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Full text of "Bericht"

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^ahms-ßmoM 



des 



jüdiseh'-theologisehen Seminars 

jFränekerseher Stiftung. 



Zur Gedächtniss-Feier für den Stifter, 
Sonntag, den 27. Januar 1901, Vormittags 1 1 Uiir, Wallstrasse 1 b, 2 Tr. 



Voran geht: 
Geschichte der Juden in Schlesien. 

III. Von 1400-1437. 



Von 

Dr. M. Brann. 



Biblio^h^^ 1 



Nachi^ts 




BRESLAU 

Druck von Th. Schatzky, Neue Graupenstrasse 5. 

1901. 



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£73 




/^v/^^' 



— 81 



3. Vom Beginn des fünfzehnten Jahrhunderts bis zum Tode 
König Sigismunds. (1400—1437.) 

Das unverschuldete Elend der Lausitzer Juden am Ende des 
vierzehnten Jahrhunderts^) war nur das ernste Vorspiel zu den 
grösseren Leiden, die in der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahr- 
hunderts über ihre Glaubensbrüder in den benachbarten schlesischen 
Landschaften hereinbrachen. Denn entsetzlicher als je war die 
bürgerliche, wirthschaftliche und gesellschaftliche Lage der schlesischen 
Juden zu Beginn des neuen Jahrhunderts. 

Seit Jahrzehnten galten jetzt die Freibriefe der Herzöge 2) für 
erloschen^.). Des einzigen politischen Rechtes, das die Juden noch 
besassen, des erblichen Heimathsrechtes, waren sie dauernd verlustig 
gegangen. Wem die Mittel fehlten, um von irgend einer Obrigkeit 
einen Geleitsbrief zu erkaufen, der war jetzt als heimathloser 
Geselle so gut wie vogelfrei"*). Von Rechts wegen freilich war es 
kein Geringerer als der Kaiser selber — in jenen Tagen bekanntlich 
zugleich der Oberlehnsherr hier in Schlesien — der jedem seiner 
Kammerknechte wirksamen Schutz für Leib und Leben und Hab 
und Gut verhiess^). In Wahrheit aber ist es ihm bekanntlich nie 
in den Sinn gekommen, eine christliche Obrigkeit wegen eines 
einzigen oder wegen eines Haufens erschlagener Juden ernstlich 
zu peinlicher Verantwortung zu ziehen^). 

Nicht minder verhängnissvoll war weiter die Thatsache, 
dass der GeldhandeF) jetzt der einzige den Juden erlaubte 



1) Oben S. 76 K 

2} Das. S. 14. K), Anh. I. S. I bis V. 

3) Das. S. 45. 54. 60. 

'') Jacob i, cod. epist. Johannis, No. 11. 

5) Stobbe, S. 14 f. 42 f. 45. 204. 219. 

G) Vgl. S. 53. 65. 77 f. 95. 

') Die letzte Nachricht über Grundbesitz der Jnden haben wir aus dem 
Jahre 1417 (Cod. dipl. Sil. IV, Einl. S. 16). Sie betrifft Lazar von Schweidnitz, 
wahr.scheinlich einen Enkel Lazars (Anh. III, S. XXXIV, No.8) und Neffen des 
Bischots Ozer (das. Nr. 9, vgl. S. 73 f.). Doch scheint die etwas unklare 
Notiz (Quatenia [= Gerichtstag] Lazar judei super ejusdem bonis dorn. 
AVenczil. als em die guter geteilt sein zu verkaufen, zu versetzen, renovata 
i't alie quatenie super eisdem bonis ejusdem Judei. que non sunt delete, reno- 
vate) nur auszusagen, dass der Jude das Recht erhielt, die ihm als Pfand- 
nbject zngesy)rochenen Güter zu verkaufen oder zu versetzen, uiclit aber sie 
zu lirbiilteu und selbst zu bewirthschaf'ten. 



— 82 — 

Nahrungszweig war. So sehr es die Unglücklichen in den Augen 
jedes Unbefangenen ehrt, dass sie auch in diesen Tagen der tiefsten 
Demüthigung die Auswucherung und Ausbeutung des Nebenmenschen 
und zwar nicht nur des jüdischen, sondern auch des nichtjüdischen 
Nebenmenschen, als eine schmachvolle Handlung grundsätzlich verab- 
scheuten-), so wenig gab es für sie. da nirgends andere Erwerbs- 
bedingungen ihnen gegönnt waren, eine Möglichkeit, dem zer- 
schmetternden Zwang der Verhältnisse zu entrinnen^). Die Maass- 
regel aber, die sie leichter und schneller bereichern musste und nach 
dem eigensüchtigen Wunsch und Willen der Obrigkeit ■*) auch be- 
reichern sollte, musste zugleich mit eiserner Nothwendigkeit den 
Neid und die Missgunst und alle bösen Leidenschaften in ihrer Um- 
gebung gegen sie entfesseln, während die Thatsache, dass damals 
auch Christen hier in Schlesien mit kirchlicher Erlaubniss wucherten^O, 
sie in keiner Weise entlastete. 

Dazu kam endlich, dass auch hier bereits die breiten Massen der 
Bevölkerung von kirchlichem Geiste durchtränkt und längst daran ge- 
wöhnt waren, den Menschen und Bürger gänzlich im Christen aufgehen 



1) 01)611 S. 5(i. 60. 

2) Yg;]. die reichen Litteraturangabeii in den Commeutareu zu Tur 
Jore Dea c. 160 luid Choscheu Misclipat c. 34. Stobhe"s Urtlieil (S. 234) 
wäre entschieden anders ausgefallen, wenn diese Litteratur ihm ziigänglich 
und bekannt gewesen wäre. 

3) Nur dem gewaltsamen Druck der Verhältnisse nachgebend, haben 
l)ekanntlicb die maassgebenden halachischen Autoi-itäten vom ]"2. Jahrhundert 
an das talmudisclie Verbot, dem NichtJuden auf Zinsen zu leihen, moditiciren 
müssen. Vgl. Tur Jore Dea c 159 und die Commentare dazu, femer für 
das 15. Jahrhundert die EGA. des Jacob Mulin 121. Jacob V^^eil 38 
und Isser lein 302. 301». 342. Vgl. auch Weiss. Gesch. d. Trad. III, 314 f. 

*) Stobbe 8. 24. 113. 131. 2^38. Güdemannlll, S. 182 f. Schalom's 
von Neustadt Aeusserung (Leket Joscher I. 88a) möchte ich doch für 
harmlos halten. Der asketisch fromme :Mann wollte eben auch der 
schwersten göttlichen Heimsuchung durchaus eine freundlichere Seite ab- 
gewinnen. Lipman von Mühlhausen aber, der nach der Art eines echten 
Ai)ologeten überall zuvihderst der Weisung der Spr. Sal. 26. 5 zu folgen 
hatte, konnte das zunächst liegende Argument, dass der Wucher den Juden auf- 
gezwungen sei. getrost bei Seite lassen. Er durfte voraussetzen, dass diese 
That.sache jedem Zeitgenossen wohl bekannt sein werde. 

6) Ergiebt sich mit Deutlichkeit aus den Statuten der Breslauer 
Diöcesan-Synode (vom 25. Mai bis I.Juli 1446), Abschnitt II, No. XIEE, 
woselbst der „Prediger des Evangeliums verpflichtet wird, diejenigen als 
Wnrlierer zu iH'zeichnen. welche Gelder ausleilien, ohne dazu von ihren 
(>l«'ifii V.ilbnn.'bt ■■rbülleii /u hiibiMr-, Vgl. Heyne III, 8, 471. 



^3 



zu lassen. Das eben war das Ergebniss der bevvundernsvverthen kirch- 
lichen Erziehungskunst, dass die Ziele, welche die Provinzial-Synode 
vom 9. Februar 1267 im Auge hatte ^), jetzt als vollkommen erreicht 
gelten konnten. Der Masge der Gläubigen erschien der Jude nun 
nicht mehr als der Anhänger eines gleichgültigen anderen Bekennt- 
nisses, sondern als ein durch die eigene Schuld zu ewiger Knecht- 
schaft verdammter Gottesläugner oder gar als ein von der Vorsehung 
unstät und flüchtig gemachter, verruchter Gottesmörder"). 

Jede Störung der öffentlichen Ordnung, jede Erschütterung des 
wirthschaftlichen Gleichgewichts, jede Erregung des Glaubenseifers 
war darum geeignet, Angst und Grauen in den Judengassen hervor- 
zurufen. Und keiner dieser Schrecken fehlte in Schlesien zu Be- 
ginn des neuen Jahrhunderts. Noch war in Breslau der Pfaffenkrieg 
in lebendiger Erinnerung, während dessen die Stadt einige Jahre 
mit Bann und Interdict belegt war-^). Gleichzeitig gährte es in der 
Bürgerschaft. Die mächtig aufstrebenden Zünfte gönnten den 
„Geschlechtern" nicht die Alleinherrschaft im Rathe. Es ging die 
Meinung, dass die stetig wachsenden drückenden Auflagen nicht 
immer zum gemeinen Besten verwendet würden. Die täglich zu- 
nehmende Unzufriedenheit führte zu Aufläufen und Unruhen, während 
deren der Rath mehrfach gewaltsam entsetzt wurde. Das dauerte^) 



1) Oben S. 10 ff. 

2) Die Statuten der Diücesan-Synode vom Jahre 1446, Abschn. II. 
No. XVril, wiederholen von den Verkehrsbeschränkungen zwischen Gläubigen 
und Ungläubigen nur das Verl:)Ot, bei den .Juden als Ammen, Dienstljolen 
und Tagelöhner Geld zu verdienen, weil „es sich nicht geziemt, dass die 
Kinder der Freien dienstbar seien den Kindern der Magd, da der Tod Christi 
die Christen frei. Jene aber unfrei gemacht hat", imd „weil die treulosen 
Juden durch eigene Schiild einer ewigen Dienstbarkeit unterworfen sind" 
(Heyne a. a. O., S. 478). Von den übrigen Beschwerden sali die Synode 
offenbar darum ab, weil sie inzwischen endgültig erledigt waren. Selbst die 
Hausnachbarschaft der (liristen mit den Juden durfte jetzt, nachdem die 
gesellschaftliche Kluft unüberbrückbar geworden war, geduldet werden. 
Eine Blumenlese der bitteren Worte, mit denen die Synagoge, die sich nicht 
bei lebendigem Leibe beerben lassen wollte, der wunderlichen Geschichts- 
auffassung der Kirche entgegentrat, hat Zunz (Synagogale Poesie S. 437 
bis 455 und Ritits S. 241 f.) zusammengestellt. Selbstverständlich hat die 
Synag. dann im späteren Mittelalter, als das römische Glaubensgericht sich zum 
..Zuchtmeister auch über die jüdischen Flüche und Seufzer" aufwarf, auch 
diese harten Worte blutig büssen müssen. 

'^) Grünhagen I, 2071'. 

*) Markgraf. Stadtbuch [= Breslaiier Stadtbuch. Cod. dipl. Silesiae, 
BJ. XT, Breslau, 1S82, 4], S. XXII ff'. Grüuhagen I, 223 ff. 



— 84 — 

Jahre lang, und wiederholt versuchte der König, durch seinen Macht- 
spruch die Ordnung wieder herzustellen. Aber eben damals sank 
König Wenzels Ansehen immer tiefer. Am 20. August 1400 ent- 
setzten ihn die rheinischen Kurfürsten wegen der grausamen und 
gewaltthätigen Handlungen, die er begangen habe, als einen un- 
nützlichen Entgliederer des Reiches, seiner böhmischen Königswürde, 
und bald darauf führte ihn sein Bruder Sigismund auf Jahr und 
Tag gefangen nach Wien. Ueberall wandten sich die Unterthanen 
schmerzlich enttäuscht von ihm ab, und das schöne Band des Ver- 
trauens, das zu seines Vaters Zeiten die Schlesier mit ihrem Herrscher 
vereinigt hatte, war nunmehr schnöde zerrissen^). In Oberschlesien 
herrschte Jahrzehnte lang während der Oppelner Fehde zwischen 
den Herzögen und dem Breslauer Rath Rohheit und \'erwilderung. 
Von seinem Schlosse aus überfiel Bolko IV. (VI, 22) die vorüber- 
ziehenden Waarenzüge der reichen Breslauer Handelsherren, und 
schon 1405 berechneten die Breslauer ihren Schaden auf die Un- 
summe von mehr als 13.000 Mark-). Als dann einige Jahre später 
der Rath auf des Königs Befehl einen Bruder des räuberischen 
Herzogs, den Bischof Johann von Kujavien (VI, 21), in Breslau 
gefangen setzte, verfielen die Breslauer abermals der Excommuni- 
cation und die ganze schlesische Diöcese dem Interdict^). Auch 
rings in der Nachbarschaft des Landes waltete Unfrieden und 
Gesetzlosigkeit. Im deutschen Reich lag die Königskrone zerbrochen 
am Boden. Zwischen Polen und dem deutschen Orden tobte ein 
wilder Vernichtungskrieg, und in Böhmen und Ungarn hörten die 
Empörungen gegen die Staatsgewalt nicht auf. Ueberall machten 
Räuber und ?>iedensbrecher die Landstrassen unsicher; und aller 
Orten, namentlich aber hier im Grenzlande, war der öffentliche 
Wohlstand zusehends im Rückgang begriffen. 

Dass in diesen bösen Zeitläuften die allgemeine Noth schliesslich 
über Hass und Vorurtheil den Sieg davon trug, kann nicht Wunder 
nehmen. Den über alle Massen sorglosen Fürsten und den stolzen 
Handelsherren blieb zur Abwehr der schweren materiellen Schädigungen, 
unter denen sie dauernd zu leiden hatten, keine andere Wahl, als 



') <; rünlia;;('ii I. 'JOIt. 

2) Die s<hior nnersrh\vin;;li(lK- ]l(ilif der Suimno kann man erniessen, 
wenn tnan erlälirt. dass um .jent" Zeit der städtische Jahresliaushalt sich un- 
geltthr auf 4ö(J() Mk. Einnahme und 4200 Mk. Ausgabe belief. Markgraf 
a. a. 0., S. XXVI. 

=») Grünhagen I, 216 f. 



— 85 — 

wieder einmal Verbindungen mit reichen jüdischen Kapitalisten an- 
zuknüpfen und sie zur Ansiedelung in ihren Mauern zu ermuthigen. 
Mit unverhohlenem Misstrauen traten die Juden in die Verhandlungen 
ein. Durch die traurigen Erfahrungen gewitzigt, suchten sie sich 
von vornherein gegen Unrecht und Ungebühr jeder Art sicher zu 
stellen. Und ihre Forderungen fanden das geneigteste Entgegen- 
kommen^). Selbstverständlich wurden die alten Gerechtsame auf- 
recht erhalten'-^). Ausser der allerdings hoch gegriffenen Jahres- 
steuer, die sie zu erlegen hatten, sollten sie von jeder weiteren 
Auflage frei bleiben. Unbeschadet ihres Friedens, sollten sie ihr 
Geld ausleihen und einfordern dürfen. Ihren Gottesdienst durften 
sie für sich in ihren Häusern, oder auch, wo immer ihnen das 
beliebte, mit Anderen zusammen abhalten. Die Obrigkeit bürgte 
ihnen für die Sicherheit ihrer Person und ihres Besitzes und ver- 
zichtete auf das Recht, ihnen vor Ablauf der Frist den Frieden zu 
kündigen. In Streitsachen sollten die Juden nur durch zwei un- 
bescholtene Christen und durch zwei ehrbare Juden überführt werden. 
Ausserdem wurden einige frühere Bestimmungen modificirt und 
einige neue Zusagen hinzugefügt. In ihrem Glauben sollten sie 
geschützt und durch keinerlei Gewalt zur Aenderung desselben ge- 
zwungen, auch nach bester Möglichkeit gegen jeden Eingriff des 
geistlichen Gerichts sicher gestellt werden. Bei der Eidesleistung 
sollte jede Demüthigung ihnen erspart und jede Verhöhnung ihres 
Glaubens, wie sie z. B, seit 1360 in Leobschütz üblich war^), ver- 



1) Dem ganzen Umfange nacli erhalten iöt uns für diese Zeit zwar 
nur der für „Jacob der echartinne son czum Brege, seyner liawsfruwen vnd 
alle synen kindern, diner, dynerinnen vnd schulmeistern vnd alle die 
hrotesen" (vgl. Anli. III, F. II, 1) ausgestellte Geleitsbrief vom 23. December 
1398 (jetzt gedruckt in Z. X, 228 nach dem Original im Staatsarchiv Liegn.- 
Brieg-WohlaiT II, 232). Man Mrird aber annehmen dürfen, dass auch die 
sonstigen in dieser Zeit erwähnten Urkunden, z. B. die Breslauer am 
20. Januar 1395 für Abraham, Benusch und Abr. v. Butum ausgestellte, 
deren Anfang Geyder in den Schles. Prov,-Bl. Bd. 108 (1838), S. 3 mit- 
theilt — das Original ist verloren gegangen — in allen wesentlichen Punkten 
mit diesem Brief übereingestimmt haben werden. Vgl. übrigens Z. VI, 

No, 122, S. 14. 

2) Vgl. oben S. 15. 55. 

3) Nach Henke (Loslau II, 8. 25) bestiitig-te in diesem Jahre 
Nicolaus I. (?) von Eatibor der Stadt Leobschütz ein Statut, wonach der 
schwörende Jude, genau nach der Vorsclirift des Schwabenspiegels, c. 263, 
auf einer Schweinshaut barfuss stehen und den bis auf die Brust entblössten 
rechten Arm auf die Zehngebote legen musste. 



— 86 — 

mieden werden^). Es sollte vielmehr ihrem Schwur Glauben ge- 
schenkt werden, wenn sie der Darstellung des Thatbestandes die 
einfache P^ormel hinzufügten: So wahr mir Gott helfe und Moses 
Gebote ^). Bei Feuersbrünsten sollten sie unbehelligt bleiben und in 
keiner Weise zur Flucht genöthigt werden 3). Nur müssten sie, 
wenn das Feuer bei ihnen ausbräche, nach dem Stadtrecht eine Mark 
Groschen erlegen. Endlich übernahm die Obrigkeit die Verpflichtung, 
sie nach Ablauf des Friedens sicheren Leibes und Gutes bis zu 
zehn Meilen Entfernung von dem jetzigen Wohnort nach derjenigen 
Stadt zu geleiten, die sie sich zum Aufenthalt wählen würden-^). 
Einige vorsichtige Leute, und darunter besonders diejenigen, die 
auch ausserhalb ihres Wohnortes Geschäfte zu machen gedachten^), 
erwarben noch ausserdem für schweres Geld von den benachbarten 
Landesherren Schutz- und Friedensbriefe ß) in der Ueberzeugung, 



1) Vgl. F ranke 1, die Eidesleistung der Juden in theol. und bist. Be- 
ziehung, 2. Aufl. (Dresden, 1847), S. 2 ff, Stobbe S. 153 und für Schlesien 
das. S. 155, vgl. 263. 

2) „was mir der man adir dy frawe schawlt gipt, des bin ich vn- 
schiüdig, alz mir got helfe vnd Moyses ee", soll die Formel nach der Ur- 
kunde vom 23. December 1398 lauten. Dagegen hatte nach dem c. 1400 ge- 
schriebenen Löwenberger rothen Buch — vgl. Stobbe a. a. 0. — der Jude 
hinzuzufügen: „unde ob du schuldich sis, daz dich biste di gicht unde di 
misilsucht, alse si bistimt naaman unde yezi, unde daz dich verburne daz 
himelische vuer, unde daz dich verslinde die erde, alse si tet nadap unde 
abyut unde dathan unde abyron, unde daz dich daz vallende \\he\ biste, vmde 
daz du virterbis an dime libe und an diner sele und an dime gute, unde 
daz dir gesche also lothis wibe .... unde daz diu sant nimmer gemenget 
werde zu andirme sande, noch iuwerdes grüne, noch inkumes nimmes in 
abrahames schoz, noch inkumes nimmer zu der ufirstandunge, da cristen 
imde iuden unde lieiden vor unsem schepfer irsten suln ..." 

3) lieber die Gefahren, welchen die Juden beim Ausbruch einer 
Feuei-sbrunst ausgesetzt waren, s. oben S. 51, vgl. 52, Anm. 1. Im Jahre 
1415, am 23. October, brach in Ratibor im Hause des Juden Daniel ein 
Feuer aus, welches fast die ganze Stadt einäscherte (Weltzel, Geschichte 
der Stadt Ratibor, S. 88, vgl. Z. IV. S. 117). Von Juden in Ratibor er- 
fahren wir dann erst wieder etwas im Jahre 1445. 

■*) Die letzten beiden Bestimmungen Hessen sich auch die Glogauer 
Juden am 25, Jimi 1440 vom Herzog Wenzel (VHI, 1) und seiner Gemahlin 
Elisabeth verbriefen (Minsberg I, 320, nach lib. niger, vol. IE, No. 118, 
j). 401. Vgl, Bernd t S. 8) imd am 11, Januar 1450 vom Herzog Wlodko 
(VIII, 2) und seiner Gemahlin in ihrer Giltigkeit auf weitere 12 Jahri^ ver- 
längern (Minsberg I. 321 u, lib. nig. vol. IL 8, 105, No. 29). 

') Das thaten z. B. die Schweidnitzer Juden schon um 1380, vgl, Aelt, 
Schweidn. Stadtb. fol. 21, 22, 24, 114 IV. Schmidt, Schweidnitz, I, 113. 

^•) Am 3. Mai 1415 geloben z B, die Rathm. der Städte Brieg, 



nunmehr Alles gethan zu haben, um gegen jegliche Gewaltthat 
gesichert zu sein. 

Die Armen sollten arg enttäuscht werden. Für kurze Zeit 
allerdings herrschte eitel Friede. Es war die Schonzeit, die man 
den Ankömmlingen gönnte, bis es sich der Mühe lohnte, sie zu 
berauben^). Darum ging es zwei Breslauer Bürgern schlecht, als 
sie schon 1396 zur Ermordung der neuen jüdischen Ansiedler auf- 
forderten"). Die Juden aber benutzten die Frist, um sich häuslich 
einzurichten und ihre religiösen Angelegenheiten nach Gebrauch 
und Herkommen zu ordnen. Wahrscheinlich wurden ihnen die 
Grundstücke, in denen vor einem Menschenalter die hingemordeten 
Glaubensbrüder gehaust hatten, zum Wohnort angewiesen^). 
Wenigstens finden wir sie 1453 in sechzehn Häusern auf der 
jetzigen Ursulinerinnen-Strasse ansässig*). Die erste Sorge galt 
der Pflege der Heiligthümer, um derentwillen all das Ungemach mit 
übermenschlicher Geduld ertragen wurde. Dieselben Räume, in 
denen zuletzt die frommen Beter sich zur Andacht und zu reli- 
giöser Belehrung versammelt hatten^), wurden wiederum als Bet- 
und Lehrhaus eingerichtet. Es war das vierte Haus rechter Hand ^) 
„an der Schmiedebrücke"'), das als Synagoge bezeichnet wird^). 



Pitschen und Kreiizbiu'g dem Ratli zu Liegnitz, dass der Friedensbrief, den 
Herzog Ludwig dem Juden Oser xvid seiner Clientel auf zwei Jahre gegeben 
hat, auch von ihnen gehalten werden soll ( S chirr mache r S. 298, No. 469). 
Im Jahre 1435 erfährt man, dass Kiissiel in Breslau unter dem Schutze des 
Königs von Polen stand (Urfehde vom 4. April 1435. Anli. IV, No. II 

1) Vgl. Stobbe S. 15. 189. 

2) St.-Arch. Lib. excess. et sign. 1396, fol. 2. Stobbe S. 288. Was 
ihnen geschah, wird allerdings nicht angegeben. 

3) Oben S. 28. 

4) Stadtarchiv K. 17 li, Heft 5. 
4 Oben S. 31. 57. 

6) „quarta domus recto Synagoga", [oder sollte „retro sißiagogam,'"'' . wie 
ich nachträglich sehe, zu lesen sein?] heisst es Stadtarch. K. 17b, Heft 5, fol. 6a. 

"') Das. 4. fol. 3a lernen wir eine „Yodynne" kennen, „dy hat ge- 
sessen czwe\^ hewsser von der yoden schule keyn der Smedebrucke" und 
ein ander Mal ist die Rede von der Judenschule (das. fol. 12b) „beym 
steinhawse", 

8) Ob damals oder später wieder mehrere Betstnben. wie in früheren 
Tagen (S 31. 57) bestanden haben, bezw. ob mit der K. 17b, 1, fol. 21a er- 
wähnten „alden schule" dieselbe an der Ecke Schmiedebrücke gelegene oder 
eine andere gemeint sei. ist bei der Dürftigkeit der Nachrichten schwer zu 
entscheiden. Wemi man die Höhe des Personalbestandes um 1450 (Anh. 
S. XLI— LIX) zum Ausgangspunkte nimmt, möchte man allerdings zu der 
Aniiahme geneigt sein, dass mehrere Synagogen bestanden haben. 



88 



Ganz in der Nähe musste, wie früher, der Glöckner, d. i. Synagogen- 
diener'), seine Wohnung haben. Diciit dabei befand sich auch das 
Badehaus-), über dessen Lage wir erst jetzt Sicheres erfahren. 
Mit gleicher Opferfreudigkeit erfülte man die Liebespflichten gegen 
die Heimgegangenen. Der Friedhof vor dem Ohlauerthor ^), auf 
dem seit reichlich anderthalb Jahrhunderten die filiheren Geschlechter, 
nicht ungestört von der Rohheit der Gewalthaber^), zur ewigen Ruhe 
gebettet waren, wurde wieder eröffnet^). Das ausgedehnte Grund- 
stück, das seit 1376 dem reichen Bürger Otto von der Neisse ver- 
pfändet war und ein Jahrhundert lang in erblichem Besitz seiner 
Familie geblieben ist^), wird von Stunde an den Inhabern sicherlich 
eine erkleckliche Jahresrente abgeworfen haben. 

Für die Verfassung' der Gemeinde nahmen sich die Breslauer 
die musterhaften Schvveidnitzer Einrichtungen') zum Vorbild. An 
der Spitze der Verwaltung stehen danach „vier Meister"^), welche 



1) Symun der (xlockener wohnte 1453 im Sj'nagogen-Griuidstück 
(K. 17b. 5. fol. Ga). 

-) K. 17 b. 3, Ibl. 9 b ist die Eede von dem „Jimgen Meyer der 
Pinkussynne zon bey dem byane" und das. 4, fol. 10b von dessen Frau, der 
„meyerjnme der pyni-ussj'nne snorchen [= Schwiegertöchterchen] hrx dem 
baden bome in der yoden gasse". 

3) Oben S. 34 ff. 

4) S. 47 ff. 

ö) Vgl. S. 58, No. 4. 

") St.-A. St. Breslau II, 26q. Ueber die Familie vgl. Stadtbuch 112, 2. 
Die Angaben über Otto (das. 113, 1) sind hiernach zu ergänzen. 

') Oben S. 70 ff. 

•*) Ergiebt sich aus der Adresse der RGA. 152 — 55 des R. Jacob Weil. 
Dass die Adressaten in Breslau Avohnten. kann nicht zweifelhaft sein. Der 
an erster Stelle genannte Jechiel P"3 ist offenbar derselbe, den Issorlein in 
seinen Pes. 260— Gl erMJiiuit. und der in Breslau seinen Wolinsitz hatte. 
Dem widerspricht nicht der Umstand, dass im Texte (bei Jacob Weil) der 
Schweidnitzer Rabbiner R, Pinchas und seine Lehranstalt als die ge- 
kränkten Instanzen erscheinen. Denn der Thatbestand war offenbar 
lolgender: Dci' wegen. grol)er Störung des (iottesdienstes von R. Pinchas 
aiii' ein Fcinester von seiner Lehranstalt verwiesene Eleasar kehrte nach 
Breslau, seiner Heimath. zurück, und die Breslaxier „Viere" fragen nun bei 
Weil an. ob die lilosse Verweisung eine genügende Busse sei. Dass aber 
H. Pinchas in Sdiwe idni tz Ifabbiner war, geht mit Sicherheit aus den 
R(JA. des R..Ia(ol) Weil. No. 120. 14G. den Pessakim Isserleins No. 31— 32 
(. l>eket Joscher) II. 28. 73-82 (vgl. L. J. I, 14 b). 255— 5G und L. J. I, 
15b. lila l)is 2tla. .3(». IL 2. 171). 7Ha. 82b. 84a hervor. Hr war ein Schüler 
Lsserleins und legte sicli el)cnlalls ein Notizbuch über die Lebensgewohu- 
heiten und Entscheidungen seines Meisters au (L, J. I, 15 b) „Cn33 "i""n 3n2 



- 89 — 

die Gesammtheit nach aussen hin vertraten und die Anordnungen 
der Obrigkeit in Empfang zu nehmen und für deren Beobachtung 
verantwortlich zu sorgen hatten. Sie veranlagten zu den Gemeinde- 
Steuern und zogen diese ein. Unter ihrer Aufsicht stand das Ver- 
mögen der Gemeinde, und sämmtliche Beamte wurden von ihnen 
angestellt, besoldet und entlassen. Für die Unterweisung der 
Jugend in den Elementen des religiösen Wissens war gewiss von 
Anfang an in hinlänglicher Weise Sorge getragen. Umständlicher 
Veranstaltungen bedurfte es dazu in keiner Weise. Geeignete 
Lehrkräfte gab es in unserer Gegend damals mehr als je. Die 
Talmudmeister von Schvveidnitz waren in jenen Tagen die ge- 
feiertsten und ihre Lehrvorträge die besuchtesten im ganzen öst- 
lichen Deutschland. Die berühmtesten Gelehrten und halachischen 
Schriftsteller der nächsten Geschlechter brachten einen wesentlichen 
Theil ihrer Studienzeit in Schweidnitz zu. Schalom von Neu- 
stadt^), den die Zeitgenossen in Anlehnung an ein bekanntes 
Schriftwort (Jes. 9, 5) wegen seines vorbildlichen Lebenswandels 
und seiner erstaunlichen Gelehrsamkeit bewundernd den „Friedens- 
fürsten" oder schlechthin den „Fürsten"^) nannten, Israel 
Isserle in ^), dessen Urtheile und Rechtsgutachten von ent- 
scheidendem") Einfluss auf die Gestaltung der halachischen Praxis 
geblieben sind, und abermals einige Jahrzehnte später Israel von 
Brünn^), der schon bei Lebzeiten allgemein als eine „Grösse 
seines Jahrhunderts" galt, sassen in Schweidnitz über den Folianten 
und erwarben, verüeften und erweiterten hier die Kenntnisse, die 
sie zu Zierden der halachischen Wissenschaft gemacht haben. 

n"na nnU i<1."Hr V:;''", scln-eiljt sein College Joslin über ihn (L. J. I, 19 a). 
Isserlein hatte allerdings aiich in Breslau einen Correspondenten. Namens 
Pinchas. Aber diesen titulirt Isserlein •^"nn 'Z^r\ü (Pes. 2()-J— 4), wälirend 
er den Schweidnitzer Rabbiner stets 'n'12V "31.1« oder ri"nnö neimt. Der 
Breslauer kann sehr wohl mit Pinchas b. Meir, dem Aussteller der Urkunde 
vom 3. Mai 1451 (Anh. IV, No. II.) identisch sein. Dieser erlebte die Kata- 
strophe von 1453 nicht mehr (vergl. ol)en S. 88, Anm. 2;. Dass der Bres- 
lauer Rabbiner, der zu den IMiirtyrern des Jahres 1453 geliörte, Pinchas 
geheissen habe, wie Graetz (^ VIII 3, S. 198) vcrmuthet, bestätigt sich nicht. 
Er hiess vielmehr ganz sicher Salomo. vgl. Anb, III. S. LVII, No. 91. 

1) Jacob Mulin, Minhagim, p. 37b (ed. Cremonaj. 

2) RGA. Jacob Mulin, No. 7(i. b5(;. Isserlein Pes. 240. 259. 
L. J. II, 2a (Dl'r'ir T'Hia "£ -^Vn). H-.x. Vergl. ül>or ihn Weiss. Geschichte der 
Tradition, V, 246. 

3) Oben Seite 74. 

*) Weiss V, 2.54 II'. Güdemann III. 2.3. 

5) Oben S. 75. VgL W^eiss V 2.59 Ü'. Güdemann III, 21. 



