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Full text of "Über die fossile reptilien, welche in Würtemberg aufgefunden worden sind"

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BIBLIOTHEQUE 



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HARVARD UNIVERSITY 



LIBRARY 

OF THE 

Museum of Comparative Zoölogy 




ÜBER 



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DIE 



FOSSILE REPTILIEN, 



WELCHE 



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WÜRT EM BERG 



AUFGEFUNDEN WORDEN SIND. 



VOH 



MED. DR. GEORG FRIEDR. JyEGER, 

AUFSEHER DES KÖNIGL. NATÜRALIEKCABINETS, ORDENTL. PROFESSOR DER CHEMIE UND NATURGESCHICHTE AN 
DEM KÖNIGL. OBERN GYMNASIUM ZU STUTTGART, ORDENTL MITGLIEDE DES VEREINS FÜR VATERLANDSKUNDE 
UND DES LANDWIRTHSCIIAFTVEREINS IN WÜRTEMBERG UND DER LEOP. CAROL. ACADEMIE DER NATURFORSCHER 
ZU BONN, CORRESPONDIRENDEM MITGLIEDE DER PHYSIC. MEDIC. SOCIET«T ZU ERLANGEN, DER SENKENBERG'SCHEN 
NATURFORSCHENDEN GESELLSCILAFT ZU FRANKFURT A. M., LTS'D DER BOTANISCHEN 

GESELLSCHAFT IN REGENSBURG. 




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"- STUTTGART, 

TERLAG DER J. B. METZLER'sCHEIf BUCUHAITDr.UnG. 

18 2 8. 



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MAR -7 1961 

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HERRN 



GEHEIMERATH 

SAMUEL THOMAS von SOEMMERING 



AW 



SEINEM JUBELFESTE 



DANKBARER VEREHRUNG 



GEWIDMET 



VERFASSER. 



VORREDE. 



Seit der Herausgabe der lateinischen Abhandlung de Ichthyosauri sive Pro- 
teosauri fossilis Speciminibus in agro Bollensi repertis im Jahr 1824 habe ich 
durch die gefallige Mittheil ung meiner Freunde, insbesondere Hrn. Oberamts- 
arzt Dr. Hartmann in Göppingen, Hrn. Prof. Dr. Schübler in Tübingen, Hrn. 
Obcrfinanzrath Nördlinger, Hrn. Gwinner, Lehrer der Forstwissenschaft in Ho- 
henheim, Hrn. Bergrath Dr. Hehl, Hrn. Raufmann Dietrich in Gaildorf, Hrn. 
Salinenverwalter v.Alberti in Wilhelmshall, noch dieUeberreste mehrerer anderer 
Thiere und insbesondere mehrerer Rejjtilien erhalten, welche ich zum Tlieil der 
Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte in München vorlegte, zugleich 
mit den Ueberresten von Reptilien, welche Hr. Director v. Voith kurz zuvor 
bei Amberg zum Theil in den entsprechenden Gebirgsschichten gefunden hatte. 

Durch Hrn. König, Hrn. Gideon Mantell und Hrn. Conybeare in London, 
erhielt ich eine Reihe von Zeichnungen und mehrere Abhandlungen, welche 
mir für die Uebersicht der geognostischen Verhältnisse und für die Bestim- 
mung der verschiedenen Gattungen und Arten, dieser Rej)tilien von grofscm Vor- 
theil waren, und für die Bestimmung der verschiedenen Arten von Ichthyosauren 
gewährten mir mehrere treffliche Gypsabgüsse, womit Hr. Cuvier das Rönigl. 
Nat. Gab. beschenkte, ein wesentliches Hülfsmittel, indem dadurch die Beleh- 
rung, welche ich aus seinem Werke schöpfte, in Rücksicht auf manche sonst 
kaum bestimmbare Exemplare an Sicherheit gewann. 



Ich glaubte somit, durch diese freundliche Theilnahnic, so wie durch die 
günstige und belehrende Beurtheilungen der Schrift über die Pflanzen Verstei- 
nerungen des Schilfsandsteins ermuthigt, die Beschreibung dieser Fossilien nicht 



länger zurückhalten zu dürfen, da sie vielleicht durch weitere Vergleichung der- 
selben mit den in anderen Gegenden vorkommenden Fossilien ein gröfseres 
Interesse erhält, als sie an und für sich ansprechen kann. Damit würde denn 
zugleich auch von wissenschaftlicher Seite die Zueignung gerechtfertigt, durcli 
welche ich mir weniger erlauben wollte, die Verdienste eines hochverehrten 
Mannes gerade auch in diesem Felde der Wissenschaft zu ehren, als ich mich 
durch die viele Bewgise seiner Zuneigung, womit er auch diese Arbeit unter- 
stützt hat, aufgefordert fühlen mufste, ihm aus der Ferne meinen Dank und 
meine innige Wünsche zu dem Jubelfeste darzubringen, das so viele seiner 
Verehrer um ihn vereinigen wird. 



,*, 



INHALT. 



Vorrede. 

Einleitung Seite i 

I. Reptilien der Liasformation namentlich des sogenannten jüngeren bituminösen 

Mergelschiefers oder des Liasschiefers ........ — 3 

i) Crocodilus Bollcnsis ........... — 6 

2) Geosaurus Bollensis — y 

3) Ichthyosaurus ............. ^ 

Bestimmung der Knochen des Kopfes ........ q 

Bestimmung der Zähne ........... q 

Bestimmung der Wirbel . . . . . . . . . . jq 

Bestimmung der Rippen __ii 

Bestimmung der Knochen der Brust und des Vorderfufses . . . , n 

Bestimmung der Knochen des Beckens und des Hinterfufses . . . i3 

Bestimmung der Bedeckung des Körpers . . . . . . . — 1^ 

Bestimmung der verschiedenen Arten von Ichthyosauren, welche in Würten»- 

berg bis jetzt gefunden wurden 1^ 

a) Ichthyos. platyodon. 

b) Ichthyos. communis. 

c) Ichthyos. intermedius. " 

d) Ichthyos. tenuirostris. 

e) ? 

Yorkommen von Ichthyosauren in anderen Gegenden von Deutschland . — 20 

II. Reptilien aus dem Keupersandstein . . . . . . . . — 22 

A. Phytosaurus. 

1) Cylindricodon — 23 

2) Cubicodon — 33 

III. Reptilien aus dem Alaunschiefer .... ..... — 34 

1) Massodonsaurus — 35 

Wirbel aus dem Alaunschiefer . . . . . . . . . — 37 

2) Salamandroides ............ — 38 

IV. Reptilien aus dem Muschelkalke . . . . , . . . . — 39 

Resultate ' . . . . — 4^ 



DRUCKFEHLER. 



Seite ,. Note S. Linie 5 statt „GaiUandoti" lies Gaillardoli 

_ _ j. — 5 statt „Plociosaurus" lies Plesiosaurus 

_ '■ _ ^ _ , stall „Maeronrites" lies Macrourites 

_ 5 Linie 27 statt „Gmelin Tab" lies Gmelin Hisl. 

_ e' _ 4 die Parenthese nach Tom. V. jdc Partie L.n. 6. ^u setzen. 

_ ij statt ,,<5<=i" lies den 

- i8 statt „sog" lies sogenannten 

_ 8 statt „lugehdrt" lies gehört 



II. 

■ /■■ 

'9- 

31,. — '9 

40. — 8 statt „haben" lies habe 

45. _ 21 statt „C" lies B, 



statt „Schielfsandstein" lies Schilfsandstcio 



EINLEITUNG. 



Die Ueberrestc von Landsäugelhieren , welche die allgemeine Fluth begraben hat, finden sich in 
dem aufgeschwemmten Lande, und besonders in den obersten Lehraschichlen durch einen grofsen 
Theil von Würlemberg verbreitet. Ich erlaube mir einstweilen auf das Verzeichnifs derselben, das 
ich in den Würtemberg. Jahrbüchern, herausgeg. von Memniinger vom Jahr 1821 u. 1822, bekannt 
gemacht habe, zu verweisen. Im Laufe der verflossenen zwei Jahre erhielt ich jedoch, und zwar 
gröfslentheils durch Hrn. Prof. Schübler, eine ziemliche Menge von Zähnen und Zahnbruchstücken, 
welche in den muldenförmigen Aushöhlungen und in einzelnen Spalten des Jurakalks ') der Schwä- 
bischen Alb , zunächst unter der Oberflache gefunden wurden. Früher hatte man meistens nur einzelne 
Bruchstücke in der Gegend von Salmendingen und auch auf dem Heuberge bei Gelegenheit des Grabens 
nach Bohnerz erliallen, mit welchem diese zum Theil durch ein agatariiges Ansehen ausgezeichnete 
Zahnfragmenle vorkommen ')• In dem Jurakalk selbst verschwindet jede Spur von Saugethieren und 
von Wirbelthieren überhaupt, denn die Schichte des lithographischen Kalks, der den Crocodilus 
priscus Socmm. und dicLacertc gigantea, Soemm. so wie dieOrnithocephalusSoemm. einschliefst, scheint 
in der SchAväbischen Alb zu fehlen. Der plattenförmige Jurakalkstein bei Kolbingen , welcher schon 
für den Steindruck versuchsweise benützt wurde, enthält (nach Alberti, §. i55. pag. i34.) keine 
Versteinerungen. 

Der Jurakalk schliefst blofs Meeresbewohner aus der Klasse der Molluscen und nur wenige Zoo- 
phyten ein. Dasselbe gilt von dem eisenhaltigen Sandsteine und dem körnigen Thoneisensteine, bei dessen 
Benützung ohne Zweifel die Spuren gröfserer Thiere der Aufmerksamkeit der Vorsteher der Gruben- und 
Hüttenwerke in Wasseralfingen, Gmünd u.s. w. schwerlich entgangen sejn würden. Eine gröfsere Mannig- 
faltigkeit von Seebewohnern findet sich in dem sogenannten jüngeren bituminösen Mergelschiefer (Liasschie- 
fer), der unmittelbar unter dem Jurakalk in einer bedeutenden Ausdehnung dem Zuge desselben folgt. Die 



i) Vergl. die Gebirge des Königreichs Würlemberg in besonderer Beziehung .-luf Haliirgie von Fr, v. Alberli mit Anmerk. und Bei- 
lagen von Prof. Schübler. Stullg. bei Colla. 1826 pag- i56. und 3oj. 

a) Als vorläufiges Resultat meiner Untersuchung, das zum Theil pag. 3oj. von Alberti's Schrift bemerkt ist, führe ich an, dafs sich 
darunter, neben einigen Hayfischzähnen und Bufonilen, Zähne von Anoplotherium, Chaeropotamos, von drei bi« vier Arten voa 
Lophiodon wahrscheinlich von zwei Arten von Riasiadont, von einem Palaeolherium magnum, von Khinosceros, einem unbekann- 
ten Nagclhicrc, mehrere Eckzähne kleiuer rciTsender Thiere u. s. w. , ferner vom Pferde, vom Schweine und von drei Wieder- 
kauern linden, von welchen einer mit dem gcwohnlichn Hirsche übereinzukommen scheint, wofür auch eine mir von Hrn. Prof. 
Schübler gegebene Nachricht von Bruchstücken eines Geweihs spricht, welche er kürzlich erhalten hat. 

Jilger über Heptilien. \ 



zalilrelchen Belemniten, Ammoniten und andere Conchyllen begleiten die Abdrücke von mehreren Arien 
von Algaciten, die schon durch Hienier beschriebene Pentacriniten, und zugleich die Abdrücke von Fi- 
schen und die Ueberreste mehrerer Reptilien. Die Spuren von Wirbelthieren verschwinden wieder (mit 
-weniger Ausnahme vielleicht) in dem sogenannten Gryphitenkalk, so Tvie die Pflanzen Versteinerungen, 
mit Ausnahme von Holzstücken, dagegen scheint die Entwicklung der Muscheln gleichsam gesteigert, 
bei der ungeheuren Gröfse des Ammonites arictis und der zahllosen Menge kleinerer Muscheln namentlich 
der sogenannten Gryjjhitcn. Die Keuperformation cnlhält, wie ich schon bei Gelegenheit der Beschrei- 
bung der in ihr vorkommenden Pflanzenversteinerungen ') bemerkte, nur in der zu oberst gelegenen Schichte 
von Sandstein, der sich durch den gröfseren Gehalt an Kalk- und Bittererde auszeichnet, welche das 
Bindungsmittel dieses meist mehr grobkörncrigen Sandsteins ausmacht, jedoch nur sehr selten Kno- 
chen von Wirbelthieren, wahrscheinlich aus der Classe der Reptilien, wovon erst im Jahr 182Ö mehr 
bezeichnende Ueberreste aufgefunden worden sind, und die Obcrflilcho einer, nahe unter dieser Schichte 
liegenden Schichte von festem grünlichlem Mergel °) ist mit zahlreichen Turbinilen bedeckt, die 
vielleicht als Seebewohner anzusehen sind. Der tieferliegende Thonsandslcin ist von dem weifsen 
Sandstein durch Schichten von rothem und blaulichtem oder grünlich-gelbem Mergel geschieden, die 
leer an Versteinerungen sind, wiihrend der Thonsandstein selbst blofs^ Versteinerungen von Pflanzen 
enthält, von denen keine dem Meere angehört zu haben scheint. In dem bunten Mergel und Gyps, 
der unter diesem Sandstein liegt, hat man bis jetzt noch keine Versteinerungen entdeckt. Dagegen 
habe ich schon in der Abhandlung de Ichthyosauro des Zahns eines grofsen dem Monitor verwand- 
ten Reptils aus dem'^Alaunschiefcr bei Gaildorf erwähnt, und eines Bruchstücks vom Hinterkopfe viel- 
leicht eines andern Reptils, und neuerdings habe ich ebendaher einige kleinere Zähne so wie ein Paar 
verkleste Exemplare zweischaaliger Muscheln (wahrscheinlich Tellinlten) und verkicste Abdrücke 
von Pflanzen erhalten, die aber sehr undeutlich sind, so dafs die Wahrscheinlichkeit, dafs diese grofse 
Reptilien im Wasser gelebt haben, hauptsächlich auf Ihrer ungeheuren Gröfse und auf dem gleich- 
zeitigen Vorkommen jener Muscheln beruht. 

In den tlcfern Schichten, die zu der Formation des Muschelkalks gehören, Ist bis jetzt, so viel 
mir bekannt ist, keine Spur eines Wlrbelthlers entdeckt worden ^) 0- Ich gehe daher nacli die- 



i) Debet die Pflanzenversteinerungen, welche in dem Batisandsleiue von SliiUg.in vorkommen, von Dr. G. F. J.-iger. Sutlgart, 

MeUler'sclie Buchhandlung. 1827. pag. 2, 
1) Nalurwisscnschaftliche Abhandlungen von einer Gesellschaft in Wiirleraberg ir Bd. is Hfl. pag. 178. 

5) Nacli einer mir von Hrn. Prof. Schübler milgelheillen Nachriclil soll jedoch Hr. v. Alberti in Schwenningeii in dem jMuschelkalkc 
viele bisher unbekannte Versteinerungen gefunden haben, unter welchen sich Hrn. Bronns Bestimmung zu Folge der Riiyncholithes 
Gailandoti und ein Zahn des Ichthyosaurus finden, welche auch bei Lüneville gemeinschafllich' im Muschelkalk vorkommen 
sollen, Nach den von Cuvier Tab. XXII. gegebenen Zeichnungen würde man jedocli zunächst oder gleiciu.eilig das Vorkommen 
von einer Art von Plociosaurus bei Lüneville annehmen dürfen. 

4) Gelegentlich bemerke ich hier, dafs der von Hrn. Bergcadet Steinbeifs luerst bei Ilsfeld in dem Kalkstein von Friedrichshall auf- 
gefundene Gammarolith, der von Hrn. Prof. Schübler in Alberti's Schrift ])ag. 288. abgebildet, und unter dem Namen Ulacronri- 
tes gibbosus beschrieben worden ist, mit dem Palinnrus Suerii conf, Tab. X, Fig. 8 u. 9. der liisl. nal. des Crustaces fossiles 



— 5 — 

ser kurzen Angabe der Schichten, in welchen die Ueberreste von ReptiUen vorkommen, zu der Be- 
schreibung der einzelnen Arten über, der ich nur wenige Bemerkungen über ihre Lagerstätte beifügen 
werde, indem ich über deren sonstige oryctognostische und geognostische Charactere auf die Bemer- 
kungen des Hrn. Bergrath Hehl im VIII. Bd. des Correspondenzblatts des Würt. Landwirthschaftsver- 
eins, so wie auf Kefersteins Tabellen für vergleichende Geognosic und auf die geognostische Umrisse 
der Rheinländer zwischen Basel und Mainz, von Hrn. v. Oynhausen, v. Dechen und v. La Roche, so 
wie auf die oben angeführte Schrift des Hrn. v. Alberti, verweisen mufs, in welcher auch die von 
Hrn. Stahl in seiner Uebersicht der Versteinerungen Würtembergs bemerkten Petrefacle angeführt sind. 



I) REPTILIEN DER LIASFORMATION 

NAMENTLICH 
DES SOGENANNTEN JÜNGERN BITUMINÖSEN MERGELSCHIEFERS ODER DES LIÄSSCHIEFERS. 



Dieser Schiefer liegt in einer bedeutenden Ausdehnung der zur Juraformation gehörigen Gegen- 
den der Würtembersischen Alb unter dem vom Jurakalk bedeckten Llassandstein, oder er bildet die 
Oberfläche derselben unmittelbar, übergehend in die Ackererde, die zum Theil durch Verwitterung 
der obersten Schichte dieses Schiefers an vielen Orten entstanden zu seyn scheint. An mehreren Or- 
ten haben sich Bäche mehr oder weniger tiefe Rinnen in ihn gegraben, an andern sind seine Schich- 
ten mehrere Lachter hoch entblöst, indem zu mancherlei Zwecken Brüche in diesem Schiefer angelegt sind. 
Theils Avird er nemlich zur Besserung der Weinberge benützt, die damit beschüttet werden, (wozu in 
den zu der Mergelformalion geiiörigen Gegenden vorzugsweise der sogenannte Leberkies [feste Mergel] 
oder auch die Bruchstücke des Tlionsandsleins gebraucht werden), theils verwendet man die in pas- 
sender Dicke und Gröfse brechenden Platten dieses Schiefers zum Bedecken von Mauren oder auch 
von Hausfluren. Nach Bauhin ') und Hiemcr -) wurde er ehmals häufig als Dachschiefer gebraucht/ 
allein jetzt scheint ein solcher Schiefer selten vorzukommen, der auch in dünneren Platten noch die 
zu diesem Zwecke nölhige Festigkeit und Dauer hätte, wenn anders diese, bei der Leichtigkeit 
die Platten Avieder zu ersetzen , verlangt wurde ^). Ebenso ist die Anwendung einzelner festerer 



Ton BroDguiart und Desmarcst übercinzukommeu scheint. Nach pag. IÖ2. ist iwar der Fundort unbekannt, aber der Krebs ist jn 
Kalkmassc Tersteinert, und die Cebirgsart würde also nicbt gegen die Uebereinslimmung beider Fossilien sprechen. 

i) Historiae fonlis BoUensis pag. 6. 

j) Hiemer Caput Medusa etc. pag. 14, 

3) In der Gegend tou AichsUidt werden die dünnern dem lithographischen Kalkstein völlig ähnlichen Platten, welche an mehreren 
Stellen unmittelbar unter der Oberfläche über dem Dolomit gegraben werdeu, und die häuGg Versteinerungen des Ophiuritcs de- 
cafdaius enthalten, zu gleichem Zwecke benützt. 



1 



« 



Schichten dieses Schiefers zum Beschlagen der Chausse'en ziemlich beschränkt. Ohne Zweifel we- 
gen der Aehnlichkeit der Farbe mit dem armenischen Bolus, hatte Professor Storr eine Abände- 
rung dieses Schiefers mit dem Namen Bolarschiefer bezeichnet, Sie kommt, so viel mir bekannt ist, 
bis jetzt blos an der Auerbacher Staige bei Kirchheim, aber auch da nur an einzelnen Stellen neben 
dem gewöhnlichen schwärzlich-grauen Schiefer vor, durch welchen diese Steige zum Thcil geführt 
ist, und von welchem dieser sogenannte Bolarschiefer in anderer Beziehung, z. B. dem Vorkommen der 
gewöhnlichen Versteinerungen nicht verschieden ist '). Mehrere Stücke, die ich an dieser Stelle fand, 
waren mit weifsem Kalksinler znm Theil überzogen , was bei dem grauen Liasschiefer selten der 
Fall ist, dessen Ausscheidung vielleicht mit der chemischen Veränderung zusammenhängt, durch wel- 
che dieser sogenannte Bolarschiefer ohne Zweifel aus dem grauen Schiefer sich gebildet hatte. 

Ich erlaube mir nicht über den chemischen Prozefs, der diese Veränderung herbeigeführt hatte, 
eine bestimmte Muthmafsung zu äufsern, jedoch verdient angeführt zu werden, dafs in der Nähe von 
Boll, angeblich in Folge eines Erdbrands, eine Strecke Felds von einigen Morgen die defshalb den Na- 
men der lothen Aecker führt, nicht mit der sonst durch Verwitterung des schwärzlich-grauen Schie- 
fers gebildeten grauen Erde, sondern mit rolher Erde bedeckt ist, welche ziemlich dem gemeinen 
rothen Leimen oder Mergel gleicht, und in welcher sich viele kleine feste Knollen von der Gröfse 
einer Wallnufs und darunter, finden, welche die gleiche Farbe, wie der Bolaischiefer haben. Dieselbe 
rothe Farbe der Erde soll sich auch an einigen andern Orten finden, und ihre Bildung könnte daher 
vielleicht mit partiellen Erdbiänden (wie auch bei Reutlingen vorgekommen seyn sollen) wohl in 
Verbindung gesetzt werden, indem ihcils in dem Erdharze des Schiefei-s, theils in den nicht sel- 
ten vorkommenden Adern von Kohlen, an welchen noch zum Theil die Form fremdartiger Pflanzen 
zu erkennen ist, und zugleich in dem reichlichen Vorkommen von Schwefelkies die Mittel zur An- 
fachung und zur Unterhaltung eines solchen Verbrennungsprocesses für längere oder kürzere Zeit ge- 
geben wäre, der nicht gerade mit wirklicher Gluth oder Flamme verbunden gewesen zu seyn brauchte')« 

Der Liasschiefer zeigt drei verschiedene Absouderungen. Die erste, durch welche er in mehr 
oder weniger dünne Platten getheilt wird, ist horizontal ; an einigen Stellen bemerkt man zwar ein 
Fallen von Norden nach Süden, aber immer bleiben sich die Platten und Schichten in Absicht auf 
Mächtigkeit und kleinere Eigenlhümlichkeitcn des Ansehens u. s. w. gleich. Durch die zweite senk- 
rechte Absonderung wird er in paralleler Richtung in mehr oder "weniger breite oft sehr schmale 
Stücke von nur \" Breite getheilt, die oft in einer Länge von i bis 3' sich gleichsam als natürliche 
steinerne Lineale ablösen lassen. Ein dritter Durchgang, der den vorigen unter einem mehr oder we- 
niger stumpfen Winkel schneidet, ist nicht beständig, er kommt oft nach dem von Lct. Mohr 



j) EinLeine Stücke solchen rollien Schiefers fand ich a«ch an der Seite der von Aichstädi nach Weissenburg führenden Steige, auf 
welcher sowohl die angeführte dünne Platten als auch dickere 7.um Steindruck taugliche Platten gebrochen werden. 

