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Full text of "Berlin und Umgebung : Handbuch für Reisende"

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BAEDEKER'S REISEHANDBÜCHER. 

DEUTSCHLAND. — NORDWEST - DEUTSCHLAND. Mit 

39 Karten und 59 Plänen. 27. Auflage. 1902 Jl. 6. 

NORDOST - DEUTSCHLAND kebst DÄNEMARK. Mit 

36 Karten und 51 Plänen. 27. Auflage. 1902 Jl. Q. 

SÜD-DEUTSCHLAND nebst den angb,enzenden Teilen von 

ÖSTERREICH. Mit 42 Kart., 30 Plan., 10 Grundr., 28. Aufl. 19Ö3. Jl'. 6. 
BERLIN rND UMGEBUNGEN. Mit 5 Karten, 4 Plänen 

und 15 Grundrissen. 13. Auflage. 1904 Jl. 3. 

RHEINLANDE,, von dee, Schweizer bis zur Holländi- 

scHEN" Geenze. Mit 46 Karten und 25 Plänen. 29. Auflage. 1SÖ2. J{.Q. 
SÜDBAYERN, TIROL, SALZBURG, STEEERMARK etc. 

Mit 58 Karten, 11 Plänen und 8 Panoramen. 31. Auflage. 1004. Jf. 8. 
ÖSTERREICH (ohne Dalmatien, Ungarn und Bosnien). Mit 

2G Karten und 28 Plänen. 26. Aufläse. 1903 Jl. Q. 

ÖSTERREICH-UNGARN. M. 31 Kart. u. 44 Plan. 26. A. 1903. .//. 8. 

BELGIEN UND HOLLAND, nebst dem Grosshebzogtum Luxem- 
BCEG. Mit 16 Karten und 27 Plänen. 23 Auflage. 1904 . . . Jl. 6. 

GRIECHENLAND. Mit einem Panorama von Athen, 11 Karten, 
19 Plänen. 5 Grundrissen und 2 Tafeln. 4. Aud. 1904 .... J'/. 8. 

GROSSBRITANTS^EN und IRLAND. Mit 18 Karten, 30 Plänen 
und einem Panorama. 8 Auflage. 1399 .//. 10. 

LONDON UND UMGEB. M. 3 Kart. u. 30 Plänen. 14. Aufl. 1901. Jl.%. 

ITALIEN. — OBER -ITALIEN eis FLORENZ. Mit 29 Karten, 
80 Plänen und 9 Grundrissen. 16. Auflage. 1902 Jl. 9,. 

MITTEL -ITALIEN und ROM. Mit einem Panorama von 

R.5m, 14 Karten und 49 Plänen. 13 Auflage. 1903 . . . . Jl . 7.50. 

UNTER-ITALIEN, SICILIEN, SARDINIEN, nebst MALTA, 

TUNIS, CORFU. Mit 27 Karten und 23 Plänen. 13. Aufl. 1902. Jl. 6. 

VON DEN ALPEN BIS NEAPEL. Mit 26 Karten, 29 Plänen 

und 15 Grundrissen. 5. Auflage. 1903 Jl. S. 

RIVIERA, SÜDOST- FRANKREICH und KORSIKA. Mit 27 Karten 
und 31 Plänen. 3. Auflage. 1902 Jl- Q. 

PARIS undUMGEB.M. 14 Kart. u. 33 Plänen. 15. Aufl. 1900. .7/. 6, 

In französischer Sprache FRATS^CE : Le K'ord-Est. 1903. 5 J? ; Le Kord- 

Ouest. 1902. ÖJI; LeSud-Est. 190L %Jl; Le Sud-Ouest. 1901. .//. 6. 

RUSSLAND. M. 20 Kart, 40 Plan. u. 11 Grundr. 6. Aufl. 1904. Ji. 15. 
Russischer Sprachführer Jl. 1. 

ST. PETERSBURG. Mit 9 Karten u. Plänen. 1901. .//. 4. 

SCHWEDEN UND NORWEGEN, ntibst Reiserouten durch DÄNE- 
MARK. Mit 37 Karten, 22Plänenu. 3 kl. Panoramen. 9. Au1. 19.">3. j'/.7.50. 

SCHWEIZ. Mit 65Karten,14Plänenu. 11 Panor. 30. Aufl. 1903. .//.8. 

SPANIEN UND PORTUGAL. Mit 7 Karten, 34 Plänen und^ 
13 Grundrissen. 2. Auflage. 1399 ^//. 16. 

ÄGYPTEN. Mit 36 Karten und Plänen, 55 Grundrissen, 58 An- 
sichten und Textvignetten. 5. Auflage. 1902 Jl. i^. 

PALÄSTINA UND SYRIEN. Mit 20 Karten und 52 Plänen. 
6 Aufl. 1934 Jl.i.0. 

NORDAMERIKA. Mit25 Karten und 36 Plänen. 2. Aufl. 1904. Jl.i% 
la englischer Sprache CAls^ADA : Mit 10 Karten u. 7 Plan. 1900. Jl. 5. 

Conyersationsbuch für Reisende in vier Sprachen . . . Jl. 3. 



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BERLIN 



UND 



UMGEBUNG 




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BERLIN 



UND 



UMGEBUNG 



Reichsu 



HANDBUCH FÜR REISENDE 



K, BiEDEKEE, 



MIT 5 KARTEN, 4 PLANEN UND 15 GRUNDRISSEN 
DREIZEHNTE AUFLAGE 



Rc^t^ LEIPZIG 

Reiche 



VERLAG VON KARL B^DEKER 
1904 



Das vorliegende Handbuch für Besucher Berlins erscheint 
hiermit zum dreizehnten Male, wiederum sorgfältig berichtigt 
und teilweise umgearbeitet. Gegenüber den älteren euro- 
päischen Hauptstädten mit ihrem Reichtum an berühmten 
Bauwerken und andern Kunstdenkmälern und ihren ge- 
schichtlichen Erinnerungen beschränkt sich das Interesse an 
der Vergangenheit in Berlin auf wenige Jahrzehnte des xvni. 
und der ersten Hälfte des xix. Jahrhunderts. Um so groß- 
artiger ist der Aufschwung, den die Stadt seit dem letzten 
Viertel des xix. Jahrhunderts genommen hat, und die ständig 
wachsende Zahl moderner Sehenswürdigkeiten. Der Heraus- 
geber ist bemüht hervorzuheben, was besonderer Beachtung 
wert erscheint, doch wird sich, bei der Schwierigkeit der Aus- 
wahl, die Erwähnung mancher Einzelheiten auch der Neuheit 
wegen rechtfertigen. 

Der große Plan von Berlin (am Ende des Buches) ist in 
drei verschiedenfarbige Streifen geteilt und läßt sich wie ein 
Taschenbuch handhaben. Die äußere Abgrenzung des Strafien- 
hahn-Planes[ S. 13) ist dieselbe wie die des dreistreifigen Planes. 
Bei gleichzeitiger Benutzung dieser Pläne ist daher eine so- 
fortige Orientierung auf dem einen wie auf dem andern Plane 
ganz leicht. Die Nummern auf dem Straßenbahnplan ent- 
sprechen der amtlichen Numerierung. 

Die Grundsätze des Herausgebers bei Aufzählung der 
Gasthöfe, Restaurants u.s.w. sind bekannt. Bei der Masse 
derartiger Anstalten in einer Millionenstadt reicht aber alle 
Erfahrung und Erkundigung nicht aus. Es ist selbstverständ- 
lich, daß gar manche dem Herausgeber und seinen Mitarbeitern 
unbekannte Häuser ebenso empfehlenswert sein mögen wie 
die von ihm genannten, besonders in den vom Fremdenverkehr 
entfernten Straßen und Stadtteilen, wie sich anderseits, bei 
der großen Verschiedenheit der gemachten Ansprüche, die 
Angaben des Buchs nicht immer bewähren mögen. Die em- 
pfehlenden Sternchen (*), die nach altem Brauche unserer 
Bücher beibehalten sind, haben nur die Bedeutung, daß dem 
Herausgeber in den letzten Jahren anerkennende Urteile über 
die so bezeichneten Häuser zugegangen sind , sie enthalten 
also den andern Häusern gegenüber keinerlei Vorurteil. Jeden- 
falls bürgt schon der Ausschluß aller bezahlten Inserate dafür, 
daß andere als die Interessen des reisenden Publikums für 



VI 



VORWORT. 



unsere Empfehlungen nicht in Frage kommen. Die Preis- 
angaben beruhen auf Mitteilungen der Wirte. 

Buchstäbliche Genauigkeit ist einem Eeisehandbuche un- 
erreichbar. Der Herausgeber wiederholt daher die Bitte, ihn 
möglichst bestimmt und sachlich auf alle etwaigen Irrtümer 
und Auslassungen aufmerksam machen zu wollen. Jede neue 
Auflage wird den besten Beweis liefern, welchen Wert er auf 
solche Berichtigungen legt. 

Das Vertrauen, dessen sich die Baedekerschen Eeisebücher 
erfreuen, hat schon früh zu unbefugter Benutzung des Na- 
mens geführt, so in Berlin zur Herausgabe eines „Berliner 
Baedeker" und anderwärts zur Herausgabe von Inseraten- 
heften. Der Unterzeichnete erklärt hiermit aufs neue, daß er 
allen solchen Unternehmungen fern steht, und behält sich 
ihnen gegenüber seine Eechte auf Grund des Gesetzes vom 
27. Mai 1896 über den unlauteren Wettbewerb vor. 



Aus der Literatur über Berlin seien erwähnt: Streckfuß, 500 Jahre 
Berliner Geschichte. 5. Aufl. 1900. — Schicehd, Geschichte der Stadt Berlin. 
1888. — Berlin und seine Bauten, hrsg. vom Arjhitektenverein. 2. Aufl. 
1896. — Borrmann, Die Bau- und Kunstdeukmäler von Berlin. 1893. — 
Miaier-Bohn, Die Denkmäler Berlins. 18vJ8.. — Euch, Kunstgeschichtliche 
Wanderungen durch Berlin. 2. A\ifl. 1903. — Friedet, Die deutsche Kaiser- 
stadt Berlin und ihre Umgebung. 1882. — H. Meyer, Der richtige Berliner 
in Wörtern und Redensarten. 6. Aufl. 1904. 



Abkürzungen. 



Bhf. = Bahnhof. 

Z. = Zimmer, einschl. Licht und 

Bedienung. 
F. = Frühstück. 
6. = Gabelfrühstück. 
M, = Mittagsmahl (Table d^hote). 
P. = Pension mit Zimmer. 
P. 0. Z. = Pension ohne Zimmer. 
n., N. = nördlich, IJorden. 
ö., O. = östlich, Osten, 
e., S. = südlich, Süden, 
w,, W. = westlich, Westen. 
T., 1. = rechts, links. 
St. = Stunde. 



m = Meter. 

km = Kilometer. 

cm = Centimeter. 

cbm = Kubikmeter. 

ha = Hektar. 

kg = Kilogramm. 

Min. = Minute. 

So., Mo., Di., Mi., Do., Fr., Sa. = 
Sonntag, Montag, Dienstag, Mitt- 
woch, Donnerstag. Freitag, Sams- 
tag (Sonnabend). 

Jl = Mark, Pf. = Pfennig. 

bzw. = beziehungsweise. 

S, = Seite. 



Besonders beachtenswerte Sehenswürdigkeiten sind durch Sternchen C) 
hervorgehoben. 



INHALTS-VEfiZEIOHOTS 



I. Berlin. 

Praktisclie Vorbemerkungen. 

Seite 

a. Batnliöfe. Ankunft. Abfahrt 1 

b. Gasthöfe. Pensionen. Möblierte Zimmer .... 2 

c. Weinrestanrants. Bierhäuser. Biergärten .... 8 

d. Cafes. Konditoreien 11 

e. Bäder 12 

f. Stadtbahn. Ringbahn. Elektrische Hoch- und 

Untergrundbahn 12 

g. Straßenbahnen 14 

h. Omnibuslinien 21 

i. Dampfschiffe 21 

k. Droschken 21 

1. Bemerkungen für Radfahrer 22 

m. Post. Telegraph. Fernsprechstellen 23 

n. Paketfahrtgesellschaft. Dienstmänner 24 

0. Poüzei 24 

p. Gesandtschaften und Konsulate 25 

q. Theater. Konzerte. Öffentliche Vergnügungen. 

Paraden 25 

r. Geschäftsadressen verschiedener Art 29 

s. Besuchsordnung der Sehenswürdigkeiten. Zeit- 

einteünng 31 

Beschreibung von Berlin. 

Lage und Einteilung 39 

Geschichte und Kunstgeschichte 40 

Gesamtbild der Stadt 46 

1. unter den Linden. Platz am Opernhaus 49 

Unter den Linden 49. — Brandenburger Tor 49. 
— Denkmal Friedrichs d. Gr. 51. — Palais Kaiser 
Wilhelms I. 51. — Universität 51. — Kgl. Biblio- 
thek 52. — Opernhaus 53. — Hedwigskirche 53. 

— Standbilder der Generale der Befreiungs- 
kriege 53. — Königswache 53. — Singakademie 53. 

— Zeughaus 54. — Palais des Kaisers Friedrich 56, 



VIII INHALTS -VERZEICHNIS. 

Seite 

2. Dom. Schloß. Nationaldenkmal für Kaiser Wilhelm I. 57 

Schloßtrücke 57. — Lustgarten, Reiterbild Fried- 
rich Wilhelms III. 57. — Dom 57. — Schloß 59. 

— Nationaldeukmal für Kaiser Wilhelm I. 63. — 
Reiterbild des Gr. Kurfürsten 64. 

3. Museumsinsel 65 

a. Altes Museum 65 

Antiken-Galerie 66. — Münzkabinett 68. — Ge- 
mälde-Galerie 69. 

b. Neues Museum 80 

Wandgemälde von Kaulbach 80. — Sammlung der 
Gipsabgüsse 81. — Ägyptisches Museum 81. — 
Kupferstichkabinett 84. — Antiquarium 84. 

c. Pergamon- Museum. Sammlung vorderasiatischer 
Altertümer. Olympia-Museum 87 

d. Kaiser-Friedrich-Museum 89 

e. Die National-Galerie 92 

4. Friedrichstraße. Oendarmenmarkt. Wilhelmstraße. 
Leipziger Straße 102 

Friedrichstraße 102. — Gendarmen markt, Schau- 
spielhaus, Schillerdenkmal, Französische und Neue 
Kirche 103, 104. — Willielmstraße, Wilhelmplatz, 
Standbilder der Generale Friedrichs d. Gr. 104, 
105. — Leipziger Straße, Herrenhaus 106. — 
Reichspostamt, Reichspostmuseum 107. — Dön- 
hoffplatz 108. 

5. Das Museum für Völkerkunde und das Kunstgewerbe- 
museum 109 

Potsdamer und Anhalter Bahnhof 109, 110. — 
Museum für Völkerkunde 110. — Kunstgewerbe- 
museum 118. — Abgeordnetenhaus 117. 

6 . Die südliche Friedrichstadt. Kreuzberg. Schöneberger Viertel 118 

Belle - Alliance - Platz, Friedenssäule, Hallesches 
Tor 118. — Hasenheide 119. — Kreuzberg 120. 

— Tempelhof 121. — Schöneberg 122. 

7. Friedrichswerder. Raven€sche Gemäldesammlung. Luisen- 
stadt 123 

Bauakademie 123. — Münze 123. — Friedrich- 
Werdersche Kirche 123. — Deutsche Rcichsbank 
123. — Spittelmarkt 124. — Ravene"sche Gemälde- 
sammlung 124. — Neu-Kölln 125. — Luisenstadt, 
Reichsdruckerei 126. — Bethanien 127. — Ober- 
baumbrücke 127. — Treptow 128. 

8. Alt-Kölln. Altstadt Berlin. Str alauer Viertel. Königstadt 128 

Petrikirche 128. — Nikolaikirche, Rathaus 129. — 
Luther -Denkmal, Marienkirche 131. — Rauch- 



INHALTS-VERZEICHNIS. IX 

Seite 
Museum 133. — Klosterkirche 133. — Alexander- 
platz 133. — SchlesischerBahnliof 134. — Zentral- 
Vieh- und Schlachthof 134. — Friedrichshain 135. 

— Weißensee 135. 

9. Nördliche Stadtteile. Hohenzollern- Museum 136 

Börse 136. — Schloß Monhijou, Hohenzollern- 
Museum 136. — Neue Synagoge 141. — ßosen- 
thaler Vorstadt 141. — Pankow 141. — Humboldt- 
hain 142. — Gesundbrunnen 142. 

10. Nördliche Friedrichstraße. Oranienburger Vorstadt. 
Neue Wilhelm- und Luisenstrqße. Moabit 142 

Nördliche Friedrichstraße, Dorotheenstädtische 
Kirche 142. — Bahnhof Friedrichstraße 142. — 
Oranienburger Vorstadt 143. — Luisenstraße, Kgl. 
Charite 144. — Landwirtschaftliches Museum, 
Museum für Naturkunde, Geologisches Landes- 
museum, Museum für Bergbau und Hüttenwesen 
145, 146. — Invalidenpark 147. — Moabit 147. — 
Ausstellungspark 148. — Kleiner Tiergarten 149. 

— Plötzensee 149. 

11. Der Tiergarten und seine Umgebung 150 

Tiergarten, Platz vor dem Brandenburger Tor 150. 

— Königsplatz, Siegessäule, Nationaldenkmal für 
Bismarck, Reich stagsgebäude 151, 152. — Sieges- 
allee 154. — Schloß Bellevue 157. — Zoologischer 
Garten 159. 



n. Umgebung von Berlin. 

12. Charlottenburg 161 

Kgl. Porzellanmanufaktur, Technische Hochschule 
161. — Kaiser- Wilhelm- Gedächtniskirche 162. — 
Schloß und Mausoleum 164, 165. — Westend 165. 

13. Das Waldgebiet zvischtn Charlottenburg und Potsdam . 165 

Grunewald 165. — Wannseebahn und Potsdamer 
Forst 166. 

14. Potsdam und Umgebung 169 

Stadtschloß, Lustgarten, Nikolaikirche, Garnison- 
kirche 173, 174. — Friedenskirche, Mausoleum für 
Kaiser Friedrich 175. — Sanssouci, Bildergalerie, 
Orangerie 176, 177. — Charlottenhof 177. — Neues 
Palais 178. — Pflngstberg, Marmor- Palais, Klein- 
Glienicke, Babelsberg 179, 180. — Brauhausberg 
181. 

15. Spandau und Tegel. Oberspree und Dahme 182 

Spandau, Tegel 182. — Köpenick 183. — Fried- 



X INHALTS-VERZEICHNIS. 

Seite 
richsliagen, Erkner, Kalkljerge Rüdersdorf 183, 
184. — Grünau, Königs -"Wusterliausen 184, 185. 

16. Weitere Ausflüge von Berlin 185 

Eberswalde, Chorin, Freienwalde 185. — Branden- 
burg 186. — Neuruppin 187. — Oranienburg, 
Rheinsberg 188. — Buckow 189. — Der Spree- 
wald 189. 

Verzeichnis der im Buche genannten neueren Künstler . . . 191 

Register 197 

Verzeichnis der Straßen , Plätze , öffentlichen Gebäude, 

Brücken u.s.w. von Berlin 205 



Karten und Pläne. 

1. Übersichtsplan von Berlin (1 : 68700), vor dem Titel. 

2. Straßenbahnplan von Berlin (1 : 35 000), S. 13. 

3. Plan des Zoologischen Gartens (i : 6900), S. 160. 

4. Karte der näheren Umgebung von Berlin (1 : 150000), S. 167. 

5. Karte von Potsdam und Umgebung (1 : 25 000), S. 109. 

6. Karte der weiteren Umgebung von Berlin (1:750000), S. 184. 

7. Großer Plan von Berlin (1 : 20 000), in drei Streifen, S. 205. 

8. Karte des Spreewalds (1 : 150000), S. 189. 

9. Eisenbahnkarte von Deutschland, auf der Innenseite der hinteren 

Buchdecke. 
Grundrisse des Schlosses, des Alten und des Neuen Museums, 
der Nationalgalerie, des Kunstgewerbemuseums, des Museums 
für Völkerkunde, des Hohenzollern- Museums, des Museums für 
Naturkunde und der Museen der Bergakademie und der Land 
wirtschaftlichen Hochschule, sowie des Reichstagsgebäudes 



I. BERLIN. 



a. Bahnliöfe. Ankunft. Abfahrt. 

Bahnhöfe. Fürdeii Fernverkehr kommen in Betracht: 1. folgende 
Bahnhöfe der Stadth ahn (S. 12) : CharlrAtenhurg (PL G 4), Zcolo- 
gischer Garten (PI. G 10), Frledrichstraße (PL R23 ; stärkster Verkehr), 
Alexanderplatz (PL R 26), Schlesischer Bahnhof (PL R 31) : Schnell- 
züge von Hannover, Bremen, Köln, sowie sämtliche Züge von Nord- 
hausen-Frankfurt a. M., von Königsherg, Posen, Breslau; — 2. fünf 
Endbahnhöfe: Anhalter Bahnhof (VI. G 19), für Dresden, Leipzig, 
Halle (Bayern, Tbüringen, Frankfurt a. M.); Potsdamer Bahnhof (PL 
Q 19), für Potsdam, Magdeburg, Köln (Anschluß an die Stadtbahn 
in Potsdam) ; Lehrter Bahnhof (V]. R 18, 21), für Hamburg und die 
Personenzüge von Hannover (Anschluß an die Stadtbahn in Span- 
dau) ; Stettiner Bahnhof (PL R 24), für Rostock, Stettin, Stargard- 
Danzig; Görlitzer Bahnhof (P\. G 32), für Hirschberg, Görlitz (An- 
schluß an die Stadtbahn in Nieder-Schöneweide). 

Ankunft. — Die Halteplätze der Droschken sind: an den 
Bahnhöfen der Stadtbahn (außer Charlottenburg und Alexander- 
platz) auf der Südseite ; an den Endbahnhöfen auf der Ankunfts- 
(rechten) Seite, nur am Görlitzer Bahnhof geradeaus. Schutzleute 
verteilen Blechmarken mit den Droschkennummern: Taxameter- 
droschke! 1. Klasse! 2. Klasse! oder Gepäckdroschke ! Man überlasse 
das Suchen dem Gepäckträger, der für Koffer bis zu 25kg 20 Pf., 
für je 25kg mehr je 10 Pf. erhält. Droschkentaxe s. S. 21, der Auf- 
schlag für die Marke beträgt 25 Pf. Gepäckdroschken (nur zwei- 
sitzig, bei Gepäck über 100kg notwendig) haben dieselbe Taxe wie 
die Droschken 2. Klasse. — Die Straßenbahnen halten meist 
an den Plätzen vor den Bahnhöfen , z. T. auch auf den Seiten : 
Zoologischer Garten s. S. 159; Friedrichstraße s. S. 143 (einige Min. 
vom Bahnhof) ; Alexanderplatz s. S. 133 ; Schlesischer Bahnhof s. 
S. 134; Anhalter Bahnhofs. S. 110; Potsdamer Bahnhofs. S. 109; 
Lehrter Bahnhof s. S. 148; Stettiner Bahnhof s. S. 143; Görlitzer 
Bahnhof s. S. 127. 

Wer sich keiner Droschke bedient, überläßt die Beförderung seines 
Gepäcks nach dem Gasthof oder der Wohnung am besten der Fakel- 
fahrigesellschaft (S. 24), die auf allen Fernbahnhöfen Annahmestellen hat. 



Es sei gleich hier bemerkt, daß in Berlin die Hausnummern (gerade 
und ungerade) auf derselben Seite weiterzählen und erst am Ende auf die 
andere Seite überspringen, um diese nun in umgekehrter Richtung zu 
durchlaufen, so daß die höchste Xummer der Nr, 1 gegenübersteht. 

Bsedekers Berlin und Umgebung. 13. Aufl. 1 



2 Gasthöfe. BERLIN. Praktische 

Für eingeschriebenes Gepäck geben die Zugschaffner schon vor der An- 
kunft Anmeldeformulare aus, nach deren Ausfüllung man den Gepäckschein 
gegen Quittung abgibt. Die Beförderung erfolgt von 7 Uhr früh bis 7 Uhr 
abends innerhalb 3-4 Stunden, bei den nach 7 Uhr eintreffenden Zügen 
spätestens bis um 10 Uhr des folgenden Vormittags, 
Gasthöfe in der Nähe der Bahnhöfe a. S. 5. 

Abfahrt. Falukarten für sämtliclie von Berlin ausgehende Eisen- 
bahnen sind, außer an den Babnsclialtern, zu haben : im amtlichen 
Reisehureau im Potsdamer BaÄnfto/" (wochentags 8-7, So. 9-1 Uhr), 
im Internationalen Reisebureau^ Unter den Linden 69, Vertreter der 
Schlafwagengesellschaft (mit Gepäckabfertigung), im Centralhotel, 
im Hot. Bristol (mit Gepäckabfertigung), im Kaiserhof (mit Gepäck- 
abfertigung) und im Gr. Hot. de Rome; ferner in Carl Stangens Reise- 
hureau, Friedrichstr. 72, Vertreter von Thomas Cook & Son. 

Bei BrascJi db Eothenstein, Hausvoigteiplatz 2, Fahrkarten nach London 
über Vlissingen ; im Reisebureau der Holländischen Eisenbahngeselhchaft und 
der Great Eastern Railway^ Unter den Linden 71, Fahrkarten nach London 
und andern englischen Städten. 

Die Beförderung von Gepäck nach den Bahnhöfen durch die Paket- 
fahr tgeselhchaft (S. 24) ist bei deren Direktion (S, Ritterstr. 98/99) so 
rechtzeitig zu beantragen, daß die Anmeldung mit genauer Angabe der 
Wohnung, der Zahl und des ungefähren Gewichts der Gepäckstücke, des 
Bahnhofs und der Abfahrtszeit 5 Tagesstunden (s. oben) vor Abgang des 
Zuges im Besitz der Gesellschaft ist; für Züge, die zwischen 10 Uhr nachts 
und 10 Uhr vorm, abgehen, wird das Gepäck am Abend vorher zwischen 
6 und 8 Uhr abgeholt. 



b. Gasthöfe. Pensionen. Möblierte Zimmer. 

Alphabetisches Verzeichnis siehe im Register. — Straßenverzeichnis s. S. 206. 

Unter den Gasthöfen nennen wir zunächst die allergrößten 
ersten Ranges, sämtlich mit komfortabler Einrichtung, Zentral- 
heizung, .elektrischer Beleuchtung, Fahrstuhl (Personenaufzug), 
Bädern und feinen Restaurants (vgl. S, 8), aber selbstverständlich 
entsprechend hohen Preisen. Die Lage an oder nahe bei den Linden 
ist für Vergnügungsreisende am geeignetsten. 

*Hot. Bristol (Fl, a: R 19, 20), U. d. Linden 5/6, mit Garten, 
350 Z. von 4 J^ an, F. 11/2, G. (12-21/2 ü-) 21/2, M. (5-9 U.) 5 J/ ; 
mit Fahrkartenverkauf und Gepäckabfertigung. — *Grand Hotel 
de Rome §^ du Nord (PI. g: R23 ; Bes. Ad. Mühling), U. d. Linden 39, 
Ecke der Charlottenstraße, mit Wintergarten, 120 Z. von 31/2 «^ an, 
F. 11/2, G. (11-2 U,) 2V2, M. (3-8 U.) 5, A, 3, P. von 11 jäT an, mit 
Fahrkartenverkauf. — *Sauoy-i?oi6i (PI. b: R 23), Friedrichstr. 103, 
mit Garten, 200 Z. von 4.// an, F. 11/4, G. (11-2U.)2V2, M. (2-8U.) 
5, A. (von 8 U. an) 31/2 J^- — *Monopol-Hot. (PI. d: R 23), Fried- 
richstr. 100, gegenüber dem Bahnhof Friedrichstraße, 180 Z. zu 
31/2-10, F. 11/4, G. (12-2 U.) 2, M. (3-8 U.) 5, A. (8-11 U.) SJL — 
* Centralhotel (PI. h: R23), Friedrichstraße 143/49, neben dem Bahn- 
hof Friedrichstraße, 600 Z. von 3 ^ an, F. IV4, G. (11-2 ü.) 21/2, 



Vorbemerkungen. BERLIN. Gasthöfe, o 

M. (2-8 U.) 5, A. (8-11 U.) 31/2 -^, P- von 11 J4 an; mit Fahr- 
kartenverkanf. — * Continental- Hotel (PL e: R 23; Bes. L. Adlon), 
Neustädtisclie Kirclistr. 6/7, \i%\.m Bahnhof Friedrichstraße, 200 Z. 
von 31/2 Ji an, F. II/4, G. (11-2 U.) 21/2, M. (3-8 ü.) 5, A. (8-11 U.) 
31/2, P. 0. Z. 71/2 Ji- — *Kois€rhof (PI. f : R 22), "Willielmplatz, 
Hauptfront am Zietenplatz, 260 Z. von 31/2 »^ an, F. I72, 0.(101/2- 
2V2U.) 2V2, M. (2V2-8 ü.) 5, A. (8-llU.) 31/2, P. von IOV2 ^ an; 
mit Fahrkaitenverkanf und Gepäckabfertigung. — *Palast-Hotel 
(PI. c: R 19), Leipziger Platz 18/19, beim Potsdamer Bahnhof, 120 Z. 
von 4 ^ an, F. IV2, G- (12-3 U.) 21/2, M. (5-8 ü.) 5, A. (8-12 U.) 
3, P. von 12 Jf an. 

Von andern Gasthöfen dürften für die Leser dieses Buches vor- 
zugsweise etwa die folgenden in Betracht kommen (vgl. Seite v/vi). 
Wir ordnen sie nach Stadtteilen. Für die Rangstellung bieten die 
Preise einen Anhalt. 

Unter den Linden, Südseite: Nr. 3. *-ffot BoyaZ, Ecke der 
Wilhelmstr., 60 Z. zu 4-20, F. 11/4, G. 2V2, M. 5 ,#, mit Fahrstuhl, 
Bädern, elektr. Licht; Nr. 20. Hot. Metropole, einfacher, 50 Z. von 
2 v# an, F. i^/^J/, mit Bädern; Nr. 32, Ecke der Charlottenstraße, 
Carlton Hotel (PI. 0: R 23), mit Rest. Kons (S. 8), 100 Z. zu 31/2- 
20, F. 11/4, G. 21/2, M. (3-8 U.) 5 .//. — Nordseite: Nr. 46. Hot. 
Victoria, Ecke der Friedrichstraße, 32 Z. zu 2-6, F. 1 J/, mit 
Fahrstuhl, Bädern, elektr. Licht; Nr. 68a. *Hot. Minerva, 45 Z. zu 
3-6, F. 11/4, G. (11-3 U.) 2, M. (3-7 U.) 31/2, A. 21/2, P. 0. Z. 6 ^, 
mit Fahrstuhl, Bädern, elektr. Licht. 

Südlich der Linden. Wilhelmstraße: Nr. 70a5 ganz nahe 
der Straße Unter den Linden, ^Eeichshof, in ruhiger Lage, 65 Z. 
von 31/2 «^ an, F. IV4, G- (11V2-3 U.) 21/2, M, (5-8 U.) 31/2 und 
5 Ji, mit Fahrstuhl, Bädern, elektr. Licht, Zentralheizung ; Nr. 44, 
bei der Leipziger Str., * Wilhelmshof, 35 Z. zu 21/2-5, F. 1, M. (2 ü., 
ohne Weinzwang) 21/2 J^- — Behrenstraße : Nr. 64/65. *Hot. 
Windsor, vom Landadel bevorzugt, 90 Z. zu 2Y2-IO, F. 1 ^, M. 
von 3, P. 0. Z. von 5 ^M an, mit Fahrstuhl, Bädern, elektr. Licht; 
Nr. 45, Ecke der Charlottenstraßa, Hot. Phönix, 60 Z. zu 21/2-6, 
F. 1 J^, mit Bädern, elektr. Licht, Zentralheizung, schwedische 
Küche. — Jägerstr. 17, Ecke der Friedrichstr. , Schlössers Hot., 
46 Z. zu 21/2-6I/2, F. 1 .#, mit Fahrstuhl, Bädern, elektr. Licht. — 
Mohrenstr. 20. Norddeutscher Hof, 30 Z. zu 21/2-5, F. 1, M. II/2- 
2 e#. — Friedrichstraße: Nr. 178, Ecke Jägerstr., Kaiser-Hotel 
(PI. k: R 22) , 150 Z. zu 3-8, F. I1/4, M. (1-7 U.) 21/2 ^, mit 
Fahrstuhl, Bädern, elektr. Licht, Zentralheizung, mit dem Kaiser- 
keller verbunden (S. 8); Nr. 180, Ecke Taubenstraße, Nürnberger 
Hof, 100 Z. von 3 e# an, F. I1/4, M. 2-3, A. 21/2 ^/, mit Fahrstuhl, 
Bädern, elektr. Licht, Zentralheizung; Nr. 60/51, bei der Schützen- 
straße, Hot. Britannia, 40 Z. zu 3-12, F. I-II/4 Jf, mit Fahrstuhl, 
Bädern , elektr. Licht , Zentralheizung. — Krausenstraße 6/7. 



4 Gasthöfe. BERLIN. Praktische 

Werners Hot., 34 Z. zu 2^/^-3^^, F, 3/^ ^, mit Bädern, elektr. 
Licht. —Prinz Albrechtstr. 9, Ecke derWilhelmstr., Prinz Albrecht, 
80 Z. von 21/2 -// an, F. 1, G. (11-2 ü.) 2, M. (2-8 U.) 3 J^, mit 
Fakrstulil, Bädern, elektr. Licht, Zentralheizung. — Markgrafen- 
str. 55/56, am Gendarmenmarkt, Hot. de France, 70 Z. zu 27-2-55 
F. 1 ^, mit Fahrstuhl, Bädern, elektr. Licht, geloht. — Charlotten- 
str. 71. Hot. Brandenburg, 38 Z. zu 2-6, F. 1 J^, mit Bädern, 
elektr. Licht. — Schinkelpl. 4. Krebs' Vnionhot., 75 Z. zu 21/2-6, 
F. 1 J^, mit Fahrstuhl, Bädern, elektr. Licht. -^ Niederwallstr. 11. 
Krebs' Hotel (kathol. Vereinshaus), 26 Z. zu IV2-IO5 F. 3/^ ^/, 
mit Bädern, elektr. Licht, Zentralheizung. 