— 90 — 

Aber die herrliche Blüthe \veli\te schnell dahin, als die vStürme 
der Hussitenkriege über das unglückliche Land dahinrasten. Und dass 
die fruchtbaren Anregungen, die von hier ausgingen, ausser Stande 
waren, zunächst in der unmittelbaren Nähe einen gleichen Eifer für 
die höheren nationalen Studien zu erwecken und zu erhalten, lag 
ohne Zweifel daran, dass nur hier durch ein glückliches Zusammen- 
treffen günstiger Umstände ausnahmsweise einmal der jüdischen 
Ansiedelung wenigstens für einige Jahrzehnte eine ungestörte fried- 
liche Enlv\-ickelung vergönnt war. Ueberdies waren die allermeisten 
Gemeinden des Landes viel zu gering an Seelenzahl und viel zu 
beschränkt in ihrer Leistungsfähigkeit, als dass sie an die Lösung 
anderer als der nächstliegenden Aufgaben hätten denken können. 

In Breslau freilich lagen die Verhältnisse im Aligemeinen 
günstiger. Die ersten Ansiedler, die jetzt hier zum dritten Male 
das Gemeinwesen begründeten und ordneten, waren gewiss alle= 
sammt besonders kapitalkräftige und geschäftskundige Männer, und 
die Gerechtsame, auf Grund deren der Rath sie aufgenommen hatte, 
waren zweifellos geeignet, allmählicheinen erfreulichen und thatkräftigen 
Gemeinsinn hervorzurufen und zur Entfaltung zu bringen. In der 
That war der Wohlstand, wie die masslos erbitterten, wenn auch 
gewiss einseitig übertriebenen Aeusserungen des frommen und ge- 
lehrten Abts Ludolf von Sagan erkennen lassen, in stetiger Zunahme 
begriffen; „dick und fett werden sie", eifert er, „und machen sich 
breit und treten den Glauben mit Füssen"^). Allein zu ruhigem oder 
gar zu behaglichem Genuss der Früchte ihres immerhin gesetzlich 
geschützten Erwerbes aus den Geschäften mit Fürsten-), geist- 



') „Incrassati, impingwati et dilatati. reoalcitare coe})erunt fidei" (Ss. 
rer. Siles I, 211 ff). Das Ganze ist bekanntlich zwar nur ein Citat aus 
V. M. 32, 15, aber doch ein recht böse gemeintes. Dass aber die Juden 
damals gerade den Glauben mit Füssen traten, glaubte der böse Abt gewiss 
selber nicht. 

-) Die Nachrichten über die Geldgeschäfte aus den Jahren 1890 — 1420 
sind allerdings etwas dürftig. Ich stelle hier und in den folgenden drei 
Noten sogleich das gesummte Material über die Judenschulden bis 1453 zu- 
.sammen und gebe zugleich einige Nachträge aus dem Jahrzehnt 1380-1390. 
Die Herzogin Agnes (IV, 9) schuldete i;58t einem Juden 380 Mk. (Sehweidn. 
Stadtb. Tzschop])o 252). und 1391 üliernimiut es raoschil Jude von olmuncz. 
ihre aiimmtlichen Schulden zu bezahlen (Schweidn. Landbücher, D. [1385 - 1391 1, 
S. ll()a). — Herzog ('onrad von Oels (III, 2) war 1384 einem einzigen 
Schweidnitzer Juden 1450 Mk. schuldig (Schmidt. Schweidnitz. I, 113), — 
Herzog Conrad Senior (III, 7), erhält 1418 eine Schuldurkunde über 8C Mk. 



— 91 



liehen^) und weltlichen Herren 2) und städtischen Obrigkeiten"') 
konnten sie während der ganzen Dauer ihres jetzigen Aufenthaltes 



Gr. zurück (Stobbe Z. VII, 182). — Herzog Conrad Kanthner (III, 5) 
zahlt 1440 an den Juden Baruch (G. I, 20) 43 Mk. (Lib. sign., p. 143) und 
verspricbt am 12. Februar 1447 dem Kuschiel von Troppau (G. XVI, 1) 
60 Gld. zu zahlen (Klose II, 2. 72). — Conrad VI. (HI, 6) schuldete 1418 
einigen Juden 215 Mk. (Stobbe Z, VII, 186) — Heinrich IX. (IL 28) 
erklärt 1418 (Minsberg I, 316) oder 1428 (vgl. Berndt, S. 8) nach gehaltener 
Abrechnung einem Juden noch 385 Mk. zu schulden, und hat ferner F. VI, 2 
(zusammen mit Heinrich dem Jüngern, IL 29) 1423 die Summe von 37 oder 
86 Mk. u. (nach G. VI. 1. 2) 1422 die Summe von 45^ 3 oder 451/2 Mk. zu zahlen. — 
lAidwig II. (IX. 19) schuldet 1414 einem Consortium von Juden 780 Mk, 
(Orig. St.-Arch. V, 20.). — Vgl. dazu die Quittungen vom Jahre 1419 bei 
Schirrmacher S. 318, No. 515, identisch (?) mit Sammter I, 404, Anm^ 
vom Jahre 1425 bei Sammter das.). — Ruprecht von Liegnitz (IX, 5) 
schuldet 1385 einem Schweidnitzer Juden 600 Mk. (Schmidt I, 18). Vgl. 
dazu bes. 0., S, 83-85. 

1) Bischof Conrad bekennt am 2 Decbr. 1443, dem Juden Isaak zu 
Schweidnitz (G. XIII, 8) 100 Mk. (Klose II. 2. 71) und am 1. März 1445, 
Mosche dem hinkenden von Neisse (G. IX, 2) 50 Mk. zu schulden (Lib. 
sign., p. 6L No. 654). Vgl. 0. S3 ff. — Aus einer Verhandlung vom 22. Decbr. 
1452 und 18. Januar 1458 ergiebt sich, dass Bischof Wenzel die Städte 
Patschkau und Weydenaw dem Juden Abr. von Münsterberg (G. I, 13) ver- 
setzt hatte (Lib. sign., p. 116). 

2) Conrad Knuwer in Neisse verzichtet am 11. Januar 1371 auf seine 
Ansprüche an Herzogenwalde und Siegfriedsdorf, wenn ihn Johann Kazmir 
von seinen Judenschvüden befreit (St.-Arch. Neisser Landbücher B., fol. 24). — 
Hermann von Czetheras. Nickel von Czeiskberg und Heinrich Wilt- 
berg quittieren über 5763 Mk 23 Groschen, die sie für den König von 
Böhmen u. die Herzogin Agnes am Mi. n. St. Galli 1381 an Juden gezahlt 
haben (Schw. Stadtarch. Sectio II, membr. V, divisio II, No. 4). — Niclas 
Stenzil, Comthur za Brieg, behauptet am 3L März 1392 sämmtliche 
Schiüden des Herzogs Heinrich (IX, 10) bei dem Juden Jacob in Brieg 
bezahlt zu haben (Z. IX, 448, No. 1060). — Mulichanus v. Haugwitz schuldete 
1401 dem Juden Jekel von Canth 40 Mk. (F. I, 8). — Seifried Bischofs- 
werda und Franz Haugwitz schulden 1419 einem Juden 150 Mk. (Schirr- 
macher. S. 316. No. 511). — Bartusch von Sockelow schiüdet 1419 dem 
Ichel von Eeichenbach 450 Mk. (Stobbe in Z. VII, 188 u. das. Anm. 3) — 
Am 13. December desselben .Jahres erhielt Conrad Meissener von einigen 
anderen Juden seine Pfänder zurück (das. 189). — Andreas Cannen- 
giesser war 1427 ein Schuldner Abrahams (das. 360). — Ueber Francko 
von Hawgwitz' Schulden bei dem Juden Lazar s. G. I, 69. 102. Auch 
Otto von Galow und Joh. AViltberg waren 1480 seine Schuldner (das.) — 
Sweidiger Bogtschicz von Walfirsdorf war in demselben Jahre und 
1431 ein Schuldner Abrahams (St.-A. LandgeriohtsprotokoUe IV. 3e. 1430 bis 
1440). — Otto von Galow gehörte auch zu Ichel's Schuldnern (das.) — Im 
Jahre 1431 werden Siegismund u. Mulich von Schellendorf, Kuncze 



92 — 



höchstens in kurzen Momenten gelangen. Denn dieser ganze Zeitraum 
\'om Beginn bis über die Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts hinaus 



Reydeburg. Lorenz und Gregor Roraw von verschiedenen Juden wegen 
ihrer Schulden belangt (vgl. G. I. 13. 14. 19. 27. 37. 42. 43. 45. 64 67. 68. 

82. 106). — Im Jahre 1432 hatten Thjmo von Schelle ndorf und Mckel 
Ditterich (vgl. Cod. dipl. Siles. IV. S. 49 f., No. 84) bei den Juden Schulden 
(vgl. G. I, 15. 37. 67. 98), im Jahre 1433 Margarethe. Frau des Nickel 
Dirschkowitz. Franczko Dompnig u. Hannos Sachs (vgl, G. 1. 43. 
08. 82). — Im Jahre 1434 sollen die Erben des Wolffhard von Eachenow 
200 Mk. an Abr. v. Münsterberg zahlen (G. I. 13), haben aber 1436 noch 
nicht bezahlt (das.), — Im Jahre 1440 wurde Hans Keczil von dem Juden 
Isaak wegen seiner Schulden belangt (Lib. sign., p, 60). Auch Simon Ror 
war in diesem Jahr bei den Juden verschuldet (Klose II. 2. S. 388. 
Stobbe in Z. VIII. 445 ff.). — Marcus Beckensloer u. Caspar Rewber 
setzen sich 1445 mit den jüdischen Gläubigern aus einander (Lib. sign., p, 

83. 8.5a, vgl. G. I, 27. 75. vgl. auch 63). — 1446 schuldete Paul Geiske 
einigen Juden 40 Gld, und 20 Gr, (Lib, sign . p, 109. G. I. 44). ebenso Hans 
Tewfel \md seine Frau 1447 (das. p. 116), — Im Jal}re 1448 einigt sich 
Dvrand Reibnitz mit einigen Juden wegen einer Bürgschaft für 64 Mk. 
gr. und 10 Mk. heller, die er übernommen hat (das. 33, Vgl. G. I. 13. 44. 
76. 98). — 1450 hatten Ambrosius Falbendienst. Job. Scultet und 
Clymke von Schottke Schulden bei Juden. (St.-A F. Breslau IV. oe. 
1450-58, vgl. G. I, 50. 98). im Jahre 1451 Jorgo von Kabollen. Bar- 
tuch, Peter helt de majore Smoler. Andreas Scultetus de Pola- 
kowitz, Peter Runge. Peter Pawzeken (F. Bresl. da-s. vgl. G, I. 37. 
50,74.82), ferner Peter Weisholz und Nicolaus undHeincz Gregors- 
dorf f (Lib, sign, p. 79. 100, vgl. G. 1. 55, 46). — Im Jahre 1452 erhielt 
Sraohel Jude Zahlungen für Lorenz lobe schulczen zu Woyschitz, peitze (V) 
undirlewssir (Lib. sign., pag. 69) und am 14. September desselben Jahres 
erklären Hans Glocz und seine Frau, dem Abr. von Münsterberg 150 Gld, 
schuldig zu sein (das, 85. vgl. G. I. 13. 99). Zugleich waren Klagen anhängig 
wegen Judenschulden gegen Vincenz de Seyboth. Günther Rychter 
und seine Frau. Job, Radagk. Job, Schindel (F. Bresl. Landgerichts- 
]irotokolle 17. 3e. vgl. G. I, 14. 24. 38, 41, .50. 62 63. 74. 101. 107). - Im 
.Fahre 1453 werden von Juden Forderungen an Hanz Glocz' Nachlass, 
Job. Letthener und Caspar Stolcz geltend gemacht (St,-A. das., vergl. 
G. I, 14. 24. 50. 61. 62. 63. 99. 101). 

3) Die Schulden des Breslaucr Rathes bei den Juden hat Stobbe 
(8. 237) bis 1418 zusammengestellt. Am 14. März 1421 verzichtet Michel von 
Reichenbach u. A. , freiwillig'' auf Zahlung der Schulden, welche der Rath 
bei ihm gemacht hat. (Stobbe in Z. VIII. 1351-54). Am 8. Juli 1433 
„erliess" Abr. von Münsterberg dem Rath eine Schuld 334 Mk. Gr, und 40 Mk. 
Zinsen und „schenkt** noch die Summe von 400 Mk. (Stobbe in Z. VIII. 156). 
Am 7. September 1434 „erliess" Kussiel dem Rath eine Schuld von 800 Mk. 
und am 5, April 1435 erklärt er. dass die Stadt ihm nur noch 440 Mk. 
schuldig sei (Stobbe in Z. VIII. 158f.). Am 12, Juli 1445 zahlt der Rath 
an B«'iiis<-h für .seine Forderung von 90 Gld. und 50 Mk. die Summe von 



— 93 — 

stellt sich dem rückwärts gewandten Beobachter als eine nahezu 
ununterbrochene Reihenfolge der schwersten Heimsuchungen und 
Rechtskränkungen dar, die jemals über unschuldige Menschen herein- 
gebrochen sind. Während dieser ganzen Zeit war hier zu Lande 
kein Einwohner der Judengasse an keinem Tage sicher, ob er 
heilen Leibes und Gutes den Abend erleben werde. Dabei war es 
gleichgiltig, ob gerade in Breslau oder irgend wo anders eine Ge- 
waltthat an einem Juden verübt wurde. Niemand konnte absehen 
und berechnen, wie verhängnissvoll ein noch so geringfügiger Vor- 
gang für die Gesammtheit werden konnte'). Darum erbebte jedes 
Herz im Ghetto, wenn eine neue Schreckenskunde eintraf, und es 
ist erstaunlich genug, dass die unverwüstliche Zähigkeit und 
Widerstandsfähigkeit unseres Stammes solche wahrhaft grauenvollen 
Jahre und Jahrzehnte zu überdauern vermocht hat. 

Schon im Jahre 1401 konnten die schlesischen Juden die 
Probe auf das Exempel machen, wie sehr „ane argelist" — die 
Wendung kommt nicht weniger als ein halbes Dutzend Mal in dem 
Brieger Friedensbrief vom Jahre 1398 vor — die Behörden geneigt 
waren, die schwer erkauften Freiheiten der Juden zu schützen. 



169 Gld., womit Benisch sich zufrieden erklärt (Stadtarchiv N. lOO-l). — Im 
Jahre 1423 schulden die Eathm. von Glogau dem Juden Baruch 12 Mk. 
Prager Gr. und 30 ung. Goldgulden (Minsberg I. 32' •) — Am 27. Januar 
1425 verpflichten sich Bürgermeister und Rath von Liegnitz dem Juden 
Abr. von Streh'.en und seinen Genossen 19Ü Mk. und an demselben Tage 
dem Juden Jacob von Schweidnitz und seinen Genossen 300 Mk., die sie 
ihnen schulden, am St. Georgs- bezw. am Johannis-Tage zu zahlen. 
(Schirrmaeher S. .341, 342. No. 556, 557. Vgl. Friedensburg, cod. dipl. 
Siles. XIII, 70). Im Jahre 1432 leihen die Juden das. zur Befestigung der 
Stadt u. zur Bewaffnung der Bürger gegen die Hussiten 1000 Gulden, von 
denen sie 1438 vierhundert, 1443 dreihundert und 1445 den Rest bezahlt 
erhielten (Sammler I, 404 vgl. bezüglich des Restes Schirr macher S. 415, 
Nr. 698). Am 29. April 1439 und 29. August 1446 kommt ein Vergleich 
zwischen der Stadt Liegnitz und dem Juden Salomon v. Crossen zu Stande, 
wegen der J50 Mk., für den Liegnitz die Bürgschalt für Herz. Ludwig IL 
übernommen hat (Sammter, Anh S. 582, Nr. 296, S. 584, Nr. 310. 
Schirrmacher, S. 419, Nr. 703). — Im Jahre 1433 schuldete die Stadt 
Neisse dem Juden Yppo 400 Mk. (St,-A. F. Bresl. IV. 3e), und im Jahre 1440 
erkennt sie an, der Jüdin Esther, der Frau des Abr. von Münsterberg, und 
ihrem Sohne Smoyl tausend Gulden schuldig zu sein(Stobbe in Z. IX, 445). 
1) Dass die Juden des 15. .Jahrhunderts sich dieses ganz entsetzlichen 
Zustandes bewusst waren, sieht man deutlich aus gelegentlichen Aeusserungen 
wie z. B. aus denjenigen des R. Mose Minz, RGA. 47 und des R. Israel 
Bruua, RGA. 267. 



_ 94 — 

Damals wurden in Brieg^), angeblich wegen Wuchers, Juden aus 
der Stadt gejagt. Der Anlass wird gewiss kaum nennenswerth 
gewesen sein, da der Bestand der Gemeinde, so viel wir sehen 
können, unversehrt geblieben ist. Schlimmer war ein gleichzeitiges 
Vorkommniss in Gr.-Glogau.-) Hier tauchte zum ersten Male in 
Schlesien die Hostienschändungslüge auf. Demselben abergläubischen 
Wahn wie die Blutlüge entsprungen, dass die Juden angeblich ein 
boshaftes Vergnügen darin fänden, Jesu Kreuzigung zu verspotten, 
hat sie vom Ende des dreizehnten Jahrhunderts an Tausenden un- 
schuldiger Glaubenszeugen Tod und Verderben gebracht^). Im 
letzten Grunde war das Märchen, wie bereits vor einem halben 
Jahrhundert klar und überzeugend dargelegt isf*), nur eines der 
mannichfachen Mittel, mit deren Hilfe in den Gläubigen durch Er- 
weckung des Abscheues vor dem Umgang mit Ketzern und Un- 
gläubigen acht christlicher Geist hervorgerufen und gestärkt werden 
sollte. Die frommen Glogauer, die den angeblichen Frevel ent- 
deckten, stürzten sich nicht einmal in die Unkosten, der Darstellung 
der Unthat eine neue Seite abzugewinnen. Das uns erhaltene 
Protokoll über das Ereigniss, welches die wahnwitzigsten Dinge 
enthält ''), ist nachgewiesener Maassen^) einfach ein Plagiat der Dar- 
stellung von einem ähnlichen Vorgang, der am 4. October 1369 in 
Brüssel mehreren Juden das Leben gekostet hat. Nur die Namen 
der Unglücklichen, denen das Verbrechen zur Last gelegt wurde, 
mögen richtig eingetragen sein. Die Juden Jacob und Pessach 
Rothbart mussten am 3. April 1401 vor dem Brostauer Thore 
den Scheiterhaufen besteigen'''). Wie die christlichen Diebin bestraft 



') SclKinwälder III, 364. 

-) Die Quellen sind die Ann. Glogovienses (Ss. rer. Siles. X.), S. 18 
und die Angaben bei Wolff (Worbs bei Stobbe, S. 289, ist ein Druck- 
fehler) Bd. 117 d. Schi. Prov. Bl. 377 ff. Minsberg I, 316. Vgl. Berndt S. 7 
Görlich. Strehlen. 517. 

"') In der gesamraten jüdischen Litteratur ist bisher auch nicht die 
leiseste Spur oine.s Anhaltspunktes für die niederträchtige Verleumdung 
gefunden worden. Ich erinnere mich nicht einmal, irgendwo in der hand- 
schriftlichen oder gedruckten polemischen Litteratur eine zahme oder heftige 
Auseinandersetzetzung über die Transsubstantiation gelesen zu haben. Das 
ganze Dogma lag oflFenbar dem jüdischen Gesichtskreise völlig fern. 

*) Ersch und Gruber, Encyclop. Sectio II. Th. 27, S. 78 ff. 

') So urtheilt Stobbe. S. 289, über die von Wolff a. a, 0. mit- 
getheiltea Protokolle. 

') Minsberg I. 316. 

• ) Die Ann. Glog. S. 18 berichten kurz und trocken a. a. O. : 1401 combusti 
Bunt judei foris oppidum Glogoviae post Pascha (= 3. April). Das weitere 



— 95 — 

wurde, ist nicht überliefert. Uebrigens sind damals auch hier die 
•Juden wenigstens in einem Theile der Stadt'') ansässig geblieben 
oder schon nach sehr kurzer Frist wieder ansässig geworden. 
Denn schon 1407 liess sich Herzog Johann (II, 27) herbei, dem 
Rath, der eifersüchtig auf seinen überkommenen Rechten^) bestand, 
eine Schadloserklärung auszustellen, wonach das Stadtrecht durch 
die den Juden soeben zugesagten Freiheiten in keiner Weise be- 
einträchtigt, und etwaiges Verbrechen oder Unfug der Juden viel- 
mehr nach Stadtrecht gerichtet werden sollte^). 

Während >nun hier und in Brieg wenigstens Gründe oder 
Vorwände für die Abneigung der Bürgerschaft gegen die Judenheit 
angegeben werden, erfahren wir nicht einmal so viel über den 
Striegauer Judenmord. Der Stadtschreiber begnügte sich hier 
vielmehr mit der geschäftsmässigen trockenen Notiz, dass der Rath 
vom Könige mit 400 Mk. gestraft worden sei, weil am 8. März 
1401 drei und siebenzig todte Juden, oder man kann auch über- 
setzen: 73 Juden todt aufgefunden worden sind'^). 

Schwere Zeiten gingen inzwischen auch über die Breslau er 
Judenschaft dahin. Die inneren Verfassungskämpfe, welche die 
Rechtssicherheit auf das Tiefste erschütterten, dauerten fort, und 
der Zwietracht und Zerrüttung innerhalb der Bürgerschaft war kein 
Ende^). Immer drohender wurde die Spannung zwischen den 
hadernden Parteien, bis endlich die Volksleidenschaft in dem 
schrecklichen Aufstand von 1418, dessen Spuren noch heute an 
einer Thür des Rathhauses sichtbar sind, zu gewaltsamem Ausbruch 
kam. Jetzt waren alle Bande der Ordnung gelöst. Die Empörer 



Detail bei Wolff a. a. 0. Die Errichtung einer Frohnleichnams-Kapelle 
im Jahre 1404 wurde dann mit der Hostien Schändung in Verbindung 
gebracht. Minsberg a. a. 0. aber macht es wahrscheinlich, dass ein 
geschichtlicher Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen nicht be- 
standen hat. 

1) Ueber die Theiluug vgl, AVolff a. 0. S. 337 und die sehr ausführ- 
lichen Auseinandersetzungen bei Minsberg I, 207 ff. 

2) Oben S. 18. 

3) Minsberg I, 316, 407, No. LH. Vgl. Anh. III. F. VI, 1. 

i) Striegauer Stadtbuch fol 115, mitgetheilt in Z. VI, 377. „Eodem 
sub anno (1410)", heisst es dort, „proximo sabbato post medium ieiunii 
(=8. März) interfecti sunt iudei in Strygonia; puta quod primo inuenti sunt 
mortui judei 73, pro qua interfeccione ciuitas domino regi 400 marcos 
grossorum erogavit." 

5) Stadtbuch S. XXV ff. Grünhagen I, 225 ff. Z. XI, 189 und 
XV, 63 ff. 



— 96 - 

öffneten den Verbrechern und Landbeschädigern die Gefängnisse und 
wagten es, etliche Rathsherren an den Pranger zu stellen und zu 
enthaupten. Dass die Juden dabei ganz unbehelligt blieben, wird 
man kaum annehmen dürfen, wenngleich die in dieser Zeit über- 
haupt sehr schweigsamen Chronisten Einzelheiten nicht überliefert 
haben. Nur über Ungemach, das sie in Löwenberg ^) in diesen 
Tagen erlitten haben, ist uns eine dürftige Notiz erhalten. Aber 
ein weit härteres Geschick harrte ihrer in Breslau, als endlich nach 
mehr als Jahresfrist über die Anführer Gericht gehalten wurde. 
Als nämlich König Sigismund 1420 zur Krönung nach Breslau 
kam, wurde das harte Urtheil gefällt und sofort an den Uebel- 
thätern vollzogen. Der König wollte den hussitischen Aufwieglern, 
die sich in Böhmen gegen ihn zum Kampfe rüsteten, an einem Bei- 
spiele zeigen, dass er der Mann dazu sei, Zucht und Ordnung im 
Staate aufrecht zu erhalten. Gleichzeitig Hess er in Breslau das 
Kreuz gegen die Hussiten predigen und gab den Kriegern, die sich 
um ihn schaarten, die Losung aus^): Jeden, den sie trafen und der 
in • Wahrheit ein Ketzer sei, an Leib und Gut „aufzuhalten, zu 
tilgen und gründlich zu verderben", wie sich den Ketzern gebührt; 
das Gut eines solchen dürften sie ohne Weiteres an sich nehmen. 
Er selbst ging ihnen sogleich mit gutem Beispiel, wenigstens den 
Ungläubigen gegenüber, voran. Im Frühjahr 1420 befahl er, die 
Juden zu fangen und alle ihre Habe mit Beschlag zu belegen 
und auf das Rathhaus zu bringen^). Nur der zweite Theil des 



1) Berge mann, Löwen berg S. C02. Die Gemeinde bestand übrigens 
noch bis 1463. Erfreulich waren die dortigen Zustände allerdings nicht, 
wie die Mittheilungen in den RGA. Isr. Bruna No. 264—65 (vgl. KGA. 

J. Weil No. 87 und Anh. III, G. VIII. 4. 5. 6. 7), erkennen lassen. Der 
Vorfall ereignete sich vermuthlich erst einige Jahrzehnte später, wie ich 
wegen des mangelnden Hinweises auf Schweidnitz, woselbst die Löwen- 
berger Juden Recht zu nehmen hatten (vgl. oben S. 71 und 72, No. 2), 
annehmen möchte. 

2) Grüahagen, Hussitenkämpfe der Schlesier, S. 92, vgl. 278 ff. 
Gesch. Schi. I, 235 und die Abhandlung über den Reichstag zu Breslau im 
Jahre 1420 in den Abhandl. der schles. Gesellsch. i. vaterl. Cultur. philos.- 
liist. Abth., Heft IL 

^) Stübbe in Z. VIII, 346. Markgraf in Z. XV, 87. Grün- 
hagen, Gesch. Schlea. I, 227, Anh. S. 81. — In derselben Zeit und in 
der gleichen Weise begann das österreichische Martyrium (bei Graetz VIII ^, 
S. 132. Anm. 1 i.st statt „Pesakim 241" vielmehr „RGA. 241" zu lesen) 
durch des Königs Eidam, den damaligen Erzlierzog Albrecht V. Ob im 
Elnvernelimen mit dem König oder gar auf dessen Anregung, da er bekannt- 
iicli besonders „eriinduugsreich war, um Gründe für eine ausserordentliche 



I 



— 97 — 

Anschlages gelang. Es scheint, dass die Juden, rechtzeitig ge- 
warnt, wenigstens ihr Leben in Sicherheit zu bringen gewusst 
haben. Zum Glück für die Unglücklichen bewährte sich nämlich 
auch hier, was sonst für den König charakteristisch und ver- 
hängnissvoll war. Es fehlte ihm nie an grossen Gesichtspunkten, 
und seine Vorsätze und Entwürfe waren in der Regel vortrefflich. 
Nur blieb die Ausführung meist in den ersten Anfängen stecken. 

Allmählich mögen die Juden dann wieder, entweder durch neue 
Versprechungen des Rathes sicher gemacht, oder in der Angst vor 
den wilden Heerhaufen, die auf allen Landstrassen umherschwärmten, 
in die Judengasse zurückgekehrt sein. Aber die wenigen Notizen, 
die uns ein Zufall über die Zwischenfälle erhalten hat, lassen 
deutlich genug erkennen, wie hart und grausam sie damals behandelt 
worden sind. Wenn nun auch hin und wieder ein reicher Jude ^), 
der die Mittel und Wege kannte, schon nach vergleichsweise kurzer 
Frist wieder in den Besitz seines Eigenthums zu kommen wusste, 
so hatten doch die meisten lange zu warten, bis sie wieder zu 
einem Theil des Ihrigen gelangten^). Wie hoch die Opfer waren, 
die sie bringen mussten, wissen wir nicht. Dass es sie aber welche, und 
zv^ar keine geringen, kostete, wird nicht bezweifelt werden können. 

Verhängnissvoller war, dass die territorialen Gewalten nicht 
einen Augenblick zögerten, in dieselben Bahnen einzulenken, auf 
denen der Oberlehnsherr ihnen voranging. Das Recept, nach dem 



Besteuerung der Juden auszudenken" (Stobbe S. 36)? — Zu Graetzens 
(VIII3 134) und Güdemanns (III, 155) Mittheilungen über die bebr. 
Quellen für die Leiden der Juden während der Hussitenkriege ist noch 
liinzuzufügen der Hinweis auf den cod. Merzbacher 56, beschrieben in 
H.-B. IX, S. 85 und auf b"^^ nnJK, n, S. 866. 

^) Jekel von Kanth z. B. hatte sie bereits am 21. Mai 1421 zurück 
(Stobbe in Z. VII, 345), freilich erst, nachdem er dem Rathsherrn Nicolaus 
Eempel 30 ung. GId. baar in die Hand gegeben hatte (vgl. die Signatur 
vom 12. November 1423 das. 350 imd über Rerapel Stadtbuch 117, i und 
Markgraf in Z. XV, 63 ff. 77, Vgl. ferner das Schreiben d. d. Ofen, 
7. Oet. 1423 im Stadtarchiv, Neue Funde). Zu Stobbe's Belegen Z. VII, 
846, Anm. 1 ist noch hinzuzufügen das Schreiben Michels von Reichenbach 
an den Rath aus d. Jahre 1420—21, in welchem er sagt: „Vornomen habe 
ich, wy daz ir das meynin genomen habit czu euch of das rothaws, alz 
man dy Juden yngenommen hatte czu Bi-eslaw" und um Herausgabe seiner 
Habe mit Rücksicht auf den ihm ertheilten Friedensbrief und auf die Ver- 
wendung des Bischofs Conrad bittet (Stadtarchiv, Neue Funde, Or. Pap.). 

2) Vgl. Stadtarchiv EEE., 19. 25. 26. Stobbe. Z. VTII, 346. Anm. l 
(woselbst Zeile 6 „Jekel" zu le.sen ist). S. auch SS. rer. Siles, VI. S. 16 f. 



— 98 — 

sie verfuhren, war einfach und bewährt. Wer es zuerst erfunden, 
ob die westgothischen Könige in Spanien oder Ludwig Philipp von 
Frankreich oder Johann ohne Land von England, ist schwer zu ent- 
scheiden. Aber die Maassregeln waren immer dieselben^). Man fing 
einen reichen Juden und Hess ihn zunächst unverhört eine Zeit in 
hartem Gefängnisse schmachten. Dann wurde er etlicher Ver- 
brechen, zu denen im besten Fall sein Vorleben vielleicht einen 
Anhaltspunkt darbot, bezichtigt und mit schwerster Ahndung an 
Leib und Leben so lange bedroht, bis er in der Todesangst zu den 
Versprechungen, Eiden und Versicherungen, welche die Gewalthaber 
von ihm erpressen wollten, „aus freien Stücken und unbe- 
zwungen" bereit war. Hatte er dann Urfehde geschworen, so Hess 
man ihn seine Strasse ziehen und wartete, bis er wieder zu Gelde 
gekommen war, um dann das Experiment zu wiederholen. So 
ging es in jenen Tagen Michel von Reichenbach, einem der 
wenigen Juden, dessen Grossvater vielleicht schon um 1350 in 
Schlesien, und zwar in Neisse, ansässig gewesen war^). Er war 
Oelser Unterthan und besass auch einen Geleitsbrief des Breslauer 
Rathes'''). Bereits 1418 hatte ihn sein Landesherr, Herzog Conrad 
Senior von Oels (III, 4), damals Bischof von Breslau, der als 
ein „zornmüthiger, wenig gebildeter, fetter, verwachsener, allen sinn- 
lichen Lüsten ergebener, triefäugiger, stammelnder und stotternder" 
Herr geschildert*), anderweitig aber auch als „eine Kraft" bezeichnet 
wird^), „die unter geordneten Verhältnissen eine einheitliche deutsche 
Politik hätte herstellen können", in eine „Strafe" von tausend Mark 
genommen, weil er „vor dem Rathe frevelichen eyme andere Joden 
gedröwcht" haben sollte^). Er hat nicht nur diese ungeheuer 
hohe Busse bezahlt, sondern in demselben Jahre auch noch dem 
Breslauer Rath acht Tage, nachdem der grosse Aufstand beendigt 



') Stobbe. Juden in Deutschi., S. 36 ff. 

■*) Vgl- die Bemerkaug im Stadtarchiv K. 171). 2. S. 7 und Anh. III, 
D. Bresl. (55. vgl. S. 08 und Anh. III F. XI, 1. 

■') Vgl. S. 97, Anm. 1. Häusler S. 296 

*) „Vir niger et cholericus. parvae litterature. staturae parum juste, 
moro, crapulae et ventri deditus. in feminas male temperatus, prodigus, 
expensor, t-rassi corporis, ocuhis liabens lippientes. sermone mutilato et 
balbutiente utebatur". sagt Dlugosz (chron. episr. Vrat . ed. Lipf. p. 26 f.) von ihm. 

