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BERICHTE 



des 



natiirwissenscliaftlicli - medizinisclieii 

Vereines 



in 



INNSBRUCK 



XXI. Jahrgang 1892/93. 



INNSBRUCK. 

Verlag der Wagner 'sehen Universitäts-Buchliandlung. 

1894 



Druck der W a g n e r 'sehen Universitäts-Biichdruclcerei. 



A. Vereinsnaclirichten. 



I. Bericht über die im Vereinsjahre 
189293 abgehaltenen Sitzungen. 



1. Sitzung am 25. Octol)er 1892. 

Der Vorstand Prof. Dr. v. Viutschgau eröffnet die 
Sitzung und meldet die Herren üniversitäts-Profes-soren 
Dr. Czermak und Dr. Dittrieh als neue Mitglieder au. 

Es wird beschlossen, mit dem Museo zoologico in 
Rom in Schriftentauscli zu treten. 

Hierauf hält Assistent Adolf Wagner den angekün- 
digten Vortrag: 

„lieber die Beziehungen im Blattbau unserer 
Alpenpflanzen zu deren Lebensbedingungen." 

Nach einigen Vorbemerkungen über den anato- 
mischen Bau des Blattes und der ßeactionsfähigkeit vieler 
Pflanzen gegen äussere Einflüsse überhaupt gab der Vor- 
tragende eine kurze Zusammenstellung der bei unseren 
Alpenpflanzen gefundenen Verhältnisse. Derselbe betonte 
vor Allem, dass sich in den meisten Fällen eine ent- 
schiedene Anpassung an eine erhöhte assimilatorische Thä- 
tigkeit im Aufbaue des Blattes zeige. Einerseits wird eine 

1* 



IV 

Vervollkommnung des Assimilationsapparates bewirkt durch 
Vergrösserung und Vermehrung der Pallisadenzellen, an- 
dererseits ein lebhafterer Gasaustausch erzielt durck lockere 
Anordnung der Zellen, grosse Zahl der Spaltöffnungen 
und exponirte Lage der letzteren. Bemerkenswerth er- 
scheint in diesem Sinne, dass die Blätter vieler Alpen- 
pflanzen auch bei sonst streng dorsiventralem Bau gerade 
an der Oberseite sehr zahlreiche Spaltöffnungen auf- 
weisen — entgegen den bisher bei dorsiventralen Blät- 
tern beschriebenen Verhältnissen. Anregung zu diesen 
Anpassungserscheinungen geben folgende klimatische Fac- 
toren: Bedeutend erhöhte Lichtintensität, verkürzte Ve- 
getationsdauer und ein geringerer Gehalt der Luft an 
Kohlensäure, letzteres eine Folge der geringeren Luft- 
dichte. — Die Thatsache, dass die Spaltöffnungen so ex- 
ponirt und auch andere Schutzeinrichtungen im Allge- 
meinen nicht vorhanden sind, deutet darauf hin, dass die 
Alpenpflanzen keinen namhaften Transpirationsgefahren 
ausü'esetzt sind — thatsächlich sind Luft- und Boden- 
feuchtigkeit in der Höhe grösser. Eine Ausnahme machen 
einige wintergrüne Formen (als Beispiel wurde Empetrum 
nigrum vorgeführt), deren Blätter mehrfache Schutzein- 
richtungen aufweisen. Dies hängt mit der Unfähigkeit 
vieler Pflanzen, bei niedriger Temperatur genügend Was- 
ser aus dem Boden aufzunehmen und der damit verbun- 
denen Transpiratiousgefahr für diese Gewächse zusammen. 
Der Vorsitzende dankt dem Vortragenden und schliesst 
die Sitzung. 



2. Sitzimg am 8. November 1892. 

Vorsitzender Vorstand Prof. Dr. v. Vintschgau. 

Die in der vorigen Sitzung angemeldeten Mitglieder 
werden als aufgenommen erklärt. 

Es erliegt eine Einladung der naturforschenden Ge- 
sellschaft in Danzig zu ihrem 50jährigen Jubiläum; es 



wird beschlossen, ein Beglückwünschungsschreiben zu 
senden. 

Hierauf hält Prof. Dr. Lech er den angekündigten 
Vortrag : 

„üeber die Geschwindigkeit derElektricität. " 

Der Vortragende zeigt zunächst, dass die Fortpflan- 
zung der Elektricität immer im Dielektrikum vor sich 
geht. Wenn eine elektrische Ladung scheinbar in einen 
Draht hineinfliesst , so dürfte in Wirklichkeit die Stö- 
rung sich im Dialektrikum längs des Drahtes fortpflan- 
zen und von aussen her in denselben eindringen. Die 
Geschwindigkeit der Fortpflanzung längs eines Drahtes 
wäre somit identisch mit der Geschwindigkeit im Drahte 
selbst. Vortragender zeigt nun seine bekannte Methode, 
stehende Wellen in zwei parallelen Drähten zu erzeugen 
und zu messen. Statt der luftleeren Köhren lassen sich 
auch elektro metrische Messungen mit Erfolg verwenden. 
Der Vortragende zeigt das Aufsuchen der Knoten mit 
Hilfe eines passend modificierten Lang'schen Quadraten- 
Elektromotors. (Eine ausführliche Darstellung dieser Me- 
thode erschien Wien. Akad. 1893 durch Herrn Bauern- 
berger, stud, phil.) 

Der mit vielen Experimenten ausgestattete Vortrag 
fand lebhaften Applaus. Der Vorsitzende dankt dem Vor- 
tragenden und schliesst die Sitzung. 



3. Sitzung- am 32. November 1892. 

Vorsitzender Vorstand Prof. Dr. v. Vintschgau, 

Da keine geschäftftliche Angelegenheiten vorliegen, 
ertheilt der Vorsitzende sofort das Wort Herrn Prof. 
Dr. Heinricher, welcher den augekündigten Vortrag hält: 



VI 



„lieber Lathraea Squamaria. " 

Der Vortragende bespricht zunächst die Entdeckung des 
Parasitismus der Lathraea Squaraaria L. durch Bowman i) 
und Unger '■^) und die Untersuchungen dieser, sowie von 
Pitra^) und Solms-Lanbach*) über die Anatomie der Saug- 
organe der Lathraeen. Er skizzirt dann die Abwege, auf 
welche neuere Forscher gerathen sind, welche ohne exacte 
Untersuchungen anzustellen , willkürliche Behauptungen 
in die Welt setzten. Auf diese Weise war man so weit 
gekommen, den Parasitismus der Lathraeen als etwas Ne- 
bensächliches zu betrachten, während neben demselben, 
nach der einen • Seite Insekteufang ^), nach der andern gar 
Kohlenstoffassimilation *») einen wesentlichen Autheil an 
der Ernährung haben sollten. 

Da, abgesehen von Keimlingen, nur Bowman auch 
den Basaltheil des Rhizoms einer älteren Pflanze von 
Lathraea Squamaria abgebildet hat, und da überhaupt 
unsere Kenntnisse über Bau der Wurzeln und Saugorgane 
der Lathraeen noch recht mangelhaft erschienen, so hat 
sich der Vortragende die Aufgabe gestellt, diese Lücken 
auszufüllen. Er schildert die Schwierigkeit, den V2 — 1 



') On the parasitical Connection of Lathraea Squamaria and 
the peculiar Structure of its subterranean Leaves. Transactions ot 
the Linnean Society, Vol. XVL, 1829. 

2) Beiträge zur Kenntniss der parasitischen Pflanzen. Annalen 
des Wiener Museums der Naturgeschichte, IL Bd., 1840. 

^) Ueber die Anheftungsweise einiger Phanerogamen-Para- 
siten an ihre Nährpflanze. Bot. Zeitung, 1861. 

4) Ueber den Bau und die Entwicklung der Ernährungsorgane 
parasitischer Phanerogamen. Pringsheim's Jahrb., Bd. VL, 1863. 

5) A. Kerner von Marilaun und R. von Wettstein „Die rhi- 
zopoiden Verdauungsorgane thierfangender Pflanzen", Sitzb. der 
k. Akad. zu Wien, Abth. L, Bd. XCHL, 1886. A. Kerner, Pflanzen- 
leben Bd. L p. 126, 1887. 

") Schnetzler, Sur la vegetation du Lathraea ; (Compte rendu 
des travaux de la societe helvetique des sciences naturelles ä 
Aarau, 1881). 



vn 

metertief unter der Erdoberfläche den Wirth-Bäumen oder 
Wirth-Sträuehern aufsitzenden Schmarotzer halbwegs intact 
zu gewinnen und bespricht die Methoden, welche bei den 
Grabungen und später bei der Isoliruug des Parasiten 
aus dem Erdreich und Wurzelwerk, angewendet wurden. 
An der Hand eines reichen Demonstrationsmaterials, um- 
fassend Pflanzen sehr verschiedenen Alters von Lathraea 
Squamaria, und Wurzeln und Haustorien von Lathraea 
Clandestina, in Verbindung mit den Nähr wurzeln, werden 
dann die wesentlichen Ergebnisse der Untersuchung mit- 
getheilt. Diese lassen sieh etwa in folgenden Sätzen zu- 
sammenfassen : 

1. Der Basaltheil des Rhizoms sitzt ])ei Lathraea 
Squamaria einem knollig angeschwollenen Wurzeltheil auf, 
der bei sehr alten Stöcken bis zur Grösse einer kleineren 
Kartofi'el anzuwachsen vermag. Unterhalb dieses knol- 
ligen Stückes der Hauptwurzel verjüngt sich dieselbe 
entweder zu einer bis 1 cm Durchmesser habenden Wurzel, 
welche sich erst später in mehrere, wesentlich gleich 
starke Wurzeln theilt, öder es gehen, ohne dass eine 
Hauptwurzel deutlich unterscheidbar wäre, gleich von der 
Knolle eine grössere Anzahl starker Wurzeln ab, welche 
sich successive in schwächere Wurzeln verzweigen. 

2. Von den starken Wurzeln entspringen dann in reicher 
successiver Verzweigung immer zartere Wurzeln und Wür- 
zelchen, die letzten zwirnfadendünn, und alle diese Hun- 
derte von Wurzeln und Würzelchen sind mit Saugorganen 
(Haustorien) in den Wurzeln der Wirthpflanzen veran- 
kert. Weite Strecken mächtiger Wirthwurzeln sind oft 
von einem dichten Gewirre der Parasitenwurzeln allseits 
umsponnen. 

3. Die Wurzelbildung von Lathraea Squamaria ist 
normal auf das Wurzelsystem beschränkt, im Gegensatz 
zu L. Clandestina, wo reiche Wurzelbildung auch vom 
Rhizom aus erfolgt. 



VITI 

4. Die Haustorien sind, entgegen irrigen Angaben 
von Bowman und Kerner, nie an den Spitzen der Wurzeln 
entwickelt, sondern immer im Läugsverlauf der erzeu- 
genden Wurzeln, als seitliche Bildungen, so dass sicli bei 
unverletzten Wurzeln vor der jüngsten Haustorialanlage 
die Wurzelspitze findet. 

5. Wurzeln und Haustorien sind Organe von mehr- 
jähriger Dauer. Die Angaben von Kerner, dass bei La- 
thraea Squamaria die Haustorien jährlich dann absterben, 
wenn die Wirthbäume ihr Laub verlieren, haben keinen 
thatsächlichen Hintergrund. Am schlagendsten erwiesen 
dies im Winter vorgenommene Ausgrabungen des Pa- 
rasiten . 

6. Alle Thatsachen, und schon der blosse Anblick 
sorgfältig präparirter Wurzelsysteme mit ihren hunderten 
von Saugorganeu zeigen, dass die Lathraeen specifisch 
parasitisch sich ernährende Pflanzen sind. Insektenfang 
findet, wie von anderer Seite nachgewiesen wurde, keiner 
statt. Eine etwaige Kohleustoffassimilation ist gleich Null, 
und ein wesentlicher Gewinn durch saprophy tische Er- 
nährung wird dadurch unwahrscheinlich gemacht, dass 
die Gesammtheit der Wurzeln in den lehmigen oder san- 
digen Schichten des Bodens steckt, in denen übrigens 
auch ein wesentlicher Theil des Rhizoms meist liegt, wäh- 
rend nur die zur Blüthe gelangenden Sprosse die Humus- 
schichten durchwachsen müssen. 

Der Vortragende schloss au die Besprechung der 
morphologischen Gliederung der Lathraeen eine kurze 
Skizze über die anatomischen Bauverhältnisse der Saug- 
organe, die Verschiedenheit derselben bei den Arten Squa- 
maria und Clandestina, und demonstrirte diese Verhält- 
nisse , sowie die Störungen , welche die Saugfortsätze 
theils durch ihr actives Eindringen in den Holzkörper 
der Wirthwurzeln, theils durch Nährstofientgang auf die 



IX 

Gewebebildimg hervorrufen, an einer Eeihe mikrosko- 
pischer Praeparate ^). 

Der Yorsitzende dankt dem Vortragenden für den 
interessanten, durch viele Demonstrationen erläuterten, 
sehr beifällig aufgenommenen Vortrag und schliesst die 
Sitzung, 



4. Sitzung- am 6. Dezember 1892. 

Diese Sitzung wurde im anatomischen Institute ab- 
gehalten. 

Vorsitzender Vorstand- Stellvertreter Prof Dr. Hein- 
rich e r. 

Prof. von Dalla-Torre zeigt an, dass er den über- 
nommenen Vortrag in der nächsten Sitzung nicht halten 
könne. Es vrird die Frage aufgeworfen, ob unter diesen 
Umständen vor Weihnachten noch eine Sitzung gehalten 
werden solle. Da von den Anwesenden sich Niemand 
für die nächste Sitzung in 14 Tagen zum Vortrage meldet, 
wird beschlossen, es dem Vorstande zu überlassen, eine 
Sitzung noch vor Weihnachten anzuberaumen, wenn sich 
ein Vortragender findet. 

Hierauf hält Prof. Dr. Roux den angekündigten 
Vortrag : 

„üeber neuere Entwickeln ng stheorie n. " 

Redner führt das Beweismaterial vor, welches einer- 
seits für die Selbstdiiferenzirung von Theilen des Eies und 
andererseits für das Vorkommen von differenzirenden 
Wechselwirkungen unter Theilen des Eies bis jetzt vor- 
liegt, und nimmt Stellung gegen die unberechtigten Au- 



') Die morphologisclien Verhältnisse finden sich ausführ- 
licher mitgetheilt und durch Tafeln anschaulich gemacht in den 
Berichten der Deutschen Botanischeu-Gesellschaffc, Jahrgang 1893, 
Bd. XI. Die Studie über die Anatomie der Saugorgane gelangt 
demnächst zur Veröffentlichung. 



X 

deutuugen, welche au den bezüglicheu Beobachtungeu 
von H. Driesch und 0. Hartwig versucht worden sind- 
(Der Vortrag ist ebenso abgedruckt in Merhel-Bon- 
nets ', anatomischen Heften" Februarheft 1893 S. 297 
—333). 

Mit dem Danke für den sehr interessanten und mit 
Beifall aufgenommenen Vortrag schliesst der Vorsitzende 
die Sitzuncf. 



5. Sitzung am 10. Jänner 1893. 

Vorsitzender Vorstand Prof. Dr. v. Vintschgau. 

Der Vorsitzende theilt die Einlaufe mit. 

Prof. Dr. Anton uud Herr Steiner werden als Mit- 
glieder angemeldet. 

Hierauf hält Prof. Dr. Lech er dem verstorbenen 
Hofrathe Prof. Stefan einen warmeu Nachruf: 

Am 7. Jänner starb Josef Stefan. Seinem inneren 
Werthe sowohl, als auch seiner äusseren Stellung nach 
gehörte er zu den Ersten unserer Wissenschaft. Es gibt 
wohl kaum ein Gebiet der Physik, in welchem er nicht 
dauernde Spuren seines seltenen Scharfsinnes und uner- 
müdlichen Fleisses zurückgelassen hätte. 

Stefan verdankt Alles, was er erreichte, seiner eigenen 
Kraft. Seine Eltern waren des Lesens unkundige Bauers- 
leute in der Nähe von Klagenfurt, wo Stefan 1835 ge- 
boren wurde. Schon am Klagenfurter G3'mnasium zeigte 
sich am jungen Studenten eine reiche mathematische Be- 
gabung, doch scheinen seine ersten wissenschaftlichen 
Neigungen den Sprachen angehört zu haben. Aus dieser 
Zeit stammt seine Vorliebe für slavische Literatur, die 
aber den nur der Wissenschaft lebenden Mann nimmer- 
mehr in das politische Tagesgetriebe hinuutergezogen hat. 
Die wissenschaftliche Ausbildung verdankt Stefan der 
Wiener Universität; Stefan dürfte nie, auch nur vorüber- 



XI 

gehend, andere Hochschulen besucht haben. Seine Lebens- 
gewohnheiteu zeichneten sich durch eine ganz merk- 
würdige Bedürfnisslosigkeit für körperliche Bewegungen 
aus, er konnte Tage lang in der einsamen Studirstube 
am Schreibtische sitzen und die klösterlichen Neigungen 
seiner Jugend, welche ihn seiner Zeit fast in den Bene- 
diktinerorden geführt hätten, machten sein Leben zu einem 
sehr stillen und zurückgezogenen. Er verheirathete sich 
erst in den allerletzten Lebensjahren. 

Die ersten Arbeiten Stefans, welche ihn bereits früh- 
zeitig, — er war schon mit 28 Jahren Ordinarius an der 
Wiener Universität, — in eine wissenschaftlich gesicherte 
Existenz brachten, behandelten, einige kleinere mathema- 
tische Publikationen abgerechnet, mechanische Probleme. 
Sie bezogen sich auf „den Druck, den fliessendes Wasser 
senkrecht zu seiner Stromrichtuug ausübt", „lieber die 
Bewegung flüssiger Körper", „Ueber ein neues Gesetz 
der lebendigen Kräfte in bewegten Flüssigkeiten", „Die 
scheinbare Adhäsion ", „ Den Einfluss der inneren Reibuug 
in der Luft auf die Schallbewegung", „üeber die Trans- 
versal- Schwingungen eines elastischen Stabes" u. s. w. 
Diesen Arbeiten schliessen sich aus späterer Zeit an : 
„lieber Longitudinal - Schwingungen elastischer Stäbe", 
„Anwendung der Schwingungen zusammengesetzter Stäbe 
zur Bestimmung der Schallgeschwindigkeit", „lieber 
Schwingungen von Saiten, welche aus ungleichen Stücken 
bestehen ", „ lieber die Eigenschaft der Schwingungen eines 
Systems von Punkten ", „ Anwendung des Chronoskopes 
zur Bestimmung der Schallgeschwindigkeit von Kaut- 
schuk", „lieber die Erregung longitudinaler Schwingungen 
der Luft durch transversale", „lieber die Schichtungen in 
schwingenden Flüssigkeiten ", „ lieber das Gleichgewicht 
eines festen elastischen Körpers von ungleicher oder ver- 
änderlicher Temperatur. " 

Ebenso zahlreich und bedeutend sind die Arbeiten 
Stefans aus dem Gebiete der Wärmelehre. Man kann 



XII 

wohl sagen, dass die kinetische Gastheorie durch ihn iu 
Verbindung mit Boltzmann und Lohschmidt in dem phy- 
sikahschen Institute der Wiener Universität mächtige För- 
derung erfahren hat. Wir nennen hier „Bemerkungen 
über Absorb tion der Gase", ,,über die spezifische Wärme 
des Wasserdampfes", „über das Gleichgewicht und die 
Bewegung, insbesondere die Difusion von Gasgemengen", 
,, Versuche über Verdampfung", „die Beziehung zwischen 
den Theorien der Capillarität und der Verdampfung", 
„die Verdampfung und Auflösung als Vorgänge der Di- 
fusion", „über die Difusion der Flüssigkeiten", ,, Difusion 
von Säuren und Basen gegeneinander", ,,über die Fort- 
pflanzung der AVärme", „Bemerkung zur Theorie der 
Gase", ,, Wärmeleitungsvermögen der Gase", ,,die absolute 
Bestimmung des Wärmeleitungsvermögens des Hartgum- 
mis", ,,über die Beziehung zwischen der Wärmestrahlung 
und der Temperatur", , ,über einige Probleme der Wärme- 
leitung", „Theorie der Eisbildung, insbesondere über Eis- 
bildung im Polaarmeere," 

In das Gebiet der Optik gehören die Arbeiten : „Ein 
Versuch über die Natur des uupolarisirten Lichtes und 
die Doppelbrechung des Quarzes in der Richtung seiner 
optischen Achse", „über die Dispersion des Lichtes durch 
Drehung der Polarisationsebene des Quarzes", „Theorie 
der doppelten Brechung des Lichtes", „über Thalbot'sehe 
Linien", „über Interferenzversuche mit dem Solcil'schen 
Doppelquarze", „über Interferenz des Lichtes bei grossen 
Gangunterschieden", ,,über den Einfluss der Wärme auf 
die Brechung des Lichtes in festen Körpern" und schliess- 
lich zwei Arbeiten ,,über Nebenringe am Newton'schen 
Farbenglase." 

Um die wichtigsten Arbeiten Stefan's alle augeführt 
zu haben, erwähnen wir auch noch jene aus der Elektri- 
citätslehre: „Ueber einige Thermoelemente von grosser 
Wirksamkeit", ,, Grundformeln der Elektrodynamik", „über 
die Gesetze der elektrodynamischen Induktion", „über 



XIII 

tliermomagnetisclie Motoren", „über die Theorie der ma- 
gnetischen Kräfte", ,,üher die Gesetze der magnetischen 
und elektrischen Kräfte, in magnetischen und dielektri- 
schen Medien und ihre Beziehung zur Theorie des Lich- 
tes", „über die Abweichungen der Ampere'schen Theorie 
der Magnetisirung von der Theorie der elektromagneti- 
schen Kräfte", ,,über die Tragkraft der Magnete", ,,über 
die Herstellung intensiver magnetischer Felder", „Versuche 
mit einem erdmagnetischen Induktor", „über die magae- 
tische Schirmwirkung des Eisens", ,,über die Kraftlinien 
eines um eine Achse symmetrischen Feldes", „über den 
Induktionscoefficienten von Drahtrollen", über veränder- 
liche Ströme in dicken Leitungsdrähten", „über elektrische 
Schwingungen in geraden Leitern", „über die Theorie 
der oscillatorischen Entladung", „über Wheatstoue's Be- 
stimmung der Geschwindigkeit der Elektrizität", ,,über das 
Gleichgewicht der Elektrizität auf einer Scheibe und eiuem 
Ellipsoide." 

Es mangelt uns natürlich an Eaum, auf den Inhalt 
dieser zahlreichen Arbeiten einzugehen i). Stefan gehört 
nicht zu jenen seltenen Pfadfindern der Forschung, welche 
die Wissenschaft in neue und ungeahnte Bahnen leuken 
Seine Hauptstärke liegt in einer überraschend klaren Auf- 
fassung der verwickeltsten Dinge, in der Sichtung und 
Ordnung von complicirtem Materiale und durch diese Ei- 
genschaft hat die Wissenschaft und gauz besonders seine 
Schüler tiefe Förderung erfahren. Es wird wohl wenig 
Lehrer geben, die so wie er ein schwieriges Problem mit 
spielender Einfachheit und dabei doch correkt darzustellen 
im Stande sind. So paradox es angesichts des oben citir- 
ten riesigen Arbeitsmateriales auch klinge u mag, so hat 
Stefan mit seinen Arbeiten, sofern wir ihn mit höchstem 



') Inzwischen ist die schöne Schrift von A. v. Obermayer: 
»Zur Erinnerung an Josef Stefim« erschienen, vrelche die wich- 
tigsten der von Stefan gefundenen Resultate wiedergibt. 



XIV 

Masse messen, nicht Glück gehabt. Seinem seltenen Wissen 
war es nicht vergönnt, an einem tiefgehenden Probleme 
eigenster Schaffung sich zu bethätigen. Er wandelte con- 
genial in Spuren unserer grössten Geister, wie es wohl 
Wenige gleich ihm vermögen ; er hat ihr Wirken und 
Schaffen verstanden wie selten einer, eine leitende Führer- 
rolle aber hat er nie besessen. Unerreicht war Stefan 
als Lehrer; seine Vorträge standen nach Form und In- 
halt gleich hoch und es ist trotz des erstickenden Ueber- 
flusses an Lehrbüchern sehr zu beklagen, dass diese seine 
Vorträge nie gesammelt wurden. Wer immer aber das 
Glück genoss, sich seinen Schüler nennen zu dürfen, wird 
stets dankbaren Gemüthes des geistigen Genusses ein- 
gedenk bleiben, den uns Stefau geboten. 

Zum Schlüsse fordert der Vortragende die Versamm- 
lung auf, durch Erheben von den Sitzen ihrem Mitge- 
fühle Ausdruck zu geben. Geschieht. 

Hierauf zeigt Prof. Z im meter einen isabellen- 
farbenen Maulwurf vor und begleitet dies mit einigen Be- 
merkungen über die Seltenheit dieser Färbung. 

Der Vorsitzende ladet dann Prof. Dr. v. Dalla Torre 
ein, den angekündigten Vortrag zu halten: 

„Weitere Beiträge zu den Zoocecidien und Cecidozoen 
Tirols und Vorarlbergs." 

Der Vortrag, an welchem sich eine Erörterung knüpft, 
an der sich ausser dem Vortragenden Prof. Dr. Hein- 
richer betheiliget, ist weiter unten als Abhandlung (B. 
Seite 1) abgedruckt. 

Der Vorsitzende dankt dem Vortragenden und schliesst 
die Sitzung. 



6. Sitzung am 24. Jänner 1893. 

In Verhinderung des Vorstandes und Vorstand-Stell- 
vertreters eröffnet der Schriftführer Prof. Dr. Pernter 
die Sitzung. 



XV 

Die Herren : Prof. Dr. Anton und Steiner werdeu 
als Mitglieder aufgenommen. 

Der Vorsitzende meldet Herrn Prof. Dr. Freiherr 
V. Härdtl als Mitglied an und ertheilt Herrn Prof. Dr. 
Lecher das Wort zum angekündigten Vortrag: 

„Vorführung einiger Versuche mit Wechsel- 
strömen." 

Der Vortragende bringt die Versuche von E. Thom- 
son und V. V. Lang zur Darstellung. Zur Messung der 
inducierten Stromstärke im schwebenden Kinge gebraucht 
er eine calorimetrische Methode, welche anzeigt, dass be- 
reits nach wenigen Secunden Temperaturen von über 
200^ C. erreicht werden und dass die Stromstärke im 
schwebenden Kinge über 1000 Ampere beträgt. (Siehe 
über diese Messungen des Vortragenden V. v. Lang, Ver- 
suche über Wechselströme. Wien. Akad. 1893). 

Der Vorsitzende dankt dem Vortragenden für die sehr 
geluDgene Vorführung dieser sehr schönen und interes- 
santen Versuche und ladet Herrn Prof Dr. Gegenbauer 
ein, seinen Vortrag zu halten: 

„lieber den Casus irredicibilis." 
Der Vortragende gibt einen neuen Beweis für die 
Unauflösbarkeit des sogenannten casus irredicibilis, welchen 
er in den Monatsheften für Mathematik und Physik von 
Weyr und Escherich zur Veröffentlichung brachte. 

Der Vorsitzende dankt dem Vortragenden bestens 
und schliesst die Sitzung. 



7. Sitzung am 21. Februar 1893. 

Vorsitzender Vorstand Prof. Dr. v. Vintschgau. 
Prof. Dr. Freiherr v. Härdtl wird als Mitglied auf- 
genommen. 

Der Vorsitzende meldet den akademischen Verein der 



XVl 

Mediciner als Mitglied au. Prof. Dr. Pernter meldet Prof. 
Dr. Ehrendorfer als Mitglied an. 

Hierauf hält Prof. Dr. Antou den augeküudigten 
Vortrag : 

,,Ueber Bau und Leistung des centralen 
Nervensystem s.'' 

Der Vortragende gibt eine kurze üebersiclit über den 
Verlauf der centralen Nervenbahnen von den Rücken- 
markwurzeln angefangen bis zur grauen Oberfläche des 
Grosshirns. 

Er demon&trirt zu diesem Behufe durchsichtige Ab- 
schnitte durch das Eückenraark, das verlängerte Mark, 
durch den Gehiruknoteu, durch verschiedene Stellen des 
Gehirustammes, endlich horizontale! Durchschnitte durch 
das Grosshirn verschiedener Thiere und endlich durch das 
Grosshirn des Menschen ^). 

Die Schnitte waren nach mehreren der modernen 
Färbemethoden des Nervensystems gefärbt, u. a. mit Hae- 
matoxylin, mit Nigrosin und mittelst Goldsalzlösuug. 

Der Vortragende illustrirte auch an solchen Durch- 
schnitten krankhaft veränderte Grosshirne und wies dar- 
auf hin, wie derartige Erkrankungen auch ersichtlicher 
Weise tiefere Gebiete des Centralnervensystems in Mit- 
leidenschaft ziehen. 

Was die Funktionen der einzelnen Theile des Cen- 
tralnervensystems betrifft, so verdanken wir einen grossen 
Theil der Kenntnisse hierüber der anatomischen Forschung. 

Vielleicht bei keinem Körperorgan können so klar 
von dem Bau auf die Leistung des Organs Schlüsse ge- 
zogen werden. 

Durch centripetale Nervenbahnen werden periphere 
Eeize zweifellos im Rückenmarke auf centrifugale, d. h. 
motorische Nerven übertragen, welche Erscheinung als 



Die Demonstration erfolgte mittelst des elektrischen Pro- 
jectionsapparates im physikalischen Institute Prof. Lechers. 



XVII 

Keflex bezeichnet wird. Es scheint, dass anch in höheren 
und complicirteren Sphären des Centralnerveusystems nach 
ähnlichem Schema — ^' Erregung centrifugaler Bahnen durch 
centripetal leitende — die Funktionen ausgelöst werden. 

An der Grosshirnoberfläche endigen die centripetalen 
Bahnen in den rückwärts gelegenen Partien im hin- 
teren Scheitel — im Hinterhaupt- und Schläfegehirne- 
Von dem vorderen Scheitel- und Stirnhirne dagegen ent- 
springen Fasersysteme, welche Bewegungsimpulse nach 
der Peripherie leiten. 

Wie diese centralsten Gehirnabschnitte miteinander 
funktionell in Beziehung treten, ist nach unseren der- 
zeitigen Kenntnissen nicht überschaubar. 

Zum Schlüsse gedenkt der Vortragende noch der 
Thatsache, welche sich schon bei den niedersten Wirbel- 
thieren findet, dass jede Gehirnhälfte mit der gekreuzten 
Körperhälfte in Verbindung tritt; und dass das ganze 
Centralnervensystem in zwei vollkommen symmetrischen 
Hälften angelegt ist. 

Im ßüc kenmarke sind die beiden (rechte und linke) 
Hälften zwar anatonischs symmetrisch, aber funktionell 
miteinander verwoben. 

Die motorischen und zum Theil die Ernährungs- 
funktionen werden in jedem Rückeumarksabschnitte für 
die gleichseitige Körperhälfte innervirt; die sensiblen Fa- 
sern aber, welche in das Rückenmark einstrahlen, nehmen 
bald eine gleichseitige und eine gekreuzte Beziehung. 

Ein Schlag auf die Kniesehne z. B. bewirkt bei nor- 
maler Innervation eineü Bewegungseffekt an dem gleichen 
Beine ; bei bestimmten (z. B. tabischen) Erkrankungen er- 
folgt aber dieser Reflex auf der entgegengesetzten Seite, 
in anderen Fällen erfolgt der Reflex beiderseits. 

Damit ist gewiss nicht bewiesen, dass bei den ein- 
zelnen Erkrankungen des Rückenmarkes sich neue Bah- 
nen bilden, sondern dass die vorhandenen Bahnen beim 
Normalen nicht durchwegs benützt werden, oder vielleicht 

Naturvv.-mpd. Verein. 1892193, 2 



XVIII 

anderen Effekten dienen; dass also schon im Rücken- 
marke ein Reiz auf verschiedenen Bahnen fortgeleitet 
werden kann, aber in normalen Verhältnissen nur einen 
Weg geht. 

Diesen Vorgang hat Golpi für die Leitung im Ge- 
hirne als elective Leitung bezeichnet. 

Auch die Grosshiruhemisphären sind anatomisch-sym- 
metrisch aber funktionell nicht gleichwerthig. 

Aus vielen physiologischen uud psychologischen That- 
sachen können wir erschliesseu, dass die Grosshiruhemi- 
sphären gemeinsam, vielleicht synergistisch bei jeder Ge- 
hirnfunktion betheiligt sind. 

Wir können weiterhin mit Sicherheit sagen, dass 
das Zusammenspiel beider Theile sich iin gesunden Zu- 
stande anders gestaltet, als bei krankhaften Laesionen der 
rechten oder der linken Hemisphäre. 

Die Studien über den Ersatz der Funktionen 
im Gehirne nach stellenweiser Zerstörung daselbst, z. B. 
das Wiedererlernen der Sprache, lassen schliessen, dass 
mit der Störung der Funktion in einer (linken) Hemi- 
sphäre eine Mehrarbeit der anderen (rechten) gegeben wird. 

Wenn die Anregungen, welche von einer Körper- 
hälfte kommen, in der dazugehörigen invaliden Hemi- 
sphäre nicht verarbeitet werden, wenn nun die andere ge- 
sunde Hemisphäre suppliren muss, dann ist die Annahme 
berechtigt, dass nun auch die Verbindungsbahnen 
der beiden Gehirne (Balkenbündel) in anderer Weise er- 
regt werden, vielleicht in veränderter Richtung zu leiten 
haben. 

Der Vorsitzende dankt dem Vortragenden für den 
sehr interessanten, durch eine erstaunliche Anzahl von 
Projectioneu von Gehirnschnitten illustrierten Vortrag und 
schliesst die Sitzung. 



XIX 



8. Sitzung am 28. Februar 1893. 

In Verhinderung des Vorstandes und Vorstand-Stell- 
vertreters eröffnet der Sekretär die Sitzung. 

Der akademische Verein der Medieiner und Prof. 
Dr. Ehrendorfer werden als Mitglieder aufgenommen. 

Prof. Dr. Löwit hält den angekündigten Vortrag 

„Ueber den Lungenkreislauf." 

Er weist zunächst auf die geringgradigen Wider- 
stände hin, welche der Strömung des Blutes in der Pul- 
monalbahn entgegenstehen, welchen auch die geringe 
Kraft des rechten Herzens entspricht. Der Vortragende 
hält es aber nicht für zulässig, diese geringen Wider- 
stände ausschliesslich auf das vollständige Fehlen des 
Nerveneinüusses auf die Pulmonalgefässe zurückzuführen, 
was vielfach geschieht. Es werden Blutdruckkurgen vom 
Kaninchen vorgewiesen , welche die Verhältnisse des 
kleinen Kreislaufes durch gleichzeitige Druckmessung an 
seinem Anfange (art. pulmonalis) und an seinem Ende 
(linker Vorhof) zu überblicken und durch gleichzeitige 
Scheidung aus einer Arteria des grossen Kreislaufes (art 
cordis) mit den Aenderungen in diesem zu vergleichen 
gestatten. Es geht aus diesen Curven hervor, dass bei 
verschiedenen Eingriffen (Hirnanämie, Dyspnoe, Kücken- 
markreizung etc.) Druckänderungen im kleinen Kreis- 
laufe eintreten, welche auf einen entschiedenen Nerven- 
einfluss auf die Gefässe des kleinen Kreislaufes hinweisen, 
wobei sowohl vasoconstrictorische, als auch vasodilatato- 
rische Momente in Betracht kommen. Allerdings sind 
dieselben nicht in so exquisitem Grade, wie im grossen 
Kreislaufe ausgeprägt, sie sind aber bei den Widerstands- 
änderungen im kleinen Kreislaufe von grosser Bedeutung, 
gerade wegen der normaler Weise hier so minimalen 
Wic'erstände. In Uebereinstimmung mit den Angaben 
anderer Autoren führt auch der Vortragende aus, dass 



XX 

beim Kaninclien vasodilatatorisclie Aenderungen über- 
gingen, wenn auch vasoconstriektorische nicht vollständig 
fehlen. 

Der Vortragende geht weiterhin auf die Entstehung 
des Lungenödems über und auf den Einfluss, den die 
eigenartigen Kreislaufverhältnisse in den Lungen auf die 
Entstehung desselben ausüben. Er führt aus, dass das 
sogenannte Stauungsödem der Lungen experimentell au 
Katzen und Kaninchen nur dann nachgewiesen werden 
kann, wenn sich eine hochgradige Drucksteigerung am 
Anfange und Ende der Pulmonalbahn eingestellt hat, dass 
weder bei hochgradiger Drucksteigerung in der Pulmo- 
nalarteria allein, noch im linken Vorhof allein ein Lungen- 
ödem resultirt. Es wird hiebei auf die Bedeutung dieses 
Ergebnisses für die menschliche Pathologie hingewiesen. 

Der Vortragende bespricht noch das entzündliche und 
toxische, sowie das Ventilationslungenödem immer unter 
Vorweis entsprechender Blutdruckkcurven. Bei keinem die- 
ser letztern Formen handelt es sich um Stauung, viel- 
mehr müssen höchst wahrscheinlich für die Entstehung 
derselben Dnrchlässigkeitsänderungen der Gefässwand gegen 
die Norm verantwortlich gemacht werden. Auch bei die- 
ser Gelegenheit wird auf Correlate aus der menschlichen 
Pathologie hingewiesen. 

Endlich bespricht der Vortragende noch die Frage 
der Hemisystolie des Herzens, einer Thätigkeitsäiiderung, 
bei der die linke und die rechte Herzhälfte unabhängig 
von einander und uugleichzeitig ihre Contraktionen voll- 
führen. Auch hier werden Blutdruckkurven vom Kanin- 
chen vorgelegt, in denen nach Einverleibung von oxal- 
saurem Natron in die Blutbahn die genannte Erscheinung 
in weit schönerm und exquisiterm Grade hervortrat, als 
sie bis jetzt bekannt war. Der Vortragende erörtert an 
der Hand dieser Kurven gewisse Einzelheiten dieser in- 
teressanten Erscheinung und vergleicht dieselben mit den 
Angaben über Hemisystolie beim Menschen. Mit einem 



XXI 

Exciirs über die rythmische und orbythaische Herzthätig- 
keit wird der Vortrag geschlossen. 

Der Vorsitzende dankte dem Vortragenden für seine 
interessanten, durch Demonstrationen unterstützten Dar- 
legungen und schliesst die Sitzung. 



9. Sitzung am 14. März 1893. 

Jahresversammlung. 

Diese Sitzung wurde im Hörsaale für Augenheilkunde 
abgehalten. 

Der Vorsitzende Prof, Dr. v. Vintschgau eröffnet 
die Sitzung mit der Vorlage der Berichte unseres Ver- 
eines für das Jahr 1891/92 XX. Jahrgang; desgleichen 
liegt der VII. Band von Prof. v. Dalla Torre's Catalogus 
Hymenopter. vor. 

In Verhinderung der Schriftführer verliest der Gassier 
den Jahresbericht über die Thätigkeit unseres Vereines 
im abgelaufenen Vereinsjahre. Daraus sei nur hervor- 
gehoben, dass mit den heutigen 11 Vorträge gehalten 
wurden und 7 neue Mitglieder dem Vereine beigetreten 
sind. 

Der Vorsitzende dankt allen Herren Vortragenden 
nochmals wärmstens im Namen des Vereines. 

Hierauf erstattet der Gassier den Gassenbericht. 

Die Einnahmen bestehen aus: 

dem Cassarest . . . . fl. 190*58 
den Einnahmen . . . fl. 256' — 

Summe J. 446-58 

Die Ausgaben betragen in Summa . fl, 25*70 

Casserest I. 420*88 

Der Vorsitzende dankt dem Gassier für seine Mühe- 
waltung und schlägt die Herren Oberrechnungsrath 
Schmidt und Prof. Dr. Wieser als Kechnungsrevisoren 
vor, wozu die Versammlung ihre Zustimmung gibt. 



XXII 

Da sich auf die Aufrage des Vorsitzenden Niemand 
zum Worte meldet, beantragt er: 

a) den hiesigen Zeitungsredactionen für die Aufnahme 
der Einladungen zu den Sitzungen den Dank aus- 
zusprechen ; 

b) Herrn Prf. Lecher für die üeberlassung des physi- 
kalischen Hörsaales zu den Sitzungen des Vereines 
bestens zu danken. 

Beide Anträge wurden angenommen. 

Dem Diener des physikalischen Institutes werden 
10 fl. Remuneration bewilliget. 

Hierauf wird zu den Neuwahlen geschritten. Als 
Scrutatoren werden die Herren Prof. Dr. Heinricher und 
Prof. Dr. Hammerl bestellt. 

Als Resultat der Wahlen gibt der Vorsitzende be- 
kannt : 

Vorstand: Prof. Dr. Lech er. 

Vorstand-Stellvertreter: Prof. Dr. v. Vintschgau. 

I. Secretär: Prof. Dr. Peru t er. 

IT. „ : Dr. Torggler. 

Gassier : Prof. Dr. v. Dalla Torre. 

Prof. Dr. Po mm er hält dann den angekündigten 
Vortrag : 

„Ueber Entwickelungsstörungen des Rückenmarkes" 
mit Demonstrationen. 

Daran knüpft sich eine Erörterung, an welcher sich 
ausser dem Vortragenden Prof. Dr. Roux und Prof. 
Dr. Anton betheiligen. 

Der Vortrag wird im nächsten Jahresberichte als 
Abhandlung erscheinen. 

Der Vorsitzende dankt für den interessanten Vor- 
trag und ladet Prof. Dr. Czermak ein, den angekündigten 
Vortrag zu halten. Prof. Dr. Czermak spricht 

,, Ueber einen seltenen Fall von Farbenblindheit"; 
er erläutert seine Darlegungen durch Demonstrationen. 



XXIII 

Der Vortrag findet sich unter den Abhandlungen. 

Der Vorsitzende dankt dem Vortragenden für die 
lehrreichen Auseinandersetzungen. 

Prof. Dr. V. Dalla Torre legt noch Chrysopa vulgaris 
vor, welche im heurigen Winter am Krankenhause in 
Bregenz massenhaft erschienen ist; ebenso Gallen einer 
Hedera helix aus dem botanischen Garten in Padua. 

Hierauf schliesst der Vorsitzende die Jahresver- 
sammlung. 



IL Verzeichnis 

der Academien, Gesellschaften, Institute und Kedac- 

tionen, mit denen der naturwissenschaftlich-naedici- 

nische Verein in Tauschverbindung steht. 



Agram : Kroatischer Naturforscher- Verein. 

Augsburg: Naturhistorischer Verein. 

Basel: Naturforschende Gesellschaft. 

Bergen: Museum. 

Berlin: Köuigl. preuss. Academic der Wissenschaften. 

,, Botanischer Verein für die Provinz Brandenburg. 

„ Physiologische Gesellschaft. 

„ Medicinische Gesellschaft. 

„ Gesellschaft naturforschender Freunde. 

„ Redaction der „Deutsche Medicinal-Zeitung". 

,, Naturae Novitates. 
Bern : Naturforschende Gesellschaft, 
Bistritz (Siebenbürgen): Gevrerbeschule. 
Bonn: Naturhistorischer Verein der preuss. Rheinlande und 

Westphalens. 
Bordeaux: Societe des sciences physiques et naturelles. 
Braunschweig: Verein für Naturwissenschaft. 
Bremen: Naturwissenschaftlicher Verein. 
Breslau: Verein für schlesische Insectenkunde. 

„ Schlesische Gesellschaft für vaterländische Cultur. 
Brunn: Naturforschender Verein. 



XXV 

Brüssel: Societe entomologique di Belgique. 
,, Societe malocologique di Belgique. 
Budapest: Ungarisches National-Museum: Redaction der 
„Naturhistorischen Hefte" (Termeszetrayzi Fü- 
zetek). 
„ königlich ungarische naturwissenschaftliche Ge- 

sellschaft. 
„ Academic der Wissenschaften. 

Buenos Aires: Revista Argentina de historia natural. 
Cassel: Verein für Naturkunde. 
Chapel Hill: Elisha Mitchell Scientific Society. 
Chemnitz: Naturwissenschaftliche Gesellschaft. 
Christiania: Universite Royale de Norvege. 
Chnr: Naturforschende Gesellschaft Graubüudens. 
Cordoba (Republica Argentina) : Academia nacional des sciencias. 
Costa Rica: Museo nacional. 
Danzig: Naturforschende Gesellschaft. 
Darmstadt: Verein für Erdkunde. 
Dorpat : Naturforscher-Gesellschaft. 
Dresden: Naturwissenschaftliche Gesellschaft Isis. 
„ Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. 
Dublin : Royal Society. 

„ Royal Irish Academy. 
Edinburg: Geological Society. 
Elberfeld : Naturwissenschaftlicher Verein. 
Erlangen : Physikalisch-mediciuische Gesellschaft. 
Florenz : Societä entomologica italiana. 
Frankfurt a. M. : Senckenberg'sche naturforschende Ge- 
sellschaft. 
„ ,, Physikalischer Verein. 

Frankfurt a. 0. : Naturwissenschaftlicher Verein, 
Freiburg i. Br. : Naturforschende Gesellschaft. 
Freiburg (SchAveiz) : Societe Frybourgoise des sciences na- 
turelles. 
Giessen: Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heil- 
kunde. 



XXVI 

Görlitz : Naturforscliende Gesellschaft. 
Graz : Verein der Aerzte in Steiermark. 

*„ Naturwissenschaftlicher Verein für Steiermark. 
Greifswalde : Naturwissenschaftlicher Verein für Neuvor- 
pommern und Rügen. 
„ Geographische Gesellschaft. 

Halle : K. Leop.-Carolinische deutsche Academie der Natur- 
forscher. 
„ Verein für Erdkunde. 
,, Naturforschende Gesellschaft. 
Hanibarg: Verein für naturwissenschaftliche Unterhaltung. 
Heidelberg: Naturhistorisch-uiedicinischer Verein, 
llelsingfors : Societas pro Fauna et Flora Fennica. 
Imisbnick: Ferdinaudeum. 
Jena: Geologischer Verein von Thüringen. 

„ Naturhistorischer Verein von Thüringen. 
Karlsruhe : Naturwissenschaftlicher Verein. 
Kiel: Naturwissenschaftlicher Verein für Schleswig-Hol- 
stein. 
Klagenfurt: Naturhistorisches Landesmuseum für Kärnten. 
Klausenburg : Medicinisch-naturwissenschaftliche Section des 

siebenbürgischen Landesmuseums, 
Königsberg: Königl. physikalisch-ökonomische Gesellschaft. 
Laibach: Krainerischer Museal-Verein. 
Landshut (Baiern): Botaniseher Verein. 
Lausanne: Societe Vaudoise des sciences naturelles. 
Leipzig: Naturforschende Gesellschaft. 
Liittich : Societe royale des sciences. 
Linz: Verein für Naturkunde. 
London: Royal Society. 
Lüneburg: Naturwissenschaftlicher Verein für das Fürsten- 

thum Lüneburg. 
Luxemburg : Institut royal Grandducal ; Section des sciences 
naturelles. 
,, Fauna. 

Lyon: Societe Linneenne. 



XXVII 

Marburg (Preussen): Gesellschaft zur Beförderung der ge- 

sammten Naturwissenschaften. 
Mailand: Societä italiana di scienze natural!. 
Milwaukee : Public Museum. 

3Iinneapolis : Minnesota Academy of Natural Sciences. 
Moskau: Societe imp. des natnralistes. 
München: Königl. Academie der Wissenschaften: Mathe- 
matisch-physikalische Classe. 
„ Gesellschaft für Morphologie und Physiologie. 
,, Aerztlicher Verein. 

„ Bairische botanische Gesellschaft zur Erforschung 
der heimischen Flora. 
Münster: Westphälischer Provinzial verein für Wissenschaft 

und Kunst. 
Nürnberg-: Naturhistorische Gesellschaft. 
Offenbach: Verein für Naturkunde. 
Osnabrück : Naturwissenschaftlicher Verein. 
Padua: Societa Veneto-Trentina di scienze naturali. 
Palermo : Circolo matematico. 
Paris : Societe zoologique de la France. 
Perugia: Aceademia medica chirurgica. 
Petersburg: Physikalisches Centralobservatorium. 
Pliiladelphia : Wagner Free Institute of Science of Phila- 
delphia. 
Prag: Königl. böhmische Gesellschaft der Wissenschaften. 
„ Naturhistorischer Verein Lotos. 
„ Spolek chemikuy ceskych (Verein böhmischer Che- 
miker). 
Regensburg: Königl. bairische botanische Gesellschaft. 
Reichenberg: Verein der Naturfreunde. 
Rio de Janeiro : Museo national. 
Rom: Keale Aceademia dei Lincei. 