Nördlich der Linden. Friedrichstraße, im S. des Bahnhofs : 
Nr. 96. Hot. Silesia, Z. 2\/2-U Ji; Nr. 93. Friedrichshof, 40 Z. zu 
2V2-5, F. 1 J^, mit Fahrstuhl, Bädern, elektr. Licht, Zentral- 
heizung; Nr. 150. Rheinischer Hof, 36 Z. zu 21/2- 5, F. 1 e//, B. 
60 Pf. (kein Trkg.), mit Fahrstuhl, elektr. Licht, Zentralheizung, 
Bädern; im N. des Bahnhofs: Nr, 101. Terminus -Hotel, 50 Z. zu 
21/2-'^) F. 1 Ji, mit Bädern, elektr. Licht, Garten, Restaurant. — 
Dorotheenstraße : Nr. 33/34. '-^Zum Deutschen Offizier- Verein ^' zum 
Warenhaus für deutsche Beamte, mit Restaurant, 50 Z. zu 21/2-5, 
F. 1 J^, mit Fahrstuhl, Bädern, elektr. Licht; Nr. 81. Prinz Fried- 
rich Karl, 25 Z. von 21/2 ^^^ an, F. 1 J^, mit besuchtem Restaurant; 
Nr. 90. Prinzenhof. Z. von 2 c£ an. — Mittelstr.: ,Nr. 5. Euro- 
päischer Hof , 38Z, 'zu 21/2-5; F. 3/4, G. II/4 J^, mit Fahrstuhl, 
Bädern, elektr. Licht, Zentralheizung; Nr. 12/13. Stadt Riga, 
40 Z. zu 2-41/2, F. 1 J^, mit Fahrstuhl, Bädern und elektr. Licht; 
Nr. 57/59, hei der Friedrichstr., Hot. Stadt London, 75 Z. zu 2-5, 
F. 1 ^f , mit Fahrstuhl, Bädern, elektr. Licht; Nr. 61. Hot. du 
Pavillon, 36 Z. zu 11/2-4 J/, F. 80 Pf., mit Bädern, elektr. Licht, 
gelobt. — Neustädtische Kirchstraße: Nr. 10. Berliner Hof, 50 Z. 
zu 3-10, F. 11/4 .//, mit Bädern, elektr. Licht; Nr. 13. Westfälischer 
Hof, 54 Z. zu 2-6, F. 1 J/, mit Bädern, elektr. Licht. — Georgen- 
straße : Nr. 21/22. beim Bahnhof Friedrichstraße. Gr. Hot. de Russie, 
170 Z. von 3 e// an, F. 1.20, G. 2, M. 31/0, A. 21/2 ..//, mit Fahrstuhl, 
Bädern, elektr. Licht, Zentralheizung; Nr. 23. Coburg, 70 Z. zu 
21/2-6, F. 1 J/, mit Fahrstuhl, Bädern, elektr. Licht, Zentral- 
heizung, gut; Nr. '24. Stadt Magdeburg, 60 Z. zu 21/2-6, F. 1 J/, 
mit Fahrstuhl, Bädern, elektr. Licht, Zentralheizung. — Reichs- 
tagsufer 9. Hot. zum Reichstag, 40 Z. zu 21/0-5 , F. 1 J/, mit Fahr- 
stuhl, Bädern, elektr. Licht, gut. — Luisenstr. 30, Ecke Schiff- 
bauerdamm, Hot. Kronprinz, mit Restaurant, 40 Z. zu 2-10, F. 1, 
A. (6-12 U.) 2, P. von 6 J^ an, mit Bädern, elektr. Licht. — Am 
Zirkus 11, Ecke Schiffbauerdamm, Hot. Moskau, 30 Z. zu 2-6, F. 
1 .//, mit Bädern, von Russen besucht. 

In der Altstadt , vorzugsweise von Geschäftsleuten besucht: 
Grand Hot. Alexanderplatz (PL n: R 29), Alexanderstr. 46/48, mit 



l 



Vorbemerkungen. BERLIN. Gasthöfe. 5 

200 Zimmern, als Hotel garni betrieben, aber mit Restaurant und 
Cafe; Heiligegeiststr. 17/18. Hot. de Hambourg, 60 Z. zu 2-4, 
F. 1 J^, mit Bädern, elektr. Licht; Grrünstr. 1. Happoldts Hot., 
Z. 13/4-3, F. 3/4, M. 11/2, P. 5 ^, mit Bädern. 

Bei den südwestlicben Babnliöfen, Potsdamer und Anhalter 
Bahnhof: Potsdamer Platz 1. ^ Grand Hotel Bellevue ^- Tiergarten- 
Hotel (PI. m: R 19j, 100 Z. zu 3-12, F. 11/4, G. (11-2 U.) 21/2, 
M. (2-7U.) 3, A. 3 J/, mit Fahrstuhl, Bädern, elektr. Licht, 
Zentralheizung. — Leipziger Platz "2. Fürstenhof ^ 50 Z. zu ^'^l'r'^^lii 
F. IV4, M. (11/2-4:11.) 3 Ji, mit Bädern, elektr. Licht, kein Fahr- 
stuhl. — Linkstr. 37. Hot. Sanssouci, 70 Z. zu 2-4 Jf, F. 80 Pf., 
mit Bädern, elektr. Licht. — Königgrätzer Straße: Nr. 127. Leipziger 
Hof, 50 Z. zu 2V2-6, F. 1, M. 21/2, P. 0. Z. 5 J^. mit Bädern, elektr. 
Licht, Wein- u. Bierrestaiirant, gut; Nr. 10. Hot. Saxonia, 85 Z. 
zu 3-16, F. 11/4, G. 2, M. 21/2, A. 2 ^/, mit Fahrstuhl, Bädern, elektr. 
Licht, Zentralheizung; Nr. 21. Askaniseher Hof 45 Z. (mit F.) zu 
31/2-8, M. (ohne Weinzwang) 11/2-3.///; Nr. 23. Westend- Hotel, 
50 Z. zu 21/2-5, F. 1, M. [2 ü.) 2, P. von 6I/2 J^ an , mit Bädern, 
elektr. Licht, Zentralheizung, Garten; Nr. 25. Deutscher Kaiser. 30 Z. 
zu 2-5 J^, F. 80 Pf., M. (2 U.) von II/2, P. von 5 Ji an, mit Bädern. 
— Askaniseher Platz 1. Habsburger Hof, mit Restaurant, 60 Z. zu 
2V2-6> F- 1 e//, mit Fahrstuhl, Bädern, elektr. Licht. — König- 
grätzer Straße: Nr. 38. Hot. Hollstein, 50 Z. zu 2-41/2 Ji, F. 80 Pf., 
M. (II/2 U., So. mit Weinzwang) I1/2 Jl, mit Bädern, elektr. Licht ; 
Nr. 117a. Preußischer Hof, Ab Z. zu 2-4 J^, mit Bädern, elektr. 
Licht. — Hedemannstr. 8. Thüringer Hof, 40 Z. zu 13/4-31/2» 
F. 3/^ J^^ mit Bädern, elektr. Licht. 

Im Westen: Kurfiirstenstr. 105. Kurfürstenhotel, 40 Z. zu 
11/2-6, F. 1 ei/, mit Bädern. 

Beim Lehrter Bahnhof : Invalidenstr. 84/85. Schwarz" Hot., 
21 Z. zu 11/2-3, F. 3/4 J/. 

Hospize, mit christlichem Charakter, vielfach gelobt, besonders 
auch alleinreisenden Damen zu empfehlen; statt der Trinkgelder 
wird ein Zuschlag von meist 10% der Rechnung erhoben, kein 
Weinzwang. Mohrenstr. 27/28, am Gendarmenmarkt, Hospiz der 
Berliner Stadtmission, mit elektrischer Beleuchtung, Bädern und 
Zentralheizung, 75 Z. zu 21/2-51,2, F. 1, M. (1-4 U.) 13/4-2 .#; — 
Königgrätzer Str. 5. Hospiz am Brandenburger Tor, 40 Z. zu 21/2-41/2, 
F. 1, M. 21/2 »//; — Holzgartenstr. 10, an der Kurstr. , Hospiz 
im Zentrum Berlins, 76 Z. zu 13/4-4, F. 3/^, M. (1-2 ü.) 1.35, 
P. 41/2-61/2 J/, mit Bädern, elektr. Licht; — Wilhelmstr. 34. bei 
der Auhaltstraße, Hospiz St. Michael, 55 Z. zu 2-61/2, F. 3/^', M. 
(11/2-31/2 XJ.) 11/2^ P- 5-9 .///, mit Bädern, Zentralheizung; — Mar- 
burger Str. 4. *Hospiz des Westens, 70 Z. zu 21/4-6, F. 1, M. (1-3 U.) 
13/4, P. von 5 «^ an, ersten Ranges, mit Fahrstuhl, Bädern. 



6 Pensionen. BERLIN. Praktische 

Hotels gamis (F. in allen, einige auch mit warmer und kalter 
Küche). Kleine Kirchgasse 2/3. Linden-Hotel, 50 Z. zu 2-4, F. 1, 
M. 11/2 «/^^5 ™it Bädern. — Unter den Linden 26. Hot. Bauer, 
30 Z. zu 2V2-6, F. 1 J^, mit Fahrstuhl, Bädern. — Mittelstraße: 
Nr. 15. Schweriner Hof, 15 Z. zu 1^/2- i, F. 3/^ .//, mit Bädern; 
Nr. 9/10, an der Friedrichstr., Mendrzyk, 24 Z. zu 2-4, F. ^/^JL — 
Schadowstr. la. ^e^ers Hot., 30 Z. zu 2-7, F. 1, G. IV2, P. 6-8 Jf. 
— Oharlottenstr. 59, am Gendarmenmarkt, Eichberg, 19 Z. zu 2-5, 
F. 1 J^, mit Fahrstuhl, Bädern, elektr. Licht, Zentralheizung. — 
Krausenstraße : Nr. 56/58. Zum grünen Baum, 105 Z. zu 2-2V2, 
F. 3/4 J^, mit Bädern, elektr. Licht; Nr. 67/68. Kleiner Kaiserhof, 
70 Z. zu 21/2-6, F. 3/4 J/, mit Bädern, elektr. Licht. — Kochstr. 74. 
Wieland, 14 Z. zu 1 V2-4 .///, F. 60 Pf., mit Bädern. — Breite Str. 27. 
Krüger, 30 Z. zu 11/2-3 ^, F. 85 Pf., M. (1-4 U.) 11/2-^- — 
Askanischer Platz 4, am Anhalter Ba.hjihof,'^. Familienhotel (Fr. L. 
Eichherg), 8 Z. zu 2V2-4V4, F. 3 ^ Jf. 

Pensionen („Pensionate", meist von Damen geführt), in großer 
Zahl, von denen hier nur eine Auswahl genannt werden kann. 

AnoderinderUmgehungderStraßeUnter den Linden: Nr. 58, 
m. Stock, Radtke, 25 Z., P. 4-8, monatlich 100-190 J^; Nr. 62/63, 
III. Stock, Fritz, 20 Z., P. 5-8V2 ^- — Im S. der Linden: Fried- 
richstr. 78, III. Stock, Ecke Französische Str., Daheim Pensionat 
(Fr. Münzer), 12 Z., P. 7 JT. — Charlottenstraße : Nr. 48, III. Stock, 
Ecke Behrenstr., Talkenberg, 12 Z., P. 41/2-8, monatlich 135-180 Ji; 
Nr. 50/51, III. Stock (Fahrstuhl), am Gendarmenmarkt, Porsch, 16 Z., 
P. 4-8 J/. — Markgrafenstraße : Nr. 49, III. Stock, am Gendarmen- 
markt, Schmidt-Heinritz, 15 Z., P. 4-8, monatlich 100-180 JL — 
Mohrenstr. 11/12, II. Stock, Pensionat Heimat (Fr. Wirth), 14 Z., 
P. 6-8 J^, mit Fahrstuhl, Zentralheizung. — Jerusalemer Str. 44/45, 
IL u. m. Stock, Fülleborn, 24 Z., P. 4-8 J^ , mit Fahrstuhl. — 
Im N. der Linden: Schadowstr. 4/5, HL Stock, Einkel, 16 Z., P. 
4-8 ^a, mit Fahrstuhl. — Dorotheenstr. 36, II.-IY. Stock, von Engel- 
brecht, 25 Z., P. 4-5, monatHch 120-160 JL — Schiffbauer dämm 5, 
III. Stock, Wallraff, 15 Z. , P. 41/2-6V2, monatlich 120-180 J(. — 
Reichstagsufer 3. Landmann. — Albrechtstr. 11. IL u. HL Stock, 
Fr. Dr. Müller v. d. Werra, 34 Z. , P. 4-7 J^. — Friedrichstraße: 
Nr. 106, III. Stock, Jendritza, 12 Z., P. 4-6 .//; Nr. 133a. Jaenicke, 
14 Z., P. 120-200 ^ monatl.; Nr. 129, IIL Stock, Harrje, 12 Z., P. 
von 4 J^ an. 

Bei den südwestlichen Bahnhöfen, Potsdamer und Anhalter 
Bahnhof (PI. G 19,22, R 19). Königgrätzer Straße : Nr. 19,111. Stock, 
V. Langen, 11 Z., P. 4-5 .//; Nr. 124, IIL Stock, Bauer, 12 Z., 
P. 4-6 JL — Köthener Str. 32, I. Stock, von Derschau, 10 Z., P. 4-8, 
monatl. 120-180 J/. — Potsdamer Straße: Nr. 13, IL -IV. Stock, 
Kirstein, 34 Z., P. von 5 J^ an, mit Fahrstuhl, elektr. Licht; Nr. 14, 
III. Stock, Joseph, 16 Z., P. 5-9 ..^, mit Fahrstuhl. — Anhaltstr. 15, 
III. Stock, Mätzky (Toeppel), 12 Z., P. 41/3-8 Jf, monatl. von 100 .// 



Vorbemerkungen, BERLIN. Pensionen, i 

an. — Willielmstraße : Nr. 30/31, III. Stock, Seyfried, 16 Z., P. 5-8 J^- 
Nr. 49, II.-IV. Stock, Gerling, 27 Z., P. 5-8, monatl. 120-230 ^/, 
engliscli. — Könlggrätzer Str. 109, m. Stock, Linde, 11 Z., P. 4-7 JL 

— Hallesche Str. 17, I. Stock, Internationales Damenpensionat (Fr. 
Spranger), 10 Z., P. 2V2~4V2 J^- 

Im Westen (PL G 16, 13, 10). Potsdamer Straße: Nr. 123a, II. u. 

III. Stock, V. Finck, 43 Z., P. 4-10 J^, mit Fahrstuhl; Nr. 105a. Otto, 
P. 4-7 .// ; Nr. 121b, Erdg., I. u. IL Stock, Herzberg, 60 Z., P. 5-12 Ji, 
mit elektr. Licht, Zentralheizung; Nr. 29, I.-III. Stock, Ohm-Heydt- 
mann, 23 Z., P. 4-9 J^ ; Nr. 28, IL Stock, Hoeltzl-Sheridan, 26 Z., 
P. 4-8 J^, mit Fahrstuhl, elektr. Licht, englisch; Nr. 39a, IL Stock, 
Volckmann, 18 Z., P. 41/2-10 J^, mit elektr. Licht, Garten; Nr. 41, 
IIL Stock, Welle, 12 Z., P. 4-6 .//. — Steglitzer Str. 66, III. Stock, 
Scheringer, 9 Z., 'P. A-7 JL — Bülowstr. 18, IL Stock, Halbeys 
Familien- Pensionat (Höfer), 6 Z., P. 41/2- 6 V2 ^^' — Kurfürsten- 
str. 48, Hochpart. u. I. Stock, Ecke Genthiner Str., Werner, 17 Z., P. 
4-6 Jl — Friedrich Wilhelmstr. 4, Erdg., I. u. IL Stock, Fr. Prof. 
Krause, P. von 7 ^ an, englisch. — Genthiner Straße : Nr. 12, IL Stock», 
Koch; Nr. 32, Hochpart., de Bourdeaux, 7 Z., P. 31/2-6 '^- — Motz- 
str. 72, IL Stock, v. Lawrenz, 18 Z., P. 4-6 Ji, mit Zentralheizung. 

— Kleiststraße: Nr. 28, IL u. IIL Stock, Kährn, 25 Z., P. 5-8 Ji; 
Nr. 27, Hochpart. u. L Stock, Starkmann, 25 Z., P. 6-15 J^. — 
Nettelbeckstr. 26, H. Stock, Stiemer. — Lützowplatz 12, IL Stock, 
Gubitz. — Lutherstraße : Nr. 12, Erdg., EckeKleiststr., Dollen, 10 Z., 
P. 4-8 jr ; Nr. 45. Martiny, P. 4-6 JL — Kurfürstenstr. 112, Erdg., 
L, IL u. III. Stock, Ecke Lutherstr., Tscheuschner, 55 Z., P. 5-8 J^, mit 
Fahrstuhl. — Kurfürstendamm 264. van Heuckelum. — Lützow-Ufer 
33, L Stock, Ecke Keithstr., Giercke, 20 Z., P. 5-8 .//.—Kleiststraße: 
Nr. 23, IL Stock, Ecke Bayreuther Str., I^fimroth, 11 Z., P. 5-8 Ji ; 
Nr. 34, 1. u. IL Stock, v. Bilfinger ,• Nr. 3, IIL Stock, Radioff ^^Rumland, 
mit Fahrstuhl. — Viktoria-Luise-Platz 8, IL 11. III. Stock, v. Jungen- 
feld, P. 3-5^/. — Tauentzienstr. : Nr. 6, IL Stock, Geschw. Schmidt, 
18 Z., P. 4-10 J^, mit Fahrstuhl; Nr. 18, Hochpart. u. I. Stock, 
V. Kasperoicicz, 20 Z., P. 5-8, monatl. 140-220 J/, mit elektr, Licht. 

— Nürnberger Str. 3, I. Stock, Kahle, 10 Z., P. 4-7 ^. — Augs- 
biirger Str. 30/31. Schnitze, 12 Z., P. 41/2-61/2 -^^. — ßankestraße: 
Nr. 31. MoraU; Nr. 8, IL Stock (Fing. Augsburger Str. 53), Pens, 
des Westens (Fr. Liebenam), 6 Z., P. 6-8 Ji. — Savignyplatz 6, 
Hochpart., Meyers Hotel S^ Pension, 10 Z., P. 5-8 ^M (auch Z. allein 
zu 21/2-5 Ji\ mit Bädern, elektr. Licht, Zentralheizung. — Von der 
Heydtstr. 1, 1. Stock, Medenwaldt, P. 4-8 ^. — Eisenacher Str. 10, 

IV. Stock, Ferber. 

Möblierte Zimmer finden sich zahlreich zwischen der Karlstraße 
im N. der Linden und der Kochstraße im S. der Leipziger Straße, 
sowie in der Nähe dei Potsdamer Straße (vgl. S. 109) zu 30-45 .£ 
monatlich. Mietet man für mehr als einen Monat, so ist am 15. zu 
kündigen, wenn man am 1. des nächsten Monats ausziehen will. 



WeinrestauranU. BERLIN. Praktische 



c. Weinrestaurants. Bierhäuser. Biergärten. 

Alphabetisclie Verzeiclinisse sielie im Register. — Straßenverzeichnis mit 
Verweisung auf den Plan s. S. 205. 

Weinrestaurants. — Unter den Linden , in der Riclitung von 
W. nach 0., Nordseite: Kr. 62/63. ""Hiller fL. Adlon ), von altem 
Ruf; Nr. 50. ""Dressel; Nr. 39. *Äof. de Borne (S. 2); Südseite: 
Nr. 5. *Eot. Bristol [S. 2); Nr. 32, Ecke der Charlottenstr., -^Kons, 
im Carltonhotel, modern; Nr. 33. * Grand Rest. Royal. — Fried- 
riclistraße: Nr. 100. "^^ Monopol- Hot. (8.2); Nr. 103. '^Savoy-Hot. 
(S. 2). — Neustädtische Kirclistr. 6/7. '^Continental- Hot. (S. 3). — 
Behrenstraße 26a. ^Ewest. — Französische Straße 48. *Borchardt. 

— Weinstuhe im ^Kaiserhof[S. 3}, Eingang Wilhelmplatz. — Leip- 
ziger Platz 18/19. '^Palast- Hot. (S. 3). Auch das Rest, im Zoolog. 
Garten (S. 160) ist hier zu nennen. — In allen diesen Häusern Yor- 
treffliche, mehr oder -vreniger modifiziert französische Küche und 
hohe Weinpreise. Man hesucht sie, namentlich abends, meist im 
Gesellschaftsanzug. Am feinsten speist man nach der Karte. Doch 
sind Gabelfrühstück (11-2 Thr) und Diners (3-8 Uhr) zu festen 
Preisen sehr helieht: G. 21/2-3, Diner meist 5 *///. Abends spielen 
fast überall Musikkapellen. Der stärkste Verkehr herrscht nach 
Schluß der Theater von 10 Uhr an. 

Hieran schließen sich folgende. Unter den Linden: Südseite 
Nr. 21. Wegener, M. (12-5 U.) IV2 -//; Nr. 29/30. ""Habet, besuchte 
Frühstücksstube, z. T. noch mit ganz altmodischen Räumen aus 
dem Anfang des xix. Jahrh. ; Nordseite, Nr. 56. Zum Treppchen 
(Beckmann), G. (10-1 U.) IV2, M. (1-7 U.) 2V2-3V2 -^^'- —Fried- 
richstraße, im N. der Linden : Nr. 96. RheinischeWinzerstuhen (Rhein- 
gauer "Winzerverein), M^li/2«^/^; ^i"- ^0^; nördl. vom Bahnhof 
Friedrichstraße, nahe der Karlstr., Eggelrecht, mit Garten. Fried- 
richstraße, im S. der Linden : Nr. 80. '^Ziim Rüdesheimer (Joh. Bapt. 
Sturm), M. (I-6V2 U.) 31/2 Jr, Nr. 178. '^Kaiserl< eller (S. 102], M. 
(1-7 U.) 21/2 J^] Nr. 56, an der Leipziger Str., Zum Rheingau 
(Maurer &: Bracht), Rheinweine. — Wilhelmstraße 69. Rest. Phil. 
ITitt (Hot. Royal, S. 3), G. 2^ 9 JL — Französische Straße: Nr. 18. 
*L. Mitscher, Moselweine. G. (11-1 U.) 3/^, M. (1-8 U.) lVo-2 J£; 
Nr. 52. '^Wendehorn, M.' (1-7 U.) 1 Jl 60. — Charlottenstraße: 
Nr, 49, beim Gendarmenmarkt, ^Lütter, altbekanntes Haus; Nr. 59. 
Nadolny, M. (1-5 U.) IV2 -^i^/- — Markgrafenstr. 48, beim Gen- 
darmenmarkt, *Trar&acÄ Nach f., Rhein- und Moselweine, M. (1-4 U.) 
i^l^Ji. — Jägerstraße: Nr. 5. ^Haiißmann, M. 1 J/., rheinische 
Küche, Moselweine. — Kronenstr. 21. Hohns Austernsalon (Wey- 
mann), M. (1-5 U.) 2 J/. — Leipziger Straße: Nr. 25. ^Kempinski 
§- Ko.., sehr besucht, bekannt für Austern und Krebse, auch Ungar- 
weine; Nr. 31/32. Rheinische Wimerstuhen (s. oben); Nr. 33. Stei- 
nert ^^ Hansen (Filiale), M. IV2 J^, mit Garten; Nr. 117/8. ""Traube. 

— Krausenstr. 41, am Dönhoffplatz, *J. H. D. Beckers Söhne, Rot- 



Vorbemerkungen. BERLIN. Bierhäuser, v 

■weine, M. i^/2J^. — Zimmerstraße 29. Trierischer Winzerverein. — 
Potsdamer Straße: Nr. 139. Huth ^' Sohn; Nr. 12. *Frederich, Rot- 
weine; Nr. 136/137. Fr. Müller; Nr. 127/128. Roland von Berlin 
(vgl. S. 109 ; Hansasaal mit Bildern von Eschke, Eckenbrecher u. a.). 

— Bülowstr. 20. Steinert S- Hansen (Filiale), M. i^j^Ji. — Werder- 
sclier Markt L ""Kühn, M. (1-5 U.) IV2 ^/- — Burgstr. 10. Valentin. 

— Königstr, 40. ^Mitscher ^- Caspary, Rhein- und Moselweine. — 
Alexanderplatz, An der Stadtbahn 21. *J. Knoop Söhne (Filiale), 
M. (12-4 U.) IV2 .#. — Albrechtstr. 24 an der Karlstraße, *Steinert 
ß' Hansen^ M. 11/2 JS- — Altmoabit 131. J. Knoop Söhne (Filiale). 

Südliche Weine : Societa Enologica Italiana, Baffo # Co.^ TJ. d. 
Linden 65 ; Gazzolo, Leipziger Str. 26 ; Unione cooperativa di Milano, 
Taubenstr. 16/18 , Wilhelmahaus. — Hamburger Bodega , Ohar- 
lottenstr. 70, an der Leipziger Straße; The Continental Bodega 
Company, IT. d. Linden 31, Alexanderstr. 71, Jerusalemer Str. 17, 
Prinzenstr. 81, Rankestr. 1 (in den Bodegen nur kalte Speisen). 

Ereeischukgen. Englisches Büffet, U. d. Linden 22/23 (Passage); 
Kaiser- Büffet, im Kaiserhotel, Friedrichstr. 178, Ecke der Jägerstr. 
(S. 3). — Holländische Liköre : '^Erven Lucas Bols, Friedrichstr, 
169; Hollandsche Tapperij, Französische Str. 56; C. S. Gerold Sohn 
(Kognak-Probierstube), U. d. Linden 19, Friedrichstr. 153a, Leip- 
ziger Platz 2, Leipziger Str. 103. 

Bierhäuser, mit „echtem" bayrischen Bier (1/2 Lit. 30, 1 Lit. 
meist 50 Pf.), Pilsener oder einem einheimischen Bier und Re- 
staurant nach der Karte in süddeutscher Art oder Mittagstisch zu 
festen Preisen (1-2 <,//), z.T. glänzend eingerichtet („Bierpaläste"). 

U. d. Linden (Südseite): Nr. 13. Stadt Pilsen (Pilsner Ur- 
quell), österreichische Küche, M. (12-5 TJ.) IV2 J^, mit Garten, 

Südlich der Linden: Behrenstr. 23/24. *<Siec/im (Nürnberger 
Bier), abends oft überfüllt. — Friedrichstraße (vgl, S. 102): Nr, 84. 
Augustinerhräu (Münch. Bier) ; Nr. 165, Ecke der Behrenstr,, *P.-fc/iorr- 
bräu; Nr. 172. ^Sedlmayr zum Spaten; Nr. 176/177, Ecke der 
Jägerstraße, ^Weihensiephan , M. (12-4 U.) II/4 ^//, mit Garten; 
Nr. 180. '^Tucher-Bräu (Hot. Nürnberger Hof), M. (1-7 XJ.) 3 JL — 
Französische Straße : Nr. li. Eremitage (russische Küche) ; Nr, 25/26, 
Ecke der Charlotten str., Löwenbräu. — Charlottenstraße: Nr, 65a. 
Mönchshof (Kulmbacher Bier), M. (12-4 U.) 1 J/. — Mohrenstr, 47. 
Brandenburger Haus, G. (10-1 U.) IV4 -^Z^« — Niederwallstr. 25, am 
Spittelmarkt, Spittelhallen (Spatenbräu). — Scharrenstr. 6/7. Kulm- 
hacher Bierhaus (Reichelbräu). — Leipziger Straße : Nr. 85, nahe 
dem Döuhoffplatz, Münchener Hofbräu; Nr. 109. Dortmunder 
Vnionbräu. — Krausenstr, 64, *Zum Klausner (Bürger!, Bräu- 
haus Pilsen), — Wilhelmstr. 92/93. Architektenhaus. — Anhalt- 
str. 14, an der Wilhelmstraße, Zum alten Askanier. — Belle- Al- 
liance-Platz 15. ErZan^cr ße«76räw. — Belle-Alliancestr. 89. *Wahl' 
statt (Nürnberger Bier), M. (12-5 U.) 1 .//. 



10 Bierhäuser. BERLIN. Praktische 

Vor dem Potsdamer Tor. Königgrätzer Straße: Nr. 123a. 
Potsdamer Garten; Nr. 127, am Potsdamer Bahnliof, Leipziger Hof, 
M. (121/2-41/2 U.) 2 J/, mit Garten. — Dessauer Str. 3. Dessauer 
Garten (Spatenbräu), M. (12-5 U.) 1 .//, mit Garten. — Potsdamer 
Straße: Nr. 10/11. * Alt-Bayern (der romanische Minnesängersaal 
mit Glasmosaikschmuck sehenswert, vgl. S. 109); Nr. 124, an der 
Brücke, Großer Kurfürst, M. (12-5 U.) 11/4 .#; Nr. 30/30a. Regens- 
purger. — Schöneberger Ufer 23, an der Potsdamer Brücke, *Weihen- 
stephan, mit Garten. — Kurfürstenstr. 91, am Zoologischen Garten, 
Burggrafenhof. 

Nördlich der Linden: Mlttelstr. 57/58, Ecke der Friedrich- 
str., L Stock, Best. Krziioanek, österreichische Küche, M. (12-5 U.) 
11/4-21/2 ^' — Dorotheenstr. 81. *Töpfer (im Hot. Prinz Friedrich 
Karl). — Georgenstr. 13, in den Stadtbahnhogen am Bahnhof Fried- 
richstraße, Zum Franziskaner, M. (12-4 U.) II/2 «///, mit Garten. — 
Friedrich Straße: Nr. 101. Terminus; Nr. 143/49. *Zum Heidelberger 
(Pschorrbräu), im Centralhotel (S. 3) ; Nr. 150. Rheinischer Hof {S. 4), 
G. 1, M. (12-4 U.) 11/2 J^. — Kaiser Wilhelmstr. 49. Münchener 
Bürgerhräu, M. (12-4 U.) I-II/2 J^, gut. — Luisenstr. 46. Schüne- 
mann (Nürnberger Bier). -— Invalidenstr. 38. Wirtshaus Schreiner 
(Spatenbräu). — Altmoabit 138, nahe dem Ausstellungspark, *Printz 
(Pschorrbräu). 

In der Altstadt. Im Rathaus: ^Ratskeller, auch Wein- 
stube (S. 131), M. 11/2-3 ^. — Neuer Markt 11, an der Kaiser 
Wilhelmstraße, Altstädter Hof. — Am Alexanderplatz: Zum Prä- 
laten, in den Stadtbahnbogen, mit Garten. 

Im Osten: *Alhamhra, Andreasstr. 6, in den Stadtbahnbogen. 

I m T i e r g a r t e n : Die Zelte (PL R 17 ; vgl. S. d 57) ; *Cafe Gärt- 
ner, an der Spree, beim Stadtbahnhof Bellevue, kühl und schattig, 
* Charlottenhof, nahe der Charlottenburger Chaussee, M. (1-4 U.) 
SJ/, Tiergartenhof, beim Bahnhof Tiergarten, alle drei mit Garten. 

Zur Einnahme eines Imbisses eignen sich. Aschingers Bier quellen: 
Friedrichstr. 97 (vgL S. 143), 88 u. 151, südL nahe den Linden, 
u. s. w., sowie die Automatischen Restaurants, die sich ebenfalls in 
der Friedrich Straße (u. a. Nr. 166, südl. von der Behrenstraße) und 
andern wichtigen Yerkehrsstraßen in wachsender Zahl finden. 

Bbbliner Biere (Seidel 15 Pf. ; Mittagstisch gewöhnlich nach 
der Karte) : *Zum Schultheiß, Behrenstr. 49, an der Friedrichstr. 
(1/2 Liter Versandbier 20 Pf.); ferner Friedrichstr. 46 (Ecke der 
Zimmerstraße), am Potsdamer Platz (im Hot. Bellevue), U. d. Lin- 
den 4a, Altmoabit 15. — Taubenstr. 5. * Ausschank Friedrichshöhe 
(vorm. Patzenhofer ; 1/2 Liter 20 Pf.). — Oranienstr. 150, am Moritz- 
platz, Neumann. — Jägerstr. 41. *Niquet <f Ko., Kellerlokal (be- 
liebte Würstchen ; beschränkter Raum). — Friedrichstraße: Nr. 100. 
Bötzows Brauereiausschank (im Monopol-Hotel), mit Wandmalereien 
aus dem Berliner Leben von R. Warthmüller. 



Vorbemerkungen . 



BERLIN. Konditoreien. H 



"WEIßBIER, das alte Leibgetränk des Berliner Büigers, ist ans 
eleganteren Lokalen verschwunden: Clausing , Zimmerstr. 80j 
Stüdemann, Schützenstr. 5. 

Vegbtaeischb Speisehäuser : Karlstr. 31 u. a, 

Brauereien mit Gärten, vor den Toren, im Sommer vielfach mit 
Militärmusik. Im Sü d en : Zum Schultheiß auf Tivoli (PL G 21), 
am Kreuzherg ; Berliner Bock-Brauerei (PL G 24), Fidicinstr. 2/3 ; 
Haiel (PL G 24), Bergmannstraße 5/7. — Im Südosten: in der 
Hasenheide Nr. 32-38. Happoldt (PL G 30); Nr. 22-31. Union 
(PL G30); Nr. 108-114. Bergschloß (PL G 30). — Im Nord- 
osten: * Aktienbrauerei Friedrichshain (PL R 33), Am Friedrichs- 
hain 22-29 (vgl. S. 28) ; *Aktienlrauerei Friedrichshöhe (vorm. Patzen- 
hofer ; PI. R 35) , Landsberger Allee 24-27 ; BöhMsches Brauhaus 
(PI. R32), Landsberger Allee 11-13. — ImNorden: Pfefferberg 
(PL R27), Schönhauser Allee 176; Schultheiß (PL B 30), ebenda 
Nr. 36-39; Berliner Bock-Brauerei (PL B 21), Chausseestr. 58. — 
Im Nordwesten: Aktienbrauerei Friedrichshöhe (vorm. Patzen- 
hofer; PLR15), Stromstr. 11-16. — Im Westen : Schöneberger 
Schloßbrauerei (PI. G 15), in Schöneberg. 



d. Cafes. Konditoreien. 