*j Grünhagen, Gesch. Schles. I, 274. Vgl. ferner über ihn 
Heyne III. 70B ff. Häusler. 24 L 

«) Stobbe in Z, VII. 178. Das scheinen die Signaturen LXIII, 
LXXTT 1.18 LXXTV und LXXIX bis LXXXI (beiStobbe. Z. VIL 178. 181. 
1K5) auszusagen. Vgl. auch Anh. III,' G. I, lOH. 



- 99 - 

war, wahrscheinlich „wiederum freiwillig" 128 Mark weniger einen 
Groschen ohne Zinsen zugebilligt^). Daraus ging jedenfalls hervor, 
dass er besonders kapitalkräftig gewesen ist. Diese Erkenntniss 
genügte für den „zum Schuldenmachen geborenen" Bischof"). Die 
Breslauer aber trugen am 14. März 1424 Folgendes wörtlich in ihr 
Signaturbuch ein^j: 

„Am Dienstage nach Invocavit ist vor uns gekommen 
Ichel der Jude, den man Michel Juden von Reichenbach nennt, 
in unserem und der Stadt Geleite und hat öffentlich mit gutem 
Willen frei und unbezwungen bekannt, dass er mit dem Ehr- 
würdigen Herrn Conrad von Gottes Gnaden, Bischof zu Breslau, 
ganz und vollkommen geordnet sei bezüglich der Sachen, u m 
derentwillen er bis auf die Zeit gefangen gehalten 
worden ist. Darauf hat er entsagt und abgetreten alle 
Schuldbriefe, die er über unsern Rath und über die Stadt 
Breslau gehabt hat, und hat recht und redlich seinen Willen 
und Jawort dazu gegeben, sobald sich unser gnädiger Herr 
Bischof mit unserem Rathe und der Stadt wegen derselben 
Briefe und des Geldes geeinigt hätte oder sich einigen würde '*), 
dass das Alles sein Wille und Jawort sei, indem er gelobte, 
ohne Arg weder unserem gnädigen Herrn Bischof noch den 
Rath und die Stadt noch irgend jemand anders wegen dieser 
Briefe und Schulden jemals belangen und ansprechen zu 
wollen in keinerlei Weise in geistlichen und weltlichen Ge- 
richten. Auch hat er besonders bekannt, dass er keine Briefe 
mehr besitze, die über uns, unseren Rath und die Stadt sprechen, 
und gelobte, dass, wenn jemals später solche Briefe dennoch 
vorgebracht würden, sie keine Kraft noch Macht haben sollten. 
Item hat er mit gutem Willen und unbezwungen daselbst 
bekannt, dass er keine Briefe mehr über Schulden besitze, die 
auf unseren gnädigen Herrn Bischof lauten, und auch keine 
Friedebriefe von seinen Gnaden, und gelobte, wenn in Zukunft 
solche Briefe gefunden würden, dass die weder über seine 
Gnaden noch über seiner Gnaden Bürgen Kraft oder Macht 
haben sollten geistlich oder weltlich in keiner Weise. 

Item hat er daselbst alle und jegliche geistliche und 
weltliche Herren, Prälaten, Domherren und andere Priester, 



1) Stobbe das. 187. 

2) Vgl. Klose n, 2, S. 57 und dazu Häusler. S. 241. Anm. 3. 

3) Stobbe in Z. VII, 351—354 

*) Die Stadt war offenbar Bürgin bei dem Juden für des Bischofs Schulden 



— 100 — 

Knechte, Bürger und andere ehrbare Leute, welcherlei die 
sein mögen, die seines Geräthes etwas bei sich gehabt haben 
und unserem gnädigen Herrn Bischöfe und den Seinen aus- 
geantwortet haben, oder in den Sachen Handreichungen gethan 
haben, und hat gelobt bei seinem jüdischen Rechte, dass er 
unseren gnädigen Herrn Bischof und die Seinen und alle, die 
solches Geräth seinen Händen überantwortet haben, niemals 
zu ewigen Zeiten ansprechen solle und wolle mit Worten und 
mit Werken, geistlich oder weltlich, bei Verlust seines gesammten 
jüdischen Rechtes und Friedens, wo oder bei wem er den 
haben werde. 

Item so hat er daselbst gelobt bei seinem geschworenen 
jüdischen Eide, wenn er etwa Schuldbriefe besässe über die 
hochgeborenen Fürsten, Herzogen Conrad, Canthner ge- 
nannt, Herzogen Conrad, den Dechant, und Herzogen 
Conrad den Weissen, unseres gnädigen Herrn Bischofs 
Brüder, dass alle diese Briefe, Geld und Schulden \-on ver- 
gangenen Weihnachten bis auf nächsten Weinachten ohne allen 
Wucher frei stehen sollten. 

Item daselbst hat er gelobt bei seinem geschworenen 
jüdischen Eid, dass alle Briefe, die er hat über Tomschiik 
von Tanfelde über Schulden, dass die von vergangenen 
Weihnachten an über zwei Jahr noch ganz ohne allen Wucher 
frei stehen sollen. 

Item am selben Tage ist vor uns gekommen der ehr- 
same Herr Thomas Mas, Domherr, und Namens des Ehr- 
würdigen Herrn Bischofs erklärt, dass Ichel Jude, den man 
nennt Michel Juden von Reichenbach, sich mit seiner Gnaden 
völlig geeinigt hat wegen der Sachen, um derentwillen er im 
Gefängniss gehalten war, und hat darum denselben Juden von 
seiner Gnaden wegen aller Sachen frei und ledig gelassen, und 
alle, die um seinen Willen in diesen Sachen gethan haben, 
sollen unverdacht bleiben. Auch hat der vorgenannte Herr 
Thomas gelobt, dass alle die Briefe, die derselbe Herr Bischof 
von unserem gnädigen Herrn Könige oder sonst von J( manden 
anders über denselben Juden ausgebracht hätte, welcherlei die 
auch wären, in Zukunft keinerlei Kraft und Macht haben sollen, 
geistlich und weltlich in keiner Weise." 

Man sieht, wie gründlich und erschöpfend das fünfzehnte 
Jahrhundert solche Dinge zu erledigen verstand. Als Michel aus 
dem Gefängniss entlassen wurde, war er ein gebrochener Mann. 



— 101 — 

Es wäre für den schwer heimgesuchten Greis kaum ein Trost 
gewesen, wenn er noch mit eigenen Augen gesehen hätte, dass 
der Bischof mit derselben priesterlichen Milde auch seine nächsten 
Getreuen^) und seinen eigenen Bruder 2) behandelt hat. Er 
starb nach kurzer Frist ^). Da er kinderlos aus dem Leben 
schied, liel sein immerhin noch sehr werthvoUes Erbe an Kussiel oder 
Jekuthiel, den Gatten seiner Nichte, der ebenfalls einer angesehenen 
und reichen, bereits seit einigen Geschlechtern in Schlesien ansässigen 
Familie'*) entstammte. 

Kussiel sollte nicht lange im ungestörten Besitz seiner Güter 
sein. In den kriegerischen Zeitläuften gerieth der Breslauer Rath 
gerade so gut wie sein Bischof in arge Geldverlegenheit. Warum 
sollte die weltliche Gewalt nicht ebenfalls von ihren Machtmitteln 
Gebrauch machen? Dass das Unternehmen für sie gefahrvoll werden 
könnte, war nicht zu befürchten. Dass es aber zweckmässig sei, 
ergab sich beim ersten Versuch. Als 1433 Abraham von Münsterberg ^) 
nebst seiner Frau Esther*') unter der Bezichtigung, angeblich einige 
Meineide geschworen und eine Majestätsbeleidigung und einen Holz- 
diebstahl begangen zu haben, in den Kerker geworfen wurden, ver- 
zichtete er „gutwillig" auf eine 338 Mark betragende Geldsumme 
und 40 Mark Zinsen, die er von der Stadt zu fordern hatte, und 
fügte „aus freien Stücken" noch ein Geschenk von 400 Mark hin- 
zu'''). Für die geschenkte Summe war Kussiel Mitbürge und kam 



1) Vgl. Heyne IH, .379 ff. Cod. dipl. Siles. XV, 77 ff. Selbst Heyne 
hat ein Wort der Missbilligung über das Verfahren. 

-) Heyne III. 706. Häusler 261: „Selbst das Domkapitel missbilligte 
offen diese That". Vgl. Er misch, Mittel- imd Niedersclüesien während der 
königlosen Zeit in Z. XIII, 67. 

3) Am 10. April 1426 erklären bereits acht angesehene Juden vor 
dem Breslauer Rath „by irem judischen rechte, das Czornel, das Aveip des 
Juden Chussiel. die rechte Erbin des Juden Ichel de Reichenbach als Tochter 
Icheis Bruder Nehemia-' sei (Stadtarchiv, Neue Funde. Or.-Paj).). Der hierbei 
zuerst genannte Salomo ist offenbar der damalige Rabbiner ("Anh. III. G, I, 91). 

*) Vgl. Anliang III. F. I. 3. 5. G. I, 28, 49. 60. 68. 76. 8.5. Ich nehme 
an, dass sein Vater ,.Behnisch. genannt Kessel,-' etwa Benisch b. Jekuthiel 
geheissen habe. 

5) Da er einen Sohn Isaak (G. I, 46) hatte, möchte ich annehmen, 
dass er mit Abraham J"'' [= ppilk"' "i JD] ^"~\Z, dem letzten der Adressaten bei 
R. Jacob Weil RGA. 152—55. identisch sei. Dann wäre Abr. b. Jeh. mit 
Abr. von Oppehi zu identificiren. Vgl. G. I, 8. 1-3. 14. 

6) G. I. 34. Nach dem Tode des Mamies ^viirde sie die Frau xlbrahams 
von Oppeln (K. 17b. 1, p. 18a). vgl. G. I. 14. 

') Vgl. ansluhrlich bei Stobbe in Z VIIT. 156 ff. die Vei'handlung 



- 102 - 

nach Gebühr pünktlich seiner Verpflichtung nach. Seine trotz der 
bösen Tage unerschütterte Zahlungsfähigkeit legte den Gedanken 
nahe, die bewährte Maassregel auch an seinem Vermögen zu er- 
proben. Zur Abwechselung verlegte man die Beschuldigung dieses 
Mal mehr auf das kirchliche Gebiet^). Er sollte einen christlichen 
Knaben heimlich haben beschneiden und in das Ausland entführen 
lassen. Ferner sollte er ein Christenweib bei sich aufgenommen 
und sie für eine Jüdin ausgegeben haben. Endlich sollte er sie mit 
sich in die Synagoge genommen und sie auch veranlasst haben, 
zusammen mit ihm Geldgeschäfte zu machen. Alles dies aber zur 
„•Schmachheit und Lästerung des heiligen christlichen Glaubens." 
Allein dieses Mal wagte der Jude Widerstand zu leisten und der 
Gewalt Gewalt entgegen zu setzen. Dem Gesindel, mit dem er 
im Kerker sass, machte er Zusagen und Versprechungen, und es 
gelang ihm, mit seiner Hilfe zu entkommen ^). Leider sollte er sich 
nicht lange des goldenen Lichts erfreuen. Der Rath brachte ihn 
abermals in seine Gewalt oder wie der fromme Schreiber sich aus- 
drückt: „got half mit seyner gnade, das her wider begriffen wardt.'' 
In der Angst wegen solcher „broche, gewalt, frevel und missethat", 
wie ihm angedroht wurde, „gerichtet" zu werden, erliess er jetzt der 
Stadt eine Schuld von 800 Mark und erhielt Gnade und Verzeihung 
für P>evel, die er zweifellos niemals begangen hat ^). In begreiflicher 
Empörung über die schnöde Unthat wandte sich nun der Jude an den 
König von Polen, von dessen Hand er einen Friedensbrief besass, und 
flehte ihn an, ihn gegen die Unbill des Rathes zu schützen. Als das 
dem Rath zu Ohren kam, Hess er Kussiel zum dritten Male gefangen 
setzen. Um den trotzigen Juden nachgiebiger zu stimmen, warf 



vom 8. Juli 1433. Als ihm am selben Tage ein ueuer Friedensbiief 
gegeben wurde, übernahm er auch die Verpflichtimg, „sunderlichen ap sichs 
geborte Nymptsch zu kewffen ader unser gefangen frimde ews dem 
gefencknis zulozen". Vielleicht, meint St., sollte Nymptsch oder die dort 
gefangenen Breslauer durch ein Lösegeld damals aus den Händen der 
Hussiten befreit werden. Vgl. Grünhagen, Gesch. ScU. I, 254. — Auch 
die Liegnitzer Juden machten der Stadt zur Verstärkung der Befestigung 
und zur Bewaffnung der Bürger wegen der Hussitenkriege 1432 einen Vor- 
schuss von tausend Gulden, vgl. S. 93 Anm. 

J) Stobbe in Z. VH!, 158 f. 

') Michael Winkler wurde damals l)estraft, weil er dem Juden eine 
Feile ins Gefängnis gebracht hatte. Ln diese Zeit fällt wohl der Bescheid 
W.ils No. 30, vielleicht auch No. 125. weil Kussiel genöthig war, seine 
<Ms.liiil>f. in Breslau durch Bevollmächtigte erledigen zu lassen. Vgl. G. I, 33. 

») Stobbe a. a. 0. 



— 103 — 

er zugleich Nechla, Kussiels greise Mutter, seinen Bruder Merkel 
und seiner Schwester Tochter Menucha in den Kerker^). Das half. 
„Freiwillig und unbezwungen" beschwor und beurkundete er jetzt, 
dass er seine Klage zurücknehmen und niemals wiederholen werde ^). 
Einen gleichen Eid leisteten „williglich" seine Angehörigen. 

Aber noch immer war die Willenskraft des reichen Juden nicht 
gebrochen. Er beschritt auch den letzten Weg, der ihm noch offen 
stand, und befragte R. Jacob Weil, der in jenen Tagen der gelehr- 
' teste Kenner des jüdischen Rechtes war, ob das göttliche Gesetz ihn 
wirklich zwinge, den abgezwungenen Eid zu halten. Die Antwort 
lautete genau nach dem strengen Recht: Erzwungene Eide sind 
nur dann hinfällig, wenn sie unter Ausschluss unmittelbarer Gefahr 
für Leib und Leben geleistet sind. Das trifft auf deinen Fall nicht zu- 
Du warst in der Gewalt der Christen. Dein Leben war in ihrer 
Hand. Wer hätte dein Blut von ihnen gefordert? Daher musst 
du deinen Eid halten, sonst entweihst du den Namen Gottes^). Der 
treue Jude hielt seinen Eid und hat den Namen Gottes nicht entweiht. 

Es war in diesem Zusammenhange nöthig, auf die Einzeln- 
heiten des Zwischenfalles einzugehen, um dem unbefangenen 
Beurtheiler Gelegenheit zu geben, an der Moral des Judenmeisters 
von Augsburg und seines Breslauer Clienten, die bekanntlich in einer 
Zeit lebten, da das Judenthum aufs tiefste gedemüthigt war, die- 
jenige seiner Unterdrücker zu messen: und zwar sowohl diejenige 
des damaligen Rathes der „guten Stadt" Breslau, dem erst jüngst 
der König rühmend versichert hatte, dass seine Heimath „ein wasser- 
reicher Quell der Gesetzlichkeit, eine Richtschnur guter Sitten, ein 
Vorbild und Spiegel der Tugend, eine glänzende, vor anderen Städten 
hervorleuchtende Sonne" sei'*), als auch diejenige seines geist- 
lichen Oberhirten, der vermuthlich erst in seinem Alter die von ihm 
selbst veröffentlichtien Beschlüsse der Diöcesan-Synode vom Jahre 



') Liber excesstium de anno 1435, p. 2. 

2) das. n.Anli.IV.Urk. 1. SeineHandsclir.ist sehr zierlich. Vgl. S, 104, N. 6. 

3) EGA. 53 Wir besitzen nur den Bescheid, die Anfrage ist nicht 
erhalten. Man muss bedenken, dass K. durch die Natur der Sache ver- 
hindert war, den Thatbestand scharf zu präcisiren. Die HauptsteUe der 

Antwort lautet: i»"! unn HTitr ^fi fsi n"'ijn n'3 Dist: n"n -!^n xnairn hza 
♦ . . . annn j"^^ "nn sis^'ra , ♦ . ♦ paisi s]-\in n:3D2 n^n aji dtö» 

*) „[Wratislaviensis civitas nostra] que . . . est fons legalitatis ir- 
riguus, cujusque cetus civium tanquam regula morum, exemplar et speculiim 
moralitatis humane vite jubarque splendidum inter alias quaslibet civitates 
emicuit". (Urkunde vom 14. März 1420 Stadtbuch, S. 151, No. 39). 



- 104 — 

1446*) zur Richtschnur 'für seinen eigenen sittlichen Lebenswandel 
gemacht hat. 

Um dieselbe Zeit, in der Kussiel seine Uhrfehde schwur, 
horten die Einfälle der Hussiten auf, die fünfzehn Jahre lang das 
vormals blühende Land heimgesucht und zur Einöde gemacht 
hatten. Die kleinen Städte lagen grösstentheils in Asche. Die 
Dörfer waren ausgeplündert und xerheert. Handwerk und Gewerbe 
lagen völlig darnieder. Nur in den grösseren stark befestigten 
Städten war der Wohlstand gestiegen, weil die Vermögenden ihre 
Habe, sobald sie es vermochten, in ihre Mauern geflüchtet hatten'-)- 
Dadurch erklärt sich auch die Thatsache, dass trotz der argen 
Misshandlung immer wieder Juden in Brieg^), Glogau"*) und 
Breslau'') Friedensbriefe heischten und erhielten. So wuchsen die 
Gemeinden allmählich an, und Breslau besass am Ende der 
Hussitenkriege eine grössere Anzahl von Juden als vorher ^). 

Zur friedlichen Entwickelung ihrer Institutionen konnte sie freilich 
nicht gelangen, selbst als endlich der Friede zu Stande gekommen war. 
König Sigismund überlebte ihn nicht lange'). Aber die Giftsaat des 
Glaubenshasses, die er ausgestreut hatte, ging in den Tagen seines 
Enkels blutig auf. 



1) Heine ni, 463—476. 

2) Grünhagen I, 255 ff. 

3) Am 23. Uni 1423 erhielt der Jude Salomo für 20 Gld. jährl. Zin.s 
von Ludwig II. (IX. 19) die Freiheit, in seinen Städten, wo er will, frei 
lind sicher zu wohnen. 

*) Vgl. G. V, 2. 5. 7, 

S| Am 27. April 1425 erli. Weisse Franzke (Stohbe Z. VIII, 356, vgl. 
G. I 40». im Jahre 1431 David und Mosche Juden, etwenn Salomon Juden 
von Brege (das. S. 154. G. I. 78. 79 und F. II, 2) Schutzliriefe. Am .8. Juli 
1433 wurden diejenigen für Abraham von Münsterberg (Stobbe das. S. ISGff.") 
und am 15. September 1434 für Kussiel und .seine Angeluirigen (Stobbe 
das. 1.58, vgl. G. I, 64. 88) erneuert, am 18, November 1446 diejenigen für 
Aljraham, Meyer. Sneman und die anderen Breslauer Juden (Lib, sig„ p. 109) 
auf vier Jahre und im .Jahre 1450 (das, p. 122) abermals auf vier Jahre 
verlängert. 

") Vgl. die Zusiiimiieustcllung in Anh. HL Alitb. (i. Lel)er die Steuer- 
läliigkcit, die um jene Zeit den schlesisclieu Juden zugetraut wurde, vgl. 
du.s (lutac-hten Nachems von Wien (mitgetheilt von Kerler in der Zeitschr. 
f. Gesch. der Juden in Deutschi. III, 116. 129). Danach wurden die Juden 
im Lande Breslauw auf 3000 Gulden (etwa - Mainz) und im Sweidenitzer 
Lande auf 2(KK) Gulden (-Bamberg, Magdeburg u. s. w.) geschätzt. Es 
liandolte sich um die von Sigismund am 21. ^liirz 1 1.3() ausgeschriebene 
Krömuigsst<-uer. 

">) Er starb am 9. Deccmber 1437. 



XXXV 

Anhang lli. 

Verzeichniss der Juden, die von den ältesten Zeiten bis etwa 
zur Mitte des i6. Jahrhunderts in Schlesien gelebt haben. 

(Schluss.) 

F. 1390-1420. 

1. in Breslau: 

1. Abraham erhielt am 20. Jan. 1395 zugleich mit anderen Juden einen 
Schutzbrief auf drei Jahre (Cleyder in Schles. Prov.-Bl. Bd. 108 [1808], 
S. 3) und gewann 1401 einen Rechtsstreit in Sachen einer Geld- 
schuld (Staatsarch. F., Bresl. IV, 3 c.). Zu seiner Entlastung zahlte 
Lenhard Richard an andere Juden 37 M. für den Herzog Senior (III, 4) am 
3. März 1418 (vgl. Stobbe in Z. VII, 83). Er gehörte zu den Zeugen, 
die am 10. April 1426 eine Erklärung über die Verwandtschaft der 
Frau Kussiels mit Ichel von Reichenbach (St.-Arch. Neue Funde, 
Or. Pap.) abgaben und Hess 19. Februar 1427 durch einen anderen er- 
klären, dass er dem Gregor von Gregersdorf die Zahlmigsfrist für 
eine Schuld, deren Bürge dieser war, bis acht Tage nach Pfingsten 
verlängere (Stobbe in Z. VII, 360). Am 28. Novbr. 1430 läugiiete ilim 
Sweidiger Bogtschicz von Wolfersdorff eine Schuld von 54 Mk. Gr. ab und 
am 5. Deebr. 1430, 20. Febr., 10. und 24. April 1431 finden Verhandlungen 
in der Angelegenheit statt. Schliesslich wird der Schuldner zur 
Zahlung von 8 Mk. Gr. verurtheilt (St.-A. F. Brsl. IV, 3e 1430—1440). 
Im Jahre 1427 schuldete ihm der Herzog Ludwig (IX, 23), Herr zu 
„Lobin, Olaw und Haynaw", 53 Mk. Gr. (0. 83). 

2. Abraham von Butum erhielt am 20. Janiiar 1395 zusammen mit 
anderen Juden (vgl. Abr. 1) einen Schutzbrief auf 3 Jahre (Geyder in 
Schi. Prov.-Bl. Bd. 108, S. 3). 

3. Benusch erhielt am 20. Janiiar 1395 zusammen mit Abr. (No. 1) und 
Abr. V. Butum (No. 2) vom Rath einen Schutzbrief auf 3 Jahre 
(Geyder m S^liles. Prov.-Bl. Bd. 108, S. 3). Am 21. Septbr. 1414 er- 
klärt Herzog Ludwig (IX, 19) von Brieg, Verweser von Liegnitz. dass die 
Stadt Brieg die Bürgschaft für 780 Mk., die er dem Juden Benisch, 
seinem Bruder Elyas. seinem Sohne Jacob und anderen Juden schuldig 
sei, übernommen habe (Orig. Staats-Arch. V, 20). Im Jahre 1416 
schuldete die Stadt Breslau ihm, dem Elias und Jacob und dem Jacob 
von Kaiisch zusammen 100 Mk. Gr. und 6 Mk. Gr. Zinsen (^Stobbe 
Z. VI, 354 1. Am 11. Mai 1417 erklärt der Jude Benjamin v. Würz- 
burg, dass er sich mit Benesch und anderen hiesigen Juden vei'glicheu 
habe und Niemandem wegen der Gefängnisshaft, in die er genommen 
war, etwas nachtrag-en werde (Stobbe Z. VII, 180). Von der Schuld 
von 1000 Mk.. für die er (Benesch Jude, genannt Kessel) zusammen mit 
Helias dem HerzogConrad Senior vonOels (III, 4) gebürgt hatte, bezalilen 
die Bürgen an Lenhard Richard am 18. Jan. 1418 die Summe von 
465 Mk. und versprechen für 320 Ml<. in acht Tagen andere Schuld- 
briefe des Herzogs zu übergeben und den Rest von 215 ]\Ik. nächste 
Mittfasten zu bezahlen (Stobbe das. 181). Die 1000 Mk. schuldete 



XXXVTU 

Paniilio (oben D. II. 1. 2. B. 4. 5. »ji und befand sich bereits 1392 in 
Brie«, als sich am 3J. März Niclas Stenzil beim Herzog Ludwig (IX, 2) 
über dessen Sohn Heiuricli (IX. 10) beklagte, dass dieser ihn einer für 
Stephan AVilguth geleisteten Bürgschaft ledig gesprochen habe, während 
der Jude selbst eine neue Schuldverschreibung producire. Diesen letzteren 
Schuldbrief erklärt der Herzog für ungiltig (Stadtarchiv Eoppan 824, 
Z. XI, 448, No. lOBO). 

2. Salomo war einer der grössten Kapitalisten Schlesiens. Hirn iind 
seinen Genossen schuldete der Rath von Ei-eslan die Summe von 
1318 Mk. (Ir. nebst 2'/2 Mk. 9 sco und 4 Mk. 10 Gr. Zinsen und Agio 
im Jahre 141(3 (Stobbe in Z. VI, 354). Am 9. Juli 1418 bezahlt ihm 
tler Rath 1859 Gld. ung. und schuldet ihm noch 530 Gld., die bis 
Kjiiphanias 1419 bezahlt sein oder bis Johannis mit 30 Mk. verzinst 
wei-den müssen (Stobbe das. YII. 184). Im Jahre 1431 war er bereits 
verstorben. Vgl. David und Mosche in Breslau, seine Söhne iG. Bresl., 
No. 29. 82). 

3. Seman von Eeichenliach erhielt am 23. Decbr. 1398 zusammen 
mit Jacob (No. 1) einen auf sechs Jahre lautenden Schutzbrief tür 
Brieg von Herzog Heinrich VIII. (IX, 10), [Ht-A. Liegn., Brieg, 
Wohlan II, 232. gedr. in Z. X, 228). 

HI. in Cosel: 

1. Abraham. Der Rath von Trebnitz beurkundet am 26. Novbr. 141lj 
verschiedene Zeugnisse, in welchen von Geldgeschäften des Abraham 
Juden, jetzt zu Cosel, die Rede ist (St.-A. Or.-Pap., Neue Funde). 

IV. in Frankenstein: 

1. MJllner hatte Antheil an der Schuld von 780 Mk. des Herzogs Ludwig 
(IX, 19) von Brieg, für welche die Stadt Brieg am 21. Sej.tbr. 1414 die 
Bürgschaft übernahm (Org. St.-A. V, 20). 

V. in Glatz: 

1. Ades, Wittwe des Hase (No. 3) besass 1415 ein Haus imd eine Hof- 
statt in der Sweidlergasse neben der Juden Hofstatt und Schule 
(Urk. u. Reg.. S. 75). Vgl. Benesch (No. 2) und Nachman (No. 8), 
ihre Söhne, und Hase (No. 3i. ihr Mann. Auch 1417 wird ein Hans 
„by der JudcMischulon'' erwähnt (das. II, 544). 

2. Benesch. Sohn des Hase (No. 3) und der Ades (No. 1). verkauft zu- 
sammen mit seinem Bruder Nachmann auf Geheiss der Mutter und 
als \'r)rmünder ihrer Geschwister das vom Vater ererbte Haus auf 
der Sweidlergasse neben der Juden Hofstatt und Schule an Wenczlaw 
l.ybste und seine Erben am 10. Sejithr. 1415 (Urk. u. Reg. S. 75). 

3. Hase, Mann der Ades (No. li und \'atcr des Benesch (No. 2) und 
Nachniann iNo. 8) vgl. No. 1. 2. 8. 

4. Jacob.fude und Niklas Henc v(Mkauftn 1412 ein Hans aul' dem 
Rossmarkte d'rk. u. Reg. IT, 538 1. 

5. Le|)e verkauft 1428 sein Haus in der Sweidh-rgasse (i'rk. und 
Heg. 11, 150). 

<i. .Mennel besass 1419 20 ein Haus an 1' der lM:iirenl)ergergasse ( Frk. 
u. Heg. 11, 54<>). 



XXXIX 

7. Mosschil Jüdin besass 1416 ein Hans anf derselben Gasse (das. 542). 

8. Nachman, Sohn des Hase (No. 3) nnd der Ades (No. 1\ Bruder des 
Benesch (No. 2), vgl. sub No. 2. 

H. Der Jnde Buben besass 1413 ein Haus auf der Sweidlergasse 

(das. 540). 
10. Rubenynne, vielleicht Frau des Vorigen, quittirt dem Jacob 
Tschertinwang den Em])fang einer Schuld von 26 Schock (das. II, 77). 

VI. in Gross-Glogau: 

1. Abraham. Herzog Johann (II, 27) stellt am 2. März 1407 den Bürgern 

einen Bevers aus, dass das Stadtrecht durch die dem Juden Abr. 
und anderen Juden ausgestellten Briefe und Freiheiten nicht beein- 
trächtigt werden solle, und dass die Juden in Criminalsachen nach 
dem Stadtrecht gerichtet werden sollen (Miiisberg I, 316, vgl. 407 Urk. 
No. LH). 

2. Jonas hat von Herzog Heinrich IX. (IL 28), wie dieser in einem Schuld- 
brief bekennt, nach der Abrechnung noch 385 Mk. zu fordern. Das Ei- 
eigniss gehört in das Jahr 1418 (Minsberg I, 318) oder 1428 (Berndt, 
S. 7). Im Jahre 1423 leihen die Herzoge Heinrich IX. und X. (II, 28. 29) 
bei ihm (und Josmann, G, V, No. 4) 37 (Minsberg I, 316) oder 86 
(Berndt, S. 7) Mk. 

3/4. Peisach imd Jacol) Bothbart wurden 3. April 1401 wegen an- 
geblicher Hostienschändung verbrannt (oben S 94). 

VII. in Liegnitz: 

1. Abraham Jüdin besass ein Haus, welches Herzog Ludwig IL (IX, 19) 
dem Bitter Heinze von Ohlau als ein Burglehn schenkt am 4. August 1420 
(Sammter Anh. 567, Nr. 220. Schirrmacher S. 319, No. 519. Or. d. St. 
L., No. 274). 

2. Elias [heliasj Jude czu Legnicz hat von dem Bath zu Breslau 800 Mk. 
auf eine Schuld von 8000 Schock, für die sich dieser mit Andern ver- 
bürgt hat, erhalten, worüber dem Bath von Job., Bischof von Camin, 
Bolko (VI, 22) und Bernliard (VI, 24), Fürsten zu Oppeln. am 7. SeptiM-. 
1397 Quittung ertheilt wird (Bepert. Boppen No. 47c). 

3. Oser. Die Bathmannen der Städte Brieg, Pitschen und Kreuzl)urg 
geloben dem Bath von Liegnitz am 3. Mai 1414, dass der von Herzog- 
Ludwig II (IX, 19) von Liegnitz nnd Brieg dem Juden Oser, seiner 
Mutter Lazar (?) und ihren Verwandten und Diensieuten auf 2 Jahre 
gegebene Friede auch von ihnen gehalten werden soll (Schirrmacher 
No. 469, S. 298). Es handelt sich offenbar um Verwandte oder Nach- 
kommen der von 1369 an in Schweidnitz aufgenommenen Clientel des 
Lazar und seiner Angehörigen (oben S. 73, 75, auch E. XI 1. 2. 8. 
9. 12, S. XXXIII f.). Vier Adlige von Zittaw stellen 1413 drei Adlige 
aus' Görlitz dem Ozar in Liegnitz als Bürgen für eine Schuld von 
118 Schock und geloben, ihr Wort zu lösen oder in Görlitz einzureiten 
(Knothe II, 66), 

VIII. in Mttnsterberg: 

1. Zabde gehörte zu den Gläubigern der Stadt Breslau. Der Bath not irt 
1418, dass er zu einem Consortium gehih'e, welclics 106 Mk. Gr. zu 
fordern habe (Stobbe Z. VII, 183). 



1\. in Oppeln: 

1. Isaak besass ein Haus am Kirchhof, welches Herzog Bolko (VI, 22) 
1396 verkaufte ( Jdzikowskv, Oppehi. S. 121). Aelteste Nachricht über 
Juden in Oppeln. Wann Isaak der Hausbesitzer geworden ist, ist 
nicht überliefert (vgl. oben S. 26. Anm. 27). 

X. io Ratibor: 

1. Daniel. In seinem Hause brach am 23. October 1415 Feuer aus, das 
fast die ganze Stadt einäscherte (Weltzel in Z. IV, 117 nach Urk. des 
Ratiborer Collegiatstiftes). 