3) Auf dem hiesigen Naturalien-Cabinet hefinden sich Ton Randenberg mehrere Stücke des Pentacrioites subangularis, der auch in 
dem schwärtlich-grauen Schiefer von Boll Torkommt, welche aus einer dem armenischen Bolus \olh"g ähnlichen Erdart bestehen, 
die also vielleicht auch an andern Orten sich auf ähnliche Weise in derselben Formation gebildet haben könnte , wiewohl ich be 
merken mufs, dafs mir die geognoslische Verhältnisse von Randenburg völlig unbekannt sind, 



— 5 — 

in einem Manuscript vom Jahr 1749 hinterlassenen Beobachtungen, die zu einer Zelt angestellt wur- 
den, in welcher dieser Schiefer häufiger zu Platten benützt wurde, bisweilen bei einer Schicferplatte 
in einer Länge von vielen Ruthen gar nicht vor, in einer gleich daneben liegenden aber desto häu- 
figer, was die Schiefergräber ungerne sehen, die diese Absonderung wilde Brüche nennen. Sie geht 
jedoch sehr selten weiter als über eine Schieferplatte in die Queere, und man findet sie öfters in ei- 
nem Jahre nicht weiter als von einer Flächenabsonderung (von den Arbeitern Gachte genannt,) zur 
andern, doch geht bisweilen auch ein solcher wilder Bruch in die Queere durch zwei über einander 
liegende Schichten durch. Die Schichten sind sich an verschiedenen Orten ziemlich ähnlich. An 
dem Schieferbruch bei Reutlingen z. B. bildet die oberste Lage ein sehr dünnblättriger, leicht verwit- 
ternder Schiefer, bei i4' Tiefe ungefähr kommt eine 6 bis 7" dicke Schichte von festerem Gestein, 
stark bituminösem Geruch und häufig eingesprengten Adern von Schwefelkies, dann folgt wieder eine 
3' mächtige Schichte von dünnblältrigem Schiefer und dann eine 6 bis 8" mächtige Schichte von 
derberem Gestein, das beim Abschlagen in grofse knolligte Stücke zerspringt, die siclv in scherben- 
förmigen Stücken ablösen und häufig kleine Nieren oder kleine Crystalle von Schwefelkies und 
auch wohl unvollkommene Oipscrystalle eingesprengt enthält. Dieser Schichte' folgt nach unten 
eine 3 bis 4' dicke Schichte von Schiefer von etwas dicker schiefrigem und minder voUkonmien hori- 
zontaler Absonderung. In dieser Schichte sind die Belenuillen sehr häufig, und an ihrer unteren 
Gränze kamen bei Boll neuerdings die Knochen von Ichthyosaurcn vor, die jedoch auch in der durch 
Verwitterung der obersten Schichte des blättrigen Schiefers gebildeten Erde, so wie in dcui festeren 
Gestein von undeutlich schiefrigem Bruche gefunden wurden, und unter ihr ist gleichfalls bei Boll 
die Schichte des Schiefers aufgedeckt, die von Abdrücken von Fucoides granulatus ') gleichsam durcli- 
woben, eine weniger rcgclmäfsige geradschiefrige Struetur zeigt. AusdemLlasschlefer bei Wasseralfingcn er- 
hielt ich einen ziemlich vollständigen Abdruck der Pflanze, welche Schlotheim in den Nachträgen zur 
Petrefactenkundc Tab. VIL Flg. 1. abbildet, was ich als einen weitern Beweis der Verwandschaft des 
Liasschlefcrs in Würtemberg mit deui Muschelmarmor bei Altdorf anführe, aus welchem ich von 
Geh, Rath v. Soennnerlng gleichfalls "Wirbel eines Ichthyosaurus erlialten habe. Am ehesten scheint 
mir diese Pflanze für eine dem Fucus dulcis (Gmelln Tab. fucorum Tab. XXVI.) verwandte Fucusart 
anzunehmen zu se} n, w enn sie gleich auch mit mehreren Palmblättern Aehnlichkeit zeigt, und ich bezeichne 
sie daher einstweilen mit dem Namen Fucoides sulcatus, indem ich mir vorbehalte, über die Pflanzen, 
Zoophyten und Molluscen dieser Formation bei einer anderen Gelegenheit meine Bemerkungen mitzu- 
theilen, und indefs auf die von Hrn. Stahl bearbeitete Zusammenstellung derselben in dem Correspon- 
dcnzblatte des Landw. Vereins in Wiutemberg verweise. 



j) Der Fucoides aequalis var. flexilis Broegu. und eine dem Fucoides furcalus Br. recurvus Schi, verwandle, so wie eine andere, dl« 
icli penduliforrais nennen njöditc, kommen teilener vor. 



i) FOSSILES CROCODIL VON BOLL. 

Schon seit langer Zeit Avird in dem Naturalien-Cabinet zu Dresden eine Schieferplalle von Boll 
mit den üeberresten eines Reptils aufbewahrt, das schon in den früheren Beschreibungen der Merk- 
würdigkeiten Dresdens als Crocodil, jedoch ohne nähere Gründe, angegeben ist. Von diesem Exem- 
plar hat Hr. Cuvier sur les ossemens fossiles ade edit. (in welchem die fossile Reptilien abgehandelt 
sind, und Avelcher daher bei den Cilalen immer gemeint ist, wenn nicht ausdrücklich ein anderer Rand 
angeführt wird), Tom. V. 2 de Partie Tab. VI Fig 19. eine xVbbildung mitgetheilt, die in verjüngtem Maafsstabe 
nach zwei Zeichnungen entworfen ward, von welchen die eine durch Hrn. Dr. Reichenbach, die andere 
Ton Hrn. Jaoobi unter Aufsicht des Oberaufsehers des dorligcn Naturalien-Cabinets Dr. Treutlcr gefer- 
tigt worden war. Letztere erhielt Hr. Cuvier von Hrn. Geh. R^alli v. Soemmerlng, dessen Güte ich 
ilire Benützung gleichfalls verdanke. Hr. Cuvier ist der Meinung, dafs dieses fossile Crocodil von BoU 
wohl zu derselben Art von Gavlal gehört haben könnte, von welcher ein sehr schön erhaltenes Exem- 
plar bei Daiting 2 Stunden von Monheim südwestlich von Solcnhofen in dem Kalksteinschiefer (oder 
lithographischen Kalkstein) entdeckt Avurde, das sich im Besitze des Hrn. Geh. Rath v. Soemmerlng 
befand, und Aon ihm unter dem Namen Crocodilus priscus in den Schriften der Academie zu Mün- 
chen beschrieben wurde. Die Copie der Zeichnungen des in Dresden befindlichen Exemplars, welche 
Cuvier Tab. VI. Fig. 19. niilthellt, ist in sehr verjüngtem Maafsstabe gezeichnet, so dafs sie vielleicht 
weniger geeignet Ist, ein deutliches Bild der unterscheidenden Merkmale des Gavials zu geben, und 
ich habe daher statt des ganzen Abdrucks nur die Wirbel und die vorhandenen Knochen des Ilin- 
terfufses in natürlicher Gröfse nach der mir von Hrn. v. Soemmerlng niitgethelllen Zeichnung auf Tab. III. 
Fl». 1. 2. 5- abbilden lassen, um dadurch das Auffinden von Üeberresten dieses Thlers zu erleichtern, 
von welchem Ich nirgends eine weitere Spur habe finden können. Die Form der Fufsknochen Fig. 2. 
entspricht der des Crocodils vollkonmien, und ebenso die Form der Wirbelkörper. Fig. 1. u. 2. Die 
lelzere haben aucli namentlich mit den gleichen Theilcn des fossilen Gavials von Monheim grofse 
Aehnllchkeit; allein die Zeichnung des Dresdner Exemplars nölhigt denn doch, so viel ich es beur- 
iheilen kann, nicht zu der Annahme, dafs das Dresdner Exemplar einem Gavlal und namentlich der- 
selben Art von Gavlal, welche bei Monheim gefunden wurde, zugehört habe. Ich glaube auch darin, 
dafs das fossile Crocodil von Boll und der fossile Gavlal von Monheim, an den zwei Grenzen oder 
Sahlbändern (lisieres) einer und derselben Geblrgformalion, ersteres nemllchan der untern, letzteres an der 
oberen Gränze der Juraformation, gefunden wurde, keine Besläilgung für diese Ansicht finden zu kön- 
nen, da in dem zwischenliegenden Jurakalke selbst überhaupt keine Spur fossiler R^eptllien gefun- 
den wird. Bis über die Identität beider Arten entschieden ist, möchte ich daher vorschlagen, das bei 
Boll gefundene Crocodil noch blos durch den Namen Crocodilus BoIIensis zu bezeichnen. 



2) G E O S A U R ü S. 

Nur in einer Entfernung von wenigen Schrillen Avurden gleiclifalls bei Monheini die Ueberreste 
eines Reptils entdeckt, das Hr. v. Soemmering gleichfalls zuerst in den Schriften der Münchner Academie 
vom Jahr i8i6 unter dem Namen Lacerla gigantea beHnnt gemacht hal, siall dessen Hr. Cuvier 
pag. 343. den Namen Geosaurus für diese Gattung vorschlägt, die eine Uebergangsform von den 
Crocodilen zu dem Monitor bilden würde '). Die erste und bis jetzt einzige Ueberrcslc eines zu die- 
ser Gattung gehörigen Reptils aus dem Liasschiefer verdanke ich dem Hrn. Gberamlsarzt Dr. Harl- 
mann in Göppingen, der sie im Frühjahr 1826 bei Heiningen, einem 2 Stunden von BoU enlfernten 
Dorfe, fand. Es sind 4 Rückenwirbel in einer Reihe, jedoch etwas verschoben (Tab. IV. Fig. i.)j 
deren Körjier in der Mitte bedeutend dünner ist, und deren beide Endflächen etwas vertieft sind* 
Die Länge des dritten und vierten AVirbels beträgt 22'". die der übrioen 21'". Die Breite an 
der Gelenksfläche a. b. i5'", in der iMitle des Körpers c. d. 10'"; Die Vertiefung beider Ge- 
lenksflächen ist nicht bedeutend; die Queerfortsätze, deren Breite ein weiteres Kennzeichen dieser 
Gattung gewähren würden, sind nicht deutlich genug, und eben so Avenig lassen sich andere Kno- 
chen (wahrscheinlich einige kleine Bruchstücke von Rippen) auf der abgekehrten Fläche des Exem- 
plars deullicli erkennen ; aber immerhin dürften die angegebenen Charactere hinreichen, um das Vor- 
kommen einer Species dieser Gattung in dein Liasschiefer zu erweisen, wobei jedoch in Rücksicht auf 
die Uebereinstimmung dieses Exemplars mit dem Aon Monheim der Art nach dieselbe Bemerkung, 
wie bei den Crocodilen von Boll und Monheim gilt, und es könnte dcfswegen, bis hierüber entschie- 
den ist, die in dem Liasschiefer gefundene Art Geosaurus Bollensis heifsen. 



j) I C H T TI Y O S A Ü II U S. 

Im Herbste 1822 find ich auf dem Königl. Gymnasium zu .Stuttgart die Tab. L Flg. 1. k- O- ^~ 
und Tab. II Fig. 9. 11. 1/1. abgebildete Exemplare, nebst mehreren weniger ausgezeichneten, welche 
schon im Jahr 1749 von einem Med. Lct. Mohr als Thclle eines Fisches, wahrscheinlich aus der 
Classe der Rochen, eingeschickt worden waren. Dem Verzeichnifs der eingeschickten Versleine- 
rungen war keine Beschreibung derselben (wie in der Anzeige meiner 1824 erschienenen Schrift 
de Ichliivosauro in den Göttinger gelehrten Anzeigen 1828 nr. 17. bemerkt ist) beigefügt, wohl 
aber eine Abhandlung, in der manche für die damalige Zelt nicht uninteressante Bemerkungen 
über die Catastrophe, welche den Untergang dieser Thlere bewirkt haben mochte, enthalten sind. 
Ebenso Avurden die Thcile dieses Thiers von Prof Slorr, und Gb.A.Ärzt Hartmann als Theile eines 
Fisches angenommen, da sie fast blofs die Wirbel vor sich hatten, welche Fischwirbeln allerdings sehr 
ähnlich sind. Da an dem Abdruck Flg. 4. die Wirbel und Rippen und der vordere und hintere Fufs 



1) Hr. Prof. Ritgeii, der sich um die Bestimmung der Form des Beckeui mehrerer urweltlicher Thiere verdient gemacht hat (Act» 
Acad. Cusar. Leop. Cur. Nat Cur. Vol. XIII. p. i,), schl.ngt dafür den Namen Halilimnosaurus crocodiloides vor. 



— 8 — 

deullicli unterscliicden werden konnten , so konnte ich nicht zweifeln, dafs dieses fossile Thier 
zu der Abihcilung der Wlrbclthiere, und zwar zu einer Galtung der Reptilien gehöre, die sich durch 
die Vertiefung der Körper der Wirbel an beiden Endflächen den Fischen nähere, und zunächst also 
wohl den Siellionen und den proteusartigen Reptilien vergleichbar seyn möchte. Indefs fand ich in der 
Sammlung des Köiiigl. Naturallen-Cabinets mehrere Exemplare, wie Flg. lo. und die zu dem Exem- 
plar Fig. 11. des Gymnasium fehlende Reihe von Schwanzwirbeln g. z., ferner in dem Königl. Nat. 
Cab. und in der Sammlung des Hrn. Prof Slorr, ein Paar dünne Platten Fig. 16. u. 21., In welchen 
die Spuren des Vorder- und Hinterfufses erkannt wurden, welche sofort mittelst des Grabstichels von 
Hrn Unteraufseher Bopp mehr enlblösl wurden, so dass die einzelnen Knochen deutlicher wurden. 
Glücklicherweise war indefs auch die Sammlung des Landw. -Vereins durch die Petrefacten-Samm- 
lung dos Hrn. Ob.A Arztes Dr. Hartmann in Göppingen vermehrt worden, aus der ich mehrere noch 
fehlende einzelne Knochen wie Fig. 12. 16. 17. 20. u. s.w. zur Verglelchung erhielt, und endlieh 
wurden aus einer unförmlichen Masse die Theile des Kopfs Fig. 1. und auf der Tafel Flg. k- der Um- 
rifs des Kopfs herausgearbeitet, von welchem auf der Fig. 9. Tab. II. nur undeutliche Ueberreste vor- 
handen waren. Nach diesen Hülfsmliieln entwarf ich die Beschreibung des Thiers, dem diese Ueber- 
reste angehört hatten. Es mufste mir als eine neue Gattung erscheinen, auf welche ich von den von 
Cuvier in der ersten Ausg. seines Werks über fossile Knochen nur die Wirbel beziehen konnte, welche Knorr 
schon im II. Bde. ateAbih. p. i45. und Cuvier IV. Bd. der ersten Ausg. seines Werks p 20. beschrieben 
hatte, so wie einige Tlschwlrbel (Ichthyospondyll) die In der Gegend von Weimar gefunden und von 
Walch (Tom. III Suppl. Tab. VIII. E.) abgebildet worden waren ; ferner einen solchen angeblichen 
Fischwirbel von der Insel Sheppey, dessen Abbildung zuerst Andreae (Briefe aus der Schweiz 1765 
Tab. 14. Flg c. pag. 2 63.) und Lconhard (Propaedendik der Mineralogie Tab. VI. Flg. 28.) in verklei- 
nertem Maafsslabe mligelheilt hatten. Erst durch die im 4ten Hefte des Jahrg. 1823 der Isis von Ocken 
enthaltene Auszüge aus der Abhandlung von de la Beche und Conybeare wurde ich auf die früher 
in den philosophischen Transacllonen von Ev. Home bekannt gemachte Beschreibungen einzelner Theile 
dieses Thiers aufmerksam gemacht, das von Hrn. König zuerst Ichthyosaurus, und später von Ev. Home 
(wegen seiner Aehnllchkeit mit dem Proteus) Proteosaurus genannt wurde. Da indefs auch die neue 
Ausgabe von Cuvlers Ossemcns foss. erschienen ist, in welcher die in dem Liasschiefer in England 
häufiger vorkommende und auch von Prevosl in Frankreich In derselben Schichte aufgefundene Ue- 
berreste der Gattungen Ichthyosaurus und Plesiosaurus beschrieben und die Characktere der einzelnen 
Arien dieser Gattungen vorzüglich nach den weiteren Untersuchungen von CoiiYbeare aufgestellt sind, 
so müfste ich Anstand nehmen, hier bei Beschreibung der in Würtemberg gefundenen Ueberreste von 
Ichthyosaurus auf die zuerst an Ostern 1824 von mir in lateinischer Sprache herausgegebene Beschrei- 
bung derselben zurückzukommen, wenn dlefs nicht die Erläuterung der Tafeln nöthlg machte, die 
vielleicht insofern auch jezt noch ein allgemeineres Interesse haben dürften, als durch sie zuerst das 
Vorkommen der Ichthyosauren in Deutschland nachgewiesen, und somit ein weiterer Beweis fiü- die 
Ueberelnstlmmung des Liasschiefers in England, Frankreich und Deutschland geftihrt wurde, und als 



- — 9 — 

sie vielleicht zu näherer Bestimmung der Arten von Ichthyosaurus dienen können, Vielehe in Deutsch- 
land vorkommen. 

Für die Bestimmung der Theile des Rumpfes und der Füfse diente hauptsächlich die Platte 
Tab. I. Fig. 4., auf v?elcher diese Theile an ihrer Stelle geblieben waren. 

i) Für die Bestimmung der Form des Kopfes der auf der Platte Fig. 4. Tab. I. befindliche 
Abdruck des Kopfes eines kleineren Thleres, der durch Umgraben mittelst des Melsels deutlicher 
■wurde. Auf der Platte Flg. 9. fand sich gleichfalls der Abdruck eines Kopfs, dessen Gröfse ungeföhr 
die Mitte hielt zv^lschen der des Kopfes der Fig. 4. Tab. I. und dem Kopfe eines gröfseren Thicrs. 
Flg. 1 . 2 . 3. Tab. I. Wenn gleich der letztere Kopf sehr zusammengedrückt Ist, so erkennt man doch deut- 
lich das Stirnbein H, die grofsen Augenhöhlen oo-, das Wangenbein c, die Nasenknochen kk, die vfeiter 
vorwärts gegen die Splze der Schnauze gehen, als bei dem Crocodil, die Kieferknochen b., zwischen bei- 
den befinden sich die Zwischenkieferknochen, die aber in diesem Kopfe nicht ganz entblöst sind. An 
der Queerbruchflächc sieht man nur die Nasenknochen kk., die von einander durch die Gebirgsmasse 
getrennt sind, und die Kieferknochen b., die auf der Seite zwei liefe Furchen zeigen. Zugleich ist die 
Nasenscheidewand ziemlich deutlich. 

Der Raum zwischen dem Ober- und Unterkiefer war durch den bituminösen Kalk ausgefüllt, in 
welchem man zugleich die Spuren von ein Paar Zähnen entdeckte, die aber etwas von ihrer Stelle 
gerückt waren. Die Deckknochen (ossa opercularia) & & des Unterkiefers uu. Fig. 2. u. 3. reichen 
gleichfalls weiter gegen die Spitze des Kiefers, als bei dem Crocodil, indem sie allmähllg dünner wer- 
den, und sie sind auf dem Queerbruche Flg. 3. von dem übrigen Kiefer durch die zwischengelagerte 
Substanz des Steins, auf der äufsern Seite aber durch eine tiefere Furche geschieden, die nach hin- 
ten zu sich verlor. 

Beide Aeste des Unterkiefers waren zwar durch eine Längenfui-che getheilt, allein aus der An- 
sicht des Queerbruchs ergibt sich nicht bestimmt, dafs sie aus verschiedenen Knochen bestehen. Die 
Länge des rechten Astes des Unterkiefers betrug höclislens 12" Par M. und es läfst sich demnach die 
Länge des ganzen Kopfs Fig. 1. u. 2. auf ungefähr 18 bis 19" schätzen, wenn man die Verhältnisse der 
kleineren Köpfe Fig 4 u. 9. zum Maafsstab nimmt. Zugleich waren an der Stelle der Augen des 
Kopfes Fig. 1. u. 2. deutliche Abdrücke der knöchernen Schuppen zu erkennen, welche bei den Ich- 
thyosauren, wie bei den Eulen die vordere Wand des Augapfels gebildet haben ')■ 

2) Zähne. Auf der in der Abbildung nicht sichtbaren Seite des Kopfs Fig. 1. war ein Zahn 
entblöst, den ich, um die Verglcichung zu erleichtern, Fig. 9. D. abbilden llefs. Er befand sich unter 
der Augenhöhle, und war ohne Zweifel in dem Oberkiefer gestanden. Er war breiter, als pin anderer 



1) Ich war früher versucht, die zwei runden gebogenen Knochen nn. Fig. 2. mit den ersten Kieracnbögen des Proleus anguinus zu 
Tergkichen, welche zwischen beiden Aeslen des Unterkiefers verborgen sind, allein für die Annahme von Kiemen liefern die viele 
in England gefundene Kxemplare keine Belege und jene Knochen dürften daher wohl Bruchstücke des der Gabel der Vogel ent- 
sprechenden Brustknochens oder wahrscheinlicher Theile von Kopfknochen (ossa pherygoidea) seyn. 

Jäger über RcpUlien, 



lO 



der an dem hinteren (in der Figur nur durch eine Linie angedeuteten) Queerbruche zum Vorschein 
kam. Die Zähne d., die in der Nähe beider Kiefer des Kopfs Fig. g. zerstreut lagen, und die gleich- 
falls in natürlicher Gröfse abgebildet sind, waren schmäler und spitziger. 

Die Zähne scheinen dicht 3 ihre Oberfläche ist zwar braun, aber im Innern sind sie mit einer 
weifsen Substanz ausgefüllt, wie diefs an den der Länge nach zerbrochenen Zahnen deutlich ist. 

3) Die Körper der Wirbel sind alle an beiden Endflächen verlieft. Meist war die Vertiefung je 
zwei sich berührender Wirbel mit der Masse des Steins ausgefüllt. Diese blieb gewöhnlich bei der Tren- 
nung der Wiibel an dem einen oder andern zurück, und das eine oder andere Ende desselben erhielt 
dadurch die Form eines spitzigen Conus. 

Dafs aber beide Endflächen vertieft gewesen seyen, erhellt daraus, dafs diese kegelförmige Erhö- 
hung bald an dem vordem, bald an dem hintern Ende des Wirbels sich befand, dafs die Höhlung 
zwischen zwei sich berührenden Wirbeln bei ein Paar Exemplaren zum Theil mit Kalkspath ausge- 
füllt war, ferner aus der blofsen Ansicht des Queerbruchs zweier mit einander durch Kalkmasse ver- 
bundener Wirbel Fig. 8. und ohnehin setzten diefs die vielen abgesonderten Wirbel wie Fig. 7.U. aufser 
Zweifel. Auf der untern Fläche des Kopfes Fig. 2. finden sich, wie es scheint, die Körper von vier 
Wirbeln, die aber bei dem Absprengen der sehr festen Gebirgsmasse zu sehr beschädigt wurden, als 
dafs ich ihre Form und Lage genau bestimmen könnte. Den vorderen könnte man vielleicht für den 
ersten Halswirbel ansehen, da er durch seine etwas eckigtere Form von der der übrigen Wirbel abwich; 
allein ich gestehe, dafs ich an ihm keine bestimmte Unterscheidungsmerkmale erkennen konnte, und 
die Form der Halswirbel überhaupt nicht gehörig bestimmen kann, auch ist wohl wie bei den Fi- 
schen ihre Form nicht merklich verschieden von der der übrigen Wirbel. Ihre Zahl überstieg aber 
ohne Zweifel kaum eins oder zwei. Denn die Reihe der Rippen beginnt in der Fig. 9. zunächst am 
Kopfe, und darnach liefse sich die Zahl der Rückenwirbel auf 21 bis 2 3 schätzen. Der Umrifs der 
Körper der Wirbel war durch drei Bogen begränzt, eineii unteren und zwei seitliche. Letztere wa- 
ren oben durch eine leicht vertiefte Fläche von einander getrennt, in welcher das Rückenmark zu 
liegen kam, und die auf jeder Seite durch eine Erhöhung begränzt war. Die Wirbelbogcn waren an 
keinem der vorhandenen Exemplare vorhanden. Die vorderen und hinteren Gelenksfortsätze der Wir- 
bel konnte ich nicht entdecken; aber auf jeder Seitenfläche befanden sich zwei niedere beinahe ebene 
oder nur leicht vertiefte Erhöhungen, die zur Aufnahme der Köpfe der Rippen dienten. 

Diese seitliche Erhöhungen waren an den hintern Wirbeln wie Fig. 6, u, 7. nicht doppelt vor- 
handen, sondern es befand sich nur eine an dem Winkel, welchen der untere und der seitliche Bo- 
gen des Wirbels mit einander bildeten, und sie scheinen daher zur Aufnahme des unteren spitzigen 
Fortsatzes (os en chevron) wie bei den Fischen und dem Delphin gedient zu haben. Die Schwanz- 
wirbel hatten mehr die einfache Form einer Scheibe oder eines Steins des Damenbretts, die gegen 
die Spitze des Schwanzes zu nicht mehr genau bestimmt werden konnte. Die Zahl der Wirbel über- 



II 



haupi betrug eher mehr als hundert, von denen ungefähr vierzig auf den Stamm des Körpers, sechzig 
auf den Schvranz gerechnet VFerden können. 

4) Die Zahl der Rippen betrug ungefähr 21 bis 23. Sie waren wenigstens zum Theil mit zwei 
Köpfen mit den Wirbehi verbunden. Eine der Länge nach gehende Furche wurde gegen das vordere 
Ende der Rippen tiefer, so dafs diese hier gleichsam aus zwei der Länge nach verbundenen Rippen 
zu bestehen schienen, wie diefs die Ansicht der queeren Bruchfläche bei C- Fig. 14. deutlich zeigt. 
Gegen die Spitze schienen sie dünner und sich frei zu endigen. In der Fig. 10. neigen sich die Spi- 
tzen der Rippen gegeneinander und liegen gleichsam biischehvelse nebeneinander, aber auf den gröfse- 
ren Exemplaren Fig. 4 u. 9. setzen sie sich gerade neben einander fort, und ich konnte hier keine 
Spur eines Brustbeins entdecken, an welches sie sich festgesetzt hätten. 

Die rundlichte knöcherne Fäden, die in der Fig. 4- 5. u. 9. erscheinen, liegen auch in andern 
Exemplaren auf mannigfaltige Weise übereinander, wie z B. auf der abgekehrten Seite der Fig. 16, 
und zwar stellen sie hier Röhren dar von der Farbe und Substanz der übrigen knöchernen Theile, 
aber im Innern enthalten sie einen zusammenhängenden Cylinder von weifser kalkartiger Masse, so 
dafs man beinahe glauben mufs, sie seyen zum Theil hohl gewesen, wenn sie gleich sonst den Rip- 
pen ähnlicher sind, als die Fäden auf der vierten und neunten Figur. 

Aehnliche Fäden sind in der Abbildung eines von Linck beschriebenen fossilen Crocodils in den 
Actis erudit. vom Jahr 1718 bemerkt, sie sind aber bei diesem noch mit den Wirbeln in Verbindung, 
und stellen zum Theil Queerfortsätze dar, die bei dem Ichthyosaurus, wie es scheint, fehlen. Viel- 
leicht verbanden (wie man wenigstens nach der vierzehnten Tafel der Philos. Trans, vom Jahr 1819 
vermulhen sollte) diese Fäden die Rippen beider Seiten statt eines Brustbeins, oder sie stellten gleich- 
sam die sehnigle Queersireifen der Bauchmuskeln (inscriptiones tendlneas) vor, welche, wie bei dem 
Chamäleon, zu Knorpeln oder Knochen geworden waren, oder die sich bei dem Crocodil zu einem 
Bauchbrustbein gleichsam entwickeln. 

