu einer Linie zusammen, haben 
aber auch die weissen Stelleu über sich. Fransen wie an den Vordei'- 
flügeln. 

Unterseite der Vorderfliigel grau, dunkler bestäubt, am Vorderrande 
breit hell; auf den Hintei'llügeln viel heller, besondei's an der Wurzel 
und am lunenranue. Die hintere Querlinie geht deutlich auch über die 
Hiuterllügel bis zum Analwinkel weg und ist einwärts stark braun 
gerandet. Der Nierenfleck ist ziemlich deutlich, das Fleckchen darunter 
verloschener. 

Vaterland: Texas (Boll, Beifrage). Von den drei vorliegenden 
Exemplaren wurden zwei am 20. Juli und %\. August gefangen. 



II * 



82 Prof. p.c. Zi'Ilnr: ^^28') 



Chalcoela') n. g. Tab. II, fig-. 1'2, a und b. 

Antennae (cT?) simplices, sctaceae. 

Ocelli niilli. 

Frons laevis, obtusa. 

Palpi labiales longi, teuues, porrecti; maxillares breves, incurabeutes. 

Haustellum brevissiniuiu, couvolutiim. 

Alae anteriores breves, venis 7 et 8 separates. 

— jiosteriores latiusciilae, niarg-ine postico ante apiceiu inciso, vena me- 

fiiana pilis long-is vestita, quadrifida. 
Corpus robustum, pedes breviuscuü. 

Leder er sagt bei Cryptocosma (Pyr. S. 56), dass deren Hinter- 
flüg'el in der Zeichnung an Cataclysta lemnalis § erinnern. Wie die 
Abbildung' Taf. 7, Fig. 11 zeig't. haben sie auch am Hinterrande vor der 
Flügelspitze einen Einschnitt, dessen Andeutung* man bei Cataclysta 
erkennt. Da beides bei der vorliejrendeu Texaner Art sehr auffallend ist, 
so lag' der Gedanke nahe, dass sie, zumal da ich sie nur im weiblichen 
Geschlechte besitze, wie Lederer von der seinigen nur das männliche, mit 
zu Cryptocosma g-ehört. Das kann aber durchaus nicht der Fall sein, selbst 
wenn, was nicht recht wahrscheinlich, das (^ kammförmige Fühler haben 
sollte. Denn Lederer's Gattung- hat, wie ihre Stelle g-leich hinter ^sop?a 
und vor S'-oparia beweist, eine völlig unbehaarte Medianader der Hinter- 
flügel, wälirend sie hier von der Wurzel an bis zur Theilung lang-e Haare 
träg't. Ferner sind bei Cryptocnsma „die Palpen ganz kurz und verküm- 
mert, kaum zu erkenne:i"; dagegen haben sie bei Clialcocla die Länge 
des Rückenschildes und rag-en, neben einander ausgestreckt, sehr w^eit 
über den Kopf hervor. Dass bei Cryptocosma der Saugrüssel fehlen soll, 
mag nicht völlig richtig sein, wäre aber auch von keiner Bedeutung, 
weil er bei Chalcoela so kurz und versteckt ist, dass er erst nach Ab- 
brechen des einen Tasters zu erkennen war. 

ChaJcoela kann also wegen ihrer behaarten Medianader auf den 
Hinterflügeln weder in die Nähe von Cryptocomna^ noch in die von Cata- 
clysta gestellt werden, von der sie sich ausserdem durch ihren plumpen 
Körperbau und ihre kurzen Fühler und Beine unterscheidet. Sie stimmt 
mit der folgenden Dirymolomia in der Behaarung der Hinterflügelader 
überein, Aveicht aber von ihr ab durch das sehr leicht erkennbare Merkmal 
ihres nur eingeschnittenen Hinterrandes der Hinterflüge], dann durch den 
Maugel der Ocellen, durch die Länge und einfache Zuspitzung ihrer Lip- 
pentaster und durch ihren sehr kurzen und schwachen Säugrüssel. 



1) Von inl-nög. Metall und rjloq, Nagel — wegen der Hiuterüügelzeichnung. 



r5201 Bdträcre zur Keiintniss der nordamerik, Naclitf.iltiT. gg 

Chttlcoela atirlfera n. sp. Tab. II, lig. 12 a, 6. 

Corpus totura ochraceum , alae anteriores in basi et costa late ochraceae, 
ceterura cinereae uigro conf'ertim pulveruleiitae; posteriores cinereae, 
nigTo pulveruleiitae, serie marg'iuali punctoruni atrorum nietallice 
aureo luixtoruni. ^. 

In der Grösse etwas über Asopia fimbrialis^ aber mit kräftiger g-e- 
banteni Körper. Dieser überall ochergelb. Der obere Augeiirand mit feiner 
weisser Linie. Taster fast von dreifacher Kopflänge, eng aneinander liegend, 
so dass der kurze, schwache, zusammengerollte Säugrüssel ganz versteckt 
ist, horizontal vorgestreckt, mit 3 deutlich gesonderten Gliedern: das erste 
mit abstehenden, zum Theil weissen Haaren, die nacli vorn einen Busch 
bilden; das zweite etwa doppf^lt so lang, cyliudrisch mit anliegender 
Beschuppung, aus welcher d?s dünnere, etwas kürzere, cylindrische End- 
glied frei hervorsteht. Fühler ziemlich kurz mit gedrängten Gliedern, an 
der Wurzel ziemlich stark, gegen die Spitze merklich verdünnt, hell 
gelblichgrau mit ochergelbem Wurzelgliede. Brust, Bauch und Beine 
weisslich, die vordem ochergelb gefleckt, die hintern an der Schiene und 
dem ersten Fussgliede auf der Lichtseite grau bestäubt. Hinterleib etwa 
*/^ über die Hinterflügel hinausragend. 

Vorderflüfi-el 4 — iVa'" lang, ziemlich kurz, nnch hintf^n allmälig 
stark erweitert, mit deutlicher Spitze, am Vorderrande nach hinten con- 
vex, am Hinterraude sanft convex. Das Wurz.elfeld und der ganze Vorder- 
rand lebhaft ochergelb; der übrige, den Innenwinkel in sehr grosser 
Ausdehnung ausfüllende Raum ist hellgrau, sehr reichlich schwarz bestäubt, 
am Hinterrande über dem Innenwinkel mit einem ochergelbbraunen Wisch. 
Dieser graue Raum hat gegen sein inneres Ende eine aus schwarzen 
Schuppen gebildete, hier und da unterbrochene oder auch in wenige 
Fleckchen aufgelöste Querlinie bis zur ochergelben Färbung'. Gegen sein 
äusseres Ende ist eine sehr gebogene, ganz zusammenhängende, schwarze 
Querlinie, die in der Falte einen starken, einspringenden, den ocherfar- 
benen Wisch enthaltenden Winkel und darüber einen spitzen Bogen 
nach aussen macht, der sich sehr schräg einwärts, auf der Aussenseite 
weisslich gesäumt, bis zum Vorderrande fortsetzt. Auf der Querader, auf 
hellem Grunde, liegt ein starker, schwärzlicher Fleck. Vor dem Hinter- 
rande ist das Grau etwas verdunkelt. Auf dem Hinterrande liegt oberhalb 
des Innenwinkels eine Reihe mehr oder weniger zusammenfliessender 
goldglänzender Punkte, über deren oberstem eine weisse, ziemlich deut- 
liche Linie, die vom Hinterrande einwärts biegt, durch den ochergelben 
Grund bis nahe an den Vorderrand vor der Spitze reicht. Fransen grau, 
auf der breiteren Wurzelliälfte schwärzlich bestäubt, und bei einem ^ 
mit ziemlich deutlichen, schwärzlichen Fleckchen gescheckt. 



g4 Prof. p.c. Zollcr: (^530) 

Hinterfliisfel am Vorderraiidc bräuniich grau, g'egeu die ^^'urzel 
hell, übrig-eiis grau mit schwarzen, sehr reichlichen Stäubclieii regelmäs- 
sig bestreut, mit zwei schwärzlichen Anhiiufuugen um die Mitte und 
einer stark gebogenen solchen, auswärts liell gesäumten Querlinie in 
einiger Entfernung vor dem Hinterrande. Dieser hat zwisclien den Aesten 
der Medianader eine goldglänzende Wellenlinie, in deren Vertiefungen und 
Erhöhungen je ein tiefschwarzer Punkt liegt. Die Fransen sind am Innen- 
rande weisslich, am Hinterrande grau, auf der Wurzelhälfte verdunkelt, 
längs der Goldzeichnung schwarz schillernd. In dem tiefen Anssclinltte 
unterhalb der Flügelspitze und um dieselbe herum sind sie an den Enden 
deutlicher weisslich als anderwärts. 

Unterseite der Vorderflügel am Vorderrande breit ocherröthlich, 
sonst grau, in der Mitte reichlich schwarz bestäubt mit den Andeutungen 
der beiden Qiierlinien, von denen die zweite den hellgrauen Innenraud 
erreicht. Die Fransen sind grau, in der Mitte verdunkelt, obei'halb des 
Innenwinkels, wo der Hinterrand eine kleine Ausbuchtung" hat, mit einem 
deutlichem weissen Wisch als auf der Oberseite. — Hinterllügel am Vor- 
derrande schmal ochergelb, sonst weissgrau, dicht schwarz bestäubt, mit 
zwei gegen die Wurzel gespitzten, schwarzen Wischen diesseits der Mitte 
und hinterwärts mit einem schwarzen, stark g-ebogenen Querstreif. Die 
Randzeichnung besteht aus einem Goldstreifen mit 8 tiefschwarzen 
Punkten. Fransen seidenschimmernd weisslich und grau. 

Vaterland: Texas. Beifrage fing die drei ausnahmsweise gut 
erhaltenen ^ meiner Sammlung am 25. August. 

Dicymolomia n. g. Tab. II, fig. 13, a, b, c. 

Antennae simplices, setaceae. 

Ocel li d i still cti. 

Frons laevis, obtusa. 

Palpi labiales modici, adscendentes infra pilnsl, pilis articuli secundi 

fasciculum apicalem formantibus, articulo terminali adscendente, 

laevi, acuto; maxillares longiusculi, biarticulati, filiformes. 
Haustellum mediocre in dorso squamatum. 
Alae oblongae, anteriores vena 7 et S sei^aratis; posteriores latiusculae, 

margine postico bisiuuato, vena mediana pilis longis vestita, 

quadrifida. 

Wie der Name anzeigt, hat die vorliegende Gattung zwei Wellen 
des Randes, nämlich des hinterm der Hinterflügel ^ da aber die unterhalb 
des Apicalwinkels befindliclie wie bei Chalcoiila ist, und am Hinterrande 
eine ähnliche Zeichnung liegt', ausserdem der Bau des Körpers ein ent- 
sprechender ist, so w^äre kein Grund gegen die Aufnahme in Chrysoiila 
vorhanden, wenn nicht 4. hei ihr sehr deutliche Ocelleu w'ären, 2. der 



/•Ko-l^ Brilrage zur Kenntiiiss der imnlamerik. Narhtfiilter. gK 

Bau der Tnster ein ganz anderer, und 3. der Saugrüssel viel ausgebildeter 
wäre. Statt nänilicli, wie bei Chrysoela lang, gerade und einförmig zuge- 
spitzt zu sein, habeu die Lippeutaster nicht die doppelte Kopflänge, sind 
etwas aufgerichtet, an der Unterseite der zwei ersten Glieder mit ziem- 
lich reiclilichen Haaren, welche am Ende des zweiten Gliedes als ein 
s])itzer Busch hervorstehen, welcher mit dem V3 so langen, glatt beschupp- 
ten, fast aufgerichteten geraden Endgliede eine Gabel bildet; die Maxil- 
lartaster sind et\^'as länger als dieses Endglied der Lippentaster, stiel- 
förinig, deutlicli zweigliederig, am Ende etwas verdickt. Wenn mau den 
Kopf von oben (Fig. 13?*) betrac])tet,so erblickt man 4 paarweise divergirende, 
etwas kurze, über ihn hervorstehende Spitzen, von denen die 2 mittleren 
die Maxillartaster sind, die 2 äusseren dem dritten Lippentastergliede 
angehören. — Der Säugrüssel, bei Chrysoela ganz verkümmert, klein und 
vei'steckt, hat bei Dicymolomia eine mittlere Länge und ist gebogen und 
auf dem Riicken dicht beschuppt. 

Die deutlichen Ocellen, die ausgebildeten Taster, die Behaarung 
der Medianader der Hinterfiügel und die beim (^ nur mikroskopisch pu- 
bescireuden Fühler verbieten die Vereinigung mit Cryptocosma. 

Dicymolonu'a decora n. sp. Tab. II, fig. 13 a, 6, c. 

Al;ie anteriores cinnamomeae; strigis 2 arcuatis nigricantibus, exterius 
albido marginatis, spatio interjecto ad costam late niveo; posteriores 
ante marginem posticum cinnamomeae serieque punctorum atrorum 
metallice aureo cinctorura ornatae. ci*?- 

In der Grösse der Asopia ßnihruilis^ auffallend durch die in dem 
Wurzel- und dem Hinterrandfelde röthlich zimmtbraunen, am Vorderrande 
des Mittelfeldes breit weissen Vorderfiügel und die tiefschwarzen, goldig 
eingefassten Randpunkte an der Mitte der Hinterflügel. 

Rückenschild hell ochergelb, die Scliulterdecken einwärts weisslich 
gerandet. Kopf weisslich mit ziemlich breiter Stirne und grossen Augen. 
Taster au der Wurzel weiss, innen und am Endgliede weisslich, am zwei- 
ten Gliede auswärts ochergelb mit dunkeln Stellen; Maxillartaster weiss- 
lich. Beine kräftig, schmutzig weisslich, die vordem auf der Lichtseite 
an den Schenkeln lehmgelb, an den Füssen verloschen bräunlich getieckt; 
die Mittelbeine an den Schienen durch anliegende Behaarung etwas ver- 
dickt, au den Füssen ungefleckt; die Hinterbeine auf der Rückenseite 
der Schenkel ausser der Spitze, an den Schienen ausser der Wurzel und 
an den Fussgliedern ausser den Enden dunkelgrau. Hinterleib dunkelgrau 
mit weissllchen Hinterrändern der Segmente. 

Vorderflügel fast 4'" lang-, sanft nach hinten erweitert mit wenig 
scharfer Spitze und mehr als der Ilinterrand convexem Vorderrande. 
Grundfärbe zimmtbraun, am Ende des Wurzelfeldes und iu der Flügel- 



86 Prof. p.c. Zell er: (^532) 

spitze gesättigt röthlich zimmtbraun. Das Mittelfeld wird durch zwei nach 
aussen wellig gebogeue weissliche Querlinien begrenzt, die auf der ein- 
ander zugewendeten Seite in den Vertiefungen schwärzlich ausgefüllt 
sind (welche schwärzliche Ausfüllung zwei ziemlich vollständige, hier und 
da verdickte Linien bildet), und, da die äussere an ihier obern Hälfte 
einen starken Bogen gegen den Hinterrand macht, auf dem Innenrande 
halb so weit wie auf dem Vorderrande auseinander stehen. Das Mittelfeld 
hat weissen Grund, der jedoch nur in einem grossen Costalfieck rein 
bleibt, unterwärts aber durch schwarze, ungleichmässig vertheilte Stäub- 
chen grauwolkig erscheint. Längs des Hinterrandes zieht eine mehr oder 
weniger verloschene, feine, weissliche Linie. Fransen hell zimnitfarbig mit 
verloschenen dunklem Linien durchzogen, oberhalb des luaenwinkels mit 
einem kleinen weisslichen Wisch. 

Hinterflügel am Vorderwiukel zugeruudet, bleich fahlgelbl'ch, am 
Hiiiterrande vom Analwinkel aus blässer werdend zimmtbraun und dicht 
an ihm zwischen den Aesten der Mediauader, also in weiten Abständen 
von einander mit 4 tiefschwarzen, blass goldglänzend umzogeuen Punkten. 
In einiger Entfernung vom Hinterraude läuft fast vom Analwinkel aus 
ein zweiwelliger, schwärzlicher Bogeustreif, der auswärts weiss gesäumt 
ist und weit vor dem Vorderrande verlöscht. Ueber diesem Bogeustreif 
ist der Innenrand schwarz gefleckt, aber nicht bis zur Basis, und über 
diese schwarze Farbe legt sich der hellbloude Haarstreif der Medianader 
zum Theil hinweg. Die Fransen des Innenrandes sind weisslich, die des 
Hinterraudes weissgrau und von einer gelbgrauen Linie durchzogen. 

Unterseite bleich gelblichgrau; die Vorderfliigel in der Mittelzelle 
mit einem schwarzen Längswisch, der durch die helle Querader plötzlich 
durchschnitten, dann als tiefer schwarzer Fleck bis zu dem schwärzlichen, 
aussen hell gesäumten, scheu in halber Flügelbreite aufhörenden Quer- 
streif fortsetzt. Hinterflügel mit einem verloschenen, weisslichen Querstreif 
hinter der Mitte, auf dessen Innenseite ein paar schwarze Fleckchen 
liegen. In der Mitte zwischen ihm und der Flügelbasis ist ein schwarzer 
Fleck nicht weit vom Innenrande. Die 4 tiefscliwarzen Hinterrandpunkte 
sind vorhanden, doch klein und wenig deutlich; auch zeigt ihre blasse 
Einfassung nur wenig Metallglanz. 

Vaterland: Texas (BoU). 2 ^, 1 ^ in meiner Sammlung. 



Sc'irpophatja Vesttiliella n. sp. 

Parva, nivea, palpis pedibusijue anticis griseo-luteis. ^. 

Die kleinste bekannte Art, wie Virginea mit zugespitztem Ende des 
Hinterleibes und gauz dünnem Analbusch. 

Ueberall schneeweiss, schwach seidenschimmernd auf den Flügeln; 
diese (die vorderu 3%'" lang) sind weniger gestreckt als bei Viviiinea, 



^_„q. Bciti'age zur Keimtniss der nonJamerik. Naclitfniler. 57 

sonst von gleicher Gestalt. Die Taster sind lehmgelb, auswendig dunkler 
angelaufen; die Vorderbeine hell graulehn.gelblich, die Schenkel der 
mittleren Beine sehr blass; die Hinterbeine ganz reinweiss, auch an den 
Füssen (die bei Virginea grau sind mit weissen Enden der Glieder). 

Vaterland: Texas (Bol!, Beifrage). Von den 3 ? meiner Samm- 
lung wurden 2 am 19. August gefangen. 

Schoeiiohliis longirostrelliis^} Clemens. 
— Z. MoDogr. p.5. — Robinson: Annais Lyc Nat. Hist. IX. p. 312. 
Die nahe Verwandtschaft, in der er mit dem europäischen Forficellus 
steht, zeigt sich auch darin, dass er ähnlich abändert. Der bräunliche 
Schattenstrich aus der Spitze der c? Vorderflügel, der stets wie bei Forfi- 
cellus nur bis zu einem braunen Fleckchen in der Falte, nie bis zum 
lunenraude herabreicht, ist entweder ganz ohne Unterbrechung, oder es 
treten, während die Farbe sich lichtet, auf den Adern dunkle Stellen als 
Flecke in ihm hervor, oder er löst sich auch ganz in gesonderte Flecke 
auf. Ich balte es auch für wahrscheinlich, dass wie bei Forficellus bei 
manchen Exemplaren die Grundfarbe gesättigter oder gar mit Braun 
überflogen wird, und dass sich ein dunkler Streif auf der Subcostalader 

ausbildet. 

Die 6 vor mir befindlichen 9 ziehe ich alle ohne den geringsten 
Zweifel zu Longirostrellus , nicht bloss wegen ihrer Analogie mit Forfi- 
cellus ?, sondern auch well 5 davon mit einem c? ^^'^ Beverly in der 
ersten Hälfte des Juli gefangen wurden. 

Ais standhaften Unterschied von Forfi.cellus sehe ich nur den Vorder- 
rand der Vorderüüa-el bei Lo-ngirostrdlus weniger convex. Alles Andere 
ist, wie mir scheint, ebenso veränderlich. Da alle 6 ^ Exemplare unter 
einander verschieden sind, so muss ich sie einzeln nach ihren Hauptmerk- 
malen beschreiben: 

a) Von New York (von woher auch \ c?)- Es stimmt in Farbe und 
Zeichnung der '5'" langen VorderÜügel am meisten mit dem gewöhn- 
liclien c? überein; die Grundfarbe ist aber viel gesättigter; der 
Apicalstrich reicht nur bis in die Gegend des schwarzen Querader- 
punktes. 
h) Grösser (am 8. Juli gefangen). Hat die Vorderflügel heller gelb als 
das c?, weil die braunen Stäubcheu fast ganz fehlen. Von dem 
etwas weiter herabreichendeu Apicalstrich an ist der Kaum zwi- 
schen der Medianader und dem Vorderrande sehr dicht gelbbraun 
bestäubt. 



1) In Clemen's Contributions steht Longirosiridlm, welchen Druckfehler 
auch Robinson verbessert. 

12 



88 Prof. P.c. Zellen: (-534-) 

c) Noch grösser (am 11. Juli g-efangea). Hat dieselbe Grundfarbe wie b. 
Der diiaiie, braune Apicalstrich schliesst sich mit seinem Ende unter 
einem sehr stumpfen Winkel an eine dicke, allmälig verdünnte, 
braune Längslinie an, die unterhalb der Subcostalader bis an die 
Wurzel zieht. 

d) (Am 11. Juli gefangen) hat auf den 7'" langen Vorderfliigelu rost- 
gelbliche Grundfarbe 5 von dem bis zur Höhe des schwarzen Quer- 
aderpunktes reichenden Apicalstriche einwärts ist der Grund gelb- 
bräunlich bestäubt, und in der Mittelzelle liegt ein dunkelbrauner, 
gegen die Flügelbasis zu zugespitzter Läugsstreif, der weit vor der 
Flügelbasis aufhört. 

e) (Am 3. Juli gefangen) ist auf den 6'" langen Vorderflügelu hell 
lehmgelb, dicht bräunlich bestäubt; der Apicalstrich, der Querader- 
puukt und ein Längsschatteu der Mittelzelle sind verloschen zu 
erkennen. 

/) (Am 6. Juli gefangen) hat die l^/i" langen Vorderflügel ganz gelb- 
braun, gegen den Innenrand heller; der Apicalstrich und der breite 
Läugsstreif der Mittelzelle sind braun, wenig hervortretend; letz- 
tei'er ist aber durch die weissliche Farbe der Medianader, so weit 
er reicht, begrenzt; der Queraderpunkt ist nicht zu erkennen. 

Alle diese ^ haben mehr oder weniger deutliche Hinterraudpunkte 
und ihre Hinterflügel sind einfarbig weiss mit Seidenschimmer, bisweilen 
mit schwacher gelblicher Beimiscliuug. 

Anmerkung. 1. Ob die von Robinson 1. c. aufgestellten Arten: 
Melf'iieflt/s, Clemensellus (!), Disperselüis, Unipunctellns und Tri- 
pnnctellns sich als gut bewähren werden, ist mir sehr zweifelhaft. Ich 
vermuthe, da,ss die Mehrzahl, wo nicht alle, nichts weiter als ^ des 
LiOngirostrellus seien. Wenn ich keine unter den G von mir charakterisir- 
ten 9 mit Bestimmtheit herau.vfiiide, so mag das daher kommen, dass 
Longh-ostrellus noch viel mehr abändert. Robinson hätte angeben sollen, 
nach wie viel Exemplaren er jede seiner Arten aufstellt. So lässt sich 
nur bei zweien sicher erkennen, dass er mehrere vor sich hatte. 

Anmerkung- 2. Uebrigens gibt es in Texas sicher noch eine dem 
Longirot^trellus nahe Art. Ich habe ein von Belfrag-e am 7. Juni gefan- 
genes, leider kläglich abgeflogenes (^, das wegen der etwas stumpfem 
Vorderflügel, des vor der Flügelspitze iw'ia he'i MinuteUus) herabkommen- 
deu braunen Striches und der stumpfern, weisslichern Hinterflügel nicht 
zu Longirotitrellus gehören kann. 



r5351 rii'itriigp zur Kcnnliiiss der nordaiiiorik, NadUfallpr. CO 

Geu. Crambus. 

Zu eiuer Gruppe, die durch das Fehlen eiues weissen Fleckchens 
zwischen der Vitta und der hintern Querlinie charakterisirt wird, kann 
man Praefectellus^ Pulchellus und Zieachellus , nebst dem europäischen 
JBamellus, allenfalls auch Satrapelhis, zusaiumeustellen ; zu ihr gehört 
auch der unten beschriebene Cr. bklens. 

\. P/'fiefecfelln's Ziuck., durch den breiten Abstand der silber- 
weisseu Vitta vom Vorderrande und seine weissen, besonders beim ^ 
durchscheinenden Hiuterflügel ausgezeichnet, kommt bei New York, in 
Massachusetts bei Beverly (wo Burgess 1 ^ am 17. Juni fing), ausser- 
dem iu Texas vor (1 (^ von Beifrage mit der bestimmt irrigen Angabe: 
18. März). 

2. heuchellus Zinck., der unserem Pascuellus durch den schmalen 
Zwischenraum zwischen der Silbervitta und dem Vorderrande am meisten 
entspricht, aber gleich Praefeclellus durch den Mangel des silberweissen 
Fleckchens von ihm abweicht, kommt ausser in Illinois auch in Georg-ien, 
bei Philadelphia und in Texas vor. Ein kleines Exemplar (mit abgebro- 
chenem Hinterleib und sonst beschädigt, aber wahrscheinlich ^') aus 
Venezuela (in der Kaden^schen Sammlung) hielt ich ungeachtet seiner 
ganz weissen, durchsichtigen Hinterflügel doch nur für dieselbe Art. 

3. Pulchellus Z. mit seinen dunkeln Hinterflügeln ist mir jetzt 
hiusichtlicli seiner Artrechte verdächtig geworden, da ich noch kein ent- 
schieden dazu gehöriges ^ gesehen habe, das in der Monogr. p. 18 in 
der Anmerkung erwähnte o einen Uebergang zu Leachellus anzudeuten 
scheint, und das (^ von Leachellus sowohl in der Dunkelheit der Hinter- 
flügel wie in der Gestalt des braunen Keilstrichs in der Spitze der Vor- 
derflügel veränderlich ist. — An den Stellen, wo Leachellus und Pulchellus 
zusammenfliegen, werden sich natürlich die speciflschen Rechte sehr leicht 
entscheiden lassen. — Ein (^ des Pulchellus erhielt ich durch Dr. Packard, 
vermuthlich aus JMassachusetts. 

4. Crambus bidens u. sp. Tab. HI, flg. 17. 
Alis ant. non emarginatis, laete ochraceis, vitta argentea costam longe 
tangente, valde acumiuata, post medium inferius acute dentata, ma- 
cula iuter strigam stauueam marginemque posticum quadrata, nivea; 
posterioribus (^ canis, ^ albis pellucidis. c? ^' . 

Diese kleine Art zeichnet sich dadurch aus, dass die silberglänzende 
Strieme beim (^ zwischen der Subcostalader und einer schuialen Costal- 
linie von der Wurzel aus bis nahe an ihren Hinterrand dicht gelbbraun 
bestäubt ist, während sie beim ^ nicht ein dunkles Stäubchen trägt. 

12 * 



90 Prof. l'.C. Zell er: (53p,^ 

Hiernach, und weil die Strieme in mehr als ihrei' halben Länge den Vor- 
derrand berührt, könnte die Art neben UliginoseUus gestellt werden: aber 
die Vitta hat zwischen ihrem Ende und der Querlinie keinen weissen 
Fleck, und ist dafür welter gegen die Querlinie hin verlängert. Wegen 
dieses Unistandes gehört sie zu den eben aufgeführten Arten, obgleich 
ihr eine gewisse Verwandtschaft mit UliginoseUus und Agitatdlus nicht 
abzusprechen ist. 

Kleiner als die meisten Agitatellus. Kopf und Rückenschild ocher- 
gelb, letzteres lebhafter, Taster kürzer als das Rückenschild, zugespitzt? 
hell ochergelb, auswärts etwas dunkler. Fühler weisslich ocherg-elb, beim 
cJ pubescirend gefranst. Beine ochergdblich grau, die hintern auf der 
Innenseite beim ^ weisslich. Hinterleib grau ochergelblich mit hellem 
Afteibusch. 

Vorderflügel 4 — iVz" l^'Hg'i schmäler als bei Agitatellus^ nach hinten 
erweitert, am Hinterrande unterhalb der Spitze sehr schwach concav. 
Grundfarbe angenehm ochergelb wie bei Agitatellus, nach hinten rostbraun 
bestäubt. Die silberglänzende Strieme ist sehr breit, läuft bis über ihre 
Hälfte dicht am Vorderrande hin, dann in schräger Linie einwärts, ist 
fein zugespitzt und trägt auf der untern Seite hinter der Mitte einen 
scharfen, starken Zahn in der Flügelfalte; sie ist überall mit einer g-elb- 
brauneu Linie gerandet, der Raum aber zwischen ihrer Spitze und dem 
Zahne mit dunklem Staube ausgefüllt; ihre Spitze reicht weit in den 
stumpfen Winkel der zinnglänzendeu Querlinie hinein und liegt in keinem 
wie bei Praefectellus etc. gelichteten Grunde; zwischen ihr und dem 
ersten weissen CostalÜeck zeigt sich eine sehr feine, kurze, braiingesäumte 
Silberliuie. Der zweite weisse Costalfleck wird durch einen zimmtbraunen, 
aus der Flügelspitze bis zur Querlinie schief herabgehenden Streifen 
TOU dem weissen dreieckigen Hinterrandfleck getrennt. Unter diesem 
liegt ein grosser, viereckiger, reinweisser Fleck, der vom Hinterrande bis 
zu der ziemlich weit abstehenden Querlinie reicht. Den Hinterrand beglei- 
ten 5 — 6 schwarze Punkte, von denen einer am obern Rande des Vierecks, 
zwei in demselben und einer an seinem untern Ende liegt. Fransen grau, 
metallglänzend, gegen die Flügelspitze allmälig weisslich. 

Hinterflügel des (:^ hell gelblichgrau, vor der blassgelblichen Flügel- 
spitze dunkler; des ^ weiss und etwas durchsclieinend. 

Unterseite der Vorderflügel braung'rau, am Hinterrande bleichgelb- 
lich mit 5 schwarzen Randpunkten; beim ^ ist auch der Vorderrand 
schmal, der Innenrand sehr breit bleichgelblich, so dass von der braun- 
grauen Farbe nur eine breite Strieme vorhanden ist. Hiuterflügel am 
Vorderrande dunkler grau als oben. 

Vaterland: Massachusetts. ((^?, durch Dr. Packard erhalten, in 
meiner Sammlung.) 



(537~) lit'jtracv zur Kciiiitiiiss der iiordanifrik. Nachtfalter. ül 

5. Crambus floridus u. sp. 

Alis ant. emarg-inatis, latiusculis, pallide ochraceis, vitta argeiitea siih- 
costali acuminata, mucroiiata, uoii deiitata, macula parva uivea 
iuferius iuter ejus apicem et strigaui staniieaiii; posterioribus albidis; 
palpis supra niveis. cT ? . 

Er kommt den hellsten Exemplaren des Pascuellus^ dessen mittlere 
Grösse (Vorderflügel 4% — 5''') er hat, so nahe, dnss mau ihn für dieselbe 
Art halteu möchte, zumal da Cr. pascuellus (uach Bremer} an der Osl- 
küste Sibiriens vorkommt, so dass er sich bis nach Amei'ika verbreitet 
haben könnte; aber meine 4 Exemplare des Floridus habeu übereinstim- 
meud kürzere, breitere Flügel, die hintern mit weniger vorg-ezogener 
Spitze; der ocliergelbe Raum zwischen dem obern Rande der Silberstrieme 
und dem ersten weissen Costalfleck (dem vor der Querlinie liegenden) 
ist etwas breiter; der Spiegelfleck (mit 4 tiefschwarzen Punkten in mehr 
oder weniger weissem Felde) ist etwas schmäler, die Spitze der Silber- 
vitta bleibt etwas weiter entfernt von der Querliuie, und der weisse 
Fleck, welcher unterhalb der Vitta liegt, wird durch einen breitern gel- 
ben Raum von der Querlinie getrennt; die Taster sind verhältnissmässig 
kürzer und dicker. 

Die Grundfarbe der Vorderflügel ist wie bei uuserm hellsten Pasci«- 
ellus. Die Hinterflügel sind in beiden Geschlechtern weisslich, gegen die 
Flügelspitze allmälig schattengrau, am Rande selbst schmal gelblich oder 
doch hell. 

Vaterland : Massachusetts. Beide Geschlechter in frischen Exemplaren 
fing Burgess am 20. und 26. Juni bei Beverly. 

Anmerkung. Bei Pascuellus muss in der Diagnose hinter emar- 
ginatis eingeschoben werden: elongatis, und statt inter eam muss es wie 
bei Floridus heissen: iuferius iuter ejus apicem, damit der Unterschied 
gegen Utiginosellus besser hervorgehoben wird. Den als fragliche Art 
aufgestellten Extinctellus, dessen Artrechte Staudiuger nicht bezwei- 
felte (Ent. Zeitung 1857, S. 272), hat Dr. Wocke wohl mit vollem Recht 
zu Pascuellus gezogen, da ich Exemplare mit ähnlicher, durch Regen 
bewirkter Färbung auch bei uns gefangen habe. Der im Catalog als 
Varietät aufgeführte Laharpesche Scii'pellus (leider nicht diagnosirt), 
dessen Beschreibung ich nicht vergleichen kann, wird wahrscheinlich zu 
der aufl'allendeu Varietät von Pascuellus gehören, die ich in Graubünden 
in der Gesellschaft der gewöhnlichen Exemplare fing, deren Silberstrieme 
grau angelaufen ist, und deren Hiuterflügel verdunkelt sind. 



92 l'rnl. p.c. Zeller: (^533^ 

6. Agltatellus Clemens. 

Ausser deu schon angegebeueu Lokalitäten habe ich die Art auch 
von Texas, New York und Massachusetts; Burgess fing sie bei Beverly 
zahlreich zu Ende Juui und in der ersten Hälfte Juli. 

Mit Agitatellus ist uothwendig AlboclfWellas Schi., Moiiogr. p. 19, 
als dunkle Varietät, deren wahre Natur ich nach dem einen vorliigeiiden 
Exemplare nicht erkannte, zu vereinigen; sie kann charakterisirt werden 
als Var. 6) alis ant. brunneo-obscuratis, praesertim circa yittae apicem 
pulvere higro-fusco deuse conspersis. c^^- 

Die Silberstrieme ist bei 2 Weibcken (das eine etwas, das andere 
viel grösser als das (^) auf der Subcostalader ganz deutlich gelb und 
dazu hinterwärts mit braunem Staube bestreut, so dass also die Sti'ieme 
der Länge nach zerschnitten ist. 

Von diesen beiden ^ ist das eine aus der Gegend von New York, 
das andere wahrscheinlich aus Massachusetts. 

7. Laqueatellns Clemens. 

Ausser von den in der Monographie angezeigten Orten habe ich 
ihn aus Illinois, Texas und Massachusetts. In letzterem Staate scheint er 
häufig zu sein. Burgess fing ihn bei Beverly den ganzen Juui hindurch. 

8. Decorelltis Zinck. 

Nach den vorliegenden Exemplaren, \ sehr kleineu c^ und 2 gros- 
sen ^, kann ich den Polyacftnelliis KoUar Monogr. p. 25, ganz sicher 
zu Decorellas ziehen, von dem er nicht einmal Varietät ist. Da die 
Beschreibung des Polyactinellas viel genauer ist, so ergänze ich bloss die 
dort vorhandenen Mängel. 

Das Rückenschild ist weiss wie der Kopf, die Schulterdecken aber 
ochergelb angeflogen. Der Hinterleib ist weisslichgelbgrau mit hellem, 
beim 5 ochergelblichem, zugespitztem Afterbusch. 

Vorderfliigel der ^ öVz — 6"S ^^^ zwerghaften (J" 4"% mehr oder 
weniger gestreckt. Der Innenrand ist bis etwas über die Subdorsallinie 
nur heller als die übrige Grundfarbe. Die erste rostfarbene Querlinie ist 
sehr deutlich bei den ^, verloschen beim (^, mit dem bei Decorellus an- 
gegebenen Verlauf; sie reicht aber bis zum Innenrande. Das mattsilberue 
Stiichelchen, wodurch die rostgelbe Hinterrandfarbe oben gespalten sein 
soll, ist nur bei einem ^ zu erkennen, bei den andern gar nicht; es bleibt 
am besten unbeachtet. Die 7 tiefscliwarzen Hinterraudp unkte nehmen 
nach oben an Grosse ab. 

Meine Exemplare sind aus Texas (Boll) und Massachusetts, wo 
Burgess ein ^ am 4. August gefangen hat. 



r5?Q"^ Bi'itriigc zur Keniitiiiss der iiorclainerik. Niii.'htfallcr. (jg 

9. Terrellns Zinck. 

Diese unscheinbare Art, deren Kopf und Oberseite der Taster 
richtiger als weiss (statt schneeweiss) bezeichnet werden, hat in uuvei'- 
flogenen Exemplaren vor der meist unvollständigen ersten Querlinie der 
Vorderfliigel braun und grau gemischte rauhe Schuppen , die durch die 
gelblichen Längsadern in zwei oder drei Partien getheiit werden und 
dem Flügel das Ansehen geben, als ob er durch Feuchtigkeit verdorben 
wäre. Beim ^ scheint der ganze Raum von der Querlinie bis zur Wurzel 
mit solchen Schuppen ausgefüllt zu sein; dass sie sich leicht abreiben, 
ist schon erwähnt. 

Das 5 ist etwas grösser als das (j*, mit viel stärkerem Hinterleibe. 

Ob die Art nicht richtiger bei Ceriissellus steht, muss die Unter- 
suchung des Geäders lehren. 

Sie kommt auch in Texas vor, wo Beifrage meine 2 ^ am 12. 
und 19. Juli fing. 

1 0. Elegans Clemens. 
Cr, ierminellus Z. Monogr. p. 27. 

Durch seine Kleinheit, die fast gerade abgeschnittenen Vordcrflügel, 
die zimmtbraune, sichelförmig* gekrümmte Querlinie des Iniienrandes und 
die ziemlich gerade, einwärts breit, auswärts fein zimmtbraun gesäumte 
hintere Querlinie kenntlich. 

Von New York (Grote, der ihn mir als Cr. elegans Cl. mittheilte), 
aus Maryland (Packard) und aus Texas (BoU). 

11. C/talybit'ostris Z. 

Da ich durch Grote (der aber den Rurirolellus nicht als eigene 
Art kannte) ein Exemplar dieser Art als Vulyivayelliis Cl. mitgetheilt 
erhielt, so könnte es scheinen, als ob dieser Name der berechtigtere wäre, 
obgleich Clemens gar nichts angibt, was ihn rechtfertigen könnte; 
über das so charakteristische Merkmal, die palporum squamae apicales 
metaliice nitentes schweigt Clemens, man müsste denn die labial palpi 
luteous dark fuscous externally — was sie bei Ruricolellus doch auch 
sind — dahin deuten wollen. 

Noch sicherer mengt Walker in seinem Cl'. UHl'ifimbrittUs (Cat, 
Crambites et Tortricites p. 157) die zwei Arten untereinander, wie die 
Angabe: length of the wings 7 — 11'" leiirt. Von den Tastern weiss er 
weiter nichts zu bemerken, als dass sie viel länger sind, als der Kopf 
breit ist. 



94 Prof. p.c. Zell er: ^-54^^ 

Ich erhielt die Art aus Texa.s (Boll), von New York (Dr. Speyer) 
und aus Massachusetts, wo Burg es s .sie nicht selten fiug^ ein (j' trägt 
die Notiz: Tuckeniuck 29. August. 

Anmerkung. Es gibt in Nordamerika eine Mehrzahl mit Fuscico- 
stellus, Exsiccatus, Inquinatellus verwandter Arten, die gehörig zu sondern 
und kenntlich zu macheu, ein ganz anderes Material erfordern, als das 
mir vorliegende. 

Catharylla Z. 

Grote hat Recht, indem er behauptet, dass diese Gattung Argyria 
Hbn. heissen müsse (Transact. Am. Soc. Philadelph. 1868, p. 18); Urola 
Wkr. ist ebenso jünger als meine Benennung. 

\. Ca t/t. conff'f/ftelffi n. sp. 

Palpis exterius luteis; alis ant. eloügato-triauguiis, acutis, uiveis, Stria 
costali postice evanescente fusco-lutea, punctis 2 fuscis ante medium, 
striga postica subarcuata fusco-ferrugiuea, punctis marginis postici 
fuscis. ^ . 

Sehr kenntlich an den bräunlichen Costaistreifen und der gelb- 
braunen hintern Querlinie. 

Fühler, Kopf, Rückeuschild (beschädigt) und der ziemlich dicke 
zugespitzte Hinterleib weiss; die Wurzel der Schulterdeckeu gelbbraun. 
Die Taster, um Kopflänge hervorstehend, auswärts dunktUclimbraun, 
wodurch die schneeweisse Farbe des Kopfes um so mehr hervortritt. 
Beine bräunlich angelaufen; Hinterschienen weiss. 

Vorderflügel etwas über 3'" lang, ziemlich schmal, nach hinten 
erweitert, mit geradem, an> letzten Viertel schwach convexem Vorderrande 
und ziemlich geradem Hinterraude, wodurch die Flügelspitze scharf her- 
vortritt. Grundfarbe schneeweiss mit etwas Seidenolanz. Der Vorderrand 
ist von der Wurzel aus in einem schmalen, nämlich nur bis zur Subcostal- 
ader reichenden Streifen gelbbraun, der sich allmälig vei-engert und rost- 
farbig wird und bei der Quei'linie fast ganz verlöscht. Oberhalb des 
Anfanges des zweiten Inueuranddrittels liegt ein dunkel gelbbrauner 
Punkt, und schräg auswärts über ihm ein zweiter (der auf dem linken 
Flügel zufällig fehlt). Hinter der Querader ist eine rostbraune, auf den 
Adern fleckartig gebräunte Querlinie, die einen schwachen, nach aussen 
concaven Bogen bildet und kurz vor der Flügelspitze auf dem Vorder- 
rande endigt, während sie auf dem Innenrande vom Innenwinkel ziemlich 
entfernt bleibt. Der Hinterraiid hat eine Linie von 6 — 7 dunkel rost- 
bräunlichen Strichelchen; die Fransen sind weiss. 

Hinterrand ziemlich schmal, weiss, der Hiuterraud au der Apical- 
hälfte mit verloschenen bräunlichen Punkten. 



r541') Beitrage zur KemUiiiss der nordamerik. Nadilfaitor. 05 

Unterseite weiss, scliwach seideng-Iänzend; die Vorderfliigel am 
Vorderrande breiter als die Hiuterflügel blass gelbbräunlich angelaufen. 
Hiiiterrandpuukte rerloschen. 

Vaterland: Cuba; ein einzelnes ^ in H errich - S chä ff er's 
Sammlung. 

Ich habe bei dieser Art au Walke r's Urola cl'OceivUella — was 
doch wohl croceivittella heissen soll — 1. c. p 182, gedacht; aber unmög- 
lich kann sein interior hardly oblique ochraceous band auf die Querlinie 
der Contiguella gedeutet werden, und vvenn die Lage dieser Binde schon 
räthselhaft ist, so ist es noch nuhr die co>tal line emitting a short 
oblique streak towards the tip; man denke sich einmal eiue Costallinie, 
von der ein kurzer, schräger Strich gegen die Flügelspitze geht! 

2. Cath. imlchella. Tab. 111, fig. 18. 

? Urola pulchella Walker, Cat. Cramb. p. 183. 

Thorace palpisque superne niveis, nitidis, coUari pedibusque 4 anticis 
vitellinis, aus ant. niveis, nitidis, fascia media obliqua liueaque mar- 
ginali juxta marginem dorsalem conjunctis ferrugineis, ciliis dilutio- 
ribus nitidis. cS ^ ■ 

Es ist nur wahrscheinlich, keineswegs sicher, dass ich die Wal- 
ke r'sche Species vor mir habe, da bei dieser die Schulterdecken vorn 
ockergelb sein sollen und verschwiegen wird, wie die Binde gelegt ist^ 
und ob sie sich am Innenrande bis zum Hinterraude herumzieht. 

Kopf rein weiss. Taster von Rückenscliildslänge, rein weiss, aus- 
wärts am ersten und an y.^ des zweiten Gliedes rostgelb. Fühler hellgelb 
mit weissem Rücken. Halskrageu rostgelb, Schiilterdecken silberweiss. 
Hinterleib seidenartig weissgrau. 

Vorderfiügel 3'" lang, breit, nach hinten erweitert, mit deutlicher 
Spitze, am Hinterraude convex, glänzend schneeweiss. Eine breite, rost- 
gelbe schräge Binde, die auf dem Vorderrande der Flügelspitze näher 
ist als auf dem Inneurande, zieht durch die Flügel mitte so, dass der 
silberweisse, dahinter liegende Raum grösser ist als das Basalfeld; sie 
ist, ausser beim Vorderrande, dunkel rostbraun gesäumt, unten erweitert 
und setzt sich iu einem Streifen am Innenrande bis zum Hinterraude 
fort; dieser ist von einem schmalen, rostfarbenen, einwärts rostbraun 
gesäumten Streifen umzogen, an dem sich die hcl'er gelben Fransen fast 
ohne Uebergaug auschliessen. 

Hinterflügel weiss, beim (^ etwas in's Graue, seidenartig schim- 
mernd. Unterseite der Vorderflügel beim (^ braungrau, am Innen- und 
Hinterraude weisslich; die des ^ sin 1 fast ganz weiss. Auch die Hinter- 
flügel sind beim J* am Vorderrande grau angeflogen. 

13 



96 Prof. p.c. Zeller: ("542) 

Das etwas kürzer geflügelte und grössere (^ wurde iu Massacliu- 
setts bei Beverly von Burgess am 19. Juli gefangen •, das § ist aus 
Texas (Boll). 

3. Calh. ntimniuluUs Z. 

Nach Grotc ist diese Art zufolge des British Museum einerlei mit 
Walker's Ui'ola Iflichi'ochi'f/sella (!) (Cramb. p. 1S1) und Urola suh- 

aeuescens (ib. p. 182) eine Varietät davon. Ich habe von meiner Num- 
mulalis 17 Exemplare, Walker hatte von seiner irichrochrysella ein 
Dutzend. Kein einziges meiner Exemplare hat einen ocherfarbenen Kopf; 
er ist rein weiss, und nur sein hinterer Rand, wenn er nicht auch rein 
weiss bleibt, schmal rostgelb; während Walker schreibt: Caput et tho- 
racis margo plus minusve ochracea, was doch nur bedeuten kann, dass 
ochraceus die Hauptfarbe ist, die nur mehr oder weniger verdrängt wird. 
Will man aber trotzdem beide Arten als identisch anerkennen, so wird 
der 'Same wenigsxeüs Microclirysella heissen, wie ihn auch Grote schreibt. 
Urola subaenescens mit head and palpi briglit ochraceous ist aber sicher 
eine andere Art, die ich, obgleich die Mitte des Kragens und Riicken- 
schildes rostfarbig ist — also gerade das Gegentheil von thorax on each 
side in front — — tinged with ochraceous — auf meine Fuscipes deuten 
möchte. Da nun Grote diese für die wahre Nummulalis H. erklärt, so 
scheint mir, dass er mehrere Arten iu eine zusammenzieht. 

Meine Nummulalis ist in Nordamerika sehr verbreitet. Ausser aus 
den in der Monographie angezeigten Geg'endeu habe ich sie aus Texas 
(Boll) und Massachusetts, wo Burgess sie in beiden Geschlechtern in 
der ersten Hälfte des Juli mehrfach gefangen hat. Sie ist wirklich ver- 
iinderlich, nicht nur darin, dass auch der Hinterkopf rein weiss bleibt, 
sondern selbst iu der Streckung der Flügel. Ein ^ mit recht verlänger- 
ten Vorderflügeln, aber auch durch Abfliegen verblasster Fransen und 
fast abgewischtem Dorsalfleck, fing Beifrage in Texas (Bosque County) 
am 27. Juli. 

4. Cath. ritfisignella u. sp. 

Capite palpisque ferrugineis, pedibus anticis ochraceis; aus ant. elongato- 
triangulis, acutis, niveis, nitidis, costae punctis duobus, dorsi medii 
uno ferrugineis, liuea marginal! fusca, ciliis ferrugineis; posterioribus 
exalbidis. (^. 

Diese in die Nähe der Lusella gehörige Art unterscheidet sich von 
ihr sicher durch die rostbraune Farbe dos Kopfes und der ganzen Taster, 
sowie durch die gelblichen Hiaterflügel. Das rostfarbige Fleckchen an der 
Mitte des Innenrandes hat sie mit meiner viel grösseren Nummulalis 
gemein, von der sie sich durcJi ihre gelbliclien HinterÜügel und die zwei 
rostfarbenen Vorder randfleckchen nutersclieidet. 



r543") Beiträge zur Kenntniss der iioni^imerik. Naclitfaller. QJ 

Koj)f und Taster durchaus rostbraun. Fühler graubräunlich mit 
rostbraunem Wurzelg-liede. Vorderbeine an den Hüften ocheri'arben, an 
den Schenkeln und Schienen dunkler, an den Füssen gelbbraun; die ande- 
ren Beine auf der Lichtseite ochergelb, auf der abgewendeteu Seite gelb- 
lichweiss. Hinterleib hell graugelblich. 

Vorderflügel 4'" lang, nach hinten stark erweitert, spitz, mit schwach 
couvexem Vorderrande und fast geradem, ziemlich senkrechtem Hinterraude. 
Grundfarbe silberweiss. Auf dem Vorderrande ist hinter der Mitte ein verlo- 
schener, rostfarbener Punkt, und weiter von ihm, als von der Flügelspitze ent- 
fernt, ein rostfarbener, nach hinten etwas schattirter Schrägstrich. Die Mitte 
des Innerandes trägt ein rostbraunes, gerundetes Punktfleckchen. Die Hinter- 
randlinie besteht aus gelbbraunen, aneinanderstossenden, in der Mitte etwas 
concav gekrümmten Strichen. Fransen rostgelb, bis dicht an den Innenwinkel. 

Hinterflügel gelblichweiss, seidengläuzeud, von den Fransen durch 
eine sehr blasse ochergelbliche Linie geschieden. 

Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau, am Vorderrande striemen- 
artig hellröthiich, am Hinterrande schmal, am Innenrande breit blass- 
ochergelblich ; der Hinterrand mit einer Reihe verloschener, brauner Punkte. 
Fransen hell grauochergelbüch. Hinterflügel bleicligelblich, am Vorderrande 
hellgrau, vor der Spitze mit einem dunkleren Scliatteu, dem Anfange eines 
Querstreifeus. Die feine, ocherfarbene Hinterrandliuie hat vor dem Annl- 
■winkel und bei Ader 5 eine Verdunkelung. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein c^ in meiner Sammlung. 

Eromene Texana Robinson. 
•- Robinson: Ann. Lyc. Nat. Hist. IX, p. 155, tab. 1, flg. 5. 

Ich bezweifle sehr, dass sie von JErumene ocellea wirklich specifiscli 
verschieden ist. Bei der genauesten Untersuchung finde ich nur, dass dii 
beiden ochergelben, durch ein silberglänzendes Band getrennten Querstrei- 
fen ein wenig dünner sind, als bei meinen 4, der Mittelmeerfauna ange- 
hörigen Exemplaren, und dass die 2 ochergelben Schrägstreifchen des Vor- 
derrandes vor der Flügelspitze schärfer begrenzt sind: geringfügige Unter- 
schiede, die s'cher nicht einmal standhaft sein werden. Die Arten der 
Gattung Eromene zeigen gerade in der Breite, Gestalt und Richtung der 
Querlinien eine verhältnissmässig bedeutende Vei'änderlichkeit. Demge- 
mäss ist auch bei dem vorliegenden Texaner § der erste Querstreif der 
Flügelhälfte unterhalb des Vorderrandes stumpfwinkelig gebogen, beim i^ 
gerade. — Uebrigeus haben beide auf den Hinterflügeln weissliche Grund- 
farbe mit gelblichbrauner, einwärts schmal beschatteter Hiuterraudlinie, 
wie H. S., flg. 144 Cyrilli. 

Das c? wurde von Bei frage in Bosqne County am 17. Mai, das 
ganz unversehrte ^ von Boll in Dallas County gefangen. 

i :j * 



98 Prüf. p.c. Zr 110 r: (^544) 

Peiiipella Uynosella Z. 

Isis 1848 S. 883. 

Diese kleine Art ist im (^ Geschlechte leicht zu erke.nueu an den 
schmalen, ocherfarbenen, an Vorder- und Inuenrand gebräunten Vorder- 
fliigeln und den durchsichtigen Hiiiterflüg-elu mit 4-theiliger Medianader. 
Das ^ ist weniger leicht kenntlich, weil es mehrere Phycideen mit durch- 
sichtigen Hinterfliigeln und schmalen, fast einfarbig schwärzlichen Vordei- 
flügeln gibt. Um es nicht mit diesen zu verwechseln, hat man die Länge 
der Taster zu beachten, die zwar kürzer als beim c^, aber doch länger 
als der Kopf und dünn sind, und etwas aufsteigen. Eine solche, ebenso 
grosse, auch in Texas vorhandene Art ist TartareUUi die sich von Ligno- 
sella 5 durch kürzere, aufgebogene Taster, durch etwas kürzere Vorder- 
flügel und durch ihren schwarzgrauen Hinterleib unterscheidet. — Pemp 
leiicophaeella Z. (Ent. Ztg. 1867, S. 372) aus Ostindien, ist grösser mit 
2 verloschenen helleren Querstreifen der Vorderflügel. — Pemp. Psani- 
menitella Z. (Transact. Ent. Soc, London. 3. Serie, Vol. V, p. 463, pl. 24, 
flg. 4. Ent. Ztg. 1867 S. 372) aus Aegypteu, ist auch grösser, und hat 
eine tief schwarze Hiuterrandlinie der rauchschuppigen Vorderflügel. — 
Gleichgross und sonst wie Lignosella ist Ittcautella\ diese hat aber 
dickere, aufgebogene Taster und auf dem Rückenschilde und dem Basal- 
drittel der Vorderflügel röthliche Färbung. 

Lignosella hat eine weite Verbreitung in Amerika. Ausser Brasilien 
Columbien und Carolina lebt sie in Texas (Boll, Beifrage), wo sie nicht 
selten sein kann. Beifrage fing ein schönes (^ mit einem (wahrschein- 
lich nach dem Fange sehr beschädigtem), ^ om 15. Juli und zwei ^ von 
gleicher Beschaffenheit wie das (^ am 15 August. 

Anmerkung 1. Pemjtelia {^) Tartarella u. sp. palpis breviuscu- 
lis cum capite et thorace nigricantibus, nitidulis, abdomine nigro-cinereo; 
alis ant. angustis nigris, posterioribus exalbidis pellucidis. C) 

Diese Art, die ich nach einem einzelnen Exemplare aufstelle, und 
die hoffentlich eine Pemfelia^ jedenfalls aber für den, der Lignosella ^ 
kennt, leicht kenntlich sein wird, ist kleiner als Lignosella ?, mit nach 
hinten fast gar nicht erweiterten Vorderflügeln. Rückenschild, Kopf und 
Taster sind schwarz, etwas glänzend. Die Taster haben nur etwas über 
Kopflänge und sind dicker und stärker aufgebogen, als bei Lignosella ^, 
übrigens wie bei dieser, und so auch an der Wurzel des Endgliedes auf 
der Innenseite weisslich. Die Beine sind auf der Lichtseite dunkel rauch-- 
braun, und nur die Hinterfüsse haben helle Enden der Glieder. Hinter- 
leib dunkelgrau, nach hinten etwas heller, mit ochergelbem After. 

Vorderflügel SV^'" lang, sclimal, nach hinten sehr wenig erweitert, 
einfarbig violettlichschwarz, g'egen den Hiuterrand kaum etwas gelichtet. 



r54T~) IK'ilrat;!' zur Krimtniss dor inirdaiiifrik NaclitfalttT. qa 

HiiitiMÜiio-el trüber als bei Lignosella, wenn auch nicht minder durchsich- 
tig. Die gelbliche Mediaiiader sendet ihre 3 Aestc in gleichen Abständen 
iib. Die feinere, schwärzliche Hinterrandlinie ist einwärts schattengrau 
gesäumt; die Fransen schimmernd, doch weniger rein weisslich als bei 
LignoseUa. — Auf der Unterseite sind die Vorderfliigel dunkler braun. 

Mein ziemlich gut erhaltenes Exemplar wurde von Bei frage am 
t\. August gefangen. 

Anmerkung i. Von IncatiteUa n. sp., deren richtig-en Platz bei 
LignoseUa ich nicht bezweifle, habe ich auch nur 1 §, das sich obendrein 
die Fransen der Vorderfliigel ganz abgeflogen hat; ich gebe daher nur die 
Unterschiede von Lignofella ^ an. Das Rückenschild ist rothlich ocher- 
gelb. Der braune Stirnbusch ist stark und stumpfkegelförmig. Die Taster 
sind etwas stärker, aufgebogen und an die Stirne angelegt, an der Wur- 
zel weiss, sonst dunkelgrau mit weisslicher Wurzel des Endgliedes. Die 
Vorderfliigel von der Wurzel aus auf etwa Vg des ganzen Raumes, am 
Vorderrande noch viel weiter hin, als am Innenrande rothlich ochergelb 
von der Farbe des Rückenschildes; diese Farbe geht ohne scharfe Grenze 
in die braung-raue des Flügelrestes über. In der Mittelzelle zieht noch 
ein röthlicher Streif bis über die Querader hinweg. (Die Hinterrandpartie 
ist sehr abgeflogen und ohne Fransen, wesshalb ich nichts davon erwähne). 
Die Hiuterflügel sind wie bei Tartarella. 

Beifrage fing das Exemplar in Texas iu Bosque Couuty am 
21. August. 

Pempelia petrella (mus. Berol.) Z. 

Isis 1846, S. 771 und 1848, S. 886. 

Ein ganz frisches und unversehrtes ^ aus Texas im Cnmbridger 
Museum ist sehr viel schöner und lebhafter gelärbt, als die Exemplare, 
die ich zur Beschreibung benutzte. Bei ihm ist der weissliche Vorderrand 
der Vorderfliigel von der Wurzel aus abnehmend rothlich bestäubt, was 
nicht so weit wie bei jenen einwärts reicht, sondern au seiner breitesten 
Stelle nur so weit, dass es den obersten Queraderpunkt so eben mit uni- 
fasst. Der weisse, stark unterbrochene, mit 2 schwarzen Punkten auswärts 
bezeichnete Querstreif ist nicht stärker, als der weiter gegen die Wurzel 
liegende, mit dem er den röthlichen Dorsalfleck begrenzt. Die schwarzen 
Hinterraudpuukte sind ziemlich gross, mit nur wenigem weisslichen Staube 
einwärts. 

Diese Art scheint eine nahe Verwandte der Subornatella zu sein 
von der, wie von den anderen nächsten Verwandten sie sogleich durch die 
durchscheinenden Hinterflügel mit viertheiliger Mediauader zu unterscheiden 
ist. Ihre Diagnose möchte ich so stellen; 



100 l'rof. p.c. ZHIor: (^546) 

Tliorace rufescenti-ochraceo; aus ant. rufo-fiiscescentibus, costavittae instar 
albida, rufescenti-pulverulentn, strigis 2 distautibus ante medium una- 
que postica albis, interruptis. punctis venae transversae 2 fuscis; poste- 
rioribus oehraceo-griseis, subhyalinis. (^ ^. 

Teti'alopha nielanogratnmos n. sp. tab. II [, fig. 24 a, h. 

Alis ant. cinereis, strigis duabus, in dorso conv^ergentibns, priore ante plagara 
dorsalem albam posita utrimque, postica interius nigro-marginata, linea 
marginis postici distinctissima nigra, c^. 

Sehr ähnlicli der Tetr. militella Z. (Isis 1848 S. 880), yerschiedeu von 
ihr durch den hellblonden Pinsel der Maxillartaster, die angenehm gelb- 
lichgraue Grundfarbe der Vorderflügel und die scharfen schwarzen Linien 
auf denselben, sowie durch die noch mehr abgerundeten Hinterflügel. — 
Die dünnen, langen Lippentaster schienen mir gar nicht geeignet, den 
Pinsel der Maxillartaster aufzunehmen; erst als ich beobachtete, dass die 
flache Stirue eine seichte Vertiefung enthält, dass die langen Haarschup- 
pen etwas aufgerichtet und nach hinten über gelegt sind, dass die Vorder- 
flügel in der Mittelzelie eine kahle Längsgrube haben, und auf der Unter- 
seite von der Wurzel aus längs '^/g des Vorderrandes mit langen Sciiuppen 
dicht gepolstert sind, kam ich auf den Gedanken, dass der Haarpinsel doch 
vorhanden sein köuute, und durch Abbrechen des einen Lippentasters 
wurde wirklich ein langer, blonder Haarpinsel frei, um den sich der Lip- 
peutaster eng herum gelegt hatte. Das weitere Merkwürdige ist, dass 
dieser Pinsel nur einfach ist. Es ist dahnr fraglich, ob im frischen Zustande 
wie bei Militella aus jedem Maxillartaster 2 weit auseinander gesperrte 
Haarpinsel zum Vorscheine gekommen wären, um den Gattungsnamen auch 
für diese Art zu rechtfertigen, oder ob er sich von dem der Gattung Pem- 
pelia nicht unterscheidet (bei welcher ich ilin übrigens auch schon in zwei 
Partien auseinander gehend gesehen habe). Müsste man aber den Taster- 
bau für Pempelia und Tetralopha dem Wesen der Saclie nach für gleich 
ansehen, so erlaubt doch der Bau der Fühler, der Beine und der Flügel 
weder Tetralopha mit Pempelia, noch mit Oymnancyla, Oncolabis, oder 
Epicrocis zu verbinden. Denn die Fühler sind einfach borstenförmig, ohne 
Krümmung und ohne Schuppeuwulst über dem Wurzelgliede, und bis etwa 
zur Hälfte in 2 Reihen borstig gefranst, worauf sie in allmälig abnehmen- 
der Länge Haarfrausen haben. Die Beine mit ihrem ganz einfachen Bau 
und ohne Haarquasten verbieten die Vereinigung mit Oncolabis oder 
JEpicrocis. 

Grösse einer mittleren Militella. Rückenschild gelblichgrau mit star- 
kem, schwarzgemischten Schuppeubusche auf dem Schildchen. Oberkopf 
mit langen, etwas aufwärts und dann nach hinten gerichteten Schuppen 
bekleidet, welche hinter jeder Fülilerwurzel einen längereu Busch bilden. 



f^i7'\ Bcilrüije zur Keniitiiiss der nordaiiwrik. Nachtfalter. lül 

Stirn flach, in der Mitte der Länge nach coucav ausgehöhlt. Taster lang, 
dünu, cyiiudrisch, aufgebogen, jeder einen langen, blonden (ob sich in 2 
auseinanderspreitzenden?), Haarpinsel des entsprechenden Maxillartasters 
ene umschliessend. Tühler grau, von der schon angezeigten Beschafl'en- 
heit. Beine weissgrau, die Füsse auf der einen Seite braun, mit weissen 
Enden der Glieder; die Vorderschienen und Füsse auffallend weiss, an den 
Enden der Glieder schwarz gefleckt. Hinterleib gelblicligrau, an den 
Enden der Segmente und auf dem ganzen ersten bleich^! eiblich; Bauch 
weisslich. 

Vorderfliigel etwas über 4"' lang, mit stark convexem Vorder- 
rande. Grundfarbe angenehm gelblicligrau, am Innenrande bis zur ersten 
Querlinie mit gröberen und dunkleren Schuppen. Von V3 des Vorderran- 
des geht zur Mitte des luuenrandes eine weisse, auf beiden Seiten tief 
schwarz gerandete (oder wenn mau will: eine schwarze, weiss ausgefüllte 
Doppelliuie) fast gerade Linie, die aber gegen den Vorderraud etwas ver- 
loschen und grau ist. An sie stösst auf der der Füigelhasis zugewendeten 
Seite ein in der Falte liegender, starker, schwarzer Schuppenbusch. In 
der Mittelzelle ist eine hängliche, etwas kahle, nicht leicht zu bemerkende 
Längsgrube, über deren Vordertheil die helle, schwarz gesäumte Querlinie 
hinweggeht. Bis zu dieser Grube herauf reicht vom Innenrande aus ein 
breiter, weisser Raum, der sich einwärts an die erste Querlinie auschliesst 
und auswärts ungieichmässig und fleckartig mit etwas rauhen, schwarzen 
Schuppen begrenzt wird. Jeder der 2 Medianaderäste, die vom oberen 
Rande dieses weissen Raumes ausgehen, bildet eine feine, schwarze, bis 
nahe an die hintere Querlinio reichende Linie. Die hintere Querlinie ver- 
läuft in der Mitte zwischen dem weissen Fleck und dem Hinterrande, ist 
wellig gezähnt, weisslich, doch nach oben ins Graue, einwärts scharf 
schwarz geraudet, auswärts von einem röthlichgrauen Gewölk begleitet, 
das an ihrer schärfsten Ecke (bei y^) sich am meisten verdünnt. Die Hin- 
terrandlinie wird durch tiefschwarze, einander fast berührende Strichelchea 
gebildet. Fransen grau, auf der Endhälfte dunkler. 

Hinterflügel am Vorderwinkel stärker abgerundet als bei Militella, 
am Innenranddrittel bleichgelblich, übrigens dunkelgrau und reichlich mit 
braunen, länglichen Schuppen bestreut; die Medianader mit ihren Aesten 
tritt durch bräunliche Färbung etwas hervor. Hiuenandlinie dunkelbraun 
fein, den Analwinkel nicht erreichend. Fransen grau. 

Unterseite der Vorderflügcl braungrau, am Innenrande breit bleich- 
gelblichgiau; längs des, wie bei Militella bis % der Länge umgebogeneu 
Vorderrandes sitzt ein dicker Polster aus langen, am Ende erweiterten, 
blonden Schuppen, die sich einwärts überlegen, und die Längsgrube völlig 
verdeckfeu. — Hinterflügel bleichgelblichgrau, am Vorderrande breit weiss- 
lich mit brauner Bestäubung; in einiger Entfernung vom Hinterrande geht 
vom Vorderraude eine bräunliche Querliuie, die aber schon beim ersten 



102 I'n.f. p.c. /.eller: (^543) 

Aste der Medianader ganz ver.schwiiidet. Die Hinterrandliuie ist vorlian- 

den auf allen Flügeln, am stärksten auf deu vorderen, doch auch liier 
etwas verlo.scheu. 

Vaterland: Texas (BoU). 1 schönes (^ im Cambridger Museum. 

Nephopferyx consobrhwlla n. sp. tab. III, fig. 22. 

Fronte palpisque albidis, thorace rufescente; aus ant. elongatis, basi 
rufescente, ceterum cinereis, strigis 2 duplicatis (priore nebuia nigri- 
cante transverse obducta) striguiaque venae transversae nigris. ^. 

Diese ansehnliche Art hat am meisten mit unserer Pempelia adel- 
%>hella Aehnlichkeit, ist aber durch ihre mit keinem Haarpinsel versehenen 
Maxillartaster geuerisch verschieden, ausserdem durch den fast fehlenden 
Schuppenwulst in der Fühlerbiegung und auf den Vorderfliigeln dadurch 
ausgezeichnet, dass die erste Doppellinie fast in der Mitte, statt vor der- 
selben liegt, und die Querader statt 2 Punkte einen starken Strich trägt. 
Die kleinere jPempeZia formosa^ die auch eine gewisse oberflächliche Aehn- 
lichkeit mit Consobrinella hat, stimmt mit dieser in der Lage der Doppel- 
linie und dem Queraderstrich 5 sie hat aber ein lebhaferes Roth am Innen- 
rande; das schwarze Gewölk, das über die doppelte Querlinie hinwegzieht, 
ist dunkler und breitet sich vor ihr am Innenrande viel weniger aus, und 
die schwarze Hinterrandliuie ist nicht zusammenhängend, sondern durch 
die Adern in grobe Punkte zerschnitten. Keine dieser 2 europäischen 
Arten hat ein weissiiches Ge.sicht und weissliche Taster. Beides zeigt die 
iiordamerikanische Ae/>//o/i/. (?) basilaris. Bei dieser sind aber Rücken- 
schild und ßasalteld der Vorderflügel röthlichweiss, letzteres am Innen- 
rande mit groben, schwarzen Schuppen bekleidet; die erste Querlinie 
erreicht nicht den Vorderrand, die 2. ist ganz verbiasst, sägezähnig und 
weiter von der ersten entfernt. Der Hinterrand ist nur mit einigen Punk- 
ten, die Querader statt des Querstriches mit 2 verloschenen Punkten be- 
zeichnet; die Hinterflügel sind heller und durchsichtig. — Nephopt. rhe- 
nella^ neben welche Consobrinella voriäuiig gestellt werden mag, hat nur 
durch die röthliche Vorderflügelbasis eine entfernte Aehnlichkeit mit ihr. 
Bei Rhenella ist der Fühlerknoten stark, Kopf- und Rückenschild dunkel- 
grau; die beiden Düppellinien stehen sehr weit auseinander; die Quer- 
ader hat 2 Punkte, die Hint(^rrandlinie ist gewöhnlich in Punkte aufgelöst. 

Grösse einer grossen Neph. rhenella. Rückenschild und Hinterkopf 
röthlich. Gesicht weisslich. Taster weisslich, von doppelter Kopflänge, 
durch die Bekleidung stark verdickt, zusammengedrückt und aufgebogen; 
zweites Glied, ausser an der Wurzel, auswendig dunkelgrau bestäubt; 
Endglied kaum halb so lang, glattschuppig, etwas plump, aufgerichtet, 
und fast eine Gabel mit dem Ende des vorhergehenden Gliedes bildend, 
Maxillartaster an der Stirne anliegend, länger als das 3. Lippentasterglied, 



/'5491 Bfitrase zur Kenntniss iler nonlnmcrik. NarliU'allor. -j r\o 

keulenförmig', grau, dunkler bestäubt. — Fühler mit hellröthlicl)em, vorn 
weissem Wurzelgliede; Geissei bräunlich, kaum pubescirend, über dem 
Wurzelgliede etwas gebogen und flachgedrückt und auf dem Rücken tief 
schwarz beschuppt, aber ohne Schuppenbusch. — Beine hellgrau, die vor- 
deren auf der Lichtseite gebräunt; die Mittelschieueu flachgedrückt und 
bei V4 mit schwarzem Bändchen, die Hinterschienen noch breiter, flach mit 
2 breiten, schwärzlichen Bändern, alle Füsse schwärzlich mit Weissgrauen 
Enden der Glieder. Hinterleib an der Wurzel der Segmente braunorau 
auch am Bauche, sonst bleich ochergelb. 

Vorderflügel 6"' lang, schmal, nach hinten schwacli erweitert, am 
Vorderraude hinter der Mitte etwas convexer als bei Khenella. Grund- 
fai-be am Basalviertel hellroth, am Vorderraude weisslicher, von da ab 
grau. Die beiden Querliuien schwarz, doppelt; die erste fast in der Flü- 
gelmitte, oberwärts etwas nach innen geneigt, mehrere Winkel bildend, 
am unteren Drittel weisslich ausgefüllt; am oberen Ende ist die Ausfüllung 
durch die schwärzliche Wolke verdunkelt, welche vom Inneurande aus 
schräg über sie hinwegzieht; diese Wolke ist am Innenrande durch die 
Doppellinie und das röthliche Basalfeld, dessen Breite sie hat, begrenzt. 
Die 2. Doppelliiiie, von keinem Schatten begleitet und nur grau ausge- 
füllt, zieht fast mitten zwischen dem schwarzen Strich der Querader und 
dem Hinterrande und endigt am Innenwinkel; sie ist etwas gezähnelt 
und bildet bei V3 einen einspringenden Winkel. Das Mittelfeld, am Dorsal- 
drittel hell, zeigt auf der weisslichen Subdorsalader einen schwarzen 
Längsstrich und den Raum darüber bis zur Falte hellröthlich. Unterhalb 
des Queraderstriches haben die 3 Aeste der Medianader schwarze Anfänge. 
Die Hinterrandlinie ist stark, ununterbrochen, tief schwarz, erreicht aber 
nicht die Flügelspitze und verdünnt sich zum Innenwinkel. Fransen 
hellgrau, mit dunkler Schattenlinie hinter der gelblichen Wurzel. 

Hinterflügel etwas durchscheinend, bleichgelblich, am Vorderrande 
und in der Spitze graubräunlich angelaufen. Die braune Hinterrandlinie 
verschwindet weit vor dem Analwinkel. Fransen grauweisslich, sonst wie 
an den Vorderflügeln. 

Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau mit schwarzer Hinterrand- 
linie und verloschener, hinterer Doppelliuie, die nur am Vorderraude 
stärker ausgedrückt ist. Hinterflügel heller, als auf der Oberseite, am 
Vorderrande schmal gebräunt und gegen die Spitze mit dem Anfange eines 
bald verschwindenden, braunen Querstreifens. 

Vaterland: Texas (Boll). 1 (^ im Cambridger Museum 

Anmerkung. Von der oben erwähnten, schönen, neuen A'e/^/i. (?) 
basilai'is (Taf. III, Fig. 23) besitze ich nur 1 ^i so dass ich über die 
Gattung in Uugewissheit bin, und eine vollständige Beschreibung unter- 
lasse. Ihre hauptsächlichen Verschiedenheiten von ConsobrineUa sind ange- 
geben. Da sie keiner sehr veränderlichen Art anzugeliören scheint, so 

14 



104 hvr. 1'. C.Zell or: (55O) 

wird sie bei ilirer ausgezeicbneten FJirbuiig' wobl uicbt scbwer zu erkennen 
sein. Ihr Fliigelbau ist nicht sehr von dem der Consobrinella abweichend, 
Rückenscbild und Hinterkopf blass ochergelb; Stirn weisslich, wie das 
Wurzelglied und das unterste Drittel der Fühler. Taster kürzer als bei 
Consobrinella^ weisslich, auswärts grau bestäubt; Endglied sehr kurz, doch 
hervorstehend. Mittelschienen flach, weisslich mit schwarzem Fleck bei 
y^, Hinterschieneu weniger flachgedrückt, weissgrau mit 2 schwärzlichen 
Flecken. — Vorderflügel im Wurzelfelde wie das Rückenscbild gefärbt, am 
Innenrande tief schwarzbraun beschuppt. Die erste fast senkrechte, weiss- 
liche Querlinie hört weit vor dem Vorderrande auf, und ist zweimal win- 
kelig gebrochen*, sie wird auf der Basalseite breit (doch lange nicht so 
breit, wie bei Consobrinella'), auf der Aussenseite schmal schwarz geran- 
det, welche Farbe sich oberlialb bis zum Vorderrande fortsetzt. Die 2 
Mittelpunkte sind weit getrennt und sehr verloschen. Die 2. Querlinie steht 
sehr weit von der ersten ab, ist dem Hinterrande ungefähr parallel und 
sehr verloschen, gezähneU, auf der Basalseite in jeder Auszähuung mit 
einem schwärzlichen Punkte auf der Aussenseite von einem schwachen 
dunkler grauen Schatten begleitet, der sich über dem Innenwinkel in 
einen rothlichochergelbeu Fleck verwandelt. Am Hinterrande liegen einige 
schwarze, weit getrennte Punkte, die auf der einfarbig grauen Unterseite 
fast nicht zu erkennen sind. 

Vaterlnnd: Massachusetts, wo Burgess das schöne Exemplar am 
8. Juli fing. 

Xophodia BolUi n. sp. Tab. III, flg. 21 a, b. 

Robusta, anteunis breviter pectinatis, thorace griseo, postice nigro; alis 

ant. elongatis, ciuereis, antice albis, strigis 2 nigris (priore semel acute 

fracta, posteriore geminata serrato-angulata), strigula venae trans- 

versae nigra infra incrassata; posterioribus albis, in disco opalizanti- 

V bus. ^ V. 

Eine der allergrössteu Phi/cicleen^ von einer gewissen Aehnlicbkeit 
mit Convolutella^ ausgezeichnet durch verdickte Taster und wulstige, hinten 
aufgeblähte Beschuppung der Schulterdecken. 

Kopf braungrau, hinten hell. Fühler bräunlich, auf dem Rücken 
weisslich heschuppt, mit kurzen, getlrängten, allmälig an Länge abneh- 
menden Kammzälinen, die beim ^ nur die halbe Länge haben, aber wie 
beim (^ am Ende der Fühler in Zähncheu übergehen; das dicke Wurzel- 
glied reicht bis nahe an den Rand des Hinterkopfes, und der schwer auf- 
zufindende Ocellus steht dicht an der Fühlerwurzel. Die rauhschuppigen, 
brauugrauen, dicken, zusammengedrückten Taster sind kürzer, als das 
Rückenschild; die Schuppen des ersten Gliedes liängen nach unten busch- 
förmig verlängert, die des 2., längereu bilden gleichfalls einen Busch am 



r551') Btiitrage zur Kcmitiiiss tlcr imnlamcrik. Narhiraltcr. aq^ 

Ende; das 3., weit kürzere, ragt vorn horizontal, verdickt und abg'estunipft 
liervor. Die Maxillartaster sind kurz, zusaninieuged rückt, locker bescliuppt, 
oben etwas weisslich bestäubt, oberhalb des zweiten Gliedes der Lippen- 
taster an der Stirue liegend. Säugrüssel liorng'.'lb, obenauf weissgrau be- 
scliuppt. — Rückenschild dick und kräftig, oben mit dunkelbraungraueu 
Schuppen dicht bekleidet, auf dem Schildchen mit 2 schwarzen, in eiuan- 
derfliessendeu, lockeren Schuppenwülsten; die starken, hinten lang- und 
lockerschuppigen Schulterdecken sind vor dem hellgrauen Ende bandartig 
schwarz. Brust dicht weiss schuppenhaarig. Die kräftigen Beine mit 
dunkelbraunen Eüssen sind auf der Aussenseite weiss, die Mittelschienen 
vor der Spitze, die Hinterschienen über der Basis mit einem schwarzen 
Bändchen geziert; die letzteren sind kurz, auf dem Rücken, vor dem Au- 
faiige des Bändohens mit einem Haarschuppenbusch; die Sporen braun. — 
Hinterleib dick, weit über die Hiuterflügel hinausreicheud, etwas flach, 
hellgelblichgrau, an der Wurzel des 2. Segmentes schwarz; Bauch braun- 
grau, gegen die Wurzel hin schwärzlich. 

Vorderflügel 9, -bei dem wohl meistens grösseren ^, bis 10'" lang, 
gestreckt, nach liinteu sanft erweitert, am Hinterraude gegen den Innen- 
winkel sehr couvex. Grundfarbe au der schmäleren Costalliälfte weiss, an 
der breitereu Dorsalhälfte mehr oder weniger dunkel staubgrau, welche 
Farben sich nicht scharf scheiden. Die Zeichnungen sind schwarz und 
scharf. Die erste, feine Querlinie entspringt bei V^ des Vorderrandes, und 
geht gerade und sehr schräg bis zur Falte, von wo sie unter einem spitzen 
Winkel in concavem Bogen nach dem Innenrande zieht; einwärts ist sie 
weisslich gesäumt, und diese Einfassung von einer schattenartigen Linie 
begrenzt. Auf der Querader ist ein dicker, unten verdickter, selbst kegel- 
förmiger Strich. Die hintere Querlinie, mitten zwischen dem Querader- 
striche und dem Hinterraude, ist feiu, scharf sägeartig, und erst auf der 
Höhe des Queraderstriches, dann in der Falte einwärts winkelig; sie wird 
hinter einer Weisslichen Einfassung von einer mehr verflosseneu, schwärz- 
licheu Linie begleitet; letztere nähert sich gegen den Vorderrand der 
Hauptlinie, und hier wird sie selbst dunkler Sfhwarz. Den Hiuterrand 
umzieht eine Reihe starker, schwarzer Punkte, die am luuenrande mehr 
zu kurzen Linien werden, und bei einem (^ grossteutheils zu einer Raud- 
liuie zusammenfliessen. Fransen grau. 

Hiuterflügel wie bei Convolutella gegen die Spitze verlängert, weiss, 
im Mittelraume opalisireud, am Vorderrande und gegen die Spitze ge- 
bräunt; die bräunliche, mehr oder weniger deutliche Hiuterrandliuie ver- 
schwindet vor dem Aualwinkel. 

Unterseite der Vorderflügel braungrau, gegen die Wurzel heller; 
ein vom Vorderraude vor der Spitze herabgehender Strich und die Hiuter- 
randliuie sind dankelbraun. Hinterflügel weiss, längs des Vorderrandes 
mit bräunlichem Schatten; beim ^ wie auf der Oberseite. 

14* 



106 Prof. p.c. Zell er: (-550) 

Vaterland: Texas; beide Geschlechter, die mau nach ihrer Uurei-- 
selirtheit für gezogene halten sollte, wurden nach Hageu's Notizen von 
Boll im August und September am Köder iu Mehrzahl gefangen. 



Gen. Anerastia. 

Au liierherg-ehörigen Arten scheint Nordamerika durchaus uicht arm 
zu sein; ich habe eiue Anzahl Anerastien vou Beifrage erhalten, die 
sicher zu mehreren Arten gehören, leider aber alle kläglich abgeflogen 
sind, so dass ich sie iiothweudig übergehen muss. Sichere Arten, die sich 
kenntlich macheu lassen, sind folgende: 

1. An. tetrtidella n. sp. 

Alis ant. angustis, ochraceo-griseis, vitta costali postice angustata albida, 
venis omnibus longitudinalibus albidis, nigricauti-raargiuatis. (^ ^. 

Iu der Grösse veränderlich, kleiner als die südeuropäische Vulnera- 
tella^ das (^ meistens viel grösser, als das ^. Sie ist au der weisslicheu, 
gegen die Spitze zwischen den Adern etwas gTau bestäubten Costalstrieme, 
vorzüglich aber an den dünnen, weisslicheu, braunschuppig gesäumten 
Adern zu erkennen. Da auch bei der ostindischen Sceletella die Adern 
sehr deutlich und fein hervortreten, so sei hier nur erwähnt, dass diese zu 
den grössteu Arten der Gattung gehört, eine blassrothe Grundfarbe hat, in 
welcher die Adern iu noch weit höherem Grade sichtbar sind, und einer 
Costalstrieme gänzlich entbehrt. Bei unserer L/Otella, die erheblich grös- 
ser als Tetradella ist, bilden die brauu bestäubten Adern gröbere und 
weniger weisse Linien. 

Kopf- und Rückeuschild bleich ocliergelb. Stirnkegel kurz und zu- 
geruudet. (^ Fühler gekerbt, pubescireud, bleich ochergelb. Taster von 
mehr als Rückenschildslänge, horizontal vorg'estreckt, allmälig zugespitzt, 
einwärts bleichgelblich, auswärts grau, am unteren Drittel mit einer recht 
abstechenden, weissen, von der Wurzel bis zum Ende des 2. Gliedes 
reichenden Strieme. Saugrüssel auf dem Rücken weisslich beschuppt. 
Schulterdeckeu ein wenig dunkler als das Rückeuschild. Beine blass grau- 
ochergelb, mit hellereu Füssen, die vorderen auf der Lichtseite gebräunt, 
die Hiuterschieueu zusammengedrückt. Hinterleib obenauf ochergelb, am 
Bauche weisslich. Der Legestachel steht nur wenig hervor. 

Vorderflügel 4 — SVj'" lang, gestreckt, nach hinten schwach erwei- 
tert, mit schwach convexem Vorderrande, abgerundeter Spitze und sehr 
cüuvexera Hinterraude. Grundfarbe hell ochergelblichgrau, im Dorsalraume 
bis zur Falte reiuer, bla.ss ocherfarbig. Der Vorderraud wird bis zur Snb- 
costalader von einer nach hinten etwas verdünnten, weisslicheu Strieme 
eingenommen, die gegen die Spitze zwischen deu Adern mehr oder weui- 



r553") Beiti'äge zur Keiiiitiiiss liei- iiurdiimcnk. A'aclitlalti^r. 107 

gev deutlich graubestäubt, und auf dem Vorderrande selbst au der Schul- 
ter mit einer kurzen, braunen Linie gezeichnet ist; sie hat gegen die 
Flügelfläche keine dunklere Einfassung. Alle in den Hinterrand mündenden 
Adern, sowie eine Linie in der Falte, sind weiss und zu beiden Seiten mit 
schwarzbraunen, zerstreuten Schuppen gesäumt; die Medianader bildet 
die stärkste weisse Ader, ist, ausser an ihren Aesten, nicht braun ge- 
säumt, und erreicht nicht als weisse Linie die Flügelbasis, sondern hört 
verdünnt beim Anfange des 2. Viertels der Länge auf. Ebenso reicht auch 
die weisse Färbung der Subdorsalader nicht bis zur Wurzel. (Bei den 
meisten B e 1fr age'schen Exemplaren sind die schwärzlichen Schuppen 
ganz abgeflogen, und auch die weissen, abgeriebenen Adern wenig sicht- 
bar, und nur unter der Lupe zu erkennen. Die breiten Fransen sind grau 
und dunkel bestäubt). 

Hinterflügel bleichgelblich, in der Spitze in grösserer oder geringerer 
Ausdehnung schwach grauschattig; die Hiuterrandlinie blassbräuulicli. 

Unterseite der Vorderflügel bräunlichgrau, mit dünner, gelblicher 
Costallinie, die nicht bis zur Basis reicht. 

Vaterland: Texas (Boll, Beifrage). Mehrere (S und § fing Bei- 
frage in der ersten Hälfte des Juni, 2 § am 8. und 9. Juli. 

2. A/ier. glareosella n. sp. 

Alis ant. minus elongatis, caesio-griseis, ubique squamis fuscesceutibus ad- 
spersis, vitta costali lata albida, postice sensim magis dilatata. ^, 

Nur 1 §, aber so abweichend von den anderen nahestehenden, dass 
ich es zu beschreiben wagen darf. Die Flügel sind kürzer als bei den 
anderen Anerastien, die vorderen am Vorderrande merklich convex; ihre 
weissliche Vorderraudstrieme ist aufi'allend breit, nach liinten sogar erwei- 
tert, einwärts ohne scharfe Begrenzung, und wie die ganze Fläche mit 
biäunlichen Stäubchen bestreut. 

Kopf und Rückenschild grau, die Schulterdecken, sowie die Aussen- 
seite der Taster schiefergrau. (Der Stirnkegel ist abgerieben). Die Taster 
haben die Länge des Rückenschildes, und sind horizontal vorgestreckt, 
zugespitzt, wie die Fühler hell gelblichgrau, am Wurzelgliede und unter- 
wärts weiss. Saug-rüssel sehr versteckt. Beine gelblichstaubgrau. Hinter- 
leib ochergelb mit hellerem Bauche und eingezogenem Legestachel. 

Vorderflügel fast 4"' lang, kürzer als gewöhnlich im Genus (wie bei 
Ematheudes 'pihnctella^ mit gleichförmig sanft convexem Vorderrande, zuge- 
rundeter Spitze und convexem, in den abgerundeten Innenwinkel überge- 
hendem Hinterrande. Grundfarbe violettlichgrau, am dunkelsten über der 
Falte als Einfassung der Vorderrandstrieme von der Wurzel aus. Die sehr 
breite, weissliche Vorderraudstrieme, die nur von der AVurzel aus gegen 
die Grundfarbe scharf absticht, wird allmälig breiter, und erreicht iu dop- 



108 ITol. l'.C. ZelNT (554-) 

pelter Breite, die fast die halbe Flügelbreite einnimmt, den Hiiiterraud. 
Sie sowohl, wie die übrige Fläche ist mit bräuullcheu Schuppen bestreut, 
besonders reichlich nach hinten. Die Adern treten gar nicht hervor; auch 
ist nirgends ein Punkt oder Fleck vorhanden. Fransen grau. 

Hinterfliigel mit ziemlich stumpfer Spitze, gelbweisslich, etwas durch- 
sclieinend. 

Unterseite der Vorderflügel bräunlichgrau, ohne helle Ränder. Hin- 
terfliigel etwas grau, besonders am Vordurrande. 

Vaterland: Texas, wo Beifrage mein Exemplar am 15. August ge- 
fangen hat. 

Anmerkung. Zwei viel kleinere O mit spitzeren HinterfUigeln, 
von Beifrage im August gefangen, und ein ebenso kleines (^ mit abge- 
rundeter Hinterflügelspitze, haben gleichfalls eine sehr breite Costalstrieme 
der Vorderflügel, sind aber durch die unglückliche Belfr age'sche Fang- 
niethode so beschädigt, dass sich von ihnen nur sagen lässt, dass sie, wenu 
nicht zu 3, doch bestimmt zu 2 verschiedenen Arten gehören, vou denen 
keine mit Glareosella zusammenfällt. 

3. Anei\ binotellu u. sp. 

Alis ant. angustis, pallide ochraceo-griseis, vitta costali postiee coarctata 
albida, punctis 2 fuscis venae subdorsalis, altero ante medium, altt ro 
ante angulum dorsalem. (^ . 

Auch diese kleine Art wage ich nach einem Belf rage"'schen 
Exemplare aufzustellen, weil die 2 dunkelbraunen Punkte auf der Dorsal- 
adei- der Vorderflügel so auffallend sind, dass sie darau wohl stets zu 
erkennen sein wird. 

Kopf und Rückenschild bleicji ochergelb. Taster etwas kürzer als 
das Rückenschild, etwas dick, mit abgestumpftem Endgliede, innen gelb- 
lichweiss, aussen gelbbraun, nur ganz an der Wurzel weisslich. Maxillar- 
taster sehr fein, kurz, aufliegend. Fühler borstenfürmig, über dem Wui'zel- 
gliede ein wenig gebogen. Letzteres gelbbraun, mit weissem Längsstrich 
am Rande. Beine bleich ochergelb. Hinterleib ochergelb; Afterbusch 
hell, zwei länglichrunde Oenitalklappen enthaltend. 

Vorderflügel 3'" laug, schmal, nach hinten schwach erweitert, mit 
abgerundeter Spitze und convexeni Hinterrande, der in den gerundeteu 
Innenwinkel übergeht. Grundfarbe bleich ochergelb, in der Falte iu eiuem 
Läugsstreifen und in einer von der Querader bis zum Hinterrande gezo- 
genen Linie, wenn auch nicht besonders hervortretend, am reinsten. Am 
Vorderrande zieht eine ziemlich breite, gelblichweisse Strieme, die sich von 
der Querader an verengt, uud spitz vor der Flügelspitze endigt, einwärts 
aber nirgends dunkel gesäumt ist. Die Subdorsaiader trägt vor der Hälfte 



r^l^^"^ npitriige xtir Kemitniss der mirilamerik. Nachiralli'r. 109 

und diclit vor dem Innenwinkel je einen starken, auffallenden, schwarz- 
braunen Punkt. Oberhalb des letzteren ist der Fliigelraum auch am Ende 
der Costalstrieme, mit eiin'g-en feinen, braunen Stäubchen bis zum Hinter- 
rande bestreut. Fransen hellgrau. 

Hinterflügel bleich, weisslichgelb, etwas glänzend, ohne dunklere 
Einfassung. 

Unterseite der Vorderflügel hell lehmgelblicligrau, seidenglilnzend. 

Vaterland: Texas. Beifrage fing das Exemplar am 12. Juli. 

4. Aner. haematica u. sp. 

Palpis collariqiie sordide sanguineis, alis ant. elongatis, postice senslm 
dilatatis, fuscescenti-sanguiiieis, dorso pallide ochraceo, vitta costali 
exalbida, postice acurainata, iuterius fusco-marginata. (j'^- 

Grösser als die vorigen, kenntlich an der hell blutrothen am lunen- 
rande gelblichen Grundfarbe der Vorderfiügel und an der nach hinten zu- 
gespitzten, gelblichweissen, einwärts gerandeten Vorderrandstrieme. (Doch 
gibt es sicher noch mehrere ähnliche Arten, s. die Anmerkung.) 

Kopf mit ganz kurzem, abgernndetem Stirnkegel, ochergelhlich, 
Taster etwas kürzer als das Rückenschild, etwas dick, zusammengedrückt, 
mit dünnerem, fast spitzem Endgliede, auf der Aussenseite mehr oder 
weiliger dunkel schmutzig blutroth, an der Wurzel in veränderlicher Länge 
hellgelblich, auf der Innenseite gelblich. Saugrüssel vorhanden, aber sehr 
klein und versteckt. Fühler hellgelblich, pubescirend gefranst, über dem 
"Wurzelgliede auf dem Rücken etwas ausgehöhlt und rauh. Kragen an 
der Seite röthlich; Rückeuschild hell ochergelb. Beine schiefergrau-, Hin- 
terschienen zusammengedrückt, auf dem Rücken mit einem Ha:irschuppen- 
kamme. Hinterleib ochergelblich, auf der Hinterhälfte grau, am Bauche 
noch dunkler; Afterbusch hell; Legestachel stark, kurz, hervorstehend. 

Vorderflügel (^ ^Vt, ? 4— SVV" lang, schmal, nach hinten erweitert, 
mit abgerundeter Spitze und convexem Hinterrande, hell blutroth, mehr 
oder weniger rein, gegen den breit hell ochergelben Innenrand hin etwas 
blässer. Am Vorderraude ist eine ziemlich breite, weisslichgelbe Strieme, 
die sich allmälig scharf zuspitzt, und in den bräunlichen Costalfransen vor 
der Flügelspitze endigt; sie ist einwärts in gerader Linie scharf schwarz- 
braun, schmal gesäumt, und dieser Saum bildet eben in seiner etwas ver- 
dickten Fortsetzung die dunkle Stelle in den Costalfransen hinter der 
Spitze der Strieme. Die Schulter ist in einer kurzen Linie, von veränder- 
licher Deutliclikeit schwarzbraun. Die Fläche der Flügel hat keine stär- 
keren dunklen Punkte. Fransen gelblichgrau. 

Hinterflügel mit hervortretender Spitze, hellgrau, in der Flügelspitze 
verdunkelt; Fransen heller, als an den Vorderflügeln, stark abstechend 
gegen die Flügelfarbe. 



110 Prof, p.c. Zellor: (556~) 

Untei'seite der Vorderflüg-el grau, in der Mittelzclle aiu dunkelsten, 
mit etwas heller durchscheinender Costalstrieiue. Hinterfiügel längs des 
Vorderrandes verdunkelt. 

Diese Art erhielt ich mit der Benennung Ilithyia enrnea von 

New York und aus Massachusetts; 1 <^ und 1 ^ find Burgess bei Beverly 
am 27. Juni. 

Anmerkung 1. Ein grösseres, schönes (^, von Packard wahr- 
scheinlich aus Massachusetts erhalten, ist der Maematica ganz gleich, hat 
aber dünnere, längere, anscheinend unversehrte Taster von bleichgelber 
Farbe am 2. Gliede auswärts mit braunem Längsstreif bis ans Ende. Die 
Costalstrieme ist ziemlich reichlich mit braunen Stäubchen bestreut, und 
die schwarze Einfassung derselben ist am Ende stärker erweitert. — Fer- 
ner habe ich aus Texas von Beifrage ein am 20. Mai gefangenes (^ und 
ein sehr kleines Pärchen vom 15. und 25. August, die zu 2 besonderen 
Arten zu gehören scheinen, welche sich von Haematica durch kürzere 
Taster unterscheiden, sich aber wegen ihrer unvollkommenen Conservatiou 
nicht beschreiben lassen. 

Anmerkung 2. Ich mache noch auf beschriebene Arten unter den 
Anerastien mit ähnlicher Färbung und Zeichnung aufmerksam: Lotriceila 
und Deliqueüa iu Brasilien, Sabuletella im südlichen Africa, Opificella und 
Laterculella in Ostindien, die wohl alle noch mit reichlicherem Materiale 
zu untersuchen und fester zu umgrenzen sind. — In anderen Phycideengat- 
tungeu sind gleichfalls der Haematica ähnliche Färbungen bekannt. Ab- 
gesehen von der Y a^rietät Sa^iguinella H. Fig. 05 dur I*etJipclt'a carnella 
L., gibt es deren 3 in der Gattung yl/ye/o/* aus dem südöstlichen Europa, 
über die ich hier etwas sagen zu müssen glaube. Die kleine Myel. (leset'' 
ficolfi Stdgr. (mit Stheiliger Medianader der Hinterflügel) ist wegen ihrer 
graurothen Vorderflügel mit einwärts nicht scharf begrenzter Costalstrieme 
der Haematica etwas weniger ähnlich, als die grössere Jlt/el. albicosta 
Stdgr., bei welcher die Strieme durch dunkles, streifenartiges Braun von 
der röthlichgrauen Flügelfläche geschieden ist (die Strieme ist schmal und 
verschmälert sich gegen ilir Ende, welches die Flügelspitze nicht völlig 
erreicht. Das Rückenschild ist ganz einfarbig rothgrau, der Kopf etwas 
heller, im Gesichte und in einer sehr feinen Linie des oberen Augenrandes 
gelblichweiss. Die Taster von doppelter Kopflänge sind fast gerade, ziem- 
lich stark behaart, stark zustimmeugedrückt, mit kurzem, kegelförmigen, 
glatten Endgliede; hell röthlichgrau, auf der Innenseite bleichgelb. Saug- 
rüssel stark, gelblichweiss beschuppt. Fühler in beiden Gesclilechtera 
borstenförmig, beim (^ mikroskopisch pubescirend, hellbräunlich. Die Me- 
dianader ist Stheilig). 

Ihr nahe steht: 



(557) Ri'itrnfffi zur ICi'Untniss ilrr nonlamorik. Narliif;ii(pr i « 4 

Myel. ciliatella u. sp. aus Sarepta. 

Autennis c? pubesceiiti-ciliatis, tliorace rubescenti alboque mixto- alis 
ant. angustis, cinereo-rubris, vitta costali alba, ante alae apicem acu- 
minata, dorsi liiiea basali angusta alba; posterioribus albis, vena me- 
diana trifida. (^ . 

Von der Grösse der Alhicosta., von dieser durch die angenehm grau- 
röthliche Grundfarbe der Vorderflügel und die ganz weissen Hinterflügel, 
Yorzüglich aber durch die sehr merklich gefransten <^ Fühler leicht und 
sicher zu unterscheiden. — Rückenschild hellroth, am vorderen Ausseii- 
raude der Schulterdecken und unter der Mitte des rothen Halskragens 
weiss. Kopf röthlichweiss; der obere Augenrand mit reinweisser Linie um- 
zogen. Taster von iVjmaliger Länge des Kopfes, etwas aufgebogen, zu- 
sammengedrückt, reichlich behaart, weisslich, auswärts röthlich, docli mit 
weisslichen Haaren an der Unterseite; das glatte Endglied ganz klein, 
knospenförmig kaum aus den Schuppen des 2. Gliedes hervorragend. Saug- 
rüssel stark, auf dem Rücken weisslich beschuppt. Fühler borstenförmig*, 
heilbräunlich, mit zarten Haaren, von ansehnlicher Länge, die aber all- 
mälig kürzer werden, und das Fühlerende nicht erreichen, in 2 Reihen 
gefranst; Wurzelglied, stark, weisslich, auf der Rückenseite röthlich. Beine 
rothgrau bestäubt; Hinterschieueu ziemlich dünn, auswärts schwach grau 
bestäubt; Hinterfüsse gegen das Ende dunkler grau. Hinterleib graii- 
weissHch, das erste Segment weiss und in der Mitte hell braunroth. 

Vorderflügel 5'" lang, schmal, nach hinten stark erweitert, an der 
Spitze zugerundet, mit schwach convexem Hiuterrande, grauroth, längs 
der Vorderrandstrieme am gesättigtsten, gegen den Innenrand gelichtet 
und mehr ins Graue, besonders gegen den Innenwinkel. Die weisse Costal- 
strieme ist schmal, über der Querader fast unmerklich erweitert, dann zu- 
gespitzt und die Flügelspitze nicht erreichend. Die Schulter ist in einer 
äusserst feinen, kurzen Linie bräunlich. Der Innenrand ist von der Wur- 
zel aus bis zu seiner Hälfte in einer dünnen Linie weiss. Auf der Quer- 
ader ist die Grundfarbe kaum ein wenig verdunkelt. Hinterrand ohne 
Punkte. Fransen blassroth. 

Hinterflügel weiss, am Vorderrande, in der Flügelspitze und ganz 
schmal am Hinterrande grau beschattet; auch die Median- und Subcostal- 
ader mit ihren Aesten treten durch schatteugraue Beschuppung etwas her- 
vor. Fransen weiss, an der Wurzel von einer grauen Linie durchzogen. 

Unterseite der Vorderflügel braungrau, am Hiuterrande hellgrau. 
Die bleichgelbliche Costalstrieme ist deutlich und vor ihrem Ende erweitert^ 
Fransen blass rosenfarbig. Hinterflügel weiss, am Vorderrande breit strie- 
nienartig grau. 

Noch eine ähnliche Art ist die folgende: 

15 



112 Prof. p.c. Zeller: (558) 

Epixc/mia farrella C u rt i s. 

Alis ant. ang-ustis, luteo-ciiiereis, vitta costali ad apicem usque perducta 
alba, postice juxta costam cinereo-pulveruleiita, puncto venae trans- 
versae ulgro, veiia subdorsali et dorso squamis nigricantibus couspersis. 

Myalois Lafauryella^ Constant. Ann. Soc. ent. Frauce 1865. 
Tab. VII, fig-. 1. 

Diese Art., welche die nördlichen Küsten Mitteleuropas überall zu 
bewohnen scheint, lebt an der pommerschcu auf Anthyllis vulneraria\ ihre 
Raupe erhält man am leichtesten, nachdem sie sich zur Ueberwinteruug in 
eine kleine Sandkugel eingespoimen hat, durch Aussieben des Sandes; \m. 
Frühjahre spinnt sie sich ein längliches Gewebe, in welchem sie zur Puppe 
wird. Dass Farella auch in Nordamerika einheimisch ist, beweist ein 
schönes (^, das Burgess am 8. Juni bei Beverly in Massachusetts gefan- 
gen hat, und das unzweifelhaft dieselbe Art ist; es unterscheidet sich von 
meinen europäischen Exemplaren durch nichts, als seine gewaltige Grösse. 
(Vorderflügeliänge 6V4"' gegen 5'" des grössten pommerschen (^). 

Ein ^ dieser Art, welches ich durch Lederer als ungarisch 
erhielt, trug in meiner Sammlung den provisorischen Namen liesectella. 
"Dies ist al.so die von Staudinger in der Berliner entomol. Zeitung 1870, 
S, 203 bei Myel. albicosta erwähnte Art. Der lange, ans Haarsihuppen 
gebildete Stirnkegel, die langen Taster mit dem zusammengedrückten, haar- 
schuppigen Endgliede,, das die Länge des 2. Gliedes hat, und die vier- 
theilige Medianader der Hinterflügel unterscheiden Farella sehr von 
Albicosta. 

Der Farella ähnlich ist Eplsclmia leucotoma IL S. (im Stau- 
d i nger- Wo c keuschen Catalog auch dicht davor gestellt), wenigstens 
hin.sichtlich der längs des Vorderrandes selbst grau bestäubten Costal- 
strieme. Diese reicht nicht bis zur Flügel spitze, oder verliert sich doch 
ganz in den grauen Schuppen derselben. Die Grundfarbe der auch etwas 
kurzem Vorderflügel ist ohne lehmfarbene Beimischung, bräunlichgrau 
und reichlich mit groben, weisslichen Schuppen, besonders gegen den 
Hinterraud, bestreut. Das Rückenschild ist nicht einfarbig und rein lehm- 
gelb, sondern weisslich, grau bestäubt. Dabei sind die Taster ganz anders, 
nämlich zwar aufgebogen und an das Gesicht angelegt, aber das ver- 
dünnte, zugespitze Endglied ist kürzer als das zweite Glied und schnabel- 
artig horizontal vorgestreckt. Mein (^ Exemplar, von Leder er aus 
Lydien mitgebracht, hat Vorderflügel von 7'" Länge, ist also noch grösser 
als mein (^ der Farrdla aus Nordamerika. Ob H. S. Fig. 126 5, etwas 
fremdartig aussehend, gut dargestellt ist, weiss ich nicht, die Costalstrieme 



r 559") Beitrüge zur Keiinluiss der iiorJamti'ik. Nachlfalter. ] a o 

scheiut mir aber zu gelblich und die Hinterflügel zu dunkel uud zu «>'leich- 
niässig gefärbt zu seiu. 

Galleria inimicella n. sp. Tab. HI, fig. 20. 

Alis ant. iufra apicem retusis, iu basi ochraceis, ceterum griseis costa 
late fusco-umbrosa, strigula ante marginem posticum arcuata brun- 
uea. (J*. 

Sie ist sogleich durch den gebogenen gelbbraunen Querstrich vor 
dem Hiuterrande der Vorderflügel von G. mellonella zu unterscheiden, 
aber aiu sichersten dadurch als eigene Art charakterisirt, dass der Hin- 
terrand dieser Flügel unterhalb der Spitze uur bis zu seiner Hälfte ein- 
gedrückt ist und die Hinterflügel viel stumpfer sind. 

Grösse einer mittlem Ifellonella (S- Rückenschild braungrau ; 
Schulterdeckeu sehr abstechend blass ochergelb. Kopfhaare hell ochergelb. 
Fühler ziemlich stark, zusammengedrückt, gelbbräunlich; das helle Wurzel- 
glied zwar etwas verdickt, aber ohne zahnartige Verdickung. Beine kräf- 
tig, hell ocberfarbeu, die vorderu auf der Lichtseite gebräunt; die stark 
zusammengedrückten Mittelschieueu hier mit einem hellen Bäudchen; die 
besonders breiten , zusammengedrückten Hinterschieuen auf der Rücken- 
kante mit längerem uud dichterem Schuppeukamm als auf der Bauchkaute. 
Hinterleib braungrau (verölt). 

Vorderflügel öVa'" laug, breit (kürzer und daher breiter als bei 
Mellonella^ am Hiuterrande mit einem gleich unterhalb der Spitze anfan- 
genden und nur bis fast zur Hälfte des Flügels reichenden, seichten 
Eindruck, unter welchem der Hinterraud stark convex hervortritt, worauf 
er iu sanfter Krümmuug uud ohne weitere Ausbuchtung in den zugeruu- 
deten Innenwinkel übergeht. Grundfarbe staubgrau, an der Basis hell 
ocherfarben, über der Falte in Braunroth übergehend, am luueuraude 
schiefergrau, am Vorderrande sehr breit schwarzbraun beschattet; alle 
diese Farben ohne scharfe Begrenzung. Die Fläche ist am luneurande 
und auf den Aderu mit uuregelmässigen Reiben schwai'zer, grösserer uud 
kleinerer Punkte bestreut. Auf dem Vorderraiide lassen sich in der dun- 
keln Färbuug scbräge, hell uud schwarz wechselude Querstrichelchen 
durch die Lupe erkennen. Vor der Ausbuchtung des Hiiiterrandes liegt 
auf hellem Grunde ein sehr auffallendes, rothbraunes, gebogenes Quer- 
strichelcheu, hinter dessen oberem Ende in den ocliergelben Fransen ein 
braunes Läugsstrichelchen liegt, während sein unteres Ende sich iu die 
Fransen fortsetzt. 

Hinterflügel viel breiter und stumpfer als bei Mellonella , ganz 
wicklerförmig, die Convexität näher gegen die Flügelspitze als gegen den 
Analwinkel vortretend; Grundfarbe gleichmässig dunkelbraungrau, die 
Fransen gelblichgrau mit grauer Linie vor der Wurzel. 



114 Prof. p.c. Zelk-r: (56O) 

Unterseite der Vorderfliigel duiikelbraungrau mit recht deutlichen 
dunklem und heilem Querstrichelcheu wicklerartig gezeichnet; der bogen- 
förmige Strich vor dem Hinterrande dunkelbraun und an jedem Ende mit 
einem braunen Strich iu den Fransen, die dergleichen noch zwei am 
Innenwinkel zeigen. — Hinterflügel grau, besonders an dem gelblichen 
Vorderrande mit verloschenen, dicken Querstrichelchen ziemlich reichlich 
hestreut. Hinsichtlich des Geäders ist zu bemerken, dass auf den Vorder- 
flügeln die Mittelzelle nicht so weit gegen den Hinterrand reicht und also 
längere Aderu an den Hinterrand abgibt als bei Mellonella^ und dass auf 
den Hiuterflügeln die Medianader sich ganz deutlich nur iu drei Aeste 
spaltet, die freie Ader 5 aber nahe au der Eudgabel der Medianader zu 
entspringen scheint. 

Vaterland: Texas (Bell), 1 gut erhaltenes c^ im Cambridger 
Museum. 

nielissoblaitles falmiunlis n. sp. Tab. HI, fig. 19. 

Tiiorace albido ; alis ant. rufescenti-albidis, strigis 2 nigris, priore ex 
humero Oriente serrato-fracta, posteriore profunde serrata, macula 
iuterjecta diffusa nigra. ^. 

Dem Habitus nach eher eine Äphonda^ zu welcher Gattung sie aber 
nicht gehören kann, weil die Mittelzelle der Vorderfliigel weit vor dem 
Hintenande endigt und ziemlich lange Adern in denselben sendet; die 
Art weicht aber darin auch von Melissobl. bipunctanus ab, dass diese 
Zelle viel weiter gegen den Hinterrand reicht und spitz endigt. 

Grösse eines mittleren Bipunctanus^ doch die Vorderflügel schmäler 
und die Hinterflügel breiter. 

Kopf und Rückeuschild weisslich. Fühler fein, borsteuförniig, nach 
der Mitte zu mit deutlich abgesetzten Gliedern, am Wurzelgliede ohne 
Schuppenzahn. Beine weisslich, viel schlanker und länger als bei ßi- 
punctanus. Hinterleib ochergelblich, am Wurzelsegment weisslich. 

Vorderfiügel 8V2'" ^^^gi schmal mit stark convexem Hinterrande, 
röthlich weiss mit sehr feinen, schwarzhrauueu Schüppcheu bestreut, mit 
zwei sehr sägeförmigeu, schwarzen Querliuien. Die erste zieht aus der 
Schulter auf dem Vorderrande hin, worauf sie 4 spitzwinklige Zacken 
macht, ehe sie den Innenrand erreicht, von denen der zweite und dritte 
am weitesten gegen die Flügelmitte reicht; aus dem Winkel des zweiten 
geht in der Falte ein brauner Staubstreifeu gegen die Flügelbasis. Die 
hintere Querlinie ist mit mehreren, aber nicht so langen Sägezähuen 
versehen und macht uutei'halb des Vorderrandes eine starke Krümmung 
gegen den Hinterrand; sie ist hier deutlich auswärts hell gesäumt, weil 
der Raum bis zu der aus schwarzen Strichen gebildeten Hinterrandüiiie 
in dieser ganzen Ausdehnung gelblichbraun verstäubt iat. Zwiacheu beideu 



rKC|"\ ßeiirägc zur Keiinlniss der iiorduiiierik. Naihtfaltcr. 115 

Querlinien liegt ein beide fast verbiudeuder unregelmässig viereckiger, 
schräger, verflosseuer, in der Mitte heller, schwarzbrauner Fleck in der 
Mittelzelle. Frauseu bräunlichgrau mit breiter, dunkler Linie durchzogen. 

Hinterflügel stumpfer und breiter als bei ßipunctanus, brauugrau, 
au der Wurzel heller. Fransen wie bei den Vorderflügeln. 

Unterseite der Vorderflügel längs des Vorderrandes, am breitesten 
an der Wurzel ochergelblich. Die Mittelzelle ist mit anliegenden grauen 
Haaren gefüllt, an der Wurzel mit einem langen, niedergelegten, schwärz- 
lichen Haarstreifen, über den die Haare des Vorderrandfeldes etwas 
hinüberreichen. Hinterflügel wie oben, nur mit dunklern Fransen. 

Vaterland: Texas (Boll). 1 schönes (^ im Cau,bridger Museum. 

Psecadia semiltigens n. sp. Tab. HI. flg. 25. 

Alis ant. minus elongatis, triente dorsali albo, vitta costali latissima nigra 
maculam albani apicalem includente, iuterius bis incisa, puncto nigro 
in priore sinn; ventre ferrugineo, tibiis posticis pallide ferrugineis. ^. 

Offenbar in der westlichen Hemisphäre die Stellvertreterin unserer 
Bipunctella^ verschieden von ihr durch eine andere Ausbuchtung der 
schwarzen Vorderflügelpartie, den schwarzen freiliegenden Funkt in der 
ersten Ausbuchtung, deu nur am Bauche und au den Seitenrändeni gel- 
ben Hinterleib. 

Kleiner als Bipunctella^ so gross wie Haemorrhoidella. 

Kopf und Rückenschild weiss, dieses auf dem Anfange der Schulter- 
decken mit 1, in seiner Mitte mit 2 grossen und auf dem Schildcheu mit 
2 kleinem tiefschwarzen Punkten; der Kopf mit einem grossen solchen 
Punkt auf dem Scheitel und auch über dem Mundraude schwarz. Fühler 
schwarz; das Wurzelglied auf der Unterseite weiss, auf der Oberseite 
mit einer weissen Seitenlinie. Taster wie bei Bipunctella gestaltet, am 
zweiten Gliede schwarz, innen nach oben weissgefleckt, Endglied weiss. 
Saugrüssel honiggelb, an der Wurzel auf dem Rücken weisslich beschuppt. 
Beine auf der Lichtseite schwarz, au den Enden der Glieder weiss, auf 
der Lichtseite der Schenkel und Schienen weisslich; Hinterbeine au den 
Schenkeln weiss, au den Schienen hell rostgelb, an den Füssen schwarz 
mit weissen Enden der Glieder. Hinterleib auf dem Rücken schwarzgrau 
mit heilem Hinterrändern der Segmente; au den hintersten Segmenten 
sind die Seiteuränder mit rostgelben Haaren eingefasst ; Aualsegment 
hellgelb ; der ganze Bauch rostgelb. 

Vorderflügel 47^"' \<\ng., kürzer als bei Bipunctella^ zu mehr als V3 
schwarz, welche Farbe nach inuen gesättigter wird und in der Flügel- 
spitze einen schärfer begrenzten, aber kurzem weissen Fleck einschliesst. 
Die Dorsalpartie des Flügels ist weiss und greift vor der Flügelhäifte 
mit einer kurzem, hinter derselben mit einer läugeru, uuregehuässigeii 



116 Prof. p.c. Zell er: (^562) 

Einbuchtung in die tiefschvvarze Farbe ein. In der ersten Einbuchtung 
liegt ein starker, schwarzer Punkt frei da. Den Hinterrand fasst eine 
Reihe starker, schwarzer Punkte ein, welche bis über den weissen Api- 
calfleck reicht. Fransen weiss, an der Flügel spitze geschwärzt. 

Hinterflügel weisslich, gegen den Vorderraud grau, am dunkelsten 
in der Flügelspitze. Den Hinterraud begleitet eine weit vor dem Anal- 
winkel verlöschende Reihe kurzer, schwarzer Striche. 

Auf der Unterseite sind die Vorderflügel wie auf der Oberseite 
gefärbt, nur sehr verloschen; die Hinterflügel weisslich, längs des Vorder- 
randes mit einer vor der Flügelspitze abgebrochenen schwarzgrauen Strieme. 
Die Randpunkte aller Flügel sind so dunkel wie auf der Oberseite, auf 
den Hinteriiügeln noch dunkler. 

Vaterland: Texas (Beifrage). 2 am i9. April gefangene, schön 
erhaltene (^ in meiner Sammlung. 

Enaemia n. g. 

Capilli laevigati. 

Ocelll nulli. 

Antennae setaceae, artlculi basalis apice anteriore squaiuis incrassato. 

Palpi labiales filiformes, non arcuati, subobtusi ; maxillares nulli. 

Haustelluni breve, nudura. 

Alae oblongae , breviter ciliatae ; anteriorum area discoidali cellulam 

clausam continente, veuarum rauiis simplicibus, venae subdorsalis basi 

breviter furcata, stigmate nuUo; posteriores latitudine anteriores 

superantes, fovea hyalina basali nulla. 
Abdomen mediocre. Pedes raediocres ; anticorum tarsi tibiis multo lon- 

giores; posticorum tibiae laeves, dorso piloso-squamato, 4-calcaratae. 
Nomen ex ^v (in) et aX^ia (sanguis) compositum. 

Dass diese Gattung nicht zu Hyponomeuta gehört, beweist der 
Maugel einer verdickten Stelle am Vorderrande der Vorderflügel (Stigma) 
und der einer kahlen Grube an der Wurzel der Hinterflügel. Sie mit 
Psecadia zu vereinigen, verhindert die Kürze des kahlen Saugrüssels und 
die ganz andere Beschafl'enheit der Taster; statt nämlich aufwärts gebo- 
gen zu sein mit verdünntem, glattem, zugespitztem Endglied.-, sind sie 
gerade, fadenförmig, vorgestreckt, vorn etwas gesenkt, und ihr drittes 
Glied ist fast dicker als das zweite und nur ganz am .Ende ein wenig 
zugespitzt. Dazu kommt auch, dass die über der Spitze der Vorderflügel 
ausgehende Ader nicht gabelförmig, sondern einfach ist. 

1. Enaemia psamnüUs n. sp. Tab. Ill, flg. 26. ^T. 

Palpis, abdomine alisque poslerioribus latericiis, alis ant. canis, squamulis 
elougatis fuscis iuspersis. ci"^'. 



r563") Hf^ilrage zur KVnnliiiss ilftr nApilnmi rik. NarlilfaltiT. 1 ('7 

Sehr ausgezeichnet wie die folgende Art durch die zicgclrothe 
Farbe des Hinterleibes, der ganzen Unterseite aller Flügel und der Ober- 
seite der hintern; ihre hellgrauen, braunbestäuhten Vorderflügel unter- 
scheiden sie sehr leicht von der folgenden. 

Kopf und Wurzelglied der einfach borstent'örmigen, gelbbräunlichen, 
beim (j* sehr zart pubescirendeu Fühler weissgrau. Taster von Kopflänge, 
ziemlich dünn, fadcuförmig, ziegelroth, auswärts etwas dunkler ano-elau- 
fen, besonders am Endgliede \ dieses fast so laug wie das zweite Glied, eben 
so dick, am Ende plötzlich zugespitzt. Rückenschild hellgrau; die Schul- 
terdecken unter dem Halskragen dnnkelroth. Beine auf der Lichtseite 
ziegelroth, auf der abgewendeteu Seite hellgrau; die Hinterschieneu auf 
der Rückenkante mit einigen laugen, abstehenden Haaren. Hinterleib 
lebhaft ziegelroth, am Bauche mit einem breiten, weissgraueu Längsstreif 
in der Mitte; beim (^ sind die hintern Segmeute am Hinteriande und au 
der Seite mit langen Schuppenhaareu gefranst, und die Genitalien mit 
noch längern reichlich eingefasst. Der Legestachel ist eingezogen, mit 
einem dicken, kurzborstigeu Wulst umgeben. 

Vorderfiügel 5 — SV^'" lang, länglich, massig gestreckt, mit convexem 
Vorderrande, etwas vortretender Spitze und schrägem, fast o-eradeni 
Hinterrande. Grundfarbe hellgrau, unregelmässig reichlich mit länglichen, 
braunen Schuppen bestreut; beim ^ sind die Schuppen weniger reichlich 
und im ganzen Dorsalraum gar keine ; in diesem Räume hat es zweimal 
3 schwarze, zu je einer geraden Querreihe geordnete Punkte. Die erste 
so gebildete Querreihe befiudet sich beim Anfange des zweiten Fiügel- 
drittels und ist sehr schräg gelegt, oben viel weiter von der Flügelbasis 
entfernt als unten; ihr obei'ster Punkt liegt über, die zwei andern unter 
der Falte. Die zweite Querreihe ist hinter der Mitte uud noch schräger 
nach aussen gelegt, mit dem Hiuterrande parallel; ihr mittelster Punkt 
liegt in der Falte. Von den 2 .^ zeigt das eine beide Punktreihen, aber 
in geringerer Grösse und durch die reichlichem, braunen Schüppchen 
mehr verdeckt, und etwas über der zweiten Reihe ist noch ein Punkt auf 
der Querader. Beim zweiten (^ ist von beiden Reihen nur der unterste 
Punkt uud auch kaum kennbar vorhanden. Der Vorderrand ist an der 
Wurzel braunroth. Die ungefleckteu Fransen sind heim <^ hellgrau, beim 
5 hellröthlichgrau. 

Hinterflügel und ganze Unterseite hellziegelroth, hier nur der Vor- 
derrand der Vorderfiügel in einer feineu Linie weisslich. 

Vaterland: Texas (ßoll). 2 (^, 1 ? in meiner Sammlung. 

2. Enaemia crttsstvenella n. sp. Tab. III, fig. 27. 

Palpis fuscis, thorace cano, fusco-maculato; abdomine alisque posterioribus 
latericiis; alis anter. sordide albidis, venis costae et marginis postici 
iucrassatis nigris. ^ 



118 



Prof. P.C. Zell er; 



(564) 

.Etwas grösser als die vorige, durch die stralilenfttriiilgeii, schwarzen 
Aderäste uud den Mangel der bräunlichen Schüppchen auf den Vorder- 
fliigelu leicht zu erkennen. 

Kopf (oben abgerieben) am Hinterrande mit ziegelrothen Haar- 
schuppen, im Gesicht weisslich beschuppt. Taster an der Wurzel rüthlich, 
dann, besonders auswärts, dunkelbraun; das Endglied wenigstens so lang 
wie das Mittelglied. Fühler gelbbräunlich, an der Verdickung des Wurzel- 
gliedes weisslich. Rückenschild schmutzig weiss; die Schulterdecken am 
Ende und das Schildchen braun, Beine ziegelroth, die 4 vordem Schienen 
und alle Füsse braun; die Hinterschienen ohne lauge Haare. Hinterleib 
ziegelroth, am Bauch in der Mitte bleichgelblich; der Legestachel in den 
gelblichen Hornring, den das umgebende Segment bildet, eingezogen. 