XI. in Reicheiibach : 

1. Ichel oder Michael, der 1389 in Oels, 1417 in Canth mid 1418 
wieder in Oels wohnte, sich aber meistens in Breslau aufhielt, trägt 
den Xanien nach [seiner Vaterstadt?] Eeichenbach. Im Jahre 1389 
beklagte er sich über Jacob Zamie, der ilm wegen Wuchei-s vor ein 
geistliches Gericht geladen hatte, obwohl er ihm nie etwas geliehen 
hatte 1 Seh weidn. Stadtbuch, fol. 138). Im Jahre 1417 bedrohte er angeblich 
einen Glaubensgenossen vor dem Ratlie und war deshalb angeklagt 
(RGA. J. Weil 111 scheint nicht von diesem Vorfall zu handeln, 
und zwar nach Schlesien, aber in eine spätere Zeit zu gehören). Am 
12. März 1417 verbürgt sich Elias für sein pünktliches Erscheinen zum 
Termin auf Pfingsten (Stobbe in Z. VII, 178j. In der That ^v-urde 
er zu einer hohen „Geldstrafe" verurtheilt. für welche Lenliard Richard, 
durch andere Bürgen gedeckt, die Bürgschaft übernahm (das. 182\. 
Damals schxildete ihm der Rath von Breslau seit 141.5 die Summe von 
670 Mk., die bis 1418 auf 860 Mk. anwuchs und den 21. Decbr. 1418 
bezalüt wurde (das. vgl. auch 184, vgl. Häusler, Gesch. d. Fürstenth. Oels, 
241 . 296 1. Dem Herzog Conrad Senior (III, 4) hatte er 1000 Älk. zu zalilen, 
die derselbe Lenhard Richard allmählich abträgt (Stobbe das. 186). 
Am 17. August 1418 lieh er dem Rathe „absque usura" 128 ]\Ik. weniger 
1 Gr,, die bis Joh. 1419 bezahlt sein sollen (das. 187). Bartusch von 
Sockelow schuldete ihm 1419 die Summe von 450 INIk., auf die ilim 
von verschiedenen Bürgen AbschlagszaMungen geleistet wurden 
(das. 188). Als 1420—21 das Judengut vom Rath mit Beschlag be- 
legt wiude, bat er unter Berufung auf den ihm ertheilton Frieden, 
für welchen sich der Bischof verwendet hatte, um Auslieferung seines 
Eigenthums (Stadtarch. Neue Funde, Or.-Pap. ). Im Jahre 1424 wurde er 
vom Bischof ins Gelangniss gesetzt und erst freigelassen, nachdem 
er alle Schuldbriefe auf ihn, den Rath und die Stadtbürger, sowie 
alle Pfiinder von geistlichen und weltlichen Personen herausgegeben 
und erklärt hatte, die darauf haftenden Forderunji:en nicht einklagen 
zu wollen (Stobbe das. 351 tf.). Dass er mit R. Michael, Theiluehmer 
an der Erfurter Rabbi nersynode (Wiener in M.-S. 1868, S. 393 ff.) 
identisch gewesen sei, halte ich für ganz ausgeschlossen. Am 10. April 
1426 lel)te er nicht mehr. Cussiel wurde sein Erbe durch seine Ehe 
mit Czornel (G. Brcsl. 2H), der Tochter Nehemias, des Bruders Icheis 
I Stadtarch., Neue Funde, Or.-Pnp.). Falls der 1453 gefundene Schuldbrief 
über 41 Mk. 6 Gr. auf Frau Hedwig, etwen bob\icken weip. der Mich il 



XLI 



judin Jacobs von Reichenbacli's Miteigenthnm war (Stadt- Arch. K. 17b, 
2, S. 7), ihm gehörte, so könnte man vielleicht annehmen, dass er Jacob 
Juden des Rychen zu der Neisse (D. Bresl. 65, vgl, S. 58) Sohn 
gewesen sei. 

Semann, vgl. F. Brieg 3. 

XII. in Scliweidnitz : 

1. Abraham, Sohn des Elias, gehörte nach einer Urkunde s. 1. 
21. Sept. 1414 zu den Gläubigern des Herzogs Ludwig von Brieg (IX, 19) 
(Orig. Staatsarchiv V, 20) nnd nach einer solchen d. d. Bresl. 28. 7. 1419 
zu denjenigen des Seifried Bischofswerda und Franz Haugwitz (Orig. 
d. St. Liegn. No. 269, vgl. Sammter, Chronik v. Liegn. I Anh., S. 567; 
Schirrmacher, S. 316, No. 511). Der Jude Ippo hat angeblich gedroht, 
sich an ihm rächen zu wollen, wie er sich schon an Anderen gerächt 
habe, und wemi es 40—50 Gld. kosten soUe (Stobbe Z. VII, 158). 

2. Asriel, Sohn des T^.IÖ = R. David. Vgl. im Text S. 74, N. 5. Seine 
Wittwe heirathet, jedenfalls längere Zeit vor 1453, Israel b. Jesaia 
(RGA. J. Brmia, ed. Stettin, fol. 71b). 

3. Baruch war Vorsäuger in Schweidnitz und gelobte in der Ueber- 
eilung, sich von seiner Frau Vogelin scheiden zu lassen. Nach Entsch. 
des Rabbiners R. David musste er sich von ihr trennen und sie dann 
wieder heirathen (RGA. 271 [ed. St. = 270 ed. Salon] des Isr. Bruna). 
Vgl. im Text S. 70, No. 4. 

4. Isaak. Ihm schuldete der Rath zu Breslau 1416 (zusammen mit 
Lazarus und Israel v. Striegaii) 339 IVIk. Gr. (Stobbe in Z. VI, 354). 

5. Lazar besass um das Jahr 1417 Güter, über deren Theilmig, Verkauf 
und Versatz mehrere Gerichtstage abgehalten worden. Es handelt sich 
wohl um einen Nachkommen Lazars, des Schwiegervaters Osers von 
Schweidnitz (Urkundenbuch schles. Dörfer von Dr. Meitzen Einl. 
S. 16; vgl. Anli. S. XXXIV, E. XI, No. 8 und im Text S. 73 ff.). 

6. Menlyn gehörte (zusammen mit Abr. No. 1 ruid Lazar in Breslau) 
zu den Gläubigern des Seifried Bischofswerda und Franz Haugwitz, 
die Ihnen 150 Mk. schuldeten (Schirrmacher S. 31s, No. 511 ; Orig. d. 
St. Liegn. No. 269). RGA. J. Weil No. 88 scheint sich auf einen 
Anderen zu beziehen. 

XIII. in Striegan: 

1. Israel schoss (zusammen mit Isaak von Schweidnitz und Lazarus 
dem Breslauer Rath 1416J die Summe von 339 Mk. Gr. vor (Stobbe 
in Z. VI, 354). 



G. 1420-1450. 

I. in Breslau: 

1. Aaron von Nympcz besass 1453 einen Schuldbrief des Siegmund 
Sweyn von smedisdorff und Ticze von Podegow über 20 m. u^ 5 m. 
b. gr. (Stadtarchiv K. 17 b, 2, p. 2). 

2. Aaron von Strehlen besass 1453 Schuldbriefe des Michel Volinos 
über 9 IVIk. 3 Vierd., des Stenzel Wilhelm über 2 ]Mk., des dii'ste von 



XLTT 



Kolelaw über l'-> Vierd. iStadtarclüv K. 171). 2. p. 1). des Ticze von 
PodegoAv und seine)- Frau Anna ül)er 22 Älk., des Peter Kromer über 
1 Schock, des Niclas newdecke über 8 Afk. nnd 1 Vierd., der Frau 
Prebei-ynne und ihrer Kinder über 41/0 Fuder Pfennig (das. p. 2), des 
Stephin Byali und Sniolka über 4 Mk. und 1 Fudei', des Peter mohier 
über 1 ^Ik. 1 Vierd.. des Ticze von Podegow. Nickel bursnitz und 
Gnnczel bursnitz ülier 5 .Mk. und 1 Vierd. prageriscli Geld (zusammen 
mit seinem Vater. Jacob und mit Jacol) von Reichenliacli), des Ticze 
von Podegow allein für ihn allein iil)er S ^Ik. (p. 3), des Hans Stosch 
und Czegoth über 3 Mk. nnd (?) Vierd. bem. gr. (zus. mit Efferim und 
Abr. seinem sonyK des Nickel Monsterl)ei-g über 5 Mk. und 18 gr. Ixihm. 
(zusammen mit seinem Vater Jacoli und manil zu Reicbenlmcli), des 
Michel Mickelor von Strelin über 8 Mk., des Heincze Hascbke czu 
Dirsdoi'ff über 5 Mk. b. gr. (zusammen mit Abr. seym czone). des Niclas 
Wolff zu Strelin über 2 Mk. (das. p. 4), des Jorge Ingram czur plow 
über 4 m. gr. ziisammen mit seinem Sohne Abraham (das. p. !)>. Vielleicht 
wohnte Aaron in Sti-eblon. Vgl. (1., Strelden. Aaron il). Abralinin i2i. 
Jacob (0). 

3. Abraham besass 1453 einen Schöppenbrief über 40 ung. Gulden, die 
Niklas Schedendorf ihm (zusammen mit seinem Schwager Isaak 
|No. 45]) schuldete (St.-A. K. 171). 2. ].. l(»i. 

4. Abrahams Czelders, „vir cu jusdam judee Tlmntynne nuncupate-, ge- 
hörte zu den 1453 gefangenen luid geplünderten Juden (O. 82, avo- 
selbst d. Inventar seines Eigenthums gegeben ist). 

5. Al)raharn von Eger ist am 28. Febr. 1440 Bürge dafür, dass 
Franczke Jude (No. 37), sich dem (Jericbt pünktlich stellen werde 
(Stadtarchiv Lil). sign., p. 3). 

0. Abraham. Eft'rayms (No. 30) Solm. hatte Antheil an einem Schuldl)rief 
über 3 Mk. auf Hans Stosch (zusammen mit seinem Vater und mit 
Aaron von Strehlen, No. 2) (Stadtarchiv K. 17b. 2, p. 4). 

7. Abraham, Eidam der Franczke judynne (s. No. 38 u. No. 37^, erhielt 
28. März 14.52 mit seiner Schwiegermutter von Günther Eichter und 
seiner Frau die Zusage, dass sie ihnen unter Verpfändung ihres Alfods 
Khiin-Schmolz nH xuig. Gld. zahlen wollen iStaatsarcb. F. Bresl. IV 3e 
14.50—1458). 

8. Abraham b. P. ,J. [Isaak ?| (p" ""nnö ]Z) gehörte zu den „Vieren-' 
(vgl. S. 71, Anm. 5), an welche RGA. 152-55 desJ. Weil gei-ichtet ist. 
Vielleicht ist er mit Abr. von Münsterl)erg (No. 13) oder .\br. von ()p])('lu 
(No. 14) identisch. 

tt. Abraham 1). .lehnda war einer der „Vier-' in Breslau, an die neben 
Jeehiel f'T (No. 59), Abr. b. Manoiich (No. 12) nnd Abraham Sohn dt'ii 
""ino RGA. 152-55 des J, Weil gerichtet ist. Vielleicht idcMitis.li mit 
Abr. V. Op|)eln (No. 14) oder v. Münsterberg (No. 13). 
lt>. .Abraham .Juta (HttV C~i-K) enthielt einem Schuldner ein Plaiid vor. 
um diesen zu veraida.s.sen, ihm ein(^ Generalquittnng üIhm- alle Geld- 
.schnlden, die er bei ihm hatte, auszustellen, mnsste es aber nach 
einer Entscheidung R. .laiob Weils ohne Weiteres herausgeben (R(tA. 

.1. W. :r)). 



XLIIl 

11. Abraham Meisiier |Meyssner. Meisseu] wird in den Landgerielits- 
protokollen F. Brsl. IV Be besonders im Jahre 1432 sehr hävifig als Grlänbiger 
erwähnt. Am 12. März 1440 gehörte er zu den Bürgen, die vesprachen 
Mosche A'onLiegnitz (Gr. VII, 2) und den hinkenden Isaak luid Isaak Jacobs 
son zu veranlassen, rechtzeitig vor Gericht zu erscheinen (Stadtarch. Lib. 
sign. p. o. 18). Am 11. Januar 1441 erklärt Lazar jud, dass Niclas 
Guthe ihm ,,Eyn Buch die Biblie und eyn Sekelyu mit silbernen gerethe 
vorsigelt" für den Eigenthümer Abr. M. übergel^en hal)e (das. p. 132). 
Er ist offenbar derselbe "iriD^'a niSK, den E. Jacob Weil (EGA. 37) 
zur Herausgabe eines Pfandes verurtheilte. Vgl. Franc zke 
Meissner (No. 39). Ihm gehörte (zusammen mit Mosche von Liegnitz) 
1453 ein Schuldbrief, auf Grund dessen Janko GeAvitczer und seine 
Genossen sich zu einer Schuld von 50 ung. Guld. bekennen 
(K. 17 b, 2, p. 8). 

12. Abraham ]\[enlyn bürgt mit Anderen ca. 1440 für das pünktliche 
Erscheinen des hinkenden Isaak (47) und Isaak, Jacobs son (44), vor Gericht 
(Stadtarchiv Lib. sign., j). 18) luid am 28. Februar 1449 für dasjenige 
Franzkes (das. p. 3). Vielleicht ist er mit Abr. b. Manoach cmSK T'n '2inx) 
h"'i m:a "/'i), Mitadressat von EGA. J. W. 152^55. identisch und dann 
wohl auch ein Bruder des Chabjah 1). :\Ianoacli (s. das.) (No. 24). 

13. Abraham von Münsterberg's Forderung an Ciuicze Eeydebui'g 
wird vom Schuldner 10. April 1431 anerkannt und dieser angewiesen, 
bis Johannis Zaliluug zu leisten (Staatsarchiv F. Bresl. IV, 3e 
1420 - 30 1. Abr. wird im Jahre 1432 fast auf jeder Seite der Protokolle 
ei-wähnt. Nach einer Eintragung vom 1. Decbr. 1433 schuldete er dem 
Juden Yppo (No. 106) 4<30 ung. Gld. (Staatsarch. das.). Gegen Erlass von 
339 Mk. Gr. und 40 ]\Ik. Zinsen mid ein Geschenk von 400 IVIk. Gr. werden 
ihm einige angebliche Verbrechen verziehen und erhält er an demselben 
Tage, 8. Juli 1433, mit seiner Frau H e s t e r (No. 34) auf weitere zwei Jahi-e 
Wohnrecht in Breslau (Stobbe in Z. VIII, 156 ff.). Am 2. März 1434 
erhielt sein Beauftragter Usiel das Eecht, 200 Mk. Gr. von den 
Erben des Wolftliard de Eachenow für ihn zu erheben (Staatsarchiv 
das.). Dasselbe geschieht noch einmal am 12. Decbr. 1436 (das.). Die 
Bürger von Neisse hielten in der Nacht ihn nebst Weib und Kindern 
in der Herberge gefangen und lieferten ihn am 20. Febr. 1439 dem 
König Albrecht aus. Wie die Sache weiter ablief, ist nicht bekannt 
geworden (Hejme, Gesch. d. Bisth. Breslau III, S. 73, Anm. 2, nach 
Klose 112. fol. 36 b; vgl. Stobbe in Z. VIII. S. 451 aus dem Jahre 1442). 
Am 21. Juni 1448 gehch-te er zu den Gläubigern des Dyrand Eeilmitz. 
der einigen Juden 64 m. gr. ruid 10 m. heller schuldete (Lib. sign, 
p. 33). Auch Cimcz von Eachnaw war ihm (zusammen mit Vsiel, seynem 
Bruder (No. 109) imd Caiphas (No. 22). seym swoger) 50 luig. gld. schuldig: 
andere Edelleute schuldeten ihm (und Abr. v. Breslaw) 31 m. gr. 
(Stadtarchiv K. 171). 2, fol. 9). Vielleicht identisch mit Abr. b. Jehuda 
(9) oder besser Abr. -'inö:: (No. 8). Am 30. Novbr. 1442 war er bereits 
verstorben (Lib. Sign., p. 106). Seine Wittwe heirathete Abr. v. Oppeln 
(No. 14). Sein Sohn Sinoyl. s. Strehlen (No. 8), sein Sohn Isaak 
unten No. 46, 



XLR" 



14. Ahraliaui vdii Oppcln klagt am 29. ^Fai 1431 weg-en 65 m. gv.. 
die er auf die Peiskerwicy/sclien Güter von Thynco Schellendorl' zu 
fordern liat (F. Brsl. IV 3e, 1430—1440) und erhielt, durch Urtheil 
vom 29. Januar 1432 auf diese Forderang im Ganzen 80 m. gr. zu- 
gesprochen (Staatsarchiv daselbst). Am 12. Febriiar 1432 erhält 
er die Vollmacht von Franczke (No. 37). Kessil (No. 67) und 
Smogil (No. 98), ihre Schivldf orderungen an Nickel Ditterich 
vor Gericht zu vertreten ( das. und Cod. dipl. iSiles. IV. 
No. 84. 95. S. 49. 51) und bringt in dieser Angelegenheit einen Ver- 
gleich zu Stande (das. No. 88. S. 51). Ueberhaupt beschäftigen seine 
bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten sehr häutig die Gerichte in diesen 
Jahren. Am 12. März 1440 geliörte er zu den fünf Bürgen, die bei 
1000 Mk. Gr. versprachen, dass Mosche von Liegnitz (VIF. 2) sich pünktlich 
zu Gericlit stellen werde (Stadtarcli. Lib. sign., p. 5). Ebenso bürgt 
er für die i'ichtige Gestellung einiger anderer Juden (das. p. 18). Im 
.lahre 1442 war er Ältester der Judenschaft (Stobbe in Z. VIII. S. 451) 
und ist vermuthlich derselbe, der als Vertreter der .Fudenschaft. mit 
anderen zusammen, am 18. Novbr. 144(5 einen im Jahre 1450 auf die 
gleiche Dauer verlängerten Sduitzbrief auf vier Jahre vom Rath er- 
hielt (Lib. sign. p. 109. 122). Am 28. Febr. 1449 bürgt er dafür, dass 
der Jude Elfraym (30) si(;h zu Gericht stellen werde (Lib. sign. 1449, 
]). 1). Am 7. Novbr. 14.52 wird ein Urtheil gefällt in seinem Rechts- 
streit über den Nachlass des Hans (tIocz. von dem er .50 und 1-52 ung. 
Gld. auf die Güter Budestowitz und Schelkaw zu fordern hat (Staats- 
archiv F. Brsl. rV oe 1450—1458). Die weiteren Verhandlungen finden 
am 9. Januar, 20. Febr. und 10. April 1453 statt (Staatsarchiv das., 
vgl. Stadtarchiv Lib. sign., p. 85. die Eintragung vom 14. Septbr. 1452). 
l'eber die.selbe Angelegenheit handelt auch RGA. Jacob Weil 153. 154. 
Hr ist gewiss einoi' vdu den drei A1ir.. an welche diese RGA. 
(vgl. 1.52) adressirt sind. Für eine Einigung, die er zusammen mit 
Smohel erzielt liat. erhält er am 2. .luni 1452 ('inen Antheil an zehn 
Gld. ung. (Lib. sign., p. (59). In seinem Besitz belinden sich 1453 
Scluildbriefe von Nickel Ditrich über 3 m. gr. bem. (Stadtarcli. K. 17 b, 
2. p. 5). von Flans Glocz und Hedwig seym weyp übei- 44 ung. gold. (p. (5) 
und über 108 vng. gold. (p. 8) und Schöppenbriefe über 9 m. gr., die 
ihm Nirkla.s Zachse und Niklas Stolzcke scliuldeten (p. 10). Vgl. ferner 
Stadtarchiv K. 17 b. Heft 1, p. (ibft\ Er gehörte zu den Märtyrern xuid 
war l)escbuldigt. die Büchse mit den Hostien in die Synagoge gebracht 
inid dort die Ho.stien gepeitscht zu haben (MPH = Mon. l'ol. Hi.st.. IIF. 
787). Vielleicht identisch mit Abr. b. Jeh. (No. 9) oder Abr. '"-iniSS (No. 8). 
Kr beirathete die Wittwe Abr.'s von Münsterberg (Stadtarchiv Iv. 17 b, 
H. 1, p. 18a). 

15. Rote Abraham bürgt am 12. Miiiz lll(» mit anderen Juden liir das 
])üiiktlicbc F']r.scl)einen des Mosche von Liegnitz (VII. 2), und am 
9. Fel)rnar 144>i ebenso für dasjenige der Mosche judymie (No. 83) zu 
einem gerichtlichen Termin (Stadtarch. Lib. sign., ]). 5. 33). Vielleicht 
war er der .Schwager Mosches von Liegnitz (O. 83). Vgl. Rote Meyer 
(No. 45). 



XLV 



16. AbramEiissia (t5''D1"l D"iiK), also vernuithlieli aus Eeiissen. ein Mann 
von glänzender Begalamg und lockeren Sitten, reiste ninlier und voll- 
zog Ehesclieidtuigen iind andere eherechtliclie Acte, oluie von Jemanden 
dazu autorisirt zu sein. Jacob Weil, der glaubt, ilm in Augsburg 
(vgl. Stern III, 327 f.) kennen gelernt zu haben (vgl. RGA. 85. 128) 
und Isserlein (Pes. 255) erklären übereinstimmend seine Ritual-Ent- 
scheidungen und Handlungen für unwirksam. Er muss in Breslau 
oder in dessen Nähe ansässig gewesen sein, da Weil und Isserlein sich 
an den Breslauer Eabb. Jochanan (No. 60) wenden. 

17. Abraham von der stregiu (Striegau), „ffochs Abr. sust" genant 
(Stadtarchiv K. 17 b, H. 5, p. 6a) scluüdeten 1453 Hans Bolko czu poschke 
und Cmirad Sulcze von CTra\vnaw 10 Mk. und 1 Vierd. b. gr. (Stadt- 
archiv K. 171), H. 2, p. 9). 

18. Swarczabraliam war der Eigen thümer von 17 grossen und kleinen 
cantari (Trinkgelässen), die 1453 im Hause des .luden .Jona gefunden 
Avurden nach Aussage von dessen Frau Hester, No. 35 (O. 82). 

19. Abrahammyne machte 1431 verschiedene Geldfordermigen vor 
Gericht geltend. Einmal lieisst sie Nachlynni Abrahammyne (St.-A. 
F. Bresl. IV 3 e 1430 — 1440). Vielleicht Wittwe eines der genamiten 
Abr. {ßo. 3-18). 

20. Baruch bekennt 1440 (ohne Datum), die 43 m. gr., die ihm Herzog 
Kanthner (III, 15) schuldig war, empfangen zu haben (Stadtarch. Lil). 
sign., p. 143). 

21. Benisch, Stiefsohn des Isaak (No.44). hatte zusammen mit seinem Stief- 
vater 1453 eine Schuldforderung von 3 Mk.b.gr. an Hans Seidel kretczmer 
czur kartschaw (K. 17 b, 2, p. 1) und besass Schöppenl)riefe über 2 Schock 
gr., die ihm Nickel von Glage und 8 m. gr. mid 1 fert, die ihm 
Siegmund scholtz von Heydrichsdorff schuldig war (das. p. 1.3). 
Vgl. auch No. 63. 

22. Caiphas, Schwager Abrahams von Munsterberg (No. 13), gehört 1453 
mit anderen Juden zu den Gläubigern des Judas von targowicz, der 
diesem 7 m. b. gr. schuldet (K. 17 b, 2, p. 1) und nebst seinem Schwager 
und dessen Bruder Ussiel (Nr. 105) zu den Gläubigern des Cuncze v. 
Rachnaw, der diesen zusammen 50 ung. Gld. schuldet (das. p. 9). 

23. Chabjah [= Rechabjah] b. Manoach imd seine Gattin Nechamah 
erhalten am 3. Mai 1451 von Pinchas b. Meir und seiner Frau 
Menuchah eine GeneralqTiittung üT)er alles Geld und Gut, dass diese 
ihnen zur Aufbewahrung gegeben und nun zurück erhalten h.aben (Urk. 
Liegn. Stadtarch. Mitth. von Sammter (1868), S. 121 ö". Z. IX, 125). 
Vielleicht war Abr. Menlyn (No. 6) sein Bruder. Vgl. Anh. IV, No. 2. 

24. Chanen gehörte 7. Novl)r. 1452 zu den Juden, die in einem Rechts- 
streit eine Forderung an Catharina Guntlier Rychterinn geltend 
machten und hatte am 9. Januar 1453 mit der Beklagten den 4. Terniin 
(St.-A. F. Bresl. IV 3e 1450—14.58). Vermuthlich identisch mit dem 
Chanina, von dessen Eechtsstreitigkeiten voi- dem Ral)1)iner R. 
Jochanan in den Pes. des Isserlein 2.54 die Rede ist. 

Chanina sträubte sich, zur Entscheidung einer Rechtssache 
zu Gericht vor R. Jochanan zu kommen und erhielt, weil seine Heim- 



XI, VI 



kein- niclit get'alirlos sei. Eecht von Isserlein (Pes. 254). Er ist avoIiI 
identisch mit Chanen (No. 24). 

2ö. Channar oder Channae hesass 145:) ciucii S(lml(ll)ii(>l' ülicr 7 ^JU. 
auf die Reimschellynne (St.-A. K. 171). 2. p. 12). 

2(). Cuschniann besass 1453 einen Schiildhricr ül.cr 20 in. h. <ir. ;uit' 
Herzog Ludwig zn Ohliiu und ühcr lö m. ;iul' !l(iiirich W'vjhm- (St.-A. 
K. 17 h. 2, ]). (i). 

27. Czacliuv i;i.s forderte 14ol von Mulich Scliellendorf 5 ni. gr.. wciclic 
der Schuldner abläugnet. und liat im Jalire 1432 zahlreiche gerichtliche 
Termine mit seinen Schuldnern in seinen Geldgeschäften (St.-A. ¥. 
Ersl. IV 3e 1430—1440). Von seinem Schuldner ^Marcus Beckcnsloer 
vor geistliches (lericht gefordert, giel)t er die.seni am 14. Juni 1415 
ein Buch „Rhetoricam ynne haldende- zurück und dazu 71/0 (ild. luig. 
haar und erliält dafür das Versi)reclicn. diiss vv nunmelu- vor jeder 
Klage vor weltl. und geistl. (iericht frei l)leil)en solle (St.-A. Lil). sign., 
p. 85a). 

Czacharias. vgl. auch Zacharias. 

2K Czornel, Weih des Juden Chussiel (No. 68). sei als Turliter von 
Icheis (F. XL 1) Bruder Nehemia (F. I. 10) die ICrl-in Iclicls von 
lleiclienbach, hezeugeu acht Juden vor dem Breslauer liatlie. \vorül)er 
dieser am 10. April 142() eine Ui'kmide ausstellt (St.-A. Xeue Funde 
Or.-Pa]).). 

20. David. Sohn Salonios von Brieg (F. II. 2). war einer der acht (iliiii- 
higer, denen der Bürgermeister und Eath von Liegnitz am 27. .lanuar 
1425 eine Urkunde ül)er 190 Mk. ausstellte (Schirrmacher, S. 341. 
No. 55G). Er hesass zusammen mit seinem Bruder Mosche (82) einen 
1427 vom Herzog Bolko von Oppeln ausgestellten Schuldl)rief ((). 81) 
luid 1431 einen vom Breslaiier Eath ausgestellten (ieleithrief (StohlK-. 
Z. VIII, 154). Vgl. No. 82. 

30. Effraym soll sich Ostern 1440 zu einem gerichtlichen Tenuin ein- 
finden. Dafür ühernehmen Ahr. von Oppeln (No. 14) und ]\leyer (No. 74) 
am 28. Febr. 1449 die Bürgschaft (Lih. sign., p. 1). An einem Schuldhi-ief 
üher 3 Mk. auf Hans Stosch hat er 1453 (zusammen mit seinem Sohne 
Abraham [No. G] luid Aaron voii Strehlen (No. 2) Antheil (Stadtarchiv 
K. 17 b, 2. p. 4). 

Eleasar s. No. 71. 

31. Elias |Helyas] begegjiet mau Jiäuhg in den Ijandesgerichtsprotokelien 
(F. Bresl. IV 3e) im Jahre 143fi in Beclitsstreitigkeiten. die t'r in 
(leldgesdiäften anhängig machte. Im .lalire 1H^8 Avar er unter dem 
Verdachte, von einem falschen Schuldl)riel'e (tehrauch gemacht zu 
haben, verhaftet, luid wird gegen Bürgschaft einiger Honoratioren 
entlassen, niwhdem er am 18. Juli 1448 mit seiner Frau .Miriam (77 1 
und .seinem Vetter Isaak (No. 44) sicli ver])tlichtet hatte, für etwaige 
Scliiulen. die den Bürgen erwa<'hsen könnten, einzustehen (Lih. sign. 
]). 18). Das Inventar der (Jegenstiinde. die sich 1453 in seinem Hause 
linden, darunter 18 grosse und kleine Iiehr. Bücher, enth. das Stadtarch. 
K. IIb. gedruckt bei O. 8t). Ihnen gehörten (zusammen mit seinem 
Vett«r .Tacob, No. 49) ein Schuldbrief auf Jeronimus Tilchin und Sigmund 
von der awe über 10 vng. Oold und ein Scliö])penl)rief über 1 Mk.. 



XLVII 

die er von Peter Rotkegel zu fordern hat (8tadtarch. K. 17b. 2. p. !J. 18). 
Ob der Zins von 1 Mk.. den eine gew. Katharina lebenslänglich auf 
das Haus des Elyas Bedirmaimes zu fordern hat, und den sie dem 
Nonnenkloster zu St. Jacob auf dem Sande am 22. Oktober 1456 ver- 
schreibt, sich auf diesen Elyas bezieht (St.-A. A. 62. No. 19) lasse 
ich dahingestellt sein. 

32. Helyas Swarcze gehört zu den acht Juden, die für das pünktliche 
Erscheinen des hinkenden Isaak (No. 47) imd des Isaak Jacob (No. 44) 
im Jahre 1440 Bürgschaft leisten (Lib. sign., p. 18). 

33. Esra, ein Angestellter Kussiels (No. 68) starb bei der Ausführung 
eines Aiiftrages seines Brotgebers eines geAvaltsanien Todes. Jacob 
Weil legt dem Dienstherrn ans Herz, zur Busse zu fasten und für 
die etAva hinterbliebenen Waisen angemessen zu sorgen (RCIA. 
J. Weil No. 125). 

34. Esther [Hesther]. Frau des Abraham von Münsterberg (No. 13) 
und nach dessen Tode die Erau Abrahams von Oppeba (No. 14) wird in 
dem ihrem Manne am 8. Juli 1438 auf zwei Jahre ausgestellten 
Schutzbriefe des Breslauer Eathes erwähnt (Stobbe in Z. VIII. 156 ff.). 
Dem Marcus Beckensloer gab sie, als ihr Mann vom König 
Albrecht 11. 1439 gefangen gewesen war, 30 Gldn. für eine ihr in 
Aussicht gestellte Fürsprache bei der Königin und dem Eathe 
(das. 451). Am 9. Septbr. 1440 erhielt sie eine Bestätigung, dass die 
Stadt Neisse ihr und ihrem Sohne Smoyl (99) 1000 ung. Gld. schuldig 
geblieben sei und diese mit 10% verzinsen woUe (das. 445) und am 
30. Novbr. 1442 erklärt Smoyl, dass er mit dem Abkommen zwischen 
seiner Mutter und seinem Bruder Isaak (46) einverstanden sei und sich 
jedes Einspruches enthalte (Lib. sign., p. 106). 1453 fand man einen 
Schuldbrief auf Grand dessen Paulus Erasmi ihr 18 Gld. schuldete 
(Stadtarch. K. 17b. 2 p. 12. Vgl. auch das. 1, p. 18a). 

35. Ester, Frau des Jonas (No. 62). sagte bei der Aufnahme des Inven- 
tars im Hause ihres Mamies 1453 ans. dass 17 daselbst gefundene 
Trinkgefässe (cantari). grosse mid Meine, dem Swarzabraham (No. 18) 
gehören (O. 82). 