5) Der Vorderfufs. Zwar findet sich auch in der ersten Figur der zweiten Tafel der Philos. 
Transact. 1818 kein Brustbein, an welchem sich die Rippen festsetzten, wenn gleich die bezeichnete 
Theile viele Uebereinslinnnung mit denen des Schnabelthiers zeigen, bei welchem sich aber ein eige- 
gens Brustbein findet, das die Rippen aufnimmt, und das zugleich mit den Knochen, welche zur An- 
heftung des Vorderfufses dienen, in Verbindung ist. 

Es fiel mir defshalb auf, dafs Ev. Home (Phil. Trans. 1819 pag. 21/1.) angibt, der Proteosaurus 
unterscheide sich von dem Proteus durch das Vorhandenseyn eines gehörig geformten Brustbeins, an 
welches sich lange Rippen festsetzten, ohne dafs er jedoch weder in der Zeichnung noch im Texte 
angibt, auf welche Art sich die Rippen mit dem Brustbeine verbinden. Von jenen Knochen, welche 



*) Conybeare schätzt ihre Zahl auf 80 bis 90, Cuvier besitzt ein Exemplar, das nicht v»eniger als gS gehabt haben konnte, und in 
dem schönen Scclet von Et, Home lassen sich wenigstens 72 unterscheiden. 

2 * 



12 — 



in der angezeigten Fig. i. der zweiten Tafel der Phil. Trans, vom Jahr 1818 abgebildet sind, habe 
ich nur den Knochen a. , und den Gelenkstheil des Knochen d. in Verbindung in dem Exemplar 
Fig. i5., ferner den Oberarmknochen Fig. 17. i8. 19. der wahrscheinlich zu den Knochen Fig. i5. 
gehört, aber auf der Abbildung Fig. k- finden sich bei e. und d. einige Bruchstücke von Knochen, die 
man für Bruchstücke der Knochen d. und e. der Abbildung in den Phil. Trans, halten mufs, indem 
nämlich die Knochenplatte d. dem unteren (nicht dem oberen wie in der lateinischen Schrift steht) 
Ende des rechten Knochens d. in der Abbildung der Phil. Trans, entspricht. In Absicht auf Gröfse 
kommen die Knochen der Fig. i5. ziemlich mit denen auf der vierten Tafel der Phil. Trans. 1818 
überein. Der Oberarmknochen aber ist gleichfalls in Form und Gröfse beinahe ganz dem in den 
Phil. Trans. 1818 Tab. II, abgebildeten ähnlich j gegen sein oberes Ende (Kopf) ist er sehr verdickt; 
sein unteres Ende ist zusammengedrüclst und endigt sich in eine doppelte Gelenksfläche, die zur Auf- 
nahme der beiden Vorderarmknochen dient. Allerdings kann man auf den ersten Anblick kaum geneigt 
seyn, die beiden fünfeckigen Knochen Fig. 16. i. 1. für der Ellenbogenknochen und die Speiche zu 
halten, wenn man die Vorderarmknoclien anderer Reptilien z. B. des Salamanders, oder des Proteus, 
oder des Stincus oiEclnalis, die sonst mit dem Ichthyosaurus mehr oder weniger Aehnlichkelt zeigen, 
mit ihnen vergleicht, und eben so wenig lassen sie sich den Knochen, aus denen die Flosse des Squa- 
lus acanthlas besteht (Phil. Trans. i8i6 Tab. XV.), gleichstellen. Vielmehr nähert sich der Oberarm- 
knochen des Ichthyosaurus am meisten dem Oberarmknochen des Delphins, und so auch die Kno- 
chen 1. 1. gerade durch ihre zusammengedrückte Form dem Ellenbogenknochen und der Speiche des 
Delphins. Sie sind zwar bei diesem langer, doch berühren sie sich schon in dem Scelete eines Jün- 
gern Exemplars von Delphlnus phocaena ihrer ganzen Länge nach, und nehmen mit ihrem Ende 
gleichfalls einen sechseckigen Knochen zwischen sich auf Die von Conybeare 1. c. pag. 20. ange- 
führte elgenthümliche Beschaffenheit des Vorderfufses des Ichthyosaurus, dafs bei ihm die Oberarmknochen 
und die Vorderarmknocheu in Einen Knochen vereinigt seyen, wird somit dadurch berichtigt, wie 
denn Hr. Conybeare selbst auch die Aehnlichkelt in der Anlage dieser Knochen bei dem Ichthyosau- 
rus und dem Delphin bemerkt. Der mittlere sechseckige Knochen Fig. 16. n. ist auf der einen län- 
geren Seite mit dem EUenbogenknochen i., auf der kürzeren mit der Speiche 1. auf beiden Seilen 
aber mit den zwei fünfeckigten Knochen m. o. verbunden, welche zusammt jenen zwischenliegenden 
sechseckigten Knochen die erste Reihe der Handwurzelknochen ausmachen. 

Von der zweiten Reihe der Handwurzelknochen sind nur drei vorhanden p. q. r., von welchen 
der erste scheibenförmige und die zwei andere vollkommen sechseckigte mit den Knochen der ersten 
Reihe verbunden sind. Der äufserstc Knochen der ersten Reihe hat aber noch eine oder zwei Ge- 
lenkflächen, mit welchen andere Knochen der zweiten Reihe, die in dem vorliegenden Exemplar feh- 
len, verbunden gewesen seyn mufsten, so dafs also die zweite Reihe aus vier oder fünf Knochen be- 
stand. Es ist nicht wahrscheinlich, dafs der Vorderfufs aus mehr als fünf Fingern gebildet gewesen 
sey, die aber Handwurzelknochen ähnlicher als Fingergliedern waren, und wirklich sieht man auf der 
neunten Figur den Eindruck von fünf Fingern. Die Spur eines sechsten Fingers ist auf keinem der 



— i3 — 

hiesigen Exemplare deutlich. Auf der Tab. XVI. der Phil. Trans. 1816 sind jedoch sechs Finger an- 
gezeigt, die aus neun bis zehn Gliedern oder ebenen scheibenförmigen mehr oder weniger eckigen 
Knöchelchen zusammengesetzt waren, deren Anzahl wahrscheinlich auch in dem Exemplar Fig. 9, 
nicht geringer war. Bei dieser muthmafslichen Uebereinstimmung der Zahl der Knochen der Hand- 
wurzel und der Fingerglieder in dem Exemplar Fig. 9. und Tab. XVI. der Phil. Trans, würde man 
wohl annehmen können, dafs beide demselben Thiere angehört haben, allein die Form der Knochen 
des Vorderarms und besonders der Handwurzel, und ihre Verbindung die bei dem hiesigen Exemplare 
keine Veränderung erlitten hatte, ist zu sehr verschieden, so dafs man beinahe annehmen mufs, sie 
seyen in dem Phil. Trans, abgebildeten Exemplar von der Stelle gerückt worden, da man einen Irr- 
thum von Selten des Zeichners nicht wohl annehmen kann. Dagegen scheint bei den ungeflihr zwei- 
hundert Knöchelchen des In der Tab. XV. der Phil. Trans. 1820 abgebildeten Vorderfufses die natür- 
liche Lage mehr erhalten, und die Art ihrer Verbindung mit dem Oberarmknochen kommt ganz mit 
der bei den hiesigen Exemplaren beobachteten überein, so dafs man bei letzteren dieselbe Beschaffen- 
heit des Fufses annehmen mufs, wenn auch die Zahl der Knöchelchen desselben geringer gewesen 
seyn sollte. 

6) Hinterfufs. Von dem Becken konnte ich keine deutliche Spur auffinden* Ev. Home be- 
merkt jedoch (Phil. Trans. 1820. pag. i63.), dafs das Becken des Proteosaurus dem des Crocodils so 
ähnlich sey, dafs er es für überflüssig hielt, es genauer zu beschreiben, oder eine Zeichnung davon 
zu geben. Der Proteus (anguinus) hat ein deutliches Becken, und es ist schon defswegen unwahrschein- 
lich, dafs es dem Ichthyosaurus gefehlt habe, da er ziemlich vollkommene Hinlerfüfse hatte, wenn 
gleich auffallend Isl, dafs die Beckenknochen nicht nur in allen hiesigen, sondern auch in den mei- 
sten der In Englazid gefundenen Exemplare fehlen. ') 

In der Flg. 21. bemerkt man drei verschiedene Zehen, so wie in der Fig. 10. In der Fig. It- 
könnte man die mit nr. 4- bezeichnete Knöchelchen für Spuren eines vierten Fingers ansehen, und 
man mufs auf jeden Fall annehmen, dafs die Zahl der Zehen des Hinlerfufses nicht unter drei gewe- 
sen sey. Die Zahl der Zehenglieder war bei der ersten Zehe wenigstens = 6, und bei der dritten 
= 4 , wenn man nämlich die zwei oberen Reihen von Knöchelchen als Knochen der Fufswurzel und 
des INIittelfufses ansieht. Die zwei fünfeckigte Knochen der ersten Reihe waren dann das Schienbein 
und AVadenbeln, sie entsprechen in Absicht auf ihre Conformation vollkommen dem Ellenbogenkno- 
chen und der Speiche des Vorderarms, und der Schenkelknochen t. verbindet sich nicht nur auf die- 
selbe Art mit jenen Knochen, wie der Oberarm- mit den Vorderarmknochen, sondern er ist demsel- 
ben auch in der Form ähnlich (dafs i'. den Schenkelknochen des andern Fufses bezeichne, ist kaum 
nöthig zu bemerken); allein es sind noch zwei Knochen vorhanden, die zu den beiden Füfscn gehö- 
ren müfsen. Ihre Form kommt ziemlich mit der der Knochen f. der Fig. 4. und 10. überein, und es 



1) Ein Theil demselben ist jedoch yon Cuvier Tab. XXVIII. Fig. i5. dargestellt. 



— 14 — 

ist mir daher nicht unwahrscheinhch, dafs sie 7Air Verbindung des Fufses mit dem übrigen Körper 
gedient haben, wenn ich gleich die Art der Verbindung selbst nicht angeben kann. In Fig. 4. sieht 
man bei p. einen scheibenförmigen Knochen, der den Wirbeln vollkommen gleich jedoch kleiner ist, 
und senkrecht auf ihnen rulil, vvie in der Tab. XV. der Phil. Trans. 1819, so dafs man also wohl 
annehmen könnte, dafs der mit ihm zunächst verbundene Knochen, wie in der angezeigten Figur der 
Phil. Trans, der Schenkelknochen sey, der Knochen l. aber das zu einem Knochen verbundene Schien- 
und Wadenbein. Die Knochen, die ich nach Analogie des Vorderfufses für das Schien- vmd Waden- 
bein genommen Jiabe, würden dann als Fufswurzelknochen anzusehen se\ii, und die Zahl der Glieder 
würde somit um eins vermehrt. Das Verhältnifs der Knochen des Vorder- und Hinlerfufses würde 
überhaupt dem bei den Fröschen gleich seyn , deren Fersen und Sprungbein man auf den ersten 
Blick viel eher für das Schien- und Wadenbein ansehen würde. Es ist jedoch diese Ansicht auch nach 
Cuviers Beschreibung nicht anzunehmen, vielmehr die Uebereinstimmung der Bildung des Hinlerfufses 
mit der des Vorderfufses, welcher zu Folge der Knochen t. als Schenkelknochen anzusehen ist ')■ 

7) Bedeckung des Körpers. Es ist nicht wahrscheinlich, dafs der Körper der Ichthyosau- 
i-en mit hornenen oder knöchernen Schildern bedeckt gewesen sey, da sich weder auf den in Wür- 
temberg noch auf den in England gefundenen Exemplaren Spuren derselben finden, während sich an den 
Schuppen der in diesem Schiefer vorkommenden Fische zum Theil noch die Silberfarbe und der me- 
tallische Glanz erhalten hat, wie bei dem von Leach sog. Dapedium politum aus dem Lias in England, von 
welchem de laBcche auf der Tab. VI. des ersten Bandes der zweiten Reihe derTransact. ofthegeolog Society 
eine Abbildung gegeben hat, und mit welchem eine der in dem Liasschiefer bei Boll vorkommenden Arten 
von Fischen wenigstens nahe verwandt ist. Dagegen finden sich auf mehreren Platten, welche die 
Ueberreste von Crocodilen enthalten, wie z. B. auf der von Monheim, auch noch ziemlich deutliche 
Schiltei-, die eine weitere Achnlichkeit dieses untergegangenen Crocodils mit den noch lebenden an- 
zeigen. Sollte nicht der Mangel derselben, der bei den Ichthyosauren sehr wahrscheinlich ist, auch 
auf eine weitere Aehnlichkeil derselben mit den in Kärnlhen und in Ajnerika lebenden Proteusarten 
hinweisen ? 

Dieser Beschreibung, welche ich nach den bis dahin mir bekannten Exemplaren entworfen hatte, 
füge ich jetzt die Beschreibung einiger später erhaltenen Exemplare und die kurze Angabe einiger 
Unterscheidungsmerkmale der verschiedenen Arten von Ichthyosauren hinzu, wobei ich die Beschrei- 
bung Cuviers im fünften Bande der zweiten Ausgabe des Werks über die fossile Knochen, so wie Ev. 
Home in den philosoph. Transactlonen, und de la Beche und Conybeares in dem fünften Bde. der er- 
sten und dem ersten Bde. der zweiten Reihe der Transaclionen der geologischen Socletät zu Grunde 



i) Auf einer bei Ohmdcn ausgegrabeuen Plalle desselben Schiefers kam durch Grabea der Knochen f. Tab. Hl. Fig. 6., und der 
obere Tlieil des Schenkelknochens t. zum Vorschein, die mit den gleichnamigen Knochen der Fig. 21. in der Form übereinkamen 
aber um ein Drittel gröfser waren. Von dem Becken war gleichfalls keine Spur vorhanden, unerachtet eine Reihe von 19 Wir- 
beln übrig war, die alle nur eine einfache ausgehöhlte Erhöhung auf der Seile hatten, und also zu den hinteren Brustwirbeln ge 
hörten, u. ist wahrscheinlich der die tibia vertretende Knochen, v. der processus spinosus eines Wirbels. 



— i5 — 

lege, um darauf eine Vergleichung der in Würtemberg aufgefundenen Knochen mit den in England 
und Frankreich aufgefundenen , und damit die Bestimmung der Arten von Ichthyosauren zu versuchen, 
deren Ueberresle bis jetzt in Würtemberg gefunden worden sind. 

Bis jetzt sind in der Liasformation in England vier vei'schiedene Arten von Ichthyosauren aufge- 
funden worden, nämlich i) Ichthyos. communis; 2) Ichthyos. platyodon. ; 3) Ichthyos. tonulrostris , 
•wozu 4) der Ichthyos. inlermedius, und vielleicht eine fünfte Art kommt, deren Zähne aber bis jetzt 
noch nicht aufgefunden worden sind. Conybeare bemerkt nämlich in derTransact. of the geological Society 
ade Series. Vol. I. p. 108., dafs die Ueberreste von Ichthyosaurus, dessen Ueberresle in dem Leimen 
von Kimmeridge (Kimmeridge Clay) gefunden worden seyen, einer andern Art angehört zu haben 
scheinen, deren Unterscheidungsmerkmale sich aber bis jetzt blos auf die Verschiedenheit der Halswirbel 
gründe. Cuvior hat dieser Art pag. 468. erwähnt und Tab. XXIX. VIII. Fig. 11 u. 12. zwei Wirbel 
abbilden lassen. 

Endlich hat Cuvier selbst Tab. XXIX. Fig. 10. u. n. Bruchstücke eines Schädels abbilden las- 
sen, welche das Vorkommen einer weitern Art von Ichthyosaurus Avahrscheinllch machen. 

Das Hauptmerkmal, durch welches die Galtung des Ichthyosaurus sich von den verwandten Galtungen 
unterscheidet, ist, dafs die Zähne nur in einer tiefen Rinne des Zahnknochens und nicht in tiefen und 
geschlossenen Zahnhöhlen stecken, wie bei den Crocodllen. Dagegen nähern sie sich diesen durch die 
Art der Entwicklung der Zähne an der Stelle der alten. Allein die Zähne der Crocodile sind Immer 
hohl, und der neue Zahn dringt also geradezu in die Höhle des alten ein, Avährend die Zähne der 
Ichthyosauren an der Wuizel verknöchert sind, und der neue Zahn daher bei diesen nur In die 
Höhle des alten Zahns in dem Vcrhältnifs eindringen kann, in welchem diese durch Knochenfrafs oder 
Aufsaugung zunimmt. Der alle Zahn fällt endlich aus, nachdem seine Wurzel auf diese Weise ver- 
schwunden Ist. Die Krone des Zahns bleibt übrigens noch hohl, lange nachdem seine Wurzel sehon 
verknöchert Ist, und man iindet jene daher häufig mit (Kalk-)Spath ausgefüllt. Die Zahl der Zähne 
ist bedeutend. Conybeare zählt auf jeder Seite beider Kiefer 3o, Ev. Home dagegen in dem Tab. XV. 
der Phil. Trans. 1820 abgebildeten Exemplare 45 Zähne. Die Zähne aller Ichthyosauren sind conisch 
und ihre Krone Ist mit Schmelz bedeckt und der Länge nach gestreift, wie bei den Crocodilen, mehr 
oder weniger spitzig, aufgetrieben oder zusammengedrückt, je nach Verschiedenheit der Arten. Ihre 
Wurzel isl dicker, nicht mit Schmelz bedeckt, aber der Länge nach gestreift wie die Krone. 

1) An den Zähnen des Ichthyos. communis Isl die Krone kegelförmig, mittelmäfsig spitzig, 
leicht gebogen und tief gestreift. 

2) Die Krone der Zähne des Ichthyos. platyodon ist von den Seiten zusanmiengedrückt 
und hat daher vornen und hinten eine scharfe Kante. 

'3) Der Ichthyos. tenuirostris hat dünne Zähne und eine längere und schmälere Schnauze» 
4) Die Zähne des Ichthyos. inlermedius sind spitziger und weniger tief gestreift, als die 
des Ichthyos. communis, aber dicker als die des Ichthyos. tenuirostris. 



— i6 — 

Die beiden letzten Arten nr. 3, u. l^. scheinen die Hälfte der Gröfse, welche der Ichthyos. com- 
munis erreichen kann, nicht zu überschreiten. Die Länge des Ichthyos. communis beträgt nach Cony- 
beare 2)ag. 108. bei den verschiedenen Exemplaren 5 bis i5 Fufs. Die Exemplare von Ichthyos. pla- 
lyodon sind in der Regel von bedeutender Gröfse, und die riesenmäfsigste Ueberreste, die bis jetzt 
entdeckt wurden, gehören dieser Species zu. Damit steht die Angabe Cuviers pag. 455 u. 456. im 
Widerspruche, indem er gerade die von Conybeare angeführte Bestimmung der Gröfse des Ichthyos. 
platyodon auf den Ichthyos. communis, und die des letztern auf den Ichthyos. platyodon überträgt. 
Es scheint diefs jedoch blofs aus Versehen geschehen zu seyn, da die in dem Resumc gene'ral p. 473. 
angefülirte Beispiele wirklich die von Conybeare bemerkte Gröfsenverhältnisse zu bestätigen scheinen, 
wornach also der Ichthyos. platyodon den Ichthyos. communis und noch mehr die andern Arten an 
Gröfse überträfe. 

Nach diesen Gröfsen v erh ältnissen schon wird es sehr wahrscheinlich, dafs eine Reihe von 
xehn grofsen Wirbeln, welche Hr. Dr. Harlmann bei Ohmden fand, dem Ichthyos. platyodon zuge- 
hört haben. Sie waren in einer sehr festen Schichte des dortigen Schieferbruchs eingeschlossen, die 
weniger deutlichen schiefrigen Bruch zeigt, und so hart ist, dafs die Stücke, welche die Wirbel ent- 
hielten, zu Chausse'esteinen zerschlagen worden waren. Diese Wirbel halten eine Breite von 5" 8'", 
und eine Länge von 2'//'. Die Wirbel, welcher Cuvier pag. 468. erwähnt, hatten S'/z" im Durch- 
messer, und Cuvier berechnet die Gröfse des Ichthyosaurus, dem sie zugehört haben mochten, auf 26', 
welche nach den bisherigen Erfahrungen blos den Ichthyos. platyodon zukommt. Alle früher beschriebene 
und auf der Taf I. II. III. abgebildete Knochen, würden in Absicht auf Gröfse die des Ichthyos. communis 
nicht übertreffen, die Rippe Fig. 14. Tab. II. und die Wirbel Fig. 6. Tab. I. würden aber die bei dem 
Ichthyos. tenuirostris und intermedlus anzunehmende Gröfsenverhältnifse übertreffen, und sie halten 
also wahrscheinlich dem Ichthyos. platyodon oder communis zugehört. Die Wirbelsäule Tab. 1. Fig. 5., 
das Scelet Fig. 4. und der Kopf Fig. 1 u. 2. würden sich dem Ichthyos communis in Absicht auf 
Gröfsenverhältnisse mehr nähern, als den beiden kleineren Arten, denen dagegen der gröfste Theil der 
übrigen Knochen mehr entsprechen würde. Inzwischen gewährt die Gröfse an und für sich bei den 
crocodilartigen Thieren mehr blofs einen negativen Charakter, da auch diejenige, welche eine sehr 
bedeutende Gröfse erreichen, im Verhällnlfs zu dieser bei'm Auskriechen aus dem Ey sehr klein sind, 
und die Gröfsenverhältnisse also überhaupt hei derselben Art einer viel gröfseren Veränderung unter- 
worfen sind. Es mufs daher bei der Bestimmung der verschiedenen Arten voizüglicli die Form der 
einzelnen Theile zugleich berücksichtigt werden. 

Von den am meisten bezeichnenden Zähnen sind jedoch nur ein Paar an dem Kopfe Tab. L Fig. 1. 
und auf den zwei sich entsprechenden Platten, von welchen die eine Tab. II. Fig. 9. abgebildet ist, vorhanden. 
Die Form der Zähne des Kopfes (Tab. I. Fig. 1.), von welchen einer Tab II. Fig. g.D. in natürlicher Gröfse 
abgebildet ist, macht wahrscheinlich, dafs er dem Ichthyos. communis oder inlermedius zugehört 
habe, doch sind die Zähne nicht tief gestreift, so dafs sie eher mit denen des Ichthyos. intermedius 
übereinkommen würden. Die Form des Kopfs scheint mir eher zu dem Ichthyos. communis zu pas- 



sen, wenn damit die Fig. 8. Tab. XVI. der Transact. der geol. Sog. ade Ser. Tom. I. und der Kopf 
Tab. XXIX. Fig. i. verglichen wird, wovon das hiesige Cabinct gleichfalls durch Hrn. Cuvier einen 
Gypsabgufs erhalten hat. Von letzterem scheint der Tab. I. Fig. i. abgebildete Kopf nur durch die 
verhältnifsweise gröfsere Länge der Nasenknochen etwas abzuweichen. Die Form der Zähne der Platte 
Fig. 9. stimmt am meisten mit dem Ichthyos. tenuirostris überein, und es wäre daher noch zu unter- 
suchen, ob auch die übrigen Knochen auf diese drei Arten sich zurückbringen lassen, deien Vorkom- 
men in dem Liasschiefer in Würteniberg aus den angegebenen Merkmalen wahrscheinlich wird. 

An den Theilen des Kopfs Fig. k. Tab. I. und Fig. 9. Tab. II. konnten zwar einzelne Kno- 
chen mit ziemlicher Sicherheit bestinmit werden, jedoch liefsen mehrere, welche für die verschiedene 
Arten von Ichthyosauren bezeichnend sind , sich nicht so deutlich darstellen , dafs sie zu diesem 
Zwecke benüzt werden könnten. In der Form desselben Hegt indefs kein Grund gegen die Annahme, 
dafs der Kopf Tab. II. Fig. 9. dem Ichlhyos. tenuirostris angehört habe, für welche die Beschaffen- 
heit der Zähne spricht. Die einzelne Thelle des Kopfs R. Fig. k- Tab. I. sind zu undeutlich, als 
dafs er mit mehrerer Wahrscheinlichkeit der einen oder anderen Art zugeschrieben Averden konnte. 

Die Gröfse der Wirbel läfst nur mit gröfster Wahrscheinlichkeit auf das Vorkommen des 
Ichthyos. platyodon schliefsen; allein die verschiedene Form derselben, und namentlich das verschie- 
dene Verhältnlfs der Länge der Wirbel zu ihrer Breite führt denn doch auf die Annahme von meh- 
reren Arten von Ichthyosauren in dem Liasschiefer. Namentlich finden sich auf einer Platte von 
etwas weicherem und hellergrauem Schiefer von Olimden mehrere einzelne Stachelfortsätzc von Wir- 
beln , die weder mit den von Cuvier Fig. 9. Tab. -XXVIII. abgebildeten des Ichthyos. communis noch 
mit denen ebend. Fig. 6. und 7. abgebildeten des Ichlhyos. tenuirostris übereinkommen. 