Vorderflügel Sy^'" lang, etwas breiter als bei der vorigen Art, und 
mit stärker gebogenem Vorderrande. Grundfarbe schmutzig gelbweisslich. 
Die Vorderraudwurzel und 5 in den Vorderrand mündende Adern verdickt 
schwarz und der Raum von der W^urzel bis zu der dritten grau; die eine 
in die Flügelspitze und die 4 in den Hinterraud mündenden Adern und 
das Ende der Falte sind wie die Vorderrandadern verdickt und gefärbt. 
Auf der Mitte der Subcostalader ist ein schwarzer Läugsstrich und auf 
der Querader ein solcher Punkt. Unterhalb des Anfanges des Subcostal- 
aderstrichs liegt über der Falte ein kurzes Läugsstrichelchen, uud vor 
dessen Anfang, von der röthlichen Subdorsalader durchschnitten, ein 
schwarzes Querfleckcheu. Eine Gruppe von 3 schwarzen Fleckchen zeigt 
sich noch über dem lunenrande vor dem Innenwinkel. Fransen weissgrau. 

Hinterliügel und ganze Unterseite hellziegelroth; der Vorderrand 
der Vorderflügel in einer sehr feinen, vor der Flügelspitze aufhörenden 
Linie dunkelbraun. 

Vaterland: Texas (BoU). Ein schönes 9 'lu Cambridger Museum. 



Benennung der Figuren. 

Tafel IL 



Seite 

Fig. 1. Nola nigrofasciata . . . 454 

„ 2. Noia melauopa .... 458 

„ 3. Nola strictalis 459 

„ 4. Tlialpochares mundula . 460 

„ 5. Agrophila tortricina . . 4(51 

„ 6. Hypena trituberalis . . 469 

„ 7. Ilypena achatinalis . . , 468 



Seite 
Fig. 8. Hypena laciniosa .... 464 
„ 9. Hypena pallialis .... 466 
„ 10. Coptocnemiafloccalis aKopf 

U.Vorderbeine, fe Htrbeine 475 
„ IL a. Sudariopliora nasutaria 490 
„ 12. a, b. Chalcoela aurifera . 529 
„ 13. a,?),c. Dicymolomia decora 531 



(565) 



Deiträge zur Kenntriiss der iiürJamerik. Naclitfalter. 



119 



Tafe 
Seite 
Fig. 14. a,6,c. Sedeniabiuiidulalis 502 
„ 15. Botis Tithonialis .... 504 
„ 16. Botis fracturalis .... 509 
„ 17. Crambus bideus .... 535 
„ 18. Catharjlla pulchella . . 541 
„ 19- Melissoblaptes fulminalis 560 
„ 20. Galleria iniiuicella . . . 539 
„ 21. Zophodia Bollii b. Taster 550 



1 m. 

Fig. 22. 

„ 23. 
„ 24. 

„ 25. 
„ 26. 

„ 27. 



Seite 
Nephopteryx cousobri- 

nella 548 

Nephopteryx (?3basilaris 549 
b. Tetralopha melauo- 

grammos 546 

Psecadia semilugeiis , . 561 
Enaeraia psammitis . . 562 
Euaemia crassiyenella . 563 



E e g i 

Seite 
Abdominalis Mus. Z. (Botis) . . 515 
Achatiualis n. sp. (Hypeua) . . 468 
Acutalis Wkr. (Doryodes) . . .490 
Adipaloides Grote (Botis) . . .511 
Aeraula Hbn. (Epizeuxis) . . . 471 
Aemulataria Wkr. (Macaria) . . 487 
Ägitatellus Ci. (Craiubus) . . .538 
Albicosta Stdgr. (Myelois) . . 556 
Albisigualis n. sp. (Hypena) . . 463 
Alboclayellus Z. (Crambus) . . 538 
Araericalis Gueii. (Epizeuxis) . 471 
Aurifera n. sp. (Chalcoela) . . . 529 
Basilaris n. sp. (Nephopteryx?) . 548 
Bideus u. sp. (Crambus) .... 533 
Biuodulalis n. sp. (Asopia) . . . 501 
Binotella a. sp. (Auerastia) . . 534 
Bistriolata n. sp. (Cidaria) . . . 493 
Biundulalis u. sp. (Sedenia) . . 502 
Bollii n. sp. (Zophodia) .... 550 
Cereralis n. sp. (Botis) .... 517 

Chalcoela n. g^ 528 

Chalybirostris Z. (Crambus) . . 539 
Ciliatella n. sp. (Myelois) . . . 557 
Cinerosa Grote (Botis) .... 305 

Citrina Grote (Botis) 507 

Cousirailata u. sp. (Macaria) . . 483 
Consobriaellan.sp. (Nephopteryx) 548 
Coutiguella n. sp. (Catharylla) • 540 
Coptocnemla n. g 475 



s t e r, 

Seite 

Costalis F. (Asopia) 498 

Crassiveuella n. sp. (Euaemia) . 563 
Crinitalis Led. (Eurycreon) . . 519 
Cuprina n. sp. (Aglossa) .... 497 
Deceptricalis u. sp.(Zaucloguatha) 474 
Decora n. sp. (Dicymolomia) . . 531 
Decorellus Zck. (Crambus) . .538 
Deserticola Stdgr. (Myelois) . . 556 
Desiguata Bkh. (Cidaria) . . . 494 

Dicymolomia n. g 530 

Elegans Cl. (Crambus) 539 

Enaemia n. g^ 362 

Euiiusalis Wkr. (Piouea) . . . 521 
Euphaesalis Wkr. (Botis) . . . 511 
Farella Curt. (Epischnia) . . .558 

Ferrugata L. (Cidaria) 495 

Ferruminaria n. sp. (Acidalia) . 478 
Fimbrialis S. V. (Asopia) ... 498 
Flavidalis Guen. (Botis) . . . .513 
Floccalis u. sp. (Coptocuemla) . 476 
Floridus n. sp. (Crambus) . . . 537 
Fluviata Hbn. (Cidaria) .... 494 
Fracturalis n. sp. (Botis) .... 509 
Frauduleutaria n. sp. (Boarmia) 492 
Fulmiaalis u. sp. (Melissoblaptes) 560 
Galbineata u. sp. (Macaria) . . 484 
Glaphyralis Led. (Homophysa) . 524 
Glareosella n. sp. (Anerastia) . . 553 
Gracilis Grote (Botys) . . . . 523 
16 



120 



Prof. P.C. Zell er: Deitriige zur Kcnntuiss der nordamerik. Nachtfalter. 



(5G6) 



Haematica n. sp. (Anerastia) 
Haiesaria n. sp. (Fidonia) . 
Hiiuüuialis n. sp. (Asopia) . 
Hyllalis Wkr. (Asopia) . . 

rilibalis H. (Botis) 

Inimicella u. sp. (Galleria) . 
lucautella ii. sp. (Pempelia?) 
Laciuiosa u. sp. (Hypeua) . 
Laqueatellus Cl. (Crambus) . 
Laticlavia Grote (Botis) . . 
Leachellus Zck. (Crambus) . 
Leutifiualis u. sp. (Horaophysa) 
Leucoloma H. S. (Epischuia) 
Leucostictalis u. sp. (Eurycreon 
Lig-uosella Z. (Pempelia) . 
Lituralis Hbu. (Zanclognatha) . 
Longirostrellus Cl. (Schoeuobius) 
Madefactalis Gueu. (Hypeiia) . 
Malaua Fitch (Nola) . . 
Marculeuta Grote (Botis) . . . 
Melanogrammos u. sp. (Tetra- 

lopha) 

Melanopa u. sp. (Nola) 

Miiiuscula u. sp. (Nola) . . . , 
Mollicularia u. sp. (Epioue) . . . 
Munduia n. sp. (Tbalpochares) . 
Nasutaria Z. (Sudariophora) . . 
Nigrofasciata u. sp. (Nola) . . . 
Nummulalis Z. (Catbarylla) . . , 
Ocellinaria Gueu. (Macarin) , . 
Octomaculata L. (Botis) . . . . 
Olinalis Gueu. (Asopia) . , . , 
Oporaria u. sp. (Nemoria) . . . 
Oxydalis Guen. (Botis) . . . . 
Pallialis u. sp. (Hypena) . . . . 
Pariuotata u. sp. (Cidaria) . . . 
Pedipilalis Guen. (Zaucloguatba) 

Perlucidalis H. (Botis) 

Pertextalis Led. (Botis) . . . . 

Petrella Z. (Pempelia) 

Phaealis Gueu. (Epizeuxis) . . 
Phyllinaria u. sp, (Eucrostis) . . 



Seite 
555 
488 
5()0 
500 
5H 
559 
544 
464 
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538 
484 
535 
562 



Polyactiuellus Z. (Crambus) . . 
Praeatomata Gueu. (Macaria) 
Praefectellus Zck. (Crambus) . 
Psammitis n. sp. (Euaemia) . . 
Psilogrammaria n. sp. (Boarmia) 490 
Pulchella Wkr. (Catbarylla) . .541 
Pulchellus Z. (Crambus) .... 535 
Purata Gueu, (Acidalia) .... 477 
Ranalis Gueu. (Blepbaromastix) 523 
Rantalis Guen. (Eurycreon) . .519 
Rectilinea u. sp. (Eucrostis) . . 480 
Reniculalis n. sp. (Homophysa) . 526 
Rubigalis Gueu. (Botis) . . . .510 
Rubivora Riley (Aplodes) . . . 480 
Rufisignella n. sp. (Catbarylla) 542 
Saligna n. sp. (Colobocliila) . . . 462 
Semilugens u. sp. (Psecadia) . . 561 
Serratissimalis n. sp. (Crocido- 

phora) 521 

Sesquistrialis Led. (Homopbysa) 324 
Siguatalis Grote (Botis) .... 506 
Sticticalis L. (Eurycreon) . . .518 
Stramentalis Hbu. (Mesograpbe) 520 

Strictalis n. sp. (Nola) 439 

Subjectalis Grote (Botis) . . .511 
Succosata n. sp. (Macaria) . . . 485 

Sudariophora n. g 489 

Tartarella u. sp. (Pempelia?) . . 544 
Termiuellus Z. (Crambus) . , . 539 
Terrellus Zinck (Crambus) . . 539 
Tetradella n. sp. (Anerastia) . . 552 
Texana Robiuson (Eromeue) , 543 

Thesealis Led. (Botis) 514 

Tithouialis n. sp. (Botis) .... 504 
Tortriciua n. sp. (Agrophila) . . 461 
Trentonalis Led. (Asopia) , . . 499 
Tri(iuetranaFitcb(Bracbytaenia)457 
Trituberalis u. sp. (Hypeua) . . 469 
Tuberculalis Led. (Crocidopbora) 522 
Tyralis Wkr. (Rhodaria) ... 504 
Ventralis Grote (Botis) .... 508 
Vestaliella n. sp. (Scirpophaga) . 532 



Band nn im. 



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Beiträge zur Kenntniss 

der 

nordamericanischen Nachtfalter, 

besonders der Microlepidopteren. 

Von 

Professor P. C. Zeller 

in Grünhof bei Stettin. 

(Aus den Verhandlungen der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien. 

[Jahrgang 1873J besonders abgedruckt.) 

Zweite Abtlieiluiag.*) 

Mit Tafel III und IV. 



(Vorgelegt in der Sitzung am 7. Mai 1873.) 

Die vorliegende Abtheilung meiner Arbeit enthält hauptsächlich Tineinen 
und Pterophoriden. Meine Absicht war, in ihr auch die mir bekannten Tortri- 
cinen zu bringen; da ich aber eine Hauptarbeit über dieselben, Grote's Abhand- 
lung über nordamericanische Arten der Gattungen Tortrix, Teras und Concliylis, 
noch nicht erlangen konnte, so musste diese einer dritten Abtheilung aufgespart 
bleiben. 

Was die Tineinen betriflft, so glaube ich, Nordamerica werde sich ungefähr 
so artenreich erweisen wie Europa. Nicht nur übergewanderte Arten, sondern 
auch solche, an deren americanischem Indigenat wenig zu zweifeln ist, sind in 
beiden Erdtheilen identisch; manche Arten beider Continente kommen einander 
so nahe, dass ihre specifische Verschiedenheit noch Zweifeln unterliegt, zumal 
wenn man die Racentheorie auf sie anwendet; ein grosser Theil, bei dem solche 
Ansichten nicht stattfinden können, stimmt mit den europäischen Arten wenigstens 
in den Gattungsmerkmalen überein und ordnet sich daher oft ohne die mindeste 
Schwierigkeit zwischen jene. Die Zahl der ächten Gattungen oder Unterab- 
theilungen von Gattungen, die in der europäischen Fauna keine Vertretung haben, 
ist im Vergleich mit der Zahl der identischen ohne Zweifel auffallend klein. 

Von der grossen nordamericanischen Artenzahl mache ich hier nur einen 
geringen Bruchtheil bekannt. Ich besitze ungefähr die doppelte Zahl der hier 
abgehandelten, aber meist in unvollständigen oder einzelnen Exemplaren , deren 
Wiedererkennen ungeachtet aller Genauigkeit der Beschreibung zu bedenklich 
ist, wesshalb ich sie lieber übergehe. Von den beschriebenen sind leider auch 



..'-rv> 



*) I. diese Verhandig. Bd. XXII (1872), p. 447. ft. 



2 P. C. Zeller. 

viele 'im.ica, und wenn ich auch nach Kräften bemüht war, sie durch Worte und 
Abhiklung kenntlich zu machen, so wird sich manches Merkmal vielleicht nicht 
bestätigen oder die Beschreibung sich als unvollständig erweisen. Da die Mehr- 
zahl dieser rmica sich im Cambridger Museum befindet, so werden nordamerica- 
nische Micropteristen sich in zweifelhaften Fällen ohne zu grosse Schwierigkeit 
Auskunft verschaffen können. 

Bei dieser Arbeit habe ich in erster Linie die Clemens'schen Aufsätze über 
nordamericanische Tineinen zu Rathe gezogen. Ein vorzügliches Hülfsraittel zu 
deren Studium, welches auch Americaner, denen die Proceedings of the Academy 
of Natural Sciences of Philadelphia zur Verfügung stehen, schon Avegen der 
Stainton'schen Notizen nicht entbehren können, ist Stainton's Buch: The Thineina 
of North-America by Dr. Brackenridge-Clemens. London 1872 — eine Zusammen- 
stellung aller Clemens'schen Aufsätze über die nordam. Tineinen mit Anmer- 
kungen über einzelne Arten, systematischer Anordnung und vollständigem Register 
aller von Clemens beschriebenen, dazu mit biographischen Nachrichten über 
Clemens und dem Wichtigsten aus der Correspondenz zwischen ihm und Stainton. 
Gern gestehe ich, dass ich ohne dieses Hülfsmittel manche Cleniens'sche Art 
übersehen oder nicht erkannt hätte. Dass ich dennoch im Ganzen nicht so gar 
viele Arten mit voller Ueberzeugung wieder erkannte, hat seinen Grund eines 
Theils in dem Reichthum der nordam. Fauna, aus dem mir gerade die Clemens'- 
schen Arten verborgen blieben, anderen Theils in seinen nicht immer ganz ge- 
nauen Beschreibungen (er hatte, wie es scheint, noch viel mehr und unvoU- 
kommnere unica als ich und ahnte nicht, dass es noch mehr ähnliche Arten 
neben den seinigen gebe), und endlich, weil er weit mehr um Gattungen, als 
um Arten bemüht war. Letzterer Grund bewog ihn zu einem Verfahren, in 
welchem ich ihm weder bei fremdem Material nachfolgen durfte, noch bei eignem 
nachfolgen wollte: er brach bei seinen nnicis die Flügel der einen Seite ohne 
Umstände ab, um sie zu entschuppen und, sobald er im Geäder eine Abweichung 
fand, ein Genus zu errichten. Vielleicht habe ich deswegen einige seiner Genera 
nicht erkannt; andere aber glaubte ich, bis auf weiteres — Avenn nämlich ein 
grösseres Material lehren wird, welche Merkmale wesentlich und welche un- 
wesentlich sind — mit den bisher bestehenden wieder vereinigen zu müssen. 
Dies betrifft insbesondere die Gattungen Cri/ptolechia und Gelechia. Von der 
ersteren zählt Francis Walker 162 Nummern (um nicht Species zu sagen) auf, 
von Gelechia 386 ohne andere Unterscheidung als nach den Regionen ihres Vor- 
kommens, kaum jemals mit Hindeutung auf eine verwandte Art! Die Zerlegung 
dieser Gattungen — denn die von Herrn v. Heinemann versuchte bei den Gelechien 
halte ich für eine sehr missrathene — überlässt man wohl billig einem neuen 
Bearbeiter der Vorräthe des British Museum. 

Ferner habe ich die Reports von Riley und von den Fitch'schen die 
wenigen , die mir zur Verfügung standen , benutzt. Ich glaube , Herrn Fitch 
nicht Unrecht zu thun, wenn ich ihm die Geschicklichkeit, Arten kenntlich zu 
beschreiben, in geringem Grade zuspreche. Vielleicht wird ihm das Herbe dieser 
Erklärung dadurch versüsst, dass ich ihn darin mit Reaumur vergleiche. Nur 



Beitrao;e zur Keimtniss ilev nordamericaniscben Naclitfalter. O 

finde ich den Unterschied zwischen beiden, dass Eeaumur, weil er die Classifica- 
tion des Ganzen im Auge hatte, auf die Unterscheidung des Speciellen keinen 
Werth legte, während Fitch rein die öconomischen Verhältnisse in Betracht 
zog und darum die Species selbst, die somit recht eigentlich Beachtung verdient 
hätte, als Nebensache behandelte. 

Nicht benutzt habe ich Francis Walker's List of Lepidopterous Insects 
of the British Museurn aus dem schon früher angegebenen Grunde. — Eine 
vorzügliche Arbeit, die des Professor Frey in Zürich, über nordamerikanische 
Tineinen in der Entomologischen Zeitung 1873, S. 201 ff, veranlasste mich, weil 
ich sie zu spät zur Benutzung erhielt, die von ihm behandelten Tineinen, haupt- 
sächlich Lithocolletiden, ganz zu übergehen, obgleich es wahrscheinlich ist, dass 
ich ein paar ihm fehlende Texasarten hätte beschreiben und abbilden können. 
Nur bei den Gracilarien hatte ich mich überzeugt, dass keine der von mir be- 
schriebenen Arten mit den seinigen zusammenfalle, und desshalb führe ich meine 
neuen Arten auf. 

Was sonst über nordamericanische Tineinen und Pterophoriden bekannt 
gemacht worden ist, z, B. Chamber's bei Frey erwähnte Arbeit, habe ich nicht 
benutzt, weil es mir entweder unbekannt oder unerreichbar geblieben ist. 

Noetuidae. 
Agrophila trancatiila n. sp. Taf. III. Fig. 1. 

Capite et thorace rufo-ferrugineis ; alis mit. nigris, squamis filiform ibus 
sulplmreis obtectis, basi rufo-ferruginea, apice abrupte exalbido. Q 

Von der Grösse einer kleinern Ägr. sulphurulis, mit schmälern Vorder- 
flügeln und spitzeren Hinterflügeln, durch ihre Färbung sehr kenntlich. 

Eückenschild und Kopf röthlich rostfarben, ersterer nach hinten dunkler 
mit gebräuntem Wulst des Scutellums. Stirn schwach gewölbt, Taster etwas 
kürzer als bei SidpluiraUs, fast horizontal; das Endglied nur V4 so lang wie 
das zweite Glied. Saugrüssel ziemlich lang, auf dem Rücken rostbraun beschuppt. 
Fühler braun, kürzer als bei Sulphuralis , mit hellgelbem Wurzelglied. Beine 
blassgelb, die vordem auf der Lichtseite braun mit hellgelben Punkten; die 
Hinterschienen auf dem Rücken von der Wurzel aus dunkelgrau und vor der 
Spitze mit einem solchen Fleckchen; alle Füsse dunkelgrau, hellgelb geringelt. 
Hinterleib dunkelgrau mit hellgelbem Afterbusch. 

Vorderüügel i'" lang, etwas gestreckt und nach hinttn erweitert. Die 
Grundfarbe ist schwarz, aber so reichlich mit laugen, schmalen, hellgelben 
Schuppen bestreut, dass sie dunkelgelblichgrau, etwas gewölkt, aber gegen den 
Innenwinkel ins Hellgelbe übergehend erscheint; der Vorderrand selbst ist in einer 
dünnen Linie blassgelb; die Basis in einem schrägen, am Innenrand verlängerten 
bandförmigen Streifen braunrostfarbig und auswärts auf der obern Hälfte hell- 
gelb breit gerandet. Die Flügelspitze ist nebst den anstossenden Franzen als 
ein Dreieck hellgelb, an der Spitze selbst rostgelblich. Die darunter folgenden 
Hinterrandfranzen sind tiefschwarz, auf der Wurzel mit hellgelben Schuppen 
bestreut; die Franzen des Innenwinkels blassgelb. 

1* 



1 P. C. Zell er. 

Hinterfiügel dunkelgrau. Franzen sehr blassgelb, von einer breiten, grauen 
Schattenlinie durchzogen, die sich um die Fliigelspitze erweitert und hier fast 
die ganzen Franzen färbt. 

Unterseite schwarzgrau; Vorderflügel mit blassrostgelbem, nach hinten er- 
weiterten Costaistreif und sehr breiter, blassgelber Dorsalstrieme. Das Apical- 
dreieck der Oberseite ist nicht vorhanden. 

Vaterland: Texas (BolL). Ein schön erhaltenes 9 im Cambridger Museum, 

Äletoponia obtusnla n. sp. Tat. III. Fig. 2. 

Antennis crassmsculis; alis ant. flavis, maculis costae 5, dorsi meäii 
nna majoribus, pluriUis disci minoribus dispersis rufescenti-cinereis , pofit. 
albidis, obsolete einer eo-bifaseiatis. 9 

Verschieden von den übrigen Metoponien durch kürzeren Saugrüssel, 
dickere, kürzere Fühler, viel weniger gespitzte Vorderflügel und unverdunkelte, 
durch keine dunkle Hinterrandlinie begrenzte Franzen. Die Stirn läuft aber in 
eine horizontale, unter den Schuppen versteckte Hornplatte aus, und auf der 
Unterseite haben die Vorderflügel wie dort ein helles, einwärts scharf begrenztes 
Band am Hinterrand, welches sich vor der Spitze in einen Fleck erweitert, und 
die Hinterflügel an der Spitze einen hellen Fleck, welcher den vor dem Hinter- 
rand herziehenden Schattenstreifen unterbricht. 

Rückenschild und Kopf gelb, Schulterdecken zimmtfarbig bestäubt. Fühler 
kürzer als bei Vesiwtina, viel dicker, am Ende auff'allend verdünnt, gelbbräun- 
lich mit blassgelbem Rücken. Die schwarze, horizontale Stirnplatte ist kaum 
von Augenlänge, vorn gerade abgeschnitten, durch längliche Schuppen bedeckt. 
Taster aufwärts gekrümmt, am Gesicht liegend und bis an die Stirnplatte 
reichend, zusammengedrückt cylindrisch, auswärts locker beschuppt, am ersten 
Glied mit abstehenden Haaren; das Endglied sehr kurz (etwa '/s so lang wie 
das zweite Glied und dünner als dieses), stumpf. Saugrüssel kurz, zusammen- 
gerollt. Beine anliegend beschuppt, sehr bleich ochergelb; die vordem, am 
meisten das erste Paar, braun bestäubt. — Hinterleib um die Hälfte über die 
Hinterflügel hervorragend, bleich ochergelb; der Legestachel in dem abge- 
stumpften Analbusch verborgen. 

Vorderflügel 5"' lang, ziemlich breit, nach hinten erweitert, mit convexem 
Hinterrand und deutlicher, doch nicht scharfer Spitze, gelb, längs des Vorder- 
randes sehr schwach rüthlich angeflogen, mit röthlichgrauen Flecken gezeichnet 
(in Grundfarbe und Zeichnung etwas an Arctia imrpurea erinnernd). Der Vorder- 
rand trägt in ziemlich gleichen Abständen fünf Flecke, den ersten an der Schulter, 
den letzten etwas vor der Flügelspitze; der zweite und vierte sind kleiner als 
die andern; vom fünften zieht eine Reihe von fünf Fleckchen parallel dem Hin- 
terrand zum Innenwinkel herab. An der Mitte des Innenrandes, dem dritten 
Costalfleck gegenüber, ist ein grosser und dicht hinter ihm ein kleiner Fleck. 
Im Mittelraum sind noch vier Fleckchen sichtbar: das erste unterhalb des zweiten 
Costalflecks, das zweite grössere unterhalb des dritten Costalflecks; die zwei fol- 
genden bilden mit dem vierten Costalfleck und dem zweiten Dorsalfleckchen eine 



Beiträge zur Keniitniss der nnrdamericanischen Nachtfalter. 5 

sehr weitläuftige, gebogene Querreihe. Franzen wenig heller als die Grimdfarbe 
mit kaum merklicher dunklerer Mittellinie und etwas verdunkelten Enden. 

Hiuterflügel weisslich, vor dem etwas gelblichen Hinterrand mit einem 
nur auf der Apicalhälfte vorhandenen Schattenstreifen und vor diesem in etwas 
weiterer Entfernung mit einem schmäleren, der über die Medianaderäste zieht. 

Unterseite gelbweisslich, an den Vorderrändern breit blassochergelb. Die 
Vorderflügel im Mittelraum grau mit einem dunklern, bindenförmigen Quer- 
streif vor dem oben besprochenen Marginalband und in einiger Entfernung davor 
mit einem schmäleren. Die Hinterflügel mit einem deutlichem und vollständigem 
Querband vor dem Hinterrand und weiter einwärts mit einem solchen am Vorder- 
rand anfangenden Schatten. Auf der Querader ist ein erloschener grauer Punkt. 

Vaterland: Texas (BolL), Das schöne 9 ist im Cambridger Museum. 

Geometridae. 
Cidaria luscinata n. sp. 

Alis mit. suhrufescenti-cinereis, nmltistrigatis, strigis duahus (altera alba 
ante medium, altera albida post medium, superius arcuata) interius latiiis 
nigro-marginatis, puncto interjecto nigro , albido-cincto , striga ante marginem 
posticum albida, repanda. cf . 

Sie ist die Stellvertreterin unserer (von Hübner Fig. 277 nicht sonderlich 
gut abgebildeten) Polygrammata, deren Varietät Conjiigata sie so nahe kommt, 
dass sie leicht damit zu verwechseln ist. 

Wenn sie nicht abändert, so hat sie nur die Grösse der kleineren Exem- 
plare von Polygrammata. Ihre Unterschiede von dieser Art sind folgende: 
1. alle Flügel haben eine, wenn auch sehr schwache röthliche Beimischung, die 
den Polygr. stets fehlt. 2. Die zweite weissliche Querlinie, welche die, wie bei 
Pohjgr. gewöhnlich, unvollständige Mittelbinde bilden hilft und bei Polygr. am 
obern einwärts schwarzbeschatteten Drittel eine ganz schwache oder auch gar 
keine Biegung nach aussen macht, hat bei Luscinata eine erst nach aussen und 
dann nach innen gehende, sehr merkliche Krümmung, welche durch die schwarze, 
bis zum Vorderrand reichende Beschattung hervorgehoben wird. 3. Die weiss- 
liche Querlinie vor dem Hinterrand, welche bei Polygrammata schwach wellig 
ist', hat bei Ltiscinata einen kappenförmigen Verlauf. 4. Am Vorderrand der 
Vorderflügel vor der Spitze ist der dunkle Fleck, der das oberste, spitzwinklig 
abgebrochene Ende der weisslichen Querlinie von beiden Seiten einschliesst, bei 
Polygrammata mehr oder weniger dunkelgrau, bei Luscinata schwarz, also auf- 
fallend dunkler. 

Da Polygrammata nicht wenig veränderlich ist, so lässt sich von ihrer 
Nebenart auch keine Unveränderlichkeit erwarten. Aber die unter 2 angegebene 
Krümmung der Querlinie und die unter 3 bemerkte kappenförmige Gestalt der 
Antemarginallinie werden sich aller Wahrscheinlichkeit nach als standhafte Unter- 
schiede bewähren. 

Vaterland: Texas (Boll) und Massachusetts (Burgess). 2 cT, von denen 
eins in meiner Sammlung, eins im Cambridger Museum. 



6 P. C. Zeller. 

Pyralidae. 
Cor(h/Io2>ez(i n. «/. Taf. III. Fig. 3. a— e. 

(xop?iuXr) — tumor, -ita. — pes). 

Ocelli nulli. 

Capilli sublaevigati. 

Antennae meäiocres, simpUces, cj' crassiusculae, microacopice cüiatae. 

Palpi labiales porrecti, thorace hrcviores, articulo terminali hrevkis- 
cnh), laevi, deflexo. 

Haustellum meäiocre, in hasi squamatum. 

Pedes longiores, robusti; mediorum et posticorum tibiae et nietat arsi 
.s q u a m i .s n odos i. 

Abdomen cT gracile, deplanatum, Q subconvexum, oviductu retracto. 

Alae anteriores in costa media c^^ bis, $ latius semel emar- 
ginatae. 

Ccllida media brevis, ramo venae subcostalis anteapicali et ramo venne 
medianae prima furcatis. 

Alae posteriores latac, margine postico rotundato, breviter ciliatae, subtus 
et in cp supra pictae; vena mediana quadrifida in basi non barbata. 

Diese durch ihre am Vorderrande busenförmig eingedruckten Vorderflügcl 
und die Schuppenknoten der vier hintern Beine leicht kenntliche Gattung wird 
wohl mit Eecht zu den Pyraliden, und zwar in die Nähe von Lederer's Amhlyura 
Tab. 6 Fig. 14 gestellt. Der Mangel der Ocellen, die Länge der vier hintern 
Beine und der gleichmässig gerundete Hinterrand der Hinterflügel geben vor- 
läufig genügende Trennungsgründe*); wahrscheinlich aber zeigt das Geäder einen 
noch grössern, da Cordylopeza sich darin von allen mir bekannten Pyraliden 
unterscheidet. Auf den Vorderflügeln hat nämlich die Mittelzelle nur '/s der Flügel- 
lünge; die Medianader theilt sich in drei an der Wurzel sehr genäherte Aeste, 
deren erster an seinem Enddrittel eine Gabel bildet; die Subdorsalader 
hat an ihrem Anfangsdrittel einen schrägen, gegen den Innenrand gerichteten 
Fortsatz. Auf den Hinterflügeln ist die Mittelzelle offen (wenn nicht eine sehr 
feine, stark einwärts gekrümmte, scheinbar einfache Ader die Begrenzung bildet) 
und die freie Ader 1 c fehlt, wenigstens auf dem abgeschuppten männlichen 
Flügel, so dass zwischen 1 b und der Medianader ein breiter Raum ist. 

Habitus und Kürze der Franzen würden erlauben, die Gattung in die Nähe 
von Cryptolechia zu bringen; aber die horizontalen Taster mit niedergebogenem 
Endglied entfernen sie gänzlich aus deren Verwandtschaft. 

1. nigvinodis n. sp. 

Alae ant. rufae, linea costae mediae alba, strigis diiabns obsoletis inter- 
rupdis albidis, margine postico mgro-pmictato. ö' $ . 



*} Der Vorderrand der Vorderfliigel von Amhlyura zeigt Fig. 14 in der Mitte einen merklichen 
Eindruck, der mich eben auf Verwandtschaft der beiden Gattungen scbliessen lässt; dagegen sagt 
Lederer S. 67: „Vorderrand der Vorderflügel stark convex; an der Wurzel oben mit einer uraschlag- 
artigen, mit iilattgedrückten Schuppen belegten Haarmähne. " 



Beiträge zur Kenntniss der nordamerieanisoheu Nachtfalter. 7 

Grösse wie Asopia costalis. Eückenschild hellroth; das Schildchen und 
der grösste Theil des Kragens schmutzig weisslich, wie der Kopf und das 
Wurzelgiied der bräunlichen Fühler; diese beim cT dicker und kürzer als beim Q 
und ausserdem gezähnelt und mikroskopisch gefranzt. Stirn durch die etAvas 
lockere Beschuppung fast convex. Taster röthlichbraungrau oder bräunlich, 
doppelt so lang wie der Kopf, horizontal; das zweite Glied etwas locker be- 
schuppt und allmälig verdickt; das Endglied dünner und nur Vs so lang, 
zugespitzt und abwärts geneigt. Maxillartaster fehlen. Saugrüssel massig lang, 
zusammengerollt. Vorderbeine röthlichbraun, an den Enden der Glieder mit je 
einem weisslichen Punkt. Die vier andern Beine ziemlich lang, grauweisslich 
mit braunrothen Hüften; an den mittlem hat der Schenkel unten vor der Spitze 
einen schwärzlichen Schuppenbusch, und die Schiene ist an der Mitte und noch 
mehr am Ende durch schwarze Schuppenhaare verdeckt; auch das erste Fuss- 
glied hat auf dem Rücken gegen das Ende einen solchen Schuppenbusch. An 
den Hinterbeinen ist der Schenkel gegen die Spitze schwärzlich bestäubt; ebenso 
überall die doppelt so lange Schiene, welche am Ende einen schwarzen Schuppen- 
busch trägt; einen noch stärkern zeigt das erste Fussglied auf dem Eücken ; 
die übrigen Fussglieder sind weiss. — Hinterleib des cf schmächtig und etwas 
flach, dunkelbraungrau, an den Endrändern der Segmente mit bleichen Schuppen 
gefranzt; der Afterbusch ohne Auszeichnung, bleichgelblich. Beim Weibchen 
ist der Hinterleib kräftiger, länger und convexer, ebenso gefärbt, am Bauch auf 
den Seiten der vordem Segmente braunroth, sonst wie der Afterbusch bleich- 
gelblich; Legestachel eingezogen. 

Vorderflügel 3V4— 4V2'" lang, länglich, beim q^ etwas breiter als beim 9, 
mit abgerundeter Spitze und schwach convexem Hinterrande; der Vorderrand 
von der Wurzel stark aufsteigend, dann schwach gebogen, aber in der Mitte 
beim 9 mit einem ziemlich tiefen und langen Eindruck; dieser ist beim o'^ 
seichter, aber am Anfang und Ende vertieft und auf der vordem Hälfte, ausser 
in den Vertiefungen, mit schwarzen Börstchen gesäumt. Grundfarbe roth, im 
Wurzeldrittel mehr orangeroth. In der Ausbuchtung ist der Vorderrand beim 9 
in einer starken Linie, beim cf schmäler und undeutlicher gelblichweiss ; an ihr 
und auf den Convexitäten davor und dahinter sind die Costalschuppen etwas 
sägezähnig abstehend, und beim cf schwärzlich. Vor dem Anfang der weisslichen 
Costallinie geht eine mehr oder weniger deutliche, mehrfach unterbrochene, ge- 
zackte, weissliche Linie ziemlich senkrecht zum Innenrand, und von dem hintern 
Ende der Costallinie zieht eine zweite, über der Mitte einen starken Winkel 
bildende und sich dann in weit getrennte Punkte auflösende weisse Quer- 
linie. Den Hinterrand begleitet eine Reihe schwarzer, länglicher Punkte vor 
den dunkel röthlichgrauen Franzen. 

Hinterflügel beim c? spitzer als beim 9i bräunlichgrau, beim (^ am 
heilsten und gegen die Wurzel gelblich, am dunkelsten grau in der Flügelspitze. 
Vom Vorderrand kommt in einiger Entfernung von der Spitze eine verloschene, 
helle, auf beiden Seiten dunkler grau eingefasste Linie gebogen herab und ver- 
schwindet in den Medianaderästen ; beim 9 fehlt sie entweder ganz oder ist 



8 P. e. Zeller. 

noch unvollständiger und verloschener sichtbar. Den Hinterrand fasst eine' 
schwarze, durch die bleichgelben Adercndcn unterbrochene und vor dem Anal- 
winkel verschwindende Linie ein. Franzen hellgrau, nahe an der Wurzel von 
einer dunklern Schattenlinie, welche um die Flügelspitze am dunkelsten ist, 
durchzogen; die Franzen des Innenrandes sind dunkler und schimmern besonders 
beim (^ purpurfarbig. 

Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau, am Vorderrand gerOthet, am 
Innenrand gelichtet; die hellgelbe Mittellinie des Vorderrandes vorhanden; 
ebenso die Anliinge der zwei Querlinien , aber weiss und zu beiden Seiten 
schwärzlich eingefasst; den Hinterrand fasst, wie auf den Hinterflügeln, eine 
schwarze, durch die gelblichen Aderenden durchschnittene Linie ein. Hinter- 
flügel hellgrau, beim cf weisslicher, am Vorderrand breit grau mit rother Be- 
stäubung. Nahe an der Basis trägt er ein schwärzliches Fleckchen als Anfang 
eines Querstreifens; der Querstreifen vor dem Hinterrand ist fast vollständig und 
bildet einen auf den Aesten der Medianader winklig gebrochenen, einwärts 
schwärzlich schattirten Bogen. 

Vaterland: Massachusetts. Meine 2 cf 3 9 wurden durch Burgess bei 
Beverly in der Endhälfte des Juli gesammelt. 

V 
Botis 't'ibicalis n. sj». Tat. III. Fig. 4. 

Antennis cüiatis; alis mit. stramineis, roseu-ciliatis, margine dorsali 
striyisque duabus (priore obliquissima) ohscure roseis; post. cinereis. cf. 

Ganz vom Aussehen eines kleinen Spanners, etwa aus dem Genus Sterrha, 
aber mit deutlichen Ocellen, nicht schlank gebaut, mit verlängerten Lippeu- 
tastern (daher keine Emprepes), ohne Hornfortsatz der Stirn (daher weder zu 
Antliophüodcs, noch zu Tegostoma gehörig), sondern nach ihrem Kopfbau eine 
Botis und nach ihrem sonstigen Aussehen eine Verwandte der Sanguinalis, 
aber ausser der grössern Spannerähnlichkeit mit ansehnlichem Franzenhaaren 
an den Fühlern. 

Grösse der kleinsten Sanguinalis. Rückenschild lehmgrau, mit stroh- 
gelben Schulterdecken. Kopf hell lehmgrau mit hellgelber Augenrandlinie, die 
sich nach vorn verlängert und um das gerade abgeschnittene Gesicht herum- 
zieht. Fühler auf dem Bücken weisslich mit abgesetzten Gliedern und ziemlich 
langen Franzen. Maxillavtaster gelblichweiss, weit hervorstehend. Lippentaster 
verlängert, zugespitzt, zusammengedrückt, obenauf gelblichweiss, an den Seiten 
bräunlichgrau. Beine bräunlichgrau; die hintern auswendig am Schenkel längs- 
streifenartig gelbbraun und an der Schiene mit bräunlicher Mittellinie. Hinter- 
leib bräunlichgrau. ? 

Vorderflügel 3'" lang, in der Gestalt fast wie bei Sanguinalis, blass 
dottergelb, auf dem Vorderrand mit einer bis ans Ende des ersten Querstreifs 
reichenden und hinten ein wenig erweiterten bräunlichen Linie. Der erste breite, 
bandförmige Querstreif liegt sehr schief, indem er vom Innenrand nahe der 
Basis bis etwas hinter die Hälfte des Vorderrandes reicht. ' Der zweite , etwas 
breitere Querstreif entspringt vor dem Innenwinkel, geht dem Hinterrande 



Beiträge zur Kenntniss der iiordaiuericauischen Nacliifalter. 9 

parallel bis zum Vorderrand und ist mit dem ersten Querstreif durch eine 
ziemlich breite Innenrandstriemc verbunden. Beide Querstreifen und die Ver- 
bindungsstrieme sind dunkelrosenroth und auf ihren einander zugekehrten Seiten 
mit lilaglänzenden Schuppen verdeckt. Franzen heller rosenfarbig, in der Mitte 
mit einer dunkeln Linie durchzogen und auf der Wurzelbälfte gleichfalls mit 
etwas Lilaschimmer. 

Hinterflügel einfarbig bräunlichgrau, etwas röthlich gemischt, mit braun- 
grauen Franzen. 

Unterseite bräunlichgrau, auf den Hinterflügeln heller; die Franzen der 
Vorderflügel hell und röthlich gemischt, 

Vaterland: Texas (Boll.). 1 <^ im Cambridger Museum. 

Botis sesquialteralis n. sp. Taf. HL Fig. 5. 

Alis mit. aeutis, gilvis, strigula ex margine dorsali adscendente ante 
medium striga 'postica intra plicam angidata lyunctoque venae transversae 
griseo-fuscis, striga antemarginali tenui x)allida. Q. 

Kleiner als B. inbicalis und ihr verwandt: grösser als B. nasonialis und 
dieser sehr nahe. Ihre auffallendsten Unterschiede von Nasonialis sind bei 
dieser angegeben. 

Rückenschild und Kopf blass dottergelb. Ocellen gross. Taster weit über 
den Kopf hervorstehend, lang zugespitzt. Fühler dünn, graugelblich. Beine blass 
ochergelb. Hinterleib grau. 

Vordei-flügel 2y^"' lang, spitzer als bei Vihicalis und mit glcichmässiger 
convexem Hinterrand. Grundfarbe blass dottergelb. Aus dem Innenrande kommt 
vor der Mitte ein fast senkrechtes , bräunlichgraues Streifchen , das von der 
starken, gelblichen Subdorsallinie durchschnitten wird und nur bis zur Falte 
reicht. Auf der Querader ist ein starker, gleichfarbiger Punkt. Fast in der 
Mitte zwischen ihm und dem Hinterrande ist ein vollständiger, starker, unter- 
wärts verengter, bräunlich grauer Querstreif, welcher in der Falte einen spitzen, 
einspringenden und auf der Subdorsalader einen fast rechten, ausspringenden 
Winkel bildet. Etwas vor dem Hinterrande zieht eine Querlinie, welche heller 
ist als die Grundfarbe. Franzen hellgrau, von einer dunkelgrauen Linie durch- 
schnitten. 

Hinterflügel mit ganz abgerundetem Vorderwinkel, grau, am Hinterrand 
dunkler; Franzen hellgrau mit feiner, gelblicher Wurzellinie. 

Unterseite der Vorderflügel gelbgrau mit verloschenem, grauem hinteren 
Querstreif, hinter welchem ein blasses Gelb den Raum bis zum Hinterrand band- 
artig ausfüllt. Hinterflügel hellgrau, am Vorderrand gelbgrau bestäubt, längs 
des Hinterrandes blassgelblich. 

Vaterland: Texas (Boll.). Ein schönes 9 im Cambridger Museum. 

Botis nasonialis n. sp. Taf. III. Fig. 6. 
Mimita, alis ant. aciitis, rufo-ochraceis , iMllide venosis, fascia obscura 
ante strigam submarginalem latam pallidam, lumila venae transversae obscura.^ . 

2 



10 P. C. Zeller. 

Vav. b. Puncto nif/ricmiti pru lunula, fasciae margine iHteriorc in strujam 
nicjriccuitem mutata Q . 

Die beiden vorliegenden Exemplare sind etwas unter sich verschieden. 
Sie kommen (besonders Var. b.) der grösseren Sesqaüdteralis so nahe, dass ich 
sie anfangs für Varietät derselben hielt; aber sie weichen von ihr ab durch 
grössere Zuspitzung aller Flügel, durch die ins Rothe übergehende Ocherfarbe 
der Vorderflügel, durch die grössere Breite, fast bindenartige Gestalt der hellen 
Anteniarginallii)ie und durch den gänzlichen Mangel der abgekürzten ersten Quer- 
linie. Vielleicht ist auch ihre beträchtlichere Kleinheit ein beständiges Merkmal. 
Einer der allerkleinsten Zünsler, ßückenschild und Kopf von der röth- 
lichen Grundfarbe der Vorderflügel. Taster wie bei Sesq., aussen etwas ver- 
dunkelt, an der Wurzel unten weissJich. Die grauen Fühler so fein wie bei Sesq. 
Vorderflügel 2'" lang, am Vorderrand convexer, am Hinterrand weniger 
convex als bei Sesq., auf hell ochergelbem Grunde sehr dicht röthlich beschuppt; 
doch treten die Adern in hellgelber Farbe hervor, am breitesten die Subcostal- 
ader, und die ebenso breite Längslinie in der Falte. Auf der Querader ist eine 
niondsichelartige Verdunkelung, statt deren die übrigens weniger dunkelröthliche 
Var. b. einen sehr deutlichen schwarzgrauen Punkt trägt. Hinter dieser Quer- 
aderzeichnung folgt eine breite, dunkler röthliche, von keinen Adern durch- 
schnittene Binde; sie ist nach unten erweitert und auf der der Flügelwurzel 
zugekehrten Seite am dunkelsten ; bei Var. b. bildet sich aber diese Seite zu 
einer scharf abstechenden schwärzlichen Querlinie aus, die gegen den Dorsalraiul 
auch zu den Winkeln der Sesquialteralis gebrochen ist. Statt der hellen Ante- 
marginallinie der Sesq. hat Nasonialis einen mehr als doppelt so breiten, gegen 
den Innenwinkel verengerten Quei streifen der hellgelben Grundfarbe, durch 
welchen der röthliche Hinterrandstreifen auf eine ganz dünne Linie eingeengt 
wird. Franzen grau, von einer dunkeln Linie durchzogen, vor welcher sie röth- 
lich gemischt sind. 

Hinterflügel weniger in die Länge gezogen, dagegen mit viel mehr her- 
vortretendem Vorderwinkel als bei Sesquialtenüis , grau, vor der breiten gelb- 
lichen Hinterrandlinie bindenartig dunkelgrau; die Franzen hell gelblichgrau. 
Unterseite der Vorderflügel hellgrau , am Vorderrand breit striemenartig 
gelblich. Hinter dem verloschenen schwärzlichen Queraderpunkt zieht ein eben 
solcher Querstreifen bis zur Palte herab ; der helle bindenförmige Raum vor dem 
Hinterrand ist breiter als auf der Oberseite. Hinterflügel noch heller als die 
Vorderfiügel, am Vorderrand grob dunkler bestäubt. Ziemlich weit vor dem 
Hinterrande zieht ein verloschener, dunkelgrauer Streifen, der wohl nicht immer 
vollständig vorhanden ist. 

Vaterland: Texas. Die beiden in meiner Sammlung befindlichen 9 wurden 
von Beifrage am 20. August gefangen. 

JBotis terrealis Tr. 
Fischer v, Rösl. Beitr. Taf. 75 Fig. 4. 
Ein cT erhielt ich durch Dr. Speyer aus der Gegend von New- York mit 
der richtigen Bemerkung, dass es etwas spitzere Flügel und schärfere Zeichnung 



Beiträgfe zur Kenntniss der nordamericanisolien Nachtfalter. \l 

habe als unsere Exemplare. Die grössere Schärfe der Zeichnung zeigt sich, im 
Vergleich mit 20 europäischen Exemplaren, am besten auf der Unterseite aus- 
gedrückt, wo die hintere Querlinie der Vorderflügel mit einem schwarz- 
grauen Costalfleck anfängt. Die angegebenen Unterschiede (und andere giebt 
es nicht) sind aber durchaus keine specifischen, wofür Dr. Speyer sie auch nicht 
ansehen will ; selbst als Zeichen einer Localvarietät möchte ich sie nicht gelten 
lassen, da Terrealis trotz ihrer Einfachheit nicht nur in der Deutlichkeit der 
Querlinien auf beiden Flügelseiten, sondern auch in der Zuspitzung der n)änn- 
lichen Flügel abändert. Ich habe selbst ein alpines Exemplar, bei welchem wie 
bei den americanischen der rechte Vorderflügel etwas breiter und weniger zu- 
gespitzt ist als der linke, weshalb ich nicht bezweifle, dass bei einer grösseren 
Zahl americanischer Exemplare sich einige Veränderlichkeit sowohl in der Zu- 
spitzung der Flügel, wie in der Schärfe der Querlinien herausstellen werde. 

Wie diese Art, die mehr bergige Gegenden bewohnt und sich wohl überall 
von der Meeresküste fern hält, nach America gewandert sein sollte, ist schwer 
anzugeben. Jedenfalls könnte es nur in der zwischen Moos etc. überwinternden 
Raupe geschehen sein. 

Orohena octonalis n. sp. Taf. III. Fig. 7. 

Alis mit. pallide sulphureis , maculis costae aequalifer dispositis intus 
dilute rufis, nigro-cinctis (tertia orbieulos duos formante) in series punctorum 
nigrorum contimiatis, litura ciliorum apicalium schistaceo-fusca. cf. 

Eine schöne, leicht kenntliche Art von Botis-ähnlicher Beschaff'enheit, nur 
nicht nach den Tastern und vielleicht nicht nach dem Geäder, dessen Verlauf 
ich nicht kenne; die Stirn ist zugerundet; die ganz kurzen Taster krummen sich 
am Untergesicht aufwärts, und ihr kurzes Endglied reicht nicht über die Stirn 
weg. Hiernach wäre die Art eine Orobena; da ihr aber Maxillartaster ganz zu 
fehlen scheinen, so ist ihr Platz in Orohena nur provisorisch. 

Grösse einer kleinen Orob. piraetextalis. Rückenschild blass schwefelgelb, 
wenigstens auf den Schulterdecken; der Halskragen hellroth, an jeder Seite 
hellgelb wie der Kopf. Fühler ziemlich dick und kurz, gegen das Ende ver- 
dünnt, mit gedrängten Gliedern, ocherbraun. Lippentaster rostroth mit ver- 
dunkeltem Ende; Saugrüssel lang. Die Vorderbeine an Schenkeln und Schienen 
schwarz, an den Füssen schwarz und weissbunt; die andern Beine weiss; das 
Knie der mittlem und die Wurzeln der letzten Fussglieder schwärzlich. — 
Hinterleib weiss, um '/4 über die Hinterflügel hinausreichend. 

Vorderflügel 4VV" lang, ziemlich breit, nach hinten erweitert, hell schwe- 
felgelb. Am Vorderrand hängen in ziemlich gleichen Zwischenräumen vier hell- 
rothe, schwarz umzogene Flecke; der erste ist nahe der Basis, eckig und wie 
der folgende auf dem Vorderrande stark schwarz; der zweite querviereckig und 
vermittelst einer Reihe ungleicher, schwarzer Punkte mit einem dreieckigen, 
hellrothen, schwarzbestäubten Innenrandfleck verbunden; der dritte ist der 
grösste, aus zwei an einander hängenden hellrothen, schwarz eingefassten 
Scheiben (die ungefähr eine 8 bilden) zusammengesetzt und durch drei schwarze 

2 K 



12 P. C. Zeller. 

Querstriche mit dem Innenrande verbunden; der vierte ist der dunkelste, nach 
unten zugespitzt, und von ihm gelit eine verloschene, aus schwarzen Punkten 
und Strichelchen bestehende Querlinie nach einem tiefschwarzeu Fleckchen des 
Hinterrandes unmittelbar über dem Innenwinkel. Frauzen weissgelb; die des 
Apicaldrittels schieferbraun und von einer tiefschwarzen Linie des Hinterrandes 
begleitet. 

Hinterflügel mit abgerundeter Spitze, weiss, am Hinterrand blass schwefel- 
gelb. Im Analwinkel ist ein kurzer, tiefschwarzer Strich; ein kleinerer liegt in 
einiger Entfernung von ihm am Hinterrand, und dieser ist gegen die Flügel- 
spitze in weiten Entfernungen mit vier schwarzen Pünktchen bezeichnet. Fran- 
zen weiss. 

Unterseite weiss, längs des Vorder- und Hinterrandes blass schwefelgelb. 
Auf den Vorderfiügeln sind die Costalflecke vorhanden , aber der erste nur an- 
gedeutet und so wie die andern verloschen und ohne Roth. Die Querlinie vom 
vierten bis zum Hinterrandfleck ist vollständig und viel stärker als auf der 
Oberseite, und vor ihr ist der Raum bis zum dritten Costalfleck schwärzlich 
bestäubt. Franzen wie auf der Oberseite. Auf den Hinterflügehi sind die Enden 
jeder Ader, ausgenommen die am Analwiukel, mit je einem schwarzen Punkt 
bezeichnet. 

Vaterland: Texas (Boll.). Ein schönes cT i"' Cambridger Museum. 

Aphoniia sociella L. 

Aph. colonella, Heinemann Pyr. S. 207. Hübn. Fig. 22. cT (Sociella). 
23 9 (Colonella). 

Nach den drei aus America erhaltenen 9 kommt diese Art in genauester 
Uebereinstimmung mit den europäischen Exemplaren, also auch in gleicher Ver- 
änderlichkeit der Grösse und Färbung, in Massachusetts vor. Zwei grosse Exem- 
plare zeichnen sich durch Lebhaftigkeit der grünen Färbung aus, welche den 
Vorder- und Hinterrand umzieht. Das eine derselben fing Burgess bei Beverly 
am 20. Juni; ein kleineres, ohne Grün, also mehr mit Hühners Fig. 23 stimmend, 
am 7. Juli. 

Melissohlaptes furelliis n. sp. 

Thorace canescente; alis ant. obsaire cinereis, litura ex basi orta nigra, 
limho fusciae instar dilutius cinereo venis nigris dissecto. cT 9 • 

Etwas grösser und breitflügliger als Mel. fulminalis (Zool.-bot. Gesellsch.- 
Verhdl. 1872, S. 560, Öep. 114), mit diesem darin übereinstimmend, dass auf 
den cf- Vorderflügeln die behaarte Mittelzelle nicht (wie bei Aphomia) bis zum 
Hinterrand, aber doch weiter als bei Mel. bipunctanus verlängert ist. Furelliis 
hat ein verräuchertes Aussehen, auf den Vorderflügeln mit einem starken, 
schwarzen Längswisch aus der Wurzel und mit schwarzen Längsadern in der 
helleren Hinterrandpartie. 

Beide Geschlechter fast gleich gross. Rückenschild und Kopf hellgrau^ 
Fühler dünn, borstenförmig mit deutlich gesonderten Gliedern; das Wurzelglied 



Beiträge zur Kenntniss der uordamericanischen Nachtfalter. 13 

wie bei Mel. bipimctanus länglich, hellgrau beschuppt, die Schuppen beim <^ 
an der Spitze einen kurzen Zahn bildend. Taster des $ kaum von Kopflänge, 
dünn, grau, mit sehr kurzem Endglied. Beine hellgrau, auf der Aussenseite 
beim cf dunkler beraucht als beim 9- Hinterleib auf dem Rücken schwach 
gewölbt, ochergelblich, am Wurzelglied weisslich beschuppt; Bauch des o' grau, 
des $ weisslich. 

Vorderflügel des cT 6'"» 9 6Vi"'» ziemlich schmal, mit stärker convexem 
Vorderrand als bei Bipimctanus und Fulminalis, grau, schwärzlich bestäubt 
wie beraucht. Ein schwarzer Wisch, am Anfang weisslich bestäubt, hinten er- 
weitert, reicht von der Basis oberhalb der Falte bis über Vs der Flügellänge 
(er mag beim 9 etwas kleiner und blässer sein; bei meinem Exemplar ist der 
Flügel hier bedeutend verwischt). Hinter ihm folgt beim 9 oberhalb der Flügel- 
hälfte eine schwarze, mit einer Erweiterung endigende Längslinie. Die schwärz- 
liche hintere Querlinie hat im Allgemeinen gleichen Verlauf wie bei Bipimctanus 
und Fulminalis, ist aber dem Hinterrande näher und sägezähnig kappenförraig; 
sie begrenzt den heller grauen Eaum, der sich bis zum Hinterrand ausdehnt 
und von den schwärzlichen Adern, deren jede aus einem Zahn der Kappenlinie 
kommt, durchschnitten wird. Die schwarze Hinterrandlinie ist an den Enden dieser 
Linien fast unterbrochen und an denselben auf den grauen Franzen mit je einer 
kleinen hellgraugelblichen Stelle bezeichnet. 

Hinterflügel des cf schmäler als bei Fulminalis, des 9 fast ebenso breit; 
sie sind einfarbig grau mit etwas lichteren Franzen. 

Unterseite hellgrau, auf allen Flügeln gegen die Spitze mit einem ver- 
loschenen schwärzlichen Fleck als Anfang einer Querlinie. Beim cT ist eine 
längliche, zugespitze, schwefelgelbliche, filzige Stelle, welche von der Wurzel 
aus Vs der Länge des Vorderrandes einnimmt. Die auffallend zart und dicht 
behaarte Mittelzelle ist breiter als bei Fulminalis und reicht, auch in eine Spitze 
auslaufend, näher an den Hinterrand heran. Beim 9 sind die verlängerten 
Vorderrandschuppen nach unten umgelegt. — Hinterflügel heller als die Vorder- 
flügel; die Hinterrandlinie an der Apicalhälfte am dunkelsten. 

Vaterland: die Gegend von Albany bei New- York. Ein Pärchen, das ich 
von Dr. Speyer erhielt, in meiner Sammlung. 

Anmerkung. Wegen der Uebereinstimmung im Zellenbau der Flügel 
fuge ich die Beschreibung einer australischen Art bei. 

Melissohlaptes latro n. sp. 

Maximus, alis ant. angustis, x^ostice coarctatis, griseo-carneis, stria disci 
flavida e basi in apicevi ducta, inferius ftiscescenti-adumhrata; ptf^^tß^'iorihns 
albido-hyalinis, apice cinereo. cf. 

Die giösste mir bekannte Galleria, sehr auff'allend durch die schmalen, 
nach hinten zugespitzten Vorderflügel und die zur grössern Hälfte durchsichtigen 
llinterflügel. 

Rückenschild, Kopf mit den Fühlern, Beine und Vorderflügel schmutzig- 
dunkel fleischroth. Die dichten, flach anliegenden Kopfschuppen bilden ein vorn 



14 P. f". Zeller. 

abgeschnittenes Stirndach mit parallelen Seiten. Fühler borstenförniig, deutlich 
dunkel geringelt mit länglichem, anliegend bescliupptem Wurzelglied. Hinterleib 
fast um seine Hälfte über die Hinterflügel hinausragend, auf dem Rücken convex 
und glatt, bleichochergelb, mit hellerem Bauch. 

Vorderflügel 8'" lang, schmal, nach hinten verengert mit gleichmässig 
convexem Yorderrand; der Hinterrand convex, sehr schräg rückwärts gehend, 
so dass der Innenwinkel ganz verschwindet. Aus der Mitte der Basis entspringt 
eine ziendich gerade, breite, hellgelbe, unterwärts braun beschattete Linie, welche 
nach der Flügelspitze hin zieht und sich vor derselben verschmälert und durch 
rüthliche Bestäubung verdunkelt. Unterhalb derselben sind die in den Plinter- 
rand auslaufenden Adern vertieft. Der Hinterrand ist mit kleinen, schwarzen 
Punkten gezeichnet. Andere Zeichnungen sind nicht vorhanden. Franzen wenig 
blässer als die Grundfarbe. 

Hiuteiflügel viel schniäler'und gestreckter als bei jeder andern GuUcria, 
weisslich durchsichtig, im Apicaldrittel undurchsichtig, grau beschuppt, am 
dunkelsten in der Flügelspitze. Franzen weiss, um die Flügelspitze grau ge- 
mischt und ruthlich angelaufen. 

Unterseite der Vorderflügel bleich, ins Gelbliche, gegen -die Spitze mehr 
röthlich. Die Mittelzelle, welche nach vorn durch die matt durchscheinende 
gelbliche Linie begrenzt wird, ist schmal und endigt zugespitzt am Anfange des 
letzten Flügelviertels; sie ist nicht überall behaart, sondern in einem Streifen 
längs der Mediauader mit gewöhnlichen, feinen Schuppen bekleidet. Hinter- 
flügel längs des Vorderrandes und auf den andern beschuppten Theilen hell 
röthlichgrau. 

Vaterland: Adelaide auf Neu-Holland. Ein cf in meiner Sammlung aus 
dem Beiliner Museum. 

Tineacea. 

Anaphora Clemens ed. Stainton p. 56 und 60, Fig. 3. 4. 
Durch die Länge seiner männlichen Taster, die über den ganzen Kopt 
und das Rückenschild hinüber geschlagen sind, während die weiblichen Taster 
nur bis zur Stirn heraufreichen, steht dieses Genus unter den Tineinen ver- 
einzelt da. Bei den Pyraliden giebt es ähnlich gebaute Gattungen, z. B. Den- 
tcrollytu, und manche Phycideen zeigen wenigstens in den männlichen Tastern 
eine viel höhere Ausbildung als in den weiblichen. Zu ihnen lässt sich Anaphora 
unmöglich stellen, sondern die Gattung scheint eine ächte Tineine zu sein. 
Clemens will sie in Stainton's Exapatiden unterbringen , was aber nicht anzu- 
gehen scheint, weil bei diesen die Taster in beiden Geschlechtern entweder 
gleich oder, wie bei Ghim. fagella, beim Q ausgebreiteter sind als beim (/'. 
Ktwas Analoges in der Tasterbildung, nämlich der Kürze oder dem Fehlen der 
Taster, haben wir bei den Tineaceen, namentlich den ersten derselben (Talae- 
1)oria und Solenubia) und den letzten (Nemotois) , und so möchte sich wohl 
der Schluss rechtfertigen , dass Anaphora ihren richtigen Platz unter den 
Tineaceen habe. 



Beiträge zur Kenntuiss der nordaraericanischeii Nachtfalter. j Q 

Clemens charakterisirt die Gattung ziemlich genau, jedenfalls kenntlich. 
Dass das Wurzelglied der Taster verengert (arctate) sein soll, kann sich nur 
auf die geringere Verdickung durch Haarschuppen bei einer einzelnen Art (oder 
vielleicht einigen wenigen) beziehen ; da bei einer zweiten dieses kaum der Fall 
ist, bei den zwei mir bekannten aber das erste Glied — ohne Beschuppung — 
dicker als die folgenden und dabei von so ungewöhnlicher Länge ist, dass es 
sich um das ganze Gesicht bis auf die Mitte der Stirn herum biegt, so glaube 
ich, Clemens habe arcuate schreiben wollen. Dieses Glied ist zugleich an das 
Gesicht angedrückt, wodurch eine Art Rinne für dasselbe entsteht und wenigstens 
bei einer Art (Scanlina) die Haarschuppen zwischen beiden Tastern einen Haar- 
kamm bilden, der oben in die rückwärts gestrichenen Schuppenliaare des Ober- 
kopfes übergeht. — Als Gattungscharakter hebt Clemens die im männlichen 
Geschlecht auf der Unterseite sägezähnigen Fühler hervor. Hierüber bemerke 
ich folgendes. Ohne genaue Untersuchung erscheinen sie fast einfach, nur stark 
zusammengedrückt. Erst bei genauerer mikroskopischer Untersuchung zeigt sich, 
dass sie auf der Unterseite sehr gedrängt sägezähnig sind und sehr zarte Pube- 
scenz haben. Bei der einen Art sind die Sägezähne, weil sie ziemlich lang und 
dünn sind und nicht zu dicht stehen, ziemlich leicht zu unterscheiden, bei der 
andern sind sie kürzer, breiter, am Ende gerade abgestutzt und so dicht zu- 
sammengerückt, dass sie nur bei rückwärts gebogenem Fühler auseinander 
treten, sonst aber dem Fühler das obenerwähnte Ansehen geben, als ob er zu- 
sammengedrückt und auf der Unterseite kaum gekerbt ist. 

Auf den Vorderflügeln ist die Mittelzelle durch drei Adern in vier Längs- 
felder zerschnitten. Von der Subcostalader gehen zwei Aeste in den Vorderrand 
vor der Flügelspitze und einer in diese selbst. Das Enddrittel der Falte ist in 
eine Ader verwandelt. Auf den Hinlerflügeln ist die Mittelzelle durch eine zarte 
Ader geschlossen, durch welche eine von der Subcostalader herabkommende und 
die Zelle durchschneidende Ader unaufgehalten bis zum Hinterrand fortläuft. 

Ob ich die Clemens'schen Arten unter den meinigen vor mir habe, kann 
ich aus seinen Angaben nicht mit Sicherheit erkennen; ich gebe also letztere 
unter eigenen Namen. 

1. Scardina. 

?Popeanella Clemens 1. c. p. 57. 

Äntennis cf nrete serratis, dentibus gracilibus; alis mit. brmmescentibus, 
juxta dorstim pcdlescentibus, ceterum fusco-strigulatis, stria pcdlida plicae per 
maciüam fuscani terminata, macula venae transversae fusca. c^. 

Diese Art ist in Grösse und, da sich ihre gröberen Schuppen leicht ab- 
fliegen, in Färbung und Zeichnung veränderlich, und selbst ihre Hinterflügel sind 
mehr oder weniger zugespitzt. Nebst ihren Fühlern macht der blassgelbliche 
Streifen in der Vorderflügelfalte sie kenntlich. 

Vorderflügel 5—6'" lang, länglich, nach hinten fast gar nicht erweitert, 
mit schwach convexem Hinterrand und etwas stumpfer Spitze. Grundfarbe grau- 
lebmfarben, mehr oder weniger zu Braun verdunkelt oder — wohl durch längern 



16 P. C. Zeller. 

Flug — ZU dunklem Schiefergrau, das in gewisser Richtung ein wenig hell- 
violettlich schimmert, abgeändert, reichlich mit groben, braunen Querstrichelchen 
bestreut, in dem Raum zwischen Falte und Inneiirand heller. In der Falte ist 
in einiger Entfernung von der Basis ein ziemlich breiter, hellgelblicher Längs- 
streif, der durch längern Flug um so deutlicher hervortritt, an beiden Rändern 
theilweise mit einem schwarzbraunen Streifen eingefasst ist und nach hinten 
durch einen starken, unregelmässigen schwarzbraunen Fleck begrenzt wird. Ein 
kleinerer solcher Fleck liegt auf der Querader, und hinter ihm färbt sich ein 
grösserer oder kleinerer Raum ohne deutliche Begrenzung hellgelblich. Die Franzen 
sind heller als die Grundfarbe und sehr verloschen dunkler gescheckt. 

Hinterflügcl dunkelbraungrau (bei meinen zwei alten Exemplaren mit gelb- 
licher Beimischung, aber durchaus nicht auf der ganzen Fläche brownish-yellow, 
wie Aii. Popeanella sein soll), liciiter gefranzt. 

Vaterland: Texas (Bell.). (Ein ziemlich gut erhaltenes und drei ganz ver- 
flogene aus dem Cambridger Museum); Carolina (nach einem kleinen Exemplar 
aus dem Berliner Museum; es ist das hellste und am wenigsten querstrichige 
von allen). Bei einem Exemplar unbekannten Vaterlandes meiner Sammlung, 
dem grüssten von allen, ist der hellgelbliche Faltenstreif fast verdeckt, und der 
folgende schwarzbraune Fleck halbeiförniig mit abwärts gewendeter Rundung, 
also ungefähr wie er bei Po2)eanclla sein soll. 

2. Bonibycina n. sp. 

Antennis arcfissivie serratis, dentihus truncafis; alis mit. c^ cinereis, 
praesertim ad costam latericio tinctis, 9 cinereis, strigulis fuscis asperis 
copiose sjHirsis, cT 2 macula venae transversae fusca; p)osterioribus cf fmce- 
scentihus, 9 cinereis. 

Viel kräftiger und plumper als die vorige, spinnerförmig, mit weniger 
langen, kürzer gezähnten Fühlern, breiteren, stumpferen Hinterflügeln und ohne 
gelblichen Faltenstreif, dagegen mit beim (^ längs des Vorderrandes ziegelroth 
angelaufenen Vorderflügeln. Etwas grösser als Scardina. Die männlichen Taster 
reichen nur bis zur Mitte des Rückens, sind aber dichter und länger und so 
behaart, dass kein Raum für einen Haarkamm im Gesicht wie bei Scardina 
zwischen ihnen übrig bleibt; die weiblichen Taster sind gleichmässig langhaarig 
und reichen bis an die Stirn, deren Haare sich den ihrigen eng anschliessen. 
An den männlichen Fühlern stehen die Zähne dichter und sind breiter und 
kürzer als bei Scardina und am Ende abgestutzt; beim 9 sind die Fühler etAvas 
kürzer und dünner und auf der Unterseite mit kurzen, geneigten Qucrlamellen 
versehen. 

Vorderflügel fast T" lang, etwas breiter als bei Scardina, beim cf hell- 
grau (bei einem Exemplar mehr als bei dem andern), hier und da, am lebhaftesten 
längs des Vorderrandes, hell ziegelroth angelaufen. Eine ziemliche Anzahl brauner 
Querstrichelchen (die bei dem einen Exemplar gröber und fast zu Fleckchen ge- 
worden sind), ist ohne bestimmte Ordnung über die hintern 2/3 ausgestreut. Sie 
laufen bei dem einen Exemplar auf der Falte hinter der Mitte (wo Scardina 



Beiträge zur Ketintuiss der uordamericanisclieii Nachtfalter. 17 

ihren dunkelbraunen Fleck hat) zu einem bestimmt begrenzten Fleck zusammen, 
während das andere Exemplar keine Andeutung davon besitzt. Beiden Exem- 
plaren fehlt der hellgelbliche Faltenstreif der Scardina c^änzlich; dagegen zeigt 
sich auf der Querader ein brauner, wischformiger Fleck. Franzen grau, hell 
ziegelroth angelaufen. 

Beim Weibchen, das sehr verschieden aussieht, ist die Grundfarbe dunkler 
aschgrau, mit sehr wenig Lilafarbe gemischt, und ohne jedes Roth, reichlich 
mit groben, etwas aufgerichteten Schuppen bestreut. Dunkelbraune 
Schuppen bilden eine Menge fast gitterartig zusammenschliesscnder Querstriche. 
Auf der Falte hinter .der Mitte treten sie zu einem Fleck zusammen, und einen 
zweiten, der grösser ist als beim o^. trägt die Qnerader. Franzen des Vorder- 
und Hinterrandes verloschen hell und dunkel gescheckt. 

Hinterflügel J^ dunkelbrauugrau , 9 sehr hellgrau. Diei Franzen sind 
um den Analwinkel bräunlichgrau. 

Vaterland des 9 (nach Lederer): Buenos Ayres; die zwei cT? welche ich 
durch Dr. Packard erhielt, stammen vermuthlich aus Massachusetts. 

Anmerkung. Das maroon-brown, auf das Clemens bei seiner Plumi- 
frontella p. 57 bedeutendes Gewicht legt, vermisse ich bei meinem Exemplar 
durchaus; ebenso den braunen Faltenfleck der Vorderflügel gegen die Basis. — 
Die ausserordentlich grobe Beschuppung der Vorderflügel des südamerica- 
nischen Weibchens, der Mangel alles Rothen, die ganz hellen und stumpfern 
Hinterflügel Hessen mich anfangs zweifeln, ob es wirklich mit dem Männchen 
zu vereinigen sei. Aber das genau übereinstimmende Flügelgeäder, das besonders 
auf der Unterseite d^-r Hinterflügel recht sichtbar hervortritt, hat mein Bedenken 
gehoben. 

XylestMa Clem. 

Die Gattung ist gut begründet und durch den wollhaarigen Kopf, den 
fast augendeckelartigen Schuppenbusch am Wurzelglied der Fühler, die Haar= 
bürste an der Unterseite des zweiten und die Kürze des dritten Tastergliedes 
leicht zu erkennen. Von Ochsenheimeria unterscheidet sie sich durch den dünnen 
Hinterleib und den hervorstehenden Legestachel des Weibchens, die reichlich 
und lang behaarten Hinterschienen, die längern Fühler, den Mangel der Ocellen, 
das freie Endglied der Taster — von Hapsifera durch den reichlich behaarten 
Wollkopf, die kurzem Fühler mit einem Schuppenbusch am Wurzelglied, das 
freie Endglied der Taster — von AfeUotum , welcher Gattung sie im Kopfbau 
nahe kommt, durch den Fühlerbusch und dit^ nicht verlängerte Bürste des zweiten 
Tastergliedes — von Setomorpha (Lep. Caffr. p. 93) durch den wolligen (nicht 
glatten) Kopf, den Fühlerbusch , den ganz andern Tasterbau (indem bei Seto- 
morpha kein Busch am zweiten Gliedo vorhanden und das Endglied flach ge- 
drückt ist). 

Clemens hat seine Xyl. pruniramiella aus knotenförmigen Holzauswuchsen 
an den Aesten der Pflaumenbäume gezogen, muss also von ihr unversehrte Exem- 
plare vor sich gehabt haben. An diesen sieht er „die Vorderflügel schwarzbraun 

3 



18 P- C. Zeller. 

oder gelbbraun, etwas weisslich bunt, mit rauhen Schuppenflecken an der Basis 
und längs der Falte". Ferner sieht er wohl undeutliche, weissliche Binden; 
aber sie bilden ihm keine Doppellini^n, und er zählt weniger als ich an meinen 
Exemplaren. Obgleich der „schwärzliche Fleck in der Flügelspitze, einwärts 
weisslich eingefasst", auf diese gut zu passen scheint, so halte ich es doch für 
sicherer, sie unter einem eigenen Namen aufzuführen. 

Xyl. congemhiatella n. sp. ? 

Capite et thorace albis, alis ant. elongatis, lutescentibns, squamis asperis 
fuscis adspersis, strigarum congeminatarum parihus fere quinis albidis ohsoletis, 
macula venae transversae punetoque apicis subocellari fuscis. cf $ . 

Kopfbekleidung rein weiss. Fühler mit sehr gedrängten, gezähnelten 
Gliedern, gelblichbraun, am Wurzelglied weiss, und ebenso auf dem Rücken der 
Geissei in grösserer oder geringerer Ausdehnung. Lippentaster von Kopflänge, 
weiss; das zweite Glied mit zusammengedrückter, gleichmässiger (nicht nach 
vorn in einen Busch verlängerter), innen und aussen grau angelaufener Bürste 
und an der Seite mit einzelnen Borsten; das Endglied kaum halb so lang wie 
das zweite Glied, glattschuppig, ein wenig aufgerichtet. — Rückenschild weiss, 
hinten etwas braun bestäubt. Beine bräunlich, an den Enden der Glieder weiss- 
lich; die Hinlerschienen mit zwei Paaren langer Dornen und mit langen, blonden 
Haaren reichlich bekleidet. — Hinterleib braun, am Bauch weisslich, schmächtig 
und etwas zusammengedrückt, beim cf mit schwachem Afterbusch ; beim 9 be- 
deutend länger, zugespitzt, mil lang hervorstehendem Legestachel. 

Vorderflügel 2V2— 3'", 9 ^^2'" lang, ziemlich schmal, nach hinten schwach 
erweitert, dann sanft verengert und an der Spitze abgerundet (in Gestalt und 
Färbung etwas an Acrolepia granitella erinnernd), hell lehmgelblich mit zer- 
streuten, groben, schwarzen und weisslichen aufgerichteten Schuppenpunkten. 
Durch das Spannen werden wohl die meisten niedergedrückt; aber bei keinem 
meiner fünf Exemplare scheinen sie an der Basis und an der Falte am häufigsten 
gewesen zu sein. Ziemlich gleichmässig theilt sich der Raum der Länge nach 
in Bänder der Grundfarbe und fast ebenso breite, paarweise gestellte weissliche, 
doch mehr oder weniger, besonders hinter der Mitte, undeutliche Querlinien; 
solcher Paare sind bei den am deutlichsten gezeichneten Exemplaren fünf vor- 
handen; sie sind ein wenig schräg nach hinten gelegt und schwach wellig; 
ausserdem ist die Flügelwurzel weiss. Die Bänder, welche die Grundfarbe bilden, 
sind etwas breiter als je ein Paar der Querlinien. Auf der Querader liegt ein 
grösserer, eckiger, dunkelbrauner Fleck und zuweilen vor ihm in der Mittelzelle 
ein anderer. In der Flügelspitze ist ein schwarzbrauner Punkt, einwärts weiss- 
lich umzogen, wodurch ein unvollständiger Augenpunkt gebildet wird. Vor der 
weisslichen Einfassung zeigen sich einige schwarzbraune Punkte oder Striche, 
die eine unvollkommene Querreihe bilden. Die Franzen sind an der Wurzel von 
einer schwarzbraunen Linie umzogen. Im Innenwinkel ist bisweilen ein undeut- 
liches, weissliches Fleckchen. 



Beiträge zur Kenntiiiss der nordamericauischen Nachtfalter. 19 

Hinterflügel kaum so breit wie die Vorderflügel, lanzettförmig zugespitzt, 
braungrau, beim cf sehr schwach, beim Q deutlich purpurschimraernd. Franzen 
heller, mit bleichgelblicher Wurzellinie. 

Unterseite braungrau, verloschen purpurschiramerud; die Vorderflügel in den 
Vorderrandfranzen und in der Wurzel der Hinterrandfranzen mit verloschenen, 
bleichgelblichen Fleckchen. 

Vaterland: Massachusetts; vier cf an verschiedenen Tagen des Juli, das 
Q am 13. von Burgess bei Beverly gefangen, in meiner Sammlung. 

Atnyclria effrenatella Clem. 

Alae ant. lutescentes , parte costali ex basi obscurata punctis grossis, 
fuscis adspersae , parte dorsali puriore, marginibus costali et pjostico fusco- 
maeulatis, litura fusca venae transversae cum litura plicali cohaerente. cf . 

Clem. ed. Staint. p. 55 p. 60 Fig. 2. (Kopf, fälschlich mit Borsten auf 
der Oberseite des zweiten Tastergliedes). 

Clemens scheint mir gegen Stainton (Anm. S. 55) Eecht zu haben, dass 
Amydria nicht mit Euplocamus oder Scardia vereinigt werden kann. Letztere 
Gattung hat zwar gleich kurze, gedrängte Fühlerglieder; aber sie sind im männ- 
lichen Geschlecht doppelt gefranzt, und die deutlichen , fadenförmigen Maxillar- 
taster sind mehrgliedrig. Bei Amydria dagegen sind die Fühler ganz ungefrauzt, 
und ihre Glieder nur gegen die Spitze hin sehr kurz gezähnelt; die Maxillartaster 
sind sehr kurz und versteckt (nach Clemens zweigliedrig). Euplocamus hat 
keine Maxillartaster, und die Fühlerglieder zeichnen sich durchaus nicht durch 
Kürze aus , nnd die männlichen tragen lange , gefiederte Kammzähne. — Bei 
Sc. boleti kommen auf den Vorderflügeln die beiden über der Spitze mundenden 
Aderäste aus einem gemeinschaftlichen Stiel; bei Amydria bleiben sie an der 
Wurzel getrennt. Die richtige Stelle für die Gattung scheint hinter Scardia 
zu sein. 

Am. effrenatella hat das Aussehen einer Tinea, etwa der spretella in ver- 
grössertem Massstabe; sie wird aber durch die Taster sofort von Tinea aus- 
geschlossen. 

Die Vorderflügel sind nicht schmal (narrow, Cl.), sondern nur länglich, 
nach hinten erweitert, dann zugespitzt, am Vorderrand nur gegen die Spitze 
gekrümmt, glanzlos, hell lehmgelb mit groben, brauneu Fleckchen bestreut, die 
von der Wurzel aus längs des Vorderrandes auf Vs der Länge zusammenfliessen; 
nach hinten und gegen den Innenrand zu sind es eher Punkte von ungleicher 
Grösse, die den Grund sehr sichtbar lassen, besonders am Innenrand. (Nach 
Clemens wird beim 9 das Braune zur Grundfarbe, und das Gelbe tritt nur 
fleckartig hervor [varied witli yellow], am meisten am Innenrand). Auf der 
Querader ist ein grosser, wischförmiger, Querfleck, der an einen dicken, tief- 
braunen Längsstreif der Falte anstösst. Bei einem Exemplar zeigt sich in der 
Falte vor der Mitte noch ein kürzerer, fleckartiger, tiefbrauner Längsstrich. Am 
Vorderrand liegen von der Hälfte an grosse, eckige, braune Flecke, welche 
würfelartig mit helilehmgelben wechseln ; sie gehen über in eine am Hinterrand 

3^ 



20 P- C. Zeller. 

hinziehende Reihe brauner, hellerer Flecke. Franzen staubgrau, vom Hinterraud 
durch eine braungraue Linie getrennt. 

Vaterland: Pennsylvanien (Clemens); Mas>sachusetts bei Beverly, wo Burgess 
meine 5 cT vom 8—8. Juli fing. 

Tinea (Bf(ibophanes) dorsistrigella Cl. 

Capillis exalbidis, thorace albo, scapulis atris; alis ant. atris, vitta dorsali 
sinuata, maeula costae mediae inferius hyalina punctisque costae ante apicem 
iähis. cT 9. 

Tinea dorsistrigella Clemens ed. Staint. p, 49. 50. 

Obgleich sie nur schwache Farbeiiunterschiede von unserer T. ferruginella 
zeigt, so stimme ich doch Staintou bei, sie für eine sicher verschiedene Art zu 
halten. Die Diagnose giebt die auiFallcndsten Unterschiede genügend an; ausser- 
dem sehe ich bei Dorsistrigella die weisse Dorsalstrieme dem Costalfleck gegen- 
über tiefer eingedrückt und deren Endtheil mit einer Anzahl ungleich grosser, 
schwarzer Punkte bestreut, während bei Ferruginella die rostgelbe Strieme bis 
zum Ende ganz rein bleibt. Die Zahl der Costalpunkte ist veränderlich, zwischen 
Mittelfleck und Flügelbasis sind wenige sehr kleine, oder gar keine vorhanden. 
In der Grösse scheint Dorsistrigella wenig abzuändern. 

Vaterland: Pennsylvanien (Clemens) und Massachusetts ; meine vier Exem- 
plare wurden von Burgess an vier verschiedenen Tagen des Juli bei Beverly 
gefangen. 

Anmerkung. Hübner's Mendicella Fig. 179, im Text S. 63 otfenbar 
nach der Abbildung beschrieben, stimmt zwar hinsichtlich der weissen Vorder- 
flügelzeichnung mit Dorsis^n^feWa; aber die Grundfarbe soll graubraun sein, und 
dabei sind Kopf und Rückenschild braun bemalt. Sicher ist diese Mendicella 
nichts weiter als ein verdorbenes, ganz abgeblasstes Exemplar der Ferruginella. 

Tinea (BlabojtJianes) rusticella St. 

(^ Tinea hiflavimaculella Clemens 1. c. p. 49. 50. 

Ich habe ein grosses, am 11. Juli gefangenes (f , das mit zwei ebenso 
grossen livländischen Exemplaren genau übereinstimmt, und drei kleine 9 (ge- 
fangen 7. Juli, 1. und 9. August), die sich gleichfalls von den ebenso grossen 
europäischen 9 nicht unterscheiden. Burgess fing die vier Exemplare in Mas- 
sachusetts. — Nach Clemens fliegt die Art im August und September. Da ich 
die cT am frühesten am 15. Mai fing, so ist eine doppelte Generation der in 
alten Vogelnestern lebenden Art ziemlich gewiss. 

Tinea defectella n. sp. Taf. III. Fig. 8. 

Capillis, thorace alisque ant. niveis, Jiis rarius inordinate nigropunctatis, 
striga ahrupta prope hasim, striga media acute refracfa, dorsum non tangente 
striaque ante marginem posticum atris, ciliis albo cinereoque tessulatis. (f. 

Die nächste Verwandte der europäischen Nigralbella (Herr. Schff. Fig. 296), 
von ihr dadurch verschieden, dass ihr das zweite Paar schwarzer, convergirender 



Beiträge zur Kenntnisa rler iinrdamericanischen Nachtfalter. 21 

Querstriche bei V3 der Länge (der eine vom Vorderrand, der andere vom Innen- 
rand ausgehend) ganz fehlt, und dass der lange, spitzwinidig zurückgebrocjiene 
Querstrich der Flügelhälfte sich fast bis zum Innenrand fortsetzt, statt wie bei 
Nigralhella in der Flügelmitte aufzuhören und in dem eben erwälmten Innenrand- 
strich gleichsam seine Fortsetzung zu haben. Auch die Zeichnung vor dem Hinter- 
rand ist anders; doch mag sie veränderlich sein. 

Grösse der Nigralhella-(^. Vorderflügel S'/j'" lang, etwas schmäler als 
dort, rein weiss. Nicht weit von der Wurzel liegt ein schwarzer Schrägstrich, 
der vom Vorderrand anfängt, sich in der Falte verdickt und keine Andeutung 
einer Fortsetzung bis zu dem Punkte am Anfang des Innenrandes zeigt. Nach 
einigen zerstreuten schwarzen I'unkteui folgt in der Flügelhälfte die schwarze, 
schräge Querlinie, welche wie bei Nigralhella \h>e Dichtung gegen den uiH.ersten 
schwarzen verdickten Strich des Hinterrandes nimmt, sich aber gleichfalls unter 
einem spitzen Winkel bricht und dann sich dem Innenrand zuwendend bis über 
die Falte hinwegreicht. Hinter zwei Cobtalpunkten kommt vor der Flügelspitze 
eine dem Hinterrand parallele, unregelmässig verdickte Linie herab. Den Hiiiter- 
rand begleitet eine Reihe schwarzer Strichelchen, die nach unten an Stärke zu- 
nehmen, und von denen das im Innenwinkel das grösste ist. In der Flügelspitze 
ist ein stärkeres Fleckchen. Von den Hinterrandstrichelchen aus gehen durch 
die Franzen drei breite, graue, schwarzbestäubte Schatten, zwischen denen die 
weisse Farbe einen schmäleren Raum einnimmt. 

Hinterflügel, wie bei Nigralhella , beträchtlich schmäler als die Vorder- 
flügel, zugespitzt, hellgrau. 

Auf der Unterseite sind die Vorderflügel einfarbig braun grau, die Franzen 
verloschen weisslich gefleckt. 

Vaterland: Californien, bei San Francisco, von wo ich durch Loew ein 
gutes cf erhielt. 

Anmerkung. Die Diagnose der Nigralhella (Linnaea entomol. VI, 131) 
reicht nun nicht mehr aus, sondern muss hinsichtlich der Vordei-flügelzeichnung 
erweitert werden, etwa so: strigis trihus ex costa (prima et fertia refractis), 
una ex dorso ante medium, pnnctift costalihus margineque postico atris , cutis 
alho cinereoqiie tessulatis. 

Tinea grantella n. sj». Taf. III. Fig. y. 

Capillis liiteis; alis ant. nitidulis, lutescenfibiis , praeter dorsum fusce- 
scenti-suffusis, punctis majusculis 2 (super iore ante, inferiore post medium) 
strigulaque venae transversae fuscis, margine postico grosse fusco-punctato, 
ciliis dilutis. 9- 

Von Tin. pellionella ist sie sicher verschieden durch die Stärke der 
dunkeln VorderÜügelzeichnung, besonders durch die sehr hervortretenden grossen 
und vollständigen Punkte des Hinterrandes, welche bei Pellionella ganz fehlen. 
Viel näher kommt sie der Pallescent ella, deren Hinterrand ganz ähnlich, nur 
mit viel verloscheneren und kleineren dunkelbraunen Punkten gezeichnet ist. 
Meine hieben Pallescent ella haben gröber bestäubte Vorderflügel (was vielleicht 



22 P- (■ Zell er. 

(lalier kommen mag, dass sie etwas verflogen sinrl); der Qu'^raderfleck ist nur 
kleip und gerundet; in der Falte ist nicht ein Punkt, sondern ein dicker Strich, 
der ziemlich weit gegen die Wurzel verlängert ist und nur bis unter den Anfang 
des Discalfleckchens reicht, statt dass bei Grumella ein über die Palte hinweg- 
rcichendr Fleck, und zwar weit hinter dem Discalfleck, vorhanden ist. Ausser- 
dem hat Pallescentella ein.'n convexien, Grumella einen nur an der Wurzel 
schwach gebogenen, sonst wie bei PelKonella geraden Vorderrand. Also sind 
lieide sicher verscliiedene Arten. 

Grösse einer mittleren Pellionella oder kleinen Pallescentella. Kopfhaare 
dunkel rüthlich lehmgelb, dunkler als bei beiden Arten. Vorderflügel fast 4'" 
lang, in der Gestalt etwa wie bei Penionella , also mit geraden, nur an der 
Wurzel und ganz am Ende schwach herabgehendem Vorderrand, fett glänzend, 
bleich lehmgelb, am Vorderrand von der Wurzel bis zur Hälfte braun unter- 
laufen, sonst mit braunem Staub bestreut, welcher unterhalb der Falte von der 
Wurzel aus fast einen Streifen bildet und zwischen dem Queraderfleck und dem 
Hinterrand am meisten gehäuft ist; am reinsten bleibt übrigens die Innenrand- 
hälfte. Ein starker, dunkelbrauner Punkt liegt im Mittelraum, etwas näher der 
Querader als der Basis. Schräg hinter und unter ihm ist ein etwas verflossener, 
in der Falte am meisten verdunkelter Fleck. Die Querader trägt einen dicken, 
tiefschwarzen Querstrich , der sich durch die Bestäubung schräg gegen den 
Ilinterraud verlängert. Am ganzen Hinterrand und um die Spitze bis in den 
Vorderrand hinein sind dicke, schwarze Punktfleckchen; von denen, die der Quer- 
ader gegenüber liegen, zieht sich dichte, braune Bestäubung, welche helle Längs - 
streifen zwischen sich lässt, bis zum Queraderfleck. Franzen heller als die 
Grundfarbe. 

Hinterflügel, wie es scheint, etwas schmäler als bei Pallescentella; ins- 
besondere an der breitesten Stelle hinter der Mitte. 

Vaterland: Massachusetts. Ein gut erhaltenes 9) mi^ mehreren von Burgess 
atn 8. Juli gefangen, in meiner Sammlung. 

Tinea spretelfa (S. V.) Stainton. 
— Z. Linnaea entom. VI, S. 154. 

Tinea nubilipennella Clem. (ed. Stainton) p. 50 und 52. 

Wenn nicht Stainton die Cleraens'sche Nubilipennella für unsere Spretella 
(fusci-pimctella Haw.) erklärt hätte, so würde ich sie schwerlich aus der Be- 
schreibung erkannt haben. Nach Clemens sollen die Hinterflagel »bläulich, grau- 
glänzend, und ihre Franzen von derselben Färbung* sein! Heinemann hat 
(Tin. p. 53) besser gethan, als ich und Clemens, indem er auf den Vorderflügeln 
das Gelbliche als Grundfarbe betrachtete. 

Das einzelne mir vorliegende (f, von BoU aus Texas mitgebracht, gehört 
zu meiner Var. b.; doch ist der schwarze, strichförmige Punkt der Flügelfalte 
ganz deutlich, und die Hinterflügel sind besonders hell und ihre Franzen sehr 
bleichgelblich. 



Beiträge zur KenntniBS der nordamericanisclien Nachtfalter. 23 

Tinea misella Z. 

Liniiaea ent. VI, S. 151. 

Von dieser an ihien violettschimmeinden Hiuterflügeln leicht kenntlichen 
Art brachte Boll mehrere Exemplare aus Texas mit, von denen icli ein cT vor 
mir habe. Es weicht von den europäischen kaum dadurch etwas ab , dass der 
Vorderrand der Vorderflügel auf der hintern Hälfte deutlichere, braune, durch 
breitere gelbliche Färbung getrennte Flecke hat. — Bei Clemens finde ich keine 
entsprechende Beschreibung. 

Tinea (Tineola) hiseUiella Hummel. 

Tuiea lanariella Clem. (ed. Stainton) p. 50 und 52. 

Von dieser Art, die als Einwanderin wohl in allen nordamericanischen 
Städten vorkommt, und deren Naturgeschichte Clemens kurz betchreibt, erhielt 
ich durch Dr. Speyer ein kleines Q aus New-York. 

Anmerkung. BissellieUa, wie das Wort Hummel schreibt, habe ich in 
der Isis und Linnaca stillschweigend in BiseUiella corrigirt; Heinemann macht 
daraus BiselieUa, vielleicht durch einen Druckfehler. 

Setomorpha Z. 

Lepid. micropt. Caff"r. p. 93. 

lieber das Zweifelhafte der Stellung dieser glattköpfigen Gattung habe 
ich mich a. a. 0. ausgesprochen. Vielleicht lehrt das Geäder und die früheren 
Stände Sichereres. Für jetzt weiss ich weiter nichts hinzuzufügen, als dass die 
Arten schwer zu unterscheiden sind, und dass die beiden Geschlechter nicht 
bloss der africanischen Set. mtella, sondern auch der americanischen Arten in 
der Grösse sehr verschieden zu sein scheinen. 

Die drei mir vorliegenden Exemplare aus Texas sind den Tastern nach 
wenigstens zwei Arten; sie haben alle eine äussere Aehnlichkeit mit Tinea 
misella, entbehren aber den deutlichen Purpurschimmer der Hinterflügel. 

1. Set. operosella n. sp. 

Mis ant. oblongis, diluie luteis , fusco-nebulosis, cosfa fusco-punctaia et 
postice matulata. Q. 

In der Grösse der grössten Tin. misella 9» doch mit kürzeren Vorder- 
flügeln ; verschieden von der grösseren Set. rutella Q durch viel weniger ge- 
streckte Vorderflügel und weniger lang zugespitze Hinterflügel; von den zwei 
folgenden Arten (von denen Inamoenella mit ihr und mit Ratella in den flach- 
gedrückten Tastern stimmt) und der cubanischen Rupicella (Lep. micr. Caff. p. 95) 
durch viel beträchtlichere Grösse, von der letzteren Art durch hellere Grund- 
farbe, von Ruderella durch den Mangel grosser, schwarzbrauner Flecke auf der 
unteren Hälfte der Vorderflügel. 

Rüokenschild bleich lehmgelb mit brauner Bestäubung; die hellen Schulter- 
decken an der Wurzel braun. Kopf staubgrau, dunkler bestäubt. Fühler mit 
sehr gedrungenen Gliedern, hellbräunlich, etwas schimmernd; das Wurzelglied 



24 P- t^- Zell er. 

braun mit bleichgelblicher Spitze. Taster stark flachgedrückt, auf der flachen 
oberen Seite bleichgelblich; das zweite Glied auf der unteren Seite braun, an 
den Seiten mit mehreren abstehenden Borsten ; das dritte mehr als halb so lang 
wie das zweite, schmäler, stumpf, fast einfarbig bleichgelblich. — An den Vor- 
derbeinen sind Hüften und Schenkel grau, Schienen und Füsse braun, erstere 
weissfleckig, letztere mit weisslichen Enden der Glieder. Hinterbeine schmutzig 
hellgelblichgrau; die Schienen auf dem Rücken reichlich grauhaarig, die Füsse 
schimmernd, aussen hellgrau mit breiten weisslichen Enden. Hinterleib grau 
mit weisslichem Bauch, kräftig, lang zugespitzt mit langem Legestachel. 

Vorderflügel 4'" lang, länglich, durch die Befrauzuug scheinbar erweitert, 
an der Spitze abgerundet, bleich lehmgelb mit schwarzbraunen Schuppen be- 
streut, welche an der Flügelwurzel einen lichten Nebel und in der Falte vor 
der Mitte einen starken, doch nicht sonderlich scharf begrenzten Längsstrich 
bilden; im Mittelraum über dem Enddrittel der Falte sind mehrere zusammen- 
fliessende unregelmässige Längsstriche. Auf dem Innenrand liegen wenige 
Flecke; auf dem Vorderrand in der Wurzelhälfte acht ungleiche, etwas grosse 
Punkte, in der Endhälfte sechs Flecke in grösseren Zwischenräumen, von denen 
die vier letzten die Costalfranzen einnehmen und Schrägstreifen bilden. Franzen 
gelblichgrau, auf der grössern Wurzelhälfte reichlich schwarzbraun bestäubt, auf 
der kleineren Endhälfte mit verloschenen, duukelgrauen Würfelflecken. 

Hinterflügel hellgrau mit gelblichem Franzen. — Unterseite der Vorder- 
flügel dunkel braungrau, einfarbig; nur die Costalfranzen heller. 

Ein schon erhaltenes ^ im Cambridger Museum. 

2. Set. inainoenella n. sp. 

Parva, alis ant. ohlongis , äilute luteis , fusco-maculatis , infra costam 
purioribus, costa tota fusco-maculata , maculis postice sensim major ihiis. cf. 

Im Bau und in der Körperfärbung stimmt sie mit der vorigen überein, 
mit der sie jedoch vorläufig noch nicht als das andere Geschlecht verbunden 
werden kann. 

Hinterleib dünn und verhältnissmässig kurz, hell gelblichstaubgrau. 

Vorderflügel 2'" lang, nach hinten etwas erweitert, mit derselben Grund- 
farbe wie bei Operosella, aber mit gröberen und reichlicheren dunkelbraunen 
Schuppen bestreut, welche grössere Flecke bilden. Am meisten Flecke zeigen 
sich auf der grösseren Innenrandhälfte; sie sind so verschieden gestaltet und 
fliessen so verworren in einander, dass sich ohne grosse Umständlichkeit keine 
genaue Beschreibung davon geben lässt. Der Raum unterhalb des Vorderrandes 
ist auch bei Inainoenella viel weniger verdunkelt. Die Costalflecke fangen an 
der Basis an und nehmen nach hinten an Grösse und Abstand von einander 
zu; sie sind meist nach innen zugespitzt. Der Hint rrand ist mit einer dunkel- 
braunen, hier und da unterbrochenen Linie umzogen (diese fehlt der Operosella 
völlig). Dl': Franzon sind reicblich braun bestäubt; die Bestäubung bildet ver- 
flossene Würfelflecke. 



Beiträge zur Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 25 

Hinterflügel verhältnissmässig etwas breiter als bei 0]}eroseUa. Ihre Fär- 
bung, so wie die der Unterseite, hat nichts von dieser Art Abweichendes. 
Ein gut erhaltenes (^ im Cambridger Museum. 

3. Set, t'uderella n. sp. 

Palpia tenuiorihus ; alis unt. dilute luteis, dünidio dorscdi mactdis ma- 
gnis fuscis, partim subangulatis consperso, punctis costalihus fuscis, postiee 
evanescentibus. <^ . 

In der Grösse etwas über Inamoenella. Wenn ihre Taster nicht be- 
beschädigt sind, was doch nicht der Fall zu sein scheint, so weicht sie von den 
andern Arten erheblich ab durch die Dünnheit und etwas ansehnlichere Länge 
der Taster, und durch deren unverdicktes , mit keinen Borsten versehenes 
zweites Glied; das längere und dünnere Endglied ist aber doch, den Gattungs- 
raerkraalen gemäss, flachgedrückt. Unter der Wurzel der Taster steht ein Borsten- 
busch hervor. 

Färbung der Körpertheile wie bei den vorigen, die Hinterbeine sehr blass 
blond, ungefleckt. Hinterleib heller als bei Inamoenella , etwas seidenglänzend. 

Vorderflügel 2V4'" lang, etwas breiter als bei Inamoenella, am Vorderrand 
vor der Spitze convexer, mit bleich lehm gelblicher Grundfarbe, welcher jedoch 
etwas Eöthliches" beigemischt ist. Die Innenrandhälfte trägt grosse, schwarz- 
braune, zum Theil eckige Flecke, in 2 — 3 sehr unordentlichen Längsreihen ; der 
Mittelfleck des Innenrandes ist der grösste und fast viereckig. Die Flecke, 
welche auf dem Innenrande liegen, setzen sich bis zu der Reihe grober, strich- 
förmiger Punkte fort, womit der Hinterrand eingefasst ist. Auf der Vorder rand- 
hälfte des Flügels sind zerstreute Punkte, und der Vorderrand selbst ist von der 
Wurzel aus mit eben solchen, nur nach hinten weitläuftiger gestellten und vor 
der Flügelspitze verschwindenden Punkten bestreut. Franzen hellgrau mit 
dunkleren, von den Hinterrandpunkten ausgehenden Schatten. 

Hinterflügel breiter und weniger gespitzt als bei Inamoenella, ebenso ge- 
färbt. Unterseite der Vorderflügel braungrau, auf der hintern Hälfte mit bleich- 
gelblicher Costallinie und solcher Flügelspitze. 

Ein ziemlich gut erhaltenes cf im Cambridger Museum. 

Adela chalyheis n. sp. 

Capillis ferrugineis, antennis cf corpore quadruplo longiorihm, inferiua 
alho nigroqiie annulatis; pectore inaurato • pedibus nigris, tarsis albo-annulatis; 
alis nnt. angustis, violaceo- nigris, dimidio basali cyaneo-chalybeo. cf . 

Nach den einfarbigen Vorderfiügeln und der Fühlerlänge scheint sie einige 
Verwandtschaft mit Violella zu haben; da aber die in den Hinterrand aus- 
gehenden Adern der Vorderflügel tiefschwarz sind, so könnte man sie auch als 
verwandt mit Sulseriella ansehen, nur dass sie wegen der gänzlich fehlenden 
Binde schlecht zwischen diese und Associatella passen würde. 

Grösse einer ansehnlichen Sulzeriella. Kopfhaare rostgelb. Fühler etwa 
viermal so lang wie der ganze Körper, an den verdickten 8—10 Wurzelgliedern 

4 



26 P- 0- Zell er. 

violettschwärzlich, dann in grösserer Länge deutlich weiss und schwarz geringelt, 
hierauf in 2/3 <iör ganzen Länge weiss. Taster klein, dünn, spitz, niederhängend, 
gelblich schimmernd. Rückenschild stahlblau; Brust vergoldet und glänzend. 
Beine violettschwarz, an den Schenkeln auswärts vergoldet; alle Spitzen der 
Fussglieder, sowie die der vier vordem Schienen und ein Punkt hinter der Mitte 
der Vorderschienen reinweiss; die Hinterschienen glattschuppig, auf der Innen- 
seite glänzend hellgelb und gegen die Spitze dunkler. Hinterleib dünn, bläu- 
lichschwarz. 

Vorderflügel schmal, gestreckter als bei Sulzeriella, mit hervortretender, 
aber abgerundeter Spitze, violettschwarz, in gewisser Richtung etwas golden 
schimmernd, an mehr als der Hälfte von der Wurzel aus stahlblau, am leb- 
haftesten am Innenrand bis zur Falte. Die in die Räuder auslaufenden Adern 
sind tiefschwarz, doch nur wenn sie in gewisser Richtung betrachtet werden. 
Franzen schwarz, mit bläulich violettem Glanz. 

Hinterflügel weniger spitz als bei Sulzeriella, heller violettschwarz als 
die Vorderflügel; die Adern erscheinen in gewisser Richtung sehr deutlich schwarz. 
Franzen dunkelgrau, violettglänzend. 

Unterseite der Vorderflügel schwarz, bläulichviolett übergössen, mit mehr 
kupferfarbigen Franzen. Hinterflügel wie oben. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein cf im Cambridger Museum. 

Adela biviella n. sp. Taf. III. Fig. 10. 

CapiUis palpisque infra nigro-hirsutis , antennis cT longis, alhis, baaim 
versus nigro-subannulatis ; alis ant. cupreis, strigis duabus alhis, interius atro- 
marginatis. cT. 

Wegen des rauhen Kopfes gehört sie in die Nähe der Cuprella, sie zeichnet 
sich aber vor allen Adelen durch die zwei weissen, einwärts tiefschwarz ge- 
säumten Querlinien aus, von denen die hintere überdies einen geschlängelten 
Lauf hat. 

Grösser als Cuprella, am ganzen Körper schwarz. Stirn dicht und lang 
behaart. Taster länger als der Kopf; ihre dichten und langen Haare reichen 
etwas über sie hinweg. Saugrüssel unbehaart. Fühler dünn, lang, weiss, an 
der Wurzelhälfte auf der Unterseite verloschen schwärzlich geringelt. Alle Füsse 
an den drei ersten Gliedern mit punktähnlich weisser Spitze; die Hinterschienen 
ziemlich dicht mit langen Haaren bekleidet und mit hellgelben Dornen; das 
erste Hinterfussglied auf dem Rücken langhaarig. 

Vorderflügel SVa'" lang, viel gestreckter als bei Cuprella, sanft zugespitzt, 
violett, mit hell kupferglänzenden Schuppen dicht bestreut. Hinter der Mitte 
geht eine ziemlich gerade, bindenförmige, weisse Querlinie fast senkrecht herab; 
sie ist nach unten erweitert, einwärts in ihrer ganzen Länge schmal tiefschwarz 
gesäumt, auswärts nur durch einen tiefschwarzen Costalfleck begrenzt. Die 
zweite weisse Querlinie ist viel feiner, aber einwärts gleichfalls schwarz gesäumt; 
sie fängt auf dem Vorderrande näher der ersten Querlinie als der Flügelspitze 



Beiträge zur Kenntnias der nordamericanischen Nachtfalter. 27 

an, geht S-förmig gekrümmt herab und endigt am Hinterrand über dem Innen- 
winkel. Franzen schwärzlich, auf der Wurzelhälfte hell kupferfarbig. 

Hinterüügel grau, spärlich beschuppt; die Schuppen sind lang und liegen 
so zerstreut, dass überall die Membran zwischen ihnen frei bleibt. Franzen 
schwärzlich, auf dem Wurzeldrittel kupferig und messingfarbenschimmernd. 

Unterseite aller Flügel mit langen, schwarzen Schuppen spärlich bekleidet, 
sonst dunkelgrau, violettschimraernd; auf den Vorderflügeln scheinen beide Quer- 
linien durch; der Vorderrand und besonders die Flügelspitze tragen kupfer- und 
messingfarbige, glänzende, kleine Schuppen ziemlich gedrängt. 

Vaterland: wahrscheinlich Massachussets. Ein von Dr. Packard erhaltenes 
cT in meiner Sammlung. 

Adela Schlaegeri n. sp. Taf. III. Fig. 11. 

Capülis palpisq_ue hirsutis brunneis'; antennis longis, albis, basim versus 
nigro-annulatis ; alis ant. luteis, striga media stannea, lineis 3 post eam et 
Serie punctorum majusculorum atris metallice interruptis longitudinalibtts. cf. 

Diese sonderbare Art, die mit gar keiner europäischen Adela verglichen 
werden kann, wohl aber der Zeichnung nach mit einem Wickler, nämlich Gra- 
plwlitlia (Boxana) arcuella, scheint mit der, mir nur aus der Beschreibung be- 
kannten Bidingsella Clem. (ed. Stainton p. 250) eine besondere Gruppe zu bilden, 
die sich zufolge des stark behaarten, dicken Kopfes und des langhaarigen ersten 
Hinterfussgliedes an Biviella anschliesst. 

Grösse der Suheriella. Körper schwarz. Kopf auf Scheitel und Stirn, 
sowie die Taster, dicht mit langen, gelbbraunen Haaren bekleidet. Fühler fast 
viermal so lang wie der Körper, weiss, an der grösseren Basalhälfte lebhaft 
schwarz geringelt, doch so, dass die Eückenlinie weiss bleibt. Saugrüssel un- 
behaart. — Beine hell ochergelb, alle auswärts braun mit weisser Spitze der 
Fussglieder. Hinterschienen mit reichlichen , langen, blonden Haaren und hell- 
gelblichen Dornen; auf der Aussenseite ist ein breiter, bandähnlicher, brauner 
Fleck; das erste Fussglied hat auf dem Eücken lange, blonde Behaarung, die 
über die zwei folgenden Fussglieder hinwegreicht. 

Vorderflügel 3'" lang, gestreckt, hinten zugerundet, lehmgelb ohne Glanz. 
In der Mitte ist eine zinnfarbene, glänzende, ziemlich gerade und senkrechte 
Querlinie. Hinter ihr folgt ein vom Vorderrand schräg einwärts herabgeheuder, 
gleichfarbiger Strich, dann zwei kurze, fast verloschene, und zuletzt vor der 
Spitze ein bis zur Mitte des Hinterrandes reichender, der auf seinem Ende eine 
glänzendere Stelle hat. Der Raum zwischen der ersten (unvollständigen) Quer- 
linie und diesem vierten Querstrich ist hellgelb und in seiner oberen Hälfte mit 
drei aus tiefschwarzen, hier und da unterbrochenen Schuppenhäufchen gebildeten 
Längslinien gezeichnet. Im untersten Theile dieses Raumes ist eine Längsreihe 
von vier grossen, tiefschwarzen, durch Silberglanz getrennten Punkten, und unter 
ihr liegen noch dicht am Innenrand zwei solche Pünktchen. Der Hinterrand 
ist mit vier silberglänzenden Fleckchen bezeichnet, von denen zwei zu den tief- 

4* 



28 P. C. Z eilet. 

schwarzen Zeichnungen gehören. In der Flügelspitze ist ein mattzinnfarbiges 
Streifchen, das aber weiter abwärts ebenso glänzt. Pranzen lehmgelb. 

Hinterflügel deutlich geädert, dicht und fein beschuppt, braungrau. Franzen 
an der Wurzel mit messingglänzender Linie umzogen. 

Unterseite braungrau, violettlich überzogen; die Vorderflügel an der End- 
hälfte des Vorderrandes mit vier, am Hinterrand mit fünf verloschenen wciss- 
lichen Fleckchen. Au den Hinterflügeln sind die Franzen um die Flügelspitze 
herum an der Wurzel weisslich. 

Vaterland: Ohio. Ein cf, durch Schläger erhalten, in meiner Sammlung. 

Hypononieiita ttialtipunctellus Clem. 

Alis mit. minus elongatis, niveis, seriehiis imnctorum nigrorum lonyi- 
tudinalibus suhquinque (serie superplicali punetis 8 composita) ; post. cf dilute 
cinereis, albo-ciliatis, 9 iotis albis. 

Hyp. multipunctella Clem. ed. Stt. p. 95. — Millepunctatella Packard 
Guide p. 348. 

Von der Grösse eines mittleren H. Evonymi, unterscheidet er sich von 
allen Arten durch breitere Vorderflügel ; er gehört zu den Arten mit zahlreichern 
Punkten der Vorderflügel, ohne dass doch die Punkte, wie bei Padi und Bo- 
rellus, darum kleiner wären als bei den mit geringerer Punktzahl gezeichneten. 
Alle Vorderflügelfranzen sind wie bei Evonymi rein weiss. Beide Geschlechter 
zeigen in den Hinterflügeln und auf der Unterseite einen bei den Europäern 
gar nicht vorkommenden Unterschied. Die Oberseite der Hinterflügel ist nämlich 
beim $ ganz weiss, beim cf weisslich, nach hinten allmälig in Weissgrau 
übergehend, welches iu der Flügelspitze am dunkelsten ist, während alle Franzen 
wie beim 9 rein weiss bleiben. Auf der Unterseite ist das 9 ganz weiss. 
Beim cf ist sie grau, auf den Vorderflügeln am dunkelsten; ihr Vorderrand ist 
in einer feinen, sich nach hinten erweiternden Linie weiss, welche in die ebenso 
weissen Franzen übergeht, von denen aus der ganze Innenrand in einem dünneu 
Streifen gleichfalls weiss ist; die Hinterflügel sind längs des Vorderrandes grau, 
am breitesten in der Spitze; ihre Franzen rein weiss. 

Vaterland: Ohio (Schläger); Illinois (Lederer), Die Art muss sich noch 
wenig bemerklich gemacht haben, weil Clemens, der nur das cT und so ober- 
flächlich beschreibt, dass die Beschreibung auf alle europäischen Arten mit 
weissen Vorderflügeln passt, nichts über sie mittheilt. 

Anmerkung. Walker beschreibt Cat. XXVHI, (1863) p. 530 einen 
Hyponom. ordinatellus aus Canada, bei welchem in beiden Geschlechtern 
alae postieae nigricante-cinereae, fimbria alba sein sollen, und der daher nicht 
Multipimctellus sein kann, falls das British Museum diese Angabe nicht wider- 
legt. Wunderbarer Weise hat er nur ein Exemplar vor sich gehabt und doch 
beide Geschlechter beschrieben! 

Oeta punctella Cramer. 

*Phalaena punctella, Cramer Ins. 31 (recte IV, p. 164), tab. 372, 
Fig. L. (sec. Fabric). 



Beiträge zur Kenntniss der nordarnericanischen Nachfalter. 29 

Tinea pustulella, Fabr. Ent. syst. 3. 2, p. 292. 

Poeciloptera eompta, Clemens, Proceed. Acad. Nat. Sc. Philadelphia 
18G0, p. 546. 

Oeta eompta, Grote, Proceed. Ent. Soc. Philadelph. V. p. 230. 

The Ailanthus Worm, Oeta eompta (Cl.), Riley, First annual Report oi 
the State of Missouri (1869) p. 151, pl. 2, f. 22. 23. 

Oeta eompta, Zeller, Entomol. Zeit. 1871, S. 178. 

Die sicher in die nächste Nähe von Hyponomeuta gehörende Gattung 
ist wohl begründet. Clemens, der einen schon verbrauchten Gattungsnamen für 
sie anwendet, beschreibt ihr Flügelgeäder und giebt als ein Hauptmerkmal die 
dicht und feingesägten Fühler an. Aber ein ebenso wichtiges Kennzeichen 
geben die männlichen Hinterbeine. (Clemens, der offenbar nur das $ kennt, 
giebt ein Paar Dornen am Ende der Hinterschienen an.) Sie sind nämlich 
kürz er und dünner als die übrigen Beine: der Schenkel sehr kurz; die Schiene 
dreimal so lang, sehr dünn, etwas gebogen, auf der Unterseite mit weichen, 
schräg gelegten Haaren dicht bekleidet, ohne Dornen; der Fuss kurzer, gleich- 
sam ein dünner, fast ungegliederter Faden ohne Krallen. Das 
längliche, knospenförmige Analglied des cT ist länger als die drei letzten Ab- 
dominalsegmente zusammengenommen. — Die Flügelfranzen sind noch kürzer 
als bei Hyponomeuta. 

Durch zwei 9 der Atteva basalis Vollenhoven, Tydschrift VI (1863) 
p. 140, tab. IX, f. 6 aus Morotai, die auch zu Oeta gehören, wurde ich auf die 
Walker'sche Lithosidengattung Atteva (Cat. Bombyc. p. 526) hingeführt. 
Walker giebt davon eine Beschreibung, die nichts wider Oeta Sprechendes ent- 
hält, ausser dass er den Hinterschienen (da er nur das 9 kannte) zwei ziemlich 
lange (rather-long) Enddornen ertheilt, während sie unbedingt kurze, und ausser- 
dem bei 3/j noch zwei besitzen, von denen der eine sogar der längste von allen 
ist. Wenn nun der so genaue Clemens an seiner P. eompta auch nur ein Paar 
Dornen sieht (vorausgesetzt, dass er nicht falsch sieht, da ich es ihm in Er- 
mangelung eines Comptaweibchens nicht mit voller Bestimmtheit nachweisen 
kann), so wird dies bei einem Walker noch viel eher zu entschuldigen sein. Da 
nun Vollenhoven sich wohl volle Gewissheit über den Gattungsnamen verschallt 
haben wird, ehe er den Namen Atteva dafür annahm, so hätte statt Oeta die 
Walker'sche Urschöpfung als Gattungsname einzutreten. 

Die vorliegende Art ändert in der Grösse und Zeichnung etwas ab ; mein 
grösstes Exemplar (aus Texas) hat 51/2'" Vorderflügellänge; zwei andere, ver- 
muthlich durch die Zucht erhalten, aus Missouri (von Eiley und Grote) 5'"; das 
kleinste, aus Columbien, nur 41/2'". Die blauschwarzen Binden der Vorderflügel 
wechseln in der Breite, so dass die orangerothe Grundfarbe mehr oder weniger 
eingeschränkt wird, und die schwefelgelben Tropfen ändern in der Grösse und 
Zahl gleichfalls. Bei dem columbischen Exemplar ist das Roth am meisten ein- 
geengt und die schwefelgelben Tropfen am grössten und wenigsten zahlreich; 
ich trage kein Bedenken mehr, es für einerlei Art mit den Nordamericanern 
anzusehen. 



30 P- C. Zeller. 

Clemens beschreibt die Art hinlänglich genau. Er erwähnt nicht, dass 
die Vorderhüften auf der Vorderseite orangeroth sind, mit schwarzer Wurzel 
und Spitze. 

Die dunkelolivenbraune , der Länge nach weissliniirte Eaupe lebt um 
St. Louis am Ailanthus zu 5—30 gesellschaftlich innerhalb eines schwachen 
Seidengewebes im August und September. Sie wird dadurch schädlich, dass sie 
die Blätter am Stiele abbeisst. Ihre Verpuppung geschieht in dem lockeren 
Gewebe. Der Schmetterling erscheint nach einer Puppenruhe von zwei Wochen, 
selbst noch im November, und besucht gern (ob bei Tage?) die Blüthen der 
Goldruthe und des Eupatorium serotimun. Dass er aber, wie Riley vermuthet, 
überwintere, möchte wohl wenig Wahrscheinlichkeit für sich haben. 

Anmerkung. Die Gattung scheint nicht arm an Arten zu sein. Ausser 
der schon erwähnten Atteva hasalis besitze ich in beiden Geschlechtern Oeta 
albiguttata n. sp. abdomine ferrugineo, alis mit. elangatis, postice truncatis, 
saturate ferrugineis, postice anguste atris, guttis plurimis niveis sine online 
dispersis ; post. nigris, basi aurantiaca. cf 9 • 

Viel grösser als Pumtella, schlanker und mit länger gestreckten Flügeln. 
Der ganze Körper rostgelb. Der Kopf mit zwei weissen Flecken hinten ist 
unter den Augen schneeweiss und hat zwei weisse, breite, unten vereinigte Linien 
des Gesichtsrandes. Taster dünn, fadenförmig, etwas aufgebogen, schwarz, am 
Ende des ersten und zweiten Gliedes mit einem weissen Fleck (beim $ ist das 
erste ganz weiss), am Anfang und Ende des etwas gespitzten dritten weisslich 
(beim $ auch auf dem Rücken). Saugrüssel von Hinterleibslänge, dünn, ocher- 
gelb, unbeschuppt. Fühler (wie bei Punctella) verhältnissmässig länger als bei 
Hyponomeuta , sehr gedrängt fein sägezähnig, beim cf bräunlich, über dem 
Wurzelglied auf dem Rücken weiss; beim 9 bier schwärzlich, dann geringelt, 
hierauf weisslich; das verdickte Wurzelglied weiss mit schwarzer Spitze. — 
Rückenschild am Kragen mit zwei, auf der Mitte der Schulterdecke mit einem, 
und vor dem Schildchen mit zwei weissen Flecken; die Brust an der Kehle, 
so wie zu jeder Seite mit einem weissen Fleck. — Die vier vordem Beine 
schwarz und weissbunt. Beim 9 sind die Hinterbeine ebenso stark wie die 
andern; die Schiene rostbraun, am Ende schwarzbraun mit weisser Spitze, bei 
^4 und an der Spitze mit je einem Paar kurzer, weisser Dornen; der Fuss so 
lang wie die Schiene, wie gewöhnlich gegliedert, verloschen weissfleckig. Beim 
cf sind die Hinterbeine ausserordentlich dünn : der Schenkel am stärksten, ocher- 
gelb; die Schiene doppelt so lang, dünn fadenförmig, etwas gebogen, ohne 
Dornen und unbehaart, blassgelblich, innen weisslich; der Fuss ebenso lang, 
noch dünner, gebogen, mit fast unabgetheilten Gliedern, ohne Krallen, weisslich. — 
Hinterleib lang und dünn, am Bauch mit einer Mittelreihe weisser Flecke. Das 
Aualglied des ^T noch mehr abgesetzt als bei Punctella, länglich eiförmig, so 
lang wie die drei vorletzten Segmente zusammengenommen; beim 9 ist dieses 
Glied viel kürzer, nicht abgesetzt, etwas zugespitzt, mit einem Haarbusch, der 
gegen den Bauch schräg abgeschnitten ist; der Legestachel ist nicht sichtbar. 



Beiträge zui- Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 31 

Vordeiflügel des cf 5V2, des 9 ''"" lang, schmal, nach hinten allmählich 
erweitert, am fast geraden Hinterrande wenig schräg, gesättigt rostbraun, am 
Hinterrande tiefschwarz. Sehr viele, ungleich grosse, runde oder querovale, 
reinweisse Tropfen sind über die ganze Fläche ohne erkennbare Ordnung ge- 
streut; die kleinsten liegen auf dem Vorderrande, die grössten als Grenze gegen 
die schwarze Färbung. Franzen kurz, schneeweiss, an der Wurzelhälfte und 
über und vor dem Innenwinkel grau. 

Hinterflügel des cT etwas breiter, des 9 '''iel breiter als die Vorderflügel 
und beim cf länger zugespitzt als beim 9) ^^ Basaldrittel, welches den Anal- 
winkel mit begreift, rostgelb, sonst schwärzlich. Franzen gleichfarbig mit den 
angrenzenden Flügelpartien. 

Unterseite der Vorderflügel schwärzlich, gegen die Basis mit Eostfarbe 
gemischt, am Vorderrand vor der Spitze mit zwei schneeweissen Tropfen. Sonst 
scheinen die Tropfen der Oberseite sehr verloschen durch, am deutlichsten am 
Innenrand. Die Hinterrandfranzen sind auf der Aussenhälfte schneeweiss. — 
Hinterflügel wie oben. 

Vaterland: Australien, Queensland (Masters). (5^ 9 ii^ meiner Sammlung. 

Walker hat eine Atteva niveiguttata 1. c. p. 526 aus Silhet, die, 
wenn sie richtig beschrieben ist, nicht meine Art sein kann. Jene soll braune 
Taster und bräunliche Tarsen und Vorderschienen haben; auch sieht Walker 
auf den Vorderflügeln fünf Eeihen weisser Punkte, die in der Grösse unbedeutend 
verschieden sind. Die schwarze Spitze der Vorderflügel und die Farbe der 
Hinterflügel erwähnt er nicht. Eben so wenig kann meine Art mit Atteva 
apicalis VoUenh. 1. c. p. 139, pl. IX, f. 5 (aus Java) einerlei sein; bei dieser 
haben die Vorderflügel nur 11 — 15 weisse Flecke, und ihre ganze Endhälfte ist 
schwarzbraun. 

Eine andere Art sah ich aus Herrich Schäfi'er's Sammlung; ich nenne sie: 
Oeta fulviguttata, viricU-nigra, collari seapulisque aurantmcis, alis elon- 
gatis, anterioribus cyaneo-clialyheis , maculis fribus in disco per longitudinem 
locatis aurantiacis. cf. 