36. F ochset, angeblich einer der Bre.slauer Märtyrer des Jahres 1458 
(:MPH. III. 788). 

37. Franczko. Sohn (?) d. Al)r. (7). quittirt am 17. Oktober 1430 dem Stefian 
Peske über den Antheil an der Schuld von 5 Mk. Gr. und 6 gr.. die er von 
ihm und Anderen zu fordern hat (St.-A. F. Bresl. IV 3e). Am 29. Mai 1481 
wird der Termin in Angelegenheit seiner Schuldforderung an Sigism. 
Landisloth verschoben (das.). Am 12. Febr. 1482 ertheilt er mit zwei 
anderen Juden dem AI)]-, von Oppeln (14) Vollmacht zur Vertretung seiner 
Fordermig auf Nickel Ditterich (das. vgl. Cod. dipl. Siles. IV. S. 49f.. 
No. 84). am 27. Januar 1438 kommt ein Vergleich zwischen ilini und 
Barbara Ditterichynne zu stände (das. S. 51. No. 88), nachdem ein auf 
den 1. April 1432 festgesetzter Termin verschoben war (das. No. 85). 
Er gehörte zu dem Konsortium, dem Franczke Dompnig am 
7. Januar 1483 bekennt 285 Uk. b. gr. poln. Zahl schuldig zu sein 
(St.-A. F. Bresl. IV 3e). Am 2. März 1434 beschwert er sich über 
Yppo (No. 106). der ihn l)edroht ha1)e, mit dem Bemerken, dass er etliche 



\LVII1 

Herren im Rathe habe, die ihm gegen um beistehen werden (Stobbe 
Z. "\T;II, 158). Im Jahre 1451 hat er in Angelegenheit seiner Geld- 
fordernngen am 6. Juli, 5. und 19. October und 2. November sieben 
verschiedene Termine, in denen theüs die Verhandlung verschoben. 
theils zu seinen Gunsten entschieden (das.) wird. Im Jahre 1453 wird 
ein Schöppenbrief gefimden, auf Grand dessen Dorothea Heydemann 
ihm 16 Mark schuldig war (Stadtarchiv K. 17b, 2, p. 11), ferner 
Schöppenbriefe auf Hanuskewynne die Sattreicherynne über 5 Mk. auf 
Niclas .... weis über 5 Mk. und auf Georg Honmuth über 16 Schock 
(das. 10. 11). 

38. Franczkejudynne, vielleicht Frau des Franczke (No. 37), die aber 
auch auf ihren eigenen Namen Handel getrieben zu haben scheint- 
Dir schuldete Hans Tewfel und seine Frau Katharina im Jahre 1447 
die Summe von 22 ung. Gld. und verspricht, in drei jährlichen 
Raten Zahlung zu leisten (Lib. sign., p. 16), und ihr xuid ihrem Eidam 
Abraham (No. 7) schulden Günther Richter und Frau 58 Mk. 
am 28. März 1452 unter Verpfändung ihrer AUode in Kl.- Schmolz. 
Im Jahre 1453 besass sie einen Schuldbrief auf Katharina Tewfellyiuie 
über 32 ung. Gld., Schöppenbriefe auf Hanns von Norimberg über 
1 Mk., Hedwig BymerjTine (?) über 3 ISIk., auf Anna Freudeuwaldynne 
über 5 Mk., auf Peter Hoffmann über 12 M. (Stadt- A. K. 17b, 2. 
p. 9. 10. 11). 

.39. Franczke Meisner besass 14.53 einen Schuldbrief auf Hanns 
Lobschitcz über 35 Mk., einen Schöppenbrief auf Jacob Heringer und 
seine Frau über 8 Mk. (Stadt-A. K. 17b, 2, p. 8. 11). Vgl. Abr. Meisner 
(No. 11). 

40. Weisse [Feisch?] Franczke erhielt am 27. April 1425 für sich 
und sein Haus vom Rath das Recht, in Breslau zu wohnen, frei von 
allem Geschoss imd allerlei Beschwerungen unter den Bedingungen, 
dass er [bei der Stadt?] Recht geben imd nehmen soll. Die Dauer des 
Aufenthaltes ist nicht bestimmt (Stobbe Z. VIII, 356). Er gehört am 
10. April 1426 zu den Zeugen, die über die Verwandtschaft Kussiels 
mit Ichel von Reichenbac-h Auskiuift geben (R.-A. Neue Funde). 

41. Hen, Hendel (bnrrn, Isserl. Pes. 260), Handelin (pbn:n. das. 261) 
machte 7. November 1452 eine Schuldforderung auf Johann Radagk 
geltend (St.-A. F. Bresl. IV 3 e 1450-58). Sie war die Wittwe des 
R. Paltiel Y"- und sträubte sich nach dem Tode des Mannes, fremde 
Deposita, besonders diejenigen des R. Jochanan. der in Breslau rabb. 
Functionen vollzog (No. 60). herauszugeben, obwohl selbst ihr und 
ihres Mannes Oheim R. Jechiel "'2 (No. 59) den Gegnern Recht gab. 
Isserlein verbietet ihr, sich zu verheirathen oder irgend welche 
Winkelzüge zu machen, bevor die Angelegenheit nicht in Breslau von 
R. Salomo (No. 91) oder in Schweidnitz von R. Pinchas (das. No. 17) 
entschieden sei (P.-J. 200. 261). 

42. Hirsch. Ihm verspricht am 11. Septbr. 1431 Tytterich Runge Bürge 
zu sein für eine Schuld an Niklas Weinewicz (St.-A. F. Bresl. IV 3 e 
1430-40). 

43. Ichel oder Michil hat am 5. Decbr. 1430 gerichtlichen Termin wegen 
seiner Geldforderung an Otto Studelicz von Galow, worüber die Ver- 



i 



IL 



handlung diesmal und am 29. Mai 1431 sowie später noch einmal ver- 
schoben wird. Im Jahre 1432 kommt er häufig in verschiedenen 
Kechtsstreitigkeiten vor. Am 3. Dechr. quittirt er als Bevollmächtigter 
des Kusman von Schweidnitz (XIII, 14) über die Geldschuld der Mar- 
garethe, Frau des Nickel Dirschkowitz. Am 30. Mai 1445 giebt er dem 
Caspar rewber, der ihn vor etlichen Jahren wegen eines angeblich ein- 
behaltenen Pfandes vor geistliches Gericht gefordert hatte, 2 Gulden 
gegen das Versprechen, ihn unbehelligt za lassen (Lib. sign., p. 83). 

44. Ysaak kommt 1436 in Rechtsstreitigkeiten wegen Geldforderungen 
in Höhe von 20-40 Mk. mehrfach vor (St.-A. F. Bresl. IV 3e 1430—40). 
Im Jahre 1440 leisten Abr. v. Oppeln (14) und einige andere Juden lür 
das pünktliche Erscheinen des Isaak, Jacobs son, Bürgschaft (Lib. 
sign., p. 18). Im Jahre 1446 bekennen Paul Geiske und sein Eidam, 
ihm 40 nng. Gld. und 20 Gr. schuldig zu sein (das. p. 109). Am 
18. Juli bürgt er für seinen Vetter Helyas (No. 31) zusammen mit 
dessen Frau Miriam und wiU für alle Schäden aufkommen, welche 
durch die vorläufige Enthaftung seines Vetters entstehen könnten 
(Lib. sign., p. 18). Ebenso bürgt er mit Anderen dafür, dass in demselben 
Jahre Moschynne Jüdin (83) sich pünktlich zu einem Termine stellen 
wird (das. p. 36). Am 21. Juni 1448 ist er einverstanden mit den 
Ratenzahlungen, in welchen Dyrand Reibnitz ihm und anderen Juden 
64 Mk. Gr. und 10 Mk. Heller bezahlen will (das. p. 33). Am 14. März 
verspricht Vincenz von Seybota, ihm 2 Mk. zu zahlen, und am 7. Novbr. 
1452 gehört er zu den Gläubigern der Catharina Günther Richterinn 
(F. Bresl. IV 3e). Am 22. Decbr. 1452 ist er (Isaac, etwenn Jacob 
Juden son von Breslaw) Bürge für Smohel (99i, Sohn Abrahams von 
Münsterberg, in einem Rechtsstreit, den dieser mit dem Bischof von 
Breslau hat (Lib. sign. p. 116). Er gehörte angeblich zu den Märtyrern 
des Jahres 1453 (M.-P.-H. III. 788). In demselben Jahre finden sich 
in seinem Besitze Schuldbriefe auf Hans Seydel kreczmer czur 
Karthschaw über 3 Mk. b. Gr. (zusammen mit seinem Stiefsohn 
Benisch oben No. 21), auf Caspar Stolcz (zusammen mit Jacob) (49) über 
20 ung. Gld. und Schöppenbriefe auf die Sigmundynne über 24 Gld. 
und Sigmund Moler über 22 Gld. (Stadtarch. K. 17b. 2, p. 1. 5. 12). Er war 
wohl der Sohn eines der unter No. 51. 52 Erwähnten. Es ist auch mög- 
lich, dass er die Wittwe von Kussiels Bruder Jacob (No. 49) heii-athete 
und dadurch der Stiefvater desjenigen Benisch, der auch unter dem 
Namen Neulig erscheint, geworden ist. Dann müsste angenommen 
vrerden. dass Benisch (No. 21) mit Neulig (No. 85) identisch seien. 

45. Isaak. Ein ihm und seinem Schwager Abraham (No. 3) gehöriger 
Schöppenbrief über 40 ung. Gld. auf Niclas Rhedendorf ^wurde 1453 ge- 
funden (R.-A. K. 17 b, p. 10). 

46. Isaak, etwenn Abr. Juden son von Monsterberg (No. 13), hat 
mit seiner Mutter Hester (34) ein Abkommen getroffen. Smoel (99), 
sein Bruder, erklärt 30. November 1442, dass er damit einverstanden 
sei und weder bei jüdischem, noch bei christlichem Gericht dagegen 
Einspruch erheben werde (Lib. sign., p. 106). Am 24. November 1451 
findet zwischen ihm und Nickel und Heincz Gregorsdorfif. Söhnen 
Peters von Gregorsdorff, eine Auseinandersetzuag über an ihn bereits 



bezahlte Schulden und über iiateji. iu denen der Rest zu zahlen ist, 
btatt (das. p. 100). 

47. Der hinkende Isaak soll sich 1440 dem Gericht stellen. Abr. von 
Oppeln (14) und andere Juden bürgen für sein pünktliches Erscheinen 
(Lib. sign., p. 18 . 

48. Ysrahel Jude. Bote des Salomo Jude von Pognonia; erhielt vom 
Kath am 16. August 1445 1 Mk. Heller und später noch 2 Mk. (St.-A. 
Libcr rationum civ. Wrat. de anno 1445)- Im Jahre 1453 fand man 
einen ihm gehörigen Schuldbrief auf Nickel Ditrich über 11 m. bem. 
gr. und Schöppenbriefe auf die alte ge3''serinne über 4 Mk. und auf 
Xiklas Melczior über 4 Mk. 1 Vierd. 2 Schock (Stadtarchiv K. 17 b, 
2. p. 7.10). Auch hiess einer der angeblichen Hostienschänder Israel 
(MPH. in, 788). (Vielleicht 2 oder 3 verschiedene Personen.) 

49. Jacob. Sohn des Benisch, genannt Kessel (F. Bresl. 3) und Neife des 
Elias (das. 5). älterer Bruder des Kussiel (unten Xo. 68) und Merkel 
(No. 76) und Vater des Joseph (Xo. 64) und Xeulig i No. 85). Er ge- 
hörte bereits 1414 zu dem Consortium. an dessen Spitze sein Vater 
stand, dem gegenüber die Stadt Brieg die Bürgschaft für eine Schuld 
\on 780 Mk. des Herzogs Ludwig von Brieg übernahm (Orig. St.-A. 
V. 20): sowie 1416 (zusammen mit dem Vater und Oheim) zu den 
Gläubigern der Stadt Breslau über 106 Mk. Gr. und (zusammen mit 
dem Oheim) über 203 Mk. Gr. (Stobbe Z. VI. 354). Am 3. März 1418 
zahlt er (mit dem Oheim zusammen) 37 Mk. an Lenhard Richard 
anf eine Schuld Icheis von Reichenbach (Stobbe Z. VII. 185) und 
am 10. März wird Lenhard Richard seiner gesammten Bürgschaft 
ledig (das. 186 . vgl. die Eintragungen für dasselbe Jahr und das 
Jahr 1419 s. v. Elias F. I. 5). Später scheint er nach Schweidnitz 
(s. das. G. XIII, 12) übergesiedelt zu sein. Am 15. September 
1434 lebte er nicht mehr (Stobbe Z. VIII. No. CLXV). Unter den 
1453 in Breslau mit Beschlag belegten Schuldbriefen fand sich einer 
über 5 Mk.. die Xickel Uittrich, Bui-ger czu Breslaw. Kussiel Juden 
czu Breslaw und Jacob soym Bruder schuldig war (Stadtarchiv 
K. 17 b. 2, p. U) und einen über 10 vng. Gld.. die Jeronimus Tilchin und 
Sigmund von der awe Jacob Judin und Elias seym Vetter schuldig 
war (das). 

50. Jacob. Am 17. Xovbr. 1450 einigt sich Ambrosius Falbendienst mit 
ihm. in welchen Terminen er ihm die 26 oder 33 ung. Gulden und 
die 2 Viertel Wein, die er üim schuldet, bezahlen will. Auch Joh. 
Scultt de Saboloth einigt sich mit ihm über die Bezahlung von 4 Mk. 
(St.-A. F. Bresl. IV 3e 1450-1458). Am 31. Aiigust 1451 wird ein 
Termin in seiner Rechtssache gegen Peter Pawzeken verschoben. Am 
7. Xovbr. 1452 wird die Entscheidung über eine Forderung, die er (Zus. 
mit Isaak (44) und Chanen > (24) auf Catharina Günther Richterynne 
hat, wegen der Aussic t auf gütliche Einigung vorläufig ausgesetzt. 
Wegen seiner Forderung von 110 Gld. ung. au den Xachlass des Hans 
Glocz wird entschieden, dass er sich von den Gütern Budostowitz 
und Sclialcaw bezahlt nuichen kann (St.-A. das.). Am 0. März 1453 
wird dii9 l'rthcil wiederholt bestätigt idas. >. Das Inventar ül)or die 
bei ihm 5. — 7. Mai 1453 beschlagnahmten (iregenstäude. entli. K. IIb, 



LI 



gedruckt bei O. 82. lliiu gehörten wohl aiu;h die Öchuldbriefe auf 
Hans Steinkellir über 8 Mk. b. Gr. (K. 17b, 2, p. 8), auf Hans vilhewir 
und nicklas potcze von hossimplacz über 4 Mk. Gr. (das. 9). und 
Antheile an den Schuldbriefen auf Petcze Efraw, pawl Geyske vnd 
Hanns broter (zusammen mit Mosche judin .... seim Vetter) über 
9m.gr. und auf Paternickel (zusammen mit Salomo) auf 38 ung. Guld. 
(das.J sowie der Schöppenbrief auf Stankynne über 4 m. (das. p. 12). 
Vielleicht ist er mit dem „Jungen Jacob", der am 12. März 1440 zu 
den Bürgen für die rechtzeitige Gestellung des Moscho von Liegnitz 
(G. Yll. 2) bei 1000 Mk bem. gr. Strafe (Lib. sign. p. 5) und am 
28. Febr. 1449 für die rechtzeitige Gestellung des Franczke (ol)en 37) 
zum Gei'icht gehört hat (das. p. 3). 

51. Jacob gehörte zu den Zeugen, die von dem Breslauer Eath am 

10. April 1426 eine Erklärung über die Verwandtschaft Czornels (28). 
der Frau Kussiels (68), mit Ichel von Reichenbach (F. XL 1) abgeben 
(Stadtarchiv, Neue Funde Or.-Pap."». 

52. Jacob, ein anderer Jude, der in derselben Angelegenheit Zeugniss 
ablegt (das.i. 

53. Jacob Mossze gehört, oder, wenn zwei Personen gemeint sind, ge- 
hören angeblich zu den an der Hostienschändung- in Breslau be. 
theiligten Juden (MPH. III. 788). 

54. Jacob von Reichenbach gehörte ^ nebst Aarou von Strehlen und 
Jacob, seinem Vater. Vgl. G. XIV, 1. .")) zu den Gläubigern des Ticze 
von Podegaw. Nickel bursnitz und Gunczel bursnitz. Der Schuld- 
brief über 5 Mk. und 1 Vierd. prager Geld wurde 1453 in Breslau 
gefunden (Stadtarchiv K. 17 b. 2.p. 3i. 

55. Jacob. Salomons son. hat einen bei ihm von Peter Weisholz 
versetzten „Golden Eogk" verkauft. Der Eigenthiimcr erklärt am 

11. August 1451. dass das mit seinem Wissen geschehen sei. und wird 
vom Gläubiger, nachdem er erklärt hat. dass er die Rechtmässigkeit 
der Handlung gegen Heinze Stosche vertreten wolle, aller Schulden 
für ledig erklärt. Er war der Sohn des Rabbiners (No. 91) und fiel 
als Märtyrer (MPH. III, 787 f.). 

Der Junge Jacob vgl. Nr. 50. 

56. Swarcze Jocob „item 1 flor. vng. Sw. J.. nuncLus Cussiel Judei pro 
feria X. infra octavas Corporis", heisst es in einer Steuer-Tabelle vom 
Jahre 1445 (Stadtarchiv Liber rationum civ. Wrat. de anno 1445) 
mit der Ueberschrift „Pro antiquis consulibus". 

57. Jacob Judynne besass 14.53 einen Schöppenbrief über 4 Mk.. die 
Jorge teperynne ihr schuldete (K. 17 b. 2. p. 12). Vielleich tidentisch mit 

58. J er lein Jacob Judynne. die 1453 einen über 3 Mk. lautenden 
Schöppenbrief auf Nickil Heynriclis swester besass (K. 17 b, 2. p. 13;. 
Wahrscheinlich die Frau eines der erwähnten Jacobe, 

59. Jechiel Kohen Zedek (f'T) war der Erste der „Vier" (S. 70, No. 5) 
in Breslau, an welche Jacob Weil sein RGA. No. 152 adressirte. Er 
war der Oheim der Frau Heu (No. 41) und von deren Gatten Paltiel 
J"3 und stand allgemein in so hohem Ansehen, dass Isserlein 
(P. 260. 261) geneigt war, seiner Darstellung ohne Weiteres Glauben 
zu schenken. 



LH 



60. Jochanan war ein Gelehrter von Ruf, der rabbinisclie Functionen 
vollzog und Jünglinge in der Halacha unterwies. Vgl. Jacob Weil 
RGA. 85—88. 128. 185—86 und Isserlein Pes. 57. 58. 254. 255. 260-66. 
Das Weitere im Text. 

61. Johannes Musche hatte wegen einer Geldforderung einen Termin 
in einem Rechtsstreit mit Caspar Stolcz, der wegen der Aussicht auf 
einen gütlichen Vergleich jjwischen den Parteien am 15, Mai 1453 
verschoben wird. Es ist der letzte vor der Judenaustreibung ver- 
handelte Process (F. Bresl. VI 3e 1450—56). Der Name begegnet 
hier zuerst, während mit demselben C. Stolcz vorher ein häufig er- 
wähnter Jonas (No. 62) processirte. Sollte dieser Jonas im ersten 
Schreck die Taufe genommen haben? 

62. Jona kommt 1436 in den Landesgerichtsprotokollen (F. Bresl. IV 3e) 
öfter mit geringeren Geldforderungen an Christen vor. Im Jahre 
1452 hat er mehrere Termine wegen einer Forderung von 15 ung. 
Gld. nehst Kosten und in derselben Angelegenheit noch am 9, Januar 
und 6. März 1453. Wegen seiner Forderung an Caspar Stolcz hat er 
am 10. und 24. April 1453 gerichtliche Verhandlungen, während am 
15. Mai 1453 Johannes Mussche (No. 61) in derselben Angelegenheit 
auftritt, vielleicht dieselbe inzwischen im ersten Schreck getaufte 
Person. Am 5.-7. Mai wurde bereits ein Inventar der in seinem 
Hause mit Beschlag belegten Gegenstände aufgenommen (0. 81). 
Ihm gehörte 1453 ein Schuldbrief über 6 fert auf JNiclas Kratcz 
und ein Schöppenbrief über 3 fert auf Elenberg (?) die Messerine 
(Stadtarchiv K. 17b, 2, p. 7. 10). 

Seine Frau Ester oben No. 35. 

63. Jordan. Ihm schuldete der Schneider Peter Lobedaw 13 Firdunge 
Heller und erklärt am 17. Decbr. 1445 die Schuld bis Mittfasten 1446 
bezahlen zu wollen (Lib. sign., p. 120b). Im Jahre 1447 schulden ihm 
(und Benysch. viell.No.21) Hans Tewfel und seine Frau Katharina 22 ung. 
Gld. und versprechen Zahlung in drei Jahresraten (das. p. 116). Vom 
Nachlass des Hans Glocz fordert er 1452 die Summe von 130 ung. Gld. 
in Vollmacht des Juden Sneman (101) und erhält dieselbe am 6. März 
1453, sowie eine eigene Forderung von 110 ung. Gld. auf denselben 
Nachlass zugesprochen, während die Entscheidung Avegen seiner 
Forderung an Joh. Letthener wegen der Aussicht auf gütliche 
Einigung der Parteien verschoben wird. In seinem Besitz befinden 
sich 1453 ein Schuldbrief über 12 Gulden auf Hans Glocz und 
Schöppenbriefe über 26 imd 64 ung. Gld. auf denselben (Stadtarchiv 
K. 17b, 2, p. 8. 11). 

64. Joseph begegnet in den Jahren 1431 — 1433 mehrfach in Rechts- 
streitigkeiten wegen Geldforderungen an Malich Scheindorf. U. A. 
geh(>rt er zu den Gliiul)igern des Franczke Dompnig und Avird dabei 
ein Vetter Kussiels (No. 68} am 7. Januar 1433 genannt [F. Bresl. IV. 3e 
1430—1440). In den Schutzbrief, den am 15. Septbr. 1434 Kussiel 
für die Zeit, in der die Stadt ihm Creld schuldet, erhält, ist er nebst 
.Neulig (No. 85) .Juden, Ben(>sch genannt, etwenue Jacob Juden seines 
[KussielsJ Bruder .sonen" eingeschlossen (Stobbe Z. VIII, 158). Vgl 
oben F. I, 3. 5 imd G. I, 49. 68. 85. 



Lin 



65. Josna gehört zu den 1453 verhafteten Juden. Das Inventar über 
seinen wenig reichlichen Besitz enth. Stadtarchiv K. IIb, mitgetheilt 
bei 0. 81. 

66. Kaulo, Famulus b. Meyer (74), gehörte zu den Opfern des Jahres 1453 
(MPH. III, 787 f.). Er sollte seinen Herrn bei der Uebergabe der 
Hostien an den Sohn des Rabbiners begleitet haben. 

67. K es Sil hatte eine Forderung (zusammen mit Franczke, No. 37), an den 
Bürger Landisloth, über welche 1431 verhandelt wird (F. Bresl IV, 3e) 
und machte am 12. Februar Abraham von Oppeln (No. 14) zum Vertreter 
seiner Forderung, die er gemeinsam mit Franczke und Smoyl (No. 98) 
hatte, an Nickel Ditterich (das. und Cod. dipl. Sil. IV, S. 49, No. 84). 
(Vgl. Benusch F. I. 3.). Am 27. Januar 1433 kam es zu einer Einigung 
zwischen Barbara Ditrichynne und Abr, von Oppeln (Cod. dipl. Siles. IV, 
S. 51, No. 88). 

68. Kusslel [= Jekuthiel b. Benusch], das reichste Mitglied der Ge- 
meinde, der Solm ßenusch's (F. I. 3), der Gatte Czornels (No. 28), 
der Nichte Michels von Reichenbacli (F. XI, 1). Am 27. Januar 1425 
leiht der ßath von Liegnitz von einem Consortium, dem er und seine 
nächsten Verwandten angehören, 190 imd 300 Mk. (Schirrmacher 
S. 341 f., No. 5561). Am 9. Septbr. 1427 erklärt er (für sich und 
Salomon, No. 91), dass er den Theil der 500 Mk. von der Schuld des 
Goldberger Herrn, für welchen Heincze Pranant der Bürge ist, bezahlt 
erhalten habe (Stobbe Z. VII, 361). Im Jahre 1430 und 1431 machte 
er verschiedene Forderungen für sich und Andere vor Gericht geltend. 
So z. B. schuldete Franczko Dompnig ihm laxit einem Schuldbrief 
vom 31. März 1433 allein 285 Mk. (F. Bresl. IV 3 e 1430- 1440). Am 
15. September 1434 erhält er für sich und seine Angehörigen das 
Recht, so lange, als die Stadt mit ihm Geldgeschäfte macht, unbe- 
hindert in Breslau zu wohnen (Stobbe Z. VII. 158). Am 30. März 
1435 muss er wegen der ihm widerfahrenen Misshandlung Urfehde 
schwören (Stobbe das. RGA. J. Weil No.53j. Vgl. auch die Notiz über 
seinen Nuncius Swarcze Jacob (oben No. 56). Jacob "Weil war 
sein Gewissensrath. Er ertheilt ihm Auskünfte in den RGA. 34—37 
und 125. Im Jahre 1453 fanden sich Schuldbriefe von ihm auf 
Hermann Techant über 1 Schock bem. Gr. und auf Michel Dittrich 
über 5 Mk. (Jacob war sein Mitgläubigerj. (Stadtarchiv K. 17 b, 
2. p. 7. 9.). Seine übrigen Verwandten vgl. F. ßresl. 3. 5 und 
G. Bresl. 49. 76. 64. 85. 

69. Lazar war am 2. Mai 1396 Schiedsrichter zwischen Czenko 
Domnig und dem Juden Joseph (F. I, 9) und entscheidet, dass Joseph 
723 Ducaten von dem Schuldner am nächsten St. Jacobstag 
in Venedig zu erhalten habe Stobbe in Z. VII, 341). 1416 ge- 
hört er zu dem Consortium, bei dem die Stadt 339 Mk. Gr. borgt 
(Stobbe Z. VI, 354). Am 28. Juli 1419 erhält er eine Urkunde da- 
rüber, dass Franz Haugvcitz ihm gemeinsam mit anderen Juden 
1.50 Mk. schuldig sei (Schirrmacher S.-316, No. 511. Sammter Anh. 
S. 567. Cod. dipl. Sil. XIII, 70). Diese Schuld war 1430 noch nicht 
beglichen. Am 5. Septbr. und 28. Novbr. finden Verhandlungen des- 
wegen statt, und am 5. Decbr. 1430 setzt seine Wittwe Thamar 



LTV 



(No. 102^ den Frocess fort. Im Jahre 1427 giebt er am 19. Februar als 
Bevollmächtigter des Juden Abr. (F. 1, 1) die Erklärving ab, dass er Gregor 
von GregorsdoriY bis acht Tage nach Pfingsten wegen einer Bürgschafts- 
leistung nicht belangen werde (Stobbe Z. VIT, 360). Im Jahre 1430 
klagt er ausser der Forderung von 80 Mk. awt' Franz von Haugwitz 
noch diejenigen über 40 Mk. auf Otto von Galow und über dieselbe 
Summe auf Joh. Wiltberg ein (St.-A. F. Bresl, IV 3 e). 

70. Lazar erklärt am 11. Januar 1441, dass er als Bevollmächtigter des 
Abr. Meissner (11) iür diesen von Niclas Guthe eine Bibel-Handschrift und 
ein versiegeltes Säckchen mit silbernen Geräthen empfangen habe (Lib. 
sign., p. 132). Am 28. Febr. 1449 gehört er zu den Bürgen für das 
püiiktliche Erscheinen des Franczke (37) zu einer gerichtlichen Ver- 
handlung (das. p. B). Er (oder der Vorgenannte?) war Eigenthümer 
des 1453 beschlagnahmten Schuldbriefes über 7 Mk. auf Jeronimus 
Tilcher burger czu Breslaw (Stadtarchiv K. 17b, 2, p. 8). 

71. Eleasar machte sich einer groben Störung des Gottesdienstes schuldig 
und wurde von dem Schweidnitzer Rabbiner R. Pinchas (G. XIII, 17) mit 
einer Busse belegt, die er auf sich nimmt. R. Jacob Weil, von den 
„Vieren- in der Angelegenheit um Entscheidung gebeten, ist mit der 
Mas?regel einverstanden und ordnet nur noch au, dass der Ueber- 
treter, weil er öffentlich gefehlt habe, auch öffentlich ein reumüthiges 
Schuldbekenntniss ablegen müsse (J. Weil RGA. 152). 

72. Loch man hatte im Jahre 1432 häufig Ptechtssti'eitigkeiten vor dem 
Laudgericht wegen seiner Geldgeschäfte (St.-A. F. Bresl. IV 3 e). 

7.3. Mampe. Ein ihm geöriger Schöppenbrief auf Christoph Creisilwicz 
über 12 ung. Gld. wurde 1453 mit Beschlag belegt (Stadtarchiv 
K. 17b, 2. p. 12). 

74, Meyer war einer der Vertrauensmänner (neben Abr. (wohl No. 14) 
von Breslau und Lazar von Schweidnitz. das. 16), zu dessen getreuer 
Hand der Schutzbrief des Herzogs Wenzel (VIII, 1) und seiner Frau 
Elisabolh für einige Glogauer Juden am 25. Juni 1440 ausgestellt 
und 1450 für (luhravi Te.schnischen Autheils erweitert wurde (Mins- 
berg I, 320. Berndt S. 8. Lib. nig.. S. 404, No. 118). Am 28 Februar 
1449 bürgt er für das pünktliche Erscheinen Effraims (No. 30) zum 
Gerichtstage (Lib. sign. p. 1). Im Jahre 1451 macht er vor Ge- 
richt Fordei-ungen an Bartuch wegen 3 Gld. und 1 Mk. und an Petor 
helt de majori Smolcz wegen 2 Viei'd. geltend und erhält das Ver- 
sprechen der Zahlung (St.-A. F. Bresl. TV 3e). Ein Termin in seiner 
Angelegenheit gegen Johann Schindel senior wird 1452 aufgehoben 
(das.). Er soll angeblich der Anreger der Hostienschändung gewesen 
sein (0. 77) und gehörte zu den Märtyrern (MPH. TIT, 787). Er 
besas.s 1453 Schöppenbriefo über 5 Mk. von Niclas cralft und seiner 
Hausfrau, über 417 Gld. von Tjarencz Steinkeller, über 6 Gld. von 
Cri&tofl' f.'reisilwicz und über 7 fert von der Werselynne Heringerynne 
(Stadtarchiv K. 17b, 2, p, 10. 12. 13). Er gehört übrigens auch zu den 
drei Deputirten der Judenschaft (neben Abr. und Sneraan), denen 
der IJatli am IS. Novbr. 1446 das Geleit auf vier Jahre für sie und 
alle mit Scliutzbrir-fen versehenen .luden, und abermals 1450 auf 



LV 



weitere vier Jahre verlängert (Lib. sign. p. 116. 122). Ob die Notiz 
„causam inter Judeos Meier Jacob vor sich und in macht Sneman (101) 
sines swogors contin. ad proxim" (F. Bresl. IV, 3e) vom 14. Januar 
1450 sich auf ihn bezieht, lasse ich dahingestellt sein. 

7."). Rote Meyer, am 14. Juni 144.5 vor geistliL-liem (4ericht verklagt, 
gieht dem in Vollmacht seines Vaters klagenden Domherrn Jeronimns 
Beckensloer „eynen liloen rogk mit norczen gefuttert, ein ])er]indpckpn 
mit senkehi, Item einen golden Eyn^- mit eyme amantisten-' und dazu 
noch einen Gulden l:iaar, wofür er das Versprechen erhält, von .^•(-ist- 
lichem und weltlichem Gericht nunmehr verschont zu l)leibeu (\Ah. 
Signatur., p. 85 a). Vgl. Rote Abraham, No. 15. 
Menlyn, s. Abr. Menlyn, No. 12, 

7(>. Merkel, Bruder Kussiels (No. 68), gehörte den Consortien an, denen 
der Eath von Liegnitz am 27. Januar 1425 Schuldscheine über 190 und 
über 300 Mk. ausstellte (Schirrmacher S. 341, No. 556. 557). Mit ihm 
und seinen Consorten setzt sich am 21. Juni 1448 Dyrand Eeibnitz 
wegen 64 Mk. gr. mid 10 ]\lk. lieller auseinander und einigt sich 
über Zahlungstermine (Lib. sign., p. 33). Von den 1453 mit Beschlag- 
belegten Schöppenbriefen gehörte ihm einer auf Heincze Stosche über 
30 m. gr. (K. 17b, 2, p. 11). Er musste in Sachen seines Bruders Kussiel 
(No. 68) ebenfalls Urfelide sclnvöi-en (Lib. sign, de anno 1435, p. 2). 

77. Miriam [Merian] war die Frau des Elias (No. 31) und musste am 
18. Juli 1448 Mitljürgin sein für etwaige Schäden der Gläulnger durch 
einen angeblich von ihrem Manne gefälschten Scliuldlirief (Lii). sign., 
p. 18). 

78. Mnochah oder Menuchah, die Tochter von Kussiefs (No. 68) 
Schwester, musste mit ihrer Grossmutter Nechla und ihrem Oheim 
Merkel (No. 76) in Sachen Kussiels ebenfalls Urfehde schwören. Sie 
war die Frau des Pinchas (No. 87) s. das. 

