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Full text of "Berliner entomologische Zeitschrift"

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Berliner 



EiitoitikgiscSie Xeitechii 

(1875—1880: Deutsche Eiitomologische Zeitschrift). 



Herausgegeben 



von dem 



Entoniologiscüen Verein in Berlin. 



Achtundzwanzigster Band (1884). 

Erstes und zweites Heft, 
ausgegeben im Juni und Dezember 1884. 



Mit 10 Tafeln und mehreren Holzschnitten. 



Preis für Nichtmitglieder 29 Mark 



Redacteur: H. J. Kolbe, 

Assistent in der entomol. Abtheil, des Königl. Zool. Museums 







Berlin 1884. 

In Commission bei R. Friedländer & Sohn, 
Carlstrasse 11. 



Inhalt des ersten und zweiten Heftes achtundzwanzigsten 
Bandes der Berliner Entomologischen Zeitschrift. 

Seite 

f ei e ins -Angelegenheiten I — IV 

«Beiträge zur Naturgeschichte der Milben. Von Ludwig Kar- 

I pelles 1—34 

[Der Entwicklungsgang der Psociden im Individuum und in 

\ der Zeit. Von H. J. Kolbe 35—38 

Kur Frage über die Quintessenz des Characters im Habitus einer 
j zoologischen Species. Von Demselben ..,.».... 39—42 
Neue südamerikanische Käfer. Von Th. Kirsch. Zweites Stück 43 — 54 
Ueber die Farben- und Behaarungs-Varietäten der Melolontha 

vulgaris Fabr. und Hippoeastani Fabr. Von Dr. Fr. Westhoff 55—75 
Kurze Bemerkungen über Farbenvarietäten einiger Melolontha- 

und Anoxia-Species. Von H. J. Kolbe 76 

Ueber neue Goliathiden aus Central-Afrika, nebst Studien über 
einige dieselben betreffenden Probleme aus dem Gebiete der 
Phylogenie und Speciesbildung. Von Demselben. (Mit Holz- 
schnitten.) 77—96 

Beiträge zur Kenntniss der Stapbylinen-Fauna von Süd-Spanien, 
Portugal und Marokko. Von M. Qu e den fei dt. I. Reise- 
bericht. (Forts, aus Bd. XXVII. 1883. Heft I.) 97—112 

Kleine Studien über das Wahrnehmungs- und Gefühlsvermögen 

dm - Insecten. Von Carl Fr om holz 113 — 120 

Bemerkungen zur neuesten Ausgabe des Catalogus Coleopterorum 

Europae. Von E. v. Harold 121—131 

Neuroptera aus Marocco, gesammelt von Herrn Prem. -Lieut, 

M. Quedenfeldt, bearbeitet von H. J. Kolbe 132—136 

Ueber einige für die Mark Brandenburg neue oder bisher in der- 
selben selten beobachtete Käfer. Von M. Quedenfeldt. . 137 — 142 
Ueber die Arachniden- Familie der Sironoiden und über einen 

neuen Siro aus Asturien. Von Dr. F. Kar seh 143 — 146 

Nachträge und Berichtigungen zum Catalogus Coleopterorum 
von M. Gemminge r und E. v. Harold, betreffend die Histe- 

ridae. Von Job. Schmidt 147 — 160 

Ueber eine interessante Aberration von Apatura Iris. Von 

H. Thiele. (Mit Holzschnitt.) 161—162 

Eine neue Atbyrtis. Lepidoptera : Farn. Heliconiidae. Von Anton 

Srnka 163—165 

Neue Stammesgenossen der Gattung Valgus (Coleoptera) aus 

Centralafrika Von H. J. Kolbe 165 — 166 

Die Vorläufer (Prototypen) der höheren Insectenordnungen im 
paläozoischen Zeitalter. Eine kurze Betrachtung von Dem- 
selben 167-170 

Dipterologische Aphorismen. Von Dr. F. Kar seh 171-174 

Neue Milben in Bernstein. Von Demsel ben. (Mit Holzschnitt ) 175—176 
Das Tracheensystem des Kopfes der Bücherlaus (Atropos pulsa- 

toria L.). Von H. J. Kolbe. (Mit Holzschnitt.) 177—178 

Einige seltenere Käferarten aus den Dessauischen Forsten a. d. Elbe 

und aus der Wittenberger Gegend. Von M. Quedenfeldt 179 — 180 
Ein Massengrab der Schizoneura corni Fbr. Von Dr. F. Karsch 181 — 182 



Seite 

Description de nouvelles especes du genre Ischnotrachelus de 
Schoenherr et enumeration de Celles aujourd'hui connues par 

Auguste Chevrolat 183—18; 

Vorläufige Mittlieiluug über ein neues, dem Gange der Natur- 
schöpfung entlehntes System der Trichoptera, nebst einem 
Hinweise auf die verntuthliche Abstammung der Lepidoptera. 

Von H. J. Kolbe 186 

Drei neue westafrikanische Schmetterlinge, beschrieben von 

Dr. H. Dewitz. (Hierzu Taf. I. Fig. 1—3.) 187—188 

Nyctobates Mechowi, eine neue Species aus Westafrika. Von 

H. J. Kolbe. (Hierzu Taf. I. Fig. 4.) 189—190 

Fragmentarisches über Analogieen im Habitus zwischen Coleo- 
pterenspecies verschiedener Gattungen und Familieu. Von 

Dr. 0. Thieme 191—202 

Neue Ehopalocera. Von Ed. G. Hon rat h. (Hierzu Taf. II— VII.) 203—212 

Necrologe ■ 213—214 

Neuere Literatur. Zusammengestellt von H. J. Kolbe . . . 214 — 216 
Schutzfarben unserer einheimischen Lepidopteren , ihrer Eier, 

Raupen und Puppen. Von Hans Freiherrn von Bock . . 217—224 
Bemerkungen zur dritten Auflage des Catalogus Coleopterorum 
Europae auctoribus L. v. Heyden, E. Keitter et J. Weise. Von 

E. Bergroth.' 225—230 

Neue Milben. Von Dr. Lud w. Karpelles. (Mit Holzschnitten.) 231—244 
Beitrag zur Dipteren-Fauna Galiziens Kaiscithum Oesterreich 

von Dr. A. Grzegorzek, Probst in Bochnia 245 — 264 

Verzeichniss der von Herrn Major a D. von M echo w in Angola 
und am Quango-Strora 1878 — 1881 gesammelten Pec tinicornen 
und Lamellicornen. Von G. Quedenfeldt. (Hierzu Taf. VIII. 

und IX.) 265—340 

Die Katipo-Spinne „laua-laua." Notiz von Dr. F. Karsch. . 341 — 342 
Beitrag zur Biologie der Aphididen. Von H J. Kolbe . . . 343—345 
Die Müllenhoff'sche Theorie über die Entstehung der Bienen- 
zellen. Von Dr. H. Dewitz . . 346 

Phoneyusa, eine neue Vogelspinnengattung aus Central- Afrika. 

Von Dr. F. Karsch 347-350 

Beiträge zur Kenntniss der Staphylinen-Fauna von Süd-Spanien, 

Portugal und Marokko. Von M. Quedenfeldt. (Schluss ) . 351— 379 
Ueber die von Herrn Ludy in Ober-Bayern, Kärnthen und im 

Littorale gesammelten Psociden. Von H. J. Kolbe . . . 380—382 
Ueber Goliathus albosignatus Boh., Kirkianus Gray und russus 

n, sp. Von Demselben. (Mit Holzschnitten.) 383—387 

Entomologie. Ein Blick vor- und rückwärts von Demselben 388—390 
Entomologisch-kosmologische Betrachtungen. Von Demselben 391—393 
Ludw. Ganglbauer's Classification der Cerambyciden. Von Dems. 394 
Beiträge zur Kenntniss der Rhopalocera. Von Ed. G. Honrat h. 

II. (Hierzu Taf. X.) 395-398 

Zur Frage über die syst. Stellung von Hypocephal. Desm. v. K o 1 b e 399—402 
Ueber einige neue Goliathiden aus Centralafrika v. Dr. G. Kraatz 403 
Bemerkungen zu den neuen Goliathiden aus Centralafrika v. K o 1 b e 403—404 
Ueber die Behaarungsvarietäten derMel. vulgaris v. Dr. G. Kraatz 405 
Liste jüngst verstorbener Entomologen. Von H. J. Kolbe . . 406—408 



Vereins -Angelegenheiten. 

Der Entomologische Verein in Berlin übergiebt hiermit seinen 
Mitgliedern das zweite Heft des 28sten Bandes seiner Zeitschrift und 
glaubt die Hoffnung hegen zu dürfen, dass der mit vielen Tafeln opulent 
ausgestattete Jahrgang 1884 auch in weiteren wissenschaftlichen Kreisen 
willkommen sein und Anerkennung finden werde. 

Unsere auswärtigen Mitglieder erhalten gleichzeitig mit dem zweiten 
Hefte einen Catalog der Vereinsbibliothek, welcher von Herrn Carl 
Fromholz und Herrn H. Kolbe in dankens weither Weise fertig ge- 
stellt worden ist und welcher alle Mitglieder in die Lage bringen soll, 
unsere Bibliotkek nach den bestimmten Satzungen einer vom Verein 
angenommenen Bibliotheksordnung benutzen zu können. 

Aus dem Vereinsleben geben wir nachstehende Notizen von allge- 
meinerem Interesse : 

Freiherr v. Türckheim-Al tdorf, welcher Berlin im Herbste 1883, 
bei seinem Austritt aus dem Staatsdienste, verlassen und den von ihm 
seit dem Jahre 1880 rühmlichst geführten Vorsitz im Verein an Herrn 
H abelmann für den Rest des Jahres 1883 abgegeben hatte, wurde 
in Ansehung seiner Verdienste um den Verein und um die entomolo- 
gische Wissenschaft von der, behufs Wahl von Ehrenmitgliedern ein- 
gesetzten Commission, gemäss § 4 der Vereinsstatuten, dem Verein als 
Ehrenmitglied vorgeschlagen und von letzterem als solches bestätigt. 
j) In der statutenmässig berufenen Sitzung am 21. Januar 1884 gingen 
jaus der Vorstandswahl hervor als: 

Vorsitzender: Hr. Dr. Louis Mayer. Sanitätsrath und Privat- 

Docent an hiesiger Universität. 
Stellvertreter des Vorsitzenden: Hr. Paul Habelmann, Mitglied 

der Academie der Künste. 
Schriftführer: Hr. Max Quedenfeld t, Premier-Lieutenant a. D. 
Kassen führer: Hr. Bernhard Hache, Kaufmann. 
Bibliothekar: Hr. Dr. Fr. Rüdorff, Professor. 
Beisitzer: Hr. H. Thiele, Xylograph. 

Hr. Martini, Premier-Lieutenant. 



II Vereins- Angelegenheiten. 

Da Herr Dr. Dewitz, welcher seit November 1880 in anerken- 
nungswerther Weise die Redaction unserer Zeitschrift übernommen und 
geleitet, dieselbe theils aus Gesundheilsrücksichten , theils aus Mangei 
an Zeit aufgeben zu müssen erklärt hatte, wurde gewählt zum 

Redacteur: Herr H. Kolbe, Assistent am Königl. Museum. 
Mitglieder der Redactions-Commission blieben für 1884 die aui 
zwei Jahre gewählten 

Hr. G. Quedenfeldt, General-Major a. D. 
Hr. Dr. Rüdorf f, Professor. 
In die Commission zur Aufnahme von Ehrenmitgliedern wählte dei 
Verein: 

den Vorsitzenden, den Stellvertreter des Vorsitzenden, Herrn 
Generalmajor a. D. Quedenfeldt, Hrn. Kunsthändlei 
Eduard Honrath und Hrn. Stadtrath A. Streckfuss. 

Am Schlüsse des Jahres 1883 zählte der Verein : G Ehrenmitglieder. 
71 einheimische, 100 auswärtige, mithin zusammen 177 Mitglieder. 

In den Kreis unserer Ehrenmitglieder wurde, wie oben erwähnt 
im Januar 1884 aufgenommen: 

Frhr. H. v. Türckheim-Altdorf, Exe, Grossherzogl. Baden- 
scher Wirkl. Geheimer Rath, Gesandter und bevollmäch- 
tigter Minister a. D. 
Die Zahl seiner Mitglieder vermehrte der Verein durch Aufnahmt 
von 6 einheimischen und 11 auswärtigen Mitgliedern. 

Es wurden gewählt als einheimische (Berliner) Mitglieder: 
Frhr. Hans von Bock. 

Hr. Schäffer, Geh. Secretair im Reichs-Patent-Amt. 
„ Wilhelm Knebel, Kaufmann. 
„ Max Winkelmann, Kaufmann. 
„ Wilhelm Haneid, Lieutenant. 

„ E. Bracht, Professor an der Hochschule für die bildenden 
Künste. 
Als auswärtige Mitglieder: 

Se. Kaiserliche Hoheit der Grossfürst Nicolai Michailowitsch 

von Russland in St. Petersburg. 
Frhr. von Baumgarten, Präsident der Banque de Pologne in 

Warschau. 
Hr. Louis Half ft er, Fabrikant in Königsberg i. Pr. 
„ Theodor Michaux, Kaufmann in Speier. 
,, Charles Oberthür, Rennes, Frankreich. 
,, Rene" Oberthür, desgl. 

„ H. J. Elvcs, Preston House, Cirencester, England. 



Vereins-Angelegenheiten. III 

Hr. Robert Grenzenberg, Kaufmann in Danzig. 
,, William Schau ss jun., Kunsthändler in New-York. 
„ Major von Schönfeld in Mainz. 

,, Professor Achille da Costa, Director des Zoolog. Museums 
in Neapel. 
Durch den Tod verlor der Verein zwei einheimische und vier aus- 
wärtige geschätzte, zum Theil um unsere Wissenschaft hochverdiente 
Männer : 

Hrn. Dr. Otto Burg, Chemiker. 
,, M. Strahl, Kaufmann. 
,, L. J. Kapeller sen., Optiker in Wien. 
,, Dr. John Le Conte, Professor in Philadelphia. 
,, Dr. E. von Carstanjen, Professor in Leipzig. 
„ Wahnschaffe, Lieutenant a. D. in Weferlingen bei 
Helmstedt. 
Ihren Austritt aus dem Verein erklärten drei einheimische und 
acht auswärtige Mitglieder: 

Hr. Eugen Sy, Kaufmann. 
,, Dr. P. Richter, Arzt. 
., Dr. G. Lachmann, Lehrer. 

.. G. Eichler, Hofgarten-Inspector in Wernigerode. 
„ W. Fikenscher, Fabrikbesitzer in Zwickau. 
„ Dr. phil. A. Pipitz in Graz. 
,, Joseph, Kaufmann in Wien. 
., Dr. Puton, Remiremont, Vosges. 
„ A. Jäger, Pastor, Mohom i. Schles. 
„ Dr. Magener, Professor in Posen. 
„ Louis Halffter, Fabrikant in Königsberg i. Pr. 

Ende des Jahres 1884 stellt sich somit der Mitglieder-Bestand auf 
7 Ehrenmitglieder, 99 auswärtige und 72 einheimische, zusammen auf 
178 Mitglieder. 

Zu den 59 Vereinen und Instituten, welche Ende 1883 unsere Zeit- 
schrift im Abonnement oder Tausch erhielten, sind hinzugetreten: 

Die Kaiserl. Leopold. Carolin. Deutsche Akademie der Natur- 
forscher zu Halle a. S. 
Der naturwissenschaftliche Verein der k. k. technischen Hoch- 
schule in Wien. 

In herkömmlicher Weise feierte der Verein den Beginn des neuen 
Geschäftsjahres durch ein solennes Festessen am 28. Januar im Rath- 
hauskeller, woselbst auch während des I. Semesters jeden Montag die 



IV Vereins- Angelegenheiten. 

Vereinssitzungen abgehalten wurden. Im II. Semester musste der 
Verein, Baulichkeiten im Rathhauskeller halber, sein altes Lokal ver- 
lassen und tagt gegenwärtig Mohrenstr. 47. I, im Knorr'scben Etablisse- 
ment. Der erste und dritte Montag jeden Monats ist längeren Vorträgen 
und Demonstrationen , der erste (,, Monatssitzung") ausserdem geschäft- 
lichen Angelegenheiten, der zweite und vierte kleineren Mittheilungen 
und Demonstrationen und mehr geselligem Zusammensein bestimmt ge- 
wesen. 

Grössere Vorträge wurden gehalten über: 

Variatio, Aberratio und Dimorphie von Hrn. Dr. Louis Mayer. 

Raupenzucht von Hrn. Streckfuss. 

Schutzfarben unsrer einheimischen Lepidopteren , Raupen und 

Puppen von Hrn. Hans von Bock. 
Vorkommen und Verbreitung der Gattung Carabus im nördlichen 

Afrika, speciell in Marocco von Hrn. M. Quedenfeldt. 
Wahrnehmungs- und Gefühls -Vermögen der Insecten von Hrn. 

Carl Fromholz. 
Spüosoma Zatima von Hrn. Thiele. 
Geographische Verbreitung der Käfer von Hrn. Kolbe. 
Brutpflege der Insecten von Hrn. Dr. Kar seh. 
Aberratio Jole Schiff von Hrn. Dr. Louis Mayer. 
Parasiten von Hrn. Kolbe. 

Die Rolph'schen biologischen Probleme von Hrn. Dr. Kars eh. 
Reise- Erlebnisse in Südfrankreich und Algerien von Hrn. Max 

Quedenfeldt. 
Licht-Liebe und Hass ; Farben-Liebe und Hass der Insecten von 
Hrn. Dr. Karsch. 

Schliesslich ist besonders zu erwähnen, dass Herr Eduard Hon- 
rat h, dessen Verdienste um Verein und Zeitschrift allen Mitgliedern 
bekannt sind, nicht allein in vorliegendem Jahrgang der Zeitschrift 
dem Verein auf das Liberalste eine werthvolle Serie künstlerisch voll- 
endeter Tafeln (cf. p. 212 dieses Bandes) dedicirt, sondern auch durch 
Schenkung einer in künstlerischer Vollendung ausgeführten Zeichnung 
nebst deren Kupferplatte zu den Aufnahme -Diplomen sich von Neuem 
den Verein zu Dank verpflichtet hat. 

Den im Laufe dieses Jahres aufgenommenen Mitgliedern werden 
diese unsere Diplome nach deren Vollendung zugesandt werden. 

Berlin, Ende December Dr. Louis Mayer, 

1884. Vorsitzender. 



[Berliner Entoraolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft I.] 



Beiträge zur Naturgeschichte der Milben. 

Von 
Ludwig Karpelles. 



„ — Was 

Bis jetzt ich von der Well erkannte, hat 
Mir nur bewiesen, dass es Gross' und Kleinheit 
Darin nicht giebt. — und da6S die Milb' so sonderbar 
Erbaut ist. als der Elephant — " 

Grabbe. Don Juau und Faust II. 



i Vorbemerkung. 

Das Studium der Milben beschäftigt in neuerer Zeit so viele For- 
scher, dass die an den Tag geförderten Ergebnisse eine fast unüber- 
sehbare Menge von früher unbekannten Thatsachen einerseits, so wie 
Erklärungen von bisher dunkeln Punkten im Leben dieser niederen 
Thiere andererseits enthalten. Trotzdem giebt es noch gerade hier sehr 
viel für den Zoologen zu thun, wohl in Folge davon, weil sich eben 
dieses Studium erst in neuerer Zeit einer grösseren Verbreitung erfreut. 

Ich trage mich nicht mit der Einbildung, dass die geringen Ergeb- 
nisse meiner Beobachtungen etwa hier herrschende Schwierigkeiten 
klären werden, allein wenn sie nur einen geringen Theil dazu beitragen, 
so ist ihr Zweck bereits erfüllt. In derartig schwierigen Partien muss 
selbst solch' ein geringer Beitrag dem Forscher willkommen sein. 

Ich theile diese Arbeit in drei Theile. 

Der erste behandelt Tyroglyphtis carpio Kramer, enthält ferner 
eine systematische Uebcrsicht des Genus Tyroglyphus und eine kurze 
Beschreibung der bis jetzt bekannten Arten. 

Der zweite Theil handelt über einen Gamasiden , der dritte über 
neue Nothrus- Arten des Berliner kgl. zoologischen Museums. Bevor 
ich zu diesen Theilen selbst übergehe, erlaube ich mir noch an dieser 
Stelle dem Herrn Dr. F. Kar seh, der mich mit Literaturbehelfen und 
Sonstigem freundlichst unterstützte, meinen wärmsten Dank auszu- 
sprechen. 



XXVIII. Heft I. 



2 Ludwig Karpelles: Beiträge 

I. The iL 
Tyrogl ii plins carpio Krämer. 

Diese Milbe wurde in grossen. Mengen in den Ständern einiger 
Essigfabriken, so von Insterburg in Ost-Preussen (von wo sie vom che- 
mischen Leiter Herrn Dr. G. Heinzelmann hierher geschickt wurde' 
und an andern Orten auf der Holzkohle gefunden. 

Da behauptet wird, dass ihr Einfluss die Qualität des Essigs herab- 
setze, denselben sogar unbrauchbar mache, so werde ich meine diesbe- 
zügliche Meinung — also das sich an diese Art knüpfende praktische 
Interesse, nach Betrachtung der zoologischen Seite — also der theore- 
tischen Frage, zu äussern versuchen. 

1. Das Ei. 

Auf seine Bildung, Abschnürung etc. zurückzukommen, hiesse 
nichts anderes als eine Wiederholung dessen, was bereits Hallor 
(v. Siebold's und Kölliker's Zeitschrift für wissenschaftl. Zoologie Bd. 3-i. 
Jahrg. 1880 ,,Zur Kenntniss der Eier von Tyroglyphus und einigen 
andern Milben" pag. 289 u. f.) darstellte. Ich will nur das hervor- 
heben, was mir bei der vorliegenden Art eigenthümlich erscheint. Das 
ist zunächst ihre Farbe, sie sind — wenigstens alle diejenigen, die sich 
ausserhalb des Mutterleibes befinden — auffallend braunroth gefärbt, 
ein Umstand, der sie trotz ihrer Kleinheit sehr leicht auffindbar macht. 
Im Allgemeinen haben sie im Umrisse die Gestalt eines Trapezes, sie 
zeichnen sich jedoch auch durch ihre ungemein weiche Beschaffenheit aus 
und diese ist der Grund, warum sie unter dem Mikroskope von dieser 
Form abweichen. Die rothe Färbung gehört der Eihülle an, die uneben 
ist und das Ei wenigstens anfänglich nicht allseitig umschliesst, so zeigte 
sich mir ein mit grösster Vorsicht unter das Mikroskop gebrachtes Ei 
als ein Trapez, dessen breite parallele Seite von dem der braunrotheu 
Hülle anliegenden Theile, dessen schmälere aber von dem dem Ei nicht 
anliegenden Theile derselben gebildet wurde, während ein anderes Ei 
sich mir als von dieser Decke allseitig umschlossen und blos durch 
durch den Druck des Deckgläschens länglich oval repräsentirte. Bei 
der Weichheit der rothen äussersten Schichte besitzt sie eine ansehn- 
liche Breite. Die so beschaffenen Eier fand ich stets in Vertiefungen 
und Höhlen auf der Holzkohle, meistens in solchen von grosser Aus- 
dehnung und wenigstens auf zwei Seiten von Hervorragungen geschützt. 
Bei der bereits hervorgehobenen Weichheit der Eier ist dieses Unter- 
bringen an geschützten Stellen sehr erklärlich, niemals fand ich in der 
Nähe derselben auffallend mehr Thiere als an andern Stücken, dagegen 
fand ich Kohlenstückchen, die buchstäblich vollständig von Milben. 



zur Naturgeschichte der Milben. 3 

grösstenteils sich häutenden, bedeckt waren, so dass man kaum die 
Kohle durchsehen konnte; an solchen Partien fand ich auch niemals 
Eier. Es scheint also, dass die Weibchen sich um ihre Eier nach der 
Ablage wenig mehr kümmern, wo sich letztere finden, sind sie in grös- 
serer Menge vorhanden, jedoch gelang es mir nie, Weibchen bei der 
Eiablage zu sehen. Die embryonale Entwicklung bietet nichts, was 
von dem bereits von Claparede (v. Siebold's u. Köllicker's Zeitschr. f. 
Wissenschaft!. Zoologie Bd. 18, Jahrg. 1868 „zur Entwicklungsgeschichte 
der Tyroglyphen" pag. 491 u. f.) in seinen Studien an Acariden in 
dieser Richtung bekannt Gemachten abweicht; ich gehe daher gleich 
über zur Beschreibung des Larvenstadiums. 

2. Sechsfüssige Larve. 

Sie hat die von dem eben citirten Forscher als für die Tyroglyphen- 
Larven charakteristisch hervorgehobenen beiden Bruststiele. Mundwerk- 
zeuge, Füsse und Borsten weichen nicht von den betreffenden Theilen 
des erwachsenen Weibchens ab, nur sind sie entsprechend kleiner. Die 
Körperform weicht in etwas von derjenigen des letztern ab, der Körper 
ist hinten etwas mehr abgerundet. Jedoch variirt merkwürdiger Weise 
die Form des Hinterleibes bei den erwachsenen Weibchen ganz ent- 
schieden, so dass es auch solche giebt, die in der Form des Abdomens 
sich der sechsfüssigen Larve nähern. Das Merkwürdigste, was ich in 
Betreff dieses Stadiums zu erwähnen habe, ist, dass es in zwei Formen 
vorkommt. Einmal mit 2 Chitinringen hinter den Epimeren des vierten 
Fusspaares , respective zu beiden Seiten des obern Theiles der After- 
furche, in der Lage also analog den Saugnäpfen der ausgebildeten 
Männchen und einmal ohne dieselben. Die zweite Form sah ich nur 
ein einziges Mal, während alle andern Individuen dieses Stadiums jene 
Ringe besassen. Ich konnte mir über ihre Bedeutung und weitere Ent- 
wicklung nicht klar werden und behalte mir vor, später diesen Gegen- 
stand speziell noch eingehender anatomisch zu behandeln. Es sind diese 
eigenthümlichen Ringe, so weit ich sie bis jetzt beobachten konnte, 
durchaus nichts als Chitinringe, ob sie Saugnäpfe umschliessen, wage 
ich noch nicht zu entscheiden. 

Die Epimeren sind im Allgemeinen denen der erwachsenen Thiere 
analog, nur ebenfalls entsprechend reducirt, im Besonderen scheinen 
diese Chitinstücke mehr mit denen des Männchens übereinzustimmen. 
Wenn man mit Pagenstecher (füv Ixodes ricinus, Beiträge zur Ana- 
tomie der Milben IL Heft pag. 19) annimmt, dass den sechsfüssigen 
Larven ein ganzes Segment fehlt, welches bei den achtfüssigen Stadien 
bereits auftritt, das die äussern Geschlechtsorgane und eben das vierte 
Fusspaar trägt, so muss man dieses als das den sechsfüssigen Larven 

1* 



4 Ludivig Karpettes: Beiträge 

fehlende ansehen. Die gegenseitige Lage der beiden erwähnten Theile 
bei Tyroglyphus schliesst diese Annahme nicht ans. Ich konnte keinen 
irgendwie gearteten Anhaltspunkt rinden, der sonst in dieser Trage zu 
berücksichtigen wäre. 

Wenn man die verschiedenen Entwicklungsstadien längere Zeit in 
etwas verdünntem Glycerin liegen lässt, so kann man dann leicht die 
Leibesmasse von der Haut zurückgezogen sehen; dabei zeigt sich, das« 
die des ersten Larvenstadiums weit dicker ist als die der übrigen, so- 
wohl der Nymphen als auch der erwachsenen Thiere. Da man hier 
die Haut als das die Respiration Vermittelnde anzusehen hat, ist wohl 
der Schluss erlaubt, dass diese Entwicklungsstufe ein geringeres Ath- 
mungsbedürfniss besitze als die altern Stadien. Bringt man diese Eigen- 
schaft mit dem Umstände in Verbindung, dass die Larven vieler Gat 
tungen gar keine Nahrung zu sich nehmen können, wie Megnin in 
seinen ., Notes sur la faculte, qu'ont certains Acariens avec ou sam 
bouche de vivre sans nourriture etc." (Journal de lanat. et de la Phy- 
siologie 12. 1876 pag. 603 — 606) nachweist, so giebt dies wohl einer 
Fingerzeig dafür, dass die Larven eine geringere Lebensenergie besitzer. 
als die altern Stadien. Diese geringere Energie äussert sich eben ir 
dem herabgesetzten Athmungsbedürfniss und in ebensolcher Ernährung 
Eine Thatsache wie sie bei den Arthropoden vielfach und namentlicl 
bei den Insekten fast allgemein ist, während ja der entgegengesetzte 
Fall in den verschiedensten Gruppen des Thierreiches mit freilebender 
Jungen und festsitzenden Alten ebenfalls häufig vorkommt (retrograde 
Metamorphose). Ich habe dies nur darum hier erwähnt, weil meines 
Wissens bei dieser Thiergruppe noch nirgends darauf hingewiesen wurde 

3. Das erste und zweite achtfüssige Stadium. Nymphe. 
Dieselben sind untereinander blos durch ihre Grösse und die An- 
zahl der Saugnäpfe verschieden. Das erste achtfüssige Stadium hat 
wie schon Claparede (1. c. p. 501) hervorhebt, blos zwei Saugnäpfe an 
den äusseren Geschlechtstheilen, es ist daher von ihm das „zweinäpfige 
Stadium" genannt worden. Das zweite achtfüssige hat deren schon 
vier wie das entwickelte Weibchen. 

4. Die entwickelten Geschlechtsthiere 
zeigen die auffallend verschiedene Form, die schon durch Krämer, ihren 
Entdecker, genügend hervorgehoben wurde. Es kommen mindestens 
zwei Formen von ausgebildeten Weibchen vor, die eine mit breitem, 
gleichsam abgestutztem Abdomen ist viel seltener als die mit allmälig 
verschmälertem, wie es bisher immer für Tyroglyphus angegeben wurde, 
jeh hebe dies ausdrücklich hervor, weil ich in der ganzen Literatur 



zur Naturgeschichte der Milben, 5 

nichts Aehnliches finde. Zwischen diesen beiden Extremen giebt es 
Uebergänge. Diese Formverschiedenheiten, wie ich sie bei Gelegenheit 
der Besprechung des Larvenstadiums schon andeutete, welche sich selbst 
noch zwischen den Nymphen finden lassen und wie sie hier beim aus- 
gebildeten Weibchen deutlich hervortreten, erscheinen ganz merkwürdig 
und ich glaube , sie rechtfertigen die Annahme vielleicht ebenso com- 
plicirtcr Verhältnisse in Bezug auf die Generationserscheinungen , wie 
sie betreffs der Gamasiden von Berlese (,,Polymorphisme et Partheno- 
genese de quelques Acariens [Gamasides]" in Archives italiennes de 
Biologie tom. II. fasc. I. Turin 1882) nachgewiesen wurden. Ich wage 
es nicht, das etwa als eine begründete Meinung hinzustellen, sondern 
will es blos als Möglichkeit bezeichnen, deren Vermuthung die erwähnten 
Verhältnisse wohl zulassen. Vielleicht ist irgend ein erfahrener Acario- 
loge an der Hand eines reichen Materials im Stande , die scheinbar 
hier herrschenden Dunkelheiten aufzuklären. 

Da über das ausgebildete Männchen mit seinem merkwürdigen 
Schwanzanhange nichts zu sagen ist, was nicht schon Kramer gelegent- 
lich der betreffenden Publication hervorgehoben, so kann ich gleich zur 
Beschreibung jener Theile gehen, die ich bis jetzt entweder noch gar 
nicht oder nur vorübergehend erwähnte, es sind dies die Epimeren, die 
Füsse, die Mundwerkzeuge, äusseren Geschlechtsapparate und Borsten. 

Die Epimeren des ersten Fusspaares sind die einzigen, bei welchen 
diejenigen von beiden Seiten sich in die Mittellinie mit einander vereinigen 
und zwar gilt dies für alle Zustände. Es ist auch über diese Theile 
nichts Erhebliches zu sagen, was nicht schon in andern Beschreibungen 
sehr genau geschildert wurde, so in Ch. Robin's Aufsätze über die 
Sarcoptiden (Bulletin de la societe Imperiale des naturalistes de Moscou, 
33. 1. 1860, pag. 185 u. f.) Auch die von diesem Forscher hervorge- 
hobenen ,,apodemes" dieser Epimeren sind angedeutet. Die des Männ- 
chens unterscheiden sich von denselben des Weibchens blos dadurch, 
dass die eben verschmolzene mittlere Partie („sternum") derselben viel 
kürzer und reducirter erscheint als bei diesen, ein Umstand, der um so 
auffälliger erscheint, als bei gewissen Sarcoptiden gerade das umgekehrte 
Verhältniss stattfindet (loc. cit. pg. 244). Dieses mittlere Stück verläuft 
bei diesen bis zum Niveau der Epimeren des zweiten Fusspaares und 
endet stumpf. Das mit dem ersten Fusspaare selbst articulirende Ende 
ist verbreitert. Diese Epimeren hängen jedenfalls deshalb mit einander 
zusammen und sind darum stärker ausgebildet als die andern, um die 
Bewegungen des Kopfes, respective des Schnabels, kräftig unterstützen, 
ihnen eine gute Basis bieten zu können. 

Die des zweiten Fusspaares sind einfach gekrümmt mit nach oben 
und innen gekehrter Convexität, an ihrem Ende sind sie etwas verdickt, 



6 Ludwig Karpelles: Beiträge 

die Stelle, wo sie mit dem ihnen entsprechenden Fusspaare gelenkig 
verbunden sind, ist von gleicher Beschaffenheit wie beim ersten Paare, 
sie schlagen sich am Rande ebenso wie diese etwas um, so dass sie 
bis zum ersten Eusspaare ausgedehnt erscheinen. 

Parallel mit dieser Epimere verläuft ein Chitinstück hinter dem 
zweiten Fusspaare, es ist schmal, in seiner ganzen Länge gleich breit. 
Auch dieses ist beim Männchen schwächer entwickelt als beim Weib- 
chen. Es ist dies ein Stück, das dem Genus Tyroglyphus im Gegen- 
satze zu andern nahe verwandten Gattungen wie Grlycyphagus und 
Cheyletus eigentümlich erscheint, wenigstens finde ich dasselbe bei 
allen TyroglyphtiS-Avteu, deren Beschreibung oder Abbildung mir zu- 
gänglich war. 

Auch von diesem Epimeren- Paare ist das des erwachsenen Weib- 
chens stärker als das des Männchens, bei dem ich auch keinen bis zum 
ersten Fusspaare , respective bis zu dessen Coxa zurückgeschlagenen 
Theil wahrnehmen konnte. Sie sind ebenso wie die folgenden Paare 
frei, in der Mittellinie nicht mit einander verbunden. 

Die Epimeren des dritten und vierten Fusspaares sind in Gestalt 
und Grösse fast ganz gleich, sie stellen mit der Convexität nach aussen 
gerichtete also gebogene Chitinstäbe dar, mit spitzem proximalen und 
breitem distalen Ende, welches aber nicht mehr so fläehenfürmig ist 
wie das der ersten beiden Epimerenpaare. 

Die Füsse sind alle nach dem für die Acari s. str. typischen Bau 
fünfgliedrig, in ihren Längendimensionen kaum merklich von einander 
verschieden. 

Das erste Glied, Coxa, hat die Gestalt eines schiefen Kegels mit 
proximaler Spitze und distaler Basis. Bei allen Formen ist dieses Glied 
im dritten und vierten Fusspaare länger als beim zweiten und ersten, 
wo es sich mehr der Ringform und zwar einem Siegelringe mit nach 
aussen gekehrter breiter Seite nähert. Das zweite Glied , Trochanter, 
ist dem darauffolgenden dritten, dem Femur, an Länge und Gestalt 
vollkommen gleich, es bildet jedes von ihnen einen Cylinder und im 
Querschnitt ein Rechteck. Das Femur genannte Glied trägt überall eine 
kürzere Borste. Das mit ihm gelenkende vierte Glied, Tibia, ist etwas 
kürzer und hat dieselbe Form, dieses Glied trägt constant eine längere 
und eine kürzere Borste, und zwar ist die längere Borste immer nahe 
dessen distalem Ende, also der Articulation mit dem folgenden Gliede 
genähert. Dieses folgende fünfte und letzte Glied, Tarsus, ist das längste 
von allen, es ist am unregelmässigsten. Obwohl Kramer bereits in seiner 
ersten Publication über Tyroglyphus carpio den Tarsus genau dar- 
stellte, kann ich mir doch nicht versagen, auf denselben hier nochmals 
genauer einzugehen. Er ist wie bei allen Tyroglyphen mit einer Kralle 



zur Naturgeschichte der Milben. 7 

versehen und trägt drei Borsten an seinem Ende, vor und unter der 
Kralle je einen Dorn und an seiner Spitze einen Stiel und daneben 
einen etwas kleineren Dorn. Bekanntlich sind die Dornen oder „Stifte" 
an der Basis von Haller in dem schon citirten Aufsatze „zur Kenntniss 
der Tyroglyphen und Verwandten" (loc. cit. pg. 275) als Tastwerkzeuge 
angesprochen worden, ebenso wie den ..Kölbchen" die Funktion der 
Geruchsorgane von demselben Forscher zugesprochen wird. Ob nun 
nicht ein oder das andere von diesen Gebilden allein für die Abson- 
derung einer klebrigen Substanz zu sorgen hat, anstatt ein Sinnesorgan 
darzustellen, wage ich nicht direkt zu behaupten, umsomehr, da sie 
von einer solchen Autorität in anderer Weise erklärt wurden, ich möchte 
nur darauf aufmerksam machen, dass man hie und da an ihnen selbst eine 
der übrigen Leibesmasse gleichgefärbte Masse vertheilt aussen bemerkt, 
was bei dem mir vorliegenden Arbeitsmaterial um so leichter zu con- 
statiren ist, da die Thiere auf der reinen Holzkohle lebend mit all' ihren 
Theilen von den unwillkürlich und meist unvermeidlich mitgerissenen, 
schwarzen Kohlentheilchen stark abstechen. Ferner fand ich immer 
zahlreiche Thierchen am Deckel des Glases, also mit dem Rücken nach 
abwärts herumkriechen ; ausserdem kann man deutlich sehen, dass wenn 
man von diesem Deckel oder von dem umgekehrt gehaltenen Objekt- 
träger, auf den man lebende Thiere brachte, dieselben, resp. ihren 
Hinterleib und ihre Hinterfüsse mit einer Präparirnadel von ihrer Unter- 
lage abzustreifen sucht, sie sich mit den vorderen zwei Fusspaaren 
allein, gleichsam auf dem Kopfe gehend, so lange fortbewegen können, 
bis sie kein die Hinterfüsse zurückhaltender Widerstand mehr daran 
hindert, auch diese zum Weiterkriechen zu beuützen. Niemals fiel mir 
jedoch, wenn ich die Vorderfüsse mit der Nadel nicht unvorsichtiger 
Weise auch berührt habe, ein Thier von der Glaswand, auf der es sich 
bewegte, herab. All 1 dies wäre mit Hülfe der Krallen als einziges Be- 
festigungsmittel vielleicht auf der Kohle oder dem Holze , aber doch 
niemals auf der Glaswand möglich ohne Zuhülfenahme einer mehr 
Festigkeit bietenden klebrigen Substanz. Wenn die ,, Stifte" einen 
ähnlichen Kanal enthielten, wie dies Haller von den Kölbchen beschreibt, 
was ich aber bei der mir zu Gebote stehenden, relativ geringen Ver- 
grösserung nicht constatiren konnte, so wäre nach all' diesem wohl die 
Deutung dieser Organe als Haftmittel wenigstens ebenso zulässig, als 
die von Sinnesorganen, welche Deutung ja von keinem directen Anhalts- 
punkte gestützt wird , was freilich vielleicht in der Schwierigkeit einer 
solchen Untersuchung seinen Grund haben mag. 

Die Mundwerkzeuge. Dieselben sind wohl von Tyroglyphus 
bereits wiederholt erschöpfend dargestellt worden, theils in den schon 
im Vorigen citirten Abhandlungen, theils noch namentlich in A. Fumouze 



8 Ludivig Karpelles: Beiträge 

und Ch. Robin — „Memoire sur les Acariens des genres Cheyletus, etc." 
Journal de Tanatomie et de la physiologie 4. 1867 und A. Laboulbene 
et Ch. Robin „Sur I'acarus entomophagus et le genre Tyroglyphus.' 1 
Annales de societe entomologique de France. IV. S. t. II. p. 317. 1862. 
und an anderen Orten. 

Aber gerade der erste von den beiden citirten Aufsätzen zeigt, wie 
trotz aller Uebereinstimmung dieser Theile im Allgemeinen sich, aller- 
dings erst bei sehr genauer Untersuchung, kleine Abweichungen ergeben, 
die sich wohl als Artencharaktere gebrauchen Hessen. Ich will daher 
nur eine ganz kurze Schilderung zu geben versuchen und nur das mir 
abweichend Erscheinende hervorheben. Die Gestalt der Mundtheile, deren 
Gesammtheit man als „Schnabel" bezeichnet, zeigt bei der vorliegenden 
Art keine Abweichung von der bei Tyroglyphus überhaupt vorhandenen 
Form, ebenso ist natürlich seine Zusammensetzung aus Mandibeln, 
Maxillen und Palpen dieselbe. Die Mandibeln zeigen sich sehr kräftig 
entwickelt. Ihre Scheeren mit je 4 Zähnen versehen. Ich erlaube mir 
hier die Bemerkung einzuschalten, dass ich es unzweckmässig finde, diese 
beiden Glieder auf jeder Seite als Ober- und Unterkiefer zu bezeichnen, 
wie es in einigen selbst neuern Aufsätzen über Milben, so in der sonst 
äusserst verdienstvollen und genauen Abhandlung vonNörner „über Anal- 
ges minor" in Verh. d. zool. bot. Ges. Wien 1883. XXXII. Bd. der Fall ist, 
Ich glaube die Begriffe Ober- und Unterkiefer gehören zu den wenigen, 
die nun doch von der grössten Zahl der Autoren in übereinstimmender 
Weise — wenigstens hier — gebraucht werden. Man muss dann, um 
diese Bezeichnungsweise mit der allgemeinen in Einklang zu bringen, von 
dem Oberkiefer des Oberkiefers sprechen. Die Mandibeln zeichnen sich 
durch ihre grosse Beweglichkeit aus, sie können mit Blitzesschnelle 
ganz wagrecht gestellt, gleichsam aufgeklappt werden und längere Zeit 
in dieser Stellung verharren, ich habe diese Position derselben beim 
Männchen in einem Präparate fixirt; die in den französischen Be- 
schreibungen allgemeine Angabe, dass die Mandibeln, wenigstens an 
ihrer Basis mit der Unterlippe verschmolzen sind (soude), scheint mir 
mindestens hier nicht mehr zu passen, da doch eine solche Verschmelzung 
eine derartige Beweglichkeit nicht gestatten würde. Noch viel weniger 
kann von einer Verschmelzung beider Mandibeln in der Medianlinie die 
Rede sein, wie sie von Fumouze und Robin (1. c. pg. 588) für Tyro- 
glyphus siculvs und von Letzterem und Laboulbene (1. c. p. 325) für 
Tyroglyphus entomophagus angegeben wird. Jedenfalls bildet diese 
ungemein freie Beweglichkeit der Mandibeln im Gegensatze zu anderen 
Tyroglyphus-Kvten ein auffallendes Uuterscheidungsmittel. Die Palpen 
bieten wenig Besonderes dar, sie sind wie bei allen TyroglypJlUS-Arten 
dreigliedrig, mit einer Borste am zweiten Gliede und weichem Stiele (Tast- 



zur Naturgeschichte der Milben. 9 

organ nach Haller) am vordersten — dritten Gliede, das ebenfalls eine 
Borste trägt, wie TyroglophltS echinopus. (Kramer, Beitr. z. Nat. d. 
Milben. Archiv f. Naturgeschichte 1876. 42. p. 40. t, III. f. 10). Die 
von diesem Forscher angegebenen Zinken des Kopfpanzers habe ich 
an meinem Präparate sehr deutlich vorspringend gesehen. Ueberhaupt 
bereitete es mir grosse Freude zu sehen, dass meine Untersuchungen 
bei diesen Theilen mit denen des so erfahrenen Acariologen überein- 
stimmen. Nur kann ich seiner Meinung, dass die Taster zweigliedrig 
sind, mich nicht unbedingt anschliessen. Die Unterlippe oder Maxille 
ist sehr breit mehr oder weniger viereckig mit vorgezogenen äussern, 
seitlichen Ecken. In der Mitte wird sie von dem von diesem Forscher 
als „Zunge" gedeuteten „lanzettförmigen Organ", das hier mehr kegel- 
förmig erscheint, bedeckt. Die Mundöffnung sah ich an dem von den 
Epimeren des ersten Fusspaares mitgebildeten Ringe, der zur Stütze 
des Rüssels dient, umgeben von 2 Borsten; ein breiter Oesophagus geht 
von demselben aus. Jedoch will ich auf die weiteren anatomischen 
Verhältnisse nicht eingehen, da dieselben doch schon namentlich von 
Haller (1. c.) klar dargelegt wurden. — 

Die äussern Geschlechtsteile. 1. Beim Weibchen. Sie 
sind in Bezug auf die gegenseitige Lage der „Spalten" Hallers von 
denen, die von ihm angegeben sind, variirend, da diese nicht in der 
Mitte der Platten liegen, sondern an deren einander zugekehrten Seiten. 
Beim Ausstülpen der Saugnäpfe entsteht ein eigenthümliches Bild. Nach 
Claparede (1. c.) tritt das Hervorstülpen der Saugnäpfe auch bei der 
Häutung ein ; das kann ich insofern bestätigen, als diejenigen Individuen, 
die ich mit hervorgestülpten Saugnäpfen sah, im Ganzen blos zwei, sich 
in dem Zustand der Starrheit und Unbeweglichkeit befanden, die mit 
der Häutung in Verbindung steht. Freilich sah ich noch sehr viele 
Thiere in diesem unbeweglichen Zustande ohne hervorgestülpte Näpfe, 
was ich jedoch nicht als Gegenbeweis anführe, da es ja möglich ist, 
dass dieses Hervorstülpen unmittelbar vor der Häutung eintritt, Neben 
jedem Napfe ist eine Borste jederseits. 

2. Beim Männchen hat der Apparat eine mehr oder weniger 
fünfeckige Form mit dem Penis in der Mitte und den drei Ringen, die 
Haller (1. c. p. 280) als Platten deutete, bei denen hier aber das zweite 
Paar nicht besonders grösser ist als die anderen; sie repräsentiren sich 
wie Ringe, seitlich davon sind die beiden kleinen Näpfe. 

Der After ist bei beiden Geschlechtern eine längliche Spalte nahe 
dem hintern Leibesende. Beim Männchen liegt er mehr nach vorn als 
beim Weibchen. Bei den Larven hat er dieselbe Lage wie beim Weib- 



10 Ludwig Karpelles: Beiträge 

chen. Die Läge des Afters dieser Art stimmt mithin am meisten mit 
derjenigen von Tyroglyphus entomophagus überein. Beim Männchen 
liegen seitlich die beiden am Saume chitinisirten Saugnäpfe, welche das 
Aussehen von einem Kreisringe haben, was von andern Tyroglyphen 
ja nicht abweicht. Ueber sie ist nichts Neues zu sagen, nur möchte 
ich zweier deutlich sichtbaren Linien erwähnen; es sind dies offenbar 
Hautfalten, die sich von dem Niveau der hintern äussern Geschlechts- 
theile bis zu diesen Saugnäpfen etwas gekrümmt und gebogen hinziehen; 
diese so wie eine ähnliche Linie, welche beide Näpfe in ihrem hintern 
Theile mit einander verbindet, also quer verläuft, scheint auf eine ge- 
wisse Isolirung der ganzen Partie der Haut, welche die Saugnäpfe ent- 
hält, hinzuweisen. An dieser Stelle sei auch des merkwürdigen Schwanz- 
anhauges des Männchen, was diese Art am meisten von allen bekannten 
Tyroglyphen auszeichnet, Erwähnung gethan. Mehr Detail als Kramer 
in seiner ersten Publication über diese Art betreffs dieses Theiles ge- 
geben, kann ich nicht anführen; ebenso wenig kann ich eine Vermuthung 
betreffs seiner Funktion aussprechen. Es gelang mir niemals, Thiere 
in Copula zu sehen, ich kann daher nicht sagen, ob dieser Anhang eine 
Holle bei diesem Akte spielt. Die einzige Bemerkung, die ich machte, 
war, dass das Männchen, welches den Schwanzanhang beim Kriechen 
an den Boden angedrückt hinter sich herschleift, deutlich Spuren gleich- 
sam Furchen auf der Kohle — wenn ihre Oberfläche sehr fein zerbröckelt 
war — hinterliess; in Folge dieses Andrückens enthält dieses merk- 
würdige Gebilde auch immer Kohlenpartikelchen angeheftet, so dass 
man das Thier immer erst ins Wasser legen muss bevor man es unter 
das Mikroskop bringt, wenn man diesen merkwürdigen Theil rein sehen 
will. Einen ähnlichen, freilich sehr reducirten Anhang hat bekanntlich 
Tyroglyphus entomophagus g. - ■ Uebrigens sind auch hier die 
Männchen viel seltener und auch kleiner als die Weibchen. Nach 
meinen Beobachtungen kommt auf ungefähr 40 Individuen (Weibchen 
und Jugendzustände) erst ein Männchen. Sie schienen mir sich rascher 
zu bewegen als die Weibchen, was man wohl wegen des Nachschleppens 
ihres Anhanges nicht erwarten sollte. Sonstige generelle Unterschiede 
— ausser dem Anhange, der geringen Körpergrösse, der verschiedenen 
Form der äussern Geschlechtsteile, der beiden Näpfe neben dem After 
und der etwas geringern Entwicklung der Epimeren des ersten und 
zweiten Gliedes und das Fehlen der Borste neben dem Geschlechtsorgan 
des Männchens, — konnte ich nicht finden. 

Die Borsten (Haare). Zwei resp. ein Paar umgiebt die Mund- 
öffnung, erscheint also auf der Bauchseite. Auf dieser Fläche finde ich 
nur noch ein Paar und das ist das seitlich bei den äussern Geschlechts- 



zur Naturgeschichte der Milben. 11 

theilen des Weibchens stehende. Alle anderen dem Körper selbst ange- 
hörenden Borsten sind auf dem Rücken oder am Körperrande inserirt. 
Diese geringe Beborstung der Bauchseite hat weiter nicht ihres Gleichen 
in dieser Gattung. Die eventuell noch hierher zu zählenden Borsten der 
beiden Palpenglieder habe ich schon bei Besprechung der Mundtheile 
erwähnt. Was nun die übrigen Borsten der Rückenfläche und des 
Seitenrandes betrifft, so ist, wenn man sie nach Kramer benennt, die 
vorderste die vordere Schulterborste, das darauffolgende Paar die Schulter- 
borste, dann Rückenborsten, weiters zwei Paar Seitenborsten, vordere 
und hintere, und endlich zwei Paar vordere und hintere Hinterrandborsten. 
Den Jugendzuständen scheint ein Paar zu fehlen , das ich für die 
hintere Seitenrandborste halte. 

Sonst ist das Verhalten überall ganz dasselbe ohne irgend welche 
Abweichung. Dasselbe gilt von den Borsten der Füsse. Das erste und 
dritte Glied tragen immer wenigstens eine Borste, das vierte Glied 
immer zwei, eine längere und eine kürzere, die erstere ist zugleich die 
längste Borste sämmtlicher Fussglieder. Der Tarsus trägt deren drei, 
ferner die Stifte und Kölbchen, deren ich bei den Füssen selbst ge- 
dachte. Die längste Borste der Füsse sah ich häufig mit Kohlenstäub- 
chen behaftet und glaube bestimmt annehmen zu dürfen, dass diese 
Borste an dem Zuführen der Nahrung einen Antheil hat. Dies schliesse 
ich nämlich aus dem Umstände, dass ich dieses Borstenpaar sehr häufig 
bei nach einwärts gebogenem Fusse durch den Mund gleichsam ziehen 
sah, als ob gewisse Mundtheile die ihnen anhaftenden Kohlenstückchen 
abstreifen sollten. Nach dieser Operation waren die betreffenden 
Borsten auch thatsächlich wenigstens von einem Theile der Last befreit. 
Ob dieses Anheften nun ein mechanisches ist, oder ob es durch irgend 
eine klebrige ausgeschiedene Substanz vermittelt wird, kann ich bei der 
geringen mir zu Gebote stehenden Vergrösserung nicht eruiren. 

Ich glaube aber immerhin , dass diese Beobachtung gerade für 
die Erklärung der Funktion der sich ja meist bei den Milben am 
Ende der Füsse befindenden langen Borste nicht unwesentlich ist. Ein 
Beispiel einer anderen Deutung giebt Haller in seiner Arbeit „Zur 
Kenntniss der Sinnesborsten der Hydrachniden" (Archiv für Naturge- 
schichte 48. 1882. p. 32), wo er die Bedeutung einer degenförmigen 
Borste am ersten Beinpaare von Atacc crassipes und andern als Ge- 
ruchsorgan ausspricht. Der Deutung der Funktion der langen Borsten 
des Körpers selbst ist man noch um keinen Schritt näher getreten. 

Dieselben sind bei dieser Art kürzer als die Füsse. Diese wieder 
kürzer als die ganze aber länger als die halbe Körperbreite. 



12 Ludwig Karpelles: Beiträge 

Dimensionen. 

Länge. Breite. 

Sechsfüssige Larve 0,16—0,23 mm. 0,09—0,10 mm. 

Erstes aehtfüssiges Stadium 0,21-0,28 „ 0,11—0.12 „ 

Zweites „ „ 0,35—0,38 „ 0,14—0,10 „ 

Weibchen 0,45—0,52 „ 0,24—0,25 „ 

Männchen 0,42—0,45 „ 0,20—0,21 „ 

Die Farbe dieser Art ist die aller Tyroglyphen, gleichmässig weisslich 
grau, mit schwach röthlicher Cliitinbekleidung der Mundtheile und Füsse. 

Ueber die Verwandtschaft von Tyroglypltus carpio werde ich 
ich bei Besprechung der einzelnen Arten der Gattung Tyroglyphus 
das Wichtigste vorbringen. 



Vorkommen, Einfluss und Schaden, Gegenmittel. 

Ich schickte bereits am Anfange dieses Theiles voraus, dass Tyro- 
glyphus carpio sich in den Essigbildern, welche mit Holzkohle ge- 
füllt waren, in grosser Menge fand. Wenn sie wirklich, wo sie in 
solchen Unmassen auftritt, die Fabrikation des Essigs hindert, so wird 
dies wohl ein Grund dazu sein, dass in den Essigfabriken die 
Füllung der Essigbilder wieder mit Spähnen geschieht, welches Ver- 
fahren ja früher allgemein war und heute noch das verbreitetere ist. 
Bei dieser Füllung ist es nicht möglich, die Milbe in Menge in den 
Essigbildern gross zu ziehen. Denn, nachdem das Holz, Buchenholz 
in der Regel, selbst schon in Brettform mehrere Stunden lang mit 
Wasser gekocht wurde, werden nach dem Trocknen desselben die davon 
geschnittenen Spähne nochmals ausgelaugt. Mit Spähnen, die eine 
solche Behandlung erfahren haben, wird wohl niemals eine Milbe in 
den Bilder kommen, weshalb man ja auch früher, so lange dieses Ver- 
fahren das allgemeine war, nichts davon hörte. Ich führe dies hier an, 
weil der Entdecker dieser Milben -Art, Kramer, sie gerade auf faulem 
Holze fand. Anders ist es nun bei der Füllung mit Holz-, namentlich 
Lindenkohle (vgl. Pfund in Dingler's polytechn. Journal Bd. 211. 
pg. 280 u. 367), welche blos von Staub abgesiebt in die Essigbilder 
gebracht werden, wo also noch sebr gut einzelne Individuen oder Eier 
mit in die Bilder gebracht werden können. Die darin herrschende 
Feuchtigkeit und Temperatur in Folge der Oxydation des Alkohols, 
welche nach Bronnevs Lehrbuch der Essigfabrikation (Braunschweig, 
Vieweg 1876) pag. 70 im Innern der Bilder in der Begel 8° Cels. mehr 
beträgt, als die in der umgebenden Stube, diese beiden Factoren also 



zur Naturgeschichte der Mühen. 13 

sind sehr wohl dazu geeignet, einer zahllosen Vermehrung derselben 
günstig zu sein. 

Bekanntlich leben in den Essigbildern zum nicht geringen Schaden 
der betreffenden Fabrikanten jene freilebenden Nematoden, welche ge- 
meinhin als „Aeichen" oder „Essigälchen" bezeichnet werden, Anguilllda 
aceti = glutinis oocophila 0. Fr. Müller. Ich erwähne hier nur 
vorübergehend, dass ein ähnliches Zusammenvorkommen dieser Wurmart 
mit einem Tyroplyphus von Megnin (Mem. anat. et zool. sur un nouvel 
Acarien de la famille de Sacoptides etc. Journal de Fanat. et de la 
phys. 9. 1873. 369 u. ff.) erwähnt wird. Die Anguilllda- Art wird 
nicht weiter bezeichnet, der Tyroglyphus ist Tyroglyphus rostro- 
serratus Megnin (s. d.). Die beiden Thierarten fand er in zahllosen 
Mengen auf dem Champignon, Agaricus campestris L. An demselben 
Orte (pg. 382 in Anm. 1) wo M. angiebt, dass sie sich so lange auf 
diesem Pilze halten, bis dieser wahrscheinlich saure und alkoholische 
Flüssigkeiten als Zersetzungsproducte liefert, bemerkt er, dass die Milben- 
art von Alkohol und Essig getödtet wird. Es bedarf kaum der Erwäh- 
nung, dass diese beiden Flüssigkeiten auch die hier in Rede stehende 
Art tödten, was ich nur anführe, weil diese beiden Flüssigkeiten 
ja sogar combinirt mit derselben in dem Essigbilder in Berührung 
kommen. Jedoch vermag sie sich auf der mit Essig wenn auch sehr 
reichlich durchtränkten Holzkohle — und diese nimmt ja bekanntlich 
sehr viel Flüssigkeit auf — zu erhalten und scheint auf diesem Medium 
sich sogar sehr wohl zu fühlen. Dass sie aber in Essig selber zu 
Grunde geht, wird wohl schon dadurch begründet sein, dass sie offen- 
bar darin nicht athmen kann, sie kann wohl im Feuchten leben, aber 
nicht in der Flüssigkeit selbst. Schon darin macht sie sich angenehmer 
bemerkbar als ihr parasitirender Gefährte, das Essigälchen, welches im 
verdünnten Essig, wie ihn die Kufen der Weinessigfabriken nach altem 
Verfahren in Frankreich namentlich enthalten, eine Zeit lang aushalten 
kann, jedoch natürlich schliesslich, da es ja ebenfalls nicht athmen 
kann, zu Grunde gehen würde, wenn es nicht an den Wänden der be- 
treffenden Kufen ein willkommenes Rettungsmitte] hätte. 

Ich erwähne noch aus Gründen, die ich gleich anführen werde, 
der dritten Thierart, welche den Essigfabriken ihren Besuch abzustatten 
pflegt — der Essigfliege. Sie stellt sich dort ein, wo Essig vergossen 
wird, was mit Einführung des Heberfässchens von Pfund, wodurch das 
Aufgiessen des Essiggutes und die Rückgüsse bewerkstelligt werden 
(Bronner 1. c. pg. 81), vermieden wird. Ist diese Pfundsche Einrichtung 
schon an sich wegen der Ersparung von Menschenhänden technisch sehr 
wichtig, so gewinnt sie für jene Fabriken, wo sich T. carpio zeigte, 
noch mehr Bedeutung. Ich glaube nämlich, dass dort, wo sich die 



14 Ludwig Karpelles: Beitrage 

genannte Milbe und die Fliege zusammen zeigen, letztere der hypopialen 
Form der ersteren als Vehikel dient. Als Analogon führe ich an, dass 
das Hypopus- Stadium von Tyroglyphus siro durch die Stubenfliege 
verbreitet wird, wie Berlese dargethan hat. Diese Formen benützen 
überhaupt mit Vorliebe fliegende Insecten. Das Abhalten dieses Insects, 
das wohl nur durch massenhaftes Auftreten lästig werden kann, scheint 
also jedenfalls die Beachtung der Essigfabrikanten zu verdienen. Was 
diese Fliege selbst betrifft, so scheint es mir wahrscheinlich, dass sie 
die von Heeger, Sitzungsber. d. k. k. Acad. d. Wissensch. in Wien 
VII. Bd. 1851. pg. 205 beschriebene Drosophila aceti Kolar ist. 
Nach Schiener mit Dros. funebris Fabr. identisch. Es sind jedoch 
gewiss auch andere Arten, die mit dem Namen der „Essigfliege" in den 
betreffenden Fabriken belegt werden. 

Was endlich die Vermuthungen betrifft, wodurch Tyroglyphus 
carpio dem Essig schadet, so könnte man zunächst etwa daran den- 
ken, dass durch den Athmungsprocess so zahllos beisammen lebender 
Thierchen vielleicht die Oxydation des Essiggutes etwas gemindert wird. 
Jedoch ist das Athmungsbedürfniss dieser niedrig organisirten Thiere 
jedenfalls so gering und die durch die Bilder strömende Luftmenge so 
gross, dass darin wohl nicht der Grund des Schadens liegen kann, um- 
somehr als die Milbe nach Kräften vermeiden wird, mit dem alkohol- 
haltigen Essiggute zusammenzukommen. Ob sie vielleicht irgend einen 
hemmenden Einfluss auf den Essigpilz ausübt, vielleicht gar direkt sich 
von ihm ernährt, sei hier nur vermuthungsweise ausgesprochen. Am 
wahrscheinlichsten ist es, dass der schädliche Einfluss derselben blos in 
der durch Zersetzung und Verwesung der todten Individuen hervorge- 
brachten Trübung des Essigs seinen Grund hat. 

Es gehört jedenfalls genaue Beobachtung an Ort und Stelle dazu, 
um diese Frage definitiv zu lösen. 

Was die gegen diese Milbe anzuwendenden Gegenmittel betrifft, so 
kann ich in Ermanglung der dazu nothwendigen eigenen Beobachtungen 
und Experimente nur die Meinung des die Insterburger (Ostpreussen) 
Brennerei leitenden Chemikers Herrn Dr. G. Heinzelmann anführen, 
welcher dafür hält, dass das Ausdämpfen der Bilder mit Wasserdampf 
das beste Mittel zur Vertreibung dieser Milbe sei. 



Im Anschlüsse hieran will ich versuchen, eine kurze systema- 
tische Uebersicht der Tyroglyphus-Arten, soweit dieselben in 
der mir zugänglichen Literatur beschrieben sind, in Folgendem anzu- 
reihen, da eine solche meines Wissens noch nicht gegeben ist und die 
Unterscheidung wegen der grossen Aehnlichkeit der Formen hie und da 
Schwierigkeiten darbietet. 



zur Naturgeschichte der Milben. 15 

Eine Charakteristik des von Latreille (Precis des caracteres gene- 
riques des Iusects etc. 1797) aufgestellten Genus Tyroglyphus (von 
Trooi und yXvfevs) hier anzuführen, scheint mir nicht passend, denn 
schon Laboulbeue und Robin bemerken zu jener Charakteristik (in der 
auf Seite 8 citirten Arbeit pg. 819): „II etait impossible de determiner 
les caracteres reels du genre Tyroglyphus d'une maniere rigoureux ä 
l'epoque de Latreille et meme plutard etc." 

Ausser von diesen beiden Forschern wurde die Latreille'sche Cha- 
rakteristik noch von Megnin (Journal de Tanat. et de la phys. 9. 187o. 
pg. 370), ferner von Fumouze und Robin (in demselben Journal 1868. 
pg. 287 u. ff.) und von Berlese (Atti del Reale instituto veneto di 
science etc. serie V. tom. VIII. Venedig 1881 — 1882) abgeändert. 

Am Besten kann man diese Gattung mit Kramer (Archiv f. Natur- 
geschichte 48. Jahrg. 2. Heft) folgendermassen charakterisiren: 

„Tyroglyphus sind tracheenlosc Milben mit deutlicher Segmental- 
linie zwischen Thorax und Abdomen. Msndibeln scheerenförmig, Taster 
zweigliedrig. Ein paar Excretionsdriisen an den Seiten des Abdomens. 
Mit langer glatter Borste an dem vorletzten Gliede der drei ersten 
Fusspaare, die Glieder der Füsse dick, das Endglied nicht verlängert 
und an der Spitze nicht stark verdünnt. Jeder Fuss mit einer starken 
Kralle. Beim Männchen zwei Haftnäpfe neben dem After. Freilebend." 

Hierzu ist nur zu bemerken , dass man die Taster auch als drei- 
gliedrig mit verschmolzenem ersten Gliede auffassen kann, während sich 
allerdings, wenn man blos die freien Glieder zählt, dieselben zweigliedrig 
repräsentiren. 

Man kann sie ein th eilen in: 

A. Tyroglyphen, deren Hinterrandborsten länger oder ebenso lang sind 
als die Füsse. 

a. Die hintern Füsse länger oder mindestens ebenso lang als die 
Körperbreite: Tyroglyphus loagior (4). 

b. Alle Füsse kürzer als die halbe Körperbreite. 

a Die Männchen am Hinterrande mit einer halbmondförmigen, 
durchscheinenden Verlängerung. Der After der Weibchen 
liegt am Hinterrande selbst: Tyroglyphus entomo- 
phagus (9). 
'. Die Männchen ohne solche Verlängerung, die Weibchen 
den After vor dem Hinterrande: Tyroglyphus siculus (6). 

B. Deren Hinterrandborsten kürzer sind als die Füsse. 

a. Die Füsse länger als die halbe Körperbreite oder mindestens 
ebenso lang. (Bei T. sironiformis nur beim Männchen.) 



16 Ludwig Karpelles: Beiträge 

a. Der Rücken mit Höckern versehen. Die Mandibeln jeder- 
seits mit verschmolzenen, unterseits sägeförmigen Scheeren- 
gliedern: Tyroglyphus rostro-serratus (12). 
ß. Rücken ohne Höcker. Mandibeln nicht so beschaffen. 
t After in der Mitte des Abdomens gelegen. 

ff 1, Tarsen mehr als halb so lang als der ganze 

Fuss: Tyroglyphus mycophagus (2). 
ff 2 ' Tarsen kürzer als die halbe Fusslänge: Tyro- 
glyphus sironiformis (3). • 
f After hinter der Mitte des Abdomens gelegen. 

tt l * Nur die drei vordem Fusspaare so lang als der 
Körper breit ist, das vierte viel kleiner. In Nord- 
amerika. Tyroglyphus malus (5). 
tf"' Alle Füsse ebenso lang als der Körper breit 

ist: Tyroglyphus siro (1). 
ff" Alle Füsse kürzer als die Körperbreite. 

tft 1 * Körper langgestreckt, Männchen und 
Weibchen gleichgestaltet. Die hintern 
Füsse etwas schlanker als die vordem : 
Tyroglyphus Kramerii (10). 
ftf 2 ' Körper mehr untersetzt. Männchen mit 
Anhang am hintern Leibesende. Die 
vordem und hintern Füsse gleich: Ty- 
roglyphus carpio (11). 
b. Die Füsse kürzer als die halbe Körperbreite. 

«, Die Tarsen fast so lang als breit. Tibia und Femur ohne 

Dornen: Tyroglyphxis Megninii (8). 
ß. Die Tarsen länger als breit. Tibia und Femur mit Dornen: 
Tyroglyphus eehinopus (7). 



Kurze Beschreibung der einzelnen Arten. 

1. Tyroglyphus siro Latr. Linne: Systema naturae t. I. 
pars II. Holmiae 1767. pg. 1024 als Acarus siro. — Latreille: Prelis 
de caracteres etc. (s. S. 15) pg. 185 - ~ Tyroglyphus domesticus 
Gervais = Acarus farinae De Geer = Acarus siro Schrank. — Vergl. 
,, Remarques historiques et synonimiques", Laboulbene et Robiu (An- 
nales de la societe entomol. de France VII. s. II. t. pg. 333) und 
Berlese (Atti de! Reale etc. Venedig 1881—1882. 8. Bd. 5. Serie). 

Körper seitlich eingeschnürt, hinten abgestumpft, vor der Ringfurche 
verschmälert, blassgrau, glatt, glänzend. Schnabel zugespitzt mit breiter 
Basis, ebenso wie die Füsse deutlich braunröthlich gefärbt, namentlich 



zur Naturgeschichte der Milben. 17 

beim § . Die borstigen Füsse sind ebenso lang als der Körper breit 
ist. Die Rücken-, Seiten- und Hinterrandborsten sind weit kürzer als 
die Füsse. 

Männchen: lang 0,12 — 0,42 rnm. Das erste Fusspaar viel dicker 
als das zweite, auf dem zweiten Gliede (Trochanter) einen starken, co- 
nischen, stumpfen Dorn. Alle Tarsen mit Endkralle. Der Tarsus des 
vierten Fusspaares trägt ausserdem jederseits einen blasenähnlichen, 
ovalen Höcker. 

Weibchen: lang 0,18 — 0,63, breit 0,12 — 0,30 mm. Das erste 
Fusspaar kaum dicker als das zweite, ohne Dorn am Trochanter. After 
vor dem Hinterrande, etwas von demselben entfernt. 

Wohnort. Im Mehl (Ac. = Tyr. farhwe), im Brodc, Käse etc. 
Erhält sich sehr lange an feuchten Orten. Seine hypopiale Form wohnt 
nach Berlese auf Fliegen, Mäusen und andern in den menschlichen 
Wohnungen lebenden Thieren. Wird u. A. auch durch Gryllus cam- 
pestris verschleppt. 

2. Tyroglyphus mycophagus. Megnin „Memoire sur les 
Hypopus (Duges) etc." (Journal de l'anat. et de la phys. 10. 1874. 
pg. 225 u. ff. PI. VII— IX.) 

Körper verlängert, an den beiden Enden verschmälert, hinten ein 
wenig abgestutzt, an den Seiten geradlinig, zwei längliche Eindrücke 
auf dem Rücken jederseits der Mittellinie. Bedeckung glatt, glänzend, 
perlgrau, an der Oberfläche mit drei breiten, braunen, symmetrischen 
Flecken, die von der Anhäufung der zurückgebliebenen Nahrung unter 
der Haut herrühren und um so dichter sind, je älter die Individuen 
werden. Schnabel röthlich gefärbt, klein und länglich gestreckt, zeigt 
dieselben Details wie T. siro. Die Füsse mit kurzen Borsten, die meist 
zu Dornen umgewandelt sind, in beiden Geschlechtern ähnlich, cylin- 
drisch , ebenso lang als der Körper breit ist beim $ , viel kürzer, bei- 
nahe um die Hälfte, beim Q, namentlich bei den eierlegenden. Die 
hinteren Füsse etwas schlanker als die vorderen. Die Tarsen sind 
schlanker als die übrigen Glieder, mehr als halb so lang wie der ganze 
Fuss, an den beiden Enden ein wenig zurückgebogen, mit grosser und 
starker Endkralle, mit häutigem, kleinen Haftlappen, welcher nur die 
Basis der Kralle umhüllt, sie tragen ferner zwei mittlere Dornen und zwei 
andere an ihrem Ende, welche von Borsten begleitet sind. Die Rücken-, 
Seiten- und Hinterrandborsten wie bei T. siro, aber viel schlanker und 
in beiden Geschlechtern kürzer als die Füsse. After gegen die Mitte 
des Hinterleibes, weit vom Hinterrande entfernt, namentlich beim $. 

Männchen: lang 0,80 — 0,95 mm., breit 0,35 — 0,40, von mehr 
langgestreckter, namentlich rückwärts mehr zusammengezogener Form 
XXVIII. Heft i. 2 



18 Ludwig Karpelles: Beiträge 

als das $ . Besitzt weder den Höcker am Trochanter des ersten Paares 
wie T. siro, noch die beiden bläschenförmigen Höcker am Tarsus des 
vierten Paares wie siro, longior, siculus und sironiformis. 

Weibchen: lang 1 — 1,25 mm., breit 0,50 — 0,60. Der After ohne 
den unpaaren Napf wie er bei T. echinoims und rostro-serratus 
vorkommt. 

Wohnort. Lebt auf dem Champignon, dessen Stiel er aushöhlt. 

3. Tyroglyphus sironiformis Robin. „Note sur un nou- 
velle espece de Tyroglyphe" (J. d. l'an. et de la phys. 9. 1873. pg. 435 
u. ff.). 

Körper regelmässig oval, namentlich im hinteren Theile desselben, 
vor der sehr deutlichen Querfurche ein wenig verschmälert, an den 
Seiten nicht eingeschnürt, Rücken gewölbt, grau, ein wenig matt. Schnabel 
etwas spitz, an der Basis etwas verbreitert. Die Füsse sind in beiden 
Geschlechtern ähnlich, regelmässig conisch, an der Basis nicht verbrei- 
tert, ziemlich schlank und mit kurzen feinen Borsten versehen. Die 
Füsse des Q. sind kürzer als ein Viertel der Körperbreite, beim $ 
hingegen beinahe ebenso lang als der Körper breit ist. Die hinteren 
Füsse sind ein wenig schlanker als die vorderen. Die Tarsen wie beim 
vorhergehenden, aber mit stärkerer Endkralle, sehr kleinen Haftbläschen, 
zwei starken Stacheln gegen die Mitte ihrer Länge und einem andern 
nahe ihrem Ende , die ersteren sind an den hintern Füssen länger als 
an den vordem; die andern Fussanhänge sind rauhe Borsten und 
Stacheln. Die Rücken-, Seiten- und Hinterrandborsten sind wie bei T. siro, 
aber schlanker und viel kürzer als die Füsse in beiden Geschlechtern, 
obgleich sie beim Männchen etwas länger sind als beim Weibchen, die- 
jenigen des Epistom erreichen nicht den Rand des Schnabels. After 
auf der Mitte des Abdomens , sehr weit vom Hinterrande des Körpers, 
in beiden Geschlechtern. 

Männchen: lang 0,40 — 0,46, breit 0,20 — 0,25 mm. Zwei vor- 
springende Höcker am Tarsus des vierten Fusspaares wie bei T. siro. 
Der Hinterleib ein wenig kürzer und mehr zusammengezogen, die Bor- 
sten ein wenig länger als beim Q . 

Weibchen: lang 0,60—0,70, breit 6,36—0,40. Ein kreisförmiger 
Saugnapf hinter dem After. 

Wohnort. Auf einer bestimmten aus Brasilien kommenden Käse- 
sorte „Gruyere". Gehen in der Trockenheit sehr bald zu Grunde. 

4. Tyroglyphus longior Gervais. In Walkenaer „Insectes 
apteres" t. III. 1844. pg. 362 = Acarus farinae Latreille. 

Körper an den Seiten mehr gerundet als eingeschnürt, hinten ab- 



zur Naturgeschichte der Milben. 19 

gerundet, vor der Querfurche verschmälert, blass grau, glatt, glänzend. 
Schnabel spitzig, an der Basis nur wenig verbreitert, nur schwach röth- 
lich braun, ebenso die Füsse, welche in beiden Geschlechtern ähnlich 
sind. Die Füsse schlank, mit langen, behaarten Tarsen, die hintern 
Tarsen ein wenig länger als die Körperbreite. Die Rücken-, Seiten- 
und Hinterrandborsten sind länger als die Füsse, fast so lang als der 
Körper selbst. 

Männchen: lang 0,17 — 0,64 mm. Die Tarsen des vierten Fuss- 
paares mit zwei blasenförmigen Höckern. 

Weibchen: lang 0,20 — 0,75 mm., breit 0,14 — 0,39 mm. After wie 
bei T. siro etwas vom Hinterrande entfernt. 

Wohnort. Auf verschiedenen Käsesorten. Erhält sich im Mehl 
weniger gut als T, siro. 

5. Tyrogly plius malus Shimer (5 th Missouri Report 1873. 
1887, u. Packard. A Chapteron Mites. The American Naturalist. Sept. 
1869. pg. 365. Acarus malus.) 

Körper sehr stark verschmälert, am schmälsten und dadurch am 
meisten gestreckt erscheinend unter allen Tyroglyphus- Arten. Eine 
Schulter-, zwei Rücken-, zwei Seiten- und ebenso viel Hinterrandborsten 
sind vorhanden, sie sind sämmtlich kürzer als die Füsse, wenigstens als 
die vordem drei Fusspaare; das letzte, vierte Fusspaar ist kleiner und 
schmäler als alle übrigen. Die Tarsen sind mit Kralle und Haftlappen 
ausgestattet. Die Füsse mit Ausnahme des vierten Fusspaares ebenso 
lang als der Körper. Der After liegt gerade vor dem Hinterrande. 

Das Thier ist 3 l /2iual so lang als breit. 

Wohnort. Wurde in Nordamerika gefunden und soll sich an 
manchen Orten, so in Georgia, durch Hinwegräumen der ,,Bark louse", 
MytilttSpis pomicorticis, nützlich erweisen. 

ß. Tyroglyphus siculus Robin et Fumouze „Memoire sur 
les Acariens des genres Cheyletus etc." (Journ. de l'anat. et de la phys. 
4. 1867. pg. 585.) 

Körper oval, vor der Ringfurche verschmälert, hinten abgerundet, 
an den Seiten kaum eingeschnürt, weisslich grau, glatt, glänzend. 
Schnabel wenig zugespitzt, zwiebelroth gefärbt. Die Füsse haben kurze 
Borsten, sind in beiden Geschlechtern gleich lang, etwas verdickt, bei- 
nahe cylindrisch , kürzer als die halbe Körperbreite. Die hintern sind 
ein wenig schlanker als die vordem, die Tarsen sind viel kürzer als die 
von T. longior, aber viel länger als die von T. entomophagus. Die 
Rücken- und Seitenborsten sind viel kürzer, die zahlreichen hintern viel 
länger als die Füsse in beiden Geschlechtern. 

Männchen: lang 0,23 — 0,34, breit 0,15 — 0,20. Die Tarsen des 

2* 



20 Ludwig Karpelles: Beiträge 

vierten Fusspaares sind ein wenig dicker als jene des dritten und tragen 
zwei ovale blasenförmige Höcker. Der Hinterleib ist kürzer, zusammen- 
gezogener als beim Weibchen, am hintern Ende abgerundet, mit einer 
ungemein langen Borste (die viel länger als der ganze Körper ist) am 
Rücken, welche dem Q. fehlt. 

Weibchen: lang 0,25—0,65, breit 0,15 — 0,38 mm. After ebenso 
weit vom Hinterrande entfernt wie bei T. siro und longior. 

Wohnort. Gefunden auf Canthariden aus Sicilien mit T. ento- 
mophagus und Glyciphagus. 

7. Tyroglyphus echinopus. Fumouze et Robin „Observation 
sur une nouvelle espece d'Acariens du genre Tyroglyphus" (.Tourn. de 
l'anat. et de la phys. 5. 1868 pg. 287 u. ff. PI. XX. XXI). = Rhizo- 
glyphus echinopus Murray. 

Körper oval, stumpf verkürzt, vor der sehr deutlichen Ringfurche 
verschmälert, hinten abgerundet, arf den Seiten nicht eingedrückt. 
Weisslich grau, glatt, glänzend. Schnabel zugespitzt, an der Basis 
wenig verbreitert. Die Füsse haben kürzere Borsten als die der andern 
Arten, sind in beiden Geschlechtern ähnlich, kurz, gegen das Ende hin 
conisch, an der Basis verdickt, kürzer als die halbe Körperbreite, die 
hintern sind ein wenig schlanker als die vordem. Die Tarsen sind 
kürzer als die der andern Arten mit Ausnahme von T. entomophagus 
und T. Megnini, endigen mit grosser Kralle ohne Haftblase und sind 
ebenso wie Femur und Tibia mit starken Dornen versehen. Die Rücken-, 
Seiten- und Hinterrandborsten sind in beiden Geschlechtern kürzer als 
die Füsse, obgleich sie bei den Männchen ein wenig länger sind als 
bei den Weibchen. Diejenigen des Epistoms überragen bedeutend den 
Rand des Schnabels. 

Männchen: lang 0,55 — 0,64, breit 0,34—0,40 mm. Ohne Höcker 
am Tarsus des vierten Fusspaares. Das Abdomen kürzer und mehr 
zusammengezogen, die Borsten ein wenig länger als beim Weibchen. 

Weibchen: lang 0,70 — 1,00, breit 0,50 — 58 mm. Hinter dem 
After einen ringförmigen Saugnapf. Der After dem Hinterrande ge- 
nähert. 

Wohnort. Mit Hypopus spinitarsus Hermann in denverwelkten 
Blüthen und den Zwiebeln von Hyacinthus orientalis L. der Blumen- 
vasen gefunden. War der erste Tyroglyphus, der auf vegetabilischen 
Substanzen gefunden wurde. 

8. Tyroglyphus Megnini Haller ,,zur Kenntniss der Tyro- 
glyphen und Verwandten" (Zeitschr. für wissensch. Zoologie 34. 1880. 
pg. 273). 



zur Naturgeschichte der Milben. 21 

Körper gedrungen, eiförmig, doppelt so lang als breit. Schulter- 
ecken nur unmerklich vorstehend. Grenzlinie zwischen Vorder- und 
Hinterleib mehrfach und tief einschneidend. Vorderleib gedrungen 
kegelförmig, kaum merklich breiter wie der Hinterleib, nicht ganz zwei- 
mal so breit wie lang. Hinterleib fast zwei und ein halbmal länger, 
etwas schmäler, nach hinten abgerundet. Nur wenige und kurze Rücken- 
borsten. Ein Paar nach vorn über die Mundtheile vorragend , zwei 
Paar dicht über der Insertion des zweiten Fusspaares, ein drittes an 
den Schulterecken uud zwei letzte als vordere und hintere Endborsten 
am Hinterrande des Abdomens. Pseudocapitulum sehr laug und schmal, 
Mandibeln und Palpen länglich gestreckt. Alle vier Beinpaare sehr 
kurz und dick, die hintern den Rand des Abdomens nicht überragend. 
Vordere und hintere Beinpaare an dem freien Ende kaum verschmä- 
lert, Tarsus der vorderen Beinpaare nicht stelzenartig zugespitzt, kaum 
so lang als breit, mit starker Kralle an seinem Ende, einen Dorn in 
seiner Mitte. Nach aussen trägt er u. A. zwei dolehförinige Borsten- 
gebilde von ungleicher Grösse. 

Wohnort. Auf faulenden Wurzelstöckeu absterbender Pflanzen 
gefunden. 

9. Tyroglyphus entomophagus Laboulbene et Robin „Sur 
l'acarus entomophagus etc." (Ann. de la soc. entom de France, s. IV. 
t, IL 1862, p. 321.) = Acarus entomophagus Laboulbene (Ann. de 
la soc. entom. de France 1852. pg. 54). 

Körper schmal, cylindrisch, oval, an den Seiten fast gerade, vor 
der Ringfurche wenig verschmälert. Weich, grau, glatt, glänzend. 
Der Schnabel wenig spitzig, kurz, breit, ebenso wie die Füsse wenig 
gefärbt. Die Füsse in beiden Geschlechtern ähnlich, schlank, cylin- 
drisch, sehr kurz, kürzer als die halbe Körperbreite. Die Hinterrand- 
borsten beinahe so lang wie die Füsse. 

Männchen: lang 0,12 — 0,40 mm. Die Tarsen des vierten Fuss- 
paares mit Höckern versehen , das hintere Ende des Hinterleibes abge- 
rundet mit einer queren, halbmondförmigen, durchscheinenden Verlän- 
gerung. 

Weibchen: laug 0,15 — 0,50 mm., halb so breit als lang, der 
After am Hinterrande des Leibes selbst gelegen. 

Wohnort. In Museen, an dem Holze der Kästen und an den 
darin aufbewahrten Insekten selbst. Namentlich an grossen Käfern, 
Schmetterlingen, Heuschrecken und dergleichen. Oft mit andern Milben, 
wie Gamasiden-, Glycyphagus- und Cheyletns-Arten. 



22 Ludwig Karpelles: Beiträge 

10. Tyroglyphus Kramerii Berlese „Indagini sulle meta- 
morfosi di alcuni acari insetti" (Atti del reale instituto veneto di science 
etc. 8. Bd. 5. Ser. 1881—1882). 

Körper sehr verlängert, so dass seine grösste Breite den dritten 
Theil der Körperlänge beträgt. Die Schulterecken sind nur wenig vor- 
stehend. Das hintere Leibesende abgestutzt, zwei lange Borsten am 
Hinterrande und eine dritte am Körper selbst auf der Rückenfläche, 
diese sind alle gerade nach hinten gerichtet. Hinter der letztern sind 
noch 2 viel kürzere, ferner stehen noch mehrere kleinere zu den beiden 
Seiten des Afters. Die Länge der Füsse beträgt zwei Drittel von der 
des Körpers, sie sind in beiden Geschlechtern gleich, die vordem etwas 
dicker als die hintern. Jeder Fuss trägt eine Borste an der Coxa, eine 
auf dem Trochanter, eine auf dem Femur, drei auf der Tibia und zwei 
am Tarsus, von denen eine sehr lang und dünn ist. Bei der Kralle 
befindet sich ein gestielter keilförmiger Haftlappen. Am Grunde des 
Tarsus steht noch eine keulenförmige Borste. Der After liegt gerade 
vor dem Hinterrande. Der Schnabel ist conisch, beträgt ein Fünftel der 
Körperlänge. Der ganze Körper ist grauweiss, die Füsse blassröthlich. 

Männchen: 0,50 mm. lang. 

Weibchen: 0,70 mm. lang, die Breite beträgt auch hier ein Drittel 
der Länge. Besitzt vier Borsten am Seitenrande des Körpers , in der 
Nähe der Insertion des dritten und vierten Fusspaares. 

Wohnort. Findet sich auf faulenden, stickstoffhaltigen Substanzen 
wie Käse u. a. Seine Hypopus-Form auf Insekten wie Ameisen, auf 
Ratten, auf andern Milben wie Gamasus coleoptratorum. 

11. Tyroglyphus carpio Kramer „Ueber T. carpio , eine 
neue Art der Gattung Tyroglyphus Latreille" (Archiv für Naturgesch. 
48. 2. Heft und Zoolog. Anzeiger 4. Jahrg. pg. 619). 

Diese Art ist bereits eingangs genau beschrieben, es erübrigt nur 
noch, deren Verwandtschaft zu erörtern. Kramer hat dieselbe wegen 
ihres auffallenden Merkmales, des Schwanzanhanges des Männchen, mit 
Recht als einen Dermaleichus ähnlichen Tyroglyphus bezeichnet und 
als Uebergangsform zwischen Dermaleichiden und Tyroglyphen auf- 
gestellt. 

Sieht man sich bei den Letzteren nach dem Analogon eines solchen 
Anhanges des Männchens um, so mag ein solches durch die Verlänge- 
rung des männlichen Hinterleibes von T. entomophaqus gegeben sein. 
Jedoch sind neben manchen Aehnlichkeiten die bedeutendere Kürze der 
Füsse und die Lage des Afters bei Letzterem durchgreifende Unterschiede. 

Eine Art, die sich betreffs des zweiten Charakteristiken — der 
Beborstung des Körpers — der in Rede stehenden Art auch nur an- 



zur Naturgeschichte der Milben. 23 

nähernd ähnlich verhalten würde, wäre vielleicht T. Kranierii. Jedoch 
ist diese durch die längliche Gestalt und das Vorhandensein mehrerer 
Borsten neben dem After, etwas grössere Dicke der Vorder- gegen die 
Hinterbeine und noch mehrere andere Merkmale auch im Weibchen 
von T. carpio zu unterscheiden. 

Haupt „Üeber Käfermilben um Bamberg" (11. Bericht der natur- 
forschenden Gesellschaft in Bamberg 1876. pg. 19) führt Arbeiten von 
Kramer an, darunter findet sich Folgendes: „„Ueber Tyroglyphus Latr. 
Tyroglyphus carpio Kram." daselbst (ist eine Sarkoptide)." Soll die 
in Parenthese beigefügte Bemerkung etwa ausdrücken, dass dieselbe 
keine echte Tyroglyphus- Art ist, so ist dies eine Behauptung, die nur 
darauf zurückzuführen ist, dass diese Art damals nur ganz oberflächlich 
bekannt war. 

12. Tyroglyphus rostro-serratus Meguin „Memoire anat. 
et zoolog. sur un nouvelle Acarien etc." (J. de Tan. et de la phys. 9. 

1873). 

Körper rechtwinklig, vor der Querfurche verschmälert, hinten vier- 
eckig und ausgeschnitten, an den Seiten nicht eingedrückt, weiss bis 
gelblich matt. Auf der Rückenseite liegen hinter der Ringfurche eilf 
dicke Höcker, von denen 10 symmetrische der Insertion von kurzen, ge- 
krümmten Borsten dienen. Schnabel röthlich, vorn spitz, oben an seinem 
Grunde ein Paar kurzer Borsten und ein anderes Paar am Ende des 
Epistoms. Die Palpen tragen an ihrem Ende zwei starke an ihrer 
Spitze hakenförmig gekrümmte, divergirende Borsten. Die Maudibeln 
sind verschmälert, stiletartig verlängert (ähnlich wie die von Psoroptes). 
Ihre beiden Scheerenglieder sind mit einander verschmolzen, der obere 
Theil überragt den untern, auf der Unterseite sind sie mehrfach einge- 
schnitten und stellen auf' die Weise jederseits eine feine Säge dar, 
welche dem Thiere zum Zerreissen der Zellen der vegetativen Gewebe 
dient. Deshalb erhielt es den Namen rostro-serratus. Die Unterlippe 
ist stark verlängert, mit Borsten versehen. Die Füsse besitzen sehr 
kurze, meist zu Dornen umgewandelte Borsten, die beim § stärker 
sind als beim $. Die Füsse sind ebenso lang, als der Körper breit, 
die hintern ein wenig schlanker als die vordem. Tarsen ziemlich lang, 
cylindrisch, an den Enden angeschwollen, mit einer starken Kralle, die 
beim § grösser ist als beim 9- Geschlechts- oder Saugnäpfe fehlen 
und sind durch zwei Chitinringe ersetzt. 

Männchen: lang 0,26—0,33, breit 0,15—0,18 mm. Ohne Höcker 
am Tarsus des vierten Fusspaares. Hinterleib viel kürzer als der des 
erwachsenen Weibchens, hinten schmäler, obgleich immerhin viereckig. 

Weibchen: lang 0,45—0,53, breit 0,22—0,26 mm. Die Epimeren 



24 Ludwig Karpelles: Beiträge 

des ersten Fusspaares verlängern sich nicht wie beim $ in ein un- 
paares Sternalstück. Der After sehr nahe dem Hinterrande, mit eiuem 
Chitinringe. 

Wohnort, Neben einer eigenthünüichen Anguillula- Art in grossen 
Mengen auf dem Champignon, Agaricus campestris L. gefunden. Führt 
denselben in kurzer Zeit in Moder über. 

(13.) Tyroglyphus translucens — Acarus translucens Nietuer 
„Eunemies of the coffee tree 1861." Die citirte Abhandlung war 
mir nicht zugänglich. Dem Werke von Murray „Economic ento- 
mology" Aptera pg. 275 kann ich nur entnehmen, dass diese Milbe 
einen durchsichtigen Körper hat, wie schon ihr Name sagt, und klein ist. 

Auch diese Art soll durch das Hinwegräumen der Cocciden des 
Kaffeebaumes nützlich sein, analog wie T. malus. Da an dieser Stelle 
keine weitere Beschreibung gegeben ist, so konnte ich diese exotische 
Art nicht in die systematische Uebersicht mit hineinziehen. 

Tyroglyphus Phylloxerae — Rhizoglyphus Phylloxerae Haller 
„Die kleinen Feinde der Phylloxera" (Annalen der Oenologie VII. 
3. Heft, Heidelberg 1878) habe ich auch nicht in die systematische 
Uebersicht mit hineingezogen, weil Haller selbst noch im Zweifel ist, 
ob diese Milbe nicht ein Entwicklungsstadium von Hoplophora sei. 

Tyroglyphus Mericourti Laboulbene „Description des quelques 
Acariens et d'une Hydrachue" (Annales de la soc. entomol. de France 
f J. 1851. pg. 302. pl. 9. fig. 4) ist eine Cheyletus-Art, wie später der 
Autor selbst (Notices sur ses travaux scientifiques 1866) zugiebt. Vrgl. 
die Anmerkung in Fumouze und Robin's Arbeit im Journal de l'anat. 
et la phys. 1867. pg. 508. 

Hering giebt in seiner Publication „Ueber Milben an und in kranken 
Kartoffeln'' (Jahreshefte des Vereins für vaterländische Naturkunde in 
Würtemberg 2. Jahrgang 1847. pg. 117 u. ff.) eine kurze Beschreibung 
und nicht detaillirte Abbildung von Tyroglyphus feculae Rayer, früher 
Acarus truncatus Hering. Ich halte diese Milbe entschieden nicht 
für einen Tyroglyphus, wegen der langgestielten Saugnäpfe an den 
Füssen, wegen des Fehlens der langen Borsten am Körper; es sind 
nämlich weder Rücken-, noch Seiten-, noch Hinterrandborsten vorhanden, 
ferner der viereckigen Gestalt wegen, die freilich auch bei Tyrogly- 
phus rostro-serratus vorkommt, jedoch ist bei T. feculae der Körper 
zugleich hinten breiter als vorn, was bei keiner Tyroglyphus-Art vor- 



zur Naturgeschichte der Milben. 25 

kommt. Ausserdem wegen der beiden seitlich gekrümmten Haken des 
Küsseis und des kurzen stumpfen Fortsatzes in der Mitte des Hinterleibes. 

Ich erlaube mir hier zu bemerken, dass ich die Trennung des 
Latreilleschen Genus Tyroglyphus in die beiden Gattungen Rhizo- 
glyphus Claparede und Tyroglyphus für ungerechtfertigt halte. Die- 
selbe ist darauf gegründet, dass letztere Saugnäpfe am Tarsus haben, 
erstere nicht, diese ferner an vegetabilischen, jene an animalischen 
Substanzen leben. Die Saugnäpfe am Tarsus sind jedoch bei Tyro- 
glyphus oft so minimal entwickelt, dass ihr etwaiges Fehlen erst bei 
genauer Untersuchung auffällt. Sie sind auch von vielen Autoren blos 
als Anschwellungen oder Höcker in der Nähe der Krallen beschrieben. 
Das zweite Merkmal aber kann wohl Murray selbst, der diese Unter- 
scheidung in seinem schon citirten Werke durchgeführt hat, nicht als 
durchgehend betrachten. 

Wenn man den vorher erwähnten T. feculae als Typus des Genus 
Rhizoglyphus, zu dem Murray ausser diesem aber noch T. echinopus, 
Phylloocerae, rostro-serratus und mycophagus stellt, betrachtet, so 
könnte diese Abtrennung noch gerechtfertigt erscheinen. Es müsste 
aber dann diese Art isolirt oder höchstens mit rostro - serratus ver. 
einigt diese Gattung „Rhizoglyjrfius" repräsentiren, da sie ebenso sehr 
von der Gattung Rhizoglyphus im Sinne Murray's als auch von Ty- 
roglyphus abweicht. 

Uebrigens muss ich noch bemerken, dass T. feculae nach Hering 
Saugscheiben an den Tarsen besitzt, während Murray ihn zu einem 
Genus stellt, für welches er das Fehlen derselben als charakteristisch 
angiebt! 

Ich selbst konnte dieser Art nicht habhaft werden. An einer 
Kartoffel, die ich in einem hohlen Baume fand, von welcher ein kleiner 
Theil bereits in Verwesung übergegangen war — also unter den gün- 
stigsten Verhältnissen — fand ich ausser Anguillula (spec. ?), Podu- 
riden, Stapbyliniden etc. von Milben nur eine Oribatide (HoplophoraJ, 
aber nicht die fragliche Tyroglyphus-Art. 

Tyroglyphus bicaudatus Gervais ist endlich ein auf Vögeln 
schmarotzender Sarkoptide und kein Tyroglyphus (C. Robin, Comptes 
rendus des seances de l'academie de sciences. Paris 1868. t. 66). 



26 Ludwig Karpelles: Beiträge 

II. Theil. 
lieber einen eigentümlichen Gamasiden. 

Unter den im Vorhergehenden beschriebenen Tyroglyphus , also 
ebenfalls auf der mit Essig durchtränkten Holzkohle, fand ich eine 
Milbe, leider nur in einem Exemplare, von dem ich ein Präparat auf- 
bewahre. Die Kürperform und namentlich die Luftröhrenöffnung mit 
ihrem Kanäle zeigen sofort, dass das Thier zur Familie der Gamasiden 
gehört. Vergl. Megnin „Monographie de la famille des Gamasides" (im 
Jouru. de Fanat. et de la phys. 12. 1876). Ich will zum Ueberflusse 
noch die kurze Charakteristik, die der gründliche Kenner der Gama- 
siden — Kramer — (Ueber Gamasiden, Archiv für Naturgeschichte 
1882 pg. 374 u. ff.) aufgestellt hat, hier anführen. ,,Gamasidae. Augen- 
lose Milben, welche im reifen Zustande Tracheen führen. Je eine 
Tracheenöffnung auf jeder Körperseite mit nach vorn verlaufendem 
Stigmalkanal, Taster fünfgliedrig, Mandibeln dreigliedrig, scheerenförmig 
(in seltenen Fällen wie bei Pteroptus und Derrnanyssus Q stechend)." 
Es entsteht vor allem die Frage, ob wir es hier mit einem Jugend- 
stadium oder mit einem entwickelten Thiere zu thun haben. Es fehlen 
die Geschlechtsorgane, dagegen ist das Rückenschild ungetheilt, so be- 
schaffen, wie es bei vielen Männchen der Gattung Gamasus der Fall 
ist und sind die Tracheenöffnungen vollkommen entwickelt (vergl. Kramer 
„Unterschiede zwischen alten u. jungen Gamasiden" Arch. f.Naturg. Bd. 45). 

Die Andeutung einer Sculptur lässt mit Bestimmtheit ein $ ver- 
muthen, obwohl auch die genaueste Untersuchung keinen Kanal und 
keine Oeffnung ergiebt. Hieran reiht sich naturgemäss die Frage nach 
der Stellung der Milbe im Systeme der Gamasiden. Von den 4 von 
Megnin (1. c.) aufgestellten Gattungen der Gamasiden kann man sie 
keiner ohne Weiteres einverleiben, wie eine Vergleichung mit der dort 
(pg. 296) gegebenen systematischen Uebersicht lehrt, dass sie den 
generibus Pteroptus und Uropoda nicht angehört, geht aus dieser 
Vergleichung sofort klar hervor. Es bleiben dann nur noch Derma- 
nyssus und Gamasus. 

Ich will nun wieder zur jüngsten Arbeit Kramers (Ueber Gamas. 
A. f. Nat. 1882) zurückgehen, um zu sehen, welchen der von ihm auf- 
gestellten Gattungen das vorliegende Thier entspricht. Er rechnet zu 
den Gamasiden die Genera: Uropoda De Geer, Trachynotus Kramer, 
Pteroptus Duj., Derrnanyssus Duj. , Sejus Koch und Gamasus L. 
Bei der zu betrachtenden Milbe ist nun das Capitulum nicht von einer 
vordem Erweiterung der Dorsalplatte überdacht, sie kann daher nicht 
zu den von Kramer mit Recht als Uropodiua zusamiuengefassten Gat- 
tungen Uropoda und Trachynotus gehören. Pteroptus und Sejus 



zur Naturgeschichte der Milben. 27 

sind ebenfalls ausgeschlossen, es bleiben nur Gamasus und Derma- 
nyssus. Wir gelangen also hier bei Kramer zu demselben Resultat 
wie bei Megnin. Ich glaube den richtigen Weg einzuschlagen, wenn 
ich das bezeichne, was dieses Exemplar mit jeder dieser beiden Gat- 
tungen gemein hat und was es davon unterscheidet. 

Mit Gamasus hat es die Lage , Beschaffenheit nud LäDge des 
Luftröhrenloches mit seinem Kanäle gemein, ferner wenigstens mit den 
Männchen vieler Arten die Beschaffenheit der Körperbedeckung, welche 
wie bei den echten Gamasus- Arten hart — chitinös — ist und aus 
einer Rücken- und einer Bauchplatte besteht. Die Beschaffenheit und 
Lage der Epimeren stimmt ganz, die der drei hintern Fusspaare mit 
den weiblichen Gamasus- Arten vollständig, überein, desgleichen der 
bewegliche Anhang des letzten Palpengliedes, während die Kopfröhre, 
die Mandibeln, die Palpen, deren letztes Glied nicht das kürzeste 
ist, so wie die Beschaffenheit des ersten Fusspaares, welches näm- 
lich nicht schmäler und länger ist als die andern , ferner endlich das 
Fehlen der Schulterborste diese Milbe von Gamasus unterscheidet. 

Mit DermanySSUS hat sie die Beschaffenheit der Füsse, die Körper- 
form, die übrigens auch bei einigen Gamasus-Arten ähnlich ist, die 
Gestalt und Lage des Afters, sowie die Beborstung gemein, während 
die harte Körperbedeckung, die Mandibeln und Palpen sie davon ganz 
deutlich trennen. Die an andern Orten aufgestellten Gattungen, so 
u. A. von Thoreil, habe ich so weit mir die betreffende Literatur zu- 
gänglich war, verglichen, ohne aber mehr Annäherung zu irgend einem 
dieser Genera herausgefunden zu haben, als zu Dermanyssus und 
Gamasus. Da ich nur ein Exemplar erhalten habe, so wage ich es 
nicht, weiter zu gehen, etwa eine neue Species von Gamasus aufzu- 
stellen. Vielleicht bin ich später so glücklich, auf Grund mehrerer Exem- 
plare, die sich möglicherweise noch in den Ständern der betreffenden 
Essigfabriken befinden und mir durch die Güte der Fabrikbesitzer zu- 
kommen, Weiteres darüber mittheilen zu können; oder es möge ein er- 
fahrenerer Acariologe sich dieser Sache annehmen. 

Im Kurzen füge ich noch die Beschreibung hinzu. 

Der Körper ist eiförmig, vorn breiter als hinten, wo er etwas 
stumpf abgerundet erscheint. Seine grÖsste Breite ist in gleichem Niveau 
mit der Insertion des zweiten Fusspaares, die Seiten schwach gerundet. 
Der ganze Körper ist von einer gelblichen, durchsichtigen Chitinhaut 
umhüllt, welche nur an zwei Stellen durchbrochen ist, vorn zum Durch- 
tritt des Capitulum, der Kopfröhre, dann am Abdomen durch eine ge- 
krümmte Querspalte zwischen den Epimeren des vierten Fusspaares. 
Aus der Analogie mit gewissen Gamasus -Männchen kann man den 
vor dieser Spalte liegenden Theil, also die ganze Platte als „Bauchschild" 



28 Ludwig Karpelles: Beiträge 

bezeichnen — es zeigt beiläufig in seiner Mitte, zwischen den Epimeren 
des dritten Fusspaares, eine feine Sculptur und hat mehrere Borsten. 
Den übrigen Tbeil der Chitinbekleidung, welche den Theil des Abdo- 
mens von der queren Durchbrechung bis zum Hinterraude und dann 
umgeschlagen den ganzen Rücken bedeckt, kann man das „Rückenscbild" 
nennen. An den Seiten, wo diese beiden Theile in einander ohne Ab- 
grenzung übergehen und auf seiner Ventralfläche hat dieser Theil 
Borsten. Der Stigmalkanal unterbricht das Bauchschild, zwischen den 
Epimeren des dritten und vierten Fusspaares beginnend, bis über die 
des zweiten hinaus. Hinter der erwähnten Spalte beider Schilder liegt 
ein kolbenförmiges, bewegliches Gebilde jederseits, welches dem Brust- 
stiele Claparede's bei den sechsfüssigen Tyroglyphus-LsLwen in seiner 
Gestalt gleicht. Was sie wohl zu bedeuten haben, ist mir hier ebenso 
wenig wie dort klar geworden, sie haben aber jedenfalls ihren Ursprung 
unter der Chitindecke. Der After liegt knapp vor dem Hinterrande des 
Körpers, von einer fast fünfeckigen Chitinleiste umrahmt. Ueber diesem 
sah ich einen Kothballen von kugelförmiger Gestalt. 

Die Mundtheile sind mir selbst nach der ausführlichen Darlegung 
von Kramer „Zur Naturgeschichte einiger Gattungen aus der Familie 
der Gamasiden", wohl in Folge davon, weil ich sie nicht zerlegen konnte, 
nicht klar geworden. Deutlich sind die scheerenförmigen Mandibeln 
und die Palpen, die man ganz gut mit Berlese ,,Polimorphisme et par- 
thenogese de quelques Acariens (Gamasides)", (Archiv italienne de Bio- 
logie tom. II. fasc. I. 1882. Turin) im Gegensatze zu den andern Aca- 
riologen als sechsgliedrig bezeichnen kann , wenigstens ist dies bei der 
vorliegenden Art vollkommen gerechtfertigt. Das unterste (sechste) 
Glied ist das grösste und breiteste und hat die Form eines Kegelstutzes, 
das nächste (fünfte) ist ebenso wie die folgenden Glieder mehr oder 
weniger cylindrisch, das vierte ist an seiner Basis ebenso wie das zweite 
eingeschnürt, dieses ausserdem noch an seiner Spitze nach innen vor- 
gezogen, so dass es einem umgekehrten Kegelstutze gleicht. Dieses 
Glied ist zugleich auch das kürzeste, ihm zunächst stehen an Länge 
das fünfte und vierte Glied, die beide gleich lang sind. Das dritte 
Glied ist um ein Geringes grösser als das letzte resp. erste, das also 
wie schon hervorgehoben bei Weitem nicht das kleinste Palpenglied ist. 
Alle Glieder mit Ausnahme des sechsten und fünften tragen wenigstens 
zwei Borsten, das erste hat deren vier, das zweite drei. Der Zahn am 
Ende des ersten Gliedes ist ebenso lang wie dieses und tief gabelig 
gespalten. Er dient nach Berlese (1. c.) zum Reinigen des ersten Fuss- 
paares, nach Haller, den Berlese zu widerlegen suchte, zum Ergreifen 
der Beute. Die letztere Ansicht scheint mir in Bezug auf diese Art 
wenigstens ganz entschieden die richtigere zu sein, schon wegen der 



zur Naturgeschichte der Milben. 29 

Dicke des ersten Fusspaares, im Gegensätze freilich zu den meisten 
bekannten Gamasas- Arten und wegen der Art der Beweglichkeit dieses 
Anhanges, der sich wohl sehr behende vor- und einwärts, aber nur 
sehr wenig nach seitwärts bewegt, sondern es vollführen die ganzen 
Palpen selbst die seitlichen Bewegungen mit, indem sie erst eine Drehung 
ausführen. 

Die Füsse sind sämmtlich gleichgestaltet, fünfgliedrig. Die Coxa 
ist das breiteste aller Glieder, hat mehr oder weniger Trapezform. Die 
Trochanteren sämmtlicher Füsse sind an ihrem proximalen Ende stark 
eingeschnürt, so dass sich dieses Glied der Keilform nähert. Das Femur 
ist fast ganz cylindrisch, die Tibia an ihrem distalen Ende an allen 
Füssen in einen Fortsatz ausgezogen, so dass sie einem schiefen, um- 
gekehrten, abgestutzten Kegel in der Form nahekommt. Die Tarsen 
sämmtlicher Füsse tragen langgestielte Haftlappen von rundlicher mehr- 
(fünf)lappiger Form. Die Tarsen der drei hintern Beinpaare verjüngen 
sich von ihrem proximalen Ende bis zu ihrem distalen, so dass sie 
ziemlich schlank sind, die des vordersten Beinpaares sind jedoch mehr 
stabförmig, fast in ihrer ganzen Länge gleich dick und da auch alle 
andern Glieder dieses Beinpaares dicker sind als die der übrigen , so 
erhält dieses Fusspaar ein plumpes Aussehen , ausserdem ist dieser 
Tarsus viel stärker beborstet, als alle andern Tarsenglieder. Solcher 
kurzer, starker Borsten hat jedes Glied mindestens zwei bis drei. Was 
die Länge der einzelnen Fussglieder betrifft, so ist (wie schon gesagt) 
der Tarsus das längste, ihm zunächst steht der Trochanter, diesem die 
Coxa, dann folgen Femur und Tibia; die Füsse selbst sind alle 
gleich lang. 

Die Epimeren der vier Füsse jeder Seite stossen an einander und 
sind mehr oder weniger viereckig mit gebogenen Seiten, die des zweiten 
Fusspaares sind am grössten , dann folgen die des dritten ; die des 
vierten und ersten Fusspaares sind fast gleich gross. Es sind keine 
Gruben am Bauche zum Zurückziehen der Füsse vorhanden. 

Die Farbe ist eine durchgehends gleiche, gelblich mit einem Stich 
in's Bräunliche. 

Die Länge beträgt 0,60 mm., die grösste Breite 0,25 mm. 

Das Thier beobachtete ich einige Zeit noch lebend auf der von 
T. carpio bevölkerten, feuchten Holzkohle. Es war auf der Oberfläche 
nur sichtbar, wenn es von einer Höhlung sich in die andere begab. 
Daraus, dass es immer in die kleinen Ritzen und Löcher der Kohle 
hineinlief, ohne zur Ruhe zu kommen, ist wohl zu schliessen, dass es 
nicht in seinem Elemente war, vielleicht konnte es den Essig nicht 
vertragen. Seine Bewegungen waren behende wie die der meisten Ga- 
masiden. Mehrere Exemplare von T. carpio, die ich mit dieser Milbe 



30 Ludwig KarpeUes: Beiträge 

zugleich auf den Objectträger brachte, bearbeiteten mit ihren hin- und 
hergehenden Mandibeln das weit grössere Thier, ohne dass dieses ver- 
möge seiner Chitinbedeckuug davon besonders beunruhigt zu sein schien. 
Ich konnte mir nicht Gewissheit darüber verschaffen, ob die Milbe ge- 
legentlich vielleicht eine kleine Larve von dieser Tyr oglyplius - Art 
angreift, worauf wohl die Beschaffenheit der vorstreckbaren Mandibeln 
schliessen lässt. Dann wäre in dieser Art gleich ein natürlicher Feind 
jener gefunden. Nach Mittheilungen von der Insterburgschen Fabrik, 
wurde diese Milbe — durch ihre Grösse und Schnelligkeit leicht unter- 
scheidbar — bereits dort unter den Tyroglyphen gesehen , man müsste 
dann allerdings das unstäte Aufsuchen der Höhlungen von diesem Thiere 
anders deuten und es erscheint andererseits dadurch wahrscheinlich, 
dass sie gelegentlich die Tyr oglyplius- Art angreift. 

Ich habe die Arten von Gamasus selbst, da die beschriebene Art 
doch höchst wahrscheinlich, trotz der Unterschiede, die ich anführte, 
dieser Gattung angehört, und zwar diejenigen derselben, die ich zer- 
streut in der Literatur fand und ferner die von Kramer beschriebenen 
und eingetheilten Species damit verglichen. 

Aus den erstem ergab sich mir merkwürdiger Weise am meisten 
Aehnlichkeit mit Gamasus thalassinus Grube „Ein Ausflug nach 
Triest und dem Quarnero" Berlin 1861. pag. 134. Sofort ist diese 
Art jedoch von der fraglichen dadurch verschieden , dass sie hinten 
breiter ist als vorn. Ausserdem schliesst ja das Vorkommen allein 
schon eine Identität aus und mag die gefundene Aehnlichkeit zum nicht 
geringen Theile aus der nur sehr kurzen Beschreibung und (einzigen) 
Abbildung von der Rückenseite, ohne weiteres Detail, entspringen. Je- 
doch ist die Beschaffenheit der Füsse und der Körperbedeckung ähnlich. 

Nach Kramer's systematischer Uebersicht komme ich am frühesten 
zu Gamasus trispimdosiis, wenigstens scheint mir die Kopfrandfigur, 
die Kramer im Gegensatze zu Megnin für systematisch wichtig hält, am 
meisten mit dieser Art übereinzustimmen. Die daselbst gegebene Be- 
schreibung spricht nur vom Weibchen, dessen Rückenschild ebenfalls 
eine einzige Platte darstellt, was ein ähnliches Verhalten beim Männ- 
chen wenigstens vermuthen lässt. Die Form der Haftlappen stimmt 
aber mit der dort allerdings nur vom Weibchen beschriebenen nicht 
überein. Da ich jedoch die genannte Art nicht selbst kenne und 
nirgends über beide Geschlechter derselben etwas finde, so darf ich die 
Möglichkeit, dass hier vielleicht das Männchen derselben vorliegt, nicht 
rundweg leugnen, obzwar diese Identität nur eine sehr geringe Wahr- 
scheinlichkeit für sich hat und es noch eher möglich ist, dass die be- 
schriebene Art gar nicht zur Gattung Gamasus gehört. 



zur Naturgeschichte der Milben. 31 



III. Theil. 

Neue Nothrus-Arten. 

Literatur. 

1. C. L. Koch, Uebersicht des Arachnidensystems. 1. Heft. Nürn- 
berg 1837. pg. 114. 

Das andere Werk dieses Autors „Deutschlands Crustaceeu, Myria- 
poden und Arachniden'' war mir nicht zugänglich. 

2. M. Nicolet, „Histoire naturelle des Acariens terrestres", Archives 
du Museum d'histoire naturelle t. VII. 1855. pg. 381. 

3. A. E. Grube, „Verzeichniss der Arachniden Liv-, Kur- und 
Esthlands", Sep. Dorpat 1859. Aus dem Archiv für Naturkunde Liv-, 
Kur- und Esthlands. II. S. 1. Bd. pg. 299 — 466. Nothrus venosus 
Gr. und sechs Koch'sche Species. 

4. Thor eil, Om Arachnider fron Spetsbergen och Beeren Eiland. 
Ofversigt af Kongl. Vestenskaps Akademiens förhandlingar 1871. Nro. 6. 
Stockholm, pg. 683—702. Nothrus borealis. 

5. Canestrini et Fanzago, Nuovi Acari Italiani. Atti de Soc. 
Ven. Trent. Sc. Natur. 1876. vol. V. fasc. I. pg. 99—111. Nothrus 
cirrosus, N. dorsatus und N. Annaniensis. 

6. Haupt, „Ueber Käfermilben um Bamberg." 11. Bericht der 
naturforschenden Gesellschaft, in Bamberg 1876, pg. 1 — 33. Enthält 
die Wohnorte der in Deutschland gefundenen Kochschen Nothrus-Arten, 
ferner neun neue Species und kritische Bemerkungen zu Nicolets Arten 
dieser Gattung. 

7. Michael, A contribution to the knowledge of British Oribatidae. 
Journal of the Royal microscopical society. II. 1879. pg. 225 — 251. 
Enthält 5 Nothrus- Species. 

8. Ashmead, On a mite preying on the orange scale Insect. 
Canadian entomologist vol. XI. 1879. London, pg. 93 — 94. Nothrus 
oviformis? = Oribates aspidioti. 

9. A. Berlese, Acari, Myriopodi e Scorpioni Italiani. Fascicolo I. 
Padova 1882. Nothrus theleproctus (Herrn.), K., N. Doderleini 
Berlese. 

10. Haller, Die kleinen Feinde der Phylloxera. N. mutilus. 



In der entomologischen Abtheilung des kgl. Berliner zoologischen 
Museums fand ich drei neue, exotische Nothrus- Arten, deren kurze 
Beschreibung ich im Folgenden gebe. Da sich die Thierchen auf 



32 Ludwig Karpelles: Beiträge 

Papier aufgeklebt befinden , so kann sich die Beschreibung nur auf 
Aeusserlichkeiten beziehen. Jedoch sind trotzdem alle drei Arten wohl 
charakterisirt und schon durch die Körperform kenntlich. 



1. Nothrus Kornhub eri mihi (Archiv für Naturgeschichte 
1883.) 

Der Körper ist im Umrisse fast fünfeckig, vorn schmäler als hinten, 
das Abdomen mit den sehr deutlich vou einander getrennten Häuten 
der drei Larvenstadien ist gross, auffallend einem Füllhorne ähnlich. 
Diese eigentümliche Form des Hinterleibes ist für diese Art am meisten 
charakteristisch. Der Cephalothorax ist dreieckig und ragt nur wenig 
unter dem Abdomen hervor, so dass der ganze Körper die Gestalt des 
Letztern erhält. 

Die beiden Stigmen liegen einander genähert auf der Oberseite 
des Cephalothorax knapp vor dem Vorderrande des Hinterleibes, re- 
spective der letzten Haut. Die sonst so charakteristischen Stigmen- 
borsten fehlen an dem mir vorliegenden Exemplare. 

Das Abdomen von der schon hervorgehobenen, auffallenden Ge- 
stalt ist oben stark gewölbt, hinten kurz ausgerandet, unten eiförmig. 
Die vier deutlichen Häute sind durch wulstförmige, erhabene, gelbliche, 
breite Ränder abgegrenzt. An den Seiten und hinten sind sie sehr 
regelmässig gefurcht und zwischen den Furchen erhaben. Namentlich 
die unterste dieser fast gleichmässig von einander entfernten Abthei- 
lungen zeigt diese Sculptur besonders deutlich. Die so deutlich geschie- 
denen Häute sind alle kurz behaart. Die Behaarung nimmt von oben 
nach unten zu. 

Von den Mundtheilen sind mir die Palpen deutlich zu erkennen, 
sie verlaufen gerade von vorn nach hinten und sind kaum merklich 
kolbig verdickt, sie sind ebenfalls kurz beborstet. 

Die beiden vordersten Fusspaare, von denen das erste die Mund- 
werkzeuge derart bedeckt, dass auch auf der Unterseite des Thieres 
von denselben nichts als die eben erwähnten Palpen zu sehen sind, 
sind knapp hinter einander inserirt. Das erste Fusspaar ist ganz ge- 
rade nach vorn, das zweite etwas nach der Seite gerichtet. Die beiden 
hintern Fusspaare sind einander ebenso wie das erste und zweite sehr 
genähert und sind nach hinten und aussen , respective nach der Seite 
gerichtet. Die Linie, die man sich an der Insertion des dritten Fuss- 
paares von einer Seite zur andern gezogen denkt, halbirt die Ventral- 
fläche des Thieres. Die Füsse sind fünfgliedrig. Ihr zweites Glied 
ist am längsten und stärksten. Alle endigen mit drei kleinen, schwachen, 
einwärts gekrümmten Krallen. Alle Glieder sind behaart. Die Tarsen 



zur Naturgeschichte der Milben. 33 

sind ganz mit brauuen Haaren bedeckt. Das zweite und dritte Fuss- 
paar sind um ein Geringes länger als das erste und vierte. 

Die Farbe des ganzen Körpers ist mit Ausnahme der Randwülste 
der vier Häute dunkelbraun. 

Von Hilgendorf in Japan, Hakodate, gesammelt. 

Ich fasse die Charakteristik folgendermassen zusammen: 

Corpus pentagonale brunneitm, cephalotorace minuto, abdomine 
valde convexo, cornui copiae simillimo, scutis larvarum nympha- 
rumque subellipticis, elatis marginibus jlavescentibus aucto. Totum 
corpus, pedes palpique setis eiwtis brunneis tecta; tarsi tridactyli. 

Meinem hochverehrten Lehrer Prof. Dr. Andreas Ritter von Korn- 
huber in Wien, zu Ehren benannt. 



2. Nothrus pileiformis n. sp. 

Körper oval, vorn breit, hinten schmal. Die von den Häuten des 
Larven- und Nymphenstadiums bedeckten Stücke, von denen drei deut- 
lich gesondert sind , zeigen eine längliche Form und besitzen alle vorn 
einen seichten, keilförmigen Einschnitt, der für diese Art charakteristisch 
ist. Der Hinterrand des Abdomens wird dadurch,, dass dasselbe von 
beiden Seiten ziemlich stark convergirt , zu einer aufsteigenden, mehr 
oder weniger scharfen Kante, so dass das ganze Thier, von der Seite 
gesehen, die Form einer Mütze (pileus) erhält, weshalb ich diese Art 
„pileiformis'''' nenne. Stigmenborsten fehlen, hintere Anhänge sind am 
Abdomen nicht vorbanden. Die Füsse sind gleich lang, schlanker als 
bei N. Kornhuberi, mit 3 Krallen versehen, sie sind beborstet, die 
einzelnen Borsten sind relativ länger, aber weniger zahlreich als bei 
der vorhergehenden Art. Der Körper zeigt gar keine Borsten. Die 
Farbe ist ähnlich der vorigen Art dunkelbraun, jedoch mit weissen 
Rändern der Larven- und Nymphenhäute. 

Von Zimmermann in Pennsylvanien gesammelt. 

Das entomologische Museum besitzt zwei Exemplare, ein kleineres 
und ein grösseres, dem das dritte Fusspaar fehlt. 

Von der vorigen Art verschieden durch die Körperform dieser, 
Schlankheit der Füsse, dann dadurch, dass bei N. Kornhuberi vier, 
bei JV '. pileiformis nur drei Stücke deutlich gesondert sind, ferner 
dadurch, dass der Körper ohne, die Füsse mit weniger aber längeren 
Borsten versehen sind, dann von N. Kornhuberi und der folgenden 
Art durch den bezeichneten Einschnitt und das zu einer Kante zu- 
sammengezogene Abdomen. Ein fernerer Unterschied besteht in der 
sehr feinen Sculptur der freien Oberflächentheile. 

XXVIII. Heft i. 3 



34 L. Karpelles: Beiträge zur Naturgeschichte der Milben. 

Corpus ovale brunneum nudum, abdomine in posteriore parte 
compresso, pileo simillimo, seutis larvarurn (f) nympharumque 
ovatis, marginibus in fronte insectis, subalbidis aucto. Pedes 
setis oblongis brunneis tecti; tarsi tridactyli. 



3. Nothrus malleolus n. sp. 

Körper elliptisch, im dorsoventralen Durchmesser vorn verkürzt, so 
dass derselbe von vorn nach hinten aufsteigt. Ebenfalls mit nur drei 
deutlich gesonderten Häuten auf der Rückenfläche des Abdomens. Das- 
selbe ist hinten in einen fast geraden, nur wenig nach aufwärts ge- 
krümmten, knopfförmigen , stumpfen Fortsatz zusammengezogen. Nur 
das unterste von den durch die Larven- und Nymphenhäute be- 
grenzten Stücken zeigt eine deutliche Sculptur, die beiden andern, vor- 
nehmlich das mittlere, zeigen dieselbe schon schwächer, sind aber mit 
kurzen Borsten versehen. Füsse wie bei der vorigen Art. Schwärz- 
lich braun gefärbt, die Ränder der Häute heller braun. Die Form mit 
vorderer Deprimation, der stumpfe hintere Fortsatz, die Beborstung des 
mittleren Stückes und die Sculptur charakterisiren diese Art. 

Ebenfalls von Zimmermann in Penusylvanien gefunden. 

Nach dem knöpfchenartigen Fortsatze „malleolus" benannt. 

Corpus ovale brunneum, in superiore parte setosum, abdomine 
in posteriore parte in malleolum contractu, sciäis larvarurn (?) 
nympharumque ovatis, marginibus subfuscis aucto. Pedes setis 
oblongis brunneis tecti; tarsi tridactyli. 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft I.J 35 



Der Entwicklungsgang der Psociden 
im Individuum und in der Zeit. 



Von 
H. J. Kolbe in Berlin. 



Der Aussenraud der noch in Scheiden steckenden Flügel vieler 
Psocidennymphen ist kräftig gekerbt oder kerbig gezähnt, während der- 
selbe Flügelrand bei den vollkommenen Insecten eine einfache Kand- 
ader bildet. Es giebt indessen einige Gattungen, nämlich Amphi- 
entomum, Perientomum und Thylaoc, bei denen auch im vollkom- 
menen Stadium der individuellen Ausbildung der Flügelrand gleichwie 
bei den Nymphen kerbig gezähnt erscheint. Da diese Gattungen ausser- 
dem mehrere Anzeichen von einem nymphoidalen Character in ihrer 
Körperbeschaffenheit besitzen , z. B. pergamentartige Flügel und theil- 
weise einen deutlichen Prothorax {Thylaoc), sowie von einem alterthüm- 
lichen Typus, z. B. ein ursprüngliches Flügelgeäder , Schmetterlings- 
schuppen auf den Flügeln, eine grössere Anzahl von Fühlergliedern, 
zahlreiche Sporne an den Beinen, mehrfache Bezahnung der Klauen, 
eine sporadische Verbreitung und frühzeitiges Auftreten in dem Erden- 
zeitalter , so liegt die Vermuthung nahe, dass sie zu den unteren Glie- 
dern in der Organisationsreihe der Psocidengruppen gehören und, ob- 
gleich Imagines. noch im Nymphenkleide wandeln, welches die oberen 
Glieder der Gruppenreihe abgelegt haben, die dadurch den Typus der 
recenten Periode bilden. 

Aber nicht nur dies schon entwickeltere Nymphenstadium bildet 
den Imagotypus der unteren Glieder in der phylogenetischen Gruppen- 
reihe, sondern die Stadien der noch jüngeren Nymphenformen mit kurzen 
Flügelrudimenten und sogar der eben dem Ei entschlüpften unge- 
flügelten Lärvchen sind in den untersten Psocidengruppen als die nicht 
weiter zur Ausbildung gelangten Imagines repräsentirt. Diese kleinen 
ungeflügelten Psocidenformen (Atropidae) sind in der Grössenentwicke- 
luug sehr zurückgeblieben, besitzen eine Länge von '/u bis höchstens 
2 mm. und gleichen so in Körpervolumen und Organisation vollkommen 
den jüngsten Larven (Nymphen) der höher entwickelten Gattungen. 
Auch besitzen die kleinen ungeflügelten Formen, welche wir der Kürze 
wegen ,,Atropiden" nennen, keine Ocellen, gleich den Larven und 

3* 



36 II J. Kolbe: der Entwicklungsgang der Psociden 

Nymphen der höher stehenden Formen. Ausserdem ist bei ihnen in 
derselben Weise der Prothorax gut entwickelt. 

Die <>anze phylogenetische Reihe der Entwickelungsstufen, wie sie 
ontogenetisch in der individualen Entwickelung eines der obersten 
Glieder des Psocidenstammbaums , z. B. eines Psocus sich abspielt, 
finden wir in zahlreichen älteren Gattungen phylogenetisch wiederum 
repräsentirt. Das sind sowohl solche Gattungen, die noch gegenwärtig 
leben, als auch fossile, unter denen einige, z. B. Sphaeropsocus und 
Empheria, höchst interessant sind. Jene noch lebenden, veralteten 
Typen, welche die präimaginalen Stadien der höchsten Entwickelungs- 
stufen repräsentiren, treten indessen sehr zurück gegen die zahlreichen 
und weit verbreiteten Gattungen dieser oberen Glieder der ganzen Reihe« 

Es zeigt sich in der Entwickelungsreihe der Psocidengruppen das 
untrügliche Bild der allmählichen Vervollkommnung. Das Hauptentwicke- 
luugsmoment bilden indessen, genau so wie in dem Individuum, die 
Flügel. Die unvollkommensten Formen sind flügellos, neben einem sehr 
kleinen Körper; die vollkommensten mit kräftigen Flügeln versehen, die 
einem grossen Körper angehören. Es ist ein merkwürdiger, in allen 
hierher gehörigen Gattungen ausgesprochener Entwickelungstrieb, dieses 
Streben der kleinsten Formen, Flügel zu bekommen. Und wie noch 
viel merkwürdiger ist es: die Flügelrudimente nützen zu nichts, am 
allerwenigsten zum Fliegen. Eine seeundäre Bedeutung mag ihnen 
allerdings wohl zukommen. Es ist, so scheint uns, der reine, unbe- 
einflusste Vervollkommnungstrieb, der auf dem Wege allmählicher Ent- 
wickelung aus Kleinem Grosses schafft. Wohl nicht in erster Linie 
aus dem Bedürfniss zum Fliegen haben hier aus rudimentären Anfängen 
sich Flügel gebildet, sondern aus dem Grunde, weil ihnen überhaupt 
als Insecten Flügel zukommen. Es gehört, zur Natur der Insecten, diese 
sonderbaren, zum Fluge dienenden Dorsalanhänge zu besitzen. Danach 
wären also nur diejenigen Insecten als vollkommen zu bezeichnen, 
die gut geflügelt sind und diejenigen ungeflügelten, die nachweislich 
ihre Flügel verloren haben. 

Die Aufeinanderfolge der Bildungsstufen der Psociden betrachte 
ich in der folgenden Weise, wobei man zu beachten beliebe , dass die 
individuelle Entwickelungsreihe eines Vertreters der letzten, am voll- 
kommensten ausgebildeten Gruppe (Psocidae genuina) als Norm gilt, 
auf deren präimagiuale Stadien sich sämmtliche älteren Formen als 
Imagines gruppenweise und in gerader Aufeinanderfolge beziehen. 

1. Gruppe: Atropidae. 
Imagines im primitivsten Nymphenstadium, ohne Flügel, höchstens 
mit einem aderlosen Rudiment jederseits auf dem Mesothorax au Stelle 



im Individuum und in der Zeit. 37 

der Yorderfliigel. Prothorax frei, deutlich und von den übrigen Tho- 
racalsegmenten an Grösse nicht oder kaum verschieden. Ocellen fehlen. 
Fühler 14— 29gliedrig. M axillarlade gewöhnlich 3spitzig. Ovarialröhren 
weniggliedrig. 

Alle hierher gehörigen Formen sind sehr klein und zart, nur in 
wenigen Gattungen und Arten bekannt und mit einigen Ausnahmen 
nur sporadisch vorkommend und selten: Tichobia, CerobasiS, Hype- 
retes, Lepinotus, Atropos, Troctes und Tropusia. 

2. Gruppe: Psoquillidae. 

Imagines im 2. Nymphenstadium mit einem Paar verkürzter, per- 
gamentartiger und wenig geäderter Flügel am Mesothorax. Prothorax 
wie in der ersten Gruppe. Ocellen fehlen. Fühler 15- oder mehr- 
gliedrig. Maxillarladeu mit 3 ungleichen Spitzen. 

Sehr kleine uud sehr sporadische Insecten : Psoquilla und Sphaero- 
psocus, letztere ausgestorben. 

3. Gruppe: Empheriidae. 

Imagines im 3. bis 4. Nymphenstadium stehend, mit 4 pergament- 
artigen Flügeln, ursprünglicher Nervatur und gekerbtem Flügelrande. 
Bei Bertkania (nur 9?) fehlen die Flügel. Prothorax frei, deutlich 
und etwas verlängert. Ocellen fehlen oder sind vorhanden. Fühler 
mit meist zahlreichen Gliedern. Maxillarlade ungleich 2- bis mehrspitzig. 

Sehr kleine bis mittelgrosse, sehr sporadische und meist ausge- 
storbene Formen: Empheria (fossil), Thylax, A7'chipsocus (fossil), 
Palaeopsocus (fossil), Bertkania, Mhyopsocus und Embidopsocus. 

4. Gruppe: Caeciliidae. 

Imagines in den letzten Nymphenstadien stehend, mit 4 pergament- 
artigen bis hyalinen Flugein, entweder ursprünglicher oder differenzirter 
Nervatur und gekerbtem bis querrunzligem Flügelrande. Flügelmembran 
meistens behaart, bei den Perientomini mit Schuppen bedeckt. Pro- 
thorax versteckt und sehr schmal, bei den ungeflügelteu Weibchen 
einiger Arten frei und deutlich. Ocellen immer vorhanden. Fühler 
fast in allen Formen 13-gliedrig. Maxillarlade am Ende mit 2 kurzen 
gleichen Spitzen oder ungleich 2-spitzig. 

Diese Gruppe umfasst zahlreiche und theilweise weitverbreitete 
Gattungen und Arten. Die phylogenetisch älteren Formen (Periento- 
mini, Neurosema, Calopsocus u. a.) sind sehr ursprünglich organisirt, 
namentlich verräth die Nervatur und Membran der Flügel der beiden 
letzteren Gattungen einen sehr alten Typus , der sich noch auf Neu- 
Guinea bezw. Ceylon erhalten hat. Die übrigen Formen (Caeciliini 
und Stenopsocini) haben einen weniger eingekerbten Flügelrand; es 



38 Kolbe: der Entivickelungsgang der Psociden etc. 

erscheint bei diesen jedes Kerbstück als eine aufgelöste Querrunzel. 
Bei Stenopsocus will zuweilen die Randader einfach erscheinen, indem 
die Querrunzeln verschwinden. Es gehören hierher: die Perientomini 
(Perientomum, Amphientomum und Syllisis), Neurosemini (Neuroseina), 
Calopsocini (Calopsocus), Psyllipsocini (Psyllipsocus) , Polypsocini 
(Polypsocus), Dypsocini (Dypsocus), Caeciliini (Caecilius, Tricho- 
psocus, Philotarsus, Amphipsocus , Kolbia, Pseudopsocus), Setero- 
psocini (Heteropsocus, Hemipsocus, Rhodopteron) und Stenopsocini 
(Propsocus, Stenopsocus und Graphopsocus). 

Alle diese sind grösstenteils mittelgrosse und grössere Formen. 

5. Gruppe: Psocidae genuina. 

Imagines im letzten und vollkommenen Entwickelungsstadium stehend, 
ausgerüstet mit 4 hyalinen Flügeln, differenzirter Nervatur, einfacher 
Randader und immer unbehaarter Flügelmembran. Prothorax sehr kurz 
und versteckt (bei den ungeflügelten Q_ einiger Arten frei und deut- 
lich). Ocellen immer vorhanden. Fühler immer 13-gliedrig. Maxillar- 
lade mit 2 ungleichen Spitzen. 

Hierher gehören ausser kleinen und mittelgrossen Formen die 
grössten Arten der Familie. Diese grössten Formen der vollkommensten 
Bildungsstufe der ganzen Reihe blicken herab auf die sehr kleinen An- 
fänge der niedrigst organisirten Gruppe der Atropiden, die ihre Urahnen 
repräsentiren. Folgende Gattungen und Gattungsreihen bilden diese 
vollkommenste Psocidengrnppe: Peripsocini (Peripsocus, Gerontion), 
Elipsocini (rterodela, Elipsocus und Mesopsocus) und Psocini (Blaste, 
Amphigerontia, Myopsocus, Porropsocus, Neopsocus, Psocus, Cerasti- 
psocus [Cerastis], Syngonosoma, Eremopsocus und Thyrsophorus). 

Diese aus niederen Anfängen bis zu vollkommener Ausbildung der 
Formen sich aufbauende Organisationsreihe der Psocidengruppen 
macht uns kundig in dem Gange der Natur und in der Wissenschaft 
von der natürlichen Folge der Evolutionstypen, i. e. Genera. Wie hier 
so betrachten wir überhaupt die Insectenwelt, bezw. die zahllosen ein- 
zelnen Gruppen, aus denen sie sich zusammenschaart, aus dem Gesichts- 
punkte, wie die Natur selbst sie uns vorstellt. 

Notiz. Vorstehende Abhandlung begann ich eigentlich nur als ein 
Referat über eine frühere Arbeit von mir, betitelt: „Das phylogenetische 
Alter der europäischen Psocidengruppen" (10. Jahresber. d. Westf. Vereins 
f. Wissensch. u. Kunst. Münster 1882 p. 18 - 27), um dasselbe für den 
Literaturbericht in dem zweiten Hefte dieser Zeitschrift (1883) zu verwerthen. 
Doch entwickelte sich der Stoff unter meinen Händen zu dem Ganzen, 
welches ich hier in kurzen Andeutungen mitgetheilt habe, so dass ich 
mich veranlasst sah, aus der hier übrigens unverändert gelassenen ursprüng- 
lichen Einleitung des geplanten Referates über die obige Arbeit eine eigene 
Abhandlung zu gestalten. 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft I. 39 



Zur Frage über die Quintessenz des Characters 
im Habitus einer zoologischen Species. 



Von 
H. J. Kolbe. 



Eine einmal gebildete (entstandene) Species bleibt gewöhnlich 
innerhalb ihrer Grenzen und vermengt sich nicht mit den nahe ver- 
wandten Formen ). Die Folge davon ist ein bestimmter, nur innerhalb 
der betreffenden Species ausgebildeter Habitus, der mit Worten nicht 
völlig, wie es scheint, ausgedrückt werden kann. Die Ursache dieses 
exclusiven Characters jeder Species hat, wenn wir auf seine Eutstehungs- 
und Ausbildungsweise recurriren wollen, wohl zur Ursache die gleiche 
Lebensweise aller Angehörigen derselben Species gegenüber der ver- 
schiedenen der Verwandten. Dasselbe gilt für die Racen (junge Species). 
Bei jeder der verschiedenen Menschenracen (auch bei den Volksstäm- 
men, Völkerschaften, Nationen) liegt der Character und der äusserliche 
Unterschied von den anderen Racen vornehmlich im Habitus des gan- 
zen Körpers, wie auch seiner Theile. Und dadurch wird jede der 
Racen specialisirt. 

Ich wurde zur Verzeichnung obiger Gedanken veranlasst durch 
den folgenden Fall. In meiner im Jahre 1880 publicirten Monographie 
der deutschen Psociden beschrieb ich p. 127 unter dem Namen Steno- 
psocus Lachlani eine etwas fremdartige , von mir in Westfalen auf 
Kiefern (Pinus silvestris L.) entdeckte Species genannter Gattung, die, 
obgleich äusserst nahe mit dem Stenopsocus hnmaculatus Steph. 
verwandt, doch auf mich den Eindruck machte, dass sie von dieser Art 
verschieden sei, während thatsächliche und durchgreifende Unterschiede 
unter dem Mantel des verschiedenartigen Habitus nicht aufzufinden 
waren. Characteristisch zeigte sich bei St. Lachlani ein von St. 
immaculatus abweichender Habitus, der die Quintessenz mehrerer 



') Selbst sich abzweigende Racen (die wir als werdende Arten be- 
zeichnen zu dürfen glauben) scheinen eine selbständige Lebensrichtung 
einzuschlagen und zu verfolgen und sich mit der Stammform nicht zu 
vermischen. 



40 H. J. Kolbe: zur Frage über die Quintessenz des Characters 

völlig stabiler Unterschiede zu bilden schien, nämlich geringere Grösse, 
dunklere Färbung, kürzeres Pterostigma und zartere Statur bei St. 
Lachlani. Doch ein diagnosticirender Unterschier], welcher in einem 
fixirten Unterscheidungsmoment begründet wäre, Hess sich nicht finden; 
und die Zweifel meiner neuropterologischen Correspondenten über die 
Anfrechterhaltung meines St. Lachlani schienen daher gerechtfertigt. 
Mir selbst wurde es ein wenig warm ob dieses Falles einer zweifel- 
haften Species, die ich aufgestellt und sogar nach einem unserer aus- 
gezeichnetsten Neuropterologen benannt hatte. Nichts konnte mich in- 
dessen bestimmen, sie dennoch mit lmmacidatus zu identificiren; denn 
alle von mir als St. Lachlani angesprochenen Formen tragen jenen 
eigenthümlichen Character im Habitus, der sie sogleich von ihrem 
genannten Gattungsgenossen unterscheidet. 

Vor Kurzem hat Mr. Mac Lachlan eine grössere Anzahl von 
Stenopsocus- Formen in den Vogesen gesammelt und mir zur Durch- 
sicht zugesandt, ob sich vielleicht St. Lachlani darunter befinde. 
Eine Durchmusterung dieses und meines eignen Materials und eine 
genaue Prüfung aller Körpertheile hat mich endlich einen fixirten 
Unterschied zwischen beiden Arten auffinden lassen. Derselbe besteht 
in der verschiedenen Länge des ersten Tarsengüedes aller Beine. Das 
erste Tarsenglied ist bei St. Lachlani immer kürzer als bei St. im- 
inacidatus. Beispielsweise ist an den Hintertarsen des lmmacidatus 
§ das lte Glied 3mal so lang als das 2te, bei Lachlani § nur 
doppelt so lang als das 2te; ähnlich bei dem Q von Immaculatus 
an denselben Tarsen das lte Glied ein wenig mehr als doppelt so lang, 
bei Lachlani nicht ganz doppelt so lang als das 2te. Also auch diese 
Verhältnisse tragen zu dem Habitus des St. Lachlani in der Weise 
bei, dass bei dieser Art gemeiniglich alles kürzer erscheint, als bei 
St. immaculatus; auch die Flügel sind im Verhältnis« meist kürzer, 
die Nervatur derselben ist beschränkter; das Pterostigma ist bei letzterer 
Art gewöhnlich lang, schmal und gleich breit, bei ersterer kürzer, in 
der Vorderhälfte fast immer breiter und in der Mitte des Hinterrrandes 
winklig ausgezogen. Doch finden sich zuweilen auch bei lmmacidatus, 
z. B. bei dem einzigen von Mc. Lachlan in den Vogesen gefundenen 
Stücke, Formen, die ein Pterostigma, ähnlich wie St. Lachlani, be- 
sitzen. Als einen ferneren Unterschied haben wir noch die verschie- 
dene Grösse und Stellung der Augen zu verzeichnen, wodurch nament- 
lich das männliche Geschlecht beider Arten unterschieden ist. St. im- 
maculatus g hat grosse, kuglige Augen, die auf der Stirn ziemlich 
nahe beisammenstehen, so dass der Zwischenraum zwischen beiden 
Augen kaum hreiter ist, als der Durchmesser jedes Auges. Die Augen 
des St. Lachlani § sind deutlich kleiner, und der Zwischenraum auf 



im Habitus einer zoologischen Species. 



41 



der Stirn wenigstens um die Hälfte breiter als der Durchmesser eines 
Auges. Ferner scheinen bei dem heller gefärbten Immacidatus die 
Antennen immer dunkler zu sein, als bei Lachlani, bei jener Art 
schwarz, hier braun. Dies ist die Diagnose der beiden Arten: 



Stenopsoc. immaculatus St. 

Corpore pattido, cdis elon- 
gatis; pterostigmate lineari, 
elongato, rarissime latitudine 
inaequali, ad marginem posti- 
cum, venidam versus transver- 
salem, vix vel rarissime angu- 
lato ; 

$ oculis magnis, globosis, 
interstitio verticali inter ocidos 
vix latiore utriusque ocidi dia- 
metro ; 

$ oculis minus distantibus 
quam in St. Lachlani; 

tarsorum posticorum ar- 
ticido primo in § triplo, Q. 
plus duplo longiore seeundo. 



Stenopsocus Lachlani K. 

Corp ore fuscescente, minore 
alisque brevioribus St. imma- 
culati; abdomine cinerascenti- 
albido; pterostigmate me- 
dioeri, fumato, parte apicali 
latiore, postice venulam versus 
transversalem distinete angu- 
lato; 

$ oculis paxdo minoribus 
quam in St. immaculato, inter- 
stitio verticali inter ocidos di- 
midio latiore utriusque oculi 
diametro; 

Q. oculis sat valde distan- 
tibus; 

tarsorum posticorum ar- 
ticulo primo in $ duplo, $ 
vix duplo longiore seeundo. 



Merkwürdigerweise finden sich unter den 12 von Mr. Mc. Lac hl an 
eingesandten Vogesenbewohnern 1 1 St. Lachlani und nur 1 Imma- 
culatus, während in Westfalen letztere Art viel häufiger ist. Dass 
St. Lachlani auf die Kiefer (Pinus silvestris) fast völlig beschränkt ist, 
habe ich seit 1879 immer bestätigt gefunden und ebenso dass Imma- 
culatus namentlich Laubhölzer (Quercus, Fagus, Acer) liebt, ohne ge- 
legentlich Pinus und Abies zu verschmähen. 

Wenn wir unserm Nachsinnen und Combiniren Kaum geben, 
welche von den beiden Stenopsocus-Arten die Stammform sei, so scheint 
St. Lachlani für die ältere Art gehalten werden zu müssen. Seine 
Flügel sind kürzer und neigen mehr zu dem Character des Nymphen- 
stadiums als bei Immaculatus ; das Pterostigma ist breiter und hinten 
gewinkelt, ein Zeichen, dass das Geäder der Ursprünglichkeit näher 
liegt; die Lebensweise auf Pinus, dem Abkömmling aus der paläo- 
zoischen und altmesozoischen Flora, characterisirt auch seine Bewohner. 
Stenopsocus immaculatus hingegen, ans Sprösslingen des alten St. 



4-2 Kolbe: zur Frage über die Quintessenz des Characters etc. 

Laehlani entstammend, welch' letzterer noch von der Urzeit her in den 
Coniferenwäldern sein Dasein fristet, hob leichter beschwingt sich 
hinaus in die Wälder der Neuzeit, die aus Quercus, Fagus und andern 
dicotyledonischen Baumpflanzeu entwickelt sind; seine Flügel sind länger, 
die Augen haben sich mehr entwickelt und sind, zumal im männlichen 
Geschlecht, eingerichtet zu einem weiten Blicke: die Beine wurden ge- 
streckter, während die ältesten und älteren Genera kürzere Beine und 
kürzere Tarsenglieder besitzen; der ganze Körper erscheint jugendlicher 
als der des grauen und gleich seinen Kieferwäldern dürr aussehenden 
St. Laehlani. St. Laehlani steht dem St. stipmaticus, der zuerst 
von Imhoff und Labram aus der Schweiz beschrieben wurde, nicht 
fern, so dass seine systematische (und phylogenetische) Stellung zwischen 
Stipmaticus und Immaculatus, mit jenem von unten begonnen. Dieser 
Stipmaticus stammt demnach von uoch älteren Ahnen. Und seine 
Lebensweise auf Dicotyledonen macht uns glauben, dass er von seiner 
Stammform, einer wahrscheinlich Coniferen bewohuenden ausgestorbenen 
Art, sich emanzipirt hat und die Laubwälder aufsuchte. Die Flügel- 
nervatur erscheint noch ursprünglicher als bei den 2 anderen Steno- 
psocus Arten, da das Pterostigma deutlich dreieckig ist. 

Wir glauben mit diesen unseren dargelegten Ansichten über die 
Ursachen und den Lauf des Geschehenen, und die Erklärung gegen- 
wärtiger Erscheinungen und Resultate aus den Xaturverhältnissen und 
dem in die Organismen hineingelegten Bildungstriebe der Vergangen- 
heit nicht so sehr fehl zu schiessen, dass es sich nicht der Mühe ver- 
lohnen sollte, in ähnlichem Sinne noch weiter zu forschen. 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft I.] 43 



Neue südamerikanische Käfer. 

Von 
Th. Kirsch in Dresden. 

(Zweites Stück. 1 ) 



Elateriden und Lyciden. 

Semiotus punctatostriatus Cand. 
Ein Stück von 30 Mill. Länge in Ecuador bei 1500 M. Höhe ge- 
funden, fällt nicht nur durch die bedeutendere Grösse, sondern auch 
durch die abweichende Sculptur und eigentümliche Färbung der Flügel- 
decken auf. Die Punktitreifen derselben sind weniger tief, die Zwischen- 
räume daber weniger gewölbt, als bei den Bogotaner Stücken, die Naht 
an der Basis, der 2., 4. und 6. Zwischenraum hellgelb, die übrigen 
bräunlich roth, die Punktstreifen dunkler. 

Semiotus Linnei Guer. 
Einige Stücke aus Ecuador und 2 aus Colombien (im Wald bei 
Lebonday, 2100 M.); die ersteren von gewöhnlicher Färbung und 
Sculptur, die letzteren aber etwas abweichend, da? eine durch Ueber- 
handnehmen der gelben, das andere der schwarzen Färbung. Bei dem 
helleren Stücke die Punkte am Scheitel gröber und häufiger, der schwarze 
Scheitelfieck nach dem mittleren Zahne des Kopfschildes hin wieder 
verbreitert, Kopf und Halsschild roth, wie bei der von Candeze (Revis. 
p. 182) erwähnten Varietät aus Ecuador, die Punktreihen der Flügel- 
decken paarweise genähert und die dieselben überziehenden schwarzen 
Linien nach der Basis hin ausserordentlich fein, so dass die innere 
und vordere Hälfte der Flügeldecken fast ganz gelb erscheint. Bei 
dem dunklen Stücke ist der Kopf mit Ausnahme der gelben Zähne 
ganz schwarz, das Halsschild fast l 1 /- Mal so lang als breit, die 
schwarzen Streifen der Flügeldecken paarweise fast zusammenfliessend, 
so dass jedes Paar nur noch durch eine äusserst feine gelbe Linie 
getrennt erscheint, das erste Paar an der Naht in der hinteren Hälfte 
vollständig verflossen. Das Analsegment hinten ganzrandig, also §, 
zeigt keine Längsgruben. 



l ) Erstes Stück Bd. XXVII. 187. 



44 Th. Kirsch: 

Semiotus singularis nov. spec. 

Subelongatus, glaber, nitidus, sanguineus, vertice, antennis 
(basi excepta), vittis duabus prothoracis, scutetto, clytris versus 
apicem macvlisque abdominis nigris; capite antice triangulato, 
basi fortiter punctata; prothorace subparallelo , lateribus ante 
medium obtuse angulato; elytris apice acuminatis, laevibus, striis 
suturali et marginal! distinetis. Long. 21, lat. 5' -• Mill. 

Patria: Ecuador (altit. 1500 Met.). 

Am nächsten mit S. Schaumii Guer. verwandt. Der Kopf zwischen 
den beiden vorstehenden Ecken tief eingedrückt, der Eindruck unten 
ebenfalls in eine kurze Ecke auslaufend, roth, auf dem Scheitel schwarz 
und zerstreut grob punktirt. Die Fühler bis an die Hinterecken des 
Halsschildes reichend, schwarz, nur die ersten beiden Glieder roth. 
Das Halsschild l 1 / 2 Mal so lang als breit, vor den Hinterecken leicht 
ausgebuchtet, vor der Mitte stumpfeckig verbreitert, der Rand etwas 
aufgebogen, innerhalb der Vorderecken napfförmig vertieft, oben auf 
der Scheibe zerstreut seicht punktirt. roth mit 2 schwarzen an der 
Basis sich vereinigenden Längsbinden und auf der Unterseite mit einem 
schwarzen Fleck jederseits vor der Mitte. Das Schildchen der Länge 
nach eingedrückt, glänzend schwarz. Die Flügeldecken ganz von der 
Form wie bei S. Schaumii Guer., glatt, nur die tief eingedrückten 
Naht- und Randstreifen vorhanden; die Färbung an der Basis blutroth 
gegen die Mitte allmählig dunkler, nach der Spitze hin schwarz. Die 
Unterseite gelblich, die ersten 4 Hinterleibssegmente jederseits mit einem 
am Hiuterrand liegenden schwarzen Fleck , die Mitte der Hinterbrust 
und die Beine mehr gelblich roth. 