,, Museo Zoologico. 
Rovereto: Aceademia degli Agiati. 
Santiago : Deutsch- wissenschaftlicher Verein. 
Serajewo : Bosnisch-hercegowinisches Landesmuseum. 



XXVIII 

Sclnveizerisclie naturforschende Gesellschaft. 
Sion (Wallis): Societe Muiitliienne. 

Sonderhauseii : Irmiscliia, botanischer Verein für das nörd- 
liche Thüringen. 
Stavanger: Museum. 
Stockholm: Eutomologiska Föreningen. 
Stuttgart: Verein für vaterländische Naturkunde in Wür- 

temberg. 
Tlioni: Coppernicus- Verein für Wissenschaft und Kunst. 
Trencsiii: Naturwissenschaftlicher Verein des Trencsiner 

Comitates. -^ 

Upsala: Societas Regia scientiarum. \ 

Washington: Smithsonian Institution. | 

,, United States Departement of Agriculture. 

Wernigerode: Naturwissenschaftlicher Verein do's Harzes. 
Wien: k. k zoologisch-botanische Gesellschaft, 
„ k. k. geologische Reichsanstalt. 
„ k. k. naturhistorisches Hofmuseum. 
„ Verein zur Verbreitung naturwissenschaftlicher 

Kenntnisse. 
„ Section für Naturkunde des österreichischen Tou- 
ristenclub. 
„ Allgemeiner österr. Apotheker- Verein. 
„ Redaction der ,,Medicinisch - chirurgischen Rund- 
schau". 
Wieshaden: Nassauischer Verein für Naturkunde. 
Wisconsin: Natural History Society. 
Würzburg: Physikalisch-mediciuische Gesellschaft. 
Zürich: Naturforschende Gesellschaft. 
Zwickau: Verein für Naturkunde. 



III. Personalstand des Vereines. 



Vereinsleitimg' im Jahre 1892/93. 

Vorstand: Herr Dr. E. Lech er, k. k. Üniv.-Prof. 
Vorstand-Stellvertreter: Herr Dr. ß. v. V i n t s c h- 

gau, k. k. Univ.-Professor. 
Secretäre: Herr Dr. J. M. Pernter, k. k, Univ.-Prof. 
„ „ Dr. Fr. Torggler, prakt. Arzt und 

Privatdoeent. 
Gassier: Herr Dr. K. W. v. D a 1 1 a T o r r e, k. k, Univ.- 
Professor. 

Mitglieder am Sclilusse des Vereinsjalires 1892/93*). 

A. Ehrenmitglieder: 

Herr Pfaundler Leopold Dr., k. k. Univ.-Prof. in Graz. 
„ Vintschgau Max Kitter v. Dr., k. k. Univ.-Professor. 

B. Ordentliche Mitglieder die P. T. Herren: 
Albert Eduard, k. k. Hofrath u. Univ.-Professor in Wien. 
Anton Gabriel, k. k. Univ.-Professor. 
Arz Graf Anton, k. k. Statthalterei-Rath i, P. 
Baumann Michael Dr., Stabsarzt. 
Blaas Josef Dr., k. k. Univ.-Professor. 
Borysiekiewicz Mich. Dr., Univ.-Professor in Graz, 
Czermak Wilhelm, k. k. Univ.-Professor. 



•) Diejenigen P. T. Mitglieder, bei denen der Wohnort nicht 
angegeben ist, wohnen in Innsbruck. 



Czichna Karl, Kunsthändler. 
Dalla Torre Karl v! Dr., k. k. Univ.-Prof. 
Dautscher Victor R. v. Kollesberg Dr., k. k. Univ. -Pro- 
fessor in Graz. 

Dittrich F., k. k. Univ.-Professor in Prag. 

Ebner Robert R. v., k. k. Statthalterei-Secretär i, P. 

Ehrendorfer Emil, k. k. Univ.-Professor. 

Enzenberg Graf Hugo. 

Gegenbauer Leopold Dr., k. k. Univ.-Professor. 

P. Gremblich Julius, Gymnasial-Professor in Hall. 

Härdtl E. Freih. v., k. k. Univ.-Professor. 

Hammerl Hermann Dr., k. k. Oberrealschul-Professor und 
Privatdoeent. 

Häuser Josef, Hausbesitzer. 

Heiniscb Anton Dr., k. k. Statthaltereirath i. P. 

Heinricher Emil Dr., k. k. Univ.-Professor. 

Heller Camill Dr., k. k. Univ.-Professor. 

Hocevar Franz Dr., k. k. Professor am Polytechnikum in 
Brunn. 

Hueber Adolf Dr., k. k. Oberrealschul-Professor. 

Janecic Valentin Dr., Oberstabsarzt. 

Jarisch Adolf Dr., k. k. Univ.-Professor in Graz. 

Knoflach Karl Dr., prakt. Arzt. 

P. Kofler Vigil, Gymnasial-Professor in Meran. 

Kratter Julius Dr., k. k.' Univ.-Professor in Graz. 

Lantschner Ludwig Dr., k. k. Univ.-Professor. 

Lecher Ernst Dr., k. k. Univ.-Professor. 

Lendeufeld Robert R.v. Dr., k. k .Univ.-Profess. in Czernowitz. 

Linser Johann, k. k. Hofrath. 

Loebisch Wilhelm Dr., k. k. Univ.-Professor. 

Loewit Moriz Dr., k. k. Univ.-Professor. 

Maas J., Ingenieur. 

Malfatti Hanns Dr., klinischer Assistent u. Privatdoeent. 

Mauthner Ludwig Dr., k. k. Univ.-Professor in Wien. 

Mediciner, akademischer Verein der. 

Moeller Josef Dr., k. k. Univ.-Professor in Graz. 



XXXI 

p. Neumayr Emanuel, Gymnasial-Professor in Bozen. 

Nicoladoni Karl Dr., k. k. Univ.-Professor. 

Oellacher Guido, Apotheker. 

Oellacher Oswald Dr., prakt. Arzt. 

Offer Heinrich, k. k, Gymnasial-Professor. 

Pechlaner Ernst, Professor an der Handels-Akademie. 

Pernter J. M. Dr., k. k. Univ.-Professor. 

Pichler Georg, Privat. 

Pommer Gustav Dr., k. k. Univ.-Professor. 

Eeichardt Johann, k. k. Oberstlieutenant i. P. 

Eembold Otto Dr., k. k. Univ.-Professor in Gruz. 

Rhomberg Rudolf, Fabrikant. 

Rokitansky Freiherr v. Prokop Dr., k. k. Univ.-Professor. 

Roux Wilhelm Dr., k. k. Univ.-Professor. 

Schmidt V. Wellenburg Josef Dr., k. k. Statthalterei-Ober- 

rechnungsrath. 
Schober Karl, k. k. Oberrealsehul-Professor und Docent 

an der Universität 
Schorn Josef Dr., Professor an der k. k, Gewerbeschule 
Schumacher Anton, Universitäts-Buchhändler. 
Sennhofer Karl Dr., k. k. Univ.-Professor. 
Spitzer E. Dr., k. k. Oberstabsarzt. 
Steiner F. 

Stolz Otto Dr., k. k. Uuiv.-Professor. 
Torggler Franz Dr., k. k. Professor in Klagenfurt. 
Tschurtschenthaler Anton v. Dr., k. k. Univ.-Professor i. P. 
Wagner Adolf, Assistent am botan. Museum. 
Waldner Franz Dr., prakt. Arzt, 
Waniek J., Assistent am ehem. Laboratorium. 
Wassmuth Anton Dr., k. k. Univ.-Professor in Graz. 
Werner Franz Dr., Magistratsrath. 
Wieser Franz R. v. Dr., k. k. Univ.-Professor. 
Zehenter Josef, k. k. Oberrealschul-Professor, 
Zimmeter Albert, k. k. Oberrealschul-Professor, 



B. Abhaiidliiiigeii. 



Naturw.-med. Vereiu 1892193. 



Die Zoocecidien und Cecidozoen Tirols 
und Vorarlbergs. 

II. Beitrag. 

Bearbeitet von Prof. Dr. K. W. v. Dali a Torre 

in Innsbruck. 



Viel bälder, als ich gehofft hatte, bin ich in der 
Lage, meiner im letzten Jahrgange unseres Vereiusorganes 
niedergelegten Arbeit über die Zoocecidien und Cecidozoen 
Tirols und Vorarlbergs einen zweiten Beitrag folgen zu 
lassen. Ich verdanke das Materiale für denselben dem 
Herreu Üniv.-Professor Dr. E. Heinricher hier, Herrn 
kaiserlichen ßath, Prof. G. Mayr in Wien, Herrn Dr. H. 
R. V. Schlechtendal in Halle und Herrn Prof. H. Schönach 
in Feldkirch, vor allem aber meinem Schüler Fritz Stolz, 
welcher durch die obige Arbeit angeregt, sich mit ebenso 
grossem Fleisse, als Geschick der Erforschung der patho- 
logischen Pflanzenbildungen speciell in der Umgebung 
Innsbrucks gewidmet, und sowohl von thierischen als 
auch pilzlichen Misbildungen in kurzer Zeit eine sehr 
hübsche Sammlung erworben hat, deren von ihm ausge- 
führte Bestimmungen kaum einer Rectification bedurften. 
Alle hier gemachten Angaben ohne weiteren Gewährs- 
mann beziehen sich daher auf ihn, wogegen die Mitthei- 
lungen der erstgenannten Herren stets mit dem Namen 
versehen sind. In der Anordnung und Nomenclatur folge 
ich durchaus meiner ersten Arbeit; die seit derselben er- 
schienene auf das Gebiet bezügliche Litteratur konnte dies- 



_ 4 — 

mal um so eher unberücksichtigt bleiben, als sie nur eine 
einzige Nummer (Thomas, Cecidologische Notizen in: 
Eutora. Nachr. XIV. 1893 p. 289 ff.) umfasst — und so 
bleibt mir nur noch übrig, allen jenen, welche für die 
Arbeit beigetragen, wärmstens zu danken. 

Innsbruck im Jänner 1894. 



Acer Pseudoplataiius L. 

Phytoptocecidium. a) Eriueum acerinum Pers. — 
Er. platauoideum Er. Hier. n. 21. — Kranebitter Klamm 
1. Juli 93. Gluirsch 31- Mai 93. Windegg b. Tulfes 
25. Aug. 93. 

NB. Ich habe in meinem ersten Beitrage pag. 102 
mit Prof. Hieroujmus (1. c.) Erineum acerinum Pers. dem 
Erin. E. platauoideum Fr. gleichgestellt. Nun ist, wie mir 
Dr. V. Schlechtendal brieflich mittheilt, das erstere ein 
Phyllerium mit zylindrisch - keulenförmigen , etwas ge- 
bogenen Haaren, während das letztere „vorwiegend hut- 
pilzförmig, kurzgestielt*' erscheint, weshalb er, „solange 
keine Untersuchung der Phytopten vorliegt" — räth, beide 
Cecidien auseinanderzuhalten. Die daselbst gemachten An- 
gaben beziehen sich somit auf Er. acerinum Pers. 

b) Der Autor von Erineum Pseudoplataui ist Schmidt 
nicht Schum. 

c) Ceratoneon vulgare Bremi erzeugt durch Phytop- 
tus macrorrhynchus Nal. — Hier. n. 22. — Kranebitter 
Klamm. Paschberg, 31. Mai 93. Windegg b. Tulfes, 
25. Aug. 93. 

Ae§opo(liuin Podagraria L. 

Hemipterocecidium. Gallen von Trioza Aego- 
podii Low. — Hier. n. 289. — Schloss Ambras, 31. Mai 93. 

Aesculus Hippocastanuin L. 

Das Erineum axillare Fee (nicht Fic.) wird von Phy- 
toptus Hippocastani Fock. erzeugt. 



— 5 — 

Alnus ^lutiuosa Gärtu. 

Phytoptocecidium: a) Ausstiilpimgeu der Blatt- 
spreite mit Eriueum. — Hier. n. 30- — Ober Sistrans, 
15. Juli 93. Volderwald, 31. Juni 93. 

b) Ceplialoneum piistulatum Bremi erzeugt durch 
Pliytoptus laevis Nal. — Hier. u. 31. — Volderwald, 
3. Juni 93. 

Dipterocecidium. Blattdeformation der Wurzel- 
schösslinge erzeugt durch Cecidomyia alni F. Low. — Hier, 
u. 377. — In einem Sumpf an der Strasse zwischen Si- 
strans und Rinn, 1. Sept. 93. 

Alniis iiicana DG. 

Phytoptocecidium. a) Erineum alneum Nels. = 
E. alnigenum DG. — Hier. n. 32. — Bei Arapas, 25. Juni 
93. Ober dem Bretterkeller, 27. Juni 92. Husselhof, 
2. Juni 93. 

b) Cephaloneum pustulatum Bremi erzeugt durch 
Phytoptus laevis Nal. — Hier. n. 33. — Gebüsch vor 
Vols, 19. Juni 93. Bei der Gluirsch, 31. Mai 93. Am 
Husselhof, 25. Mai 93. Höttingerbild, 18. Juni mit Vo- 
rigem. Peterbrünnl, 29. Mai. 

Alnus Airidis DG 

Phytoptocecidium. a) Erineum purpureum DG, — 
Hier. n. 34. — Ochsenbrünnl ober Sistrans ca. 1300 m, 
17. Juni 93. 

b) Ausstülpung der Blattspreite nach oben mit 
Erineum.— Hinterdux bei ca. IGOOm, 11. Juli 93. 

Anemone alpina L. 

Phytoptocecidium. Blütenaxe verkürzt. Perianth 
schmal- und kleinblättrig, Blüte steril. — Vikarspitz ca. 
2800 m, 17. Juni 93. 

Aquilegia vulgaris L. 

üeber diese Vergrünung bemerkt Hr. Dr. v. Schlech- 
tendal: ,Es ist zu bedauern, dass der Erfolg der Infection 
gesunder Pflanzen durch die Aphiden nicht verzeichnet 



— 6 — 

ist. lu meinem teratologischen Herbar habe ich auch 
zahlreiche Garteuexemplare dieser Vergrümmg aus dem 
Voigtlande erhalten, an denen auch Häute von Aphiden 
haften, aber ohne Sicherheit, ob diese Thiere die Ver- 
grünung bewirkt haben. Die Pflanzen waren bereits ge- 
trocknet. * 

Aroiiia rotuiidifoHa Pers. 

Hiezu bemerkt Dr. v. Schlechtendal : „Phytoptus 
Aroniae Can. Ph. Cotoneastri Can. — Canestriui hielt die 
betreffenden Blätter für jene von Aronia; die Abbildung 
eines ganzrandigen Blattes (Ric. int. ai fitoptidi Taf. VII. 
Fig. 4) erweckte mein Verlangen, die Galle kennen zu 
lernen. Canestrini übersandte mir dieselbe und berichtigte 
seinen Irrthum durch Einziehung der Art (auf pag. (33 7) 
in seinem Werke über die italienische Milbenfanna Theil V. 
Farn, der Phytoptini. Weiter findet sich in der ange- 
hängten üebersicht der Wirthspflauzen der beschriebenen 
Phytoptus weder die Gattung Aronia, noch im Register ein 
Ph. Aroniae Can. — Diese Angabe ist somit zu streichen," 

Aspleiiium filix fcmiiia Beruh. 

D i p t e r c e c i d i u m. Nach unten zurückgerollte 
und im Wachsthum gehemmte Wedelspitzen. — Hier, 
n. 385. — Vols, 24. Juni 93. 

Astrantia Caruiolica Wulf. 

Auch Herr Dr. v. Schlechtendal ist der Ansicht, dass 
die Heln\inthocecidien bei Astrantia, Primula Auricula, 
Sanicula Europaea jedenfalls durch die für Topf- und Frei- 
landpflanzen verderbliche Heterodera radicicola Greef. er- 
zeugt wurden. 

Bartsehia alpiiia L. 

Phytoptocecidium. Revolutive Blattrandrollung; 
Axenspitze büschelig, weisshaarig. — Duxerjoch bei 2300 m, 
11. Juli 93. 

Bellidiastriiin Michel ii Cass. 

Phytoptocecidium. Blattrandrollung nach auf- 
wärts. — Hafelekar, 11. Aug. 93. 



— 7 — 

Beriberis vulgaris L. 

Hemipterocecidium. Blattgalleu , wahrschein- 
lich erzeugt durch Trioza Scottii Low, — Hier. n. 290. — 
An der EUbÖgnerstrasse bei Aldrans, 25. Juni 93. 
Betula alba L. auct. = B. verrucosa Ehrh. 

Phytoptocecidium : a) Erineum betulinum Schum. — 
Hier. u. 55. — Tulferberg bei Hall, 28. Aug. 93. Spitz- 
bühel, 24. Mai 93. 

b) Ausstülpungen der Blattfläche, nach oben mit Eri- 
neum angefüllt. — Hier. n. 56. — Volderwald, 3. Juni 93. 

c) Cephaloneon betulinum ßremi. — Hier. n. 57. — 
Ober dem Husselhofe, 29. Mai 93. 

d) Hieher nach Dr. v. Schechtendal : 

Brineum betulinum Schum., welche Cauestrini (1. c. 
659) vom Dosso Tavon angibt. 
Betula intermedia Bechst. 

Dipterocecidium. Galle von Hormomyia rubra 
Kiefif. — Bei Trins im Gschnitzthale, 25. Sept. 93. (Prof. 
P. Magnus). 

Buxus semperTirens L. 

Dipterocecidium erzeugt durch Diplosis buxi 
Lab. — Hier. n. 394. — Botanischer Garten in Innsbruck 
im Sommer jährlich wiedererscheinende Deformation (Prof. 
Heinricher). 
Cerastium triviale Lk. =r C. vulgatum Whlbg. 

Hemipterocecidium. Blätterschopf an den Trieb- 
spitzen erzeugt von Trioza Cerastii H. Low. — Hier. n. 291. 
— Waldblössen um Sistrans, 8. Aug. 93. Volderthal, 
31. Aug. 93. 

Corylus Avellana L. 

Phytoptocecidium. Knospenanschwellung durch 
Phytoptus Avellanae Nal. — Hier. n. 80. — Husslhof. 
6. Juni 93. 

Crataegus Oxyacautha L. 

a) Sind nach Dr. v, Schlechtendal Blattpocken, wie 



er den Exeraplareu vou Canestriui selbst entnahm; da- 
gegen scheint 

b) die Galle von Cecidomyia Crataegi zu sein, da 
Phyllocoptes eine inquiline Art, aber kein Gallenerzeuger 
zu sein scheint. — Hinter Mühlau, 4. Aug. 93. 

Dryas octopctala L. 

Helminthocecidium: Blattgallen von Anguillula. 

— Hinterdux, 11. Juli 93. 
Epilobiiim aiiffustilolium L. 

Diptero cecidium. Blattrandrollung durch Ceci- 
domyiue. Schlecht, n. 698. — Volderwald, 12. Sept. 93. 
Erica cariiea L. 

D i p t e r o c e c i d i u m. Blätterschöpie an den Trieb- 
spitzen erzeugt von Cecidomyia ericina Low. — Hier. n. 
417. — Ober Hotting, 4. Juli 93. Hallthal b. St. Mag- 
dalena, 29. Juni 93. 
Eiipliorbia Cyparissias L. 

Dipterocecidium. Blätterschöpfe an den Trieb- 
spitzen erzeugt von Cecidomyia Euphorbiae H. Löw^. — 
Hier. u. 419. — Ober Hotting, 4. Juli 93. Spltzbichl, 
24. Mai 93. Bei Ampas, 25. Juni 93. Volderwald beim 
Glockeohof, 3. Juni 93. Windegg, 25. Aug. 93. Wälder um 
Sistrans, 19. Juli 93. Planötzenhof, 18. Juni 93. Katzes 
(Frl. M. Eysn f. Schlecht.) 
Fagus sihatica L. 

Phytoptocecidium, a) Erineum faginum Pers. 

— Hier. n. 94. — Höttingerbild, 18. Juni 93. 

b) Erineum nervisequum Kunze erzeugt durch Phy- 
toptus nervisequum Can. — Hier n. 95. — Höttinger- 
bild, 18. Juni 93. 

c) Legnon circumscriptum Bremi erzeugt durch Phy- 
toptus steuapsis Nal. — Hier. n. 96. — Bei St. Magdalena 
im Hallthal, 29. Juni 93. 

Dipterocecidium. Gallen von Hormomyia Fagi 
Htg. — Hier. n. 423. — Beim Thaurer Schloss, 28. Mai 
93. Hallthal, 29. Juni 93. 



Fraxiiiiis excclsiin* L. 

P b y t o p t o c e c i d i u m. a) „ K I iiukeiui " , erzeugt durch 
Phytoptus fraxiuicola Karp. — Hier. u. 100. — Beim 
Peterbrünnl, 8. Apr. 93. 

b) Blattgalleu erzeugt durch Phytoptus Fraxini Nal. 

— Hier. n. 101. — Tascheulehen b. Hall, 25. Juni 93- 

Hemipterocecidien. Blattrollen erzeugt von Phyl- 
lo])sis Fraxini L. - — Hier. n. 295 — An der Ellböguer- 
strasse bei Aldrans, 25. Juni 93. 

Dipteroceeidium. Blattgallen erzeugt von Di- 
plosis botularia Winn. — Hier. n. 425 — An der EU- 
bögnerstrasse b. Aldrans, 25. Juni 93. 
Graliuiu helveticum Weig. 

Dipteroceeidium. a) Artischockenartige Blätter- 
schöpfe erzeugt durch Cecidomyia galiicola KiefF. — 
Schlecht, n. 1115 — Mühlauer Klamm , 15. Sept. 93. 
Hafelekar, 11. Aug. 93. 

a) Stengeldeformation erzeugt durch Cecidomyia Galii 
H. Low. — Hier. n. 434. 

Griilium Mollugo L. 

Phyto ptocecidium. Blattrandrollung nach unten. 

— Hier. n. 106. — Galtmähder bei Sistrans, 31. Mai 93. 

Dipteroceeidium. Gallen von Cecidomyia Galii 
H. Low. — Hier. n. 437 — An der Ellbögnerstrasse bei 
Aldrans, 25. Juni 93. Volderwald b. Glockenhof, 3. Juni 93. 

GraliiiDi silvaticum L. 

Dipteroceeidium: Blütenknospengallen, erzeugt 

durch Schizomyia Galiorum Kieff. — Schlecht, n. 1110 — 

Ober Schloss Friedberg im Volderwald, 13- Sept. 93. 

(xalium verum L. 

Phytoptocecidium:a) Blattrandrollen nach unten, 

— Hier. n. 117 — Breitbühel, 7. Juli 93- 

b) Vergrünung und Phyllomanie, erzeugt durch Phy- 
toptus informis Nal. — Hier. n. 119 — Brennerstrasse, 
6. Juli 93. 



— 10 ~ 

c) Blattquirl- imd Blüteuknospengalleu. — Hier. u. 120. 

— Ober Hotting, 4. Juli 93. Nordostrand des Viller- 
moors, 24. Juli 93. 

Geiim montaiium L. 

Phytoptocecidiura. Erineum Gei Fries erzeugt 
durch Cecidophyes nudus Nal. — Hier. n. 138 — Vikar- 
spitz bei Sistrans 2500 m, 25. Juli 93. 

Heliaiitliemiim liirsiitum Koch var. 

Dipterocecidium. Starkbehaarte Blütenknospen 
erzeugt durch Cecidorayine — Schlecht, n, 501 — Juden- 
bichl b. Innsbruck, 14. Oct. 93. 

Hicraciiim miirorum L. 

Phyto ptocecidium. Glatte involutive Blattrollung 
erzeugt durch Cecidophya longisetus Nal. — Volderthal 
beim Bad, 1. Sept. 93. Im Hasenthal bei Ampass, 25. Juni 
1893. 
Hioraciiiin Pilosclla L. 

P h y 1 p t o c e c i d i u m. Involutive Blattrandrollung 
durch Aphis Hieracii Kalt. — Hier n. 324 — Vikarthal, 
2. Aug. 93; hinter Mühlau, 22. Juni 93. 

Hippophaö rliamnoides L. 

Phyto ptocecidium: Ausstülpung und Verrun- 
zelung der Blätter erzeugt durch Phytoptus Nalepae Trouess. 

— Hier. n. 132 — Villerkreuz, 10. Juni 93. Berreitter- 
hof, 22. Oct. 93. 

Hypericum perforatum L. 

Dipterocecidium. Blätterschöpfe an den Trieb- 
spitzen, erzeugt durch Cecidomyia Hyperici Bremi — Hier, 
u. 454. — Ober Mentelberg, 19. Sept. 93. Paschberg, 
27. Sept. 93. 

Juncus lamprocarpus Ehrh. 

Hemipterocecidium. Blattquasten von Livia jun- 
corum — Hier. n. 294. — Afliuger Moor, 8. Juli 93. 

Juuiperus communis L. 

Dipterocecidium. „ Knickbeere " erzeugt durch 



— 11 — 

Hormomyia juniperiua L, — Hier. u. 457. — Schmiru- 
thal bei St. Jodok, 14. Juli 93. 
Juiiipenis nana Willd. 

Dipterocecidum. „Knickbeere" , erzeugt durch 
Hormomyia juniperini L. — Hier. ii. 457 — Patscher- 
kofel bei 1900 m, 6. Sept. 93. Vikarspitz, 29. Sept. 93. 
Litliospermnni officinale L. 

Dipterocecidium. Triebspitzendeformation erzeugt 
durch Cecidomyia Lithospermi H. Low. — Schlecht, u. 978. 
— Stangensteig, 22. Oct. 93. 
Lonicera alpigena L. 

Hemipterocecidium. Blattkrümmung u. Fleckeu- 
bildung durch Aphis Xylostei Schrk. — Hier, n, 326. — 
Haller Salzberg ca. 1600 m, 29. Juni 93. 
Lonicera nigra L. 

Phytoptocecidium: Legnon laxum Bremi — 
Hier n. 139. — St. Magdalena im Hallthal, 29. Juni 93. 
Lonicera Xylosteum L. 

Phytoptocecidium: Legnon laxum Bremi. — 
Hier. n. 141. — Ahrnthal b. Innsbruck, 15. Juni 93. 
Lotus corniculatus L. 

Phytoptocecidium. Blattrollen und -Faltung er- 
zeugt von Phytoptus enopsis Nal. — Hier. n. 141. — 
Hafelekar, 11. Aug. 93. 
Orlaya grandiflora HoflFm. 

Der Erzeuger der Yergrünung ist Phytoptus Peuce- 
daui Can. 

Pax)aYer PyrenaicnmKoch et auct. = P. Khaeticum Ler. 
Phytoptocecidium. Blütenfülluug — Schiern. Hsm. 
Pliragmites communis L. 

Das von mir als Hymenopterocecidium angeführte 
Cecidium kann, wie mich Hr. Dr. v. Schlechtendal ganz 
richtig aufmerksam macht, der kärglichen Beschreibung 
nach ebenso gut ein Dipterocecidium — von Lipara to- 
mentosa oder similis sein. " Ich dachte zunächst an eine 
Isosoma-Art; habe aber die Galle nicht gesehen. 



— 12 — 

Phytcuma liomlspliaericum L. 

Dipterocecidium. ßlüteuknospengalle. — Duxer- 
joch bei 2000 m, 11. Juli 93. Glimgezer hei 2500 m, 
2. Aug. 93. 
Piiius Abies L. 

H e m i ]) t e r o c e c i d i u m. Zapfengalle von Chermes 
Abietis h. — Hier. n. 332. — Husselhol, 29. Mai 93. 
Gluirsch, 31. Juni 93. 
Piiius Larix L. 

Phy to]itocecidium. Blattrollung und Blüteu- 
büschel. — Wälder bei Sistrans, 28. Juli 93. 

Pinus Mug^hus Scop. 

Phytoptocecidium: Rindengalleu von Phy toptus 
Pini Nal. — Hier. n. 159 — Arzlerscharte, 15. Sejit. 93. 

Pinus silrestris L. 

Phytoptocecidium. Riudengalle von Phytoptus 
Pini Nal. — Hier. n. 159 — Ober dem Statiousbahnhof 
in Patsch, 16. Aug. 93. Kranebitten, 1. Juli 93. 

Pinus 31alus L. 

Phytoptocecidium. Blattpocken erzeugt durch 
Phytoptus pyri. Nal. — Hier. n. 163 — Eingang in die 
Krauebitterklamm, 1. Juli 93. 

Pistaeia Tercbinthus L. 

Es muss heisseu: Hemipterocecidium (anstatt Phy- 
toptocecidium). Nach Dr. v. Schlechtendals Angabe bei 
Bozen (Schnorr). — Dies ist die in Stafflers Tirol um 
Bozen angegebene wildwachsende Ceratonia siliqua (Hsra.) 
Die eine Galle ist 1, die andere 2 dm lang. 

Poa nemoralis L. 

Dipterocecidium. Gallen von Hormomyia poae 
Bosc. — Hier. n. 476. — Wasserfall im Volderthal bei 
1150 m, 25. Aug. 93. Suldenthal ca. 1850 m (Frl. 
M. Eysn. f. Schlecht.) 

Polygonum viviparum L. 

Dipterocecidium. Gelbgrüner Blattrand erzeugt 



— 13 — 

durch Cecidomyia Persicariae L. — Hier, n. 479. — Du- 
xerjoch bei 2300 m, U. Juli 93. 
Polysticliuiii Oreoptcris DC. 

D i p t e r c e c i d i u m. Einrollung und Verkrünunii ng 
der Wedelspitze nach unten. — Volderer Wildbad bei 
1143 m 27. Sept. 93. 
Popiilus nigra L. 

H e m i p t e r o c e c i d i u ni, Blattstielgallen von Pem- 
phigus spirothecae Pass. — Hier. n. 350. — Weiherburg, 
3. Juni 93. 
Populus treiniila L. 

Phyto ptocecidi um: a) Erineum populinum, er- 
zeugt durch Phytoptus Populi Nal. — Hier. u. 169 — 
Berreitterhof, 17. Mai 93. 

b) Blattdrüsengalle, erzeugt von Phytoptus diversi- 
punctatus. — Hier. n. 172. — Berreitterhof, 17. Mai 93. 

Dipter ocecidiu m: a) Galle von Diplosis Tremu- 
lae Winn. — Hier. n. 484 — Spitzbüchl, 24. Mai 93. 
Berreitterhof, 17. Mai 93. Voider vvald, 3. Juni 93. 

b) Blattstielgallen angeblich durch Diplosis Tremulae 
Winn. Hier. n. 485. — Volderwald, 3. Juni 93. Vöiser 
Moor, 8. Juli 93. 

Poteutilla Tonnentilla Sibth. 

Hymenopterocecidium. Gallen von Xestophaues 
brevitarsis Thoms. — Hier. n. 022 — Buchberg, 8. Oct. 93. 
Poterium Saiiguisorl)a L. 

Das Erineum Poterii DC. wird von Phytoptus Sau- 
guisorbae Can. erzeugt. 
Prunus Padus L. 

Phytoptocecidium: a) Erineum Padi Reb. — 
Hier. n. 184 — Windegg bei Tulfes, 25. Aug. 93. 

b) Ceratoneon attenuatum Bremi erzeugt durch Phy- 
toptus Padi Nal. — Hier. u. 185. — Husslhof, 29. Mai 93. 
Prunus spinosa L. 

Phytoptocecidium: a) Cephaloneon molle Bremi. 
— Hier, n, 187. — Ampass, 25. Juni 93. 



— 14 — 

b) Ceplialoneon liyppocrateriforme Brerai erzeugt durch 
Phytoptus similis Nal. — Hier. u. 188 — Mühlau, 

28. Mai 93. 

Pteris aqiiilina L. 

Dipterocecidium. Spitzeu der Wedel zweiter Ord- 
nung nach unten zurückgerollt. — Wald bei Aldrans, 
28. Juni 93. 

(^uercus pedunculata Ehrh. und (^. sessiliflora Sm 

Dipterocecidium. Nach unten umgeklappte Blatt- 
lappeu erzeugt durch Diplosis dryobia Low. — Hier, 
n. 491. — Volderwald, 25. Juni 93. 

Hymenopterocecidium: a) Galle von Andricus 
foecundatrix Htg. — Hier. n. 637^ — Dölsach b. Lienz; 
Bozen (G. Mayr). Volderwald, 22. Juli 93. 

b) Gallen von Andricus inflator Htg. — Hier. n. G38. 

— In einem Garten in Wilten, 8. April 93. Volderwald, 
11. Mai 93. 

c) Gallen von Andricus ostreus Gir. — Hier. n. 639. 

— Bozen (G. Mayr). Volderwald, 22. Juli 93. 

d) Gallen von Andricus testaceipes Htg. — Hier. n. 
G42. — Volderwald, 22. JuH 93. 

e) Gallen von Andricus trilineatus Htg. — Hier. n. 

643. — Volderwald, 12. Sept. 93. 

f) Gallen von Andricus solitarius Fousc. — Hier. u. 

644. — Bozen (G. Mayr). 

g) Gallen von Biorrhiza terminalis Fabr. — Hier, 
u. 645. — Hügel bei den Allerheiligenhöfen, 29. Nov. 93. 

h) Galle von Dryophanta agama Htg. — Hier. n. 650. 

— Bozen (G. Ma3'r). Volderwald, 3. Juni 93. 

i) Galle von Dryophanta folii L. — Hier. n. 652^. 

— Bozen (G. Mayr). Volderwald, 3. Juni 93. 

k) Gallen von Neuroterus laeviusculus Mayr — Hier, 
n. 654^ — Volderwald, 12. Sept. 93. 

1) Gallen von Neuroterus lenticularis Mayr — Hier, 
n. 656^ — Volderwald, 12. Sept. 93. 



— 15 — 

m) Gallen von Neuroterus fumipenuis Htg. — Hier, 
n. 657=^. — Volderwald, 22. Juli 93. 

n) Gallen von Neuroterus vesieator Schlecht. — Hier, 
n. 658. — Bozen (G. Mayi-). 

o) Gallen von Neuroterus numismalis Ol. — Hier, 
n. 658^ — Bozen (G. Mayr). 

p) Gallen von Dryophanta divisa Htg, — Hier, n. 
677. — Volderwald, 12. Sept. 93. 

Quercus pubcscens Willd, 

Hymenopterocecidium: a) Galle von Dryo- 
phanta cornifex Htg. — Bozen (G. Mayr), 

b) Galle von Dryophanta pubesceutis Mayr. — Bozen 
(G. Mayr). 

Ranunculus acer L. 

Phytoptocecidium: Blütenfüllung. — Bozen, Wie- 
sen bei Quirein (Hsm,) 

Ranunculus repens L. 

Phytoptocecidium. BlüteufüUung. — Weingut 
bei Bozen (Hsm,) 

Rliamnus catliartiea L. 

Phytoptocecidium: a) Ceratoneonbildungen auf 
der Blattoberfläche. — Taschenlehen b. Hall, 25. Juni 93. 

Hemipterocecidium. b) Verdickte Blattraudrol- 
lung erzeugt durch Trichopsylla Walkeri Forst, — Hier, 
n, 300. — Volderwald, 3. Juni 93. 

Rhododendron ferrugineum L. 

Phytoptocecidium. a) Blattrandrollung und Schopf- 
bildung — Hier. n. 195. — Hinterdux, 12. Mai 93. Bei 
der Isshütte zugleich mit Exobasidium Rhododeudri Fuck. 
b) Füllung der Blüten: Zwischen der Isshütte und 
Sistranserhütte, 4. Sept. 93. 

Rhododendron hirsutuni L. 

Phytoptocecidium. Blattrandrollung und Blätter- 
schöpfe. — Hier. n. 196. — Hallthal, 29. Juni 93. 



- 16 -- 

Ribes rubrum L. 

Hemipterocecidium. Gallen von Ribes rubrum 
L. — Hier. n. 454. — Garten in Ambras, 5. Juli 93. 
Rosa caiiiua L. 

H y m e n p t e r c e c i d i u m : a) Blattgallen von Rho- 
dites eglanteriae Htg. — Hier. n. 697. — Dölsach bei 
Lienz (G. Mayr). Unter dem Kersclibuchhof, 1. Juli 93. 
, b) Blattgallen von Rhodites spiuosissimae Gir. — 
Hier. u. 699. — An der Strasse zwischen Rinn uudSistrans, 
28. Aug. 93. 

.c) Rosenbedeguar erzeugt von Rhodites Rosa L. — 
Hier. n. 698. — Ober der Patscher Bahnhofstation, 
19. Aug. 93. 
Rubus Idaeus L. 

Dipterocecidium. Stengelgallen von Lasioptera 
Rubi Heeg. ■= L. picta Meig. — Hier. u. 504. — Hussel- 
hof, 7. Oct. 93. 

Rubus saxatilis L. 

Phytoptocecidium: Cephaoneonartige Blattgallen. 
Hier. n. 204 — Hallthal, 29. Juni 93. 

Rumex scutatus L. 

Hemipterocecidium: Blütendeformation und 
Blattrollung erzeugt von Trioza Rumicis F. Low. — Hier, 
n. 303 — Volderthal, 28. Aug. 93. 
Salix alba L. 

H y m e n o p t e r c e c i d i u m : Galle von Nematus gal- 
licola.Westw. — Hier. n. 742. — Aflinger Moor, 28. Oct. 92. 
b) Galle von Nematus viminalis L. — Sexten 
(Schönach). 
Salix alba var. vitellina L, 

Hymenopterocecidium : Galle von Nematus 
gallicola Westw. — Hier. n. 742. — Bei Vill, 25. Oct. 93. 
Salix amygdalina L. 

Phytoptocecidium: Blattrandknötchen. — Hier, 
n. 207. — Unter dem Peterbrüunl, 16. Sept. 93. 



— 17 — 

Hy meuopterocecidiiim : a) Galle von Nematus 
gallicola. Westw. — Hier, n. 743. — Unter dem Peter- 
brünnl, IG. Sept. 93. 

b) Galle von Cryptocampus testaceipes. — Hier. n. 
755. — Kumer Muhr, 4. Oct. 93. 

c) Galle von Nematus viminalis L. — Hier. n. 765. 

— Peterbrüuul, 29. Mai 92. 
S. arbuscula L. 

Pliytoptocecidium: Cephaloneonbildung. — Hin- 
terdux bei 2000 m, 13. Juli 93. 

Hymenopterocecidium: a) Blattgallen von Ne- 
matus gallarum Htg. — Hinterdux ca. 1800 m, 13. Juli 93. 

b) Blattgallen von Nematus gallicola Westw. — Hin- 
terdux bei ca. 2000 m, 13. Juli 93. 
Salix caesia Sm. 

Hymenopterocecidium von Nematus gallarum. 
Htg. — Suldenthal ca. 2000 m, Aug. 87 (Frl. M. Eysn 
f. Schlecht.). 

Salix Caprea L. 

Phytoptocecidinm. Cephaloneon umbrinum Bremi 

— Hier. n. 214 — Volderwald, 3. Juni 93. 
Dipterocecidium:a)„ Weidenrosen " von Cecidomyia 

rosaria Low. — Hier. n. 520. — Zugleich mit Pustel- 
gallen von Hormomyia capreae Winn. — Hier. n. 524. 

— Volderwald beim Glockenhof, 25. Juni 93. 

b) Pusteiförmige Gallen von Hormomyia Capreae 
Winn. — Hier. n. 524. — Paschberg, 31. Mai 93. Bei 
Lans, 24. Juli 93. Kranebitter Klamm, 1. Juli 93. Hussel- 
hof, 2. Juni, 93. Höttingerbild, 18. Juni 93. 

Hymenopterocecidium. Gallen von Nematus 
gallicola Westw. — Hier. n. 748. — Tulferberg bei Hall, 
1. Sept. 93. Paschberg, 31. Mai 93. 
Salix daphnoides L, 

Hymenopterocecidium. Galle von Nematus vi- 
minalis L. — Hier. n. 753. — Hinterdux bei 1600 m, 
12. Juh 93. 

Natunv.-med. Verein 1892193. 4 



- 18 — 

Salix glabra L. 

Phytoptocecidium: Blattraudrolluug. Blaser bei 
Matrei ca. 1800 m, 16. Aug. 93. 

Hymenopteroceeidium: ßlattgalleu von Nema- 
tus gallarum Htg. — Blaser bei Matrei ca. 1800 m. 
Iß. Aug. 93. 
Salix ineaiia Schrk. 

Phytoptocecidium: a) Blattknötchen. — Hier u. 
219. — Weissenbach bei Hall, 22. Juli 93. 

b) Rollung des Blattrandes nach unten. — Hier, 
n. 220. — Weissenbach b. Hall, 22. Juli 93. 

Hymenopteroceeidium. Weissfilzige Gallen von 
Nematus bellus Zadd. =^ N. peduuculi Htg. — Hier. n. 
755, _ Oberhalb Ratzes ca. 1300 m, (Frl. M. Eysn f. 
Schlecht.). Weissenbach b. Hall, 22. Juli 93. Ober Hot- 
ting, 30. Sept. 93. 

Salix Lappouuiii auct. = S. Helvetica Vill. 

Dipterocecidium: Anschwellung der Blattpolster 
vielleicht durch Cecidomyia galicina Gir. — Suldenthal 
ca. 1850 ra. Sept. 74 (Schlecht.). 
Salix pentaudra L. 

Hymenopteroceeidium: a) Galle erzeugt durch 
Cryptocampus pentandrae Dahlb. = C. medullaris Htg. 

— Hier. n. 763. — Kranebitter Boden, Frühling 1893 
(Prof. Heinricher). 

b) Galle von Nematus gallicola. Westw. — Hier.n 764. 

— Unter dem Peterbrünnl, 16. Sept. 93. 
Salix purpurea L. 

Dipterocecidium erzeugt durch Cecidomyia Sa- 
licis Schrk. — Hier. n. 515. — Krauebitter Boden Früh- 
ling 1893 (Prof. Heinricher). Sexten (Schönach). 

Hymenopteroceeidium: a) Blattgallen von Ne- 
matus gallarum Htg. — Hier. n. 765 — Unter der Kirche 
in Ampass, 25. Juni 93; Weiherburg, 8. Juni 93. 

b) Gallen von Nematus vesicator Bremi. — Hier. 
XI. 767. — St. Gertrud im Suldenthal ca. 1850 m (Frl. 



— 19 — 

M. Eysu f. Schlechtd.). Sexten (Scliönacli). Ober Mühlau, 
24. Mai 93. 

Salix reticulata L. 

Phytoptocecidium: Cephaloneon. — Hiei*. n. 226. 

— Hiuterdux bei 2000 m, 13. Juli 93. 
Hymenopterocecidium : Gallen von Nematus vi- 

miualis L. — Suldeuthal, Eosimboden ca. 2300 m, Aug. 87 
(Frl. M. Eysn f. Schlecht.). Waldrast 2500 m, 19. Aug. 93. 
Hiuterdux bei 2000 m, 14. Juli 93. 

Salix retiisa L. 

Hymenopterocecidium: Galle von Nematus spec. 

— Waldrast, 19. Aug. 93. 

Salix retiisa var. minor Koch. 

Phytoptocecidium: Cephaloneonbildung. — Hin- 
terdux b. 2000 m, 13. Juli 63. 
Sahia pratensis L 

Phytoptocecidium: Erineum Salviae Vall. er- 
zeugt durch Phytoptus Salviae Nal. — Hier. n. 229. — 
Felder bei Ambras, 5. Juli 93. Hügel beim grossen Gott 
ausser Hotting, 22. Oct. 93. Hügel um Vill, 25. Sept. 93. 

Sanil)ucus nigra L. 

Phytoptocecidium: Einrollen des Blattrandes 
durch Cecidophyes trilobus Nal. — Hier, n, 230. — Unter 
Laus, 5. Aug. 93. 

Sambucus raceniosa L. 

Phytoptocecidium: Einrollen des Blattrandes 
durch Cecidophyes trilobus Nal. — Hier. n. 230. — Sell- 
rainthal, 20. Sept. 93. 

Saxifraga aizoides L, var. autumnalis L. 

Phytoptocecidium: Triebspitzendeformation mit 
VerOTünung. — Patscherkofel bei 1950 m, 6. Sept. 93. 
Ochsenbrünnl bei Sistrans ca. 1300 m, 6. Sept. 93. 

Scal)iosa Columlbaria L. 

Phytoptocecidium.: Abnorme Behaarung ein- 
zelner Blättchen. — Mühlauer Klamm, 15. Sept. 93. 



- 20 — 

Silene inflata Sm. 

Hemipterocecidium: Gallen von Aphis Cucubali 
Pass. — Hier. n. 356. — Ambras, 5. Juli 93 ; beim Peter- 
brünnl, 19. Juni 93. 

Silene nutans L. 

Dipterocecidium: Blattspitze von Cecidomyia al- 
piua F. Low. — Hier. n. 555. — Series bei Matrei ca. 
2500 m, 19. Aug. 93. 

Solanum Dulcamara L. 

Die Vergriinung wird erzeugt durch Phytoptus chla- 
dophthirus Nal. 

Sorbus Aueuparia L. 

Phytoptocecidium: Blattpocken erzeugt durch 
Phytoptus variolosus Nal. — Hier. n. 240. — Bei der 
Gluirsch, 31. Mai 93; Hallthal, 29. Juni 93. 
Sorbus Chamaeniespilus L. 

Phytoptocecidium: Blattpocken erzeugt durch 
Phytoptus variolosus Nal. — Hier. u. 242. — Series bei 
Matrei ca. 1200 m, 19. Aug. 93; Hallthal, 29. Juni 93. 
Spiraea Ulmaria L. 

Phytoptocecidium: Anschwellung der Mittelrippe 
au den Blattabschnitten. — Aflinger Moor, 8. Juli 93. 

Hemipterocecidium: Blattfalten, erzeugt durch 
Aphiden. — Hier. n. 358. — Ambraser See, 5. Juli 93. 

Stacliys sylvatiea L. 

Dipterocecidium: Blattdeformation von Cecido- 
myia Stachydis Bremi. — Hier. n. 561. — Mühlauer 
Klamm, 25. Sept. 93. 

Stellaria media Cyr. 
muss es pg. 164 oben Zeile 1 Blüten statt Blätter, und 
Zeile 2 Stellaria statt Hellaria heissen. 

Taraxacum officinale Web. 

Dipterocecidium: Blasengallen erzeugt durch 



— 21 — 

Cecidouiyia Tar;ixaci Kieff. — Hier. n. 564 — Wiltauer 
Felder, 25. Jimi 93. 

Taxus baccata L. 

Dipterocecidium: Zapfeugallen von Cecidomyia 
Taxi Inclib, — Hier. u. 565. — Kranebitter Klamm, 
11. Oct. 93. 

Teucriuin Cliamaedrys L. 

Phytoptoceeidium: Blattrandausstülpung mit 
Erineum erzeugt durch Phyllocoptes Teucrii Nal. und Ph, 
oetocinctus Nal. — Hier. n. 251. — Hügel an der Nord- 
ostseite des Villermoores, 24. Juli 93. vor Vill, 25. Oct, 
93. Hinter Mühlau, 22. Juni 93. 

Hemipterocecidium: Der Erzeuger der bauchig 
aufgetriebenen Kelche ist Laccometopus clavicornis L. — 
nicht L. Teucrii L., welche auf T. montanum L. lebt. 

Thymus Serpyllum L. 

Phytoptoceeidium: Weisshaarige Blätter- und 
Blütenköpfchen erzeugt von Phytoptus Thomasi Nal. — Hier, 
n. 263. — Ober Hotting, 4. Juli 93. 

Dipterocecidium: Blätterschöpfe. — Hier. n. 569 
— Höttinger Graben, 30. Sept. 93. 
Tilia granclifolia Ehrh. 

Pliytoptocecidium: a) Erineum tiliaceum Pers. 
erzeugt durch Phytoptus Tiliae Nal. — Hier. n. 259. — 
Husselhof, 17. Juni 93. Gluirsch, 31. Mai 93. Brenner^ 
Strasse, 29. Mai 93. 

c) Ceratoneon extensum Bremi erzeugt durch Phy- 
toptus Tiliae Nal. — Hier. n. 261. — Husselhof, 25. Mai 
93. Gluirsch, 31. Mai 93. 

c) Erineum bifrons Lep. — Hier. n. 260. — Vol- 
derwald bei der Klosterkirche, 22. Juli 93. 