79. Michel Meier oder Ichel Meier gehörte am 12. März 1440 zu den 
Bürgen für das pünktliche Erscheinen des Mosche von Liegnitz 
(G. VII, 2) und in demselben Jahre zu den Bürgen für dasjenige des 
liinkenden Isaaks (No. 47) und Isaaks .Jakobs sone (No. 44) zu einem 
gerichth'chen Termine (Lib. sign., p. 5, 18 1. Vielleicht fteluh-te ihm 
der V(m Gerlach von der grozin Dobir für Michil judin ausgestellte 
Schöppenbrief über 1 Mk, b. gr., der 145:] mit Beschlag belegt wurde 
(Stadtarchiv K. 171), 2, p. 11). 

80. Mosche b. R. ("l""in) Abraham, Zeuge auf einer (^)nittung, die 
R. Pinchas (No. 87) am 3. Mai 1451 ausstellt. 

81. Mosche b. (13) Abraham, der zweite Zeuge auf einer von R. Pinchas 
(No. 87) am 3. Mai 1451 ausgestellten Quittung. 

82. Mosche. etwenn Salomon (F. II, 2) Juden von Bregen, hatte am 29. Mai 
1431 eine Forderung (zusammen mit Franczk(^) (37), an Sigism. Landis- 
loth. Die Verhandlung darüber A\airde aitfgeschoben. In demselben .Jahre 
erhält er zusammen mit David (seinem Bruder, No. 29) vom Rath von 
Breslau Geleit, Briet und Beschirmung aut so lange Zeitais die Juden in 
Breslau wohnen dürfen (Stobbe VIII, 154). 1432 wird er sehr häulig 
in Eechtssti-eitigkeiten um geringei'e Summen erwähnt (F. Bresl. IV, 
3e^. Im Jahre 143)5 wird ihm die Befngniss zugesprochen, die 



LVI 



Ptänder des Hannos Sachs für unbezaldte Schulden zu veräussem, und 
im Jahre 1451 verspricht ihm Jorgo von Kabellen, die 3 Gld., die er 
ihm schuldet, zu bezahlen (das.). Jekuthiel (No. 68) war ihm 22 Gld. 
.schuldig, die er erst bezahlen wollte, wenn ihm der Gläubiger und 
seine Frau eine Generalquittung über alle Forderimgen gegeben 
haben \Wirde. Jacob Weil (EGA. 35) entscheidet, dass Jekuthiels An- 
spruch luiberechtigt sei. Von den Schuldbrifen. die 1453 mit Beschlag 
belegt wurden, gehörte ihm einer über 18 Mk. auf Sigmund Sachse 
und einer über 8 Mk. auf Eyle Bockensloer, von den Schöppenbriefen 
drei über 2 Mk.. 9 ]\Ik. und 4 ]\Ik. sxii Michel Mikor [Mukor, Mikura]. 
sowie einer auf Nickel Nobil über 4 Mk. (Stadtarchiv K. 171), 2, p. 5. 7. 
10. 11. 12). Von den in Schweidnitz, Striegau, Jauer und Löwenberg 
gefundenen alten Schuldbriefen gehörte ihm einer auf den Bischof 
Conrad über 1000 l^lk. aus dem Jahre 1426, einer auf den Herzog 
Ludwig über 12 Mk., einer vom Herzog Ruprecht aus dem Jahre 1422 
über 65 Mk. (mit Anderen zusammen), einer aus dem Jahre 1427 über 
40 Mk. von Herzog Bolko von Oppehi, imd über 124 INIk. (zusammen 
mit seinem Bruder David), einer aiis dem Jahre 1435 über 60 Mk. 
vom Herzog Hans von Münsterberg, einer von Hans und Heinrich 
von Münsterberg über 140 IVIk. aus demselben Jahre (zus. mit seinem 
Vater Salomon). einer vom Herzog Conrad aus dem Jahre 1434 über 
146 ]\Ik. (zusammen mit seinem Vater), einer aus dem Jahre 1424 
über 71/2 Mk. 3 Gr. vom Herzog Heüirich imd s. Bruder. Erbling zu 
Oppeln, einer aus dem Jahre 1433 über 55 Mk. von Job. von Bebir- 
stein imd einer vom Herzog Hans von Münsterberg aus dem Jahre 
1428 über 800 IVIk. (O. 82 ff.), zusammen also über etwa 2500 INElc. 

83. Mo sehe judynne soll in ihrem Rechtsstreit gegen Nicki 1 Streit sich 
zu einem Termin stellen. Bote Abraham (15) imd drei andere Juden 
übernehmen am 9. Februar 1448 dafür die Bürgschaft (Lib. sign., p. 18). 
Hir gehörten einige Schöppenbriefe über 4 Mk. auf Michel Mikura. 
über 1 fert auf Hanes Welcze und über 2 lüi. pfennige auf JVIichil 
gwart von Toschler (Stadtarchiv K. 17b, 2. j). 11. 13). Sie war die 
Frau des Vorigen. Auf sie bezieht sich auch J. Weil in BGA. 35 
gegen Jekuthiel. 

84. Mo sehe Mertenynne son. Das Liventar über seinen geringen Be- 
sitz enthält das Protokoll über die 5.-7. Mai 1453 in Breslau mit 

• Beschlag belegten Gegenstände der Juden (O. 82j. 

Nachlynne Abrahamynne, vgl. Abrahamynne oben No. 19; 
Nechama, Frau des Chabja b. Manoach, s. oben No. 23. 
Nechemia, Bruder Icheis (F. XI, 1). 
Ä5. Neulig, Benesch genannt. Jacobs (oben No. 49) Sohn, Josephs 
(No. 64) Bruder, gehörte zu dem Consortium. dem Franczke Dompnig 
am 7. Januar 1433 verschuldet war (F. Bresl. IV, 3e) und war in den 
Frieden einbegriffen, den sein Oheim Kussiel (No. 68) am 15. Sptbr. 
1434 vom Bre.slauer Eath erhielt (Stobbe in Z. VII, 158). 

Paltiel Kohen Zedek (p"3), Gemahl der Hen (oben No. 41), 
s. daselbst. 
86. Per, einer der angeblichen Hostienschänder 1453 in Breslau (MPH. 
m, 788). 



LVII 



87. Pinchas b. Meir und seine Fran Memicliah (No. 78), die Nichte 
Kiissiels (No. 68), geben am 3. Mai 1451 dem Chabjah b. Manoach 
(oben No. 23) imd dessen Fran Nechama eine Generalquittung übei* 
alles Geld und Gut, das sie ilmen zur Aut'bewalirung übergeben 
haben, und bekennen, alles zurückerhalten zu haben (vgl. oben No 23). 
Wahrscheinlich ist er mit Pincus identisch, der zu den Zeugen gehört, 
welche am 10. April 1426 eine Aussage über die Verwandtschaft Kussiels 
mit Ichel von Reichenbach machen (Stadtarchiv, Neue Funde, Or.-Pap.). 

88. Eechil hatte einen Rechtsstreit mit R. Jochanan in Breslau, in 
. welchem dieser selber eine Entscheidiuig getroffen hatte. Als sich dann der 

Verurtheilte Idagend an R Pinchas (G. XIII, 17) in Schweidnitz wandte, 
woUte weder R. Jacob Weil (No. 129), noch R. Isserlein (P.J. 255) 
ohne Weiteres dem R. Jochanan Recht geben, weil es nicht wohlan- 
ständig sei, dass ein Gelehrter in eigener Angelegenheit entscheide. 
Vgl. auch L. J. I, fol. 12 b. 

89. Salemlechem, ein angeblicher Hostienschänder 1453 (MPH. 788). 
Schon der Name ist ganz luierhört. 

90. Salom war (zusammen mit Jacob, No. 49) Besitzer eines Schuld- 
briefes über 38 luig. Gld. auf Patenickel, der 1453 mit Beschlag belegt 
wurde (Stadtarchiv K. 17 b, 2, p. 9). 

91. Salomon gehörte zu den Zeiigen, die 10. April 1426 über die Ver- 
wandtschaft Kussiels mit Michael von Reichenbach eine Aussage 
machten. Am 9. Septbr. 1427 quittirt er (zusammen mit Kussiel) 
über den Empfang eines Theiles der Schuld von 500 Mk., die der 
Goldl)erger Herr bei ihm gemacht hatte (Stobbe in Z. VII, 361). Im 
Jahre 1432 begegnen seine Rechtsstreitigkeiten wegen Geldforderungen 
sehr häufig in den Gerichtsprotokollen (F. Bresl. IV, 3e). Er hatte 
grosses halachisches Wissen und stand mit Jacob Weil (RGA. 34. 
108—110. 146. 172—175, vgl. auch 178) luid Isserlein (Pes. 255. 
260. 261) in litterarischer Verbindung. Uebrigens weigerte sich die 
Breslauer Gemeinde einmal, sich seinen Entscheidungen zu unterwerfen 
(RGA. J. Weil 146, vgl. Pes. Isserl. 255). Er gehörte zu den Mär- 
tyrern des Jahres 1453 (MPH. III, 788). Der 1453 mit Beschlag be- 
legte Schuldln-ief der Hedwig Wenczel Furstyime über 3 Mk. und 
derjenige des Nickel keckewitcz ruid Genossen über 7 Mk. waren ver- 
muthlich sein Eigenthum (Stadtarchiv K. 17 b, 2 p. 7). Jacob 
(No. 55) war sein Sohn. 

92. Salomo der lange gehörte 1440 zu den Bürgen für das pünktliche 
Erscheinen Isaak des hinkenden (No. 47) und des Isaak Jacobs 
(No. 44) zu einem Termine (Lib. sign., p. 18). Seüie Frau, die lange 
Salomonynne besass damals einen Schöppenbrief über 4 Mk. auf die 
Pawl wynerynne. 

93. Salomo der junge besass einen Schuldbrief auf Peter meysner, 
der 1453 mit Beschlag belegt wurde (Stadtarchiv K. 17 b, 2, p. 5). 

94. Salomon Swarcz besass einen Schuldl)rief über 12 Gld. auf Hans 
fetter und Hedwig, sein weyp, der 1453 mit Beschlag belegt wurde 
(Stadtarchiv K. 17b, 2, p. 6). Vgl. Swarczabraham (No. 18) und S. 34, 
Anm. 1. 



LVIII 

95. Scheppcz gehörte zu den Gläubigem des Franczke Dompuig, denen 
dieser 285 IVIk. scluildig war (St.-A. E. Bresl. IV, 3e). 

96. Simon besass einen Schuldbrief über 59 nng. GM. auf Hans Glocz 
und sein weyp Hedwig, der 1453 mit Besclilag belegt vrarde (Stadt- 
archiv K. 17 b, 2, p. 8). So hiess 1453 auch der Glöckner. Ueber die 
Identität lässt sich mit Bestimmtheit nichts sagen. 

97. Slimchen, angeblich einer der Märtyrer des Jahres 1453 (MPH. 111,788). 

98. Smogil oderSmogyil oder Smohel bevollmächtigte am 12. Februar 
1432 zus. mit Franczke (37) imd Kessil (67) den Abraham von Oppeln (14) 
zur Führung des Rechtsstreites gegen Nickel Dittrich und gehörte 
an demselben Tage auch zu den Processgegiiern der Barbara Gleselyne 
(Cod. dipl. Sil. IV, No. 84). Im Jahre 1436 kommt er häiifig in 
Rechtsstreitigkeiten in den LandgerichtsprotokoUen vor (F. Bresl. 
IV, 3e). Am 21. Juni 1448 gehörte er zu den Gläubigern Dyrands 
Eeibnitz, die mit ihm über die Zalüimg von 64 IVIk. einen Vergleich 
scliliessen (Lib. sign. p. 33), imd am 17. Novbr. bekennt Clymke von 
Schottke, ihm einen Gulden zu schulden imd verspricht Bezaldimg 
(F. Bresl. IV, 3e 1450-58). 

99. Smoyl, Sohn Abrahams von Münsterberg (No. 13) imd seiner Frau 
Esther (No. 34) imd Bruder Isaaks (No. 46). Im Jahre 1452 
quittirt er dem Anton Hornig über 10 Gld. mig. und «/o Schock 
Heller, wofür A. H. Bürge war (Lib. sign., p. 69. 85). Am 22. Decbr. 
1452 verpflichtet er sich, einen Schuldbrief des verstorbenen 
Bischofs Wenczlaw, durch den ihm Patschkau imd Weidenau verpfändet 
sind, innerhalb vier Wochen vorzulegen und sich dem städtischen 
Urtheilsspruch zu unterwerfen. Am 18. Januar 1453 legt er in der 
That den Schiüdbrief vor (Lib. sign., p. 116). An einigen der im 
Jahre 1453 mit Beschlag belegten Schuldbriefen hatte er (gemeinsam 
mit seinem Vater und anderen Verwandten) Besitzantheil (Stadtarchiv 
K. 17 b, 2, p. 1). 

100. Smoel carnifex. Das dürftige Inventar seines Hauses enthält das 
Protokoll vom 5. Mai 1453 (O. 82). Er gehörte zu den Opfern der 
Verfolgung. 

101. Sneman erhielt am 18. November 1446 vom Breslauer Eath auf 
vier Jahre einen Schutzbrief (Lib. sign., p. 109), der 1450 auf weitere 
vier Jahre verlängert wird (das. 122). Im Jahre 1448 gehörte er zu den 
Bürgen für das pünktliche Erscheinen der Mosche judynne (83) zu 
einem Termine (das. 36). Im Jalire 145;} erscheint mehrfach Jordan 
(No. 63) und einmal auch sein Schwager Meier Jacob (vgl. No. 74) 
als sein Bevollmächtigter in Eechtsstreitigkeiten wegen ausstehender 
Geldforderungen vor Gericht (F. Bresl. IV, 3e). Im Jahre 1453 fand 
sich ein Schuldbrief, der üim, seinem Schwager Salomon (von Neisse? 
8. unter G. IX, 8) und dessen Sohn gehörte und 1432 vom Bischof 
Conrad über 90 ]\£k. ausgestellt war (O. 84). Hnn gehörte ferner 
(zus. mit l^foschik von Glocz, G. IV, 2) ein Schuldbrief über 6 ung. Gld. 
auf Sigmund von der awe und Jeronimus Tilclün, sowie Schöppen- 
briefe über 1 Iklk, auf Hawnschilt den korschner und über 7 Gld. auf 
Nickel Czawen und inse (?) (Stadtarchiv K. 17b, 2, p. 8. 12). 



LIX 



102. Thamar, Wittwe des Lazar (No. 69), betrieb nach dem Tode ilires 
Mannes die Processe gegen dessen Scluildner Franczke von Haugwitz 
nnd Gregor Eoraw 1430 weiter und erstritt gegen den Letzteren ein 
obsiegendes Erkemitniss am 9. October 1431 {ßt. Bresl. IV, 3e). 

103. Tob iah hiess der Ueberbringer einer Anfrage des R. Jochanan in 
Breslau an Isserlein in Wiener Neustadt (Isserl. Pes. 254). 

104. Tone mann soll einer der angeblichen Hostienschänder 1453 in Breslau 
geheissen haben (MPH. IH, 788). 

105. Usiel, Bruder Abrahams von Münsterberg (No. 13) iind Schwager des 
Caiphas (No. 22). Am 2. März 1434 erhielt er als Bevollmächtigter 
seines Bruders die Ermächtigung, von den Erben des Wolä'hard 
von E-achenow 200 Mk. Gr. zu erheben Diese Ermächtigung wird 
am 12. Decbr. 1436 wiederholt ertheilt (Landgerichtsprotokolle 
F. Bresl. IV, 3e). Schuldbrieie, an denen er Antheil hatte, zälilt das 
Actenstück K. 17 b, 2, p. 1. 9 auf, vgl. oben unter No. 13 und 22. 

106. Yppo war 1431 Gläubiger der Stadt Neisse und Abrahams von 
Münsterberg (Nr. 13). Jede der Parteien schuldete ihm 400 ung. Gld. 
Nach einem vom Rathe in Breslau aufgenommenen Protokoll soll er 
Abr., Sohn des Elias von Schweidnitz (F. XII. 1) bedroht haben, sich 
an ihm rächen zu woUen, auch wenn es 40—50 Gld. kosten sollte 
(Stobbe in Z. VII, 158). Vgl. auch No. 37. 

107. Czadak, Eidam Abr"s von Oppeln (No. 14) (K. 17b, 5, f. 6a) war 
Zeuge der Verhandhmg vom 22. December 1452, in welcher Samuel 
(No. 99), Sohn Abrahams von Münsterberg, versprach, den Schuldbrief, 
durch den ihm der verstorbene Bischof Wenczel die Städte Patschkau 
und Weydenaw versetzt hatte, binnen vier Wochen vorzulegen 
(Lib. sign. p. 116). Er legte ihn vor. Wahrscheinlich ist er mit dem 
der Ilostienschändung 1453 beschuldigten Zadoch (MPH. III, 788) 
identisch. 

108. Zacharias, Knecht Icheis von Reichenbach (F. XI. 1) in Breslau 
1427 verhaftet iind befragt, was er von Ichels Eigenthum in Händen 
habe, erklärt, dass er nur zwei Mäntel besitze, die aber ihm selber 
gehörten (Stobbe in Z. VII, 355). 

II. in Crossen: 

1. Salomon war der Gläubiger des Herzogs Ludwig II (IX, 19). Für eine 
Schuld von 150 Mk. bürgte ihm der Rath von Liegnitz In seinem Rechts- 
streite mit diesem werden am 6. October 14;59 xmä am 29. August 1446 
Urtheile gefällt (Sammter, Anh. S, 582. 584, No. 296. 310. Schirrmacliei-. 
S. 419, No. 703). 

III. in Frankenstein : 

1. Jordan bürgt am 22. Decbr. 1452 für Smohel, etwenn Abr. von 
Münsterbergs Sohn (991, dass dieser zur bestimmten Frist die Schuld- 
briefe, auf Grund deren [Patsclikau iind Weydenau ihm verpfändet seien^ 
vorlegen werde (Lib. sign. p. 116). 

2 Isaak gehüiie ein Schuldbrief, ausgestellt 1437 auf den Herzog Hans 
von Münsterberg, über 116 Mk. (0. 84). 



LX 

3. Lazarus czu Fraiikiiisteyii hat dem Jungen Jacob ((t. I, .50) vier 
Bücher, dem Josua (G. I, 65), der „Inder alden schule wonit-', drei 
ITnzen Gold und dem Jordan (das. 63). Abrahams Vetter, ein Buch 
zur Autbewahrung übergel^en (Stadtarchiv K. 17 b, 1, p. 21a). 

IV. in Ulatz: 

1. Davidor besitzt 1435 ein Haiis aiif der Sweidlergasse, auf welches 
die Aussätzigen einen Zins zu fordern haben (Urk. u. Reg. II, 175). 

2. Mosschik gehörte mit Sneman (G. I. 101) zusammen ein 1453 in 
Breslau mit Beschlag belegter Schuldbrief über 6 vng. Gold auf 
Sigmund von der awe und Jeronimus Tilchin (Stadtarchiv K. 17 b. 
2. p. S). 

V. in (ii'oss-Glogaii : 

1. Baruch leiht dem Eath am 22. Febr. 1423 zwölf Mk. Prag. Gr. und 
nacliträ glich noch 30 ung. Goldgxilden. um die Scluild des Herzogs Wenzel 
zu bezahlen (Minsberg I, 32). Ihm waven auf 20 Jahre die von 
den Juden (No. 2. 5. 6. 7.) zu zahlenden 30 Gulden jährlich über- 
wiesen (Berndt S. 9). 

2. Jacob Avar mit Jonas (F. VI, 2) zusammen Gläubiger der Herzöge 
Heinrich IX. und X. (II, 28. 29).^die ihnen 40 IVIk. 51/2 Gr. schuldeten 
(Berndt S. 7). Am 25. Juni erhielt er zusammen mit Fchapcz (No 7) 
Nasse (No. 5) und Ozer (No. 6) von Herzog Wenzel (VIII, 1) und seiner 
Frau Elisabeth und seinen ungesonderten Brüdern Wlodko. Przj'mke 
und Bolko einen Schutzbrief auf 12 .Jahre für Glogau gegen 
30 Gulden jährliches Schutzgeld (Lib. sign. vol. II, S. 401, No. 118, 
Berndt S. 8). 

3. Joel. Sohn R. Isaaks (G. III. 9) in Scliweiduitz. war in den Process 
der angeblichen Hostienschändung in Schweidnitz 1453 verwickelt 
(MPH. Iir, 789). 

4. Josmann schulden im Jahre 1423 die Herzöge Heinrich IX. und X. 
{II, 28. 29) (zusammen mit Jonas — F. VI, 2) 37 (]\Iinsberg I. 316) 
oder 86 (Berndt 7) Mk. 

5. Nasse war in den dem Scliapcz (No. 7) und Genossen ertheüten Schutz- 
brief vom 25. Juni 1440 mit einbegriffen, vgl. No. 2. 

6. Ozer war in den dem Schapcz (No, 7) und seinen Genossen ertheüten 
Schiitzbrief auf 12 Jahre einbegriffen, vgl. oben No. 2. 

7. Scha])cz erhielt für sich. Jacob (No. 2), Nasse (No. 5) und Ozer (No. 6) 
am 25. Jmii 1440 einen Schutzbrief auf 12 Jahre, vergl. oben Nr. 2. 
Im .Tahre 14-50 wurde der Brief auf 12 Jahre verlängert und den Juden 
die ^litbenutzung der lierzoglichen Bäder gestattet (Berndt S. 10). 

\\. in Kotzenau: 

1. .laci.b leilit (zusammen mit Jonas, No. 2.) den Herzögen Heinrich 
dem Aelteren und dem Jüngeren (11, 28. 29) 1422 die Summe von 452/3 Mk. 
(SU bei Minsberg I, 316 f.) oder von 451/3 Mk. (nach Berndt S. 7). 

2. Jonas vgl. No. 1, Jonas wird au erster Stelle genannt. 



LXI 



VII. in Liegnitz: 

1. Meister Jacob darf mit nocli zwei Juden in Liegnitz zurückbleiben, 
als die Herzogin Elisabeth am 7. Decbr. 1447 sämmtliche Juden aus- 
weist (^Schirrmacher S. 431. No. 725. Sammter I, 348. 496 ff., Anh. 285 
G, Wolf in der Zeitschr. f. G. d. Juden in Deutschland IV, 182). 
• 2. Mo sehe wurde 1440 wegen eines angeblich gefälschten Schuldbriefes 
üi Breslau verhaftet, auf Fürsprache reicher Bürgen, die am. 
12. März 1440 hei 1000 Mk. Strafe für pünktliches Erscheinen sorgen 
wollen (Lib sign, p. 5), entlassen und musste am 18. April 1440 
Urfehde wegen der Unbill schwören (Lib. sign., p. 9), Im Gefängniss 
hatte er. wenn man ihn frei Hesse, dem Rath ein freiwilliges Geschenk 
von 300 — 400 ]\Ik. angeboten, war aber dann, weil Fürsten und Herren 
schrittlich und der Bischof sich mündlich für ihn verwendeten, ohne 
Weiteres frei gelassen worden (Klose II, 2, 388. Stob})e in Z. VIII, 451). 
Den angeblich gefälschten Brief war Marcus Beckensloer beschuldigt, 
ihm zurückgegeben zu haben (Stobbe das. IX, 168). Er gehörte zu 
den Wenigen, die 1447 ziTrückbleiben durften (Sammter I, 496, Anh. .585. 
Schirrmacher S. 431. Nr. 725). Von den 1453 in Breslau mit Beschlag- 
belegten Schuldbriefen gehören üim drei über 8 Mk., über 24 Gld. und 
über 50 Gld. (letzterer zusammen mit Abr. Meisner in Breslau) 

. G. 1. 11) (K. 17b, 2, p. 5. 7. 8). Von den in Schweidnitz, Striegau, 
.lauer und Löwenberg gefmidenen Schuldbriefen waren sein Eigen- 
thum zwei auf Ludwig III. (IX, 23) über 22 })zw. 40 Mk. aus den 
.lahren 1415 und 1418, einer über 30 Mk. aus dem .Tahre 1414 (0.83 f.). 
Ob sich die BGA. des J. Weil 110 - 12 auf ihn beziehen, ist zweifelhaft. 

3. Stenczil Mewrer gehörte ebenfalls zu den wenigen Juden, die bei 
der Austreibung zurückbleiben durften (Sammter I, 348. 496. 
Schirrmacher S. 431, No. 725). 

VIII. in Löwenbei'g: 

1. Caiphas, Schwiegervater des Smoyl (No. 8). s. das. 

2. Jonas, Solui des Smoyl (No. 8), s. das. 

3. Lazarus, Sohn des Smoyl (No. 8), s. das. 

4. Mosche b. Ascher war Zeuge der Unthat des Simcha (s. das.) 
RGA. Isr. Bruna No. 265. 

5. Nach man schlug mit einem eisernen Instrument auf einen gewissen 
Nissan ein, weil dieser den Simcha, einen angetrunkenen Fremid Nach- 
mans, mit Holzkloben geworfen hatte. Simcha setzte die Misshaufllungen 
fort, bis Nissan todt auf dem Platze blieb. E. Isr. Bruna. dem der 
Fall zur Entscheidung vorgelegt wurde, erklärte den unbussfertigen 
Nachman für eides- und zeugnissuntähig und aller Ehrenrechte für 
verlustig, bis er sich einer vom Pos euer Rabbinat festzusetzenden 
Busse unterwerfen würde (BGA. Isr. Bruna 264. 265). Dass hier von 
Löwenberg imd nicht von Lemberg in Galizien die Eede sei, ist klar. 

6. Nissan, ein alles Wissens und aller Ecligiosität baarer Mensch, ge- 
rieth mit Nachman und Simcha in Streit, bei welchem er zu Tode 
kam (Vgl. EGA. Isr. Bruna No. 265-66 Salon. = 264-65 Stettin^ 
Vielleicht handelt das EGA des J. Weil No. 87 von demselben 
Zwischenfall). 



LXII 



7. Simchii beging in der Angetruiikenheit einen Todtscldag, für welche 
Unthat ihm R. Isr. Bruna, EGA, 2ßG (265) eine Busse auferlegte. 

8. Smoyl verlässt 1424 mit seinem Sohne Jonas (No. 2) mid seinem 
Eidam Caiphas (No. 1) und Weibern, Kindern, Schtdmeistern, Glöcknern 
tuid Bedienung Lüwenberg rmd zieht nach ZittaiT, woselbst er 40 Mk. 
pohi. Zahl zu zahlen hat xuid alle Privilegien von Schweidnitz und 
Jauer geniessen soll (Knothe in Ermisch, N. sächs. Arch. II, 51. 
Näh. über Juden in Zittau das. S. 55). Der Jude und sein 8uhu 
Lazarus (No. 3) waren noch 1434 in Zittau (Knothe das.). 

IX. in Xeisse: 

1. Mosche, etwenn Salomonis son von der Neysse, besass einen Schuld- 
brief über 180 IVIk. auf den Bischof Conrad aus dem Jahre 1426, zu- 
sammen mit dem Vater einen solchen auf Herzog Ludwig von 
Nimptsch und OMau (DL, 23) über 112 'Mk. aus dem Jahre 1429 und 
auf die Herzöge Kanthner und Cunrad den Weissen (LEI, 5. 7) aus dem 
Jahre 1430 eüien solchen über 100 IVIk. (0. 82 f.). 

2. Mosche der hinkende von Neisse besass einen Schuldbrief auf 
den verstorbenen Simon Bor, der von Herzog Conrad dem Weissen 
(ni, 7) am 11. August 1440 für ungiltig erklärt wird (Stobbe in Z. VIII, 
445 ff. Klose II, 2, S. 288). Am 1. März 1445 einigt er sich mit 
dem Bevollmächtigten des Bischofs wegen der 50 IMk., die ihm der 
Bischof schuldete. Er ist bereit, drei jährliche Eatenzalüirngen zu 
bewilligen (Lib. sign. p. 61, No. 654). Ob er mit dem sub. 1 Ge- 
nannten identisch ist, lasse ich dahingestellt. Der oben Genannte hat 
nie den Beisatz „der hinkende". 

0. Solomo, des Mosche Vater (No. 1), besass mit seinem Sohne zu- 
sammen einen 1429 ausgestellten Schuldbrief über 112 Mk. anf Herzog 
LudAvig von Nimptsch und Ohlau (IX, 23), aus dem Jalu'e 1434 einen 
Schuldbrief über 60 Mk. auf Conrad den W^eissen, Herrn zu Cosel 
(III, 7), und einen aus dem Jahre 1430 über 13 Mk. auf Herzog Hans 
vonMünsterberg (LV, 22) (0. 84). 

X. in Nynipt'z: 

1. Schepcz besass zusammen mit Cutschmann (XIII. 2) in Schweidnitz 
einen Schiildbrief über 12 Mk. Gr. auf Clericus Boltcze, der 1453 
mit Beschlag belegt wurde (Stadtarchiv K. 171), 2, p, 6). 

XI. in Ocls: 

1. Lathmo in Olscheu Avurde beschuldigt, einige angeblich in Breslau 
1453 gestolüene Hostien empfangen zu haben (Expulsio Jud.). 

2. Menlyn von der Olsen gehört am 10. April 1426 zu den Juden, die 
über die Verwandtschaft Kussiels und Icheis von Reichenbach Zeugniss 
ablegen (Stndtarcliiv Neue Funde, Or.-Pap.). 

3. Solomo in Olschen wn;rde l)c.schuldigt, einige von den angeblich 
1453 gestohleneu Hostien empfangen zu haben (Expulsio Jud.). 



Lxni 



XII. in Reichenbach : 

I. Manil oder Meiiil besass Scliuldbriefe auf Nickil Monsterberg über 
5 m. lind 18 m. bem. gr. (zusammen mit Aaron von Streb len und 
seinem Vater Jacob, XIV, 1. 5), auf den Herzog von Münsterberg 
(IV, 22) über 10 ni. bem gr. (ziisammen mit denselben) und auf Lang 
Peter von der Harte über 2 m. gr., die im Jahre 1453 beschlagnahmt 
werden (Stadtarchiv K. 17 b, 2, p. 4. 5. 6). 

XIII. in SchAveidnitz : 

1. Aaron, angeblich einer der Märtyrer des Jahres 1453 (MPH. III, 789). 

2. Cuschmann besass 1453 einen Schuldbrief über 22 m. b. gr. auf 
Franczke Langerheide und zusammen mitSchepcz czuNympcz (oben X, 1) 
einen solchen über 12 m. gr. auf Clericus Boltze. Beide wiirden in der 
Breslauer -Judengasse mit Beschlag belegt (Stadarchiv 17 b, 2, p. 6). 

8. David b. Elieser, Adressat der BGA. 76/77 des R. Jacob Weil, in 
einer Zeit, in welcher das Amt des Rabbiners unbesetzt war (vgl. das 
Nähere im Text S. 72, No. 2, und S. 75, No. 3) 

4 Doske besass einen Schuldbrief aus dem Jahre 1435 über 108 Mk. 
auf Herzog Hans von Münsterberg und seinen Bruder Herzog- 
Heinrich (IV, 22. 23). Gläubiger waren auch noch Thana und andere 
Juden (O. 84). Der Brief gehörte zu den in Schweidnitz, Striegati, Jauer 
und Löwenberg 1453 mit Besclilag belegten In welcher dieser Städte 
die Gläubiger wohnten, steht nicht fest. Hier nur darum unter 
Schweidnitz, weil (O. 83) Schweidnitz zuerst genannt ist. 

5. Effraym, einer der Märtyrer des Jahres 1453 (MPH. ni, 789). 

6. Elias, Vetter des Jacob zu Schweidnitz (No. 12), gehörte zu dem 
Consortium, dem der Rath von Liegnitz 300 Mli. schuldete, die er in 
einer Urkunde d. d. Liegnitz, 27. Januar 1425 zu Johamiis zu be- 
zaWen verspricht. Vielleicht ist er mit Elias in Breslau, dem Bruder 
Benisch's und Oheim .Jacobs das., identisch, vgl. F. I, 5. 

7. Faber hiess angeblich einer der Märtyrer des Jahres 1453 
(MPH. III, 789). 

8 Isaak hatte von Bischof Conrad am 2. Decbr 1443 die Summe von 
100 Mk. Gr. zu fordern. Dieser verspricht pünktliche Zahlimg xind 
event. Vo Gr. Verzugszinsen von jeder Mark wöchentlich (Klose II, 2. 71). 

9. Rabbi Isaak gehörte angeblich zu den Märtyrern des Jahres 1453 (MPH. 
ni, 789). Er hatte einen Sohn Joel in Gr.-Glogau (G. V, 3). 