Semiotus aeneovittatus nov. sp. 

Elongatus, glaber, nitidus, supra stramineus, macula verti- 
cali, disco prothoracis vittaque laterali elytrorum aeneis; fronte 
bidentata, prothorace subconico, clytris ultra medium parallelis, 
apice emarginatis. Long. 15, lat. 4 Mill. 

Patria: Ecuador, Huamboya. 

Eine zierliche , schon an der Zeichnung leicht kenntliche Art, die 
wohl in die Nachbarschaft von S. niqricolUs Cand. gestellt werden 
muss. Der Kopf fast ganz ohne Punkte, vorn mit 2 starken horizontal 
vorgestreckten Zähnen , röthlich gelb mit erzgrünem vorn halbrunden 
Scheitelfleck. An den Fühlern die beiden ersten Glieder roth, die 
übrigen schwarz, das vorletzte den Hinterrand der Mesosternalgrube 
erreichend. Das Halsschild um V 1 länger als hinten breit, von der 
Basis an bis zur Spitze geradlinig verengt, die Seiten niedergedrückt, 
die Scheibe gewölbt, zerstreut punktirt, dunkelerzgrün. Das Schildchen 



neue südamerikanische Käfer. 45 

etwas länger als breit. Die Flügeldecken nicht ganz dreimal so lang, 
als das Halsschild, bis weit hinter die Mitte gleichbreit, dann zusammen 
zugespitzt, an der Spitze einzeln tief ausgerandet, der Nahtzahn kürzer, 
als der äussere, punktirt gestreift, der dritte Zwischenraum an der Basis 
nicht erhabener, als die übrigen, der 4. und 5. Streifen an der Basis 
tief eingedrückt; die erzgrüne Längsbinde von der Schulterecke aus- 
gehend, 2 bis 3 Zwischenräume umfassend, parallel dem Seitenrande 
bis zur Spitze verlaufend. Die Unterseite braunroth, nur das Proster- 
nuiu und der Flügeldeckenumschlag unter der Schulter gelb und die 
Gegend der Prosternalnähte geschwärzt. 

Semiotus supplicans nov. sp. 

JSlongato-elliptieus, nitidus, rufo-brunneus, elytris stramineis; 
capite mutico, sparse punctato, fronte impressa; prothorace sab- 
quadrato, antice paullo angustato, sparse punctato, disco pubes- 
eente, lateribus flavo-marginato, intra latera vitta nigricante; 
elytris pone humeros dilatatis, basi gibbosis, upice bidentatis, 
glabris, punctato -striatis, regione scutellari fossulata. Long. 18, 
6 Mill. 

Patria: Colombia (Pasto, 2800 Met.). 

Die Art steht zwischen S. stramineus und conicicollis Cand. und 
hat mit dem ersteren die Behaarung des Halsschildes, mit dem anderen 
die unbehaarten Flügeldecken und die Schildchengrube gemein. 

Der Kopf röthlich, vorn ohne Zähne, zerstreut punktirt, auf der 
Stirn breit eingedrückt; die Fühlerglieder länger, nach ihrer Spitze hin 
wenig verbreitert, schwarz, die beiden ersten und eine schmale Längs- 
linie auf der Vorderseite der folgenden roth. Das Halsschild kaum 
länger, als an der Basis breit, nach vorn wenig und geradlinig verengt, 
zerstreut punktirt, längs der Mitte fast glatt, die Scheibe röthlich, 
jederseits von einer schmalen, schwärzlichen , nach innen verwaschenen 
Längsbinde eingefasst, der Seitenrand gelb. Das kleine etwas längliche 
Schildchen in einer viel weiteren Grube stehend. Die Flügeldecken 
nicht ganz dreimal so lang und an den Schultern breiter, als das 
Halsschild, hinter denselben noch verbreitert, der Rand über den Epi- 
sternen der Hinterbrust horizontal abstehend, über der Spitze der 
Hinterschenkel etwas aufgebogen, sie sind hinter dem Schildchen stark 
gewölbt, an der Spitze ausgerandet, punktirt -gestreift, die Punkte der 
Streifen schwarz umflossen, auf der inneren vorderen Scheibe gestreift- 
punktirt, die schwarzen Flecke um die Punkte viel grösser. 

Semiotus capucinus Cand. 
Zwei auf dem Tolima in Colombien bei 4000 Met. Höhe gefundene 
Exempl. sind 15 Mill. lang und 5 Mill. breit. 



46 Th. Kirsch. 

Semiotus carinicollis nov. sp. 

Elongatus, pubescens, niger, elytris brunneis; capite mutico, 
parumpunctato, fronte impresso,; antennis tenuibus; prothorace 
latitudine basali vix longiore, antice partim angustato, crebre 
punctato, disco utrinque longitudinaliter impresso, medio cari- 
nato; elytris fortiter punctato -striatis, apice subtruncatis, basi 
non gibbosis et foveatis. Long. 16, lat. 47? Mill. 

Patria: Colombia (Paramo de Hm'la, 3500—4000 Met.). 

Dem S. capucinus Cand. sehr ähnlich, aber an der ausgezeich- 
neten Sculptur des Halsschildes leicht zu erkennen. 

Schwarz, nur die Flügeldecken, mit Ausnahme der Basis, die bis 
zur Schildchenspitze ebenfalls schwarz ist, röthlichbraun, greis behaart. 
Der Kopf ohne Zähne, vorn reichlicher, hinten sparsamer punktirt, 
die Stirn tief dreieckig eingedrückt. Die Fühler mit dem 8. Gliede 
die Hintereckeu des Halsschildes erreichend. Dieses hinten am brei- 
testen, von da nach vorn bis vor die Mitte geradlinig, dann im Bogen 
um 1 I* verengt, oben wenig gewölbt, ziemlich dicht punktirt, mit durch- 
laufendem, etwas stumpfen Mittelkiel und jederseits desselben wie inner- 
halb der Seiten tief eingedrückt. Die Flügeldecken von der Schulter 
bis zu 3 A der Länge wenig, dann im Bogen schneller verschmälert, an 
der Spitze schwach abgestutzt, an der Basis ohne Grube, hinter dem 
Schildchen viel schwächer gewölbt, als bei S. capucinus Cand., stark 
punktirt- gestreift, die Zwischenräume namentlich nach hinten gewölbt, 
sehr einzeln behaart. 

Deromecus profugus nov. sp. 

Elongatus, griseo-pubescens, niger, antennarum basi, proiho- 
racis margine antico utrinque, abdomine postico pedibusque rufo- 
vel fusco testaeeis-, fronte convexa, dense punctata, antennarum 
articulis 2. et 3 aequalibus; prothorace latitudine postica pauüo 
longiore, apicem versus parum angustato, crebre subtiliter punc- 
tato; elytris punctato- striatis, apice leviter emarginatis, Stria 
suturali dimidia basali impressa. Long. 8, lat. 2 Mill. 

Patria: Colombia (Paramo de Chiles, 4000 Met.). 

Die vorn scharf gelandete Stirn, der nach unten gerichtete Mund, 
die einfachen Tarsen und die ganze Form verweisen die Art zu der 
Gattung Deromecus, wo sie an castaneipennis Sol. einen nahen 
Verwandten findet. 

Der Kopf gewölbt, dicht punktirt, auf dem Scheitel ein scharf 
eingeschnittenes Längsgrübchen; die Fühler dunkelbraun, nach der 
Basis hin lichter. Das Halsschild etwas länger, als am Grunde breit, 
nach vorn ziemlich geradlinig um V« verengt, dicht punktirt, der Vorder- 



neue südamerikanische Käfer. 47 

rand jederseits hinter den Augen gelblich. Die Flügeldecken punktirt 
gestreift, die Punkte der Streifen etwas entfernt stehend, die Zwischen- 
räume durch zerstreute Punkte und kleine flache Eindrücke uneben, 
die ersten Streifen, namentlich der Nahtstreifen auf der Basalhälfte 
tiefer eingedrückt, die Spitze sehr seicht ausgerandet. 

Pomachilius canaliculatus nov. sp. 

Elongatus, dense flavido - pubescens , niger; fronte obsolete 
canaliculata; prothorace latitudine fere sesquilongiore , lateribus 
parallelo, disco medio longitudinaliter canaliculato, angidis posticis 
paidlo divergentibus , carinatis; elytris punctato-striatis , apice 
truncatulis , basi ultra medium (sutura margineque laterali eoc- 
ceptis) rufis; femoribus et segmento anali rufis, tibiis tarsisque 
nigro-fuscis. Long. 9, lat. 2 Mill. 

Patria: Colombia (Cocha, 2800 Met.). 

In die Nähe von P. hiosurus Cand. gehörend. Kopf und Hals- 
schild ganz dicht punktirt und mit anliegenden gelben Härchen be- 
kleidet, der erstere sehr schwach der Länge nach eingedrückt; an den 
Fühlern nur das erste Glied an der Basis roth. Das Halsschild sehr 
viel länger als breit, parallelseitig, längs der Mitte der Scheibe einge- 
drückt, der Vorderrand hinter den Augen und die wenig divergirenden 
Hinterecken röthlich. Die Flügeldecken schwarz, auf der Basalhälfte, 
mit Ausschluss der Naht und des Seitenrandes roth, die rothe Färbung 
reicht neben der Naht am weitesten nach hinten. Unten schwarz, nur 
das Analsegment und die Schenkel gelbroth, die Schienen und Tarsen 
trübbräunlich. 

Pomachilius scapularis Cand. 
Von dieser Art wurde in der Gegend von Pasto (Colombia) ein 
Stück von 8 Mill. Länge gefunden. 

Agelasinus viridis Cand. 
Zu dieser Art glaube ich ein in der Umgegend vou Popayan 
(Colombien) gefundenes Stück gehörig, dessen Unterseite glänzend 
schwarz mit ziemlich breit gelb gerandetem Analsegment und dessen 
Flügeldecken dunkelblau mit einer, Basis und Spitze nicht berührenden, 
das mittlere Drittel einnehmenden gelben Längsbinde. 

Pyrophorus tessellatus Cand. 
In der Umgegend von Mindo (Ecuador) bei 1500 M. Höhe ge- 
funden , ohne jede Spur eines Leuchtflecks auf dem Halsschild. Die 
schwarzen Würfelflecke der Flügeldecken so häufig zusammengeflossen, 



48 Th. Kirsch: 

dass die Scheibe mit Ausnahme des 3. und 5. Zwischenraumes beinahe 
schwarz erscheint. 

Cosmesus electus Cand. var. nov. pauper. 

Vitta elytrorum angustissima, pone medium abrupta. Long. 
8, lat. 2 Mill. 

Patria: Colombia (Pasto, Aponte, 2200 Met.) 

Diese Form übertrifft die bei Bogota vorkommende an Grösse, 
unterscheidet sich aber nur durch etwas schwächere Behaarung und 
sehr schmale, auf den 3ten Zwischenraum beschränkte, hinter der Mitte 
abgekürzte, nicht nach aussen umgebogene Längsbinde. 

Lygistopterus succinetus Latr. var. a. Bourg. 
Ein Stück, auf der Tour zwischen Popayan und Pasto nach dem 
Cerro Munchique bei 2500 Met. Höhe gefunden , zeigt den Rand des 
rothen Schulterflecks auf den Flügeldecken ziemlich breit gelb eingefasst. 

Calopteron Bourgeoisi nov. sp. 

Obovatum, postice fortiter dilatatum, brevissime pubeseens, 
nitidiäum, nigritm, elytris obscure violaceis, fascia lata pone 
medium flava; prothorace latitudini basali aequilongo, medio 
longitudinaliter carinato, disco anterius confertim punetato, an- 
gidis posticis parum divergentibus ; scidello anguste emarginato; 
elytris quadricostatis, interstitiis areolis transversalibus grossis, 
costa accessoria interstitii quinti Uli C. cyanei Er. aequali. Long. 
14, lat. max. 10 Mil. 

Patria: Ecuador (San Florencio, Camino de Manabi, 1700 Met.) 

Von den zur Gruppe des C. cyaneum Er. gehörenden Arten durch 
die grössere Breite der Flügeldeckenbinde verschieden, in welcher Be- 
ziehung nur C. Steinheilii Bourg. ihm nahe kommt, bei letzterem liegt 
aber die grösste Breite der Flügeldecken näher der Mitte, auch hat der 
5te, äusserste Zwischenraum keine accessorische Längsader. 

Das Halsschild so lang, als hinten breit, vorn schmal gerundet, 
der ziemlich gerade, aufgeworfene Seitenrand von der Scheibe durch 
eine Reihe grober, verfliessender Punkte abgesetzt, die Scheibe hinter 
dem Vorderrande bis fast zu l /i der Länge gedrängt stark punktirt. 
Die Flügeldecken mehr violet als blau, der Hinterrand der breiten, 
mehr als x i der Flügeldeckenlänge einnehmenden, etwas schräg nach 
hinten und innen gerichteten Querbinde noch vor der grössten Breite 
der Flügeldecken liegend. 



neue südamerikanische Käfer. 49 

Calopteron quadrimaculatum nov. sp. 

Oblongum, subnudum, opacum, nigrum; prothorace conico, 
latitudine basali breviore, basi bisinuato, medio longitudinaliter 
carinato, carina postice subeanalicidata; elytris pone medium 
paidlo dilatatis, quadricostatis , interstitiis grosse areolotis, ma- 
cidis duabus flavis, una basin occupante, altera ante apicem 
oblonga. Long. 9, lat. max. 4 Mill. 

Patria: Bogota (Frailijon, 2800 Met.). 

Nach Bourgeois's Anordnung neben C. Mühlenbeckii Bgs. gehörend. 
Das Halsschild an der Basis fast doppelt so breit als lang, von den 
Hinterecken, die nicht über die Fluchtlinie des Seitenrandes nach aussen 
vortreten, nach vorn geradlinig um V 3 verschmälert, der Vorderrand 
in der Mitte kaum vortretend, die Vorderecken abgerundet, die Basis 
zwei Mal gebuchtet, der Mittelkiel hinter der Mitte leicht gerinnt. Die 
Flügeldecken an den Schultern schnell, dann bis hinter die Mitte noch 
allmählig erweitert, an der Spitze einzeln abgestumpft, mit vier Längs- 
adern, deren zweite hinten abgekürzt in die erste mündet, die Zwischen- 
räume derselben mit grossen meist länglichen Felderchen . nur die des 
äussersten zum Theil quer; von den beiden gelben Flecken nimmt der 
eine die ganze Basis ein, nur den äussersten Saum des Seitenrandes 
freilassend, der andere vor der Spitze von länglicher Form, von der 
Naht etwas weiter entfernt, an den Seiten den Saum berührend. 

Calopteron biplagiatum nov. sp. 

Elongato-obovatum, subplanum, pubescens, nitidulum, nigrum, 
elytris obscure coeruleis, macula oblique transversa, discoidali, 
pone medium, flava; prothorace basi longitudine latiore, apicem 
versus recte attenuato, medio longitudinaliter carinato, angidis 
posticis divaricatis; coleopteris ellipticis, apice acuminatis, tri- 
costatis, costa prima ante apicem seeundae adneoca, interstitiis 
areolis rnagnis transversis. Long. 14, lat. max. 6 Mill. 

Patria: Colombia (Pasto prope Cocha, 2800 Met.) 

Mit 0. binotatum Guer. nahe verwandt, doch (teste Bourgeois) 
speeifisch davon verschieden, die allgemeine Form gestreckter, nament- 
lich die Flügeldecken hinten länger zugespitzt, das Halsschild nach vorn 
mehr verschmälert, der gelbe Fleck auf den Flügeldecken grösser. 

Das Halsschild etwas kürzer, als hinten breit, von den rechtwinklig 
nach aussen gerichteten Hinterecken nach vorn geradlinig verschmälert, 
die Vorderecken deutlich eckig, der Vorderrand von oben gesehen vorn 
schwach dreieckig zugespitzt. Die Flügeldecken mit drei ganzen Längs- 
adern und der Andeutung einer vierten in dem dritten Zwischenraum 
auf der Mitte der Scheibe, der gelbe Querfleck von der ersten bis 

XXVIII. Heft i. 4 



50 Th. Kirsch: 

dritten Längsader reichend, die grossen queren Felderchen in den 
Zwischenräumen, auf der Mitte des dritten durch eine kurze hin- und 
hergebogene Längsader getheilt. 

Ein bei 4000 Met. Höhe in der Umgebung von Chiles gefundenes 
Stück hat mehr gerundete Vorderecken des Halsschildes und etwas 
einzeln abgerundete Spitzen der Flügeldecken. 

Calopteron lepidum Bourgeois. 

Colombia. Die Stammform wurde bei Silvio, die Var. a bei Toribio 
gesammelt; bei dem <§ der letzteren Form sind die Queradern der 
inneren Zwischenräume häufig geschwunden, so dass die Felderchen 
als langgestreckte Rechtecke erscheinen. 

Calopteron lepidulum nov. sp. 

Subparallelum, opacum, nigrwm; proihorace latitudine basali 
breviore, antice rotundato, medio longitudinaliter carinato, lateA 
ribus paullo reflexis, medio subsinuatis, angulis posticis divari- 
catis, acuminatis, Immeros superantibus ; scidello late emarginato ; 
elytris quadricostatis , costis 2. et 4. magis elevatis, interstitiis 
quadrato-areolatis, dimidia apicali, sidura et costis fere totis 
parce hrevissime pubescentibus , flavis, interstitio quinto in parte 
basali vena longitudinali diviso. Long. 9, lat. 2 1 /-' Mill. 

Patria: Ecuador (Banos-Pintuc, 1500 M.) 

Dem C. lepidum Bourg. nahe stehend, doch durch den Bau des 
Halsschildes und die Färbung und Sculptur der Flügeldecken leicht 
von dieser Art zu unterscheiden. Das Halsschild ist nach der Basis 
hin breiter, die lang ausgezogenen nach ihrer Spitze hin plötzlich ver- 
dünnten Hinterecken umfassen die Schultern der Flügeldecken. Das 
Schildchen ist hinten breit und tief ausgebuchtet. Die Flügeldecken 
haben unter der Schulter im äussersten Zwischenraum eine denselben 
fast bis zur Mitte theilende Längsader; die gelbe Färbung der Spitzen- 
hälfte zieht sich auf der Naht und den Längsadern bis nahe zur Basis. 

Calopteron bisignatum nov. sp. 

Obouatuni, planatum, opacum, pxdtescens, nigrum, in elytru 
macula subrotunda, flava, interstitii tertii pone medium; <m- 
tennis utriusque sexus serratis; proihorace transverso, medio 
longitudinaliter carinato, margine antico et basali subrectis, laA 
terali sinuato, angulis anticis rotundatis, posticis breviter diva- 
ricatis; elytris pone medium dilatatis, apice acuminatis, tri- 
costatis, interstitiis transverse areolatis, Q. alis nullis. Long. 6, 
lat. max. 37« Mill. 

Patria: Colombia (Tolima, 4000 Met.) 



neue südamerikanische Käfer. 51 

Am nächsten der Gruppe von bellum und pusillum Ksch. ver- 
wandt, aber durch einfachen Mittelkiel des Halsschildes abweichend. 

Schwarz, grau pubescent; das Halsschild an der Basis fast doppelt 
so breit als lang, die Hinterecken vor dem Hinterrande nach hinten 
nicht vortretend, rechtwinklig seitwärts gerichtet, die Vorderecken und 
die Seiten bis hinter die Mitte gerundet, vor den Hinterecken gebuchtet. 
Die Flügeldecken mattschwarz, an der Basis etwas schmäler, als das 
Halsschild, der Seitenrand unter den gekielten Schultern verborgen, 
nach hinten bis zu 3 A der Länge um mehr als das Doppelte verbreitert, 
hinten gemeinschaftlich zugespitzt, mit drei Längsadern, deren Zwischen- 
räume gefeldert sind , der dritte hinter der Mitte am breitesten mit 
Andeutung einer Längsader auf der Mitte und mit einem ziemlich 
runden die 2te und 3te Längsader berührenden gelben Fleck. 

Calopteron nervosum nov. sp. 

Anguste obovatum, nitidulum, pubescens, nigrum, elytrorum 
costis postice flavis; antennis § flabettatis, 9 serratis; prothorace 
transverso, antice leviter produeto, angulis anticis rotundato, late- 
ribus reflexo, subsinuato, tnedio longitudinaliter carinato, angulis 
posticis divergentibus ; scutello ovato; elytris pone medium modice 
dilatatis, tricostatis, interstitiis areolatis, areolis transversalibtis. 
Long. 87?, lat. max. 3 72 Mill. 

Patria: Colombia (Toribio, 1600 Met.). 

In die Gruppe des C. dietyon Ksch. gehörend. Das Halsschild 
um die Hälfte breiter als lang , vorn in der Mitte fast dreieckig vor- 
gezogen, an den Vorderecken abgerundet, dann an den Seiten schwach 
ausgebuchtet, die Hinterecken schräg nach hinten und aussen gerichtet, 
der Hinterrand zweimal gebuchtet. Das Schildchen eiförmig, in der 
Mitte vertieft. Die Flügeldecken fast elliptisch, dicht hinter der Mitte 
am breitesten, mit 3 Längsadern, von denen die erste nach hinten fast 
erlischt und die dritte die Schulterecke als Längskiel umzieht, die 
Zwischenräume mit etwas queren Felderchen; schwarz, schwach glän- 
zend, äusserst kurz pubescent, auf der Spitzenhälfte Naht, Seitenrand- 
saum und die 2te und 3te Längsader gelb. 

Calopteron morio nov. sp. 
Elongato- obovatum, fere opacum, pubescens , totum nigrum; 
antennis $ flabellatis, Q. serratis; prothorace longitudine sesqui- 
latiore, antice perparum angustato, medio longitudinaliter cari- 
nato, angulis anticis rotundatis, posticis $ subobtusis, Q. br ernte r 
acuminatis; scutello oblongo, postice obiuso, § angustiore, Q la- 
tiore; elytris pone medium leviter dilatatis, tricostatis, interstitiis 



52 Tk. Kirsch: 

dvabus internis et quarto areolatis, areolis transversis, tertio 
(praecipue pone medium) irregulariter subreticulato -transversa 
nervoSO. Long. 12, lat. max. 5 Mill. 

Patria: Colombia, Toribia 1600, Cocha prope Pasto 2800, Päramo 
de Bardancillo 3400 Met, 

Ebenfalls in die Gruppe des C. dictl/on gehörend, aber von allen 
durch die durchaus schwarze Färbung abweichend. Das Halsschild 
anderthalb Mal so breit, als lang, nach vorn nur wenig verschmälert, 
der Vorderraud in der Mitte kaum etwas vorgezogen, die Vorderecken 
abgerundet, die Hinterecken beim $, abgestumpft, beim $ kurz aus- 
gezogen. Das Schildchen beim $ länglich, nach hinten etwas ver- 
schmälert, beim Q dreieckig mit stumpfen Ecken, fast so breit als 
lang. Die Flügeldecken von den Schultern an bis hinter die Mitte 
allmählig verbreitert, hier doppelt so breit, als an der Bums, mit drei 
Längsadern . von denen die erste zuweilen weit vor der Spitze erlischt, 
die Zwischenräume mit queren Felderehen, der dritte wie bei allen 
Arten mit 3 Längsadern, immer der breiteste, sehr uuregelmässig ge- 
feldert, hinter der Mitte fast netzadrig mit vorwaltenden Queradern. 

Calopteron flavolineatum nov. sp. 

Oblong um, opacum, dense puhescens, nigrum; antennis seri 
raus-, prothorace margine antico sat protracto, laterali antice 
obstusangulo , basali bisinuato, media longitudinaliter carinatd 
carina medio subcanalicidata, angulis posticis e basi lata acut 
minatis, divaricatis, pubescentia angulorum fidva vel flava; scu- 
tello postice eeeeiso; elytris apicem versus vix dilatatis, tricostatis, 
interstitiis areolis transversis crebrioribus, humer is, interstitio 
suturali et marginali apicem versus costisque fere inde a basi 
tulvis. Q. Long. 13, lat. 4' > Mill. 

Patria: Colombia (Pasto, 2500 Met.). 

Ebenfalls in die Gruppe des C. dietyon gehörend; die Maxillar- 
palpen, wie sie Bourgeois Ann. France 1870 tab. 4, fig. 17 abgebildet. 
Das (Jj noch unbekannt, das Q. verhältnissmässig schlank, mattschwarz; 
das Halsschild kürzer, als hinten breit, vorn zwischen den Vorderecken 
stark lappig vorgezogen, der vorgezogene Theil mehr als ein Drittel 
der übrigen Länge, die Vorderecken stumpfeckig, schräg abgeschnitten, 
die hinteren zugespitzt, weit seitlich vorstehend, die Basis tief zwei- 
buchtig, der Mittelkiel mit Andeutung einer Längsrinne auf der Mitte 
der Scheibe, die Vorder- und Hinterecken mit bräunlichgelben Härchen 
eingefasst, Das Schildchen hinten scharf ausgeschnitten. Die Flügel- 
decken fast parallel, mit drei Längsadern, von denen die innerste etwas 
kürzer ist, die Zwischenräume durch zahlreiche Queradern in Felderchen 



neue südamerikanische Käfer. 53 

getheilt, das letzte Drittel des innersten und äussersten, die Schulter- 
ecke, die Spitze, die Naht, der äusserste Saum und die drei Längsadern 
bis nahe zur Basis gelb. 

Calopteron fissum nov. sp. 

Elongatum, pubescens, nigrum, proihorace elytrisque flavis, 
illo conico, antice rotundato, medio carinato, lateribus refle.ro, 
basi bisinuato, lobo intermedio emarginato; scutello oblongo; elytris 
parallelis, opacis, quadricostatis, interstitiis areolatis, areolis 
subquadratis; pedibus nigris, basin versus flavis. Long, y, lat. 
2 Mill. 

Patria: Colombia (Silvia, 2530 Met.) 

Die Art steht zwischen den beiden Gruppen des C. pennatum 
Bourg. und delicatum Ksch., indem sie mit der ersten den Haarbüschel 
an der Spitze der Hinterhüften und mit der anderen den gespaltenen 
Mittellappen an der Basis des Halsschildes gemein hat. 

Schwarz, Halsschild, Schildchen und Flügeldecken gelb und gelb 
pubescent, an den Beinen die Spitzen der Hüften, die Trochanter und 
die Basis der Schenkel gelb. Das Halsschild so lang, als an der Basis 
breit, von den Hinterecken nach vorn geradlinig beinahe um die Hälfte 
verschmälert, vorn schmal gerundet, im Vorderrande jederseits eine 
eingedrückte Linie, so dass er aus zwei über einander liegenden Rän- 
dern gebildet erscheint, die Hinterecken in der Richtung des Seiteu- 
randes nach hinten und aussen kurz zugespitzt, der Hinterrand tief 
zweibuchtig, der Mittellappen gespalten. Die Flügeldecken parallel, 
mit vier Längsadern, die erste und dritte (namentlich nach hinten) sehr 
schwach, die Feldercheu der Zwischenräume fast quadratisch. 

Emplectus phoenicuroides nov. sp. 

Elongatus, parallelus, opacus, pubescens, niger, elytroruni 
parte majore apicali lateritia, antennarum articido ultimo pallide 
flavo, apice nigro; proihorace longitudine parutn latiore, basi 
bisinuato, antice paullo rotundato, lateribus medio sinuato, disco 
antico punctato et carinato, postico canaliculato, angulis posticis 
subdivaricatis; elytris novemcostatis, costis 4. et 8. magis elevatis, 
interstitiis minute areolatis. Long. 15V», lat 3V2 Mill. 

Patria: Colombia (Cocha, 2800 Met.). 

In der Färbung dem Plateros phoenicurus Ksch. täuschend ähn- 
lich , aber durch ganz andere Grössenverhältnisse der Basalglieder der 
Fühler und die auffälliger erhabene 4te und 8te Längsader der Flügel- 
decken sogleich zu unterscheiden. 



54 Th. Kirsch: neue südamerikanische Käfer. 

Mattschwarz, dicht pubescent, an den Fühlern das zweite Glied 
sehr klein, quer, das 3te von dem 4ten in Form und Länge wenig ver- 
schieden, das Endglied gelb mit schwarzer Spitze. Das Halsschild so 
lang, als hinten breit, der Hinterrand zweibuchtig, die Hinterecken 
seitwärts gerichtet, der Seitenrand vor denselben ausgeschweift, dann 
bis zu den Vorderecken etwas gerundet verengt, hier um V* schmäler 
als hinten, auf der Mittellinie vorn und an der äussersten Basis gekielt, 
auf der hinteren Scheibe gefurcht, hinter dem Vorderrand dicht punktirt. 
Die Flügeldecken fast durchaus parallel, nur an den Schultern ein 
wenig schmäler, mit 9 Längsadern, von denen die 4te und 8te von der 
Basis bis zur Spitze deutlich erhabener sind, als die übrigen, die 
Zwischenräume in kleine quere Felderchen getheilt; die ziegelrothe 
Färbung nimmt nicht ganz die Spitzenhälfte ein und zeigt an der Naht- 
ecke einen kleinen schwarzen Fleck. 

Plateros Waterhousei nov. sp. 

Oblong o-obovatum, opacum, pubescens, nigrum-, antennarum 
articulo ultimo albido ; prothorace basi longitudine subsesquilatiore, 
lateribus reflexo, antice late rotundato, linea intermedia vice ele- 
vata; elytris apicem versus paidlo dilatatis, macida ante apicem 
flava. Long. lOV^, lat. 5 Mill. 

Patria: Colombia (Cocha, 2800 Met.). 

Das Halsschild mit fast gerade nach der Seite gerichteten Hinter- 
ecken, am Hinterrande sehr schwach zweibuchtig, der Seitenrand von 
den Hinterecken bis an die Vorderecken in coneavem Bogen, der 
Vorderrand breit gerundet, über die Mitte der Scheibe eine wenig er- 
habene Läugslinie, die nach hinten in einer breiten, wenig vertieften 
Längsfurche verläuft; das Schildchen länglich viereckig. Die Flügel- 
decken von der Basis bis zu 5 fa der Länge fast um die Hälfte ver- 
breitert, mit vier, wenn auch schwach, aber deutlich erhabeneren und 
fünf mit diesen abwechselnden, in dem unregelmässigen Adernetz- 
werk oft verschwindenden Längslinien ; der gelbe längliche Fleck vor 
der Spitze der Naht ein Wenig näher, als dem Seitenrande, zwischen 
der ersten und vierten der deutlich erhabenen Längslinien. 



[Berliner Entoraolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft I.] 55 



Ueber die Farben- und Behaarungs -Varietäten 
der Melolontha vulgaris Fabr. und 
Hippocastani Fabr. 

Von 
Dr. Fr. Westhoff, Münster i. W. 



Nachdem durch die neuesten Untersuchungen von Met zier („Ueber 
die europäischen Melolontha- Arten" ; Deutsche ent. Zeitschr. 1882. 2. 
pag. 229 ff.) die Artrechte der beschriebenen europäischen Maikäfer- 
Formen festgestellt worden, erscheint es mir an der Zeit auch in Betreff 
der Variabilität dieser Thiere volle Klarheit zu erhalten. 

Meine Untersuchungen auf diesem Gebiete erstreckten sich nur 
auf die beiden hiesigen Arten: M. vulgaris Fabr. und Hippocastani 
Fabr., von welchen mir hinreichendes Beobachtungsmaterial vorliegt; 
mögen meine Resultate weitere Kreise zur Untersuchung auch der an- 
deren europäischen Species veranlassen. 

Meine Beobachtungen zielten hauptsächlich auf diejenigen Verschie- 
denheiten ab, welche sich in Ansehung der Färbung verschiedener 
Körpertheile vorfinden, weniger auf die Beschaffenheit und Entwickelung 
der Behaarung, denn es stellte sich heraus, dass in hiesiger Gegend 
diese Thiere derartigen Veränderungen weniger unterworfen sind, während 
andererseits die Farbenvarietäten Typen darstellen, denen ein bestimmtes 
Ausbildungsschema zu Grunde liegt, und die bei M. Hippocastani 
Fabr, sich zum Theil zu vorherrschenden Racen ausgebildet haben. 

1. Melolontha vulgaris Fabr. 

M. vulgaris Fabr. zeigt für sämmtliche Gegenden ihres weiten 
Verbreitungsbezirkes, soweit bis jetzt bekannt, stets dieselbe typisch 
Ausfärbung : 

„Prothorace nigro, paulum metallescente , pedibus, capite 
scutello, elytris, pygidio testaceis. u 

Als solche ist die Art bereits von allen älteren Autoren beschrieben. 
So von Fabricius (Systema, II. pag. 191), Burmeister (Handb. d. Ent. 
IV. b. pag. 412), Heer (Fauna helvetica, pag. 671), Gyllenhal (Fauna 
suecica, I. pag. 556), Erichson (Naturgesch. d. Ins. Deutschi., III. pag. 
07 1 ) und Anderen. 



56 Westhoff: über die Farben- und Behaarungsvarietäten 

Nichtsdestoweniger sind alle oben genannten Körpertheile Farben- 
veränderungen unterworfen, von welchen hauptsächlich die des Pro- 
thorax, der Decken und der Beine wichtig und für die Typen cha- 
racteristisch sind. 

Am häufigsten nimmt man an den Beinen Veränderungen in der 
Farbe wahr. Diese zeigen nicht selten einen dunklen Anflug, besonders 
deren Schenkel, welcher im Allgemeinen mit einer etwas intensiveren 
Ausfärbung des ganzen Thieres im Zusammenhang steht und sich als 
solcher auch am Kopf, Schildchen und Pygidium ausspricht. Bei noch 
stärker angedunkelten Stücken werden die Schenkel zuweilen ganz 
schwärzlich, und auch die Schienen nehmen alsdann einen dunkleren 
Ton an, ohne jedoch den braunen Grundton der Färbung ganz einzu- 
büssen. 

Derartige Abänderungen sind jedoch zu minimaler Natur und treten 
zu wenig markirt auf, um bestimmte Ausbildungstypen abzugeben; erst 
wenn der braune Grundton sich vollständig verloren und einer rein 
schwarzen Färbung Platz gemacht hat, sind wir in der Lage, die Fär- 
bung der Beine als ein Moment zur Characterisirung fest bestimmter 
Varietäten benutzen zu können. 

Der Prothorax verfärbt sich allmählich aus dem tiefen Schwarz 
in ein röthliches Braun, welches bei hochgradiger Ausbildung in ein 
hochrothes Colorit übergeht. Die hellere Färbung zeigt sich zuerst 
auf der Mitte des Prothorax, erst bei weiterer Ausbreitung färben sich 
auch die Ränder aus. Auch vermag der Metallschimmer sich zu einem 
recht intensiven Bronceglanz zu steigern. 

Bei den Flügeldecken tritt ebenfalls eine vollständige Umfärbung 
auf, indem sie allmählich statt der braunen eine ganz schwarze Farbe 
annehmen. Das schwarze Colorit zeigt sich in der Regel zuerst am 
Aussenrande und am Grunde der Elytren, alsdann stellt es sich auch 
an der Naht und am Grunde der Rippen ein und geht bei stärkerer 
Ausbreitung von diesen aus nach und nach auch auf die Zwischenräume 
über, bis es bis zur Spitze vorgedrungen die vollständige Dunkelfärbung 
bedingt. 

Interessant ist es, dass noch eine andere Art von Schwarzfärbung 
auftritt, welche aber nur beschränkter Natur ist. Sie besteht in einer 
schwarzen Makel, die die Schulterbeule umfasst. Sie verräth keine 
Neigung, sich weiter über die angrenzenden Partien der Flügeldecken 
zu verbreiten, während im ersten Falle die schwarze Färbung stets das 
Bestreben an den Tag legt, sich weiter auszudehnen und daher keine 
deutlichen Abgrenzungen erkennen lässt. 

Aus diesen Bildungsverhältnisseu folgt, dass sämmtliche Exemplare 



der Meloloniha vulgaris Fabr. und Hippocastani Fabr. 57 

mit schwarzen Elytren stets als Endglieder des ersten Ausbildungs- 
prinzips, nie als solche des letzten anzusprechen sind. 

Es entsteht nunmehr die Frage, wie die Färbungsverhältnisse der 
einzelnen .Korpertheile combinirt auftreten. Zunächst zeigt es sich, 
dass, wie allgemein Gesetz in der Natur, so auch hier die Dunkelfär- 
bung, wenn sie sich bei einem Individuum zeigt, gewöhnlich in gleicher 
Weise sich über alle Korpertheile erstreckt. So harmonirt in der Regel 
— worauf ich oben schon hindeutete — die Farbe des Kopfes, Schildes 
und Afters mit der der Beine, auch ist ein dunklerer Ton der Flügel- 
decken durchgängig von angeschwärzten Beinen begleitet, während ein 
heller Teint aller dieser Korpertheile nicht selten ein rothgefärbtes 
Halsschild nach sich zieht. Allein ausser solchen naturgemässen Aus- 
färbungsformen finden wir auch Stücke vor, bei welchen nur ein ein- 
zelner Körpertheil einer Farbenveränderung unterworfen worden ist, 
ohne dass die übrigen in Mitleidenschaft gezogen werden. So treffen 
wir Exemplare an, welche bei sonst normaler Färbung schwarze Beine 
oder schwarze Flügeldecken besitzen. Am auffallendsten sind jedoch 
diejenigen Formen, bei denen in der Ausfärbung der einzelnen Korper- 
theile ein vollständiger Contrast zu Tage tritt. Es kommen nämlich, 
wenngleich auch selten, Individuen vor, bei denen der eine Körpertheil 
die Tendenz zur helleren Ausfärbung verräth, während der andere be- 
strebt ist, einen dunkleren Ton anzunehmen. Hierzu sind die Stücke 
zu zählen, welche bei schwarzen Beinen einen rothen Prothorax auf- 
weisen, oder neben braunen Beinen und rothem Prothorax mehr oder 
minder schwarzgefärbte Flügeldecken besitzen. 

Aus diesen Beobachtungen ergiebt sich , dass die Ausfärbungsver- 
hältnisse in Bezug auf die in Rede stehenden Korpertheile sehr man- 
nigfaltiger Natur sein können. Theilen wir alle Farbenvarietäten nach 
der Färbung des Prothorax in zwei Gruppen und jede dieser beiden 
nach der Färbung der Beine (ob braun, ob schwarz) hinwiederum in 
zwei Untergruppen, so erhalten wir vier Abtheilungen von Varietäten. 
In jeder dieser Abtheilungen kann nun die Ausfärbung der Flügeldecken 
unwesentlichen eine dreifache sein; mithin können wir zwölf verschie- 
dene Varietätentypen unterscheiden. Diese gruppiren sich nach fol- 
gendem Schema: 

I. Prothorace nigro, 
a. Pedibus testaceis, 

1. Elytris testaceis. 

2. Elytrorum callis humeralibas nigris. 

3. Elytris plus minus nigricantibus. 



4. 


ut 1. 


5. 


ufc 2. 


6. 


ut 3. 


7. 


ut 1. 


8. 


ut 2. 


9. 


ut 3. 



>8 Wesihoff: über die Farben- und Behaarungsvarietäten 
b. Pcdibus nigris, 



II. Prothorace rufo, 
a. Pedibus testaceis, 



b. Pedibus nigris, 

10. ut 1. 

11. ut 2. 

12. ut 3. 

Diese Momente zu Grunde legend, erhalten wir alle möglichen 
Combinationen, mithin auch sämmtliche Varietätentypen. Alle übrigen 
Formen, welche sich noch vorfinden, sind als Uebergangsforraen anzu- 
sprechen und dem Typus beizuzählen, welchem sie nach ihrer gznzen 
Ausbildung am nächsten stehen. Auf die Entwickelung und Intensität 
des Metallglanzes habe ich weiter kein Gewicht gelegt, weil hier mehr 
als anderswo die subjective Auffassung zu sehr geeignet ist, seinen 
jedesmaligen Werth zu bestimmen. 

Gehen wir nunmehr zu der Betrachtung der einzelnen Typen über 

Typus 1.: „Prothorace nigro, elytris pedibusque testaceis" 
Stammform. 

Melolontha vulgaris Fabr. et aut. = Melolontha Linn. 
= extorris Er. 

Der Haupttypus der Art und als solcher eine überall gemeine 
Form. Er ist über ganz Europa verbreitet, ausgenommen den hohen 
Norden und den äussersten Süden, und dringt östlich bis tief in 
Russland ein. In Sibirien ist er bisher nicht nachgewiesen. (Vergl. 
L. v. Heyden: „Catalog der Coleopteren von 'Sibirien etc." 1880 — 81. 
pag. 111.) Die Artbeschreibungen sämmtlicher Autoren laufen, soweit 
mir bekannt, auf diese Form hinaus. — Kopf, Schildchen, Pygidium 
und Schenkel zuweilen angedunkelt, mitunter auch die Schienen; sehr 
selten sind die Flügeldecken aussen schwarzgerandet. 

Typus 2..- »Prothorace nigro, pedibus testaceis, elytrorum 
callis humeralibus nigris. 1 '' 

Melolontha vulgaris var. sc anularis Westh. 

Exemplare dieses Typus scheinen nicht allzuselten zu sein. Ich 
habe die Varietät bei Münster i. W. in einigen Stücken gesammelt 
und bereits im Nachtrag zu meinem Verzeichniss „Die Käfer West- 



der Melolontha vulgaris Fabr. und Hippocastani Fabr. 59 

falens" (Bonn: Verh. d. nst.-hist. Ver. f. Rheinl. u. Westf. 1882. Suppl. 
pag. 307) beschrieben. Anderswo geschieht meines Wissens in der 
Litteratur ihrer nirgends Erwähnung. 

Typus 3.: „Prothorace nigro, pedibus testaceis, elytris plus 
minus nigricantibus." 

Melolontha vidgaris var. lugubris Muls. 
Nur sehr selten tritt dieser Typus vollständig ausgebildet auf, in 
den meisten Fällen bleiben einige Partien lichter oder dunkler braun, 
besonders auf der Mitte der Decken. — Das Berliner zoolog. Museum 1 ) 
besitzt drei Exemplare aus dem südlichen Frankreich (Galloprovincia), 
welche hierhin gehören. Das erste, ein § , hat auf den dunkelbraunen 
Flügeldecken schwärzliche Wische; das zweite, ein Q (?), ist oberseits 
fast rabenschwarz, nur nach vorne zu scheinen die Decken etwas 
schwai'zbräunlich durch; das dritte Exemplar ist ganz vollkommen 
schwarz, auch die Schienen zeigen bereits einen schwärzlichen Anflug, 
sonst aber sind die Beine braun. — Nach den Bemerkungen, welche 
Metz ler über die var. lugubris Muls. gemacht (1. c. pag. 232) 
,,Fld. ganz oder theilweise schwarzbraun", muss ich annehmen, dass 
der Autor Mulsant diesen Typus darunter verstanden hat. Wenn 
v. Hey den demnach (Die Käfer von Nassau u. Frankfurt 1876 — 77'' 
in d. Jahrb. des Nass. Ver. f. Naturkunde, pag. 113) der Form einen 
mehr oder minder vollständig dunkelbraunen Körper zuschreibt, so haben 
wir es hier wohl nur mit einem etwas unbestimmten Ausdruck zu thun. 
Ich vermuthe unter diesem Namen um so mehr den in Rede stehenden 
Typus, weil die drei Stücke des Berliner Museums aus dem südlichen 
Frankreich stammen ; derselbe scheint demnach besonders im südwest- 
lichen Europa zu heimathen. Herr v. Hey den giebt die Form von 
Frankfurt und aus dem Nassauischen an. — Die Originalbeschreibung 
des „lugubris" konnte ich leider nicht einsehen, da mir Muls. ,,Coleopt. 
Lamellicorn." nicht zur Hand sind. Die also ausgefärbten Individuen 
für ,,todte, verdorbene, angefaulte Exemplare" auszugeben, wie Metzler 
dies zu thun scheint, halte ich im Allgemeinen nicht für richtig, ob- 
wohl auch ich schon Stücke gefunden habe, die durch Anfaulen einen 
dunklen Ton angenommen hatten; solche fallen natürlich nicht in's 



l ) Durch die Freundlichkeit des Herrn Museums-Assisteuten H. J. 
Kolbe, meines Freundes, erhielt ich Aufschluss über die Formen, 
welche sich in der Sammlung des königl. zool. Universitäts-Museums zu 
Berlin befinden. Hierdurch ist es mir vergönnt, die Formen von Erich - 
son, welcher wohl am eingehendsten die Variabilität dieser Thiere 
bespricht, meinem Schema einzufügen. 



60 Westhof: über die Farben- und Behaarung svarietäten 

Gewicht, sondern nur Thiere, welche schon bei Lebzeiten diese Körper- 
färbung besitzen. . 

Typus 4.: „Prothorace pedibusque nigris, elytris testaceis." 
Var. melanopus Westh. 

Von diesem Typus besitzt das Berliner Museum ein Q, welches 
von Erichson bei Berlin gefangen wurde. Es hat nach Kolbe ganz 
schwarze Beine und einen schwarzen Prothorax, die Flügeldecken sind 
braun, nur an den Schulterecken etwas schwarz gerandet, vielleicht eine 
leichte Andeutung des dritten Typus dieser Abtheilung. Bei Münster 
habe ich den Typus bisher niemals rein ausgebildet gefunden, desto 
häufiger kommen aber Thiere vor, welche theilweise schwarz gefärbte 
Beine in grösserer oder geringerer Ausdehnung und Intensität zeigen. 
Hierhin gehört auch Heer's var. b. „femoribus omnibus nigro - piceis" 
(1. c. pag. 539). — In der Litteratur finde ich diesen Typus sonst 
nirgends erwähnt, auch bei Erichson nicht, er führe den Namen: 
melanopus. 

Typus 5.: „Prothorace, pedibus elytrorumque callis humera- 
libus nigris." 

Bisher noch nicht aufgefunden. 

Typus 6.: „Prothorace pedibusque nigris, elytris plus minus 
nigricantibus." 

V ar, funesta Westh. 
Melolontha vulgaris var. b. Burm. 

„ „ var. b. Wahnsch. 

Dieser Typus wird zuerst von Burmeister erwähnt (var. b. : „ely- 
tris pedibusque nigris. 1 ''' 1. c. pag. 412), Erichson kannte ihn da- 
gegen nicht, Wahn schaffe giebt ihn als bei Hakenstedt gesammelt 
an („Verz. d. im Gebiete des Aller-Ver. etc. aufgef. Käf." 1883. pag. 
205. v. b.). Wahrscheinlich gehören auch Individuen, welcher v. Heyden 
(1. c.) Erwähnung thut unter der var. lugubris Muls., hierhin. Aus 
Westfalen kenne ich diese Form nicht, er scheint überhaupt selten zu 
sein. — Da diesem Typus bisher noch keine Bezeichnung beigelegt 
wurde, nenne ich ihn: funesta. 

Typus 7.: „Prothorace rufo, pedibus elytrisque testaceis. ," 
Var. ruficollis Muls. 
Melolontha vulgaris, variat thorace rufo etc. Fabr. 
,, ,, var. b. Heer. 

„ ,, var. a. Burm., Wahnsch. 

„ „ var. thorace rufo Er. 

„ „ var. ruficollis Muls. 



der Meloloniha vulgaris Fabr. und Hippocastani Fabr. 61 

Nächst der Stammform der am häufigsten ausgebildete Typus, über- 
all geschieht seiner Erwähnung, und scheint er mehr oder minder in 
Gesellschaft mit der Stammform verbreitet zu sein. Bei Münster und 
überhaupt in Westfalen ist er nicht gerade selten. Neigt er zur Stamm- 
art über, so erscheint der Prothorax dunkelbraun; auch solche Exemplare, 
die nur die Scheibe des Prothorax geröthet zeigen, sind als Uebergaugs- 
glieder zur Stammform anzusehen. Gewöhnlich ist in einem solchen 
Falle nur die Mitte roth gefärbt, während nach den Rändern zu der 
Ton allmählich dunkler wird; nur in einzelnen Fällen ist die hellere 
Färbung der Mitte von der dunkleren der Ränder scharf abgesetzt. 
Stücke dieser letzteren Art führt Mulsant als var. discicollis auf. 

Typus 8.: „Prothorace rufo, pedibus testaceis, elytrorum callis 
humeralibus nigris," 

Meloloniha vulgaris var. humeralis Westh. 

Ein einziges, schön ausgeprägtes Stück ($), dieses Typus fing ich 
1881 bei Münster. Dasselbe habe ich bereits früher beschrieben (1. c. 
pag. 307). 

Typus 9.: „Prothorace rufo, pedibus testaceis, elytris plus 
minus nigricantibus."' 

Meloloniha vulgaris var. luctuosa Westh. 

In der Litteratur findet sich dieser Typus nicht verzeichnet. Ein 
Q. desselben fing ich im Juni 1881 bei Münster. Es ist von typischer 
Ausbildung; Halsschild vollständig roth, Beine ganz braun, Flügeldecken 
von der Wurzel bis zur Spitze geschwärzt. Dasselbe wurde von mir 
bereits früher unter obigem Namen beschrieben (]. c. pag. 307). Das 
Berliner Museum besitzt nach Kolbe zwei Exemplare (§) aus Oestreicb, 
welche zu diesem Typus hinneigen, wenigstens Anklänge an ihn ver- 
ratheu ; das eine hat den Aussenrand, die Schulterecken, Basis und 
Naht der Flügeldecken schwarz gefärbt, das andere zeigt nur Naht und 
Aussenrand schmal schwarz gesäumt. 

Typus 10.: „Prothorace rufo, pedibus nigris, elytris testaceis. u 
Var. obscuripes Westh. 

Es befindet sich in meiner Sammlung ein Stück, welches sehr gut 
diesem Typus beigezählt werden darf. Dasselbe hat einen braunrothen 
Prothorax, braune Flügeldecken und stark angedunkelte Beiue ; ich habe 
es hier bei Münster vor Jahren bekommen. Sonst ist mir über das 
Vorkommen dieses Typus nichts bekannt, in der Litteratur findet er 
sich nicht verzeichnet. Ich nenne ihn: obscuripes. 

Typus IL: „Prothorace rufo, pedibus nigris elytrorumque 
callis humeralibus nigris.'"'' 
Bis jetzt nicht bekannt. 



62 Westhoff: über die Farben- und Behaarung svarietäten 

Typus 12.: „Prothorace rufo, pedibus nigris, elytris plus 
minus nigricantibus." 

Auch dieser Typus bisher noch nicht aufgefunden. — Ueberhaupt 
sind die Typen dieser letzten Abtheilung am wenigsten ausgebildet. 
Dieses liegt darin begründet, dass die Beine mit dem Prothorax in der 
Ausfärbung weit weniger contrastiren, als die Elytren. Bei schwarz- 
gefärbtem Prothorax, wie er der Stammform zukommt, findet man nicht 
selten angedunkelte Beine; überhaupt zeigen Thiere der Stammform 
häufig das Bestreben, die Farbe ihrer Beine mit der des Prothorax 
mehr im Einklang zu bringen, wofür die zahlreichen Varietäten in 
Bezug auf die Färbung der Beine (als z. B. : „Schenkel dunkel" ; „Beine 
und Schiene schwärzlich"; „Schenkel schwarz gefleckt, Knie angedunkelt" 
u. s. w.) Belege abgeben. Dieses Bestreben tritt bei der anderen Art 
noch viel schärfer hervor, wo beide Ausfärbungsverhältnisse („Prothorax 
roth, Beine braun" und „Prothorax und Beine schwarz") einen scharfen, 
gesetzlichen Charakter annehmen. Allein auch die entgegengesetzte 
Bildungsrichtung ist constatirt; kann man doch selbst die Normalform 
als ein typisches Beispiel dieser auffassen. Und dieser Auffassung nach 
zu urtheilen kann es nicht zweifelhaft erscheinen, dass auch Formen 
dieser Ausfärbungstype sich in der Natur werden finden lassen. 

An diese Reihe der Farbenvarietäten schliesst sich am Nächsten 
eine Form an, welche v. Dalla Torre var. pulcherrima genannt 
hat, („Käferf. v. Oberöstreich" ; Jahresb. d. Ver. f. Naturk. in Oestreich 
ob d. Ens 1879. pag. 113). Sie umfasst Thiere, welche sich durch 
„capite ihoraceque atro-viridi li auszeichnen. Ich habe hier bei 
Münster einzelne Stücke gefangen, welche einen gesteigerten Metall- 
glanz von grünlicher Bronzirung zeigen. In Oberöstreich sind derartige 
Thiere ziemlich selten. Die Varietät scheint vorzugsweise den südlichen 
Territorien anzugehören. 

Hieran anschliessend möchte ich auch über die Behaarungs- 
verschiedenheiten der M. vulgaris Fabr. einige Worte anführen. 
Dass solche Verschiedenheiten vorkommen, ist jedem Entomologen 
bekannt, schwieriger aber ist es, fest zu stellen, welcher Art die vor- 
kommenden Abweichungen sind, und welchen Werth man ihnen bei- 
legen darf. 

Vor Allem ist bei der Beurtheilung der Behaarungsunterschiede 
wohl zu berücksichtigen, dass bei Weitem die grösste Anzahl der 
Individuen nur deshalb so wenig behaart erscheint, weil sich ihr Haar- 
pelz bereits sehr stark abgetragen hat. Alle Thiere, welche wir in den 
Sträuchern sitzend oder umherfliegend vorfinden, sind mehr oder weniger 
abgerieben. Schon beim Hervorbrechen aus dem Erdboden, besonders 
wenn derselbe ziemlich hart oder steinig ist, werden die Haare nicht 



der Meloloniha vulgaris Fabr. und Hippocastani Fabr. 63 

selten abgeschabt, und so verlieren die Thiere bereits einen Theil ihres 
Schuppenkleides, bevor sie das Tageslicht erblickt haben. Hieraus 
folgt, dass die Stücke, welche ihre Behaarung- intakt erhalten haben, 
gegen die grösste Menge ihrer Stammesgenossen um ein Beträchtliches 
hervorstechen und leicht Veranlassung geben, für etwas besonderes ge- 
halten zu werden, obwohl sie uns nur die ganz normale Ausbildungsform 
darstellen. Allein trotzdem giebt es Exemplare, welche sich durch ein 
dichtes Haarkleid auszeichnen und in sofern vor den anderen eine 
Besonderheit an sich haben. In einem solchen Falle ist der ganze 
Körper über und über mit grauweisslichen Härchen dicht besetzt. Der 
Kopf und der Prothorax (besonders letzterer an den Seiten,) tragen 
ein langes zottiges Haarkleid. Auf den Flügeldecken sind die Haare 
kürzer und schuppenförmiger, sie stehen mitunter so dicht, dass nur 
die Rippen von ihnen frei bleiben. Im Allgemeinen finden sich solche 
Stücke nicht allzu selten, besonders beim Q scheint eine dichtere Be- 
haarung häufiger vorzukommen. Dass solche Thiere mit den als „albida" 
von den verschiedenen Autoren beschriebenen Formen unterlaufen, ist 
sehr wahrscheinlich, und es ist schwer zu sagen, ob nicht mancher dieser 
Autoren nur eine solche Form vor sich gehabt hat. Diese nun mit 
einem bestimmten Namen zu belegen, halte ich nicht für rathsam, da 
sich schwer die Grenze bestimmen lässt, bei welcher die Varietät beginnt 
und die Normalform aufhört. 

Desgleichen sehe ich davon ab , diejenigen Stücke zu einer scharf 
bestimmten Form zusammenzufassen, bei denen auch die Behaarung 
der Elytren eine grössere Länge erreicht; solche finden sich ebenfalls, 
aber selten. Dagegen möchte ich noch ein paar Ausbildungstypen 
hervorheben, welche besser fixirbar sind und auch wegen ihrer auffallen- 
deren Beschaffenheit leichter als Abweichungen erkannt werden, können. 

Typus 1.: „Toto corpore fuscescenti-pubescente." 

Die Behaarung ist statt grauweiss schmutzig braun, sowohl an Kopf 
und Halsschild, als auch auf den Flügeldecken; gleichzeitig ist sie nicht 
selten etwas dichter. — Metz ler erwähnt dieselbe Haarfärbung bei 
der M. candicans Burm. und benutzt sie mit zur Charakterisirung einer 
bestimmten Race. Ob dieser Form ein ähnlicher Werth zugesprochen 
werden kann, vermag ich nicht zu sagen, da ich sie in der Litteratur 
nirgendwo erwähnt finde, über ihr Vorkommen und ihre Verbreitung 
daher nichts bekannt ist. 

Typus 2.: „Toto corpore albido-pubescente." 

Die Behaarung ist auffallend hell und rein weiss, zuweilen auch 
etwas zottig und gewöhnlich auch dichter. Auf diese Form werden 
wohl am besten die früher aufgestellten Varietäten zu beziehen sein, da 
sie am Meisten hervorsticht. Burme ister charakterisirt seine var. c. 



64 Westhqf: über die Farben- und Behaarungsvarietäten 

als „tota densissime albido-pilosa" (1. c. pag. 412), worunter un- 
fehlbar nur diese Varietät verstanden werden kann. Auch die anderen 
aufgestellten Varietäten passen auf diese Form recht gut. Es sind: 

var. albida Redt, nach L. v. Heyden ,, auf schön weiss bestäubte 
Q gegründet"; 

var. albida Muls., nach Metzler ,, schöne weisse Q mit ab- 
gekürztem Pygidium"; 

var. pulverea Muls. = albida Muls. $ mit besonders lauger 
und dichter weisser Behaarung des Prothorax. 

Die Form findet sich überall, und ist durchaus nicht so selten, 
besonders nicht im weiblichen Geschlecht. 

2. Melolontha Hippocastani Fabr. 

In Anschauung der Färbungsunterschiede schreibt Erichson in 
der Naturgeschichte der Insekten Deutschlands, B. III. pag. 674 
Folgendes : 

„Diese Art ändert in der Färbung mehr ab als die übrigen. 
Bald ist das Halsschild schwarz, und dann sind gewöhnlich auch die 
Beine schwarz, selten die Schienen und Füsse oder die ganzen Beine 
rothbraun; bald ist das Halsschild heller oder dunkler roth, und sind 
die Beine seltener schwarz, gewöhnlich braunroth ; zuweilen sind die 
Flügeldecken geschwärzt oder selbst ganz schwarz und zwar sowohl 
bei schwarzem als bei rothem Halsschilde. Die Fühler sind bei den 
dunkleren Abänderungen dunkel, bei den helleren heller rothbraun." 
Hieraus ist ersichtlich, dass diese Art dasselbe Typenschema der 
Ausfärbungsvarietäten durchläuft, wie M. vulgaris Fabr., und dass die 
ganze Farbenreihe dem Altmeister Erichson bereits bekannt war. 
Dies hat seinen Grund in dem Umstände, dass bei dieser Art die Varie- 
täten so häufig auftreten, als bei keiner andern ; haben sich doch zwei 
derselben — wie Avir später sehen werden — zu vollkommenen Race- 
formen entwickelt. 

Das Typenschema vereinfacht sich bei dieser Art dadurch, dass 
die Entwickelung der Schwarzfärbung der Flügeldecken einen etwas 
anderen Verlauf nimmt als bei der vorigen, was mir die Untersuchung 
einer sehr grossen Zahl von Individuen gezeigt hat. 

Sie alle haben mich gelehrt, dass bei M. Hippocastani Fabr. 
allen Formen mit geschwärzten Flügeldecken dasselbe Prinzip der Aus- 
färbung zum Grunde liegt. 

Bekanntlich gehört bei dieser Art der schwarze Aussenrand der 
Decken zu den specifischen Characteren. Von diesem schwarzen Rande 
nimmt das weitere Umsichgreifen der Schwarzfärbung seinen Anfang. 
Zunächst färben sich auch der Schulter- (Basal) Rand und der obere 



der Melolontha vulgaris Fabr. und Hippocastani Fabr. 65 

Theil der Naht fein schwarz. Gleichzeitig tritt gewöhnlich auch in der 
Schulterecke ein schwarzer Hauch auf, und ebenso umgibt sich das 
Schildchen mit einem dunklen Schatten. Gewinnt die schwarze Farbe 
noch mehr an Ausdehnung, so wird der Hauch in der Schulterecke 
intensiver und vergrössert sich, indem er die Schulterbeule ergreift und 
schwärzt. Zugleich nimmt die schwarze Färbung an der Naht, am 
Schildchen und zuweilen auch an der Basis mehr und mehr an Umfang 
zu. Sodann beginnt von dem schwarzen Ausseurande ein dunkler Anflug 
die Seiten der Flügeldecken einzunehmen, während auch längs der Naht 
ein gleicher Auflug sich bis zur inneren Rippe ausbreitet, diese in sein 
dunkles Colorit einhüllend. Erst jetzt beginnt die schwarze Färbung 
am Grunde der Flügeldecken allmählich zur Spitze vorzurücken, indem 
sich Rippen und Zwischenräume gleichzeitig ausfärben. Unterdessen 
nimmt die schwarze Färbung aber auch den ganzen Spitzentheil der 
Flügeldecken ein, so dass nur die Scheibe der Flügeldecken noch un- 
berührt bleibt. Dies zeigt sich deutlich daran, dass bei Individuen, 
deren Flügeldecken noch nicht vollständig schwarz ausgefärbt sind, der 
mittlere Theil derselben noch auffallend durch einen bräunlichen Ton 
hervorsticht. Auch sind die Rippen in der Mitte zuweilen noch völlig 
braun, wenn bereits ihre Zwischenräume merklich angedunkelt sind. 

Aus obigen Betrachtungen erhellt, dass bei dieser Art von einem 
Ausfärbungstypus: „elytrorum callis humeralibus nigris" nicht wohl 
die Rede sein kann. Die schwarze Färbung des Aussenrandes und der 
Schulterecke lässt ein isolirtes Schwarzwerden der Beule nicht auf- 
kommen ; denn sobald die Beulenmakel auftritt, verräth sich auch deutlich 
die Tendenz zur schwarzen Auffärbung des ganzen Basaltheiles der 
Decken, was zur Folge hat, dass die Makel sofort mit dem schwarzen 
Anflug zusammenfliesst, oder mit anderen Worten sich als ein Ausfluss 
der schwarzen Schulterfärbung charakterisirt. Es reducirt sich also die 
Zahl der Typen bei M. Hippocastani Fabr. auf acht. 

Typus 1.: „Prothorace rufo, pedibus, elytris testaceis." 
Stammform. 
Melolontha Hippocastani Heer, Bach, Muls., Redt., 
„ ,, Heyd., Westh., Metzl. f. t, 

,, ,, var. a. Burm. 

,, ,, var. b. Er., Wahnsch. 

„ „ var. reoß Dalla Torre. 

Von allen vorkommenden Typen der häufigste und verbreitetste, 
für sehr viele Gegenden vorherrschend, daher auch am meisten berechtigt 
als Stammform der Art zu gelten. Jedoch ist die Art keineswegs auch 
anfänglich nach diesem Typus beschrieben worden; Fabricius, der 
XXVIII. Heft i. 5 



66 Westhof: über die Farben- und Behaarungsvarietäten 

Begründer derselben, wirft bei seiner Artbeschreibung („Systeraa" II. 
pag. 162) mehrere Formen zusammen, und auch die ältesten Autoren 
bis auf Gyllenhal einschliesslich beschreiben mit Sicherheit in der 
Artdiagnose nicht diesen Typus ')• Der Erste, welcher ausdrücklich die 
Artcharaktere nach diesem entworfen und ihn somit zur Stamm- oder 
Normalform erhoben hat, ist Heer („Fauna helvetica" pag. 540). 
Dasselbe geschah dann auch bald nachher vonBach („Käferf." I. pag. 333) 
und Redtenbacher („Fauna austriaca" I. pag. 490) und später von 
Mulsant („Col. Lamell/' pag. 415). Diesem Beispiele folgten auch 
v. Hey den (1. c. pag. 113), Metzler (1. c. pag. 231) und ich selbst 
(1. c. pag. 153). Andere Autoren bez. Catalogographen dagegen führen 
den Typus als var. auf und nehmen einen anderen an seiner Stelle als 
Stammart an; so Burmeister (1. c. pag. 415), Erichson (1. c. pag. 673). 
Wahuschaffe (1. c. pag. 206) und Dalla Torre (1. c. pag. 113). 
Letzterer nennt diesen Typus: var. rex. Wahrscheinlich wird die Art 
und Weise des Vorkommens in der Gegend, wo der betreffende Autor 
gerade seine Beobachtungen angestellt hat, die Veranlassung gewesen 
sein, den einen oder anderen Typus als Stammform anzusprechen. 

Vorwiegend verbreitet ist der Typus im ganzen westlichen Europa. 
In Westfalen ist er die bei weitem vorwaltende Form, desgleichen in 
der Rheinprovinz (Bach), im Nassauschen und bei Frankfurt (v. Heyden)- 
Ebenso ist er in Frankreich verbreitet (Mulsant) und in der Schweiz 
allein vorherrschend (Heer). Auch in Oestreich kommt er nicht selten 
vor (Redtenbacher) und breitet sich von hier durch ganz Russland bis 
zum Kaukasus und tief bis in Sibirien hinein aus. Das Berliner 
Museum besitzt ein Pärchen von Tiflis und ein von Ehrenberg her- 
rührendes $ aus dem Ural, welche, nach der vonKolbe mitgetheilten 
Characteristik zu urtheilen, mit unseren Exemplaren in der Färbung voll- 
kommen übereinstimmen. Auch in Skandinavien scheint dieser Typus 
zu präponderiren , denn Gyllenhal's Stammart ist wahrscheinlich nichts 
anderes, als vorliegende Form. 

Anders verhält es sich mit seinem Vorkommen in der unteren 
Elbegegend und überhaupt im ganzen nordöstlichen Deutschland. Hier 
wird dieser Typus bei Weitem von einem anderen an Häufigkeit über- 
ragt. Diesseits der Elbe in der oberen Allergegend ist er noch nicht 

l ) Gyllenhars Diagnose („Fauna suecica." I. pag. 55H) „oblonga 
convexa nigro-picea villosa, elytris testaeeis nigro-marginatis 
etc.' 1 deutet auf Stücke hin, die in der Mitte /wischen diesem Typus 
und seiner var. b. „capite toto thorace pedibusque nigris" stehen. 
Auch die älteren Autoren sind unsicher, da sie, wie z. B. Ol i vier 
(„Ent." I. 5. 13,5) diese Art mit der vulgaris Fabr. vermengen. 



der Mclolontlia vulgaris Fabr. und Hippocastani Fabr. 67 

gerade selten (Wahuschaffe), Burmeister dagegen (wohl nach seinem 
Vorkommen in der Gegend von Halle taxirt) rechnet ihn zu den Selten- 
heiten. Nach Alt um (Forstzoologie III. pag. 113) bildet er in der 
Mark bei Eberswalde nur einen geringen Procentsatz und auch bei 
Berlin ist er nur einzeln zu finden. Wie sich die Verhältnisse weiter 
östlich gestalten, vermag ich nicht anzugeben, da mir aus Schlesien, 
Preusseu und Nord-Russland keine Angaben bekannt sind. 

In der Färbung sind alle hier zu Laude von mir gefangenen Stücke 
einander gleich, auch die Exemplare, welche sich im Berliner Museum 
befinden, gleichen den unserigen ganz genau. Sämmtliche Stücke 
zeichnen sich durch eine schön ziegelrothe Färbung des Prothorax aus, 
die Flügeldecken und besonders die Beine sind gesättigt kastanien- 
braun. Ich vevimithe , dass diese Färbung im Norden dunkler wird, 
wenigstens kann ich mir sonst die Farben-Bezeichnung GyUenbal's (1. c. 
pag. 558) „nigro-pieea" nicht erklären. 

Auffallend, aber characteristisch ist es für diesen Typus, dass er 
sehr stark zur Schwarzfärbung sowohl des Prothorax als auch der 
Elytren inclinirt. Ersterer zeigt sehr häutig schwarze Ränder, die von 
dem Roth der Scheibe, zum Unterschiede von der vorigen Art, in der 
Regel scharf abgesetzt sind. Gewöhnlich sind sowohl die Seitenränder, 
als auch der Vorder- und Hinterrand geschwärzt, seltener nur die beiden 
letzteren Ränder allein scharf schwarz gezeichnet. Auf die erstere 
Ausbildungsform gründete Mulsant (1. c. p. 415) seine var. coronata, 
Dalla Torre (1. c. p. 113) seine var. discoidalis. Letztere Va- 
rietät tinde ich in der Litteratur sonst nirgends erwähnt, halte sie aber 
für ebenso bemerkenswerth als jene. Ich besitze in meiner Sammlung 
von ihr zwei schön entwickelte 2) aus hiesiger Gegend. 

Die Neigung zum Schwarzwerden der Flügeldeckenbasis ist bereits 
Gy 11 eukal aufgefallen, wie (1. c. p. 558) aus seiner Diagnose hervor- 
geht, wo es heisst: „saepe etiam elytrorum basis, sutura et costae 
inferiores antrorsum nigra." In der That ist diese Erscheinung 
auch bei hiesigen Individuen sehr häufig, da von hundert Exemplaren 
etwa die Hälfte solcherlei Andeutungen an den folgenden Typus ver- 
rathen dürfte; ich besitze Exemplare dieser Ausfärbungsart in sehr 
verschiedenen Ausbildungsstadien. 

Will man diesen Typus mit einem besonderen Namen bezeichnen, 
so ist als der älteste Hippocastani Heer, zu wählen ; da aber unter 
dieser Bezeichnung auch die Art in ihrem ganzen Umfange verstanden 
wird , dürfte es sich vielleicht empfehlen , von diesem gleichlautenden 
Namen abzusehen. In diesem Falle müsste der Name „reoß Dalla 
Torre" eintreten. 

5* 



68 Westhof: über die Farben- und Behaarungsvarietätev 

Typus 2.: „Prothorace rufo, pedibus testaceis, elytris plus 
minus nigricantibus." 

Var. Metzleri Westh. 

Melolontha Hippocastani var. pectoralis Westh. nee Meg. 

Andeutungen und Uebergänge zu diesem Typus sind bei Münster 
in der Gegend des Einsflusses nicht gerade selten und wurden vom 
verstorbenen Pfarrer Bolsmann zu Gimbte, von meinem Freunde, dem 
Lehrer Schumacher zu Gelmer und von mir wiederholt gesammelt. 
Typische Stücke besitze ich zwei aus jener Gegend, von denen das 
eine vollkommen schwarze Elytren, dagegen ein ziegelrothes Halsschild 
und hell kastanienbraune Beine besitzt; beide sind Q. Erichson 
erwähnt diese Ausbildungsform ebenfalls, doch sagt er über das Vor- 
kommen derselben nichts, auch befinden sich nach Kolbe keine Exem- 
plare derselben im Berliner Museum 1 )- 

Ich habe diesen Typus bereits früher (1. c. pag. 153) unter dem 
Namen: pectoralis Meg. erwähnt, der jedoch auf eine andere Form 
bezogen werden muss; der Name kann demnach für diesen Typus nicht 
bestehen bleiben, ich nenne ihn nunmehr zum Andenken an den ver- 
storbenen Coleopterölogen Metzler, welcher dieser Tbiergattung seine 
erste und letzte Arbeit gewidmet: Metzleri. 

Typus 3.: „Prothorace rufo, pedibus nigris, elytris testaceis " 
Var. amasicola Westh. 

Wie auch bei der vorigen Art sind Typen dieser Abtheilung selten 
Nach Erichson's Citat (siehe oben) kommt dieser Typus vor, leider 
aber bietet das Material des Berliner Museums nach Kolbe keine 
Belege dafür, auch ist über den Fundort nichts gesagt. 

Desgleichen schliesst sich an diesen Typus Eriehson's var. a. 
„thorace disco rufo", welche in der Mitte zwischen diesem und 
seiner Stammart nigripes Com. steht. Auch ich besitze aus hiesiger 
Gegend nur Anklänge an diesen Typus, Exemplare mit dunklen Beinen 
und braunrothem Thorax, auf welche etwa die Gyllenhall'sche Art] 
beschreibung passen würde. Typische Stücke sind sicher nur selten 
zu erwarten, da mit der Fmfärbung des Prothorax die der Beine, be- 
sonders von Schwarz zu Braun, in ziemlich innigem Conuexe steht. 

Ich gebe diesem Typus den Namen: amasicola (nach seinem Fund- 
orte Emsfluss = Amasis). * 



') Wahrscheinlich gehört auch Metzler's var. „elytris nigro- 
fuscis 11 (1. c. p. 232) hierher; denn da er als Stammform die M. Hip- 
pocastani Heer, ansieht , muss man annehmen , dass er auch die Fär- 
bung des Halsschildes und der Beine angegeben haben würde, wenu 
dieselbe von der der Stammform abwiche. 



der Melolontha vulgaris Fabr. und Hippocastani Fabr. 69 

Typus 4.: „Prothorace rufo, pedibus nigris, elytris plus [minus 
nigricantibus." 

Dieser Typus dürfte wohl am allerseltensten zur Ausbildung ge- 
langen, ich habe ihn nie gefunden; Erichson erwähnt ihn, allein ohne 
Fundortsangabe, auch liefert das Berliner Museum nach Kolbe 
keine Belege. — Der Glückliche, welcher ein Stück dieser Form in 
typischer Ausbildung auffindet, mag ihr auch den Namen geben. 

Typus 5.: „Prothorace nigro, pedibus elytrisque testaceis." 
Melolontha Hippocastani var. nigricollis Muls. 

Dieser Typus, welcher in derselben Bildung bei M. vulgaris Fabr. 
als unbestrittene Stammform auftritt, repräsentirt hier nicht einmal eine 
Raceform, sondern wird nur hin und wieder als seltene Abart aufge- 
funden. Ich habe ein einzelnes typisches Stück vor mir, welches ich 
in diesem Frühjahr an der Ems unweit Münster erbeutete, nachdem ich 
früher vergebens auf ein solches gefahndet hatte. Der Prothorax ist 
vollkommen schwarz, desgleichen das Pygidium, das Schildchen und 
der Kopf, letzterer bis auf den aufwärts gebogenen braungefärbten 
Vorderrand. Die Fühler sind reiubraun, ebenso die Beine bis auf die 
Scheukelwurzel und den Trochanter, welche leicht geschwärzt erscheinen. 
Die Flügeldecken sind braun. Auch Erichson führt diese Form auf 
und ein kleines gedrungenes § im Berliner Museum belegt, nach 
Kolbe, die Richtigkeit seiner Angabe; das Exemplar, bei dem die 
Vaterlandsangabe fehlt, erscheint jedoch weniger typisch als das mei- 
nige, es hat nach Kolbe ein in der Mitte eben gebräuntes Halsschild 
und schwärzliche Hinterschenkel. Exemplare, bei denen sämmtliche 
Hinterschenkel schwarz sind, beschreibt Mulsant (1. c. pag. 415) als 
var. tibialis. Beide, diese Form, welche zu der Raceform nigri- 
pes Com. übergeht, und der Typus kommen demnach auch in Frank- 
reich vor. 

Typus 6.: „Prothorace nigro, pedibus testaceis, elytris plus 
minus nigricantibus.^ 

Melolontha Hippocastani var. pectoralis Meg. 

Von diesem Typus, der als Varietät zur Race nigripes Com. 
gehört, habe ich aus dem westlichen Europa keine Belege; weder findet 
er sich bei Mulsant augeführt, noch auch bei Bach, v. Heyden und 
anderen. Auch ich selbst habe von ihm hier in Westfalen niemals 
etwas wahrgenommen. Dagegen ist er im östlichen Deutschland und 
in Oestreich an mehreren Punkten beobachtet. Zunächst wohl von 
Herbst, der ihn als M. vulgaris var. („Käfer" III. 46) beschreibt. 
Benannt wurde er zuerst von Megerle v. Mühlfeld („Bemerk., Be- 
richt, u. Zusätze zu 111." 21. 76). Von beiden wurden Exemplare des- 
selben in Oestreich gesammelt. Von dort erhielt ihn auch Erichson 



70 Westhof: über die Farben- und B eh aarungs Varietäten 

in zwei Stücken für das Berliner Museum, in dem sich dieselben 
(nach Kolbe) auch jetzt noch vorfinden. Beide Individuen wurden 
von ihm in einer Anmerkung zu der Artdiagnose in seiner Naturgesch. 
d. Ins. Deutschlands (III. pag. 674) näher characterisirt. Das erste 
Thier, ein $, stammt aus der Krain, es hat geschwärzte Flügeldecken, 
das Halsschild leicht gebräunt, die Beine hellbraun; das zweite, ein 
Q, aus Kämthen stammend, zeigt dagegen dunkelbraune Schenkel, 
auch ebenfalls ein etwas gebräuntes Halsschild. Sodann besitzt das 
Berliner Museum, wie mir Kolbe mittheilt, auch ein Exemplar 
aus der Umgegend von Berlin, welches hierher gezählt werden muss; 
dasselbe ist ein Q mit hellbraunen Beinen, schwärzlichen, dunkelbraun 
durchscheinenden Elytren und schwärzlichbraunem Prothorax. 

Typus 7.-. „Prothorace pedibusque nigris, elytris testaceis." 
Race nigripes Com. 
Melolontha Hippocastani Burm., Er., Dalla Torre, 

Wahnsch. f. t. 

„ „ var. b. Gyllh. 

„ nigripes Com., Heer. 

„ Hippocastani var. nigripes Bach., Muls., 

Redt, et al. 
Nächst der M. Hippocastani Heer, ist von allen Typen dieser 
der häufigste und neben jener sogar zur vollständigen Raceform aus- 
gebildet. 

Von vielen Autoren, besonders von den norddeutschen jenseits der 
Elbe, wie Burmeister und Erichs on, wurde er zur Stammform der 
Art creirt und die Beschreibung dieser nach ihm entworfen. Der Erste, 
welcher ihn als Varietät auffasst, war Gyllenhal („Fauna suecica", 
pag. 558); später zweigte ihn Comolli unter dem Namen: nigripes 
als selbständige Art ab (Coleop. nov. pag. 24), welchem Beispiele Heer 
(1. c. pag. 540) folgte, bis er in neuerer Zeit wieder unter Beibehaltung 
des Namens als var. zu der alten Art : Hippocastani Fabr. gezogen 
wurde. 

Wie die andere Hauptform ist auch dieser Typus über ganz Mittel- 
und Nord -Europa verbreitet. Als prävalirende Form findet er sich 
vor Allem im nordöstlichen Deutschland jenseits der Elbe, besonders 
in den preussischen Provinzen Sachsen und Brandenburg. Sämmtliche 
Stücke, welche ich bisher aus diesen Gegenden zu Gesichte bekommen 
habe, gehören diesem Typus an, ebenso nach Kolbe die Exemplare 
des Berliner Museums. Cornelius erhielt ihn von Rathenow (Deutsche 
ent. Zeitschr. II. 1881. pag. 304) und Altum berichtet (1. c. pag. 113), 
dass bei Eberswalde diese Form so stark vorherrsche, dass ein „roth- 
nackiges" Exemplar zu den Seltenheiten gerechnet werden müsse. Wie 



der Meloloniha vulgaris Fabr. und Hippocastani Fabr. 71 

weit der Verbleitungsbezirk dieses Typus nach Osten geht , ist unbe. 
kannt. In Schweden findet er sich ebenfalls, aber nicht mehr als vor- 
wiegende Form. Diesseits der Elbe in der Gegend der oberen Aller 
ist er noch häufiger, als die Hippocastani Heer., aber bei Weitem 
nicht mehr so vorwaltend (Wahn schaffe). Nach Westen zu nimmt 
er alsdann an Häufigkeit stetig ab, in Westfalen findet er sich nur 
noch einzeln, so bei Münster, wo er so selten ist, dass auf hundert 
Individuen der Art kaum ein Exemplar kommt. Aehnlich verhält es 
sich mit seiner Verbreitung im ganzen westlichen Europa, überall am 
Rhein (Bach), bei Frankfurt (v. Heyden), in Frankreich (Mulsant) ist 
ihm die andere Form bald mehr, bald weniger stark überlegen, des- 
gleichen in der Schweiz, wo er sich nur am Südabhang der Alpen, 
sowie in Oberitalien (Comosee, Mendrisio — Comolli) häufig findet. 
Zahlreicher, wenngleich nicht überall als dominirende Race ausgeprägt, 
treffen wir ihn auch in Oestreich an , bei Wien ist er nur wenig seltener, 
Redtenbacher), bei Linz sogar häufiger, als Hippocastani Heer 
(Dalla Torre). Auch noch südlicher in Kärnthen und Krain wird er all- 
gemeiner verbreitet vorkommen, stammen doch aus diesen Gegenden jene 
dunkel gefärbten Stücke der var. pectoralis Meg. , welche mit dem 
Vorkommen dieses in so naher Beziehung stehen. Wie es mit seiner 
Verbreitung im Osten Europas bestellt ist, vermag ich, wie schon er- 
wähnt, nicht anzugeben; in der mir zu Gebote stehenden Litteratur 
finde ich darüber keine Vermerke; überhaupt sind noch viele Lücken 
auszufüllen, wenn uns von seinen Verbreitungsverhältniisen, namentlich 
mit Bezug auf die der anderen Raceform , ein klares Bild entrollt wer- 
den soll. Selbst in Deutschland ist in dieser Hinsicht erst sehr wenig 
klar gestellt, schweigen doch die meisten Autoren und Catalogographen 
behutsam darüber, was für Formen von dieser Art in dem von ihnen 
bearbeiteten Gebiete heimathen [und wie es mit ihrem Vorkommen be- 
stellt ist. Ich habe dieserhalb viele Verzeichnisse eingesehen , aber 
nur wenig Angaben gefunden; die meisten Autoren beschränken sich 
eben einfach bei Abfassung ihrer Cataloge darauf, das Vorkommen der 
Art und den Grad ihrer Häufigkeit zu notiren, das andere kümmert 
sie nicht. Es giebt in Deutschland nur wenig Verzeichnisse von Local- 
faunen, welche über das hier skizzirte Niveau hinausgehen 1 ). 



') Es ist wirklich zu bedauern, dass auf derartige Punkte so sehr 
wenig Gewicht gelegt wird. Ist es doch meistens (besonders wenn es sich 
um gewöhnliche und weit verbreitete Thiere handelt, und diese kommen 
ja hier gerade zuerst in Betracht) viel wichtiger zu erfahren, in welchen 
Abänderungen und Formen eine Art in dieser oder jener Gegend vor- 
kommt, als dass sie überhaupt dort heimathet, was meistens selbstver- 



72 Wesihoff: über die Farben- und Behaarungsvarietäten 

Was die spezifische Verschiedenheit der beiden Formen angeht, 
so sei bemerkt, dass dieselbe nicht durchzuführen ist. Zwar kommen 
zu den Färbungsunterschieden noch einige andere Differenzen, allein 
dieselben sind sämmtlich nicht so ganz constanter Natur, um eine 
spezifische Trennung begründen zu können. Auch stimmen die Penis- 
scheiden beider Formen, wie Cornelius (1. c. pag. 304) zuerst nach- 
gewiesen hat und wovon ich mich auch persönlich überzeugt habe, 
vollkommen überein. 

Interessant war mir noch die Wahrnehmung, dass dieser Typus in 
Bezug auf die Elytren weit weniger Hang zum Melanismus zeigt, als 
dies bei der anderen Raceform der Fall ist. Meine Stücke aus hiesiger 
Gegend besitzen sämmtlich einen schwarzen Aussenraud und Schultei"- 
ecke, desgleichen auch eine dunkel gerandete Basis, verrathen aber 
kaum Neigung, die schwarze Färbung weiter auszudehnen. Ein Stück 
befindet sich in meiner Sammlung mit tief dunkelbraunem Prothorax 
und Beinen. Incliniren die Beine zur Braunfärbung, so tritt diese 
Färbung zuerst bei den Tarsen und Schienen auf; beide Theile zeigen 
überhaupt häufig einen braunen Anflug. 

Typus 8.: „Protlwrace pedibusque nigris, elytris plus minus 
nigricantibus." 

Var. aethiops Westh. 
Melolontha Hippocastani var. c. Burin. 

„ ,, var. pectoralis Dalla Torre, nee 

Meg. 
Auch dieser Typus schliesst sich eng an nigripes Com. an und 
wird nur aus solchen Gegenden erwähnt, in denen jener die vorherr- 
schende Form ist; er ist aber überall sehr selten. Burmeister er- 
wähnt ihn als var. c. „totis elytris nigris u ; v. Dalla Torre (1. c. 
pag. 113) führt ihn unter dem Namen pectoralis Meg. auf als in der 
Gegend von Linz vorkommend, seine Form kann jedoch nicht auf die 
Megerle'sche pectoralis bezogen werden , da dieser pedes testacei zu- 
kommen, seine dagegen tota nigricans ist. Ein typisches Stück (voll- 
kommener Melanismus) findet sich nach Kolbe in der Sammlung des 



ständlich ist. Wie manches spezifische Verhältniss, wie manche affine 
Beziehung würde bestimmt hervortreten, wenn man auch der Variabilität 
der Arten und der Art und Weise ihres Vorkommens grössere Auf- 
merksamkeit angedeihen lassen wollte. Vorliegender Fall ist so recht 
dazu angethan, dieses zu beleuchten ; möge er unseren Coleopterologen 
Veranlassung geben, das Versäumte nachzuholen und das Fehlende zu 
ergänzen. 



der Melolontlui vulgaris Fabr. und Hippocastani Fabr. 73 

Berliner Museums, aus der Umgegend Berlins herrührend. Dasselbe, 
ein 9, besitzt, nach der Beschreibung von Kolbe, einen vollständig- 
schwarzen Kopf und ein schwarzes Halsschild , letzteres mit leichtem, 
grünlichem Schimmer und schwach purpur-glänzenden Seiten; die Flügel- 
decken sind schwarz und die Beine tief schwarzbraun gefärbt. Es 
rührt wahrscheinlich von Erichson her. Derselbe gedenkt auch dieser 
Form (siehe oben), ob aber seine var. c. „elytris nigricantiblis" hier- 
her gestellt werden darf, bleibt fraglich, da er die pectoralis Meg. als 
Synonym anführt (1. c. pag. 673). Wahrscheinlich hat er beide Typen 
nicht geschieden , wie denn überhaupt dieselben beide bei dem Ueber- 
handnehmen der dunklen Färbung sich geneigt zeigen , in einander 
überzugehen. Besonders ist es die Färbung der Beine, welche zuweilen 
unbestimmt wird, indem sie mehr oder weniger die Mitte hält zwischen 
dem reinen Schwarz und einem gesättigten Braun. 

Da der Name „pectoralis" für diesen Typus nicht angängig ist, 
weil er bereits vergeben ist, so muss eine andere Bezeichnung für den- 
selben eintreten; ich nenne ihn: aethiops'. 

Im Anschluss an diese Form muss noch einer Varietät gedacht 
werden, welehe von Burmeister als var. b.: ,.elytris nigro- costatis" 
angeführt wird. Wohl ohne Zweifel haben wir es hier mit einer Aus- 
bildungsform zu thuu, welche zwischen diesem letztbesprochenen Typus 
und der nigripes Com. steht. Es scheint mir aber nicht rathsam, 
dieses Ausbildungsstadium als eine besondere Varietät abzuzweigen, da 
es wohl keinen Anspruch auf so grosse Beständigkeit erheben kann, 
dass eine Aufstellung sicherer Merkmale möglich wäre. Auch ist es 
mir zweifelhaft, dass der Umfärbungsprocess in der Regel derartig vor 
sich geht, dass zunächst eine Schwarzfärbung der Rippen eintritt, bevor 
auch die Zwischenräume von dieser ergriffen werden; meine Beobach- 
tungen weisen keinen Fall auf, welcher auf eine solche Umfärbung 
auch nur mit Sicherheit hindeutete. Oder sollte diese Umfärbung bei 
der Race nigripes Com. nach anderen Prinzipien vor sich gehen? 

Hiermit wäre die Reihe der Färbungstypen der Melolontha Hip- 
pocastani abgeschlossen. Im Anschluss an sie muss ich jedoch noch 
erwähnen, dass auch bei dieser Species Exemplare angetroffen werden, 
welche ein stärker broncirtes Halsschild besitzen. Besonders sind es 
die „schwarznackigen" Formen, welche zuweilen durch einen tief pur- 
purnen oder metallgrünen Schimmer (besonders im lebenden Zustande) 
hervorleuchten. Solche Vorkommnisse sind in unseren Gegenden selten, 
dürften aber im Süden häufiger sein. Ich nannte Formen dieser Art 
an einem anderen Orte: „festiva" (1. c. pag. 153). 

Verschiedenheiten hinsichtlich der Pubescenz habe ich wenig 
beobachtet, keineswegs treten sie in dem Grade auf, wie bei der 



74 



Westhoff: über die Farben- und Behaarungsvarietäten 



M. vulgaris Fabr. Dass auch hier nicht alle Individuen in der Dich- 
tigkeit ihres Haarkleides übereinstimmen, dürfte wohl selbstverständlich 
sein; die Unterschiede sind aber in keiner Weise so gross wie bei jener 
Art. Interessant ist die Thatsache, auf welche zuerst Cornelius hin- 
gewiesen hat, dass nämlich die „schwarznackigen" Stücke durchgängig 
auch in der Behaarung von den ,, rothnackigen" verschieden sind (1. o. 
p. 304). Die Haare stehen nämlich bei den ,. schwarznackigen" merk- 
lich spärlicher, so dass die Flügeldecken zuweilen vollständig kahl er- 
scheinen; auch auf dem Prothorax ist die Behaarung spärlicher und 
etwas robuster, in der Farbe bräunlicher, straffer anliegend und weniger 
abstehend. Seltener findet man Individuen, welche in der Beschaffen- 
heit ihres Haarkleides mehr den „rothnackigen" gleichkommen. Es 
scheint also diese abweichende Haarbildung eine mehr oder weniger 
integrirende Eigentümlichkeit der „schwarzen" Race zu sein. 

Resummiren wir kurz unsere Resultate, so ergiebt sich Folgendes. 
Melolontha vulgaris Fabr. zeigt uns, sowohl im Hinblick auf Fär- 
bung als auch in Bezug auf Behaarung viele gut charaeterisirte Formen, 
aber nur eine einzige hat den Vorrang, und zwar in so hohem Grade, 
dass alle anderen ihr gegenüber tief in den Hintergrund treten; sie ist 
die Normal- (Stamm-) Form, in ihr und durch sie allein erhält die Art 
ihren spezifischen Ausdruck. 

Bei der Melolontha Hippocastani Fabr. hingegen gewahren 
wir einen nicht so grossen Reichthum an Formen, aber eine intensivere 
Neigung zur Ausbildung derselben; zwei Formen machen bei ihr ein 
Uebergewicht geltend, die M. Hippocastani Heer. (= recc Dal. Tor.) 
und M. nigripes Com. Diese beiden Formen repräsentiren aber nicht 
allein zwei Ausfärbungstypen, sondern vereinigen auch noch, eine jede 
für sich, eine gewisse Anzahl bestimmter Eigenthümlichkeiten, welche 
auf die Grösse des Körpers, den Glanz des Prothorax, die Behaarung 
desselben und der Elytren und auf die geographische Verbreitung- 
Bezug haben. An diese beiden Formen lehnen sich die übrigen Farben- 
typen mehr oder minder enge an und stimmen mit ihnen auch in den 
anderen Eigenthümlichkeiten überein: die hellfarbigen mit der Form 
M. Hippocastani Heer., die dunkelfarbigeren mit M. nigripes Com., 
während diejenigen, welche ihrer Farbe nach so ziemlich in der Mitte 
stehen , auch in den anderen Punkten mehr das Gleichgewicht halten. 
Melolontha Hippocastani Fabr. zeigt also zwei markirte Ausbildungs- 
richtungen, sie ist in zwei Racen gespalten, ähnlich wie M. candi- 
cans Burm. , für welche Art Metzler dieselbe Erscheinung statnirt 
(1. c. pag. 231). 



der Melolontha vulgaris Fabr. und Hippocastani Fabr. 75 

Zum Schluss stelle ich sämmtliche Formen beider Arten übersieht- 
lieh zusammen. 

1. Melolontha vulgaris Fabr. 

syn. : Melolontha Linn. 
extorris Er. 

var. scapularis Westh. 

var. lugubris Muls. 

var. melanopus Westh. 

var. * ') 

var. funesta Westh. 

var. rußcollis Muls. 

var. discicollis Muls. 

var. humeralis Westh. 

var. luctuosa Westh. 

var. obscuripes Westh. 

var. * 

var. * 

var. pulcherrima Dal. Tor. 

var. albida Redt. 

syn.: albida Muls. 
pulverea Muls. 

2. Melolontha Hippocastani Fabr. 

A. Race Hippocastani Heer. 

syn.: rex Dal. Tor. 

var. coronata Muls. 

syn.: discoidalis Dal. Tor. 
var. Metzleri Westh. 

syn.: pectoralis Westh. 
var. amasicola Westh. 
var. * 

B. Race nigripes Com. 
var. nigricollis Muls. 
var. tibialis Muls. 
var. pectoralis Meg. 
var. aethiops Westh. 

syn. : pectoralis Dal. Tor. 
var. festiva Westh. 

«) var. * bedeutet, dass diese Form in typischer Entwickelung noch 
nicht bekannt ist. 



76 [Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft I.] 

Kurze Bemerkungen über Farbenvarietäten 
einiger Melolontha- und Anoxia-Species. 

Von H. J. Kolbe. 

Anlässlich der werthvollen und umfassenden Untersuchungen 
F. Westhoff' s über die Farbenvarietäten der Melolontha vulgaris 
und Hippocastani will ich hier in Kürze darauf hinweisen, dass auch 
andere Melolontha-Arten , sowie auch einige Species der nahe ver- 
wandten Gattung Anoscia dieselbe Neigung verrathen, in dunklem 
Colorit zu erscheinen oder wenigstens dunkle Beine oder ein schwarzes 
Halsschild zu besitzen. Hier theile ich einige Notizen mit, die ich bei 
einer Durchsicht unseres Museums-Materials aufnahm. 

Melolontha papposa 111. Lusitanien, 7 Exemplare in 3 Farben- 
varietäten: 

1. Prothorace nigro, elytris pedibusque nigropicescentibus — 3 @ . 

2. Prothorace nigro, elytris fuscis, eorundem limbo nigricante, 
pedibus picescentibus — 1 <§ . 

3. Prothorace, elytris, pedibus brunneis — 1 $,2 Q. 
Melolontha pectoralis Germ. (Aceris Fald. Er., Ziegl.) 

Oesterreich, 9 Exemplare, alle gleichmässig gefärbt. 

Melolontha praeambula Kolen. Tiflis, 3 Exempl. , alle 
gleichmässig gefärbt. 

Melolontha hybrida Charp. Spanien, 3 Exempl. Bei 2 Exempl. 
ist der Prothorax mehr schwärzlich, bei 1 bräunlich. 

In der Gattung Anoocia finden wir wieder einige dunkle Farben- 
abänderungen vom leichten Dunkelbraun bis zum tiefsten Schwarz. 
Von A. australis Gyll. var. matutinalis Meg. besitzt das Museum 
braune Stücke mit braunen Beineu aus Italien (z. Th. Pisa), Sardinien 
und Corcyra, — braune mit schwarzen Beinen aus Croatien, — völlig 
pechfarbene bis schwärzliche Stücke aus Italien, — 1 rein schwarzes aus 
Südtyrol — und 1 fuchsrothes Stück aus Corfu (Ramb.). Hieraus scheint 
hervorzugehen, dass diese Anoxia-Avt sich zu verschiedenen Localracen 
ausgebildet. 

Von A. villosa F. habe ich schwarzbraune Stücke mit schwärz- 
lichen oder pechbraunen Beinen aus Sicilien und Corsica, — völlig- 
braune Exemplare aus Süddeutschland , Lusitanien und Andalusien vor 
mir, während ein dunkelbraunes Exemplar von Naxos neben einem 
hellbraunen hellbraune Beine besitzt. 

Auch Polyphylla fidlo kommt entweder schwarz mit schwarzen 
Beinen oder braun mit braunen Beinen vor. 

Weitere Beobachtungen über solche Farbenvarietäten, sowie ihre 
physiologische oder phylogenetische Ursache mögen noch ein Feld für 
weitere Untersuchungen sein. Mus. Reg. Berol., 17. Dec. 1883. 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft I.j 77 



Ueber neue Goliathiden aus Central -Afrika, 

nebst Studien über einige dieselben betreffenden 

Probleme aus dem Gebiete der Phylogenie 

und Speciesbildung. 

Von 

Tl. J. Kolbe. 

Mit Abbildungen Fig. 1—9. 



Das Innere Afrikas scheint noch von sehr vielen bislang nicht 
bekannt gewordenen Insecten bewohnt zu sein, die nach und nach das 
Auge des Forschungsreisenden gelegentlich erspäht. Dr. P. Pogge 
und Lieutenant Wissmann kamen auf ihrer Reise in das Innere 
Afrikas in den Jahren 1881 und 1882 in die Gebiete des centralen 
Theiles des Congobeckens, wohin vor ihnen noch kein Culturmensch 
seinen Fuss gesetzt hatte. Vornehmlich ist das Gebiet des Tussilantsche- 
Fürsten Mukenge verzeichnet, dessen Residenz unterm 6° südl. Br. und 
227-' ° östl. Länge von Greenwich liegt, wo Pogge und Wissmann 
der Thierwelt reichliche Aufmerksamkeit geschenkt haben. Weiterhin 
nach Osten und Nordosten zu überschritten die Reisenden den Lubi- 
lasch- und den Lomamifluss und kamen bis an den Lualaba (oberen 
Congo), wo Wissmann bei Nyangwe von Pogge sich trennte. Von 
dieser ganzen Tour befinden sich in der Sendung an das Köuigl. Museum 
in Berliu reiche Collectionen von Insecten, sämmtlich (mit wenigen Aus- 
nahmen) unter genauer Angabe des Fundortes und der Zeit des Fanges. 
Auch die Phänologie der Insectenwelt Centralafrikas gewinnt durch 
diese .Sorgsamkeit des Dr. Pogge eine enorme Bereicherung, da wir 
darüber nach meiner Meinung bisher so gut wie nichts kannten. 

Eine nach dieser Reise vervollständigte Karte Centralafrika's findet 
man in Petermann's Mittheilungen 1883 (Taf. 6). 

Unter den von Pogge und Wissmann heimgebrachten Goliathiden 
sind namentlich eine Reihe neuer Formen aus der Gattung Coelorhina 
bemerkenswerth. Bisher kannte man von dieser Gattung schon 7 Spe- 
cies, die alle in den Küstenländern des tropischen Westafrika heimathen. 
Aus Centralafrika haben wir jetzt 6 weitere, bisher noch unbekannt 
gewesene Formen vor uns. Unsere philosophischen Betrachtungen über 



78 H. •/. Kolbe: neue Goliathiden 

die Insectenwelt gewinnen mit diesen neuen Thieren wieder neue Nah- 
rung. Die Verbreitung einer bestimmten bisher nur westafrikanischen 
Speciesgruppe nach Osten hin wird begleitet von Veränderungen in der 
Organisation der einzelnen Formen, so dass wir aus der geographischen 
Verbreitung und der veränderten Körperorganisation auf das Entstehungs- 
alter der Arten zurückschliessen können. 

Auch eine prächtige, mit Harrisii Westw. nahe verwandte Mega- 
Jorhi na -Form, die wir als eine Race dieser Art bezeichnen dürften, 
ist in einigen Stücken beiderlei Geschlechts eingesandt. Schon auf 
seiner ersten Reise in das Innere Afrikas während der Jahre 1875 und 
1876 sammelte Pogge bei Kimbundo im Gebiet der Kioko -Länder 
einige von der typischen Harrisii der Westküste verschiedene Formen, 
die Baron v. Harold in seiner Schrift über die damals von Pogge und 
v. Homeyer in Westafrika gesammelten Coleoptera kurz erwähnt und 
characterisirt. Ich führe sie hier gleichwie die Form aus dem Mukenge- 
Gebiet als centralafrikanische Racen der Megalorhina Harrisii auf. 

Von der Gattung Hjudieella f deren Männchen das merkwürdig 
lange- und schlanke Gabelhorn auf dem Clypeus tragen, sind mehrere 
verschiedene Formen, aber jede nur in 1 Exemplar gesammelt; alle 
sind eigentümlich und sogleich als Vertreter einer neu erschlossenen 
Fauna zu erkennen. 

Die erwähnten 6 Coelorhina- Formen zeichnen sich sämmtlich 
durch die weit nach hinten ausgedehnte Schädelhöhiung im männlichen 
Geschlecht aus; die beiden sie beherrschenden und für die Gattung wie 
die einzelnen Arten so characteristischen Scheitelspitzchen sind sehr 
kurz und stehen nahe beisammen. 

Ich glaube bei dieser Gelegenheit entschieden auf eine allgemeinere 
Verwerthung von gewissen Bildungen am Insectenkörper aufmerksam 
zu machen, die einer vergleichenden Betrachtung und einer Aufklärung 
ihrer Natur sonst nicht gedient haben, und in deren Erkenntniss man 
überhaupt noch nicht eingedrungen ist. Die Sculptur der Flügel- 
decken habe ich hier im Sinne, Nach meiner Ansicht sind die Längs- 
streifen und Rippen auf den Flügeldecken der Coleopteren die Rudi- 
mente von convexen Flügeladern , welche die früher membranöseu, 
also den häutigen Flügeln aequivalenten Flügeldecken durchzogen. Je 
älter ein Coleopterentypus ist, um so ähnlicher sind die Rippen der 
Flügeldecken der Flügelnervatur. Die Malacodermaten betrachten wir 
als einen der ältesten, vielleicht als den ältesten Typus in der Organi- 
sationsfolge der Coleoptera, da sie, wie Paul Mayer 1 ) anführt, die 



') Dr. Paul Mayer: Ueber Ontogenie und Phylogenie der In- 
secten. (Jeuaische Zeitschrift, Bd. X, N. F. 2, III. p. 187.) 



<tns Central-Afrika etc. 79 

grösste Anzahl freier Abdominalringe, nämlich 7, und zugleich noch 
eben so viele uud weit von einander entfernte Bauchganglien , dazu 
noch in einer Reihe von Geschlechtern weiche und lose aufliegende 
Flügeldecken besitzen. Ed. Brandt 1 ) fand bei Dicti/opterus san- 
giäneus (zur Malacodermatenfainilie Lycidae gehörig) sogar 8 Abdo- 
minalganglk-n. Unter diesen Lyciden sind nun namentlich die tropisch- 
amerikanischen Calopteron- Arten durch auffallende anastoinosirende, 
au die Fliigelnervatur der Neuroptera erinnernde Rippenbilduüg ausge- 
zeichnet. Sogar fast transparent erscheinen bei manchen Species diese 
gegitterten, nach hinten zu ansehnlich (flügelartig!) erweiterten Flügel- 
decken. Man sieht, alle Charactere und Bildungen haben hier wie 
überall ihre Bedeutung und einen weiten Hintergrund von Realität und 
Schlussfolgeruugeu. 

Diese der homopteren Grundform sich nähernde Flügeldeckenbil- 
dung der Lycidae verschwindet in sämmtlichen jüngeren Coleopteren- 
familien. Species mit regelmässig punctirt -gestreiften Flügeldecken 
dürfen wir indessen als älter betrachten als solche mit unregelmässig 
punktirten oder glatten Flügeldecken. Demnach wären die mit ver- 
schwindenden Streifen und Punktreihen und die mit glatten Flügel- 
decken versehenen Species die jüngsten Geschlechter, also unter den 
central -afrikanischen Coelorhina- Arten C. Radei und gldbrata 
älter als furcata, ruficeps, Poggei und imitatrioc. Gleichzeitig be- 
sitzen jene ein gerades Clypealhorn , da nach unserer Ansicht das 
krumme aus dem geraden Hörn gebildet ist. (Vergl. Fig. 2 und 4.) 
Dieses krumme Hörn ist den Formen ruficeps, Poggei und wahrschein- 
lich auch dem unbekannten § von imitatrix eigen. Ferner wird uns 
die Verwandtschaft mit den westafrikanischen Coelorhina- Arten ver- 
ständlich. Die mit regelmässigen Punktstreifen auf den Flügeldecken 
versehenen (älteren) Formen haben den zweizähnigen Occipitalvorsprung 
länger als diejenigen Formen , deren Flügeldecken unregelmässig und 
verschwindend punktirt sind. Folglich sind die Arten, deren Occipital- 
vorsprung noch weiter nach vorn reicht, also 0. Hornimani und 
aurata, als noch älter zu betrachten. 

Diejenigen Arten , deren Occipitalvorsprung bis auf einen sehr 
schmalen Streifen mit vorspringendem Doppelzähnchen zurückgedrängt 
ist (vergl. Fig. la und 3a), sind am meisten nach Osten vorgedrungen. 
Die mit weit vorgezogenem Vorsprunge versehenen Species gehören 
den westafrikanischen Küstenländern an. Ebenso sind die Formen) 



') Dr. Ed. Brandt: Vergl. anatom. Untersuchungen über das 
Nervensystem der Käfer (Coleoptera). (Horae Soc. ent. Ross. Bd. XV. 

1879.) 



80 H. J. Kolbe: neue Goliathiden 

deren Flügeldeckensculptur am obsoletesten erscheint, nur aus den 
östlichen Gebieten (vorn oberen Congo und Lualaba) bekannt. Daraus 
ist der Schluss zu ziehen, dass die Thiere mit ihrem weiteren Vor- 
dringen nach Osten sich gleichzeitig zu neuen Formen ausgebildet 
haben. Einer Organisationsveränderung (Ausbildung zu neuen Formen) 
sind vorzüglich die jüngsten Zweige des Organismenreiches anheimge- 
geben ; in diesen vor allen zeigt sich das gegenwärtig volle Leben und 
Weben der Natur. Die Fülle der mannigfaltigsten und einander sehr 
nahe verwandten Formen und reich entwickelten Gattungen mancher 
Gruppen des Thierreichs, wie gemäss unserer gegenwärtigen Betrachtung 
der Goliathiden, ist daher nicht zum Verwundern ; sie bilden einen der 
jüngsten Zweige des Stammbaums der Coleoptera. Die am mächtigsten 
entwickelten, also jüngsten Formen sind die noch wenig differenzirteu, 
weil noch in voller Entfaltung begriffenen und wohl kaum durch Aus- 
sterben von Formen gelichteten Speciesreihen der Gattungen Goliatkus, 
Meeynorhina and Dicranorhina. Ein innerer Entwickelungstrieb 
scheint bei den Goliathiden noch sehr mächtig zu walten; und die je- 
weilig verschiedenen Verhältnisse ihres Wohnortes nebst den Einflüssen 
und den dadurch bedingten Veränderungen in Folge von Wanderungen 
werden dem wahrscheinlich ebenso intensiven Accommodationsvermögen 
dieser Thiere in gleicher Weise zur Ausbildung der verschiedensten 
Formen die Hand reichen. 

Wiederum zurückblickend auf Coelot'hina fassen wir den ver- 
schiedenen Grad der Ausfärbung ins Auge. In meiner Abhandlung 
„Ueber die madagaskarischen Dytisciden des Berliner zoologischen 
Museums" habe ich dargelegt, dass die primitiv gefärbten Species wohl 
älter sind als die complet ausgefärbten. Coelorhina glabrata, Madei 
und furcatd besitzen bräunliche, in ihrer Ausfärbung wenig ausgebildete 
Flügeldecken, während Poggei und imitatrLv in dieser Beziehung viel 
entwickelter erscheinen, da sie vollständig dunkelgrün gefärbt sind. 
Dass wir letztere schon anderweitig als die jüngeren und jene als die 
älteren Formen ansehen, ist vorhin beregt. 

Bezüglich der Frage, wie wir uns demnach die Entstehung 
dieser Co e lo V h ina-Tormen in ihrer Mannigfaltigkeit vorzustellen be- 
rechtigt sind, glaube ich folgendes bemerken zu dürfen. Die verschie- 
denen Coelorhina-F ormen (Species) haben sich gemäss dem in sie hinein- 
gelegten Entwickelungstriebe weiter ausgebildet und in diesem Ent- 
wickeluugsgange specialisirt. Dieser Entwickelungsgang, von dem Stadium 
der Ursprünglichkeit bis zu dem der zielbewussten Ausbildung, besteht 
bei den centralafrikanischen Coelorhina-Formen darin, dass 

1. die einmal begonnene Rückbildung des Scheitel- (Occipital-) Fort- 
satzes uunachsichtlich fortschreitet; 



aus Central- Afrika etc. 81 

2. die regelmässige Punktstreifung der Flügeldecken dem allgemeinen 
Gesetze in der Coleopteren- Ordnung gemäss allmählich ver- 
schwindet, und 

3. das Clvpealhorn, der Gesetzmässigkeit bei anderen Goliatkiden- 
gattungeii folgend, sich rückwärts krümmt und durch die Ent- 
wickelung der Seitenzinken mehr und mehr gabelförmig wird. 

Diese fortschreitenden Vei-änderungen, wodurch neue Formen (Species) 
entstanden sind und noch entstehen, sind die inneren Entwickelungs- 
factoren, die unabhängig von äusseren Einflüssen sich geltend machen, 
und die Darwin für die Entstehung der Arten noch nicht aufwarf. 
Wie weit die Accomodation an die äussere Umgebung, also der Einfluss 
der Aussenwelt, mit in den Bereich der Bilduugsfactoren fällt, ist insoweit 
fraglich und unbekannt, als wir über die verschiedene Lebensweise dieser 
verschiedenen Formen aus Centralafrika noch keine Beobachtungen 
besitzen, wie das weiland Hermann Müller bei seinen Forschungen 
in der heimathlichen Jnsectenwelt vergönnt war. Verschiedenheiten 
bestehen bei den Coelorhina- Arten in der Form des Prothorax 
und der Flügeldecken, und es ist voraussichtlich richtig, wenn wir an- 
nehmen, dass ihre Accomodation an ihren Wohnort oder die der Larven 
und Nymphen an denselben eine verschiedenartige Ausbildung dieser 
Körpertheile verursacht hat. Dass beim Weibchen der Clypeus vorn 
ausgerandet oder abgestutzt ist, halte ich für die Folge verschiedener 
Lebensweise, da die Mundtheile, gemäss der verschiedenartigen Nahrung 
und Nahrungsaufnahme, am meisten Aenderungen in der Ausbildung 
unterworfen sind. 

Hier folgt die Aufführung und Beschreibung der centralafrikanischen 
Formen von Coelorhina. 

1. Coelorhina glabrata. 

<$ OUvaceo-vireseens, capite ritfo-purpureo, thorace elytrisque 
viridi-olivaeeis; utroque elytro maculis 2, humer all et anteapieali, 
signato, vertiee processu instrueto, brevi, parvo, bidentato, dentibus 
brevibus, valde approximatis, rufis; cornu clypeali porreeto, fere 
horizontali, furcato, dente furcae utroque vice vel partim reflexo, 
tuberculo in^fundo emarginationis furcalis nullo; pronoto latera 
versus densissime punetato, punetis sat profundis, margine postico 
ante scutellum parum sinuato; elytris retrorsunt distinete attenuatis, 
punetis superne plus minusve seriatis, seriebus 7 vel 8, punetis 
intermissis fere irregulär ibus; metasterno haud granuloso, epi- 
meris metathoracalibus glabris; processu metastemali augustato. 

Long. corp. (cornu clyp. excepto) 25 mm. 
XXVIII. Heft i. 6 



82 



H. J. Kotbe: neue Goliathiden 



Patria: Africa centr,, regnum Mukenge, 6" süd). vom Aequator, 
2272° östlich von Green wich, gefangen während der Zeit vom 1. — 28. 
November 1881 (Pogge). 

Diese Form ist gleichwie G. Madei ausgezeichnet durch den etwas 
mehr vorgezogenen zweispitzigen Scheitelfortsatz (Occipitalfortsatz), der 
zwar kürzer ist als bei Sornimani aber länger als bei G. furcata, 
Poggei etc. 

Glabrata unterscheidet sich von Madei durch den röthlichen Kopf, 
an dem auch das Clypealhorn und der Scheitelfortsatz so gefärbt sind, 
während die Seitentheile des Hinterkopfes grün bleiben. Die Punktiruug 
und Streifung der Flügeldecken ist kräftiger. Der Basaltheil des Clypeal- 
hornes oberseits glatt, bei Madei mit einem fast zugeschärften Kiele 
versehen. Die Metathoracalepimeren bei Madei gekörnelt, bei glabrata 
glatt. Auch ist die Färbung der Flügeldecken vorwiegend eine grünliche, 
mit violettem oder bräunlichem Rosaschimmer. 

2. Goelorhina Madei. 

(Figur 1 u. 2.) 

§ Ochraceus, rufus, virescens, capite thoraceque viridibus, 
elytris pallescenti-ochraceis vix viridescentibus; utroque maculis 2, 
humerali et anteapicali, signato; vertice processu instructo, brevi, 
parvo, bidentato, dentibus brevibus, viridibus, approxhnatis ; cornu 
clypeali robustulo, fere horizontali, furcato, dente utroque refiecco, 
tuber cido in fundo emarginationis furcalis distincto; pronoto 
latera versus densissime punctato, margine postico ante scutellum 
parutn sinuato; elytris postice parum attenuatis, seriebus punc- 
torum obsoletorum compluribus, punctis intermissis irregularibus; 
metasterno latera versus cum epimeris granulis subtilisshuis ad- 
s per so, punctis rudibus, partim impressis, processu metasternali 
latiore, quam in G. glabrata. 

Long. corp. (cornu clyp. exe.) 30 mm. 

Patria: Africa centr., ad Lualaba flumen, 473" südl. vom Aequ., 
26° östl. v. Gr., gefangen während der Zeit vom 12. April bis 12. Mai 
1882 (Pogge). 





Fig. 1. 



Fig. 2. 



aus Central- Afrika etc. 83 

Durch die kräftige Bildung des Clypealhomes erinnert diese aus- 
gezeichnete Form an C. furcata, doch sind die Zinken dieses Hornes 
mehr zugespitzt; der zweispitzige Scheitelfortsatz ist deutlich mehr vor- 
gezogen; der Körper ist schlanker und gestreckter; die bräunlichen 
Flügeldecken sind mit regelmässigen Punktstreifen versehen. 

Diese prächtige Art wurde Herrn Emil Rade zu Ehren benannt, 
dem eifrigen Freunde des Darwinismus und Verfasser der Schrift 
„Charles Darwin und seine deutschen Anhänger. Eine Geschichte der 
deutschen Ehrengabe zu Darwins 69. Geburtstage." 1877. 

3. Coelorhina furcata. 

$ Viridis, capite brunneo, occipite juocta oculos virescente, 
vertice processu instructo, parva, brevissimo, bidentato,fdentibus 
his brevibus, approaämatis, brunneis; cornu clypeali sat grandi, 
fere horizontall, breviter furcato, deute utroque leviter refleoca. 
tuberculo singulo iufunda emarginationis furcae distincto; pronoto 
latera versus haud dense punctata, punctis profundis, margine 
postico ante seutellum vioc sinuato; elytris retrorsum paulo tantum 
attenuatis, in disco punctis obsoletissimis, irregidaribus, seriebus 
punetoruia purum conspicuis, utroque maculis 2, humerali et 
anteapicuU, signato; metasterno glabra, latera versus grosse punc- 
tato, epimeris laevibus. 

LoQg. corp. (cornu clyp. excpt.) 29 mm. 

Patria: Regnum Mukenge. Gesammelt während der Zeit vom 
1.— 20. November 1881 (Pogge). 

Im Habitus der C. ruficeps am nächsten stehend, aber verschieden 
durch das anders gebildete Clypealhorn, das Vorhandensein des inter- 
furcalen Höckerchens vorn am Clypealhorn, das etwas kürzere Halsschild, 
die undeutliche Punktirung der Flügeldecken mit den verschwindenden 
Punktstreifen, namentlich aber durch die gesättigt grüne Färbung der 
ganzen Oberseite. 

4. Coelorhina ruficeps. 
(•> Olivaceo-viridis, subaurata, elytris flavescentibus, splendore 
viridano, utroque maculis 2, humerali et anteapicali, signato; 
capite pedibusque rufobrunneis, femoribus virescentibus, pygidio 
viridi, nonnunquam rufescente; vertice processu instructo, mediano, 
bidentato, brevissimo, denticulis brevibus, valde approccimatis ; 
occipite viridi; cornu clypeali leviter recurvato, profunde emar- 
ginato, utroque dente parum reflexo, tubercido singulo in fundo 
emarginationis furcalis nullo; pronoto latera versus haud den- 
sissime punctata, margine postico ante seutellum levissime bisinuato; 

6* 



84 H. J. Kolbe: neue Goliathiden 

elytris retrorsum partim attenuatis, punctis distinctis, disseminatis, 
irregidaribus, striis seriatis dorsalibus nullis, metasterno glabro, 
latera versus grosse punctato, epimeris laevibus. Long. corp. (cornu 
clyp. exe.) 2572— 27 1 2 mm. 

Q. Simillima, clypeo inarmato ad marginem anticum distinete 
emarginato, superne densissime et profunde punctato. Long. corp. 
27 min. 

Patria: Regnum Mukenge. Gesammelt vom 1. bis 28. November 
1881, 2 $, 1 2 (Pogge). 

Das § steht durch die Bildung des Clypealhornes der C. Poggei 
näher als den übrigen Arten, da dasselbe deutlich aufwärts und die 
Zinken ein wenig rückwärts gekrümmt sind, unterscheidet sich von 
dieser aber sogleich durch die weniger starke Krümmung des Hornes, 
die helle, glänzend olivengrüne Färbung des Körpers, das grüngelb 
umrandete Pronotum und die isabellgoldfarbenen und mit einem grüneu 
Scheine übergosseneu Flügeldecken. Auch ist das Halsschild kürzer 
und vorn breiter, und die beiden Scheitelzähnchen grösser als bei Poggei. 
Von C. glabrata ausser durch die Bildung des Clypealhornes namentlich 
durch die breiteren Flügeldecken und die Punktstreifen auf denselben 
verschieden. 

5. Coelorhina Poggei. 
(Fig. 3, 4 u. 5.) 

§ Perviridis, capite viridescente, margine ultimo elytrorum 
pedibusque purpureo -brunneis, femoribus ad magnam partem 
viridibus, utroque elytro maciäis 2, hnmerali et anteapicali, sig- 
nato; processu oecipitali fere nidlo, cujus denticxäis medianis 2 
brevissimis , approximatis , brunneis; cornu clypeali recurvato, 
brevi, utroque dente sat reflexo; pronoto latera versus haud dense 
punctato, margine postico ante scutellum profundius sinuato quam 
in speciebus praecedentibus ; elytris parum attenuatis, superne 
obsolete punetatis, punctis irregidaribus, hinc et illinc lineas non- 
nidlas vioc formantibus; metasterno cum epimeris subtilissime 
granulato; processu metasternali lato, antrorsum fere ampliato. 

Long. corp. (cornu clyp. exept.) 28 mm. 

Q Simillima ; clypeo antice leviter sinuato, superne densissime 
et rüde punctato; ab domine subtus granidoso; elytris ad apicem 
internam spina brevi acuminatis. 

Long. corp. 28 mm. 

Patria: Africa centr., ad Lualaba flumen, 473° südl. vom Aequ., 
26° östl. v. Gr. (1 $ 12. April — 12. Mai 1882), et inter flumina 
Lubilasch etLomami, 24°— 26° östl. v. Gr.; 1 $ [Februar 1882?], (Pogge). 



aus Central- Afrika etc. 



85 





Sv 



Fig. 4. 

Beide Geschlechter sind ausgezeichnet durch die gesättigt dunkel- 
grüne Färbung der Ober- und Unterseite. Nur das Halsschild und das 
Scutellum zeigen einen schwachen goldigen Schimmer; der Kopf er- 
scheint vorn röthlich. Für das $ ist das stark aufwärts und einwärts 
gekrümmte Kopfhorn characteristisch (Fig. 3 Kopf von oben, Fig. 4 
derselbe von der Seite gesehen). Durch die unregelmässig zerstreute 
Punktirung der Flügeldecken mit den kaum erkennbaren Punktstreifen 
nähert sich Poggci der hnitatrix und furcata, weicht aber von ersterer 
durch das kürzere Halsschild, das längere letzte Ventralsegment und 
die bei dieser Art angegebenen sonstigen Unterschiede ab; während sie 
sich von furcata durch die abweichende Bildung des Clypealhorns, 
die weniger tiefe Aushöhlung des Kopfes, das vorn mehr verschmälerte 
Halsschild und die dichtere Punktirung desselben unterscheidet. Cha- 
racteristisch ist die Form des Metasternalfortsatzes (Fig. 5). 

Herrn Dr. Pogge zu Ehren benannt. 



6. Coelorhina imitatrioc. 

(Fig. 6.) 

Q. Perviridis, prothorace scutelloque auro virescentibus, pedi- 
bus castaneo-rufis, femoribus viridibus, tarsis fuscatis; clypeo 
antice obtuso, rufescente, swperne densissime et grosse punctato; 
prothorace brevi, latera versus haud densissime punctato, margine 
postico ante scutellum sat profunde emarginato; abdomine glabro; 
processu metasternali angustiore, parallelo. 

Long. corp. 27 mm. 

Patria: Africa centr. ad Lualaba flumen, 473° südl. Br., 26° östl. 
v. Gr.; 12. April — 12. Mai 1882 (Pogge). 





Fig. 5. 



Fig. 6. 



86 H. J. Kolbe: neue Goliaihiden 

Nur ein einziges Stück weiblichen Geschlechts liegt vor. Dasselbe 
ist am nächsten mit Poggei verwandt; doch ist das Halsschild kürzer, 
der Clypeus vorn abgestutzt, tiefer und dicht runzlig punktirt; der 
Metasternalfortsatz (Fig. 6) schmäler und parallelseitig, der Hinterleib 
nicht granulirt, das letzte Abdominalsegment kürzer und an der Spitze 
breiter abgerundet ; der Zahn in der Mitte der Mittel- und Hinterschienen 
weniger abstehend. Die Flügeldecken sind weniger verschmälert, aber 
deutlicher uud kräftiger punktirt; auf dem Rücken einige Anfänge von 
regelmässigen Punktreihen. Die ausgezogene Spitze am Ende der 
Flügeldeckennaht kürzer, weniger zugespitzt und etwas divergent. 

Uebersichtstabelle für die Charactere der central- 
afrikanischen C o e 1 o r li i n a - F o r m e n. 

Die Reihenfolge der Species jeder Kategorie ist nach der Stufen- 
folge der Ausbildung genommen. Dadurch wird es möglich, die ver- 
gleichenden Studien über die Entwickelungsreihen zu verfolgen, wozu 
die Angabe des geographischen Vorkommens einen für die Auffassung 
der Speciesstufen wichtigen Beleg abgiebt. 

M. — Mukenge (22 1 / 2 ° östlich von Greenwich, 6" südlich vom 

Aequator). 
Lub. Lom. = Reiseroute zwischen dem Lubilasch- und Lomami- 

Flusse (24° — 26° östl. v. Gr.). 
L. = Lualaba (26° östl. v. Gr., 47 3 ° südl. vom Aequator). 

I. 

1. Clypealhorn horizontal, in der Mitte ziemlich weit ausgerandet, 
Zinken ein wenig aufgebogen: 

glabrata (M.), furcata (M.), Badei (L.) 

2. Clypealhorn aufwärts gekrümmt, in der Mitte weit ausgerandet, 
Zinken rückwärts gebogen : 

ruficeps (M.), Poggei (Lub. Lom., L.). 
II. 

1. Basis des Clypealhorns oberseits glatt: 

glabrata (M.), furcata (M.). 

2. Basis des Clypealhorns mit einem Längskiel: 

Radei (L.), ruficeps (M.), Poggei (Lub. Lom., L.). 
III. 

1. Occipitalfortsatz in der Mitte ein wenig vorgezogen und kurz zwei- 
spitzig, die Spitzen mehr horizontal: 

glabrata (M.), Radei (L.). 

2. Occipitalfortsatz in der Mitte kaum vorgezogen und kürzer zwei- 
spitzig, die Spitzen etwas aufgerichtet: 

furcata (M.), ruficeps (M.), Poggei (Lub. Lom., L.). 



aus Central- Afrika etc. 87 

IV. 

1. Flügeldecken auf der Scheibe mit deutlichen und regelmässigen 
Punktreihen : 

glabrata (M.), Radei (L.). 

2. Flügeldecken auf der Scheibe mit undeutlichen und oft verschwin- 
denden Punktreihen : 

furcata (M.), Poggei (Lub. Lom., L.), hnitatrix (L.). 

3. Flügeldecken auf der Scheibe ganz unregelmässig pnnktirt, ohne 
Spur von Punktreihen: 

rußceps (M.). 

V. 

1. Metasternalfortsatz und Metathoracalepimeren glatt: 

glabrata (M.), furcata (M.). rußceps (M.). 

2. Metasternalfortsatz und Metathoracalepimeren, gleichwie das Meta- 
sternum überhaupt, fein gekörnelt: 

Radei (L.), Poggei (Lub. Lom., L.), imitatrix (L.). 

VI. 

1. Q Kopfschild ausgerandet : 

rußceps (M.), Poggei (Lub. Lom., L.). 

2. Q Kopfschild abgestutzt: 

imitatrix (L.). 

Stephanorhina guttata Oliv. 
Es liegen einige Stücke vor vom Lualaba (12. April — 12. Mai 1882. 
und aus der Gegend östlich vom Luluafluss (5. — 15. December 1881). 
Dagegen findet sich diese Art nicht unter den reichen Collectionen aus 
dem Gebiete des Fürsten Mukenge und des Lubilasch- und Lomami- 
flusses, wo während der Zeit vom 26. Juli — 28. November gesammelt 
wurde. In mehreren Stücken ist dieselbe in einigen Collectionen ent- 
halten, die keine nähere Signatur über Fundort und Fangzeit besitzen. 
Interessant ist aber, zu constatiren, dass diese an der Westküste ver- 
breitete Art so weit bis ins Innere von Afrika (Lualaba = oberer Congo), 
bis etwa zum 26° östlich von Greenwich verbreitet ist und dadurch mit 
dazu beiträgt, die östliche Grenze der zoogeographischen Region „West- 
afrika" näher zu bestimmen. 

Von der Gattung Eudicella wurden 5 Formen (Species und Racen) 
heimgebracht. 

1. Eudicella Poggei. 
(Zunächst mit E. Gralli Buq. verwandt, vielleicht eine central- 
afrikanische Race derselben). 



88 H. J. Kolbc: neue Goliathiden 

§ Mediocris, viridis, elytris antrorsum sat angustatis, totis 
ßavescenti-carneis eoccepta vitta perviridi lata mediana longitudi- 
nali, in disco punctato-striatis, Spina apicali interna nutta; corni- 
eidis utrinque frontalibus minime divergentibus. 

Long. corp. (cornu clyp. excpt.) 28 mm. Exemplar unicum. 

Patria: circa Lualaba flumen, 12. April— 12. Mai 1882 (Pogge). 

In der Körperfärbung der E. Mechowi Quedenf. (var. von Gralli 
Buq.) aus dem oberen Quangogebiet sehr ähnlich, doch von derselben 
merklich verschieden : kleiner, weniger robust, nach hinten zu verschmälert, 
die Gabel des Clypealhorns kürzer, dunkelbraun (hellkastanicnbraun bei 
Mechowi), die Gabelzinken innen ohne Zähne, die bei Mechowi kräftig 
entwickelt sind; auf der Scheibe der Flügeldecken mit einigen deutlichen 
Punktreihen, die der Mechoivi fehlen ; auf der Mitte der Halsschild- 
scheibe beiderseits mit einem Eindruck; die Flügeldeckennaht am Ende 
nicht in eine scharfe Spitze ausgezogen. Ausserdem divergiren die 
beiderseitigen Stirnhörnchen viel weniger als bei Mechoivi. Die Färbung 
des Körpers ist ein dunkles Grasgrün; die Flügeldecken sind gelbrüthlich, 
jede durch einen dem Seitenrande parallelen dunkelgrünen Längsstreifen 
ausgezeichnet. 

2. Ea die eil a pauperata. 

§ Saturate viridis, thorace antrorsum utrinque purpurato, 
elytris obsolete viridi-vittatis, hac vitta humeros versus nigra, 
pedibus viridescentibus, tibiis pedum omnium femoribusque anteri- 
or ibus rufis; cornu clypeali nigro, brevi, bifurcato, furca angusta, 
corniculis javtaclypealibus porrectis, paulo convergentibus; thorace 
brevi, lateribus in media sat ampliatis, ante scutellum minime 
sinuato; elytris subcoriaeeis, punetis disseminatus obsoletis, ad 
apicem intemam minime et indistinete acuminatis. 

Long. corp. (cornu clyp. excpt.) 24 mm. 

Patria: circa Lubilasch flumen (24° östl. von Greenw., 5\ 3 ° südl. 
vom Aequ.), gefangen während der Zeit vom 14.— 30. Januar 1882 (Pogge). 

Zunächst mit E. Gralli und Morgani verwandt, doch viet kleiner 
und oberseits ganz grün. Die beiden seitlichen Clypealhörnchen sind 
gerade und ein wenig convergirend, während sie bei Gralli und Mor- 
gani divergiren. Das Clypealhorn ist glänzend schwarz, kurz, breit, 
die Zinken wie bei Morgani viel weniger gespreizt als bei Gralli. 
Der Kopf ist oberseits gröber sculptirt als bei den genannten Arten. 
Halsschild von derselben Form wie bei Gralli und kürzer als bei 
Morgani. Die Flügeldecken besitzen am Ende der Naht eine wenig 
vortretende Spitze, wie bei Gralli; bei Morgani tritt diese Spitze 



aus Central- Afrika etc. 89 

deutlich hervor. Der Metasternalfortsatz ist breiter und weniger lang 
zugespitzt, als bei den 2 anderen Arten. 

3. Eudicella Wissraanni. 

$ Viridis, prothorace auro suffuso, antice ignito, elytro 
utroque lote nigrovittato, vitta ab humeris usque ad apicem per- 
tinente, nigra vel atroviridi, assecida ad margines coeruleo et 
violaceo; capite purpurato, viridescente , profunde et rüde punc- 
tata; clypeo antice leviter emarginato; prothorace sitbelongato, 
antrorsum attenuato, ad latera parum ampliato, ernte scutettum 
sat profunde sinuato, superne densissime et subtiliter punetidato, 
punetis seeundariis profundioribus sparsim disseminatis; elytris 
p>unctatis, ad apicem breviter et obtuse amminatis, striis dis- 
coidalibus obsoletis, irregidaribus. 

Long. corp. 31 mm. 

Patria eadem ac speciei praecedentis. Exemplar nnicum, captimi 
14—30. Jan. 1882 (Pogge). 

Dieses $ unterscheidet sich von der nur im männlichen Geschlecht 
bekannten E. pauperata beträchtlich, namentlich durch das längere 
und vorn mehr verschmälerte Halsschild und den vor dem Schildchen 
viel tiefer ausgeschnittenen Hinterrand desselben, anders gefärbte Flügel- 
deckenbinde und verschiedene Sculptur. Auch von Oralli Q unter- 
scheidet sich Wissrnanni durch das längere und vorn beträchtlich 
verschmälerte Halsschild, ferner durch den vorn ausgerandeten Clypeus, 
die tiefer und rauh sculptirte Oberseite des Kopfes, die gröbere Punk- 
tirung des Halsschildes und den tieferen mittleren Ausschnitt am Hinter- 
rande desselben, die hinten weniger verengten und oben nur unregel- 
mässig punktirten Flügeldecken, das mehr zugespitzte Scutellum und 
nur stumpf und kurz endigende Naht der Flügeldecken. 

Ausgezeichnet ist E. Wissrnanni durch die goldige und feurig 
rothe Färbung des Halsschildes an den Seiten und vorn, sowie durch 
die schwarzgrüne bis schwarze Längsbinde der Flügeldecken. 

Herrn Lieutenant Wissmann, dem Begleiter des Hrn. Dr. Pogge, 
zu Ehren benannt. 

4. Eudicella viridana. 
$ Saturate viridis, elytrorum sutura lote amethystina, vitta 
longitudinali lade viridi, azureo marginata, pronoto foveolis com- 
pluribus exstmeto, 4 posterioribus, 3 idrinque medianis laterali- 
bus, oblique positis; elytris in disco liaud striato-pimctatis ; pro- 
cessu metasternali valde attenuato, ad latera integro, haud an- 
gulato. 



90 H. J. Kolbe: neue Goliathiden 

Long. corp. (cornu clyp. excl.) 32 mm. 

Patria circa Lualaba flumen. Exemplar unicum, captum 12. April 
— 12. Mai 1882 (Pogge). 

Diese mittelgrosse, durch die gesättigtgrüne Färbung der ganzen 
Oberseite ausgezeichnete Form steht der E. Gralli Buq. , welche in 
den westafrikanischen Litoralländern heimathet, sehr nahe und ist, wie 
ich glaube, als eine abgeänderte und in ihrer Ausbildung selbständige 
Race derselben aufzufassen, oder, was mir gleichbedeutend ist, als eine 
von ihr abgezweigte, Centralafrika angehörige Species zu betrachten. 

Sie unterscheidet sich von E. Gralli namentlich durch die ver- 
schiedene Bildung des Metasternalfortsatzes, abweichende Sculptur und 
Färbung der Oberseite und etwas verschiedene Gestaltung des Clypeal- 
hornes. 

Der Metasternalfortsatz ist nach vorn sehr verjüngt, geradseitig und 
zugespitzt, an den Seiten nicht, wie bei Gralli, mit einem stumpf 
vorspringenden Winkel versehen. Die Sculptur der Flügeldecken ist gröber 
als bei Gralli, der Rücken ohne Punktstreifen. Auf dem Pronotum 
sind mehrere deutliche, aber kleine, grübchenförmige Eindrücke, 4 vor 
dem Hinterrande, je 3 beiderseits der Scheibe, nähe der Mitte des 
Seitenrandes, schräg gestellt. Die Oberseite ist völlig dunkelgrün, die 
Naht der Flügeldecken der ganzen Länge nach breit amethystblau, eine 
hellgrüne Längsbinde auf jeder blau gerandet. Das Clypealhorn ist, 
trotz der geringen Grösse des Thieres, schlanker als bei Gralli, die 
Gabel lang, jede Zinke hinterseits von der Mitte an deutlich gezähnt. 

Megalorhina 

Pogge sammelte bereits auf seiner ersten Reise in Centralafrika, 
in den Jahren 1875 und 1876, bei Kimbundo (lO'/e südl. Br., 20° östl. 
v. Greenw.) zwei verschiedene Formen von dieser Gattung, die Herr 
v. Harold in seiner Abhandlung über die Pogge'schen Coleoptera, als 
zu Harrisii Westw. gehörig kurz erwähnte und characterisirte, ohne 
näher auf ihre Beziehungen zu der oberguineischen Form, der typischen 
Harrisii, einzugehen. Auf seiner jetzigen Reise, von der er noch 
nicht zurückgekehrt ist, sammelte Pogge mit Wissmann im November 
1881 sehr weit nordöstlich von Kimbundo , nämlich bei dem Hauptort 
des Negerfürsten Mukcnge 1 ), eine dritte Form, die gleichfalls von der 
typischen Harrisii in Körperbildnng und Färbung abweicht. 



l ) Auf der neuesten Karte von Centralafrika (Petermann's Mitth. 
1883, Taf. 6) ist dieser Ort als Mukenge bezeichnet, doch sagte mir 
Lieut. Wissmann selbst, dies sei der Name des dort residirenden 
Negerfürsten, aber nicht der des Ortes. 



aus Central- Afrika etc. 91 

Diese 3 Formen oder Racen sind in den Besitz des Berliner Museums 
übergegangen; ihre specielle Characteristik ist im Folgenden dargelegt. 

1. Megalorhina Poggiana. 
(Fig. 7.) 

Iiobusta, prothorace elylrisque sat latis, his apicem versus 
minus angustatis, quod colorem attinet ßavo-pallidis, excepta 
vitta maculata mediana longitudinali, atroviridi, sticta maculis 
flavis, per longitudinem positis; costis subelevatis trinis distinctis, 
apice suturali spina brevi acuta protracto; pronoto obscure viri- 
desccnte vel fusculo, ßauo-cincto, limbo prope scutellum interrupto, 
lineis longitudinalibus medianis antice haud raro pellucentibus ; 
processu metasternali lato, ad apicem breviter obtuso; corpore 
subtus vlridi-aeneo, prosterno ßavescente. 

$ Cornu clypeali minus late furcato, furca robusta, in spe- 
ciminibus cxiguis minima, reducta. 

Long. corp. $ (com. clyp. exe.) 25 — 37, Q 30 — 38 mm. 

Patria: Kimbundo, caput terrarum finium, quae uominantur Kioko 
(Pogge 1875— 7G). 






Fig. 7. Fig. 8. Fig. 9. 

Poggiana ist ausgezeichnet durch die breit scherbengelbe Naht 
und gleichfarbigen Seiten der Elytren, so dass nur ein rudimentärer, 
durch die übrig gebliebenen wenigen Längsreihen gelber Makel an die 
geplante Zeichnung, die bei Harrisii auftritt, erinnernder Längswisch 
der Länge nach die Scheibe durchzieht. Die Gabel des kräftigen 
Clypealhornes ist weniger gespreizt als bei der 3. Race Procera. 
Sehr scharf ist die Spitze der Flügeldeckennaht, die bei den beiden 
anderen Racen nur wenig und stumpf ausgezogen ist. Die drei 
Rippen der Flügeldecken sind deutlich. Das Episternum des Metathorax 
ist deutlich punktirt, das Metasternum beim Q vorn glatt; der Meta- 
sternalfortsatz (Fig. 7) breit und kurz, die mesosternale Spitze desselben 
etwas stumpf abgerundet. Die Färbung des Meso- und Metathorax, sowie 
der Hinterhüften ist bei allen 5 Stücken ein metallisches Grün. Die 
Vorderschienen des $ sind mit zunehmender Körpergrösse und in 
geradem Verhältniss zu derselben 4 — 7zähnig. Bei allen Exemplaren 
beiderlei Geschlechts ist das erste Glied der gelben Hintertarsen schwarz. 
Der Clypeus des Q besitzt vorn in der Mitte einen gelben Wisch. 



92 -ET. J. Kolbe: neue Goliathiden 

2. Megalorhina Mukengiana. 

(Fig. 8.) 

Minus robttsta, obscura, prothorace angustiore elytrisque 
subparallelis , totis rufofuscis vel viridi-atratis, rufo-stictis i. q. 
seriatim longitudinaliter rufo-guttatis; costis sid>depressis , apice 
suturali obtuse tcrminato; pronoto atro-viridi, nonnunquam in 
disco fuscescente , limbo laterali extremo minime rufo-flavo vel 
coneolore; processu metastemali minus lato, paulo longiore, ad 
apicem ovali-rotundato; corpore subtus ßavescente vel brunneo, 
meso- metathoraceque ad partem plus minusve viridi-aeneis. 

$ Cornu clypeali brevi, furca cxigua, sat divaricata. 

Long. corp. (§ (com. clyp. exe.) 33 — 37, Q. 29 — 36 mm. 

Patria: regnum Mukenge, capta speeimina 6 (1 — 28. Novbr. 1881). 

Mukengiana erscheint am gleichförmigsten gefärbt, doch sind die 
lebenden Thiere nach Aussage des Herrn Lieutenant Wissmann viel 
intensiver und hübscher ausgefärbt, als die vorliegenden Exemplare, 
namentlich das Halsschild reiner metallisch grün auf gelbbraunem 
Grunde und die Fleckenreihen deutlicher. Unter den vorliegenden 
Stücken ist 1 Q sogar gleichmässig sammetbraunschwarz mit kaum 
hervortretenden Fleckenreihen auf den Flügeldecken. Einige Stücke 
haben hell rothbraune Flügeldecken mit schwach vortretenden Reihen 
hellerer Makeln; 1 kleines Q scheint die typisch reine Färbung zu 
besitzen, nämlich auf dunklem Grunde Reihen heller rüthlicher Makeln. 

In der Körperform ist Mukengiana fast parallelseitig und schmäler 
als Poggiana. Die Rippen der Flügeldecken treten wenig hervor. Die 
Gabel des Kopfhorns ist kurz und im Verhältniss weiter gespreizt als 
bei Poggiana. Die Vorderschienen sind bei 4 $ 5zähnig, bei einem 
fünften $ özähnig; an den gelben Hintertarsen meist nur das erste, 
bei einem ausgebildeten $ die 2 ersten Glieder schwarz. Meso- und 
Metasternum nebst den Hinterhüften tbeilweise metallisch grün auf 
gelbbraunem Grunde, beim Q das Metasternum vorn punktirt. Der 
Clypeus des Q ganz ungefleckt. Der Metasternalfortsatz (Fig. 8) ist 
bei allen Stücken beiderlei Geschlechts entschieden schmäler, als bei 
Poggiana und an der von dem mesosternalen Antheile gebildeten 
Spitze gleichmässig oval abgerundet. 

3. Megalorhina procera. 

(Fig. 9.) 

§ Valida, prothorace amplo, elytris apicem versus augusta- 

tis, indistinete costatis, atris, vix atro-virentibus, flavo-guttatis, 

guttis longitudinaliter seriatis, ad apicem internum brevi et obtuse 



aus Central- Afrika etc. 93 

termindtis; pronoto atro-viridi, in disco rufescente, laterali limbo 
lideo; eornu clypeali graeili, elongato, robustido, furca sat diva- 
ricata; processu metasternali antrorsum leviter ampliato, mediocri, 
apice acuminato, corpore subtus rufo vel flavescente, meso- et 
metastemo viridi-aeneis, ad partem testaceis. 

Long. corp. (cornu clypeo excl.) 39 mm. 

Patria: Kimbuudo (Pogge 1875—76). 

Procera ist die entwickeltste der 3 centralafrikanischen Formen, 
das Clypealhorn gross, die Gabel weit gespreizt. In der Färbung 
kommt sie der Midcengiana und Harrisii am nächsten ; dech sind 
die Flügsldecken nach hinten zu deutlich verjüngt, die der beiden an- 
deren Formen mehr parallelseitig. Einen Hauptunterschied bildet aber 
die Gestaltung des Metasterualfortsatzes (Fig. 9), der bei Procera am 
Ende länglich zugespitzt und nach der Basis zu ein wenig verengt ist, 
Die Vorderschienen sind 7zähnig, die 2 ersten Glieder der gelben 
Hintertarsen schwarz. Die Rippen der Flügeldecken sind undeutlich; 
Meso- und Metasternum nebst den Hüften metallisch grün, theilweise 
gelb, letzteres vorn unpunktirt, auch die Seiten desselben ohne Punkte. 



Ferner wurden aus Centralafrika (Mukenge) von Pogge noch fol- 
gende Goliathiden gesandt: 

1. Mecynorhina torquata Westw. 2 Exemplare. Das eine 
Exemplar befand sich in einer Büchse , die mit der Bezeichnung „Mu- 
kenge, 1 — 28. November 1881" versehen war. Es ist ein riesiges Thier, 
74 mm. lang (ohne das Hörn, welches 18 mm. misst). Das andere 
Exemplar ohne nähere Bezeichnung der Herkunft, aber wie die ganze 
Sendung aus dem Innern stammend, vom Mukengegebiet bis zum Lua- 
laba (22 — 26° östl. Länge v. Gr.). Es ist nur 51 mm. lang. 

Beide Exemplare sind vor den übrigen, sämmtlich aus den Küsten- 
ländern Westafrikas stammenden Stücken des Königl. Museums ausge- 
zeichnet durch die Anwesenheit von 4, vom Vorder- bis zum Hinterrand 
reichenden Längsbinden auf dem Prothorax, während sonst nur die 
beiden lateralen Längsbinden gut entwickelt sind. Das kleinere Exem- 
plar besitzt ausserdem eine wenig unterbrochene Längsbinde auf der 
Scheibe der Flügeldecke, ebenfalls eine Verschiedenheit von den übrigen 
Stücken des Museums. 

Es scheint mir , dass diese Ausprägung in der Färbung eine An- 
näherung an die Gattung Goliathus darstellt, der Mecynorhina auch 
hi der voluminösen Körperentwickelung zunächst kommt. 



94 H- J- Kolbe: neue Goliathiden 

2. Eccoptocnemis superba Gerst. 3 $ aus dem Mukenge- 
Land (November 1881). Namentlich ist eins dieser Stücke in Grösse 
und Färbung prächtig entwickelt. Prof. Dr. A. Gerstäcker beschrieb 
die Art kürzlich (1882) aus dem Quango- Gebiete, wo sie vor einigen 
Jahren vom Major v. Mechow entdeckt wurde. Sie ist eine Bürgerin des 
südlichen Centralafrika und wohl nicht weit verbreitet. Ausgezeichnet 
durch die Gediegenheit ihrer körperlichen Entwicklung, ist sie sogleich 
kenntlich durch die purpurn und fcuerfarbenen , von oben sogleich in 
die Augen fallenden Seitenstücke der Hinterbrust. 

3. Eccoptocnemis Earthi Harold. Bereits auf seiner ersten 
Reise, im Lundareiche (südwestlich vom Mukenge-Land) von Pogge 
gesammelt und vor einigen Jahren von E. v. Harold als eine neue 
Art beschrieben. Die jetzt vorliegenden, aus dem Mukenge-Land ge- 
sandten Stücke besitzen nicht den wundervoll milden Hauch der Violeu- 
farbe ; sie sind grün , theilweise grün und messingglänzend ; ein Stück 
erscheint wie in Feuer getaucht. Es liegen mehrere Stücke beiderlei 
Geschlechts vor. 

Vaterland: Mukenge-Land (November 1881). 

Auf seiner Hinreise in das Innere sammelte Dr. Pogge im Anfang 
des Jahres 1881 bei Malange (im inneren Angola) 2 9 von Dicra- 
norhina cavifrons Westw. und 1 .9 von dem ausgezeichneten 
Fornasinius peregrinus Hrld. Letztere Art wurde während der 
ersten Expedition der Herren v. Homeyer und Di - . Pogge vor einigen 
Jahren entdeckt und von v. Harold beschrieben. Jedoch war es da- 
mals zweifelhaft, ob die Art im Innern (Lundareich) oder im inneren 
Angola gesammelt war. Nach diesem neuen Funde des Dr. Pogge 
ist das Vaterland „Inneres Angola" sichergestellt. Fornasinius pere- 
grinus befand sich in einer Büchse mit der Bezeichnung „Pungo 
Andongo". Dass sie noch weiter verbreitet ist, mag nicht ausge- 
schlossen sein. 

Phänologische Uebersicht 
der von Pogge gesammelten Goliathiden. 
November (Mukenge): Mecynorhina torquata Westw. 

Megalorhina Mukengiana Kolbe. 
Coelorhina ruficeps Kolbe. 
„ glabrata Kolbe. 

„ furcata Kolbe. 

? Stephanorhina guttata Oliv. 
Eccoptocnemis superba Gerst. 
„ ßarthi Harold. 

December (Lulua): Stephanorhina guttata Oliv. 



aus Central- Afrika etc. 95 

Januar (Labilasch); EudiceUa Wissmanni Kolbe. 

„ pauperata Kolbe. 
Februar (Lubilasch-Lomami): Coelorhina Poggei Kolbe. 
April -Mai (Lualaba): Evdicelia Poggei Kolbe. 

„ viridana Kolbe. 
Coelorhina Radei Kolbe. 

„ imitatrix Kolbe. 

„ Poggei Kolbe. 

Ort und Zeit knüpfen sich an die fortlaufende Reisetour von Mu- 
kenge bis Lualaba (22 — 26° östl. v. Green wich). 

Man sieht, die Mannigfaltigkeit der Fauna concentrirt sich hier 
auf den Monat November. Ob diese Erscheinung, die wir aus den 
vorliegenden Daten herleiten, der Wirklichkeit entspricht, bleibt festzu- 
stellen noch vorbehalten. 

Note Ein anschauliches Bild im Anschluss an die p. 78 — 81 ange- 
stellten Betrachtungen über die westöstliche Verbreitung einer zoologischen 
Species unter gleichzeitig fortschreitender Entfernung von der typischen 
Organisation der dem Westen des gedachten Verbreitungsgebietes auge- 
hörenden Ausgangsform gewährt Carabus purpurascens. 

Da Carabus purpurascens wegen der ausgeprägten und regelmässigen 
Rippenbildung auf den Flügeldecken als die ursprünglichste Form der 
Purpurascens-violaceus-Horde sich erweist, so ist C. violaceus L. ange- 
sichts der fast glatten, nur sehr fein granulirten Flügeldecken als die 
jüngste oder als eine der jüngsten Formen dieser Horde zu betrachten. 
Die Verfolgung der zahlreichen Racen von C purpurascens durch Europa 
zeigt nun, dass diese Art von Westeuropa ostwärts durch Russland bis in 
Sibirien hinein vorgedrungen ist und gleichzeitig in Folge der der Natur 
innewohnend! n Zielstrebigkeit ihre Organisation auf Grund unseres er- 
kannten Naturgesetzes, dass die Rippenbildung der vorderen Coleopteren- 
flügel (Flügeldecken) in aufsteigender Linie der Entwickelungsformen sich 
von dem elementaren Typus der anfänglichen Organisation bis zum schliess- 
lichen Verschwinden entfernt, in dem Grade zielstrebig veränderte, dass 
die östlichen Formen (Racen, Abarten, selbständige Arten) sämmtlich 
glatte Flügeldecken erlangt, während die westlichen (sessh iften !) Racen 
die ursprüngliche Bildung der gerippten Flügeldecken bewahrt haben. Ob 
die immer weiter vorgeschrittene Ausbildung der ausgewanderten und 
weiter verbreiteten Purpurascens -Schaaren der ähnlichen Erscheinung an 
die Seite zu stellen ist , dass ausgewanderte und weiter verbreitete Völker 
des Genus Homo, sofern sie die Oberhand behalten, zu grösserer Ausbil- 
dung und höherer Cultur gelangen, als die sesshaften Autochthonen? 

Jede der in Rede stehenden Racen , nebst deren Varietäten hat ihren 
besonderen Namen; ihre specielle Verbreitung ist folgende. 