Dipterocecidium: a) Blattrandrollung von Ceci- 
domyia tiliamvolens Eübs. — Hier. n. 576. — Husselhof 
25. Mai 93; Paschberg, 31. Mai 93. 



— 22 — 

a) Gallen erzeugt von Diplosis Tiliaruni Kieff. — 
Hier. n. 574. — Vor Vols, 19. Juni 03. 

b) Gallen von Hormomyia Reaumuriaua F. Low. — 
Hier. n. 375. — Gluirsch, 31. Mai 93. 

Tilia parvifoHa Ehrh. 

Phytoptocecidium: a) Erineum tiliaceum Pers. 
erzeugt durch Phytoptus Tiliae Nal. — Hier, n 263. — 
Spitzbühel, 24. Mai 93. 

b) Ceratoneou exteusum Bremi erzeugt durch Phytoptus 
Tiliae Nal. — Hier. u. 268. — Spitzbühel, 24. Mai 93. 

Trifolium repens L. 

Phytoptocecidium: Vergrünung der Blüten ; 
Blüten lang gestielt. — Bahndamm b. Wilten, 20. Juni 93. 
Am Eingang ins Volderthal, 12. Sept. 93. 

Ulmus campestris L. 

Hemipterocecidium: a) Blattrollen von Schizo- 
neura ulmi L. — Hier. n. 360. ~ Garten in Wilten, 
28. Mai 93. 

b) Beutelgalleu von Tetraueura Ulmi L. — Hier. u. 
362. — Unter dem Berreitterhof, 17. Mai 93. an der 
Kaiserstrasse, 8. Juni 93. beim Klarerhof au der Brenner- 
strasse, 28. Mai 93. 

Dipterocecidium: Cecidomyiengalle. — Hier. u. 
386. — Beim Klarerhof au der Brennerstrasse, 28. Mai 93. 

Urtica dioiea L. 

Dipterocecidium. Blattgallen von Cecidomyiu 
Urticae Pers. — Hier. n. 588. — Beim Grossen Gott bei 
Hotting, 1. Juli 93. Beim Bretterkeller, 25. Oct. 93. 

Vacciiiiiim uligliiosiiin L. 

Dipterocecidium: Blattrandrollung. — Tuxerjoch, 
11. Juli 93. 

Valeriauella olitoria Mönch. 

Hemipterocecidium von Trioza Centranthi Vall. — 
Am Wege zur Sei^eralpe (Frl, M. Eysn f. Schlecht.). 



— 23 — 

Verbasciiiii sjn'c. 

Dipterocecidiuin vou As})houclylia Verbasci Vail. — 
Hier. u. 589 — Tirol (Mayr zb. G. 1878 p. 309). 

Veronica aphylla L. 

Phy toptoce cidiu in: Triebspitzendefcrmation. — 
Isshütte, 4. Aug. 93. Volderthal b. 2500 m, 29. Aug. 93. 

Veronica Cliamacdrys L. 

Dipterocecidium: Behaarte Blatttaschen von 
Cecidomyia Veronicae Vail. — Hier. n. 593. — An der 
Ellbögnerstrasse bei Aldrans, 25. Juni 93. zwischen Peter- 
brünnl und Vols, 24. Juni 93. 

Veronica saxatilis L. 

Phytoptocecidium: Vergrünung und Blattde- 
formation, zugleich mit Dipterocecidium: Vergällung 
der Sexualorgane. — Stuhlüeckberg imHinterdux, 2100 m, 
12. Juli 93. 

Vil)iirniim Lantana L. 

Phytoptocecidium: Cephaloneon pubescens Bremi 
hervorgebracht durch Phytoptus Viburni Nal. — Hier. n. 
282. — Kerschbuchhof, 18. Juni 93. Gluirsch, 31. Mai 93. 

Dipterocecidium: Linsenförmige Blasengallen 
von Cecidomyia Reaumurii Bremi. — Hier. n. 594. — Berg 
Isel, 4. Juni 93; Kaiserstrasse, 8. Juni 93. 

Vicia Cracca L. 

Dipterocecidium: Rollung der Fiederblättchen 
erzeugt durch Cecidomyia Viciae Kieff. — Hier. n. 597. — 
Aflinger Moor, 8. Juli 93; Volderwald, 22. Sept. 93. 

Vicia sepiiim L. 

Dipterocecidium: Hülsenartig zusammengefaltete 
Blättchen erzeugt von Cecidomyia Viciae Kieff. — Hier, 
n. 600. — Husselhof, 7. Oct. 93. 

Viola biflora L. 

Phytoptocecidium: Blattrandrollung. — Hier, 
n. 284. — Hinterdux bei 1600 m, 13. Juh 93. 



— 24 — 

V. tricolor L. var. arvensis Nurr. 
Dipterocecidium: Behaarte Blätterschöpfe durch 
Cecidomyia Violae F. Low. — Hier. u. GÜ4. — Aecker 
bei Vill, 25. Dez. 93. 
Yiscum album L. 

Hemipterocecidium erzeugt durch Diaspis Visci 
Schrk. — Schlechtd. n, 942. — Haselburg bei Bozeu, 
März, 1893 (Prof. Heinricher). 



Die von J. Peyritsch in Tirol gesammelten 

und im Herbarium der k. k. Universität zu 

Innsbruck aufbewahrten Pilze. 

Revidirt, bestimmt und zusammengestellt von P. Magnus. 
(Mit einer Tafel.) 



Vor etwa zwei und ein halb Jahren forderte mich 
Herr Prof. Heinricher auf, die von Herrn Prof. Peyritsch 
in Tirol gesammelten und im Innsbrucker üniversitäts- 
herbarium aufbewahrten Pilze zu revidiren, zu bestimmen 
und zusammenzustellen. Ich nahm dieses Anerbieten um 
so lieber an, als schon seit vielen Jahren die Pilzflora 
der Alpen mein besonderes Interesse namentlich in Bezug 
auf die parasitischen Pilze erregt hat, und speciell die 
Pilzflora Tirols näher kennen zu lernen mir zur Erweiterung 
der auf den benachbarten Graubündener Alpen gewonnenen 
Erfahrungen (s. P. Magnus: Erstes Verzeichnis der ihm 
aus dem Kanton Graubünden bekannt gewordenen Pilze 
im 34. Jahresberichte der naturforschenden Gesellschaft 
Graubündens 1890 — 91) sehr willkommen war. 

Die Arbeit erwies sich als umfangreicher, als ich 
bei der üebernahme angenommen hatte. Viele Pilze 
waren nicht bestimmt, viele mit einer nur provisorischen 
und daher meist zu verbessernden Bestimmung versehen; 
unter den bestimmten mussten häufig die Bestimmungen 
dem heutigen Standpunkte der Pilzkunde gemäss geändert 



— 26 — 

werden. Gau/ Lesoudere Mühe machte der Umstand, dass 
die Wirthspflanzeu meist ü;ar nicht bestimmt waren, und 
von mir bestimmt werden mussten. Deren Bestimmung 
möchte daher auch, da mir meist nur Blätter vorhigen, 
öfter nicht ganz richtig sein, wie z. B. bei Umbelliferen ; 
in anderen Fällen musste ich mich darauf beschränken, die 
Gattung zu nennen, wie bei Adenostyles; in noch anderen 
Fällen, wie z. B. bei einigen Gräsern und Umbelliferen 
auf die Familie. 

In der Nomenclatur, Artumgräuzung und Artbedeu- 
tuug der Phanerogameu (Wirtspflanzen) folgte ich aus- 
nahmslos Bar. F. Hausmanns Flora von Tirol, weshalb 
die Autorennamen durchaus weggelassen wurden. 

Auch das Lesen der Zettel und namenilich der Stand- 
ortsnamen hätte mir grosse Schwierigkeiten gemacht, 
hätte nicht Herr Professor von Dalla Torre mit der 
grössten Bereitwilligkeit und Aufopferung mir die ihm 
zugesandten Zettel abgeschrieben. Gleichzeitig hat er 
mir auf meine Bitte die Lage vieler Standorte und die 
Höhen angegeben, wodurch diese Mittheilung ein allge- 
meineres Interesse gewinnt. Ich spreche ihm für seine 
grosse Gefälligkeit meinen verbindlichsten Dank aus. 

Herr Prof. Peyritsch hat namentlich parasitische 
Pilze gesammelt und darunter viele aus Tirol bisher 
nicht bekannte aufgefunden. Von noch grösserer Wich- 
tigkeit sind aber die Infectionsversuche und Beobach- 
tungen, die er mit Exoasceen und Urediueen angestellt 
hat, und deren Belegstücke sich in der von ihm hinter- 
lassenen Pilzsammlung finden. Dennoch war ich von 
Zweifeln erfüllt, ob ich alle Versuche mittheilen soll. 
Denn bei solchen Infectionsversuchen kann nur der Ver- 
suchssteiler selbst beurtheilen, welchen Grad von Zuver- 
lässigkeit seine augestellten Versuche beanspruchen. Es 
geschieht dem Verstorbenen vielleicht ein gewisses Unrecht, 
seine noch nicht von ihm zum Abschlüsse geführten Ver- 
suche hier mitzutheilen. Dennoch glaube ich es schon 



— 27 — 

im Interesse unserer Wissenschaft hier tlmu /u sollen, 
jedoch mit der ßeserve, dass seine Versuche, namentlich 
die wichtigen Versuche mit Aecidium Magelhaenicum 
Berk, noch nicht abgeschlossen waren, und wenn sich 
Irrthümer später herausstellen sollten, Peyritsch für deren 
Veröffentlichung keine Verantwortung trifft. 

Wo das Datum in Anbetracht der klimatischen Ver- 
hältnisse der Standorte mir einiges Interesse zu haben 
scheint, habe ich dasselbe hinzugefügt. Sonst habe ich 
es meist fortgelassen. 

Unter den von Peyritsch hinterlassenen Pilzen finden 
sich auch einige von dessen Diener Fr. Zarli gesammelte. 
Ich habe bei den betreffenden Arten seinen Namen als 
Sammler beigefügt. Von allen andern ist Peyritsch selbst 
der Sammler. 

Der mich sehr ehrenden Aufforderung der Herren 
Prof. Dr. von Dalla Torre und Graf Ludwig Sarnthein 
entsprechend, habe ich die Absicht, im Anschlüsse an die 
Arbeiten dieser Herren über die Flora Tirols etwa binnen 
Jahresfrist eine Pilzflora Tirols zusammenzustellen. Diese 
beiden Herren haben mir dazu ihren mit grösstem Fleisse 
und peinlicher Sorgfalt aus der bisherigen Pilzlitteratur 
Tirols zusammengestellten Zettelcatalog der einzelnen Pilz- 
arten mit der grössten Liberalität zur Verfügung gestellt. 
Ausserdem haben mir die Herren Dr. P. Dietel (Leipzig), 
Dr. Pazschke (Leipzig), Lehrer J. N. Schnabl (München), 
Professor Dr. F. Thomas (Ohrdruf) Listen der von ihnen 
in Tirol gesammelten Pilze mitgetheilt, sowie die Herren 
Prof. Dr. E. Heinricher (Innsbruck), Friedr. Stolz (Innsbruck), 
Prof. Dr. F. Thomas (Ohrdruf) und mein Neffe Werner Magnus 
Sammlungen von Tiroler Pilzen zugesandt. Ich benütze 
diese Gelegenheit, um an alle Freunde der Mycologie und 
der Landeskunde Tirols die Bitte zu richten, mich in 
meiner Bestrebung durch Mittheilung unveröffentlichter 
Beobachtungen oder Zusendung von Tiroler Pilzen gütigst 
zu unta'stüt/.en. 



— 28 — 

Deu eben genaunten Herren spreche ich für ihre 
freundlichen Mittheiluugeu und Zusendungen meinen ver- 
bindlichsten Dank aus. 

Ich lasse nun die Aufzählung folgen. 

Chytridiaccae. 

Synchy trium Taraxaci d By. & Woron. auf Tara- 
xacum officinale bei Wilten am Wege vom Peterbrünnl 
zur Kirche; bei den Sillhofeu. 

Synch. Stella riae Fckl. auf Stellaria media auf 
Aeckern bei Wilten; Aecker beim Bretterkeller bei Inns- 
bruck; auf einem Acker auf dem Wege nach Amras. 

Synch. Succisae dBy. & Woron. auf Succisa pra- 
tensis bei Lans; bei Sparbereck. 

Synch, c u p u 1 a t u m Thomas auf Dryas octopetala 
auf der Franzenshöhe. 

Synch, laetum Schroet. auf Gagea lutea am Hohl- 
wege vor Egerdach lg, Zarli. 

Synch, aureum Schroet. auf Campanula Scheuchzeri 
auf der Franzenshöhe und zwischen Franzenshöhe und 
dem Signalkopfe, 

Synch, anomalum Schroet, auf Adoxa Moscha- 
tellina auf dem Abkürzungswege zwischen Kranebitten 
und Zirl. 

Synch. Anemones dBy. & Woron. auf Anemone 
uemorosa im Amraser Parke; auf den Sumpfwiesen bei 
Afling (ca. 580 m). 

Peronosporaceae. 

Albugo Candida (Fers.) 0. Ktze. (Cystopus can- 
didus (Pers.) Lev). Auf Diplotaxis tenuifolia Innsbruck 
in der Nähe des Friedhofes ; bei Atzwang (379 m) ; 

— auf Hutchinsia alpina Innsbruck, im botan. 
Garten; bei der Waldrast; 

— auf Arabis pumila auf der Franzenshöhe; Reiter- 
spitze bei Zirl (2000 m); 



— 29 — 

— auf Biscutella laevigata auf der Franzeushölie ; 

— auf Farsetia incana am Kalvarieuberge bei Bozen ; 

— auf Capsella bursa pastoris bei Hotting; 

— auf Draba Thomasii Innsbruck im bot. Garten; 

— auf Draba Wahlenbergii Innsbruck im bot. Garten ; 

— auf Cochlearia Armoracia vor dem Paedagogium 
in Innsbruck; 

— auf Sinapis arveusis bei Eum, zMrisclien Rum und 
Thaur und bei Thaur; bei Gossensass; 

— auf Erysimum cheiranthoides auf Aeckern bei 
Thaur; 

— auf Hesperis matronalis bei Innsbruck; 

— auf Turritis glabra Innsbruck, im bot. Garten; 
ßrennbühel bei Imst; 

— auf Arabis arenosa Vennathal, Abstieg zum Gru- 
bensee (1362 m); 

— auf Sisymbrium officinale bei Predazzo; 

— auf Erucastrum Pollichii beim Talferdamm bei 
Bozen 2o./9. 1887. 

Alb. Tragopogonis (Pers.) S. F. Gray auf Cirsium 
oleraceum Innsbruck, in der Nähe des Hofgartens; Wiese 
nächst dem Peterbrünnl; 

— auf Cirsium arvense Innsbruck auf unbebauten 
wüsten Stellen in der Nähe des pathologischen Insti- 
tutes ; 

— auf Tragopogon pratense Innsbruck, bei den 
Sillhöfen. 

Alb. Portulacae (DC) 0. Ktze. auf Portulaca ole- 
racea am Wege nach Rafenstein bei Bozen. 

Phytophthora infestans (Mont.) d By. auf So- 
lanum tuberosum bei Wilteu ; Innsbruck in der Nähe der 
Sillhöfe. 

Plasnioparanivea (üng.) Schroet, auf Aegopodiuni 
Podagraria bei Mühlau; bei dem Wilteuer Steinbruch; 
beim Peterbrünnl; 



— 30 — 

— auf Pimpiuella Saxifraga lunsbruck in der Nähe 
des Jesuitenhofes; Weiherburg bei lunsbruck; 

— auf Angelica silvestris bei Paneveggio; 

— auf Authriscus silvestris bei Ischgl in Paznaun; 

— auf Meum Mutellina auf der Fimberalpe im 
Paznaun (2000 m). 

Plasm, pygmaea (üng.) Schroet. auf Anemone 
ranunculoides beim Bretterkeller bei Innsbruck. 

Plasm, densa (Rbh.) Schroet. auf Euphrasia offi- 
cinalis bei Brennerbad; 

— auf Rhiuanthus major auf einem sonnigen Ab- 
hänge beim Schloss Thaur; bei Brennerbad, 

Plasm, viticola (Berk & Curt.) Berl. & de Toni auf 
Vitis vinifera im Garten des Grafen Toggenburg in Bozen 
am 11. September 1884. Pey ritsch fügt hinzu: ,Nach 
Angabe c^es erzherzoglichen Gärtners ist der Pilz seit 
2 Jahren (d. h. also seit 1882 P. M.) in Bozen aufge- 
treten' ; bei Haslach (Bozen) 23. /9. 1887; auf Samen- 
pflanzen von Vitis vinifera im botanischen Garten in 
Innsbruck, 10./ 9. 1886. 

Bremia Lactucae E. Regel (Peronospora gangli- 
formis (Berk.) dBy.). Auf Senecio vulgaris bei Innsbruck; 
— auf Sonchus oleraceus auf Aeckeru bei Wilten; bemi 
Peterbrünnl. 

Peronospora Dianthi d By. auf Agrostemma 
Githago auf Aeckern bei Thaur. 

Per. calotheca dBy. auf Sherardia arvensis häufig 
auf Aeckern zwischen Rum und Thaur; 

— auf Galium Aparine bei Absam. 

Per. Alsinearum Casp. auf Stellaria media beim 
Bahnhofe und in der Nähe des Südbahnhofes in Inns- 
bruck; auf Aeckern bei Wilten; 

— auf Cerastium spec, auf Wiesen bei Amras; am 
Recheuhof I.November 1882; am Wege zum Spitzbühel; 
bei Ischgl in Paznaun (1442 m). 



— 31 — 

Peronospora Myosotidis clßy. auf Myosotis 
intermedia ani Bahndämme in der Nähe von Ferneck bei 
Innsbruck. 

Peronospora Trifoliorum dBy. auf Medicago 
sativa bei Innsbruck; bei Wilteu. 

Per. Knautiae Fckl. auf Knautia arvensis bei der 
Südbahn in Innsbruck. 

Per. affinis Rossm. auf Fumaria officinalis auf 
Aeckern bei Thaur; Felder bei Wilteu. 

Per. Valerianellae Fckl. auf Valerianella olitoria 
bei Absam. 

Per, effusa Grev. auf Chenopodium murale bei der 
Südbahu in Innsbruck. 

Per. grisea Ung. auf Veronica hederaefolia bei Inns- 
bruck und im Hofgarten daselbst; bei Mühlau. 

— auf Veronica Anagallis aquatica bei Mühlau. 

— auf Veronica verua bei Meran; 

Per. Ficariae Tul. auf Ranunculus bulbosus bei 
Arzl ; 

— auf Ranunculus repens bei Innsbruck; bei Eger- 
dach (580 m) ; am Wege zum Peterbrünnl bei Innsbruck ; 
oberhalb Amras; 

— auf Ranunculus acris bei Wüten; 

— auf Ranunculus Seguieri im botan. Garten in 
Innsbruck ; 

— auf Ranunculus Ficaria in der Englischen Anlage 
in Innsbruck; 

— auf Ranunculus aconitifolius bei Ischgl in Paznauu. 
Per. conglomerata Fckl. auf Geranium lividum 

bei Innsbruck. 

Per. parasitica (Pers.) Tul. auf Sisymbrium Tha- 
lianum auf Aeckern bei Wilten ; 

— auf Capsells bursa pastoris häufig bei Innsbruck; 

— auf Camelina microcarpa Andrz. auf Aeckern 
bei Vill; 

— auf Sinapis arvensis zwischen Rum und Thaur; 



— 32 — 

— auf Sisymbrium Alliaria im botan. Garten in 
Innsbruck ; 

— auf Farsetia incana auf dem Kalvarienberge bei 
Bozen ; 

— auf Sisymbrium Thalianum bei Meran. 

Per. Rumicis (Jda, auf Rumex acetosa bei Zirl. 
Per. Polygoni Thm. auf Polygonum avieulare bei 
Innsbruck ; 

— auf Polygonum Convolvulus auf Aeckern bei Wilten. 
Per, alt a Fckl. auf Plantago major bei Wilten. 

Ustilagiueen. 

Scbinzia Asche rsoniana P. Magn. in Wurzel- 
knöUclien von Juncus bufonius bei Sarnthein am Wege 
nach Nordheini im Sarnthale bei Bozen (967 — 1002 m). 

Ustilago utriculosa (N. v, Esenb.) Cda. auf 
Polygonum lapathifolium am Ackerrande bei Amras 5./9. 
1888; beim Südbahnhof in Innsbruck. 

Ust. major Schroet. auf Silene Otites auf dem 
Kalvarienberge bei Bozen 24./8. 1888. 

Ust. vinosa (Berk.) Tul. auf Oxyria digyna auf der 
Franzenshöhe in dem Thälchen, das gegen die Casa dei 
Botteri hinzieht, im Gerolle 14./ 8. 1889. 

Ust. Tragopogi pratensis (Pers.) Wint. auf 
Tragopogon pratense bei Brennerbad ; auf den Wiesen 
zwischen Thaur und Hall; bei Amras. 

Ust. Caricis (Pers.) Fckl. (Ust. urceolorum Tul.) 
auf Carex firma auf der Franzenshöhe; 

— auf Carex sempervirens auf der Franzenshöhe auf 
Kalkboden gemein; 

— auf Carex alba am Fusse des Bergisel bei Inns- 
bruck, lg. Zarli; 

— auf Carex digitata am Fusse des Bergisel bei 
Innsbruck, lg. Zarli; im Ambraser Parke; 

— auf Carex stellulata bei der Waldrast; 



— 33 — 

— auf Carex mucrorata auf der Franzeushöbe über 
2300m auf Kalk; 

— auf Carex capillaris auf der Franzenshöhe. 

Ust. VaillantiiTul. auf, aus Spanien durch K. Huter 
bezogener Scilla verna im botau. Garten in Innsbruck 
23./4. 1883; 

— auf Scilla sp., bei der an drei Blüthen an 2 
ßlüthenscbäften Petalodie der Staubblätter auftrat, im 
botau. Garten zu Innsbruck 6./5. 1887. 

üst, Ischaemi Fckl. auf Andropogon Ischaemum 
bei Arzl, 

Ust. Zeae Maydis (DC) Wint. auf Zea Mays auf 
Maisfeldern bei Innsbruck. 

Ust. violacea (Pars.) Tul. auf Lychnis vespertina 
auf Aeckern zwischen Rum und Thaur; um Wilten; 

— auf Silene rupestris auf der Stamseralpe (2800'); 

— auf Dianthus silvestris am Fusse des Lanserkopfes 
bei Innsbruck; 

— auf Silene inflata bei Igels; auf der Seiseralpe; 
bei Wilten; 

— auf Silene acaulis am Hühnerspiel; 

— auf Dianthus Carthusianorum in der Innau bei 
einem Wassergraben in der Gegend von Egerdach bei 
Innsbruck. 

Ust. Pinguiculae Rosti*. auf Pinguicula alpiua am 
Wege von der Waldrast nach Mieders im Stubaithal. 

Ust. Tritici (Fers.) Jens, auf Triticum vulgare auf 
Aeckern bei Amras; Aecker bei Innsbruck. 

Ust. Avenae (Pers.) Jeus, auf A vena sativa im 
botan, Garten zu Innsbruck ; zwischen Umhausen und Oetz. 

Ust. levis (Kellerm. & Swingle) P. Magn. (Ust. 
Kolleri N. Wille in Botaniska Notiser 1893 S. 9). N. Wille 
hat 1. c. den Ust. Kolleri darauf als eigene Art aufgestellt, 
dass der von ihm gebildete Brand lange von der Ober- 
haut eingeschlossen bleibt (daekkede Havrebrand d. i. be- 
Naturw.-med. Verein. 1892193. 5 



- 34 — 

deckter Haferbrand) und seine Sporen ganz glattwandig 
(alldeles glatte) sind. Da aber schon 1890 Kellermann und 
Swingle i) eine varietas levis mit ganz glatten Sporen von 
Ustilago Avenae (Pers.) unterscliiedeu und beschrieben 
haben, so muss diese Art diesen ihnen von Kellermann 
und Swingle gegebenen Namen führen. 

Auf Avena sativa bei Mühlau; zwischen Umhauseu 
und Oetz; an der Kettenbrücke bei Innsbruck. 

Ust. Ischaemi Feld, auf Andropogon Ischaemum 
auf dem Kalvarienberge bei Bozen. 

Entyloma Ranunculi (Bon.) Schroet. auf Ranun- 
culus repens am Wege zum Peterbrünnl. 

Ent. serotinum Schroet. auf Symphytum officinale 
auf Aeckern auf dem Wege zum Peterbrünnl; nahe der 
Südbahn bei Innsbruck. 

Ent. Calendulae (Oud.) d. By. auf Compositen bei 
Ratzes. 

Ent. canescens Schroet. auf Myosotis palustris 
bei Arzl. 

Ent. Chrysosplenii (Berk. & Br.) Schroet. auf 
Chrysosplenium alternifolium bei SchlossThaur 1./5. 1884; 
am Bretterkeller bei Innsbruck. 

Melanotaenium endogenura (üng.) d. By. auf 
Galium MoUugo bei Brennerbad; zwischen Umhausen 
und Oetz. 

Tilletia Caries (DC.) Tul. (Tilletia Tritici [Bjerk.] 
Winter) auf Triticum vulgare auf Aeckern bei Innsbruck. 

Till. Thlaspeos Beck (Pilze Niederösterreichs III 
S. 40) auf Thlaspi alpestre bei Mathon und Ischgl in 
Paznaun (1451m) 26./7. 1885. 

— auf Draba sp. auf der Franzenshöhe nahe einer 



1) Kellermann & Swingle, Report on the loose smuts of cereals. 
Topeka 1890. 



— 35 — 

Lärclie iu der Nähe des Alpeucliibsteigs, auf Kalk 13./B. 
1887. 

Schroeteria Delastriua (Tul.) Wiut. auf Veronica 
arvensis beim Peterbrünnl. 

Urocystis Colchici (Schechtdl.) auf Colchicum 
autumnale auf Wiesen zwischen Keniaten und Vols ; im 
botan. Garten in Innsbruck. 

Ur. occulta (Wallr.) auf Seeale cereale am Wege 
7Aim Peterbrünnl; in der Nähe des Südbahnhofes bei 
Innsbruck. 

Ur. Anemones (Pers.) auf Aconitum Napellus auf 
der Franzenshöhe; 

— auf Hepatica triloba auf dem Sonnenburger Hügel ; 

— auf Thalictrum alpinum auf der Seiseralpe; 

■ — auf Eanunculus Ficaria in der englischen Anlage 
bei Innsbruck; 

— auf Anemone nemorosa bei Wilten; 

— auf Ranunculus rutaefolius, der aus Südtirol stammt, 
im botan. Garten zu Innsbruck. 

Sorosporium Paridis (Ung.) auf Paris quadri- 
folia im Amraser Parke. 

Anhang zu den Ustilagineen. 

Protorayces pachyderm us Thm. auf Taraxacum 
officinale bei Wilten in der Nähe eines Brunnens am 
Wege; auf der Franzenshöhe an der Stilfserjochstrasse 
auf Serpentin (circa 1700 m). 

Pr. macrosporus üng. auf Laserp itium hirsutum 
häufig auf der Franzenshöhe an der Stilfserjochstrasse; 

— auf Meum Mutellina nicht selten auf der Franzens- 
höhe; Fischeleinboden in Sexten; 

— auf Carum Carvi beim Brennerbad; 

— auf Aegopodium Podagraria häufig bei Mühlau; 
im Amraser Park; 

— auf Heracleum Sphondylium in der Nähe des 
Jesuitenhofes an der Brennerstrasse. 



- 36 — 

Tuberculina persicina (Ditm.) Sace. auf Puccinia 
suaveoleus (Pers.) Eostr. auf Cirsium arvense am Wege 
zum Peterbrünnl ; 

— auf Aecidium Magelhaenicum Berk, auf Berberis 
vulgaris bei Ferneck; 

— auf dem durch Infection mit Gymnosporangium 
clavariaeforme erhaltenen Aecidium auf Cydonia vulgaris 
im botan. Garten in Innsbruck. 

Uredineae. 

üromyces Viciae Fabae (Pers.) auf Vicia Faba bei 
Thaur; bei Hall; 

— auf Orobus vernus Waidbruck bei Bozen (463 m). 
Ur. Limonii (DC.) auf Armeria alpina auf dem 

Schiern 1881 gesammelt von Kellner, eingelegt 5./5. 1883. 

Ur, Polygoni (Pers.) Fckl. auf Polygonum aviculare 
am Wege zum Peter-ßrünnl ; bei Jenbach ; in Brennerbad. 

Ur, Silenes (DC.) Fckl. auf Silene nutans beim 
w^eissen Knot an der Stilfserjochstrasse (ca. 2700 m) 
17./8. 1887. 

Ur. Trifolii (Hedw.) Lev. auf Trifolium repens auf 
einer wüsten Stelle beim Pädagogium in Innsbruck 

10./9. 1882; 

— auf Onobrychis sativa in der Innau nächst dem 
Peterbrünnl; im Ahrenthal bei Innsbruck. 

Ur. appendiculatus (Pers.) Lev. (Ur, Phaseoli 
[Str.]) auf Phaseolus vulgaris unweit des Friedhofes bei 
Innsbruck, 

Ur. Geranii (DC), das Aecidium auf Geranium pu- 
sillum bei St. Michael in Eppan (410m) 23./5. 1885. 

Ur. Valerianae (Schum.) Fckl. auf Valeriana offi- 
cinalis in der Innau nächst dem Peterbrünnl; 

— auf Valeriana tripteris bei Wilten; am Wege 
nach Vill. 

Ur. Acetosae Schroet. die Uredo auf Kumex acetosa 
im Seilrain. 



— 37 — 

Ur. Primulae Feld., das Aecidium auf Primula 
villosa im Satidestlial ; bei Trins im Gscliuitzthale ; — 
auf Primula pubesceus cultivirt im botan. Garten 8./5. 
188G. Peyritsch bemerkt dazu: Die Pflanze war im 
vorigen Jahre lebhaft mit dem üromyces (Aecidienform). 

Ur. Primulae integrifoliae DC. auf Primula 
minima auf dem Hühnerspiel. 

Ur. Dactyl id is Otth, das Aecidium auf Kauunculus 
bulbosus zwischen ßum und Thaur; bei Mühlau; am Wege 
zwischen Arzl und Kum; 

— Uredo und üromyces auf einem Grase zwischen 
Arzl und Rum. 

Ur. Poae Rbh., das Aecidium auf Ranunculus Ficaria 
in der englischen Anlage bei Innsbruck; auf der Wiese 
nächst dem Rennwege bei Innsbruck. 

U r. P i s i (Pers.) d By., das Aecidium (Aec. Euphorbias 
Pers.) auf Euphorbia Cyparissias am Wege zum Spitzbühel; 
bei Hotting; bei Innsbruck; auf dem Paschberge; bei 
Amras; bei der Weiherburg; bei Kranebitten; 

— Uredo und Üromyces auf Vicia Cracca in der 
Innau nächst dem Peterbrünnl; 

— auf Lathyrus pratensis auf dem ßergisel. 

Ur. s tri at US Schroet. (zu ihm gehört ebenfalls das 
Aecidium auf Euphorbia Cyparissias, und kann daher ein 
Theil der für das Aecidium von Üromyces Pisi angeführten 
Standorte zu dieser Art gehören). Uredo und Üromyces 
auf Medicago minima auf dem Friedhofe bei der Weiher- 
burg; 

— auf Medicago falcata an der Strasse zwischen 
Kranebitten und Zirl häufig; am Bahnhofe von Auer. 

Ur. ambiguus (DC.) auf Allium sp. auf dem 
Guntschnaberg bei Gries. 

Ur. Astragali (Op.) Sacc, die Uredo auf Astragalus 
Onobrychis an der Brennerstrasse. 

Ur. Anthyllidis (Grev.) auf Anthyllis vulneraria 
bei Auer; im Ahrenthal bei Innsbruck. 



— 38 — 

Ur. Alchemillae (Pers.) Schroet. auf Alchemilla 
vulgaris auf dem Fimberbodeu im Paznauu (2000 m) ; auf 
der Fimberalpe; hei Tbaur; am Heiligen Wasser; beim 
Breunerbad; auf dem Brenner. 

Ich kann keinen Grund bisher finden, weshalb man 
diesen Pilz von Uromyees abtrennen und in eine eigene 
Gattuug Trachyspora Fckl. stellen soll, wie das Fuckel, 
und neuerdings Schroeter in den Pilzen Schlesiens I. 
S. 349, 350 thun. 

Ur. Behenis (DG.) Ung. auf Silene inflata, das 
Aecidium sehr reichlich auf den Stöcken am Wege von 
Igls zum Lanser See 11./ 9. 1889. 

Ur. excavatus (DC.) Magnus auf Euphorbia Cy- 
parissias bei Amras ; bei Ischgl in Paznaun ; im Mittel- 
gebirge bei Sparbereck (890 m.) ; auf der Franzenshöhe. 

ür. Cacaliae (DC.) Ung. auf Adenostyles albifrons 
im Hallthal unfern vom Herruhaus; im Vennathal am 
Brenner; auf der Stamseralpe. 

Ur. Phyteumatum (DG.) Ung. aufPhyteuma hemi- 
sphaericum am Finsterthaler See bei Külitai. 

Ur. Ornithogali Lev. auf Gagea pratensis bei 
St. Pauls in Eppan (388 m) ; auf Gagea lutea im Hohlwege 
vor Efferdach lg. Zarli. 

Ur. Ficariae (Schum.) auf Ranunculus Ficaria im 
Amraser Parke, 

Ur. scutellatus (Schrank) auf Euphorbia Cyparissias 
bei Hotting. 

Pileolaria Terebiuthi Cast. Die Uredo auf 
Pistacia Terebinthus auf dem Guntschnaberge bei Gries. 

Puccinia Galii (Pers.) Schroet. auf Galium Mollugo 
bei Thaur; bei Matrei; bei Atzwang; 

— auf Galium verum au der Brennerstrasse bei 
Innsbruck. 

Puc. Thesii (Desv.) Chaill. auf Thesium montanum 
auf Bergwiesen der Mendel; 

- — auf Thesium sp. bei Absam. 



— 39 — 

Puc. Caltliae Lk. auf Caltha palustris au den 
Wassergräben m der Innau nächst Egerdach. 

Puc. Tanaceti DC. auf Artemisia vulgaris am 
liuken Eisakufer bei Bozen; 

— auf Artemisia Absinthium im botan. Garten zu 
Innsbruck. 

Puc. obtusa Schroet. auf Salvia verticillata am 
Wege zwischen Arzl und Eum rechts an Ackerrändern. 

Puc. Geutianae (Strauss) Lk. auf Gentiana acaulis 
bei Trius im Gschnitzthale; auf den Hügeln zwischen 
Patsch und Igls. 

Puc. Porri (Sow.) Wint. auf Allium carinatum auf 
sonnifjen Hügeln bei Absam unter Gebüsch. 

Puc. Cirsii lanceolati Schroet. auf Cirsium lan- 
ceolatum bei Rum; nächst dem Peterbrünnl. 

Puc. Prenanthis (Pers.) Feld, auf Prenanthes 
purpurea am Wege nach Vill. 

Puc. Lampsanae (Schultz) Fckl. auf Lampsana 
communis (gezogen als Rhagadiolus stellatus) im botan. 
Garten zu Innsbruck mit Aecidium und Uredolagern schon 
am 17. Mai 1884; nur mit Aecidium am 23. April 1884. 

Puc. Epilobii DC. auf Epilobium sp. bei Pane- 
veggio. 

Puc. Violae (Schum.) DC. auf Viola sp. bei Brixen ; 

— das Aecidium auf Viola sp. im Mittelgebirge bei 
Sparbereck 29./5. 1887; 

— auf Viola sp. bei Ferneck; bei Sparbereck, das 
Aecidium 17./5. 1883; 

— auf Viola sp. bei Bozen. 

Puc. Convolvuli (Pers.) auf Convolvulus sepium 
bei Bozen; bei Auer. 

Puc, Adoxae Hedw. f., das Aecidium (Aec. albes- 
cens Grev.) auf Adoxa Moschatellina im Amraser Parke 
1./5. 1883. 

Puc. Soldanellae (DC.) auf Soldanella pusilla auf 
der Stamseralpe. 



— 40 — 

Puc. Dubyi J, Müll. Arg. auf Androsace obtusifolia, 
auf den Blättern und Blütenschäften auf der Rofanspitze 
(bei Brixlegg, ca. 2286 m) 2./6. 1883. lg. ßilek. 

Dieser Pilz wurde bisher nur auf Androsace Laggeri 
in den Pyrenäen und auf Androsace glacialis auf dem 
Albula in Eugadin am Fusse der Cresta Mora gesammelt 
(Vgl. Ed. Fischer in den Berichten der Schweizerischen 
Botan. Gesellschaft Heft I 1890 S. 44.) 

Puc. Pimpinellae (Strauss) Lk. auf Pimpinella sp. 
bei Brennerbad ; das Aecidium bei Trins im G schnitz thale 
22./5. 1882; in der Innau beim Peterbrünnl; zwischen 
Amras und Wilten; bei Innsbruck. 

Puc. Menthae Pers. auf Clinopodium vulgare bei 
der Schweinsbrücke bei Mühlau; 

— auf Mentha sp. bei Innsbruck ; bei Zirl ; am Pasch- 
berg; 

— auf Calamintha officinalis an der Strasse zwischen 
Kranebitten und Zirl; 

— auf Mentha piperita und anderen Arten im botan. 
Garten zu Innsbruck. 

Puc. graminis Pers., das Aecidium auf Berberis 
vulgaris bei Innsbruck; am Turrachgraben bei Klammeck 
(ca. 1000m) 17./6. 1882; auf der Weiherburg; 

— Die üredo und Puccinia auf Triticum repens an der 
Brennerstrasse; Innau nächst dem Peterbrünnl; bei Rum; 

— auf Triticum vulgare bei Innsbruck mit dichten 
Teleutosporenlagern 28./7. 1881; 

— auf Poa bei Mühlau; bei Wilten; Brennerstrasse 
bei Innsbruck; 

— auf Lolium perenne bei Wilten; Sillhöfe bei 
Innsbruck; Gegend von Ampass; 

— auf Dactylis glomerata am Wege zum Peterbrünnl. 
Puc. coronata Cda. das Aecidium auf Rbamnus 

Frangula am Wege vom Höttiugerbilde zum Kerschbuchhof ; 
^— auf Rhamuus cathartica bei Afling; 

— auf Rhamnus saxatilis bei Absam. 



— 41 — 

Puc. Sesleriae Reich., das Aecidium auf lihamuus 
pumila am Arlberg, Vorarlberger Seite iu der Höhe vou 
Stuben (1418 m) 27-/6. 1886. 

Puc. liubigo vera (DC), das Aecidium auf Sym- 
phytum officinale auf Wiesen bei Anii'as; 

— die üredo auf Bromus mollis am Feldweg bei 
Hotting. 

Puc. P oar urn Nielsen, das Aecidium auf Tussilago 
Farfara bei Innsbruck; bei Wilten; auf dem Schlüsseljoch; 

— auf Petasites sp. bei Stuben am Arlberg (1418 m). 

Puc. Magelliaenica J. Peyritsch Mscr., das Aeci- 
dium (Aec. Magelhaeuicum Berk.) auf Berberis vulgaris 
bei Ferneck; Breitthal bei Innsbruck; beim Spitzbühel; bei 
Hall; bei Mutters (813m); zwischen Egerdach und Hall. 

J. Peyritsch hat am 10. Juli 1888 eine Uredo und 
Puccinia auf Arrhenatherum elatius in der Umgebunsj von 
Berberissträuchern mit Aecidium Magelhaeuicum Berk, über 
dem Tschurtschenthaler Keller bei Innsbruck gesammelt, 
die er auf dem Zettel als üredo Magelhaenica und Puccinia 
Magelhaenica bezeichnete, weil er sie als zum Aecidium 
Magelhaenicum Berk, gehörige Teleutosporenform ansprach. 
Diese seine Vermuthung prüfte er durch ein erfolgreich 
angestelltes Experiment, dessen Belegstücke im Innsbrucker 
Uuiversitätsherbarium sind. Er inficirte am 2(3- Mai 1888 
Avena elatior mit den Sporen von Aecidium Magel- 
haenicum und legte am 9. Juni 1888 und 2. uud 23. Juli 
1888 inficirte Halme ein, deren Blätter reichlich Uredo- 
haufen trugen. 

Die von mir genau untersuchte Pucciuia erwies sich 
als ziemlich nahe stehend der Puccinia perplexans Plowr, 
auf Alopecurus pratensis, die nach Plowrights überzeugen- 
den Versuchen mit dem Aecidium auf Ranunculus acer 
zusammeuhängt. Wie bei dieser treten die üredosporeu 
in kleinen länglichen bis abgerundeten zuweilen zusammen- 
fliessenden Häufchen auf beiden Blattseiten auf und sind 
von goldgelber Färbung. Zwischeu den Sterigmen treten 



— 42 — 

viele keuleniormige oder mit kugeliger Endanschwellung 
versehene (capitate nennt sie Plowright) Parapliysen auf, 
wodurch sie leicht von den Uredohäufchen der Puccinia 
corouata und Pucc. Rubigo vera zu unterscheiden sind. 
Die Uredosporen sind kugelig bis oval 20*6— 24'5 |X hoch 
und 16,8 — 19,4 \x breit. Die Teleutosporen treten in 
kleinen, strichförmigen, schwarzen Häufchen auf, die lange 
von der Epidermis bedeckt lileiben. Jedes Häufchen ist 
zusammengesetzt aus mehr oder minder zahlreichen Grup- 
pen von Teleutosporen, von denen jede von linearen Para- 
physen umgeben ist, welche also die einzelnen Teleuto- 
sporen-Gruppen jedes Häufchens von einander trennen. 
Die .Scheitelwand der oberen Zelle der Teleutospore wird 
durch die von ihr zusammengedrückte Epidermis auch 
wiederum gedrückt und muss sich ihr in der Ausnützung 
des geringen Raumes eng anschmiegen. Doch erkennt 
man an dieser platt gedrückten oberen Wandung immer 
noch den nur schwach verdickten eigentlichen Scheitel 
der Teleutospore, durch den der obere Keimporus geht; 
er ist meistens nach der einen Seite abgedrückt. 

Ich stehe daher nicht an, diese Art als eine neue zu 
betrachten, die ich mit dem Peyritsch'schen Manuscript- 
namen bezeichne, und die vielleicht zu Aecidium Magelhae- 
uicum Berk, gehört. Zu bemerken ist noch, dass Plowright 
in the Quarterly Journal of Microscopical Science New Series 
Vol. XXV S. 164 — 166 bemerkt, dass er mit keimenden 
Teleutosporen von A vena elatior, die er als Puccinia 
perplexans bezeichnete, Aecidium auf Ranunculus acer 
erzeugte und mit letzterem Aecidium Uredo auf Avena 
elatior erhielt. Doch erwähnt er das nicht mehr in seinem 
später 1889 erschienen Monograph of the British Uredineae 
und Ustilagineae , wo er vielmehr S. 180 für Puccinia 
perplexans nur Alopecurus pratensis als ^ährpflanze an- 
giebt, und S. 181 ungewiss lässt, ob zu seiner Puccinia 
persistens auch eine Uredo auf Avena elatior gehört. 



— 43 — 

Puc. Maydis Carradori auf Zea Mays bei luus- 
bruck; bei Kura. 

Puc. Phragmitis (Schum.) Körn, auf Phragmites 
communis bei Amras; Iimau nächst dem Peterbrünnl; 
Sumpfwiesen bei Zirl ; bei Bozen. 

Puc. Caricis (Schum.) Rebent., das Aecidium auf 
Urtica dioica bei Mühlau unweit der Kirche. 

Puc. Cesatii Schroet. auf Andropogon Ischaeraum 
auf der Brennerstrasse bei Wilten; im Ahrenthale bei 
Innsbruck (820 m) ; zwischen Arzl und Rum, 

Puc. silvatica Schroet., das Aecidium auf Tara- 
xacum officinale im Venuathale; 

— Aec. auf Crepis sp. bei Mühlau. Dieses Aecidium 
tritt nur in einzelnen Gruppen auf zerstreuten Blattflecken 
auf, wodurch es sich leicht von dem Aecidium von Puccinia 
Crepidis Schroet. unterscheidet, das zunächst die ganzen 
Schosse durchzieht und dessen Aecidien gleichmässig über 
die ganze Blattunterseite aller Blätter der ergriffenen 
Schosse auftreten. Nach Beobachtungen und Versuchen, 
die ich mit einem am 10. Juni 1888 auf der Wiese bei 
der Walthersdorfer Mühle in der Sächsischen Schweiz 
ebenso in einzelnen Gruppen auf Blattflecken von Crepis 
aufgetretenen Aecidium angestellt habe, gehört es zu 
Puccinia silvatica Schroet., deren Uredo ich durch Aussaat 
der Aecidiumsporen auf Carex brizoides in Berlin erhielt. 
Allerdings hatte eine Aussaat auf Carex ligerica, auf der 
bei Berlin Puccinia silvatica Schroet. ebenfalls auftritt, 
keinen Erfolg. 

Puc. suaveolens (Pers.) Rostr. auf Cirsium arvense 
auf Aeckern bei Innsbruck ; in der Nähe des pathologischen 
Institutes in Innsbruck; in der Nähe des Friedhofes in 
Innsbruck. 

Puc. Taraxaci Plowr. auf Taraxacum officinale bei 
Hotting; bei Vill; auf der Frauzenshöhe. 

Puc. Centaureae Mart, auf Centaurea Jacea am 
Eisenbahndamme nächst dem Peterbrünnl; 



— 44 — 

— auf Centaurea Scabiosa bei Mühlau; am Breitbühel; 
an der Brennerstrasse bei Wilten. 

Puc. Hieracii (Schum.) Mari auf Crepis sp. beim 
Breimerbad; beim Peterbrüunl; 

— auf Hypochoeris uuiflora bei Galtür iu Paznaun; 

— auf Hieracium sp. am Wege nach Mutters (ca. 
813 m); am Eisenbalmdamme nächst dem Peterbrünnl. 

Puc. Cirsii Lasch, auf Cirsium eriophorum am 
Wege von Colfuschg zum Grödnerjoch (ca. 2000 m); 

— auf Cirsium sp. bei St. Vigil iu Enneberg (ca. 1 183 ra) ; 

— auf Carduus acanthoides auf Aeckern bei Wilten; 

— auf Carliua acaulis am Aufstieg vom Brenuerbad 
zur Badalpe. 

Puc. Oreoselini (Strauss) Körn, auf Peucedanum 
Oreoselinum am Wege von Thaur nach Absam. 

Puc. bullata (Pers.) Schroet. auf Peucedanum 
Cervaria bei Bozen ; am linksseitigen Eisakufer bei Bozen ; 

— auf Libauotis montana am Paschberge; 

— auf Aethusa Cynapium bei Hall. 

Puc. Polygon! Pers. auf Polygonum Convolvolus 
auf Aeckern zwischen Innsbruck und Amras. 

Puc. Bistortae DC. auf Polygonum Bistorta im 
Sellraiu ; bei See in Paznaun ; bei St. Christina im Grödner- 
thal (1250 m); 

— auf Polygonum viviparum bei Galtür (1537 m.); 
am Aufstiege vom Brennerbad zur Badalpe; auf der 
Frauzenshöhe. 

Puc. Acetosae (Schum.) Körn, auf Rumex arifolius 
im Seilrainthal (902 m.); 

— auf Rumex acetosa bei Wilten; bei Bozen am 
linksseitigen Eisakufer. 

Puc. Rumicis scutati (DC.) auf Rumex scutatus 
auf dem Sporn zwischen der Sill und dem Inn (Mühlau). 

Puc. Tragopogi (Pers.) auf Tragopon sp. aufwiesen 
zwischen Thaur und Hall; Innau bei Amras; in der Nähe 



— 45 — 

der Breiinerstrasse (ca. 630 m); Wiesen bei Aldrans 
(ca. 900 m). 

Puc. Liliacearum Duby auf Oruithogalum umbel- 
latum auf Wiesen in der Nähe des Friedhofes bei Inns- 
bruck. 