Cafes: '^ Bauer (PL R 23), ü. d. Linden 26, elegant (S. 50), 
sowohl am Tage, wie namentlich auch die Nacht hindurch stets 
besucht; *Kaiserhof(ß. 3), in diesen beid,en viele Zeitungen; '^Cafe 
Westminster., U. d. Linden 17/18 (Wandmalereien von E. Veith; 
S. 50); im '^Monopol-Hot. (S. 2); Viktoria- Cafe, U. d. Linden 46; 
*Cafe Klose, Leipziger Str. 19, Ecke der Mauerstr.; Beichshallen- 
Cafe, Leipziger Str. 77, am Dönhoffplatz; Kaiser-Cafe, Friedrich- 
str. 176/178, mit Konditorei; Cafe Kerkau (Billard -Akademie), 
Friedrichstr. 59/60; Cafe Friedrichshof, Friedrichstr. 41/42, Ecke 
der Kochstr. ; Cafe Centralhotel (S. 2); Cafe Schiller, Mohren- 
str. 31, am Gendarmenmarkt, im Hot. de France (S. 4); im Grand 
Hotel Alexanderplatz (S. 4); Residenz- Cafe ^ Alexanderstr. 16 ; Bör- 
sen-Cafe, Burgstr. 27 ; ^Romanisches Cafe, bei der Kaiser-Wilhelm- 
Gedächtniskirche (S. 162). In sämtlichen auch Frühstücksrestaurant 
und (meist Pilsener) Bier. Tasse Kaffee 25, Glas ..Melange" 40 Pf. 
Dem Zahlkellner Trinkgeld 5-10 Pf. die Person. 

Konditoreien (durchweg gut ; Tasse Kaffee 30, Schokolade 40, 
Eis 50 Pf. ; man zahlt meist an der Kasse, kein Trinkgeld ; es darf 
unr in bestimmten Räumen geraucht werden) : Kranzler, U. d. Lin- 
den 25 (Südseite), Ecke der Friedrichstr., altbekanntes Lokal; 
Josty, Bellevnestr. 21/22 (auch Bier) ; Schilling, Friedrichstr. 209, 
Ecke der Kochstr., mit Zweiggeschäft am Kurfürstendamm, 234; 
Am Schauspielhaus (Conrad), Charlottenstr. 56, Ecke der Tauben- 
straße ; Hillbrich, Leipziger Str. 24; Müller, Friedrichstr. 94, 



12 Ringbahn. BERLIN. Praktische Vorbemerkungen. 

gegenüber dem Oentralhotel ; df Heureuse , Roßstr. 30 (Schokolade 
30 Pf.); Gumpertj Königstr. 22/24; Aschinger, Friedrichstr. 79a, 
Alexanderplatz, n. a. ; Lagergren, Schloßplatz 3 (von Skandinaviern 
besucht). — Fast nur von Damen besucbt : *Buchholz Nachf. 
(Salis), Friedrichstr. 162. 

e. Bäder. 

FLUßBÄDER. Flußbad früher Pochhammer, an der Stralauer 
Brücke, auch für Damen; Sachse (1^1. G35), vor dem Schlesischen 
Tor. — Im Innern der Stadt, daher mit trübem Wasser: Runge, An 
der Schleuse 6, auch für Damen; Friedrich- Wilhelm-Bad, "Wei- 
dendamm. 

Wannenbäder. Admiralsgartenbad(Pl.'R2S), Friedrichstr. 102, 
beim Bahnhof Friedrichstraße, auch Schwimmbassin, geöffnet bis 
8 U. ab., So. bis 1 U. (Wannenbad I. Kl. 1 J^ 50, II. Kl. 75 Pf., 
im Abonnement 1 J^ bzw. 50 Pf.) ; Augusta-Bad, Köpenicker Str. 
60/61. Beide Anstalten haben sowohl medizinische wie russische 
und römische Bäder, das Admiralsgartenbad sowie seine Filialen 
(Friedrichstr. 8, Alexanderplatz 3, Luisennfer 22, Lützowstr, 74, 
Paulstr. 6) auch Solbäder. — Römische Bäder: Wilhelmsbad, 
Schützenstr. 18/19. — Medizinische Bäder: Verein der Wasser- 
freunde, Königgrätzer Str. 19 ; Belle- Alliance- Bad, Gneisenaustr. 3 ; 
City-Bad, Dresdener Str. 52/53. 

f. Stadtbahn, Ringbahn. Elektrische Hoch- und Untergrundbahn. 

Vergl. den Übersiclitsplau vor dem Titel, den Straßenbahnplan S. 13 
und die Karte S. 167, 

Die 1874-82 erbaute Stadtbahn führt von Westend-Charlotten- 
burg durch die nördl. Hälfte des Stadtinnern bis Stralau-Rummels- 
burg und steht mit der 1867-77 erbauten Ringbahn, die die nördl. 
Stadtteile durchzieht und südl. in weitem Bogen das Stadtgebiet 
umkreist, in unmittelbarem Verkehr. Die Züge fahren auf der Stadt- 
bahn von früh gegen 5 Uhr bis nach Mitternacht fast alle 5 Minuten, 
auf der Ringbahn alle 10-20 Minuten. Es gibt nur II. und III. 
Klasse: Fahrpreise bis zur 5. Station 15 und 10 Pf., darüberhinaus 
30 und 20 Pf. Außer zu Beginn und Schluß der Geschäftsstunden 
(c. 1-3 Uhr mittags und 5-7 Uhr abends) fahren Herren allgemein 
in III. Klasse. Soniitagnachm. ist auch die II. Klasse stark besetzt. 
In der II. Klasse wird nicht geraucht. Aufenthalt an den Stationen 
nur 1/2 Minute: man sucht sich seinen Platz selbst (der Stand der 
Wagen II. Klasse durch Schilder bezeichnet). Man achte vor dem 
Einsteigen auf die Fahrrichtung, die auf Signalarmen angegeben 
ist, und vor dem Aussteigen auf die Namen der Haltestellen. Fährt 
man versehentlich über sein Ziel hinaus, so erhält die Fahrkarte 
Gültigkeit znr Rückfahrt dorthin, wenn man sich sofort beim 
Stationsvorsteher meldet. 



19 n- T I 



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5feii 



Praktische Vorhemerkungen. BERLIN. Hochbahn, lo 

Die Stadtbahn (16,6 km) ist viergeleisig : die beiden nörd- 
lichen Geleise dienen für den Stadt- und Eingbahnverkelir, die 
beiden südlicben für den Fernverkehr (Hanptbahnhöfe, s. S. 1) 
und für die Mehrzahl der Vorortzüge (die Hauptbahnhöfe haben 
für die südlichen Geleise besondere Aufgänge). Stationen, vonW. 
nach 0. : Westend (PL R 2), Charlottenburg (PI. G 4), Savignyplatz 
(PI. G 7), Zoologischer Garten (PI. G 10), Tiergarten (PI. R 10), 
Belleoue (PI. R 14), Lehrter Bahnhof {VI. R 18, 21), Friedrichstraße 
(PL R 23), Börse (PL R 26), Alexanderplatz (PL R 26), Jannoxvitz- 
Brücke (PL R 28), Schlesischer Bahnhof (PL R 31), Warschauer 
Straße (PL G 34), Stralau-Rummelsbury (PL G 37, 40). 

Die Vorortzüge der Stadtbahn gehen: auf den südliclien Ge- 
leisen östlich bis Sirausberg (S. 189) oder bis Rüdersdorf (S. 184); westlich 
nach Spandau (S. 182); — auf den nördlichen Geleisen östlich na.c'h. Nieder - 
Schöneiceide^ mit Anschluß nach Grünau (3. l?!), bzw. Königs- Wusterhausen 
(S. 185), über Lichtenberg (S. 188) nach Kaulsdorf, ferner nach Erkner (S. 183), mit 
Anschluß nd-ch Fürstenwalde; westlich nach Grunewald (S. 166), sowie nach 
Potsdam (S. 169). — Wichtige Ausgangspunkte für den Vorortsverkehr sind 
außerdem: der r. hinter dem Potsdamer B ahnhof liegende Wannsee- 
Bahnhof (PI. G 19), von wo die Züge über Schlachtensee und Wannsee nach 
Potsdam ausgehen (vgl. S. 166); der 1. hinter dem Potsdamer Bahnhof 
liegende Ring-Bahnhof (PI. G 19), von wo außer den Ringbahnzügen (s. unten) 
die Vorortzüge nach Groß-Lichterfelde (S. 167; elektr. Betrieb) und nach 
Zossen ausgehen ; der Stettiner Bahnhof für die Vorortzüge nach Tegel, u. s. w. 

Die Fahrpreise sind im Vorortverkehr billiger als nach denselben Sta- 
tionen im Fernverkehr, Im Sommer sind die Vorortzüge So. nachm. über- 
füllt ; die Rückfahrt am Abend auf einer der Berlin näher gelegenen 
Zwischenstationen anzutreten, ist dann kaum möglich. Vergl. im übrigen 
Route 14-16. 

Die Ringbahn besteht aus dem Nord- und dem Südring, die 
beide vorzugsweise in Yerbindung mit der Stadtbahn, seltener alä 
„Yollring" befahren werden. Der Nordring (17,8km) zweigt bei 
Stralau-Rummelsburg (VI. G 37, 40; vgl. S. 183) von der Stadtbahn 
ab und berührt die Stationen : Frankfurter Allee (PL R 40 ; vgl. 
S. 134), Zentral- Viehhof (VI. R 38; S. 134), Landslerger Allee (PL 
R 39), Weißensee (PL B33, 36 ; S. 135), Prenzlauer Allee (PL B 32), 
Schönhauser Allee (PL B 29; S. 141), Gesundbrunnen (PL B 23; 
S. 142), Wedding (PL B 17, 20; S. 144), Putlitzstraße (PL B 15), 
Beußelstraße (PLB12; S. 149), Jungfernheide (PL R 3) , West- 
end (PL R2; S. 165), Charlottenburg (PL G4; S. 161). — Der 
Südring (21,5km) beginnt und endet auf dem Potsdamer Ring- 
Bahnhof (PI. G IQ- 'S. 109). Stationen: Äc/iöncöer^ (PL G 18; S.122), 
Papestraße, Tempelhof (S. 121), Hermannstraße, Rixdorf (S. 120), 
Treptow (PL G38; S. 128), Stralau-Rummelsburg (PL G 37, 40), — 
Charlottenburg (PLG4; S. 161), Haiensee (PL G2; S. 166), 
Schmargendorf, Wilmersdorf-Friedenau (S. 163 u. 166), Ebersstraße. 

Die 1896-1902 von der Aktiengesellschaft Siemens & Halske 
erbaute Elektrische Hoch- und Untergrundbahn (Betriebsverwal- 
tung Köthener Str. 12) durchzieht die südlichen Stadtteile von 0. 
nach "W. in einer Länge von 10,7km. als Hochbahn bis zum Nollen- 
dorfplatz, westl. davon auf Charlottenburger Gebiet als Untergrund- 



14 Straßenhahnen. BERLIN. Praktische 

balin. In der Mitte (Geleisdreieck, s. S. 110) liat sie eine Abzweigung 
mit steiler Rampe (38 : 1) nach der unterirdisclien Station am Pots- 
damer EaLnhof. Stationen: Warschauer Brücke (PI. G34; nahe dem 
Bahnhof der Stadtbahn, S. 131, Stralauer Tor (PI. G 34 ; Ober- 
baumbrücke, S. 127), Schlesisches Tor (PL G 34; S. 127), Oranien- 
straße (PI. G 31, 32; Görlitzer Bhf., S. 127), Kottbuser Tor (PL G 
28, 29), Frlnzenstraße (PL G 26), Hallesches Tor (PI. G 23; S. 118), 
M'öckernhrücU (PL G20) ; — Potsdamer Platz (PL G, R 19; unter- 
irdisch, s. S. 109) ; — Bülowstraße (PL G 17 ; S. 121), NoUendorfplatz 
(PLG13; S. 122), Wittenbergplatz (F\. GiS-, unterirdisch), Zoo- 
logischer Garten (PL GlO; unterirdisch, nahe dem Bahnhof der 
Stadtbahn, S. 13), Knie (PL R7; unterirdisch; vgL S. 164). Die 
Bahn wird in Charlottenburg weitergebaut. — Der Betrieb ist ähn- 
lich wie auf der Stadtbahn. Fahrtdauer für die ganze Strecke, 
unter Ausschluß der Station Potsdamer Platz, c. 25 Min. ; Zugfolge 
alle 4-6 Minuten. Zwei Klassen (II. und III. ; in der zweiten Klasse 
wird nicht geraucht). Fahrpreise 15-30, bzw. 10-20 Pf. Sonntags 
und stundenweise auch sonst sind die Wagen überfüllt. Trans- 
parente auf den Stationen zeigen an, ob die Züge nach dem Pots- 
damer Platz oder direkt nach den Endpunkten fahren. 

g. Elektrische Straßenbahnen. 

Das Straßenbahnnetz innerhalb der Stadt wie auch fast aller Vororte 
wird von der Großen Berliner Straßenbahn- Aktiengesellschaft (Direktion 
Leipziger Platz 14) verwaltet. Die Wagen der verschiedenen Linien sind mit 
Nummern oder mit großen Buchstaben bezeichnet, denen diejenigen unseres 
Verzeichnisses und Planes entsprechen. Die wenigen Linien ohne derartige 
amtliche Bezeichnung finden sich auf S. 20 unter a-e zusammengestellt. 
Auf besonders verkehrsreichen Strecken gibt es außerdem sog. Einsatzlinien, 
an den Wagen mit einem E unter der Liniennummer bezeichnet; diese sind 
in unserm Verzeichnis nicht besonders aufgeführt. Auch ist zu beachten, 
daß die Anhängewagen oft nicht bis zum Ende der Linien mitlaufen. Die 
Zeitfolge der Wagen ist nachstehend nur bei denjenigen Linien angegeben, 
die seltener als alle TV2 Min. befahren werden. Fahrpreis 10 Pf., bei ein- 
zelnen Linien bis 20 Pf. 

Für die K otenpunkte des Verkehrs sind in unserer Beschreibung 
die dort verkehrenden Linien noch besonders zusammengestellt: Alexander- 
platz (S. 133.) ; — Anhalter Bhf. (S. 110); — Ausstellungspark (S. 149j; — 
— Brandenburger Tor (S. 49); — Dönhoffplatz (S. lOS); — Bhf. Friedrich- 
straße (S. 143); — Gendarmenmarkt (S. 103); — Görlitzer Bhf. (S. 127); — 
Hackescher Markt (S. 141); — Hallesches Tor (S. 119); — Kreuzung der 
Leipziger Straße mit der Charlottenstr. (S. 108) ; — Lützowplaiz (S. 121) ; — 
Moritzplatz (S. 127); — Kgl. Museen (S. 65); — Ifeues Tor (Invalidenslraße, 
S. 144); — NoUendorfplatz (S. 122); — Opernplatz (S. 54); — Oranienburger 
Tor (S. 143); — Oranienplatz (S. 127); — Potsdamer Platz (S. 109); — Rat- 
haus (S. 131); — Schlesischer Bhf. (S. 134); — Spittelmarkt (S. 124); —Zoo- 
logischer Garten (S. 159). 

1. Stadtring: Rosenthaler Tor, Schönhauser Tor, Prenzlauer 
Tor, Königstor, Landsberger Tor, Andreasstr. (Schlesischer 
Bhf.), Moritzplatz, Hallesches Tor, Anhalter Bhf., Potsdamer 
Bhf., Brandenburger Tor, Kronprinzenbrücke , Oranienburger 
Tor, Rosenthaler Tor. 



Vorbemerkungen. BERLIN. Straßenbahnen. 15 

2. Außenring: Rosentlialer Tor bis Moritzplatz wie Nr. 1 ; dann 
Gneisenaustr. , Katz"bachstr. (Kreuzberg) , Bbf. Scböneberg, 
Nollendorfplatz, Lützowplatz, Gr. Stern, Hansaplatz, Lehrter 
Bbf., Neues Tor, Stettiner EM., Eoseiitbaler Tor; alle 15 Min. 

3. Großer Ring: Rosenthaler Tor, Alexanderplatz, Andreasstr. 
(ScMesischer BM.), Kottbuser Tor, Gneisenaustr., Bhf. York- 
str., Winterfeldplatz, Nollendorfplatz, Lützowplatz, Gr. Stern, 
Hansaplatz, Moabit, Bbf. Weddiiigplatz, Gartenplatz, Rosen- 
thaler Tor; alle 15 Min. 

Linien nach Nordwesten. 
1. Rixdorf (Hertastr. ; PI. bei G 30) - Moabit (Bremer Str. ; PI. 
Rl2): über Bhf. Rixdorf, Hasenheide, Hallesches Tor , An- 
halter Bhf., Potsdamer Bhf., Brandenburger Tor, Lehrter Bhf.; 
alle 15 Min. 

8. Gesundbrunnen (Pankstr. ; PL B 19) - Charlottenburg (Schloß; 
P1.R2) : über Bhf. Wedding, Moabit, Martinickenfelde; allelöMin. 

9, Schlesischer Bahnhof (PL R 31) - Moabit (Gotzkowskistr. ; PL 
R 12) : über Bhf, Jannowitzbrücke, Jakobstr., Spittelmarkt, Leip- 
ziger Straße, Potsdamer Bhf., Brandenburger Tor, Lehrter Bhf. 

10. Schönhauser Allee (Kastanienallee; PL B 27, SO) -Moabit (Gotz- 
kowskistr. ; PL R 12) : über Zionskirche, Stettiner Bhf., Neues 
Tor, Lehrter Bhf. ; aUe 15 Min. 

11. Görlitzer Bahnhof (VI. G 31) -Moabit (Wiebestr.; PL R 9): über 
Oranienplatz , Bhf. Jannowitzbrücke , Alexanderplatz , Rosen- 
thaler Tor, Stettiner Bhf. und wie Nr. 10; alle 15 Min. 

12. Görlitzer Bahnhof (PL G 31) - Plötzensee (PL B 9, 12): über Dön- 
hoffplatz, Opernplatz, Georgenstr. (Bhf. Friedrichstraße), Lehrter 
Bhf., Moabit, Bhf. Beußelstraße; alle 15 Min. 

13. Schlesische Brücke (PL G 34) - Moabit (Bremer Str. ; PL R 12) : 
über Skalitzer Str. (Görlitzer Bhf.), Ritterstr., Dönhoffplatz, 
Opernplatz, Dorotheenstr. (Bhf. Friedrichstraße^, Königsplatz, 
Lehrter Bhf. ; alle 15 Min. 

14. Marheinekeplatz (PL G 24) - Moabit (Wilhelmshavener Str. ; PL R 
12, 15) : über Hallesches Tor, dann wie Nr. 7. 

15. Bhf Rixdorf (PL bei G 33)- Moabit (Bremer Str.; PL R 12): 
über Hasenheide, Hallesches Tor, dann wie Nr. 7; alle 15 Min. 

16. Küstriner Platz (PL R 31, 34) - Moabit (Bhf. Putlitzstr. ; PL B 15) : 
über Grüner Weg (Schlesischer Bhf.), Bhf. Alexanderplatz, 
Rathaus, Bhf. Börse, Chausseestr. (Stettiner Bhf.), Neues Tor, 
Lehrter Bhf. 

Linien nach Norden. 

22. Rixdorf (Canner Str. ; PL bei G 33) - Müllerstraße (Gerichtstr. ; 
PL B17): über Görlitzer Bhf., Bethanien, Andreasstr. (Schle- 
sischer Bhf.), Alexanderplatz, Rosenthaler Tor, Gartenplatz; 
alle 15 Min. 

23. 2'4. Potsdamer Straße (Großgörschenstr. ; PL G 17) - Gesund- 



16 Straßenbahnen. BERLIN. Praktische 

brunnen (Pankstr. ; PI. B 19): über Potsdamer BM., Branden- 
burger Tot, Leiirter BM., Moabit, Bhf. Wedding; alle 15 Min. 
— 24. Bi3 Weddingplatz (PI. B 18, 21} alle 15 Min. 

25. 26. Charlottenstraße (U. d. Linden, PL ß 23) - Tegel: über 
Georgenstr. (Bhf. Friedriclistr.) , Chausseestr. (Stettiner Bhf.). 
Bhf. Wedding, Reinickendorf -West; alle 15 Min. — 26. Eben- 
dahin vom Oranienburger Tor (PI. R 24) alle 20 Min. 

21, 28. 29. Britz (PI. bei G 30)- I>a^Zdor/' (Irrenanstalt. PI. bei B 101 : 
über Bhf. Hermannstraße, Kottbuser Tor, Oranienplatz, Bhf. 
Jannowitzbrücke, Rathaus, Bhf. Börse, Chausseestr. (Stettiner 
Bhf.), Bhf. Wedding, MüUerstr. (Seestr.), Reinickendorf -West: 
alle 30 mn. — 28. bis Reinickendorf- West (PI. B 10) alle 30 
Min. — 29. bis Seestraße (Müllerstr.: PL B 13) alle 15 Min. 

30. 31. Schöneherg (Hohenstaufenstr. ; PL G ii)- Müller str aß e (Ge- 
richtstr. ; PL BIT): über Winterfeldplatz. Yorkstr., Fichtestr.. 
(Hasenheide), Kottbuser Tor, Bethanien, Andreasstr. (Schle- 
sischer Bhf.), Alexanderplatz, Rosenthal er Tor, Gartenplatz; alle 
15 Min. — 31. vom ScUesiichen Bahnhof (PL R 31) nach See- 
straße (Müllerstr.; PL B 13) alle 15 Min. 

32. Charlottenstraße (ü. d. Linden; PL R 2S)- Reinickendorf: über 
Georgenstr. (Bhf. Friedrichstraße). Chausseestr. (Stettiner Bhf.), 
Bhf. Wedding; aUe 12 Min. 

33. Charlottenburg (Leibnizstr. ; PL G 7) - Pappelallee (Schönhauser 
Allee, PI. G. 29, 30): über Zoologischer Garten, Lützowplatz. 
Potsdamer Bhf., Gendarmenmarkt, Opernplatz, Bhf. Börse, Rosen- 
thaler Tor. 

34. Kreuzberg (Viktoriapark; PL G 21) - Gesundbrunnen (Pankstr.; 
PL B 19): über Hallesches Tor, Kochstr. , Gendarmenmarkt. 
Opernplatz, Georgenstr. (Bhf. Friedrichstr.), Chausseestr. (Stet- 
tiner Bhf.), Bhf. Wedding. 

35. 36. 37. Kreuzberg (Viktoriapark; PL G 21) -Beinickendorf: über 

Gneisenaustr., Moritzplatz, Bhf. Jannowitzbrücke, Alexander- 
platz, Rosenthaler Tor, Brunnenstr. (Demminer Str.), Bhf. Ge- 
sundbrunnen; aUe 12 Min. — 36. nach Bhf Schönholz (PL bei 
B 19) wie Nr. 35 über Gesundbrunnen; alle 12 Min. — 37. vom 
Kreuzberg (Bergmannstr. ; PL G 24) -Brunnenstraße (Demminer 
Str. ; PL B 24) alle 6-18 Min. 

38. Kreuzberg (Viktoriapark ; PL G 21) - Gesundbrunnen (Exerzierstr. ; 
PL B 19): über Hallesches Tor, Dönhoffplatz, Spittelmarkt. 
Rathaus, Bhf. Börse. Rosenthaler Tor, Bhf. Gesundbrunnen. 

39. Marheinekeplatz (PL G 'MyGesundbrunnen (Exerzierstr. ; PL B 19): 
über Hallesches Tor, Dönhoffplatz, Hausvoigteiplatz , Opern- 
platz, Bhf. Börse, Rosenthaler Thor, Bhf. Gesundbrunnen. 

40. ^e/iöne&ery" (Eisenacher Str.; PL G 16) - Swinemünder Straße 
(Ramlerstr. ; PL B 23) : über Bhf. Großgörschenstr., Dennewitz- 
platz, Potsdamer Bhf., Kanonierstr., Gendarmenmarkt, Opern- 
platz, Bhf. Börse, Rosenthaler Tor. Zionskirchplatz. 



Vorbemerkungen. BERLIN. Straßenbahnen. 17 

41. General Papestraße (PJ. bei G 21) - Brunnenstraße (Demminer 
Str.; PI. B 19): über Katzbachstr. (Kreuzbeig), Gneisenaustr. 
und wie Nr. 35 ; alle 18 Min. 

46. 47. 48. Britz (Rudower Str.; bei PL G 33)-m€der-SchÖ7ihausen 
(Nordend; bei PI. B 28): über Bbf. Rixdorf, Kottbuser Tor, 
Moritzplatz, Spittelmarkt, Rathaus, Blif. Börse, Scbönbauser Tor, 
BM. Schönbauser Allee, Pankow; alle 15 Min. — 47. bis Nieder- 
Schönhausen (Kirche) alle 15 Min. — 48. von ßix'dor/" (Walterstr.) 
bis Bahnhof Schönhauser Allee (PL B 29) alle 15 Min. 

49. 50. Hasenheide (Fichtestr. ; PL G 30) -Pankow (Breite Str.; 
PL bei B 28): über Kottbuser Tor, Bethanien, Bbf. Jannowitz- 
brücke, Alexanderplatz, Scbönliauser Tor, BM. Schönhauser 
Allee; alle 15 Min. — 50. bis Bhf. Schönhauser Allee (PL B 29) 
alle 15 Min. 

51. Schöneberg (Viktoria Luiseplatz ; PL G 11, i^-lSiederschönhausen 
(Kirche; bei PL B 28): über NoUendorfplatz, Bülowstr., Pots- 
damer Bhf., Brandenburger Tor, Neues Thor, Stettiner Bhf., 
Zionskirchplatz, Bhf. Schönhauser Allee, Pankow. 

52. Lützowplatz (PL G l^yDanziger Straße (Weißenburger Str. ; PL 
B 30) : über Potsdamer Bhf., Brandenburger Tor, Karlstr., Oranien- 
burger Str., Hackescher Markt (Bhf. Börse), Schönhauser Tor. 

53. Rixdorf (Hermannplatz; PL G ^0)- Danziger Straße (Weißen- 
burger Str. ; PL B 30) : über Hasenheide, Hallesches Tor, Gen- 
darmenmarkt, Opernplatz, Bhf. Börse, Schönhauser Tor. 

54. Charlottenburg (Bhf. Savignyplatz; PL G 7) - Schönhauser Tor 
(PL R 27): über Kurfürstendamm, Lützowplatz, Potsdamer 
Bhf., Charlottenstr., Gendarmenmarkt, Opernplatz, Bhf. Börse. 

55. Bixdor/(Knesebeckstr. ; PL bei G 30) - Danziger Straße(We\S>Qn- 
burger Str. ; PI. B 30) : über Hasenheide und wie Nr. 53 ; alle 
15 Min. 

56. Schöneberg (Mühlenstr. ; PL G 15) - Danziger Straße (Weißen- 
burger Str.; PLB30): über Winterfeldplatz , NoUendorfplatz, 
Potsdamer Bhf. und wie Nr. 52; alle 15 Min. 

Linien nach Nordosten und Osten. 
60. 61. Äc/iönc&cr^ (Martin Lutherstr.; PL G 14)- Weißensee {ßQ\i\o&; 
PL B 37): über NoUendorfplatz, Bülowstr., Potsdamer Bhf., 
Kanonierstr. , Gendarmenmarkt, Schloßplatz, Rathaus, Bhf. 
Alexanderplatz, Bhf. Prenzlauer Allee, Antonplatz; alle 15 Min. 
— 61. bis Neu-Weißensee (Antonplatz; PI. B 35) alle 15 Min. 

62. Dönhoffplatfi (PL R 22, 25) - Weißensee (Rennbahnstr. ; PL B 37) : 
über Spittelmarkt, Rathaus, Bhf. Alexanderplatz, Friedrichs- 
hain, Bhf. Weißensee. 

63. Hansaplatz (PL R ii) - Greifswalder Straße (Danziger Str.; 
PL B 33): über Großer Stern, Lützowplatz, Anhalter Bhf., 
Dönhoffplatz, Schloßplatz, Rathaus, Bhf. Alexanderplatz, Fried- 
richshain. 

Bsedeker'fl Berlin und Umgebung. 13. Aufl. 2 



18 Straßenbahnen. BERLIN. Praktische 

64. Bhf. Zoologischer Garten (PL R G 10) -Bhf. Landsberger Allee 
(PI. R 39): ü"ber NoUendorfplatz , Bhf. Yorkstr., HaUesches Tor, 
Dönhoffplatz, Spittelmarkt, Rathaus, Bhf. Alexanderplatz, Fried- 
richshain. 

65. Moritzplatz (PI. G 2b) - Zentralviehhof (PI. R 38): über Spittel- 
markt, Bhf. Alexanderplatz, Friedrichshain, Petershnrger Straße. 

66. 67. Wilmersdorf (Kaiserallee ; PI. G 11) - Lichtenberg (Dorfstr. ; 
PI. R 41) : über Angshurger Straße, Lützowplatz, Potsdamer Bhf., 
Leipziger Straße. Dönhoffplatz, Spittelmarkt, Rathaus, Bhf. 
Alexanderplatz, Gr. Frankfurter Str., Zentralviehhof ; alle 15 Min. 
— 67. "bis Zentralviehhof (PI. R 38) alle 15 Min. 

68. 69. Äc7iöne&€rgf (Grunewaldstr. ; PL G ib) - Lichtenberg (Dorfstr.; 
PL R 41): über Winterfeldplatz, Potsdamer Bhf.jLeipziger Straße, 
Dönhoffplatz, Spittelmarkt, Rathaus, Bhf. Alexanderplatz, Bhf. 
Frankfurter Allee; alle 15 Min. — 69. weiter nach der Frank- 
furter Chaussee (Bhf. Lichtenberg-Friedrichsfelde) alle 15 Min. 

70. Spittelmarkt (PL R 25) - Friedrichsfelde wie Nr. 68 und weiter 
über Bhf. Lichtenberg-Friedrichsfelde; alle 15 Min. 

71. Schöneberg (Grunewaldstr. ; PL G iö) - Herzberge (Irrenanstalt; 
PL bei R 42) wie Nr. 68 und durch Lichtenberg; alle 30 Min. 

72. Schöneberg (Bhf. Ebersstraße; PL bei G ib) - Alexanderplatz 
(PL R 29) : über Kaiser Wilhelmplatz und wie Nr. 68. 

73. Marheinekeplatz (PL G 24) — Prenzlauer Allee (Danziger Str. ; 
PL B 33): über Hallesches Tor, Gendarmenmarkt, Schloßplatz, 
Rathaus, Bhf. Alexanderplatz; alle 7^/2-ib Min. 

Linien von Westen nach Osten. 

78. Wilmersdorf (Ludwigskirchplatz ; PL G 8) - Bhf Frankfurter 
Allee (PL R 40) : über Zoologischer Garten, Lützowplatz, Pots- 
damer Bhf., Leipziger Straße, Dönhoffplatz, Spittelmarkt, Grü- 
ner Weg (Schlesischer Bhf.). 

80. Charlottenburg (Amtsgericht ; PL Gl)- Schlesischer Bahnhof 
(PL R 31): über Bhf. Savignyplatz, Zoologischer Garten, Lützow- 
platz, Potsdamer Bhf., Kanonierstr., Gendarmenmarkt, Schloß- 
platz, Mühlendamm, Bhf. Jannowitzbrücke. 

82. NoUendorfplatz (PL G 13, 14) - Bhf. Zoologischer Garten (PL 
G 10) - Schlesisches Tor (PL G 34) : Schleife über Viktoria Luise- 
platz, Kaiserallee, Bhf. Zoologischer Garten, Kurfürstenstr. , 
NoUendorfplatz; dann Dennewitzplatz, Bhf. Yorkstraße, Halle- 
sches Tor, Skalitzer Str. (Görlitzer Bhf.) ; alle 15 Min. 

83. 84. Friedrichstraße (Behrenstr.; PL R 22) - Treptow (Spree- 
tunnel; PLG42): über Dönhoffplatz, Spittelmarkt, Jakobstr. , 
Schlesische Brücke, Bhf. Treptow; alle 30 Min. — 84. bis zur 
Schlesischen Brücke (PL G 35). 

87. 88. Schöneberg (Eisenacher Str.; PL G ib)-Bhf Treptow (PI. 
G 38): über Potsdamer Bhf., Dönhoffplatz und wie Nr. 83 ; alle 
15 Min. — 88. bis zur Schlesischen Brücke (PL G 35) alle 15 Min. 



Vorbemerkungen. BERLIN. Straßenhahnen. 19 

89. 90. Nollendorfplatz (PI. G 13, 14) - Bhf. Zoologischer Garten 
(PI. Gt 10) - Treptow (Spreetnnnel; PL G 42) wie Nr. 82, al)6r 
die Schleife in umgekelirter Richtung; alle 30 Min. — 90. his 
zum Schlesischen Tor (PI. G 34) alle 30 Min. 

91. 92. Bhf. Haiensee (PI. G 2) - Görlitzer Bahnhof (Fl. G 32): über 
Wilmersdorf, Viktoria Luiseplatz, Nollendorfplatz, Genthiner 
Str., Potsdamer Bhf., Leipziger Straße, Dönhoffplatz, Spittel- 
markt, Dresdener Str., Bethanien; alle 15 Min. — 92. eben- 
dahin Yon Wilmersdorf {Aue] PI. G 9). 

93. Charlottenhurg (Amtsgericht; PI. G 1) - Görlitzer Bahnhof (PI. 
G 32) : über Bhf. Savignyplatz, Zoologischer Garten, Lützow- 
platz, Potsdamer Bhf., Anhalter Bhf., Kochstr., Moritzplatz. 

Linien nach und im Süden. 

94. Dönho/fplatz (PI. R 22, 26)-Rixdorf (Knesebeckstr.) : über 
Kottbnser Tor, Thielenbrücke, Bhf. Hermannstraße. 

95. Friedrichstraße (Behrenstr. ; PI. R 22) - Hasenheide (Fichtestr.; 
PI. G 30): über Kochstr., Moritzplatz, Kottbuser Tor. 