Carabus purpurascens Fabr., der Urtypus, heimathet in West- 
europa (Frankreich, überall, Westdeutschland, bis Franken); var. crenatus 
Sturm, am Mittelrhein und im östlichen Frankreich, scheint die ursprüng- 
lichste der lebenden Formen zu sein; var. fulgens Charp ist eine Farben- 
varietät von Crenatus in den Pyrenäen. Sogar C. Olympiae Sella mag 
zu den ältesten Formen von Purpurascens gehören; Dr. 0. Thieme, dessen 
reiche Sammlung von jener seltenen Art grosse Reihen von Exemplaren ent- 
hält, unter denen einige als Uebergänge zu Purpurascens erscheinen, stimmt 



96 H. J. Kolbe: neue Goliathiden aus Central- Afrika etc. 

mit mir in dieser Ansicht überein C. exasperatus Dft. ist die folgende 
Form der Entwickelungsreihe und repräsentirt eine Race, die durch einen 
merklichen Rückgang der Kippenbildung ausgezeichnet ist. Sie ist vor- 
herrschend in dem Räume zwischen Böhmen, dem Main und dem Schwarz- 
wald, verbreitet sich in Korddeutschland vom westlichen Obt-rharz durch 
Niedersachsen, Westfalen, Hessen, Rheinprovin/ bis in die östlichen Geben- 
den Frankreichs; ist in England äusserst selten und trifft in der Schweiz 
mit Purpurascens und Violaceus zusammen. Als ein italienischer Zweig 
von Exasperatus erscheint Picenus Vill. (Piemont und Apenninen). C. obli- 
quus Thoms. , eine schon mehr zu Violaceus hinneigende Race, gehört 
dem entsprechend auch mehr dem Osten an: Oesterreich, Böhmen, 
Steyermark, Tirol, Krain, Illyrien, Ungarn, nach v. Heyden's Catalog der 
Col. Sib selbst in Westsibirien, so dass er ohne Zweifel auch über Süd- 
russland verbreitet ist C. violaceus ist von Ceutraleuropa , namentlich 
von Ost- und Süddeutschland aus gänzlich über Osteuropa bis tief in Sibirien 
hinein verbreitet und in seinen phyletischen Zweigen schon zu extremen 
selbständigen Racen und Arten ausgebildet, wie C. aurolimbatus Dej. 
(besondere Species?) im Urai und Westsibirien, nebst seiner Varietät 
Eversmanni Fisch, in der Kirgisensteppe. Auch C marginales Fbr., der 
vorzugsweise in Sibirien und Südrussland einheimisch ist und einzeln auch 
in Preussen und Hinteipommern vorkommt, ist von Violaceus abzuleiten, 
da er in Hinsiebt auf seine seeundäre Parallele mit der letzteren Art, was 
den Habitus anlangt, und gemäss seiner geographischen Verbreitung als 
ein extremer Ausläufer von Violaceus erscheint. Dasselbe gilt von C. Neesii 
Hoppe in den Alpen von Kärnthen, Tirol und der östlichen Schweiz Man 
mag diese selbständigen Formen als Racen oder als Arten bezeichnen; ich 
denke, das ist einerlei; in den Racen sehe ich junge Arten. 

Ausser nach Osten hat sich Violaceus auch nach Norden ausgebreitet; 
er lebt in den Niederlanden, in Dänemark und Schweden und ist auch in 
England ziemlich häufig, wo nur noch Exasperatus äusserst selten gefunden 
wird Dies wirft auch ein Licht auf die frühere continentale Verbindung 
Englands mit dem Festlande, so dass sich auf Grund weiterer Forschungen 
das geologische Alter der verschiedenen Purpurascens- Racen feststellen 
Hesse. Während der ersten Postpliocenepochen lebte Violaceus gewiss noch 
nicht in England, existirte gewiss auch überhaupt nicht, sondern ist erst 
später von Dänemark -Schweden aus eingewandert; hätte er in den ersten 
Postpliocenepochen England schon bewohnt, so müsste er auch in Frank- 
reich leben, da eine damalige Verbindung der grossen Insel mit diesem 
Theile Europas nachgewiesen ist. 

Dass C. violaceus zu den jüngsten Zweigen der Purpurascens-Formen 
gehört, beweist schliesslich auch der Formenreichthum, in dem diese Race 
namentlich in ihrem östlichen Verbreitungsbezirk auftritt: auf Grund des 
Gesetzes, dass die jüngsten Formen einer Entwickelungsreihe am meisten 
bildungsfähig sind und die grösste Energie zur Variabilität zeigen. Varie- 
täten dieser Race sind bekannt unter den Namen Azurescens Dj. (Croatien, 
Dalmatien, Serbien, Bukowina, Banat), Andrzejuscii Fisch. (Volhynien und 
Podolien), Candisatus Dft. (Steyermark), Aterrimus Ziegl. (Carpathen), 
Glabrellus Dj. (Oesterreich). Laevigatus Dj. (Steyermark), Sublaevis Drap. 
(Russland), Kunzei Heer (Schweiz), ausserdem die als selbständige 
Species betrachteten Aurolimbatus, Marginalis und Neesii: die extremsten 
Ableitungsformen von Violaceus, deren Vaterland schon vorhin erwähnt 
wurde. 

Purpurascens, Exasperatus und Obliquus sind nur sehr wenig zum 
Variiren geneigt und bestätigen dadurch das oben ausgesprochene pbylo- 
genetische Gesetz. Ohne Zweifel wird man in anderen Gattungen der In- 
secten ähnliche solcher interessanten Beziehungen entdecken. Kolbe. 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft I. 97 



Beiträge zur Kenntniss der Staphylinen-Fauna 
von Süd-Spanien, Portugal und Marokko. 

Von 
M. Quedenfeldt 1 ). 



I. Reisebericht, 

(Fortsetzung aus Bd. XXVII. 1883. Heft I.) 

Der Weg nach dem Jebel Hadid, unserem nächsten Reiseziel, führt 
von Mogador zunächst einige Stunden am Meere entlang, dann wendet 
er sich landeinwärts, und die Gegend wird gebirgig. Es treten hier 
zwei, lediglich diesem Theile der marokkanischen Westküste angehörige 
Bäume, der Arar- und der Argan-Baum auf, von denen sich besonders 
der erste durch Grösse und Umfang seines Stammes auszeichnet. Sein 
treffliches hartes Holz (dessen Ausfuhr übrigens verboten) wird zu 
allerlei Tischlerarbeiten benutzt, während die olivenähnliche Frucht des 
Argan bekanntlich ein geschätztes Oel liefert. Ein Vorkommen von 
Insecten an den Stämmen oder auf den Blättern dieser Bäume habe 
ich, trotz genauer Untersuchung, nicht constatiren können, doch ist 
dies zu einer anderen Jahreszeit nicht ausgeschlossen. Der Boden, 
auf dem diese Bäume wuchsen , war durchaus hart und trocken , die 
Hitze sehr bedeutend. 

Gegen 2 Uhr kamen wir am Fusse des etwa 2000 Fuss hohen 
Bergcomplexes, der mit dem Namen Jebel Hadid bezeichnet wird, und, 
wie der Name besagt, in der That sehr stark eisenhaltig ist, an. Ich 
liess das Zelt in einem schattigen, von Oliven bestandenen Thale, in 
unmittelbarer Nähe einer krystallklar zwischen mächtigen Steinen her- 
vorsprudelnden Quelle — der sog. Ain-del-Hascher (Steinquelle) — auf- 
schlagen. Hier fand sich ein in Marokko sonst so seltener üppiger 
Graswuchs , ähnlich dem unserer deutschen Wiesen , und das in der 



*) Anmerk. d. Redact. Der Herr Verfasser hatte inzwischen eine 

abermalige entomologische Reise nach Marokko unternommen; aus 

diesem Grunde konnte die Fortsetzung aus Band XXVII. erst in vor- 
liegendem Hefte erfolgen. 

XXVIII. Heft i. 7 



98 M. Quedenfeldt: Staphplinen- Fauna 

Dämmerung vorgenommene Abkäschern dieses Grases ergab denn auch 
mancherlei kleine Sachen, Pselaphiden, Nitidularier, Staphylinen etc. 

Die beiden folgenden Tage wurden zum Besteigen des Gebirges 
und zum Sammeln auf demselben verwendet; auch hier ergab das 
Sieben und Suchen unter Steinen Bri/axis und Euplectus, Carabici- 
den und Staphylinen; doch war die Gegend im Grossen und Ganzen 
insectenarm zu nennen. Ich fand hier ein zweites Stück des schon bei 
Algeciras in Andalusien — also hundert Meilen nördlich — in einem 
Exemplar gesammelten Ocdichlrus unicolor. Von der Höhe des Ge- 
birges sah man in weiter Ferne die schneebedeckten Gipfel des Atlas. 
— Am 8. März brachen wir früh um G Uhr auf und kamen nach einem 
anstrengenden Marsche in südöstlicher Richtung gegen 4 Uhr Nach- 
mittags in der Kasba Kroemaz an, deren Gouverneur, Sid-el-Haj Hamed 
Ben el Aieschi, uns eine jener schon erwähnten Lehmkammern anweisen 
Hess, deren zahlloses Ungeziefer durch kein Mittel, selbst nicht durch 
das in ausgiebigster Weise vorgenommene Ausspülen des Zimmers mit 
Wasser, vertrieben werden konnte, -o dass ich in der Nacht fast kein 
Auge schloss. Am folgenden Tage erreichten wir, immer in derselben 
Richtung weiter reisend, nach siebenstüudigem Marsche durch eine öde, 
wüste Gegend bei der Kasba Mtugga die Vorberge des Atlas. Auf 
diesem Marsche fiel mir zuerst eine eigentümliche Erscheinung auf, 
die ich später noch häufig zu beobachten Gelegenheit hatte. Das spär- 
liche Gesträuch und Gestrüpp, welches auf dem steinigen Boden wuchs, 
war vollständig mit einer glänzend weissen Kruste überzogen . so dass 
es von weitem aussah, als seien alle Pflanzen mit Schnee oder Reif 
bedeckt. Beim Näherkommen fand ich indessen, dass jede Pflanze mit 
Hunderten von Schnecken — verschiedene Helix- Arten — bedeckt war. 
Dieselben waren sämmtlich abgestorben und das leuchten ihrer von 
der Sonne gebleichten Gehäuse verursachte jene Täuschung. 

Die Kasba Mtugga liegt auf einem Berge, der ebenso wie die um- 
liegenden ganz kahl und vegetationslos ist; diese Berge bilden indessen 
ein, von einem kleinen Flusse, dem Ued Gronsar, durchflossenes Thal, 
in welchem zahlreiche Olivenbäume wachsen. Die Ufer des Flüsschens 
selbst waren dicht mit Oleander bestanden, und auf das Aussieben des 
herabgefallenen Laubes dieser Sträucher sowie auf das Umwenden von 
Steinen am Ufer concentrirte sich meine Sammelthätigkeit am nächsten 
Tage. Uferthiere, wie Bembidien, Chlaenier etc. etc. waren denn auch 
das Ergebniss. Nicht wenig überrascht war ich , aus dem Oleander- 
laube ein Pärchen unseres heimischen Deleaster dichrous zu sieben. 

Die Bevölkerung ist hier rein berberisch; schon von Mogador au 
tritt das arabische Element ganz in den Hintergrund. Der Kaid der 
sehr grossen Kasba, Si Msai'd Uld Mussa, bewirthete uns mit dem be- 



von Süd-Spanien, Portugal und Marokko. 99 

kannten Nationalgericht Kuskussu '), Butter und Honig, Ueberhaupt war 
die Behandlung hier eine aufmerksame und freundliche; auch das Un- 
geziefer war in dem Hause dieses augenscheinlich sehr reichen Mannes 
nicht so zahlreich, als in den Kasba's, die ich schon passirt hatte oder 
noch pissiren sollte. Der Kaid war gerade im Begriff, einen Kriegs- 
zug gegen die benachbarte Provinz Haha"), mit der er in Fehde lag, 
zu unternehmen. Es trafen den ganzen Tag über bewaffnete Krieger 
in der Kasba an, die zum Sammelpunkt bestimmt war, ein, alle — und 
zum grossen Theil recht gut — beritten. 

Am 11. März brach ich früh auf und kam gegen 4 Uhr nach 
einem Marsche bei grosser Hitze in nunmehr direct östlicher Richtung 
in der Kasba Sksaua an. Der Weg ging fortwährend durch ein äusserst 
steiniges, bergiges und fast vegetationsloses Terrain. Erst bei dem 
Orte Sksaua, der an einem von dem Flüsschen Ued el Kehra durch- 
flossenen Thale, auf einer kleinen Anhöhe liegt, beginnt wieder das 
Pflanzenleben. Wir waren jetzt hart am Fusse des Atlas, der in diesem 
Theile keine eigentlichen Vorberge aufweist, sondern in seiner ganzen 
Grösse und Höhe als colossales Massengebirge plötzlich aus der Ebene 
aufzusteigen scheint. Ich sage „scheint", denn thatsächlich ist eine, 
sogar ziemlich beträchtliche Steigerung vorhanden, dieselbe ist aber 
eine ganz allmälige und daher unmerkliche. Ich beschloss hier, von 
dem Gouverneur Si Hassan Ben Mohammed, der mich zuerst freund- 
lich empfangen hatte und in seiner Freundlichkeit sogar soweit gegangen 
war, mich indirect um meinen Revolver und mein Taschenmesser anzu- 
betteln, die Erlaubniss zu erwirken, einen mehrtägigen Ausflug in das 
Gebirge unternehmen zu dürfen, indem ich ihm im Gewährungsfalle die 
Erfüllung seines Wunsches in Betreff des Revolvers in Aussicht stellte. 
Leider war der Misserfolg ein vollständiger, denn kaum hatte Herr 
Ficke ihm mein Anliegen übersetzt — es war gerade bei einer Tasse 
grünen Thee's, die er und einige seiner Beamten bei mir zu nehmen 
geruhten — als er in ein fast beleidigendes Lachen ob dieses Ansin- 
nens ausbrach und eine kurze, abschlägige Antwort gab. Auf meine 
Frage nach den Gründen erläuterte er sein Dictum dahin , dass wir 



') Eine wohlschmeckende Speise — kleine, hirseartig geperlte 
Körner von Mehlteig, die mit Butter und den verschiedenartigsten Zu- 
thaten, z. B. Hammel- oder Hühnerfleisch, Oliven oder Rosinen etc. etc. 
gedünstet werden. 

2 ) Einige Gouverneure dieser Provinz hatten ihre Unterthanen fort- 
gesetzt bedrückt und ausgesogen, so dass sich diese letzteren schliesslich 
empört hatten und die betreffenden Kaids in ihren Kasba's belagerten. 
Um diese nun zu entsetzen wurde jener Zug nach Haha unternommen. 

7* 



100 M Quedenfeldt: Staphylinen-Fauna 

unter allen Umständen den Unbilden der wilden Beigbewohner, die 
noch nie einen Christen gesehen , ausgesetzt sein würden , und er als- 
dann vom Sultan dafür verantwortlich gemacht werde, dass er uns habe 
gehen lassen. Wir möchten nur am nächsten Tage zu seinem Nachbar, 
dem Kaid von Dueran, gehen, der gleichfalls einen jener hohen, schnee- 
bedeckten Berge, die zu besuchen uns so begehrenswerth erschiene, in 
seinem Bezirke habe, und dort unser Glück versuchen. Nach diesem 
eigentlich nicht misszuverstehenden Winke und da ich auch aus dem 
ganzen Benehmen des Mannes die Ueberzeugung gewann, dass jede- 
weitere Zureden erfolglos sein würde, entschloss ich mich, am nächsten 
Tage nach der ganz nahe gelegenen Kasba Dueran überzusiedeln. 

Das Sammeln in der Umgebung dieser beiden Orte war recht er- 
giebig; namentlich waren die Ufer des üed el Kehra, eines schnell 
fliessenden Gebirgsbaches, mit Insecten reich bevölkert. An Staphylinen 
fanden sich verschiedene Lathrobien, Stenus-Arten, der neue Paederus 
Fauveli mihi etc. etc. Dieser letztere Käfer zeigt eine ganz ausser- 
ordentliche Behendigkeit sich auf dem Wasser fortzubewegen ; er begab 
sich, wie ich beobachten konnte, nicht nur wenn ich Jagd auf ihn 
machte, sondern auch aus freien Stücken in die kleinen Wasserpfützen, 
die sich zwischen den Steinen des Ufers gebildet hatten. — 

Der nächste Morgen brachte uns in die Kasba Dueran, deren Kaid, 
Si Abd-Essalam Uld Embark, ein noch junger Mann, uns zwar liebens- 
würdig empfing, aber schliesslich durch seine Aufdringlichkeit und 
Neugier bald sehr lästig wurde. So verlangte er z. B., dass wir ihm 
unablässig Gesellschaft leisteten und staunte, als ich mich beurlaubte 
um Excursionen zu machen. Ferner liess er mich auf den kleinsten 
Touren von seinen Soldaten begleiten und förmlich überwachen ! ). 

Am 13. Nachmittags ersuchte ich ihn uns das Gebirge betreten zu 
lassen, fand aber auch hier sofort die schroffste Abweisung mit dem 
Bemerken: selbst er, der eigene Gouverneur, dürfe es nicht wagen, 
ohne eine grosse Eskorte von Soldaten jene Berge zu besuchen. Im 
Uebrigen war es das alte Lied von seiner Verantwortlichkeit dem Sultan 
gegenüber, welches er uns vortrug. Es kam nun zwischen ihm und 
uns zu einer ziemlich erregten Scene, indem ich ihm erklären liess, dass 
ich meinerseits die Bergbewohner durchaus nicht für so schlimm hielte, 
als. es ihm zu beschreiben gefiele (eine Ansicht, die sich späterhin bei 



') Ich habe später erfahren, dass der Kaid von Sksaua den anderen 
Gouverneuren, zu denen ich auf der Boute bis zur Stadt Marokko noch 
kam, hatte sagen lassen: das Käfersammeln sei bei dem ,,Nssrani ; ' — 
Christ, wie hier jeder Europäer einfach genannt wird — nur Vorwand, 
er sei hierhergekommen, um das Gebirge auf edle Metalle zu durchforschen. 



von Süd-Spanien, Portugal und Marokko. 101 

einer nach Urika im Atlas von der Stadt Marokko aus unternommenen 
Excursion auch bestätigte); überdies sei ich bereit, ihm ein Dokument 
auszustellen, dass ich trotz seines Abrathens die Tour unternommen 
habe und ihn daher keinerlei Verantwortung treffe. Der Kaid erklärte 
indessen, dass er hierauf nicht eingehen könne und wolle, und er unter- 
sage es sogar ineinen mitgebrachten Leuten, mich in das Gebirge zu 
begleiten. Auf meine Entgegnung, er habe meinen Leuten keinerlei 
Befehle zu ertheilen. erklärten diese, die der Verhandlung beigewohnt 
hatten, einstimmig, nicht mir, sondern dein Kaid gehorchen zu wollen. 
Der letztere Hess mir am Abend noch sagen, ich möchte am folgenden 
Tag in der Frühe seine Kasba verlassen, da er sähe, dass ich ihm bei 
der Beharrlichkeit, mit welcher ich den Plan, das Gebirge zu besuchen, 
verfolge, nur l'nannehmliehkeiteii bereiten würde. Es war dies eine 
höchst insolente Handlungsweise, und ich Hess ihm auch, empört 
über solche Manieren, ein ziemlich derbes Compliment über marok- 
kanische Gastfreundschaft zurücksagen, mit dem gleichzeitigen Be- 
merken, ich würde allerdings sein Haus verlassen, aber, falls es mir 
gefiele, noch länger in der Gegend zu bleiben, mein Zelt in der 
Nähe aufschlagen lassen. Er seinerseits replicirte, er würde seinen 
Leuten verbieten, mir Lebensmittel zu verkaufen. Genug — die gegen- 
seitige Stimmung war im höchsten Grade gereizt, die ganze Situation 
sehr peinlich. Ich sah ein, dass ich in jeder Beziehung den Kürzeren 
ziehen musste. Nach nochmaliger reiflicher Ueberlegung und Besprechung 
der Angelegenheit mit Herrn Ficke entschloss ich mich also, haupt- 
sächlich bewogen durch die Opposition meiner eigenen Leute, am nächsten 
Morgen abzureisen, indem wir verabredeten, von der nächsten Kasba 
aus allein, ohne unser Vorhaben laut werden zu lassen, eine Excursion 
in das Gebirge zu unternehmen. — 

Ich will hier zur Entschuldigung dieser Hartnäckigkeit, die viel- 
leicht Manchem übertrieben scheinen dürfte, einschalten, dass der 
Hauptzweck dieser mit grossen Kosten verbundenen Reise in das 
südliche Marokko der war, die entomologischen Schätze des Atlas zu 
heben, so dass ich also die moralische Verpflichtung hatte, bis zum 
letzten Mittel alles zu versuchen, um diesen Zweck zu erreichen. Ueber- 
dies lockte mich selbst der Anblick des herrlichen Gebirges, das in 
diesen Theilen noch nie der Fuss eines Entomologen betreten, mit fast 
magischer Gewalt. Auch hatte ich schliesslich die Ueberzeugung — 
und habe sie noch heute — dass die Befürchtungen der Gouverneure, 
wenn nicht ganz geheuchelt, so doch stark übertrieben waren. Man 
setzt in Marokko wissenschaftlichen Forschungen jeder Art, für die 
man nicht das mindeste Verständniss hat, das grösste Misstrauen ent- 
gegen und dies geschieht viel weniger von Seiten der Bevölkerung als 



102 M. Quedenfeldt: Staphytirien-Fauna 

vielmehr von Seiten der Regierung. Diese letztere sieht in jedem, 
gleichviel zu welchem Zwecke Reisenden einen unwillkommenen Ein- 
dringling, eine Art Spion, der seine wahren Absichten beispielsweise 
hinter der härmlosen Maske eines Käfersammlers verbirgt, Worin 
diese „wahren Absichten" bestehen könnten, darüber ist man sich selbst 
wohl nicht ganz klar — das Eine steht aber unumstösslich fest, dass 
Niemand ein solcher Narr sein könne, lediglich aus dem Grunde aus 
dem fernen Christenlande herzukommen, um den gesegneten Landen 
Seiner Scherifischen Majestät einige Sechsfüssler zu entführet!. Die Re- 
gierung giebt auch höchst ungern und nur auf das specielle Gesuch 
eines Vertreters der europäischen Mächte einen Geleitsbrief, und auch 
selbst dann wird mit der Ausfertigung desselben, wie es sich bei mir 
zeigte, so lange als nur irgend angängig, gezögert. Ist man aber ein- 
mal im Besitze eines solchen Briefes vom Sultan , so ist derselbe ziem- 
lich wirksam. Bei dem Ausbleiben desselben war es mir aber ganz 
unmöglich, irgend welchen Druck auf die widerwilligen Gouverneure 
auszuüben. Ich behandle diese Angelegenheit deshalb hier so eingehend, 
um darzuthun, mit welchen Schwierigkeiten und Widerwärtigkeiten der 
Reisende in Marokko zu kämpfen hat , sobald er die Küstenplätze ver- 
lässt und ins Innere geht. 

Wir brachen am nächsten Morgen von Dueran auf und kamen 
gegen 2 Uhr Mittags nach einem Marsche dui'ch dasselbe öde und 
steinige Terrain wie zuvor, den Atlas stets zur Rechten, iu der Kasba 
Msuda an, deren Kaid, Si Ali Ben Muchtar, den vielen Jagdfalken und 
Windhunden nach zu urtheilen, die seine Burg beherbergte, ein gewal- 
tiger Nimrod zu sein schien. Die uns zur Wohnung dienende Lehm- 
kammer wimmelte in bekannter Weise von Wanzen und Flöhen , zu 
denen sich in der Nacht noch eine Unzahl von Mäusen gesellte. 

Am nächsten Morgen in aller Frühe, gegen 4 Uhr, gingen Herr 
Ficke und ich, nur mit dem Revolver und einigen Sammelflaschen ver- 
sehen, dem Anscheine nach ganz harmlos zu dem eben geöffneten 
Thore der Kasba hinaus, woran uns auch Niemand hinderte. Wir 
hatten , um zu den ersten Bergen zu gelangen , eine etwa 2 Kilometer 
breite, ebene Fläche zu durchschreiten; hatten wir erst die mit Gebüsch 
bestandenen Berge erreicht, so war es schwer, uns ausfindig zu machen 
und einzuholen. Wir hatten kaum die die Kasba umgebenden Häuser 
passirt und waren in die Ebene hinausgetreten, als wir hinter uns 
lautes Geschrei hörten und ich, mich umwendend, meinen eigenen Sol- 
daten eiligen Laufes auf uns zukommen sah. In der Kasba hatte sich 
inzwischen Folgendes zugetragen. Einer der Thorwächter, dem unser 
Verlassen der Kasba nicht geheuer vorgekommen sein mochte, war zum 
Kaid geeilt und hatte ihm Mittheilung davon gemacht. Dieser, wie 



von Süd-Spanien, Portugal und Marokko. 103 

nllo Eingebornen hier zu Lande, ob Hoch oder Niedrig, schon frühe 
auf, liatte sofort unseren Soldaten rufen lassen, ihm die bittersten Vor- 
würfe gemacht, dass er uns allein gelassen habe und ihm höchsteigen- 
händig ein paar kräftige Ohrfeigen applicirt. Dabei war, unter An- 
drohung weiterer Prügel, der Befehl erthcilt worden, uns, es koste was 
es wolle, zurückzubringen. Ohne Zweifel war der Kaid schon durch 
den Kaid von Duerau von den dortigen Vorgängen unterrichtet. Der 
Soldat war im höchsten Grade aufgeregt, als er uns einholte, er drohte, 
bat. flehte uns in allen Tönen an, zurückzukehren, obschon ich ihn 
mit vollstem Recht darüber beruhigen konnte, dass er. als augenblicklich 
im Dienste eines Europäers stehend, vom Kaid keinerlei Misshandlung 
oder Strafe zu fürchten habe. Schliesslich umringte uns eine Anzahl 
von Leuten, die, durch das laute Sprechen und Schreien aus den näch- 
sten Mäusern herbeigelockt, uns durch ihre ganze Haltung in der un- 
zweideutigsten Weise zu verstehen gaben, dass sie nur auf ein Zeichen 
des Soldaten warteten, um über uns herzufallen. 

Da ich es unmöglich zu einer mich entwürdigenden Schlägerei 
oder einem Gefecht mit diesen Leuten kommen lassen durfte , so blieb 
mir nichts übrig, als meinen Plan für jetzt definitiv aufzugeben. Ich 
kehrte unverzüglich nach der Kasba zurück, wo sich inzwischen vor der 
Thür unserer Kammer eine grosse Anzahl von Leuten versammelt hatte, 
unter ihnen die Besitzer, bezw. Begleiter der von mir gemietheten 
Maulthiere, welche sogar die Dreistigkeit hatten, mir bis in das Zimmer 
zu folgen und mich dort förmlich darüber zur Rede zu stellen, dass ich 
ihnen so viele Umstünde mache. Nachdem ihnen angekündigt worden, 
dass ich sie, sowie auch den Soldaten in der Stadt Marokko unverzüg- 
lich ablohnen und entlassen würde und sie hinausgewiesen waren, ordnete 
ich den sofortigen Aufbruch an. Ich hatte beschlossen , nunmehr auf 
dem directen Wege und so schnell als möglich nach der Stadt Marokko 
zu gehen, von der wir nur noch eine gute Tagereise entfernt waren, 
um mich vor Allem jener renitenten Leute zu entledigen, ein Vorhaben, 
welches begreiflicherweise unterwegs nicht angängig war. 

Wir brachen gegen Mittag auf, passirten den mit ausgedehnten 
Olivenhainen umgebenen Ort Mssmis und übernachteten in einer soge- 
nannten Nsäla. einem kleinen, aus wenigen Hütten bestehenden Duar 
am Wege, der, mit einer hohen Dornenhecke umgeben, den Reisenden 
Schutz und Sicherheit gegen die Nachts umherschweifenden Räuber 
bietet. Am folgenden Tage brachen wir zeitig auf, passirten den 
kleinen Fluss Nfis und hielten Nachmittags gegen 3 Uhr durch das 
Bab-Errub unseren Einzug in Marrakesch, wie der arabische Name 
dieser Stadt lautet. Dieselbe, überragt von den Thürmen vieler Djemmen 
oder Moscheen, unter denen besonders der Thurm der Kutubia sich 



104 M. Quedenfeldt: Staphylinen- Fauna 

durch seine Höhe auszeichnet, bietet von Weitem einen recht imposanten 
Anblick dar, der freilich, wie bekanntermassen bei allen orientalischen 
Städten, sehr bald einer Enttäuschung weicht, sobald man das Innere 
der Stadt betritt. Wir fanden im Judenviertel bei einem eingeborenen 
Agenten des Herrn Consul Brauer in Mogador ein den Verhältnissen 
nach ganz leidliches Unterkommen. 

Mein Aufenthalt hierselbst währte bis zum 14. Mai, also gen;u 
acht Wochen. Auch hier, in dieser grossen, von keinem Europäer be- 
wohnten Stadt, deren Einwohner ziemlich fanatisch sind, versuchten die 
beiden Gouverneure zuerst, mir allerlei Schwierigkeiten in den Weg zu 
legen. So verweigerten sie mir die Erlaubniss , die Stadt zu verlassen, 
resp. mir einen Soldaten zur Begleitung bei Sammelexcursionen selbst 
in die nächste Umgebung zu stellen. Ich erklärte, dass ich gegen eine 
solche Behandlung Protest einlegen und darüber an unsere deutsche 
Vertretung in Tanger berichten werde. Ich that dies sofort, woraufhin 
der betreffende Kaid, Sid-el-Haj Abd-Elmalik, nach einiger Zeit einen 
Verweis und den Befehl bekam, diese Ordre aufzuheben. Selbstredend 
hatte ich mich auch in der Zwischenzeit durch seine ablehnende Haltung 
keineswegs abhalten lassen , allein oder in Begleitung Anderer Excur- 
sionen zu machen. 

Zwei Punkte in der Umgegend von Marrakesch waren es vornehm- 
lich, die sich zu dieser Jahreszeit an Insecten recht ergiebig erwiesen, 
die Umgebung des kleinen, fast ganz wasserlosen Flüsschens Issil und 
die Ufer des Flusses Tensift. Auch die zahlreichen Gärten in oder 
bei der Stadt, namentlich diejenigen, in denen sich Gräben oder Wasser- 
bassins befanden, lieferten manches Gute. Die Umgebung des Ued 
Issil ist salpeterhaltig. — Im Uebrigen ist die nähere Umgebung der 
Stadt durchaus steril und fast ganz ohne Vegetation. Selbst der grosse 
Palmenwald im Norden der Stadt steht auf solchem dürren , staubigen 
und steinharten Boden und war zu jener Jahreszeit völlig insectenarm. 
Grössere Carabiciden, wie Carabus- und Calosoma-Arten, fehlten hier, 
wie auf dem ganzen Wege von Mogador an, gänzlich '), dagegen fanden 
sich kleinere Vertreter aus dieser Familie in zahlreichen Arten vor,, 
ebenso Stapbyliniden und Blapiden ; spärlich hingegen und nur an sehr 
feuchten Stellen gab es Pselaphiden. Das fast allabendlich vorgenommene 
Käschern in den Gärten brachte Chrysomeliden, namentlich Halticiden, 
Curculioniden, Anisotomiden, kleinere Canthariden, Meligethes-, Attagenus- 



') Auf der Rückreise fand ich einen Tagemarsch nördlich von 
Marrakesch einige Stücke des in ganz Marokko nicht seltenen Calo- 
SOma Maderae F. unter Steinen. 



von Süd-Spanien, Portugal und Marokko. 105 

Arten etc. etc. in grosser Anzahl ein. Im Ganzen indessen war die 
Auswahl nicht besonders reich. 

Das Leben und Treiben in den Strassen der Stadt war in hohem 
Grade anziehend durch seine Fremdartigkeit. Besonders interessirten 
mich immer die zahlreichen Schlangenbändiger, alle Anhänger des Ordens 
der Aissaua, die auf einem grossen Marktplatze ihr Wesen trieben. 
Meist war es die Zainenis hippocrepis, mit der sie hantirten ; doch habe 
ich auch bei denjenigen Gauklern, die aus der südlich vom Atlas ge- 
legenen Provinz El-Sus stammten, Giftschlangen, und zwar JEchidna 
rhinoceros Schleg. und Naja haje L., bemerkt. Im nördlichen Ma- 
rokko sah ich neben der Z. hippocrepis wiederholt die Echidna 
lebetina Forsk. bei solchen Gauklern. Es ist hier nicht der Ort, um 
näher auf die schon so oft beschriebenen Manipulationen jener Leute 
einzugehen, doch will ich eine kleine Episode erwähnen, die mir ziemlich 
seltsam vorkam Eines Morgens Hess mir einer der Aissaua (die mich wegen 
meines Reptilieusammelns als halben ,, Kollegen" betrachteten) sagen, 
ich möge ihn doch in seiner Wohnung besuchen und seine Collection 
lebender Schlangen besichtigen. Ich fand bei ihm eine ziemliche Anzahl 
verschiedener, in Marokko vorkommender Natter-Arten, aber keine Gift- 
schlange '), vor. Hingegen hatte der Mann ein sehr grosses Exemplar 



') Giftschlangen scheinen, sowohl was Arten-, als Individuenzahl 
betrifft, in Marokko nördlich vom Atlas nur spärlich vorhanden zu sein. 
Ich selbst fand, trotz des eifrigsten Suchens an verborgenen Orten, 
unter Baumstümpfen, Steinen etc. nur 1 Exempl. der Vipera Amnio- 
dytes bei El Araisch in den Ruinen des antiken Lixus. Auch hört 
man höchst selten, fast nie, dass Jemand von einer giftigen Schlange 
gebissen worden wäre. — Nächtliches Anzünden von Feuern im Freien, 
ein erprobtes Mittel, um Giftschlangen, welche vorwiegend Nachtthiere 
sind, heranzulocken, ist in Marokko deshalb sehr erschwert, weil die 
Unsicherheit zur Nachtzeit im ganzen Lande, selbst in der 
nächsten Nähe der Städte, eine allzugrosse ist. Zahlreiche berit- 
tene Banden , die Gesichter mit Pulverschleim bis zur Unkenntlichkeit 
geschwärzt, durchstreifen das Land oft in einer Entfernung von 6 — 8 
deutschen Meilen von ihrer eigenen Kabeila, um Vieh zu stehlen und, 
wenn ihnen gerade Jemand in die Quere kommt, zu rauben und zu 
morden. Aus diesem Grunde stockt nach Eintritt der Dunkelheit im 
ganzen Lande der öffentliche Verkehr. Jeder Reisende sucht noch vor 
Sonnenuntergang einen eingefriedigten Ort, sei es eine Stadt, ein Duar 
oder eine Nsäla, zu erreichen und den europäischen Reisenden nöthigen 
der ihn begleitende Soldat oder die ihn begleitenden Eingeborenen, 
diesem Beispiele zu folgen. — Auf der Reise von Mogador nach Ma- 



106 M. Quedenfeldt: SiaphyUnen-Fauna 

eines in Marokko überall häufigen schwarzen Scorpions bei sich, den 
er ganz gelassen über Gesicht und Hände laufen Hess, in seine Tasche 
steckte etc. Ich überzeugte mich mit einer scharfen Loupe, ob vielleicht 
der Stachel des Thieres etwas abgestutzt und ihm so das Vermögen zu 
stechen genommen sei. Dies war indessen nicht der Fall; es muss also 
doch für jene Leute die Möglichkeit vorhanden sein, die Scorpione bis 
zu einem gewissen Grade zu zähmen oder an sich zu gewöhnen. Dass 
übrigens die Aissaua bei ihren Festen nicht nur lebende Scorpione, 
Kröten und Schlangen , sondern sogar die stacheligen Früchte des 
Feigencactus und Glassplitter essen, ohne Schaden zu nehmen, ist eine 
Thatsache, welche von allen, die in Marokko oder Algier gereist sind, 
bestätigt wird. So giebt z. B. der bekannte Reisende von Maltzau 
eine sehr genaue Schilderung eines solchen Festes, dem er in der Stadt 
Marokko beigewohnt hat. Ich selbst habe mit zahlreichen Leuten dieser 
Secte gesprochen ; sie schreiben die Fähigkeit, in ihrem Paroxismus die 
oben genannten ziemlich schwer verdaulichen Dinge zu verzehren, dem 
Segen zu, der von ihrem Stifter, dem Sidi Hamed Ben Aissa, auf ihnen 
ruht '). 

Inzwischen verging eine Woche nach der anderen, und es schien 
mir geboten, meinen Plan, das Atlasgebirge zu besuchen, wieder auf- 
zunehmen. Die grösste Schwierigkeit bestand darin, einige geeignete 
Begleiter zn finden, da es so leicht Niemand auf sich nehmen wollte, 
einem Christen, dem Willen der Behörden entgegen, auf einer derartigen 
Tour als Führer zu dienen. Trotzdem sagten die Leute, an welchen 
ich mich mit diesbezüglichen Vorschlägen und Anerbietungen wandte, 
niemals gleich direkt „nein", sondern Hessen sich erst in zeitraubende 
Unterhandlungen ein, um dann schliesslich — und womöglich im aller- 



rokko habe ich ein einziges Mal — bei der sogen. Steinquelle — im 
Freien übernachtet, obschon natürlich in unmittelbarer Nähe einer Ort- 
schaft; auch auf der Rückreise von Marokko nach Casablanca, als ich 
im Besitze des Briefes vom Sultan war, setzte ich es einige Male durch, 
im Freien zu übernachten. Dann stellten aber stets die Bewohner des 
nächstliegenden Duars — ohne dass ich sie darum ersuchte — 
zahlreiche Wachen für die Nacht. Es ist dies wohl der beste Beweis, 
dass die Eingeborenen selbst ein Uebernachten im Freien für 
nicht gefahrlos halten. — Bei einer solchen Gelegenheit versuchte ich 
es einmal, durch Feuer Reptilien herbeizuziehen, jedoch völlig resultatlos. 
') Nicht zu verwechseln mit Sidna Aissa, dem arabischen Namen 
für Jesus Christus. „Sidna" bedeutet wörtlich „unser Herr" und Aissa 
ist ein noch heutigen Tages häufiger Vorname. — Der Singular von 
Aissaua ist Aissaui. 



von Süd-Spanien, Portugal und Marokko. 107 

letzten Moment — mit irgend einem unvorhergesehenen Einwände oder 
einer so unverschämten Geldforderung zu kommen, dass sich die Saehe 
nothgedrungen wieder zerschlagen musste. Endlich fanden sich jedoch 
zwei Schlöhh', wie die Berber der dortigen Gegend genannt werden '), 
Namens Oemar und Hussein, bereit, mich gegen eine angemessene 
Vergütung zu begleiten. Demzufolge brach ich am 21. April früh nach 
dem auf dem Abhänge des Gebirges liegenden Orte Urika auf, nur be- 
gleitet von Herrn Ficke und eben diesen beiden Leuten. Ich hatte 
diesen, bisher nur von sehr wenigen Europäern besuchten Punkt deshalb 
gewählt, weil er von der Stadt Marokko, von welcher er in direkt süd- 
licher Richtung nur etwa 30 — 32 Kilometer entfernt liegt, am nächsten 
zu erreichen ist, dann auch, weil er mir als sehr wasserreich geschildert 
worden war. Der Weg dorthin führt zum ßab Rhmez hinaus, zuerst 
au den sogenannten Gärten von Agidel, dem Sultan gehörig, entlang, 
durch eine weite Ebene, die, anfangs gänzlich steril, weiterhin durch 
vielfache Ableitungen der Flüsschen Urika und Rireia bewässert und an 
vielen Stellen mit Gerste bebaut ist. 

Man passirt die Bezirke Rh'amna, Msfia und Rhmez, durch dessen 
gleichnamigen Hauptort, ein elendes Dorf, der Weg führt. Dicht da- 
hinter betritt man das Thal von Urika, eine äusserst fruchtbare, stark 
bewässerte, mit vielem Getreide bebaute und von Olivenhainen bestandene 
Ebene, die im Süden von den Hergen des Atlas im Halbkreise um- 
schlossen wird. Der Weg führt zuletzt einige Zeit am Ued Urika ent- 
lang, einem schnell fliessenden Gebirgsbach, der, in viele Adern zertheilt, 
einige kleine Inseln bildet, auf denen an zwei Tagen der Woche Markt 
abgehalten wird ■), und dann gelangt man an den Fuss der ziemlich 
steil aufsteigenden Höhen, auf deren Abhänge Urika liegt. Um 4 Uhr 
Nachmittags traf ich hier ein. Der Empfang beim Bruder des Gou- 
verneurs Sid-el-Krschi — er selbst war zur Zeit beim Sultan in Fäs 
und hatte seinen Bruder als Chalifa, d. h. Stellvertreter, zurückge- 
lassen — war ziemlich kühl, als ich keinen ,, Brief, nach welchem ich 
sogleich befragt wurde, vorzuzeigen vermochte. Zwei Zuckerhüte und 
ein Pfund grünen Thee's, die ich als Angebinde überreichte, stimmten 



') Der Singular von Schlöhh' heisst Schilh'. 

2 ) Man trifft auf den Reisen im Lande häufig auf Plätze, die, ob- 
schon gänzlich unbewohnt, durch einzelne Einrichtungen, wie primitive 
Kochstellen etc. zeigen , dass zu Zeiten dort Menschen sich aufhalten. 
An diesen Plätzen strömt an bestimmten Tagen der Woche die Bevöl- 
kerung der Umgegend zusammen, um Markt abzuhalten. Diese Plätze 
führen ihren Namen von dem Tage, an welchem der Markt stattfindet, 
so z. B. Soc el Had, Sonntagsmarkt, Soc el Jma, Freitagsmarkt u. s. w. 



108 M. Quedenfeldt: Staphylinen-Fauna 

ihn indess etwas freundlicher und wir bezogen nun die bewusste floh- 
reiche Lehmkammer. Selbstredend Hessen wir von der Absicht, in die 
Berge zu gehen, nicht ein Wort verlauten. 

Am folgenden Morgen in aller Frühe brachen wir, Herr Ficke und 
ich nebst einem der Schlöhh' — den anderen musste ich im Hause bei 
unseren Sachen zurücklassen — auf, indem wir, um kein Aufsehen zu 
erregen, einzeln und in langen Pausen nach einander das Thor der 
Kasba passirten. An einer Biegung des Weges vereinigten wir uns 
und marschirten nun in beschleunigtem Tempo immer bergaufwärts. 
Die Bergketten liegen, durch schmale Thäler getrennt, dicht hinter- 
einander. Nach einem dreistündigen Marsche befanden wir uns auf 
dem vierten Bergrücken in etwa 3000 Fuss absoluter Höhe. Zwei an 
einem Bergbache liegende kleine Dörfer oder eigentlich nur Häuser- 
gruppen, mit Namen Nfik und Zemerurz , wurden passirt , bei welchen 
braunrothes Steinsalz auf eine primitive Weise gewonnen wird, derart, 
dass man das Wasser des Bergbaches in Vertiefungen, die man eigens 
zu diesem Zwecke in den stark salzhaltigen Boden gemacht hat, ableitet 
und dars Salz dort krystallisiren lässt. Das Gebirge muss in dieser 
ganzen Gegend sehr salzreich sein, denn es begegneten uns fortgesetzt 
Leute, welche, aus den höher gelegenen Partien desselben kommend, 
schwer mit Salz beladene Maulthiere thalwärts trieben. Auch das 
Wasser aller Bäche schmeckt nach dieser Substanz; ferner bemerkte 
ich an verschiedenen Stellen, dass der Boden mit einer reifartigen, 
jveisslichen Kruste bedeckt war, die sich beim Anfühlen und Schmecken 
als reines Salz erwies. Einige Salzkäfer, Dyschirien, Bledien etc. fan- 
den sich, wenn auch recht spärlich, vor. Ueberhaupt war das Insecten- 
leben ganz wider meine Erwartungen auf der langen passirten Strecke 
im Gebirge ein so spärliches, wie ich es kaum irgendwo getroffen habe. 
Unter Steinen war es absolut todt, obschon ich dieselben bei der frühen 
Stunde unseres Aufbruchs keineswegs von der Sonne erwärmt, sondern 
sogar theilweise noch nass vom Morgenthau vorfand. Später kamen 
einige Blüthenkäfer, namentlich eine Henicopus- Art, zum Vorschein — 
das war aber auch Alles; und nur einem seltenen Glücksfalle, dessen 
ich weiter unten Erwähnung thue , hatte ich es zu danken , dass ich 
von diesem Ausfluge eine gute Ausbeute mit heimbrachte. Eine Er- 
klärung für diesen auffallenden Mangel an Insecten, namentlich unter 
Steinen, fehlt mir vollständig, denn wenn auch die Jahreszeit für Blüthen- 
und Baumkäfer, wie Buprestiden, Cerambyciden etc., im Gebirge noch 
zu früh sein mochte, so war dies für die unter Steinen lebenden Thiere 
durchaus nicht der Fall. 

Es war mir nun zunächst darum zu thun , in einem der Dörfer 
oder Häuser in den Bergen ein Nachtlager zu finden, da wir die Tour 



von Süd-Spanien, Portugal und Marokko. 109 

bis zu den Schneeflecken und von dort nach Urika zurück unmöglich 
in einem Tage machen konnten. Die uns entgegenkommenden Leute, 
wilde, mit der langen Steinschlossflinte und dem Dolche bewaffnete 
Gestalten, sahen uns zwar erstaunt an — einige Kinder nahmen selbst 
heulend und schreiend vor dem ungewohnten Anblick eines Christen 
Reissaus — indessen Niemandem fiel es ein, sich uns gegenüber un- 
gebührlich zu betragen. Zwei dieser Bergbewohner gelang es uns als 
Führer zu gewinnen, ja sie versprachen sogar, uns in ihrem sehr hoch 
in deu Bergen gelegenen Dorfe übernachten zu lassen und uns dann 
am nächsten Tage in aller Frühe an die Schneestellen zu führen. Wer 
war glücklicher als ich über diese Aussicht, — ein unvorhergesehener 
Zufall sollte aber auch hier, so nahe am Ziele, mir in den Weg treten 
und meinen Plan scheitern machen ! Nachdem wir nämlich unseren 
Anstieg mit den beiden hinzugekommenen Schlöhh' etwa noch eine 
Stunde fortgesetzt hatten , begegneten wir einer Gruppe von Leuten, 
aus deren Mitte Einer unsere Begleiter anrief, sie etwas seitwärts nahm 
und leise mit ihnen sprach. Beim nächsten Halt, welches ich bald 
darauf machen liess, um zu frühstücken, erklärten die beiden Schlöhh', 
sehr zögernd und stockend, sie hätten sich die Sache überlegt, sie 
könnten es doch nicht übernehmen, uns bis zu dem Schnee zu führen, 
es sei eine zu schwierige und gefährliche Tour, und wenn uns etwas 
zustiesse, bo würde man sich an sie halten u. s. w. Kein Gegenreden 
half — die Leute blieben fest bei ihrem Entschluss, keinen Schritt 
weiter mit uns zu gehen. Auf Herrn Ficke sowohl wie auf mich 
machten diese Redensarten, die so stark im Gegensatze zu der früheren 
Bereitwilligkeit standen , sofort den Eindruck , als seien sie nur vorge- 
schoben, um einen anderen, wahren Grund dahinter zu verstecken. 
Und in der That erzählte uns nachher unser von Marokko mitgebrachter 
Begleiter Hussein, der, selbst ein Schilh', natürlich die Sprache seiner 
Landsleute kannte, er habe einige Brocken von dem in Schilha 1 ) ge- 
führten Gespräche aufgefangen , welches die Beiden vorhin mit dem 
uns entgegenkommenden Bergbewohner gehabt hätten. Er habe da 
verstanden, dass dieser letztere — der aus demselben Dorfe, wie die 
beiden anderen war und eine angesehene einflussreiche Person daselbst 
zu sein schien — den Beiden Vorwürfe darüber gemacht habe, dass 
sie ein paar Christen so weit in das Gebirge führten; der Scheich des 
Dorfes würde dies sehr übel aufnehmen und es sie sicher entgelten 
lassen, wenn sie diese Christen gar mit bis in ihr Dorf brächten. Die 



1 ) So wird die Sprache der Schlöhh' genannt. 



HO M. Quedenfeldt: Staphylinen- Fauna 

Anderen hätten darauf etwas entgegnet, was er aber nicht verstanden 

habe'). 

An ein Uebernachten in den Bergen im Freien, ohne irgend welchen 
Schutz, daran war nicht zu denken, eine andere Möglichkeit, dennoch 
mein Ziel zu erreichen, gab es nicht — ich musste also, wenn auch 
mit schwerem Herzen, mich dazu entschliessen , den Rückzug antreten 
zu lassen. Auf dem Rückwege erwartete mich eine weitere Unannehm- 
lichkeit. In der Kasba war inzwischen unser Verschwinden bemerkt 
worden und Leute, welche uns begegnet waren, hatten ausgesagt, sie 
hätten die Christen' 2 ) ziemlich tief in den Bergen getroffen. Der Chalifa 
hatte darauf hin nichts Eiligeres zu thun gehabt, als ein Dutzend Be- 
waffneter nach uns auszuschicken, um uns zurückzuholen. Diese Leute 
trafen wir nun auf der Hälfte des Weges; sie überhäuften unseren 
braven Hussein mit Vorwürfen, deren Eindruck auf ihn jedoch augen- 
scheinlich ein sehr massiger war. Inzwischen fiel ein feiner Regen, so 
dass wir ziemlich durchnässt gegen 5 Uhr Nachmittags, nach fast zwölf- 
stündigem Unterwegssein, in der Kasba wieder eintrafen, höchst nieder- 
geschlagen und unbefriedigt von dem totalen Misserfolge der Excursion. 
Wider Erwarten enthielt sich der Chalifa zunächst jeder missbilligenden 
Kundgebung über unseren ohne sein Vorwissen unternommenen Ausflug. 
Als wir indessen Abends friedlich in unserer Kammer beim Thee sassen 
— wir und unsere beiden Scblöhh' — und die Erlebnisse des Tages 
durchsprachen , erschienen plötzlich zwei Soldaten des stellvertretenden 
Gouverneurs, die mir feierlichst meine ,, Geschenke", den Zucker und 
Thee, die dem Chalifa wohl plötzlich als Danaergeschenk erscheinen 
mochten, zurückbrachten. Gleichzeitig kündigten sie uns au, wir hätten 
am nächsten Morgen seine Kasba, überhaupt sein Gebiet zu verlassen. 
Gegen diese bündige Erklärung war nichts zu machen und ich er- 
gab mich schon resignirt darein, ohne jedes nennenswerthe Sammelresultat 
wieder nach Marokko zurückkehren zu müssen, da horch — welch' 
eigentümliches Geräusch? Es begann zu regnen, stärker und immer 
stärker, bis zuletzt ein fast wolkenbruchartiger Regen fiel, der die 
halbe Nacht andauerte. Der Urikafluss musste infolge dessen aus seinen 
Ufern getreten sein und eine Masse von Anspülicht aus dem höheren 
Gebirge mit sich geführt haben. So war es in der That. Als wir am 



') Ich erzähle diese Vorgänge hier genau so, wie ich sie in meinem 
während der Reise gefühlten Tagebuche niedergeschrieben habe. 

'-) Der Araber oder Berber des Inneren macht natürlich keinen 
Unterschied zwischen Engländern, Deutschen, Franzosen etc. — jeder 
Europäer wird von ihm, im Gegensatze zu sich selbst, dem rechtgläu- 
bigen Muslem, als „Christ 1 ' bezeichnet. 



von Süd- »Spanien, Portugal und Marokko. 111 

anderen Morgen, eskortirt von einem Soldaten des Chalifa, an den 
Fluss kamen, war es zwar wieder das schönste Wetter, das Wasser 
hatte sich auch schon beträchtlich gesenkt, doch lagen ganze Berge 
von frischem Anspülicht an seinen Ufern, in denen es von Kleinkäfern 
aller Familien buchstäblich wimmelte. Ich füllte meine sämmtlichen 
Siebesäcke, ja sogar meinen Vorrath an Taschentüchern mit dem kost- 
baren Stoff, um recht viel davon mitführen zu können. Die sehr genau 
vorgenommene Durchsuchung desselben, welche 4 — 5 Tage erforderte, 
ergab denn auch eine grosse Menge interessanter und guter Sachen; 
von Staphylinen hebe ich an dieser Stelle nur Philonihus sanguini- 
pennis mihi, Ancyropliorus emarginatus Fauv. und Thinodromus 
hirÜCollis Rey hervor. 

Am 3. Mai traf endlich der langersehnte Geleitbrief des Sultans 
ein, und ich erhielt nun ohne weitere Schwierigkeiten die Erlaubniss 
vom Kaid, mit einem Soldaten, also so zu sagen officiell, nicht nur 
das Gebirge bereisen, sondern es auch bei dem sog. Dar-el-Glaui, 
einem Passe zwei Tagemärsche südöstlich von der Stadt Marokko, 
überschreiten zu dürfen. 

Indessen mitten in den Vorbereitungen zu dieser Tour, am 8. Mai, 
kam ein Schreiben des Herrn Ehlers an, worin derselbe im Hinblick 
auf die bisherigen, fruchtlosen Bemühungen das Gebirge zu exploriren — 
über die ich Herrn Ehlers natürlich fortgesetzt auf dem Laufenden 
erbalten hatte — sowie in Rücksicht auf die in der Ebene zu jener 
Jahreszeit schon stark entwickelte Hitze und Trockenheit, den Wunsch 
aussprach , ich möge die Rückreise antreten , und zwar nicht zunächst 
nach Mogador und von da zu Schiff, was der nächste Weg gewesen wäre, 
sondern direct zu Lande bis Casablanca, von wo ich mich dann entweder 
via London oder via Marseille nach der Heimath einschiffen wollte. 
Ausserdem war auch die, ursprünglich für die Tour nach dem Atlas 
bestimmte Zeit schon um 5 — 6 Wochen überschritten, wenn auch diese 
Ueberschreitung keine weiteren Mittel, als die zu Anfang festgesetzten 
und reichlich bemessenen, erfordert hatte. — 

Herrn Ehlers brieflich von der durch das Eintreffen des Briefes 
günstig gewordenen Sachlage zu verständigen, dazu war keine Zeit 
vorhanden, da bei den dortigen Verkehrsmitteln mindestens 4 Wochen 
vergehen mussten, ehe ich Autwort erhalten konnte. Auf eigene 
Verantwortung handeln konnte und wollte ich im vorliegenden Falle 
noch weniger. So entschloss ich mich denn, so bald als möglich 
abzureisen, und verliess die Stadt Marokko am 14. Mai früh um 6 Uhr, 
nachdem ich diesmal ein Kameel statt zweier Maulthiere für die 
Bagage gemiethet hatte. 



112 M. Queden/eldt: Staphy Linea- Fauna v. Süd-Spanien etc. 

So sehr interessant in vielfacher Beziehung die Landreise von 
Marokko nach Casablanca war — die Strecke ist ungefähr 40 deutsche 
Meilen lang — so will ich hier doch nicht näher auf dieselbe eingehen, 
da ich ohnehin schon fürchte, meinen Reiseerlebnissen an dieser Stelle 
zu viel Platz eingeräumt zu haben. 

Erwähnt sei nur, dass das zunächst sehr gebirgige, dann aber 
ebene oder doch nur wellenförmige Terrain, welches wir durchzogen, 
sehr insectenreich war. Die Sommerfauna — Omophlus- und Zonabris- 
Arten, Elateriden, Chrysomeliden, Buprestiden, Curculioniden etc. etc. — 
war vollständig entwickelt, so dass ich unterwegs Gelegenheit hatte, 
zahlreiche Repräsentanten dieser von der dortigen Winterfauna so 
gänzlich verschiedenen Fauna zu sammeln. Am 18. erreichten wir bei 
der Stadt Asemur das Meer und kamen am 21. in Casablanca an. 

Hier blieb ich bis zum 14. Juni, und verdanke diesem Aufenthalte 
noch manchen guten Erfolg. So fand ich u. A. hier den Cyrtognathus 
forßcatus in grösserer Anzahl auf, dessen dicke, weisslichgelbe Larve 
au den Wurzeln der Zwergpalme lebt und eine beliebte Speise der 
Eingeborenen ist. Dieselben rösten sie über Kohlenfeuer, reissen ihr 
dann den Kopf ab, wobei sie gleichzeitig die Gedärme mit herausziehen, 
und verspeisen sie so. 

Der männliche Käfer fliegt gegen Abend um die Gebüsche der 
Zwergpalme, in denen verborgen die viel selteneren Weibchen sitzen. 

Am 14. Juni reiste ich auf dem englischen Steamer „Savernake" ab, 
kam am 18. in Lissabon an, wo wir bis zum 22. vor Anker lagen, 
welche Zeit ich natürlich zu Sammelausflügen benutzte, und traf am 
28. Abends in London ein. Am 6. Juli war ich in Berlin. 

Ich schliesse hiermit meinen Reisebericht und gebe im nächsten 
Hefte dieser Zeitschrift eine Aufzählung der gesammelten Staphylinen. 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft I.J 113 



Kleine Studien über das Wahrnehmungs- und 
Gefühls vermögen der Insecten. 



Von 
Carl Fro)ithoLz in Berlin. 



Wie ein jeder Sammler weiss, haben die meisten Insecten, be- 
sonders aber viele Käfer- und mehrere Raupen-Arten, die Gewohnheit, 
bei der leisesten Berührung ihres Körpers oder auch nur der Pflanzen 
und Sträucher, auf denen sie sitzen, sofort sich herabfallen zu lassen, 
indem sie durch dieses Manoeuvre, wie man annimmt, sich den Blicken 
ihrer Verfolger zu entziehen trachten, was ihnen allerdings sehr häufig 
auch gelingt. Ein nur einigermassen bewachsener Boden und ihr ruhiges 
Liegenbleiben auf demselben — die Käfer, indem sie die Füsse dicht 
an den Körper ziehen, die Raupen, indem sie sich zusammenrollen — 
schützt sie meistenteils davor, ihre Freiheit einzubüssen, während die- 
jenigen unter ihnen, welche dieses sogenannte ,,Sichtodtstellen'' nicht 
für angebracht halten und sich veranlasst fühlen, ihr Heil in der Flucht 
zu suchen, indem sie der Schnelligkeit ihrer Füsse vertrauen, viel leichter 
dem kundigen und geübten Auge des Sammlers zum Opfer fallen. 

Mit Recht darf man wohl die hier geschilderte grosse Empfänglich- 
keit der Insecten für äussere Eindrücke auf ein ziemlich ausgebildetes 
Empfindungsvermögen derselben zurückführen, besonders da es nicht 
an vielen anderen Beispielen für das Vorhandensein eines solchen fehlt, 
und zwar sowohl in Betreff ihrer Wahrnehmungen durch das Gefühl, 
wie durch das Gesicht oder solche Sinnesorgane, die uns in ihren 
Functionen noch nicht vollständig bekannt sind '). 



') Ueber den Sitz der verschiedenen Sinnesorgane am Körper der 
Insecten, mit Ausnahme der Augen für den Gesichtssinn, ist bisher 
nur sehr wenig mit Bestimmtheit festgestellt worden. Betrachten wir 
zunächst das Auge, als das am vollkommensten ausgebildete Sinnes- 
organ, so sind schon durch die von Johannes Müller (Zur vergl. 
Physiologie des Gesichtssinnes, Leipzig 1826, pag. 305 u. folg.) ange- 
stellten trefflichen Untersuchungen der Bau und die Functionen der 
XXVIII. Heft i. 8 



114 C.Fromhofz: Kleine Studien über das Wahrnehmungs^ 

Ich führe hier zunächst an: das schnelle Abfliegen vieler, an Bäumen 
und sonstigen Orten ruhender Schmetterlinge oder anderer Insecten, 
denen man sich mit dem Netze oder irgend einem Fanginstrumente 



einfachen und der zusammengesetzten Augen der Insecten aufs Klarste 
nachgewiesen und es kann wohl ein Zweifel über den Sitz des Gesichts- 
sinnes nicht mehr obwalten. Während die einfachen Augen (Ocellen oder 
Nebenaugen), welche in ihrem Bau ganz mit denen der höheren Thiere, 
namentlich der Fische, übereinstimmen, nicht bei allen Insecten sich 
vorfinden, sind die eigentlichen oder zusammengesetzten Augen allen 
Insecten, mit nur einigen Ausnahmen, in deren vollkommenstem Ent- 
wickelungszustande eigen. Sic sitzen seitlich am Kopfe über dem 
Mnnde und erscheinen als grosse Halbkugeln, deren Oberfläche bei 
genauer Untersuchung aus vielen, regelmässig sechseckig geformten 
Flächen (Facetten) besteht, die jede für sich ein besonderes Auge 
bilden. Die Anzahl dieser einzelnen Linsen oder Facetten ist vielfach 
berechnet und bewundert worden. So zählte nach den Anführungen 
Burmeister* s (Handb. d. Entomol. Bd. I. pag. 68) Hooke im Auge 
einer Bremse 7000, Leuwenhoek über 12000 im Auge einer Libelle, 
4000 im Auge der Stubenfliege, und Geoffroy führt eine Zählung an, 
nach welcher sich 34650 solcher Facetten im Auge eines Schmetter- 
lings ergaben. Sehr zahlreich müssen dieselben auch in den Augen 
der Blatthornkäfer (Lamellicornon) sein, da man an ihnen, selbst bei 
ziemlich starker Vergrösserung, noch keine einzelnen Felder wahr- 
nimmt, weshalb auch Fabricius sie einfach nennt (Philos. entomol. 
pag 19, §. 4). 

Was den Geruchssinn betrifft, so deutet kein irgend hervor- 
tretender Theil am Kopfe, dem Sitze der Sinne, ein Organ als Werkzeug 
dieser Sinnesthätigkeit an. Nach der Ansicht Cuviers (Regne animal. 
1829) und Anderer vermitteln dagegen die Tracheen (^Stigmen oder Luft- 
löcher) den Geruch, indem sie die in der Luft aufgelösten und äusserst fein 
zertheilten Riechstoffe in den Körper aufnehmen und dem Thiere durch 
die mit den Luftcanälen in Verbindung stehenden Geruchsnerven zum 
Bewusstsein bringen. Leydig (Zur vergl. Anat. d. Nervensystems u. d. 
Sinnesorg. d. Wurm. u. Arthrop. 1864) versetzte den Riechapparat in die 
Fühler. Kirby zuerst bezeichnete eine dünnhäutige Einstülpung über der 
Oberlippe als Nasenhaut, um dadurch die analoge Lage der Insecten- 
nase mit der der Säugethiere begreiflich zu machen. Doch scheint es, 
wie V. Graber vermerkt, nach Wolfs Untersuchungen (ltiechorgan 
der Biene, 1875) nunmehr wohl ausgemacht, dass die Insecten eine 
eigentliche, der vinsrigen ähnliche Nase besitzen. In der oberen 



und Gefühlsvermögen der Insecten. 115 

nähert, und deren Davonfliegen trotz der angewandten grössten Vorsiebt 
oft schon erfolgt, wenn man noch mehrere Schritte von ihnen 
entfernt ist. 



Schlundhaut nämlich, wo sich vom Gaumen zur Oberlippe eine weiche 
Membran hinzieht, ist eine Stelle dieser Membran zu der entsprechenden 
Riechhaut ausgebildet. 

Das Geschmacks orgän ist überall sonst, wo dieser Sinn sich 
fin det, die Zunge und da viele Insecten eine mehr oder weniger deutliche 
Zunge oder einen Rüssel besitzen, so ist nach der Ansicht Burmeister's 
(1. c. pag. 322) diese als das Geschmacksorgan derselben, wenn auch 
nicht mit Bestimmtheit anzunehmen, so doch mit einiger Wahrschein- 
lichkeit zu vermuthen. Von Wolf wird der Geschmack in eine gewisse 
Stelle an der Basis der Zunge verlegt. 

Als Sitz des Gehörssinnes wurden von Kirby und Burmeister 
die Fühler angenommen, die man früher nur für Tastorgane hielt und 
an derem Grunde sich eine weiche Gelenkhaut, ungefähr dem Trommel- 
fell anderer Thiere entsprechend, befindet. Herbst (Einleitung zur 
Kenntniss d. Ins. pag 10) wirft die Frage auf, ob es nicht, da alle 
Thiere überhaupt immer nur zwei sinnliche Werkzeuge doppelt haben, 
nämlich die Augen und die Ohren, nach der Analogie zu muthmassen 
sei, dass die bei den Insecten ausser den Augen nur allein noch paar- 
weise vorhandenen Fühler gleichfalls Werkzeuge des Gehörs sind. 
V. Grab er fand einen eigenthümlicheu und complicirten Gehörapparat 
bei den Orthopteren, und zwar befindet sich dieser bei den Schnarr- 
heuschrecken an den Seiten des ersten Hinterleibringes, bei den Grillen 
und Laubheuschrecken aber an den Schienen der Vorderbeine, wo er 
schon, von aussen gesehen, wie ein wahres Miniatur-Trommelfell erscheint. 
Auch Job. Müller war bereits auf dieses Organ aufmerksam geworden. 

Da die Insecten sämmtlich mit einer harten, empfindungslosen 
Chitinhaut bedeckt sind und daher mehr als viele andere Thiere eigen- 
thümlicher Tastorgane bedürfen, so hat man von jeher die Fühlhörner 
als Vermittler des Gefühls angesehen; allein wohl nicht ganz mit 
Recht, denn es sind dazu durchaus weiche, mit einer zarten Hülle be- 
kleidete Organe erforderlich, welcher Anforderung aber die Fühler 
nicht entsprechen. Dagegen sind nach den neueren Beobachtungen 
die Taster oder Palpen, deren Name schon ihre Bestimmung andeutet, 
als Gefühlsorgane zu betrachten , wenngleich sie zwar bei den saugen- 
den Insecten nur eine unvollkommene Ausbildung haben , welche 
letzteren aber an dem langen Rüssel vielleicht ein noch besseres Tast- 

8* 



116 C. Fromholz: Kleine Studien über das Wahrnehmung 'S- 

Es ist ferner zu erwähnen: die grosse Einwirkung und Anziehungs- 
kraft, welche ein helles Licht auf viele zur Nachtzeit fliegende Insecten, 
bei den Schmetterlingen besonders auf Noctuideu, Geometriden und 
Tineiden, ausübt und die so verlockend für diese Thiere ist, dass sie 
sich nicht scheuen, geraden Weges in's Verderben zu rennen, indem 
sie an der offenen Flamme häufig ihren Tod finden. 

Während eine kalte und feuchte Witterung die Insecten meisten- 
teils veranlasst, sich zu verkriechen und verborgene, geschützte Orte 
aufzusuchen, wirkt warmes und trockenes Wetter fast stets anregend 
und belebend auf dieselben ein, ja es scheint nach den bisher gemachten 
Erfahrungen sogar, als ob neben diesen Witterungseinflüssen und voll- 
ständig unabhängig von denselben, zuweilen noch ganz besondere 
physische Eigenschaften der Atmosphäre, die wir mit unseren Sinnen 
gar nicht wahrzunehmen im Stande sind, den Insecten Veranlassung 
geben, eine grössere Lebensthätigkeit zu entfalten, besonders auch für 
die Fortpflanzung ihres Geschlechts zu sorgen. 

Scheinbar sind oft genug alle Bedingungen in Betreff der 
Witterung vorhanden, aus denen man auf ein lebhaftes Fliegen der 
Insecten, bei den Schmetterlingen beispielsweise auf einen guten Fang 
(wie solcher besonders zur Nachtzeit in der bekannten Weise durch 
Ködern mit Apfeläther, Honig u. s. w. unternommen wird) schliesscn 
könnte und dennoch ist das Resultat eines solchen Abendfanges 
manchmal ein so äusserst ungünstiges, dass sich eine Erklärung dafür 
gar nicht finden Hesse, wenn man nicht eben in ihren Wirkungen noch 
unbekannte und für die menschlichen Sinne bisher nicht erkennbare 
atmosphärische Ursachen (Electricität, Magnetismus u. s. w.?), die aber 



organ besitzen. Leydig (1. c.) sieht die Fühler ebenfalls als Tastorgane an 
und fand vier verschiedene Categorien ihrer Wirksamkeit; es sei näm- 
lich anzunehmen, dass die Fühler ausser anderen Functionen auch die 
Wahrnehmung über den Zustand der umgebenden Luft vermitteln. 
Tastorgane sind nach demselben auch die vorher schon angeführten Taster 
des Mundes, die Palpen. Das Endglied derselben, wie man leicht bei 
grossen Käfern sieht, besitzt an der Spitze eine sehr weiche und nach- 
giebige, häutige Tastfläche ; das Innere der Taster ist von mehreren 
starken Nerven durchzogen, welche in feinen Verzweigungen in die 
Tastfläche ausmünden. An den weicheren Theilen des Mundes selbst 
befinden sich gleichfalls als Tastorgane angenommene Gebilde, die 
Tastborsten. 



und Gefühlsvermögen der Insecten. 117 

von den Insecten empfunden werden, als Grund für eine vermehrte oder 
verminderte Lebendigkeit und Thätigkeit derselben vermuthen dürfte. 

Wie ausserordentlich fein ist nicht auch bei den Insecten über- 
haupt die Findigkeit der Männchen, wenn es gilt, ihre Weibchen 
aufzusuchen. Die Letzteren sitzen oft ganz versteckt und nur das 
auffallende Umherschwärmen von Männchen, besonders bei Schmetter- 
lingen, verräth zuweilen dem Sammler den geheimen Ort, wo ein Weib- 
chen zu finden ist. Bekannt ist es ja ebenso, dass öfters manche 
Spinner-Männchen einem aufgesteckten, in der Schachtel befindlichen 
Weibchen, wenn es der Entomologe mit sich trägt, im Fluge nachfolgen; 
dieselben müssen daher eigene, dem Geruchs- oder Witterungsverraögen 
der höheren Thiere, z. B. dem der Hunde, entsprechende Sinnesorgane 
besitzen l ), welche genau zu ermitteln bisher noch nicht gelungen ist. 

Aus allem bisher Gesagten lässt sich nun folgern, dass die Insecten 
im Allgemeinen sehr wohl im Stande sind, Wärme sowohl als Kälte, 
die Leichtigkeit oder die Dichtheit der Atmosphäre, die Annäherung 
ihrer Feinde und vieles Andere vermittelst der von der Natur ihnen 
verliehenen Organe wahrzunehmen, ein Gefühl des Schmerzes aber, wie 
es sich im Fall einer Verletzung bei den höherstehenden Thieren stets 



') Webster (Psyche II. 1879. pag. 185) vermuthet nach seinen 
Beobachtungen und Versuchen an Callosamia Promethea, dass das 
unbefruchtete Weibchen einen Geruch ausströmen lässt, der das Männchen 
geschlechtlich erregt. 

Omar Wackerzapp (Entom. Nachrichten 1880, pag. 15—17) 
hatte ein Weibchen von Aglia Tau auf seiner Hand sitzen und sah 
bald ein männliches Thier sich nähern und ungescheut die Begattung 
vollziehen. Diese Beobachtung von scheinbar instinctiver Anziehungskraft 
des Weibchens machte der genannte Entomologe wiederholt und schliesst 
aus der Thatsache, dass ein kurz zuvor begattetes Weibchen für nach- 
folgende Männchen nur eine geschwächte oder keine geschlechtliche 
Anziehungskraft mehr ausübt, die Möglichkeit, dass der männliche 
Schmetterling durch eine aus dem weiblichen Geschlechtsorgaue sich 
entwickelnde starkriechende Absonderung angezogen wird, welche sich 
nach geschehener Begattung mehr und mehr vermindert. 

Oberländer (Bull. Soc. des amis de Rouen XIV. 1880) berichtet 
sogar über einen Fall, dass eine grosse Zahl männlicher Zygaena 
Filipendulae seine Hand umschwärmte und sich ohne Scheu darauf 
niedoiliess; auf derselben lag eine, wahrscheinlich weibliche Puppe 
derselben Art. 



118 C. Fromholz: Kleine Studien über das Wahrnehmungs- 

äussert und welches bei dem Menschen, als dem höchsten Wesen der 
Schöpfung, wohl am feinsten ausgebildet ist, scheinen sie indessen nur 
in einem sehr geringen Grade zu besitzen. 

Nicht selten z. B. können wir an einer vor uns auf dem Tische 
herumspazierenden Fliege die Beobachtung machen, wie wenig ein 
etwa durch einen Zufall verloren gegangenes Bein dieselbe an ihren 
ferneren Bewegungen hindert, so dass sie den Verlust kaum zu bemerken 
scheint; auch wenn eine andere Fliege bei einer unvorsichtigen 
Annäherung an die Lichtflamme vielleicht so eben beide Flügel verloren 
hat und durch die tollsten Sprünge und Drehungen auf dem Rücken 
unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht, dürfen wir diese Aeusserungen 
der Empfindung wohl weniger einem sehr schmerzhaften Gefühle, als 
vielmehr dem Umstände zuschreiben, dass das Thier sich ganz plötzlich 
seiner wichtigsten Gliedmassen, die ihm hauptsächlich zur Fortbewegung, 
hier also zum Fliegen dienten, beraubt sieht. 

Ich habe öfters bemerkt, dass manche Spinner-Männchen (Atta C US 
Ailantkus, Pernyi u. a.), die im Zuchtkasten ausgekommen waren 
und die ich der weiteren Züchtungen wegen mehrere Tage leben Hess, 
durch ihr wildes Umherfliegen im Kasten nicht allein die Flügel voll- 
ständig abschlügen, sondern aich auch die einzelnen Glieder der Füsse, 
Stück für Stück, an der Gaze des Kastens nach und nach buchstäblich 
selbst vom Leibe abrissen, so dass zuletzt nur ein paar kurze Stummel, 
besonders an den Vorderfüssen, übrig blieben. Augenscheinlich musste 
dieser stückweise Verlust der einzelnen Fussglieder für die Thiere fast 
schmerzlos erfolgt sein, denn sonst würden sie ihr zügelloses Umher- 
schwirren wohl eingestellt und nicht so lange fortgesetzt haben, bis 
sie, der von der Natur ihnen zugemessenen Lebenszeit gemäss, völlig 
erschöpft und dem Tode nahe waren. 

Sehr häufig ist man im Stande , einen Schmetterling, der in 
der Ruhe an einem Baum, Bretterzaun u. dgl. sitzt, mit der Nadel 
aufzuspiessen, ohne dass er nur ein Glied rührt; besonders ist dies bei 
den Spinnern der Fall, die oft von einer förmlichen Schlafsucht befangen 
scheinen und selbst dann noch, wenn sie, wie es mir vorgekommen ist, 
mit der Nadel durch den Leib zu Boden fallen, sich nicht im Geringsten 
bewegen. Es wäre dieses Ruhigbleiben der Thiere gewiss unmöglich, 
wenn das Eindringen der Nadel in den Körper ihnen einen einiger- 
massen fühlbaren Schmerz verursachte. 

Im Gegensatze hierzu ist es mir auch einmal passirt, dass ein 
Tagfalter (Vanessa Carclui), den ich im Netze gefangen und auf- 
gespiesst hatte, mir unvermuthet aus den Händen mit der Nadel auf- 



and Gefühlsvermögen der Insecten. 119 

und davonflog, und zwar so gewandt, dass er mir gauz aus dein Gesicht 
kam und ich ihn nicht wieder erlangen konnte. 

Der bereits erwähnte schlafähnliche Zustand oder, wenn wir es 
anders bezeichnen wollen, dieser hohe Grad von Trägheit und Stumpf- 
sinn, gegenüber der sonstigen Lebhaftigkeit der Insecten, ist nun 
natürlich bei denjenigen , welche gewöhnlich zur Nachtzeit fliegen, 
während des Tages am stärksten und umgekehrt zur Nachtzeit stärker 
bei den am Tage thätigen Thieren. 

Auch während der ersten Lebens-Periode, nachdem die Entwicklung 
aus der Puppe in die Imago erfolgte, ist bei den meisten Insecten, 
besonders den Weibchen, ein ziemlich bedeutender Grad von Un- 
empfindlichkeit zu constatiren. Ich habe beispielsweise ein in meinem 
Zuchtkasten ausgekommenes Weibchen von Spilosoma Lubricipeda 
3 Tage und 3 Nächte hintereinander unbeweglich auf derselben Stelle 
sitzend gefunden , und es liess sich auch dann noch ruhig auf die 
Nadel spiessen, ohne nur zu zucken. Erst als ich das Thier mit der 
Nadel von der Wand des Kastens abhob, bewegte es sich, wie dies in 
den meisten Fällen geschieht, lebhaft einige Augenblicke, um sodann 
wieder, nachdem es mit den Füssen sitzend auf eine Torfplatte gesteckt 
war, sofort in den früheren Ruhestand zurückzufallen. 

Wir sehen auch an diesem Beispiele wieder, wie das Aufspiessen 
an sich augenscheinlich dem Thiere gar keine Beunruhigung oder 
Schmerz verursachte, und dass erst in dem Augenblicke, als die Füsse 
desselben beim Abheben der Nadel unfreiwillig von der Kastenwand 
loslassen mussten und dadurch ihren Halt verloren, der Schmetterling 
nur von der veränderten Situation eine Empfindung hatte, die ihn aber 
durchaus nicht weiter berührte, sobald seine Füsse wieder einen Stütz- 
punkt fanden. 

Ein paar frisch ausgeschlüpfte Exemplare von Phalera ßu- 
eephala, die ich unter einem Glase mit Schwefeläther betäubte, fingen 
nicht zunächst lebhaft zu flattern an, wie dies gewöhnlich bei anderen 
Schmetterlingen der Fall ist, wenn der Aether seine Wirkung zu äussern 
beginnt, um sodann bald darauf in vollständige Betäubung zu versinken, 
sondern sie gingen aus dem schlafähnlichen Zustande der Ruhe ohne 
das geringste Lebenszeichen in den der Betäubung über und konnten 
so vollständig getödtet werden. 

Aus sämmtlichen hier aufgeführten Thatsachen dürfen wir nun 
wohl einerseits bei allen Insecten überhaupt auf ein sehr fein aus- 
gebildetes Wahrnehmungsvermögen vermittelst ihrer Sinnesorgane 
schliessen, während andererseits ihre unter gewissen Umständen sich 



120 C. Fromholz: über d. Wahrnehmungsvermögen d. Ins. etc. 

zeigende Unempfindlichkeit und Stumpfsinnigkeit uns zugleich einen 
Beweis für das Nichtvorhandensein einer wesentlichen Empfindung von 
körperlichem Schmerz zu liefern scheint. Hohe Entwickelung der 
Sinnesnerven findet sich hier neben einem sehr gering ausgebildeten 
Gefühls vermögen . 

Durch die MittheiluDg der vorstehenden , von mir gemachten 
Beobachtungen glaube ich einen, wenn auch nur geringen Beitrag zur 
Kenntniss des immer noch nicht in allen seinen interessanten Einzel- 
heiten genugsam bekannt gewordenen Insectenlebens geliefert zu haben 
und richte an alle Freunde der Entomologie das Ersuchen, mit ihren 
in dieser Beziehung gemachten Erfahrungen nicht zurückzuhalten) 
sondern dieselben durch Veröffentlichung der Allgemeinheit zu Gute 
kommen zu lassen. 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft I.] 121 



Bemerkungen zur neuesten Ausgabe des 
Catalogus Coleopterorum Europae. 

Von 
E. v. Harold. 



p. 1. Cicindela scalaris Dej. (= paludosa Duf.) — lege Serv., 
ebenso 

p. 2. Carabus pyrenaeus Dej. — lege Serv. 

p. 3. Bei Carabus intrieatus ist die var. gigas Heer, weggeblieben, 
ebenso pisidicus Peyr. bei graecus u. s. w. Ich habe nichts 
dagegen, aber ich denke, gleiches Recht für Alle. Entweder 
fort mit allen diesen Kleider- und Formennamen, die gar sehr 
an die rose Pompadour, belle Hortense etc. der Kunstgärtnerei 
gemahnen, oder gebührende Aufnahme sämmtlicher, auch der 
früher schon aufgestellten. Der Car. Lefebvrei ist übrigens 
(wie schon Haury ausführt) gewiss nur eine Spielart des in- 
trieatus. 

„ „ Melancarabus Thoms. == Paehystus Motsch., ebenso Lampro- 
carabus — Lipaster Motsch. 

„ „ Tribax Thoms. — lege Fischer. 

,, „ Carabus obliquus Thoms.! — Ein Collectivum für zwei schon 
längst früher beschriebene Arten, nämlich C. Germari St. und 
Neesi Hoppe (Vid. Stett. Ent, Zeit. 1879. p. 237 sq.). 

p. 4. Carabus Thoms. — Welche Verirrung! es ist Thomson nicht 
eingefallen, sich als Autor dieser Gattung zu geriren, er hat 
derselben einfach eine typische Art zu Grund gelegt, und die 
übrigen als Subgenera, also nicht als selbständige Genera, wie 
der Catalog hyperbolisch ausführt, abgegliedert. 

,, ,, Carabus alyssidotus — lege alysidotus. Ein schon wieder- 
holt monirter Fehler, 
p. 5. Carabus biseriata-s Chaud. = eonvexus var. (teste Brulerie). 
p. 6. Le'istus angidatus Brul. = angustieollis Dej. 
P. 7. Bembidiitae. Wenn Bembidion statt Bembidium angenom- 
men wird, so muss es auch Bembidionitae heissen. Der Vor- 
theil dieser im Cat. angenommenen, auf itae auslautenden Ab- 
theilungen ist nicht ersichtlich. Sie nehmen sehr viel Raum 



122 v. Harold: Bemerkungen zur neuesten Ausgabe 

in Anspruch und ihr Inhalt erscheint, wenn derselbe nicht noch 
weiter abgegliedert wird, dennoch ein ganz disparater. Dass 
Lebia ein Harpalit, Broscus ein Bembidiit sein soll, das sind 
doch wahrlich keine glücklichen Ergebnisse, auch wenn sie 
neuesten Datums sind. Unter der Bembidion - Gruppe verstand 
man bisher die sogennnnten Subulipalpen, d. h. eine durch das 
sehr kleine ahlförmige letzte Glied der Maxillartaster sehr na- 
türlich begrenzte Abtheilung. Was sollen denn bei dieser die 
Elaphrini und die Broscini thun, deren letztes Tasterglied 
mindestens immer ebenso lang wie das vorletzte ist. Hat denn 
ein solches Merkmal nicht mehr Werth als etwa die Anwesen- 
heit eines zweiten borstentragenden Punktes, der die Truncati- 
pennen zu Harpaliten stempeln soll! 
p. 7. Tachypus Lacord. (1854) — lege Motsch. (1850). 
„ ,, Bembidion assimile Gyll. (vor fumigatum) fehlt, 
p. 9. Perileptus Schaum 1860 — warum nicht Blemus Casteln. 

1840? 
p. 10. Trechus cephalotes Putz, ist nach Bedel nur fuhus var. 
p. 11. Patrobus excavatus Payk. = atrorufus Ström. Kgl. N. Vid. 

Selsk. Skr. IV. 1768. p. 331. 
p. 12. Scarites Polyphemus Bon. — lege Herbst. 
„ „ Adialampus Gozis. — Ganz unzulässig, da hierfür Distichus 

Motsch. einzutreten hat. 
p. 13. Chlaenius tibialis Dej. — Unfraglich selbständige Art, wie 
schon Schaum richtig anerkannt. Die Art kommt hier sehr 
häufig und zwar völlig unvermittelt neben dem viel seltneren 
nitidulus vor. 
p. 14. Anisodactylus signatus Illig. 1798 — lege Panz. 1797. Ich 

habe diese Berichtigung schon zweimal gebracht. 
p. 15. Pseudophonus pubescens Müll. 1776 — lege ritfieornis Fabr. 

1775. 
„ „ Harpahis psittaciis Fourcr. — Fourcroy schreibt psittaceus. 
Es ist kein Gruud vorhanden, seine, resp. Geoffroy's völlig zu- 
treffende Beschreibung hintanzusetzen, 
p. 16. Acinopus Dej. — Nach Bedel hat Latreille. Crust. et Ins. I. 

pag. 389 (1829) die Priorität, 
p. 19. Abax striola F. 1792 — lege ater Villers. 1789. 
p. 20. Ptcrostichus (Lyperosomus) aterrimus Payk. (1790) — lege 
Herbst (1784). Der Gattungsname Omaseus Steph. (Ziegl.) 
hätte doch wenigstens als Synonym unter Melanius Bonelli 
aufgeführt werden sollen. Solche lange in Gebrauch gewesene 
Gattungsnamen sollten noch eine Zeit lang fortgeführt werden, 



des Catalogus Coleopterorum Europae. 123 

andere dagegen, die nie in Gebrauch waren und es auch nie- 
mals sein werden, wie der ganze Haufen Mulsant'scher Namen 
bei Aphoditis, wären doch je eher je lieber zu beseitigen. 

p. 20. Steropus percoides Reitt. — insidiator Pioch. i. litt. So steht 
es in den Corrigendis. Was soll das heissen? Als beschriebene 
Art kann doch die Reitter'sche nicht Synonym einer unbeschrie- 
benen werden! 

p. 21. Pt. (Pseudocryobius) Middendorfi Sahlb. = deplanatus 
Motsch. 

p. 23. Laemostenus atrocyaneus Fairm. = barbarus Luc. Ob auch 

die Lucas"sche Art = complanatus Dej. ist, bezweifle ich. 
„ „ L. inaequalis Panz. = terricola Herbst 1783; auch längst 
von verschiedenen Seiten monirt. 

p. 24. Platynus magnicollis Motsch. vom Caucasus, fehlt. 
„ „ Anchomenidius astur Sharp. = rnelanocephalus Dej. 
„ ,, Dolichus hallensis — lege halensis (Halae Saxonum!). 
,, „ Calathus laevicollis Gaut. — Der Synonymie ist vorläufig 
noch luctuosus Dej. beizufügen. 

p. 25. Masoreus testaceus Luc. ist doch wohl Varietät von aegyp- 
tiacus Dej. und nicht von Wetterhali. 

p. 26. JLebia marginata Fourcr. — Hierher gehört wohl ohne Zweifel 
die L. ephippium Steph. Man. Brit. Col. App. p. 433. 

p. 27. Drypta Fabr. — lege Latr. Prec. 1796. p. 75. 

„ „ Brachynus bombarda Dej. ist nach Brulerie Var. des psophia. 

p. 29. Hydroporus minimus Scop. Steht schon auf p. 28 richtig 
als JBidessus. Die gegenwärtige Art heisst daher granidaris 
L. und gehört bilineatus St. als § dazu. 

p. 30. H. planus Fabr. Spec. Ins. App. 1781 — lege ater Forster 
1771. 

p. 31. Agabus elongatus F. — Auf diese Art hat Thomson eine 
Gattung Arctodytes errichtet, die ebenso berechtigt wie Me- 
tronectes Sharp ist. 
„ „ Rhantus vibicollis — lege vibicicollis. 

„ „ Agabus congener Payk. — lege Thunb. Ins. Suec. VI. 1794. 

p. 32. Gyrinus striatus Oliv. 1791 — lege capensis Thunb. Nov. 

Ins. Spec. 27. 
„ „ G. striatus + Aube = concinnus Klug. 

p. 33. Helophorus insidaris Reiche = glacialis Vill. (sec. Bedel!) 
„ ,, jH. aequalis Thoms. Ist schwerlich einerlei mit frigidus Gr., 
von dem er sich durch kleinere Gestalt, hinten kaum ausge- 
buchtete Thoraxseiten und das dickere, mehr eiförmige Endglied 
der Maxillartaster unterscheidet. 



124 v. Harold: Bemerkungen zur neuesten Ausgabe 

p. 35. Cereyon marinus Thoms. = aquaticus Steph. (sec typ. teste 
Bedel!) 

p. 36. Elmis — warum nicht Helmis, wie Bedel vorschlägt. Der 
Name ist meines Wissens nicht vergeben. 

„ „ Elmis Maugeti Müll. — lege Er. 

p. S7. Heterocerus minutus Ksw. ist nach Reiche (Ann. Soc. Ent. 
Fr. 1879. p. 239) eine von flavidus verschiedene Art. 

,, „ Bolitochara lunulata t Payk. (non L.) — lege pulchra Grav. 

„ „ JLeptusa analis + Gyll. (non Grav.) — lege angusta Aube. 
Gyllenhal bezieht sich auf Gravenhorst, dessen Art jedoch die 
Homalota analis ist. Der Grundsatz, dass falsche Bezug- 
nahme einen Namen hinfällig macht, ist jetzt allgemein aner- 
kannt und auch sonst im Cataloge mit nur wenigen Ausnahmen 
durchgeführt. 

p. 38. Aleochara lata und fuscipes sind bekanntlich nur verschie- 
dene Formen einer in Grösse und Färbung sehr veränderlichen 
Art. Der älteste Name ist übrigens hierfür curtula Göze. 

p. 40. Ilyobates glabriventris Rye (1. Febr. 1865) hat die Priorität 
vor Bonnairei. 

„ „ Chilopora longitarsis Er. — lege Steph. (Man.Brit. Col.V. 110.) 

p. 42. Homalota aeneicollis Sharp. — nach Fowler gehört diese zu 
xanthoptera. 

p. 43. H. picipes II Thoms. (non Steph.) — lege fuscofemorata 
Waterh. 

p. 44. H. Sharpi ist eine von pulchra verschiedene Art (Siehe Zool. 
Record. XII. 298). 

p- 45. Oxypoda rußcornis + Gyll. (non Grav.) — lege spectabilis. 

„ „ O. umbrata + Gyll. (non Grav.) — lege cuniculina Er. 

p. 48. Tachinus flavipes t Fabr. (non Linn.!) lege dubius Gyll. 

„ ,, Conurus II. Ist schon bei den Vögeln in Gebrauch, daher in 
der Entomologie nach dem' jetzt ziemlich allgemein adoptirten 
Prinzipe, dass Gleichlaut innerhalb der Zoologie zu vermeiden 
ist, durch Conosoma zu ersetzen. 

p. 49. Mycetoporus elegans. — Ist wohl eher ein Bryoporus. 

„ „ Heterothops ist gen. masc, so wenigstens vom Autor ursprüng- 
lich gebraucht. Da diese Worte auf ops der Grammatik nach 
gen. communis sind, so ist eine Aenderung unstatthaft. 

p. 50. Quedius attenuatus X Gyll. (non Grav.) — lege nitipennis 
Steph. 

p. 51. Staphylinus lutarius Grav. 1806 — lege ßavopunctatus 
Latr. 1804. 

p. 52. Phihnthus aeneus Rossi ist nach Type und, wie ich nach- 



des Catalogus Coleopterorum Europae. 125 

gewiesen habe, auch im Einklang mit der Beschreibung, der 
wahre politus L. , für politus X Fabr. hat daher fuscipennis 
Mannerh. einzutreten. 

p. 52. Ph. proximus Kraatz = chalceus Steph. 111. Brit. V. 227. 

p. 53. Ph. lucens \ Er. (non Mannerh.) — lege Mannerheimi Fauv. 

p. 54. Xantholinus ochraceus X Gyll. (non Grav., welcher eine Va- 
rietät des linearis ist) — lege angustatus Steph. 

„ „ X. lentus Er. — lege Grav. 

„ „ Lathrobiurn filiforme X Grav. (non Fabr.) — lege Impressum 
Heer. 

p. 56. Stilicus fragilis Grav. — lege angustatus Fourcr. 
„ „ Paederus gregarius Scop. — Ich habe schon darauf aufmerk- 
sam gemacht, dass der Scopoli'sche Name nur eine ganz un- 
statthafte Aenderung des Linne'schen riparius ist, bei welchem 
daher gregarius einfach als synonym verbleibt. Die gegen- 
wärtige Art heisst littoralis Grav. 

p. 57. Stenus buphihalmus X Grav. Keinesfalls der Schrank'sche 
buphthalmus (Beytr. Nat. p. 72), den Gravenhorst als boops 
beschrieben und mit welchem Juno Fabr. zusammenfällt. Für 
die gegenwärtige Art steht der Stephens'sche Name angustatus 
zur Verfügung. 

p. 58. St. paganus Er. — lege fidvicomis Steph. 
„ ,, St. scaber Fauv. — lege italicus Baudi. 

p. 59. Bledius Baudii Fauv. — Breiter und viel matter glänzend 
als agricidtor, von welchem er schwerlich eine Varietät ist. 

p. 60. Trogophloeus despectus Baudi — lege Rey. 
„ „ Thinobius atomus Fauv. = pusillimus Heer. 

p. 61. Geodromicus plagiatus F. — lege nigrita Müll. 

p. 62. Arpedium Gyllenhali X Zett. (non Sahlb.) — lege brunnes- 
cens Sahlb. (Bidr. Lappl. Col. XI. 1872. p. 423). 

p. 63. Homalium rufipes Fourcr. ist der Geoffroysche und auch der 
Linnesche Staphylinus rufipes, d. h. der Tachinus rufipes, 
die Art muss daher florale Payk. (1789) heissen. 

p. 64. Protinus atomarius Er. — lege clavicomis Steph. 

p. 70. fehlt: Eunücrus Türki Reitt. Verb. zool. bot, Ver. Wien 
1879. p. 542. Mersina (neben conspieuus). 

p. 72. Colon — Herbst gebraucht das Wort, zu dem er keine Etymo- 
logie giebt, als männliches, eine Aenderung desselben in's 
Neutrum ist daher unstatthaft. 
„ „ Silpha (Phosphug.) polita Sulz. — Sulzefs Beschreibung 
datirt von 1776, es wäre daher eigentlich Fuessly Verz. 1775 



126 v. Harold: Bemerkungen zur neuesten Ausgabe 

zu citiren, dem gleichaltrigen Fabricius'schen Namen laevigata 
(Syst. Ent. 1775) gebührt aber unfraglich der Vorzug. 

p. 72. S. (Thanatoph.) lapponica Fabr. — lege Herbst (1793). 
Fabricius erwähnt die Art erst 1801 im Syst. El., wobei er 
richtig Herbst citirt. 

„ „ S. lunata F. Was diese betrifft, so scheinen mir Illiger's 
Ausführungen in Käf. Preuss. p. 375 ganz unwiderleglich, d. h. 
die lunata ist weiter nichts als die Peius grossa. Hiervon 
scheint seinerzeit auch Kiesenwetter nichts gewusst zu haben, 
• da er (Berl. Ent. Zeit. 1878. p. 183) Fairmaire und Laboul- 
bene als diejenigen namhaft macht, welche diese Synonymie 
zuerst aufgestellt. Ich glaube doch (Stett. Ent. Zeit. 1878. 
p. 485) klar genug nachgewiesen zu haben, dass Laicharting 
als Süpha tyrolensis die carinata und gewiss nicht die nigrita 
beschrieben hat. Die Worte seiner Beschreibung „die Flügel- 
decken mit zwei ganzen und einer abgekürzten erhabenen 
Längslinie" lassen darüber gar keinen Zweifel. So würde L. 
die nigrita nicht beschrieben haben, da bei ihr die Längslinien 
gleichlang, dabei aber schwach und oft undeutlich sind. 

p. 73. Agyrtes castaneus Payk. — lege Frölich. 

p. 76. Sacium Lee. (1852). — Schon früher (Mem. Hist, Nat. Cub. 
I. 1851. p. 323) hat Gundlach für Clypeaster || Latr. (ver- 
geben von Lamark 1816 bei den Echinodermen) den Namen 
Parmulus aufgestellt. 

p. 80. Atomaria mesomelas (sie!) — lege mesomelaena. 

p. 82. Corticaria impressa Oliv. (1790) = longicornis Herbst. 
Archiv 1784. Die Herbst'sche Type befindet sich im Mus. Berol. 

„ „ Melanophthalma ovalipennis ist nach Brisout = fulvipes 
Comoll. Von demselben sind auch neuerdings die Gattungen 
Melanophthalma und Migneauxia wieder mit Corticaria 
vereint worden. 

p. 83. Berginus tamaricis Woll. — lege tamarisci. Da beide 
Formen zulässig sind, so liegt auch kein Grund vor W.*s ur- 
sprüngliche Schreibweise zu alteriren. 

„ „ Omosiphora Reitt. (1875) — lege Epuraeanella Crotch. 
(1874); übrigens ist diese Gattung von Hörn wieder zu Epu- 
raea gezogen worden. 
„ Brachypterus quadratus Creutz. (in litt.!) — lege Sturm. 
,, Micropeplus porcatus F. — lege Payk. 

p. 86. Tenebrioides — Piller schreibt Tenebroides. 

p. 88. Hyliota planata — lege planatus. 

89. Byturus sambuci Scop. — Ich habe Stett. Ent. Zeit. 1878. 



des Catalogua Coleopterorum JEuropae. 127 

p. 485, in Uebereinstimmung mit H. v. Kiesenwetter, bemerkt, 
dass Scopoli's Beschreibung auf diese Art durchaus nicht an- 
wendbar ist, dass daher tomentosus F. zu gebrauchen ist. Der 
Dermestes sambuci bleibt noch zu deuten. 

p. 90. Byrrhus L. — Nach den Corrigendis (p. 211) soll hierfür 
Cistela Geoffr. , für Cistela Geoffr. aber wieder Cytilus Er. 
eintreten. Da aber Gcoffroy bei seiner Gattung Byrrhus 
ganz unzweifelhaft den Cytilus varius als Type betrachtet, so 
ist Cytilus Er. = Cistela Geoffr., für Byrrhus + Linne hat 
aber ein neuer Name einzutreten und kann hierfür Seminolus 
Muls. verwendet werden. 

p. 92. Paromdlus parallelopipedus (ebenso p. 93 bei Doreus) — 
lege parallelopipedus. 

p. 93. Lucanus orientalis Kraatz — lege iberieus Motsch. 

p. 94. Cheironitis — lege Chironitis. Die Gattung kann inde6s 
füglich mit Onitis vereint bleiben. 

p. 97. Trox hispanicus Harold — lege Waltl und ebenso nodulosus 
Dahl statt Harold. Ich habe weder Arten noch Varietäten 
(letzteres unterlasse ich grundsätzlich) unter diesen Namen be- 
schrieben, sondern nur hispanicus Waltl i. litt, und nodu- 
losus Dahl i. litt, mit den betreffenden Arten identifizirt. 
„ „ Tr. Chevrolati Harold. -- Hat wegzubleiben, aus Cuba be- 
schrieben. 
„ „ Oeotrupes corruscans — lege coruscans. Die Schreibarten 
corruscus und corruscans, die nebenbei gesagt in der Ento- 
mologie geradezu gebräuchlich geworden sind, verrathen gram- 
matikalische Unwissenheit. 

p. 98. Hymenoplia hungarica Blanch. — In Ungarn kommt meines 
Wissens keine Hymenoplia vor, das Thier ist, wenn ich nicht 
irre, nordafrikanisch. 

p. 99. Rhizotrogus cartagenae Fairm. — lege Carthagenae, wie 

auch Fairmaire richtig schreibt. 
„ ,, Rh. Chevrolati soll nach Perez eine von flavicans verschie- 
dene Art sein. In diesem Falle würde ein ? vor dem var. am 
Platze sein. 
,, „ Es fehlt Rh. laticollis Perez. Ann. Soc. Hispan. III. 1874. 
p. 126. t. 2. f. 2 von der Sierra de Gredos. 
p. 101. Cetonia marmorata Fabr. (1792) -- lege metallica Herbst. 
Fuessl. Neu. Mag. I. (1782) p. 314. Es ist dies der älteste 
und daher allein berechtigte Name für diese schon lange vor 
Fabricius gekannte Art. 



128 v. Harold: Bemerkungen zur neuesten Ausgabe 

p. 101. Cetonia lugubris Voet. — lege morio Fabr.! — Voet giebt 
ja keine Speziesnamen im Linn6'schen Sinne und ist es noch 
Niemandem eingefallen, seine Benennungen als solche anzusehen. 
Die einzige Ausnahme bildet die Chrysomela lichenis des 
Voet, in welchem Falle für die betreffende Crioceris gerade 
kein anderer Name zur Verfügung steht. 

p, 103. Anthaxia manca Fabr. — lege Linne. Die Art ist in den 
Addendis zum Syst. Nat. XII. p. 1067 beschrieben. 

p. 104. Chrysobothrys Pini — scrib. pini, wie z. B. bei Pissodes 
richtig steht. 

p. 107. Elater pomorum Herbst. — Herbst beschreibt keinen Elaier 
unter diesem Namen, sondern erwähnt nur beiläufig eines von 
Scheven so benannten Käfers. Der Name ferrugatus Lac. ist 
der erste berechtigte. 

p. 108. Athous porrectus Thonis. und alpinus Redt, sind — niger 
L. Die richtige Auffassung der zweiten Ausgabe des Cat. ist 
hier mit Unrecht verlassen worden. Die vermeintlichen Unter- 
schiede, über welche sich die Beschreiber selbst nicht einmal 
klar sind, wenigstens nicht in dem Masse, dass sie auch Anderen 
sich verständlich machen könnten, stellen nur individuelle Merk- 
male der sehr veränderlichen Art dar. Keinesfalls durfte der 
Linne'sche Name beseitigt werden. Gar viele derselben (wie 
z. B. Geotrupes stercorarius, Cetonia aurata u. s. w.) sind 
Collectiva für mehrere unserer heutigen Arten. Der Grundsatz 
jedoch, dass die Benennung für einen, als typischen zu erach- 
tenden Bestandtheil zu erhalten sei, ist von allen massgebenden 
Nomenciatoren als der einzig correcte befolgt worden. 

p. 112. Pyropterus affinis Payk. — lege nigroruber Deg. Zwar 
fasste Degeer unter dieser Benennung auch noch als (?> den 
Eros minutus auf, sein Name muss aber für den anderen 
Theil erhalten bleiben. Auch hier ist die in der früheren Aus- 
gabe richtige Nomenclatur von Unkundigen wieder verballhornt 
worden. 

p. 113. Phosphaenus hemipterus Geoffr. — lege Goeze. Bekanntlich 
giebt Geoffroy keine Speziesnamen, sondern eine aus mehr oder 
weniger Worten bestehende lateinische Diagnose. In vorlie- 
gendem Falle reduzirt sich dieselbe nur zufällig auf ein einziges 
Wort. 

p. 114. Cantharis thoracica Oliv. Nach der Type = bicolor Herbst. 

p. 117. Charopus ßavipes * Payk. (non Fabr.). Paykull verweist auf 
Fabricius, dessen Art der Uypebaeus ßavipes ist. Für die 



des Catalogus Coleopterorum Buropae. 129 

gegenwärtige tritt plumbeocupreus Goeze (rotundatus Fourcr.) 
ein. 

121. JElateroides ßabellicornis Utld. — lege Panz. Ucldmaim be- 
schreibt die Art, ertheilt ihr aber keinen Namen. 

122. Bruchus insularis Desbr. (mutandus Mars.) ist ein Gyro- 
pterus und var. des variegatus. 

„ Byrrhus COStaneuS Herbst. Schwerlich der rufipes Fabr., 
dagegen selbständige Art, zu welcher der im Cat. fehlende 
cinnamomeus Sturm gehurt, wogegen Thomsoni Kraatz der 
gleichfalls fehlende brunneus Oliv. ist. 
130. Pimelia denticula Sol. — lege deniiculata. Diese Varietät 
hat übrigens wegzubleiben, da sie nur in Aegypten sich findet. 

132. Opatrum europaeum Motsch. — Motschulsky's Art, von der 
ich eine Type besass, die, wenn ich nicht irre, Herrn Miedel 
mitgetheilt wurde, ist ein ganz ächter Hadrus, als welcher er 
in der früheren Ausgabe richtig steht; der SClllpturatuS Fairm. 
fällt als später beschrieben damit zusammen. Das Opatrum 
europaeum des Cat. behält den Namen Colliardi. 

„ Opatrum asperidorsum Fairm. Ann. Soc Fr. 1878. Bull. 
LVI. aus Corsica fehlt, (Neben Colliardi.) 

133. Diaperis quercana und morio sind keine Varietäten der 
boleti, sondern nach Heyden Artefacta, die daher aus dem Cat. 
wegzubleiben haben. 

136. Catomus splendidulus ScLauf. = lapidicola Küst. 
., Hedyphanes helopinus Gemm. (helopioides Luc). Der 
Lucas'sche Artname wurde von Gemminger wegen helopioides 
Fald. geändert. Da nun letzterer in die Synonymie zu lati- 
eollis Men. gekommen, so tritt die Lucas'sche Benennung helo- 
pioides wieder in Geltung. Nach einer Notiz im Mauuscript 
meines Cataloges ist die Art jedoch =: Terreni (Helops) Friv. 

145. Nacerdes adusta Panz, ist die ustulata Scop. , ustidata I 
Fabr. muss daher den Namen seutcllaris annehmen. 

146. Otiorrhynclms (die Gattung heisst jetzt Brachyrrhinus) ob- 
situs Gyll. ist doch schwerlich von scabripennis zu trennen, 
ebenso (p. 149) aterrimus von alpicola. 

147. Es fehlt: O. triearinatus Chevrol. Ann. Soc. Fr. 1879. Bull. 
CXXXIX. aus Spanien (mit orbicularis verglichen). 

157. Cneorrhinus argentatus Penis wurde von Marseul in argenti- 
fer geändert wegen des älteren 0. argentatus Gebl. Da nun 
letztere Art gegenwärtig zur Gattung Catapionus gehört, so 
liegt kein Collisionsfall mehr vor und C, (Dactylorrh.) argen- 
tatus Perris tritt wieder in seine Rechte. 

XXVIII. Heft I. 9 



130 v. Harold: Bemerkungen zur neuesten Ausgabe 

p. 166. Bagous minutus II Muls. Vergebener Name wegen minutus 
Hochh. 

p. 167. Anthonomus piri Kollar — lege pyri. 

p. 174. Rayinondia II Aubö (bei den Dipteren schon von Frauenfeld 
gebraucht) — lege Raymondionymus Woll. Die Richtigkeit 
des Prinzipes erkennt ja der Cat. selbst an , indem er Myelo- 
philas Eichh. für Blastophagus II Eichh. annimmt. 

p. 183. Toxotus meridianus Panz. — lege Linne. 

p. 184. Leptura sanguinolenta Fabr. — lege Linne. 

p. 185. Strangalla thoracica Fabr. (1801) — lege Creutz. (1799). 

„ ,, Molorchus minimus Scop. (1763) — lege umbellatarum 
Schreber (1759). 

p. 186. Alocerus Muls. (1862) hat die Priorität vor Cyamophthalmus 
Kraatz (1863.) 

p. 187. Clytus glabromaculatus Goeze (1776) — lege pilosus Forst. 
(1771). 

p. 190. Oberea erythrocephala Fabr. — lege Schrank. (Beytr. 1776). 

p. 192. Labidostomis metallica Lef. 1872 = senicula Kraatz. 1870. 

p. 193. Clytra elata F. — lege novempunetata Oliv. Hier ist meine 
Berichtigung zum Cat. Monach. in Coleopt. Heft. XIII. p. 106 
übersehen worden. Die Art des Fabricius ist das Weibchen 
des Cryptocephalus bimaculatus. 
„ ,, Gynandrophthalma cineta Lefevr. Ann. Soc. Fr. 1876. Bull, 
p. LXXIII. vom Caucasus und G. Oberthüri Lef. 1. c. aus 
Andalusien fehlen. 

p. 198. Chrysomela ross'ta lllig. — Nach Rossi benannt, daher wohl 
besser Rossia zu schreiben. 

p. 199. Chr. violacea Goeze — lege coerulans Scriba. Geoffroy's 
Chrysomela No. 6 (d'un bleu noirätre, etuis dune couleur plus 
matte et ponetues irregulierement) ist ja die goettingensis und 
im Cat. Monach. irrthümlich als eigene Art statt in der Syno- 
nymie der letzteren vorgetragen. 

p. 200. Melasoma. — Stephens gebraucht das Wort als Femininum 
und ist eine Abänderung desselben in's Neutrum meines Erach- 
tens weder geboten noch zulässig. Die Gattungsnamen sind 
entweder wirkliche Substantiva oder als solche fungirende Ad- 
jeetiva. Melasoma bedeutet daher entweder Apfelleib oder 
Apfelleibig. In letzterem Falle ist es natürlich gen. communis 
und die weibliche Form gerechtfertigt. Man müsste ja sonst 
alle unsere Gattungsnamen, die auf daetyla, morphus, cephalus, 
sotnus u. s. w. endigen, auf's Genus dos Hauptwortes hin ab- 
ändern. 



des Catalogus Coleopterorum Europae. 131 

p. 202. Die Gattung Orestia hat doch gar nichts mit den Halticiden 
gemein. Es fehlen derselben die elementaren Merkmale, näm- 
lich Springbeine und genäherte Augen. Die Stellung bei den 
Erotyliden ist nach wie vor die passendste. Ich nehme hier 
Veranlassung, auf eine grosse Ungleichheit hinzuweisen, welche 
der Cat. in der Behandlung des Stoffes ausweist. Während bei 
den meisten übrigen Familien , so z. B. bei den Carabidae 
und Dytisddae oft auf unwesentliche Merkmale hin Unter- 
abtheilungen auf itae und ini eingeführt sind, finden sich bei 
den Chrysoraelidae so characteristische Formen wie Orestia 
und Psylliodes einfach als Halticirti eingereiht. Die Stellung 
der letztgenannten Gattung inmitten der Halticini, welche alle 
11-gliederige Fühler besitzen, ist ausserdem eine ganz verfehlte. 
Psylliodes vermittelt mit seinen 10-gliederigen Fühlern sehr 
natürlich die Haltieinae mit den Enneamerinae, bei welchen 
die Zahl der Fühlerglieder auf 9 herabsinkt. Wenn man er- 
wägt, wie wenig structurelle Verschiedenheiten die sehr homo- 
gene und, wie schon Suffrian andeutete, relativ nur niedrig- 
entwickelte Masse der Phytophagen dem Systematiker dar- 
bietet, so wird der Werth eines solchen Criteriums, wie Wechsel 
in der Anzahl der Fühlerglieder, in die Augen springen. 

„ ,, Chaetocnema Coyei Allard ist beizufügen. Findet sich in 
Griechenland (Krüper!) 

p. 203. Haltica erucae \ Oliv, (non Fabr.) — lege quercetorum 
Foudr. Olivier bezieht sich auf Fabricius, die Art des Letzteren 
ist aber die tamaricis Schrank. 

p. 205. Longitarsus jacobaea Wat. — lege jacobaeae. 

p. 207. Adalia bothnica Payk. — Paykull schreibt botnica. Ich habe 
nichts gegen die Verbesserung evidenter Errata, aber dann 
auch Anihaocia Croesus Villers und nicht Cresus. 

p. 208. Rhizobius subdepressus Seidl. — fehlt! 

p. 209. Eococliomus nigripennis Er. — Nach Heyden nur in Aegypten. 



132 [Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XX VIII. 1884. Heft I.] 



Neuroptera aus Marocco, 

gesammelt von Herrn Prem.-Lient. M. Qu e den fehlt, 

bearbeitet von H. J. Kolbe. 



Auf seiner im Sommer 1883 in das westliche .Marocco unternom- 
menen Reise Hess Herr Prem.-Lieut. AI. Quedenfeldt, obgleich er seine 
ungetheilte Aufmerksamkeit der Coleopterenfauna dieses noch so wenig 
bekannten Landes zuwandte, doch die meisten übrigen, von den natur- 
wissenschaftlichen Reisenden sonst so wenig gewürdigten Insectenord- 
nungen nicht ganz unbeachtet. Naturgemäss erlaubte ihm leider der 
Zweck seiner Reise nicht, die übrigen Insecten eingehender zu berück- 
sichtigen. Hier sind die von ibm bei Tanger und dem weiter südlich 
liegenden Gebiete von Casablanca gesammelten Neuropteren und Pseudo- 
neuropteren aufgeführt und besprochen. Die Resultate sind günstig 
genug, um sie in zoogeographischer Hinsicht literarisch zu verwerthen. 
Es wurden folgende 7 Arten gesammelt, unter denen je eine Art von 
den Gattungen Myrmeleon und Isclinura für noch unbeschrieben 
gehalten werden. Von den 7 maroccanischen Species leben 4 auch in 
Spanien und Portugal, 1 ist über Afrika verbreitet, 2 scheinen auf 
Marocco beschränkt zu sein. 

Ps e u d o -N eu r o p t er a. 

1. Libella nitidinervis de Sei. Ein § von Tanger. 

Diese Art war nach Hagen und Brauer bisher aus Algier, Süd- 
Spanien und Sicilien bekannt. Das Berliner Museum besitzt 1 Paar 
aus Lusitanien aus der Sammlung des Grafen von Hoffmanns egg, 
von letzterem in Portugal gesammelt. 

Die Art unterscheidet sich von den nächsten Verwandten (sardoa, 
eyenos, brunnea, Rarnburii und coerulescens) durch das längere 
Pterostigma und die weissgelbe Mediana der Vorder- und Hinterflügcl. 
Das Pterostigma der maroccanischen Form ist noch länger als bei 
Stücken aus Lusitanien. Auch sonstige Verschiedenheiten finden sich; 
2 graue Makeln an der Basis des Labrum fehlen bei der lusitanischen 
Form; ebenso ist die Spitze der Schenkel schwärzlich. 

2. Hemianaoj ephippigerus Burm. 2 $ Exempl. von Tanger. 
Brauer führt die Art von Algier, Kleinasien, Italien, Sardinien, 

Südfrankreich und Tyrol auf. Am Senegal ist sie nach de Selys 



Kolbe: Neuroptera aus Marocco, ges. v. Quedenfeldt. 133 

Longchamps sehr gemein (Monogr. Odon. d'Eur. p. 323 und 331) 
und wurde von Rambur als senegalensis beschrieben. Auch ist sie 
im Himalaya beobachtet (nach de Selys). Das Museum in London 
besitzt sie vom Congo , das zu Paris aus Aegypten und das Berliner 
Museum aus der lybischen Wüste (Ascherson), aus Zanzibar (Hilde- 
brandt), Cairo (Ehrenberg), Arabia des. (Ders.) und Marocco 
(Quedenfeldt). — In Südeuropa, wo sie in obigen Ländern nur ver- 
einzelt gefunden wurde, soll diese Art nur als flüchtiger Gast vorkommen. 
Dass sie ferne Wanderflüge unternimmt, berichtet C. F. Mathew in 
Ent. Monthl. Mag. Bd. 18, 1882, p. 258 {„Anax ephippiger in great 
numbers on the West coast of Africa far from fresh water"). 

De Selys hat auf diese und verwandte Formen aus der orienta- 
lischen und australischen Region kürzlich die Untergattung Hemianax 
errichtet (Bull, de lAcad. roy. Belg. 1883, p. 15 des Sep.) Char- 
pentier nannte sie Cyrtosomcc, ebenso früher de Selys. Diese Arten- 
gruppe hält die Mitte zwischen Anaoc und Aeschna auf Grund der 
fehlenden Abdominalkiele, der Form des Appendix inf. und der in beiden 
Geschlechtern gleichgestalteten Flügel. AnaOü hat mehr Beziehungen 
zu Cordulegaster, Hemianaco zu Aeschna. 

3. Ischnura maroccana n. sp. 

§ Kopf oben schwarzgrün, Postocularflecke sehr klein. Lobus 
posterior des Prothorax breit und kurz, wie bei /. senegalensis, aber 
an der Spitze abgestutzt (nicht abgerundet). Färbung des Thorax 
grünlich bis bläulich, Antehumeralstreifen gerade und gleichbreit. Ab- 
domen oberseits dunkel, schwarz bis grünschwarz metallisch, 1. und 
2. Segment oben schwarzglänzend, 3. bis 6. dunkelbroncefarben, 7. 
stahlblaumetallisch, 8. hellblau, mattfarbig, 9. und 10. oben schwarz, 
der Fleck des 9. nach vorn verschmälert und fast genau von der Ge- 
stalt des Fleckes auf dem 2. Segmeut des Q. Das 1. Abdominalsegment 
ist gegen die Spitze hin mehr als bei den verwandten Arten aufge- 
trieben; das 2. auf dem Rücken vor dem Hinterrande eigenthümlich 
zweimal quer eingedrückt und mit einem Höcker zwischen den beiden 
Eindrücken versehen. Die Unterseite des Abdomen ist schwefelgelb, 
vom 7. bis 9- Segment hellblau, das 10. sammt den Loben und unteren 
Appendices gelb. Die aufgerichtete Tuberkel des 10. Segments 
ist ähnlich wie bei senegalensis, aber breiter und daher weiter ausge- 
randet, auch mehr aufgerichtet. Die Appendices inferiores sind 
klein, eiuwärts gekrümmt, wie bei senegalensis, aber deutlich aufge- 
richtet und mehr zugespitzt. 

$ Prothoracallobus kurz, nach der Spitze zu verschmälert und ab- 
gestutzt. 1. Abdominalsegment mit einem am Hinterrandc verbreiterten 



134 Kolbc: Neuroptera mis Marocco, 

Fleck im Apicaltheile. Der Fleck des 2. Segments vom Vorder- bis 
zum Hinterrande reichend, nach vorn verschmälert, hinter der Mitte 
beiderseits ausgezogen. Die übrigen Segmente schwarz, dunkelbronee- 
farben, an der Basis mit schmalem hellen Ringe, das 8. blau mit einem 
schwarzen Fleck am Hinterrande, 9. und 10. schwarz. Obere Appen- 
dices schwarz, spitzer als bei /. Graellsii. 

Diese neue Art ist kleiner als die nächsten verwandten Arten der 
Mittelmeer- Region und namentlich im männlichen Geschlecht von sehr 
zartem Körper. 

Long. corp. § Q. 26—27, alar. ant. § 14, Q. 15 mm. 

Sie unterscheidet sich von senegalensis <§ durch die auffallende 
Bildung des 2. Segments, den Fleck am 9. Segment, die abweichende 
und weniger metallische Färbung des ganzen Körpers, vom Q derselben 
Art durch den weniger aufgerichteten und abgestutzten Prothoracallobus 
und anders geformten Fleck des 2. Abdominalsegments; von Genei $ 
durch den abgestutzten Prothoracallobus und die tiefer und weiter aus- 
gerandete Dorsaltuberkel des 10. Segments; von elegans namentlich 
durch den viel kürzeren und nicht aufgerichteten Prothoracallobus. 

Var. Q flavistyla. Appendices superiores gelb, statt schwarz. 
2 Exempl. 

Das eine Exemplar (reifes Q) besitzt gelbe Appendices und einen 
gelblichen Prothorax, das zweite, dessen Grundfärbung ein Rosa bis 
Violett ist, hell violett gefärbte Appendices. Bei der gewöhnlichen 
Form sind letztere rein schwarz. % 

Eine Varietas aurantiaca $ findet sich nicht unter den Exem- 
plaren. 

Herr Prem.-Lieut. Quedenfeldt sammelte diese Art zahlreich bei 
Casablanca au einem kleinen Bache, dem einzigen Gewässer der ganzen 
Umgegend. 

Neuroptera. 

4. Creagris plumbeus Oliv. Einige Exemplare bei Tanger. 
Auch in Algier und Südeuropa heimisch. 

5. Myrmeleon Q.uedenfeldti n. sp. 

Körper blassgelb, die Flügel einfach blassgraugelb getrübt. Dem 
Myrmecaelurus trigrammus Pall. äusserlich sehr ähnlich, nur kleiner 
und verschieden durch den kürzeren Sporn der Schieneuspitze. Die 
Labialpalpen etwas kräftiger und länger als die Maxillarpalpen ; das 
letzte Glied der ersteren gegen die Basis hin aufgeblasen , gegen die 
Spitze hin ahlförmig verdünnt. Fühler bräunlich, Basalglied gelb, 
Kopf zwischen den Augen mit einem breiten braunen Bande, das 
vorn und hinten gegen die gelbe Grundfärbimg scharf abgegrenzt ist. 



gesammelt von Quedenfeldt. 135 

Clypeus in der Mitte mit einem gelben Punkt. Scheitel doppelt ge- 
wölbt, die Mitte der Länge nach eingedruckt; jeder Buckel mit einem 
schwarzen Fleck auf dem Scheitel. Prothorax breiter als lang, mit 
3 braunen Längsbinden, die seitlichen vorn abgekürzt; ebenso der 
Mesothorax mit 3 braunen unregelmässigen Längsbinden. Abdomen 
oberseits mit einer ziemlich breiten braunen mittleren und jederseits 
einer schmäleren seitlichen Längslinie. Unterseite des Abdomen schwarz. 
Beine gelblich. Länge der Vorderflügel 23 mm. 

Bei Casablanca 2 Expl. ( § Q ). Dem Entdecker dieser neuen Art 
zu Ehren benannt. 

6. Palpares libelluloides L. Ein Paar ($$) bei Tanger 
(und Casablanca?). 

Das vorliegende Stück stimmt überein mit einem (5 aus Südfrank- 
reich, während $ § aus Dalmatien beträchtlich längere und schmälere 
Flügel besitzen. Der Appendix inferior springt nach unten vor und 
ist ebenso gestaltet, schmal, nach vorn leicht verschmälert und zuge- 
rundet, an der Spitze fein eingeschnitten, obere und untere Kante der- 
selben gleichmässig aufgerichtet, untere nach unten zugespitzt. Die 
Flügel sind kurz und breit; die Länge der Vorderflügel beträgt 51 mm., 
die grösste Breite der Hinterflügel 17 mm. 

Hierher zähle ich eins der vorliegenden Q. Die Flügel desselben 
sind schmäler als bei hispanus, die vorderen 52 mm. lang, die hinteren 
17 mm. breit. Die apicale Querbinde der Hinterflügel ist mit dem zu- 
nächst liegenden aufgelösten Fleck des Hinterrandes nicht verbunden. 
Die schwarze Fleckenzeichnung des Abdomen ist wie bei den Q $ von 
hispanus und abweichend von der bei libelluloides aus Dalmatien. 

7. Palpares hispanus Hg. 1 $ und 2 $ bei Tanger (und 
Casablanca?). 

Hagen beschreibt diese Art in der Stett. Ent. Zeit. 1860 p. 40 
aus Südspanien. Die vorliegenden Stücke stimmen mit der Beschrei- 
bung überein. Das $ von Tanger ist folgendermaassen cbaracterisirt. 
Appendix inferior breit, gegen die Spitze leicht verbreitert, am Ende 
abgerundet, in der Mitte des Spitzenrandes kaum eingedrückt; obere 
Kante des Endtheils viel mehr aufgerichtet, als die untere, letztere 
kaum so stark zugespitzt, als bei libelluloides. Die Länge der Vorder- 
flügel beträgt 54, die grösste Breite der Hinterflügel I6V2 mm., sie sind 
also beträchtlich schmäler als bei libelluloides § ; auch sind sie dichter 
gefleckt und namentlich die Binden der Hinterflügel länger und mehr 
ausgebildet. 

Bei 2 9- , welche ich hierherziehe, ist die letzte Querbinde der 
Hinterflüo-el mit dem nächsten Fleck des Hinterrandes verbunden. Die 



136 Kolbe: Neuroptera aus Marocco, ges. v. Quedenfeldt. 

Länge der Vorderflügel beträgt bei einem Exemplar 49, die Breite der 
Hinterflügel 17 mm. Sonst sind die Weibchen dieser einander sehr 
nahestehenden und durch somatische Verschiedenheiten nur im männ- 
lichen Geschlecht abweichenden Arten noch nicht von einander zu 
unterscheiden. 

Nach mündlicher Mittheilung des Herrn Quedenfeldt sind die 
von ihm gesammelten Palpares bei Tanger und Casablanca nicht 
selten; sie flattern in langsamem Fluge, auf ödem mit Kräutern und 
Blumen bewachsenen Terrain. — Nach Brülle (Exped. scient. d. Moree 
p. 16 u. 24) liebt P. libelluloidcs vorzugsweise trockne, sandige Orte 
und den Band der Wälder. 

Aus den nordafrikanischen Küstenländern scheinen bisher noch 
keine Palpares bekannt gewesen zu sein. Brauer (Verzeichniss 1876) 
führt P. libelluloidcs aus Dalraatien, Griechenland, Süditalien, Spanien, 
Kleinasien und Kaukasus an. Das Berliner Museum besitzt sie ausser- 
dem aus Südfrankreich und vom Senegal. Das Senegal- Exemplar ist 
in der Fleckenzeichnung der Flügel etwas verschieden, im Flügelschnitt 
und Länge und Breite derselben den aus Dalmatien und Griechenland 
stammenden Exemplaren gleich. 

Stücke von Brussa und Syrien mit schmäleren Flügeln scheinen 
zu der Form zu gehören, die Hagen (Stett. Ent. Zeit. 1860 p. 41)- 
als Aeschnoides bezeichnet. 

Die mediterraneischen Palpares bedürfen einer Revision. 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIH. 1884. Heft I.] 137 



Ueber einige für die Mark Brandenburg neue 
oder bisher in derselben selten beobachtete 

Käfer. 

Von M. Quedenfeldt. 



Callisthenes reticulatus F. Von Herrn Stimraing bei Brandenburg 
a. H. in einigen Exemplaren gesammelt. In der Sammlung des 
Herrn Dr. Thiemc sab ich ein Stück mit der Vaterlandsangabe: 
Jüterbog. 

Carabus auratus L. Diese, bekanntlich vorzugsweise im westlichen 
Deutschland heimische Art kam dem entsprechend früher auch nur 
in den westlichsten Theilen der Mark (ausser in der Altmark 
östlich der Elbe, bei Havelberg, Friesack etc.) vor; beiläufig bemerkt, 
lebt sie nie auf Sandboden. Allerdings war sie in früheren Jahren 
als grosse Seltenheit und nur in einzelnen Stücken schon einige 
Male bei Berlin (Tempelhof, Tegel) beobachtet worden. Seit einigen 
Jahren wird nun der Käfer im Frühjahre in der Brieselanger Forst 
alljährlich in grossen Mengen gesammelt, scheint sich also dort, voll- 
ständig eingebürgert zu haben. Es ist somit in der Mark Branden- 
burg eine Wanderung und allmälige Verbreitung dieser Art von 
Westen nach Osten nachgewiesen und in der norddeutschen Tiefebene 
ist Berlin wohl zur Zeit der östlichste Punkt ihres Vorkommens. In 
Schlesien hingegen kommt sie nach Letzner bei Görlitz (nicht selten), 
Löwenberg (nahezu 3 Grad östlicher, als Berlin gelegen), nach 
Redtenbacher in Oesterreich auf den Vorbergen des Wiener Schnee- 
berges (selten) vor. 

Bembidion 8- maadatum Goeze (Sturmi Panz.). In dem Brieselanger 
Forst von Herrn Nadlermeister Kläger gefunden. 

Patrobus septentrionis Dej. Am Bande der Pfütze bei der Restauration 
Finkenkrug von mehreren hiesigen Sammlern gefunden. 

Dyschirius chalceus Er. Salzstelle bei Nauen (Habelmann). 

Gyrinas bicolor Payk. Von Herrn Studiosus Kläger bei Berlin 
gesammelt. 

Homalota indocilis Heer. Von mir im botanischen Garten gesiebt. 

MyUaena gradlis Matth. Bei Eberswalde von mir gefunden. 



13$ M. Q •■•-. ■■■• ■■<-'■ '■'.:: r die Mark Brandenburg 

9 Ki. 1 Ex. im Finkenkrnge von Herrn S ehr i ekel 
befanden. 
Q. ve.rans Epp. Bei Wilmersdorf von Herrn Habelmann gesammelt. 
natu-? Er. Bei Eberswalde von mir im Januar gesiebt. 
- Kr. Im Finkenkruge von Herrn Moritz gesiebt. 
- g Er. 2 Ex. von mir in der Berliner G s gesammelt. 

^- ' ' 9 latebri Von Herrn Schrickel, Moritz und 

• . en im B: _ g rammelt. 

St s Sc Von Herrn Rost im sog. Blumenthalwalde gleich- 

fa'". • fergi in mehrer-.. 5H5 ken gefunden, von denen eines 

in meinen Besitz übergegangen -- 
II- i, - • Gtv. Im 1 s hlen Eichen (Prot 

Dr. Fischer": in der Hasenhaide am ausfliessenden Saft i Habel- 
mar 
Phil Unus Kies« 5 bei Nauen unter trockenem Kuh- 

mist in 6 Säbel man 

Ph. --aide i Habelmann). 

Ph. ruftmanus Er. Am Eibufer bei Tangermünde in der Altmark 

von mir gesammelt. 
Ph. tusch-? Grav. Von meinem Vater einmal im botan. Garten unter 

loser Rinde in grosser Anzahl gefunden. 
Jtaräli.'Jimi-s glabratas Grav. Botanischer Garten und Felder um 

Sebönel -. . _ 
.\ lUaris Er. ist wohl aus der märkischen Fauna auszuscheiden. 
H apicalü Kr. 1 Ex. im bot. Garten gesiebt 

~cotfis F. Sehr häufig am Ufer eines See's in der sog. 

Duberau bei Konigs-Wusterhr-usen. Weise. Habelman n etc. . Das 

mir bekannte nördlichste Vorkommen dieser Art in Deutschland. 

Ulme Z~ äfel :-- der Käfer durch Verschleppung — am wahrschein- 

..sten wohl durch Sumpfvogel — an jenen abgelegenen See in der 

Duberau gekommen, wofür mir namentlich der Umstand zu sprechen 

.eint dass der bekanntlich keineswegs lokal vorkommende, sondern 

von Mittel- Deutschland an im ganzen Süden (bis Kleinasien und 

Nordafrika} weit verbreitete, überall häufige Käfer bisher an keinem 

anderen Punkte der Mark aufgefunden worder. . -■ 

-? guttula Müller. Eberswalde Q 

Steph. Gleichfalls bei Eberswalde von mir in einigen 
"■ ken am Ufer eines Baches im feuchten Moose gefunden. 
8L pieipenttü Er. An eisenhaltigem Wasser von mir bei Eberswaide 
gesammelt. 

'li'-s Steph. Ebenda von Herrn Habelmann und mir 
gefunden. 



neue oder bisher in derselben selb lad-: Käfer. 139 

SledlUS pygmaeus Er. var. Baudii Fauv. Von Herrn Habelmann 
in der Nähe des Kreuzberges auf Lehmboden gefunden. 

TrogopTdoeus arcuatus Steph. Eberswalde (Q 

Olophrum consimile Gyll. 1 Ex. von mir bei Eberswalde im Januar 
gesiebt. (Von Fauvel bestimmt.; Bisher aus Deustchland nur von 
den Ostseeküsten bekannt. 

Homalium COncinnum Marsh. 1 Ex. in der Markgrafen-Strasse an 
einem Hause emporkriechend gefunden. (Moril 

H. testaceum Er. Im Finkenkrug aus einer faulen Rüster gesiebt. 
(Habelmann.) 

H. Salicis Gyll. Von Herrn Pastor Schmidt bei Klosterfelde zahlreich 
in Baumblüthen gefunden. 

'Die genannten Staphylinen haben fast alle Herrn Dr. Eppelsheirn 
zur Begutachtung vorgelegen.) 

Eumicrus rufu& Müll. Bisher in der Mark nur sehr einzeln und selten 
beobachtet. Im botanischen Ganen an der Unterseite von Brettern, 
die auf mit Lohe gemischter Erde lagen, im Mai in grosser Anzahl von 
mir gefunden: daselbst fanden sich gleichfalls sehr zahlreich Xanihßl. 
fvlgidus F.. Sunius angustatus Payk.. Sienus cautus Er. u. a. 

Aulonium trisulcum Fourc. Von Herrn Strahl im Finkenkruge an 
einer Rüsterklafter gefunden. 

Pediacus dermestoides F. Hasenhaide (Prof. Dr. Fischer,. 

Laemophloeus corticinus Er. In der Hasenhaide unter Kiefernrinde 
(Prof. Fi scher.) 

Saprinus lautus Er. Herr Moritz sammelte diese seltene Art im 
Schönhauser Park zahlreich an Schirmpilzen. 

Abraeus globosus Hoffm. Finkenkrug (Q.) 

A. parvulus Aub. Bei Tegel an einer Eiche. 'Habelmann.' 

Ceruchus chrysomelinus Hohenw. (tarandus Panz.) 1 Es. von Prof. 
Dr. Fischer in der Stadthaide bei Guben gefunden. Das Vor- 
kommen dieser, sonst meist in Gebirgswäldern heimischen Art bei 
Guben scheint sehr bemerkenswert!) : ich würde dasselbe anzweifeln, 
wenn nicht der Finder selbst der Gewährsmann wäre. 

Aesalus searabaeoides Panz. Bei Guben an alten Eichenzäunen von 
Herrn Prof. Fischer in Mehrzahl gesammelt. 

cadaverinu8 111. Finkenkrug (Habelmann 1 . 

Tropinota hiria Poda. Guben (Pro£ Fischer): bei Köpenick auf 
Compositeu (Thieme). 

Dicerca berolinensis Herbst. Bei Eberswalde an Buchenklaftern von 
H. Habelmann gesammelt. 

Euryihyrea austriaca L. Nach Herrn Habelmann bei Eberswalde 
an Eichen von einem dortigen Sammler gefunden. 



140 M. Quedenfeldt: über einige für die Mark Brandenbarg 

E. scutellaris Oliv. Bei Wendisch-Buchholz von Herrn ReetorGleissner 

gefunden. 
Buprestis (Ancylocheira) splendida Payk. Dieser seltene Käfer 

wurde vor längeren Jahren in einem Exemplar innerhalb der Stadt 

vom verstorbenen Herrn Hofrath Völcker gefunden (das Ex. ging 

in die Sammlung des Herrn Prof. Dr. Fischer hierselbst, dann in 

den Besitz des Herrn Ribbe in Dresden über und befindet sich jetzt 

in der dortigen Museumssammlung.) 
Pliaenops cyanea F. Von mir auf einem Holzplatz in der Bülow-Strasse 

gefunden. Brieselang (H abelmann). 
Anthaxia nitidida L. Guben (Prof. Fischer). 
A. morio F. Eberswalde (Weise). 
A. nigritlda Ratzeb. Picheisberg (Habelmann). 
Chrysoboihris Solieri Lap. Einmal im Juli von mir in Mehrzahl an 

Kiefernholz bei Picheiswerder gesammelt; auch von anderen hiesigen 

Sammlern, aber meist einzeln, im Gruncwalde etc. gefunden. 
Coraebus rubi L. In der Wuhlhaide an Eichenklaftern (Moritz). 
Agrilns subauratus Gebl. Finkenkrug auf Zitterpappelgesträuch. 

(Habelmann). 
A. pratensis Ratzeb. Wie der Vorige. 
Trachys fragariae Bris. Bei Eberswalde von Herrn Lehrer J. Weise 

aufgefunden. 
Melasis buprestoides L. Bei Eberswalde an Buchenklaftern 

(Habelmann). 
Tliarops melasoides Lap. Desgl. 
Dromaeolus barnabita Villa. Ein Ex. im Thiergarten im Fluge, 

in der Nähe grosser Eichen, vom verst. Herrn Lehrer Hensel im 

Juni gefangen. 
Dirrhagus pygmaeas F. Im Finkenkruge von Herrn Baron von 

Türkheim und Herrn Dr. Thieme unter Eichen gekaschert, von 

mir daselbst vom Gebüsch geklopft. 
Anchastus acuticornis Germ. Eberswalde an Eichen und Buchen 

von Hrn. Lithograph Fischer u. A. gefunden. 
Ischnodes sanguinicollis Panz. Desgl. Auch in einer hohlen Rüster 

in Wilmersdorf von Herrn Dr. Thieme gefunden. 
Megapenthes lugens Redt. Finkenkrug auf blühendem Hollunder 

(Fischer u. Habelmann). 
Elater (Ampedus) Megerlei Lac. Finkenkrug an Linden und Rüstern. 
Limonius violaceus Müll. Bei Eberswalde in einer rothfaulen Eiche 

wenige Ex. (Fischer, Habelmann). 
Corynüntes globicoüis Germ. Eberswalde; unter Buchen am Grase. 



neue oder bisher in derselben selten beobachtete Käfer. 141 

zu vielen hundert Expl. vou verschiedenen hiesigen Entomologen ge- 
sammelt. 
Prionocyphon serricomis Müll. An der Nuthe bei Potsdam von 
Herrn J. Weise gekäschert. 

ßruchus (Ptinns) coarcticollis Sturm. 8 Ex. zu verschiedenen Zeiten 
im Brieselang von Kiefern geklopft. (Weise}. 

Tenebrio pieipes Herbst. In Eichen im Wildpark bei Potsdam und 
im Schönhauser Park. (Weise). 

Orchesia fasetata Payk. Finkenkrug (Prof. Fischer). 

Äbdera trigutatta Gyl!. Von Herrn Lithogr. Fischer auf eiuem 
Holzplatze bei Berlin, von Herrn Kupferstecher Hab el mann bei 
Königs- Wusterhausen gefunden. 

Hypulus bifasciatus Fabr. Guben (Prof. Fischer). 

Sitaris analis Schaum. Köpenick (Habeiniann), Guben (Prof. 
Fischer). 

Lissodema Cursor Gyll. 2 Ex. in Brieselang an Rüstern von Herrn 
Weise gefunden. 

Sdlpingusfoveolatus Ljungh. Hasenhaide (H abelmann, Prof. Fischer). 

Gasterocercus depressirostris F. Wuhlheide an Eicheuklaftem in 
grosser Zahl. (Moritz). 

Camptorrhinus statua Rossi. Bei Eberswalde an Eichen und Klaftcr- 
holz. (Habelmann). 

Dorytomus validlrostrls Gyllh. Im bot. Garten unter Rinde (Q). 

Anthonomus eiactus Redtb. Bei Eberswalde von mir gesiebt. 

Grammoptera variegata Germ. Am Wege zwischen Finkenkrug und 
Brieselang von Herrn Dr. Thieme gekäschert. 

Molorchus Marmottani Bris, (discicoüis Heyd.) Bei Guben von 
Herrn Prof. Dr. Fischer gesammelt. 

Aivinopalpus gracilis Kryn. Von den Herren Dr. Kraatz und Litho- 
graph Fischer in je einem Stück innerhalb der Stadt (,,Unter den 
Linden") gefunden, von Herrn Baron von Harold im Charlotten- 
burger Schlosspark von Gebüsch geklopft. 

Notorrhina muricata Schönh. Von den Herren Kupferstecher Tief- 
fenbach, Habelmann und Fischer auf einem (jetzt längst be- 
bauten) Holzplatz vor dem Halleschcn Thor in Anzahl, von Herrn 
Weise 1 Ex. im Grunewald, von Prof. Fischer 1 Ex. auf einem 
anderen Holzplatze gefunden. 

Ccdlidiuni aeneumDej. (dilatatum Payk.) Hasenhaide (Habelmann), 
Thiergarten (Prof. Fische vi. 

Clytus tropicus Panz. An Eichenklaftern in der Duberau bei Königs- 
Wusterhausen. (Weise). 



142 M. Qucdenfdät: üb. einige f. d. M.Branderib. neue ete. Käfer. 

JLiopus punetulatus Payk. Im Brieselang von verschiedenen hiesigen 
Sammlern gefunden; nach Herrn Dr. Thieme ausschliesslich auf 
halbdürrem Reisig der Zitterpappeln. 

Hoplosia fennica Payk. Von Herrn Dr. Thieme und anderen 
Sammlern im Brieselang in Mehrzahl gesammelt; lebt ausschliesslich 
auf dürrem Lindenholz, insbesondere au den abgestorbenen 
Zweigen dieses Baumes. 

Mesosa curculionides L. Finkenkrug (Weise, Dr. Thieme). 

M. nebldosa F. An Lindenstäminen im Brieselang, auch im Thier- 
garten (Thieme). 

Agapanthia llneatoeollis Don. Auf Kletten am Wege zwischen 
Finkenkrug und Brieselang. (Thieme). 

Opsilia chlorizans Chevr. ? (non moh/bdaena Dalm.) Auf Aehillea 
millefolium 2 Ex. auf dem Köpenicker Kirchhofe (Habe 1 mann). 

Cryptocephalus signatus Laich. Palais-Wiesen bei Potsdam (Weise). 

Chrysomela marginalis Duft. Im Grunewald von Herrn Weise, im 
Finkenkrug von Herrn Ludy gesammelt. 

Cassida berolinensis Suffr. Hasenhaide (Prof. Fischer). 

Hippodamia 7-macidata Degeer. Auf feuchten Wiesen bei Ebers- 
walde von Herrn Weise gekäschert. 



[Berliner Entoraolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft I.J 143 



Ueber die Arachniden-Familie der Sironoiden 
und über einen neuen Siro aus Asturien. 



Von 
Dr. F. Kar seh. 



Es herrsehen bezüglich der Naturgeschichte der Sironoiden noch 
so viele ungelöste Räthsel, dass es sich für einen Specialisten wohl 
lohnen würde, diese Thiere einmal in grösserer Menge, als bisher ge- 
schah , zu sammeln und an genügenderem Materiale eingehend zu er- 
forschen. Das Studium dieser abgeschlossenen Familie der Arachniden 
gestaltet sich um so viel interessanter, als nur sehr wenige und allem 
Anscheine nach sehr auffallend von einander verschiedene recente Arten 
desselben existiren , ganz besonders aber deshalb, weil eine genauere 
Kenntniss dieser zur Erforschung und Beurtheilung der fossilen Arach- 
niden -Formen , soweit sich aus neueren, zum Theil noch unveröffent- 
lichten Entdeckungen ein Schluss ziehen lässt, durchaus Bedingung ist. 

Obwohl mir selbst aber nur ein äusserst sparsames Material zu 
Gebote steht und ich daher nicht im Stande bin, einen Beitrag zur 
Lösung der von dem unermüdlichen Pariser Arachnologen Eugene 
Simon (Les Arachnides de France, 7. Bd. 1879, p. 143 — 147) und 
dem schwedischen Spinnen-Forscher T.Thor eil (Descrizione di aleuni 
araenidi inferiori dell' Archipelago Malese, Ann. del Mus. Civ. di Stör, 
Nat. di Genova, Bd. 18, 1882, p. 21— Gl), vergl. p. 23— 35) aufgewor- 
fenen Fragen auch nur das Geringste beizutragen, so vermag ich doch 
wenigstens ein Scherflein zur Kenntniss der Arten dieser interes- 
santen und kleinen, aber weit verbreiteten Familie zu liefern, 

Den Besitz einer schönen und wie es mir scheint, noch unbe- 
schriebenen europäischen Art der Sironoiden verdankt nämlich 
das Berliner Königl. zoologische Museum dem Eifer und der Liebens- 
würdigkeit des Herrn Getschmann, welcher dieselbe in leider nur 
einem einzigen , aber von ihm mit bekannter Sauberkeit präparirten 
Exemplare von seiner asturischen Reise mit heimgebracht hat. 

An diesem schönen, mit winzigen, spitz auslaufenden, am Ende 
gekrümmten, basal verbreiterten Anhängen ziemlich dicht bedeckten 
Thiere fällt zumeist eine höchst überraschende Eigenthiimlichkeit in 



144 F. Kar seh: über d. Arachniden-Famüie d. Sironöiden 

das Auge, welche in einer Gliederung des nebst dem äussern Finger 
der Scheerenkiefer beweglich eingelenkten innern Fingers besteht, eine 
Eigenthümlichkeit, welcher weder von Seiten Thorell's noch Simon's, 
noch auch irgend eines der älteren Autoren Erwähnung geschieht 1 ). 
Dieser Character möchte demnach exceptionell und der asturischen 
Art speeifisch eigenthiimlich sein; und wenn er, Avas ich nicht behaupten 
mag, da mir Vergleichsmaterial völlig fehlt, den übrigen bis jetzt be- 
schriebenen Arten nicht zukommt, so ist er allein schon zur Kenn- 
zeichnung der Art ausreichend. Ich kann aber noch andere Merkmale 
beibringen, welche gegenüber den Beschreibungen der bekannten Arten 
das Getschmanu'sche Thier als neu documentiren und gebe diese 
Merkmale an Stelle einer weitläufigen Beschreibung, die vielleicht nach 
weiteren Entdeckungen doch nicht einmal genügen würde, in Form 
einer Uebersichtstabelle sämmtlicher mir bekannten Arten der fraglichen 
Familie. 

Fani. Sironoida e. 

Gattungen: 
I. Letzte Rückenplatte des Hinterleibes hinten ausgebuchtet, randwärts 

gelappt; Scheerenkiefer mit zwei Grundgliedern: Pettalus 3 ). 

II. Letzte Rückenplatte des Hinterleibes hinten nicht ausgebuchtet; 
Scheerenkiefer mit nur einem Grundgliede: 

A. Tarsen der Beine alle (oder zum Theil) zweigliedrig: 

Siro s ). 

B. Tarsen der Beine alle eingliedrig: 

a. Tarsen stark verdickt und unten sehr tief gefurcht : 

Styloedlus*). 

b. Tarsen nicht erheblich verdickt und apical nur leicht ge- 
spalten : Leptopsalis b ), 



l ) Wie ungenau übrigens die älteren Autoren auch abbildeten, 
illustrirt am deutlichsten Latreille, dessen Siro rubens an allen 
Beinen noch 2 deutliche Klauen trägt, obwohl doch nur 1 vorhanden 
ist; cf. Latreille, Genera Crustaceorum et lusectorum, sec. ord. nat, 
Bd. 1, 1806, Taf. 6, Fig. 2. 

: ) Pettalus Thoreil, Ann. Mus. Civ, Stör. Nat. Genovä, 1876, 
p, 469, Anmerkung (1) mit nur 1 Art: Cyphophttialmus cimiciformis 
0. P. Cambridge, Ann. Mag. Nat, Hist, 1875, p. 388. pl. 13, fig. 3. 
Ceylan. 

s ) Siro Latreille, Precis des caract, gen. des Insectes, 1796; 
Synonym: Cyphophthalmus Joseph, Berl, Entomol. Zeitschr, 1868, 
p, 241—250. 



und aber einen neuen Siro aus Asturien. 145 

Arten: 
Leptopsalis Thor. 

1. Knieegelenk und Schiene der Hinterbeine nicht verdickt; alle Hüften 
der Beine beschreiben, seitlich betrachtet, eine schwach convexe, 
fast gerade und geschwungene Linie: 

Beccarii, Thor., Sumatra. 

2. Knieegelenk und Schiene der Hinterbeine verdickt, die Hüften des 
2. Beinpaares plötzlich höher als die des 1. Paares: 

Javana Thor., Java. 

Siro Latr. 
I. Mit 2 gestielten Augen : A. 
II. Ohne Augen : C. 

A. Die Klaue an allen S Beinen gleich stark und gross: 

Corsicus 6 ). 

B. Die Klaue der beiden vordem Beinpaare kleiner als die der 
beiden hinteren: 

a. Endglied des Tarsus der beiden hintersten Beine rücken- 
wärts stark gewölbt; mit einem zahnartigen mittleren 
Fortsatze: rubens 1 ). 

b. Endglied des Tarsus der beiden hintersten Beine rücken- 
wärts schwach convex, ganz ohne zahnartigen Fortsatz: 

duricorius 8 ). 



*) Stylocellus Westwood, Thesaurus Entomologicus Oxoniensis, 
1874, p. 200, pl. 37, f. 7 — 7c. mit nur 1 einzigen Art: Styl, surna- 
tranus Westwood, 1. c. p. 201. — Sumatra. 

5 ) Leptopsalis Thor eil, Ann. Mus. Civ. Stör. Nat. Gen. 1882, 
p. 23 — 32 mit 2 nov. spec. cf. supra. 

6 ) Cypliopliihalmus corsicus E. Simon, Ann. Soc. entom. Fr., 
1872, p. 240, pl. 12, fig. 20 und Siro corsicus id., Arachn. Fr., 7, 
1879, p. 146, 2, pl. 22, fig. 9—11. — Corsica. 

7 ) Siro rubens Latreille, Hist. nat. Crust. Ins. etc., 7. Bd., 1804, 
p. 329; Gen. Crust. etc., 1806, 1. Bd., p. 146, pl. '6, fig. 2. — 
E. Simon, Arachn. Fr., 7. Bd., 1879, p. 145, 1, pl. 22, fig. 12—14. 
— Frankreich. 

8 _) Cyphoplitlialmus duricorius Joseph, Berl. Entom. Zcitschr., 
1868, p. 241, Taf. 1. — E. Simon, Arachn. Fr., 7. Bd., 1879, p. 146, 
pl. 22, fig. 15. — Krainer Grotten. 

XXVIII. Heft i. 10 



146 F. Karsch: üb. d. Arachniden-Familie d. Sironoiden etc. 

C. Maxillartaster etwas länger als die Scheerenkiefer; innerer 
Finger der Scheerenkiefer ungegliedert: 

cyphopselaphus 9 ). 

Maxillartaster etwas kürzer als die Scheerenkiefer; 
innerer Finger der Scheerenkiefer deutlich ge- 
gliedert; Tarsus der Beine des zweiten Paares 
länger und dicker als der der übrigen, seine 
Klaue aber äusserst winzig und viel kleiner als 
die gleichen Klauen der übrigen 6 Beine; die 8 
Beine sehr ungleich lang, die des 2. Paares die 
längsten, die des 4. ungefähr so lang als die des 
2,, die des 1. Paares bei weitem die kürzesten: 

inaequipes nov. spec. 
Fundort: Pajares, Asturien; entdeckt von Getschmann. 



9 ) Siro cyphopselaphus Joseph, Berl. entom. Zeitschr. 1882, 
p. 20, 39. — Krainer Tropfsteingrotten. 



[Berliner Eutomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft I.] 147 



Nachträge und Berichtigungen 

zum 

Catalogus Coleopterorum von M. Gemminger 
und E. v. Harold, 

betreffend 

die Familie der Histeridae 

von 
Joh. Schmidt in Gollvvitz bei Brandenburg a. H. 



Seit dem Erscheinen des Catalogus Coleopterorum von Gemminger 
und E. v. Harold sind aus der Familie der Histeriden neubeschrieben 
resp. als eigne Arten nachgewiesen 334 species (13 geuera), es fallen 
dagegen fort 68 sp. so dass die Histeridae jetzt 1417 species, in 73 
Gattungen vertheilt, umfassen. 

Nachstehend sind zunächst die neubeschriebenen Arten aufgezählt, 
einige derselben, welche bereits wieder eingezogen sind, finden sich 
unter den am Schluss folgenden synonymischen u. a. Bemerkungen. 
Den letzteren ist die genaue Angabe des Autors und Orts in Parenthese 
beigefügt, für einige wird die nähere Begründung demnächst gegeben 
werden. Die Anordnung des Catalogus Gemminger -Harold ist beibe- 
halten, und schien es deshalb überflüssig, die Stellung der neuen 
Genera im System noch besonders anzugeben, da dieselbe sich aus der 
Liste unmittelbar ergiebt, überdies auch die in Gemm.-Har. beobachtete 
Auordnung der Genera theils schon verändert ist, theils über kurz oder 
lang wesentliche Veränderungen erleiden dürfte. 
Gollwitz im Januar 1884. 

I. Aufzählung der neuen Arten. 

Dimalus. 
Marseul. Ann. Soc. Ent, Belg. XIII. 1870. p. 55. 

platamodes Mars. 1. c. p. 57. . Cayennae. 