Puc. Morthieri Körn, auf Geranium silvaticum im 
Fimberthal. 

Puc. Geranii silvatici Karst, auf Geranium silva- 
ticum auf der Franzenshöhe (ca. 2700 m). 

Puc, enormis Fckl. auf Chaerophyllum Villarsii 
auf der Franzenshöhe an der Stilfserjochstrasse, erste Ser- 
pentine (ca. 2700 m). 

Puc, Aegopodii (Schum.) Lk, auf Aegopodium 
Podagraria bei Amras und im Amraser Parke; unter 
dem Wiltener Steinbruche, 

Puc. Saxifragae Schlechtdl. auf Saxifraga rotundi- 
folia im Fimberthal, Bodenalpe in Paznaun. 

Puc. ßetouicae (Alb. & Schwein.) DC. auf Betonica 
officinalis auf feuchten Wiesen bei Vols; bei Afling bei 
Innsbruck. 

Puc. alpina Fckl. auf Viola biflora am Arlberg. 

Puc. fuse a Relhan auf Anemone nemorosa im 
Amraser Park ; über den Steinbrüchen bei Wilteu ; Innau 
bei Amras; im Breitthale; am Paschberge. 

Puc. Cr uc if er arum Rud. auf Cardamiue resedi- 
folia auf der Franzenshöhe am Stilfserjoch ; auf der 
Stamseralpe (1856 m). 

Puc. expansa Lk. auf Senecio cordatus bei der 
Waldrast; im botanischen Garten in Innsbruck. 

Puc. Arenariae (Schum.) Schroet, auf Stellaria 
media am Wege vom Innrain zum Friedhofe bei Innsbruck ; 

— auf Möhringia sp. am Wege nach Ranggen bei Zirl, 
Puc. Malvacearum Moni auf Althaea rosea im 

botau, Garten in Innsbruck 17,/ 5. 1884; 

— auf Althaea ficifolia im botan. Garten zu Inns- 
bruck 21./6, 1884; 



— 46 — 

' — auf Malva borealis im botan. Garten zu Inns- 
bruck 21. /6. 1884; 

— auf Malva silvestris bei Thaur. 

Puc. Thlaspeos Schub, auf Arabis pumila auf der 
Franzeüshöhe am Stilfserjoch (2183 m); aufThlaspi alpestre 
bei Mathon und Ischgi iu Pazuauu 26-/7. 1888. 

Puc. Aster is Duby auf Acliillea Millefolium am 
Paschberge ; 

— auf Artemisia vulgaris am linken Eisakufer bei 
Bozen. 

Puc. Veronicarum DC. auf Veronica urticifolia 
am Wege nach Vill; am Wege nach Laus; bei Ratzes. 

Puc. Salviae Ung. auf Salvia glutinosa am Wege 
nach Vill. 

Puc. annularis (Strauss) auf Teucrium Chamaedrys 
am Paschberge lg. Zarli. 

Puc. Anemones virginianae Schwein, auf Atra- 
gene alpina auf der Franzenshöhe in der Nähe des Alpen- 
klubsteiges ; bei San Martino di Castrozza ; bei der Walclrast. 

Triphragmium echinatum Lev. auf Meum Mu- 
tellina selten auf der Franzenshöhe in dem Thälchen, das 
gegen die casa di Botteri hineinzieht; Fimberboden. 

Phragmidium Fragariastri (DC.) Schroet. auf 
Potentilla alba am Mendelpass; in der Alpenanlage des 
botan. Gartens in Inusbruck. 

Phr, Tormentillae Fckl. auf Potentilla Tormentilla 
Sibth. bei Wattens. 

Phr. V i 1 a c e u m (Schultz) Wint. auf Rubus sp. am 
linksseitigen Eisakufer bei Bozen; am Wege zum Lanser- 
kopf; bei Kranebitten; bei Hotting; bei Araras. 

Phr. subcorticium (Schrank) Wint. auf Rosa sp. bei 
Rum ; an der Ellbögener Strasse (ca. 1000 m) ; beim Peter- 
brünnl; am Wege nach Lans; Turrachgraben bei Inns- 
bruck (1000 ni); im Fimberthal; Fimberalpe. 

Phr. fusiforme Schroet, auf Rosa alpina bei 
Brennerbad. 



— 47 — 

Phr. Kubi Idaei (Pers.) Wiut. auf Rubus Idaeus 
bei Ferueck; bei Amras; am Paschberge. 

Phr. Potentillae (Pers.) Wint. auf Potentilla 
argentea am Virgl bei Bozen; 

— auf anderen Potentilla-Arten beim heiligen Wasser ; 
bei der Waldrast; bei Gossensass; an der Brennerstrasse 
bei Wilten; beim Breunerbad; im Fimberthale. 

Endophyllum Sempervivi (Alb. & Schwein.) 
d By. auf verschiedenen Sempervivum-Arten am Schlüssel- 
joch; am Eofanjoch bei Brixlegg; auf der Franzenshöhe; 
am Guntschuaberge bei Bozen; 

— auf Sempervivum hirtum im botan. Garten in 
Innsbruck. 

Gymnosporangium Sabinae (Dicks.) Wint., das 
Aecidium auf Pirus communis bei Tschagguns in Montafon 
(in der Nähe ein Juniperus Sabina mit verdickten ange- 
schwollenen Aesten); bei Oetz; bei Thaur; bei Bludenz; 
bei Igels; bei Egerdach; am Wege von Egerdach nach 
Hall und bei Hall mit reifen der ßoestelia cancellata 
Eebent. genau gleichenden Aecidien, deren Peridien in 
der für diese Art charakteristischen Weise mit Längs- 
spalten aufgesprungen sind; doch bemerkt Peyritsch auf 
den Zetteln lür die Exemplare von Egerdach und Hall 
ausdrücklich, dass er weit und breit keinen Juniperus 
Sabina gesehen habe; — die Teleutosporen an Juniperus 
Sabina bei Thaur. 

Impfversuche hat Peyritsch mit Erfolg ausgeführt. 
Gymnosporangium Sabinae am 17. Mai 1887 auf Pirus 
communis ausgesät, hatte auf den Blättern viele ausge- 
dehnte flache gelbe Pilzflecken mit zahlreichen Spermo- 
gonien am 24. Juni hervorgebracht; am 1. September 
waren die flachen Pilzflecken zu angeschwollenen Beulen 
ausgewachsen und trugen aufgesprungene Aecidien. Ein 
am 8. Mai 1885 mit Gymn. Sabinae inficirtes junges 
Birnbäumchen trug am 31. August zahlreiche Pilz- 
beulen. 



- 48 -^ • 

G y m n. c 1 a V a r i a e f r m e ( Jacq.) Eeess, das Aecidium 
auf Crataegus Oxyacantha bei Ellbogen bei Innsbruck 
(1029 m); an Hecken in Wilten weit von Juniperus ent- 
fernt; am Wege vom Höttiuger Bilde zum Kerschbuchhof; 

— auf Sorbus Aria bei Hall; am Kerschbuchhof; 
in der Kranebitter Klamm bei Innsbruck ; bei Kranebitten ; 

— auf Pinus Malus bei Egerdach; bei Thaur; 

— auf Sorbus Chamaemespilus im Hallthale; am 
Waldraster jüchl (ca. 2000 m) ; 

— die Teleutosporen auf Juniperus communis bei 
Ampass (71Gm); bei der Hungerburg; in der Kranebitter 
Klamm lg. Bilek; bei Kranebitten; in der Nähe vou 
Patsch. 

Mit dieser Art hat Peyritsch zahlreiche Impfversuche 
unternommen. Mit Erfolg impfte er sie auf Cydonia 
vulgaris. Am 2. Mai 1885 mit den Sporidien von Gymno- 
sporangium clavariaeforme besäete Cydonia vulgaris trug 
am 22. Juni reichlich Spermogonien und Aecidieu mit 
langen Peridien und am 3. Juli solche mit langen an der 
Spitze aufgesprungenen Peridien. Am 9. Mai 1884 in- 
ficirte wurden am 4. Juli mit reichlichen langen Aecidien 
eingelegt. Die am 20. Mai 1887 mit den Sporidien des 
Gymnosporengium clavariaeforme besäete wurde am 25. Juli 
mit reifen Aecidien eingelegt; ebenso trug die am 
12. Mai 1888 mit Gymu. clav. inficirte Cydonia vulgaris 
bereits am 8. Juni Spermogonien und junge Aecidien ; am 
6. Juli waren schon die meisten der zahlreich entwickelten 
Aeeidiengruppen von Tuberculina persicina befallen. Dieses 
Resultat, das unzweifelhaft sicher erscheint, da Roestelia 
sonst nicht im botan. Garten auf Cydouia auftrat, ist 
sehr bemerkenswerth. 

Crataegus tanacetifolia, inficirt mit Gymnosporangium 
clavariaefolium am 12. Mai 1888 hatte zahlreiche Sper- 
mogonien auf vielen Pilzflecken im Juni entwickelt. 

Crataegus oxyacantha, inficirt mit Gymnosporangium 
clavariaeforme am 2. Mai 1883 wurde schon am 25. Juni 



— 49 — 

und am 16. Juli mit langeu schlauchförmigen Aecidien 
eingelegt; ebenso der am 10. Mai 1883 inficirte am 
18. August mit Aecidien, deren Peridien die beträchtliche 
Länge von 13 Centimetern erreicht haben. 

Junge Samenpflänzchen von Crataegus nigra am 
2. Mai mit Gymnosporangium clavariaeforme inficirt, 
trugen schon am 7. uud 16. Juui Aecidien, die bis zum 
16. Juli wiederum zu sehr beträchtlicher Länge heran- 
gewachsen waren. 

Crataegus Douglasii am 7. Mai 1886 iuficirt trug 
schon am 9. Juni Aecidien, die am 16. August auch zu 
beträchtlicher Länge herangewachsen sind. 

Eine am 10. Mai 1883 nach Peyritsch's Etiquette mit 
Gymnosporangium clavariaeforme inficirte Samenpflanze 
von Pirus communis trug am 16. Juli 1883 einen Pilzfleck 
an einem Blatte mit mehreren Spermogonien und einem 
Aecidium mit langer walzenförmiger Peridie; ein anderer 
gleichzeitig inficirter und gleichzeitig eingelegter Sämling 
zeigt an einem Blatte ein geringes Pilzfleckcheu mit 
wenigen Spermogonien ; an einem dabei liegenden Zweige 
eines älteren Baumes kann ich nichts von Aecidium wahr- 
nehmen. Ebenso lässt ein am 9. Mai 1884 angestellter 
Lupfversuch an dem am 4. Juli eingelegten Bäumchen 
keine Wirkung erkennen, und ein am 30. April inficirtes 
Birnblatt fiel ab, ohne einen Pilzflecken zu zeigen. 

Ein Impfversuch, vorgenommen am 2. Mai 1883 an 
einem Sämling von Sorbus Aria, hatte am 7. Juni 1883 
zahlreiche Pilzfleckchen auf einem Blättchen hervorgebracht. 

An der am 10. Mai 1883 geimpften und am 16. Juli 
1883 eingelegten Sorbus Aucuparia kann ich keinen Erfolg 
wahrnehmen. 

Gymn. juniperinum (L.) Wint., das Aecidium auf 
Sorbus Aucuparia am Waldrasterjöchl; bei Katzes; Wälder 
bei Kranebitten ; beim Bereifter Hof; 

— auf Aronia rotundifolia in den Wäldern bei Krane- 
bitten ; bei Gossensass ; 

Natimv.-med. Vfvfiiii 1802^93. 6 



— 50 — 

— die Teleutosporenlager auf Juniperus communis 
über der Hungerburg bei Innsbruck; beim Rechenhofe; 

— auf Juniperus nana am Waldrasterjöchl (ca. 2000 m) 
Viele Impfversuehe hat Peyritsch mit Erfolg mit 

dieser Art ausgeführt. Mespilus raacrocarpa am 11, Mai 
1887 geimpft, trug am 4. Juni gelbe Pilzflecken auf den 
Blättern. 

Pirus communis am 15. Mai 1885 inficirt, trug im 
September grosse dicke Pilzbeulen auf den Blättern. 

Sorbus Aria 1883 inficirt trug Ende September und im 
October wohl entwickelte Aecidien; dieselbe am 15. Mai 
1885 inficirt, trug am 15. Juli Pilzflecken mit reichlichen 
Spermogouien ; dieselbe am 17. Mai 1886 inficirt, hatte 
reichliche Aecidien mit schlauchförmigen Peridieu am 
31. August entwickelt; mit demselben Erfolg wurde sie 
am 11. Mai 1887 inficirt. 

Eine als Sorbus Aria X S. Chamaemespilus im botan. 
Garten zu Innsbruck bezeichnete Pflanze wurde am 
23. Mai 1888 mit Gymn. juniperinum inficirt und trug 
am 3. September 1888 dicke Pilzbeuleu. 

Pirus Malus am 15. Mai 1883 mit Gymn. juniper, 
inficirt trug im September dicke Pilzbeulen mit zahlreichen 
Spermogouien und jungen Aecidien; au den am 15. Mai 
1885 inficirten Pflänzchen waren im August zahlreiche 
Spermogonien auf den Pilzflecken entwickelt ; die schönsten 
Erfolge wurden mit den am 17. Mai 1886 inficirten 
Pflanzen erzielt, wo die inficirten Blätter am 20. August 
z. Th. schon Aecidien mit schlauchförmigen Peridien 
tragen; diese schlauchförmige Gestalt der Peridien hebe 
ich wegen der nachher zu erwähnenden Ansicht noch 
besonders hervor. 

Die am 15. Mai 1885 inficirte Sorbus Chamaemespilus 
hatte am 14. September 1885 an einem Blatte eines 
jungen Samenpflänzchens Spermogonien gebildet. Dass 
der Pilz nicht weiter fortgeschritten war, mag daran 
liegen, dass die jungen Samenpflänzchen im warm ge- 



— 51 — 

legeuen botan. Garten zu Innsbruck nicbt gerade gut 
gediehen sein mochten. 

Sorbus Aucuparia wurde 1883 und 1886 mit Erfolg 
mit Gymn. juniperinum geimpft. Ebenso wurde Aronia 
rotundifolia 1883 und 1885 mit schönem Erfolge geimpft. 
Ich hebe namentlich hervor, dass die jungen am 15. Mai 
1885 geimpften Samenpflänzchen von Aronia rotundifolia 
am 10. August schöne Aecidien mit langen schlauch- 
förmigen Peridien trugen; ebenso trugen im September 
1883 lange hornformige Aecidien die geimpften untersten 
Blätter der Zweige eines älteren Strauches. 

Die Blätter des am 4. Juni 1886 mit Gymn. juni- 
perinum inficirten Sorbus torminalis haben am 10. Sep- 
tember Pilzflecken mit Spermogonien entwickelt. 

Dasselbe gilt von Crataegus Pyracantha und Cydonia 
vulgaris, auf denen auch nur Pilzflecken mit Spermogonien 
erschienen sind. 

Diese mitgetheilten Impfversuche Peyritschs, die sich, 
wie schon hervorgehoben, sämmtlich in Belegsexemplaren 
mit Peyritschs Etiketten im Innsbrucker üniversitäts- 
herbarium finden, haben für eine Frage ein ganz beson- 
deres Interesse. Folgend Oersted und in üebereinstimmung 
mit Schroeter, Oudemans u. a, habe ich oben das Aecidium 
auf Sorbus Aria, Pirus Malus und Sorbus Chamaemespilus 
zu Gymnosporangium clavariaeforme gestellt. Nun hat 
aber Pey ritsch mit der Impfung der Gymnosp. clavariae- 
forme auf Sorbus Aria nur einen geringen Erfolg aufzu- 
weisen, der vom 2. Mai bis 7. Juni 1883 zur Bildung 
zahlreicher Pilzfleckchen führte. Ob Peyritsch in den 
folgenden Jahren keine Impfversuche mit Gymn. clavar. 
auf Sorbus Aria anstellte, oder ob sie fehlschlugen, lässt 
sich aus dem mir vorliegenden Herbar nicht ersehen. 
Hingegen hat er, wie oben schon gebührend hervorge- 
hoben, wiederholt Sorbus Aria, Pirus Malus und ein Mal 
Sorbus Chamaemespilus mit Gymn. juniperinum mit sehr 
gutem Erfolge geimpft. Das stimmt gut überein mit den 

6' 



— 52 — 

Resultaten von Rathay (Oesterr. Botan. Zeitschr. 1880 
S. 241 — 244) und Hartig (Lelirbucli der Baumkrankheiten 
2. Auflage S. 133 bezeichnet als Gymu. tremelloides Hart.), 
so dass ich mit C. v. Tubeuf (Centralbl. für Bacteriologie 
und Parasitenkunde Bd. IX 1891 S. 90) nicht zweifele, 
dass wenigstens für Tirol, die bairischen und österreichi- 
schen Alpen Roestelia penicillata auf Sorbus Aria and 
Pirus Malus zu Gymnosporangium juniperinum (L.) Wint 
gehört. Ich habe auch oben die laug schlauchförmige 
Gestalt der von ' Pey ritsch auf Sorbus Aria und Pirus 
Malus durch Infection erzogenen Aecidien hervorgehoben, 
wodurch sie sich der Form der Roestelia cornuta Sow. 
auf Sorbus Aucuparia sehr annähern. 

Eine zweite Uebereinstimmung mit Rathay 1. c. ist, 
dass auch Peyritsch Pirus communis mit Erfolg mit 
Gymu. clavariaeforme iuficirte. 

Hingegen ist keine Uebereinstimmung hinsichtlich 
der Cydouia vulgaris, wo Peyritschs Impfversuche die 
grössten und überzeugendsten Resultate grade ergeben 
haben. Während Riithay das Aecidium auf Cydonia vul- 
garis aus Gymnosporangium juniperinum erzogen hatte, 
hat Peyritsch von diesem auf Cydouia vulgaris bei einer 
am 23. Mai 1884 vorgenommenen Aussaat am 4. Juli nur 
wenige (2) Pilzfleeken mit Sperraogonieu erhalten; hin- 
gegen hat er durch Aussaat des Gymnosporang. clava- 
riaeforme auf Cydonia vulgaris, wie schon hervor- 
gehoben, die Aecidien in grösster Fülle in wiederholten 
Jahren erzogen. Auf Cydonia vulgaris wurden mithin 
von drei verschiedenen Gymnosporangium-Arten bisher 
Aecidien gezogen, nämlich 

von Gymn. juniperinum von Rathay 1. c, 
von Gymn. clavariaeforme von Peyritsch, 
von Gymn. confusum Plowr. von Plowright 

und Ed. Fischer (Zeitschrift für Pflanzeukrankheiten 
Bd. I S. 279—281). 



— 53 — 

Ob verschiedene Aecidieii auf Cydonia vulgaris auf- 
treten, wie dies wahrscheinlich ist, will ich jetzt nicht 
berühren und behalte das einer späteren ausführlicheren 
Erörterung vor. Jedeufalls sind aber diese Eesultate äusserst 
bemerkenswerth. Namentlich das verschiedene Resultat der 
Impfversuche Eäthays uud Peyritschs scheint anzudeuten, 
dass Gymn. clavariaeforme und Gymn. juniperinum sich 
in verschiedenen Gegenden oder unter verschiedenen Ver- 
hältnissen an verschiedene Zwischen wirthspflanzen angepasst 
oder vielleicht angewöhnt haben. Solche Gewohnheitsracen 
habe ich in Hedwigia 1892 S. 77 — 83 für wirthswechselnde 
Puccinien auseinandergesetzt. Es wäre sehr wichtig, diese 
Culturen in verschiedenen Gegenden mit recht verschie- 
denen klimatischen Verhältnissen aufzunehmen. 

Melampsora Helioscopiae (Pers.) Wint. auf 
Euphorbia Helioscopia bei Thaur; bei Innsbruck; bei 
Absam; bei Wilten; 

— auf Euphorbia Cyparissias an der ßrennerstrasse 
bei Wilten, 

Mel. Lini (Pers.) Tul. auf Linum catharticum bei 
Brennerbad; am Bahnhofe bei Auer. 

Mel. arctica Rostr. auf Salix retusa auf der 
Franzenshöhe über Kalk; 

— auf Salix herbacea an der Stilfserjochstrasse. 
Mel. farinosa (Pers.) Schroet. (üredo Caprearum 

DC.) auf Salix Caprea am Paschberge; am Wege nach Vill; 

— auf Salix sp. im Walde bei Vill; 

— auf Salix sp. bei Thaur. 

Mel. epitea (Kze & Schm.) Thm. auf Salix alba 
bei Bozen; 

— auf Salix sp. an der Series (1732 m); 

— auf Salix Lapponum im Oetzthal am Wege von 
Rofen zum Hochjochhospitz (1900— 2400 m.); 

— auf Salix reticulata im Fimberthal; auf der 
Franzenshöhe. 



— 54 — 

Mel. Treniulae Tul. am Wege nach Lans. Nach 
P. Nielsen gehört Caeoma Mercurialis (Mart.), das Peyritsch 
wiederholt im Amraser Parke getroffen hat, zu Melampsora 
aecidioides (DC.) auf Populus alba und P. tremula. 

Mel. populina (Jacq.) Cast, auf Populus nigra bei 
der Weiherburg bei Innsbruck. 

Mel. betulina (Pers.) Tul. auf Betnla alba im 
Araraser Parke. 

Mel. pustulata (Pers.) Schroet. (Pucciniastrum 
Epilobii Ottli.) auf Epilobium sp. im botan. Garten in 
Innsbruck. 

Mel. Padi (Kze & Schm.) Wint. auf Pruuus Padus 
auf dem Paschberge; am Wege nach Vill. 

Mel. Vacciniorura Lk. auf Vaccinium Myrtillus 
bei Amras; am Wege nach Vill. 

Mel. Pirolae (Gmel.) auf Pirola secunda im Hallthale ; 

— auf Pirola minor auf der Mendel; 

— auf Pirola uniflora am Aufstiege zum Fimber- 
boden; im Walde beim Brennerwolfen (ca. 1350 m). 

Melampsorella Cerastii (Pers.) Schroet. auf 
Cerastium arvense auf der Thalsohle des Vennathales ; am 
Eingange in das Vennathal; am Wege, der von der 
St. Nicolauskirche nach aufwärts führt; bei Hotting. 

Calyptospora Goeppertiana J. Kühn, das 
Aecidium (Aec. columnare Alb. & Schwein.) auf Pinus 
Picea bei ßatzes 1./8. 1883; bei Georgenberg; 

— die Teleutosporen auf Vaccinium Vitis Idaea im 
Walde bei Planetzing (ca. 650 m); bei Eatzes 18./7. 1882. 

Cronartium asclepiadeum (Wild.) Fr., das 
Aecidium (Peridermium Pini Fckl., Per. Pini corticolum 
vieler Autoren, Per. Cornui Kostr. & Klebahn) bei Spar- 
bereck; in der Baumschule von Fr. Geppert bei Inns- 
bruck. 

— Uredo- und Teleutosporen auf Cynanchum Vin- 
cetoxicum häufig in der Umgebung von Innsbruck; am 



— 55 — 

Paschberge ; bei Sparbereck ; am Wege zum Tummelplatz ; 
bei Mühlau; an der Sillseite des Bergisels; 

— auf Cynanchum alpinum im botau. Garteu in 
Innsbruck. 

Impf versuche mit Peridermium Pini auf Cynanchum 
Vincetoxicum hat Peyritsch 1887 und 1888 mit gutem 
Erfolge ausgeführt. Er giebt leider nur, wie schon oben 
hervorgehoben, die etwas zweideutige Bezeichnung Perid. 
Pini. Nach den Versuchen Cornu's und Klebahns handele 
es sich höchst wahrscheinlich um das riudenbe wohnende 
Peridermium Pini, wozu auch die als Peridermium Pini 
var. corticola bezeichneten Exemplare aus Sparbereck und 
Innsbruck in seinem Herbar gehören. Er inficirte am 
31. Mai und 1. Juni 1887 junge Samenpflanzen und ältere 
Stöcke und hatte bereits am 11. Juli die Blättchen der 
Samenpflanzen voll mit Uredolagern und am 8. Juli an 
welken Blättern der älteren Stöcke schon Teleutosporen- 
säulen. Die am 28. Mai 1888 geimpften Blätter der 
jungen Samenpflanzen trugen schon am 2. Juli reichlich 
Uredolager und ebenso die Blätter älterer Stöcke. 

Coleosporium Senecionis (Pers.) Lev. auf Se- 
necio silvaticus bei Sparbereck, lg, Bilek; bei Lans; am 
Lanser Kopfe; 

— auf Senecio Doronicum auf der Franzenshöhe, 
Col, Souchi arvensis (Pers.) Wint, auf Petasites 

officinalis bei Amras; 

— auf Adenostyles sp. am Abstiege vom Schiern zur 
Seiseralpe. 

Col, Campanulae (Pers.) Lev, auf Campanula pu- 
silla am Lanserkopfe; bei Amras; im botan. Garten zu 
Innsbruck ; 

— auf Campanula persicifolia bei Ischgl (1442 m); 

— auf Campanula glomerata im Walde bei Ferneck ; 
bei Thaur; 

— auf Campanula Trachelium beim Tummelplatz; 
in der Innau nächst dem Peterbrünnl ; am Hohlwege vor 



— 56 — 

Egerdach; zwischen Egerdach und Hall; ])ei Tliaur; iu 
der Gegend von Ampass (ca. 1000 m). 

Col. Euplirasiae (Schum.) Wint. auf Euphrasia 
Odontites bei Mühlau; 

— auf Melampyrum pratense bei Hauenstein; bei 
Brennerbad ; bei Ranggen nächst Zirl ; auf feuchten Wiesen 
bei Vols; am Paschberge. 

Chrysomyxa Rhododendri (DC.) dBy. , das 
Aecidium (Aec. abietinum Alb. & Schwein.) in Hinterdux 
(1475 m); bei Batzes; bei der Waldrast; am Wege zum 
Kitzbühler Horn; auf der Reitherspitze. — Die Uredo 
auf Rhododendron ferrugineum am Hühnerspiel. 

Chrys. Pirolae (DC.) Schrot. (Chr. piroratum [Körn.] 
Wint.) auf Pirola secunda bei Ratzes. 

Chrys. Abietis (Wallr.) Ung. auf Pinus Abies 
zwischen dem Bretterkeller und Tummelplatz bei Inns- 
bruck (ca. 600 m); in der Nähe des Jesuitenhofes am 
südlichen Mittelgebirge (867 m). 

Uredo Agrimouiae (DC.) Schroet. (Thecopsora 
Agrimoniae [DC] Dietel.) auf Agrimonia Eupatorium bei 
Wörgl. 

Ur. Polyp odii (Pers.) auf Cystopteris fragilis bei 
Sarnthein. 

Ur. Aspidiorum Peck, auf Polyj)odium Dryopteris 
im Vennathale (ca. 1370 m). 

Ur. Symphyti DC. auf Symphytum officinale ohne 
Angabe des Standortes. 

Ur. alpestris Schroet. auf Viola biflora bei 
Sarnthein. 

Caeoma Mercurialis (Mart.) Lk. auf Mercurialis 
perennis im Amraser Park. — Hinsichtlich der Zugehörig- 
keit zu Melampsora aecidioides vergl. das oljen Gesagte. 

Caeoma Saxifragarum (DC.) Schlchtdl. (Caeoma 
Saxifragae [Strauss] Winter) auf Saxifraga aizoides auf 
dem Tschirgant (2366 m) ; auf dem Schlüsseljoch (2230 m) ; 
Seiseralpe ; 



— 57 — 

— auf Saxifraga exarata im botaii. Garteu in Inns- 
bruck ; 

— auf Saxifraga androsacea, die 1883 vom Blaser 
geholt war und cultivirt wurde im botan. Garten zu 
Innsbruck, am 8. April 1884. Das Caeoma trat haupt- 
sächlich auf den Kelchblättern und Hochblättern des 
Blüthenschaftes auf, fehlt dagegen auf den Rosetten- 
blättern. 

Aecidium Clematidis DC. auf Clematis Vitalba 
am Etschdamm bei Branzoll. 

Dieses Aecidium gehört nach Dietel zur Puccinia 
Agropyri Ell. & Everh. (Oesterr. Bot. Zeitschr. 1892 p. 262). 

Aecidium Aquilegiae Pers. auf Aquilegia vul- 
garis am Wege von Ferneck zum Steinbruch bei Inns- 
bruck; in der Nähe des Steinbruches ober Wilten. 

Nach Plowright gehört dieses Aecidium zur Puc- 
cinia Agrostidis Plowr. auf Agrostis alba und Agr. vul- 
garis (Gard. Chronicle 1890 2. S. 139). 

Aec. Aconiti Napelli (DC.) Wint. auf Aconitum 
Napellus am Aufstiege zum Schiern. 

Aec. Magelhaenicum Berk. s. oben, 

Aec. Primulae DC. auf Primula glutinosa bei 
Santa Maria am Fusse des ümbrail (Italien), 

Aec. elatinum Alb. & Schwein, auf Pinus Picea bei 
St. Magdalena im Hallthale (1300 m). 

Aec. carneum Nees v. Esenb. auf Astragalus alpinus 
auf der Seiseralpe. 

Aec. Sommer feltii Johans. auf Thalictrum sp. bei 
Absam. 

Aec. Mei Mutellinae Wint. auf Meum Mutellina 
auf der Franzenshöhe; auf dem Fimberboden in Paznaun 
(ca. 2000 m). 

Aec. punctatum Pers. auf Anemone ranunculoides 
in der Nähe der Brennerstrasse bei Innsbruck; beim 
Bretterkeller. 



— 58 — 

Aec, Xylostei Wallr, auf Lonicera Xylosteiim am 
Wege vom Höttinger Bild zum Kerschbuchhofe ; 

— auf Lonicera alpigena am Wege von Stams zur 
Stamseralpe (ca, 1 600 m) ; 

— auf Lonicera nigra auf der Mendel; 

— auf Lonicera coerulea auf der Fimberalpe. 

Aec. Peyritschianum P. Magn. nov. sp. auf 
Oxalis corniculata L. auf dem Wege am Gutschnaberge 
zum Tscheipenthurm (262 m) bei Bozen. 

Peyritsch sammelte dort auf Oxalis corniculata dieses 
schöne Aecidium (s. Fig. 6 — 8) und bemerkt dazu auf 
einem Zettel, dass er in den Pilzen Deutschlands von 
Winter keine einzige Oxalis mit Aecidien angeführt fand. 
Die nähere Untersuchung ergab mir, dass ich es als neue 
Art unterscheiden muss, und es freut mich ganz besonders, 
dieselbe nach dem um die Kenntniss der Pflanzenwelt 
Tirols hochverdienten Entdecker benennen zu können. 

Auf Oxalis ist bisher nur ein Aecidium, nämlich das 
Aec. Oxalidis Thm. (Flora 1876 S. 425 — Saccardo Syll. 
Fung. VIL S. 783) beschrieben worden. Nach dem in 
der Mycotheca universalis Nr. 1226 ausgegebenen Exem- 
plare, sowie nach den im Berliner botanischen Museum 
befindlichen Exemplaren dieser Art stehen bei ihr die 
Aecidien einzeln zerstreut zwischen den Spermogonien, 
oder besser, Spermogonien stehen zwischen den einzeln 
stehenden Aecidien. Wie Thümen und de Toni dazu 
kommen, bei der Beschreibung dieser Art zu sagen , Pseudo- 

peridiis congestis, concentrice dispositis ..." ist 

mir unklar. Beim Aecidium Peyritschianum stehen im 
Gegentheile die Spermogonien stets mehr oder minder 
genau in der Mitte des Fleckens und sind stets zunächst 
von dicht gedrängt bei einander stehenden Aecidien um- 
geben, die einen mehr oder minder regelmässigen Wall 
um den von den Spermogonien eingenommenen Hof 
bilden (s. Fig. 6 — 8). In diesem Walle stehen die Peri- 
dien der einzelnen Aecidien so dicht bei einander, dass 



— 59 — 

sie sich mit ihren radialen Wänden gegenseitig berühren 
und drücken. Dieser Wall kann aus einer einfachen oder 
zwei- bis fünffachen Reihe von Aecidien in grösserer oder 
geringerer Ausdehnung bestehen. Aussen von diesem Walle 
treten dann von ihm getrennt noch häufig einzelne, oder 
strich- oder bogenförmige Gruppen von Aecidien auf 
(s. Fig. 7). Diese Aecidiengruppen standen an den unter- 
suchten Blättern stets auf der Blattunterseite. Ausserdem 
treten bei Aecidium Oxalidis Thm., wenigstens an den 
gesehenen Blättern, die Peridien weit weniger über die 
Oberfläche heraus, als bei meinem Aecidium Peyritschianum 
und die Aecidiensporen haben bei letzteren eine weit 
stärkere Membran, als bei Aecidium Oxalidis Thm. Wahr- 
scheinlich ist Aecidium Peyritschianum P. Magn. ein 
isolirtes Aecidium. 

Basidiomycctes. 

Exidia spec, wahrscheinlich Exid. impressa (Pers.) 
auf todten Laubzweigen im Walde bei Sparbereck. 

Auricularia mesenterica Bull, im Wäldchen 
vor dem Hofgarten bei Innsbruck. 

Exobasidium Vaccinii Woron. auf Vaccinium 
Vitis Idaea bei den Eislöchern bei Eppan; Brennerbad bei 
der Badalpe im Walde; bei Ratzes; im Kaunserthal; in 
der Waldregion bei Umhausen im Oetzthal; im Mittel- 
gebirge bei Hall (Volders); bei Kitzbühel; 

— auf Vaccinium Oxycoccos in Seefeld beim See; 

— auf Vaccinium Myrtillus im Walde bei Igels; 

— auf Vaccinium uliginosum am Puflatsch; 

— auf Rhododendron ferrugineum bei der Waldrast; 
auf der Pranzenshöhe ; 

— auf Rhodod. hirsutum im Innsbrucker botanischen 
Garten ; 

— auf Rhodod. intermedium auf der grünen Insel 
auf der Franzenshöhe ; auf der Zerag-Alpe unweit Brenner- 
bad. 



— 60 — 

— auf Arctostapliylos uva ursi auf der Franzensliöliu 
einige Serpentinen unterhalb des Joches. 

Thelephora terrestris Ehrh. bei Amras. 

Hydnum zonatum Batsch Georgenberg bei Schwaz 
(827 m); bei Mühlau. 

M e r u 1 i u s 1 a c r y m a n s (Wulf.) Schum. im Glashause 
des botan. Gartens in Innsbruck. 

P o 1 y p o r u s a m o r p h u s Fr. auf einem Baumstrunk e 
bei Egerdach. 

Schizophy Hum alneum (L.) Schroet. in einem 
Glashause des botan. Gartens in Innsbruck, 

Agaric US melleus Vahl. Das Mycel, Khizoniorpha 
subcorticalis, unter der Rlude eines Baumes in der eng- 
lischen Anlage bei Innsbruck. 

Auch die langen stielrunden Stränge der Rhizo- 
morpha subterranea hat Peyritsch in ßrunnenröhren bei 
Mühlau am 16. März 1883 beobachtet. 

Crucibulum vulgare Tul. bei Innsbruck am 
Paschberge. 

Ascomycetes. 

Exoasceae. 

In der Umgrenzung der Gattungen und der Bezeich- 
nung der Arten folge ich der Monographie von Prof 
Dr. R. Sadebeck: Die parasitischen Exoasceen (Jahrbuch 
der Hamburgischen wissenschaftlichen Anstalten X, 2 
1893). 

Exoascus Pruni Fckl. auf Prunus Padus L, bei 
Mutters (813 m) 26-/8. 1882 (und 11. /6. 1880 lg. Wallner 
ohne Standort und 13./6. 1881 ohne Standort). 

E. Insititiae Sadeb. auf der Unterseite der Blätter 
der von ihm erzeugten Hexenbesen von Prunus Insititia 
bei ein paar Bauernhöfen bei Thaur am oberen Wege 
nach Absara (ca. 600 m) 1./5. 1884. 

E. C e r a s i (Fckl) Sadeb. (E. Wiesneri Räthay pr. p.) 
auf Hexenbesen von Prunus avium bei Thaur (628 m) 



— 61 — 

4./5. 1884 und 19./4. 1885; Iglerhof in Igels (884m) 
10./6. 1883; Gegend des Spitzbiihel (614 m) 8./1. 1883; 
Prockenhöfe beiAldrans (650m) 14./5. 18S3; ober Mühlau 
(614 m) 9./5. 1883. 

E. epiphyllus Sadeb, auf Hexenbesen von Alnus 
incana am Spitzbiihel (ca. 614 m) 27. /3. 1885 (Knospen 
der Hexenbesen schon aufbrechend, während die normalen 
Knospen noch geschlossen sind), 19./4. 1885 (die ersten 
Blätter der Knospen sind zwar aus den Knospen heraus- 
getreten, aber noch ganz klein und zusammengefaltet), 
19./ 12. 1882 und 22./ 2. 1883 (alle Knospen noch ge- 
schlossen), 8./6. 1883 (mit entfalteten Blättern, auf deren 
Unterseite z. Th. schon das Hymenium ausgebildet ist); 
auf der Hungerburg (917 m) 14./ 1. 1883; am Wege zum 
Kecheuhof (ca. 892 m) 12./11. 1882; ober Mühlau 14./3. 
(ohne Jahreszahl); oberhalb Arzl (ca. 650m) 14./4. 1883 
(die Knospen des Hexenbesentriebes mächtig angeschwollen 
und eben aufbrechend) und 6-/5. 1883 (die ersten Blätter 
sämmtlicher Knospen schon herausgetreten); bei der 
Schweinsbrücke (ca. 610 m) 22./5. 1883. 

Von ganz besonderem Interesse sind Infectionsver- 
suche, die Peyritsch mit dieser Art schon 1884 und 1885 
mit Erfolg angestellt hatte, und die vollauf die von K. 
Sadebeck 1890 in seinen kritischen Untersuchungen über 
die durch Taphrina-Arten hervorgebrachten Baumkrank- 
heiten (Jahrbuch der Hamburgischen Wissenschaftlichen 
Anstalten Bd. VIII. 1890 S. 12—15) veröffentlichten Re- 
sultate bestätigen. So inficirte er die Gipfel einer jungen 
Samenpflanze von Alnus incana am 29. Mai 1884 und 
legte sie mit den jungen einmal verzweigten deutlich 
entwickelten Hexenbesen am 20. Juni 1885 ein, und in 
einem anderen gleichzeitig unternommeneu Impfversuche 
am Zweige eines älteren Baumes erhielt er in derselben 
Zeit Hexenbesentriebe. Eine vom 24. Juni 1885 bis zum 
24. October 1885 fortgeführte Versuchsreihe war auch 
sowohl au einer Samenpflanze, als auch an Aesten älterer 



— 62 — 

Pflanzen von Erfolg begleitet. Die Belegsexemplare dieser 
interessanten Versuche werden, wie das ganze Peyritseh- 
sche Herbar in dem botanischen Institute der Universität 
Innsbruck aufbewahrt. 

E. turgidus Sadeb. auf grossen Hexenbesen von 
Betula alba am Spitzbühel Q./b. und 28./ 5. 1884 und 
27. /2. 1887, gesammelt von Zarli. 

Taphrina bullata (Berk. & Br.) Tul. auf Pirus 
communis zwischen Brixlegg und Kramsach (ca. 520 bis 
550 m) 20./ 5. 1888. 

Taphrina aurea (Pers.) Fr. auf Populus nigra am 
Wege von der Weiherburg nach Mühlau. 



Lophodermium Pinast ri Chev. auf den Nadeln 
von Pinus silvestris zwischen Kranebitten und Zirl. 

Rhytisma salicinum (Pers.) Fr. auf Salix aurita 
am Wege zum Tummelplatz bei Amras; beim Steinbruch 
am Wege zur Hungerburg bei Innsbruck; beim Bretter- 
keller bei Innsbruck; beim Spitzbühel; 

— auf Salix repens in Seefeld bei Zirl (1176ni); am 
W^ege vom Hochjochhospiz nach Rofen (Oetzthal); 

— auf Salix sp. im Grödnerthal; 

— auf Salix sp. am Wege vom Hochjochhospiz nach 
Rofen. 

Rhyt. symmetricum J, Müller (Pringsheim, Jahrb. 
für wissen seh aftl. Botanik Bd. XXV 1893) auf Salix pur- 
purea vor Rum; bei Mühlau. 

Rhyt. acerinum (Pers.) Fr. auf Acer pseudo- 
platanus am Wege nach Vill; im Amraser Parke; bei 
Wilten; 

— auf Acer platanoides im Amraser Parke. 
Rhyt. Andro medac (Pers.) Fr. auf Andromeda 

polifolia bei Seefeld. 

DiachoraOuobrychidis (DC.) J, Müll. (Pringsh. 
Jahrb. ftir wissenschaftl. Bot. Bd. XXV 1893) auf Ono- 
brychis sativa bei Brennbühel nächst Imst (622 m). 



- 63 — 

Cryptomyces Pteridis (Rebent.) Rehm. auf 
Pteris aquiliua am Wege zum Heiligen Wasser ; bei Ratzes ; 
.am Wege nach Lans. 

Pseudopeziza Cerastiorum (Wallr.) Fckl. auf 
Cerastium triviale auf Aeckern bei Natters. 

Pseudop. Medicaginis (Lib.) Saec. auf Medicago 
sativa nächst dem Peterbrünnl ; bei Amras ; beim Bier- 
stindl bei Innsbruck; in Innsbruck. 

Dasyscypha Willkomm ii (R. Hart.) auf Piuus 
Larix bei Brennerbad. 

Das. Abietis (Karst) Sacc. auf Pinus Abies im 
Walde bei Amras. 

Aleuria aurantia (Oed.) Fckl. im Vennathale 
am Brenner (ca. 1400 m). 

Polystigma ochraceum Wahlbg. (Pol. fulvum 
Fr.) auf Prunus Padus zwischen Amras und Wilten. 

Pol. rubrum (Pers.) DC. auf Prunus lusititia bei 
Umhausen; im Ahrnthal bei Vill; 

— auf Prunus domestica in Salegg bei Ratzes. 
Nectria cinnabarina (Tode) Fr. auf Berberis 

vulgaris bei Mühlau. 

— Tubercularia vulgaris, die Conidienform dieser 
Nectria, auf Evonymus verrucosus in der Nähe des Rechen- 
hofes (892 m). 

Epichloe typhina (Pers.) Tul. um die Blüthen- 
stände einer Poa bei Amras. 

Claviceps purpurea Tul. auf Triticum monococ- 
cum im botan. Garten zu Innsbruck; 

— auf Bromus erectus in der Nähe der Südbahn 
bei Innsbruck; 

— auf Triticum vulgare bei Lans; 

— auf Poa sp, am Aufstiege zur Badalpe bei 
Brennerbad ; 

— auf Alopeeurus sp. im botan. Garten zu Innsbruck ; 

— auf Lolium perenne am Wege nach Amras; 



— 64 — 

— auf Festuca pratensis im botan. Garten zu Inns- 
bruck ; 

— auf Broraus canadensis ebenda; 

— auf Hordeum bulbosum ebenda; 

— auf Festuca glaucescens ebenda; 

— auf Seeale cereale ebenda; 

— auf Dactylus glomerata ebenda; 

— auf Bromus erectus ebenda ; 

— auf Poa glaucescens ebenda; 

— auf Sesleria cylindrica ebenda; 

— auf Poa nemoralis ebenda; 

— auf Melica altissima ebenda; 

— auf Bromus Caprinus Kerner ebenda. 

Ob alle diese zu Cl. purpurea gehören oder vielleicht 
einige zu Cl. microcephala Tul. kann ich nicht entscheiden. 

Clav, micro cephala Tul. auf Molinia coerulea bei 
Innsbruck. 

Carlia rhytismoides (Babingt.) 0. Kze. (Laestadia 
rhytismoides (Bab.) Sacc.) nahe bei der Strasse von Zirl 
nach Leiten. 

Mit Recht hat 0. Kuntze in seiner Revisio plantarum 
IL S. 846 ausgeführt, dass der Name der Sphaeriaceen- 
Gattung Laestadia Awld. (1869) nicht beibehalten werden 
kann, da ihn Lessing schon 1832 einer Compositen-Gat- 
tung gegeben hatte. Er wählte dafür den Namen Carlia, 
den Rabenhorst einer Sphaeriacee gegeben hatte, die 
Saccardo später in die Gattung Laestadia gestellt hat, 
von der aber Winter nachwies, dass sie zu der alten Gat- 
tung Sphaerella gehört und die daher jetzt als Myco- 
sphaerella Oxalidis (Rabenh.) zu bezeichnen ist. Ich machte 
ihn auf Letzteres aufmerksam. In seiner Revisio generum 
plantarum III P. 1 S. CCLXXXVI zieht daher 0. Kuntze den 
Namen Carlia zurück und erkennt den von Viala und 
Ravaz der Gattung gegebenen Namen Guiguardia an. Ich 
meine aber, wie ich schon in Hedwigia 1893 und im 
Bulletin de la Societe mycologique de France Tome IX 



— 65 — 

S. 174 ausgeführt habe, dass der für keine andere Gat- 
tung augewandte Name Carlia bereits von Kuntze und 
vorher schon von Bonorden (Abhandlungen aus dem Ge- 
biete der Mycologie in den Abh. der Naturf.-Ges. zu Halle 
Bd. VIII. 1864 S. 152) für Auersw aids Pilzgattung Laestadia 
angewendet worden ist, und daher für diese Gattung bei- 
behalten werden muss. Aber die Gattung ist nicht als 
Carlia Rabenh., sondern als Carlia Bonord. zu bezeichnen. 

Stigmatea Robertiani Fr. auf Geranium Rober- 
tianum im Hohlwege bei Wilten. 

Sphaerella Mercurialis Lsch. (?) auf welken 
Blattflecken von Mercurialis perennis im Amraser Parke. 

Pleospora herbar um (Pers.) Rabh. auf ümbelli- 
feren auf der Franzenshöhe, Stilfserjochstrasse, erste Ser- 
pentine. 

Phyllachora graminis (Pers.) Fckl. auf Triticum 
repens am Inn am Wege zum Peterbrünnl bei Innsbruck; 
auf einem Grase bei *Meran. 

Lasiobotrys Lonicerae I\ze. auf Lonicera alpi- 
gena bei Galtür (1537 m). 

Sphaerotheca Castagnei Leb. auf Spiraea ül- 
maria bei Innsbruck (570m) 23. /7. 1881; 

— das Oidiuui auf Cucurbita Pepo bei Wilten (570 m) 
23./9. 1882; 

— auf Humulus Lupulus am Bahnhof in Innsbruck 
(570 m); 

— auf Alchemilla vulgaris bei Aldrans (ca. 870 m) 
7./10. 1882; 

— auf Impatiens noli tangere am Wege nach Vill 
(ca. 800 m) 27./9. 1882; 

— auf Taraxacum officinale bei Wilten (570 m) 
23./9. 1882 und 24./ 10. 1882; am Wege zum Peter- 
brünnl (ca. 570 m) 19./10. 1882; 

— auf Poterium Sanguisorba L. in den Sumpf- 
wiesen zwischen Vols und Afling (ca. 600m) 22-/6. 1888; 
bei Kematen 10./ 6. 1888. 

Naturw.-med. Verein 1892|9S. 7 



— 66 — 

Podosphaera Oxyacanthae (DC.) d By. auf Cra- 
taegus Oxyacantha am Wege zum Peterbrünnl (ca. 570 m) 
19./ 9. 1882; Hecke beim Bierstindl (Bergisel ca. 600 m) 
10./9. 1882. 

Erysiphe graminis DC. bei Wüten 24./10. 1881. 

E. Martii Lev, auf Galium Aparine beim Bretter- 
keller (575 m) 16./ 10. 1882. 

E. Umbelliferarum d ßy. auf einer Umbellifere 
zwischen Amras und Wilten (570— 575 m) 14/ 1. 1882; 

— auf Heracleum Sphondylium an der Brenner- 
strasse bei Innsbruck l./ll. 1882. 

E. tortilis (Wallr.) Fr. auf Cornus sanguinea am 
Wege zum Schlosse Amras 14./ 9. 1882; zwischen Amras 
und Wilten (570— 575 m) 23./9. 1882. 