10. Israel Ivaule gehöi'te zu den Theilnehmem an der angeblichen 
Hostienschändung des Jahres 1453. Er soU der Empiäuger der von 
Breslau übersandten Hostien gewesen sein (MPH. III, 788 f.\ 

II. Jacob Mossze, angeblich einer der Märtyrer des .Tahres 1453 
(MPH. III, 789). 

12. Jacob, früher in Breslau (vgl. G. I, 49), wohnte, 1425 in Schweidnitz. 
Am 27. Jan. 1425 verpflichtet sich der Bürgermeister und Rath zu 
Lieg-nitz, den Juden Jacob zu Schweidnitz, Elias seinem Vetter 
(F. I, 5), Kussiel (G. I, 68) imd Merkel (G. I, 76), seinen 
Brüdern imd noch einigen Anderen am Johannis-Tage 300 Mk. zu 
zahlen (Schirrm. S. 342, No. 557). Er gehörte auch zu dem Consortium, 



LXIV 

dem derselbe Eath an demselben Tage zum St. Georgs-Tage 19U Mk. 
zurückziizahlen versprach. Am 15. September 1434 war er nicht 
mehr am Leben (Stobbe Z. VIII, No. CLXV). 

13. Joseph war angeblich einer der Märtyrer des Jahres 1453 
ßlPH. ni, 789). 

14. Kusmann. Sein Bevollmächtigter Ichel (G. I. 43) erklärte am 
3. Decbr. 1433, dass Margarethe, Frau des Nickel Dirschkowitz. die 
Schuld an Kusmann berichtigt habe (F. Bresl. IV, 3e). 

15 Der deine Kossmann von der Sweidnitcz gehörte zu dem 
Consortium, dem der Rath von Liegnitz am 27. Januar ein Document 
über 190 Gr. ausstellte (Schirrmacher S. 341, No. 556). 

16. Lazar ist (neben Abr. (G. I, 14) und Mej'er (das. 74) von Breslau) der 
Vertrauensmann, zu dessen getreuer Hand der Schutzbrief des Herzogs 
Wenzel (VIII, 1) und seiner Frau Elisabeth für einige Glogauer .Juden 
am 25. Juni 1440 UJid im Jahre 1450 auch für Guhrau. Teschnischen 
Theils. ausgestellt war (Minsberg I, 320. Berndt S 8 Lib. sign. 11- 
S. 401, No 118) 

Mossze vgl. Jacob Mossze (No. 8) 

17, Pinchas war Rabbiner in Schweiduitz. Vgl. EGA. Jacob Weil 129. 
146. 152. Jesserleins Pessakini 31. 32 (= Leket joscher [L J ] 11, 28) 
73. 74-80. 81 (- L. J. I, 14 b) 82 (?). 202-204. 255. 256, vgl. 
L. J. I, 15b. 19a. bis 29a. 30a II, 2. 17b. 78a 82b 84a. Vgl. 
Text und oben S. XLIH, No 41 u. S. 88, Anm. 8. 

18, Snemann oder Sweman, nach dem Protokoll vom 9. Juli 1453, einer 
der angeblichen Hostienschänder A'^on Schweidnitz (MPH. III, 788). 
Einige ihm gehörige Schuldbriefe verzeichnet K. 17 b, 3, p. 13 a. 

19. Taler oder .Jaler gehörte zu den angeblichen Hostienschändern in 
Schweidnitz (MPH. IH, 789). 

20. Thana war Mitbesitzer (mit Doske, No. 4 und anderen Juden) eines 
Schuldbriefes der Herzöge Hans und Heinrich von Münsterberg 
(IV. 22. 23) über 108 Mk., ausgestellt im Jahre 1453 (O. 84). 

XIV. in Strehlen: 

1. Aaron, der vielleicht in Breslau wolinte, vgl. Breslau G. 2, vgl. 
Abr. s. Sohn (No. 2) und Jacob s. Vater (No. 5). 

2. Abraham. Sohn Aarons (No. 1\ vgl. Breslau G. 2 unter Aaron von 
Strehlen. 

3. AI) r ah am. Der Bürgermeister und der Eath von Liegnitz ver- 
pllichten sich 27. Januar 1425, ihm und seinen Genossen zxun 
nächsten Gerichtstag 190 Mk. b. Gr. zu bezahlen (Schirrmacher 
S. 341, No. 556, vgl. Cod. dipl. Sil. XLH, 70). Im Jahre 1453 fand 
sich in Breslau ein Schuldbrief, auf Grvmd dessen er von Hart 
Stosch 2 Mk. vnd 1 fuder 1). gr. zu fordern hatte (Stadtarchiv 
K. 17 b, 2. p. 2). 

4. Czica Judynne. Moschynne genannt, besass einen Schuldbrief 
über 12 m. bem. gr. auf Heinrich von der kortzin Heide, der 1453 
mit Beschlag belegt wurde (Stadtarchiv K. 17b. 2, p. 7). Vgl. Mosche 



LXV 

(No. 7). Der Name i<Ä':: begegnet um diese Zeit bei Isserlein, Pes. 99, vgl. 
L. J. [= Leket Joscher, cod. München 415] II, 35 b. 

5. Jacob, Vater Aarons (No. 1), machte mit diesem zusammen Geld- 
geschäfte, vgl. Aaron von Strelin, Breslau Gr. 2. 

6. Jordan besass mit seinem Bruder Mosche (No. 7) zusammen einen 
1453 in Breslau mit Beschlag belegten Schuldbrief über 8 m. bem. gr. 
auf Hermann von Hayn, czu preborn gesessin, und Petir falkenberg, 
czu Gotfriedsdorff gesessin (Stadtarchiv K, 17b, 2, p. 6). Vermuthlich 
gehörte diesen ])eiden auch der Schuldbrief über 1 m. b. gr. auf Jorge 
siezen, pfarrer czu kobelaw (das. p, 7). 

7. Mosche, Bruder Jordans (No. 6) und Gemalü der Czica (No. 4), 
s. daselbst. 

8. Smoyl . . . ., wohnhaft „czu Strelin, nehmelich Abraham Stiffzon 
von Opeln (oben Breslau, No. 14), abraham rechte son von monsterberg 
(Bresl., No. 13) hatte bei semem Stiefvater in Breslau eine lade sten", in 
welcher u. A. ein Schuldbrief der Stadt Strehlen ül)er 10 m. gr. , verschiedene 
kostbare Pfänder und andere Gegenstände lagen (Stadtarchiv K. 17 b, 
1, p. 18 a ff.). 

XV. in Trebiiitz: 

1. Smoil. Von einem der 1453 mit Beschlag belegten Schuldl)riefe findet 
sich die Notiz : Ffraw Hedwig, etwen bobucken weip, tenetur Michil 
Judin Jacobs von reichenbach und Smoil seyme wettirn czu Trebnitz 
41 m. b gr. (Stadtarchiv K. 17 b, 2, p. 7). 

XVI. in Troppan: 

1. Kusschiel hat am 12. Februar 1447, laut Erklärung des Herzogs 
Conrad (III, 5) von diesem 60 ruig. Gld. zu fordern (Klose II, 2. 72 
aus dem Dipl. B. C. 157). 



H. 1450-1500 

I. in (Jlatz: 

1. Aaron bekiuidet 1483 die Rückzahlung einer Schuld (Glatzer Stadt- 
buch 1466-99, fol. 24 ff., vgl. Urk. u. Pteg. U, 398). 

2. Abidor hatte 1451 von Heincz von Reichenbach, Heincz, Wenzehls 
Sohn rmd Jörg, Stephans Sohn, Geld zu fordern (Urk. und Reg. zur 
Gesch. der Grafsch. Glatz II, 223). 

3. David setzt sich 1472 vor dem Rathe mit Smohel (15) ül)er gewisse 
Ansprüche auseinander (Urk. und Reg. II, 323 f.). Am 21. Juni 1493 
kaufte er zusammen mit Meyer (13) ein Haus am Tliumberge (das. 456) 
imd 1495 wird über diesen Hauskauf quittirt (das. 470). 

4. Ebirleyn hatte im Jahre 1478 eine Schuld forderiuig an einen Bürger 
(Urk. und Reg. H, 369). 

5. Jerocham erhielt zusammen mit zwei anderen Juden vom Rath aui 
Verwendung der gnädigen Frau C. (Crusehinn) für sich und .seine 
Angehörigen am 9. Februar 1453 auf sechs Jahre einen „steten, 
waren, christlichen friede" (Urk, xuid Reg. II, 229). 



LXVI 



B.Joseph kaulte 1471 ein Hans auf der Nonnengasse (TJrk. iind 
Keg. II. 321) nnd hatte 1474 eine Geldlordernng an einen Bürger 
(das. 334 b). 

7. Isaak erhält zusammen mit Jerocham (Xo. 5) und Lazar (No. 11) 
vom Rath für sich und seine Angehörigen am 9 Februar 1453 auf 
sechs Jahre einen „steten, waren, christlichen fx-iede" (Urk, luid 
Reg. n. 279). Im Jahre 1471 hat er mit Wissen des Vogtes Slegil 
einen Bürger -svegen geliehenen Geldes „gesperrit" (das. 321). 1472 
verkaufte er sein Haiis auf dem Bossmarkt an zwei Bürger (das. 323). 
1473 einigt er sich mit dem Eath über das Geschoss von seinem 
Hause, luid eine Bürgerin bekennt, ilim 14 ung Gld. schuldig zu sein 
(das. 331 f.). Im Jahre 1474 schvddet ihm der Sclmeider Neythart 
ebenfalls 14 img. Gld. (das. 334). 

8. Die Judin Ysaak hatte 1467 von einem Bürger 6 Goldgulden zu 
fordern (Urk. imd Reg. II, 285). 

9. Schwarze Isaak. Judenmeister, Daniels Eidam von Prag, war am 
2. Xovember 1490 von Herzog Heinrich dem Aelteren (XIII, 5), mit 
seinen Angehörigen als ein „Unterthan-Jude-' in der Stadt Glatz auf- 
genommen. Der Herzog verspricht, ihn bei den Rechten, welche die 
Juden in Prag xuid Böhmen haben, zu schützen. Er darf sein Geld 
„auf einen gewöhnlichen Wucher, wie er es mit jedem bereden 
wird", ausleihen und die Amtsleute haben ihm bei der Eintreibung 
Hilfe zu leisten. Auch soll er den Friedliof vor dem böhmischen 
Thor, den fi-ülier die Juden hatten, einrichten dürfen. Daher hat er 
3 Schock weisse böm. Gr. zu zalilen (Urk. und Reg. II, 444). Am 
Freitag nach Neujahr 1491 kaufte er (oder Isaak No. 7?) von Hans 
Czeschwitz dessen Haus auf der Nonnengasse für IG Schock 
(das. 445). Vgl. S. 34, Anm. 1. 

10. Israhel jud kauft von Smohil Juden (15) einen Brief über 100 Gld. auf 
Pogrel (Urk. und R«g. III, 332). 

11. Lazar erhält zusammen mit Jerocham (No. 5) imd Isaak (No. 7) 
vom Rath für sich und seine Angehörigen am 9. Februar 1453 
einen „steten, waren, christlichen friede"' auf sechs Jahre (Urk. xuid 
Reg. n, 229). 

12. Litman fordert 1472 vor dem Vogt Slegil eine Geldschuld von 
Richter aus Rückers und von dessen Bruder, dem iMüUer (Urk. und 
Reg. n, 323 f.). 

13. Meyhr kauft 1493 (mit David. No. 3) ein Haus am Timmberge (Urk. 
nnd Reg. II, 45G). 

14. Menil oder Mennel besitzt 1493 ein Haus auf der Nonnengasse und 
verkauft es an den Juden Samuel (15) (Urk. imd Reg. II, 456). 

15. Smohil schlie.sst 1472 vor dem Rathe eine Vereinbarmig mit David 
(oben No. 3) (Urk. und Reg. H. 323 f.). Im Jahre 1473 verkauft er 
an Israel (No. 10) einen Schuldbrief üU-r 100 Gld. (das. 332). Im 
Jahre 1493 kaufte er das Haus des Juden Menil oder :N[ennel (No. 14) 
(das. 456). 

It). Zemele zog im Jahre 1472 einige Geldforderungen ein (Urk. und 
Reg. n, 323 f.). 



LX^Il 

J. 1500-1550. 

I. in Brieg: 

1. Abraham, ein „welscher Musikante" kam. mit Aiigekis (No. 3) und 
Moises (No 4) 1564 aus Polen nach Brieg. Sie zeichneten sicli da- 
selbst als „künstliche Musici und Lautenisten" aus Herzog Wenzel 
(VIII, 13) empfiehlt sie ihrer Geschicklichkeit wegen an Georg 
von Liegnitz (X, No (5) (Biermann, Teschen, S. 301) 

2. Dr. Abraham, Leibarzt Herzog Georgs von Liegnitz (X, H), 
])rakticirt auch beim Herzog Wenzel von Teschen (VIII, 13) auf 
dessen Wunsch und war überhaupt 1568 der gesuchtetste Arzt von 
Brieg bis nach Krakau und Ungaren (Biermann, Teschen, 301). 

3. Angelus, ein „welscher Musikante", vgl. Abraham (No. 1). 

4. Moises, vgl. Abr. (No. 1). 

II. in Frankenstein : 

1. Isaak, Eliakomss söhn, war Deputirter der Judenschaft beim 
Herzog Ivarl in Anspach, xini 1535 die Sache der Jägerndorfer Juden 
zu vertreten (Neustadt, Letzte Vertr., 9. 11). 

2. Kaufmann Leussel war ebenso Deputirter bei Herog Karl in 
Anspach (a. a. 0., 11). 

III. in Leobscliütz : 

1. Abraham wurde' 1535 lebendig verbrannt (a. a. O., S. 15). 

IV. in Oels: 

1. Abraham Baigel b. Salomon E nie rieh war Landesältester und 
Fürsprecher der Juden bei der Verfolgung in Leobschütz und Jägern- 
dorf. Am 7. Jiuii 1532 entbietet König Ferdinand dem Breslauer 
Eath, ihn, wenn er sich in Breslau niederlassen wolle, gegen alle Ge- 
walt zu schützen (Klose EEE, 410). 

2. Helias war der zweite Fürsprecher der Juden bei der Vertreibmig 
aus Leobschütz luid Jägerndorf. 

V. in Oppeln: 

1 Abr, Barucli verkauft, da die Austreil>mig ernstlich drolit, 1564 sein 
Haus (Idzikowski, Oppebi. S. 122). 

2. Bendix Rabbi verkauft 1564 sein Haus (Idzikowski das), 

3. Jokel verkauft 1564 sein Haus (Idzikowski das.). 
4 Kokot thut das Gleiche (Idzikowski das.). 

5. Mardoch ebenso (das.). 

6. Naasan desgleichen (das.). 

7. Pinkus ebenso (das.). 

8. Die Judin Samuel in verkauft 1.561 ihi- zwischen der Judenschule 
und dem Grmidstück Bartok Kozels gelegenes Haus (Idzikowski, 122). 



Anhang IV. 

Die beiden ältesten schlesischen Urkunden in hebräischen 

Schriftzeichen. 

I. Urfehde des Juden Kiissiel, d. d. Montag, 5. Nissan 5195 :^ 4. April 1435. 
Deutsch mit hebräischen Buchstaben^) (Sta4tarc]ü\-, Trk. V 128. — 
Orig.Perg.. durch Mäusefrass beschädigt): 

v'z'^z] u-T -ctH'.p ]'ü iiZ'h: ';-N x^sn -cz^h: 7s n -rb -mx pin pv; 
•:) BIS ü'D xn^'s* 'rs t::y-i fr'-iv c:"» ■'•n ]::^r^i: k:"X ';"K f2pp'lb"'n 
•-1 nriK 7s n iU'n s*ix'?p-,-,2 nyn i^i k:it nn jrp [p::'z japn 
cr-i 7« IT"! Kisn f«D3 p"n ['-ctk x:at:x"i tu] xbcna axur 

p,'n c:"!2l jKb^E p,3 p';ip ii'n xai?": ■'."- h"' ■•t:""."nt2:x i^i ';iK 
nbbs mi utr-K fnrrj trn xn pain •;ik itt"'^"''^ '-''^' 'röi?"! -rK 
sjsbp K:-p •» t:--,i2 üzh: :ü -^b'c-wir. 'rx 7"?'^^"^ p'lbp^:^ 
KD"» 71a Tin jiKt: i:f i:5'3 "t t.k [csac^n nsiK puin psT nrbir pi 
1i: -iKSiBiK [-ny"",i umDK n:»'«] n;i:TS] -jin 75 «njnä 
ijrJiüKn rxcr -- ru'i; tk rrb pa sp:sn 7« -n;iT kt^v, -ir'p i'k 
Kinn un TK k-l:'u per-; r- 7K K3K 7a kS-i T,r 'r.K p'n piSTK 
abKü jr^ii nrPnyn a'O v- ';iK ip-irn D'ö -itk I|U!-,V; ü"« 
7K cn K-iDip |Dnt2:y -.it as*: c^-t 70 7K v}•^ ktiIkti p:ii ".aiK 
ü-zurpD iir rt [p-i pbisr T.i "^kt ü-idij 'dik rr^S 'Kom 
u'ia iKi*-.= pm;K Sr: t'-r p"» "rKTip" 1:233: 'k 7K k^kh 
;Kt;:K!: j-j:r-,-K Kcin:« K'rc-r 1:: pn; p3Kn; ^ p>:-r, ncrr-i 
^K" t3-n;'n ;"K ik- t;:T"K'j ^inr "tk"^ nci" p*K jc': tn3Kn n 
;'K j;'3=3K "ik: -^k- pecp-::;-'^; 3-k K^i:ii Kein dk •:im ':ik 

["^K KC: -n3-T -l^ttK-ip -,'?'?K K331EB'» 
1435, März 30.2) Durchlocht zum Siegel, welches fehlt. 



>) Die Urkunde gehört zu den im Jahre IbbZ im Rathhause aufgefundenen 
Pai)ieren. Die durch Mäusefrass verletzten Buchstaben und Wörter habe ich nach dem 
Text im Lib. excesKuum et Signaturarum de ao 1436, die ich ebenfalls hier zum Abdruck 
bringe, in [Klammern] ergänzt. 

^ Die Umrechn<ing ist falsch. Das Richtige bereits in der Ueberschrift. 



LXI.K 



Der Urktmde entspricht genau folgende Eintrogung im lil). excess. et 
siguatairarnm de ao 1435, p. 27: 

Obligatio knssiel Judei. 
An der Mitwoclie vor dem Sontage Jndica me etc.*) Ist vor vns komen knssiel 
Jude vnd hot globit willigiichin vnd umbetwungin bey sej^me höchsten 
Judisschen eyde vnd Rechte vnd gesworen mit vfigeracktin fingern ken der 
Sonnen^) von der vorclagunge wegen die her obir die Stat vnd vns geton 
hot / die Stat vnd Aais allen des wider zu verantworten vnd vns ent- 
schiüdigen vor den konige von Polan seine heren vnd Reten vnd Steten 
vnd Reten avo das gescheen ist vnd sust vor aller mannegleich geistlich 
vnd wertlich wo her unsir zu arge gedocht hot, vnd furbas mee keyne 
clage von solcher sachin Avegen obir vns nicht zutuen heimlich noch offenbar 
durch sich seine frund noch sust durch nymandes andirs Sünder vns liebis 
\Tid gutes zudancken, vnd hot sich dorobir vorwillet, ap her des nicht entete 
vnd breche, vnd des nrit redlicher kuntschafit obirkomen wurde, des her sich 
nicht verantwerten künde noch mochte das her leibes vnd gutes dorumb sal 
verfallen sein. Illins signature dedit Idem Judeus literani recognicionis 
hebrayce scriptum sub sigillo suo appendente per modum Reuerse. 



II. Generalquittung des Pinchas b. ]\leir und seiner Frau Menuchah an 
die Eheleute Chabjah b. ]\Ianoach und Nechamah (Anh, III G. I, 87. 
78. 23) über alles (xeld und Gut, das sie ihnen zur Aulbewahrmig 
übergeben haben, d. d. 2. Siwan 5211 = 3. Mai 1451. Die Eigen- 
thümer bezeugen, dass sie alles ausser einer lateinisch abgefassten 
Urkunde über zelin Gulden zurückerhalten haben (Stadtarchiv Liegnitz 
329 b. — Original Perg.*) 25 Zeilen hoch). Eine deutsche Uebersetzmig 
vonSammter in Z. IX (1868), S. 125- 128. 

nnXT a^r.ürz: cs/« nran i^nriT jro z'inh n'a^ ^ycz •r:2n t^.t*:' nni; ji-iri 
ün'j'z -\ ^y:-:b '^::'C' "j'X «'renn tl':: fSD p:ö ijs*'^ ]':tib nbiu ni^nnb -itri? 
h^ prb '^sa i3D!a "lipi q^-ii? M^bv nn_ '.:b i-iöki 'm;^ 'iia intt'Xi tkü i'n 
mr:"? a"t'3 nvnb 'liti: na inrxbi n^:f2 ''nr\ ]Z n^^::n '-h i3m lianm nnai mar 
nmri m'-an "i'^m abz' rzbn x'ri« crNr: abv irre: fi2:-i3 ".rüir nJsns: r^'^nbi 
i;Sa;r 'xt:rn2 s^-i 's:rn2 «^i ',»2""pi sin-»:' m:iaj nxninn nma losm ntt^'?tr 
',:bz'f^ CT2 T:V -^Kc: k'?! ?id3 nw \n s^dd \n i:bti?a üT'D rrntr nö '?3 ans: iD^api 
iib '-1^12; IV ana ^:b::p^ ',:b'c: bzn -a n^cf2b^ t t mt?» x'^i r\bvüb'i' ni mc?» kS 
anb "bmfz} amx fna-is ■,;n3K n:,-n ^:bvt2 an-a j-nu 'im 'ntri? pp (mx bies ana 
rjaa n^nia n-rt arn -ii; a'?iLv:j an'''?!? "zb n'n'^/ a'^iuaD 'ly^an "^a 't.öj 'b'niaa 
'src'na x'?-; pzaby -b-riKi nn'is: nb'naai n'^a: -i-asa :;bc-"2 ara ■Tni:' ?ica muri 
^b^ lox'-ivb xb". i:S j-i« 'nrci a'?y'?i jn xav ja .Ta -n.Tfab x'?n 'sarna xbi 
üb^ a-nan ^;^i rn k"? 'nnriK ct^an '^ui 'n'unr bn 'n'bv irna?2 irins* fxan ba"? 



') Mittwoch vor Sonntag .Judica — 30. März. 

-) Dass der Schwörende sich gegen die Sonne hin wenden und zwei Finger erheben 
solle, bestimmt das Ologauer Rechtsbuch c. 4s5 (Stobbe 263), 

*) Herr ßabb. Dr. Peritz in Liegnitz war so freuutUicb, meine Abschrift noch 
einmal niit der Urschrift zu vergleichen. 

3) Das Wort r\"C ist vom Schreibor vergessen und nachträglich über der Zeile 
ergänzt. 

*) Nicht von einem „nichtjüdischen Buche", wie Sammter a. a. O. verstanden hat, 
sondern selbstverständlich von einer lateinischen Schuldurkuude ist cic Rede. 



LXX 

i'T'sx"' 'nar vh^ ann sbi nyirr xbi nbx sbi -nLn-u xbi ^i::» «bi 'jui: ^b^ bip 
cbira cT'by 12b "^nv Dbiirnr 'iy*rn i*?: 'anai p\dz mu"m ?]D2n 'an;2 nno onn 
•,:nia ''-i"r£ 'n^trnn cn nm '-,'ttj ny cnö i3b-pi i;'?"^: brnr 'sS n:n nvn iv 

c-iör 'n-iiuöm "rsinn :b3ö cnnns* D.Tii'ir rKi an« ni^isb irnra ".r-ins 
b"^r\b ^D n: "ry ■:s''i:vr na ':'2i nni jn •'■•nr jn b";n paam 'ly^nn 'ana irnra 
*?= anS o'^trbi brn i?i-i2b irbu ii^naa an« 'nniran jai "yrinn '?:a jarii; rx 
•sa-iKi •TirT' mns-i ns nzi p '':?u\-i 'imn rr-iKa xr-D -a bn *-."a; nr 'iN^inn 
:rmir-iD abv TS-n irmtr-in 'nsn irmr'.n imsi ircr: t'riK bm;i nv pin-n Dnp 
Ta inrx nu ik n::a -i"nn p n^rn '-1 im« nu 'n.'ync'i -lU-iyT ".ra-i •:n"'i aipn 
'T-ir iö ^•'b'c',za^ c-^b'^z vcn rn" nt müs tcu? 'ana arnv aui b";n 'an: 
x*?-! To nrya nns' ^11221 traa 12 pKir -i2tr;n oins "mrn rn^i pa^p x^ri 
•rnra cKsn Ta is ",;"Ta natt' mr s::^ cni mn x'^i ^"-12 xb 'on n-''? irr-ab 
ni iiDS -it:ü n\T nn crn nu abira cn'''?i? i:"? n-nir a'^irau? my^2n ba nana 
•umaTma- "ma ^21 nna xbi "'na k':? 'rn n^*? -la^ab x'^n Tbl? -i2itr i- ''^^nai 
'^i; -ncxS ]:a Tnm -122 i;ncxr ■yT.an -ima ^2 ?]:2 -ir "UT.a (^ija "p^n ^u-nai 
i'.na "'baaan '02-1 -naxi •rc"':' ^22 arn a2';£2 i;'?t:2 ab'c it 'b'nai n; -nas -iDsr 
a'san ^2 bv^ i3T-,r 'pri ■',r'?i? irbap r-ii-si r, nb^'nai n: maa -lar nv-ins*i "ima 
■a2n i"p'n2 ^2^12 j^i^'m -ir-a ":n;-i mb'nai p-naa ■'-.ar '72 na'',n2 ir-inx 
'-'.a iritt-'Kai '-•"rn TKa tz an:s '1 ja 'r;pi nan 'ct\ri2 x'pni 'n2aax2 sbn 
'•n2"i na '?22 vK;-ivb>i b":n 'am 'na in^xSi m:a n-nn j2 n"''2n n"b b":n 'moa 
apiTnsr'72n (^pan "rs ua ':v'?y'nv^ bu.nitr n'a K-jpab -1^721 'jaa '^^r'? uynaai 

n"nb: annax n-.n p nra 
tn-n'?: annaxn-a nra 

'1 Auc;h (üesos Wort hat der Abschreiber zwischen den Zoilen nachgetragen. 

-) Die Notiz bezieht sich anf die vorige Anm. n. auf Anni.3 auf der vorigen Seite. 



Jahresbericht. 



Das jüdisch-theologische Seminar begeht am 27. Januar d. J. 
zum siebenundvierzigsten Male die Gedächtnissfeier für seinen Stifter, 
den verewigten Commercienrath Jonas Fränckel. Anlässlich dieser 
Feier soll Herr Dr. Max Dienemann, nachdem er die theologisch- 
wissenschaftliche und die talmudisch-rabhinische Prüfung bestanden 
hat, als Rabbiner entlassen werden. 

Im verflossenen Jahre wurde am 28. Januar die Entlassungs- 
feier in üblicher Weise begangen. Die Fest- und Gedenkrede hielt 
Seminar-Docent Dr. Brann. Daran schloss sich die feierliche Ent- 
lassung der Herren Candidaten Dr. Johann Krengel, Dr. Julius Reach 
und Julius Zimels unter Ueberreichung der Rabbinatsdiplome durch 
den Seminar-Rabbiner, worauf Herr Julius Zimels Abschiedsworte 
an die Lehrer und Studiengenossen richtete. 

Zur Bewerbung um den Joseph Lehmann'schen Preis war für 
das vergangene Jahr das Thema: „Ueber die Pflege des Studiums 
der jüdischen Litteratur in Deutschland bis zu den Verfolgungen 
des ersten Kreuzzuges" gegeben. Eine Bewerbung ist nicht ein- 
gegangen. 

Dagegen ist zur Bewerbung um den Dr. David Rosin'schen 
Preis eine Arbeit über das gestellte Thema: „Geschichte des 
Achtzehngebetes" eingelaufen. Das Urtheil wird am 27. Januar ver- 
kündet werden. 

Das Seminar zählt gegenwärtig 27 Hörer. Neu eingetreten 
sind im vergangenen Jahre: Isaak Heilbronn aus Tanne i. Rhön 
(Hessen-Nassau), Hugo Nathansohn aus Beuthen a. d. Oder, Sylvain 
Koch aus Brumath (Elsass), Julius Lewkowitz aus Georgenberg 
(Oberschlesien), Jacob Sonderling aus Lipine (Oberschlesien), Arthur 
Süssmann aus Schweidnitz und Friedrich Weiss aus Eidlitz 
(Böhmen). 



Das Vertrauen zu der Wirksamkeit unserer Anstalt fand auch 
im abgelaufenen Jahre erneuten Ausdruck durch die Berufung ihrer 
Zöglinge an bedeutende Gemeinden und Listitute. Es wurden Herr 
Dr. Samuel Freund, bisher Rabbiner in Czarnikau, zum Rabbiner 
in Ostrowo (Posen), Herr Dr. Hermann Pinkus, bisher stell- 
vertretender Rabbiner und Religionslehrer an der Religions-Unter- 
richts -Anstalt 11 der S3'nagogen-Gemeinde in Breslau, zum Bezirks- 
Rabbiner in Heidelberg, Herr Dr. Max Doctor, bisher stellvertretender 
Rabbiner und Religionslehrer an der Religions-Unterrichts -Anstalt I 
der Synagogen-Gemeinde zu Breslau, zum Bezirksrabbiner in Bruch- 
sal (Baden), Herr Fabian zum stellvertretenden Rabbiner und 
Religionslehrer der Religions-Unterrichts- Anstalt 11 und Herr Dr. 
Deutsch, bisher Stiftsrabbiner in Lissa, zum stellvertretenden 
Rabbiner und Rcligionslehrer der Religions- Unterrichts -Anstalt I der 
Synagogen -Gemeinde zu Breslau berufen. Ferner wurden vor 
Ablegung der Prüfung die Candidaten Herr Dr. Emil .Schlesinger 
zum Rabbiner in St. Gallen (Schweiz) und Herr Dr. Uscher Brett- 
holz zum Rabbiner in Sissek (Kroatien) gewählt. 

Ausserdem ist zur Geschichte des Seminars im abgelaufenen 
Studienjahre Nachstehendes zu berichten: 

Am 7. Februar beging das Seminar die Gedächtnissfeier für 
den verewigten Director Dr. Z. Frankel. Die Gedächtnissrede hielt 
Herr Dr. Max Dienemann. 

Am 21. April, dem letzen Tage des Passahfestes, wurde im 
Anschluss an die Predigt eine Gedenkfeier für den verewigten 
Director Dr. Lazarus begangen. Die Predigt hielt Herr Dr. Julius 
Grünthal. 

Am 3. October, dem Versöhnungstage, wurde in der Predigt 
das Andenken des verewigten Seminarrabbiners Dr. D. Joel und des 
Professors Dr. H. Graetz s. A. besonders her\orgehoben. Die Predigt 
hielt Herr Dr. Max Dienemann. 

Am 15. October, dem Schlussfeste, wurde in der dem Seelen- 
gedächtnisse vorangehenden Predigt das Andenken der verewigten 
Lehrer am Seminar: Dr. B. Zuckermann und Dr. D. Rosin gefeiert. 
Die Predigt hielt Herr Dr. Salomon Tiktin. 

Am 30. September legte Herr Dr. Brann laut § 3 des Regulativs 
den Vorsitz im Lehrer-Collegium nieder, worauf ihn der Unter- 
zeichnete übernahm. 

Am 18. Januar fand aus Anlass der zweihundertjährigen Jubel- 
feier des Königreichs Preussen in der Seminar-Synagoge eine litur- 
gische Feier statt. 



d — 



An dem grossen und schmerzlichen Verluste, welchen die 
Wissenschaft des Judenthums durch das am 24. März erfolgte 
Hinscheiden des Gelehrten S. J. Halber stamm in Bielitz erlitten, 
hat das Lehrer-Collegium den innigsten Antheil genommen und 
seinem Beileid auf telegraphischem Wege Ausdruck gegeben. Bei 
der Bestattungsfeier desselben war das Collegium durch den Unter- 
zeichneten als Deputirten vertreten. 

Im vergangenen Jahre sind am Seminar folgende Vorlesungen 
— zusammengestellt nach der im Statut gegebenen Reihenfolge der 
Disciplinen — gehalten worden: 



1. Bibelexegese: 

a) Erklärung des Pentateuchs, IV. B. Mos. 
(Forts.). 

b) Cursorische Leetüre des Buches der Richter 
und des ersten Buches Samuel (bis c. 10). [ Dr. Brann. 

c) Erklärung des Propheten Jesaias (c. 55 — 66). 

d) Erklärung des Buches Hiob (bis c. 15). 

e) Einleitung in die hl. Schrift (Theil I). 