Hololepta Payk. 
alligans Mars. J. Sc. Lisb. XXV. 1880. p. 39. . . . Angola. 
amurensis Reitt. Deutsch. Ent. Zeit. XXIII. 1879 p. 213. Sibiria. 
deprcssa Lewis. Ann. a. Mag. N. H. 1884. p. 132. . Japonia. 
ferox Mars. Ann. Mus. Civ. Genov. XVI. 1880. p. 149. Sumatra. 
Mastersi Macleay. Trans. Ent. Soc. N. S. Wales II. p. 157. Gayndah. 
parallela Lewis. Ann. a. Mag. N. H. 1884. p. 132. . Japonia. 

10* 



148 J. Schmidt: Nachträge und Berichtigungen 

pygolissa Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 59. Panama. 

vulpes Mars. 1. c. p. 58 Mexico. 

Phylloma Er. 

maragnoni Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1S70. p. 57. Fl. Amazon. 

monodon Mars. 1. c. p. 58 „ 

Lioderma Mars. 

cimex Mars. Ann. Sox. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 60. Brasilia. 

funebris Mars. 1. c. p. 60 Chili. 

Plaesius Er. 

laevis Lewis. Ent. Monthl. Mag. XVI. 1879. Nr. 184. p. 76. Assam. 

Jlouhoti Lewis. 1. c. p. 76 Laos. 

planidus Lewis. 1. c, p. 76 Ins. Nicobar. 

Macrosternus Mars. 

Marseuli Lewis 1. c. p. 76 Angola. 

Apobletes Mars. 

angolensis Lewis 1. c p. 77 Angola. 

diopsipygus Mars. Ann. Mus. Civ. Genov. XIV. 1879. p. 259. Java. 

eccpansus Mars. 1. c. p. 258 Nov. Guinea. 

fossistoma Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 63. Africa mer. 

malaccensis Mars. 1. c. p. 64 Malacca. 

subridens Mars. 1. c. p. 65 Fl. Amazon. 

Platysoma Leach. 

aurelianumTloTn. Proc. Am. Phil. Soc. XIII. 1873. p. 297. Louisiana. 

betidinum Hochh. Bull. Mose. XLV. 1872. p. 219. . Kiew. 

bifossopygum Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 69. Nov. Holland. 

celatum Lewis. Ann. a. Mag. N. H. 1884, p. 134. . Japonia. 

clarenciae Mars. 1. c. p. 72 ,, 

c ognatu m Sharp. Ent. Monthl. Mag, XIII. 1876. p. 25. Ins. Auckland. 

comes Mars. Ann. Mus. Civ. Genov. XIV. 1879. p. 261. Nov. Holland. 
completum^la.TS. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 71. 
COntritum'M&rs. Ann. Mus. Civ. Genov. XIV. 1879. p. 270. ,, 

C0m'&ri?(SC?<fo«nMael. Trans. Ent. Soc. N.S.TVales II. p. 157. Gayndah. 
deplanaium Gyll. species distineta non = depressum 

var. Thoms. Skand. Col. IX Europa. 

discrepansM&xs. kxrn. Mus. Civ. Genov. XIV. 1879. p. 269. Nov. Holland. 

fallaciosum Mars. 1. c. p. 261 Nov. Guinea. 

feles Mars. Abeille I. 1864. p. 309 Celebes. 

Georgii Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 74. Nov. Holland. 

hatcunense^lars. Ann. Mus. Civ. Genov. XIV 1879. p. 264. Nov. Guinea. 

hemistrium Mars. 1. c. p. 265 „ 

jobiense Mars. 1. c p. 264 „ 

laevipygum Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 70. Ceylon. 



zum Catalogus Coleopterorum v. Gemminger u, Harold. 149 

Lewisii Mars. Ann. France. 1873. p. 222 Japonia. 

lineicolle Mars. 1. c. p. 223 „ 

pini Lewis. Ann. a. Mag. N. H. 1884. p. 133. ... 

planiceps Macl. Trans. Ent. Soc. N. S. Wales II. p. 157. Gayndah. 

platypi/gumMiirs.AimMus. Civ.Genov.XIV. 1879. p. 260. Nov. Guinea. 

pluviale Mars. 1. c. XVI. 1880. p. 151 Sumatra. 

ramoicola Mars. 1. c XIV. 1879. p. 263 Nov. Guinea. 

rasile Lewis. Ann. a. Mag. N. H. 1884. p. 134. . . Japonia. 

rclrospectumMars. Ann. Mus.Civ.Genov. XIV. 1879. p. 268. Nov. Holland. 

subdepresswnMacl. Trans. Ent. Soc. N.S. Wales IL p. 157. Gayndah. 

Simcctni Muls. Ann. Soc. Linn. Lyon. XXI. p. 419. . Beyrut. 

soronense Mars. Ann. Mus. Civ. Genov. XIV. 1879. p. 262. Nov. Guinea. 

Steinheili Mars. Ann. Soc Ent. Belg. XIII. 1870. p. 68. Java. 

strangulatum Mars. 1. c. p. 73 Nov. Holland. 

striatipectum Mars. 1. c. p. 67 Melbourne. 

sumatrenseMars. Ann. Mus. Civ. Genov. XVI. 1880. p. 152. Sumatra. 

suturistrium Mars. 1. c. XIV. 1879. p. 267 Nov. Guinea. 

tribistriatum Mars. 1. c. p. 266 „ 

vagans Lewis. Ann. a. Mag. N. H. 1884. p. 133. . . Japonia. 
Operclipygus. 

Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 75. 

sulcistrius Mars. 1. c. p. 75 Fl. Amazon. 

I d i s t e r. 

Mars. Ann. Mus. Civ. Genov. XIV. 1880. p. 154. 

morphon Mars. 1. c. p. 154 Sumatra. 

Pachycraerus Mars. 

arabimisLewis.Ent. Monthl.Mag. XVI. 1879. Nr. 184. p. 77. Arabia. 

Burmeisteri Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 76. Brasilia. 
cylindricus Lewis. Ent, Monthl. Mag. XVI. 1879. 

Nr. 184. p. 77 Abyssinia. 

Raffrayi Lewis. 1. c. p. 77 „ 

Phelister Mars. 

aencomicans Hörn. Proc. Am. Phil. Soc. XIII. 1873. p.295. Columbia. 

(Amer. bor.) 

amphibius Mars. Berl. Ent, Zeit, XIII. 1869. p. 289. . Kuruman. 

(Cap. b. sp.) 

Arzei Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 80. . Pampas. 

chilicola Mars. 1. c. p. 79 Chili. 

confusaneus Mars. 1. c. p. 78 Brasilia. 

Montevideo. 

discordansMars. Ann. Mus. Civ. Genov. XVI. 1880. p. 155. Sumatra. 

~Dvegei Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870 p. 81. Cap. bon. spei. 



150 J. Schmidt: Nachträge und Berichtigungen 

fidviäus Mars. 1. c. p. 77 Montevideo. 

Kerga Mars. 1. c. p. 77 Fl. Amazon. 

muscicapa Mars. 1. c. p. 79 Buenos Ayres. 

specidipygi<sMars.AnnMus. Civ. Genov. XIV. 1879. p. 271 . Nov. Holland. 

Tinotarsus Mars. 

Poggei Harold. Coleopter. Hefte. XVI. 1879. p. 28. . Africa eentr. 

Spathochus Mars. 
meridianus Lewis. Ent. Montlil. Mag. XVI. 1879. 

Nr. 183. p. 60 Zanzibar. 

Homalodes Er. 

lineiger Mars. Ann. Soc. Ent, Belg. XIII. 1870. p. 82. Fl. Amazon. 

Psiloscelis Mars. 

Castelnaudi Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIH. 1870. p. 83. Ceylon. 

perpunctatus Lee. Short studies 1880. p. 190. . . . Massachusets. 

Contopus Mars. 

p>latanu$ Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 81. Montevideo. 

Hister L. 

agnatus Lewis. Ann. a. Mag. N. H. 1884. p. 135. . Japonia. 

aino Lewis 1. c. p. 134 ?, 

amphystrius Mars. J. Sc. Lisb. XXV. 1880. p. 39. . Angola. 

apis Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 86. . Caffraria. 

atticus Schmidt, Wien. Ent. Zeit. III. 1884. p. 10. . Attika. 

Berardi Desbr. Mitth. Schweiz. Ent. Ges. III. p. 340. Algeria. 

boleti Lewis. Ann. a. Mag. N. H. 1884. p. 135. . . Japonia. 

Christophi Reitt. Deutsch. Ent. Zeit. XXHI. 1879. p. 214. Sibiria or. 

compressus Desbr. Mitth. Schweiz. Ent. Ges. III. p. 341. Algeria. 

concolor Lewis. Ann. a. Mag. N. H. 1884. p. 135. . Japonia. 

concordans Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIH. 1870. p. 87. India or. 

Denysi Mars. 1. c. p. 85 Bolivia. 

depistor Mars. Ann. France. 1873. p. 224 Japonia. 

falsus Solsky. Reis. Fedschenk. Turkest, IL 1876. p. 229. Samarkand. 

furciger Mars. Berl. Ent. Zeit, XIII. 1869. p. 290. . Cap. bon. spei. 

Gloveri Hörn. Trans. Am. Ent. Soc. 1870. p. 134. . Kansas. 

grandis Broun. Trans. N. Zeal. Instit. IX. p. 372. . . Tairua. 

helhionidesMavs. Ann. Mus. Civ. Genov. XVI. 1881. p. 617. Abyssinia. 

lucanus Hörn. Proc. Am. Phil. Soc. XHI. 1873. p. 283. California. 

marginepunctatusLewis Ann.a. Mag.N.H. (5) IV. p. 461. Japonia. 

Marseidi Desbr. Mitth. Schweiz. Ent, Ges. III. p. 339. Algeria. 

Mechovii Schmidt. Berl. Ent. Zeit, XXVII. 1883. p. 147. Africa centr. 

militaris Hörn. Trans. Am. Ent. Soc. 1870. p. 135. t. 1. f. 4. California. 

miniatus KsiTsch. Berl. Ent. Zeit.XXV. 1881. p. 45. t.2. f. 6. Abyssinia. 

Mtesa Ancey. natural. Sicilian. II. 1882. p. 71. . . . Uzagara. 



zum Catalogus Coleopterorum v. Gemminger u. Harold. 151 



pachysomus Ancey. le naturaliste. 1882. p. 55. . . . 
Pioti Mars. Ann. Soc. Ent, Belg. XIII. 1870. p. 88. . 

Pirithous Mars. Ann. France. 1873. p. 224 

relictus Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 89. 
Ritsemae Mars. Notes Leyd. Mus. IV. p. 125. . . . 

siculus Tourn. Abeille V. 1868. p. 142 

simplicisternus Lewis. Ann. a. Mag. N. H. (5) IV. p. 461. 
singcdanusM&Ts. Ann. Mus. Civ. Genov. XVI. 1880. p. 157. 
Sohieri Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 84. 
stercorigerMars. Ann. Mus. Civ. Genov. XVI. 1880. p. 156. 
sutus Lewis. Ann. a. Mag. N. H. 1884. p. 136. . . 

tornatus Lee. Short, studies. 1880. p. 190 

üiranusSohkj. Reis. Fedschenk.Turkestan.il. 1876. p. 223. 
Ulkei Hörn. Trans. Am. Ent. Soc. 1870. p. 134. . . 
Zulu Mars. Ann. Mus. Civ. Genov. XVI. 1881. p. 618. 

Epierus. Er. 
aegyptiacus Mars. (conf. Cat. Col. Eur. III. v. Heyden, 
Reitter, Weise, p. 92.) 

axillaris Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 91. 

JBeccarii Mars. Ann. France. 1871. p. 80 

biscissus Mars. Ann. Mus. Civ. Genov. XVI. 1880. p. 158. 
epulo Mars.*Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 89. . 
ferrugineus Kirsch. Berl. Ent. Zeit. XVII. 1873. p. 137. 
lucus Lewis Ann. a. Mag. N. H. 1884. p. 136. . . . 
Marseulii Kirsch. Berl. Ent. Zeit. XVII. 1873. p. 136. 
nasutus Hörn. Proc. Am. Phil. Soc. XIII. 1873. p. 301. 
novellas Zimm. Trans. Am. Ent. Soc. 1869. p. 253. . 
parva Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 92. . 
purus Broun. Manual New Zeal. Col. 1880. p. 163. 
rhinoceros Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 92. 
rufescens Reitt. Verh. nat.Fr. Brunn. XVIII. 1880. p. 172. 
sphaerula Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 90. 
sylvanus Lewis. Ent. Monthl. Mag. XVI. 1879. Nr. 184. 

p. 78. Broun. Manual. New Zeal. Col. 1880. p. 164. 
Carcinops. Mars. 
curraoß Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII 1870. p. 93. 
gilensis Lee. vid. Gemm.-Har. p. 777. species. distineta. 

Hörn. Proc. Am. Phil. Soc. 1873. p. 309 

lauta Zimm. Trans. Am. Ent. Soc. 1869. p. 253. . . 
Mayeti Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 94. 
mimetica Hörn. Proc. Am. Phil. Soc. XIII. 1873. p. 308. 



Uzagara. 

Fl. Amazon. 

Japonia. 

Arner. bor. 

Liberia. 

Sicilia. 

Japonia. 

Sumatra. 

Birma. 

Sumatra. 

Japonia. 

Florida. 

Zaravschan. 

Amer. bor. 

Caffraria. 



Gall. mer. (et 
Aegyptus ?). 

Paramaribo. 

Sarawak. 

Nov. Guiu. m. 

Fl. Amazon. 

Peru. 

Japonia. 

Peru. 

Arizona. 
Carolina bor. 

Nov. Holland. 

Nov. Zeeland. 

Chili. 

Nov. Zeeland. 

Bolivia. 

Nov. Zeeland. 

Algeria? 

Arizona. 
Carolina bor, 
Gallia mer. 
Arizona. 



152 J. Schmidt: Nachträge und Berichtigungen 

peruviana Kirsch. Berl. Ent. Zeit. XVII. 1873. p. 138. Peru. 

tejonica Hörn. Proc. Am. Phil. Soc. XIII. 1873. p. 309. California. 

tristicula Mars. Ann. Soc. Ent, Belg. XIII. 1870 p. 94. Brasilia. 

Ho mal ist er. 

Reitter. Verh. zool. bot. Ges. Wien. XXX. 1880. p. 512. 

omatus Reitt. 1. c p. 513 Caucasus. 

Paromalus Er. 

acistrigus Mars. Ann. Mus. Civ. Genov. XIV. 1879. p. 276. Java. 

biarcidus Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 96. Ceylon. 

bicinctus Mars. 1. c. p. 101 Brasilia. 

clavis Mars. Ann. Mus. Civ. Genov. XIV. 1879. p. 274. Nov. Guinea. 

concentricus Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 100. Amer. mer. 
debilis Lee. Bull. U. S. Geol. a. Geogr. Surv. Terr. V. 

p. 515 Colorado. 

difßcilis Hörn. Trans. Am. Ent. Soc. V. p. 21. . . . California. 

evanescensMars. Ann. Mus. Civ. Genov. XIV. 1879. p. 275. Ins. Arou. 

Forestieri Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 96. Nov. Caledon. 

hispaniolae Mars. 1. c. p. 101 Cuba. 

honoratus Mars. Ann. Mus. Civ. Genov. XIV. 1879. p. 277. Nov. Holland. 

Keicola Mars. 1. c. p. 277 Ins. Kei. 

Khongius Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 98. Kambodje. 

leo Mars. Ann. Mus. Civ. Genov. XIV. 1879. p. 272. . Java. 

miliaris Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 98. Nbv. Holland. 

Musculus Mars. Ann. France 1873. p. 225 Japonia. 

oculipygus Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 99. Montevideo. 

Roberti Mars. Ann. Mus. Civ. Genov. XIV. 1879. p. 278. Nov. Guinea. 

rugigenius Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870.p. 99. Fl. Amazon. 

scidpiipectusM&rs. Ann. Mus. Civ. Genov. XIV. 1879. p. 279. Java. 

teibodae Mars. 1. c. p. 278 „ 

teres Lee. Proc. Am. Phil. Soc. XVII. 1877. p. 609. . Michigan. 

umbilicatus Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 97. Sidney. 

victoriae Mars. 1. c. p. 97 - . . . Victoria^ 

vittlda Mars. Ann. Mus. Civ. Gen. XIV. 1879. p. 276. Nov. Guinea. 

Monoplius. Mars, 

/nn^wis Lewis. Ent. Monthl.Mag.XVI. 1879. Nr. 183. p. 60. Cap. bon. sp. 

Notodoma Mars. 

bldlaium Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 108 Malacca. 

fungorum Lewis. Ann. a. Mag. N. H. 1884. p. 136. . Japonia. 

Phoxonothus Mars. 

Fryi Lewis. Ent. Monthl. Mag. XVI. 1879. Nr. 183. p. 61. Brasilia. 

Hetaerius Er. 

arachnoides Fairm. Pet, Nouv. II. 1877. Nr. 163. p. 98. Marocco. 



zum Catalogus Coleoptcrorum v. Grcmminger u. Harold. 153 

Blanchardi Lee. Proc. Am. Phil. Soc. XVII. p. 609. Massachusets. 
Califomicus Hörn. Trans. Am. Ent. Soc. 1870. p. 137. 

t. 1. f. 7 California. 

grandis Reitt. Wien. Ent. Zeit. II. 1883. p. 143. . . Caucasus. 

gratus Lewis. Ann. a. Mag. N. H. 1884. p. 137. . . Japonia. 

laevidorsis Fairm. Pet, Nouv. II. 1876. Nr. 148. p. 37. Lambessa. 

lioderus Fairm. 1. c. 1877. Nr. 163. p. 98 „ 

Leivisi Reitt. Wien. Ent. Zeit. IL 1883. p. 143. . . Graecia. 

Optatus Lewis. Ann. a. Mag. N. H. 1884. p. 137. . . Japonia. 

plicicollis Fairm. Petit Nouv. II. 1876. Nr. 151. p. 49. Bou Säada. 

pluristriatus Fairm. 1. c. 1877. Nr. 163. p. 98. . . Daya. 

setidosus Reitt. Berl. Ent. Zeit, XVI 1872. p. 179. . Oran. 

tristriatus Hörn. Trans. Am. Ent. Soc. V. p. 21. . . California. 

Eretmotes Mars. 
Palumboi Ragusa. II natur. Sicil. I. 1881. p. 7. . . Sicilia. 
talyschensis Reitt. Wien. Ent. Zeit. II. 1883. p. 143. Caucasus. 

Echinodes 

Zimm. Trans. Am. Ent. Soc. 1869. p. 253. 

spec: (Hetaerius) setiger Lee. 

Phylloscelis Mars. 
Arechavaletae Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. 

p. 109 Montevideo. 

Dendrophilus Leach. 
grandis Reitt. Mitth. Manch. Ent. Ver. V. p. 140. . Sumatra. 

Xavieri Mars. Ann. France 1873. p. 226 Japonia. 

Anapleus 

Hörn. Proc. Am. Phil. Soc. XIII. 1873. p. 311. 

spec: (Bacanius) marginatus Lee. 

Triballus Er. 
acritoides Reitt, Deutsch. Ent. Zeit. XXVIII. 1884. p. 75. 

t, 1. f. 5 Morea. 

ascaphus Mars. Berl. Ent. Zeit. XIII. 1869. p. 290. . Africa mer. 

bomba Mars. Ann. Franc. 1871. p. 82 Sarawak. 

califomicus Hörn. Trans. Am. Ent. Soc. 1870. p. 138. 

t. 1. f. 11 California. 

Doriae Mars. Ann. France. 1871. p. 81 Sarawak. 

fastigiatus Mars. Ann. Mus. Civ.Genov.XVI. 1881. p. 618. Abyssinia. 
quadristriatus Woll. Ann. a. Mag. Nat. Hist. 4. Ser. IV. 

1869. p. 310 S. Helena. 

Semen Lewis. Ann. a. Mag. N. H. 1884. p. 137. . . Japonia. 



154 J. Schmidt: Nachträge und Berichtigungen 

Triballister 
Hörn. Proc. Am. Phil. Soc. XIII. 1873. p. 299. 
spec: (Phelister) marginellus Lee 
Saprinus Er. 

aeneipunetatus Hörn. Trans. Am. Ent. Soc. 1870. p. 333. California. 

aeneolus Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 111. China. 
aequalis Walk. List of Col. coli, in Egypt. Arab. 1871. 

p. 11 . . Arabia. 

aequipunetatus Hörn. Trans. Am. Ent. Soc. 1870, p. 140. California. 
arachidarum Mars. Abeille XVI. 1876. nouvell. ser. 

2. Nr. 10. p. 39 Massilia. 

argentinus Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 114. Montevideo. 

asphaltinus Hochh. Bull. Mose. XLV. 1872, p. 226. . Kiew. 

Behrensii Hörn. Proc. Am. Phil. Soc. XIII 1873. p. 315, California. 

biplagiatus Ball. Bull. Mose. XLIII. 1870. p. 330. . Kirgisia. 
biskrensis Mars. Abeille XVI. 1876. nouvell. ser. 

2. Nr. 10. p. 39 Algeria. 

Brenskei Reitt. Deutseh. Ent. Zeit. XXVIII. 1884. p. 75. 

t. 1. f. 6 Graecia. 

brunnensis Fleischer. Wien. Ent. Zeit. II. 1883. p. 179. Brunn. 

Copei Hörn. Proc. Am. Phil. Soc. XIII. 1873. p. 320. Amer. bor. 

Dussaidti Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 110. Assam. 

emys Mars. 1. c. p. 116 Brasilia? 

eremita Mars. 1. c. p. 115 Pampas. 

ßaviclava Mars. 1. c. p. 115 Fl. Amazon. 

Floridae Hörn. Proc. Am. Phil. Soc. XIII. 1873. p. 318. Florida. 

foveisternus Schmidt. Wien. Ent. Zeit. III. 1884. p. 9. Caucasus. 

Grandini Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 117. Senegal. 

harmonicus Mars. Berl. Ent. Zeit. XIII. 1869. p. 271. Cap. bon. spei. 
lateristrius Solsky Reis. Fedschenk. Turkestan. II. 

1876. p. 240 Taschkent. 

latipes Broun. Man. New Zeal. Col. 1880. p. 166. . . Nov. Zeeland. 

Lantus Woll, Ann. a. Mag. Nat. Hist. 4. ser. IV. p. 311. S. Helena. 

lepidulus Broun. Man. New Zeal. Col. 1880. p. 166. . Nov. Zeeland. 

libanicola Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XI1E 1870. p. 113. Libanon. 

manes Mars. Abeille V. 1868. p. 172 Aegyptus. 

minutus Lee. non = plenus Lee. (vid. Gemm.-Har.) 

Hörn Proc. Am. Phil. Soc. XIII. 1873. p. 337. . . Amer. bor. 

novellus Mars. Abeille XV. 1875. nouvell. Nr. 9. p. 35. Algeria. 
ovillum Solsky Reis. Fedschenk. Turkestan. IL 1876. 

p. 240 Zaravschan. 

pedator Sharp. Ent. Monthl. Mag. XII. 1872. p. 26. . Nov. Zeeland. 



zum Catalogus Coleopterorum v. Gemminger u. Harold. 155 

permiMushec. Proc. Am. Phil. Soc. XVII. 1877. p. 401. Florida. 

Perrisi Mars. Abeille VIII. 1871. p. 415 Corsica. 

persanus Mars. Abeille XVI. 1876. nouvell. ser. 2. 

Nr. 10. p. 39 Persia sept. 

pnmctulipennis Broun. Man. New Zeal. Col. 1880. p. 165. Nov. Zeelaud. 
revisuS Mars. Abeille XVI. 1876. nouvell. ser. 2. Nr. 10. 

p. 39 Algeria. 

rubiginosus Mars. Abeille XV. 1875. nouvell. Nr.9\ p. 36. Tunis. 
rubripes Walk. List of Col. coli, in Egypt. Arab. 

1871. p. 11 Arabia. 

rugipennis Hochh. Bull. Moscou XLV. 1872. p. 225. . Novomigorod. 

se?nirosus Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 113. Chili. 
sparsutus Solsky. Reis. Fedschenk. Turkestan. IL 1876. 

p. 238 Samarkand. 

Speculum Schmidt. Wien. Ent. Zeit. III. 1884. p. 9. . Bussia mer. 
subdiptychus Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. 

p. 111 Mexico. 

tunisius Mars. Abeille XV. 1875. nouvell. Nr. 9 1 . p. 35. Tunis. 

luacoensis Hörn. Proc. Am. Phil. Soc. XIII. 1873. p. 331. Texas. 

Styphrus Motsch. 

corpulentus Motsch. Bull. Mose. XVIII. 1845. p. 54. . Turcomania. 

Gnathoncus Jacq. Duv. 

Ucirculus Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 119. Brasilia? 
disjunetus Solsky Reise Fedschenk. Turkestan. II. 1876. 

p. 242 Samarkand. 

limatus Mars. Ann. Soc. Ent, Belg. XIII. 1870. p. 119. Montevideo. 

ripicola Mars. 1. c. XIII. 1870. p. 118 Nov. Holland. 

Tryponaeus Eschsch. 

Albertisii Gestro Ann. Mus. Civ.Genov. VII. 1875. p. 994. Nov. Guinea. 

andaiensis Gestro 1. c p. 995 ,, 

bisidcifrons Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 61. Fl. Amazon. 

fagi Lewis. Ann. a. Mag. N. H. 1884. p. 138. . . . Japonia. 

Ferrarii Gestro. Ann. Mus. Civ. Genov.VII. 1875. p. 996. Java. 

Gestroi Mars. 1. c. XIV. .1879. p. 255 Nov. Guinea. 

nasicornis Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 62. Fl. Amazon. 

resectus Mars. 1. c. p. 63 „ 

sulcipygus Mars. 1. c. p. 62 Brasilia. 

Venator Lewis. Ann. a. Mag. N. H. 1884. p. 138. . Japonia. 

Teretrius Er. 

5rwwneMsLewis.Ent.Monthl.Mag.XVI. 1879. Nr. 184p. 78. Arabia. 

intrusus Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 120. India or. 

melbumius Mars. 1. c p. 121 Victoria. 



156 J. Schmidt: Nachträge und Berichtigungen 

montanus Hörn. Trans. Am. Ent. Soc. VIII. p. 143. . Colorado. 

placitus Hörn. 1. c. p. 143 Nevada. 

pulex Fairm. Petit, Nouv. II. 1877. Nr. 174. p. 141. . Tuggurt, 

Somerseti Mars. Ann. Mus. Civ. Genov. XIV. 1879. p. 281. Nov. Holland. 

Teretriosoma. 
Hörn. Proc. Am. Phil. Soc. XIII. 1873. p. 347. 

ehalybaeum Hörn. 1. c. p. 347 Texas. 

facetum Lewis. Ent. Monthl. Mag. XVI. 1879.Nr.l83.p. 61. Canada. 

fesÜvum Lewis. 1. c. p. 61 Parana. 

Terapus Mars. 

MarseidiWestw. Thesaurus.Ent.Oxon.l874.p.67.t.3.f.9. Fl. Amazon. 

Plegaderus Er. 

Adonis Mars. AbeilleXVl. 1876. nouvell. ser. 2. Nr. lO.p. 39. Cyprus. 

consors Hörn. Proc. Am. Phil. Soc. XIII. 1873. p. 351. Colorado. 

fraternus Hörn. Trans. Am. Ent. Soc. 1870. p. 141. . California. 

Marseuli Reitt. Berlin. Ent. Zeit. XXI. 1877. II. p. 371. Japonia. 

monachus Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 124. Brasilia. 

nitidus Hörn. Trans. Am. Ent. Soc. 1870. p. 141. . . Oregon. 

Peploglyptus. 
Lee. short. studies. 1880. p. 189. 

Belfragei Lee. 1. c. p. 189 Texas. 

Homalopygus Bohem. 

longipes Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 122. Fl. Amazon. 
Mecistostethus. 
Mars. Ann. Soc. Ent, Belg. XIII. 1870. p. 123. 

pilifer Mars. 1. c. p. 123 Fl. Amazon. 

Chlamydopsis. 
Westwood. Thesaur. Ent. Oxon. 1874. 

Duboulai Westw. 1. c. p. 68. tab. III. f. 7 Nov. Holland. 

striatella Westw. 1. c. p. 68. tab. III. f. 8 „ 

Onthophilus Leach. 

arboreus Lewis. Ann. a. Mag. N. H. 1884. p. 139. . Japonia. 

cicatricosus Reitt. Deutsch. Ent. Zeit. XXVIII. 1884. p. 76. Graecia. 

ßavicornis Lewis. Ann. a. Mag. N. H. 1884. p. 139. Japonia. 

Lecontei Hörn. Trans. Am. Ent. Soc. 1870. p.138. t. 1. f. 10. California. 
Ordinarius Lewis. Ent. Monthl. Mag. XVI. 1879. 

Nr. 184. p. 78 Sibiria or. 

ostreatus Lewis. 1. c. p. 78 China. 

silvae Lewis. Ann. a. Mag. N. H. 1884. p. 139. . . Japonia. 

Bacanius Lee. 

lotus Mars. Ann. Mus. Civ. Genov. XVI. 1880. p. 159. Java. 

niponicus Lewis. Ann. a. Mag. N. H. (5.) IV. p. 261. Japonia. 



zum Catalogus Coleopterorum v. Gemminger u. Harold. 157 

Abraeus Leach. 

avMralis Macl. Trans. Ent. Soc. N. S. Wales. II. p. 157. Gayndah. 
areolatus Reitt. Vh. nat. V. Brunn. XXII. 1883. p.5.(Sep.) Caucasus. 

Bolteri Lee. Short studies 1880. p. 190 California. 

bonzicus Mars. Ann. France. 1873. p. 226 Japonia. 

convexus Reitt. Wien. Ent. Zeit. III. 1884. p. 8. . . Attica. Syria. 

brunneus Broun. Man. New Zeal. Col. 1880, p. 166. Nov. Zeeland. 
minutissimiisReitt. Vh. Nt. V. Brunn . XXII. 1883. p. 5. (Sep.) Caucasus. 

punettdus Reitt. 1. c ,, 

Radelei Reitt. Bei!. Ent, Zeit. XXI. 1877. p. 292. . . „ 

viridldus Broun. Manual, of the New Zealand Coleopt. 

Wellington 1880. p. 166 Nov. Zeeland. 

Acritus Lee. 

arizonae Hörn. Proc. Am. Phil. Soc. XIII. 1873. p. 353. Arizona. 

auetus Mars. Ann. Mus. Civ. Gen. XIV. 1879. p. 284. Java. 

eingididens Mars. 1. c. p. 282 Nov. Guinea. 

elartdus Reitt. Vh. nat. V. Brunn. XXII. 1883. p. 5. (Sep.) Caucasus. 

haedülus Mars. Ann. Soc. Ent. Belg. XIII. 1870. p. 125. Nov. Holland. 
honisphaeroides Mars. Ann. Mus. Civ. Genov. XIV. 

1879. p. 2S4 Nov. Guinea. 

JELopffgarteni Reitt. Berl. Ent. Zeit. XXII. 1878. p. 49. Hungaria, 

Cleve. 

insipiens Mars. Ann. Mus. Civ. Genov. XIV. 1879. p. 285. Ins. Arou. 

instabilis Mars. Berl. Ent. Zeit. XIII. 1869. p. 292. . Cap. b. sp. 

Komai Lewis. Ann. a. Mag. N. H. (5.) IV. p. 461. . Japonia. 
microscopicus Reitt. Verh. nat. Freund. Brunn. XV. 

1876. p. 16 Transsilvania. 

permirus Mars. Ann. Mus. Civ. Genov. XIV. 1879. p. 282. Java. 

salinus Lee. Proc. Am. Phil. Soc. XVII. Nr. 101. p. 402. Amer. bor. 
Sallei Hörn. Proc. Am. Phil. Soc. XIII. 1873. p. 355. 

svlcipennis Fuss. Berl. Ent. Zeit. XII. 1868. p. 312. Cleve. 
tataricus Reitt. Verh. nat. Freund. Brunn. XVI. 1877. 

pag. 154 Caucasus. 

torquillus Mars. Ann. Mus. Civ. Genov. XIV. 1879. p. 283. Nov. Guinea. 

ivokanensis Mars. 1. c p. 283 ,, 

Aeletes. 

Hörn. Proc. Am. Phil. Soc. XIII. 1873. p. 356. 

nov. gen. contiuens sp: (Acritus) basalis Lee, brevisternus Mars., 

politus Lee, Simplex Lee. 

flavitarsis Lewis. Ent. Monthl. Mag. XVI. 1879. 

Nr. 184. p. 79 Honolulu. 



158 J. Schmidt: Nachträge und Berichtigungen 

Murmidi us Leach. 
irregularis Keitt. Verh. zool. bot. Ges. Wien. 1877. 

XXVII. p. 165 Mexico. 



IL Synonymische u. a. Bemerkungen. 

Sternaulax Mars. 
laevis Sharp. — zelandica Mars. (Schmidt.) 

Platysoma, 
attenuatum Lee. == Cylistix att. (Hörn. Proc. Am. Phil. Soc. XIII. 

1873. p. 298.) 
dissimile Motsch. 1863. = odiosum Mars. 1861. (Mars. Ann. Soc. 

Ent. Belg. 1870. p. 66.) 
Dohmi Mars. 1864. — restoratum Walk. 1858. (Schmidt.) 
elongatum Pal. Be'auv. = Cylistix attenuatus Lee? (Hörn. Proc. 

Am. Phil. Soc. 1873. p. 298.) 
gracile Lee = Cylistic grac. (Hörn. Proc. Am. Phil. Soc. 1873. p. 299. 
frontale Say. non = gracile Lee. sed= aequum Lee (Hörn. 1. e p. 297.) 
Marseidi Cand. 1861. = odiosum Mars. 1861. (Mars. Ann. Belg. 

1870. p. 70.) 
Motsclmlskyi Mars. 1864. = ceylonicum Motsch. (Mars. 1. c. p. 69.) 
semistriatum Mtsch. 1863. = birmanum Mars. 1861. (Mars. 1. c. p. 71.) 
Sibiricum Reitt. Deutsch. Ent. Z. 1879. p. 214. = deplanatum Gyll. 

(Schmidt.) 

Phelister Mars. 
solator Mars. 1861. = affinis Lee 1859. (Mars. Ann. Belg. 1870. p. 80.) 

Hister L. 
arenicola Thoms. Skand. Col. IX. p. 394. = funestus Er. (Schmidt.) 
arizonae Hörn. Trans. Am. Ent. Soc. 1870. p. 135. = Ulkei Hörn. 

1. e p. 134. (Hörn. Proc. Am. Ph. S. 1873. p. 283.) 
bifidus Say. = abbreviatus F. (Hörn 1. e p. 288.) 
cinnamomeus White, = Platysoma cinn. (Schmidt.) 
Desbrochersi Senae Abeille V. 1868. p. 139. = sepidchralis Er. 

(Schmidt Deutsch. E. Z. 1884. p, 236.) 
hospitus Lee 1859. = dispar Lee 1845. Hörn. Proc. Am. Phil. 1873. 

p. 290.) 
jamatus Mtsch. 1866. = Jekeli Mars. 1857. (Harold. Berl. E. Z. 

1877. p. 345.) 
impressus Apetz. 1854. Gehini Mars. 1854. (Schmidt.) 
Krynickyi Kryn. = Saprinus Kryn. (Mars. Mon. 1857. p. 167.) 
Labiatus Mtsch. = inaequalis Ol. (Schmidt.) 
mundissimus Walk. 1859. = scaevola Er. (Schmidt.) 



zum Catalogus Coleopterorum v. Gemminger u. Ilarold. 159 

obliquatus Mtsch. = inacqualis Ol. (Schmidt.) 

permixtus Zimm. Trans. Am. Ent, Soc. 1869. p. 252. = defectus 

Lee. 1859. (Hörn. Proc. Am. Ph. Soc. 1873. p. 291.) 
punctatus Sahlb. errore enum. (Schmidt. Deutsche E. Z. 1884. p. 236.) 
puncticollis Heer. = Platysonia frontale Payk. (Schmidt 1. c.) 
quinquestriatus Mtsch. = diiodecimstriatus Schrank. (Lewis. Ann. 

a. Mag. N. II. 1884. p. 131). 
repletus Lee. = coenosus Er. (Hörn. Proc. A. Ph. S. 1873. p. 288.) 
spretus Lee. = depurator Say. (Hörn 1. c. p. 290.) 

Epierus Er. 
coproides Mars, patria non Am. bor. sed Am. mer. (Hörn Proc. A. 

Ph. S. 1873. p. 300.) 
deeipiens Lee. = planulus Er. (Hörn 1. c. p. 301.) 
vicinus Lee. non = plamdus Er. sed = regularis Pal. Beauv. var. 

(Hörn 1. c. p. 300.) 

Carcinops Mars. 
corticalis Lee. = tenella Er. (Hörn 1. c p. 309.) 

Paromalus Er. 
afßnis Lee. ■= aequalis Say. (Hörn 1. c. p. 307.) 

Hetaerius Er. 
Sartorii Redt. = Eretmotes Sart. (Catal. Stein-Weise III.) 

Eretmotes Mars. 
Bayi Mars. 1864. = Sartorii Redt, 1858. (Cat, Stein-Weise III.) 

Saprinus Er. 
aegialius Reitt. Deutsch. Ent. Z. 1884. p. 76. t. 1. f. 7. = immundus 

Gyll. var. (Schmidt.) 
bilateraUs Mtsch. delend. vide Gemm.-Harold. p. 787. Sap. lateralis 

Mtsch. 
biterrensis Mars. — lautus Er. (Schmidt. Deutsch. E. Z. 1884. p. 237.) 
consimilis Walk. = lugens Er. (Hörn. Proc. A. Ph. S. 1873. p. 322.) 
deserticola Mars. 1857. = dimidiatipennis Lee. (Hörn. 1. c p. 345.) 
desertorum Mars. 1S57. — ßmbriatus Lee. var. (Hörn. 1. c p. 337.) 
distinguendus Mars. = oregonensis Lee. var. (Hörn. 1. c. p. 323.) 
fasciolatus Gebl. = ornatus Er. (Catalog Gemm.-Har. p. 789.) 
Javeti Mars. = patruelis Lee. (Hörn. Proc. A. Ph. S. 1873. p. 343.) 
latubris Lee. = placidus Er. (Hörn 1. c. p. 328.) 
lobatus Woll. — dimidiatus 111. (Mars. Ann. Belg. 1870. p. 134.) 
medioeris Mars. = aemulus 111. (Catalog Stein-Weise ed. IL) 
olidus Lee. = pleniis Lee. (Hörn. Proc. A. Ph. S. 1873. p. 336.) 
orbicidatus Mars. = fimbriatus Lee. var. (Hörn. 1. c. p. 337.) 
pratensis Lee. = plenus Lee. (Hörn. 1. c. 336.) 
pidhis Rosh. = metallicus Herbst. (Schmidt, D. E. Z. 1884 p. 237.) 



160 J. Schmidt: NacJitr. etc. z. Cat. Col. v. Gemm. u. Har. 

quadrilineatus Waltl. = aemulus 111. (Schmidt. 1. c.) 
rotundifrons Mars. = lubricus Lee (Hörn. Proc. A. Ph. Soc. 1873. 

p. 336.) 
sabideti Rosh. = amoenus Er.? (Schmidt D. E. Z. 1884. p. 237.) 
sejunetus Mars. = oregonensis Lee var. (Hörn. Proc. A. Ph. S. 

1873. p. 324.) 
spurcus Lee. — oregonensis Lee. var. (Hörn. 1. e p. 323.) 
Strobeli Mars, (non Steinheil). Ann. Belg. 1870. p. 112. 

Gnathoncus Jacq. Duv. 
communis Mars. = rotundatus Kugel. (Hörn (1. c. p. 314.) 
intereeptus Lee. = rotundatus Kugel. (Hörn (1. c. p. 314.) 

Teretrius Er. 
quercus Mars. 1864 = Rothii Rosh. 1856. (Schmidt.) 
virens Mars. = Teretriosoma vir. 

Plegaderus Er. 
Erichsoni Lee. 1863. = Barbeiini Mars. 1862. (Hörn. Proc. A. Ph. 

S. 1873. p. 348. 

Onthophilus Leach. 
interruptus Reitt. Berl. Eut. Z. 1872. p. 168 = exaratus 111. (Reitter.) 
nodatus Lee. — alternatus Say. var. (Hörn. Proc. A. Ph. Soc. 1873. 

p. 303.) 
pluricostatus Lee. = alternatus Say. (Hörn. 1. c. p. 303.) 

Abraeus Leach. 
punctatissimuS Reitt. Verh. Ver. Brunn. XV. p. 15. t. 1. f. 6. = 

granidum Er. (Reitter.) 

Acritus Lee. 
acupictus Mars. 1856. — Aeletes simplex Lee. 1845. (Hörn. Proc. A. 

Ph. S. 1873. p. 357.) 
balearicus Schauf. nunq. otios. III. 1882. p. 529. =: minutusR. (Schmidt.) 
conformis Lee. = strigosus Lee. (Hörn. Proc. A. Ph. S. 1873. p. 355.) 
consobrinus Aube. errore bis enum. vid.: Gemm. -Har. p. 796. Bacan. 

consobr. 
cribripennis Mars. 3= exiguus Er. (Hörn. Proc. A. Ph. S. 1873. 

p. 354.) 
lateralis Mars. 1856. = strigosus Lee. 1853. (Hörn 1. c. p. 355.) 
littoralis Ferr. 1866. — punctum Aub. 1842. (Reitt. Deutsch. E. Z. 

1878. p. 50.) 
Natchez Mars. — exiguus Er. (Hörn. (1. c. p. 354.) 
seminidum Küst. = minuhis H. (Schmidt.) 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft I.] 161 



Ueber eine interessante Aberration von 
Apatura Iris. 

Von 
H. Thiele in Steglitz bei Berlin. 



Bei dem erhöhten Interesse, welches gegenwärtig viele Kenner und 
Sammler von Lepidopteren für deren Varietäten und Aberrationen haben, 
ist es vielleicht angebracht, ein durch sein auffallendes Exterieur fes- 
selndes Stück von Apatura Iris hier im Bilde zu zeigen. 




Das betreffende Exemplar, ein §, hat die Grösse und Structur 
der Stammform ; überraschend aber und ganz ungewohnt erscheint uns 
die bilateral ungleiche Zeichnung und Färbung, insofern nämlich, als 
drei Flügel, und zwar die beiden Vorder- und der linke Hinterflügel, 
die unter dem Namen Jole bekannte Varietät von A. Iris geben, 
während dagegen der rechte Hinterflügel in Farbe und Zeichnung der 
von Iris wurde oder — blieb. Die Binde dieses Flügels hat mit Aus- 
nahme einer kleinen , grautonig erscheinenden Abschwächung zwischen 
den oberen Flügelrippen, ganz die weisse Färbung wie bei der Stamm- 
art und ist ebenso geformt bei gleicher Länge und Breite; auch ist 
das bei Iris selten fehlende, mit dem Aussenrande der Flügel parallel 
XXVIII. Heft I. 11 



162 Thiele: über eine interessante Aberration von Ap. Iris. 

laufende graubraune Band vorbänden, welches dem «7o?e-Hinterflügel 
gänzlich fehlt. Dieser selbst markirt die fehlende weisse Binde nur 
durch grauweisse Behaarung, welche in der Nabe des Augenfleckens 
weil dichter, etwas heller auf dem tiefdunklen Grunde erscheint. Beide 
Vorderflügel gleichen sich vollständig, oben sowohl als auf der Rück- 
seite; doch kommen dieselben hier in Bezug auf Färbung mehr der 
von A. Iris als der dunkleren russig gefärbten von Jole gleich. Ganz 
wie bei Iris zeigt sich unten der rechte Hinterflügel , während der 
linke, ähnlich wie bei Jole, an Stelle der breiten weissen Binde, nur 
ein schmales dunkelfarbiges Band besitzt. Fühler, Kopf, Palpen, Füsse, 
Brust, Rücken und Hinterleib zeigen keinerlei Abweichung von der 
Stammform. 

Sehr beachtenswerth ist bei diesem Geschöpf demnach die Verei- 
nigung von Stammform und Varietät und ebenso die Vollkommenheit, 
in welcher beide Formen, hier Iris als Grundcharacter, dort Jole als 
Ablenkung von der Grundidee in einem Individuum zum Ausdruck 
kommen. Welche Ursachen diese merkwürdige Bastardbildung herbei- 
führten und ob die Anlage zu der Doppelbildung schon im Ei vorhanden 
war oder ob man nur eine Hemmungsbildung in Folge eines äusseren 
Einflusses darunter vermuthen muss, darüber zu entscheiden, überlasse 
ich gern berufeneren Forschern. 

Das betr. Exemplar stammt aus Ungarn und ist in meinem Besitz. 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft I.] 163 



Eine neue Athyrtis. 
Lepidoptera: Farn. Heliconiidae. 



Die Gattung Athyrtis war bisher nur in der einzigen Species 
Mechanitis bekannt, welche Felder im Jahre 1862 in der Wiener 
Entoraol. Monatsschrift VI. p. 413 No. 115 und in ,, Reise der Novara" 
IL p. 353 No. 499, Taf. XLIV, Fig. 2 beschrieb. Nunmehr ist eine 
zweite Form derselben Gattung entdeckt; denn die hier vorliegende aus 
den Peruanischen Anden stammende neue Art stimmt mit Athyrtis 
Mechanitis Feld, in allen generischen Merkmalen vollkommen überein 
und kommt ihr auch in den specialen Characteren, wie Fliigelform, 
Färbung, Anlage der Zeichnung und in den Grössendimensionen nahe. 
Hier folgt die Beschreibung dieser neuen Athyrtis - Species , welche 
mir nur im männlichen Geschlecht bekannt ist. 

Athyrtis Salvini m. 

(§ Länge des Körpers 30 mm., eines Vorderflügels 42 mm., eines 
Fühlers 20 mm. 

Kopf verhältnissmässig klein, schwarz, vorne mit weissen Punkten, 
Palpen schwarz, an den Seiten weiss. 

Fühler verhältnissmässig kurz, stark, gegen die Spitze unmerklich 
kolbig verdickt, gelb, gegen die Wurzel bräunlich. 

Halskragen, Schulterdecken, Rücken bis über die Wurzel des sonst 
schwarzgrauen Hinterleibs rothbraun, filzig behaart; längs des Rückens 
ein schwarzer, durch eine feine schwefelgelbe Mittellinie getheilter Fleck. 

Brust und Bauch hell schwefelgelb befilzt. In dem gelben Filz 
stehen nahe der Hinterleibswurzel zwei deutliche schwarze Flecken. 

Die verkümmerten Vorderbeine schwefelgelb, Mittel- und Hinterbeine 
schwarz, mit weissen Punkten an der Schenkelbasis. 

Vorderflügel: Oberseite rothbraun, ein kurzer, an der Flügel- 
wurzel beginnender Costalwisch schwarz. Der Vorderrand fein schwarz 
gesäumt, ein grosser ovaler schwarzer Fleck in der Mitte der Mittelzelle, 
ein unregelmässiger kleinerer auf den Schlussrippen derselben , ein die 
Zelle la fast ganz ausfüllender schwarzer Innenrandstreif. 

Das Apicalfeld des Flügels schwarz. Die innere Grenze dieser 
Färbung beginnt beim Ursprung der Zelle 9 und zieht etwas unregel- 
mässig quer gegen den Aussenrand bis zum letzten Viertel der Rippe 3; 

11* 



164 Anton Srnka: 

das ganze letzte Drittel der Zelle 2 ist ebenfalls schwarz ausgefüllt, 
hier tritt das Schwarz plötzlich bis zum Aussenrande des Flügels zurück 
und endigt am Flügelsaum. Längs der Rippe 3 zieht sich die schwarze 
Färbung noch als schmaler, spitzer Wisch gegen den Rippenursprung. 

Von den drei gelben Querbinden der A. MecTianitis fehlt bei 
Salvini die erste gänzlich, die zweite erscheint am Vorderrande 
kaum angedeutet. Die Apicalbinde ist bei Salvini durch einen in 
Zelle 6 und zwei kleinere, in Zelle 5 stehende, unregelmässige, gelbe, 
durchscheinende Flecken vertreten. 

Die weissen Doppelkernflecke am Aussenrande fehlen bei Salvini 
gänzlich. 

Hinterflügel: Oberseite rothbraun, mit 5 in der Flügelmitte, 
in Zelle la, 2, 3, 4 und 5 postirten schwarzen Flecken, in derselben 
Grösse und Stellung wie bei A. Mechanitis. Der kleine Fleck in 
Zelle lb fehlt. Der im Bilde der A. Mechanitis in Zelle 6 ange- 
deutete schwarze Fleck ist nicht als solcher, sondern als die End- 
spitze eines schwärzlichen, von der Costaiis und der Subcostalis be- 
grenzten Streifens aufzufassen, welcher bei beiden Arten vorhanden 
und von den langen rothgelben Pinselhaaren der $ (§ nahezu ganz 
verdeckt ist. 

Der Aussenrand ist in derselben Form wie bei A. Mechanitis 
schwarz gesäumt, die weisslichen Keruflecken fehlen bei Salvini. 

Die Rippen sind auf den Vorder- und Hinterflügeln fast durchwegs 
stark erhaben, rothbraun, nur in den dunklen Partien schwarz. Die 
Subcostalader färbt sich überdies schon vor der Flügelmitte schwarz. 

Vorderflügel: Unterseite wie oben, nur heller gefärbt. Die 
Rippen sind hier auch in dem schwärzlichen Apicalfeld rothbraun 
geblieben. Die Spuren einer gelben Querbinde sind hier etwas deut- 
licher wahrzunehmen, als auf der correspondirenden Stelle der Oberseite. 

Die bei A. Mechanitis vorhandenen grossen weissen Doppelstern- 
flecke am Aussenrande sind bei Salvini kaum sichtbar angedeutet. 

In Zelle 2 erscheint in dem schwarz ausgefüllten letzten Drittel 
ein, mit dem Aussenrand parallel gestellter, rothbrauner Mondfleck, 
welcher auch bei A. Mechanitis deutlich vorhanden ist. 

Hinterflügel: Unterseite wie oben, nur tritt hier zu der 
Fleckenreihe in der Flügelmitte der kleine schwarze, auf der Oberseite 
in Zelle lb fehlende Fleck hinzu , desgleichen ein etwas grösserer in 
Zelle 6. An der Flügelwurzel beginnt, wie bei i. Mechanitis, 
ein gegen den Aussenrand ziehender schwarzer Streif, welcher von der 
Costaiis scharf begrenzt, die Subcostalis wurzelwärts stärker, saumwärts 
schwächer überschreitend, in der Nähe des in Zelle 6 erwähnten 
schwarzen Fleckens endet. Dieser schwarze Streif ist hinter seinem 



eine neue Athyrtis. 165 

ersten und zweiten Drittel von der rothbraunen Grundfarbe leicht 
unterbrochen, am Streifenrande zeigt sich ein schwacher schwefelgelber 
Staubanflug. 

Die bei A. Mechanitis vorhandenen grossen und deutlichen 
Doppelkernflecken irn schwarzen Flügelsaum sind bei Salvini kaum 
angedeutet. 

Statt des bei Ersterer in Zelle 6 stehenden einzelnen und 
gross ten weissen Kernflecks trägt Salvini zwei winzige weisse 
Pünktchen. 

Die Kreuzungsstelle, an welcher Rippe 5 eine in die Mittelzelle 
rücklaufende Ader entsendet, ist mit einem schwärzlichen Nagel- 
fleck wie bei A. Mechanitis überdeckt. 

In der von der deutlich bifiden Praecostalis begrenzten Prae- 
costalzelle steht bei Salvini ein schwai'zer und wurzelwärts ein schwefel- 
gelber Fleck. 

Diese ausgezeichnete Art erhielt ich in einem männlichen Stücke 
als Melinaea Salvini i. 1. von dem um die Erschliessung exotischer 
Lepidopterenschätze hochverdienten Herrn Dr. 0. Staudinger. Wir 
verdanken indessen diese schöne Entdeckung seinem unermüdlichen Pfad- 
finder Herrn Dr. Hahnel. 

Das Stück stammt von Jurimaguas am Rio Huallaga (Ostabhang 
der Peruanischen Andenkette). 

Ich habe die von Herrn Dr. 0. Staudinger gegebene Artbenennung 
— schon in schuldiger Rücksicht auf den illustren Träger des Namens — 
beibehalten, kann mir aber begreiflicherweise das entomologische Ver- 
gnügen nicht versagen, einem seit 22 Jahren vereinsamten Gat- 
tungsrepräsentanten einen ebenbürtigen Collegen an die Seite zu 
stellen. 

Prag, am 21. März 1884. Anton Srnka. 



Neue Stammesgenossen der Gattung Valgus 
(Coleoptera) aus Centralafrika. 

Von H. J. Kolbe. 

Unter den von Pogge aus Centralafrika gesandten Cetoniiden be- 
finden sich 3 Valgi. Alle 3 unterscheiden sich bedeutend von einander; 
2 mögen zusammen eine für sich bestehende Abtheilung bilden, welche 
bisher unbekannt war; die dritte Art steht bekannten südafrikanischen 
Formen nahe. Dr. Kraatz thut Recht, wenn er in der Deutschen 
Entom. Zeitschr. 1883 p. 373, 374 den Versuch macht, die bisherige 
Gattung in verschiedene Gattungen aufzulösen; doch ist es zu eng ge- 



166 Kolbe: neue Stammesgenossen der Gattung Valgus. 

fasst, dass die Anzahl der Zähne an der Aussenseite der Vorderschienen 

in beiden Geschlechtern gleich und je nach der Artengruppe verschieden 

sei; denn die Vorderschienen des $ von Valgus fasciculatus Schh. 

(Südafrika) sind 5-, die des Q 3zähnig. 

Pygovalgus n. g. 

Anus nach hinten vorgezogen, gegen die Spitze verschmälert und 

am Ende scheinbar ausgerandet. Körper unterseits dicht anliegend 

beschuppt. 

1. P. insignis n. sp. 

Q Ausgezeichnet durch seine schöne Erscheinung, Grösse und fuchs- 
braune Färbung. Unterseite gelb bis glänzend weiss. Kopf mit 2, 
Prothorax mit 10, Flügeldecken mit 10, Propygidium mit 2, Pygidium 
mit 4 Haarbüscheln. Halsschild so lang als breit, mehrhöckerig. Auf 
den Flügeldecken sind die Schultern und die Naht schwärzlich. Tarsen 
ziemlich kurz, Vorderschienen aussen 4zähnig. — Long. 97-> lat. 5 3 / 4 mm. 

Regnum Mukenge (6° Süd.); 11.— 22. September 1881. 
2. P. glabratus n. sp. 

$ Völlig ohne Haarbüschel, nur anliegend graubraun beschuppt, 
Halsschild länger als breit, nach vorn in der Mitte der Länge nach mit 
einem von hohen Kielen eingefassten, hinten abgekürzten Kanäle, hinten 
beiderseits flachhöckerig. Eine hellgraue Makel auf jeder Flügeldecke 
hinter der Mitte braun begrenzt. Propygidium am Hinterrande jederseits 
mit büscheligen Haaren. Vorderschienen özähnig. Hintertarsen sehr 
lang, doppelt so lang als die Schienen. — Long, tfli, lat. 2 5 / 6 mm. 

Regnum Mukenge; 26. Juli — 10. September 1882. 

Comythovalgus n. g. 
(xtofivs = Büschel). 

Hierher Valgus fasciculatus Seh., plumatus Fahr., (auch Smithi 
Mac Leay'?), Oedipus Gerst. und die neue Art. Ausgezeichnet durch 
reiche und dichte Haarbüschel auf der Oberseite , kurzen gedrungenen 
Körper und ungleiche Bezahnung der Vorderschienen in beiden Ge- 
schlechtern. 

Vaterland: Süd-Central-Afrika bis Cameroons und Zanzibar. 
C. villosus n. sp. 

$ Kurz und gedrungen im Körperbau. Oben mit langen, graugelben 
Haarbüscheln: Prothorax mit 5, Flügeldecken mit 8, Propygidium und 
Pygidium mit je 2. Flügeldecken grau beschuppt, an der Basis schwarz, 
Schildchen grauweiss. Unterseits rauh behaart. Vorderschienen 
3zähnig. — Long. 5, lat. 37« mm. 

Centralafrika (Mukenge?). 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft I.J 167 



Die Vorläufer (Prototypen) der höheren Insecten- 
ordnungen im paläozoischen Zeitalter. 

Eine kurze Betrachtung von 
H. J. Kolbe. 



Wenn wir das paläozoische Zeitalter in entomologischer Hinsicht 
die Periode der Orthoptera und Neuroptera nennen, so dürfen wir die 
jetzige geologische Periode als die der Coleoptera, Lepidoptera und Hy- 
menoptera bezeichnen. Die Paläontologie hat uns einigermassen die Evi- 
denz der Thatsächlichkeit erkennen lassen, dass die ametabolen Insecten 
lange vor den metabolen aufgetreten sind. Obgleich indessen wenig 
fossile Insectenreste aus der paläozoischen Zeit erhalten sind, so ist es 
doch zu bewundern, dass uns immerhin noch eine so stattliche Reihe 
der mannigfaltigsten Formen aus dieser äussert entlegenen Urzeit der 
Erde bekannt geworden ist 1 ), und wir haben auf Grund der mannig- 
faltigen Typen Ursache anzunehmen , dass das Insectenleben schon 
damals ein reiches war, welches indessen nur aus Orthopteren, Pseudo- 
neuropteren, Neuropteren ") nebst verwandten ausgestorbenen Gruppen 
und einigen Heteropteren bestand. 

Dennoch scheint es mir Thatsache zu sein, dass der Typus der 
Coleoptera, Lepidoptera und Hymenoptera schon unter den paläozoischen 
Phylopteren wenigstens angedeutet und vorgebildet war. 

Mit Recht können wir statt der ausgestorbenen Formen die lebenden 
Nachkommen der Phylopteren mit den neotypischen Ordnungen (Coleo- 
ptera etc.) vergleichen. Die Coleoptera erinnern lebhaft an die Orthoptera und 
Forficulina: nämlich auf Grund der ähnlichen Instrumenta cibaria, des grossen, 
einen primitiven Ausbildungszustand anzeigenden Prothorax, der hornigen 
oder ledrigen Vorderflügel und der Larvenfonn. Die ruhende Puppe und 
die Differenzirung der Larven und Imagines der Coleoptera, sowie die 
vollendete Chitinisirung des Körperintegumentes der letzteren erscheinen 
nur als das Resultat der längeren Zeiträume der organischen Ausbildung. 
Wir meinen aus diesen allgemeinen Congruenzen und aus dem Ge- 



1 ) Man vergl. die verschiedenen Schriften von Heer, Scuddcr 
und Goss. 

2 ) Packard bezeichnet diese 3 Ordnungen zusammen passend als 
„Phyloptera". 



168 Kolbe: Die Vorläufer (Prototypen) der höheren 

sammteindruck deutlich zu erkennen und es nach Wahrscheinlich- 
keitsgründen für erwiesen zu halten , dass die älteren Ordnungen der 
Phyloptera die Vorbilder der Coleoptera sind, welch' letztere sich aus 
ersteren entwickelt und sich später zu dem gegenwärtigen Typus der 
Coleoptera ausgebildet haben ). 

Die Neuroptera, welche in der jetzigen Periode in den Familien 
Hemerobiidae! Chrysopidae! Myrmeleontidae! Ascalaphidae! und Tricho- 
pterai eine Reihe von auffallend schmetterlingsähnlichen Formen ent- 
halten, repräsentiren sicher theilweise die jetzt nur ärmlichen Epigonen der 
paläozoischen Urahnen: Grund genug, um zu dem Schlüsse zu gelangen, 
dass die Neuropteren während der paläozoischen Zeit ebenso oder ähn- 
lich wie jetzt die Lepidopteren zahlreich die Geßlde und Wälder der 
paläozoischen Inseln und Continente belebten. Dass sie mit grosser 
Gewissheit für die Stammformen der Lepidoptera zu halten sind, 
glauben wir aus den vielen bestehenden gegenseitigen Organisations- 
congruenzen zu erkennen. 

Die Trichoptera zeigen den Lepidopterentypus umsomehr an, 
als ihre Mundtheile auch verkümmert sind, und alle Arten den Habitus 
derselben, einige sogar eine frappante Aehnlichkeit mit Noctuiden, 
Geometriden, Pyraliden und Tineiden besitzen. Man nennt sie auch 
Wassermotten, und Unkundige halten sie für Nachtschmetterlinge. 
Ihre Lebensweise am Wasser (und der Larven im Wasser) deutet auf 
den prototypischen Zustand während der paläozoischen Zeit hin, als 
nur Inseln und sumpfreiche insulare Continente das einzige Festland 
der Erdoberfläche bildeten ; und gegenüber den heliophilen Neuropteren 
(Hemerobiidae, Chrysopidae, Myrmeleontidae) repräsentiren sie die eben- 
genannten nocturnen Lepidoptera. Auch gegenwärtig lieben es die 
Trichopteren, erst beim Sonnenuntergang und des Nachts sich von dem 
Tagesschlafe zu erheben. 

Die Verwandtschaft der Lepidoptera mit den Trichopteren, deren 
Larven zum, allergrössten Theile in Sümpfen, Lachen, Teichen und 
Bächen leben, wird noch dadurch documentirt, dass ausnahmsweise die 
Raupen einiger Species der nocturnen Lepidoptera (noch!) heutigen 
Tages im Wasser leben 2 ). Ich denke, mit Leichtigkeit kann diese 
wichtige Thatsache in die Waagschale geworfen werden. — Fritz Müller 
hat bekanntlich die Abstammung der Trichoptera von den Lepidopteren 



1 ) Die Aehnlichkeit der Staphylinidae, einer Familie der Coleoptera, 
mit den Forficulidae ist daher garnicht zufällig! 

2 ) Wahrscheinlich haben die Larven der ältesten ausgestorbenen Le- 
pidopteren viel zahlreicher im Wasser gelebt, als die der gegenwärtigen 
Periode. 



lnsectenordnungen im paläozoischen Zeitalter. 169 

vor einigen Jahren schon erläutert. H. Dewitz hat in diesem Bezug 
wichtige Beiträge geliefert. Wollten wir die Organisation der Lepidoptera 
und Trichoptera auf dem Wege der comparativen Forschung näher be- 
leuchten, so würde das interessant sein; aber ich will einfach auf die 
genannten Autoren verweisen und mich hier nur noch mit dem Hinweis 
darauf begnügen, dass von allen Insecten allein bei den Lepidopteren 
und Trichopteren (auch Panorpiden unter den Neuropteren) die Hüften 
stets der Länge nach getheilt sind und eine vordere und hintere Hälfte 
zeigen, während alle übrigen Neuropteren einfache Hüften besitzen ). 

Die Prototypen der Hymenoptera, unter denen nach Hermann 
Müller und unserm Dafürhalten die Tenthredinidae und Siricidae die 
untersten Stufen einnehmen, waren jedenfalls mit den Panorpiden 
(Neuropteren) nahe verwandt. Erstlich haben die Imagines der Ten- 
thredinidae und Panorpidae nahe Beziehungen zu einander in der Or- 
ganisation der Imagines (primitive beissende Mundwerkzeuge, ähnliche 
Flügelnervatur, ähnliehe Bildung der Thoracalringe). Noch mehr aber 
berühren sich die Larvenformen, die beiderseits raupenähnlich sind: eine 
merkwürdige isolirte Erscheinung sowohl in der Ordnung Neuroptera 
als Hymenoptera. 

Die organische Verwandtschaft der Hymenoptera, Lepidoptera und 
Neuroptera, das Vorherrschen der beiden ersten Ordnungen in der 
jetzigen und der Tertiärperiode, ihre Abwesenheit in der paläozoischen 
Periode gegenüber der damaligen Mannigfaltigkeit des Phylopteren- 
(Neuropteren-) Typus, endlich der specielle Hinweis der Hymenoptera 
auf die Panorpidae (Neuroptera) und der Lepidoptera auf die Trichoptera 
(Neuroptera): das sind so merkwürdige, vielfach begründete Thatsachen, 
dass wir nicht umhin können, diesen beiden Ordnungen einen gemein- 
samen Ursprung zu vindiciren. Es sind Anschauungen, die bei einer 
vergleichenden Betrachtung der Organisations- und Lebensverhältnisse 
und der geologischen Beweise unbedingt sich ergeben, und die, wie ich 
glaube, Berechtigung haben. Es ist eine Verknüpfung verschiedener 
Wirklichkeiten, welche unterstützt wird durch mancherlei anderweitige 
Congruenzen, wodurch die These immer mehr Boden gewinnt; und durch 
diese Vielseitigkeit des Beweismaterials kommen wir der Wahrheit näher. 

Von den noch übrigen lnsectenordnungen Hemiptera und Diptera 
scheinen die ersteren eine Beziehung zu den Orthopteren zu haben und 
eine neotypische Seitenlinie derselben zu bilden. Packard hebt die 
Verwandtschaft der Mallophaga (Hemiptera) und Physopoda (Orthoptera) 
hervor. Die paläozoischen Schichten enthalten eigenthümliche Mittelfor- 
men (Eugereon Dohrn), — Wie die Diptera sich zu anderen Ordnungen 



J ) Conf. F. Brauer „Das Segment mexliaire Latreille's p. 233. 



170 Kolhe: Die Vorläufer (Prototypen) d. höh. Insectenordn. etc. 



verhalten, ist mir noch nicht klar; sie mögen dem Stamme der Neuroptera 
entsprossen sein; und wahrscheinlich ist die Verwandtschaft der paläo- 
typischen Culiciden mit mehreren Neuropteren, z. B. den Panorpiden, 
wiederum keine zufällige. Auch Packard meint, dass sie fast aus 
demselben Stamme wie die Lepidoptera abzuleiten seien. 

Das hier folgende Diagramm soll die Abstammung der höheren, 
jetzt dominirenden Insectenordnungen von den gegenwärtig zurücktre- 
tenden paläozoischen veranschaulischen. 



Hyinenoptera, Lepidoptera. Diptera. 



Hemiptera. Coleoptera. 



Neuroptera, 
Pseudo - Neuroptera. 



Orthoptera. 
Forficularia. 
Thysannra. 



Packard bringt gleichfalls die Lepidoptera mit den Panorpidae 
in Beziehung, Nach ihm nehmen die ersteren wahrscheinlich aus dem 
gemeinsamen Stamme der Panorpidae und Trichoptera ihren Ursprung, 
wobei er auf H. Müller verweist 1 ). Bezüglich der Abstammung der 
Coleoptera glaube ich die Malacodermata als unterste Organisationsstufe 
dieser Ordnung ansehen zu müssen. Packard, der nach dem Vorgange 
von Brauer vornehmlich die Larvenorganisation in seine Betrachtungen 
über die Genealogie der Insecten zieht, hält auf Grund des Campodea- 
ähnlichen Larventypus der Carabidae und Dytiscidae diese Familien 
für die älteste Coleopterengruppe, In einer früheren Abhandlung wies 
ich auf die Beziehungen der Lycidae (Malacodermata) zu den Neuro- 
pteren hin; bei manchen Orthopteren ist die Flügelnervatur ähnlich 
wie bei den Neuropteren 2 ). Uebrigens mögen die Staphyliniden einer 
anderen der untersten Coleopterenstufen angehören. — Es scheint mir 
gegenüber Brauer und Packard den übrigen Organisationsverhält- 
nissen zu wenig Kecbnung getragen, wenn man nur oder hauptsächlich 
auf Grund der Larventypen die Stammesentwickelung der Insecten zu 
ergründen sucht. 



! ) Man vergl, zu obigen Darlegungen Packard „On the Genealogy 
of the Insects" in: American Naturalist, 1883, p. 932—945. 

) Man vergl. meine Andeutungen in diesem Bande der Zeitschrift 
p. 78 und 79. 



[Berliner Entoinolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft I.] 171 



Dipterologische Aphorismen. 

Von Dr. F. Kar seh. 



I. Wo Amphilecta Brauer zu Hause ist. 

Die Hermetiinen- Gattung Amphilecta Br. mit der einzigen Art 
Sliperba Br. (vergl. Brauer, Die Zweiflügler des Kaiserl. Mus. zu Wien, 
II, p. 65, 80—81 und 86) besitzt das Mus. Halle mit der Bezeichnung 
„Congorh". In Stein's Handbuch der Geographie, Bd. I. 4. Abth., 
findet man p. 1875 ein Congonhas do Campo und p. 1881 ein Con- 
gonhas do Sabarä mit der Angabe, dass der öfters vorkommende Orts- 
name Congonhas wahrscheinlich von dem den Paraguay-Thee liefernden 
Baume hergenommen sei, der in Brasilien Gongonha oder Congonha 
heisse. Hiermit scheint mir die Ungewissheit über die Heimath der 
genannten Fliege beseitigt; beide Orte sind in der Provinz Minas Geraes 
Brasiliens gelegen. 

Zum Ueberfluss befindet sich noch ein ganz mit Amphilecta Sli- 
perba Br. übereinstimmendes Exemplar, ein Männchen, unter No. 1980 
als „pulchella N." aus Brasilien (von Olfers) im Berliner Kgl. zoolog. 
Museum der Universität. 

II. Wo Pangonia Zig -Zag Macq. heimathet. 
Von Pangonia Zig-Zag Macq. (Dipt. exot. Snppl. 5, 1855, 
p. 20, Taf. 1, Fig. 6) erhielt das Berliner Kgl. zoologische Museum 
kürzlich zwei von J. M. Hildebrandt in Central-Madagascar gesam- 
melte Exemplare. Die Beschreibung Macquarts stimmt ziemlich über- 
ein; doch finden sich nicht 4, sondern nur 3 weisse Längslinien auf 
dem Thoraxrücken ; auch weist der Flügel basalwärts noch einen zweiten 
abgeschlossenen hyalinen Flecken auf, der auf Taf. 1 Fig. 6 nicht 
mit dargestellt ist und in der Beschreibung nicht erwähnt wird. Dem 
Macquartschen Exemplare fehlte das interessanteste Stück des ganzen 
Thieres, — der Kopf. Dieser ist sehr abgeflacht und lang gezogen 
für eine Pangonia, im Umriss von oben gesehen ziemlich dreieckig, 
die durch eine breite, schwarze, schwielige Naht getrennten Facetten- 
augen am Innenrande breit weisslich eingefasst. die Ocellen sehr deut- 
lich erkennbar. Das erste Fühlerglied ist länger als das dritte, mit 
vorn oben vorspringendem Zähnchen versehen, das zweite sehr kurz, 
gleichfalls ein vorderes oberes Zähnchen tragend. Das Endglied ist 
sehr hoch und flach, vorn schief abgestutzt und ein wenig ausgeschnitten, 
und läuft unten in einen gegliederten, ziemlich spitzen Fortsafz aus; 
die Grundglieder desselben sind schwärzlich, das längere Endglied gelb, 



172 F. Kar seh: 

die übrigen Bestandteile der Fühler schwarz. Nach allen diesen Cha- 
racteren steht die Art so isolirt in der Gattung Pangonia, dass es 
wohl gerechtfertigt ist, sie als Typus einer eigenen Gattung in An- 
spruch zu nehmen. Die Augen sind nackt, wie bei säiumtlichen von 
H. Loew (Die Dipteren-Fauna Südafrika' s 1860, p. 89) behandelten 
afrikanischen Pangonien und steht die Art durch den Besitz von Ocellen 
P. suavis H. Loew (1. c.) am nächsten. Auch hier sind die Hinter- 
raudszellen offen. 

III. Plagiocera haemorrhoa Gerst. (1872) von Mombas, 

Wanga, Sansibar = Dolichomerus nigritus Bigot (1859) 

von Madagascar. 

IV. Zu Micro styl um Macq. 

Abgesehen von der isolirten Stellung, welche Microstylum, Clli- 
pes Macq. (D. E. I. 2, p. 28—29 und Bigot, A. S. E. F. 1859, p. 425; 
vergl. H. Loew, Dipterenf. Südafrika's , p. 74 [146]) einnimmt, lassen 
sich die Microstylum- Arten sehr scharf in 2 Gruppen zerlegen, deren 
eine durch am Ende spornlose Mittelschienen ausgezeichnet ist (das 
Gros der Arten Asiens und Afrika's, sowie die Australiens und Ame- 
rika's), deren andere dagegen durch den Besitz eines kräftigen End- 
spornes der Mittelschienen auffallend genug characterisirt wird (Arten 
Madagascar's und eine Art China's). 

Ich gebe hier nur eine Unterscheidungstabelle der drei mir bekannt 
gewordenen, in die letztere der beiden Gruppen gehörenden Arten. 
Endsporn der Mittelschienen lang ausgezogen, am Ende kolbig ver- 
dickt, vollständig glatt ; Leibesfarbe schwarz, Flügel blauschwarz, 
Hinterkopf mit weissem Seitensaum und weissem Scheitel-Dreieck; 
Körperlänge gegen 40 mm.: Radamae nov. spec, Central- 
Madagascar. J. M. Hildebrandt. 
Endsporn der Mittelschienen bedornt. 

a. Endsporn mit nur zwei apicalen Dornen besetzt, gleichsam an 
der Spitze gespalten; Leibesfarbe schwarz, am Hinterleibe 
glänzend; Flügel gelb; Leibeslänge 25 mm.: Rabodae nov. 
spec, Central-Madagascar. J. M. Hildebrandt. Sehr ähnlich 
dem Microstylum capense (Wied.). 

b. Endsporn hechelartig bedornt: du W Wied. (sub. Dasypogon). 
Von China und Java. 

V. Die Celyphus des Berliner Museums. 

Borste an der Basis verdickt; Schildchen ohne Seitenrandfurche; 

kleinere Arten: A. 
Borste durchaus haarfein; Schildchen mit doppelter Seitenrandfurche; 

grössere Art: Paracelyphus hyacinthus Big. 



Dipterologische Aphorismen. 173 

A. Schildchen wenig länger als breit, viel breiter als der Thorax, der 
Halbkugelform sich nähernd: B. 

Schildchen langgestreckt, kaum breiter als der Thorax: F. 

B. Schildchen höchstens seitlich punctirt gerunzelt: C. 

Schildchen sehr grob gerunzelt mit schmalem glatten Mittellängs- 
felde: D. 

C. Schildchen seitlich punktirt gerunzelt, die Skulptur verliert sich all- 
mahlig in schwache Punktirung ohne ein abgesondertes Mittellängs- 
feld zu bilden: Aurora nov. spec, Java (?). 

Schildchen durchaus glatt, glänzend und transparent: hyalinus 
nov. spec. Ceylon (Nietner). 

D. Schildchen seitlich bis fast zur Mitte grob gerunzelt: E. 
Schildchen hinten breit glatt und völlig ungerunzelt; Farbe braun- 
gelb glänzend mit bläulichem Schimmer: lucidus nov. spec. Ceylon 
(Nietner; Mus. Colombo). 

E. Schildchen einfarbig stahlblau oder rostfarben: obtectus Dalm., 
Wied. Java (Westermann u. Hoffmannsegg). 

Schildchen bleichgelb mit dunkelbraunem basalem Seitenmakel; 
Thorax bleichgelb mit breitem braunen Mittellängsbande: signatus 
nov. spec. ßintang (Röttger). 

F. Schildchen glatt: G. 
Schildchen skulptirt : H. 

G. Borste fast bis zur Spitze verdickt, nach der Spitze zu allmälig ver- 
jüngt: scutatus Wied. Banka (Röttger). 

Borste nur wenig über die Mitte hinaus und stärker verdickt: 
cognatus nov. spec. Ceylon (Nietner). 
H. Schildchen kaum ein wenig länger als breit: anisotomoides 
nov. spec. Bengal (Nietner). 

Schildchen fast doppelt so lang als breit: Bigott nov. sp. Ceylon 
(Mus. Colombo). 
Celyphus anisotomoides ist stahlblau , C. Bigott goldgrün ge- 
färbt; C. Bigoti hat bleichgelbe Tarsen und Fühlerborsten und zwei 
gelbe Ringe an den Schienen. Die hier neu benannten Arten zeigen 
folgende Grössenverhältnisse: 

Celyphus Aurora, 6 mm. long., 4,7 mm. lat. 
„ hyalinus, 5 mm. long., 3,8 mm. lat. 

„ lucidus, 4,2 mm. long., 3,2 mm. lat. 

,, signatus, 4 — 5 mm. long., 3 — 3,8 mm. lat. 

„ cognatus, 3,7 mm. long., 2 mm. lat. 

„ anisotomoides, 2,8 mm. long., 2 mm. lat. 

„ Bigoti, 4 mm. long., 2,2 mm. lat. 

Somit sind circa 12 Arten aus Asien , 2 aus Afrika und nur je 1 
aus Amerika und Australien bekannt geworden. 



174 F. Karsch: Dipterologische Aphorismen. 

VI. Ueber Suragina Walker. 

Obwohl mir keine der drei von Walker seiner Leptidengattung 
Suragina einverleibten Arten [illucens '), signipennis 2 ) und limbata 3 )] 
aus der Anschauung bekannt ist und obwohl in der von Walker (1860) 
entworfenen Gattuugsdiagnose nichts angegeben ist, was die neue 
Gattung bestimmt von Atherix unterscheidet, so glaube ich doch, dass 
dieselbe, bisher nur im weiblichen Geschlechte beschrieben, sich auf- 
fallend von Atherix unterscheidet, wenn ich voraussetzen darf, dass 
eine in einem männlichen und einem weiblichen Exemplare im Berliner 
zoolog. Museum vorhandene Leptide aus Ceylon richtig von mir in die 
Gattung Suragina eingereiht worden ist. Abgesehen nämlich von den 
nicht scharf definirbaren , durch Walker angegebenen Charakteren: 
„pedes . . . longiusculi, sat graciles; alae. . . areola discali longissima" — 
unterscheidet sich meine Suragina von Atherix durch folgenden 
Charakter: 

Augen des g fast um die Breite des Ocellenhügels von einander 

getrennt (Ibis und marginata Fbr.) oder (crassipes Meig.) 

doch nur eine kurze Strecke der Stirn einander fast berührend; 

Augen des Q um die dreifache Breite des Ocellenhügels von 

einander getrennt bleibend: Atherix. 
Augen des (?> auf der Stirn eine längere Strecke einander fast 

berührend; Augen des Q nur um die Breite des Ocellenhügels 

getrennt: Suraginß (Wlk.) nob. 

Suragina elegans, nov. spec , $, Q. 
Schwärzlich ins Blaue, schwarz behaart, Thorax mit zwei kurzen 
weissen Längsstreifen und weiss tomentirten Seiten , Hinterleib des ($ 
am 2., 3., 4. und 5. Segment seitlich auf dem Rücken, beim Q nur am 
2. und 3. Segmente breit roth, 4. und 5. Segment mit breitem weissen Hinter- 
rande bei $ und Q ; Bauch gelbroth. Beine sehr lang, beim $ ganz 
braunschwarz, beim Q die Basis der Hinterschenkel gelb. Flügel beim $ 
graugetrübt, in der Mitte hell mit breitem unregelmässigen dunkelbraunen 
Längsbande; Flügel beim Q hell, nur die Spitze graugetrübt, die Mitte 
mit dunkelbrauner Längsbinde. Stirn des Q sammetbraun, über den 
Fühlern weiss behaart, Hinterhaupt weiss behaart, Hinterleib des $ 
hinten spitz und gegabelt, des $ flach und stumpf. 
Körperlänge; 8 — 8,8 millim. 
Vaterland: Ceylon (Nietner). 



') Walker, Journ. Proc. Linn. Soc. Zool., 1860, 4, p. 110. 

2 ) Walker, Journ. Proc. Linn. Soc. Zool., 1862, 6, p. 8. 

3 ) Osten-Sacken, Berl. Entomol. Zeitschr., 1882, 26, p. 101, Nr. IL 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft I.] 175 



Neue Milben in Bernstein. 



Von 
Dr. F. Kar sch. 



Herrn Kaufmann Kühl's reiche Sammlung von Bernstein -Ein- 
schlüssen weist auch eine Serie zum grössten Theil ausgezeichnet 
erhaltener Milben auf, deren Verzeichniss hier folgt: 

Fam. Trombidiidae. 
Trombidium clavipes Koch (103)')- 
Trombidium erassipes Menge (104). 

Farn. Erythraeidae. 
Erythraeus hirsutus Menge (107), 
Erythraeus proavus Menge (107). 

Farn. Bdellidae. 
Bdella obeonica Menge (108). 
Bdella bicineta Menge (108). 

Ausserdem ein nicht sehr deutliches Stück, wahrscheinlich auch 

Bdella bicineta Menge angehörig. 

Fam. Oribatidae. 
Nothrus convexulus Koch (109). 

"Wenn die Deutung richtig ist, so wäre Oribates convexulus 

Koch ein Nothrus. 
Nothrus Kühlt, n. sp. 
Nothrus sidcatus, n. sp. 
Nothrus punctulum, n. sp. 



') Diese wie die folgenden Nummern bedeuten die Seitenzahl in 
Berendfs Werk „Die im Bernstein befindlichen organischen Reste 
der Vorwelt," 1845-1856. I. Bd. 2. Abth.: „Die im Bernstein 
befindlichen Crustaceen, Myriapoden, Arachniden und Apteren der 
Vorwelt, bearbeitet von C. L. Koch und G. C. Berendt." 



176 



F. KarscJi: neue Milben in Bernstein. 



Kurze Charakteristik der 3 neuen Nothrus-Arten. 

Hinterleib hinten breit ausgeschnitten und mit apicalen Anhäugen 

versehen : Kühli. 
Hinterleib hinten regelmässig gerundet, ohne Anhänge: 

Hinterleibsrücken längsgefurcht: sulcatus. 

Hinterleibsrücken ohne Längsfurchung: punctulum. 





SS 



Tioi.S 



liq.l 



Diagnosen der neuen Arten. 

1. Nothrus Kühli (Fig. 1). Länge 0,7 millim. Körper langge- 
streckt, Hinterleib der ganzen Länge nach ziemlich gleich breit, hinten 
bogig der ganzen Breite nach sanft ausgeschnitten mit gerundeten 
Winkeln und jederseits vor dem Seitenwinkel mit einem gekrümmten, 
vor dem Ende keulig verdickten Anhängsel (Fig. 2) versehen. Körper- 
haut überall dicht warzig. Beine ziemlich lang, dick, an der Spitze 
beborstet. Stigmenborste kolbig (Fig. 3). 

2. Nothrus sulcatus. Länge 0,5 mm. Körper oval, Hinterleib 
vor der Mitte am breitesten, hinten zugerundet und der Anhänge ent- 
behrend, auf dem Bücken von vier Längsfurchen durchzogen, deren 
äussere bogig, deren innere mehr gerade und nach hinten convergirend 
verlaufen (Larvenhäute?) versehen. Die ganze dorsale Körperoberfläche 
mit dicht gedrängten, eingestochen vertieften Grübchen bedeckt. Beine 
frei, ziemlich schlank, die längeren Glieder basal verdünnt und dadurch 
auffallend gestielt erscheinend. Stigmenborste kolbig. 

3. Nothrus punctulum. Länge 0,4 mm. Körper kuglig, glatt, 
um die Spitze des Hinterleibes mit einzelnen steifen kurzen Borsten und 
die Beine mit zahlreichen dicken , kurzen Borsten besetzt. Stigmen- 
borste kolbig. 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft I.] 177 



Das Tracheensystem des Kopfes der Bücherlaus 
(Atropos pulsatoria L.) 

Von 
H, J. Kolbe. 



Von dem Tracheensystem der Psociden war bisher noch nichts be- 
kannt. Hier veröffentliche ich einige Aufzeichnungen nebst Abbildung, 
die ich vor einigen Jahren bei einer mikroskopischen Untersuchung der 
gelbäugigen Bücherlaus {Atropos pulsatoria L.) aufgehoben hatte. 
Die Objecte waren in Glycerin präparirt und in einem Tropfen dieser 
Flüssigkeit unter das Mikroskop gebracht. 

Hier die zugehörige, die linke Hälfte des Kopfes darstellende 
Figur nebst Erklärung. 

I. Trachea principalis inferior. 






IL 


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,, supenor. 


Ibr 


s 


n 


supraoesophagea. 


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mandibularia. 


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V) 


subfrontalis. 


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11 


a 


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antennaria. 


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i 


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interior. 


md 


11 


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labialis. 




mx 


)) 


maxillaris. 


I 


P 


)> 


palpalis. 


lbr 


95 


labralis. 



x Palpus maxillaris. 
x, Antenna. 
x„ Oculus. 
Der Verlauf der Tracheen zu den verschiedenen inneren und 
äusseren Kopforganen war grösstentheils genau zu erkennen. Jederseits 
tritt aus dem Thorax in den Kopf hinein ein durch eine kleine Commissur 
verbundenes Tracheenpaar, welches aus einem kräftigen und einem 
dünneren Hauptstamme besteht. Der grosse, kräftige Hauptstamm I 
(Trachea principalis inferior) verläuft an der Unterseite des Kopfes, der 
feinere II (Tr. principalis superior) oberwärts. Die letztere Trachee 
verzweigt sich nur an den Sehnerv und in das Innere des Auges an 
die Facetten und scheint auf dieses wichtige Kopforgan beschränkt zu 
XXVIII. Heft i. 12 



178 Kolbe: das Tracheensytem des Kopfes der Bücherlaus. 

sein. Der untere und kräftige beiderseitige Hauptstamm versorgt alle 
übrigen Organe und inneren Weichtheile. 1) Eine gerade, gegen den 
vorderen Augenrand gerichtete Trachee tbeilt sich in 2 Aeste, von 
denen der hintere und obere ss (Trachea supraoesophagea) sich an das 
Gehirn i. e. Oberschlundganglion (Ganglion supraoesophageum), der 
vordere md (Tr. mandibularia) an die Mandibelmuskeln verzweigt. 
2) Ein starker, einwärts sich abzweigender Ast verläuft nach oben und 
auswärts; er verzweigt sich dreifach, und zwar a. in eine rückwärts 
und auswärts gerichtete die seitliche Frontalgegend aufsuchende Trachee 
sf (Tr. subfrontalis), b. die zweite, lange, die Verlängerung des Primär- 
astes bildende und als Fühlertrachee in die Fühler mündende Trachee 
a (Tr. antennaria). c. die einwärts vielleicht an das Unterschlundganglion 
sich verzweigende Trachee i (Tr. anterior); 3) ein kleiner, bald hinter 
dem vorigen in die Basalgegend des Labium eindringender Ast 11 
(Tr. labialis); 4) ein dichotomischer Ast, von dem der stark veYzweigte, 
hintere mx (Tr. maxillaris) die Unterkiefer versorgt, der einfachere 
vordere p (Tr. palpalis) in die Taster mündet: 5) die aus dem Haupt- 
stamm verlängerte, und augenscheinlich zur Oberlippe, labrum, gehörige 
Trachee lt>r (Tr. labralis). 

Während bei Atropos pulsatoria die Tr. palpalis sich bis in die 
Spitze des Fühlers verlängert, reicht sie bei Hyperetes guestphalicus 
nur bis in die Basis des letzten Gliedes und die Tr. antennaria nur bis 
zum 4. Gliede des Fühlers, obgleich sie bei Atropos die Spitze erreicht. 
Bei Psocus- Arten sind die einzelnen Kopftracheen um vieles reicher 
verzweigt, namentlich der zu den Augen gehörige Hauptstamm. 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft I.] 179 



Einige seltenere Käferarten aus den Dessauischen 
Forsten a. d. Elbe und aus der Wittenberger 

Gegend. 

Von M. Quedenfeldt. 



Callisthenes reticulatus F. In einem Walde bei Seyda, Prov. Sachsen, 
unweit von Wittenberg, fand Herr Major B renn in g einige Stücke 
dieser seltenen Art in Käfergräben. 

Bembidion ßuviatile Dej. Vom verst. Lithograph Fischer beim 
Dorfe Vockerode a. E. gefunden. 

Amara strenua Zimm. Bei Coswig 1 ) am Fährhause unter Erdschollen 
und Steinen etc. 

Ahax carinatas Duftschm. Unter Steinen im Walde beim Fährhause; 
von Herrn Habelmann, mir und Anderen ziemlich liäufig dort an- 
getroffen. Die Stücke sind kleiner und schmäler, als die aus dem 
Gebirge. 

Anchomenus longiventris Mhm. An Stämmen von Haselsträuchern 
emporlaufend gesammelt; in neuester Zeit nicht wieder dort gefunden. 

Homalota volans Scriba, basicornis Rey und raviila Er. {angusti- 
collis Thoms.) siebte ich im Coswiger Walde aus herabgefallenem 
Laube im April; ebenso Philonthus addendus Sharp in 2 Exempl. 
Diese Art ist gewiss weit weniger selten , als bisher mit ihren Ver- 
wandten aus der aeneus- Gruppe verwechselt worden. 

Acheniwn liumile Nicolai. An lehmigen Stellen des Eibufers unter 
Steinen, Holzstücken nicht besonders selten. 

Stilicus fragilis Grav. Sehr einzeln ; von mir in wenigen Exemplaren 
in der Dämmerung gekäschert. 

Paederus limnophilus Er. Am Eibufer manches Jahr in grossen 
Mengen. 



') Kleine Stadt im Anhaltischen; die zwischen dieser und dem 
bekannten Orte Wörlitz bei Dessau liegenden Waldungen an der Elbe, 
mit zum Theil sehr alten Beständen an Eichen, Rüstern, Buchen etc. 
sind ein beliebtes Excursionsziel der Berliner Entomologen. 

12* 



180 M. Qaedenfelclt: einige seltenere Käfer a. d. Dess. Forsten etc. 

Stenus stigmida Er. Von Herrn Habelmann und mir im Coswiger 
Walde (nahe der Lisiere) in einem kleinen , in dem lehmigen Boden 
ausgestochenen Graben in mehreren Stücken gesammelt. Andere mir 
bekannte sichere Fundorte der seltenen Art sind noch Brandeis a. E. 
in Böhmen und Königsberg in Ost-Preussen. 

Bledius denticollis Fauv. An der Elbe nicht besonders selten. 

Pediacus depressus Herbst wurde von Hrn. Major Brenning einmal 
bei Wittenberg in grösserer Zahl in Pilzen gesammelt, die aus 
einer faulenden hölzernen Wasserleitungs- Röhre emporwucherten — 
ein Vorkommen, welches bei dieser Art bisher meines Wissens noch 
nicht beobachtet wurde und deshalb hier erwähnt sei. 

Gnorimus variabilis L. In Anzahl an blühendem Holländer (Lith. 
Fischer); lebt sonst meist im Mulme hohler Bäume. 

Anthaxia auridenta F. An Klafterholz nicht selten. 

A. manca F. Weit häufiger als die vorige; vor mehreren Jahren flog 
sie an aufgeschichtetem Klafterholz in der Nähe des Waldwärter- 
häuschens einmal in solchen Schwärmen , dass sie das Holz förmlich 
bedeckte und der Waldwärter sich danach erkundigte, was das wohl 
für eine ,, bunte Fliege" sei, die in diesem Jahre in so enormen 
Mengen aufträte. 

Dermestoides (Orthopleura) sanguinicollis F. Vor einigen Jahren 
von Herrn Dr. Thieme im Coswiger Walde an behauenen Eichen- 
stämmen, gegen die der Käfer bei Sonnenuntergang anflog, einmal 
in Anzahl gesammelt. Nach Thiemes Beobachtung hat er die Be- 
wegungen und Manieren der Lymexyloniden, insoweit das stoss- oder 
ruckweise Laufen und das Schlagen mit dem Hinterleibe bei halbge- 
öffneten Flügeldecken an diese erinnert. 

Lymexylon navale L. An abgeschlagenen Stämmen (Brenning). 

Osphya bipunctata F. (praeusta Oliv.). Von blühendem Weissdorn 
im Coswiger Walde geklopft, in den verschiedensten Varietäten. 

Magdalinus asphaltinus Germ. Von den Herren Habelmann, 
Brenning, Kläger und mir zahlreich von dürrem Ulmenreisig 
geklopft. 

Acimerus Schaff eri Laich. {Toxotus cinctus F.) 1 Ex. bei Coswig 
von Herrn Habelmann gefunden. 

Clytus antilope Zett. An abgeschlagenen Stämmen und Klafterholz 
nicht sehr selten. 

C. tropicus Panz. Seltener als der Vorige; auch von Gebüsch geklopft. 

Acanihoderes clavipes Schrank (varius F.). 1 Ex. im Coswiger 
Walde von Herrn Dr. Thieme gefunden. 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft I.] 181 



Ein Massengrab der Schizoneura corni Fbr. 



Kalten bach schildert irgendwo recht drastisch das massenhafte 
Auftreten einer kleinen Blattlaus, der Schizoneura corni Fabr.: spät 
im August und September, wenn sie Flügel bekommt, ist die Luft 
derart von ihr angefüllt, dass sie zur grossen Beschwerde der Spazier- 
gänger diesen in Nase, Mund und Augen fliegt. Einer gleichen Beob- 
achtung Rechnung tragend, mag auch C. L. Koch für dieselbe Art 
den Namen Schizoneura vagans gewählt haben. 

Die Richtigkeit dieser Beobachtungen trat mir recht lebhaft vor 
Augeu, als ich im vergangenen Spätherbst zu wiederholten Malen einen 
von Wiesen umgebenen Garten in der Peripherie der Stadt Schwerin 
in Mecklenburg nahe dem Schlosse besuchte und namentlich um die 
Mittagsstunden Milliarden dieser kleinen Schnabelthierchen in Mannes- 
höhe in der Luft schwärmend beobachtete. Sie Hessen sich schaaren- 
weise auf den Blättern der verschiedensten Sträucher eine Zeit lang 
nieder. Sie schwärmten so dicht, dass man sie massenhaft mit den 
Händen greifen konnte. Die Darstellung Kaltenbach's erschien mir 
in der That kaum übertrieben. Vielleicht trifft sie nur für Deutsch- 
land zu, denn nach Buckton tritt die Blattlaus in England minder 
individuenreich auf. 

Was mir nun bezüglich der Umgebung, in der ich mich befand, 
ganz besonders auffiel, war der Umstand, dass das massenhafte Auf- 
treten der geflügelten Form der Schizoneura corni Fbr. zeitlich mit 
der Geschlechtsreife der Mehrzahl der Radnetze webenden Spinnen zu- 
sammenfiel, in eine Zeit also, in der die Weibchen dieser Spinnen der 
reichlichsten Nahrung bedürfen und am gehässigsten sind, und ihre 
ausgedehnten Gewebe nicht mehr zwischen den Zweigen eines und des- 
selben Strauches, sondern frei in den Lüften zwischen zwei Sträuchern 
oder Bäumen, vor den weiten Eingang der Lauben u. s, w. auszu- 
spannen pflegen. In den prächtigen Geweben dieser Spinnen fanden 
die Schizoneuren ein wahres Massengrab; wenn die Kleinheit ihres 
Körpers sie nicht in die weiten Maschen der Gewebe verstricken Hess, 
so hafteten die wandernden und der Gewebe nicht achtenden Schaaren 
an den klebrigen Fäden selber fest, und ihre Muskelkraft und Energie 
reichte nicht entfernt aus, sie wieder zu befreien. Um mir einen un- 
gefähren Begriff von der Bedeutung dieser Gewebe für die Vermehrung 



182 F. Karsch: ein Massengrab d. ScMzoneura eorni Fbr. 

der Blattlaus zu bilden, breitete icb eines der besonders reich mit ihren 
Opfern besetzten Gewebe auf einem Bogen Papier aus und konnte weit 
über 500 Stücke zählen 1 ). Zumeist beachteten die Spinnen diese winzigen, 
die Architektonik ihres Hauses nicht im geringsten schädigenden Wesen 
kaum; nur wenn einmal zu lange ein neues grösseres, sich mehr loh- 
nendes Opfer ausblieb, so ergriffen sie eine Laus nach der andern und 
sogen sie aus, ohne es für der Mühe werth zu achten, sie vorher mit 
Fäden umstrickend zu fesseln. 

In jenem Garten hatten vornehmlich zwei sehr häufige Arten von 
Radspinnen ihre verticalen Fangnetze ausgespannt, die Weibchen der 
gemeinen Kreuzspinne, Epeira diademata Cl., welche in männerfeind- 
licher Einsamkeit sich mästend ihr brutales Dasein verfrisst und die 
kleineren Weibchen der Meta segmentata Cl., die man im Spätherbste 
kaum jemals ohne Gesellschaft eines friedlich mit ihr das Gewebe thei- 
lenden, oft wochenlang in Geduld ausharrenden und genügsam mit den 
Resten der Beute sich bescheidenden Männchens anzutreffen pflegt. 

Wir lernen hier also einen Synchronismus kennen, welcher jeden- 
falls für die Oekonomie der Schizoneura corni Fbr. von weittragender 
Bedeutung ist. 

Berlin, April 1884. Dr. F. Karsch. 



') Diese Blattläuse, in ein Gefäss mit Ohrwürmern {Forficida 
auricularia L.) gegeben, wurden durch dieselben von den Fäden, noch 
lebend, schnell vollständig abgeweidet. 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft I.] 183 



Description de nouvelles especes du genre 

Ischnotrachelus de Schoenherr et enumeration 

de Celles aujourd'hui connues 

par Auguste Chevrolat. 



1. I, granulicollis Boh. in Schoenh. tome 6, page 279 

2. I. modestus J. Thoms. Arcb. Eiitom. II. page 123 

3. 1. ligneus J. Thoms. loc. cit. 

4. 1. uniformis J. Thoms. loc. cit. 

5. 1. viridamis J. Thoms. loc. cit. 

6. I. dissimulator J. Thoms. loc. cit. 

7. I. cinerarius J. Thoms. loc. cit. 

8. 1. submaculatiis J. Thoms. loc. cit. 

9. 1". fastidiosus J. Thoms. loc. cit. 

10. I. aspericoüis nov. s. Ch. 

11. 1. dorsalis nov. s. Ch. 

12. 1. marginipennis nov. s. Ch. 

13. 1. scutellaris nov. s. Ch. 

14. 1. trilineatus nov. s. Ch. 

15. I. calochloris nov. s. Ch. 

16. 1. longicollis nov. s. Ch. 

17. 1. immundus nov. s. Ch. 
Le No. 1 est le type du genre et est cit(j comme communiqu^ par 

moi, les Nos, 2, 3, 4, 6, 7, 8 et 9 me sont inconnus et il faut ajouter 
h la description de Tauteur du No. 5 : corpore viridi, pedibus roseis. 
Ce genre dont une seule espece avait ete connue de Schoenherr 
parait devoir etre assez nombreux d'ans l'Afrique occidentale 1 ). 

Ischnotrachelus aspericollis nov. sp. Long, (rostro excl.) 
6, lat, l 8 /i mm. Alatus , elongatus , indumento griseo indutus, 
plaga elongata brunnea in scutello ultra medium ducta, rostro 
elongato, profunde sidcato ad partem limitato, antice emarginato, 



279. 


Senegal. 


123. 


Gabon. 


123. 


id. 


124. 


id. 


124. 


id. 


124. 


id. 


125. 


id. 


125. 


id. 


126. 


Senegal. 




Gabon. 




Afr. occ. 




Gabon. 




id. 




id. 




id. 




Old Calabar. 




Guinee. 



l ) Anmerk. Im Jahrgang 1883 d. Berl, Entom. Zeitschr. p. 27 
und 28 beschrieb ich ausserdem Ischnotrachelus inermis, abnormis, 
humilis und major, alle von Chinchoxo (Westafrika). H. J. Kolbe. 



184 • Chevrolat: Desertion de nouvelles especes 

oculis exertis, rotundis, nigris, antennis gracilibus, scapo protho- 
racem attingente; prothorace elongato, sesqui longiori latitudine, 
subgloboso, antice cylindrice truncato, postice intus emarginato, 
reflexo, supra convexo, asperato, e basi ultra medium sulcato, 
medio transversim impresso, lateribus rotundato, humeris obliquis, 
deinde parcdlelis, singidatim rotundatis, convexis, inaequaliter 
punctato-sulcatis, indumento griseo-flavido tectis, macida scutellari 
nitida, nuda; corpore infra pedibusque inermibus griseis, seg- 
mentis duobus paemdtimis brevibus, transversis. Q. 
Gabon, a D. Paris datus. 

1. dorsalis nov. sp. Long, (rostro excl.) 8, lat. 2 in in. Älatus, 
elongatus, griseo-lurido tomentosus , rostro antice paululum atte- 
nuato, emarginato, postice transversim sidcato, scapo ad ocidos 
comitato, oculis nigris; prothorace elongato, subgloboso, antice 
transversim sidcato, linea longitudinali et maculis duobus basa- 
libus singidatim eocternis nigris, scidello flavo; elytris prothorace 
duplo latioribus, humeris oblique angulatis, dein parallelis, con- 
junetim rotundatis, convexis, luridis, macula communi nigra 
tdtra medium ancoraeformi, maculis octo albis; corpore pedibus- 
que luridis, femoribus infra subangulatis . $ . 

Old Calabar, a D. Murray arnice datus. 

I. marginipennis nov. sp. Long, (rostro excl.) 9, lat. 3'A mm. 
Älatus, elongatus, albidus, margine elytrorum aeneo-limbato, pe- 
clibus griseis, rostro asperato, antice angulose emarginato; oculis 
rotundatis et clava nigris, scapo marginem anteriorem protho- 
racis superante; prothorace globoso, antice cylindrice recto, postice 
attenuato ibique transversim sulcato, granuloso; scidello nigro; 
elytris prothorace fere duplo latioribus, humeris obliquis, punc- 
tato-striatis, singidatim angulatis; corpore infra subviridi. £>. 

Africa oeeident. Je ne connais pas sa veritable patrie. 

1. scutellaris nov. sp. Long, (rostro excl.) 6, lat. 2*fc mm. 
Älatus, elongatus, aio^atus, scidello et lateribus elytrorum viridi- 
aureo nitens, infra pedibusque aureis, rostro usque ad oculos 
sulcato, coriaceo, oculis rotundatis nigris, albo-marginatis ; pro- 
thorace elongato, antice cylindrice recto, postice transversim sul- 
cato, anro sparso; elytris prothorace duplo latioribus, antice 
rede subreetangulis , singidatim subangulatis, convexiusculis, 
punetato-striatis, callosis, femoribus infra angulatis. § . 

Gabon, a D. Paris datus. 



du genre Ischnotrachelus etc. 185 

1. trilineatus nov. sp. Long, (rostro exclus.) 5, lat. l 3 / 4 mm. 
Alatus, elongatus, parallelus, convexus, indumento griseo tectus, 
rostro piano, apice paululum attenuato, emarginato, ocidis rotun- 
datis nigris, scapo post oculcs limitato; protliorace rotundato 
antice rede cylindrico, postice reßexo, linea longitudine elevato 
lineaque latercdi antice abbreviata nigris, dorso scabro; scutello 
parvo; elytris in humeris obliquis, angidatis, parallelis, eonvexis, 
conjunctim rotundatis, tenuiter punctato-striatis; corpore pedibus- 
que griseis. Q . 

Gabon, a D. Paris datus. 

/. calochloris nov. sp. Long, (rostro exclus.) 4 r 2, lät. 2 mm. 
Alatus, elongatus, indumento griseo-lurido supra tectus, infra 
viridis, rostro piano, antice attenuato, angulose emarginato, longi- 
tudine tenuiter sulcato, scabroso, ocidis exertis, rotundatis, nigris, 
scapo tenui, longo, clava elongata, acuta, fusca; proihorace elon- 
gato, rotundato, subgloboso, antice posticeque recto, marginibus 
reßexo, viridi, dorso ruguloso; elytris protliorace latioribus, hu- 
meris subangulatis, singulatim obtuse produetis, punetato-striatis ; 
corpore infra pedibusque laete viridibus. 

Gabon. 

I. longicollis nov. sp. Long, (rostro exclus.) 7, lat. 2 l fr mm. 
Alatus, elongatus, indumento lurido tectus, rostro elongato, piano, 
antice angulose emarginato, usque ad oados sulcato, ocidis nigris, 
scapo vioc marginem anteriorem superante, clava oblonga, acumi- 
nata; protliorace elongato, latitudine capitis, supra piano, antice 
posticeque recto, granuloso; scutello parvo; elytris proihorace latio- 
ribus, humeris obliquis, subangulatis, dein parallelis, singulatim 
rotundatis, eonveccis, obsolete punetato-striatis, interstitiis seriato- 
punetatis; corpore infra subviridi obscuro, pedibus luridis, puneta- 
tis, nitidis. 

Old Calabar, § Q a D. Murray, Q a D. Lethierry missus. 

I. immundus nov. sp. (rostro exclus.) 6, lat. 3 1 / 2 mm. Alatus, 
elongatus, indumento lurido tomentosus-, rostro piano, antice usque 
post oculos sulcato, ocidis exertis, rotundatis, nigris, scapo cla- 
vato ad oculos limitato, clava elongata, aueta, nigra; protliorace 
vioc longiori latitudine, globoso, antice cylindrico , postice trans- 
versim sulcato, recto, lateribus rotundato; elythris protliorace 
duplo latioribus, humeris obliquis, obtuse angidatis, dein parallelis, 
singulatim oblique truncatis et extus angidatis, longitudine eonvexis, 
anguste striatis, Stria suturali impressa; corpore pedibusque 
luridis. 

Guinee, $, 2 expl. a D. Lethierry missus. 



■MVWWw» ■ 



186 [Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft L] 

Vorläufige Mittheilung 
über ein neues, dem Gange der Naturschöpfung entlehntes 

System der Trichoptera, nebst einem Hinweise auf die 

vermuthliche Abstammung der Lepidoptera. 

Von H. J. Kolbe. 

In einigen Grnppen der Trichoptera (Leptoceridae, Serieostomidae, 
Limnophilidae und Phrypaneidae) ist im Vorderflügel der Cubitus 
po^tieus kurz vor seinem Ende in der Nähe des Fingelrandes mit der 
Gabel des unteren Astes des Cubitus anticus durch eine Querader ver- 
bunden; in anderen Gruppen (Hydroptilidae, Rhyacophilidae und Hydro- 
psychidae) fehlt diese Querader, wird aber in vielen Gattungen der- 
selben durch das von dem Cubitus posticus vor seinem Ende gebildete 
Knie oder eine entsprechende Krümmung noch in Erinnerung gebracht. 
Die Anschauung von einem solchen Verschwinden einer Flügelader 
verweist auf Adolph's Theorie und Abtheilung 1 ist demnach älter. 

Aus ferneren comparativen Betrachtungen findet man, dass in der 
älteren jener beiden Abtheilungen die Leptoceridae am ursprünglich- 
sten organisirt sind und demnach in der Subordnung Trichoptera 
auf der untersten Organisationsstufe stehen und den ersten Platz im 
System einnehmen müssen. Denn bei ihnen allein sind neben dem 
wichtigen Vorhandensein der intercubitalen Querader zugleich die 
Maxillarpalpen in beiden Geschlechtern 5-gliedrig und meist auffallend 
lang; sie stehen also dem Urtypus der Arthropoden näher, als die Seri- 
costumidae, Limnophilidae und Phryganeidae, bei denen die Maxillar- 
palpen beim $ 3 bis 4-, beim Q. 5-gliedrig und fast immer kurz sind, 
eine Differenzirung , welche diese Familien höher stellt, als die Lepto- 
ceriden. 

Der zweite Stamm, in welchem die intercubitale Querader fehlt, 
schliesst sich sogleich an die Leptoceridae an ; auch sind bei ihnen die 
Maxillarpalpen immer 5-gliedrig und lang und schlank. 

Die Lepidoptera sind von der untersten Stufe der Trichoptera 
abzuleiten, nämlich von den Leptoceridae; diese stehen den Micro- 
lepidopteren äusserst nahe, namentlich den Tineiden, und gleichen in 
ihren langfühlerigen Formen sehr den Adela- Arten, welche, spielend 
im Fluge, gesellschaftlich leben, gleich den Leptoceriden , nur jene 
in Waldlichtungen, diese am Bache. Auch sind die Raupen von Adela, 
wie die anderer Tineidengenera Sackträger, ähnlich wie bei den Tricho- 
pteren! Wie überhaupt, so nähern sich also auch die Trichopteren 
und Lepidopteren in ihren untersten Gliedern, an der Basis 
der Hauptstämme. Sicher siud diese congruirenden Verhältnisse 
keine zufällig übereinstimmende, sondern in der Staramverwandtschaft 
begründete. 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft I.] 187 



Drei neue westafrikanische Tagschmetterlinge, 

beschrieben von 
Dr. H. Deivitz. 



Pseudacraea GottbergV) n. sp.. 
Taf. I Fig. 1. 

Schwarz- und rothbraun gezeichnet. Mit Künowi Dwtz. in der 
Gestalt vollkommen übereinstimmend. Länge des Vorderflügels 0,04 m. 

Oberseite. 

Vorderflügel schwarzbraun; von der Snbcostalader verläuft bis 
zum Innenrande eine rothbraune von den schwarzen Adern durchbrochene 
Querbinde. In der Discoidalzelle der Länge nach ein tief schwarzer 
Strich; auch zeigen die Zellen je einen solchen Längsstrich. 

Hinterflügel rothbraun, an der Basis und am Saum schwarzbraun; 
die Adern und die in den Discus vom Saum aas hineintretenden Striche 
sind schwarz. 
Unterseite. 

Matter. Der Hinterflügel zeigt an seiner Basis 7 bis 8 runde, in 
2 Keihen stehende, schwarze Flecken. 

Kopf und Brust mit weissen, Hinterleib mit rothbraunen Flecken. 
Von Eurytus Hew. und Ruhania Hew. unterscheidet sich vorliegende 
Art unter Anderem durch das Fehlen der schwarzen Flecken an der 
Basis des Vorderflügels, von Künowi Dwtz. durch den Mangel der 
weissen Binde am Hinterflügel. 

Nach 1 Stück (§). Quango, v. Mechow. In der Zeit September 
bis November gefangen. 

Die Abbildung ist ein wenig vergrössert. 

Diadema Mechoiui 2 ) n. sp. 
Taf. I. Fig. 2. 

Schwarz mit weissen Zeichnungen. Vorderrand des Hinterflügels 
unterseits in breiter Ausdehnung rostfarben, wodurch sich die Art von 



') Herr Major v. Mechow hat diese Art nach Herrn General 
v. Gottberg benannt, welcher sich grosse Verdienste um die Espedition 
des erstgenannten Herrn nach dem Quango erworben hat. 

2 ) Nach Herrn Major v. Mechow, dem Entdecker der Art. 



188 S. Dewitz: drei neue westafrikan. Tac/schmetterlinge. 

Dinarcha Hew. (exot. Butt. III. Diad. t. 2. f. 7) der sie sonst nahe 
steht, auf den ersten Blick unterscheidet. Länge des Vorderflügels 0,047 m. 

Oberseite. 

Vorderflügel schwarz mit grossem weissem, in der Mitte des 
Flügels gelegenem Fleck; ein kleiner steht dicht daneben in der Discoidal- 
zelle und ein anderer an der Spitze des Flügels. 

Hinterflügel wie bei Dinarcha, doch sind die weissen Saum- 
punkte bei unserer Art nur angedeutet, während das Weiss des Flügel- 
discus eine etwas grössere Ausdehnung angenommen hat. 

Unterseite matt graubraun. Ausser den weissen Zeichnungen der 
Oberseite finden wir am Saum und au der Basis des Vorderflügels 
einige weisse oder bläuliche Flecken. Der Vorderrand des Hinterflügels 
ist in breiter Ausdehnung rostfarben. 

Nach einem Stück. Quango, v. Mechow. 

L/iptena HomeyerV) n. sp. 
Taf. I. Fig. 3. u. 3A. 

Orangegelb mit schwarzen Zeichnungen. — Länge des Vorder- 
flügels 0,02 m. 

Oberseite: Orange. Der Vorderrand des Vorderflügels zeigt am 
hinteren Ende der Discoidalzelle einen schwarzen Fleck, welcher in die 
schwärzliche Färbung des Vorderrandes übergeht. Spitze des Vorder- 
flügels mit breiter, nach dem Discus zu gezackter schwarzer Färbung. 
Franzen des Vorderfl. an der schwarzen Spitzeuzeichnung schwarz und 
gelb gescheckt, — Am Hinterflügel scheinen die schwarzen Flecken 
der Unterseite durch. 

Unterseite: Orange. Der Vorderfl. zeigt den schwarzen, am Ende 
der Discoidalzelle gelegenen Fleck, die gescheckten Franzen der Ober- 
seite und eine aus schwarzen Flecken zusammengesetzte, in einiger 
Entfernung vom Saum vom Vorderrande bis zu Ader 4 2 ) verlaufende 
Binde. — Auf dem Hiuterfl. stehen 7 schwarze Flecken; 6 davon bilden 
einen mit seiner Spitze dem Analwinkel zugekehrten Winkel; der 7te 
steht in der Nähe des Vorderrandes. Saumlinie des Hinterfl. ebenso 
wie am Vorderfl. schwarz. 

Gleicht auffallend einer Terias (Pieridae). 

Westafrika. 



') Nach Herrn Major Alexander v. Homeyer, welcher das Thier, 
wie so manche andere schöne neue Art von Westafrika mitbrachte. 
Herr Major v. Mechow erbeutete es am Quango, Dr. Buchner und 
Pogge im Innern Westafrikas. 

2 ) Bezeichnung des Geäders nach H.Sch., Systematische Bearbeitung 
der Schmett. von Europa. 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft I.J 189 



Nyctobates Mechowi, 
eine neue Species aus Westafrika, 

beschrieben von 
H. J. Kolbe. 

(Hierzu Fig. 4 auf Taf. I). 



Dieser Käfer erinnert auf den ersten Blick an Nyctobates und 
wurde mir auch von Herrn General G. Quedenfeldt als Angehöriger 
dieser Gattung mitgetheilt, obgleich er eine merkliche Sonderstellung 
gegenüber den genuinen Nyctobates- Arten einnimmt. In der That 
weicht unsere neue Art von allen bekannten Arten dieser Gattung, die 
bekanntlich düstergefärbt sind (schwarz oder braun), durch die glänzend 
himmelblaue Färbung des ganzen Körpers ab. Dazu kommen noch 
andere Verschiedenheiten, die thoilweise auf Iplithimus hinweisen. 
Z. B. ist das vom Clypeus bedeckte Labrum nur wenig sichtbar, 
der Prothorax relativ viel kleiner und der frontale Zwischenraum zwischen 
den Augen merklich schmäler. Auf Grund dieser abgesonderten Stellung 
in der Gattung Nyctobates errichte ich für die neue Art eine Unter- 
gattung und nenne dieselbe Hemerobates {rjuä^a Tag, ßaCveiv gehen). 

Der Körper von Hemerobates Mechowi ist ziemlich gewölbt und 
gestreckt, nach vorn verschmälert, nach hinten leicht erweitert, die 
Flügeldecken seitlich in der Mitte sehr leicht eingeengt. Die blaue 
Färbung der Oberseite gleicht genau der auf der Unterseite. Kopf 
und Halsschild sind fein und ziemlich dicht punetirt; letzteres ist 
breiter als lang, vorn beträchtlich, hinten nicht verengt, der Hinterrand 
gegen das Schildchen vorgezogen und beiderseits ausgeschweift. Das 
Schildchen ist rundlich dreieckig, kurz, eingedrückt, glatt und nur 
schwach punetirt. Die glänzenden Flügeldecken sind sehr regelmässig 
punetirt -gestreift, die gewölbten Zwischenräume glatt und unpunetirt. 
Die Antennen sind vom 5. Gliede an fast um das Doppelte verbreitert, 
5., 6. und 7. sägeförmig. Das Labrum sieht nur als kurzer Streif 
unter dem Clypeus hervor. 

Länge des Körpers 21 1 / 2 mm. 

Herr Major v. Mechow brachte dieses sowohl für die Systematik 
augenscheinlich interessante, als auch durch sein elegantes Exterieur 



190 Kolbe: Nyctobates 3fechoivi, eine neue Spec. a. Westafrika. 

ausgezeichnete und ihm zu Ehren benannte Coleopteron von seiner 
Expedition in das Gebiet des Quango (Kuango), eines südlichen Neben- 
flusses des Congo, heim. 

Ausser in der Sammlung des Herrn General -Major Quedenfeldt 
befindet sich die Art in l Stücke im Berliner Museum. 

Das über die beiden zoogeographisehen Reiche Amerika's sowohl, 
als auch über die äthiopische, orientalische und australische Kegion 
verbreitete Genus Nyctobates ist in Westafrika in 7, in Ostafiika in 
2 und in Madagaskar in 1 Species vertreten, während Südafrika keine 
Art zu beherbergen scheint. Die meisten Arten haben nur eine ge- 
ringe Verbreitung, die afrikanischen stehen einigen riesigen amerika- 
nischen Formen an Grösse beträchtlich nach. 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft I.] 191 



Fragmentarisches über Analogieen im Habitus 

zwischen Coleopterenspecies verschiedener 

Gattungen und Familien. 

Von 
Dr. O. Thieme. 



Jeder Entomolog weiss, dass es im Reiche der Insectenwelt ge- 
wisse habituelle Uebereinstimmungen, man möchte sagen, Täuschungs- 
versuche giebt, die dem entomologischen Auge allmählig so geläufig 
geworden sind, dass es bei ihnen kaum mehr Aufenthalt zu nehmen 
pflegt. Wer unter uns hätte es nicht erlebt, dass ein entomologischer 
Neuling sich vor dem Wespenstiche eines Clytus hütete oder dass ein 
Clerus formiearius mit Ameisen verwechselt worden wäre ! Ganz gut 
erinnern wir uns noch, wie wir selbst in den schönen Zeiten jugend- 
licher Anfängerschaft die grosse Necydalis für eine Schlupfwespe 
hielten oder die Sesien mit Hymenopteren verwechselten. Ein anderes 
Mal hatten wir die unschuldigen Syrphiden auf den Scabiosenblüthen 
für stechende Hummeln gehalten. 

Diese Erscheinungen nun der Annäherung der Arten selbst entlegener 
Familien 7 ) aneinander, welche in unserem Norden vereinzelt und gleich- 
sam als schüchterne Versuche der Natur auftreten, mehren sich in den 
warmen Ländern und es bilden sich dort meist bestimmte Färbungs- 
und Gestaltungsgruppen an jeder einzelnen Localität, die dann jedesmal, 
so zu sagen, eine gemeinsame Idee zum Ausdruck zu bringen suchen; 
derartig, dass ein geübtes und für diesbezügliche Beobachtungen 
einigermassen geschultes Auge in sehr vielen Fällen das genaue Vater- 
land der ihm vorgeführten Species aus der Analogie anderer ihm be- 
reits bekannter Arten, wenn schon aus weit entlegenen Familien, diviniren 
wird. Um Beispiele zu geben : Einen Gardbus cychrocephcihis Fairm. 
ohne Vaterlandsangabe würde man mit Leichtigkeit auf Marocco zurück- 
führen wegen der sofort in's Auge springenden habituellen Verwandt- 
schaft mit dort lebenden Arten aus der Gattung Morica Solier, mit 
denen er in der That nach den neuerdings von Hrn. Prem. -Lieutenant 



*) und Ordnungen — könnte ich hinzufügen, wenn meiner Aus- 
führung nicht eine engere Grenze gesetzt wäre. 



192 O. Thieme: Fragmentarisches über Analogieen 

Quedenfeldt gesammelten Erfahrungen immer gesellschaftlich lebt. 
Die ausgeschickten Berberknaben, welche den Carabus suchen sollten, 
hatten denn auch meist die häufigere Morica zusammengelesen und 
waren über den Eigensinn des europäischen Sammlers verwundert, dass 
zwischen zwei so gleich gebildeten Geschöpfen ein Unterschied obwalten 
sollte. Uebrigens bequemen sich auch die in Marocco vorkommenden 
Timarchaformen der in jenem Lande nun einmal üblichen Runzelung 
der Flügeldecken an. In Californien besteht, ein ähnliches Verhältniss 
zwischen den dort zahlreichen Melasomen und den Calosomen einer- 
seits, andererseits den Omusanten. Calosoma (Callisthenes Fisch.) 
Wilkesi Lee. z. B. konnte nur in diesem Lande so gerathen, weil hier 
die über alle Wege laufenden Arten aus der Gattung Elaeodes Eschh. 
zum Vorbilde dienten. Im benachbarten Hochlande von Mexico stehen 
einige Calosomen (z. B. atrovirens Sturm) zu Arten aus der Gattung 
Pashnachus (z. B. meocicanus Gray) in einem ähnlichen Verhältnisse. 
Die Welt der Antillen mit ihrem vulkanischen Boden und dem Treib- 
hausdufte, der auf den glücklichen Eilanden ruht, hat eine umfangreiche 
Gruppe so übereinstimmend in Roth und Stahlblau getauchter Käfer 
hergestellt, dass der Maler, der sie conterfeien wollte, nur zwei Farben- 
töpfe nöthig hätte. Es müsste interessant sein, die folgenden west- 
indischen Käfer auf einer und derselben Tafel farbig dargestellt zu 
sehen: Calopteron bicolor L. , aulicum Jacq. Duv., distinguendum 
Jacq. Duv., elegantulum Jacq. Duv., pectinicorne Chevrol. und mehrere 
ähnliche. Dann eine Anzahl Arten Photinus Casteln., z. B. rufas Ol. 
Von Bockkäfern: Trichous Jaegeri Chevr. , dimidiatipennis Chevr., 
Callidium biguttatum Salle; dazu mehrere Arten aus der Gattung 
Eburia Serville. Auch gehören Oedemeriden ebendahin. Cryptocepha- 
lus bicinetus Suffr., und Eücochomus thoracicus Dej. tragen ebenfalls 
Cubafarben. Sogar Leucocera apicicornis Chevr., aus einer Sippe, 
wo sonst nichts weniger als die genannte Färbung üblich ist, hat sich 
denselben Farbentönen anbequemen müssen. 

Auf den Canarien haben die Käfer, vorzugsweise die Carabiciden, 
eine Neigung zur Rundung und Verbreiterung; namentlich auch mögen 
sie das Halsschild häutig erweitern. Wer Nebria dilatata Dej. ge- 
sehen hat, wird unbedenklich auch Calathus ciliatus Woll. sammt 
acuminatus Woll. und ebenso Trechus nigroeruciatus Woll. den 
genannten atlantischen Eilanden zuweisen; und auch die drei von dort 
beschriebenen Caraben haben, soweit es ihnen möglich war, ihren Ha- 
bitus dementsprechend eingerichtet. 

Die Coleopteren des Caplandes zeigen etwas gleichartiges schon 
durch die Eigenthümlichkeit der borstigen oder büschligen Behaarung, 
die dort nicht nur in Gattungen auftritt, wo wir Derartiges zu finden 



im Habitus zwischen Coleopterenspecies etc. 193 

gewohnt sind. Der überaus prachtvolle Hadrschmuck, den die Melo- 
lonthen aus der Gattung Leontochaeta Erichs. (Sparmannia Casteln.) 
tragen, fällt vielleicht weniger auf als die Behaarung des coprophagen 
Pachysoma Aescidapius Ol. und des Dynastiden Syrichthus verus 
Burm., -welche beiden letztgenannten dann wieder unter einander in 
merkwürdigster Weise in der ganzen Erscheinung übereinstimmen 1 ). 

Die habituelle Gleichartigkeit der aus Chili kommenden Coleopteren 
ist mir immer auffallend gewesen. Dort muss Alles farbig werden, 
selbst in Gattungen, wo man sonst den Farbenschmuck nicht voraus- 
setzt, z. B. bei den Brosciden und bei einigen Dynastiden der dortigen 
Fauna; auch ist eine überwiegende Neigung zu prismatischer Farben- 
theilung zu bemerken , die bekanntlich selbst bei den Caraben aus 
Chili auftritt; ebenso trägt das hochperuanische Calosoma rufipenne 
Dej. bereits ein chilenisches Gewand. Auch der schöne Longicorne 
Cheloderus Childreni Gray konnte seine Farben nur in Chili erhalten, 
während sein eigenthümliches lyraförmiges Halsschild wieder von Acan- 
thinodera Cumingi Hope und Calocomus Desmaresti Guer. aufge- 
nommen wird. Weiter südlich an der Magellanstrasse geht Agrius 
fallaciosus Chevr. auf Raub aus; und er ist einigen Melasomaarten 
aus der Gattung Epipedonoia Solier (Callyntra Sol.), z. B. midti- 
costa Guer., mit denen er zusammen spazieren geht, so gelungen ähn- 
lich, dass selbst ein geübtes entomologisches Auge getäuscht werden 
könnte. 

Was von Insecten aus China kommt, das hat die Natur im chine- 
sischen Geschmacke gearbeitet. Denn Farbensinn und ästhetisches 
Gefühl der Menschen in jenem Lande hat in so langen Zeiten die 
Richtung nehmen müssen, die die umgebende Natur vorzeichnete; 
nichts fehlt an der Uebereinstimmung bis zum Lack herunter, welcher 
den Flügeldecken der Euchlora- und Mimelaarten das glänzende Tief- 
grün giebt. 

In ähnlicher Weise Hessen sich noch gehäufte Beispiele habitueller 
Gleichartigkeit vorführen, die zum Theil vereinzelt vorkommen, meist 
indess zu localen Gruppen zusammentreten in der Art, dass gewisse 
Localitäten oder klimatische Lagen ein übereinstimmendes Gepräge 



l ) Ich füge hinzu, dass Eucranium arachnoides Brülle aus den 
Grassteppen des gegenüber liegenden Erdtheiles einem afrikanischen 
Pachysoma so ähnlich ist , dass es fast wie eine kleinere Wiederho- 
lung desselben erscheint. Es ist dies darum bemerkenswert!] , weil die 
weiten Ebenen der argentinischen Republik auch sonst mannigfache 
Wiederholungen des Characters des Oranjegebietes zeigen. Dort lebt 
auch der amerikanische Repräsentant des Strausses (Rhea cunericanaj. 
XXVIII. Heft i. 13 



194 O. Ihieme: Fragmentarisches über Analogieea 

tragen. Dann pflegt immer eine Gattung oder eine Familie, wohl die 
individuenreichste, im Mittelpunkte zu stehen und um sie gruppiren 
sich andere Gattungen, die die Neigung verrathen, der centralen ähn- 
lich zu werden und deren Aehnlichkeit unter einander mit dem Umwege 
über den gemeinschaftlichen Mittelpunkt am leichtesten verständlich 
wird. Am auffallendsten und überraschendsten sind mir diese Erschei- 
nungen in der mittleren Lage der Cordillere von Colombien entgegen- 
getreten, in der sogenannten Terra templada des Landes. Dort, wo 
die Eiche grünt und die Urwaldbäume mit Farrenkräutern und schma- 
rotzenden Moosflechten oft bis zur Abenteuerlichkeit überladen sind, 
die in Nässe und Wolkenmeer wuchern , hat die reinere Luft Insecten- 
formen gezeitigt, welche zu den schönsten der Tropen überhaupt ge- 
hören. Denn nicht das heisse, sondern das mittlere Land bringt 
durchschnittlich, die prächtigen und merkwürdigen Gestalten zu Wege; 
und das Beste von dem, was in unseren Sammlungen gewöhnlich mit 
der Vaterlandsangabe ,. Bogota" sich befindet, ist weder der kaltkahlen 
Hochebene der Hauptstadt, die entomologisch arm zu nennen ist, noch 
auch dem Tieflande der grossen Ströme entnommen, sondern es ist in 
den glücklichen Strichen gesammelt, welche die Natur durch eine stets 
gleichmässige Temperatur von 18 — 28 ° C. ausgezeichnet hat. Dort 
nun — meinem Gedächtniss schwebt vor Allem der herrliche und be- 
queme Sammelplatz Aguas largas vor, auf der Route vom Magdalenen- 
strom zur Hauptstadt, der entomologischen Reisenden in Colombien 
nicht genug empfohlen werden kann — hat sich vor anderen die Fa- 
milie der Lyciden zu einer besonderen Schönheit entfaltet. Die stark 
genetzten stahlblauen Arten der Gattung Calopteron Guerin, die die 
goldgelbe Querbinde tragen oder deren Flügeldecken in Goldgelb en- 
digen (z. B. eoccellens Kirsch, cyaneum Erichs., flavicauda Kirsch, 
elongatum Bourgois), sind sämmtlich, untermengt mit zahlreichen Arten, 
welche die übliche gelbliche Lycidenfärbung mit schwarzer Fleckung 
zeigen, in jenen Theilen der Cordillere zu Hause. Lyciden nun haben, 
wie es scheint, überall besonderen Anlass zu Nachahmungsversuchen 
gegeben. Ich erinnere an die afrikanische Cerambycidengattung Am- 
phidesmus Servüle 1 ), die mit den grossen Lycusformen desselben 
Himmels so auffallend liebäugelt oder an die niedliche Gattung Ero- 
schema Pascoe des fünften Welttheiles, die wieder offenbar gern mit 
der australischen Lycidengattung Porrostoma Casteln. verwechselt 



l ) Meine Sammlung besitzt einen Amphidesmus aus dem Ashante- 
lande, welcher einem Lycus constrictus Fähr, zum Verwechseln ähn- 
lich sieht. 



im Habitus zwischen Coleopterenspecies etc. 195 

werden möchte 1 )- Auch aus dem Himalaya besitzt meine Sammlung 
Cerambyciden, die wie Lyciden gebildet sind. 

So geben denn auch hier in Colombien die Lyciden einen Mittel- 
punkt ab für zahlreiche Aehnlichkeiten aus den verschiedensten Fa- 
milien. Zunächst sind es Bockkäfer, die sich den Lycusformen anbe- 
quemen. Man denke an die Gattungen Pteroplatus Buquet und 
Lycidola Thoms. Diese abweichenden und oft erstaunlichen Bildungen 
sind nur aus der jedesmaligen Lycusform zu verstehen, welcher sie in 
der Stille des Urwaldes Gesellschaft leisten. Wie es scheint, bringt 
die Natur die genannten Thiere in nur spärlicher Individuenzahl hervor 
und das Material der königl. Sammlung zusammengethan mit dem 
meiner eigenen Sammlung gestattet keinen grossen Ueberblick. Aber 
ich bin überzeugt, dass jede neuentdeckte Species aus den genannten 
Gattungen sich entweder einem schon bekannten Lyciden gesellen wird, 
oder wir dürfen diesen von der Zukunft noch fordern 2 ). 

Von einer anderen Seite her rühren die Cleriden mit mehrfachen 
Analogieen an die Lyciden an. Pelonium trifasciatum Casteln. ist 
als äusserst gelungenes Conterfei von Dictyoptera eximia Dej. zu 
betrachten 3 ), während die Gattungen Platynoptera Chevr. und Ichnea 
Spin, wohl in allen ihren Arten Lycusnachbildungen bieten. Wie sehr 
Ancholaemus lyciformis Gerst. und Homalocerus lyciformis Germ. 
an die Lycusfamilie erinnern, ist schon durch ihre Benennung ausge- 
drückt. Nach einer noch anderen Richtung hin findet wieder eine ganze 
Gruppe von Telephoriden aus der Gattung Callianthia Dej. (Chauli- 
ognathus Hentz) erst durch das Gewand der mit ihnen gesellschaftlich 
lebenden Lyciden ihre Erklärung. Es sind dies Nachbildungen von 
zum Theil hoher Vollendung. Aus Colombien besitzt meine Sammlung 
eine Anzahl Arten , die sich an gewisse Calopteronformen mit gleich- 



1 ) Als dritter drängt sich in diesen Bund der Oedemeride Pseudo- 
lycus haemopterus Guer., ebenfalls ein Antipode vom Festlande 
Australien. Und wer will, wird auch Palaestra rubripennis Casteln. 
hierher rechnen dürfen, die offenbar den besten Willen zeigt, soweit 
dies bei einer Cantharide thunlich ist, an der Aehnlichkeit mit den 
Porrostomaarten Theil zu nehmen. 

2 ) Auch die südamerikanischen Cerambycidengattungen Carterica 
Thoms., z. B. mucronata Ol., und Euryptera Serville, z. B. lyci- 
formis Pascoe, gehören hierher. 

3 ) An diese zwei schliesst sich wieder Pteroplatus variabilis 
Salle genau an; und wenn ihn Salle variabilis genannt hat, so dürfte 
die Veränderlichkeit aus der jedesmaligen Färbung der betreffenden 
Lycidenspecies zu erklären sein, mit der er zusammen betroffen wird. 

13* 



191 J" l mxentaru Ajio.J> 

breiten Flügeldecken, wie delicatum Kirsch, laetum Kirsch aufs Engsie 
anschliessen: während wieder der obere Amazonenstrom Callianthiaarten 
liefert, bei denen durch starke Verbreiterung des hinteren Theiles der 
Flügeldecken der typischen Gestaltung der Telephoriden förmlich Ge- 

angethan ist. nur damit die Analogie der in jenen Gegenden, 
lebenden stark verbreiterten Calopteronarten. z. B. Sirratum L. her- 
• erden konnte*.». Das von Dr. Hanel in jüngster Zeit aus 
Fewas am oberen Amazon enstrome gelieferte Material enthielt u. a. 
auch für diese Erscheinung neue und sehr interessante Belege. 

\;'. :.:-• met Coleopter-:. _ _ Erwähnung gethan wer- 

den, welche in den genannten Ländern ebenfalls zu den Lyciden in 
einem räthselhaften Verhaltnisse der Annäherung steht: ich meine die 
zu den Galler-: ..".-._ -rehörige Gatto-. v . atiza Blanchard. Jede 
einzelne Art giebt hie: teänt, einen Pendant ab zu einer 

d kleineren und unscheinbareren) Lycidenspecies, mit der sie nach 
den von mir selbst z. B. auf dem Isthmus von Panama gesammelten 
Erfahrungen gemeinschaftlich angetroffen wird. Ich : - . _zu. dass 
sich hierzu auch Haitieiden meiner Sammlung gesellen, die ich nicht 
zu determiniren vermag. Uebrigens neigen in vereinzelten Fällen sogar 

riden zu den Lyciden hinüber, eine im Allgemeinen gewiss starre 
und ■ - :.ielbare Gestaltung. Auch eine 2 . .zahl Hispiden, 

z. B. Ck I umb. s M ' ' Chevr. zeigen die Färbung ge- 

: Calopteronarten : und auch ihre den Hispaarten der alten Veit 
nicht geläufige Neigung zur Verbreiterung der hinteren Hälfte der 
£6n dürfte dem Vorbilde der amerikanischem Ly;iden ent- 
nommen sein. Schliesslich giebt es auch eine Anzahl südamerikanischer 
Oedemeriden, die hierher gehören. 

5c seil ii - - ~ -- ~.~ auszuführen versuchten, gerade die L 
auf die habituelle Gestaltung der verschieden st en ..gen eine 

besondere Anziehungskraft geübt zu haben. Andere Gruppen gegen- 
tiger 1 r.eintracht sind dagegen wieder von ihnen gänzlich un- 

abhängig. Wir denken £n die Gattungen Epüackna Chevr.. I> 
phora Dbg.. NiHo Latr. . die geg g und dann wieder mit vielen 

Erotyliden und sogar einzelnen Cassiden vielfache Uebereinstimmungen 
aufweisen. Als ich zum erstenmale die schöne Doryphora epüackri 

von Büschen bei Aguas largas klopfte, an derselben Localität, wo 
die:; " ; rm der Epilockna Pi X : FSol - :hsen 

sehr häufig ist. glaubte ich im ersten Augenblicke eine niedliche Varietät 



Allel 7 ." ilO'i'OJX '.' _ :...-.. -form und 

dürfte etwa hier in den Bing einzureihen sein, wo sich Calopteron und 
die verbreiterten Telephoriden berühren. 



im Habitus zwischen Co&eopterenspecies etc. 197 

der genannten sehr wandelbaren Epilachnaart vor mir zu haben. 
Und vergleiche ich dann wieder die von Erichs on aus Chanchamayo! 
also ebenfalls aus der terra templada der Cordillere, beschriebenen 
Doryphoraarten mit den Epilachnen, die aus der gleichen Gegend von 
Innerperu stammen, so treten auch hier mehr oder weniger deutliche 
Analogieen zu Tage. Doryphora amliaua Erichs, und rdgrolmeata 
Erichs, weisen deutlich auf eine Gruppe von Epilachnen hin/ wo vdata 
Erichs., cacica Guer., dorsigera Erich*., discolor Erichs, und mehrere 
jenen Doryphoren noch ähnlichere stehen, zu denen mir leider die 
>amen fehlen. Ebenso verhält sich Doryphora rantholoma Stähl 
und notaücoUis Stähl zu den Epilachnaarten, die mit diesen Dorvphoren 
aus^ Blumenau unseren Sammlungen zuzukommen pflegen, "nämlich 
albicinrta Germ, clandestina Muls.. circumcincta Muls. Dorvphora 
IhnbaUpennis Stähl und sticticeps Stahl erstreben dagegen "wieder 
eine Aehnlichkeit mit Bpüachna humeralis Latr., die als Varietät zu 
Proteus Guer. genommen zu werden pflegt; und nach einer anderen 
Bichtung hin nähert sie sich gewissen Erotyliden, wie z. B. AegÜkuS 
mgrocinctus Erichs. Schliesslich muss hier noch der Uebereinstimmung 
von Doryphora cassidea Erichs, mit der Casside Omaspides specularü 
Erichs, gedacht werden, die beide ebenfalls aus Chanchamayo stammen 
dem grossen Brutheerde für imitatorische Bildungen. 

Wie sich von einer anderen Seite her wieder die Xilioarten dem 
Aussehen der Epilachnen nähern, darauf ist von Gerstäck er ') hin- 
gewiesen worden: mehr jedoch drängen sie sich in die Analogie der zu 
den Erotyliden gehörenden Gattung AegUhus F., in deren Gesellschaft 
sie oft angetroffen werden.-) 

Wenn wir nun einmal bei den Erotyliden angelangt sind, so darf 
nicht vergessen werden, dass gerade sie den Mittelpunkt für zahlreiche 
Nachahmungsversuche zu bilden scheinen; Xachahmungsversuche, die 
fast ausnahmslos von den Käfern augestellt werden, die mit jenen 
Schlemmern an einer Tafel schmausen. Pilzfressende Käfer sind in 
das bunte Gewand der Harlekine gekleidet. Schon die Diaperis, 

l ) Gers tack er: Scepartus und Phylloeyrtus. zwei käferähnliche 
Gryllodengattungen etc. Stett. entom. Zeitung 1862. Dort ist auf 
einige der hier aufgeführten Analogien bereits hingewiesen. 

") Xilioarten leben an modernden Stämmen, mit der plattgeschnittenen 
Unterseite am Moder festklebend. Sie erinnern sehr " an unseren 
Thy malus limbatus F.. sind im Leben wie dieser mit einem schimm- 
ligen Ueberzuge versehen und fallen, wenn sie gestört werden, trag in 
die untergehaltene Hand. Ob ihre heutige Stellung im Systeme richtig 
sein kann, ist mir sehr fraglich geworden. 



I - 7~ .:■: :•;• F ' - ' • 

Oxvpom= . \ _ - " ." ~ . . - : _ .rinnern in 

ihrer Färbung an die bunte: 7. -. _-. aÜM s a Wi ier; bunter noch 
und farbenprs s - ier tro- 

_ - : ::hnung und in der 

eigenthümiLLen Zusammenstelle nj iex Farbe -.-an bunte 

"... Z-. .'-:: :.r z-.iz:-'- V..'.::.: fr:: r.:r: >. :.::-. .:: : -.-? k:::::: 

-:hon lau: mehr überraschend, dass ein Laie frag! 

wohl giftig jeien. W;lz man nun in den Urwäldern einen grossen Baum- 
-. ..-:r_r. £■. ".-- ■ .- ':-: .- r_ ::c: ^ :: £ :■:: er Fa I ist ; bevölkern 
ihn ausser der Ei and Endomy ... iie wir dort vermutheten, 

gemeiniglich & a . rhanpt in den 

.-■ . "L-.-.L-.- z _ f: ~- :. v : : _ k.er: . r . : £-.: . V. '.: 7; . :■ = ;.:■: . 

sie ausser an den vorgestreckten II - e allen .. 

■ bontfar. _ • ab Piiz- 

■ .. - und _E 

j. .':" :..:- -5 5: ;.: ::_ . . ; "..-; :.;"_. Livree ier Erotyfidea- 
gatrung PrioUlus Hope: und dann wieder Lii elegans Mann erh 

lea Z:nzr-? inten gleichen! Febr.. • - i nach m 
Erfahrungen auch er und mehrer S 

z. B. Sehauini Chaud. i ilamerika, erscheinen dementsprechend 

im bunten K Bück auf die Gattung F' 

-;h., die sich in demselben Sammelk 
von vornherein überzeug Z renthümlichkeit dem Vorbilde 

gewisse! j "lafressex :"niden aus dem inc:- 

Archipele verdanken wird; und wirklich erscheint big ■ ia '.Tötung 
F - __..-:_£:. Wälder 



") Erst in der terra templada und n ' : man 

wieder - rabieiden im heissen 

Klima vorkomm meist hoch in den BläHcr^r.: Alle Lebien, 

----...: A _: - -i: C:".p : £t=i— -en £.. v. icn im LeiiSf:. Li:.:; .:. 
den Schirm; nicht zu reden von ia -"i-ag: denn 

diese flink en Thierehen springen und fliegen leichtbeschwingt von Blatt 
: -:hen. 

Man könnte den Satz aufstellen: Die Inseetenfaana eaftriekcH ;.eh in 
de» Tropen über dem Boden, bei uns sh ic den Boden und in den 

arktischen R egio nen raht sie unter dem Boden. Ufertinezc unterliegen 

- '- : - F - :-; . zudoir 

and Stfnognatkus Chaud. zeigen, auch ob: rrock 

: "r:.r :.::: :.-. r .. : r _• _ -_; [■!:._- :_- : ... z :-.••- =ir - *r :n~ Jammer. 






im Habitus zwischen Ooleopterenspeciei etc. : 

bewohnt, wie aus einem Metall gegossen. Betrachten wir dann wieder 
die Gestalten der Eumorphusgattung mit dem häutigen Schüsselrande 
um die Flügeldecken. so wird es uns auf eir.mal kiar~ warum die merk- 
würdige Gattung Mormolyee Hagenb. so ganz aus jeder Aehnlichkeit 
mit dem sie im System umgebenden Gattungen heraustreten nun 
denn auch sie wandelt langbeinig an der Unterseite grosser Pilze und 
hat dort Zeit genug den Körperbau jener Endomycbiden zu stadiren. : | 
In der Gemeinschaft nun aber jener Pilzfre-er in den Urwäldern 
Süd-Americas finden sich recht oft noch andere Arte: . den 

heimischen Erfahrungen ausgehend, dort am letzten g aben 

würden. Zunächst sind es wieder Chrysomeliden aus der Gattung Dory- 
phora, welche es lieben, sich beim Pilzschmause als Gäste einzufinden. 
Ich fand einst in einem Baumsehwamme in den Niederungen des Magda- 
lenenstroms eine Anzahl von dem schönen Erohfius iaeniatus I I 
und ^ diesem gesellt in geringerer Menge eine (wie ich glaube i 
schriebenei Doryphora. die diesem Erotyius in der sorgfältigsten V, 
nachgebildet ist, derart, dass ausser den gelben Wellenzeichnungen sogar 
der rothe Fleck am Ende der Flügeldecken aufs Getreueste copin "er- 
scheint. Hat man aber einmal diesen Einblick gewonnen, so ist es 
nunmehr leicht geworden, sich die auffallenden und so vielfach aus 
dem Character der Chrysomeliden heraustretenden Färbungen vi 
Doryphoraarten zu erklären. Sie erborgen eben ihr Kleid von den 
Erotyliden. mit denen sie zu Tische sitzen. Doryphora andata, Stahl 
und aurantiacomaculata Blanch. gesellen sich zn Erotyius ineertus 
Lac., pipantti'* L. und latus F.. während Doryphora tar- 

salis Stähl wieder offenbar an die blassrothen Coccimorphusarten. 
Doryphora zonata Germ, dagegen an Homoeotdus f P. er- 

innert Doryphora superba Perty aber und tesi Stab] eifern der 

Gattung Scaphi phus Hope nach, deren an Feuersalamander 

erinnernde Färbung ihnen zu gefallen scheint''. 



'i Thyreopterus guttiger Schaum, welcher mit den genannten 
Arten ein gemeinsames Vaterland hat. trägt ebenfalls den Chara 
des Pilzbewohners und die lappigen Vorderwinkel des Halsschildes und 
der angedeutete häutige Rand an den Flügeldecken sind Beweis genug, 
dass ihm die Eumorphusgattung nicht ganz unbekannt ist 

Diejenigen Doryphoraarten dürften Mycophagen sein, deren 
Halsschiid wie bei histrio OL, difr . ' - Stahl und vielen anderen 
breit, ohne Wölbung und vorn nicht verschmäier: erseheint, während 
z. B. pyrrhoptera Germ., cincta -:1hl, 

corust ?Sl in] und alle diesen ähnliche entschiedene Phytopbagen sind. 



200 O. Thieme: Fragmentarisches über Analogieen 

Doch noch andere buntfarbige Gestalten fallen in den untergehal- 
tenen Koscher. Ich meine die Gattungen Spheniscus Kirby und 
Pyanisia Casteln., nach unserem System zu den Tenebrioniden ge- 
hörig. Augenscheinlich nähert sich Pyanisia undata F. der Färbung 
mehrerer Arten aus den Gattungen Pselaphacus Percheron und Ischy- 
7*us Lac; Pyanisia hieroglyphica Perty hingegen mit der so eigen- 
thümlichen Zeichnung von gereihten Kreisen ruft uns sofort das Bild 
einiger Arten aus der Gattung Morphoides Hope (Iphiclus Chevr.) 
vor die Seele, wie z. B. sedecimmaculatus Bncq. Uebrigens ist auch 
Doryphora quatuordecimmacidata Perty in ein sehr ähnliches Ge- 
wand gekleidet und dürfte darum wohl auch an Pilzen leben. Bei der 
Gattung Spheniscus erinnert Alles, Form und Farbe, an Er otylus F.; 
selbst die bucklige Schildkrötengestalt ist nachgebildet. Sehr interes- 
sant sind in dieser Beziehung vorzugsweise etliche Arten, die Thamm 
aus Chanchamayo mitgebracht hat. Auch die Helopidengattung Cypho- 
notus Guer. aus Chili ahmt die Erotylusgestalt nach. 

Hierher gehört nun endlich auch der besondere und eigenartige 
Farbenschmuck, welcher die Coccinellengattungeu Seladia Muls. und 
Macaria Muls. vor allen anderen ihres gleichen auszeichnet. Dass 
diese Coccinellen sich in Schwämmen aufhalten, lehrt der erste Augen- 
schein; zudem deuten einige der Speciesnamen darauf hin. {Macaria 
erotyloides Gu6r., endomycha Muls., Seladia, fungicola Germar i. 1.) 
Es wirkt geradezu überraschend, wenn man Seladia Erato Muls. mit 
der pilzfressenden Lia albosinuata Perty zusammenbringt. Macaria 
Josephinae Crotch berührt sich dagegen wieder in offenbarster Weise 
mit den Iphiclusarten, z. B. mit dem obengenannten sedechnmacidatus 
Bucqu. Auch mehreren anderen Arten aus der Gattung HabrodactyluS 
Lacord. (Morphoides Hope) gleicht sie und zeigt ebenso mit Eurycoleus 
poecilopterus Bucqu. im Habitus manches Verwandte. 

Den Schluss mögen folgende Andeutungen machen: Die ganz? 
Gattung Statira Servillc hat Berührung mit den kleinen glänzenden 
Carabiciden , mit denen sie zusammen im dürren Reisig der Büsche 
zu hocken pflegt 1 ). Colpodes-, Agra-, Calleida- und Statiraartcn fallen 
oft gleichzeitig in den Schirm und jedesmal ist ein übereinstimmender 
Charakter der Localität bemerkbar. In der sogenannten Catuche bei 
Caracas, der überaus käferreichen Gebirgsschlucht, welche die Stadt 
mit Trinkwasser versorgt, klopfte ich regelmässig die kleine Lebia 



') Die Statiraarten sind äusserst behende Thierchen, welche nach 
Art einer Allecula durch die Finger gleiten, sich flink kopfüber wälzend. 
Mit einer Lagria haben sie im Leben wenigstens nicht viel gemein. 



im Habitus zwischen Coleopterenspecies etc. 201 

X-nigrum Pntz. mit Statira oculata 1 ) zusammen von den über- 
hangenden Büschen ab. Auffallender noch ist die Uebereinstimmung von 
Statira gemmifera Makl. mit Agra gemmata Klug, und cancellata 
Dej. Man vergleiche ferner: Clytus olivaceus Lap. et Gory und 
sericeus Perty mit Colobothea histrio Perty und diese wieder mit der 
Ameisengattung Camponotus Mayr. Die Genannten irren gemein- 
schaftlich in dürren Reisighaufen im Urwalde. Die Gattung Acropteron 
Perty liefert Nachbildungen der Languriaform. Man vergl. z. B. lineare 
Mäkl. mit kleineren Stücken von Languria latipes Saund. Acropteron 
und Languria leben gemeinschaftlich an modrigem Reisig. Die Rüssel- 
käfergattung Oxycorynus Chevr. erklärt sich aus dem Habitus von 
Uloma Redtenb. Wahrscheinlich ist also ihr Aufenthalt unter Rinden. 
Crioceriden spielen gern nach denjenigen Arten aus der Gattung 
Diabrotica Chevr. hinüber, mit denen sie den Fundort tbeilen. Der, 
wie es scheint, seltene Crioceride Homalopterus tristis Pertz, welcher 
bei Blumenau in Brasilien vorkommt, hat vollständig den Habitus der 
Cerambyciden aus der eben dort sehr häufigen Gattung Spathoptera 
Serville angenommen. Hierher gehört auch Homalocerus nigripennis 
Hope, aus derselben imitatorischen Gattung, aus der wir schon oben 
den lycusartigen Homalocerus lyciformis Germ, kennen lernten. 
Tropidosoma Perty ist eine auffallend gebildete Cerambycidengattung, 
die ihre Erklärung nur aus den grossen Lampyriden aus den Gattungen 
Liamprocera Casteln., Hyas Casteln. findet. Ebenso erklärt sich die 
Gattung Ctenodes Oliv, durch die Hispidengattung Cephalodonta Baly, 
z. B. Spinipes F. Die Rüsselkäfergattungen der alten Welt: Hippo- 
rhina Schönh. und Brachycerus F. zeigen deutlich, dass sie in Län- 
dern leben, wo auch die Arten aus der Gattung Sepidium F. im Sande 
laufen. Endlich lassen die prächtigen Bockkäfer aus der Philippinen- 
gattung Aprophata Pascoe keinen Zweifel übrig, dass sie den Pachy- 
rhynchen und der Gattung Aleides Schönh, zu Liebe ein so ab- 
weichendes Kleid tragen. 