96. 9T. Friedrichstraße (Behrenstr. ; PI. R 22) - Mariendorf: über 
Gendarmenmarkt, Kochstr., Hallesches Tor, Belle-Alliancestr. 
(Kreuzberg), Bhf. Tempelhof; alle 15 Min. — 97. bis Tempel- 
hof (PL bei G 24) alle 15 Min. 

I. IL Südringbahn: Schöneberg (Eisenacher Str. ; PL G 15), Bhf. 
Sohöneberg, Militärbhf., Katzbachstr. (Kreazberg), Hallesches 
Tor (Blücherplatz; PL G 23), Hasenheide, Kaiser Friedrich str., 
Bhf Bixdorf (PL bei G 33), Britz, Tempelhof, Bhf. Ebersstraße ; 
alle 24 Min. — IL bis Bhf Rixdorf alle 6-18 xMin. 

III. Potsdamer Straße (Einhornstr. ; PL G 19) - General Papestraße 
(PL G 18, 21) : über FlottweUstr., Bhf. Großgörschenstr., Bhf. 
Schöneberg; alle 18 Min. 

IV. Tempelhof- Bhf. Gr. Lichter felde- Ost: über Südende, Lankwitz; 
alle 24 Min. 

Linien im Südwesten. 

A. Potsdamer Platz (Linkstr. ; PL R 19) - Hundekehle (PL bei G 2, 3) : 
über FlottweUstr., Kurfürstenstr., Nollendorfplatz, Zoologischer 
Garten, Knrfürstendamm, Bhf. Haiensee ; weiter Rundfahrt in 
Gemeinde Gruneioald (über Hundekehle bzw. über St. Huber- 
tus) und über Bhf. Haiensee zurück ; alle 30 Min. , bis Haien- 
see alle 15 Min. 

B. Potsdamer Platz (Linkstr.; PL R 19) - Grunewald (Roseneck; 
PL bei G 9): über Bhf. Großgörschenstr., Wilmersdorf (Aue), 
Schmargendorf, Roseneck; alle 15 Min. 

C. Potsdamer Platz (Linkstr. ; PL R 19) -Wilmersdorf (Aue ; PL G 9) : 
über Dennewitzplatz, Nollendorfplatz, Winterfeldplatz; alle 
15 Min. 

D. Bhf. Zoologischer Garten (PL G 10) - Steglitz (PL bei G 15) : 



20 Straßenbahnen. BERLIN. Praktische 

über Nollendorfplatz, Winterfeldplatz, Schöneberg, Friedenau ; 
aUe 10 Min. 

E. Potsdamer Platz (Linkstr.; PI. R id)- Steglitz (PL bei G 15): 
über Deniie witzplatz, Bhf. Großgörscbenstraße, Schoneberg, 
Friedenau ; alle 10 Min. 

F. Bhf. Zoologischer Garten (PI. G 10) - Steglitz (PI. bei G 15) : 
über Kaiserallee, Bbf. Wilmersdorf-Friedenan; alle 20 Min. 

G. Bhf. Zoologischer Garten (PL G 10) - Wilmersdorf (Aue ; PI. G 9) 
über die IJlilandstraße. 

Linien nach und im Westen. 
N. Kupfergraben (PI. R 1^) - Charlottenburg (Bhf. Westend; PI. 

R 2): über Brandenburger Tor, Großer Stern, Bhf. Tiergarten, 

Berliner Str., Schloß. 
0. Kupfer graben (PL R 1^) -Wilmersdorf {Kne-^ PL G 9): über 

Brandenburger Tor, Großer Stern, Zoologischer Garten, Uhland- 

straße. 
P. Dönhoffplatz (PL ^ 1% 1b) - Westend (KirschenaUee ; PL bei 

R 2): über Zimmerstr. , Potsdamer Bhf., Lützowplatz, Bhf. 

Zoologischer Garten, Berliner Str., Schloß; alle 15 Min. 
Q. Stettiner Bahnhof (PL R 24:) -Bhf. Charlottenburg (PL G 4): 

über Neues Tor. Lehrter Bhf, Altmoabit, Marchstr., Wilhelmplatz 
R. Dönhoffplatz (PL R 22, 1b) - Spandauer Bock (PL bei R 2) wie 

P und weiter die Spandauer Chaussee ; alle 15 Min. 
S. 5«rq/)en&a?in/io/' (Bhf. Westend; PI. B, 2) -Bhf Charlottenburg 

(PL G 4) über das Amtsgericht; alle 15 Min. 
T. Charlottenburg (Knie ; PL R 7) - Bhf. Haiensee (PL G 2) über das 

Amtsgericht. 
TJ. Charlottenburg (Wilmersdorf er Str.; PL R b) - Kurfürstendatmn 

(Knesebeckstr. ; PL G 7) über Bhf. Savignyplatz; alle 10 Min. 
V. Charlottenburg (Amtsgericht; PL G i)-Bhf. Wilmersdorf- 

Friedenau (PL bei G 12) : über Bhf. Charlottenburg und Wil- 
mersdorf; alle 15 Min. 

Linien ohne Nummern. 

a. Mittelstraße (Friedrichstr. ; PL R 23) - Pankow (Mendelstr.): 
über Georgenstr. (Bhf. Friedrichstraße), Ebertsbrücke, Garten- 
straße (Stettiner Bhf.), Humboldthain, Gesundbrunnen. 

b. Waßmannstraße (PL R 29, 32) - Hohen - Schönhausen : über 
Friedrichshain, Bhf. Landsberger Allee, Wilhelmsberg; alle 
15 Min. 

c. Bhf. Warschauer Straße (PL G M) -Zentralviehhof (PL B. SS), 
im Anschluß an die Hochbahn. 

d. Schlesischer Bahnhof (PL R 31)- Treptow (PL G 42): über 
Warschauer Brücke, Stralau, Spreetunnel; alle 15 Min. 

e. Behrenstraße (Mauerstr. ; PL R 19) - Treptow (PL G 42) : Zieten- 
platz, Lindenstr., Wassertorstr., Görlitzer Bhf., Wiener Brücke, 
Köpenicker Landstraße; z. T. nur bis Wiener Brücke. 



Vorbemerkungen. BERLIN. Droschken. 21 



h. Omnibuslinien. 

Omnibus (10 Pf., Teilstrecken 5 Pf.; meist gute Wagen) durch- 
kreuzen die Stadt in verschiedenen Richtungen. Für den Fremden 
dürften nur folgende Linien von Interesse sein : 1. Stettiner Bahn- 
hof (^l. R QÄyBülowstraße (PI. G 17) über Friedrichstraße, Leip- 
ziger Straße und Potsdamer Bhf, ; — 2. Stettiner Bahnhof-Kreuzberg 
(PL G 21) über Bhf. Friedrichstr., eine zweite Linie auch über An- 
halter Bhf.; — 3. Stettiner Bahnhof - Qörlitzer Bahnhof (PI. G 32) 
über Bhf. Börse, Schloßplatz. 

Nachtomnibus: 1. C/iaiwse^Äfr. (Ecke Liesenstr.)-JBeWe-i4Wiance- 
straße (Ecke Yorkstr.) über Bhf. Friedrichstr., von 1035-652 U. alle 
7 Min. — 2. Stettiner Bahnhof- Bülowstraße (Ecke Potsdamer Str.) 
über Bhf. Friedrichstr. und Potsdamer Bhf., von IO3/4-4V2 U. alle 
17 Min. — 3. Stettiner Bahnhof- Kottbuser Tor über Bhf. Alexander- 
platz, von 1140-54 xj. alle 12-13 Min. — 4. Stettiner Bahnhof - 
Schöneberg (Kaiser Friedrichstr.) über Potsdamer Bhf., von 105*- 
344 U. alle 17 Min. — 5. Alexanderplatz-Bülowstrqße (Ecke Pots- 
damer Str.) über Potsdamer Bhf., von IV4-6 U. alle 15 Min. 

i. Dampfschiffe auf der Oberspree und Dahme. 

Vgl. S. 183 sowie die Ansclilagsäulen , besonders über die Sonderfahrten 
an einzelnen Tagen. 

1. Gesellschaft Stern [Brückenstr. 13, in Potsdam Lange Brücke). 
Von der Jannowitzb rucke (Nordseite; PL R28; Haltestelle auch 
am Schlesischen Tor, s. S. 127) 8V2 u. I21/2 ü-, ^on 2 U. an stündl., 
(bei gutem Wetter öfter) nach -S'fraZaw, Treptow, Eierhäuschen ., Tab- 
berts Wald Schlößchen, Wilhelminenhof Hasselwerder, Loreley^ Blu- 
mengarten, Neptunshain, Sadowa, Köpenick, Grünau. Fahrpreise: 
bis 75 (wochent. 50) Pf. — Von Grünau (S. 184) 8^3, 1023, 123 ^.s.w. 
stündl. nach Waldschenke, Marienlust (Müggelturm), Karolinenhof, 
Schmöckwitz; Fahrpr.: bis 40 Pf . — Yon Köpenick 12, 2, 4, 53/4 U. 
nach Hirschgarten und Friedrichshagen; Fahrpr.: bis 20 Pf. ■ — 
Von Friedrichshagen von 10 ü. an alle 1/2 S*- Fahrten über den 
Müggelsee nach Rest. Rübezahl zum Besuch der Müggelberge. 

2. Andere Gesellschaften: von der Janno witzbrücke (Südseite) 
von 12 Uhr an stündl. nach Cafe Alsen, Eierhäuschen, Kyffhäuser ; 
Fahrpr.: 15 Pf.; — ferner von ebenda bzw. von der Waisenbrücke 
(PI. R 28) um 2 Uhr abwechselnd nach Woltersdorfer Schleuse, Bauch- 
fangswerder, Neue Mühle (bei Königs -Wusterhausen); Fahrpr.: hin 
und zurück 50 Pf. 

k. Droschken. 

Der Berliner Droschken-Polizeibezirk umfaßt auch diejenigen Teile 
von Charlottenburg, Schöneberg und Rixdorf, welche innerhalb der Ring- 
bahn liegen. Die Taxe muß in jedem Wagen vorhanden sein. — Beschwerden 
richtet man an das Verkehrskommissariat des Polizeipräsidiums, s. S. 24. — 
Fandbureau S. 25. 



1 u. 2 1 3-5 
Personen 



800m 
400m 

400m 
200m 



600m 
300m 

400m 
200m 



22 Eadfalirer. BERLIN. Praktische 

Außer den alten Droschken erster nnd zweiter Klasse, von denen 
die letzteren mehr nnd mehr verschwinden , nnd den Taxameter- 
(Fahrpreisanzeiger-) Droschken giht es neuerdings eine Anzahl 
Automobildrosohken und sog. Hansoms [mit dem Kutschersitz hinter 
den Fahrgästen). Am zahlreichsten sind die 

Taxameter-Droschken (Kutscher mit weißem Hut). — Taxe: 

Innerhalb des Droschken-Polizei-Bezirks 

am Tage 

für die Grundtaxe von 50 Pf bis 

für jede ferneren 10 Pf bis 

bei lifaclit (von 12 bis 6, Winter 7 TJlir) 

für die Grundtaxe von 50 Pf bis 

für jede ferneren 10 Pf bis 

Wartezeit bis 8 Min. 50 Pf., jede 4 Min. mehr 10 Pf. ; die Stunde 
IV2 *^- — Zuschlag bei Fahrten von den Bahnhöfen tags wie nachts 
25 Pf. (vgl. S. 1). G ep ä ck : bis 10kg innerhalb des Wagens unter- 
gebracht frei; 10-25kg 25 Pf., 25-50kg 50 Pf., 51-lOOkg 1 Jf. 
Gepäck über 100kg darf nur von Gepäckdroschken (zweisitzig, mit 
dem Tarif der 2. Klasse, s. unten) befördert werden, je 50kg 50 Pf. 

Außerhalb des Droschken -Polizei -Bezirks: 1-5 Personen 
bis 600m 50 Pf., darüber für jede angefangenen 300m 10 Pf. mehr. 

Gewöhnliche Droschken. Erster Klasse : bei Tage 1 und 2 Per- 
sonen bis zu 15 Min. 1 J/, weitere angefangene 15 Min. 50 Pf. — 
Zweiter Klasse : desgl. 60 und je 40 Pf. 

Automobildroschken haben dieselbe Taxe wie die Taxameter- 
droschken. — Die Zahl der Hansoms ist noch sehr beschränkt. 

Privat-Fuhrwerk 15-20 J'/ pro Tag. 8-12 U5^ V2 Tag, Trinkg. 1.-2 Ji: 
11. a. bei Schv.Uze. Krinonierstr. 43. 



1, Bemerkungen für Radfahrer. 

Bei vorübergebendem Aufenthalt in Berlin ist eine Fahrkarte (in den 
Polizeirevieren zu lösen) nicht erforderlich. Einige Ausflüge zu Rade 
sind auf S. 181, 184, 185, 188, 189 angedeutet. Ausführlichere Angaben in 
E. Richter s Wegweiser durch die Mark Brandenburg. 

Die Straßen : TJnter den Linden, einschließlich des Pariser Platzes 
und des Lustgartens , Aie Friedrichstraße von der Leipziger Straße 
bis zum Stadtbahnhof Friedrichstraße, die Leipziger Straße ein- 
schließlich des Spittelmarktes und des Potsdamer Platzes und die 
Potsdamer Straße vom Platze bis zur Potsdamer Brücke sind für den 
Radfahrverkehr gesperrt, dürfen aber gekreuzt werden. 

Die Geschäftsstelle für den Gau 20 des Deutschen Radfahrerhundes 
ist in Berlin SW. , Friedrichstr. 212 (Eugen Glombitza; 9-1, 
3-6 U.). ■ — Von den c. 40 Berliner Radfahrervereinen sei die „Ger- 
mania'' genannt (Klubhaus Anhaltstr. 14 •, Fr. abends 9 Uhr). — - 
Rennbahn beim Bahnhof Friedenau-Wilmersdorf (S. 166). 



Vorbemerkungen. BERLIN. Post u. Telegraph. 23 

Die Stadt- und Ringbalm befördert Fahrräder im innem Ver- 
kehr überhaupt nicht. Für den Vorort- und Fernverkehr müssen die 
Räder spätestens 1/4 St. vor der Abfahrt bei der Gepäckabfertigungs- 
stelle aufgegeben werden, wo auch (oder am Billetschalter) die 
Fahrradkarte (50 Pf.) zu lösen ist. Außerdem gibt es im Bahnhof 
Friedrichstraße (Aufgang Georgenstraße] und im Schlesischen Bahn- 
hof (östl. Aufgang) besondere Abfertigungsstellen für Fahrer, die 
ihre Räder selbst zum Packwagen bringen. Fahrtunterbrechung 
nicht gestattet. 



m. Post. Telegraph. Femsprechstellen. 

Die nächste Postanstalt u. s. w. ist an den Briefkästen und den Anschlag- 
säulen verzeichnet. Amtliches Posthuch für Berlin und Umgegend 50 Pf. 

Das Reichspostamt (S. 107) ist Leipziger Str. 14-18. Die Oier- 
postdirektion ist im Hauptpostgebäude (PL R 26; S. 131), Span- 
dauer Straße 19-22, I. Die Stadt ist in neun Postbezirke eingeteilt, 
die durch Buchstaben, C, N, NO, O u.s.w., bezeichnet werden (vergl. 
das Straßenverzeichnis, S. 205 ff.), mit 112 Postämtern und Post- 
zweigstellen. Fast alle Postämter sind mit Telegraphenämtern, 
viele mit Rohrpostbetrieb, einige auch mit öffentlichen Fernsprech- 
stellen verbunden. An den Zweigstellen werden Pakete nicht 
angenommen. Die wichtigsten Postämter sind folgende: Gl, Hof- 
postamt, Königstr. 60 und Spandauer Str. 19-22; C2, Heiligegeist- 
str. 24-33 (Auskunft über alle Fragen des Post- u. Telegraphen- 
dienstes ; Ausgabe postlagernder Briefe, die nicht ausdrücklich an 
ein anderes Postamt gesandt sind); N3, Paketpostamt, Oranienstr. 
70-73; NW7, Dorotheenstr. 22; W<5, Taubenstr. 8/9 ; 8W 12, 
Zimmerstr. 26-28; SW 19 , Beuthstr. 17-22; C25, Am Königs- 
graben 20-22. Die Postämter sind geöffnet: von 7, im Winter 
8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends (die Zweigstellen nur 8-7 U.), 
für Pakete bis 7 U. abends ; an Sonn- u. Feiertagen 7(8)-9 und 12-1 
Uhr (die Zweigstellen bleiben geschlossen). Die sechs Bahnämter 
(Anhalter, Potsdamer, Lehrter, Stettiner, Schlesischer, Görlitzer 
Bahnhof) sind bis 9 Uhr abends geöffnet. Das Porto beträgt für Briefe 
innerhalb Berlins und der Nachbarorte Charlottenburg, Friedenau, 
Grunewald, Haiensee, Niederschönhausen, Rixdorf, Treptow, West- 
end, Wilmersdorf und nach einigen kleineren Orten 5 Pf., für Post- 
karten 2 Pf. Die Bestellung von gewöhnlichen und eingeschriebenen 
Briefen erfolgt an Wochentagen 9 mal, die von Wertbriefen bis zu 
6000 J^ und von Postanweisungen 3 mal, die von Paketen 2 mal am 
Tage, an Sonn- und Feiertagen nur 1 mal. Sendungen im Werte 
von mehr als 6000 «// sind vom Hofpostamt (3. oben) abzuholen. 

Die Rohrpost befördert Briefe für 30, Postkarten für 25, mit 
bezahlter Antwort für 50 Pf. Besondere Briefumschläge und Post- 
karten sind in den Postämtern zu haben. Doch werden auch ge- 
wöhnliche Briefe in der Größe von nicht mehr als 1272Cin in einer 



24 Polizei. BERLIN. Praktiache 

Richtung und höclistens 20g GewicM und gewöhnliclie Postkarten 
iDefördert, wenn sie links oben mit „Rohrpost" bezeichnet sind. 
Die Sendungen können in die Briefkästen gelegt werden, aher nur 
die hei Rohrpostämtern aufgegebenen gelangen in 1-2 St. an den 
Empfänger. Die Rohrpostämter (über 60), geöffnet von 7 bzw. 
8 Uhr früh bis 10 Uhr abends, sind an roten Laternen kenntlich; 
vgl. die oben genannten Ämter. 

Telegraphen-Ämter: Haupttelegraphenamt (PI, R 22) Ober- 
wallstr. 4a; außerdem über 80 Nebenämter, zumeist mit Postämtern 
vereinigt (vgl. S. 23). Tag- und Nachtdienst im Haupttelegraphen- 
amt, ferner Goethestr. 3 (Charlottenburg) und auf den sechs Bahn- 
ämtern (s. S. 23). Stadttelegramme: Wortgebühr 3 Pf., Mindest- 
gebühr 30 Pf. ; Telegramme innerhalb des deutschen Reichs: Wort- 
gebühr 5 Pf. , 'Mindestgebühr 50 Pf. 

Öffentliche Fernsprechstellen (geöffnet 7 Uhr morg. 
bis 10 Uhr abends) : Hauptfernsprechamt Französische Str. 56 ; 
außerdem die oben genannten Postämter. Die Benutzung bis zu 
3 Min. kostet im Stadtverkehr 10 Pf., im Vor- und Nachbarortverkehr 
20 Pf. , im Fernverkehr 25 Pf.-4 J^. 

n. Paketfahrtgesellschaft. Dienstmänner. 

Die Berliner Faketfdlirt- Aktien-Gesellschaft (Starke 4- Komp. ; 
Direktion : S , Ritterstr. 98/99) befördert Pakete , auch nach den 
Vororten, gegen mäßige Gebühr. Ihre zahlreichen Annahmestellen 
sind an roten Schildern kenntlich. Gepäckbeförderung nach den 
Bahnhöfen s. S. 2. 

Dienstmännertarif: für Pakete bis 5kg, sowie für Briefe und 
mündliche Aufträge bei einem Zeitaufwand bis 20 Min. 30 Pf., 
jede weiteren 10 Min. je 10 Pf. mehr; für Pakete von 5-25kg bei 
einem Zeitaufwand bis 20 Min. 50 Pf., jede weiteren 10 Min. je 
15 Pf. mehr; — Dienstmänner mit Fahrrädern erhalten für l.ßkm 
30 Pf., mit Paket 40 Pf., für jede weiteren 800m je 10, bzw. 15 Ff. 
mehr. — Man vereinbare den Preis möglichst vorher und lasse sich 
zur Sicherheit eine Marke geben. 

0. Polizei. 

Das nächste Polizeibureau findet man an den Anschlagsäulen verzeichnet. 
Polizeipräsidium (Polizeipräsident Dr. v. Borries) am 
Alexanderplatz (PL R 29). Abteilung für Paß- und Meldewesen Ein- 
gang IV (an der Stadtbahn); ebenda im III. Stock das Einwohner- 
meldeamt, wo man gegen Erlegung von 25 Pf. die Wohnung jeder 
in Berlin wohnhaften Person erfahren kann; Verkehrskommissariat 
(Abt. für öffentliches Fuhrwesen) Eingang V. Die 105 Polizei- 
bureaus sind Tag und Nacht offen. Für die Aufrechterhaltung der 
Ordnung in den Straßen sorgen Schutzleute zu Fuß und zu Pferde. 



Vorbemerkungen. BERLIN. Theater. 25 

Fundbureaus : der Polizei, besonders aucb für Verluste in Droschken, 
im Polizeipräsidiuna, Eingang 11, Z. 79 (wochentags 9-1; Verzeichnis ge- 
fundener Sachen angeschlagen); äer Eisenbahn im Schlesischen Bhf., Xord- 
aeite Bogen 10 (wochentags 8-8) ; der Hochbahn Köthener Str. 12 (wochent. 
10-4); der Straßenbahnen Leipziger Platz 14 (wochent. 10-4). 



p. Gesandtscliafteii und Konsulate. 

Belgien, Roonstr. 12; General- Konsulat Jägerstr. 27 (10-12 U.). 
— CHiNA,Kurfürstendamm218.— DÄ^TiMARKjVoßstr. 17; General- 
Konsulat Jägerstr. 49/50 (10-12, 4-5 U.). — Feankkeich, Botschaft 
Pariser Platz 5. — Gbiechenland, Rankestr. 1; General- Konsulat 
U. d. Linden 71 (91/2-1» ^-6, Sa- 9V2-2U.). — GkoBbritanniek, 
Botschaft Willielmstr. 70; General- Konsulat Behrenstr. 63 (10-12, 
4-5 U.). — Japan, Magdeburger Str. 36 ; Konsulat Eicliliornstr. 8. 
-— Italien, Botschaft Willielmstr. 66; Konsulat Taubenstr. 44/45. 
— ■ Niederlande , Yoßstr. 16 (10-1 ü.) — Östekeeich-Ungaen, 
Botschafts- Kanzlei Kronprinzennfer 14; General-Konsulat Scliöne- 
berger Ufer 40 (10-1 U.). — Portugal, Potsdamer Str. 118a; 
Konsulat Müblenstr. 6/7. • — Rumänien , Moltkestr. 2 ; General- 
Konsulat U. d. Linden 35. — RuBland, Botschaft U. d. Linden 7; 
General- Konsulat Hedemannstr. 3 (10-2 XJ.). — Schweden und 
NoR\\'BGEN, Bellevuestr. 7; General-Konsulat Jägerstr. 49/50 (11- 
1 U.). — Schweiz, Regentenstr. 17 (12-3 IT.). — Spanien, Bot- 
schaft Regentenstr. 15; General -Konsulat Wilhelmstr. 70 b. — 
Türkei, Alsenstr. 1. — Vereinigte Staaten von Amerika, Bot- 
schaß ü. d. Linden 68; General - Konsulat Friedrichstr. 59/60 
(10-3 U.). 

q. Theater. Konzerte. Öffentliche Vergnügungen. Paraden. 

Theater. — Übersichtspläne der Plätze im Berliner Adreßbuch; An- 
fang der Vorstellungen meist 7V2 Uhr; Wochenspielplan in den Tages- 
blättern. Vorverkauf einer beschränkten Anzahl von Billetten: im In- 
validendank, TJ. d. Linden 24, wochent. 9-4V2 (oflen bis 7) U., So. 9-10 u. 
12-2 TJ.; im Eihi^tlerdank, TJ. d. Linden 19, wochent. 9-5 (offen bis 6V2), 
So. 9-2 V. ; ferner bei Wertheim, Leipziger Str. 132/7. In den meisten Privat- 
theatern finden im Winter So. Kachmittagsvorstellungen zu ermäßigten 
Preisen statt. 

1. Das kgl. Opernhaus (PL R 23; vgl. S. 53), für Oper, Ballett 
und einzelne große Schauspiele; 1546 Plätze: Fremden-Loge 10 Jl^ 
Orchester -Loge ^ Ji , Parkett, 1. Rang Balkon und Loge 6 Jl^ 

2. Rang Balkon und Loge 4 .//, 3. Rang Balkon und Loge 3 Ji, 
4. Raog Sitzplatz 11/2^/, ^- Eang Stehplatz 1 Jl. Bei Aufführung 
großer Opern höhere Preise. 

2. Das kgl. Schauspielhaus (PI. R22; vgl. S. 103), vornehmlich 
für klassische Dramen; 1050 Plätze: Fremden-Loge 8 ,£, Parkett, 
1. Rang Balkon und Loge 5 .//, 2. Rang Balkon und Loge 31/2 Ji, 

3. Rang IV2 «^» 3. Rang Proszeniums-Loge 1 *^. 



26 Theater. BERLIN. Praktische 

3. Neues Opern-Theater (Kroll; PI, ßl7; vgl. S. 157), am Königs- 
platz, gegenwärtig zu Vorstellungen der kgl. Theater benutzt. 
Eintritt in den Sommergarten (Konzert) 50 Pf. , in besonderen 
Fällen 1 JL 

Vorverkauf der Billette für die kgl. Theater 9-1 Uhr (50 Pf. Aufgeld) 
nur für die Vorstellungen desselben Abends ♦, Abendkasse IY2 St. vor Beginn 
der Vorstellung. Vorverkauf für Kroll je nach der Art der Vorstellung im 
Opernhaus oder im Schauspielhaus. Bei beliebten Vorstellungen ist ein 
großer Teil der Billette in den Händen von Unterhändlern und nur mit 
hohem Aufgeld zu erlangen. Zur Vermittlung wendet man sich meist an den 
Portier d,e3 Gasthofes, was im allgemeinen wenigstens vor übertriebenen 
Forderungen schützt. — Die Hofbühne ist im Juli und August geschlossen. 

4. Deutsches Theater (PL R 20), Schnmannstr. 13a, für Tra- 
gödie, Scbanspiel und Lustspiel, vorwiegend moderne Stücke; 997 
Plätze: Fremden- und Orchester-Loge 71/2 «^5 1. Rang Loge und 
Balkon, Parkett-Loge 6 J^ , Parkett 41/2 .^, Steh-Parkett 3 ^, 
2. Rang Balkon und Loge 3 ,£, 2. Rang Tribüne 272 <^^5 Sperrsitz 
2 JL Vorverkauf 10-1 V2 Uhr; 50-30 Pf. Zuschlag. 

5. Lessing-Theater (PL R 20), an der Kronprinzenbrücke, für 
neuere Schau- und Lustspiele. 1200 Plätze: Fremden- und Or- 
chester-Loge 71/2 e^5 1- Rang Seiten-Loge und Balkon 1. Reihe 
6V2 «^) Parkett Seiten -Loge 6 J^, 1. Rang 2. und 3. Reihe und 
Mittel-Loge, Parkett und Parkett Mittel-Loge 41/2 »^, Parkett Steh- 
platz, 2. Rang Loge und Mittel-Balkon 3 ./#, Seiten-Balkon 2^/2 «^? 
Tribüne 2 Ji. Vorverkauf 10-2 Uhr; 50 Pf. Zuschlag. 

6. Berliner Theater (PI. G 22), Charlottenstr. 90-92, für Tra- 
gödie , Schau- und Lustspiel. Fremden- und Orchester-Loge 7 Jf^ 
Parkett-Loge und 1. Rang Loge 6 J^^ 1. Rang Mittelloge und Fau- 
teuil (Parkett oder 1. Rang) 4 J'/, Parkett (l.-ll. Reihe) und 1. Rang 
Balkon 3 .// , Parkett (12.-14. Reihe) und 2. Rang Balkon 2 J^, 
Stehparkett IV2 ''^^- Vorverkauf IO-IV2 (So. 1) Uhr; 50-30 Pf. 
Zuschlag. 

7. u. 8. Schiller-Theater O. (Wallner-Theater; PL R 28), Wall- 
ner-Theaterstr. 35, und N. (Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater; 
PL R 21), Chausseestr. 25/26, volkstümliche Bühnen für alle bes- 
seren Dramen alter und neuer Zeit. Logen J^ 2.70, Orchestersitz 
1.95, Parkett und 1. Rang 1.70, 2. Parkett und 2. Rang Loge 1.20, 
einschließlich Garderobe und Theaterzettel. Vorverkauf 101/2-2 ü. 

Ferner: 9. Neues Theater (PI. R 23), Schiffbauerdamm 5; Sitz- 
plätze 7V2-iV2 '^^- — iO- Residenz- Theater (PL R 29), Blumen- 
str. 9 ; Sitzplätze l^/o-^ Jl. — 11. Theater des Westens (PI. G 10), 
Kantstr. 12; Sitzplätze 8.10-1.10 JL — 12. Belle- Alliance- Theater 
Belle-Alliancestr. 7/8; Sitzplätze 4.10-1.60 JT. — 13. Luisentheater 
(PI. G 29), Reichenberger Str. 34; Sitzplätze 4-1 J^. — 14. Thalia- 
Theater (PI. R 25), Dresdener Str. 72/73 ; Sitzplätze 6.10-1.35 .//. 
— 15. Zentral- Theater (PI. G25), Alte Jakobstr. 30: Sitzplätze 
6.10-1.60 JL — 16. Karl Weiß-Theater (PI. R 32), Große Frank- 
furterstr. 132 ; Sitzplätze 31/2-1 -^- — J^leines Theater, U. d. Lin- 
den 44, Sitzplätze 10-2.//; Trianon-Theater, Georgenstr. 10, Sitz^ 



Vorbe7nerkungen. BERLIN. Konzerte. 27 

platze 7.50-2 ./#; Deutsch- amerikanisches Theater , Köpenicker 
Str. 68. 

Variete-Theater. Metropoltheater (Theater U. d. Linden ; 
PL R 22; vgL S. 102], Behrenstr. 55-57; Beichshallen- Theater 
(PL R 22), Leipziger Str. 77, am Dönhoffplatz ; Wintergarten im 
Centralhotel (S. 3); Apollo-Theater {V\. G 22), Friedrichstr. 218; 
Gebrüder Herrnfeld -Theater (jüdische Dialektstücke"), am Bhf. 
Alexanderplatz; ferner im Passage-Panoptikum (S. 50). 

Konzerte. Billette und Programme bei Bote & Bock., Leipziger Str. 37. 
Bei den meisten Konzerten auch Einlaß zu den Generalproben (mäßige 
Preise). 

Symphonie- Ah ende der kgl. Kapelle, im kgl. Opernhanse (S. 53). 
Dirigent Hof kapellmeister Fei. Weingartner. Zehn Aufführungen 
im Winter; sämtliche Plätze im Ahonnement vergehen, nur Steh- 
plätze frei (1 Jf). Hauptprohen (sog. Symphonie-Matine'en) meist 
mittags 12 Uhr an denselben Tagen. 

Philharmonische Konzerte, in der Philharmonie (S. 110). Zehn 
Konzerte im Winter, unter Leitung von Prof. Artur Nikisch 
vom Gewandhaus in Leipzig. Hauptprohen am Tage vorher mittags 
12 Uhr. 

Philharmonischer Chor, in der Philharmonie (S. 110). Dirigent 
Prof. Siegfr. Ochs. Drei Konzerte im Winter. 

Singakademie (S. 53). Dirigent Prof. Georg Schumann. Sechs 
Konzerte im Winter: drei im und drei außer Abonnement. Proben 
Di. 5-7 Uhr, Zutritt für Fremde nach Meldung beim Dirigenten, 
der von 4 Uhr ab anwesend ist. 

Sternscher Gesangverein, in der Philharmonie (S. 110). Dirigent 
Prof. Friedr. Gernsheim. Drei Konzerte im Winter. 

Lehrer-Gesangverein (Männerchor), in der Philharmonie (S. 110). 
Dirigent Prof. Fei. Schmidt. Zwei Konzerte im Winter. 

Joachim-Quartett (Streichmusik), in der Singakademie (S. 53). 
Acht Konzerte im Winter. 

Der Domchor, von Friedrich Wilhelm IV. zur Pflege geistlicher 
Musik 1843 gegründet; Direktor Herm. Prüfer. Liturgische An- 
dachten an den Vorabenden hoher Festtage in der Interimskirche 
(S. 136). Konzerte auch in der Kaiser- Wilhelm-Gedächtniskirche 
(S. 162). 

Geistliche Konzerte in der Marienkirche (S. 131) Mo. 71/2 U. 
abends ; Eintritt unentgeltlich. 

Philharmonisches Orchester, in der Philharmonie (S. 110). Im 
Winter drei Konzerte wöchentlich: So. i J^ , Di. Mi. 75 Pf. (12 
Billette 6 ^/). 

Außerdem Unterhaltungs- Musik in vielen Vergnügungs- 
lokalen. Im Sommer im Zoologischen Garten (meist von 5-11 Uhr 
abends), im Ausstellungspark (S. 148), im Garten des Neuen Opern- 
Theaters (S. 26) und Militärkonzert in den meisten Brauereigärten 
vor den Toren (S. 11). Im Winter im Saale der Aktienlrauerei 



28 Vergnügungen. BERLIN. Praktische 

Friedrichshain (S. 11) uud im Zoologischen Garten (täglich 4-7 U., 
Do. gewöhnlich Elitekonzerte, für die 1 ^ extra zn zahlen ist ; 
vgl. S. 35). Näheres s. auf den Anschlagsänlen. 

Öffentliche Vergnügungen. — Im Sommer und Winter. *Zoo'' 
logischer Garten, Eintr. s. S. 35; Konzerte s. oben. 