Rückenschild auf der ganzen Vorderhälfte, sowie am Kragen und auf den 
Schulterdecken orangegelb, seidenglänzend, auf der Hinterhälfte schwarz mit 
grünem Schimmer. Kopf (verschimmelt) wahrscheinlich schwarz, an jeder Seite 
des Gesichtes mit einem weissen Punkt. Fühler schwarz, ziemlich stark, be- 
sonders am Basaldrittel, mit sehr zusammengeschobenen, kurzen Gliedern, an 
der Unterseite schwach gekerbt, gegen die Spitze fein sägezähnig. Taster kürzer 
als der Kopf, dünn, spitz, mit verlängertem Endglied, schwarz mit einigen 
weissen Schuppen. Saugrüssel schwarz. — Beine schlank; die vier vordem 
stahlgrünblau mit schneeweissen Fleckchen und solchen Wurzeln der Glieder. 
Die Hinterbeine schwarz, am Schenkel weissfleckig; der Fuss sehr verlängert 
und ausserordentlich dünn, etwas gebogen, mit nicht zu unterscheidenden Glie- 
dern. — Hinterleib lang und dünn, schwarz, hinten und am Bauch stahlblau, 
letzterer an jeder Seite mit einer Reihe weisser Fleckchen. 



32 P. C. Zeller. 

Vordeiflügel 5'" lang, sehr schmal, mit ziemlich geradem Hinterrand und 
deutlichem Vorderwinkel, etwas glänzend stahlblau, an der Wurzel des Vorder- 
randes glänzend orangefarbig und im Mittelraum mit drei grossen, ebenso ge- 
färbten Flecken ; der erste ist etwas gestreckt und von der Falte durchschnitten 
und steht von der Flügelbasis und dem zweiten gleich weit ab; der zweite, in 
der Flügelhälfte über der Falte, ist grösser, unregelmässig gerundet und quer; 
der dritte ist der kleinste, etwas gerundet, dicht über der Falte und mitten 
zwischen dem zweiten und dem Hinterrand. 

Hinterflügel schmal und lang zugespitzt, mit haariger, schwarzer Be- 
schuiipung, welche die Membran nicht deckt, sondern halb durchsichtig lässt; 
die Flügelränder und die Adern sind verdunkelt; die Vorderrandzelle grau be- 
schuppt und undurchsichtig. Franzen schwarz, violettschimmernd. 

Unterseite der Vorderflügel schwarzbraun, an den Rändern blauschimmernd; 
die Hinterflügel irisiren in der Mittelzelle und zwischen den aus ihr entsprin- 
genden Adern. 

Vaterland: wahrscheinlich Neuholland. 

Tegeticula n. G. 

Capilli hreves, hirsuti, etiam in fronte. 

Occlli nulli. — Antennae hreves, setaceae, denique attenuatae. 

Palpi labiales hreves, tenues, porrecti. 

Haustellmn mediucre, in dorso squamatmii. 

Pedum posticorum fcmora tibiaeqiic rohiistae, coiiipressae, tibiarum 
dorso piloso. 

Abdomen breve, pilosuw; valvulae anales ö' connicenies, in dorso pilosae. 

Alae obloiigac, brevius ciliatae, 2^osteriores dcuse piloso-squamalae 
acuminatae. 

Aus der Verwandtschaft der Gattungen Psecadia, Enaematia und Tricho- 
stibas, von allen durch die kurzgeschorenen, aufgerichteten Kopfhaare, die kräf- 
tigen Hinterschenkel und die dicht haarschuppigen Hiuterflügel, ausserdem von 
Psecadia durch die kurzen Fühler und Taster, von Enaematia durch die ge- 
spitzten, am Hinterrand vor der Spitze etwas eingezogenen Hintcrflügel unter- 
schieden. 

Alba n. sp. 

Alae ant. supra albae, suhtus praeter cilia, fuseescenti-cinereae; post. 
albae, postice cinerascentes, albo-ciliatae. cT. 

Grösse der Psecad. semilugens. Der ganze Körper weiss. Fühler von 
wenig über halber Vorderflügellänge, borstenförmig. Stirn breit und so wie das 
ganze Gesicht mit kurzen, aufgerichteten Haaren bekleidet. Maxillartaster halb 
so lang wie die Lippentaster, diese horizontal, mit kurzem Endglied, unten 
etwas behaart, aussen ausser am Endgliede braun angelaufen. — Beine kräftig, 
weiss, mit hellbräunlichen Füssen; die Vorderschenkel und Schienen aussen ge- 
bräunt. Die Hinterbeine mit besonders kräftigen, zusammengedrückten Schenkeln 



Beiträge zur Kenntniss der nortlaraericauischen Nachtfalter. 33 

und Schienen, letztere oben und unten anliegend behaart, mit zwei Paaren gelb- 
licher Dornen. — Hinterleib ziemlich kurz , gegen die Wurzel hellgrau , an den 
Hinterrändern der Segmente mit nach hinten immer länger werdenden Schuppen- 
haaren gesäumt. Die beiden Analklappeii löifelfürmig, mit ihrem untern Hinter- 
rand an einander gelegt, auf der Auasenseite kurzhaarig. 

Vorderflügel 4 — 5'" lang, nach hinten verengert und zugespitzt, mit sehr 
schrägem Hinterrand, dicht beschuppt, ganz weiss ohne Glanz. 

Hinterflügel viel breiter, an der Hinterhälfte zugespitzt, dicht mit weissen 
Schuppenhaaren bekleidet, die gegen die hellbräunliche Spitze kleiner werden. 

Unterseite der Vorderflügel rauchbraun, am Innenrand heller, am Vorder- 
rand in einer nach hinten erweiterten Linie weiss. Die Mittelzelle hat eine 
deutliche Nebenzelle. Hinterflügel in der Spitze und in einer breiten Costal- 
strieme hell rauchbraun. Alle Franzeu weiss. 

Vaterland: Texas (Boll, Beifrage). Ein gut erhaltenes, von Beifrage am 
24. Mai gefangenes cT in meiner Sammlung, ein anderes im Museum Cambridge. 

Flutella cruciferariini Z. 

Plut. limhipennella Clera. p. 90. — molUpedella Cl. p. 91. 

The Cabbage Moth. Cerostoma hrassicella, Fitch. Report. New -York. 
1856, p. 170-175. 

Da die Innenrandstrieme der Vorderflügel des cT oft rüthlichgrau und 
auf dem Innenrande selbst schwarzbraun punktirt ist, so braucht Clemens in 
seiner MolUpeäella nicht gerade das Weibchen dieser Art beschrieben zu 
haben. Beide Beschreibungen sind nur oberflächliche. — Die Veränderlichkeit 
der Färbung wird selbst von Fitch angezeigt. Dieser fand die Raupen, zugleich 
mit den Motten, in den Gärten bei Ottawa in Illinois den October hindurch in 
schädlicher Menge an den Kohlptianzen, deren äussere Blätter ganz zerlöchert 
und zerfressen wurden. Das Puppengespinnst bildet er S. 172 unnatürlich an 
beiden Enden abgerundet ab, statt dass es wie bei dem der Plut. 'porrectella 
nach beiden Seiten zugespitzt ist. (Bei uns hat die Art noch nie Schaden an- 
gerichtet). 

Ich habe männliche Exemplare aus Ohio (Schläger) und beide Geschlechter 
aus Texas (Boll) erhalten. 

Depressaria. 

Zu den vier von Clemens beschriebenen Arten hat Robinson in den Annais 
Nat. Hist. IX, p. 157, pl. 1, Fig. 10 eine Depr. Grotella hinzugefügt. Die mir 
bekannten sind: 

1. Atrodorsella Cl. 
Thorace atro, eapillis roseo nigroque mixtis, palporum articulo terminali 
nigro-biannulato ; alis ant. flaviclo-ocliraceis , basi anguste atra, cosfa nigro- 
punctata, punctis postice in lifuram coalescentihits , puncto venae transversae 
alba litwae-brunneae imposita. cf Q. 

Clemens ed. Stainton p. 230. 

5 



34 P- C. Zeller. 

Sehr leicht zu erkennen an dem schwarzen Thorax und der schwarzen 
Vorderflüfcelbasis — was sie mit Culcitella gemein hat, ohne doch dieser Art 
nahe verwandt zu sein; denn sie hat eine deutliche Vorderflügelspitze und anders 
gebaute Taster, so dass sie wohl am besten nach Assimilclla, deren Durch- 
schnittsgrösse sie hat, gestellt wird. 

Eückenschild tiefschwarz mit bleichochergelblichem Schildchen. In die 
schwarzbraunen Haare des Oberkopfes sind zu beiden Seiten aufgerichtete, rosen- 
rothe Schuppen streifenförmig eingemengt; Gesicht bleichgelb wie die Taster 
und die Schuppen des Rüssels. Taster von gewöhnlichem Bau (also nicht mit 
verlängertem Mittelgliede), am zweiten Gliede braun besprengt und mit braunem 
Schuppenkamm der Schneide; Endglied mit zwei breiten, schwarzen Ringen (an 
der Wurzel und vor der Spitze). Fühler graubräunlich. — Beine bleichgelb, 
aussen braun bestäubt; die vier vordem an den Schienen gebräunt; alle Dornen 
braungrau mit hellgelblichen Spitzen und alle Füsse auswärts braungrau, an den 
Enden der Glieder hellgelb; nur die zwei letzten Vorderfussglieder einfarbig 
schwarzbraun. — Hinterleib bleichgelb, am Bauch mit vier schwarzen Punkt- 
reihen, von denen die äussern stark und etwas verflossen, die zwei mittleren fein sind. 

Vorderflügel 4V3'" lang, mit deutlicher, doch nicht scharfer Spitze, blass 
ocherfarben, hier und da gelbbräunlich angelaufen und mit einzelneu schwarz- 
braunen Schuppen bestreut. Die Basis enthält einen grossen, schwarzen Punkt, 
der an einen kleineren der Medianaderwurzel stüsst. Der Vorderrand ist fast 
von der Wurzel aus bis zur Spitze mit 8 — 10 schwarzen Punkten oder Fleckchen 
gezeichnet, von denen die vier letzten an ihrem untern Ende durch einen 
schwarzen Längsstreifen verbunden sind. Vor der Mitte liegt im Mittelraum 
in hellerer Grundfarbe ein schwarzer Punkt, und auf der Querader ein weisser 
in einem gelbbraunen (fast rostbraunen) Längswiscli, von welchem aus die Adern 
in gleicher Farbe gegen den schwarzen, die Costalflecke verbindenden Streifen 
gerichtet sind. (Diesen und den gelbbraunen Wisch betrachtet Clemens als ein 
nur theilweise unterbrochenes Ganzes). Hinterrand verloschen schwarzbraun 
punktirt. Franzen von der Grundfarbe oder röthlich angelaufen. 

Hinterflügel hellgelblichgrau , gegen die Spitze verdunkelt. Hinterrand 
unbezeichnet oder um die Spitze mit ganz verloschenen braunen Strichclchen. 
Franzen weisslich, um die Spitze ins Gelbliche, nahe der Wurzel mit einer ver- 
loschenen, grauen Linie durchzogen. 

Unterseite der Vorderflügel grau, rings herum bleichgelb, auf dem Vorder- 
rand mit schwarzen Punkten bestreut. Hinterflügel bleichgelb, am Vorderrand 
und in der Spitze in ziemlicher Breite schwarz bestäubt. 

Vaterland der drei von Dr. Hagen erhaltenen cT die Gegend von Cambridge. 

'2. Hilarella n. sp. 
Palporuin orticuU terminalis hasi annuloque medio fiiscifi, capülis ferru- 
gineis; alis ant. ohlongis, apice rotundato, mfescemti-ferrugineis , fuscescenti 
er ehr irr or aus, puncto disci ante medium nigro, Jitura media transversa 
fuscescenti. cT 9- 



Beitrüge zur Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 35 

Verwandt mit LatereUa, kurzflügliger, mit weniger hervortretendem Anal- 
winkel der Hinterflügel (darin also mehr mit Contcrminella stimmend), anf den 
gesättigt rostrothen Vorderflügeln nur mit einem Discalpunkt vor der Mitte_ 

Rückenschild hell rostgelb, röthlichfleckig. Kopfhaar rostgelb, Gesicht 
blassgelb wie alle Taster und die Schuppen des Saugrüssels. Lippentaster am 
zweiten Glied auswärts lebhafter gelb und braunbestäubt; das Endglied an der 
Wurzel braun und mit breitem, braunem Ringe vor der hellen Spitze, Fühler 
graubraun. — Beine blassgelb ; die Vorderschienen an der Vorderseite rostroth, 
die 2—3 vorletzten Fussglieder schwarz; die Mittelbeine an den Schienen und 
Füssen (ausser der Spitze) braungrau; die Hinterschienen auswendig schwach 
graustaubig mit einfach bleichen Dornen. — Hinterleib des <^ dunkelgrau mit 
hellem, gelbgemischtem Analbusch, des $ graugelblich. Der Bauch ist hellgelb- 
lich, jederseits mit einer Reihe schwärzlicher Fleckchen. 

Vorderflügel des cT' 41/4 (bei einem 31/2), des $ 43/4'" lang, breiter und 
viel weniger gestreckt als bei Laterella, mit fast abgerundeter Spitze, rostgelb, 
mehr oder weniger roth überlaufen, sehr reichlich mit braungrauen, hier und 
da zusammenfliesseuden Querstrichelchen bestreut. Vor der Mitte liegt im Mittel- 
raum auf einer gelichteten Stelle ein schwarzer Punkt; etwas hinter und unter 
ihm ist in der Falte ein schwarzes Längsstrichelchen , das aber wenig auff"ällt, 
weil der grosse, wischförmige, dunkle Querfleck der Flügelmitte bis zu ihm 
hinreicht. Der Hinterrand ist durch schwärzliche, meist wenig hervortretende 
Punkte von den Franzen getrennt. Diese sind heller als die Grundfarbe, blass, 
mit einer verloschenen, grauen Linie durchzogen. 

Hinterflügel grau, beim 9 heller, in der Spitze am dunkelsten. 

Unterseite grau, beim 9 heller; die Vordertiügel auf der hinteren Hälfte 
des Vorderrandes hellgelb mit schwärzlichen Fleckchen; beim 9 ist das Gelbe 
breiter und zieht auch um den Hinterrand herum, und der Vorderrand ist fast 
ganz schwärzlich puuktirt. Franzen hell, an den Enden röthlich. 

Hinterflügel beim 9 mehr als beim (f in der Flügelspitze und von da 
aus eine Strecke am Hinterrande hin mit schwärzlichen Punkten bestreut. 

Vaterland: Massachusetts bei Beverly; von Burgess erhielt ich fünf Exem- 
plare mit der Angabe: Nahrungspflanze Robinia pseudacaciu; sie krochen aus 
vom 2L Juni bis 81. Juli. 

3. Ileractiana Deg. 

Linnaea Entom. IX, S. 312. Stainton, Nat. Hist. Tin. VI. p. 112, tab. 3, 
Fig. 2 (Schmetterling unkenntlich). Herrich-Schälfer, Schm. v. Europa V, Fig. 445 
(wenig besser). 

Zwei durch Dr. Speyer unter der Benennung Bepress. Ontariella 
Bethune erhaltene 9 (ob also aus der Gegend von New- York?) stimmen mit 
grossen europäischen Exemplaren auf das Genaueste überein. Das eine trägt 
einen Zettel mit der Angabe: „14. Aug.". wonach auch die Flugzeit nichts Ab- 
weichendes hat. 

5* 



36 P- C. Zeller. 

Ohne Zweifel ist diese Art dort eingewandert, und die Wahl einer pas- 
senden Futterüanze für ihre Nachkommenschaft hat ihr, sobald sie nach glück- 
licher winterlicher Ueherfahrt das Land betrat, nicht die mindeste Schwierigkeit 
geboten. 

4. Scabella n. sp. 

Palpis subattenuatis, fusco-cinereis , articulo terminäli in medio alhido - 
alis mit. elongatis, fusco-cinereis, suhnelmlosis , punctis diwhus ante, uno post 
medium nigris, scabris. 9- 

Eine aberrircnde Art, bei welcher das zweite Tasterglied fast gar keine 
abstehende, bürstenförmig gesträubte Schuppen hat (also mehr gelochienartig 
ist), und die Vorderflügel mit rauhen Schuppenbüschchen bezeichnet sind (was ich 
noch von keiner Depjvessaria kenne). Die Färbung der Vorderfiügel weist sie 
zu den Arten ohne helles Wurzelfeldchen. 

Grösse der folgenden Art. Rückenschild und Kopf braungrau, Gesicht 
etwas heller. Taster von Rückenschildlänge, braungrau, auf der Innenseite etwas 
lichter; das zweite Glied hier vor der hellgrauen Spitze mit schwärzlichem 
Bande; dieses Glied ist zusammengedrückt walzenförmig, nur am Basaldrittel 
verdünnt, auf der Schneide mit kaum ein wenig gelockerten Schuppen, doch 
gegen die Spitze mit einer Längsfurche; das Endglied halb so lang wie das 
zweite Glied; braun mit weisslichem Mittelringe und feiner, weisslichcr Spitze. 
Fühler dünn, bräunlichgrau. — Beine einwärts hell ledergelb, die vier vorderen 
auswärts braun, am Ende der Schienen und der Fussglieder hell; die zwei vor- 
letzten Fussglieder der Vorderbeine einfarbig braun, wie bei den Depressarien 
gewöhnlich. Hinterschienen auswärts hell ledergelb mit zwei grauen Längs- 
flecken und blonder Behaarung; die Dornen auswärts mit dunkler Wurzelhälfte; 
die Füsse braun, an den Enden der Glieder hell. — Hinterleib bleich gelblichgrau 
mit hellerem, ganz ungeflecktem Bauch. 

Vorderflügel 4'" laug, gestreckt, hinten zugerundet, braungrau, dunkel 
bestäubt, vorzüglich gegen den Hinterrand. Auf der hinteren Hälfte des Vorder- 
randes lassen sich undeutliche, dunklere Fleckchen unterscheiden. Im Mittel- 
raum liegen vor der Mitte zwei schwarze, rauhe Punkte schräg untereinander 
und senkrecht unter dem unteren ist in der Falte ein dritter. Hinter der Mitte, 
dem zweiten gegenüber ist noch ein solcher Punkt, dem ein grösserer, ver- 
dunkelter, mit ein paar rauhen, schwarzen Pünktchen bezeichneter Nebelfleck 
folgt. Zwischen und über diesen zwei Gruppen liegt unterhalb des Vorderrandes 
eine kleine, schwarze Längslinie. Die dunklere Bestäubung der Fläche reicht 
in die grauen Franzen hinein. 

Hinterflügel hellgrau, feinschuppig, in der Flügelspitze gröber beschuppt 
und bräunlich bestäubt. Der obere Ast der Medianader (2) ist von den beiden 
aus der Ecke der Mittelzelle (8 u. 4) fast aus demselben Punkte kommenden 
weit abgerückt. 

Unterseite der Vorderflügel bräunlichgrau, am Hinterrand mit einer Reihe 
kleiner, schwarzbrauner Punkte. Auch hier ist der dem Innenrande nächste Ast 



Beiträge znr Kenntniss der nordamericanisclien Nachtfalter. 37 

der Medianader (wie Linnaea entnmol. tab. 2, Fig. 6) weit ab2:erüclvt. Hiiiter- 
fliigel vor der Spitze mit groben, braunen Schuppen bestreut, in der Spitze selbst 
mit einem schwarzbraunen Raudstrichelchen, dem sich ein paar hellere und ver- 
loschenere des Hinterrandes anschliessen. Der Aualwinkel tritt nur schwach hervor. 
Vaterland: Ohio (Schläger). Ein gutes 2 in meiner Sammlung. 

5. Nehulosa n. sp. 

Palpormn fasciculo subinfundihuliformi ; alis mit. dongatifi, apice rohiv- 
dato, cinereis, ohscuriufs dense marmoratia , cosia obsolete maetäata, puncto 
striolaque albo-marginafa nigris ante, piincto <dho nigra - marginaio pont 
medium, cf Q . 

Eine ziemlich kleine Art, die von allen durch den fast trichterförmig 
ausgebreiteten Schuppenbusch am Ende des zweiten Tastergliedes abweicht. 
Dass sie trotzdem eine wirkliche Dep^-essaria ist, zeigt die fast mit Appilana 
stimmende Vorderflügelzeichnung; doch ist das helle Basalfeld nur so eben 
angedeutet. Ungeachtet der Tasterbildung ist der beste Platz für diese Art 
wohl bei Ciniflonella. 

Eückenschild, Kopf und Fühler grau. Gesicht und Innenseite der Taster 
weisslich; diese auswärts schwärzlich bestäubt; das zweite Glied von der Wurzel 
bis zur Hälfte schlank, dann auf der Unterseite mit einem starken, au Länge 
bis zur Spitze abnehmenden Schuppenbusch, der sich fast trichterförmig aus- 
einandersträubt; Endglied an der Wurzel und in einem breiten Einge vor der 
weisslichen Spitze schwarz. Säugrüssel weisslich beschuppt. — Beine weissgrau, 
auswärts dunkler grau bestäubt; die Füsse an den Enden der Glieder gelblich- 
weiss: die drei letzten Vorderfussglieder nur grau. — Hinterleib hellgrau mit 
helleren Hinterränderu der Segmente; der Bauch weisslich, an jeder Seite mit 
einer Reihe kleiner, schwarzer Punkte, und dazwischen noch zwei abgekürzten 
Reihen schwarzer Pünktchen, 

Vorderflügel 4— 4V4'" lang, gestreckt, nach hinten wenig erweitert, mit 
abgerundeter Spitze, grau, sehr dicht mit dunkelgrauen, mehr oder weniger zu- 
sammenfliessenden Punkten besprengt. Bei manchen Exemplaren last sich ein 
helleres, gegen die Flügelfläche nur durch etwas dunklere Farbe begrenztes 
Basalfeld erkennen, das sich auch am Vorderrande mehr oder weniger verlängert. 
Der Vorderrand ist auf der Endhälfte meist mit sehr verloschenen, dunkleren 
Flecken bezeichnet. Im Mittelfelde liegen bei Vs schräg unter einander zwei 
schwarze Punkte, der untere meist strichfürrnig und oberwärts mit einigen 
weissen Schuppen gerandet und bei deutlichen Exemplaren in eine weissliche Linie 
fortgesetzt, hinter welcher, etwa in der Flügelhälfte, auf der Querader ein 
weisser, theilweise schwarz umzogener Punkt folgt. Am Hinterrand zieht von 
der Plügelspitze aus eine Reihe von sechs schwarzen Punkten, von denen aber 
bisweilen nur die obersten sichtbar bleiben und bisweilen keiner deutlich ist. 

Hinterflügel einfarbig hellgrau; die Franzen um die Flügelspitze ins 
Weissliche. 



38 P- C. Zpller. 

Unterseite der Vorderflügel grau, am Vorderrand schmal weisslich mit dunkel- 
grauen Flecken und Stäubclieu. Den Hinterrand umzieht bis in den Vorderrand 
eine Reihe schwarzer, kleiner Punkte. — Der erste Ast der Medianader wie bei Litu- 
rella. An den Hinterflügeln ist die Spitze mit schwärzlichen Strichelchen eingefast. 
Der erste Ast der Medianader (2) entspringt weit entfernt von dem folgenden. 

Vaterland: Massachusetts. 6 (f 4 Q , wahrscheinlich alle erzogen, durch 
Dr. Hagen aus der Gegend von Cambridge. 

Cryptolechia tentoriferella Cl. 

Palpis alhidis, articuli secmidi dimidio exterius fusco ; alis mit. tortrici- 
formilms, costa convexiuscula, apice acuto, rufescenti-osneis, costue hasi, xmnctis 
3 disci (primo subgemello ante medium, secundo in plica media, tertio venue 
transversue) nehulaque suhfasciata postica nigris. cf 9- 

Machimia tentoriferella Clem. ed. Stainton p. 147. 

Sie gehört mit Cr. straminella und castella (CaflY. p. 107) eng zusammen, 
ihre Vorderflügel sind nicht so gleichmässig geröthet wie bei letzterer und 
ausserdem mit Zeichnungen versehen. 

Von der Grösse einer ansehnlichen De^jr. applana. Die Schuppenhaare 
des Oberkopfes und die der Stirn sind nicht ganz horizontal gegen einander 
gestrichen und liegen daher nicht ganz glatt. Der Kopf, sowie das Rücken- 
schild, röthlichweiss ; das Gesicht zu jeder Seite am Auge mit einigen braunen 
Schuppen. Fühler am Wurzelglied und etwas darüber weisslich, dann ver- 
dunkelt, in beiden Geschlechtern gekerbt (doch beim 9 schwächer und nur an 
der Endhälfte), beim cf ^^^ zwei Reihen Börstchen gefranzt. Taster lang, 
zurückgekrümmt; das zweite Glied zusammengedrückt, am Ende wenig breiter 
als am Anfang, an der untern Schneide etwas locker schuppenhaarig, auswärts 
von der Wurzel aus in grösserer oder geringerer Länge (bei einem 9 gar nicht) 
lebhaft braun, übrigens wie das mehr als halb so lange, dünne, feingespitzte 
Endglied weisslich. Saugrüssel von Rückenschildlänge, halbbeschuppt. — Vorder- 
beine von den Schenkeln an abwärts immer schwärzer braun; die Mittelbeine 
gegen die Füsse hin lichter (bei einem 9 sind die vier vorderen Beine fast gar 
nicht verdunkelt); die Hinterbeine bleich ochergelblich ; die Schienen ziemlich 
dick, besonders auf der Rückenschneide mit niederliegenden Borstenhaaren; die 
Dornen auf der Aussenseite gebräunt, ausser an der Spitze. — Hinterleib ziem- 
lich schlank, bleich gelblichgrau, am Bauch etwas dunkel bestäubt und oft mit 
recht deutlicher, hellgelber, breiter Mittelstrieme; die Seiten sind büschelschuppig, 
der Rücken des 9 meist sehr merklich convex; die letzten Segmente des 9 
verschmälern sich, und der Legestachel steht etwas hervor; der Analbusch des 
cf ist hell. 

Vorderflügel 4-'/4— 5'" lang, von der Schulter aus am Vorderrand convex, 
dann erst gerade, hierauf gegen die Spitze mehr gebogen herabgehend, der 
Hiuterrand sanft convex zurückgehend. Die Grundfarbe ist ein sehr helles, 
röihliches Beingelb, dessen röthliche Beimischung gewöhnlich am meisten aul 
dem Enddrittel hervortritt; schwarze Stäubcheu sind spärlich und ungleich aut 



Beiträge zur Keimtniss der uordamericaiiischeii Naclitfalter. 39 

der Fläche zerstreut. Der Schulterpunkt ist tiefachwarz und in eine kurze Linie 
ausgezogen. Im Mittelraum liegt ein schwarzer, oft zusammengeflossener Doppel- 
punkt vor der Mitte; in der Hälfte der Falte ein kurzes, von einem mehr oder 
weniger starken Hof umgebenes Längsstrichelchen , und hinter und über ihm 
der schräge Queraderstrich, der selten einen Schatten nach hinten wirft. Mitten 
zwischen ihm und dem Hinterrand zieht eine aus Stäubchen gebildete Nebel- 
binde, die sich oberwärts nach innen krümmt und den Vorderrand kurz hinter 
dem Queraderstrich erreicht. Längs des Hinterrandes sind 6—8 schwarze Pünkt- 
chen, die zwei obersten schon über der Flügelspitze. Franzen hell, nngefleckt. 

Hinterflügel ohne Ausbuchtung unterhalb der stumpfwinkligen Spitze, ein- 
farbig hellgrau mit lichteren Franzen. 

Unterseite der Vorderflügel hellgrau, am Vorderrand strieraenartig hell- 
ochergelb. Hinterflügel viel heller, am Vorderrand gelblich mit brauner Be- 
stäubung. Die schwarzen Hinterrandpunkte der Vorderflügcl viel schärfer als 
auf der Oberseite, auch die Hinterflügel sind um die Spitze herum mit dergleichen 
versehen. 

Vaterland: Massachusetts und die Gegend von New- York; wenigstens um 
Cambridge ist die Art nicht selten (ein Exemplar mit der Angabe: September). 
Nach Clemens lebt die Eaupe, die er beschreibt, bis gegen Anfang September 
am wilden Kirschbaum, an Eichen und Wallnussbäunien (hickory) auf der Unter- 
seite der Blätter in einer kurzen Seidenröhre, und der Schmetterling erscheint 
in der Endhälfte des September. 

Anmerkung. Clemens bildet, ohne von der Gattung Cryptolechm zu 
wissen, die zwei Gattungen: Machimia und Psilocorsis, welche ich vor- 
läuflg nur für Mitglieder von Cryptolechia ansehen kann. Bei Machimia, 
legt er auf die oben angegebene Beschaffenheit der Kopfhaare (er nennt sie 
shaggy) und auf die des zweiten Tastergliedes (second Joint roughencd mth scales) 
das Hauptgewicht, bei Psilocorsis auf den glattschuppigen Kopf, die ange- 
ilrückte Beschuppung des zweiten Tastergliedcs, die wickl erförmige Gestalt der 
Vorderflügel (welche 3Iachimia doch nicht minder hat) und auf die unbedeutende 
Entfernung des untersten Astes der Medianader derselben Flügel (the medio- 
posterior vein not remote from the penultimate). Meines Eraclitens geht schon 
daraus, dass er aus seinen zwei Psilocorsisarteu zwei Abtheilungen bildet, hervor, 
dass diese Unterschiede keine generischen sind, oder dass man fast aus jeder 
Art von CryptoUchia ein eigenes Genus zu bilden hätte (vgl. Linnaea entomol. 
IX, Taf. 3). 

Cryptolechia piperatelUi n. sp. 

Palpis cäbidis, articuU seeundi äimidio exterius fuscescente; alis nnt. 
Costa valde convexa, angmte flavicante, cetenim exalbidift, squamis f/rossis 
nigris inordinate conspersis. q\ 

Klein und durch den stark convexen Vorderrand und die groben, ziem- 
lich zahlreichen, schwarzen Schuppen der gelblich weissen Vorderflügel sehr 
kenntlich. 



40 P- C. Zeller. 

Rückeiischikl uucl Kopf mit seinen Theilen gelblichweiss. Taster von 
Eückenschildlänge , aufgekrümmt, am zweiten Glied mit kaum gelockerter Be- 
schuppung auf der untern Schneide, auswärts bis über die Hälfte gelbbraun; 
das Endglied von Ys Länge des zweiten Gliedes. Saugrüssel klein. Fühler mit 
verdicktem Wurzelgliede; die schmutzig ochergelbe Geissei nur gegen die Spitze 
mit gezähnelten Gliedern, mikroskopisch gefranzt. Beine hell ochergelblich, die 
vorderen gebräunt, die hinteren am hellsten; die dicht behaarten Hinterschienen 
haben die längsten und dichtesten Haare auf der ßückenschneide; die Enddornen 
ziemlich kurz. Hinterleib von der Farbe der Hinterbeine, gegen die Wurzel 
weisslich; Analbusch klein. 

Vorderflügel 32/4'" lang, länglich, mit von der Wurzel aus gleichmässig 
und stark convexem Vorderrand, gelblichweiss, reichlich, aber unordentlich mit 
grossen, runden, schwarzen Punkten bestreut, am wenigsten gegen die Wurzel 
und am Innenrand. Der Vorderrand ist von der Wurzel aus in einer feinen, 
sich allmälich erweiternden Linie bis zur Flügelspitze ochergelb. In der Apical- 
hälfte des Hinterrandes sind einige verloschene, schwarze Punkte. Franzen etwas 
länger als bei Tentoriferella. 

Hinterflügel ein wenig breiter und gelblicher als die Vorderflügel, spitz, 
am Hinterrand unterhalb der Spitze etwas eingebogen, seidenglänzend. 

Unterseite der Vorderflügel graugelblich mit verdunkelt in den H^interrand 
laufenden Adern, am Vorderrand gelblich, mit bränlicher, vor dem Innenwinkel 
verlöschender Hinterrandlinie. Hinterflügel wie oben. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein schönes cT im Cambridger Museum. 

Anmerkung. Die Schuppen des Kopfes sind nur im Nacken etwas ge- 
sträubt; die Maxillartaster deutlich, über dem Saugrüssel gegen einander ge- 
neigt; das Wurzelglied der Fühler breit und zusammengedrückt. Die Franzen 
der Flügel sind verhältnissmässig länger als bei Tentoriferella ; die Vorderflügel 
haben einen auffallend convexen Vorderrand; die sehr kurze Endgabel der Sub- 
cüstalader endigt über der Flügelspitze; der erste Medianaderast steht wie bei 
Tentoriferella weit vom zweiten ab. 

Cryptolechia quercicella Clem. 

CapiMs et thorace füscescentibus , palpis linea longitudinali nigra si- 
fjnatis, ajiice pallido ; alis ant. subelongatis, costa leviter arcuata, paUida, luteis, 
dense fuscescenti strigulosis, puncto venae transversae punctuUsque obsoletis 
marginalilms nigris. 9- 

Psilocorsis quercicella Clemens, Tin. ed. Staint. p. 159. 

Sie ist kleiner und schmalflügliger als Tentoriferella. Rückenschild und 
Kopf hellbräunlich. Taster von Rückenschildlänge, ziemlich schlank, aufge- 
krümmt; das zweite Glied stark zusammengedrückt, am Ende kaum dicker als 
das Endglied, mit einer Längsfurche in der Schuppenschneide, bleich ocher- 
gelblich, in der Furche mit schwarzer Längslinie, die sich bis vor die ganz 
helle, weissliche Spitze des Endgliedes fortsetzt: das Endglied mehr als 2/3 ^<> 
lang wie das zweite Glied, fein und gespitzt, auf der Innenseite mit einer dünnen, 



Beiträge zur Keuntniss der nordamericaiiisclien Nachtfalter. 41 

schwarzen Länsfsiinie, die hier und da mit der anderen zusammenfiicst (daher 
nennt Clemens das Endglied schwarz, vorn mit zwei gelblichweissen Streifen). 
An den Fühlern trägt das längliche, schwarze Wurzelglied vorn eine hellgelb- 
lichc Längslinie und ist auf dem Rücken ebenso hellgelblich; von hier aus zieht 
eine feine, ebensolche Linie die ganze Geissei entlang, welche übrigens hell 
ochergelb ist mit allmälich feineren braunen Eingen (Clemens sagt: Antennae 
ochreous, with a black line above, terminating in black spots; basal Joint with 
two black stripes in front). — Beine bleich ochergelb; an den vorderen die 
Schienen etwas gebräunt; am Fuss, wie bei den meisten Depressarien, die zwei 
ersten Glieder mit hellen Enden, die zwei folgenden ganz schwarzbraun, das 
Endglied ganz hell. An den Hinterbeinen die Schienen reichlich langhaarig, 
die Dornen einfarbig, die des ersten Paares fast über die Schienenspitze hin- 
wegreichend. — Hinterleib hell gelblichgrau mit hellgelblichera Bauch und an 
den Seiten mit Schuppenbüschchen ; der Legestachel steht aus dem Analbusch 
etwas hervor. 

Vorderflügel 4'" lang, etwas gestreckt, nach hinten wenig erweitert, mit 
schwach convexem Vorderrand, auf bleich ochergelblichcm Grunde so dicht, am 
dichtesten von der Wurzel aus, mit hellbräunlichen Qnerwellen, dass die Grund- 
farbe nur wenig sichtbar wird ; die Vorderrandader bleibt rein, ebenso ein kurzer 
Innenrandstreif von der Wurzel aus. Auf der Querader ist ein schwarzer, wenig 
bemerkbarer Punkt, und am Hinterrand eine Reihe schwarzer Punkte. Franzen 
hell; auf die dunklere Wurzel folgt eine bräunliche Linie und hinter dieser noch 
eine verloschenere. 

Hinterflügel nur so breit wie die Vorderflügel, unter der Spitze mit einer 
sehr unmerklichen Einbiegung des Hinterrandes, hellgrau, um die Spitze mit 
verloschenen braunen Hinterrandstrichelchen. Franzen weisslichgrau , nahe der 
gelblichen Wurzel mit einer verloschenen, grauen Linie durchzogen. 

Unterseite der Vorderflügel grau, am Vorderrand schmal, am Hinterrand 
breit gelblich. Hinterflügel heller als auf der Oberseite, am Vorderrand breit 
grau bestäubt. Alle Hinterrandstrichelchen deutlicher als auf der Oberseite. 

Vaterland: Ohio (Schläger), Texas (BolL). Das Texasexemplar hat ent- 
schieden kürzere und zartere Taster als die beiden anderen: auch tritt auf den 
Fühlern die von Clemens bemerkte schwai'ze, in Punkte übergehende Linie deut- 
licher hervor. Es gehört aber sicher derselben Art an. 

Anmerkung. Quercicella und die zwei folgenden Arten zeichnen sich 
durch die zusammengedrückten Lippentaster aus. welche auf der glattschuppigen 
Schneide des zweiten Gliedes eine enge Längsfurche haben, in der eine dunkle, 
bis vor die Spitze des Endgliedes reichende Längslinie hinzieht; die Maxillar- 
taster sind wie bei Piperatella. Die Schuppen des Kopfes liegen glatt. An den 
länglichen Vorderflugeln ist der Vorderrand schwach, aber gleichmässig convex_ 
Die Gabel der Gabelader ist fast so lang wie der Stiel und mündet mit dem 
unteren Zinken in die Flügelspitze. Der erste Ast der Medianader ist dem 
folgenden ganz nahe. Die drei Arten gehören also zu Psüocorsis Clemens. 

6 



42 P- C. Zoller. 

Cryptolechia obsoletella n. sp. 

I'arrii, fhoracc et capüUs lutco-fmcis, pälpis nigro-lineatis, apice iHillido; 
(dis (int. (lequaliter luteo-fuscescentihm, striola ante, puncto post meditim 
scrieque punctorum marginis postici nigris. Q. 

Viel kleiner als Quercicella, von weniger wicklerähnlichem Aussehen, mit 
gleichmässi«? gelbbraunen Vorderfiügeln und einem schwarzen Strichelchen vor 
deren Mitte, das der Quercicella fehlt; ausserdem fängt der Vorderrand erst 
hinter der Mitte an, sich gelb zu färben, und die Hinterrandzeichnung besteht 
aus mehreren und gröberen schwarzen Punkten. 

Kopf und Rückeuschild ziemlich dunkel gelbbraun. Fühler heller; das 
Wurzelglied mit weissgelblicher Längslinie, die sich auf der Geissei fortsetzt 
und von deren Hälfte an, durch die deutliche Absonderung der Glieder, in gelb- 
liche Punkte oder Ringe aufgelöst scheint. Taster dünn, von mehr als Rücken- 
schildlänge, hell gelbbräunlich; das zweite Glied mit der sehr engen Furche, 
welche als schwarze Linie erscheint, die auf der Aussenseite von einer sehr 
feinen, hellgelblichen Linie begleitet wird; die Innenseite dieses Gliedes hell- 
gelblich; das Endglied über halb so lang wie das zweite Glied und ohne Absatz 
aus diesem hervortretend, blassgelb, auf der Vorderseite mit feiner, schwarzer 
Längslinie und mit weisslichgelber Spitze. Saugrüssel von Rückenschildlänge. — 
Beine bleichgelb, die vier vorderen auswärts gebräunt; an den Vorderfüssen die 
zwei vorletzten Glieder schwarz, sonst alle Füsse auswärts bräunlich mit hellen 
Enden der Glieder. Hinterbeine hell; die Schienen zusammengedrückt mit lang- 
haariger Rückenschneide und hellen Dornen, deren erstes Paar bis ans Ende 
der Schienen reicht. — Hinterleib braungrau mit bleichgelbem Bauch und etwas 
aus dem Analbusch hervorstehendem Legestachel. 

Vorderflügel 3'", etwas kürzer als bei Quercicella, mit ähnlich gebogenem 
Vorderrand, doch schrägerem und etwas convexem Hinterrand. Grundfarbe 
gleichmässig hell lehmigbraun. Die Costalader färbt sich von der Mitte an 
gelblich , und diese Färbung setzt sich durch die Vorderrandfranzen bis zur 
Plügelspitze fort. Auf der Querader liegt ein starker, schwarzer Punkt, und 
mitten zwischen ihm und der Flügelbasis im Mittelraum ein kurzes, schwarzes 
Längsstrichelchen. Ueber dem Innenwinkel ist eine schwärzliche, auch einige 
Innenrandfranzen färbende Wolke. Den Hinterrand säumt eine Reihe grober, 
schwarzer Punkte, denen sich über der Flügelspitze ein paar verloschene Punkte 
anschliessen. Die ziemlich langen Franzen sind merklich heller als die Grund- 
farbe der Flügel. 

Hinterflügel so breit wie die Vorderflügel mit deutlicher Spitze, unterhalb 
derselben ohne Eindruck des Hinterrandes , hell bräunlichgrau , um die Spitze 
herum mit schwärzlichen Marginalstrichelchen. Franzen heller als die Grundfarbe. 
Unterseite grau, der Vorderrand der Vorderflügel breiter hellgelb als auf 
der Oberseite; die Randpunkte deutlich, doch viel blässer als oben. Der Stiel 
der Gabelader ist länger als die Gabel; der erste Ast der Medianader entspringt 
dem folgenden sehr nahe und geht anfangs in stärkerem Bogen als bei Qioer- 



Beiträge znr Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 43 

cicella. — Auf den Hinterflügeln sind die Randpunkte so deutlich wie auf der 
Oberseite. 

Vaterland: Ohio (Schläger). Ein 9 in meiner Sammlung. 

Cryptolechia ferruginosa n. sp. 

Thorace et cainllis ferrugineo-ochraceis , palporum articulo terminali 
niyro-lineato ; alis ant. subelongatis, ferrugineo-ochraceis, imnctis disci duohm 
(altera ante, altera post medium) nigris, margine postico ohsolete punctato. Q . 

So gross wie Quercicella, mit gestreckteren Vorderflügeln, von nicht so 
wicklerförraigem Aussehen und durch die fast rostgelbliche Ocherfarbe des Vorder- 
kürpers und durch die zwei schwarzen Punkte der Vorderflügel ausgezeichnet. 

Kopf, Rückenschild und Vorderflügel gleichfarbig wie angegeben. Fühler 
hell ochergelb; das Wurzelglied mit schwarzer, auf der Geissei etwas fortge- 
setzter Längslinie , auf welche dann bräunliche Pankte folgen , wodurch die 
Fühler deutliche Halbringe erhalten. — Taster so lang wie das Rückenschild, 
hell ochergelb; das zweite Glied mit deutlicher, doch so enger Furche, dass 
keine dunkle Linie darin zu erkennen ist: Endglied von mehr als halber Länge 
des zweiten Gliedes, deutlich abgesetzt, mit drei schwarzen Längslinien und 
feiner, heller Spitze. Saugrüssel länger als das Rückenschild, bleich ochergelb 
beschuppt. — Beine ebenso, fast einfarbig. Hinterschienen schwach zusammen- 
gedrückt, auf dem Rücken mit anliegenden, nicht reichlichen Haaren. Der eine 
Dorn des ersten Paares reicht bis an das Schienenende. — Hinterleib graugelb< 
am Bauch sehr hellgelblioh; der kurze Legestachel ragt aus dem Analbusch hervor. 

Vorderflügel 4'" lang, ziemlich gestreckt, mit schrägerem Hinterrand und 
dadurch stärker gespitzt als bei Quercicella. Auf der Querader ist ein schwarzer 
Punkt; ihm etwas näher als der Flügelbasis im Mittelraume ein anderer solcher 
Pnnkt. Am Hinterrand entlang liegen von der Flügelspitze aus vier verloschene 
schwärzliche Strichelchen. Franzen ziemlich lang, etwas heller als die Grundfarbe. 

Hinterflügel so breit wie die Vorderflügel, ohne Einbiegung des Hinter- 
randes unterhalb der Spitze, hell gelblichgrau, um die mit einer dunklen Stelle 
gezeichnete Spitze mehr gelblich; Franzen hell gelblichgrau. 

Unterseite der Vorderflügel grau, längs des Vorderrandes und dreimal so 
breit am Hinterrand bleichgelb, mit kaum bemerkbarer Randzeichnung; Hinter- 
flügel gelblichweiss, am Vorderrand und um die Spitze bleichgelb. Der erste 
Ast der Medianader hat einen sehr schwachen, aber bedeutend gekrümmten 
Anfang, sonst einen geraden Verlauf. 

Vaterland: Ohio (Schläger). Ein Q in meiner Sammlung. 

Cryptolechia cretacea n. sp. 

Parva, cretacea, antennis cf longius ciliatis, palporum articiili secundi 
vix dimidio fuscescente, pedibus anticis fuscis; alis ant. ohlongis, punctis duobus 
di'ici nebulaque transversa jiostica cincreis oJ^soleiis. (^ Q. 



44 P- <^- 55ellpr. 

Wenig grösser als Obsoletella, auf der ganzen Oberseite weiss mit sehr 
schwacher gelblicher Beimischung, auf den Vorderflügeln beim ersten Anblick 
zeichuuugslos. 

Vorderkürper und Vorderflügel gleichfarbig, der Kopf und die Innenseite 
der Taster reinweiss. Letzterer so lang wie Kopf und Rückenscliild zusammen- 
genommen; das zweite Glied zusammengedrückt, nach oben verdünnt, auf der 
Uli gefurchten Schneide ein wenig locker beschuppt, auf der kleinem Wurzelhälfte 
graubraun ; das Endglied fast so lang wie das zweite Glied und diesem ohne 
merklichen Absatz aufgesetzt. Maxillartaster weisslich. Saugrüssel bräunlich be- 
schuppt. — Pühier hellbräunlicli mit weisslichem Wurzelgliede, beim cf doppelt 
gefranzt, die Franzen au der Wurzelhälfte länger als an der Endhälfte. — Vorder- 
beine auf der Aussenseite dunkelbraun, auf der Innenseite hellbräunlich wie die 
Mittelbeine; Hinterbeine bräunlichweiss , an den Schienen ziemlich reichlich be- 
luiart. — Hinterleib hellbraun grau, am Bauch kreideweiss; das c/" mit starkem 
Analbusch. 

Vorderflügel 274—3'" lang, länglich, mit schwach convexem Vorderrand, 
stumpfer Spitze und convexem Hiuterrand. In der Costalbasis in ein schwarzer, 
fast unmerklicher Punkt. Die zwei Punkte des Mittelraumes, der eine auf der 
Querader, der andere ihm ein wenig näher als der Flügelbasis, sind aus ein 
paar grauen Schuppen zusammengesetzt und daher leicht zu übersehen. Noch 
undeutlicher ist die aus je ein paar Schüppchen zusammengesetzte Puuktreihe, 
welche dem Hinterrand näher als dem Queraderpunkte liegt und, stark nach 
aussen gebogen, einen kaum merklichen Nebelstreifen bildet. 

Hinterflügel eben so breit wie die Vorderflügel, weniger rein weiss, unter- 
halb der Spitze ohne Einbiegung des Hinterrandes. 

Unterseite der Vorderflügel dicht grau bestäubt, auch auf den Franzen. 
Der Stiel der Gabelader ist kürzer als die Gabel. Der erste Ast der Medianader 
sehr schwach gebogen, etwas abgerückt von dem folgenden, der mit dem letzten 
fast aus demselben Punkte kommt. Hinterflügel weiss, am Vorderrand breit 
grau bestäubt. 

Vaterland: Texas. Ein gutes cf (durch Boll mitgebracht) im Cambridger 
Museum, drei fast frauzenlose Q, ganz ohne Zeichnung (durch Beifrage am 5. 
und 0. Juni gefangen) in meiner Sammlung. 

Cryptolechia Uthosina n. sp. 

Pulporum articulo secundo dimidio fusco, thoraee pallide ochraceo ; alis 
uiit. elongatis, ohtusis, osseo-albidis ; posteriorihus duplo latiorihus alhidis. cf. 

Von der Grösse der Quercicella, nicht wicklerförmig, mit schmalen, nicht 
nach hinten erweiterten Vorderflügeln und doppelt so breiten Hinterflügeln. 

Eückenschild in der Mitte blassröthlich ocherfarben, ringsum heller. Kopf 
glattschuppig, kreideweiss. Taster so lang wie Kopf und Rückenschild zusammen- 
genommen, aufgekrümmt; das zweite Glied ohne Furche, glattschuppig, zu- 
sammengedrückt, am Ende ein wenig verdünnt, auswärts fast bis zum Ende 
gelbbraun, sonst weiss, wie das feine Endglied, das fast Vs so lang wie das 



Beiträge zur Kenntniss der nordamericaiiischeii Nachtfalter. 45 

zweite Glied ist. Maxillartaster bleichgraugelblich, wie die Beschuppung des 
Saugrüssels. — Fühler fast so lang wie die Vorderflügel, über dem Wurzelglied 
ziemlich dick, pubescirend gefranzt, beingelblich . gegen das Ende gebräunt. — 
(Vorderbeine fehlen); Mittelbeine hoUgelblichgrau. Hinterbeine fast weisslich; 
die Schenkel und Schienen zusammengedrückt, die letzteren wenig behaart (viel- 
leicht nur abgerieben); der eine Dorn jedes Paares lang. — Hinterleib hellgrau; 
Analbusch bleichgelb, gross, einen grossen Genitalapparat einschliesend. 

Vorderflügel 4'" lang, schmal, nach hinten nicht erweitert; der Vorderrand 
von der Wurzel aus convex, dann ziemlich gerade verlaufend und mit dem con- 
vexen Hinterrand die abgerundete Flügelspitze bildend. Grundfarbe weisslicli 
beingelb, am Tnnenrand lebhafter beingelb, sonst ganz ohne Zeichnung. 

Hinterflügel doppelt so breit wie die Vorderflügel, unterhalb der Spitze 
oline Eindruck des Hinterrandes, gelblichweiss, weissfranzig. 

Unterseite der Vorderfiügel hell gelblicligrau, gegen den Innenrand noch 
lichter. Soviel sich ohne Abschuppung erkennen lässt, ist der Stiel der Gabel- 
ader länger als die Gabel, und der erste Ast der Medianader entspringt nalie 
am folgenden. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein massig gut erhaltenes (f im Cambridger 
Museum. 

CryptolecMa tiubeculosa n. sp. Taf. III. Fig. 12. 

Palpis ante apicem fuscis; alis ant. xwstice angustatis, einer eis, mthe- 
culis ohscuris aliquot äispersis, maculis 3 costalibus ohsoletis nigricantihus, 
fitriula plicae ante medium punctoque venae transversae nigris; post. paulo 
latioribus. ^f Q . 

In der nach hinten verschmälerten Vorderflügelform und also in der 
Unähnlichkeit mit der Tortricidenformation stimmt diese kleine Art mit Cr. 
alhicilla Z. 

Eückenschild und Kopf grau, Gesicht weisslich. Taster schlank; das zweite 
Glied etwas zusammengedrückt, am Ende etwas verdünnt, auswärts und an der 
Schneide grau, innen weisslich; das Endglied nicht fein, mehr als halb so lang 
wie das zweite Glied, weissgrau, vor der hellen, feinen Spitze gewöhnlich rings 
herum schwärzlich, auch auf dem Rücken an der Wurzel schwärzlich. Maxillar- 
taster und Rücken des Saugrüssels weissgrau. — Fühler ^4 so lang wie die 
Vorderflügel, beim cf borstenförmig, dicht haarig gefranzt, hellgrau, mit weiss- 
lichem Wurzelglied. — Beine weissgrau , die vorderen auf der Lichtseite braun 
angelaufen, die vier hinteren Schenkel weiss, schiefergrau schimmernd; die 
Hinterschienen zusammengedrückt, ziemlich reichlich haarschuppig, besonders 
auf der Rückenschneide ; die Dornen plump , der erste des oberen Paares bis 
zur Schienenspitze reichend. Vorderbrust weiss mit einem gegen die Vorder- 
flügel gerichteten Schuppenbüschel. — Hinterleib grau , an den Seiten mit 
Schuppenbüschen und am Bauch gelblichweiss; der dicke Legestachel des 9 
steht kaum hervor. 



46 P. C. Zeller. 

Vorderflügel 3— 3V3'" lang, ziemlich gestreckt, im ersten Drittel am 
breitesten, dann allmälig verengert und mit ziemlich abgerundeter Spitze, grau 
mit weisslicheren Stellen und wischförmigen, bräunlichen Nebelflecken, von 
denen sich drei am Vorderrand und drei längs des Innenrandes am meisten 
bemerklich machen. Die Costalbasis ist mit einem dunkeln Fleckchen bezeichnet 
und darunter die Innenrandgegend fleckartig verdunkelt. Ein Nebelstreif geht 
schräg nach aussen vom Vorderrand bei V4 herab und endigt über der Flügel- 
mitte mit einem schwarzen Punkt; unter diesem fängt er mit einem scharfen, 
schwarzen, in der Falte liegenden Strichelchen wieder an und setzt sich, dieselbe 
schräge Richtung beibehaltend, bis zum Innenrande fort. Vor der Flügelmitte 
ist am Vorderrand der zweite Nebelfleck; der dritte, von welchem eine nach 
aussen gebogene, mehr oder weniger deutliche Linie zum Innenwinkel herabzieht, 
liegt gegen die Flügelspitze hinter dem schwarzen Queraderpunkte, unter welchem 
sich auch vor dem Innenwinkel ein Nebelfleck bildet. Der Hinterrand ist auch 
um die Spitze herum mit einer Reihe schwarzer Punkte gezeichnet. Franzen 
einfarbig, weissgrau. Bei abgeflatterten Exemplaren, denen die Nebelflecke zum 
Theil fehlen, hat der schwarze Strich in der Falte und der Punkt auf der Quer- 
ader sich gut erhalten. 

Hinterflügel breiter als die Vorderflügel , mit wenig vortretender Spitze 
und darunter nicht eingebogen, ziemlich dunkelgrau; die weisslichen Franzen 
nahe der Wurzel mit einer grauen Schattenlinie durchzogen. 

Unterseite der Vorderflügel grau mit feiner, weisslicher Costallinie. In 
die Flügelspitze geht, soviel sich ohne Abschuppung erkennen lässt, nur eine 
einfache Ader; die zwei ersten Aeste der Medianader entspringen dicht bei- 
sammen. Hinterflügel weissgrau. 

Vaterland: Texas. Mehrere Exemplare im Cambridger Museum; ein ab- 
geflogenes Belfrage'sches 9> dessen Zettel mit der Flugzeit mir verloren gegangen 
ist, in meiner Sammlung. 

Anmerkung. Eine merklich grössere Art (Vorderflügel 4'") besitze ich 
aus Venezuela. Das schlechte, auf der Basalhälfte ganz abgewischte 9 {Muscer- 
ilella Mus. Z.) hat gestrecktere Flügel und entbehrt den Nebelfleck vor der Flügel- 
spitze auf dem hier weisslichen Vorderrande gänzlich, und den Hinterrand fosst 
eine vollständige Reihe schwarzer Punkte ein. Sehr deutlich zu erkennen ist 
hier, dass in die Spitze der Vorderflügel nur eine einfache Ader geht. 

CryptoleeJiia Schlaegeri Z, 

Linnaea entomol. IX, S. 372, Fig. 18. — X, S. 158. 

Vaterland ausser den angegebenen Staaten auch Texas. Von zwei durch 
ßoll gesammelten Weibchen ist das eine von vorzüglicher Grösse (Vorderflügel 
fast 7'"); die bläulichgrauen Nebel der Vorderflügel sind bei ihm sehr einge- 
schränkt und lassen die weisse Grundfarbe um so ausgedehnter und reiner her- 
vortreten. Die Hinterflügel sind fast weiss, nur im Mittelrauin hellgrau angeflogen. 
Der starke Schuppenbusch des Scutellums enthält eine Menge an der Spitze 
stahlblau glänzender Schuppen. — Ein Männchen ist ungewöhnlicli klein, näm- 



Beiträge zur Keuntniss der nordamericanisoheu Nachtfalter. 47 

lieh nur von 4'" Vorderflügellänge. — Zwei auch kleine von Beifrage am 20. August 
gefangene Männchen sind so abgeflogen (sie haben an den Vorderflügeln gar 
keine Franzcn!), dass dem Schuppenbusch des Scutellums die stahlblauen Schuppen 
ganz fehlen, und er nun lehmgelb aussieht. 

Die verhältnissmässig kurzen Taster, die im Nacken etwas aufgesträubten 
und gegen einander gerichteten Kopfschuppen und besonders der starke Schuppen- 
knoten auf dem Scutelluui, dazu die schmalen Vorderflügel (die nur die halbe 
Breite der Hinterflügel haben) und die einfache in die Plügelspitze laufende 
Ader würden gestatten, ein leicht zu erkennendes Genus zu errichten, wenn 
das Bedürfniss dazu vorhanden wäre; die 162 Walker'schen Arten scheinen mir 
es nicht anzudeuten, so lange nicht ein anderer Mann als Francis Walker das 
im British Museum vorhandene Material von neuem bearbeitet. 

Cryptolechia vestalis n. sp. 

Antennis praeter hasiiii palporumque articulo secimdo exterius fasce- 
scentibus; alis mit. ohlowjis, postice levitcr coarctatis, niveis, unicolorihus ; post. 
Idtis, alhis. 9. 

Zu unterscheiden von Cr. alhella durch viel geringere Grösse, die nach 
hinten verengerten, auch auf der Unterseite ganz einfarbigen Vorderflügel, die 
schräger zugesintzten Hinterflügel, die kürzeren, reinweissen, nur am zweiten 
Gliede auswärts gebräunten Taster, die aussen an der Wurzel bräunlichen 
Fühler — von LeuciUana durch die kürzeren Vorderflügel und die anders ge- 
färbten Taster — von Alhicüla durch weniger gespitzte, ganz einfarbige, auf 
der Unterseite nicht grau angelaufene Vorderflügel und breitere Hinterflügel. 

Grösse einer kleineren Crypt. Schläxjeri. Eückenschild und Kopf mit 
seinen Theilen rein weiss, ohne Glanz; das Schildchen ganz glattsclmppig. Fühler 
am Wurzelglied und den folgenden 3—4 Gliedern weiss, dann hellbraun. Taster 
etwas kürzer als bei Schlügeri, aber das Endglied verhältnissmässig länger; sie 
sind reinweiss, nur am zweiten Gliede auswärts bis zur Spitze gelbbraun. Beine 
weisS; auswärts hell ocherbräunlich angelaufen ; die Hinterschienen bleiben rein 
weiss und sind reichlich haarschuppig. Hinterleib ziemlich stark, weiss, mit 
eingezogenem Legestachel. 

Vorderflügel fast 5'" lang, länglich, nach hinten ein wenig verengert; 
der Vorderrand hat vor der Mitte seine meiste Convexität und läuft dann fast 
gerade bis zu der beinahe abgerundeten Spitze ; der Hinterrand convex. Grund- 
farbe reinweiss, ein wenig seidenglänzeud, ohne jede Zeichnung. — Hinterflügel 
am breitesten vor dem Analwinkel, und zwar doppelt so breit wie die Vorderflügel, 
dann gegen den abgerundeten Apicalwinkel zugespitzt, vor diesem mit einem 
sehr seichten Eindruck des Hinterrandes. 

Unterseite der Vorderflügel äusserst blassgelblich angelaufen, mit sehr 
deutlichem Geäder. Die Medianader verästelt sich wie bei Schlägeri fast aus 
einem Pnnkte. Auch die Hinterflügel sind nicht völlig reinweiss, alle Franzen 
aber schneeweiss. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein sehr schön erhaltenes 2 im Cambridger Museum. 



48 P C. Zell er. 

Eiiicorthylis u. g. Taf. III. Fig. 13 a. b. 

KopÖuXo?, cwis quaedam capite crintatü. 

CapilliUum deprcssum, laevigatum. 

Ocelli nulli. 

Antennue cremdatae. 

Palpi labiales porrecti, thorace multo lonrjiores, articulo secundo 
fiiiharcuato, suhtus laevis, supra postice aqiuimis erectis cri- 
stato; terminali setaceo, erecto. 

Haustellimi brevissimum . 

Alae anteriores anyustae, murginibus oppositis subparallelis; cellula 
media siiiiplici, vena apicali farcata; posteriores anterioribiis latiores, trajiezi- 
formes, margine postico infra apicem leviter impresso, vena mediana trifida. 

Tihiae posticae in dorso piloso-cristatae. 

Vom Plügelbau, auch von der Färbung und Zeichnung der Vorderflügel, 
des Ypsol. juniperellus , aber an dem langen Mittelgliede der Taster auf der 
Unterseite mit glatt anliegender Beschuppung, während die Schuppenhaare der 
Oberseite auf der Endhälfte verlängert und aufgerichtet sind und eine längliche 
Bürste bilden. Bei der ganz verschieden aussehenden Gattung Enicostoma 
sind die Schuppen der Unterseite des zweiten Gliedes etwas gelockert, und auf 
der Oberseite liegen sie überall an und sind in der Länge einander gleich. 
Dasselbe gilt von der Gattung Ceuthomadarus, deren Flügelgestalt jedoch mehr 
der von Epicorthylis entspricht. 

Das Flügelgeäder scheint wie bei Yjjs. jimiperellus zu sein. Ohne Ab- 
schu])pung lässt sich erkennen, dass die Mittelzelle der Vorderflügel keine Neben- 
zelle hat, und dass aus ihr eine Ader kommt, die mit ihrer Gabel die Flügelspitze 
umfasst. Ocellen konnte ich auch nach Abschuppung des oberen Aiigcnrandes 
durch die Doppellupe nicht entdecken. 

Eine geeignete Stelle für dieses Genus mag bei Ypsolophus sein, ich be- 
trachte die bei TachyptiUa (Gelechia z. B. Fopulella) für noch besser. 

1. inversella n. sp. 

Alae ant. canae, in disco albidae; puncta majuscula 4 (1,2,1) in disco ; 
fascia albida pjost punctum quartum. cT. 

Aehnlich theils dem Ypsol. juniperelhos , theils der Tachypt. populella, 
mit mehr verstärkten Punkten als letztere und mit breiterem, etwas anders ver- 
laufendem hinteren Querstreif. 

Kopf etwas heller als das graue Rückenschild. Taster so lang wie beide 
zusammengenommen, etwas aufgebogen, auswärts braungrau , einwärts hellgrau, 
unten auch braungrau; das Endglied weniger als halb so lang wie das zweite 
Glied und rechtwinklig von diesem abstehend, fein, hellgrau, mit schwarzem 
Ringe vor der Spitze. Fühler hellgrau mit feinen, schwarzen Ringen. Die vier 
vorderen Beine dunkelgrau mit weisslichen Enden der Fussglieder; die Hinter- 
beine weisslichgrau, nur an den Schenkeln auswärts dunkelgrau; die Schiene 



Beiträge zur Kenntuiss der uordamericanischen Nachtfalter. 49 

auf der Rückenschneide mit dichtem, starkem, niederliegendem Haarkamm; die 
Dornen ebenso hell, ungleich; der äussere des oberen Paares ist der längste 
und reicht bis ans Ende der Schiene. Hinterleib an den Seiten mit Schuppen- 
büscheln, bräunlichgrau, am Bauch bis vor den Analbusch schwärzlich. 

Vorderflügel 4'" lang, nach hinten nicht erweitert, mit rechtwinkliger 
Spitze und ziemlich gerade herabgehendem Hinterrand, hellgrau mit schwarzen 
Stäubcheu, am wenigsten im Mittelraum, so dass dieser weisslich bleibt. Die 
Schulter ist schwärzlich, ohne einen abgegrenzten Fleck zu bilden. Die schwarzen, 
fleckähnlichen Punkte liegen folgendermassen: der erste, mehr verwischte in der 
Palte mitten zwischen der Basis und dem vor der Flügelmitte folgenden Paare, 
von welchem der oberste Punkt der deutlichste von allen und viel grösser ist 
als der nahe an ihm in der Falte liegende. Der vierte Punkt, auf der Querader 
ist ein wenig weiter vom zweiten, als dieser vom ersten entfernt. Gleich hinter 
ihm zieht die breite, weissliche, schwärzlichgrau beschattete Binde schräg aus- 
wärts vom Vorderrande bis zum Innenwinkel herab; sie ist oben verdünnt und 
bildet über dem Queraderpunkte einen nach innen gerichteten Winkel. Bis zur 
Spitze ist der Vorderrand mit einigen schwarzen Fleckchen gezeichnet. Den 
Hiuterrand bildet eine mehrmals unterbrochene schwärzliche Linie. Die Franzen 
(welche sehr beschädigt sind) scheinen grau oder schwärzlich zu sein; am Innen- 
winkel sind sie weisslich. 

Hinterflügel einfarbig braungrau. Franzen heller, gleich hinter der gelb- 
lichen Wurzel mit einem dunkeln Schatten durchzogen. 

Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau ; auf dem Vorderrand vor der Spitze 
mit weisslichen Punkten; Hinterflügel heller. 

Vaterland: Texas (BoU). Ein cf im Cambridger Museum. 

Gelechia (TachyiitUia) innocuella n. sp. 

Falpis dilute cinereis, articulo secundo exterius excepto apiee fusco, an- 
tennis fusco-ammlatis, tibiis posticis superius pallide ochraceis, inferius abrupte 
fuseo-cinereis ; alis ant. fusco-cinereis , punctis 4 niyris (1, 2, 1) subobsoletis, 
striga postica canescente bifracta, margine postico nigro-piunctato ; post. sitb- 
obtusis, fuscesceutibus, pallidius ciliatis. Q. 

Sie hat mit der auf dem Hinterleib einfarbig staubgrauen Populella die 
grösste Aehnlichkeit und unterscheidet sich von ihr nur durch weniges, aber 
sicher: sie ist beträchtlich grösser und breitflügliger mit stumpferer Spitze der 
Hinterflügel; auf den Vorderflügeln ist der schwarze Schulterfleck (der bei Po- 
pulella oft ganz fehlt) gross und sehr deutlich; die vier schwarzen Mittelpunkte, 
namentlich der auf der Querader, sind grösser, die helle hintere Querlinie läuft 
in ihrem untersten Drittel mehr nach hinten; die Spitze des zweiten Taster- 
gliedes ist breiter hellgrau. — Von der folgenden Art, die in der Färbung eher 
mit Scintillella zu vergleichen ist, lässt sie sich durch ihre beträchtlichere 
Grösse, ihre breitereu und stumpferen, graugelblich gefranzten Flügel, die weniger 
gleichmässig graue Grundfarbe der vorderen und ihre einwärts nicht dunkel 
gesäumte Querlinie, ferner durch die an der Basis gelichteten Hinterflügel, sowie 

7 



50 P- C. Zell er. 

durch die Zeichnung ihres stärker keulenförmigen zweiten Tastergliedes und die 
der Hinterschiene unterscheiden. 

Rückenschild und Kopf grau, Gesicht und oberer Augenrand weissgrau. 
Fühler fein, auf der Unterseite heller gelblichgrau als auf dem Rücken, fein 
braungeringelt; das Wurzelglied auf dem Rücken bräunlich, am Ende schmal 
gelblichgrau. Taster lang, gekrümmt, dünn, hellgrau; die zwei ersten Glieder 
aussen braun, das zweite nach oben keulenförmig verdickt, am Enddrittel hell- 
grau; das dritte Glied von fast mehr als halber Länge des ganzen Tasters, ein- 
farbig. Saugrüssel lang, gelblichgrau, kaum an der Wurzel etwas beschuppt. 
Beine bleichgelb, die vier vorderen auswärts braun; die Hinterschienen, wie bei 
Populella, auf der A.ussenseite an der oberen Hälfte bleich ochergelb, an der 
unteren streifenförmig braungrau; alle Füsse auf dem Rücken bräunlich, an den 
Enden der Glieder wie die Schienendornen bleichgelb. — Hinterleib flachge- 
drückt, staubgrau, heller als auf dem Rückenschild; bei dem einen Exemplar 
ist er (analog der Populella) bräunlich gelb, nur an den drei hintersten Seg- 
menten grau; bei ihm ist auch der Bauch lebhafter ins Gelbliche gefärbt als 
bei den anderen. Der blassgelbliche Legestachel steht aus dem zugespitzten 
Analglied ein wenig hervor. 

Vorderflügel fast 5'" (bei Populella höchstens 472'") , länglich, mit deut- 
licher, doch nicht scharfer Spitze, auf grauem Grunde ziemlich reichlich und 
gleichmässig dunkelbraun bestäubt und dadurch bräunlichgrau erscheinend. Der 
Vorderrand selbst ist bis zur hellen Querlinie bleichgelblich, aber so schwach, 
dass es nur bei der Betrachtung von vorn zu erkennen ist. An der Schulter 
ist ein längliches, tiefschwarzes Fleckchen. Die gewöhnlichen vier schwarzen 
Punkte sind gross, aber ziemlich verloschen: der erste dicht über der Falte 
bei Vs der Länge; die zwei folgenden vor der Mitte sehr schräg unter einander, 
und zwar der kleinere untere weit vor dem oberen, in der Falte; der vierte 
näher dem dritten als dieser dem ersten, auf der Querader in etwas hellerer 
Umgebung. Die darauf folgende Querlinie ist verloschen, bleichgelblich, am 
Vorderrand etwas erweitert, darunter zu einem einspringenden spitzen Winkel, 
dann zu einem kürzeren rechten gebrochen, worauf sie ziemlich gerade und 
senkrechter als bei Populella in den Innenwinkel läuft; auf der Aussenseite 
ist sie, besonders oben, etwas dunkelschattig gerandet. Um den Hinterrand 
zieht eine Reihe schwarzer Punkte bis zu der hellen Querlinie. Franzen bleich- 
gelblich, an der Wurzel und in der Mitte in einer verloschenen Linie grau. 

Hinterflügel breiter als die Vorderflügel, viel stumpfer als bei Populella, 
ganz ohne Ausrandung unterhalb der Spitze, dunkel braungrau, in der Mittel- 
zelle gegen die Wurzel hell. Die bleichgelblichen Franzen haben nahe an der 
Wurzel eine graue, breite Linie, die weit vor dem Analwinkel verschwindet, und 
auswärts eine schmälere, verloschenere, die sich um die Flügelspitze herumzieht 
und nicht bis zur Flügelhälfte reicht. 

Unterseite der Vorderflügel schwarzgrau, am Hinterrand breit, an den 
Gegenrändern schmal bleichgelb, vor der Spitze mit einem solchen Fleck (dem 
erweiterten Anfang der bellen Querlinie der Oberseite). Hinterflügel schwarzgrau 



Beiträge zur Keuntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 51 

mit groben, dunkleren Schüppchen dicht bestreut, in der Mittelzelle bleichgelb. 
Alle Franzen heller gelblich als auf der Oberseite, aber ebenso gezeichnet. 

Vaterland: Texas (BoU). Ein 9 in meiner Sammlung, zwei im Cam- 
bridger Museum. 

Gelechia (Tachyptilia) consonella n. sp. 

Palpis pallicle ochraceis, articulo secundo exterius fusco, antennis distincte 
fusco-amiulatis , tibiis posticis exterius fuscis; alis ant. angristis, suhacutis, 
fusco-cinereis, vena costali flavida, punctis ordinariis 4 nigris distinctis, striga 
postica dilutOi, subbifracta, interius fuscescenti-marginata. cT Q . 

Kleiner als die vorige, mit schmäleren, gleichmässiger dunkel braungrauen 
Vorderflügeln ohne schwarzes Schulterfleckchen und mit spitzeren, einfarbig 
dunkelbraunen Hinterflügeln. — Es giebt von Scintillella eine grössere Varietät 
(Panormitella Mann in lit.), bei welcher die helle hintere Querlinie der Vorder- 
flügel vollständiger als gewöhnlich ist. Mit dieser lässt sich Consonella, obgleich 
sie mit der vorigen näher verwandt ist, hinsichtlich der Färbung vergleichen. 
Bei der grösseren Consonella sind alle Flügel spitzer, die vorderen gleich- 
mässiger und etwas heller braungrau, mit wenigeren dunklen Schuppen bestreut; 
ihre helle Querlinie ist deutlicher, feiner und einwärts dunkel eingefasst; ihre 
Taster sind auf der Aussenseite des zweiten Gliedes braun (bei Scintillella 
überall bleichgelb). 

Grösse einer mittleren Populella. Eückenschild, Kopf und Vorderflügel 
gleichmässig dunkelgrau; das Gesicht nach unten zu weissgrau gelichtet. Fühler 
fein, weisslich ochergelb, auf dem Eücken mehr grau, sehr deutlich braun ge- 
ringelt; das Wurzelglied auf der Rückseite grau. Taster von der Gestalt der 
vorigen, nur gegen das Ende des zweiten Gliedes dünner keulenförmig, bleich 
ochergelblich, besonders auf der Innenseite; das zweite Glied dunkel braungrau, 
nach oben kaum etAvas lichter. Saugrüssel lang, hell graugelb, kaum etwas be- 
schuppt. Beine graubraun, an den Fussgliedern mit kaum merklicher verloschen 
gelblichen Enden; die Hinterschienen innen bleichgelb, auswärts einfarbig grau- 
braun mit bleichgelben Dornen. Hinterleib des cT einfarbig grau, etwas flach, 
mit dünnem, zugespitztem, länglichem Analbusch. 

Vorderflügel 372—4'" lang, schmal, nach hinten wenig erweitert, mit 
deutlicher, doch nicht scharfer Spitze und geraderem Aussenrand der Hinter- 
randfranzen als bei Scintillella. Grundfarbe dunkelgrau. Der Vorderrand ist 
in deutlicherer, schärferer Linie als bei Innocuella, von der Wurzel aus, wo er 
bräunlich ist, aber gar keinen Fleck oder Punkt trägt, bis zur hellen Querlinie 
blassgelb. An der Wurzel ist die ganze Vorderrandgegend etwas weissgrau. 
Die vier schwarzen Punkte sind beim $ kleiner als bei Innocuella, beim cT 
ebenso gross, und wenigstens die drei letzten sind ganz scharf; ihre Lage ist 
wie bei Innocuella; der vierte, auf der Querader liegende ist kleiner als die 
zwei vorhergehenden. Die helle hintere Querlinie, die mit einer lichteren Er- 
weiterung auf dem Vorderrande anfängt, ist dünner als bei Innocuella und 
Scintillella und auf der inneren Seite vom einem dunklen Schatten begrenzt; 

7* 



52 r. C- Zeller. 

sie bricht sich in der Mitte zu einem stumpfen Winkel, dessen oberer Schenkel 
kürzer als bei Innocuella eingeknickt ist, und dessen unterer Schenkel gerader 
und schräger als bei Scintillella einwärts läuft. Längs des Hinterrandes sind 
einige mehr oder weniger scharfe schwarze Punkte. Franzen ziemlich dunkel- 
grau, an der Wurzel und vor dem Ende ein wenig dunkler. 

Hinterflügel ohne Ausrandung unterhalb der Spitze, einfarbig dunkel 
braungrau. Franzen heller, an der Wurzel durch eine sehr feine, bleichgelbe 
Linie von der Flügelfläche getrennt, hinter ihr etwas verdunkelt; sie sind also 
anders als bei Innocuella gefärbt. 

Die ganze Unterseite ist dunkel braungrau; die ebenso gefärbten Franzen 
haben eine sehr feine, bleichgelbe Wurzellinie. 

Vaterland: Missouri, von wo ich das 9 durch Riley erhielt; Texas (Boll), 
von wo das (^ des Cambridger Museums stammt. 

Anmerkung. Die Clemens''sche Gelechia Rhoifructclla (ed. 
Stainton p. 114) würde ich für meine Consonclla halten, da sie nach Stain- 
ton's Anmerkung nothwendig in diese Nähe gehört, und die freilich etwas 
dürftige Beschreibung (insbesondere wegen der dark-fuscous dots) fast völlig 
auf sie anwendbar ist ; aber nach ihr sollen die Taster einfach ziemlich 
dunkelocherfarben (rather dark ochreous) sein, während Consonella sie recht hell 
ocherfarben und auf der Aussenseite des zweiten Gliedes dunkelbraungrau zeigt, 
und die Hinterflügel sollen eine schwache Ausrandung haben (hind-wings slightly 
emarginate beneath the tip.). Dazu kommt, dass Stainton die von Clemens 
erhaltenen Exemplare von der Populella unterscheidet, und zwar durch Merk- 
male, die bloss auf Innocuella passen (nur nicht die exp. al. 8'", welches eng- 
lische Mass für die lO'/g pariser Linien der Innocuella viel zu klein ist). Ich 
glaube daher, dass Clemens mehrere Arten in eine zusammengefasst hat. Da 
er die Raupe beschreibt, so wird die wahre Bhoifructclla leicht wieder aufzu- 
finden sein. 

Gelechia caecella n. sp. 

Ahdominis hasi ochracea, alis ant. angustis, cinerascentihus , praeter 
costani creherrime nigro - pulvereis et praesertim p)'^^tice rufeftcenti-suffusis, 
maculis duabus posticis oppositis nlbidis. 9- 

Keiner mir bekannten Art recht ähnlich, durch das runde Fleckchen vor 
der Mitte der Vorderflügel (das wenigstens das eine Exemplar besitzt) in die 
Nähe der Gel. atra, muscosella, cuneatella, LynceelJa, versutella gewiesen, vor 
allen durch die ganz hellgraue Basal- und Costalpartie und den röthlichen Anflug 
ausgezeichnet, der zwischen der dichten schwarzen Bestäubung, besonders gegen 
den Hinterrand zum Vorschein kommt. 

Von der Grösse der folgenden, mit etwas schmäleren Vorderflügeln. 
Rückenschild und Kopf hellgrau, wenig dunkelbestäubt und im Gesicht nicht 
heller. Fühler bräunlich, kaum an der Wurzelhälfte auf dem Rücken etwas 
heller punktirt; die Spitze des Wurzelgliedes hell. An den Tastern ist das 
zweite Glied mit ziemlich gleichraässiger, reichlicher Bürste versehen und aus- 



Beiträge zur Kenntniss der nordainericanischeu NacLtfalter. 53 

wärts braun bestäubt; das Endglied 74™al so lang wie das zweite Glied, braun 
mit hellem Racken und solchem Fleck au d.jr Mitte. — Die vier vorderen Beine 
aussen braun mit hellen Enden der Fussglieder. An den hinteren die Schienen 
nebst den Dornen und die Füsse auswärts braun, erstere auf der ßückenschneide 
reichlich blondhaarig und, wie alle Fussglieder, an der Spitze bleichgelblich. — 
Hinterleib zugespitzt, bräunlichgrau, auf den drei ersten Segmenten ausser am 
Rande ochergelblich ; Bauch blassgelblich, an der Seite reichlich schwarzbestäubt; 
der Legestachel steht aus dem kegelförmigen, obenauf braungraucn Analseg- 
ment hervor. 

Vorderflügel 3V2 — 4'" lang, schmal, nicht erweitert, hellgrau, welche Farbe 
aber nur an der Basis rein bleibt und am Vorderrand bis zur Mitte fast weiss- 
lich ist, während der ganze übrige Raum, doch nicht gleichmässig, dicht 
schwarz verstäubt ist. Hinter der schwarzen Schulter geht ein sehr kurzes 
schwarzes Strichelchen etwas schräg unterhalb des Vorderrandes, und nicht weit 
davon kommt vom Vorderrand ein sehr schräg nach aussen gerichteter, unter- 
brochener Strich herab. Die Falte zeigt sich als eine feine, hier und da unter- 
brochene und ausbleibende Längslinie. In der Mitte des Mittelrauraes liegt bei 
dem einen Exemplar ein gerundetes, weissgraues Fleckchen, rings von dem ver- 
dunkelten Grunde umgeben, doch nach dem Vorderrande zu heller begrenzt; es 
ist bei dem zAveiten Exemplar nur in seinem unteren, hakenförmigen Theile vor- 
handen. Ein kleineres, eckiges, gleichfarbiges Fleckchen folgt bei dem ersten 
Exemplare auf der Querader; über ihm ist bis zum Vorderrande die Grundfarbe 
röthlich angelaufen. Indem die schwarze Bestäubung als Fleck bis zum Vorder- 
rande reicht, wird eine in der Mitte schavfwinklige, helle, hintere Querlinie an- 
gedeutet, welche sich auf dem Vorderrande zu einem weissgrauen Fleck und 
im Innenwinkel zu einem solchen Wisch ausbildet; beide Enden der Querlinie 
liegen schräg unter einander, das obere weiter nach hinten als das untere. Der 
Raum [bis zum Hinterrande ist geröthet und mehr oder weniger schwarz be- 
stäubt. Längs des Hinterrandes zieht eine Reihe schwarzer, schlecht ausge- 
drückter, mehr oder weniger zusammengeflossener Punkte. Frauzen grau, auf 
der Wurzelhälfte dunkel bestäubt. 

Hinterflügel merklich breiter als die Vorderflügel, mit schwachem Ein- 
druck des Hinterrandes unterhalb der Spitze, hellbraungrau, gelblicher gefranzt. 

Unterseite der Vorderflügel hellbraun grau, am Vorderrand vor der Spitze 
mit einem verloschenen gelblichen Fleck. Frauzen heller mit hellgelblicher Ba- 
sallinie. Hinterflügel heller als auf der Oberseite, am Vorderrand und in der 
Spitze bräunlich bestäubt. 

Vaterland: Massachusetts. Zwei gut erhaltene 9 > "^od Burgess bei Beverly, 
das eine am 20. Juni, gefangen, in meiner Sammlung. 

Gelechia versutella n. sp. 

Abäominis hasi ochracea, palporum articulo terminali fusco, npice 
alhido; alis ant. angustis, cinereo nigroque marmoratis, puncto disci ante 



54 P- C- Zeller. 

medium, macula parva venae transversae nigro-pujnllata , strigaqiie postica 
angulata albidis, linea plicae interrupta nigra, ciliorum basi lutescente. Q. 

Verwandt mit Gel. nigra Haw. (cautella Z.), doch grösser, auf den etwas 
kürzeren Vorderflügeln ganz ohne den bläulichen Ton dieser Art, und mit gross - 
fleckiger, schwarzer Marmorirung, in welcher die zwei weisslichen Punkte des 
Mittelrauraes und die dünnere hintere Querlinie am stärksten hervortreten. 

Rückenschild gelblichgrau, in der Mitte und vorn braun bestäubt. Kopf 
gelblichgrau, im Gesicht heller, auf dem Scheitel etwas bestäubt. Fühler braun, 
in einer sehr dünnen Eückenlinie gelbgrau und bräunlich punktirt, gleichsam 
geringelt. Taster braun, auf der Innenseite blassochergelb, auf der Aussenseite 
mit dieser Farbe bestäubt; die Bürste des zweiten Gliedes ist stark, ihre Schuppen 
werden aber nach oben merklich kürzer; das Endglied fast so lang wie das 
zweite Glied, braun, mit feiner, weisslicher Spitze. — Die vier vorderen Beine 
auswärts dunkelbraun, an den Enden der Fussglieder bleichgelblich; die Hiuter- 
schienen bleichgelb, auswärts an der Wurzel braungrau und von der Mitte an 
mit einem braungrauen Streif, auf der Eückenschneide mit langen, reichlichen, 
blonden Haaren; die Hinterfüsse auswärts graubraun, an den Enden der Glieder 
und in einer feinen Linie an der unteren Schneide bleichgelb. — Hinterleib 
ziemlich laug, zugespitzt, auf dem ersten Drittel und den zwei letzten Segmenten 
bleichochergelb; der Bauch fast weisslich, an der Wurzel der Segmente breit 
braungrau; der Legestachel steht nicht hervor. 

Vorderflügel 4'" lang, ziemlich schmal, nach hinten nicht erweitert, auf 
weissgrauem Grunde sehr reichlich und grob schwarzbraun marmorirt. Als die 
schärfsten Flecke lassen sich ansehen: einer an der Schulter, einer an der Mitte 
des Vorderrandes und einer am Anfang der Costalfranzen, welcher den Anfang 
der breiten inneren Einfassung der hellen Querlinie bildet. Ferner liegen im 
Mittelfelde zwei dicke Längsstriche, die durch den weissgrauen, etwas gerundeten 
Punkt getrennt werden, und von denen der längere zweite durch das grössere 
helle, mit einem Mittelpunkte versehene Fleckchen begrenzt wird. Aus dem 
Schulterfleck kommt eine gegen den Vorderrand divergirende und bis zum Mittel- 
fleck des Vorderrandes reichende tiefschwarze Längslinie. In der Falte ist eine 
tiefschwarze Linie, welche nicht an der Wurzel anfängt, hinter der Mitte unter- 
brochen ist und bis zum Innenwinkel reicht. Der Raum zwischen dem hellen 
Queraderfleckchen und der weisslichen, in der Mitte scharfwinkligen Querlinie 
ist ganz schwarzbraun, wie aus drei Flecken zusammengesetzt. Der Raum hinter 
dieser Querlinie bis zum Hinterrand ist auch ganz dunkel und auf den Adern, 
doch nur in gewisser Beleuchtung, mit kurzen, tiefschwarzen Längslinien ge- 
zeichnet. Den Hinterrand fasst eine sich oben und unten an die Enden der 
Querlinie anschliessende weissliche Linie ein, welche mit groben, schwarzen 
Punkten bezeichnet ist. Franzen an der Wurzelhälfte hell lehmgelblich, braun 
bestäubt, an der Aussenhälfte grau. 

Hinterflügel breiter als die Vorderflügel, mit seichtem Eindruck des 
Hinterrandes unterhalb der Spitze, braungrau, weit heller gefranzt. 



Beiträge zur Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 55 

Unterseite der Vorderflügel braungrau mit einer bleichgelblichen Costai- 
stelle hinter der Mitte und solchen Costalpunkten vor der Spitze. Franzen grau, 
gegen die Wurzel bleichgelb und dadurch gegen die Flügelfläche scharf ab- 
stehend. Hinterflügel hellgrau, gelblich seidenartig schimmernd, längs des 
Vorderrandes und in der Spitze matt gelblichweiss und bräunlich bestäubt. 

Vaterland: Texas (Boll). Eiu 9 i"i Cambridger Museum. 

Gelechia Lynceella n. sp. 

Abdominis basi ochracea; antennis obsolete annulatis; alis ant. angiistis, 
canescentibus , nigro - pulvereis litwatisque , orbiculo disci ante medium cano, 
nigro-pupillato; post. canescentibus, subpelhicidis. cT. 

Nahe verwandt mit den beiden bei Herrich - SchäfFer ganz unkenntlich 
abgebildeten Arten Muscosella (welche in der Wirklichkeit eine trüb grünlich- 
graue Grundfarbe hat) und Cuneatella (die auf den schmäleren Vorderflügeln 
gelblichgrau ist); sie ist auf den Vorderflügeln sehr hellgrau und deutlicher 
als beide Arten mit einem gleichfalls helleren, schwarzgekernten Eing versehen, 
und ihre Hinterflügel scheinen etwas durch. 

In der Grösse der Cuneatella, mit nicht ganz so schmalen Vorderflügeln. 
Rückenschild grau; fein schwärzlich bestäubt; Kopf weissgrau, unbestäubt, 
Fühler braungrau, auf der Rückenseite verloschen grau geringelt, das Wurzel- 
glied braun mit weissgrauem Längsstrich. Zweites Glied der Taster cylindrisch 
zusammengedrückt, auswärts braun bestäubt, vor der hellen Spitze dunkelbraun; 
die Schuppenbürste locker, hell, nach oben verdünnt; das Endglied über halb 
so lang wie das zweite Glied, schwärzlich , auf der Innenseite in der Mitte mit 
hellem Band. — Beine weissgrau, die Mittelhüften weisslich; die vier vorderen 
Schienen auswärts schwärzlich mit weissgrauen Flecken, die Füsse schwärzlich 
mit weisslichen Enden der Glieder; die Hinterschienen auswärts dunkelbraun 
bestäubt mit hellen Dornen und auf der Rückenschneide mit langen, hellblonden 
Haaren; die Hinterfüsse grau, an den Enden der Glieder heller. — Hinterleib 
grau, auf den drei ersten Segmenten hell ochergelb; der Bauch weisslichgrau; 
der Analbusch lang oval, hell braungrau, auf jeder Seite mit einem hellgelb- 
lichen Längsstreifen. 

Vorderflügel 31/2'" lang, schmal (mehr als bei Muscosella, weniger als 
bei Cuneatella), hinten nicht erweitert, auf weisslichem Grunde reichlich, aber 
ungleichmässig schwarz bestäubt, am gleichmässigsten in dem schrägbegrenzten 
Basalraum zwischen der Schulter und dem Innenranddrittel. Im Mittelraume 
liegt vor der Mitte ein rundes, weissgraues Fleckchen mit schwarzem Mittel- 
punkte. Von ihm reicht ein schwarzer Längsstrich bis zu dem verloschenen, 
hellen, gleichfalls mit einem schwarzen Punkte bezeichneten Fleckchen der Quer- 
ader. Ueber beiden Flecken trägt der Vorderrand je einen schwarzen Fleck, 
und der erste von beiden ist mit dem Discoidalstrich durch eine verdünnte Ver- 
längerung verbunden; hinter dem zweiten ist eine nicht scharf abgegrenzte, 
dünne, weissgraue, in der Mitte scharfwinklige Querlinie, von deren Enden sich 
eine Reihe ebenso undeutlich ausgedrückter, weissgrauer Fleckchen um den 



5G P. C. Zeller. 

Hinterrand herumzieht; jedes dieser Fleckchen endigt nach aussen in einen 
schAvarzen Punkt. In der Falte lassen sich unter und hinter dem hellen Ring- 
tleck Bruchstücke einer schwarzen Längslinie erkennen. Franzen hellgrau, auf 
der Wurzelhälfte schwarz bestäubt. 

Hiuterflügel merklich breiter als die Vorderüügel, mit unterhalb der Spitze 
sehr schwach eingedrücktem Hinterrand, hellgrau, ein wenig durchscheinend. 
Frauzen mit feiner, bleich ochergelblicher Wurzellinie. 

Unterseite der Vordertlügel grau, am Enddrittel des Vorderrandes, sowie 
die Wurzel der helleren Frauzen bleichgelblich. Hinteriiügel am Vorderrand in 
einem schmalen Streifen matt und bräunlichgrau bestäubt. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein gutes (j^ in meiner Sammlung; nach Dr. 
flagen's Angabe sind mehrere genau übereinstimmende im Cambridger Museum. 

Gelechid nunclinella n. sp. 

Abdominis basi ochracea; antennis annulatis, jJaZpis griseis, articulo 
terminali nigro-biannulato ; alis ant. oblongis, clüute luteolo-griseis, nigro-pul- 
vereis, maculis obsoletis nigricantibus 8 — in diseo dispersis. Q. 

Keiner anderen Art ähnlich ; wenn auch mit derselben Färbung der ersten 
Hiuterleibsegmente wie die vorigen, doch durch die breiteren Flügel abweichend 
und besonders ausgezeichnet durch die bleich gelblichgraue, schwarzstaubige 
Färbung der VorderÜügel und die unregelmässig auf den zwei Basaldritteln im 
Mittelraum zerstreuten, zerfliessenden, weit von einander getrennten Flecke. 

Grösser als die vorigen, auf Ruckenschild, Kopf und Vorderflügelu heU 
bleichgelblichgrau mit schwarzen, nicht zusammenhängenden Stäubchen bestreut, 
so dass der Ton der Grundfarbe dadurch nicht oder wenig verändert wird. 
Das Gesicht ist unterwärts unbestäubt. Fühler bleichgelb mit deutlich abge- 
setzten und an ihrem Anfang verdunkelten Gliedern, daher geringelt. Taster 
von ansehnlicher Länge, bleichgelb, auswärts und au der Bürste reichlich braun 
bestäubt; die Bürste, die in der starken Furche hell ist, wird nach oben kürzer; 
das Endglied ist -'^ so laug wie das zweite Glied, auch zusammengedrückt und 
auf der Schneide etwas locker beschuppt, auswärts mit zwei schwarzen Bändern, 
an der Spitze hell und unbestäubt. — Alle Beine bleichgelb, die vorderen aus- 
wärts reichlicher dunkel bestäubt als die Hinterbeine, deren Schienen aussen 
reichlich behaart sind. — Hinterleib gelblichgrau, auf den zwei oder drei ersten 
Segmenten blassgelb, am Bauch hell mit brauner Bestäubung; Legestachel ein- 
gezogen. 

Vordertlügel 472'" lang, weniger gestreckt als bei den vorigen, nach 
hinten kaum erweitert. Von den nicht scharf begrenzten, verloschenen, schwärz- 
lichen Flecken, die sich nicht wohl zählen lassen, weil die unterhalb des Vorder- 
randes gegen die Basis liegenden zu undeutlich werden, liegt der unterste unter 
dem ersten Drittel der Falte, der zweite in der Hälfte derselben. Darüber be- 
linden sich im Mittelraume fünf in einer unregelmässigen Längsreihe, der erste, 
dritte und fünfte (dieser in der Gegend, wo die völlig undeutliche Querliuie 
ihren Winkel bilden würde) wischförmig, der zweite und vierte etwas höher 



Beiträge zur KeiintnisR der nordamericaniHchen Nachtfalter. 57 

gerückt und wie der in der Hälfte der Falte kleiner, dunkler und schärfer. 
Weiter gegen den Vorderrand sind noch 3—4 sehr undeutliche Wischchen, von 
denen das hinterste, das ziemlich oberhalb des Paltenfleckchens schwebt, am 
deutlichsten ist. Den Hinterrand entlang und am Ende des Vorderrandes zieht 
eine Randzeichnung aus schwarzen, undeutlichen Schuppenhäufchen. Die Franzen 
sind auf der Hälfte von einer schwarzen Schuppenlinie durchzogen und davor 
etwas bestäubt. 

Hinterflügel bedeutend breiter als die Vorderflügel, unterhalb der Spitze 
ein wenig eingedrückt, gran, gegen den Innenrand heller und weniger grobschuppig. 

Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau, am Vorderrande bleichgelblich 
mit bräunlicher Bestäubung, am Hinterrand mit bleichgelblichen, in die 
Franzen ausstrahlenden Wischpunkten. Hinterflügel hellgrau, am Vorderrand 
bleichgelblich mit bräunlichen Stäubchen; der Eaum in der Flügelspitze bräun- 
lich bestäubt, mit einem bleichgelblichen, in die Franzen verlängerten Wisch 
aus der Spitze selbst. 

Vaterland: Texas (Bell). Ein Q in meiner Sammlung, mehrere nach 
Dr. Hagen's Angabe im Cambridger Museum. 

Gelechia unctulella n. sp. 

Tliorace et capite fuscis antennis palpisque nigerrimis; alis mit. angu- 
fitnlis, nigro- fuscis, nitidulis, p%mctis disci duobus inagnis, nigris (altero ante 
medium, altero venae transversae) . cf. 

Auf allen Flügeln und auch auf dem Hinterleibe etwas fettglänzend, in 
der Grösse einer mittleren Gallineila (Ericetella) , aber schmalflügliger, mit 
dunkleren Vorderflügeln ohne helle Randpunkte und mit schmäleren, etwas 
spitzeren Hinterflügeln. 

Der ganze Vorderkörper schwärzlichbraun, der Kopf ein wenig schimmernd. 
Fühler borstenförmig, gegen die Spitze kaum kennbar gekerbt, schwarz. Taster 
so lang wie Kopf und Rückenschild zusammen, aufgekrümmt, ganz schwarz; das 
zweite Glied cylindrisch, zusammengedrückt, gegen das Ende ein wenig verengt 
ohne Furche, auf der Bauchschneide kaum lockerschuppig, indem die Schuppen 
nur einen kerbigen Rand bilden; das Endglied über halb so lang, dünn pfriemen- 
förmig, feinspitzig. — Beine tiefschwarz, nur an den Enden der Fussglieder ein 
wenig verloschen weisslich; die Vorderschenkel auf der Innenseite etwas kupferig 
schimmernd; die Hinterschienen auf dem Rücken mit rauchbraunen Haaren. — 
Hinterleib braungrau, fettglänzend: der Bauch schwarzbraun, in der Mitte strie- 
menartig gelbbräunlich; Afterbusch länglich, zugespitzt, hellbraun. 

Vorderflügel SVa'" lang, schmal, nach hinten ein wenig erweitert, an der 
Spitze zugerundet, fettglänzend schwarzbraun, ins Hellviolettliche schimmernd. 
Die flach liegenden, länglichen Schuppen sind ausser an der Spitze ganz hell 
ins Graue. In der Mittelzelle liegt vor der Flügelmitte ein dicker, schwarzer 
Punkt, doppelt so weit von der Basis wie von dem noch grösseren Punkte der 
Querader; beide Punkte treten aus der Grundfarbe sehr wenig hervor. Andere 

8 



58 ^- C. ZellPr. 

Zeichnungen fehlen. Franzen braungrau, an der Wurzel besonders dicht um die 
Flügelspitze, mit schwarzen Schuppen bestreut. 

Hinterflügel breiter als die Vorderflügel, spitz, unter der Spitze mit sanft 
eingebogenem Hinterrande, fettglänzend bräunlichgrau, längs des Vorderrandes 
und in der Spitze verdunkelt. 

Unterseite der Vorderflügel einfarbig dunkel braungrau, heller gefranzt; 
Hinterflügel wie oben. 

Vaterland: Texas (BoU); ein schön erhaltenes cj'' im Cambridger Museum. 

Anmerkung: Herrich-Schäffer behauptet, doch wohl auf weiter nichts 
als auf den Namen — der allerdings den Aufenthalt in ericetis richtig an- 
deutet — und auf die Dunkelheit der Färbung gestützt: zu Gallin eil a Tr. 
gehöre „Ericetella H. 470 gewiss; doch ist die Form nicht richtig." Auf 
diese Behauptung hin ist der Name Ericetella allgemein angenommen worden — 
nur von Herrich-Schäffer selbst nicht! Und meines Erachtens hat er daran sehr 
recht gethan. Das Bild stellt durchaus keine Gallinella dar, wie schon die 
schmalen Hinterflügel, der Mangel heller Eandpunkte auf den Vorderflügeln und 
der weissliche Haken vor der Mitte derselben lehren. Mit mehr Eecht Hesse 
sich eine Deutung der Figur auf Gel. cinerosella oder Gel. servella versuchen. — 
Man wird sich wohl zur Annahme des kläglichen Haworthschen, von einer 
schlechten Beschreibung kläglich unterstützten Namens entscliliessen müssen. 

Gelechia violaceo-fusca n. sp. 

Antennis crassiusculis , fiiscis, fronte flavida; alis mit. ohlongis, -tub- 
truncatis, violaceo-fuscis, fitriola plicae mediae punctisqtie marginalibus nigris; 
post. dilute einer eis. cf. 

Sie scheint mit Gel. gallinella Tr. zusammengestellt Averden zu können, 
da sie die feste Beschuppung des zweiten Tastergliedes und eine violettlich 
braune Grundfarbe der Vorderflügel mit ihr gemein hat; durch die Dicke der 
Fühler und durch die Kürze und den ziemlich gerade abgeschnittenen Hinterrand 
der Vorderflügel weicht sie aber ganz ab. 

Viel kleiner als Gallinella. Eückenschild und Oberkopf dunkelbraun 
violett schimmernd; Gesicht blassgelb. Fühler dick, borstenförmig, braun; das 
kleine Wurzelglied auf der abgewendeten Seite mit gelblicher Spitze. Taster 
bleichgelb; das zweite Glied aussen braun mit Ausnahme der Spitze, innen 
etwas dunkler bestäubt; die Bürste nicht lockerschuppig, nach oben kaum ver- 
dünnt, mit Längsfurche; das Endglied 2/3 so lang wie das zweite Glied, aussen 
etwas braun bestäubt. — Vorderbeine auswärts schwarzbraun; die Mittel- und 
Hinterbeine heller; alle mit bleichgelben Enden aller Glieder ; die Hinterschienen 
an der Mitte und am Ende, wie ihre Dornen, bleichgelb mit blonden Eücken- 
haaren. — Hinterleib bräunlichgrau, am Bauch mit bleichgelber, am Afterbusch 
knotenförmig erweiterter Mittelstrieme. 

Vorderflügel 3'" lang, länglich, nach hinten kaum erweitert, mit fast 
gerade abgeschnittenen, wenig schräg zurückgehendem Hinterrand, dunkelbraun 
mit violettem Schimmer, am Innenrand bis zur Falte ein wenig lichter braun. 



Beitrage zur Keuntniss der nordiuuericanisclieii Nachlfalter. Ö9 

lu der Falte liegt vor der Hälfte ein wenig auffallender, länglicher, 
schwarzer Punkt, an beiden Enden mit einigen weisslichen Schuppen bezeichnet. 
Weiter zeigt die ganze Fläche keine Zeichnung. Am Hinterrand zieht eine bis 
auf den Vorderrand fortgesetzte Eeihe schwarzer, nicht weiss bezeichneter Punkte. 
Franzen heller als die Grundfarbe, auch violett schimmernd. 

Hinterflügel breiter als die Vorderflügel, dicht unter der Spitze mit einem 
kleinen Eindruck des Hinterrandes, einfarbig grau. 

Unterseite der Vorderflügel einfarbig grau; die Franzen durch eine sehr 
feine, gelbliche Linie von der Flügelfläche gesondert; die Hinterflügel heller. 

Vaterland: Texas (BoU). Ein gut erhaltenes cf' iin Cambridger Museum. 

Gelechia Olympiadella u. sp. Fig. 15. 

Thorace fusco, capite exalbido, palpis praeter apicem albis; alis mit. 
nigricantibiis, maculis tribus costalibus (prima transversa), una dorsali ciliis- 
que albis ; post. dilute einer eis. <^ 9 • 

In der Lage der weissen Flecke der Vorderflügel stimmt sie mit der 
europäischen, etwas kleinern Tessella H. (q^uaärella F. Scopolella Tr.); sie unter- 
scheidet sich aber schon durch die nur schwärzliche Grundfarbe dieser Flügel, 
dann durch die schwarze Spitze der Taster, die schwarzbraune (nicht, weissgelb- 
liche) Farbe des Eückenschildes und die hellgrauen Hinterflügel ohne einge- 
drückten Hinterrand unterhalb der Spitze. 

Eückenschild ganz schwarzbraun. Kopf weissgelb. Taster reiner weiss; 
zweites Glied sehr zusammengedrückt mit lockerer, tief ausgefurchter Bürste, 
gegen die Spitze verjüngt; Endglied über halb so lang, gekrümmt, schwarz mit 
weisser Wurzel und heller, feiner Spitze. Maxillartaster und Beschuppung des 
Saugrüssels weisslich. Ocellen deutlich. Fühler des (j^ schwach gekerbt, gegen 
die Spitze etwas sägezähnig, ganz braun. Vorderschenkel aussen braun; Vorder- 
und Mittelschienen und Füsse braun, weiss punktirt; Hinterbeine bleich ocher- 
gelblich, die Schienen reichlich und lang behaart, auf der Aussenseite an der 
Mitte und vor der Spitze mit einem bräunlichen Wisch, die Füsse bräunlich 
mit weisslichen Enden der Glieder und solcher Wurzel des ersten Gliedes. 
Hinterleib grau mit weissgelblichem, ungeflecktem Bauch; cf Afterbusch bleich- 
ochergelb; Q Analsegment zugespitzt mit langem Legestachel. 

Vorderflügel 3—374'" lang, nach hinten nicht erweitert, schwärzlichbraun 
mit vier weissen Flecken. Der erste Costalfleck, nicht weit von der Basis, schräg 
nach aussen gelegt, etwas eckig, mit der Spitze über die Falte reichend; der 
ZAveite an der Mitte des Vorderrandes ist der kleinste und ziemlich gerundet; 
der dritte, vor der Flügelspitze, ist grösser, aber auch einwärts abgerundet. 
Ihm gegenüber liegt ein grosser, mehr gerundeter Fleck im Innenwinkel und 
sich am Hinterrande etwas heraufziehend. Vor dem zweiten Costalfleck zeigt sich in 
der Mitte der Falte ein schwarzes Längsstrichelchen, hinten mit ein paar weiss- 
lichen Schuppen begrenzt. Auf der Querader, hinter dem zweiten Costalfleck, 
ist auch ein schwarzer, undeutlicher Punkt. Längs des Hinterrandes zieht von 



60 P- C. Zellpr. 

der Flügelspitze aus eine Reihe schwarzer Punkte mehr oder weniger weit gegen 
den Innenrand herab. Hinterrandfranzen weisslich, Cosfcalfranzen schwärzlich. 

Hinterflügel breiter als die Vorderflügel, ohne Eindruck des Hinterrandes 
unterhalb der Spitze, hellgrau, beim Q etwas dunkler. Unterseite der Vorder- 
flügel dunkelgrau; der zweite und dritte Costalfleck sind in der Färbung der 
weisslichen Franzen schwach angedeutet, die Hinterrandpunkte sehr verloschen. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein ziemlich gut erhaltenes Paar in meiner 
Sammlung; nach Hagen's Angabe befinden sich mehrere im Cambridger Museum. 

Anmerkung 1. Gilvicomella Clem. p. 219 scheint in einiger Verwandt- 
schaft mit OlympiadeUa zu stehen. Aber schon die Färbung des Kopfes und 
der Vordei"flügelflecke unterscheidet sie. 

Anmerkung 2. Für Gel. tessella Hbu. ist die Diagnose etwa so zu 
stellen: Thorace et capite exalbidis, palpis albis, articulo tenninali nigro- 
hipunctato; alis mit. nigerrimis, maculis tribios costae (prima transversa), una 
dorsi ciliisque albis; post. obscure cinereis. c? Q. 

Oelechia qtiinella n. sp. Fig. 14. 

Thorace nigro, capite palpisque praeter Jiorum apicem exalbidis, alis 
ant. nigris, striga costae abbreviata binisque macularum parihus oppositis albis, 
ciliis nigris. Q. 

Sehr ausgezeichnet durch fünf weisse Flecke auf dem schwarzen Grunde 
der Vorderflügel; von ihnen bildet der erste einen schrägen, bis zur Falte 
reichenden Querstreif, und der untere des Mittelpaares ist eckig und bleibt voin 
Innenrand getrennt. 

Kleiner und breitflügliger als Olympiadella, Rückenschild schwarz. Kopf 
weissgelb; Taster reiner weiss; das zweite Glied sehr zusammengedrückt, mit 
lockerer, kaum gefurchter Bürste; das Endglied mehr als halb so lang, spitz, 
am Enddrittel schwärzlich. Maxillartaster sehr deutlich, spitz und weisslich wie 
die Beschuppung des Saugrüssels. Ocellen deutlich. Vorderbeine an den Schenkein 
aussen braun, an den Schienen schwarz und am Ende gelblichweiss ; alle Füsse 
schwarz mit bleichgelben Spitzen der Fussglieder; die Hinterschienen auswärts 
braun mit zwei bleichgelben Flecken und solchen Dornen. Hinterleib braungrau, 
am Bauch bleichgelb; das ganze Analsegment kegelförmig, grau mit hervor- 
stehendem Legestachel. 

Vorderflügel 3'" lang, etwas breit, nach hinten nicht erweitert ; mit abge- 
rundeter Spitze, einfarbig schwarz mit weisser Zeichnung. Am Vorderrand ist 
nicht weit von der Basis ein schmaler Querstreif, der schräg nach aussen liegt 
und bis zur Falte reicht. An der Mitte des Vorderrandes hängt ein kleiner Fleck, 
und senkrecht unter ihm ist ein grösserer, fast viereckiger, der nicht den Inneu- 
rand berührt. Am Anfang der Costalfranzen trägt der Vorderrand einen kleinen 
Fleck, und etwas weiter nach hinten liegt über dem Innenwinkel am Hinterrand 
ein eben so grosser. Franzen schwarz, am Innenwinkel etwas weisslich. 



Beiträge zur Keniituiss der iiordaiiiericauiechen Nachtfalter. Q\ 

Hinterflügel kaum breiter als die Vorderflügel, mit etwas stumpfer 
Spitze; der Hinterrand unterhalb derselben fast ohne Eindruck; Grundfarbe 
gleichmässig grau. 

Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau; nur die zwei letzten Costalflecke 
scheinen sehr klein und verloschen durch. 

Vaterland: Texas (Beifrage). Ein Q, besser als gewöhnlich erhalten, am 
19. August gefangen, in meiner Sammlung. 

Gelechia albilorella n. sp. Fig. 16. 

Thurace praeter scajnilas, capite palpisqtie pjraeter apicem exalbidis, 
antemiis nigris; alis nigris, strigis tribus albis (prior ibus 2 obliquis abbreviatis, 
tertia angulata), ciliis nigris. 9- 

Mit Viduella F. und LuctueUa H. (Sauteriella Z.) zu vergleichen , aber 
kleiner, der Thorax von der Farbe des Kopfes, nur mit schwarzen Schulterdecken, 
die Fühler ganz schwarz, die zweite Querlinie der Vorderflügel so dünn wie die 
erste und am Ende knotenartig erweitert, die dritte wie bei LuctueUa gestellt, 
aber in der Mitte in einen spitzen Winkel gebrochen. 

Rückenschild weissgelb, zu beiden Seiten (nämlich auf den Schulterdecken) 
schwarz, so dass das Weissgelbe eine breite, parallelrandige Strieme bildet. 
Kopf weissgelb mit schmalem, schwarzem oberen Augenrand. Taster länger als 
bei den zwei vorigen Arten, gelblichweiss ; das zweite Glied stark zusammen- 
gedrückt mit lockerer, deutlich gefurchter Bürste; Endglied von -/s Länge des 
zweiten Gliedes, stark abgesetzt, fein, am Enddrittel schwärzlich. Fühler ein- 
farbig schwarz, ganz ungeringelt. Vorderbeine auswärts schwarz, die Mittel- 
schienen auswärts schwarz mit zwei weisslichen Flecken; die Hinterschienen 
schwärzlich, an der Wurzel und am Ende weisslich, in der Mitte mit weissem 
Bande ; alle Füsse auswärts braun, am Ende weisslich. — Hinterleib gelbgrau, 
an den Hinterrändern hell, am Bauch weisslich; Analglied zugespitzt, am Ende 
gelblich mit hervorstehendem Legestachel. 

Vorderflügel fast 3"' lang, ziemlich schmal ohne Erweiterung, schwarz, 
mit drei weissen, vom Vorderrand ausgehenden Querlinien. Die erste, nicht weit 
von der Wurzel, sehr schräg nach aussen gelegt, dünn, etwas über die Falte 
wegreichend. Die zweite, ihr parallellaufend, entspringt vor der Mitte und er- 
weitert sich an der Falte in einen starken Knoten, der nach hinten zugespitzt 
ist. Die dritte, weiter von der zweiten als von der Flügelspitze entfernt, diver- 
girt oben gegen den Hinterrand, ist am Vorderrand in einen Fleck erweitert, 
bildet in der Mitte einen Winkel, dessen scharfe Spitze gegen den Hinterrand 
gekehrt ist, und endigt im Innenwinkel. Die Franzen scheinen, nach den wenigen, 
an der Spitze noch übrigen, zu schliessen, schwarz gewesen zu sein. 

Hinterflügel so breit wie die Vorderflügel, unterhalb der scharfen Spitze 
deutlich eingedrückt, einfarbig grau. 

Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau mit ganz verloschen durchschei- 
nenden Zeichnungen; die Hinterflügel heller grau, gegen die Wurzel noch lichter, 
in der Spitze mit verloschenem, weisslichem Fleck. 



62 r. C. Zell er. 

Vaterland: Texas (Beifrage). Ein 9> dessen Zettel mit der Angabe der 
Flugzeit beim Spannen verloren ging, in meiner Sammlung. 

Anmerkung. Herrich-Schäffer's Luctiferella (neue Beiträge Fig. 46) 
muss zufolge der Abbildung eine von Viduella und Luctuella verschiedene Art 
sein. Die erste Querlinie, die bei beiden nur bis zur Falte reicht, geht hier bis 
zum Innenrande selbst und bildet auf der Falte einen scharfen Winkel. Dass 
die Fortsetzung bis zum Innenrande keine Erdichtung sein kann, scheint daraus 
hervorzugehen, dass an der Flügelbasis ein gleichfalls bei den beiden andern 
Arten fehlender weisser Punkt liegt. An der Mitte des Vorderrandes ist, viel 
weiter von diesem getrennt als bei Luctuella, nur ein sehr kleiner Punkt (bei 
Viduella liegt der Fleck auf dem Costalrande selbst); die Franzen sind weiss 
gefärbt, während sie bei Luctuella schwarz sind. 

Gelechia (? Bryotro2)ha) operculella n. sp. Fig. 17. 

Capite palpisq^ue exalbidis, horum articulo terminali nigro-himaculato, 
alis ant. pallide ochraceo-griseis, cinereo-suhnehulosis, j^unctis tribus disci strio- 
laque plicae mediac fuscis (Q nigris, albido-cinctis) ; segmento cf anali pallide 
ochraceo , superne operculo magno, oxmto, patelliformi obfecto, penicillo pilorum 
utrimque eminente. 

Das Männchen ist an dem oben mit einer grossen ovalen Scheibe be- 
deckten Analgliede, neben welchem zwei gekrümmte Haarbüsche hervorstehen, 
leicht zu erkennen. Das etwas hellere Weibchen — wenn es wirklich das Weibchen 
dazu ist — hat etwas breitere Vorderflügel und den Queraderpunkt und den vor 
ihm liegenden Punkt in dunklerer Farbe und auf der dem Innenraude zuge- 
kehrten Seite auffallender hell umzogen. 

Grösse der kleinsten Terella oder der grössten Senectella. Kopf weiss- 
lich, mit ein wenig Ochergelb gemischt, heller als das Rückenschild. Ocellen 
erkenne ich nicht. Fühler grau, nach unten heller, mit abgesetzten Gliedern, 
daher fast verloschen geringelt. Taster weisslich; zweites Glied zusammenge- 
drückt, mit deutlicher Rinne der Bürste, aussen grau angeflogen ausser am Ende; 
drittes Glied mehr als halb so lang wie das zweite, plriemenförmig, feingespitzt, 
auswärts an der Wurzel und hinter der Mitte mit einem braunen Fleck. — Die 
vier Vorderbeine hellgrau, aussen braun bestäubt, an 'den Füssen braun mit 
weisslichen Enden der Glieder; die Hinterbeine bleich gelblich, an den Schienen 
mit wenigen hellblonden Haaren, an den Fussgliedern mit hellbräunlicher Wurzel. 
— Hinterleib gelblich staubgrau mit grau weis slichem Bauch. Afterglied des c/' 
so lang wie Vs d^s Hinterleibs, hell ochergelb; zwei länglichrunde, etwas aus- 
gehöhlte Scheiben liegen mit ihren Höhlungen aufeinander; die untere ragt 
überall etwas unter der oberen hervor und ist auf ihrem (unterseitigen) Rücken 
reichlich mit ziemlich locker liegenden Haaren bekleidet, während sie auf der 
oberen angedrückt sind und nur etwas über die Ränder wegreichen; an beiden 
Seiten des Ursprungs der oberen Scheibe steht ein fast bis zu ihrem Ende 
reichender, auswärts gekrümmter Haarbusch hervor. Beim Q hat das Analglied 



Beiträge- zur Kenntniss der norflamericanischen Nachtfalter. 63 

die gewöhnliche Länge und ist abgestutzt kegelförmig mit etwas hervorstehendem 
Legestachel. 

Vorderflügel 2V4— V2'" ^ang, beim cT schmäler als beim $ , hellgrau, 
gelblichgrau bestäubl, besonders am Innenrand; im Mittelraum reiner ochergelb. 
In der Mitte der Falte liegt ein schwärzlicher Längsstrich, der an beiden Enden 
weisslich strichförmig eingefasst ist. Ueber ihm liegen zwei kleine, schwärzliche 
Punkte,, der untere weiter nach hinten als der obere. Auf der Querader ist ein 
grösserer Punkt, der fast ringsum sehr hellgrau eingefasst ist. Am Hinterrande 
zieht sich eine Reihe verloschener, schwärzlicher, ungleich grosser Punkte hin. 
Franzen hellgrau, einwärts dunkelbestäubt, besonders um die Flügelspitze. 

Hinterflügel kauro so breit wie die Vorderflügel, mit feiner Spitze und 
unter demselben eingebogenem Hinterrande, hellgrau. Franzen länger als die 
Flügelbreite, mit gelblichem Schimmer an der Wurzel. — Ganze Unterseite 
einfarbig grau. 

Bei dem fraglichen Q ist der ganze Rücken so gefärbt wie der Kopf, 
der Hinterleib wie angegeben. Die breitern Vorderflügel sind am Vorderrand 
am hellsten, sonst ziemlich gleichförmig grau bestäubt, ohne die ochergelbliche 
Färbung im Mittelfelde und ohne den gelblichen Ton des Ganzen. In der Falte 
liegt ein schwarzer Punkt auf einer weisslichen Längslinie. Schräg hinter und 
über dem Punkt ist nicht ein Doppclpunkt, sondern ein einfacher, starker, tief- 
schwarzer, ringsum hell und auff"allend eingefasster Punkt; der Queraderpunkt 
ist kleiner, aber ebenso schwarz und oben auswärts eben so hell eingefasst. 
Da die Franzen fast ganz abgeflogen sind, so lässt sich über die Hinterrand- 
zeichnung nichts sagen. — Die Hinterflügel sind merklich breiter als die 
Vorderflügel und weniger fein gespitzt. 

Vaterland: Texas (Boll, Beifrage). Drei cT im Cambridger Museum; ein 
von Beifrage am 12. August gefangenes cT in meiner Sammlung, worin auch 
die zwei fraglichen, am 1. und 26. August gefangenen 9- 

Anmerkung. Eine kleinere, ähnlich gefärbte Art, ist gleichfalls im 
männlichen Geschlecht am Genitalienbau sehr leicht zu erkennen: 

Gel. glochinella n. g,p. (Fig. 18.) capite palpisquc exalbidis, horum arti- 
culo terminäli nigro-bimaculato , antennis albido ftiscoque ammlatis; alis mit. 
ochraceo-griseis, cinereo — marmoratis; (f abdominis segmento anali stilis duobus 
lateralibus cluvutis armatn. — In der Färbung der Körpertheile stimmt sie mit 
Operculella; nur ist sie am Kopf und Thorax etwas mehr grau. Fühler deutlich 
hell und dunkel geringelt. Die Vorderflügel ochergelblich grau, iiberall grau 
bestäubt, so dass nur undeutliche Fleckchen entstehen , unter welchen keiner 
der gewöhnlichen Discalpunkte oder ein Faltenstrich hervortritt. Die grauen 
Franzen sind auch auf der Wurzel dunkler bestäubi als bei Operculella. — 
Hinterflügel ein wenig breiter als die Vorderflügel, spitz, unter der Spitze mit 
schwach eingebogenem Hinterrand. Hinterleib bräunlichgrau, am Bauch sehr 
hell bleichgelb. Das weibliche Analglied gelblich, länglich kegelförmig mit her- 
vorstehendem Legestachel. Beim cf Jst es kaum so lang wie die zwei vorletzten 
Segmente zusammengenommen; der untere Theil ist bleich ochergelb behaart, 



ß4 P. C. Zell er. 

einen halben Cylinder bildend, auf dessen Mitte oben ein dünner, spitzer, grauer, 
hellgelbspitziger Kegel (statt des obern Deckels der Operculella) horizontal 
liegt; zu jeder Seite ragt über ihn ein dünner, Sförmig gebogener Griffel hin- 
weg, dessen gelbliches Ende verdickt und dann zugespitzt ist und sich haken- 
förmig seitwärts und einwärts biegt. 

Vaterland: Texas (Beifrage). Ein gutes, sicher zusammengehöriges Paar 
(c^ am 18. Septbr., 9 ^^^ 16- Ju^i gefangen) in meiner Sammlung. 

Gelechia (? Lita) ternariella. n. sp. Fig. 19. 

Thorace flavido, antice infuscato, capite flavido, antennis totis palpisque 
exterius fuscis; alis ant. angustis, nigris, litura hast propinqua, macula trans- 
versa utrimque libera disci meäii strigaque postica angulata alhis. 9- 

Eine der an Caryophyllaceen lebenden Arten, mit ähnlicher Lage der 
Vorderflügelzeichnuugen, doch beträchtlich grösser, mit weniger rein weissen 
Flecken, ohne röthliche Färbung der Schulterdecken, mit schlankeren Tastern, 
welche nur eine bleichgelbe Rückenlinie des zweiten und eine solche Spitze des 
dritten Gliedes haben. 

Rückenschild bleich ochergelb, welche Farbe aber nur in seiner Mitte und 
in der Endhälfte der Schulterdecken rein bleibt, indem sie anderwärts braun 
verstäubt ist. Kopf bleich ochergelb. Fühler schwarzbraun mit hellgelber Spitze 
des Basalgliedes. Taster fast so lang wie Kopf und Rückenschild zusammen, 
aufgekrümmt, ziemlich schlank, braun; das zweite Glied mit bleich ochergelber 
Rückenlinie; das dritte Glied über halb so lang wie das zweite, an der Wurzel 
auf dem Rücken hellgelb. Die vier vordem Beine aussen braun, die Mittelschienen 
heller, die Enden der Glieder bleichgelb; die Hinterschienen bleichgelb, aus- 
wärts mit zwei breiten, bräunlichen Bändern und solchen Dornen, auf dem 
Rücken mit wenigen (vielleicht zum Theil abgeriebenen) blonden Haaren; die 
Hinterfüsse dunkelbraun, an den Enden der Glieder bleichgelb. — Hinterleib bräun- 
lich grau, am bleichgelben Bauch auf beiden Seiten mit je einem breiten, braunen 
Längsstreifen; das Analsegment länglich kegelförmig, am Enddrittel bleichgelb, 
mit wenig hervorstehendem Legestachel. 

Vorderflügel S^/2'" lang, schmal, nach hinten sanft und schwach erweitert, 
schwarz. Nicht weit von der Basis, vom Vorderrande getrennt, liegt ein schräger, 
gelblichweisser Fleck, der in der Falte, wo er am reinsten weiss ist, aufhört. 
Etwas vor der Mitte ist ein grösserer, fast viereckiger solcher Querfleck, der 
bis zur Falte reicht und fast gleich weit vom Vorder- wie vom Innenrand ent- 
fernt bleibt. Der Raum zwischen beiden Flecken ist fleckartig tiefschwarz, und 
hinter dem zweiten zeigt sich noch eine ebenso verdunkelte Stelle. Weiter vom 
zweiten Fleck entfernt als dieser vom ersten folgt die ziemlich breite, gelblich- 
weisse Querlinie, die senkrecht auf dem Innenwinkel steht und in der Mitte 
einen mit der Spitze nach hinten gerichteten Winkel bildet. Franzen dunkel- 
braungrau, auf der Wurzel schwarz beschuppt. 



Beiträge zur Kenntnigs der nonlamericanischen Nachtfalter. 65 

Hinterflügel breiter als die Vorderflügel, spitz, mit unterhalb der Spitze 
ziemlich merklich eingedrücktem Hinterrande, grau. Franzen an der Wurzel mit 
feiner, bleichgelber Linie. 