E. communis (W^allr.) Fr. auf Trifolium alpestre 
am Wege vom Jesuitenhofe nach Unterberg (ca. 867 m) 
3./ 10. 1882; Sonuenburger Hügel (ca. 700 m) 27./9. 1885: 

— auf Polygonum aviculare (lugleich mit Uromyces 
Polygoni [Pers.]) bei Hall (ca. 559 m) 3./ 10. 1885; in 
der Angerzellgasse in Innsbruck 14./9. 1887. 

E. Galeopsidis DC. auf Lamium maculatum bei 
Hall 24./ 9. 1882; 

— das Oidium derselben auf Salvia glutinosa am 
Wege nach Hall 25-/9. 1882; 

— auf Lamium purpureum am Peterbrünnl 29./ 9. 
1882; 

— auf Galeopsis versicolor bei Thaur (628 m) 25-/9. 
1882; auf Aeckern ober Hotting (ca. 640 m) 20./10. 
1882. 

E. Cichoriacearum DC. (Er. lamprocarpa Lev., 
Er. horridula Lev.) auf Lappa major am Sillfalle bei Wilten 
(ca. 600 m) 14./9. 1882; 

— auf Plantago major am Wege zum Peterbrünnl 
19-/9. 1882; 

— auf Symphytum officinale, Innrain 28./9. 1886; 
beim Peterbrünnl 8-/8. 1888; 



— r,7 — 

— das Oidium auf Echium vulgare bei Mühlau 
17./ 10. 1882; 

— das Oidium auf Lithospermum arvense bei Absam 
(627 m) 21. /6. 1884. 

Microsphaera Berberidis (DC.) Lev. auf Ber- 
beris vulgaris im Amraser Park (G22m) 10./ 9. 1882 uud 
14./ 10. 1882. 

M. Grossulariae (Wallr.) Lev. auf Kibes Grossu- 
laria bei' -Mühlau (616 m) 13./9. 1882. 

M. Evonymi (DC.) Saec. auf Evouymus europaea 
auf dem Paschberge bei Innsbruck (ca. 622 m) 12./9. 
1882; ünterberg 28-/9. 1882. 

M. Alni (DC.) Wint. (M. Hedwigii Le'v., M. penicil- 
lata Lev. in M. Friesii Lev.) auf Viburnum Opulus auf 
dem Paschberge bei Innsbruck (ca. 622 m) 24./ 10. 1882; 
am Stangensteig oberhalb Hotting (641 — 766 m) 20. /lO. 
1882; 

— auf Viburnum Lantana zwischen Rechenhof und 
und Thaur (ca. 892 m) I./IO. 1882. 

üncinula Salicis (DC.) Wint. (ü. adimca Lev.) 
aufPopulus tremula bei Ranggen (ca. 560 m) I./IO. 1886. 

— auf Salix sp. in den Steinbrüchen bei Wilten 
5./ 10. 1882; au der Brennerstrasse 14./ 10. 1885. 

U. Acer is (DC.) Sacc. (ü. bicoruis Lev.) auf Acer 
Pseudoplatanus ausserhalb Wilten in der Nähe der Brenner- 
strasse (ca. 622 m) l./ll. 1882; 

— auf Acer platanoides bei Hall 24./ 9. 1882; 

— auf Acer campestre in Hecken bei Wilten 9./ 9. 
1882 und l./ll. 1882; in Hecken zwischen Innsbruck 
und Wilten 10./ 9. 1882. 

Phyllactinia suffulta (Rebent.) Sacc. (Ph. gut- 
tata Lev.) auf Corylus Avellana im Amraser Park 24./ 11. 
1882; Kerschbuchhof (766 m) (hier nicht selten bewachsen 
mit Naegelia penicillata [Naeg.] Rbh.) 5./ 9. 1881; bei 
Mühlau 22./9. 1882; 

7* 



— 68 — 

— auf Alnus incana an der Brennerstrasse bei luns- 
bruck (ca. 629 ni) 21./ 9. 1882; 

— auf Fraxinus excelsior bei St. Constantiu bei 
Atzwaug (1142 m) 9./9. 1884. 

Fungi imperfcf'ti. 

Ovula ria pusilla (Uug.) Sacc. auf Alchemilla vul- 
garis bei Innsbruck. 

Ov. obliqua (Cooke) Oudeui. auf Eumex alpinus 
auf der Zeragalpe (Brenner); 

— auf Rumex sp. Hotting; bei Wilteu. 

Ov. ovata (Fckl.) Sacc. auf Salvia pratensis au der 
Südbahn bei Innsbruck. 

Ov. Veronicae (Fckl.) Sacc. auf Veronica agrestis 
auf Aeckern bei Innsbruck. 

Bostrichonema alpestre Ces. auf Polygonum 
viviparum am Wege zur Pembaurvilla (Gluirsch) auf dem 
Paschberge bei Innsbruck. 

Ramularia Pricidis Fantr. & Roum. auf Picris 
hieracioides in der Innau beim Peterbrünnl. 

Ram. Lampsanae (Desm.) Sacc. auf Lampsana 
communis bei Hall. 

Ram. Ajugue (Niessl) Sacc. auf Ajiiga reptaus am 
Waldwege nach Vill. 

Ram. Taraxaci Karst, auf Taraxacum officinale 
beim Peterbrünnl. 

Ram. ürticae Ces. auf Urtica dioica im Amraser 
Parke; bei Hall. 

Ram. Adoxae (Rab.) Karst, auf AdoxaMoschatellina 
am Abkürzungsweoe von Kranebitten nach Zirl links von 
der Strasse. 

Ram. Armor aciae Fckl. auf Cochlearia Armoracia 
bei Arzl. 

Ram. Ulmariae Cooke f. Spiraeae Aruuci Sacc. 
auf Spiraea Aruncus im Wiltener Steinbruche. 



— 69 — 

Isariopsis albo-rosella (Desm.) Sacc. (Isar. pu- 
silla Frcs.) auf Cerastium glomeratum auf Aeckerii bei 
Natters, gesammelt von Zarli. 

Fusicladium depressum (B. & Br.) Sacc. (Cla- 
dosporium depressum Berk. & Br., Passalora polythrin- 
cioides Fckl.) auf Blättern einer ümbellifere aui Wege 
nach Hall; 

— auf Angelica silvestris auf der Weiherburg bei 
Innsbruck; am Wege vom Zenzenhof nach Unterberg. 

Cladosporium herbarum (Pers.) Lk. auf welken 
trockenen Blättern von Quercus pedunculata im Amraser 
Parke. 

Cercospora niicrosora Sacc. auf Tilia grandi- 
folia am Wege zum Peterbrünnl; am Wege nach Vill, 

C er c. dubia (Press.) Wint. auf Chenopodium album 
in Innsbruck beim Bahnhofe. 

Helminth osporium arundinaceum Cda. auf 
Phragmites communis im Viller Moor. 

Stemphylium sp. parasitisch wachsend auf der 
Oberfläche der Blätter von Viburnum Lantaua und dort 
kleine röthliche Flecken bildend, am Wege von Innsbruck 
nach Hall. 

Ich wage weder diese Art zu bestimmen noch sie 
als neue Art zu beschreiben, möchte aber die Aufmerk- 
samkeit der Mycologen auf das interessante parasitische 
Auftreten des Stemphylium noch besonders lenken. 

Conoplea olivacea Tr. auf den Kutheu von 
Betula alba bei Innsbruck. 

Fumago vagans Pers. auf Salix cinerea im botan, 
Garten in Innsbruck; 

— auf Tilia grandifolia am ßennwege bei Innsbruck. 
Lanosa nivalis Fr. in der englischen Anlage bei 

Innsbruck; am Wege vom Tummelplatze zum Bretter- 
keller; beim Peterbrünnl. 

Phyllosticta Sambuci Desm. auf Sambucus nigra 
im Hofgarten in Innsbruck. 



— 70 — 

Phyll. cruenta (Fr.) Kx. auf Cünvallaria Polygo- 
uatum bei Kühbach bei Bozen. 

Ascochyta Cytisi Lib, auf Cytisus Laburnum bei 
Innsbruck. 

Abteroma vagaus Desm. auf Tilia grandifolia am 
Wege von Kaltem nach Gmünd (20G — 272 m). 

Actiuonema Rosae (Lib.) Fr. auf Kosa spec, bei 
Mühlau. 

Septoria incondita Desra. auf Acer Pseudopla- 
tanus am Rennwege bei Innsbruck; am Wege von Inns- 
bruck nach Vill. 

Sept. salicicola (Fr.) Sacc. auf Salix purpurea 
bei Thaur. 

Sept. Stellariae Rob. et Desm. auf Stellaria media 
auf Aeckern bei Innsbruck. 

Sept. Galeopsidis West, auf Galeopsis speciosa 
zwischen Lans und Igels. 

Sept. Calystegiae West, auf Convolvulus arvensis 
bei Innsbruck. 

Sept. Vincetoxici (Schul.) Auersw. auf Cynanchum 
Vincetoxicum bei Sparbereck. 

Sept. Rubi West, auf Rubus bei Innsbruck. 

Sept. scabiosicola Dsm. auf Knautia arvensis 
am Wege von Innsbruck nach Hall. 

Sept. Saponariae (DC.) Savi et Berc. auf Sapo- 
naria officinalis bei Bozen. 

Sept. Chelidonii Desm. auf Chelidonium majus 
iu der Nähe des Reunweges bei Innsbruck. 

Sept. Ornithogali Pass, auf Ornithogalum umbel- 
latum bei Bozen 4/4. 1888. 

Sept. aesculina Thm. auf Aesculus Hipporastanum 
bei Hall. 

Sept. Humuli West, auf Humulus Lupulus beim 
Sillflusse vor dem Bretterkeller bei Innsbruck. 

Sept. Clematidis Rob. & Desm. auf Clematis 
Vitalba am Stangenwege ober Hotting. 



— 71 — 

Sept. coruicola Desm nut' Coriius sauguiuea 
bei Hall. 

Sept. Polygonoriim Desm. auf Polygonum lapa- 
thifolium beim Bahnhofe in Innsbruck. 

Sept. Mori Lev. auf Morus nigra in der Nähe des 
Peterbrünnl. 

Sept. Podagrariae Lsch. auf Aegopodium Poda- 
graria beim Peterbrünnl. 

Sept. Violae West, auf Viola silvestris am Wege 
von Innsbruck nach Lans. 

Sept. Xylostei Sacc. & Wint. auf Lonicera Xylo- 
steum beim Ambraser Parke. 

Phleospora ülmi (Fn.) Wallr. auf Ulmus cam- 
pestris am Kennwege bei Innsbruck. 

Discosia alnea (Pers.) Beck, auf Alnus incana 
am Wege hinter dem Peterbrünnl; an der Brennerstrasse 
bei Innsbruck. 

Coniothyrium vagabundum Sacc. auf Corn us 
sanguinea am Wege von Innsbruck nach Vill. 

Marsonia luglandis (Lib.) Sacc. auf luglans 
regia bei Mühlau. 

Mars. Populi (Lib.) Sacc. auf Populus alba Lei 
Innsbruck. 

Mars. Delastrei (de Lacr.) Sacc. auf Silene in- 
flata am Wege von Arzl nach Absam. 

Mars. Thomasiana Sacc. auf Evonymus europaea 
bei Ferneck; auf dem Paschberge. 

Diese Art v^ar bisher nur auf Evonymus latifolia 
von Berchtesgaden bekannt. Durch die kleinen Flecken 
mit den in der Mitte stehenden weissen Rasen, sowie die 
Grösse und Form der Conidien ist sie gut kenntlich. 

Mars. Sorbi P. Magnus nov. sp. auf Sorbus Aria 
am Wege nach Vill 27./ 9. 1882. 

Auf Sorbus Aria hat Peyritsch einen Pilz gesam- 
melt, den ich wegen des Baues seiner Fruchtlager 
und seiner grossen Sporenform zur Gattung Marsonia 



— 72 — 

stellen muss. Die uoch am Stamme sitzenden Blätter 
erscheinen in grösserer oder geringerer Ausdehnung welk 
oder besser gesagt gelbbraun, ohne dass der gelbbraune 
Theil von dem grünen Theile scharf fleckenartig abge- 
setzt ist. In diesen ausgedehnten gelbbraunen Flächen 
liegen einzelne kleine grünlich gebliebene Fleckchen, die 
der gelbbraunen Fläche ein unregelmässig punktirtes An- 
sehen geben. In diesen kleinen grünlich bis schwärzlich 
erscheinenden Fleckchen liegen die Lager des Pilzes. Sie 
bilden sich zwischen der Cuticula und der oberen Wand 
der Epidermiszellen und sprengen die Cuticula. Die Lager 
bestehen aus ganz niedrig bleibenden pseudoparenchy- 
matisch an einander schliessenden Sterigmen, die hyaline 
Conidien abschnüren. Von diesen Conidien sind die 
grössten 15 — 21 |a lang und 5 — G {a breit. Sie bestehen 
aus zwei Zellen, von denen die obere einen abgerundeten, 
selten etwas zugespitzten Scheitel hat. Ausser diesen 
grössten wurden im Lager schmälere zweizeilige Conidien 
beobachtet, bei denen die obere Zelle einen pfriemlichen 
Fortsatz trägt. Zwischen diesen beiden Conidienformen 
treten zahlreiche Uebergänge auf, — Endlich treten noch 
meist am Rande, zuweilen in besonderen Lagern, Ste- 
rigmen auf, die kleine hyaline einzellige etwas gekrümmte 
stäbchenförmige 3 — 4 jx lange und nahezu 1 [x breite 
Conidien abschnüren. 

Ich möchte auf diesen merkwürdigen Pilz die Auf- 
merksamkeit der Mycologen noch besonders hinlenken. 

Sclerotium in den abgestorbenen Blättern und 
Blüthen einer Viola-Art am Wege von Innsbruck nach 
Vill 31./ 3. 1883. — Es möchte zu einer Pezizacee ge- 
hören. 

Myxomycetes. 

Didymium microcarpon (Fr.) Rost, auf Tornelia 
fragrans im Warmhause des botan. Gartens in Inns- 
bruck. 



Mat^mis, PiUc au.? Two/ 



7h/:J. 




P Böseier nex 



CLautfith. 



— 73 — 

Chondrioderiua difforuie (Pers.) Rost, auf Tor- 
nelia fragrans im Waruihause des botan. Gartens in 
Innsbruck. 

Ausserdem liegen noch 35 Nummern vor, die theils 
von thierischen Angriffen herrühren, theils zu alt, theils 
noch zu wenig entwickelt sind, als dass ich sie bestimmen 
könnte. 



Erklärung der Abbildungen. 

Taf. I. 

Fig. 1 — 5. Puccinia Magelhaenica Peyritseh. 

Fig. 1. ßlattstück von Arrhenatherum elatius, das am 26. Mai 1888 
mit Aecidium Magelhaenicum inficiert und am 2. Jnli 1888 
mit den darauf entwickelten Uredo-Häufchen eingelegt 
wurde. Nat. Gr. 

Fig. 2. Blattstück derselben Pflanze mit Teleutosporen-Haufen, ge- 
sammelt in der Umgebung eines mit Aecidium Magelhae- 
nicum behafteten Berberis-Strauches. Vergr. fast 2. 

Fig. 3. Querschnitt eines Uredo-Lagers aus dem in Fig. 1 gezeich- 
neten Blatte. Vergr. 420. 

Fig. 4 und 5. Querschnitte don Teleutosporen-Lagern aus dem in 
Fig. 2 gezeichneten Blatte. Fig. 4 Vergr. 162; Fig. 5. 
Vergr. 420. 

Fig. 6, 7, 8. Aecidium Peyritschianum P. Magn. n. sp. 
auf Oxalis corniculata vom Gutschnaberg bei Bozen. 

Fig. 6. Blatt in natürlicher Grösse. 
Fig. 7. Fiederchen. Vergr. 2. 

Fig. 8. Aecidien-Gruppe mit aufgesprungenen Aecidien. Vergr. 
etwa 8. 



Ueber zwei Fälle angeborner Netzhaut- 

sclerose ohne Pigment (Retinitis pigmentosa 

sine pigmento) mit Farbenblindheit. 

Von Professor Dr. W. C z e r m a k. 



Die Seltenheit ähnlicher Beobachtungen, wie die im 
folgenden mitgeteilten mag ihre ausführliche Besprechuug 
rechtfertigen, obwohl aus äussern Gründen die Unter- 
suchung nur mit den gewöhnlichen klinischen Hilfsmitteln 
und nicht nach jeder Richtung in ganz erschöpfender 
Weise durchgeführt werden konnte. Der eine der beiden 
Kranken hielt sich nämlich bloss 3 Tage an der Klinik 
auf und der andere konnte nur einmal in der Poliklinik 
untersucht werden. 

1. Fall. 

Tomasini Be nj amino, 22 Jahre alt, ledig, Bauern- 
knecht, gebürtig aus Rovere della Luna (Südtirol) ward 
mir am 3. März 1893 als Rekrut vom hiesigen k. u. k. 
Garnisonsspital zur Untersuchung an die Klinik geschickt, 
da es sich um die Superarbitrirung des Mannes wegen 
Schwachsichtigkeit handelte. 

Tomasini gab an, dass seine Eltern noch leben. 
Der Vater sei magenleidend, sehe gut, Die Mutter, die 
übrigens rüstig sei, sei , kurzsichtig". Ein Bruder, den 
T. hat, sehe wahrscheinlich gut. Die Eltern seien nicht 
blutsverwandt. 



— 75 - 

Ueber seiu eigenes Leiden gibt T. an, dass er von 
Geburt an schlecht gesehen habe. Insbesondere gibt 
er, darüber befragt, an, dass er stets, so weit seine Er- 
innerung zurückreiche, „beim Blicke gerade aus weder 
rechts noch links, noch oben, noch unten etwas wahr- 
genommen habe * ; er habe stets nur die Stelle, die er 
betrachtete und ihre nächste Umgebung gesehen. Auch 
sei seine Farbenwahrnehmung nie besser gewesen, als 
jetzt. Er ist sich bewusst, dass andere Menschen Farben 
sehen, wo er durchaus keine sehen könne. Von Nacht- 
blindheit weiss T. nichts anzugeben. 

Er glaubt übrigens, dass er vor der Zeit des Schul- 
besuches etwas besser gesehen habe. 

Seit 6 bis 7 Jahren will er an plötzlichen Anfällen 
von Schlechtsehen leiden. Plötzlich sehe er trübe, alles 
flimmert, auf 30 Schritte könne er überhaupt nichts 
wahrnehmen. Im Verlaufe einiger Stunden verschwinde 
diese Verdunkelung wieder allmählig. 

Vor zwei Jahren soll T. eine Lungenentzündung 
linkerseits durchgemacht haben; sonst sei er seiner Er- 
innerung nach nie ernstlich krank gewesen. Gonorrhoe 
oder Lues hat er nie gehabt. 

Die Untersuchung T.'s ergibt nun folgenden Zustand: 

T. ist ein mittelgrosser, kräftig gebauter, etwas blass 
aussehender Mann. Die Untersuchung der innern Organe, 
die an der Klinik des Herrn Prof. v. Kokitansky 
vorgenommen ward, ergab durchwegs normalen Befund. 
Von der Nervenklinik Prof. Antons erhielt ich folgenden 
Bescheid: „Leichter Hydrocephalus. Schmerzhafte Druck- 
puncte fehlen. Facialis links stärker innervirt, die rechte 
Nasolabialfalte etwas weniger gefurcht, ebenso die rechte 
Stirnhälfte etwas weniger innervirt. Die Zunge wird 
gerade ausgestreckt, zittert nicht. Sensibilität beiderseits 
intakt. Tricepssehnenreflex auslösbar. Kniesehnenreflex 
etwas gesteigert, rechts Fussklonus. Beim Augenschluss 
deutliches Schwanken. Patient ist auifällig stimmungslos. 



— 76 - 

Herdsymptome, functioiielle Störungen sind nicht nach- 
weisbar. " 

Die Augen sind äusserlich normal. Pupillen beider- 
seits gleich weit, reagiren in jeder Beziehung prompt. 
Die brechenden Medien sind normal. Mit dem Augen- 
spiegel untersucht ergeben sich folgende Verhältnisse am 
Augenhintergrunde. 

R. A. Oben und unten von der Pupille zeigt die 
Netzhaut einen grauen Schimmer und eine zarte Andeu- 
tung der Austrahluug der Nervenfasern. Die Gefässe sind 
leicht geschlängelt, die Farbe der Papille völlig normal, 
ebenso der übrige Augengrund bis in die äusserste Peri- 
pherie hinaus. H. tot. 1 D. 

L. A. Im ganzen dasselbe Bild wie rechts nur 
stärker ausgeprägt. H. tot. ebenfalls 1 D. Beiderseits 
ist der Macular- und Fovealreflex sehr deutlich. 

Die Sehschärfe beträgt au beiden Augen nicht ganz Yg. 
Durch Gläser ist nicht die geringste Besserung zu erzielen. 

Es besteht leichte Insufficienz der Musculi recti 
interni. 

Der Lichtsinn erweist sich mit Försters Apparat 
und mit Chibrets Chromatophotoptometer untersucht, 
merklich herabgesetzt (besonders die Reizschwelle erhöht). 

Was nun den Farbensinn anlangt, so ergibt sich 
folgendes. Patient gebraucht überhaupt keine andern 
Farbenbezeichnungen als rosso, verde, bianco, grigio, 
oscuro, nero oder more. 

So bezeichnet er an Daaes Wollproben rot als 
rosso, grün hie und da als verde, meist als oscuro, die 
weisslichen Nuancen als grigio, die dunkeln als nero. 
Bei Gelb, Blau oder Violett zögert er und findet keine 
passendere Bezeichnung. 

An Raddes Farbentafelindex bezeichnet er das 
obere Ende von 1 bis 8 als rosso, alles übrige von da 
bis zu 22 als nero. 



— 77 — 

Von S t i 1 1 i n g s Tafelu erkennt er nur mühsam II, VI, 
VII, X. Davon be/eiclinet er auf II, VII und X die Ziffern 
als rosso, den Grund verschieden als grigio oder nero. 

Bei der Untersuchung mit dem Chromatophotoptometer 
von Colardeau, Izaru und Chibret ergibt sich fol- 
gendes : 

Bei „Jaune" und stärkster Intensität (45^ Drehung 
des Zeigers) wird nur ein Kreis gesehen und als bianco 
bezeichnet. Dreht man nun den Zeiger der Farbenscale bis 
„Orange" dann taucht unterdess ein zweiter Kreis auf und 
zwar links vom ersten, woraus also folgt, dass bei der ersten 
Stellung der blaue Kreis gar nicht gesehen wird, während 
der gelbe der als bianco bezeichnete ist. In der zweiten 
Stellung (bei „ Orange ") ist der linke Kreis (grün) „oscuro", 
der rechte , rosso", ebenso bei der Stellung „Rouge" der 
linke „grigio", der rechte „rosso". Kommt man gegen 
„Violet", so verschwindet wieder der eine Kreis, und 
zwar jetzt der rechte (violett) und der linke (gelbgrün) 
wird oscuro benannt. 

Die Angaben fallen genau so aus, wenn man die 
Parbenreihe in umgekehrter Richtung vorübergehen lässt 
und ebenso, wenn man ganz willkürlich, nachdem der 
Apparat vom Auge entfernt worden war, eine bestimmte 
Stellung einstellt. Immer wird bei den 2 genannten Stel- 
lungen nur ein Kreis angegeben, bei den andern wieder, 
dass zwei verschieden gefärbte Kreise da seien und auch 
die Bezeichnung der Farben ist dieselbe bis auf Wechsel 
zwischen oscuro und grigio (bei den grünen Tönen), 

Die Farbenverschiedenheit der Kreise, wo zwei ge- 
sehen werden, werden erst angegeben, wenn der Zeiger, 
der die Intensität angibt, mindestens bei 25'' steht. Bei 
geringerer Drehung erscheint alles bianco oder grigio. 

Die Untersuchung mit dem Spectrum liefert ein ganz 
entsprechendes Ergebnis. Es ist für beide Augen ganz 
gleich. Vom ganzen Spectrum wird nur ein ganz schmaler 
Streif gesehen, der zwischen der Linie a und ungefähr 



— 78 



der Mitte zwischen der Linie C und D (doch etwas näher 
an D, bei X = 620 [itx) liegt. Dieser Streif wird als rosso 
bezeichnet, alles übrige wird gar nicht gesehen. Die 
hellste Stelle dieses von T. gesehenen Streifens liegt in 
der Mitte zwischen B und C. Wird die Lichtintensität 
(die Lichtquelle war eine electrische Bogenlampe, das 
Spectrum wurde auf einem weissen Schirm entworfen) 
nur ums geringste vermindert, datin wird überhaupt nichts 
von dem Spectrum wahrgenommen. 

Leider konnte das Spectrum des T. nicht mehr nach 
länger dauernder Adaptation im Dunkeln (24 Stunden) 
geprüft werden, was in Anbetracht der starken Herab- 
setzung des Lichtsinnes wol nötig gewesen wäre. Es ist 
zu vermuten, dass er dann auch lichtschwächere Teile des 
Spectrums wahrgenommen hätte, wenn auch eine Ein- 
schränkung oreblieben wäre. 

Das Gesichtsfeld T.'s ist hochgradig eingeengt, 

R. A. : mit quadratischem, weissem Objekt von 10 mm 
Seite geprüft liegt in allen Meridianenhälften die Grenze 
nur 10" vom Centrum; 

mit rotem Objekt gleicher Grösse geprüft, in allen 
Meridianen nur um 1 bis 2^ enger; 

mit grünem Objekt gleicher Grösse, die Grenze 1 bis 
2° vom Centrum. Wird als ^grigio" gesehen. 
L. A. horiz Meridian, weisses Object : innen 10° aussen 10*^ 

rotes 0. 

grünes 0. 

Mer. 30 ^ w. 0. 

r. 0. 

g- 0. 

Mer. 60^ w. 0. 

r. 0. 

gr. 0. 

Mer. 90" (vertical), w. 0. 

r. 0. 

gr. 0. 



90 , 


9" 


2" , 


2" 


10" , 


, 15" 


9" , 


, 12" 


2" , 


, ' 2" 


11" , 


, 14" 


10" , 


, 13" 


1' , 


1" 


11" , 


, 15" 


10" , 


, 14" 


2" , 


1° 



70 




5° 


2" 




1« 


8" 




10" 


70 




9" 


20 




20 



— 79 — 

Mer. 120", w. 0.: aussen 8° innen 6" 

r. 0. 

gr. 0. 

Mer. 150«, w. 0. 

r. 0. 

gr. 0. 

Das Ergebnis ist bei Wiederholung der Untersuchung 
und verschiedenster Abänderung des Vorganges immer 
gleich. 

2. Fall. 

Groff Pietro, 29 Jahre alt, ledig, Erdarbeiter, 
gebürtig aus Koncegno (Südtirol) ward uns ebenfalls vom 
hiesigen Garnisonsspitale zur Untersuchung der Augen 
wegeu der Superarbitrirung an die Klinik geschickt 

Groff gibt an, dass er von Jugend auf schlecht 
gesehen habe, doch sei ihm nie eine Veränderung 
in seinem Sehvermögen aufgefallen. Nach rechts, links, 
oben und unten habe er nie etwas gesehen, immer nur 
den betrachteten Gegenstand. Auch seine Farbenwahr- 
nehraung sei immer mangelhaft gewesen. Infolge seiner 
Sehschwäche konnte er auch nur grobe Erdarbeiten 
verrichten. In der Dämmerung sieht er recht 
schlecht. 

Der Vater G.'s lebt, sieht angeblich gut. Ueber seine 
verstorbene Mutter kann er nichts angeben, auch nicht, 
ob sie zu seinem Vater in einem blutsverwandten Ver- 
hältnisse gestanden hätte. Seine zwei Geschwister sehen 
gut. Krankheiten hat G. angeblich nie durchgemacht, 
ausgenommen eine Hodenentzündung vor mehrern Jahren, 
die traumatischen Ursprungs gewesen sein soll. 

Gegenwärtiger Zustand: 

G. ist ein kräftig gebauter, mittelgrosser, gesund aus- 
sehender Mann. Leichte Struma. Innere Organe gesund, 
ebenso Nervenbefund normal. Der Kranke bewegt sich 



— 80 — 

im Räume sicher, aber langsam und mit einer gewissen 
Vorsicht. 

Die Augen des Patienten sind äusserlich normal, die 
Function der Augenmuskel, die Reactionen der Pupille 
ebenso. 

Die brechenden Medien sind völlig durchsichtig. 

R. A. Die Papille ist rund, rosig gefärbt, scharf 
begrenzt. In der Mitte und der äusseren Hälfte eine 
grosse und tiefe physiologische Excavation. Am tempo- 
ralen Rande ein cilioretinales Gefäss. Der Chorioideal- 
ring an der Aussenseite der Papille stark ausgeprägt. 
Um die Papille zarte, graue, radiäre Streifung. Gefässe 
etwas geschlängelt. Im Fundus eine ganz leichte Andeu- 
tung von Täfelung. H. tot. 2 D. 

Das L. A. zeigt denselben Befund am Augenhinter- 
grunde. H. tot. 1*5 D. 

R. A. zählt Finger in 2'25ni, ohne Correctur; 
liest Sn 2'25 von 7 bis 12 cm. 

L. A. zählt Finger in 2 m, ohne Corrector; 
liest Sn 2'25 von 7 bis 12 cm. 

Am Rad de sehen Farben- Index erklärt der Kranke 
nur zwei Farben zu sehen und zwar von 1 bis 7 (ausg.) 
die eine, die er entschieden als Rot bezeichnet und von 
7 bis 17 die zweite, die er bald als Grün, bald als unbe- 
stimmte, mehr graue Farbe bezeichnet, grün übrigens nur 
den Abschnitt von 11 bis 17, jedoch nicht immer. Von 
17 an ist alles schwarz bis 22. Die hellste Stelle lag 
für ihn ungefähr bei 4. Der Index wurde ihm in einem 
schwarzen Rahmen aus glanzlosem Papier gezeigt, der 
blos den Farbenstreifen von 1 bis 22 frei Hess. Das 
ganze Eude des Streifens von 17 an konnte er vom 
Rahmen nicht unterscheiden. 

Leider konnte die Untersuchung mit dem Spectral- 
apparat nicht gemacht werden, da G. nur einmal in der 



— 81 ■ - 

Poliklinik erschien und sich trotz seines Versprechens 
nicht wieder sehen liess^). 

Im Chibretschen Apparat werden bei „Violet" beide 
Kreise genau gleich und zwar „weiss" gesehen. Erst 
gegen „Kouge" hin sind die beiden Kreise verschieden 
gefärbt, und zwar der eine (purpurne), der rechts liegt, 
wird als rot, der andere als hell bezeichnet. Ebenso ver- 
hält es sich bei „Orange", während gegen „Jaune" hin 
der Unterschied in den Farben wieder schwindet, so dass 
sie dort wieder nahezu gleich, nur verschieden hell sind. 

Die Farbenunterschiede werden erst dann wahrge- 
nommen, wenn der Zeiger, der die Intensität angibt, bei 
16° steht; darunter erscheinen die Kreise nur als weiss 
oder grau. Lichtsinn stark herabgesetzt. 

Das Gesichtsfeld ist auch bei diesem Kranken hoch- 
gradig eingeengt. Die Grenze liegt in allen Meri- 
dianen nur 8*^ vom Centrum. Das Gesichtsfeld ist also 
kreisförmig mit einem Durchmesser von 16°. Das Gesichts- 
feld für Kot ist ungefähr um 1°, das für Grün (das Prü- 
fungsobjekt wird aber nur als unbestimmtes Grau be- 
zeichnet) um 3° in jedem Halbmeridiane enger. 

Epikrise, 

Die Gleichartigkeit der beiden Fälle ist trotz gewisser 
Verschiedenheiten höchst augenscheinlich und auflFallend. 
Sie macht von vorneherein eine Täuschung, absichtlich 
oder unabsichtlich, höchst unwahrscheinlich, abgesehen 
davon, dass eine solche noch durch andere Umstände sicher 
auszuschliessen ist. 

Dazu gehört die vollständig sichere und genaue An- 
gabe der Gesichtsfeldgrenzen, auch bei wiederholter und 



1) Da die Klinik keinen Spectral apparat besitzt, so war ich 
auf die Gefälligkeit meines Collegen Lech er, Professors der Physik 
an der phil. Facultät angewiesen. Natürlich konnte ein nur einmal 
in der Poliklinik erscheinender Patient im physikal. Institute nicht 
vorgeführt werden. 

Naturw.-med. Verein 1892198. 8 



— 82 — 

rascher Prüfung in den verschiedensten Meridianen ; weiters 
die ebenso sichern Angaben bei dem Apparate von Chibret. 
Es wurden hiebei, nachdem die Prüfung in allen Stellungen 
der Keihenfolge nach, bei fortwährendem Durchblicken 
des Kranken vorgenommen worden war, die verschieden- 
sten Stellungen des Farbenzeigers gegeben, ohne dass der 
Kranke dabei durchblickte, und dann beim Durchblicken 
stets dieselben Angaben, wie früher erhalten : das schliesst 
wol eine Täuschung vollständig aus. Dass ich diese Frage 
überhaupt näher zu erörtern mich bemüssigt fühle, hat 
darin seinen Grund, dass es sich um Rekruten handelte, 
die eben in Folge ihrer Sehstörung vom Militärdienste 
wieder befreit werden sollten. 

Zwei Symptome, die sich bei der subjectiven Prüfung 
der beiden Kranken ergeben, nämlich die Herabsetzung 
des Lichtsinnes (dem G. auch als starker Nachtuebel 
fühlbar, während ein solcher von T. nicht angegeben 
wird) und die hochgradige Einengung des Ge- 
sichtsfeldes weisen mit grosser Bestimmtheit auf ein 
Netzhautleiden hin, das als Retinitis pigmentosa, 
besser als sclerotische Netzhautentartuug bezeichnet wird. 
Die objective Untersuchung des Augenhintergrundes zeigt 
uns freilich einen vollständigen Mangel der Veränderungen, 
die bei Retinis pigmentosa typica aufgefunden zu werden 
pflegen. Es ist erstens nirgends, auch bei genauester 
Durchforschung des Augen hintergrundes in den zu vörderst 
liegenden Abschnitten die Spur einer Pigmentveränderung 
zu finden, weder die gewöhnlichen „knochenkörperchen- 
artigen-* oder unregelmässig geformte Pigmentflecken, 
noch auch helle Fleckchen von rundlicher Gestalt, wie 
sie in den Fällen von sog. Retinitis pigmentosa sine pig- 
mento meist vorhanden zu sein pflegen. Es mangeln 
ferner die Veränderungen, die mau gewöhnlich au der Pa- 
pille und an den Gefässen zu sehen bekommt, zumal dann, 
wenn das Gesichtsfeld schon sehr enge und die Sehschärfe 
mangelhaft sind, nämlich die blasse, wachsartige Ver- 



— 8.^ — 

färbuug des Sehnervenkopfes uud die Verengerung der 
Gefässe. 

Man muss ferner hervorheben, dasi in den typischen 
Fällen abgesehen von dem dem Kranken sehr fühlbaren 
Nachtuebel, die centrale Sehschärfe, wenigstens zu Beginne 
des Leidens meist gut ist und sich lange so erhält und 
dass gewöhnlich keine Farbensinnstöruug da ist. Erst in 
den letzten Stadien sinkt die centrale Sehschärfe und 
erlischt der Farbensinn, wenn eben die Amblyopie bereits 
in Amaurose übergeht. Ueberhaupt sehen wir gewöhnlich 
einen, wenn auch oft langsam fortschreitenden Verlauf, 
der mit Nachtuebel begin u end allmählig zur Gesichtsfeld- 
beschränkung und schliesslich zur Erblindung führt. 

Aber es ist ja bekannt, wie äusserst veränderlich das 
Bild dieses Netzhautleidens sein kann, wie kein Symptom 
durchaus beständig oder pathognomonisch an sich ist, wie 
es stets nur der Complex, das „ Ensemble " aller Symptome im 
Zusammenhalte mit der Entstehungsgeschichte des Leidens 
und eventuell unter Berücksichtigung hereditärer Momente 
ist, was für die Diagnose den Ausschlag gibt, so eiufach 
und leicht diese in sog. typischen Fällen auch ist. 

Wir wissen, dass die Einwanderung des Pigmentes 
in die Netzhaut nicht zum Wesen der Krankheit 
gehört. Es wurde gerade die sog. Retinitis pigmentosa 
sine pigmento erwähnt. Wenn nun auch bei ihr meist 
weissliche Fleckchen am Augenhintergrunde zerstreut sind, 
so ist dies doch durchaus nicht ausnahmslos der Fall, 
ebenso wenig, als sie keineswegs stets nur ein Vorstadium 
einer pigmentirteu Form darstellt, so häufig das auch 
zutreflFen magi). 

Gleicherweise verhält es sich mit den Veränderungen 
an der Papille und den Gefassen, die iu zweifellosen, 
wenn auch nicht typischen Fällen normal sein können. 



') P e 1 1 e s h n , Znr Frage der Retinitis pigmentosa sine 
pigmento. Centralbl. f. pr. Augenhlkde. 1888 S. 20fi. 

8* 



— 84 — 

Andererseits kann die bestehende Farbenblindheit und 
die schlechte centrale Sehschärfe ebenfalls nicht gegen die 
Diagnose in den beiden Fällen verwertet werden, denn 
es sind Fälle mit sonst typischer Erkrankung und mit 
Farbenblindheit und eben solche mit schlechter centraler 
Sehschärfe, ja mit centralem Skotom in genügender Menge 
beschrieben worden. Besonders bei cougenitalen Fällen 
ist Herabsetzung der Sehschärfe nicht selten. 

In den angebornen Fällen sehen wir aber auch oft, 
dass der von Geburt an bestehende Zustand (Nachtblind- 
heit, Herabsetzung der Sehschärfe, Einengung des Gesichts- 
feldes) unverändert durchs ganze Leben fortbesteht 
oder nur sehr geringe Veränderungen erleidet. 

Um einen Begriff von der Ungeheuern Veränder- 
lichkeit und Mannigfaltigkeit in der Gruppirung der Sym- 
ptome dieses Leidens zu geben, will ich nur folgendes 
kurz anführen: 

Zur Ketinitis pigmentosa sind zu rechnen, abgesehen 
von angeborener Amaurose mit Pigmenti rung 
der Netzhaut und den typischen Fällen ange- 
borener ßetinitis pigmentosa, unter denen übri- 
gens anomale nicht selten sind, wo die Progression fehlt 
oder nur sehr gering ist, auch die sog. angeborene 
Nachtblindheit, wo diese allein besteht ohne Ge- 
sichtsfeldeinenguug und ohne Spie gelbe fund 
und endlich die erworbene Pigmentdegeneration, der 
aber sehr oft ein hereditäres Moment zu Grunde liegt, 
so dass hier die Erkrankung spontan und offenbar auf 
Grund einer angebornen Anlage auftritt. 

Leb er 1) unterscheidet nun folgende Formen: 

1. typische Eetinitis pigmentosa. 

2. Ret. pig. mit typischer Sehstörung, aber 
mit anomalem Augenspiegelbefund: 



') Leber, Ueber anomale Formen der Retinitis pigmentosa. 
V. Graefes Archiv f. Ophthalmologie Bd. XVII (1871) S. 314. 



— 85 - 

a) Ret. pig. ohne Pigment. 

b) Ret. pig. mit dissemiuirteu Herdeu iu der 
Aderhaut, 

3. Ret. pig. mit typischem Augenspiegelbe- 
funde, aber anomaler Form der Sehstöruug. 

a) Ret. pig. mit vorherrschender Herabsetzung 
des centralen Sehens, 

b) Ret. pig. mit Abweichungen in den übrigen das 
Sehvermögen betreffenden Symptome, 

(z. B. mit nicht conceutrischer Gesichtsfeldbeschrän- 
kung, mit ringförmigem Skotom, mit Mangel 
von Nachtblindheit, mit Nyktalopie statt He- 
meralopie u. dgl.) 

4. Ret. pig. mit anomalem Augenspiegelbe- 
fund und anomaler Sehstörung, 

a) angeborene Fälle von Amaurose mit Ret. pigmen- 
tosa oder Amblyopie mit entsprechenden Sym- 
ptomen, 

b) nicht angeborene Retinitis pigmentosa mit vor- 
waltender Amblyopie und fehlender Netzhautpig- 
mentirung. 

c) Chorioretinitis pigmentosa mit anomalen Sym- 
ptomen. 

5. Ret. pig. mit abweichendem Verlaufe (un- 
gleicher Beteiligung beider Augen, Einseitigkeit u. s. w.). 

Es kann demnach die Zugehörigkeit der beiden Fälle 
zu dieser Art des Netzhautleidens ernstlich nicht bezweifelt 
werden : 

Zwei Hauptsymptome, die Herabsetzung 
des Lichtsinnes und die concentrische, typi- 
sche Einengung des Gesichtsfeldes sind da und 
zwar von frühester Jugend ab, ohne dass irgend eine 
Erkrankung vorangegangen wäre, die als Ursache angesehen 
werden könnte. Der Zustand ist somit entweder ange- 
boren, was nahezu sicher erscheint, oder doch, wenn dies 
als nicht völlig erweisbar betrachtet werden sollte, in 



— 86 — 

allerf'rühester Jugend spontan, auf augeborner Grundlage 
entstanden und ich wüsste in der Tat nicht, als was 
anders er aufgefasst werden könnte. 

Abgesehen von der Anamnese halte ich es übrigens 
durch die Unveränderlichkeit des Zustandes 
für genügend sichergestellt, dass der Zustand in beiden 
Fällen angeboren ist, obgleich wir weder über Bluts- 
verwandtschaft der Eltern noch über ähnliche Fälle in der 
Verwandtschaft der beiden Kr.inken etwas zu hören be- 
kamen. Noch ein Umstand spricht dafür. Bei erworbnen 
Formen zeigt sich eiue gewisse Uebereinstimmung zwischen 
dem Grade der Sehstörnng (Sehschärfe, Gesichtsfeld, und 
eventuell Farbensinn) und dem Grade der ophthalmo- 
skopischen Veränderungen. Wir finden auKgesprochne 
retiuitische Atrophie der Papille, wie die Sehschärfe stärker 
geschädigt ist. Hier bestehen aber starke Herabsetzung 
des Sehvermögens, starke Einengung des Gesichtsfeldes 
neben normalem ophthalmoskopischem Befunde, wie 
das angeborue Amblyopien häufig zeigen. 

Ich habe mich ausserdem nach ähnlicheu Fällen in 
der Litteratur umgesehen, um weitere Stützen für diese 
Diagnose zu finden. 

Häufig kann in an und für sich zweifelhaften 
Fällen die Diagnose Ketinitis pigmentosa dadurch gestellt 
werden, dass in der Verwandtschaft (bei den Geschwistern, 
in der Ascendeuz oder Descendenz) oder dass am andern 
Auge zweifellose Retinitis pigmentosa vorkommt. Ist aber 
auf diese Weise die Zugehörigkeit eines bestimm- 
ten Krankheitsbildes zur Retinitis pigmen- 
tosa erwiesen, dann darf sie auch in solchen Fällen 
angenommen werden, wo derartige Nebenumstände fehlen. 

Es haben sich an ähnlichen Fällen in der Litteratur 
folgende gefunden, die in ihrer Gesammtheit wol im 
Stande sind, meine Diagnose zu stützen, wiewohl kein 
einziger Fall den meinen völlig gleicht. 



— 87 — 

Schon Lebei'i) rechnet einen Fall zur Ket. pigmen- 
tosa (atypica), wo bei geringer Amblyopie und 
concent rischer Gesichtsfeld besehränkung 
hochgradige Störuug des Farbensinnes da war. 
Leider ist hiebei über die Beschaffenheit des Augenhinter- 
grundes nichts angegeben. 

, Weiters ist ein von Leber^) angeführter Fall zu 
erwähnen, wo eine doppelseitige, concentrische 
Gesichtsfeldbeschränkung ohne ophthalmo- 
scopischen Befund und ohne Nachtblindheit 
nach Angabe des Kranken schon seit der Geburt 
bestand, den Leber auch mit Recht zu dieser Art des 
Netzhautleidens zählt. 

Huidiez^) fand bei einem achtjährigen Mädchen 
acquirirte Hemeralopie, kein Pigment in der Retina, leichte 
Infiltration (?) der Retina rings um die Papille und in der 
Peripherie. Die Grosseltern des Kindes waren Geschwister- 
kinder und eine Base der Grossmutter hemeralopisch. 

Ich erwähne diesen Fall, weil die , leichte Infiltration* 
der Retina an den streifigen Reflex um die Papille in 
meinen Fällen erinnert, der der Ausdruck einer dichtem 
Beschafi'enheit der Netzhaut sein mag. Um eine »Infil- 
tration" wird es sich auch bei Huidiezs Fall nicht ge- 
handelt haben, sondern nur um diese Ursache des stärkern 
Reflexes. 

Machek^) berichtet: Von 7 lebendigen Kindern eines 
blutsverwandten Ehepaares sind 2 gesund und 5 mit 



') im Handbuche von Graef e u. Saemisch im Capitel 
über Retinitis pigmentosa, Bd. V. Seite 647! 

2) a. a. 0. 

3) Huidiez, Reunite pigmentaire sans pigment visible a 
r ophthalmoscope. Annal. d' ocul., T. 78, S. 211. Dem Referate 
in Nagels Jahresberichte 1877 (S. 307) entnommen, da mir die 
Arbeit selbst nicht zugänglich ist. Das Fragezeichen in den Klam- 
mern von mir. 

*) Machek, zwyrodnieniu barvsrikovpem siatköw^ki (chorio- 
retinitis). Przegl^d lek. Krakow. XX S. 201, 219. 235. Nach dem 



Retinitis pignieutosa behaftet. Die 5 hemera- 
lopischen Kinder bemerkten erst in ihrem 10. Jahre die 
ersten Krankheitssymptome. Das jüngste Kind, ein Knabe, 
erblindete schon im 18. Jahre vollkommen, die andern 
(Töchter) im 2( ) Nystagmus und Myopie von 5 D bis 
9*5 D waren ausserdem vorhanden. Nur in 2 Fällen 
waren charakteristische Pigmentablagerun- 
gen nachzuweisen, in 3 Fällen fehlten sie, 
Farbenblindheit war in 3 Fällen nachzu- 
weisen, einmal nur solche für grün, einmal 
vollkommene, einmal unvollkommene. 

Es muss also unter den drei Farbenblinden min- 
destens einer gewesen sein, der keine typische Pigmen- 
tirung zeigte, also meinen Fällen ähnelte. 

Dor^) beschreibt folgenden Pali: 

AI. L., 21 Jahre alt, klagt nur über Hemeral- 
opie, an der er seit seinem vierten oder fünften Lebens- 
jahre leiden soll und zwar nach den Blattern (?). Seine 
ältere Schwester hat auch Hemeralopie (angeblich nach 
den Blattern). 

Seine Sehschärfe betrug bei hellem Tageslichte ^Vsoi 
sobald man aber die Vorhänge herabliess, sank sie auf 
20/1001 während sie bei allen Normalen noch 20/^^ -yy^aj. 

Die Farbenempfinduug war qualitativ normal, aber 
für alle Farben etwas vermindert. Das Gesichts- 
feld zeigte bei Tageslicht keine Verengerung, doch beim 
Lichte einer Kerze, die in der Entfernung von 2 Metern 
aufgestellt war, eine ganz bedeutende Verenge- 
rung. 

Bei der Untersuchung mit dem Augenspiegel erhielt 
man vom Augenhintergrunde einen grauweisslichen 
Reflex (an das Tapet mancher Tiere erinnernd, nur 



Referate in Nagels Jahresbericlite 1881, da mir die Arbeit unzu- 
gänglich ist. 

*) Dor, Hemeralopie dependant d' une forme atypique de 
retinite. Archives d' Ophthalmologie. T. III p. 481. 



— 89 — 

nicht so „brillaut"), wie bei deu Augen von Negern, 
Hindus oder Atzteken, der sich bis iu die Gegend des 
A equators erstreckte. 

Die Gefässe waren normal, ebenso die Papille. 

Dor denkt an eine Veränderung in der Pignient- 
schichte und meint, der Fall sei einzig in der Litteratur. 
Ich führe ihn hauptsächlich wegen des weisslichen Reflexes 
an, der hier besonders entwickelt gewesen zu sein scheint 
und an den Fall von Huidiez erinnert, und wegen des 
sonst ganz normalen Augenspiegelbefundes, 

Gayeti) schildert folgende Fälle von angeborn er Netz- 
hautlaesion, die mit den meinen viel Aehnlichkeit haben. 