Hiermit möchte ich meine Aufzählungen schliessen, obgleich ich 
mir bewusst bin, in ihnen nur etwas Fragmentarisches und durchaus 
wenig Erschöpfendes geboten zu haben. Denn auf Schritt und Tritt 
begegnen uns, namentlich wenn erst das Auge für derartige Wahrneh- 
mungen empfänglich geworden ist, in der Natur die geistigen Momente, 



l ) Ich kann leider auch hier nur den Berliner Museums Namen 
geben. 



202 O. Thieme: Fragmentarisches über Analogieen etc. 

welche hinter der Welt der Erscheinungen liegen. Wir werden hier- 
durch dem einen grossen Gedanken näher geführt, den die Naturwis- 
senschaft noch nicht erfasst hat, den sie aber sucht und ahnt. Ueberall 
ist Seele, Sehnen und Leben, wo wir sonst nur todte Materie wahrzu- 
nehmen glaubten. Ziel und Wille ist Alles, Materie ist Schein und ver- 
worrenes Bild. Derselbe geistige Funke, der die Atome tanzen lehrt 
und sie in die ersten Crystalle zwingt, ist auch in der Kerfenseele 
lebendig und weiss im langen Laufe der Zeiten und in der stillen 
Fortentwicklung der Geschlechter die Vorstellung zum Ausdruck zu 
bringen, wie sie in geheimnissvoller Weise und allem Verstände der 
Verständigen zum Trotz noch heute auf den Foetus einzuwirken ver- 
steht. Nimmer werden wir ohne den lebendigen und bildenden Geist 
fertig und hier wie mitunter anderwärts wäre es der modernen Natur- 
wissenschaft zu gönnen, dass sie sich ein wenig mehr mit dem philo- 
sophischen Gedanken befreunden möchte, ohne den kein Bau möglich 
ist und die Steine verloren umherliegen. 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft I.] 203 



Neue Rhopalocera 

von Eduard G. Ronrath. 
Taf. II— VII. 



A. Von den Philippinen. 

Von den verschiedenen Localitäten, an welchen die Herren Dr. Alex. 
Schadenberg und Otto Koch in den Jahren 1876 — 79 und dann 
wieder von 1881 bis Herbst 1882 auf den Philippinen gesammelt haben, 
erwies sich Sibulan für Lepidopteren entschieden als die interessanteste. 

Die Bagobo-Rancherie 1 ) Sibulan liegt 3000' hoch im Süden der 
Insel Mindanao, 6,75° nördl. Br. (Sn. Fernando) in den Vorbergen 
des Vulcans Apo, des höchsten Berges des Archipels (dessen höchste 
Spitze von den Reisenden durch zweimalige Besteigung auf 10,000' 
festgestellt wurde). Sibulan wird vom Baracatan bespült, einem Neben- 
flusse des sich in's Meer ergiessenden Flusses Sibulan, Die Gegend 
ist gebirgig und das meiste Terrain mit herrlichem Urwald bedeckt, 
der hier und da grosse Lichtungen von sehr hohem Grase in sich birgt. 
Während der 6 Monate, welche die Reisenden dort verbrachten, waren 
Regen und starke Winde vorherrschend, welchem Umstände es auch 
zuzuschreiben ist, dass die Ausbeute weniger reichhaltig und in mangel- 
hafter Beschaffenheit ausfiel. 

Da Herr Georg Semper in seinem in Vorbereitung befindlichen 
Werke über die Lepidopteren-Fauna der Philippinen die Ausbeute der 
genannten Sammler eingehend zu behandeln gedenkt, so beschränke 
ich mich darauf, von wichtigern Sammelergebnissen bei Sibulan neben 
den weiterhin besprochenen neuen Arten nur noch zu nennen: Papilio 
Ideoides Hew. (2 $ $ , wovon das alleinige unversehrte Stück in meiner 
Sammlung), Antonio Hew., Phegeus Hopff., Semperi Feld.; Delias 
Diaphana Semp. § Q (wovon das Q bisher noch unbekannt war), 
Ideopsis Glaphyra Semp., Zethera Hestioides Feld., Pty Chandra 
Schadenbergi Semp. in litteris, Chronic Leucis Feld., Melanitis 
Beza Hew., Charaxes Antonius Semp. etc. 



') Rancherie bedeutet eine Niederlassung von einer Anzahl Familien, 
welche unter einem kleinen Herrscher (Häuptling) sich zu einer Art 
Gemeinde zusammengethan haben. 



204 F. G. Honrath: 

Prothoe Semperi Honrath. 
Taf. II. Fig. 1, la. 

Sibulan (Mindanao). 

Diese Prothoe, die ich zu Ehren meines Freundes, des um die 
Kenntniss der Lepidopteren-Fauna der Philippinen sehr verdienten Herrn 
Georg Seniper in Altona benenne, kommt auf der Oberseite der 
P. Franckii Godt. nahe. Bei letzterer ist die Querbinde der Vdfl. 
häufig nur durch alleinstehende Flecken angedeutet, deren Weiss von 
dem sie umgebenden opalblauen Schiller mit angehaucht erscheint, da- 
gegen tritt sie bei allen mir bekannten Exemplaren von P. Semperi 
durch das von dem dunklen Grunde sich lebhaft abhebende, stets zu- 
sammenhängende Weiss sehr auffallend hervor. Diese Querbinde steht 
bei Franckii, wie eben bemerkt, stets noch in einem blauen Felde, 
welches bei Semperi gänzlich fehlt. 

Das Blau der Htfl. von P. Semperi hat einen stahlblauen Schiller, 
beim 9- matter, bei Franckii nähert es sich mehr dem Schwärzlichen. 

Auf der Unterseite der Vdfl. sind die 4 braunen Flecken, die 
sich bei Franckii zwischen der 3. und 5. Ader ') am Aussenrande be- 
finden, zu einem grossen braunen Flecken vereinigt. Auf den 
Htfln. laufen die Zacken der Binde des Aussenrandes nach 
innen spitz aus, bei Franckii sind sie dagegen abgerundet; auch 
schliesst der braune innere Aussenrand die ersten 3 Felder dieser ge- 
zackten Binde in einer geraden Linie ab, bei Franckii passt er 
sich in der Form ganz der Stellung dieser Flecken an. 

Die Fühler von Semperi sind schwärzlich, von Franckii roth- 
braun. 

Nach Exemplaren in den Sammlungen des Herrn Georg Semper 
(2 SS, 1 9) und des entom. Museums in Berlin (1 S)> sowie in 
der meinigen (2 SS). 

Prothoe Semperi wurde stets an Baumstämmen sitzend angetroffen, 
nie auf Sträuchern oder am Boden. Das sehr scheue Thier hüpft oft 
wie ein Vogel um den Stamm herum , aufgescheucht wechselt es mit 
einem anderen Stammsitze, um meist auf den frühern wieder zurück- 
zukehren. Dabei war süsser Baumsaft nie die Ursache des Aufenthalts 
an den Stämmen. (Nach Aufzeichnungen von Dr. Schadenberg.) 



! ) Die Bezeichnung des Geäders und der Fliigelzellen nach Herrich- 
Schaeffer. 



neue Mhopalocera. 205 

Zeuxidia Sibulana Honrath. 
Taf. IL 111. Fig. 2, 2 a. g, Taf. IV. Fig. 2 b. Q. 

Sibulau (Mindanao). 

Der $ dieser herrlichen Zeuxidia zeichnet sich vor denen der 
andern iv.-Arten durch eine viel grössere Ausbreitung des 
purpurschillernden Blau aus. Auf den Vdfln., deren Schwarz 
einen blauen Schiller hat, verläuft die blaue Querbinde ähnlich wie 
bei Horsßeldii Feld, und Luxerii Hbr., tritt jedoch schon bei Ader 4 
dicht an den Aussenrand heran, was bei genannten Arten erst bei 
Ader 2 der Fall ist. Besonders prächtig zeigt sich aber die Ausdeh- 
nung des Blau auf den Htflu., indem es deren ganze Aussenhälfte von 
der Discoidalzelle an bis so dicht an den Rand bedeckt, dass es daran 
gar keinen Saum lässt. 

Auf den Htfln. fällt noch besonders die starke, schwärzliche 
Behaarung auf, wie solche keine der bekannten Z. -Arten zeigt, in- 
dem dieselbe vom Innenrande weit in die Flügel hineintritt. Die bei 
Ader 1 sich stets findenden Haarbüschel sind nur schwach entwickelt, 
die in der Discoidalzelle stehenden Haarbüschel wie die übrige Behaa- 
rung schwärzlich und nicht, wie bei den andern Z -Arten, gelbbräunlich. 

Im Uebrigen unterscheidet sich Z. Sibulana $ von den andern 
bekannten Arten auch durch einen andern Schnitt der Htfl. , die nach 
dem Analwinkel hin mehr gestreckt sind. 

Das Q hat eine schmutzig bräunliche Grundfarbe. Auf der schwarz- 
braunen Aussenhälfte der Vdfl. läuft eine gelblich weisse Querbinde 
vom Vorderrande bis Ader 4, darunter stehen in Zelle III nebenein- 
ander 3 grosse und unter diesen, weiter von einander entfernt, 2 grosse, 
der Farbe der Querbinde gleiche Flecken. Im Allgemeinen ist die 
Aehnlichkeit mit Luxerii Hbr. Q auffallend. 

Die Unterseite ähnelt fast ganz denen von Seniperi und Wallacei 
Feld , ist beim Q aber weit matter in der Farbe. 

Nach 1 § und 1 Q (leider sehr verletzt) in der Semper'schen 
Sammlung und 1 (?) in der meinigen. 

Die häufige Annahme, dass die Zeuxidia-Avten hoch an Bäumen 
fliegen, wird von Dr. Schad.enberg widerlegt, der mir mittheilt, dass 
er die Sibldana in etwa 4 Fuss hohem Strauchwerk oder auf der 
Erde angetroffen habe. Dieses Insect sei scheu und sehr schwer zu 
fangen, da es meist mitten in die Sträucher hineingehe und sich ge- 
wöhnlich längs der Aeste oder auf den Boden mit zusammengeschla- 
genen Flügeln zwischen herabgefallene Blätter setze , so dass man 
es fast nicht mehr von letztern unterscheiden könne. 

Vorstehendes wird mir auch von meinem Sammler in Perak (Ma- 
laccaj, dem ich jüngst die § § von Z. Luxerii Hbr., Wallacei Fld. 



206 B. G. Bonrath: 

und Aurelius Cr., diese grosse Seltenheit, verdanke, mit dem Hinzu- 
fügen bestätigt, dass er die eben genannten Arten nur in fast undurch- 
dringlichem, dichtesten Gebüsch angetroffen, aus welchem er sie nur 
durch Köder habe herauslocken können. 

Dadurch erklärt es sich, dass das Genus Zeuüsidia selbst in den 
bedeutendsten Sammlungen meist sehr schwach vertreten ist. 



B. Von Malacca. 

Atnathusia Dilucida Honrath. 

Taf. III, V. Fig. 3, 3a. §, Taf. IV. Fig. 3b. Q. 

Perak (Malacca), Sarawak (Borneo). 

Unterscheidet sich von A. Amythaon Dbld. $ durch die erheb- 
lich breitere blaue, purpurschillernde Binde. Dieselbe nimmt ähnlich 
der von Zeuxidia Aurelius Cr. Hew. den grössten Theil der Vdfl. 
ein, läuft jedoch, vom Aussenrande 3 Mm. entfernt bleibend, weiter 
nach dem Analwinkel bis an Ader 1 herab. Bei Amythaon Dbld. 1 ) 
nimmt dagegen die blaue Binde nicht mehr wie ein Drittel vom Vorder- 
rande ein und ist am untern Ende (beim Analwinkel) nur unerheblich 
schmäler wie am Vorderrande selbst, ist also in Stellung und 
Zeichnung verschieden. Die Grundfarbe ist schwarzbraun, auf 
den Vdfln. zwischen der Binde und Basis dunkler, auf den Htfln. nach 
dem Aussenrande hin heller. Die Haarbüschel an letztern sind reh- 
farben; ausserdem zeigt sich, den ($ gleichfalls noch characterisirend, 
in der Discoidalzelle, sowie in Zelle Ic. und II ein grosser Pelzfleck, 
der von der Grundfarbe kaum abweicht. 

Das Q ist grösser und hat eine kaffeebraune , schwach violett 
schillernde Grundfarbe. Die Binde der Vdfl. ist schön ockergelb, aber 
lange nicht so entwickelt wie beim § . Sie zieht sich vom Vorderrande 
ausserhalb der Discoidalzelle nach dem Aussenrande hin, dem sie sich 
mehr nähert wie die des $. Der der Wurzel zugekehrte Rand dieser 
Binde hat in Zelle III einen fast quadratisch gestalteten Vorsprung. 
Vor dem Aussenrande zeigt sich in Zelle Ib, II und III ein wellen- 
förmiger, dunkelbrauner Strich, der sich in den beiden letztern lebhaft 
auf der gelben Binde und in Zelle Ib noch deutlich von dem dunklen 
Grundton abhebt. 

Die Htfl. sind nach dem Innenrande zu stark hehaart. 



l ) In dem Citat bei Amythaon Dbld. steht in Kirby's synon. 
Catalog ein nicht berichtigter Druckfehler. Es muss heissen: Ann. Mag. 
Nat. Hist. Vol. XIX. p. 175. 1847. 



neue Rhopalocera. 207 

Die Unterseite ähnlich wie bei Amyihaon Dbld., die Grundfarbe 
beim $ violettgrau, beim $ mehr gelblich. 

Dass in dieser Gruppe zweifellos verschiedene Arten nicht nur in 
der Unterseite übereinstimmen , sondern sich auch bei den $ Q zum 
Verwechseln nahekommen , davon giebt u. A. die vorher beschriebene 
Art einen deutlichen Beweis. In der Annahme aber, dass A. Dilucida 
eine bona species ist, werde ich auch noch durch Herrn Godman, 
dem, wie er mir schreibt, auch Herr Distant zustimmt, sowie durch 
Herrn Kirby bestärkt. 

Nach 2 $ $ und 1 $ in meiner Sammlung. In der von Dr. Stau- 
dingcr befinden sich, wie dieser mir mittheilt, 1 $ und 1 Q, die 
mit meinen Abbildungen übereinstimmen, aber von Sarawak (Borneo) 
stammen. 



C. Von Süd- Amerika. 

Prepona Neoterpe Honrath. 
Taf. VI. Fig. 5, 5 a. 

Chanchamayo (Peru). 

Die Oberseite ähnelt sehr den P. Laertes, Eugenes, Bates etc., 
jedoch ist die blauglänzende Binde schmäler und hält sich auf den 
Vdfin. in fast gleichmässiger Breite. Der tiefblau schillernde Schatten 
der Binde der Vdfl. läuft neben letzterer an der Innenseite bis an die 
Rippe des Vorderrands hinauf und füllt noch den Raum zwischen diesen 
und dem obern Ende der Binde aus. Die beiden auf der Unterseite 
der Htfl. befindlichen Augen treten auf der Oberseite durch ihre gelb- 
braune Einfassung deutlicher als bei den genannten Arten hervor; bei 
dem von der Oberseite abgebildeten Stück aus der Staudinger'schen 
Sammlung, das in der Flügelausspaunung (99 Mm.) das meinige um 
10 Mm. überragt, haben diese Augen noch einen kleinen metall- 
grünen Kern. 

Die Unterseite zeigt von der der genannten Gruppen sehr verschie- 
dene Zeichnungen. Die Abbildung giebt solche so vortrefflich wieder, 
dass sie mich eines ausführlichen Eingehens darauf enthebt. Ich möchte 
daher nur als besonders characteristisch darauf hinweisen, dass die 
beiden in Zelle VII stehenden Halbbogen durch ihre scheinbare Durch- 
kreuzung einer römischen X ähnlich sehen. Diese Zeichnung findet 
sich bei keiner andern bisher bekannten Prepona, scheint aber auch 
wiederum Varianten unterworfen zu sein, denn bei meinem nur von 
der Unterseite abgebildeten Exemplar umklammert jeder dieser Halb- 



208 E. G. Hvamth: 

bogen die betreffende Ader (X), während bei dem grossem Stücke 
ganz im Gegensatze sich die Halbbogen von der einen Ader (7) zur 
andern (8) herüberspajinen ( X ) und. nach innen sich fast berührend, 
mehr einer römischen SB gleichen. 

Beide hier besprochenen und abgebildeten Stücke stammen aus 
ein und derselben Localität ; das meinige wurde von Oscar Seh unke 
erbeutet, von welchem ich auch die folgende Art erhielt. 

Prepona Dexamenus Hopffer. 
Taf. V. Fig. i. 

Chanchamayo, auch Amazon, snp. 

Der glückliche Umstand, dass ich von dieser Art, wovon ich bisher 
nur 1 Exemplar im Berl. Museum kannte, ebenfalls aus Chanchamayo 
2 £) $ erhielt, gab mir eine willkommene Veranlassung, dieselbe zur 
Abbildung zu bringen. Inzwischen fand ich in der Sammlung von 
Dr. Staudinger noch 3 Stücke, die bei Pebas, Iquitos und St. Paulo- 
Olivenza am obern Amazonenstrom von Dr. Hahnel gefangen 
wurden, wo sich nach den Ueberraschungen, die dessen Sendungen 
immer mehr bieten, die ganze feinere Lepidopterenfauna Südamerikas 
ein Stelldichein gegeben zu haben scheint. 

Hopffer hat die Art gut beschrieben, nur finde ich ,,alae nigrae" 
in seiner Diagnose nicht zutreffend, denn die Grundfarbe von P. Dexa- 
menus ist nicht schwarz, sondern ein tiefes Braun, das von der 
schwarzen Grundfarbe der meisten andern Prepona auffallend absticht. 

Callithea Srnkai Honrath. 
Taf. VII. Fig. 6, 6 a. 

Iquitos, Pebas (Amazon sup). 

Diese schöne Callithea steht der Degandii Hew. am Nächsten, 
leuchtet aber mit ihrer herrlich saphirblau schillernden Grund- 
farbe erheblich vor der blauschwarzen von Degandii — ,,blue-black" 
wie Hewitson diese bezeichnet — hervor. 

Die metallgrüne Eandbinde ist hellglänzender und auf den Vdfln. 
breiter; auf den Htfln. hält ihre Breite die Mitte zwischen der viel 
breit ern bei Degandii und der schmälern bei Buckleyi Hew.'). Die 
Franzen weiss wie bei Degandii. 



') Ein mir jüngst von Iquitos zugekommenes Exemplar von Call. 
Buckleyi hat auf den Htfln. nur noch einen ganz schmalen Metallrand, 
ist aber sonst grösser und kräftiger, als alle mir bisher von Ecuador 
bekannten Buckleyi. 



neue Bhopalocera. 209 

Auf der Unterseite stehen bei Srnkai die schwarzen Innenrand- 
flecken der Vdfl. in einer gebogenen, dei Degandii dagegen, weiter 
vom Aussenrande entfernt, in einer graden Linie. Die breiten schwärz- 
lichen Schatten bei letzterer Art nahe den untern schwarzen Flecken 
zeigen sich bei Srnkai geringer und nur mattbräunlich. 

Die 4 parallel laufenden Heckenbinden der Htfl. gleichen zwar in 
Form und Stellung fast ganz denen von Degandii, jedoch ist die das 
orangegelbe Feld berührende bei Srnkai weit schwächer entwickelt 
als bei Degandii und theilweise nur angedeutet. 

Diese schöne neue Art benenne ich nach meinem Freunde Herrn 
Anton Srnka in Prag, dessen Entschlüsse, sich nur noch mit Heli- 
coniden (worin er eine sehr reichhaltige Sammlung besitzt) zu beschäf- 
tigen, ich den Besitz meines Exemplars verdanke; es stammt von Iquitos. 
Ein zweites mit dem meinigen genau übereinstimmendes Stück fand 
ich in der Sammlung von Dr. Staudinger, der es von Pebas erhielt. 
Die Art scheint von äusserster Seltenheit zu sein, da es den beiden 
sehr tüchtigen Sammlern Dr. Hahnel und de Math an bisher nicht 
gelungen ist, mehr davon zu finden, obschon sie seit den letzten Jahren 
zu verschiedenen Zeiten in ganz derselben Gegend gesammelt haben. 

Callicore Panthalis Honrath. 
Tai. VH. Fig. 7, 7 a. 

Venezuela. 

Stimmt auf der Oberseite vollständig mit LAdwinia Feld, und auf 
der Unterseite mit Eudides Latr. überein. 

Callicore Jlerida Honrath. 
Taf. VII. Fig. 8. 

Merida (Venezuela). 
Die Vdfl. gleichen auf der Oberseite sehr denen der vorigen Art, 
nur ist die Querbinde schmäler und sind die weissen Flecken an der 
Spitze schwach angedeutet. Die Htfl. weichen jedoch beträchtlich ab, 
indem die metallgrüne Randbinde weiter vom Saume abgerückt ist und 
zwischen sich und diesem noch eine schmale schieferblaue Binde zeigt. 
Die Unterseite wie Pavira Guenee. 

Wir sind über die Callicore- Arten noch so vielfach im Duukeln. 
dass es gewagt erscheinen muss, bei sich ähnelnden Formen von Va- 
rietäten oder gar Bastarden zu sprechen , so sehr man sich dazu auch 
versucht fühlen möchte. 



XXVIII. Heft I. 14 



210 E. G. Honrath: 

D. Aus West-Afrika. 

Papilio Almansor Honrath. 
Taf. VII. Fig. 9. 

Guinea, Ashanti. 

Unter einer kleineu, mir von Ashanti zugegangenen Lepidopteren- 
Seudung fand ich einen Papilio (g), den ich nach genauerm Vergleich 
mit dem ihm zunächst stehenden P. Adamastor Bsd. für eine neue 
Art zu halten veranlasst wurde. Bestärkt werde ich darin namentlich 
dadurch, dass sich im Berl. entomolog. Museum ein mit dem meinigen 
vollkommen übereinstimmendes Exemplar, ebenfalls ein g, befindet, 
das von Guinea, der ersten Expedition des Dr. Pogge in*s Innere 
Afrika's, also von einer Gegend stammt, deren Fauna mit der von 
Ashanti bekanntlich dieselbe ist. 

Dieser Papilio unterscheidet sich von Adamastor Bsd. zunächst 
durch ein weit geringeres Hervortreten der weissen Flecken. Während 
bei letzterer Art die durch die Discoidalzelle der Vdfl. gehende weisse 
Querbinde sich bis nahe an den Aussenrand erstreckt, ist sie bei Al- 
mansor auf 2 abgerundete Flecken beschränkt; dagegen zeigt dieser 
am obern Theile der Discoidalzelle einen abgerundeten weissen Fleck 
der bei allen mir bekannten Exemplaren von P. Adamastor fehlt. 
Bei den Htfln. geht das Weiss bis über die Discoidalzelle hinaus, ist 
also weit ausgebreiteter wie bei Adamastor. Bei beiden mir vorlie- 
genden Stücken ist die weisse Innenrand-Binde der Htfl., die bei Ada- 
mastor gewöhnlich sehr hervortritt, fast ganz erloschen. 

Auf der Unterseite, besonders der der Htfl., nimmt das Weiss 
einen röthlich braunen Ton an, sowie überhaupt auch die dunkle Farbe 
im Gegensatze zu der von Adamastor sich mehr dem Braunschwarz 
nähert. 

Papilio Poggianus 1 ) Hourath. 
Taf. VII. Fig. 10. 

Guinea. 
Diesen ebenfalls von Dr. P. Pogge in Guinea — ob an der Küste 
oder weit im Innern, ist leider unbekannt — gesammelten Papilio würde 
ich für eine Aberration von Adamastor Bsd. zu halten versucht sein, 
wenn bei Poggianus nicht ebenso wie bei der vorhin beschriebenen 
Art das Weiss der Unterseite der Htfl. einen rothbraunen Ton annähme, 
eine Erscheinung, die ich bei dem mir in einer grössern Anzahl be- 
kannten P. Adamastor gänzlich vermisse. Das Weiss der Oberseite 



l ) Nach Herrn Dr. Paul Pogge. 



neue Rhopalocera. 211 

von Poggianus ist mehr milchfarben , und ganz im Gegensatze zu 
Älmansor nimmt die durch die Discoidalzelle der Vdfl. gehende weisse 
Querbinde eine noch weit grössere Ausdehnung an, als bei Adamastor, 
indem sie nahe dem Aussenrande in 3 Zipfeln ausläuft; von diesen ist 
der innere so breit, dass er sich von Ader 3 bis 4 erstreckt. Die 
weisse Fleckenreihe, die Adamastor an der Spitze der Vdfl. hat, ist 
bei PoggianuS zu einem zusammenhängenden Flecken verschmolzen. 

Auf den rostbraunen, zum Schwarz schwach übergehenden Htfln, 
wird die Innenrand- Binde von weissen Strichen gebildet, die mit den 
Adern parallel laufen. 

In der Grösse übertrifft dieser Papilio den P. Adamastor ziem- 
lich wesentlich, indem seine Flügelspannung 78 Mm. beträgt. 

Nach einem $ im Berl. entom. Museum. 



Nachschrift. 

Bevor ich Vorstehendes dem Druck übergeben konnte, kam aus 
Loanda die Trauerbotschaft vom Tode des allgemein verehrten Dr. Paul 
Pogge. Für die Entomologie ist sein Hinscheiden besonders bekla- 
genswerth, denn wie er hat kaum Einer vor ihm die Reise nach dem 
dunklen Erdtheil mit so bestimmtem Vorsatz angetreten, auf das Sam- 
meln von Lepidopteren, Coleopteren etc. sein Hauptaugenmerk zu 
richten. Wenige Tage vor seiner letzten Reise nach Afrika, als ich 
die Freude hatte, den wackern Mann in meinem Heim zu begrüssen, 
wiederholte er mir jenen Vorsatz und suchte sich mit Eifer an meiner 
Sammlung und im längeren Geplauder über manches, ihm beim Sammeln 
noch Wissenswerthe zu unterrichten. 

Hat sein unerwartetes Hinscheiden auch die Hoffnung seiner vielen 
Freunde, ihn bald wieder in der Heimath bewillkommnen zu können, 
jäh vernichtet, so wird doch das Andenken an den biedern, hochver- 
dienten Mann ein treues, unvergessliches sein. 

Berlin, im Mai 1884. 

Eduard G. Honrath. 



14* 



212 E. G. Honrath: neue Rhopalocera. 



Herrn Eduard G. Honrath verdankt unser Entomologischer 
Verein wiederum die Ausstattung der Zeitschrift mit einer Reihe 
vorzüglicher Figurentafeln. Es ist dabei rühmlichst hervorzuheben, 
dass es ihm gelungen ist, für die Ausführung derselben Herrn Rud. 
Schuster, den bekannten Inhaber des grossen Kunstverlags, zu 
gewinnen, welcher das neue Verfahren der Lichtkupferätzung dabei 
in Anwendung gebracht hat. Die Abbildungen geben die von Herrn 
Honrath beschriebenen Lepidopteren in einer so überraschenden 
Naturtreue wieder, dass die Annahme gerechtfertigt erscheint, dass 
letztere durch das sonst so wünschenswerthe Coloriren meistentheils 
eher beeinträchtigt als gefördert wird. Es dürfte daher das neue Ver- 
fahren bestimmt sein, in der bisherigen Art der naturwissenschaftlichen 
Abbildungen eine vollständige Veränderung hervorzurufen. 

Diese Fürsorge für das Wohl des Berliner Entomologischen Vereins 
und für die Ausstattung der von ihm herausgegebenen Zeitschrift ist 
nicht hoch genug anzuschlagen, und im Namen des Entomol. Vereins 
statte ich daher den genannten Herren hiermit den verbindlichsten 
Dank ab. 

H. J. Kolbe. 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft I.] 213 



N e c r o 1 o g e. 



P. Pogge. 
Dr. Paul Pogge, der so reiche Schätze in der Insectenwelt 
Central- Afrika' s gesammelt und von dem noch weitere werthvolle 
Entdeckungen zu erwarten waren , die gleichzeitig den Systematiker, 
den Zoogeographen und den Forscher der Geschlechterreihen und 
Stammbäume der Insectenvölker mit neuen und aber neuen Formen 
beglückten, er, der gewissenhafte ernste Forscher der west- und central- 
afrikanischen Natur, Thier- und Menschenwelt, er soll im Innern Afrika's, 
wie eine kürzlich eingelaufene Nachricht aus Loanda meldet, gestorben 
sein; wie und woran, darüber verlautete noch nichts. Einen Aufsatz über 
Pogge'sche Käfer findet der Leser in diesem Bande auf p. 77 — 94. — 
Conf. d. Postscr. auf folg. Seite. — Berlin, 18. April 1884. — H. J. Kolbe. 

Oswald Heer. 

Schon seit mehreren Jahren lasen wir zeitweilig von der langwie- 
rigen Kränklichkeit Heer's. In der Nacht vom 26. auf den 27. August 
1883 verschied der tief Beklagte in Folge eines acuten Lungenleidens. 
Er war am 31. August 1809 in Niedernutzvyl (St. Gallen) als Sohn eines 
Pfarrers geboren und schwärmte für die erhabene Natur seiner Heimath im 
Grossen wie für die Insectenwelt im Kleinen. In Halle a. S. studirte er auf 
Wunsch seines Vaters Theologie und wurde hier bald als ein für die Naturwis- 
senschaften begeisterter Student mit Burmeister, Sprengel, Germar 
und Schaum bekannt. Seit 30 Jahren war er Professor für Botanik 
und Entomologie an der Universität in Zürich. Seine werthvollen und 
umfangreichen Werke über fossile Insecten und Pflanzen gehören zu 
den Zierden in der Literatur. Seit Jahren wurden wir durch ihn be- 
kannt gemacht mit den Insectenfaunen und Floren der arktischen 
Länder und Inseln. — Eine Biographie über Heer, von Schröter 
verfasst, findet sich in der Zeitschr. f. Naturwissensch. 1883, wo auch 
seine Werke aufgezählt sind. — H. J. K. 

E. Wehucke. 

Ernst Wehncke, der bekannte Specialist für Dytisciden und an- 
dere Wasserkäfer- Familien, starb zu Harburg am 19. November 1883 
an der Lungenschwindsucht. Er war geboren am 16. März 1835 zu 
Hamburg. Von seiner Knabenzeit an bestand seine Lieblingsbeschäftigung 
im Einsammeln und Bearbeiten der Käfer seiner engeren Heimath. Schon 
mit dem 12. Jahre verwaist, war er frühzeitig auf sich selbst angewie- 
sen und bildete sich zum Kaufmann aus; im 22. Lebensjahre etablirte 
er sich selbständig in Harburg und betrieb ein ausgedehntes Geschäft 



214 Necrologe. 

mit Gummiwaaren. Obgleich er anfangs sein Sammeltalent nach den 
verschiedensten Richtungen in Anwendung brachte, so beschränkte er 
sich doch schliesslich auf die Coleoptera und zuletzt, da das Material 
zu sehr anwuchs, auf die Dytisciden, Gyriniden und Hydrophiliden, die 
er aus allen Erdtheilen sehr vollzählig zusammengebracht hatte. Er 
publicirte verschiedene Abhandlungen über Vertreter dieser Familien. 
Seine Sammlung soll Herr R. Oberthür in Rennes erworben haben. 
Er war Mitbegründer unseres Vereins. — H. J. K. 

J. Lecoute. 

Dr. med. John Lawrence Leconte, der berühmte Coleopterologe 
Nordamerika^, starb am 15. November 1883. Er war geboren zu 
New- York am 13. Mai 1825 als Sohn des Major John Eaton Leconte. 
Er studirte Medicin und Chirurgie und erhielt den Doctortitel im Jahre 
1846. Schon frühzeitig beschäftigte er sich mit Entomologie, zumal 
mit Coleopteren und gab während seiner entomologischen Laufbahn 
über 150 Schriften fast sämmtlich coleopterologischen Inhalts heraus. 
Sein Hauptaugenmerk war auf die Erforschung der nordamerikanischen 
Käferfauna gerichtet, aus der er gegen 5000 neue Species beschrieb, wie 
Henshaw in den Trans. Amer. Ent. Soc. IX. p. 197 ff. anführt. Kurz 
vor seinem Tode publicirte er mit Hörn sein Hauptwerk über die 
Classification der Coleoptera. Seine Sammlung erwirbt das Museum in 
Cambridge. Unserem Vereine gehörte er seit 1860 an. — H. J. K. 

Postscriptum: Nach einer neuesten an Prof. Bastian hierselbst 
gelangten Nachricht aus Lissabon ist Pogge am 16. März dieses Jahres 
in Loanda ganz plötzlich gestorben und seine Leiche am folgenden 
Tage daselbst bestattet worden. — H. J. K. 



Neuere Literatur. 

Zusammengestellt von H. J. Kolbe. 



Zoologiseher Jahresbericht für 1882. Herausgegeben von der 
Zoologischen Station zu Neapel. II. Abtheilung: Artliro- 
poda. Mit Register. Redigirt von Dr. Paul Mayer und 
Dr. Wilh. Giesbrccht in Neapel. Leipzig, Verlag von 
W. Engelmann 1883. 478 pagg. 
Wir empfehlen diesen Jahresbericht als das vorzüglichste der be- 
stehenden literarischen Hülfsmittel, zumal die vorliegende Abtheilung 
für das Studium der Arthropodenkunde. Die Erleichterung, die jeder 
Entomologe, Arachnologe und Carcinologe auf seinen speciellen Ge- 
bieten, sei es Systematik, geographische Verbreitung, Biologie, Desccn- 



H. J. Kolbe: neuere Literatur. 215 

denztheorie, Physiologie oder Anatomie, findet, sichert den Herausgebern 
den Beifall aller Betheiligten. Man bedenke, wie ausführlich der 478 
Seiten umfassende, das Jahr 1882 betreffende Jahresbericht ist, was 
nur durch die enorme Arbeitstheilung erreicht werden kann, die mit 
Scharfsinn durchgeführt ist. Die Literatur der Crustaceen, Arachniden 
und Myriapoden wird von je 2, die der Insecten von 8 Specialisten 
bearbeitet. Beispielsweise sind unter „Lepidoptera" 685, unter „Co- 
leoptera" 450, unter „Hymenoptera" 28o, unter „Diptera" 175 und 
unter ,,Orthoptera" 29 Schriften aufgeführt und beziehungsweise in den 
obigen speciellen Kapiteln besprochen. Ein Hinweis auf die Literatur 
über Faunistik und geographische Verbreitung findet sich in jeder 
Ordnung unter der Rubrik der einzelnen faunistischen Regionen, während 
jede Familie, z. B. bei den Lepidopteren und Coleopteren alles unter 
sich vereinigt, was die Literatur des ganzen Jahres an Beschreibungen 
neuer Arten und Gattungen und einschlagenden Werken und Abhand- 
lungen systematischen und faunistischen Inhalts geliefert hat. — Das 
unter jeder Ordnung berücksichtigte Kapitel der Biologie ist wiederum 
in die Abschnitte „Anomalien und Monstrositäten", Entwickelungsge- 
geschichte'*, ,, Lebensweise", ,, Nutzen und Schaden", „Vorkommen und 
Aufenthaltsorte", ,, Wanderungen", „Fortpflanzung", „Flugzeit", „Sammel- 
berichte", „Einfluss des Klimas", „Mimicry", „Variabilität" etc. abge- 
theilt, unter denen alle literarischen Productionen des Jahres speciell 
besprochen sind. 

Mathematische und naturivissenschaftliche Berichte aus 
Ungarn. Mit Unterstützung der Ungarischen Akademie 
der Wissenschaften und der Königlich Ungarischen natur- 
wissenschaftlichen Gesellschaft herausgegeben von Baron 
R. Eötvös, Julius König, Joseph v. Szabo, Kolo- 
man v. Szily und Karl v. Than. Red. von J. Fröhlich. 
I. Band (October 1882 — Juni 1883). Mit 5 Tafeln und 
mehreren Holzschnitten. In Commission bei R. Friedländer 
u. Sohn in Berlin. 
Es ist ein erfreuliches Zeichen des wissenschaftlichen Lebens der 
Gegenwart, dass die bisher ebenso unzugänglichen wie wissenschaftlich 
bedeutenden Leistungen der ungarischen Gelehrtenwelt jetzt verdeutscht 
in umfassenden Compendien auch den deutschen Kreisen mitgctheilt 
werden. Obwohl viele der wissenschaftlichen Arbeiten, die ursprünglich 
in ungarischer Sprache geschrieben und gedruckt, dann später oder 
auch gleichzeitig in einem oder dem anderen der grösseren europäischen 
Fachjournale erschienen und auch gegenwärtig noch erscheinen, so war 
es dennoch wünschenswerth, diese Arbeiten in einer besonderen Zeit- 
schrift gesammelt in der Weltliteratur zur Geltung zu bringen. Zwar 



216 H. J. Kolbe: neuere Literatur. 

wurde schon früher der Versuch gemacht, uuter der Form von „Sitzungs- 
berichten" in den von P. Hunfalvy herausgegebenen „Literarischen 
Berichten" (gegenwärtig „Ungarische Revue") die Thätigkeit der III. 
Classe der Ungarischen Akademie der Wissenschaften und der Königl. 
Ung. naturwissenschaftlichen Gesellschaft auszugsweise darzustellen, in- 
dess sah man bald ein, dass dadurch der beabsichtigte Zweck nicht 
erreicht werden konnte. 

Durch diese im I. Bande nunmehr vorliegende Zeitschrift „Mathem. 
und naturwiss. Berichte aus Ungarn" glauben die Herausgeber dem 
gebildeten Auslande, insbesondere dem wissenschaftlichen Publikum ein 
verlässliches Mittel zu bieten , sich über die wichtigeren Bestrebungen 
uud die wesentliche Thätigkeit Ungarns in der Mathematik und den 
Naturwissenschaften an erster, unmittelbarer Quelle unterrichten zu 
können. 

Auch sollen diese „Berichte", wie im vorliegenden I. Bande, so 
auch fernerhin über die Thätigkeit der sämmtlichen naturwissenschaft- 
lichen Gesellschaften und Vereine Mittheilungen enthalten, und zwar 
in Form von Abhandlungen oder Auszügen aus solchen. 

Der vorliegende Band enthält aus dem Gebiete der Arthropoden 
Abhandlungen über Hemiptera, Myriopoda, Cynipiden, Phylloxera, 
Crustaceen, Arthropoden im Allgemeinen, Thysanuren, Pseudoscorpione 
und Vespidae von resp. Horväth, Tömösväry, Paszlavszky, 
Daday, Margo und Mocsäry, 

Dewitz, Dr. H. Veber die Fortbewegung der Thiere an 
senkrechten, glatten Flächen vermittelst eines Secretes, 
in: Pflüger's Archiv f. d. ges. Physiologie. Bd. 33. 1884. 
p. 440—481. Taf. 7—9. 
Während die vorliegende Abhandlung sehr eingehend die Ursachen 
der Bewegungserscheinungen in obigem Sinne beleuchtet und erläutert, 
bringt sie auch eine Fülle von einschlagenden biologischen und phy- 
siologischen Erscheinungen aus dem Kreise der Arthropoden. 

Kräpelin, Dr. Carl. Zur Anatomie und Physiologie des 
Rüssels von Musca in : Zeitschr. für wissensch. Zoologie. 
Bd. 39. 1883. p. 683—719. Mit 2 Taf. 
Im Anschluss an Menzbier, Dimmock, Becher u. A., die in 
der neuesten Zeit denselben Gegenstand bearbeiteten, giebt der Ver- 
fasser auf Grundlage des Bekannten eine erneute , auf breiterer Basis 
beruhende Untersuchung des Rüssels von Musca domcstica, deutet 
die Mundtheile anscheinend richtiger und legt auch die physiologischen 
Vorgänge in den Bewegungen, Einklappen und Einziehen des Rüssels 
(Unterlippe), sowie beim Aufsaugen der Nahrung dar. 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft IL] 217 



Schutzfarben unserer einheimischen Lepidopteren, 
ihrer Eier, Raupen und Puppen. 

Von 

Hans Freiherm von Bock. 

(H. G.) 

Motto: Die begünstigten Raceu wurden erhalten. 

Darwin. 

Unter Schutzfarben, welche die Naturwissenschaft unseres Jahr- 
hunderts an Thieren der verschiedensten Klassen und Ordnungen nach- 
gewiesen hat, versteht man diejenigen Färbungen der Thiere, welche 
ihnen in dem allgemeinen Kampfe, in dem die Natur sich befindet, 
dem Kampfe um's Dasein, mehr oder weniger Schutz verleihen. Ohne 
diese Farben würden einerseits angreifende Thiere weniger leicht ihrer 
Beute habhaft werden können, da es ihnen nicht möglich sein würde, 
sich so unbemerkt an dieselbe heranzuschleichen ; andererseits würden 
schwächere Thiere ohne die Schutzfarben bald von ihren Verfolgern 
ausgerottet werden. (Selbstverständlich kommt bei Besprechung unseres 
Themas nur der letztere Fall in Betracht.) 

Alle diese, den stärkeren, so wie den schwächeren und schwächsten 
Thieren von der Natur verliehenen Schutzfarben theilt man in fünf 
Klassen ein, nämlich inBergungs-, Warnungs-,Ablenkungs-, Nachahmungs- 
und Wechselfarben , welche auch sämmtlich an den Lepidopteren zu 
beobachten sind. — 

Am häufigsten treten die Bergungs färben auf; unter diesen 
versteht man [nach Dr. Knauer in Wien 1 )] „solche Schutzfarben, 
durch welche Thiere der Farbenumgebung ihres Aufenthaltes im all- 
gemeinen mehr oder weniger angepasst erscheinen. ' 

Schon bei den Eiern vieler Lepidopteren kann man von Bergungs- 
farben sprechen: denn viele gleichen in ihrer Färbung der Unterlage, 
auf der sie abgelegt werden. So heben sich , um ein Beispiel hierfür 
anzuführen, die Eierringe des Ringelspinners (Gastropacha neustria L.) 
von den Aestchen, an denen sie abgesetzt werden, ihrer Farbe wegen 
kaum ab. Desgleichen ist hier der Schwammspinner (Ocneria dispar L.) 
zu erwähnen, der, (wie schon der deutsche Name besagt), seine Eier 



') Dr. Friedr. Knauer: die Schutzfarben der Thiere in dem 
ersten Jahrgang des Humboldt (1882) Seite 13. 



•21 v Bock-: Schutzfarben unserer einheimischen 

mit einem Gespinnste aus Haaren des Afters überzieht , so dass sie 
kaum von Baumschwämmen zu unterscheiden sind. 

In viel mannigfaltigerer Weise kann man jedoch die Bergungs- 
farben an den Raupen selbst beobachten: 

So sind z. B. viele Raupen ihrer Färbung wegen nur schwer von 
der Futterpflanze, auf der sie leben, zu unterscheiden. Viele an Blüthen 
lebende Raupen haben eine ähnliche bunte Färbung wie diese: so die 
meisten Münchs (CucuUia)- Raupen, von denen wir nur die des Silber- 
mönehes ( CucuUia argentea Hufo.) und artemisiae Tr. Hübn. an- 
führen wollen. Diese Raupen leben bekanntlich im Herbste auf dem 
schon eine röthliche Färbung annehmenden Beifuss (Artemisia cam- 
pestris und vulgcwis). Desgleichen ist hier noch die Raupe des kleinen 
Beifussspanners {JäupUhecia innotata Hufn.) zu nennen, welche ähnlich 
wie die beiden genannten Mönchsraupen gefärbt ist. Schwer ist auch 
ihrer Zeichnung wegen die Raupe des Todtenkopfes (AcJte'/'O'iitia Ahro- 
pos L.) von der Futterpflanze, dem Kartoffelkraute, zu unterscheiden. 
Ebenso gleichen viele Raupen der Gnttungen L/ycaena und Zugacna 
in der Farbe ihren Futterpflanzen. 

Die Raupe des Ligustersehwärmer;. i Sphinx Ugustri L.), des 
Abendpfauenauges (Smcrinthus oceüata L.), des Tappelschwärmers 
Smerinfhus populi L. t und die Eulenraupen von Scoliopteryx liba- 
trixli., tragen die grüne Färbung ihrer Futterpflanzen; vergleicht man 
indessen diese vier Raupen näher mit einander, so findet man noch 
einen Unterschied der Farbe zwischen der Raupe von Sphinx ligustri L. 
und den drei anderen. Die auf dorn Flieder (Syringa) und Liguster 
( Ligustrum ) lebende Schwärmerraupe zeigt nämlich (der Färbung des 
Laubes ihrer Futterpflanzen entsprechend) ein viel tieferes Grün als 
die drei genannten Weidenraupen. 

Andere Raupen, welche mehr ein verstecktes Leben führen, sei es 
nun, dass sie sich am Tage unter der Futterpflanze, unter Steinen, in 
der Erde u. s. w. versteckt halten, oder sei es, dass sie nur ruhig an 
den Baumstämmen oder Zweigen sitzen, haben mehr eine düstere, zu 
dem Aufenthaltsorte passende Färbung. So tragen z. B. viele Raupen 
der Gattungen Gastropacha und Catocala die Farbe der Baumstämme 
oder Aeste, an die sie sich anzuschmiegen pflegen. Ferner hat die 
Raupe des kleinen Weinvogels (Deilephila purcellus L.) welche sich 
während des Tages unter dem Labkraute (Galium) verborgen hält und 
noch in der Dämmerungsstunde (au trüben Tagen auch früher) ihr 
^ ersteck verlässt. eine schmutzig graubraune (selten grüne) Farbe. 
Ebenso zeigt die an der Wurzel der Heide lebende Raupe von Hepialus 
Herta L. (so wie andere derselben Gattung) die schmutzig graue Farbe 
der Erde. Die Raupe von Meliana dubiosa Tr. (flammea Curt.) und 



Lepidopteren, ihrer Eier, Raupen und Puppen. 219 

Mamestra oleracea L., welche häufig in den trockenen Blättern des 
Schilfes gefunden werden, gleichen wiederum diesem in ihrer Färbung. 

Endlich haben viele unter dem abgefallenen Laube überwinternde 
Noctuenraupen die schmutzig braune Farbe der faulenden Blätter oder 
die des Erdbodens : die Erdraupen der Gattung Agrotis zeigen z. B. 
eine mit der Erdfarbe ziemlich übereinstimmende Färbung. 

Auch bei den Puppen, besonders aber bei Cocons und Gespinnsten 
können wir häufig Bergungsfarben beobachten : Viele Gespinnste der 
Bombyees-Axten , welche sich zwischen Baumritzen u. drgl. finden, 
haben oft die Farbe der Rinde : ferner sind die Cocons des kleinen 
Gabelschwanzes {Harpyia od. Cerura bifida Borkh.) an den Stämmen 
der Pappeln, besonders aber die Cocons des Eichenspinners {Hybocampa 
Mllhauseri Fabr.) zu erwähnen, welche so geschickt von den Raupen 
mit kleinen Rinde- und Moosstückchen verkleidet werden, dass sie ganz 
die Farbe des Baumstammes erhalten und leicht für einen Auswuchs 
desselben angesehen werden können. Auch die hängenden Puppen 
einzelner Vanessa-Arten sehen bei oberflächlicher Betrachtung trockenen 
Blättern nicht unähnlicb. 

Von den Schmetterlingen selbst sind hier besonders zu nennen aus 
der Zahl der Microlepidopteren : zwei Wickler, nämlich der Apfel- und 
Pflaumenwickler {Grafholita pomonella und funebrana). Beide 
Schmetterlinge, die sich übrigens sehr gleichen, sind wegen ihres rinde- 
farbenen Kleides von den Baumstämmen, an denen sie während des 
Tages meist sitzen, nur schwer zu unterscheiden. Ferner zeigt der 
Eichenwickler ( TortrLv viridana) auf den Vorderflügeln das Grün 
des Laubes und auf der Unterseite das Grau der Lerchenrinde. 

Unter den Macrolepidopteren heben sich ebenfalls einige Eulen, 
welche (am Tage) an den Stämmen der Pappeln u. s. w. zu finden 
sind, wie z. B. Mamestra und Acronycta- Arten (so: Acronycta 
Aceris L., Psi L., Megacephala W. V.), ihrer schmutziggrauen 
schwarz untermischten Färbung wegen kaum von der Baumrinde ab. 
Desgleichen ist der Weidenbohrer ( Cossus ligaiperda L.) von den 
Baumstämmen nur schwer zu unterscheiden, da er an diesen sitzend 
einem kurz abgestutzten Aestchen gleicht. Von den Spannern sei noch 
der unscheinbare Herbstfrostspanner Clieimatobia brumata L. erwähnt. 

Wiederum haben andere Schmetterlinge, welche sich vor dem Tages- 
lichte mehr verstecken, ein düsteres Kleid, das dem Dunkel ihres Auf- 
enthaltsortes angepasst erscheint: Düstergefärbt ist das schwarze Ordens- 
band (Mania maura L.), welches sich unter Brücken u. drgl. versteckt 
hält; und die Farbe der Ackereulen (Agrotis), welche sich unter dem 
Grase, unter Steinen u. s. w. an der Erde verbergen, ist eine staub- 
graue und unansehnliche. 



220 v. Bock: Schvtefarben unserer einheimischen 

Sodann sei noch darauf hingewiesen, dass von Forschern mehrfach 
auf die besondere Färbung der Unterseite der meisten einheimischen 
Tagfalter aufmerksam gemacht wurde; dieselbe ist im Gegensatze zu 
der Oberseite eine unscheinbare, wenn auch nicht so eintönige wie bei 
den Nachtfaltern: Auch hierin ist eine Schutzfarbe nicht zu verkennen, 
zumal die Tagfalter in der Kühe meist die Flügel aufgerichtet halten, 
also nur die Unterseite zeigen. 

Von besonderer Wichtigkeit ist dabei die Färbung der Unterseite 
der Hinterflügel, da diese meist in der Kühe die Vorderflügel verdecken, 
indem sie nach vorn vorgezogen, zusammengelegt werden und jene 
zwischen sich schliessen. Als auffallende Beispiele wären unter anderen 
mehrere Vanessa und PiertS-Arien anzuführen. Bei den Nachtfaltern 
und Schwärmern kommt hingegen die Färbung der Unterseite der Flügel 
gar nicht in Betracht, da sie in der Ruhe nie die Flügel aufgerichtet 
halten , sondern vielmehr die Yorderflügel wagerecht über die Hinter- 
flügel decken: daraus erklärt sich auch, dass die Unterseite der Schwärmer 
und Nachtfalter von der Natur ganz vernachlässigt erscheint, und dass 
gerade die Oberseite der Vorderflügel bei ihnen die schützende Färbung 
und Zeichnung trägt, welche wir bei den Tagfaltern auf der Unterseite 
beobachten. 

Von warnenden Farben d. h. ..solchen Schutzfarben, die im 
grellen Abstiche von ihrer Farbenumgebung anderen Thieren sofort als 
giftige, stachelbewehrte, übelschmeckende Thiere sich verrathen" kann 
man wohl in unserer Heimath kaum bei Schmetterlingen reden, da 
ihnen die grellen Farben, welche viele exotische auszeichnen, fehlen; 
eher könnte man die bunte, von der Futterpflanze abstechende, leicht 
in"s Auge fallende Färbung der Raupe des Wolfsmilchsschwärmers 
(DeÜephÜa euphorbiae L. I und Wolfsmilchsspinners (Tr'tchiura 
Castrensis L.) als ,, warnende'' bezeichnen, zumal auch in der That 
beide Raupen von unerfahrenen Leuten als giftig angesehen und gefürchtet 
werden; desgleichen kann man die Farbe der auf Weiden lebenden 
Raupe von JSotodonta Z'iczac. L, zu den warnenden rechnen. 

Wie von Warnungsfarben nur bei den Raupen . so kann von Ab- 
lenkungsfarben d. h. „solchen Schutzfarben, welche durch grelle 
Färbung einzelner minder wesentlicher Korpertheile die Angriffe von 
dem übrigen, düster gefärbten Körper ablenken", nur bei den Schmetter- 
lingen die Rede sein, da sie allein im Stande sind, sich ihren Verfol- 
gern durch schnelle Flucht zu entziehen. Weir beobachtete zuerst 
den Zweck einer solchen Färbung an einer Hausmutter (Triphaena 
pronuba L ). Er bemerkte, dass ein in eine Voliere gebrachter Falter 
dieser Art von den Vögeln erst nach etwa fünfzig Fehlversuchen er- 
griffen wurde, weil sie immer nach den grellfarbigen Hinterflügeln 
haschten; ganz ebenso erklären sich wohl an den Hinterflügeln Ver- 



Lepidopteren, ihrer Eier, Raupen lind Puppen. 221 

stümmelungen , die man an so vielen Faltern im Freien beobachtet 1 ). 
Auch wird wohl jeder Sammler schon die Erfahrung gemacht haben, 
dass Falter der genannten Gattung Triphaena, sowie andere mit 
dunkleren Vorder- und helleren Hinterflügeln, wie z. B. die Ordens- 
bänder (Catoeahl) und viele Bärenvögel (Arctiidae). wenn er sie auf- 
gescheucht hatte, plötzlich vor seinen Augen verschwanden, ohne dass 
er wusste, wo sie geblieben. Die Falter Latten sich in diesem Falle 
irgendwo gesetzt und bedeckten nun mit ihren dunkel gezeichneten 
Oberflügeln die grelleren Unterfliigel. 

Maskirungs- oder Nachahmungsfarben, d. h. „solche Scbutz- 
farben, welche den Träger entweder gewissen Detailobjecten der Pflanzen- 
welt und todten Natur oder aber mit Warnungsfarben ausgestatteten 
bewehrten Thieren täuschend ähnlich sehen , ihn also unter falscher 
Maske auftreten lassen", kann man wieder an Raupen und Schmetter- 
lingen gemeinschaftlich beobachten. Hier sind zunächst die auf Bäumen 
und Sträuchern lebenden Spanner (Geometrae)- Raupen zu nennen, 
welche, was ja genugsam bekannt ist, theils dürren Aestchen , theils 
Blattstielen in ihrer Färbung gleichen. Dazu kommt noch, dass sie in 
der Ruhe eine steife, ausgestreckte Haltung einnehmen, indem sie sich 
nur mit den hintersten Füssen anklammern. 

Filter den Schmetterlingen gleichen mehrere stachelbewehrten In- 
secten anderer Ordnungen: aus der Gattung Sesia sieht z. B. der 
Hummelschwärmer (Macroglossa hondnjliformis Ochs.) einer grossen 
Hummel (BombliS terrestris), der Bienenschwärmer (TrocMUunl api- 
jorrae L.) einer Hornisse (Vespa crabro), der Bremsenglasflügler 
(Sciapteron tabaniforme Rott.) einer Conops- artigen Stielhornfliege 
(Ceria conopsoides) und manche andere kleinere Art einer Schlupf- 
wespe {Ichneumon) ähnlich. Unter den Spinnern trägt das sogenannte 
Eidechschen i Platyopt*?/'// •■ lacertinaria F.» die Maske des Netz- 
flüglers Drepanopteryx phalaenoides. 

Schliesslich können als Träger von Wechselfarben, d. h. „solchen 
Schutzfarben, bei welchen die Anpassung an die Farbenunigebung des 
Aufenthaltsortes noch erleichtert ist durch die Fähigkeit, die Körper- 
farbe in verschiedenen Nuancen erscheinen zu lassen'*, diejenigen Arten 
angesehen werden, welche in sogenannten Localvarietäten vorkommen: 
diese Erscheinung findet sich bei den meisten Schmetterlingsgattungeu. 

Bei allen soeben aufgeführten Beispielen, deren Zahl sich noch 
durch viele andere vermehren Hesse, ist der Nutzen ihrer bestimmten 
Färbung nicht zu verkennen. Es bleibt nur die Frage, ob wir an- 
nehmen dürfen, dass die Farbenentwickelung bei diesen Thieren eine 
derartige war, damit sie ihnen Schutz verlieh, oder aber, ob wir den 



') cfr. Fritz Müller, Kosmos 1883V 



222 v. Bock: Schutzfarben unserer einheimischen 

gewährten Schutz nur als Folge der so entwickelten Färbung anzusehen 
haben. Im Wesentlichen kommt beides auf dasselbe hinaus; der Unter- 
schied liegt nur darin, ob wir hierbei der Natur die Absicht zuer- 
kennen oder absprechen. 

Indessen wenden wir uns noch einigen Raupen zu, bei welchen 
die Färbung je nach den einzelnen Entwicklungsstadien in ganz auf- 
fälliger Weise verschieden ist. 

Betrachten wir z. B. die Raupe des Wolfsmilchschwärmers (Dei- 
lephila euphorbiae L ), welche in der Jugend ein mehr der Farbe 
der Futterpflanze angepasstes Kleid trägt und erst, wenn sie ausge- 
wachsen ist, grell von derselben absticht. Eine Erklärung dieser Er- 
scheinung lässt sich vielleicht darin finden, wenn man sagt, dass sie 
in der Jugend, wo sie noch einer grösseren Anzahl von Feinden aus- 
gesetzt sein mag, eine „bergende'' Schutzfarbe trägt, die sie erst später 
gegen eine andere, nämlich die „warnende", vertauscht. Vergleichen 
wir hiermit aber die Entwicklungsstufen zweier anderer Raupen, der 
des grossen und kleinen Gabelschwanzes (Harpyia [Cerura] vinula 
und bifida), so finden wir bei diesen gerade die entgegengesetzte Er- 
scheinung als bei der Raupe von Deilephila euphorbiae; denn beide 
Raupen zeigen in den ersten Entwicklungsstadien eine schwarze, von 
der Futterpflanze abstechende Färbung und vertauschen diese erst nach 
einer späteren Häutung mit der grünen. Während also die Schwärmer- 
raupe die Bergungs- gegen die Warnungsfarben wechselt, sehen wir 
die beiden Spinnerraupen von der warnenden zur bergenden übergehen. 
Auch diesen Vorgang hat man zu rechtfertigen gesucht, indem man 
darauf hinwies, dass die beiden in der Jugend schwarzen Spinnerraupen 
bei flüchtigem Anblick eine gewisse Aehnlichkeit mit schwarzen Blatt- 
läusen haben, welche im Allgemeinen von Vögeln nicht gefressen werden; 
mit dem zunehmenden Wachsthum wird die Raupengestalt natürlich 
unverkennbarer und deshalb erscheint der Uebergang von der schwarzen 
zur grünen Färbung um so nützlicher. 

Sicherlich dürfen wir aber nicht einen Erklärungsversuch, der bei 
einer Thierspecies gerechtfertigt erscheint, in einheitlicher Weise auf 
alle Fälle anwenden, denn die Mannigfaltigkeit der biologischen Ver- 
hältnisse ist so gross und die Ausrüstungsmittel für den Selbstschutz 
oder für die Abwehr, sowie die Einwirkungen der Aussenwelt auf die 
einzelnen Species sind zu verschiedenartig, als dass man jeden einzelnen 
Fall nicht besonders betrachten müsste. 

Doch — um zu einer anderen Fruge zu kommen — wie steht es 
mit denjenigen Schmetterlingen und Raupen, bei welchen wir überhaupt 
keine Schutzfarben erkennen können? Der Fall, dass Thiere in Folge 
einer besonders kräftigen Entwicklung und starken Vermehrungsfähig- 
keit unter günstigen Umständen auch ohne schützende Färbungen fort- 



Lepidopteren, ihrer Eier, Raupen und Puppen. 223 

bestehen, dürfte doch nur ausnahmsweise eintreten. Unwillkürlich 
drängt sich daher uns die Frage auf: Was wird aus diesen Thieren in 
dem Kampfe um's Dasein werden? — Entweder werden sie allmälig 
aus der Zahl der Lebenden scheiden, da sie, ganz abgesehen davon, 
dass sie sich nicht gegen ihre Verfolger wehren, sich nicht einmal 
ihren Blicken entziehen können, oder aber, — und das wird wahrschein- 
lich der am häufigsten eintretende Fall sein, — ihr Kleid nach und 
nach gegen ein anderes, ihnen vortheilhafteres vertauschen. Diese Hy- 
pothese ist um so wahrscheinlicher, als Zuchtversuche, auf die wir weiter 
unten zurückkommen werden, für die Variationsfähigkeit bezüglicher 
Species sprechen. 

Die Annahme der Unveränderlichkeit der lebenden Wesen, welche 
nicht haltbar sein konnte, da sie durch tägliche Erfahrungen widerlegt 
wurde, behauptete sich noch bis gegen das Ende des achtzehnten Jahr- 
hunderts. Erst durch den französischen Naturforscher de Lamarck 
wurde die Transrautationshypothese aufgestellt, welche die Anpassung 
der Organismen an die äussere Umgebung lehrt. Der Annahme der 
Unveränderlichkeit der lebenden Wesen stellte der genannte Forscher 
den Satz gegenüber, „dass die Arten, welche immer wieder Gleiches 
erzeugen, sich allmälig verändern", was er damit begründete, .,dass 
die Gewohnheiten, Lebensweise und alle die anderen einwirkenden Um- 
stände es seien, welche mit der Zeit die Form des Körpers und seiner 
Theile gebildet haben." 

Auf die Entwicklung der Schmetterlinge wirkt vieles, theils uns 
Bekanntes, theils Unbekanntes, z. B. Klima, Lage des Ortes, in denen 
sie vorkommen, Bodenbeschaffenheit, Vegetation u. s. w., vielleicht auch 
Krankkeitsprocesse, ein; besonders deutlich zeigt sich der Einfluss der 
Lage des Flugortes, sowie seine Höhe über dem Meeresspiegel. Formen 
derselben Art zeigen vielfach im Norden und Gebirge eine andere 
Färbung als im Süden und im Thale. Im Allgemeinen zeichnen sich 
die in südlicher gelegenen Gegenden vorkommenden Falter überein- 
stimmend mit der Färbung der Pflanzen durch eine lebhaftere, die des 
Nordens durch eine trübere Färbung aus. 

Berücksichtigt mau nun, dass die Schmetterlinge zuweilen von 
einem Gebiete in das andere verpflanzt werden, sei es nun durch Wan- 
derungen oder sei es dadurch, dass sie von dem Winde dorthin ver- 
schlagen oder endlich von Menschen übertragen werden , — so muss 
doch nothwendig eine Einwirkung der veränderten Lebensbedingungen 
sich in irgend welcher Weise deutlich machen. Als Beleg hierfür seien 
folgende zwei Fälle angeführt: Herr Stadtrath Streckfuss in Berlin 
fand auf dem Flecken -Pass in Kärntbcn (5 — 6000 F. hoch) ein sehr 
dunkles weibliches Exemplar der Mamestra ab. Latenai Pier.; aus 
den von diesem Schmetterlinge abgelegten Eiern entwickelten sich erst nach 



224 v. Bock: Schutzfarben unserer einh. Lepidopteren etc. 

der Rückkehr nach Berlin die Raupen, welche dann im Zimmer gezüchtet 
wurden. Keiner der ausschlüpfenden Schmetterlinge zeigte aber mehr 
die dunkeln Färbungen des Mutterthiers, vielmehr bildeten sie ein Ver- 
bindungsglied zwischen der im Gebirge fliegenden Mamestra ab. La- 
tcnai und der bei uns vorkommenden Stammform Mamestra dentina. 
So war also schon in der ersten Generation der hier aus Eiern gezüch- 
teten Eule der Einfluss des veränderten Klima's u. s. w. (allerdings bei 
einer Zucht im Hause) ersichtlich. Ein anderes Mal fand Hr. Streck- 
fuss in Südtyrol einen weiblichen Schmetterling von Emydia cribrum 
L. und zwar die seltnere v. Candida Cyr. Die wieder nach Berlin ge- 
brachten Eier lieferten ebenfalls von dem Mutterthiere abweichende 
Stücke, ähnlich der v. punctiffera Fit., welche keine schwarzen Streifen 
auf den Oberflügeln, sondern nur eine Reihe von Punkten besitzt. 

Dass auch die Beschaffenheit der Futterpflanze der Raupen auf die 
Färbung des Schmetterlings nicht ohne Einfluss ist, kann, obwohl wir 
denselben nur selten zu erkennen vermögen, nicht in Abrede gestellt 
werden. Deutlich sehen wir die Einwirkung der Futterpflanze der Raupe 
auf die Farbenentwicklung des Schmetterlings bei dem braunen Bären 
(Arctia caja). Durch Füttern der Raupen mit Wallnussblättern zieht 
man ganz dunkle Exemplare. Interessant ist auch eine Beobachtung, 
welche der Verf. der ,,Systemat. Beschreibung der Raupen'*, O.Wilde, 
gemacht hat: „Die Stammart Cdonestus tri/ olii leht meist auf dürftiger 
Vegetation, die v. mcdiea</inis Bk. auf üppigen Waldwiesen und Gras- 
plätzen." 

Nichts liegt doch wohl näher, als hieraus den Schluss zu ziehen, 
dass die hier beobachteten Einwirkungen des veränderten Klima's, 
Futters u. dgl. sich auch auf die anderen Glossaten erstrecken, dass 
die Einwirkung hier aber eine noch langsamer vor sich gehende ist, 
weshalb sie sich unseren Blicken entzieht. 

Ist diese Annahme, dass eine Reihe von Individuen mancher schutz- 
losen Arten sich veränderten äusseren Umständen anpasst und dadurch 
im günstigen Ealle eine schützende Färbung oder andere Schutzvor- 
richtungen erwirbt, richtig, so können wir in den Variationsformen der 
bisher schutzlosen Arten den Anfang dieser Entwickelung annehmen : 
dieselben werden immer zahlreicher und regelmässiger auftretend werden, 
sich immer selbständiger entwickeln und schliesslich ihre Speciesge- 
nossen, welche nicht die schützenden Farben tragen, nach und nach 
verdrängen, während letztere obendrein ihren Feinden ausgesetzt sind 
und auch dadurch dem Untergange näher kommen. 

Denn, um mit einem Ausspruche des englischen Philosophen 
Herbert Spencer zu schliessen: 

„Das Passendste überlebt das Andere." 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft II.] 225 



Bemerkungen zur dritten Auflage des 

Catalogus Coleopterorum Europae 

auctoribus L. v. Heyden, E. Reitter et J. Weise. 

Von E. Bergroth. 

In den folgenden addendis et emendandis berühren wir nur Arten, 
deren Vorkommen in Europa vor 1883 publicirt wurde. 

P. 3. adde: Orinocarabus truncaticollis Eschsch. — U. b. mit 
dem Synonym Carabus Chaudoiri J. Sahlb. nee Gebl. 

p. 5. adde: Carabus Hummeli Fisch. — U. b. 

p. 6. adde: Notiophilus melanophthalmus Schloss. — Cro. 

p. 7. Benibidion Felmanni lege Fellmani. 

p. 15. adde: Rarpalus ellipticus Ball. — U. 

p. 18. adde: Amara caligata Putz. — U. b. 

p. 20. Pterostichus Middendorffii J. Sahlb. findet sich doppelt als 
Lyperopherus und Pseudocryobius. 

p. 21. adde: Pterostichus fragilis Mäkl. — R. b. Dagegen ist der 
nur in Sibirien gefundene P. Stuxbergi Mäkl. zu streichen. 

p. 22. Dass Poecilus marginalis Dej. eine von Koyi Germ, ver- 
schiedene Art ist, haben Seidlitz und J. Sahlberg, wie es 
scheint, wohl niotivirt. 

p. 24. Calathus tarsalis J. Sahlb. ist von dem älteren C. Sibiriens 
Gebl. nicht speeifisch verschieden. 

p. 25. Darauf, dass die Pontoppidanschen Arten in der That von 
Brünnich beschrieben sind, habe ich früher aufmerksam ge- 
macht. Wir müssen deshalb (wenn wir die Gattung Cliba- 
narius aeeeptiren) Cl. dorsalis Brunn, citiren. 

p. 27. Metabletus foveolatus Dej. (nee Gyll., qvi = foveola Gyll.) 
lege cupreus Waltl. 

p. 28 et 29. Bidessus minimus Scop. und Hydroporus minimus 
Scop. können nicht denselben Artnamen führen, da Scopoli's 
minimus nicht auf zwei Arten gleichzeitig gedeutet werden kann, 
p. 30. adde: Hydroporus intermedius J. Sahlb. — F. L. 

p. 31. adde: Agabus nigripalpis J. Sahlb. - L. R. b. 
p. 33. Ochthebius (Calobius) Sellae Sharp ist zu streichen. Eine 
so benannte Art ist weder beschrieben, noch existirt sie in 
Sammlungen. 
XXVIII. Heft ii. 15 



226 E. Bergroth: Bemerkungen zur dritten Auflage des 

C. Sahlberg citirt bei seinem Helophorus fennicus unrichtig 
Paykull's fennicus, der eine andere Art ist; nach den ge- 
wöhnlichen Nomenclaturgesetzen muss jene Species folglich den 
Namen H. Gyllenhali J. Sahlb. erhalten. 
Wo ist H. mirabilis Mill. beschrieben? 
Adde: Helophorus niger J. Sahlb. — U. b. 

p. 34. Tropidosternus apicipalpis Chevr. gehört kaum in den Ca- 
talog. Wenn diese tropisch-amerikanische Art wirklich in Süd- 
Frankreich gefunden worden ist, so ist es wohl nur als zufäl- 
liger Irrgast. 

p. 37. adde: Heterocerus Älotschulskyi Reiche — F. mit dem Sy- 
nonym H. maritimus Motsch. (non Guer.). 

p. 40. Aleuonota egregia Rye ist nach Rye selbst identisch mit 
A. hypogaea Rey. 

p. 42. adde: Homalota sibirica Mäkl. — R. b. 

H. sericans Grav. lege crassicornis Fabr. (nach Fauvel 
und Schi öd te's Untersuchung der typischen Exemplare). 
H. crassicornis Gyll. muss Letzneri Epp. heissen. 

p. 47. adde: Hypocyptus aprilis Rey — Ga. 

adde: Typhlocyptus atomus Rey — Ga. 
p. 51. Stapliylinus lutarius Grav. lege ßavopunctatus Latr. 
p. 54. adde: JLathrobium sibiricum Fauv. — U. b. 
p. 55. Lathrobiutn etruscum Picc. (wozu apenninum Baudi gehört) 

ist, wie Joseph neuerdings gezeigt hat, von cavicola Müll. 

wohl verschieden, 
p. 58. adde: Sunius misellus Rey — Ga. 
p. 58. adde: Cylindrogastcr sardoa Saulcy — S. 
p. 60. adde: Ancyrophorus biimpressus Mäkl. — P. 
p. 61. adde: Lesteva Villardi Rey — Ga. 
p. 64. Olisthaerus substriatus Gyll lege Payk. 
p. 68. Linne schreibt Paussus, nicht Pausus. 
p. 73. Liodes midtipunctata Rye und circinipes Rye sind zu 

streichen; sie sind beide aus Japan beschrieben, 
p. 74. Anisotoma (Liodes) larvata Canestrini ist zu streichen; sie 

gehört zum A r ach niden- Genus JLiodes. 
p. 75. adde: Hydroscapha granidum Motsch. — Gr. 
p. 88. Aus den Synonymen des Hypocoprus laihridioides Motsch. 

ist epido Mäkl. zu streichen. Ueber diese sowie über andere 

Mäklin'sche und Mannerh eim'sche Arten wird wohl später 

J. Sahlberg Näheres mittheilen. 
p. 92. adde: Saprinus arachidarum Mars. — Ga. m. 



Catalog. Coleopteror. Europae auctor. L. v. Heyden etc. 227 

p. 96. adde: Ataenius lepidulus Har. — Zu dieser Art gehört 

Psammobius Alleonis Fairm. als synonym, 
p. 99. RMzotrogus parvicollis Perris lege Perez. 
p. 100. adde: Elaphocera funebris Fairm. — Hi. 
p. 104. adde: Sphenoptera Mannerheimi Thoms. — Ca. und Sph. 

adelphina Thoms. — Ca. 
p. 108. Cardiophorus rufipes Fourcr. lege Goeze. Was die Four- 

croy 'sehen Arten übrigens betrifft, so haben P. Low und 

Lichtenstein mit Recht hervorgehoben, dass in der That 

Geoffroy der Verfasser der von Fourcroy herausgegebenen 

Entomologia Parisiensis ist (wie aus der Vorrede erhellt) und 

somit G. als Autor bei jenen Arten zu citiren ist. 
p. 110. adde: Dima Assoi Per. — Hi. 

adde: Ludius Schäumt Cand. — Gr. 

adde: Agriotes breviuscidus Desbr. — S. und A. attenuatus 

Desbr. — Ga. 
p. 111. adde: Helodes subterraneus Muls. — P. 
p. 112. Eros erythropterus Baudi ist wohl ein älterer Name als 

Wankowiczii Bourgeois (nicht Bedel wie im Catalog steht). 
p. 113. adde: Podabrus Majori Picc. — J. Zu dieser Gattung gebort 

auch der unrichtig als Rhagonycha (p. 114) aufgeführte ob- 

scuripes J. Sahlb. 
p. 117. adde: Attalus semitogatus Fairm. — Ga. 
p. 12). Earicobius Sahlbergi Reitt. ist nur in Sibirien (am Jenisej) 

gefunden und gehört nicht in den Catalog. 

Elateroides ßabeUlcornis Uddm. lege Schneid. 
123. Ernobius anabaptista Goz. lege Mulsanti Kies. 

132. adde: Opatrum asperidorsum Fairm. — C. 

133. adde: Platydema atrum Motsch. — Hi. 

137. Cteniopus sulphureus L. lege flavus Scop. 

138. Orchesia sepicola Ros. muss den älteren Namen minor Walk, 
führen. 

145. Opsimea ventralis Mill. muss dem älteren Namen quadri- 
nervosa Reiche nachstehen. 

148. Otiorrhynchus dubius Sturm lege Ström. Diese Art hat in- 
dessen einen noch älteren Namen, O. nodosus O. Fabr. Wie 
Schiödte und Mäklin, nach Vergleichung grönländischer 
und europäischer Exemplare, hervorgehoben haben, ist nodosus 
mit unserem dubius (= maurus Gyll.) vollkommen identisch. 
O. lepidopterus Fabr. muss dem älteren Namen Salicis Ström 
weichen. 
O. alpinus Rieht, lege areticus 0. Fabr. 

15* 



228 E. Bergroth: Bemerkungen zur dritten Auflage des 

p. 152. Bei Polydrusus faseiatus ist nicht Müller, sondern Ström als 
Autor zu citiren. Ström's Beschreibung passt jedoch eben 
so gut auf tereticollis als auf fulvicornis Fabr.; Fabricii 
Benennung ist wohl deshalb wieder einzuführen. 

p. 164. Styphlus pilosus Motsch. und Lederi Chevr. gehören zur 
Gattung Cotaster Motsch. 

p. 166. Echinocnemus Faust lege Schönherr. 

Bagous angustulusToura. — Si. lege angustulus Thoms. — Su. 
adde: Acalles leporinus Chevr. — Ga. 

p. 168. adde: Acalyptus fuscipes Thoms. — Su. 

p. 172. adde: Ceutorrhynchus unguicularis Thoms. — Su. 

C. acalloides Fairm. gehört zur Gattung Hypurus Rey. 

p. 174. adde: Genus Lissotarsus Faust mit der Art L. capucinus 
Faust — R. 

p. 177. Apion medianum (nicht „meridianum" wie im Catalog 
steht) muss den älteren Namen tenellum Sahlb. führen. 

p. 178. Ehynchites megacephalus Germ. (1824) lege Mannerheimi 
Humm. (1823). Auch in Gemminger-Harold*s Catalog ist Hum- 
mers Benennung mit Unrecht als die jüngere angesehen. 

p. 181. adde: Scolytus ensifer Eichh. — Ga. und S. earinatus 
Chap. — Hi. 
adde: Crypturgus hispidulus Thoms. — Su. 

p. 184. adde: Brachyta picta Mäkl. — F. Diese Art hat auch 
Ganglbauer in seine Bestimmungstabelle nicht aufgenommen, 
wahrscheinlich irre geleitet durch eine Notiz von Kraatz in 
der Deutsch, entom. Zeitschrift dass die Art „aus Urpala in 
Daurien" beschrieben sei. Urpala liegt in Finland; bei der 
Beschreibung hatte Mäkl in allerdings auch daurische Stücke 
vor sich. 

p. 191. Ist Haemonia Mosellae Bell, wirklich identisch mit H. ap- 
pendiculata Panz.? Wenn man von den Verschiedenheiten 
der Imagiues absieht, so weiehen schon die Larven erheblich 
von einander ab. Dies findet man besonders, wenn man die 
Kopfbildung der Larve von H. Mosellae, wie sie von Belle- 
voye beschrieben und abgebildet ist (Bull. soc. d'hist. nat. 
Metz XII, p. 94 ff.) mit der der H. Equiseti Fabr. wie sie 
Heeger in Wort und Bild darstellt (Sitzungsber. Akad. Wiss. 
Wien XI, p. 941 ff.) vergleicht). 



] ) Bei dieser Gelegenheit mache ich darauf aufmerksam, dass die 
von Heeger (Sitzungsber. X, p. 175, Taf. V.) beschriebene und ab- 
gebildete Larve von Mycetocharis linearis 111. — wenn sie überhaupt 



Catalog. Coleopteror. Europae auctor. L. v. Heyden etc. 229 

Haemonia rugipennis J. Sahlb. ist nicht aus Lappland, 

sondern aus Süd-Finland beschrieben. In Lappland lebt keine 

Haemonia. 
p. 193. adde: Gynandrophthahna cineta Lef. -- Ca. und G. Ober- 

thüri Lef. — Hi. 
p. 197. adde : Cyrtonus contrarius Fairm. — Hi. und punetieeps 

Fairm. — Hi. 
p. 198. adde: Chrysomela septentrionalis Men. — R. b. und Chr. 

Cameranoi Piolti — J. 
p. 202. Galeruca silphoides Sahlb. lege Dalm. 
p. 206. adde (nach Cassida): Genus Chelysida Fairm. mit der Art 

Ch. involuta Fairm. — Si. 
p. 209. adde: Scymmts major Costa — S. 

Schliesslich einige Worte über die von den Verf. angenommenen 
Genus-Namen. Wie mir scheint, sind die Geoffroy'schen Namen mit 
Recht aufgenommen. Allein soll Stabilität in der Nomenclatur erreicht 
werden, so muss das l'rioritätsgesetz mit Consequenz durchgeführt wer- 
den. ,.Suum cuique" gilt auch in der Entomologie. Nach meiner An- 
sicht müssen noch einige Namen im Catalog älteren Namen weichen. 

Epactius Schneid. (1791) ist älter als Omophron Latr. (1802). 

Aus verschiedenen Gsünden können die meisten von Voet's Gat- 
tungen nicht beibehalten werden, obwohl sie gut begründet sind. Aber 
folgende zwei unzweifelhaft prioritätsberechtigte Genus -Namen müssen 
restituirt werden: Pseudopelta Voet für Thanatophilus und Asbolus 
Voet für Necrodes. 

Strongylus Heibst (nomen praeoecupatum) muss Cyllodes Er. 
heissen. 

Mit Recht haben die Verf. Liodes für Anlsotonui substituirt und 
vice versa. Aber auch Corynetes und Xecrobia müssen den Platz 
tauschen. Die Synonyuiie ist: 

Corynetes Herbst (1792). Necrobia Olivier (1795). 

Necrobia auett. Corynetes auett. 

violaceus L. coerulea De G. 

violacea Ol. 

Throscus Latr. ist wohl wieder einzuführen, da TrLvagus Kug., 
wie Crotch bemerkt, besser als Byturus zu deuten ist. 



einer Käferart angehört — mit einer 31ycetocharis-~L&x\c nichts zu 
thun hat. Eine richtige Beschreibung und Abbildung dieser Art findet 
sich bei Perris (Larves, p. 294, pl. IX.) 



230 E. Bergroth: Bemerkungen z. Cat. Coleopter. Europae. 

Osphya 111. ist zwar älter als Nothus Oliv., muss aber dem letz- 
teren weichen, da Illiger nur den Namen aufstellte, ohne eine Be- 
schreibung zu geben. 

Type der Gattung Melolontha Geoffr. ist Clytra 4- punctata L.. 
Clytra Laich, fällt folglich als Synonym. Die spätere Melolontha 
Fabr. kann nicht beibehalten werden. 

Die Gattung Ips De Geer (1774) ist mit Tomicus typographus 
als Type aufgestellt; wir müssen sie deshalb mit Marsh am in ihrer 
ursprünglichen Bedeutung beibehalten 1 ). Jedenfalls muss Ips Fabr., 
auctt., mit einem anderen Namen ersetzt werden. 

Eine nicht unwichtige Nomenclaturregel, die nicht überall durch- 
geführt ist, ist die folgende: wenn derselbe Artname zweimal in einer 
Gattung angewendet ist, so ist der spätere zu ändern, auch wenn der 
erste als synonym nachgewiesen worden ist. So z. B. muss Ptenidium 
nitidum Bris, den Namen Brisouti Matth. tragen, obgleich das ältere 
nitidum Heer als synonym unter pusillum Gyll. steht. Wird nicht 
nach dieser Regel verfahren, so ist statt einer stabilen eine immer 
schwankende Nomenclatur die Folge, denn was heute als verschiedene 
Art gilt, wird morgen als synonym betrachtet und umgekehrt. 

Was nun das gewählte Beispiel übrigens betrifft, so gehört P. pu- 
sillum Gyll. nach Mäklin*s Untersuchung der typischen Exemplare 
(Act. soc. scient. fenn. VII. p. 141), sowie nach der Beschreibung 
zweifelsohne zu apicale Gillm. Dagegen gehört pusillum Er. (nee 
Gyll.) zu nitidum Heer. 



') Gleichfalls muss, wie auch Brülle gethan, Colliuris De Geer 
für Casnonia verwendet werden. 

Helsingfors, April 1884. 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft II.] 231 



Neue Milben. 

Von 
Dr. Ludwig Karpelles in Wien. 



An Coleopteren, welche von Pogge in Centralafrika (im Congo- 
gebiet) beiläufig zwischen dem 5 — 6° südl. Breite und dem 22 — 24" 
östl. Länge gesammelt sind und im Köuigl. zoologischen Museum zu 
Berlin aufbewahrt werden, bezw. in den Papierhülsen, worin dieselben 
eingehüllt waren, fand Herr H. J. Kolbe eine grössere Anzahl Milben, 
die er mir zu übergeben die Freundlichkeit hatte. Es sind die im 
Folgenden beschriebenen neuen Arten; da sich jedoch darunter auch 
zwei einheimische Tyroglyphus-Arten — entomophagus und siculus 
— und Crlycyphagus-Arten (auf die zurückzukommen, ich mir vorbe- 
halte) vorfanden , und alle ausserdem lebend ankamen , so kann ich 
jene neuen Arten nicht direct als afrikanische bezeichnen, so sehr sie 
auch — namentlich die eine Cheyletus- Art — von den bisher be- 
schriebenen abweichen. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass die letzt- 
genannten Tyroglyplius- Arten auch in Afrika vorkommen, ist ziem- 
lich gering, und wenn sie während des Transportes zu den Käfern 
gelangt sind, so konnte dies auch bei den zu beschreibenden Arten 
möglich sein. Unter den genannten Milben fand ich auch einen Bücker- 
scorpion, von dem ich ein Präparat aufbewahre. Es ist dies ein Zu- 
sammenvorkommen, welches schon öfter constatirt wurde 1 ). 

1. Cheyletus rufus n. sp. 
Fig. 1-4. 
Die Gattung Cheyletus (von yjco und vXr^) wurde von Latreille 
(Histoire naturelle des Crustacees et des Insectes, Paris t. VIII. p. 54 
und Genera Crustaceorum et Insectorum, Parisiis et Argentorati 1806. 
pg. 152) aufgestellt. Bis nun sind sechs Arten dieser Gattung beschrie- 
ben und zwar fünf, Ch. eruditus, casalis, venustissimus . Hirun- 
dinis und marginatus von Koch (Deutschlands Crustaceen , Myria- 



') An den aus dem tropischen Afrika in den letzten Jahren in trocknem 
Zustande in Schachteln angekommenen Insecten fanden sich Acariden und 
Chernetiden neben Tribolium und Corynetes fast bei jeder Sendung. 

H. J. Kolbe. 



232 



Ludwig Karpettes: 



Erklärung 
der Figuren. 

Fig. 1 . Cheyletus rufus 
n.sp. Rücken-Ansicht. 

Fig. 2. Erstes Fusspaar 

Fig. 3. Zweites ., 

derselben Art. 

Fig. 4. Längenverhält- 
niss der Füsje dersel- 
ben Art. 

Fig. 5. Cheyletcs pa- 
rumseto8us n. sp. 
Bauch-Ansicht. 

Fig. 6. Längen verhält- 
niss der Füsse dieser 
An. 




¥-. 




neue Milben. 233 

poden und Arachniden, Regensburg 1839) und eine Art von Laboul- 
bene zuerst als Tyroglyplms Mericourti („Description des quelques 
Acariens et d'une Hydraebne" in den Annales de la societe entomolo- 
gique de France 9. 1851. pg. 302. pl. 9. fig. 4). Die Anatomie von 
Cheyletus ist in Ch. Robin et Fumouze ,,Recherches sur les acariens 
des genres Cheyletus, Glyciphagus et Tyroglyphus" (Journal de l'ana- 
tomie et de la pbysiologie 4. 1867. pg. 505 — 528 und 561 — 602) be- 
arbeitet 1 ). Im Folgenden gebe ich die Beschreibung einer neuen Art 
dieses Genus, welche sich durch die gefiederten Borsten, die in verhält- 
nissmässig geringer Zahl den Rücken und die Füsse bedecken, sofort 
von allen bisher bekannten CheyletltS-Arten unterscheidet. 

Der Körper ist im Umrisse, bei nicht vorgestrecktem, hügelför- 
migem Anhange der Bauchfläche des Hinterleibes, oval, hinten etwas 
breiter als vorn. Wenn jener Anhang vorgestreckt ist, erhält der ganze 
Leib die Form eines sehr stark in die Länge gezogenen Sechseckes. 
Die Seiten desselben verlaufen ziemlich gerade, bis auf einen wenig 
vorstehenden Ausbug vor dem 3. Fusspaare, der weit weniger deutlich 
ist, als es bei Cheyletus eruditus der Fall ist. Die Entfernung der 
Culminations-Punkte dieser nur sehr -wenig hervortretenden Krümmung 
giebt die grösste Körperbreite an. Die Länge desselben von der 
Schnabelspitze bis zum hintersten Punkte jenes schon erwähnten An- 
hanges ist nahezu 2 1 / 2 mal grösser als die grösste Körperbreite, so 
dass man dieses Thier wohl als länglich gestreckt bezeichnen kann. 
Die den Cephalothorax vom Abdomen trennende Furche ist, namentlich 
auf der Rückenfläche, sehr weit nach rückwärts geschoben, so dass sie 
hinter der Mitte der schon angedeuteten Längslinie, scheinbar hinter 
dem Niveau der Insertion des dritten Fusspaares zu liegen kommt. 
Auf der Bauchfläche liegt diese Furche gerade hinter dem Ausbuge 
der Körperseiten vor der Insertion dieses Fusspaares und ist hier weit 
weniger deutlich. Diese Lage der Leibesfurche deutet ein schiefes 
Aufsteigen des vordem und hintern Körperendes an , es würde somit 
ein Längsschnitt durch den ganzen Körper hindurch eine rhombische 
Schnittfläche geben. 

Die Körperbedeckung selbst ist farblos, glashell, durchsichtig 
und besitzt in ihrer ganzen Ausdehnung Falten und Streifen , durch 
welche Eigenthümlichkeit sich ja CJieyletuS den Sarcoptiden nähert. 
Diese Falten und Streifen besitzt das Thier sowohl auf der Rücken- 
ais auch auf der Bauchfläche an allen Theilen, sie verlaufen in Ser- 



: ) Zwei neuere Arbeiten Megnins über Ckeyletiden von den Jahren 
1880 und 83 waren mir zu der Zeit, als ich diese Milben beschrieb (Sep- 
tember 1883) nicht zugänglich. 



234 Ludioig Karpettes: 

pentinen und treten nach dem Tode des Thieres namentlich an den 
Seiten sehr deutlich hervor, da die hier röthlich gefärbte Leibosmasse 
besonders von der Körperbedeckung mehr zurückgezogen ist. Dies 
soll jedoch nicht sagen, dass diese Faltung etwa an den Seiten stärker 
wäre als an den übrigen Leibestheilen. 

Betreffs der Mundtheile ist ausser auf die Eingangs erwähnte 
Arbeit von Fumouze und Robin noch auf die von Kramer „die 
Familie der Bdelliden" (Archiv für Naturgeschichte 42, 1876) und in 
seinen Beiträgen zur Naturgeschichte der Milben „4. Vergleichung der 
Mundwerkzeuge von Cheyletus, Tyroglyphus etc." (in demselben Bande 
des Arch. für Naturgesch.) hinzuweisen. Die sehr schmalen Mandibeln 
sind neben den Palpen diejenigen Mundtheile, die am wenigsten mit 
denen der andern Tyroglyphiden übereinstimmen, sie sind wohl auch 
auf jeder Seite getheilt , weshalb man sie auch scheerenförmig nennen 
könnte, allein die beiden zugekehrten Seiten beider Theile sind nicht 
gezähnelt und der hauptsächlichste Unterschied liegt in ihrer schmalen 
stilförmigen Gestalt und der Lage, die mit jener von Tyroglyphus 
und Glycyphagus verglichen um 90° gedreht erscheint, wobei natürlich 
beiderseits der Ruhezustand vorausgesetzt ist. Die beiden Kieferfühler 
sind in der Form den Mandibeln ähnlich, jedoch namentlich an der 
Basis weit stärker und viel länger als diese, sie sind fast mehr als 
doppelt so lang, da sie bis zu dem Grunde des^ untersten (ersten) 
Palpengliedes reichen; in der Mitte berühren sie sich, ohne jedoch zu 
verschmelzen. 

Die beschriebenen Mandibeln liegen der Unterlippe auf, diese hat 
eine mehr oder weniger conische Form, mit abgestutzter, etwas abge- 
rundeter Spitze. Die Zunge ist dreieckig, spitz, mit etwas geschweiften 
Aussenrändern, und hängt an der Basis mit der Unterlippe zusammen. 

Der für Cheyletus am meisten characteristische Mundtheil sind die 
ungeheuer entwickelten Palpen. Bei den bisher beschriebenen Arten 
sind dieselben dreigliedrig, nur bei Cheyletus venustissimus Koch 
fünfgliedrig, bei der vorliegenden Art sind dieselben viergliedrig. Da- 
durch ist die Brücke von den Bdelliden zu den Acari s. str. vollständig 
hergestellt. Ch. venustissimus Koch als einäugige Form mit fünf 
Palpengliedern schliesst sich noch eng an die Bdelliden an (s. Kramer 
1. c), ihm zunächst steht Ch. rufus mihi als augenlos mit 4 und die 
übrigen 5 Arten dieser Gattung als ebenfalls augenlose, jedoch mit 
3 Palpengliedern versehene Formen. Unter diesen scheint Ch. Meri- 
courti Laboulbene sich den Tyroglyphiden durch die etwas kleineren 
Palpen zu nähern, während andererseits in der schon hervorgehobenen 
Faltung der Körperbedeckung, wie schon erwähnt, ein Anklang an die 
Sarcoptiden zu sehen ist. Die Zahl der Fuss- und der Palpenglieder 



neue Milben. 235 

(mit Ausnahme von Ch. venustissimus und rufus) bringt sie eben 
mit den Acari s. str. (Tyroglyphidae und Sarcoptidae) überhaupt in 
Verbindung. Das erste unterste Palpenglied, zugleich das grösste, hat 
anfangs fast parallel nach oben und aussen verlaufende Ränder, bald 
biegt jedoch der Aussenrand sehr stark in einem Bogen nach aussen, 
während der Innenrand nur sehr wenig gebogen verläuft. Auf der 
Ventralfläche nahe der Spitze und dem Aussenrande trägt dieses Glied 
eine starke, gefiederte Borste, die etwas über die Spitze des äussersten 
Palpengliedes hinausragt. Diese Borste hat Ch. venustissimus Koch 
ebenfalls gefiedert, Ch. eruditus einfach. Das zweite Palpenglied stellt 
einen ziemlich schmalen, der Spitze des ersten aufliegenden, also schief 
gerichteten Ring dar, dessen Durchmesser geringer ist, als der der 
Spitze des beschriebenen ersten Gliedes. Nahe seinem Innenrande geht 
von seiner Ventralfläche eine einfache Borste ab, die kleiner und viel 
feiner ist als die beim ersten Gliede erwähnte. Das dritte Glied ähnelt 
einem Siegelringe, dessen Breitseite nach aussen gekehrt ist, der obere 
Rand hat einen sehr tiefen Einschnitt. An der Spitze der Breitseite 
sitzt mit ihrer Basis die letztere überwallend die eigenthiimlich sichel- 
förmig gebogene Kralle, die diesen Namen, wegen ihrer weichen Be- 
schaffenheit, wenigstens an der Spitze nicht verdient. Sie hat bekannt- 
lich je nach den Arten eine verschiedene Anzahl (1 — 3 oder gar keine) 
Zähne, bei der vorliegenden Art ist nur ein solcher sehr kurzer, 
stumpfer nahe der Basis vorhanden. Von diesem Gliede gehen ausser- 
dem noch 2 ziemlich kurze Borsten ab, beide nahe seiner Spitze. Das 
vierte und zugleich kleinste Glied der Palpen hat eine mehr oder weniger 
kugelförmige Gestalt und sitzt dem Innenrande des dritten Gliedes auf. 
An der Spitze seines Aussenrandes, auf der Ventralfläche, inserirt eine 
gleichfalls sichelförmig gebogene Borste, deren Innenrand äusserst fein 
gezähnelt ist, wie bei den andern Arten dieses Genus. Auf dem Ober- 
rande der Dorsalfläche inserirt eine ebenfalls derartig gekrümmte, sehr 
feine, einfache Borste, die aber alle andern, selbst die starke Kralle 
des dritten Gliedes an Länge überragt. An dem Innenrande oben, 
aber noch auf der Rückenfläche entspringt eine kurze einfache Borste • 
und ihr gegenüber auf der Bauchfläche eine dicke, gerade, nur an der 
Spitze schwach gebogene, weit längere Borste. Die übrigen Mund- 
theile haben nur drei sehr kurze, feine, kaum bemerkbare Borstenpaare, 
von denen zwei den Kieferfühlern und eine der Unterlippe angehören. 
Die Epimeren sind, da sie ebenfalls bräunlich roth sind, nicht 
so auffallend und nicht so leicht zu bemerken, wie etwa bei Cheyletus 
eruditus Koch. Es heben sich nur die Begrenzungslinien dieser Chitin- 
stücke, weil sie dunkle Linien darstellen, deutlich ab. Sie zeigen 
nichts, was wesentlich von dem für Clieyletus typischen Bau dieser 



236 Ludwig Karpelles: 

Theile abweichen würde. Dieser typische Bau unterscheidet sich aller- 
dings bedeutend von dem für Tyroglyphus und Glycyphagus allge- 
meinen Verlaufe der Epimeren, indem bei den letzteren sich die des 
ersten Paares allein mit einander vereinigen und die des dritten und 
vierten Paares sehr reducirt sind, bei Cheyletus hingegen stellen alle 
Ringe dar, mit denen die Coxa, das erste Glied der Füsse, articulirt, 
und haben von den Ringen ausgehende stabförmige Verlängerungen. 
Die Epimeren des ersten Fusspaares vereinigen sich nicht median mit 
einander , wohl aber durch die eben erwähnte Verlängerung mit der 
der Epimeren des zweiten Fusspaares. Von denen des dritten Paares 
gehen zwei Verlängerungen aus, die fast parallel verlaufen und von 
denen die proximale weit kürzer ist als die sich später stark nach 
hinten krümmende distale Verlängerung. Die Epimere des vierten 
Paares hat nur eine solche, die aber im Gegensatze zu denen des er- 
sten und zweiten Paares vom hintern Rande des Ringes abgeht. 

Die Füsse sind sämmtlich fünfgliedrig, aber nicht gleich lang 
(s. Fig. 2, 3 u. 4). Das erste Fusspaar ist ungemein lang, ohne die 
laugen Endborsten am Tarsus länger als der ganze Körper, ihm zu- 
nächst steht das vierte Fusspaar, das um ein Geringes kürzer ist als 
der Leib. Das zweite und dritte sind noch kürzer als jenes , unter- 
einander aber gleich lang, jedes beträgt etwa b h von der Länge des 
ersten und nahezu ' '• von jener des vierten Beinpaares. Aus diesem 
Verhältnisse ergiebt sich, dass die vorliegende Art, was die Länge des 
ersten Paares betrifft, alle andern Cheyletus-Arten übertrifft, dabei ist 
es sehr schmal. Ich erinnere hier daran, dass es auch Gamasiden und 
zwar Arten der Gattung Gamasus selbst giebt, bei denen das erste 
Fusspaar weit länger und schmäler ist als die andern. Die Gattung 
Cheyletus wurde ja auch vonLatreille zu den Gamasiden zwischen 
Gamasus L. und Uropoda De Geer gestellt. Bekanntlich hat dieses 
Genus mit der Familie der Gamasiden die Tracheen gemein, so bietet 
denn diese Gattung mannigfache Anklänge an die verschiedensten 
Milbenfamilien (Bdelliden, Tyroglypbiden , Sarcoptiden, Gamasiden), 
wodurch der öftere Wechsel ihrer Stellung im Systeme auch erklär- 
lich wird. 

Zwischen dem zweiten und dritten Fusspaare ist nur ein kurzer 
Zwischenraum. Am ersten Paare hat die Coxa, welche mit der ent- 
sprechenden Epimere articulirt, eine fast kuglige Gestalt und ist an 
sämmtlichen Beinpaaren das bei weitem kürzeste Glied. Der Trochanter 
ist ungemein lang, cylindrisch, ebenso auch das Femur und die 
Tibia, während der Tarsus am Grunde eine kurze Strecke weit 
verbreitert, sich gegen die Spitze hin ziemlich stark verschmälert. 



neue Milben. 237 

Was das Längenverhältniss der genannten Glieder betrifft, so ist 
der Tarsus das längste Glied, Trochanter und Tibia, unter einander 
gleich, sind ein wenig kürzer, bedeutend kürzer ist das Femur und 
das kürzeste Glied ist wie schon gesagt die Coxa. Dieselben Ver- 
hältnisse zeigen die Glieder des vierten Beinpaares, ebenso gleichen 
sich unter einander das zweite und dritte Paar, an diesen hat die Coxa 
ebenfalls nahezu kuglige Gestalt, Trochanter, Femur und Tibia stellen 
Cylinder dar, die aber weit dicker, nur entsprechend kürzer sind als 
die des 1. Paares. Der Tarsus ist von conischer Form und länger 
als die ersten 3 Glieder zusammengenommen. 

Die Borsten der Füsse sind folgendermassen vertheilt: An der 
Coxa ist eine gefiederte, kurze, dicke Borste, die am Innenrande nahe 
ihrer Articulation mit dem Trochanter entspringt ; dieser trägt am ersten 
Paare zwei, au allen andern blos eine kurze, gefiederte Borste. Das 
Femur hat an allen Fusspaaren nahe seiner Mitte zwei einander gegen- 
über — am Aussen- und Innenrande — ■ inserirende längere, gefiederte 
Borsten, die Tibia hat überall drei solche, nur am ersten Fusspaare 
nahe ihrer Spitze noch eine vierte sehr lange Borste. Der Tarsus 
trägt an der Spitze seiner Verbreiterung, die blos am ersten Paare 
sehr deutlich ausgeprägt ist, eine ebenso beschaffene Borste, neben 
welcher ein kleiner Stift — der Stellung nach „dem Kölbchen" bei 
Tyroglyphus analog — inserirt. Nach Fumouze und Robin (1. c.) 
fehlt die diesen Stift (dort „Dorn [piquant]") begleitende Borste den- 
jenigen Cheyletus, welche blos 2 Zähne an der Kralle des zweiten 
(hier dritten) Palpengliedes haben. Die vorliegende besitzt dieselbe 
aber und nur einen Zahn jenes krallen artigen Theiles, dagegen fehlt 
die Borste, welche dort als der hier beschriebeneu entgegengesetzt be- 
zeichnet wird. An der Spitze des Tarsus befinden sich zunächst zwei 
Borsteu, die am ersten und vierten Paare sehr lang, am zweiten und 
dritten sehr kurz sind. Ausserdem gehen noch von hier drei sehr kurze 
und feine Borsten ab; der Tarsus selbst endigt in eine häutige, länglich 
gestreckte Haftblase mit 2 schwachen Krallen. Sämmtliche Borsten, 
die von seiner Spitze ausgehen, dann die eine, welche von der Mitte 
seines Innenrandes abgeht, sind einfach, alle andern sind gefiedert. 

Körperborsten hat Ch. ruf US im Ganzen blos 9 auf jeder 
Körperseite auf der Dorsalfläche, auf der Ventralfläche fehlen sie voll- 
ständig. Sie sind alle entweder gerade oder nur sehr wenig gekrümmt, 
relativ kurz und deutlich gefiedert. Drei derselben entspringen vorn 
hinter der Furche, welche die „masse hexagonale" mit dem „camero- 
stome" Fumouze's und Robin's vom übrigen Cephalothorax trennt, nahe 
dem Seitenrande, den man sehr gut als „Schulter" und die 3 Borsten 
somit als „Schulterborsten" bezeichnen kann. Drei andere liegen 



238 Zdiclivig Karpelles: 

hintereinander in einer geraden Linie am Seitenrande des Körpers, 
die erste derselben etwa in gleichem Niveau mit der Insertion des 
vierten Fusspaares, drei weitere endlich jederseits der Mittellinie und 
dem Hinterrande des Körpers genähert. Diese Art der Anordnung 
der Körperborsten gehört mit zu den für Ch. riifus am meisten cha- 
racteristischen Eigen thümlichkeiten. 

Die Farbe des Thieres ist eine röthlich braune, an manchen 
Exemplaren mit einem Stich in's Gelbliche. Bei einigen verblasst die 
Farbe fast ganz, wenn sie einige Zeit (2 — 4 Tage) in Alcohol liegen, 
bei andern erhält sie sich sehr lange. 

Dimensionen: Länge 0,18 — 0,24 mm., Breite 0,07 — 0,10 mm. 

2. Cheyletus parumsetosus n. sp. 

Fig. 5 u. 6. 

Der Körper hat im Umrisse mehr die Gestalt eines Rechteckes. 
Er ist weit länger als bei der im Vorhergehenden beschriebenen Art, 
dabei ist seine grösste Breite geringer, so dass diese Art weit mehr 
langgestreckt ist als jene. Die Körperseiten zeigen wie bei Ch. eruditus 
zwei bogenförmige Vorsprünge, der eine kleinere liegt über der Insertion 
des ersten Fusspaares, der zweite viel grössere zwischen jener des 
zweiten und dritten Paares; hinter diesem verschmälert sich der Körper 
ziemlich rasch und bleibt dann bis zum Hinterrande gleich breit. 
Letzterer ist fast gerade, so dass der Körper namentlich hinten den 
Eindruck eines Rechteckes macht. Wenn man die beiden Leibesfurchen 
dieser Art mit der vorhergehenden vergleicht, so ergiebt sich, dass die 
erste (die den Schnabel mit dem „camerostome" vom übrigen Cephalo- 
thorax trennt,) mehr nach hinten, die zweite (zwischen dem dritten und 
zweiten Fusspaare), die hier weit weniger deutlich ist, mehr nach vorn 
gerückt ist. 

Die Körpe r bedeck ung hat genau dieselbe Beschaffenheit wie 
bei Ch. ruf us, nur die des ersten Palpengliedes hat ausser den sich 
überall findenden zierlichen Falten noch tiefe Längsfurchen, an allen 
andern Theilen fehlen dieselben. 

Die Mundtheile erscheinen in ihrer Gesammtheit breiter und 
plumper als bei der vorigen Art. Es ist in Betreff derselben mit Aus- 
nahme der Palpen nichts Besonderes zu bemerken. Die Palpen sind 
nur dreigliedrig, auch sie sind hier relativ kürzer und viel breiter als 
bei jener. Diese Art muss, darnach zu schliessen, weit weniger behende 
und gewandt in der Ergreifung der Beute sein. Vielleicht hängt der 
Umstand, dass ich nur ein einziges Exemplar dieser Art fand, während die 
vorige geradezu massenweise vorhanden war, mit dieser geringen Ge- 
schicklichkeit zusammen, indem sie im Kampf um's Dasein nicht mit 



neue Milben. 239 

jener concurriren kann und sich in Folge dessen, ebenso wie der direct 
besiegte Theil, zurückzieht. Das erste Palpenglied hat einen weit regel- 
mässigeren Bau als das der vorigen Art; Aussen- und Innenrand ver- 
laufen fast parallel, so dass dieses Glied im Umrisse einem Stücke aus 
einem Kreisringe ähnelt, jedoch ist der Abstand der nahezu conceutrischen 
Kreise an der Spitze etwas geringer als an der Basis. Es trägt eine 
glatte Borste in der Mitte seiner Bauchfläche, und hat die schon bei 
der Körperbedeckung erwähnten Längsfurchen. Die Form des zweiten 
und dritten Palpengliedes weicht von der typischen nicht ab. Ihr 
Innenrand jedoch (der des dritten Gliedes bildet die Fortsetzung des 
zweiten) ist nicht gerade, sondern zeigt etwa 3 Zähne, die eigentlich 
nur durch eben so viele Einkerbungen der Chitinbekleidung dieser 
Ränder zu Stande kommen. Vom Darwinistischen Standpunkte Hesse 
sich diese Einrichtung etwa derart begründen, dass in Folge der schon 
hervorgehobenen plumpen Beschaffenheit der Palpen, ferner der geringern 
Kürze und Krümmung der Kralle an der Spitze des zweiten Gliedes 
dieselben wenig mehr zum Zurückhalten der Beute taugten und als 
Ersatz jene Zähnelung des Eandes erworben haben, eine Einrichtung, 
die den schlanker gebauten, gleichen Organen der vorigen Art eben 
wegen ihrer Schlankheit und den gleichfalls plumpen von Ch. eruditlis, 
vielleicht wegen der 3 langen Zähne an der Innenseite jener Kralle, 
entbehrlich ist. Es wäre von Interesse nachzuweisen, ob nicht bei einer 
Art sich schon eine weniger ausgesprochene Zähnelung an dieser Stelle 
zeigt, was aus den Koch'schen Figuren (1. c.) natürlich nicht zu ent- 
nehmen ist. Vom zweiten Palpengliede geht , nahe der Basis des 
Innenrandes von der Rückenfläche, eine glatte Borste ab; die Kralle 
kann hier nicht mehr sichelförmig gebogen genannt weiden, da 
sie fast ganz gerade verläuft und nur an der Spitze gekrümmt ist; 
sie hat nur einen, ziemlich langen und spitzen Zahn. Vom dritten 
Gliede gehen neben einer glatten Borste von der Rückenfläche noch 
zwei derselben Fläche angehörende, aber schon mehr dem Oberrande 
genäherte, an der Innenseite fein gezähnelte Borsten ab, ein Verhalten, 
wie es sich auch bei Ch. eruditus zeigt, während die vorige Art nur 
eine besass. Eine innere ist viel kürzer und feiner. 

Ueber die Epimeren ist nichts, was besonders abweichen würde, 
zu bemerken. 

Die Füsse zeigen ein anderes Längenverhältniss als die vorige Art 
(s. Fig, 6.). Es ist das erste und letzte Fusspaar gleich lang, ebenso 
wie das zweite und dritte, letztere jedoch sind kürzer als erstere. Die 
Füsse, namentlich aber das erste Paar, sind nicht unverhältnismässig lang 
und schmal wie bei Ch. rufus, sondern kürzer und dicker, weit eher 
an die von Ch. eruditus erinnernd. Am ersten Paare hat die Coxa 



240 Ludwig Karpelles: 

eine fast ellipsoidisehe Gestalt im Umrisse, der Trochanter die eines 
Keiles, dessen verschmälertes Ende mit der Coxa articulirt; die Tibia 
ist cylindrisch, das Femur ähnelt in Gestalt wieder dem Trochanter mit 
proximalem, verschmälertem und distalem breiterem Ende. Der Tarsus 
ist bis nahezu in seine Mitte gleich breit und wird von hier an plötzlich 
schmäler, er endet in der für Cheyletus characteristischen "Weise mit 
einer länglichen, durchsichtigen Haftblase mit 2 sehr kleinen Krallen. 
Der Tarsus ist an sämmtlichen Paaren das längste Glied, am zweiten 
und dritten kommt ihm der Trochanter an Länge gleich, das kleinste 
aller Glieder ist wieder überall die Coxa; am ersten Paare sind Femur 
und Tibia ziemlich gleich lang, an den andern ist das Femur etwas 
länger. 

Fussborsten hat diese Art, ebenso wie auch Körperborsten, 
in sehr geringer Anzahl. Nach dieser auffällig geringen Beborstung habe 
ich die Art auch benannt. Sämmtliche Borsten sind einfache. Der 
Trochanter trägt an allen Füssen eine nicht lange Borste an der Spitze 
seines Aussenrandes, das Femur eine etwas längere, die nahezu von 
der Mitte seiner Rückenfläche ausgeht, jedoch nur am ersten Fuss- 
paare; an den andern trägt dieses Glied gar keine Borste. Die Tibia 
hat nahe ihrer Spitze zwei einander fast gegenüberstehende kürzere 
Borsten, der Tarsus hat deren an der Stelle, wo er sich plötzlich zu 
verengen beginnt, zwei nur am Fusspaare längere und keinen daneben 
stehenden Dorn, ferner zwei längere — die längsten Fussborsten — und 
vier kleine, steife an der Spitze. 

Die Zahl der Körperborsten ist bei dieser Art geringer als be 
irgend einer andern Cheyletus- Art. Ausser den beiden sehr kurzen 
feinen Borstenpaaren , welche hier wie bei der vorigen Art an dem 
hügelförmigen Anhange des Hinterleibes stehen, finden sich jederseits 
nur noch drei längere Borsten; eine auf der Bauchfläche fast am Seiten - 
rande selbst zwischen dem zweiten und dritten Fusspaare; wohl die 
längste aller Borsten, und zwei kürzere hinten am sogenannten Notogaster. 
Der After liegt wie bei allen Cheyletus-Arten nahe dem Hinter - 
rande an der hügelförmigen Verlängerung der Ventralfläche des Abdomens. 
Die Farbe ist die bei den Tyroglyphiden allgemeine, nämlich 
mattgrau; die Chitintheile des Schnabels, der Epimeren und der Füsse 
zeigen keine von dieser verschiedene Färbung. 

Dimensionen: 0,31 mm. lang, 0,12 mm. breit. 

Was die Verwandtschaft betrifft, so schliesst sich Cli. rufuS 
wohl zunächst an Ch. venustissimus an, unterscheidet sich von dieser 
Art durch den Mangel der Augen, die vi eingliedrigen Palpen, die Bebor- 
stung und die Farbe. 



neue Milben. 241 

Ch. parumsetosus ist unbedingt mit Ch. eruditus am nächsten 
verwandt: die Körperform, das Vorhandensein von nur einem Zahn an 
der Klaue des 2. Palpengliedes, Zähnelung des Innenrandes des zweiten 
und dritten Palpengliedes, die weit geringere Beborstung und einige 
Details in der Form der einzelnen Fussglieder unterscheiden die vor- 
liegende Art von jener. 

Die von Latreille (1. c.) gegebene Characteristik der Gattung 
Cheyletus ist nach dem Vorhergehenden in einem Punkte zu berichtigen 
und kann etwa folgendermassen lauten: 

Cheyletus sind tracheate Acariden mit 3 Stigmen am 
Schnabel, einer Furche hinter dem Schnabel und einer 
solchen zwischen dem zweiten und dritten Fusspaare; mit 
ungeheuren, mindestens dreigliedrigen Palpen, deren zweites 
Glied an seiner Spitze eine an der Innenseite mit 1 — 3 
oder keinem Zahne versehene Kralle, deren drittes Glied 
wenigstens eine an der Innenseite sehr fein gezähnelte, ge- 
bogene Borste trägt; mit dünnen, stilartigen Mandibeln, bei 
denen die beiden einander zugekehrten Theile jeder Seite 
nicht gezähnelt sind; mit f ünfgliedrigen, in zwei Gruppen 
zu je zweien stehenden, durch die hintere Furche und einen 
mehr oder weniger weiten Zwischenraum, getrennten Füssen, 
derenTarsen eine langgestreckte, durchsichtige Verlängerung 
an Stelle der Haft blase und zwei Krallen besitzen; mit zarter, 
durchsichtiger, farbloser, gefurchter oder gefalteter Körper- 
bedeckung; mit einem am hintern Leibesende vorstreckbaren 
After. 



3. Tyroglyphus longisetosus n. sp. 
Der Körper ist im Umrisse viereckig, plump, von der sehr deut- 
lichen, in der Mitte der Bauchfläche schwach eingebogenen Leibesfurche 
an bis zum hintern Leibesende überall gleich breit, mit gerade ver- 
laufenden Seiten, so dass der Körper wenigstens vom Cephalothorax an 
ein vollkommenes Rechteck bilden würde, wenn nicht die beiden hintern 
Ecken durch eine Linie abgestutzt wären, welche beiläufig einen Winkel 
von 35° mit den betreffenden Seiten des Rechteckes bildet. Ausserdem 
ist der hintere Leibesrand in der Mitte schwach eingedrückt. Vor der 
Leibesfurche verschmälert sich der Körper, jedoch in geringerem Grade 
als dies bei den meisten Tyroglyphus-Arten der Fall ist. Die Entfernung 
der Spitze des Schnabels von der Querfurche beträgt kaum die Hälfte 
der Distanz dieser Furche vom Hinterrande. Durch dieses Zurücktreten 
des Cephalothorax bezüglich seiner Länge gegen das Abdomen tritt 
XXVIII. Heft II. 16 



242 Ludwig Karpelles; 

die Gedrungenheit des Leibes noch mehr hervor als bei den meisten 
Arten dieser Gattung, 

Der Schnabel bietet nichts, was wesentlich von dem für dieses Genus 
typischen Baue abweichen würde, nur das letzte (3te) Glied der Kiefer- 
taster (Palpen) ist an der Spitze schwach kolbig verdickt und trägt 
zwei nur ganz kurze, kaum ein Drittel seiner eigenen Länge erreichende, 
nicht leicht wahrnehmbare Borsten. 

Die Epimeren des ersten Paares bilden Chitinstücke, in Form 
eines gleichschenkligen, in die Länge gezogenen, mit dem Scheitel nach 
ein- und abwärts gerichteten Dreieckes und einem von diesem Scheitel 
ausgehenden, schmalen Chitinstück, das anfangs gebogen, später gerade 
verläuft; in dem gerade nach hinten verlaufenden Theilc verschmelzen 
die Epimeren des ersten Paares von beiden Seiten. Beraerkenswerth 
ist hierbei, dass die beiden Schenkel des gleichschenkligen Dreieckes 
in dem ersten Theile dieser Epimeren thatsächlich fast geradlinig sind, 
was namentlich in Betreff des dem Schnabel zunächstliegenden Chitin- 
stückes, als von dem gewöhnlichen Baue dieses Epimerentheiles ab- 
weichend zu bezeichnen ist. Das gerade von vorn nach hinten ver- 
laufende Stück, welches den ersten Epimeren beider Seiten gemein- 
schaftlich ist, das „sternum", ist hier ungewöhnlich lang, es nimmt 
mindestens die Hälfte des Raumes, der zwischen dem Schnabelgrunde 
und der Leibesfurche liegt, ein. 

Die Epimeren des zweiten Fusspaares sind im Allgemeinen conisch, 
sie weichen nur darin vom typischen Baue ab, dass das schmale Chitin- 
stück, welches von der Spitze des Conus ab nach innen und abwärts 
gerichtet ist, relativ sehr kurz ist, so dass man es leicht übersehen 
kann. Die Epimeren des dritten und vierten Fusspaares sind wie überall 
gekrümmte, schmale Chitinstücke und bieten hier nichts Besonderes dar. 

Die Füsse weichen von dem typischen Baue nicht ab, die beiden 
vordem stehen nahe dem Kopfe, die beiden hintern nahe der Leibes- 
furche von den erstem nur durch einen verhältnissmässig kurzen 
Zwischenraum getrennt. Die vordem sind um ein Geringes dicker als 
die hintern, das vorderste ausserdem ein wenig kürzer; sämmtliche 
Füsse sind nahezu so lang als der Körper breit ist. Am ersten Paare 
hat die Coxa die Form eines Conus und ist der mit ihr articulirenden 
Epimere nicht unähnlich. Der Trochanter hat die Form eines schräg 
abgestutzten Cylinders, dessen Breitseite nach aussen gekehrt ist, er ist 
länger als die Coxa und ebenso lang als das auf ihn folgende Femur, 
welches im Umrisse ebenso wie das nächste Glied — die Tibia — ein 
mehr oder weniger längliches Rechteck bildet. Letzteres Glied ist 
kürzer als das Femur. Das längste aller Glieder ist der Tarsus, er ist 
gegen die Spitze hin nur wenig verjüngt und endet mit einer sehr 



neue Milben. 243 

kleinen Kralle, deren Basis von einem kaum wahrnehmbaren Läppchen 
umgeben ist. Die übrigen Füsse stimmen sowohl in Bezug auf die 
Form als auch der Grösse der einzelnen Glieder nach mit dem ersten 
überein. Ueberall ist der Tarsus das längste Glied, ihm folgen an 
Länge Femur und Trochanter, diesen Tibia und Coxa. 

Die Beborstung der Füsse ist eine verhältnissmässig schwache. 
Am Trochanter befindet sich immer eine lange Borste, das Femur trägt 
deren zwei kürzere, an der Tibia Laseriren zwei ebenso beschaffene und 
eine lange, die längste Borste aller Fussglieder. Der Tarsus trägt an 
seiner Basis den sehr deutlichen , langen Stiel „Kölbchen" (Geruchs- 
organ Hallers), der hier viel länger ist als ich es sonst bei einer 
Tyroglyphus-Krt gefunden habe. Daneben befindet sich nur am 
Tarsus des ersten Fusspaares noch ein weit kleineres, ziemlich 
schwierig wahrzunehmendes Stiftchen, von dem an den Tarsen der 
andern Paare keine Spur vorhanden ist. Die Tarsen sämmtlicher Fuss- 
paare tragen ausserdem noch drei Borsten, alle nahezu in ihrer Mitte, 
und eine vierte in der Nähe der Kralle. 

Von den Körper borsten sind wie bei den andern TyroglyphuS- 
Arten auch hier die Hinterrandborsten die längsten, namentlich die 
beiden als „hintere" Hinterrandborsten zu bezeichnenden sind viel 
länger — fast doppelt so lang als der ganze Körper, der im Gegensatze 
zu den Füssen stark beborstet ist. 

Auf der Baiichfläche inseriren zunächst zwei Borsten nahe dem Grunde 
des Schnabels , zwischen diesen beiden liegt die Mundöffnung. Zwei viel 
längere als diese befinden sich unmittelbar vor der Querfurche, dann 
gehen hinter dem Niveau der Insertion des vierten Fusspaares von jeder 
Seite drei Paar Borsten ab, von welchen die letzte die längste ist. Am 
Hinterrande selbst entspringen zwei Paare, von denen die hinteren, der 
Mittellinie zunächst liegenden, wie schon erwähnt, die längsten sind. 

Am Rücken, sehr nahe dem Rande, vor der Querfurche, entspringt 
ein Paar (vordere Schulter- Borste), ferner etwa hinter der Insertion 
des dritten Fusspaares noch eine sehr kleine Borste. Ausserdem haben 
nur noch zwei Paare langer Borsten ihren Ursprung auf der Rücken- 
fläche, eigentlich schon am sogenannten Notogaster, denn sie sind sowohl 
dem Hinter- als auch' dem Seitenrande sehr genähert. 

Der After berührt mit seinem hintern Ende fast den Hinterleibs- 
rand. 

Der weibliche, äussere Geschlechts apparat ist der Querfurche 
sehr genähert, über ihn ist nichts Abweichendes zu vermerken. Den 
männlichen Geschlechtsapparat sah ich nicht, ich fand nur Weibchen; 
die gegebene Beschreibung bezieht sich nur auf dieses Geschlecht, 
jedoch stimmen ja beide Geschlechter sämmtlicher Arten (mit Ausnahme 

16* 



244 Ludwig Karpelles: neue Milben. 

etwa von T. carpio Kr am er) in ihrem Baue fast ganz miteinander 
überein und ist zudem der äussere männliche Geschlechtsapparat bei 
allen gleich gebaut. 

Die Farbe des ganzen Körpers ist schwach röthlichgelb, die 
Chitintheile des Schnabels und der Füsse sind röthlichbraun. Diese 
Körperfarbe ist besonders hervorzuheben, da sämmtliche bis jetzt 
bekannten Tyroglyphus- Arten, mit Ausnahme der erwähnten Chitin- 
theile, gleichmässig grau gefärbt sind. 

Dimensionen: Länge; 0,14 — 0,16 mm. Breite: 0,08 — 0,10 mm. 

Was die Verwandtschaft dieser Art betrifft, so steht sie wohl 
Tyroglyphus longior am nächsten. Allein die schwache kolbige 
Verdickung des letzten Palpengliedes, die kürzeren Tarsen und Füsse 
überhaupt, das längere sternum , das Fehlen der bei T. longior vor- 
kommenden gefiederten Borste an jeder Seite des Cephalothorax, die 
Lage des Afters, einige Details in der Anordnung der Körperborsten 
und vor allem die Farbe , unterscheiden diese Art sofort von jener. 
Wollte man sie in die von mir („Beiträge zur Naturgeschichte der 
Milben" Berliner Entomologische Zeitschrift Band XXVIII. 1884, Heft 
I. pg. 15 u. f.) gegebene tabellarische Uebersicht der Tyroglyphus- 
Arten einreihen, so muss man ,,A. Tyroglyphen deren Hinterrandborsten 
länger oder ebenso lang sind als die Füsse" folgendermassen weiter 
eintheilen „a. die hintern Füsse länger oder mindestens ebenso lang als 
die Körperbreite", wobei einzuschalten ist: 

«. Tarsen mindestens so lang als die übrigen Fussglieder zusammen- 
genommen, Afterende noch deutlich vor dem Hinterleibsrande, 
von grauer Körperfarbe: Tyroglyphus longior. 
ß. Tarsen kürzer als die übrigen Fussglieder, Afterende am Hinter- 
rande selbst liegend, von röthlichgelber Körperfarbe: Tyro- 
glyphus longisetosus. 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft IL] 245 



Beitrag" zur Dipteren - Fauna Galiziens, 
Kaiserthum Oesterreich, 



von 

Dr. A. Grzegorzek, 

Probst in Bochnia. 



Sciar a. 

Das unansehnliche Genus Sciara tritt nur hervor durch die grosse 
Anzahl der Arten, die auf Grund der zur Eintheilung und Diagnose 
aufgestellten Merkmale in neuester Zeit auffallend vermehrt wurden. 

Meigen unterschied nur 37 Arten, die nach der Farbe der 
Schwinger in zwei Gruppen getheilt erscheinen. 

Zetterstedt bahnte einen Fortschritt an und ging von der Farbe 
der Schwinger zu dem Flügelgeäder über. Hier aber berücksichtigte 
er bloss die erste Längsader; und nahm zur Haupteintheilung ihre 
Mündung im, Verhältnisse zur Basis der Gabel. Die Farbe der 
Schwinger behielt er als Unterabtheilungsmerkmal, und stellte nach 
diesen Merkmalen 50 Arten auf. 

Während das Flügelgeäder als Unterscheidungsmerkmal von 
Zetterstedt aufgenommen, jedoch nicht vollständig durchgeführt wurde, 
hat Winnertz in seiner Monographie der Sciaren dasselbe zur Vol- 
lendung gebracht. 

Winnertz theilt die Sciaren in zwei Gruppen nach der Mündung 
der ersten Längsader. Jede Gruppe zerfällt in zwei Abtheilungen nach 
der Farbe der Schwinger, jede derselben in zwei Unterabtheilungen 
nach der Farbe der Taster; jede Unterabtheilung wiederum in drei 
Unterabtheilungen zweiten Grades nach der Lage der Querader, die 
entweder vor, in der Mitte oder hinter der Mitte der ersten Längsader 
liegt. Eine jede dieser letzten Unterabtheilungen unifasst noch drei 
Stufen, nach der Mündung des Cubitus und der unteren Gabelzinke in 
die Flügelspitze, indem entweder beide in gleicher Entfernung von der 
Flügelspitze liegen, oder die Mündung des Cubitus oder die der unteren 
Gabelzinke näher der Flügelspitze. 

Die Winnertz'schen Unterscheidungsmerkmale sind zum Aeussersten 
geschraubt worden, und eine weitere Eintheilung auf diesem Wege fast 
nicht mehr möglich. Obwohl nun diese Charactere gut gewählt und 
begründet sind, unterliegen sie doch Schwankungen, besonders in den 



246 Grzegorzek: Beitrag zur 

Verhältnissen des Flügelgeäders, und können mit der Zeit die Rückkehr 
zur Vereinfachung anbahnen. 

Da jedoch die Winnertz'sche Characteristik der Sciaren als Norm 
zur Bestimmung anerkannt wurde, ist es Pflicht eines jeden Dipterologen 
sich darnach zu halten, sowie alle nach derselben neu beschriebenen 
Arten als solche anzuerkennen. 

Neue Sciaren. 

§. Die Unterrandader mündet in die Randader über oder jenseits der 
Gabelwurzel. 
A) Schwinger schwarz oder braun, der Stiel zuweilen ganz oder 
theilweise gelb oder weisslich. 
a) Taster schwarz oder braun. 

«) Die Querader liegt vor der Mitte der Unterrandader. 
1) Die Spitze der unteren Gabelzinke der Flügelspitze näher 
als die Spitze des Cubitus. 

Sciara eoniea n. sp. $ 4 mm. 

Thorace nigro subnitido triseriatim nigro-piloso , antennis 
nigris r 2 corporis longis, abdomine fusco , ventre brunneo-ßavo, 
pedibus piceis, tarsis concoloribus , alis nigricantibiys basi luci- 
dioribus. 

Taster schwarzbraun; Fühler derb, schlank, schwärzlichbraun mit 
weiss schimmernder kurzer Behaarung, bis zu der Mitte des Körpers 
reichend, die Geisselglieder l 1 / 2 mal länger als dick, die Basalglieder 
an der Spitze braungelb. 

Rückenschild schwarz, etwas glänzend mit drei Reihen schwarzer 
Haare, nach den Seiten länger schwarz behaart; von vorne gesehen 
schimmern die Haare als drei graue Linien. Brustseiten schwarz, grau 
schimmernd. Schwinger braun, der Stiel gelblich. Hinterrücken schwarz- 
braun. 

Hinterleib konisch schwarzbraun, braun behaart in der Mitte kaum 
breiter, etwas glänzend, die letzten Ringe verschmälert. Endlamellen 
der Legeröhre eiförmig mit längeren schwarzbraunen Haaren. Die 
Legeröhre an der Basis der unteren Seite mit einem zweizähnigen 
Afterorgane, das mit längeren schwarzbraunen Haaren besetzt ist. Der 
Bauch braungelb, die Einschnitte des Hinterleibes etwas heller. 

Beine pechbraun, schwarzbraun behaart, die Vorderhüften lichter, 
an der Vorderseite mit längeren Haaren; die Vorderhüften schimmern 
weissgrau. Die Schienen gegen die Spitze und die Tarsen dunkler. 
An den Vorderbeinen die Tarsen länger als die Schienen, der Meta- 
tarsus kürzer als die übrigen Fussglieder. An den hintersten Beinen 



Dipteren-Fauna Oaliziens. 247 

die Schienen und Tarsen fast von gleicher Länge, und der Metatarsus 
auch fast so lang als die übrigen Fussglieder. 

Flügel schwärzlich mit lichterer gelblicher Basis und schwarzbraunen 
Adern, der Hinterast der Hilfsader ein kurzer Zahn. Die Querader 
steht etwas vor der Mitte der Unterrandader. Die Unterrandader 
mündet in die Randader etwas hinter der Gabelwurzel, die Spitze des 
Cubitus und die der unteren Gabelzinke von der Flügelspitze gleich 
weit entfernt, fg 2 l h grösser als gh, hl kleiner als Im. Die Achselader 
verschwindet in dem dritten Viertel der Achselzelle. 

Juli, August. 

Sciara Sznablii n. sp. $ 5 mm. 

Thorace nigro nitido, abdomine fusco nitido, ventre flavo, 
antennis l /* corporis longis, coxis sordide ßavis, trochanteribus 
nigris, iibiis femoribusque fuscis, tarsis nigro-fuscis, alis brunne- 
scentibus. 

Bückenschild schwarz glänzend, die dürftige schwarzbraune Be- 
haarung etwas grau schimmernd, an den Seiten etwas längere Behaarung. 
Taster schwarz, Fühler schwarzbraun, die flaumartige Behaarung grau 
schimmernd, die Geisseiglieder l 1 /* — 2 mal länger als dick, von V* der 
Körperlänge. Schwinger braun, Stiel gelb. Hinterrücken schwarzbraun 
glänzend, Hinterleib schwarzbraun glänzend mit röthlichem Anfluge, in 
der Mitte etwas erweitert, die kurze und schlichtere Behaarung etwas 
grau schimmere!. Bauch gelblich. Die Lamellen der Legeröhre länglich. 

Beine gelbbraun behaart, Hüften schmutzig gelb, an der Basis ange- 
dunkelt, gelbbraun behaart, an den Vorderhüften auf der Vorderseite 
mit längeren Haaren. Schenkel bräunlich, die Oberseite dunkler mit 
schwarzen Gelenkringen und an der Unterseite mit längeren gelb- 
braunen Haaren. Schienen braun, gegen die Spitze dunkler, Sporne 
gelb. Füsse schwarzbraun , braun behaart. An den Vorderbeinen die 
Tarsen länger als die Schienen, der Metatarsus länger als die übrigen 
Fussglieder. An den hintersten Beinen die Schienen länger als die 
Tarsen, und der Metatarsus gleichfalls länger als die übrigen Fuss- 
glieder. 

Flügel bräunlich, an der Basis heller mit braunen Adern. Der 
Hinterast der Hilfsader geht weit über die Querader hinaus. Die Quer- 
ader steht vor der Mitte der Unterrandader, und diese mündet in die 
Randader hinter der Basis der Gabel. Der Cubitus erreicht die Rand- 
ader weit vor der Spitze des Flügels, und die untere Gabelzinke liegt 
näher der Spitze des Flügels als die Spitze des Cubitus, fg 3 mal grösser 
als gh, kl kleiner als Im. Die Achselader sehr kurz. 

Mai, Juni. 



248 Grzegorzek: Beitrag zur 

B) Schwinger gelb. 

a) Taster schwarz oder braun, 

«) Die Querader liegt vor der Mitte der Unterrandader. 

1) Die Spitze des Cubitus liegt der Flügelspitze näher als 
die Spitze der unteren Gabelzinke. 

Sciara interdicta n. sp. § 3 mm. 

Thorace nigro subnitido, humeris puncto brunneo, ab domine 
fusco, ano supra brunneo-ßavo, infra sordide flavo, antennis longi- 
tudine corporis, pedibus ßavis, tarsis obscuris, alis hyalinis. 

Taster schwarzbraun; Fühler schwarz, schlank, von der Länge des 
Körpers, die kurzstieligen Geisseiglieder 3 mal länger als dick, die 
kurze Behaarung weissgrau schimmernd. 

Kopf und Mittelleib schwarz. Rückenschild glänzend mit braunem 
Schulterflecke. Brustseiten etwas grau schimmernd. Schwinger gelb. 
Hinterrücken schwarz glänzend. Hinterleib schwarzbraun, in der Mitte 
nur weuig erweitert, die letzten Ringe verschmälert, etwas grau 
schimmernd. Das Afterglied schmäler als der letzte Ring, auf der 
oberen Seite braungelb, auf der unteren schmutzig gelb, das letzte 
Glied der Zange schmäler, länglich eiförmig. 

Beine gelb, die Schenkel an der Basis mit schwarzbraunem Flecke, 
der an den hintersten Beinen grösser ist. Die hintersten Schienen an 
den Gelenken braun. Die Tarsen bräunlich, gegen die Spitze schwarz- 
braun. Die Spörnchen weissgelb. An den Vorderbeinen die Schienen 
kürzer als die Tarsen, der Metatarsus kürzer als die übrigen Fussglieder. 
An den hintersten Beinen die Schienen länger als die Tarsen, der Meta- 
tarsus länger als die übrigen Fussglieder. 

Flügel fast glashell, gegen einen dunklen Gegenstand bläulich iri- 
sirend. Der Hinterast der Hilfsader verschwindet unweit von der Quer- 
ader, die vor der Mitte der Unterrandader steht. Die Unterrandader 
mündet in die Randader über der Wurzel der Gabel. Der bogige 
Cubitus mündet in die Randader nicht weit von der Spitze des Flügels, 
die Spitze des Cubitus liegt der Flügelspitze näher als die Spitze 
der unteren Gabelzinke, fg fast so gross als gh, kl kleiner als Im. 
Die Achselader verschwindet in der Mitte der Achselzelle. 

Juni, Juli. 

2) Die Spitze des Cubitus und der unteren Gabelzinke von 
der Flügelspitze gleich weit entfernt. 

Sciara interstincta n. sp. $ 4 mm. 
Thorace nigro-jusco triseriatim piloso, antennis fuscis 3 A cor- 
poris longis, pedibus melleis, trochanteribus nigro maeulatis, tarsis 
fuscis, alis cinerascentibus. 



Dipteren-Fauna Galiziens. 249 

Taster schwarzbraun, Untergesicht weissgrau schimmernd. Fühler 
schwarzbraun, S A des Körpers lang. Die sitzenden, flaumartig behaarten 
und grau schimmernden Geisseiglieder 2—3 mal länger als dick. Rücken- 
schild schwarzbraun, etwas glänzend, mit drei Reihen schwarzbrauner 
Haare, die von vorne gesehen grau schimmern und drei grau schimmernde 
Linien darstellen. An den Seiten grössere schwarzbraune Haare. Brust- 
seiten schwarzbraun etwas grau schimmernd. Schildchen mit längeren 
schwarzen Haare« an der Spitze. Hinterrücken schwarzbraun. Schwinger 
gelb. 

Hinterleib schwarzbraun cylindrisch, die letzten Ringe nicht ver- 
schmälert, etwas glänzend mit kurzer schwarzbrauner Behaarung; die 
Einschnitte der Ringe etwas heller. Das Afterglied schwarz, etwas 
breiter als die letzten Ringe. Die Zange mit dem Mittelgliede von der- 
selben Länge, die Zähne stumpf und sammt dem Mittelgliede schwarz 
behaart, die Haare länger. 

Beine honiggelb, etwas bräunlich, die Vorderhüften auf der vor- 
deren Seite mit weissgrau schimmernden gelben Haaren, die Schenkel- 
ringe schwarz gefleckt. Hinterhüften braun, die Hinterschenkel auf der 
oberen Seite und der Spitze gebräunt. Tarsen schwarzbraun, gegen 
die Spitze dunkler. Sporne gelb. An den Vorderbeinen die Schienen 
kürzer als die Tarsen, der Metatarsus kürzer als die übrigen Fussglieder, 
an den hintersten die Schienen und der Metatarsus länger als die 
übrigen Fussglieder. 

Flügel grau, die Vorderadern schwarzbraun, die übrigen' braun. 
Der Hinterast der Hülfsader ein kurzer Zahn. Die Querader liegt vor 
der Mitte der Unterrandader, die über der Basis der Gabelwurzel in 
die Randader mündet. Der kaum bogige Cubitus mündet in die Rand- 
ader weit vor der Spitze des Flügels, die Randader erreicht die Spitze 
des Flügels. Die Spitze des Cubitus und die der unteren Gabelzinke 
gleich weit von der Spitze des Flügels entfernt, fg fast 3 mal grösser 
als gh, kl grösser als Im. Die Achselader schwach, vor der Mitte der 
Achselzelle verschwindend. 

Juli, August. 

3) Die Spitze der unteren Gabelzinke liegt der Flügelspitze 
näher als die Spitze des Cubitus. 

Sciara Dziedzickii n. sp. $ 4, 5 mm. 

Thorace abdomineque nigro-fuscis, nitidis, thorace nigro et 
abdomine fusco-piloso, antennis 2 /3 corporis longis, pedibus flavis, 
trochanteribus tarsisque fuscis, alis cinerascentibus . 

Taster braun, Fühler schlank, schwarzbraun, 2 ß des Körpers lang, 
die flaumartige Behaarung grau schimmernd, die kurzatieligen Geissei- 



250 Grzegorzek: Beitraf/ zur 

glieder dreimal höher als breit. Rückenschild schwarzbraun glänzend, 
schwarz behaart, mit längeren schwarzen Haaren an der Seite. Schild- 
chen und Hinterrücken mehr bräunlich. Schildchen mit schwarzen 
Borstenhaaren an der Spitze. Brustseiten schwarzbraun , sammt dem 
Hinterrücken etwas grau schimmernd. 

Schwinger gelb. Hinterleib schwarzbraun, glänzend, schlank cy- 
lindrisch, schwarzbraun behaart, die Behaarung gelbgrau schimmernd, 
die letzten Ringe nur wenig verschmälert. Das Afterglied schwarz, 
dicker als der letzte Ring. Die Glieder der Zange dick, das Endglied 
mit eingebogener Spitze. Das Mittelglied zweizähnig. Das Afterglied 
dicht schwarz behaart, an den inneren Seiten fast zottig. 

Beine gelb. Die Vorderhüften aussen mit längeren gelben Haaren, 
Schenkel, Schienen und Tarsen schwarzbraun behaart. Die Schenkel- 
ringe schwarzbraun. Die Schienen bräunlich, die Tarsen braun, Sporne 
gelb. An den vordersten Beinen die Schienen kürzer als die Tarsen 
und der Metatarsus länger als die übrigen Fussglieder. An den hin- 
tersten Beinen die Schienen und der Metatarsus länger. 

Flügel graulich mit gelblichem Anfluge irisirend. Die Adern 
braun. Der Hinterast der Hülfsader verschwindet unweit der Querader 
und geht als Schatten weit über dieselbe hinaus. Die Querader steht 
vor der Mitte der Unterrandader, die jenseits der Gabel wurzel in die 
Randader mündet. Der wenig bogige Cubitus erreicht die Randader 
weit vor ihrer Spitze; die Randader erreicht die Spitze des Flügels 
nicht, fg dreimal grösser als gh, kl kleiner als Im. Der blassere Stiel 
der Gabel entspringt aus der Mitte der Mittelader. Die sehr blasse 
Achselader verschwindet fast in der Mitte der Achselzelle. 

Juli, August. 

Sciara cinerascens n. sp. $ 4 mm. 

Thorace nigro, opaco, tribus strigis pilosis cinereo-micanti- 
bus distincto, antennis S A corporis longis, abdomine fnsco, opaco, 
ßavo-piloso, pedibas lucide piceis, alis subhyalinis, nervis brunneis. 

Taster schwarzbraun, Untergesicht weissgrau schimmernd. Fühler 
schwarzbraun, von 3 A der Körperlänge. Die sitzenden flaumartig be- 
haarten grau schimmernden Geisselglieder l 1 / 2 bis 2mal länger als dick. 

Rückenschild schwarz, mit drei Reihen schwarzbrauner, striemförmig 
stehender, grauschwarzer Haare, an den Seiten längere schwarzbraune 
Haare. Brustseiten schwarz, grau schimmernd. Schildchen mit längeren 
schwarzbraunen Haaren an der Spitze. Schwinger gelb. 

Hinterleib matt schwarzbraun, gelb behaart, in der Mitte erweitert, 
die letzten Ringe etwas verschmälert. Das Afterglied schmäler als der 
letzte Ring, mit längeren schwarzen Haaren. Die Basalglieder dick, 



Dipteren-Fauna Galiziens. 251 

die Endglieder mit den Spitzen gegen einander geneigt, das Mittel- 
glied gross, stumpf zweizähnig. 

Beine pechbraun, die Vorderhüften lichter, an der Basis dunkler, 
die hinteren dunkelpechbraun. Die Vorderhüften von aussen mit län- 
geren gelben Haaren, weissgrau schimmernd. Die Schenkelringe mit 
schwarzbraunen Flecken. Die Tarsen dunkler. An den vordersten 
Beinen die Schienen kürzer als die Tarsen und der Metatarsus kürzer 
als die übrigen Fussglieder, an den hintersten die Schienen und der 
Metatarsus länger. 

Flügel glashell, etwas- grau, die Adern braun. Der Hinterast der 
Hilfsader ein kurzer Zahn. Die Querader liegt vor der Mitte der 
Unterrandader, die über der Gabelbasis in die Randader mündet; 
diese erreicht fast die Flügelspitze. Der etwas bogige Cubitus mündet 
in die Randader weit ' vor der Spitze des Flügels, fg fast dreimal 
grösser als gh, kl fast gleich Im. Die Achselader schwach, in der 
Mitte der Achselzelle verschwindend. 

August. 

Sciara Mikii n. sp. Q 6 mm. 
Thorace nigro, nitido, macula humerali et posteriori laterali 
ßavidis, antennis fuscis , thorace nonnihil longioribus, coxis pe- 
dibusque flavis, trochanteribus subtus nigris, tibiis fuscescentibus, 
alis subinfuscatis. 

Taster braun, Fühler schwarzbraun, so lang als das Rückenschild, 
die flaumartige Behaarung grau schimmernd, die sitzenden Geisselglieder 
zweimal höher als breit. Kopf schwarz. Rückenschild schwarz glän- 
zend, schwarz behaart, an den Seiten längere schwarze Haare, an den 
Schultern und an den Hinterrändern des Rückenschildes ein länglicher 
blassgelblicher Fleck. Schwinger gelb. Schildchen mit längeren 
schwarzen Haaren. Brustseiten und Hinterrücken schwarz glänzend. 

Hinterleib schwarzbraun , glänzend , schwarz behaart. Der erste 
Ring mit einem blassgelben Querstriche, der die Seitenränder nicht er- 
reicht; der letzte Ring röthlich braun. Legeröhre schwarz, schwarz 
behaart. Das erste und zweite Glied der Legeröhre an der Basis gelb- 
braun. Lamellen länglich. 

Hüften und Schenkel gelb. Die Hüften an der Basis etwas ge- 
bräunt, die Vorderhüften an der Vorderseite mit längeren gelben Haaren. 
Die Schenkelringe an der Unterseite schwarz gefleckt. Die Schienen 
bräunlich, die Tarsen schwarzbraun; alle Metatarsus an der Basis etwas 
heller. Schenkel, Schienen und Tarsen schwarzbraun behaart. An den 
vordersten Beinen die Füsse länger als die Schienen und der Metatarsus 
länger als die übrigen Fussglieder. Sporne gelb. 



252 Grzegorzek: Beitrag zur 

Flügel bräunlich mit gelblicher Basis, die vorderen Adern braun, 
die übrigen gelb. Der Hinterast der Hilfsader erreicht die Querader 
und geht als Schatten weit darüber hinaus. Die Querader steht vor der 
Mitte der Unterrand ader, die jenseits der Gabelbasis in die Randader 
mündet. Der Cubitus erreicht die Randader weit vor der Spitze des 
Flügels , die Randader fast die Spitze des Flügels, fg 4mal grösser als 
gh und kl kleiner als Im. Die Achselader gross, hinter der Mitte 
der Achselzelle verschwindend. 

Juni. 

Sciara laeta n. sp. Q 3 mm. 

Thorace nigro, subnitido, abdomine brunneo, antennis gra- 
cilibus, V 3 corporis longis; coxis pedibusque dilucido piceis; 
coocis anticis lucidioribus, tarsis fuscis, alis 'cinereis, nervis costa- 
libus brunneis, reliquis pallidioribus. 

Taster braun. Kopf schwarz. Fühler schlank, von V 3 der Körper- 
länge. Die sitzenden , flaumartig behaarten , weissgrau schimmernden 
Geisselglieder l 1 / 2 — 2mal höher als breit. 

Rückenschild schwarz, etwas glänzend, schwarz behaart, an den 
Seiten längere schwarze Haare; von vorn gesehen stehen die Haare am 
Rückenschilde in drei Reihen. Rückenschild vorne und hinten etwas 
grau schimmernd. Brustseiten schwarzbraun, etwas grau schimmernd. 
Schildchen mit längeren schwarzen Haaren an der Spitze. Schwinger 
gelbbräunlich. Hinterrücken schwarzbraun, etwas grau schimmernd. 

Hinterleib rostbraun mit röthlichem Anfluge, in der Mitte breiter, 
schwarzbraun behaart, die Einschnitte der Ringe etwas heller, Lamellen 
der Legeröhre länglich oval. 

Beine pechbraun, schwarz behaart. Die Hüften etwas heller, an 
der Basis dunkler, die hintersten dunkelbraun. Schenkelringe auf der 
Unterseite schwarz, die Tarsen schwarzbraun. Sporne gelb. An den 
vordersten Beinen die Schienen kürzer, als die Tarsen, und der Meta- 
tarsus kürzer als die übrigen Fussglieder. 

Flügel gräulich getrübt, die starken Randadern braun, die übrigen 
blässer. Der Hinterast der Hilfsader ein kurzer Zahn. Die Querader 
steht vor der Mitte der Unterrandader und diese mündet in die Rand- 
ader über der Gabelbasis. Der Gabelstiel entspringt aus der Mittel- 
ader unter der Mitte derselben. Der Cubitus erreicht die Randader 
weit vor der Spitze und diese fast die Spitze des Flügels, fg dreimal 
grösser als gh und kl kleiner als Im. Die Achselader stark, im dritten 
Viertel der Achselzelle verschwindend. 



Dipteren-Fauna Galiziens. 253 

b) Taster gelb. 
A) Die Querader liegt vor der Mitte der Unterrandader. 

b) Die Spitze der unteren Gabelzinke näber der Flügelspitze 
als die Spitze des Cubitus. 

Sciara Koidarzii n. sp. § 3 mm. Q 3,8 mm. 

Nigra nitida, antennis V* corporis longis, thorace triseriatim 
piloso, pedibus ßavis; coocis basi, mediis interius nigro macidatis, 
trochanteribus femoribusque posticis apice late nigris-, alis cine- 
rascentibus Q. nigricantibus , furcae stylo et ramo furcae an- 
teriori ad basim obsoleto. 

§ schwarz glänzend. Taster schwarzbraun. Fühler schwarz 7» des 
Körpers lang, kräftig, an der Spitze schmäler. Die Geisselglieder sehr 
kurz gestielt, fast so hoch als breit, die vorletzten länger als breit, das 
Endglied länger als das vorletzte. Kopf glänzend schwarz. 

Kückenschild mit drei Keihen schwarzer etwas grau schimmernder 
Haare. Schildchen an der Spitze mit längeren schwarzen Haaren. 

Schwinger gelb. Hinterleib schwarz behaart, die Behaarung grau 
schimmernd. Der fünfte Ring am breitesten, der sechste und siebente 
verschmälert. Das Afterglied so breit wie der letzte Ring. Zunge kräftig, 
dick, schwarz behaart. 

Beine gelb. Hüften an der Basis schwärzlich, die Mittelhüften an 
der Unterseite schwarz gefleckt , mit längeren weislichen Haaren, Alle 
Schenkelringe schwarz, die vordersten heller. Die hintersten Schenkel 
an der Spitze breit schwarz. Die Vorder- und Mittelschienen braun, 
die hintersten schwarzbraun. Alle Füsse schwarzbraun, die vordersten 
lichter. Sporne schwarzbraun. An den vordersten Beinen die Füsse 
und Schienen fast gleich lang. Metatarsus fast so lang als die übrigen 
Fussglieder; an den mittleren und hintersten die Schienen länger als 
die Füsse, und der Metatarsus länger als die übrigen Fussglieder. 

Flügel mit ovaler Basis gräulich mit gelblicher Wurzel und braunen 
Adern. Der Hinterast der Hilfsader sehr kurz. Die Querader steht 
vor der Mitte der Unterrandader. Die Unterrandader mündet in die 
Randader etwas jenseits der Gabelwurzel. Der Cubitus mündet in die 
Randader weit von der Spitze des Flügels. Die obere Gabelzinke an 
der Basis und dem Stiel verwischt, wenig sichtbar. Achselader sehr 
kurz, fg grösser als gk und kl fast so gross wie Im. 

In der Sammlung des Herrn Kowarz. 



254 Grzegorzek: Beitrag zur 

§§. Die Unterrandader mündet in die Randader vor der Gabelwurzel. 
A) Schwinger schwarz. 

a) Taster schwarz oder braun. 

ß) Die Querader liegt in der Mitte der Unterrandader. 
1) Die Spitze des Cubitus liegt der Flügelspitze näher, als 
die Spitze der unteren Gabelzinke. 

Sciara Noivickii n. sp. § 3,1 mm. Q. 4 mm. 

Thorace nigro nitido, albido flavo limbato, nigro piloso, pleuris 
albido flavis fusco macidatis ; abdomine fasco, subnitido, nigro 
piloso, pedibus brunneis, coocis anterioribus sordide flavis, poste- 
rioribus nigris, femoribus posticis, tibiis apice et tarsis fuscis; 
alis infuscatis, nervis costalibus fuscis, reliquis pallidioribus. 

Q Taster schwarzbraun, Fühler von 3 /4 der Körperlänge, die kurz- 
stieligen 2 — 3 mal höher als breit, die flaumartige Behaarung weissgrau 
schimmernd , das Basalglied mit lichterer Spitze. Der Mittelleib weiss- 
gelb, die Brustseiten mit grosser schwarzbrauner Makel. Rückenschild 
schwarz glänzend, weissgelb berandet, die weissgelblichen Streifen an 
den Seiten ziehen sich bis zum Schildchen. Die spärliche kurze Be- 
haarung schwarz. Das Schildchen schwarzbraun mit gelbbräunlicher 
Basis, an der Spitze mit längeren schwarzen Haaren. Schwingerstiel 
gelb, der Knopf schwarzbraun. Hinterrücken dunkelbraun. 

Hinterleib schwarzbraun, glänzend schwarz behaart, gegen die Spitze 
verschmälert. Das Afterglied schwarzbraun, so breit als der letzte 
Ring; das zweite Glied der Zange zweizähnig, der kürzere dick, der 
längere schmäler eingebogen, beide mit langer fast zottiger Behaarung. 