Unterseite der Vorderflügel graubraun, an der Stelle der Querlinie mit 
verloschenem, blassgelblichem Costalfleckchen. Hinterflügel hellgrau, am Verder- 
rand striemenartig dunkler grobschuppig. 

Vaterland: Texas (BoU). Ein gutes 9 io^ Cambridger Museum. 

Gelechia (Uta Hum.^ liturosella n. sp. 

Alis ant. rufescenti-ochreis, plaga maxima costali nigra, interius oblique 
atro-terminata, exterius in disco ultra venaiu transversam continuata, margiiie 
postieo nigro-punetato. cf. 

Sie sieht der Gel. costella HS. Fig. 625 so ähnlich , dass man sie für 
eine Varietät davon halten möchte, wenn sie nicht entschieden längere Taster 
hätte. Costella hat auf den Vorderflügeln einen sehr grossen, schwarzen Costal- 
fleck, der Aveit vor der Mitte anfängt und mit scharfer, tief schwarzer, schräger 
Begrenzung bis zur Palte herabreicht, dann sich nach hinten allmählich verengert 
und lichtet und zugespitzt auf dem Vorderrande am Anfange des letzten Drittels 
endigt. Bei Liturosella ist dieser Fleck an seinem Anfange ganz ebenso; aber 
nach hinten lässt sich keine eigentliche Zuspitzung erkennen, und unter der 
Stelle des Vorderrandes, wo er bei Costella endigt, zeigt sich ein längswisch- 
artiger, sich als Fortsetzung anschliessender Fleck, welcher etwa V4 •^ß^' Flügel- 
breite einnimmt und da endigt, wo der Winkel einer (nicht vorhandenen helleren) 
hinteren Querlinie sein würde. (Diese Querlinie sehe ich übrigens unter den 
sieben Cosie?Z«-Exemplaren meiner Sammlung nur bei einem angedeutet.) Bei 
Costella umziehen den Hinterrand und die Vorderrandspitze helle Fleckchen, 
die durch dunkle, hie und da verstärkte Bestäubung abgegrenzt werden (Stainton's 
hinder margin and apex of the costa alternately fuscous and reddish-ochreous). 
Bei Liturosella umzieht diese Ränder eine Reihe recht scharfer, schwarzer 
Punkte, von denen der in der Flügelspitze einwärts eine helle, fleckartige Be- 
grenzung hat, während ihre viel schmäleren Zwischenräume nicht die helle 
Grundfarbe haben, sondern, so wie die dahinter folgende Franzenhälfte schwärz- 
lich bestäubt sind. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein schön erhaltenes c/ im Cambridger Museum. 

Gelechia (Teleia) sequaoc Haw. 
Stainton: Nat, History of the Tineina X, p. 170, t. 12, f. 3. — Var. 

b capite griseo, non alhido. 

Meine gut erhaltenen americanischen Exemplare (2 cT 1 9) stimmen so 
genau mit den europäischen überein, dass sie sich nur als unbedeutende Varietät, 
deren Merkmal die graue Kopfbeschuppung, vielleicht nicht einmal standhaft, ist, 
ansehen lassen. 

Sie sind etwas kleiner als meine in Graubünden gefangenen Exemplare, 
doch nicht kleiner als andere bei Wien gesammelte. Der Kopf hat ziemlich 

9 



66 P- C. Zeller. 

dunkel staubgraue Beschuppuug, statt dass er bei unserer Sequax weisslich 
(nach Stainton's Angabe gelblichweiss) und zuweilen in der Mitte grau ange- 
laufen ist. Auch die Taster sind etwas grau statt weiss, und der Ring hinter 
der Mitte des Endgliedes ist vollständig, während er bei unseren Exemplaren 
auf dem Eücken offen bleibt. Auf den Vorderflügeln ist die Mittelpartie (vor 
dem Queraderstrich) dunkler und mit mehr röthlichem Braun gemischt. Die 
schwarze Längslinie vor der Flügelspitze ist bei einem cf frei und sehr scharf, 
bei dem anderen und dem 9 ™i^ der umgebenden rothbraunen Farbe zu einem 
dicken Längsstrich zusammengeflossen, während sie bei den europäischen Exem- 
plaren gewöhnlich wie bei jenen q^ auf etwas hellerem Grunde frei schwebt. 
Andere Verschiedenheiten, noch viel weniger eine als specifisch zu deutende, 
kann ich nicht entdecken. 

Vaterland: wahrscheinlich Massachusetts; meine Exemplare erhielt ich von 
Dr. Packard. 

Anmerkung. Dass dies keine aus Europa eingewanderte Art ist, scheint 
mir gewiss. Selbst wenn ihre Futterflanze zufällig oder absichtlich hinüber- 
gebracht sein sollte, ist die Einführung der Motte kaum denkbar, viel weniger 
ihre so starke Verbreitung, dass sie nun im Freien, wahrscheinlich gar nicht 
selten, leben sollte. 

Gelecliia (Teleia?) gilviscopella n. sp. 

Capillis albis, palporum articulo terminali nigro-hicincto, antennis eras. 
siusciilis, fuscis, obsolete anntdatis; fasciculo püorum güvorum ex husi alaruni 
posteriorum nato; alis mit. albidis, fuscescenti-nebulosis obsciiriusque maculatis, 
linea plicae nigra; posterioribus albidis. cf • 

Wie bei der folgenden Art kommt bei ihr neben der Wurzel der Hinter- 
flügel ein aus blass ochergelben Haaren gebildeter Pinsel vermittelst eines Stieles 
hervor und ragt schräg über den Anfang des Hinterleibes hin. 

Eückenschild und Kopf weiss. Taster massig lang und schwach aufge- 
bogen; das zweite Glied cylindrisch, zusammengedrückt, aussen schwärzlich, 
am Ende breit weiss, innen weiss, vor der Spitze unterwärts mit schwärzlichem 
Fleck; das Endglied halb so lang wie das zweite Glied, dünn mit zwei breiten, 
schwarzen Ringen. Ocellen auch nach Abschuppung des Kopfes nicht zu ent- 
decken. Fühler ziemlich dick, am Endviertel merklich verdünnt, mit zusammen- 
gedrängten Gliedern, graubräunlich, hell geringelt. Die vier vorderen Beine 
auswärts weissgrau mit weissen Spitzen der Glieder; Hinterschieuen ziemlich 
dünn, auswärts weisslich mit weissen Dornen und langen, fast weisslichen 
Haaren auf dem Rücken; das erste Fussglied weisslich, die anderen an der 
Wurzelhälfte auswärts grau. — Hinterleib dünn, bleichgelblich, nach hinten 
grau, am Bauche weiss. 

Vorderflügel 3'" lang, schmal, im Grunde weiss, welche Farbe aber, ausser 
unterhalb der Falte, durch braungraue Bestäubung, worin mehrere Fleckchen 
liegen, verdeckt ist; solcher Fleckchen lassen sich auf dem Vorderrand drei 
annehmen: nahe der Wurzel, vor und hinter der Mitte. In der Falte zieht fast 



7'A 



Beiträge zur Kenntnis? der nordamericanisclien Nachtfalter. 67 

aus der Wurzel bis nahe ans Ende eine braune Linie, bei dem einen Exemplar 
mit einzelnen Verdickungen, bei dem anderen hinter der Hälfte unterbrochen 
und vor der Unterbrechung stark verdunkelt; das Stück hinter der Unterbrechung 
bildet einen kurzen, dicken, verdunkelten Längsstrich. Im Innenwinkel liegt ein 
dunkles Fleckchen dem dritten Costalfleckchen gegenüber. An den Franzen des 
Vorderrandes und der oberen Hälfte des Hinterrandes zieht eine Reihe läng- 
licher, schwarzer Punkte auf weisslichem Grunde. Franzen sehr licht grau, gegen 
den Innenwinkel bei dem einen Exemplar gelblich schimmernd. 

Hinterflügel schmäler als die Vorderflügel, mit hervorstehender Spitze, 
weisslichgrau. Franzen fast doppelt so lang wie die Breite der Flügel. 

Unterseite der Vorderflügel grau; der Hinterflügel weiss. Nach Abreibung 
der Schuppen zeigt sich die Mittelzelle durch eine feine Ader geschlossen. 

Vaterland: Texas (BoU). Zwei cf im Cambridger Museum (ein drittes, 
zerbrochenes benutzte ich zur Untersuchung des Kopfes und der Flügeladern). 

GelecMa (Teleia?) dorsivittella n. sp. Taf. III. Fig. 20. 

Thorace et capite alhiäis, antennis crassiusculis, fuscis, subannulatis ; 
faseiculo inlorum gilvorum. ex basi alarum posteriorum nato; alis ant. sub- 
elongatis, nigris, vitta dorsali acuminata, alhida, interius bis atro-emarginata ; 
posterioribus albidis. (^. 

Vor der vorigen durch die Vorderflügelzeichuung ausgezeichnet, vor der 
folgenden sehr ähnlichen schon durch das Vorhandensein des gelblichen Haar- 
busches an der Hinterflügelwurzel. 

Rückenschild und Kopf weiss, doch letzterer etwas grau überlaufen; so 
auch die Schulterdecken. Fühler dick, borstenförmig, schwarzbraun, wegen der 
deutlich getrennten Glieder gleichsam dunkler geringelt. (Taster fehlen.) Die 
vier vorderen Beine auswärts schwarz mit weissen Enden der Glieder; an den 
Hinterbeinen die Schenkel weisslich mit dunkelgrauen Flecken, die Schienen 
ziemlich dünn, auswärts weisslich mit dunkelgrauem Längswisch vor der Mitte 
und grau vor der Spitze, auf dem Rücken mit langen , hellblonden Haaren , die 
Dornen schwärzlich mit weisslicher Spitze; die Fussglieder auswärts schwärzlich 
mit weisser Spitze, die zwei letzten ganz weiss. (Hinterleib fehlt.) 

Vorderflügel 2V2'" lang, schmal, nicht erweitert, schwarz, in dem Räume 
zwischen Falte und Innenrand weiss; dieser Raum bildet eine zugespitzte und 
sehr wenig mit äusserst feinen schwarzen Stäubchen bestreute Dorsalstrieme, 
deren gerader, schwarzer Innenrand bei Vg durch ein tiefschwarzes, in sie eckig 
hineinragendes Fleckchen und auf der Mitte durch einen gleichfalls etwas hinein- 
ragenden, tiefschwarzen Faltenstrich unterbrochen wird; über ihrem Ende liegt 
vor dem Innenwinkel auf gelichtetem , schwärzlichem Grunde ein tiefschwarzes 
Querfleckchen. Der schwarze Grund ist hier und da schwarzfleckig und auf der 
Vorderrandhälfte mit einem Fleck und dann mit einer noch grösseren solchen 
Stelle vor dem weisslichen Costaldreieck bezeichnet, welches nebst einem weiss- 
lichen dreieckigen Fleck im Innenwinkel den Anfang und das Ende der (nicht 
vorhandenen) hinteren Querlinie andeutet; zwischen beiden zeigt sich ein tief- 

9* 



68 P- C. Zeller. 

schwarzes Längsstrichelchen. Am Hinterrand liegen auf hellem Grunde drei 
schwarze, längliche Punkte. Franzen gelblichweiss, nur ganz an der Plügelspitze 
dunkelgrau. 

Hinterflügel viel schmäler als die Vorderflügel, mit stark verlängerter 
Spitze, auf beiden Seiten seidenglänzend grauweisslich mit helleren, etwas gelb- 
lich schimmernden Franzen; dicht neben der Flügelwurzel kommt ein bleich 
ochergelber Haarbusch wie bei Gilviscopella. 

■ Unterseite der Vorderflügel grau, vor der Spitze mit einem weisslichen 
Costalwisch und ein paar weisslichen verloschenen Punkten in den Costalfranzen. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein cf (ohne Taster und Hinterleib) im Cam- 
bridger Museum. 

Gelechia (Teleia?) leuconota n. sp. Taf. III. Fig. 21. 

Capite et thorace albis, scapulis nigris, palpis albis, apice nigro; alis 
mit. nigricantibus , vitta dorsali alba, interius ter emargina.ta; post. dilute 
einer eis. (f. 

Bei flüchtiger Betrachtung so ähnlich der vorigen, dass ich sie anfangs 
für dieselbe Art hielt. Ausserdem, dass ihr der gelbliche Haarbusch fehlt, sind 
ihre Schulterdecken schwarz; die weisse Dorsalstrieme der Vorderflügel ist länger 
und gegen die Spitze nicht verengt, und ihr Innenrand anders ausgeschnitten; 
auch ist das Schwarze heller, ohne dunkle Costalflecke, und die Franzen sind 
um die ganze Spitze herum dunkelgrau. 

Etwas kleiner als Dorsivittella. Eückenschild und Kopf reinweiss, die 
Schulterdecken tiefschwarz. Fühler (unvollständig) fadenförmig, schwarz, un- 
deutlich geringelt. Taster wenig gebogen, kürzer als das Eückenschild, weiss; 
das zweite Glied glattschuppig, am Basal drittel verdünnt, an der Wurzelhälfte 
unterwärts schwarz; das Endglied mehr als halb so lang. wie das zweite Glied, 
nur an der Spitze schwarz. — Beine weiss. Die vier vorderen auswärts schwarz, 
an den Enden der Glieder weiss; die Hinterschienen auswärts dunkelbraungrau, 
an Anfang, Mitte und Ende weiss, die Dornen und die langen, spärlichen Eücken- 
haare weisslich; die Fussglieder schwarz, an den Enden weiss. — Hinterleib 
dunkelgrau; Bauch schwärzlich, an den Seiten' weisslich und in der Mitte mit 
einer Eeihe verloschener, weisslicher Flecke. 

Vorderflügel 2V4'" lang, schmal, nicht erweitert, schwärzlich, etwas 
schiefergrau schimmernd, nach hinten weisslich bestäubt, von der Wurzel aus 
bis zur Hälfte der weissen Dorsalstrieme in einem dicken Striche schwarz. Die 
Dorsalstrieme fängt an der Flügelbasis sehr schmal an, erweitert sich dann bis 
zur Falte, verengert sich alsdann wieder etwas, worauf sie mit einem abge- 
stumpften Zahn über die Palte hinwegreicht und zuletzt an der Hälfte des 
Hinterrandes aufhört. Am Vorderrand ist kein dunklerer Fleck in der Grund- 
farbe; aber gegen die Flügelspitze zeigen sich ein paar solche Stellen. Die 
Costalfranzen, so wie die kleinere obere Hälfte der Hinterrandfranzen , sind 
schwärzlich bestäubt; der Eest der letzteren, so weit er die Dorsalstrieme be- 
gleitet, ist weisslich und unbestäubt. 



Beiträge zur Kenutniss der nordainericanischen Nachtfalter. 69 

Hinterflügel viel schmäler als die Vorderflügel, mit vortretender Spitze, 
etwas dunkler grau als bei Dorsivittella. An ihrer Wurzel ist keine Spur des 
gelblichen Haarbusches. 

Unterseite der Vorderflügel grau mit sehr verloschener heller Stelle am 
Vorderrand vor der Spitze. Franzen wie oben. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein cf im Cambridger Museum. 

Gelechia (Poecilia?) hnsifasciella n. sp. Taf. HI. Fig. 22. 

Capite albo, palpis alhis, articulo terminali nigro-hifasciato ; alis ant. 
albis, fascia obliqua, atra, superius in costa in basim piroducta, iiiferius 
nbrupta, viaculis deinde duabuft costae atris, macula micjidi dorsalis niyyicatite. cf . 

Anscheinend verwandt mit Gel. nigrinotella, doch in Farbe und Zeichnung 
noch ähnlicher der Gel. scalella. Das auffallendste Merkmal giebt ihr auf den 
weisslichen Vorderflügeln die tiefschwarze, sehr schräge Binde, welche auf dem 
Vorderrande bis zur Flügelbasis verlängert ist und mit ihrem unteren Ende den 
Innenrand nicht erreicht. Die folgende kleinere Art hat auf den weissgrauen 
Vorderflügeln eine schmälere Binde oder vielmehr Querlinie, welche weniger 
schräg liegt, vollständig ist und keine costale Portsetzung hat. 

Rückenschild weiss, hinter dem Kragen und an der Wurzei der Schulter- 
decken geschwärzt. Kopf weiss. Fühler schwarz, an der Spitze des Wurzel- 
gliedes mit einem hellen Punkte. Taster weiss; das zweite Glied zusammenge- 
drückt cylindrisch, gegen die Wurzel verdünnt, auswärts schwarz mit weissem 
Bande vor und an dem Ende, innen weiss mit zwei schwarzen Flecken; das 
Endglied mehr als halb so lang wie das zweite Glied, schwach gebogen mit 
schmalem, schwarzem Ring vor der Mitte und breitem vor der Spitze. — Beine 
schwarz und weissbunt. (Hinterleib fehlt.) 

Vorderflügel 3'" lang, ziemlich schmal, weiss mit sehr spärlicher, feiner, 
schwärzlicher Bestäubung. Nahe der Basis ist ein tiefschwarzes, sehr schräg 
nach aussen gelegtes Band, das sich auf dem Vorderrande bis dicht an die 
Basis verlängert und unterhalb der Falte wie verwischt aufhört, ohne den Innen- 
rand zu erreichen. Vor der Mitte liegt ein kleiner, länglicher, einwärts abge- 
rundeter (also halbeiförmiger) Costalfleck, und über dem schwärzlichen Quer- 
aderstrich ein ebenso grosser, viereckiger, von welchem in einem Bogen hinter 
dem Queraderstrich ein schwärzliches Gewölk bis zu dem schwärzlichen, nebel- 
haften Innenwinkelfleck hinzieht. Dahinter sind am Vorderrand bis zur Spitze 
drei graue Nebelfleckchen, und längs des Hinterrandes ein paar undeutliche 
schwarze Punkte. Die Franzen sind auf der Wurzelhälfte schwärzlich bestäubt, 
doch nicht die des Innenwinkels. 

Hinterflügel fast so breit wie die Vorderflügel, mit stark abgesetzter 
Spitze, weisslichgrau, an den Rändern und auf den Adern dunkel angelaufen. 

Unterseite der Vorderflügel grau mit einem weisslichen Costalfleckchen 
nicht weit vor der Spitze. Hinterflügel längs des Vorderrandes striemenartig 
dunkelgrau beschuppt. 



70 P. C. Zeller. 

Vaterland: Texas (BoU). Ein bis auf den Mangel des Hinterleibes und 
der Hinterbeine schön erhaltenes (J' im Cambridger Museum. 

Anmerkung. Ein zerbrochenes cT habe ich zur Abschuppung benutzt. 
Ocellen nach Entfernung der Schuppen deutlich. Auf den Vorderflügeln gehen 
von der Subcostalader drei einfache Aeste und ein Gabelast in den Vorderrand 
und ein einfacher in den Hiuterrand unterhalb der Spitze. Die Medianader hat 
vier Aeste; der erste ist vom zweiten ziemlich weit abgerückt und gerade; der 
zweite, dritte und vierte kommen nicht aus demselben Punkte. Die Mittelzelle 
ist nicht geschlossen. Auf den Hinterflügeln hat die Mittelzelle eine, wenn 
auch feine, doch deutliche Schlussader, aus welcher die etwas gebogene Ader 
fünf zum Hinterrande geht. Die drei Aeste der Medianader sind von einander 
weit getrennt und der letzte (4) so weit von drei wie von fünf. Die Subcostal- 
ader umfasst mit zwei langen Aesten die Flügelspitze. — Das Geschlossensein 
der Hinterflügelzelle stimmt also nicht mit Heinemann's Angabe über Poecilia 
(Tin. S. 281); eben so wenig passen die stark vortretende Hinterflügelspitze, 
die weit getrennten Adern drei und vier und die Länge der Franzen zu seiner 
Gattung Gelechia S. 193. 

Gelechüi (Poecilia?) hasistrigella n. sp. Taf. IV. Fig. 23. 

Capite albido, palpis albis, articulo terminali nigro-biannulato ; alis mit. 
einer eo-alhis, striga obliqua subangulata nigra, maculis duabus costalibus unaque 
dorsali nigricantibus, striola disci medii obliq%ia punctisqiie duobus venae trans- 
versae nigris. cf. 

Ihr Unterschied von Basifasciella ist bei dieser angegeben. 

Eückenschild und Kopf weissgrau. Fühler schwärzlich und grau ge- 
ringelt, an der Spitze weissgrau; Wurzelglied schwärzlich, an der Spitze weiss- 
lich. Taster länger als das Eückenschild, gekrümmt; das zweite Glied zusammen- 
gedrückt, cylindrisch, auswärts schwärzlich mit zwei bindenartigen schwarzen 
Flecken ; das Endglied mehr als halb so lang wie das zweite Glied, mit breitem 
schwarzem Ringe vor der Mitte und schmalem vor der Spitze. — Beine gelblich 
weiss; die vier vorderen auswärts schwärzlich, weisslich gefleckt; die Hinter- 
schienen auf dem Eücken mit langen, nicht sehr reichlichen blonden Haaren, 
auswärts dunkelgrau, an Wurzel, Mitte und Ende mit je einem weisslichen, 
bindenförmigen Fleck; die Dornen schwärzlich mit weisser Spitze; die Fuss- 
glieder auswärts schwärzlich mit weisslichen Enden. (Hinterleib fehlt.) 

Vorderflügel 272'" lang, massig schmal, nach hinten kaum erweitert, weiss, 
aber durch die feine, reichliche, schwärzliche Bestäubung grauweiss erscheinend 
und nur an einzelnen Stellen reiner weiss. Die Schulter bat ein schwärzliches 
Fleckchen, und an der Wurzel der Falte ist ein deutlicher, schwarzer Punkt. 
Nicht weit von der Basis ist eine schräg nach aussen gelegte, ziemlich starke, 
etwas gezähnte, über der Falte verdickte, vollständige Querlinie, die gegen den 
Vorderrand auswärts von reiner Grundfarbe begrenzt wird. Vor der Mitte ist 
ein neblichter, schwärzlicher Costalfleck, und unter ihm ein kurzer, etwas schräger, 
schwarzer Strich. Hinter der Mitte liegt ein viereckiges, nebeiförmiges, schwärz- 



Beiträge zur Kenntniss der uordamericanisclien Nachtfalter. 71 

liches Costalfleckchen, welches mit dem Nebelfleck des Innenwinkels durch den 
schwarzen Doppelpunkt der Querader in Verbindung steht. Eine helle hintere 
Querlinie ist nicht vorhanden; doch ist nach einer Lichtung der Eaum bis zar 
Flügelspitze schwarz bestäubt. Der Hinterrand zeigt ein paar schwarze Punkte. 
Die Franzen sind auf der grösseren Wurzelhälfte sehr fein schwärzlich bestäubt 
und diese Bestäubung ist durch eine ziemlich deutliche Linie nach aussen 
begrenzt. 

Hinterflügel- so breit wie die Vorderflügel, mit stark verlängerter Spitze, 
hellgrau; die hellen Franzen mit feiner, gelblicher Basallinie. 

Unterseite der Vorderflügel grau, in den Costalfranzen mit verwischten 
gelblichen Flecken und mit gelblicher Wurzel der Hinterrandfranzen, Auf den 
Hinterflügeln scheint die Mittelzelle durch eine Querader geschlossen zu sein. 

Vaterland: Texas (Bell). Ein gut erhaltenes cT im Cambridger Museum. 

GelecJiia (Poecilia?) fragmentella n. sp. 

Capite dilute cinereo, palporum articulo terminali albido, bis nigro- 
cincto; alis ant. dilute einer eis, fascia suhinterrupta , obliqua, dorsum non 
attingente, nigra,, maeula costae ante medium nigricante , striola obliqiia disci 
medii nigra, maeula costae post medium cum maciila anguli interni per stri- 
gulam nigram venae transversae conjuncta nigricante. Q. 

Viel dunkler als Basistrigella, von ihr verschieden schon durch die Binde, 
welche nicht fern von der Basis herabzieht, und welche, oberwärts fast durch- 
brochen sich in der Palte stark erweitert und den Innenrand nicht erreicht. 

Rückenschild grau, Kopf etwas heller. Fühler braun, verloschen heller 
geringelt. Taster stark gekrümmt; das zweite Glied zusammengedrückt cylin- 
drisch, hellgrau, auswärts an der Wurzel mit einem grossen und vor der Spitze 
mit einem kleinen schwarzen Fleck, innen gegen die Wurzel mit einem dunkel- 
grauen Fleck gezeichnet; das Endglied mehr als halb so lang wie das zweite 
Glied, dünn, weisslich mit zwei breiten schwarzen Eingen. — Die vier vorderen 
Beine sind auswärts schwärzlich mit grauen Enden der Glieder ; die Hinterbeine 
bleichgelblich; die Schenkel auswärts mit grossem, dunkelgrauem Fleck; die 
Schienen mit vier dunkelgrauen Staubflecken, grauen, hellspitzigeu Dornen und 
reichlichen blonden Haaren auf der Rückenschneide; die Fussglieder an der 
Wurzel graustaubig. — Hinterleib bräunlichgrau mit bleichen Schuppenbüschchen 
an allen Rändern; Bauch weisslich, an den Seiten graustaubig; Legestachel 
hervorstehend. 

Vorderflügel fast 3'" lang, massig schmal, hinten kaum erweitert, hellgrau 
mit dunkleren Stellen. Schulter mit schwärzlichem Fleck; an der Wurzel der 
Falte ein deutlicher, schwarzer Punkt. Nicht weit von der Wurzel ist eine 
schräge, winklige, schwarze Binde; sie verengert sich unterhalb des Vorderrandes, 
worauf sie sich, besonders in der Falte, erweitert und unterhalb derselben mit 
einer Spitze endigt. Zwischen ihr und dem folgenden Costalfleck ist die Grund- 
farbe am hellsten. Der Costalfleck liegt vor der Hälfte und ist länglich und 
schwärzlich; unter ihm ist ein schräges, schwarzes Strichelchen, und unter 



72 P- C. Zeller. 

diesem in der Falte ein schwarzes Längsstrichelchen. Hinter der Flügelmitte 
folgt ein zweiter schwärzlicher Costalfleck, von welchem ein schwarzer Strich 
auf der Querader bis zu dem schwärzlichen Schattenfleck des Innenwinkels hin- 
reicht. Eine helle hintere Querlinie, in der Mitte nach aussen gekrümmt, ist 
angedeutet, und hinter ihr ist der Grund bis zur Flügelspitze schwärzlich. Am 
hellen Hinterrand zieht eine Reihe grober, schwarzer Schuppen, und eine solche 
Schuppenreihe zieht auch von der Flügelspitze auf der Franzenhälfte herab, um 
bald zu verschwinden. 

Unterseite der Vorderflügel grau mit wie bei Basistrigella gezeichneten 
Franzen. Ob die Mittelzelle der Hinterflügel geschlossen ist, lässt sich ohne 
Abschuppen nicht erkennen. 

Vaterland: Texas (BoU). Ein gut erhaltenes 9 im Cambridger Museum. 

Anmerkung. Eine kleinere Art, eben daher, ohne Hinterleib, mit dicken, 
kerbig gezähnten Fühlern (also cT) unterscheidet sich sogleich von Fragmentella 
dadurch, dass die Binde der Vorderflügel bis zum Innenrande reicht, dass der 
schwarze Längsstrich in der Falte fehlt, und dass dafür darunter ein starker, 
schwarzer Punkt liegt. Sie wird am besten benannt und beschrieben , wenn 
mehr Exemplare gesammelt sein werden. 

Gelechia (Ergatis) roseosuffusella Cl. Taf. IV. Fig. 24. 

Palpis alhis, nigro-cingulatis , antennis nigro alhidoque annulatis; alis 
mit. in parte dorsali laete ochraceis, roseo-mixtis , in parte costali fasciis ab- 
breviatis; maculisque alhis nigrisque quatemis alternatis, macula apicali 
alba, cf 9. 

Gelechia roseosuffusella Clemens ed. Stainton 113. 225. 

Diese schöne Art kommt in der Grösse breitfiügligen Exemplaren der 
europäischen Subericinella gleich, hat aber mehr die Farbe der viel grösseren 
Decurtella, unterscheidet sich jedoch von beiden auf den ersten Anblick durch 
die tiefer schwarzen und breiter reinweissen Costalbinden und den weissen Apical- 
fleck der Vorderflügel, sowie durch die schwarz- und weissbunten Beine. Von 
der folgenden, schmalflügligeren Art, die noch mehr Rosenfarbe, aber weniger 
Ochergelb in die Grundfarbe eingemischt hat, wird sie am leichtesten durch 
die weisse Costalbinde gegen die Wurzel und durch die zwei weissen Flecke iu 
und vor der Flügelspitze getrennt, statt deren bei Pudihundella die Grundfarbe 
blass gelichtet ist. 

Clemens beschreibt die Art sehr genau, sieht aber das Schwarz als die 
Grundfarbe der Vorderflügel an, während als solche doch wohl nur die lebhafte 
Ocherfarbe, und das Weiss und Schwarz als Zeichnung anzusehen ist. Die 
Ocherfarbe fängt an der Basis an, nimmt den ganzen Raum zwischen der Falte 
und dem Innenrande ein, zieht sich dann über die Querader bis gegen den schwarzen 
Vorderrandwisch und hinter dem rosenfarbenen Fleck des Innenwinkels mehr 
oder weniger verdunkelt oder auch in Schwarz übergehend bis gegen die Flügel- 
spitze. Vom Vorderrande gehen zwei breite, schwarze Binden schräg bis zur 
Falte herab; die erste spitzt sich zu einem länglichen Dreieck zu; die zweite 



Beiträge 7,nr Kenntniss der nordamericanigchen Nachtfalter. 73 

setzt sich an ihrem unteren Ende nach hinten in eine Spitze fort. Der Raum 
zwischen beiden bildet eine breite, weisse, auch bis zur Falte reichende Schräg- 
binde. Hinter der zweiten schwarzen Binde ist ein weisser, grösstentheils grau 
bestäubter Eaum bis zu dem schwarzen Längswisch oder -strich des Vorder- 
randes, der über einen schwarzen, weiss aufgeblickten Punkt der Querader liegt. 
Auf ihn folgt ein weisser, mit der Spitze einwärts gerichteter Costalfieck, welchem 
das rosige Dreieck des Innenwinkels gegenüber liegt. Die Costalfranzen sind 
bis zum weissen Apicalfleck schwarz, und da auch die Franzen hinter ihm 
schwärzlich sind, so wird sein Weiss gewöhnlich dadurch sehr gehoben. Am 
unteren Ende des graubestäubten Costalraumes zeigt sich am Innenrand noch 
eine rosige Stelle. Die Hinterrandfranzen sind am rosigen Innenwinkel weisslicb. 
Diese Art ist sehr verbreitet. Ich habe sie aus Ohio durch Schläger, 
aus Massachusetts, wo Burgess sie bei Beverly den ganzen Juli hindurch fing, 
aus Washington durch Low. BoU fing sie in Texas. 

Gelechia (Ergatis) pudibiindella n. sp. 

Palpis dlhis nigro-cingulatis, antennis fiiscescentüma ; alif^ ant. angustis, 
obscure cinereis, lutescenti-mixtis, circa margines roseo-maculati'i, maculis costae 
fusco-nigris quatuor, secunda subfasciata. rf 9- 

Von derselben Zeichnungsanlage auf den schmäleren Vorderflügeln wie 
Roseostiffusella, aber mit dunklerem Grunde, zahlreicheren rosigen Stellen und 
ohne die drei weissen Costalflecke. statt deren kleinere, rosige Fleckchen 
vorhanden sind. Von der in der Anmerkung beschriebenen Molefitella unter- 
scheidet sie sich sogleich durch den dieser ganz fehlenden röth liehen oder röth- 
lichgefleckten Innenrand. 

In der Grösse über oder auch, besonders im weiblichen Geschlecht, unter 
Eoi^eosnffusella. Rückenschild und Kopf grau, bisweilen recht hell und gelblich 
gemischt: die Stirn in der Mitte dunkler als an den Rändern, und das Gesicht 
am hellsten. Fühler bräunlich, kaum verloschen geringelt. Taster stark ge- 
bogen, röthlichweiss ; zweites Glied cylindrisch, zusammengedrückt, an der 
Wurzel verdünnt, mit zwei breiten, schwarzen Bändern: Endglied so lang wie 
das zweite Glied, vor der Mitte und vor der Spitze mit breitem, schwarzem 
Ringe. — Beine auswärts schwarz mit weisslichen Bändern und Spitzen der 
Glieder; an den Hinterbeinen die Schienen wenig- behaart, die Fussglieder auf 
der Innenseite sehr dunkel grau mit bleichgelben Enden. — Hinterleib braun- 
grau mit weisslichem Bauch: das kegelförmige Analsegment des 9 mit bleich- 
gelbem Enddrittel und hervorstehendem Legestachel. 

Vorderfiügel des cT 2—272, des 9 2'" lang, schmal, beim 9 etwas 
weniger; die Grundfarbe sehr feinstaubig braungrau, am Innenrand mehr oder 
weniger mit Ocherfarbe gemischt und an allen Rändern mit rosenfarbigen, 
nicht dunkelstaubigen Fleckchen von ungleicher Grösse. Die dunkle Zeichnung 
des Vorderrandes ist fast wie bei Roseosuffusella, nämlich nahe der Wurzel ein 
schiefgelegter, bindenförmiger Querstrich: dann eine schräge, bis zur Falte 

10 



74 P- C. Zellei. 

reichende und hier nach hinten gebogene und stark verdunkelte Binde, welche 
auf beiden Seiten rosig gesäumt ist; hinter der Mitte ein länglicher, gegen die 
Wurzel rosig gesäumter Fleck, aufweichen nach einem breiten rosigen Zwischen- 
raum ein eben solcher Fleck vor der Flügelspitze folgt. Die Zwischenräume 
der drei ersten Flecke sind fein punktirt grau, nur an den Rändern hell und 
rosig. Dem rosenfarbenen Räume zwischen dem dritten und vierten Fleck 
gegenüber liegt im Innenwinkel ein grösserer, rosenfarbener Fleck, und zwischen 
beiden zeigt sich ein schwarzes Längsstrichelchen. Der Hinterrand ist rosen- 
farbig mit schwärzlichen Flecken wechselnd. Auf den hellgrauen Franzen zieht 
eine dunkelgraue Linie durch die Mitte und eine am Ende, beide vor dem Innen- 
winkel verschwindend. 

Hinterflügel so breit wie die Vorderflügel, mit verlängerter Spitze, ein- 
farbig grau. 

Unterseite der Vorderflügel dunkelgrau, auf dem Vorderrande in der Mitte 
mit weisslicher Längslinie und weiter nach hinten mit einem solchen Fleckchen, 
hinter welchem die Vorderrandfranzen fleckartig schwarz sind. Hinterflügel längs 
des Vorderrandes striemenartig braungrau mit groben Schuppen. 

Vaterland: Texas (Boll, Beifrage). Zwei c? wurden am 29. Juli gefangen. 
Massachusetts, wo Burgess mehrere Exemplare im Laufe des Juli bei Beverly 
sammelte. 

Anmerkung. Ein ausnahmsweise gut erhaltenes Belfrage'sches Exemplar 
weiblichen Geschlechts nenne ich als verschiedene Art Molestella. Es ist 
etwas grösser und breitflügliger mit dunkler braunen Fühlern und sehr merklich 
längerem Endglied der Taster. Die Grundfarbe der Vorderflügel ist überall, 
also auch längs des Innenrandes, ein violettliches Grau, durch viele schwarze, 
sehr feine Stäubchen verdunkelt. Die Costalflecke liegen wie bei den zwei 
anderen Arten; der vierte ist aber so verloschen, dass er kaum dunkler ist als 
die Grundfarbe. Der zweite, stärkste, gleichfalls nach unten tiefer schwarz, hat 
nach hinten keine Verlängerung, sondern statt dieser zeigt sich hinter ihm im 
Mittelfelde ein frei schwebendes, schwarzes Pünktchen, während unter dem ab- 
geschnittenen Ende des bindenförmigen Flecken auf der entgegengesetzten Seite 
der Falte ein röthlich ochergelbes Fleckchen liegt. Ein helleres, doch kleineres, 
rundes Fleckchen befindet sich am unteren Ende des dritten Costalflecks und 
trennt diesen von einem schwärzlichen, verwischten Fleck des Innenwinkels: 
man könnte sagen, eine schwärzliche Binde reiche verengert vom Vorderrande 
bis zum Innenwinkel und trage in der Hälfte einen grossen, hell röthlichocher- 
gelben Punkt, hinter welchem ein kurzes, tiefschwarzes Längsstrichelchen liegt. 
Der zweite und der dritte Costalfleck werden am Vorderrande durch einen ganz 
verloschenen, röthlichochergelben Punkt auf jeder Seite begrenzt, von welchen 
Punkten der hinter dem dritten Fleck der grösste ist. Die grauen Franzen sind 
vom Hinterrand durch einen auswärts undeutlich begrenzten röthlichgelben Raum 
getrennt, welcher am Hinterrand mit einzelnen schwarzen Schuppen bestreut 
ist; am Innenwinkel ist dieser Raum am ausgedehntesten; etwas Geschecktes 
haben sie gar nicht. 



Beiträge zur Keuntniss der iiordamoricanischen Nachtfalter. 75 

Da der Zettel mit dem Patuiii beim Spannen verloren gegangen ist, so 
ist mir die Flugzeit dieser Art unbekannt. 

Gelechia (Anacampsis) agrinioniefla Cl. 

Pal])is palliäe ochraceis; alarum mit. dimidio hasali obsctire cinereo, 
apicali nigro, striga flavida postica, in costa postice producta; subtus costa in 
strigae loco macula ptarva flavida notatu. (j'^ Q . 

Gelechia agrimoniella Clemens ed. Stainton p. 112. 

Gelechia aduncella Z. Verh. Zool. bot. Gesellsch. 1868 S. 614.*) 

Clemens entdeckte die ßaupe in der Agrimonia eupatoria, deren Blätter 
sie, wie ihre europäischen Verwandten bei den Papilionaceen , zu Knäueln zu- 
sammenspinnt. Die Schmetterlinge erscheinen zu Ende Juni und Anfang Juli. 

Clemens sieht an der Basalhälfte der Vorderflügel des Schmetterlings 
etwas Grünliches (suffused with a greenish hue); dies mag für das lebende oder 
eben getödtete Thier, das dann auch wirklich crimson eyes haben wird, richtig 
sein ; an den getrockneten Thieren sieht man auf den Flügeln kein Grün und 
an den Augen ebenso wenig Eothes. 

Ein (^ habe ich aus Greorgien. Da Baron Osten - Sacken die Art bei 
Washingthon, Clemens in Pennsylvanien fing, so hat sie offenbar in den öst- 
lichen Staaten eine beträchtliche Verbreitung. 

Gelechia (Anacampsis) glandiferella n. sp. Taf. IV. Fig. 25. 

Capite cinereo, palporum articulo terminali nigro-biannulato ; alis ant. 
suhelongatis, einer ein, strigula dorsali prope basim angulata, macula transverse 
ovata dorsi ante medium pimctoque venae transversae nigris, dilute cinetis. (f 9 ■ 

Sie ist besonders durch den einförmigen, schwarzen, hell umzogenen 
Dorsalfleck von der Mitte der grauen Vorderflügel .sehr ausgezeichnet. 

Eückenschild und Kopf grau mit sehr schwacher, röthlicher Beimischung. 
Fühler grau, beim (j^ verloschener als beim 9 dunkler geringelt. Taster lang, 
aufwärts gekrümmt, hellgrau; das zweite Glied cylindrisch, zusammengedrückt, 
auf der Schneide etwas locker beschuppt, auswärts braun, am Ende grau; das 
Endglied fast so lang wie das zweite Glied , mit einem breiten Ring an der 
Mitte und einem schmälern vor der Spitze. Saugrüssel lang, an der Wurzel 
wie die aufliegenden Maxillartaster hellgrauschuppig. — Vorderbeine auswärts 
schwarzbraun, an den Enden der Fussglieder hellgrau; Mittelbeine heller und 
an den Fussgliedern mit breiten hellen Enden; Hinterbeine hellgrau; die Schienen 
auswärts grau bestäubt, die Dornen und die langen Haare der Eückenschneide 
hellgrau; die Füsse dunkelgrau, an den Enden der Glieder hell. — Hinterleib 
bräunlichgrau, an den Seiten mit Schuppenbüscheln, am Bauch heller mit dunkel- 
grauen Seiten ; der weibliche Analkegel an der Spitze mehr oder weniger breit 
hellochergelb mit etwas hervorstehendem Legestachel. 



*) In der Beschreibung lese man statt Vorraiide : Vorderrande und statt fernen Unterschied : 
ferneren Unterschied. 

10* 



76 P. C. Zeller. 

Vordeiüügel cT 2V2» 9 2'" lang, ziemlich schmal, von der Farbe des 
Rückenschildes, dunkelbraun bestäubt, wodurch aber die Grundfarbe nur in der 
Spitze verdunkelt wird. Die Schulter ist geschwärzt, der Vorderrand bis zu 
einem über der Querader liegenden Querwisch mit einer grössern oder geringern 
Zahl schwacher, punktförmiger Striche, zwischen denen der Grund weisslich ist, 
bestreut. Am Innenraud ist nicht weit von der Wurzel ein schräg nach aussen 
aufsteigender und bis über die Falte reichender, unregelmässiger, schwarzer 
Strich, dessen Anfang auf dem Innenrande sich leicht zu verwischen scheint. 
In gleicher Entfernung von ihm, wie er von der Flügelwurzel, ist ein grosser, 
sehr weuig nach hinten übergeneigter, nach innen zugespitzter und über 2/3 der 
Flügelbreite hinwegreichender, schwarzer Dorsalfleck. Auf der Querader liegt ein 
kleines, schwarzes, strichförmiges Fleckchen, dessen Spitze der Basis zugewendet 
ist. Alle drei schwarze Zeichnungen sind manchmal sehr deutlich gelblich oder 
doch heller als die Grundfarbe ringförmig eingefasst. Hinter dem schwärzlichen 
Costalwisch, dem ein noch weniger scharf ausgedrückter im Innenwinkel gegen- 
über liegt, folgt eine weissliche Stelle am Vorderrande. Die grauen Franzen 
sind an der Flügelspitze am dichtesten schwärzlich bestäubt; bei einem cf geht 
von der Spitze eine aus schwarzen Schuppen gebildete Linie in der Hälfte der 
Franzen weit herunter. 

Hinterflügel so breit wie die Vorderflügel, mit stark verlängerter Spitze, 
hellgrau. Franzen heller, gegen die Wurzel gelblich schimmernd. Unterseite der 
Vorderflügel mit hellem Fleckchen am Anfang der Costalfranzen, und blassgelb- 
licher Basallinie aller Franzen. 

Vaterland: Texas (BoU, Beifrage). Vier Weibchen, welche, als sie gefangen 
wurden, ganz unvei flogen waren, tragen die Data: 27. Juli, 7. und 27. August. 
Diese Art hat also eine lange Flugzeit. 

Anmerkung. Ocellen entdecke ich durch Abschuppung des Augenrandes. 
Auf den Vorderflügeln geht von der Subcostalader eine Gabelader in den Vorder- 
rand vor der Spitze. Die Medianader hat vier getrennte Aeste, deren längster, 
der zweite, von dem folgenden weit entfernt und fast gerade ist. Die Mittelzelle 
ist nicht oder doch nur äusserst fein geschlossen; aber Ader sechs kommt aus 
einer deutlichen Verlängerung der Subcostalader hervor, welche fast die Hälfte 
der Zelle begrenzt. Auf den Hinterflügeln scheint die Mittelzelle . offen zu sein. 
— Welcher Heinemannschen Gattung ich diese Art zuweisen soll, ist mir ein 
Räthsel. 

GelecMa (Ceratophora?) fullonella n. sp. 

Thorace et cajnte osseis, antennis albido nigroque annulatis, palxm alhidis; 
alis ant. pallide rufescenti-ochraceis, postice einer ascentibus, punctis tribus fuscis 
(priiiLO elouguto in plica media, secuitdo in disco media, terlio venue trans- 
versae), striga pjostica fracta, pallida. 9 . 

Obgleich die Vorderflügel sich nach hinten nicht erweitern und die Adern 
zWei und drei nicht aus einem Punkt kommen (wenigstens scheinen sie mir 
es nicht), so stimmt sie doch nach der Flügelgestait, der Kürze der Hinterflügel- 



Beiträge zur Kenntniss der nordamericanischen Nachfaltor. 77 

franzen und den Palpen mit den von Heinemann zu seiner Gattung Ceratophora 
gereclineten Arten, und die Zeiclmung der Vorderflügel ist die der Liornatella. 

Grösse der Gerronella. Rückeuschild und Kopf beinfarbig gelblich, im 
Gesicht am weissesten. Fühler dünn, schwarz und weisslich geringelt. Taster 
stark aufwärts gebogen; das zweite Glied cylindrisch, zusammengedrückt, weiss- 
lich, auswärts an der Wurzelhälfte braun; das Endglied länger als das zweite 
Glied, pfriemenförmig, feingespitzt, am Ende etwas verdunkelt. Maxillartaster 
kaum vorhanden. Saugrüssel bräunlich, von Rückenschildslänge. — Die vier 
vordem Beine graubraun mit hellen Enden der Fussglieder; die Hinterbeine auf 
der Innenseite weisslichgrau, auswärts dunkel; die Schienen mit blonden Haaren 
ziemlich spärlich bekleidet. — Hinterleib braungrau mit hellgelblichgrauem 
Bauch; das Analglied abgestutzt kegelförmig mit hervorstehendem Legestachel. 

Vorderflügel 2'/2"' lang, ziemlich schmal, nach hinten nicht erweitert, 
zugespitzt mit sehr schrägem, schwach convexem Hinterrand, hell röthlich 
ochergelb, am hellsten an der Wurzel, vor dem Hinterrand grau. Der Vorder- 
rand ist von der Wurzel aus in einer feinen, kaum merklichen, an der Wurzel 
punktförmig verstärkten Linie schwarz. In der Mitte der Falte ist ein länglicher, 
brauner Punkt; hinter und über ihm im Mittelraum ein kleiner, brauner Punkt 
(bei dem einen Exemplar verloschen) und auf der Querader ein wenig grösserer. 
Hinter diesem verdunkelt sich die Grundfarbe zu einer grau und roströthlich 
gemischten bindenförmigen Wolke, welche nach aussen durch eine verloschene, 
gebrochene, oben erweiterte Querlinie der Grundfarbe begrenzt Avird, hinter 
welcher die Grundfarbe bis zum Hiuterrand dunkler grau ist. Die gelblichgrauen, 
um die Flügelspitze und am Innenwinkel duokler grauen Franzen sind durch 
eine feine, gelbliche Wurzellinie vom Hiuterrand getrennt. 

Hinterflügel IV2 rual so breit wie die Vorderflügel, am Hinterand unter- 
halb der kurzen, abgerundeten Spitze schwach eingedrückt, einfarbig dunkelgrau; 
die Franzen der Apicalhälfte kürztr als die halbe Breite der Flügelfläche. 

Unterseite einfarbig braungrau. 

Vaterland: Texas (Beifrage). Zwei 9» am 20. und 2L August gefangen, 
in meiner Sammlung. 

Gelechia (Doryiihora) piscijiellis n. sp. 

Capillis i^alpisqae albidis , aydennis alba nigroque anniilatis; alis unt. 
angustis, dilute griseis, squamis nigriecmti-alhidis creberrime adspersis , plica 
partim pi^Mide ochracea macidam obsoletam fuscescentem vel striolam nigravi 
eontinente. cf 9- 

Sehr ähnlich der GelecU. tenuiellu Blann, wesshalb ich sie in das dieser 
(Tin. S. 191) durch Htinemann angewiesene neue*) Genus stelle; sie ist etwas 
kleiner, mit dickerem zweiten Tasterglied, auf den Vorderflügelu mit grobem 
Schuppen bestreut, welche schwärzlich bind, mit hellgrauen Enden. 

Rückenschild und Oberkopf heller staubgelb als die Vorderflügel; die Schulter- 
decken beim 9 öiit solchen Schuppen wie diese bestreut; Stirn weisslich. Taster 

*) schoQ zweimal vergebeue. Kedact. 



78 ^- C- Zeller. 

SO lang wie das Eückenschild, innen weisslich, aussen am locker beschuppten 
und dadurch verdickten zweiten Glied ein wenig dunkler; das Endglied fein, 
spitz, kaum 2/3 so lang wie das zweite Glied, wenig gebogen; vorgestreckt. 
Saugrüssel ziemlich lang, an der Wurzel obenauf weiss. Fühler weisslich und 
schwärzlich vollständig geringelt. Beine schlank, weissgrau, auswärts bräunlich 
angeflogen; die Hinterschienen dünn, auf dem Rücken mit dünner, weisslicher 
Behaarung; die Hinterfüsse auswärts am dunkelsten bräunlichgrau mit weisslichen 
Enden der Glieder, — Hinterleib veihältnissmässig lang, hell gelblichstaubgrau, 
am Bauch heller, beim q stark gerandet, mit bleichgelblichem, kurzkegelför- 
migem, sehr dichtem Analbusch; beim Q ist der Hinterleib lang kegelförmig 
zugespitzt mit etwas hervorstehendem Legestachel. 

Vorderflügel 3'" lang, schmal, nach hinten wenig erweitert, dann länglich 
zugespitzt, mit schwach convexem Hinterrand und ganz stumpfem Innenwinkel. 
Grundfarbe sehr bleich ochergelb, aber sehr reichlich mit schwarzen, an ihren 
Enden weisslichen Schuppen bestreut, so dass die Grundfarbe nur hier und 
da, am meisten beim $, zum Vorschein kommt. Als ein solcher, doch ziemlich 
undeutlicher, bleichgelblicher Längsstreif tritt beim 9 ^^^ Falte hervor; sie 
wird auf ihrer Mitte durch einen schwärzlichen, wenig scharfen Fleck unter- 
brochen, während das ^f an derselben Stelle durch einen schärfern, länglichen 
Längsstrich bezeichnet ist. Bei dem cT zeigt sich auch im Mittelfelde schräg 
hinter diesem Strich eine feine, ganz kurze, schwärzliche Längslinie, von der 
beim 9 keine Spur sichtbar ist. Den Hiuterrand sondert eine ziemlich deut- 
liche, aus den angegebenen Schuppen gebildete Linie von den grauen Frauzen 
ab, welche am meisten um die Flügelspitze mit schwärzlichen Schuppen be- 
streut sind. 

Hinterflügel schmäler als die Vorderflügel, mit fast parallelen Gegen- 
rändern und stark verlängerter, feiner Spitze, unter welcher der Hinterrand einen 
tiefen Ausschnitt hat. Ihre bleigraue Farbe sticht von den heller grauen, gegen 
den Analwinkel gelblicheren Franzen dadurch besonders ab , dass diese eine 
ziemlich scharfe, blass ochergelbliche Wurzellinie haben; sie sind, so weit sie die 
Innenhälfte des Flügels einfassen, doppelt so lang wie dieser breit ist. 

Unterseite der Vorderflügel einfarbig, hell bräunlichgrau; die Hinterflügel 
bleigrau mit einem gröber beschuppten Streifen von der Farbe der Vorderflügel 
längs des Vorderrandes. 

Vaterland: Texas (Beifrage). Ein ausnahmsweise ziemlich gut erhaltenes 
Paar (das c? am 7. Juli, das 9 am 6. August gefangen) in meiner Sammlung. 

Anmerkung. Gel. temtiella ist in der Wiener Monatsschrift 1864, tab. 4, 
Fig. 16 wenig kenntlich abgebildet. Die Vorderflügel sind etwas zu kurz, der Aus- 
schnitt des Hinterrandes der Hinterflügel zu seicht; auf dem erstem ist vor dem 
heilern Hinterrand ein dunkler Querstreif, den keines meiner beiden von Mann 
erhaltenen Männchen zeigt, auf den Hinterflügeln ist die Oberseite viel zu dunkel. 
Man muss freilich zugeben, dass sich die unscheinbare Art weder in der Ab- 
bildung, noch in Worten leicht kenntlich darstellen lässt. 



Beiträge zur Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 79 

Gelechia (Trichotaphe) fiavocostella Clem. Fig. 26. . 

Palpis paüide ocliraceis, antennis fuscescentibiis; alis mit. mgris, vitta 
cosiali pallide flava, ante apicew, coarctatum detUem longum adversus anrjuliim 
internum exserente cT 9- 

Gelechia (?) — Clemens ed. Stt. p. 11.3. Trichotuphe — ib. p. 180. 

Die Taster, welche Clemens nicht beschreiben konnte, sind so lang wie 
Kopf und Rückenschild zusammengenommen, sehr schwach gebogen, einfarbig 
bleich ochergelb; das zweite Glied stark zusammengedrückt, nach beiden Enden 
hin verdünnt, sowohl auf dem Rücken wie an der convexen Schneide glatt- 
schuppig; das Endglied fast so lang wie das zweite Glied, dünn und feingespitzt. 

Grösse einer kleinen Gel. (Brachycross.) cinerella, von 4'" Vorderflügel- 
länge; das 9 etwas grösser als das cT. 

Vaterland Maine (nach Clemens). Meine zwei Exemplare wurden von Bur- 
gess in Massachusetts bei Beverly, und zwar das bis auf die abgebrochenen 
Taster gut erhaltene q^' am 20. Juli, gefangen. 

Anmerkung. Die Zeichnung lässt sich auf die von Gel. bilobella zu- 
rückführen; selbst die Franzen sind dicht am Hinterrand ähnlich mit gelblichen 
Punkten gezeichnet. Wahrscheinlich haben die Malacotriclien gleichen Aderver- 
lauf. Die kleine Verschiedenheit in der Behaarung der Taster zwischen Malaco- 
tricha und Trichotapjhe hat Clemens sicher mit Recht nicht als Gattungsmerkmal 
betrachtet (bei seiner Setosella zeigt er sie so au, wie ich sie als Merkmal 
meiner Abtheilung Malacotricha ansehe). Welche Heinemann'sche sogenannte 
Gattung auf Trichotaphe (und Malacotricha) zurückzuführen ist, vermag ich 
nicht zu sagen. 

Gelechia (Trichotaphe) ocJirijHilpella Z. 

Epistomio palpisque ferrugineis ochraceisve , a/utennis fuscescentibiis; 
alis ant. nigris, vitta cosfae metalUca coerulescente , ante medium ompliata, 
postice puncto ferrugineo costali terminata et in ajigulum internimi coarctata, 
striga coerulescente ante marginem posticum. cT 9 • 

Trichotaphe alacella Clem. (ed. Stt.) p. 180. 

Kleiner als die vorige. Vorderflügel 'P/i'" lang. Das Schwarz ist, soweit 
es die hellbläulich metallische Partie begrenzt, in ungleicher Breite sehr ge- 
sättigt; am Innenrand geht es in tiefes Gelbbraun über. Der Vorderrand ist 
striemenartig bis zum Anfang der Costalfranzeu metallglänzend hellbläulich; sie 
erweitert sich vor der Mitte zu einem sehr breiten, bis zur Falte reichenden, 
dreieckigen Zahn, hinter welchem sie ihre geringste Breite hat; dann wird sie 
wieder sehr breit und endigt mit einem hellrostfarbigen Punkt auf dem Vorder- 
rand, während sie sich einwärts zu einer Linie verengert, welche schräg bis 
zum Innenwinkel hinzieht. Vor der tiefschwarzen Hinterrandlinie ist ein breiter 
metallisch hellblauer Streif, von den schwarzen Adern in Fleckchen (Clemens 
nennt sie blos dots) zerschnitten. 

Vaterland: Die Gegend von Washington, wo Baron Osten-Sacken meine 
drei Exemplare fing. Clemens fing das seinige in Pensjlvanien am 17. Juli. 



80 P. C. Zeller. 

Anmerkung. Da es schon eine Gelechia (AcantJiophüa Heinemann) 
alacella giebt, so rausste der Name der Clemens'sclien Art geändert werden. 

Gelechia (Trichotaphe?) serrativittella n. sp. Fig. 27. 

Capite fuscescenti- einer eo , orhitis, epistomio pcdpisqiie pallide flavis; 
uUn ant. violaceo-nigris, vitta costali latissima, pallide flava, postice acuminata, 
interius dentata. d^ 9- 

Mit auiFallend gefärbten und gezeichneten Vorderflügehi, nach denen sie 
keiner europäischen Art ähnlich sieht. Ihr Plügelgeäder kann ich ohne Ab- 
schuppung nicht genau erkennen, wesshalb ich unsicher bin, ob sie zu Tricho- 
taphe gehört. 

Grösse der Gel. Imulella. Rückenschild braungrau mit hellgelben Schulter- 
decken ; Kopf heller braungrau, an den Augen ins Hellgelbe, im Gesicht hellgelb. 
Fühler bräunlich, beim cT fei» gezähnelt, am Wurzelglied blassgelb. Ocellen 
erkenne ich nicht. Ma.xillartaster blassgelb, fadenförmig, gegen einander gelegt. 
Lippentaster so lang wie Kopf und Rückenschild zusammengenommen, aufwärts 
gekrümmt, hellgelb: das zweite Glied kräftig, zusammengedrückt, glatt, am Ende 
kaum verdünnt; das Englied ein wenig kürzer als das zweite Glied, borsten- 
förmig, spitz, Saugrüssel länger als das Rückeuschild. — Die vier vordem Beine 
graubraun , an den Enden der Glieder verloschen gelblich ; die Htnterschienen 
gelblichgrau, auf dem Rücken schwach behaart; die Hinterfüsse graugelblich, 
an den Wurzeln der Glieder bräunlich. — Hinterleib braungrau mit kaum her- 
vorragendem Legestachel des 9- 

Vorderflügel 3'" lang, länglich, hinten kaum erweitert, violettschwarz, 
an der Strieme hin tiefscbwarz und ebenso in der Falte und in der Hinterrand- 
linie. Am Vorderrand zieht eine breite nach hinten verschmälerte und zugespitzte, 
vor der Flflgelspitze endigende , hellgelbe Strieme ; sie verbreitet sich an der 
Wurzel bis zur Falte; ihr Innenrand ist bis fast zur Hälfte geradlinig ; dann hat 
er einen schrägen Einschnitt und vor der Zuspitzung einen kleinern, so dass er 
in zwei scharfen und einem abgerundeten Zahn hervorsteht. Franzen etwas heller 
als die Grundfarbe, an der Wurzel mit gelblichen Schuppen. 

Hinterflügel ein wenig breiter als die Vorderflügel, am Hinterraud unter- 
halb der Spitze ein wenig eingezogen, dunkelgrau. 

Unterseite dunkelgrau. Auf den Vorderflügeln kommt von der Medianader 
eine langstielige Gabel (Ader zwei und drei); auf den Hinterflügeln scheint die 
Mittelzelle off'en zu sein. 

Vaterland: Texas. Ein 9 "^^ Cambridger Museum; ein Paar in meiner 
Sammlung, wie gewöhnlich, mit gänzlich abgeschlissenen Franzen, durch Bei- 
frage am 28. Juli und 15. August gefangen. 

Gelechia (Malacotricha Z.) hilohella n. s. Fig. 28. 
Palpis j)allide ochraceis, autennis fuscescentiliu.s; alis a,nt. pallide ochra- 
ceis,plaga magna biloba nigra, ad dorsutn schistacea, ante puncta duo venae 
transversae nigra, fascia marginis postici schistacea, nigro-marginata. cT. 



Beiträge zur Kenntniss der iiorclamericaiüechen Nachtfalter. 3] 

Ausseiordentlich ähnlich der Nothris dolabella, aber sogleich durch die 
ganz anders beschaffenen Taster zu unterscheiden; auch ist der zweilappige 
Fleck anders gestaltet; die Hinterrandbinde ist schmäler mit schwach convexem 
Innenraude, und die Querader trägt nicht einen Strich, sondern zwei weit ge- 
trennte Punkte. 

In der Grösse etwas über der vorigen. — Rückenschild und Kopf gelb- 
lichgrau; Schulterdecken, Seiten der Stirn und am entschiedensten das Gesicht 
gelblich. Fühler bräunlich, zahnartig fein gekerbt und dadurch scheinbar heller 
geringelt. Taster hell ochergelb, auf der Innenseite am hellsten, am zweiten 
Glied auswärts bis ^/g lehmgelb; dieses Glied ist gebogen, stark zusammenge- 
drückt, gegen die Wurzel verdünnt, mit glatter Schneide, auf der Endhälfte des 
Rückens mit lockeren, aufsteigenden Schuppenhaaren; das Endglied nur ^4 so 
lang wie das zweite Glied, dünn, gebogen, einfarbig. Maxillartaster und Kücken 
des ziemlich langen Saugrüssels bleichgelb beschuppt. — Die vier vorderen 
Beine gebräunt mit bleichgelben Enden der Fussglieder; die Hinterschienen 
ziemlich lang, dünn, auswärts lehmfarbigbraun wie die hellspitzigen Dornen, 
auf dem fast haarlosen Rücken und der Innenseite bleichgelb; die Hinterfüsse 
aussen blassbraun, an den Enden der Glieder hell. — Hinterleib grau; der Bauch 
blassgelb, an den Seiten bräunlich. Analbusch ziemlich lang, mit langen, fast 
anliegenden Haarschuppen. 

Vorderflügel Z^U'" lang, recht merklich gestreckt, hinten wenig erweitert, 
mit schwach convexem Hinterrand, an dei Wurzelhälfte hellgrau, etwas bestäubt, 
dann dunkler, und zuletzt von der Querader an bis zur Hinterrandbinde ocher- 
gelblich. In der Falte liegt nicht weit von der Basis ein tiefschwarzer, sich 
verdünnt hinziehender Fleck, der sich einem viel grösseren, nach vorn zuge- 
rundeten anschliesst und mit ihm die zweilappige, schwarze Zeichnung bildet, 
von welcher aus die Farbe bis zum Innenrand dunkel schiefergrau ist. Auf der 
Querader liegt ein schwarzer Punkt, und ein zweiter, davon getrennt, von Ocher- 
farbe eingefasst, darunter. Den Hinterrand nimmt ein breiter, ovaler, binden- 
förmiger Fleck ein; er ist dunkel violettschwärzlich, und seinen Innenrand bildet 
eine dicke, schwarze Linie, durch welche er um so mehr von dem lebhaft ocher- 
gelben Grunde absticht. Von den dunkel grauen , nur am Innenwinkel ganz 
hellen Franzen ist er durch sechs in gleichen Abständen aufgestellte, hellgelbe, 
scharfe, ziemlich grosse Punkte getrennt. 

Hinterflügel etwas breiter als die Vordeiflügel, unterhalb der nicht ver- 
längerten, aber deutlichen Spitze mit eingezogenem Hinterrand, grau; die grauen 
Franzen mit feiner, gelblicher Wurzellinie. 

Unterseite der Vorderflügel grau, mit einem kleinen, gelblichen Costal- 
wisch dicht vor der Spitze und mit verloschenen, gelblichen Punkten an der 
Franzenwurzel. 

Vaterland: die Gegend von Washington, wo Baron Osten-Sacken mein 
schönes cT fing, und Ohio, von wo ich ein sehr verflogenes cf durch Schläger 
erhielt. 

11 



82 P- C. Zeller. 

Anmerkung. Diese Art gehört nach Flügel- nnd Tasterbau mit Gel. 
internella Z. (Lep. CafFr. p. 109) zu einerlei Abtheilung, welche Malaco- 
tricha heissen kann. Bei Internella, von der ich ein 9 besitze, ist, was in 
der Beschreibung nicht erwähnt wurde, der Rücken des zweiten Tastergliedes 
gleichfalls mit einem Haarbusche versehen; (das Endglied ist verhältnissmässig 
länger als bei Büohella). Ocellen konnte ich nicht entdecken. Vielleicht gehört 
auch Gel. septella Caffr. p. 108 in dieselbe Abtheilung (in der Diagnose muss 
es statt interne heissen; interius). Die mir sonst unbekannte Trdchot. 
setosella Gl. ist zufolge der p. 121 angegebenen Merkmale gleichfalls eine 
Malacotricha. 

Enchrysa n. g. Fig. 29. a. b. 

Capüli laevigati, nitidi. Ocelli nulli. 

Antennae hreviores, subdenticulatae. 

Palpi labiales longi, tenues, arcuati, laevigati. 

Haustellum mediocre, dorso squamato. 

Alae anteriores acuminatae, m argine costali postiee subexca- 
vatae, margine postico longo. 

Alae posteriores angustae, infra apicem productum profunde excisae. 

Der Vorderflügelfärbung und Zeichnung nach an Tinagma transversellum 
nach den Fühlern allenfalls an Ghrysoclista erinnernd, ist diese Gattung zufolge 
der Hinterflügel eine ächte Gelechide. Den Glanz des Rückenschildes und Kopfes 
hat sie nur mit Gelechia (Nannodia) Hermannella gemein; aber ihre dünnen 
Taster sind so lang wie Kopf und Rückenschild zusammengenommen und stark 
nach oben gekrümmt. Was. sie vor allen auszeichnet, ist die Gestalt der Vorder- 
flügel, deren Vorderrand sich von der Wurzel aus schwach convex krümmt, von 
der Mitte an aber sanft concav bis gegen die Spitze hin verläuft; der Hinter- 
rand ist sehr schräg und lang, schwach convex und geht, ohne einen Innen- 
winkel zu bilden, in den Innenrand über. Daher sind die Vorderflügel lang 
zugespitzt. Die Hinterflügel haben etwas über halbe Breite derselben und sind 
unter der verlängerten Spitze tief ausgerandet und langgefranzt. 

Auf den Vorderflügeln gehen aus dem Vorderrande der langen, schmalen 
Mittelzelle drei einfache Aeste parallel schräg zum Vorderrande und zuletzt 
eine Gabelader, die sich vor der Flügelspitze endigt, und deren Zinken länger 
sind als der Stiel. Aus der Querader gehen zwei Aeste in den Hinterand, aus 
der Medianader drei mit ihnen parallele, deren zwei oberste doppelt so lang 
sind wie der unterste. Die Subdorsalader, der Medianader parallel, scheint an 
der Basis gabelartig gespalten zu sein. 

Auf den Hinterflügeln theilt sich die Subcostalader in eine Gabel, von 
welcher der obere Zinken in die lange Flügelspitze, der untere in den Scheitel 
des fast rechten Winkels, in welchen der Hinterrand gebrochen ist, ausläuft. 
Der fast gerade untere Schenkel des Hinterrandwinkels nimmt eine von der 
Mittelzelle kommende Ader au seiner Hälfte und eine andere an seinem untern 



Bcih-iige znr Kenntniss der notdaTnpricaniKcliPn Naclitf.alt.er, 33 

Ende auf. Der übrige Theil des Hinterrandes läuft mit dem Vorderrande fast 
parallel. Die Franzen haben mindestens die Breite der Hinterfiügelfläche. 

1. dissecteUa n. sp. 

Antennae nigrae, apice alba; tliorax et caput metallice aiirea. Alarmn 
area basalis cuprea, postice nigro-terminata et exalhido-marginata; pars reliqua 
aurantiaca, litura costali nigra, (j^. 

Grösse der Clirysoclista Schrcmlcella. Das Rückenschild und der hervor- 
stehende Kopf sehr glatt und glänzend röthlichgoldig; die Stirn messinggelb. 
Fühler kürzer als die Vorderflügel, etwas stark, fadenförmig, gegen das Ende 
etwas verdünnt, schwarz, am Endviertel weiss. Taster dünn, stark aufwärts 
gebogen, innen metallisch hellgelb, auswärts braun; das zweite Glied cylindrisch, 
glattschuppig, gegen die Wurzel schwach verdünnt; das Endglied fast ebenso 
lang, feingespitzt. — Vorderbeine glänzend braun, an den Enden der Fussglieder 
ein wenig heller (die übrigen Beine und der Hinterleib fehlen). 

Vorderflügel 2V2'" lang, ziemlich schmal; das bis fast zur Mitte reichende 
Wurzelfeld ist kupferglänzend, am Vorderrand in einer nach hinten erweiterten 
Linie schwarz und hinten in fast gerader, etwas schräger Linie breit schwarz 
begrenzt und mit einer hellgoldgelben Querlinie eingefasst. Der Rest der Flügel 
ist weniger glänzend, hell orangegelb, am Vorderrand mit einem breiten, schwarzen 
Streifen, der nicht weit vom Wurzelfeld anfängt und verdünnt in der Flügel- 
spitze endigt. Die schwärzlichen Franzen ziehen sich am Innenrande bis über 
das Ende des Wurzelfeldes hin. 

Hinterflügel schwarzgrau. — Unterseite aller Flügel einfarbig graubraun, 
kupferig schimmernd. 

Vaterland: Ohio (Schläger). Ein cT in meiner Sammlung (das zweite 
abgeschuppt). 

Tiisolophus invucigiittellus Clemens. 

Antennis fuscis, rarius suhannulatis ; alis ant. angustis, acutis, varie 
coloratis; posteriorihus hyalinis, iridescentibus, fusco-venosis. 

Var. a) alis ant. dilute luteis, fusco pimctatis lituratisque. 
Ypsol. j^aucigutt. Clemens (ed. Staiuton) p. 228. 

Var. Ij) alis ant. colore fascescenti indtictis. 

Var. c) alis ant. obscure brunneis, vitta costali ussea distinctissima. 
Ypsol. flavivittell'iis Clem. 1. c. p. 254. 

Eine höchst veränderliche Art, die sich in dieser Hinsicht mit Cerost. 
radiatella vergleichen lässt, aber in allen Varietäten viel leichter an den durch- 
sichtigen, irisirenden Hinterflügelu mit aller Bestimmtheit zu erkennen ist. 

Rückenschild und Köpf hellbraun, bei Var. c. ersteres vorn gelichtet und 
gelblich gemischt und der Kopf gelblich, in der Mitte der Länge nach braun- 
grau; die Fühler bräuulich, doch bei hellen Exemplaren bisweilen ganz voll- 
ständig hell und dunkelgeringelt, während sonst nur auf der Unterseite hellere 
Ringe zu erkennen sind. Ocellen deutlich. Der starke Busch des zweiten 

11* 



34 ^- C. ZoÜPr. 

Tasterglicdes ist braun, nur am oberen Ende in einem mehr oder weniger ver- 
längerten Streifen hellgrau; das feine, borstenförmige Endglied braun mit heller 
Rückenlinie, die nicht bis zur Spitze reicht, die Spitze selbst hell. — Die vier 
Vorderbeine 'aussen braun mit hellen Gliederspitzen. Die Hinterbeine bleich- 
gelb; die Schienen am oberen und unteren Rande braungrau oder auch ohne 
diese Färbung, auf der Rückenschneide mit dichtem, auf der unteren Seite mit 
dünnerem, hellblondem Haarkamm ; die Dornen an der Seite gebräunt; die Fuss- 
glieder grau mit hellen Spitzen. Hinterleib hellbraun, am Bauch hcUgelblich 
und zu jeder Seite, bisweilen auch in der Mitte, mit einer Reihe dunkelgrauer 
Fleckchen. 

Vorderflügcl 372—3^4'" ^^^S^ schmal, spitz, doch nicht scharfspitzig, mit 
sehr schräg zurückgehendem Hinterrande. Grundfarbe lehmgelb, mehr oder 
weniger lebhaft und gesättigt, mit dunkelbraunen Stäubchen bestreut. Bei den 
am vollständigsten gezeichneten Exemplaren liegen zwei schwarze Punkte nahe 
der Basis (einer auf dem Vorderrande, einer unter der Falte), dann ein einzelner 
dicht über der Falte, hierauf zwei schräg unter einander (der vordere über, der 
hintere in der Falte), beide durch einen braunen Nebelfleck verbunden, endlich 
im Mittelfelde hinter der Mitte noch ein Paar schräg gestellter und durch einen 
grösseren Nebelfleck oder Wisch verbundener Punkte. Oefters fehlt der eine 
oder andere oder mehrere dieser Punkte, und bei der dunkleren Varietät b ist 
fast gar keiner zu erkennen. Ein Exemplar ist hell mit sehr kleinen Punkten 
und ohne Nebelflecke, und die Fläche ist vom Vorderrande aus rosig angelaufen. 
Bei Var. c ist die grössere Innenrandhälfte dunkelbraun; die kleinere Costal- 
hälfte bildet eine beingelbe , sich hinten zuspitzende und vor der Flügelspitze 
endigende Strieme. Auf der Grenze beider Färbungen liegen drei tiefschwarze 
Punkte, dem dritten, vierten und sechsten der oben angegebenen entsprechend. 
Eine Reihe schwarzer Punkte zieht am Hinterrande hin bis in den Vorderrand, 
und liegt öfters in gelblichem Grunde. Bei Var. a zieht eine bräunliche Wolke 
davor her. Franzen heller als die Grundfarbe, an der Wiirzel meist gelblich. 

Hinterflügel ein wenig breiter als die Vorderflügel, unter der vortretenden 
Spitze mit einem schwachen Eindruck des Hinterrandes, durchsichtig glasartig 
und irisirend, nur gegen die Spitze braun angelaufen, sonst mit starken, braunen 
Adern, unter denen sich vorzüglich der Hauptast der Medianader auszeichnet. 
Franzen braungrau. 

Unterseite der Vorderflügel braungrau, bei Var. c' am Vorderrande vor 
der Spitze etwas gelblich. 

Vaterland: Ohio (wo die Art nicht selten zu sein scheint) und Texas (Boll); 
zwei 9 der Var. a in meiner Sammlung und dem Cambridger Museum. 

Anmerkung 1. Es ist auffallend, dass Clemens bei seinen beiden Arten 
die Durchsichtigkeit der Hinterflügcl unerwähnt lässt und dieselben bei Pauci- 
guttcllus nur als brownish with a bluish iridescent hue, bei Flavivlttcllus gar 
nur kurzweg als fuscous bezeichnet. Aber die Identität seiner Arten mit der 
meinigen unterliegt darum keinem Zweifel. 



Beiträge znr Kenntniss fler novrtatiiericanischon Naclitlaltor. 85 

Anmerkung 2. In Fitcli : First and second Report on'the Insccts of 
the State of New-York 1856 findet sich S. 221—234 ein sehr ausführlicher 
Bericht über die Verwüstungen, welche das Räupchen Pabner-Worm im östlichen 
Theile des Staates New-York und in allen Neu-Englandstaaten am Laube der 
Garten- und Waldbäume, namentlich der Apfelbäume und Eichen , von Zeit zu 
Zeit anrichtet. Die sich daraus entAvickelnde , in Färbung und Zeichnung sehr 
variirende Motte nennt er Chaetochihis pometellus Harr. Aus der von 
einer höchst elenden Abbildung (T. 4, Fig. 4) begleiteten Beschreibung der- 
selben (S. 229) scheinen mir die Worte: the bind wings above and beneath are 
dusky with a glossy azure blue reflection and blackish veins — obgleich die 
Durchsichtigkeit dieser Flügel ebenso wie bei Clemens unerwähnt bleibt — auf 
den Yps. pcmciguttellus hinzudeuten. Fitch beschreibt S. 232 einen Chaeto- 
chilus malifolielluü n. sp., den ich mit Yps. pimctidiscellus Clera. ver- 
einigen würde, wenn nur das Mindeste über den so wesentlichen Unterschied 
in den Hinterflügeln zwischen ihm und Pometellus gesagt wäre! Den Chaeto- 
chilus contubernnlelltis Fitch, the Corarade Palmer-Worm, S. 233 bin ich 
geneigt, für den Clemens'schen Yps. flavivittellus (oder meine Var. c des Pauci- 
(juttellus) zu halten; Fitch glaubt, in einem Räupchen, das mit dem seines 
Pometellus zusammenlebt , aber sich von diesem durch die Farbe des Kopfes 
und Prothorax unterscheidet, das von Contubernalcllus zu erkennen, obgleich 
ihm dessen Erziehung nicht gelungen ist. Die Beschreibungen seiner zwei breit- 
flügligen CJiaetochüus-Arten weiss ich auf keinen mir bekannten Ypsoloplms 
anzuwenden. Die specifische Benennung Pometellus wird wahrscheinlich für die 
Clemens'sche eintreten müssen; da aber Clemens sie nicht kennt, so begnüge 
ich mich, auf sie hier wenigstens aufmerksam zu machen. 

Ypsolophiis pimctidiscelliis Clem. 

Antennis albido fuscoqne annulatis ; palporum fasciculo praeter apicem 
fusco, articulo tcrminali albo; alis mit. pallide luteolis, fuscescenti irroratis, 
puncto tmo ante, duohus post medium frisccscentihus, striga postica pallidiorc 
obsoleta superius hifracta; posteriorihus cinercis, wipellucidis. cf 9- 
Ypsol. punctid. Clemens 1. c. p. 228. 

Von der vorigen Art sogleich durch die undurchsichtigen Hinterflügel zu 
unterscheiden, aber auch mit etwas kürzeren, sti;mpferen Vorderflügeln und sehr 
deutlich geringelten Fühlern. Ocellen. die bei manchen Exemplaren des Pcmci- 
guttellus sehr sichtbar sind, kann ich nicht erkennen. 

Rückenschild und Kopf blass lehmgelblich. Fühler ebenso mit braunen 
Ringen, nur am Wurzeldrittel auf einer Seite einfarbig hell. Tasterbusch lang 
und zugespitzt, aussen gelbbraun, innen bräunlichgrau, auf dem Rücken und am 
Endrande mit einem bleichgelblichen Streif und an der Wurzel des Endgliedes 
weiss; das Endglied fein, lang, braun mit bleichgelblicher Rückenlinie. Die vier 
vorderen Beine aussen braun; die Hinterschienen aussen an der untern Schneide 
bräunlich, an der oberen mit langen, hellblonden Haaren ; alle Fussglieder braun 



86 r. ('. Zoller. 

mit bleichen Spitzen. — Hinterleib schmal, s'au". cl"-'!' Bauch und der unbefleckte 
Analbusch bleichgelb. 

Vorderflügel S'/s'" lang, schmal, nach hinten etwas erweitert, mit con- 
vexerem Hinterrande als bei Pancujuttellm, sehr blass lehmgelb, am Vorder- 
rande gegen die Basis am hellsten, von Vs ^n nach und nach reichlicher mit 
blassbräunlichen Schuppen bestreut. In einiger Entfernung von der Basis liegt 
in der Falte ein solch'^r verloschener Punkt; ebenso weit von diesem ab folgen 
zAvei Punkte: der obere im Mittelfelde, der untere sehr wenig weiter nach hinten 
gerückte in der Falte; ebenso weit ab folgen zwei auf der Querader, nahe bei 
einander oder zusammenfliessend, der untere etwas gegen die Basis gerückt. 
Wieder in gleicher Entfernung kommt die sehr verloschene helle Querlinie, die 
nur dadurch gebildet wird, dass auf ihr die Grundfarbe rein bleibt; sie ist dünn, 
über der Mitte mit zwei Winkeln und hinterwärts etwas dunkel eingefasst. Eine 
schwärzliche Punktreihe umzieht den Hinter- und Vorderrand bis zur Querlinie; 
jeder Punkt hat eine hellgelbliche Stelle auf den Franzen hinter sich. Franzen 
hellgrau, hinter den hellgelblichen Stellen mit einer dunkleren Schattenlinie 
durchzogen. 

Hinterflügel sehr wenig breiter als die Vorderflügel, am Hinterrande unter- 
halb der Spitze schwach eingedrückt, einfarbig hellgrau, doch gegen die Wurzel 
zarter beschuppt; die Flügelspitze ist auf den lichteren Franzen mit einer ver- 
loschenen Schattenlinie umzogen. 

Unterseite der Vorderflügel grau, auf den Franzen mit verloschenen, hell- 
gelblichen Flecken. Die Hinterflügel ausser am Vorderrande sehr zart hellgrau 
beschuppt und ins Bläuliche schimmernd. 

Vaterland: Ohio (Schläger), New-York (Tengström). Ein gut erhaltenes 
Paar in meiner Sammlung. 

Anmerkung. Von Clemens wird der erste Punkt der Vorderflügel als 
at the base of the fold liegend bezeichnet; er liegt aber ebenso weit von der 
Basis ab wie vom folgenden Punktpaar. 

YpsoJophiis unicipunctellus Cl. 

Antennis fuscescenti-annulatis; %ialporum fasciculo exterius 2^'*'f''^t^f 
(ipicem fusco, articulo terminali longo, palliäo^ alis ant. pallide luteolis, 
squaniis fuscis creliro adspersis , costa ipsa pallida, pimctis duobus nigris 
exterius alba terminatis ante medium, uno vemie transversae nigra interius 
(dbo-signato. (f Q . 

Ypsol. unicip. Clemens 1. c. p. 229. 

Man muss gewöhnlich sehr genau und bei günstigem Lichte nachsehen, 
um auf den Vorderflügeln unter den vielen schwärzlichen Stäubchen die drei 
charakteristischen schwarzen Punkte, deren jeder auf einer Seite mit einem oder 
ein paar weissen Schüppchen bezeichnet ist, zu entdecken; sie liegen wie bei 
Nothris verbascella, nämlich zwei im Mittelraume in der Flügelmitte, der hintere 
auf der Querader; sie sind auf den einander zugewandten Seiten mit den weissen 
Schüppchen versehen; der dritte ist in der Falte, ungefähr in deren Hälfte, 



Beitrüge zur Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 37 

etwas vor dem ersten Discalpunkt, und trägt seine weisse Auszeichnung; am 
hinteren Ende. 

Diese Art hat die Grösse der N. verhascella und ist in der Helligkeit 
und Mischung der Grundfarbe (blasslebmgelblich , blassochergelblich , blassröth- 
lichochergelb), sowie in der Reichlichkeit der aufgestreuten braunen und schwarzen 
Stäubchen veränderlich. Immer bleibt der äusserste Vorderrand dieser Flügel 
von der Wurzel aus bis über die Mitte oder auch bis zum Anfange der Franzen 
hell und ungefieckt. Von den drei Punkten , die beständig grösser als die 
Stäubchen sind, ist der hinterste der grösste; der vor ihm im Mittelraume lie- 
gende ist zuweilen nicht kleiner als der in der Falte. Die schwärzlichen kleinen 
Punkte, mit denen der Hinterrand und das hintere Ende des Vorderrandes 
umzogen ist, werden durch die gelblichen Stellen in der Wurzel der Franzen 
gehoben. 

Die Vorderflügel, 4— 41/2'" lang (bei einem Texaner nur S'/s). sind breiter 
als bei Piincticliscellus, nach hinten sehr unbedeutend erweitert, mit deutlicher 
Spitze. Die Hinterflügel sind ansehnlich breiter, ohne Eindruck des Hinter- 
randes unter der Spitze, grau, in der Mittelzelle ein wenig durchscheinend, sehr 
zart beschuppt, welche Beschuppung sich in einem breiten Streif bis zum Hinter- 
rande fortsetzt; nur ein breiter Vorderrandstreif ist gröber beschuppt und braun- 
staubig. Bei dem grössten Exemplare, einem recht dunkeln, röthlich angelaufenen 
Weibchen aus Missouri, zeigt sich sogar auf dem linken Vorderflügel eine helle 
Querlinie, die dem Hinterrande näher als dem Queraderpunkt, ziemlich senkrecht 
steht und in der Mitte einen stumpfen Winkel bildet. Hier hat der erste Discal- 
punkt kein weisses Schüppchen an sich und ist etwas grösser als der Quer- 
aderpunkt. 

Die Nebenaugen sind (durch Abreiben vermittelst einer Pinselspitze) am 
oberen Augenrande ganz deutlich. Die Fühler sind beim Q feiner und dabei 
weniger deutlich geringelt als beim cf . Die Hinterschienen sind auf der Aussen- 
seite unterwärts braun, oberwärts und auf dem Rücken blondhaarig ; die Dornen 
und Füsse braun. Der Bauch hat einen breiten, blassgelben Mittelstreif, der 
in der Mitte eine Reihe schwärzlicher Fleckchen von verschiedener Deutlich- 
keit trägt. 

Vaterland: Ohio (Schläger), Texas (Boll), Missouri (Riley). 

Anmerkung 1. Clemens giebt den Vorderflügeln einen purpurfarbenen 
Anflug (pale brownish-ochreous with a purplish hue) und schwacher Bestäubung 
(slightly dusted with blackish). Ich habe unter sieben Exemplaren nur zwei 9' 
auf welche Letzteres passt, und nur ein cf init etwas röthlicher Beimischung. 
Clemens bat den ersten Discalpunkt ganz übersehen und bemerkt bloss am 
dritten Punkt Weisses (two or thre white scals on its interior margin). 

Anmerkung 2. Dagegen habe ich zwei grössere, wohl erhaltene cT 
aus Ohio, auf welche das purplish hue vortrefflich passt. Die Vorderflügel 
(5'" lang) sind etwas breiter und nach hinten mehr erweitert, dichter bestäubt. 
Bei dem einen ist die Falte fast in ihrer ganzen Länge als eine feine, weiss- 
liche, sehr auffallende Linie ausgezeichnet; bei dem zweiten ist von ihr nur 



88 P. C. Zeller. 

gegen die Mitte der Falte ein trüber gefärbtes Bruchstück auf dem rothen Flügel 
zu entdecken. Die drei charakteristischen Punkte und mit ihnen die weissen 
Schüppchen fehlen sämintlich; höchstens lässt sich bei dem einen Exemplare 
auf der Querader in der zusammenfliesseuden dunkeln Bestäubung ein weiss- 
liches Pünktchen auffinden, bei dem andern auch dieses nicht. Obgleich der 
Bauch ebenso gezeichnet und die Beschuppung der Hinterflügel nicht anders 
ist als bei Unicipunctellus , so scheint doch eine verschiedene, wenn auch sehr 
ähnliche Art vorzuliegen, für welche vielleicht, ausser dem Mangel der drei 
Punkte, der Innenrand, der von der Hälfte an bis zu den Franzeu in einer 
äusserst feinen Linie blassröthlich ist, ein untei scheidendes Merkmal abgiebt. 

Nothris dolahella n. sp. Fig. 30. 

Palporum articulo sectindo exterius praeter apicem fmco ; alis ant. lute- 
scentihus, inferius schistaceis, macula dolabriformi plicae superposita ante 
medium punctoque venae transversae nigris, fascia marginis postici fusca 
interius nigro-marginata. cf. 

Ohne Beachtung der Taster ist sie sehr leicht mit der etwas grösseren 
Gelechia (Malacotriclm) hilohella zu verwechseln; im Falle, dass die Taster 
abgebrochen sein sollten, macht die Unterseite der Vorderflügel sie gegen diese 
kenntlich. 

Rückenschild graugelblich, Kopf grau. Fühler weisslich und grau ge- 
ringelt. Taster: zweites Glied durch seine Behaarung ein etwas schrägge- 
stutztes, zusammengedrücktes Dreieck darstellend, aussen dunkelbraun mit 
Ausnahme des hellgrauen Endes, innen hellgrau, doch uiiterwärts schwarzgrau; 
Endglied ebenso lang, dünn, aufgerichtet, etwas gebogen, hellgelbgrau, an der 
Spitze und der Vorderseite der Wurzel schwarz. Beine gelbbraun mit bleich- 
gelblichen Spitzen der Glieder; die Hinterschienen auf dem Rücken gelblichweiss 
und ebenso behaart. Hinterleib lehmgelblich, in der Mitte gebräunt; Bauch mit 
schmalem, bleichgelblichem Mittelstreif, zu jeder Seite desselben braun. After- 
busch ziemlich lang, fahlgelblich. 

Vorderflügel 274'" lang, ziemlich schmal, hinten nicht erweitert, mit 
ziemlich abgerundeter Spitze. Die Grundfarbe ist in der Vorderrandhälfte, doch 
hinter der hobeiförmigen Zeichnung in geringerer Breite, bleich lehmgelb, übrigens 
hell schiefergrau. Der Vorderrand ist mit brauneu Punkten bestreut. Vor der 
Mitte liegt auf der Falte die schwarze Hobelzeichnung; sie fängt nicht weit von 
der Wurzel an als eine sich zu einem ganz flachen Dreieck verstärkende Linie, 
die sich an ein transversales, oben etwas übergeneigtes und hinten concaves 
Dreieck anschliesst. Auf der Querlinie liegt ein schwarzer Querpunkt, an dessen 
Mitte vorn und hinten je ein gelbes Pünktchen hängt. Den ganzen Endtheil 
des Flügels nimmt ein bindenförmiger, dunkel schieferbrauner Fleck ein, der 
einwärts einen in der Mitte etwas convexen, schwarzen Rand hat und durch 
eine feine, gelbliche Einfassung noch mehr von der hell schiefergrauen Grund- 
farbe absticht. Die grauen Hinterrandfranzen sind einwärts verdunkelt und mit 
einer verloschenen Reihe gelber Punkte gezeichnet. 



Beiträge zur Keiintniss der nordamericanischen Naclitfalter. 89 

Hinterflügel breiter als die Vorderflügel, einfarbig grau ; die Pranzen mit 
einer sehr feinen, gelblichen Wurzellinie. 

Unterseite der Vorderflügel grau, am Vorderrande von der Mitte bis vor 
die Spitze mit einem hellgelben Wisch. Ast zwei und drei sind weit von ein- 
ander getrennt. — Hinterflügel heller grau, am Vorderrande striemenartig braun 
bestäubt. 

Vaterland: Texas; ein ungewöhnlich gut erhaltenes, von Beifrage am 
24. Juni gefangenes cT in meiner Sammlung. 

Dasycera Newnianella Clem. 

Thorace et capite cupreis, nitidis, palpis vitellinis, antemiis violaceo- 
nigris, apice atteniiato alho; alis mit. elongatis, nitidtdis, nigro-violaceis, vitta 
aiirantiaca ex hasi ad medium producta, acuminata, oblique nigro dissecta. cf. 
Das. Newmanella Clem. ed. Staint. p. 252. 

Clemens giebt unter den Gattungsmerkmalen die Vorderflügel als lanzett- 
furmig an; sie sind es aber grade bei dieser einen Art in etwas höherem Grade 
als bei D. sidpliurellu, und da sie bei D. imitatrix etc. ganz abgerundet sind, 
so haben sie für die Charakterisirung der Gattung keinen Werth. 

Am lebhaftesten glänzen bei Newmanella der Koi^f m\d die Schalterdecken. 
Die Taster sind fast so lang wie bei SulpJmrella und gegen die Spitze ver- 
dunkelt. Die Hinterbeine sind auf der Innenseiie glänzend ochergelb, auswärts 
nur an den Füssen. Der dünne Hinterleib ist dunkelgraubraun mit ochergelben. 
braun behaarten Genitalien. 

Vorderflügel 4'" lang, ziemlich gestreckt, allmählich erweitert, vom Innen- 
winkel aus zugespitzt, ohne scharfe Spitze, etwas glänzend schwarzviolett. Von 
der Wurzel aus geht unterhalb der Subcostalader eine orangegelbe, sich zu- 
spitzende Strieme bis wenig über die Flügelhälfte; von ihrer Hälfte an ist sie 
durch eine sehr schräge, am Anfang und Ende verdickte Linie der Grundfarbe 
durchschnitten, so dass Clemens zwei Streifen sieht (an orange- coloiired stripe 
in the disk and a shorter one at the base of the loing in tlie fold and nearly 
joining the former) ; von ihrer Spitze aus sind bis gegen den Hinterrand einzelne 
orangefarbene Schuppen auf kupferigem Grunde gestreut. Franzen schwarz. — 
Auf der Unterseite dieser Flügel ist keine Zeichnung sichtbar. 

Die schwarzen, etwas messingfarbig schimmernden Hinterflügel haben, 
wo sie am breitesten sind, die Breite der Vorderflügel, verengern sich sanft nach 
hinten und endigen in eine abgerundete Spitze. 

Clemens hatte sein Exemplar aus Virginien. Das meinige erhielt ich durch 
Schläger aus Ohio, von wo er noch eins besass. 

Oeco2)hora detemninatella n. sp. Fig. 31. 
Alis ant. lilacino-nigricantibus, fascia latissima ante medium macidaque 
costae postica inferius rotimdata pallide aureis, nigro-terminatis. cf. 

Nahe verwandt mit der folgenden und von der Grösse der kleinsten 
Exemplare derselben, auf den schwärzlichen Vorderflügeln mit einer sehr breiten 

12 



90 P. C. Zfillev. 

hellgoldgelben Binde und einem grossen gleichfarbigen Fleck, der vom Vorder- 
rand schräg einwärts herabhängt und unten zugerundet ist. 

Rückenschild und Kopf braun. Fühler ebenso, nach oben sehr verloschen 
heller geringelt. Die. langen, dünnen Taster sind über den ganzen Kopf hinweg- 
gebogen; das zweite Glied auswärts braun, innen ochergelb, das Endglied an 
der Wurzel und Spitze weiss. Vorderbeine braun, an den Fussgliedern mit heller 
Spitze; die vier hintern Beine einwärts bleich ochergelb; die Hinterschienen 
auswärts am Ende braun; die Fussglieder weisslich mit bräunlichen Enden. 
Hinterleib schwächlich, grau, mit ochergelblichem Analbusch. 

Vorderiiügel 2'" lang, länglich, an der Wurzel verengert, hinten zugespitzt, 
violettschwärzlich. Vor der Mitte ist eine sehr breite, am Vorderrand etwas ver- 
schmälerte, blassgoldgelbe, auf beiden Seiten tiefschwarz gesäumte Binde, deren 
Innenrand ganz grade und deren Hinterrand conves ist. Der Fingelspitze etwas 
näher als dieser Binde hängt vom Vorderrand ein einwärts erweiterter nnd zu- 
gerundeter Fleck bis in die Gegend des Innenwinkels herab; er ist gleichfalls 
hell goldgelb, auf dem Vorderrand selbst weisslich, und rings, ausser auf dem 
Vorderrand, tiefschwarz eingefasst. Die schwärzlichen Franzen haben an der 
Flügelspitze einen kleinen, am Innenwinkel einen grössern gelblichen Wisch. 

Hinterfiügel etwas über halb so breit wie die Vorderflügel, länglich eiförmig, 
zugespitzt, grau mit schwärzlichen Franzen. 

Unterseite dunkelgrau; auf den Vorderflügeln scheint das untere Ende 
der Binde und das Costalende des grossen Flecks sehr verloschen durch. 

Vaterland: Texas (Boll.) Ein cf i™ Cambridger Museum. Da es nicht 
ganz frisch ist, so mag die Färbung des Vorderkörpers und seiner Theile etwas 
bunter sein, als sie beschrieben ist. 

Oecophora Borkhausenii Z. 

Ali^s ant. lilacino-nigris, grosse squaniatis, maculis 4 maximis (prima 
dar sali ohliqua subfasciata, secmida rotundata costali, tertia dar sali rotundata 
ante angulum dorsalem, quarta postica ex costa pendente) ciliisque pallide aureis. 
Herrich- SchäfFer Fig. 406 (pessima). Heineraann Tin. S. 382. 

Heinemanns Beschreibung genügt so wenig wie H.-Schäffer's Abbildung. 
Die Vorderflügel sind, wie Herrich -Schaff er richtig sagt, violettgrau, welche Farbe 
aber durch die grobe, schwarze Beschuppung fast ganz verdeckt wird und einen 
geringern Raum einnimmt, als die vier grossen, hochgoldgelben Flecke, deren 
Lage und Gestalt Heinemann richtig angiebt; sie sind theilweise sehr fein weiss 
umzogen. Die blassgoldgelbe Farbe der Franzen ist nicht scharf vom Hinterrand 
abgeschnitten, und die des Vordevrandes sind fast bis zur Flügelspitze braun. 
Die Grösse der vier Flecke ändert etwas ab; wenigstens sind die des Q grösser, 
und der erste Costalfleck, der beim c? wohl immer vom Vorderrand getrennt 
ist, verbreitet sich bei diesem mehr oder weniger auf dem Vorderrand hin. Die 
stärkere Verbreitung gilt besonders von dem vorliegenden amerikaiiischen Exemplar, 
bei welchem auch durch die Breite des hin'ern Costalflecks die Grundfarbe 



I!oit,r;ifro /.ur Koiintniss der MurrlampriraiiiscIiPri NarlitfaltiOr. <^ | 

zwischen den beiden Costalflecken ungewöhnlich eingeschränkt wird. Uebrigens 
stimmt es so sehr mit den europäischen Exemplaren, dass an Artverschiedenheit 
durchaus nicht gedacht werden kann. 

Vaterland: Die Gegend von Washington, wo Baron Osten-Sacken das in 
meiner Sammlung befindliche 9 gefangen hat. 

Anmerkung. Diese im nordöstlichen Europa sehr verbreitete, aber wohl 
überall seltene Art sammelte ich bei Berlin (in der Nähe von Tegel im J. 1829), 
Prankfurt a. d. Oder, Glogau*) undMeseritz; Herr Büttner bei Stettin, Schläger 
in Jena selbst, Erschoif bei Petersburg. Sie fliegt hauptsächlich im Juli; am 
frühsten fing ich ein cT am 14. Juni, am spätesten Schläger das seinige am 
19. August. Ihr Wohnort sind Kieferwälder, in denen sie an den dicken Stämmen 
unten sitzt oder von den dünnern aus der Höhe abgeklopft wird. Sehr wahr- 
scheinlich lebt ihre Raupe unter Kieferrinde. Die Erklärung des Vorkommens 
derselben Art in Nordamerika scheint etwas schwierig zu sein. 

Oecophora constrictella n. sp. Fig. 32, 

Äntennis albo fuseoque annulatis; (üis ant. ochraceis, fascin ante medium 
cinnamomea, exterius albiäo-marginata , maeula costae postica mite lituram 
exalhidam costalem apiceque cinnamomeis; post. angustatis, düute cinereis. cf 9- 

Keiner europäischen Art ähnlich, wenn auch allenfalls neben Formosella 
zu stellen, noch kleiner als Burkhauseiiii und alle Oecophoren durch Schmal- 
heit der Hinterflügel übertreff'end, doch wohl nicht, wenn das Geädcr keine be- 
deutende Verschiedenheit nachweist, von ihnen abzusondern. 

Rückenschild und Kopf hellochergelb. Fühler mit länglichem, dünnem, 
cylindrischem, helloch ergelbem Wurzelglied und scharf weiss und braun geringelter 
Geissei. Taster so lang wie Kopf und Rückenschild zusammengenommen, aufge- 
bogen, dünn, ganz hell; das spitze Endglied etwas kürzer als die Hälfte des 
zweiten Gliedes. Beine sehr bleich ochergelb; an den vordem die Schienen und 
Füsse auswärts blassbräunlich gefleckt; an den hintern die Schienen durch lange 
Haare etwas verdickt und nebst den Füssen verloschen gefleckt. Hinterleib grau 
ochcrgelblich, beim 9 zugespitzt ohne vorstehenden Legestachel. 

Vorderflügel P/4— 2'" lang, ziemlich schmal, durch die Franzen scheinbar 
erweitert, zugespitzt, hell ochergelb. Nicht weit von der Wurzel ist ein fast senk- 
rechtes , unter der Falte etwas auswärts gebogenes, schmales, zimmtbraunes 
Band; es ist gegen die Basis nicht scharf abgegrenzt, nach aussen verdunkelt 
und scharf abgeschnitten und mit einer gelblich weissen Linie gerandet, welche 
sich auf dem Vorderrand bis zum Costalfleck verlängert. Dieser liegt hinter der 
Mitte, ist etwas dunkler als die Binde und einwärts nicht scharf begrenzt; ihm 
schliest sich ein weisslichgelber Costalwisch an, der sich schräg einwärts ver- 
dünnt und, mehr oder weniger verlöschend, fortsetzt und bisweilen bis zum 



*) Was Heinemann's „Schwaitz" bedeuten soll, ist mir räthseilliaft, da es in Schlesien, so 
viel ich weiss, keinen Ort dieses Namens gieht, und die Schweiz nicht als Vaterland der Art 
bekannt ist. 

1-2* 



92 ' P- ^'- Zeller. 

Iiinenraiul am Anlaiig der Doisalfranzeii verfolgt werden kann, wo er dann basal- 
wärts einen dunkeln Schatten wirft. Im Mittelraum ist, wenigstens beim Q, 
unterhalb des dunkeln Costalflecks ein braunes Pünktchen sichtbar. Längs des 
Hinterraudes ist die Grundfarbe verdunkelt, mehr noch in der^.Pliigelspitze, und 
auf den Costalfranzen am meisten. Franzen gelblichgrau, an der Flügelspitze 
mit einem verwischten weissgelblichen Längsstrich. 

Hinterflügel weniger als halb so breit wie die Vorderflügel, lang zuge- 
spitzt mit gradem Hinterrand, seidenglänzeud hellgrau mit gelblichgrauen Franzen. 

Unterseite der Vordei-flügel hellgrau ochergelblich, in der Spitze verdunkelt 
und mit verkleinertem, verloschen durchscheinendem Costalfleck. 

Vaterland: Texas (BoU.). Ein 9 in meiner Sammlung, ein 9 "n^l ö^ 
(nebst noch mehreren nach Dr. Hagens Angabe) im Cambridger Museum. 

BntaHs. 

Mit Stainton glaube ich, dass Matutclla Clem. p. 127 mit meiner 
Impositella (Linnaoa ent. X, p. 241) zusammenfällt. Mein bedeutend abge- 
riebenes Exemplar hat die Flecke in weisslicher, Matutella in grünlich weisser 
Farbe. Der hintere Fleck — am Hinterrand oberhalb des Innenwinkels — hat 
die Lage, die unter den bekannten Arten nur bei manchen Varietäten der Cheno- 
podiella vorkommt (bei CHspideUa Var. d ist er höher gegen die Plügelspitze 
hinaufgerückt). Clemens' Angabe on the inner margin kann nur ein Versehen 
statt on the hinder margin sein, wie das beigefügte near the apex — was doch 
auch nicht im strengsten Sinne zu nehmen ist — beweist. 

Flavifrontella Clem. p. 126 würde ich mit Stainton für meine JBfflsi- 
laris halten, weil die Flügelbeschreibung sehr gut zutrifft. Aber bei meinem 
Exemplare der Basilaris hat der Kopf eine fast so dunkle, nur im Gesicht nach 
unten hell schimmernde, Farbe wie das Eückenschikl. Bei Flavifrontella , die 
sogar den Namen nach der Gesichtsfarbe erhalten hat, sind head and face pale 
brownish-ochreous. Es ist aber wohl möglich, dass die Färbung des Kopfes bei 
Basilaris ebenso abändert wie bei Gnspidella. Clemens scheint jedoch, unge- 
achtet er mehrere Exemplare vor sich hatte, keine Veränderlichkeit wahrge- 
nommen zu haben. 

Fuscicomella Clem. p. 126 kann nicht mit meiner Eboracensis 
1. c. p. 205 einerlei sein, wie das tinted somewhat with yellowish der Vorder- 
flügel bei jener lehrt. Da es in Nordamerica ohne Zweifel mehrere einfarbige 
Arten giebt, so wird der Mangel genauer Angaben über Grösse, Hinterflügelbreite 
und Zuspitzung, Beschaffenheit des männlichen Hinterleibs dem Wiedererkennen 
dieser Fuscicomella manche Schwierigkeit bereiten. 

1. Trivinetella n. s]). Fig. 33 a. b. 

Minor, palpis hreviusculis; alis ant. bnmneis, hasi palliilc ochracca, striga 
lata ohliqua ante medium strigaque postica, inferim ßssa exalbidis; venire 
exalbido, fasciculo anali aeuminato. cf . 



Beitriifie mir Kenntniss der ii()id;uno.i-i(-;iiiiscliPH Nai;hfcl':iUßr. 9o 

Sie zeichnet sich vor allen Butaliden durch die drei hellen Bänder der 
Vordorfliigel aus, deren hinterstes die Besonderheit hat, dass es am unteren 
Ende ges))alten ist und mit dessen vorderem Theil nur bis zur Falte reicht. 

Grösse wie B. iinj^osüella, neben welche die Art auch am besten gestellt 
wird. Rückenschild hellgelbbraun , auf den Schulterdecken und dem Kragen 
heller schimmernd. Kopf hell gelbbraun. Taster kaum von Rückenschildlänge, 
schwach aufgekrümmt, dünn, spitz, aussen gelbbräunlich, innen weiss^lich. Fühler 
braun. Beine hell gelbbräunlich; Hinterschienen weisslich ochergelb. Hinterleib 
massig stark, braungrau, an den Seiten mit hellen Scliuppenhöckerchen, am 
Bauch schmutzig weiss. Analbusch pyramidenförmig, gelblichgrau, auf der Unter- 
seite bleich ochergelb. 

Vorderflügel etwas über 'i'/j'" lang, ziemlich schmal, spitz, gelbbraun mit 
drei hellen Querstreifen. Die Wurzel nimmt ein bindenartiger, hell ochergelber 
Fleck ein , der auswärts convex und etwas eckig ist. Von V4 ^^^ Vorder- 
randes geht eine schwach nach aussen gebogene, wcissgelbliche Querlinie nach 
dem Innenrande vor der Mitte. Mit ihr unterwärts stark convergirend läuft 
von 2/3 des Vorderrandes ein fast weisser Querstreif herab, der sich unterwärts 
sehr erweitert und unten so spaltet, dass das innere Ende auf der Falte ruht, 
das äussere aber in den Innenwinkel reicht, wo von ihm aus einige weissliche 
Haarschuppen über die braungrauen Franzen gebreitet sind. 

Hinterflügel viel schmäler als die Vorderflügel, lang zugespitzt, dunkelbraun. 

Von gleicher dunkelbrauner Farbe ist die ganze Unterseite; nur die Vorder- 
flügel haben die Endhälfte des Vorderrandes in einer feinen Linie bleichgelb. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein ^T i» meiner Sammlung, mehrere überein- 
stimmende nach Dr. Hagen's Angabe im Cambridger Museum. 

2. Pilosella n. sp. 

Minor, alis mit. eloiigatis, brunneis, triente postico j^ilis longis, (lavidis 
dense obsito; post. angustioribiis, sensim acuminatis; abdomine non crasso, 
fuseo-cinereo , venire flavescenti-nitidulo , fasciculo ancdi brevi, bipartito. cf. 

Wegen der reichlich mit gelblichen Haarschuppen bestreuten Vorderflügel 
mit der gleichgrossen But. senescens zu vergleichen, aber mit viel gestreckteren 
Vorderflügeln, schmäleren Hinterflügeln, dünnerem Hinterleib und in zwei Büsche 
getheiltem Analbusch. So wenig wie Senescens hat irgend eine kleinere oder 
grössere Bntalis die letztere Beschaftenheit des Analbusche:s. Pilosella kann, 
da sie nichts Violettbraunes, ausser auf der Unterseite der Flügel, an sich hat, 
nicht Ftiseicomella Clem. sein, selbst wenn bei dieser der männliche Analbusch 
ähnlich sein sollte, oder die beiden Geschlechter müssten sich ungewöhnlich 
unterscheiden. 

Rückenschild und Kopf gelbbraun. Fühler borstenförmig , einfach, dun- 
kelbraun. Taster von Rückenschildlänge, stark aufwärts gebogen, dünn, spitz, 
gelbbraun. Beine gelbbraun; die Hinterschienen unbehaart, gelblichschimmernd. 
Hinterleib ziemlich schmal, flach convex, dunkel brauugrau, am Bauch mit langen. 



94 r (J. Zfllor. 

dicht anliegenden , braungcclbliclicn, scliimniernden Schuppen hcklf'idet. Anal- 
bnsch kurz, nicht leiclilich, in zwei Büsche gespalten. 

Vorderflügel 2V2'" lang, schmal, braunerzfarben , mit nach hinten immer 
längeren, haarförmigen , bleichgelben Schuppen gedrängt bekleidet; unterhalb 
der Falte sind die Schuppen am gedrängtesten und weniger hell gefärbt. Pranzen 
bi-aungrau. 

Hinterflügel viel sclimäler als die Vorderflügel, lang zugespitzt, braungrau, 
wie die ganze, nur etwas violettschimmernde Unterseite. 

Vaterland: Massachusetts, von woher ich durch Dr. Packard das einzelne 
o^ meiner Sammlung erhielt. 

Anmerkung. Ich habe ein einzelnes 9 des Cambridger Museums aus 
Texas vor mir. Es ist kleiner als Pilosella, mit noch schmäleren Hinterflügeln 
und kürzeren, geraden, dünnen, zugespitzten Tastern. Die Vorderflügel sind 
erzfarbig und hauptsächlich in der Falte mit bleichgelblichen Haarschuppen be- 
streut; da aber solche Haarschuppen auch am Innenwinkel und in der Flügel- 
spitze vorhanden sind, so ist es leicht möglich, dass bei noch besser conservirten 
Exemplaren sich auch anderwärts dergleichen finden. In der vertieften Falte 
zeigen sich übrigens ein paar dunkle, fast schwarze Längsstreifen, die aber bei 
verändertem Lichteinfall gänzlich verschwinden und folglich nichts als tiefer im 
Schatten liegende Stellen sind. Das abgestumiift kegelförmige Analglied, aus 
dem der Legestachel weit hervorsteht, ist schmäler als das vorhergehende Hinter- 
leibssegment und dunkelbraun; am Bauch ist das letztere Segment trüb und 
blassochergelb, und von ihm aus geht ein noch trüberer, sich allmählig ver- 
engernder Streifen in der Bauchmitte gegen die Basis. — Eine von Pilosella 
verschiedene Art ist diess gewiss; sie aber ohne Kenntniss des cT zu benennen, 
halte ich nicht für rathsam. 

. 3. Btitalts Eboracensis Z. 

Minor, antennis crassiusculis , super ius attenuatis, palpis breviuscuUs 
fcre rectis; alis ant. subelongatis , obscure violaceo-fuscis ; posterioribus angtt- 
Htiorihus, sensim ncuminatis ; abdomine (j^ crassiusculo, iitrimque violaceo-nigro, 

fasciculo anali atro, piloso, rotundato, apice suhemarginato ; Q 

Linnaca Entomol. X, S. 205. 

Ein zweites gutes Exemplar nöthigt mich, die Diagnose dadurch etwas 
zu erweitern, dass ich die gegen das Ende verdünnten Fühler und den kurzen, 
kräftigen Hinterleib mit seinem reichlichen, zugerundeten, am Ende in der Mitte 
schwach ausgerandeten Analbusch hervorhebe. Der etwas flache Hinterleib hat 
auch die Auszeichnung, dass an den zwei vorletzten Segmenten die Seitenschuppen 
etwas verlängert sind und zahnartig hervorstehen. Der Analbusch bildet bei 
diesem Exemplare nicht vier Partien, sondern ein Ganzes, das durch einen 
seichten Einschnitt in der Mitte, der auch bei dem andern vorhanden ist, eine 
taubenschwanzartige Gestalt erhält. Dasselbe Exemplar hat vor dem anderen 
entschieden dickere Fühler (also gegen das Ende mit noch auffallenderer Ver- 
dünnung) voraus. 



Beiträge zur Kenntnis^ der nordainericanischen NaclitlUlter. 95 

Vaterland: ausser New-York auch Texas, von wo Boll nach Hagen's An- 
gabe mehrere gleiche Exemplare mitbrachte. 

Blastobasis Z. (1855. Linnaea ent. X, S. 171.) 
Holcocera Clem. 1863 (ed. Staint. p. 225). 
Clemens hebt, indem er die Gattung ausführlich charakterisirt, das Haupt- 
merkmal: die Krümmung und den Ausschnitt der männlichen Fühler über dem 
Wurzelgliede, mit Recht hervor. Er sagt: no ocelli, Heiuemann: mit Neben- 
augen; ich kann selbst bei der allergrössteu, bei Bogota durch Herrn v. Nolcken 
entdeckten Art keine entdecken. Clemens vier Arten, deren Grösse nirgends 
angezeigt wird, sind nicht so beschrieben, dass ich sie wieder erkenne. Seine 
Chalcofrontella soll eine veränderliche Art sein; er scheint mir aber mehrere 
zusammenzufassen, die meiner Quisquiliella nahe kommen. Gilhociliella (?) 
Hesse sich auf meine Livorella, IVIode Stella auf Nuhüella deuten, wenn sie 
nur auf der Querader (welche über dem Innenwinkel liegt, und welche Cl. mit 
den Worten: above the end of the fold bezeichnet) eine Zeichnung hätten. 
Obgleich ich viel Zeit und Mühe auf die Auseinandersetzung und Charakteri- 
sirung der mir vorliegenden Arten verwendet habe, so bezweifle ich doch, überall 
das Richtige getroffen und das, was mir als Art erschien, unverkennbar be- 
zeichnet zu haben. 

1. sciaiihilelhi n. sp. Fig. 34. 

Alis mit. einer eis, area hasuli postice abrupt a maculaque costae tri- 
angula interius albido-marginata nigricautibus, pari panctoriim supjra aitguluin 
internum nigro. (f. 

So gross wie die allergrösste Bl. phycidella H.-S. Fig. 358*), aber im 
Bau verschieden durch die breiteren Vorderflügel und durch die kürzer und 
eiförmig zugespitzten und daher weniger feinspitzigen Hinterflügel, dann auch 
von ihr und der in der Anmerkung erwähnten Art durch den dreieckigen, schwärz- 
lichen Fleck abweichend, der am Vorderrand der Vorderflügel hängt und mit 
der Spitze bis zur Falte herabreicht. 

Rückenschild und Kopf grau, etwas fettglänzend. Fühler grau, ganz vom 
Bau der Phycidella, nämlich über dem verlängerten Wurzelgliede, welches vorn 
unterwärts einen Borstenkaram trägt, mit einer kurzen Biegung, und in dieser 
auf dem Rücken mit einem Ausschnitt, in welchem ein nach vorn abgeschnittenes 
Schuppen wulstchen liegt. Taster von Rückenschildlänge, dünn, etwas aufge- 
richtet; das zweite Glied anliegend beschuppt, braungrau, an der Spitze weiss- 
lich; das dünne, spitze Endglied halb so lang, gegen das Ende hell. — Brust 
weisslich. Beine braungrau, an den Spitzen der Schienen nnd Fussglieder 
weisslich; die Hinterschienen zusammengedrückt, auf beiden Schneiden bräun- 

*) Eine ganz ungeiiügemle Abbildung, iu der die Vordcrflügel nicht schmal und spitz genug 
sind, und die weissliche Binde einen scbaritsn, ausspringendeu Winkel bilden sollte, wodurch sie 
der unten t'olgeudeu Segnella ähnlich wird; für diese sind aber die Hiuterflügel viel zu solir zu- 
gespitzt dargestellt; aber dadurch zeigeu sie eben, dass H.-S. wirklich Phycidella vor sich hatte. 



96 P. 0. ZpllPr. 

lieh behaart, aussen an der Spitze, auch an der Mitte auswärts mit einem binden- 
förmigen weissen Fleck; die Dornen weisslich. — Hinterleib kurz, staubgrau, 
etwas schimmernd mit kurzem, gerundetem, weisslichem Analbusch. 

Vorderflügel SW" lang, zwar ziemlich schmal, aber bis zum Innenwinkel 
fast gleichbreit bleibend und dann kürzer zugespitzt als bei Phycidella, auf 
hellgrauem Grunde reichlich mit feinen, schwärzlichen Stäubchen bestreut. An 
der Wurzel ist ein schwärzliches Feld, das etwa '/s der Flügellänge einnimmt 
und hinten ziemlich gerade, wenn auch nicht scharf abgeschnitten ist. Etwas 
vor der Mitte des Vorderrandes hängt ein schwärzliches Dreieck, das auf der 
der Basis zugekehrten Seite verdunkelt, geradlinig und weisslich gesäumt, auf 
der hinteren Seite dagegen verloschen und schlecht begrenzt ist; es erreicht 
mit seiner Spitze die Falte. Ihm gegenüber liegt am Innenrand ein schwärz- 
licher Nebelfleck , so dass das Ganze als eine in der Falte winklig gebrochene 
und unterbrochene, nach unten verengerte und verlöschende Binde angesehen 
werden kann, die iji ihrem oberen Theile auf der der Flügelbasis zugewendeten 
Seite weisslich gerandet ist. Mitten zwischen dem Costaldreieck und der Flügel- 
spitze zeigen sich über dem mit einem kleinen , dunklen Nebelfleck versehenen 
Innenwinkel zwei tiefschwarze Punkte dicht übereinander. Der Hinterrand ist 
kaum durch ein paar verloschene dunklere Schuppen (so dass also die schwarzen 
Funkte der Phycidella ganz fehlen) von den grauen Franzen geschieden. 

Hinterflügel schnfäler als die Vorderflügel, aber lange nicht so sehr wie 
bei Phycidella, nur am Endviertel zugespitzt, ohne scharfe Spitze, grau, etwas 
glänzend, gegen die Spitze dunkler. Franzen mehr staubgelblich und durch die 
gelbliche Wurzellinie scharf von der Fläche abstechend. 

Unterseite einfarbig, auf den Vorderflügeln braungrau, auf den Hinter- 
flügeln heller und glänzender als auf der Oberseite. 

Vaterland: Texas (BoU). Ein gut erhaltenes cf im Cambridger Museum. 

Anmerkung 1. Mit dieser Bl. sciaphilella stimmt in Grösse und Bau 
ziemlich überein: Blastop. segnella n. sp. aus dem südöstlichen Russland. 

Bl. segnella : Alis ant. cinereis, fascia ante medium fere recta, alhida, 
exterius fascia multo latiore nigricante terminata , pari punctorum nigrorum 
supra angulum dorsalem in nebula alhida transversa posito. 9- (Fig. 35.) 

Si.e hat kürzere Flügel als Phycidella , aber nicht so kurze wie Sciaphi- 
lella, und die hintern sind zwar auch etwas breiter und viel kürzer zugespitzt 
als bei Phycidella, aber doch mit schärferer Spitze versehen als bei Sciap)hilella. 
Was sie von der ersteren leicht unterscheidet, ist die weissliche Binde vor der 
Mitte der Vorderflügel; sie ist bei Segnella auf der dem Hinterrande zugewendeten 
Seite schwach convex, fast geradlinig, statt einen scharfen Winkel zu bilden, 
und hinter ihr folgt ein mehr als doppelt so breites schwäizliches, hinterwärts ge- 
lichtetes und nicht deutlich begrenztes Band, wofür Phycidella nur ein schmales, 
aus Flecken zusammengesetztes hat. Nach diesem Bande folgt bei Segnella 
über dem Innenwinkel ein weisslicher, bindenförmiger Nebel; in ihm stehen 
zwei tiefschwarze Punkte übereinander, und über diesen trägt der Vorderrand 
ebenso wie unter ihnen der Innenrand ein schwärzliches, unbestimmt begrenzte s 



Beiträge znr KeniitnisB der nordamericanischen Nachtfalter. 97 

Fleckchen. Der Hinterrand entbehrt der dicken schwarzen Punkte völlig, welche 
Phycidella hier zeigt. Das 9 ^^* ^^^ kegelförmiges Analsegment mit ocher- 
gelber Spitze und lang hervorstehendem Legestachel. Es wurde nebst mehreren 
von Christoph bei Sarepta am 10. August gefangen. 

Anmerkung 2. Dieser Segnella sehr nahe kommt Bl. nubilella n» sp, 

Alis ant. obscurius cinereis, striga ohsoleta albida ante medium posita, 
in plica fracta, spatio post eam fasciae instar ohscurato punctumque majusculum 
superius continenfe, pari punctorum nigrorum svpra angulum dorsalem (Fig. 36). 
Ein 9 aus Texas im Cambridger Museum. 

Vorderflügel 4'" lang; sie ist etwas grösser, mit breiteren Vorderflügeln 
und dünner zugespitzten Hinterflügeln. Bei ihr ist nicht sowohl eine weissliche 
Binde vor der Vorderflügelmitte, als eine weissliche Querliuie, die sich in der 
Falte in einen stumpfen Winkel mit ziemlich graden Schenkeln bricht; diese 
Querlinie ist auf der der Flügelbasis zugewendeten Seite nicht sonderlich scharf 
begrenzt, desto schärfer aber auf der abgewendeten; die dunkelgraue Grundfarbe 
verdunkelt sich nämlich an dieser am stärksten, indem sie fast eine Binde bildet, 
die sich jedoch nach hiriten lichtet und ohne die mindeste scharfe Begrenzung 
in die Grundfarbe übergeht; in diesem dunkeln Baum ist ein bei Segnella ganz 
fehlender grosser, schwarzer, doch wenig auffallender Punkt in der Flügelhälfte 
mitten zwischen der Falte und dem Vorderrande. In der Gegend des Innen- 
winkels sind der Grundfarbe weissliche Schuppen beigemischt, und in diesem 
gelichteten Raum liegen über einer dunkeln Stelle des völlig obliterirten Dorsal- 
winkels zwei schwarze Punkte dicht über einander. Am Hinterrand sind keine 
dunkeln Punkte; die Franzen sind heller als die Grundfarbe. 

Hinterflügel kaum halb so breit wie die Vorderflügel, messerförmig zu- 
gespitzt, doch ohne scharfe Spitze. — Das Analsegment des Hinterleibes ist 
gespitzt, der Legestachel verborgen. 

Anmerkung 3. Ein kleineres amerikanisches 9 (Vorderflügel 3'" lang) 
lässt sich weder mit Nubilella, noch mit Segnella vereinigen , weil die Hinter- 
flügel noch schmäler und feiner zugespitzt sind als bei ersterer. Die Vorder- 
flügel dieser Bl. retectella n. sj). sind nicht so dunkel wie bei Nubilella (doch 
wohl etwas verflogen, wie die schlechte Beschaffenheit der Franzen andeutet); 
der weisse Querstreif ist nur nach aussen convex, etwas wellig, breiter, gegen 
die Wurzel durch einen aus schwarzen Schuppen gebildeten Nebelfleck begrenzt. 
Der schwarze, starke Punkt in der Flügelmitte ist vorhanden. Statt der zwei 
schwarzen Punkte über dem Innenwinkel zeigt sich nur ein dickes Querstrichel- 
chen. Der Hinterrand ist nur verdunkelt, ohne schwarze Punkte. — Der lange 
Legestachel ist pfriemenförmig und platt gedrückt. — Beifrage fing das in 
meiner Sammlung befindliche Exemplar am 29. August. 