Im Sommer. — Wettrennen: Flachrennen in Hoppegarten 
(Ostbahn; S. 189), Hindernisrennen bei Karlshorst (Niederschle- 
sische Bahn; S. 183) und bei Bhf. Strausberg (Ostbahn ; S. 189). — 
Wettfahrten für Trabrennen in Weißensee (S. 135) und Westend 
(S. 165). — Radfahrrennen auf der Rennbahn beim Bahnhof 
Friedenau- Wilmersdorf (S. 167). 

Regatten: zweitägige Ruderregatta im Juni auf dem Langen 
See bei Grünau (S. 184), meist der Kaiser zugegen; Segelregatten 
im Mai und September teils auf dem Wannsee (S. 167), teils auf 
dem Müggelsee bei Friedrichshagen (S. 183). 

Kahnfahrten auf der Oberspree, von der Waisenbrücke ; auf 
der Unterspree, von den Zelten ; auf dem Neuen See im Tiergarten, 
besonders beliebt, der Kahn auf 1 St. 60-80 Pf. 

Gelegentlich auch Feuerwerke: Schloß Weißensee (PI. B 37), 
in der Neuen Welt (S. 120). 

Im Winter. — Bälle: äer SubsTcriptions-Ball im kgl. Opern- 
hause, der vom Hofe besucht wird ; Billette (15 J^) nach vorheriger 
schriftlicher Eingabe bei der Generalintendanz der kgl. Schauspiele 
(Generalintendant Graf Hochberg). Ferner Masken- und andere 
Bälle in der Philharmonie, im Wintergarten des Centralhotels und 
im Metropoltheater. 

Kunstreiter (nur während einiger Monate): Zirkus Busch 
(PI. R 26), Burgstr., beim Bahnhof Börse; Loge 5 Jf, Parkett 3 .//, 
Balkon 2 <//, 1. Rang II/2 "^^1 2. Rang 1 JL — Zirkus Schumann 
(PI. R 23"), Karlstr. ; Fremden-Loge 6 J^, Loge 5 J/, Sperrsitz und 
Tribüne 3 J^, Balkon 2 J/, 1. Platz IV2 J'/, 2. Platz 1 J^. 

Eislauf in vielen Gärten der Stadt ; auf dem Berlin-Spandauer 
Kanal von Plötzensee bis Spandau und Tegel; in Treptow auf 
dem Karpfenteich ; vor allem im Tiergarten bei der Rousseau- 
Insel, auf dem Neuen See und auf der West-Eisbahn beim Bahn- 
hof Zoologischer Garten. 

Paraden. — Ein unvergleichliches militärisches Schauspiel 
bieten die Paraden, die der Kaiser Ende Mai und Anfang September 
auf dem Tempelhofer Felde (S. 121) über das Gardekorps abnimmt. 
Zu Fuß hat jedermann Zutritt zum Paradefeld, zu Wagen nur 
wer im Besitz eines Passierscheins ist. Solche Scheine erhält man 
auf rechtzeitiges schriftliches Gesuch vom Polizeipräsidium durch 
die Post zugestellt ; Ablehnung des Gesuchs, worauf man bei der 
großen Menge der Anfragen immer gefaßt sein muß, wird nicht 
besonders mitgeteilt. Andere Wagen können durch die Lichter- 



Vorbemerkungen. BERLIN. Kaufläden. 29 

felder Straße zu einem Platz westlicli der Tempelhofer Chaussee 
gelangen, wo sicli das Paradefeld auch übersehen läßt. 



r. Geschäftsadressen verschiedener Art. 

Die reichsten Kaufläden sind Unter den Linden, in der Friedrich- 
Straße und Leipziger Straße, sowie in deren Umgehung. 

Antiquitäten: Van Dam. Wilhelmstr. A6ß7. A. Fröschels. 
Wilhelm Str. 88. ilf. flcif&ronner, Mohrenstr. 61. M. Wollmann, Belle- 
vuestr. 6a. 

Bbonzen (echte u. imitierte) : Aktiengesellschaft vorm. H. Gla- 
denieck ^ Sohn, Leipziger Str. 111. R. Bellair ^ Ko., Friedrich- 
str. 182. E. ffaj/ser,^ Leipziger Str. 124. Ad. Nevir, U. d. Linden 14. 
Rakenius ^ Ko., U. d. Linden 62/63. — Beonze mit Email: 
A. Stühle, Leipziger Str. 97/98. 

Bucheinbände und Albums : W. Collin, Leipziger Str. 19. 0. 
Hulbe^ Leipziger Str. 121. 

BuBEAUBEDABP : A. W. Faler , Friedrichstr. 79, Französische 
Str. 49. Jul. Rosenthal, Behrenstr. 30. H. Schultze Nachf., Behren- 
str. 28. Aug. Zeiss ^ Ko., Leipziger Str. 126. 

China- & Japan-Waren und Tee: Rex ^ Ko., Leipziger Str. 22. 
R. Wogfner, Dessauer Str. 2. 

Dambnhüte : M. Qerstel, Jägerstr. 29/31. S. auch Modewaren. 

Emailmalebei : E. Bastanier, Bernhurger Str. 21. 

Fächer: C. Sauerwald, Leipziger Str. 20. 

Fahreäder: zumeist in der Leipziger Straße und am Eingang 
des Kurfürstendammes. 

Glaswaben: C. Harsch ^ Ko., U. d. Linden 66. 

Gold- und Silberwaren : Qelr. Friedländer, U. d. Linden 28. 
Lazarus Posen, U. d. Linden 5. Sy^ Wagner, Werderstr. 7. D. Voll- 
gold ^ Sohn, U. d. Linden 34. — Juwelen und Schmuck: Hugo 
Schaper, Potsdamer Str. 8. Joh. Wagner ^- Sohn, U. d. Linden 30. 
S. H. Werner, Friedrichstr. 173. — Neusilher: Henniger ^ Ko., 
Leipziger Str. 107; Württemiergische Metallwarenfabrik, Friedrich- 
str. 193a. 

Goldrahmen und Spiegel : Gebr. Röhlieh, Leipziger Str. 12. 
H. W. Röhlieh ^ Co., Leipziger Str. 6. 

Gravierarbeiten : R. Otto, U. d. Linden 40. 

Kolonial- und andere Waben aus den deutschenKolonien : 
Deutsches Kolonialhaus (Bruno Antelmann), Lützowstr. 89/90. 

Konfitüren und Schokoladen: Felix ^ Sarotti, Leipziger 
Str. 136. Th. Hildebrand ^ Sohn, Spandau er Str. 47/48, Leipziger 
Str. 100 und FiUalen. Sawade, U. d. Linden 19. 

Kunsthandlungen und -Ausstellungen s. S. 31. 

Kunsttischlerei pur Mobilien (Werkstätten): Joh. Pingel, 
Wilhelmstr. 130. C. Pohl ^ Sohn, Friedrich Karlstr. 32. Siebert S' 
Aschenbach, Hornstr. 11. G. Wenkel 'Naclif, Besselstr. 14. 



30 Kaufläden. BEKLIN. Praktische 

KuPFEESTicHE : Amslcr ^ Ruihardt, Behrenstr. 29a. 
Lederwaren (gesclmittene und gepunzte) : G. Hulbe, Leipziger 
Str. 121. 

Leinen und Tischzeug : F. V. Grünfeld, Leipziger Str. 25. Rudolf 
Hertzog, Breite Str. 12/18. N. Israel, Spandaner Str. 26/30. 
Luxuswaben : Gehr. Nathan, ü. d. Linden 5/6. 
Malutensilien: G. Bormann Nachf., Brüderstr. 39. Keltz S^ 
Meiners, Leipziger Str. 10. 

Mahmobwaren und Kamine: G. Schleicher^ Kg., Lützowstr, 82. 
Möbellager und Polsteewaben : Gebr. Bauer^ ü. d. Linden 2. 
Heß ^ Rom, Leipziger Str. 106. Keller ^ Reiner, Potsdamer Str. 122. 
Karl Müller ^ Ko. , Friedrichstr. 77. J. C. Pf äff. Französische 
Str. 37/39. Spinn ^ Menke, Leipziger Str. 83. Gebr. Thonet, Leip- 
ziger Str. 89. — Möbelstoffe und Teppiche (in- u. ausländische) : 
Herrn. Gerson, Werderstr. 9-12. Grunow Gebhardt ^ Roessel Nachf, 
Markgrafenstr. 53/54. 

Modewaeen und Kostüme : J. Bister, V. d. Linden 8. Hermann 
Gerson, Werderscher Markt 5/6. Rad. Hertzog, Breite Str. 12-18. 
V. Manheimer, Oberwallstr. 6/7. — Kinderkleider: Arnold Müller, 
Leipziger Str. 95. — Toiletteartikel (engl.) : A. C. Steinhardt, U. d. 
Linden 3. 

Optische Appaeate : P. Dörffel, XJ. d. Linden 44. Paetz ^' Flohr, 
U. d. Linden 59a. 

Parfümeribn: Gustav Lohse, Jägerstr. 45/46, U. d. Linden 16; 
J. F. Schwarzlose Söhne, Markgrafenstr. 29. Treu ^ Nugliseh, 
Jägerstr. 33. 

Pelzwaeen : C. A. Herpich Söhne, Leipziger Str. 11. C. Salbach, 
U. d. Linden 67. 

Pflanzen und Blumen: J. C. Schmidt (ans Erfurt), U. d. Lin- 
den 16. 

Photo gbaphien: Amsler ^- Ruthar dt, Behienstr. 22 a.. Photo- 
graphische Gesellschaft, s. S. 31. Quaas, Stechhahn 2. 

Photogeaphische Atbliebs : 0. Anschütz, Leipziger Str. 116 
(Moment-Aufnahmen). E. Bieber, Leipziger Str. 128. W. Fechner, 
Potsdamer Str. 134a. H. Rückwardt in Groß-Lichterfelde (Architek- 
turen). J. C. Schaar Wächter, Leipziger Str. 130. 

PoEZELLAN: kgl. Porzellanmanufaktur, Leipziger Str. 2, Ecke 

des Leipziger Platzes. F.flenystmann, Leipziger Str. 39 (Meißner P.). 

Reisekoffee: Ed. Ackermann, U. d. Linden 21. J. Demuth, U. 

d. Linden 3a. M. Mädler, Leipziger Str. 101/102. E. Wellhausen 

^ Ko., Friedrichstr. 65a. 

Schmiede ABBEiTEN (auch für dekorativen Zimm erschmuck) : 
A. L. Benecke, Mittelstr. 16/17. P. Marcus, Schöneherg, Monu- 
mentenstr. 19. B. Miksits , Heidestr. 20. Ed. Puls , Tempelhof, 
Germaniastraße. Schulz ^ Holdefleiß, Fennstr. 13. 

Seidbnwaeen: Herrn. Gerson, Werderscher Markt 5/6. Rud. 
Hertzog, Breite Str. 12-18. Michels ^' Ko., Leipziger Str. 43. 



Vorbemerkungen. BERLIN. Besuchsordnung. 31 

Spitzen: J. Link, Jägerstr. 25. Wechselmann, Behrenstr. 36. 

Stahi,wab,en : J. A. Henckels, Leipziger Str. 117. 

Stbumpfwaeen : Bazar Nürnberg, Französische Str. 20. Held ^^ 
Herter, Friedrichstr. 65a. Th. Lindner, Poststr. 2/3. 

Teppiche s. unter Möbelstoffe. 

Tbatjebmagazin : Otto Weber, Mohrenstr. 34/35. 

"Wandteppiche: W. Ziesch ^ Ko., Bethanien-üfer 8. 

Wabenhäuser: H. Tietz, Leipziger Str. 46/48. Wertheim^ Leip- 
ziger Str. 132/35. 

Wäsche: Ooschenhofer ^ Rösicke, Leipziger Str. 58. Heinr. 
Jordan, Markgrafenstr. 104-107. E. E. Mezner, Markgrafenstr. 39/40. 
Gebr. Mosse, Jägerstr. 47/48. W. Wolffenstein, Leipziger Str. 124. 

WeiBwaeen: Moritz Levin, Hausvoigteiplatz 1. 

ZiGAKEEN : C. Boenicke ^ Eichner (Import), Französische Str. 21. 
Continental Havanna Compagnie, Mohrenstr. 11/12 (Ladeneinrich- 
tung von H. van de Yelde). C. G. Gerold, ü. d. Linden 24. Loeser 
^ Wolff, Alexanderstr. 1 (mit vielen Filialen). 



Kunsthandlungen und -Ausstellungen (vgl. S. 33) : Ed. Schulte, 
U. d. Linden 1 ; Eintr. 1 J^, Jahreskarten 6,^. Keller ^' Reiner, 
Potsdamer Str. 122 (auch Kunstgewerbe ; Eintr. 1 J^, Jahreskarten 
3 J^). Paul Cassirer, Yiktoriastr. 35 (Eintr. 1 .//, Jahreskarten 3 J^). 
Photographische Gesellschaft , Stechbahn 1 (Eintritt frei). Vereini- 
gung der Kunstfreunde, Markgrafenstr. 57 (farbige Reproduktionen 
von Gemälden , bes. der Nationalgalerie ; Eintr. frei). — Kunst- 
Auktionen: Rud. Lepke, Kochstr. 28/29. — Reichhaltige Auswahl 
aus fast allen Zweigen des Kunstgewerbes bieten : das Hohenzollern- 
j^unstjreiüer&eÄaM« (Hirschwald), Leipziger Straße 13 (Eintritt 50 Pf.- 
1 M, Jahreskarte 2-3 e^), und Keller ^' Reiner (s. oben). 



s. Besuchsordnung der Sehenswürdigkeiten. Zeiteinteilung. 

Stöcke und Schirme sind in allen geschlossenen Räumen abzugeben, 
Trinkgeld nach Belieben. 

Abgeordnetenhaus (S. 117), Prinz Albrechtstraße 5/6. Eintritts- 
karten zu den Sitzungen abends vorher 5-7 ü. und, soweit Platz 
vorhanden, am Sitzungstage selbst auf der Ostseite. Orien- 
tierungsplan über die Sitze der 433 Mitglieder 1 Ji. Besichti- 
gung, zusammen mit dem Herrenhaus (S. 106): außerhalb der 
Zeit der Tagung an Wochentagen 9 Uhr für 50 Pf. 

Akademische Lesehalle, Baracke hinter der Universität, wochent. im 
Sommer 8-7V2> ini Winter 9-8, So. 9-1, während der Ferien 
9-3, So. 10-1 U. ; Tageskarte 25 Pf. 

* Aquarium (S. 50), U. d. Linden 68a, Eingang Schadowstr. 14, tägl. 
von 9 U. an, Kassenschluß um 7 U., an Wochentagen im Winter 



32 Besuchsordnung. BERLIN. Praktische 

um 6 Uhr. Eintr. 1 J^, So. 50 Pf., am letzten Sonutag jedes 
Monats 25 Pf. (unerfüllt). Jahresabonnement 1 ,^ mit Nach- 
zahlung von 25 Pf. hei jedem Besuch. 
Ar chiteTctur- Museum und Beuth-Schinkel-Museum der Technischen 
Hochschule (S. 162) in Charlottenburg (im II. Stock des östl. 
Flügels, Eingang Z. 314), Mo. Fr. 10-3, Di. Do. 12-3, Mi. 10- 
12 U.; unentgeltlich. 

Ausstellung für Arbeiterwohlfahrt {ßAQ2),mCh.SLx\otteTih\ixg,'FTSiuei\- 

hoferstr. 11/12, Di.-Sa. 10-1, So. 1-5 U., außerdem Di. Do. 

abends 6-9 U. ; unentgeltlich. 
Ausstellungspark (S. 148), bei Moabit, im Sommer während der 

Kunstausstellung täglich Konzert mehrerer Orchester; Eintr. 

50 Pf., Mo. 1 ^, abends nach Schluß der Ausstellungssäle 30 Pf.; 

Dauerkarten für Park und Kunstausstellung 6 ,.M. 

Bibliothek, kgl. (S. 52), am Opernplatz. Besichtigung Mo.-Fr. 1-2 ü. 

Der groß e Les es aal, im II. Stock, ist werktags von 9 Uhr vorm. 
bis 9 Uhr abends geöffnet; Bücherausgabe 9-3 Uhr; vgl. die aushän- 
genden näheren Bestimmungen. Fremde melden sich für einmalige Be- 
nützung der Handbibliothek beim Aufsichtsbeamten. — Das Lese- 
zimmer für Zeitschriften, Behrenstr. 42, ist ebenfalls 9-9 Uhr ge- 
öffnet, die Abteilung für Musikalien und Karten^ ebenda, nur 9-3 Uhr. — 
In der Pfingstwoche und der letzten vollen Septemberwoehe ist die 
Bibliothek geschlossen. 

Börse (S. 136), Burgstr. 25/26, mittags 12-2 U. außer So.; Einlaß- 
karten zu 30 Pf. und Zutritt zur Galerie Neue Frledrichstr. 51 1 Tr. 

Botanischer Garten (S. 167), Steglitz, Aprii-Okt. : So, 2-7 ü., 
unentgeltlich, wochent. 7-6 U. nach Entnahme eines der Kata- 
loge (z. B. Alpen, 1 .^), denen je 16 Eintrittskarten beigegeben 
sind. Der bloße Gang zwischen dem südlichen und nördlichen 
Tor, durch Pfeile bezeichnet, erfordert fast 1 St. 

Botanisches Museum (S. 121), Grunewaldstr. 6/7, Anfang Mai bis 
Ende September Mo. Do. 3-6 ü. ; das Herbarium ist Botanikern 
nach Meldung beim Direktor (12-1) vormittags zugänglich. 

'^ Charlottenburg, Mausoleum (S. 165) und Schloß, wochent. 10-6, 
So. und Feiert. 11-6, im Winter bis 4 Uhr. Eintrittskarten im 
rechten SchloßÜügel für Mausoleum und Schloß je 25 Pf. 

Christliches Museum (S. 52), Dorotheenstr. 5, während des Semesters 
Mi. Sa. 12-1 IT.; unentgeltlich. 

Glasmalerei- Institut, kgl. (S. 161), in Charlottenburg, Berliner Str. 9, 
Mo.-Fr. 8-12, 2-4 Uhr, nach Meldung im Bureau; unentgeltlich. 

Herrenhaus (S. 106), Leipziger Str. 3/4. Eintrittskarten zu den 
Sitzungen Y2 St. vor Beginn und während derselben in der 1. Ecke 
des Vorhofes. Besichtigung des Gebäudes siehe Abgeordneten- 
haus (S. 31). 

*Hohenzollern-Museum (ß. 136), Monbijouplatz 6-9, Mo.-Fr. 10- 
3 U., So. u. an den zweiten Feiert. 11V2-2 U. ; geschlossen Sa., 
au hohen Feiertagen und Kaisers Geburtstag. Eintr. 25 Pf. 



Vorbemerkungen. BERLIN. Besuchsordnung, od 

Hygiene-Museum (S. 132), Klosteistr. 32-35, So. 12-6 (Okt. u. 

März 5, Nov. Tl. Febr. 4, Dez. n. Jan. 3) U., Di. Fr. 10-2 U., 

an hohen Feiertagen geschlossen ; unentgeltlich. 
* Kaiser -Wilhelm - 6 edächtnisTcir che (S. 162), in Charlottenhnrg, 

beim Zoologischen Garten, wochent. 9-1 Uhr. 
Koloniolmuseum, deutsches (S. 148), Altmoahit 1, 9 Uhr bis zur 

Dunkelheit. Eintr. 1 .#, So. 50 Pf. Vorträge mit Lichtbildern 

So. 51/2 Vhr für 25 Pf. Restaurant. 
Kunstausstellung , Große Berliner: Ende April bis Mitte Oktober 

im Ausstellnngspark (S. 148); tägL 10-8 U., vom 1. Angust an 

bis 7 U., abends bei elektrischem Licht. Ygl. Ausstellungspark. 

— der Berliner Sea:ession (S. 163), Charlottenburg, Kantstr. 12, im 
Sommer 9-7, im Winter 10-6 Uhr. Eintr. 1 ^/, So. 50 Pf. Die 
Ausstellung Tvird 1905 verlegt. 

— des Vereins Berliner KünsHer im Künstlerhaus (S. 109), Bellevue- 
Straße 3, iO-6, So. 11-3 Uhr. Eintr. 50 Pf., Jahreskarte 3 Jf. 
Restaurant. 

** Kunstgewerhe-Museum, kgl. (S. 113), Prinz Albrechtstr., Besuchs- 
zeit wie beim Alten und Neuen Museum (s. unten); die Aus- 
stellungen im Lichthof Di.-Sa. '^^j^-'^^U ^^'^ (außer Juni, Juli, 
August) bei elektrischer Beleuchtung; Bibliothek wochent. 10- 
10 Uhr; unentgeltlich. 

Landwirtschaftliches Museum., kgl. (S. 145), Invalidenstr. 42, 10- 

3 Uhr außer Mi. und So., ferner jeden dritten So, im Monat 11- 

3 Uhr; unentgeltlich. 

Märkisches Provinzial- Museum (S. 118), Zimmerstr. 90/91, So. 

' 11-1 V2» ^lo- 1^0- 11-'2V2 Uhr; unentgeltlich. Der größte Teil der 

Sammlung magaziniert. 
Markthallen, städtische, für den Kleinhandel geöffnet: wochentags 
im Sommer von 6, im Winter von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr 
mittags, sowie 5-8, Sa. 5-9 Uhr abends; So. und Feiertags nur 
bis 9 Uhr morgens. 
Zenfral-Markthalle (S. i^S), Ecke der neuen Friedrichstraße und Kais er- 
Wilhelmstraße. Ebenda eine zweite , ausschließlicli für den Groß- 
handel bestimmte Halle. Beide stehen mit der Stadtbahn in Ver- 
bindung. 

Marstall, kgl. (S. 64), täglich IIV2-I V'> Uhr (Eintr. Breite Str. 37), 
für 25 Pf. ; Führungen alle 1/4 St. 

**Museumj Altes uniNeues, kgl. (S. 65, 80), tägL, Mo. und die ersten 
Feiertage, Neujahr, Karfreitag, Himmelfahrt, Bußtag ausge- 
nommen, 10-4 (im Winter bis 3) U., So. (gewöhnlich sehr voll), 
an den zweiten Feiertagen und Kaisers Geburtstag 12-6 (Okt. u. 
März 5, Nov. u. Febr. 4, Dez. u. Jan. 3) Uhr; unentgeltlich. — 
Über die Sammlung der vorderasiatischen Altertümer s. S. 88, 
über das Olympia- Museum S. 89. 
B8edeker''8 Berlin und Umgebung. 13. Aull. 3 



34 Besuchsordnung. BERLIN. Praktische 

Museum für Bergbau und Hüttenwesen (S. 147), Invalidenstr. 44, So. 
wie beim Alten und Neuen Museum (S. 33), wochent. 12-2 Ulir, 
außer Mo. ; unentgeltlich. 

Museum für deutsche Volkstrachten und Erzeugnisse des Hausgewerbes 
(S. 132), Klosterstr. 36, 11-2 Uhr außer Mi. Eintr. 50 Pf. Der 
größte Teil der Sammlung magaziniert; das Museum wird viel- 
leicht verlegt. 

^Museum für Naturkunde, kgl. (S. 145), Inyalidenstr. 43, So. -wie 
heim Alten und Neuen Museum (S. 33), -wochentags 10-4 
(Winter -3) Uhr außer Di. u. Er. 5 unentgeltlichv 

^Museum für Völkerkunde, kgl. (S. 110), Königgrätzer Str. 120, Be- 
suchszeit wie heim Alten und Neuen Museum (s. S. 33) ; unent- 
geltlich. 

Musikinstrumenten- Sammlung , kgl. (S. 164), in der Hochschule 
für Musik, Charlottenhurg, Fasanenstr. 1-9 [Portal IV), außer- 
halb der üniversitätsferien Di. 11-1, Ml. Sa. 12-2 Uhr; unent- 
geltlich. Katalog in Vorbereitung. 

'^National- Galerie, kgl. (S. 92), Besuchszeit wie beim Alten und 
Neuen Museum (s. S. 33), aber Mo. zugänglich, Di. geschlossen; 
unentgeltlich. 

'^Palais des Kaisers Wilhelm I. (S. 51), So. 10-1, wochent. 10-2 Uhr. 
Eintr. 50 Pf. 

Panoptiken: Castans Panoj^f/fcum (Wachsfigurenkabinett, S. 102), 
Ecke derBehren- und Friedrichstr., tägl. 9-lOU., Eintr. 50Pf. — 
Passage - Panoptikum (Wachsfiguren, abends Variete), in der 
Kaisergalerie (S. 50), tägl. 9-10 Uhr. Eintr. 50 Pf. 

^ Pergamon-Museum (^S. 87) : Eintritt von der Rückseite der National- 
galerie (S. 92) aus; Besuchszeiten wie beim Alten und Neuen 
Museum (s. S. 33); unentgeltlich. 

Porzellan- Manufaktur, kgl. (S. 161), bei der Station Tiergarten, 
Wegelystraße, Di. -Fr. 9-12 Uhr; gezeigt wird der Betrieb und 
(mit Erlaubnis des Direktors) der keramische Saal; Trinkg. 

^Rathaus (S. 129), 10-3 U. außer Do. u. Fr., unentgeltlich; Bestei- 
gung des Turms 1. Apr.-l. Okt. tägl. 10-3 Uhr für 20 Pf. 

Bauch-Museum, kgl. (S. 133), Klosterstr. 75/76, wochent. 10-4 
(im Winter -3) Uhr; unentgeltlich. 

Ravene'sche Gemäldesammlung (S. 124), Wallstr. 5-7 (Portal II), 
Di. Fr. 10-2 U.; an hohen Feiertagen geschlossen; unentgeltlich. 

'^Reichs-Postmuseum (S. 107), Leipziger Str. 16, tägl., außer Mi. Sa. 
und an hohen Feiert. , 10-2 Uhr, So. und an den zweiten Feier- 
tagen 12-2 Uhr; unentgeltlich. 

^Reichstagsgebäude (S. 152), Besichtigung des Innern (Portal V, 
Nordseite) So. 2-4 Uhr, wochentags nach Schluß der Session 
zwei Führungen um 9 und 91/2 Uhr morg. , während derselben 



Vorbemerkungen. BERLIN. Besuchs Ordnung. oD 

nur eine Führung 81/2 IJlir morg. ; Eintr. 50 Pf., Familienkarten 
1^ 2«'^7 Dauer der Führung 3/^ St, Eine Beschreibung des Ge- 
bäudes, mit Abbildungen, wird für 4 Jl (die Abbildungen allein 
3 Jf) bei der Führung angeboten. — Eintrittskarten, die auf den 
Namen lauten, zu den Tribünen (60 Plätze; unentgeltlich) be- 
stellt man am Tage vor der betreffenden Sitzung mündlich von 

9 Uhr morgens an. 

Riesenfemrohr im astronomischen Museum zu Treptow (S. 128). 
Tägl. 2-10 ühr Führung durch die Sammlungen und Erklärung 
des Fernrohrs, 20 Pf.; 2-12 (Winter -10) Uhr Beobachtung durch 
das Fernrohr, 1 «//. Vorträge mit Lichtbildern So. um 5 und 7 U., 
Mo. um 7 Uhr. 

*Kgl. Schloß (S. 59), wochent. 10-1, So. und Feiert. IIV2-IV2 Uhr 
(an den hohen Feiertagen geschlossen). Eingang vom Lustgarten 
Portal IV (ein Militärposten öffnet). Eintrittskarten zu 50 Pf. im 
Innern Schloßhofe links zu ebener Erde. Führung alle 1/2 Stunden; 
Dauer 1/2 St. 

Siegessäule (ß. 151), Besteigung der Plattform tägl. im Sommer 7-7 U. 
im Winter von 9-5 U. bzw. bis zur Dunkelheit. Eintr. 50 Pf. 

Synagoge, Ntue(ß. 141), Oranienburger Str. 30, nach Meldung beim 
Kastellan 9-5 (im Winter -4) Uhr. — Freit, abends nach Sonnen- 
untergang Gottesdienst bei Beleuchtung. Am Neujahrs- und 
Versöhnungsfest Zutritt nur gegen Karten, Tarif beim Kastellan. 

Urania, a. Taubenstr. 48/49 (S. 103): tägl. Ausstellungssäle von 

10 U. morg. an für 50 Pf. (Operntelephon außerdem 50 Pf.); 
"•^wissenschaftliches Theater 8 ühr abends für 1-3 J^ (einschl. 
Ausstellungssäle), im Vorverkauf (10-4 U.) 25 Pf. mehr; wissen- 
schaftliche Vorträge (einschl. Ausstellungssäle) 1-1 V2 «^- — 
b. Invalidenstr. 57-62 TS. 149): tägl. 5-10 Uhr. Sternwarte für 
50 Pf,, Semesterkarte 3 JL 

Die WacÄc zieht gewöhnlich 123/4 Uhr (zur Zelt der Felddienst- 
übungen erst 23/4 U.) zum Schloß. Bei gutem Wetter dann 
Regimentsmusik im Lustgarten beim Denkmal Friedrich Wil- 
helms IIL (S. 57). 

*Zeughaus (S. 54), wochent., außer Sa., 10-3, Nov.-Febr. 10-2 U., 
So. und an den zweiten Feiertagen 12-3 Uhr ; geschlossen an 
hohen Feiertagen und Kaisers Geburtstag; unentgeltlich. 

'^Zoologischer Garten (S. 159), tägl. im Sommer (April bis Ende 
Sept.) von 6, im Winter von 7 bzw. ?V2Ulir früh; Kassenschluß 
im Sommer 10^/0, im Winter 7 Uhr. Eintr. 1 e/#, So. und Feiert* 
(sehr voll) sowie wochent. im Sommer von 6, im Winter von 4 U. 
abends an 50 Pf., am ersten So. jedes Monats 25 Pf. (überfüllt). 
Konzerte s. S. 28. 



3* 



36 



BERLIN. 



Praktische 



Übersicht der Besuclis- 
stunden: 


Sonn-u. 
Feiertage 


Montag 


Dienstag 


Mittwoch 


Aquarium (S. 50) 


9-7(6) 


9-7(6) 


9-7(6) 


9-7(6) 


Arbeiterwohlfahrt-Auss(ellg.(S.162) 


— 


— 


10-1 


10-1 


ArcLitektur-Museum (S. 162). . . . 


— 


10--3 


12-3 


10-12 


Bibliotliek, kgl. (S. 52), Besichtig. 


— 


1-2 


1-2 


1-2 


Börse (S. 136) 


— 


12-2 


12-2 


12-2 


Castans Panoptikum (S. 102) . . . 


9-10 


9-10 


9-10 


9-10 


Hohenzollern-Museum (S. 136). . . 


IIV2-2 


10-3 


10-3 


10-3 


Hygiene-Museum (S. 132) 


12-6(3) 


— 


10-2 




Kaiserpanorama (S. 50) 


9-10 


9-10 


9-10 


9-10 


Kolonial-BIuseum (S.148) 


9-7(5) 


9-7(5) 


9-7(5) 


9-7(5) • 


KunsfauSEtellung, Große (S. 148) . 


10-8 


10-8 


10-8 


10-8 


Kunstausstellung d.Sezession(S. 163) 


9-7(6) 


9-7(6) 


9-7(6) 


9-7(6) 


— des Vereins Berliner Künstler 
(S. 109) 


il-3 


10-6 


10-6 


10-6 


Kunstgewerbe-Museum (S. 113) . . 


12-6(3) 


— 


10-4(3) 


10-4(3) 


Landwirtscli. Museum (S. 145) .. . 


— 


10-3 


10-3 


— 


Mark. Provinzial-Museum (S. 118) 


II-IV2 


11-21/2 


— 


— 


Marstall, kgl. (S. 64) 


llV2-iV2 


IIV2-IV2 


II1/2-IV2 


IIV2-I1/2 


Mausoleum inCharlottenburg(S. 165) 


11-6(4) 


10-6(4) 


10-6(4) 


10-6(4) 


Museum, Altes u. Neues (S. 65, 80) 


12-6(3) 


— 


10-4(3) 


10-4(3) 


— für Bergtau und Hüttenwesen 
(S. 147) 


12-6(3) 

11-2 




12-2 


12-2 


— für deutsche Volkstrachten 
(S. 132) 


11-2 


11-2 




— für Naturkunde (S. 145) 


12-6(3) 


10-4(3) 




10-4(3) 


— für Völkerkunde (S. 110) .... 


12-6(3) 


— 


10-4(3) 


10-4(3) 


National-Galerie (S. 92) 


12-6(3) 


10-4(3) 


— 


10-4(3) 


Palais des Kaisers Wilhelml. (S.51) 


10-1 


10-2 


10-2 


10-2 


Passage-Panoptikum (S. £0) . . . . 


9-10 


9-10 


9-10 


9-10 


Pergamon-Mnseum (S. 87) 


12-6(3) 


— 


10-4(3) 


10-4(3) 


Porzellan-:Manufaktur (S. 161) . . . 


— 


— 


9-12 


9-12 


Eathaus (S. 129) 


10-3 


10-3 


10-3 


10-3 


Rauch-Museum (S. 133) 




lC-4(3) 


10-4(3) 


10-4(3) 


Ravene's Gemälde-Samml. (S. 124) 


— 


— 


10-2 


— 


Eeichs-Postmuseum (S. 107) .... 


12-2 


10-2 


10-2 


_ 


Reichstagsgebäude (S. 152) .... 


2-4 


9 


9 


9 


Riesenfernrohr (S. 123) 


2-12(10) 


2-12(10) 


2-12(10) 


2-12(10) 


Schloß, kgl. (S. 59) 


IIV2-IV2 


10-1 


10-1 


10-1 


Siegessäule (S. 151) 


7-7(5) 


7-7(5) 


7-7(5) 


7-7(5) 


Wache (S. 35) 


123/4 

12-3 


123/4 


123/4 

10-3(2) 


123/4 

10-3(2) 


Zeughaus (S. 54) 


10-3(2) 





Vorbemerkungen. 



BERLIN. 



37 









Vgl. 3. 31-35. 


Donners- 
. tag 


Freitag 


Samstag 


1 Bemerkungen. 

(Die eingeklammerten Zahlen gelten ftir die 
1 "Wintermonate.) 


9-7(6) 
10-1 


9-7(6) 
10-1 


9-7(6) 
10-1 


Eintr. IJif, So. 50 Pf., amletzten So. iedes 
[Monats 25 Pf. 