Der Kranke B. klagte über Sehstörung von früh- 
ester Jugend an. Sein Vater und seine Mutter leben, 
sind gesund; sie sind cousins germains. Zwei Brüder 
und eine Schwester B,'s erfreuen sich sehr gutes Seh- 
vermögens, aber eine 13jährige Schwester soll dasselbe 
Leiden haben. Sonst gibt es in der Familie weder Taub- 
stummheit noch ein erbliches Leiden. B., der Weber ist, 
konnte nie farbige Gewebe arbeiten, sondern nur Linnen, 
weil er die Farben nicht zu unterscheiden ver- 
mochte. Von frühester Kindheit au leidet er an Nacht- 
nebel. Trutzdem er lesen kann, ist ihm stets noch 
eine Sehstörung aufgefallen. Beim Billardspiele z. B. 
konnte er seiner Kugel nur folgen, wenn sie in gerader 
Linie lief; sobald sie eine Seitenwendung machte, verlor 
er sie sofort aus dem Gesichte. Er konnte nie mit seinem 
Blicke dem Fluge eines Vogels folgen. Der Zustand seiner 
Augen ist von frühester Jugend an ganz unver- 
ändert Eigentümlich ist noch folgendes. Er hat nie 
singen oder trällern, nie die mindeste Melodie pfeifen 
können. 



') G a y e t , D' une lesion congenitale de la retine. Est-ce 
une retinite pigmentaire ? Archives d' Ophthalmologie. T. III, 
p. 385 (1883). 



— 90 — 

Die Untersuchung ergab nun V am r. A. ^= 0*5, 
V am 1. A. — 0"6, mit dem Ophthalmometer von Javal 
2D. As im horiz. Meridian. Das rechte Gesichtsfeld für 
Weiss sehr stark eingeengt, fast genau kreisrund, 
das linke weiter und uuregelmässiger : unten und aussen 
bis 60", innen und oben bis 45" eingeengt. Alle Farben - 
gesichtsfelder sind gleich gross und auf 10" eingeengt. 

Der Farbensinn ist ebenfalls nicht normal. 
Für den Kranken ist Blau Eot, Lichtgrün Weiss, Carmin 
Himmelblau, Lila Blau. Rot ist die Farbe, wo er die 
meisten Fehler macht. 

Die optischen Medien waren ganz rein, die Papille 
und ihre Gefässe im ganzen normal. Aufiallend war, dass 
der ganze Augenhintergrund von der Papille bis zur 
äussersten Peripherie mit zahllosen, rundlichen feinen 
Fleckchen besäet wari). 

Dass es sich hier wirklich nur um eine anomale 
Form der sog. Retinitis pigmentosa handelte, ergab die 
Untersuchung der 13 Jahre alten Schwester B.'s. 

Auch sie zeigt Nachtnebel, Gesichts feldein- 
engung, Farbenblindheit, Mangel musikalischen 
Gehöres; der Augenhintergrund war wie bei B. beschaffen, 
aber die Fleckchen fanden sich viel weniger zahlreich 
und ganz in der Peripherie sah man typische 
Pigment flecken der Ret. pigmentosa. 

Ich rechne also meine beiden Fälle zu der Gruppe 
der Retinitis pigmentosa, die anomalen Spiegelbefund 
(Pigmentlosigkeit, normale Papille und Gefässe, stärkerer 
Netzhautreflex um die Papille) und anomalen Sehbefund 
(centrale Amblyopie, Farbenblindheit) darbietet. 

Die bei T. beobachteten Anfälle von „ Schlechtsehen " 
erinnern an jene retinalen Reizungserscheinuugen, die als 
seltenere Vorkommnisse bei Retinitis pigmentosa beob- 



2) Eine Veränderung, die bei der »Ret. pigmentosa sine 
pigmento* sehr häufig ist. 



— 91 — 

achtet werden und in subjectiven Lichte rscheinuu gen, 
Fuukensehen, aber auch in Flimmern, besonders 
bei schwacher Beleuchtung bestehen. 

Es erübrigt noch über die Farbenblindheit in 
den beiden Fällen einiges zu bemerken. 

In eine genauere Auseinandersetzung der Farbensinn- 
störung kann ich allerdings nicht eingehen. Denn es war, 
wie schon erwähnt, aus äussern Gründen unmöglich eine 
entsprechend eingehende und detaillirte Untersuchung vor- 
zunehmen und so blieben viele Fragen vollständig dunkel, 
die gelöst sein müssten, um sich näher über die Art der 
Störung aussprechen zu können. 

Das eine ist sicher, dass es sich neben der quanti- 
tativen Farbensinnstörung, die ihren parallelen Ausdruck 
in der Abnahme des Lichtsinnes findet, auch um eine 
qualitative handelt. 

Bei Tomasini machi es eigentlich den Eindruck, 
dass völlige Achromatopsie vorliegt. Auffallend ist 
nur, dass er Bot immer richtig benennt und nie ver- 
wechselt. Sollte also doch eine, wenn auch nur rudi- 
mentäre Farbenempfindung dagewesen sein? 

Ich erinnere in dieser Richtung an den von Becker^) 
beschriebenen Fall einseitiger totaler Farbenblindheit. 
In einseitigen Fällen besteht durch das gesunde Auge 
vermittelt eine völlig richtige Kenntniss der Farben und es 
ist deshalb die Bezeichnung der Farbentöne und Nuancen, 
die mit dem farbenblinden Auge gesehen werden, durch- 
aus zuverlässig. 

In diesem Falle wurde zwar angeblich alles nur hell 
und dunkel (grau) gesehen, also farblos; aber dennoch 
war eine farbige Empfindung erhalten, nämlich Braun, 
das dem farbenblinden Autre stets bei den verschiedensten 



1) Becker, Ein Fall von angeborner einseitiger totaler 
Farbenblindheit, v. Graefes Archiv f. Ophthalmologie Bd. XXV 
(1879) 2, S. 204. 



— 92 — 

Gegenständen (liei Wollen, andern Stoffen, Papieren, Oel- 
nnd Wasserfarben) in seiner richtigen Farbe erschien. 
Merkwürdiger Weise erschienen ihm bei der Probe mit 
farbigen Schatten nach Stilling alle Schatten grün, obwol 
ihm sonst Grün, ebenso wie Blau, Orange, Rot u. s. w. 
nur als grau erschien. 

Das Spectrum war am violetten Ende ein klein wenig 
verkürzt, der Lichtsinn des farbenblinden Auges etwas 
herabgesetzt, das Gesichtsfeld normal. 

Bei Groff dürfte aber die Annahme zulässig er- 
scheinen, dass sich bei ihm, der den Parbenindex von 
Radde, soweit er die Farben in der Anordnung des Spec- 
trums bringt, zweifarbig sieht, nämlich rot und grau, 
aber auch rot und grün, beide Teile nicht bloss durch 
verschiedene Helligkeit von einander unterscheiden, son- 
dern dass eine, wenn auch (besonders für Grün) schwache 
Farbenempfindung besteht, so dass er demnach wol in 
die Kategorie der Dichromatopen und zwar, wie es scheint, 
der sog. Gelbblaubliuden einzureihen wäre. 

Es wäre zur Erklärung seiner Angaben ganz gut die 
Annahme möglich, dass, wenn man sich so ausdrücken 
darf, die so sehr erhöhte Reizschwelle ihm alle dunkeln 
Nuancen als schwarz, dunkelgrau und eine stark vermin- 
derte Unterschiedempfindlichkeit für farbiges Licht ihm alle 
lichten, hellen Nuancen als weiss, hell, lichtgrau erscheinen 
Hess. Es ist das ja analog der Erscheinung, dass auch 
beim Normalen alle Farben in sehr heller Nuance weiss 
und bei einem gewissen Minimum von Beleuchtung grau 
oder anders gefärbt aussehen. Es würde das also der Aus- 
druck der hohen quantitativen Störung des Farben- 
sinnes (Dyschromatopsie nach Mauthner) sein. 

Aber wenn wir auch des weitern die Frage nach der 
Art der qualitativen Farbensinnstörung dahingestellt 
sein lassen müssen, so genügt es fest zu halten, dass eine 
solche unbedingt da ist und ebenso eine angebor ne 
Veränderung darstellt, wie die andern Störungen. Und das 



— 93 — 

ist es, wodurcli diese Fälle im Zusammenhalte mit ihren 
übrigen Symptomen klinisch interessant werden. 

Leber meint zwar, in dem schon erwähnten Falle 
von Ret. pigmentosa mit Farbenblindheit bleibe es dahin- 
gestellt, ob es sich um Complication mit angeborner Farben- 
blindheit handle. Ich kann diesen Satz nur so auflFassen, 
dass Zweifel über den innern Zusammenhang der beiden 
Erkrankungen möglich sind. 

Ich möchte nun glauben, dass man dort wol an einen 
Zusammenhang denken kann, wo sowol die andern Er- 
scheinungen als die Farbenblindheit angeboren sind, wie in 
meinen beiden Fällen, zumal wenn man berücksichtigt, dass 
die erworbene Retinitis pigmentosa wie andere Retinal- 
leiden ja auch häufig unter starker Zunahme der Ver- 
engerung der Farbengesichtsfeldgrenzen schliesslich noch 
vor der vollständigen Erblindung zu Farbenblindheit führt. 
Da ist natürlich an eine zufällige Complication nicht zu 
denken. 

Wenn aber ein innerer Zusammenhang besteht, wenn 
der zu Grunde liegende Process einerseits die Symptome 
der Netzhautsclerose, andererseits die der Farbenblindheit 
hervorruft, dann muss doch angenommen werden, dass 
die der Farbenblindheit zu Grunde liegende Veränderung, 
die natürlich nicht identisch ist mit jenen, die den andern 
Symptomen zu Grunde liegen, dieselbe Localisation 
habe, wie die andern Veränderungen. (Das heisst also, 
dass sie in die Netzhaut zu verlegen ist). 

Man wird nun dazu bemerken, das sei ja gar nichts 
auffallendes, denn das sei ja bei allen Fällen patholo- 
gischer Farbenblindheit so. Denn wohin anders solle 
man denn die Ursache der Farbenblindheit localisiren, als 
in das erkrankte Organ. 

Allein vielleicht ist der Sache doch noch eine andere 
Seite abzugewinnen. Es ist nämlich denkbar, dass ein 
Process, der einerseits Veränderungen hervorruft, die den 
Symptomen der Netzhautsclerose, andererseits solche, die 



— 94 — 

der Farbeublindheit zu Grunde liegen, auch ebenso, wie 
er oft nur die erstem erzeugt, einmal auch nur die 
der Farbenblindheit zu Grunde liegenden Verände- 
rungen verursachen könnte. Das heisst mit andern Worten, 
es könnte von solchen Fällen vielleicht ein Licht fallen 
auf gewisse Formen angeborner Farbenblindheit und so 
eine Brücke zwischen pathologischen und sog. physiolo- 
gischen Formen der Farbenblindheit geschlagen werden. 
Es ist ja, was den Sitz der Veränderungen betrifft, die die 
angeborne Farbenblindheit überhaupt hervorrufen, noch 
so gut wie nichts bekannt. 

Nun will es mir aber weiters scheinen, dass dieser 
in den Fällen von einseitiger Farbenblindheit wol nicht 
anders localisirt werden kann, als in den Opticus oder in die 
Netzhaut, weil doch weiter hirnwärts liegende Ursachen eine 
einseitige Farbenblindheit nicht verschulden können. 
Hält man aber au all dem fest, dann wird die Annahme 
eines retinalen Sitzes für eine Reihe von beiderseitigen 
Fällen wahrscheinlich, wenn man das frühere berücksichtigt. 

Man braucht sich gerade nicht in Speculationen zu 
ergehen, sondern sich nur z. B. vorzustellen, dass im Falle 
Tomasini die Gesichtsfeldbeschränkung fehlen oder sehr 
gering sein würde und man hätte einen Fall vor sich, der 
dem Falle von totaler Farbenblindheit ungemein 
ähnlich wäre, den Landolt 1891 in den Archives 
d' Ophthalmologie veröffentlicht hat^). Dass eine solche An- 
nahme nichts besonders gezwungenes hat, lehren die Fälle 
von Retinitis pigmentosa oder zu ihr gehörigeu Erkrankun- 
gen, wo tatsächlich die Gesichtsfeldbeschränkung fehlte. 

Der erwähnte Fall Landolts verhielt sich folgender- 
maassen. 

Frau M . . ., 45 Jahre alt, hat immer schlecht ge- 
sehen. Das Sehvermögen wurde aber seit 4 Jahren 



') Landolt, Un nouveau cas d' achromatopip totale. ArQh. 
d'Opbth. T. XI (ISDl), p. 202. 



— 95 — 

schlechter. Hereditäre Antecedentien liegen nicht vor, 
Ihre Kinder sehen gut. Einer ihrer Brüder ist aber voll- 
kommen farbenblind. Sie selbst hat niemals Farben, 
sondern nur Abstufungen von Helligkeit gesehen. Zwischen 
Stichen und gemalten Bildern gibt es keinen andern Unter- 
schied als den der Helligkeit. 

Die centrale Sehschärfe beträgt au beiden Augen 
kaum ViQ, das Gesichtsfeld des rechten Auges ist 
von aussen, oben und unten eingeschränkt^), das 
des linken ein wenig von aussen. Beide Papillen sind 
blass, die Gefässe verengt. Es besteht Nystagmus uud 
Lichtscheu. 

Der hellste Eindruck wird durch die gelben, licht- 
blauen, lichtgrauen uud lichtgrüneu Töne, der dunkelste 
durch die roten und rotbraunen hervorgerufen. Dunkel- 
blau, dunkel violet, dunkelgrau, die dem Normalen fast 
schwarz erscheinen, sind für Fr. M. heller als ein Rot, 
das in Purpur oder Braun fällt. 

Landolt selbst schliesst daraus, dass die Sehschärfe 
herabgesetzt und dass das Gesichtsfeld beeinträchtigt war, 
dass wahrscheinlich eine periphere Ursache im Spiele sei, 
eiue mangelhafte Entwicklung gewisser Netzhauttheile 
oder des Nervus opticus. 

Dieser Fall Landolts hat aber andrerseits in den 
meisten Symptomen die grösste Aehulichkeit mit allen Fällen 
totaler Farbenblindheit, die überhaupt veröffentlicht wurden. 

Alle zeigen Herabsetzung der Sehschärfe, Nystagmus, 
die meisten Lichtscheu oder Nyctalopie. Ueber das Ge- 
sichtsfeld ist nicht in allen Fällen eine Angabe gemacht, 
bei den andern war es normal. 

Man mag sich vor Augen halten, dass bei manchen 
Fällen vou Retinitis pigmentosa auch Blendung beim 
Blick auf leuchtende Gegenstände und dass in seltenen 



') Bf i herabgesetzter Beleuchtung scheint nicht geprüft worden 
zu sein. 



— 96 — 

Fällen , unzweifelhaft Hyperästhesie der Netzhaut vor- 
kommt, wo das Sehvermögen bei gedämpfter Beleuchtung 
zunimmt 1)". Nun ist ja Hemeralopie und Nyctalopie 
freilich gerade der entgegengesetzte Zustand, aber doch 
beides eine Alteration derselben Function der Netz- 
haut, nämlich ihrer Empfindlichkeit gegen Lichtstärken 
und Lichtunterschiede und es wäre gewiss nichts grund- 
sätzlich unmögliches, dass derselbe krankhafte Vorgang 
je nach Grad und Ausbreitung einmal eine Steigerung, 
das andre mal eine Herabsetzung einer Function bewirkte. 

Es fällt mir selbstverständlich nicht ein, damit be- 
haupten zu wollen, dass die Ketinitis lugmentosa und die 
angeborne Farbenblindkeit identische Erkrankungen seien. 
Die Unterschiede, die im allgemeinen bestehen, sind ja 
bekannt und brauchen wol nicht weiter aussceführt zu 
werden. Auch möchte ich den Sitz der Farbenblindheit 
durchaus nicht für alle Fälle in die Netzhaut verlegen. 
Vom Standpunkte pathologischer Fälle aus hätte ja für die 
gewöhnliche sog. Rot-Grün-Blindheit eine Localisation im 
Sehnerven sogar eine gewisse Wahrscheinlichkeit, wie wol 
auch hier ein retinaler Sitz nicht ganz ausgeschlossen 
erscheint. 

Immerhin liesse sich vielleicht, wenigstens für ge- 
wisse Formen in dem Sinne eine Verwandtschaft mit 
der Ret. pigmentosa vermuten, dass die der Farbenblind- 
heit zu Grunde liegenden Veränderungen ihren Sitz in 
der Netzhaut hätten und dass sich möglicher Weise der- 
selbe Vorgang z. B. in abgeschwächtem Grade oder 
ein ähnlicher, verwandter Vorgang in den der 
Farbenperception dienenden Netzhautteilen abspielte. Man 
könnte dabei an die Fälle von Farbensinnschwäche und 
totaler Farbenblindheit denken. Von da ist allerdings ein 
grosser Schritt zur gewöhnlichen Form der angebornen 
Farbenblindheit, der sog. Rotgrünblindheit, die mit nor- 

') Leber, a. a. ü. 



— 97 — 

maler Sehschärfe, normalem Gesichtsfeld, normalem Licht- 
sinne einhergeht, wo auch der unzweifelhafte Einfluss der 
Blutsverwandtschaft, der bei der Retinitis pigmentosa so 
häufig besteht, sicher auszuschliessen ist. 

Aber die verschiedenen Formen der Farbenblindheit 
wechseln in derselben Familie und die hereditäre Belastung 
spielt eine grosse Rolle, wie so oft auch bei der Retinitis 
pigmentosa congenita, bei der die Consanguinität der Eltern 
durchaus nicht mehr als die Hälfte aller Fälle ausmacht. 

Es würde meiner Ansicht nach immerhin nicht müssig 
sein, wenigstens die seltenern Formen der angebornen 
Farbenblindheit auf das Verhalten ihres Gesichtsfeldes und 
des Lichtsinnes und auf ihre Beziehung zu belastenden 
Umständen genau zu prüfen. Besonders die zuerst ge- 
nannten Verhältnisse sind vielfach gar nicht unter- 
sucht worden, wie ich aus der mir zugänglichen Litte- 
ratur ersehe. Es ist ja möglich, dass sich dann Bezieh- 
ungen zu andern Entwicklungsstörungen der Netzhaut 
ergeben oder dass wenigstens über den Sitz der zu Grunde 
liegenden Veränderungen mehr als blosse Vermutungen 
ausgesprochen werden könnten. 



Naturw.-med. Verein 1892198. 



Die Niederschlagsverhältnisse der Umgebung 
von Bozen in den Jahren 1891 — 1893. 



Von 
J. M. Pernter. 



Im Sommer 1891 habe ich nach dem Wmische des 
Deutscheu und Oesterreichischen Alpenvereines mit der 
Errichtung von Eegenstationen in der Umgebung von 
Bozen begonnen und das kleine Netz im Sommer des 
folgenden Jahres vervollständiget. Die Errichtungs- und 
Erhaltungskosten trägt der Alpenverein. Die von mir 
errichteten Stationen sind die folgenden : Altrei, Kadein, 
Aldein, Deutschnoven, Kastelruth, Waidbruck, Barbian, 
Pens, Jenesien, Mendel, St. Nikolaus ober Kaltem. 

Diese 11 Stationen sind also Alpenvereinsstationen, 
zu welchen noch die zwei von der Section Bozen des 
D. u. Oe. Alpenvereins erhaltenen treten, nämlich: Schiern- 
haus (im Sommer) und Oberbozen am Kitten. 

Um die Niederschlagsverhältnisse des untersuchten 
Gebietes zur besseren Darstellung bringen zu können, 
habe ich noch die folgenden Stationen der k. k. Central- 
anstalt für Meteorologie und Erdmagnetismus mit einbe- 
zogen: Brixen, Welschnoven, Gries, San Michele, Berghof 
Faedo, Trient, Kovereto, Ala; überdiess habe ich noch 
Toblach und Gossensass berücksichtiget. 

Für die Ueberlassung der Daten dieser 10 Stationen 
sage ich der Direction der k. k. Centralanstalt den besten 
Dank. 



— 99 — 

Was die Benützung der Niederschlagsmessungen der 
einzelnen Stationen betrifft, so war es leider unmöglich 
Yor October 1891 von allen in diesem Jahre errichteten 
8 Stationen Daten zu erhalten und so beschränke ich 
mich auf die 24 Monate von October 1891 bis September 
1893; für besondere Zwecke werde ich auch andere 
Monate beiziehen. Leider fehlt an einzelnen Stationen 
ein und der andere Monat ; ich habe dann durch Reduction 
auf die nächste Station einen wahrscheinlichen Werth 
berechnet und in Klammern in die Lücken eingesetzt. 
Was die Verlässlichkeit der gemessenen Werthe an den 
einzelnen Stationen anbelangt, dürfte bezüglich Gossen- 
sass, Oberbozen, Mendel, und Berghof Faedo mancher 
Zweifel auftauchen. Gossensass kann ich nicht weiter 
controlieren, obwol es deutlich ist, da&s gar oft entweder 
nicht oder unrichtig gemessen wurde; Oberbozen misst 
nicht jeden Tag und wird dadurch weniger brauchbar; 
Mendel dürfte in letzter Zeit gut und verlässlich geworden 
sein; es ist im ersten Jahre nicht wol verwendbar, im 
zweiten Jahre schon ziemlich brauchbar; Berghof Faedo 
hatte bis vor kurzem, wie mir Herr Prof, Portele von 
der Landesanstalt in San Michele so gütig war mitzu- 
theilen, einen alten Regenmesser mit Hahn, der nicht 
gut geschlossen hat. Seit December 1893 ist er durch 
einen neuen tadellosen ersetzt. Wir werden noch Ge- 
legenheit finden des Näheren darauf einzugehen. 

Ich theile nun vorerst die Tabelle der Monatssummen 
und der Zahl der Tage mit Niederschlag für alle Stationen 
mit, wobei ich bemerke, dass die Zahl der Tage mit 
Niederschlag angibt, wie oft ein Niederschlag — und 
wäre es auch nur O'l mm — gemessen werde. Da alle 
Stationen um 7 oder 1/38 Uhr Morgens messen, so ist 
die Gleichartigkeit der Werthe von dieser Seite sicher- 
gestellt. Dass ich jede Messung, auch die unter 0'3mm 
zähle, geschieht mit Rücksicht auf die grosse Trockenheits- 
periode des Jahres 1893. 

9* 



100 



Tabelle 
Monats- und Jahres- 











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B 
















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o 


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1 
35 


'S 


1 

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-2 

CS 


TS 


'.3 


Seehöhe in Metern 


1270 


1550 


1221 


1350 


1190 


1035 


463 


760 


1891 October 


135-3 


130-2 


103-7 


903 


100-9 


85-6 






November . 


73'7 


80-3 


87-3 


68-9 


30-2 


57-1 






December . 


33-5 


24-9 


30-6 


27 


25-4 


18-7 






1892 Jänner 


63-7 


72-0 


51-3 


487 


42-8 


37-1 






Februar 


65-9 


50 8 


58-3 


480 


64-4 


33-9 






März .... 


103-7 


121-0 


95 4 


95-0 


82-0 


56-5 






April .... 


69-4 


86-2 


85 2 


82-5 


87-9 


106-5 






Mai .... 


99-1 


125-6 


85 


71-8 


93 7 


635 






.luni .... 


1225 


115-4 


94-2 


100-4 


104-9 


106-8 






.Juli . . . : 


110-1 


134-5 


(126-4) 


93-8 


115-0 


153-2 


130-9 




August 


56-7 


64-7 


58-5 


39 1 


55-2 


52-7 


74-0 




September . 


(87-1) 


93-7 


158-7 


118-8 


84-4 


93-6 


91-0 




Summe (ohne Reduct.) 


933 6 


1099-3 


908-2 


884-3 


886-8 


865-2 


(295-9) 


- 


Jahr (mit Reduct.) 


10207 


1099-3 


1034-6 


884 3 


886-8 


865-2 




— 


1892 October 


(103-1) 


110-9 


1127 


114-8 


64 


90-8 


79-6 


82-0 


■November . 


(20-8) 


22-3 


29- 1 


27-1 


23-9 


14-5 


14-0 


15-1 


December . 


2-8 


2-1 


5-4 


62 


5-8 


3-5 


4-0 


(4-0) 


1893 Jänner 


21 


4-1 


(3-8) 


12-9 


_ 


5-3 


5-1 


4-6 


Februar . , 


412 


29-9 


(27-5) 


45-4 


— 


31-5 


33-2 


29-6 


März .... 


55 


4-0 


(3-7) 


(3-7) 


- 


50 


3-7 


4-8 


April .... 


16 


31-0 


(-28-5) 


(29-1) 




17 1 


15-6 


154 


Mai .... 


93-4 


71-5 


(65-7) 


67-6 


— 


54-1 


52-0 


55-6 


Juni .... 


103-0 


146-1 


1059 


1102 


Schiern 


148-4 


142-9 


116-1 


Juli .... 


151-3 


149-2 


1282 


125-4 


149-7 


110-7 


110-2 


123-1 


August 


10-3 


29-3 


260 


33-2 


29-2 


29-0 


10-7 


12-6 


September . 


83-9 


82-6 


71-4 


69-8 


66-8 


86-4 


57-2 


55-6 


Summe (ohne Reduct.) 


509-5 


6830 


478-7 


612-6 


- 


596-3 


528-2 


518-5 


Jahr (mit Reduct.) 


633-4 


683-0 


607-9 


645-4 


- 


596-3 


528-2 


518 5 


1893 October 


69-2 


58-1 


509 


47-7 




325 


42-9 


53-6 


November . 


49-6 


59-6 


662 


87-4 


— 


39-5 


46-9 


43-7 


Summe . 


118-8 


1177 


117-1 


1351 


- 


72-0 


89-8 


97-3 


■2 Jahre Oct. 91— Sept. 93 . 


1654- 1 


1782-3 


1642-5 


1529 7 


— 


1461-5 


— 


— 


Öct. 91— Nov. 93 . 


1772-9 


1900-0 


1759-6 


1664-8 




1533-5 







— 101 — 



I. 



»Siimiiieii dos Niederschlages. 







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1420 


1182 


1081 


292 


1350 


563 


244 


662 


210 


211 


190 


51-5 




69-9 




68-4 


102-1 


99-7 


171-5 


144-9 


201-3 


188-0 


183-6 


80-4 




92-8 




84-4 


105-3 


127-7 


145-8 


110-1 


138-5 


125-7 


143-8 


23-5 




(32-9) 




25-2 


31-7 


33-2 


40-4 


39-8 


34-5 


36-5 


44-0 


23 6 




30-0 




34-5 


34-2 


33-7 


51-2 


39-3 


40-1 


66-0 


45-8 


36-0 




38 7 




78-3 


78-7 


80-6 


78-7 


72-4 


93-6 


85-4 


70-3 


26-1 




58-5 




54-1 





78-9 


94-1 


80-0 


89-3 


111-7 


120-1 


92 8 




81-0 




69-7 


37-8 


79-5 


92-4 


99-8 


97-2 


97-0 


87-3 


52-9 




62-7 




39-4 


52-0 


60-8 


85-4 


65-2 


114-6 


129-3 


150-2 


110 2 




94-7 




81-4 


100-2 


83-1 


94-1 


■84-6 


89-4 


74-3 


64-9 


83-8 


131 6 


94-0 




41-2 





72-1 


97-4 


88-5 


102-2 


132-6 


121-0 


124-4 


160-2 


43-2 


38-6 


36-0 


65-8 


49-3 


54-3 


•44-1 


52-0 


105-0 


107-5 


64-8 


131-0 


98-5 


111-3 


92-3 


116-1 


109-2 


127-5 


"110-6 


99-3 


73-4 


69-5 


770 


(422-8) 


764-0 


(149-9) 


704-9 


723-9 


907-8 


1132-8 


979-3 


1152-0 


1224-9 


1208-0 


770-0 


- 


796-9 


- 


704-9 


- 


907-8 


1132-8 


979-3 


1152-0 


1224-9 


1208-0 


72 


132-3 


83-0 


79-6 


89-8 


113-4 


135-8 


163-9 


132-1 


197-1 


166-8 


116-1 


12-3 


22-6 


17-7 


25-9 


24-7 


31-0 


35-2 


48-1 


36-5 


60-3 


52-5 


47-4 


1-1 


140 


(2-1) 


1-6 


2-5 


1-0 


0-0 


0-0 


0-0 


0-0 


5-6 


2-0 


8-1 


14-8 


5-3 


6-8 


2-7 


6-6 


2-4 


2-1 


1-6 


1-0 


4-7 


10-6 


30-9 


41-9 


250 


35-8 


30-5 


38-0 


36-1 


5 -9 


57-6 


54-1 


85-7 


67-8 


39 


17-7 


(5-2) 


4-0 


3-5 


6-0 


5-9 


12-4 


9-2 


18-7 


15-0 


16-4 


12-8 


11-8 


16-4 


21-8 


12-6 


20-2 


13-6 


9-3 


7-0 


8-1 


5-5 


5-8 


73 2 


64-8 


41-2 


48-8 


37-1 


67-7 


71-1 


38-5 


50-8 


76-4 


64-9 


113-3 


90 6 


114-6 


100-3 


84-2 


64-8 


134-4 


125-9 


54-0 


•52-5 


75-6 


73-6 


66-0 


147-3 


174-7 


134-3 


159-6 


114-0 


157-7 


129-3 


104-2 


81-0 


120-6 


127-4 


138-3 


11-0 


28 6 


41-1 


16-4 


17-1 


18-0 


26-6 


14-0 


5-3 


42-3 


43-3 


10-8 


58-3 


126 8 


120-5 


67-2 


61-8 


35-6 


43-0 


81-1 


94-2 


77-0 


56-9 


82-5 


521-5 


764-6 


584-8 


551-7 


461-2 


629-6 


624-9 


586-5 


527-8 


731-7 


701-9 


677-Ö 


521-5 


764-6 


592-1 


551-7 


461-2 


629-6 


624-9 


586-5 


527-8 


731-7 


701-9 


677-0 


45-7 


113-2 


54-3 


69-9 


48-5 


76-0 


79-5 


117-0 


81-3 


71-1 


64-3 


55-1 


27-2 


50 4 


79-5 


58-2 


46-8 


48-5 


65-0 


66-4 


— 


65-2 


65-0 


72-1 


72-9 


163-7 


133-8 


128-1 


95-3 


124-5 


144-5 


183-4 


- 


136-3 


129-3 


127-2 


1291-5 


— 


1389-0 


— 


1166-1 


— 


1532-7 


1719-3 


— 


1883-7 


1926-8 


1885-0 


1364-4 


" 


1522-8 


— 


1261-4 


— 


1677-2 


1902-7 




2020-0 


2056-1 


2012-2 



102 



Zahl der Tage 











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1891 October 


14 


14 


13 


17 


12 


8 






November . 


10 


10 


11 


12 


7 


10 






December . 


5 


4 


4 


5 


6 


3 






1892 Jänner 


8 


5 


5 


5 


8 


3 






Februar 


12 


10 


11 


12 


10 


9 






März .... 


12 


13 


11 


16 


12 


7 






April .... 


11 


10 


10 


9 


11 


9 






Mai .... 


15 


13 


12 


15 


16 


10 






Juni .... 


17 


15 


10 


18 


15 


13 






Juli .... 


12 


14 


(13) 


12 


15 


14 


14 




August 


9 


8 


7 


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9 


7 


10 




September . 


(«) 


8 


8 


10 


8 


8 


7 




Summe 


12,5 


124 


102 


135 


129 


101 


(31) 


- 


Jahr (interpoliert) 


133 


124 


115 


135 


129 


101 


- 


- 


1892 October 


(14) 


15 


14 


16 


13 


11 


12 


15 


November . 


(3) 


3 


3 


4 


3 


2 


2 


3 


December . 


2 


2 


3 


3 


3 


I 


3 


3 


1893 Jänner 


2 


4 


(4) 


5 





3 


3 


3 


Februar 


8 


8 


(8) 


11 


— 


7 


7 


8 


März . 


2 


3 


(3) 


(3) 


— 


3 


2 


4 


April .... 


5 


3 


(3) 


(3) 


— 


3 


3 


4 


Mai . 


12 


11 


(11) 


12 


— 


12 


9 


14 


Juni .... 


12 


15 


15 


14 


— 


12 


12 


14 


Juli . 


14 


17 


13 


18 


— 


14 


14 


15 


.\ugust 


5 


5 


5 


7 


— 


7 


5 


6 


September . 


12 


9 


9 


13 


— 


9 


9 


11 


Summe 


74 


95 


62 


103 


- 


84 


81 


100 


Jahr (interpoliert 


91 


95 


91 


109 


- 


84 


81 


100 


1893 October 


7 


9 


8 


9 




6 


8 


9 


November . 


10 


13 


10 


12 


- 


8 


6 


9 


Summe 


17 


22 


18 


21 


- 


14 


14 


18 


2 Jahre, Octob. 91— Sept. 93 


224 


219 


206 


244 


— 


185 


— 


— 


Octob. 91— Nov. 93 


241 


241 


224 

i 


265 




199 







— 103 — 



mit Niederschlag-. 











































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11 


15 


15 


13 


13 


14 


15 


17 








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16 


13 


15 


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15 


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118 


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111 


119 


118 


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12 


12 


18 


12 


12 


13 


13 


12 


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3 


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2 


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16 


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16 


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7 


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7 


7 


8 


8 




13 


10 


11 


11 


10 


(10) 


9 


8 


6 


15 


17 


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23 


19 


18 


20 


19 


(18) 


16 


15 


13 


211 


— 




— 


190 


? 


225 


185 


175 


227 


196 


206 


226 








209 




245 


204 


193 


243 


211 


219 



— 104 — 

Leider bin icli nicht in der Lage eine Karte des 
untersuchten Gebietes und der Vertheilung der Stationen 
über dasselbe zu geben ; man wird aber den besten Ueber- 
blick erhalten, wenn man die betreffenden Blätter der 
grossen Karte des k. k. railitärgeographischen Institutes 
zur Hand nimmt. Die Stationen sind auf den HöJien 
um Bozen so günstig gewählt, wie es bisher im österrei- 
chischen Netze wol noch nie für ein zu erforschendes 
Gebiet der Fall war; sie sollten nach meiner Absicht auch 
als Muster für ein grosses tirolisches Netz von Nieder- 
schlagsstationeu dienen. 



1. Die Vertheiliiiiu- der Xiederschhlge in iiord- 
südlielier Kiclituiij^. 

Die grössten Niederschlagshöhen von Bozen abwärts 
finden wir im südlichsten Theile unseres GeVjietes; sie 
nehmen derart gegen Süden zu, dass selbst Kadein, die 
höchste Station, die sogar in der Nähe der südlichen 
Stationen liegt, in den 26 Monaten nicht einmal ganz so 
viel Kegen aufzuweisen hat wie S. Michele, von Trient 
aber schon um mehr als 100 mm übertroflFen wird. Es 
verhalten sich die einzelnen Jahre wol nicht ganz genau 
gleich bezüglich der relativen Verhältnisse der Nieder- 
schlagsmenge, stets oben bleibt das Maximum in Trient 
und Kovereto. Nur die einzige schon sehr hoch gelegene 
nördliche Station Pens im hintersten Sarnthale über- 
trifft — wie das wol nicht anders zu erwarten war — 
auch die südlichen Stationen. 

In der vorläufigen Mittheilung, welche ich in den 
, Mittheilungen " des Alpenvereines im October 1893 ver- 
öffentlichte, habe ich hervorgehoben, dass die Nieder- 
schlagsmenge von Bozen Etsch abwärts zunimmt. Es 
standen mir damals die von S. Michele südlich gelegenen 
Stationen nicht zur Verfügung. Es zeigt sich nun, dass 
dieser Satz lauten soll: Die Niederschlagsmenge nimmt 



— 105 — 

von Bozen bis Kovereto zu. Ala zeigt nämlich sowol in 
der Gesammtsumrae als in den Summen der einzelnen 
Jahre schon wieder eine kleine Abnahme gegenüber Ko- 
vereto. Wenn dies nicht einem localen Einflüsse in Ala 
zu verdanken ist, so dürfte die Ursache wol vielleicht 
darin zu suchen sein, dass die regenbringenden Südost- 
winde von Kovereto bis S. Michele die meisten Wolken- 
massen über die vorlagernden Gebirge führen. Der besseren 
Uebersicht wegen setze ich die Niederschlagssummen der 
Jahre und des ganzen Zeitraumes, den wir betrachten, 
hieher. 



— 106 



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October 1891 \ 

bis J 

September 18921 



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2012-2 


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2020-0 


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1902-7 


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1677-2 


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1759-6 


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1772-9 




October 1892 \ 

bis J 

Sept. 1893 1 

October 189l\ 
bis 
Nov. 1893 j 



— 107 — 

Die geringste Niederschlagsmenge des ganzen Gebietes 
weist Gries auf; von da nach Süden und nach Norden 
nimmt sie wieder zu. Brixen zeigt aber ebenfalls eine 
Herabdrückung der Niederschlagsmenge gegenüber Waid- 
bruck einerseits und Toblach andererseits; letzteres weist 
eine zweijährige Summe (Octob. 91 — Sept. 93) auf von 
1928'8 mm. Leider konnte in der Richtung zum Brenner 
nicht festgestellt werden, ob auch dahin die Regenmenge 
wieder zunimmt, weil, wie gesagt, Gossensass keine ver- 
lässlichen Daten liefert. Immerhin bleibt es der Natur 
der Sache nach, schon wegen der Gebirgsformation wahr- 
scheinlich, dass dies der Fall sei. 

Es ergibt sich hieraus auch wieder, dass das mittlere 
Etschthal bis San Michele eine eigenartig bevorzugte 
Stellung einnimmt; leider ist unser Netz nicht auch von 
Bozen bis Meran ausgedehnt. Für den Landwirth kann 
diese Bevorzugung freilich auch zu einem Nachtheile 
werden wie dies gerade 1893 der Fall war. 

In der Häufigkeit der Niederschläge treten diese Ver- 
hältnisse nicht mehr in der gleichen Weise zu Tage. Hier 
finden wir die grösste Häufigkeit an den Bergstationen. 
Freilich ist die Häufigkeit davon abhängig, ob geringe 
Niederschläge von O'l und 0*2 mm auch stets an allen 
Stationen gemessen und eingetragen wurden. Bei ein- 
zelnen Stationen scheint dies wol kaum immer geschehen 
zu sein. Nach der Zahl der Tage mit Niederschlag ge- 
ordnet reihen sich die Stationen, von welchen 2 volle 
Jahre der Beobachtung vorliegen, folgendermassen anein- 
ander : 



Deutschnoven 


244 


Aldein . 


. 206 


Trient . . . 


227 


Ala . . 


. 206 


St. Nikolaus . 


225 


Rovereto . 


. 196 


Altrei . . . 


224 


Gries . . 


. 190 


Radein . . . 


219 


Kastelruth 


. 185 


Brixen . . . 


211 


S. Michele 


. 185 



— 108 — 

Setzt man die grosse Häufigkeit in Trient auf Eech- 
nung localer Verhältnisse, so bemerkt man, dass die vier 
Stationen grösster Häufigkeit auf und an den Gebirgs- 
zügen liegen. Es ist das die bekannte Erscheinung, dass 
sich die Wolken und Gewitterzüge au die Bergzüge halten. 
St. Nikolaus ober Kaltem liegt ziemlich hoch (563 m) 
am Koengebirge, hat aber noch volle Weinkultur. Oft 
blicken die Bewohner des Etschthales unter Auer in 
trockenen Jahren mit neidischem Blicke nach St. Nikolaus, 
wo es öfters reguet, während es im Thale unten kaum 
einige Tropfen wirft. 

Die Thalstationen des Eisak- und Etschthales von 
Brixen bis Ala weisen folgende Zahlen der Niederschlags- 
menofe auf: 





26 Monate 


17 Monate 


Brixen . . 


. 1364-4 


858-4 


Waidbruck . 


— 


922-9 


Gries . . 


. 1261-4 


726-0 


S. i\nchele . 


. 1902-7 


1049-1 


Trient . . 


. 2020-0 


1121-5 


Rovereto . 


. 2056-1 


1142-2 


Ala . . . 


. 2012-2 


1102-2 



Gries ist somit die niederschlagsärmste Station unseres 
Gebietes. Ob nicht vielleicht das zwischen Gries uud 
S. Michele gelegene Neumarkt noch stiefmütterlicher mit 
Niederschlägen bedacht wurde, konnte ich natürlich nicht 
ermitteln, weil in Neumarkt bisher keine Station besteht; 
die Bewohner dieses Marktes wollen aber die Beobach- 
tung gemacht haben, dass dieser Thalecke der Regen fast 
mit Absicht ausweiche, und dass sie es in Gries oft regnen 
sehen ohne dass bei ihnen ein Tropfen fällt. 

In ostwestlicher Richtung fehlt uns ein Thalzug, in 
welchem wir die Zunahme oder Abnahme der Regen- 
mengen in dieser Richtung untersuchen können. Wir 
sind daher dabei auf die Höhenstationen angewiesen. Da 
Altrei, A Idein, Deutschnoven, Oberbozen in ziemlich glei- 



- 109 — 

clier Höhe liegen, so dürfen wir aus dem Vergleiche dieser 

Stationen "wol einige Aufschlüsse erhoffen. Ich setze daher 

die Kegenraengen (2G Monate) dieser Stationen hieher: 

Altrei Aldein Deutschnoven Oberbozen 

1772-9 1759-6 1664-8 1522-8 

Das Jahr October 1892 — September 1893 gestattet 
mir auch Jenesien und Mendel in die Vergleichung ein- 
zubeziehen ; wir erhalten : 

Altrei Aldein Deutschnoven Oberbozen Jenesien Mendel 
633-4 667-9 645 4 592-1 551-7 629-6 

Hieraus ergiebt sich, dass die östlichen Stationen, 
gegenüber den westlicher gelegenen grössere Kegenmengen 
aufweisen. Die Ursache davon ist wol in der Abhäugigkeit 
dieses ganzen Gebietes von den im Süden auftretenden 
Cyclonen und dort und im Südosten sich bildenden De- 
pressionen zu suchen, welche südöstliche Luftströmungen 
über die Berge führen und dabei die Condensation des 
Wasserdampfes und die Niederschläge vorzüglich auf den 
östlicheren Bergen verursachen. 

Es wird nicht uninteressant sein, die Niederschlags- 
mengen auch nach den Jahreszeiten zusammenzustellen» 



no — 



Ich 



2. Jahreszeitliche Vertheilung 

lasse hier die betreffenden Kegenmeugeu folgen : 







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1891,92 
1892 1 93 

Summe 



1892 
1893 

Summe 



1891|92 
1892193 

Summe 



1892 
1893 

Summe 



1891192 
1892193 

Summe 



1892 
1893 

Summe 



Winter. 



163-1 147-7 
46-11 36 I 

209-2 138-8 



140-2 
36-7 

176-9 



123-7 
64-5 



132- 



272-2 
114-9 

387-1 



289-3 
264-6 

553- 



328-8 
106-5 

439-3 



314-6 
304-6 

619-2 



188-2 — 

Frühling. 

265-6 249-3 263- 



Sommer. 



279-1 
262-1 



541-2 



233- 
268- 



275-1 



502-1 

Herbst 



202-7 



226-9 
200-3 

427-2 



300-5 
188-5 

489-0 



260-7 
204-9 

465-6 



172-3 



89-7 
40-3 

130-0 



226-5 
76-2 

302-7 



312-7 
288-1 



198-9 
158-4 

357-3 



42-3 



38-2 



71.3 



75-8 



83-1 
40-1 

123-2 



171-8 
89-9 

261-7 



263- 



184-6 
147-0 

331-6 



- 318-4 
241-81 248-9 

567-3 



152-1 



149-1 
131-2 

280-3 



November — April 



410-9 

88-4 


435-2 
93-4 


408-1 
90-0 


370-1 
124-4 


332-7 


310-4 
76-9 


75-6 


73-5 


499-3 


5286 


498-1 


494-5 


— 


387-3 


— 


- 



282-4 



- 351-5 



578-6 
511-1 


644-8 
536-8 


635-5 
448-1 


538-7 
453-9 


517-2 


560-6 
461-1 


415-9 


416-6 


1089-7 


1181-6 


1083-6 


992-6 


— 


1021-7 


— 


— 



Warmes Halbjahr. 

508-1 
425-1 

- 933-2 



— Ill — 



der Niederschläge. 



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Winter. 











101-6 





138-0 


144-6 


147-5 


170-3 


151-5 


168-2 


187-9 


160-1 


70-7 


32-4 


44-2 


35-8 


45-6 


38-5 


61-0 


59-2 


55-1 


96-0 


80-4 


— 


134-9 


— 


173-8 


190-2 


186-0 


231-3 


210-7 


223-3 


283-9 


240-5 








Frühling. 











202-2 





163-2 





219-2 


271-9 


245.0 


301-1 


338-0 


357-6 


94-3 


62-8 


74-6 


53-2 


93-9 


90-6 


60-2 


67-0 


103-2 


75-4 


135-5 


— 


265-0 


— 


216-4 


— 


309-8 


332-1 


312-0 


404-3 


413-4 


493-1 








Sommer. 











231-9 





158-6 





204-5 


245-8 


217-2 


243-6 


311-9 


293-4 


248-9 


275-7 


250-2 


195-9 


309-1 


281-8 


172-2 


138-8 


238-5 


244-3 


214-1 


— 


507-6 


— 


354-5 


— 


486-3 


418-0 


■ 355-0 


482-1 


556-2 


507-5 








Herbst. 








285-9 


199-2 


216-8 


206-8 


260-5 


280-2 


339-5 


279-2 


357-2 


292-7 


233-0 


290-5 


254-3 


195-3 


157-1 


160-1 


187-5 


264-5 


— 


213-3 


186-2 


209-7 


576-3 


453-5 


412-1 


363-9 


420-6 


467-7 


604-0 


— 


570-5 


478-9 


442-7 


(Cur-Sais 


on). 












— 


233-9 





346-2 





433-6 


502-6 


441-4 


493-2 


502-3 


511-3 


122-8 


71-7 


95-9 


76-6 


102-8 


93-2 


130-8 


111-9 


142-2 


169-0 


150-0 


— 


305-6 


— 


422-8 


- 


526-8 


633-4 


553-3 


635-4 


671-3 


661-3 


Mai— Oct 


ober. 















476-1 





380-1 





510-3 


622-6 


525-1 


655-1 


681-4 


629-2 


622-7 


491-7 


445-1 


343-3 


489-4 


475-4 


408-8 


365-1 


4630 


430-4 


466-0 


— 


967-8 


— 


723-4 


— 


985-7 


1Ö31-4 


890-2 


1118-1 


1111-8 


1095-2 



— 112 — 

Aus dieser Tabelle ist vor Allem zu erseheu, dass 
die Vertheiluug der Niederschläge über das Beobachtungs- 
gebiet für alle Jahreszeiten ziemlich genau dasselbe bleibt. 
Die regenreichste Jahreszeit ist der Sommer, die nieder- 
schlagsärmste der Winter; der Herbst übertrifft den 
Frühling, wenn auch durchschnittlich nicht so bedeutend, 
wie der Sommer den Winter. Sommer- und Herbstregen 
haben in den untersuchten zwei Jahren das Regime ee- 
führt. Es dürfte das der normale Charakter auch für 
eine vieljährige Periode sein. Ich habe auch die sechs 
Monate November- April einerseits und Mai — October 
andererseits zusammengestellt, und es erhellt daraus, dass 
in der warmen Jahreshälfte durchschnittlich doppelt soviel 
Regen fällt als während der Cursaison. Am hervor- 
stechendsten ist die geringe Regenmenge im December, 
Jänner und Februar; sie beträgt im Durchschnitte nur 
V7 — Yg der gesammten Menge des Jahres. Darin liegt 
ja wol ein gut Teil des Rufes von Gries und Meran als 
Winter-Curorte begründet. Solche trockene Winter, wie der 
von 1892/93 dürften aber immerhin zu den Seltenheiten 
zählen, obwol auch der Winter von 1893/94 in diesem 
Punkte nicht weit hinter dem vorjährigen zurücksteht. 
Im Allgemeinen dürfte aber der Durchschnitt der Winter 
dieser Gegenden durch die beiden von 1891/92 und 1892/93 
gut zur Darstellung kommen. 