Auf dieser Platte findet sich zugleich eine Reihe von Wirbeln Tab. III. Fig. 6. v. von denen die 
meiste die seitliche vertiefte Erhöhung zur Aufnahme des obern Endes der Rippen zeigen, und deren 
Länge (6'/2 bis 7'") etwas weniger als die Hälfte des Breitedurchmessers ^= i4 bis i5'" beträgt. Die 
Wirbel sind beinahe vollkonmien rund, und gleichen Steinen eines Damenbretls sehr, indem die Ver- 
tiefung der beiden Endflächen ihres Körpers weniger bedeutend und flach gewölbt erscheint. Sie 
kommen zugleich in ihren Verhältnissen am meisten mit denen des Scelets Fig. 4. überein. An letz- 
terem ist der Oberarmknochen am deutlichsten ausgedrückt; die Vergleichung desselben mit dem Gipsab- 
güsse des lehth. communis (Cuvier Tab. XXX. Fig. 5.) macht mir sehr wahrscheinlich, dafs das Scelet Fig. k- 
nicht dieser Art, sondern eher dem Ichthyos. intermedius angehört habe. Noch ein etwas geringeres 
Verhältnlfs der Länge zur Breite ergibt sich bei den Wirbeln Fig. 7., welche in dem festeren Kalk 
über dem Schiefer gefunden wurden, auf welchem der Eisensandstein gelagert ist, durch welchen viel- 
leicht auch die die Wirbel umgebende Masse von eisenschüssigem Mergel etwas ockerfarbig geworden 
ist. Sie nähern sich durch dieses Verhältnifs dem von Cuvier pag. 468. angeführten und Tab. XXVIII. 
Fig. 11. und 12. abgebildeten Wirbeln, welche er von Conybearc aus dem Leimen von Klmeridge er- 
halten hat, und welche vielleicht einer neuen Art von Ichthyosaurus zugehört haben. Noch auffallen- 
der zeigt sich dieses Mifsvcrhältnifs der Länge zur Breite bei einer Reihe von Wirbeln, welche in 

Jii«er über Reptilien. 3 



— i8 — 

dem weichen durch Verwitterung des Liasschiefers 'wahrscheinlich entstandenen grauen Leinienboden auf ei- 
nem östlich von Göppingen gelegenen Hügel gefunden worden sind, und von welchen ich vier Brustwirbel 
Tab. III. Fig. 5. a, b, c, d und drei Schwanzwirbel e, f, g abbilden liels. Bei dem ersteren ist der Durchmes- 
ser von einer Seite zur andern gröfserj bei dem hintern Rückenwirbel c. werden beide Durchmesser 
sich gleich, und bei den Schwanzwirbeln nimmt der Queerdurchmesser bedeutend ab, während die 
Höhe der Wirbel zunimmt. Die Vertiefung der Flächen der Körper der Wirbel ist sehr flach, und 
die Länge der vorderen beträgt nicht den dritten Thell ihres Queerdurchmessers, doch finden sich 
auch einzelne bei denen dieser Unterschied geringer ist, und es ist also wohl zweifelhaft, ob er eine 
specifische Verschiedenheit begründe. Sie dürften zunächst den von Conybeare Tab. XLI. Fig. 12. 
des fünften Bandes der Transact. der geol. Soc. verglichen werden. Dagegen beträgt an einer mit 
einem Theil der Rippen aus festerem Schiefer von BoH erhallenen Wirbelsäule, die Länge einiger 
Wirbel Tab. III. Fig. 4., zu welcher die früher Tab. II. Fig. i3. i5. bis 20. abgebildele Knochen 
ohne Zweifel gehören, etwas mehr als die Hälfte der Breite (772; 1 4), und zwar an Wirbeln, an wel- 
chen die seitlichen Erhöhungen zur Aufnahme der Rippen gleichfalls vorhanden sind. Sie würden 
sich damit den Wirbeln des Ichthyos. tenuirostris mehr nähern, welche Cuvier Tab. XXVIII. Fig. 6. 7. 8. 
abbilden liefs ; inzwischen zeigen die Stachelforlsätze, welche an einer Reihe von gleichfalls vier Wir- 
beln Tab. III. Fig. .l\ , wie in Cuviers Abbildung entblösi sind, einige Verschiedenheit der Form, in- 
dem das Ende des Bogens, das auf dem Körper der Wirbel aufruht, breiter ist, und sich über der 
hintern und vordem Hervorragung in einen breiteren Stachelforlsalz verliert. Ob dieser Umstand 
nur auf die verschiedene Stelle der hier abgebildeten Wirbel in der Reihe der Wirbelsäule dieses Indivi- 
duums oder auf eine specifische Verschiedenheit hindeute, niufs ich vorerst dahin gestellt seyn las- 
sen. In den sonstigen Verhältnissen der Form kommen sie aber gleichfalls vielmehr mit den Wirbeln 
überein, welche sich an dem Gipsabgüsse der Fig. 5. Tab. XXX. von Cuvier, und dem Gipsabgüsse des in 
den Phil. Trans. 1819 abgebildeten Scelets des Ichthyos. tenuirostris finden, welche das Königl. Nat. 
Cabinet der Güte des Hrn. Cuvier verdankt. 

Die Rippen sind allerdings auch in den vor mir liegenden Exemplaren im Verhältnifs der Gröfse des 
Thiers ziemlich dünn, und auch gegen ihr vorderes Ende zum Theil beinahe dreieckigt, aber doch gegen 
Cuviers Angabe in einem grofsen Theil ihrer Länge namentlich gegen die Wirbel zu zusammengedrückt und 
der Länge nach etwas ausgehöhlt Fig. 12., oder auch durch eine tiefe Furche gleichsam in zwei Hälf- 
ten getheilt Fig. i4- Sie gewähren indefs bis jetzt keine bestimmte Merkmale für die Unterscheidung 
der einzelnen Arten. Auch in der Beschreibung der Brust- und Schulterknochen, und des Vorder- 
und Hinterfufses und des Beckens, welche Cuvier, Conybeare und Ev. Home mittheilen, sind die Ver- 
schiedenheiten, welche diese Knochen vielleicht bei den einzelnen Arten zeigen, nicht angegeben. 
Cuvier führt nur pag 456. an, dafs das kleine Scelet Tab. XXVIII. Fig. 1. und das von Ev. Home 
Tab. XV. der Philos. Transactionen vom Jahr 1819 dem Ichthyosaurus tenuirostris der Beschaffen- 
heit der Zähne nach zugehört haben möchten , und es läfst sich daher zunächst auf diese 



— 19 — 

Scelete eine Veigleichung der verschiedenen Arten gründen, deren Ueberreste bei uns gefunden 
worden sind. 

Zu dem Scelete des Ichllayos. tenuirostris, welchem die Wirbel Fig. 4. Tab. III. zugehörten, schei- 
nen auch die Rippen Fig. 12. u. i3., die Bruslknochen Fig. i5. und der Oberarmknochen Fig. 17 — 19., 
so wie der Handwurzelknochen Fig. 20. zugehört zu haben, wie iheils aus ihrem äufseren Ansehen, 
theils insbesondere aus den zustimmenden Gröfsenveihältnissen erhellt , welche ani ehesten durch die 
Vergleichung dieser Knochen mit den Tab. II. der Phil. Transact. 1818 im Zusammenhang dargestellten 
Brustknochen sich berichtigen lassen. Mit diesen Knochen erhielt ich noch ein kleines Bruchstück 
eines mit einer Gelenksfliiche versehenen platten Knochens, der Fig. 2. Tab. IV. in natürlicher Grölse 
abgebildet ist. Die Gelenksfläche ist bogenförmig und der Liinge nach in der Mitte etwas vertieft j 
der Rand ist bei i. bogenförmig ausgeschweift ; auf der vorderen Seite bei m. ist der Knochen ganz 
in späthigen Kalk verwandelt, wie diefs auch bei einem der Oberarmknochen der Fall ist. Auf der 
entgegengesetzten Seite ist des Knochen beinahe eben. Die Ausschweifung i. entspricht zwar nahe zu 
der am unteren R^ande des Knochen a. der zweiten Tafel der Phil. Trans. i8i8 befindlichen, allein 
die Gelenkslläche entspricht diesem nicht, und es ist mir daher wahrscheinlicher, dafs dieser Kno- 
chen zu dem Becken gehöre, das verhaltnifswelse kleiner als die Brustknochen gewesen seyn muls, ent- 
sprechend der geringern Entwicklung des Hinterfufses überhaupt , w eiche auf der Taf- I. Fig. 4. nach- 
gewiesen werden kann. 

Ich glaube demnach, dafs die Tab. II. Fig! 12. i3. i5. 17. 18. 19. 20. und die Tab. IV. Fig. 4. 
abgebildeten Knochen zu einem Scelet und zwar des Ichthyos. tenuirostris gehört haben. Zu dersel- 
ben Art gehören ohne Zweifel die Scelete Tab. II. Fig. 9. und 10. und die Pieihe von Schwanzwir- 
beln Fig. II. Der Kopf des Oberarmknochen des Vorderfufses Tab. II. Fig. i6. ist merklich niederer 
als der des Oberarmknochen Fig. 17. mit dem er sonst in den Umrissen ganz übereinkommt. Er 
scheint etwas zusammengedrückt worden zu seyn, indem er in einer, nur zwei Linien dicken Schiefer- 
platte enthalten ist. Jn einer völlig ähnlichen Platte ist der Hinterfufs Fig. 21^ Tab. II. enthalten. 
An sie schliefst sich eine Platte an, welche eine Reihe von Wirbeln enthält, welche in schiefer Rich- 
tung übereinander gedrückt sind, und so wie jene Fufsknochen auf beiden Flächen der Platte hervorragen. 
Wenn gleich die Platte Fig. 16. in dem Storr'schen, die Platte Fig. 21, sanmii den Wirbeln in dem 
Königl. Nat. Cab. sich befand, so dürfte dadurch die Vermuthung, dafs sie zu einem Scelet gehört haben» 
nichts an Wahrscheinlichkeit verlieren, welche durch die Aehnlichkeit der Schieferschichte, die Giö- 
fsenverhältnisse und die Form der Knochen begründet wird, welche mit den gleichnamigen Knochen 
des Ichthyos. tenuirostris am meisten Aehnlichkeit haben. Auch die Wirbel nähern sich denen der 
übrigen Exemplare des Ichthyos. tenuirostris mehr als einei- der andern Arten. Sie zeigen auch mehr 
Aehnlichkeit mit den Wirbeln Tab. III. Fig. 5. und Tab. I. Fig. 7., von welchen oben (p. 18.) die 
Rede war, indefs weichen sie von ersteren insbesondere durch das geringe Verhältnifs der Länge zu 
der Breite ab, das bei keinem der Wirbel des Scelets des Ichthyos. tenuirostris in den Phil. Transact. 



i8i9 zutrifft, und es bleibt dalier auch durch diese Vergleichung zweifelhaft, ob jene Wirbel nicht einer 
weiteren Art zugehört haben, welche vielleicht mit der aus dem Leimen von Kimeridge übereinstimmte. 

Der Vorderfufs des Scelets Tab. I. Fig. 4- kommt nicht mit dem des Ichthyos. communis über- 
ein; er nähert sich aber dem des Ichthyos. tenuirostris, von welchem jedoch die übrigen Theile des 
Scelets abweichen, und es wird mir daher auch durch diesen negatiTen Grund wahrscheinlich , dals 
dieses Scelet dem Ichthyos. intermedius zugehört habe, so wie die Tab. III. Fig. 5. abgebildete Kno^ 
chen. Demnach läfst sich mit Wahrscheinlichkeit annehmen, dafs in dem Liasschiefer 

i) der Ichthyos, platyodon vorkomme, dem die grofse bei Ohmden gefundene Wirbel zuge- 
hört halten; 

2) der Ichthyos. communis, wenn dazu der Kopf Tab. I. Fig. i. der Wirbel Fig. 6. und die 
Rippe Fig. 14. gehörte, was nocli zweifelhaft ist; 

3) der Ichthyos intermedius, zu welchem das Scelet Tab. I. Fig. 4. vielleicht gehörte, 

4) der Ichthyos. tenuirostris, und zwar scheint diese Art am häufigsten vorzukommen. 

5) Ob die loosen Wirbel Tab. III. Fig. 5. eine fünfte Art wahrscheinlich machen, bleibt weiteren 
Untersuchungen überlassen, bei welchen namentlich auch das Vorkommen der verschiedenen Arien von 
Ichthyosauren in den verschiedenen Schichten dieses Liasschiefers zu berücksichtigen wäre. 

Ich habe schon in der Schrift de Ichthyosauro pag. 7. erwähnt, dafs ich aus dem Liasschiefer 
bei Reutlingen mehrere Wirbel von Ichthyos. erhalten habe, welche ganz von Schwefelkies durch- 
drungen sind, und ebendaher finden sich auf dem Nat. Cab. in Zürich mehrere Wirbel, wie mir Hr. 
Dr. Schinz im Sept. 1824 schrieb, und nach einer späteren Nachricht von demselben, finden sich in 
Solothurn mehrere Wirbel von Ichthyosauren aus der Juraformalion. Hr. Geh. Ralh v. Soemmering 
hatte die Güte mir zwei Stücke eines braunen, wie es schien etwas eisenhaltigen, Muschelmarmors 
(der sehr viele kleine feingesireifte Pectiniten enthielt) von Ahdorf zur Einsicht zu schicken, von wel- 
chen das eine 7, das andere 6 AVirbel des Ichthyosaurus enthielt, welche mit der Masse des Steins 
ganz verschmolzen waren. In jenem waren die Wirbel beim Schleifen des Steins beinahe in der 
Mitte getheilt, ihre Breite betrug 14 bis i5'", ihre Lange am Rande 6'", im Mittelpunkt, wo sich die 
Spitzen der conischen Vertiefungen gegenüberstanden, kaum k'"- Einen grofsen Theil der Wirbelsäule 
eines gröfseren Ichthyosaurus von Alldorf fand Ich in dem Naturalien-Cabinet zu Würzburg. Die 
Länge der Wirbel mochte im Durchschnitt ly»", die Breite s'/j betragen'). Mehrere einzelne gröfsere 
Wirbel befinden sich in dem Naturalien- Cablnet zu München, und nach einer Nachricht in Frorieps 
Notizen XVII. Bd. nr. 18. hat man schöne Knochen von Ichthyosauren (und sogar ein beinahe voll- 
ständiges Scelet) zwischen Coburg und Bamberg in der Nähe von Banz gefunden. Bei der Versamm- 
lung deutscher Naturforscher und Aerzte zu München, hatte Hr. Director v. Voigt die Güte, mir ei- 
nige von ihm bei Amberg aufgefundene Reptilienknochen aus dem dort vorkonnnenden Liasschiefer 
und Gryphitenkalk zu zeigen, welche ich mit seiner Genehmigung der Versammlung bei Gelegenheit 



1) Ebendaher ist der Kopf eines crocodilarligen Thiers, welcher sich in dem Cabinet »u Maanheim befindet, und welcher nach Cuvier 
pag. hi\. mit dem der Laceria von Houfleur übereinkommen soll. 



21 



eines kurzen Vortrags über die in Würlemberg aufgefundene Reptilien vorlegte. Einige der bei Ani- 
berg gefundenen Wirbel gehören der Galtung Iclithyosaurus und -wahrscheinlich dem Ichlhyos. lenul- 
rostris oder Intermedius zu; zwei Brustwirbel sind den entsprechenden aus dem Liasschiefer in Eng- 
land und Würtemberg auch im äufseren Ansehen und der Farbe so ähnlich, dafs auf die Ueberein- 
stimmung des Muttergesteins mit Sicherheit geschlossen werden kann, von welchem überdiefs noch 
kleine Reste an den AVirbeln anhiengen'). In einer tieferen Schichte, welche wahrscheinlich zwischen 
dem Liasshiefer und dem eigentlich sogenannten Gryphitcnkalke liegt, waren nach den beigelegten 
Exemplaren Beckenknochen, eine Rippe, und ohne Zweifel das Ende eines Fufsknochens, von einem 
kleineren Reptil eingeschlossen, das vielleicht zu der Familie der Schildkröten oder zu der der Lacer- 
ten gehört haben könnte, wofür das Vorhandenseyn mehrerer Schuppen auf der Oberfläche des Steins, 
sprechen würde. Aus derselben Schichte wurden zwei zusammengehörige Bruchstücke eines Unterkiefers 
vorgelegt, welcher mit dem des Gavials die gröfste Aehnhchkeil hatte, allein ein beiliegender Zahn, 
welcher durch die bis auf die Hälfte seiner Länge ungefähr reichende Streifen und seine conische 
Form von dem der Crocodile abweicht, milfste Zweifel gegen diese Annahme erregen, welche viel- 
leicht weitere Untersuchungen bald lösen werden, zu welchen mir die Gefälligkeit des Hrn. Director 
V. Voigt Gelegenheit geben wird. 

Aus der lieferen Schichte der Llasformalion in Würlemberg erhielt ich bis jetzt blos zwei Stücke 
mit Ueberresten von Reptilien. Das erste fand ich auf dem kleinen Hügel bei Göppingen, auf wel- 
chen die oben (pag. 18.) angeführte loosc AVirbel von Ichthyosaurus gefunden wurden. Es war ohne allen 
Zweifel durch Zufall dahin gekommen, und gehörte einer Schichte des sehr festen Gryphitenkalks an, 
der zahlreiche kleine Chamiten, wahrscheinlich Chamites laevis enthält. Die Ueberreste von Knochen 
sind aus dem Steine herausgesprengt, aber die frische Abdrücke derselben mit den anhängenden Kno- 
cheniheilen geben ein Reptil zu erkennen. Sic scheinen von Theilen des Kopfs gebildet, und dürf- 
ten einem Thiere von bedeutender Gröfse zugehört haben. 

Den blofsen Abdruck eines nicht näher bestimmbaren Bruchstücks eines Knochen erhielt ich von 
Hrn. Oberfinanzrath Nördlinger auf einem mit Adern von Thoneisenstein durchzogenen und von Ei- 
sen braun gefärbtem sandsteinartigen Kalke, der eine Abänderung des Gryphitenkalks bildet (vergL 
Alberti pag. 121.) jedoch kenne ich den Fundort nicht näher; und es läfst sich daher bis jetzt aus 
diesen Thatsachen verbunden mit den bei Amberg gemachten Beobachtungen blofs schlicfsen, dafs 
Knochen von Reptilien auch in dem unter dem Liasschiefer gelegenen Schichten bisweilen vorkom- 
men, ohne dafs jedoch bis jetzt darüber entschieden werden kann, ob sie diesen Schichten eigenlhüm- 
lich, oder blofs zufällig in sie gekommen seyen, was bei der nahen Berührung dieser Schichten mit 
dem Liasschiefer wohl möglich wäre. 



1) Noch »ugenscheinlicher liefs sich diels an einem aus England erhaltenen Wirbel des Ichlhyos. tenuirostris nachweisen, der schon 
seit vielen Jahren auf dem Königl. Nat. Gab. zu Stuttgart aufbewahrt ist. 

2) Er gleicht auf den ersten Anblick am meisten dem von Hrn. Mantell Tab. XXXIII. Fig. i. seiner Geologie von Sussex abgebilde- 
ten Zahn, welche ich der Güte des Verfassers verdanke. 



2 2 — - 



II) REPTILIEN DES REUPERSANDSTEINS. 



Die ei-sle Spur eines fossilen Knochens eines Wirbelthiers fand, so viel ich welfs, Hr. Oberfinanz- 
rath Nördlinger bei Waidenbuch in dem hier graulich-Tveifsen, grobkörnigen Sandstein, dessen Bin- 
dungsmittel ein billercrdehaltigcr Kalk ist, und den daher Hr. Prof. Schübler (vergl. Alberti p. 277.) 
Dolomitsandslein genannt hat. Wornach das, was pag. 3. der Abh. über die Pflanzenversieinerung^n 
des Bausandsteins von Stuttgart über diesen Sandstein gesagt ist, zu berichtigen ist, dei- mit dem auf 
dem Welzheimer Walde vorkommenden übereinstimmt. Er macht die obei-ste Lage zunächst unter 
der Liasformation aus. Der Knochen (Tab. VI. Fig. 1.) ist ganz mit dem Muttergestein umgeben, und 
daher beim Zerschlagen desselben in der Mitte gelheilt, wobei sich die Aehnlichkeit mit andern \er- 
steinerlcn Amphibienknochen im äufsern Ansehen des Innern des Knochen zu erkennen gibt. Die 
Substanz des Knochens ist an seinem schmäleren Theile a.b. roth gefärbt; die Substanz der oberen 
breiteren Hälfte b. c. des Knochens und die äufsere Oberfläche überhaupt ist graulich oder gelblich- 
weifs. Von dem oberen Ende des Knochens c. ist nur noch die äufsere Schale an dem Stein zurück- 
geblieben, und hat eine rückwärts und seitlich sich ausbreitende Vertiefung in dem Steine zurückge- 
lassen. Die Form dieser sowohl, als die einen stumjifen Winkel bildende Gelenksfläche des unteren 
Endes scheint zu keinem Säugethierc zu passen, und dagegen der Form des Oberarm- oder Schenkel- 
knochens des Plesiosaurus oder auch der Form des Schulterblatts des Plesiosaurus oder Ichthyosaurus 
sich am meisten zu nähern, wie sich aus der Vergleichung dei- Abbildungen dieser Knochen auf der 
Sisten und Szsten Tafel und Fie- i5. der aasten Tafel in Cuviers Werke über die fossile Knochen 
und besonders des Schenkelknochens des Plesiosaurus auf der dritten Tafel in dem Discours sur les re- 
volutions du Globc von Cuvier 1826 ergibt, womit auch der Tab. XXII. Fig. 1. der Transactionen der 
Geolog. Societät abgebildete Schenkelknochen nahe zu übereinstimmte. Es wäre jedoch gar wohl 
möglich, dafs dieser Knochen einer der zwei folgenden neuen Reptiliengattungen zugehörte, die erst 
im Herbst 1826 in derselben (iebirgsart entdeckt wurden, und die ich vorläufig mit dem gemein- 
schaftlichen Namen 

PHYTOSAURUS 

bezeichne. Der Steinbruch, in welchem sich die Ueben-este dieser Reptilien vorflmden, liegt etwa 
zwei Stunden von Tübingen nahe bei Altenburg oder Rübgarten am nördlichen Ufer des Neckars, an 
einem Hügel, auf welchem einst die Burg Wildenau stand. Das Bett des Neckars ist nur ungefähr 
100 Scliritte von diesem Hügel enlferni, dei- etwa 5o' über das Niveau des Neckars, also etwa 1000' 
über die Meeresfläche sich erhebt. Der Sandslein, welcher hier zu Mühlsteinen hauptsächlich gebro- 
chen Avird, ist von mehr oder weniger grobem Korn, und das Bindungsmiltel dei- graulichen auf den» 
frischen Bruch stark fetlglänzenden Quarzkörner scheint kohlensaure Kalk- und Bittererde zu seyn, die jedoch 



— 33 _ 

hier seilen, wie bei bei dem zuvorerwälinten Sandsleine von Waldenbuoh cbryslallinisch, und von dem 
Glänze des Bliterspalhs ungefähr ist, sondern W'ic durch Verwitlcrung mall und von kreideweiser Farbe'). 
Einzelne Siücke enthalten bei übrigens gleicher BeschafTenheit reiclilich dunkel-aschgrauen oder bläu- 
lich-grauen Thon oder Mergel eingemengt, wie diefs noch mehr bei dem am Woldirtsberge bei Löwen- 
slein vorkommenden Sandsleine der Fall ist, dessen icli in der Schrift über die Pflanzenversieinerungen 
des Bausandsteins von Stuttgart pag. 3. erwähnt habe. Diefs bemerkt man auch insbesondere an den 
Stücken, welche die nun zu beschreibende Ucberreslc von Knochen der ersten Art oder Gattung von 
Phytosaurus, welche ich 

OCYLINDRICODON 
nenne, enthielten, und zugleich hatte der Stein in der Nähe derselben gröfstentheils eine ockergelbe 
Farbe, die wie geflossen bis auf i bis x^i" in der Nähe der Knochen die .Masse des Steins durchdrang, die 
an diesen Stellen fester und manchem Basalltuff nicht unähnlich, und hin und wieder mit gröfseren Quarz- 
körnern von 2 bis "b"' Durchmesse!- gemengt war. In der Nähe der Knocheutheile zog sich eine, wie 
es schien, ziemlich reiche Ader von Schwefelkupfer' und vielleicht auch von Schwefeleisen durch die Masse 
des Steins. Ersteres fand sich auch auf der Bruchfläche eines Zahns und einer Zahnhöhle, und es hatte 
sich an vielen Stellen zu einem Anflug von smaragdgrünem kohlensaurem (oder vielleicht zum Theil 
phosphorsaurem Kupfer als Pseudomalachit) Kupfer umgewandelt, und auf der Oberfläche der Knochen- 
theile hatten sich kleine Klümpchen von Malachit abgesetzt, wahrend die Oberfläche der Knochen- 
überreste selbst von schwarzbrauner Farbe und zum Theil wie mit dralhförmigen Verzweigungen 
überzogen oder umwunden erschienen. An andern Stellen bildete der braune Ueberzug eine 
dünne ablösbare Grusle, auf der sich an einem Stücke auch tafelförmige Gipskryslalle abgesetzt hal- 
ten. Dieselbe Beschaffenheit beinahe zeigte der Stein, in welchem sich Zähne und Ueberreste des 
Kiefers einer zweiten Art oder Gattung fanden, die ich Cubicodon nennen möchte: 
nur bestand der Theil des Multergesteins , an welchem das eine Bruchstück des Kiefers an- 
hing, fast ganz aus einer Niere von bläulich-grauem Thon, und in dem Gestein selbst bemerkte man 
nur eine Spur von eingesprengtem Kupferkies, wohl aber fand sich an den Zähnen und Kiefertheilen 
iheils ein dünner Anflug, theils jedoch sparsamer kleine Häufchen von Malachit und ein Theil der 
Oberfläche der Kiefcrtheile und der Zähne war ebenfalls schwarzbraun gefärbt, oder auch mit einem 
Netze drathförmiger Fäden bedeckt, die besonders auf der Oberfläche der Zähne in vielfach verschlun- 
genen iumier feiner werdenden Zweigchen sich verloren. Diese eigenlhümliche Beschaffenhell der 
Oberfläche, die wirklich einigen Zähnen des Cylindricodon das Ansehen gab, als ob sie mit feinem 
Drath umwunden worden wären, konnten auf den ersten Anblick wohl auf die Vermulhung leiten, 
diese Versteinerung für ein Kunstproduct zu halten, wofür denn noch aufserdem angeführt werden 
konnte, dafs ganz in der Nähe beinahe über dem Steinbruche friÜier eine Burg gestanden hatte, dals 



i) Es kommen übrigcüs iu der Nähe mehrere Abänderungen dieses Sandsteins vor, i. B. ein grobkörniger Ton mehr porphyrarligem 
Ausehen mit kleinen Feldspathcryslallen und feltglänzenden Quarzkörnern. An einer hindern Stelle zieht sich eine kaum i Zoll 
dicke Ader von Steinkohle durch diesen Sandstein, 



— 24 — 

in dem nahen Walde sich mehrere Grabhügel sogenannte Römerhiigel finden, dafs der Sandsteinart, die 
hier gebrochen wird, sonst die Beimengung von Schwefelkies und insbesondere von Kupferkies oder 
Malachit fremd ist, der auch in dem Schilfsandstein von Stuttgart nur als Anflug vorkommt, dafs die 
Steinart selbst mehr einem felnkörnigten, dem Basalttuffe etwas ähnlichen Conglomerat gliech, das sich 
also auch erst in neueren Zeiten gebildet haben konnte, und dafs man die muihmafsliche Ueberreste 
eines Thlers nicht geradezu einer bekannten Thierart zuschreiben konnte. Inzwischen wurde schon 
angeführt, dafs das Ansehen mancher Exemplare dieses Sandsteins sich dem der Stücke näherte, in 
welchen die thierische Ueberreste lagen, theils macht die Lagei'stättc dieser selbst es wahrscheinlich, 
dafs sie in Folge gröfserer Veränderungen und nicht durch blofsen Zufall dahin gekomman seyen. 