Die vordersten Hüften schmutzig gelb mit längeren schwarzen 
Haaren an der Vorderseite, die mittleren und hintersten schwarz. 
Schenkel braun, die hintersten angedunkelt, Schenkelringe schwarz, 
Schienen braun, an der Spitze schwarzbraun, Tarsen schwarzbraun, an 
der Basis heller. Beine schwarz behaart. 

Flügel angeraucht mit schwarzbrauner Randader, die übrigen 
blässer. Der Hinterast der Hilfsader verschwindet in der Mitte der 
Entfernung von der Querader, und diese steht in der Mitte der Unter- 
randader, welche vor der Gabelwurzel in die Randader mündet; der 
bogige Cubitus vereinigt sich mit der Randader nicht weit von ihrer 
Spitze, fg etwas grösser als gh, kl viel kleiner als Im. Die Achselader 
verschwindet in der Mitte der Achselzelle. 

Q. Fühler von V 3 der Körperlänge, die sitzenden Geisselglieder um die 
Hälfte höher als breit. Hinterleib schwarzbraun mit röthlichem Anfluge, auch 
an der Basis rostgelb und rothbraun, schwarzbraun behaart, die Behaarung 
an den Seiten in einer Richtung weissgelb schimmernd. Die Lamellen 



Dipteren- Faua Galiziens. 255 

der Legeröhre länglich oval. Der Hinterast der Hilfsader verschwindet 
unweit von der Querader. Die Achselader verschwindet über der Mitte 
der Achselzelle. 
Juli, August. 

b) Taster gelb. 

ß) Die Querader liegt jenseits der Mitte der Unterrandader. 
3) Die Spitze der unteren Gabelzinke der Flügelspitze näher 
als die Spitze des Cubitus. 

Sciara vulpina n. sp. Q 1,6 mm. 

Thorace obscure fusco nitido, abdomine fusco rufescente; 
antennis gracilibus, capite thoraceque brevioribus, pedibus flavis, 
tibiis et tarsis obscurioribus , alis cinerascentibus , nervis fulvis, 
costalibus obscurioribus. 

Taster gelb. Fühler schlank, braun, etwas kürzer als Kopf und 
Mittelleib zusammen. Die stiellosen Geisselglieder drei mal so hoch 
als breit, die flaumartige Behaarung grau schimmernd. Mittelleib 
schwarzbraun , Kückenschild glänzend , sparsam schwarz behaart. 
Schwinger schwarzbraun mit gelbem Stiele. 

Hinterleib etwas breiter, als der Mittelleib, rothbraun, der Hinterrand 
der Ringe breit schwarzbraun. Die dürftige Behaarung braungelb. 
Legeröhre braun, die Lamellen länglich oval, 

Hüften und Beine gelb, die Füsse bräunlich. Die vordersten Schienen 
etwas kürzer als die Füsse, und der Metatarsus etwas kürzer als die übrigen 
Fussglieder. An den hintersten die Schienen länger als die Füsse, und 
der Metatarsus kürzer als die übrigen Fussglieder. Sporne gelb. 

Flügel gräulich, die Adern braun, die stärkeren dunkler. Der Stiel 
der Gabel schwach und blass. Der Hinterast der Hilfsader kaum wahr- 
nehmbar. Die Querader liegt jenseits der Mitte der Unterrandader, 
welche von der Mitte des Vorderrandes und vor der Gabelwurzel in die 
Randader mündet, und der fast gerade Cubitus erreicht diese weit vor 
ihrer Spitze; fg drei mal grösser als gh, kl fast so gross als Im. Die 
blasse Achselader verschwindet in der Mitte der Achselzelle. 

Juli — September. 

Sciara eolorata n. sp. § 1,8 mm. Q. 2 mm. 
Palpis flavis, thorace castaneo nitido, Q. vel § parum nitido 
humeris flavis $; halteribus fuscis, stylo albido flavo-, antennis 
$ dimidio Q 1 h corporis longis, $ basi flavis. Pleuris flavis, § 
fuscis macidatis-, abdomine sordide flavo, Q ventre albido flavo, 
coxis pedibusque flavis, tarsis obscurioribus , alis flavesceniibus 
basi lucidioribus, nervis fulvis. 



256 Grzegorzek: Beiträge zur 

Taster gelb, Schwinger schwarzbraun, der Stiel gelb. Fühler schlank, 
braun. $ Basalglieder gelb, kurzstielig, von 3 A Körperlänge, $ halber 
Körperlänge, in beiden Geschlechtern 2—3 mal höher als breit, beim Q 
sitzend, die dicht kurzhaarigen Geisseiglieder grau schimmernd. Rücken- 
schild licht, kastanienbraun glänzend, Q auch dunkel kastanienbraun mit 
gelben Schultern, Brustseiten gelb, $ mit braunem Flecke vor den 
Vorderhüften. Schildchen gelb mit längeren gelben Haaren an der Spitze. 
Hinterrücken schmutzig gelb. 

Hinterleib braungelb, $ schmutzig gelb, fast cylindrich, gegen die 
Spitze etwas verengt, $ in der Mitte breiter als das Rückenschild. 
Bauch gelb, Q weisslich gelb oder gelb. Afterglied so gross wie der 
letzte Ring, gelbbraun, gelb behaart, die Zange gebogen, nach innen 
stumpf, ein zahnartiges Mittelorgan einschliessend. Q Lamellen läng- 
lich, rundlich. 

Hüften und Schenkel gelb, Schenkelringe auf der Unterseite mit 
schwarzen Makeln, Schienen und Tarsen gelb, Tarsen gegen die Spitze an- 
gedunkelt. Q mit schwarzen Schenkelringen, Schienen und Tarsen bräunlich. 
An den vordersten Beinen die Schienen kürzer als die Tarsen, und der 
Metatarsus kürzer als die übrigen Fussglieder. Anden hintersten die Schienen 
länger als die Tarsen und der Metatarsus länger als die übrigen Fuss- 
glieder. Flügel keilförmig, glashell, mit gelblichem Anfluge, die Basis 
etwas heller. Alle Adern braun. Der Hinterast der Hilfsader ver- 
schwindet weit vor der Querader, und diese liegt jenseits der Mitte der 
Unterrandader, welche vor der Mitte des Flügels in die Randader mündet, 
und weit vor der Gabelwurzel. Der etwas bogige Cubitus erreicht die 
Randader weit vor ihrer Spitze. Die Randader erreicht die Spitze des 
Flügels nicht, fg l 1 / 8 grösser als gh, kl fast so gross wie Im. Die 
Achselader erreicht die Mitte der Achselzelle nicht, beim $ kaum wahr- 
nehmbar. 

Mai — Juli. 

Sciara satiata n. sp. $ 1,2 mm. 

JBadia, halteribus fuscis, stylo flavo, palpis flavis, antennis 
gracilibus longitudinem corporis aequanübus , fuscis basi flavis, 
thorace nitido, ano flavo, coxis pedibusque flavis, trochanteribus 
puncto ftisco notatis, tarsis fuscescentibus , cdis flavescentibus. 
nervis fidvis. 

Taster gelb, Schwinger schwarzbraun, der Stiel gelb. Fühler braun, 
schlank, von der Länge des Körpers, die kurzstieligen , weissgrau 
schimmernden, kurzhaarigen Geisselglieder 1 — 2 mal höher als breit. 
Kopf schwarzbraun, Rückenschild kastanienbraun glänzend. Brust- 
seiten bräunlich gelb. 



Dipteren-Fauna Galiziens. 257 

Hinterleib lieht kastanienbraun, in der Mitte der Ringe lichter, 
gegen das Ende zu verschmälert, so breit als das Rückenschild. After 
gelb, so breit als der letzte Ring. Das Endglied der Zange schmal, 
wenig nach innen gebogen, mit brauner Spitze. 

Hüften und Beine gelb, die Schenkelringe mit braunen Punkten. 
Die Schiene gebräunt, die Tarsen gegen die Spitze braun. Alle Schienen 
und Metatarsus kürzer als die Eüsse und übrigen Fussglieder. Spörnchen 
weissgelb. 

Flügel glashell, violett irisirend mit gelblichem Anfluge und gelb- 
bräunlichen Adern. Der Hinterast der Hilfsader kaum wahrnehmbar. 
Die Querader steht im dritten Viertel der Unterrandader, und diese 
mündet in die Randader vor der Mitte des Flügels und weit vor der 
Gabelwurzel; der etwas bogige Cubitus erreicht die Raudader weit vor 
ihrer Spitze, fg doppelt so gross als gh, hl etwas kleiner als Im. Der 
Stiel der Gabel sehr blass. Die Achselader sehr blass, kaum wahr- 
nehmbar. 

Juli, August. 

B) Schwinger gelb. 

a) Taster schwarz oder braun. 

'<) Die Querader liegt vor der Mitte der Unterrandader. 
2) Die Spitze der unteren Gabelzinke und die Spitze des 
Cubitus von der Flügelspitze gleich weit entfernt. 

Sciara ardua n. sp. § 4 mm. 

Thorace nigro subnitido, flavo piloso , abdomine fusco flavo 
piloso, pedibus sordide flavis, tarsis fuscis, alis subhyalinis. 

Taster schwarzbraun, Fühler schlank von % Körperlänge; die stiel- 
losen, filzartig behaarten Geisselglieder zwei mal höher als breit, grau 
schimmernd. 

Kopf und Mittelleib schwarz. Rückenschild etwas glänzend, gelb 
behaart; von vorne gesehen erscheinen drei grau schimmernde Striemen; 
an den Seiten längere gelbe Haare. Brustseiten und Hinterrücken 
etwas grau schimmernd. Schildchen mit längeren gelben Haaren an 
der Spitze. Schwinger gelb. 

Hinterleib schwarzbraun, in der Mitte nur wenig erweitert, die 
letzten Ringe etwas verschmälert, gelbbraun behaart, die Haare weiss- 
grau schimmernd. Das Afterglied dicker als der letzte Ring, gelbbraun 
behaart, die Basalglieder dick, stark, die Endglieder schmal, fast cylindrisch 
eingebogen, ein längliches Mittelorgan umschliessend, 

Beine schmutzig gelb. Die Vorderhüften heller mit dunklerer Basis, 
die hinteren mehr bräunlich. Die Schenkelringe mit schwarzbraunen 
XXVIII. Heft II. 1? 



258 Grzegorzek: Beiträge zur 

Flecken. Schienen bräunlich, Tarsen braun. Spörnchen gelb. An den 
vordersten Beinen die Schienen kürzer als die Tarsen und der Metatarsus 
etwas kürzer als die übrigen Fussglieder, an den hintersten die Schienen 
und der Metatarsus länger. 

Flügel glashell, etwas grau, getrübt, die Adern braun. Der Hinter- 
ast der Hilfsader verschwindet in der Mitte der Entfernung vor der 
Querader, die vor der Mitte der Unterrandader steht, und diese mündet 
in die Randader vor der Gabelwurzel. Der Cubitus erreicht die Rand- 
ader weit vor der Spitze des Flügels, die Randader erreicht die Spitze 
des Flügels, fg zweimal grösser als gh, kl ist gleich Im. Der blasse 
Stiel der Gabel entspringt aus der Mitte der Mittelader. Die Achsel- 
ader blass, im ersten Viertel der Achselzelle verschwindend. 

Mai. 

ß) Die Querader liegt in der Mitte der Unterrandader. 
1) Die Spitze des Cubitus der Flügelspitze näher als die 
Spitze der unteren Gabelzinke. 

Sciara angusta n. sp. § 2 mm. 

Thorace nigro nitida, abdomine fusco subnitido, flavo piloso, 
antennis gracilibus longitudinem corporis aequantibus, forcipe 
brunneo, pedibus sordide flavis, trochanteribus subtus nigro- 
maculatis, tarsis fuscescentibus, cdis flavescentibus, nervis bnmneis. 

Taster schwarzbraun , Schwinger gelb. Fühler von Körperlänge, 
die kurzstieligen und kurzhaarigen Geisseigleder l 1 2 — 2 mal höher als 
breit. Mittelleib schwarz. Rückenschild glänzend. Von vorn gesehen 
erscheinen drei feine, grau schimmernde, von der sehr kurzen Behaarung 
gebildete Linien. 

Hinterleib schwarzbraun, etwas glänzend, die kurze gelbe Behaarung 
grau schimmernd, die letzten Ringe verschmälert. Das Afterglied braun, 
so breit als der letzte Ring, die Basalglieder schmal, die Endglieder dick 
mit stumpfer Spitze, beide kurz behaart. 

Beine schmutzig gelb, schwarz behaart. Tarsen bräunlich. Die 
Schenkelringe der Hinterbeine auf der Unterseite schwarz gefleckt. 
Spörnchen braun. An den vordersten Beinen die Schienen kürzer als 
die Tarsen, der Metatarsus kürzer als die übrigen Fussglieder; an den 
hintersten Beinen die Schienen und der Metatarsus länger als die Tarsen 
und die übrigen Fussglieder. 

Flügel mit gelblichem Anfluge, braunen Adern und hellerer Basis. 
Der Hinterast der Hilfsader verschwindet unweit vor der Querader. 
Die Querader steht in der Mitte der Unterrandader; diese mündet in 
die Randader nahe vor der Gabehvurzel. Der bogige Cubitus erreicht 



Dipteren-Fauna Galiziens. 259 

die Randader unweit vor ihrer Spitze, fg fast so gross wie gh, hl so 
gross wie Im. Der Stiel der Gabel entspringt aus der Mitte der Mittel- 
ader. Die Achselader verschwindet etwas jenseits der Mitte der 
Achselzelle. 
Juni, Juli. 

Sciara confusa n. sp. £ 3 rnm. 

Nigra nitida, antennis corpore dimidia parte brevioribus, 
halteribus flavis, pedibus melleis, coxis basi fuscis, trochanteribus 
nigro macidatis, tarsis fuscis , alis subfuliginosis, basi albido 
flavis. 

Taster und Kopf schwarz. Fühler schwarz, von halber Körperlänge, 
die sitzenden, flaumartig behaarten, V/z mal höheren als breiteren 
Geisselglieder weissgrau schimmernd. 

Mittelleib schwarz. Rückenschild glänzend, etwas grau schimmernd. 
Brustseiten grau schimmernd. Schwinger gelb. 

Hinterleib schwarz glänzend, in der Mitte kaum erweitert, die 
Lamellen der Legeröhre länglich rundlich. 

Beine honiggelb. Vorderhüften an der Basis dunkler, die hinteren 
schwarzbraun. Schenkelringe schwarz gefleckt. Tarsen schwarzbraun, 
an der Basis heller. Spörnchen gelb. An den vordersten und hintersten 
Beinen die Schienen länger als die Tarsen, der Metatarsus länger als 
die übrigen Fussglieder. 

Flügel bräunlich mit gelblichem Anfluge, an der Basis weissgelb. 
Der Hinterast der Hilfsader verschwindet unweit von der Querader; 
diese steht in der Mitte der Unterrandader, welche unmittelbar vor der 
Gabelwurzel in die Randader mündet. Der bogige Cubitus erreicht die 
Randader unweit ihrer Spitze und die Randader mündet unweit der 
Flügelspitze, fg V 5 kleiner als gh und hl fast so gross wie Im. Der 
Stiel der Gabel entspringt aus der Mitte der Mittelader. Die blasse 
Achselader verschwindet in der Mitte der Achselzelle. 

Juli. 

2) Die Spitze des Cubitus und die der unteren Gabelzinke 
von der Flügelspitze gleichweit entfernt. 

Sciara svavis n. sp. Q 3 mm. 
Thorace nigro, parum nitido, antennis validiuscidis , longi- 
tudinem capitis et thoracis nonnihil superantibus , palpis fuscis, 
halteribus flavis, abdomine fusco subnitido-, coxis anterioribus 
flavis, basi infuscatis, posterioribus nigro fuscis, femoribus ante- 
rioribus sordide flavis, posterioribus et tibiis brunneis, trochante- 
ribus ßis 'eis, tarsis nigricantibus-, cdis subfuliginosis. 

17* 



260 Grzegorzek: Beiträge zur 

Kopf schwarz, Untergesicht weissgrau schimmernd, Taster braun. 
Fühler kräftig, so lang als Kopf und Mittelleib zusammen. Die Geissel- 
glieder V 2 bis 1 mal höher als breit, die flaumartige Behaarung weiss- 
grau schimmernd. Mittelleib schwarz. Rückenschild etwas glänzend. 
Brustseiten schwarzbraun, etwas grau schimmernd. Schildchen und 
Hinterrücken schwarz, etwas glänzend. Schwinger gelb. 

Hinterleib schwarzbraun, etwas glänzend, fast conisch. Die 
Lamellen der Legeröhre oval. 

Vorderhüften gelb, an der Basis braun, die hinteren schwarzbraun. 
Vorderschenkel schmutzig gelb, an der Oberseite dunkler, die hinteren 
braun, die Schenkelringe schwarzbraun, die Spitze der Schenkel an- 
gedunkelt. Schienen braun, die Tarsen schwärzlich braun. Spörnchen 
gelb. An den Vorderbeinen die Schienen kürzer als die Tarsen, der 
Metatarsus kürzer als die übrigen Fussglieder; an den hintersten die 
Schienen länger als die Tarsen , der Metatarsus länger als die übrigen 
Fussglieder. 

Flügel bräunlich mit gelblichem Anfluge und gelblicher Basis. 
Der Hinterast der Hilfsader geht als Schatten über die Querader hinaus; 
diese liegt in der Mitte der Unterrandader, welche fast in der Mitte 
des Flügels vor der Gabelbasis in die Randader mündet. Die Rand- 
ader erreicht die Spitze des Flügels nicht, fg \o kleiner als gh, kl 
kleiner als Im. Die Achselader kräftig, im dritten Viertel der Achsel- 
zelle verschwindend. 

April, Mai. 

3) Die Spitze der unteren Gabelzinke näher der Flügelspitze 
als die des Cubitus. 

Sciara aspirans n. sp. § 2 mm. 

Thorace nigro nitido , tribus lineis e pilis ßavo-micantibus 
ortis, antennis 3 h corporis longis, abdomine nigro subnitido flavo 
piloso, ano brunneo-, coocis et pedibus brunneis; tarsis fuscatis; 
alis subfuliginosis. 

Taster braun. Fühler schwarzbraun, von 3 A Körperlänge, die Basal- 
glieder an der Spitze gelblich. Die kurzhaarigen gräulich schimmernden 
und kurzstieligen Geisseiglieder l 1 / 2 mal höher als breit. 

Mittelleib schwarzbraun. Rückenschild schwarz glänzend, schräg 
gesehen erscheinen drei gelbgrau schimmernde Linien, die von schwarz- 
braunen, in drei Reihen stehenden Haaren gebildet werden, an den 
Seiten längere schwarzbraune Haare. Brustseiten schwarzbraun glänzend, 
das Schildchen schwarzbraun mit längeren , schwarzen Haaren an der 
Spitze. Schwinger gelb. 



Dipteren- Fauna Galiziens. 261 

Hinterleib schwarzbraun, etwas glänzend, gelb behaart, die Behaarung 
grau schimmernd, in der Mitte nur wenig erweitert. Die Zange so breit 
als der letzte Ring, schwarzbraun mit röthlichem Anfluge, das letzte 
Glied dick, unbewehrt, gelb behaart. 

Beine braun, die vordersten Hüften heller, die hinteren dunkler, 
die Schenkelringe unterseits mit schwarzen Makeln. Die Tarsen schwarz- 
braun, an der Basis heller. Spörnchen gelb. An den vordersten Beinen 
die Schienen kürzer als die Tarsen, der Metatarsus kürzer als die 
übrigen Fussglieder; an den hintersten die Schienen länger als die Tarsen, 
der Metatarsus länger als die übrigen Fussglieder. 

Flügel bräunlich gelb. Der Hinterast der Hilfsader verschwindet 
unweit vor der Querader; diese liegt in der Mitte der Unterrandader, 
welche weit vor der Gabelwurzel und vor der Mitte des Flügels in die 
Randader mündet. Die Randader erreicht die Spitze des Flügels. Der 
etwas bogige Cubitus erreicht die Randader weit vor ihrer Spitze. Der 
Gabelst iel entspringt aus der Mitte der Mittelader, fg 4 mal grösser 
als gh und kl fast gleich Im. Die Achselader verschwindet in der 
ersten Hälfte der Achselzelle. 

b) Taster gelb. 

«) Die Querader liegt vor der Mitte der Unterrandader. 
1) Die Spitze der unteren Gabelzinke näher der Spitze des 
Flügels als die Spitze des Cubitus. 

Sciara difficilis n. sp. § 2,4 mm. 

Thorace nigro subnitido, sparse piloso, obsolete vittato ; palpis 
et halteribus flavis; antennis fere longitudinem corporis attingen- 
tibus; dbdomine fusco, rufescente, flavo piloso, ano brunnescente, 
forcipis articido ultimo apice nigro-, coccis pedibusque sordide 
flavis, trochanteribus subtus nigris, tibiis obscurioribus , tarsis 
subfuscis; alis subhyalinis flavescentibus, nervis fulvis. 

Taster gelb, Kopf schwarz; der Kopf hinter den Fühlern, das 
Untergesicht und der Hinterkopf weissgrau schimmernd. Fühler fast 
von Körperlänge, schwarzbraun, die flaumartige Behaarung grau schim- 
mernd; die kurzstieligen Geisselglieder 1 — 2 mal höher als breit. 

Rückenschild schwarz, etwas glänzend, mit drei undeutlichen Striemen, 
die sparsame Behaarung braun, etwas grau schimmernd. Brustseiten 
schwarzbraun, etwas grau schimmernd, über den Vorderhüften bis zum 
Rückenschilde mit einem braungelben Flecke. Hinterrücken schwarz, 
grau schimmernd. Schwinger gelb. 

Hinterleib schwarzbraun mit röthlichem Anfluge, gelb behaart , die 
Behaarung grau schimmernd, in der Mitte wenig erweitert, gegen die 



262 Grzegorzek: Beiträge zur 

Spitze verschmälert. Das Afterglied gelbbraun, so breit wie der letzte 
Ring, das Endglied der Zange schmal, nach innen geneigt, an der 
Spitze schwarz, sparsam gelb behaart. 

Hüften gelb, die hinteren an der Basis angedunkelt. Schenkel 
schmutzig gelb, die Schenkelringe unterseits schwarz, die Schienen 
bräunlich ; die Tarsen schwarzbraun , die vorderen lichter. Spörncheu 
gelb. An den vordersten Beinen die Schienen kürzer als die Tarsen, 
der Metatarsus kürzer als die übrigen Fussglieder; an den hintersten 
die Schienen und Metatarsus länger. 

Flügel glashell mit gelblichem Anfluge, die Basis heller. Der 
Hinterast der Hilfsader verschwindet weit vor der Querader, welche vor 
der Mitte der Unterrandader liegt, diese mündet in die Randader 
gleich unter der Gabelwurzel. Der fast flache Cubitus mündet in die 
Randader, weit vor ihrer Spitze. Die Randader erreicht fast die Spitze 
des Flügels, fg 3 mal grösser als gh, kl etwas kleiner als Im. Der 
Gabelstiel blass. Die Achselader undeutlich, in dem ersten Viertel der 
Achselzelle verschwindend. 

Juni. 

Sciara eleeta n. sp. Q. 2 mm. 

Sordide flava, palpis et halteribus flavis; antennis brunneis, 
capite ihoraceque longioribus ; abdomine sordide flävo-, coxis 
femoribusque flavis, tibiis obscurioribus, tarsis fuscescentibus ; 
alis flavidis. 

Taster gelb, Kopf schwarz. Fühler braun, etwas länger als Kopf 
und Mittelleib zusammen, die flaumartig behaarten, grau schimmernden, 
sitzenden Geisselgiieder 1—2 mal höher als breit. 

Mittelleib gelb, Rückenschild gelblich braun, sparsam gelb behaart. 
Brustseiten gelb, vor den hinteren Hüften mit einem grossen braunen 
Fleck. Hinterrücken gelblich braun. Schwinger gelb. 

Hinterleib schmutzig gelb, sparsam gelb behaart. Legeröhre klein, 
gelb. 

Hüften und Schenkel gelb, die Schenkelringe unterseits schwarz 
gefleckt. Die Schienen bräunlich, die Tarsen braun, gegen die Spitze 
schwarzbraun. Spörnchen gelb. An den vordersten Beinen die Schienen 
kürzer als die Tarsen, der Metatarsus kürzer als die übrigen Fussglieder. 
An den hintersten die Schienen und Metatarsus länger. 

Flügel gelblich. Der Hinterast der Hilfsader verschwindet weit 
vor der Querader und diese steht vor der Mitte der Unterrandader, 
welche unter der Gabelwurzel vor der Mitte des Flügels in die Randader 
mündet; der etwas bogige Cubitus mündet in die Randader, weit vor 
ihrer Spitze; die Randader erreicht fast die Spitze des Flügels, 



Dipteren-Fauna Oaliziens. 263 

fg 4 mal grösser als gh, kl etwas kleiner als Im. Die Achselader 
unscheinbar. 
August, 

Sciara rufa n. sp. Q 2,7 mm. 

Thorace fusco subnitido, certo situ cinereo micante-, abdomine 
ruf escente, venire flavido; cooci anterioribus flavis, posterioribus 
melleis, femoribus sordide flavis, tibiis brunnescentibus , tarsis 
fuscescentibus ; alis flavidis. 

Taster gelb, Kopf schwarz, Fühler schwarzbraun, Basalglieder 
braun, etwas länger als Kopf und Mittelleib zusammen, die kurzgestielten, 
grau schimmernden Geisseiglieder 1 I&— 1 mal höher als breit. 

Mittelleib röthlichbraun, der Bauch gelb. Die spärliche gelbe Be- 
haarung grau schimmernd. Legeröhre schwarzbraun, die Lamellen 
länglich, rundlich. 

Vorderste Hüften gelb, die hintersten honiggelb. Schenkel schmutzig 
gelb, die Schenkelringe mit schwarzen Punkten, Schienen bräunlich. 
Tarsen schwarzbraun, die vorderen an der Basis lichter. Spörnchen 
gelb. An den vordersten Beinen die Schienen kürzer als die Tarsen, 
der Metatarsus kürzer als die übrigen Fussglieder; an den hintersten 
die Schienen und Metatarsus länger. 

Flügel gelblich. Der Hiuterast der Hilfsader verschwindet weit 
vor der Querader; diese liegt vor der Mitte der Unterrandader, welche 
etwas vor der Mitte des Flügels und vor der Gabelwurzel in die Rand- 
ader mündet. Der etwas bogige Cubitus erreicht die Randader weit 
vor ihrer Spitze und die Randader erreicht fast die Spitze des Flügels, 
fg 3 mal grösser als gh und kl etwas kleiner als Im. Die Achselader 
sehr klein. 

Juli. 

ß) Die Querader liegt in der Mitte der Unterrandader. 
2) Die Spitze des Cubitus und die der unteren Gabelzinke 
von der Flügelspitze gleichweit entfernt. 

Sciara fugax n. sp. Q. 3 mm. 

Thorace flavo, tribus strigis obsoletis fuscis, pleuris duabus 
maculis fuscatis; antennis corpore dimidia parte brevioribus, 
brunneis, articidis basalibus et primo flagelli flavis; abdomine 
brunnescente, flavido, ventre flavido; coxis, pedibusque flavis; 
trochanteribus intus nigro-fusco maculatis; tibiis brunneis, tarsis 
fuscis; alis flavescentibus, basi flavidis. 

Tarsen bräunlich gelb. Kopf schwarz, Untergesicht bräunlich. 
Fühler braun, von halber Körperlänge, die Basalglieder und das erste 



264 Grzegorzeh: Beitr. z. Dipteren-Fauna Galiziens. 

Geisseiglied gelb. Die sitzenden Geisselglieder bis gegen die Mitte 
gelbbraun, die übrigen braun, l 1 / 2 — 3 mal höher als breit. Die flaum- 
artige Behaarung grau schimmernd. 

Mittelleib gelb. Rückenschild mit drei schwarzbraunen undeutlichen 
Striemen, sparsam schwarz behaart, an den Seiten längere schwarze 
Haare. Brustseiten gelb mit einer schwarzbraunen Makel unter der 
Flügelwurzel und einer blasseren zwischen der Vorder- und Mittelhüfte; 
an der Flügelwurzel zwei schwarze Punkte. Schildchen mit längereu 
schwarzen Haaren an der Spitze. Schildchen und Hinterrücken gelb. 
Die Schwingerwulst schwarz gefleckt. Der Schwingerstiel gelb. Der 
Kopf gelbbräunlich. 

Hinterleib gelbbraun mit schwarzbrauner Behaarung, in der Mitte 
erweitert, gegen die Spitze verengt. Bauch gelb. Die Lamellen der 
Legeröhre rundlich, schwarzbraun. 

Hüften gelb, die vordersten der ganzen Länge nach, die hinteren 
an der Spitze schwarzbraun behaart, die letzteren vor der Spitze mit 
schwarzen seitlichen Makeln. Schenkel gelb, die Schenkelringe unter- 
seits schwarz gefleckt. Schienen braun. Tarsen schwarzbraun, an der 
Basis heller. Spörnchen gelb. An den vordersten Beinen die Schienen 
etwas kürzer als die Tarsen, der Metatarsus etwas kürzer als die übrigen 
Fussglieder. An den hintersten die Schienen und Metatarsus länger. 

Flügel gross, mit gelblichem Anfluge an der Basis. Der Hinterast 
der Hilfsader verschwindet weit vor der Querader, welche in der Mitte 
der Unterrandader liegt; diese mündet in die Randader vor der 
Gabelwurzel und weit vor der Mitte des Flügels. Der fast flache 
Cubitus erreicht die Randader weit vor ihrer Spitze; die Randader 
erreicht die Spitze des Flügels nicht, fg s / 4 grösser als gh und kl V 5 
kleiner als Im. Die Achselader verschwindet vor der Mitte der Achsel- 
zelle. 

Juli. 

Fundort aller dieser Arten "West-Galizien, Kaiserthum Oesterreich. 

(Fortsetzung folgt.) 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft II.] 265 



Verzeich niss 

der von Herrn Major a. D. von Mechow in Angola und am 

Quango-Strom 1878-1881 gesammelten Pectinicornen und 

Lamellicornen. 

Von 

G. Quedenfeldt, Generalmajor z. D. 

Taf. VIII u. IX. 



Wie in allen grösseren Familien sich einzelne Gattungen durch 
einen ganz besonderen Reichthum an Arten auszeichnen, so ist dies 
auch, und zwar vorzugsweise, in der Familie der Lamellicornen der 
Fall, ein Umstand, welcher die Bestimmung neuer Ankömmlinge, na- 
mentlich aus den Gattungen Copris, Onthophagus, Aphodius, Serica 
etc., ziemlich erschwert. Wir haben zwar, grade in den genannten 
Gattungen, sehr ausführliche und mustergiltige Beschreibungen von den 
HH. Bar. v. Harold, Prof. Dr. Gerstäcker und A. m., welche das 
Erkennen der Arten sehr erleichtern, andrerseits existirt wiederum eine 
grosse Zahl solcher Beschreibungen, welche die äusserst feinen Unter- 
schiede der meist sehr ähnlichen Arten so wenig scharf hervorheben, 
dass man die bestehenbleibenden Zweifel nur allein durch den Vergleich 
mit den, meist schwer zu erlangenden, typischen Stücken zu lösen 
vermag. 

Ich habe daher längere Zeit mit der nachstehenden Aufzählung 
gezögert, indessen mit Rücksicht auf den mir wohl allein verbleiben- 
den , immerhin noch ansehnlichen Rest der umfangreichen Ausbeute, 
eine weitere Zögerung für nutzlos gehalten. 

Bei der Bestimmung der Sericiden war es mir von vielem Nutzen, 
die Burmeisterschen Typen der Universitäts-Sammlung zu Halle durch 
gütige Vermittelung des Herrn Prof. Dr. Taschenberg vergleichen 
zu können, wofür ich demselben hierdurch meinen verbindlichsten Dank 
abstatte. 

Pectinicornia. 

Lucanidae. 
1. Cladognathus quadridens Hope. Cat. Lucan. 1845. 
Von Pungo Andongo mehrere Stücke; kommt auch am Senegal, 
Cap Palmas, auf der Liberia-Küste und der Insel St. Thome vor. 



266 G. Quedenfeldt: Verzeichniss der von Maj. v. Mechow 

2. Nigidius bubahis Sweder. Act. Holm. 1787. 187. n. 3. 
taf. 8. fig. A. C. • 

Quango. Zuerst von Guinea und vom Senegal. 

3. Nigidius laevigatus Har. Coleopt. Hft. XVI. p. 30. 
Quango. Die typischen Stücke, wurden von Dr. Pogge im Innern 

des tropischen Afrika (Lunda-Reich) aufgefunden. 

4. Nigidius amplicollis (n. sp.). 

Nigerrimus, nitidus; capite late- sat profunde impresso, antice 
bisinuato, fortiter rugoso-punctato, utrinque obtuse carinato; genis 
fortiter dilatatis, supra eaccavatis, angidis posticis fere rectis, 
anticis rotundatis, lateribus subsinuatis; thorace modice convexo, 
lato, disco laevi, anguste foveato, fovea punctata, margine antico 
transversim impresso, medio breviter carinato, lateribus subdense, 
subtile punctatis; elytris thorace angustioribus , sulcatis, sidcis 
foveolato-punctatis; prosterni apice late rotundato. Long. 18 mill. 
Quango. 

In der Grösse und Körperform dem A 7 . forcipatus W\v. von 
Luzon, welcher gleichfalls ein etwas verbreitertes Halsschild hat, am 
nächsten stehend. Bei vorliegender Art ist aber der auf der Mandibel 
stehende Haken kleiner und innen nicht gezahnt, der Vorderrand des 
Kopfes ist tiefer zweibuchtig, die Oberlippe ausgerandet und roth be- 
haart, die Wangen sind breiter, die tiefe Aushöhlung runzelig, die 
Hinterecken fast rechtwinkelig , während sie bei forcipatus viel spitzer 
sind ; die Seitenränder sind hinter den gerundeten Vorderecken deutlich 
ausgebuchtet, Das Halsschild ist bedeutend breiter, als die Basis der 
Decken, oben spiegelglatt, mit kaum sichtbarer zerstreuter Punktirung, 
auf der Mitte mit einer vorn abgekürzten schmalen und sehr seichten 
Längsvertiefung, in welcher zwei unregelmässige Reihen kleiner Punkte 
stehen. (Bei forcipatus fehlt diese Längsvertiefung.) In der Mitte des 
Vorderrandes befindet sich eine sehr kurze Leiste und jederseits, pa- 
rallel dem Rande, eine schmale punktirte Rinne, welche mit dem 
ziemlich fein, nicht dicht punktirten Seitenrande zusammenhängt. Die 
Vorderecken treten als kleine, stumpfe Ecken seitwärts hervor, die 
Hinterecken sind schräge abgestutzt, die Abstutzung sehr leicht ge- 
buchtet. Die Punkte in den Furchen der Flügeldecken sind etwas 
kleiner aber tiefer als bei forcipatus, die Rippen tragen jederseits eine 
feine Punktreihe, auf der oberen Kante dagegen nur vereinzelte feine 
Pünktchen. Prosternalkiel ziemlich hreit, zwischen den Hüften gefurcht, 
hinter denselben leicht niedergedrückt, gerundet erweitert und dicht 
runzelig punktirt. Vorderschienen mit 6 stärkeren Randzähnen und 
zwei viel kleineren oberhalb derselben. 



in Angola etc. ges. Pectinicornen u. Lamellicornen. 267 

Eine gleichfalls sehr ähnliche Art ist N. Delegorguei Thoms., 
deren Halsschild jedoch nicht breiter ist als die Basis der Decken. 

Passalidae. 

5. Passalus (Pentalobus Kaup> Savagei Perch. Monogr. 

6. Passalus {Pentalobus) barbatus Fabr. Syst. El. II. 
p. 256. 

7. Passalus (Pentalobus) Palinii Perch. Suppl. II. 

Die vorstehenden drei Arten stammen vom Quango, kommen aber 
auch in Ober-Guinea vor. 

8. Passalus (Didimus Kaup> duplicaUis Harold. Coleopt. 
Hefte XVI. pag. 32. 

Quango. Mehrere Stücke. 

Obgleich die Exemplare einige geringe Abweichungen von der 
v. Harold'schen Art aus dem Lunda -Reich zeigen, zweifle ich doch 
nicht an der Zusammengehörigkeit mit letzterer. Es fehlen nämlich die 
Punkte auf der Mitte des Mesosternum, welche H. v. Harold erwähnt, 
nur bei einem Stücke zeigen sich nur wenige Punkte auf der Mitte 
des Hinterrandes desselben. Ferner sind die beiden Dörnchen an den 
Mittelschienen nicht immer vorhanden, mitunter ist nur ein kleines 
Zähnchen bemerkbar. In der Grösse, Gestalt, Bildung des Prosternums 
und namentlich in der Kerbung der äusseren Streifen der Decken, 
welche v. Harold sehr passend als aus der Vereinigung zweier runder 
Punkte gebildet bezeichnet, stimmen die mir vorliegenden Stücke voll- 
ständig mit der vorstehend genannten Art überein. 

9. Passahis (Eriononms Kaup) planiceps Eschsch. Diss. 
No. 11. — P. dasypleurus Imhoff. Verhandl. der naturf. 
Gesellsch. zu Basel V. 171. 

In Mehrzahl vom Quango. Sämmtliche Exempl. haben eine gleiche 
Grösse von 32 milk, wie sie Kaup (Monogr. der Passaliden, Berlin, ent. 
Zeit. 1871. p. 27) als Minimalmaass der Art ^angiebt (32 — 40 milk), 
während Burmeister der Art eine Grösse von 2 Zoll = 54 milk, Eschsch. 
von 18 lin. = 40 mill. und Imhoff von 19 lin. = 42 milk giebt, Ob- 
gleich ich nun auf Grund des Vergleichs mit den Beschreibungen die 
Ueberzeugung gewonnen, den richtigen P. planiceps vor mir zu haben, 
so sind doch die Abweichungen in den Angaben der einzelnen Autoren 
in manchen Punkten bemerkenswert!). Kaup giebt die Seiten des Me- 
sosternums, so wie bei meinen Stücken, als fein punktirt und be- 
haart an, während sie Burmeister als dicht runzelig punktirt und 
stark behaart bezeichnet. Nach Burm. sollen ferner die hinteren 
Ecken der Mesosternalplatte punktirt, nach Kaup ohne Punkte 



268 G-. Quedenfeldt: Verseichniss der von Maj. v. Mechow 

sein. Ueber die Streifung der Flügeldecken lauten die Angaben eben- 
falls verschieden. Nach Burm. sind alle Streifen gleichmässig, nach 
Kaup und Eschsch. auf dem Rücken undeutlich, an den Seiten deutlich 
punktirt, nach Imhoff sind die Rückenstreifen völlig glatt, die Seiten- 
streifen fein punktirt. Das Halsschild ist nach Eschsch. um die 
Hälfte breiter als lang, nach vorne nicht verengt, nach Imhoff dagegen 
nur etwas breiter als lang, mit vorne abgekü rzter Mittellinie. Meine 
Exemplare entsprechen in Bezug auf die Breite des Halsschildes den 
Angaben von Eschsch., dagegen ist die Form desselben bei einigen 
Stücken eine gleichbreite, bei anderen eine nach vorne deutlich ver- 
jüngte. 

Auf der hiesigen Königl. Sammlung befinden sich nur zwei Stücke 
der Art von 42 mill. Länge; bei denselben ist das Halsschild um die 
Hälfte breiter als lang, die ersten Rückenstreifen der Decken sind fast 
glatt, die Mesosternalplatte ist an den Seiten und Hinterecken punk- 
tirt, wie Burmeister angiebt, die Vorderschienen haben 7 Zähncheu. 
Die Art scheint also sowohl in Betreff der Grösse als der kleineren 
Sculptur- Merkmale recht variabel zu sein, eine Zusammengehörigkeit 
der den genannten Autoren vorgelegenen Thiere dürfte aber deswegen 
zweifellos sein, weil die Bildung der Oberfläche des Kopfes sowie die 
Hauptmerkmale überall übereinstimmen. 

Lamellicornia. 

Ateuchidae. 

10. Pachylomera femoralis Kirby. 

In grösserer Zahl vom Quango, auch am Cap, Lac N'Gami, in 
Caffraria und Mozambique vorkommend. 

11. Ateuchus Lamarki M'Leay, var. infernalis Klug. 
Mehrere Stücke vom Quango ; die var. ist schwarz, matt mit leich- 
tem grünlichem Schimmer, während die Stammform vom Senegal in der 
Mehrzahl oben schwärzlich kupferfarben ist. Fernere Verbreitungsbe- 
zirke sind: Guinea, Accra und Mozambique. 

12. Ateuchus sacer L. 

Von Malange. Der Käfer war, nach dem Münchener Catalog, bis- 
her nur aus den Küstenländern des Mittelmeeres und aus Volhynien 
bekannt; auf dem Königl. Museum befinden sich auch Stücke aus der 
Berberei. 

13. Ateuchus paganus Harold. Coleopt. Hefte. XVI p. 34. 
In grosser Anzahl am Quango gesammelt; diese zuerst von 

Dr. Pogge im Innern Afrika's, bei Kimbundo, aufgefundene Art variirt 
sowohl in der Grösse als in der Färbung, da mir Stücke mit rein 



in Angola etc. ges. Pectinicomen u. LameUicornen. 269 

dunkelgrüner Oberseite (die grössere Zahl), dann solche mit kupferfar- 
benem Anflug, wobei die glatte Mittellinie des Halsschildes stets grün 
bleibt, und wenige schwärzlich grün gefärbte Exempl. vorliegen. 

14. Sisyphus Goryi Harold. 

Von Malange; diese weit verbreitete Art bewohnt auch Senegam- 
bien, Capland, Guinea, Isle des Princes, Sennaar und Zanzibar. 

15. Gymnopleurus virens Er. 

Von Malange; auch vom Congo, sowie von Abyssinien, Zanzibar 
und Natal constatirt. 

16. Gymnopleurus eoerulescens Ol. 

In wenigen Exemplaren vomQuango. Zuerst vom Senegal beschrieben. 

17. Gymnopleurus olivaceus (n. sp.). 

Obscure olivaceo-aeneus , subnitidus, supra densissime ac 
subülissime granulato-punctatus; clypeo ruguloso, quadridentato ; 
thorace lateribus postice parallelis, elytris apice vix attenuatis, 
leviter striatis, interstitiis planis; corpore subtus atro-viridi; 
metasterno laevigato, impunetato, antice acuminato; antennis 
pedibusque nigris. Long. 17 mill. Malange. 

Kopfschikl mit vier, gleichweit von einander abstehenden Zähnen, 
die mittleren etwas mehr hervortretend, ziemlich parallel stehend, an 
der Spitze abgerundet, die seitlichen stumpf dreieckig, die Wangenecken 
wenig markirt, stumpfer als die seitlichen vorderen Zähne; der ganze 
vordere Theil des Kopfes incl. Wangen ziemlich stark und dicht ge- 
runzelt, die Runzelung gegen den Scheitel hin in eine äusserst feine 
Körnelung übergehend, welche auch den ganzen Thorax und die Flügel- 
decken gleicbmässig bedeckt, .mit Ausnahme der vorderen Nahtgegend, 
welche weniger dicht punktirt und daher etwas gläuzender erscheint. 
Seitenränder des Thorax nicht ganz gleicbmässig, sondern etwas vor 
der Mitte schwach eckig zugerundet, von da ab bis zu den stumpfen 
Hinterecken, von oben gesehen, parallellaufend, die Seitengrübchen sehr 
klein, ihr Vorderrand schwach aufgeworfen. Flügeldecken hinter dem 
Seitenausschnitt wieder fast bis zur Schulterbreite erweitert, fein aber 
deutlich gestreift, die Zwischenräume gleichmässig geebnet. Das Meta- 
sternum in der Mitte glänzend glatt, nur mit äusserst feinen Pünktchen 
besetzt, nach vorne in eine dreieckige an der Spitze senkrecht, an den 
Seiten ziemlich steil abfallende Platte erweitert, die Brustseiten sind 
weitläufig gekörnt, matt, der Hinterleib, so wie das Pygidium kaum 
sichtbar gerunzelt; die Vorderschenkel haben auf der unteren Kante, 
nahe der Mitte, ein kleines Zähnchen. 



270 G. Quedenfeldt: Verzeichniss der von Maj. v. Mechow 

Die Farbe der Oberseite ist ein mattglänzendes Olivengrün, mit 
nur schwachen kupfrigen Reflexen, die Unterseite ist schwarzgrün, 
Mittelbrust und Beine sind schwarz. 

Die Königliche Sammlung, welcher die letzte Ausbeute des ver- 
storbenen Dr. Pogge aus dem Inneren Central- Afrika's zugestellt wurde, 
erhielt mit derselben (von Lubilasch) zwei Exempl. , welche mit dem 
beschriebenen Stück in Allem völlig übereinstimmen, nur zeigen sich 
auf den ebenen Zwischenräumen einzelne ganz schwache Querfältchen, 
was vielleicht mit einer nicht ganz vollkommenen Ausbildung des Käfers 
zusammenhängt. 

18. Anachalcos cupreus F. Syst. ent. 

Nur ein Exempl. von Malange. Der Käfer hat eine weite Verbrei- 
tung, da er in der Tropen -Region, sowohl auf der West- als der Ost- 
küste vorkommt. 

C o p r i d a e. 

19. Heliocopris Anterior Ol. 
Ein $ vom Quango; zuerst vom Senegal. 

20. Heliocopris Samson Har. Coleopt. Hfte. XVI. p. 36. 

Es liegen mir nur zwei weibliche Stücke vom Quango vor , welche 
ich der vorstehenden, nur nach einem Männchen beschriebenen, Art zu- 
gehörig erachte. Es ist (Tf.VIII. Fg. l.a ($,bQ) dieselbe Form des Kopfes 
mit den fünf schwachen Ausbuchtungen am Vorderrande, dieselbe etwas 
rissige Querrunzelung des Kopfschildes mit einer Querleiste auf der Stirn. 
Das Halsschild hat am Hinterrande jederseits dieselbe deutliche Ausbuch- 
tung, die gleiche Sculptur mit dem flachen gekörnelten Eindruck auf der 
Mitte des Rückens und auch die obere Kante des Absturzes ist in gleicher 
Weise veranlagt, natürlich mit den durch das Geschlecht bedingten Modi- 
fikationen. Der mittlere Fortsatz ist nämlich viel kürzer, vorne nicht 
drei-, sondern nur zweizahnig, mit einer flachen Ausrandung zwischen 
den Zähnchen , die jederseits daneben liegende Ausbuchtung ebenfalls 
nur flach und nicht durch einen starken Zahn, sondern nur durch eine 
stumpfe Ecke begrenzt; die spitzen Vorderecken fehlen und werden, 
ganz in demselben Verhältniss wie bei Pirmal (§ und $, durch eine 
flache Abrundung ersetzt, welche weiter rückwärts durch ein stumpfes 
Zähnchen begrenzt wird. Als weiterer sexueller Unterschied ist noch 
zu erwähnen, dass der Wangentheil nur sehr schwach ausgebuchtet und 
die Stirnleiste jederseits mit einem ziemlich spitzen Zahn versehen ist. 
Flügeldecken, Unterseite und Beine sind völlig conform, jedoch sind 
bei ersteren der Zwischenstreif zwischen den beiden ersten Streifen, so 
wie die Zwischenleiste zwischen der Seitenrandleiste und dem Seiten- 



in Angola etc. ges. Pectinicornen u. Lamellicornen. 271 

rand sehr schwach angedeutet. Das typische $ stammt aus dem 
Innern (Lunda-Reich, Pogge). 

21, Catharsius ducc Harold. Coleopt. Hefte XVI. p. 38. 
Von Malange in grösserer Zahl beide Geschlechter. 
H. v. Harold hatte zur Beschreibung nur weibliche Exemplare 
vorliegen, welche Dr. Pogge aus dem Innern eingesandt hatte. Der 
g unterscheidet sich von dem Q. in nachstehenden Punkten: ein wenig 
hinter der Mitte des Vorderrandes des Kopfes befindet sich eine nach 
vorn gerichtete flache, fast horizontal stehende, kurze, dreieckige La- 
melle, welche mit ihrer Spitze etwas aufgebogen ist; die Querleiste vor 
den Augen ist beim Männchen viel schwächer markirt als beim Q und 
besteht eigentlich nur aus 3 kleinen Höckerchen, von denen die beiden 
äussern, etwas zurückstehenden, ganz kurze Querleisten bilden, die sich 
mit den Wangennähten vereinigen. Das Halsschild ist bedeutend länger 
als beim £ und besteht aus einem vorne abfallenden und einem hori- 
zontalen Theil; der letztere bildet ein sehr kurzes Dreieck, dessen breite 
Basis der Hinterrand bildet, die vordere Spitze ist breit zugerundet und 
die beiden etwas geschweiften Seiten bilden mit der Basis spitze, über 
die Schultern hinaustretende Winkel. Der abfallende (grössere) Theil 
ist vorne etwas tiefer ausgeschnitten als beim Q, an den Seiten schwach 
zweimal gebuchtet, die mittlere kleinere Ausbuchtung etwas aufgebogen; 
der obere Rand des abfallenden Theils ist schwach crenulirt. Die 
Punktirung ist bei beiden Geschlechtern gleich. 

22. Catharsius peregrinus Harold. Coleopt. Hefte XVI. 
p. 39. 

Von Malange; die typischen Stücke stammen aus dem Innern (Pogge). 

23. Catharsius tricornutus De Geer. 

In grösserer Anzahl von Malange. Auch vom Cap, Natal und 
Zanzibar bekannt. 

24. Catharsius Pithoecius Fbr. 

Qtiango; auch diese Art wurde in grösserer Zahl gesammelt. Sie 
ist überhaupt sehr weit, fast über ganz Afrika, verbreitet, da sie auch 
am Senegal, in Guinea, Natal, Zanzibar, Aegypten, Nubien, Kordofan 
und am Nyassa vorkommt. 

25. Copris Orion Kl. 

Malange ; auch vom Senegal und Mozambique. 

26. Copris Orphanus Guer. 
Malange; desgl. von Abyssinien und Zanzibar. 

27. Copris Neptis Reiche. 

Malange; ebenso von Abyssinien und Zanzibar. 



272 G. Quedenfeldt: Verzeichniss der von Maj. v. Mechow 

28. Copris inhalatus (n. sp.)- 

Statura fere C. lunaris, sed paulo minor, ater, supra quasi 
inhalatus, subtus nitidus, capite semicirculari, antice vix sinuato, 
rugoso, vertice laevigato; thorace lateraliter granulato, disco 
dense ac fortiter punctato, leviter sulcato; carina brevi juocta 
marginem lateralem; elytris striatis, striis subtiliter crenidatis, 
interstitiis subtilissime alutaceis; ore, antennis, palpisque ferrugi- 
neis. Long. 16 l 2 — 18 mill. Malange. 

Mas: Cornu frontali recto, conico, modice longo, transversim 
compresso, apice truncato, antice laevigato, postice rugoso; protho- 
race antice rede truncato, idrinque sat profunde impresso, lobo 
mediano rectangulo, medio leviter sulcato, lobis lateralibus conicis. 

Femina: ignota. 

Zur Gruppe des C. lunaris gehörig und diesem selbst sehr nahe 
stehend, jedoch nicht glänzend schwarz, sondern bläulich schwarz be- 
reift oder eigentlich nur wie angehaucht erscheinend. Der Kopf bildet 
eine verhältnissmässig grössere Scheibe als bei lunaris, die vordere 
Ausbuchtung ist kaum angedeutet, das Kopf hörn ist viel kürzer, zu- 
sammengedrückt, kegelförmig und grade. Das Halsschild ist viel dichter 
und gleichmässiger punktirt als bei lunaris, daher nur mattglänzend, 
der mittlere Vorsprung des Thorax ist dagegen viel kürzer, weil die 
Ausbuchtungen jederseits weniger tief sind, auch die zwischen der Aus- 
buchtung und dem Seitenrande stehenden kegelförmigen Höcker sind 
bedeutend kleiner. Die Streifung der Flügeldecken ist bei beiden Arten 
gleich , die gelbrothe Behaarung der Wangen , der Unterseite des Pro- 
thorax, der Brustseiten und der vorderen Schenkel viel schwächer als 
bei lunaris. 

29. Onitis inuus Fabr. 

Malange; auf der West- und Ostküste des tropischen Afrika heimisch. 

30. Onitis aerarius Harold. 
Malange. Bisher vom Nyassa bekannt. 

31. Onthophagus Urucei Reiche. 

Malange; auch von Dr. Pogge aus dem Lunda- Reich. Sonst noch 
von Abyssinien, Caffraria und dem Caplande bekannt. 

32. Onthophagus catta Fbr. 
Malange in grösserer Anzahl. 

33. Onthophagus apicalis Fahr 
Malange. Sonst noch vom Cap und von Natal. 

34. Onthophagus lamelliger Gerst. 

Malange. 1 Stück. Bisher nur 1 Exemplar von Aruscha im tro- 
pischen Ostafrika (v. d. Decken). 



in Angola etc. ges. Pectinicomen u. Lamellicornen. 273 

35. Onthophagus lamellicollis (n. sp.). 

Oblongo-rotundatus, subnitidus, brevissime pabescens, niger; 
capite breviter rotundato-triangidari , clypeo transversim rugato, 
marginibus anguste refleoco; fronte carinis duabus transversis, 
postica magis elevata et obtuse quadridentata; thorace breviter 
cordiformi, gramdato-punctato, antice declivi, declivitate fere laevi 
cum lamina lata, plus minusve porrecta, antice subemarginata. 
Elytris striatis, interstitiis et pygidio subdense aequaliter punc- 
tatis. Metasterno antice longitudinaliter carinato; capite stibtus, 
pectore pedibusque ferrugineo-püosis; antennis et palpis ferrugi- 
neis. Long. 19 — 22 mill. Malange. 

Von ziemlich kurzer, dicker, hochgewölbter Gestalt; der leicht 
spitzbogenartig gerundete Kopf mit zwei hintereinanderliegenden Quer- 
leisten, die hintere Leiste etwas höher, zwischen den Augen befindlich 
und mit 4 sehr schwachen und stumpfen Höckerchen versehen, die vor- 
dere die Wangennähte verbindend, der Vorderkopf mit unregelmässigen, 
kurzen Querrunzeln bedeckt. Das Halsschild von breiter, kurzer, fast 
herzförmiger Gestalt, da dasselbe vor der Mitte am breitesten ist und 
von da ab sich verjüngend in eine vor dem Schildchen endende stumpfe 
Spitze ausläuft; hinter der vorderen Erweiterung ist jederseits eine 
ziemlich markirte Ausbuchtung bemerkbar. Der ganze vordere Theil 
des Halsschildes ist senkrecht abfallend, im Ganzen nur schwach aus- 
gehöhlt, die Aushöhlung in der Mitte leicht gerunzelt, an den Seiten 
fein punktirt, der obere querleistenartige Rand derselben in der Mitte 
in einen ziemlich breiten aber nur kurzen Lappen, fast wagerecht, vor- 
gezogen, die vordere Kante desselben gewöhnlich schwach ausgerandet; 
die Leiste selbst jederseits in einiger Entfernung von den Seitengruben 
endigend. Der Rücken und die Seiten des Halsschildes sind deutlich 
aber nicht sehr gedrängt gekörnelt punktirt, die feinen Deckenstreifen 
sind weitläuftig, ihre Zwischenräume gleichmässig und etwas feiner 
als das Halsschild punktirt. Bei der ziemlich gleichen Bildung des 
Kopfes und Halsschildes sind die beiden Geschlechter äusserlich schwer 
zu unterscheiden. Ein brauchbares Unterscheidungs - Merkmal geben 
noch die Bauchringe ab, welche hier, wie bei vielen anderen von mir 
untersuchten Onthophagen , im männlichen Geschlecht kürzer sind als 
beim Weibchen; namentlich ist das letzte Segment fast nur halb so 
lang als beim Weibchen 1 ). 



') Es würde sich dies Merkmal zur Unterscheidung der Geschlechter 
hauptsächlich dann verwerthen lassen, wenn man mehrere Stücke 
solcher Arten vor sich hat, welche, wie obige Art, keine wesentlichen 
äusseren Unterschiede zeigen. 

XXVIII. Heft II. 18 



274 G. Quedenfeldi: Verzeichniss der von Maj. v. Mechoiv 

Der Käfer hat die ungefähre Gestalt von O. tridens Fähr, von 
Guinea, letzterer ist aber etwas kleiner, meist erzfarben, seltener 
schwarz gefärbt, die vordere Abstutzung des Halsschildes beschränkt 
sich nur auf den mittleren Theil desselben und die obere Kante bildet 
nur eine einfache Leiste, keine Lamelle. 

36. Onthophagus speculicollis (n. sp.). 

Ovalis, metallico- viridis vel viridi- cyaneus ; capite rugoso- 
granulato , fronte breviter transversim carinidata, vertice obtuse 
trituberculato, clypeo rotundato, refleoco-marginato ; thorace dense 
qranidato-punctato, disco longitudinaliter laevigato, basi angulatim 
subreflexo-lobato ; elytris sidcatis, sxdcis medio subtile striatis, inter- 
stitiis (siduralibus exceptis) rugoso-punctidatis; corpore supra 
breviter pubescente; pygidio dense, corpore subtus sparsim flavo- 
piloso; antennis palpisque ru/o-testaceis, g et Q. Long. 8—11 mill. 
Malange. 

Dem O. Brucei Reiche sehr nahe stehend, dessen Geschlechter 
ebeufalls wenig differiren, und dessen Thorax-Basis gleichfalls vor dem 
Schildchen in eine stumpfe leicht aufgebogene Schneppe ausgezogen 
ist. Das Kopfschild ist vorne gleichmässig gerundet, nicht spitzbogig 
hervortretend, die gerundeten Wangenecken sind ein wenig stärker als 
bei Brucei markirt, der ganze Rand ist leicht und schmal aufgebogen. 
Der Kopf ist dicht gekörnt, am Vorderrande etwas querrunzelig, in 
der Mitte befindet sich eine kurze, glatte Querleiste und zwischen den 
Augen stehen in einer Querreihe 3 kleine Tuberkeln, von denen die 
mittlere sich durch eine Längsfalte mit der Querleiste verbindet. Der 
Thorax ist breiter als lang, am Vorderrande ziemlich tief ausgeschnitten, 
die Vorderecken rechtwinkelig, die Basis, wie erwähnt, eckig vorgezogen. 
Auf der Scheibe befindet sich ein grosser glatter Längsfleck, welcher, 
am Vorderrande schmal beginnend, zunächst eine sehr flache punktirte 
Längsgrube einschliesst, sich auf der Mitte erweitert und vor der Basis 
wieder etwas zusammenzieht; der übrige Theil des Halsschildes ist, wie 
der Kopf granulirt mit leichter goldgelber Pubescenz. Die Flügeldecken 
sind seicht gefurcht, in jeder Furche steht ein eingerissener, kaum 
punktirter Streif, die Naht und der erste Zwischenraum sind glatt, die 
übrigen leicht gewölbten Zwischenräume massig dicht punktirt und 
ebenfalls, jedoch etwas schwächer als der Thorax, kurz gelb behaart. 
Das Pygidium ist dicht anliegend, seidenglänzend, die Unterseite an 
den Seiten (sowie die Beine) etwas länger goldgelb behaart; die Seiten 
der Brust und des Abdomen, so wie die Beine und das letzte Segment 
sind deutlich, aber nicht dicht, punktirt. Die metallische Färbung 
variirt sehr; es liegen mir Stücke vor mit hellgrünem Halsschild, kupferig 



in Angola etc. ges. Pectinicomen u, Lamellicomen. 275 

geröthetem Kopf und bläulich grünen Decken, ferner solche mit blauen 
Decken und grünem Kopf und Halsschild, und wiederum ganz blane 
mit nur etwas grünlichem Kopf. Die Unterseite und Beine sind meist 
gleichfarbig grün, die Fühler dunkel rostgelb. 

37. Onthophagus unidens (n. sp.). Taf. VIII. Fig. 2. 
Praecedenti simillimus, sed clypeo emarginato, emarginatione 

medio dentata, vertice obsolete transversim bicarinato, thorace 
paulo longiore, disco quoque, sed sparsim, punctato, angulis anticis 
rotundatis ; corpore supra cum pygidio minus pubescente. Long. 
11 mill. 2). Malange. 

Der Käfer sieht dem vorhergehenden, sowohl in der metallisch- 
grünen, etwas bläulichen Färbung, als auch in der Grösse, Gestalt und 
Punktirung ausserordentlich ähnlich; das Kopfschild ist jedoch vorne 
zweibuchtig ausgerandet, so dass sich in der Mitte desselben ein deut- 
liches stumpfes Zähnchen bildet, die hintere Leiste zwischen den Augen 
ist schwächer als die vordere. Das Halsschild ist wenig breiter als 
lang, die vorderen Winkel sind an der Spitze abgerundet; 
die Körnelung auf Kopf und Halsschild wie bei dem Vorstehenden, nur 
ist die Mitte des Halsschildes nicht ganz glatt, sondern es befinden 
sich innerhalb derselben eine Menge mehr oder weniger dicht gestellter 
Punkte. Auf den Flügeldecken sind nur die beiden Nahtleisten ganz 
glatt, die übrigen Zwischenräume der Furchen mehr oder weniger dicht 
unregelmässig punktirt. Die Pubescenz der Oberseite ist etwas schwächer 
als bei O. Speculicollis, die Behaarung, Punktirung und Färbung der 
Unterseite sowie diejenige der Fühler eine gleiche. 

38. Onthophagus f os sicollis (n. sp.). Taf. VIII. Fig. 3. 
Ovalis, subopacus, fortiter flavo-pubescens; capite metallico- 

viridi, fronte sparsim-, clypeo fortius rugoso-punctatis, margine 
reflexo; thorace atro-viridi, densissime rugoloso -punctato, basi 
rotundato-producto, disco medio longitudinaliter impresso, elytris 
disco depressis, subtile striatis, rugulosis, lideis, sutura fasciaque 
communi lata lunari nigris; pygidio dense argenteo-piloso ; an- 
tennis rufo-testaceis. Long. 6 — 7 mill. Malange. 

Mas: Vertice cornu conico, compresso, plus minusve erecto, 
paulo recurvo, fronte carina curvata 

Fem.-. Vertice lamina transversa distincta, fronte carina 
curvata; thorace antice leviter biimpresso, inter impressis bino- 
duloso. 

Variat elytris lideis, sutura tantum nigro-viridi. 

Eine durch den breiten, jedoch flachen, im Grunde schwach ge- 
rinnten Eindruck, namentlich auf der hinteren Hälfte des Halsschildes, 

18* 



276 G. Quedenfeldt: Verzeichniss der von Ma). v. Mechow 

ausgezeichnete Art. Der Kopf ist halbkreisförmig mit aufgebogenem 
Rande, ohne Wangenecken; in beiden Geschlechtern auf der Stirn mit 
einer nach vorwärts gekrümmten Leiste, der Scheitel beim $ mit einem 
kegelförmigen, zusammengedrückten, kürzeren oder längeren und in 
diesem Falle leicht zurückgebogenen, aufgerichteten Hörn, beim $ mit 
einer breiten und hohen Querleiste, mit gradem oberen Rande. Der 
Clypeus ist stark gerunzelt, die Stirn weitläuftig körnig punktirt, der 
Hinterkopf glatt. Das Halsschild ist feiner als der Clypeus, aber 
äusserst dicht runzelig, fast körnig punktirt, beim $ vorne nur schwach 
quer eingedrückt, beim $ mit zwei, etwas tieferen Eindrücken, zwischen 
denen sich ein kleiner Vorsprung befindet, der zwei dicht nebeneinander- 
stehende Knötchen trägt. Die Flügeldecken sind dunkel rothgelb mit 
schwärzlich grüner Naht und einer gemeinschaftlichen schwarzblauen, 
halbmondförmigen Makel, welche mit ihren beiden Enden die Schulter- 
beulen erreicht und nur die Basis, den Spitzenrand und die Seitenränder 
in geringer Ausdehnung freilässt. Die Nahtgegend, zuweilen auch der 
gemeinsame Diskus ist schwach eingedrückt, die Deckenstreifen sind 
sehr fein, die kaum gewölbten Zwischenräume ziemlich dicht runzelig 
punktirt; die silber- mitunter auch goldglänzende Behaarung ist auf 
dem Pygidium sehr dicht und anliegend, auf den Seiten der Brust, den 
Beinen und den letzten Bauchsegmenten mehr zerstreut und aufgerichtet. 
Bei der Varietät mit schmutzig gelben Flügeldecken ist nur die Naht, 
der Basalrand und eine kleine längliche Mjikel auf der Schulterbeule 
grünlich gefärbt. 

Der Käfer hat in Grösse und Gestalt Aehnlichkeit mit O. thora- 
CICUS Ol., namentlich die Weibchen, welche auch eine annähernd 
gleiche Tuberkelbildung auf dem Thorax haben; der Längseindruck 
auf dem Halsschilde ist bei thoraciciis jedoch bedeutend schwächer, 
das Kopfhorn des $ dagegen viel länger. 

39. Onthophagus cinctipennis (n. sp.). 
Mas: Ovalis, convexiusculus, subnitidus, fulvo-pubescens; capite 
metallico-atroviridi, sparse punctato, clypeo rotundato, fortiter 
reflexo, antice leviter sinuato ; fronte larnina transversa, emarginata; 
thorace transverso, aequaliter convexo, obscuro-viridi, densissime 
rüg oso -punctato, angulis anticis partim prominidis , rotundatis; 
clytris subtiliter striatis, interstitiis planis, indistincte longitudi- 
naliter rugidosis, obscuro-viridibus, lateribus indeterminate rufo- 
fulvis; pygidio dense argenteo-piloso. Corpore subtus atro-viridi, 
metasterno medio sparsim punctato ; antennis fidvis, clava nigra. 
Long. 5 mill. Malange. 



in Angola etc. ff es. Pectinicornen u. Lamellicornen. 277 

Eine kleine hübsche Art, welche nach Grösse, Form und Bildung 
des vorderen Kopfschildrandes in die Nähe von O. ovatus gehört, 
Der Clypeus ist vorne im flachen Bogen zugerundet, rund herum bis 
zu den wenig markirten Wangenecken ziemlich stark aufgebogen mit 
deutlicher kleiner Ausbuchtung am Vorderrande. Mitten auf der Stirn 
befindet sich eine erhabene Querleiste, welche auf der oberen Kante 
stark ausgerandet ist, so dass sich jederseits ein dreieckiger Höcker 
bildet; die Punktirung ist in der Mitte sehr sparsam, an den Rändern 
dichter, fast runzelig. Das Halsschild ist verhältnissmässig kurz mit 
leicht vorgezogener Basis und kurzen, gerundeten Vorderecken, oben 
ziemlich stark und gleichmässig quergewölbt, sehr dicht und gleich- 
massig punktirt, die Zwischenräume zu Runzeln zusammenfassend; vor 
der Schildchengegend eine äusserst schwache Spur eines Längseindrucks. 
Flügeldecken mit sehr feinen eingeritzten Streifen, die Zwischenräume 
dicht punktirt und zwischen den Punkten kleine Längsrunzeln bildend, 
welche auf dem Discus weniger, nach den Seiten zu etwas deutlicher, 
in Längsreihen geordnet sind, von denen die mittlere der auf jedem 
Zwischenraum befindlichen etwas erhöht erscheint. Die Mitte der Decken 
ist wie Kopf und Thorax dunkelgrün, der Seitenrand von der Schulter 
bis zur Nahtspitze verwaschen dunkel rothgelb. Das Pygidium ist dicht 
anliegend silbergrau, die Unterseite nebst Beinen nur sparsam und kurz 
gelb behaart, der Endknopf der rothgelben Fühler schwarz. 

40. Onthophagus foliiceps (n. sp.). Taf. VIII. Fig. 4. 

Mas: Ovalis, partim nitidus-, capite thoraceque densissime 
rugidosis, obscuro-cupreis , subtilissime fiävo-pubescentibus; illo 
piano, inermi, clypeo rotundato-triangulari, hoc convexo, basi 
leviter angulatim producto, angulis anticis vix prominulis, apice 
rotundatis; coleopteris disco planatis, subtile punctato-striatis, 
interstitiis punctis subtilissimis, subregulariter ordinatis, obsitis, 
luteis, maadis nonnullis nigris, in fascias duas dispositis, 
ornatis. Corpore subtus nigro-piceo, pedibus rufo-piceis, antennis 
fldvis. Long 6 niill. Malange. 

Der Käfer gehört zur Gruppe des O. macidatus Fabr. und sig- 
natipennis Castl., welche die gleiche Gestalt, den gleichen, ganz flachen 
Kopf, das hochgewölbte Halsschild und annähernd gleich gezeichnete 
Flügeldecken besitzen. Der Kopf ist bei vorliegender Art ganz flach, 
blattförmig, die Ränder kaum aufgebogen, nur der äusserste Vorderrand 
des schwach vorgezogenen Clypeus ein wenig erhöht. Das Halsschild 
ist hoch und gleichmässig gewölbt, der Vorderrand fast gerade abge- 
schnitten mit nur wenig vortretenden, stumpfdreieckigen Vorderecken. 
Die Basis ist ziemlich stark vorgezogen, der Basiswinkel stumpf abge- 



278 G. Quedenfeldt: Verzeichnis der von Maj. v. Mechow 

rundet. Kopf und Halsschild schwärzlich kupferfarben, der erstere fein 
und dicht, das letztere etwas gröber, gleichmässig sehr dicht, fast körnig 
punktirt. Flügeldecken schmutzig braungelb mit dunklerer Naht und 
feinen schwarzen Rändern, auf dem gemeinsamen, etwas flachgedrückten 
Discus eine doppelte Querreihe von je 6 oder 7 schwarzen Makeln, die 
feinen Deckenstreifen in dem seichten , etwas verbreiterten Grunde mit 
massig dicht stehenden Pünktchen besetzt , die schwach gewölbten 
Zwischenräume äussert fein punktulirt, die Pünktchen in undeutliche 
Längsreihen gestellt. Die Unterseite und Beine bräunlich schwarz erz- 
farben , überall, mit Ausnahme der Mitte des Hinterleibes, ziemlich 
dicht, das Pygidium dichter und gröber punktirt, letzteres so wie die 
Seiten der Brust und des Hinterleibes sparsam mit gelben Härchen be- 
setzt. Fühler und Palpen rostroth. 

Auf dem Königl. Museum befindet sich ein noch unbestimmtes 
Stück derselben Art, vom Senegal stammend; dasselbe scheint ein Q. zu 
sein, mit demselben abgeflachten Kopf wie beim $, denn eine kaum 
wahrnehmbare Längsschwiele neben dem inneren Augenrande dürfte 
kaum einen sexuellen Charakter andeuten. Bei den obengenannten, 
zur Gruppe gehörenden , in beiden Geschlechtern vorliegenden Arten 
ist kein Unterschied in der Kopf bildung bei § und Q bemerkbar. 

41. Onthophagus validicornis (n. sp.). Taf. VIII. Fig. 5. 

Mas: Oblong o-ovalis, subquadrangidus, subnitidus , nigro- 
piceus; capite antice, pedibus pygidioque rufo-piceis, antennis 
palpisque ferrugineis-, capite brevi, genis sat fortiter prominentibus, 
clypeo emarginato et bidenticulato, rugidoso-punctato ; vertice cornu 
crasso brevi, obtuse conico; thorace transverso, antice haud an- 
gustato, media parte deplanato-producto, antice emarginato, basi 
lote aequaliter rotundato, supra sat dense subrugoso-punctato ; 
elytris subdeplanatis , striatis, interstitiis jdanis, utrinque uni- 
seriatim punctidatis. Corpore ubique, in elytris seriatim, setulis 
flavis erectis vestito. Long. 6 mill. Quango. 

Eine in mancher Hinsicht von dem gewöhnlichen Habitus der On- 
thophagus abweichende Form. Der Kopf ist kurz, vorne im flachen 
Bogen gerundet, in der Mitte des Vorderrandes leicht ausgerandet und 
mit zwei stumpfen Zähnchen versehen. Das auf der Mitte des Scheitels 
stehende dicke, stumpf kegelförmige Hörn ist etwas nach vorn geneigt; 
das Halsschild ist verhältnissmässig kurz, vorne so breit als hinten und 
von gleicher Breite mit den Flügeldecken , die Basis im flachen Bogen 
abgerundet, die Vorderecken stark und spitz vorgezogen, nur schwach 
nach einwärts gerichtet. Der mittlere vordere Theil bildet einen breiten 
wagerechten Vorsprung, welcher am Vorderrande ausgerandet ist, so 



in Angola etc. ges. Pectinicomen u. Lamellicomen. 279 

dass sich zwei stumpfe Höcker bilden, welche die Basis des Kopfhorns 
einschliessen. Die Punktirung ist eine ziemlich dichte, etwas narbige, 
mit dazwischen liegenden schwachen Längsrunzeln. Die Flügeldecken 
sind auf dem Rücken ein wenig abgeflacht, mit feinen seichten Streifen 
und ebenen Zwischenräumen , welche jederseits. neben dem Streif eine 
Punktreihe tragen. 

Durch das vorne breite, fast parallelseitige Halsschild, von gleicher 
Breite mit den Decken, erhält der Käfer eine fast viereckige längliche 
Gestalt, etwa wie manche Oniticellus- Arten. ; unter den Onthophagus- 
Arten der K. Sammlung habe ich keine ähnliche Form vorgefunden. 

42. Oniticellus planatus Boh. 

Von Malaiige in mehreren Stücken; auch von Natal, Tette, Sinna 
und Lac Jype bekannt. 

43. Oniticellus nasicornis 

Malange; gleich häufig auf der West- und Ostküste des tropischen 
Afrika. 

44. Oniticellus interrwptus (n. sp.). 

Brevis, subparallelus , deplanatus; capite thoraceque obscure 
cupreo-aereis, subnitidis, hoc disco fortiter punctato, antice declivi, 
lateribus fere laevibus, dilirfe flavis; scidello cupreo; elytrisfulvis, 
leviter punctato-striatis , interstitiis subtilissime granulatis, et 
interrupte atro-viridi-lineatis. Corpore subtus atro-viridi, pectore 
et segmentis ventralibus plus minusve ftdvo-marginatis-, metasterno 
punctato. Long. 10 — 11 inill. Malange. 

Mas-. Capite cornu front alz parvo erecto, apice subrecurvo-, 
thorace antice rotundato-producto, lobo leviter sinuato. 

Fem.: Capite transversim bicarinato, carina antiea incurva, 
postica recta, magis-elevata, subtridentata; thoracis disco an- 
tice visc producto. 

In Färbung und Gestalt dem O. militaris ausserordentlich ähn- 
lich, jedoch etwas grösser und das Kopfhorn des $ steht auf der 
Stirn und nicht auf dem Scheitel wie bei O. militaris, bei welchem 
die Stirn eine gebogene Leiste trägt; dem letzteren fehlt auch der 
stark vorgezogene mittlere Theil des Halsschildes. Die beiderseitigen 
Q $ sind kaum zu unterscheiden ; das Q des militaris hat einen 
stärker ausgerandeten Clypeus, innerhalb der dunklen Färbung, in der 
Nähe der Hinterwinkel jederseits einen gelben Fleck und eine fast un- 
punktirte Metasternal-Platte Der Kopf ist bei vorliegender Art beim $ 
breiter und gerundeter als beim Q. , am Vorderrande kaum merklich ge- 
buchtet mit schmal aufgebogenen Rändern und massig vortretenden abge- 
rundeten Wangenecken. Der vordere Theil ist dicht und fein gerunzelt, 



280 G. Quedenfetdt: Verzeichniss der von Maj. v. Mechow 

der innere Raum zwischen den beiden Kopfleisten beim Q schwach 
punktirt, der Scheitel hier wie beim $ (bei diesem auch die Umgebung 
des Kopfhorns) glatt. Das Halsschild ist ziemlich stark, aber nicht 
ganz gleichmässig dicht punktirt, der abfallende vordere Theil, so wie 
die Seiten von den gerundeten Vorderecken ab bis hinter die Mitte 
fast glatt, beim Q fein punktirt, der Hinterrand sehr schmal, die 
Seiten breiter verwaschen gelbroth, die letzteren mit einer schwarzen 
Makel. Beim $ ist der mittlere, bis zur Höhe der Vorderecken 
vorspringende Theil vorne abgerundet, in der Mitte aber leicht eckig 
ausgebuchtet und jederseits desselben, jedoch viel tiefer, steht ein 
kleiner stumpfer Höcker, durch eine massige Aushöhlung davon ge- 
trennt. Beim $ ist der mittlere Vorsprung nur durch eine gerundete 
Kante markirt, welche in der Mitte gleichfalls schwach gebuchtet ist, 
die seitlich etwas tiefer stehenden Höcker sind nur schwach angedeutet. 
Die auf dem Discus befindliche Längslinie ist beim $ fast durchlau- 
fend und namentlich nach hinten zu etwas mehr vertieft, beim Q viel 
kürzer und weniger deutlich. Die Flügeldecken sind schmäler als das 
Halsschild, nach hinten zu etwas verjüngt und leicht abgeflacht; die 
Deckenstreifen sind sehr fein und punktirt , die Zwischenräume äusserst 
fein gekörnt, die Naht und die abwechselnden Zwischenräume ein wenig 
erhaben. Die Farbe der Decken ist dunkel gelbroth mit schwärzlich 
grüner Naht und Längslinien, welche namentlich auf der Scheibe öfter 
unterbrochen sind; das Pygidium und alle Ränder auf der Unterseite 
und die Beine sind gleichfalls rothgelb, die Schenkel auf der Mitte mit 
einer schwarzen länglichen Makel. 

Aphodiidae. 

45. Aphodius marginicollis Harold. 
Malange; auch vom Cap, Senegal und Abyssiuien bekannt. 

46. Aphodius circumdatus Klug. 

Malange; zuerst von Prof. Peters aus Mozambique mitgebracht. 

47. Aphodius squalidus Dej., deplanatus Roth. 
Vom Quango; auch von Abyssinien, Sinna und vom Senegal. 

48. Aphodius humilis Roth. 

Quango. Zuerst von Abyssinien, dann auch von Natal bekannt. 

49. Aphodius lividus Ol. 

Malange. Nach v. Harold über alle Welttheile verbreitet; na- 
mentlich in Süd-Afrika und Aegypten häufig. 

50. Aphodius guinensis Klug. 
Malange; wenige Stücke. 



in Angola etc. ges. Pectinicornen u. Lamellicornen. 281 

61. Aphodius hepaticolor (n. sp.). 

Elongato-ovalis , parum convexus, subnitidus , obscure rufo- 
brunneus, ubique subtilissime punctidatus-, clypeo thoracisque mar- 
gine antico anguste, lateribus latius dilute rufescentibus-, sutura 
frontall juxta oculos levissime tuberculata, fronte subgibbula, clypeo 
rotundato, tenuissime reflexo, genis rotundatis parum promimdis-, 
thorace lateraliter angustissime , basi haud marginato, angulis 
posticis obtusis; scutello elongato-triangidari, apice rotundato. 
Elytris striatis, striis indistincte punctatis, apice ex parte con- 
junctis, interstitiis modice convexis, sparse subtiliter punctulatis, 
glabris, apice tantum pubescentibus. Corpore subtus obscure 
brunneo, punctato, leviter pubescente, nietasterno laevi, subconcavo, 
subtilissime canalicidato ; mesosterno vix carlnatd; pedibus casta- 
neis, metatarso calcari apicali midto, articulis 3 sequentibus 
conjunctis paido longiore; tibiis posticis apice setis longitudine 
disparibus, antennis luteis. Long. 6 mill, Malange. 

Von nur leicht gewölbter, ziemlich breiter Gestalt und nicht ganz 
vollglänzend ; der Kopf sehr fein punktirt mit einer äusserst fein ein- 
gegrabenen, etwas rückwärts gebogenen Querlinie zwischen den vor- 
deren Augenrändern, jederseits in eine schwach angedeutete Erhöhung 
am inneren Ende der Wangennaht verlaufend; die Stirn mit einer 
rundlichen sehr flachen Tuberkel. Der vordere Kopfrand gleichmässig 
gerundet, ringsherum, incl. Wangen, mit schmaler, feiner Leiste. Das 
Halsschild fast doppelt so breit, als lang, fein und dicht, aber nicht 
gleichmässig stark punktirt, der Vorderrand fast gerade abgestutzt 
mit schwach vorspringenden etwas einwärts gerichteten Ecken; die Seiten 
fast grade, nach rückwärts etwas divergirend, fein gerandet, die Basis 
im flachen Bogen gerundet, ohne Randleiste, die Hinterwinkel stumpf 
mit abgerundeten Ecken. Das Schildchen klein, etwas gewölbt, läng- 
lich dreieckig, an der Basis nicht verengt, an der Spitze etwas abge- 
rundet. Die Flügeldecken von der Breite des Thorax, an den Seiten 
schwach gerundet erweitert, die Streifen ziemlich kräftig, neben der 
Naht etwas tiefer, nach aussen und gegen die Spitze seichter, undeutlich 
punktirt, die Zwischenräume flach gewölbt, etwas feiner als das Hals- 
schild punktirt, Die Deckenstreifen sind mit Ausnahme des durchlau- 
fenden Nahtstreifen vor der Spitze ziemlich unregelmässig vereinigt; es 
verbindet sich der zweite mit dem dritten, der vierte mit dem siebenten, 
und innerhalb derselben der fünfte mit dem sechsten , dann ferner der 
achte mit dem neunten Streif. Die Unterseite ist fein, aber deutlich, 
und dicht punktirt mit kurzer anliegender gelblicher Pubescenz und 
einzelner längerer Behaarung des After, nur die Beine sind fast glatt 
und glänzend, ebenso die Metasternalplatte, welche schwach vertieft 



282 G. Quedenfeldt: Verzeichniss der von Ma). v. Mechow 

und in der Mitte mit feiner Längsrinne versehen ist; das Mesosternum 
ist ziemlich undeutlich gekielt. Der Metatarsus ist länger als der obere 
Enddorn der Schiene und auch länger als die drei folgenden Fuss- 
glieder zusammengenommen. Die Borstenkränze der hinteren Schienen 
sind aus längeren und kürzeren Borsten gebildet. 

Die Färbung des Käfers ist unten matt , oben glänzender leber- 
braun, der Vorderrand des Kopfes und Halsschildes, die .Seiten des 
letzteren in etwas breiterer Ausdehnung und die Spitze der Flügel- 
decken verwaschen röthlich gelb durchscheinend. Beine, Mitte der 
Hinterbrust und die ziemlich verlängerten Maxillar- Palpen heller oder 
dunkler kastanienbraun, glänzend. Fühler gelb mit weisslich behaarter 
Keule. 

In Grösse und Gestalt unserem europäischen A. immundus ähn- 
lich, welcher jedoch ein hinten gerandetes Halsschild hat und daher 
nach Erichson zu einer anderen Abtheilung gehört. 

52. Aphodius seminitidus (n. sp.). 

JElongatus, partim conveosus, capite tlioraceque nitidis, rufo- 
testaceis, glabris; elytris subnitidis, luteis, seriatim setidosis; 
capite mutico, longitudine fere duplo latiore, subtilissime spar- 
sim punctulato, clypeo late rotundato, tenuissime reflexo, genis 
parvis angulatim prominulis; tliorace disco vix punctato, late- 
ribus pimctis majoribus et minoribus subdense instructo, basi 
leviter bisinnato, haud marginato, angulis posticis obtusis, lateri- 
bus fere rectis; elytris tliorace paulo angustioribus, distinete stria- 
tis, striis subtile punetatis, apice haud confnnetis, interstitiis 
leviter convexis, irregulariter striato-punetulatis. Corpore subtus 
cum pedibus, antennis palpisque luteis. Metasterno subconeavo, 
spar sim punetulato, longitudinaliter temie canaliculato, mesostemo 
obtuse carinato; metatarso articidis tribus sequentibus conjunetis, 
sicut calcari apicali, aequilongo; tibiis posticis apice setis longitu- 
dine disparibus. Long 4 mill. Malange. 

Der Käfer steht in der Nähe des A. cinerascens Klug von Mo- 
zambique, mit welchem er die gleiche Kopfbildung, Gestalt, Punktirung 
und Behaarung gemein hat, nur ist er heller gefärbt und viel kleiner, 
etwa von der Grösse eines kleinen lividus. Der Kopf ist breit und 
sehr kurz, vorne in sehr flachem Bogen gerundet, so dass sich beinahe 
schwache Aussen-Ecken bilden. Die obere Fläche ist ganz gleich- 
massig schwach gewölbt, äusserst fein und zerstreut punktirt, der ganze 
Kopfrand mit einer feinen Leiste begränzt, welche auch die nur wenig, 
aber deutlich eckig, hervortretenden Wangen einschliesst. Das Hals- 
schild um V 3 breiter als lang, nach vorne leicht verengt, in der Mitte 



in Angola etc. f/es. Pectinieornen u. Lamellicornen. 283 

schwach gerundet, die Vorderecken gar nicht vor-, sondern nur ein 
wenig nach unten gezogen und dicht an den Kopf sich anlegend, die 
Hinterecken sehr stumpf und abgerundet, die ungerandete Basis 
jederseits mit einer schwachen Ausbuchtung, die Scheibe fast glatt, die 
Seiten mit feinen Pünktchen bestreut, zwischen welche unregelmässig 
grössere gemischt sind, die Seitenränder incl. Ilinterecken sehr fein 
gerandet. Schildchen gleichseitig dreieckig, flach, an der Spitze nur 
wenig gerundet; Flügeldecken massig gewölbt, mit deutlichen, an der 
Spitze viel schwächer werdenden, sonst durchlaufenden Längsstreifen, 
deren Zwischenräume nur massig gewölbt und unregelmässig läugsreihig 
fein punktirt und niederliegend kurz gelb behaart sind, Unterseite und 
After mit einzelnen längeren Haaren. Das Mesosternum in der Mitte 
mit einem etwas erhöhten Längsflecken, die Metasternalplatte schwach 
eingedrückt und sehr fein gerinnt. Der Metatarsus von ganz gleicher 
Länge mit dem oberen Enddorn, so wie mit den drei folgenden Tarsen- 
gliedern zusammengenommen. Die Färbung des Käfers ist ein rech- 
liches Lehmgelb, die glänzenden Theile, Kopf, Halsschild^und Beine, 
ein wenig dunkler. 

53. Aphodius serrulatus (n. sp.) 

Elongatus, parum convexus, subnitidus, Intens, flavopubescens , 
capite thoraceque obscurioribus ; capite distinete aequaliter punc- 
tato, fronte mutica, clypeo antice subtruncato , genis parvis, an- 
gulatim prominidis; thorace xd in capite punetato, basi leviter 
bisinuato, haud marginato, angidis posticis obtusis; scidello elon- 
gato-triangulari , punetulato; elytris striatis, striis apice haud 
conjunetis, interstitiis leviter conveocis, subseriatim subtiliter punc- 
tidatis et breviter setidosis. Mesosterno vix carinato, metasterno 
tenue canalicidato ; metatarso artieidis tribus conjunetis, sicut cal- 
cari apicali, longiore. Tibiis posticis apice setis lohgitudine 
disparibus, tibiis anticis basin versus subtiliter serratis. Long. 
3 l /i mill. Malange. 

Ein wenig kleiner als der Vorige, der Kopf etwas länger und 
schmäler, etwa Vfa mal so breit als lang, au den Rändern, namentlich 
den Seiten, breiter aufgebogen, die Wangen rechteckig aber nur wenig 
vortretend, der Vorderrand ziemlich breit abgestutzt, kaum merklich 
gebuchtet mit abgerundeten Ecken, die Kopffläche gleichmässig flach 
gewölbt, mit einer äusserst schwachen Spur einer Erhabenheit auf dem 
Vorderkopf. Halsschild von derselben Form wie bei dem Vorigen, die 
Basis und auch die Seiten ungerandet. Kopf und Halsschild ganz 
gleichmässig dicht und fein punetulirt mit sehr feiner gelber Pubes- 



284 O. Quedenfeldt: Verzeichniss der von Maj. v. Mechow 

cenz. Das Schildchen ist schmal, vorne parallelseitig, hinten leicht drei- 
eckig zugespitzt, in der Mitte undeutlich nunktirt. 

Flügeldecken länglich oval, massig convex, vorne so breit als das 
Halsschild, deutlich gestreift, fast ein wenig gefurcht, die Streifen 
einzeln bis zur Spitze verlaufend, die Zwischenräume etwas gewölbt, 
mit kaum sichtbaren, zerstreuten, mitunter in Reihen geordneten Pünkt- 
chen besetzt und doppelreihig niederliegend fein behaart. Das Meso- 
sternum ist kaum gekielt, der Kiel wird nur durch einen länglichen 
glänzenden Fleck markirt. Die Hinterschienen sind an der Spitze mit 
langen und kurzen Borsten besetzt; der Metatarsus ist erheblich länger 
als der obere Sporn und um V 3 länger, als die drei folgenden Glieder 
zusammengenommen. 

Die Färbung des Käfers ist oben und unten ein bräunliches Lehm- 
gelb, auf Kopf und Halsschild mit einer etwas dunkleren Nuance. 

Die vorstehenden drei Arten gehören nach Erichson in die Ab- 
theilung S. , in welcher sich ausserdem schon eine grössere Zahl afri- 
kanischer Arten befindet. 

54. Aphodins pumilus (n. sp.) 

Modice elongatus, leviter convexus, nitididus, glaber, rufo-pi- 
ceus, elytris brunneo-testaceis; capite thoraceque dense subtilissime 
punctatis, illo fronte obsoletissime gibbulosa, clypeo sat late reflexo, 
antice vix emarginato, genis rotundatis , vix prominidis; thorace 
transverso, basi et apice fere recte truncato, antice paulo angustato, 
lateribus et angulis posticis (rotundatis) subtile, basi haud mar- 
ginato. Scutello elongato-triangulari , apice rotundato. Elytris 
thorace paido latioribus, tenuiter striatis, striis apice haud con- 
junctis, interstitiis fere planis, utrinque juxta strias uniseriatim 
punctidatis. Corpore subtus cum pedibus obscuro-ferrugineo; meso- 
stemo haud carinato, metasterno canalicidato, metatarso articulis 
tribus sequentibus conjunctis fere aequali, quam calcari apicali 
multo longiore, tibiis posticis apice setis longitudine disparibus. 
Long. 2 3 A mill. Malange. 

Von der Grösse der kleinen Stücke des A. arenarius 111. und 
den hellgefärbten Stücken auf den ersten Anblick nicht unähnlich, der 
Kopf ist aber bei vorliegender Art ein wenig breiter gerandet, und 
vorne kaum ausgebuchtet, fast grade und ziemlich breit abgestutzt 
mit breit gerundeten Ecken; die Wangen treten nur sehr schwach ge- 
rundet hervor. Das Halsschild ist ziemlich gewölbt, vorn und hinten 
grade abgestutzt, vor den Hinterecken nicht ausgebuchtet, diese ge- 
rundet und so wie die Seiten mit einem sehr feinen Rändchen versehen, 
die Mitte der Basis ungerandet, die Punktirung viel feiner und dichter 



in Angola etc. ges. Pectinicornen u. Lamellicornen. 285 

als bei arenarius. Die Flügeldecken flacher gewölbt, ziemlich kurz, 
vorne parallelseitig, hinten zugerundet mit scharf eingeritzten aber 
feinen, durchlaufenden Streifen, die Zwischenräume glatt und nur an 
jeder Seite, dicht neben dem Streif, mit einer feinen Funktreihe ver- 
sehen. Kopf, Halsschild und Beine sind röthlich pechbraun, die Flügel- 
decken hell kastanienbraun, die Unterseite noch etwas heller, glatt, 
nur die Gegend der Mittelhüften und die Parapleuren fein und dicht 
punktirt. Das Mesosternum ungekielt, die Metasternalplatte gefurcht; 
der Metatarsus fast von gleicher Länge mit den 3 folgenden Gliedern 
zusammengenommen , dagegen viel länger als der obere Endsporn der 
Hinterschiene; diese an der Spitze mit langen und kurzen Borsten besetzt. 

55. Simogonius Becarii Harold. Coleopt. Hefte VIII. 
1871. p. 22. 
2 Exemplare von Malange; dieselben stimmen mit den von v. Ha- 
rold bestimmten Stücken der Königl. Sammlung aus Abyssinien voll- 
kommen überein. 

Notocaulus n. gen. 

vcütos = Rücken; xavloe = Kiel. 

Taf. VIII. Fig. 6. 

Caput magnum, vertice tuberadis transverse dispositis, fronte 
medio longitudinaliter breve carinata, clypeo rnedio lateribusque 
leviter coneavo, genis distinete prominidis. 

Antennae 9-artiadatae. 

Mentum transversum, antice leviter sinuatum, partim pilosum. 
Palpi labiales brevissimi, palpi maxillares elongati, art. ultimo 
elongato-ovali, apice subtrimcato. Oeidi magni, parte inferiore 
rolundata, superiore thorace paulo obteeta. 

Thorax longitudine vix latior, antice sinuatim angustatus, 
disco tricostatus, lateribus excavatis, supra reflexis. 

Scidellum parvum, angustum, sat conspieuum. 

Coleoptera thorace paulo latiora, fortiter costata. 

Corpus subtus dense ac grosse punetatum-, prosternum an- 
gustissimum, ante coxas breviter carinatim produetum; mesoster- 
num subtile carinatum; metasternum leviter impressum, perspicue 
canalicidatum. 

Pedes antici breves, femoribus basi fortiter angulatim dila- 
tatis, tibiis apice bidentatis, calcari apicali brevi, cylindrico, 
truncato. 

Die Gattung ist nach einem vom Quango stammenden Stück auf- 
gestellt worden. Gleichfalls nur ein einzelnes Stück einer zu derselben 



286 G. Quedenfeldt: Verzeichniss der von Maj. v. Mechoiv 

Gattung gehörenden Art, von Port Natal stammend, befindet sieb, noch 
unbestimmt, in der hiesigen König]. Sammlung unter dem Gattungs- 
namen Ryparus Westw. , wohin dasselbe indessen nicht gehört, wie 
dies schon H. v. Harold (Coleopt. Hfte. 3. p. 95) ausspricht. Ryparus 
besitzt nach Westwood einen fast ebenen Kopf, ungezahnte Vorder- 
schienen und ein kaum sichtbares Schildchen ; im Uebrigen stehen die 
beiden Gattungen, selbst in der Form des Körpers, in naher Verwandt- 
schaft. Von der Gattung Sybax Bohem. (Ins. Caffr. 2. p. 265), für 
deren näheren Verwandten H. v. Harold den Käfer hält, unterscheidet 
sich derselbe, ausser der äusseren Gestalt, durch den anders gebildeten, 
stark gerippten Thorax und die Bildung der Vorderschienen, welche 
bei Sybax sehr stark erweitert, 3zahnig und auf der Oberfläche 
mit einem Längskiel versehen sind. Ein ganz eigentümliches Gepräge 
erhält vorliegende Gattung durch die Bildung des Halsschildes, dessen 
Seitenrand eine geschweifte, obere aufgebogen e Kante besitzt, 
unter welcher sich eine längliche Aushöhlung befindet, deren 
unterer Rand sich mit dem oberen Seitenrande entweder deckt oder 
seitwärts über denselben hinaustritt. Die Tarsen der vorderen Beine 
sind sehr kurz, von kaum halber Schienenlänge, diejenigen der 4 hin- 
teren Beine wenig kürzer als die grade, gegen die Spitze nur schwach 
erweiterte Schiene, das erste Tarsenglied so lang, als die beiden fol- 
genden zusammengenommen. 

56. Notocaulus nigropiceus (n. sp.). Taf. VIII. Fig. 6.| 
Convexus , fere parallelus, opacus, nigropiceus-, capite antice 
laevi, postice dense punetidato, vertice tubercidis quatuor, trans- 
verse dispositis-, clypeo antice et utrinque leviter excavato, genis 
purum prominulis. Thorace latitudini fere aequilongo, antice 
sinuatim attenuato, pone apicenx xdrinque transversim calloso, 
disco longitudinaliter tricostato, interstitiis punetatis; margine 
laterali superiore refiexo, inferiore illum lateraliter haud su- 
peranti, basi leviter bisinuato-, scidello elongato-triangidari; 
elytris subparallelis, convexis, apice conjunetim rotundatis, fortiter 
quadricostatis, interstitiis laevibus, utrinque uniseriathn punetatis. 
Corpore subtus nigro, antennis, palpis pedibusque rufo-pieeis. 
Long. 3 1 3 null. 

Etwa von der Grösse und Gestalt eines Aphodius porcatus. Der 
Scheitel mit 4 in einer Querreihe stehenden Tuberkeln, die Stirn mit 
einem kurzen Längskiel, welcher rückwärts mit den beiden mittleren 
Höckern zusammenhängt, vorne aber sich in zwei schwächere Leistehen 
theilt, welche am Vorderrande jederseits ein stumpfes Zähnchen bilden. 
Der innere Baum, so wie der vor den Wangen liegende Theil etwas 



in Angola etc. ges. Pectinicornen u. Lamellicornen. 287 

concav, das Wangeneck gerundet, der Kopfrand vor demselben sehr 
sehwach gebuchtet. Das Halsschild hinter jedem Auge mit eiuer kurzen 
Querkante, welche sich seitwärts nach unten biegt und vorne zwei 
Seitenränder begrenzt, von denen der obere ziemlich stark aufgebogen 
und hinten erweitert ist, der untere, vorne mit einem stumpfen Zähn- 
chen versehene, sich senkrecht und fast gleichlaufend darunter befindet, 
so dass er von oben nicht sichtbar ist, zwischen beiden Rändern eine 
längliche Aushöhlung- (Fig. 6a); die Zwischenräume der Discusleisten 
stark punktirt, die Seiten oben concav und fast glatt; die Hinterwinkel 
ziemlich spitz, die Basis mit kurzen weissen Börstchen bewimpert. Die 
vier Deckenkiele hoch und ziemlich scharf, die inneren beiden vor der 
Spitze vereinigt, die breiten inneren Furchen glatt, nur jederseiis mit 
einer dicht am Kiel stehenden Puuktreihe, die Furche zwischen dem 
3. und 4. Kiel auch in der Mitte mit einer, der Aussenrand mit zwei 
Punktreihen; die Basis der Hintcrleibsringe mit grösseren, grübchen- 
artigen Punkten, die vier hinteren Schienen nur mit einer äusserst 
schwachen Spur einer Zähnelung am oberen Rande. 

Von der zweiten, in der König]. Sammlung befindlichen, Art gebe 
ich hierunter die Diagnose 1 ). 

Orphnidae. 

57. Orphnus eompactilis (n. sp.). 

Breviter ovalis, convewus, picens, nitidus, glaber. Mas: cornu 

frontali erecto, aculeato, capite antice laevi, postice subtiliter punc- 

tulato; thorace lateribus sparsim punctato, mediolate et profunde 

longitudinaliter ewcavato, excavationis marginibus utrinque in 



l ) Notocaulus auricidatus (n. sp.). 
Convexus, ovalis, opacus, ferrugineus; capite peetoreque 
nigra -brunneis , illo dense punetidato, vertice tuberculis 4 trans- 
verse dispositis; fronte longitudinaliter breve earinata, clypeo 
ante carinam et utrinque eoceavato. Thorace subdense aequa- 
liter punctato, antice sinuatim attenuato, pone apicem utrin- 
que transversim cattoso, disco tricostato, lateribus margine supe- 
riore refiexo, inferiore illum lateraliter auriculatim 
superanti, basi bisinuato, angidis posticis aeidis. Scutello 
elongato-triangidari; elytris oualibus, octocostatis, costis 2, 4, 
6 et 7 minus elevatis, interstitiis transversim crenulatis. Corpore 
subtus dense punctato, pedibus brevibus, tibiis quatuor posticis 
extus subtiliter bicarinatis et dcnticulatis. Long. 4 mill. 
Port Natal. 



288 G. Quedenfeldt : Verzeichniss der von Maj. v. Mechow 

medio acuminato-elevatis, spatio interiore levigato. Fem.: capite 
inermi, dense punckdato-, ihorace transversim convexo, fortiter 
punctato, maada laterali et macula apicali triangidari exceptis. 
Elytris in idroque seocu sparsim, sed fortiter punctatis, striis 
dorsalibus geminatis. Corpore subtus cum pedibus rufo-castaneo, 
tibiis anticis dentis tribus fere aequidistantibus, antennarum ar- 
ticulis 3 — 7 glabris. Long. 9 — 10 7« mill. Malange. 

Von kurzer, gedrungener, ziemlich gewölbter Gestalt; das Männ- 
chen auf der Stirn mit einem feinen langen und stachelartigen Hörn, 
welches ein wenig nach hinten gerichtet ist, der vordere Kopfrand sehr 
flach abgerundet und fein leistenartig gerandet. Das Halsschild in der 
Mitte der ganzen Länge nach tief und breit ausgehöhlt, die Aushöhlung 
glatt, der Rand jederseits hoch und spitz dreieckig aufgerichtet, die 
äusserste Spitze etwas abgerundet, die äusseren Seiten vorne fast glatt, 
hinten sehr zerstreut punktirt. Bei dem Weibchen ist der Kopf sehr 
fein und dicht, das gleichmässig quergewölbte Halsschild stärker und 
weniger dicht mit Nabelpunkten besetzt, welche die nur fein punktirten 
Seiten und einen grösseren dreieckigen Fleck am Vorderrande freilassen. 
Die Flügeldecken sind wenig länger als breit und tragen ähnliche zer- 
streute Punkte, welche sich auf dem Rücken zu zwei unregelmässigen 
Doppelstreifen geordnet haben. Die Vorderschienen haben an der 
Spitze zwei grosse, etwas rückwärts gekrümmte Zähne und einen klei- 
neren dreieckigen oberhalb in gleicher Entfernung wie die beiden an- 
deren. Bei O. Macleayi § ist der Rand der Ausbuchtung leisten- 
artig erhaben, die Weibchen sind sich sehr ähnlich, nur hat das des 
Macleayi ein dichter punktirtes Halsschild. 

Bei O. Meleagri Westw. , welcher eine ähnliche Randelevation 
hat, ist das Kopfhorn des ($ conisch, das 6. und 7. Fühlerglied lang 
behaart, die Punktirung der Oberseite viel feiner; auch ist er grösser 
und castaneo-fidvus. 

O. Coquerelli hat ebenfalls ein kurzes Hörn und stark faltig ge- 
runzelte Seiten des Halsschildes. 

58. Orphnus angolensis (n. sp.) 
Parvus, breviter ovalis, modice convexus, piceus, glaber, 
subnitidus. Mas: cornu frontali erecto, angusto, compresso; 
capite laevi, vertice tantum subtile punctulato, ihorace lateri- 
bus fortiter sat crebre punctato, medio longitudinaliter pro- 
funde excavato, excavatione antice lata, postice angusta, 
intus laevigata, marginibus lateralibus medio late excisis. Fem.: 
capite inermi, subtilissime-, ihorace fortius subdense inaequaliter 
punctato, hoc transversim convexo; elytris sat crebre fortiter 



in Angola etc. ges. Pectinicornen u. Lamellicornen. 289 

punctatis, disco striis nonnullis obsoletis. Corpore subtus cum 
pedibus castaneo, tibiis anticis dentibus tribus fere aequidistan- 
tibus. Long. 672—7 mill. Malange. 

In der kurzen und breiten Gestalt dem vorigen sehr ähnlich, aber 
viel kleiner und beim § von einer abweichenden Aushöhlung des 
Thorax; dieselbe ist nämlich vorne sehr breit , jederseits mit einer scharfen 
Kante , welche an ihrem oberen Rande ausgebuchtet ist, wodurch 
sich jederseits eine ziemlich scharfe vordere und eine etwas stumpfere 
hintere Zacke bildet; zwischen den beiden einander genäherten hinteren 
Zacken liegt nun der schmalere Theil der Aushöhlung, dessen hinten 
zugerundete obere Kante fast die Basis des Thorax erreicht. Das 
Kopfhorn ist ziemlich schmal, stark zusammengedrückt, fast stachelartig 
mit abgestumpfter äusserster Spitze. Die Punktirung der Flügeldecken 
ist dicht und etwas stärker als diejenige des Halsschildes und besteht 
aus genabelten Punkten ; auf dem Discus zeigen sich mitunter schwache 
Spuren von Längsstreifen ; die Vorderschienen wie bei dem vorigen 
gezahnt. 

Cerho malus n. gen. 
vJqcos = Hörn, opalös = platt. 

Taf. VIII. Fig. 7. 

Mentum antice leviter convexum, apice late truncatum^ late- 
ribus rotundatis. Ligida bilobata, mentum vioc super ans. 

Maxillarum mala externa triangidaris, basi intus trispinosa, 
apice setis longis curvatis, interna angusta, ciliata, apice bispi- 
nosa (Taf. VIII. Fig. 7a). 

Palpi labiales triarticulati, art. primo parvo, apice curvato, 
secundo subtriangulari, incrassato, intus longe ciliato, idt°- ovato ; 
palpi maxillares art %dt°- praecedente plus quam duplo longiore, 
subfusiformi, leviter curvato. 

Mandibulae latae, supra concavae, falciformes; apice acutis- 
simae, intus bidentatae. 

Labrum transversum, subtriangulare emarginatum, ciliatum. 

Capid magnum, transversum, clypeo fere rede truncato, medio 
erecto-laminato ; fronte transversim leviter concava. 

Oculi globosi, fere ad medium usque divisi. 

Antennae articulo secundo subglobidiformi, ceteris minoribus, 
apicem versus sensim dilatatis, clava ovali. 

Prothorax longitudine duplo latior, convexus, antice late 
emarginatus, pgne apicem transverse sulcatus, angulis anticis 
acutis, lateribus medio angulatim rotundatis, baseos medio leviter 
produeto, disco in mare subangulatim impresso, infemina integro. 

XXVIII. Heft II. ±v 



290 G. Quedenfeldt: Verzeichniss der von Maj. v. Mechovj 

Scutellum rotundato-triangulare . 

Coleoptera modice elongata, conveoca, leviter ovalia, apice 
rotundata. 

Pedes robusti, tibiis apicem versus fortiter dilatatis, anticis 
dentibus tribus fortibus, aequidistantibus, calcari apicali in mare 
nullo, tibiis 4 posticis apice dense spimdosis, intermediis bi-, 
posticis uni-carinatis. 

Pygidium liberum, convexum, rotundato-triangulare. 

Corpus sat magnum, subcylindricum. 

Der Käfer trägt am Vorderrande des Clypeus eine senkrecht auf- 
stehende quere Platte, welche beim § ziemlich hoch, nach oben etwas 
verengt und in der Mitte ausgerandet, beim $ dagegen sehr wenig er- 
haben und von dem vorne sehr schwach gerundeten Clypeus -Eande 
etwas abgerückt ist. Hinter dieser Platte ist der Kopf der Quere nach 
flach vertieft. Das 2. Glied der Lippentaster ist ziemlich stark verdickt, 
die äussere Seite gradlinig, die innere dreieckig erweitert und mit 
längeren Härchen besetzt. Der Helm der Unterkiefer ist mit langen 
gekrümmten Borsten besetzt, nur am Grunde stehen innen 3 hornige 
krumme Stacheln von ungleicher Länge übereinander. An der Spitze 
des Kaustücks stehen zwei starke gekrümmte Zähne und zwei Stachel- 
borsten, unter denselben einige Härchen. Von der Gattung Orphnus unter- 
scheidet sich die vorstehende durch die fast doppelte Grösse, die mehr 
verlängerte, einem sehr grossen Aphodius nicht unähnliche Gestalt, 
den verhältnissmässig breiteren Kopf und die verschiedenartige Beweh- 
rung des Clypeus. 

59. Cerhomalus Mechoivi (n. sp.). Taf. VIII. Fig. 7. 

Niger, nitidus, supra glaber, fronte vice, vertice fortius sparsim 
punetatis-, thorace lateraliter grosse et irregulariter punetato, 
angulis lateralibus laevibus, medio sparsim subtilissime punckdato, 
impressione discoidali in mare antice rotundata, postice attenuata, 
subopaca, leviter rüg ata. JSlytris sulcatis, sidcis irregulariter 
sat grosse punetatis, apicem versus evanescentibus , interstitiis 
leviter convexis, lateribus apiceque rugidosis. Corpore subtus cum 
pedibus piceo, abdomine pectorisque lateribus rugulosis, fidvo- 
pilosis, pedibus, sicut capitis thoracisque lateribus rufo-ciliatis, 
metasterno medio laevigato, paulo impresso. Long. 17 ($) — 21 ($) 
mill. Quango. 

Der Kopf ist vorne sehr flach gerundet , fast abgestutzt , mit ge- 
rundet eckigen Aussenwinkeln ; der nicht ganz bis zur Mitte des Auges 
reichende Augenkiel ist ebenso wie die Oberlippe lang rothgelb behaart, 



in Angola etc. ges. Pectinicornen u. Lametticornen. 291 

der Scheite] ist der Quere nach leicht aufgewulstet und mit zerstreuten 
grösseren und kleineren Punkten besetzt, die Punktirung des Halsschildes 
ist viel gröber, grübchenartig, an den Vorderecken mehr gedrängt, 
hinten sparsamer und zerstreut, die Seitenecken fast glatt, der Discus 
äusserst fein punktulirt; der Eindruck auf dem Thorax des $ ist vorne 
im Bogen zugerundet, auf der hinteren Hälfte mit fast gradlinig 
convergirenden Seiten, welche sich kurz vor der Mitte der Basis unter 
einem gerundeten Winkel vereinigen. Die Flügeldecken sind mehr oder 
weniger tief gefurcht, die Furchen mitunter paarweise genähert, am 
Aussenrande viel schwächer, die mittleren vor der Spitze allmählig ver- 
schwindend; die Punktirung der Furchen besteht aus unregelmässig ver- 
teilten grösseren, bald runden, bald queren Punkten, ebenso ist die Punk- 
tirung der schwachgewölbten Zwischenräume eine unregelmässige, bald sind 
sie glatt, bald mit einzelnen zerstreuten Pünktchen besetzt. Pro- und 
Mesosternum sind dicht punktirt, das Metasternum in der Mitte und 
hinten glatt, vorne und an den Seiten fein nadelrissig gefurcht, anliegend 
und dünn gelb behaart, die Hiuterleibsringe tragen eine querreihige 
nnregelmässige Punktirung und sind mit ziemlich langen Wimperhärchen 
besetzt. Die Querleisten der vier hinteren Schienen sind lang bedornt, 
ebenso der Spitzenrand der Schiene auf der inneren Seite, auf der 
äusseren dagegen zeigt sich nur ein dichter Kranz kurzer Dornen, die 
sich nach beiden Seiten allmählig verlängern. Das $ trägt an den 
Vorderschienen einen Endsporn, das $ nicht. Der Penis (F. 7, b. c. 
d.) ist gegen die Spitze (b) birnförmig erweitert mit übereinander 
gelegten Valven, an dem gerundet umgebogenen Ende (d) stark gerunzelt, 
mit kurzem Einschnitt und dicht vor der Spitze mit einem verkehrt 
herzförmigen Ausschnitt. Die lamina exterior schmal, am unteren 
Seitenrande anliegend und wenig über die Mitte reichend, vorne nach 
unten gebogen, mit darüber liegender starker Längsvertiefung (c). 

Hybaloides n. gen. 
Taf. VIII. Fig. 8. 

Mas: Mentum j 'er e planum, antice rotundatum, leviter an- 
gustatum, sehdis nonnullis oblongis obsitum. 

JLigula bilobata, mentum paulo superans. 

Maccillarum mala externa antice dilatata, apice dense ciliata, 
interna apice leviter spimdosa, basi dentibus duobus minxdis. 

Palpi labiales art. ult. subelongato-ovali , maosillares eodem 
elongato-fusiformi, leviter curvato. 

Mandibidae latae, supra concavae, ecctus rotundatae, intus 
bidentatae, apice subacutae. 

19* 



292 G. Quedenfeldt: Verzcichniss der von Maj. v. Mechow 

Labrum transversum, breve,fere rede truncatum, ciliatum. 

Caput transversum, ante oados carina frontall transversa, 
medio in tubercidum ascendenti, clypeo leviter rotundato, fronte 
late impressa. 

Oculi subglobulosi, parum emarginati. 

Thorax transversus, fortiter convexus, apice leviter impressus, 
basi recto truncatus, lateribus aequaliter rqtundatis , angidis an- 
ticis acute prominulis. 

Scutellum elongato-rotundatum. 

Coleoptera fortiter convexa, basi late subemarginata, latitudine 
vix longiora, apice rotundata. 

Pedes robusti, tibiae anticae fortiter tridentatae, haud calca- 
ratae, quatuor posticae apice dilatatae, truncatae, inaequaliter 
spinidosae, medio bicarinatae. 

Corpus parvum, elongato-ovale, fortiter convexum. 

Von der ungefähren Körperform der zur Orphniden-Gruppe gehörigen 
Gattung Hybalus, von welcher sich die vorliegende durch die mehr 
convexe Gestalt, die abweichende Bewehrung des Kopfes beim $ , die 
fast gerade abgestutzte Oberlippe, die viel grösseren gerundeten Augen, 
das längliche Schildchen etc. unterscheidet, von der Gattung Orphnus 
allein schon durch die ganz andere Bildung des Kopfes und des Hals- 
schildes beim § unterschieden. Das Kinn ist fast ein wenig convex 
und mit einzelnen, abstehenden langen Borsten besetzt, der Clypeus ist 
vorne im flachen Bogen gerundet, schmal aufgebogen, mit kurzer seit- 
licher Abrundung vor den Augen; der Augenkiel kaum bis zur Mitte 
des Auges reichend, lang behaart; die mit dem Vorderrande parallel 
'aufende Leiste in der Mitte allmählig zu einem stumpf dreieckigen flachen 
Höcker ansteigend, der dahinter liegende Theil der Stirne quer einge- 
drückt. Das Halsschild ist an der Basis ganz gerade abgestutzt, über- 
all fein gerandet, vorn in der Mitte mit einem schwachen halbrunden 
Eindruek. Die Bildung der vier hinteren Beine ist derjenigen von 
Hybalus sehr ähnlich, die Zähnelung der Vorderschienen ist aber viel 
stärker, etwa wie bei Orphnus, namentlich ist der Endzahn nach 
auswärts gestellt, dem zweiten parallel, während der Endzahn bei Hy- 
balus mehr vorwärts gerichtet ist. Die Gattung würde zwischen Sy- 
balus und Orphnus zu stellen sein. 

60. Hybaloides foveolatus (n. sp.). Taf. VIII. Fig. 8. 

Oblong o-ovalis, supra nigro-piceus, glaber nitidissimus, subtus 

cum pedibus rufo-castaneus, mandibidis, antennis palpisque ferru- 

gineis; thorace elytrisque lateribus sparsim irregidariter foveolato- 

punctatis, his Stria suturali fortiter punctata ; pectoris abdominis- 



in Angola etc. ges. Pectinicornen u. Lamellicornen. 293 

que lateribus subtiliter rugulosis, sparsim breviter riifo-pilosis, 
pedibus longius sehdosis. Long. 8 raill. Quango. 

Der Käfer ist oben schwarz , mit einem starken , etwas ins Bräun- 
liche ziehenden Glanz; die grübchenartigen Punkte lassen die breite Mitte 
des Halsschildes, so wie die Seiten an ihrer breitesten Stelle frei und 
sind auch sonst nur sparsam und unregelmässig vertheilt, mitunter kleine 
Gruppen bildend. Auf den Flügeldecken ist die Nahtfurche stark und 
gereiht punktirt, der Discus nur sehr vereinzelt, die Seiten etwas dichter, 
ebenfalls sehr unregelmässig punktirt, nur an der Schulter bemerkt 
man einige kurze Punktreihen; das Pygidium ist (bei dem § wenigstens) 
sehr kurz, stumpf, dreieckig und nur mit der Spitze über die Decken 
hervorragend. Der Hinterleib ist sehr kurz, das letzte Segment eben 
so breit, als die vier vorhergehenden zusammengenommen, also ähnlich 
wie bei Orphnus $ gebildet; die Mesosternalplatte ist sehr klein, 
schwach eingedrückt mit einer feinen Längsfurche. Die Penis -Spitze 
(Fig. 8a) ist flach, nach unten verschmälert, im letzten Drittel jeder- 
seits wieder eckig erweitert, die Basis mit länglichem Eindruck, von 
der Mitte ab erst gespalten, die beiden Valven aber zusammenschliessend 
und an der Spitze einzeln abgerundet. 

Hybosoridae. 

61. Hybosorus arator 111. 

Malange. Eine sehr weit verbreitete Art, welche nicht nur im 
südlichen Europa, sondern auch in Afrika am Senegal, Pt. Natal, in 
Madagascar, Mozambique, Sennaar und Arabien vorkommt, 

62. Phaeochrous dispar (n. sp.). 
Elongato-obovatus , supra pkeus, glaber, skMus fulvus, ab- 

dominis lateribus et apice parce pilosis ; capite subdense punctato, 
fronte leviter tumidosa, lateribus cum labro rugidosis, dilute ru- 
fescentibus; thorace sparsim subtiliter, lateribus paulo fortius 
punctato, hisrufescmtibus; elytris trinervatis, minutissime rugu- 
losis, insuperque dense subregulariter punctatis, marginibus tenue 
rufis, pedibus antennis palpisque castaneis. Long. 97» — 11 mill. 
Von Malange in Mehrzahl. 

Mas: elytris opacis, sutura nitida, thorace ante scutellum 
foveolato, tarsis crassioribus, anticis ungue externo medio dentato. 

Fem: nitida, tarsis gracilioribus , unguibus omnibus simpli- 
cibus. 

Der Käfer sieht dem P. Becarii Harold, von welchem sich 2 Männ- 
chen und 1 Weibchen in der Königl. Sammlung befinden, sehr ähnlich, 
unterscheidet sich aber von demselben im männlichen Geschlecht durch 



294 G. Quedenfeldt: Verzeichniss der von Maj. v. Mechow 

die matte Oberfläche , namentlich der Flügeldecken , so wie durch den 
längeren Zahn an der äusseren Kralle der Vorderfüsse; die Weibchen, 
welche von den Männchen durch dünnere Tarsen und ungezahnte Klauen 
abweichen, sind bei den beiden Arten fast nicht zu unterscheiden. Der 
Käfer ist pechbraun, der Vorderkopf, die Seiten des Halsschildes, die 
Naht und Seitenränder der Flügeldecken etwas heller, die Unterseite, 
Fühler, Oberkiefer und Beine hell kastanienbraun, der Hinterleib mehr 
gelblich braun. Der Kopf sehr fein und dicht punktirt, beim § vorne 
breiter als beim Q , die Stirn mit sehr schwacher Beule. Das Halsschild 
fast eben so fein als der Kopf, aber weitläufiger, nur an den breit ab- 
gesetzten Seiten etwas kräftiger punktirt; die Mitte gleichmässig gewölbt, 
beim $ mit einem schwachen Grübchen vor dem Schildchen ; die Seiten- 
ränder nach hinten divergirend mit kräftiger Randleiste, die Basis zwei- 
buchtig, sehr fein gerandet; Vorder- und Hinterwinkel etwas vorspringend, 
abgerundet. Flügeldecken eiförmig, nach hinten verbreitert, an der 
Basis so breit als das Halsschild , jede mit drei äusserst feinen Längs- 
rippen und dichter, deutlicher, mitunter reihenweiser Punktirung, welche 
beim $ durch die matte Tomentirung ein wenig abgeschwächt wird. 
Auf der Unterseite sind die Bauchringe, mit Ausnahme der beiden letzten, 
fein und weitläuftig punktirt, die Brustseiten äusserst schwach gerunzelt. 
Der äussere Rand der Oberkiefern, die Wangenecken, die Aussenränder 
der Flügeldecken, die Brust- und Hinterleibsseiten, die Afterspitze, so 
wie die Beine, mehr oder weniger dicht und lang rostroth bewimpert, 
die Seiten des Halsschildes ungefranzt. 

Geotrupidae. 

63. Bolboceras castaneus Boh. 

Nur ein Stück von Malange. Zuerst von Caffraria bekannt. 

64. Bolboceras rugifer Kolbe. Berl. ent. Zeit. 1883. p. 19. 

65. Bolboceras tenuelimbatus (n. sp.). 
Ferrugineus, subnitidus, supra glaber, subtus pilosus, mar- 

ginibus omnibus tenuissime nigricantibus ; capite thoraceque cre- 
berrime ruguloso- fere granuloso-punctatis, illo carina frontali 
transversa, utrinque dentata, hoc antice leviter impresso, medio 
disco bidenticulato ; scxdello punctato, margine laevigato; elytris 
punctato-striatis, interstitiis planis, subtilissime alutaceis; .tibiis 
anticis dentibus 6, basin versus decrescentibus , nigris. Long. 
21 mill, $. Malange. 

Ober- und Unterseite bräunlich rostfarbig, mit mattem, auf den 
Flügeldecken etwas stärkerem Glanz; der Kopf fein und dicht gekörnt, 
auf der Stirn mit einer starken Querleiste, deren obere Kante tief aus- 



in Angola etc. ges. Pectinicornen u. Lamellicornen. 295 

gerandet, so dass sich jederseits ein ziemlich spitzer Höcker bildet. 
Halsschild eben so dicht als der Kopf, aber mehr runzelig punktirt, 
der vordere mittlere Theil ein wenig concav eingedrückt, der obere 
Rand des Eindrucks mit einer kurzen, schwach gebuchteten Quer- 
leiste, wodurch sich ebenfalls jederseits ein stumpfes Zähnchen bildet, 
der Discus bis zum Hinterrande leicht eingedrückt mit einer feinen, 
glatten Mittel - Längslinie , die sehr seichten Seitengrübchen vorne und 
hinten mit undeutlichem Höcker. Schildchen stumpf dreieckig mit ab- 
gerundeter Spitze, punktirt, mit glatten Rändern. Flügeldecken äusserst 
fein chagrinirt, stark und dicht punktirt gestreift; die ganze Unterseite 
mit ziemlich langen rostrothen Härchen besetzt. Die Spitzen der Höcker 
auf Kopf und Thorax, die Zähne an den Vorderschienen, die Spitzen 
der Tarsenglieder schwarz, die Ränder aller Körpertheile sehr feio 
schwärzlich gesäumt. Von dem ähnlichen JE?, coryphaeus F. habe ich 
nur die Beschreibung und Abbildung des $ vergleichen können; ob 
die obige Art etwa auf das $ des Fabricius'schen Käfers zu beziehen 
sein möchte, konnte ich demnach nicht fesstellen. 



Sericidae. 

Wer sich jemals mit den Sericiden eingehender beschäftigt hat, 
wird gewiss diesen hübschen kleinen und kleinsten Melolonthiden- 
Formen ein lebhaftes Interesse abgewonnen, aber auch, wie schon Ein- 
gangs erwähnt, die Schwierigkeiten nicht verkannt haben, die sich ihm 
beim Versuch, sein Material nach der darüber vorhandenen Literatur 
zu bestimmen, entgegengestellt haben. Die Gruppe der Sericiden im 
engeren Sinne ist zwar von Burmeister und Lacordaire in gleichem 
Umfange, von ersterem als „Omalopliadae", von letzterem als „Seri- 
cides vraies" begrenzt, es sind aber, wie dies bei so nahe verwandten 
Formen vielleicht nicht zu vermeiden war, zur Unterscheidung der Gat- 
tungen, mitunter in erster Linie, Merkmale verwendet worden, welche 
auch einzelnen Arten anderer Sericiden-Gattungen eigen sind, so z. B. 
findet sich das breite Mesosternum der Gattung Trochalus auch bei 
der Gattung Serica, welche nach Burmeister ein schmales Mesoster- 
num besitzen soll, das nach vorne stark verengte Kopfschild der ersteren 
Gattung, mit kantigen Aussenecken, so wie mit dreizackigem Vorder- 
rande, findet sich nach Lacordaire in sehr grosser Aehnlichkeit auch 
bei Serica; in dieser letzteren Gattung, welche nach Burmeister 
stets zweizähn ige Vorderschienen haben soll, kommen auch Arten 
mit dreizähnigen vor, z. B. interpunctata Boh., livida Boh., cruciata 
Klug, abgesehen davon, dass es bei beiden Gattungen Arten giebt, die 
sich auch in der Körperform durchaus gleichen, ebenso wie es auch 



296 G. Quedenfeldt: Verzeichniss der von Maj. v. Mechow 

bei Serica Formen giebt, welche von Omaloplia schwer zu unter- 
scheiden sind. 

Zieht man nun noch in Betracht, dass bei den meisten Gattungen 
viele Arten in Grösse und Färbung stark variiren, dass die beiden Ge- 
schlechter derselben Art mitunter verschiedene Formen haben, dass die 
Conservirung der meist zart bereiften oder behaarten Thiere in vielen 
Fällen durch Abreiben oder Oeligwerden gelitten hat, wodurch das 
Thier ein ganz verändertes Aussehen erhielt 1 ), so dürfte man bei der 
Bestimmung mit dem blossen Zuratheziehen der Literatur wohl nicht 
auslangen, sondern der Vergleich mit den typischen oder wenigstens 
richtig benannten Arten in den meisten Fällen unerlässlich sein, Dass 
diese Bestimmungs- Schwierigkeiten wirklich bestehen, zeigt ein Blick 
in die betreffende Gruppe der Königl. Sammlung, wo der bei weitem 
grössere Theil noch seiner Bestimmung entgegensieht und von älteren 
determinirten Arten eigentlich nur einzelne Typen von Er i diso n, 
Klug, Gerstaecker vorhanden sind. 

Sehr erwünscht würde es daher sein, wenn die Gruppe der Seri- 
ciden einmal einer sorgfältigen Revision unterzogen würde, wovon die 
vorstehend genannten Gründe bisher wohl abgehalten haben mögen. 
Ich selbst kann mich mit den Arten der qu. Gruppe selbstverständlich 
an dieser Stelle nur insoweit beschäftigen, als mir das von Hrn. Major 
v. Mechow gesammelte Material dazu Veranlassung giebt. Dasselbe 
beschränkt sich fast nur auf die Gattung Trochalus und solche Formen 
der Gattung Serica, welche die kurz ovale Gestalt der Trochalus 
zeigen. Aber auch bei diesen Formen habe ich schon Gelegenheit ge- 
habt, die verschiedenen Ansichten bei der generischen Bestimmung zu 
beobachten, da manche Autoren diese kurzen Serica mit lOgliedrigen 
Fühlern, verengtem eckigen Kopfschild und stark zusammengedrückten 
Beinen bald zu Trochalus, bald zu Serica gestellt haben, und doch 
hebt Laporte de Castelnau, der Begründer der Gattung Trochalus, 
in seiner sehr kurzen Charakteristik derselben hervor, dass das Kopf- 
schild vorne plötzlich eingeschnürt sei, welchen Ausdruck La- 
cordaire in seinen „Genera des Coleopteres" dahin präcisirt, dass das 
Kopfschild bei Trochalus nach Art eines kurzen Rüssels gebildet 
sei, wodurch er diese eigenthümliche Bildung treffend gekennzeichnet 
hat. Als ein weiteres Unterscheidungs-Merkmal von den nächsten Ver- 
wandten der Gruppe bezeichnet Lac. die Querleiste, welche sich 



') Es empfiehlt sich daher bei solchen Stücken, wo man das letztere 
vermuthet, zunächst eine Reinigung vorzunehmen, was man am besten 
durch Einlegen in reinen Schwefeläther bewirkt. 



in Angola etc. ges. Pectinicomen u. Lametticorhen. 297 

von einem Vorderrande des Auges zum anderen zieht. Wenn 
Laporte diese Leiste nicht in die Gattungscharakteristik aufgenommen 
hat, so hatte dies wohl seinen Grund darin, dass ihm nur wenig Ma- 
terial vorgelegen und er über die Beständigkeit qu. Merkmals daher 
kein sicheres Urtheil hatte. In der That ist dasselbe aber von der 
rüsselförmigen Bildung des Kopfschildes unzertrennlich, wie der Ver- 
gleich einer grossen Anzahl von Arten (bestimmt und unbestimmt) er- 
geben hat, Burmeister sagt in seiner Definition der Gattung Trocha- 
lus zwar auch nichts von der beregten Querleiste und hat in Folge 
dessen in die Gattung zwei Arten: Tr. atratus Burm. und longicornis 
Burm. (Handb. d. Ent. IV.) aufgenommen, welche nicht die Leiste 
haben. Diese Arten haben, wie ich mich durch den Vergleich der 
typischen Stücke überzeugt habe, wohl die stark verengte, grade ab- 
gestutzte hochgerandete, eckige Oberlippe'), nicht aber die charakte- 
ristische kurze Rüsselform. 

Ich habe versucht, von den besprochenen Kopftheilen Zeichnungen 
(Taf. VIII.) zu entwerfen und gebe dazu die nachstehenden Erläute- 
rungen. Bei den ächten Trochalus (Fig. 9) tritt der stark aufgebo- 
gene Vorderrand des Kopfschildes (die Oberlippe nach Burm.) nach 
seiner Umbiegung an den äusseren Ecken, wieder nach rückwärts, in- 
dem sich die obere Kante dabei nach unten abschrägt und mehr oder 
weniger eine feine Leiste debordirt, welche jederseits von den 
Augen herabkommend sich in der Vorderecke verläuft.. Hierdurch 
bildet sich zwischen Leisten-Ende und Umbiegung der Vorderecke eine 
schwache, nach hinten verlaufende, von oben sichtbare Vertiefung, etwa 
wie die Fühlerfurche der kurzrüsseligen Curculioniden, ohne dass sie zur 
Aufnahme der Fühler dient, welche weiter rückwärts eingelenkt sind. Die 
obere Kante der aufgebogenen Oberlippe ist entweder grade (Fig. 9) oder 
zweimal gebuchtet, wodurch sich drei stumpfe Zähnchen bilden (Fig. 9. a). 

Zu dieser Bildung der Lippe gesellt sich nun, wie bemerkt, auf 
der Stirn eine deutliche Querleiste, welche die vorderen Augenränder 
verbindet und meist einen schwachen Bogen nach rückwärts beschreibt. 
Oft bemerkt man noch zwischen dieser Leiste und dem Vorderrande 
eine mehr oder weniger deutliche Längserhöhung. Bei den ähnlichen 
#m'm-Arten (Fig. 10) ist der Kopf verhältnissmässig etwas kürzer 
und breiter, der rechtwinklig umgebogene Vorderrand verbindet sich 



') Burmeister betrachtet den vorderen aufgebogenen Kopfrand 
bei den Sericiden nicht als den Rand des Clypeus, sondern als den der 
Oberlippe, weil beide Organe so innig verwachsen sind, dass die ur- 
sprüngliche Trennungs-Naht ganz verschwunden ist. 



298 G. Quedenfeldt: Vcrzeichniss der von Maj. v. Mechow 

unter einem stumpfen Winkel mit der Augenleiste, an der Verbindungs- 
Stelle ist Sie obere Kante mitunter etwas ausgerandet, die Stirn hat 
keine Querleiste, sondern nur eine feine eingegrabene Linie zwischen 
den Augen. Auch bei dieser Clypeus-Rildung ist die obere Kante der 
aufgebogenen Oberlippe entweder gerade (Fig. 10) oder mit drei Zähn- 
chen versehen (Fig. 10. a). 

Sind die beiden Formen durch das Gesagte schon hinlänglich 
unterschieden, so tritt noch ein ferneres und, nach meiner Beobachtung 
wenigstens, constantes Merkmal hinzu, welches den ächten Trochalus 
eigen ist. Es befindet sich nämlich in der Mitte des oberen Randes 
der stark zusammengedrückten und gegen die Spitze verbreiterten 
Hinterschiene ein kleiner eckiger A usschnitt, wodurch sich ein deut- 
liches Zähnchen bildet, welches die obere Randlinie unterbricht 
(Fig. 9. b); dieses Zähnchen steht an der Stelle, wo sich auf der 
Aussenseite die kurze hintere Querleiste befindet, und man kann es 
genau wahrnehmen , wenn man die Schiene von der inneren Seite be- 
trachtet. Bei den Serica- Arten von der gleich kurzen Form ist der 
obere Rand der breiten Hinterschiene durch kein Zähnchen unterbrochen 
und wenn solches scheinbar vorhanden ist, so ist dies der obere Dorn, 
welcher an der äusseren Querleiste befindlich ist und über die Schienen- 
kante hervorragt, diese selbst verläuft gradlinig, höchstens bildet sich 
in sehr einzelnen Fällen eine schwache Welle auf derselben (Fig. 10. b u. c.) 

Bei diesem Zusammentreffen von constanten Merkmalen scheint es 
nothwendig, die Gattung Trochalus im Sinne de Castelnau's und 
Lacordaire's zu begrenzen und davon alle diejenigen Arten auszu- 
schliessen, welchen diese Merkmale fehlen. Diese Arten würden als- 
dann, nach der bisherigen Gruppen-Eintheilung, bei Serica verbleiben 
müssen , wohin sie indessen eben so wenig gehören , da bei ihnen die 
Hauptbedingung, nämlich das vorn gebuchtete, an den Aussenecken 
gerundete Kopfschild (Fig. 11) fehlt. Es dürfte daher gerechtfertigt 
erscheinen, für diese zwischen Trochalus und Serica in der Mitte 
stehende Gruppe eine eigene Gattung zu errichten, die ich weiter unten, 
hinter der Gattung Trochalus, unter dem Namen „Pseudotrochalus u 
definirt habe. 

66. Trochalus carinatus Gyll. Schönh. Syn. Ins. I. 3. 
p. 98 (Melolontha). 
Mehrere Exempl. vom Quango; dieselben variiren zwar unter sich 
ein wenig in Grösse und Färbung, stimmen aber sonst mit der aus- 
führlichen Beschreibung Gyllenhal's gut überein. Meine Stücke 
messen 2 3 A — 3 1 /* lin. ; Gyllenhal giebt die Grösse nicht an, bezieht sich 
aber auf Trochalus (Melolontha) versicolor F. Ol. und sagt, dass 



in Angola etc. ges. Pectinicornen u. LameÜicornen. 299 

Mel. carinata kleiner, mitunter nur halb so gross sei als versicolor. 
Nun aber giebt Burmeister die Grösse der ächten versicolor F., von 
welcher er das Original in Bank's Sammlung untersucht hat, selbst nur 
auf 27* bis 3 lin. an; ich glaube daher, dass Gyll. bei seiner Bezug- 
nahme auf die Fabricius'sche Art nicht diese, sondern eine ähnliche 
und grössere, jedenfalls anäere, Spezies vor sich gehabt hat, was schon 
daraus hervorgeht, dass nach seiner Angabe der Clypeus von der Stirn 
durch eine feine eingegrabene Linie, nach Burmeister aber durch eine 
Querleiste getrennt ist. 

67. Trochalus rotundatus Laporte. 

Nur 1 Stück von Malange. Schon von Ober-Guinea bekannt. 

68. Trochalus byrrhinus Boh. Ins. Caffr. II. 
2 Exempl. von Malange. 

69. Trochalus pilula Klug. Erm. Reis. Atl. S. 36. No. 86. 
Mehrere Stücke von ziemlich dunkel gelbbrauner Färbung. 

70. Trochalus spectabilis (n. sp.) 

Major, ovalis, fortiter conveocus, rufus, subnitidus, leviter 
iridicolor; capite thoraceque dense punctulatis, labro distincte 
tridentato, clypeo medio obsolete tubercidato; elytris punctato- 
striatis, interstitüs planis, sparsim punctatis. Corpore subtus 
sparsim, subtiliter (pectoris lateribus et cooois posticis paido for- 
tius) punctato; tibiis anticls tridentatis, dente superiore obsole- 
tissimo. Long. 8V2— 9 l h milk, lat. 5— b l h null. Pungo Andongo. 

Eine der grösseren Arten der Gattung, oben schön gelblich roth, 
nicht vollglänzend, schwach bereift, mit regenbogenfarbigem schwachem 
Schiller, Unterseite und Beine mehr gelblich braun und glänzender. 
Körper fast regelmässig oval, hoch gewölbt; Kopf dicht und deutlich 
punktirt, Clypeus mit schwächer Längsschwiele, Oberlippe aufgebogen 
mit drei ziemlich starken Zacken, die in die Vorderecken verlaufenden 
Seitenleisten sind nur in der Mitte ein wenig mehr erhöht, alle 
Ränder, so wie die schwach rückwärts gebogene schmale Stirnleiste, 
schwärzlich. Halsschild sehr kurz , dreimal so breit als lang , vorne 
nur schwach ausgeschnitten , mit scharfeckigen , fast spitzen Vorder- 
winkeln; die Basis gegen das Schildchen leicht vorgezogen, jederseits 
schwach gebuchtet, die Oberseite, so wie diejenige des Schildchens 
sehr dicht, jedoch feiner als der Kopf punktirt, alle Ränder schmal 
schwarz gesäumt. Flügeldecken mit acht feinen, deutlichen Funkt- 
streifen excl. Naht und Randstreif, letztere beiden etwas tiefer und an 
der Nahtspitze vereinigt, die Zwischenräume eben, weniger dicht als 
das Halsschild, aber deutlicher und ziemlich glelchmässig punktirt; die 



300 G. Quedenfeldt: Verzeichniss der von Maj. v. Mechow 

Spitze jeder einzelnen Decke Jeicht abgestutzt, die Aussenecken ver- 
rundet, die Nähtränder ebenfalls sehr schmal schwärzlich gefärbt. Die 
Unterseite stark gewölbt, die Mitte der Hinterbrust mit starker Längs- 
rinne, äusserst fein und zerstreut, an den Seiten so wie auf den Hinter- 
hüften stärker punktirt. Hinterleibsringe nur mit einzelnen feinen zer- 
streuten Pünktchen besetzt, die sich mitunter in Querreihen ordnen. 
Vorder- und Mittelbrust ziemlich dicht kurz gelblich behaart, die 
Schenkel nur mit einzelnen Härchen bewimpert. Vorderschienen drei- 
zähnig, der obere Zahn aber sehr stumpf und nur durch eine schwache 
Ecke angedeutet ; alle Schienen an der Spitze schwärzlich , die Fühler 
rostroth, das erste Glied lang bewimpert, die Keule stark verlängert. 

Ich war im Zweifel , ob diese Art vielleicht mit T. byrrlioides 
Thoms. , von der mir nur die Beschreibung vorliegt, identisch sein 
könnte; die Angaben Thomson's, dass sein Käfer mattbraun sei, mit 
röthlichen Deckenrändern, dass die Deckenstreifen nur eben noch sicht- 
bar (also jedenfalls schwächer als bei der vorliegenden Art) seien , die 
Nichterwähnung der dreizackigen Oberlippe, lassen mich jedoch glau- 
ben, dass beide Arten verschieden sind. 

71. Trochalus obtusidens (n. sp.). 

Major, ovalis, convescus, nigro-piceus, nitidus, supra ubique 
dense ac distincte aequaliter punctidatus, labro fortiter reflexo, 
obtuse tridentato, clypeo longitudinaliter subcarinato; elytris sub- 
tiliter punctato-striatis , striis lateralibus obsoletissimis. Corpore 
subtus rufo-piceo, ut in praecedenti punctato, coaois femoribusque 
anticis dense flavo-ciliatis; tibiis anticis brevibus, obtuse biden- 
tatis. Long. 9 mill., lat. 6 mill. Malange. 

Oben schwärzlich pechfarben , glänzend , mit sehr schwachem Me- 
tallschimmer, Unterseite und Beine mehr röthlich. Oberlippe ziemlich 
hoch aufgebogen mit drei stumpfen Zacken, die Seitenränder des Clypeus 
nach hinten zu stark erhöht, so dass sich zwischen diesem erhöhten 
Theile und der sehr hohen Oberlippe jederseits eine tiefe ver- 
ticale Einsenkung bildet; zwischen Oberlippe und Stirnleiste eine 
stumpfe Längsschwiele. Halsschild mit spitzen Vorder- und stumpfen 
Hinterecken , an der Basis leicht zweimal gebuchtet. Flügeldecken an 
der Spitze zusammen abgerundet, mit vertieftem, kaum punktirtem 
Nahtstreif, der äussere Randstreif vor der Spitze abgekürzt; ausserdem 
jede Decke mit 4 bis 5 feinen punktirten Rückenstreifen, die übrigen 
(äusseren) Streifen sehr undeutlich. Unterseite ziemlich stark gewölbt, 
fein und zerstreut, an den Seiten deutlicher und stärker punktirt; die 
Hinterbrust mit tiefer Längsfurche; die vorderen Schenkel nebst den 
Hüften, so wie das Mesosternum ziemlich lang und dicht, das Meta- 



in Angola etc. ges. Pectinicornen u. Lamellicornen. 301 

sternum an den Seiten nur sparsam und kurz gelb behaart; die Vorder- 
schienen sehr kurz, kürzer als die Tarsen, mit einem in der Verlänge- 
rung der Mittellinie der Schiene stehenden, stumpf kegelförmigen und 
einem oberhalb desselben befindlichen, nur durch eine gerundete Er- 
weiterung der Schienen angedeuteten zweiten Zahn. Fühler und Palpen 
rostroth. 

72. Trochalus fulvescens (n. sp.). 

Ovalis, modice convexus, fulvus vel fidvo-piceus, nitidus, 
glaber; capite antice sat fortiter subdense, vertice, thorace scu- 
telloque subtilius ac densius punctidatis; clypeo tuberadato, labro 
reflexo, margine superiore subacide tridentato; elytris minus 
dense inaequaliter punctatis, subtiliter, lateribus obsoletius striatis. 
Corpore subtus medio subtile, lateribus fortius punctato; tibiis 
anticis bidentatis. Long. 6— 6V2 mill. Malange. 

Von länglich ovaler Gestalt , massig gewölbt , gelbbraun , mitunter 
etwas dunkler, glatt und glänzend, ohne Metallschimmer. Clypeus etwas 
verlängert, Oberlippe ziemlich hoch, ihr oberer Rand mit drei fast 
spitzen Zacken , die Seitenränder des Clypeus schwach aufgebogen» 
vorne etwas nach einwärts geschwungen, zwischen Lippe und Stirnleiste 
eine stumpfe Längsschwiele, Scheitel mit einer mehr oder minder deut- 
lichen Querfurche; Kopf gleichmässig, nicht allzudicht punktirt. Hals- 
schild vorne etwas stärker, hinten schwächer zweibuchtig, mit recht- 
winkligen Vorder- und stumpfen Hinterecken, gleichmässig und ebenso 
dicht als der Kopf punktirt. Flügeldecken von derselben , nur etwas 
weitläufigeren Punktirung, sehr undeutlich punktirt gestreift, nur der 
äussere Streif neben dem Randstreifen von der Mitte ab etwas deut- 
licher. Unterseite in der gewöhnlichen Weise, in der Mitte sehr zer- 
streut, an den Seiten dichter und deutlicher punktirt, die rostrothe Be- 
haarung äusserst spärlich auf den vorderen Schenkeln und am Hinter- 
rande der Hinterhüften ; Fühler rostgelb. 

Trochalus piceus F. ist eine an Grösse, Gestalt, Färbung und 
Punktirung äusserst ähnliche Art, welche jedoch eine grade abgestutzte - 
Oberlippe und dreizähnige Vorderschienen hat. 

Pseudotrochalus 
n. gen. Sericidae. 
Facies omnino generis „Trochalus 11 , eadem forma globulosa, 
vel ovali, valde convexa, clypeo antice angustato, truncato, labro 
reflexo, angidis externis haud rotundatis, antennis 10-articulatis, 
mesosterno lato, coccis posticis dilatatis, femoribus tibiisque valde 
compressis, sed notis sequentibus ab eo bene differens: 



302 G. Quedenfeldt: Verzeichniss der von Maj. v. Mechow 

Frons inter oculos haud carinata, plerumque subtiliter 
tranversim canaliculata. Clypeus minus porrectus, latior, haud 
rostriformis-, tibiae posticae margine superiore haud 
dentatae. 

Es lassen sich innerhalb des mir vorliegenden Materials der vor- 
stehenden Gattung drei verschiedene Formen unterscheiden und zwar 
erstens: eine kurz ovale, wozu die drei ersten Arten gehören, zweitens 
eine Form von dem Ansehen einer verkürzten Serica holosericea oder 
Omaloplia, die nächsten drei Arten. Diese Arten haben ein hinten 
weniger breites Halsschild, gegen die Spitze schwach erweiterte, dann 
schnell zugerundete, ziemlich stark gestreifte Flügeldecken und hinter 
dem erhöhten Rande* der Oberlippe einen an beiden Enden ver- 
tieften Quereindruck, welcher durch eine mehr oder minder deutliche 
kleine Querleiste (nicht zu verwechseln mit der Stirnleiste der echten 
Trochalus) begrenzt wird. Es gehören hierzu noch u. A. Tr. atratus, 
longicornis Burm., sulcipennis Gerst., obtusus, crassus, breviuscidus 
Fähr, und mehrere unbestimmte Arten der Kgl. Sammlung von Zanzibar. 

Diese beiden ersten Formen haben ein gemeinsames Merkmal, 
welches sie sowohl von den echten Trochalus- als Serica- Äxten 
unterscheidet; es springt nämlich der hintere Augenrand, gegenüber 
dem Augenkiel als schmale Zunge (Fig. 10. d) gegen den letzteren 
hervor und verlängert sich manchmal so sehr, dass beide Enden zu- 
sammentreffen und das Auge dadurch vollkommen getheilt wird. 

Die dritte Form, mit den drei letzten Arten, ist länglich oval, 
meist glänzend mit nur schwach gestreiften Flügeldecken und schmal 
aufgebogenen Clypeusrändern. Sie steht der Gattung Serica schon 
sehr nahe, um so mehr als auch die Aussenecken der Oberlippe nicht 
mehr die Schärfe zeigen, wie die anderen Formen; diese Ecken sind 
indessen immer noch deutlich vorhanden und dieser Umstand verhindert 
vorläufig, die genannte Form mit der Gattung Serica zu vereinigen. 

73. Pseudotr o chalus (Trochalus) chrysomelinus Gerst. 
In Mehrzahl vom Quango; die Art scheint in der Färbung variabel 

zu sein , denn es liegen mir ausser dunkel rothbraunen Stücken , wie 
sie Dr. Gerstaecker von Endara beschreibt, auch solche vor, welche 
oben und unten ganz grün sind mit schwachem metallischem Glanz. 

74. Pseudotrochalus (Trochalus) ruf 'ob runneus Kolbe. 
Berl. Ent, Zeit. 1883. p. 19. 

H. Kolbe hebt die nahe Verwandtschaft des Käfers mit chryso- 
melinus hervor; ich glaube, dass beide identisch sind, da sie sich nur 
in der Färbung unterscheiden, und diese, wie vorhin erwähnt, recht 
variabel zu sein scheint. 



in Angola etc. ges. Pectinicornen u. Lamellicornen. 303 

75. Pseudotrochalus aericollis (n. sp.). 

Breviter ovalis, conveoous-, capite, thorace scutelloque obscure 
viridibuß, subopacis, aeneo-micantibus, densissime subtiliter punc- 
tidatis; clypeo ruguloso^ läbro parum elevato, margine superiore 
leviter tridendato; elytris brunneis, basi dilute rufis, opaeis, prui- 
nosis, fortiter punctato-striatis , interstitiis planis, subdense aequa- 
liter punctulatis. Corpore subtus subnitido, pectore et coxis 
posticis aeneo-micantibus-, pygidio nitido-, pedibus castaneis, tibiis 
anticis bidentatis; antennis palpisque ferrugineis. Long. 7 mill. 
Quango. 

Kurz eiförmig, nach hinten kaum merklich erweitert, stark ge- 
wölbt; der Clypeus fein gerunzelt, kupferig glänzend, die Seitenränder 
sehr schwach, die Oberlippe etwas stärker aufgebogen, der obere Rand 
derselben mit 3 sehr schwachen und stumpfen Zacken; der Kopf hinter 
der feinen Stirnnaht und das Halsschild äusserst fein und dicht punk- 
tirt, mattglänzend dunkelgrün, mit leichtem metallischem und kupferigem 
Schimmer, das letztere mehr als doppelt so breit als lang, an der Basis 
jederseits des Schildchens mit äusserst schwachem Eindruck, die Vorder- 
winkel spitz vorgezogen, die hinteren stumpf, beide aber scharf eckig. 
Schildchen länglich spitz dreieckig, mit leicht geschweiften Seiten, matt- 
grün , dicht und fein punktirt, die Ränder schmal röthlich gesäumt. 
Flügeldecken wenig länger als breit, nach hinten schwach erweitert, 
schwärzlich braun , mit farbenschillerndem Reif, die Basis verwaschen 
hell rothbraun; jede Decke mit 9 starken, im Grunde fein punktirten 
Streifen, die vorne ebenen, hinten schwach gewölbten Zwischenräume, 
ebenso wie das glänzende Pygidium, etwas gröber und weitläufiger als 
der Kopf punktirt. Unterseite schwärzlich grün, die Hinterbrust und 
die hinten schmal gelb gerandeten Hinterhüften schwach metallisch, 
der Hinterleib matt, nur die beiden letzten Segmente fein und deutlich 
punktirt; Schenkel und Schienen bräunlich metallisch glänzend, die 
vorderen Schienen mit 2 starken Randzähnen, die Tarsen kastanien- 
braun; die vorderen Schenkel mit längerer rostgelber Behaarung, Fühler 
und Palpen gelbroth. 

76. Pseudotrochalus subtruncatus (n. sp.). 
Leviter ovatus, convexus, viridi-ater, partim rufescens, supra 
subnitidus, pruinidosus, viridi-aeneo-micans. Capite dense punc- 
tidato, clypeo paulo porrecto, lateraliter sinuato, labro margine 
superiore tridentato ; thorace dense punctidato, apice leviter emar- 
ginato, basi biimpresso, lateribus pilis singulis fulvis instructo; 
elytris punctato-subsulcatis, fortius minus dense punctatis, postice 
paulo dilatatis, apice leviter singidatim rotundatis, fere truncatis. 



304 G. Quedenfeldt: Verzeichniss der von Maj. v. Mechow 

Corpore subtus brunneo-nigro, opaco, pedibus piceis, nitidis, fe- 
moribus fulvo-pilosis ; tibiis anticis fortiter tridentatis; antennis 
ferrugineis, clava nigra. Long. 7 — 8 mill. Malange. 