Ein von Boll aus Texas mitgebrachtes unverflogenes Exemplar von fast 
gleicher Grösse, aber verstümmelten Fühlern und ohne Taster und Hinterleib, 
scheint nicht zu derselben Art zu gehören, weil die Hinterflügel breiter und 
stumpfer endigen. Statt der weisslichen Querlinie ist hier auf den Vorderflügelu 
eine wirkliche Binde, nur auf der Basalseite ohne scharfe Grenze , auf der ab- 

13 



98 P- C. Zeller. 

gewendeten Seite wie bei Retectella begrenzt. An diese Seite stösst, wie bei 
Phycidella, ein schwarzer Längsstrich in der Flügelfalte, der aber aus der dunkeln 
Färbung wenig hervortritt, während der schwarze Punkt in der Flügelhälfte dick 
und deutlich ist. Im Innenwinkel, doch etwas von ihm entfernt, ist ein schwarzes 
Fleckchen, und darüber, mehr einwärts, ein dicker, tiefschwarzer Querpunkt, 
beide ziemlich nahe au einander reichend, und über diesem Punkt, doch etwas 
hinterwärts, zeigt sich auf dem Vorderrand eine dunkle Stelle. 

2. Fractilinea n. sp. Fig. 37. 

Parva, alis ant. brevmsculis, canis, striga ante medium albida, in an- 
gulum fracta, postice nigricanti-marginata, xmncto disci posteam Hirigulaque 
venae transversae inferius incrassata nigris. cf. 

Die zwei ziemlich gut erhaltenen cT Exemplare meiner Sammlung sind 
so gross wie Boscidella, mit kürzeren Vordeiflügeln und viel hellerer Grundfarbe 
als die vorigen Arten und mit scharfem Winkel der weisslichen Querlinie. 

Die Taster sind fast wie bei Retectella, doch etwas kürzer, auswärts 
schwarzbraun, am Ende des zweiten Gliedes bleichgelblich; das Endglied ist 
nicht so fein gespitzt wie dort, pfrienienförmig, an der Spitze weniger hell. 
Der Hinterleib breit wie dort, daher plumper als bei Phycidella, bleich gelb- 
grau mit hellerem Bauch. 

Vorderflügel 272*" lang, breit und stumpf wie bei Sciaphilella, weissiicb- 
grau, mit schwärzlichen Stäubchen massig bestreut, am dichtesten an der Basis, 
an der Endhälfte des Vorderrandes und um die Flügelspitze herum längs des 
Hinterrandes. Die weissliche Querlinie bildet bei dem einen Exemplar den sehr auf- 
fallenden Winkel in der Falte, bei dem andern etwas darüber, so dass bei 
jenem der obere, bei diesem der untere Schenkel des Winkels der längere ist; 
sie wird gegen die Flügelbasis zu durch schwärzliche Stäubchen, die sich vorzüglich 
dem Winkel ge,<;;enüber zu einem Nebelfleck verdichten, unvollkommen begrenzt, 
während sie nach aussen schwärzlich gesäumt ist; der breiteste schwarze Saum 
ist am obern Schenkel. Hinter der Spitze des Winkels, doch etwas höher, liegt 
in hellerem Grunde ein schwarzer Punkt. Auf der Querader sind zwei schwarze 
Punkte zu einem schwarzen, unten verdickten Querstrich zusammengeflossen, der 
bis nahe an den Innenwinkel reicht. 

Hinterflügel kaum halb so breit wie die Vorderflügel, gleichmässig zuge- 
spitzt, mit scharfer Spitze und ziemlich gradem Hinterrand, braungrau; die 
hellen Franzen sind durch eine feine, gelbliche Basallinie von der Flügel- 
fläche getrennt. 

Beide cT wurden durch Beifrage in Bosque County in Texas am 1. und 
19. August gefangen. 

3. Quisquiliella n. sp. 

Alis ant. unicolorihus , griseo-fuscescentibus, atouiis nigris frequentibus 
inspersis, puncto disci ante medium parique puitctoruin disci postici nigris. c^ 9 • 



Beitiäfje zur Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 99 

Ohne Beachtung der generischen Auszeichnung der (^ Fühler und der 
inesserförmigen Hinterflügel würde man diese unscheinbare Art allenfalls für 
eine Gelechia aus der Verwandtschaft der Notatella halten; sie weicht aber 
nebst der folgenden Livorella nicht nur durch den Mangel der typischen hellen 
Binde ab, sondern auch durch die im Q Geschlecht merklich breitern und 
stumpfern Hinterflügel. Letzteres ist so aulfallend, dass die Frage aufgeworfen 
werden kann, ob die beiden Geschlechter wirklich zusammen gehören; aber sie 
stimmen im übrigen zu sehr überein, als dass ich sie nicht für einerlei Art 
halten sollte. 

Grösse der Sciaphileüa. Kückenschild biäunlichgrau, mehr oder weniger 
ins Bleichochergelbliche, was entschieden die Farbe des Kopfes ist. Fühler braun- 
grau; Wurzelglied und die Schuppen auf dem gebogenen Theil der Geissei ganz 
h'jllgelblich. Taster stark aufwärts gekrümmt und bis über die Stirn reichend, 
ziemlich dünn, gleichmässig zugespitzt mit feiner Spitze, bleichgelblich, auswärts 
braun. Saugrüssel zusammengerollt, bleichbeschuppt. Beine bleichgelb, auswärts 
gebräunt; Hinterschienen kräftig, zusammengedrückt, auf dem Rücken mit langen, 
blonden Haaren, auswärts vor der Mitte mit einem dunkelbraunen Bändchen 
vor einem hellgelblichen Fleckchen, von* da ab dunkelbraun bis zur hellgelblichen 
Spitze; die Füsse auf dem Rücken braun mit hellen Enden der Glieder. — 
Hinterleib staubgrau, am Bauch hell ins Gelbliche mit braunen Seiten; Anal- 
busch des (f bleichgelblich, Analsegment des 9 kegelförmig, an der Endhälfte 
ochergelb, mit etwas hervorstehendem Legestachel. 

Vorderflügel 4'" lang, von der kurzen Gestalt der Sciaphüella, gelblich- 
staubgrau, sehr reichlich braun bestäubt und dadurch etwas wolkig, mit mehr 
oder weniger hervortretenden gelblichen Stellen. Im Mittelraum ist vor der 
Mitte, der Querader näher als der Flügelwurzel, ein schwarzer Punkt, und über 
ihm trägt der Vorderrand gewöhnlich einen dunkeln Nebelfleck. Auf der Quer- 
ader sind zwei eben so deutliche, von einander getrennte Punkte, der untere 
etwas grösssr als der obere. Franzen grau mit gelblicher Wurzellinie, von welcher 
aus, mehr oder weniger deutlich, sehr kleine, gelbliche Ecken, die nach innen 
dunkel begrenzt werden, in den Hinterrand hineinreichen; hinter dieser Wurzel- 
linie sind sie von einer dunkler grauen Schattenlinie durchzogen. 

Hinterflügel etwas über halb so breit wie die Vorderflügel (beim 9 noch 
mehr) zugespitzt, mit sanft convexera Hinterrand; beim 9 enden sie in eine 
breitere Spitze. Grundfarbe grau, beim 9 bräunlichgrau. Franzen mit feiner 
hellgelblicher Wurzellinie. 

Unterseite braungrau; Hinterflügel gegen den Analwinkel gelichtet. 

Vaterland: Texas (Boll). Zwei cf in meiner Sammlung, ein cT zwei 9 
im Cambridger Museum. 

4. Livorella n. sp. 

Alis ant. angustis, osseo-griseis , puncto parvo infra hasim costdlem, 
majore clisci ante medium pariqiie punctorum venae transversae nigris; post 
minus lange acwminatis. (f. 

13* 



100 P. C, Zell er. 

Viel Jieller als die andern Arten, auf dem ganzen Vorderkörper und den 
Vorderflügeln sehr blass, beingelblichgrau, auf den letzteren ohne helleren 
Querstreifen. 

Kleiner als Phycidella. Der Vorderkörper und das dünne, verlängerte 
Wurzelglied der Fühler nebst dem Schuppenbusch im Ausschnitt derselben 
schmutzig beingelb, mit Grau gemischt. Gesicht in gewisser Richtung weisslich. 
Fühlergeissel dünn, borstenförmig, grau. Taster sehr hell, von Rückenschildlänge, 
aufwärts gebogen , dünn , gleichmässig zugespitzt ; das Endglied etwa halb so 
lang wie das zweite Glied. Beine wie das Rückenschild gefärbt, nur die vordem 
auf der Vorderseite etwas gebräunt; die Hinterschienen dünn, schwach behaart; 
die Füsse ungefleckt. — Hinterleib kurz und schwächlich, grau, mit hellerem 
Analbusch. 

Vorderflügel 3'" lang, schmal, nicht erweitert, am verdünnten Ende etwas 
abgerundet, von der bleichen Farbe des Rückenschildes. Nahe der Basis liegt 
unterhalb des Vorderrandes ein wenig deutlicher, schwärzlicher Punkt. Ein viel 
grösserer, sehr deutlicher, länglicher schwarzer Punkt ist im Mittelraum vor 
der Flügelhälfte, der Falte viel näher als dem Vorderrande. In der Mitte zwischen 
ihm und der Flügelspitze zeigt sich auf der Querader ein Paar schwarzer Punkte 
dicht bei einander, und über dem obern bilden schwarze Schüppchen eine wenig 
merkliche kurze Längslinie. Franzen hellgrau. 

Hinterflügel bis zur Hälfte nur wenig schmäler als die Vorderfiügel, dann 
sanft verengert und in eine deutliche, doch nicht lange Spitze auslaufend, sehr 
hell staubgrau, etwas glänzend, gegen die Wurzel gelichtet. Franzen hell, ins 
Gelbliche. 

Unterseite der Vorderflügel einfarbig grau, am Innenrand hell; Hinter- 
fltigel wie oben, doch längs des Vorderrandes verdunkelt. 

Vaterland : Texas (Boll). Ein cf in meiner Sammlung, mehrere mit ihm 
übereinstimmende nach Dr. Hagens Angabe im Cambridger Museum. 

5. Blastobasis (?) aufugella n. sp. 

Minuta, antennis crassiusculis, supra articulüm basalem sqiiamis amplia- 
tum non excisis; alis ant. cinereis, fascia obscura post strigam albidam leviter 
fractam, puncto nigro grosso in fascia punctisqiie duobus geminatis venae 
transversae nigris ; post. lineari-laneeolatis. cf. 

Nicht grösser als Boscidella*) und Fluxella, hat sie so wenig wie diese 
über dem Wurzelgliede der Fühler einen Einschnitt und entbehrt also des cha- 
rakteristischen Merkmals der Gattung Blastobasis, während sie in Habitus, Färbung 
und Zeichnung ganz mit Phycidella, Sciaphilella etc. übereinstimmt. Es wird 
wohl erst durch eine genaue Untersuchung des Geäders entschieden werden, 
ob die drei Arten ungeachtet ihres Aussehens zu Hypatima zu stellen, oder ob 



*j In H.-S. Fig. 985 ist der helle Querstreifen zvi rein weiss, und auf der Querader fehlt 
der dunkle Strich, Auch sollte der Hinterflügel gegen die Wurzel zu etwas hreiter werden und 
einen stumpfen, doch deutlichen Analwinkel zeigen. 



Bpiträge zur Keniituiss der iiordamericanischen Nachtfalter. 101 

Überhaupt Blastobasis und Hypntima zu einem Genus zu vereinigen sind. 
Einstweilen betrachte ich sie lieber als eine Abtheilung von Blastobasis rait 
uneingeschnitteuen Fühlern, die dicker sind als sonst in beiden nächstver- 
wandten Gattungen. 

Von Boscidella unterscheidet sich AufiigelJa sogleich durch ihre viel 
schmälern Hinterflügel, ausserdem durch den starken, schwarzen Punkt auf den 
Vorderflügeln gleich hinter dem weisslichen Querstreif über der Falte; 
von Fluxella gleichfalls durch die Hinterflügel und auf den Vorderfliigeln durch 
den sehr stumpfwinklig gebrochenen hellen Querstreif und die Stärke des 
schwarzen Punktes dahinter. 

An den starken, mikroskopisch flaumhaarigen, braungrauen Fühlern ist 
das Wurzelglied durch hell gelblichgraue Schuppen zu einer runden Scheibe 
erweitert; der Vorderrand dieser auf der ausgehöhlten Unterseite gelblichem 
' Scheibe ist mit abstehenden Haaren besetzt. Die Taster sind sehr kurz, nur von 
halber Kopflänge, bleichgelblich, verdickt, mit feinem Endgliede. Beine aussen 
braun, an den Spitzen der Fussglieder bleichgelblich; die Hinterbeine auf der 
Innenseite bleichgelblich. Hinterleib hell braungrau, etwas schlanker als bei 
Boscidella. 

Vorderflügel 2'/4"' lang, schmal, hellgrau mit dunkler Bestäubung, am 
dunkelsten in der Binde hinter dem weisslichen , weniger als halb so breiten, 
schwach winkelförmig gebrochenen, unten etwas erweiterten, weisslichen Quer- 
streif. Der undeutliche, schwarze Doppelpunkt der Querader liegt in einem 
schmalen, dunkeln Quernebel, vor und hinter dem der Grund fast weisslich ge- 
lichtet ist. 

Hinterflügel linear lanzettlich, auf dem Basaldrittel am breitesten, von 
da ab gleichmässig lang- und fein zugespitzt; der Analwinkel sehr undeutlich. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein cT im Cambridger Museum. 

6. Blastobasis (?) fluxella n. sp. 

Minuta, antennis crassiusculis , supra articulum basalem squamis am- 
pliatum non excisis; alis ant. einereis, striga ante medium fracta, albid'a, ex- 
terius nigricanti-marginata, puncto disci pninctisque duobus geminatis venae 
Iransversae coalescentibus nigris; post. lanceolatis. (^ . 

Von der vorigen leicht durch die breitern Hinterflügel und die drei bis 
viermal so langen Taster zu unterscheiden, kommt sie der Bl. fractilinea in der 
Zeichnung nahe; sie ist aber kleiner, mit schmäleren Hinterflügeln und dünnerem 
Hinterleib und hat ausserdem in den Fühlern keinen Einschnitt. 

Die Fühler sind etwas dicker und heller als die der Aufagella, übrigens 
gleich gebaut. Die Taster, schlanker als bei Fractilinea, haben Rückenschild- 
länge und sind aufwärts gebogen, innen lichtgrau, auswärts bräunlich angeflogen; 
das Endglied weniger als halb so lang wie das zweite Glied, dünner und zuge- 
spitzt. Beine viel heller als bei Aufugella, weisslichochergelb; die hintern an 
den Schienen reichlich langbehaart, auswärts wenig verdunkelt; die Hinterfüsse 
auswärts hellbräunlich mit weisslichen Enden der Glieder. Hinterleib schmal, 



102 P. C. Zeller. 

gran , an den Seiten der hintern Ses^niente bleiclisfelblich boliaart. Analbusch 
bleichgelblich. 

Vorderflüge] 274'" lang, sehr wenig breiter als bei AiifiufeVa, grau., an 
den Rändern am dunkelsten. Der wcissliche Qacrstreifen bricht sich über der 
Falte in einen deutlichen Winkel und ist nach aussen schwärzlich gerandet. 

Vor ihm liegen in der Falte ein schwärzliclies Fleckchen und dicht dar- 
unter ein solches Längsstrichelchen, und hinter ihm, gleich über der Spitze 
des Winkels im hellen Grunde ein scharfer, schwarzer Punkt. Auf der Querader 
sind zwei schwarze, zusammenfliessende Punkte, unter denen im Innenwinkel 
ein schwärzliches Fleckchen liegt. Den Hinterrand trennen schwarze, unregel- 
mässige, aber nicht zusammenfliessende Punkte von den Franzen. 

Hinterflügel etwa halb so breit wie die Vorderflügel, lanzettförmig, scharf 
zugespitzt, mit deutlichem Analwinkel. 

Vaterland: Texas (Boli). Ein gut erhaltenes cf im Cambridger Museum. 

Hyputima auhsenella n. sp. 

Alis ant. eanis, postice obscurioribus , striola plicae , puncto disci ante 
medium, puncto venae transversae striolaque Ms interjecta nigris, macidis 
duabus oppositis ante medium, nigricantibiis. cf . 

Diese Art hat einigermassen das Aussehen einer Blastobasis, aber an den 
männlichen Fühlern keine Spur eines Ausschnittes. Sie stimmt mit Hyp. hino- 
tella in der Lage der schwarzen Costalpuukte und Striche auftalleud; nur ihre 
Hinterflügel sind weniger breit und stumpf und dabei länger gefranzt; auch 
scheint der Haarpinsel an der Tasterwurzel zu fehlen. 

Rückenschild und Kopf weissllchgrau. Fühler grau, stark ; das Wurzelglied 
oblong, ganz flach, weisslichgrau. vorn mit Borstenkamra. Taster von Rücken - 
schildlänge, stark aufwärts gekrümmt, ziemlich schlank; das zweite Glied aus- 
wärts braun, am Ende weisslich ; das Endglied über 2/3 so lang, spitz, weisslich, 
in der Mitte mit bräunlichem Fleck. Saugrüssel von Hinterleibslänge. Beine 
innen weisslich, auswärts braungrau angelaufen, an den Enden der Fussglieder 
hell; die Hinterschienen kräftig, stark zusammengedrückt, an der Mitte und am 
Ende auswärts mit einer hellen Stelle, auf dem Rücken blondhaarig, auf der 
Innenseite bleichgelblich. Mittelbrust weisslich. — Hinterleib klein, dunkelgrau, 
am Bauch bleichgelblich wie der kleine Analbusch. 

Vorderflügel 3'" lang, ziemlich schmal, hinten zugespitzt, weissgrau. in 
der Spitze verdunkelt. Die Schulter fleckartig dunkelgrau. Der Vorderrand trägt 
bei Vs einen verloschenen, schwärzlichen Fleck; ihm gegenüber der Innenraud 
einen grösseren, blasseren, etwas weiter gegen die Basis reichenden, der auf 
dieser Seite schräg abgeschnitten ist und an den schwarzen Längsstrich der Falte 
stösst. Schräg über und hinter dem Ende dieses Stvirhs ist im Mittelfelde ein 
schwarzer Punkt. (Diese zwei Gegenflecke, der Discalpunkt und der Faltenstrii^h, 
bieten eine der bei Blastobasis gewöhnlichen entsprechende Zeichnung, indem 
eine sie verbindende Querlinie eine gebrochene Querliuie bilden würde, deren 
Scheitelpunkt in dem Discalpunkt läge.) Hinter dem schwarzen Punkt folgt in 



Beiträge zur Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 103 

gleicher Höhe ein schwarzes Längsstrichelchen und auf der Querader ein kleiner 
schwarzer (auf dem linken Flügel verdoppelter) Punkt, über und unter welchem 
die Grundfarbe etwas verdunkelt ist. Am Vorderrande sind schwarze Schuppen 
deutlicher als am oberen Theile des Hinterrandes zu unregelmässigen Punkten 
angehäuft. Franzen grau, um die Flügelspitze mit hellen und dunkeln Stäubchen 
bestreut. 

Hinterflügel vor der Mitte etwas schmäler als die Vorderflügel , von da 
ab alluiälig zugespitzt, mit sanft convexem Hinderrand, grau; die wie bei Bla- 
stobasis langen, staubgrauen Franzen haben eine feine, bleichgelbe Basallinie. 

Unterseite einfarbig, auf den Vorderflügeln bräunlichgrau, auf den Hinter- 
flügeln grau. 

Vaterland: Texas (Bell). Ein cT im Cambridger Museum, bei welchem 
ein Theil des Vordeirandes der Hinterflügel umgeschlagen ist, wodurch sie 
schmäler zuzulaufen scheinen, als es in der Wirklichkeit der Fall ist. 

Anmerkung 1. Ein etwas verwischtes kleineres $ (Vorderflügel 22/3'" 
lang) aus Texas — Confectella n. sp.? — scheint gar nicht dazu zu gehören 
wegen seiner ganz schmalen Hinterflügel, die nirgends die halbe Breite der 
Vorderflügel haben und in eine schärfere Spitze auslaufen. Sollte das Exemplar 
doch zu Subsenella gehören, so wäre die Verschiedenheit in der Hinterflügel- 
breite eine Abweichung in diesem Genus, indem beide Geschlechter darin sonst 
keinen merklichen Unterschied zeigen. Die Vorderflügel haben einen gelblichem 
Ton des Hellgrauen. Die Basis des Vorderrandes ist ganz unverdunkelt. Statt 
des ersten Costaifltcks ist eine sehr dünne Costallinie sichtbar; das Falten- 
strichelchen über dem weiter gegen die Wurzel reichenden Dorsalwisch fehlt, 
während weiter gegen die Wurzel ein längerer, schwarzer Streifen vorhanden 
ist, von dem Subsenella keine Spur zeigt. Dafür fehlt der Längsstrich vor dem 
Punkte der Querader gänzlich, und der Queraderpunkt hat noch einen kleineren 
ganz deutlich über sich. Einzelne dieser Abweichungen mögen durch Abreiben 
entstanden sein; aber die . Hinterflügelgestalt und die Grundfarbe der Vorder- 
flügel ist so auffallend, dass ich das Exemplar benenne, obgleich ich im Bau 
der Taster und Fühler nichts Abweichendes von Subsenella sehe. 

Anmerkung 2. Zwei (j^ aus Texas stimmen in der Grundfarbe der 
Vorderflügel mit dem eben charakterisirten Q , aber in der Hinterflügelform mit 
Subsenella, und da beider Zeichnung unter sich etwas verschieden ist, so könnten 
sie wohl alle drei zusammen einer veränderlichen Art angehören. Bei dem einen 
der beiden Exemplare ist die Schulter und zugleich die Basis der Vorderflügel 
verdunkelt. Der Discalpunkt, der zu den vier eine winklige Querreihe bildenden 
Zeichnungen gehört, ist zu einem Längsstrich ausgezogen. Näher der Flügel- 
basis sind noch zwei schwarze Längsstriche: einer nahe am Innenrande, einer 
in der Falte, und bei dem einen Exemplare liegt sogar noch ein kürzerer dicht 
über der Falte. Der schwarze Discalstrich vor den zwei sehr deutlichen Quer- 
aderpunkten ist bei dem einen Exemplare kürzer als bei Subsenella, aber auch 
tiefschwavz; dagegen bei dem zweiten ist er in ein schwaches Pünktchen ver- 
wandelt. Gleichsam als Ersatz dafür ist gleich hinter den Queraderpunkten ein 



104 P- C- Zeller. 

recht dunkler Costalfleck, von dessen unterem |Ende ein schwärzlicher Staub- 
streifen bis über den ersten Discalstreifen zieht. 

1. Argyresthia Andereggiella P. R. 

— F. V. R. Beiträge S. 209. Taf. 74, Fig. 2. 
Argyr. Oreusella (!) Clemens 1. c. p. 93. 

Mein einzelnes americanisches Exemplar ist etwas kleiner als die aus 
der Schweiz und Steiermark (wo ich ein 9 z>^ Ende Juli bei Brück a. d. Mur 
fing) und weicht von ihnen, in Uebereinstimmung mit der Clemens'schen 
Angabe, darin ab, dass ein hell goldbräunlicher Schattenstreif, der aus der 
Schulter kommt, unterhalb des Vorderrandes bis zur Binde hinzieht, während 
bei jenen die weisse Farbe entweder rein bleibt oder sehr blass gelblich ange- 
laufen ist. Die Mittelbinde ist wie bei jenen, verdünnt sich also nicht gegen 
den Vorderrand (tapering to the costa, sagt Clemens). Die Zeichnung der Flügel- 
spitze ist in Clemens' Beschreibung (in welcher ohnedies statt behind which wie 
anderwärts before which zu denken ist) nicht recht verständlich; sie ist in F. R.'s 
Bild auf Taf. 74 recht gut gegeben. 

Vaterland: Peunsylvanien (Clemens), Ohio (Schläger). 

2. Argyresthia quadristrigella n. sp. 

Thorace nitido capillisque flavidis; alis ant. nitidis, exalbidis, hasi 
fascüsque angustis distinctissimis quatuor ferrugineis. cf . 

Eine kleine Art, keiner europäischen ähnlich, an den vier rostfarbigen 
Binden der gelblichweissen, glänzenden Vorderflügel leicht kenntlich. Ihr Platz 
ist wohl am besten bei Goedartella und Pygmäella. 

Grösse der drei folgenden Arten. Rückenschild hell goldfarben, glänzend. 
Kopf auch im Gesicht blassgelb. Die dünnen Taster mehr weisslieh , so wie 
das Wurzelglied der schwarz und weisslieh geringelten Fühler. Die vier vorderen 
Beine bräunlich angelaufen, an den Füssen dunkler; die Hinterbeine weisslieh, 
an den Enden der Fussglieder bräunlichgrau. Hinterleib lehmgelb, hier und da 
mit glänzenden, weisslichen Schuppen; Bauch blassgelblich, Analbusch weisslieh. 

Vorderflügel 2'" lang, ziemlich schmal, nicht erweitert, am Ende wenig 
verengert mit abgerundeter Spitze, glänzend, mit gelblichweisser Grundfarbe, an 
der Wurzel ohne scharfe Begrenzung rostfarbig, darauf mit vier sehr scharfen, 
streifenförmigen Binden von gleicher Farbe in ziemlich gleichen Abständen von 
einander: die erste bei '/^ der Länge, über der Falte zu einem schwachen 
Winkel nach aussen gebogen; die zweite vor der Mitte, gerade; die dritte in 
der Flügelhälfte, nicht ganz gerade; die vierte vom Anfang der Costalfranzen 
herabkommend. Vor der Flügelspitze ist noch ein ganz verloschenes, kaum 
kenntliches, rostfarbenes Querstreifchen. Franzen heller als die Grundfarbe. 

Hinterflügel hellgrau. Unterseite der Vorderflügel gelblichgrau; die vier 
Binden scheinen etwas breiter und in verdunkelter Farbe sehr verloschen durch. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein schönes cj'' im Cambridger Museum. 



Beiträge zur Kenntuiss der nordamericauischen Nachtfalter. 105 

Argyresthia deletella n. sp. 

Capillis alhis; alis mit. luteolis, dorso latius yallide flavido, striguUs 
dispersis maculaque angustata dorsali post medium brunneis. cj' 9 ■ 

Von verloschenem, lehmgelblichem Aussehen, etwa bei Curvella zu stellen. 

Kopf fast weiss, Gesicht gelblich. Taster dünn, weisslich. Fühler schwarz 
und weisslich geringelt. Rückenschild bleich lehmgelblich. Hinterbeine schmutzig 
weiss, die Schienen und Fussglieder an den Enden mit je einem braunen Funkt. 
Hinterleib bräunlich grau mit hellerem Analbusch. 

Vorderflügel 2'" lang, nach hinten verengert, schwach schimmernd, am 
Vorderrande hin, nach hinten in zunehmender Breite und Dunkelheit hell lehm- 
gelb, längs des Innenrandes bis über die Falte hinweg, ohne scharfe Grenze 
gegen die lehmgelbe Farbe, sehr blass, weissgelblich oder gelblich, auf der 
ganzen Fläche, am meisten an den Gegenrändern, mit gelbbräunlichen, etwas 
verloschenen Querstrichelchen bestreut. Am Anfang der Innenrandfranzen, also 
an der Flügelhälfte, steht auf dem Innenrand ein schmalbindenförmiges, in der 
Breite etwas wechselndes , gelbbraunes Fleckchen , dessen oberes Ende in dem 
Lehmgelblichen, weit unterhalb des Vorderrandes verschwindet, und das sich 
überhaupt beim Fangen leicht verwischt. Vor der Flügelspitze trägt der Vorder- 
rand bisweilen 2—3 ganz verloschene, helle Häkchen. Die Flügelspitze ist mit 
einer gelbbraunen, gekrümmten Linie umzogen, hinter welcher die sonst bleich- 
gelblichen Franzen gleichfalls verdunkelt sind. 

Hinterflügel grau mit gelblich schimmernden Franzen. 

Unterseite der Vordeiflügel etwas dunkel gelblichgrau, in der Spitze und 
deren Franzen graubraun. 

Vaterland: Texas (BoU). Hier scheint die Art nicht gerade selten zu 
sein. Mehrere Exemplare in meiner Sammlung und im Cambridger Museum. 

Argyresthia austerella n. sp. Fig. 38. 

Capite, thorace alisque ant. niveis, harum costa nigro-conspersa , fascia 
ahhreviata ante medium, fascia integra media oblique retroversis apiceque 
albido-maculato nigris. cf 9- 

Völlig ohne Glanz, durch ihre oben schräg überhängenden anderthalb 
schwarzen Binden auf den schneeweissen Vorderflügela sehr ausgezeichnet. 
Sie ist schwer unter die Europäer einzuordnen, vielleicht noch am ersten bei 
Retinella. 

Grösse der Deletella. Rückenschild und Kopf schneeweiss. Taster dünn, 
weiss, am Endglied aussen dunkelgrau. Fühler schwarz, sehr fein weisslich 
geringelt mit rein weissem Wurzelglied. Beine weisslich mit schwarzen Flecken. 
Hinterleib grau mit weisslichem Analglied; Bauch weisslich mit weissen Hinter- 
rändern der Segmente. 

Vorderflügel 2'" lang, ziemlich schmal mit convexem Vorderrand, ohne 
Glanz, schneeweiss mit schwarzer oder schwarzbrauner Zeichnung. Der Vorder- 
rand ist von der Wurzel aus in zunehmender Breite mit groben, schwarzen, 

14 



106 ^- C- Zeller. 

mehr oder weniger zusammenfliessenden Querstrichen bestreut, zwischen welchen 
die weisse Grundfarbe als Punkte oder schräg rückwärts gerichtete Querstrichel- 
chen hervortritt, letzteres am meisten gegen die Flügelspitze. Vor der Mitte 
kommt vom Vorderrande ein dicker, schwarzer Querstreifen herab, welcher etwas 
schräg rückwärts gerichtet ist und an der Palte endigt oder ein wenig über 
sie wegreicht. Eine breitere, jenem parallele Binde zieht vom Vorderrande 
hinter der Mitte herab, verdünnt sich meistens nach unten und endigt auf dem 
Innenrande am Anfange der Franzen ; sie ist auf dem Vorderrande mit ein paar 
weissen Punkten bezeichnet. Der Raum hinter ihr in der grösseren Costalhälfte 
schwarz und wie oben angegeben weiss gestrichelt; zwischen dem Hinterrande 
und dem unteren Theile der Binde bildet die weisse Farbe ungefähr ein Dreieck, 
welches auf der Mitte des Hinterrandes durch ein schwarzes Fleckchen unter- 
brochen wird. Franzen um den Innenwinkel hellgrau, höher hinauf am Hinter- 
rande weiss, um die Flügelspitze schwarz. 

Hinterflügel grau, heller gefranzt. Unterseite der Vorderflügel dunkel 
braungrau; die Franzen wie auf der Oberseite. 

Vaterland: Texas (Boll). Sechs Exemplare in meiner Sammlung und im 
Cambridger Museum. 

Argyresthia abdotninalis Z. 

— Linnaea Entomol. II, S. 270. 
Diese Art ist in der Zeichnung der Vorderflüge] veränderlich. Die drei 
von Boll aus Texas mitgebrachten Exemplare zeigen die charakteristischen zwei 
goldfarbenen Basalstreifen, den grösseren, schief nach oben verlängerten Innen- 
randfleck, die zerstreuten Fleckchen dahinter und die tiefschwarzen Schüppchen 
in der Flügelspitze — alles wie die europäische A. abdominalis. Der Innen - 
randfleck ist auch wie bei diesen entweder mit dem darüberliegenden Costalfleck 
zusammengeflossen oder deutlich von ihm getrennt. Kurz , ich vermag die 
beiderlei Exemplare durch kein einziges Merkmal als verschiedene Arten zu 
unterscheiden. 

Oracilaria. 

Die Gattung scheint in Nordamerika viele, aber nicht an Individuen reiche 
Arten zu enthalten. Fünf vorliegende Exemplare muss ich für eben so viele 
Arten erklären, von denen nur eine mit einer der sieben Clemens'schen zu- 
sammenfällt. 

Sehr aufi'allend wäre es, wenn unsere so verbreitete Syringella noch 
nicht nach America verpflanzt sein sollte ; aber eine solche Verderberin der 
Blätter des Flieders wie in unseren Gärten ist sie dort bis jetzt auf keinen 
Fall, selbst wenn Clemens sie als seine Venu Stella (]). 92 und 216), wie ich 
vermuthe, beschrieben hat; er hat so wenig Exemplare vor sich gehabt, dass 
das Zweifelhafte in seinen beiden Beschreibungen recht gut von der mangel- 
haften Beschaffenheit seines Materials hergeleitet werden kann. 



Beiträge zur KeiiiitniBS der nordamericanischen Nachtfalter. 107 

1. Ch'ac. Burgessiella n. sj). Fig. 39. 

Capite exalhido, palpis alhis, apice fiisco; alis ant. schistaceis, purpureo- 
nitentibus, triangnlo obliquo ante, striola costali post medium palliäe flavis. cf . 

Die mir in natura unbekannte Gr. coroniella Clem. p. 243 muss dieser 
Art nahe verwandt sein; ich kann sie aber, da die Gracilarien nicht auf diese 
Weise abzuändern pflegen, nicht für einerlei mit der vorliegenden halten. Coro- 
niella hat die Vorderflügel dunkel gelblich, mit Purpur überzogen (dark yellowish, 
overlaid with purple), Burgessiella ohne alles Gelbliche, schiefergrau, lebhaft 
purpurschimmernd; Coroniella hat hinter dem hellgelben Costaldreieck ein hell- 
gelbes Costalfleckchen (a little posterior a small costal pale yellow spot) , Bur- 
gessiella einen vom Dreieck durch einen ziemlich breiten Zwischenraum getrennten, 
scharf begrenzten hellgelben Costaistreifen von IV'2 maliger Länge des Dreiecks; 
Coroniella hat das Endtheil des Flügels gelblich mit gelblichen Franzen (apical 
portion of the wing yellowish; cilia yellowish), Burgessiella eben so gefärbt wie 
den Flügelrest mit grauen Franzen. 

Verwandt mit Stigmatella, deren kleineren Exemplaren sie in der Grösse 
gleichkommt. 

Rückenschild von der Farbe der Vorderflügel. Kopf glänzend, gelblich- 
weiss, hinten ins Röthlichgraue. Fühler einfarbig bräunlich. Taster länger und 
dünner als bei Stigmatella, weiss, an der Spitze des Endgliedes braun. Die vier 
vorderen Beine schwarzbraun mit weissen Füssen; die Hinterbeine an den 
schwarzbraunen Hüften mit rein weissem Enddrittel, übrigens weisslich mit 
wenigen verloschenen, grauen Stellen. Hinterleib grau, am Bauch weisslich. 

Vorderflügel 3'" lang, etwas schmäler als bei Stigmatella, dunkel violett- 
grau, am Innenrande etwas lichter, überall lebhaft purpurschimmernd. Von der 
Mitte hängt am Vorderrand ein hellgelbes, mit der nach hinten gebogenen Spitze 
ein wenig über die Palte hinwegreichendes Dreieck; seine der Basis zugekehrte 
Seite ist schräg, etwas convex; seine abgewendete Seite tief concav; auf dem 
Vorderraude trägt es hinterwärts zwei braune Punkte. In einem Abstände, der 
etwas kürzer ist als die Costalseite des Dreiecks, liegt ein ringsum scharf be- 
grenzter, hellgelber Streif, der etwas länger als das Dreieck und dreimal so 
lang wie breit ist. Die Franzen der Fiügelspitze sind so dunkel wie die Flügel- 
fläche; die übrigen des Hinter- und Innenrandes grau. 

Hinterflügel etwas glänzend grau, heller gefranzt. Unterseite der Vorder- 
flügel dunkelbraungrau; die zwei hellen Flecke scheinen sehr verloschen durch, 
sind aber in einer dünnen Linie auf dem Vorderrande hellgelb. 

Vaterland: Massachusetts. Mein gut erhaltenes cf wurde von Burgess 
bei Beverly mit mehreren am 20. August gefangen. 

2. Gracilaria falconipennella Hübn. 317. 
Zeller Linnaea entomol. II, S. 323. 
Diese Art ist sehr veränderlich und erlangt besonders durch die Ueber- 
winterung, doch auch durch längeren Flug eine helle, röthliche Färbung, in 
welcher sich das Costaldreieck fast immer ziemlich gut darstellt. 

14* 



108 ^- C- Zeller. 

Ein solches kleines, doch wohl nicht überwintertes Exemplar ist das mir 
aus Texas vorliegende (f. Ich finde gar keinen haltbaren Unterschied: selbst 
der, dass bei ilim die Fühler nicht hell und dunkel geringelt, sondern einfarbig 
bräunlich erscheinen, bewährt sich nicht, weil sie, von unten besehen, zwar ver- 
loschener als sonst, aber doch deutlich geringelt sind. 

3. GraciJaria desmodifoliella Cleni. Fig. 40. 
— Clem. ed. Staint. p. 269. — violacella ib. p. 03. 

Fronte alba, mtidula, palpis albis, nigra tnacnlatis , antennis cinereis; 
alis ant. costa vlttae instar latissimae postice coaretatae p)Miäe flava punctu- 
lisque nigris notata, ceterum ochraceis, purpureo-nitentibus, punctis disci 
duobus nigris. cf . 

Kleiner als Älchimiella, durch die sehr breite, einwärts nicht scharf be- 
grenzte, vor der Flügelspitze endigende blassgelbe Costalstrieme und die zwei 
schwarzen, an ihrem lunenrande liegenden Punkte kenntlich. 

Rückenschild bleich ochergelb wie der Hinterkopf; das Gesicht weisslich, 
etwas glänzend. Alle vier Taster weiss, an den Enden der Glieder schwärzlich. 
Fühler gelblichgrau, ungeringelt, mit weisslicher Spitze und verdunkeltem 
Wurzelgliede. Die vier vorderen Beine schwarz mit weissen Füssen ; die Mittel- 
beine an den Schenkeln und besonders an der Unterseite der Schienen durch 
die Beschuppung stark verdickt und dabei zusammengedrückt; die Hinterbeine 
schmutzig gelblichweiss, auch an den Hüften , an der Spitze der Schienen ver- 
loschen grau. — Hinterleib grau mit gelblichweissem Bauch. 

Vorderflügel wenig über 2'" lang, ziemlich schmal. Die Grundfarbe ist 
eigentlich bleich röthlich ocherfarben, nach hinten, besonders an der Spitze 
dunkler, überall blass purpurfarbig schimmernd; sie wird aber durch die blass- 
gelbliche Färbung der Costalpartie auf einen geringeren Raum beschränkt, als 
diese einnimmt. Dieses blasse Gelb ist an^der Wurzel schmäler als weiter hin, 
verengert sich aber von der Flügelhälfte an, bis wohin es bis zur Falte reichte, 
und endigt in den Costalfranzen etwas vor der Flügelspitze; seine Begrenzung 
gegen die Grundfarbe ist nirgends recht deutlich, wird aber in der Flügelmittc 
durch einen länglichen und weiterhin durch einen kleineren, runden, tiefschwarzen 
Punkt bezeicjinet. Der Vorderrand trägt an der Basis einen schwarzen Punkt 
und vor dem Anfange der Costalfranzen fünf schwarze Pünktchen in ziemlich 
gleichen Abständen. Die Costalfranzen sind anfangs bleich gelblich und werden 
bis zur Flügplspitze röthlichochergelb; die Hinterrandfranzen sind um die FJügel- 
spitze schwärlich bestäubt und violettschimmernd, weiter herab grau. 
Hinterflügel grau schimmernd mit gelblichgrauen Franzen. 
Unterseite der Vorderflügel schwärzlichgrau, nach hinten gelblich gemischt 
und heller, auf dem Vorderrande von der Hälfte an bleich ochergelblich. Franzen 
unter der Flügelspitze schwärzlich. 

Vaterland: Texas (Boll), Ein gutes cT im Cambridger Museum. 



Beiträge zur Kenntniss der nordaraeiicanischen Naclitt alter. 109 

AniTierkung. Ich halte eine vollständige Beschreibung dieser Art, auf 
die ich anfangs Clemens' Worte nicht vollständig anwenden konnte, für keinen 
Ueberfluss. Den späteren Namen glaube ich mit Recht angenommen zu haben. 

4. Gracilaria atotnofieUa n. sp. 

Capillis albidis, in occipite hirsutulis, pdlpis nigricantihus, albido-ma- 
culatis; alis ant. pallide ochraceis, squamis nigricantihus creherrimis nebulosis, 
striga obsolet a ante medium pallide ocliracea. Q . 

Eine unscheinbare Art, wohl neben Syringella, zu stellen, deren kleinen 
Exemplaren sie in der Grösse gleicht, mit zwei Haarwülsten am Hinterkopf, 
die, wenn sie nicht zufällig entstanden sind, das auffallendste Artmerkmal 
geben würden. 

Eückenschild mit bleich ochergelblicher Grundfarbe, dicht schwarz be- 
stäubt. Kopf weiss; die Haare des Hinterkopfes als zwei starke Knäuel aufge- 
richtet. Fühler schwarz und bleichgelblich geringelt mit schwarzem Wurzel- 
gliede. Lippentaster nur von Rückenschildlänge, nicht schlank, doch fein gespitzt; 
das zweite Glied schwarz mit zwei weissen Ringen; das Endglied schwarz, an 
der Wurzel weiss. Die Maxillartaster fein, schwärzlich mit weissen Fleckchen. — 
Vorderbeine schwarz; die Füsse weiss ; aussen grau angelaufen, an den Enden 
der Glieder schwarz. (Mittelbeine fehlen.) Hinterbeine weisslich, an den Schienen 
auswärts grau angelaufen, mit reinweissem Rücken und solchem Punkte an der 
schwarzen Spitze; die Füsse wie oben. — Hinterleib grau, am Bauche weisslich. 

Vorderflügel 3'" lang, nicht ganz schmal, durch die Beschuppung der 
Franzen anscheinend hinten erweitert, auf bleich ochergelblichem Grunde sehr 
reichlich mit schwarzen Schuppen bestreut, welche die Grundfarbe nur in wenigen 
Fleckchen frei lassen und hier und da am Vorder- und Innenrand zu unregel- 
mässigen, nicht scharf begrenzten, kurzen Querstrichelchen oder schmalen Fleckchen 
zusammenfliessen. Am dunkelsten ist der Basalraum, den vor der Flügelhälfte 
ein auf dem Vorderrande erweiterter Querstreif der Grundfarbe ziemlich scharf 
begrenzt, welcher etwas schräg nach aussen bis zum Innenrand herabzieht. Die 
Franzen um die ganze Flügelspitze und bis zur Hälfte des Hinterrandes herab 
sind ziemlich dicht schwarz beschuppt; die tiefer abwärts folgenden Franzen 
sind bleichgelblichgrau. 

Hinterflügel grau, init helleren, etwas gelblich gemischten P^-anzen. 

Unterseite der Vorderfliigel dunkel braungrau; die Costalfranzen bis um 
die Fliigelspitze weisslichgran. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein gut erhaltenes 9 i'" Cambridger Museum. 

Cofeophora n. sji. oceidenUs? an niqrireUa Haw? 

Col. coracipennella Linnaea, entomol. IV, 379. 

Unter der Benennung Col. pruniella Cl. erhielt ich von Herrn Burgess 

eine Art in mehreren Exemplaren nach beiden Geschlechtern und mit Säcken. 

Clemens hat den Schmetterling seiner Col. pruniella nicht beschrieben, sondern 



110 P. C. Zeller. 

S. 167 nur die Lebensweise der Raupe, itir Futter und die Beschaffenheit ihres 
Gehäuses angegeben. Offenbar hat Burgess sich bei seiner Bestimmung haupt- 
sächlich nach der Futterpflanze, wild cherry, gerichtet. Die lebhaft grünen, 
glatten, unbehaarten Blattstücke, an denen die von ihm erhaltenen Säclie sitzen, 
können keiner anderen Prunusart, als cerasus angehört haben. Die Motten 
krochen ihm zu Anfang Juli aus, also zu einer Zeit, in der sich Gol. nigricans 
entwickelt, mit deren Säcken auch die ihrigen grosse Uebereiustiramiing haben. 
Nur fand Clemens seine Raupen in mehr als halb erwachsenem Zustande (more 
than half grown) zu Anfang October, um welche Zeit die Raupen der Nigricella 
und ihrer nächsten Verwandten ganz klein sind, wenn sie ja schon ihre Eier 
verlassen haben. Den Sack beschreibt er als abgeflacht (flattened) und (nebst 
geringeren Abweichungen) auf der unteren Kante am Enddrittel tief gekerbt 
und gegen die obere Kante gekrümmt, wodurch ein schwanzähnliches Anhängsel 
gebildet wird (deeply notched and curved towards the upper edge, thus forming 
a tail-like appendage). Ein solches Anhängsel haben die Säcke bei manchen 
Arten in der frühsten Jugend (vgl. Fischer v. Röslerstaram, Beitr. S. 112 ff".). 
Ob also Clemens' Angabe, dass seine Raupen mehr als halb erwachsen waren, 
richtig ist, bleibt noch zu untersuchen. Bei den von Burgess erhaltenen, die 
sicher im Sommer gesammelt wurden, ist keine Spur einer schwanzähnlichen 
Krümmung vorhanden, sondern sie endigen mit einer kurz pyramidenförmigen 
Klappe, wie bei unserer im Sommer gesammelten Nigricella, und haben eine 
ebensolche cylindrische Form. 

Die nordamericanischen Schmetterlinge stimmen aufs Genaueste mit unsrer 
Nigricella überein, ausser dass ihre Taster ein wenig schlanker, und ihre Vorder- 
flügel nach hinten etwas mehr zugespitzt sind, beides so unbedeutend, dass, 
wenn man die Motten ohne die Säcke und aus gleicher Gegend mit den unsrigen 
vor sich hätte, man darauf gar kein Gewicht legen würde. Aber die Säcke, aus 
denen sie stammen, sind anders als die von Nigricella, die ich in der Sammlung 
habe. Jene sind braunroth, etwas kürzer, ganz kahl, glatt, nur hier und da 
mit einer kurzen, rippenförmig vortretenden, unregelmässigen Längslinie, auf 
dem Bauche und dem Rücken mit einem hautartigen Längskiel ; der des Bauches 
ist ganz niedrig, der des Rückens entweder auch einfach oder aus einem ge- 
kerbten (off"enbar aus einem Blattrand gebildeten) flügelartigen, höheren Haut- 
rand bestehend; das kurz pyramidenförmige Ende ist dreiklappig; die Klappen 
eben, indem eine untere zur horizontalen Grundfläche dient, oder eine obere 
den horizontalen Deckel bildet; der Hals des cylindrischen Sackes ist sehr 
v?emg verengert und schwach abwärts gebogen , so dass die kreisrunde Oeff"- 
nung schräg liegt. 

Von Nigricella habe ich viele auf Pflaumenblättern gesammelte Säcke 
vor mir; sie sind länger und daher schlanker, kurz b. 'haart, hell graugelbbräun- 
lich, ohne Rücken- und Bauchkiel (bei einem Exemplare jedoch auf dem Rücken 
mit einem Flügelansatz) , dagegen mit zahlreichen, unregelmässigen, welligen 
Längsrippen von verschiedener Länge und Richtung; der Hals ist kürzer als 
dort und noch weniger gebogen; die Analpyraraide ist länglicher, die Klappen 



Beiträge zur Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 111 

sind auf der Aussenseite etwas concav. — Vier von Mann erhaltene Säcke (von 
Prunus) sind ebenso, nur röthlicher. 

Hieraus ergiebt sich also, dass der Sack der nordamericanischen Coleophore 
kürzer ist, braunroth, kahl, fast ohne Längsrippen, dafür mit zwei Kielen, mit 
gebogenem, engerem Halse, mit kürzerer Analpyramide und ebenen Klappen. 

Von Nigricella kennt Dr. Russler den Kirschbaum als Tutterpflauze 
(Nassauer Fauna S. 265 [365]). Frey giebt in den Tineinen der Schweiz S. 220 
ausdrücklich an, dass „die Säcke von Kirschbäumen einen gezackten Rücken- 
kanim (den Rand des Kirschblattes) haben und glatt sind". Wahrscheinlich 
werden beim Nebeneinanderhalten solcher und nordamericanischer Säcke die 
Unterschiede noch mehr verschwinden, so dass die specifische Verschiedenheit 
noch unsicherer wird. 

Ich zweifle übrigens nicht im geringsten, dass unsere Nigricella in der 
überwinternden Raupe vielfach nach America hinübergewandert ist und sich 
dort ansässig gemacht hat. 

Coleophora Fahriciella Vill. 
Col. Mayrella H. Linnaea entomol. IV. 200. 
Col. eoruscipennella Clemens (ed. Stainton) p. 88. 

Nach Stainton's Anmerkung zu Coruscipemiella ist diese mit der ebenso 
grossen Fabriciella sehr nahe verwandt, jedoch ein wenig brauner. Die mir 
vorliegenden drei cf fünf 9 stimmen aber so genau mit Fahriciella, dass ich 
sie durchaus nicht von einander trennen kann und nicht recht begreife, wie 
Clemens, der doch Stainton's Insecta Britannica besass, für seine Exemplare 
einen neuen Namen wählen konnte. Die Verdickung der Fühler reicht so weit 
herauf wie bei unserer Fabriciella; die Endhälfte ist scharf schwarz und weiss 
geringelt, nur bisweilen auf dem Rücken der letzten Ringe weiss (bei einem 9 
am Endsechstel ohne ganz schwarze Ringe). Die Farbe der Vorderflügel ist, 
wie bei Fabriciella, beim cT metallisch grün, in der Spitze kupferglänzend, 
beim 9 gold- oder niessingfarben, nach hinten in grösserer Ausdehnung violett 
oder stahlblau. 

Meine Exemplare sind von New- York und aus Massachusetts. Burgess 
fing die Art bei Beverly vom 10. Juni bis 4. Juli. (In Deutschland fliegt sie 
bis gegen Ende Juli; bei Zürich fing ich am Uetliberg ein ganz frisches cf 
am 29. Mai.) 

Laverna definifella n. sp. Fig. 41. 

Thorace, capite cum pulpis alisqiie ant. albis, harum macula magna 
costali ante , fascia lutissima post medium et margine postico fuscis. ' ^f 9 • 

Grösser und breitflügliger als die folgende Art, ihr übrigens ähnlich 
gefärbt und gezeichnet, duch leicht dadurch zu erkennen, dass bei ihr vor dem 
Hinterraud der Vorderflügel noch ein bindenförmiger Raum der weissen Grund- 
farbe vorhanden ist, der dort gänzlich fehlt. 



112 P- C. Zeller. 

Rückenschild und Kopf weiss. Fühler bräunlich mit länglichem, weissen 
Wurzelgliede; Taster von Rückenschildlänge, ziemlich schlank, aufwärts gekrümmt, 
weiss; das zweite Glied an der verdünnten Wurzel gebräunt; das Endglied wenig 
kürzer, feingespitzt. Brust mit wischförraigen, weissen Flecken. Vorderbeine 
nnd Mittelschienen auswärts braun; die Hinterschienen zusammengedrückt, aus- 
wärts b raun grau , an der Wurzel, Mitte und Spitze fleckartig weiss; alle Füsse 
bräunlich mit weissen Spitzen der Glieder. — Hinterleib beim cs^ grau mit 
weissem Bauch und kegelförmigem Analbusch, beim 9 ziemlich lang und stark, 
grau, nach hinten weisslich; das Analglied kegelförmig, am Enddrittel bleich- 
gelb mit hervorstehendem Legestachel. 

Vorderflügel des cT 3, 9 S'^'". ziemlich gestreckt, zugespitzt, weiss 
ohne Glanz. Weit vor der Mitte hängt am Vorderrand ein dreieckiger, brauner 
Fleck mit der schwarzen Spitze bis über die Falte herab ; er ist beim (^ grösser 
als beim 9 und verlängert sich auf dem Vorderrande bis zur Basis, während 
er beim 9 f^'^i ist, und der Vorderrand bis zur Basis rein weiss bleibt. Unter 
der Spitze des Dreiecks liegt am Innenrand ein schwarzbrauner Punkt. Hinter 
der Mitte ist eine sehr breite, gegen den Innenrand verengte Binde; ihr Innen- 
rand ist nur beim cf coucav, ihr Aussenrand schwach gezähnelt in beiden Ge- 
schlechtern, Der darauf folgende weisse , bindenförmige Raum ist nur schmal, 
nach dem Innenwinkel hin sehr verschmälert. Vor dem Hinterrand ist die 
Farbe wolkig dunkelbraun mit einem weisslichen Wisch an der Mitte des Hinter- 
randes selbst. Franzen braungrau, an der Flügelspitze weisslich gemischt. 

Hinterflügel lanzettförmig, fein zugespitzt, braungrau. 

Unterseite braungrau; die Franzen der Vorderflügel an der Wurzel bleich- 
gelblich. Das Geäder ist ganz verdeckt. 

Vaterland: Texas (Boll, Beifrage). Ein abgeflogenes 9 ii" Cambridger 
Museum', ein an den Vorderflügelspitzen beschädigtes (^ , das Beifrage am 
15, August fing, in meiner Sammlung. 

Laverna cireiimscriptella n. sp. Fig. 42. 

Thorace, capite palpisque albis; alis ant. niveis, macula triangula costae 
ante medium hrunnea, äimidio alae -posteriore luteo -hrunneo per lineain. 
arcuatam tenuem alhidam oblique dissecto. <^ 9- 

Vielleicht neben L,av. decorella und propinquella zu stellen, doch mit 
sehr verschiedenen Tastern, im Aussehen am meisten mit Definitella überein- 
stimmend. 

Grösse der Decorella. Wenn das verölte Rückenschild in der Mitte nicht 
weiss ist, so sind es wenigstens die Schulterdecken. Kopf weiss. Fühler ziemlich 
kurz, dunkelgrau, sehr fein heller geringelt, mit länglichem, weisslichem Wurzel- 
glied. Taster von Rückenschildlänge, aufwärts gekrümmt, weiss; das zweite 
Glied dünn, bis ans Enddrittel auswärts braun angelaufen, am Enddrittel durch 
lockere, einen Trichter bildende Schuppen stark verdickt; das Endglied fast so 
lang wie das zweite Glied, zusammengedrückt, auf der Bauchschneide locker 



Beiträge Äur Kemituiss der nordamerioaiüst-lieu Nachtfalter. 113 

besclmppt, fciuspitzig. — Vorder- und Mittelbeine braun; Hinterbeine innen 
weisslich, auswärts an den Schienen und Füssen etwas bunt. (Hinterleib des 
cf fehlt, des 9 verölt, mit kaum sichtbarem Legestachel.) 

Vorderflügel 2V2— 2^/4'" lang, schmal, sanft zugespitzt, bloss auf der 
Wurzelhälfte, bis zum Anfang der Innenrandfranzen weiss, welche Farbe durch 
das dunkelgelbbraune Costaldreieck noch mehr eingeschränkt wird. Dieses hängt 
vom Vorderrande weit vor der Flügelmitte bis znr Fnlte herab, ist stumpf und 
breit und hat auf dem Vorden-ande eine Verlängerung bis zur Fiügelbasis und 
stösst auswärts mit der dunkeln Flügelpartie zusammen; seine der Flügelbasis 
zugewendete Seite ist schmal tiefschwarz, und unterhalb seiner Spitze liegt nahe 
atii Innenrand ein tiefschwarzer Punkt. Die Begrenzung der lehmgelbbräunlichen 
hinteren Flügelhälfte bildet auf der der Flügelbasis zugewendeten Seite eine 
concave Linie, die über der Mitte mit einem schwarzen Schuppenpunkt und am 
Innenrande mit einem solchen Fleck bezeichnet ist. Zwischen diesen beiden 
schwarzen Stellen fängt eine feine weisse oder weissliche, mehr oder weniger 
verloschene Linie an, welche gekrümmt nach dem Vorderrande hinaufzieht und 
ihn weit vor der Spitze erreicht, indem sie so ein längliches, hellovales Stück 
abschneidet. In der Flügelspitze und weiter abwärts am Hinterrande ist nicht 
immer eine lichte Stelle in der gelbbraunen Farbe, und noch tiefer, gleichfalls 
am Hinterrande, ein schwarzes Fleckchen. Franzen braun gelblichgrau, an der 
Flügelspitze dicht beschuppt. 

Hinterflügel linearlanzettlich, fein gespitzt, bräunlichgrau. 

Unterseite braungrau; die Mitte des Innenrandes der Vorderflügel in einer 
sehr feinen Linie weiss. 

Vaterland: Texas (BoU). Zwei zerbrochene (^ und ein 9 in meiner 
Sammlung; mehrere Exemplare nach Dr. Hagen's Angabe im Cambridger Museum. 

Batrachedra striolata n. sp. 

Alis ant. canis, fusco-pulverxdentis praesertivi juxta cilia costalia, striolis 
disci duabus longüudinalibus (altera ante medium, altera postiea) nigris. 
Var. b) striola tertia paulo ante striolam posteriorem. 

Obgleich diese Art, die kleiner als Batr. praeangusta ist, sich etwas ver- 
änderlich zeigt, so vermag ich doch nicht, die Salicipomonella Clem. p. 265 
auf sie anzuwenden. Bei Salicip. sollen die Vorderflügel bräunlich sein mit 
einem weisslichen , reichlich bräunlich bestäubten Streifen , der von der Basis 
durch die Flügelmitte bis zur Flügelspitze läuft. Ein solcher lässt sich bei den 
vorliegenden Exemplaren durchaus nicht erkennen, da die Costalpartie nicht 
heller als die Dorsalpartie und sogar im Apicalviertel mehr als anderwärts ver- 
dunkelt ist, so dass hier noch viel weniger von einem hellen Längsstreifen die 
Kede sein kann. 

Eückenschild und Kopf hellgrau, mit brauner Bestäubung, ausser im Ge- 
sicht (das aber nicht weiss ist, wie Clemens von Salicip. angiebt). Taster 
dünn, gebogen, innen weisslich, aussen braun gefleckt. Fühler hellbräunlich, 
durch die Einschnitte der Glieder auf der Fiückseite sehr verloschen geringelt 

15 



1X4 r- C. Zeller. 

erscheinend, auf dem dunkeln Endsechstel mit einem breiten Kinge, dann vor 
der Spitze mit 2-3 schmäleren Ringen von weissgrauer Farbe. Beine grau, 
an den Füssen auswärts schwärzlich, mit breiten, weisslichen Enden der Glieder; 
die Hinterschienen an der Mitte mit einem weisslichen, beiderseits schwärzlich 
begrenzten Bändchen und an der Spitze erst schwarz, dann mit weisslichen 
Endhaaren. Hinterleib grau, auch Bauch mit weisslichen Hinterrändern der 
Segmente. 

Vorderflügel 2V4'" lang, weissgrau, durch braunen Staub verdunkelt, am 
meisten am Vorderrand bis zur Spitze. Im Mittel räum vor der Mitte liegt ein 
kurzer, schwarzer Längsstrich in der Falte, der Basis etwas näher als dem 
folgenden, eben so langen Strich, welcher dem Hinterrand ziemlich nahe kommt 
und sich dem Vorderrand mehr nähert als dem Innenrand. In gleicher Richtung 
und Höhe mit ihm bildet sich vor demselben bei Var. b eine dünnere, längere, 
auch wohl unterbrochene Längslinie mehr oder weniger aus. Frauzen grau, an 
der Flügelspitze weisslichschimmernd. 

Hinterflügel und Unterseite grau mit solchen Frauzen. 

Vaterland: Texas (Boll). Beide Geschlechter in meiner Sammlung und 
im Cambridger Museum. 

Heliozela gracilis n. sp. 

Alis ant. subelongatis, aeneis, subviolaceo-nüidulis, gratis dorsalibus duabus 
arrßenteis, priore obliqua, posteriore triangula majore. cT. 

Schwer von den europäischen Arten zu unterscheiden, am sichersten durch 
die gestrecktem und zugespitztem Vorderflügel und die länger und feiner zuge- 
spitzten Hinterflügel. In der Grösse steht sie zwischen Sericiella und ResplendeUa. 

Die Vorderflüge] sind erzglänzend mit sehr wenig beigemischtem Violett- 
schimmer, wie bei den genannten zwei Arten. Von den zwei reinsilberweissen, 
glänzenden Dorsaltröpfchen ist das zweite, am Innenwinkel liegende dreieckig, 
mit feiner, gegen den Vorderrand gerichteter Spitze und scharf umgrenzt (wie 
bei Saltatricella [TinagmaJ , doch kleiner). Das erste, näher an der Wurzel als 
an dem zweiten liegende, ist ein schmaler, oben nach hinten übergeneigter Strich. 
Die Franzen sind, ausser gegen die Flügelspitze, ziemlich hellgrau und sondern 
sich von der Flügelfläche gut ab, so dass die Zuspitzung der letztern auff'ällt. 

Hinterflügel von mehr als der Hälfte an dünn zugespitzt, grau. Die Hinter- 
landfranzeu heller, gegen die Wurzel heller und von der Flügelfläche sehr deutlich 
abgesondert. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein gutes (j^ im Cambridger Museum. 

Phyllocuistis. 

1. Vitigenella Cl. pag. 82. 

Die zwei vorliegenden Exemplare stimmen darin unter einandej-, dass sie 

kleiner sind als die kleinsten Suff'usella und Saligna und das eine hat alle 

Merkmale, welche Clemens von seiner Vitigenella angiebt, nach welchen sie 

freilich nicht von unserer Saligna zu unterscheiden ist. Es hat nämlich wie 



Beiti-äge zur Kenntniss der nordamericaiiischen Nachtfalter. llf) 

diese einen bräunlichen, von der Schulter herabkonnnenden, am obern Rande der 
Falte hinziehenden und etwas vor der Flügelhälfte endigenden Schattenstreifen. 
Der Unterschied scheint zu sein, dass, da er sich der Länge nach spaltet, der 
obere Theil bei Vitigenella der stärkere ist, bei Saliyna dagegen der untere, 
und dass überhaupt der Streifen bei Vitigenella feiner anfängt. Aber das zweite 
Exemplar entbehrt diesen Streifen völlig! Dennoch können beide Exemplare nicht 
wohl zu verschiedenen Arten gehören, da sie in den übrigen, sie von den Euro- 
päerinnen unterscheidenden Merkmalen übereinstimmen. Diese bestehen in den 
Vorderrandstrichen auf der hintern Flügelhälfte. Sie sind nämlich bei Vitigenella 
feiner, schärfer und dunkler und, während sie bei jenen beiden in ziemlich 
gleichen Abständen von einander liegen, ist bei Vitigenella zwischen dem zweiten 
und dritten ein solcher Abstand, dass noch ein Strich dazwischen liegen müsste, 
um gleiche Abstände hervorzubringen. Der zweite Strich setzt sich bei allen 
drei Arten als ein Bogen oder als eine winklig gebrochene Querlinie bis zum 
Innenrand fort; bei Vitigenella ist der Winkel weit über der Mitte, bei den 
beiden andern in der Mitte, wo auch die stärkste Convexität ist, wenn sich bloss 
ein Bogen gebildet hat. — Clemens giebt für Vitigenella an, dass sie a blackish 
dorsal patch on the inner margin near the base habe, und diesen Fleck zeigen 
meine beiden Exemplare sehr stark. Keins meiner zehn (Sa^wa-Exemplare besitzt 
eine Spur davon ; aber bei Suff'usella ist er eine ganz gewöhnliche Erscheinung 
und manchmal nach beiden Seiten des Innenrandes hin verlängert. In der Flügel- 
breite stimmt Vitigenella mit Suff'usella. 

Diese, wie es scheint, so auifallend abändernde Art verdient genauer be- 
obachtet zu werden. Erst wenn dies geschehen ist, lassen sich sichere Diagnosen 
fiir die drei Arten anfertigen. 

Vaterland meiner zwei Exemplare Massachusetts bei Cambridge. 

2. Magnatella n. sp. Fig. 43. 

Maxima, alis ant. caudulatis, niveis, postice ferrugineis, puncto baseos 
suhdorsali atro, macula ante marginem posticam longitadinali, nivea, nitida, 
tabercidum nigricans et superius Uneulam atram continente. (^. 

Die beiden vor mir befindlichen Exemplare sind nicht nur in der Grösse, 
sondern auch in der Zeichnung bedeutend verschieden, gehören aber zu einerlei 
Art, wie der glänzendweisse, durch einen halb grauen, halb schwarzen Schuppen- 
wulst unterbrochene Längsstreif in der gelben hintern Partie beweist. Das 
grössere Exemplar übertrifft die grösste Lyonetia! Obgleich den Fühlern und 
der Kopfbildung zufolge die Art eine Phyllocnistis ist, so scheint doch das aus- 
gezeichnete Franzenschwänzchen und die Abweichung im Aussehen anzudeuten, 
dass auch das Geäder ein verschiedenes sein, und dass man für sie ein beson- 
deres Genus zu errichten haben werde. 

ßückenschild und Kopf reinweiss. Fühler ziemlich stark, kürzer als die 
Vorderflügel, hellbräunlich; das weisse Wurzelglied länglich, am Ende etwas 
verdickt. - Beine weiss, schwarzbunt, besonders an den Füssen; die Hinter- 
schieuen dünn, auswärts weisslich, vor der Spitze mit schwärzlichem Fleck, auf 

16* 



WP, P. C. Zellor. 

dem Rücken mit langen, hellblonden Haaren dicht bekleidet: der eine Dorn des 
ersten Paares ist doppelt so lang wie der andere und der längste von allen. -- 
Hinterleib dünn, grau mit kleinem, hellem Analbusch; Bauch weiss, an den 
Seiten schwärzlich gefleckt. 

Vorderflügel ohne Schwänzchen bei dem einen Exemplar 272» bei dem 
undevn nur P/4'" lang, schmal (bei dem kleinern etwas breiter), weiss, ohne 
Glanz, in der hintern Hälfte ausser am Vordervand rostgelb. Unterhalb der P'alte 
an der Basis ist ein tiefschwarzer, eckiger Punkt (beim kleinern E.xemplar ver- 
loschen und kleiner). Ebenso unterhalb der Falte ist weit vor der Mitte bei dem 
kleinern ein ziemlich grosser, schwärzlicher Punkt, und weiter nach hinten dicht 
am Vorderrand ein ebensolcher; statt beider hat das grössere Exemplar recht 
undeutliche, kurze Längsstreifchen. Die Rostfarbe fängt beim grossem in 
der Flügelhälfte dicht an der Falte mit einem starken, schwarzen Punkt an; 
beim kleinern fehlt er fast, während bei ihm von dieser Stelle aus ein dunkel- 
bräunlicher, sehr schräg aufwärts nach hinten gerichteter Strich die Rostfarbe 
begrenzt und mit seinem Ende mit dem bei beiden Exemplaren vorhandenen, 
sehr schräg herabkommenden, schwärzlichen Costalstrich zusammenstösst. Unter- 
halb der Spitze des dadurch gebildeten Winkels ist der gestreckt eiförmige, 
etwas silberweisse Längsstreifen, der bis zum Hinterrand hinreicht und in seiner 
Mitte einen verdickten, grauen, hinten schwarzen Fleck trägt, von dessen oberem 
Ende eine kurze, schwarze Länglinie gegen das Schwänzchen gerichtet ist. 
Hinter dem angegebenen schwärzlichen Costalstrich folgen vier weisse, durch 
Rostgelb schlecht begrenzte Costalflecke und Striche, deren letzter vor den ab- 
gestutzten, hier schwarzen Franzen liegt. Das ziemlich lange, frei hervorstehende 
Franzenschwänzchen ist schwarz. Die Franzen unter ihm enthalten einen am 
Hinterrande hinziehenden schwärzlich punktirten Fleck: sonst sind sie blass 
ochergelb. 

Hinterflügel schmal messerförraig, grau; die sehr langen Franzen heller 
und gelblich gemischt. 

Unterseite der Vorderflügel bräunlichgrau , bei dem grössern Exemidar 
vor dem schwarzen Franzenschwänzchen mit einer sehr deutlichen, weisslichen, 
wischförmigen Stelle. Hinterflügel wie oben. 

Vaterland: Massachusetts. Beide Exemplare wurden von Burgess gefangen, 
das grössere bei Beverly am 8. Juli. 

Trifurcula ohrutella n. sp. 

Capüe et alis ant. pallide lutescentibus, Ms ptdvere grosso, crehro, fusco 
conspersis, costa 'e basi lineae instar nigra, cf 9 • 

In der Grösse zunächst der Palliäella, etwas schmalfüglicher, von den 
europäischen Arten ziemlich leicht zu unter^'cheiden durch dickere Fühler, bleich 
lehmgelbe, reichlich (wie bei Pulverosella) mit groben, braunen Schuppen be- 
streute Vorderflügel und besonders durch den schwarzen Costalrand an der 
Schulter. 



Beiti'äge zur Kenntniss der novdamericanischen Nachtfalter. 117 

Rückenschild nnd Kopf bleich lelungelblich, noch heller die auf der Unter- 
seite weissen Augendeckel der dicken, staubgrauen Fühler. Beine einfarbig hell 
ochergelb. Hinterleib grau mit gelbweissem, seidenglänzendem Bauch. 

Vorderflügel kaum 2'" lang, bleich lehmgelb, auf der ganzen Fläche sehr 
sehwach opalisirend, beim Q weniger reichlich als beim (j^ mit groben, braunen 
Schuppen, besonders hinterwärts, bestreut. Der Vorderrand ist von der Wurzel 
aus als eine kurze, beim $ feinere und weniger weit als beim (^ reichende 
Linie schwarz. Am wenigsten und mit feineren Schuppen ist die Innenrandgegend 
nach der Wurzel bestreut. Die hellgelblichgrauen Franzen sind um den Hinter- 
rand herum mit einer Schiippenreihe durchzogen. 

Hinterflügel hell bleigrau; die helleren Franzen mit gelblichem Seiden- 
schinimer. — Auf der glänzenden Unterseite sind die Vorderflügel viel dunkler 
grau als die Hinterflügel und stechen von den hellen , gelblichschimniernden 
Franzen sehr ab. 

Vaterland: Texas (BoU). Zwei cf ein 9 i" meiner Sammlung und im 
Cambridger Museum. 

Pteroplioridae. 

Aus dieser Familie hat Fabricius eine einzige americanische Art be- 
schrieben (Pfer. leucodaciylHs) , jedoch niciit so, dass sie leicht wieder zu er- 
kennen sein möchte. Darauf stellte Asa Fitch im Report of the noxious Insects 
of the State of New- York 1856 S. 139—145 mehrere Arten auf, von denen nur 
die erste, Periscelidactylus, nach ihrer ganzen Naturgeschichte und auch sonst 
hinreichend genau abgehandelt ist. Die folgenden: Lohidactylus, Tenuiäactylus, 
Cineridactylus, Marginidactylus, Nelmlaeductylus , Naevosidactyhis und Oreti- 
dactylus sind nur nach den Schmetterlingen und nicht einmal zur Unterschei- 
dung von andern nordamericanischen Arten ausreichend beschrieben und tragen 
sämmtlich Bastardnamen, die nicht geduldet werden können. Ob er noch andere 
Arten beschrieben hat, ist mir gänzlich unbekannt. Hierauf charaktcrisirte ich 
in der Entomol. Zeitung 1807 S. 333 einen Platy2)tilus Bischoß'ü aus Nord- 
america. Zu diesen Arten fügte Riley im Annual Report of the noxions etc. in- 
sects of the State of Missouri 1869 einen Pterophorus carduidactyhti^ hinzu. 
Die mir in natura bekannten Arten Nordamerica's sind folgende: 

1. Platyptilia Bischoffii Z. 

Platyptilus B. Entern. Ztg. 1867, S. 333. 

Sie steht der Plat. Bertrami nicht nur nach der Zeichnung der Hinter- 
schienen, sondern auch in der Flügelfärbung am nächsten, unterscheidet sich 
aber ausser dem etwas weniger gespitzten Vorderzipfel der Vorderflügel vor- 
züglich durch die einfarbig weisslichen Hinterfüsse (bei Bertrami ist das erste 
Hinterfussglied an der Spitze ocherfarbig in verschiedenen Abstufungen und 
Mischungen). — Meine ersten Exemi)lare erhielt ich aus Ohio. Burgess schickte 
mir (^ 9- «^lic* er bei Beverly im ersten Drittel des .Tuli gefangen hatte. Ihr 



118 P. C. Zeller. 

verflogener Zustand zeigt, wie bei Ochrodactyla und Bertrami, die Entwicklung 
vor und in die Mitte des Juni fällt. 

2. JPlatypt. cardui Z, 

Pterophorus carduidactylus Eiley 1. c. p. 180, tab. 2, Fig. 13, 14. 

In der Grösse der ansehnlichsten Fiat. Zetterstedtü, aber mit dunklerer, 
fast etwas rothlicher Färbung, so dass sie dadurch der Fl. isodactyla (De Graaf) 
nahe kommt. Die Hinterrandfranzen der Vorderflügelzipfel sind aber auswärts 
so weisslich wie bei Zetterstedtii (bei jener Isodactyla schmutzig und bleich 
ochergelblich). Die mit einem weissen verlängerten Costalpunkt anfangende helle 
Einfassung des dunkelbraunen Costaldreiecks erweitert sich einwärts bei weitem 
nicht so wie bei Zetterstedtii, sondern bildet eine etwas breite Linie, die aus- 
wärts durch die dunkelröthlichzimmtbraune Farbe ziemlich deutlich begrenzt 
wird. Die helle Querlinie, welche über die beiden Zipfel vor dem Hinterrande 
hinwegzieht, ist ziemlich verloschen, nicht scharf begrenzt, und auf dem zweiten 
Zipfel verlöscht sie weit vor dem Innenrande. (In der Abbildung Fig. 13 ist sie 
so fein, scharf und vollständig wie bei Zetterstedtii gegeben, womit meine drei 
Exemplare gar nicht übereinstimmen.) Das Hauptmerkmal giebt das schwarze 
Schuppendreieck in den Franzen der dritten Hinterflügelfeder; dieses ist so 
gross, wie es keine unserer Arten mit Ausnahme der Fl. nemoralis besitzt; es 
liegt ein wenig vor der Mitte der Feder und hat vor sich eine weissliche Stelle, 
von welcher aus bis zur Basis eine einfache Reihe schwarzer Schuppen auf den 
Franzenhaaren liegt. (In Eiley's Figur ist das Dreieck ganz ausgelassen, oder 
vielmehr ist die Feder selbst hier unnatürlich erweitert; auch die zweite Feder, 
die wie bei Zetterstedtii gestaltet ist, zeigt einen falschen Umriss.) Auf der Unter- 
seite hat der erste Hinterflügel die Andeutung einer verloschenen Querlinie. — Der 
Stirnkegel ist kleiner als bei Zetterstedtii, wesshalb die Taster auch weiter über ihn 
hinausreichen. Der Hinterleib ist ocherbraun, auf den zwei ersten Segmenten ins 
Weissliche; am Ende des zweiten liegt in der Mitte ein mit der Spitze nach vorn 
gerichtetes, dunkles, kleines Dreieck; der hintere Seitenrand des dritten Seg- 
ments ist weisslich ; der des vierten mit einem dunkelbraunen Fleck gezeichnet. 
— An den Hinterbeinen sind Schienen und Füsse weiss; die erstem vor dem 
obern Dornenpaar mit einem dunkelzimmtbraunen Ringe; der darauf folgende 
Theil ist an den ganzen zwei Enddritteln ebenso gefärbt. Auch das erste Fuss- 
glied ist an der grössern Endhälfte von derselben Farbe, und die folgenden 
haben hellbräunliche Spitzen. 

Vaterland: Missouri; ich erhielt von Riley ein (j^ zwei Q. Die Raupe 
lebt nach seiner Beobachtung den Monat Mai hindurch an der gemeinen Distel 
(Cirsium lanceolatum — Cersium lanceuluta ist wohl nur Druckfehler), an der 
man häufig die Köpfe durch Seidengespinnst zusammengezogen sehen kann; 
öfters sind einzelne abgestoibene Blätter mit darin enthalten. Zieht man solche 
üespinnstwulste auseinander, so trifft man 8 — 12 dicke, glatte, wurmähnliche 
Raupen darin an. Sie sind licht strohgelb, in der Jugend mehr grün, mit Reihen 
schwarzer l^unktwärzchen; der Kopf und die durch eine helle Längslinie halbirte 



Beiträge zur Kenntniss der nordampricanisr'hf'n 'Nao.'htfalter. | ly 

Hornplatte des Prothorax scliwarz. (Riley beschreibt dies ausführlich.) Gegen 
Ende Mai verwandeln sie sich innerhalb des Nestes in glatte, glanzlose, schmutzig 
gelbe Puppen mit kurzem Stirnkegel und zu jeder Seite mit drei dunkeln Längs- 
streifen. (Fig. 14.) Genau in einer Woche nach der Verpuppung kriechen die 
Schmetterlinge aus. (Von keinem europäischen Pterophoriden lebt, so viel man 
weiss, eine Art gesellig; die Puppe der Pt. cnrdui stimmt aber mit den ver- 
wandten europäischen PlnfypfiUen). 

Anmerkung. Ein durch Boll aus Texas mitgebrachtes (^ ist von so 
heller Grundfarbe auf den Vordei-flügeln wie Zetferstedtii. Da es sehr verflogen 
ist. so könnte die helle Farbe eine Folge des längern Fluges sein. Aber die 
Vorderfltigel sind etwas gestreckter als bei Cardui, und die helle Querlinie über 
die Vorderflügelzipfel ist vollständiger und breiter. Das schwarze Schuppen- 
dreieck der dritten Feder ist so vollständig wie bei dieser. Aber — was einen 
sichern specifischen Unterschied anzudeuten scheint — an der Hinterschienen- 
spitze nimmt bei diesem Texaner Exemplar die braune Farbe weniger als den 
halben Raum zwischen den zwei Sporenpaaren ein, bei Cardui Vn- Der unge- 
nügende Zustand des Exemplars verhindert eine genaue Beschreibung und Be- 
nennung der Art. Es giebt also aus der Gonodactyla-Gi'n])Y)e in Nordamerica 
wenigstens zwei Arten. 

3. Oxyptihis periscelidactylus Fitch. 
Fitch 1. c. p. 138. The gartered or grape-vine Phniic. 
Riley 1. c. p. 137. tab. 2. Fig. 15. 16 the grape-vinc Plume. 

Er gehört — zufolge der dritten Hinterflügelfeder, die vor dem starken, 
schwarzbeschappten Ende nicht bloss in den Franzen weisse Schuppen führt, 
sondern auf der Fläche selbst weissbeschuppt ist — in die Verwandtschaft des 
DidacU/luft und Obficurus, mit denen er auch darin übereinstimmt, dass die 
Puppe auf dem Eücken dornig ist. Von allen bekannten Arten unterscheidet 
er sich durch das braune, gestreckte Dreieck, welches auf dem zweiten Vorder- 
flügelzipfel auswärts von der weissen Querlinie, an seiner Spitze von einem 
weissen Wisch begrenzt wird. 

Er hat die Grösse und den Bau des Didactylus ; die Färbung des Körpers 
und der Vorderflügel ist aber wie bei keinem europäischen Oxyptüuf: (bei Laehts 
zwar heller, aber bleich ochergelb): hellzimmtfarben, weniger schön als bei 
Plat. rlwdodactyla. Die Zeichnung der Vorderflügel ist wie bei Didactylus ; 
aber die weisse Querlinie des zweiten Zipfels steht weiter vom Hinter- 
rand ab und dient als Basis des gelbbraunen, diesem ganz fehlenden Dreiecks. 
Der Vorderrand dieses Zipfels ist von der Spalte bis zur Querlinie und öfters 
über diese hinaus auf den hellen Franzen mit tiefschwarzen Schuppen bekleidet 
(die bei Didactylus, dessen Vorderrandfranzen schwarz sind, ganz fehlen). Die 
Zeichnung der Franzen ist sonst wie bei Didactylus. 

Der starke schwarze Schuppenbusch am Ende der dritten Feder ist kürzer 
und breiter als bei Didactylus, weil die Schuppen, besonders am Hinteirande, 
länger sind, und sticht gegen die weissen Schuppen der Franzen sehr ab; er 



120 P. C. Zellei. 

ist hinten gerade abgescli iiitt en, uud die hinter iliin ful>j;eiiden Franzen 
sind rein weiss, wie auch die weisslich gefranztc Flügelfläche vor ihm; die 
Basalhälfte dieser Feder ist blass ochergelb, mit hinfälligen dunkleren Schuppen 
bestreut. 

Die Fühler sind auf dem Eücken weiss , auf der Unterseite schwarz und 
weiss wechselnd. Auf dem Rücken des in der Färbung mit den Vorderflügeln 
stimmenden Hinterleibes sind die weissen Zeichnungen durch dickere Linien 
gebildet als bei Didactylus. Die weissen Hinterbeine sind wie bei Didactylux 
gefärbt, nur in den dunklen Stellen nicht schwarzbraun, sondern zimmtbraun. 

Mein einzelnes Exemplar aus Ohio bildet eine Varietät. Alle dunkle 
Färbung an Flügeln und Körper ist dunkler, und das Weisse, besonders auf 
dem Hinterleibe, ist verloschener und weniger ausgedehnt. Die erste fleckähn- 
liche Querlinie des Vorderflügelzipfels ist, statt schräg nach aussen gelegt zu 
sein, fast senkrecht; die zweite weisse Querlinie ist vorhanden, aber die des 
Hinterzipfels (die Fortsetzung der ersten des Vorderzipfels) fehlt völlig, und 
da die Farbe dieses Zipfels dunkel ist , so tritt das charakteristische Dreieck 
nicht aus der Grundfarbe hervor. Die Franzenzeichnung ist nicht verschieden, 
nur weniger hell weiss. Auch die Haarknoten an den Hinterschienen sind 
dunkler braun. 

Meine anderen sechs Exemplare, alle weiblich, und von verschiedener Güte 
der Conservation , stammen von New- York, aus Missouri und Texas. Die Art 
hat in Nordamerica gewiss eine grosse Verbreitung. Ihre Raupe lebt zu Ende 
Mai und Anfang Juni in einem oder zwei durch Seide zusammengezogenen 
Blättern des Weinstocks und verpuppt sich an der Unterseite eines Blattes oder 
Stengels. Pitch glaubt, dass es zwei Generationen gebe , deren zweite aus den 
im Juli (nach Riley schon in etwa acht Tagen nach der Verpuppung) aus- 
kriechenden Schmetterlingen erscheine, und da diese Art schädlich werden 
könne, so müsse man die Raupe im Juni absuchen und tödten. Mir scheint die 
Möglichkeit der Schädlichkeit wenig glaubhaft, wenn auch Riley die Raupe in 
vielen Theilen von Missouri recht häufig fand. 

4. Oxi/ptilus Delawaricus n. sp. 

Antennis albo nigroque annulatis ; alis ant. minus quam ad medium 
fissis, cinnmnomeis, lacinia anteriore albido-histrigata, ante apicem latius niveo- 
ciliata, ciliis laciniae posterioris in hasi lineam alham gerentibus ; digiti tertii 
medio albido, apice utrimque atrosquamato. (f. 

Auch bei ihm, sowie bei dem folgenden ist die Spitze der dritten Hinter- 
flügelfeder schwarz beschuppt. Vom vorigen unterscheidet er sich durch viel 
geringere Grösse, vollständig schwarz und weiss geringelte Fühler, ganz andere 
Grundfarbe der Vorderflügel , den rein weissen Costalstrcifen an der Spitze des 
Vorderzipfels, den M'angel des braunen Dreiecks auf dem hintern Zipfel, die 
anders gezeichneten Franzen dieser Zipfel, den hinten nicht gerade abgeschnit- 
tenen Schuppenfleck an der Spitze der dritten Feder. — Die folgende Art über- 



Boitrligp zur KpiintuisK dpr noifhinipiiianischpii Naditt'alter. 121 

trifft er so sehr in der Grösse, wie ihn der Feriscelidactylns übertrifft; seine 
Vorderflügel sind viel heller, und wenigstens die zwei weissen Querlinien des 
ersten Zipfels sind vollständig, und von der zweiten an sind die Vorderrand - 
franzen in einem breiten Streifen weiss, statt schwarzbraun; auch ist die Franzeu- 
zeichnung eine andere. — In der Färbung konnnt Delmvaricus dem Püosellae 
nahe, von dem ihn aber die Zeichnung der dritten Feder weit entfernt. Von 
den dunkler und schöner gefärbten 0. ericetorum und 0. teucrii unterscheidet 
ihn der grössere Umfang des schwarzen Schuppenfleckes der dritten Feder. 

Fühler weiss und schwarz scharfgeringelt, nur an den ersten 6—7 Gliedern 
auf der Unterseite bloss weisslich. Kopf, Rückenschild und Vorderflügel hell- 
zimmtbraun wie beim gewöhnlichsten Püosellae. 

Vorderflügel SVs'" lang und von der gewöhnlichen Oxyptilus-(je?,idi\i, 
ziemlich hellzimmtfarben, auf der verdunkelten Vorderrandader von der Wurzel 
aus weisspunktirt, und mit ein paar dunkeln Fleckchen im Mittelraume; vor der 
Spalte mit einem kleinen weisslichen Fleckchen. Die zwei weissen Querlinien 
des Vorderzipfels deutlich und gut begrenzt; die Costalfranzen vor der ersten, 
schräg liegenden Querlinie und hinter ihr bis zur zweiten schwarz; die zweite 
ist weniger schräg und geht in den breiten rein weissen Streifen über, den 
die Franzen von ihr an bis zur Spitze bilden. Die Innenrandfranzen dieses 
Zipfels sind von der Spalte aus blond, dann hinter der ersten Querlinie schwarz, 
hierauf wieder blond,, gegen die Spitze an ihrer Wurzel streifenartig weiss, 
welche Farbe erst durch einen schwarzen Längsstrich, dann bis zur Flügelspitze 
durch verdunkelte Grundfarbe begrenzt wird. Auf dem zweiten Zipfel ist an 
der gewöhnlichen Stelle ein weissliches Fleckchen, und von der Furtsetzung der 
zweiten Querlinie eine Spur zu sehen (dies mag veränderlich und bei anderen 
Exemplaren deutlicher sein). Die Vorderranzfranzen dieses Zipfels sind erst 
hellblond, dann bis fast zur Spitze dunkelgrau mit einzelnen noch dunkleren 
Haaren gemischt und mit einzelnen sehr kleinen schwarzen Schüppchen bestreut; 
die Innenrandfranzen sind hellblond, an der Spitze aber schwarz und einen 
auS'allenden solchen Fleck bildend; die Hinterrandfranzen sind wieder sehr hell 
blond, an der Wurzel weisslich, so dass hier eine weisse Bogenlinie (wie bei 
Ericetorum) gebildet wird, welche einwärts durch die Grundfarbe und einerseits 
durch den schwarzen Franzeufleck, andererseits durch einen schwarzen, aus der 
Spitze des Zipfels hervorkommenden Franzenstrich begrenzt wird. An diesen 
schwarzen Längsstrich der Spitze stossen auf der anderen Seite einige an der 
Wurzel weisse Franzenhaare. 

Die zwei ersten Federn sind dunkelgrau; die dritte ist im Anfangs- und 
Enddrittel hellzimmtfarbig , im mittelsten Drittel, so wie die es begrenzenden 
Franzen weisslich. Um das Enddrittel bildet die schwarze Färbung der Franzen 
einen länglichrunden Fleck, der besonders auf dem Vorderrande mit tiefschwarzen 
Schuppen bekleidet ist. Die Franzen an der Spitze der Feder sind in ansehn- 
licher Ausdehnung weiss, mit ein paar tiefschwarzen Schuppen. 

Auf der Unterseite der Flügel ist das Schwarze weniger tief, das Weisse 
aber auf den Vorderflügeln in den ausgeprägteren Zeichnungen reiner; hier ist 

16 



122 P- C- Zeller. 

auch die (zweite) Querlinie des Hinterzipfels ganz deutlich, doch nicht bis an 
beide Ränder ausgedehnt. 

An den weissen Hinterschienen sind die Haarbüschchen (bei den Dornen) 
gelblichbraun; diese Farbe nimmt die Endhälfte des Raumes bis zu dem ersten 
Dornenpaare ein. An den Füssen sind die braunen Endringe der beiden ersten 
Glieder halb so breit wie der weisse Rest. 

Vaterland: am Delawarefluss. Ein cT (durch Schläger erhalten) in meiner 
Sammlung. 

Anmerkung. Tenuidactylus Fitch, der in Dornbüschen (brakes) 
und auf Sümpfen Mitte Juli gemein sein soll, mag einerlei mit meiner Art sein, 
ist aber durchaus nicht so beschrieben, dass ich ihn ohne Ansicht eines Originals 
dafür annehmen könnte. Dass der schwarze Fleck der dritten Hinterflügelfeder 
nahe an der Spitze gelegt wird, ist vielleicht nur Ungenauigkeit der Bezeichnung 
(the inner lobe [d. h. die dritte Feder] threadlike, white, its fringes wliite. with 
a broad black band uear the tip). 

5. Oxyptiliis nigrociliatus n. sp. 

Parvus, antennis albo nigroque annulatis; alis ant. minus quam ad 
medium fissis, brunneo-fuscis , laeinia anteriore obsolete albido-bistrigata, ciliis 
costalibus nigris; ciliis laciniae posterioris in basi linearn albam. gerentibus ; 
digiti tertii medio albido, apice utrimque atro-squamato. Q . 

Von der Grösse des kleinsten Oxypt. obscurus und von noch dunklerer 
Farbe als dieser. Sein gerundeter schwarzer Schuppenbusch am Ende der dritten 
Feder weist ihn wie die zwei vorigen Arten zwischen Didactylus und Obscurus. 
Was ihn vor allen Oxyptilus- Arten kenntlich macht, ist die schwarze Farbe 
aller Vorderrandfranzen am ganzen ersten Zipfel entlang. 

Die Fühler sind lebhaft weiss und schwarz geringelt. Die Vorderflügel, 
3'" lang, s-ind dunkel gelbbraun, ohne lichte Stelle an der Spalte. Die zwei 
weissen Querlinien der Zipfel sind undeutlich; am deutlichsten und reinsten ist 
der Anfang des ersten auf dem Vorderzipfel. Nur im Anfange der Spalte sind 
die Franzen weisslich, sonst am Vorderzipfel überall schwarz, ausgenommen 
unterhalb der Spitze, wo sie in einem spitzen Dreieck hell blond sind. Am 
Hinterzipfel haben sie den ganzen Vorderrand entlang, mit Ausnahme des Winkels 
der Spalte, schwarze Farbe; am lunenrande sind sie in grosser Ausdehnung hell- 
blond mit em paar tiefschwarzen Schuppen, dann bis zum Hinterrande in ge- 
ringerer Ausdehnung schwarz; am Hinterrande sind sie bis zur Spitze, wo ihre 
Farbe tiefschwarz ist, mit einer hellen Stelle darüber, hellblond, an der Wurzel 
aber ganz weiss in einem Bogen, der einwärts durch die schwarze Hinterrand- 
linie scharf begrenzt wird, auswärts aber keine scharfe Grenze hat. 

Hinterflügel dunkelbraun. Die dritte Feder in der Mitte weiss und hier 
auch weisslich gefranzt; um die Spitze bilden die auf den Franzen liegenden 
tiefschwarzen Schuppen einen kurzen, eiförmigen Fleck, hinter welchem, also 
an der Spitze der Feder, die Franzen hellblond sind. 



Beiträge zur Kenntniss der nordamericanisclien Nachtfalter 123 

An den Hinterbeinen sind die Schienen und Füsse reinweiss, die erstem 
mit braunschwarzer Farbe der Verdickungen (wie bei Obscurus). Die Fussglieder 
sind an der Spitze wenigstens auf einer Seite schwarz, und das erste Glied ist 
es auch an der Wurzel, so dass hier auf der Aussenseite der weisse Eing etwas 
schmäler ist als der schwarze Endring. 

Vaterland: am Delawarefluss. Ein 9 (durch Schläger erhalten) in meiner 
Sammlung. 

Anmerkung. Lohidactylus Pitch soll grösser sein als Tenuidactyhis 
(Flügelspannung 0,80 gegen 0,60; bei Periscelidact. 0,85), und kann also schon 
darum nicht einerlei mit Nigrocüiatus sein. — Ohne Zweifel giebt es in Nord- 
america mehr Oxyj^tilus- Arten, als Fitch unterscheiden zu können glaubte. 

6. Minieseoptilus semicostatus n. sp. 

Parvus, alis ant. fuscescenti- cinereis , clor so gilvescente, venae costalis 
dimidio posteriore albo, puncto ftisco ante fissuram 2)Osito, ciliis laciniae utrius- 
que nigro-bipunctatis, punctis anterioris ante angulmn dorsalem. 

Die zwei vorliegenden Exemplare lassen sich nicht als verschiedene Arten 
ansehen. Es ist fraglich, ob sie nicht zu dem europäischen Zopliodactylus 
(Loewii), dessen ganzen Bau und Färbung sie haben, gehören, indem die Stel- 
lung der beiden Funkte in den Franzen des Vorderzipfels, die ohnedies nur bei 
dem einen Exemplar unversehrt sind, vielleicht nur die Bedeutung einer Varietät 
haben mag. Aber bei der Verschiedenheit des Vaterlandes ist es rathsamer, eine 
eigene Art anzunehmen und die Entscheidung von der Erforschung der Natur- 
geschichte (Zopliodactylus lebt an Erythraea centaurium) und von der Unter- 
suchung mehrerer Exemplare abhängig zu machen. 

Der Kopf ist grau, am obern Augenrande mit einer feinen weissen Linie. 
Fühler grau, ungeringelt, gegen die Wurzel weiss. Rückenscbild etwas bräunlich 
bestäubt. Hinterleib schlank, bleich gelblich, am Ende eines jeden der drei vor- 
letzten Segmente mit zwei schwarzen Punkten. Beine weisslich. 

Vorderflügel 3^/t'" lang, bräunlichgrau, längs des Innenrandes und in den 
beiden Zipfeln, übrigens ohne scharfe Grenze, in bleiches Ocherröthlich über- 
gehend. An der Grenze des Bräuulichgrauen ist im Mittelraum mitten zwischen 
der Wurzel und der Spalte ein schwarzer, in die Länge gezogener Punkt. An 
der Spalte liegt am Anfang des untern Zipfels ein anderer solcher Punkt, und 
über ihm bei dem einen Exemplar ein grösserer, wischförmiger, doch sehr un- 
deutlicher. Eben dieses Exemplar hat in der Mitte eines jeden Zipfels einen 
feinen, braunen Längsstrich, auf dem vordem kurz und in der Mitte, auf dem 
hintern lang und fast bis zum Hinterrande reichend. Nur von dem erstem 
hat das zweite Exemplar eine Andeutung. — Die Costalader ist von der Gegend 
des ersten Discalflecks an weiss, nach hinten breiter, bei dem ersten Exemplar 
blos vor der Spitze des Zipfels (wo die weisse Farbe die Franzen einnimmt) 
ein wenig getrübt; bei dem zweiten Exemplar hört aber die weisse Farbe bei 
-/s des Zipfels ganz auf (doch sind hier die Franzen beschädigt). — Die Franzen 
am Innenrand des Vorderzipfels sind weisslich, aussen grau, um den Innen^ 

16* 



124 P- ^- Zeller. 

winke! fleckartig schwäralicli ; darüber liegen in den reinweissen Hinterrand- 
franzen zwei schwarze Punkte hinter einander. Die Franzcn des Hinterzipfels 
sind grau, aussen dunkel; an der Spitze des Zipfels sind sie weiss mit zwei 
schwarzen Punkten. 

Hinterfiügel braungrau; die Franzen dunkelgrau, an der Wurzel in feiner 
Linie hell, besonders um die Spitzen der zwei erstem Federn. 

Vaterland: Texas (Boll). Zwei cf im Museum Cambridge. 

7. Minies eoptiliis puniilio n. sp. 

Pusillus; alis ant. laiioribus , düute cervinis, imrte venae costalis 
posteriore alba, punctis disci nigris 3, ciliis laciniae postcrioris apicalihus 
albis, nigro-punctatis. cf . 

So klein wie Leiopt. microdactylus , von allen Miineseoptilen durch die 
Kürze und Breite der hell hirschfarbenen, mit drei sehr deutlichen, schwarzen 
Punkten gezeichneten Vorderflügel abweichend. 

Kückenschild und Oberkopf röthlichgrau, Gesicht weisslich. Taster ganz 
dünn, fadenförmig, von Kopflänge, horizontal, weisslich. Fühler hellgrau, gegen 
die Wurzel aussen weiss. Beine fein, weiss; das erste Dornenpaar der Hintei*- 
schienen ungewöhnlich lang, indem es fast bis zum Endpaar reicht. Hinterleib 
an Anfang und Ende gelblichweiss. 

Vorderflügel 2V2'" lang, für eine Minies, ungewöhnlich kurz und breit, 
sehr hell hirschbraun, am dunkelsten im Vorderzipfel, und zwar am Hiuterrande 
am meisten. Der Vorderrand fast gar nicht verdunkelt; die Vorderrandader von 
der Flügelhälfte an bis zu Vs des Vorderzipfels weiss. Bei V4 der Flügellängc 
liegt in der Falte ein schwarzes Längsstrichelchen; ein länglicher, ansehnlicher 
Punkt in der Mitte zwischen ihm und der Sjmlte, und vor dieser ein aus zwei 
Längsstrichelchen zusammengeflossenes Fleckchen. Die Franzen des Vorderzipfels 
sind am Vorderrande wie angegeben, sonst grau mit zerstreuten tiefschwarzen 
Schuppen, am Hinterrand mit zwei schwarzen, etwas znsammenfliessenden Punkten 
nahe dem untern Ende. Die Franzen des hintern Ziitfels grau , reichlich mit 
tiefschwarzen Scliüppchen bestreut, die an seinem Innenrande zu drei schwarzen 
Flecken vereinigt sind; um die Spitze sind sie weisslich und mit einer licihe 
ungleicher, etwas zusammenfliessender Punkte gezeichnet, welche nicht bis zur 
Franzenwurzel reichen. 

Hinterflügel bräunlichgrau, viel heller gefranzt. In der Spitze der ersten 
und zweiten Feder lässt sich in gewisser Richtung ein schwarzes Pünktchen 
erkennen, auf der Unterseite am deutlichsten, und hier ist auch die Spitze der 
dritten Feder dunkelbraun. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein cT ini Cambridger Museum. 

Anmerkung. Die 3Emeseoptilus-Gn\m)c lässt sich im gespannten Zu- 
stande von Leioptilus mit Sicherheit dadurch unterscheiden , dass ihr Vorrand 
nie mit dunkeln Flecken gezeichnet ist. 



Beitrage zur Keimtniss der uordamericanischen Niiclitfalter. 125 

8. Oedeniatop/ioriis litquinattis n. sp. 

Parvus, jjeäibus albidis, tibiarum fasciculis exiguis, cinereis; alis ant. 
fjriseis, albiclo fuscuque lituratis, macula ante fissuram maculisqiie laciniae 
(interioris costdlibus duabus punctoqiic Ms interjecto fuscis, ciliis marginis 
postici nigricanti-albidoque alternantibiis. cf Q. 

Var. b) alis ant. albidis, ceterum ut var. a. 9- 

Er stimmt in der Zeichnung des vordem Zipfels der Vorderflügel genau 
mit Oed. lühodactylus, hat aber keine aufgekrümmten, sondern horizontale, zv- 
gespitzte Taster, und seine längern Mittelschienen sind nur mit schwachen, durch 
dunkle Färbung ein wenig gehobenen Haarbüschen versehen. 

Grösse etwas über der des Minies, semicostatus. Kopf und Rückenschild 
grau, weisslich bestäubt. Taster klein, vorgestreckt, zugespitzt, weisslich, aussen 
gebräunt. Fühler weisslich, verloschen bräunlich geringelt, au der Wurzel auf 
der Unterseite weiss. 

Vorderflügel 4'" lang, etwas kürzer als bei Lühodactylus, staubgrau, 
reichlich mit weissen und braunen Schuppen bestreut, welche hier und da Flecke 
oder Wische bilden. Ein solcher ist gewöhnlich im Mittelraum zwischen der 
Flügelwurzel und der Spalte zu sehen ; ein grösserer liegt vor der Spalte, durch 
eine weissliche Stelle von ihr getrennt, gegen welche sein schräger Hinterrand 
ausgehöhlt ist. Unter ihm ist ein grosser, länglicher, breiter Schuppenstreif, der 
vor sich (gegen die Wurzel hin) einen weissen Fleck als Begrenzung hat und 
gegen den Spaltenfleck durch einen weisslichen Raum getrennt wird. Auf dem 
Vorderrande des Vorderzipfels, dessen Franzen weiss sind, liegen zwei schwarze, 
strichförmige Flecke, der erste grösser als der zweite, und zwischen beiden ein 
schwarzer Punkt. Die übrigen Franzen sind, besonders in der Spalte, schwärzlich 
grau; an der Spitze des Vorderzi])fels sind sie weiss, und an dessen Hinter- 
winkel enthalten sie einen weisslichen Wisch; die des Hinterzipfcls tragen vor 
der Spitze und am Hinterwinkel einen solchen Wiscli. An jedem dieser drei 
Wische liegt auf der Flügelfläche ein braunes Pünktchen. 

Hinterflügel brauugrau, heller gefranzt, in der Spitze jeder Feder, oder 
doch der ersten, ein verloschenes braunes Pünktchen. 

Die ganze Unterseite ist braungrau, und der Vordoirand der Vorderflügel 
ist von der Wurzel an umgeschlagen, mit etwas abstehenden weisslichen und 
grauen Schuppen. Das Weiss zwischen den scliAvarzen Costalzeichnungen am 
Vordcrzipfel, das weisse Fleckchen an der Spalte und die Wisclie in den Franzen 
sind noch auifallender als auf der Oberseite. 

Bei Var. b ist die ganze Grundfarbe der Vorderflügel und des Rücken- 
schildes weisslich; die sonstigen weisslichen Stellen zeichnen sich durch grössere 
Reinheit aus; die zerstreuten schwarzbraunen Schuppen sind weniger zahlreich, 
die Flecke aber in der Zahl und Lage nicht verschieden. 

Vaterland: Texas (Boll, Beifrage). Ein q'^ nebst der Var. b im Museum 
Cambridge (worin sich noch mehrere befinden), drei 9> von denen eines am 
23. Juli gefangen wurde, in meiner Sammlung. 



126 P' C. Zeller. 

9. Pterophorus nionodactylus Linn- 
Ahicita pterodactyla Hbn. 
Zuverlässig identisch mit der europäischen Art. Ein hell rüthlich graues 
cT aus Texas (BoU) im Museum Cambridge, ein mehr staubgraues cT aus Ohio 
(Schläger) in meiner Sammlung, beide in gewöhnlicher Grösse und ohne jede 
Abweichung von den Europäischen. Schwerlich ist diese Art in neuerer Zeit 
aus Europa eingewandert: eine Aufklärung über den Grund ihres gleichzeitigen 
Vorhandenseins in Europa und Nordamerica wird wohl zugleich mit der über 
solche Arten wie Van. Antiopa und Atdlanta erlangt werden. 

10. Leiojttilus paleaceus n. sp. 

Major, occipite cinnamomeo ; corpore alisquc anterioribus exalbido-ochra- 
ceis, puncto ante fissuram fusco; al. post. cinereis, griseo-eiliatis. cT 9- 

Er gehört zu der Abtheilung, bei welcher sich am Hinterzipfel gar kein 
Hinterrand unterscheiden lässt, indem nämlich der Innenraud in schwach coucaver 
Linie verläuft und sich in der Spitze des Zipfels mit dem convexeren Vorder- 
rande vereinigt. Er ist, da ihm alle Kandzeichnung fehlt, mit Rhypoäactylus 
(in Staudingers Katalog unrichtig in Mimescoptüus gestellt^, und Trimmato- 
äactylus Christoph Hör, IX. 1872, p. 38 zusammenzustellen. Auf den Vorder- 
flügeln hat er die hellere Farbe des Bliypoäactyhis; er ist aber kleiner, mit 
ungeringelten Fühlern, zimmtbraunem Hinterkopf, mit braunem Punkt vor der 
Spalte der Vorderflügel etc. Dagegen ist er bedeutend grösser als Trimmato- 
dactylus, mit dem er in der Farbe der Fühler stimmt, von dem er aber als 
sehr verschieden erscheint durch die Glätte, grössere Helligkeit und Einförmig- 
keit der Vorderflügel; auch hat Trimmatodact. öin so verloschenes Pünktchen 
vor der Spalte, dass man (wie Christoph) es leicht ganz übersieht. 

Körper und Vorderflügel sehr licht ochergelb, ohne dunklere Stäubchen. 
Hinterkopf dunkel zimmtbraun. Fühler in beiden Geschlechtern mikroskopisch 
pubescirend gefranzt, eintärbig, hell. Taster kurz und dünn, etwas aufgekrümmt 
und vorgestreckt, Beine weisslich ; an den mittlem die Schenkel auswärts zimmt- 
braun, die Schienen auswärts in einer feinen Linie gelbbraun. -- Bauch mit 
drei sehr blass zimmtbräunlichen Läugslinien. Beim cf ist das Endglied sehr 
lang und zugespitzt, auf der Unterseite mit einer langen, schmalen zugespitzten, 
hellzimmtbraunen, weissgesäumten, in ein weissliches Schuppenbüschchen aus- 
laufenden Klappe, Vorderflügel 472—5'" laug. Der Hinterzipfel ist breiter und 
kürzer als der Vorderzipfel, welcher mit seiner feinen Spitze sichelförmig über 
ihn hinwegreicht. Grundfarbe ein sehr verschossenes, weissliches Ochergelb, am 
dunkelsten im Vorderzipfel, ohne dunklere Bestäubung, am Vorderraude von der 
Wurzel aus bis zur halben Länge weisslich, doch ohne Begrenzung und nach 
hinten in die Grundfarbe übergehend. Kurz vor der Spalte ist ein etwas ver- 
loschener brauner Punkt. Franzen von der Grundfarbe, höchstens am Hinterrande 
etwas dunkler. 

Hinterflügel bräunlichgrau, lichter gefranzt. — Unterseite einfarbig hell- 
bräunlichgrau. 



Beiträge zur Kenntniss der iiordiimfiricaniKrlien Nachtfalter. 127 

Durch Einwirkung des Wetters und längern Fluges wird die Farbe überall 
fast weisslich, sogar am Hinterkopf. Doch scheint der Punkt vor der Spalte sich 
standhaft zu behaupten. 

Vaterland: Ohio (zwei cT durch Schläger in meiner Sammlung) und Texas 
(zwei cf ein 9 im Museum Cambridge). 

Anmerkung. Ein ganz abgeflogenes (/' aus New- York in meiner Samm- 
lung ist viel grösser. Seine 6'" langen Vorderfiügel sind ganz weiss geworden, 
ausser dicht an der Wurzel des Innenrandes, wo sie noch etwas Gelbes haben. 
Es fehlt aber der Punkt vor der Spalte völlig; die Franzen sind in der Spalte 
rein weiss. Der Bau der Zipfel ist derselbe wie bei Paleaceus. Die Hinterflügel 
sind fast weissgrau. Die untere Analklappe ist schmäler, länger, auf der Fläche 
beschuppt und einfarbig weisslich. — Hiernach scheint das Exemplar eine ver- 
schiedene Art zu bilden. Gewiss giebt es aber in Nordamerica noch mehr Arten 
aus dieser Gruppe. 

ScOptoUOIUil II. g'. 

a)tu)7:x3tv irrklere — vo[j.o? lex. 

Char. easent: Äntennae alis anterior ibus longiores; alae iutegrae, ante- 
riores sine plica heteronoma, angulo dorsali prominente ; tibiae sine nodis. 

Äntennae filiformes. — Ocelli distincti. 

Palpi labiales mediocres, porrecti, squamosi, acuminati. 

Hatistellum longum, crassuvi, convolutum, squamulatimi. 

Pedes longi, graciles, tibiis posticis breviter calearatis. 

Abdomen nodulis squamatis exiguis marginatum. 

Alae integrae, elongatae; anteriores acutae, postice dilatatae, angulo 
dorsali distincto, plica heteronoma nulla; posteriores elongato-ovatae, subacutae. 

Diese Gattung zeichnet sich durch den Mangel des kleinschuppigen Feldes 
auf den Vorderflügeln aus; obgleich ich aber kein ungespanntes Exemplar ge- 
sehen habe, so halte ich es doch nicht für ausgemacht, dass die Flügel in der 
Ruhe nicht der Länge nach gefaltet getragen werden. Dass die Gattung nicht 
etwa zu den Pyraliden gehört, beweisen die Hinterschienen, welche über doppelt 
so lang wie die Schenkel sind. Ausser durch den Mangel des heteronom be- 
schuppten Feldes unterscheidet sie sich von Agdistis und Stenoptycha (Ent. 
Ztg. 1863 p. 154) noch durch die Länge der Fühler, und von Stenopjtycha, der 
sie durch die ausgebildete Flügelzeichnung am nächsten steht, durch die knoten- 
losen Beine, von Agdistis durch den stärker hervortretenden Innenwinkel der 
Vorderflügel und die Breite der Hinterflügel. 

Das Geäder ist folgendermassen beschaffen. Auf den Vorderflügeln ist die 
Costalader bis zum ersten Ast der Subcostalader stark verdickt. Von der vordem 
Basis der Subcostalader geht keine Ader in den Vorderrand (12 fehlt also), 
sondern der erste Ast kommt aus der Mitte und verläuft mit den zwei folgenden 
parallel, von denen der letzte in eine Gabel getheilt ist. Die Mittelzelle ist durch 
keine Querader, sondern durch eine kaum bemerkbare concave Hautfalte ge- 
schlossen, aus welcher drei Adeini zum Hinterrande gehen. Die Mediauader 



128 P 0. ZelUr. 

theilt sich in drei Aeste, deren erster vom folgenden weit entfernt entspringt 
und ganz gerade ist. Die Subdorsalader, die an der Wurzel keine oder eine sehr 
kurze Gabel bildet, mündet in den Innenwinkel. — Auf den Hinterflügeln theilt 
sich die Subcostalader in drei Aeste, deren oberster in den Vorderrand mündet, 
während der folgende in die Plügelspitze, der dritte in den Hinterrand ausläuft. 
Die Mittelzelle ist durch eine sehr schräge, rückwärts nach oben ziehende und 
dann sich zum ersten Subcostalaste zurückkrümmende, schwache Falte geschlossen, 
aus deren hinterstem Ende eine Ader zum Hinterrande läuft. Die Medianader 
theilt sich in drei Aeste, von denen der erste vom zweiten weit absteht und in 
die Mitte des Hinterrandes mündet. Zwischen ihm und dem Innenrande sind 
drei freie Adern, und zwischen je zwei derselben eine zarte Falte. 

1. Integra n. sp. Fig. 44. 

Alis ant. griseis, macula magna costae ante upicem fusco-cinnamomea, 
fascia dilute cinnamomea ex dorsu ante viedium usque prope costain post 
medium curvata, deinde deflexa, denique adversus apicem coarctata alhoque 
tenuiter marginata. (f 9- 

Sehr ähnlich der folgenden , aber durch den geschlängelten , ununter- 
brochenen Lauf des bindenfürmigen, zimmtbraunen Streifs sicher zu unterscheiden, 
und wie diese schwierig zu beschreiben. 

Kopf vorstehend, gelbbräunlichgrau mit einer weissen Linie, die sich am 
obern Augenrande entlang und um den Unterrand des Gesichts herumzieht und 
sich in rein weisser Farbe bis ans obere Ende des Wurzelgliedes der Fühler 
verlängert. Ocellen sehr deutlich. Fühler viel länger als die Vorderliügel, faden- 
förmig, dünn, mit ganz feiner, weisser Rückenlinie, sonst weisslich und ver- 
loschen gelbbräunlich geringelt, gegen die Wurzel mit verlöschenden weisslichen 
Ringen. Taster ziemlich weit vorstehend, reichlich und lang beschuppt, stark 
zusammengedrückt; das Endglied schmaldreieckig, dünn, zugespitzt. Saugrüssel 
stark und lang, auf dem Rücken weisslich feinbeschuppt, — Rückenschild gelb- 
bräunlich grau. Beine dünn und lang, weissgrau, die vier vordem aussen braun 
bestäubt; die Hinterschieneu mit zwei Paaren sehr kurzer, feiner Dornen ver- 
sehen und am Ende etwas gebräunt, ohne Schuppenbüsche. Hinterleib des (j'' 
dünn, hellgrau, am Bauch weisslich, auf jedem der hintern Segmente über dem 
seitlichen Schuppenbüschchen mit braunem Längsstrich; Afterbusch länglich, 
langschuppig (Hinterleib des $ fehlt). 

Vorderflügel 4'", schmal, nach hinten stark erweitert, dann deutlich zu- 
gespitzt, am Innenrand concav, am Hinterrande ziemlich grade, weisslich und 
bräunlichgrau schattirt, auf dem Enddrittel des Vorderrandes mit vier ungleich- 
grossen, zimmtbraunen Fleckchen; dem zweiten, gross ten schliesst sich unterhalb 
ein grosser, nach hinten gespitzter zimmtbrauner, mit mehreren schwarzen Linien 
durchzogener und unterwärts verdunkelter Fleck an, den fast ringsum eine feine, 
scharfe, weisse Linie einfasst. Ein hellerer bindeuförmiger Streif entspringt breit 
auf dem Inneurand vor der Mitte, zieht gebogen bis nahe zum Vorderrand hinauf, 
biegt sich dann wieder abwärts, worauf er, mit der Richtung gegen die Flügel- 



Beiträge zur Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 129 

Spitze, sich zu einer Linie verdünnt, die einwärts von der weissen Begrenzungslinie 
des grossen Flecks, auswärts durch eine eben so scharfe, weisse Linie gesäumt 
wird. Genau genommen hört dieser Streif sclion viel früher auf, und es ist nur 
der hellzimmtfarbene Grund vor dem Hinterrande, der die Fortsetzung zu bilden 
scheint; auch die weisse äussere Einfassungslinie setzt sich zu einem verloschenem 
Zickzack fort, welches bis zur Mitte des lunenrandes verlängert ist. Der binden- 
förmige Streif ist bis zu seinem wirklichen Ende innen saumwärts dunkelbraun 
schattirt und ausserdem von weisslicher Grundfarbe begrenzt. Li einiger Ent- 
fernung vor dem Hinterrande zieht eine feine, weisse Querlinie, die weder die 
Flügelspitze, noch den Innenwinkel erreicht; auf ihr ruhen einwärts zwei helle 
Stellen in der zinimtbräunlichen Grundfarbe. Franzen auf der Wurzelhälfte zimmt- 
bräunlich, auf der Endhälfte mit ein paar weisslichen Wischen gegen die Flügel- 
spitze und einer grossen weissen Stelle über dem Innenwinkel, an dem sie ver- 
dunkelt sind. 

Hinterflügel gelblichgrau, am Hinterrande verdunkelt und mit einem 
weisslichen Wisch auf dem Ende der Medianader. Den Hinterrand fasst eiue 
braune, einwärts weisslich gesäumte Linie ein, welche aber weit vor dem Anal- 
winkel verschwindet. Die fast weisslichen Franzen sind von einer bräunlichen 
Linie durchzogen. 

Auf der Unterseite der Vorderfiügel scheint die Zeichnung der Oberseite 
verloschen durch; nur die weissen Linien vor der Flügelspitze und die des 
Hinterrandes sind eben so scharf, und die Franzenzeichnung ist fast eben so 
deutlich. — flintertiügel weisslich, in der Spitze dunkelgrau mit einer weiss- 
lichen, braungesäumten Querlinie davor am Vorderrand. Dieser ist in einem 
schmalen Streif braungrau bestäubt, und ein solcher Staubtieck zieht vor dem 
Analwinkel vom Hinterrand aus zugespitzt gegen die Wurzel; die Randlinie und 
die Franzenzeichnung sind verloschener als oben. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein Paar in meiner Sammlung, mehrere nach 
Hagens Angabe im Cambridger Museum. 

2. luterrapta n. sp. 

Alis ant. griseis, macula magna costae ante apicem cinnamomea, fascia 
concolore x)rope dorsum medium , Oriente , oblique adscendente , infra costani 
interrupta, deinde deflexu, deidque udversus apicem coarctata exalbidoque 
tenuiter marginata. cf $. 

Bei ihr ist der breitere, zimmtbraune Streif (wirkliche Binde) an seinem 
Ursprung vom Innenrand breit getrennt, hat nicht den sanftgebogenen Verlauf, 
sondern bildet an seiner höchsten Erhebung einen Winkel, in welchem er unter- 
brochen ist und wird an seinem zugespitzten Ende von schmutzig gelblichen 
Linien eingefasst. Auch sind die Hinterüügel breiter und stumpfer. 

So gross oder auch ein wenig grösser als Sc. integra. Fühler bräunlich- 
grau, ganz ohne Ringe. Der weibliche Hinterleib viel kräftiger als beim cf , um 
die Mitte herum verdickt, dann sanft zugespitzt, lehmgelblichgrau, an der Wurzel 
schmutzig weiüslicli. 

17 



130 P- C. Zeller. 

Auf den Vorderflügeln ist alles Weisse durch bräunliche Beimischung 
getrübt und undeutlicher. Statt des Querstreifs der Integra ist eine breite, -weniger 
nach hinten geneigte, an ihrem Aussenrande gradlinige Binde vorhanden, die 
an ihrem Ursprünge durch einen hellen Raum vom Innenrand breit getrennt 
bleibt und etwas höher hinauf durch die helle Medianader durchschnitten wird; 
nahe am Vorderrand ist sie ganz unterbrochen, worauf sie sehr verengt abwärts 
geht, nachdem sie mit dem ersten Arm einen fast rechten Winkel gebildet hat ; 
hierauf stimmt sie in Gestalt und Richtung mit Integra. Die Costalüecke sind 
blässer als bei dieser. — Die Hinterflügel sind viel breiter und stumpfer, etwas 
dunkler, einfarbig; am Analwinkel sind sie, wie in einiger Entfernung vom 
Hinterrand an der Medianader, braunscbuppig. Auf der Unterseite ist zwischen 
den Aesten der Subcostalader in der Flügelspitze eine dunkelbraune Schuppen- 
wolke und der Staubfleck vor dem Analwinkel ist auch dunkelbraun. 

Vaterland: Texas (BoU). Ein cf zwei Q in meiner Sammlung, nach 
Hagen mehrere im Cambridger Museum. Diese Art scheint früher aufzutreten 
als Sc. integra, da meine Exemplare, besonders an den Franzen, durch den 
Flug beschädigt sind. 



Beiträge zur Kenntiiiss der uordamericauisclieu Nachtfalter. 



131 



Benennung der Figuren. 



Taf. m. 

Fig. 1. AgropMla truncatula S. 203. 
„ 2. Metoponia ohhisula S. 204. 
„ 3. Cordylopeza nigrinoäis S. 206. 

b. weiblicher Vorderflügel. 

c. Mittel- und Hinterbein. 

d. e. Flügelgeäder. 

„ 4. Botis vibicalis S. 208. 

„5. — sesquiulteralis S. 209. 

„ 6. — nasonialis S. 209. 

„ 7. Orobena octonalis S. 211. 

„ 8. Tinea defectella S. 220. 

„ 9. — grumeUa S. 221. 

„ 10. Aäela hiviella S. 226. 

„11. — Schlaegeri S. 227. 

„ 12. Cry2)tolechia nubeculosa 8.24:0. 

„ 13. Epicorthylis inversella S. 248. 
b. Lippentaster. 

.. 14. Gelechia quin§lla S. 260. 

„ 15. — Olympiadella S. 259. 

„16. — albilorella S. 261. 

„17. — operculellu {(f' Hiuterleibs- 
ende) S. 262. 

„18. — glochinelld (cf Hinterleibs- 
ende) S. 263. 

„19. — ternariella S. 264. 

„ 20. — dorsivütella S. 267. 

„21. — leuconota S. 268. 

„22. — basifaseiella S. 269. 



Fig. 


23. 


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24. 


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44 



Taf. IV. 
Gelechia basisfrigella S. 270. 

— roseosuffusella S. 272. 

— glandiferella S. 275. 

— fiavocostella S. 279. 

— serrativittella S. 280. 

— bilobella S. 280. 
b. Taster. 

Enclirysa disseetella S. 283. 

b. Geäder des Vorderflügels. 
Nothris äolabella S. 288. 

b. Lippentaster. 
Oecopliora deierminatella 289. 

— constrictella S. 291. 
Butalis trivinctella S. 292. 

b. Hinterleib, 
Blastobasis sciapliilella S.295. 

— segnella S. 296. 

— nubilella S. 297. 

— fractilinea S. 298. 

b. unterer Theil des Fühlers. 
Argyresthia austerella S. 305. 
Gracilaria Burgessiella S. 307. 

— desmodifoliella S. 308. 
Laverna definitellä S. 311. 

b. Lippentaster. 

— circumscriptella S. 312. 
b. Lippentaster. 

Phyllocuistis magnatella S.315. 
Scoptoiwma integra S. 328. 