Zwar zeigt der Sandstein hin und wieder schiefe oder senkrechte Spalten, welche mit Ralkspath 
ausgefüllt sind, und seine Lageiung ist hin und wieder etwas unrcgelmäfsig, jedoch gibt sich keine 
deutliche Spur gewaltsamer Durchbrüche zu erkennen. Der Sandstein ist, so weit er bis jetzt blofs- 
gelegt ist, in einer Mächtigkeit von 20' ungefähr, ziemlich rcgehuäfslg horizontal geschichtet, und die 
tieferen und höheren Schichten desselben wechseln zum Theil mit Mergelschichten von grünlich- 
grauer Farbe. In einer dieser tieferen Schichten wurde die Versteinerung in horizontaler Lage gefun- 
den gröfstentheils in den Sandstein eingewachsen. 

Das Vorkommen von Kupfer und Eisen ist zwar in dieser Sandsteinart sonst, so viel ich weifs, 
sehr selten, allein aus einem Zufall doch wohl schwerlich erklärbar, und wenigstens defswegen schon 
weniger auffallend, da Malachit, Kupferlasur, Eisennieren in dem tiefer gelegenen Schielfsandstein 
nicht selten jedoch nur sparsam angeflogen oder eingesprengt vorkommen. Unter den vielen Stücken 
jenes Sandsleins, die ich auf dem Wege nach dem Steinbruche, in welchem die Ueberreste von Phy- 
losaurus gefunden wurde, untersuchte, fand sich nur in einem einzigen Bleyglanz eingesprengt, und 
in denl Muschelkalk, der unter dem Schilfsandstcln bei Zuffcnhausen in der Nähe von Ludwigsburg 
als ein mächtiges Lager zu Tage ansieht, findet sich ebenso, jedoch etwas liäufiger, gelbe Blende ein- 
gesprengt, und es scheint somit diese Art des Vorkommens von Erzen in diesen Gebirgsformalionen 
nicht mehr und nicht weniger unerwartet und erklärbar, als das sporadische Vorkommen gewifser 
Pflanzen und Thierarten in einzelnen Gegenden, denen die Gattung selbst sonst fremdartig ist. 

Wenn nun schon die äufscre Umstände es unwahrscheinlich machen, dais hier Irgend ein Zufall 
sein Spiel getrieben habe, so hebt darüber vollends die nähere Untersuchung des Fossils selbst jeden 
Zweifel. H. Unterförster Nestel In Rübgarten der zuerst diese Versteinerung sah, entwarf sogleich an Ort und 
Stelle eine kleine Zeichnung Tab. VI. Fig. 2, Nach der Angabe H. Nesteis hatte dieselbe eine Länge von i^/, 
und am hinteren Ende ungefähr eine Breite von 8 bis 9", am vorderen schmäleren von 2 bis 3". 
Die kleineren Stücke fanden sich am vordertu Thelle und standen etwas liefer. Nach hinten zu soll 
sich die Versteinerung unbestimmt geendigt haben und mehr in den Stein auslaufend gewesen seyn. 
Andere Knochen, welche bei demselben Steinbruche sefunden wurden, schienen Hrn. Nestel von Zie- 
gen oder Schafen herzurühren, und sie wurden daher, da sie nach seiner Uebcrzeugung nur in dem 
Schulte der Burg Wildenau sich finden, auch wieder mit dem Abraum begraben. Ich inufs daher 



— z5 — 

die Bedeutung dieser Knochen unberührt lassen, allein die vorhandenen Ueberreste, von welchen ich 
später noch die Stücke C und D durch die Gefälligkeit des Hrn. Gwinner, Lehrers der Forsfwissen- 
schaft in Hohenbeini, erhielt, reichen denn doch hin in Verbindung mit den übrigen mir von Hrn. 
Prof. Schübler früher mitgetheilten, um der untergegangenen Gattung, zu der dieses Thier gehörte, 
bestimmt seine Stelle in der Classe der Reptilien, und zwar in der Ordnung der Saurier, anzuweisen, 
in der es eine Zwischenstufe zwischen der Familie der Crocodile, der Iguanen und der Monitor bil- 
den würde. 

Von den Fig. 3. dargestellten Ueberresten des Kopfes liefs sich das Stück B , das Fig. 4- und 5. 
besonders von zAvei Seiten abgebildet ist, nicht in unmittelbare Verbindung mit den übrigen bringen, 
es gehörte jedoch ohne Zweifel auf die linke (oder bei der Lage des Kopfes auf dem Rücken oder 
obern Theile, wie in der Figur auf die rechte) Seite desselben. An das Stück A. pafste zwar das 
Stück C. nicht unmittelbar, es konnte aber, der Richtung der Zähne und der Scheidewand in der 
Mitte zu Folge, nicht über 9'" von dem Stücke A. abstehen, und das Stück D, das noch in einer 
gröfseren Masse des Steins steckte, konnte vollkommen an das Stück C. angepafst werden. Man konnte 
wohl in Zweifel seyn, ob das fossile Exemplar als Ueberrest des Ober- oder Unter-Kiefers anzusehen 
sey, allein ich glaube es aus Gründen, die sich im Verlaufe der Beschreibung von selbst ergeben wer- 
den, als den Oberkiefer annehmen zu müfsen, dessen obere Fläche grofsentheils aufgelöst und völlig 
mit der Masse des Steins verschmolzen, und eigentlich blofs als Abdruck vorhanden ist, während die 
Gaumenfläche zerstört und blofs die mittlere beide Kieferhälften der Länge nach trennende Scheide- 
wand zum Theil so wie eine Reihe von Zähnen der Form nach erhalten ist, unerachtet die Masse des 
Gesteins gleichfalls gröfstenthells an die Stelle der Knochensubstanz getreten ist. Vergleicht man näm- 
lich die obere Fläche des Schädels des Gavlals bei Cuvier Tab. IJI. Flg. 6. und Tab. VL Fig. 16., 
und die obere Fläche des Schädels und die Gaumenfläche des kleinen Gavials (Crocodilus tenuiro- 
slris) in Tiedemanns, Oppels und Llboschütz Naturgeschichte der Reptilien Tab.' IL (wovon Hr. 
Geh.Rath v. Soemmerig mir die von Laurillard verfertigte Originalzeichnung mitzutheilen die Güte 
hatte), ferner die Gaumenfläche des Crocodilus rhomblfer bei Cuvier Tab. IIL Flg. 2. und der La- 
certa nilotica oder des grofsen egvptlschen Monitors Tab. XVL Fig. 3., so wie die Kopfformen der 
verschiedenen Crocodile, so wird es wahi-schelnllchj dafs die äufsere Form des fossilen Schädels am 
meisten der des Gavials und etwa des Crocodilus acutus sich genähert habe. Es scheint mir nämlich 
die aufrecht stehende Platte a, b, c. nichts anders als die Scheidewand zu seyn, welche die beiden 
Kieferhälften von einander trennt. Die dreieckigte nach vornen durch einen sehr spitzen Winkel begränzte 
Fläche a, b, c, h, d. dürfte wohl der Abdruck des dreiecktigten Raiuns seyn, der auf der Oberfläche 
des Schädels des Gavials dem Nasenknochen entspricht, sich aber namentlich bei einem Exemplar des 
kleinen Gavials, das ich kürzlich sah, fast bis in die Mitte der Schnauze erstreckte oder auch der Abdruck der 
Nasenknochen selbst seyn. Diesem Räume entspräche auf der andern Seite der Raum a, b, f, g, der äufsere 
Rand desselben ist jedoch hier sammt dem Zahnknochen an dem Stück A. abgebrochen. Der Raum 
h, e, c, 1 würde dem rechten Zahnknochen entsprechen, so wie auf der andern Seite des Knochen C. 

Jäger über Reptilien. 4 



~ 26 — 

der Raum c, e', 1, m. Die Scheidewand h, e ist nach hinten so dick als die mittlere Scheidewand 
a, b, c, sie wird aber bald, da wo sie sich von der Zahnreihe entfernt, um sich der mittleren Scheide- 
wand zu nähern, sehr dünn. Die queere Leiste n, o an dem Stücke C. konnte als eine Spur der 
Nath des Zwischenkieferbeins angesehen werden, die wenigstens auf der Gaumenfläche bei dem Crocod. 
tenuiroslris gerade in die Queere geht, jedoch ist sie nicht vollständig, und es zeigt sich bei p. eine 
ähnliche Leiste jedoch nur auf der einen Seite, so dafs sie also vielleicht nur als Abdruck der quee- 
reh Spalten anzusehen ist, welche sich bei den Gavialen längs der ganzen Oberfläche der Schnauze 
finden. 

Die Zahl der Zahne und der Bruchflächen derselben beträgt 27. Nimmt man aber weiter 1 bis 2 Zähne 
zwischen den Bruchstücken A und C, und ein Paar Zähne rückwärts von dem hinteren und vorwärts 
von dem vorderen Ende des Kiefers an, so beträgt die Zahl derselben in einer Zahnreihe mehr als 3o, 
sie übei-steigt also jedenfalls die aller Crocodile, und nur die Gaviale, bei welchen 27 bis 28 Zähne 
in einer Zahnreihe stehen, nähern sich damit dem fossilen Exemplar. Die Zähne stehen in einer einfachen 
Reihe, und zwar bildet nach hinten zu der äufsere Rand des Zahnknochens und das Plättchen h, e, 
das sich hier zunächst an die Zähne anschliefst, eine Rinne, so dafs man annehmen könnte, sie seyen, 
wie bei den Ichtliyosauren befestigt; allein die Rinne öffnet sich nach vornen und die Zähne scheinen 
vielmehr ganz frei zu stehen. Man bemerkt nur an mehreren noch an Ort und Stelle befindlichen Zäh- 
nen auf der inneren Seite, wie diefs am deutlichsten in Fig. 4. a, b. ersichtlich ist, eine in ho- 
rizontaler Richtung fortgesetzte Verbindung, welche dem Rand einer Zahnhöhle zu entsprechen schien. 
Eine ähnliche Verbindung fand, wie sich durch die Vereinigung der Stücke C und D. ergab, auch auf 
der äufsern Seite der Zähne statt, und es zeigt sich hier zugleich deutlich, dafs von der äufseren Wandung 
des Zahnknochens ohne Zweifel einzelne Pfeiler gleichsam abgingen, durch welche diese Verbindung der 
Zähne untereinander unterstützt wurde. Zugleich sieht man auf der (Innern) Fläche dieser äufeern 
Wand des Zahnknochens sehr flache Vertiefungen, welche ohne Zweifel den einzelnen 2Lähnen ent- 
sprachen. Eigentliche Zahnhöhlen waren jedoch schwerlich vorhanden, und selbst die Knochen- 
platte, welche auf der Innern, und ohne Zweifel auch durchaus auf der äufsern Seite der Zähne sich 
festsetzte, scheint nur etwa einzelne Erhöhungen aber keine eigentliche Scheidewände zwischen den 
einzelnen walzenförmigen Zähnen gebildet zu haben, die unterhalb jener zusammenhängenden Kno- 
chenplatte durchaus durch freie Zwischenräume von einander gesondert waren, welche also während des 
Lebens ohne Zweifel blofs durch weiche Theile ausgefüllt waren. (Anders verhielt sich diefs bei den 
spitzigen Zähnen, die wahrscheinlich zu demselben Kiefer gehörten, welche in vollkommen gehildeten 
2iahnhöhlen eingeschlossen waren.) Die walzenförmige Zähne Flg. 6. 7. sind beinahe cyllndrisch nur 
von vornen nach hinten und zugleich von aufsen nach innen kaum merklich zusammengedrückt, und 
zugleich von aufsen nach innen etwas gebogen, sie endigen sich mit einer Wölbung, die gleichsam 
nach innen umgebogen ist, unter welcher sich unmittelbar der Rand des Kiefers a. anlegt. Die Länge 
des iSien Zahns betrug 9"", sein Durchmesser 3'". Ein looser Zahn halte 4'" im Durchmesser, und 
völlig den gleichen Durchmesser hatten die Bruchflächen der Zähne 1 und 2, dagegen hatten die 



_ 27 — 

Bruchflachen der Zähne nr. 16. n. 17. kaum 3'"; und die der vordersten Zähne des Stücks C. nur ■!>/>,'" 
im Durchmesser, -woraus erhellt, dafs die Dicke der Zähne von der Spitze bis zum hintern Theil des 
Kiefers jedoch sehr allmählig zunahm, ohne dafs übrigens ihre Höhe oder Länge sich merklich 
änderte. 

Die Zähne stehen sich auf beiden Seiten nicht völlig gleichförmig gegenüber, so dafs eine die 
Scheidewand unter einem rechten Winkel schneidende Linie auf beiden Seiten die Mitte eines Zahns 
träfe, auch sind die Zwischenräume zwischen je 2 Zähnen nicht ganz gleich, so dafs z. B. die Bruch- 
flächen der Zähne nr. 1 und 2., nr. 6 und 7., nr. 19 und 20. beinahe zusammenfliefsen , während 
die Bruchflächen der Zähne 3, 4, 5, und 20' und 21' auch auf den Bruchflächen der Basis merklich 
weiter von einander getrennt sind. Zwar scheint diefs auch bei andern Thieren nicht selten der Fall 
zu seyn \ bei dem fossilen Schädel würde sich jedoch, wie bei den Crocodilen, diese Verschiedeuheit in 
der Stellung der Zähne beider Zähne aus dem Zahnwechsel eher erklären. Die Zähne müfsen grofsen- 
theils als hohl angenommen werden, denn sie sind, wie sich diefs aus der Ansicht der in verschie- 
denen Höhen abgebrochenen Zähne ergibt, vollkommen gleichartig mit der Gebirgsmasse ausgefüllt, und 
nur an der Bruchfläche des i6ten Zahns des Stücks A. bemerkt man eine jedoch nicht regelmäfsig 
umschriebene Höhlung, über welche sich die etwa '/j'" dicke Wandung des Zahns erhebt. Auch an 
den Bruchflächen der Zähne 26 und 21' würde man anzunehmen haben, dafs eine solche vorhanden 
gewesen sey, indem bei diesem die Mitte der Bruchflähe durch einen runden gelblichten Kern, bei 
jenem durch einen Kern wahrscheinlich von Kalkspath ausgefüllt ist, dessen Bildung beim Vorhan- 
denseyn einer Höhle eher erfolgen konnte. Auf der Bruchfläche der Zähne nr. 24' und 28. zeigt 
sich aber eine glattrandige cyllndrische Höhle von etwa \"' Durchmesser. Sie ist nicht ganz in der 
Mitte, sondern näher dem Innern Rande der Bruchfläche, ihre Wandung ist glatt, und sie ist an bei- 
den Zähnen völlig gleich, so dafs nicht wohl eine blofs zufiilllge Entstehung derselben angenommen 
werden kann. Ueber den Zusammenhang dieser Höhlen mit der Bildung eines Zahns läfst endlich 
die Bruchfläche nr. 27. keinen Zweifel übrig, in welcher innerhalb der deutlich abgesonderten Wan- 
dung, und also in der Höhlung des muthmafsllch zuerst hier gestandenen walzenförmigen Zahns ein 
kurzer conischer Kern mit sehr breiter Basis und abgebrochener Spitze sich findet, der wohl ohne 
Zweifel als der nachfolgende Zahn angesehen werden mufs, der sich wie bei den Crocodilen in der 
Höhlung des zuerst vorhanden gewesenen, jedoch nicht immer ganz strenge in der Mitte, gebildet ha- 
ben würde. Zwar weicht die Form dieses Zahnkerns von der der walzenförmigen Zähne merklich 
durch seine mehr conische Form ab, allein diese könnte sich bei der breiten Basis des Zahnkerns viel- 
leicht bei weiterer Entwicklung desselben mehr ausgebildet haben, wofür denn angeführt werden 
kann, dafs der kleine Kern des Zahns eines Crocodllus trigonatus, den ich vor mir habe, auch noch 
mehr eine einfache conische Form hat, und nur an der Spitze etwas zusammengedrückt ist, während 
der Zahn, innerhalb dessen er sich gebildet hat, der ganzen Länge nach zusammengedrückt ist, und an 
seiner Spitze deutlich zweikantig ist, ferner dafs an der Stelle der Zähne des von Cuvier Tab. VHL Fig. i . 
und 2. abgebildeten Unterkiefers des Gavials von Honfleur sich völlig ähnliche conischej Kerne finden, 

4* 



— a8 _ 

•während man zugleich einzelne vornan und hinten mit einer scharfen Kante versehene Zähne findet, 
und es könnte also wohl seyn, dafs wie bei den Crocodilen aus der conischen Form der Kerne die 
zweikantige Form, so bei dem Cylindrlcodon aus der conischen Form der Kerne sich die walzenförmige 
der ausgebildeten Zähne entwickelte. Als erste Zähne mufs man aber die stumpfe walzenförmige Zähne 
wirklich annehmen oder aber als die gelatinöse Kerne der Zähne, die sich verknöchert hätten und mit dem 
Kiefer, wie bei den Lacertis verwachsen wären. DIefs scheint nun hier wirklich der Fall gewesen zu sejrn, wie 
sich schon aus der Art der Verbindung dieser Zähne mit dem Kieferknochen ergibt, und es wird selbst durch 
die poröse und mit einem Netz von Gefässen gleichsam überwobene Fläche der Zähne nicht unwahi-schein- 
lich, dafs sie mit Schmelz bedeckt gewesen seyen, ob gleich davon nirgends eine Spur sich findet. Wenn 
sich damit, so wie durch die Form dieser Zähne selbst das fossile Thier den eigentlichen Lacerten den 
Iguanen und der Dragone nähert, so würde sich auch selbst die Art des Zahnwechsels auf die bei diesen 
Thieren beobachtete (vergl. Cuvler pag. 275.) zurückführen lassen, und namentlich würden die in 
dem Knochen selbst an den Zähnen nr. 28. und 24'. bemerkte cyllndrlsche Vertiefungen als die Stelle 
anzunehmen seyn, in welcher sich der markigte Kern des zweiten Zahns gebildet hätte, und selbst 
^dle Art des Zahnwechsels würde sich also mit der bei den Lacertis beobachteten vereinigen lassen, 
wenn sie gleich auf den ersten Anblick namentlich des Zahns nr. 27. mehr mit dem der Croco- 
dlle übereinzukommen scheint. Von diesen weicht also das fossile Thier in der Form der Zähne sehr 
ab, so fern die Zähne aller Crocodlle mit scharfen Kanten versehen sind, und ebenso in der Art der 
Befestigung der Zähne ab, In der es mit den eigentlichen Eidechsen übereinkäme, nur dafs die Zähne 
neben der Verwachsung mit dem Kiefer an ihrer Basis auch noch zu beiden Selten von dem Kiefer- 
knochen eine Befestigung erhalten, während sie bei den Eidechsen häufig nur auf der äufsern Seite 
durch eine Knochenlamelle befestigt sind. Die drei spitzigen Zähne Fig. 8. 9. 10. und 11., welche 
an derselben Stelle gefunden wurden, scheinen, wenn sie gleich damit nicht in unmittelbare Verbin- 
dung gebracht werden konnten, ihrem ganzen äüfsern Ansehen nach auch zu demselben Kiefer zu ge- 
hören. Ihre Oberfläche war theils gelblich, thells wie es schien durch Elsen schwarzbraun gefärbt, und es 
halten sich auf ihr einzelne Häufchen von Malachit und tafelförmige Gipscrystallc abgesetzt. Zwei derselben 
Flg. 9. und 11. waren sich in Form und Gröfse völlig gleich; der eine derselben Flg. 11. war unge- 
fähr in der Mitte abgebrochen, und die Bruchfläche b. war überzogen mit Kupferkies, der sich auch 
auf der äufsern Fläche desselben als ein dünner Anflug gegen die Basis desselben herabzog, wie sich 
denn auch auf der Oberfläche dieses Zahns mehrere Häufchen von Malachit und zugleich ein Paar 
gröfsere (llnsengrofse) Gipscrystallc fanden. Die Substanz des Zahns selbst war ein gleichförmiger, der- 
ber graulich-gelber Kalk, und wich demnach von der Ausfüllungsmasse der .seitlich stehenden Zähne 
völlig ab. Der eine zugleich etwas dickere Zahn Flg. g. hatte eine Länge von 21'/,, der andere von 
20"'. An der muthmafslich äufseren und hinteren Seite war der Zahn (den ich vorläufig als zum 
Oberkiefer gehörig annehme) rund, auf der vorderen beinahe eben, auf der Innern Seite aber bddete 
er eine völlig gerade ebene gegen die Spitze geneigte Fläche, die etwa h'" unterhalb der Spitze zuge- 



— 39 — 

schärft und zugleich etwas ausgeschweift war. Der kleinere Z;ihn war ungefähr in der Mitte abge- 
brochen, und Fig. 11. b. stellt diese Bruchfläche und Fig. u.a. die Grundfläche dar. 