2. Exegetische Litteratur: 

a) Leetüre ausgewählter Stücke aus Raschi's 
Pentateuch-Commentar. 

b) 1. im Sommersemeste: Leetüre der Com- 
mentare des R. Abr. Ibn Esra und Nach- ^ q^. ß,.j^j^j-, 
manides zum IV. B. A4os. (Sehluss). — 2. im 
Wintersemester: Leetüre des Commentars 
Ibn Esra's zum II. B. Mos. (e. 1-3) 

e) Exegetische Uebungen. 



3. Hebräische Grammatik; 

a) Elementargrammatik, 
bj Stilistische Uebungen. 



Dr. Horovitz. 



4. Talmudstudium: 

a) Statarisch: Baba batra (fol. 32—50). 1 

b) Cursorisch : Babli, Beraehot (c. 6 und 7). [ I^i"- Lewy. 

c) Tur u. Schulehan Aruch Jore Dea (e. 32 — 52). ] 



d; Statarisch: Kethubbot (tbl. 15—28). 

e) Cursorisch: Sabbath (fol. 123—137). 

f) Schulchan Aruch Orach Chajjim c. 625 — 639, 
1—9. 

5. Jüdische Geschichte und Litteratur: 
• a) Litteraturgeschichte der Juden auf der pyre- 
näischen Halbinsel während des 14. Jahr- 
hunderts (vSchluss). 
b) Historische Uebungen: a) Ausarbeitungen nach 
gegebenen Thematen. — b) im Sommer- 
Semester: Historisch-diplomatische Uebungen 
an den Handschriften der Seminar-Bibliothek. 
— c) im Winter-Semester: Leetüre des 
Seder Olam rabbah. 



Dr. Horovitz. 



Dr. Brann. 



Dl'. Brann. 



6. Religionsphilosophie: 

a) Religionsphilosophisches System Saadia's. 

b) Leetüre des Cusari. 



Dr. Horovitz. 



7. Homiletik: 

a) Theorie der Homiletik. 

b) Homiletische Uebungen. 

8. Midrasch: 

Wajikra r. (Forts.). 



Dr. Horovitz. 



Zu den fundirten Legaten sind in diesem Jahre folgende hinzu- 
gekommen : 1. ein Legat im Betrage von 400 Mark, gestiftet von 
den Erben zum Andenken an Fräulein Irma Bertha Franke 1 in 
Gothenburg (Schweden), 2. ein Legat im Betrage \on 300 Mark, 
gestiftet von den Erben zum Andenken an Frau Professor Marie 
Graetz und 3. ein Legat im Betrage von 1000 Mark, gestiftet von 
Herrn Stadtrath Milch, Curator der Commercienrath Fränckel'schen 
Stiftungen, zum Andenken an seine verstorbene Gattin, Frau 
Stadtrath Johanna Milch, geb. Sa hl. 

Die Zinsen aus dem Director Dr. Zacharias Frankel-Fonds 
haben auch im vergangenen Jahre die ihrer Bestimmung ent- 
sprechende Verwendung gefunden. 



Ausser den aus fundirten Legaten tliessenden Stipendien er- 
hielten auch im vergangenen Jahre mehrere Seminaristen Unter- 
stützungen durch Zuwendung nachstehender Stipendien, für die das 
Seminar hiermit seinen aufrichtigen Dank ausspricht: 

Das Kaiserliche Ministerium für Elsass-Lothringen hat den 
dorther gebürtigen Seminaristen Stipendien aus der Staatskasse 
gewährt. 

Der V'orstand der hiesigen Synagogen-Gemeinde hat, wie all- 
jährlich, eine Subvention von 600 Mark zu Stipendien bewilligt. 

Vom Vorstande der Synagogen-Gemeinde hierselbst hat ein 
Seminarist aus der Alexander Bernhardt'schen Stiftung ein Stipendium 
von 60 Mark erhalten. 

Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde in Beuthen O.-S. er- 
theilte einem Seminaristen aus Oberschlesien das Stipendium der 
Rabbiner Dr. Rosenthal-Stiftung. 

Die vom Vorstand der Synagogen-Gemeinde zu Schneidemühl 
dem Seminar überwiesenen Zinsen aus der Rabbiner Salomon 
Brann'schen Stiftung wurden einem Seminaristen aus der Provinz 
Posen gewährt. 

Die Sjmagogen-Gemeinde in Oppeln hat auch in diesem Jahre 
die alljährlich gewährte Subvention für unbemittelte Seminaristen 
erneuert. 

Vom Studien- und Arbeitsbeförderungs- Verein für Israeliten in 
Bayern, mit dem Sitz in München, erhielt ein Seminarist ein 
Stipendium im Betrage von 133 Mark. 

Die B. H. Goldschmidt'sche Stipendienstiftung in Frankfurt a. M. 
verlieh einem Seminaristen ein Stipendium in der Höhe von 
400 Mark und einem anderen ein solches in der Höhe von 
300 Mark. 

Aus der S. S. Goldschmidt'schen Stipendiensüftung in Cassel 
hat ein Seminarist ein Stipendium von 300 Mark erhalten. 

Aus der Simon und Carl Koppel'schen Stipendienstiftung in 
Hannover erhielt ein Seminarist ein Stipendium von 100 Mark. 

Durch gütige Vermittelung des Herrn Gustav Cohen in 
Hannover erhielt ein Seminarist ein ansehnliches Stipendium. 

Herr Banquier C. Magnus in Braunschweig gewährte auch in 
diesem Jahre einem Seminaristen eine Subvention. 

Von dem hiesigen Stadien-Beförderungs-Verein erhielten zwei 
Seminaristen ein Stipendium von je 250 Mark. 

Herr Banquier Meyersfeld in Braunschweig verlieh wiederum 
einem Seminaristen ein Stipendium. 



Anlässlich des Gedächtnisstages des seligen Herrn Em. Prings- 
heim sind dem Seminar 30 Mark zur \^ertheilung zugegangen. 

Die Zinsen der Annette Vallentin'schen Stiftung, die von dem 
Rentier Herrn Henry Vallentin in Hamburg zum Andenken an 
seine versorbene Mutter errichtet wurde, sind wiederum einem 
Seminaristen zur Wiederherstellung seiner Gesundheit durch eine 
Badekur stiftungsgemäss bewilligt worden. 



Die Seminar-Bibliothek, welche nach dem letzten Abschluss 
16,236 Druckwerke in 21,771 Bänden und 212 Handschriften in 
248 Bänden umfasst, hat ausser den durch Ankauf erworbenen 
Büchern durch folgende freundliche Schenkungen, für die sie hiermit 
öffentlich ihren Dank abstattet, einen Zuwachs erhalten. 

Sie erhielt die Jahresberichte: 

1. der Universität in Heidelberg 1900 mit der wissenschaftlichen Beilage: 
Dr. H. Rosenbusch, Aus der Geologie von Heidelberg; 2. der Lehranstalt für 
die Wissenschaft des Judenthums in Berlin mit der wissenschaftlichen Beilage von 
Dr. Schreiner: Studien über Jeschua ben Jehuda. Berlin, 1900; 3. des Rabbiner- 
Seminars in Berlin 1899/1900 mit der wissenschaftlichen Beilage von 
Dr. Wohlgemuth: Die Unsterblichkeitslehre in der Bibel; 4. der israelitisch- 
theologischen Lehranstalt in Wien mit der wissenschaftlichen Beilage von 
Dr. Friedmann: Seder Eliahu Rabba und Sutta. Wien, 1900. 8^; 5. der Landes- 
Rabbinerschule in Budapest mit der wissenschaftlichen Beilage von Prof. Dr. Bacher: 
Hebräisch-persisches Wörterbuch aus dem 14. Jahrhundert. Budapest, 1900; 
6. des Elisabeth-Gymnasiums zu Breslau über das Schuljahr 1899/1900 mit der 
wissenschaftlichen Beilage von Dr. Rudkowski: Die Stiftungen des Elisabeth- 
Gymnasiums. Teil II; 7.8. der Gemeinde-Religions-Unterrichts-Anstalten I u. II 
zu Breslau 1900; 9. der Industrieschule für israelitische Mädchen in Breslau 1900; 
10. der israelitischen Religionsschule zu Frankfurt a. M. 1900; 11. des jüdischen 
Kurhospitals in Kolberg. 1898,1899; 12. der l^nion of Hebrew Congregations. 
Cincinnati, 1900. 8"; 13. der Hebrew Union Colleye in Cincinnati. catalog and 
Programm für 1900/1901. 

Ferner : 

Von der AUiancelsrailite Universelle: i. s.A.Wertheimcr: iittbt'n'rnp 'c. 
Jerus., 1899. 8»; 2. Mos. Bloch, niDpm mn '"".Ur H. 2 Hudap., 1900. 8". — 
Vom Ausschiiss Mies Deutscli-lsraelilisclieu (lemeiiulebiindes in Uerlin dessen 
Mitiheilungen No. 54 vom Decbr. 1900. 8«. — 3. Von Herrn Abba Apfelbaiini- 
Rzezow sein Werk: VOS'p'i'ltt ""'"l nn*?-!.-!, _ Von Herrn Kabl». 1>1'. Hiacll-Bl'ÜX 
seine Schrift: 1. .Maimonides. Wien, 1900; 2. seine Festrede zum 70. Geburtstage 
Kaiser Franz Josephs. August 1900; 3. seine Rede an der Bahre des Herrn Dr. Grotte 
am 14. 11. 19 10. — Von Herrn ür. Naftali lUiunj^nind-lSudapest seine Schrift: 
Sza'adja ibn Danän. Pressburg, 1900. Von Herrn^S. Hiiber-Keinbers: "i'^lsn 'O'ph', 
cd. Buber. Berditschew, 1900. — Von Herrn Rabb. Dr. Chodowski-Oels: 1. seine 
Trauerrede an der Bahre des Herrn Jacob Cohnstacdt. Oels, 1900. S"; 2. seine 
Predigt am Wochenfest -5660. Breslau, 1900 — Von Herrn Pl'of. Dl'. H. ('«lien- 



Marl)iirg seine: Worte der Trauer um Herrinann Lewandowsky. 1900. 8". — 
Von Herrn Ral)b. Dr. €ohn-KattOAVitz sein Werk: Geschichte der S3rnagogen- 
Gemeinde Kattowitz. 1900. — Von Herrn Kabb. Dr. J. Deiltsch-Lissa (Posen) 
seine Schrift: Chronik der Synagogen-Gemeinde Sohrau. Magdeburg, 1900. — 
Von Herrn Rabb. Dr. Eckstein-Bamberg: 1. seine Trauerrede für Kaiser Wilhelm I. 
1888; 2. seine Festrede zum 70. Geburtstage des Prinzregenten Luitpold. 
Bamberg, 1891; 3. seine Rede an der Bahre eines Patriarchenpaares; 4. seine 
Trauerrede an der Bahre des Herrn Emil Dessauer; 5. seine Trauerrede an der 
Bahre der Frau B. Dittmann, 1896; 6. seine Trauerrede an der Bahre des Herrn 
H. Iglauer, 1896; 7. seine Trauerrede an der Bahre des Herrn A. Gutherz, 1896; 
8. seine Trauerrede an der Bahre der Frau E. Kronacher, 1896; 9, seine Trauer- 
rede an der Bahre der Frau A. Ehrlich, 1898; 10. seine Trauerrede an der Bahre 
des Herrn A. Sack, 1898; 11. seine Trauerrede an der Bahre des Herrn S. Treumann, 
1898; 12. seine Schrift: Nachträge zur Gesch. der Juden in Bamberg, 1899. — 
Von Herrn Rabb, Dr. Ehrlicll-Tilsit : Seine Rede am Grabe der Frau Wasbutzky, 
1900. — Von Frau Epstein-Breslaii : [J. E. Epstein], Versuche eines Scheintodten. 
Breslau, 1846. — Vom Verein Esra-Berlhi: Seine Mittheilungen des Vereins Esra 
vom 1. Oktober 1900. — Von Herrn Rabb. Dr. Freildenthal-Danzig: 1. seine 
Rede an der Bahre des Herrn Baron Moritz v. Cohn, 1900; 2. seine Rede am 
Wochenfeste des Jahres 1900. Dessau. — Von Herrn Rabb. Dr. Fried-Ulm: Seine 
Schrift über ri'n"!D\n "iBD, Theil IL — Von der Gesellschaft zur Erforschung 
jüdischer Kunstdenkmtäler in Prankfurt a. M. deren Mittheilungen I. — Von 
Herrn Rabb. Dr. 31. (irunwald-Hamburg seine Aufsätze und Vorträge: 1. Ent- 
wicklung der Schriftzeichen. Hamburg, 1899. 4*^; 2. Was ist uns Spinoza? Wien, 
1899. 8"; 3. Ein historisch interessanter Briefwechsel. Breslau, 1900; 4. seine 
Predigt zum Wochenabschnitte Mischpatim. Hamburg, 1900. 8". — Von Herrn 
Dr. Grünthal-Breslau seine Inaugural-Dissert. : Die Peschittha zum Buche Esther. 
Breslau, 1900. — Von Herrn Rabb. Dr. Günzig-Loscliütz (Mähren) seine Schriften: 

1. Comment. des Karäers Jephet ben Ali. Krakau, 1898; 2. Der Pessimismus im 
Judenthume. ib. 1899. — Von Herrn Advokat Dr. Leo Halberstam-Wien : Die 
Grabreden gehalten beim Leichenbegängniss des Herrn J. S. Halberstam-Bielitz am 
26. 3. 1900. Wien, 1900. — Von Herrn Habb. Dr. Jaraczevvsky-Mühringen 
(Württemb.): 1. J. Levy, Nathan le Sage; 2. J. Levy, Adieu ä l'Alsace. Paris, 1872; 
3. J. Levy, Isaie ou le travail. - Von Herrn Rabb. Dr. M. .Tastrow-Philadelphia : 
12. Heft seines Dictionnary of Talmud and Midrasch. — Von Herrn Rabb. Dr.Kisch- 
Prag seine Schrift: Das mosaisch-talmudischc Eherecht von Ezechiel Landau. 
Leipzig, 1900. — Von Herrn Dr. Hermann Klüger-Breslau seinen Vortrag: Der 
Zion und die Akropolis in Athen. Breslau, 1900. 8^. — Von Herrn Rev. J. Kohn- 

Zedek-London : i. sein "ntrpai "n'^Ktr. London, 1899; 2. Seine rxi"? n^En 
nmsan dvi notrn. Lond., 1900. - Von Herrn Dr. Markus Leipniker-Budapest: Seine 
Inaug.-Diss. über Jehuda b. Joseph Moscato. Budap., 1896. — Von Herrn Rabb. Dr. 
A. LeAvin-Freiburg i. B.: 1. seine Predigt: Gott hat es gethan. Freiburg, 1899; 

2. seine Predigt: Drei Gräber; 3. seine Schrift: Der Werdegang unserer Gebete. 
— Von Herrn Landrabb. Dr. Lewinski-Hildesheim seine Schrift: Zwei Dokumente 
aus Hannover; 2. seine Abhandlung: Der Hildesheimer Rabb. Samuel Hameln. 
Hildesheim, 1900. — Von der Synagogengemeinde Livorno: Rundschreiben der 
Gemeinde Livorno. - Von Herrn Oberrabb. Imin. LÖW-Szegedin: Beszedei, 1874-99. 
Szegedin, 1900. 8". - Von Herrn Bezirksrabb. Dr. Löwenstein-Mosbach: Seine 
Predigt für den 1. Tag des heiligen Schowuausfestes. — Von der Redaction des 
Magyar Isido Szemle in Budapest: Jahrg. XVII dieser Zeitschrift. — Von Herrn 



Ouen-ablt. Dr. S. II. Mai-giilies-FJorenz: Seine Gedenkrede auf König fiumbert I. 
Florenz, 1900. — Von Herrn Rabl». Dr. Miink-Köni^sberg; seinen offenen Brief an 
d. Vorst. der Königsberger Gemeinde. — Von Herrn Dr. Neumanil-Breslail seine 
Inauguraldissertation: Der Pentateuchkomentar des Joseph Bechor Schon Numeri. 
Breslau, 1899. — Von Herrn Dr. med. Pogorelsky-St. Petersburg seine Schrift: 
Zaraath. Petersburg, 1900. — Von Herrn Ral)b. Dr. S. Posiiaiiski-AVarscliau 
seine Abhandlung: Tanchum Jeruschalmi. Paris, 1900 [S.-A. aus Revue des 
Etudes juives]. — Von Herrn Rabl). Dr. Rtilf-Boiin seinen Vortrag: Was wir sollen 
und wollen. Bonn, 1900. — Von Herrn Rabb. Dr. Salveildi-Dürklieim: 1. S. Ch. 
Horwitz biNty nb^'^S. Wilna, 1879. 2*"; 2- Scharpf mbriKI "110. Amsterd., 1847. 4"; 
3. Hirschkowitz .Tn.T "'-lU^. Sziget, 1877; 4. Selbstemancipation. Jahrg , V.— VIII. 

— Von Herrn Dr. X. Samter-Berliii seinen Aufsatz : Was thun? Breslau, 1900. — 
Von Herrn Dr. ('. Seeligmann-Hambiirg seine Predigt: Philister über Dir, Juden- 
thum. Hamburg, 190U. — Von Herrn Sigmuiul Seeligmaimil-Amsterdam : Beiträge 
zur Geschichte der Juden in Amsterdam. — Von der Societe des Etiules jllives 
in Paris: Die Revue des Etudes juives. Jahrg. 1900. — Von Herrn D. H. Spitzer- 
Budapest: Sein Rundschreiben vom September 1900. — Von der Stadtbibllotliek- 
Frankfurt a. M.: die Zugangsverzeichnisse der Stadtbibl. Frankfurt a. M., 1900. — 
Von Herrn Dr. Leop. Stein-Berlin sein Werk: Untersuchung über die Proverbios 
Morales des Santob de Carrion. Berlin. 1900. — Von der Universit.-Bibl. -Heidelberg: 

1. R. W. Bunsen, Ein akadem. Gedenkblatt. Heidelberg, 1900. 4"; 2. Osthoff, 
Suppletivwesen der indogermanischen Sprachen. Heidelberg, 1899. 4'^. — Vom 
Verbände der Vereine für jüdische Geschichte und Litteratur: Das Gedenk- 
buch zum 100. Geburtstag Samuel Dav. Luzzatto's. Berlin, 1900 — Von 
Herrn Rahb. Dr. Weil-Algier: Seine vier rabbinischen Rundschreiben. — Von 
Herrn Rabb. Dr. M. Wolff-Gothenburg seine Abhandlungen: 1. Analekten; 2. Be- 
merkungen zu der Schrift Ahwäl al-kijame (Ausschnitt aus ZDMG. Jahrg. 1900). 

— Von Herrn Rabb. Dr. Worras-Neustettin : Seine Abhandlung über die Lehre 
von der Anfangslosigkeit der Welt bei den mittelalterlichen arabischen Philosophen 
des Orients und ihre Bekämpfung durch die Mutakallimiin [S.-A. aus: Beiträge 
zur Gesch. der Philosophie des Mittelalters, Bd III, Heft IV.] — Von Herrn 
Rabb. Dr. Ziegler-Karlsbad: l. Sein Werk: Gesch. des Judenthums. Prag, 1900; 

2. Seinen Aufsatz: Prof. Dr. David Kaufmann. — Von Herrn Rabb. Dr. Ziemlich- 
Xürnberg sein Buch: Die Israelit. Cultusgemeinde in Nürnberg 1900. — Von 
Herrn Rabb. Dr. Zuckerinandl: R. N. Rabbinowicz, Varie lectiones zum Traktat 
Baba kamma. .München, 1882. 8". 



Der X'erein Liwjath-Chen, dessen Aufgabe es ist, un- 
bemittelte Hörer des Seminars in zartsinniger Weise vor dringender 
Noth zu schützen, hat auch im vergangenen Jahre Theilnahme und 
Unterstützung aus nah und fern gefunden. 

Vorzügliche Anerkennung verdient das rege und edle Interesse, 
das Herr Rabbiner Dr.jWilhelm Münz aus Gleiwitz auch im ver- 
gangenen Jahre für diesen Verein an den Tag gelegt hat; durch 
seine \'ervvendung haben nachstehende Mitglieder seiner Gemeinde 
die nachfolgenden Beiträge gewälirt: 



_ 9 — 

1. Herr A. Danziger, Gleivvitz 10 Mk. 

3. -- Alfred Fraenkel 10 = 

4. - Max Gassmann 10 = 

5. Frau Charlotte Glogauer 6 -- 

6. Herr Amtsgerichtsrath Dr. Hirschel . . . 10 -- 

7. = Louis Lichtenberg 9 - 

8. ■- Rechtsanwalt und Notar Eugen Lustig 10 = 

9. = Adolf Schlesinger 20 -- 

10. - Hoflieferant Simon Troplowitz . . . 15 = 

11. -' Director Victor Zuckerkandl . ... 10 = 

12. = Rabbiner Dr. Wilhelm Münz ... 10 = 



Zusammen 120 Mk. 



Durch gütige Vermittelung des Herrn Rabbiner Dr. Bass- 
freund in Trier sandten Beiträge ein: 



Herr J. Juda. 
= J. Kreslawski. 

H. Loeser. 
' S. Loevvenstein. 



Herr Isidor Mayer. 

Stadtrath Rothschild. 
A. Scheuer. 
== Rabbiner Dr. Bassfreund. 



Aus Culm sandten durch freundliche Verwendung des Herrn 
Rabbiner Dr. Guttmann Beiträge ein: 

Herr Banquier Hirschberg. ! Herr J. Mamlok. 

L. Itzigsohn. j = G. Segall. 

= J. S. Leiser. | = Rabbiner Dr. Guttmann. 

Dem Verein haben überwiesen: Herr Prof. Dr. Leo Graetz 
im Namen der Hinterbliebenen der Frau Professor Graetz s. A. 
100 Mark, Herr Gymnasialoberlehrer Dr. Heinrich Lewy- Mühlhausen 
zur Capitalisirung des Jahresbeitrages seines verstorbenen Vaters, 
Herrn Meyer Lewy, sei. x-lnd., 250 Mark, und Frau Minna 
Hamburger hier aus Anlass ihres 80. Geburtstages 100 Mark. 

Ausserdem haben im abgelaufenen Jahre ihre gütige Theil- 
nahme für den Verein durch Zuwendung von Jahresbeiträgen oder 
Spenden bekundet: 



Herr Hauptlehrer Alexander, hier. 
= Arthur Altmann, Kattowitz. 
= Josef Altmann, 

Leopold Altmann * 
= Max Altmann ; 

= Stadtrabbiner Dr. Appel, Carlsruhe. 



Herr Rabbiner Dr. Berger, Krotoschin 
= Moritz Baruch, hier. 
= Landgerichtsrath Dr. Berwin, hier. 

Beutler, hier. 

Rabbiner Dr. Biach, Briix. 
= Rabbiner Dr. Biram, Hirschberg. 



Marcus Auerbach, Krotoschin. ' Lipmann Bloch, hier, 

Prof. Dr. Badt, hier. Lazar Bloch, Brody. 



— lU — 



Herr 


Fritz Brieger, hier. 1 


Herr 


13ne-B'rith-Loge (Lessing-L.), Breslau. | 


= 


- 


(Fraternitas-L.), 






Dresden. 


= 


'- 


= -- (Victoria-L.), Görlitz. 


= 


= 


« (Humanitas-L.), 


'- 




Gleiwitz. 


= 


- 


(Rheinland-L.), 


= 




Köln a. Rh. 


= 


= 


(Rhenus-L.), Mainz. 


5 


Bne-I 


Vrith-Loge (Pomerania-L.), 


= 




Stargard. 


= 


=: 


= = (Alemannia-L.), 


= 




Stettin. 


= 


Herr 


Seminarlehrer Dr. Brann, hier. 


Frau 


= 


Louis Burgfeld, hier. 


Herr 


Frau 


Cassirer, hier. 




Herr 


Kreisrabb. Dr. Cohn, Eschwege. 


'. 


= 


Louis Cohn, hier. 


= 


-- 


Apotheker Cohn, hier. 


= 


s 


Ludwig Cohn, Schwerin a. W. 


= 


= 


Isidor Cohn, hier. 


= 


= 


Saloinon Daniel, hier. 


= 


Frau 


A. Daniel, hier. 


'- 


Herr 


Louis Daniel, Krotoschin. 




= 


Heymann Daniel, hier. 


= 


S 


Carl Daniel, hier. 


= 


= 


cand. med. Julius Daniel. 


= 


s 


Prof. Dr. Deutsch, Cincinnati. 


= 


= 


Rabbiner Dr. Deutsch, hier. 


= 


Der deutsch-israelitische Gemeindebund, 


= 




Berlin. 


= 


Herr 


Rabbiner Dr. Doctor, Bruchsal. 


= 


= 


Banquier Aug. Dux, Hildesheim. 


Frau 


= 


Rabbiner Dr. Kckstein, Bamberg. 


Herr 


-- 


Rabbiner Dr. Einstein, Landau. 


= 


'- 


Seminarlehrer Dr. Elbogen, 


= 




Florenz. 


Frau 


'- 


Rabbiner Dr. Eppenstein, Briesen, 


Herr 


^ 


Rabbiner Dr. Kschelbacher, 






Berlin. 


s 


-- 


Philipp Falk, hier. 


Ä 


s: 


Dr. med. Leopold Feilchenfeld, 
Berlin. 


- 


« 


Rabbiner Dr. Finkelscherer, 


" 




München. 


= 


= 


Rabbiner Dr. Frank, Köln. 


s 


S 


Landesrabbiner L. Fränckel, 






Meiningen. 


Frau 




Freimann, hier. 


Herr 



Prof. Dr. Freudenthal, hier. 
Rabbiner Dr. Freudenthal, 

Danzig. 
E. Freudenthal, Hildesheim. 
David Freund, hier. 
Hirsch Freund, hier. 
Curator Dr. C. S. Freund, hier. 
Max Freund, hier. 
Rabbiner Dr. Freund, Ostrowo. 
M. Friedheim, Hildesheim. 
Julius Froh mann, Erlangen. 
M. Fuchs, seL And., hier. 
H. Gassmann, hier. 
Robert Grabower, hier. 
Prof. Graelz, sei. And., hier. 
Landrabbiner Dr. Gronemann, 

Hannover. 
Rabbiner Dr. Grunwald, Hamburg. 
Rabbiner Dr, Grünfeld, Bingen. 
Oberrabb. Dr. Güden ann, Wien. 
Rabbiner Dr. Guttmann, hier. 
Siegfried Haber, hier. 
Dr. Heinemann, Hamburg, 
Rechtsanwalt Dr. Heinsfurter, 
München. 

Hentschel, Culmsee. 
J. Hess, hier. 
Hermann Hirschel, hier. 
Holländer, hier. 

Rabbiner Dr. Horovitz, Crefeld. 
Sem.-Lehrer Dr. Horovitz, hier. 
Hermann Hamburger, hier. 
Heinrich Hamburger, hier. 
Rabbiner Dr. Joe!, hier. 
Rabb. Dr. Josephsohn, Lauenhurg. 
Rabbiner Kahn, Heilbronn. 
N. Kaiisch, hier. 
Karnowsky, hier. 
Seminardirektor Dr. Knoller, 

Hannover. 
.M. Koplowitz, Berlin. 
Rabbiner Dr. Krakauer, hier. 
Rabbiner Dr. Krengel. hier. 
Rabb. Dr. Kuschnitzky, Bayreuth. 
Albert Landauer, München. 
Banquier Is. Landauer, München. 
Seminar- Direktor Dr. F. Lazarus, 

Cassel. 
Direktor I-azarus, hier. 
Carl Leipziger, hier. 



Herr Rabb. Dr. Levin, Freiburg i. B. 

Rabbiner Dr. Lcv}^ Alzey. 

Landrabbincr Dr. Lewinslvy, 
Hildesheim. 

Seminar-Rabbiner Dr. Lewy, hier, 

J. E. Lewy, hier. 
= MejJ'er Lewy, hier. 

B. Lewy, Cuhnsee. 
= S. Lew}', hier. 
= Mose Lewy, Berlin. 

Isidor Lichtenberg, hier. 
= Rabb. Dr. Littmann, Zürich. 
Frau Dr. Lobethal, hier. 
Herr Marcus Löwenberg, Culmsee. 
Frau Johanna Löwenberg, Berlin. 
Herr Curator Stadtrath Marck, hier. 
= Grossrabb. Dr. Alargulies, Florenz. 
= Rabbiner Dr. Marx, Westhofen. 
= Rabb. Dr. Meyer, Zweibrücken. 
= Siegmund Morgenstern, hier. 

Curator Stadtrath Milch, hier. 

J. N., Hamburg. 
= N. N., Breslau. 
= Rabbiner Dr. Neubürger, Fürth. 
= Fabrikbesitzer Neustadt, hier. 
= Rechtsanwalt Dr. Ofner, München. 
= Rechtsanwalt Ollendorf, hier. 
= Consul Jacob Ollendorf, hier. 

Rabbiner Dr. Peritz, Liegnitz. 
= Rabbiner Dr. Perles, Königsberg. 
= Rabbiner Dr. Perlitz, Nakel. 
= Rabbiner Dr. Pinkuss, Heidelberg. 
= Rabbiner Dr Porges, Leipzig. 
= Rabbiner Dr. Poznansky, Pilsen. 
= Rabbiner Dr. Posner, Carlsruhe. 

Landrabbiner Dr. Prager, Cassel. 
= F. Pringsheim, Stadtrath, hier. 
= M. Pringsheim, hier. 
l'>au Dora Rawitscher, Bojanowo. 
Herr Rabbiner Dr. Reach. 
= N. G. Reich, hier. 
= Oberrabbiner Dr. Ritter, Rotterdam, 
= Rabbiner Dr. Rosenthal, hier. 
= Dr. med. H. Rosin, Berlin. 
= Landrabb. Dr. Rülf, Braunschweig. 



Herr Rabbiner Dr. Saalfeld, Main.^. 

- Fabrikbesitzer Julius Sachs, hier. 

= Rabbiner Dr. Salvendi, Dürckheim. 

Rabbiner Dr. Salzberger, Erfurt. 

Rechtsanwalt Dr.Samuelsohn, hier. 

= Provinzial-Rabbiner Dr. Sander, 

Giessen. 
= Leopold Scheroschefski, hier. 
Dr. Schlesinger, St. Gallen. 
Julius Springer, Culmsee, 
= Schreiber, hier. 
= Seminar-Rektor Prof. Dr. Schwarz, 

Wien. 
= Leopold Schwersenski, hier. 
= Prediger Dr. Seligmann, Hamburg. 
= Oberrabbiner D. Simonsen, 
Kopenhagen. 
Rabbiner Dr. Silberstein, Elbing. 
= Stadtrabbiner Dr. Stekelmachcr, 
Mannheim. 
Rabbiner Dr. Stein, Worms. 
Rabbiner Dr. Steinhardt, Kojetcin. 
= Rabbiner Dr. Strassburger, 
Göppingen. 
Synagogengemeinde Bromberg. 
= Dresden. 

Erfurt. 
Pilsen. 
Herr Rabbiner Dr. Theodor, Bojanowo. 
= Rabbiner Dr. Thieberger, Komotau. 

H. Tietz, München. 
= Rabbiner Dr. Ungerleider, Berlin 
Rabbiner Dr. Vogelstein, Königs- 
berg. 
Frau Vollmann, Meiningen. 
Herr Moritz Wagner, Krotoschin. 
= Rabbiner Dr. Walter, Bromberg. 
Dr. Weiss, hier. 

Rabbiner Dr. Werner, München. 
Rabbiner Dr. Winter, Dresden. 
? Würckheim, hier. 
Isr. Wohlthätigkeits-Vercin, Nürnberg. 
Herr Paul Wolf, Bernburg. 

Rabbiner Dr. Ziemlich, Nürnberg, 
Rabbiner Dr. Zuckermandcl, hier. 



All den gütigen Spendern sei hiermit im Namen des Seminars 
der wärmste Dank ausgesprochen. 



Auch in diesem Jahre war es leider nicht immer möglich, den 
an den Verein gestellten Anforderungen in hinreichender Weise zu 
genügen. 

Mögen edle Menschenfreunde und insbesondere die aus dem 
Seminar hervorgegangenen Rabbiner, welche die unentbehrliche 
Wirksamkeit des geräuschlos und segensreich schaffenden Vereins 
in unmittelbarer Nähe erkannt haben, nach Kräften dahin wirken, 
dass die Mittel ihm reicher zufliessen, und neue Mitglieder ihm ge- 
wonnen werden, dass insbesondere für die zahlreichen durch Tod 
oder andere Umstände ausgeschiedenen Mitglieder ihm Ersatz ge- 
schafft werde. 

Breslau, im Januar 1901. Für das Lchrcr-Collegium: 

Dr. S. Horovitz. 



BM 
95 
B73 
1900 



Breslau. Jüdisch-Theolc 
sches Seminar 
Bericht 



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