Oben grünlich schwarz, mattglänzend, schwach bereift und mit 
hellgrün metallischem Reflex, die Flügeldecken mitunter mit rother 
Schulter- und Endbeule oder auf der ganzen Scheibe verwaschen röth- 
lich. Kopf und Halsschild gleichmässig fein und dicht punktirt, nur 
der Scheitel hinter den Augen glatt. Oberlippe ziemlich stark aufge- 
bogen mit drei Zacken , die dahinter liegende Vertiefung durch eine 
Längserhöhung unterbrochen. Halsschild etwa doppelt so breit als 
laug, an den Seiten mehr gerundet als bei den vorhergehenden Arten, 
an der Basis jederseits neben dem Schildchen mit einem kleinen schrägen 
Eindruck, in der Seiten-Randfurche, so wie in den Vorderecken, zeigen 
sich bei reinen Exempl, einzelne längere rostgelbe Härchen. Flügel- 
decken an der Spitze einzeln in sehr flachem Bogen abgerundet, der 
schmale Spitzensaum röthlich. Pygidium röthlich, an der Basis sehr 
fein punktirt, an der Spitze fast glatt. Unterseite schwärzlich brauu, 
matt, der Hinterleib sehr fein und zerstreut, die Brustseiten und Hinter- 
hüften dichter und stärker punktirt, die letzteren am Hinterrande gelb 
gesäumt; die gelbe Behaarung an den vorderen Schenkeln und am 
Kinn ziemlich dicht und lang. 

Trochalus obtusus Fähr. , welcher sonst ähnlich zu sein scheint, 
ist viel länger, seine Flügeldecken sollen 4mal so lang als der Thorax 
und ihre Seiten nur „obsoletissime" gestreift sein. Bei vorliegender 
Art sind die Decken kaum 3mal so lang als das Halsschild und die 
Seiten fast eben so deutlich als der Rücken gestreift. 

77. Pseudotrochalus quadrisignatus (n. sp). 

Statura fere Omalopl. ruricolae, paido robustior, opacas, 
pruinosus; capite antice dense sat fortiter, postice thoraceque sub- 
tilius subdense punctatis, nigris ; clypeo ut in praecedenti ; elytris 
punctato-sulcatis , interstitiis leviter conveosis, sparsim punctatis, 
flavis, sutura, margine laterali et apicali maadisque duabus 
nigris. Corpore subtus nigro, cooois posticis apice ßavo-marginatis, 
pedibus piceis, fidvo-ciliatis, tarsis antennisque rufo-castaneis, tibiis 
anticis tridentatis; antennis ferrugineis, clava nigra. Long 6V2 
mill. Quango. 

Eine durch ihre Zeichnung leicht kenntliche Art. In der Form 
des Clypeus mit der vorstehenden Art übereinstimmend, das Halsschild 
verhältnissmässig etwas breiter, an der Basis jederseits des Schildchens 
nur schwach eingedrückt; Flügeldecken bereift, ohne Schiller, zusammen 
wenig länger als breit, an der Spitze einzeln grade abgestutzt mit ab- 



in Angola etc. <jes. Pectinicornen u. LameUicornen. 305 

gerundeten Aussenecken. Die Furchen gleichmässig vertieft, die vordere 
Makel dicht vor der Mitte der Decken befindlich. Pygidium schwarz, 
an der Basis matt, an der Spitze glänzend, zerstreut punktirt. Die 
Unterseite mattschwarz; die Seiten und der Vorderrand des Thorax (bei 
reinen Exempl.) , das Kinn und die vier vorderen Schenkel mit rost- 
rothen Härchen besetzt; die Hinterschienen nur schwach verbreitert mit 
leicht welligem oberen Rande. Die Fühler rostroth mit dunkler Keule. 

(A n merk u n e. In der Diagnose ist palpisque slati anlennisque zu lesen) 

78. Pseudotrochalus (Serica) rufolineatus Har. Col. 
Hefte XVI. p. 44. 

Von Malange; die typischen Stücke stammen von Pungo-Andongo 
(v. Homeyer). H. v. Harold vergleicht den Käfer in der Gestalt 
sehr passend mit Trochahis sxdcipennis Gerst., welcher ebenfalls zur 
vorliegenden Gruppe gehört. 

79. Pseudotrochalus nigrosericatus (n. sp.). 
Major, ovalis, convexus, cupreo-niger, leviter sericeo-micans ; 

capite subnitido, dense punctato, vertice laevigato, clypeo brevi, 
raptim angustato, labro parum elevato, margine superiore recte 
truncato-, thorace elytrisque subtilissime punctidatis, his obsolete 
punctato-striatis. Corpore subtus subaeneo-nigro , fortius sed 
minus dense punctato, abdomine pygidioque rufo-brunneis, pedibus 
piceis, tibiis anticis bidentatis, antennis palpisque ferrugineis. 
Long. 10 mill. lat. 6'A m. Malange. 

Eine ansehnliche Art, vollkommen oval, stark gewölbt, schwarz mit 
sehr schwachem kupferigem Anflug und mattem seidenartigem Schimmer. 
Kopf kurz, Clypeus schnell gradlinig verengt, an den Seiten und vorne 
nur schmal aufgebogen, oberer Rand der Lippe grade abgestutzt. Vor- 
derer Theil des Kopfes dicht und deutlich punktirt, die Punktirung 
nach hinten zu etwas schwächer, die Mitte des Scheitels unpunktirt. 
Halsschild zweieinhalb Mal so breit als lang, nach vorne schnell, fast 
gradlinig verengt, der Vorderrand zweibuchtig ausgeschnitten mit spitzen 
Vorderecken; Hinterrand in sehr flachem Bogen gerundet, jederseits 
neben dem Schildchen mit einem undeutlichen Eindruck, die Hinterecken 
fast rechtwinkelig, mit abgerundeter Spitze; Oberfläche sehr fein aber 
weniger dicht als der Kopf punktirt, Schildchen länglich dreieckig, 
ebenso wie das Halsschild punktirt, die schmalen Ränder fast glatt. 
Flügeldecken gleichmässig oval gerundet, in der Mitte am breitesten, 
etwas feiner, jedoch sperriger, als das Halsschild punktirt, mit äusserst 
feinen Punktstreifen. Unterseite vorne schwärzlich, mattglänzend, die 
breiten Hinterhüften und die Seiten der Hinterbrust ziemlich grob, die 
Mitte der letzteren fein und zerstreut punktirt. Der Hinterleib, nament- 
XXVIII. Heft H. 20 



306 G. Quedenfeldt: Verzeichniss der von Maj. v. Mechow 

lieh gegen die Spitze rothbraun, die einzelnen Segmente in der Mitte 
äusserst fein, mitunter etwas querrissig, die Seiten und das letzte 
Segment dichter und deutlicher punktirt, die vorderen Schenkel dünn 
rostroth behaart; die hinteren Schenkel und Schienen sehr breit und 
stark compriniirt , die Vorderschienen mit zwei massig starken spitzen 
Zähnen. 

80. Pseudotrochalus superbus (n. sp.). 

Maximus, elongato-ovalis, castaneus, vitreo-splendidus, leviter 
iridisans; capite thoraceque dense ac distinete punctulatis-, clypeo 
ut in praecedenti, labro paido magis elevato, recte truncato; elytris 
minus dense punetatis, subtiliter punetato-striatis, striis subregu- 
lariter geminatis. Corpore subtus glabro, subdense punetato, tibiis 
anticis bidentatis. Long. 12 mill., lat. 6 3 A null. Malange. 

Die grösste der mir bekannten Arten, von regelmässig ovaler, etwas 
länglicher Gestalt, oben hell kastanienbraun, mit lebhaftem Glanz, fast 
wie glasirt scheinend. Kopf wie bei der vorigen Art gebildet, mit einer 
feinen glatten, nicht erhöhten, in der Mitte etwas gebogenen Quer- 
linie zwischen den Augen; vor derselben dichter, hinter derselben etwas 
weitläufiger punktirt, der Scheitel glatt. Halsschild sehr kurz, vorne 
kaum breiter als der Kopf incl. Augenkielen , schwach zweimal ge- 
buchtet, die Seiten sanft gerundet, mit fast rechtwinkeligen, wenig vor- 
tretenden Vorderecken, an der sanft gerundeten Basis mit zwei schwachen 
Eindrücken jederseits des Schildchens; Punktirung wie diejenige des 
Hinterkopfes. Schildchen klein, gleichseitig dreieckig, punktirt, mit 
glatten Rändern und bei dem einzigen mir vorliegenden Exempl. auch mit 
einem schwachen glatten Längskiel. Flügeldecken fein aber deutlich 
punktirt gestreift, neben jedem Streif noch ein zweiter etwas schwächerer 
und weniger regelmässiger Streif, wodurch sich auf dem Rücken Doppel - 
streifen bilden, die sich nach den Seiten zu mehr oder weniger ver- 
wischen; die ebenen Zwischenräume eben so fein, aber viel weitläufiger 
als das Halsschild punktirt. Unterseite und Beine hell kastanienbraun, 
glänzend, die Hinterbrust in der Mitte stark gewölbt, glatt, mit sehr 
schwacher, abgekürzter Mittellinie, die Seiten nebst Hinterhüften dichter 
und stärker punktirt. Der Hinterleib in der Mitte fast glatt, an den Seiten 
stärker, aber weniger stark als die Hüften punktirt. Eine sehr feine 
rostrothe Behaarung nur an den Rändern des Mesosternums, den vor- 
deren Hüften und Schenkeln bemerkbar, der Kopfrand und das erste 
Fühlerglied dünn bewimpert. Vorderschienen an der Spitze mit zwei 
starken Zähnen. 

81. Pseudotrochalus (Trochalus) Falkensteini Kolbe, 
Berlin. Ent. Zeit. 1883 p. 20. 



in Angola etc. ges. Pectinieornen u. Lametticornen. 307 

Von 'Malange. In der länglich ovalen Gestalt der vorigen ähnlich, 
aber eine der kleinsten Arten der Gattung. Sie wurde von Dr. Falken- 
stein zuerst bei Chinchoxo aufgefunden. 

82. Serica confinis Burm. 

Mehrere Stücke von Malange, welche mit der Beschreibung Bur- 
meister's vollkommen übereinstimmen, nur hat derselbe nach der Ana- 
logie die Zahl der Fühlerglieder auf neun angegeben, da seinen Exempl. 
die Fühler fehlten; dieselben sind aber zehngliedrig; auch liegen mir 
ausser den Stücken, deren Zwischenräume der Decken nur auf der Höhe 
geschwärzt sind, auch solche mit gleiehmässig rother Färbung vor, an- 
drerseits ist bei einem Exemplar die Oberseite fast ganz sammetschwarz 
und nur die Pnnktstreifen der Decken sind rothgefärbt. 

83. Serica sagulata (n. sp.). 

Ovata, modice conveoca; capite antice varioloso-punctato, nigro, 
nitido. postice, sicut thorace scutelloque, brunneo-nigro-vehdinis ; 
elytris nigro-aencis , margaritaceo-mieaniibiis, fortiter punctato- 
striatis, interstitiis sparsim subseriatimjiunchdatis. Corpore subtus 
cum pedibus rufo-piceo, sericeo-micante ; antennis rufo-ferrugineis 
10-artieidatis ; pedibus posticis latis, valde eotnpressis, tibiis an- 
ticis bidentatis. Long. lOV^ mill. Malange. 

Eine ansehnliche, durch ihre Färbung auffallende Art von voll- 
kommen eiförmiger, nach hinten zu verbreiterter Gestalt. Hinterkopf, 
Halsschild und Schildchen braunschwarz, sammetartig tomentirt, mit 
äusserst feinen nackten, ziemlich weitläuftig stehenden Pünktchen; Vor- 
derkopf stark runzelig punktirt, die Oberlippe nur schwach aufgebogen, 
leicht ausgerandet. Halsschild kurz, mit ziemlich stark vorragenden 
spitzen Vorderecken, Basis über dem Schildchen gerundet vorgezogen, 
jederseits mit einem schwachen Eindruck. Flügeldecken schwarz, glatt, 
von vorne gesehen stark reifartig schimmernd, mit Farbenspiel, ziem- 
lich stark punktirt gestreift, mit fast ebenen Zwischenräumen, diese 
weitläuftig, mitunter etwas reihig punktirt. Unterseite und Beine roth- 
braun . reifartig schimmernd; Hinterbrust stark gefurcht, die vorderen 
Schenkel und das Kinn rothgelb bewimpert. Mesosternalfortsatz ziem- 
lich breit, grade und fast senkrecht abgestutzt. 

84. Serica costipennis (n. sp.). 
Elongato- ovalis , conveoca, postice leviter deplanata; capite 
antice rugoso-punctato, cupreo-nitido, postice viridi-opaco, medio 
sparsim, juoota oados densius alhido-squamoso; thorace scutello- 
que viridi-opacis, squamidis singulis albidis, hoc lateraliter prae- 
cipue, obsitis; elytris ftdvis, metallico-viridi-micantibus, decem- 

20* 



308 G. Quedenfeldt: Verzeichniss der von Maj. v. Mechow 

costatis, squamidis applicatis irregulariter aspersis; corpore subtus 
cum pedibus obscure luteo, virescenti, subdense squamuloso ; an- 
tennis ferrugineis, 10-articulatis, clava trilamellata, tibiis anticis 
bidentatis. Long. 11 Mill. Malange. 

In der, namentlich hinten, abgeflachten Gestalt und auch in der 
Färbung einzelnen Pleophylla- Arten ähnlich, jedoch durch den nur 
dreigliederigen Fühlerfächer [generisch verschieden. Kopfschild nach 
vorne leicht gerundet verengt, mit schmal aufgebogenen Seitenrändern, 
stark runzelig punktirt, kupferig glänzend; die Oberlippe ein wenig 
stärker ■ aufgebogen , mit schwacher Ausbuchtung in der Mitte. Der 
Hinterkopf mattgrün mit zerstreuten Punkten, in denen ein hellgelbes 
Schüppchen befindlich; die Ränder neben den Augen dichter beschuppt. 
Halsschild doppelt so breit als lang, vorn und hinten schwach zwei- 
büchtig mit spitzwinkeligen Vorder- und scharf rechtwinkeligen Hinter- 
ecken , Oberseite mattgrün, sehr fein zerstreut punktirt, mit einzelnen, 
mitunter gruppenweise stehenden, anliegenden weissen Börstchen besetzt, 
die Seitenrandfurche etwas dichter beschuppt. Schildchen länglich drei- 
eckig, mattgrün , nur die Seiten mit kleinen Schüppchen besetzt. Die 
ovalen Flügeldecken an der Spitze breit, fast ein wenig buchtig abge- 
stutzt, jede mit 10 deutlichen Rippen, von denen sich die meisten vor der 
Spitze verlieren, schmutzig gelbbraun, leicht glänzend, die Rippen grün 
metallisch oder kupferig gefärbt mit schwachem Schiller, die Zwischen- 
räume punktirt, massig dicht, etwas unregelmässig, mit weissen kleinen 
Schüppchen besetzt. Unterseite schmutzig braun, fast matt, mit grün- 
lichem Schimmer, schwach gekielt, der Mesosternalfortsatz stumpf drei- 
eckig über die Hüften hinaus verlängert. Die hinteren Schenkel und 
Schienen breit, stark komprimirt, kastanienbraun mit grünlichem Schiller, 
die Fühler rostbraun. 

85. Serica maculipennnis (n. sp.). 

Ovata, convexa, subopaca, leviter pruinosa; capite aatice 
fortiter punctato, cupreo-nitido, postice thoraceque obsoletius sub- 
dense punctatis, viridi-opacis, hoc basi fulvescente; elytris fulvis, 
obscuro-viridi-tesselatis, (interdum immaculatis) sulcatis, sidcis 
remote-, interstitiis sparsirn punctatis, punctis squamidis parvis 
albidis instructis. Corpore subtus atro-viridi, punctulato, squa- 
midis minutissimis obsito; pedibus obscuris, margaritaceo-mican- 
tibus, tibiis anticis tarsisque omnibus castaneis, antennis ferru- 
gineis, 10-articidatis. Long. 5 1 / 2 — 6 mill. Malange. 

Von eiförmiger, hinten verbreiterter Gestalt, Kopf vorne kupferig, 
stark punktirt, mit schmalem gleichmässig aufgebogenem, vorne kaum 
gebuchtetem Rande; Hinterkopf grün , weniger glänzend, fein und zer- 



in Angola etc. ges. Pectinicornen u. Lamellicorhen. ■ 309 

streut punktirt; Halsschild grün, am Seiten- und Hinterrande gelbrotb 
etwas schillernd, weitläuftig punktirt, jeder Punkt mit einem sehr 
klemen gelblichen Schüppchen; Schildchen mit Ausnahme der Mittellinie 
dicht beschuppt. Flügeldecken gelbroth, mit leichtem Farbenschiller, 
entweder einfarbig oder mit länglichen dunkelgrünen Makeln auf den 
gewölbten Zwischenräumen, zerstreut punktirt mit Schüppchen. Unterseite 
schwärzlich grün, matt, dicht und fein punktirt, die Schüppchen in den 
Punkten sehr klein ; der Hinterrand des Metasternums und der Hinter- 
hüften so wie das letzte Bauchsegment rothgelb; Schenkel und Schienen 
der v ie r hinteren Beine dunkelgrün glänzend, mit lebhaftem Perlmutter- 
schdler, die Basis und Spitze der Schenkel, so wie die Vorderbeine hell 
kastanienroth; Vorderschienen zweizahnig; Mesosternalfortsatz massig 
breit, vorne leicht abgerundet. 

86. Serica fulvicolor (n. sp.). 

Ovalis, modice convexa, fulva, opaca-, clypeo nitido, ruguloso, 
medio gibboso; thorace elytrisque obsoletissime pimctatis, punctis 
setulis^ minutissimis instructis, elytris praeter -ea subtile punctato- 
striatis. Corpore subtus, cum pedibus posticis valde compressis, 
leviter sericeo-micante-, tibiis anticis bidentatis, tarsis castaneis, 
antennis 10-articidatis. Long. V/t mill. Malange. 

Etwas länglich oval, oben und unten matt röthlichgelb, mit Aus- 
nahme des Hinterleibes und des Clypeus schwach seidenschimmernd; 
dieser glänzend, stark runzelig punktirt, von der Stirn durch eine feine 
Querlinie getrennt, auf der Mitte mit einem stumpfen Höcker, die Ober- 
lippe schmal aufgebogen, und leicht ausgerandet. Halsschild zweiein- 
halb Mal so breit als lang, hinten wenig breiter als in der Mitte, 
Vorder- und Hinterecken fast rechteckig. Schildchen gleichseitig drei- 
eckig, zerstreut punktirt. Flügeldecken mit sehr seichten und feinen 
Punktstreifen, die Zwischenräume etwas sperrig fein punktirt, jeder 
Punkt mit einem sehr ldeinen, kaum sichtbaren, weissen Börstchen. Die 
Unterseite ein wenig heller als die Oberseite, Brust und Hinterhüften leicht 
seidenschimmernd, ziemlich dicht aber seicht punktirt; der Hinterleib 
matt, jedes Segment mit einer Querreihe borstentragender Punkte. Beine 
etwas glänzend, leicht farbenschillernd, die hinteren Schenkel und 
Schienen sehr breit und stark zusammengedrückt. Der Serica latipes 
Kolbe (Berl. Ent. Zeit, 1883 p. 19) von Chinchoxo sehr ähnlich, doch 
ist diese robuster, hat einen ungehöckerten Clypeus und eine nicht aus- 
gerandete Oberlippe. 

87. Üamenta setulifera (n. sp.). 
Convexa, postice leviter infiata, nitida, fusco-ferruginea, supra 
setulis minutis obsita., ubique' aequaliter disünde punctata; labro 



310 G. Qüedenfeldt: Verzeichniss der von 31aj. v. Mechow 

reflexo, obtuse tridentato, dente mediano represso; clypeo antice 
transversim carinato; elytris haud striatis, vel nervatis; anten- 
narum clava 4-lamellata. Long. 8 niill. Q Quango. 

Von eiförmiger, nach hinten bauchig erweiterter Gestalt, oben und unten 
gleichförmig bräunlich rostfarben, glänzend. Der Kopf stark und dicht, 
fast runzelig, punktirt, die Oberlippe schmäler als das Kopfschild, stark 
aufgebogen mit 3 stumpfen Zähnen , von denen der mittlere zurück- 
gedrückt ist, so dass die Oberlippe von oben gesehen, ausgebuchtet er- 
scheint; dicht hinter dem Vorderrande ein glatter jederseits vertiefter 
Quereindruck; Clypeus vorne mit einer in der Mitte etwas erhöhten 
Querleiste, zwischen den vorderen Augenrändern eine sehr feine, einge- 
grabene Querlinie. Halsschild und Flügeldecken eben so stark aber 
etwas weitläuftiger als der Kopf punktirt, das erstere dreimal so breit 
als lang, die Seiten mit den Vorder- und Hinterecken verrundet, die 
Decken ohne Spur von Rippen oder Streifen. Unterseite fein und 
ziemlich dicht punktirt ohne Börstchen, die Brust und die glänzend 
glatten Beine dünn gelb behaart; Vorderschienen mit zwei scharfen 
Randzähnen. Die Fühler hell rostgelb mit viergliederigem Fächer. 

88. Camenta pilosa (n. sp.)- 
Conveoca, postice leviter inflata, subopaca, fusco-brunnea, snpra 
sat dense aequaliter punctata, pilis flavis erectis obsita; labro 
reflexo, medio rotundato-elevato , represso; clypeo transversim 
carinato, fronte inter oculos subtile transversim canaliculata ; 
elytris haud striatis vel nervatis; antennarum clava 5-lamellata. 
Long. 12 mill. 2 Q.Q.. Malange. 

Hochgewölbt, nach hinten leicht bauchig erweitert, dunkel gelbbraun, 
nur mattglänzend, stark und dicht, ein wenig runzelig punktirt; die 
Oberlippe gerundet, die Mitte aufwärts gebogen und nach rückwärts ge- 
drückt, wodurch der Vorderrand ausgebuchtet erscheint; hinter demselben 
ein glatter, jederseits vertiefter Eindruck; der Clypeus vorn mit einer 
graden Querleiste, zwischen den vorderen Augenrändern eine sehr feine 
Querlinie. Halsschild zweieinhalb Mal so breit als lang, die Hinterecken 
vollkommen abgerundet, die Vorderecken stumpfwinkelig mit abgerundeter 
Spitze. Schildchen lang und schmal dreieckig, der Lauge nach schwach 
vertieft; die Flügeldecken innerhalb der Schulter mit einem kurzen 
Längseindruck, ohne eine Andeutung von Rippen oder Streifen. Unter- 
seite sehr fein punktirt, etwas glänzender; der ganze Körper mit langen, 
aufstehenden, rostgelben Haaren, jedoch nicht dicht, besetzt; die Vorder- 
schienen mit zwei starken Randzähnen, die hellgelben Fühler mit fünf- 
gliederigem Fächer. 



in Angola etc. ges. Pectinicornen u. Lamellicornen. 311 

89. Camenta fulviventris (n. sp.). 

Mongata, fere parallela, supra glabra, subnitida, picea, 
clypeo rufescente; capite dense punctata, ante oculos transversim 
carmato; labro aequaliter reflexo, viv sinuato, thorace minies dense 
chsünete punetato; elytris irregulariter subcostatis, fortiter rugu- 
loso-punctatis; corpore subtus, pedibus antennisque fidvis, tarsis 
palpisque obscurioribus, antennarum clava 4-lamellata. Long. 6 
niiU. Q. Malange. 

Eine kleine ziemlich schmale, pechschwarze, nach hinten kaum 
verbreiterte Art, etwas an die schmälern Formen von Ablabera erinnernd, 
aber mit den Charakteren der vorstehenden Gattung. Die Oberlippe 
etwas schmäler als der Clypeus, gleichmässig aufgebogen, die vordere 
Ausrandung kaum merklich; der Clypeus von der Stirn durch eine 
kräftige, etwas nach hinten gebogene, Querleiste getrennt, röthlich braun, 
der ganze Kopf fein, aber deutlich und dicht punktirt. Halsschild 
quergewölbt, alle Ecken abgerundet, stärker als der Kopf, aber etwas 
weitläufiger punktirt, die mitunter etwas verwaschen röthlich gefärbten 
Seiten mit einem deutlichen Grübchen in der Mitte: Flügeldecken an 
der Basis fast ein wenig schmäler als das Halsschild in der Mitte, 
weniger gewölbt als dieses, stark, fast runzelig punktirt, mit Punktreihen, 
die Naht und zwei bis drei Rippen auf jeder Decke schwach erhöht. 
Pygidium rothgelb, dicht und fein punktirt. Unterseite, Beine und 
Fühler rostgelb, schwach behaart, die Schienenspitzen schwärzlich, die 
vorderen Schienen mit zwei starken Zähnen, namentlich der Endzahn 
sehr verlängert; die Ränder der Oberseite dünn gelb bewimpert. 

90. Camenta nigricollis (n. sp.). 

Elongata, conveoca, supra glabra, nitida, ubique dense ac 
distinete punctata; capite nigro, transversim bicarinato, labro 
parum reflexo, leviter sinuato; thorace nigro, lateraliter rufes- 
cente; elytris castaneis, haud striatis vel nervatis. Corpore sidrtus 
cum 2^ßdibus castaneo, flavo-piloso, abdomine, antennis palpisque 
ferrugineis; antennarum art°- tertio inttis dentato; clava 
7-lamellata. g. Long. 9 mill. Quango. 

Von etwas länglicher, hinten wenig verbreiterter Gestalt, massig 
convex; Oberlippe etwas schmäler als das sehr kurze Kopfschild, 
wenig aufgebogen, bogig schwach ausgerandet; letzteres vorn und hinten 
mit einer leicht nach rückwärts gebogenen Querleiste und etwas geschwun- 
genen Seitenrändern; Kopf fein, aber deutlich, ziemlich dicht punktirt, 
schwarz ;Halsschild schwarz, an den Seiteurändern röthlich durchscheinend, 
viel gröber und weniger dicht als der Kopf punktirt, jederseits mit 
einem kleinen Grübchen und auf der Scheibe mit kurzer feiner Längs- 



312 G. Quedenfeldt: Verzeichniss der von Maj. v. Mechow 

linie, hinten so breit als die Basis der Flügeldecken, mit abgerundeten 
Hinterecken, nach vorne deutlich verengt, mit fast rechtwinkeligen 
Vorderecken. Schildchen gleichseitig dreieckig, mit gerundeten Seiten, 
schwarz, vorne mit zerstreuten Punkten, hinten glatt. Flügeldecken 
kastanienbraun, ebenso wie das Halsschild punktirt, ohne Spur von 
Eippen oder Streifen. Unterseite überall dicht und fein punktirt, die Beine 
kastanienbraun, glänzend, die Brust dunkelbraun, lang, aber nur dünn 
rostgelb behaart, der Hinterleib heller, die Segmente feiner und kürzer 
bewimpert; Vorderschienen mit zwei starken Randzähnen; Fühler rost- 
bräunlich, der Fächer des § siebengliederig, das dritte Glied mit einem 
spitzen Zähnchen in der Mitte. 

Melolonthidae. 

91. Apogonia africana Castl. 

Quango; schon früher vom Senegal und von Guinea bekannt. 

92. Ancylonycha Dohrni (n. sp.) 

Magna, elongato-ovalis, convexa, supra glabra, castanea, 
leviter pruinosa; capite, thorace, elytrorum marginibus, abdomine 
medio, tibiis tarsisqiie interdum obscurioribus ; capite elytrisque 
distincte, thorace subtiliter punctatis, punctis minutissime pili- 
feris, hoc margine laterali cremdato, medio angidato. Corpore 
subtus subtiliter punctato, abdomine fere laevi, setulis parvis de- 
pressis adsperso; pectore dense ferrugineo-piloso. Long. 25 — 30 
mill. Quango. Taf. IX. Fig. 1. Forceps-Spitze. 

Von länglich ovaler Gestalt, die Männchen schmäler als die 
Weibchen, kastanienbraun, jedoch nur mattglänzend, leicht bereift, die 
ganze Oberseite äusserst fein lederartig gerunzelt und ausserdem mit 
grösseren Punkten besetzt, welche auf Kopf und Flügeldecken wenig 
dicht, jedoch deutlich, auf Halsschild und Schildchen jedoch viel feiner 
und weitläuftiger sind; Kopf breit zugerundet, mit schwacher Ausbuch- 
tung am Vorderrande und feiner eingegrabener Querlinie auf der Stirn, 
die Ränder schmal aufgebogen. Halsschild doppelt so breit als lang, 
der Vorderrand und die Mitte der Basis mit gelbem Haarsaum, die 
eckigen Seitenränder stumpf crenulirt. Flügeldecken ohne Rippen, 
höchstens mit einigen schwachen Längseindrücken an den Seiten, die 
Naht etwas erhaben, ziemlich glatt. Die Afterdecke wie die Flügel- 
decken, die Unterseite viel feiner, auf der Bauchseite, welche beim $ 
flach eingedrückt ist, sehr zerstreut, an den Seiten dichter punktirt; 
Brust mit langen rothgelben Haaren bekleidet. Fühler lOgliederig, der 
Fächer und die Tarsen des $ länger als bei dem Q . Vorderschienen stark 
dreizahnig. Die Gattung Ancylonycha enthielt bisher nur amerika- 



in Angola etc. ges. Pectinicornen u. Lamellicornen. 313 

nische und ostasiatische Arten, mit Ausnahme der A. dasypus Burm. 
aus Südafrika, welche nach Burmeister zur Untergattung Hoplo- 
chelus Bl. gehört, deren Halsschild hinten am breitesten ist. Die vor- 
liegende Art ist eine Holotrichia Kirby, deren Thorax in der Mitte 
am breitesten. Bei einer grossen Anzahl von Exempl. , die mir eine 
genaue Untersuchung ermöglichte, konnte ich kein wesentliches Merk- 
mal auffinden, welches die Aufstellung einer neuen Gattung erforderte; 
das unten ausgehöhlte, vorne mit einer kleinen Ausbuchtung versehene 
Kinn, die Form der Palpen, die innen ungezahnten Mandibeln, der 
transversale Kopf ohne Querleisten, sowie die nur an der Basis - 
hälfte gezahnten Krallen, weisen den Käfer zur vorstehenden Gat- 
tung. Die einzige geringe Abweichung finde ich in der mala externa 
der Maxillen, welche nicht mit drei mehr oder weniger gespaltenen 
Zähnen versehen, sondern jede in vier breite, vorne gerundete Lappen 
getheilt ist, von denen nur der obere eine tiefe Ausbuchtung hat, wo- 
durch sich zwei einzelne Spitzen bilden. 

Diese Art erlaube ich mir, meinem hochverehrten Freunde, Herrn 
Dr. C. A. Dohrn zu dediciren. 

93. Ancylonycha intersa (n. sp.). 

Elongato-ovata, conveosa, brunnea, pruinosa, supra ubique 
fortiter et irregulariter punctata; capite brevi, clypeo transversim 
impresso; thorace lateribus vix angulato, margine laterali integro; 
elytris indistinete tricostidatis. Corpore subtus sp>arsim subtiliter 
pimctato, abdomine Video, pectore sparsim piloso, pedibus, antennis 
palpisque rufo-castaneis. Long. 17 mill. §. Quango. 

Von länglich eiförmiger, nach hinten etwas verbreiterter Gestalt, 
schwärzlich braun, matt, die Flügeldecken an den Seiten etwas heller 
die Oberseite stark bereift und mit ziemlich starken, unregelmässig 
vertheilten Nabelpunkten nicht dicht besetzt. Kopf sehr kurz , leicht 
glänzend, bis zur Hälfte der Augen in den Thorax eingezogen, Clypeus- 
rand massig aufgebogen, in der Mitte leicht gebuchtet, der etwas ver- 
tiefte Clypeus durch eine dem Vorderrande parallel laufende fein ein- 
gegrabene Linie von der Stirn getrennt; diese etwas erhöht abgesetzt. 
Halsschild fast 2'A mal so breit als lang, die Seitenränder ungezahnelt, 
in der Mitte sehr schwach winkelig, nach hinten etwas verengt; Schild- 
chen halbkreisförmig mit schwach angedeuteter Spitze; Flügeldecken 
mit erhöhter, wenig punktirter Naht und jede mit drei schwachen, un- 
regelmässigen Rippen, die Punkte auf den Rippen sehr zerstreut, in 
den Zwischenräumen etwas dichter und mitunter in Reihen gestellt. 
Unterseite fein und zerstreut punktiit, die Brust rothbraun, matt, fein 
gelb behaart; Hinterleib und Afterdecke lehmgelb, glänzend; Beine 



314 G. Quedenfcldt: Verzeichniss der von Maj. v. Mechow 

und Fühler kastanienbraun, glänzend, letztere lOgliedrig, mit dunkler 
Keule. Vorderschienen 3zahnig, der oberste Zahn sehr klein, Fuss- 
krallen mit zwei hintereinander stehenden kleinen Zähnen an der Basis. 

94. Schizonycha africana Blanch. 

Ein Exempl. vom Quango; auch vom Senegal und vom Sennaar. 

95. Schizonycha cylindrata (n. sp.). 

Elongata, cylindrica, rufo-testacea, nitida, capite thoraceque 
paulo obscurioribus; capite subdense gramdato, transversim bi- 
carinato, clypeo rotundato, haud emarginato, reflexo; thoracc 
longitudine duplo latiore, dense ac fortiter ruguloso-jmnctato, 
lateribus subangidato, basi utrinque leviter transversim calloso-, 
elytris parallelis, cylindricis, thorace plus triplo longioribus, 
fortiter minus dense punctatis. Corpore subtus obsoletius sparsim 
punctato, punctis supra et subtus setidiferis , pectore marginibus- 
que omnibus subtiliter ciliatis, pedibus gracilibus, tarsis longis, 
unguicidis inaequaliter fissis. Long. 11 — 13 mill. Quango. 

Es liegen von dieser Art nur zwei Männchen vor, wovon auffal- 
lender Weise das kleinere neun-, das grössere zebngliederige Fühler 
hat, sonst sind beide Stücke ganz gleich und die beiden Penis über- 
einstimmend (Taf. IX. Fig. 2); die beiden Seitenlappen desselben sind 
bis zur Mitte ihrer ganzen Länge zusammenschliessend und auf diesem 
Theile gemeinschaftlich eingedrückt , von der Mitte ab etwas gesperrt 
und an der Spitze wieder zusammenschliessend; die lamina interior 
sehr schmal, aber an der Spitze mit einem grossen stumpfen Wider- 
haken, welcher ringsum mit feinen Härchen besetzt ist, die etwas brei- 
tere lamina exterior vor dem Haken verschmälert und sich unter dem- 
selben fortsetzend. Der Kopf mit zwei Querleisten , die vordere 
gerundet und mit dem Clypeusrande parallellaufend, die hintere, zwischen 
Stirn und Scheitel, grade; die Basis des Halsschildes mit vertiefter Rand- 
furche und vor derselben jederseits eine quere schmale glatte Schwiele; 
die vorderen Schienen an der Spitze mit zwei Zähnen, ein dritter sehr 
kleiner und undeutlicher Zahn in der Mitte der Schiene; die Fusskrallen 
in zwei ungleiche Spitzen gespalten. 

Es existiren eine Anzahl sehr ähnlicher Formen, von denen sich 
vorliegende Art jedoch hinlänglich unterscheidet: 

S. retusa Schh. , ebenfalls 13 mill. lang, hat eine völlig haarlose 
Brust und die Spitzen der Fusskrallen sind von gleicher Breite; S. com- 
mosa Germ, und corrosa Germ, von Süd-Afrika sind verhältnissmässig 
breiter, mit gleichtheilig gespaltenen Krallen; S. oblonga Bohem. 
ist scherben gelb und viel kürzer, die Decken nur zweieinhalb Mal so 



in Angola etc. ges. Pectinicomen u. Lamellicornen. 315 

lang als das Halsschild. 8. Heudeloti Blanch. hat ein in der Mitte 
glattes, sonst körnig punktirtes Halsschild und das Pygidium ist sehr 
fein, bei vorliegender Art grob, punktirt. 

96. Schizonycha lutescens (n. sp.). 

S. cylindratae simiüima, sed paulo robustior, supra minus 
dense punctata, glabra, thoracis basi impunctata, antennarum 
clava breviore. Corpus subtus fere glabro, abdomine pilis, pec- 
tore setulis parvis singulis adspersis, tibiis anticis fortiter tri- 
clentatis; unguiadis inaequaliter fissis. Long. 13'^ mill. Malange. 

Von fast gleicher Gestalt und Färbung wie die vorige, nur ein 
wenig robuster und die lOgliedrigen Fühler mit viel kürzerem Fächer, 
so dass ich den Käfer zuerst für das Q der vorigen Art hielt. Erst 
bei genauerer Untersuchung stellte sich heraus, dass es ein Männchen 
war, mit ganz anderer Bildung des Penis (Taf. IX. Fig. 3). Derselbe 
ist in seiner Basishälfte ziemlich cylindrisch, die Seitenlappen bis zur 
Mitte aneinanderschliessend, von da ab bis zur Spitze oben eine laug- 
ovale Oeffnung bildend, hinten verschmälert mit abgerundeten Enden; 
die Unterseite abgeflacht mit einem viel kleineren ovalen Ausschnitt 
vor der Spitze. Kopf ziemlich dicht und grob punktirt, wie bei dein 
vorigen mit zwei Querleisten, die Scheitelleiste jedoch weniger scharf, 
mehr schwielenartig, der Clypeus vorne erhaben gerandet, flach bogig 
zugerundet, mit kaum merkbarer Ausbuchtung; Halsschild hinten gerade 
abgestutzt, vorne schwach zweibuchtig, die Vorderecken nicht vorsprin- 
gend, die Seiten in der Mitte gerundet winkelig, weitläuftiger als der 
Kopf punktirt, die Punkte genabelt, die Basis glatt. Flügeldecken 
cylindrisch, dreimal so lang als das Halsschild, gleichmässig und ziem- 
lich stark , dichter als dieses , aber weitläuftiger als der Kopf punktirt. 
Unterseite fein und zerstreut, die Brustseiten etwas dichter und kräf- 
tiger punktirt, die Punkte mit einem kleinen Börstchen versehen, die 
Bauchringe mit einer Querreihe längerer Härchen in der Mitte; die 
Beine hell kastanienbraun, die Vorderschienen mit 3 starken Zähnen, 
der obere kleiner und dem mittleren genähert, die Krallen in zwei 
ungleich starke Spitzen gespalten, am Grunde mit einem Zähnchen. 

97. Atys diluta (n. sp.). 

Oblongo-ovalis, modice elongata, convexa, lurido-testacea, 
subnitida; capite rufescente, bicarinato, clypeo distinete reßeaio, 
leviter emarginato; thorace transversbn convexo, longitudim fere 
triplo longiore, basi bisinuato; corpore supra dense ac fortiter, 
subtus minus dense subtilius punetato, elytris et subtus setulis 
minutissimis obsitis; tibiis anticis fortiter tridentatis, antennis 
9-articulatis. Long. 11— ll 1 /* mill. S- Malange. 



316 G. Quedenfeldt: Verzeichniss der von Maj. v. Mechow 

Von etwas gedrungener, länglich ovaler, stark convexer Gestalt, 
schmutzig bräunlich gelb, der Kopf, mitunter auch das Halsschild ein 
wenig dunkler, mehr röthlich gelb und etwas glänzender als die Decken. 
Clypcus kurz, von der Stirn durch eine nach vorwärts gebogene scharfe, 
schwärzliche Querleiste getrennt, der Vorderrand schmal aufgebogen 
und schwach ausgebuchtet, die Scheitelleiste etwas breiter und stumpfer; 
die Punktirung des Kopfes grob, unregelmässig zerstreut, die des 
Thorax fast eben so grob, aber ein wenig dichter, die Punkte genabelt; 
die Flügeldecken mit etwas feinerer, viel dichterer und regelmässiger 
Punktirung, in jedem Punkt ein winziges Börstchen. Unterseite fein 
und weitläuftig punktirt, fast ohne alle Behaarung, die Hinterbrust 
etwas schwärzlich ; der obere Zahn an den Vorderschieuen klein aber spitz. 

Vollständig vom Habitus von Schizonyclia und mit fast allen 
Gattungscharakteren derselben, jedoch statt der 10-gliederigen nur 
9-gliederige Fühler. Obgleich mir einige 20 Exempl. vorgelegen haben, 
fand ich kein einziges Q darunter. Der Penis (Taf. 9. Fig. 4) ist 
sehr kurz, die Seitenlappen schliessen an der Basishälfte nicht ganz 
zusammen, die obere Oeffnung ist fast kreisrund, nach unten zugespitzt, 
die Spitzen der einfachen Seitenlappen lang und schmal, nach aussen 
gekrümmt und lang gelb behaart. 

Pachypodiclae. 

Scaphorhina n. gen. 
axa<prj z=l Napf; qivos = Nase. 

Taf. IX. Fig. 5. 

Mas: Mentum parvum, paulo elongatum, antice rotundatum, 
pilis longis obsitum, Palpi labiales art. ult°- elongato-ovali , le- 
viter curvato, apice subacuminato , maxillares art. basali parvo, 
2°- elongato, apice triangidariter dilatato, oblique truncato, 
3°- eadem forma, sed dimidio minore, tdtimo secundo longiore, 
cylindrico, apice rotundato-truncato. 

Labrum parvum, conicum, apice rotundatum, ciliatum. Man- 
dibulae trigonae, apice rotundatae. 

Caput parvum, ante ocidos transverse carinatum, clypeo 
semiciradari, patellaeforme ecccavato. 

Antennae 10-articidatae; art. 3 — 5 aequalibus, rotundatis, 
6 et 7 brevioribus, intus leviter denticidatis ; 8 — 10 clavam modice 
elongatam formantibus. 

Prothorax transversus, baseos medio leviter producto, lateribus 
postice parallelis, antice convergentibus , angulis lateralibus ro- 
tundatis. Scutellum rotundato-triangulare. 



in Angola etc. ges. Pectinicornen u. Lamellicomen. 317 

Coleoptera ollonga, fere parattela, modice convexa, apice 
singidatim rotundata. 

Pedes robusti, femora postica incrassata, tibiae anticae for- 
titer tridentatae, posticae apieem versus dilatatae, truncatae, 
ecctus bicarinatae. 

Tarsi validi, unguiculis basi leite (inferiore minus distinete) 
lobatis, lobo emarginato, dentes 2 inaequales praebente. 

Pygidium liberum, triangulum, apice rotundatum. 

Von den Pachypodiden- Gattungen mit 3gliedriger Fühlcrkcule in 
folgenden Punkten abweichend und zwar: von Leuretra Er. und 
Achloa Er. durch lOgliedrige Fühler (die genannten haben nur 9). 
von Clitopa Er., welche gleichfalls lOgliedrige Fühler hat, durch das 
kurze dritte Glied der Fühler, das cylindrische Endglied der Maxillar- 
taster, die ungebuchtete Oberlippe, die 3zähnigen Vorderschienen und 
die Zähnelung der Krallen. Die letzteren haben bei Clitopa einen 
feinen und spitzen Zahn an der Basis , während bei Scaphorhina an 
der Basis der äusseren Kralle ein fast bis zur Mitte reichender Appendix 
(Fig. 5. a) befindlich ist, welcher durch Ausrandung in einen an der 
Basis stehenden kleineren, stumpf dreieckigen und einen nahe der Mitte 
befindlichen grösseren und breiteren, etwas rückwärts gekrümmten und 
an der Spitze abgerundeten Zahn getheilt wird. An der inneren Kralle 
beträgt der Appendix etwa V 3 des Gliedes und ist durch einen sehr 
kleinen Ausschnitt an der Spitze in 2 gleiche gerundete Zähnchen ge- 
theilt. Der Clypeus ist vollkommen halbkreisförmig, durch eine feine 
Leiste von der ebenen Stirn geschieden und tief napfförmig ausgehöhlt, 
der nach unten gebogene Theil stumpf kegelförmig. Die kleine Ober- 
lippe ist durch eine Furche vom Clypeus getrennt, wieder etwas nach 
aufwärts gewölbt, mit einer sehr kleinen Abflachung an der äussersten 
Spitze. 

Das Endglied der Kiefertaster ist schmäler, als die vorhergehenden 
Glieder, die Oberkiefer gleichseitig dreieckig, oben concav, ungezähnt, 
die Spitze leicht zugerundet und beborstet. Die Hinterschenkel sind 
in der Mitte stark verdickt, die Schienen sehr kräftig und mit 2 Quer- 
leistchen versehen, die Hinter-Tarsen kürzer und verhältnissmässig stär- 
ker als bei den Verwandten der Gruppe. 

Nach Lacordaire's Gruppirung würde die Stellung der Gattung 
hinter Clitopa Er. sein. 

98. Scaphorhina crinipes (n. sp.). Taf. IX. Fig. .">. 
Mas: Elongato-ovalis, rufo-testacea, subnitida; capite dense 
punetato; thorace subtilisshne rugidoso; elytris sat dense et irre- 
gxdariter fortius ruguloso-jninctatis, setis flavis minutis sparsim 



318 G. Quedenfeldt: Verzeichniss der von Maj. v. Mechow 

obsitis; vertice, thorace, scidello, elytrorum basi et corpore subtus 
cum femoribus pilis pallido-flavis obtectis; tibiis tarsisque rufo- 
setosis, posticis praeterea intus longiter fiavo-pilosis. .Long. 24 mill. 
Quango. 

Der Käfer hat die Grösse und die ungefähre Gestalt einer 
Anoocia pilosa, er ist aber flacher gewölbt; der napfförmige Clypeus 
ist ziemlich stark und dicht punktirt, nur der gegen die Stirn wieder 
aufsteigende Theil ist in der Mitte glatt. Die Behaarung der Stirn ist 
etwas kürzer, struppiger und dunkler, als diejenige der anderen Körper- 
theile, die Brust ist am längsten, fast zottig behaart. Der Aussenrand 
der Decken, die sämmtlichen Tarsenglieder an ihrer Spitze, so wie die 
Querleisten der 4 hinteren Schienen sind mit längeren röthlichen Bor- 
sten besetzt, die Schenkel, die hintersten Schienen und Tarsen ausser- 
dem auf der Innenseite mit sehr langen abstehenden gelben Haaren 
bekleidet. Die Grundfarbe des Körpers ist gelbbraun, ein wenig dunkler 
am Kopf und den Schulterbeulen; die Behaarung hellgelb, weich und 
wenig abstehend. 

Fig. 5. b stellt die Forceps-Spitze dar. 

Die von Hrn. B. v. Harold vorläufig bei Cyclotnera Klug einge- 
stellte Art rugipennis Har. (Col. Hft. XVI. p. 47) glaube ich wegen 
der übereinstimmenden Gattungs-Charaktere hierher ziehen zu müssen; 
die Art weicht von der vorstehenden durch grössere Gestalt, dunklere 
Färbung, schwarzen Kojif, stärker gerunzelte Decken, unbehaarten 
Thorax und nur kurz behaarte Beine ab. Die beiden Forcepsspitzen 
sind einander sehr ähnlich, so dass eine Zusammengehörigkeit beider 
Arten nicht unmöglich wäre. 

Phalangosoma n. gen. 

cfa).ay% = Walze; acoua = Leih. 

Taf. IX. Fig. 6. 

Mentum parvum, apice angustatum, rotundatum, pilis longis 
obsitum. Pcdpi labiales art. ult°- cylindrico, praecedentibus con- 
junctis longiore, maxillares filiformes, art. ult - praecedentibus 
duobus conjunctis fere aequali, cylindrico, ante apicem paido 
incrassato. 

-Labrum distinctum, obtuse conicum, apice leviter emargina- 
tum, setulosum. Mandibulae trigonae, spinula minuta subapicali. 

Capxd parvum, oculi magni, globosi; clypeus semicircularis, 
ecccavatus xd in genere praecedenti. 

Antennae 10- articidatae, art. primo elongato, apicem versus 
incrassato, secundo brevi, fere pyriformi, tertio illo sensim Ion- 



in Angola etc. ges. Pectinicornen u. Lamellicornen. 319 

giore, intus longe spinoso, 4—10 dense pectinatim lamella- 
tis, lamellis elongatis, fere aequilongis. 

Prothoraoc transversus, basi leviter productus, lateribus sub- 
angidatim rotundatis. Scutellum pentagonum. 

Coleoptera fortiter elongata, parallela, cylindrica. 

Pedes robusti, tibiis anticis fortiter acute tridentatis; inter- 
mediis indistincte bi-, posticis haud carinatis. 

Tarsi 4 anlici tenues, intermedii valde elongati, postici 
crassiores, quam tibiae breviores. 

Unguicidi basi bidenticidati. 

Pygidium et propygidium maocima parte libera. 

Die Zahl der Fühlerglieder und namentlich der 7gliedrige Fächer 
weisen der vorliegenden Pachypodiden-Gattung ihren Platz neben 
JElaphocera Gene an, von welcher sie sich zunächst durch den sehr 
verlängerten cylindrischen Körper unterscheidet. Andere Unterschiede 
ergeben, wenigstens für das §, die deutlich conische Oberlippe; die 
mangelnden Querleisten an den Hinterschienen, die kurzen Tarsen der 
letzteren und namentlich die nur an der Basis gezähnelten 
Krallen. Auch hat der Fühlerfächer eine ganz auffallend abweichende 
Form. Während bei Elaplwcera die einzelnen dünnen Lamellen des- 
selben auf einer sehr comprimi rten, etwas zurücktretenden Basis 
stehen, und in Folge dessen die geschlossene Keule ihre schmale, leicht 
gekrümmte Form (wie bei Melolontha §) behält, stellen bei vorliegen- 
der Gattung die dicken Lamellen auf einer breiten, gradlinigen Basis, 
sind kaum gekrümmt und geben so der Masse mehr das Ansehen eines 
engen Kammes als einer Keule. Die Mandibeln haben eine stumpfe 
Spitze und dicht unter derselben einen kleinen aber deutlichen Dorn. 
Das auf der ganzen Oberfläche dicht anliegend behaarte Halsschild ist 
vorne und hinten verengt, an der Basis jederseits leicht gebuchtet, mit 
stumpfwinkligen gerundeten Hinterecken. Die Krallen haben an der 
Basis zwei hinter einander stehende kleine Zähnchen, der Basalzahn ist 
stumpf dreieckig, der davor stehende viel kleiner und spitzer. Taf. IX. 
Fig. 6 a. 

b9. Phalangosovna Mechoivi (n. sp.) Taf. IX. Fig. 6. 
Mas: Elongata, cylindrica, subnitida; capite nigro-piceo, 
thorace scutettocpie rufo-bnmneis,ferrugineo-pilosis; elytris nigro- 
piceis, rugidoso-punctatis, glabris, basi lateribusqm' in,, tum spa r&e 
fidvo-setidosis. Corpore subtus cum pedibus colore thoracis-, äb- 
domine medio leviter infuscato, segmentis dimidio apicali punetü 
piliferis sparsim instructis-, pectore densissime flavo-ferrugineo- 
villoso. Long. 25 mill. Quango. 



320 G. Quedenfeldt: Verzeichniss der von Maj. v. Mechow 

Von der Gestalt einer grösseren, gestreckteu, cylinderförmigen 
Sclüzonycha , etwa crenaticoUis , überall hellrothbraun mit Aus- 
nahme des Kopfes und der Decken, welche pechschwarz sind. Der 
Clypeus sehr fein gerunzelt, fast glatt, der Hinterkopf dicht -und stark 
punktirt und dunkelbraun behaart; das Halsschild sehr dicht mit feinen, 
fast körnigen Runzeln und, ebenso wie das Schildchen und Mesonotum, 
mit rostgelben anliegenden, langen, seidenglänzenden Haaren bedeckt. 
Die Flügeldecken sind unregelmässig dicht gerunzelt, und dazwischen 
punktirt, mit drei sehr undeutlichen, mitunter doppelreihigen, Punkt- 
streifen, unterhalb des Schulterbuckels ein flacher Längseindruck, der 
Aussenrand kurz röthlich bewimpert. Pygidium und Propygidium kör- 
nig gerunzelt, dünn behaart und ebenso wie die mittleren Bauchringe 
ein wenig angedunkelt. Die Beine sind zerstreut gerunzelt punktirt 
und mit längeren Härchen dünn besetzt, die Schienen auf der Aussen- 
seite und die Tarsenglieder an der Spitze mit röthlichen Borsten bekleidet. 
Die Palpen sind kastanienbraun, die Fühler an der Basis hell rothbraun, 
glänzend, der Kamm lehmgelb, matt, das zweite und dritte Glied oben 
punktirt. Forceps -Spitze Fig. 6 b. 

Anomalida e. 

100. Anomala suturalis Chevr. 

1 Exemplar von Malange: bisher vom Senegal. 

101. Anomala interna Harold, Coleopt. Hefte 16. p. 50. 
Pungo-Andongo. Zuerst von Dr. Pogge aus Inner-Afrika. 

102. Anomala pallida Fbr. 

Diese in Afrika weit verbreitete Art wurde auch bei Malange in 
ziemlicher Anzahl gesammelt. Sämmtliche Stücke gehören der Varietät 
an, bei welcher die Naht nicht dunkel gefärbt ist, nur ist bei einzelnen 
Exemplaren der Vorderkopf leicht bräunlich angelaufen. 

103. Anomala (Euchlora) tinctiventris (n. sp.). 
Ovalis, modice conveasa, supra glabra, nitida, saturate prasina ; 

clypeo late rotundato, dense subtile rugoso, margine reflexo rufo; 
vertice thoraceque subdense punctatis, hoc marginibus lateralibus 
prosternoque flavis-, elytris disco distincte sparsim punctatis, sub- 
tiliter punctato - striatis •, pygidio dense rugoso. Corpore subtus 
viridi, ßavo-micante, sparsim, lateribus crebrius, punctato; meta- 
sterno medio laevi, lateralitev tenue flavo-piloso; antennis, palpis 
pedibusque 4 anticis ferrugineis, Ms viridi-micantibus. Long. 19 
mill. Quango. 

Wegen der ungerippten , nur mit Punktreihen versehenen Flügel- 
decken, sowie dem ganzen Habitus nach, zu Euchlora gehörig und von 



in Angola etc. ges. Pectinicomen u. Lamellicornen. 321 
derselben" Färbung, wie Euchlora smaragdina Eschs. Der Kopf 
vorne m sehr flache, Bogen gerundet, der Rand schmal aufgebogen 
und ro h durchscheinend, vor der Stirnnaht dicht und fein gerun/e 
hinter derselben weniger dicht aber stärker punktirt; Halssehild doppelt' 
so breit als lang, f eia gerandet, fast ebenso stark als der Hinterkopf, 
aber etwas weitläufiger , punktirt, die Vorderecken rechtwinkelig die 
Hinerecken stumpf, an der Spitze gerundet, die Basis geger!' das 
Schleichen schwach gerundet vortretend, jederseits leicht gebuchtet 
Schildchen breit dreieckig, die Seiten etwas gerundet; Flügeldecken zwei 
und einhalb Mal so lang, als der Thorax, oval, massig gewölbt, am 
Ende gerade abgestutzt, mit einem punktirten Naht- und acht Rücken- 
streifen, welche einander paarweise etwas genähert sind- nur der neben 
dem Nahtstreifen liegende, etwas breitere, Zwischenraum sparsam 
punktirt, auf den übrigen Zwischenräumen bemerkt man mitunter nur 
kurze etwas verworrene Punktreihe«. Pygidium kurz dreiseitig, sehr 
flach gewölbt und dicht runzelig punktirt, stellenweise gelb durch- 
schimmernd. Die Unterseite ist glänzend grün mit bräunlichem Schimmer 
ebenso die hinteren Beine, bei den vier vorderen Beinen ist das Gelb- 
braun mehr vorherrschend; die Fühler sind kastanienbraun; die Punk- 
tirung der Unterseite ist eine sehr feine und zerstreute, nur die Seiten 
der Brust und des Hinterleibes sind dichter und stärker runzelig punktirt 
und sparsam gelb behaart; die 4 hinteren Schienen aussen mit 3 Quer- 
kanten, nur sparsam mit Börstchen besetzt. 

E. circumdneta Hope von Guinea scheint eine sehr ähnliche Art 
zu sein, es sind aber bei ihr auch die Flügeldecken gelb gerandet, das 
Schildchen hinten kupferig und die Unterseite gelblich pechbraun. 

104. Rhinoplia flaveola Dej. Cat. 
Wenige Exempl. von Malange. Zuerst vom Senegal. 

105. Popilia atra (n. sp.) 

^ Stahira et magnitudine P. bipunetatae F. sed aterrima, 
nitida, thorace subtilius punetato; elytris striato-punetatis, 
pone scutellum transversim foveolatis; pygidio aciculato. 
albo -bipunetato ; prosterno , pectoris abdominisque segmentoram 
lateribus albo-ciliatis. Long. 13 Va mill. Quango. 

Von der Gestalt der Pop. bipunetata, vielleicht ein wenig grösser; 
die Ober- und Unterseite ganz schwarz, glänzend, ohne den geringsten 
Erzschimmer, der sich selbst bei den dunkelsten Stücken der bipunetata 
zeigt, der Kopf dicht und fein runzelig, mit schwach erhabener Quernaht 
zwischen Kopfschild und Stirn. Halsschild in der Mitte ganz glatt, 
nur an dem Vorderrande sehr fein, an den Seiten etwas stärker, aber 
in geringerer Ausdehnung als bei der bipunetata punktirt. Flügeldecken 
XXVIII. Heft II. 21 



322 O. Quedenfeldt: Verzeichniss der von Maj. v. Mechow 

ziemlich regelmässig streifig punktirt, die ersten Zwischenräume mit 
halben Punktstreifen, hinter dem Schildchen neben der Naht ein querer 
grübchenartiger Eindruck. Pygidium in der Mitte runzelig, an den 
Seiten längsrissig, mit zwei punktförmigen weissen Haarfleckeu an der 
Basis. Die Unterseite in der Mitte sparsam, an den Seiten dichter 
punktirt; die Bauchsegmente jederseits auf der Mittellinie fleckig weiss 
bewimpert. Die Brustseiten sehr schwach mit einzelnen weissen Härchen 
oder Haarflecken besetzt, Schenkel und Afterspitze roth bewimpert; 
die grössere Klaue an den Vorder- und Mittelfüssen gespalten; (£?) 
der Mesostemalfortsatz dolchartig verlängert. 

106. Popilia liturata (n. sp.) 

Parva, supra metallico- viridis; capite thorace scutelloque 
dense pnnctatis; elytris profunde punctato-sulcatis, interstitiis 
convexis, laevibus, litura dorsali rujo-testacea. Corpore subtus, 
cum pedibus atro-viridi, sat dense (pectoris abdominisque medio 
excepto) albo-villoso-, pygidio maculis duabus magnis albo-villosis, 
tarsis obscuro-cupreis, palpis antennisque rufis, Ms clava nigra; 
mesosterni processu haud prolongato. Long. 8 mill. Quango. 

Ein wenig grösser als P suturalis Dej., sonst von derselben Ge- 
stalt und Sculptur, gleicher Bildung des Mesosternalfortsatzes, aber 
anders gefärbt. Oberseite schön bell metallisch grün , der Kopf vorne 
fein gerunzelt, hinten wie das Halsschild ziemlich dicht punktirt, die 
Punkte bei letzterem an den Seiten etwas gröber und mitunter zu 
Runzeln zusammenfliessend; Schildchen herzförmig, ebenso wie das 
Halsschild punktirt; Flügeldecken mit 9 starken im Grunde grob punk- 
tirten Furchen, die 7te vorne abgekürzt, die Zwischenräume gewölbt, 
auf jeder Decke ziemlich in der Mitte ein rothgelber Längswisch; hinter 
dem Schildchen jederseits ein Quergrübchen; die Afterdecke an der 
Basishälfte lang weiss behaart, mit einer nackten Mittellinie. Die Unter- 
seite schwärzlich grün, zerstreut, an den Seiten dichter punktirt, die 
Brustseiten lang und ziemlich dicht weiss behaart, die Bauchringe, mit 
Ausnahme der Mitte und des letzten Segments, ebenso wie die Schenkel 
auf der Oberseite" dicht weiss bewimpert. Die Tarsen dunkel kupfer- 
farben mit sehr starkem Krallengliede, die Fühler rothgelb, das Basal- 
glied und die Keule schwarz. Mesostemalfortsatz nach vorne verschmälert, 
vorn abgerundet, aber nicht dolchartig vorspringend, sondern senkrecht 
abfallend. 

Anoplognathidae. 

107. Adoretus nigritarsis (n. sp.) 
Elongato-ovalis, brunneus, subnitidus; capite thoraceque dense 
et fortiter punctatis, hoc longitudine fere triplo latiore, antice et 



in Angola etc. ges. Pecünicomen u. Lamellicornen. 323 

postice leviter bisinuato; elytris fortiter rugoso-, disco subregulariter 
punctatis, levissime tricostidatis ; abdomine, tarsis mandibidisque 
nigro-piceis, pedibus castaneis, antennis palpisque ferrugineis. 
Corpore supra et subtus setulis albis depressis obsito, pectore 
sparsim albido-piloso. Long. 11 mill. Malange. 

Von etwas länglicher, ziemlich regelmässiger ovaler Gestalt mit 
grossem Kopf; Clypeus mit gleichmässig gerundetem, schmal aufge- 
bogenem Vorderrande, oben dicht gekörnt, von der Stirn durch eine 
undeutliche Querlinie getrennt; Hinterkopf und Halsschild dicht und 
stark, etwas runzelig, punktirt; letzteres sehr breit, nach vorne nur 
schwach verengt, mit spitzen Vorder- und stumpfen Hinterecken. Flügel- 
decken mit etwas weniger tiefen, aber grösseren Punkten als das Hals- 
schild, ziemlich dicht besetzt, die Zwischenräume leicht gerunzelt, die 
Naht nicht erhöht mit punktirtem, hinten etwas tiefer werdendem Naht- 
streif; auf jeder Decke drei sehr schwache, durch Punktreihen eingefasste 
Kippen, die nur in dem, innerhalb der Schulterbeule befindlichen, 
schwachen Basal-Eindruck etwas deutlicher vortreten; auch zwischen 
den Rippen mitunter einige unregelmässige Punktreihen. Die ganze 
Oberseite dunkel rothbraun, schwach glänzend, mit sehr leichtem Kupfer- 
schimmer, überall mit anliegenden, kurzen, weissen Börstchen massig 
dicht besetzt. Brust und Beine kastanienbraun, erstere ziemlich lang 
rostgelb behaart, in der Mitte zerstreut, an den Seiten dichter punktirt. 
Tarsen und Hinterleib schwärzlich, letzterer in der Mitte spärlicher, 
an den Seiten dichter mit kurzen anliegenden Borsten bekleidet. 
Schienen der Vorderbeine mit 3 ziemlich scharfen Zähnen, der obere 
Zahn klein und dem mittleren etwas genähert. 



Oryctidae. 

108. Heteronychus Claudius Kl. 
Quango ; zuerst vom Senegal. 

109. Heteronychus capreolus (n. sp.). 
H. capreolus Mus. Berol. in coli. 
Elongatus, subparallelus , conveocus, niger, nitidus; capite 
fortiter rugoso-punctato, fronte bitubercidata, clypeo antice trun- 
cato, angulis eocternis dentatis, mandibulis extus acute tridentatis; 
thorace conveoco, subaequaliter punctato, antice binoduloso ; elytris 
striis tribus geminatis, varioloso-, interstitiis aeque sparsim pune- 
tatis. Corpore subtus nitido, pectore dense subtiliter punctato, 
rufo-piloso, abdomine segmentis rufo-ciliatis; tibiis anticis 4-den- 
tatis, quatuor posticis apice 6-denticidatis. Long. 27 mill. $ . Quango. 

21* 



324 G. Quedenfeldt: Verzeichniss der von Maj. v. Mechow 

Verhältnissmässig schmäler als S. Claudius, welchem er in der 
Grösse ziemlich nahe steht. Oben und unten tief schwarz ; der Kopf 
stark runzelig punktirt, das Kopfschild stark verschmälert mit schwach 
ausgebuchteten, fein gerandeten Seiten, vorne grade abgestutzt, jeder- 
seits mit einem nach aussen gerichteten Zähnchen. Stirn auf der Mitte 
ein wenig vertieft, jederseits mit einem kleinen Höcker, von welchem 
aus sich eine schwache Leiste gegen den Vorderrand der Augen zieht. 
Mandibeln am Aussenrande ausser der scharfen Spitze mit 2 aufgebo- 
genen, ziemlich langen und spitzen Zähnen, der äussere Lappen der 
Unterkiefer 6zähnig, die vier hinteren Zähne paarweise mit einander 
verwachsen. 

Thorax fast doppelt so breit als lang, vorne schwach zweibuchtig, 
hinten grade abgestutzt, fein gerandet, stark convex, die Hinterecken 
kaum angedeutet, ziemlich breit abgerundet; Oberseite ziemlich gleich- 
massig, jedoch weniger dicht als der Kopf punktirt; am Vorderrande 
in der Mitte 2 kleine Knötchen, dahinter eine kurze, undeutliche, etwas 
dichter punktirte Vertiefung und von dieser aus bis zum Hinterrande 
eine glatte Linie. Flügeldecken wenig breiter, aber 2 1 / 2 mal so lang 
als das Halsschild, stark convex, nach hinten wenig erweitert, fein 
chagrinirt, Schulter- und Endbeule etwas glänzender; jede Decke ausser 
dem vertieften Nahtstreif mit drei Doppelstreifen, deren Punkte, ebenso 
wie diejenigen , welche unregelmässig in den Zwischenräumen stehen, 
kreisnarbig sind ; am Aussenrande noch 3 — 4 weitere , schwächere 
Punktreihen. Unterseite etwas glänzender, die Brust äusserst fein und 
dicht punktirt, schwach roth behaart, der Hinterleib sehr zerstreut 
punktirt, jedes Segment mit einer punktirten, roth bewimperten Quer- 
linie. Vorderschienen mit 4 Zähnen, von denen der oberste sehr klein; 
Hinterschienen an der Spitze mit 6 stumpfen Zähnchen, welche ungleich 
von einander entfernt stehen. Erstes Glied der Hinterfüsse breit drei- 
eckig, der obere Winkel in eine Spitze ausgezogen ; die äussere Kralle 
an allen Tarsen ein wenig stärker und länger als die innere; Tarsen, 
Fühler und Palpen kastanienbraun. 

Obgleich die Zähnelung an der Spitze der hinteren Schienen den 
Käfer nach Lacordaire zu den Oryctiden im engeren Sinne verweisen 
würde, glaube ich doch, wegen der Uebereinstimmung im Habitus und 
in allen übrigen Gattungsmerkmalen, denselben bei Heteronychus be- 
lassen zu müssen , wohin er in der Königl. Sammlung gestellt ist. 
Uebrigens ist die Zähnelung nur schwach und von derjenigen der 
ächten Oryctiden verschieden , bei welchen stets grössere Zacken 
und in geringerer Zahl (2 — 3) vorhanden sind. Auch scheint der Cha- 
rakter innerhalb der Art wandelbar zu sein, da von den drei 



in Angola etc. ges. Pectinicornen u. Lamellicornen. 325 

Stücken des H. Claudius Kl. auf dem hiesigen Museum zwei Stücke 
ebenfalls die erwähnte Crenulirung zeigen. 

110. Beteronychus geotrupinus (n. sp.). 
Ovalis, valde conveocus, niger, subnitidus, subtusrufo-piceus- 
capite dense ruguloso, fronte transversim carinata, medio leviter 
impresso,; clypeo antice truncato, margine antico et lateribus 
subsinuaüs, refleosis; mandibulis extus bisinuatis; thorace con- 
vexo, dense aequaliter punctato; elytris striis tribus geminatis, 
Ins et interstitas varioloso-punctatis, pygidio fere laevi, apice 
leviter sinuato. Corpore subtus nitido, subtilissime punctulato 
femoribus abdominisque segmentis rufo-ciliatis; tibiis anticis 
4-dentatis. Long. 15 mill. §. Quango. 

Vom Aussehen eines kleinen Geotrupes stercorarius , auch den 
kleineren gleichbreiten Stücken von Pentodon nicht unähnlich, von 
dieser Gattung jedoch durch die Form des Kopfschildes, den sechs- 
zähnigen Helm der Unterkiefer, die Taster etc. verschieden. Der Käfer 
ist hocbgewölbt, länglich oval, der Clypeus vom Augenrande an nach 
vorne sehr schwach bucht ig verengt, vorne abgestutzt, ebenfalls leicht 
ausgerandet, die Aussenecken stumpfwinkelig, nicht zahnartig vortretend, 
die Käuder aufgebogen. Zwischen Stirn und Kopfschild eine nach 
vorne gebogene, in der Mitte niedergedrückte Querleiste, der Kopf fein 
runzelig, das Halsschild ziemlich dicht und deutlich punktirt, die Basis 
fast grade abgestutzt, fein gerandet, die Hinterecken leicht stumpfwin- 
kelig, am Vorderrande ein undeutliches Knötchen. Flügeldecken nicht 
breiter und kaum doppelt so lang als das Halsschild, mit den gewöhn- 
lichen 3 Doppelstreifen, aus flachen kreisnarbigen Punkten gebildet, 
in den Zwischenräumen stehen eben solche Punkte, theils unregelmässig 
zerstreut, theils in Reihen geordnet, am Seitenrande befinden sich noch 
etwa 3 feinere Punktreihen. Ausserdem ist die ganze Oberfläche mit 
ungleichen, jedoch sehr feinen Pünktchen chagrinirt. Das Pygidium 
ist glänzend glatt, nur an der Basis und den Seiten etwas deutlicher 
punktirt. Unterseite, Beine, Fühler und Palpen sind röthlich pechbraun, 
die ersten Bauchringe mit einer queren Grübchenreihe und diese, wie 
die Schenke], bewimpert. Vorderschienen mit 3 starken und einem 
kleinen, aber spitzen Zahn oberhalb derselben. 
111. Heteronychus arator F. 
Malange; früher vom Cap und St. Helena. 
• 112. Oryctes Boas F. 

Eine grössere Zahl von Malange. Die Art ist weit verbreitet; sie 
geht vom Senegal bis zum Caplande und von da über Mozambique 
bis nach Aegypten hinauf. 



326 O. Qicedenfeldt : Verzeichniss der von Maj. v. Mechow 

113. Oryctes Pechueli Kolbe. Berl. Ent. Zeitschr- 1883. 
pag. 21. 

In grösserer Anzahl von Malange; zuerst von Chinchoxo von 
Dr. Falkenstein in einem weiblichen Exemplar. Hr. Kolbe giebt 
den Clypeus als sehr schwach ausgerandet an, dies mag indessen 
wohl nur zufällig sein , da unter der ziemlich grossen Anzahl der un- 
zweifelhaft zu derselben Art gehörenden Stücke von Malange nur ein 
einzelnes Q eine gleiche Bildung des Clypeus zeigt; alle übrigen Stücke 
haben einen ganz gerade abgestutzten Clypeusrand. Das § trägt auf 
der Stirn ein stark nach rückwärts gekrümmtes , massig verlängertes 
Hörn und der Eindruck des Halsschildes ist von grösserem Umfange 
als beim Q, mit einem stumpfen Zahn in der Mitte des oberen Randes. 

114. Oryctes Mechowi (n. sp.). 

Supra piceus, subtus castaneus, elongato-cylindricus, glaber; 
capite armato, ruguloso-punctato, clypeo lato, rede truncato, 
refleoßo-, thorace antice subsinuatim contractu, medio antico lote 
retuso, impressionibus fortiter rugosis circumdato-, parte basali 
sparse subtiliter, ejus medio tantum densius punctato, elytris sub- 
tilissime subdense punctidatis, striis dorsalibus tribus vix distin- 
guendis; tibiis anticis 5-dentatis, dentis 3 et 5 parvis, obsoletis, 
nonnunquam deficentibus, tibiis 4 posticis apice bidentatis. Long. 
42 — 52 mill. Malange. 

Mas: Cornu frontali erecto, plus minusve elongato, 
leviter compresso et recurvo, apice rotundato - truncato ; thorace 
impressionis margine superiore obtuse tri- vel unidentato. 

Fem.: Cornu frontali thoracisque impressione minoribus, hac 
margine superiore semper unidentato. 

Nach Burmeister zur Gruppe des O. monoceros und rhinoceros 
gehörig, mit welchen Arten die vorliegende in der länglichen cylinder- 
förmigen Gestalt und auch in der Grösse übereinstimmt. Bur meist er 
sagt zwar von dieser Gruppe, dass sämmtliche Arten derselben ein 
stark ausgeschnittenes Kopfschild haben, da indessen das Vorhanden- 
sein von 5 (darunter 2 mehr oder weniger entwickelten) Zähnen an 
den Vorderschienen für die Begrenzung der Gruppe massgebend ist, 
so dürfte vorliegende Art davon nicht auszuschliessen sein. Uebrigens 
habe ich bei der Prüfung einer grossen Anzahl von Exemplaren ge- 
funden, dass dieser Charakter doch ein ziemlich wandelbarer ist, da 
von den beiden kleinen Zähnen mitunter kaum eine Spur vorhanden 
ist, manchmal auch sogar die beiden Vorderschienen ein und desselben 
Stückes hierin eine Verschiedenheit zeigen. Ausser durch den gerade 
abgestutzten Clypeus unterscheidet sich gegenwärtige Art von den ge- 



in Angola etc. ges. Pectinicornen u. Lamellicornen. 327 

nannten durch eine viel schwächere Punktirung der Flügeldecken und 
von monoceros auch noch dadurch, dass die Hinterschienen an der 
Spitze nur mit zwei Zacken versehen sind. Das Kopfhorn des § ist 
nur massig lang, der Quere nach etwas zusammengedrückt und leicht 
rückwärts gekrümmt mit abgerundeter Spitze. Der Eindruck des Thorax 
ist fast schuppenartig, beim Q stärker als beim § gerunzelt, die 
Ränder desselben sind glatt , der obere Rand zeigt beim ($ entweder 
drei sehr stumpfe Zacken oder, wie beim Q, nur eine solche, etwas 
breitere; neben dein mittleren Eindruck befindet sich jederseits eine 
längliche Vertiefung, welche sich auch am Hinterrande desselben fort- 
zieht, beim Q etwas breiter als beim (5; diese, so wie die flach aus- 
gehöhlten Vorderecken, sind ebenfalls stark gerunzelt, der übrige Theil 
des Seitenrandes, so wie die hintere Partie des Thorax ist ziemlich fein 
und zerstreut, nur eine Mittellängslinie etwas dichter punktirt, der ver- 
tiefte Basalrand mit groben Runzeln besetzt. Es kommen bei dieser 
Art Individuen vor, deren beide Geschlechter, ausser geringeren Sculptur- 
Abweichungen , sich in Nichts von einander unterscheiden ; sie haben 
dieselbe Grösse und Form des Kopfhorns sowohl, wie der Aushöhlung 
des Thorax und sind nur allein durch die Form des letzten Hinterleib- 
Segments zu unterscheiden, welches beim $ gebuchtet, beim $ da- 
gegen stumpfdreieckig zugerundet ist. 

Mit O. Pechueli hat obige Art in der Form ebenfalls grosse 
Aehnlichkeit, sie ist aber viel grösser, die Mittellinie des Halsschildes 
ist punktirt und die Form des Penis eine abweichende. Taf. IX. Fig. 7 
zeigt die Penis-Spitze von O. Meehoivi, Fig. 8 von Pechueli. 

115. Pycnoschema subulata (n. sp.). Taf. IX. Fig. 9. 

Mas.-. Oblonga, subparallela , modice elongata et convexa, 
castanea, supra glabra, nitida; capite cornu subidiformi, genis 
rotundatis; thorace transverso, apicefere rede truncato, basi bisi- 
nuato, inaequaliter punctato, lateribus rotundato, angulis anticis 
parum prominidis, rotundatis, posticis obtusis; elytris apicem 
versus vix dilatatis, thorace duplo fere longioribus, modice conveocis, 
subtilissime alutaceis, insuperque parum profunde sparsim punc- 
tatis, striis tribus geminatis. Corpore subtus rufo-castaneo, sub- 
tiliter punctato, fulvo-pubescente. Long. 20 — 217* mill. Quaugo. 

Nach der eigenthümlichen Bildung des Kopfschildes zur Bur- 
meister'schen Oryctes- Gruppe I. B gehörig, bei welcher sich auch 
O. Corydon Ol. befindet. J. Thomson gründete (Archiv II. pag. 65) 
auf diese Arten mit dem schmalen, bis zur Höhe der Oberkiefer und 
darüber hinaus vortretenden Clypeus , unter Beschreibung mehrerer 
neuer Arten, die Gattung Pycnoschema, welcher nunmehr auch O. 



328 G. Quedenfeldt: Verzeiehniss der von Maj. v. Mechow 

Corydon zugefheilt werden muss. Mit dieser letzteren Art hat die vor- 
liegende im Habitus einige Aehnlichkeit, sie unterscheidet sich aber durch 
bedeutendere Grösse , verhältnissmässig gestrecktere Gestalt und da- 
durch, dass die innere Kralle am vorgestreckten Vorderfusse des $ un- 
gezahnt, während sie bei Corydon in der Mitte mit einem abstehenden 
starken Zahn versehen ist. Der Clypeus ist an der Basis des Kopf- 
horns verengt, dann gerundet erweitert und vorne eckig zugespitzt, die 
äusserste Ecke etwas aufgebogen ; die oben concaven , aussen gerun- 
deten Mandibeln sind vor der Spitze schwach gebuchtet und so lang 
als das Kopfschild ; das Kopf hörn ist von derselben Form wie bei 
Corydon, klein, ziemlich dünn und stark nach rückwärts gekrümmt; 
der Augenkiel ist gleichmässig gerundet. Das Halsschild ist um V 3 
breiter als lang, mit abgerundeten Vorder- und stumpfen Hinterecken; 
hinter der Mitte des Vorderrandes befindet sich ein querer, nur schwacher, 
abschüssiger Eindruck, dessen oberer Rand mit zwei stumpfen, genä- 
herten Zacken versehen ist. Die Oberfläche des Thorax ist äusserst 
fein und weitläuftig punktirt , nur in der Mitte zwischen Discus und 
Seitenrand, an den Vorderecken und dem Basalrande mit stärkeren, 
ungleichen Punkten besetzt. Die Flügeldecken sind fast parallel , äus- 
serst fein lederartig genarbt, jede mit 3 Doppel -Punktstreifen und 
einem punktirten Nahtstreif, die Zwischenräume unregelmässig und weit- 
läuftig punktirt; die innere Kralle an den Vorderfüssen bedeutend 
stärker als die äussere und winkelig zurückgebogen, jedoch nicht ge- 
zahnt. Die Oberseite ist kastanienbraun, die Unterseite etwas heller 
gefärbt, nur leicht rothgelb behaart. 

P. Lacordairei Thoms. (?j ist viel grösser, an der inneren Seite 
des Hornes steht ein stumpfes Zähnchen, die innere Kralle der Vorder- 
fusse ist gespalten. 

P. laesicornis Thoms. $ hat ein sehr kurzes und dickes Hörn 
mit deutlichem Grübchen an der Vorderseite. 

Von P. cuspidata und operculata Thoms. liegen nur die Be- 
schreibungen der Q$ vor; da bei diesen der Thorax als stark, dicht 
und gleichmässig punktirt angegeben wird und in analogen Fällen das 
Halsschild des $ zwar feiner aber ebenfalls gleichmässig punktirt ist, 
möchte ich von einer Zusammenziehung der obigen mit einer dieser 
Arten vorläufig noch Abstand nehmen. 

P scrofa Har. (Sitz. Ber. der K. Ac. d. Wiss. 1880 p. 26) ist 
von der vorliegenden Art durch seine viel schmalere und cyliudrische 
Gestalt unterschieden '). 



x ) Hr. v. Harold hat diese Art nur nach einem Q von Zanzibar 
beschrieben; ich habe das $ derselben Art ebendaher erhalten; ich 



in Angola etc. ges. Pectinicornen u. Lametticornen. 329 

116. Cyphonistes tuberculifrons (n. sp.). 

Elongato-ovalis, convexus, castaneus, supra glaber, nitidus; 
capite rugoso, in utroque sexu bituberculato; thorace sim- 
plici, subdense punctato; elytris subtilissime ahdaceis, varioloso- 
punctulatis , striis tribus geminatis, parum distinctis. Corpore 
subtus subtilius punctato, abdomine ciliato; pectore dense fulvo- 
piloso, tibiis anticis fortiter tridentatis, tarsis anticis maris in- 
crassatis, unguibus inaequalibus, interno fortiter dilatato et cur- 
vato. Long. 27 — 28 mill. Quango. 

Obgleich das Männchen kein Kopf hörn trägt, wie Burmeister in 
seiner Charakteristik der Gattung angiebt, so stimmen doch die meisten 
übrigen Merkmale so sehr damit überein, dass es angezeigt erscheint, 
den Käfer vorläufig zur obigen Gattung zu stellen, wenn auch die Auf- 
stellung einer neuen Gattung gerechtfertigt wäre. Die Mandibeln sind 
nur beim Q auf der Aussenseite mit einem Zahn versehen, beim $ 
nicht, das vordere Ende ist in beiden Geschlechtern breit abgestutzt 
und sehr schwach und stumpf zwei- oder dreizähnig, der Unter- 
kieferhelm mit 3 hintereinander stehenden Zähnen, von denen der 
mittelste einfach , der vorderste in zwei ungleiche stumpfe Spitzen ge- 
theilt ist, der hinterste drei kleine Kerbzähnchen an der abgestutzten 
Spitze zeigt. Das Kinn ist länglich, in der Mitte etwas erweitert, nach 
vorn verschmälert, grade abgestutzt, der Länge nach schwach vertieft 
und jederseits mit langen Härchen befranzt. Der Kopf ist runzelig 
punktirt; der Vorderrand im spitzen Bogen gerundet und etwas aufge- 
bogen, dicht rothgelb befranzt, die Stirn mit 2 kleinen Tuberkeln auf 
gleicher Basis. Das Halsschild ist um die Hälfte breiter als lang, ein 
wenig schmäler als die Decken, ganz gleichmässig gewölbt, ringsum 



halte es dafür wegen der gleichen schmalen Gestalt, der übereinstim- 
menden gleichmässigen Punktirung des Halsschildes und der Decken, 
der gleichen Bildung des Augenkiels und der Unterlippe, sowie des 
ebenfalls mit 4 Zacken versehenen Absturzes des Halsschildes. 

P. scrofa Har. Mas: Eu/o-castanea, capite juxta oados 
ruguloso, clypeo cornu parvo, tenui, fortiter recurvato, armato; 
cantho lateraliter simiato; thorace convexo, subdense aequaliter 
punctato, antice elevato, in perpendiculum lote declivi, declivitate 
coneava, laevi, margine superiore 4-dentato, dilute nigro; mento 
longitudinaliter convexo, antice paido dilatato, declivi et leviter 
impresso; tarsis anticis unguicxdo interno fortiter dentato. Cor- 
pore subtus ochraceo-villoso. Long. 16 mill. 

Patria: Barawa, Zanguebar (Dr. Fischer). 



330 G. Quedenfeldt: Verzeichniss der von Maj. v. Mechow 

schmal gerandet, an den Seiten nur schwach gerundet, nach vorne 
etwas verengt, die Vorderecken spitz vorgezogen, die Hinterecken 
stumpfwinkelig; die Oberseite ist nicht ganz dicht, aber ziemlich gleich- 
massig, beim Q etwas stärker, punktirt. Flügeldecken massig gewölbt, 
um V 3 länger als breit, oval gerundet, der Seitenrand kurz hinter der 
Mitte mit einer schwachen Verbreiterung, jede Decke mit 3 doppelten 
Punktreihen, deren Zwischenräume zerstreut punktirt sind, die Punkte 
sind flach, meistens kreisförmig und genabelt, ausserdem finden sich 
sowohl auf der Naht, als überall zwischen den grösseren, noch einzelne 
zerstreute kleine Punkte, Die Brust, der starke, oben abgestutzte 
Zapfen hinter den Vorderhüften, so wie die Längsschwiele vor denselben, 
sind lang rothgelb behaart, die Schenkel ziemlich dicht, die einzelnen 
ßauchringe, so wie das Pygidium, an der Spitze dünner bewimpert. 
Die Vorderschienen mit drei starken abstehenden Zähnen, die vier 
hinteren am Ende in drei Zacken ausgezogen, die Füsse fast etwas 
kürzer als die Schienen, die vordersten beim $ stark verdickt, das 
letzte Glied mit zwei sehr ungleichen Krallen. Färbung oben kastanien- 
braun mit schmaler dunklerer Naht, die Unterseite etwas heller. 
Taf. IX. Fig. 10. Forceps-Spitze. 

Bei C. camurus Karsch (Sitz. Ber. d. naturf. Fr. z. Berl. 1881. 
p. 57) von St. Thorne* trägt das § ebenfalls kein Kopfhorn, sondern 
nur eine niedrige, an beiden Enden gehöckerte Querleiste auf der Stirn. 

117. Xenodoriis Janus Fbr. 

In beiden Geschlechtern vom Quango; auch aus dem Innern. 

Phileuridae. 

118. Phileurus senegalensis Castl., cariosus Dej. 

Ein Exempl. vom Quango. Diese Art gehört zur Burmeister'schen 
Gruppe II B. Vorderschienen mit 3 Randzähnen, Stirn in der Mitte 
mit einem einfachen Höcker. Es steht diese Gruppe sowohl im etwas 
gewölbten Habitus, als in der Form der verschmälerten Unterlippe, der 
Gattung Syrichthus Kirby sehr nahe. Von S. clathratus Gerst., mit 
welcher die obige Art viel Aehnlichkeit hat, unterscheidet sie sich durch 
etwas convexere Form, viel grössere, im Grunde mit einem kreisförmigen 
Nadelriss versehene Grübchen und die rippenartigen Zwischenräume 
zwischen je 2 Grubenreihen. 

Cetonidae. 

119. Dicranorrhina micans Drury. 
Nur ein Q vom Quango. 

120. Eudicella Gralli Buquet, var. Mechowi Quedenf. 
Deutsche Ent. Zeitschr. 1880. p. 346. 



in Angola etc. ges. Pectinicornen u. Lamellicornen. 331 

121. Eudicella tetraspilota Har. Col. Hfte. XVI p. 59. 
Eine grössere Anzahl in beiden Geschlechtern von Pungo Andongo. 

122. Aphelorrhina bella Waterh. Ann. and Mag. Nat. 
Hist, 1879. p. 88. 

123. Eccoptocnemis superba Gerst. Mittheil. d. naturw. 
Vereins f. Neu-Vorpommern u. Rügen 1882. 

Aurato-viridis , sat nitida (mas) vel subopaca (fem.), coccis 
posticis supra purpurascenti-cupreis, metasterno, abdominis basi, 
genubus omnibus tarsisque posticis cupreo-auratis, unguieulis 
nigris. 

Mas: femoribus posticis forüter arcuatis et dilatatis, tibiis 
posticis validissimis, basi intus profunde excisa, apice truncato 
insignibus. 

Ich wiederhole hier die Diagnose, um daran anschliessend zu er- 
wähnen, dass es bei dieser schönen Art auch Männchen giebt, welche 
nicht die stark verdickten Hinterbeine haben. Ich erhielt ein solches, 
ebenfalls vom Quango stammendes $, dessen Hinterschenkel sowohl 
wie die Schienen, denjenigen des Q ganz gleich, ja fast noch ein 
wenig schlanker sind, welches sich aber von dem dickschenkligen (§ 
sonst in Nichts unterscheidet. Unter den zuletzt von Dr. Pogge aus 
dem Innern (Mukenge) hierher gesandten Stücken befanden sich nur 
Männchen mit verdickten Hinterbeinen. 

124. Tmesorrhina Iris F. 

Nur ein einzelnes ^ vom Quango; dasselbe hat, abweichend von 
den typischen Stücken, grüne, mit dem übrigen Körper gleichfarb. Beine, 

125. Heterorrhina cincta Ol. 

Malange; ursprünglich vom Senegal; auch von Guinea und Chin- 
choxo (Dr. Falkenstein) und aus dem Innern (Dr. Pogge.) 

126. Heterorrhina mutica Har. Col. Hefte 16. p. 64. 
Wenige Expl. vom Quango; auch aus dem Innern von Dr. Pogge. 

127. Heterorrhina subaenea Har. 1. c. p. 65. 

Von Malange ; die typischen Stücke stammen von Pungo-Andongo. 
(v. Homeyer). 

128. Gnathocera trivittata Sweder. 

Diese Art wurde bei Malange in sehr grosser Anzahl gesammelt. 

129. Gnathocera villosaJuns. Cist. ent. II. N. 22. p. 255. 
Nur 1 Stück von Malange. 

130. Gnathocera cruda Jans. Cist. ent. II. N. 18 p. 253. 
Von Malange mehrere Stücke. 



332 G. Quedenfeldt: Yerzekhniss der von Jlaj. v. Mechou' 

131. Gnathocera trivialis Gerst. Mittb. d. nat. Ver. 
für Neu-Vorpommern und Rügen. 18S2. 

In ziemlich grosser Anzahl bei Malange gesammelt. Die Diagnose 
lautet : 

Testaceo-ferruginea, nitida, pvgidio pedibusque rufis, capite 
pectore abdomineque nigris, albo-maculatis. Long. 15 mill. 

Die Art steht, nach Dr. Gerstaecker, der G. rufipes Jans, 
sehr nahe, sie ist von derselben jedoch durch den Mangel einer weissen 
Mittellinie auf dem Pronotum und Schildchen, so wie durch den rost- 
roth gefärbten Dolchfortsatz der Brust abweichend ; von G. angolensis 
Westw. durch mehr parallele Gestalt und beträchtlich geringere Grösse 
verschieden. 

132. Discopeltis aberrans Jans. Cist. ent. II. p. 387. 
Nur 1 Exemplar v. Malange. 

133. Leucocelis dysenterica Boh. Ins. Caffr. II. p. 24. 
Von Malange und vom Quango in ziemlicher Anzahl und ver- 
schiedenen Färbungen, namentlich in heller oder dunkler grünen, blau- 
grünen, blauen und violetten Stücken; einzelne davon mit zwei weissen 
Punkten auf der Scheibe des Thorax und ein Paar weissen Makeln an 
der Spitze der Decken. Ausser den von Boheman angegebenen Un- 
terschieden von der L. haernorrhoidalis scheint noch bemerkenswert, 
dass das Pygidium bei allen mir vorgelegenen Expl. beider Geschlechter 
schmäler und an der Spitze etwas abgestutzt, ja mitunter merklich aus- 
gebuchtet ist, so dass es eckiger erscheint als das der haernorrhoidalis. 

134. Leucocelis sernicv.prea Kraatz, Deutsch, ent. Z. 1882. 
Von dieser Art liegen mehrere Exempl. vor, welche mit der 

Beschreibung des H. Autors gut übereinstimmen ; doch finde ich da- 
runter auch einzelne Stücke, welche einen schmal weiss befilzten Seiten- 
rand des Thorax und auf der Scheibe kleine weisse Makeln zeigen, 
und zwar 3 hinter einander stehende nach rückwärts divergirende Paare. 
Bei solchen Stücken finden sich auch auf den Flügeldecken mitunter 
ein Paar weisse Flecke. Die meisten Exemplare sind ohne Makeln, 
doch haben sie an deren Stelle kaum sichtbare Grübchen. Ferner ist 
die Unterseite bei einzelnen Stücken gleichmässig röthlich kupferfarben, 
bei anderen fast schwarz, nur bei einem Stück mit 2 röthlichen 
Abdominal-Segmenten. 

135. Leucocelis triliturata (n. sp.) Taf. IX. Fig. 11. 
Nitida, capite obscure cupreo, medio longitudinaliter subelevato, 

distincte, lateribus fortius, punctato; thorace rufo, subdense sat 
fortiter punctato, maculis tribus longitudinalibus unaque ante 



in Angola etc. ges. Pectinicornen u. Lamellicornen. 333 

basin transversa nigris, punctis albis praeterea obsito; etytris 
virldibus vel paMido-violaceis, guttulis albis, fere ut in L. nithhda, 
ornatis; pygidio rufo, crebre ruguloso -punctata; corpore subtus 
cum pedibus cupreo-rufo, breviter albo-setuloso. Long. 10—10' s 
mill. Malauge. 

Der Käfer steht in der Grösse, der starken Punktirung des Hals- 
schildes, der Streifenbildung der Decken, so wie in der Neigung zur 
Farben-Nüancirung der L. dysenterica sehr nahe, er unterscheidet 
sich aber durch verhältnissmässig etwas breitere Gestalt, durch die Form 
des Thorax, welcher etwas kürzer ist, mit rückwärts stärker divergirenden 
Seiten und stumpferen Hinterecken, durch andere Zeichnung des Hals- 
schildes und hauptsächlich durch das breitere, an der Spitze mehr ver- 
rundete Pygidium- Der Kopf ist dunkel kupferfarben, auf dem Scheitel 
und an den Seiten etwas dichter punktirt als auf der Längsschwiele: 
das Halsschild roth, meist mit schwachem kupferigem Anflug, mit drei 
schwärzlichen Längswischen, von denen der auf der Mittellinie stehende 
vor der Basis durch einen schwarzen Querstrich begrenzt wird. Ausser- 
dem stehen auf dem Discus drei Paare weisser Makeln hinter einander, 
welche nach rückwärts etwas divergiren, so wie jederseits noch zwei, 
dem Seitenrande genähert, hintereinander. Das Schildchen ist roth und 
ganz glatt, nur selten mit einem einzelnen Pünktchen. Die Flügeldecken 
sind entweder grün , oder violett grün oder ganz , mitunter sehr hell, 
violett; die dunkleren Punktstreifen einander genähert, und wie bei der 
dysenterica je 2 in einer seichten Furche liegend, diese selbst mit zer- 
streuten weissen Makeln besetzt. Das Pygidium ist roth, dicht und 
ziemlich grob gerunzelt . Unterseite und Beine dunkel kupferroth, mit 
kurzen weissen Börstchen besetzt, welche auf der Mitte des Leibes spar- 
samer auftreten; die Basis der Bauchsegmente schwärzlich, zerstreut 
punktirt. mit je einer weissen kleinen Makel am Seitenrande. Seiten 
der Hinterbrust, Hinterschenkel und Hüften längsrissig, die erstere in 
der Mitte ziemlich grob aber zerstreut punktirt. Spitze der Schienen und 
die Füsse mitunter dunkler braun. Fig. IIa. Forcepsspitze von L. trili- 
turata, Fig. 12 von L. dysenterica; letztere unterscheidet sich von der 
ersteren nur durch die etwas breiter zugerundete Spitze der Seitenlappen. 

136. Pachnoda impressa Goldf. 

Bei Malange sehr häufig und in mehreren Hundert Exempl. ges. 

137. Pachnoda (Cetonia) frontalis Har. Coleopterol. 
Hefte XVI. p. 73. 

Diese zuerst von Dr. Pogge aus dem Innern gesandte ausgezeichnete 
Art wurde auch bei Malauge in einigen Stücken gesammelt. 



334 G. Quedenfeldt: Verzeichniss der von Maj. v. Mechow 

138. Pachnoda cordata Drury. 

Nur 2 Exempl. vom Quango, mit derselben verwaschenen Zeichnung 
der Flügeldecken, wie sie die von Pogge aus dem Innern gebrachten 
Stücke zeigen. 

139. Pachnoda rubrocincta Hope. 

Nur ein Stück von Malange. Die Flügeldecken desselben sind fast 
ganz rothbraun , nur über die Mitte jeder einzelnen zieht sich ein ver- 
waschener schwarzer Längsstreif; auch aus dem Innern und von Guinea. 

140. Pachnoda rufovirens (n. sp.) 

P. impressae similis sed magis elongata, minus convexa, thorace 
paulo longiore, mesosterni processu piano; supra atro-viri- 
dula, vel brunneo-purpurea, opaca; capite ante oados cum, verticis 
medio testaceo; thoracis margine laterali et apicali, coleopterorum 
margine laterali, pone medium profunde bis exciso, et fascia in- 
terrupta postmediana aurantiacis, nigro-limbatis ; pygidio basi 
albo-4-macidato ; corpore subtus cum pedibus ut in P. impressa. 
Long. 19 — 20 mill. Malange. 

Durchschnittlich etwas kleiner und schmäler als P. impressa, sonst 
ähnlich gefärbt und gezeichnet. Der Kopf vorne nicht verengt, der 
Vorderrand leicht gebuchtet und aufgebogen, dicht punktirt oder ge- 
runzelt, bis zu den Augen braungelb gefärbt, welche Färbung dreieckig 
in die Mitte des Scheitels hineintritt; Oberseite des Käfers entweder 
schwärzlich grün, an der Spitze der Decken mitunter röthlich durch- 
schimmernd, oder bräunlich purpurfarben, matt; flacher gewölbt als bei 
P. impressa, in der Schildchengegend etwas abgeflacht. Halsschild 
verhältnissmässig schmäler als bei der Genannten, beim $ fein und 
zerstreut, beim Q dichter und stärker bogig punktirt; der Vorderrand 
sehr schmal, die Seitenränder breiter gelb. Flügeldecken streifig punktirt 
mit erhabener Naht und einer kurzen , in den Endbuckel verlaufenden 
Eippe, der breite hell orangenfarbene Seitenrand hinter der Mitte er- 
weitert und mit einem rundlichen tiefen Ausschnitt versehen, welcher 
fast bis zum Seitenrande eingreift; hinter diesem noch ein kleinerer 
Ausschnitt, der Spitzenrand an der Naht verbreitert. Hinter der Mitte 
der Decken jederseits der Naht, in gleicher Höhe mit dem vorderen 
Ausschnitt, eine quere, zackige Makel, die gelben Zeichnungen sämmtlich 
schwärzlich gesäumt. Unterseite schmutzig braungelb, die Bauchringe 
jederseits mit 2 queren alternirenden weissgelben Makeln, das Meta- 
sternum nur an der Basis gefleckt. Pygidium an der Basis mit vier 
in einer Querreihe stehenden runden weissen Flecken, der Mesosternal- 
fortsatz ganz flach, queroval; Vorderschienen in beiden Geschlechtern 
zweizahnig. 



in Angola etc. ges. Pectinicornen u. Lamellicornen. 335 

Die ähnlich gefärbte Var. der P. viridana Blanch. ist viel kleiner, 
hat ein schmäleres und weniger stark aufgebogenes Kopfschild, und 
Unterseite und Pygidium sind schwarzgrün. 

141. Diplognatha gagates Forst. 

142. Diplognatha silicea Mac Leay. 

Beide Arten wurden in zahlreichen Exemplaren sowohl von Malauge 
als vom Quango mitgebracht. 

143. Diplognatha hebraea Ol. 

Malange; bisher nur vom Cap, Pt. Natal und Abyssiuien nachgewiesen. 

144. Diplognatha maculatissima Boh. 
Malange. Auch aus dem Innern (Pogge) und von Zanzibar. 

145. Diphrontis Gerstaeckeri (n. sp.) Taf. IX. Fig. 13. 
Deplanata. opaca ; capite nigro, dense ?*uguloso, antice dilatato, 

clypeo reflexo, leviter sinuato, angidis externis rotundatis; thorace 
rufo-ferrugineo. nigro-maeulato, octogono, subdense punctato, basi 
late rotundato, ante scutellum haud emarginato, lateribus ante 
angulos posticos vix sinuatis; elytris rvfo-ferru gineis, nigro- 
macidatis, apieem versus angustatis, lateribus paulo rotundatis, 
leviter costulatis, striatis, lateribus apiceque varioloso-punctatis. 
Corpore subtus cum pedibus nigro, sparsim varioloso- punctata, 
pygidio abdominisque marginibus rufo-ferrugineis. Long. 13 
mill. Malange. 

Die Gattung Diphrontis wurde von H. Dr. Gerstaecker nach 
einem von Buch holz bei Abo (Camaroons-Gebiet) aufgefundenen Exempl. 
aufgestellt (Mitth. d. naturf. Ver. f. Neu-Vorp. u. Rüg. 1882. p. 26); 
sie weicht von den übrigen Diplognathiden durch den vorne gebuchteten, 
jederseits gerundeten Clypeus, das achteckige, vor dem Schildchen 
nicht ausgeschnittene Halsschild, den schmalen zugespitzten Meso- 
sternalfortsatz und die ungezahnten Hinterschienen ab. Obgleich nun 
die vorliegende Art in Bezug auf die beiden letzteren Punkte der 
Gattungsdiaguose nicht entspricht, da der Mesosternalfortsatz vorne ab- 
gerundet ist und die Hinterschienen zwar der ganzen Länge nach fein 
gesägt, aber hinter der Mitte mit einem kleinen Zähnchen versehen 
sind, so glaube ich, um die Aufstellung einer neuen Gattung zu ver- 
meiden, die vorliegende Art dennoch vorläufig der Gatt. Diphrontis 
zutheilen zu müssen, welcher sie in Betreff der Bildung des Clypeus 
und des Halsschildes vollkommen entspricht. Zwar kleiner als Eriulus 
nähert sie sich in Bezug auf den ganzen Habitus dieser Gattung noch 
am meisten. Die Seiten des Kopfschildes sind aber vollkommen ge- 
rundet, die Mitte schwach gebuchtet, der Vorderrand etwas aufgebogen, 



336 O. Quedenfeldt: Verzeichniss der von Maj. v. Mechoiu 

der ganze Kopf stark ungleich punktirt, mit Inbegriff der Fühler schwarz. 
Das Halsschild vorne etwas schmäler als der Kopf sammt den Augen, 
grade abgestutzt, die vordere Hälfte des Seitenrandes gradlinig, die 
hintere Hälfte schwach gebuchtet, die drei Seiten der Basis zusammen 
verrundet, vor dem Schildchen kein Ausschnitt; die Scheibe ziemlich 
dicht punktirt, die Punkte vorne mit halbkreisförmigem Rande, die 
Seiten gerunzelt; auf gelblich rothem Grunde stehen 10 schwarze Makeln, 
zwei grössere nahe dem Vorderrande, zwei eben solche nahe der Basis, 
vier kleinere in einer Querreihe auf dem Discus und eine jederseits am 
vorderen Theil des Seitenrandes. Schildchen und Flügeldecken ebenfalls 
gelbroth, ersteres am Grunde und neben den Seiten bogig gestrichelt, 
letztere jederseits neben der Naht mit zwei eingeritzten Streifen, deren 
Ränder etwas aufgeworfen sind, die nächsten beiden Streifen sind in 
längliche eingeritzte Grübchen aufgelöst, die äusseren sechs Streifen 
aus flachen genabelten, hufeisenförmigen Punkten bestehend. Die 
Rückenstreifen sind einander paarweise genähert, der Zwischenraum 
zwischen dem lten u. 2ten, so wie zwischen dem 2ten u. 3ten Paare 
rippenartig gewölbt, die Spitze hinter dem Endbuckel gerunzelt; auf 
den Rippen einzelne zerstreute schwarze Makeln, darunter eine grössere 
jederseits der Naht hinter der Mitte; Pygidium, so wie die schmalen 
Seitenränder des Hinterleibes und der Afterrand roth, die übrige Un- 
terseite nebst Beinen schwarz. Die Hinterleibssegmente und die Mitte 
der Hinterbrust zerstreut narbig punktirt, die Seiten derselben und die 
Schenkel dicht längsrunzelig, goldgelb bewimpert. 

Ich erlaube mir, diese Art zu Ehren des Hrn. Professor Dr. Gerst- 
aecker zu benennen. 

146. Charadronota pectoralis Bainbr. 

Ein Exemplar (Q) vom Quango; mit der Beschreibung des Autors 
(Trans, ent. Soc. III. 1842. p. 217.) in allen Punkten übereinstimmend; 
es werden zwar die Hinterleibsringe nur an den Seiten gelb gefleckt 
angegeben, während bei meinem Stück das ganze zweite und fünfte 
Segment gelb gefärbt ist; es ist dies jedoch ein Umstand, welcher bei 
der Veränderlichkeit in der Färbung der Unterseite bei einzelnen Di- 
plognathiden nicht sehr ins Gewicht fällt. 

147. Macroma scutellata F. 

Wenige Stücke von Malange, zuerst von Guinea und Senegambien. 

148. Cymophorus spiniventris Gory u. Perch. 

3 Stücke vom Quango ; ebenfalls zuerst vom Senegal bekannt. 

149. Coenochilus ventricosus Schönh. 
Vom Quango mehrfach. 



in Angola etc. ges. Pectinicornen u. LameUicornen. 337 

150. Coenochilus Kolbei (n. sp.). 

Nigro-piceus, nitidus, supra glaber; capite fortiter ruguloso, 
antice tumuloso, lateraliter dilatato, verMce carina öbsoleta trans- 
versa; thorace transversim ovali, crebre punctato, medio ob- 
solete sulcato, basi lateribusque pone medium leviter si- 
nuatis; elytris subregulariter sidcatis, sutura laevi, interst'diis 
duobus prowimis sparsim punctatis, sulcis humeralibus trans- 
versim rugulosis, pone medium evanescentibus. Corpore subtus 
nitido, lateribus rimidosis; pectore rufo-lanuginoso, femoribus 
tibiisque rufo-ciliatis, antennis castaneis. Long. 1272— 15 mill 
Quango. 

Dem Ö. glabr atus Boh. Ins. Caffr. II. sehr nahe stehend; dieselbe 
Form des Kopfes, der Mundtheile, des Halsschildes und überhaupt der 
ganzen Gestalt, doch beträchtlich kleiner und mit rostrother langer 
Behaarung der Brust, welche bei glabratus weder von Bohemann 
noch von West wo od (Thes. Ent. Oxon. p. 37. pl. 12 f. 9) erwähnt 
wird. Der Kopf vorne etwas verbreitert, die Seiten herabgebogen, der 
Vorderrand leicht gebuchtet, oben schwach beulig gewölbt und ziem- 
lich stark runzlig punktirt, der Scheitel mit einer Querleiste, das 
vorne etwas verdickte, an der abgestutzten Spitze oval ausgehöhlte 
Kinn wie bei glabratus. Halsschild quer oval, die Seiten -Rundung 
genau in der Mitte, der Vorderrand grade abgestutzt, die Basis vor 
dem Schildchen sowie der Seitenrand vor der Basis schwach 
gebuchtet, beide etwas breiter abgesetzt als der vordere Theil des 
Seitenrandes; die Oberseite fein und dicht, an den Seiten schwach 
runzelig punktirt , mit einer seichten Mittelfurche. Schildcheu gleich- 
seitig, sehr spitz, fein gerunzelt. Flügeldecken etwas breiter als das 
Halsschild, stark gewölbt, mit iinregelmässigen, massig vertieften Längs- 
furchen, die Naht fast glatt, nur mit einzelnen feinen Pünktchen 
besetzt, die Nahtfurche bis zur Spitze durchlaufend, die zweite Furche 
nur von der Spitze des Schildchens bis zum Endbuckel reichend, beide 
Furchen im Grunde mehr oder weniger scharf längsrissig, die beiden 
zugehörigen Zwischenräume stärker als die Naht punktirt; die Schulter- 
furche, d. h. diejenige flache und breite Vertiefung, welche innen am 
Schulterbuckel beginnt und vor dem Endbuckel endigt, mit einem Paar 
schwachen Längsrippen , die ganze Furche ebenso wie die Spitze der 
Decken ziemlich dicht gerunzelt, die Seiten derselben nur fein 
aber deutlich punktirt. Pygidium convex, punktirt, am Grunde ge- 
runzelt. Unterseite in der Mitte glatt, nur mit zerstreuten feinen Pünkt- 
chen, an den Seiten rissig gestrichelt; die Schenkel und Schienen mit 
groben Längsrissen. Färbung des Käfers pechschwarz, die Brust- 
seiten lang rostroth behaart, der Vorderrand des Kinns , der 
XXVIII. Heft ii. 22 



338 G. Quedenfeldt: Verzeichniss der von Maj. v. Mechow 

Prosternalzapfen , die Schenkel und Schienen, sowie die Seiten des 
Abdomen (letztere jedoch nur sparsam) rostroth bewimpert. Eud- 
Stigmen des Hinterleibs kaum merklich vortretend, 

Der Käfer befand sich in einer Anzahl von Exempl. auch unter 
der letzten Pogge'schen Ausbeute von Mukenge, welche das Kgl. Museum 
erhielt, Hr. Assistent H. J. Kolbe hatte die Freundlichkeit, diese, wie 
manche andere Art derselben Provenienz, mir zum Vergleich mitzu- 
theilen; ihm zu Ehren ist der Käfer benannt. 



Anoplocarpus 

n. gen. Cetoniidae, Cremastochilidae. 

nvoTilos — unbewehrtj xuqtios — Vorderarm. 

Taf. IX. Fig. 14. 

Mentum elongatum, longitudinaliter Impressum; ligulae parte 
dilatata et incrassata, antice truncata et sinuata. (Fig. 14 a.) 

Maxillarum mala externa falcata, apice acuta, eoetus pilosa; 
interna apice curvata, obtusa, intus spinis 6 — 7 setiformibus. 
(Fig. 14 b.) Palporum art. xdtimus elongato-ovalis. 

Capxd parvum, inclinatum, clypeo leviter sinuato, utrinque 
modice excavato, marginibxis elevatis, angulis rotundatis. 

Antennarum articulus idtimus brevis, incrassatus. 

Prothorax coleopteris equilatus, antice rotundatus, latcribus 
subparailelis, angidis posticis fere rectis. 

Scutellum elongatum, apice acutissimum. 

JElytra fere parallela, angusta, supra deplanata, pone humer os 
fortiter excisa. 

Pedes mediocres, tibiis anticis inermis , quatuor jyosticis 
unidenticidatis, tarsis tibiis fere aequalibus. 

Pygidium breve, obtuse conicum, ante apicem leviter tuber- 
adatum. 

Mesosternum inter coxas angustum, antice triangidariter 
dilatatum, planum, margine antico late rotundatum. Prostemum 
ante coxas armatum. 

Abdominis Stigmata xdtima tubidosa. 

In der allgemeinen Körperform der Gattung Coenochilus am 
nächsten stehend , jedoch von derselben in nachstehenden Punkten ab- 
weichend: die Endspitze des Helms, welche bei Coenochilus zweizahnig 
ist, bildet bei vorstehender Gattung einen spitzen, sichelförmigen, auf 
der Aussenseite bewimperten Haken; ein ähnlicher, jedoch etwas brei- 
terer Haken mit abgestumpfter Spitze, befindet sich am Kaustück ; die 
innere Seite des letzteren ist mit 6 — 7 borstenartigen Stacheln ver- 



in Angola etc. ges. Pectinicornen u. Lamellicornen. 339 

sehen. Die Unterlippe ist in der Mitte etwas sattelförmig gebogen, 
der Länge nach schwach vertieft, der Zungentheil etwas verdickt, nach 
vorne verbreitert und senkrecht abgestutzt, ein wenig ausgebuchtet. 

Das Kopfschild, welches bei Coenochilus flach gewölbt ist, ist 
hier an allen Rändern ziemlich stark aufgebogen, der Vorderrand ist 
schwach gebuchtet, die Ecken breit zugerundet. In der Mitte des Kopfes 
bemerkt man eine vom Scheitel bis zum Vorderrande des Clypeus ver- 
laufende schwache Längs-Erhöhung, wodurch sich innerhalb der Kopf- 
ecken jederseits eine flache Grube bildet. 

Der Thorax ist etwa so lang als breit, vorn zugerundet, mit etwas 
herabgezogenen Seitenränderu, die Basis fast so breit als die Schultern, 
ein wenig gerundet, in der Mitte schwach gebuchtet, die Hintereckeu 
nicht ganz rechtwinkelig. Vor dem Schildchen zeigt sich ein schwacher 
Buckel und jederseits desselben an der Basis eine quere Vertiefung. 
Die Flügeldecken sind von derselben, fast noch schmaleren Form wie 
bei Coenochilus, auf dem Rücken flach eingedrückt, nur an den Schul- 
tern kaum merklich breiter, sonst eben so breit als das Halsschild. 
Die Beine sind ziemlich ähnlich gebaut wie bei Coenochilus, dagegen 
die Vorderschienen ganz abweichend. Dieselben sind nach vorne 
kaum erweitert, ungezahnt, vor der Mitte etwas nach aussen und 
abwärts gebogen , an der Spitze breit zugerundet. Eine ähnliche Bil- 
dung der Vorderschiene zeigen in der Cremastochiliden -Gruppe nur 
noch die Gattungen Trichoplus (Burm. Hdb. d. Ent. III.) und Nyas- 
sinus (Westw: Trans. Ent. Soc. 1879). 

Das Mesosternum , welches zwischen den Hüften ziemlich schma 
ist, erweitert sich nach vorne zu einem kleinen flachen Dreieck mit 
breit zugerundeter Vorderkante und quergeriefter oberen Fläche. Die 
Ränder des letzten Stigmen-Paares treten spitz kegelmässig hervor. 

151. Anoplocarpus marginatus (n. sp.). 

Niger, subnilidus, capite dense puactato; thorace striis irre- 
gularibus baseos medium circumßuentibus, lateribus postice albo- 
squamosis; coleopteris disco punctatis et irregulariter geminato- 
striolatis, squamidis albis. seriatim obsitis, lateribus albo-margi- 
natis; pygidio, pectoris abdominisque lateribus sjuirsim albo- 
pilosis; pygidio, antennis palpisque fulvis. Long. 9 mill. Quango. 

Der Käfer hat in Grösse und Gestalt eine sehr grosse Aehnlichkeil 
mit Coenochilus crassipes Westw. , auch eine ähnliche Sculptur der 
Flügeldecken, doch sind dieselben bei vorliegender Art flacher, stärker 
punktirt, an der Basis leicht gekernt und an den Seiteu querrunzelig; 
die auf jeder Decke zunächst der Naht stehenden beiden Doppelstreit. ,, 
sind scharf eingerissen, fangen hinter dem Schildchen an und enden 



340 G. Quedenfeldt : Verz. d. v. Maj. v.Mechoivges. Pectinicorn. etc. 

bei der Endbeule, die Discusstreifen sind sehr kurz und liegen in einer 
flachen Läugsvertiefung. Das Halsschild ist sehr fein und dicht nadel- 
rissig gestrichelt, die unregelmässigen , vielfach in einander laufenden 
Strichelchen gruppiren sich concentrisch um den Basalhöeker vor dem 
Schildchen. Die Unterseite ist fein und zerstreut punktirt, die Brust- 
seiten und die Schenkel ziemlich lang weiss behaart, die Seiten der 
Abdominal-Segmente und Schienen kürzer gelblich bewimpert. Pygidium 
und Propygidiurn sind braunroth , ersteres punktirt , lezteres äusserst 
fein querrissig. 



Trichiidae. 

152. Incala calabariea Westw. Thes. Eut. Oxon. p. 4. 
Taf. 1. f. 3. 

Nur ein einzelnes Stück vom Quango; dasselbe stimmt mit der 
Beschreibung und Abbildung, welche Westwood vom § giebt, voll- 
ständig überein, kennzeichnet sich aber durch die geraden Mittelschienen 
als ein Q . 

153. Platygenia barbata Afzel. 

Malange; auch von der Sierra Leona. An den Congomündungen 
von Dr. Falkenstein häufig gesammelt. 

154. Myo derma alutacea Afzel. 
Vom Quango ; ursprünglich von Guinea. 

155. Agenius quadrimaculatus Afzel. 
Malange; ebenfalls zuerst von Guinea. 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft II.] 341 



Die Katipo- Spinne „laua-laua". 

Notiz von Dr. F. Kar seh. 



So unglaubwürdig, zum mindesten übertrieben, auch manche uns 
von Reisenden erstatteten Berichte über die Gefährlichkeit des Bisses 
mancher Spinnen klingen mögen, muss es doch als eine überraschende 
Thatsache bezeichnet werden, dass überall dort, wo eine LathrodectliS 
Walck. oder eine „Malmignat te" vorkommt, gerade diese Spinnen- 
gattung von den Bewohnern der betr. Gegenden als ein in hohem 
Grade gefährliches Wesen bezeichnet und gefürchtet wird. Derlei 
Nachrichten liegen bis jetzt von Südeuropa, Nordafrika, Nordamerika 
und Neu-Seeland vor. 

Der Herr Kaufmann Otto Koch hat vor mehreren Jahren dem 
Berliner zoologischen Museum einige weibliche Exemplare des Lathro- 
dectliS scelio Thorell nebst ihren kugelrunden Eiersäckchen von der 
Philippinen -Insel Cebü geliefert und einen Commentar beigefügt, der 
wiederum die Gefährlichkeit des Bisses dieser Spinne begründet und 
damit die Richtigkeit der Ansicht van Hasselt's (Nederl. Tijdschr. 
v. Geneesk. 1882), dass man bezüglich der Angaben über die Wir- 
kungen des Spinnengiftes nicht alles glauben, noch weniger aber alles 
verwerfen dürfe, bestätigt. 

Wir haben hier die gleichzeitig mit Thorell (1870) unter dem 
obigen Namen auch von Powell als LathrodectliS Katipo beschrie- 
bene prachtvolle Spinne vor uns, die Katipo-Spi n ne, welche nach 
Bradley im ganzen östlichen und südlichen Neu-Holland, von Adelaide 
bis Cape York und bis zu einer Höhe von 3000 Fuss zu Hause sein soll. 

Herrn Otto Kochs Commentar zu LathrodectliS SCCÜO Thor, 
lautet nun wörtlich also : 

.,Ccbti. Laua-laua. Die Spinne ist schwarz mit rothem Streif 
auf dem Rücken und schwarzen Füssen. 

Die Visayer fürchten diese Spinne so sehr, dass sie mir nach 
langer Ueberredung die Plätze zeigten, wo dieselben zu finden waren. — 
Die Spinnen sollen so stark beissen, dass der Gebissene innerhalb 
3 Stunden stirbt. — Zuerst verursacht der Biss einen solchen Durst, 
dass der Gebissene bis zu einem Eimer Wasser trinken muss, worauf 
der Bauch so hart wie Stein wird. 



342 F. Karsch: die Katipo- Spinne „laua-taua". 

Dieses sind Aussagen der Eingeborenen und des seit 29'/2 Jahren 
in Carmen ansässigen Priesters R. P. Fr. Antonio Fuertes. 

Das Diccionario bisaya-Espanol sagt: 

Lava-lava. Aräiia pequena muy negra, con una pinta colorada 
en la parte posterior de la barriga. La picadura de esta arana es 
peligrosisima y mata si no se asiste immediatauiente al pacieute con 
inedicinas que sean contraveneno del insecto. — Regularmente se en- 
cuentrandebajo de las piedras de las sementeras 1 ). 

Der oben genannte Priester sagt, die Aerzte bezweifelten die starke 
Wirkung des Bisses und er habe gehört, dass das beste Gegengift das 
sei, eine zerdrückte gleiche Spinne auf die Biss-Stelle zu legen. 

Dagegen behauptete gleicher Priester, er habe schon Manche an 
dem Bisse einer lavä-lavä gestorbene beerdigen lassen. 

Das Diccionario führt noch eine andere Spinne an und beschreibt 
dieselbe wie folgt: 

Banayäo. Arana pequena y negra, con una mancha colorada 
en la barriga, cuya picadura algunas veces es mortal, y siempre de 
malos resultados. — Regularmente se halla debajo de las piedras en 
las sementeras 2 )." 



') Lava-lava. (Verdeutscht:) Eine kleine sehr schwarze Spinne 
mit einem rothen Male auf dem hinteren Theile des Leibes. Der Stich 
dieser Spinne ist sehr gefährlich und hat den Tod zur Folge, wenn 
nicht augenblicklich dem Patienten Arzneien als Gegengift zu Gebote 
stehen. — Man trifft sie häufig unter Steinen auf Aeckern. 

*) Banayäo. (Verdeutscht:) Eine kleine schwarze Spinne mit 
einem rothen Flecken am Bauche, deren Biss zuweilen tödtlich ist und 
in jedem Falle nachtheilige Folgen hat. — Sie findet sich häufig unter 
Steinen auf Aeckern. 

D. Red. 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft II.J 343 



Beitrag zur Biologie der Aphididen. 

Von H. J. Kolbe. 



Chrysopa-Arten erscheinen zuweilen an einem Orte in beträchtlicher 
Anzahl, und das ist für den Naturhäushalt gar nicht bedeutungslos, 
denn man kann sicher sein, an" den Zweigen oder Blättern des von 
ihnen occupirten Baumes oder Strauches ganze Aphidenvölker zu finden. 
Am 14. September d. J. unternahm ich eine Excursion nach dem 
Brieselang hinter Spandau, einer der für den Naturfreund anziehend- 
sten Localitäten der Berliner Umgegend. Unweit des Finkenkruges 
dortselbst, an einem von mittelgrossen Eichen (Quercus pedunculata) 
gebildeten Waldsaume flatterten von den herabhängenden laubigen 
Aesten einer dieser Eichen in ungewöhnlicher Menge hellgrüne Chry- 
sopen auf, von denen die meisten bald darauf in unmittelbarer Nähe 
an langen Grashalmen zu sehen waren. Sie gehörten alle zu Clirysopa 
vulgaris L.; die eingefangenen Exemplare waren meist erst kürzlich 
ausgeschlüpft und ziemlich weich, und dass sie ihre Entwicklung an 
den Zweigen desselben Baumes durchgemacht hatten, der sie so schaareu- 
weise beherbergte, und dass ebendaselbst zahlreiche Blatt- oder Rinden- 
läuse hausen mussten, konnte man vermuthen. Bald zeigten sich an 
einigen Aesten und Zweigen der Eiche grosse Colonien von Rinden- 
läusen (Lachnus roboris Linn.^, die ringsherum in dichten Reihen die 
Rinde besetzt hielten und nur aus ungeflügelten Formen verschiedener 
Altersstufen bestanden; sie sassen daselbst sehr stumpfsinnig, jede den 
Schnabel in die Rinde gebohrt, die meisten ohne sich zu rühren. So 
war die schwarzbraune Läusebrut zwischen dem grünen Laube anzu- 
sehen ; nur einige Individuen hielten die beiden Hinterbeine hoch empor, 
stemmten mit den 4 Vorderbeinen und dem Schnabel gegen die Rinde 
und setzten die hochgehobenen Hinterbeine in kräftige Bewegung, was 
den Anschein gewährte, als ob sie den Schnabel mit Anstrengung noch 
tiefer bohren wollten. Es dienten aber diese zuweilen in energisches 
Strampeln ausartenden Bewegungen des hintersten Beinpaares, wie sich 
bald zeigte, namentlich zur Abwehr der Ameisen, welche einzeln durch 
die Colonie stelzten und unablässig bald links bald rechts auf das Ab- 
dominalende der Aphiden zusteuerten, um die krystallhellen Flüssigkeits- 
tröpfchen, welche diese Rindenläuse immer in kurzen Zwischenräumen 



344 H. J. Kolbe: Beitrag 

aus dem Anus entleerten, zu naschen. Die Ameisen (es war Formica 
rufet) Hessen sich allerdings von den Aphiden vertreiben ; denn aus 
Erfahrung mochten sie wissen , dass da hartnäckige Zudringlichkeit 
nutzlos sein würde. Doch bisweilen verhielt sich eine der Rindenläuse 
bei nicht unzeitiger Annäherung einer Ameise, nämlich wohl dann, 
wenn es jener beliebte oder wenn sie im Stande war, dem Willen der 
Ameise gerecht zu werden, ganz ruhig, ohne ein Bein zu rühren, und 
Hess es zu, dass die Ameise ihr das Analtröpfchen abschlürfte. Uebrigens 
nahmen die gierigen Ameisen auch die Tröpfchen auf, welche überall 
nutzlos verspritzt worden waren und Rinde und untensitzende Blätter 
bedeckten. — Es strampelten die Rindenläuse auch dann mit den 
Hinterbeinen, sobald ihr Beobachter mit einem Stäbchen zart ihre 
Hinterleibsspitze berührte; doch geriethen sie weiter nicht ausser Fas- 
sung, noch zogen sie den Schnabel aus der Rinde. 

Man sieht, dass für haclmus roboris die Ansicht nicht zutrifft, 
dass die Aphididen insgesammt aus seitlichen Saftröhren der mittleren 
Abdominalsegmente eine Flüssigkeit hervortreten Hessen, und zwar 
dann, wenn sie von Ameisen beleckt würden. Lachnus roboris giebt 
die Süssigkeitströpfchen nicht auf äussere Veranlassung ab, sondern 
freiwillig und zwar aus der äussersten Spitze des Hinterleibes. — Eine 
ähnliche Beobachtung hat Witlaczil 1 ) vor zwei Jahren publicirt. 
Nach diesem Beobachter lecken die Ameisen die aus dem After hervor- 
tretenden Excremente bei Aphiden und Membraciden auf, ,, nicht also 
den Saft aus den Zuckerröhren der ersteren." 

Neben dieser freundlichen Ameisenschaar erscheinen aber Ange- 
hörige anderer Insectenordnungen und Abtheilungen, die sich als mör- 
derische Feinde kundgeben. Man kennt derer zahlreiche Species je 
einer bestimmten Gruppe aus 4 Insectenordnuugen: Diptera, Hyme- 
noptera, Coleoptera und JSeuroptera"'). 1) Die gewandten und ge- 
schmeidigen Larven einer Reihe von Arten aus der Familie Syr- 
phidae-, 2) Hymenopteren aus der Familie Pteromalidae: lsocratus 
aeneus Ratzb.; Familie Braconidae: die zahlreichen Arten der 
zur Gruppe der Aphidier gehörigen Genera; Familie Cynipidae 
(Trib. Parasitici) Schmarotzer -Gallwespen: die zahlreichen Species 
der Gattung Allotria, welche sämmtlich den Blattläusen ihre Eier in 
den Leib bohren; 3) die meisten Arten der Familie Coccinellidae, die 



') Zur Anatomie der Aphiden in : Arbeiten des Zoolog. Instituts 
zu Wien 1882. 4. Bd. p. 414. 

2 ) Es dürfte auffallen, dass diese Aphidenfeiude sämmtlich metabole 
Insecten sind. 



zur Biologie der Aphididen. 345 

bei ihrem unschuldigen Aeussern als Käfer und Larven unter den 
Blattläusen aufräumen; 4) die zu Chrysopa, Hemerobius und Ver- 
wandten gehörenden Neuropteren, die den Aphididen wohl nur im 
Larvenzustande, aber dann um so gefährlicher sind. Nach Saunders ') 
dringt die Larve von Chrysopa mit ihren zangenartigeu Mandibeln in 
den Körper der Apiiis ein (erst in den Leib, dann in den Thorax und 
schliesslich in den Kopf) und saugt ihn vermittelst der weichen Ilaut- 
theile an der Basis der Mandibeln derart aus, dass nichts als die blosse 
durchsichtige Haut von der Aphis übrig bleibt. Ganz ebenso verzehren 
die Syrphidenlarven die Blattläuse. 

Bei dieser Gelegenheit will ich hier noch eine hierher bezügliche 
Beobachtung verzeichnen , die ich in früheren Jahren gemacht habe. 
Die grosse Bohne oder Saubohne (Vicia faba) wird sehr häufig von 
der schwarzen Aphis fabae' 1 ) befallen, so dass der Strunk ganz schwarz 
erscheint. Wiederholt befanden sich in der Gesellschaft dieser Blatt- 
lausmengen ungewöhnlich viele Telephorus (Rhagonycha) fulvus 
Scop,, eine häufige rothgelbe Käferart aus der Hauptfamilie Jfalaco- 
dermata. Ohne dass ich nun fand, dass diese Käfer sich von den 
Aphiden nährten, dürfte das wohl nicht zu bezweifeln sein: dass Tele- 
phorus-krteu bei ihren Blumenbesuchen andere Insecten, z. B. Fliegen 
verzehrten, habe ich gefunden. Wie nützlich indessen die Larven von 
Telephorus für die Landwirtschaft sind, beweist die Thatsache, dass 
sie in Ackergefilden Regenwürmer und Tipulidenlarven anfallen, tödten 
und aussaugen oder sogar verzehren 8 ). 



l ) On the Mouth of the Larva of Chrysopa in: Americ. Naturalist, 
Vol. IG. p. 825—826; Canadian Entomologist, Vol. 14. p. 176—177. 
1882. 

") Es ist dieselbe Aphis-Art, welche im Jahre 1847 vom 17. bis 
21. Juni in verschiedenen Gegenden Englands durch ihre grossen 
Schwärme Aufsehen erregte. 

s ) E. L. Taschen borg, die Insecten, Tausendfussler und Spinnen. 
Leipzig, 1877. p. 111. 



346 [Berliner Entoraolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft II.] 



Die Müllenhoffsche Theorie über die Entstehung 
der Bienenzellen. 



Vor einem Jahr erschien in dieser Zeitschrift eine Arbeit von 
Müllenhof f über die Entstehung der Bienenzellen und später von 
demselben Verfasser über dasselbe Thema eine umfangreichere Abhand- 
lung in Pflüger"s Archiv f. d. ges. Physiologie (Bonn 1883. p. 589 — 618). 

Nach Kriesch (Schweizer „illustrirte Bienenzeitung" Zürich, Juli 
1884) hat nun bereits 1858 Eeclam im Kosmos, einer Zeitschrift für 
angewandte Naturwissenschaften (p. 103 — 104) dieselbe Erklärung für 
die Entstehung der Bienenzellen gegeben, daher sei die Theorie nicht 
M.'s Eigenthum, das Auftreten desselben ein unrechtmässiges, seine 
Arbeit ein Plagiat u. s. w. 

Zur Richtigstellung des Sachverhaltes sei bemerkt, dass bereits 
lange vor Reclam von Buffon (cf. Annales des sciences nat. 2. ser. 
tome 13. Zool. Paris 1840 p. 368) und nach Reclam von Heller 
(Die Natur, herausgeg. von Ule. Halle 1859 p. 397 — 98) eine mecha- 
nische Erklärung angestrebt wurde. Nach den Anschauungen von 
Kriesch wären also die Arbeiten von Reclam und Heller auch als 
Plagiate zu bezeichnen. Bei Vergleich der citirten Arbeiten wird Jeder 
zu der Ueberzeugung gelangen, dass es M.'s Verdienst ist, den Gegen- 
stand in exacter, auf die Grundsätze der Mechanik sich stützender 
Weise und unter Berücksichtigung der hierbei thätigen physikalischen 
Kräfte, kurz als mechanisches Problem behandelt zu haben. 

Dr. H. Dewitz. 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft IL] 341 



Phoneyusa, eine neue Vogelspinnengattung 
aus Central -Afrika. 

Von Dr. F. Karsch. 



Durch Vermittlung des Herrn Dr. E. Hofmann in Stuttgart 
erhielt das Berliner Konigl. zoologische Museum kürzlich eine grosse 
weibliche centralafr ikauisc he Vogelspinne aus Niam Niam, 
welche ihren somatischen Charakteren nach ihre systematische Stellung 
zwischen den südamerikanischen Gattungen: Avicularia Lam. 
und JEurypelma C. Koch findet, ohne sich jedoch der einen oder an- 
dern gänzlich unterordnen zu lassen. Sie entnimmt von Aviculavid 
den fast gänzlichen Mangel der der Gattung Eurypehna eigenthüm- 
lichen Bewehrung der Beine, welche nur am äussersten apicalen Ende 
der Schienen einen Bauchkranz grösserer und kleinerer Stacheln tragen, 
fällt aber durch die der Gattung Eurypelma eigene, der kurzen Schiene 
der Beine des hintersten (4.) Paares gegenüber auffallende Verlänge- 
rung des vorderen Tarsalgliedes (Metatarsus Äusserer) desselben Bein- 
paares aus dem Rahmen der Gattung Avicularia vollständig heraus 
und bildet so ein eigenes Genus, für das der Name Phoneyusa, 
die Mörderin, entsprechend dem gar gefährlichen Aussehen des 
Thieres, Geltung haben möge. Da ich aber nicht im Stande bin, auf 
Grund des einzigen getrocknet vorliegenden weiblichen Stückes die 
Grenzen der Gattung scharf zu fixiren, so beschränke ich mich hier 
auf eine genaue Beschreibung des Weibchens der Art, für welches nach 
dem Völkerstamme der Belanda-Niam-Niam der Name Phoneyusa 
belandana eintreten mag. Von allen mir bekannten Vogelspinnen ist 
die „31ygale" bistriata C. Koch oder fEurypelma bistriata Äusserer . 
(Südamerika) unserer Phoneyusa am ähnlichsten , indem die Schienen 
der bistriata gleichfalls sparsam und nur am apicalen Ende bestachelt 
sind; da diese Art jedoch gleich lange Schienen und Metatarsen der 
Beine des hintersten Paares besitzt, so ist sie nach den (3) typischen 
Stücken Koch's (§,$$) im Berliner Museum keine JSurypebna, 
wie Äusserer irrthümlich vermuthete, sondern, trotz der mangelnden 
Zottenbekleidung, wohl eine echte Avicnht fix. 



348 F. Karsch: Plioneyusa, eine neue 

Phoneyusa belandana, nov. spec. Q. 

Längen- und Breitenverhältnisse: Leibeslänge 72 mm.; 
Vorderleib 34 mm. lang und bis 22,5 mm. breit; Hinterleib 30 mm. 
lang bei ca. 18 mm. höchster Breite. — Ein Bein des vordersten Paares 
(mit Ausschluss von Hüften und Schenkelring 72, des zweiten 67, des 
dritten 61, des hintersten 77,5 mm. lang. — Das Schienenglied der 
Beine des hintersten Paares misst 16, das vordere Tarsenglied (Meta- 
tarsus) aber 21 mm. 

Gestalt und Bekleidung: Vorderleib auffallend mächtig ent- 
wickelt, vom Vorderrande bis zur vorn concaven Rückengrube 23,8 mm. 
lang , so dass der Kopftheil also zwei Drittel des ganzen Vorderleibes 
einnimmt; der Kopftheil massig gewölbt, die Rückengrube schmal, lang 
und tief, das hinterste Drittel des Vorderleibes flach; der Hinterrand 
des Vorderleibes in der Mitte ausgebuchtet; die Radialfurchen deutlich 
und ziemlich tief; der Augenhügel hoch gewölbt, 4 mm. breit, 2,8 mm. 
lang (d. h. in der Längsrichtung des Körpers); die 4 Augen der vor- 
dem Reihe bilden einen vorn schwach concaven Bogen und sind gleich 
gross, die beiden mittlem wenig weiter von einander als von dem zu- 
gehörigen Seitenauge entfernt; dieses ist so hoch gelegen, dass eine 
ihre Basis beiderseits mit einander verbindende Gerade oberhalb der 
Mittelaugen läge; die 4 Seitenaugen, ziemlich gleich gross, bilden nahezu 
ein Rechteck; die 4 Augen der hintern Reihe in gerader Linie gelegen 
und zu 2 und 2 einander fast berührend; die 2 hintern Mittelaugen 
die kleinsten von allen und ausserordentlich klein. Die Mandibelu 
treten stark gewölbt hervor, um alsdann vertical nach unten abzubiegen, 
ihre Höhe beträgt 14 mm.; sie sind über der Klaueninsertion wehrlos, 
ihre Klaue selbst sehr kräftig, gebogen und von der Basis bis zur 
Spitze gemessen 13 mm. lang; das Sternum 15,5 mm. lang, 10,5 mm. 
breit mit jederseits einem tiefen Grübchen in der queren Verbindungs- 
linie der innern Hinterwinkel der Hüften der Beine des zweiten Paares; 
Lippe ziemlich dreieckig, so lang als am Grunde breit, mit abgerun- 
deter Spitze. Von den Beinen ist das hinterste Paar das längste, das 
dritte das kürzeste. Das Endglied der Taster, beide Tarsenglieder der 
»beiden vorderen Beinpaare und das Endglied der Beine der beiden 
hinteren Beinpaare sind auf der Sohlenfläche ganz von einer dichten, 
weichen, seitlich nicht vorragenden, ungetheilten Scopula bekleidet, 
während die Scopula des vorderen Tarsengliedes des vorletzten Bein- 
paares die äusserste Basis des Gliedes, an dem vorderen Tarsalglied 
der Beine des hintersten Paares aber fast die ganze basale Hälfte 
freilässt. 

Bes tachelung: Dieselbe beschränkt sich auf das äusserste apicale\ 



Vogelspinnengattung aus Centralafrilca. 349 

Ende der Schiene, deren unterer und seitlicher Rand mit einem oben 
ungeschlossenen Kranze kürzerer und längerer Stacheln bewehrt ist. 
Die Schienen der Beine des vordersten Paares tragen je 9 (8 vorn, 
1 hinten), die des folgenden je ca. 8 Stacheln (2 vorn, 6 hinten), die 
des dritten je 4 (3 vorn, 2 hinten), die des letzten Paares je 4 (3 vorn, 
1 hinten). 

Färbung: Leib schwarz, durchaus mit kurzer rehfarbener Be- 
haarung und rothbraunen längeren Haaren an den Mandibeln, am 
Hinterleibe und an den Beinen bekleidet; die Seiten der Basis des 
Hinterleibes rötklich behaart, sowie die ganze Unterseite des Vorder- 
leibes mit den Leibesanhängen in's Rothe spielend. Die den Dionichcn 
überhaupt eigenthümliche, bei Avicularia bistriata C. Kch. besonders 
ausgeprägte helle Längsstreifung auf den Beinen ist auch hier deutlich, 
aber keineswegs besonders auffällig. 

Geographischer Charakter der tropisch- 
afrikanischen Vogel spinnen. 

Die tropisch-afrikanische Vogelspinnenfauna zeigt, zwar noch wenig 
erforscht, gleichwohl einen scharf ausgesprochenen Charakter, indem 
sie recht auffallende Berührungspunkte sowohl mit der mediterraneen 
Vogelspinnenfauna, als auch mit der hin und wieder der Fauna der 
Mittelmeerländer verwandten von Südamerika und Austral-Asien bietet, 
zugleich jedoch einige eigenthümliche und höchst frappante, ihr aus- 
schliesslich eigene Formen aufzuweisen hat. Als solche tritt für das 
ganze westliche, südliche und östliche Küstenland von Afrika die mit 
prachtvoller, aus dicken, weichen gefiederten Haaren bestehender Man- 
dibularbürste geschmückte Gattung Harpactira Auss. in den Vorder- 
grund, Das hier folgende tabellarische Verzeichniss der wenigen (circa 
30 Species und 18 Gattungen) bis jetzt bekannt gemachten tropisch- 
afrikanischen Vogelspinuen wird die faunistischen Beziehungen detaillirt 
beleuchten. 

Tabellarische, vergleichend - faimistische Uebersicht der 
tropisch - afrikanischen Vogelspinnen. 

Tr i o nicht: D ionichi: 

Gattungen und Arten 

1. der mediterraneen Fauna: 

Cyrtocarenum Auss. [8Species] Leptopelma Auss. [4 Species] 

(1) rußdens Auss. Port Natal. (16) dubia Krsch. (1878). Que- 

(2) caffrum C. Koch, Cap der j rimba. 

guten Hoffnung. < 



350 F. Karseh: Phoneyusa, eine neue Vogelspinnengattung. 



Trioniehi: Dionichi: 

2. der mediterran-südamerikanischen 

Fauna: 
Idiops Perty (oder eigene Gat- 
tung?) [10 Species] 

(3) Meadii Cambr. Ost-Afrika. 

(4) ThorettiiC&mh. Süd-Afrika. 

(5) compactus Gerst. Ost- Afrika. 

(6) Aussereri Sim. Landana. 

3. der südamerikanischen Fauna: 
Diplura C. Kch. [9 Species] 

(7) longipalpis Krseh. 1 ) (1879). 

West- Afrika. 
Solostromus Auss. [2 Species] 

(8) ? brevipes Krsch. (1879). 

West-Afrika. 
4. der mediterran-australischen 
Fauna: 
Bracliythele Auss. [5 Species] 

(9) capensis Auss. Cap der 

gt. Hoffn.(eigenesGenus?). 
Macrothele Auss. [4 Species] 

(10) ?gabonensis Lucas, Gabon. 

7. der spezifisch -afrikanischen Fauna 



5. der australischen Fauna: 
läiommata Auss. (8 Species) 

(17) lepida Gerst. Moschi. 

6. der austral-asiatischeu Fauna: 
Selenocosmia Auss. [3 Species] 

(18) Greeffi Krsch. (1884). 
Rolas. 



Acontius Krsch. 

(11) Hartmanni Krsch. (1879). 

West-Afrika. 
Heterothele Krsch. 

(12) honesta Krsch. 

West- Afrika. 
Moggridgea Cambr. 

(13) Dyeri Cambr. 

Süd-Afrika. 

(14) Meyeri Krsch. 

Hantam, S.O.-Afrika. 
Thelechoris Krsch. 

(15) Butenbergi Krsch. (1881). 

Madagascar. 



(1879). 

(1875). 

(1879). 



Harpactira Auss. 

(19—26) [8 zum Theil kritische 
Nominal-Species]. 

Seodra L. Becker 

(27) Aussereri L.Becker (1879). 
Liberia. 
Stromatopelma Krsch. 

(28)alicapittatumKrsch.(lS81). 
Accra. 
Phoneyusa Krsch. 

(29) belandana Krsch. (1884). 

Niam-Niam. 

Euathlus Auss. 

(30) trucidentus Auss. 

? Capstadt. 



') Das noch unbeschriebene $ dieser Art befindet sich im Besitze 
des Herrn Grafen E. Keyserling. 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft IL] 351 



Beiträge zur Kenntniss der Staphylinen-Fauna 
von Süd-Spanien, Portugal und Marokko. 

Von 

M. Quedenf ehl t. 

(Fortsetzung.) 



II. Aufzählung der gesammelten Arten. '). 

Die in Marokko gesammelten, für die nordafrikanische Fauna neuen 
Arten, d. h. solche, welche in der Fan versehen Zusammenstellung: 
Les Staphylinides de TAfrique boreale, Caen, 1S78, nicht aufgeführt 
sind, sind mit einem * bezeichnet. 

Autalia Stephens. 

1. A. impresso, Ol. Algeciras, im Dünger, wenige Stücke. 

JEchidnoglossa Wollaston. 

*1. E. ventricosa Quedenf. (Diagn. Berl. ent. Zeitschr. 1S81 p. 293). 

Algeciras, Tetuan (Quedenf.) Cordova (Fauvel). 

Leptura Kraatz (Sipalia Rey). 

1. L,. nitida Fauv. (laevigata Scriba). Algeciras. 

2. Li. plieatella Fauv. {Heydeni Epp.) Tanger, Tetuan, Jebel Hadid. 
*3. 1j. curtipennis Aub. (simplex Baud.) Tetuan, Tanger. 

*4. jL. laevata Rey. Jebel Hadid, nur 3 Exemplare. Wie die Vor- 
stehenden aus Laub gesiebt. 

Nototheeta Thomson {Kraatzia Rey), 

1. N. laevicollis Rey (attophila Saulcy). Algeciras, Tanger. In 

Ameisencolonien, meist an der Unterseite der Steine sitzend, nicht 

besonders selten; im südlichen Marokko scheint sie zu fehlen. 

Aleochara Gravenhorst. 

1. A. diseipennis Rey. Algeciras. 

2. A. crassicornis Lac (clavieornis Redtb.) Casablancu. 
*3. A. spissicornis Er. (iaeta Rey). Tanger. 

4. A. lateralis Heer, (rufipennis Er.) Algeciras, Tetuan, Fluss 
Issil bei der Stadt Marokko, Urika. 



') Im Anschlüsse an die vorliegende Aufzählung folgen die Be- 
schreibungen der bereits in früheren Heften von mir diagnosirten Arten, 
sowie mehrere neue Beschreibungen, welche zum Theil Hr. Dr. E. Eppela 
heim zu geben die Güte hatte. 



352 M. Quedenfeldt: Staphylinen-Fauna 

5. A. puberula Kitig. (vaga Er.) Algecir., Ceuta, Tang., Aseila, Issil. 

6. A. bipunctata Ol. {bigidtata Heer.) Algecir., Tang., Stadt Mar. 

7. A. crassa Baudi (punctatissima Scribaj. Lissabon, Casabl., Mar. 

8. A. morion Grav. Algeciras, Lissabon, Casablanca, Marokko. 

9. A. crassiuscida Sahlb. {tristis Er.) Wie die Vorige. 

10. A. tristis Grav. (nigripes Miller). Algeciras, Casablanca. 

11. A. cuniculorum Kr. Marokko, Duera», Urika. 

12. A. nitida Grav. Ueberall häufig. 

13. A verna Say (binotata Kraatz, longula Thoms.) Casablanca. 
*14. A. algarum Fauv. 

15. A. grisea Kr. Wie Vor. bei Casabl. a. Strande aus Tang gesiebt. 
Dinar da Lacordaire. 
1. D. nigrita Rosh. Algeciras, Tanger, Mazagan. Wie unsere 
hiesigeu Dinarden ein echter Myrmecophile. 
Jlyrmedonia Erichson. 

* 1. 31. Ehlersi Eppelsheim n. sp. Stadt Marokko. 

Apteranillus Fairmaire. 
1. A. convexifrons Fairm. (= Dohrnii Fairm.?) Tanger. Stücke 
dieser Art, welche ich als Dohrnii an Fauvel gesandt, erhielt 
ich von diesem mit dem Vermerk ^convescifrons nee Dohrnii'''' 
zurück; späterhin schrieb Hr. Fauvel mir jedoch, dass beide Arten 
höchst wahrscheinlich identisch seien. In der sehr knappen Be- 
schreibung des Dohrnii (Stett. ent. Zeitg. 1854, p. 73) , welche 
übrigens auf meinen Käfer recht gut passt, ist über die Geschlechts- 
merkmale nichts gesagt. Bei der von mir gesammelten Art ist der 
Kopf des $ viel tiefer eingedrückt, als beim Q, das vorletzte 
obere Abdominalsegment an der Spitze breit und massig tief aus- 
gebildet und an den Seitän der Ausrandung mit einem kleinen 
Zähnchen versehen, während dasselbe Segment beim Q. am Hinter- 
rande breit abgerundet ist. (S. Bemerk, am Schlüsse d. Arbeit.) 
Ocalea Erichson. 

1. O. murina Er. Algeciras. Wenige Stücke. 

2. O. picata Steph. (castanea Er.) Gleichfalls wie Vorige bei 

Algeciras im nassen Moose, aber in Anzahl. 
Ilyobates Kraatz. 

* 1. I. crassicornis Quedenf. (Diagn. Berl. entom. Zeitschr. 1882 

p. 181). Stadt Marokko, 1 Expl. 

Aleuonota Thomson. 

* 1. A. macella .Er. Urika. 

Alianta Thomson. 
■ : 1. A. plumbea Waterh. (Fairmairei Bris.) Ceuta. Flog im Sonnen- 



von Süd-Spanien, Portugal und Marokko. 353 

schein in der Mittagsstunde zahlreich um die Klippen am Strande. 
Casablanca (Strand). 

Chilopora Kraatz. 
1. C. longitarsis Er. 2 Expl. bei Urika. 

Myrmecopora Saulcy. 

1. M. laesa Er. Almeria, Aseila (am Strande), Lissabon (an 
brackigem Wasser). 

2. M. uvida Er. Algeciras. 

3. M. sidcata Kiesw. Algeciras, Aseila, Ceuta. 

Falagria Stephens. 

1. F. naevula Er. (formosa Rosh.) Cartagena, Algeciras, Tanger, 

Tetuan, Marokko. (Auch im Sommer dieses Jahres während 
meiner Reise in Algerien fand ich die Art bei Medeah und Blidah; 
sie scheint demnach über einen grossen Theil des nördlichen 
Afrika verbreitet.) 

2. F. Sidcata Payk. Wie Vorige. 

3. F. obscura Grav. Gleichfalls im ganzen Gebiet. 

Tachyusa Erichson. 

1. T. balteata Er. (flavoclncta Heer.) Algeciras, Issil-Fluss. 

2. T, ferialis Er. Algeciras, Tetuan, Issil. 

Gnypeta Thomson. 

1. Cf. carbonaria Mannh. (labilis Er.) Algeciras, Casablanca, 
Mogador, Marokko. 

Dilacra Thomson. 

* 1. D. pruinosa Kr. Bei der Stadt Marokko am Ufer des Tensift 

und Issil. 

Homalota Mannerheim. 

* \. H. insecta Thoms. (langulda Scriba). Algeciras, Urika, Issil. 

2. H. gregaria Er. (immunita Er.) Ueberall häufig. 

* 3. H. cambrica Woll. (yelox Kr.) Urika, 1 Expl. 

4. H, longida Heer. Urika, Issil. 

5. H. meridionalis Rey (ßuviatilis Waterh.) Laraisch, 1 Expl. 

6. H. marina Rey (imbecilla Waterh.) Cartagena. 

7. H. cava Fauv. Urika, Stadt Marokko. 

8. H. tibialis Heer. Sierra Estrella, 1 Expl. 

9. H. vicina Steph. (umbonata Er.) Malaga, Tanger, Urika. 

10. H. Pertyi Heer. (Waterhousei Woll.) Im ganzen Gebiete häufig. 
*11. H. castanoptera Mannh. (merdaria Thoms.) Stadt Marokko. 

12. H. oraria Kr. Malaga, 1 Expl. 

13. H. trinotata Kr. Tetuan, 1 Expl. 

*14. H. triangulum Kr. Algeciras, Tetuan, Dueran, Stadt Marokko. 
15. H. sericans Grav. Algeciras, in Baumpilzen. 

XXVIII. Heft II. 2 



354 M. Quedenf eldt: Staphylinen- Fauna 

16. H. nigritula Grav. Wie Vorige. 

17. H. coriaria Kr. Fluss Tensift. 

*18. H. dilaticornis Kr. Tetuan, 1 Expl. 

19. H. atramentaria Gyllh. Von Cartagena und Alineria bis zur 

Stadt Marokko. 

20. H. longicomis Grav. Lissabon, Aseila, Tanger, Tetuan, Casabl. 
*21. H. cauta Er. Algeciras, Stadt Marokko. 

22. H. atricilla Er. Bei Algeciras und Laraisch unter Excrementen 
am Strande. 
*23. H. ravilla Er. (angusticollis Thoms.) Stadt Marokko. 

24. H. Zosterae Thoms. (vicina Kr.) Ueberall. 

25. H. amicida Steph. (sericea Rey). Algeciras, Sierra Estrella, 

Aseila, Tanger, Tetuan, Casablanca, Jebel Hadid. 
*26. H. Meludyi Quedenf. n. sp.* Tetuan. - 

27. H. inquimda Er. Algeciras, Lissabon, Issil. 
*28. H. Quedenf eldti Eppelsh. n. sp. Tanger. 
*29. H. exilis Er. Von Algeciras bis Mogador. 

80. .0. soror Kr. Cea, Algeciras, Tanger, Issil. 

31. H. sordida Marsh. Durch das ganze Gebiet häufig. 

32. H. melanaria Mannh. {testtidinea Er.) Malaga, Algeciras, 

Stadt Marokko. 

33. H. aterrima Grav. Algeciras, Lissabon, Tetuan, Casabl., Marokko. 

34. IT. nigerrima Aub. Casablanca, Stadt Marokko. 

35. H. fungi Grav. (orbata Er.) Sierra Estrella bis Mogador. 
*36. H. orphana Er. (navicula Rey). Bei Casablanca, 2 Stücke. 
*37. H. oblita Er. Algeciras, Tanger. 