12-3 


10-3 


— 




1-2 


1-2 


— 




12-2 


12-2 


12-2 


Eintr. 30 Pf . 


9-10 
10-3 


9-10 
10-3 


9-10 


Eintr. 50 Pf. 

[Greburtstag geschl. 
Eintr. 25 Pf. ; an Hoclifesten u. Kaisers 


— 


10-2 


— 


an holien Feiertagen geschlossen. 


9-10 


9-10 


9-10 


Eintr. 20 Pf. 


9-7(5) 


9-7(5) 


9-7(5) 


Eintr. 1 Ji, So. 50 Pf. 


10-8 


10-8 


10-8 


nur im Sommer. Eintr. 50 Pf., Mo. 1 Jl. 


9-7(6) 


9-7(6) 


9-7(6) 


Eintr. 1 Ji, So. 50 Pf. 


10-6 


10-6 


10-6 


Eintr. 50 Pf. 


10-4(3) 


10-4(3) 


10-4(3) 


an hohen Feiertagen geschlossen. 


10-3 


10-3 


10-3 


desgl. 


ll-2Vz 


— 


— 




IIV2-IV2 


IIV2-IV2 


IIV2-I72 


Eintr. 25 Pf. 


10-6(4) 


10-6(4) 


10-6(4) 


Eintr. 25 Pf. 


10-4(3) 


10-4(3) 


10-4(3) 


an hohen Feiertagen geschlossen. 


12-2 


12-2 


12-2 




11-2 


11-2 


11-2 


Eintr. 50 Pf. 


10-4(3) 


— 


10-4(3) 


an hohen Feiertagen geschlossen. 


10-4(3) 


10-4(3) 


10-4(3) 


desgl. 


10-4(3) 


10-4(3) 


10-4(3) 


desgl. 


10-2 


10-2 


10-2 


Eintr. 50 Pf. 


9-10 


9-10 


9-10 


Eintr. 50 Pf. 


10-4(3) 


10-4(3) 


10-4(3) 


an hohen Feiertagen geschlossen. 


9-12 


9-12 


— 


Trinkg. 


— 


— 


10-3 


Turm im Sommer täglich 10-3; Eintr. 


10-4(3) 


10-4(3) 


10-4(3) 


[20 Pf. 


— 


10-2 


— 


an hohen Feiertagen geschlossen. 


10-2 


10-2 


_ 




9 


9 


9 


Eintr. 50 Pf. 


2-12(10) 


2-12(10) 


2-12(10) 


Eintr. 20 Pf. 


10-1 


10-1 


10-1 


Eintr. 50 Pf. ; an h. Feiertagen geschl. 


7-7(5) 


7-7(5) 


7-7 


im Winter bis Eintritt der Dämmerung. 


123/4 


123/4 


123/4 


z. Z. der Felddienstübungen 2^/4 U. 


10-3(2) 


10-3(2) 


— 


an hohen Feiertagen u. Kaisers Geburts- 
tag geschlossen. 



38 Zeiteinteilung. BERLIN. 

Zeiteinteilung (vgl. S. 36/37). — Eine Woche genügt, um 
Berlin einigermaßen kennen zu lernen. Die wichtigsten Sehens- 
würdigkeiten liegen zwischen dem Tiergarten im "W. und deip 
Alexanderplatz im 0., der Spree im N. und der Leipziger Straße 
im S. Heiteres Wetter benutze man sogleich für Potsdam (vgl. 
S. 169). 

1. Tag. Spaziergang vom Brandenburger Tor (S. 49) über die 
Straße Unter den Linden (S. 49) zum Lustgarten, wobei man das 
Zeughaus (S. 54) und das kgl. Schloß (S. 59) im Innern besichtige. 
Dann Wagenfahrt beim Alten und Neuen Museum (S. 65, 80) und 
der Nationalgalerie (S. 92) vorbei, über Friedrichsbrücke, Burg- 
straße (Börse, S. 136), Kaiser Wilhelmstraße zum Alexanderplatz 
(S. 134). Von da über die Königstraße (Besichtigung des Rathauses, 
nebst der Aussicht vom Turm, S. 129), die Kurfürstenbrücke 
(S. 64) und den Schloßplatz (S. 64) zum Nationaldenkmal für Kaiser 
Wilhelm 1. (S. 63). Über den Werderschen Markt (S. 123), den 
Gendarmenmarkt (S. 103), die Friedrichs- und Mohrenstraße zum 
Wilhelmplatz (S. 105). Weiter über die Wilhelmstraße und die 
Leipziger Straße zum Potsdamer Platz (S. 109) und durch die 
Bellevuestraße zur Siegesallee (S. 154). Zu Fuß durch diese bis 
zum Reichstagsgebäude (S. 152) und dem Bismarckdenkmal (S. 151). 

2. Tag. Altes und Neues Museum (S. 65, 80). Nachmittags 
(vor 6 Uhr) Mausoleum in Charlottenhurg (S. 165). 

3. Tag. Nationalgalerie (S. 92), Pergamon- Museum (S. 87). 
Nachmittags Kreuzberg (S. 120) und im Anschluß daran eineWagen- 
fehrt durch die industriereichen südöstlichen Stadtteile (vgl. S. 
47/48) : Kaiser Friedrioh-Platz, Heinrichsplatz, Bethanien, Moritz- 
platz, Jaunowitzbrücke (S. 134). Fahrt mit der Stadtbahn zum 
Bahnhof Warschauer Straße (S. 13) und mit der Hochbahn zum 
Potsdamer Bahnhof (S. 14). 

4. Tag. Kunstgewerbe- Museum (S. 113), Museum für Völker- 
kunde (S. 110). Fahrt durch das Tiergartenviertel (vgl. S. 159) 
und Spaziergang durch die südlichen Teile des Tiergartens (S. 150). 
Zoologischer Garten (S. 159). 

5. Tag. HohenzoUern- Museum (S. 136), Museum für Natur- 
kunde (S. 145). Nachmittags Yillenkolonie Grunewald und Ausflug 
durch den Wald nach dem Kaiser- ^Yilhelm- Turm (S. 166). 

6. Tag. Früh Reichstagsgebäude im Innern (81/2 Uhr, vgl. S. 34). 
Palais Kaiser Wilhelms J. (S. 51 ). Zweiter Besuch des Alten und 
Neuen Museums (S. 65, 80). Nachmittag im Ausstellungspark (S. 148). 

7. Tag. Ausflug nach Potsdam (S. 169), während der guten 
Jahreszeit nicht zu unterlassen. 



Berlin, die Hauptstadt des KönigTeichs Preußen nnd des dent- 
schen Reichs, erste Residenz des Kaisers nnd Königs, mit mehr als 
272 Mill. Einwohnern t) die dritte Stadt Europas nach London nnd 
Paris, liegt unter 13°23'54" östl. Länge Ton Greenwich und 
52°30'17" nördl. Breite in einer sandigen , von der Spree durch- 
flossenen, von niedrigen Anhöhen umsäumten Ehene, 34-49m üher 
dem Meer. Durch den der Schiffahrt nie versagenden Flnß von 
jeher in Wasserverhindung mit allen Seiten, hesonders mit dem 
Nordosten his Polen , ist es jetzt der wichtigste Eisenhahn-Mittel- 
punkt nnd einer der hedeutendsten Handelsplätze Deutschlands 
und vielleicht die erste Industriestadt des Kontinents. Im Handel 
üherwiegen, neben dem Geldgeschäft, Getreide, Spiritus nnd Wolle. 
Die Gewerhetätigkeit steigt von Jahr zu Jahr. Hervorragend sind 
die Eisengießerei, der Bau von Maschinen, Lokomotiven, Eisenhahn- 
material, Wagen, die Fahrikation von Waffen, die gewaltig auf- 
strehende Elektrizitäts- und Beleuchtungsindustrie, die Fahrikation 
von Haushalts- und Wirtschaftsgegenständen, Schmiede war an, die 
chemische Industrie, die Präzisionsmechanik, die Kunsttischlerei, 
die Textilindustrie, die Porzellanfahrikation, die Herstellung von 
Teppichen, Wachstuch, Linoleum, Leinenwaren, Modeartikeln, die 
Bekleidungskonfektion sowohl für feinere Ausstattung, wie nament- 
lich für hillige Massenartikel, deren Erzengnisse nach allen Ländern 
der Erde gehen, u. s. w. 

Das Weichhild Berlins, das die c. 5km hreite Spreeehene längst 
ausgefüllt hat und sich immer mehr über die beiderseitigen An- 
höhen ausdehnt, umfaßt über 63qkm oder mehr als 1 Q. Meile. 
Die ältesten Stadtteile sind: Alt-Berlin (am r. Spree-Ufer bis zur 



i) Das eigentliche Berlin hatte nach der Volkszählung vom Dezember 
1900: 1888848 Einwohner (c. 85o/o evang., 9,9% kath., 4,90/0 Juden), nach Be- 
rechnungen im 3Iärz 1804: 1964000 Einwohner, wozu noch c. 700000 in den 
unmittelbar anstoßenden, aber nicht einverleibten Städten und Vororten 
kommen. Die Zahl der Polen beläuft sich auf SOOOO, von denen etwa 
10000 nicht reichsansehörig sind. Von den andern Ausländern stammen 
c. 21000 aus Österreich-Ungarn (4000 Ungarn) und c. 15000 aus Italien. 
Engländer und Amerikaner sind mit bOOO Seelen vertreten, E,ussen mit 3200, 
Skandinavier mit 30(0, Schweizer mit 1300, Holländer mit 600, Rumänen 
mit 580, Franzosen mit 500 Seelen u. s. w. — Die Garnison (28000 Mann) 
umfaßt das 2., 3. und 4. G rderegimt-nt zu Fuß, das 1., 2. und 4. Garde- 
Grenadierregiment, das Garde-Füsilierregim ent, das Garde-Kürassierregiment, 
das 1. und 2. Garde-Dragonerregiment, das 2. Garde-Ulanenregiment, das 1., 
sowie die 1. Abteilung des 8. Garde -Feldartillerieregiments, das Garde- 
Pionier- und das Garde-Trainbataillon, das 1., 2. und H. Eisenbahnregiment, 
das 1. Telegraphenbataillon u. s. w. Außer dem Oberkommando in den 
Marken, der 1. Armee-Inspektion und dem Kommando des Gardekorps hat 
auch das Kommando des III. Armeekorps in Berlin seinen Sitz. — In 
CharLittenburg liegt das 3. Garde-Grenadierregiment, in Großlichterfelde das 
Garde-Schützenbataillon. 



40 BERLIN. StadtteiU. 

Stadtbalin), Alt-KöUn (auf der Spree-Insel), Friedrichswerder (am 
1. Spree-üfer z-wisclien Zenghaus und Spittelmarkt) und Neu-Kölln 
(Gegend der Wallstraße). Um diesen Kern gruppiert sich ein innerer 
Gürtel im xrn. und xvin. Jahrh. entstandener Stadtteüe, die bis 1868 
von einer 14i/9km langen Mauer umgeben waren (ungefähr dem heu- 
tigen Stadtring der Straßenbahn entsprechend, S. 14): Dorotheenstadt 
(zwischen Spree und Behrenstraße), Friedrichstadt (s. vonderBehren- 
straße), Luisenstadt (ö. von der Lindenstraße) u.s.w. Die äußeren 
Stadtteile sind im Laufe des xix. Jahrhunderts dazu gekommen. 

In die Verwaltung teilen sich das königl. Polizeipräsidium und 
der städtische Magistrat mit der Stadt verordneteuTersammlung. An 
der Spitze des Magistrats steht der Oberbürgermeister (Kirschner) 
und ein Bürgermeister. Der Magistrat hat 34 Mitglieder (davon 
18 besoldet), die Zahl der Stadtverordneten beträgt 144. Der Stadt- 
haushalt ist für 1904 auf 13450,0000 Jf veranschlagt; der Land- 
besitz (Rieselgüter) umfaßt 13 265 ha. — Politisch ist Berlin in 
6 Rei-.hstags- und in 4 Landtagswahlkreise geteilt; letztere wählen 
zusammen 9 Abgeordnete. 

Das Wappen der Stadt ist seit dem Mittelalter ein schwarzer Bär. 
Das amtliche Wappen von 1709 zeigt ihn im silbernen Felde und 
darüber 1. den schwarzen preußischen, r. den roten brandenburgischen 
Adler. Der Name ist wendischen Ursprungs, aber noch nicht sicher 
erklärt; die Beziehung auf das Wappentier ist eine mittelalterliche 
Spielerei. 

Die Greschichte Berlins beginnt mit demxiii. Jahrhundert, nach- 
dem deutsche Kolonisten von den altwendischen Ansiedelungen hier 
am Spreeübergang Besitz ergriffen hatten. In den Urkunden wird 
Kölln (Kollen, d. h. Anhöhe) 1237, Berlin 1244 zuerst erwähnt, 
doch muß ihnen schon vorher das brandenburgische Stadtrecht ver- 
liehen worden sein. Bei getrennter Verfassung nach außen vereint 
schwangen sich die beiden Städte während des unruhigen xrv. Jahr- 
hunderts zum Haupt des märkischen Städtebundes empor, den sie 
auch bei der Hansa vertraten. Doch entsprach ihre wirtschaftliche 
Bedeutung der hervorragenden politischen Stellung keineswegs, wie 
der Mangel an monumentalen Gotteshäusern aus jener Zeit, im 
Gegensatz zu Brandenburg (S. 186), heute noch dartut. Gegenüber 
den 1411 von Kaiser Siegismund mit der markgräflichen Gewalt, 
1415 auch mit der Kurwürde belehnten Höh enz Hern konnten 
die Bürger ihre fast reichsstädtische Selbständigkeit nicht behaupten. 
Während die Landesherren bis 1442 in Berlin nur ein Absteigehaus 
(S. 132) hatten, setzte Kurfürst Friedrich II. Eisenzahn (1440-70) 
die Anlage einer Zwingburg durch, die in den ältesten Teilen des 
heutigen Schlosses z. T. erhalten ist. Johann Cicero (1486-99) 
erhob die Stadt zu seiner dauernden Residenz. Seitdem sind ihre 
Schicksale mit denen der Hohenzollern verknüpft. 1539 bekannte 
sje sich mit dem Kurfürsten Joachim 77.(1535-71) zur Reformation. 



Qeechichte. BERLIN. 41 

Dieser praditlielDende Fürst iiiid sein Nachfolger Johann Oeorg 
(1571-98) unternaliinen denUmbau des Schlosses im Renaissancestil. 

Dem Begründer des modernen preußischen Staates, dem Großen 
Kurfürsten Fkiedbich Wilhelm [1640-88), dankt auch Berlin 
den Beginn seines Aufschwungs. Nach Einverleibung des im Laufe 
der Zeit entstandenen Friedrichswerder wurde die Stadt nach hol- 
ländischem System 1658-83 neu befestigt. Der Zug der Wälle ließ 
sich bis in die 80er Jahre des xix. Jahrh. noch an den Stadtgräben 
außerhalb der Neuen Friedrichstraße (Berliner Seite) und der drei 
Wallstraßen (Köllner Seite) erkennen; der heutige Spittelmarkt 
und der Hausvoigteiplatz sind Innenräume von Bastionen. Daneben 
entstand die nach des Kurfürsten zweiter Gemahlin benannte 
Dorotheenstadt, südl. von einer z. T. bereits um 1650 vorhandenen 
Lindenallee, der heutigen Straße Unter den Linden, begrenzt. 
Die Aufnahme fremder Kolonisten, namentlich französischer 
Reformierter [Refugies^ nach Aufhebung des Edikts von Nantes, 
1685) schuf zuerst eine selbständige Industrie. Die Einwohnerzahl 
wuchs auf 20 000. In künstlerischer Hinsicht ging der Hof mit 
gutem Beispiel voran und wirkte unter Heranziehung vornehmlich 
holländischer Künstler für die Verschönerung der Hauptstadt. Zu 
der jetzigen kgl. Bibliothek und den Kunstsammlungen wurde der 
Grund gelegt. 

Kurfürst Friedrich ///.[1688-1713),alsKönig(seitl701)FEiED- 
bichL, begann den Bau der Friedrichstadt und erhob Berlin zur 
kgl. Residenz. Ihm, der 1694 die Akademie der Künste und 1700 
die der Wissenschaften (erster Präsident Leibniz) gründete, stand 
der größte Künstler dieser Periode zur Seite : Andreas Schlüter 
(geb. 1664 zu Hamburg, gest. 1714 zu Petersburg). Zuerst 
als Bildhauer an der Langen Brücke, im Schloß und an dem von 
J. A. Nering (j 1695) begonnenen Zeughause beschäftigt, erwarb 
er sich durch die Anlage des Lustschlosses Charlottenhurg den 
Auftrag zu dem großartigen Neubau des Berliner Schlosses , der 
1699 begann, aber erst nach seinem Tode in der bis jetzt we- 
nig veränderten Gestalt vollendet wurde. Dieselbe künstlerische 
Höhe tritt uns in seiner hervorragendsten plastischen Schöpfung, 
dem Reiterbild des Großen Kurfürsten (1703), entgegen. Die Zahl 
der Einwohner, die sich durch Zuzug fremder Kolonisten (Wallo- 
nen und Franzosen) andauernd vermehrte, stieg auf 61 000. 

Minder glanzvoll, aber stetig war die Entwicklung unter dem 
hausväterlichen Regimente Friedrich Wilhelms I. (1713-40). Er 
vollendete das Schloß, vergrößerte die Friedrich- und die Dorotheen- 
stadt und zog die Yorstädte im N. und 0. zur Stadt. Im Wege des 
Zwanges sorgte er für die Bebauung des einverleibten Gebiets, die 
freilich bei den sparsamen Mitteln nüchtern genug ausfiel. Die 
Bevölkerung, zu der 2000 böhmische Protestanten gekommen waren, 
belief sich im J. 1740 auf 91 000 Seelen. 

Auch Friedrich H. der GROßE (1740-86) war, obwohl er selten 



42 BERLIN. Geschichte. 

in Berlin residierte, eifrig auf die Vergrößerung und Verschönerung 
seiner Hauptstadt "bedaclit. In 0. W. v. Knobelsdorff fand er den ge- 
eigneten Architekten für seine Pläne. Schon 1743 entstand das 
Opernhaus in edlen, fast klassischen Formen, eines der ersten 
Werke dieser Art in der sonst bizarrer Banweise huldigenden Zeit. 
Doch erschienen dem hanlustigen König, hei seiner Neigung die 
Entwürfe zu beeinflussen, die Nachfolger Knobelsdorffs (f 1753} 
als becLuemere Werkzeuge. Werke der späteren Zeit sind der Palast 
des Prinzen Heinrich (seit 1809 Universität'), die Hedwig sMr che ^ die 
Königs-Kolonnaden, die Bibliothek nnd die beiden Kuppeltürme auf 
dem Gendarmenmarkt. Charakteristisch für die autokratische Art 
der königlichen Knnstpflege ist es, daß Friedrich sogar für be- 
scheidene Wohnhäuser, zn denen er an Bürger nnd Beamte zahl- 
reiche B anstellen verschenkte, palastartige Fassaden vorschrieb. 
Handel und Industrie, an denen der Staat teilnahm (Bank, See- 
handlung, Porzellanmannfaktur, Seidenzucht, Weberei), wnrden 
gefördert. Die Akademie der Wissenschaften lebte (nnter Zu- 
ziehung französischer Gelehrter) neu auf. Die Kunstsammlungen 
wurden ansehnlich vermehrt. Mit Lessing (1729-81), Moses Mendels- 
sohn (1729-86) und Nicolai (1733-1811), in der Kunst mit Chodo- 
xciecki (1726-1801) beginnt ein selbständiges geistiges Leben. Der 
Vermehrung der Einwohnerzahl setzte der 7 jährige Krieg, der 
zweimal (1757 nnd 1760) feindliche Truppen nach der Hauptstadt 
führte, verhältnismäßig engere Grenzen; sie war 1786 auf 145000 
gestiegen. 

Unter Feiedbich Wilhelm II. (1786-97) stieg die Bevölkerung 
auf 172 000. In künstlerischer Beziehung machte sich ein neuer 
Aufschwung im Sinne klassischer Formen bemerkbar. C. G. Lang- 
hans trat in Knobelsdorffs Fußstapfen. 1793 erstand das Branden- 
burger Tor, in dessen Ausschmückung durch die Quadriga G. Scha- 
dows auch die Plastik einen bahnbrechenden Triumph feierte. Die 
Architekten H. Gentz und F. Gilly folgten der betretenen Bahn, 
und der Schleswiger J. A. Carstens, der Vater des klassischen Stils 
in der deutschen Malerei, begann 1788 seine Laufbahn als Lehrer 
an der Berliner Akademie. Das deutsche Schauspiel, dem sich das 
in ein „Nationaltheater" umgewandelte ehemals französische Hof- 
theater erschlossen hatte, fand seit 1796 unter Ifflands (f 1814) 
Leitung eifrige Pflege. 

Die Napoleonische Drangperiode im Anfang der Regierung 
FßiEDEiCH Wilhelms III. (1797-1840) hemmte die Entwicklung 
Berlins nur vorübergehend. Der niederschmetternde Eindruck der 
Niederlagen des preußischen Heeres 1806 und der französischen 
Besetzung bis Ende 1808 fand ihr Gegengewicht in der Errichtung 
der Universität im J. 1809. Bei der Erhebung 1813 ging die Haupt- 
stadt würdig voran; die Berliner Landwehr schlug mit bei Groß- 
beeren. Nach dem Frieden von 1815 erstarkte Berlin durch maß- 
volles Sammeln seiner Kräfte. Es ist die Zeit, in welcher die 



Geschichte. BERLIN. 43 

Universität den ersten Rang in Deutschland einnaiim, in welcher 
WiLh. und Alex. v. Humboldt, K. Ritter, Hegel, v. Savigny, Schleier- 
macher, Böckh, Lachmann u. a. hier wirkten, in welcher auch das 
Schauspiel seine Blüte hatte. Den Kunstbestrehungen jener Periode 
drückte der größte deutsche Baumeister des xix. Jahrh., Karl 
Friedrich Schinkel (1781-1841), das Gepräge auf. So sehr 
Schinkel, wie besonders seine Entwürfe zeigen (vgl. S. 162), vom 
romantischen Geiste erfüllt war, so bleibt doch sein größtes Ver- 
dienst die Wiedererweckung des klassischen Stiles; er suchte so zu 
bauen, wie die alten Griechen, wenn sie unter uns lebten, gebaut 
haben würden, und gab damit dem tief gesunkenen Kunstvermögen 
wieder eine gesunde Grundlage. Die Königswache (1818), das 
Schauspielhaus (1821), das Alte Museum (1828), die Bauakademie 
(1834), ferner die gotische Werdersche Kirche, sowie das Kreuzberg- 
denkmal sind seine wichtigsten Schöpfungen in Berlin, an die sich 
die Schlösser Babelsberg, Glienicke, Charlottenhof unA^ die Nikolai- 
kirche in Potsdam anreihen. Zu seinen Schülern gerechnet zu werden, 
hielten die Berliner Architekten lange Zeit als ihren höchsten 
Ruhm aufrecht. Wie Schinkel in der Baukunst, so war in der 
Plastik Christian Daniel Rauch (1777-1857) der unbedingte 
Herrscher, neben dem der ältere G. Schadow und der gleichzeitige 
Fr. Tieck nicht gebührend gewürdigt wurden. Der Heldenkultus 
aus der Zeit der Freiheitskriege fand durch ihn künstlerischen 
Ausdruck. Hinter Plastik und Architektur trat die Malerei zurück, 
die in diesem Zeitraum durch Wach, K. Begas, Hensel, Klöber, 
K. Blechen, F. Krüger vertreten wird, außerhalb des alten Berlin 
wenig bekannte Namen. — Die 1819: 201000, 1840: 329 000 
Einwohner zählende Stadt fing an, die ihr eigentümliche Physiog- 
nomie einer Beamten- und Garnisonstadt zu verlieren. Handel 
und Industrie (letztere unter Beuths Einwirkung) hoben sich durch 
den Ausbau der Landstraßen, die Stiftung des Zollvereins, die Be- 
seitigung des Zunftzwanges außerordentlich. 1838 wurde die Eisen- 
bahn nach Potsdam eröffnet. 

Die Hoffnungen, die man dem hoch begabten, fein gebildeten 
Könige Feibdeich Wilhelm IV. (1840-61) auch auf künstlerischem 
Gebiete entgegenbrachte, wurden nur zum Teil erfüllt. Der Bau 
des Domes und der Königsgruft (Campo Santo) kam nicht über die 
Anfänge hinaus; die ausgeführten Bauten, unter denen die Schloß- 
kuppel der glücklichste, das Neue Museum der bedeutendste ist, 
entbehren des großen Zuges der Schinkelschen Werke. Neben 
Friedr. Aug. Stüler, von dem die meisten herrühren, waren Soller 
(Michaelskirche), Äiracfc (Petrikirche), C. F. Langhans (Erneuerung 
des Opernhauses), und im Privatbau hauptsächlich Knoblauch und 
Hitzig tätig. — Auf dem Gebiete der Malerei blieb die Berufung 
von Cornelius (vgl. S. 99) und die Wirksamkeit W. v. Kaulbachs 
(S. 80) ohne Folge, und die originale Bedeutung Ad. Menzels wurde 
nicht nach A^erdienstgewürdigt. Dagegen behauptete sich die Plastik 



44 BERLIN. Geschichte. 

unter Rauchs Führung auf ihrer Höhe ; neben dem Meister seihst, 
der in dieser Periode sein Hauptwerk, das Friedrichs - Denkmal, 
schuf, gelangte eine Anzahl jüngerer Kräfte, fast durchweg seine 
Schüler (^Drake, Bläser, A. Wolff, Kiß n. a.), zur Wirksamkeit. 
— Mit dem Eisenhahnverkehr wuchs die Bedeutung der Stadt als 
Handels- und Industrieplatz. Die Einwohnerzahl hob sich bis 1849 
auf 424000, bis 1860 auf 496000 Seelen. 

Alle früheren Perioden übertraf das "Wachstum Berlins seit dem 
Regierungsantritt Kaisbb, Wilhelms I. (Prinz-Regent seit 1858, 
König 1861-1888). Hatte bis dahin die Aufteilung des Landes 
zunächst um die alte Stadt dem Baubedürfnis genügt, so begann 
nun, namentlich seit 1871, jener wunderbare Aufschwung der In- 
dustrie und des Handels, welcher Berlin mit einer sonst nur bei 
amerikanischen Städten beobachteten Geschwindigkeit in die Reihe 
der Weltstädte einführte. Die Einwohnerzahl (^1871: 826 000, 
1877: 1000000, 1888: c. 1 500 000) verdreifachte sich und stieg 
unter Kaiser Friedeich (1888) und Kaiser Wilhelm II. (seit 
15. Juni 1888) bis zum Ende des six. Jahrhunderts einschließlich 
der unmittelbar anstoßsnden Vororte auf V-j^ Millionen. 

In der Kunst erwachte frisches Leben. Das 1859 begonnene 
Rathaus , die Börse und die Synagoge eröffneten eine lange Reihe 
glänzender Monumentalbauten. Der dürftige Putzbau verschwand. 
Die Herstellung in Haustein oder gutem Backstein, unter starker 
Verwendung von Schmiedeeisen, ist zur Regel geworden. Ueber- 
haupt wird auf Gediegenheit des Materials, auf farbigen Reich- 
tum, auf künstlerische Durchbildung der Innenräume entschiedener 
Wert gelegt. In formaler Beziehung ist die klassische Tradition 
Sehinkels seit 1870 durch eine lebhafceHinwendungzurRenaissance 
verdrängt. Doch folgte man selten der strengeren italienischen 
Bauweise. Man bevorzugte die zu barocken Formen neigende 
deutsche Spätrenaissance und wendete sich bald völlig dem Schlüter- 
Sehen Barock zu , welches neuerdings den Privatbau beherrscht. 
WaiZoi's Reichstagsbau (S. 152) hat den Maßstab der Formen sicht- 
lich gehoben. Der neue Dom (S. 57) in italienischem Barock wirkt 
etwas fremdartig. Im übrigen blieben für Kirchen, deren Bau seit 
1890 sehr lebhaft betrieben wird, mittelalterliche Formen beliebt, 
besonders romanische (Kaiser- Wilhelm-Gedä-^.htniskirche, S. 162). 
Auch für Kasernen und für öffentliche Anstalten, wie die Charit^ 
(S. 144), die Hauptpost (S. 131), u. dergl. knüpft man gern an 
mittelalterlii^he Formen , namentlich der märkischen Ziegelbauart 
an. Wichtiger als diese schwankenden Anlehnungen sind die eigen- 
artigen Schöpfungen, die aus den Ansprüchen des modernen Lebens 
hervorgehen, wie die seit 1870 fast durchweg erneuten Bahnhöfe 
mit ihren mächtigen Hallen, die Kliniken im Pavillonsystem, vor 
allem die neuen Geschäfts- und Warenhäuser. Der letztgenannte 
Typus, der das Bild ganzer Straßenzüge umgestaltet hat, ist von 
Kayser if v. Groszheim in der Rosenstraße begonnen (S. 132) und 



Oeschichte. BERLIN. 45 

von Messet im Warenhause Wertheim (S. 106) auf das glänzendste 
entwickelt worden. Hiei setzt auch, dei sog. „moderne Stil" (Kauf- 
häuser Yon Bieth') mit Eifolg ein. In den Villen der Vororte merkt 
man englische und nordische Anregungen. Die palastartigen Bauten, 
Ministerien, Landtagsgehäude, Marstall u. s.w. halten sich auf 
den hergebrachten Bahnen. Einen guten Mittelweg schlägt der 
1896 an die Spitze des städtischen Bauwesens berufene Architekt 
des Leipziger Reichsgerichtsgehäudes Ludwig Hoffmann ein; die 
unter seiner Leitung entstandenen Schulen, Asyle, Krankenhäuser, 
Standesämter, Badeanstalten sind typisch entwickelt und liehevoll 
durchgeführt. Außer den bereits genannten sind als Schöpfer der 
hervorragendsten Bauten der neueren Zeit zu nennen: Lucae, Adler, 
Ende^ Gropius, Cremer ^' Wolffenstein^ Raschdorff, Schwechten, Otzen, 
Grisebach , Ihne u. s. w. — In der Plastik haben Siemering und 
Schaper die vornehme Ruhe der Rauchschen Schule gewahrt. Der 
geniale Reinhold Begas geht auf stark malerische, ans Barock strei- 
fende Wirkungen aus. Massenhafte Aufträge zu monumentalem 
Schmuck haben die Plastik mehr erweitert als vertieft. Aus der 
großen Zahl der jüngeren Meister mögen Eberlein, Berter, Brütt, 
Manzel, Lessing, Uphues genannt sein. — In der Malerei blieb der 
Aufschwung zu monumentaler Kunst, den man nach A. v. Werner's 
Berufung 1871 erwartete, aus. F. Geselschap schuf die herrlichen 
Bilderreihen in der Kuppel des Zeughauses, Mühlenbruch die Wand- 
gemälde im Treppenhause des Rathauses, Hugo Vogel größere Zyklen. 
Der greise Adolf v. Menzel steht noch immer im Mittelpunkt des 
künstlerischen Lebens. Beliebt blieben ferner in erster Linie: die 
bewährten Genremaler L. Knaus, Karl Becker, Paul Meyerheim, die 
Landschaftsmaler iferfe?, Bracht, Ludwig; die Porträtmaler G'. EicÄ/er, 
Gussoiü, Scheurenterg. Eine lebhafte Bewegung im Sinne der mo- 
dernen Freilichtmalerei und der Münchener Sezession begründete 
Max Liebermann ; ihm schlössen sich an: L. v. Hofmann, die Land- 
schafter Hans Herrmann und Leistikow , der Porträtmaler Lepsius 
und viele andere zumeist jüngere Kräfte. 

Im Zusammenhang mit den Bestrebungen der Architekten er- 
wachte auch das Berliner Kunstgewerbe, das seit den napole- 
onischen Kriegsdrangsalen TÖllig darniedergelegen hatte, zu neuer 
Schaffenslust. Bahnbrechend wirkte hier der innere Ausbau des 
Rathauses durch Bernhard Kölscher. Das veränderte Stilgefühl 
bekundete sich in dem Übergang von den Schinkelschen Formen 
zu der malerischen Kunstweise der Renaissance. Mit dem steigen- 
den Wohlstand begann man nach 1870 größeren Wert auf feine 
Durchbildung und Ausstattung der Wohnräume zu legen. Der 
Einfluß des 1868 begründeten Kunstgewerbemuseums machte sich 
kräftig geltend. Für die Ausdehnung des Betriebs zeugt nicht nur 
die außerordentliche Zunahme der Firmen, sondern auch die nam- 
hafte Zahl hervorragender Künstler, die dem Kunstgewerbe ganz 
oder vorzugsweise ihre Kräfte widmen, so außer den Architekten 



46 BERLIN. Gesamtbild 

die Maler Doepler, Koch, Lechter, die Bildhauer Lessing, Wiedman, 
Vogel u. s. w. Für die BueliaTisstattung arbeiten die Reichsdruckerei, 
der Maler Sattler u. a. Besonders blühen die Gewerbe, die fÜT 
die Hauseinrichtung arbeiten : künstlerisch durchgeführte Be- 
leuchtungskörper für Gas und elektrisches Licht sowie Schmiede- 
arbeiten werden nirgends besser angefertigt als in Berlin ; auch die 
Kunsttischlerei steht auf hoher S tuf e, ebenso die Tap etenf abrikation . 
Erfolgreich gepflegt werden die Juwelierkunst, die Fabrikation von 
Gold- und Silberwaren, die Emailindustrie, die Glasmalerei, die 
Herstellung Yon Artikeln in Bronze und Messing u.s.w. ; der kgl. 
Porzellanmanufaktur ist S. 161 gedacht. 