17^ 



132 



P. C. Zeller 



Eegister, 



Rp'ite 

Abdominalis Z. (Argyrestliia) . . 306 

Aduncella Z. (Gelechia) . . . . 275 

Agrimoniella Cl. (Gelechia) . . 275 

Alacella Cl. (Trichotaphe) ... 279 

Alba 11. sp. (Tegeticiüa) .... 232 

Albiguttata n. sp. (Oefa) . . . 230 

Albilorella n. sp. (Gelechia) ■ . 261 

Anaphora Clem 214 

Andereggiella F. E. (Argyresthia) 304 

Apicalis Volletih. (Atteva) . . . 231 

AtomoseUa n. sp. (Gracikiria) ■ 309 

Atrodor.fella Cl. (Depressaria) . 233 

yliie-ya Walker ....... 229 

Aufugella n. sp. (BlaHtohams?) ■ 300 

Auaterella n. sp. (Argyresthia) . 305 

J5ffl,s«iis Vollenh. (vlf^er«; ... 229 

Basifasciella n. sp. (Gelechia) 209 

Basilaris Z. (Butalis) 292 

Basistrigella n. sp. (Gelechia) . 270 

Biflavimaculella Cl. (Tinea) . . 220 

Bilobella n. sp. (Gelechia) . . 280 

Bischoffri Z. (Plalyptilia) . . . 317 

Biselliella Hiinivn. (Tinea) ■ . . 223 

Biviella n. sy. (Adcla) .... 226 

Blastobasis Z 295 

Bomhycina n. sp. (Anaphora) . 216 

Borkhausenii Z. (Oecopliora) . . 290 

Brassicella Fitch (Cerostoma) . . 233 

Burgessiella n. sp. (Gracilaria) . 307 

i'wtofe 292 

Caecella n. sp. (Gelechia) . . ■ 252 

Cardtti Z. (Blatyptilia) .... 318 

Cardtcidactyhis Eiley {Pterophorus) 318 



Seite 

Chalybeis n. sp. (Adela) .... 225 

Cireurnscriptella ii. sp. (Laverna) 312 

Colonella Hein. (Aphom.) . . . 212 

CoHii3te Grote fOef«; 229 

Confectella n. sp. (Hypatima) ■ 803 

Congeminatella n. sp. (Xylesthia) 218 

Consonella ii. sp. (Gelechia) . . 251 

Constrictella n. sp. (Oecophora) 291 
Contubernalellus Fitch (Chaeto- 

chihis) 28.5 

Coracipennella H. (Coleophora) . 309 

Cordi/lopeza n. g 206 

Coroniella Cl. (Gracilaria) . . . 307 

Coruscipennella CL (Coleophora) 311 

Grefaceu ii. sp. (Cryptolechia) . 243 

Cruciferarum Z. (Plutella) . . 233 

DefecteUa n. sp. (Tinea) ... 220 

Definitella n. sp* (Laverrm) . . 311 

Delawaricm n. sp. (Oxyptilus) . 320 

Deletella n. sp. (Argyresthia) . . 305 

Depressaria 233 

Desmodifoliella Cl. (Gracilaria) . 308 

Determinatella n. sp. (Oecophora) 289 

Dissectella n. sp. (Enchrysa) - . 283 

Dolabella ii. sp. (Nothris) . . . 288 

Dorsistrigella Cl. CJ-iwm; ... 220 

Borsivittella ii. sp. (Gelechia) . 267 

Eboracensis Z. (Butalis) . . . 244 

Efjrenatella Cl. (Amydria) ... 219 

Enchrysd n. g. ..... ■ 282 

Epicorthylis n. g. ..... 248 

Ericetella llnbn. (Gelechia) . . 258 

Fahriciella Vill. (Coleopiliora) . . 311 



Beiträge zur KenutnisB der uovdamericanischen Nachtfalter. 



133 



Seite 

Falconipennella H. (Chracilaria) . 307 

Ferniginosa n. sp. {(h-yptolecliia) 243 

Flavifrontella Cl. (Butalis) . . 292 

Flaviviüellus Cl. (Ypsolophns) . 283 

FlavocosteJla Cl. (Gelechia) ■ . 279 

Fluxella n. sp. (Blastohasisf) . 301 

Fractilinea n. sp. (Blastobasis . 298 

Fragmentella n. sp. (Gelechia) . 271 

Fullonella n. sp. (Gelechia) . . 276 

Fulviguttata n. sp. (Oeta) ... 231 

Furellus n. sp. (Melissohlaptes) 212 

Fuscicomella Cl. (Butalis) . . . 292 

Gallinella Tr. (Gelechia) .... 258 

Gilvicomella Cl. (Gelechia) . . . 260 

Gilviscopella n. sp. (Gelechia) . 266 

Glanäiferella n. sp. (Gelechia) . 275 

Glochinella n. sp. (Gelechia) . . 263 

Gracilaria 306 

Gi-acilis n. sp. (Heliozela) ... 314 

Grumella n. sp. (Tinea) .... 221 

Heracliana Deg. (Depressaria) . 235 

Hilarella n. sp. (Depressaria) . 234 

Holcocera Clem 295 

Impositella Z. (Butalis) .... 292 

Inamoenclla n. sp. ( Setomorpha) 224 

Innociiella n. sp. ^Gelechia) . . 249 

Inquinatus n.sp.( Oedematophorus) 325 

Integra n. sp. (Scoptonoma) . . 328 

Interrupjta n. sp. (Scoptonoma,) . 329 

Inversella u. sp. (EpicorthyUs) . 248 

Lanariella Cl. (Tinea) 223 

Latro n. sp. (Melissohlaptes) ■ . 213 

Leiiconota n. sp. (Gelechia) . . . 268 

Limbipennella Cl. (Plutella) . . 233 

Lithosina n. sp. (Cryptolechia) . 244 

Liturosella n. sp. (Gelechia) . . 265 

Livorella ii. sp. (Blastohasis) . - 299 

Lohidactylus Fitch (Pterophorus) 323 

Luctiferella H. S. (Gelechia) . . 262 

Luscinata n. sp. (Ciäaria) . . 205 

Lynceella n. sp. (Gelechia) . ■ . 255 

Machimia Cl. . . 238 

Magnatella u. sp. (Phyllocnistis) 315 



Seite 

Malacotricha Z . 280 

Malifolielliis Fitch (Chaetochilus) 285 

Matutella Cl. (Butalis) .... 292 

MayreUa H. (Coleophora) . . . 311 

Mendicella H. (Tinea) 220 

Misella Z. (Tinea) 223 

Molestella n. sp. (Gelechia) . . 274 

Mollipedella Cl. (Plutella) ... 233 

3Ionodactyhis L. (Pterophorus) 326 
Multipunctellns Cl. (Hypono- 

meiita) 228 

Muscerdella n. sp. (Cryptolechia) 246 

Nasonialis n. sp. (Botis) .... 209 

Nebulosa n. sp. (Depressaria) . 237 

Newmanella Cl. (Dasycera) . . 289 

Nigralhella Z. (Tinea) 221 

Nigricella Haw. (Coleophora) . . 309 

Nigrinodis n. sp. (Cordylopeza) . 206 

Nigrociliatus n. sp. (Oxyptilus) 322 

Niveiguttata W. Kr. fj.^ierjctj . . 231 

Nubeculosa n. sp. (Cryptolechia) 245 

Nuhilella n. sp. (Blastohasis) . . 291 

Nid)ilipennella Cl. {Tinea) . . . 222 

Nundinella n. sp. (Gelechia) . . 256 

Ohrutella n. sp. (Trifurcula) . . 316 

Obsoletella n. sp. (Cryptolechia^ 242 

Ohtusiila n. sp. (MetoponiaJ . . 204 

Occidentis n. sp. (Coleophora) . 309 

Ochripulpella Z. (Gelechia) . . . 279 

Octonalis n. sp. (Orohena) . . . 211 

Olympiadella n. sp. (Gelechia) ■ 259 

Ontariella Bethume (Depressaria) 235 

Operculella n. sp. (Gelechia) . . 262 

Operosella n. sp. (Setomorpha) . 223 

Orcasella Cl. (Argyresthia) ■ . . 304 

Paleaceus n. sp. (Leioptilus) . . 326 

Paucigiittellus Cl. (Ypsolophus) . 283 

Periscelidactylus Fitch ( Oxyptilus) 319 

Phyllocnistis 314 

Pilosella n. sp. (Butalis) .... 293 

Piperatella n. sp. (Cryptolechia) 239 

Piscipellis n. sp. (Gelechia) . . 211 

Plumifrontella Cl. (Anaphora) 217 



134 



P. C. Zeller. Beiträge zur Kenntnise dor iiordamericaiiischen Nachtfalter. 



Seite 

Pometelhis Harr. (Chaetoehilus) . 285 

Popeanella Cl. (Anaphora) . . . 215 

Pruniella Cl. (Coleopliora) ■ . . 309 

Pruniramiella Cl. (Xylestliia) . . 217 

Psiloeorsis Cl. 239 

Pteroäactyla H. CAlucita) . . . 326 

Pudibunclella n. sp. (Gelechia) . 273 

Pumüio I). sp. (Mimeseoptüius) ■ 324 

Punctella Cram. ^Oef«; .... 228 

Punctidiscellus Cl. (Ypsolophus) 285 

Pustulclla Fabr. (Tinea) .... 228 

Quadristrigella n. sp. (Argyresthia) 304 

Quercicella Cl. (Cryptoleeliia) . . 240 

Quinella n. sp. (Gelechia) . • ■ 260 

Quisquiliella n. sp. (Blastohasis) 298 

Betectella n. sp. (Blastohasis) . ■ 297 

Rhoifructella Cl. (Gelechia) . . 252 

Boseo-suffusella Cl. (Gelechia) . 272 

Ruderella n. sp. (Setomorpha) ■ 225 

Rusticella H. fTme«; 220 

Salicipomonella Cl. (Batrachedra) 313 

Scahella n. sp. (Depressaria) . . 236 

Scardina n. sp. (Anaphora) ■ - 214 

Schlaegeri n. sp. ^.AdeZrtj .... 227 

Schlaegeri Z. (Cryptolechia) . . 246 

Sciaphilella n. sp. (Blastohasis) ■ 295 

Scoptonoma n. g. ... 327 

Segnella n. sp. (Blastohasis) ■ • 296 

Semicostatus n-s-p. {Mimeseoptilus) 323 



Seite 

Sequax Haw. (Gelechia) .... 265 

Serrativittella n. sp. (Gelechia) . 280 

Sesquialteralis n. sp. (Botis) • . 209 

Setomorpha Z 223 

Sociella Linn. (Aphomia) . . . 212 

Spretella S. V. (Tmea) ..... 222 

Striolata n. sp. (Batrachedra) . 313 

Stihsenella n. sp. (Hypatima) . ■ 302 

Syringella Fabr. (Gracilaria) . . 306 

Tegeticula n. g 232 

Tentoriferella Cl. (Cryptolechia) . 238 

Tenuidactylus Fitch (Pterophorus) 322 

Tenuiella Mann (Gelechia) ■ 277 

Ternariella n. sp. (Gelechia) • . 264 

Terrealis Tr. (Boiis) 210 

Tes-seZia Hbn. (Gelechia) . ... 260 

Trivinctella n. sp. (Butalis) . • 292 

Truncatida n. sp. (Agrophila) . 203 

Unctulella n. sp. (Gelechia) • . 257 

Unicipunctellus Cl. ( Ypsolophus) 286 

Venustella Cl. (Gracilaria) . • . 306 

Verstitella n. sp. (Gelechia) • ■ • 253 

FesiaZis n. sp. (Oryptolechia) . - 247 

Vibicalis n. sp. (Botis) 208 

Violacella Cl. (Gracilaria) . • . 308 

Violaceofusca n. sp. (Gelechia) . 258 

Vitigenella Cl. (Phyllocnistis) . 314 

Xylesthia Clem. 217 



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Beiträge zur Kenntoiss 



nordamericanischen Nachtfalter 



besonders der Microlepidopteren 



Professor P. C. Zeller 

in Grünliof bei Stettin. 



Dritte Abtlaeilun. 
Mit Tafel VIII— X. 



(Ans den Verhandinngen der k. k. zoologisch-botanischen GesoUschat't in Wien 
[Jahrgang J87."i] besonders abgedruckt.) 



Wien, 1875. 

Druck V (I a A d <> 1 f II o 1 z li n n s c n. 



Beiträge zur Keüntniss 



der 



nordamericanischen Nachtfalter 



besonders der Microlepidopteren 



Professor P. C. Zeller 

in Grünhof bei Stettin. 



Dritte A Id t li e i 1 ii n 
Mit Tafel VIII— X. 



(Aus den Verhandlungen der k. Ic. zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien 
[Jahrgang J875] besonders abgedruckt.) 



Wien, 1875. 

D r u c k V I) 11 A d o 1 f H o 1 z li ;i n .s v ii. 



Beiträge zur Kenntniss 

der 

nordamericanischen Nachtfalter, 

besonders der Microlepidopteren 

von 

Professor P. C. Zeller 

In Grünhof bei Stettin. 

Dritte Abtlaeilung". 
Mit Tafel VIII-X. 



(Vorgelegt in der Jahiessitzung vom 7. April 1875.) 

(Aus den Verhandlungen der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft in Wien 
[Jahrgang 1875] besonders abgedruckt.) 

Das vorliegende dritte und -wahrscheinlich letzte Heft meiner Beiträge 
zur Nachtfalter-Fauna Nordamericas enthält einen grossen Theil der in meiner 
Sammlung und im Cambridger Museum vorhandenen Tortricinen und einen 
Nachtrag von Berichtigungen und Ergänzungen zu den zwei ersten Heften. 

Ueber die Tortricinen sind die zwei wichtigsten von Americanern ge- 
lieferten Arbeiten die von Brackenridge-Clemens und Coleman Robin- 
son. Ausserdem sind mehrere Arten, zum Theil mit ihrer Naturgeschichte von 
Harris, Fitch, Riley, Grote u. A. bekannt gemacht worden. 

Clemens' Aufsätze sind in den Proceedings of the Academy of Natural 
Sciences of Philadelphia und in den Proceedings of the Entomological Society 
of Philadelphia erschienen. In den ersteren (Jahrgang 1860. S. 345 — 62) sind 
40 Arten, in den letzteren in Vol. I (1862), S. 137 eine Art, in Vol. II (1863), 
S. 417-18 3, in Vol. III (1864), S. 510-20 25, in Vol. V (1865), S. 133—142 
22, also im Ganzen etwa 90 Arten beschrieben. 

Clemens erklärt (1860, S. 360. W. Stainton S. 154) die Wickler für die 
wahrscheinlich schwierigste Falterfamilie in systematischer Hinsicht, zugleich 
aber auch für die uninteressanteste von allen. Ich finde in dieser Behauptung 
einen Widerspruch, in den er nicht verfallen wäre, wenn er sich länger mit 
dem Gegenstand beschäftigt und ein reichhaltigeres Material gehabt hätte. Dass 
er hinsichtlich der Schwierigkeit, die Gattungen scharf und naturgemäss abzu- 
grenzen. Recht hatte, kann nicht geläugnet werden. Wir sind noch so fern 
von einer guten Classification der Wickler, das Wocke im Staudinger- Wocke 
Catalog die neueste, die Heinemann'sche, nur theilweise angenommen hat. 
Eine befriedigendere aufzufinden, als die Guenee-Wilkinson'sche, die Clemens 
allein zur Verfügung hatte, wäre doch gemss keine uninteressante Beschäftigung 
gewesen. 

1 



2 P. C. Zeller. [208] 

Ungeachtet des Widerwillens, den er oifenbar gegen die Wickler empfand, 
der sich aber sicher gelegt hätte, wenn ihm ein längeres Leben beschieden 
gewesen wäre, hat er sich doch gewissenhaft bemüht, seine Arten kenntlich zu 
beschreiben. Nun besitzt aber Nordamerica eine recht bedeutende Zahl, und 
viele derselben sind, wie die europäischen, entweder einander sehr ähnlich oder 
grosser Abänderung unterworfen. Bei aller Sorgfalt kann es daher nicht aus- 
bleiben, wenn das Material zu mangelhaft ist, dass manche Beschreibungen an 
Dunkelheit leiden und erst richtig zu verstehen sind, wenn man die Originale 
vergleichen kann. 

Dieser Schwierigkeit abzuhelfen hat Robinson angefangen, indem er 
die Clemens'sche Sammlung zur Bestimmung der Arten benutzte und jede 
neu beschrieb und durch gute Abbildungen erläuterte. Leider hat ihn ein 
plötzlicher Tod gehindert, mehr als die drei Genera des Staudinger- Wocke 
Catalogs: Tortrix, Teras und Concliylis zu bearbeiten. Die Arbeit ist in den 
Transactions of the American Entomological Society 1869, S. 261—288 
(Tafel 1. 4—8) enthalten. Mit einem sehr beträchtlichen Material ausgerüstet, 
hat er nicht blos die Clemens'schen, sondern eine Anzahl neuer Arten ge- 
liefert auf eine Weise, die fast nichts zu wünschen übrig lässt und wohl als 
Muster für künftige Arbeiter auf diesem Felde aufgestellt werden kann. 

In meiner vorliegenden Arbeit habe ich es also bei den drei von Rob in- 
son behandelten Gattungen leicht gehabt, und ich darf wenig befürchten, eine 
dahin gehörige ältere Art verkannt oder eine Art unrecht als neu aufgestellt 
zu haben, vorausgesetzt, dass sie nicht in einer mir verborgen gebliebenen 
nordamericanischen Schrift vorkommt. Ganz anders steht es mit den Arten 
der übrigen Gattungen. Bei diesen werde ich manches Synonym geliefert 
haben! Da es aber jedenfalls weniger schädlich ist, eine Art unter zwei Namen, 
als zwei Arten unter einem vor sich zu haben, so habe ich, wo ich nicht völlig 
sicher zu sein glaubte, eine neue Beschreibung unter einem neuen Namen ver- 
fasst und meine Bedenken gegen die Annahme einer älteren Benennung erwähnt. 
Wenn ich nun auch eine ganze Anzahl Arten überging, weil sie zu den schwer 
kenntlich zu machenden oder zu den in der Zeichnung veränderlichen gehören, 
so blieben doch viele, die ich nicht unerwähnt lassen wollte, die ich aber nur 
in einzelnen oder wenigen Exemplaren vor mir hatte. Um die Wahrscheinlich- 
keit, treffende Beschreibungen zu geben, zu erhöhen, bemühte ich mich bei 
nordamericanischen Lepidopterologen um Vermehrung meines Materials; aber 
ungeachtet der mir bereitwillig gegebenen Versprechungen erhielt ich — ausser 
5 Exemplaren, die als zu hinreichend sichern Arten gehörig mir überflüssig 
waren — rein gar nichts. Da ein längerer Aufschub der Publication meiner 
Arbeit aus mehreren Gründen nicht angeht, so muss ich also die vielen auf 
unicis beruhenden Species ihr Heil versuchen lassen. Einigerraassen ist dem 
Verkennen dadurch vorgebeugt, dass ich von mancher Art die genaue Abbildung 
eines Flügels gebe; aber gerade bei den schwierigsten Arten, für welche diese 
Hilfe recht am Orte wäre, musste ich dies unterlassen, weil bei ihnen blos 
Schwarz und Weiss nicht hinreicht, sondern Illumination erforderlich ist. Meine 



r209l Beitiäge zur Keiintuisa dfir U'irdamerii'anischen Nachtfalter. 3 

Beschreibungen werden zum Theil für europäische Lepidopterologm verständ- 
licher sein als für nordainericanische, weil ich die Arten meist mit allgemein 
bekannten europäischen verglichen habe. Die Nordamericaner können, wenn 
sie ihre Arten richtig kennen wollen, die Kenutniss der europäischen nicht 
entbehren, und so mag ihnen meine Wicklerarbeit mit Veranlassung sein, mit 
den europäischen Lepidopteristen mehr als bisher in Verkehr zu treten. 

Nachträge und Berichtigungen, namentlich in der Synonyniie, hätte ich 
zu den zwei früheren Arbeiten zahlreicher liefern können, als geschehen ist; 
ich unterliess sie aber, wo mir die Mittel fehlten, mich zu überzeugen, dass 
ich eine wirkliche Berichtigung brächte. Ueberhaupt sind es aber schon mehr, 
als ich in so kurzer Zeit für möglich gehalten hätte. 

Als Abkürzungen habe ich angewendet: Vdfl. für Vorderflügel, Htfl. für 
Hinterflügel, Vdrd. und Htrd. für Vorder- und Hinterrand, R. und K. für 
Rückenschild und Kopf, Ex. für Exemplar. 



Teras Tr.i) 

Betrachtet man die Bilder der 7. Robinson'schen Tafel, so scheint es 
leicht, fast in allen europäische Arten wieder zu erkennen. So sehen z. B. 
ausser Fig. 63, die Robinson selbst für Hasfiana var. divisana erklärt, 
Fig. 60, 61, 62, 73 wie Abänderungen unserer so veränderlichen Hasfiana aus. 
Vergleicht man sie aber mit europäischen Ex, so wollen s-ie nicht in allen 
Punkten damit ijbereinstimmen, und das gilt auch von den Beschreibungen, die 
zum Theil wieder etwas von den Bildern abweichen. Robinson's Verfahren, 
solche Alten, die europäischen ähnlich sehen, aber sich nicht mit Ueberzeugung 
für identisch mit ihnen erklären lassen, neu zu benennen, ist gewiss nicht zu 
missbilligen; er hätte aber jede Art mit der entsprechenden europäischen ver- 
gleichen und die von ihm aufgefundenen Verschiedenheiten angeben sollen. 
Mit ihm nehme ich an, dass die Identität mancher europäischen und ameri- 
canischtn jTejY/s- Arten sich erweisen werde; denn da fast alle als Schmetterlinge 
öberwintJrn, so ist tine Verpflanzung aus Europa nach Nordamerica bei ihnen 
so leicht ausführbar wie bei den Depressarien. 

Die Arten, welche auf den Vdfl. Schuppenhöcker oder den Vdrd. von dtr 
Wurzel aus durch horizontal hei vorstehende Schuppen rauh haben (Herrich- 
SchäfFer's Charakter für Teras), sind leicht als zu Teras gehörig zu erkennen 
(wobei nur hinsichtlich der zur Abtbeilung Platynota gehörigen Tortrices die 
nöthige Vorsicht zu üben ist). Wo beides fehlt, geben die verlängerten Fransen 
des Analwinkels der Htfl. (die bei Robinson nur selten in der richtigen Länge 
dargestellt sind), meist ein gutes Unterscheidungszeichen gegen Tortrix (z. B. 
Teras Lipsiana). Auch die Kürze der Taster, welche nur sehr selten die 



1) Dieses Wort als Fem. zu behandeln, ist so -nenig genügender Grund vorhandi^n, wie bei 
Exartema oder Anthrax; doch überlasse ich die Einführung der für die Species nothwendigen 
Endungen Andern. Vgl. Marshall im Eutoinologiit's Annual for 1874, p. 117 unter Dryuteras, 

1* 



4 P. C. Zeller. [210] 

doppelte Kopflänge haben, in der Regel aber nur wenig über die Stirn heraus- 
reichen, und der durchgängige Mangel eines Vdrd. -Umschlages an den männ- 
lichen V'dfl. geben einen guten Unterschied von vielen To?-^n.T-A rten. Das 
sicherste Merkmal soll nach Heinemann der Verlauf der Ader 7 auf den 
Vdfl. bilden, indem diese bei Teras über der Spitze in den Vdrd., bei Tortrix 
unter der Spitze in den Htrd. ausläuft. Ob dieser feine Unterschied, nach 
welchem Heinemann Holmiana allerdings mit Recht zu Teras zieht, während 
sonst kaum weiter etwas dazu räth, ein generischer ist, möchte ich bezweifeln. 
In Leder er's V\g. 4 (Bhacodia = Teras) mündet Ader 7 so gut in den 
Htrd. wie in Fig. 5, 6 (Tortrix). 



Abth. Bhacodia. 
1. Teras peculiana n. sp. Taf. VIII, Fig. 1. 

Alis ant. (cosia profmiditis emarginata) albis, punctis fuscis asperis 
adspersis, macula iriangula brminea emarginationem amplectente , nebida 
dilutiore ex ejus apice ad dorsum usque producta. Q. 

Sehr ähnlich der Boscana F. und Deflectana ßbs., von ihnen zu unter- 
scheiden durch die ziemlich tiefe Ausrandung des Vdrdes. und den sie um- 
fassenden, gleichraässig gelbbraunen, nicht zusammengesetzten Fleck, aus dessen 
Spitze ein lichterer, breiter Nebelstreifen bis zum Innenrand herabläuft. Ich 
glaube nicht, dass diese Art sehr abändert; höchstens wird der Nebelstreifen 
unterbrochen oder verloschen sein. 

R. und K. weiss. Taster um die halbe Kopflänge über die Stirn hervor- 
stehend, weiss, am verdickten zweiten Gliede aussen gebräunt; Endglied sehr 
kurz, knospenförmig. Beine hellbräunlich, die hinteren mit helleren Schienen- 
dornen. 

Vdfl. 3'" lang, etwas gestreckt, mit zugerundeter Spitze und convexera 
Htrd., am Vdrd. mit ziemlich tiefer Ausbuchtung, Avelcbe ohne abrupten Ueber- 
gang vor der Mitte anfängt und mit ebenso sanftem Uebergang in den Vdrd. 
bei Ve endigt; die Schuppen au ihrem Anfang sind ein wenig rauh. Die Grund- 
farbe ist weiss und durch sehr verloschene graue, mehr oder weniger schräge 
und unterbrochene Querstreifen, die vor dem Htrd. reichlicher und zusammen- 
hängender sind, nicht oder wenig getrübt. Einzelne punktförmige, rauhe 
Schuppenhäufchen sind schwarz. An der Ausbuchtung liegt ein von ihrem 
Anfang bis zum Ende reichendes, einfarbig gelbbraunes Dreieck mit gestutzter 
Spitze, welche auf der Basalseite einen schwarzen Punkt trägt; unter dieseiu 
Punkt fäogt der licht gelbbraune, breite Nebelstreif an, der schräg querüber 
zieht, an seiner Hälfte basalwärts eine Ecke mit einem dunkeln Punkt bildet 
und vor den Fransen des Innenrandes endigt, ohne ihn jedoch zu berühren; in 
der Falte enthält dieser Nebel vorn und hinten ein schwärzliches Pünktchen. 
Die Fransen sind lehmiggrau augelaufen. 



1211] Beiträge zur Kenntniss der uorJamericaiiischea Nachtfalter. ' y 

Htfl. ziemlich Junkelgrau, gegen die Wurzel heller, auf den helleren 
Fransen mit eiuer sehr verloschenen, gelblichen Linie umzogen, die die Flügel- 
spitze deutlich hervortreten lässt. 

Unterseite der Vdfl. bräunlichgiau mit undeutlichen, dunklern, schrägen 
Querlinien. Am Anfang der Ausbuchtung ist eine weisse Stelle, und hinter 
derselben enthalten die Vdrd. -Fransen zwei kleinere, weisse Wische. Htrd.- 
Fransen mit weisslicher Wurzel. Htfl. weisslichgrau, weisslich gefranst, in der 
Flügelspitze dunkelgrau querfleckig. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein gut erhaltenes Q im Museum Cambridge. 

Abth. Teras. 
2. Ter. deflectatta Rbs. 

Parva; al. ant. apice obtuso albis, triangulo costae posticae hrunneo- 
fusco maculis frihus composito, lituris ante marginem. posticum transvcrsis 
brunneis, ciliis fuscescentibus. cf 9- 

— Robinson Trans. Am. Ent. Soc. 11 (1868), p. 283, tab. 7, F. 71. 9. 

Sehr ähnlich der europäischen Boscana. Die zwei vorliegenden Ex. sind 
bedeutend kleiner als mein kleinstes der Boscana (Vdfl. 2^/4— 3'" gegen 3'/4 
bis 3^4'"), haben aber gleiche Flügelgestalt, nur dass die Vdfl. etwas gestreckter 
und an der Spitze abgerundet sind. Das gelbbraune Costaldreieck besteht aus 
drei Flecken, deren unterster einen dicken, dunkeln Längsstrich bildet, der beim 
9 mit dem ersten Costalfleck zu einem Streifen mit sehr schrägem Basalrand 
zusammenfliesst. Unter dem Ende des zweiten Costalflecks geht ein gelb- 
braunes, schwarzfleckiges Gewölk, worin sich besonders ein breiter Schräg- 
streifen auszeichnet, gegen den Innenwinkel herab. (Bei Boscana sind blos 
graue und schwarze, zu Querlinien zusammenfliessende Querstrichelchen vor- 
handen, die gerade gegen den Innenwinkel am schwächsten und spärlichsten 
auftreten). Fransen gelbbraun, gegen den Innenwinkel am dunkelsten (bei 
Boscana ganz weiss), am Vdrd. weiss mit dunkeln Flecken. 

Htfl. gegen die Wurzel heller grau als im Apicalraum (Boscana ein- 
farbig wie die etwas hellereu Fransen); die Fransen grau, um den Analwinkel 
und am Innenrand weiss. 

Ich bezweifle nicht, die richtige Deflectana vor mir zu haben. Robin- 
son hatte offenbar nur 1 Ex. (aus Pennsylvanien) zur Verfügung. In der 
Abbildung ist es grösser als die mir vorliegenden und mit schärfer gespitzten 
Vdfl., was ich beides für Fehler des Zeichners halte. Dass das als ziemlich 
einfarbig abgebildete Costaldreieck nicht ganz richtig ist, zeigen die Worte: 
dark brown, except in the center, where it is paler. Die two brown dots 
near the base (des Vdrds.) in der Beschreibung wollen nichts sagen. Wichtiger 
ist, dass in Bild und Beschreibung gegen den Htrd. keine dunklen Stellen er- 
wähnt werden; aber dass nicht etwa Boscana dargestellt worden ist, geht 
daraus hervor, dass bei dieser das dunkle Costaldreieck auf drei stark getrennten 



P. C. Zell er. 



[212] 



Fleckchen besteht, von denen das untere weiter gosjen die Flügelniitte hin er- 
weitert ist. Robinson's Ex. wird kein unversehrtes gewesen sein. 

Ein ziemlich gut erhaltenes Paar aus Texas (Boll) im Cambridger Museum. 



3. Teras femigana S. V. 

— Heinemann, Wickler S. 25. 



Ein schön erhaltenes (^ dieser höchst veränderlichen Art, das noch am 
besten der (zu grossen) Fig. k auf Taf. 23 der F. Röschen Beiträge entspricht, 
halte ich ohne allen Zweifel für Ferrugana. Die Grundfarbe des Vorderkörpers 
und der Vdfi. ist ein lichtes Grauochergelb. Die Gestalt der letzteren ist kaum 
ein wenig gestreckter als in der Regel. Schwarze, rauhe Punkte sind ohne 
Ordnung und nicht zahlreich ausgestreut. Am Vdrd. liegt an der gewöhnlichen 
Stelle ein verloschenes, dunkles, mit schwarzen Punkten bestreutes Dreieck, das 
sehr undeutlich aus drei Flecken zusammengesetzt und im Innern längs des 
Vdrdes. hohl ist. 

Die Htfl. sind, wie oft. lichtgrau und am Rande, besonders in der Spitze 
mit dunkelgrauen Fleckchen bestreut; Fransen noch helh'r grau. 

Da Ferrugana in Meuge überwintert, so ist es sehr wahrscheinlich, dass 
sie erst durch die SchiiFfahrt in Nordamerica eingeführt ist. Auch wird sie 
dort wohl in so veränderlicher Färbung auftreten wie bei uns. 

Das Ex. ist aus Ohio (Schläger). 

Robinson's Ter. semiannula (aus Pennsylvanien) Fig. 70, S. 282 
mag nur Ferrugana sein. Sie ist aber nicht so gut abgebildet (wohl auch zu 
gross) und beschrieben, dass nicht zu einem sicheren Urtheil die Ansicht eines 
Originals nöthig sein sollte. 

4. Ter. variolana n. sp. 

Parva; al. ant. ferrugineo-ochraeeis, ferrugineo-pulveratis, pulvere 
posterius in strigas undulatas congesto, striola disci medii fusca; posi. albido- 
ochraceis. cT. 

Am besten mit Quercinana zu vergleichen, da die Grundfarbe auch 
etwas Geglättetes hat. Ader 7 mündet dicht über der Spitze; 2 entspringt 
weit vor der Hälfte der Medianider. 

Die gespitzten Taster, der Kopf und das Riickenschild sind hell rostfarbig. 

Vdfl. 3'" lang, lä'iglicher als die von Quercinana, von der Gestalt der 
Ferrugana, nur an der Endhälfte des Vdrdes. und nur sehr schwach rauh- 
schuppig, hell ochergelb, etwas geglättet, sehr reichlich mit groben, rostfarbenen 
Schuppen bestreut. Diese fliessen mehr oder weniger zusammen und bilden 
auf der Endhälfte des Flügels mehr oder weniger deutlich von einander ge- 
trennte, schräge, wellige Querlinien, welche durch die Adern in Punktfleckchen 
geschnitten werden. Im Ende der Mittelzelle liegt auf einer schwach einge- 
drückten Stelle ein verloschenes, braunes Längsstrichelchen. Fransen blass 
rostfarbig. 



12131 Beiträge zur KenntniHs der nordamericanischen Nachtfalter. 7 

Htfl. weisslich ochergelb, am Htrd. und in der Spitze grau gemischt. 
Fransen noch heller als die Flügelfläche. 

Unterseite einfarbig weisslich gelb ohne Querstrichelchen. 
Vaterland: Texas (BoU). Ein cT iin Museum Cambridge. 



5. Ter. niaciilidorsana Clem. 

Alis ant. (costa vix scdbra, postice suhrecta) cinereis, laevigatis, punctis 
nigris scabris adspersis, macula plicae ante medium majusculu fusca, fascia 
media obliqiia obscura nebulosa, in medio ftrruginea. cT 9- 

Cnephasia (?) Clem. Proc. Ent. Soc. Philad. III (1864), p. 514. 

Teras Robinson 1. c, }). 281, tab. 7, Fig. 64. 

Recht gut bei Rbs. abgebildet, nur zu gross und mit zu breiten Vdfl. 
Die Art gehört sicher nicht zu Hastiana, für deren mögliche Varietät Rbs. sie 
erklärt. Der auf den hintersten ^3 gerade Vdrd. der Vdfl. ohne Einbiegung, 
der fast gänzliche Mangel rauher Costalschuppen, die abgerundete Flügelspitze, 
die glatte, wenn auch mit einigen rauhen Schuppen bekleidete Fläche — das 
Alles verweist sie in die Nähe von Maccana. 

Rbs. vervollständigt Clemens' gute Beschreibung. Die Schrägbinde, 
bei meinem Q sehr verloschen, enthält in der Flügelmitte eine roströthliche 
Stelle, die beim $ kleiner und verloschener ist als beim cf. 

Mein Pärchen erhielt ich, wie Clemens das seinige, von Dr. Packard 
aus Maine oder Massachusetts. Rbs. kennt auch Pennsylvanien als Vaterland. 



6. Te»*. Hastiana Linn. 

Var (f) ptyehogrammos Z. alis ant. cinereis, linea plicae longa 
lineaque disci medii nigris, triangulo costali ferrugineo-fusco. (^. 

Unter 175 Ex. der Hastiana, die ich zum Vergleich habe, ist kein ein- 
ziges, das mit dem vorliegenden übereinstimmt. Die Var. psorana Fröl. hat 
zwar die gekrümmte Linie des Mittelraumes, oft sogar schärfer, wenn sie auch 
nicht so weit nach hinten reicht; die Var. radiana Hbn. zeigt zwar öfters in 
der Falte eine Längslinie, ist aber sonst ganz anders, namentlich ohne das 
Costaldreieck. Da aber das americanische Ex. in Flügelbau und Beschuppung, 
auch des Vdrdes., mit Hastiana stimmt, und da selbst Rbs. eine ihm unzweifel- 
hafte Hastiana in der Var. divisana als nordamericanisch vorstellt, so ist es 
mir nur wenig zweifelhaft, dass ich eine blosse Varietät der Hastiana vor mir 
habe. — Hastiana überwintert wie Ferrugana sehr häufig, kann also ohne 
Schaden an ihrer Fortpflanzungsfähigkeit die Fahrt nach Nordamerica mit- 
machen, und so ist kein Grund denkbar, warum ihre dortigen Nachkommen 
nicht in so verschiedenem und selbst noch etwas modificirtem Gewände auf- 
treten wie ihre europäischen Verwandten. 



8 P. C. Zeller. [214] 

Das Ex. ist nur so gross wie eine durch Hunger verkleinerte Hastiana. 
Vorderkörper und die S'/i'" langen Vdfl. grau, letztere hier und da mit ver- 
loschenen schwärzlichen Querstrichelchen. In der Falte zieht eine feine, 
schwarze Linie, welche bei ^1^ verdünnt endigt. Aus der Schulter kommt (doch 
nur auf dem linken Flügel deutlich vorhanden) ein kurzer, dicker, schwarzer 
Strich. Von der Mitte des Vdrdes. an liegt ein verloschenes, rothbriiunliches 
Costaldreieck, das auf der Basalseite von einer schrägen, welligen, rauhen, 
dünneu, schwarzen Linie begrenzt wird, die hinter dem Ende der Faltenlinie 
auf dem Innenrande endigt; der Vdrd. zeigt in diesem Dreieck vier durch 
weisslichgraue Räume getrennte braune Fleckchen, und vor der Flügelspitze 
liegt noch eins. Unterhalb der gerade abgeschnittenen Spitze des Dreiecks 
und schon viel früher anfangend zeigt sich eine schwarze, nicht recht scharfe, 
feine Längslinie, welche im Mittelraum hinzieht, sich hinter dem Dreieck etwas 
hebt und vor ^4 des Htrdes. verschwindet. Der Htrd. ist durch undeutliche, 
zusammenfliessende, dunkelgraue Flecke von den grauen Fransen geschieden. — 
Htfl. sehr lichtgrau, in der Spitze braungrau. Die hintere Hälfte des Htrdes. 
ist von einer braungrauen Linie eingefasst. Auf der Unterseite sind in der 
Spitze und am Vdrd. braungraue Querstrichelcheu ziemlich reichlich. 

Vaterland: Texas (Boll). 1 c^ im Mus. Cambridge. 

7. Ter. tristana H. 

Var. famula Z. alis ant. rufo-cinereis, punctis asper is atris adspersis, 
litura costae posticae fuscescenti obliterata. cT. 

Von der veränderlichen Tristana H. (Heinemann S. 17) gibt es dunkle, 
ziemlich einfarbige Varietäten, die sich von der H. S. 'sehen (zu kurzflüglig ab- 
gebildeten) Erutana Fig. 9 durch das ganz verloschene, nur als dunkler Wisch 
erscheinende Costaldreieck unterscheiden, und die völlig mit den 4 vorliegen- 
den ainericanischen Männchen übereinstimmen. Ich glaubte einen specifischen 
Unterschied im Geäder der Htfl. aufgefunden zu haben: bei Tristana- Erutana 
die Adern 3 und 4 nur an der Wurzel vereinigt, bei den Americanern beide 
eine Gabel mit kurzem Stiel bildend. Aber dieses ändert bei jenen so ab, dass 
sogar einzelne Ex. vorkommen, welche auf der linken Seite jene, auf der rechten 
diese Verbindung aufweisen. Selbst bei den Americanern lässt sich ein Mehr 
oder Weniger erkennen. So bleibt nicht einmal die Bezeichnung der Varietät 
als americanisch möglich. Es versteht sich, dass die americ. Ex. nicht haar- 
genau mit einander stimmen. Eins ist am meisten mit rauhen, scliwarzeu 
Punkten bestreut. Auch der grössere Punkt in der Falte, den Heinemann 
als wichtig hervorhebt, ist bei ihnen zu bemerken. 

Meine schön erhaltenen Ex. schickte mir Dr. Hagen aus der Gegend 
von Cambridge. 

Anmerkung. Es scheint mir leicht möglich, dass Ter. vihurnana 
Cl. Rbs. Fig. 66 nur eine Varietät der Tristana ist; auch He ine mann führt 
Viburnum als Nahrungspflanze der Tristana auf; doch würde sie nur zu 



[215] Beiträge ziu Kenntuiss iler nordamevicanischen Nachtfalter. y 

Var. erutana gestellt werden können. Die Ansicht mehrerer americ. Ex. wird 
die Entscheidung sowohl über diesen Punkt wie darüber geben, ob nicht noch 
1 oder 2 Robinson'sche Namen einzuziehen sind. 

Torfrix (Liiin). Lederer, Heinemann. 

Diese Gattung ist eine unnatürliche, die nothwendig in mehrere aufgelöst 
werden muss, wozu sich auch Merkmale, wenn schon nur nach dem männlichen 
Geschlecht, hinreichend finden. Ich begnüge mich, den mir in der Natur be- 
kannten nordamericanischen Arten ihre Abtheilungen der Gattung Tortrix, wie 
wir sie bei Heinemann aufgestellt sehen, zuzuweisen. Nur eine darin nicht 
vorkommende erlaube ich mir sofort als eigenes Genus Genopis zu trennen. 

Abth. Cacoecia H. (Led.) Heinemann S. 32. 
8. Tortr, (Cacoec.) rosaceona Harris. 

Alis mit. (margine postico convexo, (f revolucro a hasi remoto, fusco, 
9 a^öe apice acutangulo) , pallide liiteis, faftcia media ohliqua viaculaque 
costae anteapicali hrunnescenlihus ; }Mst. cf canescenfiby,s, Q pallide ochraceis, 
(^ 2 interius cinereis. 

Tortr. rosaceana Rob. 1. c. p. 262, Fig. 3 J', 1, 2 9. 

Sie steht der europäischen Decretana Tr. so nahe, dass Schläger mir 
ein 9 unter diesem Namen schickte. Bei Decretana <^ fängt der Vorderrand- 
umschlag der Vdfl. an der Flügelwurzel an und ist nicht viel dunkler als die 
Grundfarbe; Bosaceana hat einen kürzeren, der ziemlich weit von der Flügel- 
wurzel wie ein dreieckiger Zipfel von brauner Farbe herübergeschlagen ist. 

Bei Decretana cT liegt nicht weit von der Basis unterhalb der Falte ein 
rostbrauner Fleck, welcher so wie die schimmernde Stelle hinter ihm bei Bosa- 
ceana (^ fehlt. Die Htfl. sind bei letzterer in grösserer Ausdehnung auf der 
Apicalhälfte weisslichgelb (in Robinson's Abbildung sind .sie fälschlich ganz 
einfarbig weisslichgelb). — Beide Geschlechter von Bosaceana haben unter der 
einfarbigen hellen Spitze der Vdfl. eine schwache Einbiegung des Htrdes., 
während diese bei Decretana beträchtlicher ist und die Spitze mehr hervor- 
treten lässt, welche letztere auch dicht an den Fransen eine schwarze Stelle 
enthält. Die Htfl. der Bosaceana Q sind in viel grösserer Ausdehnung blass 
ochergelb als bei Decretana 9 und gegen den Innenwinkel schwach grau an- 
gelaufen, statt hier in mehr als halber Flügelbreite braungrau, gewöhnlich recht 
dunkel, zu sein. 

Meine Ex. sind aus Massachusetts, Maine, New-York und Ohio. Ein 9 
aus Texas (Boll) ist im Mus. Cambridge. 

9. Tortr. (Cacoec.) purpurana Cl. 

Alis ant. (^ (costa ante medium revoluta, margine postico valde con- 
vexo), rufescenti-luteis, violaceo-nitidiüis, faseia media obliqiia subinterrupta 



10 I'. C. Z«llBr. [21(^] 

maciilaque costae anteapiculi hruimescentibus utrimque fusco-marginatis ; post. 
canescentihns, interius late fusco-ciiiereift, margine costali prope basim albido. 

9 AI. mit. Costa ante apicem prominentem profunde impressa, margine 
postico infra apicem excavato. 

C^ Torlr. pnrpurana Rob. 1. c. p. 263, tab. 1, F. 4. 

9 — gurgifana Rob. 1. c. p. 203, tab. 4, V. IG. 

Beide Gescblechter sind sebr kenntlich abgebildet; nur sollte der Htrd. 
der Vdfl. «och stärker cönvex sein und beim c? dadurch die Spitze noch weiter 
zuiücktreten. So auffallend \ erschieden das 9 ^^ seiner Färbung von cf ist, 
so zweifle ich doch eben wegen dieser sonderbaren Htrd.-Kriiminung durchaus 
nicht an ihrem Zusammengehören. Beide Geschlechter stimmen auch darin 
überein, dass auf den Htfl. der dunkle, graue Raum von der Medianader und 
ihrem zweiten Ast (Ader 3) begrenzt wird. (Robinson's Abbildung entbehrt 
der dunkeln Färbung). 

Das in der F'ärbung und Zeichnung ziemlich veränderliche c^ hat am 
Vdrd. nicht eigentlich einen Umschlag, sondern der Vdrd. fängt nicht weit von 
der Basis an, sich aufwärts zu biegen, und krümmt sich erst weiterhin, in der 
Gegend des Anfangs d^' Binde, etwas gegen die Flügelfläche. Dies, dann die 
Convexität des Htrdes., die violettliche Beimischung in die Farbe der Vdfl. und 
die Begrenzung des Grauen auf den Htfl. — bilden die specifischen Merkmale. 
Die Grundfarbe der Vdfl. ist mehr oder weniger getrübt und, wenn sie stark 
verdunkelt ist, fast ohne Zeichnung. Die mikroskopisch-pubefcirenden cT Fühler 
habtn über dem verdickten Wurzelgliede keinen Ausschnitt. 

Meine Ex. sind aus Maine (Packard) und New-York (Speyer). 

10. Tortr. (Cacoec.) infumatana n. sp. 

Alis ant. (margine postico valde convexo, cT revolucro hasali, appresso) niti- 
dulis, fusco-luteis, area hasali, fascia media introrsus dilatata strigaque ante- 
apicali introrsus attenuata nigra- fuscis ; post. fuscis totis. o 9- 

Der Purpurana dadurch verwandt, dass der Htrd. der Vdfl. auch ua- 
zierlich convcx ist und die Flügelspitze sehr zurücktreten lässt; aber der Vdrd. 
des (^ ist nicht, wie bei Purpurana, blos umgebogen, sondern hat einen fest 
anliegenden Umschlag, der von der Basis bis an die Mittelbinde reicht. — 
Durch ihre geglättete, ein wenig glänzende Vdfl.- Fläche und deren sehr dunkle 
Färbung, sowie durch die einfarbigen, dunkelbraunen Htfl. ist Infumatana vor 
allen bekannten Tortrix- krten ausgezeichnet. In der Grösse steht sie hinter 
Purpurana merklich zurück. 

R. dunkelbraun, K. heller. Taster lehmgelb (9 heller), von V/^ Kopf- 
länge, nicht sehr stark, zusammengedrückt, mit hervorstehendem dünneren End- 
gliede. Saugrüesel vorhanden. Mittel- und Hinterbrust seidenglänzend grau. 
Beine lehmgelb, die vorderen an Schiene und Fuss braun mit hellen Enden der 
Glieder. Hinterleib hellbraun, beim (^ an den Seiten schwarzbraun. 



[217] Beiträge zur Kenntniss der uordamericanisclien Nachtfalter. 11 

Vdfl: cf 4"', 9 5'" lang, länglich, mit stark convexem, vor der Spitze 
nur schwaoli eingebogenem Vdrd., sehr convexem Htrd. (der unter der Spitze 
beim Q nur ein wenig mehr eingedrückt ist als beim cT), so dass die Spitze 
stumpfwinklig und wenig beiperkbar wird; dif grösste Convexität des Htrdes. 
ist unter der Mitte. Der ganz fest aufliegende Umschlag des (f reicht von 
der Schulter bis zum Anfang der Mittelbinde. Die Flügelfläche ist geglättet 
und hat einen schwachen Fettglanz. Die Grundfarbe ist dunkel lehmgelb, aber 
zwischen der Zeichnung durch Violettgrau mehr oder weniger verdeckt, so dass 
sie nur am Vdrd. und als Randlinien der Zeichnung rein bleibt. Die sehr 
dunklen, fast schwarzbraunen Zeichnungen sind folgende: das breite Basalfeld 
ist hinten zugerundet. Nach einem bindenfürmigen Raum, der beim cT schmäler 
ist als beim 9> ^olgt die breite, gar nicht durchbrochene, schräge Mittelbinde; 
sie ist am Vdrd. am schmälsten, erweitert sich schnell sehr stark und endigt 
etwas verengert am Innenwinkel; ihr Innenrand bildet ungleiche, grosse Wellen 
und wird durch eine mehr oder weniger vollständige Linie der Grundfarbe 
ziemlich scharf abgegrenzt, während ihr Äussenrand, ausser am Anfange, wenig 
solche Begrenzung hat, wesshalb sie mit der verdunkelten und grau gemischten 
Grundfarbe zusammenfliesst. Vor der Flügelspitze geht vom Vdrd. ein fleck- 
artig anfangender, beim 9 schmälerer als beim ^f , auf beiden Seiten lehmgelb 
eingefasster, schräger Streifen herab, der sich allmälig verdünnt und am unter- 
sten Drittel des Htrdes. endigt. Fransen lehmgelb, an der Flügelspitze mit 
einem kurzen, schwarzbraunen Strichelchen. 

Htfl. einfarbig dunkel schwärzlichbraun, beim 9 heller, Fransen einfarbig, 
etwas lichter als die Flügelfläche. 

Die ganze Unterseite einfarbig graubraun, beim 9 etwas lichter, der 
Vdrd. der Vdfl. schmal, beim 9 ein wenig breiter, lehmgelb, durch braune 
Querstrichelchen unterbrochen. 

Vaterland: Missouri. Zwei Paare, wahrscheinlich erzogen, erhielt ich 
von Riley mit der Nummer 325. 

11. Tortr. (Cacoec.) cerasivorana Fitch. 

Majuscula, alis ant. latioribics, obtusis, satumte ferrugineis, squamis 
lüacinis nitidulis copiosis punctisque fuscis raris adspersis, maculis 3 costae 
fuscis minoribus; post. laete ochraceis, fuscescenti-suffusis Q. 

Tortr. cerasivorana Rob. 1. c. p. 275, tab. 6, Fig. 47. ^T. 

Das cT. welches Robinson abbildet, scheint in der Flügelgestalt und 
Grösse ziemlich verschieden vom Q zu sein; es ist daher fraglich, ob ich die 
Art hier richtig anfüge. 

Sie ist durch ihre fast rostfarbigen Htfl. der gleich grossen Rileyana 
ähnlich, aber doch leicht von ihr zu unterscheiden, da eben diese Flügel bei 
ihr ausser am breiten Vdrd. bräunlich angelaufen, und die Vdfl. sehr reichlich 
mit schimmernden lilafarbenen Schuppenanhäufungen . welche unregelmässige 
Querstreifen bilden, bestreut sind. 

2 



12 P. C. Zeller, [218] 

Vaterland des einen Ex. meiner Sammlung Massachusetts (Beverly 23. Juli: 
Burgess), des anderen Maine (Packard). Nach Fitch, dessen Beschreibung 
ich nicht vergleichen kann, lebt die Art auch im Staate New- York. 



12. Tortr. (Cacoec.) laevigana S. V. 
Tortr. rosana Heineni. Wickler S. 34. Oxyacanthana H. Fig. 117. 

Die 2 vorliegenden Ex. kann ich durchaus nur für Laevigana 9 mitt- 
lerer Grösse ansehen. Sie haben genau deren Flügelgestalt, nur dass der Htrd. der 
Vdfl. kaum merklich weniger convex ist als bei den meisten europäischen Ex. 
Ihrer dunkeln Färbung nach gehören sie zu Oxyacanthana H., deren Htfl. -Spitze 
in beträchtlicher Ausdehnung tiefgelb und bräunlich punktirt abgebildet ist, 
statt dass sie sich bei den 2 Americanerinnen, wie bei manchen europäischen 
Ex., nur auf einem kleinen Raum zu einem gelblichen Ton lichtet. Der Art 
angemessen ist bei diesen Americanerinnen auf der Unterseite hier das Gelbe 
lebhafter und breiter als auf der Oberseite. Auf den trüb graubraunen Vdfl. 
tritt die Zeichnung, mit Ausnahme der braunen Querstriche, sehr wenig hervor. 
Das Gelbliche der Unterseite ist nicht lebhaft, aber in der Ausdehnung wie bei 
unserer Laevigana. 

Ich vermuthe daher, dass die cf ebensowenig specifische Unterschiede 
zeigen werden wie diese 2 aus New-York stammenden 9- Bei Robinson 
finde ich keine der Laevigana entsprechende Abbildung. 

Anmerkung, So wohl in Hübn. Fig. 302 wie in F. v. R.'s Taf. 11 
haben die 9 Htfl. einen so ausgedehnten gelben Raum, wie er in der Natur 
nie vorkommt; bei Hübn. nehmen sogar die Fransen an dieser Färbung Theil! 
Bei F. R. haben sie — ein fast bei allen Wicklern seines Werkes vorkommen- 
der Fehler — eine ganz falsche Gestalt. Auch bei Duponchel's Oxyacan- 
thana pl. 238, F. 10 ist die Htfl. -Gestalt, nur in anderer Hinsicht, verfehlt. 

Da über den Namen Laevigana kein Zweifel stattfindet, so wähle ich 
ihn zur Bezeichnung der Art. Wie man Linne's Worte: „Alae omnes griseae 
seil dilute testaceae tarn supra quam infra, ut et totum animar' auf sie 
anwenden will, sehe ich nicht ein, und wenn etwa Linne's Museum ein Ex. 
der Laevigana unter dem Namen Rosana enthält, so bestreite ich dessen Be- 
weiskraft. Wie gern ich auch Linneische Namen annehme, so verbietet es 
sich mir in diesem Fall, wo die Worte der Beschreibung so entschieden wider- 
sprechen. Auch Werneburg's Beweis (I, S. 266), dass Linne's Americana 
zu Laevigana gehöre, erkläre ich für ganz verfehlt. 

Abth. Loxotaenia (H. S.) Led. Heinem. S. 35. 

Diese Abtheilung ist meiner Ansicht nach nicht von Cacoecia verschieden. 
Das schon zweifelhafte Geknicktsein (auf der Querader) der Vdfl. ist ein Merk- 
mal, das beim Spannen völlig verschwindet. Es bleibt als Unterschied nur die 
weniger vortretende Flügelspitze, eine Folge davon, dass der Htrd. unter ihr 



[219] Beiträge zur Kenntniss der uordamericaniöchen Nachtfalter. X3 

eine Eiubieguug hat oder nicht. Sie fehlt allerdings bei Duviicolana, Histrio- 
nanu, Musculana etc. Aber bei Semialhana (die Keinem, zu Cacoeeia stellt) 
hat nur das 9 sie; bei Unifasciuna [hei Reinem, in Loxotaenia) ist sie, wenn 
auch schwach, in beiden Geschlechtern vorhanden. Dieses Merkmal würde die 
verwandtesten Arten auseinander reisseu. 

13. Tortr. (Loxot.) furvana Rob. 

Majuscula, alis ant. (niargine postico simjdiciter convexo) ochraceis, 
fusco-ferrugiiieo dense irroratis, viaculis costalihus (una revolucro (^ adjqcente, 
v/na majore media subquadrangula, una parva apicali) albido-flavis, niti- 
dulis. cf Q. 

Tortrix — Robinson 1. c. p. 265, tab. 1, Fig. 9. 

Sie ist in der guten Abbildung sogleich zu erkennen; dafür macht die 
Beschreibung sie kaum kenntlich, weil hier die 3 oder vielmehr 2 charakteri- 
stischen weisslichgelben Costalfiecke, welche sich nur noch bei Ilaccidana vor- 
finden, gar nicht hervorgehoben werden. Diese Flecke sind übrigens von ver- 
änderlicher Gestalt und Grösse. Der erste ist dreieckig, schief nach hinten 
gelegt und unten zugespitzt, und wird an seinem Anfange beim cf durch den 
Umschlag verdeckt. Der zweite, an der Flügelmitte befindliche, ist gewöhnlich 
auch schief nach hinten gelegt, dabei rhombisch oder trapezoidisch oder selbst 
dreieckig; unterhalb seines unteren Endes ist ein schwarzer Punkt meist recht 
deutlich. Der dritte Fleck, der sich an der Flügelspitze befindet, ist der kleinste 
und verüiesst oft in die längs des Htrdes. gelichtete Grundfarbe. — Schimmernde 
Schuppen zeigen sich zahlreich in der Flügelfläche zwischen den schwer kennt- 
lichen Bindenzeichnuügen. 

Diese Art ist sehr verbreitet. Ich habe sie aus Missouri, Ohio, Illinois 
(durch Leder er, der sie als eine Ptycholoma sp. bestimmte), New-York, Mas- 
sachusetts (wo Burgess die cf frisch und verflogen Mitte Juli fing) und 
durch den verstorbenen Lieutenant v. Müller (wenn seiner Angabe zu trauen 
ist) aus Californien. Boll brachte 1 9 aus Texas. 

14. Tortr. (Loxot.) flaccidana Rob. 

Majuscula, alis ant. (margine piostico simpliciter convexo) ochraceis, 
opacis, maculis costalibus (una revolucru cT adjacente, una media trianga- 
lari, una apicali ter dissecta) albidis nitidulis, secundu in strigam angulatam 
producta. cT. 

Tortr. — Robinson, 1. c. p. 277, tab- 6, Fig. 53. 

Sie kommt der Furvana so nahe, dass ich sie, zumal da ich meine Ex. 
vermischt mit ihr erhielt, für eine verblasste Varietät derselben Art hielt. 
Robinson hat sie mit Recht von ihr getrennt, obgleich sie ganz dieselbe 
Grösse und den Flügelbau hat. Die Vdfl. sind ein wenig breiter. Die Grund- 

2' 



14 P- 0. Zeller. [220] 

färbe ist ein gleichförmiges, mehr oder weniger gesättigtes, mattes Ochergelb, 
ganz ohne alle Marmorirung. Die Costalfiecke sind weisslich, nur auf dem 
Vdrd. selbst matt, sonst schimmernd; die 2 ersten kleiner als bei Furvana, 
der zweite spitz dreieckig. Vom ersten gehen zwei mehr oder weniger deut- 
liche, divergireude, silbergraue, glänzende Streifen bis zur Falte herab. Vom 
zweiten geht ein zweimal winklig gebrochener, sehr deutlicher, solcher Streifen 
bis in den Innenwinkel. Der dritte ist vor der Flügelspitze, undeutlich drei- 
eckig, durch Querstriche in drei Stücke zerschnitten, von deren erstem eine 
kurze, glänzende Linie bis zur Htrd.-Mitte reicht. Ein Ex. hat unterhalb der 
Spitze des Mitteiflecks auf der Querader ein schwarzes Strichelchen. Die 
Fransen sind sehr hell ochergelblich. 

Unterseite heller als bei Furvana; die Htfl. auf einem grösseren Raum 
verdunkelt. — Das 9 ist mir unbekannt. 

Vaterland: Texas (Robinson, Boll), Illinois (Lederer). 

15. Tortr. (Loxot.) sescuplana n. sp. 

Parva, alis ant. acutis, dilute griseo-ochraceis , obscurius strigulosis, 
(revolucro cf basali brunneo-luteo) , macula costae mediae parva trianguloque 
costae postico cinereo-fuscis ; posticis acutis, dilute einer eis. cT 9- 

Verwandt mit Unifasciana und Semialbana, viel kleiner, spitz flügliger, 
besonders in den Htfl. Die grossere Peritana sieht ihr ähnlich, hat aber 
weniger gespitzte Flügel, und auf den Vdfl. gelbere Grundfarbe, ausserdem eine 
vollständige Mittelbinde und eine vom Costaldreieck herabgehende lehm- 
gelbe Linie. 

K. und R. wie die Vdtl. sehr hell grau ochergelblich. Fühler heller, 
gleichsam fein geringelt, beim cT mikroskopisch pubescirend. Taster fast um 
Kopflänge hervorstehend, aussen dunkel angelaufen, mit hervorragendem, dünnem 
Endgliede. Säugrüssel vorhanden. Beine blass. Rücken der 4 Vorderbeine an 
Schiene und Fuss braun, mit hellen Eiiden der Glieder. Hinterleib lichtgrau; 
Analbusch des cT stark, so lang wie 3 Segmente, sehr blass gelblich; der des 
9 ärmlich und kurz. 

Vdfl. 3 — 2^/2" lang, länglich mit spitzem Vorderwinkel; der convexe 
Vdrd. läuft von der Hälfte an fast gerade und ist nur vor der Spitze schwach 
concav; der Htrd. ziemlich gerade, unter der Spitze kaum merklich eingebogen, 
Grundfarbe wie angegeben, reichlich mit bräunlichen oder schwärzlichen, nach 
hinten deutlicheren Querstrichelchen bestreut. Der Umschlag des (^^ reicht von 
der Wurzel bis nahe an den Costalfleck und ist bräunlich oder röthlich lehm- 
farben, verloschen braun gefleckt. Vor der Mitte des Vdrdes. liegt ein schräges, 
brauugraues Fleckchen, vorn und hinten dunkel eingefasst; es ist der Anfang 
der Mittelbinde, von der sich gewöhnlich keine Spur entdecken lässt; bei zwei 
ganz unversehrten cf zeigt sich die schattenhafte Andeutung einer nach unten 
erweiterten, an ihrem Innenraude ziemlich geradlinigen Binde, die auf dem 
Dorsalrande dis Flügels im Hinterwinkel, wo sie endigt, mit ein paar dunkel- 



[221] Beiträge zur Kenntniss der nordamyricauisoh^ii Nachtfalter. lO 

grauen Fleckchen bezeichnet ist. Nach diesem Costalfleckchen folgt ein mehr 
als doppelt so langes, braungraues, schmales Dreieck, das auf der Innenseite 
schwarz gerandet, ausserdem mit 2 — 3 schwarzen Costalfleckchen gezeichnet 
ist; ans seiner Spitze zieht keine Linie herab, und so ist auch der Htrd. durch 
keine dunkle Linie oder Flecke von den hellen Fransen geschieden. 

Htfl. mit etwas verlängerter Spitze, sehr hell grau; von der noch helleren 
Unterseite scheinen die zerstreuten dunkelgrauen, verdickten Querstrichelchen 
hindurch. 

Die Vdfl. sind auf der Unterseite grau, am Vdrd. und noch breiter am 
Htrd. bleich ochergelb und auf dieser Farbe mit dunkelgrauen Querstrichelchen 
bestreut. 

Vaterland: Maine (Packard), Texas (Boll, Beifrage — ein Paar hier am 
17. September gefangen). 

Anmerkung. Ein ungespanntes $ aus Texas (Boll) hat die Grösse 
der kleinsten Sescuplana. Die Vdfl. scheinen weniger scharfspitzig, und sicher 
haben sie einen convexer verlaufenden Vdrd. Grundfarbe ohne graue Bei- 
mischung, also sehr blass ochergelb, mit dunkel braungelben Querstrichelchen 
bestreut. Die Mittelbinde ist vollständig, im mittleren Drittel lichter, am An- 
fang und Ende gleich dunkel, wesshalb der verdunkelte Costaltheil weiter nach 
innen reicht als der Gostalfleck der gewöhnlichen Sescuplana; der Innenrand 
dieser Binde ist fast gerade, verdunkelt und von einer bellen Linie der Grund- 
farbe begleitet. Statt des Costaldreiecks ist ein grösserer, halbeiförmiger, an 
den Kändern schwarz gefleckter Gostalfleck, von dessen Mitte eine braungelbe, 
wenig auffallende Linie nach dem untersten Drittel des Htrdes. herabgeht. So 
vielfach dieses Ex. von den mir vorliegenden 9 Sescuplana abweicht, so glaube 
ich doch, dass erst der Vergleich einer grösseren Zahl entscheidet, ob es eine 
eigene Art oder nur eine auffallende Vaiietät der Sescuplana ist. Zu Tortr. 
peritana Eob. Fig. 52, p. 277 gehört es nicht. Diese hat (nach meinem am 
29. Juni bei Beverly gefangenen 9) entschieden weniger gespitzte Flügel, auf 
den vorderen sowie auf R. und K. eine gesättigtere Ocherfarbe und eine deut- 
liche, vom hinteren Drittel des Costaldreiecks in den Htrd. dicht über dem 
Innenwinkel herabgehende rostbraune Linie. Auch sind die ganzen Zeichnungen 
stark mit Rostfarbe gemischt. (Wie der Vdrd. der cf Vdfl. beschaffen ist, zeigt 
Robinson nicht an). 

16. Tortr. (Löxot.) Rileydna Grote. 

Majuscula, älis ant. obtusis (costa postice subconcava, revolucro cT 
longiore), rufescenti-ochraceis, maculis 2 costae, una disci strigidaque ante 
marginem posticum medium obscure cinnamomeis; post. suhsericeis, dilute 
ferrugineis. o^ 2- 

Tortr. — Grote. Transact. Am. Eut. Soc. 1868 (Sept.), p. 121. 

— — Robinson 1. c. p. 271, tab. 4. Fig. 28 Q. 

— — Riley: Nox Ins. I (1869), pL 2, Fig. 4, 5, p. 153. 
Robinson's Abbildung des 9 ist sehr gut. 



16 P. C. Zeller. [222] 

Die ochergelbe Grundfarbe der Vdfl. ist mehr oder weniger röthlich an- 
gehaucht. Bei dem viel kleineren cf reiclit der verdickte, etwas schmale Um- 
schlag von der Schulter bis zum ersten Costalfleck und nimmt also über V3 
des Vdrdes. ein. Der dunkel ziiiimtbrauiie Fleck liegt an der Medianader 
zwischen ihrem ersten und zweiten Ast und hat gewöhnlich einen solchen Punkt 
über und unter sich. Die schräge zininitbraune Querlinie vor dem Htrd. besteht 
aus 3 — 5 an einander gereihten Punktfleckchen, ist mit ihrem oberen Anfang 
gegen das Ende des zweiten Costalflecks gerichtet und endigt am Htrd. nicht 
weit vom Innenwinkel. 

Die Htfl. sind ganz rein hellrostfarben, seidenschimmernd, mit gleich- 
farbigen Fransen. 

Das Geäder zeigt die Merkwürdigkeit, dass beim cT — wenigstens dem 
meiner Sammlung — auf den Vdfi. die Adern 7 und 8 zu einer Gabel ver- 
wachsen sind, deren Stiel 1/4 so lang wie das Ganze ist, während sie bei den 
Q sich an der Wurzel kaum berühren oder auch zu einem kaum Ys der Länge 
betragenden Stiel vereinigt sind. 

Meine 6 Ex. erhielt ich durch Rilej aus Missouri. 



Abth. Idiographis Led. Meinem. S. 31. 

Ich beschreibe hier eine sehr ausgezeichnete, als neuseeländisch 
erhaltene Art, die nach Led. -Hnm. 'scher Vertheilung zu Idiographis gehören 
würde, also mit Centrana H. S. (= Inopiana Haw.) zusammengestellt werden 
müsste. Meine Ämplexcma lebt ohne allen Zweifel wie die anderen Tortrix- 
Arten nicht in der Erde und in Wurzeln, wie Inopiana (s. Nolcken's Fauna 
V. Estl., Livl. und Curland S. 359) — die also schon darum aus dem Genus 
Tortrix entfernt werden muss. So bliebe meine Ämplexana, um diesen Abthei- 
lungsbegrifF: Ader 7 und 8 getrennt, Umschlag der cT Vdfl. vorhanden, Taster 
wie bei der Abth. Capua ungewöhnlich verlängert, zu repräsentiren. 

17. Tortr. (Idiogr.) ämplexana n. sp. YIII, Fig. 2. 

Palpis elongatis, albidis, exterius hrunneis; alis ant. acutis , albidis, 
fusco-strigulosis, angulo revolucrum amplectente lituraque dorsi medii trans- 
versa ustulato-fuseis, triangulo costae posticae fuscescenti, nigro-strigulato. cf . 

Sehr kenntlich an dem brandigbraunen Winkelstreifen, der auf den weiss- 
lichen oder grauweissen Vdfl. den Basalumschlag einfasst, und dem brandig- 
braunen, nach hinten grau beschatteten Querwisch der Innenrandmitte. 

Kleiner als Costan'a. R. und Kopf hellgrau. Taster von dreifacher 
Kopflänge, zusammengedrückt, weissgrau, abwärts gelbbrau;i; Endglied kurz 
und geneigt. Saugrüssel kurz, aufgerollt. Fühler grau, kurz pubescirend. Die 
4 vorderen Beine mit weissgrauen Enden der Glieder; die Mittelschiene mit 
weisslichem Bändchen unterhalb der Mitte; Hinterbeine einfarbig gelblichgrau. 



[223] Beiträge zur Kenntniss der nordameiicanischen Nachtfalter. 17 

Hinterleib lehragrau, an den hintersten Segmenten mit rauhen seitlichen 
Schuppen; Analbusch länger als das letzte Segment, grau. 

Vdfl. 4V2"' lang, länglicher als bei Costana, mit graderem Vdrd. an der 
hinteren Hälfte und tieferer Einbiegung unterhalb der Spitze, die daher stärker 
hervorsteht. Der Umschlag befindet sich nahe der Basis, liegt fest an und ist 
mehr oder weniger dunkelbräunlich angelaufen. Grundfarbe weisslich, grössten- 
theils etwas durch Grau getrübt und reichlich mit braungrauen, welligen Quer- 
strichelchen bestreut. Aus der Schulter geht ein kurzer, brandigbrauner Strich 
nach der Falte, wo sich ihm ein schräg aufsteigender, bis zum Vdrd. reichen- 
der, viel dickerer, in seiner Mitte mehr oder weniger verdünnter anschliesst; 
der dadurch gebildete rechtwinklige Haken umfasst den Umschlag und ein 
Stückchen der Flügelfläche unterhalb desselben. Vor der Mitte erhebt sich vom 
Innenrande, schräg einwärts geneigt, ein dicker, brandigbrauner, zweiwelliger 
Strich bis über die halbe Flügelbreite; auf der hinteren Seite geht er in einen 
doppelt so breiten, violettgrauen Schatten über. Wenig hinter seiner Spitze 
fängt das bräunliche, mit schwarzen, schrägen Querstrichen durchzogene, ein- 
wärts nicht scharf begrenzte Costaldreieck an, welches bis kurz vor die mit 
einem schwarzen Punkt bezeichnete Flügelspitze reicht. Vor der Mitte des 
Htrdes. liegt eine schräge, mehr oder weniger kurze, schwarze, aus Schüppchen 
zusammengesetzte, hinten grau schattirte Querlinie. Eine schwarze, ebenso 
zusammengesetzte und mehr oder weniger weit herabreicbende Htrd.-Linie zieht 
vor den Fransen, deren grössere obere Hälfte auswärts gebräunt ist. 

Htfl. mit deutlicher Spitze, weisslichgrau mit gelblicher Beimischung und 
ziemlich reichlich mit verloschenen, braungrauen, von der Unterseite durch- 
scheinenden Querstrichelchen bestreut. 

Unterseite der Vdfl. röthlich brauugrau ; der Vdrd. an der Wurzel, so 
weit der Umschlag reicht, graubraun, von da ab schmal grauweisslich und 
braun gefleckt. Fransen stärker verdunkelt als auf der Oberseite. Htfl. mit 
mehr gelblicher Beimischung und deutlichem Querstrichen als oben. Die 
Htrd.-Linie dünn, gelbbräunlich, auf dem Analwinkeldrittel fehlend. 

4, bis auf eins, gut erhaltene cf aus Neu-Seeland in meiner Sammlung. 



Abth. Ptycholoma Stph. Keinem. S. 38. 
Getrennte Adern 7 und 8. Starker Umschlag des i^. Taster sehr kurz. 

18. Tortr. (JPtychol.) ynelaleucana Walker. 

Media, palpis minutis; alis ant. elongatis (revoluero cT ex basi longe 
ultra medium producta), albidis, nitidulis, dorso latissime ustulato-fusco, in 
medio suhinterrupto, macula eostae anteapicali fuscescente. cT 9- 

Tortrix — Eobinson 1. c. p. 271, tab. 4, Fig. 29. 

In Robinson's Abbildung gut zu erkennen, wenn auch die Flügel zu 
wenig gestreckt und in der Grundfarbe nicht hell genug sind. Die Art hat 



18 P C. Zeller. ["224] 

ausser den Abtheilungsmerkmalen nichts mit Lecheana und Magnifieana ge- 
mein. Die cT Fühler entbehren der feinen Zähnchen der Lecheana und sind 
einfach boistenförmig, sehr zart pubescircnd gefranst. Der Umschlag der Vdfl. 
reicht von der Wurzel an bis % des Vdrdes., und ist also länger als bei irgend 
einer bekannten Wicklerart; an seinem Basaldrittel ist er gelblich braungrau. 
Der sehr breite, braune, gelbumflosseue und mit glänzend grauen, geglätteten 
Schupjien bestreute Wisch, der sich am ganzen Innenrand hinzieht, nimmt mehr 
Raum ein als die gelblichweisse Grundfarbe und ist durch glänzend graue und 
rostbräunliche Beschuppung in zwei Flecke getrennt. — Das grössere 9 h^^- 
einen convexen Vdrd. und reineres Weiss, das an der Basis nicht verdunkelt 
ist. Auch verbindet sich der Costalfleck mit dem Dorsalwisch nur durch gelbe 
Linien, statt dass er beim 9 <lurch glänzendgraue und gelbbräuiiliche Färbung 
damit zusammenhängt. 

Meine 4 FiX. sind aus Ohio (Schläger). 

.Anmerkung. Ohne Zweifel hat Robinson sich den Namen aus dem 
British Museum geholt. Denn an albo-cinereus und alae vitta postica latis- 
sima einer CO- fusca wird Niemand die Art erkennen. In der Beschreibung wird 
diese vitta, unserer Art entsprechend, an den Innenrand verlegt; aber über den 
Costalfleck schweigen Diagnose und Beschreibung. — Cleraen's Beschreibung 
(Proceed. E. S. Phil. 3, p. 518, wo auch das Geäder und der Kopf abgebildet 
ist) als Ptycholoma? semifuscana ist äusserst genau. 



Abth. Lophoderus (Stph.) Heinem. S. 41. 

Vdfl. ohne cT Umschlag, mit ' wenig convexem Vdrd. und getrennten 
Adern 7 und 8. Scutellum mit einem Schuppenhöcker. Taster kurz. 

19. Tortr. (Lophocl.) lutosana Clemens. 

Parva, alis ant. (costa leviter convexa, revolucro (f nullo) suboehraceis, 
fascia media öbliqua superius fusca, infra striolani nigram dilatata einna- 
momea, triangulo costae posticae fusco cum macula super angulo dorsali po- 
sita conjuncto; jiost. öbscure einer eis. cf 9. 

Tortr. — Clemens Proc. E. S. Philad. V. (1865), p. 138. 
— — Robinson 1. c. p. 279, tab. 6, Fig. 59. 

Ich habe nur 2 cT und 1 sicheres 9 '^^r mir; nach ihnen ist mir die 
specifische Verschiedenheit von Politana Haw. sehr zweifelhaft. Die cf sind 
kleiner als meine Ex. von Politana und haben auf den Vdfl. eine gelblichere, 
hellere Grundfarbe als diese gewöhnlich; aber der Flügelbau und die Zeich- 
nungsanlage ist ganz dieselbe. Die Binde geht von der Mitte des Vdrdes. 
schräg nach dem Innenrand; sie erweitert sich auf den unteren -/s so, dass ihr 
Htrd. bis in den Innenwinkel reicht; sie ist auf dem obersten Drittel dunkel 
gelbbraun bis zu einem tiefschwarzen, sie durchschneidenden Längsstreifen, der 



r225l Beiträge zur Kenntniss der aoraamericanischen Nachtfalter. 19 

auf der Basalseite zahnförmig gebogen hervorsteht, über welchem die Binde 
verengert ist, wodurch der von Bobinson bemerkte helle Fleck an ihrer 
Basalseite entsteht; unterhalb des schwarzpn Längsstreifens ist die Farbe leb- 
haft dunkel ocher- oder zimmtbraun. Ganz so sind deutlich gezeichnete Ex. 
der Politana, denen aber öfters der schwarze Längsstreifen fehlt. Der Baum 
zwischen der Binde und dem Costaldreieck, welcher sich auch auf der Unter- 
seite als weisslicher (bei Politana öfters getheilter) Fleck auszeichnet, bildet 
eine schmale, helle Binde, welche die Mittelbinde auswärts einfasst und in 
ihrem Costalanfang besonders scharf ist. 

Auf diesen Raum folgen bei deutschen Ex. der Politana gewöhnlich noch 
3—4 kleinere weisse Fleckchen; sie fehlen bei englischen meist ganz; bei den 
NAm. sind sie verloschen und dunkler gefärbt. Die untere Spitze des Costal- 
dreiecks hängt durch einen Faden mit dem eiförmigen zimmtbraunen Fleck zu- 
sammen, der zwischen dem unteren Theil der Mittelbinde und dem Htrd. über 
dem Innenwinkel liegt. — So bleibt für Lutosana ausser der Kleinheit und 
helleren Grundfarbe gar keine Auszeichnung vor Politana. 

Robinson bildet in Fig. 59 ein grosses 9 ^^^ ^^^ ^^^ Fleck über 
dem Innenwinkel fehlt; aber er deutet ihn in der Beschreibung durch die 
Worte an: connected by a paler streak with internal angle, während Clemens 
darüber schweigt. Das vorliegende Q, das sicher hierher gehört, hat ihn sehr 
deutlich, aber verdünnt bis in den Innenwinkel fortgesetzt, und so ist es bei 
der europäischen Politana. 

Ich habe 2 9 äus Texas (Boll) vor mir, beide etwas grösser und breit- 
flügliger als das besprochene, von denen das eine ziemlich genau als Incer- 
tana bei Robinson in Fig. 58 abgebildet scheint. Der Raum zwischen Basis 
und Mittelbinde ist gesättigter, röthlich ochergelb; das Schwarze am Innenrand 
tiefer und breiter. Auch ist die Mittelbinde ein wenig breiter und angenehmer 
braungelb an den unteren 2/3. Das Costaldreieck ist dunkler und ein wenig 
grösser, und der schmale bindenförmige Streifen zwischen seiner Spitze und der 
Mittelbinde ist schwärzlich bestäubt. Dieses Ex. hat, wie Fig. 58 es zeigt und 
wie Robinson und Clemens es beschreiben, den eirunden Fleck über dem 
Innenwinkel. — Die Zeichnungen haben aber alle die Lage wie bei der echten 
Lutosana Q, so dass nur die beträchtlichere Grösse und die schönere und ge- 
sättigtere Färbung als- ungenügender Unterschied übrig bleibt. 

Das zweite abgeflogene Ex. ist offenbar dieselbe Art, nur mit blasserer, 
röthlicher Ocherfarbe und mit mehr gleichmässigem Schwärzlichbraun der 
Mittelbinde und des Costaldreiecks. Robinson's Fig. 57 Incertana cT 
stimmt mit diesem Ex.; das Bild ist schmalflügliger und zeigt — offenbar in 
Folge ungenauer, durch den verdunkelten schmalen Trennungsraum veranlasster 
Darstellung — die Mittelbinde mit dem Costaldreieck zusammengeflossen. Ro- 
binson gibt dem Endgliede der Taster eine schwärzliche Farbe, was ein Ver- 
sehen, jedenfalls nichts Beständiges ist. 

3 



20 P C. Zeller. [226] 

Meiner Ansicht nach ist daher Incertana Cl. Eob. p. 278 nicht specifisch 
von Lutosana, und beide zusammen nicht specifisch von Politana verschieden, 

Vaterland meiner 2 cT New-York, der 3 9 Texas (Boll). 

Anmerkung. Politana Haw. ist eine etwas veränderliche Art, nach 
Wilkinson (p. 271) sogar „sehr veränderlich, sowohl in der Färbung wie in 
der Intensität ihrer Zeichnungen". Sie ist nur in der englischen Varietät, die 
auch Heinemann S. 41 beschreibt, bei H. S. als Lepidana gut und kennt- 
lich abgebildet. F. v. R.'s. Sylvana, die ich von ihm selbst unter diesem 
Namen erhielt, ist die deutsche, gelblichere, weniger scharf gezeichnete Varietät 
und bei ihm Taf. 22, Fig. 4 ganz unkenntlich dargestellt. Wenn H. S. IV, 
S. 162 sagt, die 2 schwarzen Punkte der Abbildung seien „selten" vorhanden, 
so heisst das nichts Anders, als an seinen Ex. seien keine zu sehen. Meine 
12 deutschen und 9 englischen Ex. zeigen sie ebensowenig. 

Ich selbst fing bisher bei Glogau in einer Kiefernschonung am 13. Mai 
2 cT und bezweifle die Richtigkeit der bei Treitschke zu lesenden (wohl 
von 0. V. Tischer ihm gemeldeten) doppelten Generation. 



Abth. Argyrotoxa*) Heinem. S. 48. 

E. glatt. Vdrd. der Vdfi. schwach convex oder auf der hinteren Hälfte 
gradlinig, ohne Umschlag des cf. Ader 7 und 8 getrennt. 

20. Tortr. (Argyrot.) trifurculana n. sp. 

Alis ant. oblongis (revolucro (^ nullo), pallide flavis, obsolete ochraceo- 
reticulatis, strigis 3 subangulatis, obliquis, ochraceis (una ante medium, una 
postica utrimque furcata, una ante apicem) ; post. niveis totis. cT Q- 

Aehnlich in Färbung und Zeichnung der folgenden Furcatana, bei wel- 
cher aber die Adern 7 und 8 eine Gabel bilden, während sie bei Trifurculana 
bis zur Wurzel getrennt bleiben. 

ß. und K. blassgelb, wie das Wurzelglied der beim cT zart pubescirend 
gefransten Fühler. Taster blass ochergelb, beim 9 '^on doppelter Kopflänge, 
beim c? kürzer, am Ende des zweiten Gliedes stark verdickt; das Endglied 
kurz. Saugrüssel sehr kurz (oder fehlend?). Beine weisslich, die vorderen 
aussen ochergelblich angelaufen; Hinterschienen weiss. Hinterleib gelblichweiss 
mit schwachem Analbusch. 

Vdfl. cT 3^/4'", 9 4V2'" lang, länglich mit sanft couvexem, an der hin- 
teren Hälfte ziemlich geradem Vdrd., deutlicher Spitze und sanft convexem 
Htrd. ohne Eindruck unter der Spitze. Die blassgelbe Grundfarbe ist reichlich 
mit blass ochergelben Fleckchen oder groben Punkten bestreut, welche, beim 9 



') Argyrotota ist, sowie Lozotaetüa, als ein Memento, das Stephens ohne die griechischen 
Buchstaben zu kennen, griechische Wörter gebildet hat, zu verwerfen. 



r227] Beiträge zui' Kenutniss der iiordamericanischen Naclitfalter. 21 

deutlicher getrennt als beiiri cf, wellige Querlinien bilden. Vor der Mitte geht 
eine starke, schwachwellige, hier und da verdickte, ocherhraune Querlinie vom 
Vdrd. bis hinter die Mitte des Innenrandes. Ihr parallel ist die zweite Quer- 
linie, von hinter der Mitte des Vdrdes. bis zum Htrd. dicht über dem abge- 
rundeten Innenwinkel; an ihrem Anfang und Ende bildet sie eine kurze Gabel, 
und über ihrer Hälfte sendet sie einen Ast nach der dritten Querlinie. Diese 
ist kurz, da sie vom Vdrd. nur bis zur Mitte des Htrdes. reicht; sie ist beim 
9 etwas zerrissen und am Vdrd. gleichfalls in eine kurze Gabel gespalten. 
Den Htrd. umzieht eine ocherbräunliche, gegen die weisslich gelben Fransen 
scharf abstechende Linie. 

Htä. rein weiss, etwas seidenglänzend, mit gleichen Fransen. 

Unterseite weiss, beim cT besonders am Vdrd. der Vdfl. und gegen die 
Wurzel sehr blass ochergelb angelaufen. Ader 7 und 8 kommen einander an 
der Wurzel sehr nahe, ohne sich doch zu vereinigen, und Ader 8 endigt ent- 
schieden über der Hügelspitze in den Costalfranseu. 

Das cT meiner Sammlung ist aus New-York (Speyer), das sehr schöne Q 
des Museum Cambridge aus Texas (Bell). 

21. Tortr. (Argi/rot.) alhicottiana Clemens. 

Parva; alis ant. hreviuseuUs (revolucro cT nullo, costa convexa), pallide 
citrinis, strigis 3—4 obliquis, arcuatis, lüacinis, nüidulis, saepe ferrugineo- 
fusco marginatis; post. alhis, saepe ad marginem posticum cinerascentibus. cT Q . 

Tortr. — Robinson 1. c. tab. 5, F. 41. 

Var. b) al. ant. basi et margine postico pallide citrinis, ceterum fusco- 
ferrugineis, in medio ferrugineis, macula parva venae transversae alhida, strigis 
lilacinis dilatatis; post. cinereis. cf 9- 

Xanthosetia — Clem. Proc. E. S. Philad. V. (1865), p. 137. 

Tortr. — Robinson 1. c. p. 273, tab. 5, F. 42. 

Robinson vergleicht sie richtig mit Bergmanniana; jedoch ist bei 
dieser die Spitze der Vdfl. etwas deutlicher, und Ader 7 geht etwas tiefer unter- 
halb der Spitze in den Htrd. Die einfachste Färbung (Fig. 41) scheint er 
darum weiter nicht zu erwähnen, weil Clemens sie beschrieben hat. 

Beide Geschlechter dieser schönen Art kommen in beiden Färbungen vor; 
nur hat Var. b) wohl ohne Ausnahme dunkelgraue Htfl. 

Die Art scheint sehr verbreitet und stellenweise häufig zu sein. Bur- 
gess fing cf <^er Var. a) bei Beverly am 21. Juli. 

22. Tortr. (Argyrot.) conigerana n. sp. Taf. VIII, Fig. 3. 

Alis ant. (costa leviter convexa, revolucro cT basali, appresso) saturate 
rufo- ferrugineis, postice brunneo piirpureoque mixtis, macula costae triangu- 
lari vel trapezoidali nivea. (^ 9- 



22 p.c. Zeller. [228] 

Nach dem schneeweissen Costaldreieck der Vdfl. scheint diese schöne 
Art mit der viel kleineren Teras Hohniana L. verwandt; aber bei ihr geht 
Ader 7 deutlich unterhalb der Flügelspitze in den Htrd., und das (f hat einen 
ziemlich langen Umschlag. Es fällt mir sehr auf, dass ich, obgleich die Art 
nicht selten sein kann, bei Clemens keine auf sie passende Beschreibung 
finde. Robinson mag sie für ein anderes Genus, an dessen Bearbeitung ihn 
der Tod gehindert hat, aufgespart haben. Da sie aber nicht neben Hohniana 
gestellt werden darf, so findet sie wohl den geeignetsten Platz bei Unifasciana. 

Etwas grösser als Loeflingiana. R. und K. röthlich rostfarben, beim cf 
weniger lebhaft. Taster ziemlich dünn, um wenig mehr als die halbe Kopf- 
länge vorstehend. Säugrüssel klein. Fühler des cT borstenförmig , mit ge- 
drängten Gliedern, mikroskopisch pubescirend; graubräunlich, mit gelblichem 
Wurzelgliede. Die 4 vorderen Beine bräunlich mit helleren Enden der Glieder; 
die Hinterbeine grau mit verdunkeltem Rücken der Wurzel der Fussglieder. 
Hinterleib grau, an den Hinterrändern der letzten Segmente schuppenhaarig 
gefranst. Analbusch des cT stark, graugelblich, des 9 ärmlich, bleichgelb. 

Vdfl. 4'" lang, länglich mit von der Wurzel stärker, dann schwach con- 
vexem, beim 9 fast geradlinigem Vdrd. und sehr schwach convexem Htrd. 
Grundfarbe gesättigt rostroth, bei % des Innenrandes mit einem braunen Fleck- 
chen. Der Umschlag reicht von der Basis bis zum weissen Dreieck und ist 
mit einigen dunkelgrauen Fleckchen bestreut. An der Mitte des Vdrdes., von 
der Basis etwas weiter entfernt bleibend als von der Flügelspitze und kaum '4 
der Plügelbreite einnehmend, liegt ein schneeweisses Dreieck; beim Q ist 
seine Spitze abgeschnitten, wodurch es ein Trapez wird. 

Eine sehr dunkel rostbraune, nach unten gebräunte Binde, die das Dreieck 
von der Basalseite begrenzt, läuft schräg zum Innenrand; hinter ihr ist der 
Grund gelichtet und hell purpurfarbig gemischt. Am Htrd. ist eine hell rost- 
braune, gelblich bestäubte (oder gelbliche, rostbraun fleckige) Binde, welche an 
ihrer Mitte mehr oder weniger stark eckig nach innen erweitert und auf der 
Basalseite von einem breiten, braun rostfarbigen Streifen eingefasst ist, wodurch 
ihr Raum um so schärfer bezeichnet wird. Fransen heller rostfarbig als die 
Grundfarbe. 

Htfl. grau, gegen die Wurzel und den Vdrd. gelichtet. 

Unterseite der Vdfl. hellgrau; das Costaldreieck scheint in gelblich- 
weisser, die Htrd. -Binde in gelblicher- Farbe verloschen durch; Fransen rost- 
bräunlich. Htfl. weissgrau, am Vdrd. und in der Spitze weisslich. 

Meine Sammlung enthält 1 cf aus Maine (Packard), 3 9 aus Massachu- 
setts (mit dem Datum 26. Juni) und 1 9 ^^^ New-York (Speyer). 



Abth. Oeuectra Gn., Heinem. S. 50. 

Taster von dreimaliger Kopflänge. Vdrd. der Vdfl. des cf ohne Um- 
schlag. Ader 7 und 8 zu einer Gabel zusammengeflossen. 



r229j Beiträge zur KenntnisB der nordampricanischen Nachtfaltir. 23 

An Püleriana, der einzigen Art, auf welche Guenee und Lederer die 
Abtheilung Oenectra gründen, bemerke ich einen ganz kleinen Umschlag an 
der Wurzel des Vdrdes. und von ihm aus den Rand selbst fast bis zur Binde 
aufgebogen; der Umschlag scheint zwar nicht aus Haut, sondern nur aus ver- 
grösserten Schuppen zu bestehen. — Bei Exustana Z. (Ent. Ztg. 1866, 
S. 144), die ich darauf hin nicht untersuchen kann, weil ich nur 1 9 besitze 
(nicht 1 cT, wie dort gedruckt ist), ist der Stiel der durch Ader 7 und 8 ge- 
bildeten Gabel viermal so lang wie die beiden Gabeläste. — Die folgende Art 
hat in sonstigem Bau und Färbung so wenig Aehnlichkeit mit den beiden an- 
deren Oenectra-Arten, wie diese unter sich. 

23. Tortr, (Oenecf.) violaceana Robs. 

Mediocris, palpis lomjis; al. ant. subacutis, (costa leviter convexa, 
revolucro cf nullo), fusco-violaceis, basi late aurea nitidula, margine postico 
ciliisque ochraceis; post. obscure einer eis, subtus canis, cf. 

Tortr. — Robinson 1. c. p. 271, tab. 5, Fig. 31. 

Die Fühler sind borsten förmig, kaum gegen die Spitze schwach gekerbt, 
mikroskopisch pubescirend. Die spitzen Vdfl. haben einen schwach gekrümmten 
Vdrd. und einen solchen Htrd., so dass die Spitze nicht sonderlich scharf ist. 
Von einem Umschlag ist nicht die geringste Spur zu entdecken. — Eine Aehn- 
lichkeit mit Ministrana, die Robinson sieht, ist der Art abzusprechen. Auch 
sehe ich bei ihr auf dem Scutellum keine Spur eines Haarschuppenhöckers. 

Meine 4 Ex. sind, wie die Robinson's, aus den Staaten New-York und 
Massachusetts. 



Abtb. Dichelia Led., Heinem., S. 50. 

Taster kaum von doppelter Kopflänge. cT Fühler nur pubescirend ge- 
franst. Vdfl. ohne Umschlag. Ader 7 und 8 bilden eine Gabel. 

24. Tortr. (Dichel.) puritana Robins. 

Alis ant. elongatis (costa sine revolucro) , aureis, fascia perobliqua, suh- 
angulata, viacula costae posticae lituraqiie sub aince rufo-ferrugineis, Ulacino- 
conspersis ; posticis cinereis, Q dilutioribus. 

Tortrix — Robinson 1. c. p. 271, tab. 5, Fig. 30. 

Sie hat einige Aehnlichkeit mit der europäischen Strigana, aber eine 
schöner gelbe Grundfarbe. Die Taster, die bei meinem Paar abgebrochen sind, 
beschreibt Robinson als lang und rüsselförmig, wonach die Art sogar zu 
Oenectra gehören und ein noch bunteres Artengemisch hervorbringen würde. 

Das (;f hat an den Fühlern etwas Besonderes, indem die Geissei vom 
Wurzelgliede abgeschnürt, dann in 10 — 12 Gliedern etwas zusammengedrückt 



24 P. 0. Zeller. [230] 

convex, an beiden Seitenrändern sägezähni^j und borstig gefranst, von da ab 
einfach borstenförmig, gczähnelt und flaumhaarig ist. 

Die Binde der Vdfl. geht von V4 des Vdrdes. nach dem Anfang des 
letzten Innenranddrittels hin, an dem sie sich zu einem bis in den Innenwinkel 
reichenden Streifen erweitert, was sie auch in der Falte thut, wodurch sie eine 
eckige Gestalt erhält. Der Stiel der Gabel von 7 und 8 hat kaum V3 der 
Länge des Ganzen. 

Vaterland meiner Ex. wahrscheinlich Maine. Robinson gibt für die 
seinigen Massachusetts und Illinois an. 

Anmerkung. Croesia? unifnsciana Clemens (Proc. E. S. Phil. 3, 
p. 516), welche Robinson für seine Art hält, kann kaum hierhergehören, wenn 
sie nicht sehr abändert. Die Zeichnung der Flügelspitze stimmt; aber von der 
Binde, die er als über der Falte unterbrochen beschreibt, soll dadurch das 
untere Ende alx ein Fleck auf dem Innenrand ein wenig hinter der Mitte 
übrig bleiben, statt dass sie, wie ich beschrieben habe, und wie Robinson 
abbildet, sich von -/:, des Innenrandes bis in den Innenwinkel fortsetzt. Ro- 
binson's Figur halte ich für die des q\ sie hat aber blass gelbliche Htfl., 
blässer als bei meinem Q. Clemens gibt kein Geschlecht an und bezeichnet 
sie als blass braungelb. Diese Flügel mögen eine veränderliche Färbung haben. 

25. Toi^tr. (Dichel.) sulfnreana Clem. 

Parva, palpis prominentibus ; al. ant. (sine cf revolucro) aureis, niti- 
dulis, ferrugineo-retieulatis, fascia ohliqua ex margine dorsali ramum emittente 
adversns marginem posticum directum et cum macula marginali connexum, 
puncto dorsi ante medium maculaque co.'^tae posticae lilacino-brunneis ; al. 
post. obscure cinereis. o^ 9- 

Törtr. — Robinson, p. 273, t. 5. Fig. 38 (zu gross), 39. 

Croesia? — Clem. Proc. Ac. Nat. Sc. Philad., 1860, p. 353. 
— ? virgineana Clem. Proc. E. S. Philad. 1864, p. 517. 

Robinson, der 100 Ex. zum Vergleich hatte, mag mit der Behauptung 
Recht haben, dass diese Art sehr veränderlich sei. Ich habe nur 5 sicher zu 
einer Art gehörige Ex. und zwei grössere cf, die ich nicht mit Bestimmtheit 
damit vereinigen kann. Jene (3 rf, 2 9) stimmen mit Clemens' Beschrei- 
bung seiner Sulfureana, nur nicht in der der Htfl., die nach ihm whitish sein 
sollen, während sie bei meinen Ex. dunkel braungrau, beträchtlich dunkler 
sind als bei den 2 grösseren, in Anmerkung 1 erwähnten, und nicht in dem 
stripe along the inner margin (der Vdfl.), von dem meine Ex. so wenig zeigen 
wie Robin so n's Figuren. In Rbs.' Fig. 39 nimmt ein dunkelrother Streifen 
fast den ganzen Htrd. ein. 

• ,/ Meine Ex. sehen folgendermassen aus. Auf den Vdfl. ist die Grundfarbe 
ein schönes, schimmerndes Goldgelb, mit rostrothen Gitterstrichen reichlich 
überzogen, die gegen die Basis hin ziemlich verloschen, gegen den Htrd. hin 



[2311 Beiträge zur Kenntniss der nordaraericanischen Nachtfalter. 25 

um SO deutlicher ausgedrückt sind; hier treten besonders die Adern in dieser 
Farbe scharf hervor. Eine violettlichbraune Binde fängt auf */3 des Vdrdes. 
einfach oder zu einem Fleck erweitert au und geht schräg und ziemlich gerade 
bis zum Innenrand hinter der Mitte, wo sie sich zu einem grösseren Fleck 
erweitert; von dessen hinterem Ende steigt schräg aufwärts ein starker Arm 
auf, der sich oberhalb der halben Flügelbreite ganz nach hinten wendet und 
sich durch verstärkte Adern mit einem Hinterrandfleck von verschiedener Länge 
und Deutlichkeit vereinigt. Am Innenrand liegt vor 1/3 ein starker, gleich- 
farbiger Punkt und am Vdrd. vor der Spitze ein ebenso gefärbter dreieckiger 
Fleck. Die Fransen sind hellgelb. 

Die 5 sind etwas grösser als die cf, mit schmäleren, spitzeren Vdfl., 
deren Vdrd. hinter der Mitte bis vor die Spitze sanft eingedrückt ist. Das 
Costaldreieck ist schmäler als beim cT, der Htrd. -Fleck kleiner und vom Htrd. 
abgerückt, so dass hinter ihm die rostfarbenen Adern deutlich hervortreten. 

Die Htfl. haben in beiden Geschlechtern in den Fransen dasselbe Dunkel- 
grau wie auf der ganzen Flügelfläche. Ebs. bildet sie gelblich ab, lässt aber 
aus der Beschreibung errathen, dass sie von der Flügelfläche nicht abweichen. 
Der Stiel der Gabel, welche auf den Vdfl. die Adern 7 und 8 bilden, ist halb 
so lang wie das Ganze. — Die 2 9 haben dicke, lange, dunkelgraue Hinter- 
leiber; der kleine Analbusch des einen ist gelblich; aber die duukelgrauen 
Deckhaare mögen abgerieben sein. 

Nach der Länge der Taster, die um etwas mehr als die Kopflänge her- 
vorstehen, würde diese Art auch zu Oenectra zu stellen sein; sie sind dreieckig 
verdickt, dann schnell verdünnt, mit dünnem, abwärts gerichtetem Endgliede. 

Meine Ex. sind aus Massachusetts (cT 29. Juni und ^T 16. Sept., Bur- 
gess), Missouri (Eiley) und Texas (Boll). 

Anmerkung 1. Die zwei grösseren (j^ Ex. (1 so gross wie die eben 
beschriebenen $, das andere noch grösser, beide jedoch kleiner als Puritana) 
haben zwar unter einander gleiche Flügelgestalt, nämlich die Vdfl. ein wenig 
länger als bei den beschriebenen Sulfureana cf, sind aber ia der Färbung 
unter einander etwas verscliieden. Bei beiden stimmt die goldgelbe, schim- 
mernde Fläche ganz mit der von Sulfureana ; es fehlt aber alle Gitterzeichnung, 
und die übrige Zeichnung ist rostbraun, mit violettlich schimmernden Schuppen 
überdeckt, so dass das Rostbraun nur schmal an den Rändern zum Vorschein 
kommt. Die Binde ist in 3 Flecke aufgelöst, von denen der mittelste weiter 
vom Dorsalfleck absteht als vom Costalfleck; der Dorsalfleck, der grösste, 
streckt gegen den Mittelfleck eine Spitze hervor und sendet hinten einen Arm 
schräg in die Höhe, der sich auf der Qaerader zu einem Fleck verdickt und 
hier endigt. Hinter und über diesem Fleck ist bei dem kleineren Ex. der 
Grund ganz reingelb; bei diesem zieht dicht vor dem Htrd., ihn nicht be- 
rührend, aus der Flügelspitze ein breites Band herab, das sich unten verdünnt 
und durch einen dünnen Randstreifen mit dem Dorsalfleck verbindet. Ebenso 
ist auch der dunkle Dorsalpunkt auf dem Innenrande durch rostgelbe Schuppen 
mit dem Dorsalfleck verbunden. Das Costaldreieck, welches vor dem Quer- 



26 P. C. Zeller. [232] 

aderfleck anfängt, ist nach hinten sehr verengert und gelichtet und hängt nicht 
mit der Flügelspitze zusammen. Bei dem grösseren Ex. erreicht es aber nicht 
nur die Flügelspitze, sondern fliesst auch mit dem Bande des Htrdes. zusammen; 
zwischen diesem und dem Queraderfleck ist noch ein Querfleck vorhanden, der 
mit diesem, sowie mit dem Mittelbande durch lichtere Eostfarbe wischartig 
verbunden ist. Die Gabelader ist wie bei Sulfureana. Die Fransen sind nur 
gelblich. Die Htfl. sind lichtgrau mit helleren, doch nicht gelblichen Fransen. 

Was also diese Ex. (das kleinere aus Texas [Packard], das grössere aus 
Maine oder Massachusetts [gleichfalls von Packard]) von meiner Sulfureana 
unterscheidet, ist die beträchtlichere Grösse, der Mangel der Gitterzeichnung, 
die in Flecke aufgelöste Binde, der Queraderfleck, das Htrd.-Band und die 
helleren Htfl. — Auf das kleinere passt Kbs. Fig. 40' gut, und ich würde sie 
für eine Darstellung desselben erklären können, wenn sie nicht eine voll- 
ständige Binde zeigte. 

Anmerkung 2. Ich habe 3 cf, 1 Q von Beifrage aus Texas (die cf 
am 20. Juli und 1. August, das 9 ^.m 30. Juli gefangen). Sie sind zum Theil 
sehr abgeflogen ; nur das eine cf hat vollständige Fransen, woher sich mit 
Wahrscheinlichkeit annehmen lässt, dass auch die Flügelfärbung bei ihm nicht 
durch Abreibung verändert ist. Sie sind noch kleiner als meine Sulfureana, 
mit etwas längeren Vdfl., wie bei den in Anm. 1 beschriebenen. Die Grund- 
farbe ist ein helles Goldgelb mit einigem Schimmer, und nur bei dem unab- 
geflogenen (^ in der Gegend des Innenwinkels mit einiger Spur von Gitterung. 
Die Farbe der Zeichnungen und der Schulterdecken ist rostroth, schwach lila- 
schimmernd. Die Binde ist in 3 getrennte Flecke aufgelöst; bei einem cf 
hängt jedoch der zweite mit dem grossen Dorsalfleck genau zusammen. Der 
grosse Queraderfleck ist mehr oder weniger weit vom Dorsalfleck entfernt; 
jedoch bei demselben cT mit ihm durch einen dünnen Hals verbunden. Der 
Costalfleck ist klein und völlig frei. Der Htrd. -Streifen, der sich dem Htrd. 
über dem Innenwinkel mehr nähert als oben, ist nach unten sehr verdünnt. 
Der Dorsalpunkt vor der Binde ist gross und dreieckig. Auch die Basis des 
Vdrdes. ist fleckartig rostroth und durch solche Schuppen mit der Binde ver- 
bunden. Die Gabelader wie bei Sulfureana. 

Htfl. sehr hellgrau, auf der Unterseite fast gelblich. Hinterleib blass 
gelbgrau. 

Diese kleine Form nenne ich als Varietät oder als Art, falls sie sich als 
solche erweisen sollte, Belfrageana. 

26. Tortr, (Dichel.) furcatana Walker. 

Alisi ant. acutis (revolucro (^ nullof), pallide flavis, suhreticulatis, fascia 
media inferius furcata, ramo altera cum macula dorsali conjuncto, strigaque 
postica hisinuata in angulo interno cum macula dorsali conjuncta fusco- 
ferrugineis; j)ost. albis. Q. 

Bichelia — Walcker Brit. Mus. 28, p. 319. 

Tortr. — Robinson 1. c. p. 270, tab. 4, Fig. 27. 



r2333 Beiträge zur Kenntniss der Tiordamericanischen Naclitfaltor. 27 

Meine 2 Ex. sind grösser als die folgende Beticulatana und haben keine 
Taster; nach Walker sind diese kurz, während Robinson über ihre Länge 
schweigt. Der Vdrd. der Vdfl. ist vor der scharfen Spitze sanft eingedrückt, 
der Htrd. fast gerade, kaum ein wenig convex, ganz ohne Eindruck unterhalb 
der Spitze. Die Gabel der Adern 7 und 8 ist länger als der Stiel. 

Was diese Art besonders charakterisirt, ist der rostbraune Dorsalfleck, 
der von 2/3 *i6s Innenrandes, wo er den einen Arm der beiden, in die sich die 
Binde spaltet, aufnimmt, bis in den Innenwinkel hinein reicht. InRobinson's 
Bild ist er nicht ausgedrückt. — Die Art hat eine äussere Aehnlichkcit mit 
Trifurculana, bei welcher aber die Adern 7 und 8 der Vdfl. getrennt bleiben. 

Meine zwei Ex. sind aus den Staaten New- York und Ohio. 



Abth. Batodes Guen., Heineinann S. 49. 

Vdrd. der Vdfl. mit kurzem Umschlag; Ader 7 und 8 bilden eine Gabel. 
Taster bis zu doppelter Kopflänge. 

27. Tortrix (Bat.) retieulatana Clemens. 

Alis ant. acutis (revolucro c? parva), pallide aureis, ferrugineo-recii- 
culatis, puncto dorsali, striga ohliqua in maeiilam doradlem diVatata maculaquc 
costae posticae furcam in maculam dorsalem ei in angulum intcrnum demit- 
tente viuluceo-fascescentihiis; post. alfiis vel aJhidis, in cf ad marginis inferni 
basim ccdlosis. cf $. 

Croesia? — Clemens Proc. Acad. Nat. Sc. Philad. 1860, ]). 353. 

Tortrix — Robinson 1. c. p. 272, tab. 5, Fig. 33—35. 

?Var. h) mesosjiila Z. al. ant. striga ante medium iitaciilaque costali 
nullis, viacula dorsali magna. 9 ■ 

Mit Recht nennt Robinson diese Art sehr veränderlich. Das (f wird 
aber wohl immer au der Beschaffenheit der Htfl. zu erkennen sein. An diesen 
ist nämlich der Innenrand auffallend kurz und wulstig verdickt, und weiter 
einwärts zieht in der etwas vertieften Fläche ein kurzer Wulststreifen herab. 
Die ganze Stelle ist blass ochergelb. Ausserdem ist der Flügel entweder so 
weiss wie beim Q, oder gelblichweiss, in der Flügelspitze grau angelaufen. 
Die Taster reichen um wenig mehr als Kopflänge über die Stirn hinaus. — 
Der Umschlag des ^T liegt dicht an und ist ziemlich leicht zu übersehen; er 
reicht bis in den erweiterten Anfang des mehr oder weniger biudenfürmigen 
Querstreifens. Das Costaldreieck ist hell und dunkel gegittert, und von seinem 
unteren Ende geht ein Stiel, der sich schnell in 2 gebogene Arme theilt, von 
denen der innere zu der dreieckigen Dorsalerweiterung des Querstreifens, der 
andei-e in den Innenwinkel reicht; beide ändern in der Deutlichkeit ab, und 
es fehlt bisweilen der eine oder auch beide. 

4 



28 P. ^- Zßller. [234] 

Varietät b) unterscheidet sich durch die breiteren Vdfl., die auch 
unterhalb der Spitze gar keine Einbiegung haben, wie sie doch bei den drei 
anderen Ex., wenn auch sehr schwach, vorhanden ist. Der erste Querstreifen 
fehlt; doch ist der Anfang, wenn auch undeutlich, zu erkennen. Dalur ist der 
halbeiförmige Dorsalfleck desto grösser und dunkler und durch Schuppen auf 
dem Innenrand mit dem Innenrandpuukt verbunden. Auch das Costaldreieck 
fehlt und ist kaum durch verloschene Querstrichelchen angedeutet; wo sein 
Anfang sein sollte, geht eine dunkle, gebogene Querlinie in gleicher Richtung, 
wie bei den anderen Ex., in den Innenwinkel; die zum Dorsalüeck gerichtete 
fehlt völlig, wie auch die vor dem Htrd., welche sonst bei cT und 9 ^'^^^ 
Vdrd. schräg zum Htrd. geht und ihn über dem Innenwinkel erreicht. Die 
Gabel der Adern 7 und 8 hat einen kürzeren Stiel als bei den 3 anderen Ex., 
bei denen er Vs »ies Ganzen beträgt. Es ist also möglich, dass das Ex. (dem 
die Taster fehlen) wegen der Breite der Vdü., des uneingebogenen Htrdes., der 
etwas anderen Zeichnung und der Gabelader zu einer verschiedenen Art gehört. 

Vaterland: Texas (1 cf), Maine oder Massachusetts (cf 9)' New- York 
(Var. b). 

Anmerkung 1. Robinson's Fig. 36 scheint ein cf darzustellen, dem 
die dünnen Querlinien und die Gitterung wie in Fig. 35 fehlen. Beide Figuren 
sind sicher nach Ex. mit weggewischtem Dorsalpunkt gemacht. In Fig. 36 ist 
das Dorsaldreieck sehr klein und gegen die Wurzel zu nicht so weit verlängert 
wie bei den anderen Ex., wesshalb seine Lage weiter gegen den Innenwinkel 
gerückt erscheint. Ich stimme Robinson bei, der beide Figuren als Varietäten 
hierherzieht. 

Anmerkung 2. Der 'N&me Reticulatana verträgt aich mit Beticulanß R. 
und Beticulata Stt. in demselben Genus schlecht, da Verwechslungen nicht 
ausbleiben können. Ich würde daher Walker's Benennung Subauratana 
(Teras — 40, p. 289) vorziehen, deren Beschreibung ungewöhnlich sorgfältig 
ist und, wenn man weiss, dass diese Art gemeint sei, zutrifft. 



Abth. Aniphisai) Gurt. Coelostatlima Clemens. 

Taster wenig länger als der Kopf. (/ Fühler kammzähnig. Vdü. des (^ 
ohne Umschlag. Ader 7 und 8 bilden eine Gabel. 

28. TorttHx (Amjih.) tliscopunctana Clem. 

Parva, antennis (f breviter pectinatis; alis ant. aeutis (costa convexa, 
revoluero (j^ nullo), pallide ocliraceis, strigis 2 arcuutis, brunneis, priore usque 



') Nicht AmphyHa, wie Lederer, Heineniaiiu und Audere schreiben. S. Curtia British 
Entomology, V (182S), p. 209. Stephens wühlte dafür in den lllustrations IV (IS;«), p. 81 
P)i iledone. 



r235'| noitiilge zur Kenntniss der nordamoricanischen Nachtfalter. 29 

ad punctum venac transversae nigrum, posteriore usque ad marginem postieum 
fasciae instar eolore brunnescenti adumhratis; post. albidis. c^. 

Coelostathma — Cleni. Proc. E. S. Philad. 1860, p. 355. 

Tortrix — Robinson 1. c. p. 276, tab. 6, Fig. 51. 

Der Stiel der aus 7 und 8 gebildeten Gabel ist halb so lang wie das 
Ganze. Auf der Unterseite sind die Vdfl. blassgelb, gegen die Wurzel hin grau- 
schattig, der Vdrd. schmal weissgelblich und gegen die Wurzel hin mit bräun- 
lichen und hinter der Mitte bis zur Spitze mit 4 starken, braunen Punkten 
gezeichnet, aus deren zweitem eine Querlinie bis in den Innenwinkel zieht. Der 
Queraderpunkt ist braun und nicht so deutlich wie auf der Oberseite. 

Ein cf, kleiner als Eobinson's Abbildung, aus Texas (Boll) im Museum 
Cambridge. 

Ein eben solches aus Dr. Rössler's Sammlung. 



Abth. Platynota Clemens. 

Taster von 2 — Sfacher Kopflänge, vorgestreckt. Fühler einfach. Vdfl. 
mit rauhen Querlinien und Schuppcuhaufen. Umschlag des cf vorhanden. 
Ader 7 und 8 zu einer Gabel verwachsen. 

Diese durch ihre rauhen Vdfl. ausgezeichnete Abtheilung, die Clemens 
sehr genau charakterisirt, ist nicht mehr und nicht weniger als die anderen 
To?'/n'a;-Abthcilungen berechtigt, eine eigene Gattung zu bilden. Sie hat nicht 
blos in der Beschuppung, sondern auch in der Flügelgestalt mit den rauh- 
schuppigen Teras-krian Aehnlichkeit. Nach Leder er's und Heinemann''s 
Anordnung würde sie am besten hinter Cajma zu stehen kommen. 

20. Tortr. (Platyn.) sentana Clem. 

Alis ant. acutis, (revolucro cf hrevi), ohscure fuscescenti-griseis, strigis 
ohliquis asperis nigris, striga media ohliqua nigra cxterius fasciae instar fus- 
cescenti-adumhrata, triangulo costae posticae ohsoleto fuscescente, puncto venae 
transversae aspero atro; post. fasco-cinereis, cf hasi canescente. (f Q. 

Platynota - Clemens Proc. Ac. Nat. Sc Philad. 1860, p. 348. 
Tortrix - Robinson 1. c. p. 277, tab. 6, Fig. 54 $. 

Sie ist veränderlich in der Grösse (doch das kleinste cT so gross wie 
Flavedana Q), desgleichen in der Länge der Taster (bei dem einen grösseren 
cT nicht um die ganze Kopflänge, bei dem kleineren cf um die volle Kopf- 
länge, beim 9 ^^ «^'ß doppelte über die Stirn hinausragend) und in der Farbe 
der letzteren (bei dem kleineren cf oben duukclgrau, bei den 2 anderen Ex. 
hell staubgrau). Nach den vorliegenden Ex., deren Htfl. -Farbe dunkel braun- 
grau ist, ändert diese wohl nie so ab, dass sie eine gelbliche Beimischung er- 
hält. Clemens nennt sie freilich yellowish fuscous, und da er die Möglich- 

4* 



30 T. t*. Zeller. [236] 

keit auniiiinit, dass Flavedana nur Varietät der Sentana sei, so möcbte seine 
Art gar niclit mit der liobinso n'scheu einerlei zu sein sclieinen; dafür be- 
schreibt er die VdQ.. so trellend, dass ich ^ejjen das Zusannnengehüren der 
Giemen s'schen, Rob ins o n'scheu und meiner Sentana keinen Zweifel habe. 

Das wichtigste Unterscheidungszeichen, das weder Clemens, noch Ro- 
binson angibt, ist der Umschlag des cf ; er reicht bei Sentana nicht bis 
zum Anfang der Binde und hat somit Vs oder Vg der Vdrd. -Länge; dabei ist 
er ziemlich schmal; bei Flavedana reicht er bis über die Hälfte des Vdrdes. 
und hat eine angemessene Breite. Einen anderen wichtigen Unterschied gibt 
die Färbung der cf Htfl.; bei Sentana ist nämlich von der Wurzel aus ein am 
Innenrand hinziehender, auffallend heller, dreieckiger Raum, der sich auf der 
Grundfarbe wie eine abgewischte Stelle ausnimmt. 

Auf den Vdfl. zeigt sich ein starker, tiefschwarzer Schuppenbusch auf 
der Querader als hintere Grenze der Binde, die gerade hier am hellsten und 
von zwei schwarzen, rauhen Längslinien durchzogen ist. Der Dorsaltheil der 
Binde ist am bi-eitesten und bildet einen grossen, röthlich gemischten Wisch-' 
fleck. Wie die Binde, so ist auch das verloschene, von schwarzen Querstreifen 
durchzogene Costaldreieck auf der sehr schiefen Basalseite durch eine rauhe, 
schwarze Linie begrenzt. 

Auf der Unterseite sind die Vdfl. bräunlichgrau, ringsherum hellgrau mit 
verloschenen, dunkleren Querstrichen; die Htfl. ganz hellgrau und sehr reich- 
lich mit zu unvollständigen Querlinieu zusammcnfliessendeu braungrauen Quer- 
strichelcheu bestreut. 

Clemens beschreibt die au Vibuniwiii prwnifolium lebende Raupe; 
den Schmetterling erhielt er daraus zeitig im Juli. 

Robinson, dessen kenntliche Abbildung die schwarzen Querliuien nicht 
genug hervortreten lässt, kennt als Vaterland: Massachusetts, New-York und 
Pennsylvanieu. Aus den beiden ersten Staaten habe ich (f und 9 ; »^i" cT i'" 
Museum Cambridge stammt aus Texas (Bull). 

30. Tortr. (Platyn.) flavedana Clem. 

Parva; alis post. fuscescenti-luteis ; ant. scabris, cf, (revolucro longis- 
simo) in basi anguste , ad marginem posticum latius lutescentibus, ceteruni 
fusco nigroque mixtis; 2 lutescentibus, fascia media obliqua, siiperiiis angu- 
stiore trianguloque costae posticae brunnescentibtis, fusco transverse scabris. 

Platynota — Clemens. Proc. Ac Nat. Sc. Phil. 1860, p. 318. 
Tortrix — Robinson 1. c. p. 278, tab. 6, Fig. 55 (^ . 
— laterana Rob. 1. c. ]). 278, tab. 6, Fig. 56 9. 

Von der vorhergehenden und den folgenden durch den ungewöhnlich 
laugen Umschlag des (f und ausser anderen Farbenverschiedenheiten durch die 
bräunlich lehrafarbenen Htfl. sehr sicher zu unterscheiden. Die beiden Ge- 
schlechter weichen dabei so sehr von einander ab, dass Clemens ungewiss ist. 



P237] Beiträge zur Kenntniss der norrtamerieauitiolien Nachtfalter. 31 

üb das cT wirklich zu dem vorher ali Flavedana beschriebenen 9 gebort, uiul 
Robinson sie als zwei verschiedene Arten aufstellt, von denen er sondur- 
barer Weise die eine, das Q, neu benennt und der anderen, dem für Giemen s 
zweifelhaften cf, den Namen Flavedana lässt. Eobinson's Bilder machen 
die Art sehr kenntlich; nur sind sie, gegen die mir vorliegenden 3 (^, 3 9. 
zu gross, und keins der Q hat, obgleich sie in der Färbung etwas veränder- 
lich sind, so lebhaft gelbe Htfl. wie Fig. 56; er nennt sie, wie auch die ganze 
Unterseite, tiefrostfarbig, Clemens sogar röthlich safranfarbig. Auch zeigen 
die Htfl. der Fig. 55 die Basalhälfte nicht heller gefärbt als den Rest, wie sie 
doch nach der Beschreibung und nach der Natur sein sollten. 

Auch bei dieser Art sind die Q Taster länger als die männlichen; jene 
ragen um die doppelte, diese kaum um die anderthalbmalige Kopflänge über 
die Stirn hinaus. Der bis über die Hälfte des Vdrdes. reichende Umschlag hat 
dunkelbraune Farbe, ist aber auf seiner Unterseite wie der dadurch verdeckte 
Flügeltheil blasslehmfarbig. 

Die Htfl. des (f sind lehmgelbbraun mit röthlicher Beimischung, an der 
Wurzel sehr gelichtet, wie verloschen; auf der Unterseite sind sie heller und 
einfarbig, aber auf der Costalhälfte und um die Flügelspitze mit bräunliehen 
Querstrichelchen bestreut, die jedoch auch verlöschen können. Beim 9 ^^^^ 
beide Seiten gleichfarbig, gewöhnlich viel heller als beim cT, und auf der 
Unterseite verloschener und spärlicher, oder gar nicht gestrichelt. 

Vaterland der mir vorliegenden Ex. : Texas (Boll), Washington (Osten- 
Sacken), Massachusetts, wo Burgess 2 gut erhaltene cf bei Beverly am 
15. und 18. Juli üng. 

I? 

31. Tortr. (Platyu.) labiosana n. sp. 

Parva; alis Omnibus ferrugineo-ochraceis, ant. brunneo-scabris (revo- 
liicro (^ brevi), macula costali initium fasciae mediae referente, triangulo 
costae posticae striaque transversa ante-marginuli brunnescentibus, puncto 
venae transversae scahro atro ; jjost. dilatioribus, uiiiculoribus. (f Q . 

Von der vorigen verschieden durch den kurzen Umschlag, die helle rost- 
gelbliche Ocherfarbe aller Flügel, die in beiden Geschlechtern gleiche Zeich- 
nung der vorderen, durch die nur in ihrem Anfange vorhandene Binde, und 
durch die an der Wurzel nicht gelichtete Farbe der cT Htfl. 

Grösse der Flavedana, das 9 "ur wenig grösser und breitfiügliger als 
das Männchen. Farbe auf R. und Flügeln ein rostgelb gemischtes Ochergelb, 
auf K., Hinterleib und Htfl. nur heller. Taster um mehr als Kopflänge schnabel- 
förmig über die Stirn hervorstehend, an den Seiten gelbbraun, Endglied läng- 
lich, kegelförmig. Fühler zart sägezähnig mit feinen Fransenhaaren. Beine 
ziemlich einfarbig, die 4 vorderen kaum nach unten verloschen heller punktirt. 
Analbusch nicht stark. 

Vdfl. 3 — 372'" lang, ziemlich gestreckt, in der Gestalt wohl wenig von 
denen der Flavedana abweichend (worüber sich, da alle Fransen abgeflogen 



32 P. •'. Zellor. [238] 

sind, nicht sicher urthcilon lässt). Der Umschlag;, von der Wurzel bis zum An- 
fang des ersten Costalflecks reichend und kaum V4 flcr Vdrd. -Länge betragend, 
liegt fest an. Der Costalfleck, der vor der Vdrd. -Mitte anfängt, ist braun oder 
gclbbräunlich und dunkler begrenzt, schräg nach hinten gelegt, fast rhombisch, 
schon weit über der Falte gänzlich verschwindend. Das hintere, gleichfarbige 
Costaldrcieck ist durch die Breite des Costaldreiecks von diesem getrennt und 
erreicht nicht die Flügelspitze; es ist auf der Basalseite dunkel begrenzt, und 
unter dem unteren Ende dieser Grenzlinie liegt auf der Querader ein dunkel- 
brauner Punkt. Das Dreieck ist hinter seiner Hälfte von einer brauneu Schräg- 
linie durchschnitten, die sich in einer mehr oder weniger deutlichen Linie rauher 
Punkte gegen den Innenwinkel hin fortsetzt. Am Htrd. liegt ein dunkler 
Streifen, der weiter als bei Flavedana nach dem Innenwinkel hin reicht und 
sich nach unten verdünnt. Die dunkeln Querlinien sind wahrscheinlich bei un- 
versehrten Ex. alle rauh, und auch im Mittelraum werden sich rauhe, doch 
hellfarbige Punkte finden. 

Htfl. einfarbig, in beiden Geschlechtern gleich, mit helleren Fransen. So 
ist auch die Unterseite, wo jedoch der Vdrd. der Vdfl. einige dunkle Fleckchen 
und Punkte zeigt. 

Vaterland: Texas (Beifrage). Die 3 cT meiner Sammlung wurden am 
25. Juni, 1. und 25. Juli, das 9 an' 2. Juli gefangen. 

32. Tortr. (IVatyn.) exdspfrafaiia n. sp. 

Parva; alis mit. (revolucro (^ hrcvi) ochraceo, ftisco nigroque mixtis, 
domo hasali marf/inequc postico paUidis, litiira cgstae ante medium macidaque 
quadrangida, costae mediae pallidis (Q alhidis) ; post. einer eis, cf adver sus 
hasiin albidis. (^^ Q. 

Die hellgelblichen und sehr reichlich braun gemischten und mit schwarzen 
Schuppenhäufchen bestreuten Vdfl. haben an der Mitte des Vdrdes. einen, be- 
sonders beim 9 i'einen und scharfen, weissen, viereckigen Fleck, der die Art 
sehr auszeichnet. 