Ueber diese gingen dann noch überdiefs einige dickere gefäfsartige Fildcn hinweg. Die Grund- 
fläche war gewölbt, glatt, mit Ausnahme einiger vertiefter Streifen , welche von der Peripherie gegen 
die Mitte der Wölbung sich zogen, welche sich auf die äufsere Oberfläche der muthmafslichcn Zahn- 
höhle fortsetzten. Die Lage beider Zähne gegeneinander war nicht genau zu bestimmen, doch ist mir 
aus dem äufsern Ansehen des Ueberzugs nicht unwahrscheinlich, dafs sie unter einem spitzen Winkel 
sich von einander entfernten, und die ebene Flächen einander zugekehrt waren. In dieseni Falle 
würde die Verdickung, welche sich an der Zahnhöhle des einen Zahns Fig. 9. und 10. ni. befand;, 
den Winkel zwischen beiden Zahnen ausgefüllt haben. Vielleicht befand sich auch an der Zahnhöhle 
des andern Zahns eine ähnliche Verdickung, die sich an jene anlegte, was in sofern nicht unwahr- 
scheinlich wäre als diese Verdickung auf ihrer äufsern Seite ziemlich eben war, und was sl(;h auch 
aus der an und für sich nicht unwahrscheinlichen Annahme erklären liefse, dafs diese Zähne in den 
Zwischenkieferknochen gesteckt seyen. Möglich und sogar nicht unwahrscheinlich wäre es übrigens, 
dafs die seitwärts an der Seite der Zahnhöhle des einen Zahns, befindliche Verdickung den Keim ei- 
nes Zahns enthalten halte. Sie war nämlich von der Zahnhöhle des vollkommenen Zahns selbst 
durch die innen ganz glatte Wand derselben geschieden, und diese war auf dieser Seile merklich dün- 
ner, die Verdickung selbst kam in ihrer Form nahe zu mit einer ähnlichen Verdickung überein, wel- 
che sich an dem Fig. 12. abgebildeten Stücke bei m. fand, welches ich für ein Bruchstück des vor- 
deren Endes des Unterkiefers zu halten geneigt bin. Es ist kaum 1'//' lang, und auf der Ober- 
fläche Fig. 16. r. mit einem Netze gefäfsarliger Fäden überzogen, welche hin und wieder gleichsam zu 
einem gröfsern Stanmic vereinigt zu seyn scheinen. Sie sind durch Eisenoxyd dunkelbraun gefärbt, 
und zwischen ihnen finden sich einzelne Häufchen von Kupferlasur und viele tafelförmige Gipscry- 
slalle. An die Stelle der Knochensubstanz ist durchaus eine mil dem Mutlergestein übereinstinmiende 
nur mehr feinkörnige Gebirgsart getreten. Es besieht dieses Stück aus beinahe zwei cylindrischen 
Knochen. Der eine gröfsere Knochen a. hatte an der Bruchflächc einen Durchmesser von 7'", nach 
Tornen und unten zu war er etwas dünner und endigle sich vornen mit einer abgerundeten Fläche, 
Fig. 14. n., die zum Theil noch die innere Oberfläche der gröfseren Zahnhöhle n. ausmachte, welche 
sich hier senkrecht erhob. Seitlich von dieser erhob sich in fast gleicher Richtung die kleinere Zahn- 
höhle des kleineren Zahns, und an diese legte sich schief das vordere Ende des zweiten kleineren 
cylindrischen Knochens an, der an der Bruchfläche nur l\\U'" im Durchmesser hatte, und somit ei- 
nen grofsen Theil der Seite des gröfseren cylindrischen Knochens unbedeckt liefs, gegen dessen vorderes 
Ende er etwas anstieg. Ob es gleich nicht strenge bewiesen werden kann, so ist es doch wahrscheinlich, 
dafs deigrofse cyUndrische Knochen als Zahnknochen, der kleinere dagegen als Deckknochen (Os operculare) 
anzusehen seyn möchte, der allerdings hier noch weiter als bei den Ichthyosauren der Spitze des Unterkie- 
fers sich genähert haben würde. An die vordere glatte Wand der Zahnhöhle, welche sich Ton dem gröfseren 
cylindrischen Knochen aus erhob, konnte glücklicherweise noch ein vollkommen erhaltenes Bruchstück 



— 3o — 

dieser Zahnhölilc angepafst -werden. Der Durchschnitt dieser Bruchfläche ist Fig. i3. a, der Durch- 
schnitt der oberen Bruchflächc des Bruchstücks dieser Zahnhöhle Fig. i5. b. dargestelh. Jenem zu 
folge stellt die Zahnhöhle hier ein Dreieck dar, dessen Basis ein Bogen bildet, der zu beiden Seiten 
in zwei wenig gebogene beinahe gerade Linien übergeht, welche sich etwa unter einem Winkel von 
70" vereinigen. Dieser ist nach der Avahrscheinlich äufseren Seile der Zahnhöhle gerichtet, die hier 
am dünsten ist, während sie sonst in ihrem Umfange von ziemlich gleicher und nicht bedeutender 
Dicke ist. und nur auf der hinteren Seite, wo sie sich mit dem Kieferknochen verbindet, bedeutend 
an Dicke zunimmt. An der oberen Bruchfläche dieser Zahnhöhle ist die Wandung merklich dicker, 
besonders auf der vorderen Seite, am dünnsten an der äufseren Seite an der dem Winkel der unteren 
Durchschnittsfläche entsprechenden Stelle, der sich bis hieher fortgesetzt hat, aher jetzt durch zwei Bo- 
gen gebildet wird, von welchen der gröfsere sehr gewölbt, der hintere dagegen sehr flach ist, und 
welche sich auf der entgegengesetzten Seite wieder in einen nur etwas minder spitzigen Winkel ver- 
einigen, wodurch also wahrscheinlich wurde, dafs der Zahn, der in dieser Zahnhöhle enthalten gewe- 
sen war, im Ganzen eine conische etwas gekrümmte Form gehabt haben möge, die sich an seinem 
untern Theile nach einer Seite, an seinem obern aber auch noch nach der entgegengesetzten Seite zu 
einer jedoch nicht sehr scharfen Kante zusammengedrückt hatte. Ein solcher Zahn Fig. 8. fand sich 
nun wirklich, und er konnte ganz genau an die Wandung der Zahnhöhle angepafst werden, und es 
ist daher auch Fig. 14. mittelst einer Linie seine Lage in der Zahnhöhle angedeutet. Es ist an dieser keine 
Spur von Knochensubstanz mehr vorhanden, sondern an die Stelle derselben ein blafsgelblich-grauer 
derber Kalk getreten, in welchem Schwefel-Eisen eingesprengt ist, das noch mit metallischem Glänze auf der 
Bruchflache bei b. erscheint, auf der Oberfläche des Zahns aber zum Theil als braunes Oxyd, wieder mit 
einzelnen Häufchen von Malachit sich findet. Die Grundfläche a. ist etwas unregelmäfsig gewölbt und 
mit gefäfsartigcn Fäden zum Theil überzogen. An seinem unteren Theile ist der Zahn durchaus ge- 
wölbt, und die nach aufsen gerichtete Kante noch stumpf, an der Bruchflächc war jedoch die Kante 
schon ziemlich scharf, und sie wurde weiter gegen die Spitze noch mehr durch die Annäherung der 
beiden Seitenflächen zugeschärft. Die dieser entgegengesetzte Kante, die in der Zalinhohle deutlich 
ausgedrückt war, blieb jedoch auch gegen die Spitze des Zahns ziemlich stumpf, die selbst mehr eine 
Schneide als eine scharfe Spitze gewesen zu seyn scheint. Sie war nach aufsen gekehrt, wie denn der 
Zahn überhaupt in einem flachen Bogen nach aufsen gekrümmt war. Die beide Flächen, durch wel- 
che die scharfe Kante dieses Zahns gebildet wurde, schienen wie abgeschliffen, und namentlich schien 
die hinlere sogar etwas vertieft. Es wäre somit vielleicht die Annahme nicht gcAvagt, dafs diese Fläche 
an der vertieften Fläche der spitzigen Zähne des Oberkiefers sich gerieben habe, wodurch beide, wie 
die Hauer der Schweine bestandig scharf erhalten worden wären. Es scheint mir diefs wahrschein- 
licher als eine andere Vermuthung, welche die blofse äufsere Aehnlichkeit der Form z. B. bei Ver- 
gleichung derselben mit den Giftzähnen der Schlangen in der von Thomas Smith in den Phil. Trans. 
1818. pag. 471. gegebenen Darstellung, an die Hand geben könnte, dafs nämlich die spitzige Zähne 
des Oberkiefers Giftzähne gewesen seyn könnten, da die Spur eines Canals und einer Oeffnung an 



— 3i -^ 

ihnen fehlt; aber allerdings dürften diese Zähne, so wie der Zahn Fig. 8. mit dem Kiefer vorzugs- 
weise mittelst -weicher Theile verbunden gewesen seyn, da ihre Grundfläche gewölbt, grofsentheils 
glatt und nur zum Theil mit einem Netze gcfafsartiger Fäden bedeckt war. 

Der in der kleineren Zahnhöhle Fig. 12. nr. 7., deren Wandung durchaus von beinahe gleicher 
übrigens geringer Dicke war, enthaltene Zahn Fig. 12. und Fig. i5. füllte diese Zahnhöhle weit nicht 
aus. Er schien ganz gerade zu seyn, seiner Bruchflache zu folge war er hinten durch einen sehr flachen 
nach vornen durch einen mehr gewölbten Bogen begränzt, gegen seine Spitze war er von vornen nach 
hinten noch mehr zusammengedrückt, und seine schärfere Kante war auf der äufsern Seite, auf der 
er gegen die Spitze etwas zugeschärft war. 

Noch bleibt eine Eigenthümlichkeit in der Conformation des fossilen Schädels zu erörtern übrig, 
nämlich der an dem Stücke D. vorhandene Canal Fig 3. x Die Wandung des Zahnknochens biegt 
sich vorwärts von der Bruchfläche des einzelnen Zahns Fig. 3. s. auf die Seite aus, sie wird hier 
breiter und ist bei y. mit einzelnen Erhöhungen besetzt, die auch andern Stellen gleichsam als Pfei- 
ler für die Befestigung der Zähne oder ihrer Knochen Wandung zu dienen scheinen, und wahrschein- 
lich auch zu Befestigung der Wandung des Canals dienten, der sich noch weiter gegen diese Erhö- 
hungen hin erstreckte als in der Figur ausgedrückt ist. Die Wandung desselben war sehr dünn, und 
somit von der Beschaffenheit der bisher beschriebenen Zahnhöhlen verschieden , sie glich mehr blofe 
einem Abdruck des Knochen, wie der übrige Theil dieses Kiefers, dabei entsprach denn doch die 
leichte Krümmung der Länge nach und die Wölbung der Fläche, die auf der einen Seile einen Win- 
kel bildete, ungefähr der Form und Lage der Zahnhöhle und des gröfseren Zahns des Unterkiefers, so dafs es 
nicht unwahrscheinlich scheinen könnte, dafs dieser Zahn in einen Canal des Oberkiefers aufgenommen 
worden sey, wie diefs bei mehreien' Crocodilen der Fall ist. Es ist diefs immerhin wahrscheinlicher, 
als dafs dieser Canal die Verbindung der Nasenhöhle zur Gaumenwand gebildet hatte, und vollends 
unwahrscheinlich, dafs er die Zahnhöhle eines Zahns des Oberkiefers gebildet habe, dessen Richtung 
schief von oben nach aufscn und hinten gegangen wäre, und dessen oberes Ende über einen Zoll hö- 
her als die Basis der übrigen Zähne gestanden wäre, auch wenn von dem oberen Ende des Canals 
nichts abgebrochen gewesen wäre. 

Die erste Ansicht, dafs der Canal zu Aufnahme eines Zahns des Unterkiefers bestimmt gewesen 
sey, scheint mir die wahrscheinlichste, nur würde damit die oben geäufserte Vemiuthung wegfallen, 
dafs sich die spitzige Zähne des Ober- und Unterkiefers an einander abgerieben haben. 

Mit den bisher erwähnten Ueberresten des Kopfs erhielt ich noch eine weitere Versteinerung, 
■welche Fig 16. abgebildet ist. Sie ist an ihren beiden Enden und in der Mitte abgebrochen und 
ihre Ausfiillungsmasse scheint aus einem thonigten Kalke zu bestehen, in welchem sich hin und wie- 
der gelblichte Flecke finden, wodurch sich die Ausfiillungsmasse wieder der gemengten Substanz des 
Muttergesteins näherte. Auf der Oberfläche ist die Versteinerung iheils hell-, theils dunkelbraun von 
Eisenoxyd gefärbt, und hin und wieder sind auf ihr kleine Häufchen von Kupfergrün. Auf eine 
Länge von 26'" beträgt die Breite am obern Ende c. Sy;'", am untern a3'", die Dicke durchaus un- 



— 3» ~ 

gefähr 2'", jedoch ist diese bei der höckerigien Beschaffenheit der Versteinerung etwas verschieden. 
Auf der einen Seite A. ist dieselbe gewölbt, auf der anderen B. flach, auf beiden stellenweis© durch 
einzelne Furchen vertieft. Die kleinen Erhabenheiten auf der ebenen Fläche und auch einige gröfsere 
Erhöhungen sind scharf Die gröfsere sind meist abgebrochen, scheinen aber nicht über 2 bis 3'" 
lang und gleichfalls zugespitzt, gewesen zu seyn. Kleinere BruckstücTie derselben Versteinerung fanden 
sich namentlich an dem Bruclistücke des Unterkiefers Fig. i5. und sie scheinen zum Theil mjt 
dem netzartigen Gewebe von Fäden im Zusammenhange zu stehen, die hier dicker als an dem Ober- 
kiefer vorkamen; und ebenso zeigte sich einige Aehnlichkeit mit den an dem Stücke B. Fig. 4- a.b. 
befindlichen Knochenrande, so wie mit den an dem vorderen Theile des Stückes D. befindlichen Erhö- 
hungen; jedoch gestehe ich, dafs mir damit die Deutung dieser Versteinerung noch nicht deut- 
licher wird, und auch nicht durch die Aehnlichkeit, welche sie für sich mit der in den Transactions 
of tlie geolog. Society 2de Series Vol. I. Tab. V. Flg. 2. abgebildeten und p. 43. beschriebenen Verstei- 
nerung aus dem Llas bei Lyme hat. Inzwischen würde die Ansicht Fig. 1. der von de la Beche be- 
schriebenen Versteinerung, und die kleineren Bruchstücke, die auf dem Fig. i5. von mir abgebildeten 
Bruchslücke des Unterkiefers sich finden, diese Annahme widerlegen, wenn auch die Verschiedenheit des 
Fundorts nicht entgegen wäre, da das von de la Beche beschriebene Fossil in dem Llas, der die 
Ichthyosauren u. s. w. einschliefst, gefunden wurde. 

Von den in andern Ländern, so viel mir bekannt Ist, aufgefundenen Ueberreslen von Reptilien, 
würden die von Webster in den Transactions of ihe geolog. Society ade. Series 2de. Vol. pag. 3i.u. f. 
beschriebene und Tab. VL Fig. 5. 6. 7. abgebildete Zähne, welche er in der Nähe von Hastings in^ 
der Grafschaft Sussex fand, den Zähnen des Cyllndricodon am ehesten verglichen werden können, je- 
doch gehören sie jeglichenfells nicht derselben Art, und wahrscheinlich auch nicht derselben Gattung 
an. Jene haben eine conische Form und sind auf der Oberfläche geglättet, und von dem Körper der 
Zähne läfst sich die conische Spitze leicht abnehmen. Eine solche könnte möglicherweise auch an 
den Zähnen des Cyllndricodon vorhanden gewesen seyn, es fehlte jedoch jede Spur von ihr an allen 
Zähnen. Webster erhielt diese Zähne mit andern Knochen von Reptilien bei Hastings in einem kalk.* 
haltigen Sandsteine, der mit der von Buckland beschriebenen Gebirgsart zwischen Tilgale Forest und 
Cuckfield übereinkommt, in welcher Buckland die Knochen des Megalosaurus und Maniell die Kiefer- 
thellc und Zähne des dem Cyllndricodon näher verwandten Ignanodon fimd, und es ergibt sich also 
auch vielleicht für das Vorkommen dieser verschiedenen Reptilien in dem Sandsteine in Würtemberg 
und England eine durch andere geognostische Verhältnisse begründete Aehnlichkeit. Inzwischen weicht 
die Lagerstätte dieser Knochen in beiden Ländern schon dadurch wesentlich ab, dafs der Sandstein 
der angeführten Orte in England als Eisensandstein bezeichnet wird, und eine bedeutende Anzahl ver- 
schiedenartiger Versteinerungen enthält, die dagegen in dem Sandstein von Heilbronn überhaupt sehr 
selten und bis jetzt blofs auf die angeführte und die folgende Art von Reptilien beschränkt sind. 



— 33 — 

2) CUBICODON. 

Aus dem nämlichen Steinbruche bei Altenburg erhielt ich ncmlich ein Bruchstück wahrschein- 
lich, eines Unterkiefers Fig. 18. 20., das 4 Zähne enthielt und gleichfalls auf der Oberfläche einen An- 
flug und kleine Häufchen von Kupfergrün zeigte. Die Ausfüllungsmasse, wie sie auf der Unterfläche 
des Kiefers sich zeigte, kam mit der der ersten Versteinerung übercin, sie bestand aus einem Gemenge von 
blaulich-grauem Kalke und gelblichem Mergel, hin und wieder mit dunklern Flecken von Eisenoxyd, und 
fein eingesprengtem Kupferkies. Die muthmafslich äufsere Seite des Knochens, an welchem die platte 
Seite der Zahne anlag, war sehr fest und 1 bis 2 '/Z" dick ; sie war längs des oberen Randes der Zähne abge- 
brochen, die nur wenig über ihn hervorragten, so dafs man beinahe vermuthen könnte, daß sie noch 
nicht ganz entwickelt gewesen seyen. Auf der muthmafslich mnern Seite waren die Zähne nur von 
einer dünnen Platte des Kieferknochens bedeckt, von welcher ein schmaler Streifen u. v. sich zwischen 
dem oberen Theile des dritten und vierten Zahns zu der äufseren dickeren Wand des Kiefers hinzog, 
und damit eine vorhandengewesene Decke des Zahns von Knochensubstanz anzeigte. Dieser vierte 
Zahn hatte dagegen auf seiner innern Seite kaum eine Spur von der, die drei andern Zähne seitlich 
bedeckenden Knochenlamelle. Die Oberflache der Zähne war durchaus rauh, wie die eines feinporo- 
sen Knochens. Sie waren etwas von der innern nach der äufsern Seite geneigt, der hinterste 7'" hoch, 
auf der einen entblöfsten Seite 3'/,'" dick, und auf der vorderen gebogenen Seite 4'/4"' breit, und 
endigte sich in eine von innen nach aufsen flach sich erhebende Fläche. Der zweite etwas niederere 
sonst gleich beschaflFene Zahn in eine fast ebene, der dritte in eine etwas vertiefte Fläche. Der vierte 
niederere Zahn war breiter, und an seinem freien Rande zeigten sich zwei gestreifte stumpfe Erhö- 
hungen w. X. Unter dem dritten Zahn war die Gebirgsmassc schüsseiförmig ausgesprengt, wie wenn 
sich hier der Zahn auf einer convexen Erhöhung des Knochens gebildet hätte. Später erhielt ich 
von Herrn Gwinner ein gröfseres Bruchstück, wahrscheinlich desselben Kiefers Fig. 17. u. 19., in wel- 
chem gleichfalls vier Zähne steckten, die auf der äufseren Seite Flg. 19. von der äufseren Wand des 
Kiefers, auf der innern von einer zusammenhängenden dünnen Knochenlamelle umschlossen waren. 
Der hinterste dieser Zähne nr. 1. Fig. 17. schien an der Basis eben so breit als die übrigen, aber er 
war noch etwas niederer, und seine Endfläche (oder Mahnfläche) schien noch unter der des nächsten 
Zahns zu stecken, doch möchte ich nicht annehmen, dafs er im Ausstossen des nächsten Zahns be- 
griffen gewesen sey, sondern vielmehr, dals er als der letzte Zahn sich noch nicht völlig entwickelt 
habe, indem er rückwärts noch ganz von der dünnen Knochenlamelle umschlossen war, die so wie 
die Oberfläche der Zähne selbst mit einem Netze gefäfsartiger Fäden überzogen war. Diese dünne Kno- 
chenlamelle schien übrigens auch hier keine Scheidewand zwischen den Zähnen gebildet zu haben, 
obwohl sie als eigentliche Zahnhöhlenlamelle anzusehen ist, und dagegen die aufrecht stehende Kno- 
chenwand als die innere Wandung des Kiefers selbst. Zwischen dieser und der Gebirgsari befand sich 
eine schmale Rinne, Flg. 17. n., deren Oberfläche auch auf der Seite der Gebirgsart durch eine glatte 
und braun gefärbte Oberfläche angedeutet war, an der sich jedoch keine Spur von Knochensubslanz 

Jäger aber Reptilien, 5 



- 34 - ^ 

fand, und die sich vielleicht durch den die innere Oberfläche des Unterliefers gleichfalls überziehende 
Bedeckung dicker Schuppen erklären liefse, die durch Auflösung verschwunden wären, indem die Ge- 
birgsart auf dieser Seite bis auf die Tiefe von '/z" bräunlich gefärbt war. Die Zähne haben eine 
Aehnlichkeit mit denen der Dragone (Cuvier Tab. XVI. Fig. 12. und i5.), und der kleinere Zahn 
insbesondere nähert sich durch seine seitliche Erhöhungen den Zähnen des Iguanen und des Iguano- 
don, vergl. Phil. Trans. 1826. Tab. XII. Die Art der Befestigung der Zähne weicht aber von der 
bei den Iguanen gewöhnlichen ab, und sie weicht auch ab von der bei dem Cylindricodon beobacht- 
baren, doch näherte sie sich dieser und vielleicht noch mehr der beim Ichthyosaurus beobachteten 
Indem die Zähne blos In einer einfachen Rinne enthalten gewesen zu seyn scheinen, welche einer- 
seits durch den Kieferknochen, andererseits durch eine dünne Knochlamellc gebildet wurde, die sich 
fest an die Zahne anlegte, aber von der wenigstens nach vollendeter Ausbildung der Zähne keine Zwi- 
schenwände zwischen den Zähnen übrig blieben. Ueber die Art des Zahnwcchsels läfst sich nach 
dem vorliegenden Exemplar nichts bestimmen. Die etwas verschiedene Art der Befestigung der 
Zähne scheint mir doch' die Vereinigung dieses fossilen Reptils unter dieselbe Gattung oder Familie 
Phytosaurus zu gestatten, und ich habe die Gattung oder Art nach der Form der Zähne Cubico- 
don genannt, da zwar die Zähne In der Beschaffenheit der äufseren Oberfläche viele Aehnlichkeit mit 
denen des Cylindricodon haben aber durch die beinahe würfeligle Form sich von ihnen unterschei- 
den, die sich selbst bei dem kleinen Zahn Flg. 21. erhallen hat. 



III) REPTILIEN AUS DEM ALAUNSCHIEFER. 



Unter dem welfsen Sandstein, welcher die Phytosauren einschliefst, ist an vielen Orten in Wür- 
temberg ein feinkörniger Sandstein aufgedeckt, der vorzüglich als Bausandstein benutzt wird, und 
mehrere Pflanzenversteinerungen einschliefst, deren Beschreibung ich kürzlich bekannt gemacht habe. 
Ueberreste von Thleren sind bisher in ihm so wenig, als In den Lagern von buntem Mergel (Leber- 
kies), die zwischen ihm und dem höher gelegenen welfsen Sandstein gelagert sind, bis jetzt aufgefun- 
den worden, mli Ausnahme von Turblnilen, welche eine Schichte von verhärtetem Mergel an der 
Steige von Unterroth bedecken, und deren ich in der ebenangcführien Schrift pag. 4o. und oben 
pag. 5. erwähnt habe. 

Wahrscheinlich gehört dieser Schichte ein Exemplar grauen Schleferihons an, welches ich kürzlich 
von Hrn. Assessor Schübler von Treschllngen in der Nähe von Rapponau erhielt. Er bildet dort das Dach 
eines Vitriolkohlenflözes, das mit dem bei Galldorf, Ocdcndorf und Westernach völlig übereinkommt. 
Auf diesem Schleferthon fanden sich viele verkohlte Abdrücke von Thellen einer Schilfari, welche 
mit den in der angefuhrlen Schrift Tab. IV. Flg. 8. und 9. b. und d. abgebildeten vollkommen über- 



— 35 — 

einkommen, so dafs es scheint, dafs den Schilfsandstein hin und wieder an seiner oberen und unteren 
Gränze eine dünne Schichte von Lcttenkohle begleite, welche die dem Schilfsandstcln selbst eigen- 
thünilichc Versteinerungen enthielte'). Auf die Kohlenablagerungcn, welche sich in diesen Schichten 
finden, wurde hin und wieder, und so auch versuchsweise bei Rappenau noch im Jahr 1823 Bergbau 
getrieben, jedoch immer bald wegen der geringen Ergiebigkeit und Güte der Kohle wieder aufgegeben -). 
Dagegen wird an mehreren Orten, namentlich in der Gegend von Gaildorf, Oedendorf, Westernach, der 
bei dieser Kohle vorkommende Alaun- oder Vitriol-Schiefer, der reichlich mit Schwefelkies durchzogen ist, 
aber nur eine 9 bis 18" hohe Schichte bildet, mit Mühe zu Tage gefördert, und zur Alaun- und Vitriol- 
Bereitung u. s. w. in den in der Nähe angelegten Fabriken benützt. Aus dieser Schichte erhielt ich 
schon vor mehreren Jahren durch Hrn. Bergmeistcr Zobel den Tab. IV. Fig. 4. abgebildeten Zahn, 
und zugleich durch Hrn. Prof. Schübler das Tab. V. abgebildete Bruchstück des Hinterhaupts, deren 
ich schon in der Schrift de Ichthyosauro p. 12. erwähnt habe. Später erhielt ich durch Hrn. 
Bergrath Hehl einen Wirbel und mehrere verkieste Abdrücke von Pflanzen, von denen einige Theilen 
von schmalen Schilf blättern nicht unähnlich sind, jedoch keine nähere Bestimmung zulassen, so wie 
auch ein y/' langer völlig runder, und mit Schwefelkies ausgefüllter Stiel, dessen Oberfläche ein koh- 
lenartiges glänzendes Ansehen hat, ohne weitere Kennzeichen ist, welche eine Vergleichung desselben 
begründen könnten. Hrn. Kaufmann Dietrich, Inhaber eines Vitriolwerks in Gaildorf, verdanke ich ein 
Paar Wirbel, und drei kleinere Zähne, und ein Paar verkieste zweischaligte Muscheln, wahrscheinlich 
Telliniten, aus derselben Schichte. 

Da unter den verschiedenen Ueberresten von Reptilien die Zähne wenigstens auf eine bestimmtere 
Vergleichung mit anderen Reptilien führen können, so beginne ich mit ihrer Beschreibung und nenne 
vorläufig die untergegangene Gattung, der namentlich der grofse Zahn Tab. IV. Fig. 4. zugehörte. 

MASTODONSAURUS. 