3. Die Tioekenperiode 1892/93. 

Eine ungewöhnliche Trockenheit charakterisierte die 
Cursaison November 1892— April 1893. Ebenso klagte 
man allgemein auch im Sommer über grosse Trockenheit. 
Es dürfte daher interessant sein, die Dauer und Grösse 
dieser Trockenheit etwas näher anzusehen. Schon der 
November 1892 weist nur geringe Regenmengen auf, 
aber ganz erstaunlich gering sind sie im folgenden De- 
cember und Jänner. Im December verzeichnen 4 Stationen 
gar keinen Niederschlag, zwei einen solchen von einem, 



— 113 — 

vier von 2, drei von 3 mm. Die so niederschlagreiche 
Station Pens weist nur 14 mm auf und die nächslgrösste 
Menge meldet Deutschnoven mit 6"2mm. Diese unglaub- 
liche Trockenheit hält dann im Jänner fast in derselben 
Weise an, erst im Februar stellen sich irgend nennens- 
werthe Miederschläge ein, viel zu gering nach einer solchen 
Trockenheit und um so mehr zu gering als im März die 
Verhältnisse vom Jänner sich v^^iederholen und auch 
der April keine nennenswertlien Niederschläge bringt. 
Erst im Mai regnet es wieder ergiebiger, immerhin aber 
für den südlicheren Theil des untersuchten Gebietes viel 
zu wenig nach der langen Trockenheit. Die Heuernte 
war verloren. Wenn es nun auch im Juni und Juli 
ausgiebigere Niederschlagsmengen gab, so stellte sich doch 
wieder ein ungeheuer trockener August ein. 

So gestaltete sich das Jahr Üct. 18ü2 — Sept. 1893 
zu einem ungewöhnlich trockenen. Ein Vergleich der 
beiden Jahre October— September 1891/92 und 1892/93 
zeigt, dass letzteres durchschnittlich wenig über 60 Pro- 
cent des Nieder&chlages des erstereu aufweist und doch 
war das Jahr 1891/92 durchaus nicht ein besonders 
regenreiches. 



4. Die Niederschlagsdiclite an den einzelnen 
Stationen. 

Dividieren wir die gemessenen Regensummen durch 
die Anzahl der Tage mit Niederschlag, so erhält man die 
mittlere Regendichte, oder allgemein Niederschlagsdichte. 
Ich lasse dieselbe für die Beobachtungsperiode jeder Sta- 
tion hier folgen: 



Nalunv.-med. Verein 1892193. 10 



114 



Mittlere Nieder- 



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7-23 


7-88 


8-27 


6-30 


6-65 


7-71 


7-25 


5-22 


6-04 


7-51 



Ich bemerke, dass ich bei der Berechnung dieser 
mittleren Niederschlagsdichte nur die wirklichen Messungen, 
mit Hinweglassung aller reducierten Werthe, verwendet 
habe. Bei der Station Mendel habe ich das Jahr 1891/92 
unberücksichtigt gelassen. 

Man sieht, dass im allgemeinen die grösste mittlere 
Dichte mit den grössteu, die kleinste mit den kleinsten 
Niederschlagsmengen zusammenfällt. Es zeigen sich dabei 
einige autfallende Erscheinungen. So giebt Aldein eine 
zu grotise Dichte, was wol auf die Paar sehr starken 
Kegengübse im September 1892 an dieser Station zurück- 
zuführen sein dürfte, wodurch dieselbe in diesem Monate 
die bei weitem regenreichste wurde. Ferner zeigen Deutsch- 
und Welschnoven verhältnismässig zu kleine Dichten; 
woher dies kommt ist mir unklar. Am auffallendsten ist 
die kleine Dichte für ßarbian. Schon die Regenmenge 
von Barbian erscheint gegenüber Waidbruck klein, die 
Dichte ist aber ganz erstauulich klein. Es wird sich erst 
im Laufe der nächsten Jahre volle Aufklärung über diese 
Auffälligkeiten erreichen lassen. 



5. Die Vcrtheiluiig der Xiederschlagsmengeu nach 
der vertikalen Richtung. 

Es ist durch frühere Untersuchungen festgestellt, dass 
die Niederschlagsmenge bis zu einer gewissen Höhe zu- 
nimmt. Es ist uns nun durch die Lage mancher unserer 



— 115 — 



schlagsdichte. 











3 












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6-38 


603 


7-69 


ß-85 


9-32 


8-67 


8-31 


9-74 


9-19 



Stationeu hier nahe gelegt, den Versuch zu machen, ob 
sich für das untersuchte Gebiet die Grösse dieser Zu- 
nahme ermitteln lässt. Hiefür eignen sich aber nur in 
sehr geringem horizontalem und beträchtlichem vertikalem 
Abstände befindliche Stationen. Solche sind Aldein und 
Kadeiu, Kastelruth und Schleruhaus, Waidbruck und 
Barbian, Gries und Jenesien, St. Nikolaus und Mendel, 
S. Michele und Berghof Faedo. Die erstgenannten sind 
stets die tieferen Stationen. 

Die Ursachen, durch welche die Zunahme der Nieder- 
schläge bis zu einer gewissen Höhe bewirkt wird, sind 
zwei. Liegt ein Gebirgszug gerade so, dass die feuchten 
Winde der Gegend über ihn ziehen, so wird beim Auf- 
steigen der Luft in einer gewissen Höhe die stärkste Con- 
densation und die grösste Niederschlagsmenge auftreten ; 
bei hohen Gebirgen wird dies auf der Seite des Gebirgs- 
zuges eintreten, auf welcher der Wind auftrilFt, bei nicht 
zu hohen Bergen wird erst auf der Leeseite nach Ueber- 
schreiten des Gipfels der grösste Niederschlag erfolgen. 
Immerhin wird auch auf der Leeseite in der grösseren 
Höhe stets mehr Regen fallen. Die zweite Ursache ist in 
der bekannten Bauernregel gegeben, die lautet: Die Berge 
ziehen den Regen an. Wir wissen, dass auf den Berg- 
gipfeln oder über denselben schon an schönen Tagen am 
leichtesten Wolken sich bilden. Der an Bergen aufstei- 
gende Thalwind führt zur Wolkenbildung, wenn er genug 

10* 



— 116 — 

feuchte Luft mitbringt. Auch die localen Gewitter, bei 
welchen starke Wolken sich in der Höhe über den Gipfeln 
bilden, treten an den Bergen auf und die Gewitterzüge 
oder Zuggewitter halten sich fast ausnahmslos an die 
Gebirgszüge, 

So kommt es, dass auf den Höhen der Gebirgszüge 
mehr Niederschlag fällt als in den Thälern zwischen den- 
selben. Unser Beobachtungsgebiet liegt nun so, dass 
keine unserer Stationen auf einem Gebirgszuge sich be- 
findet, der selbst die Wand l)ildet, an welcher feuchte 
Winde in die Höhe gelenkt werden; doch liegen die 
östlichen Stationen immerhin nicht allzuweit von den 
Bergen, welche die Südostwinde von der Adria her aus 
der Venetian iseheu Ebene zum Anstiege zwingen. Die 
Westwinde des atlajitischen Meeres werden in weiter 
Ferne in die Höhe gelenkt. Wir werden also schon wegen 
der Lage unseres Beobachtungsnetzes nicht erwarten 
können, dass die zuerst augeführte Ursache an unseren 
Stationen sich besonders geltend machen wird. Anders 
verhält es sich mit der zweiten Ursache, Aber auch da 
ist zu beachten, dass die Gewitterzüge, die Regenzüge 
und die Wolkeubildung in den Höhen, hauptsächlich nur 
da gegen die tiefere Station eine Zunahme des Nieder- 
schlages ergeben wird, wo nicht beide Stationen, die 
htihere und die tiefere, eine Muldenlage haben, wo beide 
am selben Gebirgszuge liegen, oder wenn die untere eine 
freie Lage hat, die höhere nicht in geschützter sich be- 
findet. Kurz auch die Wirkung der zweiten Ursache 
kann durch mancherlei lokale Verhältnisse verdeckt 
werden. 

Ich will nun zuerst die Differenzen der Niederschlags- 
menge für die oben genannten Stationspaare geben. 



— 117 



Unterschiede der Niederschlagsmenge nach der Höhe. 







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^ 




2 


OJ 






Schlernhau 
— Kastelrut! 


Barbian 
— Waidbruc 


Jenesien 
— Gries 


Mendel 
—St. Nikolai 


Berghof 

Faedo 

— S. Michel 


Höhen-Unter- 














schied . . 


330 


1000 


300 


967 


987 


218 


October 1891 


26-5 










— -26-5 


November 


- 7-0 










— 35-7 


December 


- 5-7 










- 0-6 


Jänner 1892 


20-7 










— 11-9 


Februar 


- 7-5 










- 63 


März 


25-6 










— 14-1 


April 


10 










7.4 


Mai 


40-6 










— 20-4 


Juni 


21-2 










— 10-5 


Juli 


\s-]) 










— 8-9 


August 


6-2 






2-6 




— 10-2 


September 


-050 






19-0 




— 16-9 


Jahr 


G4-7 










— 153-5 


October 


— 1-8 




2-4 


— 10-2 


-22-4 


— 31-8 


November 


— 6-3 




11 


1-2 


- 3-8 


— 11-6 


December 


- 3-3 




0-0 


- 0-9 


1-0 


0-0 


Jänner 1893 


(0-3) 




- 0-5 


41 


4-2 


— 0-5 


Februa" 


(2-4) 




- 3-6 


5-2 


1-9 


— 1-3 


März 


(0-3) 




VI 


0-5 


Ol 


- 3-2 


April 


(2-5) 




— 0-2 


9-2 


G-6 


- 2-3 


Mai 


(5-8) 




3-6 


11-7 


— 3-4 


12-3 


Juni 


40-2 




—26-8 


19-4 


8-5 


— 1-5 


Juli 


210 


390 


12-9 


45-6 


28-4 


— 23-2 


August 


3-3 


0-2 


1-9 


~ 0-7 


- 8-6 


- 8-7 


September 


11-2 


—19-6 


— 1-6 


5-4 


— 7-4 


13-1 


Jahr 


751 


19-ß 


- 9-7 


90-5 


4-7 


— 58-7 


October 


7-2 




10-7 


21-4 






November 


— 6-6 




— 3-2 


11-4 






Gesammt- 














unterschied 


121-0 
(140-4) 


19-6 


22 


144-9 


4-7 


2122 


Reduciert auf 














ein Jahr u. 














100 Meter 


2.2 
(1-96) 


(7-84) 


— 0-63 


1-12 


0-60 


— 46-4 



— 118 — 

Wir müssen zuerst die uegativen Resultate unserer 
Untersuchung näher ansehen. Am auffallendsten tritt da 
die Abnahme der Niederschlagsmenge im Berghofe Faedo 
gegenüber S. Michele hervor. Die Werthe sind Monat 

DO 

für Monat, mit nur zwei Ausnahmen, negativ und er- 
reichen eine so beträchtliche Grösse, dass sich eine Ab- 
nahme der jährlichen Regenmenge von 45G nim auf 100 
Meter ergiebt. Wir haben schon oben erwähnt, dass ein 
nicht einwnrfsfreier Regenmesser auf dem Berghofe sich 
befand. Allein , da mir Herr Professor Portele noch 
mündlich mittheilte, der Hahn des Regenmessers habe 
doch ziemlich gut geschlossen und man habe kein eigent- 
liches Träufeln bemerken können, so dürfte diese unerhört 
grosse Abnahme der Regeumeuge wol nicht auf den 
schlecht schliessenden Hahn zurückzuführen sein. Die 
Lage des Berghofes, gerade oberhalb S. Michele, hinter 
dem ziemlich steil sich erhebenden Bergrücken mag wol 
diese Niederschlagsverhältnisse viel besser erklärlich er- 
scheinen lassen. Seit der neue tadellose Regenmesser am 
Berghofe funktioniert, wurden folgende Resultate erhalten, 
deren Mittheilung ich dem freundlichen Entgegenkommen 
des Herrn Prof. Portele verdanke. 



s. 


Michele 


Berghof 


Unterschied 


December 1K93 


85-7 


79-7 


— CrO 


Jänner 1894 


40-8 


42-8 


2-0 


Februar 


0-0 


0-0 


0-0 


März 


35-2 


51-5 


16-3 



Summe IG 17 1740 12-3 

Das lässt sich allerdings bedeutend anders an Doch 
wird erst eine spätere Untersuchung mit Benützung von 
einer längeren neuen Beobachtungsreihe ein endgiltiges 
Urtheil fällen können. 

Ebenfalls negativ fiel Barbian — Waidbruck aus. Die 
Lage dieser beiden Stationen scheint wegen der sehr ge- 
ringen horizontalen Entfernung besonders geeignet, um 



— 119 — 

die Niederschlagszimahnie mit der Höhe zu untersuchen. 
Allein es zeigt sich eine Abnahme statt der Zunahme. 
Die Regenhäufigkeit weist eine bedeutende Zunahme für 
Barbian aus, denn wir finden für die 14 Monate October 
1892— November 1893 in Barbian 118 m Waidbruck 
nur 98 Regentage. Die Regenmenge hingegen ist in der- 
selben Zeit für Waidbruck 6180 undfür Barbian 6158 mm, 
also eine Abnahme für Barbian von 2"2 mm. Da die 
Intelligenz und Gewissenhaftigkeit der beiden Herren 
Beobachter, sowie die genaue Führung der Tabellen einen 
Zweifel an der Richtigkeit der Messungen nicht begründet 
erscheinen lässt, so müssen hier locale Verhältnisse die 
Erklärung der auflfallenden Erscheinung liefern. Waid- 
bruck liegt am linken Eisakufer in der Thalsohle am 
Eingange ins Gröduerthal; Barbian liegt am rechten 
Eisakufer 300 Meter höher als Waidbruck. Die zwei Sta- 
tionen liegen also trotz ihrer sehr geringen horizontalen 
Entfernung an zwei getrennten Gebirgszügen und das 
könnte wol die richtige Erklärung der gefundenen Ano- 
malie geben. Allerdings lässt sich aber wegen dieser 
localen Verwickelung aus nur 14 Monaten kein definitives 
Resultat ableiten und wird wol erst eine wenigstens 
10jährige ßeobachtungsreihe bessere Aufschlüsse gewähren 
können. 

Was das Stationspaar Mendel — St. Nikolaus betrifft, 
so habe ich schon bemerkt, dass die Beobachtungen auf 
der Mendel im ersten Jahre sehr mangelhaft waren. Im 
zweiten Jahre sind sie schon bedeutend besser und habe 
ich desshalb damit den Versuch gemacht, die Zunahme 
der Niederschläge gegenüber St. Nikolaus zu bestimmen. 
Die Zunahme ist eine sehr geringe. In den folgenden 
Jahren wird die jetzt eingeübte Beobachterin wol ganz 
verlässliche Werthe liefern und müssen wir uns bis dahin 
mit einem abschliessenden Urtheile gedulden. Allerdings 
wäre schon jetzt zu bemerken, dass das Mendelgebirge, 
mit der höchsten Erhebung im Roeugebirge, einen Mittel- 



— 120 — 

zug von Deutschmetz bis Andriau darstellt, welcher das 
Etschthal und das Nonsthal trennt und daher au dem- 
selben doch auch eigenartige Verhältnisse recht erklärlich 
wären. 

Vom Schiern standen mir nur drei Monate zur Ver- 
ügung; überdiess macht die Art der Aufzeichnungen da- 
selbst keiuen vollkommen befriedigenden Eindruck; es 
werden viele Sommer nöthig sein, um für Schlern-Kastel- 
ruth die Zunahme der Niederschläge mit der Höhe zu 
bestimmen, auch werden die mit den Messungen auf dem 
Schiern betrauten Beobachter gut unterrichtet und sehr 
genau sein müssen, um so mehr, als ja nur jährlich durch 
3 Mouate beobachtet werden kann. 

Es erübrigen uns nur noch die Stationspaare Uadein — 
Aldein und Jenesien — Grics. Diese Stationen geben zu 
keinen Bemerkungen Aulass, 

Wenn die Regeuzuuahme von Aldein nach Radein 
von 2'2mm für 100 Meter Erhebung per Jahr etwas gross 
erscheint gegenüber der von Gries nach Jenesien von 
l'12mm, so muss hicbei bemerkt werden, dass mit Ein- 
beziehung der interpolierten Trockenheitsperiode vom 
Jänner bis Mai 1893 diese Zahl auf 1*96 mm sinkt. 
Weiters findet die grössere Zahl aber schon darin ihre 
Begründung, das.s einerseits Kadein und Aldein auf der 
östlichen Seite unseres Netzes liegt, andererseits gerade 
in der Höhe von 1200 — 1500 Metern eine stärkere Zu- 
nahme zu erwarten iht, als in den niederigeren Höhen, 
welche in der grossen Höhendifferenz Jenesien — Gries 
mit einbezogen sind. Würde im September 1892 nicht 
der anomal gros»e Kegenfall gerade auf Aldein sich loca- 
lidierl haben, so würden wir sogar eine noch grössere 
Zunahme für Radein gefunden haben. Man beachte noch, 
dass die Herbstniouate die grös.ste Neigung zur Umkehr 
der normalen Verhältnisse aufweisen. 

Es ist selbstverständlich, dass ich mir wol bawusst 
bin, dass bei einem so veränderlichen Elemente, wie es 



— 121 — 

der Eegen ist, zwei Jahre Beobachtungen zu gar keinem 
definitiven Schlüsse berechtigen. Ich habe mich daher 
in der ganzen Untersuchung nur auf relative Verglei- 
chungen der Niederschlagsverhältnisse an den verschie- 
denen Stationen beschränkt. Aber auch in diesen rela- 
tiven Verhältnissen w^erden langjährige Beobachtungen 
vielleicht kleine Verschiebungen zu Tage fördern. Dennoch 
dürften in dieser Beziehung wesentliche Aenderungen sich 
nicht ergeben. 

Bleibende Resultate dieser Untersuchung dürften daher 
sein, dass: 

1. die kleinste Niederschlagsmenge im betrachteten 
Gebiete, von Pens und Brixen bis Ala, in Gries fällt, dass 
sie dann südlich bis Rovereto zunimmt und auch nach 
Norden wieder wächst; 

2. die östlichen Gebirgsstationeu die grösseren Nieder- 
schlagsmengen aufweisen als die westlichen; 

3. die an den Bergabhängeu gelegenen Stationen 
gegenüber den Thalstationen am selben Gebirgszuge mit 
Niederschlägen bevorzugt sind; 

4. die mittlere Niederschlagsdichte mit der Nieder- 
schlagsmenge im allgemeinen zu- und abnimmt; 

5. auch in unserem vom Anpralle der regenbringenden 
Winde westlich sehr weit, östlich immerhin auch schon 
entfernten Beobachtungsnetze im allgemeinen eine Zu- 
nahme der Niederschläge mit der Höhe sich ergibt, und 
dass dabei die Herbstmonate am meisten zu einer Umkehr 
dieser Verhältnisse neigen; dass auch locale Verhältnisse 
die Zunahme in eine Abnahme verwandeln können. 

Zum Schlüsse sage ich allen Beobachtern des kleinen 
Netzes den besten Dank für ihre exacte und eifrige 
Thätigkeit im Dienste der Wissenschaft. 



Beobachtungen 
am meteorologischen Observatorium 

der k. k. Universität 

Innsbruck:. 

Jahr 1892. 



Länge von Gr. ll^ 24' E. Breite 47° 16' N. 

Seehöhe 575 m. 

Höhe der Thermometer über dem Boden 1*7 m. 

Höhe des Randes des Regenmessers über dem Boden 0-8 m. 

Schwer ecorrecti on (Breite und Höhe) -f- 0"06 mm. 

Constante Correction des Barometers noch nicht angebbar. 



Die Beobachtungen des Jahres 1892 wurden wie im 
vorigen Jahre zu den Stunden 7'^ 2^^ 9^* gemacht. Die 
Aufstellung der Instrumente blieb durchwegs dieselbe. 

Luftdruck und Temperatur werden von Kichard'schen 
Barographen und Thermographen registriert; die Keduc- 
tiouen derselben werden mir zu einer eigenen Arbeit 
Veranlassung geben. 

Die Ausgestaltung des Observatoriums schreitet all- 
mälig vorwärts. 

Die Form der Publication der Beobachtungen ist 
dieselbe geblieben wie im vorigen Jahre, doch habe ich 
die Maxima und Minima der Temperatur aus den Auf- 
zeichnungen des Thermographen entnommen. 

Innsbruck 1893. 

J. M. Pernter. 



— 125 



Jänner. 



Tajr 


Luftdruck 


Temperatur 


Feuchtes 
Thermometer 


Bewöl- 
kung 


Nieder- 




7h j 2*» ! 9^1 i ^'*' 

1 " 1 i *el 


Min. 


Max. 


7h 


2h 


91' 


Mittel 


7h 2'' 


9" 


7h2h|!lh 


schlag 


1 


:055|708-7 


708-9 


707-7 


-0-2 


4-2 


3-5 


4-2 


— Ol 


2-5 


3-0 


3-6 


— 0-5 


10 


lOi 


Itt 


•„ 


712-7 713-8 


717-2 


7146 


— 1-8 


10 


— 1-2 


1-0 


— 1-8 


- 0-7 


— 1-6 


0-4 


- 2-2 


5 


(i, 


;( 


716-6 713-4 


712-4 


714 1 


- 7-9 


— 2-7 


— 7-6 


— 3-2 


— 7-9 


— 6-2 


— 8-2 


— 4-4 


— 8 3 










■i 


711-01 708-5 


709-2 


709-6 


- 9-4 


- 4-0 


- 9-4 


— 4-3 


- 6-0 


- 6-6 


— 10-0 


— 4-9 


- 6-6 





7 1 




r> 


709-9l7ö8-y 

1 


709-1 


709-3 


- 60 


- 20 


-5-4 


- 2 2 


— 5-0 


— 4-2 


— 6-0 


— 3-2 


- 5 4 





1 







t) 


706-0 704-2 


701 3 


704-0 


— 9-3 


— 2-9 


— 8-8 


— 2-9 


- 6-2 


- ri-0 


— 9-3 


— 3-1 - 6 7 


ü 


4 







7 


701-4:702-2 


701-6 


701-7 


— 6-6 


10 


— 4-6 


0-6 


2-7 


— 2-2 


— 5-2 


— 0-21- 3 1 


8 


8 







8 


700-3 7010 


704-0 


701-8 


— 3-6 


2-4 


— 0-4 


2-2 


U-0 


+ 0-6 


- 1-8 


0-8 — 0-4 


1 


1 


10 


14* 


9 


698-5i695-8 


697-2 


697-2 


- 3'0 


- 4 


— 2-6 


— 0-8 


- 1-8 


- 1-7 


— 3-2 


— l-6j— 2-6 


10 


10 


10 


2-8^1 


K) 


696-0 699 9 


703-0 


699-6 


— 6-8 


— 1-7 


— 2-8 


— 1-7 


— (i-8 


- 3-8 


— 3-1 


— 2-2|— 7-3 








5 


9-5 41 


11 


707-2 170('.-4 


704-8 


706-1 


-14-6 


— 4-U 


— 14-6 


— 6-4 


— 4-2 


- 8-4 


— 150 


_ 7-3 — 4-8 


10 


9 


5 




12 


708-2 1 707-2 


706 7 


707 4 


-10-8 


— 1-8 


— 5-3 


— 1-8 


— 10-8 


— 6-0 


— 60 


- 2-8—11-4 


10 








0-4 41 


13 


704-4 '700 8 


696-9 


700-7 


-13 6 


- 6-0 


—13-6 


— 6-3 


— 7-0 


— 9 


— 14-2 


— 6 9— 7 5 


5 


1 


6 




14 


690-8 690-9 


693 S 


691 8 


- 8-0 


— 4-0 


— 8-0 


— 4-2 


— 4-8 


— 5-7 


— 8-4 


- 4-8|— 5-2 


7 


7 


7 




15 


697-5 699-3 


700 


698-9 


— 4-5 


- 14 


- 4-0 


- 1 4 


— 4 


- 3-1 


— 4-4 


_ 2-0 — 4-4 


10 


10 


10 


3-8 41 


IG 


701-3^704-0 


707-7 


704-3 


- 9-2 


— 08 


— 5-0 


- 0-8 


— 9-2 


— 3-0 


— 5-2 


— 1-6 — 9.6 


10 


1 







17 


7111-51709-2 


710-9 


7109 


— 13-8 


- 1-8 


— 13-8 


— 3 1 


— 19 


— 6-3 


-14-2 


— 3 5- 2 2 








10 




18 


711-4 709-2 


710-9 


7105 


— 6-4 


3-6 


- 4-6 


2-6 


— 6-4 


— 2-8 


— 5-2 


1-0 — 7-0 





2 







19 


708-7 '706-9 


708-1 


707-9 


— 6-4 


6-0 


— 3-8 


4-8 


— 3-0 


— 0-7 


— 4-4 


2-2 — 3-6 


4 


1 







20 


707-9'707-0 


708-8 


707-9 


— 9 9 


— 3-0 


— 7-8 


- 3 2 


- 9-9 


— 7-0 


— 84 


_ 4-4—10-3 













21 


712-4711-7 


714-1 


712-7 


— 14-8 


- 4 4 


— 148 


— 5 


-11-0 


—10-3 


-154 


- 6-0j_ll-5 





ü 







22 


716-7 716-1 


716 9 


716-6 


-15-4 


— 3 5 


— 150 


- 4-2 


— 7-8 


— 9-0 


— 15-6 


_ 5-4I— 8-4 













23 


713-41 713-2 


714-5 


713-7 


— 6-6 


0-6 


— 4-0 


0-4 


0-3 


- 11 


— 4-7 


0-2i— 0-3 


10 


10 


10 




24 


716-1 j7160 


716-1 


7161 


— 0-9 


3-6 


0-0 


3 2 


- 0-9 


0-8 


— 0-3 


3-0|— 1-3 


10 





1 


0-6 A 

O'G % 


25 


716-31714-3 


715-3 


7153 


— 0-4 


4-8 


0-4 


4-7 


1-0 


2-0 


— 0-3 


2-8! 04 


10 


6 


' 


26 


717-71718-0 


718-8 


718-2 


— 1-8 


0-8 


- 1-6 


0-8 


— 1-8 


— 0-9 


_ 1-9 


— 0-0. 2-2 


10 


7 


6 


5-6 4. 


27 


716-4|715-0 


714-0 


715-1 


- 4-6 


0-6 


- 2-8 


0-6 


- 4-6 


- 2 3 


— 3-3 


_ 0-6;— 5-3 


10 


4 





1-0 • 
16-4 # 


2b 


7096714-3 


716-3 


713-4 


— 5-0 


14 


— 2-8 


1-2 


10 


- 2 


— 3-6 


0-6 06 


10 


10 


10 


29 


711-6 714 3 


717-7 


714-5 


— 0-3 


34 


— 0-3 


3-2 


21 


1-7 


— 6 


2-0 20 


10 


10 


10 


16« 


30 


718-0716-3 


715-3 


716-5 


14 


40 


14 


3-7 


1-6 


2-2 


1-0 


30 10 


10 








5-5 • 
2 jl 


X^' 


712-87132 


714-0 


7)3-3 


0-0 


10-3 


U)-0 


4-8 


3-5 


ti-1 


5-7 


3-f 


3 4 


10 


10 


9 



Febrnar. 



15-6711-4 

702-51698-7 
695-81693-6 
698-6 701-8 
703-7 702-2 



700-2 
695-1 
■706-5 
703-3 



06-4 706-2 707-6 
709-0 709-6 710-6 

05-3 7076 703 7 
705-4 711 1 716-8 

19-1 719 720-6 



721 3 
195 
II 1 



719 9 720-4 
7!6-2 716-1 
709-6 710-1 
TO9-2: 709-9 708-5 
704-6 701-0 700-5 



698-5 696-8 696-2 
(-.90-5 6S6-2 689-0 
69f;-9'696-5 697-7 
698-8 698-8 6999 
700-1 704-1 705-1 

I 
707-o{707-4 708-2 
706-8[707-3-707-7 
708 41708-5 709- 1 
709-3|7o7 9 709-8 
711-0 710-8'710-8 

710-8|711-0'712-1 
712-5J709-6, 708-4 
707-91706-5 706 
705-8 705-2:705-5 



711 7 


0-S 


700-5 


— 10 


694-8 


0-i 


702-3 


- 14 


703 1 


— 5-0 


706-7 


00 


709 7 


0-0 


704 5 


0-5 


711 1 


- 3 6 


719-6 


- 7-9 


720 5 


— 9-0 


717-3 


— 5-0 


710-3 


— 3-0 


709-2 


- 4 


702-0 


— 60 


697-2 


- 3-8 


688-6 


— 4-5 


697-0 


- 8-6 


699-2 


— 7-0 


703 1 


9-0 


707-5 


2-3 


707-3 


100 


708-7 


100 


709-0 


5-4 


7109 


0-6 


711 3 


2 1 


710-2 


2-2 


707-0 


- 2-0 


705-5 


0-8 

1 



4-5 




40 




10-0 




1-3 


— 


1 


— 


2-0 




1-5 




5-7 




08 




2-0 


— 


00 


_ 


32 





40 





12 


— 


0-4 


- 


50 





7-0 


— 


0-0 


— 


6-7 




124 




14 2 




13-8 




140 




14-2 




12-0 




10-0 




9-8 




6-0 





7-7 





12 


3-4 


0-8 


1-8 


10 


2-4 


0-1 


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12-6 


5-4 


10 3 


7-5 


3 


5 


1 




5 


705 1 


703-9 


704-3 


704-4 


6-3 


14-0 


65 


13-2 


8-0 


9-2 


6-2 


133 


7-6 


10 


7 


1 


5-5 % 


U 


703-4 


705-8 


709-9 


706-4 


35 


8-3 


6-4 


6-0 


3-5 


5-3 


6-2 


4-0 


2-6 


10 


10 


7 


11 • 


7 


712-4 


712-6 


714-5 


713-2 


0-3 


9-0 


0-3 


89 


4-9 


4-7 


0-1 


5-3 


3-2 


10 


7 


7 


3-2 e 


8 


714-9 


714-2 


715-2 


714-7 


3-8 


11-2 


5-2 


10-4 


7-4 


7-7 


3-9 


7-0 


5-4 


9 


5 


8 




9 


715-0 


712-9 


713-3 


713-7 


5-6 


16-7 


6-4 


16 


10-2 


10-9 


51 


10-6 


8-3 


8 


3 


7 




10 


712-9 


710 9 


711 3 


711-7 


5-0 


19-8 


6-6 


18-4 


13-0 


12-6 


5-6 


13-3 


10-8 





2 


■'' 




11 


712-4 


710-6 


7125 


711 8 


7-5 


21-6 


9-0 


18-7 


13-8 


13-5 


8-4 


13-8 


11-6 


7 


1 


5 




12 


714-2 


714-1 


714-7 


714-3 


9-9 


19-0 


11-0 


16-5 


12 2 


13-2 


12 2 


13 4 


11-3 


10 


9 


5 


1-2« 

0-6 % 


13 


714-4 


712-6 


714-1 


713-7 


9-4 


19-9 


11-4 


19-6 


10-4 


13-8 


10-4 


13-8 


9 6 


6 


4 


2 


14 


714-6 


711-9 


712 4 


712-9 


4-7 


22-2 


6-3 


21-4 


15-6 


14-4 


6-0 


14-3 


12-5 


1 


2 


4 




15 


713-5 


712-7 


712-2 


712-8 


7-8 


19-8 


11-6 


18-8 


13 


131 


9-8 


13 5 


10-9 


5 


6 


2 




J6 


710-7 


707-3 


7O8-0 


708-7 


Ö-O 


20-5 


10-8 


20-4 


13-2 


14-8 


9-6 


15-2 


12-5 


8 


410 


21 # 


17 


707-7 


708-2 


711-9 


709-3 


8-2 


15-0 


11-2 


10-0 


8-2 


9-8 


10-6 


9-1 


7-6 


5 


9 


7 


12-0 m 

2-4 i 


18 


715-3 


715-5 


717-4 


716-0 


5-8 


14-3 


7-2 


13-3 


8-5 


9-7 


6-6 


9-7 


7-9 


7 


5 


5 


19 


717-7 


712-8 


717-0 


714-8 


4-0 


18-8 


5-0 


18-8 


12-2 


12-0 


4-6 


12-6 


10-1 





6 


9 




20 


716-1 


711-4 


711-5 


713-0 


8-0 


19-6 


9-4 


19-6 


11-2 


134 


8-8 


14-3 


10-8 


8 


6 


10 


6-0 n 


21 


710-3 


709-8 


711-8 


710-6 


9-0 


20-0 


10-0 


19-3 


11-9 


13-7 


9-8 


12 8 


8-6 


10 


3 


1 


1-49 


22 


712-9 


710-4 


712-0 


711-8 


6-0 


23-0 


8-2 


21-4 


13-6 


14-4 


6-2 


14-2 


11-4 





1 







23 


714-0 


711-4 


714-4 


713-2 


6-0 


25-4 


9-4 


25-1 


13-7 


16-1 


8-0 


17-6 


13-0 





5 


10 


1-3« 


24 


715-4 


714-4 


714-6 


714-6 


11 5 


22-3 


12 7 


21-3 


14 8 


16-2 


12-4 


16-0 


13-2 


10 


6 





1-1 # 


25 


715-3 


712-3 


713-0 


7135 


8-0 


270 


10-6 


20-3 


20-3 


20-4 


9-9 


18-0 


li-8 













20 


714-6 


713-1 


713-8 


713-6 


12-3 


29-0 


14-4 


284 


22-6 


21-8 


12 1 


19-2 


17-2 








l 




27 


715-7 


712-7 


713-6 


713-8 


11-0 


31-0 


14-4 


30-6 


23-2 


22-7 


12-2 


19-8 


16-3 













2H 


714-6 


712-4 


7131 


713-4 


11-7 


31 


15-9 


30- 1 


22-7 


22-9 


12-6 


19-0 


16-8 













29 


710-2 


713-2 


714-7 


714-7 


11 1 


27-6 


16-4 


27-6 


196 


21-2 


14-2 


20-4 


17 4 








1 




30 


717-2 


7142 


714-1 


715-2 


16-0 


27-0 


17-S 


26-8 


20-4 


21-7 


15-5 


20-4 


17-4 


3 


2 


8 




31 


714-3 


710 


709-8 


711-4 


12-8 


27-0 


14-3 


26-4 


20-0 


20-2 


13-7 


19-8 


14-8 


7 


4 





1-4 # 



Juni. 



710-8 


712-5 


714-2 


712-5 


715-7 


712 8 


713-0 


713-8 


714-5 


710-6 


714-0 


713-0 


712-9 


712-3 


711-8 


712-3 


713.3 


710 1 


709-3 


710-9 


711-4 


713-5 


715-8 


713 


715-0 


715-4 


715-8 


715-6 


715-4 


715-8 


710-3 


715-8 


715-7 


7140 


713-9 


714-5 


713-1 


710-4 


710-6 


711-4 


711-0 


707-7 


707-9 


708-9 


710-6 


7100 


709-8 


710-1 


709-3 


708-5 


710-1 


709-3 


711-2 


708-7 


706-6 


708 8 


707-4 


706-6 


706 


706-7 


707-0 


706-4 


709-1 


707-5 


712-4 


711-8 


713-3 


712-5 


713-2 


710-0 


711-8 


711-7 


711-9 


707-9 


712-3 


711-3 


711-8 


710-8 


712-0 


711-5 


714-1 


712-6 


713-5 


VI 3-4 


716-2 


712-7 


713 6 


714-2 


712-0 


70S -5 


707-2 


709-2 


712-8 


712-0 


712-9 


712 6 


714-1 


713-4 


712-9 


713-5 


714-4 


714-9 


7 16-6 


715-3 


719-3 


716-9 


717-0 


717-7 


715-5 


716-1 


714-9 


716-8 


715-9 


712-3 


613-1 


713-8 


715-5 


714-4 


717 8 


7159 



13-0: 
12-0: 
12-1! 
13-3 
11-3J 

8-8 
8-0 
8 
8-8 
9-4 

10-0 
91 
13 
12-8 
13-0 

ll-9i 
10-7' 

8-0' 
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10-2; 
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13-Oi 

14-5^ 
13-5 
10-3 

15-81 
15-21 



17-1 


146 


16-2 


13-4 


14-7 


12-8 


15 4 


132 


7 


s 


4 


26-5 


13-0 


25-2 


17-2 


185 


12-2 


18-3 


152 


1 


3 





■28-8 


14-0 


28-8 


16-4 


19-7 


12-7 


21-0 


16-2 


3 


5 


10 


18-0 


15-4 


15-8 


13-3 


14-8 


14-8 


15-3 


130 


9 


10 


10 


21-6 


12-3 


19-4 


14-0 


152 


11-8 


15-4 


13-0 


5 





8 


13-2 


10-6 


13-2 


8-8 


10-9 


10-0 


11 4 


8-8 


9 


8 


10 


15-4 


8-3 


14-6 


9-0 


10-6 


8-2 


12-5 


8-8 


10 


8 


10 


13-8 


8-4 


13-2 


10-0 


10 5 


8-2 


11 4 


9-6 


10 


9 


8 


20-8 


10-2 


19-7 


13-8 


14-6 


9-6 


15-2 


13-0 


3 


4 


6 


25-0 


11-0 


23-8 


16-6 


17-1 


10-1 


17-6 


12-5 


1 


2 


3 


29-0 


125 


25-8 


19-2 


19-2 


15-5 


16-2 


16-1 








] 


24-5 


18-3 


184 


16-2 


14-6 


151 


17-6 


15-3 


1 


7 


4 


232 


10-0 


19-2 


152 


16-8 


15-8 


18-0 


15-2 


2 


8 


10 


21-0 


12-8 


20-8 


16-2 


16-6 


12-3 


16-9 


15-5 


10 


8 


5 


19-0 


13-7 


17 5 


14-2 


15- 1 


13-2 


17-2 


13-8 


9 


10 


5 


20-4 


14-8 


20-0 


119 


15 6 


13-4 


13-8 


11-7 


4 


6 


10 


18-0 


11-5 


18-0 


12-3 


13 9 


11-0 


15-8 


11-3 


10 


8 


8 


20 


10-8 


20-0 


12 6 


14-5 


10-0 


13-2 


12-2 


7 


6 


10 


17-0 


12-5 


15-7 


12 3 


13-5 


12-1 


21-6 


11-6 


10 


10 


8 


22-0 


10 3 


220 


12-6 


15-0 


9-8 


16-6 


12-5 





6 


5 


23 3 


12-3 


21-7 


15-3 


16-4 


11-9 


18-7 


150 


7 


6 


3 


24-2 


15-3 


24-2 


15-4 


18-3 


14-6 


19-6 


15 


8 


3 


10 


26-8 


141 


26-8 


21-6 


20-8 


13 6 


17-6 


17-2 


2 


3 


8 


24-2 


13 


23-7 


17-6 


18 I 


12-5 


17-3 


15-0 


10 


3 


5 


20-0 


13-6 


19-0 


14-7 


15-8 


13-2 


160 


13-2 


9 


8 


10 


18-3 


14-5 


18-0 


15-1 


15-9 


14-1 


16-8 


15-6 


10 


9 


10 


25-4 


15-1 


224 


18-2 


18-6 


14-5 


20-4 


16-0 


8 


2 


3 


29-1 


13 3 


27-0 


19-7 


20 


12-6 


21-8 


18-0 





1 





32-1 


18-2 


30-6 


22-2 


23-7 


16-0 


17-2 


19-0 





1 


10 


22-0 


16-0 


21-7 


15-2 


17-3 


10-5 


17-8 


12-8 


9 


5 


7 



— 128 — 



Juli. 





Luftdruck 






Temp 


eiatur 




Feuchtes 
Thermometer 


Bewöl- 
kung 


Nieder- 


Tag 




























7h 


•2'' 


9h 


Mi- 
tel 


Min. 


Max. 


7h 


oU 


91» 


Mittel 


7h 


2h 


9h 


71) 2h 9h 


schlag 


1 


71S-4 


715-7 716-5 


7169 


12-3 


21 8 


13-2 


21 


14-1 


161 


10-5 


13-2 


11-4 


10 


1 


1 




2 


7IS-0 


71'«-5:714-9 


715-8 


82 


23 8 


10-0 


23-2 


15-5 


16-2 


8-6 


15 6 


13 













3 


715-8 


7131 


713-4 


7140 


10-0 


29-0 


12 6 


26 8 


20-0 


19-8 


10-6 


17-2 


14-2 













4 


715 


711-6 


712-4 


713-0 


12-8 


30-0 


14-8 


29 6 


22 7 


22 4 


13-2 


20-4 


18 2 








3 




5 


715-6 


715-8 


715-2 


715-5 


150 


22-0 


16-8 


21-8 


15-2 


17-9 


15-6 


17-4 


14-6 


8 


7 


1 


17-9 9 


6 


713-7 


710 1 


7143 


712-7 


HO 


23-6 


13-2 


22-8 


14-0 


167 


12-5 


17 4 


13-0 





8 


7 


4-6 9 


7 


715-5 


711-8 


712-0 


713-1 


lü-5 


27-8 


12-0 


24-8 


18-6 


18-5 


11-6 


180 


16-b 


5 










8 


7145 


712-0 


714 3 


713-6 


12 4 


27-7 


14-4 


27-7 


20 


20-7 


13-5 


20 8 


18-2 





1 







9 


717 


714-0 


714-4 715-1 


17-2 


26-0 


18-2 


25-8 


186 


20 9 


15-5 


19-8 


16-4 


8 


1 


2 


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10 


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15 


28-0 


17-0 


28-0 


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20-8 


156 


20-6 


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1 


4 


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11 


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23-7 


15-2 


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13 6 


16-2 


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2 


9-5 m 
14-9 m 


12 


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3 


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13 


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12-8 


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14-7 


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12-8 


14-2 


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10 


10 


7 


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12-4 


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13-1 


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11-6 


13-0 


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9 


7 


8 




13 


710-9 


710-5 


712 7 


711-4 


12 


22-0 


12-8 


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14-5 


16-1 


12 


156 


11-5 


9 


8 


7 




16 


711-9 


708-0 


708-0 


709-3 


100 


26-0 


11-5 


22-6 


16-8 


17-0 


10-8 


17 3 


15-0 


2 


2 


2 


4-1 m 


17 


707-6 


705-6 


706 7! 706-6 


125 


21-6 


15-0 


20-1 


17-6 


17-6 


13-4 


16 1 


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9 


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24-3 • 
6-3 S 


18 


705-0 


708-6 


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13-4 


19-1 


13 9 


16-7 


13-4 


14-7 


13-6 


139 


12 1 


10 


8 


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19 


711-9 


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709-9 


709-6 


10-2 


23 8 


11-0 


22-2 


11-6 


14-9 


10-5 


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2 


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12-1 i 


20 


707-5 


705-9 


705-7 


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10-2 


14-3 


11-1 


122 


108 


11-4 


10-4 


11-6 


10-2 


10 


10 


10 


21 


7OT-0 


709 


711-4 


709- 1 


90 


130 


92 


12-3 


10-2 


10-6 


8-8 


10 8 


9-S 


10 


10 


10 


5-9 9 


22 


713-1 


713-8 


714-6 


713 8 


10-5 


18-0 


10-7 


145 


12-9 


12-7 


10-4 


13-5 


12-4 


10 


8 


10 


0-4 ■ 


23 


715-9 


714-7 


716-3 715-61 


11.4 


21-8 


11-6 


19-3 


153 


15-4 


11-3 


15-2 


14-1 


10 


6 


6 




24 


716 


713-5 


7157 


715-3 


10-7 


23-3 


123 


23-2 


152 


17-2 


11-6 


16 2 


13 8 


5 


2 


1 




25 


715-2 


712-0 


713-7 


713-6 


11-4 


22-0 


130 


22 


15-0 


16-7 


11-7 


160 


12-7 


6 


2 


3 




26 


714-4 


712-1 


714-1 


713-5 


11-8 


21-8 


12-6 


21-8 


15 1 


16-5 


11-0 


150 


21- 1 


3 


1 







27 


715-6 


713-6 


715-1 


714-8 


9-0 


24-0 


10 1 


23 


16-6 


16-6 


9-2 


17-0 


15-4 













28 


715-8 


713-5 


715-4 


714-9 


10-6 


28-0 


126 


26-9 


18-3 


19-3 


118 


20-1 


17-2 





3 


1 




29 


716-0 


714 7 


716 4 


715-7 


14 6 


270 


15-6 


24-8 


18-2 


19-5 


15-1 


19-8 


15-6 





S 


1 


1-7 tl 


30 


716-0 


713-2 


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714-6 


11-8 


28-6 


135 


28-4 


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20 2 


12-8 


21-2 


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3 


10 


3-8« 


31 


713-7 


710-2 


710-5 


7115 


12-5 


26-4 


15-5 


26-4 


17-0 


19-6 


14-2 


19-4 


16-0 


5 


3 


8 


6-0 



711-9 



70S-7 
707-8 
711-7 
710 6 
712-6 



2 712 1 
5 114-4 
712-1 
2 711-3 

81712 9 

2i714 4 

9. 715-5 
7i712-9 
7;714-2 
51715-3 



719-8716-9 

719-2:718-0 

16-3 711 

ll-6i7100 

12-6'711-9 

715-7 714-7 
716-2 715-3 
713 3|710-4 
7l3-4'709-5 
11-0,709-0 



714-0i714-5 717-3 
717-5|712-9 712-9 
714-6 711-417U-7 



70S-4 
709-1 
713-4 
7120 
714-2 

716-0 
714-5 
712-2 
713 2 
713-1 

714-6 
715-7 
713-0 
715-5 

718-0 

718-1 
716-6 
711 8 
709-7 
714-3 

716-7 
712-0 
711-6 
709-5 
712-6 



7140 712 5 

714-5|704-S 
711-51707-6 



713-6 
710-2 
711-9 









Augast. 
















709-7 


14-0 


23-5 


14-7 


22-4 


16-2 


17-8 


14-0 


J7-6 


14-S 


7 


5 


7 


70S 2 


14-0 


19-8 


14-6 


185 


14-2 


15-8 


14-2 


15-4 


13-7 


10 


9 


10 


712-2 


11-6 


17-6 


12-0 


17-6 


13-4 


143 


10-8 


13-3 


11 8 


8 


7 


8 


711 7 


10-5 


2l-2 


ll-S 


20-4 


15-4 


15-9 


10-8 


14-6 


13-4 








3 


713-4 


13-4 


22-0 


13-8 


22-0 


16-2 


17-3 


12-9 


16-6 


142 





3 


8 


714-i 


10-9 


25-0 


11-2 


24-3 


134 


16 3 


10-5 


18-6 


13-1 


9 


2 


8 


7151 


11 2 


24-0 


12-9 


22-7 


13-6 


17 1 


12-0 


16-4 


140 


8 


3 





713-1 


10-9 


26-0 


11.3 


24-9 


17 6 


17-9 


10-8 


19-2 


16-2 


r. 