Grösse der Lahiosana Pi. gelbgrauweisslich mit bräunlicher Vorderhälfle 
der Schulterdecken. K. und Taster noch heller als das K., bei einem (j^ weiss- 
licli. Taster nach aussen verdunkelt, um Kopflänge hervorstehend, zugcsj)itzt, 
mit geneigtem Endgliede. Beine weissgrau, an den Füssen, die vorderen auch 
an den Schienen, dunkler grau mit hellen Enden der Glieder. Hinterleib des 
(f hellgrau mit schmalem, ziemlich langem, hellem Analbusch ; das 9 ganz 
ochergelblichgrau, am Bauch schwärzlich grau, mit sehr kleinem, ärmlichem, 
grauem Analbuach. 

Vdfl. cf 3'", 9 ^^'A'" I'inS'' "lit sanft couvexem Vdrd. und noch schwä- 
cher convexem Htrd., von schmutzigem Aussehen; der blassochergelbe Grund 
ist dicht mit braunem, zusammengeflossenem Gewölk überzogen, und dieses mit 
zahlreichen, schwarzen Schuppenhöckern bestreut. Die Grundfarbe bleibt frei: 
in einem grossen Fleck an der Wurzel des Innenrandes, einem kleinen, ver- 



[231)1 P.oitiiige zur KonntnisK der nonlamericaniKcheii Nachtfalter. OO 

loscheiien Vdrd.-Fleck gleich hinter dem kurzen Umschlag, einem grösseren, 
viereckigen an der Mitte des Vdrdes. und in ziemlicher Breite längs des Htrdes. 
Der viereckige Costalfleck zeichnet sich beim 9 durch seine Grösse und rein- 
weisse Farbe aus; seine untere hintere Ecke ist nach hinten in eine Spitze 
verlängert. Vor der Mitte des Htrdes. liegt ein runder, verwischter, schwarz- 
brauner Fleck. Fransen heller als die Grundfarbe. 

Htfl. grau, beim 9 einfarbig, beim (^ an der VVurzelhiilfte oline scharfe 
Begrenzung weisslich. 

Unterseite grau; die Vdfi. dunkler, am schmal weisslichen Vdrd. der 
ganzen Länge nach mit braunen Querstrichen; an der Mitte desselben ist ein 
kleiner, weisslicher, durchschnittener Fleck. Htfl. hellgrau, mit verloschenen, 
dunkeln Querstrichelchen bestreut. 

Vaterland: Texas (Boll) und New- York (Speyer). (^'' 9 in nieiner, cf 9 
in der Cambridger Sammlung. 

Cenopis ii. ^, 

x£V(^; inanis, w\ facies. 

Frons cf profunde excavata (^9 integra'^). 

Palpi labiales caxnte duplo longiores, articulo terminali acuminato. 

Haustellum cf hrevissimum vel sulmnllum. 

Fasciculus analis hrevis, exilis. 

Alae latae; anteriores oblongae, acutae, costa et margine postico leviter 
convexis, venis 7 et 8 in furcam conjunctis, vena 8 in apicem exeunte ; poste- 
riores cT subtus cullo prope marginem internum decurrente, ciliis 
anguli analis reliquis paido longioribus. 

Mir ist ausser der Sedenia biundtäata weiter kein Schmetterling be- 
kannt, bei dem die Stirn so tief und zu einem so regelmässigen Loch einge- 
drückt wäre wie bei den vorliegenden zwei Wicklern; es ist, als ob den Männ- 
chen nach Herausnahme des Gehirns die Hirnschale umgekehrt eingesetzt oder 
wegen des Fehlens der sonst darunter liegenden Masse eingesunken ist. Die 9 
werden, wie ich nicht bezweifle, mit ausgefüllter, vollständiger Stirn versehen 
sein, wie bei anderen Schmetterlingen, als ob ihnen das Denken für beide Ge- 
schlechter übertragen ist. Ausser diesem Merkmal haben die cf auf den HtH. 
noch eine Auszeichnung. Auf der Oberseite zieht von der Basis neben dem 
etwas umgeschlagenen Innenrand eine furchenartige Vertiefung, welche auf der 
Unterseite als eine wurmförmig gekrümmte, nach unten verdünnte Beule her- 
vortritt. Der Bau dieser Flügel wird daher eigenthüralich sein; er lässt sich 
aber ohne Abschuppung nicht deutlich erkennen, wesshalb er künftig genauer 
angegeben werden muss. Das 9 scheint sich auch darin von den echten Tor- 
trices nicht zu unterscheiden. 

Im Uebrigen haben die Arten eiuigermassen das Aussehen der einfarbigen 
Toririx- Abtheilung Heterognonion ; ihre Taster sind jedoch länger, und die 



34 r. 0. Zeller. [240] 

Adern 7 und 8 der Vdfl. sind nicht gesondert wie dort, sondern bilden eine 
lanc^gestielte Gabel. — Der Umschlag ist ganz kurz und schmal und daher 
leicht zu übersehen. 



1. Cen. JPettitafia Eobins. 

Major; alis jiost. nweis; ant. (^ fiiilj^hiircis, humero hrunneo, striga ex 
Costa ante medium lutescetite ad plicam evunescente ; Q albis, sericeo trans- 
verse nndulatis. 

Tortrix — Eobinson 1. c. p. 269, tab. 4, Fig. 21 cT, 22 9. 

Mein einzelnes 9 stimmt, mit Ausnahme der Farbe der Vdfl. genau mit 
Robinson's Fig. 22, mein einzelnes (f mit Fig. 21, ausser dass es auf seinen, 
allerdings sehr abgeriebenen Vdfl. keine Sj)ur des zweiten Costalflecks zeigt; 
hiernach kommt es mehr mit Fig. 23 übereiu; aber dieses Bild hat kürzere 
Taster, und der Querstreif der Vdfl. liegt der Wurzel näher, so dass ich von 
dem Zusammengehören der in Fig. 21 und 22 abgebildeten Arten lange nicht 
so überzeugt bin wie Robinson. Merkwürdig ist es, dass er die so auffallende 
Stirnbildung des (f gar nicht bemerkt hat. 

Der hellgelbe K. des c/' ist von hinten nach vorn erhöht und dann hinter 
der Mitte der Augen ziemlich senkrecht abgeschnitten, in dem abgeschnittenen 
Tlieil aber mit einer grossen und tiefen querelliptischen, von einem Auge zum 
anderen reichenden Höhle versehen, durch welche aber das dunkle Obergesicht 
nicht verengert wird. 

Die Taster, etwas länger als beim 9) stehen um mehr als Kopflänge 
hervor, sind ziemlich schlank, zusammengedrückt, vor dem Ende des zweiten 
Gliedes verdickt, und das geneigte dritte Glied hat kaum ','4 Länge des zweiten ; 
sie sind auswärts rostbraun angelaufen bis vor das Ende des zweiten Gliedes, 
welches wie das dritte hellgelb ist. Vom Saugrüssel ist kaum eine Spur zu 
erkennen. Fühler borstenförmig, gezähnelt, kurzborstig gefranst, mit verlängertem 
Endgliede. 

Die hell schwefelgelben, nach hinten noch helleren Vdfl. sind am Vdrd. 
von der Schulter aus nicht völlig bis zum Querstreifen sehr schmal rostbraun. 
Der Querstreifen geht von V4 des Vdrdes. schräg nach hinten abwärts; er ist 
erst wie ein schmales Band, das sich bald fleckartig erweitert; dann wird er 
dünn und verloschen und hört an der Falte ganz auf. Der Htrd. verläuft sehr 
schwach convex, fast geradlinig und ohne Einbiegung unter der Spitze bis zum 
abgerundeten Innenwinkel herab. 

Das 9 (d'is ich wenigstens für das meiner Fettitana halte) ist beträcht- 
lich grösser (Vdfl. 6^2'" gegen 5'"), Der gelblich weisse K. hat eine flach 
convexe Stirn ohne Auszeichnung. Die Taster, nur um Kopflänge hervorstehend, 
sind auswärts ocherbräunlich angelaufen. Der Saugrüssel ist dünn, aufgerollt, 
etwa von Rückenschildlänge. Beine weiss, die vorderen auf der Lichtseite 
ocherfarbig. — Die weissen Vdfl. sind am Vdrd. vor der Mitte convexer als 



r24ll Beitrage zur Kenntuiss der nordamericauischen Nachtfalter. 3Ö 

beim (j^, am Htrd. unter der Spitze sehr sanft eingebogen, am Innenwinkel 
noch stärker abgerundet als beim cf. Die schimmernden, sehr reichlichen 
Querwellen sind deutlicher als beim cT. Auf der Querader ist wie bei diesem 
eine beulenartig aufgetriebene Stelle. An der Gabel hat der Stiel die halbe 
Länge des Ganzen, beim cf aber volle drei Viertel. 

Das cT erhielt ich aus Missouri (Riley) mit der Angabe: „Raupe auf 
Eichen", das 9 aus New-York (Speyer). 



2. Cen. testulana n. sp. 

Alis ant. rufescenti-ochraceis, lituris 3 parvis, ohsöletis, obscurioribus; 
post. flavescenti-albidis. cT. 

Sehr verschieden v^n der vorigen durch gestreckteren Flügelbau, auch 
dadurch, dass das Loch in der Stirn kleiner, weiter nach vorn gerückt ist und 
damit das Obergesicht sehr verengert. 

R., K. und Vdfl. röthlich ochergelb. Der Oberkopf ist sanft gewölbt und 
zeigt, von oben gesehen, das Loch gar nicht, weil es sich ganz vorne befindet; 
es ist kreisrund, viel kleiner als bei Pettitana und steht daher weiter von den 
Augen ab; an der oberen Hälfte hat es einen schmalen, weisslichen Rand. Die 
auswärts gebräunten Taster stehen um Kopflänge hervor, sind aber am Ende 
stark niedergebogen; das zweite Glied ist zusammengedrückt, an der Endhälfte 
stark erweitert, das dritte Glied deutlich. Saugrüssel kaum von Kopflänge. 
Fühler sehr kurz gezähnelt. Beine hell ochergelb, die vorderen dunkel geröthet. 
Hinterleib blass ochergelb mit schwachem Analbusch. 

Vdfl. 3V4'" lang, länglicher als bei Pettitana cf , am Htrd. und Innen- 
vrtnkel mehr zugerundet, ohne Glanz und ohne Beule der Querader. Umschlag 
dicht an der Wurzel, klein, dicht anliegend, daher leicht zu übersehen. Die 
Fläche ist ziemlich reichlich mit kurzen, bräunlichen, sehr verloschenen Quer- 
strichelchen bestreut, welche nur vor dem Htrd. sich zu etwa 3 vollständigeren 
welligen Querlinien vereinigen. Unterhalb des Anfangs der sonstigen Binde ist 
ein dreieckiges, bräunliches Wischchen, und an der Mitte des Innenrandes eine 
bis über die Falte reichende, gekrümrate, kurze Querlinie; beide sind offenbar 
die spärlichen Ueberreste der gewöhnlichen Binde, die vielleicht bei anderen 
Ex. vollständiger vorhanden ist. Ein gleichfarbiger Wisch liegt auf der Quer- 
ader, welcher, wie gesagt, die beulige Auftreibung fehlt. Fransen heller als die 
Grundfarbe. 

Htfl. schmäler und spitzer als bei Pettitana, schmutzig gelblichweiss, 
gegen die Wurzel weisslicher. 

Unterseite der Vdfl. sehr blass röthlich ochergelb, auf dem Vdrd. ver- 
loschen dunkler gestrichelt. Htfl. unrein weisslich, längs des Vdrdes. blass- 
röthlich. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein cf im lyiuseum Cambridge. 

5 



36 P. U. Zeller. [242] 



Coiichylis Tr. 

Ohne Zweifel ist diese Gattung in America nicht weniger artenreich als 
in Europa, und eine Menge Arten werden ebenso schwer zu unterscheiden sein. 
Zu der besonders schwierigen Gruppe der in den Stengeln des Alismu plantago 
lebenden Griseana werden Kobinsou's Lepidana, Interrupjto - fasciata , etc. 
gehören, die wohl alle nach wenigen und mittelniässig conservirten Ex. aufge- 
stellt sind und daher schwer wieder zu erkennen sein werden. Ich enthalte mich 
daher der Charakteristik einer kleinen Art aus Texas, obgleich ich sie in 6 Ex. 
vor mir habe, von denen 3, wie gewöhnlich zugerichtet, zu Ende Juni und 
Anfang Juli durch Beifrage gesammelt wurden. Sie ist so klein wie die zu 
derselben Zeit auf unseren Torfwiesen zwischen Triglochin 2)alustre schwärmen- 
den Ex., von denen noch nicht fest steht, ob sie einerlei mit Griseana oder 
eigene Art sind. Mit ihnen haben die 6 Texaner grosse Aehnlichkeit. Soll 
aber Sicherheit über die specifischen Rechte gewonnen werden, so müssen 
durchaus unversehrte, zahlreiche, wo möglich aus der Raupe erhaltene Ex. aur 
Verfügung stellen 

Dass es in Nordamerica Arten gibt, die der Gruppe der Latoniana und 
Parreyssiana angehören, zeigen Robiusou's Fig. 75 — 77. 

Ein (f aus New- York, von der Grösse der Baumanniana, stimmt in der 
Zeichnungsanlage mit Vulneratana und deren Var. Exsulana; seine Kleinheit 
und andere Färbung mögen individuell sein; aber nach einem einzelnen schlecht 
conservirten Ex. lässt sich hier nichts Sicheres sagen. 

\. Conch. argentilifnitana Robins. 

Minor; alis ant. elongatis, exulbidis, plaga hasdli, fascia media fr acta 
fasciaque marginis postici cum macula costae posticae cohaerente vitellinis, 
argenteo-marginatis. cf. 

C. — Robinson 1. c. p. 287, tab. 8, Fig. 82. 

Sie und die folgende Art, mit der sie nicht verwechselt werden darf, 
gehören wegen der silberglänzenden Einfassung der Zeichnungen in die Nähe 
der europäischen Amiantana. Wenn sie auch nicht immer grösser sein mag, als 
Vitellinana, so hat sie doch auf den Vdfl. eine sehr helle, gelblichweisse Grund- 
farbe — nicht eine schön reingelbe; ihre Mittelbinde steht senkrecht und ist 
in der Mitte fast rechtwinklig gebrochen; ihre hintere Binde zieht dicht am 
Htrd. und bildet mit dem Costalfleck einen starken Winkel, statt eine Fort- 
setzung dieses Flecks zu sein und fern vom H,trd. zu laufen. 

Statt des Basalfeldes zeigt sich bei genauer Betrachtung in geringer 
Entfernung von der Basis eine stark gebrochene, auf beiden Seiten silberglän- 
zend eingefasste Binde, deren unterer, längerer Arm weiter gegen die Basis 
zurückgeht, als der obere, kürzere; der Vdrd. ist bis zu letzterem von der Wurzel 
aus dottergelb mit schwärzlicher Costaischneide. 



r243l Beiträge zur Kenntniss der iiord;iTnericanisohen Nachtfalter. 37 

Robinson's Abbildung macht die Art wenig kenntlich, da die Zeichnun- 
gen zu bräunlich sind und der silbernen Einfassung entbehren. Die Beschreibung 
hebt aber jeden Zweifel. 

Vaterland: Texas (Boll). 2 cT ini Cambridger Museum. 

2. Conch. vitellinana n. sp. 

Minor; alis ant. angustulis, laete flavis, fascia media suhohliqua, incurva, 
fasciaque postica recta vitellinis, argenteo-marginatis. cf. 

Nur ein cf , das aber an den in der Diagnose und bei Argentilimitana an- 
gegebenen Merkmalen zu erkennen sein wird. 

Kleiner als Argentilimitana; alle Flügel schmäler, die vordem mit weniger 
scharfer Sjntze. 

R. hellgelb, K. mehr ins Weissliche. Taster ziemlich dick mit kurzem 
Endglied, gelblichweiss. Beine weisslich. Hinterleib ochergelblichgrau mit hell 
ochergelbem, schmalem Analbusch. 

Vdfl. 23/4'" lang, schmal, ohne scharfe Spitze, mit convexöm Htrd., rein- 
gelb, an der Wurzel kaum verdunkelt; vom Innenrand nahe der Wurzel geht 
ein bräunlicher Nebelstreif schräg aufwärts bis über die Falte. Die dottergelbe, 
auf beiden Seiten silberglänzend gesäumte Mittelbinde ist auf dem Vdrd. näher 
der Basis als auf dem Innenrand; sie erweitert sich allmälig nach unten und 
ist in der Mitte schwach gebogen. Die hintere, gleichfarbige Binde fängt an 
der Stelle des sonstigen Costaldreiecks an, ist grade, schmäler als die Mittel- 
binde, nur auf der verdunkelten Basalseite silberglänzend gesäumt, und endigt 
auf dem Htrd. über dem Innenwinkel. Auch die Flügelspitze ist in einem kleinen 
Fleck dottergelb und einwärts mit silberglänzenden Schuppen begrenzt. Fransen 
heller als die Grundfarbe. 

Htfl. spitz, einfarbig dunkelgrau wie die ganze Unterseite, wo aber der 
Vdrd. der Vdfl. gegen die Spitze weisslich ist; Fransen der Vdfl. wie auf der 
Oberseite. 

Vaterland; Maine oder Massachusetts. Ein von Packard erhaltenes Ex. 
in meiner Sammlung. 

3. Conch, bimaculana Robin s. 

Minor ; alis ant. elongatis, pallide griseo-ochraceis, macula disci curvato- 
ovali, adseendente maculaque flexa ante marginem poaticum jaeente laete cin- 
namomeis. cf 9- 

Conch. — Robinson 1. c. p. 285, tab. 8, Fig. 78. 

Leicht zu erkennen. In der Zeichnung mit keiner europäischen Art über- 
einstimmend, doch aber wohl zur Verwandtschaft der Jucundana zu rechnen. 

Der schräg aufgerichtete, gekrümmt eiförmige Fleck im Mittelraum reicht 
mit seinem untersten Drittel über die Falte herunter. Der grössere Fleck vor 
dem Htrd. fängt verdünnt unterhalb der Spitze an, krümmt sich einwärts und 

5* 



38 r. C. Zell er. [244] 

ist auf seiner concaven, gehrilnnten Basalseite scliinmiernd weisslich ein^efasst. 
Die hellen, am Ende braunen Fransen sind vor der Mitte mit einer feinen- 
schwärzlichen Linie durchzogen. 

Htfl. dunkelgrau, auf der Unterseite hell mit verloschenen dunkleren 
Querstrichelchen. Fransen hell, nahe der Wurzel mit dunkelgrauer Linie 
durchzogen. 

Ein (^ (Vdfl. nur 2'" lang) ist kleiner, mit feineren Zeichnungen als 
die 3 anderen. 

Vaterland: Texas (Boll). In meiner Sammlung und im Cambridger Museum. 



4. ConcJi. seriafana n. sp. 

Minor; alis ant. elongatis, acutis, exalbidis, linea obliqua prope hasim., 
arcu ex costa media demisso maeulaque inferius x>osita cinnamomeis, nigro- 
squamulatis, serie lineolarum fuscarum marginis postici; post. canis. cf. 

Nur ein c/', das jedoch, wenn es auch zu einer veränderlichen Art ge- 
hören sollte, sicher wieder erkannt zu werden scheint. Den schrägen Längs- 
strich in der Nähe der Wurzel, der hoiFentlich ein beständiges Merkmal ist, 
sehe ich nur bei einzelnen Ex. der Smeathmanniana durch einen ganz ver- 
loschenen Nebelstreif angedeutet. 

Grösse der Kindermanniana ; die Flügel aber viel spitzer. Vörderkörper 
und Vdfl. fast weiss, mit sehr schwacher gelblicher Beimischung. Taster dick, 
um die halbe Kopflänge hervorragend, weiss, mit kurzem Endgliede. Vorder- 
beine gelbbraun; Hinterbeine weisslich. Hinterleib gelbgrau mit ansehnlichem 
zugespitztem, weisslichem Analbusch. 

Vdfl. fast 3'" laug, gestreckt, langgespitzt; Htrd. sehr schräg zurück- 
gehend, schwach convex. Breit von der Basis getrennt zieht im Mittelfelde ein 
grader, dünner, zimmtbrauner Längsstrich schräg über die Falte hinweg, die 
sie um Vs ihrer Länge überragt, und hinter der sie in gleichem Abstände vom 
Vorder- und Innenrand mit einem dunkeln Punkt endigt. Von der Mitte des 
Vdrdes. geht ein zimmtbrauner, schwarzbestäubter, nach aussen concaver Bogen 
schräg herab bis zur Querader, unter welcher, mehr gegen die Basis zu, an 
der Falte ein eckiges, ebenso gelbes, schwarzbestäubtes Fleckchen liegt; beide 
Zeichnungen stellen die gewöhnliche, gebrochene Mittelbiade vor. Den Htrd. 
säumt eine Linie aus 4 schwarzschuppigen, gelblich beschatteten Strichelchen 
gebildet, deren oberstes bis an die Flügelspitze reicht. 

Htfl. unterhalb der Spitze recht merklich eingedrückt, weissgrau, etwas 
seidenschimmernd, weissfransig. 

Unterseite der Vdfl. braungrau; Fransen weisslich; die des Vdrdes. bilden 
eine bis vor die Flügelhälfte reichende, nach hinten erweiterte, weisse Linie. 
Htfl. noch heller als auf der Oberseite. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein Ex. im Cambridger Museum. 



[245] Beiträge zur KenntniBS der iiordamericaiüschen Nachtfalter. 39 

5- Concho glaucofuscana n. sp. 
Parva; alis ant. pallide flavis, costa fusco-strigulata, faseia ex dorso 
medio obliqua fusca, atro-dissecta, limho latissime fusco, qlauco nigroque 
mixto, ciliis glauco-fuscescentibus. 9- 

Sie gehört in die Verwandtschaft der Posterana, hat aber eine dunklere 
Färbung und die des Htrdes der Vdfl. noch mehr verbreitert, so dass zwischen 
ihr und dem schräg nach aussen gelegten Mittelband ein schmaler Costalfleck 
die Grundfarbe behält und dadurch eine Uebereinstimmung mit Schreibersiana 
entsteht. 

R. dunkel gelbbräunlich (verwischt); die Schulterdecken so wie die Ober- 
seite des Kopfes und die Taster schmutzig hellgelb; letztere zugespitzt mit 
kurzem Endgliede und an der Seite gebräunt. Beine weisslichgelb. Hinterleib 
braungrau mit weisslichgelbem Analbusch und hervorstehendem Legestachel. 

Vdfl. 272'" lang, länglich, mit wenig vortretender, abgerundeter Spitze. 
Die schmutzig gelbliche (sehr hell ochergelbliche) Grundfarbe nimmt kaum 
einen so grossen Raum ein wie die dunkle Zeichnung. Der Vdrd. ist mit senk- 
rechten, schwarzbraunen Querstrichelchen gezeichnet, zwischen denen dicht an 
der Basis, dann bei V4 der Länge und hinter der Mitte je ein gelbbräunlicher 
Fleck liegt; der dritte, als sehr verdünnter Anfang der Mittelbinde, ist grösser 
und dunkler als die beiden vorhergehenden. Von der Wurzel des Innenrandes 
aus ist ein breiter, aufwärts gebogener, bis unter das zweite Costalfleckchen 
reichender, ochergelblicher Streifen , ähnlich einem Oelstreifen. Die breite, 
braune, dunkel marmorirte Binde fängt vor der Mitte des Innenraudes an und 
steigt schräg nach aussen aufwärts; bei V3 ihrer Höhe endigt sie tiefschwarz, 
indem sie hier mit dem Costalfleck, der ihr sehr verengertes oberstes Ende 
bildet, kaum in Verbindung steht. Ein eckiger Costalfleck der Grundfarbe, der 
zugespitzt bis zur Hälfte der Flügelbreite herabreicht, folgt dieser Binde. Alles 
Uebrige bis zum Htrd. ist braun, mit Schwarz und noch mehr mit Violettgrau 
gemischt. Nur vor dem Innenwinkel liegen auf dem Innenrande ein paar Fleck- 
chen der Grundfarbe als Begrenzung der Binde. Man kann also die grössere 
hintere Flügelhälfte als dunkel betrachten mit einem grossen, hellgelben Costal- 
fleck und 2 — 3 solchen Dorsalfleckchen. Fransen dnnkelbräunlich, violettschimmernd. 

Htfl. braungrau. — Unterseite der Vdfl. braungrau; der Vdrd. an der 
Endhälfte schmal hellgelb mit schwarzen Querstrichelchen; die Flügelspitze bis 
zum halben Htrd. herunter mit hellgelben Fleckchen. Htfl. hellgrau mit ziem- 
lich reichlichen braunen Querstrichelchen. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein in den Htfl. beschädigtes Q im Museum 
Cambridge. 

6. Conch. Bimteana Rbs.? 

Parva; al. ant. in triente basali pallide ferrugineis, ceterum roseis, 
faseia media ochreo-nigricante in costain coarctata, plaga anguli dorsalis ro- 
tundata, superius fusca. 9- 

? Robinson 1. c. p. 288, tab. 8, F. 86. 



40 r. 0. Zeller. [246] 

Rubinson's Beschreibung mit ihrem outer thirtl of the wiiig proini- 
nently tinged with pink (wovon jedoch die Figur gar nichts zeigt) und largo 
patch (welcher aber irregulär sein soll) of duU brown scales scheint gut auf 
die vorliegende Art zu passen; aber aus der Abbildung ist sie nicht zu erkennen. 
Vielleicht ändert sie ab. 

Sie ist verwandt mit der gleich grossen Mussehliana, der Alisma-Griseana, 
Notulana ; nur hat sie etwas gestrecktere und hinten mehr erweiterte Vdfl. 
Sie würde durch die schöne Rosenfarbe der Vdfl., welche durch die braune, 
auswäits braun ochergelbe Mittelbinde gegen die hell rostgelbe Farbe des 
Basaldrittels sehr scharf abgegrenzt ist, leicht und unverkennbar charakterisirt 
sein, wenn sie nicht abändert. 

R., K. und Oberseite der Taster weissgelblich. Vorderbeine braun; Mit- 
telbeine heller mit weisslichen Enden der Fussglieder; Hinterbeine bleich gelb- 
grau. (Hinterleib fehlt.) 

Vdfl. 2V2'" lang, nach hinten etwas erweitert; das Basaldrittel hell dot- 
tergelb, auf dem Vdrd. mit verloschenen bräunlichen Querstrichelchen. Die fol- 
gende schräge Binde ist gesättigt ocherbraun, mit schwarzen Schuppen bestreut, 
besonders basalwärts, und verengert sich in den Vdrd., den sie in der Mitte 
erreicht; sie fliesst hinten von der Mitte an gegen den Innenrand aus und 
uraschliesst damit ein rosenfarbiges üorsalfleckchen, welches ebenso wie sie 
schwärzliche Dorsalpunkte, deren hinterster der stärkste ist, enthält. Vor der 
Flügelspitze geht vom Vdrd. ein ocherbrauner, etwas schwarz gesäumter Streifen 
gegen den Htrd. herab, den er mit seinem verschmälerten Ende an der Mitte 
erreicht. Zwischen diesem Streifen und der Mittelbinde liegt im Innenwinkel 
ein grosser, gerundeter, ocherbrauner Fleck, der bis zu Vs der Flügelbreite 
heraufreicht und hier schwarzbraun gefärbt ist, während er sich nach unten 
lichtet und von dem ausgeflossenen Theil der Mittelbinde kaum getrennt bleibt ; 
in ihm hat der Dorsalrand keine schwarzen Punkte. Der ganze, nicht von diesen 
Zeichnungen eingenommene Raum ist lebhaft rosenfarbig, mit schwarzen oder 
braunen ungleichen Punkten bestreut. Auch der Vdrd. enthält hier ungleiche, 
braune Fleckchen, besonders vor der Flügelspitze. Fransen ocherbräuulich. 

Htfl. braungrau ; die Fransen lichter mit gelblicher Basallinie. 

Unterseite der Vdfl. dunkel braungrau; die Endhälfte des Vdrdes. mit 
gelblichen, durch die Grundfarbe getheilten Fleckchen. Fransen dunkler als 
oben. Htfl. heller, doch in der Spitze dunkel und mit einigen dunkleren Quer- 
strichelchen. 

Vaterland: Nordamerica. Ein in den Flügeln schön erhaltenes 9 in 
Dr. Rössler's Sammlung. 



Bactra Stph. Aphelia Heinem. S. 136. 

R. glatt. Vdfl. ohne Umschlag, schmal, spitz ohne Sichelspitze und ohne 
augenförmige Apicalzeichnuug, mit fast gradem Vdrd. und sehr schrägem, wenig 
convexem oder gradem Htrd. Htfl. mit Ader, 3, 4 und 5 aus einem Punkt. 



r24:7l Beiträge zur Kenutuiss der uordamericanisclieu Nachtfalter. 41 



1. Bactra lanceolana Hbn. 

Var. verutana, alis ant. pallide coriaceis, costa suhtiliter oblique 
nigro-strigulata, dorso nigro-punctuto, signo fusco infra venam transversam 
obsoleto, linea marginali nigra. cT Q. 

Drei cT und zwei $, untereinander in der Grösse und Färbung gleich, 
konnnen den kleinsten Ex. der höchst veränderlichen Lanceolana so nahe, dass 
ich sie für nichts weiter als für Varietät davon halten kann. Ihre Vdfl. haben 
eine etwas stumpfere Spitze, indem der Htrd. unterhalb derselben gar nicht 
eingebogen ist. Die Grundfarbe ist ein blasses Ledergelb (wie oft bei Lanceo- 
lana), am lichtesten in der Mittelzelle. Der Vdrd. hat feine, schwarze, schräg 
gelegte Strichelchen, die sich auf der Basalhälfte allmälig in Punkte ver- 
wandeln (so schwarz, kurz und fein sehe ich sie bei keinem meiner vielen 
Lanceolana cf $)• Der Innenrand ist mit ziemlich groben, schwarzen Punkten, 
die sich leicht verwischen, gezeichnet. Den Htrd. fasst eine, nur auf den 
Aderenden unterbrochene, grade, ganz seh war ze Linie ein. (Bei mancher 
Lanceolana ist der InnenranJ auch schwiivz punktirt, und bisweilen setzt sich 
die Punktirung aus dem Innenwinkel am Htrd. aufAvärts fort, aber nie bis zur 
Hälfte desselben, geschweige dass sie zu einer Linie vereinigt bis zur Flügel- 
spitze gehen sollte, und ausserdem scheint sie sich etwas vom Hlrd. zu ent- 
fernen). Fransen auswärts gebräunt. 

Auf der Unterseite haben die Vdfl. nur die hintere Hälfte des Vdrdes. 
gelblichweiss kleinfleckig (wie oft Lanceolana auch). 

Die schwarze Htrd. -Linie der Vdfl. machte mich anfangs geneigt, in diesen 
5 Ex. eine eigene Art anzuerkennen. Aber ein cf, das ofi'enbar zu keiner an- 
deren Art als die übrigen gehört, gibt den Beweis, dass sie alle nur Lanceo- 
lana sind; es hat zwar dieselbe helle Grundfarbe wie die anderen; aber es 
fehlt ihm die schwarze Htrd. -Linie völlig, und der Vdrd. ist wie gewöhnlich mit 
hellbräunlicheu Schrägstrichelchen bezeichnet. Daher genügt es, die Varietät 
mit einem eigenen Namen zu versehen. 

Vaterland: Texas (Boll, Beifrage). Die 2 ziemlich gut conservirten Q 
meiner Sammlung wurden am 31. Juli und 16. August gefangen. 

2. Bactra furfurana Haw. 

Aphelia — Heinem., S. 135. 

— scirpana HS., S. 243. Pauperana Fig. 302. 

JPhoxopteris lamana Z. Isis, 1846, S. 257. 

Ein cT, drei 9, welche mit einander in der hellen Färbung ziemlich über- 
einstimmen, wurden von Burgess in Massachusetts bei Beverly vom 19. Juni 
bis 8. Juli gefangen. Sie gleichen den hellsten deutschen Ex., sind also von 
beträchtlich hellerer Grundfarbe als HS.' Figur und sowohl kleiner als viel 
lichter als die englischen Ex. Weder Flügelbildung noch Zeichnungsanlage 



42 P. C. Zeller. [248] 

erlaubt, in den araericauischen Ex. eine verschiedene Art anzuerkennen. Da 
Furfurana auf sumpfigen Wiesen lebt und ihre Raupe sich von kleineren 
Binsenarten nährt, so lässt sich nur annehmen, dass sie in Nordainerica eine, 
ursprünü:lich einheimische Art ist. 



Phoxopteris Tr. 

Anchylopera Stph., Clem. 

Taster kurz, durch Schuppenhaare verdickt, mit sehr kurzem Endgliede, 
ß. glatt. Vdfl. ohne Umschlag, mit verlängerter sichelförmiger Spitze, unter 
welcher der Htrd. mehr oder weniger eingebogen und auf den Fransen mit 
2 weissen Längsstrichen gezeichnet ist. Die stets verdunkelte Flügelspitze hat 
weissliche Costalhäkchen, ohne dadurch ein ocellenähnliches Ansehen zu erhal- 
ten. Der Spiegelfleck ist nicht völlig ausgebildet. 

Mit Recht nennt Wilkinson diese Gattung eine sehr natürliche. Heine- 
manu kennt im Htfl.-Geäder der deutschen Arten keine Verschiedenheit (Wick- 
ler, S. 100.) Clemens unterscheidet (Proc. Ent. Soc. Philad. III., 1864), S. 510 
die ihm bekannten NAm. -Arten in Gruppen, je nachdem die Medianader der 
Htfl. sich in 3 oder 4 Aeste auflöst. Er behauptet von seiner Auch, striatana, 
dass bei ihr eine Theilung bald in 3, bald in 4 Aeste stattfinde. — Gewöhnlich 
ist die Beschaffenheit der Medianader leicht und sicher auf der Unterseite zu 
erkennen; ob aber die Mittelzelle der Vdfl. eine Nebenzelle besitzt (1. c. S. 509. 
Fig. 3 b), kann ich nur durch Abreibung der Schuppen erkennen, und es 
scheint mir zur Unterscheidung der Arten viel zu schwierig und darum wenig 
brauchbar zu sein. 

Die Gattung ist offenbar in NAm. artenreich. Unter den mir vorliegenden 
10 finde ich nur für 2 die Namen aus den 16 Clemens'schen mit Sicherheit 
heraus ; einige der letztern erklärt der Autar selbst für vermuthlich nicht gut 
begründet; auch werden sie sich theilweise wegen ungenügender Beschreibung 
schwer wieder erkennen lassen. 

1. JPhox. niediofusciana Gl. Taf. VIII, Fig. 4. 

Magna; al. ant. caesio-cinereis, fusco-marmoratis, costa late nivea, nigro 
punctata, trabe fusca media ex costa oblique porrecta, angulo dorsali albido- 
^lebulofio. cT 9- 

Anch. — Clemens Ent. Soc. Philad. III, p. 511. (p. 509, Fig. 3.) 

Von der Grösse der europ. Unguicella, breitflü geliger, sehr kenntlich an 
der schiefergrauen Grundfarbe der VdÜ. mit breit reinweissem, einmal dunkel- 
braun schief durchschnittenem Vdrd. 

Da die Mittelzelle der Vdfl. deutlich eine Nebenzelle hat, und auf den 
Htfl. die Medianader in eine Gabul — von veränderlicher Grösse — ausläuft, 



[249] l;eiträge zur Kenntiiiss iUt nordamericauibcheu Nachtfalter. 43 

SO gehört die Art in Clemens' dritte Gruppe, und da sein Ex. nach seiner An- 
gabe „in schlechtem Zustande" war, so halte ich das Abweichende und Un- 
genügende in seiner Beschreibung für eine Folge dieses Zustandes, nicht für 
ein Zeichen von specifiscijer Verschiedenheit. 

Die 4'" langen Ydfl. haben zur Hauptfarbe ein dunkles, bläuliches, ver- 
loschen bräunliches Schiefergrau, aber längs des ganzen Vdrdes. einen schnee- 
weissen Streifen, der weniger als 1/3 der Flügelbreite einnehmend, gegen das 
Schiefergrau nicht scharf abgegrenzt ui;d auf den Vdrd. selbst mit schwarzen, 
vor der Flügelspitze vergrösserten Punkten bestreut ist. Von der Mitte des 
Vdrdes. kommt ein schräg nach aussen gelegtes, gegen den Innenwinkel gerich- 
tetes, braunes Band, das sich in der schiefergraueu Farbe verliert. Fast in der 
Mitte zwischen dem untersten Theile dieses Bandes und der Flügelbasis ist in 
der dunkeln Partie in der Falte ein starker, tiefschwarzer, nach hinten weiss- 
lich eingcfasster Punkt. Der Raum des Innenwinkels ist in beträchtlicher Aus- 
dehnung weisslich mit hell bläulichgrauem Gewölk. Die etwas braunröthlich 
gemischte Flügelspitze enthält ein tiefschwarzes, nach hinten zugespitztes, dickes 
Strichelchen, unterhalb dessen die Fransen eine scbneeweisse Längslinie und 
darunter einen solchen Punkt zeigen. Tiefer abwärts sind die Fransen weiss, 
auswärts braun, aber um den Innenwinkel ganz reinweiss. 

Htfl. hell bräunlichgrau, von den helleren Fransen durch eine feine 
bräunliche Randlinie geschieden und in der Spitze mit 1-2 bräunlichen Quer- 
schatten. Auf der Unterseite besonders deutlich, bildet Ader 3 am Ende eine 
längere oder kürzere Gabel; bei einem (J ist sie ganz einfach. 

Vaterland meiner Ex. New-Tork (Speyer; ; das eine cT tiägt das Datum: 
14. Mai. 

2. Phox. nubeculana Gl. Taf. VIII, Fig. 5. 

Media; alis ant. alhis, dorso ex hasi lute fusco, j>osiice cum margine 
postico caesiu-nebuloso, costa in medio strigula caesia obliqua notuta, ijosiice 
cinereo-strigulata, apice ipso obscure ferrugineo. cf Q. 

Anchyl. — Clem. Proc. Acad. Nat. Sc. Philad. 18G0, p. 349. 

Sie hat Aehnlichkeit mit der gewöhnlich etwas grösseren Harpana H., 
bei welcher aber die braune Farbe des Iniienrandes von der Wurzel aus breiter 
und mit weissem Gewölk gemischt, dagegen nach dem Innenwinkel, wo Nube- 
culana ein helles, mit Weiss gemischtes Grau hat, verdunkelt ist. Das bläulich- 
graue Gewölk des Innenwinkels und der schwache, hellgraue Querstreifen des 
Vdrdes. unterscheiden Nubeculaiia sogleich von den anderen mir bekannten 
Arten mit weisser Grundfarbe. 

R. hinten braun, vorn weiss wie die Schulterdecken und das Schildchen. 
K. hell oder rothlichbraun; Stirn und Taster weissbehaart. Beine blass lehm- 
gtlblichgrau; Ffisse hell und dunkel punktirt. Hinterleib lehmgelbgrau mit 
blass ochergelbem Analbusch des (f. 

6 



44 H. C. Zeller. [250] 

Vdfl. 3 — 3V2'" lang, weiss. Der Innenrand ist braun mit hellen, ver- 
loschenen Querflecken von der Wurzel aus Lis über die Mitte hinweg; dann 
folgt schiefergraues Gewiilk, welches mit einem unregelrnässig gerundeten, ver- 
dunkelten Fleck über die Falte hiuwegreicht, zuletzt aber sich verengert und 
vor dem Innenwinkel durch die weisse Grundfarbe begrenzt wird; der bei den 
folgenden Arten so scharfe Dorsalfleck ist also eigentlich auch vorhanden, nur 
durch das angehängte Gewölk Undeutlich und von unregelniässigerer Gestalt. 
Von der Mitte des Vdrdes. geht schief nach hinten, in der Richtung gegen den 
Innenwinkel, ein schmales, kurzes, graues, nur an seinem Anfange gebräuntes 
Bäiidchen herab. Unter seiner Spitze liegen bis in den Innenwinkel hellschiefer- 
graue Wolken, getrennt durch unregelmässige, weisse, linienformige Räume, die 
jedoch am Htrd. gegen die Spitze hinauf am wenigsten vorhanden sind, von 
denen aber der nach dem Innenwinkel herabziehende gewöhnlich der breiteste 
ist. Hinter dem Mittelbändchen ist der Vdrd. mit schiefen grauen Strichelchen 
gezeichnet, die nach der Flügelspitze hin rothbräunlich und kürzer werden. 
Unterhalb derselben ist im grauen Gewnlk ein kurzes, tiefschwarzfs Längs- 
Strichelchen von wechselnder Länge und Deutlichkeit. Die Flügelspitze ist braun, 
wie die über ihr befindlichen Fransen; unter ihr enthalten die Fransen eine 
scharfe, weisse Längslinie und unter dieser eine weniger scharfe. Die Htrd.- 
Fransen sind weiss, am reinsten an ihrer Wurzel; in der Concavität unterhalb 
der Flügelspitze sind sie in wechselnder Ausdehnung auswärts grau. 

Htfl. hellgrau, gegen die Wurzel ein wenig heller, beim 9 dunkler und 
überall gleichfarbig. Die auf der Unterseite sehr deutlichen Adern zeigen bei 
keinem meiner 6 Ex. eine Gabelung. 

Vaterland wohl aller Ex. Maine, welches wenigstens bei dem einen an- 
gegeben ist; ich erhielt sie von Packard. 

Anmerkung. Clemens' Angabe: „in the middle of the wing beneath 
it (the oblique central fascia) is a grayish brown round spot" bezieht sich auf 
eine länglichrunde Wolke (wie das exterior to which is a short blackish dash 
lehrt), die nicht immer durch weissliche Räume abgesondert ist und also nicht 
verdient hervorgehoben zu werden. Da das Gewölk entschieden eine bläulich- 
hellgraue Farbe hat, so nennt er es wohl mit Unrecht grayish brown and 
brownish. Ich zweifle nicht an der Richtigkeit meiner Bestimmung. Mehr als 
ein Ex. wird Clemens schwerlich gehabt haben. 

3. Phox. semiovana n. sp. Taf. VIII, Fig. 6. 

Media; alis ant. niveis, macula dar sali semiuvata ohscure brunnea, trabe 
cüsiae mediae ubliqua brunnea cum parle alae postica cinnainonieo-fusca coa- 
lescente, siriya trabi posterius adjucente nivea inferius ampliata et truncata, 
cosla postice albo-strigulata. cf. 

Eine sehr schöne Art, zu denen mit scharfbegrenztem braunen Dorsal- 
fleck gehörig, von ihnen unterschieden durch beträchtlichere Grösse, rein weisse 
Grundfarbe der Vdfl. und besonders durch den weissen hinter dem braunen 



1251] Bcitiäge zur KenntiÜBS der noitlamericaiiibchen Nachtfalter. 45 

Mittelhand folgeiuleu Scbrägstreifcn, der sidi nach unten erweitert und liier 
nach hinten zuspitzt. 

So gross wie die grössteu Ex. der Derasana H. und Nuheculana Cl. 
ß. gelbbraun, vorn und auf dem Scbildchen weiss; Schulterdecken weiss, arn 
Ende hellbraun. Die gesträubte, reichliche Kopfbehaarung ist auf der Stirn 
weiss, auf dem Hinterkopf weisslich mit gelbbräunlichen Spitzen, auf dem 
Scheitel braun. Taster ganz rein weiss, zusammengedrückt dreieckig mit kaum 
hervorstehendem Endglied. Beine weisslich gelbgrau, die vordem auf der Licht- 
seite braun, die mittlem nur an der Schiene; die 4 hintern Füsse braun mit 
weisslicheii Enden der Glieder. Hinterleib gelblichgrau mit reichlichem, weiss- 
lich ochergelbem Analbusch. 

Vdfl. S'/s'" lang, mit rein weisser Grundfarbe, die jedoc'i einen gerin- 
geren Kaum einnimmt als das Braune. Auf dem Inneurand liegt, von der Basis 
bis wenig hinter der Mitte ein halb ovaler, kaffeebrauner Fleck, der nur hinton 
gesättigter, sonst eintönig ist; er reicht schnell über die Falte hinweg und ist 
am hintern zugeruudeten Ende in der Mitte sehr schwach eingedrückt. Den 
Rest des Flügels kann man als dunkel zimmtbraun, heller als den Halbovalfleck, 
gefärbt ansehen, nur dass er von diesem Fleck durch einen schmalen, weissen, 
linienförmigen Raum getrennt ist, auf welchen schwarzbraune Bestäubung auf 
weissem Grunde folgt. Der Costalfheil dieses zimmtbraunen Raumes wird durch 
einen ziemlich schmalen, streifenförmigen, schrägen, scharfbegrenzten, verdun- 
kelten Balken gebildet, der auswärts seiner ganzen Länge nach durch einen 
anfangs schmalen, dann nach unten erweiterten und hier nach hinten ausge- 
zogenen Streifen begleitet wird, unter dessen grade abgeschnittenem Ende zwei 
schwarze, nicht sebr auffallende Längslinien liegen. Der Vdrd. trägt hinter 
diesen weissen Querstreifen 7 weisse, durch braune Linien getrennte Häk- 
chen, unter denen der Grund etwas gelichtet ist. Die Flügelspitze ist dunkler; 
die Fransen darüber ebenso, nur an der Wurzel lichter; die darunter sind weiss 
mit einer schwarzen Längslinie. Die übrigen Htrd. -Fransen sind glänzend weiss- 
grau, am Ende gebräunt; an ihrer Wurzel ist der Htrd. in den untern zwei 
Dritteln ganz schmal reinweiss mit ein paar schwarzen Pünktchen. 

Htfl. ziemlich hellgrau, nur um die Spitze mit einer dunkleren Linie cin- 
gefasst. Die helleren Fransen werden durch eine weissliche Basallinie von der 
Flügelfläche getrennt. Auf der helleren Unterseite treten die Adern scharf 
hervor ; die dritte ist ganz einfach. 

Vaterland: New-York (Speyer). Ein schön erhaltenes cf in meiner Sammlung. 

Anmerkung. Bei diesem Ex. ist der halb ovale Fleck nicht reddish 
brown, und der weisse Streifen hinter der oblique fascia, die of the same hue 
sein soll, ist zu auffallend, als dass er — wenn er constant ist — unerwähnt 
bleiben könnte. Ohne diese Abweichungen, die jedoch vielleiclit veränderlich 
sind, würde ich meine Art für Clemens' Spireaefoliana halten, aber den 
Namen in Spiraeifoliana verwandeln, weil Clemens die Raupen auf einer 
Spiraea fand. 

6* 



40 P. C. Zeller. [252] 



4. Phooc. Bargesfiiana n. sp. Taf. VIII, Fig. 7. 

Media; alis ant. albis, mncula dorsali semiovata brttnnea, fa-fcia costae 
medine ohliqua fusco-ferriiginea cum parte alae postica rufo-ferruginca coale- 
scente et exterius alhido-marginata, costa postice alhido fuscoquestrigti- 
lata. cf 9. 

Von der etwas grösseren Semiovana sogleich durch die rostrothe, nicht 
zimratbraune Hinterhälfte der Vdfl. zu unterscheiden. Ausserdem ist ihr Weiss 
niclit so rein; statt des Balkens hat sie eine wirkliche Binde, und diese ist 
hinterwärts, statt mit einem auffallenden schneeweissen Streif>^n, nur mit einer 
weisslichen. nach unten bleifarbigen Linie gesäumt; der Vdrd. hinter derselben 
hat abwechselnd breite, braune und ganz kurze, dünne, weissliche Strichelchen; 
die Htrd.-Fransen sind röthlich; die Htfl. dunkler braungrau. — Die folgende 
Laciniana hat gleichfalls als augenfälligsten Unterschied eine mehr zimnit- 
braune, wenn auch mit etwas Rostgelb gemischte Endhälfte der Vdfl. ; dazu ist 
das Weiss schon mit ein wenig Gelb versetzt und von geringerer Breite zwi- 
schen dem Vdrd. und dem halbovalen Fleck. Ferner ist die Schrägbinde 
schmäler und hat als äussere Einfassung einen Streifen fast von der Breite wie 
bei Semiovana, jedoch schmutzig weisslich. — Burgessiana hat auch grosse 
Aehnlichkeit mit der europäischen Lundana, bei der die Endhälfte der Vdfl. 
noch mehr mit Rostfarbe gemischt ist als bei Burgessiana; bei Lundana ist 
statt der weisslichen Grundfarbe ein sehr verblasstes Ochergelb; der helle 
Raum zwischen Vdrd. und Haibeifleck schmäler; die Schrägbinde beträchtlich 
schmäler, ein blosser Streifen, auswärts mit einer feinen Bleilinie eingcfasst, 
welche hinter den 2 schwarzen Längslinien sich in einen sehr spitzen Winkel 
bricht und dann erweitert bis in den Innenwinkel zieht. Die Costalhäkchen 
auf der Endhälfte des Flügels sind weisslich und wechseln mit breiten, schwarzen. 

Grnsse der Lundana. R gelbbraun; Schulterdecken ochergclblichweiss. 
K. gelbbraun oder rostbraun; Gesicht weisslich. Taster weiss, scheibenförmig 
zusammengedrückt mit kurzem Endglied. Beine hell staubgrau; Füsse auf dem 
Rücken braun mit feinen weissen Enden der Glieder. Hinterleib dunkelgrau, 
Analbusch des c^ stark, des Q schwach, bleich ochergelb. 

Vdfl. BVi" lang, auf der hinteren Hälfte lebhaft rostroth, auf der Wurzel- 
hälfte weiss, doch nicht ganz rein, welche Farbe einen geringeren Raum ein- 
nimmt als der einfarbig gelbbraune oder braune Haibeifleck des lunenrandes. 
Dieser Fleck fängt von der Flügelbasis an, reicht über die Falte weg und 
endigt, nicht bei allen Ex. gleichförmig abgerundet, hinter der Hälfte des 
Innenrandes. Um sein Ende zieht sich das Weisse in einer feinen Linie, hinter 
welcher bis zur Rostfarbe der Grund mit schwarzgrauen Schuppen dicht be- 
streut ist. Die verdunkelte, schief nach aussen geh'gte Mütelbinde veifliesst 
in die Rostfarbe und ist auswärts von einer röthlichweissen Linie begleitet; 
unterhalb ihres nach aussen gebogenen Endes liegtm, wie bei Semiovana, zwei 
tiefschwarze, aber deutlichere Längslinien. Die röthlich weisse Linie ist ihrer- 



f253n Beiträge zur Kenntniss der nonhimericanischen Nachtfalter 47 

seits auswärts von einer feiin^n Bleilinie gesäumt, welche um das hintere Ende 
der zwei schwarzen Linien in einem scharfen Winkel herum und dann abwärts 
zieht, um an einem kleinen, dicken, tiefschwarzen Längsstrichelchen (las bei 
dem schlecht erhaltenen cf fehlt, vielleicht abgewischt ist) oberhalb des Innen- 
winkels zu endigen. Vor der Flügelspitze trägt der Vdrd. 4—5 rostbraune, 
stärkere, mit feinen, weisslicheu wechselnde Häkchen. Die Flügelspitze ist 
dunkel rostbraun, die Fransen darüber etwas heller, die darunter mit zwei rein- 
weissen, durch eine schwarze Linie getrennten Wischen. Die übrigen Htrd.- 
Fransen sind schwach schimmernd hell röthlichgrau ; eine weisse, schwarz- 
punktirte Linie scheidet sie von der Flügelfläche. 

Htfl. einfarbig braungrau; Fransen hellgrau, den Htrd. mit feiner, gelb- 
licher Wurzellinie umziehend. Ader 3 ist ganz einfach. 

Vaterland: Massachusetts. 1 cf, 1 9» ^^^ Burgess bei Beverly am 
18. Juni und 3. Juli gefangen, 1 9 ^on Fackard erhalten, in meiner Sammlung. 

Anmerkung. Anch. fuscociliana Clera. (Proc Ent. Soc. Philad. III 
[1864], p. 512) kann nicht diese Art sein. Die Worte: the apical half of the 
Costa, from the middle to the tip of the wing, is occupied by a dark ferru- 
ginous semioval patch lassen sich gar nicht auf sie anwenden, sondern deuten 
auf eine der Derasana nahe stehende Art. Es fehlen auch der BiirgesKimm 
die duU kaden hned streaks zwischen den weissen Costalhäkchcn, und ihre 
Htrd.-Fransen sind nicht whitish. 

5. PJioo'.. laclnUina n. sp. Tai. VIII, Fig. 8. 

Media; alis ant. alhis, iiiacida dorsali seiiiMvata hrunnea, trahc costae 
meäiae ohliqua brunnea cum parte alac 'postica, lutea coale>iceiite, strirja trahi 
posterius adjaceiite alba inferius ampliata et triincata; costa pjustice albido 
fuscoqiie strigulata. cT. 

Ihre Verschiedenheit von Burgessiana ist schon bei dieser angezeigt. 
Vor den folgenden, bi-i denen die hintere Costalpartie nicht wie bei Derasana 
ein dunkles, am Vdrd. hängendes Dreieck bildet, sondern die ganze hintere 
Flügelhälfte ziemlich gleichförmig verdunkelt ist, zeichnet sie sich durch ihre 
beträchtlichere Grösse aus (nur nicht vor d(!m cf fl«?!" Subaequana) , dann durch 
die Deutlichkeit des schrägen Querbalkens, der den Vdrd. mit der dunkel lehm- 
gelben Partie verbindet, und durch den ihn hinterwärts begleitenden weiss- 
lichen. nach unten erweiterten und hier nach hinten zugespitzten Streifen. Auch 
ist der dorsale Halbeifli.'ck bei Laciniana hinten sanft zugerundi't. 

Grösse der Burgessiana. R. vorn wie die Schulterdecken schmutzig 
gelblichweiss, hinten braun. K. obenauf verdunkelt, vorn weisslich. Taster 
viel weniger erweitert als bei Burgessiana, schmutzigweiss. Hinterbeine woiss- 
grau. verloschen braun punktirt. Hinterleib braungrau mit blass ocherg' Ibem 
Analbusch; die raännlicheu Haltzangeu scheibenfiirmig, behaart, fast weisslich. 

Vdfl. 3^/4 — 3V2'" lang, mit weisser Grundfarbe, die aber eine gelbliche, 
nach hinten verstärkte Beimischung hat. Der Dursalfleck, von der Flügelbasis 



48 r. C. Zeller. [254] 

bis Übel die Uillfte des liiuenrandes reichend, crlieLt sich gerundet, über die 
Falte und ist einfarbig gelbbraun, am abgerundeten Hinterende durch einen 
schmalen, nach hinten schlecht begrenzten Streifen der Grundfarbe gesäumt. 
Der weissliche Raum zwischen ihm und dem Vdrd. ist schmäler als bei Bur- 
gessiana. Von der Mitte des Vdides. geht der schmale, balkenartige Binden- 
streifen, der auf dem Vdrd. selbst am dunkelsten gelbbraun ist, schräg in der 
Eichtung gegen den Innenwinkel und verliert sich in der Lehmfarbe der hin- 
teren Flügelpartie; ihn begleitet hinterwärts ein wie bei Semiovana gestalteter 
Streifen, der aber schmutzigweiss ist, und unter dessen gerade abgeschnittenem 
Ende 2 deutliche, tiefschwarze Längslinien liegen; um deren hinteres Ende 
biegt sich öfters eine linienförmige, helle Fortsetzung des weisslichen Streifens 
nach innen zu, die weit vor dem lunenrande verschwindet. Der Vdrd. ist hinter 
der Mittelbinde mit 6 abwechselnd starken und schwachen gelbbraunen Schräg- 
strichelchen gezeichnet, zwischen denen der Grund als weisse Sirichelchen er- 
scheint. Die Flügelspitze ist verdunkelt, die Fransen darüber etwas heller, 
zimmtbraun, die darunter mit zwei reinweissen, durch eine schwarze Längslinie 
getrennten Wischen. Die übrigen Htrd.-Fransen schmutzig gelblichweiss, an 
der Wurzel reiner weiss. 

Htfl. hellgrau, gegen die Basis heller, wie die Fransen. Die dritte Ader 
is't auf der lichteren Unterseite sehr deutlich, einfach. 

Ein cT (von BeverljO ist ein wenig grösser, mit noch weniger reinem 
Weiss, das schon bei der etwas breiteren Mittelbinde ganz gelblich wird; der 
sie begleitende weissliche Streifen ist viel dünner, nur eine unterwärts erweiterte 
Linie. Unterhalb der Flügelspitze liegen 2 weisse Längsstriche , indcstn die 
tiefschwarze Zwischcnlinie stärker ist. Hifl. viel dunkler, braungrau, ganz ein- 
farbig. — Ich halte das Ex. nur für Varietät. 

Vaterland: Massachusetts, von wo 3 cf durch Packard, 1 9 durch 
Burgess in meiner Sammlung. 

Anmerkung. Ancli. duhiana Clemens (Proc. E. Soc. Philad. III 
|1S61], p. 512), in welcher der Verfasser eine Varietät seiner Spireaefoliana 
vermuthet, ist nicht so genau beschrieben, dass ich meine Art mit ihr vereinigen 
könnte. 

6. PJtox, subaequana n. sp. Taf VI II, Fig. 9. 

Parva vel media; alis ant. ocJtraceo-albidis, postice ohscuriorihua, Ma- 
cula dorsali triangnla brunnea, supcrius fusca, macula costae mediae parva 
fiiKca, macula disci post eam lutea, atro-trilineata, costa postice alhido fuscoque 
strigulata, apice fusco. cT 9- 

Sie hat zum Unterschiede von den 3 vorigen schon eine entschieden 
ochergelblich weisse Grundfarbe der Vdfl., die auf der hinteren Hiilfte nur ver- 
dunkelt und mit Grau gemischt ist, so dass nur ein schwacher Gegensatz gegen 
die Basalhälfte entsteht. Unter den europäischen Arten kommt ihr Myrtil- 
lana am nächsten, indem bei dieser auch der gelbbraune Dorsalfleck in seinem 



r2551 Beiträge zur Keiiutuiss iler uorJamericauischen Narlitfalter. -49 

hintersten Theil sich erhöht und so ein stumpfes Dreieck bildet, dessen Basis 
auf dem Innenrand ruht. 

Bei Myrtillana ist eine entschiedene Costalbinde vorhanden, die sich in 
der dunkehl hinteren Flügelpartie verliert, gegen welche sich im Innenwinkel 
ein grosser, eiförmiger, grauer Spiegelfleck abgrenzt; b'ä Stihaequana nt statt 
der Binde nur ein angefangenes, schmales, braunes Schrägstreifchen vorhanden, 
das mit dem weiter nach hinten liegenden, lehmgelblichen, drei schwarze Striche 
enthaltenden Querfleck nicht in Verbindung steht. — Die k]einere'Anguli- 
fasciana, deren auch ganz gelbliche Vdfl. auf der Endhälfte röthlich zimmt- 
braun sind, zeigt den Dorsalfleck halbeiförmig und ausserdem nicht nur eine 
vollständige Binde, sondern diese setzt sich auch, erweitert und über der Fiügel- 
niitte nach aussen eine scharfe Ecke bildend und auswärts von einer hellen 
Linie gesäumt, beinahe über die ganze Plügelbreite fort. 

Das cf ist (vielleicht nicht immer) so gross wie Burgessiana, das 9 
beträchtlich kleiner, so gross wie Ängidifascimia. Taster, Kopf, Vordertheil 
des hellbraunen R. ochergelldichweiss. Beine grau; Pussglieder schwarz mit 
weissen Enden. Hinterleib bräunlich grau, mit hell ochergelblichem, beim cf 
kurzem Analbusch. 

Vdfl. cf 372, 9 23/4'" lang, von schmutzig ochergelbweisslicher Grund- 
farbe, die sich, wenig verdunkelt, fast bis zur Flügelspitze verbreitet Der gelb- 
braune Dorsalfleck, von der Flügelbasis bis zur Hälfte des Innenrandes oder 
wenig darüber reichend, ist mehr dreieckig als bei den vorigen Arten, indem 
er sich mit seinem Enddrittel in einem stumpfen Zahn, in welchem die Farbe 
auch verdunkelt ist, stark über die Falte erhebt und dahinter (beim 9 steiler 
als beim c^) gegen den Innenrand abfällt. Statt der gewöhnlichen Binde zeigt 
sich nur ein kurzes, schräg nach aussen gerichtetes, braunes Streifchen, das 
sehr schnell aufhört. Der Vdrd. trägt vor ihm 2 sehr kleine, braune, dahinter 
bis zur Spitze 7 längere, abwechselnd feine und starke, alle durch Weiss ge- 
trennte Strichelchen. Die Farbe tiefer abwärts zwischen Dorsaldreieck, Htrd. 
und Innenwinkel ist gelblichgrau nebelig; von ihr wird das Dorsaldreieck durch 
eine feine, weisslichere Linie geschieden. In dieser nebeligen Partie liegt ein 
gelbbräunlicher, hinten concaver und durch eine weissliche, schimmernde Linie 
scharf begrenzter Fleck, der oberwärts 2Y2 tiefschwarze Längslinien enthält und 
unteiwärts verlöscht, unter sich aber im Innenwinkel ein biäunliches Fleckchen 
hat. In der Flügelspitze bildet die tiefbraune Farbe ein scharf begrenztes, 
längliches Fleckchen, das durch die weissen Costalhäkchen und unterhalb durch 
zwei weisse, fein schwarz getrennte Wische in den Fransen noch mehr gehoben 
wird. Die übrigen Htrd.- Fransen sind rein weiss, aber unterhalb der 2 Wische 
auf der Aussenhälfte mit einer breiten dunkelgrauen Stelle, welche auf der 
Unterseite noch auffallender hervortritt. 

Htfl. hell braungrau, einfarbig; Ader 3 einfach. 

Vaterland: Maine oder Massachusetts; 2 cf, 1 9> von Packard er- 
halten, in meiner Sammlung. 



50 ^^ t-' /.eller. [256] 



7. Phox. angulifasciano v. sp. Taf. VIII, Fig. 10. 

Parva; alis anf. oehraceo-alhiäifi, paatice suhcinnamoineifi, macula dorsali 
semiorala hrunnea, fnscia costae ineäiae ungnsta hrunnea in maculam postice 
ungulufum exlerius linea alba muryinaiam producla, cofsta post eam albido 
hrunneoque strigulata. cT 9- 

Noch etwas kleiner als Suhaeqiiana. Ausser den bei dieser angezeigten 
Veischiedenheiten hat sie in den Htrd.- Fransen unterhalb der weissen Be- 
grenzung der Spitze nur einen kleinen oder gar keinen dunkelgrauen Fleck. 
Von Comptana unterscheidet sie sich sofort durch den Vdrd., der zwischen 
Basis und Mittelbinde rein bleibt, bei jener dagegen mit schwarzbraunen Quer- 
strichelclien'gezeichnet ist. Auch ist bei Comptatia der Eaum zwischen Vdrd. 
und Dorsalfleck viel schmäler, und des letzteren obere Seite ohne alle scharfe 
Abgrenzung. 

R. hinten gelbbraun, vorn sowie die Schulterdecken und der K. rothlich 
weissgrau. Taster ziemlich stark behaart, zusammengedrückt, reiner weisslich, 
gegen die Spitze etwas gebräunt. Beine hell braungrau; die hinteren hellgrau; 
alle Füsse braungrau mit weisslichen Enden der Glieder. Hinterleib dunkelgraii 
mit gelblich weissem Bauch und kurzem, blass ocherfarbenem Analbusch. 

Vdfl. 272'" lang, trüb ochergelbweisslich, welche Farbe den Dorsalfleck 
hinten als eine feine weissliche Linie einfasst, worauf der Grund allmälig, 
ochergelb und dann zimmtbraun wird. Der von der Flügelbasis bis zur Innen- 
randniitte reichende halbeiförmige Dorsalfleck ist gelbbraun, in der über die 
Falte hinwegreichenden, nicht zahnfürmigen Partie und hinten verdunkelt und 
überhaupt gegen die Grundfarbe scharf abgegrenzt. Die schräg nach aussen 
gelegte streifenförmige Binde der Costalmitte ist mehr oder weniger lebhaft 
gelbbraun und setzt sich in gleicher Farbe erweitert bis unter die Flügelhälfte 
fort, wo sie hinterwärts einen schaifen Winkel bildet, in welchem nicht immer 
zwei schwarze Längsstriche zu erkennen sind; sie wird auswärts von einer 
dünnen, weisslichen, etwas glänzenden Linie als scharfer Begrenzung eingefasst, 
welche unterhalb des Winkels eine bleiglänzende Färbung annimt und sich bis- 
weilen erweitert. 

Der Innenrand hat hinter dem Dorsalfleck auf weisslichem Grunde zwei 
braune Querstrichelchen und im Innenwinkel einen braunen, sclikcht begrenzten 
Fleck. Der Vdrd. trägt vor der Binde keine Querstriche, aber hinter derselben 
bis zur Spitze 5 — 7 braune Strichelchen, von denen drei verdickt, alle aber 
durch weissliche Strichelchen getrennt sind; unterhalb derselben ist die Grund- 
farbe hell ochergelblich. Die Flügelspitze ist dunkel zimmtbraun, unterwärts 
durch einen reinweisslichen Fransenwisch hervorgehoben, wou'hem unter einer 
schwarzen Linie ein breiterer, weisser folgt. Die Htrd. -Fransen sind gelblich- 
"weiss, an der Aussenhälfte schwach glänzend, mit einem grauen Fleckchen, das 
bisweilen fehlt, unterhalb der Ausraudung. 



[257] Beiträge zur Keuutniss der uordamericauischeu Naclitl'alter. Ol 

Htfl. einfarbig dunkelgrau; die helleren, beim ^T bisweilen weissgrauen 
Fransen mit feiner, gelblicher Wurzellinie. Ader 3 sehr deutlich, einfach. 

Vaterland: Ohio (Schlilgeri, Massachusetts (Burgess). Vier ö\ ein 9 '» 
meiner Sammlung. 

8. fhosr. rotnptana Frülich. 

Parva: alis aid. cinereis, postice lutescentilms, costa tota. fusco-strigu- 
lata, maeula dorsali lata, triangula, brunnea, superius exolescente, pmrte spe- 
culari cinerea maculam ex dorso adscendentem lufeani continente. 

Tortrix — Frölich Tojtr. Würtemb. p. 99. 

Phoxopteryx — Herrich Seh. IV, p. 286, Fig. 310. 

Grapholitlia — Heinemann Tortr., p. 225. 

Ändiylojiera — Wilkinson Tortr., p. 141. Stainton Man. II, p. 225. 

— Fragariae Walsli. Riley First report nox. Ins. of Missouri 

(1869), p. 142, Fig. 80 und tab, 2, F. 26, 27. cf. Entom. 
Zeitung 1871, S. 178. 

Veränderlich in der Grösse, in der sie meist über Angulifasciana steht, 
und in der Helligkeit und Dunkelheit der Vdfl. -Färbung und Zeichnung. 

Der gelbbraune Dorsalfleck der Vdfl. reicht weit hinauf gegen den Vdrd. 
und verengert die Grundfarbe mehr als bei allen vorhergehenden Arten: er i.st 
gegen diese nicht so scharf abgegrenzt, ja wenn diese recht dunkel grau ist, 
fliesst er sogar mit ihr zusammen; nach hinten verdunkelt er sich und wird 
durch eine dünne, hellgraue, ihn säumende Linie noch mehr hervorgehoben. 
Dieser Linie folgt ein grauer, bandförmiger Streifen, der bis zum Innenrand 
heruntergeht, sich hier erweitert und sich dann über dem Innenwinkel als 
Spiegelfleck erhebt. In diesem Spiegelfleck liegt dicht vor den Innenwinkel 
ein schräg nach hinten aufgerichteter, gerundeter, lehmgelber Fleck, der öfters 
oben mit der lehmgelben Partie zusammenhängt; zwischen ihm und dem unte- 
ren, erweiterten Ende der Binde ist der verengerte Raum gewöhnlich weisslich 
und von einer braungrauen Linie durchzogen. Der Vdrd. ist fast von der Wur- 
zel aus mit schwarzbraunen Schrägstrichelchen gezeichnet — eine Auszeichnung, 
die unserer Myrtillana nur einigermassen zukommt, und welche Snbaequana 
in sofern theilt, als sie vor dem Mittelstreifchen doch 2 solche Strichelchen 
aufweist. Comptana hat gleichfalls an der Mitte des Vdrdes. ein gelbbraunes, 
mehr oder weniger schmales Schrägband, das sich nach unten erweitert und 
aussen von einer hellen Linie begleitet wird. Hinter ihm ist der Vdrd. mit 7 
abwechselnd dünnen und dicken braunen Strichelchen versehen, mit einem 
weisslichen zwischen je zwei braunen. Die gelbbraune Flügelspitze hat unter 
sich in den Fransen 2 reinweisse, durch eine tiefschwarze Linie getrennte 
Wische oder Linien. Die darunter folgenden Htrd.-Fransen sind heller oder 
dunkler grau, einwärts am hellsten. 

Die Htfl.-Fransen des cT sind oft ganz so dunkel wie die des 9 • Ader 3 
spaltet sich ganz deutlich in eine Gabel mit '/j so langem Stiel. Die Vdfl. 
haben ganz sicher keine Nebenzelle. 

7 



52 P. C. Zeller. [258] 

Eine sehr verbreitete Art, die in Livland von Hrn. v. Nolcken beob- 
achtet wurde und in Deutschland überall in der Fläche wie auf den Höhen 
vorkommt. Im südlichen Eufjland, wo sie an vielen Stellen lebt, fing ich selbst 
sie bei Mickleham und auf den Graubündner Alpen über 4000' hoch. Am süd- 
lichsten in Europa scheint sie durch Mann in Toscana, am östlichsten durch 
Christoph bei Sarepta beobachtet zu sein. — In Nordamerica hat sie gleich- 
falls eine grosse Verbreitung. Riley gibt Nord-Illinois, Indiana und Canada an. 
Bell brachte 1 Ex. (ein helles cT) aus Texas. Aus Massachusetts erhielt ich sie 
von Burgess, und die von Packard erhaltenen mögen aus Maine stammen. 

Die Flugzeit ist zuerst, selbst in Norddeutschland, zu Ende April und 
Anfang Mai (in Livland zu Ende Mai und im Juni); dann im Juli (nach Wil- 
kinson erst im August; ich fing die Art aber in England selbst im Juli). In 
den Alpen scheint nur eine jährliche Generatien stattzufinden, da die Art mir 
dort nur im Juli vorkam. Ihr Wohnort sind sonnige, trockene, blumige Wald- 
stellen. Die Futterpflanze der Raupe ist auf Sandboden wohl vorzugsweise Po- 
tentilla argentea, an der ich sie gezogen habe, vielleicht auf Kalk die von 
Staintou erwähnte Pot. verna, zu welcher er noch Poterium sanguisorha und 
Dryas octopetala fügt. Nach Riley lebt sie aber auf Fragaria und ist für die 
Erdbeerbeete sehr schädlich. Da sie sich in solcher Hinsicht bei uns nie be- 
merklich gemacht hat und nicht einmal als Bewohnerin der Erdbeere bekannt 
ist, so scheint sie nicht zu den in America eingewanderten Arten zu gehören. 
Riley gibt, so viel ich weiss, die erste Beschreibung der Raupe, deren zweite 
Brut im Puppenstande überwintert. 

9. Phooc. floridana n. sp. 

Parva; al. ant. area basali fasciaque postica fracta inferius dilatata 
laeie fusco-ferrugineis, fascia inierjectu maculaque speculari plumheis, costa 
fere ex basi strigulata, strigtdis posticis alhis; post. fusco-cinereis. cT. 

Von der folgenden etwas kleineren Art ist sie verschieden durch die 
deutlich verlängerte Spitze ihrer Vdti., durch die schön rostbraune Hauptfarbe 
derselben und durch die nach hinten an Länge zunehmenden weissen Strichel- 
chen auf der Endhälfte des Vdrdes. — Auf Floridana folgt naturgemäss unsere 
viel grössere Müterpacheriana, die auch lebhaft rostfarbene Vdfl. hat, aber 
ohne Schimmer, ohne bleiglänzende Mittelbinde und ohne solchen Spiegelfleck. 

Grösse eines grösseren cf der Comptana. K. und Vorderrücken ocher- 
gelb , Hinterrücken gelbbraun ; Stirn blass ochergelb. Taster gelblichweiss. 
Beine weissgrau; Hinterfüsse dunkelgrau mit weissen Enden der Glieder. (Hinter- 
leib fehlt.) 

Vdfl. 2V2'" lang, länglich, weniger gestreckt als bei Comptana. Statt 
des Dorsalflecks ist ein Basalfeld, dessen eckiger Htrd. auf der unteren Hälfte 
durch eine grade, einwärts gerichtete Linie gebildet wird; es ist in der Dor- 
salgegend lebhaft rostfarben, an seinem Htrd. und noch breiter gegen den 
Vdrd. in Gelbbraun übergehend. Der Vdrd. ist an ihm bis zur Subcostalader 



[2591 Beiträ'?« znr Kenntniss der nordaraericanischen Naclitfalter. 53 

SO schimmernd schiefer- oder bleicfran wie bis zur rosthrannen Binde, nnd 
dieses Grau zieht sich als schmale Binde um das Basalfeld herum, also nach 
aussen einen Winkel bildend bis zum Innenrand. Die darauf folgende, beson- 
ders in der Mitte lebhaft rostfarbene, nach unten verdunkelte, auf dem Vdrd. 
rostbraune Binde ist an ihrem obersten Viertel viel schmäler als weiter abwärts, 
wo sie fast 3mal so breit ist wie die vorhergehende schimmernd graue Binde; 
sie ist auf Vs zu einem Winkel gebrochen mit fast graden Schenkeln, von 
denen der obere vom Vdrd. aus hinten von einer dünnen Bleilinie begleitet 
wird. Diese Bleilinie erweitert sich unten in einen dicken, bis zum Innenwinkel 
reichenden Streifen, hinter welchem der schmale Raum bis zum Htrd. hellrost- 
gelb ist. Der Winkel der Rostbinde enthält ein paar schwarze, kurze Längs- 
linien. Vor ihr zeigt der Vdrd. zwei Paar weissliche Querstrichelchen, hinter 
ihr vier Paar weisse, die an Länge und Schärfe bis vor die Flügelspitze zu- 
nehmen: sie sind durch abwechselnd dünnere und dickere braune Striche ge- 
trennt. Unterhalb derselben ist der Grund zwischen Binde und Htrd. ziemlich 
hell rostfarbig, am Htrd. unterhalb der Spitze durch Braun verdunkelt. Die 
Flügelspitze ist rostfarbig und wird oberhalb durch die zwei letzten weissen 
Costalhäkchen, unterAvärts durch einen weissen Fransenwisch hervorgehoben, dem 
abwärts ein schwarzer Längsstrich und noch ein weisser folgt. Tiefer abwärts 
sind die Htrd. -Fransen grau mit Bleischimmer. 

Htfl. dunkelbraungrau, gegen die Wurzel wenig, die Fransen viel heller. 
Auf der hellen Unterseite ist die dritte Ader sehr deutlich in eine kurzstielige 
Gabel gespalten. 

Vaterland: Ohio (Schläger). Ein cf in meiner Sammlung. 

10. PJiooc. Atnhlygona n. sp. 

Parva; al. ant. apice obtuso, cinnamomeis, area hasali fusco-ferruginea 
postice per strigam albidam terminata, parte speciilari cinerea maculam hrun- 
neam ex dorso adscendentem continente, costa inde a basi oblique nigro- 
strigulata. 9 . 

Dadurch, dass die Vdfl.-Spitze fast gar nicht hervortritt, ist sie von 
allen vorhergehenden Arten verschieden, dagegen der europäischen Obttisana 
sehr ähnlich, auch nach der rostbraunen Färbung. Wie diese, stimmt sie mit 
Comptana darin, dass der Vdrd. von der Flügelspitze an fast bis zur Basis 
schwarzbraun gestrichelt ist. Aber bei Obtusana bilden die weissen Costalstriche 
zwischen der Binde und der Flügelspitze vier Paare und sind sehr deutlich, 
und auch diesseits der Binde sind die Zwischenräume der schwarzbraunen 
Strichelchen weiss; bei Amblygona lassen sich keine Paare unterscheiden, son- 
dern nur dunkle Strichelchen mit fein linienförmigen Zwischenräumen von der 
gelichteten Grundfarbe. Ferner entsteht bei Obtusana, als der einzigen mir 
bekannten Phoxopteris, durch die Abrundung der Flügelspitze ein wirklicher 
Apieal-OceUus, indem das letzte weisse Costalstrichelchen sich im Bogen gegen 
den Htrd. herumzieht und sich an den einzelnen, ziemlich langen, reinweissen 

7* 



54 P. C. Zeller. [260] 

Längsstrich der Htrd -Fransen anschliesst; auch sind die Apicalfransen weiss- 
lich, nur oberwärts und auswärts braun. Bei Amhlygona dagegen ist zwar ein 
sehr kurzes, weissliches Costalstrichelchen als letztes vor der Spitze vorhanden : 
es reicht aber bei weitem nicht bis zu dem sehr kurzen, weissen Doppelstrich 
der Htrd. -Fransen, und die Fransen um die Spitze sind ganz braun, so dass 
also kein abgerundeter, einwärts umschriebener Augenfleck gebildet werden 
kann. Endlich sind auch die Htrd. -Fransen bei Obtusana auswärts hell ocher- 
gelb, selbst gelblichweiss, und nur unterhalb des weissen Striches dunkelgrau; 
bei Amblygona sind sie einfarbig grau. 

Kleiner als Obtusana. K. und Vorderrücken hell ochergelb. Taster viel 
heller, länglich, auswendig und am Ende verdunkelt. Beine hell braungrau ; 
Fiisse braun mit weisslichen Enden der Glieder. Hinterleib zugespitzt, braungrau. 

Vdfl. wenig über 2'" lang, mit wenig vortretender Spitze und schwach 
eingedrücktem Htrd. unter derselben. Grundfarbe röthlich zimmtfarben. Der 
gewöhnliche Dorsalfleck ist viel gesättigter, röthlicher und nach hinten ver- 
dunkelt, gegen den Vdrd. zu gar nicht abgegrenzt und lässt sich daher als 
verdunkeltes, auf dem Vdrd, -Drittel gelichtetes Basalfcld ansehen, das hinten 
sehr schräg abgeschnitten ist und den Innenrand hinter der Mitte erreicht; es 
ist an seinem verdunkelten Ende rait einer feinen weissen, vom Innenrand bis 
zur Subcostalader hinaufreichenden Linie eingefasst. Hinter ihr ist der Innen- 
rand, wie bei Comptana, breit grau, welche Farbe sich am Innenwinkel zu 
dem grossen, grauen Spiegelraum ausdehnt. In diesem erhebt sich aus dem 
Innenwinkel ein oben nach aussen geneigter, schmaler, oben abgerundeter, 
gelbbrauner Streifen, den oberwärts eine feine, weissgraue Linie umzieht. Der 
Spiegelraum selbst ist oben ebenso hell weissgrau gesäumt und sticht dadurch 
von der Grundfarbe sehr ab. Von der Wurzel aus bis zu der sonstigen Mittel- 
binde hat der Vdrd. kleine, sehr schräge, schwarze Strichelchen; hinter dem 
schwachen und schmalen, dunkeln Anfang der Binde zieht aus dem Vdrd. eine 
sehr feine, helle, auswärts schwärzlich gesäumte Linie schräg gegen den Htrd., 
verschwindet aber vor den zwei weissen Htrd. -Strichen. Auf diese Linie folgen 
bis zur Flügelspitze nicht recht deutliche, braune, mit hellen der Grundfarbe 
abwechselnde Strichelchen. Unterhalb der verdunkelten zimmtbraunen Spitze 
enthalten die Htrd. -Fransen zwei sehr kleine, weisse, durch eine schwarze 
Linie getrennte Längsstrichelchen, unterhalb deren die Fransen grau sind. 

Htfl. einfarbig braungrau; die wenig helleren Fransen mit sehr feiner 
heller Linie an der Wurzel. Die Adern sind nicht deutlich zu erkennen, scheinen 
aber mit denen der Obtusana übereinzustimmen, bei welcher die dritte Ader 
in eine fast bis zu ihrem Anfang reichende Gabel gespalten ist. 

Vaterland: Washington, wo Baron Ostun-Sacken mein einzelnes 9 S^- 
funden hat. 

11. JPhox. tnarcidanci n. sp. 

Media; al. ant. pallide rufo-ferrugineis, ad costam, latius exalbidis, 
fascia angusta ex costa strigulisque 2)ost eam costalibiis obsolete ferrugineis, 



r2611 Beiträge zur Kenntniss der iiordäinericanischen Nachtfalter. 00 

striolis 2 nigris ante marginis postici trientem snpremum; post. pallide 
ochraceo-grisescentibus. c? 9- 

Sie sieht wie ein Albino aus und -würde, wenn sie einen scharf um- 
schriebenen Dorsalfleck hätte, wegen der schmalen, weisslichen hinteren Ein- 
fassung der Mittelbinde gleich hinter Laciniana zu stehen kommen. Die ver- 
loschene, hell roströthliche Färbung ihrer Vdfl., die gegen den Vdrd. ins Gelb- 
lichweisse übergeht, und worin die Adern als dunklere Linien hervortreten, und 
die sehr hell graugelblichen Htfl. zeichnen die Art vor den mir bekannten aus. 

R., K. und Fühler von der hell ochergelblichweissen Farbe des Vdrdes. 
der Vdfl. Taster und Beine noch weisslicher, nur die Vorderbeine mit Grau 
gemischt, ungefleckt. Hinterleib hell ochergelb, beim Q noch heller. 

Vdfl. von der Gestalt- und wechselnden Grösse der Laciniana. Grund- 
farbe hell röthlich rostfarben, ohne sichere Grenze in die ochergelblichweisse 
Farbe des Costaldrittels übergehend , am dunkelsten am Htrd. Das Dorsal- 
dreieck ist dadurch wenigstens angedeutet, dass sich die Farbe hinter der 
Flügelmitte lichtet, um sich gegen den Htrd. wieder zu verdunkeln. Die Adern 
bilden wenig deutliche, dünne, etwas verdunkelte Längslinien. Von der Mitte 
des Vdrdes. geht eine schmale, rostfarbene Binde sehr schief nach hinten und 
verliert sich in der Grundfarbe; wo sie sonst ihre untere Ecke hat, der Ein- 
buchtung des Htrdes. gegenüber, sind zwei wenig deutliche, tiefschwarze Längs- 
streifchen neben einander; als hintere Einfassung dieser Binde lässt sich blos 
ein schmaler, weisslicher Streifen erkennen. 

Bis zu der dunkelrostrothen Flügelspitze ist der Vdrd. mit 6—7 Schräg- 
strichelchen, die die Grundfarbe haben, bezeichnet. Fransen hell rostrothlich, 
unterhalb der Spitze mit zwei verloschenen, weissen Längsstrichelchen. 

Htfl. sehr hell ochergelblichgrau , in der Spitze mehr ochergelblich , 
Fransen lichter. Medianader dreiästig; erster Ast weit vom zweiten entfernt, 
und dieser mit dem dritten aus einem Punkt an der Spitze der Mittelzelle. 

Die ganze Unterseite heller als die Htfl. oben. Die Spitze der Vdfl. 
braunrostfarben, die Fransen etwas heller. 

Vaterland: Nordamerica. Ein kleineres c/' aus Texas (Boll) im Museum 
Cambridge; ein grösseres Paar aus nicht angezeigter Localität in Dr. Rössler's 
Sammlung, 

Encliromia Stph. Grapholitha Heinemann, Wickler S. 100. 

1. Euchr. hetniflesma n. sp. Taf. VIH, Fig. 11. 

Media; alis ant. latis, fiiscis, postice fuscescenti-ruhiginosis, fascia media 
nigro-fusca, inferius flavido tenuiter marginata; post. fuscis. 9- 

Der Färbung nach verwandt mit Mygindana; doch kann ich nicht er- 
kennen, ob Ader 3 und 4 der Htfl. genau aus der Ecke der Mittelzelle ent- 
springen oder, wie es fast scheint, einen kurzen gemeinschaftlichen Stiel haben. Die 
Flügel, die vorderen ohne Einknickung, sind auffallend breit; die braunrothe 



56 V. <:. Zeller. ' [262] 

Farbe in der Endhälftc der vorderen und die wenifjstens an der unteren Hälfte 
fein gelblich gesäumte dunkelbraune, schmale Binde zeichnen die Art vor den 
mir bekannten aus. 

Grösse einer mittleren 3Iyginäana. R. glatt, von der Farbe der Vdfl.- 
Basis. K. mehr grau. Taster um Kopflänge hervorstehend, nach vorn ver- 
dickt, zusammengedrückt, vorn schräg abgeschnitt'^n. dunkelgrau, am Ende, so- 
wie das stumpfe Endglied braun. Beine plump, lehmig grau; Mittelschienen 
aussen ziemlich dicht anliegend behaart; Hinterschienen mit langen, starken 
Dornen , auf der Innenseite, sowie die Füsse hell gelblichgrau. Hinterleib 
braungrau, am Bauch hell; der Legestachel versteckt. 

Vdfl. 4'" lang, breit, mit stark convexem Vdrd., abgestumpfter Spitze und 
schwach convexem Htrd. Grundfarbe auf der Basalhälfte rüthlich braun, hinter 
der Binde ziemlich hell braunroth, welche Farbe sich in der Flügelspitze bräunt. 
Von der Mitte des Vdrdes. geht eine schwarzbraune, etwas schmale Binde nach 
2/3 des Innenrandes. Sie ist an mehr als der unteren Hälfte (ich vermuthe, bei 
manchen Ex. noch weiter hinauf) auf beiden Seiten mit einer scharfbegvenzten 
gelblichen Linie gesäumt; die innere bildet zwei Ecken: in der Falte und an 
der Subdorsalader ; die äussere macht in der Mitte, wo die Binde einen Vor- 
sprung hat, eine nach aussen convexe Krümmung, unterhalb welcher sie schwach 
convex verläuft. Sonstige Zeichnungen sind nicht vorhanden, wenn man nicht 
ganz verloschene dunklere Costalstrichelchen, die von der Flügelbasis bis hinter 
die Binde reichen, als Zeichnung ansehen will. Fransen einfarbig braun. 

Htfl. braungrau, gegen die Basis heller. Fransen hell gelblichgrau, von 
einer starken dunkelgrauen Linie durchzogen. 

Unterseite dunkelbraun, auf den Htfl. etwas heller. Besonders auf diesen 
treten die Adern stark hervor, doch nicht so, dass sich der Ursprung der 
Adern 3. 4, 5 bestimmt erkennen liesse. Fransen einfarbig braungrau. 

Vaterland: Massachusetts. Ein 9- ^on Bnrgess bei Beverly mit meh- 
reren am 3. Juli gefangen, in meiner Sammlung. 

Peuthina Tr. Antithesia Stph. Clem. 
1. Afbeolana n. sp. Taf. VIII, Fig. 12. 

Alis ant. obtusioribus, albis, a basi ultra medium cinereo-nebulosis, 
praeserfim juxta äorsum, macula costae mcdiae adhaercnte obscuriore infra 
fcr lineam nigram terminata, apice alae cinereo-liturata. (f. 

Ein einzelnes cf, so rein weiss und so wenig grau nebelig, wie Hart- 
manniana bei uns nie vorkommt. Das Auffallendste ist aber der Fleck der 
Costalmitte; er ist kleiner als bei jener Art und basalwärts nicht schräg, son- 
dern fast senkrecht begrenzt, indem der sonstige dunkle Theil des Flecks blos 
durch wenige dunkelgraue Punkte auf weissem Grunde vertreten ist; der Fleck 
wird wie bei Hartmanniana an der Medianander dureh eine kurze, tiefschwarze 
Längslinie abgeschnitten. Hinter deren Ende zeigt sich auch das schwarze, 



r2631 Beiträge zur Keuntniss der nordainericaniBcheu Nachtfalter. Ö7 

schräge Strichelchen, das am Ausseiirande des grauen Gewölks liegt. Unter- 
halb der schwarzen Längsliuie folgt nach einem weissen Zwischenraum allmälig 
graues Gewulk bis zum Innenrande, das aber nicht so dunkel ist wie der 
Costaltieck (was bei Hartmanniana gewöhnlich der Fall ist, nur nicht in Hüb- 
ner's Fig. 110 [Scriptana], welcher also Älheolana am besten entspricht). In 
dem reinweissen Eudtheil des Flügels liegen vor der abgerundeten Spitze zwei 
lichtgraue, gebogene Querstreifen, deren oberster bei Hartmanniana fehlt. 
Vdrd. auf der Endhälfte mit ein paar grauen Fleckchen bestreut. Fransen weiss, 
gegen die Flügelspitze grau, durch eine scharfe graue Htrd.-Linie von der 
Flügelfläche gesondert, die jedoch den Innenwinkel nicht erreicht. 

Htfl. grau, einwärts gelichtet; Fransen weisslich mit grauer Schatten- 
linie nahe der Wurzel. 

Unterseite wie bei Hartmanniana, auf den Vdfl. an der Basis und längs 
des ganzen Vdrdes. weiss und letzterer mit grauen Fleckchen bestreut. 

Wenn Albeolana nicht abändert und sich nicht durch Uebergänge mit 
Hartmanniana verbindet, so sind ihre Hauptmerkmale die gerundete Spitze und 
das viel reinere Weiss der Vdfl. 

Vaterland: Massachusetts, wo Burgess das ziemlich gut erhaltene c^ 
meiner Sammlung mit mehreren am 15. August iing. 

Anmerkung. Es ist mir nicht klar, warum man Linne's Worte: 
Alis einereis, superiorihics linea nigra albae adnata auf Hübner's Scriptana 
(die zwar auch in Schweden vorkommt) und nicht lieber auf Haworth's Semi- 
fasciana anwendet. Fischer v. R ö s 1 e r s t a m m, von dessen Urtheil Treitschke 
sich vielfach leiten liess, besass lange Zeit nur Semifasciana und hielt Scrip- 
tana H. für Varietät, bis er im Jahre 1834 in meiner Sammlung eine Anzahl 
echter Scriptana sah, deren Artrechte er sofort anerkannte. Charpentier 
scheint umgekehrt Semifasciana nicht gekannt und daher Scriptana für 
Linne's Hartmanniana erklärt zu haben. Es mag also eine stillschweigende 
auf keiner Ueberzeugung beruhende Annahme sein, nach welcher alle Autoren 
der Hübner'schen Scriptana die Benennung Hartmanniana L. geben, ohne 
an der linea nigra albae adnata, die eigentlich keine der beiden Arten besitzt, 
Austoss zu nehmen. 

Heinemann ertheilt der Hartmanniana ( Scripitana) , S. 106, August 
und September als Flugzeit. Die Wahrheit ist, dass der Wickler von den 
letzten Tagen des Juni an bis in den Anfang des August auf der Einde der 
Weidenstämme sitzt. 



2. Penth. nimbatana Clem. Taf. VIII, Fig. 13. 

Media; alis ant. brevioribus, costa convexa, a basi ad tertium trieniem 
usque fuscis, nigro-marmoratis, fuscedine arcuatim terminata, posfice alhis vel 
exalbidis, ante apicem rotundatum vix einer ascentibus. cT 9 . 

Antithesia — Clem. Proceed. Ac Nat. Sc. Philad. 1800, p. 346. 



58 P. C. Zeller. [264] 

Eine selir nahe Verwandte der Pruniana, doch weiter von ihr entfernt 
als Pruneticolana (deren Artrechte etwas zweifelhaft sind), aber verschieden 
von beiden durch abgerundetere Vdfl., an deren Spitze die gelblichweisse Grund- 
farbe kaum grau getrübt ist, und durcli den Mangel des schwarzen Punktflecks, 
der bei Pruniana und Pnmeticulanu au der Mitte des hinteren Randes des 
Brauneu sehr deutlich hervortritt. Ochroleucanu, welche Clemens in der 
Nimhulana venuuthet, ist gewöhnlich grösser, immer mit gestreckteren, 
spitzeren, gesättigter gelben Vdfl., deren Fransen, ausser gegen den Innen- 
winkel, grau oder doch graufleckig sind. 

R. (bei Pruniana einfarbig dunkelbraun, bei Pruneticolana ein wenig 
heller) weissgrau mit braungrauem Kragen, dunklem Querschatten über die 
Mitte und dunkel gelbbraunem Scutellun)shöcker. Mittelbeine wie bei Pruniana 
dunkelgrau mit schmutzig weisslichbandirter Schiene und braungrauen, am Ende 
weissliclien Fussgliedern. Hinterbeine trüb gelblichweiss ; Schiene stark zu- 
sammengedrückt, auf der Basis der Rückenschneide mit einem abstehenden, 
bleichen Haarbüschchen. 

Vdfl. 374'" lang, ziemlich breit, am Vdrd. etwas convexer als bei Pruniana, 
mit etwas zugerundeter Spitze, von der Basis an auf -j^ ein Gemisch von Gelb- 
braun, schwarzen Fleckchen und violettlichem Grau, mit ein paar trüb weiss- 
lichen Stelleu. Unter der Subdorsalader liegen fast in der Hälfte dieser dunkeln 
Farbe zwei weisse Punkte hinter einander, die sich auch vergrössern und zu- 
sammonflies.seu und dann sich zu einem hellen Fleck bis an den Innenrand 
ausdehnen. Der Htrd. des Braunen ist convex, doch nicht scharf begrenzt und 
reicht vom Anfang der Innenrandfransen bis zur Mitte des Vdrdes.; aus ihm 
steht gar kein schwarzer Punktfleck (wie bei den zwei Verwandten) hervor, 
wenn auch an der Stelle ein schwarzes Querstrichelchen den Rand des Dunkeln 
bildet. Von da an ist die Grundfarbe gelblichweiss. In ihr ist der Vdrd. bis 
zur Spitze mit kleinen, verloschenen, grauen Flecken oder Punkten bezeichnet. 
Dicht vor der Flügelspitze liegen ein paar graue, verloschene Querstreifchen 
am Htrd. herunter, welcher an seiner Apicalhälfte mit einer grauen Linie ein- 
gefasst ist. Fransen weiss, ungefleckt. 

Htfl. lichtgrau, beim Q dunkler; die Franseu weisslich mit grauer 
Scliattenlinie nahe der gelblichen Wurzel. 

Unterseite der Vdfl. dunkelgrau, am Vdrd. ohne helle und dunkle Flecke, 
längs des Innenrandes weisslich wie die Htfl. 

Vaterland nach Clemens: Massachusetts, Pennsylvanien, Illinois. Meine 
Ex. wurden von Burgess bei Beverly in der ersten Hälfte des Juli an ver- 
schiedenen Tagen gefangen. 

Die Raupe lebt nach Clemens zwischen zusammengezogenen Blättern 
der Rosensträucher. 

Anmerkung. Clemens vermuthete in seiner Nimhaiana die Hüb- 
ner'sche Ochroleucana hauptsächlich wohl wegen der Raupennahrung. Grade 
diese ist der beste Grund, warum sie nicht Varietät der Pruniana sein kann, 
ii\dem Pruniana nur an Schlehen und l^flaumen lebt. Pruniana fängt zu Ende 



[265] Beiträge zur Kenntniss der nordamericaniechen Nachtfalter. 59 

Mai ZU fliegen an und findet sich ganz ausnahmsweise und verflogen noch An- 
fang Juli. Dieser Monat, den Heinemann neben dem Juni als Flugzeit auf- 
führt, gilt kaum von Gebirgsgegenden. Nimbatana scheint ihre beste Zeit zu 
Ende Juni und in den allerersten Julitagen zu haben. 



3. (JPenth.?) Chionosema n. sp. 

Alis mit. obscure schistaceis, transverse nigro-undatis, macula costae 
posticae semiovata nivea. Q. 

Sehr nahe verwandt mit der europäischen Schreberiana, kleiner, mit 
weniger dunklen Vdfl., deren schneeweisser Costalfleck weniger weit in die 
Flügelfläche hineinreicht. 

Grösse wie von Exart. albofasciatum. ß. (beschädigt) dunkel schiefer- 
grau ; der Schuppenhöcker des Scutellums viel kleiner als bei Schreberiana. 
K. oben und vorn röthlich hellbraun. Taster keulenförmig, zusammengedrückt, 
etwas über die Stirne hervorstehend, inwendig hell braunröthlich, aussen braun, 
mit hellem Bande vor der Spitze; Endglied kuospenförmig. Beine innen sehr 
hell staubfarbig: die vorderen und mittleren aussen braun, hellfleckig. Hinter- 
beine einfarbig; die Schienen verdickt, zusammengedrückt, auf der Rücken- 
schneide mit etwas flach liegenden Haarschuppen ohne Flocke (also wie bei 
Schreberiana). ') Hinterleib fehlt. 

Vdfl. 3V4'" lang, länglich, wie bei Schreberiana gestaltet, aber mit con- 
vexerem Htrd. Grundfarbe dunkel schiefergrau, schwarz quermarmorirt. Ein 
stumpfwinkeliges Querband bildet die Grenze des fleckigen Basalfeldes. Hinter 
der Mitte hängt am Vdrd. ein halbeiförmiger, nach hinten gespitzter schnee- 
weisser Fleck, der nicht ganz bis Vg der Flügelbreite herabreicht und auf dem 
Vdrd. mit 6 — 7 abwechselnd ungleichen, tiefschwarzen Punkten bezeichnet ist; 
gegen die Flügelfläche ist er breit schwarz eingefasst. Von dem Anfang dieser 
Einfassung geht durch die FJügelbälfte ein schwarzer Streifen zum Innenrand, 
und von dem hinteren Ende erst ein schwärzlicher, schwaizgesäumter bis vor 
den Innenwinkel und dann ein anderer bis zur Mitte des Htrdes., an dem er 
sich zugespitzt herabzieht. Der von den letzteren zwei Streifen eingeschlossene 
graue Eaura bildet einen aus dem Innenwinkel aufsteigenden bandförmigen 
Streifen, der bis über 2/3 <i«r Flügelbfeite reicht, am Ende zugerundet ist und 
ziemlich grade Ränder hat. (Bei Schreberiana ist er kürzer, unregelmässig und 
wie zerrissen.) Zwischen der schwarzen Flügelspitze und dem schneeweissen 
Costalfleck trägt der Vdrd. ein weisses Doppelhäkchen. Htrd. -Linie schwarz. 
Fransen dunkelgrau, am Innenwinkel bräunlich. 



') Sclireberiaua Q hat an der Wurzel der Eückenschneide eine ahstehende, gekrümmte 
Haarflocte von '/, der Schienenlänge (Lederer, Taf. ü, Fig. 14) ; aber in der Seite fehlt die Kinne 
und der darin ruhende Haarbusch (wie Heinemann Tortr. S. 103 richtig angibt) ; sie gehört daher 
und wegen sonstiger Beschaffenheit nicht zu Ptnthina Tr. 

8 



60 p.c. Zeller. [266] 

Htfl. mit abgerundeter Spitze uud unter dieser schwach eingedrücktem 
Htrd., braungrau, in der Spitze am dunkelsten; Vdrd. unter den Vdfl. weisslich. 
Fransen weisslich mit dunkelgrauer Linie nahe der Wurzel durchzogen. 

Unterseite der Vdfl. einfarbig schwarzgrau. Der helle Costalfleck sehr 
scharf, ochergelblich. (Bei Sclireberiana schimmert er von der Oberseite ver- 
loschen durch, und nur der Vdrd. ist in einer gefleckten Linie ochergelblich.) 
Htfl. grau, am Vdrd. heller. 

Vaterland: Nordamerica. Ein Weibchen in Dr. Rössler's Sammlung. 

Ecdytolopha n. g. 

IxSuw promineo — Xd'fo; penicillus. 

Äntennae hreves, simplices, setaceae. 

Palpi hreves, compresso-cylindrici, squamati, articulo terminali brevissimo. 
Haustellum hreve 

Peduni posticorum femora ac tihiae compressae, hae robustae, pilis ap- 
pressis, apicem versus productis vestitae. 

Scutelluvi tuberculo squamoso instructum. 

Fasciculus cf analis tumidus, rotundatus. 

Alae anteriores angustae, suhobtusae, sine revolucro cf , macula obscura 
triangula anguli interni pictae, speculo nullo; venis apicalibus separatis. 

Alae posteriores latae, vena mediana trifida, rami tertii basi a venae 
quartae origine distante; superne penicillo ex sulco juxta venae me- 
dianae basim eminente. 

Das wesentliche, aber sicher nur dem cT eigenthümliche Merkmal besteht 
in dem gelblichen Pinsel, der auswärts an der Wurzel der Medianader aus 
einer Furche hervorragt und nicht mit der anders gefärbten Behaarung der 
Medianader verwechselt werden darf; an dieser Stelle sind auch die Adern 
gleichsam etwas verkrüppelt, weshalb der Flügel hier Längsfalten wirft. 

Der Schuppenwulst auf dem Scutellum, der Mangel eines Umschlags 
und die Färbung der Vdfl.: von der Basis aus dunkel, am Ende hell, mit 
einem schrägen, dunklen Strich am Htrd. unterhalb der Flu gelspitze — weisen 
diese Gattung in die Verwandtschaft von Penthina Tr. 

Eed. insiticiana n. sp. Taf. VHL Fig. 20. 

Magna; alae ant. angustae, fuscae, postice albidae, fuseedinis termino 
oblique ex dorso medio extrorsus adver sus costam adscendente, albedine niti- 
dide transverse undulata, macula parva triangula fusca anguli dorsalis. cf . 

In der Flügelgestalt, selbst in der Zeichnung des Endtheils der Vdfl. 
hat diese Art einige Aehnlichkeit mit der gegen sie zwerghaften Ttnet. ocel- 
lana; sie weicht aber von ihr sowie von allen Penthinen ab durch die schräg 
auswärts vom Innenrand nach dem Vdrd. aufsteigende Grenze des braunen 
Wurzelfeldes. 

Viel grösser als die grösste Penth. salicella. R. und K. braun. Taster 
wenig über die Stirn hervorragend, aussen braun, innen hell. Wulst des Scu- 
tellums dunkelbraun. Hinterleib bräunlich staubgrau, ziemlich schlank, nach 



r267] Beiträge zur Kenntniss der norrtamericanischen Nachtfalter. 61 

hinten besonders an den Seiten lockerschuppig; der helle Analbusch stark, ab- 
gerundet, breiter als lang. Beine staubgrau; Mittelscbienen aussen dunkel mit 
hellem Mittelbändchen und solchem Ende; Füsse an den vier Endgliedern 
etwas verdunkelt, mit verloschenen, hellen Spitzen. 

Vdfl. 5 — 6'" lang, schmal, nach hinten erweitert; Vdrd. fast grade; 
Spitze zugerundet; Htrd. schwach convex, wenig zurückgehend. Grundfarbe auf 
mehr als der Basalhälfte braun, dunkler marmorirt, grob- und lockerschuppig; 
diese Farbe hat eine von der Mitte des Innenrandes schräg nach Vs des Vdrdes. 
gehende Grenze und verlängert sich hier schmal bis in die Flügelspitze, vor 
welcher ein braunes, tiefschwarz gesäumtes Streifchen, das nicht immer voll- 
ständig ist, bis zur Mitte des Htrdes. herabgeht. Der Vdrd. ist undeutlich 
heller und dunkler gestrichelt. Die übrige Fai'be des Flügels ist schmutzig 
weisslich oder hellgrau, mit helleren, etwas schimmernden, unregelmässigen 
Querwellen, welche aus grösseren und lockerer liegenden Schuppen bestehen 
als der matte Grund. Im Innenwinkel ist auf dem Innenrand ein kleiner, nach 
oben gespitzter, brauner, mehr oder weniger tiefschwarz verdunkelter Fleck. 
Fransen an der Flügelspitze braun, tiefer abwärts dunkelgrau, undeutlich gefleckt, 
an der unteren Hälfte weisslich oder lichtgrau, wie der angrenzende Flügeltheil. 

Htfl. braungrau, gegen die Basis wenig gelichtet. Der Haarpinsel sehr 
hellgelb. Fransen weissgrau, nahe an ihrer gelblichen Wurzel mit einer duu- 
kelgrauen Schattenlinie durchzogen. 

Unterseite der Vdfl. dunkelgrau, auf der Endhälfte des Vdrdes. mit brau- 
nen Fleckchen in gleichen Entfernungen: Htrd. hell mit braunen, verloschenen, 
schräg gegen ihn herabgehenden Querlinien. — Htfl. lichtgrau, am Vdr.- und 
Htrd. mit verloschenen braunen Strichelchen. Ader 5 entspringt, weit von der 
Medianader getrennt, aus der sehr feinen oder vielleicht nicht vorhandenen 
Querader und steht von 4 und 6 fast gleichweit ab. 

Vaterland: Massachusetts (Burgess). Die 5 cf meiner Sammlung wurden 
zwischen 16. Juni und 18. Juli gefangen, und scheinen keiner ^ sehr seltenen 
Art anzugehören; jedoch erhielt ich kein $. 

Tmetocera Lederer. 

Der Ausschnitt des cf Fühlers über dem Wurzelgliede ist schwach und 
nur in gewisser Richtung gut sichtbar; sein oberes Ende wird durch ein Knöt- 
chen bezeichnet. 

Ocellana Fabr. Heineraann S. 206. Wilkinson p. 118. 

Grapholitha oeulana Canadian Entomologist 3, p. 13, Fig. 9. 

Zu den besten Merkmalen der in der Färbung des hellen Vdfl.-Theiles 
veränderlichen Art gehört das kleine, braune, schwarzfleckige, an seiner Spitze 
tiefschwarze Dreieck dicht vor dem Innenwinkel und die 3 oder 31/2 tief- 
schwarzen Längsstriche auf dunklem Grunde vor und unterhalb der Flügelspitze. 



62 P- C. Zeller. [268] 

Die zwei vorliegenden cT sind klein und gehören zu der hellen gewöhn- 
lichen Färbung; nur ist das eine auf der Costalhälfte des Weissen graugewölkt. 
Ich erhielt letzteres von Speyer aus New-York, das andere von Packard mit 
der Angabe: Salem, 1. Juli. 

Ich bezweifle nicht, dass die Art in Nordaraerica eingewandert ist und 
dort ebenso abändert wie bei uns. Der Holzschnitt im Canad. Ent. stellt die 
gewöhnliche Färbung recht kenntlich dar. Nach der hier von W. Saunders 
gegebenen Auskunft ist die Eaupe, die in Aussehen und Lebensweise ganz mit 
der europäischen übereinstimmt, in Canada in den kleinen Gärten dem Obst 
sehr verderblich. 

Der Name Gr. oculana scheint aus irgend einer mir nicht bekannten 
(Garten?) Schrift genommen zu sein. 

Exartema Clem. Eccopsis Led. i) 

Schildchen mit schwachem Schuppenwulst. Vdfl. ohne Umschlag, mit der 
Zeichnung von Sericoris. Htfl. des c? an der Wurzel des Innenrandes mit 
linienförniigem Hautanhang. 

Diese Gattung, die bei uns nur mit einer, oder wenn mit Lederer S. 374 
seine Cymolomia Hartigiana dazu gezogen wird, mit zwei Arten vertreten ist, 
kann in Nordamerica nicht arm an Arten sein. Dass Clemens das Genus 
Exartema später einzog, mag weniger daher kommen, dass er den Werth des 
Hauptmerkmals verkannte, als weil er bei Wilkinson keine entsprechend 
charakterisirte Gattung fand. 2) 

Auffallend ist mir, dass, während ich sieben nordamericauische Arten 
kenne, mir nicht eine aus Texas vorliegt. 

Exartema erfordert nach den Sprachregeln die Speciesnamen im säch- 
lichen Geschlecht. 

1. Exart. quadrifidum, n. sp. Taf. VIII, Fig. 14. 

Mis ant. aeutis, margine postieo infra apicem subimpresso, griseo-fus- 
cescentibus, dorso lituraque costae mediae öbscuratis, venu mediana exalbida 
in ramos 4 tenues albos fissa, Stria marginali obliqua fuscescenti obsoleta. cf . 

Die grösste mir bekannte Art, kenntlich an der verstärkten, schmutzig 
weisslichen Medianader der Vdfl., deren vier sehr feine Aeste mehr oder weniger 
deutlich und gleichfalls hell sind. 



1) Wickler in d. V7ien. Zeitschr. 1859, S. 288. Meine Gattung Pccopsis (Micropt. Caffr., p. 79) 
bann es nicht sein, wenn ihr wirklich der Hautanhang fehlt; ich habe keinen bemerkt, und da 
ich kein Ej. der afx-icanischen Art besitze, so wird das Stockholmer Museum am ersten entscheiden 
können, ob ich ihn übersehen, oder mit Becht unerwähnt gelassen habe. 

') So übergenau auch Wilkinson die Länge der Tasterglieder mass und das Flügel- 
geäder nnterauchte, um die schlecliten Guene'achen Genera zu begründen, so hat er doch an der 
ihm ganz wohl bekannten Latifasciana den Hautanhang nicht gesehen. 



[2691 Beiträge zur Keuntniss der nordamericanischen Nachtfalter. ßo 

E. und K. gelbbräunlich, Gesicht heller. Taster von doppelter Kopflänge, 
aufgebogen und bis zur Höhe der struppigen Scheitelhaare heraufreichend, 
cylindrisch, zusammengedrückt, schmutzig gelblichweiss ; Endglied etwas her- 
vorstehend. Beine von der Farbe der Taster; die vier vorderen auswärts braun- 
grau, an den Enden der Glieder und in einem Mittelbändchen der Schienen 
weisslich. Hinterbeine unverdunkelt; die Schienen stark zusammengedrückt, auf 
der Rückenschneide mit langen, locker aufliegenden Haaren ziemlich reichlich 
bekleidet, auf der Innenseite in einer Furche mit langem, schwärzlichem Haar- 
pinsel. Hinterleib dünn, grau; Analbusch bleich ochergelb, fast doppelt so 
lang wie breit, nach hinten erweitert. 

Vdfl. über 4'" lang, etwas gestreckt, nach hinten erweitert, am Vdrd. 
schwach convex, mit ziemlich scharfer Spitze, unter ihr an dem ziemlich graden 
und steilen Htrd. schwach eingedrückt, mit wenig deutlichem Innenwinkel. 
Grundfarbe graugelbbraun , mit hellen Schuppen überstreut und dadurch hell 
erscheinend; am Innenrand bis zur Falte fehlen die Schuppen, und so ist die 
Farbe hier dunkel gelbbraun, nach hinten ins Helle übergehend. Ein grosser 
Wischfleck, eigentlich die wegen der lichten Schuppen bis zur Medianader 
reichende Mittelbinde, nur nach hinten erweitert, hat dieselbe gelbbraune Fär- 
bung. Die Medianader erscheint als ein heller, schmutzig gelblichweisser Längs- 
streifen, der von der Schulter anfängt und sich in vier feine, weniger helle 
Aeste auflöst; von diesen Aesten sind die zwei untersten die deutlichsten und 
etwas abwärts gekrümmt; der oberste ist der kürzeste, undeutlichste und wie 
der zweite grade; keiner erreicht den Htrd. Der gelbbraune Querstreifen, der 
bis unter die Mitte des Htrdes. herabreicht, ist durch die dichte, ihm auf- 
liegende Beschuppung sehr verloschen. Der Vdrd. ist von der Wurzel aus, doch 
bis zur Mitte undeutlich, mit allmälig längeren, gelbbraunen Querstrichelchen 
gezeichnet, zwischen welchen der Vdrd. selbst blass gelblich ist. Die Flügel- 
spitze enthält einen undeutlichen braunen Fleck, der auswärts auf den Fransen 
etwas röthlich schimmert. Fransen hell, nahe der gelblichen Wurzel mit 
einer grauen Linie durchzogen und an der Endhälfte noch dunkler grau; 
im Innenwinkel sind diese Färbungen ganz verloschen, und ihre Farbe 
daher hell. 

Htfl. hell braungrau, gegen die Wurzel allmälig hellgrau. Das An- 
hängsel ist streifenförmig, hell, gefranst; das anliegende kleine Feld des Flügels 
mit duukelgrauen Schüppchen belegt. Fransen weissgrau, dicht an der gelb- 
lichen Wurzel mit grauer Schattenlinie durchzogen. 

Unterseite der Vdfl. dunkelgrau, an der Endhälfte des Vdrdes. ziemlich 
breit bleichgelb mit dünnen, dunkelgrauen Querstrichelchen. Htfl. einfarbig 
weissgrau. 

Vaterland: Massachusetts. Bürge ss fing am 6. Juli mehrere, von denen 
das beschriebene (^ in meiner Sammlung ist. 



64 p.c. Zeller. [270] 

2. Excirt. exoletum n. sp. 

Alis ant. acutis, margine postico infra apicem non impresso, pallide 
fusceseenti-griseis, crebrius fuscescewti-strigulatis, puncto apieis rotundato nigro, 
litiira fusea ex dorso ante medium oblique adscendente. cf. 

Ich bin nicht sicher, ob dies nicht eine blosse Abänderung des Exart. 
quadrifidum ist, von dem es sich hauptsächlich durch den Mangel der hellen 
Adern auf den Vdfl. unterscheidet. 

Ex. exoletum ist bedeutend kleiner als Quadrifidum. Die Vdfl. sind 
nämlich nur 8^/2'" lang, im Bau zwar sonst gleich; nur ist der Htrd. gänzlich 
ohne Einbiegung unterhalb der Spitze, also gleichmässig schwach convex. Die 
Grundfarbe der Vdfl. ist heller, licht bräunlich staubgrau, reichlich mit braunen 
Querstrichelchen wellig überzogen (jedoch bei dem einen Ex. blässer und weniger 
gedrängt, als bei dem zweiten). Die Adern entbehren gänzlich der helleren 
Färbung. Ader 3 hat zwar deutlich die Krümmung wie bei Quadrifidum, ist 
aber am Ursprung von Ader 4 völlig getrennt, also nicht wie dort mit ihr an 
der Wurzel zusammengeflossen. Vom Innenrand, nahe der Basis, erhebt sich, 
schräg gegen die Mitte des Vdrdes. gerichtet, ein bindenförmiger, brauner Wisch, 
der bis über die Falte hinwegreicht und sich dem dunklen, doch verloschenen 
Nebel der Costalmitte auschliesst. In der Flügelspitze liegt ein starker, schwarzer 
Punktfleck, und vor ihm trägt der Vdrd. einige wechselnd breitere und schmälere 
Querstrichelchen. Von dem Querstreifen, der von der Htrd.-Mitte schräg zum 
Vdrd. zieht, lässt sich nur bei dem weniger dunkel gestrichelten Ex. eine Spur 
entdecken. Fransen hellgrau, über der Mitte an der Aussenhälfte fleckartig braun. 

Htfl. auffallend spitzer als bei Quadrifidum, dunkler braungrau und gegen 
die Basis weniger gelichtet. Fransen nicht verschieden. Auf der Unterseite 
sind diese Flügel dunkler grau. 

Vaterland des von Packard erhaltenen Ex. Massachusetts; das des an- 
deren, in Dr. Rössler's Sammlung befindlichen, ist mir unbekannt. 

3. Eocart. nitidanum Clem. Taf. VIII, Fig. 15. 

Alis ant. dilute cinereo-purj)ureis, m,acula dorsi ante medium., fascia 
media postice tridentata striaque obliqua ovata ante marginem posticum me- 
dium nigro-brunneis, pallide tenuiter murginatis. (f. 

Exartema nitidana Cl. Proceed. Ac. Nat. Sc. Philad. 1860, p. 356. 
Sericoris — Cl. Proceed. Ent. Soc. Philad. 1865, p. 133. 

Obgleich ich nicht zweifeln darf, dass mein Ex. mit dem Clemens- 
schen zu einerlei Art gehört, so finde ich es doch, da kleine Abweichungen 
obwalten, rathsam, selbst eine Beschreibung zu verfassen. Grade die hell pur- 
purrothe Grundfarbe ist für die Art "feehr charakteristisch ; Clemens bezeichnet 
sie 1860 passend duU sordid crirason, dagegen 1865 reddish brown, als ob er 
nicht mehr dieselbe Art vor sich gehabt hätte. 



["2711 Beiträge zur Kenntuiss der nordamericanischen Nachtfalter. ÖO 

Nitidanum ist kleiner als Quadrifidum, mit gleichfalls etwas gestreckten, 
aber nach hinten weniger erweiterten und stumpferen Vdfl., ganz ohne P^in- 
biegung des Htrdes. • 

Die Grundfarbe ist ein angenehmes, blasses Purpur- oder Kaniiinroth, 
etwas mit violettlichem Grau, am reichlichsten auf der Basalhälfte gemischt. 
Die Zeichnungen sind tief gelbbraun. Näher der Mittelbinde als der Basis 
trägt der Innenrand einen bis zur Medianader reichenden, oben nach hinten 
gebogenen, auf der hinteren Seite seicht ausgehöhlten Fleck. (Von einem gleich- 
farbigen Streifen [streakj über demselben zeigt mein unverwischtes Ex. keine 
Spur). Die Mittelbinde ist in den oberen Vs ziemlich schmal, im untersten 
Drittel doppelt so breit und in der Mitte durch eine gelblichweisse Läugslinie 
fast zerschnitten; ihr Basalrand ist wellig, tief ausgebuchtet, am tiefsten an 
der Stelle, wo die gelblichweisse Linie in sie hineintritt; auf der abgewendeten 
Seite zeigt sie bei Vs einen scharfen Zahn, an der Mitte einen grösseren, 
schlecht abgerundeten (unter welchem sie einen tiefen Einschnitt hat) und nahe 
am Innenrande einen breiten, zugespitzten. Der schräge Keilstreifen erweitert 
sich stark, ist mit einem Costalfleck durch eine feine Linie verbunden und be- 
rührt mit seinem unteren, verschmälerten und gelichteten Ende den Htrd. unter 
der Mitte. Diese drei Zeichnungen sind, doch theilweise undeutlich oder wirk- 
lich unterbrochen, mit einer feinen, hellen Linie eingefasst. Vor dem Innen- 
winkel ist ein kleines, helles, leicht zu übersehendes Dreieck. Der Vdrd. ist 
von der Wurzel bis zur Mitte etwas undeutlich gelbbräunlich gestrichelt, hinter 
der Mitte bis zu dem nicht recht scharfen Apicalfleckchen deutlicher; zwischen 
diesen Strichelchen liegen in gleichen Abständen drei gelbbraune, dreieckige 
Fleckchen, etwas schräg nach hinten gerichtet; das erste ist dasjenige, welches 
mit dem Keilstreifen zusammenhängt. Eine gelbbraune Linie, die unterhalb 
des Keilstreifens verschwindet, fast den Htrd. ein. Die Fransen sind röthlich- 
grau, am hellsten am Innenrande; au der Flügelspitze und dem Keilstreifeu 
gegenüber braun, ausser an der Wurzel. 

Htfl. (nach Cl. dark fuscous) ziemlich hell braungrau, gegen die Wurzel 
heller, an der Wurzelhälfte des Vdrdes. grauweiss. Fransen an der Flügelspitze 
dunkelgrau, sonst weissgrau, mit einer grauen Linie nahe der gelblichen Basis 
durchzogen. Das behaarte Anhängsel ragt bis ans Ende der Fransen des 
kleinen angrenzenden Flügelfeldes. Ader 5 entspringt ziemlich nahe an 4, doch 
etwas höher, aus der Querader. 

Unterseite der Vdfl. dunkelgrau; Vdrd. streifenartig bleichgelblich, von 
feinen, braunen Querstrichelchen durchschnitten und mit vier grösseren braunen 
Flecken, deren grösster auf der Mitte liegt. 

Die Hinterschiene scheint auf dem Eücken auch .eine Furche mit schwärz- 
lichem Haarbusch zu haben. 

Vaterland: Maine oder Massachusetts (Packard). Ein gut erhaltenes (f 
in meiner Sammlung. 



66 P. C. Zeller. [272] 

4. Exart. albofascidtum n. sp. 

Alis ant. albis, area hasali fasciaque lata media fusco, nigro plumbeoque 
mixtis, Costa postice alba, nigro-strigulata , Stria marginali obliqua fusco- 
lutea. Q. 

In der Färbung und Zeichnung schon ganz wie die gewöhnlichsten Seri- 
con's-Arten, von diesen, so wie von den anderen Exartema-Arten durch die als 
weisse Binde vor der Mitte hervortretende Grundfarbe und die weiss und schwarz- 
wechselnde Vdrd. -Zeichnung zu unterscheiden. 

Grösse der Serie, cespitana. K. und K. schwarzbraun, ersteres weisslich 
gefleckt. Taster um eine halbe Kopflänge hervorstehend, länglich, zusammen- 
gedrückt, mit abstehender Behaarung, weiss, obenauf graugetrübt; Endglied 
dünn, stumpf, hervorstehend. Beine unrein gelblichweiss ; die vier vorderen und 
alle Füsse aussen schwärzlich, weissgefleckt; die Hinterschienen zusammen- 
gedrückt, durch die reichlichen, langen, locker liegenden Haare auf der Eücken- 
schneide erweitert, auf dem Bücken mit schwarzer Längsfurche. Hinterleib 
grau, an den Enden der Segmente locker haarschuppig; Analbusch massig, 
bleich ochergelblich. 