Dieser Zahn ist nämlich besonders ausgezeichnet durch seine zitzenartige Spitze. Seine Länge be- 
trägt von der Basis a. bis zu der Spitze f l\^\'i"', seine Breite an der Basis bei b. \-'^/i."', bei c. i3'", 
bei d. 8'", bei e. 5"'. Die Farbe des Zahns von der Spitze bis b. ist dunkelkastanienbraun, doch 
wird sie gegen b. etwas lichter und sofort bis zur Basis mehr bräunlich-aschgrau. Der Queerbruch 
bei b. scheint durch eine Ader von Schwefelkies mit veranlafst worden zu seyn, welcher hier wahr- 
scheinlich eine zufällig entstandene Queerspalte des Zahns ausfüllte. Die ganze Oberfläche des Zahns ist 
der Länge nach gestreift ; die Streifen fangen zum Theil etwas tiefer bei e. an, breiten sich dann bis 
zu einem Abstand von 1 bis i'//" von einander bis b. aus, wo sodann die Streifen feiner und nur 



1) Ich bemerke hiebei, dafe die von Murcbison in dem zweiten Bande der Transact. der geol. Societät Tab. XXXII. unter dem Na- 
men Oncylogonatum carbonarium abgebildete Pflanzen aus den Kohlenlagern bei Brora in Nordschottland den in dem Baiisandstein 
■von Stuttgart und dem in dem Schieferthon .über dem Alaunschiefer vorkummendcn Calamiten verwandt, wenn gleich der Art 
nach verschieden sind. 

i) Ob in dieser Schichte auch bei Stuttgart auf Steinkohlen Bergbau getrieben wurde, wie ich pag. 6. der Schrift über die Pflanzen' 
Tersteinerungen anführte, ist mir noch zweifelhaft, 

5 * 



— 36 — 

etwa Vj'" breit -werden und gleichsam schmale Fasern darstellen, in welche sich die Wandung des 
Zahns zertheilt. Die Spitze des Zahns ist von e. an nicht mehr der Länge nach gestreift, wohl aber 
zeigt sie 4 bis 6 wenig erhabene queergehende Ringe und der Zahn endigt sich in eine gewölbte 
Spitze, die aber in ihrer Mitte eine nabelformige Vertiefung, und in der Mitte derselben wieder eine 
kleine Erhöhung hat. Fig. 4. f. 

Völlig dieselbe Beschaffenheit zeigten zwei kleinere Zahne, welche ich später erhielt. Die Länge 
des einen Fig. 5. beträgt von a. bis zur Spitze i8"', die Breite an der Basis G'/s'". Die Längenstreifen 
reichen ungefähr bis 3'" unterhalb der Spitze, welche nach hinten etwas zugespitzt aber zugleich ab- 
gerundet war. An einem andern etwas kleinern Zahn Fig. 6'. (an welchem aus Versehen die 
Längenstreifen in der Abbildung nicht angegeben sind) , betrug der glatte Theil des Zahns von 
e. bis zu seiner Spitze S'/z'". Die meisten Längenstreifen hörten nämlich bei e. auf, so dafs sich hier 
ein deutlicher Absatz bildete, und nur wenige einzelne setzten sich über die glatte Fläche fort, auf 
welcher schon die an dem grofsen Zahne deutliche Queerringe leicht angedeutet waren. Der Zahn 
Flg. 5. war 3"' unterhalb e. abgebrochen, sein Inneres war gleichförmig mit einer derben Masse von 
der Farbe schwarzbraunen Horns ausgefüllt. In der Mitte der Bruchfläche des untern Theils des 
Zahns war ein schwarzer, in der Mille des oberen Theils ein gelber Punkt (ohne Zweifel durch 
Schwefelkies) gebildet, wovon mehrere Adern sich durch das Gestein hinzogen. An einem anderen 
Zahne reichte der Queerbruch ungefähr bis y , Fig. 5. die Substanz des Zahns war aber hier durch- 
aus von gleicher Beschaffenheit und ohne deutliche Spur einer Höhlung, welche also auch wohl durch 
den Punkt von Schwefelkies" in der Mitte der Spitze des Zahns nicht mit Bestimmtheit angedeutet 
war. Die Höhlune der Basis des Zahns füllte bei den zwei looscn Zähnen die Masse des Schiefers, 
welche sich gleichsam mit den Fasern des untersten Theils des Zahns vermischte, wie diefs auch bei 
dem dritten kleineren und dem grofsen 2^hn der Fall zu seyn schien, deren Basis noch in der Masse 
des Steins steckte, und weder von irgend einer Erhöhung oder einem Theile des Kiefers umgeben 
war, von welchem sich keine Spur an diesen Stücken fand. Theils also dadurch, dafs diese Zähne 
wahrscheinlich an der inneren Oberfläche der Zahnknochen blofs anhiengen, theils durch ihre coni- 
sche Form würden sie sich den Zähnen einiger Arten der Gattung Monitor am meisten nähern, 
indem bei mehreren Arten alle Zähne, oder wie bei der Lacerta nilotlca, blofs die hintersten eine 
conische Form (vergl. Cuvier pag. 52 2.) haben. 

Wenn übrigens durch den gröfseren Zahn sich der Maslodonsaurus dem Mosasaurus von Mastricht 
in Absicht auf Gröfse nähert, so weicht er von ihm in der Beschaffenheit der Zähne ab. Mit dem 
grofsen Zahn kommen aber die kleinere in Absicht auf Form so nahe überein, dafs die Verschieden- 
heit in Absicht auf Gröfse und die kleinen Verschiedenheiten der Form der Spitze blofs durch die 
Verschiedenheit des Alters und die verschiedene Stelle, welche sie im Kiefer einnahmen, erklärlich sind. 



- 37 - 

WIRBEL AUS DEM ALAÜNSCHIEFER BEI GAILDORF. 

Von den drei Wirbeln ist an dem Fig. 7. Tab. IV. abgebildeten noch am meisten von der Kno- 
chensubstanz erhallen, und nur die beiden Endflächen der Körper der Wirbel mit einer dünnen Decke 
von Alaunschiefer bedeckt, die beiden andern sind beinahe durchaus mit einer dünnen Cruste des 
Muitergesleins überzogen, und so mit Schwefelkies durchdrungen, dafs sie bedeutend schwer gewor- 
den sind. 

An dem Wirbel Fig 7. beträgt der Durchmesser von einer Seite zur andern a — b. 27'", von 
dem hinteren freilich abgebrochenen Rande c. bis zu der Aushöhlung für 'das Rückenmark bei d. 
igyi"'; die Länge in der Mitte der unteren Seite des Körpers, von c bis c. \k"'. Die Höhe des Wir- 
bels ist so beinahe dem Halbmesser des Cirkels gleich, den der äufserc Umfang des Wirbels darstellt, 
jedoch ist der Rand des Wirbels etwas unglcicli und steht lyi bis 2"' über die eigentliche glatte Ge- 
lenksflache des Wirbelkörpers vor, und ist an den meisten Stellen abgestofeen. Beide Gelenksflächen 
sind etwas vertieft, und nach oben zu sUirk gegen einander geneigt, so dafs die Länge des Wirbels an 
der Rückenmarksseitc kaum 9'" betrug. In der Mitte der untern Fläche des Wirbels ragte der Rand 
am meisten hervor. Auf jeder Seite findet sich eine Erhöhung f. g., deren Rand abgebrochen ist, und auf 
der Seite eine beinahe dreieckige Vertiefung umgibt, welche vielleicht die Gelenksflächc der Queer- 
fortsalze oder der Rippen bildete, und neben dieser nach hinten und einwärts eine kleine Vertiefung 
welche ohne Zweifel zur Aufnahme des gabelförmigen Knochen (os en chevron) dienten. 

Der zweite Wirbel, welcher Fig 8. mit seiner vordem Fläche abgebildet ist, hat im Ganzen eine 
nieienförmige Gelenksfläclie; ihre gröfsle Breite von a bis b. beträgt beinahe 25'". Die Entfernung des 
«inleren Randes c des Wirbels von dem Rande des Rückenmarkscanais bei d. \k"'- Die Länge in der 
Mitte der unteren Seite des Körpers von e bis d. \i)V". An der Seite des Rückenmarkscanais 7/2'", 
so dafs beide Gelenksflächen gegeneinander geneigt waren. Beide Gelenksfläcken des Körpers waren 
etwas vertieft, der Rand derselben ragte nicht stark hervor, und der Körper des Wirbels war auf der 
unteren Fläche nur leicht der Länge nach gebogen. Zu beiden Seilen befand sich am hinteren Rande 
des Körpers eine dreiseitige Bruchfläche ohne Zweifel von den hier abgebrochenen Seitenforlsätzen. 
Dasselbe war bei dem dritten Wirbel der Fall, der von dem eben beschriebenen wenig in der Form 
abwich, die aber durch den dichteren Ueberzug von Schwefelkies weniger deutlich war. 

Die angegebene wenn gleich noch sehr unvollständige Verhältnisse der Form dieser Wirbel ma- 
chen wenigstens wahrscheinlich, dafs sie einem Thier aus der Classe der Reptilien angehört haben> 
dafs dieses sich von den Crocodllen und allen Amphibien, deren Wirbelkörper vornen eine erhabene, 
hinten eine vertiefte Gelenksflache hat, ferner von den Geosauren, Ichthyosauren, Plesiosauren u. s. w., 
deren Wirbelkörper auf beiden Seiten merklich verlieft sind, und überdlefs durch die Umrisse der Wirbelkör- 
per selbst unterscheide, und sich darin vielleicht noch am ehesten einigen Reptilien aus der Familie 
der eigentlichen Eideclisen nähere, dafs also die Beschaffenheit der Wirbel nicht gerade der Annahme 
widersprechen würde, dafs sie derselben Art zugehört haben möchten, von welchem die vorhin be- 



38 — 



schriebenen Ziähne herrührten. Die Gröfse derselben Avürde jedoch eher zu der Gröfse des Individu- 
ums passen, dem die kleinere Zähne zugehörlen, und dessen Länge etwa auf 8 bis lo' geschätzt wer- 
den könnte, "während das Individuum, dem der gröfsere Zahn zugehörte, ohne Zweifel mehr als noch 
einmal so grofc gewesen wäre. 



2)SALAMANDROIDES. 

An den Tab. V Fig. i. und 2. abgebildeten Bruckstücke eines Hinterkopfes konnten die beiden 
Gelenksfortsätze vollkommen von dem Muttergestein entblöst werden, und sie waren glücklicherweise 
so vollkommen erhalten, dafs sie wenigstens zur Vergleichung mit den Hinterhauptsknochen anderer 
Reptilien dienen konnten, was um so erwünschter war, da die übrigen Theile dieses Kopfes dazu nicht 
zu benützen waren. Zu einer Vergleichung dieses Knochens mit dem anderer Reptilien mufste mich 
zunächst nicht nur das gleichzeitige Vorkommen anderer Ueberreste von Reptilien in derselben Ge- 
birgsart veranlassen, sondern auch das Ansehen des frischen Bruchs der Knochen, und die der gröfse- 
ren Thieren anderer Classen der Säugeihiere namentlich fremde Verhältnisse des Baus und der Stellung 
dieser Gelenksfortsätze. Die Gelenkstheile dieser Fortsätze standen gleichsam auf einem Fufse, von 
welchem aus eine gewölbte Fläche zum Rande der Gelenksfläche selbst sich erhob. Der Umfang die- 
ser war im ganzen eirund, und auf der gegen den andern Gelenksfortsatz zugeneigten Seite hoch ge- 
wölbt. Der Abstand zwischen beiden Gelenksfortsätzen von m bis u. betrug 7'/='" 

der Abstand von m bis o=2&>/l^"' 

der Abstand von n bis p=28'". 

Die Breite von q bis r = 23y'2'" 

die Breite von s bis t. nur 21'" 
indem diese Gelenksfläche etwas zusammengedrückt, und daher kleiner zu seyn schien. 

Auf der unteren Seite Fig. 2. erkennt man in dem Raum zwischen beiden Gclenksfortsätzen zwei 
kleine Erhöhungen I, k., welche einen beinahe dreieckigten vertieften Raiun rückwärts begränzen, der 
wohl als die Oeffnung des Hinterhaupts angesehen werden kann. 

Auf der oberen Seite würde der zunächst den Gelenksfortsätzen gelegene Theil noch zu dem 
Hinterhaupt zu rechnen seyn, und der vorwärts gelegene als Seiienwandbein, an welchem sich denn 
bei n. das os tympaniticum angelegt hätte. Diese Deutung der Knochen, welche ich nach der von 
Cuvier Tab. 26. Fig. 3. 4. 5 gegebenen Zeichnung der Salamandra gigantea versucht habe, scheint 
mir vorerst die wahrsheinlichste zu seyn. Die starke Hervorragung und Theilung der Gelenksfortsätze 
des Hinterhaupts kommt unter den Reptilien nur in der Familie der Batrachier vor, und namentlich 
würde der fossile Hinterkopf am meisten dem der Salamander, des Acholots und dem zuerst von 
Scheuchzer für einen versteinerten Menschen gehaltenen fossilen Salamander aus dem Oehninger Schie- 
fer sich nähern, womit sich dann auch die Deutung der übrigen Theile des hier beschriebenen Hin- 
terkopfs, und seine niedergedrückte Form vereinigte, wenn gleich auf letzteren Umstand kein grofses 



- 39 - 

Gewicht gelegt werden kann, da sie sich wohl auch durch den äufsern Druck, den dieser Schädel er- 
fahren mufsle, erklären liefse. Ich möchte daher inzwischen für das Thier, welchem der Hinterkopf 
zugehört hatte, den Namen vSalamandroides giganteus vorschlagen, da es auf allen Fall den Sa- 
lamandroides aus dem Oehninger Schiefer an Gröfse übertrofTen hatte. 



IV) REPTILIEN AUS DEM MUSCHELRALKE. 



In der Sammlung des verstorbenen Dccan Göriz in Aalen, fand ich bei Gelegenheit des Ankaufs 
derselben für den Herzog von Buckingham einen Wirbel von Ichthyosaurus, aus der oberen Schichte 
des etwas Eisen enthaltenden Mergels, der wahrscheinlich durch Verwitterung des Lias sich bildet, einen 
kleinern im Liasschiefer selbst, und in der festeren Abänderung desselben ein Bruchstück eines platten 
Knochen, höclist wahrscheinlich von einem Ichthyosaurus 5 aufserdem fand ich aber in dieser 
Sammlung in einem Stücke mageren gelblichen porösen Kalksteins, wahrscheinlich aus der Liasforma- 
tion "Würtembergs, einen platten Knochen, dessen Abbildung ich nur nach einem flüchtigen Umrisse, 
den ich vor Absendung der Sammlung nach England entwerfen konnte Tab. IV. Fig. 3., mittheile. Die Farbe 
des Knochen ist bräunlich-grau. Seine Form gleicht nicht blofs in der Ausbreitung des platten Tlieils 
des Knochens, sondern auch in der Form und Länge des gegen die Gelcnksfläche zu schmäleren Theils 
und in der Form der Gelcnksfläche selbst, am meisten dem Os pubis des Plesiosaurus, und zwar 
ist er dem Os pubis des PI. dolicliodcirus, den Conybeare auf der Rösten Tafel des ersten Bandes der 
zweiten Reihe der Trans, of de gcol. Soc. mitgetheill hat, mehr ähnlich als dem ohne Zweifel gleich- 
falls einem Plesiosaurus zugehörigen Os pubis, das bei Lüneville gefunden und Tab. XXII. Fig. 1 k. von 
Cuvier abgebildet ist, auf welcher zugleich Fig. 3. eine Abbildung des Os pubis eines sehr grofsen 
Crocodils von Honfleur sich findet, durch welche die Uebereinstimmung mit der dieser Familie über- 
haupt zukommenden Form des Os pubis, so wie insbesondere die] Form seiner Gelenksfläche noch 
mehr erläutert wird. 

Wenn ich gleich nicht mit Bestimmtheit den Fundort dieses Knochen angeben kann, so zweifle 
ich doch kaum, dafs Hr. Decan Göriz ihn in Würtemberg gefunden habe, da er vorzugsweise aus den 
zur Jura-, Lias- und Kreideformation gehörigen Gegenden Würtembergs seine Sammlung zusammen- 
brachte. Auf den ersten Anblick würde der flache Thell dieses Knochens mehr Aehnlichkelt mit 
dem Brustknochen a. des Ichthyosaurus, als mit dem Os pubis desselben haben, der Form des Os pu- 
bis des Geosaurus und des Crocodils nähert er sich auf jeden Fall weit weniger, als der des Plesio- 
saurus. Der Einwurf, dafs bis jetzt sonst keine Knochen des Plesiosaurus bei uns gefunden worden 
sind, kann aber das Resultat dieser Verglelchung nicht entkräften, da ja auch von dem Gavial aufser 
dem in Dresden aufbewahrten Exemplar bisher, so viel mir bekannt ist, keine Spur, und von dem 



— 4o — 

Geosaurus nur erst kürzlich die oben angeführte vier Wirbel, sonst aber keine Ueberreste in der doch 
an Ueberrestcn von Ichlbyosauren verhäliuifsweise reicheren Gegenden gefunden worden sind. 

Die voranstehende Bemerkungen waren bereits am Schlüsse der Beschreibung der in der Liasfor- 
mation aufgefundenen Reptilien abgedruckt, als ich von Hrn. v. Alberti die oben pag. 2. Note 3. an- 
geführte in dem Muschelkalke aufgefundene Ueberreste von Reptilien erhielt, welche es mir wahr- 
scheinlich machten, dafs auch der in der Sammlung des verstorbenen Decan Göriz gefundene Kno- 
chen nicht einer der festeren Schichten des Liasschiefers, sondern einer der Schichten des Muschel- 
kalks angehört haben. 

Später erhielt ich von Hrn. v. Alberti noch mehrere Knochenüberreste, von denen jedoch nur 
wenige genau bestimmbar waren, und ich begnüge mich daher jetzt blofe von diesen eine kurze Be- 
schreibung zu entwerfen, da zu hoffen ist, dafs in Kurzem mehrere und bezeichnendere Ueberreste in 
dem Muschelkalke aufgefunden werden werden. Ich beziehe mich daher auch in Absicht auf die 
Characteristik der verschiedenen Schichten ganz auf Hrn. v. Albertis angeführte Schrift, und führe die 
Ueberreste nach den Schichten auf, in welchen sie gefunden wurden. 

Einer von Hrn. v. Alberti erhaltenen Nachricht zu Folge, linden sich die Ueberreste zum Theil 
A) in dem poroesen Kalkstein (Dolomit) §. 95. der angeführten Schrift, und ohne Zweifel war der in 
der Sammlung des Decan Göriz gefundene Knochen eines Plesiosaurus aus dieser Schichte, aus wel- 
cher ich indefs keine weitere Exemplare erhielt, oder aus der folgenden. 

Die Mehrzahl der Ueberreste sind nämlich B) aus den Schichten des Kalksteins von Fiiedrichs- 
hall §. 82., welche den Uebergang zu dem poroesen Kalkstein machen; C) theils aus den untern 
Schichten über den an Trochiten reichen Schichten; D) in dem wellenförmigen Kalkstein §. 55. sol- 
len die Reptilienreste gleichfalls häufig seyn. 

Aus der Schichte B. erhielt ich 1) den Abdruck eines der Länge nach gethellten Zahns, mit we- 
nigen Ueberresten der Substanz desselben. Er hatte eine langgestreckte conische Form und zwei Wur- 
zeln, von welchen die eine unter einem wenig stumpfen Winkel von der Basis des Zahns abging, die 
andere, von welcher nur der Anf;ing In dem Steine sich abgedrückt hatte, in mehr gerader Rich- 
tung abwärts zu gehen schien. Die Länge des Zahns von der Basis unmittelbar über der schief ab- 
wärts gehenden Wurzel bis zu der abgerundeten Spitze betrug 37'", die Breite an der Basis 9'", un- 
terhalb der gewölbten Spitze nicht ganz 4'"- Zunächst unter der Spitze war noch die Substanz des 
Zahns erhalten, deren Mitte ein cylindrischer Canal einnahm. 

2) Ein kaum zwei Linien langer conischer sehr spitziger Zahn war den kleinen Zähnen d. in dem 
Abdrucke des Kopfes des Ichthyosaurus tenuirostris Tab. IL Fig. 9. sehr ähnlich. 

3) Ein 6/2'" langer, auf der Basis I/2'" breiter Zahn war grofsentheils in der Gebirgsmasse ver- 
steckt, doch liefs sich deutlich erkennen, dats er eine eonisch-zugespitzte Form hatte, und dafs seme 
Spitze, welche der Länge nach zersprengt war, nicht ganz mit Zahnsubstanz ausgefüllt war. Ob die 
auf der Oberfläche bemerkliche Streifen bis zur Spitze reichten, ist an diesem Exemplar nicht be- 
stimmt nachzuweisen. 



— 41 — 

4) Ein elM'a 'V langes Knochcnslück, welches auf drei Seilen von der Masse des Steins einge- 
schlossen ist, zeigt auf der freien Oberfläche viele erhabene Queerleisten, welche den auf der Ober- 
fläche der Schnauze der Gaviale bemerklichen Queerspalten einigermafsen entsprechen. Die Breite des 
Abdrucks nimmt von hinten nach vorncn nur wenig ab, sie beträgt an dem vordem Ende nur \o'". 
Nach hinten zu scheint sich an die Seite dieses Abdrucks ein nach vornen spitzig zulaufender Kno- 
chen angelegt zu haben. Auf der Queerbruchfläche bildet der freilich nicht deutlich umschriebene 
Knochen ein unregelmäfsiges Viereck. Auf der oberen freien Fläche finden sich einige Ueberreste von 
Knochensubstanz und einige glättere Stellen, welche vielleicht als Ueberreste von Schuppen angesehen 
werden könnten. Von Zähnen findet sich keine deutliche Spur; doch ist vielleicht die Vermuthung 
gestallet, dafs diese Knochen- Ueberreste einem dem Gavlal ähnlichen Thiere zugehört haben möchten. 

5) Ein der Länge nach zersprengter Körper eines Wirbels Lst In seinem mittleren Theile etwas 
schmäler als an beiden Endflächen, welche eben sind. Die Breite desselben an der einen Endfläche 
beträgt \V/-.'", an der andern n'", In der Mitte 9'". Die Länge des Wirbels 12 '/s'". Eine von dem 
Wirbelkörper seitlich abgehende Apophyse verliert sich gleich In der Masse des Steins. Es erhellt 
daraus wenigstens, dafs dieser Wiibel weder einem Crocodll noch einem Ichthyosaurus, eher einem 
Geosaurus oder Plesiosaurus zugehören konnte, wiewohl er auch nicht ganz dazu zu passen scheint. 

6) Ein ebenfalls zerbrochener platter Knochen nähert sich ziemlich dem Oberarmknochen des 
Plesiosaurus. 

C) Aus den untern Schichten des Kalksteins von Friedrichshall über den an Trochlten lelchen 
Schichten erhiell ich 

1) einen in Kalksleinmasse eingeschlossenen nur auf einer Seile freien Zahn. Die Farbe seiner 
Oberfläche ist llchte-haarbraun. Ein kleiner Tliell seiner Oberfläche ist in die Queerc abgesprengt 
und seine Höhlung ist mit einer bläulichen spalhlgen Subslanz ausgefüllt, die jedoch so innig mit der 
Masse des Zahns verbunden ist, da(s Ich sie nicht als eine fremdartige Ausfüllungsmasse, sondern als 
den festen Kern des Zahns selbst ansehen möchte. Eine von dem Zahne unterschiedene Wurzel lälst 
sich nicht erkennen. Er hat eine Länge von 11'", und an seiner Basis eine Breite von i'/i"'. Er 
hat eine conische Form, scheint jedoch nicht scharf zugespitzt gewesen zu scyn. Er ist rückwärts ge- 
bogen und der Länge nach gestreift Die Streifen gehen von der Basis bis zur Spitze, sie sind her- 
vorstehend oder durch Rinnen von einander getrennt. Demnach würde der Zahn am meisten mit 
dem von Cuvier Tab. XX. Flg. 10. abgebildeten Zähne von Lüneville selbst in Absicht auf Gröfse 
iJ)erelnkommen und noch deutlicher mit dem jedoch gröfseren Zahn, welchen Conybeare Tab. XV. 
Flg. 11. des ersten Bandes der zweiten Reihe der Schriften der geol. Societät abgebildet hat. Letzterer 
gehörte nach der Vermuthung Conybeares einem Plesiosaurus zu, und wenn auch gleich dieser Zahn 
nicht ganz mit dem Tab. XIX. Fig. 5. von Conybeare abgebildeten ohne allen Zweifel einem Plesio- 
saurus zugehörigen Zähne übereinkommt, so nehme ich doch keinen Anstand, den in dem Muschel- 
kalk bei Friedrichshall aufgefundenen Zahn für einen Zahn des Plesiosaurus anzunehmen, da er wenig- 

Jiiger über Reptilien. Ö 



^. 4a _ 

stens mit den Zähnen des Plesiosaurus mehr als mit denen eines andein Reptils und namentlich des 
Ichthyosaurus übereinkommt. 

2) Gleichfalls in der Masse des Steins eingeschlossen war der Körper eines AVirbels. Von dieser 
"War Cr durch seine gelblichweise Farbe ausgezeichnet, und in der Mitte, wie es schien, durch theil- 
■weise Anflösung seiner Substanz löcherig geworden. Seine Lange betrug 7"', seine Breite in der Mitte 
8'", an beiden G elenksflachen 9'4 Beide Gelenksflächen waren etwas jedoch nur flach vertieft. Spu- 
ren von Fortsätzen konnten an ihm nicht bemerkt werden. 

D) Aus dem wellenförmigen Kalkstein (§. 55. Alberli) erhielt ich bis jetzt blofs 1) einen kleinen 
loosen Wirbel eines Ichthyosaurus, und 2) ein in Steinmasse grofsentheils eingeschlossenes Bruchstück 
ohne Zweifel eines Zahns. 

Wahrscheinlich gehörte dieser Schichte ein von Hm^ Bergralh Dr. Hehl bei Schönthal gefunde- 
ner Knochen der beiläufig 6'" breit, und einem Bruchstücke eines Unterkiefers oder vielleicht noch 
mehr des Stachels eines Balistes oder eines Silurus ähnlich ist ')• 

Von den in den verschiedenen Schichten des Muschelkalks vorkommenden Reptilien, würde der 
Zahn B. 1., eine neue Gattung von Reptilien oder Fischen vermuihen lassen. Der Zahn B. 2. konnte 
einem Ichthyosaurus zugehört haben, ebenso der Zahn B. 3., doch könnte er auch einem Plesiosaurus 
zugehört haben. 