Was das Gesamtbild der Stadt betrifft, so entbehrt Berlin be- 
kanntlich des Reizes größerer Terrainunterschiede und, zu mehr als 
drei Vierteln ganz modern, auch eines eigentlich geschichtlichen 
Gepräges. Yon dem mittelalterlichen Kern (S. 39/40), wo sich um die 
beiden Rathäuser in winkligen Gassen bescheidene Bürgerhäuser 
(S. 128, 132) und wenige größere Kloster- und Hospitalgrundstücke 
gruppierten, sind hauptsächlich nur die Nikolai-, die Marien- und 
die Klosterkirche, sowie die H. Geistkapelle übrig. Seitdem die 
modernen Verkehrsmittel dem Geschäftsmann weit draußen zu 
wohnen gestatten, wird die innere Stadt zusehends zum ausschließ- 
lichen Geschäftssitz, ähnlich der City in London. Mächtige Paläste 
erstehen, die bis unter das Dach nur Geschäfts- und Lagerräume 
enthalten. Die Zufahrten zur Altstadt sind verbreitert, neue durch- 
gebrochen, der Spreelauf freigelegt worden. Die Umgebung des 
Schlosses ist in Anlehnung an die Barockformen des Schlosses neu ge- 
staltet worden. Es bildet sich jetzt in Wirklichkeit aus Lustgarten, 
Opernplatz, Linden eine Monumentalstraße ersten Ranges, wie sie 
ähnlich in Wien erreicht ist, Paris und London aber fehlt. In der 
Straße unter den Linden, die ihrem alten Rufe nicht mehr entsprach, 
machen die alten Häuser mehr und mehr Prachtbauten für Gasthöfe 
und Geschäfte Platz ; die Baumreihen und Wege sind neu geordnet. 
Die Friedrichstadt, im S. der Linden, bekundet in der Anlage noch 
ihre Entstehung durch den Willen der Landesfürsten (S. 41). Die 
rechtwinklig sich kreuzenden Straßenzüge sind nicht dem Verkehrs- 
bedürfnis entsprungen, die wenigen Plätze, wie der Gendarmen- 
markt, willkürlich eingeschoben. Die alten Häuser sind aber auch 
hier, namentlich in den Hauptstraßen, großenteils durch glänzende 
Neubauten ersetzt, Geschäfts- und Bierpaläste, Gasthöfe u.s.w. 
Die um 1870 noch von Diplomaten bewohnte Behrenstraße, die 
Mauer- und die Kanonierstraße sind mit Bank- und Yersicherungs- 
gebäuden angefüllt. Im Anschluß an den Spittelmarkt und den 
Hausvoigteiplatz [S. 124), die ihrerseits das Geschäftsleben der 
Altstadt fortsetzen, dringt die Umwandlung der Wohn- zu Ge- 
schäftshäusern in der Umgebung der Leipziger Straße, durch die 
sich der Verkehr weiterwälzt, immer mehr nach W. vor. 



der Stadt. BERLIN. 47 

Ebensowenig wie die Stadterweiterung des xvin. Jalirli. ist der 
Bebauungsplan von 1860 der Entstehung eigenartiger Stadtviertel 
förderlicli gewesen. Meilenweit wurde alles Land scliematiscli ein- 
geteilt, obne daß man einen Unterschied zwischen breiten Haupt- 
verkehrsadern und je nach Bedarf anzuschließenden Nebenstraßen 
besonderen Gepräges ins Auge gefaßt hätte. Die maßlosen Preise 
der großen und namentlich sehr tiefen Grundstücke nötigten zu 
starker Ausnutzung, d. h. zum Bau hoher Häuser mit engen Höfen. 
Fast in allen Stadtteilen findet man in demselben Grundstück 
Vorderhäuser mit teuren und Hinterhäuser mit geringwertigen 
Wohnungen, daher eine starke Vermischung aller Klassen der Be- 
völkerung und einförmige Straßenbilder. Erst später wurde für 
einen Teil der Vororte villenartige Bebauung vorgesehen. 

Im übrigen teilt Berlin mit Paris, London und andern Groß- 
städten die oft bemerkte Eigentümlichkeit, daß die vornehme "Welt 
im W. wohnt und der Osten Sitz der Fabrik- und Gewerbtätigkeit 
ist. Im Südosten herrschen die feineren Fabrikationszweige vor^ 
die Tischlerei, das Bronze- und bessere Metallgewerbe u. dergl. 
An die Stelle der alten Zimmerplätze oder weitläufiger Fabrik- 
anlagen treten jetzt die sog. Höfe, ausgedehnte vielstöckige Ge- 
bäudemassen, die oft 3-4 Innenhöfe umschließen, bis zum Dach 
hinauf hell und luftig, mit Kraftzuführung für Arbeitsmaschinen. 
In ähnlichen Gebäuden sind Musterlager für den Großbetrieb unter- 
gebracht, die aus ganz Deutschland beschickt werden. Die Gerbe- 
reien, Walkereien und Färbereien an der Spree werden, seitdem 
ihnen dieEntwässerung in den Fluß untersagt ist, bald sämtlich weit 
hinaus an die Oberspree bis Köpenick (S. 183) verlegt sein. Mehr 
nach dem Stadtinnern zu finden sich einzelne imposante Hospitäler 
und Kirchen. Ganz im S . bei dem großen Exerzierplatz des Tempel- 
hofer Feldes, welcher hier die Entwicklung der Stadt hemmt, sind 
umfangreiche Kasernenbauten entstanden. — Der Nordosten ist 
Sitz der Hausindustrie für das Wollenwaren- und Konfektions- 
geschäft und bietet kaum Sehenswertes. Eine sehr freündlicbe Oase 
ist hier der Friedrichshain (S. 135). Weiter hinaus liegt der Zentral- 
viehhof mit den zugehörigen Gewerben. 

Dem Norden gab die gegen 1860 kräftig aufblühende Groß- 
industrie für Maschinen und grobe Metallware zwei Jahrzehnte lang 
das Gepräge. Jetzt sind die Fabriken weit nordwestl. in die Um- 
gebung bis nach Tegel hinaus gewichen, und auf der Stätte der alten 
königl. Eisengießerei erheben sich die Gebäude der naturwissen- 
schaftlichen Sammlungen und Lehranstalten. Ganz im N. liegen die 
Vororte Pankow und Schönhausen, mit herrlichem Park. — Im 
nordwestlichen Teil der Stadt nehmen Kasernen, Gerichtsgebäude, 
medizinische Institute und Krankenhäuser einen großen Raum ein. 
Namentlich Moabit ist von ihnen umgeben, während das HansavierteL 
(S. 157), das sich jenseit der Spree an den Park des Schlosses Bellevue 
lehnt, Wohngegend für anspruchsvollere Leute ist 



48 BERLIN. Bild der Stadt. 

Der Westen wird "svegen der Nähe des Tiergartens von den wohl- 
habenden Klassen der Bevölkerung bevorzugt. An Stelle der großen 
Parke mit kleinen Villen, die einst hier den Rand des "Waldes umzogen, 
sind seit 1850 die Straßenzüge des vornehmen Tiergartenviertels 
entstanden, das sich mit seinen prächtigen Villen und Gärten, seinen 
Privatstraßen und Villengruppen südl. bis zumLandvrehrkanal,westl. 
bis zum Zoologischen Garten erstreckt. Doch weichen die Gärten 
mehr und mehr der dichtem Bebauung, die südlich vom Kanal fast 
durchgeführt ist. In der ^ erkehrreichen Potsdamer Straße setzt sich 
das Geschäftsleben der Leipziger Straße bis nach Schöneberg hinein 
fort. Vom Zoologischen Garten zieht sich der Kurfürstendamm, 
größtenteils auf Charlottenburger und Halenseer Gebiet, als breite 
Prachtstraße s.w. nach dem Grunewald. Die Umgebung des bei 
Haiensee anstoßenden Grunewalds (S. 165) ist dem Villenbau vor- 
behalten. Auf der Nordseite stößt der Berliner Westen an Charlotten- 
burg, auf der Südseite an Schöneberg und Wilmersdorf; im Zug der 
Straßen mit ihm völlig verwachsen, vergrößern sich diese Orte von 
Jahr zu Jahr um Häuserviertel vom Umfang kleiner Städte. 

Das Äußere von Berlin ist fast durchweg freundlich. Musterhaft 
ist die Sauberkeit der Straßen und die Kanalisation, welche in 
12 ßadialsystemen alle Abflüsse auf entfernte Rieselfelder führt. 
Dunkle Gassen gehören selbst in der Altstadt (S. 129) zu den Aus- 
nahmen. Die neuen Häuser haben Balkone, die im Sommer mit 
Blumen und Grün besetzt zu sein pflegen. Die öffentlichen Plätze 
sind seit Einrichtung der Markthallen mit Gartenanlagen bedeckt; 
Denkmäler oder Springbrunnen erhöhen ihren Reiz. Auch die neuen 
Kirchen sind meist von Zierplätzen umgeben. Die zahlreichen 
Brücken haben oder erhalten bildnerischen Schmuck. An den 
Brennpunkten des Verkehrs, besonders bei der Jannowitzbrücke, 
der Trebbiner Straße u. a. 0., gewähren die mehrfach übereinander 
kreuzenden Bahnlinien neben der Schiffahrt auf dem Fluß über- 
raschende Bilder. 



49 



1. Unter den Linden. Platz am Opernhaus. 

Die Straße *Unfer den Linden (PL R 20, 23) ist 60, gm breit 
und, einschließlich der sie fortsetzenden Plätze (Pariser Platz imW., 
Platz am Opernhause und Platz am Zeughause im 0.}, 1,3km lang. 
Sie wurde vom Großen Kurfürsten als Lindenallee angelegt, 1737 
zu ihrer jetzigen Ausdehnung verlängert und 1902 völlig umge- 
staltet. Als Schauplatz feierlicher Einzüge des königlichen Hauses 
und des siegreichen Heeres sowie vieler anderer festlicher Veran- 
staltungen ist sie seit alters der Stolz Berlins. Außer Botschaften 
und Ministerien, zwei kaiserlichen und mehreren Privatpalästen, 
öffentlichen Gehäuden u. dgl. enthält sie eine Anzahl glänzender 
Geschäftshäuser, Cafes und Restaurants, die seit etwa einem Jahr- 
zehnt die älteren schlichten Häuser verdrängt hahen (vgl. S. 46). 
Die „Linden" sind der Brennpunkt des vornehmeren Berliner Lebens. 
Der Hauptverkehr spielt sich an der Ecke der Friedrichstraße ab ; 
in den Nachmittags- und Abendstunden herrscht besonders auf der 
Südseite ein reges Treiben. 

Im W. der Linden, am Eingang der Stadt vom Tiergarten 
fS. 150) aus, erhebt sich das *Brandenbiirger Tor (PI. R 20, 19), 
1789-93 von K. 6. Langhans nach Motiven der Propyläen in Athen 
in Sandstein aufgeführt, bis zur Spitze der Figur 26m hoch, 62,5m 
breit, mit fünf durch gewaltige dorische Säulen geschiedenen 
Durchfahrten. Den Aufbau krönt ein in Kupfer getriebenes, über 
6m hohes Viergespann der Viktoria, von G. Schadow ; 1807 von den 
Franzosen nach Paris gebracht und für den Triumphbogen auf dem 
Karussellplatz bestimmt, wurde es 1814 zurückgebracht und ist 
seitdem mit dem eisernen Kreuz geschmückt (unter dem Adler) 
und der Stadt zugewandt. Für den Fußgängerverkehr wurden, nach 
Abbruch der Stadtmauer, durch Strack 1868 offene Säulenhallen 
angebaut ; die Marsstatue unter der südlichen Halle ist ein Original- 
werk von Schadow. 

Straßenbahnen (S. 14 if.) vom Tor und vom Reichstagsgebäude 
(S. 152; Nr. 13 nur von diesem) nach: Anhalter Bhf. Nr. 1, 7, 14, 15 — 
Charlottenhurg N-Dönhoffplatz 9, 13 — Bhf. Friedrichstraße 13, N, — 
Gesundbrunnen 23 — Hackescher Markt 52 — Hallesches Tor 1, 7, 14, 15 — 
Lehrter Bhf. und Moabit 7, 9, 13, 14, 15, 23, 24 — Lützowplatz 52 — Museums- 
insel N, O — Neues Tor 51 — Nollendorfplatz 51 — Opernplatz 13 — Pots- 
damer Bhf. 1, 7, 9, 14, 15, 23, 24, 51, 52 — Rixdorf 7, 15 — Schlesischer 
Bhf. 1, 9 — Schöneberg 23, 24, 51 — Spittelmarkt 9 — Stettiner Bhf. 51 — 
Zoologischer Garten 0. 

Zwischen dem Tor und dem Anfang der Linden dehnt sich 
der seitlich mit Gartenanlagen geschmückte Pariser Platz aus, 
nach den Siegen von 1814 so genannt. Südl., Nr. 3a, das sog. 
adelige Kasino^ Eigentum des ersten Garderegiments zu Fuß in 
Potsdam. — Nördl., Nr. 5, das Palais der französischen Botschaft. 

Bsedeker's Berlin und Umgebung. 13. Aufl. 4 



50 I.Abschnitt. BERLIN. Unter den Linden. 

Unter den Linden Nr. 1 (südL), Ecke des Pariser Platzes, 
das Palais des Grafen Redern, 1833 von ScMnkel im florentini- 
sclien Stil erneuert. — Dann mündet r. die Willielmstraße (S.104}. 
Anf derselben Seite weiter : in Nr. 3 der Depeschensaal des Ber- 
liner Lohalanzeigers (Bilder zu den Tagesneuigkeiten); Nr. 4 das 
Ä^MZfMS-Minisiermm (geistliche, Unterriclits- und Medizinal - x4.n- 
gelegenheiten); Ecke Wilhelm- und Behienstr. durch einen Neuhau 
erweitert; Nr. 5/6 das großartige Hot. Bristol (PI. a); Nr. 7 das 
Palais der russischen Botschaft^ 1840/41 von Knohlauch umgehaut. — 
Nördl., Nr. 73, das Ministerium des Innern. 

Gleichfalls nördl., Nr. 68a (Eingang in der Schadowstraße), das 
*AquariTim (PI. ß 20, 23), von Prof. Brehm hegründet, 1869 er- 
öffnet, jetzt unter der Direktion von Dr. Hermes. Eintritt s. S. 31. 

Die Sammlung (gedrackter Führer 50 Pf.) ist ia einem fortlaufenden 
c. 3(X)m langen Grottengang zur Schau gestellt, der sich durch zwei Stock- 
werke zieht. Man gelangt zunächst in den Schlangengang, in dem 
sich Rieseneidechsen, ITattern und Schlangen (bis zu 4m lange Eiesen-Gift- 
schlangen) befinden. Daran stößt die Geologische Grotte, die mit 
Vögeln (Möven, Kakadus) und einer Kegelrobbe besetzt ist. Weiter zum 
großen Vogelhause (bemerkenswert Webervögel); hier zugleich Käfige 
für Menschenaffen, sowie ein Behälter für Salamander (links am Eingang) 
und r. mehrere Grotten mit Krokodilen und Schildkröten. I^un folgt das 
eigentliche Aquarium. Die ersten zwei Becken zur linken Seite, sowie 
einige der acht kleinen zur rechten Seite des oberen höhlenförmigen Ganges 
enthalten Süßwasserfische; in den übrigen Seerosen, Seesterne u. dgl.; 
r. zuletzt Rochen- und Haifischeier, Purpurschnecken, 1. Seepferdchen, 
Seenadeln, zuletzt Riesensalamander. Neben Brutkacheln für Lachse und 
Forellen hinab zu den Becken für Seewassertiere: Rochen, Polypen, See- 
rosen, Korallenschwämme u. s. w. Hier ein Büfett. 

Weiter auf der Südseite der Linden: Nr. 17^8 Hot. West- 
minster, von Cremer & Wolffenstein, mit Cafe, an das sich in der 
Behrenstraße (Durchgang, Linden- Galerie mit Schaufenstern) das 
Metropoltheater (S. 27 und 102) anschließt. Nr. 12 das Haus der 
Firma Faßkessel ^^ Müntmann, und Nr. 16 mit der Blumenhand- 
lung J. C. Schmidt aus Erfurt, von Grisebach erbaut. 

Nahe der Friedrichstraßen-Ecke, ü. d. Linden 22/23, ist der 
Eingang der 1869-73 von Kyllmann ^- Heyden erbauten Passage 
oder Kaisergalerie (PI. R 23, 22), die in der Ecke der Fried- 
rich- und Behrenstraße mündet (S. 102). Im Innern (7,9m breit, 
13,5m hoch), außer den Läden, das Cafe Keck^ das Kaiserpanorama 
(Stereoskopbilder aus verschiedenen Ländern, 9 U. morg. bis 10 U. 
ab.; 20 Pf.) und das Passage- Panoptikum (S. 34) 

Straßenbahnen vom Gendarmenmarkt (s.o.) s. S. 103, von der Ecke 
Charlotten- und Dorotheenstr. (n.ö.) s. S. 143. 

Jenseit der Friedrichstraße auf der Südseite, Nr. 26, das Cafe 
Bauer, mit Wandgemälden von A. v. Werner, A. Hertel u. a. ; weiter, 
Nr. 32, das Carltonhotel (Fl. 0), Neubau von Gause; ferner, Nr. 35, 
das stattliche Gebäude der Diskonto- Gesellschaft, von Ende & Böck- 
mann (dazu gehörig Behrenstr. 43/44, s. S. 102). — An der Nord- 
geite, Nr. 39, das Grand Hotel de Rome. Nahebei, Charlottenstr. 43, 
das Haus des Vereins deutscher Ingenieure, von Keimer & Körte. 



Unter den Linden. BERLIN. I.Abschnitt. 51 

Schon von weitem zieht das am östl. Ende der Linden auf- 
ragende, 13,5m hohe *Denknial Friedrichs des Großen (PL R 23) 
den Blick auf sich, die größte und populärste Schöpfung Rauchs, 
1840-51 ausgeführt. Ohen der ;;alte Fritz", mit dem Hermelin- 
mantel angetan, das mit dem Dreispitz hedeckte Haupt sinnend 
geneigt, die Rechte mit dem Krückstock in die Seite gestemmt, 
hoch zu Roß. Am Sockel reiche Reliefdarstellungen in drei Ab- 
teilungen über einander : in der oberen allegorische Figuren der 
Stärke, Gerechtigkeit, Weisheit, Mäßigung und Szenen aus Fried- 
richs Leben (ö. der König nach der Schlacht bei Kolin); in der 
mittleren sprengen aus den Ecken vier Reiter hervor, ö. Prinz 
Heinrich und Herzog Ferdinand von Braunschweig, w. Zieten und 
Seydlitz, während die Flächen mit lebensvollen Gruppen anderer 
Zeit- und Kriegsgenossen des Königs bedeckt sind, u. a. (ö.) 
Prinz August Wilhelm, Keith, (n.) F. W. v. Kleist, Winterfeldt, 
Tauentzien, (s.) Leopold v. Dessau, Schwerin, (w.) unter dem 
Genius des Friedens und der Landes wohlfahrt Lessing, Kant, 
Graun (Kapellmeister des Königs) , alle in Lebensgröße ; die 
untere Abteilung enthält die Widmungsinschrift und Namen be- 
kannter Männer, besonders von Offizieren aus der Zeit des Königs. 

Südlich davon das Palais des Kaisers Wilhelm I. (PI. R 23), 
mit einem auf vier dorischen Säulen ruhenden Balkon, 1834-36 
von C. F. Langhans erbaut. Die Dekoration der Innenräume ist 
von Strack. Eintritt s. S. 34. Eingang auf der r. Seite. 

Im ERDGESCHOß die einfaclien, aber mit allerlei Hausrat und Erinne- 
rungen überfüllten Zimmer des Kaisers. Im Fahnenzimmer (östl. vom 
Haupteingang Unter den Linden): Camphausens Gemälde, der Einzug Wil- 
helms I. in Berlin 1871. Hinter dem Ministerzimmer das Arbeitszimmer, 
aus dessen Eckfenster der Kaiser gewöhnlich der vorbeiziehenden Wache 
zusah, ganz im alten Zustande. Hinter der Bibliothek das (nicht zugiing- 
liche) Schlafzimmer, in dem er am 9. März 1888 starb. — Das schöne 
Treppenhaus enthält u. a. drei Viktorien von Rauch. — Im Obekstock : 
östl. die Zimmer der Kaiserin Augusta, u. a. das Arbeifstimmer mit 
einem Gemälde von Pesne. Friedrich d. Gr. als Kind, und das (nicht zugäng- 
liche) Schlafzimmer, in dem die Kaiserin am 7. Jan. 1890 starb; — westl. 
die Gesellschaftszimmer und Festräume. 

Nördl. gegenüber das „ Akademieviertel " (PI. R 23), wo die 
1700 nach Leibniz' Plan gestiftete Akademie der Wissenschaften 
(vgl. S. 121), sowie die kgl. Bibliothek (S. 52) mit der Universi- 
tätsbibliothek (S. 52) neue Gebäude erhalten, während die 1694 
durch den Maler Terwesten und Schlüter organisierte Akademie 
der Künste, die sich ebenfalls hier befand, verlegt wird. Neubau 
der Hochschule für die bildenden Künste in Charlottenburg s. S.163. 

Das daneben liegende Gebäude, 1748-66 als Palast des Prinzen 
Heinrich, Bruders Friedrichs des Großen, von Boumann dem Vater 
erbaut, ist seit 1809 für die Zwecke der damals neu gestifteten 
Friedrich-Wilhelms-Universität eingerichtet und 1891 im Innern 
umgebaut worden (PL R 23; 415 Dozenten; im Winter 1903/4 
c. 7500 Studenten und 6350 Hörer). Am Vorgarten seit 1883 die 



52 /. Abschnitt, BERLIN. Unter den Linden. 

Marmordenkmäler Wilhelms (f 1835) und Alexanders von Humboldt 
(f 1859; vgl. S. 182), in sitzender Haltung, ersteres von Otto, letz- 
teres von R. Begas. Im Vorgarten ein Marmorstandbild des Physio- 
logen Helmholtz [-}• 1894), von Herter, und demnächst ein solches 
des Historikers Heinr. v. Treitschke (f 1896), von Siemering. Die 
schön dekorierte Aula ist der ehemalige Festsaal des Prinzen Hein- 
rich; sie enthält Büsten berühmter Professoren. — Hinter dem 
Westflügel der Universität liegt der üniversitätsgarten , der die 
hauptsächlichsten offlzinellen und Handelsgewächse enthält (Di- 
rektor : Geh. Reg. Rat Prof. Dr. Schwendener). In dem Kastanien- 
wäldchen daneben steht seit 1894 eine Bronzestatue des Che- 
mikers Mitscherlich (j 1863) von Hartzer. Dem Park gegenüber, 
an der Dorotheenstraße, eine Kolossalbüste des Philosophen Hegel 
(lehrte 1818-31 an der Universität; vgl. S. 143), von Bläser. 

Nördl. in der Nähe mehrere TJniversitätsinstitute. Dorotlieenstr. 5 das 
Christliche Museum: christliche Inschriften, Grab- und Kunstdenkmäler, 
sowie kirchliches Gerät in Originalen und Kopien, letztere von Werken 
aller Perioden der Kirche, besonders aus dem christlichen Altertum (Eintr. 
S. 32). — Dorotheenstr. 9/10 die Universität slihliothelc^ die später auf das 
Akademieviertel (S. 51) übersiedelt: an Nr. 10 Büsten des Entdeckers des 
Rübenzuckers A. S. Marggraf (f 1T82) und des Begründers der ßübenzucker- 
industrie F. K. Achard (f 1821). — Georgenstr. 34-36 das Geographische In- 
stitut^ sowie das Institut und Museum für Meereskunde (Direktor beider: Geh. 
Reg. Rat Prof. Freiherr v. Richthofen) ; im Winter hier abends Vorträge 
aus dem Gebiete des Seewesens (25 Pf.). 

Südl. hinter dem Palais Kaiser Wilhelms I. liegt am Opern- 
platz die königl. Bibliothek (PI. R 28, 22). Das 1775-80 nach 
Ungers Zeichnung von Boumann dem Sohn aufgeführte Gebäude 
ist eines der effektvollsten Werke des Barockstüs in Berlin. Es ist 
der Winterreitschule der Wiener Hofburg nachgebildet. Unter dem 
Gesims die Inschrift : „nutrimentum spiritus", ein von Friedrich d. Gr. 
herrührender Gallizismus. Generaldirektor : Geh. Ob. Reg. Rat Prof. 
Wilmanns. Besichtigung s. S. 32. Neubau s. S. 51. 

Die seit 1661 als öffentliche Bibliothek bestehende Sammlung enthält 
c. 1 Mill. Bände und 30000 Handschriften, außerdem für die ältere Musik 
wichtige musikalische Werke, darunter manche Seltenheiten. In den 
Schaukästen eine Auswahl hervorragender Handschriften, Autographen, 
Drucke und Einbände. Unter den illustrierten Handschriften 
seien hervorgehoben: die Quedlinhurger Italafragmenie^ mit Resten einer 
Bilderhandschrift des v. Jahrh. (an der Wand); der sogenannte Codex 
Wittekindi, ein Evangelienbuch des x. Jahrh., angeblich von Karl dem 
Großen dem Sachsenherzog geschenkt; der sog. Psalter Lvdicigs des Deutschen 
(ix. Jahrb.), das goldene Evangelieninch von Cleve (ix. Jahrb.), das Lektionar 
von St. Maximin in Trier (x._ Jahrb.), das Marienleben des Werner von 
Tegernsee (xiii. Jahrb.) und die Äneide des Heinrich von Veldeck (xiii. .Tahrh.)- 
— Unter den Autographen: Melanchthons eigenhändiger Berieht über 
das Religionsgespräch zu Worms , Joh. Ägricolas Brief aus Eisleben über 
Luthers Tod, Napoleons III. Briff an König Wilhelm vom 2. Sept. 1870, das 
Originalmanuskript der ^Wacht am Rhein!*. — Weiterhin Einbände mit 
Elfenbeinschnitzereien, darunter das Prohianus- Diptychon (römisch um 400), 
und Arbeiten byzantinischen und romanischen Stils. — Unter den Drucken 
seien genannt: Luthers 95 Thesen, die editio princeps des Homer (Florenz, 
1488), Gutenbergs 42zeilige Bibel auf Pergament von 1450, die erste deutsche 
Bibel (Straßburg, Mentelin, c. 1465/6), der Theuerdank, Pergamentdruck 



Opernplatz. BERLIN. 1. Abschnitt. 53 

mit kolorierten Holzschnitten (Nürnberg, 1517). — Ferner eine Anzahl 
Bildnisse von Lukas Granach in Wasserfarben, zahlreiche Holztafel- 
drucke, Einbände und orientalische Handschriften, darunter das persische 
Epos von Firdusi, Abschrift des xvi. Jahrh. mit Bildern. 

Der Bibliothek gegenüber das Opernhaus (PI. ß 23 ; vgl. S. 25), 
1741-43 von G. von Knohelsdorff erbaut, nach dem Brande von 1843 
von K. F. Langhans, in der Hauptsache unter Wiederherstellung 
des früheren Zustandes, erneuert. Eiserne Nottreppen, 1904 zur 
Sicherung bei Feuersgefahr angelegt, verunstalten jetzt das Gebäude. 
Im Giebelfeld eine ausgezeichnete Darstellung in Zinkguß , von 
Rietschel entworfen : in der Mitte die Muse der Musik, r. die tra- 
gische und die komische Muse mit dem neckischen Satyr, der dra- 
matische Dichter mit den Künsten der Malerei und Bildhauerei, 
1. eine tanzende Gruppe mit den drei Grazien. 

Zwischen der Bibliothek und dem Opernhause das 1895 ent- 
hüllte Marmordenkmal der Kaiserin Augusta, von Schaper; am 
Sockel zwei Reliefs : Krankenpflege im Kriege und Erziehung der 
Kinder. — Im Hintergrunde die katholische Hedwigskirche 
(PI. R 22), „Friderici regis clementiae monumentum", 1747-73 
aufgeführt, ein pantheonartiger Rundbau mit Säulenvorhalle. Die 
kupfergedeckte Kuppel ist erst 1886-87 im Sinne des ursprüng- 
lichen Entwurfes mit Laterne und Kreuz versehen worden. Auch 
die unvollendet gebliebene Anbetung der h. drei Könige im Giebel- 
feld (1898 von N. Geiger ausgeführt), sowie die Ausstattung des 
Innern mit Glasgemälden stammen aus den letzten Jahren. Nebenan 
die 1900 erbaute Prohstei, in hübschen Barockformen von Cremer 
& Wolffenstein. — Dresdner Bank s. S. 102. 

Fünf *StandbiIder, alle von Rauch, schmücken den Platz am 
Opernhaus. Zwischen diesem und dem Palais der Kaiserin Fried- 
rich : auf 4m h. Sockel der alte Blücher (j 1819), mit gezoge- 
nem Schwert, den Fuß auf ein Geschützrohr stemmend, 3,4m h., 
1826 aufgestellt; r. von ihm Gneisenau (f 1831), 1. York (f 1830), 
die beiden letzteren 1855 aufgestellt, alle drei in Erzguß. Gegen- 
über, neben der Königswache: 1. Bülow (-{- 1816) , r. Scharnhorst 
(f 1813), beide in Marmor, 1822 aufgestellt. An den Fußgestellen 
Reliefs mit Erinnerungen an die Jahre 1813-1815. 

Die Königswache (PI. R 23) wurde 1816-18 von Schinkel im 
dorischen Stil erbaut, nach dem Motiv eines römischen Kastrums, 
wie Schinkel sich ausdrückte, aber mit Anlehnung an griechische 
Architekturformen. R. drei große Geschütze, das mittlere die 
„belle Josephine", 1871 auf dem Fort Mont- Valerien bei Paris er- 
beutet und „Yaleria" umgetauft. 

Hinter der Königswache das Finanzministerium. Daneben 
1. zurückliegend das 1825 errichtete Gebäude der Singakademie 
(PI. R 23), berühmt durch die vorzügliche Akustik des Konzert- 
saals. Die Akademie wurde 1791 von Fasch gestiftet, dessen Nach- 
folger in der Leitung Zelter (7 1832) war. Konzerte s. S. 27. 



54 7. Abschnitt. BERLIN. Zeughaus. 

Straßenbahnen (S. 14flf,) vom Opernplatz und von der Dorotheen- 
straße (nördl. ; Ausgangspunkt für N und 0) nacli : Brandenburger Tor 
N, O, 13 — Charlottenburg N, 33, 54 — Dönhoffplatz 12, 13, 39 — Bhf. 
Friedrichstraße 12, 13, 34 — Gesundbrunnen 34. 40 — Görlitzer Bhf. 12, 13 — 
Hackescher Markt 33, 39, 40, 53, 54, 55 — Haliesches Tor 34, 39, 53, 55 — 
Kreuzberg 34 — Lehrter Bhf. und Moabit 12, 13 — Lützowplatz 33, 54 — 
Potsdamer Bhf. 33, 40, 5i — Eixdorf 53, 55 — Schöneberg 40— Stettiner Bhf. 
34 — Zoologischer Garten O, 33. — Zu beachten sind auch die Linien 60, 
61, 73, 80 durch die Französische Straße (s.). 



Das *Zeugliatts (PI. ß 23, 26) wurde 1694 von dem Holländer 
Joh. Arn. Nering "begonnen, von Mart. Grünberg und 1698-99 von 
Andr. Schlüter fortgefülut und 1706 von Joh. de Bodt vollendet. 
Der Bau, der ein Quadrat von 90m Seite bildet und einen Hof von 
38m Seite umschließt, zählt zu den berühmtesten Monumental- 
bauten Berlins. Charakteristisch ist der reiche, von Schlüter her- 
rührende Skulpturenschmuck : die Trophäengruppen auf der Attika 
und die Schlußsteine der Fensterbogen (an der Außenseite antike 
Helme; im Hof Köpfe sterbender Krieger, s. S. 55). Das Brust- 
bild König Friedrichs I. über dem Hauptportal und die allegorischen 
Frauengestalten r. und 1. sind von dem Franzosen Hulot. 

Das Innere des Gebäudes, das früher nur zur Aufbewahrung 
von Kriegsmaterial diente , wurde 1877-81 von Hitzig zu einem 
Wapfenmuseum mit einer Rl'hmeshallb bbe bkandenburgisch- 
pßEußiscHEN Armee umgebaut. Die künstlerische Ausstattung 
wurde 1891 vollendet. Kommandant des Zeughauses ist General- 
leutnant V. Usedom, Direktor der Sammlungen Dr. v. JJbisch. — 
Durch das Hauptportal (Eintr. s. S. 35; amtlicher Führer 50 Pf.) 
tritt man in das 

Erdgeschoß. — Die gewölbten, etwas dunkeln Hallen enthalten : 
östlich das Artilleriemuseum und westlich das Ingenieur- 
museum. Schmiedeeiserne Gitter scheiden die Räume. 

Die Geschütz Sammlung (rechte Seite) gewährt ein ziemlich vollständiges 
Bild von dem Entwicklungsgange des Geschützwesens seit dem Ende des 
XIV. Jahrh. , während die Zahl künstlerisch wichtiger Prunkstücke ver- 
hältnismäßig klein ist. Beachtenswert : (r.) ältere Steinbüchsen und Orgel- 
geschütze; Kr. 66. der wilde Mann, das längste Geschützrohr der Samm- 
lung; Nr. 130. (in der Ecke) sogen, goldene Kanone von 1641; daneben 
Ledei'kanonen des xvii. Jahrb.; Nr. 157. reichverziertes 48pf. Geschütz, 
1669 für Holland in Lübeck gefertigt, 1814 in Paris aufgefunden ; Nr. 168, 
169, 185, 186. (zwischen den Pfeilern) Geschütze aus der Zeit des Großen 
Kurfürsten, das letzte mit Zieraten bedeckt ; weiterhin Xr. 203. chinesisches 
Geschütz, 1689 vom Jesuiten Verbiest gegossen (vgl. S. 55 und S. 177), 
dann (einem Ballongeschütz von 1870-71 gegenüber) Nr. 232. ein dem Kurf. 
Albrecht Achilles gewidmetes Geschütz , das König Friedrich I. 1708 mit 
11 anderen durch Jacobi gießen ließ; Nr. 361. (gegen Ende) ein für Schill 
gefertigtes Orgelgeschütz. 

Das Ingenieurwesen (linke Seite) veranschaulichen Modelle von Pionier- 
und Artilleriegerät. Außerdem : Modelle älterer französischer Festungen (u. a. 
Sedan und Paris), 1814 in Paris erbeutet; plastische Darstellungen der 
Kämpfe bei Düppel (1864), Königgrätz (1866) und St. Privat (1870) ; Modell 
der Hohkönigsburg bei Schlettstadt. — Bis zur Vollendung der Hohenzollern- 
gruft (S. 59) stehen hier die von Schlüter entworfenen Prunksärge König 
Friedrichs I. und der Königin Sophie Charlotte aus der alten Domgruft. 