Vdfl. 3 — 3V2'" lang, länglich, wenig nach hinten erweitert, am Vdrd. 
massig convex, am Htrd. mit schwacher Concavität. Die weisse Grundfarbe 
nimmt kaum Yg des Flügelraumes ein und zeigt sich vorzüglich als Band vor 
der Mitte. Das Basalfeld ist klein, von etwa '/j der Flügellänge, braun, mehr 
oder weniger mit bleigrauen und schwarzen Flecken querdurchzogen und (nicht 
immer) mit gelblichen Haarschuppen bestreut; der Htrd. dieses Feldes ist un- 
regelmässig convex. Die folgende weisse Binde ist ebenso breit oder schmäler, 
oben am breitesten, mit 2 — 3 schwarzen Costalpunkten und ein paar schwärz- 
lichen, unregelmässigen Punkten in der Mitte. Auf sie folgt die breite, braune, 
schwarzfleckige und mit Bleistreifen durchzogene und mehr oder weniger mit 
lehmgelben Haarschuppen bestreute Mittelbinde; bei genauer Betrachtung ist 
sie am Vdrd. schmal wie gewöhnlich und scheint nur so breit, weil Bleigrau 
sie hinten oberwärts bis zu den Costalflecken säumt und diese als einen Theil 
der Binde erscheinen lässt; eben so erscheint der halbeiförmige, aufrechte, 
schwarzbraune, gelbbestreute Dorsalfleck vor dem Innenwinkel, weil er nur 
durch einen dünnen Bleistreifen von der Binde geschieden ist, als ein Theil 
der letzteren. Der schräge Keilstreifen ruht mit seinem verbreiterten Untertheil 
auf dem Htrd. unter der Mitte und ist braun, mit lehmgelben Schuppen theil- 
weise verdeckt. Zwischen ihm und dem Haibeifleck des Innenrandes bildet die 
Grundfarbe einen aus dem Innenwinkel aufsteigenden, schrägen, zugespitzten 
Streifen, der in der Mitte durch bleigrau getrübt ist. Vdrd. bis zur Spitze weiss 
mit abwechselnd schmalen und breiten, schwarzen Schrägstrichen. In der Flü- 
gelspitze ist ein schwarzes, gerundetes Fleckchen an der braunen, unterwärts 
verlöschenden Htrd.-Linie. Fransen weiss, an der Flügelspitze braun, tiefer ab- 
wärts mit einem solchen Fleckchen und am Keilstreifen breit schwarzbraun; 
tiefer bleibt die Farbe bis zum Haibeifleck rein. 



[2731 Beiträge zur Kenntniss der nordamericanischeii Nachtfalter. 67 

Htfl. braungrau, nur an der Basalhälfte des Vdrdes. weisslich. Fransen 
weisslich, mit einer deutlichen grauen Linie nahe an der gelblichen Wurzel 
durchzogen. Das behaarte, weissgraue Anhängsel reicht bis über das Ende der 
Fransen. Ader 5 entspringt fast dicht an 4. 

Unterseite der Vdfl. braungrau, im Dorsalfelde weisslich; der Vdrd. schmal 
weisslich gefleckt, die Flecke durch Braun getrennt und jeder durch einen 
braunen Querstrich durchschnitten. Htfl. weissgrau; die Fransen heller, ohne 
dunkle Linie. 

Vaterland: Ohio (Schläger); Illinois (Lederer). Drei cf in meiner 
Sammlung. 

Anmerkung. Exart. fasciatana Clem. (Froc. Acad. Philad. 1860, 
p. 357) kann nicht wohl meine Art sein, welche kein silvery white baüd hat 
(nur im Sonnenschein schimmert das weisse Band, so wie auch die Fransen 
und noch mehr die Bleistellen), und bei welcher der Keilstreifen nicht bis zum 
Vdrd. reicht, sondern von dem Costalstrich, gegen den er gerichtet ist, deutlich 
getrennt bleibt oder höchstens mit ihm durch eine feine Linie verbunden wird. 

5. Exart, permundanum Gl. 

Alis ant. area basali, fascia media postice tridentata, macula semiovata 
anguli dorsalis striaque marginali obliqua luteo-brunneis, pallide marginatis, 
spatiis interjectis angustis, plumbeis. c^ 9 • 

Exartema permundana Clem. Proc. Ac. Philad. 1860, p. 356. 

? Sericoris — Clem. Proc. Ent. Soc. Philad. 1865, p. 134. 

Dadurch, dass alle dunkle Zeichnungen der Vdfl. hell gesäumt sind, hat 
diese Art eine gewisse Aehnlichkeit mit Sericoris Hvulana (conchana H.), und 
sie unterscheiden sie von den anderen Exartema-krten. Nur bei dem auch sonst 
nicht ähnlichen, hell purpurfarbenen Nitidanum hat die Mittelbinde drei Zähne; 
bei dem näher verwandten Appendiceum sind die trüben, verflossenen Zeich- 
nungen nicht hell gesäumt. 

Etwas grösser als Alhofasciatum, in der Färbung etwas veränderlich; 
wenigstens ist mein einzelnes 9 bedeutend dunkler, wofür die hellen Einfas- 
sungen der Zeichnungen desto reiner hervortreten. 

K. mit etwas aufgerichteten Haaren, heller als das gelblichbraune R., 
im Gesicht noch heller. Taster hellgelblich, fast um Kopflänge hervorstehend, 
beim 9 dünner als beim cf, besonders unten behaart; die Endhaare des zwei- 
ten Gliedes mit bräunlicher Spitze; das hervorstehende Endglied dunkelbraun. 
Vorderbeine gelbbraun, hell gefleckt; Mittelschienen verloschen braun und hell 
gezeichnet; Hinterschienen zusammengedrückt, grau, auf der Ruckenschneide 
dicht mit langen, etwas aufgerichteten Borstenhaaren gefranst; Hinterfüsse 
dunkler grau mit hellen Enden der Glieder. Hinterleib dunkelgrau mit hellerem, 
länglichem, reichlichem Analbusch des cf; beim 9 ist er kurz, von der braun- 
grauen Farbe des Hinterleibes und hat am vorletzten Segment zu jeder Seite 
ein hellgelbes Büschchen. 

9 



68 P. C. Zeller. [274] 

Vdfl. 33/4'" lang, wie bei Alhofasciatum gestaltet. Als Grundfarbe, die 
zwischen den Zeichnungen sehr eingeengt ist, muss man die hellen Säume der- 
selben und die von ihnen eingeschlossene schwach glänzende Bleifarbe ansehen. 
Die Zeichnungen sind gelbbraun, beim cT theilweise mit lehmgelben Haar- 
schuppen verdeckt, beim 9 it^iO) i^it braunen scharfen Rändern, so dass bei 
ihm ihre Gestalt recht deutlich ausgedrückt ist. Der Htrd. des Wurzelfeldes ist 
in der Mitte eckig, beim 9 etwas unregelmässig. Der bindenförmige Raum der 
Grundfarbe zwischen ihm und der Mittelbinde ist schmal, am Vdrd. über das 
Basalfeld hin gegen die Wurzel erweitert. Die Mittelbinde ist auf der Basäl- 
seite wellig, saumwärts über der Mitte mit zwei starken, spitzen Zähnen; unter- 
halb des zweiten ist sie sehr zusammengezogen, dann wieder erweitert und mit 
einem, kurzen breiten Zahn auf der Subdorsalader versehen. Der halbeiförmige 
Fleck des Innenwinkels reicht ziemlich nahe an die Mittelbinde heran und lässt 
auch zwischen sich und dem Mittelzahn derselben und ebenso zwischen sich 
und dem Keilstreifen nur einen schmalen Raum. Der schräge Keilstreifen, der 
unterhalb der Mitte auf der braunen Htrd. -Linie ruht, erweitert sich nach oben 
etwas und steht beim (^ durch einen dünnen Hals, beim 9 nur durch einen 
hellen Faden mit dem ersten der drei gelbbraunen Costalfleckchen in Verbin- 
dung. Die Costalfleckchen, welche zwischen sich helle Ocherfarbe mit dünnem, 
braunen Querstrich haben, spitzen sich nach unten und hinten zu. Alle Räume 
zwischen den gelblichgesäumten Zähnen und Flecken sind, wie schon ange- 
geben, mit Bleifarbe ausgefüllt. In der Flügelspitze ist ein braunes, nicht scharfes 
Fleckchen, und an diesem die gelblichen Fransen schwarzbraun. Einen jedoch 
lichteren Fleck tragen die Fransen auch am Keilstreifen. Beim 9 sind sie aber 
ganz braungrau, nur am Innenwinkel ein wenig heller. 

Htfl. des cf bräunlichgrau, gegen die Wurzel sehr gelichtet; beim Q 
einfarbig graubraun. Fransen weisslich, beim 9 grau, an der gelblichen Wurzel 
mit einer dunkelgrauen Linie durchzogen. Das Anhängsel des cT reicht bis ans 
Ende der Fransen des Innenwinkels. Beim 9 sind die Felder der freien Innen- 
randadern gar nicht ungewöhnlich verkürzt. Ader 5 entspringt nahe an 4. 

Unterseite der Vdfl. braungrau, am Vdrd. des cT mit 6, des 9 ™it 4 
gelblichen, von je einem braunen Querstrich durchschnittenen Fleckchen. Htfl. 
heller als auf der Oberseite. 

Vaterland: Missouri (Riley), Washington (Osten-Sacken). cf und 9 in 
meiner Sammlung. 

Anmerkung 1. Ein (^ aus Illinois unterscheidet sich wahrscheinlich 
als eigene Art durch Folgendes: Alle Flügel sind breiter, die hinteren einfarbig 
hell graubraun, die vorderen heller und von gelblicherem Ton* als bei der be- 
schriebenen Art. Die helle Binde hinter dem Bisalfelde ist am Vorder- und 
Innenrand erweitert, enthält gar keine Bleifarbe und ist hell ochergelb, gar 
nicht vorn und hinten durch scharfe, hellere Linien begrenzt. Auch sind die 
Zeichnungen im hinteren Flügelraum nur undeutlich hell gesäumt, so dass die 
Zwischenräume breiter scheinen. Der Keilstreifen ist oben plötzlicher erweitert. 
Der Anaibusch ist länger und bleichgelblich. 



r275] Beiträge zur Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 69 

Anmerkung ?. Clemens gibt an der zweiten Stelle eine Diagnose, die 
nicht zu der Beschreibung an der ersten stimmt: „Vdrd. an der Basis ocher- 
weisslich. ohne scharfe helle Räume hinter dem Basalfleck (das sinnlose fascal 
wohl Druckfehler für basal) und hinter der Mittelbinde". Ich besitze ein schlecht 
erhaltenes cT aus Ohio, auf welches diese Bezeichnung ziemlich gut passt; es 
ist sicher von Permundanum verschieden, aber zur Beschreibung nicht gut genug. 

Anmerkung 3. Als Synonym zu Sericoris permundana Cl. führt Grote 
Walker's Sciaphüa Meanderana (!) XXVIII, p. 341 auf (Trans. Am. Ent. 
Soc. 1868). Aus der Beschreibung lässt sich, um von Anderem zu schweigen, 
die Angabe: Forewings with transverse black streaklets nicht auf die vorliegende 
Art anwenden. 

6. Exart. appendiceutn n. sp. 

Alis ant. area basali, fascia media superius nigro-fusea, macula semio- 
vata anguli dorsalis striaque marginali obliqua fuscescentibus squamisque 
lutescentibus obtectis, fascia ante medium angusta, pallida, fuseescenti-strigu- 
lata, spatio anguli dorsalis albido, nitidulo, puncto apicali nigro. cf Q. 

Eine unscheinbare Art, von oberflächlichem Aussehen der Sericoris lacu- 
nana oder noch mehr der Lucivagana. Sie mag dadurch etwas abändern, dass 
sich die gelben Schuppen abreiben, wodurch dann die Zeichnungen in schwarz- 
brauner Färbung hervortreten. Beim cT (wenigstens dem einzelnen Ex., das ich 
besitze) zeichnet sich das Anhängsel der Htfl. durch seine Länge au«, indem es 
über die Fransen des Analwinkels hervorsteht und das Aussehen eines verküm- 
merten Beines hat. Auf den Vdfl. hat die Art das auffallende, schwarze, ge- 
rundete Fleckchen in der Spitze mit Albofasciatum gemein; die Binde hinter 
dem Basalfelde ist schmal, hellgrau, mit braunen Querstrichelchen bestreut; am 
weissesten und etwas schimmernd ist der zugespitzte Streifen, der sich, aus 
dem Innenwinkel schräg aufwärts steigend, allmälig zuspitzt. 

Kleiner als Fermundanum, von derselben Gestalt der Flügel, nur die 
hinteren ein wenig spitzer. R. und K. trüb graubraun, blassgelblich gemischt; 
Gesicht des (^ weisslich. Taster um die halbe Kopflänge hervorstehend, läng- 
lich, unten und am Ende behaart, weisslich, beim Q dunkler; das Endglied 
hervorstehend, nicht dunkler. Vorderbeine braun, hellfleckig. Hinterbeine hell, 
staubgrau, ziemlich kräftig, zusammengedrückt, beim Q auf der Rückenschneide 
mit reichlichen, sehr geneigten Haaren, beim cf auf der Innenseite mit einer 
Längsfurche, die einen langen, schwärzlichen Haarbusch einschliesst; die vier 
letzten Fussglieder grau mit hellen Enden. Analbusch des Q kurz und braun- 
grau, des cT länglich, bleichgelblich, an der Wurzel obenauf grau. 

Vdfl. 374'" lang, in der Gestalt wie bei Permundanum, trüb graugelb- 
bräunlich, auf den sehr beschränkten lichten Stellen ins schmutzigweissliche. 
Das Wurzelfeld ist durch braune Querstriche marmorirt und hinten in der 
Mitte eckig begrenzt. Die schmale, darauf folgende, helle Binde, beim cf deut- 
licher braun quergestrichelt als beim 9 . erweitert sich am Vorder- und Innen- 

9* 



70 P. C. Zeller. [276] 

rande. Die Mittelbinde liegt in ihrem ersten Drittel schräg; dann ist sie am 
breitesten und hat eine fast senkrechte Richtung, worauf sie sich am untersten 
Drittel wieder verengt: in der obersten Hälfte ist sie dunkelbraun, dann — 
wie die zwei folgenden Zeichnungen — durch gelbliche Schuppen verdeckt, und 
an der hintersten Ecke der breitesten Stelle befindet sich ein undeutlicher, 
schwarzer Punkt. Der Haibeifleck des Innenwinkels ist breit, von der Mittel- 
binde durch einen schmalen hellen Streifen getrennt. Der schräge Keilstreifen 
ist breit, nach oben etwas verengert, mit der breiten Basis auf dem Ende der 
feinen, schwarzbraunen Htrd.-Linie aufliegend. Beide Flecke schliessen einen 
weisslichen, etwas schimmernden, länglich dreieckigen, auf dem Innenwinkel ruhen- 
den Streifen ein, an welchem auch die Fransen am hellsten sind, während sie 
darüber die Farbe des Keilstreifens haben und an der Flügelspitze am dun- 
kelsten sind. Der Vdrd. ist von der Wurzel aus braun gestrichelt, hinter der 
Mitte auf hellem Grunde; hier liegen drei dreieckige Fleckchen, mit je einem 
braunen Strichelchen zwischen sich. In der Flügelspitze ist ein schwarzer, nicht 
recht scharf begrenzter Punkt. 

Htfl. braungrau, gegen die Wurzel gelichtet. Fransen weisslich, von einer 
scharfen, grauen Linie an der gelblichen Wurzel durchzogen. Ader 5 entspringt 
etwas höher und gesondert von 4. Der freie Hautstreifen reicht bis über die 
Fransen des Analwinkels hervor. 

Unterseite der Vdfl. braungrau; der Vdrd. mit fünf hellen, braun unter- 
brochenen Streifchen. 

Vaterland: Massachusetts. Ein cT, ein 9. '^on Burgess bei Beverly am 
10. Juli gefangen, in meiner Sammlung. 

Phaecasiophora Grote. 

Diese, durch die beim (^ dichtwolligen, wie in einen Schimmelpelz ge- 
hüllten Hinterschienen ausgezeichnete Gattung gehört, wie Clemens richtig 
erkannte, zu den Sericoriden, weil die Vdfl. drei dunkle Costalfleckchen vor 
der Spitze und ein Basalfeld, eine Mittelbinde, einen Keilstreifen am Htrd. und 
einen Haibeifleck (auf dem Innenrand dicht vor dem Innenwinkel) haben. Da 
das 9 gewöhnlich gebildete Schienen hat, so sind die beiden Geschlechtern 
gemeinschaftlichen Merkmale: aufsteigende, dem Gesicht anliegende, dicht be- 
schuppte Taster mit deutlichem Endglied — Schildchen mit Schuppenwulst — 
Hinterleib stark und weit über die Htfl. hinausreichend. — Der Keilstreifen 
der Vdfl. den Htrd. mit zwei Spitzen berührend. (Dass das Wurzel- 
feld und die Mittelbinde vom Innenrande scharf getrennt bleiben, und der Halb- 
eifleck sehr nach innen geneigt ist, mag vielleicht nicht generisch sein.) 

Phaec. niutabilana Clem. 

Sericoris mutabüana Gl. Proc. Ent. Soc. Philad. 1865, p. 135. 
Phaecasiophora — Grote: Bulletin of the Buffalo Soc. of Nat. Sc. I 
(1873), p. 90, t. 2, Fig. 4-6. 



[277] Beiträge zur KenitnisB der nordamericanisehfn Nachtfalter. 71 

Aus Clemens' Worten hätte ich diese Art sicher nicht erkannt. Das 
Basalfeld der Vdfl. ist nur am Enddrittel dunkel und gegen den Innenrand fein 
hellgesäumt und dadurch scharf begrenzt. Dass die Mittelbinde unterhalb der 
Falte abgeschnitten und weisslich gesäumt ist, übersieht Clemens, und auf 
das whitish discal dot legt er ein zu grosses Gewicht. Der Keilstreifen, den er 
als vollständige Binde behandelt, ist nur ungewöhnlich breit und nur bis nahe 
an das erste und zweite Costalfleckchen verlängert, ohne sich mit ihnen zu ver- 
binden; er theilt sich unten in zwei Enden, deren oberes wie gewöhnlich auf 
dem Htrd. aufsitzt, während das untere ihn mit einer Spitze berührt. — Der 
Analbusch des cT ist dunkler graubräunlich als der Hinterleib, der des Q hell- 
och ergelb. 

Bei Grote ist das 9 henntlieh abgebildet. Ich erhielt von ihm beide 
Geschlechter. 

Vaterland: New- York, Pennsylvanien, Virginien (Grote). 

Anmerkung. Grote's zweite Art, Phaec. niveiguttana 1. c. p. 91, 
Fig. 15, stimmt wenigstens in der Eigenthümlichkeit des Keilstreifens mit 
Mutabilana; ob auch die Mittelbinde vor dem Innenrande abbricht, ist aus 
dem Bilde nicht wohl ersichtlich. 

Sericoris Tr. 

Schildchen mit schwachem Schuppenwulst. Vdfl. ohne Umschlag, mit 
dunklem Wurzelfeld, solcher Mittelbinde und einem Keilstreifen der Htrd.-Mitte, 
der sich bisweilen als schräge Binde bis zum Vdrd. verlängert, selten ganz fehlt; 
im Innenwinkel ist ein halbeiförmiger oder kurz kegelförmiger Fleck, der oft 
mit der Mittelbinde zusammenfliesst. Die Fransen ohne die gedrängte Atomen- 
reihe von Semasia. Htfl. ohne den streifenförmigen Anhang von Exartema. 
Hinterschienen des cf mit langen, anliegenden Haaren und oft mit langem Haar- 
busch in einer Längsrinne. 

A) Vdfl. mit Metallpunkten oder Metallstreifen; der Keilstreifen in eine 
Binde verwandelt oder ganz fehlend. 

1. Serie, argyroelana n. sp. 

Alis ant. subangustis, pallide ochraceis, einer eo-cüiatis, area basali fas- 
eiaque media nigro-sparsis, plumheo-punctatis, fascia postica plumbeo-margi- 
nata, costa subtiliter nigro-pundata , strigula anteapicali plmnbea; poster. 
fuscis, einer eo-ciliatis. cf. 

Ganz nahe verwandt mit unserer hochalpinen Metalliferana, welche aber 
auf dem Vdrd. grobe, schwarze, nach hinten weisslich wechselnde Fleckchen 
hat (bei Argyroelmm sind ganz feine Querstrichelchen, die gegen die Flügel- 
spitze hin nur etwas lichtere Grundfarbe zwischen sich haben) und des Blei- 
streifchens der Argyroelana vor der Flügelspitze entbehrt; auch ist bei ihr die 
hintere Binde breiter und geht grader bis in den Innenwinkel herab, und endlich 
sind ihre Beine sehr dunkel. — Die folgende Coruscana steht der Argyroelana 



72 P. C. Zeller. [278] 

dadurch etwas ferner, dass ihre Vdfl. spitzer sind; ausserdem unterscheidet sie 
die helle, fast weissliche Farbe aller Fransen, der helle Analbusch und die hellen 
Beine am leichtesten von Argyroelana. 

Etwas kleiner als die folgende. R. und K. bleich ochergelb, ersterer 
schwarz gefleckt und punktirt. Fühler stark, bräunlich. Taster um eine halbe 
Kopflänge hervorstehend, zusammengedrückt, unten reichlich behaart und nach 
hinten verstärkt, aussen vor den Spitze mit einem schwärzlichen Punkt; End- 
glied kurz, vorstehend, hell, mit schwarzem Fleckchen vor der Spitze. Beine 
bleichgelb, die vorderen vorn braun, hell punktirt; an den mittleren und hinteren 
die Schienen vor der Spitze mit verloschenem, grauem Bändchen; alle Fuss- 
glieder obenauf schwarz mit weisslicher Spitze ; die Hinterschiene scheint keinen 
Haarpinsel zu haben. Hinterleib dunkelgrau; Analbusch an der Wurzel ebenso, 
an der Endhälfte trüb ochergelblich. 

Vdfl. 3V2'" lang, etwas gestreckt, nach hinten erweitert, an der Spitze 
abgerundet, von blass ochergelber, aber sehr beschränkter Grundfarbe. Das 
Basalfeld ist nur durch zerstreute tiefschwarze Stäubchen angedeutet und un- 
ordentlich mit groben, lebhaft bläulich bleiglänzenden Flecken oder Punkten 
bezeichnet. Diese lassen das darauf folgende schmale Feld der Grundfarbe nur 
an der Costalhälfte rein erscheinen. Die Mittelbinde ist wie das Basalfeld, nur 
reichlicher, schwarz bestäubt; mit ihr fliesst der schlecht ausgedrückte Halb- 
eifleck des Innenwinkels so zusammen, dass nur am Innenrande ein schmaler, 
kurzer Streifen der Grundfarbe zu erkennen ist. Der Keilstreifen ist in eine 
breite, nach oben einwärts gebogene, vorn und hinten durch eine Bleilinie scharf 
begrenzte Binde verwandelt, in welcher unter den ochergelblichen Haarschuppen 
durch Abreibung schwarze Stäubchen mehr oder weniger hervortreten; sie reicht 
bis an den Vdrd., wo zwei schwarze Costalpunkte in ihr liegen; die innere 
Bleilinie reicht bis in den Innenwinkel herab und begrenzt dessen helle Grund- 
farbe so, als ob diese den unteren Theil der Binde bildete. Hinter der Binde 
ist ein schmaler, nach oben erweiterter Streifen der Grundfarbe, in welchem 
vor der Flügelspitze ein bleiglänzendes Querstreifchen liegt. Der Vdrd. ist ein 
wenig heller als die Grundfarbe, von der Wurzel aus mit schwarzen, kleinen, 
kaum gebogenen QuerstricheJchen gezeichnet. Eine Htrd. -Linie fehlt. Fransen 
braungrau, am Innenwinkel heller. 

Htfl. dunkel braungrau, an der Basalhälfte des Vdrdes. weissgrau. Fransen 
dunkelgrau mit weisslicher Basallinie. 

Unterseite dunkelgrau. Vdfl. im Dorsalfelde bis zur Falte hell; der Vdrd. 
als ein schmaler Streifen hellgelblich, mit schwarzen Querstrichen ziemlich weit- 
läuftig durchschnitten. Fransen an der Wurzel hellgelblich , sowie ein sehr 
schmaler Streifen vor dem Htrd. Htfl. einfarbig grau, nur am Vdrd. gelblich 
und grau besprengt. 

Vaterland: New- York. Zwei von Dr. Speyer erhaltene cf in meiner 
Sammlung. 



r279l Beiträge zur Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 73 



2. Serie, coruscana Clem. (?) 

Alis ant. suhangustis, acutis, pallide ochraceis, exalbido-ciliatis, area 
basali fasciague media nigro-sparsis, 2^lumbeo-punctatif!, fascia postica plumheo- 
marginata, eosta nigro-strigulata, strigula plumhea anteapicali; post. fuscis, 
albido-ciliatis. cf. 

fÄntithesia coruscana Clem. Proc. Ac. Nat. Sc. Philad. 1860, p. 346. 
f'Sericoris — Clem. Proc. Ent. Soc. Philad. 1865, p. 134. 

Es ist rein willkürlich, die Clemens'sche Benennung auf diese Art an- 
zuwenden, da die Beschreibung ebensogut auf die vorige Art passt; ich nehme 
aber den Namen an, weil ich zwei so bezeichnete Ex. von Grote erhielt, der 
sich vielleicht von der Identität in der Clemens'schen Sammlung überzeugt 
hatte. Die Beschreibung lässt sich sogar mit ihren hindwings dark brown 
ganz bequem auf Constellatana anwenden, da die Grösse nicht angezeigt ist. 

Die Hauptverschiedenheiten zwischen dieser Coruscana und Ärgyroelana 
sind bei letzterer angezeigt. 

Coruscana ist etwas grösser. Die Fühler sind gegen das Ende merklich 
verdünnt, auf dem Eücken von der Wurzel aus bleichgelblich. Taster an der 
Spitze des zweiten Gliedes verdunkelt, sonst wie bei Ärgyroelana. Beine mit 
breiteren hellen Stellen. Die vier hinteren Schienen und Füsse sehr bleich gelb- 
lich, fast weisslich; die Hinterschienen oben und unten locker langhaarig; die 
Hinterfussglieder nur ganz an der Wurzel obenauf schwarz. Hinterleib dunkel- 
grau, an den Hinterrändern der Segmente locker weisslichschuppig und am 
Bauch weisslich. Analbusch hell, nur am Basaldrittel obenauf dunkel grau, daher 
länger scheinend als bei Ärgyroelana. 

Vdfl. mit sehr deutlicher, nicht abgerundeter Spitze und graderem Htrd. 
als dort. Grundfarbe und Zeichnung wie bei jener. Wurzelfeld und Mittelbinde 
reichlicher schwarz bestäubt, besonders in der Mitte. Der Vdrd. ist an der 
Endhälfte heller, die Querstrichelchen aber ebenso klein. Fransen fast gelblich- 
weiss, nur an der Flügelspitze und unter der Mitte fleckartig grau. 

Htfl. so dunkel wie dort. Fransen wie der ganze Vdrd. gelblichweiss, 
nahe der Wurzel von einer braungrauen Linie durchzogen. 

Unterseite der Vdfl. dunkelgrau; der Vdrd. als eine breitere, nach hinten 
erweiterte Linie gelblich, schwarz gestrichelt. Die gelblichweissen Fransen an 
der Flügelspitze fleckartig grau und unterhalb der Mitte an den Enden schwärz- 
lich. Htfl. hellgrau, an der Endhälfte zwischen den gelblichen Adern staubig 
dunklergrau; Fransen einfarbig weisslich. 

Vaterland: Wahrscheinlich New- York. Zwei cf in meiner Sammlung. 

3. Serie, eonstellatana n. sp. 

Magna; alis ant. latis, subobtusis (Q angustioribus, acutioribus), pallide 
ochraceis, nigro-punctulatis, area basali fasciaque media nigro-sparsis, plumbeo- 



74 P. C. Zeller. [280] 

punctulatis , fascia j)Ostica plumheo-marginuta, in costae punctum nigrum 
desinente, strigula anteapicali plumbea. cf 9- 

Grösser und breit- und stumpfflügliger als Metallieana, bei welcher die 
hellen Stellen der Grundfarbe bedeutend breiter und ganz rein bleiben, und die 
Bleifleckchen der Mittelbinde fast nur auf die Ränder beschränkt sind. Sie 
stimmt in der Flügelzeichnung sehr mit den zwei vorigen überein, ist aber viel 
grösser und in allen Flügeln viel breiter und kürzer, und die hintere Binde 
rundet sich oben so dicht vor dem Vdrd. ab, dass nur ein braunes Fleckchen 
desselben sie berührt. 

Fühler bräunlich. Taster um Kopflänge hervorstehend, buschig, zu- 
sammengedrückt, sehr bleich, am Ende gebräunt; das dritte Glied macht sich 
in den dunklen Haaren als helles Pünktchen bemerklich. Hinterleib wie bei 
Coruscana; der Analbusch des cT ganz hell, der des 9 am Basaldrittel obenauf 
dunkelgrau. 

Vdfl. 4V4'" lang, beim (f ansehnlich breit, nach hinten erweitert, an der 
Spitze abgerundet, am Htrd. sanft convex, beim 9 schmäler, doch verhältniss- 
mässig nicht so schmal wie bei Coruscana, am Htrd. grader und daher mit 
mehr hervortretender Spitze. Grundfarbe ein bleiches Ochergelb, welches durch 
die Zeichnungen sehr eingeengt und durch mehr oder weniger zahlreiche 
schwarze Pünktchen verunreinigt wird. Der schmale Raum zwischen dem Basal- 
felde und der Mittelbinde wird dadurch und durch Bleifleckchen so verdeckt, 
dass sich nur am Vdrd. eine Stelle als dazu gehörig deutlich erkennen lässt, 
und dass es den Anschein hat, als ob die ganze Fläche von der Wurzel an bis 
weit hinter der Mitte auf bleichem Grunde reichlich schwarz quergestrichelt 
(am meisten in der Mittelbinde) und mit groben, recht glänzenden Bleifleckchen 
unregelmässig bestreut ist; in diesen Raum ist auch der Haibeifleck des Innen- 
randes mit aufgenommen. Die hinterste Binde ist schwarzbestäubt und auf jeder 
Seite mit einer Bleilinie gesäumt; sie reicht vom untersten Drittel des Htrdes. 
(den keine schwarze Linie einfasst), etwas gekrümmt und nach oben schwach 
erweitert, mit ihrem abgerundeten Ende bis an die schwarzen Costalpunkte, von 
denen ein starker die Mitte dieses abgerundeten Endes einnimmt. Die Flügel- 
spitze ist ein bleiglänzender Querstrich wie bei Coruscana. Der Vdrd. ist in 
einer dünnen Linie gelblich und von der Basis aus mit schwarzen, fast quer- 
strichförmigen Punkten bestreut, unter denen die hintersten sich wenig durch 
Stärke auszeichnen. Fransen fast weisslich, vor der gelblichen Wurzel beim 9 
mehr als beim (f mit einer bräunlichen Linie, die von der Flügelspitze anfängt, 
aber wohl nie bis zum Innenwinkel reicht; an der Flügelspitze sind sie braun 
angelaufen und auch oberhalb des Innenwinkels an ihrer Spitze streifenartig 
verdunkelt. 

Htfl. breit und ziemlich abgestumpft, beim 9 ziemlich dunkel braungrau, 
beim cf hell. 

Unterseite der Vdfl. braungrau, beim cT von der Querader einwärts heller. 
Vdrd. breiter gelblich und schärfer schwärzlich gefleckt und punktirt als oben. 



r2811 Beiträge zur Eenntniss der nordamerieanisclien Nachtfalter. .75 

Auch die Fransen mit lebhafter braunen und breiteren Stellen. Htfl. des <^ 
weissgrau, an der Apicalhälfte mit dunkeln Querstrichelchen auf gelblicherem 
Grunde, des $ dunkler grau, am Vdrd. und in der Spitze mit bleichgelben 
Querstrichelchen. Fransen ohne Schattenlinie. 

Vaterland: Ohio (Schläger), New-York (Speyer). Die Art scheint gar 
nicht selten zu sein, da ich sechs cT, zwei 9 zur Verfügung habe. 



4. Serie, astrologana n. sp. 

Magna; alis ant. latis, suhohtusis, oehraceis, nigro-pulvereis, praesertim 
in medio, jjunctis majuseulis nüide plumbeis copiosis inordinate sparsis, ciliis 
dilutis; post. fuscescenti-cinereis, exalbido-ciliatis. cf. 

Sie weicht darin von der Regel bei Sericoris ganz ab , dass auf den 
Vdfl. alle sonstige Bindenzeichnuug fehlt; doch ist sie als Ä'encom nicht wohl 
zu verkennen. 

R. und K. ochergelb, ersterer schwarz gefleckt und punktirt; Scutellums- 
busch klein, ungefleckt; Gesicht mit vier verwischten schwarzen Punktfleckchen. 
Taster um Kopflänge hervorstehend, stark, buschig, zusamraengediückt, am 
Ende abgerundet, hell ochergelb, aussen mit einem schwarzen Punkt vor den 
schwärzlichen Endhaaren des zweiten Gliedes, aus denen das dünne, ziemlich 
lange, helle Endglied hervorragt. Fühler mikroskopisch gefranst, obenauf ocher- 
gelblich ; Basalglied vorn mit einem schwarzen Fleck. (Beine und Hinterleib 
fehlen). 

Vdfl. 4:^/2" lang, breit, doch nicht so sehr wie bei Constellatana, auch 
nicht ganz so stumpf und mit weniger convtxem Htrd., nach hinten erweitert. 
Grundfarbe röthlich ochergelb, gegen die Spitze etwas heller und weniger röth- 
lich, auf den ersten zwei Dritteln sehr reichlich mit schwarzen Stäubchen be- 
streut, welche in der Flügelmitte zu einer grossen Qnerwolke ang-ihäuft sind 
und am meisten längs des Innenrandes zu Querstricheichen zusammentreten. 
Von der Wurzel aus liegen über die ganze Fläche hin bleiglänzeude Punkte 
und runde Fleckchen sehr zahlreich (50—60) ohne bestimmte Ordnung, ausser 
dass sie gegen die Flügelspitze hin beinahe Queneilien bilden. Den Vdrd. 
nimmt von der Wurzel aus eine sehr feine, nach hinten ein wenig erweiterte, 
blass ochergelbe Linie ein, die wenigstens auf der Endhäifte nur unterwärts 
von schwarzen Pünktchen begrenzt ist, also auch der gewöhnlichen Costal- 
zeichnung von Sericoris gänzlich entbehrt. Fransen fast gelblich weiss, dicht 
an der Wurzel ochergelbiich, nur oberhalb des Innenwinkels an ihren Enden 
ein wenig verdunkelt, dagegen um die FJügelspitze so hell wie am Innenwinkel. 

Htfl. nicht ganz so breit wie bei Constellatana, braun grau, an der Wurzel- 
hälfte gelichtet. Fransen gelblichM'eiss, nahe der Wurzel mit starker, dunkel- 
grauer Schattenlinie. 

Unterseite der Vdfl. dunkelgrau. Vdrd. -Strieme ziemlich breit hell ocher- 
gelb, mit nicht sehr reichlichen schwarzen Querstricheichen, die auf der End- 

10 



76 P. C. Zeller. [282] 

hälfte sie nicht ganz durchschneiden; ebenso gelb ist eine sehr schmale Htrd.- 
Linie, vor welcher hellgelbe Stäubchen gestreut sind. Fransen sehr hell, an 
ihren Spitzen ins Graue. Htfl. weissgrau, in der Spitze und längs des Vdrdes. 
dunkler, und an diesem mit gelblichen Stäubchen bestreut; der Htrd. mit einer 
so feinen gelblichen Linie umzogen wie die Vdfl.; die Fransen ohne Schattenlinie. 

Vaterland: Texas (Bell). Ein Ex. in meiner Sammlung; mehrere ganz 
gleiche befinden sich nach Hagen's Angabe im- Cambridger Museum. 

B) Vdfl. ohne Metallzeichnung; der vom Htrd. unterhalb der Mitte aus- 
gehende Keilstreifen völlig ausgebildet. 

5. Serie, poana n. sp. 

Parva; palporum apice fusco; dl. ant. suhelongatis, pallide ochraceis, 
fusco-strigulosis, area basali, faseia media superne coarctata strigaque mar- 
ginis postici obliqua cuneata fusco-hrunneis, linea marginis postici superioris 
tenuissime exalhida, ciliis fuscescentibus. cf $. 

Die zehn mir vorliegenden Ex. sind den kleinsten der Cespitana so ähn- 
lich, dass sie leicht als kleine, dunkle Form derselben angesehen werden können, 
für welche Dr. Rö ssler sie auch erklärte. 

Gestalt der 3~3y4'" langen Vdfl. wie bei Cespitana. Die Grundfarbe, 
die im Eaum hinter dem Basalfelde am reinsten hervortritt und etwas weiss- 
licher ist, lässt die zahlreicheren, feineren und schwärzeren Querstrichelchen 
deutlicher zum Vorschein kommen. Das Wurzelfeld, die Mittelbinde, der Keil- 
streifen und ein aus dem Apicalfleck herabziehender Streifen, der mit dem 
Keilstreifen verschmilzt, sind schwärzlichbraun, fast ohne gelbliche Beimischung, 
und durch diese Farbe fallen die Ex. am meisten auf. Der Keilstreifen hat 
eine veränderliche Gestalt, indem er sich nicht immer nach oben verengert, 
sondern auch bisweilen erweitert, und nimmt die Richtung gegen das erste 
starke Costalhäkchen, bleibt aber etwas weiter von demselben getrennt als bei 
Cespitana. (Bei dieser, wie bei Flavijyalpana und Poana zieht über dem 
Keilstreifen dicht an der dunkelbraunen Htrd.-Linie eine feine hellgelbliche 
Linie, welche die schwarzbraune Flu gelspitze nicht erreicht). Fransen dunkel- 
grau, am Keilstreifen und um die Flügelspitze braun oder doch verdunkelt. 

Htfl. und ganze Unterseite braungrau, nur die Vdfl. am Vdrd. mehr oder 
weniger reichlich mit gelblichen, einmal durchschnittenen Fleckchen, deren 
Zwischenräume braun sind, bezeichnet. 

Vaterland: Ohio (Schläger). Massachusetts, wo Burgess die Art wahr- 
scheinlich nicht selten bei Beverly vom 16. Juni bis 3. Juli sammelte. 

6. Serie, campestrana n. sp. Taf. VIII, Fig. 17. 
Parva; palpis pallidis, exterius griseis; al. ant. suhelongatis, alhidis, 
area basali, faseia media superne angiistata strigaque marginis postici obliqua 
cuneata brunneis, linea marginis postici superioris subinterrupta albida, ciliis 
maculatis. <^ 9- 



[2831 Beiträge zur Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 77 

Etwas grösser als Poana, mit gestreckteren Vdfl., weisserer Grundfarbe 
und heller gelbbraunen, schärfer hervortretenden Zeichnungen; die weissliche 
Htrd. -Linie zwischen Flügelspitze und Keilstreifen ist breiter und bis zur Flügel- 
spitze verlängert. Von Fuscalbana ist sie durch meist geringere Grösse, durch 
weniger reines Weiss der Grundfarbe und durch Schmalheit der Mittelbinde (welche 
nicht den ersten der drei Costalflecke mit umfasst) leicht zu unterscheiden. 

R. gelbbraun, hell gefleckt. Gesicht staubgrau. Taster um mehr als andert- 
halb Kopflängen hervorstehend, stark behaart, zusammengedrückt, bleichgelblich, 
aussen mehr oder weniger grau angelaufen ; Endglied deutlich hervorstehend, 
bleichgelb. Mittelschienen braungrau mit blassem Mittelbändchen; Mittelfüsse 
obenauf dunkelbraun mit bleichgelben Enden der Glieder. Hinterbeine staubgrau, 
an den letzten Fussgliedern verloschen gefleckt; Schienen stark, zusammenge- 
drückt, auf beiden Schneiden etwas abstehend behaart, auf der Innenseite ober- 
wärts mit schwarzem, in einer Furche verstecktem Pinsel. Hinterleib grau mit 
länglichem, bleichgelbem Analbusch. 

Vdfl. bis 3V2'" lang, etwas gestreckt, mit deutlicherer Spitze als bei 
Poana. Grundfarbe unrein gelblichweiss, sehr schwach schimmernd, von der 
Farbe der gelbbraunen Zeichnungen stark abstechend; sie bildet zwischen dem 
Basalfelde und der Mittelbiude eine ziemlich schmale, von einer welligen unter- 
brochnen Mittellinie durchzogene Binde, deren Basalrand winkliger ist als der 
der Mittelbinde zugekehrte Rand; letzterer ist veränderlich, bisweilen fast grade, 
wohl meistens in der Mitte mit einer ausspringenden Ecke. Die Mittelbinde ist 
am Vdrd. verengert (weniger als bei Poana), hierauf, indem sie den halb- 
eiförmigen Fleck des Innenrandes in sich aufgenommen hat, allmälig stark 
erweitert; ihr unregelmässiger Htrd. zeigt über dem Ende des Haibeiflecks 
einen unregelmässigen Einschnitt, über welchem eine verdunkelte, öfters schwarz- 
braune, zugerundete Ecke, die sich bisweilen punktförmig absondert, hervorsteht; 
diese Binde nnd besonders das Basalfeld sind dunkel marmorirt. Der breite 
Keilstreifen ist nicht immer nach oben erweitert und abgerundet; er ist mit 
dem dunkelbraunen Fleck der Flügelspitze durch einen bräunlichen Nebel ver- 
bunden, doch nicht so, dass beide nicht sollten zu unterscheiden sein. Zwischen 
ihm und der Flügelspitze zieht längs der braunen Htrd. -Linie eine weissliche 
Linie, stärker als bei Poana und fast bis zur Spitze hinaufreichend, abwärts 
bisweilen schwach unterbrochen. Das Weisse zwischen Mittelbinde und Keil- 
streifen enthält einzelne bräunliche Querstriche. Vor der Flügelspitze sind drei 
schwarzbraune Costalfleckchen, mit solchen Strichelchen abwechselnd. Fransen 
hell, über der Flügelspitze und am Keilstreifen bräunlich. 

Htfl. einfarbig grau; Fransen weisslich, mit grauer Schattenlinie durchzogen. 
Unterseite der Vdfl. braangrau, auf dem Vdrd. mit verloschen weisslichen, 
braun durchschnittenen Fleckchen. Htfl. weisslich grau. 

Das 9 ist kleiner, schmalflügliger und schärfer gezeichnet als das (f. 
Vaterland: M^aine oder Massachusetts (Packard). 

10* 



78 P C. Zeller. [284] 

7. Serie, fuscalbana n. sp. Taf. VIII, Fig. 18. 

Parva; palpis fuscescentihus ; al. ant. albis, area hasali, fascia media 
(punctum nigrum in margine suo medio postico continente) strigulaque mar- 
ginis postici medii cuneata brunneo-fuscis, linea marginis postici superioris 
alba interrupta, ciliis albo fuscoque maculatis. cf. 

Von der vorigen sogleich durch die den ersten Costalfleck mit umfassende, 
also oben breitere Mittelbinde der Vdfl. zu unterscheiden, kommt sie der euro- 
päischen Bipunctana (Heinemann S. 129) am nächsten ; sie ist aber kleiner, 
mit lichterem Schwarzbraun der Zeichnungen, in der Mittelbinde ohne die Aus- 
buchtung des hintern Bandes hinter dem weissen Pünktchen (wodurch diese 
Biude bei Bipunctana gewöhnlich eingeschnürt erscheint), dafür aber mit einem 
starken, tiefschwarzeu Punkt in diesem Rande. Die weisse Linie am Htrd. 
zwischen dem schäiferen Keilstreifen und der Flügelspitze reicht fast bis zu 
dieser hinauf, statt dass bei Bipunctana nur kurze Bruchstücke, bisweilen auch 
nichts davon vorhanden ist. Bei Tiedemanniana ht das Schwarz gleichfalls 
dunkler als bei Fuscalbana, und die zwei Binden, welche von der weissen Grund- 
farbe gebildet werden, sind beträchtlich schmäler. Bei Sieversiana ist die erste 
Binde in der Mitte unterbrochen, und die ganze Fiügelspitze dunkel. 

Grösse der vorigen. R., K. und Taster braun, letztere bisweilen auf der 
Innenseite hell. Beine bunt; die hinteren staubgran, mit braunem, bis über die 
Hälfte reichendem Furchecpinsel der Schiene; die vier Endglieder des Fusses 
an der Wurzel etwas verdunkelt. 

Vdfl. 372'" lang, von der Gestalt wie bei Bipimctana, weiss, mit schwärz- 
lichen Zeichnungen, die hier und da mit gelblichen Schuppen belegt sind. Das 
Basalfeld ist an seinem Htrd. schräg zugerundet und wellig, unter der Falte 
mit einiger Ausbuchtung. Die Mittelbinde ist, weil sie das erste der drei Costal- 
fleckchen mit nmfasst (was bei einem Ex. jedoch nicht der Fall ist, weshalb 
sie hier nur so breit wie bei Campestrana ist), am Vdrde. breit, über der Me- 
dianader an ihrem Basalrande gewöhnlich mit einem Ausschnitt versehen und 
am untersten Drittel, weil der Haibeifleck ganz mit ihr zusammengeflossen ist, 
besonders breit; sie enthält auf dem Vdrd. ein weisses, querdurchsclmittenes 
Fleckchen nnd auf der Verästelung der Querader, hinter einer weisslichen, ver- 
loschenen Stelle einen tiefschwarzen, ein wenig aus dem Htrd. hervorstihenden, 
gerundeten Punktfleck. Der Keilstreit'en ist breit, nicht immer nach oben er- 
weitert, abgerundet oder auch zugespitzt, darch eine Verdunkelung mler ein 
Gitterwerk mit dem schwarzen gerundeten Apicalpunkt verbunden, von welchem 
aus bis zum Keilstreifen längs der schwarzen Htrd.-Li)iie eine weisse, dünne, 
etwas unterbrochene Linie läuft. Zwischen dem Apicalpunkt und der Mittelbiude 
trägt der Vdrd. zwei schwarze, mit Häkchen wechselnde Fleckchen. Der weisse, 
biiideiiförmige Raum vor der Mittelbiude ist schmäler als das Basalfeld und 
mehr oder weniger vollständig in der Mitte von einer braunen Querlinie durch- 
zogen. Fransen weisslich, an der Flügelspitze und am Keilstreifen auf ihrer 
Endhälfte bräunlich. 



[2851 Beiträge zur Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 79 

Htfl. ziemlich hellgrau, einfarbig. Fransen weissgrau mit dunklerer 
Schattenlinie. 

Unterseite der Vdfl. braun grau, auf der Endhälfte des Vdrdes. mit vier 
verloschenen, weisslichen, querdurchschnitteneu Fleckchen. Htfl. weissgrau. 

Vaterland: Ohio (Schläger). — Maine odei Massachusetts (Packard). 

8. Serie, caesialhana n. sp. Taf. VIII, Fig. 19. 

Media; al. mit. latiusculis, alhidis, area basali fasciaque media lata (in 
margine suo medio postico punctum majus nigrum continente) caesio fuscoqiie 
mixtis, strigula marginis postici medii cuneata cinerea obsoleta: alis post. 
einer eis canisve. cf . 

Grösser als Fmcalhana und von ihr, sowie von der gleichgrossen Bi- 
punctana auffallend durch breitere, stumpfere Flügel verschieden; auf den vor- 
deren tritt das Weisse mehr hervor, besonders in der Endpartie, wo der Keil- 
streifen verloschen und bruchstückweise erscheint; die schwarze Zeichnung 
dagegen ist blässer, weil in ihr das Schiefer- oder bläuliche Grau vorherrscht. 

R. und K. schwärzlichbraun. Taster um etwas über halbe Kopflänge 
hervorragend, buschig, länglichrund, zusammengedrückt, braun, nur ganz im 
Innern hellgrau; Endglied versteckt. Die vier vorderen Beine auswendig braun, 
mit weisslichen Spitzen der Fussglieder; Mittelschiene mit verloschenem hellen 
Bändchen. Hinterbeine sehr hell staubgrau; die Schienen auf der Rückenschiieide 
reichlich behaart, nur mit hellem kurzem Pinsel. Hinterleib grau, nach hinten 
heller und ins Bleichgelbliche; Analbusch breit, abgestutzt, bleichgelblich. 

Vdfl. 4'" lang (bei einem Ex. nur 3V2'"). breit mit zugerundeter Spitze 
und schwach convexem Htrd. Grundfarbe weiss, etwas schimmernd; die Zeich- 
nungen dunkel schiefergrau, mit schwarzen Querstrichen unregelmässig durch- 
zogen. Das Basalfeld hat hinten in der Mitte eine hervorstehende Ecke. Der 
folgende weisse Raum bildet eine halb so breite Binde, welche auf den Gegen- 
rändern einige deutliche, im Innern ein paar verwischte, dunkelgraue Quer- 
strichelchen enthält. Die Mittelbinde ist doppelt so breit, am Innenrande, wo 
der Haibeifleck völlig in sie aufgenommen ist, etwas breiter als am Vdrd., wo 
das erste Costalfleckchen gewöhnlich mit ihr zusammengeflossen ist, wodurch 
die vor diesem befindlichen zwei weissen Costalpunkte innerhalb der Binde 
erscheinen; sie ist über der Mitte merklich verengert und an dieser Stelle auf 
weisslicheiii Grunde mit einem schwarzen Mittelpunkt gezeichnet; in ihrem 
hinteren Rande trägt sie einen starken, schwarzen, etwas aus ihr hervorragen- 
den, gerundeten Punktfleck. Hinter ihr folgen bis zur Flügelspitze zwei dunkel- 
graue, mit je einem Querstrichelchen abwechselnde Costalfleckchen. Die Flügel- 
spitze enthält ein solches Fleckchen, das mit hellerem Nebel umgeben ist, der 
sich bis zu dem verloschenen Keilstreifen verbreitet. Dieser ist am Ende fleck- 
artig erweitert und bisweilen von seinem untersten Ende getrennt, das dann 
als Nebelfleck vor dem obersten Drittel des Htrdes. daliegt. Unter ihm ist die 
weisse Grundfarbe am reinsten. Fransen weiss, um die Flügelspitze am dunkelsten 



80 P. C. Zeller. [286] 

brauDgrau, tiefer abwärts mit zwei mehr oder weniger breiten verduuktlten 
Stellen, um den Innenwinkel ganz weiss. 

Htfl. breit, stumpfer als bei Fuscalbana und Bipimctana, hellgrau und 
einfarbig, oder weisslich und in der Spitze dunkelgrau angelaufen. Fransen 
weisslich, mit grauer, starker Schattenlinie an der Apicalhälfte des Flügels. 

Unterseite der Vdfi. dunkelgrau, auf dem Vdrde. wie bei Fuscalbana, 
nur verloschener, weissfleckig. Htfl. weissgrau oder weisslich; die Fransen der 
Flügelspitze auswärts grau, oder auch hier wie überall einfarbig weisslich. 

Vaterland: Massachusetts (Burgess). Ein Ex. wurde nebst mehreren am 
14. Juni gefangen. 

Grapholitha Tr. 

Es wäre mir lieb, wenn Herr C. G. Barrett, unter den Engländern 
gegenwärtig der beste Kenner der Tortricinen, sich ausführlicher über den 
Werth der jetzigen Wicklereintheilungen ausgesprochen hätte. Er begnügt sich 
im Montbly Magazine IX, S. 124 zu sagen: „Dr. Wocke's neue Anordnung 
zu befolgen, hindert mich die Schwierigkeit, die ich empfinde, ein solches Genus 
wie Penthina anzunehmen, welches mit unserer Paedisca profwndana anhebt 
und unsere Brachytaenien, eigentlichen PentJmien, Euchromien, Orthotaelien, 
Mixodien, Roxanen, die grösseren Arten von Sericoris und die Siderien 
umfasst". 

Die Arten, die ich hier als Grapholitha aufführe, haben nur das Gemein- 
schaftliche, dass sie nicht zu einer der vorhergehenden Gattungen gehören, 
aber, wie diese, mit Ausnahme einiger Tor^nx-Abtheilungen, im männlichen 
Geschlecht keinen Costalumschlag besitzen. 

Die ersten fünf Arten sind sowohl unter einander als auch mit der 
zweiten Abtheilung von Paedisca verwandt. 

1. Graph. VestaUana n. sp. Taf. VIII, Fig. 21. 

Media; al. ant. (sine cf revolucro?) margine postico infra apiceni sub- 
coneavo, niveis, puncto venae transversae, slrigulis costalibus posticis lineaque 
marginis postici atris. Q. 

Eine schöne, sehr ausgezeichnete Art, durch die einfache Vdfl. -Farbe und 
Zeichnung: rein weiss und tiefschwarz, leicht zu erkennen, aber schwer einer 
europäischen Art anzuschliessen, da sie keine Andeutung eines Spiegelflecks zeigt. 

Vorderkörper weiss. Taster um die halbe Kopflänge hervorstehend, 
Beine weiss ; Füsse auf dem Rücken des ersten Gliedes bis vor die Spitze 
grau; die folgenden Glieder schwarz mit weissen Enden; Hinterschienen spindel- 
förmig, etwas verdickt, nur an der Spitze mit einigen über dieselbe hervor- 
stehenden Haaren. Hinterleib weissgrau, am Bauch weiss wie der starke, 
grade abgeschnittene Analbusch, in welchem der Legestachel ganz verborgen ist. 

Vdfl. 472'" lang, ziemlich gestreckt, mit gradem, nur an der Basis sehr 
wenig convexem Vdrd., deutlicher Spitze und unterhalb derselben sanft ein- 



(^2871 Beiträge zur Kenntniss der iiordamericanisclieu Nachtfalter. öl 

gedrücktem Htrd. und stark abgerundetem Innenwinkel. Ob das cT einen 
Costalumschlag hat, ist noch zu erforschen. Grundfarbe schneeweiss mit tief- 
schwarzer Zeichnung. Auf der Endhälfte des Vdrdes. liegen vier länglich 
dreieckige Punkte und vor der Flügelspitze zwei Häkchen, das zweite doppelt 
so laug wie das erste; von dem dritten Punkt geht eine dünne, zweimal unter- 
brochene Linie schräg nach der Einbiegung des Htrdes. Die feine Htrd. -Linie 
fängt in den Apicalfransen an, folgt der Krümmung des Htrdes. und verlöscht 
in der Nähe des Innenrandes. Am Ende der Falte im Innenwinkel ist ein 
kleiner Punkt; ein grösserer auf der Querader unterhalb des Zwischenraumes 
des zweiten und dritten Costalpuuktes. Fransen weiss, etwas schimmernd, an 
ihrer Wurzel in einer Linie reinweiss, in der Krümmung, dem Ende der Quer- 
linie gegenüber, mit einem dunkelgrauen Längswisch auf der Aussenhälfte. 

Htfl. länglich und spitz, aus der weisslichen Basalhälfte in entschiedeneres, 
in der Flügelspitze verdunkeltes Bräuulichgrau übergehend, mit weissen Fransen. 

Unterseite der Vdfi. dunkelgrau; das Enddrittel des Vdrdes. schmal weiss; 
die Apicalfransen mit dem braungrauen Anfang der nicht hervortretendeü 
Htrd.-Liuie, und ein solches Häkchen in den weissen Costalfransen; der dunkle 
Wisch in den weissen Htrd. -Fransen grösser als auf der Oberseite. Htfl. weiss, 
am Vdrd. bis zur Subcostalader braungrau. 

Die Medianader 4 ästig; Ader 3 und 4 ziemlich nahe bei einander und 
an der Wurzel fast zu einem Stiel vereinigt; Ader 2 ihnen ein wenig näher 
als der Flügelwurzel; alle drei grade; Ader 5 etwas gebogen, mit der Con- 
cavität gegen 4. 

Vaterland: Texas (BoU). Ein 9 (auf den Vdü. etwas fettfleckig) im 
Cambridger Museum. 



2. Ch'aph. trivittana n. sp. Taf. IX, Fig. 22. 

Media; dl. ant. (revoltier o cf nullo, margine postico infra apicem vix 
concavo) albis, trabe longitudinäli infra costam vittaque infra plicam dimidia 
luteo-griseis (aut dl. ant. luteo-griseis, vitta costdli ac trabe longitudinäli supra 
medium albis), costa postice strigis luteo-brunneis dissecta, speculo albo, atro- 
bilineato. cf 2- 

Bei dieser Art hat auf den Vdfl. entweder das Weisse die Oberhand, und 
das Gelblichgrau bildet die Zeichnung, oder es ist umgekehrt; in beiden Fällen 
bildet das Weisse eine mehr oder weniger breite Costalstrieme und einen nach 
hinten erweiterten und bis an den Spiegel verlängerten Balken. Eben dieser 
Balken gibt, wenn das Gelblichgrau die Grundfarbe ist, das sicherste Unter- 
scheidungszeichen von Spiculana, die bei der Veränderlichkeit der Trivittana 
leicht als Varietät davon angesehen werden könnte; er lehnt sich mit meist 
gespaltenem Ende an die Falte, welche hier eine schwarzbraune, bis an den 
Htrd. reichende Linie enthält. Bei Spiculana ist statt dieses Balkens eine 
scharf zugespitzte, sich von der Falte weit entfernende schneeweisse Vitta. 



82 r. C. Zeller. [288j 

Ausserdem enthält bei Trivittana die Costalstrieme schräge, gelblichgraue, vom 
Vdrd. selbst ausgehende Querlinien, während sie bei Spiculana sich unterwärts 
verästelt und vor der Flügelspitze ein gelbgraues Costalstreifchen trägt. 

In der Grösse etwas unter der ähnlichen eui'opäischen Albidulana (die 
aber einen Costalumschlag hat), am nächsten verwandt mit Wtmmerana. K. 
und Vorderrücken reinweiss; hinter dem Kragen sind bei einem (^, zwei 9 
schwarze Punkte (die bei den anderen durch Veröluug verschwunden sein 
mögen) ; die Schulterdecken am Ende und einwärts lehmgrau. Taster zusammen- 
gedrückt mit kurzem, schwarzem Endglied. Beine weiss; die vier Endglieder 
der Füsse obenauf schwarz mit weissen Spitzen; die Hinterschienen schmutzig- 
weiss, kräftig, zusammengedrückt, auf der ganzen Eückenschneide etwas ab- 
stehend behaart. Hinterleib grau, Analbusch klein und weiss. 

Vdfl. S'/a — 4'" lang, länglich, ziemlich spitz (beim 9 spitzer) mit schwach 
convexem Vdrd. und unterhalb der Spitze schwach eingedrücktem, in den ganz 
abgerundeten Innenwinkel zurückgehendem Htrd. Als Grundfarbe wird, auch 
wenn das Weisse die Oberhand hat, wohl richtig die helle Lehmfarbe ange- 
nommen, welche über und unter dem Spiegel mit schwarzen Atomen dicht be- 
streut ist und etwas oder gar nicht schimmert. Den Vdrd. bildet eine weisse, 
sich bis zur Spitze erweiternde Strieme, welche auf ihrer Endhälfte mit drei 
sehr schräg nach hinten gelegten und zuletzt mit zwei kürzeren fast senkrechten 
Querlinien der Grundfarbe durchschnitten ist. Diese Qucrlinien ändern in der 
Stärke ab; bei einem (f sind sie fein und verlöschen schnell, so dass nur die 
erste das Weisse völlig durchschneidet; beim 9 li^g^ zwischen den drei ersten 
noch je ein kurzes Strichelchen, das mit der vorhergehenden Linie ein y bildet. 
Die mittlere, breitere Strieme zieht dicht am oberen Band der Falte hin, welche 
weit hinter ihrer Hälfte eine braune Linie enthält; die Strieme, nach hinten 
erweitert, zeigt vor ihrem Ende zwei oder einen lehmiggrauen Längsstrich, wo- 
durch sie, wenn ein Querstreifen der Grundfarbe sie vom Spiegel trennt, wie 
drei- oder zweispaltig erscheint. Der Spiegel wird von zwei etwas glänzenden 
Linien eingefasst, ist weiss , höher als breit, u>nd enthält zwei tiefschwarze 
Längslinien. Der Kaum zwischen Falte und Innenrand ist entweder von der 
Grundfarbe, am lichtesten in der Mitte und an der Basis des Innenrandes rein 
weiss; oder er ist weiss, im Mittelraum mit einer lichten Längswolke der 
Grundfarbe, und mit einer Strieme der Grundfarbe, welche aus der Basis, sich 
etwas verengernd, bis zur Flügelhälfte reicht. Die Plügelspitze ist bis zur 
Htrd. -Hälfte lehmiggrau und gegen die weisse Costalstrieme durch einen 
schwarzen Strich scharf geschieden. Htrd.-Fransen weiss, mit schwarzen, gegen 
die Flügelspitze verdichteten Atomen bestreut. 

Htfl. grau, am Innenrand hell. Fransen weiss, dicht bei ihrer Wurzel 
mit einer lichtgrauen Linie durchzogen. 

Unterseite der VJfl. dunkelgrau, auf der hinteren Costalhälfte mit dunk- 
lern Fleckchen auf schmutzig hellgelblichem Grunde. Fransen weiss, gegen 
die Flügelspitze hin immer reichlicher mit schwarzen Atomen. — Htfl. weisslich, 
auf der Subcostalader grauschattig; oder sie sind auch ganz lichtgrau. Ader 3 



r289'j Beiträge zur Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. ö3 

und 4 bilden eine sehr enge Gabel mit, kürzerem Stiel; Ader 5 ist am Ursprung 
von diesen getrennt. Beim Q ist die Gabel kürzer, aber viel weiter aus- 
einander gesperrt. Bei einem cf aus Massachusetts, das ich doch durchaus 
nicht als eigene Art anerkennen kann, ist gar keine Gabel da, sondern die 
Mediauader ist nur dreiästig. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein (^ daher in meiner Sammlung, mehrere 
genau stimmende im Museum Cambridge. Illinois (ein 9 '^on Lederer erhal- 
ten). Massachusetts, wo Burgess mehrere Ex. am 16. Juli bei Beverly fing, 
von denen ich eins erhielt. 

Anmerkung. Clemens gibt von seiner Anchylopera striatana 
(Acad. Nat. Scienc. Philad. 1860, p. 349) eine Beschreibung in Fabricischer 
Manier; aber unmöglich hätte er, wenn er meine Art vor sich hatte, diese für 
eine Anchylopera (Phoxopteris) ansehen können. Bei dieser Striatana haben 
die Htfl. eine zweiästige Medianader und einen raedio-discalen Ast, d. h. die 
Medianader ist dreiästig wie bei dem obenerwähnten Ex. aus Massachusetts. 

3. Graph, sjnculana n. sp. Taf. IX, Fig. 23. 

Minor; al. ant. (sine c^ revolucro) angustulis, acutis, luteo-griseis, vitta 
nivea costali x>ostice ramosa, striam griseam costalem continente, vittaqae nivea 
media acuminata, ultra medium x>roducta, s2)eculo albido lineolis duahus nigris 
dissecto. $. 

Ihre auffallendsten Unterschiede von Trivittana sind bei dieser angezeigt. 

Etwas kleiner als Trivittana. Vorderrückeu und Kopf einfarbig hellgrau; 
die zusammengedrückten, länglich dreieckigen Taster auf der Innenseite weiss- 
lich. Beine schmutzig gelblichweiss, an den Füssen kaum dunkler. Hinter- 
schienen ziemlich dünn und cylindrisch, ohne abstehende Haare. Hinterleib 
hell bräunlichgrau; Analbusch klein, weisslich, abgestumpft kegelförmig mit 
etwas hervorstehendem Legestachel. 

Vdfl. 3V4'" lang, ziemlich schmal mit verlängerter Spitze, noch weniger 
convexem Vdrd. und am schräger nach hinten gehenden Htrd., wie es scheint, 
etwas tiefer concav. Grundfarbe lehmgelb, auf dem Euddrittel und am breiten 
Innenrand hellgrau mit sehr dichten, schwarzen Atomen. Die schneeweisse 
Vdrd.-Strieme ziemlich schmal, am Enddrittel unterwärts mit zwei sehr schrägen, 
einander parallelen, durch lehmgelbe Farbe getrennten Aesten; über dem zwei- 
ten fängt auf dem Vdrd. selbst ein nach hinten erweitertes Streifchen der Grund- 
farbe an, wodurch ein dritter Ast entsteht, der sich aber vor der Flügelspitze 
erweitert. Die Mittelstrieme ist an ihrem Anfang etwas dünn, erweitert sich 
dann und läuft unterhalb des ersten Astes der Costalstrieme sehr spitz zu; sie 
wird unterwärts durch dunkelbraune Farbe grell gesäumt. Der Eaum zwischen 
ihr und der Costalstrieme ist hell lehmgelb, fast ochergelb; ebenso der Eauni 
unter ilir bis über die Falte. Der Spiegel ist schmal, vorn und hinten durch 
je eine dicke, etwas matt glänzende, weissliche Linie begrenzt und enthält zwei 
feine, an jedem Ende zu einem Punkt verdickte, schwarze Linien. Die Flügel- 

11 



84 P. C. Zell er. [290] 

spitze hat die Grundfarbe, sticht aber durch einen schwarzen Strich gegen das 
reinweisse Ende der Costaistriemen scharf ab. Die (beschädigten) Fransen sind 
wenigstens an ihrer Wurzel mit schwarzen Atomen dicht bestreut. 

Htfl. spitz, dunkelgrau. Fransen weiss mit gelblicher Basallinie. 

Unterseite der Vdfl. braungrau mit weissem Costalfleck vor der Spitze. 
Fransen weiss, am meisten an der Flügelspitze mit schwarzen Atomen. Htfl. 
brauweiss. Die dritte Ader ist einfach. 

Vaterland: Texas (Boll). Ein Q im Museum Cambridge. 

4. Grai^h. stercoreana n. sp. 

3Ieäia; alis ant. acutis (revolucro cf nullo), luteis, litura ohliqua dor- 
sali ohseuriore, costa postice hrunneo nitideque albido-strigulata, speculo di- 
stincto, lineis 8-3 atris signato, linea cüiorum hasali cinerea t^el nulla; ])ost. 
ohscure einer eo-fuscis. c^ Q. 

Nächst verwandt mit Asjndiscana und Avie diese (dme Umschlag und 
dadurch sofort von Hohemvarfiana zu unterscheiden. Die überall glänzenden 
weisslichen Costalstriche, die Feinheit oder der gänzliche Mangel der schwarzen 
Atomenlinie auf der Wurzel der Htrd. -Fransen, worin sie der HolienwarUana 
nahe kommt, und die dunkelbraunen, weisslich gefransten Htfl. trennen Ster- 
coreana sicher von Aspidiscana. 

Grösse der grössten Aspidiscana- R. und K. lehmfarben. Taster um ^4 
Kopflänge hervorstehend, zusammengedrückt, ein breites und stumpfwinkliges 
Dreieck bildend, vorn mit einem spitzen Winkel, aussen grau. Beine gelblich- 
grauweiss; die vier letzten Fussglieder obenauf dunkel mit weisslichen Enden; 
die Hinterschienen kräftig, wenig zusammengedrückt, auf den Schneiden locker 
behaart. Hinterleib bräunlich; der hell ochergelbliche Analbusch beim cf reich- 
lich, abgestutzt. 

Vdfl. 4 — 4V2'" lang mit sanft convexem Vdrd., deutlicher Spitze und sehr 
schwach convexem Htrd. Grundfarbe lehmgelb, bis zur Mitte mit groben, haar- 
ähnlichen Schup]ien. Bei '/a ist ein verdunkelter, oben nach hinten überhän- 
gender, dunkel zimmtbrauner Querwisch; hinter ihm bis zu der bindenartigen 
Verdunklung ist die Farbe gelichtet und bildet einen oben imvollständig be- 
grenzten Dorsalfleck, dessen Farbe auch die Costalhälfte des Flügels bis zur 
Basis zeigt. Von der Mitte des Vdrdes. kommt ein schräg nach hinten gelegtes 
dunkles Band herab, von dessen unterem Ende, bei Vs ^er Flügelbreite, der 
Raum bis zum Spiegel und senkrecht herab bis zum Innenrand breit dunkel ist. 
Von dem Mittelbande an bis zur Flügelspitze trägt der Vdrd. abwechselnd 
dunkle und sehr schräg nach hinten verlängerte weissliche, metallglänzende 
Querstrich eichen; das letzte ist bei einem cT reiner weiss und auswärts dunkel 
gesäumt; bei allen geht es l»is dicht vor den Htrd. und schliesst sich der blei- 
glänzenden hintern Grenzlinie des Spiegels an. Diese biegt sich über dem In- 
nenwinkel nach vorn und verbindet sich mit dessen vorderer Grenzlinie, welche 
dicker und mondsichelförmig ist. Der Spiegel ist höher als breit, ochergelb mit 



[291] Beiträge zur Keiiutiiiss der nordaraericaiiischen Nachtfalter. 85 

zwei schwarzen Längslinieu und unterhalb des LängsknifFs mit dem Anfang 
einer solchen. Fransen heil, beim 9 durch eine zimmtbraune Linie von der 
Bleilinie getrennt; beim cT fehlt sie, und dafür zieht auf den Fransen nahe 
ihrer Wurzel eine nach oben erweiterte Linie dichtgestreuter schwarzer Atome. 

Htfl. dunkel graubraun, einwärts nach und nach lichter. Fransen weiss- 
lich, dicht au der gelblichen Wurzel mit starker, dunkelgrauer Linie durchzogen. 

Unterseite der Vdfl. dunkelgrau, auf dem Enddrittel des Vdrdes. mit ab- 
wechselnden, verloschenen, gelblichweissen und ziraintbraunen oder dunkelgrauen 
Querstrichelcheu. Fransen an der Wurzel weisslich, alhnällig dunkler lehm- 
gelblich. — Htfl. hellgrau, auf der Costalhälfte dunkler; beim Q sind sie ein- 
farbig dunkelgrau. Ader drei ist in eine gesperrte Gabel gespalten, welche 
kürzer ist als ihr Stiel. 

Vaterland: Maine oder Massachusetts; drei cf ein 9 durch Dr. Packard 
erhalten, in meiner Sammlung. 

Anmerkung. Mit ihr verwandt, aber viel kleiner und angenehmer ge- 
färbt ist S. corculana Z. von der Vancouver-Insel. (Diese Verhandlung. 1874, 
Bd. XXIV, p. 433). 

5. Graph. Roessleri n. sp. Taf. IX, Fig. 24. 

Magna; al. ant. (sine cT revolucro) elongatis, infra apicem impressis, 
sordide albidis, inferius, praesertim ante maeulam specularem punctis 4 nigris 
notatam, luteo-ohscuratis, costa fusco-punctata; post. ohscure fuscis, hasim 
versus düiitioribus, cano-ciliatis, siihtus totis exalhidis. cT. 

Noch grösser als Paed, monogrammana, besonders durch die auf der 
Oberseite dunkelbraunen, auf der Unterseite einfarbig schmutzig gelblichweissen 
Htfl. ausgezeichnet. E. und K. hellbräunlich grau. Fühler borstenförmig, un- 
behaart, grau. Taster buschig, zusammengedrückt, mit sehr kurzem Endgliede. 
Sauger klein, gelblich. Vorder- und Mittelbeine hellgrau, lehmgelblich ange- 
flogen (Hinterbeine fehlen). Hinterleib bräunlich mit zum Theil hellgrauschup- 
pigen Segmenten, weissgrauem Bauch und gespreiztem, gelblichem Analbusch. 

Vdfl. fast 7'" lang, sehr gestreckt mit vortretender Spitze, weil der Htrd. 
unter ihr recht merklich eingedrückt ist. Grundfarbe lehmgelblichweiss, längs 
des Vdrdes. am hellsten, sonst lehmgelb nebelig, besonders längs des Innen- 
randes, wo der Grund durch verlängerte, gelbbraune Schuppen verdunkelt ist; 
die dunkelste Stelle, ein grosser Nebelfleck, befindet sich vor dem Spiegelfleck. 
Dieser ist gerundet, ohne scharfe Begrenzung ausser durch die Htrd. -Linie, 
hell "wie die Costalpartie, und gegen den dunkeln Nebelfleck durch einen breiten 
Bleistreifen abgegrenzt; ausserhalb desselben liegen zwei tiefschwarze Punkte 
übereinander, und zwei innerhalb; diese vier Punkte sind weit von einander 
getrennt und bilden die Ecken eines Quadrats. Der Vdrd. ist fast von der Basis 
an braun punktirt; die Punkte nehmen in Grösse und Dunkelheit gegen die 
rostbraune Flügelspitze zu und werden zuktzt dreieckige Costalstriche. Eine 
weissliche Linie geht schräg vom viertletzteu Costalstrich nach der eingedrückten 
Htrd.-Stelle, wo die Fransen auch weisslich sind; ein eben solches Strichelchen 

11* 



86 P- C- Zeller. [292] 

kommt dicht vor der Flügelspitze aus dem Vdrd. herab. Zwischen der Flügel- 
spitze und dem Ende der weissen Querlinie, und in einem Fleck unterhalb der 
letztern sind die übrigens weisslichen Fransen schwärzlich. 

Htfl. etwas gegen die Spitze verlängert, schwarzbraun gegen die Basis 
gelichtet, am Innenrand hell bräunlichgrau. Fransen weissgrau, gegen die 
Flügelspitze weisslich, an der Wurzel mit einer braungrauen Linie durchzogen. 

Unterseite der Vdfl. dunkelbraun; der verloschen punktirte Vdrd. ist in 
einem schmalen Streifen weissgeblich ; die Fransen ebenso, an der Aussenhälfte 
wie auf der Oberseite gezeichnet. Htfl. einfarbig schmutzig weissgelblich; die 
Fransen um den Innenwinkel hellgrau, gegen die Flügelspitze weiss. Ader 3 
und 4 bilden eine Gabel, deren kürzerer Stiel mit Ader 5 fast aus einem 
Punkt kommt. 

Vaterland; Nordamerica. Ein schön erhaltenes cf in Dr. R ö s s 1 e r's 
Sammlung. 

6. Graphol. (Poecilochroma) malachitana n. sp. Taf. IX, Fig. 25. 

Minor, fronte palpisque exalbidis: al. ant. (sine revolucro <^) purpu- 
reo-einereis, plaga maxima, media, rottmdata, virescente, albo-marginata, ad- 
versus costam canescente, arcu postico longitudinali nigro, superius albo- 
marginato. c? Q. 

Keiner mir bekannten Art ähnlich, an dem grossen, runden, bräunlich- 
grünen Fleck der Vdfl.-Mitte leicht kenntlich. 

R. purpurgrau. Hinterkopf grau, Vorderkopf weissgelblich wie die Taster. 
Diese stehen um die halbe Kopflänge hervor und sind etwas gekrümmt, zu- 
sammengedrückt keulenförmig; das kurze Endglied ist frei und auf der Ober- 
seite grau. Saugrüssel kaum vorhanden. Fühler ziemlich dick, braun mit hell- 
gelblichem Wurzelglied. Brust weiss, seidenglänzend. Vorderbeine braungrau. 
Mittelbeine an den Schenkeln grau, seidenglänzend; ihre Schienen zusammen- 
gedrückt, durch die reichliche, anliegende Behaarung länglich dreieckig, braun; 
Füsse braungrau, seidenglänzend, mit hellen Spitzen der Glieder. Hinterbeine 
grau mit Seidenglanz; Schienen nur unterwärts etwas behaart; die vier letzten 
Fussglieder duukelgrau mit hellen Enden. Hinterleib ziemlich schlank, dunkel- 
grau mit blassgelblichem Analbusch des cf ; das weibliche Analglied kegelför- 
mig mit verstecktem Legestachel. 

Vdfl. 3— S'/V" lang, länglich, mit schwach convexem Vdrd. und noch 
schwächer convexem Htrd. Grundfarbe auf der Basalhälfte schiefergrau, 
schwärzlich gefleckt, auf der Endhälfte purpurgrau und mit schwarzen Strichel- 
cheu und Punkten bestreut. Ein sehr grosser, fast bis zum Innenrand reichen- 
der, gerundeter, basalwärts etwas gespitzter, bräunlichgrüner Fleck nimmt den 
ganzen Mittelraum ein ; er ist fein weisslich gesäumt und geht gegen den Vdrd. 
in weissliche Farbe über. Auf dem Innenrand vor dem Innenwinkel liegt ein 
kleines, schwarzes Dreieck, basalwärts weisslich gesäumt und von dem grossen, 
grünen Fleck durch einen schwarz bestäubten Raum getrennt. Von der Mitte 



[293] Beiträge zur Kenntniss der nordamericanischen Nachtfalter. 87 

des Htrdes. reicht ein schwarzer, gegen den Vdrd. convexer und oberwärts 
weissgesätirater Streifen bis nahe an den grünen Fleck. Vdrd. auf den beiden 
Enddritteln mit schwarzen, sehr schrägen Querstrichelchen gezeichnet. Fransen 
einfarbig purpurgrau. 

Htfl. ziemlich schmal und spitz, braungrau, am Htrd. und in der Spitze 
am dunkelsten, die Adern braun. Fransen grau mit dunkler Linie nahe der 
Wurzel. 

Unterseite der Vdfl. dunkelbraun grau, am Innenrand hell, auf der End- 
hälfte des Vdrdes. schmal blass mit braunen Flecken. Htfl. heller. 

Vaterland: Missouri, von wo Riley mir ein Pärchen schickte; ein cT 
erhielt ich von Professor Hering mit der Angabe: Südamerica. 

7. Oraphol. (Poecilochr,?) usticana n. sp. Taf. IX, Fig. 26. 

Alis ant. (sine revoltier o (^9) ohlongis, obtusis, einereis, obscwius stri- 
gulatis, area basali brevi, truncata, plaga costae posticae magna in marginem 
posticiim medium coarctata inmctoque apicali badio-fuscis. Q. 

Von der Grösse und Gestalt der Achatana SV., sehr ausgezeichnet 
durch das scharf abgeschnittene rothbraune Basalfeld, den grossen, ebenso ge- 
färbten Costalfleck und den Mangel eines Spiegelflecks. 

R. rothbraun, K. heller, Gesicht ins Gelbgraue. Taster hell gelbgrau, 
stark zusammengedrückt; das Endglied dünn, stumpf, deutlich hervorragend. 
Sauger kurz. Beine sehr hell staubgrau, die vorderen mit braunen, hell gering- 
ten Schienen und Füssen (die Mittelbeine fehlen) ; die Hinterbeine mit ziemlich 
verdickten Schienen, einfarbig. Hinterleib bräunlichgrau mit weisslichem Bauch 
und kaum hervorragendem Legestachel. 

Vdfl. fast 4'" lang, ziemlich breit mit abgerundeter rechtwinkliger Spitze 
und darunter convex hervortretendem Htrd. Grundfarbe hellgrau, mit bräun- 
lichen Querstrichelchen, welche auf Vorder- und Innenrand dunkle Punkte bil- 
den, wellig durchzogen. Das sehr kurze, hinten scharf und ziemlich grade und 
senkrecht abgeschnittene Basalfeld ist rothbraun, mit dunkleren Querstrichelchen 
bestreut. Hinter der Mitte hängt am Vdrd. ein rothbrauner, grosser, etwas tra- 
pezoidaler Fleck, der in einen schmalen Arm bis an die Mitte des Htrdes. aus- 
gezogen ist und auf dem Vdrd. in der Mitte in einer wenig bemerkbaren grauen 
Stelle drei schwarze Querstrichelchen enthält. Hinter ihm trägt der Vdrd. zwei 
verstärkte, rothbraune Striche, welche mit feinen abwechseln, und auf welche 
der gerundete rothbraune Apicalpunkt folgt. Die Stelle des Spiegelflecks ist 
wenigstens basalwärts durch eine verloschene, weissgraue, einwärts dunkel be- 
schattete Querlinie abgegrenzt. Htrd. -Linie braun. Fransen hellgrau, am Api- 
calpunkt und am Ende des braunrotheu Arms des Costalflecks braun. 

Htfl. schwärzlichbraun. Fransen weissgrau mit schwärzlichgrauer Basallinie. 

Unterseite der Vdfl. schwarzgrau, am Vdrd. schmal ochergelblich und auf 
diesem Grunde abwechselnd mit schwarzgrauen Fleckchen und schwarzen Quer- 
strichelchen gezeichnet. Fransen blässer gefleckt als auf der Oberseite. — Htfl. 



88 P. C. Zeller. [294] 

hell gelblichgrau, in der Spitze hell und davor dmikler bestäubt. Eine dunkle 
Stelle befindet sich am Htrd. zwischen Ader Ib und 2. Ader 3, 4 und 5 kommen 
fast aus derselben Stelle und stehen am Ende gleich weit von einander ab. 

Vaterland: Nonlamerica. Ein gut erhaltenes $ in Dr. Kössler's 
Sammlung. 

8. Graph, suhnisana n. sp. 

Capite palpisque canescentibus , al. ant. cinereis, obscurius pidverosis, 

Costa grossius fuscescenti-strigiilata, cqnce ocellari, macula dorsali fiisca ante 

spatium dorsi medii canescens, macula anguli interni triangtda transversa 
brunnea nigro-bilineolata. cf 9- 

Aeusserst ähnlich den ganz hellen, auf dem Innenrand der Vdfl. nur mit 
gelichteter Grundfarbe versehenen Ex. der Paedisca nisella L., aber oberhalb 
des Spiegelfeldes ohne dunkeln , mit schwarzen Längsstrichen gezeichneten 
Fleck, und beim cT ganz ohne Umschlag, wesshalb die Art nicht einmal 
mit Nisella nahe verwandt ist, sondern etwa in die Nähe der Graph, corticana 
gehört. Sie hat auch nicht geringe Aehnlichkeit mit Paed, tephrinana und der 
etwas grösseren Paed, tetraquetrana, bei welchen beiden der Umschlag sehr 
sichtbar ist, und die schmäleren Vdfl. gegen die Spitze eine lehmgelbliche Bei- 
mischung und ein glänzend eingefasstes Spiegelfeld haben. 

So gross wie kleine Paed, nisella oder tephrinana. R. weissgrau mit 
dunklerer Bestäubung; K. und Taster ohne dieselbe. Taster obenauf noch weiss- 
licher, auswärts dunkler ausser am Ende des zweiten Gliedes; sie ragen mit 
dem kurzen Endgliede um die halbe Kopflänge über die Stirn hervor. Beine 
weisslich; die vier vorderen Füsse aussen braun mit weissen Enden der Glieder; 
Mittelschienen breitgedrückt, auswärts brauugrau mit weisslichem Mittelband 
und solcher Spitze. Hinterleib hell staubgrau, am Bauch weisslich; Analbusch 
blass, beim cT länglichrund, beim Q abgestumpft. 

Vdfl. 374'" lang, in der Gestalt wie bei Nisella, nämlich etwas gestreckt, 
nach hinten kaum erweitert, mit schwach convexem Vdrd. und solchem, unter- 
halb der zugerundeten Spitze eingedrücktem Htrd. Grundfarbe weissgrau, reich- 
lich dunkler grau bestäubt und unregelmässig mit kleinen Flecken bestreut. 
Das Basalfeld ist nur bei '/s durch einen vom Innenrand schräg auswärts auf- 
steigenden und bis über die halbe Flügelbreite reichenden, mehr oder weniger 
dicken, bräunlichgrauen, aussen schmal weissgrau gesäumten Querstreifen an- 
gedeutet. Der ganze Vdrd. ist mit etwa acht schwärzlichbraunen, dreieckigen, 
schrägen Querstrichen bezeichnet, welche nach hinten grösser werden und je 
eine feine, gleichfarbige Querlinie zwischen sich haben. Vor dem nur durch 
etwas hellere Färbung ausgezeichneten Spiegelrautn liegt ein gelbbräunlicher, 
mehr oder weniger deutlicher, dreieckiger Dorsalfleck, dessen Spitze eine kurze 
und darunter eine etwas längere, tiefschwarze Längslinie enthält. Die Flügel- 
spitze ist ocellenartig braun, durch zwei weissliche Costalhäkchen abgegrenzt, 
die sich zu einem weisslichen Strich, der den Htrd. in der Krümmung erreicht. 



r295'] rieiträge zur Kenntniss der iiorclaiiifricainsclieu Naclitfalter. ö9 

verlängern. Htrd. -Linie braun, durch den woissliolien Strich an der Krümnnmg 
unterbrochen und nur bis zur Hälfte des Htrdes. herabreichend. Fransen 
bräunlichgrau, am Spiegel hellgrau. 

Htfl. ziemlich hellgrau, am Innenrand noch heller. Fransen weisslich, 
nahe der Wurzel mit einer grauen Schatteulinie durchzogen, die den Analwinkel 
nicht erreicht. 

Unterseite der Vdfl. braungrau, das Innenrandfeld hell; Vdrd. braun und 
weisslich wechselnd gefleckt. Htfl. noch heller als oben. 

Vaterland: Massachusetts oder Maine. Zwei cT, ein 9. ^i^ i<^li von 
Packard erhielt, in meiner Sammlung. 

9. Graphol. (Hcäya) allutana n. sji. Taf. IX, Fig. 27. 

Minor; alis mit. elongatis (sine rcvohicro cT) pallidissime carneis s. 
ochraeeis, lilacino-suhmicaniibus, spisse fuscescenti transverse strigiilosifi, liiura 
costae posticae fuscencente, sjjeculo inferius siriga plumhea marginatu, nigvo- 
linealo. cT $• 

Eine nahe Verwandte der meist etwas grösseren, europäischen Minntana, 
doch ausser vielem Anderen von ihr dadurch verschieden, dass sich bei ihr auf 
den Vdfl. kein Basalfeld absondert, dass dagegen am Vdrd. hinter der Mitte 
ein verdunkelter Wischfleck hängt, der sich durchaus nicht zu einer Binde fort- 
setzt, und dass der Spiegel basalwärts mit einer Bleilinie eingefasst ist. 

K. und X. sehr blass ochergelb, gelbbräunlich gefleckt; Gesicht bisweilen 
fast weisslich. Taster klein, kaum über den K. hervorstehend, zusammen- 
gedrückt keulenförmig, blass, auswärts bis gegen die Spitze gebräunt; Endglied 
kurz, bräunlich. Saugrüssel kurz. Beine blass; die vier vorderen auf den 
Schienen auswärts braun gefleckt, und die vier letzten Fussglieder auswärts 
braun mit Aveisslichen Enden. Hinterleib grau, am Bauch weissgelblich; Anal- 
busch bleich, beim cf stark. 

Vdfl. 3 — 3'/4"' lang, ziemlich gestreckt mit sehr schwach convexem Vdrd. 
und convexem, unterhalb der Spitze eingedrücktem Htrd. Grundfarbe mit 
schwachem Lilaschiller, sehr blass ochergelbröthlich, nach hinten mehr röth- 
lich, reichlich mit hellbraunen Querstrichen, die sich hier und da zu Querlinien 
vereinigen imd auf den Gegenrändern oft punktförmig verdunkeln, wellig durch- 
zogen. Hinter der Mitte hängt am Vdrd. ein bräunliclier, dankler Wisch, von 
dessen Anfang bis zur Flügelspitze der Vdrd. auf verdunkeltem Grunde mit 
abwechselnd feinen weisslichen und breiteren, längeren, braunen Querstrichei- 
ch n gezeichnet ist. Der Spiegel wird basalwärts von einer starken, unregel- 
mässig gekrümmten Bleilinie begrenzt, ist hell und glanzlos und enthält ein 
paar Bleiwölkchen und eine Querreihe schwarzer, nach oben zu Punkten ver- 
minderten Längsstrichen. Htrd. -Linie bräunlich, am J]indruck durch eine helle 
Stelle unterbrochen und weit vor dem Innenwinkel aufhörend. Die blass ocher- 
gelben Fransen, welche nahe der Wurzel vor einer verloschenen grauen, mit 



90 P C. Zeller. [296] 

der Htrd. -Linie aufhörenden Linie durchzogen sind, tragen unterhalb des Ein- 
drucks auswärts einen braunen Fleck. 

Htfl. hellgrau, gegen den Htrd. verdunkelt, beim $ ganz dunkelgrau. 
Fransen weisslich, 

Unterseite der Vdfl. braungrau, zwischen Medianader und Innenrand 
weisslich. Endhälfte des Vdrdes. schmal blassgelblich mit 4—5 breiten, braunen 
Querstrichen, die mit ebenso vielen schmalen wechseln. Htrd. blassgelblich 
gefleckt, Htfl. heller als oben. Ader 3 und 4 bilden eine Gabel, die kürzer 
ist als ihr Stiel, und deren Aeste näher an einander stehen als der erste (oder 
Ader 3) von Ader 2. 

Vaterland: Texas (Boll, Beifrage), wo ein Q am 26. Juli gefangen 
wurde; Massachusetts, wo Burgess bei Beverly ein abgeflogenes cf am 9. Juli 
fing; NcAV-York, wo Teugstrüin die Art sammelte. Ex. davon iu meiner 
Sammlung und im Museum Cambridge. 

10. Graph. (Eiihipp.) interstinctana Clem. Taf. IX, Fig. 28. 

Parva, palpis albidis: alis ant. ex basi cinerascenti nigris, strigulis 
costae 8 siihaequaliter distantibus, subobliquis, niveis, alternatim caerulescenti- 
ierminatis, lunula geminata dorsi medü alba, strigula incrassata violascente 
speculari; post. fuscis, albido-ciliatis. cT Q- 

Stigmonota — Clem. Proceed. 1860, p. 351. 

Grap)hdl. distema Grote, Bull. Buff. I (1873) p. 92. 

Unserer Coronillana gattungsverwandt und höchst ähnlich, von ihr 
nicht immer durch weissliche Htfl. -Fransen verschieden (denn diese sind bei Co- 
ronillana öfters eben so hell), sondern am sichersten durch die gelichtete, ins 
Graue gehende Farbe der A'^dfl. an der Basis (bei Coronillana ist die ganze 
Fläche gleich dunkel), durch das von der Basis weiter abgerückte und den fol- 
genden weissen Costalhäkchen mehr genäherte Häkchenpaar und durch das 
weissliche, nicht graue Gesicht. Aehnlich, doch leichter zu unterscheiden ist 
die etwas grössere Palli front ana; bei ihr ist das erste Häkchenpaar noch 
weiter abgerückt und wie der gradere und aufgerichtetere Doppelstrich des 
Innenrandes gelblicher, und das Gesicht gelblich statt weiss. Mit Composi- 
tella ist Interstinctana kaum zu vergleichen, da sie jenen vierfachen Dorsal- 
mond und halbweisse Htfl. hat. Eher möchte Internana zu erwähnen sein, 
deren Q schAvarzbraune, weissgefranste Htfl. hat; bei ihr ist das Gesicht braun, 
und das erste Costalhäkchenpaar wie bei Coronillana abgerückt, und die cT 
Htfl. schneeweiss. 

Von Coronillana habe ich das Geäder biosgelegt und es mit den Cle- 
mens'schen Angaben über seine Stigmonata übereinstimmend gefunden. Die 
Vdfl.- Zelle enthält ziemlich nahe an der Subcostalader eine Ader, die eine sehr 
schmale Nebenzelle abschliesst, und wird ausserdem durch eine Falte ziemlich 
nahe der Medianader durchschnitten. Dass Guenee von dieser Beschaifenheit 
der Zelle nichts wusste, ist sicher; er hat sein Genus Stigmonata auf nichts 



[297] Beiträge zur Kenntniss der nordamericanischen Nacttfalter. 91 

als die Zeichnung gegründet, und so hat sich erst Wilkinson, dann Cle- 
mens vergebens abgemüht, Gattungsraerkmale dafür herauszubringen. 

Gewöhnlich kleiner als Coronülana. Gesicht und Vorderseite des Wurzel- 
gliedes der Fühler schmutzig weisslich. Taster ziemlich dünn, fein zugespitzt, 
horizontal, weisslich. Beine dunkelgrau, schimmernd. Hinterschienen flach, an 
der Spitze hell, die Dornen weiss; erstes Fussglied duukelgrau mit weisslicher 
Spitze, die folgenden weisslich mit dunkler Wurzel. Kücken und Hinterleib 
schwarzgrau, letzterer an den Seitenrändern der hintern Segmente weisslich; 
Bauch mit breiten, weissen oder weisslichen Hinterrätidern; Analbusch klein, 
beim cf au der Seite weisslich. 

Vdfl. P/4 — 2'" lang, länglich, beim cf etwas schmäler als beim 9- schwarz- 
braun, an der Basis, besonders am Vdrd, bis zu den Costalhäkchen ins Graue, 
ohne irgend scharfe Begrenzung. Der Vdrd. trägt von '/s an bis vor die Spitze 
acht fast rein weisse, ziemlich kurze Querstrichelchen; die zwei ersten Paare 
sind schräger nach hinten gelegt, als die zwei letzten, und das erste Paar steht 
vom zweiten ein wenig weiter ab, als die übrigen unter sich; die zwei letzten 
Strichelchen sind senkrecht; 1, 3, 5 und 8 haben eine etwas glänzende, blaue 
Verlängerung. Auf der Mitte des Innenraudes liegen zwei durch eine feine 
schwarze Linie getrennte, weisse, doch ein wenig mit Gelblich versetzte, nach 
aussen gekrümmte Querlinien, welche die halbe Flügelbreite erreichen, sich 
dort zuspitzen und meist eine blaue Farbe annehmen. Ein ziemlich dicker, 
glänzend blauer oder röthlicher, gebogener Strich liegt im Spiegelfelde; sein 
oberes Ende nähert sich der blauen Fortsetzung des dritten Costalstrichs; sein 
unteres ruht auf dem Innenwinkel, wohl meist als ein weisses Pünktchen. Den 
Htrd. fasst eine schwarze Linie ein, welche unterhalb der Flügelspitze gewöhn- 
lich von einem kurzen, weissen Längsstrichelchen durchschnitten wird. Fransen 
schimmernd dunkelgrau, über der Plügeispitze weisslich schimmernd. 

Htfl. einfarbig dunkel braungrau. Fransen weisslich, gegen die Flügel- 
spitze ins Hellgraue. 

Unterseite schwärzlich, mit bläulichem oder gelblichem Schiller. Nur 
die sechs hinteren Costalhäkchen deutlich und scharf. Fransen der Htfl. heller 
grau als die der Vdfl. 

Vaterland meiner sieben Ex. Massachusetts, wo Burgess sie vom 
1. bis 12. Juni bei Beverly fing. Ein Ex. erhielt ich von Grote als sein 
Distema mit der Nachricht, dass die Eaupe in Kleesaat lebt. 

Anmerkung. Ich halte diese Art für einerlei .mit der Clemens'schen, 
ungeachtet einiger Differenzen: Die Gesichtsfarbe wird verschwiegen, da das 
head dark brown offenbar nur auf die Oberseite des K. geht; der dorsale 
Doppelmond soll etwas Glanz haben (somewhat silvery) — der Specularstrich, 
der violettlich oder bläulich ist, soll silvery sein; die Costalstriche werden nicht 
so angegeben, wie ich sie beschreibe, sondern als j'ellowi^h white, slightly 
silvery hued; von der Farbe der Htfl. -Fransen geschieht keine Erwähnung. 
Grote, der seine Gr. distema ziemlich kurz beschreibt, meldet mir, dass er 

12 



92 P. C. Zeller. [298] 

sie hauptsächlich darum nicht für die Giemen s'sche Art ansehe, weil bei dieser 
die Vdfl. brown sein sollen. 

11. Gi'a2)h. (EpJiipP') ecHjysana n. sp. Taf. IX. Fig. 29, 

Parva, 2^0^11^^^ canis; al. ant. ex basi cinerea fuscis, strigulis costalibtis 
aeqiialiter distantihus, niveis, caeriilescenti-terminatis, primis äuahus elongatis, 
perobliquis, speculo sfrigis duahus aureis incluso; post. niveis, apice fusco. cf. 

Bei genauer Betrachtung erkenne ich am Innenrand der Vdfl. des einzigen 
vorliegenden Ex. zwei Sichellinien in der Gestalt wie bei Interstinctana ; sie 
sind aber so undeutlich, dass sie als nicht vorhanden gelten können, jedoch 
die Vermuthung erregen, dass sie bei anderen Ex., namentlich beim 9- deut- 
licher auftreten und in die Diagnose aufgenommen werden müssen. Das lange, 
sehr schräge erste Paar der Costalstriche, der von zwei goldglänzenden Quer- 
streifon eingefasste Spiegel, die weissen, an der Spitze breit geschwärzten Htfl. 
machen die Art, wenigstens das cT, leicht kenntlich. 

Etwas grösser als Interstinctana. ß. hell bräunlichgrau; K. heller, im 
Gesicht weissgrau. Taster cylindrisch, zusammengedrückt, von etwas mehr als 
Kopflänge, horizontal, weissgrau; Endglied dünn, hervorstehend, etwas abwärts 
geneigt. Beine grau; Mittelfüsse verloschen heller und dunkler geringelt 
(Hinterbeine und Hinterleib fehlen). 

Vdfl. 2V4'" lang, länglich, nach hinten allmälig erweitert. Aus der hell- 
grauen Wurzel sind sie nach und nach dunkler und zuletzt braun, mit gelb- 
lichem Schimmer, besonders gegen den Vdrd., am dunkelsten vor dem Spiegel 
und in der Plügelspitze. Der Vdrd. trägt acht weisse, durch dunkelbraune 
Querlinien getrennte Querstriche; nur das erste Paar, das viel grösser und 
schräger als die folgenden ist, steht etwas weiter von dem anderen ab, als diese 
unter sich; der erste Querstrich befindet sich bei % der Vdfl. -Länge und ist 
sowie der dritte, basalwärts dunkler gesäumt; die sechs hintersten nehmen eine 
immer weniger schräge Richtung an, bis der letzte mit dem Htrd. parallel läuft; 
die meisten schimmern an ihrem unteren Ende bläulich. Auf der Mitte des 
Innenrandes sind die zwei oben erwähnten Mondlinien, deren Anwesenheit nur, 
wenn man sich genau danach umsieht, erkannt wird. Der schmale Spiegel ist 
gelblich, von einer tiefschwarzen Querlinie durchzogen und von zwei röthlichen, 
glänzenden Streifen eingefasst, deren innerer, breiterer auf dem Innenwinkel 
ruht. Die schwarze Htrd.-Linie ist unterhalb der Plügelspitze von einem feinen, 
weissen Längsstreifchen durchschnitten. Fransen grau, heller schimmernd, am 
Innenwinkel verdunkelt. 

Htfl. weiss, in der Spitze breit graubraun. Fransen des Htrdes. giau, 
mit dunklerer Linie nahe der Wurzel; gegen den Innenwinkel hin sind sie ein- 
farbig reiuM^eiss ; die Vdrd. -Fransen sind dicht an der Flügelspitze fleckartig 
schneeweiss. 

Unterseite der Vdfl. braungrau, reifartig schimmernd; von den weissen 
Costalhäkchen sind die sechs hintersten rein, die zwei ersten sehr verloschen. 



[299 J Beiträge zur Kenntniss der nordamericaaisctien Nachtfalter. 93 

Htfl. weiss, in der Spitze in geringerer Ausdehnung braun als oben; der Vdrd. 
braunfleckig, die Flecke an der Flügelspitze auf scbneeweissem Grunde. 
Vaterland : Texas (Boll). Ein (^ im Cambridger Museum. 



12. Graphol. perfiuana n. sp., Taf. IX, Fig. 30. 

Parva; alis ant. subelongatis, costa recta, plumheo-cinereis, brunnescenti- 
strigatis, striga media angulata, hrunnea, inferius düatata, macula dorsdli 
post eam canescente, linea marginis postiei incrassata atra. Q. 

Einigermasseu verwandt mit Strobilella, Vacciniana, Corollana, und wohl 
am besten bei Strobilella einzuordnen; vor ihr und den anderen sogleich durch 
den graden Vdrd. der nach hinten erweiterten Vdfl. ausgezeichnet und beson- 
ders charakterisirt durch die starke, tiefschwarze, aus zusammenfliessenden 
Flecken gebildete Linie des ziemlich graden Htrdes. 

Grösse einer kleinen Vacciniana. R. und K. dunkelgrau. Taster weiss- 
grau, zusammengedrückt, vorn abgerundet, um die halbe Kopflänge hervor- 
stehend. Beine aussen grau; die Enden der Fussglieder weiss; die Hinter- 
schienen zusammengedrückt, vor der weisslichen Spitze schwarzbraun. Plinter- 
leib graubraun mit weisslichen Analschuppen; Bauch mit weissen Segmenträudern. 

Vdfl. 21/2'" lang, etwas gestreckt, nach hinten sanft erweitert, mit ganz 
gradem Vdrd., abgerundeter Spitze und fast gradem, einwärts gehendem Htrd. 
Die Grundfarbe ist bis zu der braunen Binde, also bis um die Mitte, ein schwach 
schimmerndes Schiefergrau, mit einigen dicken, kurzen Querstrichen und Costai- 
punkten bestreut; hinter der Binde gewinnt ein lehmgelbliches Braun die 
Oberhand, und das allmälig immer mehr glänzende Bleigrau erscheint darin 
als Querlinien von verschiedener Gestalt und Länge. In der Mitte ist eine 
stumpfwinklig gebrochene, dunkelbraune Binde, deren oberer Arm kürzer und 
weiter gegen die Wurzel geneigt ist, während der untere den Inneurand halbirt ; 
diese Binde ist auswärts scharf begrenzt, einwärts ohne scharfe Grenze und 
gegen den Vdrd. hin schmäler und streifenartig; der untere Arm wird von 
einem schmalen, oben verengten, weissgrauen, hinten nicht scharf abgesetzten 
Fleck begrenzt, welchen verloschene, dunklere Querstreifen durchziehen. 

Vom Vdrd. gehen bis zur Flügelspitze sieben bleiglänzende Querlinien 
aus, die vier ersten parallel mit dem oberen Arm der Binde, die drei folgenden 
mehr senkrecht; die drei ersten sind ziemlich kurz; die vierte reicht, zweimal 
gebrochen, bis zum Innenwinkel; die fünfte ist ganz kurz, sechs und sieben 
wenig länger und weiss. Von der Flügelspitze zieht am Htrd. eine dicke, tief- 
schwarze, sich nach unten verdünnende Linie bis unter die Hälfte herab; sie 
ist durch feine Trennungslinien in, fünf Punkte zerschnitten, am deutlichsten 
unterhalb der Flügelspitze, wo der Htrd. ein wenig eingezogen ist. Fransen 
glänzend hellgrau, am Ende dunkler. 

Htfl. dunkelgrau, gegen die Basis hell; die schwärzliche Htrd. -Linie ist 
an der abgerundeten Flügelspitze am schärfsten ausgedrückt. Fransen heller grau. 

12* 



94 P C. Zeller. [300] 

Unterseite der Vdfl. schwarzgrau; der Vdrd. von '/s bis vor die Spitze 
mit sieben weisslichen, durch Schwarz getrennten, an Länge und Schärfe zu- 
nehmenden Häkchen; die ersten sehr verloschen und halbirt, die zwei letzten 
ganz weiss. Die tiefschwarze Htrd. -Linie der Oberseite ist hier sehr deutlich 
in fünf gerundete Punkte aufgelöst, von denen die zwei stärksten obersten 
durch einen weissen Strich von den drei anderen abgesondert sind. — Htfl. 
hellgrau, schillernd; der Htrd. vor der schwärzlichen Randlinie mit einer weiss- 
lichen, gegen den Innenwinkel verlöschenden Linie umzogen. 

Vaterland: Texas (Bell). Ein gut erhaltenes 9 ii^ Museum Cambridge. 

13. Graphol. PacUardi n. sp. Taf. IX, Fig. 31. 

Parva; al. ant. einer eis, obscurius transverse undulatis, fascia media 
fusco- cinerea, costa obsolete fusco-strigulata, spatio speculari vix nigro-signato ; 
post. dilute cinereis, postice obscuratis. (9 ?) 

Eine sehr nahe Verwandte der europäischen Funebrana Tr., noch kleiner 
als die kleinsten Ex. dieser Art, mit hellerer Grundfarbe der Vdfl. und sehr 
deutlicher, dunkler, fast senkrechter Mittelbinde. 

R. und Kopftheile ziemlich dunkelgrau. Taster etwas aufgebogen, wenig 
über die Stirn hervorstehend, mit kurzem Endgliede. Beine grau; Füsse hell, 
die Glieder obenauf am Ende dunkelgrau; Hinterschenkel und Hinterschienen 
weisslichgrau, einfarbig. (Hinterleib fehlt). 

Vdfl. wenig über 2'" lang, länglich, von der Gestalt der Funebrana 9 
(deren Vdrd. convexer ist als der des cT), am Htrd. unterhalb der Spitze kaum 
merklich eingedrückt. Grundfarbe glanzlos grau, heller als bei Funebrana, auf 
der Basalhälfte deutlich dunkelgiau querwellig; die Wellenlinien etwas ver- 
flossen, mehr oder weniger vollständig, hie und da verstärkt, meist oberwärts 
nach hinten geneigt. In der Flügelmitte folgt eine ziemlich breite, fast senk- 
rechte, dunkle Binde (bei Funebrana ist gewöhnlich eine bindenförmige Ver- 
dunkelung zu erkennen, die aber von der Costalmitte schräg nach dem Innen- 
winkel geht), am Innenrand verengert. Auf sie folgt im Innenwinkel ein ziem- 
lich deutliches, kleines, dunkelgraues Dorsaldreieck. Der Spiegelraum ist nur 
hell, etwas nebelig, in der Mitte mit Spuren von ein paar schwarzen Längs- 
strichelchen. Die Flügelspitze ist etwas verdunkelt. Die braunen oder schwärz- 
lichen, dreieckigen Costalstrichelchen sind sehr undeutlich, weil sie auf dunklem 
Grunde liegen. Htrd.-Linie fein, braun. Fransen dunkelgrau. 

Htfl. sehr hellgrau, am Htrd. und breiter in der Flügelspitze etwas ver- 
dunkelt; auch die Adern sind durch ihre dunkle Färbung kenntlich. Fransen 
grau, an der Wurzel mit dunkler Linie fast bis zum Analwinkel. 

Unterseite der Vdfl. ziemlich hellgrau, vor der Htrd.-Liuie und auf der 
Endhälfte des Vdrdes. schmal weisslich, wodurch die dreieckigen, brauneu 
Costalhäkchen recht deutlich werden. Htfl. heller und am Rande viel weniger 
verdunkelt als oben. Die Adern sind sehr deutlich ; 5 steht von 4 etwas weiter 
ab, als diese von 3, und soweit wie 2 von 3. 



rSOll Beiträge zur Kenntniss der nordamericaniachen Nachtfalter. 90 

Vaterland: Texas (Boll). Ein wahrscheinlich weibliches Ex. im Museum 
Cambridge. Ich habe diese unscheinbare Art dem Herren Dr. Packard jun., 
dem ich so viele Beiträge zu meinen Arbeiten über die uordamericauiscben 
Micropteren verdanke, zu Ehren benannt, weil sie ohne Zweifel wie ihre Ver- 
wandte, welche die Früchte der Pflaumen (und Schlehen) verdirbt, ein ökono- 
misch wichtiges Thier ist. Wie der Schmetterling von Funebrana sehr selten 
im Freien gesehen wird, so wird es auch mit Graph. Funebrana sein, und 
meine Vermuthung, dass sie in NAm. eine bisher ungeahnte Verbreitung hat, 
wird sich wahrscheinlich bestätigen. 

Paedisca Tr. 

Vdfl. länglich, beim (f mit Vdrd. -Umschlag an der Basis. Spiegel un- 
vollständig, bisweilen etwas glänzend, ohne Einfassung durch glänzende Linien. 
Haibeifleck am Innenwinkel meist vorhanden. An der Mitte des Innenrandes 
ein heller, gegen die Flügelbasis hin durch einen dunkeln Fleck begrenzter, 
mehr oder weniger gegen den Vdrd. verlängerter Fleck. Apicalfleckchen oft 
ocellenähnlich. 

A) Fransen ohne einen dunkeln Atomenstreifen an der Basis. 

1. Paed, inclinana n. sp. Taf. IX, Fig. 32. 

Media; alis ant. suhangustis, violaceo-fuscis, maciila dorsi medii alba 
angusta, angulata, inclinatu, macula speculari albida adverstis eam dentem 
porrigente. cT $. 

Verwandt mit Paed, foenella L., bei welcher aber der weisse Dorsal- 
fleck weit^- gegen den Vdrd. hinaufreicht und der Specülarfleck nie eine zahn- 
artige, gegen den Dorsalfleck gerichtete Verlängerung hat; auch ist ihre Grund- 
farbe nie dunkel violettbraun. 

Grösse einer kleineren Foenella. li. und K. chocoladenfarbig, Gesicht 
heller. Fühler stark, einfach borstenförmig, Taster von mehr als Kopflänge, zu- 
sammengedrückt; zweites Glied keulenföruiig, innen hell; Endglied knospen- 
förmig hervorstehend. Beine hell, an den Füssen etwas dunkler ausser an den 
Enden der Glieder; Hinterschienen stark, zusammengedrückt, auf dem Kücken 
mit niederliegender Behaarung. Hinterleib des cf dünn, des Q kräftig, staub- 
grau. Analbusch schwach, ins Hellgelbliche. 

Vdfl. 4— 4V2'" lang, ziemlich schmal mit deutlicher Spitze und schwach 
convexem Htrd., violettbraun, hie und da dunkel. Umschlag des cf dicht an- 
liegend, von % Länge des Vdrdes. Dieser von der Mitte an mit gedrängten, 
schrägen, nach hinten an Länge zunehmenden, dunk*elzimmtbraunen Strichen; 
vor dem tiefbraunen, ocellenähulichen Apicalfleckchen ist ein sehr deutliches, 
weissliches Costaldreieck, welches vor seiuer vorderen Ecke einen braunen Quer- 
strich hat. Auf der Mitte des Innenrandes liegt ein bis über die Falte reichen- 
der, nach hinten überhängender, fast reinweisser Fleck von wechselnder Gestalt, 



96 P- C. Zeller. [302] 

der aber wohl iramer ge^en den Vdrd. hin zugespitzt ist und hinten oberhalb 
eine spitze Ecke führt. Der grosse Spiegelfleck reicht bis in den Innenwinkel 
hinein, ist schmutzig weisslich, über der Falte mit einem starken, abwärts ge- 
richteten Zahn versehen, dessen Farbe in der ihn einfassenden, verdunkelten, 
gelbbraunen Grundfarbe grell hervortritt; oberhalb enthält der Spiegelfleck, wo 
er durch Grau wolkig wird, 2 — 3 schwarze sehr kurze Längsstriche; sein oberes 
Ende verliert sich in die Grundfarbe und wird durch einen tiefgelbbraunen 
Fleck gegen das weissliche Costaldreieck abgegrenzt. Fransen bräunlich, an 
der Basalhälfte violettgrau bestäubt, am Innenwinkel um den Spiegelfleck 
weisslich. 

Htfl. dunkel braungrau, an der Basis kaum heller. Fransen hellgrau, 
gegen den Innenwinkel ins Weissliche, nahe der Wurzel von einer verlosche- 
nen, grauen Schattenlinie durchzogen. 

Unterseite der Vdfl. dunkelbrauagrau, auf der Endhälfte mit vier ver- 
loschenen, nach hinten deutlicheren und grösseren, zerschnittenen weisslichen 
Costalfleckchen. Htfl. etwas heller, am lichtesten an der Wurzel und am Innen- 
rand. Ader 8 und 4 bilden eine Gabel, deren Stiel etwas weniger als die Hälfte 
des Ganzen beträgt. 

Vaterland: New-York (Speyer), Texas (Boll). Ein (f, ein 9 in meiner 
Sammlung, ein (^ im Cambridger Museum. 

2. Paed, bimaculana Don. 

Media; thorace et capite ftiscescenti-ochraceis, alis ant. fusco ferrugi- 
neoque viixtis, macula dorsi medii lata, angulata, alba, maeiüa speculari 
magna albida, nitidula, dentem postice deorsus porrigente. cT 9 • 

GraphoUtha — Heinem. Wickler S. 145. • 

Paedisca dissimilana Tr., Fr. E. Beitr. S. 170, Taf. 62, Fig. 2. 

Mit der bei uns im Spätsommer als vorletzte Paedisca auftretenden Bi- 
maculana stimmen drei durch Boll bei Cambridge gefangene Weibchen so 
genau überein, dass ich sie nicht als eigene Art ansehen kann. 

Ihre Abweichungen sind folgende : Sie sind etwas kleiner, auf E. und K. 
lichter grauochergelb, fast ins Eostfarbene ziehend, die Htfl. heller grau. Hier- 
nach könnten sie als Var. b charakterisirfc werden: minor, thorace et capite 
griseo-ochraceis, alis post. dilute cinereis. Ob die Männchen damit überein- 
stimmen, und ob die Art eine ursprünglich americanische ist, bleibt noch zu 
entscheiden. 

Bei Bimaculana hat der Htrd. der Vdfl. an der Mitte, etwas unter dem 
oberen Ende des Specularüecks einen sehr sanften Eindruck. Der etwas glän- 
zende Specularfleck wird in seiner Mitte von oben nach unten durch einen 
glanzlosen, blass ochergelben Streifen durchzogen, der aber nicht bis in den 
Innenwinkel reicht. Ader 3 und 4 bilden eine Gabel, deren Stiel '/s des Ganzen 
beträgt. In dem allen stimmen die americ. Ex. mit den europäischen. 



[3031 Beiträge ztir Kenutniss der nordamericanischen Nachtfalter. 97 

3. Paed, clavana Schlag, in lit. Taf. IX. Fig. 33. 

Media; palpis longioribus ; alis mit. acutis, rufescenti-cinereis, macula 
ante dorsum medium semiovata, fascia postica inferius attenuata, in plica 
constricta strigaque lata obliqua marginispostieihrunneis, cano-marginatis. cf $ . 

Diese ziemlich grosse Art steht trotz ihrer sonstigen grossen Verschie- 
denheit am besten bei Hühneriana und Junctana. ') Sie ist durch die breite, 
schräge hintere Binde sehr auffallend gezeichnet, welche sich nach unten ver- 
engert und auf der Falte beim $ eingeschnürt, beim cf wirklich durch- 
schnitten ist. 

Von der Grösse der grössten Hühneriana, mit scharfer Vdfl.- Spitze. R. 
und K. röthlichgrau, letzterer mit etwas gesträubten Haaren und weissgrauem 
Gesicht. Taster fast um doppelte Kopflänge hervorstehend, horizontal oder ge- 
neigt, stark, zusammengedrückt, weit vor dem Ende am breitesten, aussen röth- 
lichgrau, innen hellgrau; Endglied kurz, haarig, stumpf. Fühler des (^ mikro- 
skopisch gezähnelt, mit gedrängten Gliedern. Beine röthlichgrau; Hinterbeine 
sehr hellgrau, ungefleckt; die Schiene ziemlich dünn, ohne Haarpinsel, auf der 
Rückenschneide mit geneigten Borstenhaaren dicht besetzt. Hinterleib grau, 
ziemlich dünn; Analbusch schwach, kaum heller. 

Vdfl. 4V2— 5'" lang, ziemlich schmal, nach hinten etwas erweitert, scharf- 
spitzig, am schwach convexen Htrd. unterhalb der Spitze ein wenig eingedrückt, 
röthlichgrau, gegen den Iniienrand heller und ohne Roth, sonst mit spärlichen, 
verloschenen, dunkleren Querstrichelchen. Umschlag des cT von Va I-iänge des 
Vdrdes. Am Innenrand vor der Mitte liegt ein halbeiförmiger, nach oben ver- 
dünnter und hier etwas nach hinten geneigter, ein wenig über die Falte hin- 
wegreichender, dunkel braunröthlicher Fleck, dessen hintere Seite etwas con- 
cav, und der überall mit einer weissgrauen Linie umzogen ist. Von der Mitte 
des Vdrdes. kommt eine erst verloschen, dann immer lebhafter braunröthliche 
Binde schräg herab, welche sich gegen die Falte zusammenzieht und beim 9 
mit dem kleinen, braunröthlichen Innenwinkeldreieck zusammenhängt, so dass 
sie als in der Falte zusammengeschnürt gelten kann, während sie beim cf hier 
zugespitzt endigt und von dem Innenwinkeldreieck getrennt bleibt; sie ist auf 
beiden Seiten mit einer weissgrauen Linie gesäumt. Vom Htrd., oberhalb des 
Innenwinkels, geht ein nach oben erweiterter, breiter Keilstreifen bis nahe an 
den Vdrd. ; er ist blässer als die Binde, besonders beim cT, und auf beiden 
Seiten hell gesäumt. Zwischen der Binde und dem röthlichbraunen, einwärts 
hell gesäumten Apicalfleckchen sind nur zwei etwas hellere Costalfleckchen, 
bis an welche der Keilstreifen heranreicht. Fransen grau, an der Wurzel in 
einer undeutlichen Linie schwärzlich. 

Htfl. grau, beim cT heller als beim Q ; Fransen noch heller, von einer 
grauen Schattenlinie durchzogen. 

') Die ich wegen ihres Aufenthalts zwischen Binsen an sumpfigen Ufern Juncetana getauft 
hatte, welches Wort HS. zu einem so nichtssagenden verdorben hat. Einer gleichen Verderbung 
verdankt Scoria selectata ihren Namen; ich hatte sie als Sc. sceletata mus. Z. an Gnenee 
geschickt. 



98 ' P C. Zeller. [304] 

Unterseite der Vdfl. braungrau, einfarbig; die Htfi. heller, besonders auf 
der Innenrandhälfte. Ader 3 und 4 bilden eine Gabel, deren Stiel kaum V3 der 
ganzen Länge hat. 

Vaterland: Ohio (Schläger). New-York (Speyer). Massachusetts, wo B oll 
bei Cambridge mehrere Ex. fing. 

4. Paed, quintana n. sp. Taf. IX, Fig. 34, 35. 

Parva, eapite albido, alis ant. angustis, griseo-luteis, fasciis duabus 
superins abruptis, macuUs 2 costae posticae niaculaque anguli dorsalis magnis 
albis. cf- 

Var. b) fasciis superius conjunctis. cf (Fig. 34). 

Von der dritten Grösse der Paedisken, sehr kenntlich an den fünf grossen 
scharfbegrenzten, weissen Zeichnungen der dunkel graulehmfarbenen Vdfl. 

R. von der Farbe der Vdfl., die Schulterdecken an der Endhälfte weiss. 
K. und Wurzelglied der Fühler weisslich. Taster um mehr als die halbe Kopf- 
länge hervorragend, zusammengedrückt, erweitert, vorn dünner, oben und innen 
weiss, auswärts staubgrau. Beine staubgrau, die vier vorderen an den Fiiss- 
gliedern obenauf braun mit weissen Enden; Hinterbeine einfarbig mit dünnen, 
glatten Schienbeinen. Hinterleib dünn, ziemlich lang, glatt, staubgrau mit 
weisslichem Analbusch. 

Vdfl. 3V3'" lang, ziemlich schmal, nach hinten wenig erweitert, mit deut- 
licher Fiügelspitze und wenig convexem Htrd. Der Umschlag von V3 Länge des 
Vdrdes. Grundfarbe dunkel graulehmfarbig, etwas braun bestäubt. Auf dem 
Innenrand liegen bei Y4 und V2 zwei weisse, scharf abgegrenzte Binden, die 
den Vdrd. nicht erreichen und die bei Var. b) oberwärts zusammenfliessen. Die 
erste ist oben erweitert und abgerundet ; die zweite etwas breiti^r, unterhalb der 
Falte hinten zahnartig erweitert, oben nach innen geneigt und dem Vdrd. mehr 
genähert. Bei der Varietät, bei welcher sie sich vereinigen, schliessen sie ein 
dunkel lehmfarbenes Dorsaldreieck ab, das bis oberhalb der Palte reicht und 
hier durch schwarze Schuppen sehr verdunkelt ist. Auf der Endhälfte des 
Vdrdes. liegen zwei grosse, weisse, schwärzlich eingefasste Flecke, jeder in der 
Mitte mit einem braunen Costalpunkt; der erste Fleck ist schräg nach aussen 
gelegt, halb elliptisch; der kleinere zweite ist halbkreisförmig. Im Innenwinkel 
liegt ein grosser, ebenso gefärbter und gesäumter Fleck, welcher oberwärts 
eingeschnitten ist und dem ersten Costalfleck näher kommt als dem zweiten. 
Der Vdrd. hat nur über der ersten Binde einige verloschene, bräunliche Costal- 
strichelchen auf hellem Grunde; die Flügelspitze ist nicht ocellenartig verdun- 
kelt. Fransen grau (beschädigt; sie scheinen aber auf der Wurzel eine dunkle 
Atomenlinie zu haben). 

Htfl. einfarbig bräunlichgrau, heller gefranst. 

Unterseite der Vdfl. wie die Htfl. oben; am Vdrd. scheinen die zwei 
Costalflecke, aber verloschen und sehr verkleinert, durch. Htfl. heller. Die Adern 
3 und 4 sind blos an ihrem Ursprünge vereinigt. 



[3051 Beiträge zur Kenntniss der uordamerieauischen Nachtfalter. 99 

Vaterland: Texas (Boll). Zwei in den Fransen mehr oder minder be- 
schädigte cf, das eine in meiner Sammlung, das andere (Var. b) im Cam- 
bridger Museum. 



5. Paed. (?) constrictana n. sp. Taf. IX, Fig. 36. 

Minor; al. ant. ohlongis, costa convexa (cum (^ revolucro'}) , luiescen- 
tibus, dorso medio late exalbido, area basali postice fusco-lutea, macula angtili 
dorsalis transversa fusco-lutea, albido-marginata , superius constricta, spatio 
speculari exalbido, ocello apicali fusco. cT. 

Kenntlich an dem quer verlängerten und oberwäits eingeschnürten Dor- 
salfleck. 

ß. lehmgelbbräunlich, Schulterdecken hinten ganz hell. Oberkoyf hell 
lehmfarbig, Stirn gelblichweiss wie die Taster; diese wenig über die Stirn 
hervorstehend, kurz dreieckig, zusammengedrückt; Endglied kurz, frei, braun. 
Voiderbeine lehmgelblichbrauu mit bleichen Enden der Fussglieder ; Hinter- 
beine einfarbig hell staubgrau. Hinterleib weit über die Htfl. hinausragend, 
gelbbraungrau, hinten ins Bleichgelbliche übergehend; Bauch bleichgelblich; 
Analbusch kuiz, abgestutzt. 

Vdfl. 3'" lang, länglich ; der Vdrd. im ersten Drittel grade, dann auf- 
fallend couvex; die Spitze deutlich hervortretend durch den sanften Eindruck 
des convexeu Htrdes. Einen Umschlag, der so weit reichen sollte, wie der Vdrd. 
gradlinig ist, und dessen Stelle auch abgegrenzt erscheint, finde ich so wenig 
wie den Haarpinsel, der sonst gewöhnlich unter dem Umschlag verborgen liegt; 
es ist also nicht sicher, ob die Art, wie es ihre Zeichnung andeutet, in Pae- 
disca ihren richtigen Platz hat. Grundfarbe bräunlich lehmfarben. Das Basal- 
feld ist braun querstricLig, gegen die Wurzel hell, am Ende dunkel lehm gelb- 
braun, und zwar an der Innern andhälfte am breitesten; seine hintere Grenz- 
linie bildet in der Mitte einen stumpfen Winkel und wird durch eine gelblich- 
weisse Linie