Der Abdruck B. 4- scheint aber ein dem Gavial ähnliches Reptil anzuzeigen, und vielleicht ge- 
hörte diesem der Wirbel B. 5. und der Knochen B. 6. zu, der für sich dem Oberarniknochen des 
Plesiosaurus nicht unähnlich wäre. 

Von den aus der Schichte C erhaltenen Knochen würde der Zahn nr. 1. am ehesten dem Ple- 
siosaurus zugeschrieben werden können, so wie der Wirbel nr. 3 , an welchem das Verhältnifs der 
Länge zur Breite gröfser als in der Regel bei den Ichlhyosauren ist, sicli aber doch mit dem bei den 
Plesiosauren theilwelse beobachteten vereinigen liefse. 

In dem wellenförmigen Kalkstein D. ist man berechtigt, das Vorkommen einer Art von Ich- 
thyosaurus anzunehmen. 



1) Es wurde oben m". i. bemeilit, daTs in ilem kürnigen Thonciseustein von Aalen bisher keine Versteinerungen von Wirbellliieren 
oefunden worden seyen. Kürzlich erhielt ich jedoch von da ein Bruclistiick eines der Länge nach etw.« gebogenen Knochens, der 
mir iheils mit dem von Websler im 2len Bande der 2lca Reihe der Schriften der geol. Soc. Tab. VI. Fig 9. iheils insbeson- 
dere mit dem von de la Bcche Tab. IV. Fig. i. und 2. im istcn Bde der 2teu Reihe der Schriften der gcol. Soc. abgebildeteo 
Knochen die größte Aehnliclikeit zu haben scheint. Der hintere Theil des Knochen ist eheiiniUs glatt, der übrige der Länge nach 
"cstreift und zwar bilden die Streifen erliabcne durch linienbreite Rinnen von einander geschiedene Leisten, welche zum Theil 
sich miteinander seitlich vereinigen. Gegen das hinlere Knde bildet dieser Kno.hen auf der coucavcn Seite eine hohle Rinne, 
die sich etwa 1" oberhalb des Anfangs der Streifen schliefst und als ein hohler hier jedoch durch die Masse des Eisensaadsteins 
aui"efüllter Canal sich durch den übiigcn Theil des Knochens fortsei?,!, in dessen Mitte er auf der vordem Bruchdäche erscheint. 
Spuren von Zähnen bemerkt man an dem Knochen nicht. Die Vermulhung von de la Beche, dafs der von ihm in der Liasfor- 
raalion auf-efundcne Knochen der Slachcl eines Balistes gewesen seyn müihlc, scheint allerdings viel für sicli zu haben, und vie- 
leichl auch auf den bei Aalen gefumlenen Knochen anwendbar zu seyn, doch weicht dieArt der Einlenknr.g der Stacheln der Bahstes 
und auch der Stacheln der Silurus bei mehreren Arien, welche ich untersuchen konnte, von der hei dem fossilen Exemplar 
anzunehmenden ab. Auf jeden Fall ist aber der in England und in Würtemberg vorkommende Fisch der Art nacli verschieden, 
jedoch von zicmlicli gleicher Gröfse. 



- 43 — 

RESULTATE. 



i) Den voranstellenden Beobachtungen zu Folge wären also bis jetzt -wenigstens eilf verschiedene 
Arten von Reptilien, welche wahrscheinlich acht verschiedenen Gattungen zugehören , vorzüglich in 
vier der in Würtemberg vorkommenden Gebirgsforniationen aufgefunden "worden, aus welchen bisher 
nur eine Art, nämlich der Gavial von Boll, nach einem in Dresden befindlichen Exemplar bekannt war. 

Es finden sich nämlich: 

I) In der Liasformation und zwar vorzugsweise in dem Llasschiefefr : 

i) Crocodilus Bollensis. 

2) Geosaurus Bollensis. 

3) Ichthyosaurus platyodon. 
k) Ichthyosaurus communis. 

5) Ichthyosaurus intermedius. 

6) Ichthyosaurus lenuiroslris. ^ 

7) Plcsiosaurus ? 

II) In dem Dolomitsandstein der bunten Mergelformation: 

1) Cylindricodon. 

2) Cublcodon. 

III) In dem Alaunschiefer: ^^ 

1) Der Massodonsaurus. ' tP 

2) Salamandroides giganleus. 

IV) In dem INIuschelkalke: 

1) Plesiosaurus. 

2) Ichthyosaurus. 

3) Ein drittes noch unbekanntes Reptil. 

2) Es ist nicht unwahrscheinlich, dafs in dem Liasschiefer noch eine fünfte Art von Ichthyosaurus 
vorkomme. Die Knochen \on Ichthyosaurcn kommen in demselben überhaupt am häufigsten vor, 
und unter diesen die des Ichihyos, tenuiroslris. Das Vorkommen von einem Gavial, und von dem 
Geosaurus ist nur durch einzelne Exemplare nachgewiesen, das Vorkommen des Plesiosaurus bis jetzt noch 
zweifelhaft. In den untern Schichten der Liasformation, nämlich dem Gryphitenkalke und der eisen- 
haltigen Abänderung desselben finden sich Spuren von Reptilien, welche noch keine bestimmte Deu- 
tung zulassen, es ist jedoch wahrscheinlich, nach den bei Amberg In Baiern aufgefundenen Exempla- 
ren, dafs in dieser Schichte der Liasformation auch mehrere Reptilien namentlich eine Art von Cro- 

codil oder Gavial vorkomme. 

6 * 



— 44 — 

3) Von diesen Reptilien des Liasschiefers finden sich wenigstens zwei nahe verwandte Arten, näniHch 
ein Crocodil und ein Geosaurus zugleich auch in dem Schiefer bei Monheini, welcher die obere, so wie 
der Llasschlefer die unlere G ranze des Jurakalks bildet. Die Ueberreste dieser beiden Arten sind aber 
bis jetzt so selten, dafs sie dadurch für die Veglelchung der Gebirgsschichten weniger dienen können. 
Dagegen sind die Ueberreste von Ichlhyosauren in England und Frankreich und in neuerer Zeit auch 
an mehreren Orten in der Schweiz und in Deutschland gefunden worden, und namentlich wurde ihr 
Vorkommen in den verwandten Schichten in der Gegend von Altdorf, von Banz und von Amberg an- 
geführt. 

4) -Mit den Uebcrrcsten von Reptilien enthält der Llasschlefer zugleich andere Tliiere und Pflan- 
zen, welche der See eigenthümlich sind. Die Annahme, dafs die Reptilien, deren Ueberreste in Ihm 
vorkommen, gleichfalls der See angehört haben, für ■welche schon die Conformatlon dieser Thiere 
.spricht, wird also auch durch andere sie begleitende Fossilien aufser Zweifel gesetzt. 

5) Namentlich ergibt sich aus dem Bau der Füfse der Ichthyosauren und Pleslosauren , dafs sie 
beinahe ausschllefsllch in Wasser leben mufsten, während der fossile Gavial und der Gcosüurus ohne 
Zweifel wie die jetzt lebenden Crocodilc sowohl im Wasser als auf dem Lande leben konnten. Die 
Beschaffenheit der Riefer und der Zähne aller dieser Thiere scheint sie mehr zur Flelschnahrung als 
zu vegetabilischer Nahrung tauglich gemacht zu haben. 

6) Die in dem Dolomilsandstcin aufgefundene Ueberreste von Reptilien scheinen bis jetzt unbe- 
kannten Arten zuzugehören und auch das Vorkommen von Reptilienknochen in diesem Sandsteine sonst 
nicht beobachtet worden zu seyn, was allerdings aulfallen mufs, da dieser Sandstein an mehreren Orten 
hohe Wände bildet, und viele Brüche In ihm angelegt sind '). 

7) Die In dem Dolomit-Sandsteine vorkommende Rcplillen begleiten keine Ueberreste anderer 
Thiere und Pflanzen. Die tieferen Schichten der Keuperformatlon sclillefsen zwar Pflanzen ein, wel- 
che mehr dem süfscn Wasser eigen zu seyn scheinen, und sie lassen sich also nicht geiadc in be- 
stimmte Beziehung zu den in den höheren Schichten vorkommenden Ueberresten von Reptilien brin- 
gen. Diese selbst geben keinen Aufschlufs, ob die Thiere, welchen sie zugeliört haben, im Wasser 
oder auf dem Lande gelebt haben; aber die BcschafTenhelt der Zahne des Cvlindricodon soAVohl als 
des Cublcodon macht es sehr wahrscheinlich, dafs sie von Vegelabilien gelebt haben. Es wird sich 
wohl erst, wenn mehrere Ueberreste dieser Thiere zusammengebracht sind, entscheiden lassen, ob die 
angeführte beide Arien als besondere Gattungen für sich beslehen oder vielleicht mit dem Iguanodon 
und mehreren lebenden Reptilien wenigstens zu einer Familie pflanzenfressender Reptilien vereinigt 
werden können, fiir welche ich den Namen Phylosaurus vorschlagen möchte. Der Iguanodon kommt 
zwar auch in einem Sandstein vor, niimllch dem Sandstein des Walds von Tllgatc (.Tilgate Forest) je- 



1 1 Für ilic Vergleicliung des Vorkommens der in der Keuper- und Liasformalion in Würlemberg anfgcfundeaen Reptilien dilrfie eine 
Unlersucliung der Gegenden von Würzburg, Bamberg, Bayreuth, Amberg vielleicht von besonderem Interesse seyn, da sich die von 
mir beschriebenen Pflnnzenversteinerungen, welche in einer tieferen Schichte der Keuper-Fornialion in Würtemberg sich finden, 
auch in der Gegend von Würzburg vorzukommen scheinen, wo ich wenigstens ausgezeichnete Exemplare des Calamites arcna- 
ceHs sah. 



- 45 - 

doch läist sich daraus, wenn aucli die nähere Verwandschafl des Cyhndricodon und Cuhlcodon mit 
dem Iguanodon entschieden Aviire, kein Beweis für die Uebereinstinimung der Schiclitcn, in welchen 
beide vorkommen, abnehmen, da der Sandstein von Tilgate nicht blofs durch die grofse Zahl und 
Mannigfaltigkeit der in ihm vorkonmienden fossilen Thlere und Pflanzen, sondern auch durch die Ver- 
hältnisse der Auflagerung von dem Dolomitsandstein in Würtemberg abzuweichen scheint. 

8) Von den in dem Alaunschiefer bei Gaildorf vorkonmienden Reptilien scheint der Mastodonsau- 
rus von den bisher auch in andern Gegenden gefundenen fossilen Reptilien abzuweichen, dem Sala- 
mandroides entspricht dagegen, wie es scheint, eine verwandte Art in dem Oehninger Schiefer. Die 
zugleich aufgefundene Wirbel können noch nicht mit Gewifshcit dem einen oder dem andern oder 
einem dritten Reptil zugeschrieben werden. Die mit diesen Ucptilien zugleich vorkommende Ueber- 
reste von Pflanzen geben noch keinen genügenden Aufsclilufs, ob sie dem JNIeere angehört haben, wohl 
aber lafst sich diels von den sie begleitenden Muscheln annehmen, und] es Avird somit auch daraus 
wahrscheinlich, dafs die sie begleitende Reptilien Seeihiere gewesen seyen, wofür allerdings Ihre unge- 
meine Gröfse spricht, bei der sie denn auch in Rücksicht auf Nahrungsweise weniger beschränkt ge- 
wesen seyn mochten. Diese läfst sich nur In soweit negativ bestimmen, dafs in der Beschartenheit 
der Zähne kein Beweis liege, dafs sie voszugsweise oder ausschllefslich von Pflanzen gelebt haben. 

9) Die Reptilien des Muschelkalks gehören ohne Zweifel der Gattung ') Plesiosaurus, Icluh) osaurus 
und vielleicht einer dritten dem Crocodil näher verwandten Gattung an. Sie kommen Avic die ver- 
wandte Gattungen des Liasschiefers mit Üeberrestcn von andern Seethleren vor, und zAvar wie es 
scheint unter ähnlichen Verhältnissen auch in andern Ländern, namentlich in Frankreicli in der Ge- 
gend von Lüneville. Ob der Zahn C. nr. 1. einer neuen Art von Reptilien zugehöre, oder einer den 
Squalus verwandten Art von Fischen, mufs ich nocli uncntsclileden lassen. Die Art der Befestigung 
mittelst zAveier dlvcrglrender Wurzeln, und das gröfsere Verhältnlfs der Länge des Zahns zu seiner 
Breite nähert diesen manclien sogenannten Glossopetern, doch weicht er, so viel mir bekannt ist, von 
den in Absicht auf Form sonst ähnlichen Zähnen der Iclienden sowohl als der fossilen Arten von 
Squalus durch die abgerundete Form seiner Spitze und selbst aucli durch seine Gröfse ab. 

Aulser diesen Zeugnissen für die Üeberclnstlmmuiiu der Sclilchtcn des Muschelkalks in unsern Ge- 
genden und bei LüncA lue fand Hr. v. x\lberti auch den Rhvncholithes Galllardotii '), den GalUardot 
aus der Gegend von Lüneville, Blumenbach aus der Gegend von Göttingen beschreibt, und den ich 
kürzlich auch mit Pihyncholltes liuundo^) von Hrn. Grafen von -Alünster aus der Gegend von Bayreuth 
erhielt. Es verdient dlels um so mehr angeführt zu werden, da nacli den Ton Dessalines d'Orblgny ') 
angeführten Beobachtungen diese Versteinerungen unter die für einzelne Gebirgsschlchten bezeichnende 
gehören dürften. 

i) Noch kürzlicli erliiell ich von Hrii. Cameralist AVecklierlin mehrere Exerapliuc des [loroscii Kalksteins bei Rotenmünster mit /ahl- 
reichen Ucherreslen von kleinen Zahnen und Schuppen, welche ohne Zweifel Reptilien zugehorten. 

2) Cuvicr und Gaillardot sur les OS Seche fossiles Annalcs des Sciences nalu.elles i'orn. II. Tab. XXU. Fig. ii. 

5) Ebend. Fig. 17. 

4) Ebcnd. Tom. IV. " 



^ '• _ 46 — 

# lo) Die angefiilirtc Replillen ergänzen die Reihe der verschiedenen Formen, -welche die verschie- 
denen Famihen und Gattungen der Reptilien untereinander und den übrigen Classen von Thieren 
namtlich den Säugethiercn und Fischen nähert, auf eine merkwürdige Weise, so wie ihr Vorkommen 
vielleicht die Verwandtschaft der Gebirgsschichten in verschiedenen Ländern beurkundet, und ihre 
weitere Vergleichung bleibt daher fiir den Zoologen und Geognostcn eine Aufgabe, für deren Lösung 
ich hier nur einige Malerialicn zu liefern hoffen konnte. 



ERKLÄRUNG DER ABBILDUrsGEN ') =)• 



Tab. I. Ichthyosaurus (pag. 7.). 

Fig. 1. C/j) Der Kopfj) des Ichthyosaurus communis (aus der Sammlung des Königl. Gymnas.) von 
oben und von der Seite. 
It.Ii. Die Nasenknochen, b) oberer Zahnknochen (os dentale), c) Jochknochen (os jugale). 
H) Stirnhnochen. o. Die Augenhöhlen, u. der Zahnknochen des Unterkiefers. 

Fig. 2. ('/j) Derselbe Kopf von unten und von der Seite. 

g^. Deckknochen (os operculare). n. Vielleicht Bruchstücke der ossa phcrygoidea. v. Wirbel. 

Fig. 3. ('/i) Bruchflache desselben Kopfs mit derselben Bedeutung der Buchstaben. 

Fig. 4. 0/5) Scelet des Ichthyosaurus intermedius auf einer 4' 5" (Par. Mas) langen, 2' 6" breiten 
Platte (aus der Sammlung des Königl. Gymnasiums). 
R. Der Kopf eines kleineren Thlers. o. Die Augenhöhle, b. Der Oberkiefer, u. Der Unterkiefer. 

V. Spuren von Wirbeln. 
H. Klümpchen von Schwefelkies. ■«. Eine schlecht gezeichnete Abbildung von eines Mytulites wovon 

unzählige aber meist verstümmelte Exemplare die Oberfläche der Platte bedecken, 
d. e. Wahrscheinlich Theile von Brustknochen, h. Oberarmknochen, i. Speiche. 1. Ellenbogen- 
knochen, m. Handwurzel- und Zwischenhand -Knochen. n. Gelenke. f. Beckenknochen? 
t. Schenkelknochen, m. Knochen des Unterfufses. v. Fufswurzel- und Mittelfufs- Knochen, 
p. Spur einer Pfanne, s. Knöcherne Fäden. 

Fig. 5. ('/j) Eine Wirbelsäule (Sammlung des Gymnasiums) in drei Theile A, B, C zerbrochen und von 

den Seiten etwas zusammengedrückt. 
Fig. 6, C/j) Ein grofser Wirbel des Ichth. communis mit deutlicher conischer Vertiefung des Körpers. 

S. Stachelfortsatz, g. g. Gelenksfortsätze, t. Seitentheile. f. Untere Seite (Samml. des G)'mn.) 

Fig. 7. C/j) Zwei Wirbel u. v. (Sammlung des Landwirthschaft-Vereins) mit eisenhaltigem Mergel überzo- 
gen, U. zeigt auf beiden Seilen die conische Vertiefung des Körpers, von welchen die obere 
einem mit V. noch verbundenen Conus von Mergel aufnimmt. ?/ 

Fig. 8. Umrifs eines in die Queere zerbrochenen Wirbelkörpers (Sammlung des Landwirthschaft-Vereins). 

Note 1. Die meisten Abbildungen sind in natürlicber Gröfse geaeichnet, wo diefs nicht der Fall ist, ist die Verkleinerung durch '/,, % 

angezeigt. 
Note 2. Die ausgezeichnete Exemplare, welche sich iu der Sammlung des Königl. Gymn, fanden, sind vorerst in das Königl. Natura- 

lien-Cabinet gebracht worden, mit welcliem anch die aus der Störrischen Sammlung herriihrende vereinigt sind. 
Note 5. Die verschiedenen Theile des Kopfs sind, um die Vergleichung zu erleichtern, mit denselben Buchstaben bezeichnet, welche 

Cuvier bei Bestimmung derselben in seinem Werke über die fossile Knochen gebraucht hat. 



- 4t — ■ 

Tab. II. I c li t h y o s a u r u s. 

Fig. 9- C/O Der Kopf und ein Theil des Körpers des Ichth. tenuirostris von zwei auf ein.inder pas- 
senden Platten zusammengetragen (Gymn.). 
H. Stirnbein, b. Oberer Zahnknochen, u. Unterer Zahntnocben. ^. Deckknochen, h. Oberarm- 
knochen, in. n. Abdrücke der Knochen des Vorderarms der Handwurzel und der Finger, 
d'. Zähne in ihrer ursprünglichen Lage. d. Zähne in natürlicher Gröfse. 
D. Ein Zahn des Kopfs Fig. i. in natürlicher Gröfse zu leichterer Vergleichung hieher gezeichnet. 
NB. Die zwischen d. und h. vorhandene knöclierne Fäden sind in der Zeichnung Aveggelassen. 

Fig. 10. C/j) Der gröfsere Theil des Körpers und des Schwanzes mit dem Hinterfufse des Ichth. tenui- 
rostris (Königl. Nat. Gab.), f. Beckenknochen, t. Schenkelknochen, m. Unterfufsknochen. 
r. Mittelfufsknochen und Zehen, v. Zwei Schwanzwirbel in natürlicher Gröi'se. 

Fig. n. C/j) Der hintere Theil der Bückenwirbel und der Schwanz des Ichth. tenuirostris (Gymn.) 
y. z. Zu dieser Platte gehörige Schwanzwirbel, welche in dem Königl. Nat. Cabinet gefunden wur- 
den. X. Vertiefter Abdruck der Spitze des Schwanzes. 

Fig. 12. k. Die Köpfe, i. Die Höcker der Rippen a, ß, 7, 8 des Ichth. tenuirostris (Sammlung des 
Landwirthschaft- Vereins). 

Fig. i3. Untere Seite der Fig. 12. s. Stachelfortsätze von Wirbeln des Ichth. communis oder 
pla ty odon. 

Fig. i-i. Sehr gröfse EIppe (Gymn.) nur zum Theil abgebildet. 

A. Unterer Theil. k. Kopf. i. Höcker, welcher durch einen Irrthum des Zeichners durch eine et- 

was zu tiefe Furche von dem Kopfe getrennt ist. 

B. Die untere Seite des Wirbelendes der Rippe. 

C. Der vordere queer abgebrochene Theil der Rippe. 

Fig. i5. C/O Schulterblatt d. und Schlüsselbein a. des Ichth. tenuirostris (Samml. des Landw.-Vereins). 

Fig. i6. ('/,) Linker Vorderfufs des Ichth. tenuirostris (Storr'schc Samml.). h. Oberarmknochen. 
1. Speiche, i. Ellenbogenknochen, m. n. o. Erste Reihe, q. r. s. Zweite Reihe der Handwur- 
zelknochen. 

Fig. 17. ('/i) Aeufsere Seite des linken Oberamknochen des Ichth. tenuirostris (Samml. des Landw.V.)- 
i. Gelensiläche für den Ellenbogenknochcn. 1. Für die Speiche. 

Fig. 18. ('/:) Innere Seite desselben. 

Fig. 19. ('/O Kopf desselben. 

Fig. 20. ('/.) Ein zu dem Fufs Fig. 17. bis 19. gehöriger Handwurzelknochen. 

Fig. 21. {'/,) Hintcrfufs des Ichth. tenuirostris (Königl. Nat. Gab.). Der zu derselben Platte gehörige 
Theil der Wirbelsäule und die auf derselben bemerkte knöcherne Fäden sind weggelassen, 
f. Beckenknochen, t. Schenkelknochen. m. Schien- und Wadenbein, m bis r. Fufswurzelknor 
eben und Zehen, f. t'. Dieselben Knochen der andern Seite. 



Tab. III. 



Fig. 1. Theil der Wirbelsäule und der Rippen des Crocodilus Bollensis (pag. 6.), das sich in dem 
Cabinet zu Dresden belindet, nach der von Hrn. Jacobi verfertigten und von Hrn. v. Soemme- 
ring mitgetheilten Zeichnung. 

Fia;. 2. Ein Paar abgesonderte Wirbel desselben. 



Fig. 3. Sclicnkel- und Schienbeinknochen desselben. 



— 48 — 

Fig. 4. Eine Reihe von 4 Wirbeln des Ichth. tenuirostris (Samml. des Landw.-V.) mit Ineiten Sta- 
clielfoitsatzen, welche über die Erhöhungen (pag. 9.) weggerückt sind, zwischen welchen das 
Rückenmark liegt, c. Hellbrauner Kalkspat!), welcher die Spitze der conischen Vertiefung des 
Wirbels ausfüllt. 

Fig. 5. Sieben loose Wirbel eines Ichthyosaurus (Sammlung des Dr. Hartmann), (pag. 18.) p. q. Avie 

bei Fig. 4- "'• Erhöhung zur Aufnahme des Kopfs der Rippen. 
Fig. 6. Einzelne Theile des Ichth. intermedius auf einer Platte von Ohmden (Samml. des Landw.-V.). 

r. Wirbelkörper, p. Stachelfortsatz eines Wirbels, t. Beckenknochen, f. Oberes Ende des 

Schenkelknochens von oben. f. Oberes Ende des Schenkelknochens von unten, i. Fufswur- 

zelknochen. 

Tab. IV. 

Fig. 1. Vier Wirbel des Gcosaurus. (pag. 7.) a.b. Durchmesser der Gelenksfläche des Wirbels, cd. Durch- 
messer der Mitte des Körpers des Wirbels. 
Fig. 2. Bruchstück eines Beckenluiocliens des Ichth. tenuirostris von zwei Seiten. 
Fig 5. Os pubis eines Plesiosaurus? wahrscheinlich in Muschelkalk. 

a. Mit Steinmasse bedeckter Theil des Knochens, b. freiliegender Theil des Knochen, c. Abdruck 
desselben auf dem Stein, d. Gelenksdäche. 

Fig. 4. Zahn des Mas todonsaurus in Alaunschiefer pag. 35. 
Fig. 5. und 6. Desgleichen von einem kleineren Thiere. 
Fig. 7. und 8. Wirbel aus dem Alaunschiefer, pag. 37. 

e. c. Untere Seite des Körpers, d. Ausschnitt zur Aufnahme des Rückenmarks, f. g. Abgebrochene 
Fortsätze. 



Tab. V. 



Fig. 1. Hinterkopf des Salamandroides aus dem Alaunschiefer von oben. pag. .38. 

p. u. und m. o. Gelenksfortsätze, n. n. Fläche, auf welcher sich vielleicht das Os tvmpaniticum 
anlegte. 

Fig. 2. Dasselbe Hinterhaupt von unten. 1. k. zwei kleine Erhöhungen rückwärts von der Hinterhaupis- 
öffnung. 

Tab. VI. Reptilien des Keupcrsandsleins (Phy tosaurus) pag. 22. 

Fig. J. Ein einzelner Knochen pag. 22. 

Fig. 2. An der Lagerstätte aufgenommene Zeichnung der Lage und Form der in der 

Fig. 3. bis i5. dargestellten Ueberrcste des Cylindricodon pag. 23. 

Fig. 16, Noch nicht genau bestimmbare Versteinerung. 

Fig. 17. bis 22. Ueberreste des Cubicodon pag. 33. 



— /,8 — 

a' 1 I iffi'^i. — n>o ;ir . <^ -a-ir^ ^.^.jar^J--'" ''"= i-^viu t on .. ; T-n 1 r is (Samml. des Landw.-V.) mit breiten Sta- 



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