Phytosus Curtis. 
3. P. nigriventris Chevr. Casablanca, unter Algen. 
Tomoglossa Kraatz. 

* 1. T. laeta Epph. n. sp. Am Flusse Issil 1 Stück gefunden, (Cap 

Verd, Eppelsheim). 

Oxypoda Mannerheim. 

1. O, opaea Grav. Sierra Estrella. 

2. O. sericea Heer. Algeciras, Aseila, Ceuta, Tetua, Stadt Marokko. 

3. O. exoleta Er. Malaga, Tetuan, Casablanca, Jebel Hadid, Issil, 
Dueran. 

* 4. O. perplexa Rey. Algeciras, Issilfluss. 

* 5. O. triangulum Eppelsh. n, sp. Tanger. 

* 6. O. graeca Kraatz. 2 Stücke bei Casablanca. Diese Art i^t in 

meinem Reisebericht irrthümlich als O. maguicollis Fauvel be- 
zeichnet; ich hatte erst später Gelegenheit, meine Stücke mit der 
Type bei Herrn Dr. Kraatz zu vergleichen. 



von Süd-Spanien, Portugal und Marokko. 355 

7. O. platyptera Fairm. Sierra Estrella. 
' 8. O. assimilis Kr. (tenuicornis Scriba). Mogador, Issilfluss. 
9. O. micans Kr. Algeciras. Wie O. graeca bisher nur aus dem 
südöstlichen Europa bekannt. 

10. O. abdominalis Sahlb. Dueran. 

11. O. incerta Eppelsheim n. sp. Algeciras. 

12. O. formosa Kr. Algeciras. 

13. O. haemorrhoa Sahlb. Cea, Tanger, Casablanca, Jebel Hadid, Issil. 

Oligota Mannerheim. 

1. O.pusilllma Grav. Algericas, Ceuta, Casablanca, Mtugga, Dueran. 

2. O. pumilio Kiesw. Algericas, Ceuta, Tetuan, Jebel Hadid, 
Stadt Marokko. 

3. O. inflata Mannerh. Algericas, Tetuan, Mtugga, Marokko. 

Myllaena Erichson. 

1. M. intermedia Er. Algeciras, Sierra Estrella, Laraisch, Mogador. 

2. M. brevicornis Matth, (graeilis Heer.) Algeciras, Cea, Tetuan, 

Laraisch. 

3. 31. infuscata Kr. Laraisch. 

Hypocypttts Mannerheim. 

1. H. longieornis Payk. Mtugga, Dueran, Stadt Marokko. 

2. H. unicolor Kosh. Algeciras, Tanger, Tetuan, Marokko. 

3. .ET. laeviiisculus Mannh. Cartagena, Tanger, Casabl., Marrakesch. 

Habrocerus Erichson. 
1. H. eapillaricornis Grav. Algeciras, Lissabon. 

Leueoparyphus Kraatz (Cilea Dnval). 
1. L. silphoides L. Malaga, Algeciras, Lissabon, Ceuta, Aseila. 
Die Stücke variiren alle sehr in der Färbung der Flügeldecken. 
Tachinus Gravenhorst. 
1. T. flavolimbatus Pand. Algeciras, Tetuan, Tanger, Casablanca, 
Marokko. 

Tachyporus Gravenhorst. 

1. T. solutus Er. Algeciras, Marrakesch. 

2. T. sokdus Er. var. caucasicus Kolenati (discus Reiche). Alge- 

ciras, Marokko, Issilfluss. 

3. T. atrieeps Steph. (humerosus Er.) Sierra Estrella, Bussaco, 
Casablanca, Marokko. 

4. T. hypnorum Fabr. Im ganzen Gebiet. 

5. T. pusillus Grav. Algeciras. 

6. T. nitididus F. (brunneus F.) Sierra Estrella, Cartagena, Alge- 
ciras, Urica, Dueran, Stadt Marokko. 

Conurus Stephens (Conosoma Kraatz). 
1. C. pubescens Payk. Algeciras, Aseila, Mtugga, Dueran. 

23* 



356 M. Quedenfeldt: Staphylinen- Fauna 

2. C. immacidahis Steph. (fuscidus Er.). Tetuan. 

3. C. pedictdarius Grav. Malaga, Algeciras, Tetuan, Casablauca, 
Marrakesch. 

4. C. monticola Woll. Algeciras, Sierra Estrella, Tanger, Tetuan. 

Bolitobius Stephens. 

1. B. trinolatus Er. Algeciras, Tanger. 

2. B. pygmaeus Fabr. Algeciras. 

Megacronus Stephens. 

* 1. M. analis Fabr. 1 Expl. bei Casablanca. 

Mycetoporus Mannerheini. 

* 1. M. splendidus Grav. var. longicornis Mäkl. Dueran. 

* 2. M. niger Fairm. Algeciras, Aseila, Tanger, Dueran. 

3. M. Reichet Paud. Algeciras, Tanger, Tetuan, Casablanca. 

4. M. clavicornis Steph. (pronus Er.). 1 Expl. v. d. Sierra Estrella. 

Tanygnathus Erichson. 
1. T. varicornis Woll. Algeciras. Dürfte in Marokko kaum fehlen. 

Acylophorus Nordinann. 
1. A glaberrimus Herbst (glabricollis Grav.). Algeciras, 2 Ex. 

Heterothops Stephens. 
I. H. dissimilis Grav. Von Cartagena bis Marrakesch. 

Euryporus Er. 
1. JE. aeneiventris Luc. Dies ist die einzige der hier aus Marokko 
aufgeführten Arten, die ich nicht selbst gesammelt habe. Sie kommt 
indessen unzweifelhaft in diesem Lande vor, denn ich sah in der 
Sammlung des Herrn Olcese ein stark defectes Stück, welches 
aus der Umgebung von Tanger stammte. Ich bemerke dies hier, 
weil Hr. Fauvel die Art nur aus dem östlichsten Algier (Bona, 
La Calle) anführt. 

Quedius Leach. 

1. Q. crassus Fairm. Sierra Estrella. 

2. Q. lateralis Grav. Algeciras. 

3. Q. abietum Kiesw. Wie Voriger. 

4. Q. cinctus Payk. (impressus Panz.). Lissabon. 

5. Q. tristis Grav. Sierra Estrella. 

6. Q. molochinus Gr&v . Algeciras, Tetuan, Tanger, Ceuta, Casablanca. 

7. Q. nigriceps Kraatz {praecox Fauv.). Tetuan. 

8. Q. obliteratus Er. Casablanca, Dueran, Marokko. 

* 9. Q. iridicolor Quedenf. (1. c). Tetuan. 

10. Q. praecox Grav. Algeciras, Tetuan. 

11. Q. Eppelsheimi Quedenf. (1. c). Algeciras. 

12. Q. scintillans Grav. Algeciras, Tanger, Tetuan, Ceuta, Casablanca. 

13. Q. semiaeneus Steph. Algeciras, Sierra Estrella, Aseila. 



von Süd-Spanien, Portugal und Marokko. 357 

14. Q. attenuatus Gyll. Algeciras, Sierra Estrella, Bussaco, Cea. 

15. Q. boops Grav. Sierra Estrella, Bussaco. 

Emus Curtis (Creophilus Mannerheim). 
1. JE. maocillosus L. Ueberall. 

Leistostrophus Perty. 
1. L. marginalis Gene. Tanger. 

Staphylinus Linne. 
1. St. medioximus Fairm. Tanger. 

Ocypus Erichson. 

1. O. olens Müller. Ueberall, bis auf den südlichsten Theil des be- 

reisten Gebietes, Umgegend der Stadt Marocco etc., wo er zu 
fehlen scheint. 

2. O. ophthahnicus Scop. (cyaneus Payk.) var. atrocyaneus Fairm. 
Tanger, Tetuan, Casablanca. Es scheint in Marokko nur diese 
düster gefärbte Form vorzukommen; keines der zahlreich mitge- 
brachten Stücke zeigt den schönen stahlblauen Glanz unserer 
deutschen Exemplare auf Halsschild und Flügeldecken. 

3. O. aethiops Waltl. Malaga, Lissabon, Tetuan, Tanger, Casa- 
blanca, Marokko. 

4. O. picipennis Fabr. Ein Stück mit sehr hell braun gefärbten 

Flügeldecken von der Sierra Estrella. 

5. O. obscuroaeneus Fairm. Tanger. 

6. O. aeneocephalus Deg. Casablanca, Mogador. 

7. O. pedator Grav. Lissabon. 

8. O. ater Grav. Casablanca, Mogador. 

9. O. ater Grav. var. planipcnnis Aube. Malaga, Casabl., Marokko. 

10. O. bellicosus Fairm. Tanger, Tetuan. 

11. O. nigrinus Luc Algeciras. 

Cafius Stephens. 

1. G. cribratus Er. Cartagena, Casabl, Laraisch. Auf Salzboden. 

2. C. ccantholoma Grav. Unter Algen bei Casablanca, sehr häufig. 

3. C. sericeus Holme. Wie Voriger, selten, Casablanca. Ceuta. 

Actobius Fauvel. 

1. A. rividaris Kiesw. (signaÜcornis Key). Sierra Estrella. Laraisch. 

2. A. orbus Kiesw. Laraisch, Jebel Hadid, Mogador. 

3. A. procerulus Grav. var. semipunetatus Fairm. Algeciras, Usil. 

Philonthus Curtis. 

1. P. intermedius Lac. Algeciras, Casablanca, Marokko. 

2. P. turbidus Er. Stadt Marokko. Von Madagaskar beschrieben; 

von Wol las ton auf den canarischen Inseln, von Schaum in 
Aegypten aufgefunden. 

3. P. sordidus Grav. Tetuan, Aseila, Laraisch, Casabl., Duerau, Mar. 



358 M. Quedenfeldt: Staphylinen- Fauna 

4. P. ventralis Grav. Malaga, Algeciras, Aseila, Casablanca. 

5. P. debilis Grav. Aseila. 

6. P. discoideus Grav. Ceuta, Casablanca, Marokko. 

7. P. ebeninus Grav. Im ganzen Gebiet. 

8. P. quisquiliarius Gyllb. Malaga, Urika. 

* 9. P. brunneipennis Quedenf. (1. c). Tanger. 

*10. P. sanguinipennis Quedenf. (I. c). Tensift, Urika. 

11. P. immundus Gyllh. Malaga. 

12. P. alcyoneus Er. Urika, Issilfluss, Mogador, Dueran. Die Form 
mit rothen Hüften der Vorderbeine. 

13. P. ßmetarius Grav. Algeciras, Tetuan, Aseila. 

14. P. nigritidus Grav. Ueberall. 

15. P. thermarum Aub. var. maritimus Motsch. Von Lissabon 
und Malaga bis zur Stadt Marokko. 

16. P. exiguus Nordmann. Sierra Estrella. 

17. P. varius Gyllh. var. bimaculatus Grav. 2 Ex. b'ei Algeciras. 

18. P. escurialensis Perez. Sierra Estrella. 

19. P. bipustulatus Woll. (fenestratus Fauv.). Algeciras, Tanger, 

Casablanca. Die Art variirt sehr, indem sowohl Stücke mit 
grosser wie kleiner rother Makel der Flügeldecken vorkommen, 
bei einer Anzahl von Exemplaren der rothe Fleck sogar völlig 
verschwindet. 

20. P. longicornis Steph. {scybalarius Nordm.). Malaga bis Mar- 
rakesch. 

21. P. varians Payk. Algeciras, Aseila. 

22. P. agilis Grav. Algeciras, Casablanca. 

23. P. rufocinetus Fauv. Algeciras, Aseila, Casablanca, Marrakesch. 

Diochus Erichson. 
1. D. Staudingeri Kr. Algeciras, Bussaco. 
Othius Stephens. 

1. O. laevhiscidus Steph. Algeciras, Tanger, Tetuan. 

2. O. myrmecophilus Kiesw. Algeciras, Sierra Estrella. 

* 3. O. pilifer Quedenf. (1. c). Tetuan. 

* 4. O. paralleliceps Quedenf. (1. c.) Algeciras, Tetuan, 

Leptacinus Erichson. 

1. L. parunipunctatus Gyllh.- 

2. L. batychrus Gyllh. Beide im ganzen Gebiete häufig. 

■Leptolinus Kraatz. 
1. L. nothlis Er. Algeciras, Tanger, Tetuan. 
Xantholinus Serville. 

1. JC. gläbratus Grav. Ueberall. 

2. X. glaber Nordm. 1 Expl. bei Algeciras. 



von Süd-Spanien, Portugal und Marokko. 359 

.'5. X. hesperius Er. Algeciras, Tanger, Tetuan, Stadt Marokko. 
4. X elegans Oliv. Algeciras, 1 Stück. 

* 5. X. translucidus Scrib. Algeciras, Tetuan, Tanger. 

6. X linearis Oliv. Algeciras, Cea, Tetuan, Casablanca. 

* 7. X. linearis Oliv. var. maghrebinus Quedenf. (1. c). 

8. X punctidatus Payk. Ueberall. 

9, X ochraceus Gyllh. Algeciras. 

10, X. fulgidus Fabr. Im ganzen Gebiet 
Dolicaon Laporte. 

1. D. cribricollis Fauv. Tanger. Im neuen Katalog ist der Käfer 

als in Süd-Spanien vorkommend aufgeführt. Mir ist nicht bekannt, 
wer ihn dort gesammelt hat; ich habe ihn ausschliesslich bei 
Tanger gefunden. 

2. D. illyricus Er. Tanger, Tetuan, Laraisch. 

3. D. haemorrhous Er. Tanger, Aseila. 

* 4. D. nigricollis Woll. Casablanca, Magazan. Das von Gerhard 

Rohlfs in Tripolis gesammelte, von Karsch beschriebene La- 
throbium artum ist nach einer brieflichen Mittheilung Fauvel's, 
dem ich das betreffende typische, der hiesigen Museumssammlung 
angehörige Stück einsenden konnte, mit dieser Art identisch. 
Dieselbe hätte demnach auf dem nordafrikanischen Festlande eine 
weite Verbreitung. 

* 5. D. venustus Baudi. Laraisch, Jebel Hadid. Aus Palästina beschr. 
6. D. biguthdus Lac. Ein einziges bei Algeciras gefundenes Stück, 

welches sich vor meinen deutschen, österreichischen und südost- 
europäischen Stücken durch beträchtliche Grösse und Breite aus- 
zeichnet. 

Achenium Curtis. 
1. A. striatum Latr. Algeciras, Tanger, Tetuan, Aseila, Casablanca. 

* 2. A. rugipenne Fauv.? Zwischen Tanger und Aseila fand ich ein 

einzelnes Stück eines Achenium, auf welches die Beschreibung 
des rugipenne Fauv. ziemlich gut zutrifft. Durch ein Verseheu 
wurde dasselbe mit einer Anzahl Stücke der vorigen Art — mit 
der es sonst wenig Aehnlichkeit hat — auf einer Nadel doublett 
präparirt und kam so Herrn Fauvel, dem ich mein fragliches 
Paederinen-Material zur Durchsicht geschickt hatte, nicht zu Gesicht. 
Ich bin mithin zur Zeit, da die Fauvel'sche Art in keiner hiesigen 
Sammlung vertreten ist, nicht im Stande, bestimmt anzugeben, ob 
mein Stück dieser Art, oder einer neuen Speeies angehört. Herr 
Dr. Eppelsheim, dem ich es gelegentlich einer Sendung einmal 
zur Ansicht beigefügt hatte, erklärte es gleichfalls für ein frag- 
liches rugipenne. 



360 M. Quedenf etat: Staphvlinen-Fauna 

* 3. A. brevipenne Quedenf. Tanger, Aseila. 

4. A. nigriventre Fairm. Bei Tanger wenige Stücke. 

5. A. tenellum Er. 1 Expl. bei Algeciras. 

Lathrobium Gravenhorst. 

* 1. L. angustatum Lac. Laraisch. 

2. L. anale Luc. 1 ). Almeria, Algeciras, Ceuta. 

3. L. multipunctatum Grav. v. striatopunctatum Kiesw. Algeciras, 

Bussaco. 

* 4. L. angusticolle Lac. Dueran. 
5. L. labile Er. Issil, Urika. 

Scimbalium Erichson. 

1. S. scabrosum Fauv. Tanger, Tetuan, Aseila. 

2. S. testaceum Er. Algeciras. 

Medon Stephens (Lithocharis Lacordaire). 

* 1. M. dilutus Er. 1 Stück im Anspülicht bei Urika, das zweite bei 

Marrakesch gesiebt. 

2. M. piceus Kr. Algeciras, Cea, Bussaca. 

3. M. despectus Fairm. Algeciras, Tetuan, Urika. 

4. M. ripicola Kr. Laraisch, Mtugga. 

5. M. apicalis Kr. Algeciras. 

6. M. nigrituhis Er. Algeciras, Tanger, Mtugga. 

7. M. propinguus Bris. Tetuan, Dueran, Issil, Marokko. 

* 8. M. Quedenf eldti Eppelsh. (nitidus Quedenf., politus Quedenf.) 

Aseila, Tetuan. — Nach Fauvel auch in Andalusien. 
9. M. bieolor Ol. Malaga. 
*10. M. Simoni Quedenf. Algeciras, Tanger, Tetuan. 

Scopaeus Er. 

* 1. S. gracilis Sperk. Algeciras, Casablanca, Mogador, Dueran, Issil. 
2. S. debilis Hochh. Marokko, Issil. 

* 3. S. longicollis Fauv. Algeciras, Sierra Estrella, Tetuan. 

4. S. laevigatus Gyllh. Malaga, Urika, Marokko. 

5. S. didymus Er. Algeciras. 

* 6. S. sulcicollis Steph. (minutus Er.). Algeciras, Ceuta, Tetuan. 

Stilicus Latreille. 
1. S. orbiculatus Payk. (affinis Er.). Ueberall. 

Sunius 

1. S. latus Rosh. Algeciras, Tanger. Stets bei Ameisen. 

2. S. uniformis Duv. Algeciras, Tanger, Casablanca, Stadt Marokko. 



') Diese Art scheint auch im nördlichen Algerien an Flussufern die 
häufigste zu sein. Ich fand dieselbe im Juni dieses Jahres zahlreich 
an dem kleinen Flüsschen Schiffah in der Nähe von Blidah. 



von Süd-Spanien, Portugal und Marokko. 361 

3. S.filum Aub. Algeciras, Tanger, Tetuan, Aseila, Stadt Marokko. 

4. S. nigroinaculatus Motsch. Issil. 

5. S. bimaculatus Er. Algeciras, Tanger. 

6. S. mclanurus Küst. (aemulus Rottb. ). Cartagena, Algeciras, 

Casablanca, Marrakesch. 

7. S. angustatus Payk. Laraiscb, Issil. 

Nazeris Fauvel. 
1. N. pulcher Aub. Algeciras, Bussaco, Aseila. — Im diesjährigen 
Sommer fand ich den Käfer wieder in den sog. gorges de la Chiffah 
zwischen Blidah und Medeah in Algerien, und zwar siebte ich 
ihn dort aus feuchtem Laube. 

Paederus Gravenhorst. 

1. P. lusitaniCUS Aub. Cea, Sierra Estrella. 

2. P. meridionalis Fauv. Malaga, Algeciras, Tanger, Tetuan, 

Laraisch, Casablanca. 

3. P. caligatus Er. Algeciras, Tanger, Tetuan, Casablanca, Laraisch. 

4. P. ruficollis F. Dueran in Mehrzahl; 1 Stück von der Sierra Estrella. 
* 5. P. Fauveli Quedenf. Dueran, gemeinschaftlich mit Vorigem, Tensift. 

Oedichirus Erichson. 

1. O. paederinus Er. Tanger, sehr häufig. 

2. O. unicolor Aub. Algeciras, Jebel Hadid, je 1 Stück. 

Procirrus Erichson. 
1. P. Lefebrei Latr. Tanger, nur 2 Stücke. Jedenfalls ist die Art 
bei Tanger, überhaupt im nördlichen Marokko, nicht selten, doch 
scheint sie sich erst später, gegen Ende des Winters zu entwickeln. 
Ich fand die beiden ganz frischen Exemplare am Tage vor meiner 
Abreise unter einem Steine an einer Lokalität, die ich fast taglich 
besucht hatte, ohne je einen Procirrus dort anzutreffen. 
Stenus Latreille. 

1. St. guttiäa Müll. Im ganzen Gebiet. 

2. St. Guynemeri Duv. {tyloceplialus Kr.) Algeciras, Cea, Bussaco, 

3. St. mendicus Er. {oreophilus Fairm.) Ueberall häufig. 

4. St. pusillus Er. (coniciventris Fairm.) Tanger, Sierra Estrella, 

Bussaco. 

5. St. nanus Steph. Sierra Estrella, Bussaco. 

6. St. providus Er. Sierra Estrella, Laraisch. 

7. St. ater Mannh. Algeciras, Dueran. 

8. St. intricatus Er. Casablanca, Marokko, Issil. 

9. St. atratidus Er. 1 Ex. von der Sierra Estrella. 

10. St. melanopus Marsh. Marokko. Issil. 

11. St. nigritulus Gyllh. Casablanca, Dueran. 
*12. St. paganus Ev. Casablanca, Laraisch. 



362 M. Quedenfeldt: Staphylinen- Fauna 

13. St. similis Herbst. Tanger, Casablanca. 

14. St. canescens Rosh. (major Rey). Algeciras, Casablanca. 

15. St. salinus Bris.' Algeciras, Casablanca. Auf Schilf an nicht 

salzhaltigem, fliessenden Wasser. 

16. St. picipennis Er. Algeciras. 

17. St. languidus Er. Casablanca. 

*18. St. Dobberti Quedenf. (1. c). Casablanca. 

19. St. cordatus Grav. Bussaco. 

20. St.'ossium Steph. Bussaco, Cea, Sierra Estrella. 

21. St. elegans Rosh. Algeciras. 

22. St. aceris Steph. '(aerosus Ev.) Algeciras, Bussaco. 

23. St. fuscicornis Er. Algeciras, Sierra Estrella. 

Bledius Mannerheini. 

1. B. taurus Germ. An brackigem Wasser bei Mogador; beide 

Formen, von der mit rothen Flügeldecken wenige Exempl. 

2. B. comiger Rosh. Wenige Stücke vom salzhaltigen Tensift und 

Issil. Brackwasser bei Mogador. 

3. B. unicornis Germ. Mogador, Lissabon. 

* 4. B. Husseini Quedf. n. sp. Urika, in grosser Menge im Anspülicht; 
Issil. 

5. B. cribricollis Heer, (rufipennis Ev.) Im Angeschemmten des 

Urikaflusses 4 Stücke. 

6. B. debilis Er. Mogador in grosser Zahl. 

7. B. verres Er. Wie Voriger. 

Platystethus Mannerheim. 

1. P. cornutus Gyllh. Ueberall. 

2. P. spinosus Ev. Algeciras, Tanger, Tetuan, Jebel Hadid. 

3. P. nitens Sahlb. Ueberall. 

4. P. arenarius Four. (morsitans Payk,). Stdt. Mar., wenige Stücke. 

5. P. longipennis Epp. (oxytelinus Fauv.) Algeciras, Tanger, 

Casablanca, Stadt Marokko, Urica. 

Oosytelus Gravenhorst. 

1. O. piceus L. Algeciras, Casablanca. 

2. O. sculptus Grav. Algeciras, Laraisch. 

3. O. inustus Grav. Malaga, Cartag., Tanger, Tetuan, Mtugga, St. Mar. 

4. O. plagiatus Rosh. Algecir., Tanger, Tetuan, Casabl., Jebel Hadid. 

5. O. sculpturatus Grav. Ueberall. 

6. O. brevipennis Fauv. Algeciras, Tanger, Tetuan. 

7. O. intricatus Er. (scaber Rosh.). Algeciras, Stadt Marokko. 

8. O. complanatus Er. Almeria, Ceuta, Tetuan. 

9. O. specidifrons Kr. Algeciras, Ceuta, Tanger, Aseila, Laraisch, 
Casablanca, Marrakesch. 



von Süd-Spanien, Portugal und Marokko. 363 

10. O. clypeonitens Panel, (speadifrons Rye). Stadt Marokko. 
Trog ophloeus Mannerheim. 

1. T. (Thinodromus) hirticoüis Rey. 2 Stücke von Urika. 

2. T. Mannerheimi Kol. Vom Issil- und Urikaflnsse wenige Stücke. 

3. T. bilineatus Steph. Algeciras, Laraisch, Issil, Urika. 

4. T. rivularis Motsch. {bilineatus Er.) Algecir., Issil, Urika, Mtugga. 

5. T. memnonius Er. Algeciras, Stadt Marokko. 

6. T. insidaris Kr. Fluss Issil. 

* 7. T. impressus Lac. (inquilinus Er.) Algeciras, Urika. 

8. T. cortioinus Grav. Ueberall. 

9. T. punetipennis Kiesw. Mogador, Urika, Issil (Salzboden). 

10. T. lialophüus Kiesw. Cartagena, desgl. 

11. T. pavvulus Rey. Mogador, desgl. 
*12. T. gracilis Mannerh. Mogador. 

13. T. eociguus Er. Mogador, Issil, Urika. 

Thinobius Kiesen wetter. 

1. T. longipennis Heer. Mogador, Urika. Die Stücke zeigen eine 
geringere Länge der Flügeldecken und eine dunklere Färbung 
derselben, als unsere deutschen. Hr. Dr. Skalitzky in Prag, 
ein genauer Kenner dieser Gattung, bezeichnete meine Stücke 
als zu der kurzflügeligen Form VFenckeri Fauv. gehörig. 

Ancyrophorus Kraatz. 

* 1. A. oblitus Rey. Urika. 

2. A. omalinus Ev. Urika. 

* 3. A. omalinus Er. var. venustidus Rosh. Mogador, Urika. Diese 

Varietät, welche sich durch eine ganz charakteristische und con- 
stante Zeichnung der Flügeldecken von dem typischen omalinus 
Er. unterscheidet — es sind keineswegs nicht völlig ausgefärbte 
Stücke — ist in der neuesten Auflage des Catalogs als Synonym 
zu letzterem gestellt. 

* 4. A. emarginaius Fauv. Tensift, Urika. 

Compsochilus Kraatz. 

* 1. C. Weberi Quedenf. (1. c). Tanger im Anspülicht. Casabl. 
2. C. ßliformis Quedenf. (1. c.). Algeciras, 1 Exempl. 

Deleaster Erichson. 

* 1. I). dichrous Grav. Mtugga, 2 Ex. 

Lesteva Latreille. 

1. L. Pandellei Fauv. Sierra Estrella, Cea, Bussaco. 

2. L. longelytrata Goeze. Sierra Estrella. 

Homalium Gravenhorst. 
1. H. Allardi Fairm. Tanger, Ceuta, Casablaiica, Laraisch, Mtugga, 
Marrakesch. 



364 M. Quedenfeldt: Staphylinen- Fauna 

* 2. H. excavatvm Steph. (fossidatum Ev.). Sierra Estrella, Mtugga. 
3. EL. rufipes Four. Cartagena. 

Protinus Latreille. 

1. P. brachypterus Fabr. Algeciras, Tanger, Tetuan, Aseila. 

2. P. atomarius Ev. Algeciras, Tetuan. 

Pseudopsis Newinan. 
1. P. sidcata Newm. Tanger. 

Es wurden gesammelt 327 Arten, resp. ben. Variet., von denen 23 sich 
als neu erwiesen haben. Als für Europa neu wurden im Ganzen 9, für 
Nordafrika 65 Arten constatirt. — Ich kann diese Aufzählung nicht 
schliessen, ohne denjenigen Herren, welche mich bei der Sichtung und 
Bestimmung des zahlreichen Materiales in so umfangreicher und aus- 
giebiger Weise unterstützt haben, meinen verbindlichsten Dank auszu- 
sprechen. Es gilt dieser in erster Linie den HH. Dr. E. Eppels- 
heim und A. Fauvel, neben Hrn. Dr. Kraatz wohl zur Zeit unsere 
besten Staphylinenkenner; auch dieser letztere hat die Güte gehabt, 
mir die Ansicht und den Vergleich einiger Typen seiner Sammlung zu 
gestatten. Endlich habe ich auch noch mit Herrn Landgerichtsrath 
Dr. Skalitzky in Prag, Besitzer einer reichen Staphylinensammlung und 
gleichfalls genauem Kenner dieser schwierigen Familie, über einige mir 
zweifelhafte Arten correspondirt. 



III. Beschreibung der neuen Arten. 

1. Echidnoglossa ventricosa Quedenf. (1. c). 

Nitida, pilosa, rufotestacea, elytris paulo obscurioribus , an- 
tennarum basi pedibusque testaceis, abdomine latissimo, basin 
versus parum angustato, segmentis tribus posterioribus nigris. 
Long, abdomine excepto 17* mm., tot. 2 — 27« mm. 

Patria: Hisp. mer. (Algeciras, Cordova), Marocco (Tetuan). 

Von den bisher beschriebenen Echidnoglossen der constricta Woll., 
der Beschreibung nach zu urth eilen, noch am meisten ähnelnd, von 
den beiden anderen mir vorliegenden Arten, JE. CöTSlca Rey und 
Paulinoi Skalitzky (nach Eppelsheim's brieflicher Mittheilung = 
[Calodera] glabrata Kiesw.) in Form und Färbung gleich abweichend» 
im Habitus mehr an Falagria, als an Tachyusa oder Calodera er- 
innernd. 

In der Färbung der F. naevula Er. , oder auch der T. ferialis 
Er. nicht unähnlich; rothbraun mit etwas dunkleren Flügeldecken; 
Fühlerwurzel und Beine gelbbraun. Die hintere Hälfte des stark ge- 



von Süd-Spanien, Portugal und Marokko. 365 

drungenen an der Basis etwas verschmälerten Hinterleibes ist schwarz, 
gefärbt. Was die Punktirung anbetrifft, so ist dieselbe durchgehends 
eine sehr feine und sparsame , der Käfer daher stark glänzend ; relativ 
am dichtesten sind noch Kopf und Halsschild punktirt, welches letztere 
hinten einen schwachen, mittleren Längseindruck zeigt; dasselbe ist 
breiter als lang, die Seitenränder hinten fast parallel, vor der Mitte 
zugerundet und nach vorn verengt. Die Flügeldecken sind viel breiter, 
indessen nur wenig länger als das Halsschild, fast 17- Mal so lang als 
breit. Die Fühler reichen bis zur Mitte der Flügeldecken und sind 
gegen die Spitze etwas verdickt. Ober- und Unterseite des Käfers mit 
kurzen, goldgelben Härchen spärlich besetzt. Ich habe vorstehend die 
Worte der ursprünglichen Diagnose „basin versus constrkto" in „basia 
versus parum angustato" umgeändert, da der letztere Ausdruck 
präciser ist. 

2. Myrmedonia Ehler si Eppelsheim n. sp. 

Nigra, anterius omnium siibtilissime creberrimeque fusco- 
pubescens et punctulata, subopaca, antennis pedibusque rufo- 
brunneis, femoribus infuscatis; ihorace transversim subquadrato 
basi indistincte impresso, abdomine segmentis anterioribus crebrius 
subtiliter, posterioribus parce punctatU. Long. 1 2 A lin. 

Kleiner und dunkler gefärbt als M. similis, mit längeren und 
breiteren Flügeldecken, viel kürzerem Endglied der Fühler und dichter 
punktirtem Hinterleib, schwarz mit rothbraunen Fühlern und Beinen, 
deren Schenkel dunkler sind, auf dem Vorderkörper äusserst dicht und 
fein punktirt und bräunlich behaart, daher nur sehr wenig glänzend, 
auf dem Hinterleib ziemlich lebhaft glänzend. Die Fühler sind ein- 
farbig dunkelrothbrauu , das 3te Glied etwas länger als das 2te , das 
4te kaum breiter als lang, die folgenden allmählig breiter werdend, 
die vorletzten stark transversal, das Endglied nur so lang als die 2 
vorhergehenden zusammen, kurz eiförmig, schwach zugespitzt. Das 
Halsschild ist etwas schmäler als die Flügeldecken, querquadratisch, 
kaum um die Hälfte breiter als lang, an den Seiten wenig gerundet, 
nach hinten nicht mehr als nach vorn verengt, mit abgerundeten Vorder- 
und stumpfen Hinterecken, oben nur massig gewölbt, wie die Flügel- 
decken äusserst dicht und fein punktirt und behaart, vor dem Schild- 
chen mit einer seichten kaum bemerkbaren Längsrinne versehen. Die 
Flügeldecken sind etwas breiter und länger als das Halsschild, einfarbig 
matt schwarz. Der Hinterleib ist ziemlich glänzend, viel weniger dicht 
als der Vorderkörper behaart, schwarz, der Hinterland der einzelnen 
Segmente dunkel rothbraun gesäumt, Segment 2 — 4 ziemlich dicht» 
5 weitläufig, 6 und 7 ganz vereinzelt punktirt. Di«' Beine sind roth- 



366 M. Quedenfeldt : Staphylinen- Fauna 

braun mit dunkleren Schenkeln, die Hintertarseu schlank, ihr erstes 
Glied etwas kürzer als die 3 folgenden zusammen, welche unter sich 
an Länge kaum verschieden sind. 

Das einzige mir vorliegende Stück scheint ein Q zu sein ; der 
Hinterrand des vorletzten oberen Segments ist regelmässig gerundet. 

Ich habe mir erlaubt, die neue Art, welche von Herrn M. Queden- 
feldt bei der Stadt Maroeco entdeckt wurde, Herrn Ehlers in Car- 
tagena zu widmen. 



3. Ilyobates crassicortiis Quedenf. (1. c.). 

Niger, nitidus, subtiliter griseo-pubescens, antennis longiori- 
bus crassis, thorace elytris pedibus anoque rufis, thorace trans- 
versis aequali, lateribus rotundato, parce subtilissime- , elytris 
hoc vix longioribus. dense subtilius-, abdomine minus crebre, 
paulo fortius punctatis. Unum speciineu. Long. 3 mm. 

Patria: Maroeco (Maroeco urbs). 

Die Art steht dem I. forticornis Lac. am nächsten. Kopf und 
Hinterleib schwarz, glänzend, fein grau behaart. Flügeldecken und 
Hinterleibspitze hell röthlich braun, Beine gelbbraun gefärbt. Hals- 
schild wenig breiter als lang mit gleichmässig gerundeten Seiten. Die 
ziemlich langen Fühler sind vom dritten Gliede an bis zur Spitze gleich- 
massig verdickt, etwas breiter als lang, das letzte Glied lang eiförmig, 
au der Spitze stumpf abgerundet. Halsschild äusserst fein, Flügeldecken 
sehr dicht und fein , Hinterleib etwas weitläufiger und weniger fein, 
an der Basis der 5 ersten Segmente dichter punktirt. 

Nach von Herrn Dr. Eppelsheim kürzlich erhaltener freundlicher 
Mittheilung wäre diese Art = 1. versicolor Fauv. und daher zu diesem 
als synonym zu stellen, falls letzterer nicht voreist nur i. lit. benannt 
sein sollte. Ich konnte bei der Kürze der Zeit nicht mehr feststellen, 
wo sich 1. versicolor beschrieben findet; die erst im vorigen Jahre 
erschienene „Enumeration des Staphylinides decrits depuis la publica- 
tion du catalogue de MM. Gemminger et de Harold" von A. Duvivier 
enthält die Art nicht. 



4. Homalota Meludyi n. sp. 
Gracilis, nigra, depressa, tewuiter fusco-pubescens; capite 
thoraceque' subtilissime punctidatis, illo longitudinaliter, hoc basi 
tantum obsoletissime canaliadatis , thorace transverso postice le- 
viter attenuato; elytris thorace latioribus, distinetius punctidatis, 
paulo densius pubescentibus; abdomine basi leviter constricto, 



von Süd-Spanien, Portugal und Marokko. 367 

subnitido, segmentis anterioribus subtüiter punchdatis, duobus 
idtimis levibus; pedibus rufo-piceis, antennis nigris. Long. VI* mm. 

Patria: Marokko (Tetuan). 

Der H. amiciäa Steph. (sericea Muls.) äusserst ähnlich, jedoch 
bei fast gleicher Grösse viel schlanker gebaut, namentlich der Hinter- 
leib an der Basis viel stärker verengt. Mit Ausnahme der hell pech- 
braunen Beine ist der Käfer schwarz, äusserst fein und dicht, kaum 
sichtbar, punktirt und etwas länger gelbbraun behaart. Der Kopf ist 
der ganzen Länge nach äusserst schwach gerinnt, das quere, hinten 
leicht verengte Halsschild nur an der Basis mit einer sehwachen Liings- 
rinne; die Flügeldecken sind verhältnissmässig länger, als bei H. ami- 
Clda, zusammen quadratisch mit parallelen Seiten (bei amicula nach 
hinten etwas verbreitert und von bräunlicher Färbung), die Punktirung 
des Hinterleibes mit der bei jener übereinstimmend, die Beine dunkler 
pechbraun , die Fühler relativ kürzer als bei der amicula, uud ganz, 
auch au der Basis, schwarz gefärbt. 

Geschlechtsauszeichnungen wie bei der amicida, von welcher sie, 
trotz der angeführten Unterschiede, möglicherweise doch nur Varietät 
sein könnte. Da die beiden vorliegenden Stücke indessen sich vor 
einer ganzen Reihe gleichfalls in Marokko gesammelter Exemplare der 
ersteren Art in der angegebenen Weise — und eben nicht blos durch 
Färbungsunterschiede — auszeichnen, so scheint es mir, vor der Hand 
wenigstens, nicht ungerechtfertigt, dieselben als zu einer neuen Art 
gehörig zu betrachten. 

Ich benenne dieselbe nach meinem geschätzten Freunde, Herrn 
Meludy Ben Mohammed Sejady Talby aus der Stadt Rabat in 
Marokko, welcher, gegenwärtig zu Studienzwecken sich hier aufhaltend, 
mir während meiner zweiten Reise in Marokko im vorigen Jahre durch 
die Mitgabe von Empfehlungsschreiben an seine Angehörigen bei diesen 
eine äusserst liebenswürdige Aufnahme und Unterstützung meiner onto- 
mologischen Zwecke verschafft hat. 

5. Romaiota {Sipalia Th.) Quedenfeldti Eppelsheim n. >p. 

Linearis, nigra, nitidida, elytris pieeis, antennis fuscis, basi 
pedibus anoque testaeeis; thorace transversim subquadrato, medio 
subtilissime canalicidato , elytris hujus longitudine et Latitudine 
dense distinete punetatis, abdomine supra basi parce punetato, 
apice fere laevigato. Long. 1 Hu. 

Mas: Abdominis segmento 7°, produeto, apice late ventrali 
subemarginato-truncato, utrinque late rotundato. 

Fem.: Modem segmento apice medio profundius emarginato. 



368 M, Quedenfeldt: Staphylinen-Fauna 

In der Gestalt und in der Puuktirung der Flügeldecken und des 
Hinterleibs der JEL. caesula recht nahestehend, — neben welche sie 
auch systematisch zu stellen ist — aber doppelt so gross, durch die 
Geschlechtsmerkmale besonders ausgezeichnet und leicht erkennbar. 
Der Körper ist ziemlich gleichbreit, schwarz mit pechbraunen Flügel- 
decken , die Fühlerwurzel, der After und die Beine gelblichbraun, der 
Vorderkörper äusserst fein lederartig gewirkt, daher von gedämpftem 
Glänze, der Hinterleib lebhaft glänzend. Der Kopf ist gross, etwas 
schmäler als das Halsschild, hinten nicht eingeschnürt, oben an den 
Seiten massig dicht, fein und seicht punktirt, in der Mitte fast glatt, 
die Stirn beim $ meist mit einer schmalen feinen Längsfurche ver- 
sehen. Die Fühler sind kräftig, kaum so lang als Kopf und Halsschild, 
das 2te Glied fast doppelt so lang und dick als das 3te, das 4te leicht 
quer, die folgenden allmählig breiter werdend, die vorletzten daher nur 
massig stark transversal, das Endglied kurz eiförmig, stumpf zugespitzt. 
Das Halsschild ist fast um die Hälfte breiter als lang, so breit als die 
Flügeldecken, au den Seiten wenig, auch hinten nur in geringem Maasse 
gerundet, nach hinten kaum verengt, an den Vorder- und Hinterecken 
stumpf zugerundet, oben flach gewölbt, massig dicht, nicht fein aber 
oberflächlich punktirt, zwischen den Punkten fein gerunzelt, in der 
Mitte fast der ganzen Länge nach von einer feinen, schmalen, seichten, 
oft wenig bemerkbaren Längsrinne durchzogen. Die Flügeldecken sind 
von der Länge und Breite des Halsschildes, also enschieden länger als 
bei H. caesula, die Achseln deutlich vorstehend, am Hinterrand ge- 
meinschaftlich schwach ausgeraudet, oben wenig gewölbt, ziemlich dicht, 
kaum stärker aber tiefer als das Halsschild punktirt. Der Hinterleib 
ist fast gleich breit, hinter der Mitte an den Seiten nur sehr schwach 
erweitert, glänzend schwarz mit gelbbräunlicher Spitze, oben vorn spar- 
sam und fein punktirt, hinteu fast ganz glatt. Die Beine sind gelblich. 

Beim $ ist der Hinterrand des 7ten oberen Segments sehr schwach 
gerundet, das entsprechende untere Segment der ganzen Breite nach 
über das obere vorgezogen, hinten, fast gerade abgestutzt, in der Mitte 
des Hinterrandes seicht ausgerandet, an den Hinterecken breit abge- 
rundet, am Hinter- und Seitenrande sparsam mit längeren abstehenden 
Haaren besetzt. 

Beim 9_ ist, wie bei H. caesula, der Hinterrand desselben Ventral- 
segments in der Mitte ziemlich breit und tief ausgerandet, etwas dichter 
behaart als beim $. 

Von Herrn M. Quedenfeldt ausschliesslich bei Tanger gefunden 
und dem Entdecker freundschaftlichst dedicirt. 



von Süd-Spanien, Portugal und Marokko. 369 

6. Toraoglossa laeta Eppelsheim n. sp. 

Linearis, nitida, rufa, capite elytris anterius abdominisque 
cingido posteriore lato nigris, elytris postice pedibusque rufo- 
testaceis, abdomine supra crebre distinctius, apice parcius punc- 
tato. Long. 1 lin. 

Ausser der sehr characteristischen Färbung auch durch breiteres 
Halsschild und durch weniger dichte uud deutliche Punktirung dessel- 
ben und des Kopfes von T. luteicornis unterschieden. Der Körper 
ist ziemlich gleichbreit, glänzend, oben vorn dicht und fein, auf dem 
Hinterleib etwas gröber und länger goldgelb behaart, der Kopf und 
die zwei vorderen Drittheile der Flügeldecken, so wie ein breiter Hinter- 
leibsgürtel, welcher das 4te, 5te und die Vorderhälfte des 6ten Segments 
einnimmt, sind schwarz, die Fühler, das Halsschild und der Hinterleib 
vorn und hinten roth, die Spitze der Flügeldecken und die Beine roth- 
gelb. Der Kopf ist etwas schmäler als das Halsschild, glänzend schwarz, 
die Stirn wenig gewölbt, oben massig dicht, seicht punktirt. Die Fühler 
sind etwa so laug als Kopf und Halsschild, rothbraun, das 2te Glied 
kräftig, fast doppelt so lang als das 3te verkehrt kegelförmige, das 
4te schwach transversal, die folgenden allmälig immer breiter werdend, 
die vorletzten daher ziemlich stark transversal , das lOte nicht blos 
breiter, sondern aueh um die Hälfte länger als das 9te, das Endglied 
kurz eiförmig, stumpf zugespitzt, etwas kürzer als die beiden vorher- 
gehenden zusammen. Das Halsschild ist quer quadratisch, um die 
Hälfte breiter als lang, hinten kaum schmäler als vorn, an den Seiten 
fast gerade verlaufend, mit stumpf abgerundeten Hinterecken, vorn fast 
gerade abgeschnitten, auch hinten wenig gerundet, oben der Quere 
nach gewölbt, ziemlich dicht, nicht gerade fein, aber etwas seicht 
punktirt , vor dem Schildchen schwach eingedrückt. Die Flügeldecken 
sind kaum breiter und fast um ein Drittel länger als das Halsschild, 
hinter dem Schildchen längs der Naht etwas eingedrückt, dicht, ziem- 
lich tief und bestimmt punktirt. Der Hinterleib ist gleichbreit, ziemlich 
kräftig und bestimmt, vom dicht, hinten etwas weitläufiger punktirt. 
Die Beine sind rothgelb. 

Ausser dem von Herrn Lieut. Quedenfeldt beim Fluss Issil aut- 
gefundenen ist mir ein meiner Sammlung angehörende Exemplar vom 
Cap Verd bekannt. 

7. Oxypoda triangulum Eppelsheim n. sp. 
Elongata, subfusiformis, nigra, panon nitida, thorace nigro 
fusco angidis posticis rufis, elytris rufis macida magna triangu 
lari scutellari, segmentorum marginibus, aao, antennis pedibus 
que rufis; thorace transverso basi leviter impresso angvlü posticis 

XXVIII. Heft ii. 24 



370 M. Quedenfeldt: Staphylinen- Fauna 

acutiusculis subrectis, elytris hoc dimidio longioribus dense minus 
subtiliter rugulose punctatis, abdomine distincte, basi crebrius, 
segmentis posterioribus parcius punctato. Long, l 1 / 4 lin. 

Von der Gestalt und Grösse der O, rufula, durch die Färbung 
im hohen Grade ausgezeichnet, schwarz, das Halsschild schwarzbraun 
mit einem deutlich abgegrenzten rothen Fleck in den Hinterecken, die 
Flügeldecken roth , um das Schildchen herum mit einer gemeinschaft- 
lichen schwarzen Makel, welche die Form eines Dreiecks hat, dessen 
Spitze hinter der Mitte der Naht liegt, der schmale Hinterrand der 
einzelnen Hinterleibssegmente, die hintere Hälfte des 6ten und der 
ganze 7te Ring, die Fühler und Beine roth. Der Vorderkörper ist mit 
äusserst feiner anliegender, der Hinterleib mit etwas gröberer und 
längerer Behaarung bekleidet, der erstere wenig glänzend, der letztere 
je mehr nach hinten desto glänzender. Der Kopf ist mattschwarz, viel 
schmäler als das Halsschild , von den Augen an nach vorn verengt, 
dicht, ziemlich fein punktirt. Die kräftigen Fühler sind etwas länger 
als Kopf und Halsschild, nach der Spitze zu wenig verdickt, einfarbig 
roth, das 2te Glied etwas länger als das 3te, von den folgenden die 
ersten etwas länger, die letzten fast noch so lang als breit, das End- 
glied länger als die zwei vorhergehenden zusammen, stumpf zugespitzt. 
Das Halsschild ist fast um die Hälfte breiter als lang, hinten so breit 
als die Flügeldecken, nach vorn verengt, vorn fast gerade abgeschnitten, 
auch am Hinterrand wenig gerundet, beiderseits vor den Hinterwinkeln 
leicht ausgebuchtet, seitlich wenig gerundet mit deutlich markirten fast 
rechtwinkligen Hinterecken, oben ziemlich gewölbt, dicht, nicht sehr 
fein, etwas runzelig punktirt, vor dem Schildchen mit einem breiten 
aber seichten Eindruck versehen. Die Flügeldecken sind um die Hälfte 
länger als das Halsschild, an den Seiten fast gleichlaufend, hinten in 
der Mitte gemeinschaftlich ausgerandet, oben wenig gewölbt, nicht be- 
sonders fein , deutlich körnig runzelig punktirt. Der Hinterleib ist an 
der Basis um ein Drittel schmäler als die Flügeldecken, nach hinten 
wenig verengt, an den Seiten hochgerandet, auf den vorderen Segmenten 
ziemlich dicht und rauh , auf den hinteren weitläufiger punktirt. Die 
Beine sind roth. 

Nach einem einzigen bei Tanger aufgefundenen Stücke beschrieben. 



8. Oxypoda (Bacoglena) incerta Eppelsheim n. sp. 

Elongata, subfusiformis, parum conveoca , dense subtilissime 

pubescens, nitidtda, nigra, thorace antennisque rufo -brunneis, 

harum basi, pedibus anoque rufo -testac eis; elytris thorace sub- 

transverso basi obsolete impresso latioribus tertiaque parte Ion- 



von Süd-Spanien, Portugal und Marokko. 371 

gioribus, obscare fuscis , abdomine subparallelo dense aequaliter 
punctato. Long. l l h lin. 

Etwas kleiner als O. bicolor und anders gefärbt, namentlich durch 
das schmälere Halsschild, welches entschieden schmäler als die Flügel- 
decken ist, in dieser Gruppe ausgezeichnet; gestreckt, wenig gewölbt, 
dicht und fein behaart, ziemlich glänzend, schwarz, Halsschild und 
Fühler rothbraun, deren Basis, Beine und Hinterleibsspitze rothgelb, 
die Flügeldecken dunkelbraun. Der Kopf ist rundlich, fast länger als 
breit, um ein gut Theil schmäler als das Halsschild, glänzend schwarz, 
ziemlich dicht und fein aber deutlich punktirt. Die Fühler sind so 
lang als Kopf und Halsschild, nach der Spitze zu allmälig leicht ver- 
dickt, rüthlichbraun, an der Basis heller, das 3te Glied um ein Drittel 
kürzer als das 2te, das 4te leicht quer, die folgenden nicht kürzer 
aber breiter werdend, die vorletzten daher entschieden transversal, das 
Endglied ungefähr so lang als die beiden vorhergehenden zusammen, 
eiförmig, stumpf zugespitzt. Das Halsschild ist gut um ein Drittel 
breiter als lang, entschieden schmäler als die Flügeldecken, hinten 
wenig, an den Seiten deutlicher geruudet, vorn fast gerade abgeschnit- 
ten, nach vorn deutlich verengt, oben der Quere nach leicht gewölbt, 
dicht und fein punktirt, vor dem Schildchen mit einem seichten Quer- 
grübchen versehen. Die Flügeldecken sind mindestens um ein Drittel 
länger als das Halsschild, zusammen kaum breiter als lang, etwas flach 
gedrückt, braun, gegen die Seiten hin breit angedunkelt., fein und dicht, 
etwas deutlicher als das Halsschild punktirt. Der Hinterleib ist fast 
gleichbreit, hinten nur sehr wenig verengt, etwas schmäler als die 
Flügeldecken, glänzend schwarz, die Spitze des vorletzten und das 
ganze letzte Segment rothgelb, oben dicht und gleichmässig, auf dem 
vorletzten Segment kaum etwas weniger dicht punktirt, an der Spitze 
mit sparsamen längeren abstehenden Haaren besetzt. Die Beine sind 
gelblich roth, die Hintertarsen ziemlich kurz, das erste Glied derselben 
etwas kürzer, als die 3 folgenden zusammen. 

Von Lieut. Quedenfeldt in einigen Stücken bei Algeciras auf- 
gefunden. 

9. Quedius iridicolor Quedenf. (1. c). 
Niger, nitidus, antennis, pedibus abdominisque segmentorvm 
marginibus rufis, capite orbicidato tlioracis subquadrati fere la- 
titudine, elytris castaneis, hoc paido longioribus, dense punctata, 
scutello laevi, abdomine versicolore anterius densius, postice par- 
filUS punctato. Unum specimen Q. Long. 7 /« mm. 

Patria: Marocco (Tetuan). 

24* 



372 M. Quedenfeldt: Staphylinen- Fauna 

Kopf schwarz mit schwachem Metallschimmer, jederseits neben dem 
inneren Augenrande mit zwei grösseren, hinter dem Auge mit mehreren 
sehr kleinen Punkten. Halsschild so lang als breit, fast quadratisch, 
vorn kaum so breit als der Kopf mit den Augen, an den Seiten sehr 
wenig gerundet, nach vorn nur um ein ganz Geringes mehr als nach 
hinten verengt, an der Basis gleichmässig abgerundet, ausser der drei- 
punktigen Rückenreihe jederseits mit mehreren unregelmässig vertheilten 
feinen Pünktchen, der Seitenrand vor der Basis schwach gebuchtet. 
Flügeldecken kaum länger als das Halsschild, wie dieses röthlich pech- 
braun, fein und dicht runzelig punktirt, an der Spitze gemeinschaftlich 
schwach ausgerandet. Schildchen wie bei der vorigen Art glatt. Hinter- 
leib sehr stark irisirend, mit röthlichen Rändern der Segmente, in 
seinem vorderen Theile fast so dicht als die Flügeldecken, nach der 
Spitze zu etwas weitläufiger und gröber punktirt. Beine , Palpen und 
Fühler röthlich gelbbraun, letztere vom dritten Gliede an ein wenig 
dunkler, gegen die Spitze hin nur wenig verdickt. 

Die Art steht dem Q. nigrieeps Kr. am nächsten und ist da- 
her in die Untergattung Sauridus zu stellen. Sie ist namentlich 
durch das quadratische nach vorn sehr wenig verengte Halsschild aus- 
gezeichnet. 

10. Quedius Eppelsheimi Quedenf. (1. c.) '). 
Nigro-subaeneus, nitidus, pedibus testaeeis, tibiis posteriori- 
bus infuscatis, antennis elytrisque obscure fuscis, Ms viridi-sub- 



J ) Ich füge hier die Beschreibung des Staphylinus (Ocypus) 
Milleri mihi aus Syrien ein, da ich dessen Diagnose gleichzeitig mit 
denen der spanisch -marokkanischen Arten am angeführten Ort ge- 
geben hatte: 

Apterus, niger, vix nitidus, dense subtiliter punetatus, capite 
thoraceque transversim quadratis fidvo-, elytris opacis, thorace 
paxdo brevioribus abdomineque griseo-pubescentibus, ore, antennis 
pedibusque rufis. 

Long. 16 mm. 

Kopf querviereckig, ein Drittel breiter als lang, Mandibeln innen 
breit gezähnt, die kurze Oberlippe in der Mitte gebuchtet und braun- 
gelb behaart. Halsschild kaum schmäler als der Kopf, so lang als 
breit, nach hinten nicht oder nur wenig verengt, ebenso wie der Kopf 
dicht und fein punktirt, mit einer feinen glatten Mittellinie. Flügel- 
decken etwas schmäler und kürzer als das Halsschild, zusammen breiter 
als lang, sehr fein und dicht chagrinirt und daher matter erscheinend 
als der Thorax ; Hinterleib von gleicher Sculptur. Die ganze Oberseite 



von Süd-Spanien, Portugal und Marokko. 373 

micantibus, thorace transverso longioribus, dense punctatis, scu- 
tello laevigato, elytris abdomineque attenuato iridescente lateribus 
dense flavo-pubescentibus. 

Mas: Abdominis segmento pemdtimo ventrali apice medio 
su btriangidariter emarginato. 

Fem.-. Lotet. 

Long. 7 mm. Patria: Hispania mer. (Algeciras). 

Kopf und Halsschild schwärzlich grün erzfarben glänzend, ersterer 
zwischen den Augen mit einer Querreihe von 4, hinter den Augen 
jederseits mit einer schrägen Reihe von 3 Punkten, letzteres entschieden 
breiter als lang, nach vorn schwach verengt, die Bückenreihen mit 
3 Punkten und zwischen denselben und dem Seitenrande 3 hinterein- 
anderstehende kleine Punkte. Am Aussenrande selbst eine hinter den 
Vorderecken beginnende, bis zum Schildchen sich hinziehende Punkt- 
reihe. Flügeldecken dicht und fein punktirt und gelb behaart, dunkel- 
gelbbraun, mit grünlichem Metallschimmer, Schildchen glatt. Hinter- 
leib schwärzlich braun, mit schwachem Metallschimmer, die Hinterränder 
der einzelnen Segmente röthlich, etwas feiner als die Flügeldecken 
punktirt, an den Seiten mit in Form von Schrägbinden stehender dichter 
anliegender graugelber Behaarung. Beine hellgelbbraun mit schwärz- 
lichen Schienen, Fühler und Taster kastanienbraun, erstere nach der 
Spitze hin ziemlich stark verdickt mit ausgerandetem Endglied; wie 
beim Vorigen die einzelnen Glieder so breit als lang. 

Die Art steht dem Q. riparius Kelln. am nächsten und gehört 
demnach in die Untergattung Sauridus Rey; sie unterscheidet sich 
von dem Genannten durch hellere Flügeldecken und Beine, vornehmlich 
aber durch die Punktreihe zwischen den Augen und die zwischen 
Rücken- und Randreihe des Halsschilds eingefügte Längsreihe von 
3 Punkten, welche beide dem Q. riparius abgehen. 

11. Philonthus sanguinipennis Quedenf. (1. c). 
Niger, nitidus, antennis pedibusque piceis, elytris sanguineis, 
densius minus subtiliter punctatis, abdomine creberrime sid>tilius 
subaequaliter punctato, dense fidvo-pubescente-, thorace subqua- 



des Käfers ist mit sehr kurzen anliegenden braunen Härchen ziemlich 
dicht bekleidet. Bauch ein wenig stärker und weitläufiger punktirt, 
daher etwas glänzender. Das letzte Bauchsegment des $ mit tiefem 
dreieckigen Ausschnitt. Grundfarbe des Käfers schwarzbraun mit hell 
rothbraunen Beinen, Fühlern und Palpen. 

Die Art ist neben O. aethiops Waltl zu stellen. 



374 M. Queclenfeldt: Staphylinen- Fauna ■ 

drato seriebus dorsalibus 4punctatis (punetis in margine antico 
exceptis). Long. 8 mm. 

Patria: Marocco (fluraen Tensift prope urbem Marocco. Urica, 
vicus in monte Atlante). 

In der Form dem P. immundus Gyllh. am nächsten stehend» 
aber wegen der bedornten Vorderschienen neben corruscus Grav. zu 
zu stellen. Kopf und Halsschild glänzend schwarz, ersterer gerundet 
viereckig , zwischen den Augen mit einer Querreihe von 4 Punkten, 
hinter den Augen unregelmässig und weitläufig grob punktirt, letzteres 
vorne kaum breiter als der Kopf, etwas länger als breit, nach hinten 
kaum erweitert, die Rückenreihen ausser dem Vorderrandpunkte mit 
4 Punkten, ausserhalb der Rückenreihe jederseits eine Reihe von 3 
und in den Vorderecken 2 hintereinanderstehende Punkte, Der Seiten- 
rand hinter der Mitte sehr schwach gebuchtet. Schildchen schwarz, 
äusserst fein und dicht «punktirt. Flügeldecken blutroth, dicht und 
deutlich punktirt, etwas breiter und länger als das Halsschild, nach 
hinten etwas erweitert, sehr spärlich mit grauen Härchen bekleidet. 
Hinterleib schwarz, sehr schwach irisirend, ziemlich dicht anliegend 
grau behaart und äusserst dicht und fein, gegen den Hinterrand der 
einzelnen Segmente zu weniger dicht, die Beine pechbraun, die Basis 
der Schienen sowie die Tarsen heller. Fühler schwärzlich pechfarben, 
vom dritten Gliede gegen die Spitze dicht anliegend grau behaart. 

Es liegen mir nur 2 Q. vor. 

12. Philonthus brunneipennis Quedenf. (1. c). 

Gracilis, niger, nitidus, antennis basi pedibusque pieeo-testa- 
ceis, elytris ruf o -brunneis abdomineque dense punetatis, dense 
griseo-pubescentibus; capite subrotundato , thorace subquadraio 
seriebus dorsalibus 4- punetatis (punetis in margine antico ex- 
ceptis). Long. 6 mm. 

Patria Marocco (Tanger). 

Von schmaler, schlanker Gestalt, Kopf und Halsschild glänzend 
schwarz, ersterer bei dem § gerundet viereckig, beim Q kurz oval; 
zwischen den Augen mit einer Querreihe von 4, hinter den Augen 
mit mehreren ziemlich starken Punkten; das letztere etwas länger als 
breit, nach vorn kaum verengt mit kurz niedergedrückten stumpfwin- 
keligen Vorderecken. Die Rückenreihen auf demselben wie bei der 
vorigen Art; zwischen diesen und dem Seitenrande etwa 4 — 5 etwas 
kleinere Punkte. Schildchen sehr fein und dicht punktirt, Die Flügel- 
decken hell kastanienbraun, etwas gröber, fast runzelig punktirt, fein 
grau anliegend behaart, vorn etwas breiter, als das Halsschild, nach 
hinten allmälig erweitert, gemeinschaftlich ausgerandet. Hinterleib 



von Süd-Spanien, Portugal und Marokko. 375 

schwarz, dicht punktirt und grau behaart, nach der Spitze hin etwas 
verschmälert, die ersten 2 Segmente an der Basis eingedrückt. Palpen, 
Beine und Wurzel der Fühler dunkel gelbbraun, der übrige Theil der 
letzteren schwärzlich. — Ist neben quisquiliarius Gyllh. zu stellen. 

Beim § hat der Hinterrand des vorletzten Ventralsegments einen 
kleineu scharf dreieckigen Einschnitt und hinter demselben eine lange 
schmale, vorn zugespitzte spiegelglatte Stelle. 

Es liegt nur ein, leider in beiden Stücken stark beschädigtes Pär- 
chen vor. 

13. Othius pilifer Quedenf. (1. c). 

Niger, nitidus, elytris piceis, antennis pedibus anoque rußs, 
capite hreviter ovali thoraceque parce nigro-pilosis, elytris abdo- 
mineque densius fidvo-pubescentibus,. Ulis thoraee parum longio- 
ribus minus crebre sat fortiter punctatis. 

Mas: Lotet. 

Fem.: Abdominis segmento ventrali penultimo apice rotun- 
dato-truncato. 

Long. 7 mm. 

Patria: Marocco (Tetuan). 

Diese Art hält in der Form die Mitte zwischen unseren grossen 
und kleinen Arten der Gattung. Pechschwarz, glänzend, mit dunkel- 
gelbbraunen Flügeldecken , helleren rothgelben Fühlern , Palpen und 
Beineu. Kopf so lang als breit, nach vorn nur schwach verengt, an 
den Seiten fein, aber deutlich punktirt, wie das Halsschild stark glän- 
zend und namentlich an den Seiten mit längeren, abstehenden Härchen 
besetzt; dieses parallelseitig kaum breiter, aber etwas länger als der 
Kopf, mit derselben Punktirung wie O. paralleliceps. Flügeldecken 
so lang als das Halsschild, an der Basis eben so breit, nach hinten 
ein wenig erweitert , ziemlich sparsam und schwach runzelig punktirt 
und mit gelblichen, etwas aufstehenden Härchen nicht dicht besetzt. 
Hinterleib und Unterseite äusserst fein punktirt und anliegend gelblich 
behaart; After röthlich, mit einzelnen längeren Börstchen bsetzt. 

14. Othius paralleliceps Quedenf. (1. c). 

Niger, nitidus, pilosus, antennis elytrisque brunneis, pedibus 
anoque rußs; capite thoracis longitudine oblong oquadroto, lateribus 
parallelis , vertice lateribusque densius minus fortiter punctato, 
elytris thoraee vioc longioribus dispersim punctatis. 

Mas: Abdominis segmentis duobus ventralibus ß°- et 7°- medio 
ad apicem versus lote et obsolete impressis, 7°- margine posteriore 
late submarginato, fere truncato. 



876 M. Quedenfeldt: Staphylinen- Fauna 

Fem.-. Alxl. segmento 7°- ventrali apice rotundato. 

Long. 9'/=— 11 mm. 

Patria: Hisp. mer. (Algeciras), Marocco (Tetuan). 

Neben O. fulvipennis F. gehörig. Kopf, Halsschild und Hinter- 
leib pechschwarz, Flügeldecken, Beine, Fühler und Palpen dunkelgelb- 
braun, Hinterleibspitze verwaschen röthlich. Kopf länglich mit paral- 
lelen Seiten (bei fulvipennis ist er nach vorn verschmälert) und ab- 
gerundeten Hinterecken, die Seiten feiner und 'dichter punktirt als bei 
fldvipennis. Das Halsschild ist wenig länger und so breit als der 
Kopf, um V 3 länger als breit, jederseits mit einer Reihe von 3 Punkten, 
von denen die beiden vordersten einander genähert sind und ausserdem 
mit einigen Punkten in den Vorderecken und am Seifenrande , sonst 
ganz glatt und sehr glänzend. Flügeldecken so breit, aber ein wenig 
kürzer als das Halsschild, zerstreut punktirt, kurz und sparsam, wie 
auch der Kopf, gelblich behaart. Hinterleib mit äusserst feiner Cha- 
grinirung und zerstreuten feinen Pünktchen, die Mitte nur sparsam, 
die Seiten und der Bauch etwas dichter behaart, die Hinterränder der 
einzelnen Bauchsegmente röthlich. Von dem gleichfalls ähnlichen O. 
grandis Hochh. weicht die vorliegende Art durch etwas geringere 
Grössere und schlankere Gestalt, den gleichbreiten Kopf, längliches 
Halsschild und kürzere Flügeldecken ab. 



15. Xantholinus linearis Oliv. var. Maghrebinus 
Quedenf. (1. c). 

Statur a speeiminum X. linearis graciliorum , capite nigro, 
thorace, antennis, pedibusque rußs, elytris testaeeis, abdomine 
pieeo. Long. 6 mm. 

Patria: Marocco (Jebel Hadid prope urbem Mogador). 

Von den Stücken der Stammform mit hellbraunen Flügeldecken 
besonders durch das einfarbig rothe Halsschild unterschieden. Die An- 
nahme, dass die beiden vorliegenden Stücke unausgefärbt seien, scheint 
ausgeschlossen, da Kopf und Hinterleib ganz dunkel gefärbt sind; 
überdies fand ich dieselben an einer Lokalität, deren Boden sehr stark 
eisenhaltig, welche Beschaffenheit möglicherweise auf die Färbung Ein- 
fluss geübt hat. 

Vielleicht liegt hier auch ein analoges Verhältniss zürn X. tricolor 
F. vor, ven welchem bekanntlich ebenfalls, namentlich im Süden, Stücke 
mit einfarbig rothem Halsschild , sonst aber vollkommen ausgefärbt, 
vorkommen, die man in den Sammlungen häufig als X. elegans Oliv, 
bestimmt findet. 



von Süd-Spanien, Portugal und Marocco. 377 

16. Stenus Dobberti Quedenf. (1. c). 

Steno flavipedi Stcph. proximus, sed alatus, major, robustior, 
elytris longioribus, hasi latioribus, minus nitidus, nigro-sub- 
aeneus. Capite, thorace elytrisque dense fortiter-, abdomine 
subtilius punctatis, parcc subtiliter pubescentibus ; pedibus, palpis 
antennisque flavis, Ms articulo primo obscuro. Long. 4 mm. 

Patria: Marocco (Casablanca). 

Dem St. ßavipes Stepb. (filum Ev.) sehr nahe stehend, doch ist 
er beträchtlich grösser und breiter, hat längere, dichter punktirte 
Flügeldecken und ist ausserdem geflügelt. 

Die sexuellen Abzeichen wie bei ßavipes. 

In einer Reihe von ganz übereinstimmenden Exemplaren von mir 
in der Umgegend von Casablanca bei der sog. Ain-Mäsah (Ziegenquelle) 
am Schilf gefunden '). 

Nach Herrn Dr. Eppelsheim's mir brieflich mitgetheilter Ansicht 
wäre diese Art möglicherweise nur eine sehr kräftig entwickelte süd- 
liche geflügelte Form von ßavipes; dieser Ansicht würde wohl unwei- 
gerlich beizupflichten sein, wenn nicht die oben erwähnte, von ßavipes 
abweichende Puuktirung der Flügeldecken bei der vorliegen- 
den Art es zweifelhaft machte, ob wir es hier nur mit zwei differiren- 
den Formen derselben Stammart zu thun haben. 

17. Bledius Husseini n. sp. 

Nigro-piceus, subnitidtis, sparsim subtiliter imbescens, elytris 
pallido-testaceis, basi suturaque nigrescentibus, ore, antennis, pe- 
dibus anoque flavis, capite et thorace in idroque seoou inermibus, 
thorace elytrisque dense subtiliter punctatis, Mo longitudine la- 
tiore, medio canalicidato , lateribus parallelis, his thorace sesqui 
longioribus, abdomine fere laevi. 

Mandibidis maris medio dente valido armatis, feminae midicis. 
Long. 2 3 /i— 3 mm. 

Patria: Marocco (Urica; flumen Issil prope urbem Marocco). 

] ) Ich habe in meinem Reisebericht vergessen, auf diesen ergiebigen 
Fundplatz besonders hinzuweisen und hole dies hiermit nach. Die 
Quelle liegt unmittelbar am Wege, welcher von Casablanca nach Rabat 
führt, eine kleine halbe Stunde von ersterer Stadt entfernt. Der Abthiss 
der Quelle — die sich bald in den nahen Sanddünen der Küste ver- 
liert — bildet zunächst einen kleinen Sumpf, welcher, als einziger 
feuchter Ort in der sonst trockenen Gegend, sehr insectenreich ist. 
Ebenso finden sich dort zahlreiche Reptilien und Amphibien. 



378 M. Quedenfeldt: Staphylinen- Fauna 

Dem B. arenarius Payk. in Gestalt und Färbung sehr ähnlich, 
jedoch durchschnittlich etwas kleiner mit verhältnissmässig breiterem 
Kopf und schmälerem , stärker gerinnten Halschild. Die Flügeldecken 
sind an der Basis und Naht nicht so dunkel wie bei arenarius, son- 
dern nur leicht verwaschen geschwärzt , auch verhältnissmässig kürzer, 
zusammen etwa so breit als lang, während sie beim arenarius länger 
als breit sind. Hinterleib ebenso glänzend, wie bei jenem, Fühler nur 
an der Basis gelb, vom 5ten Gliede ab bräunlich gefärbt. 

Im Angeschwemmten des Urikaflusses sehr zahlreich aufgefunden, 
spärlicher am Flusse Issil. Scheint ein ausschliesslicher Bewohner von 
Salzboden. 

Ich dedicire diese Art meinem verehrten Freunde Herrn Hussein 
Ben el Hadj Abd-el-Chalek Laudiyi aus der Stadt Fäss in 
Marokko, welcher, seit mehreren Jahren im Auftrage seiner Regierung 
hier zu Studienzwecken sich aufhaltend, 'mir auf meiner zweiten Reise 
in Marokko 1883 durch Empfehlungsschreiben an verschiedene seiner 
Landsleute in freundlichster Weise Vorschub geleistet hat. 

18. Compsochilus Weberi Quedenf. (1. c). 

Niger, sulmitidus, parcius pubescens, ore antennarum basi 
pedibusque fusco-testaceis, elytris piceis, anterius striatim, postice 
irregulariter punctatis, thorace parum longioribus, hoc subqua- 
drato, basin versus angustato, lateribus parce sat fortiter punc- 
tato. Long. 2 3 / 4 mm. 

Patria: Marocco (Tanger, Casablanca). 

Kopf pechschwarz, fein und zerstreut punktirt, die Mundtheile hell 
gelbbraun, die ersten 3 Fühlerglieder etwas dunkler und glänzend, die 
letzten gegen die Spitze verdickt und dicht grau behaart. Halsschild 
so lang als breit, nach rückwärts schwach verengt ; jederseits der glatten 
Mitte eine dichte, etwas gekrümmte Punktreihe, welche sich vorn nach 
dem Seitenrande zu umbiegt, die Seiten zerstreut punktirt. Flügel- 
decken deutlich breiter und länger als das Halsschild, auf der vorderen 
Hälfte gereiht, auf der hinteren unregelmässig punktirt, mit reihenweiser, 
kurzer, gelber Behaarung. Hinterleib gleichfalls kurz gelb behaart, 
aber kaum sichtbar punktirt, nach hinten etwas erweitert, das letzte 
Segment kurz zugespitzt. Bauch etwas deutlicher, namentlich an den 
Seiten, punktirt, ein wenig länger behaart. Mit Ausnahme des Kopfes 
und des pechschwarzen Hinterleibes ist die Färbung des Käfers pechbraun. 

19. Compsochilus filiformis Quedenf. (1. c). 
Gracilis, piceus, parce pubescens, thorace rufo-brunneo, elytris 

fusco-testaceis, ore, antennarum basi, pedibus anoque rufis; tho- 



von Süd-Spanien, Portugal und Marocco. 379 

race elongato postice medio breviter carinato; elytris hoc paido 
longioribus subtiliter seriatim punctatis. Unum specimen. Long. 
l 3 /* mm. 

Patria: Hispania mer. (Algeciras). 

Noch kleiner und schmäler als C. cleganüdus Kr. aus Creta; in 
der Färbung diesem und unserem heimischen palpalis Er. ähnelnd. 
Kopf und Hinterleib pechbraun, der letztere vor der Spitze schwärzlich 
gefärbt, Halsschild hell röthlich, Flügeldecken gelblich braun, Beine, 
Palpen und Fühler gelb, letztere vom 6ten Gliede au ein wenig dunkler 
und dicht grau behaart. Der Körper ist überall sehr dünn und kurz 
gelblich behaart; Kopf und Hinterleib äusserst fein punktirt. Punkti 
rung des Halsschildes wie beim Vorigen, zwischen den beiden Punkt- 
reiheu auf der Scheibe zeigt sich an der Basis ein kurzer Längskiel. 
Die Flügeldecken sind der ganzen Länge nach gereiht punktirt. 



Bemerkung. Während des Druckes vorliegender Arbeit wurde mir 
die Beschreibung des Apter. convexifrons Fairm. (Rev. et Mag. de 
Zool. etc. 1873, p. 335) zugänglich und ich erlaube mir, dem bereits über 
diese Art und A. Dohrnii auf p. 352 Gesagten das Folgende berichtigend 
hinzuzufügen. Fairmaire hebt die Unterschiede seines convexifrons 
vom Dohrnii mit folgenden Worten hervor : 

Cette nouvelle espece ressemble au Dohrnii; la taille est la meine; 
mais la tete est convexe au lieu d'etre concave, les antennes sont plus 
greles, le corselet est convexe et faiblement sillone, au lieu d'etre fortement 
creuse au milieu et impressione sur les cötes; les elytres sont aussi moins 
deprimees , moins fortement rugueuses , ä angle apical moins aigu , et 
l'abdomen est plus elliptique. 

Unter den von mir bei Tanger zahlreich gesammelten Exemplaren 
befinden sich nun Stücke sowohl mit coneaver (tief eingedrückter) 
Stirn ( g) g ) , als mit convexer ( Q Q ). Die übrigen , vom Autor ange- 
gebenen Unterscheidungsmerkmale für beide Arten treffen aber auf meine 
Stücke nicht zu; dieselben gleichen sich vielmehr, abgesehen von dem 
eben angegebenen Unterschiede und den schon früher erwähnten Geschlechts- 
differenzen vollkommen. Ich möchte hieraus folgende Schlüsse ziehen : 

1) dass die verschiedene Stirnbildung als sexuelles Merkmal bei der 
Gattung aufzufassen ist (oder wenigstens bei beiden hier in Rede 
stehenden Arten); 

2) dass Dohrnii und convexifrons nicht identisch sind, sondern 
dass Fairmaire in dem. einzigen, bei Dely-Ibrahim (Algerien) von 
Raffray gesammelten Exempl., nach welchem er den letzteren be- 
schrieb, ein weibliches Stück einer von Dohrnii verschiedenen 
Art vorgelegen hat; 

3) dass der von mir gesammelte Käfer der schon längst aus Tanger 
bekanute A. Dohrnii ist. 

Erwähnt sei schliesslich noch, dass weder Fauvel in seiner mehrfach 
citirten Aufzählung der nordafrikanischen Staphylinen, noch auch Duvivier 
in seinem Nachtrage zum Catal. Gemminger-Harold des A. convexifrons 
Erwähnung' thut. 



380 [Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft II.] 



Ueber die von Herrn Ludy in Ober-Bayern, 
Kärnthen und im Littorale gesammelten Psociden. 

Von H. J. Kolbe. 



Es war erfreulich, dass Herr Ludy aus Berlin auf seinen Reisen 
in den oben genannten Ländern meiner Bitte nachgekommen war, in- 
dem er den Psociden in reichlichem Maasse seine Aufmerksamkeit zu 
Theil werden liess und damit immerhin einen für die Zoogeographie 
nicht unwichtigen Beitrag aus dieser Insectenfamilie geliefert hat, da 
bis jetzt noch keine Vertreter derselben aus obigen Ländern bekannt 
waren. Durch Vermittelung des Herrn Habelmann in Berlin wurde 
mir das von Herrn Ludy gesammelte Material zur Verfügung gestellt, 
und gestatte ich mir, in Folgendem darüber zu berichten. 

I. Aus Ober-Bayern (Longgries bei Tölz). 

1. Stenopsocus Lachlani Kolbe. Zahlreich. 

2. Philotarsus ßaviceps Steph. Alle Stücke haben fast hyaline, 
mit kaum wolkigen Spuren verloschener Makeln versehene Flügel. 

3. Caecilius Burmeisteri Brauer. 

4. — ßavidus Ramb. Pterostigma kurz elliptisch, viel kürzer 
als bei norddeutschen Exemplaren. 

5. Amphigerontia bifasciata Latr. 

6. — variegata Latr. 

II. Aus Kärnthen (Ober-Tarvis, 2400 Fuss, 13—18. September 
1883, auf Pinus und Abies). 

1 . Stenopsocus Lachlani Kolbe. Zahlreich. 

2. Philotarsus ßaviceps Steph. Zahlreich. 

3. Peripsocus subpupillatus McLachl. Wenig. 

4. — phaeopterus Steph. Zahlreich. 

5. Psocus seocpunctatus Linn. 

6. — nebulosus Steph. 

7. — longicornis Fabr. 

8. — quadrimaculatus Latr. 

9. montanus n. sp. Flavescens, fusco-pallido signatus, 
fronte longitudinaliter striata, striis parallelis, haud conver- 

gentibus, genis ßavo-albidis, Stria brevi transversa mediana 



JB.. J. Kolbe: über in Ober-Bayern etc. ges. Psociden. 381 

verticeque striis et macidis minimis tripliciter congregatis sig- 
natis, antennis tenuibus vix pilosis-, alis hyalinis immaculatis, 
exceptis pterostigmate maculaque hujus basali , hoc purpurato, 
ad marginem posticum et basin hyalino, ad apicem versus 
parum ampliato, postice aequato, rotundato; alarum antica- 
rum furca angustata, elongata, pedunculo brevi; ramo ra- 
diali medianaque puncto conjnnctis-, area discoidali rhom- 
bica, latitudine longiore; area postica ad basin angusta; 
pedibus griseis. g Q . Long. corp. c. alis 5 1 /« mm. 

Am nächsten mit P. quadrimacidatus Latr., namentlich durch 
die Bildung des Pterostigma, verwandt, doch grösser, ohne Makeln 
auf den Flügeln, mit abweichender Flügelnervatur, bleicherer 
Körperfärbuug und ohne Zeichnungen auf dem Scheitel neben den 
Augen. 

III. Aus dem Littorale (Görz, 16—22. October 1883). 

1. Stenopsocus immacidatus Steph. 1 $Q. 

2. Graphopsocus cruciatus Linn. Zahlreich. 

3. Caecilius fuscopterus Latr. 

4. oculatus n. sp. (Var. von piceus Kolbe?) Fusco- 
piceus, nitidus, capite brunneo, oadis globiformibus, eosstan- 
tibus, magnis, atris, spatio frontali interocidari diametro 
ocidi singidi angustiore } ); palpis robusttdis, articulo idtimo 
brevi subcylindrico , fere ovato, ad apicem rotundato; alis 
griseo-fuscis, fumigatis, pone pterostigma obscuriore-, furca 
brevi, pedunculo elongato, furcae ramo inferiore plus dimidio 
longiore; pterostigmate cinereo, alis vix obscuriore, ampliato, 
postice rotundato-, area discoidali II angusto, seit elongato, 
venis hanc formantibus antice et postice aequalibus; area 
postica lata, in vertice vix rotundata, obtuse angidata. Long, 
corp. c. alis 3 mm. g. 

Dem C. piceus Kolbe zunächst verwandt, doch sind die Augen 
fast doppelt so gross, kuglig vorstehend, scheinbar grob granulirt, 
mattschwarz, der Zwischenraum auf der Stirn schmäler; letztes 
Palpenglied kürzer; die Area postica kleiner; die Area discoidalis 
II länger und gleichmässig geformt (bei piceus gegen die Area 
diseoid. I hin mehr bauchig erweitert). Kopf und Thorax braun 
bis schwarz, glänzend, die Flügel schwärzlich angeraucht; 1. Glied 
der Hintertarsen etwas länger als bei piceus. 

') in Caecilio piceo $ dimidio latiore oculi singuli dia- 
metro. 



382 H. J. Kolbe: über in Ober-Bayern etc. ges. Psociden. 

Ausserdem liegen noch einige schlecht erhaltene weibliche 
Stücke vor, die sich durch das mehr stumpfwinklige Pterostigma 
und die mehr ellipsenförmige Area postica auszeichnen und von 
oculatus ($ unterscheiden, in der Form der Area discoid. II aber 
mit piceus $ übereinstimmen. Bevor nicht mehr Material von 
dieser Form sowohl wie von piceus und oculatus vorliegt, lässt 
sich das Verhältniss dieser Formen zu einander nicht entscheiden. 

5. Caecilius ßavidus Ramb. 1 Expl. Pterostigma kürzer als bei 
den norddeutschen Stücken, aber weniger elliptisch als bei denen 
aus Ober-Bayern. 

6. Pterodela pedicxdaria Linu. 

7. Peripsocus albogidtatus Dalm. McLachl. (pupiUatus Dale). 
Wenig. 

Im Ganzen hat Hr. Ludy 20 Species gesammelt, eine Elipsocus- 
Species aus Kärnthen war ganz zerstört und konnte nicht mehr deter- 
minirt werden (JE, hyalinus Steph.?). — Es ist eigenthümlich , dass 
sich die Arten der drei Localitäten gegenseitig fast völlig ausschliessen. 
Der resp. Localität von Bayern und Kärnthen sind gemeinsam St, 
Lachlani und Ph. ßaviceps, Bayern und Görz nur C. ßavidus, wäh- 
rend Kärnthen und Görz keine einzige gemeinsame Species aufweisen. 
Dass Bayern und Kärnthen nur St. Lachlani, Görz aber St. imma- 
culatus lieferte, ist auffallend; doch gehören jene Gebiete der montanen 
Region , Görz der Ebene an. St. Lachlani ist südlich viel häufiger 
als im Norden; auch in den Vogesen ist dieselbe von Hrn. McLach- 
lan sehr zahlreich, immacidatus nur vereinzelt gesammelt. Im Uebri- 
gen lassen sich wegen des geringen Materials noch keine weiteren 
zoogeographischen Studien anstellen; nur das ersehen wir aus obigen 
Listen wiederum, dass die meisten Species eine sehr weite Verbreitung 
haben. 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft IL] 383 



Ueber Goliathus albosignatus Boh., Kirkianus 
Gray und russus n. sp. 



Von 
H. J. Kolbe. 



Das Berliner Zoologische Museum erwarb kürzlich ein Q von 
Goliathus albosignatus Boh. Da bisher nur das § dieser Species 
bekannt war, so hielt ich es für thunlich, mich näher mit dem Gegen- 
stände zu beschäftigen, zu welchem Zwecke ich die spärliche Literatur über 
G. albosignatus: bei Boheman in dessen „InsectaCaffrariae", Gray's 
Beschreibung seines G. Kirkianus (1864), der nach Westwood mit 
albosignatus identisch ist, und des letzteren Autors Darlegungen und 
Abbildung im „Thesaurus Qxoniensis" (1874) einsah. Doch fand ich, dass 
sich hier einlrrthum eingeschlichen, dennGray's undWestwood's Species 
ist verschieden von Kirkianus. Ich glaube diese meine Ansicht (in na- 
tura kenne ich Kirkianus nicht) aus den habituellen Verschiedenheiten 
zwischen den Abbildungen bei Gray und West wo od und dem mir 
vorliegenden $ des albosignatus Boh., sowie aus der schwarzbraunen 
Behaarung an den Beinen und am Abdomen des letzteren schliessen 
zu müssen. Die Behaarung des Abdomens und der 4 Hinterschienen 
ist bei albosignatus Westw. {Kirkianus Gray) gelb. Auch fand ich 
bei dem mir vorliegenden albosignatus Boh. Q den inneren Maxillarlobus 
mit einem spitzen Zahne bewehrt, der bei Westwood's Species fehlt 
(sec. Westw.), und ferner das Mentum anders gebaut als Westwood 
angiebt. Diese Incongruenzen konnten nur den Beweggrund bilden, 
die Angelegenheit weiter zu verfolgen, und es würde auch von Erfolg 
für die Richtigstellung sein, authentische Stücke von Boheman's 
und Gray's bezw. Westwood's Species zur Confrontirung heranzu- 
ziehen, eine Schwierigkeit, die bei diesen so seltenen Käfern wenig 
Erfolg haben würde. Doch bat ich Herrn Prof. Aurivillius, Inten- 
danten der entomologischen Abtheilung des Reichsmuseums in Stock- 
holm, einige mir wichtige Fragen bezüglich der Beschaffenheit von 
albosignatus Boh. (§ (Typus), soweit dieselbe in der Beschreibung 
des Autors unberücksichtigt geblieben ist, mir zu beantworten. Herr 



384 H. J. Kolbe: über Goliathus albosignatus Boh., 

Prof. Aurivillius hatte die grosse Liebenswürdigkeit, mir die Type 
Boheman's selbst, deren Kopf, wie auch Westwood schon erwähnt, 
leider zerbrochen ist, sowie ein kürzlich an das Stockholmer Museum 
gelangtes Q zu übersenden. Es stellte sich bald die Identität des im 
Berliner Museum befindlichen $ mit dem des Stockholmer Museums 
heraus, sowie ferner die Verschiedenheit von Westwood's albosignatus. 
Die Zeichnung des Thorax und der Flügeldecken ist bei beiden Arten 
sehr ähnlich. Westwood hatte seiner Zeit im Stockholmer Museum 
den albosignatus Bob. skizzirt , diese Skizze zu Hause mit seinem 
Goliathus verglichen und aus dieser Vergleichung die vorgebliche 
Identität deducirt. 






Goliathus albosignatus Boh. $ 
unterscheidet sich von albosignatus Westw. (nee Boh.) = Kirkianus 
Gray $ vorzüglich durch die enorm langen Vordertarsen, die schwarz- 
braune Behaarung des Abdomens und der 4 Hinterschienen, die vorn 
divergirenden seitlichen oberen Clypealhöcker , die längeren seitlichen 
Frontalleisten und das schwarze Pygidium. Die seitlichen oberen Clypeal- 
höcker convergiren bei Kirkianus. Der jederseitige untere Clypeal- 
zahn und die Antennen sind glänzend braunschwarz, bei Kirkianus 
weiss. Der den Hinterrand des Prothorax bildende Lobus tritt beider- 
seits der Mitte weniger winklig vor und ist beiderseits zwischen der 
Mitte und den Hinterecken nur sehr wenig, bei Kirkianus tief 
ausgerandet. Die Seiten des Prothorax bilden einen viel deutlicheren 
stumpfen Winkel als bei Kirkianus. Der Hinterrand ist nicht weiss, 
nur die weissen Längsstreifen berühren denselben. Das Scutellum ist 
in der Mitte schwarz, an den Seiten weiss, und nur die Spur eines 
kurzen weissen Längsstreifs wird in der Mitte der Basis sichtbar. Bei 
Kirkianus ist die ganze Längsmitte des Scutellum breit weiss und 
die Seiten schwarz. Die Naht der Flügeldecken ist am Ende nicht in 



Kirkianus Gray und russus n. sp. 385 

leine kurze Spitze ausgezogen, wie bei Kirkianus, sondern einfach 

^rechtwinklig. Das Pygidium ist schwarz (bei Kirkianus ganz weiss) 

und mittelmässig dicht, an der Spitze gedrängter punktirt. Die Lauge 

der Vorderschienen beträgt 15, die der Tarsen 26 nun. , während bei 

Kirkianus (allerdings nur in der Figur) die Tarsen nur wenig länger 

| als die Schienen sind, bei Druryi und giganteus um l /\ bei cacicus 

j um 3 I* länger. Cacicus und albosignatus berühren sich also in dieser 

Aehnlichkeit. Zudem ist albosignatus kleiner und weniger kräftig ge- 

I baut als der grössere Kirkianus. 

Albosignatus heimatbet in Transvaal bei Pretoria und am Lim- 
popo, Kirkianus im Innern von Mozambique bei Tete. 

Die Charakteristik des noch unbeschriebenen 

Goliathus albosignatus Boh. Q. 
ist folgende. 

Nigra, nitida, albo signata, punctata, clypeo quadrato, an- 
tice attenuato, medio leviter sinuato; mento antice lobato, lobo 
coarctato, antice dilatato, apice eocciso , utrinque lobi profunde 
emarginato; m axillar um mala exteriore acute bifida, interiore 
dente acido armata; prothorace rüde punctato, margine antico 
medio producto, tubero singulo simplici, limbo laterali lineaque 
midto angustiore cum limbo postice et antice conßuente, macidam 
oblongam nigram cingente, tenerrimisque lineis 3, e basi nascen- 
tibus, fere evanidis, media aidem scutellum fere attingente, 2 al- 
teris brevibus, albis; margine postico prothoracis modice lobato, 
subrotundato , lobo via) obtusato, ante scidellum (ut in <§) leviter 
sinuato; scutello laevi, nigro, nitido, ad latera albo limbato; 
elytris irregulariter punctatis, punctis subrudibus longitudina- 
liter accumulato-seriatis, lateribus totis, latius marginali, apicali, 
sidurali j^osteriore, angustius basali et suturali anteriore, fasciis- 
que transversalibus in dorso et maculis conßuentibus albis; pec- 
tore et abdomine ad latera pygidioque et tibiis intus quatuor 
posticis nigro-pilosis et ciliatis; Stria albida ad marginem cooca- 
rum intermediarum posticum laeta, distincta. Long. corp. 43 mm. 

Patria: Transvaal , „in der Umgebung von Pretoria von Herrn 
Dr. Haevernick gefangen"! nach Dr. 0. Staudinger. Das Q des 
Stockholmer Museum erhielt Prof. Aurivillius über Capstadt; es 
stammt jedenfalls aus Transvaal. Mus. Berol. et Holm. 

Das $ unterscheidet sich von dem § durch die abgekürzten 

mittleren 3 Thoracalstreifen, die nur schwach entwickelt sind und durch 

das glänzende rauh punktirte Pronotum. Die weisse Zeichnung der 

Flügeldecken ist sehr ähnlich, nur weniger scharf markirt und 

XXV'U. Heft II. *-° 



386 H. J. Kolbe: über Goliathus albosignatus Boh., 



weniger isolirt als bei dem ($ ; die unregelmässige Basalmake 
schmal, die grosse nackte, nämlich schwarze Humeral- und A 
apicalmakel treten deutlich hervor und die Naht ist, gleichwie 
Seitenrand und die Spitze, beiderseits begleitet von einem un 
brochenen, zerrissenen und mit den queren Discoidalflecken und Fase 
in Verbindung stehenden breiten weissen Streifen. Das schwarzglä 
zende, glatte Schildchen ist nur an den seitlichen Rändern schm 
weissgerandet. 

Das Mentum und die Maxiila (cf. Fig. p. 384) unterscheiden sich von 
denselben von Westwood (Thesaurus Ox. Tab. I) abgebildeten Organen 
des Kirkianus Gray {albosignatus Westw.) folgendermassen. Das Men- 
tum besitzt vorn einen schmalen, im unteren Theile eingeschnürten, im 
oberen in zwei divergirende Zipfel auslaufenden Lobus; der innere 
Maxillarlobus hat einen scharfen spitzen Zahn , während die beiden 
Zähne der äusseren Lobus gleichfalls scharf zugespitzt sind. Das Q 
von albosignatas des Stockholmer Museums unterscheidet sich von dem 
des Berliner Museums nur durch die grössere Ausdehnung und den 
innigeren Zusammenhang der weissen Zeichnung auf der Scheibe und 
an der Naht der Flügeldecken. 



Einen anderen Goliath erhielt das Berliner Museum aus dem Congo- 
gebiet, Innerafrika. Diese Art war noch unbekannt und ist hier von 
mir als Goliathus russus beschrieben. 






Goliathus russus n. sp. 

Nigro-piceus, nitidus, elytris rufo-castaneis, ad basin obscu- 
rioribus, glabris, subtiliter punetatis, minime striatis, setulis bre- 
vissimis alboflavis \mdique dispersis; capite subrugose punetato, 
clypeo quadrato, margine antico produeto, recurvo, obtuso, leviter 
sinuato, mento antice profunde trisinuato, lobo media constricto; 
prothorace octogono, latitudine breviore, margine antico cornu 
laevi stibacuminato armato, disco impresso, utrinque fere tuber- 
cidato, margine postico lobato, lobo angulato, glaberrimo, impunc- 
tato, ante scutellum minime ineiso lineaque laevi ad cornu versus 



Kirkianus Gray und russus n. sp. 387 

anticum ducto, lateribus in medio fere accurate angidatis; abdo- 
mine ad apicem et latera pedibusque nigro-fusco ciliatis; spira- 
cidis inconsuete niagnis, rotundatis; in segmentis ventralibus 
mediis medio serie punctorum transversa singxda. Long. f>3 mm. 

Patria: Mukenge in finibus flum. Congo Africae centr. (October 
18«2 (Pogge). Mus. Berol. 

Es fehlt auf den Flügeldecken das Toraent, welches G. giganteus 
$ besitzt, und nur spärliche und sehr kurze, anliegende Härchen sind 
sichtbar. Ausgezeichnet ist diese Art (Q) durch die schlichte braune 
Färbung der ganzen Oberseite, namentlich der Flügeldecken, die schwarz- 
braune Behaarung des Abdomens und der Beine , den hinten glatten 
unpunktirten Prothorax, die scharf winkligen Seiten des Prothorax und 
die glatten und nur fein punktirten Flügeldecken. Eine ganz unge- 
wohnte Auszeichnung sind indessen die auffallend grossen Stigmen des 
4., 5. und 6. Abdominalsegments, die etwa sechsmal so gross sind als 
bei einem giganteus $ von derselben Körpergrösse. Bei allen übrigen 
Goliathus- Arten, soweit mir dieselben bekannt sind, sind die Stigmen 
sehr klein. (Conf. die Figuren p. 386.) 



Erklärung der Figuren. 

pag. 384. Goliathus albosignatus Bob. Q. 

1. Mentum von der Aussenseite gesehen. 

2. ,, von der Innenseite gesehen. 

3. Maxilla. 

pag. 386. 1. Goliathus russus n. sp. Stigmen des 4., 5. u. 6. Ab- 
dominalsegments (natürl. Grösse). 

2. Goliathus giganteus Q. Stigmen des 4., 5. u. 6. Ab- 

dominalsegments (natürl. Grösse). 

3. Goliathus russus n. sp. 6. Abdominalstigma (vergrössert). 



25' 



388 [Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft IL] 



Entomologie. 

Ein Blick vor- und rückwärts 

von H. J. Kolbe. 



Das Gebiet der Entomologie hatte bisher mehr oder weniger eine 
unheimlich grosse Aehnlichkeit mit einer öden, gestrüpperfüllten Haide, 
durch welche die Liebhaber der Specieskunde, diese trockensten An- 
hänger der im gebräuchlichen Sinne an sich schon so trocknen Ento- 
mologie, einen schmalen, wie mit dem Lineal gezogenen Richtweg aus- 
getreten hatten. Diesem nach und nach so überaus bequem gewordenen 
"Wege folgen die Epigonen jener entomologischen Pioniere, ohne links 
oder rechts zu schauen ; und wenn sie an das Ende des Pfades ge- 
kommen, so kehren sie wieder um, bis sie den Ausgangspunkt und so 
n hoher Befriedigung ihr Ziel erreichen. Nun fällt es aber endlich 
einmal Jemandem ein, zu versuchen, ob nicht ausserhalb des ausge- 
tretenen Pfades und über denselben hinaus etwas Besseres zu finden 
sei, als trocknes Gras und sonstiges Schaffutter. Nicht achtend der 
Dornen und Stacheln, welche die Natur der Sache selbst ihm entgegen- 
stellt, suchte der neue Pionier andere Wege auszuhauen, die ihn zu 
wirklich fruchtbaren, lachenden Gefilden zu führen verheissen — aber 
das duldet der Schwärm der Uebrigen nicht. Sie hängen sich mit dem 
ganzen Gewicht ihrer Schwerfälligkeit an seine Rockschösse, um ihn 
zurückzuzerren; sie stossen ihn kopfüber in die Domen, um ihm die 
frohe Forscherlust zu verleiden; sie lachen und toben, sie schreien und 
heulen, um den kühnen Eroberer bange zu machen. 

Mit anderen Worten heisst das Folgendes. In aller Bescheidenheit 
ist versucht worden, die Betrachtung der Arthropoden im Lichte der 
Descendenz-, Transmutations- und Evolutionslehre in die entomolo- 
gischen Kreise einzuführen — und das Wespennest ist in Aufruhr 
gerathen. Unduldsame Gelehrte, die das Aufrütteln aus dem alten 
Schlendrian mit Entsetzen erfüllt; einseitige Freunde der Specieskultur, 
deren sorgsam gepflegte Mistbeete in Gefahr gerathen, brach liegen zu 
müssen, vorurtbeilsvolle Leute, welche wegen falscher Geschmacksrich- 
tung an der modernen Naturanschauung keinen Gefallen finden können 
und wollen — sie Alle erheben Stimme und Faust dagegen und 
wenden, was sie an giftigen Waffen besitzen, auf, um solch Teufelswerk 



H. J. Kolbe: Entomologie. 389 

zu hintertreiben. Nun, zum Glück giebt es auch andere Leute auf der 
Welt: geistesfrische, leichtbeschwingte Denker, ernste, philosophisch 
geschulte Forscher, die sich ohne Schwierigkeiten über das alte System 
hinwegsetzen und mit freudiger Hand nach der Fackel der Erkenntniss 
greifen, die die Wege ihrer Forschung beleuchtet. Ich bin so glück- 
lich, Zuschriften berufener Männer zu besitzen, welche aus freier Sym- 
pathie ihre Zustimmung zu meinen Bestrebungen zu erkennen geben, 
und bin den gegen mich erhobenen Schmähungen gegenüber in die 
Nothwendigkeit versetzt, einige dieser Zeugnisse für die Berechtigung 
meines Vorgehens hier anzuführen — mit Sicherheit erwartend, dass 
sich noch weitere Verbündete finden werden. Jene an mich gerichteten 
Zuschriften sind in chronologischer Folge diese: 

„Die Producte Ihres unermüdlichen Fleisses haben mich in hohem 
Grade interessirt und erfreut, da sie mir zeigten, dass die Ideen, welche 
ich seinerzeit (vor 10 Jahren) ohne Anregung und leider auch ohne 
Theilnahme verfolgte, nun doch auch von berufeneren Forschern ver- 
folgt werden. Darum hat mich namentlich auch Ihre Abhandlung über 
die Systematik der Lepidopteren sehr angesprochen. Sie haben, nach- 
dem ich mich, wie Sie wissen, seit mehreren Jahren nicht mehr mit 
Entomologie befasste, in mir beinahe die Lust erweckt, wieder zu 
meinem früheren Liebliugsstudium zurückzukehren; leider jedoch ver- 
bietet mir der Zustand meiner Augen die Wiederaufnahme mikrosko- 
pischer Arbeiten. — Es ist für einen Freund der Wissenschaft wahr- 
haft erhebend, wenn er sieht, wie ein so enorm reiches Material, wie 
es das Berliner Museum bietet, von einer so berufenen und tüchtigen 
Kraft bearbeitet wird nach grossen , allgemeinen Gesichtspunkten , die 
der Entomologie leider so lange fremd blieben, da deren Jünger und 
Meister ihre ganze Zeit und Kraft auf Mihi-Cultus, Prioritätszänkereien 
und Preis -Courante verwendeten. Ich bin sicher, dass Sie bei Ihrem 
Studium der lebenden Formen auch die Anknüpfung an die erloschenen 
nicht unbeachtet lassen, und gebe mich der Zuversicht hin, dass Sie 
eines Tages die Resultate derselben zu einem werthvollen Gesammtbild 
der Phylogenie der lusecten zusammenfassen werden. — Ich wünsche 
Ihnen zu Ihren schönen Bestrebungen von Herzen Glück." — Kemnath 
(Bayern), den 27. October 1883. Dr. Otto Roger. 

„Die vielen Beweise Ihres ausserordentlichen Fleisses sowohl wie 
Ihres raschen Fortschreitens auf der Bahn der Erkenntniss habe ich 
mit Freuden und Genugtuung erhalten und — bis auf die allerneue- 
sten — gelesen. Fingerzeige, die wie Ihr Beitrag zur Systematik der 
Lepidoptera einestheils das Product der Vergleichung umfangreichen 
Materials, anderntheils aus einer intensiven Sehnsucht nach Einsicht 



390 H. J. Kolbe: Entomologie. 

in den geheimen Entwicklungsgang der Natur entsprungen sind, finden 
meine ganze lebhafte Sympathie. So verhasst mir eine trockne Syste- 
matik a la etc. (folgen Namen) von je gewesen ist, so rasch könnte 
ich mich für solche begeistern, wenn Sie aus Bausteinen gleich dem 
Ihrigen hergestellt würde." — Münster (Westfalen) , den 8. December 
1883. Emil Rade (s. p. 83). 

,,Ich wünsche Ihnen den besten Erfolg für Ihr so reiches und 
schönes Streben. — Meine besondere Freude möchte ich Ihnen noch 
darüber aussprechen, dass Sie nicht nachlassen, bei Allem, was Ihnen 
unter die Hände kommt, den Entwicklungsgang zu ergründen." — 
Münster, den 17. März 1884. Emil Rade. 

„Die Entomologie ist mit Recht in den Augen der wissenschaft- 
lichen Zoologen in Folge der gedankenlosen Specieskrämerei in Miss- 
credit gekommen. Dilettanten, die allerdings hoch zu Ross sitzen und 
ganz eigenthümlich erhaben über die Descendenztheorie, die allein 
wieder Geist in die descriptive Zoologie gebracht hat, aburtheilen, ver- 
stehen nichts anderes als über prioritätsberechtigte Namen, gute und 
schlechte Arten, Synonyme etc. zu hadern und wissen dabei von Zoo- 
logie so gut wie nichts. Welcher Zoologe kümmert sich darum um 
ihre Leistungen. Doch Ihre Arbeiten werden gewiss auch von jedem 
Zoologen gewürdigt werden, und Ihnen wird die Entomologie einst einen 
grossen Antheil an ihrer Rehabilitirung zu verdanken haben." — Wien, 
den 19. März 1884. — Ludwig Ganglbauer. 

„Es wird der Ihrer Redaction anvertrauten Zeitschrift stets zur 
Ehre gereichen, aus den alten versumpften Fahrgeleisen auf luftige, 
freie Höhen emporgeklommen zu sein. Wenn dort auch für jetzt noch 
bequeme Wege mangeln, so wird doch mit Ihrem Namen für die En- 
tomologische Zeitschrift für alle Zeit ein Aufschwung verknüpft sein, 
wie ihn nach Darwin's grossartigen Anregungen eigentlich jede wissen- 
schaftliche Zeitschrift längst hätte nehmen müssen." — Münster, den 
18. November 1884. Emil Rade. 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft IL] 391 



Entomologisch-kosmologische Betrachtungen. 

Von H. J. Kolbe. 



Das Kleinste als Grundprincip des Grössten. Je unvoll- 
kommener der das Ei verlassende Embryo organisirt ist, um so grösser 
ist die Distanz von der Imago und um so vollkommener die Metamor- 
phose und um so höher die Entwicklungsstufe dieser Art. Die Dif- 
ferenz zwischen den Larven und Imagines ist in den vollkommneren 
Ordnungen der Diptera, Lepidoptera und Hymenoptera grösser als in 
den Ordnungen der Neuroptera und Coleoptera. Speciell in der Ord- 
nung der Diptera sind die Larven der muscidenartigen Gattungen em- 
bryonenähnlicher als die der culicidenartigen ; dass die ersteren aus den 
letzteren sich entwickelt haben und dadurch den genuinen Dipteren- 
typus repräsentiren , lehren folgende Organisationscongruenzen. Die 
culicidenartigen Genera haben einfachere, mehr elementare und dem 
Urtypus noch ähnliche Mundwerkzeuge, ein ursprüngliches, elementarer 
organisirtes Nervensystem und einen larvenähnlich gestreckten Leib; 
die muscidenartigen hingegen mehr concentrirte Mundwerkzeuge 
bei höchstens rudimentärem Auftreten der einzelnen Organe, ein con- 
centrirtes Nervensystem, einen zusammengezogenen Körper und viel 
grösseren Formenreichthum. — Der grössere Formenreichthum und die 
grössten Volumdifferenzen als Anzeichen einer höheren Organisations- 
stufe geben sich vielfach kund, in der Thierwelt nicht minder, wie in 
der Pflanzenwelt (Papilionaceae). In der Ordnung der Coleoptera sind 
diejenigen Familien, welche man für die ältesten hält, nämlich die Ma- 
lacodermata, Elateridae, Buprestidae, Longicornia, Lucanidae, Carabidae, 
Clavicornia, Staphylinidae und Heteromera formenarm; während die 
formenreichen Familien Lamellicornia und Rhynchophoridae für die 
jüngsten zu halten sind: die I. Gruppe ist ausgezeichnet durch das 
Vorherrschen der gestreckten Körperform, der einfachen Antennen, der 
möglichst noch getrennten Ganglienknoten und der geringeren Volum- 
differenzen des Körpers, die IL Gruppe durch das Vorherrschen der 
gedrungenen Körperform, der differenzirten Antennen, der concentrirtc-ii 
Ganglienkette und der grösseren Volumdifferenzen. Die Grössendifferenz, 
wie zwischen den kleinsten Arten von Apion und den grössten von 
Rhynohophorus oder Bracliycerus (Rhynchophoridae) oder zwischen 
den kleinsten Arten von Aphodius und den grössten von Dynastes 
oder Goliathus (Lamellicornia) findet sich in keiner Familie der ersten 
Gruppe. 



392 H. J. Kolbc-. 

Zielstrebigkeit in der Natur. Aus der Organisation der Co- 
jeoptera Carabidae ist eine gewisse Zielstrebigkeit zu erkennen, die sich 
darin kundthut, dass der Vorderkörper möglichst frei und beweglich zu 
werden strebt. Die leichte Beweglichkeit ist erreicht durch Aufhebung 
jeglicher Spur von einer secundären Verbindung des Vorderkörpers mit 
dem Binterkörper (Prothoracalfortsatz) und durch einen taillenförmig 
vom Hinterkörper abgeschnürten Vorderkörper. Dem älteren Typus 
gehören die Omophronen, Notiophilus und die Carabini, dem jüngsten 
in vollkommenster Ausbildung die Anchomeuinen, Lebiinen, Graphipte- 
rinen und Anthiinen an. Neben dieser, wie es scheint, bowussten Ziel- 
strebigkeit in der Erreichung des vollendeten Carabidentypus ging und 
geht Hand in Hand die grenzenlose Variabilität, die Verzweigung in 
Haupt- und Nebenstämme , deren jeder seinerseits artenreich sich ent- 
faltete. Einen längereu Artikel über diesen Gegenstand habe ich im 
Jahre 1880 in dieser Zeitschrift veröffentlicht. 

Die Natur als Lehrmeisterin für Character und Treue. 
Ein Familientypus, z. B. der der Cai'abiden oder Nymphalideu, ist durch 
alle Unterfamilien, Gruppen. Gattungen und Arten unverändert. Der 
Grundgedanke, nämlich der dem Familientypus zu Grunde liegende 
Schöpfungsgedanke . spricht aus jedem ihm angehörenden Individuum 
trotz hundertfacher Verzweigung in die mannigfaltigsten Organisations- 
Divergenzen und tausendfacher Zersplitterung iu die verschiedenen 
Arten. Der unwandelbare Character und die Treue erscheinen als 
das Gruudprincip der Welt. 

Der erste Anstoss. Iu alle Organismen ist die Fähigkeit zu 
weiterer Ausbildung und höherer Entwickelung gelegt. Sehr viele be- 
harren aber auf ihrer ursprünglichen Stufe, weil ihre unbeeinflusste 
Natur eine Vervollkommnung nicht zuliess. Manche Species sehr alter 
geologischer Perioden sind bis zur Jetztzeit unverändert geblieben. 

Entstehung der Varietäten, Raceu uud Species. Die Ver- 
erbungsfähigkeit wird nur dann sich voll und gauz bethätigen , wenn 
gleichzeitig die sämmtlichen äusseren Bedingungen günstig sind, welche 
die Eltern beeinflussten. Sind die äusseren Umstände bei den Nach- 
kommen andere als bei den Eltern, so muss sich die Accomodations- 
fähigkeit geltend machen, und die Nachkommen erscheinen in verän- 
derter Form oder Färbung. 

Alter und Jugend. Geologisch junge Arten variiren gewöhnlich 
sehr und sind individuenreich; sie bilden den jugendlichen Spross ihrer 
Gattung. Es giebt alte Gattungen, ihre Arten sind vereinzelt, indivi- 
duenarm und invariabel. Die jungen Gattungen und Arten entfalten 
sich in jeglicher Ausdehnung, sie sind die Repräsentanten der Gegen- 



Entomologisch-kosmologische Betrachtungen. 393 

wart; manche der alten Formen sind aus einer früheren geologischen 
Periode bis zur Jetztzeit noch erhalten geblieben. 

Reconstruction des Organismus der Libelluliden- 
Adaptive (durch äussere Umstände veranlasste) Charactere der Libel- 
luliden sind der grosse Thorax (enorme Entwicklung des Flugmuskel- 
systems) und die grossen Augen (zur Erspähung derBeuteJ; typische 
(primäre) Charactere die netzförmige Nervatur der Flügel, das schlanke 
(wurmförmige) Abdomen, der abnorme Sitz der männlichen Copulations- 
organe am 2. Abdominalsegment und die grosse, aus 2 beinartigen 
Ventralanhängen entstandene Unterlippe der Larven. 

Die Agrioninen auf der tiefsten Stufe der Libelluliden - 
Organisation. Die Agrioninen besitzen weit getrennte, mittelmässig 
grosse Augen, — einen noch mittelmässig grossen Prothorax, — eine 
noch fast oder ganz gleiche Bildung der beiden Flügelpaare, — eine 
von den übrigen Zellen in der Form nur selten abweichende Ptero- 
stigmazelle — und äussere Tracheenkiemen im Larvenstadium. 

Complication und Evolution. Die Agrioninen mit regelmäs- 
siger Cellula quadrilateralis (Protoneura, Platycnemis) sind viel verein- 
zelter und artenärmer als die mit unregelmäßiger ( 'Agrion I : Beides An- 
zeichen, dass jene tiefer, diese höher auf der Entwickelungsscala stehen, 
und jene älter, diese jünger sind in der phylogenetischen Reihe der 
aufeinander folgenden Geschlechter. 

Rettung durch Springen. Scirtes Jiemisphaericus, ein 
kleiner Käfer aus der Familie der Dascilliden, ist viel zahlreicher als 
seine Verwandten; er kann sich vor seinen Feinden durch Springen 
retten, seine Verwandten nicht. 

Die Lrheimath der Käfer aus dem Stamme der Malaco- 
dermata, Phytophaga, Longicornia. Die Lyciden erscheinen 
als die Vertreter der ältesten Stufen der Coleoptera. Sie concentriren 
sich hauptsächlich auf Südamerika. Ist es nicht bemerkenswerth, dass 
dieser Erdtheil das Vaterland der zahlreichsten Malacodermaten über- 
haupt ist und dass in den verschiedenen Unterfamilien derselben, von 
denen die Lyciden die erste bilden, noch manche Formen das Kleid 
der Lyciden tragen? Kommen nicht auch die meisten Cleriden, die 
als die nächsten Verwandten der Malacodermaten gleichfalls manche 
Lycidenform enthalten, in Süd- und Mittelamerika vor? Und sind nicht 
auch die meisten Lycidenformen unter den Longicorniern und Phytho- 
phagen, auch Oedemeriden, in derselben Erdregion heimisch? Man 
vergl. die Abhandlung von Dr. 0. Thienie (Berl. Ent. Zeitschr. 1884, 
p. 191—202, resp. 194—196. 



394 [Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft II. J 



Ludwig Ganglbauer's Classification der 
Cerambyciden 11 . 

Zum ersten Mal ist hier in der Coleopterologie ein Schritt gethan, 
der für den Fortschritt der wissenschaftlichen Systematik von grosser 
Bedeutung ist. Ganglbauer's Classification der Cerambyciden beruht 
auf der Correlation der Gruppencharactere der Larven und Imagines. 
Die uns einen tiefen Einblick in die aus dem Bau der Larven resul- 
tirende Organisation der Imagines gewährende Parallele der Characte- 
ristica dieser beiden Entwicklungsstadien lehrt folgende Uebersicht, die 
wir aus Ganglbauer's Darlegungen zusammengestellt haben. 

I. Cerambycitae. Imagines: Vorderschienen einfach; End- 
glied der Taster abgestutzt; Kopf geneigt. Larven: Kopf transversal, 
viel breiter als lang; Längsdurchmesser des Hinterhauptloches im All- 
gemeinen kürzer als dessen Querdurchmesser. Die in den Thorax in- 
vaginirte Partie des Kopfes ohne Längsscheidewand. 

1. Lepturini. Imagines: Vorderhüften konisch; Kopf hinten 
halsförmig verengt, Augen schwach oder nicht ausgerandet; Mandibeln 
mit einer bisweilen rudimentären Wimpermembran. Larven: Pleuren 
des Kopfes oberseits getrennt, hinten divergirend. 

2. Prionini. Imagines: Vorderhüften quer; Kopf hinten nicht 
halsförmig; Augen stark ausgerandet, nierenförmig. Halsschild in der 
Regel mit scharfen Seitenrändern. Larven: Pleuren des Kopfes ober- 
seits vorn mit einander verwachsen, hinten divergirend. 

3. Cerambycini. Imagines: Vorderhüften gewöhnlich kuglig; 
Kopf hinten nicht halsförmig; Augen stark ausgerandet oder nieren- 
förmig; Mandibeln ohne Wimpermembran. Larven: Pleuren des 
Kopfes ihrer ganzen Länge nach mit einander verwachsen, hinten ein- 
zeln abgerundet. 

IL Lamiitae. Imagines: Vorderschienen auf der Innenseite 
mit einer schiefen Furche; Endglied der Taster zugespitzt; Kopf vorn 
vertical abfallend. Larven: Kopf oblong; viel länger als breit; Längs- 
durchmesser des Hinterhauptloches viel länger als dessen Querdurch- 
messer; die invaginirte Partie des Kopfes innen mit einer Längsscheide- 
wand; Pleuren des Kopfes oberseits ihrer ganzen Länge nach mit ein- 
ander verwachsen, hinten gemeinschaftlich abgerundet. 

') in: L. G. Bestimmungstabellen der europäischen Cerambyciden. 
(Verhdl. k. k. zool. bot. Gesellsch. in Wien 1882—1884.) 

H. J. Kolbe. 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft II. I 395 



Beiträge zur Kenntniss der Rhopalocera 

von Eduard G. Honrath. 
II. 

Ein neuer Papilio vom obern Amazonenstrom. 

Papilio Streckerianus n. sp. 
Taf. X Fig. 1, la. 

Die Grundfarbe dieser herrlichen neuen Art ist mattglänzend 
grünschwarz; der Aussenrand, an den Vdfln. schwach, an den Htfln. 
sehr stark ausgezackt, hat an erstem sehr kleine, an letztern grosse 
goldgelbe Halbmonde. Eine durch gelbe Bestäubung hervorgerufene 
Querbinde durchzieht die Htfl. in ihrer Mitte. 

Unterseite: Grundfarbe der Vdfl. russig schwarz, die Discoidal- 
zelle, besonders nach der Wurzel zu, gelbbestäubt. Auch zeigen sich 
Andeutungen dieser gelben Bestäubung ausserhalb der Discoidalzelle 
an der Basis der angrenzenden Zellen. 

Auf den Htfln. verläuft eine unregelmässige, am Vorderrande sehr 
breite, am hintern Ende der Discoidalzelle eingeschnürte und nach dem 
Innenrande spitz auslaufende hellgelbe Querbinde. Ebenso wie an den 
Vdfln. zeigen sich auch an den Htfln. die Monde der Oberseite aus- 
gebildet, die Farbo ist aber mehr schwefelgelb. Parallel dem Aussen- 
rande der Htfl. läuft eine nach unten schmäler werdende hellsilberne 
Fleckenbinde. Das Auge am Analwinkel ist nur durch einen länglichen 
rostrothen Flecken angedeutet. 

Fühler schwarz, Palpen schwarz und goldgelb. 

Dieser Papilio wurde am 30. April am obern Amazonenstrom 
(„Guajangos" lautet die weitere Notiz vom Fundorte) in einem einzelnen 
Exemplare, einem § , gefangen und befindet sich in meiner Sammlung. 

Ich nenne diese wundervolle Art zu' Ehren des Hrn. Herman 
Strecker in Reading (Pennsylvanien), der sich durch seinen Catalog 
der nordamerikanischen Rhopaloceren und viele andre Arbeiten über 
Lepidopteren grosse Verdienste erworben und die bedeutendste Lepi- 
dopteren-Sammlung'in Amerika besitzt. 

Es ist bewundernswerth, dass es Hrn. Rud. Schuster trotz der 
Schwierigkeiten, die das Vorhandensein nur eines Exemplars seinem 
Verfahren bot, gelungen ist, diese Art auf beiden Seiten in so vollen- 
deter Weise zur Abbildung zu bringen. 



396 E. G. Honrath: Beiträge 

Ueber einige Formen der Papilio Jason - Gruppe. 

Bei Besichtigung einer Anzahl der bedeutendsten Sammlungen des 
In- und Auslandes musste ich mich überzeugen, dass kaum in einer 
Papilio-Gruppe eine so grosse Unklarheit und Verwirrung herrscht, wie 
in der von Papilio Jason L. Die Ursache liegt darin, dass die Ab- 
bildungen zum Theil höchst mangelhaft sind, indem dabei grade die 
sehr wichtigen Unterseiten ganz unberücksichtigt geblieben , oder dass 
sie von constant vorkommenden Formen bisher gänzlich fehlen. Ich 
glaubte daher einer willkommenen Aufgabe zu entsprechen, wenn ich 
durch Abbildungen von bisher namenlosen Formen zur Klarstellung 
dieser Gruppe beitrage. 

Papilio Jason L. 
var. a. Evemon Bsd. 
var. b. Evemonides m. Taf. X. Fig. 2. 

Evemonides gleicht auf der Oberseite fast vollständig dem Eve- 
mon Bsd. , hat aber gewöhnlich auf den Vdfln. in Zelle 5 zwischen 
der Fleckenbinde des Aussenrandes und dem obersten Flecken der 
Discoidalzelle noch einen kleinen grünlichen Punkt mehr. Auf den 
Htfln. ist der gelbe Pelzfleck bei Evemonides stärker entwickelt 
als bei Evemon und durchsetzt das Weiss des Innenrandes, bis an 
das Schwarz heranreichend. 

Auf der Unterseite der Htfl. findet sich ein weiterer bemerkbarei 
Unterschied, indem bei Evemon stets die vom Vorderrande ausgehend« 
.schwarzbräunliche, kurze zweite Binde in die Innenrandbinde hinein- 
läuft, dagegen bei Evemonides nur bis an die, die Discoidalzelle nacl 
vorn begrenzende Ader geht und unmittelbar an der Vorder 
randsader einen rothen Flecken hat. 

In der Grösse bleiben beide Formen vor der stets grösseren Stamm 
form Jason zurück. 

Beide Formen in meiner Sammlung wurden von H. H. Künstlei 
auf Malacca und F. Grabowsky auf S.-O.-Borneo gleichzeitig ar 
ein und denselben Stellen angetroffen. 

Papilio Bathycles Zink. 

var. Bathycloides m. Taf. X. Fig. 3. 
Die Unterschiede zwischen diesen beiden Formen sind schon au 
der Oberseite auffallender, wie bei den vorherigen, indem auf der 
Hinterflügeln von Bathycloides die 2 von dem breiten schwarzer 
Rande ausgehenden schwarzen Querbinden sich kräftiger markiren. Du 
obere geht bis an die Wurzel von Ader 7 heran, während solche be 
Bathycles schon nahe an ihrem Ausgange erlischt. Der bei der unten 



zur Kenntniss der Mhopalocera. 397 

dieser Querbinden in der Randbinde stehende kleine grünliche Flecken, 
der sich stets bei Bathycles findet, fehlt bei Bathycloides. 

Auf der Unterseite fehlt bei Bathycloides der orange- 
gelbe Flecken, den Bathycles stets am Vordorrande der Htfl. hat. 

Die mir vorliegenden Stücke von Bathycloides, von Malacca und 
Borneo stammend, zeigen unter sich keine Verschiedenheiten, sind aber 
grösser wie Bathycles, der nur auf Java heimisch zu sein scheint. 



Papilio Chiron Wall. 

var. Chironides m. Taf. X. Fig. 4. 

Auf den Vdfln. beider Formen zeigen sich keine bemerkenswerthen 
Unterschiede. Dagegen ist es eine charakteristische Erscheinung, dass 
auf den Htfln. auch bei Chironides (ebenso wie bei Bathycloides) 
der kleine grünliche Flecken fehlt, der sich bei Chiron (wie bei Ba- 
thycles) stets bei der untern Querbinde im schwarzen Aussenrande 
findet. Bei Chironides läuft die obere Querbinde deutlich bis an den 
Vorderrand, bei Chiron geht sie dagegen nur bis Ader 7 und leuchtet 
in der Zelle des Vorderrands nur schwach durch. 

Auf der Unterseite scheint bei Chironides an der Vorderrandsader 
der orangegelbe Flecken gewöhnlich stärker entwickelt zu sein, wie bei 
Chiron-, bei beiden Formen fehlt derselbe manchmal ganz. 

Auch diese Formen fallen durch verschiedene Entwicklung auf, 
indem Chiron stets kleiner ist, Chironides aber die Grösse von Jason 
erreicht; sie fliegen beide bei Darjeeling, Sikkim etc. 

Papilio Sarpedon L. 
var. Milon Feld, 
ab. Milonides m. 

Während bei Milon auf den Htfln. die mittlere bläuliche Quer- 
binde bis dicht an den grossen weissen Vorderrandsflecken heranläuft, 
ist dieser letztere bei Milonides fast bis auf ein Drittel reducirt, wo- 
durch ein bedeutender Zwischenraum zwischen diesem Flecken und 
der bläulichen Binde entsteht. Da die letztere am obern Ende auch 
noch eine spitzere Form annimmt, so giebt dies der Zeichnung der 
Hinterfl. einen ganz andern Charakter. Diese Erscheinung wiederholt 
sich auf der Unterseite der Htfl. 

Diese Aberratiou findet sich auf Celebes gewöhnlich unter einer 
grösseren Anzahl von P. Milon. Ich erhielt sie von Macassar 
(Dr. Plater). 



398 E. O. Honrath: Beitr. z. Kenntniss d. Bhopalocera. 



Eine neue Cyrestis 1 ) von Malacca. 
Cyrestis Themire n. sp. Taf. X. Fig. 5. 

Kommt Cyrestis Cassander Feld, von Luzon (Philippinen) am 
Nächsten, dessen Grösse sie aber bei Weitem nicht erreicht. Grund- 
farbe gelblich weiss, die die Flügel durchziehende Doppelbinde schlicht 
ockergelb. Am Analwinkel reicht das Gelb bis Ader 5 hinauf, während 
es bei Cassander nur bis Ader 3 geht. Der Aussenrand wird ebenso 
wie bei der letztgenannten Art von einer weissen Doppellinie begleitet, 
welcher sieb nach innen zu eine weitere (dritte) weisse Bogenliuie an 
schliesst; an dieser befinden sich auf den Htfln. in Zellen 1 bis 4 
schwarze, weissumrahdete Monde, 

Unterseite: Der schwachem Ausdehnung der bräunlichen Rand 
färbung der Oberseite entsprechend, reicht auch auf den Htfln. du 
sich der dritten Saumlinie nach innen zu anschliessende Färbung nm 
bis Ader 5 herab, während sie bei Cassander bis an den Analwinke 
herantritt. Die gelbe Färbung am Analwinkel dehnt sich ebenfalls bi: 
Ader 5 aus. 

Nach einem § aus Perak (Künstler). 



') Familia Nymphalidae. 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft IL] 



399 



Zur Frage über die systematische Stellung von 
Hypocephalus Desm. 

Von H. J. Kolbe. 



Es ist der ebenso seltene als seltsame Hypocephalus armatus 
Desm., der seit vorigem Jahre wiederum von sich hören lässt, ab und 
zu in engeren Kreisen auch in persona auftritt und, wie man aus den 
entomologischen Zeitschriften und aus dem Verkehre mit eutomologi- 
schen Bekanntschaften wahrnimmt, die Gemüther aller Betheiligten und 
Nichtbetheiligten, der Sammler und der Schriftsteller, bis zu einem ge- 
wissen höheren Grade erregt; man spricht viel darüber. Der Eine, in 
verhaltener Resignation, verharrt aber in Schweigen, vielleicht, weil 
ihm der Satz von 200 oder 300 Mark im Austausche gegen ein Stuck 
dieser Species die empfehlenswerthe Tugend der Enthaltsamkeit lehrt; 
einen Anderen sieht man glückstrahlenden Antlitzes, weil ein guter 
Freund aus Brasilien ihm das zum Geschenke machte, wonach Hun- 
derte vergeblich streben; und jener grosse Sammler — man beneidet 
auch ihn — zahlt dem lächelnden Handelsbeflissenen den geforderten 
Preis und betrachtet sein Kleinod, das ihm so theuer ist. 

Es finden sich über Hypocephalus in der jüngsten Literatur fol- 
gende Publicationen : 

1. Fairmai re, L.. (über Hypocephalus armatus) in: Bull. Soc. 
Ent. de France 1883 (publ. 1884) p. CXLVI. Characterisirung des 
bis dahin noch unbekannten Q. 

2. Id., Note sur Y Hypocephalus armatus Desm. in: Le Natu- 
raliste, 6. ann, 1884, p. 397. Fig. §Q. 

3. Sharp, D., Notice sur X Hypocephalus armatus in: Compt. 
Rend. d. Seanc. Soc. Ent, Belg. .1884, p. CCL— CCLV. Morphologische 
und systematische Untersuchungen. 

4. Lameere, A., Note sur XHypoeephalus armatus; ibid. p. 
CCLXV— CCLXXII. Fig. — Morphologische, systematische und biolo- 
gische Untersuchungen. 

5. Salle, A., (über Hypocephalus armatus) in: Bull. Soc. Ent, 
de France 1884, p. XI. 

Ueber die systematische Stellung von Hypocephalus herrschen 
unter den Entomologen noch immer unbestimmte Ansichten, wenngleich 



400 H. J. Kotbe: über die systematische Stellung 

dieselben auch nicht mehr an die enormen Vorstellungen der vergan- 
genen Zeit erinnern; Desmarest selbst, der Autor, rechnete die Gat- 
tung in die Nähe von Necrophorus. Darüber ist man seit Burmei- 
ster (1841) einig, dass das Thier zu den Longicorniern (obwohl es 
äusserst kurze Antennen hat) und speciell in die nähere Verwandtschaft 
der Prioniden gehört. Indessen, um sogleich auf die Ansichten der 
allerjüngsten Zeit überzugehen, was eine nächste Verwandtschaft mit 
den Cyrtognathini anbetrifft, wie sie Sharp und Lameere begreif- 
lich machen wollen, so beruht diese Vorstellung wohl nur auf einer 
oberflächlichen Aehnlichkeit in der Haltung des Kopfes und der Man- 
dibeln die ich auch in der Gattung Mallaspis finde, welche Aehn- 
lichkeit aber noch fortfällt, wenn wir, wie auch Sharp andeutet, an- 
nehmen (und eine Betrachtung des Thieres bekräftigt diese Annahme), 
dass die natürliche Haltung des Kopfes nicht die in unseren Samm- 
lungen gewöhnliche verticale, sondern die horizontale sei. Dieser ober- 
flächlichen Aehnlichkeit von Hypocephalus mit Cyrtognatus oaer 
Dorysthenes (Ostindien) kann ich nichts abgewinnen, was auf eine 
tieferliegende blutsverwandtliche nähere Zusammengehörigkeit hinwiese, 
und lege, daher den Herren Entomologen folgende Ansichten vor, die 
ich in Bezug auf die systematische Stellung von Hypocephalus gele- 
gentlich meiner Studien über die Systematik und Phylogenese der Lon- 
gicorniergruppen gewonnen habe. 

Ein wichtiger Character der Prionidae, der bisher nach meinem 
Befunde noch niemals in Anwendung gebracht ist, besteht nämlich in 
der Beschaffenheit der Acetabula oder Hüftpfannen der Vorderbeine, 
welche hinten offen sind, weil die Epimera gewöhnlich sehr kurz bleiben 
und sich mit dem internalen Prosternalfortsatz nicht verbinden. Hy- 
pocephalus und einige andere Genera haben an diesem Organisations- 
verhältniss keinen Antheil, eine Thatsache, die dem Systematiker wohl 
wichtig erscheinen dürfte; der Prosternalfortsatz und die Epimera sind 
unterhalb der Coxae nicht frei, wie bei den Prioniden, sondern eng 
mit einander verwachsen. Darauf ist, und zwar gerade bei den so 
eingehend betriebenen Untersuchungen an Hypocephalus, noch von 
keinem der Entomologen, welche sich mit diesem Gegenstande beschäf- 
tigt haben, hingewiesen. Auch bei allen Arten von Parandra sind 
die Acetabula geschlossen! Dieses spräche für eine gegenseitige An- 
näherung von Parandra und Hypocephalus. Aber, obgleich auch 
beiden Gattungen deutlich 5-gliedrige und sohlenlose Tarsen gemein 
sind, so könnte man sie wegen ihrer total abweichenden habituellen 
Verschiedenheiten schlecht mit einander vereinigen. Indessen finden 
wir in Südamerika neben Hypocephalus noch eine eigentümlich or- 
ganisirte und abnorme Prionidengattung; es ist Sypilus GueY, ein 



von Hypocephalus Desm. 401 

sehr seltenes und im Berliner Museum in der einzig bekannten Species 
d Orbignyi Guer. in 2 Exempl. aus Patagonien vertretenes Genus. 
Auch diese Gattung zeichnet sich neben den übrigen von dem Cha- 
racter der Prioniden abweichenden Merkmalen, weshalb schon Lacor- 
daire sie in die kleine Abtheilung der aberranten Prioniden stellte, 
durch den hinteren Verschluss der vorderen Acetabula aus, gleichwie 
Parandra und Hypocephalus. Dazu sind die 5-gliedrigen Tarsen 
von Sypilus gleichfalls schmal, fast compress und ohne Sohlen, bei 
der ganzen Schaar der Prioniden bekanntlich 4-gliedrig (oder mit' sehr 
verstecktem fünften Gliede) und breit, flachgedrückt mit dicht filziger 
Haarsohle. Wenngleich nun bei dieser Gattung die Proportionen der 
Körperabschnitte, sowie die abnorme Bildung der Beine, Hüften und 
Fühler des § von Hypocephalus nicht wiederkehren, so ähneln sich 
beide im Habitus doch mehr als irgend einer anderen Gattung; nament- 
lich zeigt das $ von Hypocephalus, wie ich aus Fairmaire's Figur 
ersehe, mit Sypilus eine sichtliche Uebereinstimmung im Körperbau. 
Dazu kommt, dass die genannten 3 Genera durch das unbewehrte Hals- 
schild, sowie durch den vorgezogeneu Clypeus und das schmale (oder 
fehlende) Labrum chatacterisirt sind, gegenüber der fast abgeschlosse- 
nen Masse der Prioniden, wo das Halsschild fast immer seitlich bedornt, 
der Clypeus mit wenigen Ausnahmen kurz und abgestutzt, sowie das 
Labrum kurz und breit ist. — Noch eine vierte, gleichfalls mit den 
drei ersteren in Südamerika heimathende Gattung gehört hierher, 
Mysteria Thoms. in Montevideo und bei Buenos Ayres; nach den 
Exemplaren des Berl. Museums zu nrtheilen, hat auch diese Gattung 
wiederum ein für sich bestehendes eigentümliches Gepräge. Doch sicht- 
lich steht Sypilus Hypocephalus am nächsten. Die sonderbaren Eigen- 
tümlichkeiten in der Organisation der letzteren Gattung in Hinsicht 
auf die abnormen Proportionen der Körperabschnitte, die riesigen Coxae 
posteriores, die wunderlich gestalteten Beine, die kurzen Antennen, 
kleinen Augen und der zackige Ausschnitt des Prosternums, resultiren 
wahrscheinlich aus der noch nicht völlig bekannten eigenthümlichen 
Lebensweise der Species. Abstrahirt man von diesen abweichenden 
Organisationsverhältnissen des Hypocephalus, so hat man ein dem 
uormal gebauten Sypilus auch äusserlich sehr ähnliches Thier. Zur 
Orientirung im System möge die folgende Characteristik der behan- 
delten abweichenden Prionidengruppe im Gegensatz zu der grossen 
Gruppe der eigentlichen Prioniden dienen. Vielleicht ist ein Anderer 
so glücklich, meiner für die systematische Stellung von Hypocephalus 
nicht unwichtig erscheinenden Entdeckung noch andere und noch in- 
teressantere an die Seite zu stellen. 

XXVIII. Heft II. 26 



402 H. /. Kotbe: üb. d. syst, Stellung v. Bi/poceph. Desm. 

I. P r i o n i d a e g e n u i n i. 

Prothoracis acetabula aperta, epimeris abbreciatis, liberis, 
nonnunquam coocas ad partem postice cingentibus. Tarsorum 
articuli 4 tantum distincti; tarsi depressi, dilatati, subtus püü 
dense uestiti, scopuliformes. Prothoraa: ad latera fere semper 
dentatus aut tvherculatus. 

Hierher 33 Gruppen nach Lacordaire. 

II. Prionidae aberrantes. 
Prothoracis acetabula conclusa, integra, epimeris coasas totis 
postice cingentibus et cum processu intercoxali infra connatis. 
Tarsorum articuli 5 distincti; tarsi graciles, tenues, subtus glabri. 
Prothorax ad latera aequatus haud armatus. 

1. Parandrini (Parandra). 

2. Sypilini (Sypilus, Mysteria). 

3. Hypocephalini (Hypocephalus). 

Diese Abtheilungen sind die beiden Unterabtheilungen Lacor- 
daire's, nur sind die Grundlage und das systematische Princip andere. 



Berichtigung zur Gattung Phalangosoma. 



Die Pachypodiden- Gattung Phalangosoma (p. 318) besitzt, wie 
ich mich durch nochmalige genaue Prüfung überzeugt habe, nicht 10-, 
sondern 11 -gliederige Fühler; das Endglied ist sehr flach, kleiner als 
das vorletzte, diesem dicht anliegend und daher von oben leicht zu 
übersehen; der Fächer ist mithin 8 -gliederig. In der Melolonthiden- 
Gruppe existirt meines Wissens kein ähnlicher Fall. 

G. Quedeufeldt. 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft II.] 403 



Ueber einige neue Goliathiden aus Centralafrika. 

Von 
Dr. G. Kr a atz. 



Nach meinen Untersuchungen gehören: 

Coelorhina glabrata Kolbe, Radei Kolbe, furcata Kolbe, 

ruficeps Kolbe, Poggei Kolbe und imitatrix Kolbe 
unzweifelhaft zu derselben Art, und ebenso bilden: 

Eudicella Poggei Kolbe, pauperata Kolbe, Wissmanni 

Kolbe und viridana Kolbe nur eine Art. 
Ich halte es für meine Pflicht, diese Thatsache einfach auszusprechen, 
um den Lesern der Zeitschrift, die e'twa Material von diesen Arten er- 
halten, unnützes Kopfzerbrechen zu ersparen. Weitere „Studien über 
einige dieselben betreffenden Probleme aus dem Gebiete der Phylogenie 
und Speciesbildung" anzustellen, habe ich keine Veranlassung. 



Bemerkungen 
zu den neuen Goliathiden aus Centralafrika. 

Die Aufnahme des vorstehenden Artikels des Herrn Dr. Kraatz 
in unsere Zeitschrift giebt mir Veranlassung, auf die positiv einsei- 
tige Richtung so vieler Entomologen hinzuweisen. Eine wie wichtige 
Erscheinung die Variabilität der Species ist, wird, wie oben, unberück- 
sichtigt gelassen und sogar negirt; und wie werthvoll die Betrachtung 
der Varietäten für die Lehre von der Entstehung der Arten ist, das 
scheint ein älterer Entomologe durchaus hintenansetzen zu wollen. 
Doch verweise ich auf Leopold v. Buch's „Physikalische Beschrei- 
bung der canarischen Inseln" (1825), wo zuerst die Entstehung der 
Species aus Localvarietäten beleuchtet und der hohe Werth eines Stu- 
diums der letzteren nahegelegt ist. Ferner bemerke ich, dass ich auf 
p. 81 d. Zeitschr. sage: „Ich beschreibe hier die verschiedenen Formen 
der centralafrikanischen Coelorhinen"; und wie verschieden dieselben 
sind, zeigen die Beschreibungen sowie die Tabellen auf p. 86 — 87. 
Ich bin davon entfernt, in obigen Coelorhina -Formen verschiedene 
Arten zu sehen, in dem Sinne, wie man von „guten" Arten spricht, 

26* 



404 Kolbe: Bemerk, z. d. neuen Goliathiden aus Centralafrika. 

die den „Entomologen vom Fach" allein beglücken. Wenn man die 
obigen Coelorhina-Formen , deren Individuenzahl durch die zweite und 
letzte Sendung aus Mukenge allerdings wieder vermehrt wurde, in ihrer 
grösseren oder geringeren Verschiedenheit prüft, so wird man über- 
zeugt, wie werthvoll dieses Material , welches im Berliner Museum auf- 
bewahrt wird, für die obigen Fragen ist; voraussichtliche weitere Ent- 
deckungen in Centralafrika werden uns später in den Stand setzen, 
eingehender die Verhältnisse dieser Formen zu einander klar zu legen. 
Doch ist schon jetzt ersichtlich, dass sich die obigen Formen zu 2 Ab- 
theilungen gruppiren, so dass wir folgende 2 Species anzunehmen 
haben : ] ) Coelorhina Poggei , 2) C. Radel nebst den Varietäten 
glabrata, ßircata, ruficeps und imitatricc. 

Eudicella viridana (p. 89) unterscheidet sich von Gralli durch 
die sehr tiefen Stirnhöhlen (die bei letzterer Art nur als seichte Ein- 
drücke erscheinen), die nicht punktirt gestreiften Flügeldecken, die 
dunkelgrüne Färbung und den stahlblauen Nahtstreifen der letzteren 
und den schmalen, nach vorn stark verjüngten und einer seitlichen Ecke 
entbehrenden Mesosternalfortsatz. Eine sehr oberflächliche Betrachtung 
könnte verleiten, viridana vielleicht für Gralli zu halten. 

Eudicella pauperata (p. 88) weicht von Gralli vornehmlich 
durch das kürzere und breite, schwarzbraune Clypealhorn und die sehr 
schmale Gabel ab, die einen Winkel von kaum 40 Grad bildet; ferner 
durch die ziemlich tiefen Stirnhöhlen, wie bei viridana, die parallelen 
seitlichen Clypealhörnchen, die glatten, der Punktstreifen entbehrenden 
Flügeldecken und die schlankere Körperform. Das Berliner Museum 
erhielt nach der Publizirung meiner Beschreibung dieser Species noch 
ein zweites, mehr ausgewachsenes und viel grösseres Exemplar männ- 
lichen Geschlechts aus Mukenge (Pogge), welches durch seine plastische 
Ausbildung die Richtigkeit meiner , auf das wenig entwickelte typische 
Exemplar begründeten Aussage bestätigt, dass pauperata eine von 
Gralli sehr verschiedene Species ist. 

Die var. Poggei habe ich bereits selbst als für eine wahrschein- 
lich zu Gralli gehörige Varietät erklärt (p. 87). — Wie erheblich in- 
dessen Eudicella Wissmanni (Q) sich von Gralli unterscheidet, 
habe ich p. 89 auseinandergesetzt; sie mag indessen, was ich nicht 
entscheiden kann, als $ zu pauperata § gehören. 

H. J. Kolbe. 



[Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft II.] 405 



Ueber die Behaarungsvarietäten der Melolontha 
vulgaris Fabr. 

Von Dr. O. Kraatz. 

Obwohl Herr Dr. West hoff alle mögliche Autoren, welche über 
Melolontha etwas publicirten, z. B. die Herren Metzler, Burmeister, 
Erichson, Bach, Redtenbacher, Mulsant, Wahnschaffe, 
Dalla Torre etc. erwähnt '), so schweigt er vollständig über meine vor 
zwanzig Jahren in der Berliner entomol. Zeitschrift 2 ) publicirte Arbeit: 
über die Artrechte der europäischen Maikäfer. Da ich in derselben 
die von ihm sehr ausführlich behandelten F arbeu- Varietäten wenig 
oder gar nicht besprochen habe, so würde ich dies sehr natürlich fin- 
den, wenn Herr West hoff gesagt hätte, dass er auch die Behaa- 
rungs- Varietäten der Melolontha vulgaris und Hippocastani be- 
handeln wolle. Dies geschiebt von ihm in sehr ungenügender Weise 
und er sagt z. B. ausdrücklich, dass er die schmutzig braune Färbung 
„in der Literatur nirgendwo erwähnt finde" (p. 63 unten). Daher mache 
ich darauf aufmerksam, dass ich über die Haarbildung der verschie- 
denen Geschlechter, Racen und Arten mich a. a. 0. bereits ausführlich 
ausgesprochen und im Laufe einer vieljährigen Praxis keinen Grund 
gefunden habe, an der Richtigkeit meines Ausspruchs zu zweifeln, dass 
fast sämmtliche Stücke der unächten albida Weibchen sind. Die 
Haarbildung variirt an verschiedenen Orten wesentlich und bei einzelnen 
Arten nach den Geschlechtern sehr bedeutend , so namentlich bei 
Anoxia scutellaris Muls. 



') Auf S. 66 seiner Arbeit in der Berliner entom. Zeitschr. 1884, 
p. 55—76. 

") Ueber die Artrechte der europäischen Maikäfer, Berl. entomol. 
Zeitschr. 1864, p. 1—16. 

Anmerkung. Gleichzeitig bemerke ich zu Dr. Westh off 's Artikel 
Folgendes. Von Melolontha var. raelanopus Westh (p. 60) und var. 
luctuosa Westh. finden sich keine Stücke im Berliner Museum. Vielmehr 
gehören die von mir als diese bezeichneten Stücke zu Hippocastani. Das 
beimelanopus erwähnte Q (Hippocastani) befindet sich in copula mit einem 
§ von vulgaris; auch ist es von Herrn Habelmann und nicht von 
Erichson bei Berlin gefangen. Herr Dr. Kraatz machte mich darauf 
aufmerksam und behauptet durchaus, dass die betreuenden im Berliner 
Museum unter vulgaris steckenden 2 § und 1 Q nicht zu dieser Art, 
sondern zu Hippocastani gehören; ich sehe, er hat Recnt, und ich 
habe einen Fehler begangen. H. J. Kolbe. 



406 [Berliner Entomolog. Zeitschrift Bd. XXVIII. 1884. Heft IL] 



Liste 
jüngst verstorbener Entomologen. 



Zeller, Professor, geb. 9. April 1809 zu Steinheim an der Murr 
(Württemberg), gest. 27. März 1883 zu Grünhof bei Stettin. Be- 
deutender Lepidopterologe. 

Bailey, Dr. James Spencer, geb. 25. Februar 1830 in Albany 
N.Y., gest. 1. Juli 1883 ebendaselbst. Bekannter Lepidopterologe. 

Flor, Gustav v., Kais, russischer Staatsrate und Professor, gest. 
22. Juli 1883 zu Dorpat. 

Chambers, V. T., gest. 7. August 1883 in Covington Kenton, 
Kentucky. Bekannter und anerkannter Microlepidopterolog. 

Müller, Hermann, Professor zu Lippstadt, geb. 23. September 1829 
zu Mühlberg in Thüringen, gest. 25. August 1883 zu Prad in Tirol. 
Bedeutender Naturforscher. 

Heer, Oswald, Professor Dr., geb. 31. August 1809 in Nieder- 
nutzoyl, gest. 27. August 1883 in Zürich. Bedeutender Naturforscher. 
Glover, Townend, gest. 7. September 1883 zu Baltimore, 70 Jahre 
alt. Staats-Entomologe. 

Tischbein, P., Oberforstmeister, gest. 5. October 1883. Be- 
kannter Hymenopterologe. 

Leconte, J. L., Dr. med., geb. 13. Mai 1825 zu New- York, gest. 
15. November 1883. Bedeutender Coleopterologe. 

Wehncke, E., geb. 16. März 1835 zu Hamburg, gest. 19. No- 
vember 1883 zu Harburg. Bekannter Coleopterologe. 

Möller, Peter von, Cavalleriehauptmann , geb. 20. Mai 1809 zu 
Helsingborg (Schweden), gest. 28. November 1883. Ausgezeichneter 
Agronom und grosser Förderer der practischen Richtung der Entomologie 
in Schweden. 

Dahm, O. E. L., Gymnasialdirector , geb. 11. October 1812 in 
Smäland, gest. 18. December zu Kalmar. Bedeutender schwedischer 
Apiologe. 

Ray, Jules, geb. 2. Juli 1815 zu Troyes, gest. 19. December 1883 
ebendaselbst. Bekannter Zoologe und Botaniker. 

Bu ekler, William, gest. 9. Januar 1884, 69 Jahre alt zu Lumley, 
Emsworth, Hants. Lepidopterologe, hat ein Manuscript mit 900 Ab- 
bildungen von Raupen in allen Altersstadien hinterlassen. 



Liste jüngst verstorbener Entomologen. 407 

Thorey, G., gest. 13. März 1884 zu Hamburg, 94 Jahre alt. 
Namentlich die Coleoptera waren Gegenstand seiner entomologischen 
Sammelthätigkeit. 

Pirazzoli, Odoardo, Major, gest. 30. März 1884 zu Imola. Be- 
kannter italienischer Coleopterologe. 

Prest, William, geb. 7. Mai 1824 zu York, gest. 7. April 1884 
ebendaselbst. Lepidopterolog, hat sich um das Leben der naturwissen- 
schaftlichen Vereine seiner Grafschaft sehr verdient gemacht. 

Mühlig, J. G. G., gest. 12. April 1884 zu Frankfurt a. M., 
72 Jahre alt. 

Saun der s, Sir Sidney Smith, gest. 15. April 1884 zu London. 
Bekannter Entomologe, Vice-Präsident des entomologischen Vereins zu 
London, 

Birchall, Edwin, gest. 2. Mai 1884 zu Douglas, Isle of Mau, 
65 Jahre alt. Lepidopterolog. 

Fahraeus, 0. J., Prof. Staatsrat)], gest. 28. Mai 1884 zu Stock- 
holm, 88 Jahre alt. Der bekannte Coleopterologe der alten Zeit. 

Schiödte, J. C, gest. Auf. Juni 1881 zu Copenhagen, 69 Jahre 
alt. Hervorragender Entomologe und Herausgeber der Entomologisk 
Tidsskrift. 

Carstanjen, E., Prof. Dr., gest. 13. Juli 1884 zu Leipzig, 49 Jahre 
alt. Chemiker und Lepidopterenkenner. 

Fischer von Waldheim, gest. Ende Juli 1884 zu Moskau. 
Bekannter Entomologe und Präsident der Societe des Naturalistes de 
Moscou. 

Bilimek, Dominik, gest. Auf. August 1884 in Miramare. Oester- 
reichischer Entomologe. 

Hampe, Clemens, Dr., Leibarzt des reg. Fürsten von Lichtenstein, 
gest. August 1884. Bekannter Wiener Coleopterologe aus der alten Zeit. 

Perty, Maximilian, Professor Dr., gest. 8. August 1884 zu Bern 
im 80. Lebensjahre. Bekannter entomologischer Schriftsteller. 

Foerster, A,, Professor Dr., gest. 13. August 1884 zu Aachen, 
74 Jahre alt. Bedeutender Hymenopterologe. 

Settari, Dr., gest. Ende August 1884 zu Meran in Tirol. Auto- 
rität in der Lepidopterologie. 

Wahnschaffe, M., Lieutenant a. D. , gest. 5. October 1884 zu 
Weferlingen. Hat sich um die Kenntniss der heimischen Coleopteren 
verdient gemacht und war ein sehr thätiges Mitglied der Entomologischen 
Vereine zu Berlin und Stettin. 

Die edelsten Blüthen wissenschaftlicher Intelligenz befinden sich 
unter diesen Dahingeschiedenen: Hermann Müller und Oswald 
Heer, Beide Naturforscher in des Wortes wärmster Bedeutung; Scbiödte> 



408 Liste jüngst verstorbener Entomologen. 

ein hervorragender Entomologe von urkräftiger Wirksamkeit, namentlich 
auf dem Gebiete der Käferlarvenkunde; Fischer von Waldheim, 
Foerster, Fahraeus, Leconte, Zeller, Buckler etc. grosse För- 
derer der Systematik und Faunistik. Die Namen Hampe und Thorey, 
wie heimeln sie uns an; wir gedenken bei Ihrem Klange sogleich des Ca- 
rabus Hampei von Dejean, und des Platynus Thoreyi von Küster 
so benannt. Und der alte Thorey! Thorey, der Nestor der deutschen 
Coleopterophilen, noch ein üeberlebender der Fabricischen Zeit, geboren 
als wenige Jahre vorher ein Linne" entschwunden; ehrwürdig steht er, 
erst eben dahingeschieden, noch am Saume des Horizonts, um hinaus- 
zuweichen in die schon angebrochene Nacht der Vergangenheit, die ihn 
als den Zeugen eines schon weit zurückliegenden Zeitalters der Ento- 
mologie bis vor kurzem noch aufbehalten hatte. 

Die Uebrigen der Verstorbenen, viele Ungenannte, deren Tod 
nicht Zeitschriften, Zeitungen und Briefe meldeten, repräsentiren die 
grosse Schaar jener warm empfindenden Freunde der Natur, deren 
kindliche Freude an den Insecten, diesen Perlen der Schöpfung, nur 
dem Kenner, nicht dem Laien verständlich ist, 

H. J. Kolbe. 



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Redacteur: II. J. Kolbe, 

Assistent in der entomol. Ahlheil . du Königl. /.ool. Museums i 



Berlin 1884 



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