4 





711 9 


12-5 


22-7 


13-4 


20-1 


13-8 


15-8 


11-3 


16-3 


12-2 


1 


10 


1 


713-3 


12-7 


20-0 


12-8 


19-2 


16 1 


16-0 


12-6 


17-1 


15-4 


10 


10 


10 


714-1 


14-0 


25-0 


14-8 


19-5 


150 


16-4 


14-4 


16-2 


14-1 


9 


9 


10 


715-7 


11-4 


23-2 


13-6 


22-8 


15-8 


17-4 


13-0 


16-4 


14-2 


10 


1 





713-9 


95 


25-4 


10-4 


24-1 


17-4 


17-3 


10-0 


18-4 


15-1 











715-1 


11-4 


27-1 


13-0 


26-5 


17-6 


19-0 


11-3 


186 


16 1 





1 





716-6 


11-3 


28 3 


13-0 


27-5 


20-3 


20-3 


12-4 


19-6 


17-4 





5 





718-3 


14-3 


302 


15-6 


29-0 


19-6 


21-4 


13-8 


20 1 


18-6 


2 


1 





717-9 


12-8 


31-3 


14 8 


29-8 


19-4 


21-0 


13-2 


17-5 


17-2 











713-2 


13-4 


34-0 


15-4 


33-6 


22-1 


23-7 


9-2 


20-8 


17-1 











710-4 


15-5 


32 


16-5 


32-0 


23-6 


240 


13-4 


19-3 


19-1 











712-9 


15-4 


28-6 


16-4 


28-5 


22-1 


22-3 


14-3 


20-1 


18-6 








1 


715-7 


15-4 


28-8 


15-6 


28-6 


17-4 


20-5 


14-6 


24-4 


16-2 





2 


10 


714-5 


130 


21-0 


13-5 


20-1 


16-5 


16-7 


13-0 


16-8 


15-1 


9 


5 


1 


711-8 


10-3 


26-8 


143 


26 1 


21-3 


20-6 


12-5 


20 2 


15-8 


1 


1 


2 


710 8 


13-5 


29-4 


13-6 


29-2 


24-8 


22-5 


12.2 


18-4 


21-3 





1 


3 


710-9 


14-4 


28-1 


20-8 


26-2 


144 


205 


14-7 


18-4 


13-1 


8 


5 


10 


715-3 


12-3 


19-0 


12 8 


18-0 


126 


14-5 


12-4 


14-8 


12-2 


10 


3 


3 


714-4 


14-3 


21-4 


14-8 


19 6 


14-8 


16-4 


14-3 


15-0 


13-2 


5 


1 


2 


712-0 


92 


23-9 


9-7 


23-1 


15-8 


16-2 


9-2 


16 8 


13-5 





5 





713 4 


9-8 


25-6 


11-1 


24-8 


18-1 


18-0 


10 5 


18-4 


15-6 





2 


4 


711-5 


12-2 


27-8 


13 2 


26-3 


20-8 


20-1 


12 1 


182 


15-2 











7100 


U-3 


28-4 


12 5 


28- 1 


17-6 


19-4 


11 1 


17-6 


16-0 





2 


6 



— 129 — 



September. 





Luftdruck 






['emperatur 






Feuchtes 
Thermometer 


Bewöl- 
kung 


Nieder- 


Tag 




























, 1 






1 


















schlag 




Th 1 9h fih Mit- 

' 1 - " tel 


Min. 


Max. 


7h 


oh 


9^ 


Mittel 


7h 


2h 


9^ 


7h|2h 9h 




1 


713 6 


714-S 


71S-4 


715-6 


12-1 


20-9 


14-3 


173 


14-2 


15-3 


13-1 


15-1 


13-5 


5 


7110 


6-1 9 


2 


7190 


713-5 


712-0 


714-8 


11 4| 


21-0 


12-4 


20-0 


15-0 


15S 


11 3 


15-3 


13-6 


9 


U 




3 


711-6 


707-7 


708 


709-1 


10-9! 


22-2 


11-6 


21-3 


15-8 


16-2 


11-0 


17-2 


15-3 


8 


10 


3-2« 
2-3 S 


4 


708-2 


7 0-4 


710-9 


709-8 


6-91 


10-3 


9-8 


8-2 


6-7 


8-2 


9-5 


7-8 


6-4 


10 


10 


10 


5 


710-9 


714-3 


715-2 


713-5 


6-0: 


8-4 


6-0 


8-3 


7-4 


7-2 


5-7 


7-8 


7-0 


10 


10 


9 


8-6 a 


6 


715-6 


713-6 


715-5 


714-9 


6-3 


13 3 


6-3 


11-3 


8-4 


8-7 


6-1 


9-2 


7-8 


10 


9 


8 


3-4« 


7 


711-6 


714-3 


713-9 


713-3 


7-9 


13-8 


7-9 


12-8 


9-5 


10- 1 


7-6 


10-2 


8-9 


10 


8 


fi 


5-4« 


8 


711-8 


709-2 


711 8 


710-9 


8-0 


16-3 


9-1 


16-0 


8-0 


11-0 


8-8 


11-6 


7-6 


10 


8 


10 


20-6 ■ 


9 


709-0 


710-6 710-5 


710-0 


50 


90 


5-0 


19-2 


7 2 


7 1 


4-6 


7-6 


6-8 


10 


9 


10 


17-3 % 


11) 


713-9 


714-8 


717-4 


715-3 


6-5 


13-5 


6-8 


12-0 


9-0 


9-3 


6-4 


9-5 


8-3 


10 


10 


10 




11 


717-4 


7182 


718-7 


718-1 


S-0 


18-0 


8-2 


16-1 


10-3 


11-5 


6-9 


122 


9-5 


10 


2 







12 


721-5 


719-7 


718 7 


720-0 


5-3 


20-0 


6-0 


180 


16-4 


13-5 


5-8 


14-3 


16-0 













13 


71S-0 


713-4 


712-9 


714-8 


5-0 


23-4 


5-6 


23-0 


12-8 


13-8 


5-4 


15-7 


12 2 













14 


716-9 


716-4 


716-6 


716-6 


8-0 


23-2 


8-0 


22-4 


14-8 


15-1 


7-6 


16-8 


13-6 













15 


71S-7 


713-4 


714-9 


715-7 


7-S 


25-3 


10 


24-2 


151 


16-4 


9-8 


13-8 


13 8 








1 




16 


715-7 


715-2 


715-7 


715-5 


12-0 


24-6 


12-0 


24-0 


16-2 


17-4 


10-6 


18-4 


14-8 













17 


718-5 


715-1 


716-9 


716-8 


10-5 


24-2 


u-o 


13-6 


16-4 


17-0 


10-6 


18-4 


15-3 


3 










18 


718-4 


715-9 


716-8 


717-0 


9-0 


20-8 


9-3 


20-1 


13-4 


14-3 


9-1 


15-4 


12-6 


10 


3 





14-8 % 


19 


718-1 


7'.6-l 


717-5 


717 2 


11-6' 


218 


11-6 


21-2 


14-6 


15 8 


10-8 


16-4 


13-8 


5 


2 







20 


718-7 


717-3 


717 3 


717-8 


8-4' 


21-1 


9-0 


20-6 


13-8 


14-5 


8-8 


15-4 


12-2 


10 










21 


719-6 


718-9 


717-2 


718-6 


8-5' 


22-4 


9-2 


21-8 


16-6 


15-9 


8-8 


16-4 


15-2 





5 


4 




22 


716-8 


717-8 


718-6 


717-7 


13-0 


21-7 


132 


21-0 


16 2 


16-8 


12-8 


17-6 


l5-ri 


8 


5 


6 


0-5 m 


23 


717-6 


7152 


715-2 


716 


14-S 


18-3 


15-0 


16-4 


14-8 


15-4 


14-6 


16-2 


14-2 


9 


10 


9 


8-48 


24 


713-3 


711-1 


712-5 


712-3 


13 1 


20-5 


13-4 


20-4 


14-6 


16-1 


13-2 


16-8 


140 


6 


5 


6 


2-0 m 


25 


7144 


713-2 


713-3 


713-6 


14-4 


22-1 


14-6 


21-2 


15-3 


17-0 


14-0 


17-8 


14-6 


7 


2 


10 


128 


26 


715-9 


713-3 


713-7 


714-3 


11-6 


21-6 


11-6 


21-3 


15-3 


16-1 


11-4 


20-8 


14-6 


10 


1 





1-10 


27 


714-5 


713-7 


713-8 


714-0 


10-3' 


23-2 


10-3 


22-2 


15-2 


15-9 


9-6 


17-8 


14-1 











28 


715-1 


713-7 


709-5 


712-8 


lO-O' 


23-1 


10-2 


22-2 


15-8 


16-1 


9-8 


17-4 


!4-l 













29 


711-6 


713-4 


713-9 


713-0 


13-6' 


19-5 


13-8 


19-4 


13-8 


15-7 


i2-9 


16-0 


12-4 


6 


6 


3 




30 


713-0 


710-9 


711-3 


711-7 


12-5 


20-0 


12-6 


19-6 


14-6 


15-6 


12-2 


16-2 


13-2 


10 


3 


1 





October. 



708-4 


706-4 


703-6 


706 1 


12-8 


21-6 


130 


20-4 


18-2 


172 


12-6 


16-6 


12-6 


2 


2 


2 


703-9 


705-9 


708-4 


706-1 


12-8 


18-3 


12-8 


17-3 


12-9 


14-3 


9-6 


13-4 


11-7 


8 


10 


9 


709-7 


712-3 


712-4 


711-5 


9-8 


14-2 


9-8 


14-0 


11-2 


11-7 


9.4 


10-8 


9-4 


10 


8 


8 


714-8 


711-5 


709-5 


711-9 


7-0 


16-6 


7-2 


15-8 


114 


11-5 


7-0 


12-4 


10-8 


4 


2 


3 


708-5 


705 1 


706-6 


706 7 


9-0 


19-0 


9-2 


18-8 


17-8 


15-2 


8-2 


12-8 


11-4 


8 


3 


3 


704-1 


703-7 


702 9 


703-6 


16-7 


21-3 


17-0 


21-2 


20-6 


19-6 


11-8 


150 


14-3 


8 


4 


3 


704-6 


705 5 


706 1 


705-4 


11 4 


17-7 


12-2 


17-4 


11-4 


13-7 


10-4 


12-4 


111 


8 


2 


10 


709-0 


706-7 


710-5 


708-7 


7-5 


13-4 


7-6 


13-2 


7-5 


9-4 


7-0 


10-6 


7-2 


8 


10 


10 


712-3 


713-0 


713-2 


712-8 


5-2 


11-0 


6-2 


U-O 


5-2 


7-5 


5-8 


8-6 


48 


8 


8 





713-3 


712-6 


713-8 


7132 


2-8 


15-4 


3-0 


14-6 


7-2 


8-3 


2-8 


11-6 


6-4 





1 





713-6 


712-0 


714-2 


713-3 


4-0 


13-4 


4-6 


12-4 


9-2 


8-7 


4-2 


10-8 


8-1 


6 


8 


8 


7130 


712-3 


710-3 


711-9 


7-1 


12-2 


7-4 


122 


9-8 


9-8 


7-0 


10-2 


9-2 


10 


9 


10 


709-6 


709-0 


708-9 


709-2 


8-4 


18-2 


8-4 


18-2 


16-2 


14-3 


80 


12-8 


10-8 


9 


6 


8 


706-9 


707-8 


706-9 


707-2 


15-4 


200 


16-6 


19-8 


15-4 


17 3 


11-4 


18-0 


11-6 


6 


3 


7 


706-9 


707-9 


708-4 


707-7 


9-8 


13-0 


11-0 


12-6 


9-8 


11-1 


10-8 


10-8 


8-5 


8 


8 


5 


707-2 


703-6 


704-4 


705-1 


6-1 


16-4 


7-6 


15-4 


9-8 


10-9 


6-1 


10-3 


8-2 





4 


1 


701-5 


705-0 


708-9 


705-1 


3-2 


9-0 


6-5 


8-8 


13-2 


6-2 


6-0 


7-4 


2-6 


10 


7 


6 


711-3 


710-9 


711-8 


711-3 


1 


80 


5-6 


78 


1-0 


4-8 


50 


60 


0-8 


8 


7 


10 


711-6 


711-4 


713-2 


712-1 


0-4 


35 


10 


3-0 


0-4 


1-5 


0-8 


1-8 


0-2 


10 


10 


10 


714-0 


714-5 


714-9 


7145 


0-0 


5-0 


0-2 


5-0 


0-0 


1-7 


Ol 


3-6 


— 02 


10 


8 





710-0 


705-5 


703-3 


706-3 


— 2-4 


4-0 


— 2-2 


3-4 


1-5 


0-9 


— 2-4 


2-6 


0-8 





10 


10 


702-7 


700-2 


703-0 


702-0 


— 0-4 


7-0 


- 0-4 


6-8 


30 


3-1 


— 0-6 


3-6 


2-2 


10 


2 





705-7 


704-5 


706-8 


705-7 


- 1-2 


8-0 


- 1-0 


7-8 


- 0-4 


21 


— 1-5 


5-2 


- 0-6 


10 


4 





7133 


710-5 


711-3 


711 7 


- 2-6 


6-0 


— 2-4 


5-8 


2-6 


2-0 


- 2-0 


3-2 


1-8 


10 


7 


6 


712-3 


708-9 


708-9 


710-0 


2-4 


9-1 


2-6 


7-4 


5-6 


5-2 


2-4 


6-0 


5-0 


10 


7 


6 


706-2 


711 9 


717-2 


711-8 


2-4 


10-0 


5-6 


4-4 


2-4 


4-1 


4-2 


3-6 


1-5 


3 


7 





716-3 


713-6 


714-2 


714-7 


— 1-7 


100 


— 1-6 


8-2 


4-6 


3-7 


— 0-6 


5-0 


2-8 


10 


1 





713-2 


711-9 


712-0 


712-4 


0-0 


15-4 


0-2 


14-2 


10-8 


8-4 


— 0-4 


8-6 


5-8 





5 





713-7 


710-3 


712-5 


712-2 


2-3 


16-5 


2-3 


165 


13-2 


10-7 


1-0 


8-1 


9-7 








4 


709 9 


707-9 


709-2 


709-0 


7-0 


18-2 


74 


17-0 


9-8 


11-4 


4-5 


12-2 


7-5 


1 


2 





710-6 


710 7 


710-5 


710-6 


8-0 


21-2 


8-8 


21-2 


14-8 


14-9 


7-2 


13-2 


10-6 


1 





3 



Naturw.-med. Verein 1892193. 



11 



— 130 — 



November. 





Luftdruck 




Temperatur 




Feuchtes 
'Ihermometer 


Bewöl- 
kung 


Nieder- 


Tag 
























































schlag 




7h 


oh 


9h 


Mit- 
tel 


Min. 


Max. 


7h 


2h 


9. 


Mittel 


7h 


2U 


9h 


7h 21i|9h 




1 


708-3 70T-(i 


707-1 


707-5 


10-0 


21-3 


13-2 


20-0 


14-6 


15-9 


9-8 


13-2 


9-8 





2 







2 


707-0 705-6 


7ü7-9 


706.8 


6-8 


15-4 


6-8 


15-4 


11-4 


11-2 


5-4 


11-0 


10 2 


1 


1 


10 




:1 


713-8 7130 


715-8 


714-2 


6-5 


12-8 


8-4 


12-0 


6-5 


9-0 


8-0 


9-6 


6-0 


10 


2 


3 


2-5 • 


4 


71S-0 718-0 


718-3 


718-1 


5-0 


12 8 


6-0 


12-4 


5-0 


7-8 


5-8 


100 


42 


10 


3 







5 


719-1 717-0 


717-7 


717-9 


0-2 


10-3 


0-4 


100 


2-1 


42 


0-2 


6-8 


1-6 


10 


l 







6 


716-2 714-0 


713 6 


714-6 


— 14 


10-2 


- 14 


9-4 


2-4 


35 


- 0-2 


6-2 


1-8 





5 







7 


714 4 714-2 


715-3 


714-6 


0-0 


9-3 


— 0-0 


9-0 


4-5 


45 


— 0-2 


6-2 


3-8 


3 


3 


8 




8 


718-1 718-2 


719-7 


71S-7 


1-8 


10-1 


1-8 


9-6 


2-4 


4-6 


1-4 


7-0 


1 6 


10 


2 







9 


719-1 714-1 


717-5 


717-9 


0-6 


7-8 


0-8 


7-4 


1-0 


' 31 


- 1-0 


5-8 


0-5 













10 


719-3 716-S 


717 


716-7 


- 1-6 


9-3 


— 1-4 


8-8 


1-8 


3-1 


— 1-0 


6-5 


1-2 


10 










11 


716-4 715-5 


715-7 


715-9 


1-6 


9-8 


2-2 


9-4 


3-6 


5-1 


1-6 


7-2 


3-2 


10 


8 







12 


715-2 713-4 


714-1 


7142 


3-6 


5-5 


3-6 


52 


4-2 


4-3 


3-2 


4-8 


3-8 


10 


8 


10 


7-0 # 


13 


713-3 713-9 


714-3 


713-8 


4-0 


8-4 


4-2 


8-4 


5-2 


5-9 


3-8 


7-2 


4-S 


10 


4 







14 


715-2 714- 1 


714-2 


714-5 


4-1 


8-6 


4-6 


8-4 


5-8 


6-3 


4-3 


7-2 


5-2 


8 


S 


10 




15 


715-0 715 1 


715 4 


715 2 


4-4 


9-6 


5-0 


93 


5-6 


6-6 


4-6 


8-6 


5-2 


8 


8 







16 


714-9 713-4 


714-2 


714-2 


2 3 


10-6 


3-2 


10-4 


2-4 


5-3 


2-8 


7-5 


1-s 


6 










17 


715-3 714 


713-5 


714-3 


— 1-0 


8-0 


— 0-8 


78 


1-4 


2-8 


— 05 


5-3 


1-0 


1 










18 


712-7 710 4 


710-1 


711-1 


— 1-2 


7-1 


— 0-4 


7-0 


1-2 


2-9 


1 


5-0 


OS 


6 


1 







19 


709-4 7oS-2 


■/07-5 


70S-4 


— 1-s 


9-4 


1-4 


6-2 


4-2 


3-0 


- 15 


4-8 


2-6 


10 


n 


3 




20 


707-5 


711-2 


717-6 


712-1 


1-8 


50 


40 


3-2 


1-8 


30 


3-8 


2-9 


16 


10 


10 


10 


5-9 % 


21 


719-7 


719-7 


7J9-5 


719-fi 


1-6 


6-4 


24 


6-3 


2-4 


3-7 


2-2 


4-8 


2-0 


(i 


6 


6 


0-3 % 


22 


720-2 719-6 


719-0 


719 6 


1-0 


4-4 


1-6 


4-4 


0-2 


2-1 


- 1-2 


2-8 





H 










23 


718-2 718-4 


719-u 


718-5 


— 1-0 


1-5 


— 1-0 


1-0 


-06 


— 0-2 


- 1-2 


05 


— 0-9 


10 


5 


6 




24 


719-7 


717-1 


71fi7;717-S 


— 4-6 


2 6 


— 3-5 


2-6 


— 2-0 


— 1-0 


_ 3-9 


15 


— 2-6 


10 










25 


716-2 


7153 


716-1 715-9 


— 4-0 


2-5 


-30 


2-4 


0-4 


— 0-1 


— 3-5 


1-0 


0-2 


10 


8 


10 


1-2 # 


26 


718-4 


719-2 


719-4,719 


— 2-0 


2-6 


0-2 


2-0 


— 2-0 


02 


- 0-2 


1-7 


- 2-4 


10 


1 





1-3« 


27 


7-20-3 


720-7 


7-234:721-5 


— 5-2 


- 18 


— 3-8 


— 1-8 


— 3-0 


— 2-9 


- 4-2 


— 2-4 


— 31 


10 


9 


10 




28 


724-5 


7-24-0 


724 2. 7-24-2 


— 5 7 


— 4-0 


— 5-5 


— 3-8 


— 48 


— 4-7 


- 6-2 


— 4-2 


5 2 


10 


8 


10 




29 


7->2-5 


719-1 


719 5.7-20-4 


— 6-6 


0-4 


— 6-4 


0-0 


- 3-3 


— 3 2 


— 8-1 


0-4 


— 3-7 


'i 










30 


717-4 


713-7 


715-6 


715-6 


— 5-6 


3-0 


— 4 5 


2-8 


— 0-4 


— 0.7 


— 5-6 


1-8 


— 0-2 


10 


3 


" 





December. 



16-3:715-l|715-2 
7l2-0!71l-6!716-2 
716-2 712-0 710-0 



705 4 
704-2 

704-1 
709-7 
706-5 
712-5 
705 



701-3 
703-5 



704-3 
;04-2 



705-7 707-0 
709-1 709-2 
712 712 4 
710-4|707 6 
706-1 708-3 



7155 
713-3 
712-7 
703 7 
704-0 

705-6 
709 3 
711 
|710-2 
706-5 



710-6 7O9-3^7O6-8i708-9 
707-2:70S-l|708 81708-0 
705-1 704 4,712-3|707-3 
716 3!718-3|719-6 7181 
71S-5 716-1 716 8 717-1 



717-6 
7-25-1 
724-7 
720-9 
716-7 



720-3 7-24-0 
724-0 724-1 
723-4' 723-4 
719-21717-8 
714-0i714-0 



13-7/710-7 713-6 



712-6 
709-3 
708-6 
709 3 

707-7 
711-0 
716-5 
712-9 
705-8 
703-0 



711 2 711 2 

709 1 710-8 
708-2 709-2 
709-3 710-3 



708-6 710-2 

712-0i715-6 

715-4 

709 

703-4 

702-8 



720-6 
724-4 
723 8 
719 3 
714-9 

712-7 
711-7 
709 1 

708-7 
709-6 



709-8 

712-9 

15-4 715 

709 3 710 

702-2|703-8 

700-3 702-0 



0-0 
0-4 
2-7 
30 



■ 8-0 

- 6-4 

- 0-4 

- 5-0 

- 6-0 

- 1-4 

- 5-0 

- 5-8 

- 5-8 

- 6-8 

- 6-7 

- 8-0 

- 3 

- 4-2 

- 91 

-12-3 
-13-2 
-12-6 
-13 

-10-8 

- 7-0 



2-9 
4-0 
2-4 
33 
10 

2-0 
3-8 
2-0 



3-0 
33 
4-8 
1-0 
1-5 

6-7 
2-3 
2-0 
5-0 
2-9 

15 
05 
00 
2 
3-2 

5-0 
7-4 
6-2 
3-2 
2-3 
5-3 



0-2 
0-4 
2-6 
2-6 
3 4 

— 6-2 

— S-8 

— 6-4 
6-2 



38 
1-6 
2-3 
3-4 

0-4 

— 4-8 
5-8 
5-4 

— 6 2 

— 6 

— 7-6 

— 2-2 

— 3-6 

— 8-4 

— 12-1 

— 11-4 
—12-0 

— 12-6 
—10-6 

— 6-8 



2-6 
4-0 
20 
3-2 
1 2 

2-1 
3-8 
23 

4-8 
08 

3-3 
26 
3-8 
0-4 
1-5 

61 
2-1 
1-6 

4-6 
2-6 

1-4 
0-8 
0-0 
2-0 
3-4 



(1-0 0-9 
0-4| 1 3 
24— 1-0 
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— 4-8 . 

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— 141. 

— 2-9 

— 3 8 

— 2-8 

— 3-2 

— 4-6 

— 3-9 

— 2-3 

— 4-2 

— 9-0 

—10-2 

— 9-1 
—10-5 

— 9-2 

— 6-1 

— 6-1 



6-2 
4-6 
5-8 
3-7 
6-2 

0-6 
1-9 
2-3 
0-5 
17 

1-9 

2 

1-2 

2-3 

2-9 

4-1 
1-5 
3-3 



9-3 
9-8 
8-4 
6-4 
6-1 
6-1 



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- 3-0 

- 2-9 

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- 6-4 

- 9-3 

- 6-6 

- 6-4 

- 6-3 

- 8-3 

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0-4 

- 2-6 

- 3-8 

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- 5-3 

- 6-2 

- 5-6 

- 6-5 

- 6-7 

- 8-1 

- 2-4 

- 3-9 

- 8-9 

-12-6 
-11-8 
-12 7 
-12-8 
-11 1 



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1-2 

2-3 

2-3 

2-5 
4-2 
27 
52 
15 

3-6 
2-3 
2-2 
0-2 
1-2 

4-7 
1-5 
12 
1-4 
2 3 

0-8 
1-2 

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2-6 
4-2 

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■ 7-6 
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■ 3-8 
2-9 
5-6 



- 0-2 

- 5 6 
0-0 

. 2-6 

- 3 2 

- 4-3 

- 3-6 
. 3-6 

- 4-8 

- 4-3 

- 2-5 

- 4-h 
-10-2 

-10-6 

- 9 5 
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— 131 — 






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Inhalt. 



A. Vereinsnachrichten. 

Seite 
I. Bericht über die im Vereinsjahre 1892|93 abgehaltenen 

Sitzungen ......... Ill 

Assistent A. Wagner: Ueber die Beziehungen im 
Blattbau unserer Alpenpflanzen zu deren Lebens- 
bedingungen ........ III 

Prof. Dr. L e c h e r : Ueber die Geschwindigkeit der 

Elektricität V 

Prof. Dr. Heinricher: Ueber Lathraea Squamaria VI 

Prof. Dr. R u X : Ueber neuere Entwickelungstheorien IX 

Prof. Dr. V. Dalla Torre: Weitere Beiträge zu 
den Zoocecidien und Cecidozoen Tirols und Vor- 
arlbergs ......... XIV 

Prof. Dr. L e c h e r : Vorführung einiger Versuche 

mit Wechselströmen ...... XV 

Prot. Dr. Gegenbauer: Ueber den Casus irredi- 

cibilis XV 

Prof. Dr. Anton: Ueber Bau und Leistung des 

centralen Nervensystems ..... XVI 

Prof. Dr. L ö w i t : Ueber den Lungenkreislauf . XIX 

Prof. Dr. P m m e r : Ueber Entwickelungsstörungen 

des Rückenmarkes XXII 

Prof Dr. C z e r m a k : Ueber einen seltenen Fall von 

Farbenblindheit XXII 

IL Verzeichnis der Academien, Gesellschaften u. s. w., 

mit denen der Verein in Tauschverkehr steht . . XXIV 
III. Personalstand des Vereines XXIX 



— 134 — 

B. Abhandln ncren. 



Seite 



Prof. Dr. K. W. v. D a 1 1 a Torre: Die Zoocecidien und Ce- 

cidozoen Tirols und Vorarlbergs. ..... 3 

P. Magnus: Die von J. Peyritscli in Tirol gesammelten 
und im Herbarium der k. k. Universität zu Innsbruck 
aufbewahrten Pilze 25 

Prof. Dr. W. Czermak: Ueber zwei Fälle angeborner 
Netzhautsclerose ohne Pigment (Retinitis pigmentosa 
sine pigmento) mit Farbenblindheit .... 74 

Prof. Dr. J. M. P e r n t e r : Die Niederschlagsverhältnisse 

der Umgebung von Bozen in den Jahren 1891—93 . 98 

Beobachtungen am meteorologischen Observa- 
torium der k. k. Universität Innsbruck im Jahre 1892 123 



C. Notizen. 



Ueber die Selbstordnung der Furchungszellen. 

Von 
Wilhelm Roux. 



Vorläufige Mittheilung. 

Am 26. und 27. März 1893 beobachtete ich an ganz 
oder fast ganz von einander isolirten Zellen der lebenden 
Blastula und Gastrula, zum Theil auch der Morula des 
braunen Frosches Folgendes : 

Die isolirten Zellen runden sich sofort zur Kugel- 
gestalt. Zwei Zellen, die sich berühren, vergrösseru die 
zuerst blos punctuelle Berührungsfläche im Laufe einer 
Viertel- bis ganzen Stunde der Art, dass am Rande der 
ßerührungsstelle oft keine Einbiegung mehr vorhanden ist. 
Von mehreren, durch punctuelle Berührung zu einer ein- 
fachen Zellreihe verbundenen Zellen werden die beiden 
Endzellen halbgerundet, die mittleren scheibenförmig oder 
keilförmig plattgedrückt. Ein Haufen runder Zellen wird 
zu einem annähernd kugeligen Gebilde, an welchem 
schliesslich die einzelnen Zellen gar nicht mehr über das 
Niveau der Gesammtfläche vorspringen. Dies gilt für 1/4 



— 134 — 

bis 1/2 proceutige Kochsalzlösimg als Medium; in filtrirtem 
Hühnereiweiss geht die Vereinigung langsamer und weniger 
weit vor sich. Die bei diesen Vereinigungen gebildeten 
Formen der Zellen entsprechen grossentheils den Gesetzen 
der Blasenspannung; doch kommen auch unzweifelhafte 
Abweichungen davon vor. 

Nach elektrischer Reizung ziehen sich die Zellen 
laugöam zur Kugelgestalt zusammen und lösen so den 
innigen Verband bis zur blos punctuellen Berührung, 
um sich später aufs Neue innig zu vereinigen. Man 
kann diese Vorgänge mehrmals an demselben Object sich 
wiederholen lassen. Beim Absterben der Zellen wird 
gleichfalls zumeist der innige Verband der Zellen unter 
Rundung derselben wieder gelöst. 

Zwei in filtrirtem Hühnereiweiss vollkommen oder 
fast vollkommen schwimmende, isolirte Zellen, 
welche bis zu einem Drittel- ja halben Zelldurchmesser 
(bis 50 Mikromillimeter) von einander entfernt sind, 
nähern sich geraden Weges einander, oft ohne 
dabei ihre Gestalt zu ändern, um nach 5 Minuten bis 
einer halben Stunde sich zu berühren und dann weiter- 
hin sich, wie erwähnt, noch inniger zu vereinigen. Je 
geringer der Abstand, um so rascher ist die Näherungs- 
beweguug; das Genauere dieser Beschleunigung ist erst 
noch zu ermitteln; doch zeigt sie auch manchmal Unter- 
brechungen, welche wohl durch äussere Momente bedingt 
sind. Ist die eine Zelle am Boden befestigt, so kommt 
die andere, auch wenn sie mehrmals grösser ist, und 
ebenso ein ganzer freier Complex von Zellen, ihr ent- 
gegen. Das Vermögen von einander entfernter Zellen, 
sich zu nähern geht in dem fremden Medium oft eher ver- 
loren als das Vermögen der Zellen, sich jiach der Be- 
rührung noch inniger zu vereinigen. Auch in 1/4 - bis 
1/2 procentiger Kochsalzlösung ist das Streben zur Nähe- 
rung weniger weit entfernter Zellen erkennbar, wenn es 



— 135 — 

auch durch das Haften der Zellen auf dem Boden in 
seiner Bethätigung sehr gehemmt ist. 

Befindeu sich drei schwimmende Zellen von einander 
in Näherungsabstand, so schlagen sie Bahnen ein, welche 
aus den verschiedenen Wirkungsrichtungen resultiren. 

Auch Drehungen kommen bei diesen Näherungen 
vor; doch ist erst festzustellen, ob sie nicht blos durch 
äussere Widerstände gegen die rein cellulipetale Be- 
wegung bedingt sind. 

Die Th eilung dieser kleineu isolirten Furchungs- 
zellen erfolgt, ähnlich wie bei den ersten Theilungen des 
Froscheies , vorwiegend durch Einschnürung blos von 
einer Seite her, bei ganz fehlendem oder nur geringem 
Entgegenkommen einer Einschnürung von der anderen 
Seite. 

Auch zwischen isolirten Zellen des Erwachsenen 
scheint eine entsprechende Annäherung vorzukommen, ist 
aber viel schwieriger zu beobachten; Genaueres wird mit- 
getheilt werden. 



Zweite Mittheilung. 

Das Vermögen der Selbstordnung aus dem Eiverband 
gelöster Furchungszellen bethätigt sich ausser durch die 
früher erörterte active Näherung durch active Los- 
lösung und geringe Entfernung der Zellen von 
einander, sowie durch Verschiebung punctuell oder 
durch eine andere Verlagerung flächenhaft sich berühren- 
der Zellen gegeneinander, wobei auch Drehungen vor- 
kommen. 

Die abgeplattete Gestalt, welche eine Zelle 
durch ausgedehnte Berührung mit einer anderen erhalten 
hat, kann auch nach der Selbstlösung die&er Verbindung 



— 136 — 

durch Rundung der einen Zelle, an der anderen Zelle 
fortbestehen. 

Zellen mit einseitiger Anordnung des Pigmentes 
ordnen sich oder ihr Pigment zumeist derart, dass die 
Pigmentseiten der Zellen einander nahe sind. 
Liegen solche Zellen in einer einfachen Zellreihe, so ordnen 
die von zwei gegenüberliegenden Seiten her gepressten 
Zellen ihr Rindenpigment zu einem Aequatorring, 

An isolirten Furchungszellen kommen Zelltheilungen 
auch unter gleichzeitiger und gleichmässiger Einschnürung 
von allen Seiten vor, wie bei der ersten aequatorialen 
Furchung des Eies; solche Theilung scheidet, wie letztere 
aequatoriale Theilung, einen pignientreichen Zelltheil von 
einem pigmentarmeu. 

Nach der TheiluQg durch einseitige Einschnürung 
sah ich eine Formenwandlung, die dazu führte, dass ein 
Theil des umgebenden Mediums zwischen beide Zellen 
aufgenommen und nach aussen abgeschlossen wurde 
(elementare Furchungshöhle ?). 

Eine grössere Anzahl von isolirten Fur- 
chungszellen, welche in Näherungsabstand sich be- 
finden, bilden ein einheitliches System von Annäherungs- 
wirkungen , dessen Einzelresultanten sich fortwährend 
durch stattfindende Annäherung seiner Theile ändern. 
Dieser zur punctuellen Berührung führenden Annäherung 
aller bei diesen Umlagerungen in Näherungsabstand ver- 
bliebenen oder erst in solchen gekommenen Zellen folgt 
dann die früher mitgetheilte, weitere Vereinigung durch 
ausgedehnte flächenhafte Berührung der Zellen. Diese 
letztere Vereinigung bewirkt eine Gestalt und innere 
Anordnung des ganzen Zellencomplexes, welche mit 
der Zeit immer weniger von der ursprünglichen Anord- 
nung der isolirten Zellen, immer mehr von der eigenen 
^Beschaffenheit der Zellen und den daraus sich ergebenden 



-^ 137 — 

Wirkungen abhängig wird ; dabei sind auch die Concen- 
tration des umgebenden Mediums und die Wärme von 
erheblichem Einfluss. 

Flächenhafte Vereinigungen der vorher isolirten Zellen 
ebenso wie Gleitbewegungen derselben an einander werden 
manchmal sogleich wieder rückgängig gemacht. Eine 
zwischen anderen Zellen gelagerte Zelle nähert sich manch- 
mal erst der einen, sei es etwas näheren oder entfern- 
teren Zelle, um darauf geraden Weges gegen eine andere 
hin sich zu bewegen; ein Verhalten, das gleichfalls auf 
einen Wechsel und auf eine Ungleichheit der die 
Annäherung bewirkenden Kräfte der Zellen schliessen lässt. 

In Näherungsabstand befindliche Zellen, welche durch 
fläehenhafte Vereinigung mit anderen an der freien Wande- 
rung gegeneinander verhindert sind, strecken manchmal 
Portsätze gegen einander aus und bewirken dadurch ihre 
Vereinigung. 

Die die Annäherung bewirkenden Kräfte nehmen 
nach der Isolirung der Zellen resp. nach ihrer Versetzung 
derselben in ein fremdes Medium rasch ab. 

Die Mittheilung über feinere Vorgänge bei diesen 
Geschehnissen wird in der ausführlichen Abhandlung er- 
folgen. 



Dritte Mittheilung. 

Unter günstigen äusseren Umständen findet die active 
direete Annäherung zweier rundlicher Furchungszellen 
auch schon bei einem Abstand von der Grösse des ganzen 
Durohmessers der grösseren Zelle statt. 

Die Näherungskräfte sind, auch abgesehen von schwä- 
chenden oder fördernden äusseren Einwirkungen, in ihrer 
Intensität zeitlich sehr wechselnd, und ferner unter Zellen 



— 138 — 

gleicher Grösse luaiicliuial so verscliiedeu, duss von drei 
Zellen die beiden entfernteren sich zuerst einander nähern, 
und dass erst nach der Vereinigung dieser eine Näherung 
gegen die dritte stattfindet. 

Die Vereinigung zweier sich berührender Zellen kann 
soweit sich fortsetzen, dass das Zellpaar die Gestalt zweier 
mit breiten Basen sieh berührender Kegel annimmt. 

In Ergänzung zu dem früher beobachteten und mit- 
getheilten Verhalten i^t zu erwähnen, dass an den isolirten 
Zellen mancher Gastrulae auch die dem normalen 
VerhaltcJi cnts] »rechende Anordnung des Pigmentes 
vorkommt, indem das Pigmeut der Zellen eines dicht 
geschlossenen Zellenc<miplexes sich an der freien 
Oberfläche der Zellen oder seitlich in der Nähe dieser 
Fläche ansammelt, oft unter einer bestimmten Porm- 
bilduug der Zelle. 

In Näherungsabstand befindliche, aber auf dem Boden 
fixirte Zellen nähern sich zunächst durch amöboide Ge- 
staltändening direct, d. h. in Richtung ihrer mittleren 
Verbindungslinie; wenn diese Streckung und die mit ihr 
verbundene geringe Verschiebung der Massenmittelpunkte 
nicht zur Vereinigung der Zellen ausreichen, so sinken 
die Zellen gegen ihren Fixationspunkt zurück, um nach 
ungleichen Zeiten, manchmal auch wieder beide zugleich 
dieselbe Bewegung aufs Neue und manchmal noch ener- 
gischer auszuführen. Bleibt der Erfolg dauernd aus, so 
werden die Zellen sehr unruhig, bewegen sich nach allen 
Seiten vom Fixationspunkt, gelegentlich unter stossartig 
raschem Ausstrecken grosser paraplasmatischer Pseudo- 
podien; dabei findet manchmal die Lostrexinung einer 
oder beider Zellen statt, worauf dann eine sehr eilige 
Vereinigung auf directem Wege folgt. Bei der Näherung 
ganz freier Zellen können die Zellen, selbst bei Messung 
mit starker Vergrösserung, ganz oder fast ganz rund sich 
zeigen, so dass es noch zweifelhaft scheinen kann-, ob 



— 139 — 

auch diese Näheruug weseutlicli durch amöboide Bewe- 
gung vermittelt wird, zumal da, notabene von oben, in 
den Zellen selber dabei keinerlei Bewegung der Körnchen, 
also keine Strömung zu sehen ist. 

Bei den amöboiden Bewegungen äudert sich die An- 
ordnung der allein von aussen deutlich sichtbaren, die 
Zellrinde bildenden Körnchen nicht mehr, ja oft weniger, 
als durch die äussere Gestaltänderung der Zelle passiv 
bedingt erscheint; letzteres wenn in den protoplasma- 
tischen Pseudopodien die Dotterkörnchen sehr spärlich 
sind; während in den wohl nur von einer ausserordent- 
lich dünneu Protoplasmascliicht umschlosseneu, para- 
plasmatischen Pseudopodieu die Körnchen oft 
ganz fehlen, bis auf einmal das die eigentliche Zellrinde 
bildende Gefüge der gelben Körnchen an einer Stelle 
bricht und ein Strom von Körnclien sich in den Fortsatz 
ergiesst; der Fortsatz kann dann nach mannigfachen 
Ortsveränderungen an einer beliebigen Stelle der Zell- 
peripherie wieder eingezogen werden. 

Selbst grosse, aus vollkommen oder theil weise isolirt 
gewesenen, blos schwarzen oder schwarzen und farblosen 
Zellen gebildete, vollkommen geschlossene, runde Com- 
plexe gastrulirten nicht, obgleich sie drei Tage am Leben 
blieben. 

Complexe von vier und melir Zellen Dicke, gemessen 
in der Verbindungsrichtuug beider Complexe, näherten 
sich einander als Ganze nicht, selbst nicht bei einem 
Abstand blos von Nälieruügsdistance ihrer einzelnen Zel- 
len. Bios einige der in Annäherungsabstand befindlichen 
Zellen solcher Complexe näherten sich manchmal einander, 
sei es durch stärkere Vorwölbung oder durch mehr oder 
weniger ausgedehnte Verschiebung. Die zwischen grösse- 
ren Zellcomplexen stattfindende Näherung ist also keines- 
wegs proportional den Massen derselben und somit wohl 
selber auch keine Massen Wirkung der Complexe 



__ 140 — 

a'uf eiuauder, simdern sie erscheint bios von Zellen 
der einander zugewendeten Oberflächen der Complexe her- 
vorgebracht. 

Dagegen können Complexe von blos zwei oder drei 
flächenhaft vereinigten Zellen noch einer Gesammtnähe- 
rung gegen einander oder gegen eine fixirte einzelne Zelle 
unterliegen; bei länglicher Gestalt dieser Complexe findet 
meist schon am Beginne der Annäherung eine derartige 
Drehung derselben statt, dass die Zelle eines der beiden 
Enden vorausgeht. 

Mit dem jetzt nahenden Aufhören der Entwickelungs- 
fähigkeit der Eier des braunen Frosches sinkt wie im 
Allgemeinen die Widerstandsfähigkeit, so auch diejenige 
gegen die abnormen Einwirkungen, welche mit unseren 
dermaligeu Versuchen verbunden sind. 

Zu Anfang der Laichperiode fand man 10 Minuten 
nach der Zerreissung der Blastrula oder Gastrula unter 
den Hunderten von isolirten Zellen keine einzige mehr, 
die blos um Va Zellradius und danmter von anderen ent- 
fernt war, und nach einer Stunde keine Zellen, die sich 
blos punktuell berülirten. Jetzt ist beides nach längerer 
Zeit noch sehr häufig und ändert sich dann ohne äusseres 
Zuthun überhaupt nicht mehr. Auch beobachte ich jetzt, 
dass ein Theil der nvur erst eine Stunde isolirt gebliebenen 
grossen Dotterzellen ia dieser Zeit schon zur reinen 
Amöbe geworden ist; diese Zellen ändern nicht blos in 
jeder Minute in der überraschendsten Weise ihre Gestalt, 
sondern maLche von ihnen haben in der kurzen Frist 
vollkommen die Fähigkeit, resp. das Bestreben, verloren, 
sich mit andviren Furchungszellen zu vereinigen; sie be- 
wegen sich dichtest aneinander vorbei und trennen sich 
sogleich wieder, wenn sie sicli zufällig berührt haben. 

Unter loestimmten Bedingungen erhielt ich Zellanord- 
nungen und -Gestaltungen, welche der ganzen betrefi'en- 



— 141 — 

den Dotterzellengruppe täuschend das äussere Ansehen 
eines verzweigten Fadenpilzes mit etwas spindelig verdickten 
Zellen und endständigen kleinen Sporangien gaben 

Die Annäherungsfähigkeit der Furchungszellen sinkt 
jetzt ausserordentlich rasch nach der Isolirung resp. Ueber- 
tragung in das fremde Medium, aber bei den einzelnen 
Zellen sehr verschieden schni^ll. Dieser Umstand macht 
vorläufig weitere quantitative Bestimmungen unmöglich 
und verhindert insbesondere die für die Beurtheilung der 
Näherungsvorgänge wichtigen Feststellungen: 1. ob es 
wirklich durch die Verbindung der Zellen bedingt ist, 
dass wiederholt die oberflächlichen Zellen grosser, aus 
Ijereits in ausgedehnt flächenhafter Berührung befindlichen 
Zellen gebildeter, also geschlossener Complexe weniger 
auf in der Nälie liegende Zellen annähernd wirkten, als 
innerlich noch offene, ferner als kleine Complexe von 2 bis 
3 Zellen, ja als einzelne Zellen; 2. ob zwei einlache 
Zellreihen von je 3 oder 4 Zellen sich ceteris paribus von 
einer grösseren Distanz aus nähern, wenn sie einander 
ihre Langseiten parallel zuwenden, als wenn sie mit End- 
zellen einander am nächsten sind. 

Blastulae, welche mit ihrer Gallerthülle in Wasser 
von 52" C. gethan worden waren und darin unter Ab- 
kühlung des Wassers auf 48" C. 6 Minuten verweilt 
hatten, zerfielen beim Zerreissen leicht in einen Staub 
von lauter eckigen Zellen, an welchen, trotz der im 
Uebrigen der früheren gleichen Versuchsanordnung, keine 
der mitgetheilten Erscheinungen zu beobachten war; denn 
nichts regte sich, Kirchhofsruhe herrschte "unter den das 
Gesichtsfeld dicht bedeckenden Zellenleichen. 

Denken wir uns, wie es bei unseren derzeitigen allge- 
meinen Kenntnissen am nächsten liegt und m t den bis jetzt 
ermittelten speciellen Thatsachen trotz nicht zu Verkennender 
Schwierigkeiten vielleicht verträglich erscheint , die geschil- 
derte Annäherung als chemotropischer Natur, sc können wir 



— 142 — 

kurz sacjeu : die Furclmuo^szelleu verhalten sich zumeist in 
hohem Maase positiv chemotropisch zu einander, pigment- 
haltige und pigmentlose Zellen ohne Unterschied. Einige Male 
wurden auch Erscheinungen beobachtet, welche vielleicht auf 
negativem Chemotropismus beruhen. Der Grad des Chemo- 
tropismus zeigte sich an denselben Zellen wechselnd und 
scheint sehr von eigenen Zuständen der Zellen abhängig 
zu sein. Mit der Richtigkeit dieser Deutung der beob- 
achteten Nälierungserscheinungen wird der sogenannte 
Chemotropismus als ein wichtiges gestaltendes Princip der 
Ontogenese aufzufassen sein. 



Inhalt. 



A. Vereins n u c li r i c h t e ii. 

Seite 
I. Bericht über die im Vereinsjahre 1892,93 abgehaltenen 

Sitzungen ......... Ill 

Assistent A. Wagner: Ueber die Beziehungen im 
Blattbau unserer Alpenpflanzen zu deren Lebens- 
bedingungen ........ III 

Prof. Dr. Lech er: Ueber die Geschwindigkeit der 

Elektricität V 

Prof. Dr. Heinricher: üeber Lathraea Squamaria VI 
Prof. Dr. R u X : Ueber neuere Entwickelungstheorien IX 
Prof. Dr. V. D a 1 1 a Torre: Weitere Beiträge zu 
den Zoocecidieu und Cecidozoen Tirols und Vor- 
arlbergs XIV 

Prof. Dr. L e c h e r : Vorführung einiger Versuche 

mit Wechselströmen XV 

Prof. Dr. Gegenbauer: Ueber den Casus in-edi- 

cibüis , . XV 

Prof. Dr. Anton: Ueber Bau und Leistung des 

centralen Nervensystems XVI 

Prof. Dr. L ö w i t : Ueber den Lungenkreislauf . XIX 

Prof. Dr. P m m e r : Ueber Entwickelungsstöningen 

des Rückenmarkes XXII 

Prof. Dr. Gzermak: Ueber einen seltenen Fall von 

Farbenblindheit XXII 

II. Verzeichnis der Academien, Gesellsehaften u. s, w., 

mit denen der Verein in Tauschverkehr steht . XXIV 
in. Personalstand des Vereines XXIX 



— 145 — 

B. A b h a 11 A 1 u n y e n. 



Seite 



Prof. Dr. K. W. v. D a 11 a Torre: Dio Zoocecidien mid Ce- 

cidozoen Tirols und Vorarlbergs 3 

P. Magnus: Die von J. Peyritsch in Tirol gesammelten 
und im Herbarium der k. k. Universität zu Innsbruck 
aufbewahrten Pilze . . . . . . • -5 

Prof. Dr. W. Czermak: l'eber zwei Fälle angeborner 
Netzliautsclerose ohne Pigment (Retinitis pigmentosa 
sine pigraento) mit Farbenblindheit .... 74 

Prof. Dr. J. M. P e r n t e r : Die Niederschlagsveihältnisse 

der Umgebung von Bozen in den Jahren 1891—93 . 98 

Beobachtungenammeteorologisc hen Observa- 
torium der k. k. Universität Innsbruck im Jahre 1892 123 

C. Noti zen. 

.Prof. Dr. Wilhelm Roux: Ueber die Selbstordnung der 

Furchungszellen . . . . . . . .133 



\, JU J, J. J^ -1, -i, -1, 4,. 4- 4- j^ .«, _,L JL 4, JU -A- -1- -A- -A- -»- -A. s/ 

-g ? yQ 9^ .^ gg .gg. .^ '»' 9^. ..skL ag. Sg 'g^ ._g$_ .^ jyg- ^ gg.. 93? .fflg 9^ .^^ .g^ /fe- 

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BERICHTE 



des 



natiirwissenscliaftlicli - medizinisclien 

Vereines 



in 



INNSBRUCK. 



XXI. Jahrgang 1892/93. 



INNSBRUCK. 

Verlag der Wagner 'sehen Universitlits-Buchhandlung. 

1894. 



•^~^6 ^Ks^ 0^ C^ C^ O^ <^^ -d^ ~^6~ ÖJ& ^^ ^^ ^^ ^^ ^^ ^^ ^^ ^^ ^^S~ ^(9^ C>7<5 C>:<5~äS' 

X^ 'r r T T~ 'T 'f "?" "^T -^ -|- -^ -^ -|- -y- -^ -^ -^ 'y- ^ -^- -i"- -y- ;v^ 



Ks wird gebeten, alle Zuschriften und Sendungen an 
den „N a t u w i s s c n s c h a f 1 1 i c h - ni e d i z i n i s c h e n 
Verein in l n n s b r u c k" zu richten. 



MBU WHOI Library - Sehais 

lliiiililliiiiiiiiiiiiliiillllllüllül!! ! ! 




5 WHSE 02748