Zeughaus BERLIN. i. Abschnitt. 55 

Hof. — Geradeaus gelangt man aus dem Vestibül in den glasge- 
deckten Hof, dessen Mitte eine von R. Begas in Marmor ausgeführte 
kolossale Borussia schmückt. Hier werden in der Regel neue Er- 
werbungen ausgestellt. Die chinesischen Fahnen oben und die Ge- 
schützrohre (h Nr. 241 und 249 von Verbiest, s. S. 54} stammen 
aus der Beute von 1900. Von ergreifender Wirkung sind die *Köpfe 
sterbender Krieger (die berühmten Schlüterschen Masken) an den 
Schlußsteinen der Fenster. 

Obergeschoß. — Eine mit Skulpturen von R. Begas geschmückte 
Freitreppe führt von dem oben genannten Hof zu der im Nordflügel 
liegenden Ruhmeshalle, die aus einer mittleren Herrscherhalle 
und zwei seitlichen Feldherrnhallen besteht. 

Die Herrscherhalle ist ein durch Oberlicht erleuchteter qua- 
dratischer Flachkuppelraum von 21,8m Seitenlänge und 20,8m Höhe. 
An der Kuppelfläche Darstellung eines idealen ^Triumphzuges, in 
den vier Bogenfeldern : *Wiederaufrichtung des deutschen Reichs 
(n.), Krieg (ö.), Friede (s.), Walhalla (w,); in den Ecken die vier 
Hexrschertugenden : Tapferkeit , Gerechtigkeit , Weisheit , Mäßi- 
gung ; sämtlich von F. Oeselschap. In den Seitennischen der Süd- 
und Nordwand vier historische Bilder: Huldigung der schlesischen 
Stände (1741), von Camphausen; Musterung der Freiwilligen in 
Breslau [1813), von Bleibtreu; Krönung Friedrichs I. In Königs- 
berg (1701) und Kaiserproklamation in Versailles (1871), von 
A. V. Werner. Den plastischen Schmuck bilden außer einer Mar- 
morviktoria von Schaper acht Bronzestandbilder der preußischen 
Herrscher vom Großen Kurfürsten bis auf Kaiser Wilhelm I. von 
Encke, Brunow, Hilgers, Hundrieser, Schüler und Siemering, sowie 
Büsten Scharnhorsts, Steins, Bismarcks und Roons. 

Die Feldherrnhallen schmücken an den Wandüächen je sechs 
Schlachtenbilder, ferner 32 bronzene Kolossalbüsten hervorragen- 
der Heerführer der brandenburgisch-preußisohen Armee und alle- 
gorische Figuren in Marmor; die Büsten sind unter R. Begas' 
Oberleitung von verschiedenen Künstlern modelliert. 

Westliche Feldherrnhalle. Nordwand: Janssen, Schlacht bei 
Fehrbellin (1675) ; Simmler, Übergang über das kurische Haff 
(1679) ; Zriacfc/w/), Schlacht bei Turin (1706) ; — Westwand: Janssen, 
Hohenfriedberg (1745); Röber, Leuthen (1757); — Südwand: 
Janssen, Torgau (1760). — Büsten (von N. angefangen): Sparr und 
Derfflinger, Schöning und Treffenfeld, Fürst Leopold von Dessau 
und Schwerin, Keith und Winterfeldt, Fürst Moritz von Dessau 
und Geßler, Herzog Ferdinand von Braunschweig und Seydlitz, 
Prinz Heinrich und Fouque, Zieten und Belling. — Allegorische 
Figuren : Kriegswissenschaft und Kraft von R. Begas. 

Ostliche Feldherrnhalle. Südwand : Schuch, Die drei Monarchen 
vor Leipzig (1813); — Ostwand: Bleibtreu, Belle-Alliance (1815); 
Röber, Düppel (1864) ; — Nordwand : Hunten, König Wilhelm I. 
und der Kronprinz bei Königgrätz (1866) ; Bleibtreu, Sturm auf 



56 1. Ahschnitt. BERLIN. Zeughaus. 

St. Privat (1870) ; Steffeck, Übergabe von Sedan (1870). — Büsten 
(von S. angefangen) : Blücber nnd Prinz Louis Ferdinand, York 
und Courbiere, Bülow nnd Kalckrentb, Tauentzien nnd Gneisenan, 
Kleist nnd Wrangel, Goeben nnd "Werder, Moltke nnd Mantenffel, 
Kronprinz Friedrich Wilhelm nnd Prinz Friedrich Karl. — Alle- 
gorische Figuren : Begeisterung und Treue von Schaper. 

Die drei vorderen Flügel des Obergeschosses, von der Ruhmes- 
halle durch Eisengitter geschieden, bergen die Waffensammlnng. 
Überall Beischriften. Nachstehende Nummern entsprechen den auf 
den Porzellanschildchen angegebenen. 

OsTFLDGEL. Beim Austritt aus der r. Feldherrnhalle r. : die morgen- 
ländisclien, 1. die europäischen Waffen. Beachtung verdient von letzteren 
Nr. 1. longobardischer Helm (vi.-vii. Jahrb.). Ferner die schönen Rü- 
stungen des XV. Jahrh. und die *Prunkstücke des xvi. Jahrh. mit z. T. 
vollendetem bildnerischen Schmuck (zumeist aus dem Nachlaß des Prinzen 
Karl von Preußen, f 1833); die Hauptstücke an den Pfeilern des Mittel- 
ganges, sowie an den Fenstern. Nr. 60a. Helm mit Parisurteil und Entfüh- 
rung der Helena; 59a, b, Prunkrüstung Kurfürst Joachims 11. von 1539; 
68. Schild mit Gigantensturz; 76. Teile einer Rüstung mit Römerkämpfen; 
(Fensterseite) 64. Schild mit Parisurteil (nachEaffael), 73. mit Reiterkampf, 
74. mit Kampf bei einer Festung, dabei 75. Turuierrüstung Kaiser Karls V., 
82. Schilde mit Curtius und Herkules; 84. Feldharnisch Joachims II. von 
1560; 85. Schild mit Curtius, 87. mit Horatius Codes, 95. mit Giganten- 
sturz; 105. Rüstung des Markgrafen Hans von Küstrin. — In der Ecke: 
verzierte Armbrüste (125, 133.) und Handfeuerwaffen (130-132). 

Südflügel Vornehmlich brandenburgisch-preußische Waffen und Uni- 
formen bis zur Zeit Friedrichs d. Gr. In der Mitte nach dem Hofe zu 
Erinnerungen (Uniformen, Orden, Ehrengaben) an Wilhelm I. und Fried- 
rich III., Orden Bismarcks und Moltkes, Schlüssel der 1814 und 1870/71 
genommenen französischen Festungen. — An der Straßenseite kurz vor der 
Mitte Nr. 197. Degen von brandenb. Kurfürsten, 198. solche Kaiser Leo- 
polds, Rudolfs n. und Ferdinands II. — Jenseit der Mitte Nr. 232. An- 
denken an Derfflinger; 233. Standarten Hennings von Treffenfeld mit Sinn- 
sprüchen. Es folgen Uniformen des xviii. Jahrh. ; über 278. ein preußisches 
Werberschild; 295. Tigerdecke und Bärenmütze Zietens. An den Pfeilern 
in der Nähe Bildnisse von Riesengrenadieren Friedrich Wilhelms I. 

Westflügel. Besonders Waffen und Uniformen aus der Zeit der Be- 
freiungskriege. Am Ende der Straßenseite Nr. 417. preußische Soldaten- 
figuren der genannten Zeit; 412. Orden, Hut und Pistolen Napoleons I., bei 
Belle-Alliance erbeutet; 411. Uniformen Friedrich Wilhelms III. ; 423. Anden- 
ken an Blücher. — In der Mitte zu beiden Seiten des Hauptganges 63 lebens- 
große "^üniformfiguren des brandenbttrgisch-preufiischen Heeres : 1. vom Großen 
Kurfürsten bis 1806 und die kgl. Haustruppen ; r. bis in die Neuzeit, zuletzt 
Schutztruppen in den Kolonien und das ostasiatische Expeditionskorps. 

Dem Zeughause gegenüber liegt das Palais des Kaisers Friedrich 
(PI. R 23). Das aus dem Ende des xvii. Jahrhunderts stammende 
Gebäude gehörte 1733-40 Friedrich d. Gr. als Kronprinzen und 
wurde 1798-1840 von Friedrich Wilhelm III. bewohnt; 1797 ist 
darin Kaiser "Wilhelm I, geboren. Es erhielt seine jetzige Gestalt, 
namentlich das zweite Stockwerk , 1857 nach Plänen von Strack 
und diente 1858-88 als Winterresidenz des Kronprinzen Friedrich 
Wilhelm. Durch einen Bogen über der Oberwallstraße steht das 
Gebäude mit dem sog. Prinzessinnen-Palais in Verbindung. 

Das letzte Haus auf dieser Seite der Linden ist die Komman- 
dantur. — Dahinter der Schinkelplatz, s. S. 123. 



57 



2. Dom. Schloß. Nationaldenkmal für Kaiser 
Wilhelm I. 

Beim Zeughaus und der Kommandantur führt in der Fortsetzung 
der Straße Unter den Linden die 1822-24 nach Schinkels Entwürfen 
erbaute *Scliloßl)rücke (PL R 26) über die Spree. Acht 1845-57 
aufgestellte überleheusgroßs Marmorgruppen schildern das Leben 
des Kriegers : südlich 1. Nike lehrt den Knaben Heldengeschichte, 
von E. Wolff; 2. Pallas unterrichtet den Jüngling in den Waffen, 
von Schiev elbein ; 3. Pallas waffnet den Kämpfer zum ersten Kampf, 
von Möller; *4. Nike krönt den Sieger, von Brake; — nördlich 
5, Nike richtet den verwundeten Krieger auf, von Wichmann; 
*6. Pallas schützt und unterstützt den fechtenden Jüngling, von 
Bläser; 7. Pallas fordert ihn zu neuem Kampfe auf, von A. Wolff; 
8. Iris führt den siegreich Gefallenen zum Olymp, von Wredow. 

Jenseits dehnt sich der Lustgarten (PL R 26) aus, ursprüng- 
lich Schloßgarten, von Friedrich Wilhelm I. zum Exerzierplatz ein- 
gerichtet. Er wird nördl. vom Alten Museum (S. 65), östl. vom Dom, 
südl. vom Schloß und dem Nationaldenkmal für Wilhelml. begrenzt. 
In der Mitte steht auf 6,6m hohem Granitsockel das 5,9m hohe 
Reiterbild Friedricli Wilhelms III., von Alb. Wolff^ beim Sieges- 
einzug am 16. Juni 1871 enthüllt. Der König, mit dem Generals- 
hut, streckt die Rechte segnend aus. Am Sockel allegorische Ge- 
stalten: Klio, die Widmung „dem Gerechten'^ schreibend; r. Rhein 
und Memel, in der Mitte die Borussia ; 1. Wissenschaft und Industrie 
mit dem Genius der Kunst, dazwischen die Gesetzgebung ; auf der 
Rückseite die Religion mit der Friedenspalme, als Hinweis auf die 
Union der evangelischen Bekenntnisse (1817). — Hinter demDenk- 
mal vor der Freitreppe des Alten Museums eine Oranitschale, 6,9m 
im Durchmesser, 1500 Zentner schwer, 1827 aus einem Findlings- 
block vom zehnfachen Gewicht, einem der beiden Fürstenwalder 
Markgrafensteine, ausgehauen. 

Der *Dom (PL R 26) beherrscht mit seiner Baumasse nicht nur 
den Lustgarten und seine Umgebung, sondern bestimmt durch seine 
hohe Kuppel den Charakter des ganzen Stadtbildes von Berlin. Er 
erhebt sich an der Stelle einer 1747-50 errichteten Domkirche, 
deren Dürftigkeit auch Schinkel (1816-17) nicht zu beseitigen ver- 
mochte, und der Anfänge einer Königsgruft (,,Campo Santo") aus 
der Zeit Friedrich Wilhelms IV. (1845-48). 1892 bewilligte der 
preußische Landtag 10 Mill. Mark für den Neubau, der nach Plänen 
von Julius Raschdorff und seinem Sohne Otto Raschdorff im Stil der 
italienischen Hochrenaissance 1894 begonnen wurde. Die Abmes- 
sungen sind: Länge 120, Tiefe 80m; Höhe bis zum Hauptgesims 30, 
bis zum Fuß der Kuppellaterne 75; bis zur obersten Spitze 110m. 



58 2. Abschnitt. BERLIN. Dom. 

Das Material ist scMesischei Sandstein, für die Sockel Granit. 
Kuppeln und Laterne und die Bedachungen sind aus getriebenem 
Kupfer. 

Die Vorhalle am Lustgarten ist zweigeschossig und 80m lang. 
Der Haupteingang, in der Mitte, öffnet sich in einer hohen Rund- 
hogennische ; über dem Bogen zwei Bronzeengel, die ein Schild 
halten; r. u. 1. auf dem Kämpfergesims Gnade und "Wahrheit, bron- 
zene Engelgestalten nach Widemanns Modellen. Auf der Attika er- 
heben sich zwei in Kronen endigende Aufsätze und ein Mittelbau; 
in letzterem ein 5,goin hoher, in Kupfer getriebener Christus von 
Schaper. Die 85m hohen Kuppeltürme über den Ecken werden 
die Glocken aufnehmen. Auf dem Hauptgesims zehn Apostel von 
Manzel, Brütt, Baumbaeh, Herter^ Calandrelli und Pfannschmidt. — 
Auch die Rückseite an der Spree, mit den zu beiden Seiten der 
Apsis sich hinziehenden Nebenräumen, wird von kleineren Kuppel- 
türmen abgeschlossen; darunter in Nischen die beiden Engel vom 
alten Dom. Oben neben der Apsis Moses, von Janensch, und 
Johannes d. T., von Vcgel. — Die von den vier Kuppeltürmen um- 
gebene Hauptkuppel ist achtteilig; ihr äußerer Durchmesser 
beträgt 38m, der innere 31m. Über der Attika der reich gestalteten 
Trommel acht 5,2m hohe musizierende Engel, von Schott. 

Das Inneee, dessen Vollendung niclit vor 1905 zu erwarten ist, besteht 
aus drei Teilen. Den Raum unter der Kuppel nimmt die Fest- und 
Predigtkirclie ein, zu welcher der Haupteingang führt. Erleuchtet 
wird sie durch einen Lichtring von 140qm und acht große Fenster der 
Knppel, In der Kuppel sind Mosaikbilder der acht Seligpreisungen nach 
A. von Werners Entwürfen angebracht. Die Modelle für die Reliefdar- 
stellungen aus der Apostelgeschichte in den vier Zwickeln stammen von 
0. Lessing. Den Fuß der Trommel werden acht 4m hohe Standbilder um- 
geben: Luther und Melanchthon (von Pfannschmidt)^ Zwingli (von /awenscÄ), 
Calvin (von Calandrelli)^ Friedrich der Weise (von E. Begas). Joachim II. 
(von Magnussen), Philipp der Großmütige (von Schott) und Albrecht A-on 
Preußen (von Baumbach). Der 1960 Sitzplätze enthaltende Kirchenraum 
hat die Gestalt eines ungleichseitigen Achtecks. In die Halbkreisnischen 
der kurzen Seiten sind die freistehende Kanzel und Emporen eingefügt. 
An die langen Seiten schließen sich drei Kreuzarme mit Emporen und 
nach Osten die Apsis. Diese ist mit dunkelrotem Marmor bekleidet; die 
Glasmalereien ihrer drei großen Fenster stellen dar: die Auferstehung 
Christi, Johannes d. T. und Luther. Die Vorräume der Empore für den 
Hof (w.) schmückt Beriet mit Bildern aus dem h. Lande; die Orgelempore 
(n.) malt W. Friedrich mit biblischen Darstellungen aus. — Südlich die 
Tauf- und Trauungskirche der Domgemeinde, ein 18m langer, 9m 
breiter Saal mit Tonnengewölbe. Der plastische Schmuck des Äußeren 
rüjirt von 0. Lessing her. — Nördlich die Denkmalskirche, 35m lang, 
ebenso breit. Der fünfeckige Hauptraum ist von einem Kapellenkranz 
umgeben. Hier werden u. a. auf'j,estellt werden : das Bronzedenkmal des 
Kurfürsten Johann Cicero (t 1499) von Peter und Johann Vischer, mit 
doppelter Darstellung des Verstorbenen, 1530 vollendet (vgl. S. 140); die 
zinnernen Prunksärge des Großen Kurfürsten (f 1688) und seiner Gemahlin 
Dorothea (■}• 1639), des Königs Friedrich I. (f 1718) und seiner Gemahlin 
Sophie Charlotte (r 1705), die beiden letzteren nach Schlüters Entwürfen 
(vgl. S. 54); ferner ein Marmordenkmal Bismarcks von R. Begas (der Kanzler 
als Ritter sitzt über einem Sarkophag, an den sich die Genien der Ge- 
schichte und des Ruhms lehnen) und eine Kreuzabnahme von M. Lock. — 
Aus der Denkmalskirche steigt mau zu der sich unter der ganzen Anlage hin- 



Königl. Schloß. BERLIN. 2. Abschnitt. 59 

ziehenden 4,5xn hoten Hohenzollerngruft hinab. Sie wird die noch, 
vorhandenen 87 Särge von Mitgliedern des Herrscherhauses aufnehmen. 

Den schönsten Blick auf den Dom hat man vielleicht vorn an der 
Spree bei der Bauakademie (S. 123) oder bei der Adlersäule am Schloß 
(s. unten). Zu empfehlen ist auch ein Rundgang über die Kaiser-Wil- 
helm-Brücke (s. unten), am jenseitigen Spreeufer entlang, zurück über die 
Friedrichsbrücke (S. 13d), dann zur Freitreppe des Alten Museums (S. 65). 



Zwlsclien dem Dom und einem Seitengebäude des Schlosses ist 
1886-89 die Kaiser -Wilhelm-Brücke erbaut worden. Jenseits er- 
blickt man durch die damals entstandene Kaiser -Wilbelm-Straße 
die Marienkirclie [S. 131). 

Das königlicbe ** Schloß (PL R 26} bildet ein Rechteck von 
etwa 192m Länge und 116m Breite und umschließt zwei große 
Höfe. Die Fassade erhebt sich in vier Geschossen 30m hoch, die 
Kuppel bis zu 70, gm. Die Baugeschichte des Schlosses beginnt 
mit der 1443-51 längs der Spree erbauten Burg Kurfürst Fried- 
richs II. Dieser fügte Joachim IL seit 1538 durch Kaspar Theyß 
einen neuen Flügel (am Schloßplatz) hinzu, vor dem eine „Stech- 
bahn" für die Ritterspiele lag, das Ganze ein reiches, von den 
Zeitgenossen vielgepriesenes Werk der deutschen Renaissance. 
Kurfürst Johann Georg vollendete durch 1580-95 ausgeführte Bau- 
ten die Umschließung des östl. Hofes, dem in der Folge ein zwei- 
ter (westl.) Hof angefügt wurde. Unter dem Großen Kurfürsten, 
der zunächst den Anlagen und Bauten des Lustgartens sein In- 
teresse zuwandte, wurden durch Nering 1681 ein Thronsaal, 1685 
die Rundbogengalerie an der Spree errichtet. Der Prachtliebe sei- 
nes Nachfolgers, des letzten Kurfürsten und ersten Königs, Frie- 
drich I. , genügte diese Erweiterung nicht. 1698 wurde unter 
Schlüters Leitung ein umfassender Erneuerungsbau begonnen, 
der die bisherigen ungleichartigen Bauten durch ein einheitliches 
Gebäude in mächtigen Verhältnissen ersetzen sollte. Schlüters 
Riesenplan ist nicht ganz zur Ausführung gekommen ; die an 
der Spreeseite liegenden Teile und der Querflügel sind in alter 
Form erhalten. 1706 schied der Meister aus der Bauleitung aus, 
nachdem der Umbau des auf 90m Höhe projektierten sog. Münz- 
turms (an der nordwestl. Ecke, wo heute die Säule mit dem Adler 
steht) mißglückt war. Auch sein Nachfolger, der Schwede Joh. 
Friedr. Eosander gen. v. Göthe, von dem die Architektur des grös- 
seren Schloßhofes und die westliche Front herrühren , vollendete 
den Bau nicht, erst 1716 brachte ihn Böhme zum vorläufigen Ah- 
schluß. Friedrich II. und Friedrich Wilhelm IL ließen die von 
ihnen bewohnten Räume mit einem neuen, im Stil ihrer Zeit ge- 
haltenen Ausbau versehen. 1825-26 baute Schinkel die Zimmer 
Friedrichs IL für den damaligen Kronprinzen um. Friedrich Wil- 
helm IV. bereicherte durch den von Stüler und Schadow aus- 
geführten Bau der kuppelgeschmückten Kapelle im Westflügel 
1845-52 die äußere Erscheinung des Schlosses in glücklichsterWeise 
und fügte die Terrasse am Lustgarten hinzu. Eine neue Bautätig- 



60 2. Abschnitt. BERLIN. Königl. Schloß. 

keit begann unter Kaiser Wilhelm II. ^ der das Schloß seiner früheren 
Bestimmung, außer zu Repräsentationszwecken und zur Beher- 
bergung fürstlicher Gäste auch als Wohnung für die kgl. Familie 
zu dienen, wiedergab. Die fünf äußeren Portale erhielten mächtige 
schmiedeeiserne Gitter Ton kunstvoller Arbeit; an der Spreeseite 
wurde eine Terras&e mit Landungsplatz angelegt; in neuester Zeit 
endlich erfuhr der Westflügel mit dem Weißen Saal (S. 62) und den 
benachbarten Räumen nach Plänen des Hofarchitekten Ihne einen 
durchgreifenden, erst zum Teil beendeten Umbau. 

Die 1888-89 eingericliteten kaiserl. Wohnräume (unzugänglich) liegen im 
ersten Stockwerk nach dem Schloßplatze zu, die des Kaisers zwischen den 
Portalen I und n, die der Kaiserin schließen sich westlich an. Über Por- 
tal I der „Stemensaal" (unter dem Elisabethsaal des zweiten Obergeschosses, 
vgl. unsern Schloßplan), wo die Fahnen und Standarten der Berliner Re- 
gimenter aufbewahrt werden. Eine aufgezogene Purpurstandarte (auf der 
Nordseite) zeigt die Anwesenheit des Kaisers an. 

Im Äußern des Schlosses zeigt sich an den beiden von Schlüter 
herrührenden Langfronten ein feiner Unterschied zwischen der streng 
monumentalen Südfassade am Schloßplatz und der zierlich belebten 
Nordfassade am Lustgarten (damals Gartenseite). Die Stand- 
bilder auf der Dachbalustrade an letzterer, KaiserWilhelm I. als Ju- 
piter, die Kaiserin Augusta als Juno, Kaiser Friedrich als Mars, die 
Kaiserin Friedrich als Minerva, sind modern. Die Rossebändiger vor 
Portal IV, in Bronze von Baron Clodt, sind ein Geschenk des Kai- 
sers Nikolaus I. von Russlaud (1841). — Die Westfassade Eo- 
sanders mit ihrem großen, dem Severusbogen in Rom nachgebildeten 
Hauptportal ist trockener, aber immerhin von großartiger Wirkung. 
Die beiden Bronzereliefs von 0. Lessing (1897) beziehen sich auf 
Kurfürst Friedrich II. als Erbauer der Burg und auf König Fried- 
rich I. als Bauherrn des Schlosses. — Yon der aus der Burgstraße 
gut sichtbaren Wasserfront gehört der südliche Teil zunächst der 
Kurfürstenbrücke, mit dem „grüner Hut" genannten Rundturm, 
hinter dem innen die alte Schloßkapelle liegt, noch dem Schlosse 
Joachims IL an ; der folgende, vorspringende Teil mit den Eck- 
türmchen heißt „der Herzogin Haus" und stammt aus den ersten 
Jahren des xvii. Jahrhunderts. Dann folgt die in klassischer Hoch- 
renaissance behandelte Galerie Nerings von 1685 und die Stirnseite 
des gleichzeitig umgebauten, vom Großen Kurfürsten und anfänglich 
auch von Kurfürst Friedrich III. bewohnten nordöstl. Eckflügels. 

Durch Portal IV, das ein Militirposten öffnet, tritt man in den 
äußeren Schloßhof, in dessen Mitte eine große Bronzegruppe 
des h. Georg mit dem Drachen^ von Kiß (1865), steht. Das Quer- 
gebäude, das den Hof nach 0. abschließt, gehört noch dem Bau 
von 1580 an, doch sind die dekorativen Zutaten modern. 

Ein Durchgang führt nach dem *inneren Schloßhof, der 
als ein Meisterwerk Schlüterscher Architektur gilt. Auf drei Seiten 
ist er von Bogenhallen umgeben. Links im Portal V ein Standbild 
des Großen Kurfürsten^ von Franz du Sart (1651). 



öMi^ycjiii teiiaii 




Königl. Schloß. BERLIN. 2. Abschnitt. 61 

Zur Besichtigung der *Innenräume des Schlosses meldet 
man sich heim Eintritt in den inneren Schloßhof links, wo die 
Karten ausgegehen werden (S. 35). Der Eingang ist im Ostflügel. 
Schirme und Stöcke, die draußen zu lassen sind, findet man später 
am Ausgang wieder (kein Trinkgeld). — Man steigt den alten 
„Wendelstein" hinauf zum 

II. Stockwerk, dessen nach dem Lustgarten zu gelegene Fest- 
räume gewöhnlich allein gezeigt werden. — Im Ostflügel der 
Schweizersaal, ehemals Versammlungsort der Schloßgarde, jetzt 
hei Festlichkeiten Eintritts s aal. — Man hetritt weiter die heiden 
P arade-Yorkammern; in der ersten (1) die Bildnisse der Ge- 
schwister Friedrichs d. Gr. Yon Pesne; in der zweiten (2), welche 
noch die alte Schlütersche Decke aufweist, Bildnisse des Gr. Kur- 
fürsten und seiner Familie, Friedrich Wilhelms I. als Kronprinzen, 
Peters d. Gr. und Katharinas II. von Rußland. 

Im NoiiDFLüGEL das im Schlüterschen Stil wiederhergestellte 
Königszimmer (3), das in die Wände eingelassen Bildnisse 
sämtlicher preußischen Könige (bis Kaiser Friedrich) enthält, die 
ersten drei von Pesne. — Westl. folgen die Yon Schlüter erhauten und 
überreich ausgeschmückten, von Stüler zum Teil etwas modernisier- 
ten Paradekammern. In der *Roten Drap d'or Kammer (9) 
„König Wilhelm I. bei Gravelotte", von Camphausen ; über dem Ka- 
min ein Relief von Schlüter. — Dann die RoteAdler- (Branden- 
burger) Kammer (10), mit seidenen Tapeten ; Kandelaber und 
Tische jetzt aus versilbertem Holz, die Originale von Friedri^ih d. Gr. 
eingeschmolzen ; Camphausen „der Große Kurfürst bei Fehrbellin". 
— Im *Ritter-(alten Thron-) Saal erreicht die barocke Pracht 
der Dekoration ihren Gipfel: die allegorischen *Gruppen der vier 
Erdteile über den Seitentüren gehören zu den besten Werken 
Schlüters; beachtenswert auch die Holzschnitzerei der großen Mittel- 
tür unter dem Trompeterchor, dieser ursprünglich (1739) mas- 
siv silbern, von Friedrich d. Gr. 1745 eingeschmolzen. Den Kri- 
stall-Kronleuchter kaufte Friedrich Wilhelm III. von der Stadt 
Worms. Auf dem von Eosander angeordneten Augsburger Prunk- 
Büfett (1703) die hervorragendsten Prachtstücke der kgl. Silber- 
kammer (darunter ein Jamnitzer-Pokal), in der Mehrzahl aus der 
Zeit der beiden ersten preußischen Könige stammend, der Rest 
eines einst bedeutenden, inKriegszeiten eingeschmolzenen Schatzes. 
In diesem Saale finden die Ordensverteilungen und die Cour bei 
Hoffesten statt. — Die Schwarze Adler- Kamm er (11), ähnlich 
ausgestattet wie die Rote, enthält ein Bild von Camphausen, 
„Friedrich d. Gr. nach der Schlacht bei Leuthen". Allegorisches 
Deckengemälde „die Stiftung des Schwarzen Adler-Ordens" von 
Leygebe, — In der Roten Samtkammer (12) schöne Bilder des 
Gr. Kurfürsten, Friedrichs I. und seiner Gemahlin Sophie Charlotte, 
in alten Prachtrahmen ; bemerkenswert die alten Samttapeten mit 
silbernen Borten, sowie das vergoldete Mobiliar. — Die frühere 



62 2. Abschnitt. BERLIN. Königl. Schloß. 

Kapelle- (13) ist 1879 zum Kapitelsaal des hohen Ordens 
vom Schwarzen Adler eingerichtet worden; das Bild von A. 
V. Werner schildert die erste Verleihung des Ordens durch König 
Friedrich I. am 18. Januar 1701. Weiter die 

Bildergalerie (60ml., 7,6m hr., 9,4m h.), die hei Festlich- 
keiten als Speisesaal dient und für 400 Gedecke ausreicht. An der 
Fensterseite (schöner Aushlick auf die Linden und die Gebäude am 
Lustgarten) u. a. : Szene aus der Schlacht bei Hohenfriedberg 
(1745), Gefecht der preußischen Marine unter Prinz Adalbert bei 
Tres Forcas (1856), Szene aus der Schlacht bei Kolin (1757), von 
Böchling. An der Hauptwand: König Friedrich I. auf dem Thron- 
sessel, von Pesne; *Krönung König Wilhelms I. zu Königsberg 
1861, von Menzel; Kaiser Wilhelm I., von Winterhalter ; Kaiser 
Friedrich, von Keinke; Kaiser Wilhelm II. und Kaiserin Auguste 
Viktoria, von v. Angeli; Kaiserproklamation in Versailles 1871 
und Eröffnung des Reichstages durch Kaiser Wilhelm II. 1888, 
beide von A. v. Werner. Am Ende der Galerie r. zwischen den 
Fenstern die *Doppelstatue der Kronprinzessin Luise und ihrer 
Schwester Friederike (1795), von Schadow. 

Im Westflügel betritt man zunächst die neue Galerie am 
WeiJ3en Saal, deren Anbau (vgl. S. 60) die früher isolierte Lage 
dieses Saales beseitigt hat. Gobelins mit Darstellungen aus dem 
Leben Don Quijotes , 1774-76 in Paris gewebt, ferner Bildnisse 
von Mitgliedern befreundeter Herrscherfamilien schmücken ihre 
Wände. — Der*Weiße Saal (32m 1., 16m br., 13mh.), 1728 be- 
gonnen, 1844 von Stüler ausgebaut, hat 1894-95 durch Ihne eine 
vollkommene Neugestaltung erhalten, die sich an die ursprüngliche 
Architektur vor dem Stülerschen Ausbau anlehnt. Die Decke ist 
erhöht und mit reichem plastischem Schmuck versehen worden ; 
die vier Mittelfelder zeigen die Wappen der Hohenzollern als Burg- 
grafen, Kurfürsten, Könige und Kaiser. Die Reliefs von 0. Lessing^ 
in der Wölbung zwischen der Decke und den Wänden, stellen den 
siegreichen Krieg als Förderer von Kunst, Wissenschaft, Handel und 
Industrie dar. Die Verkleidung der Wände mit farbigem Marmor 
und vergoldeter Bronze ist 1903 vollendet worden. Zwischen den 
Pilasterpaaren der Langseiten neun Marmorstandbilder preußischer 
Herrscher im Alter ihrer Thronbesteigung: der Große Kurfürst, von 
Schaper, Friedrich I., von Böse, Friedrich Wilhelm L, von Schott, 
Friedrich d. Gr., von Magnussen, Friedrich Wilhelm IL, von Calan- 
drelli, Friedrich Wilhelm III., von Eherlein, Friedrich Wilhelm IV., 
von ünger, Wilhelm L, von K. v. Üchtritz, und Friedrich III., von 
Baumhach. Im Weißen Saale finden die feierliche Eröffnung des 
Reichstags und des Landtags und die großen Hof festlichkeiten statt. 
Durch das anstoßende Treppenhaus gelangt man in die 
*Schloßkapelle (vgl. S. 59). Der achteckige Raum, von 22,4 
und 20,8m Durchmesser und 34,5m Höhe, ist an Wänden und Fuß- 
boden mit kostbarem farbigem Marmor bekleidet und mit Fresken 



Nationaldenkmal. 



BERLIN. 2. Abschnitt. 63 



auf Goldgrund verziert ; der Altar mit vier monolithen Säulen von 
goldgelbem ägyptischem Alabaster; dahinter ein stark vergoldetes, 
mit großen Edelsteinen besetztes Silberkreuz. 

Die Gesamtzalil der Säle und Gemäclier des Schlosses beläuft sich auf 
etwa 700, doch sind andere als die oben beschriebenen kaum zugänglich. 
An das Königszimmer (PI. 3; S, 61) schließen sich im zweiten Stock- 
werk nach der Spree hin die „Alten Paradekammern", vor Beginn des 
Schliiterschen Schloßbaues die "Wohnung Kurfürst Friedrichs III., mit 
reicher Dekoration aus der Zeit. Zunächst die Boisierte Galerie (4), mit 
Bildern des Gr. Kurfürsten und seiner Familie. Dann das Eurfürstenziminer 
(5), mit den Bildnissen sämtlicher hohenzollernschen Kurfürsten (in einem 
Nebenraum die alten Grafen von Zollern und die Burggrafen von IfTürn- 
berg); das Chinesische Kabinett (5a)-, das Eronkabinett (6), worin ehemals die 
Kronjuwelen aufbewahrt wurden, die Betkammer Friedrichs I. (7) und die 
noch jetzt bei Hochzeiten des königlichen Hauses ihre historische Rolle 
spielende Brautkammer (8), u. s. w. — Weiter auf der Wasserseite: die Neue 
Galerie (15), mit Frauenbildnissen aus der Verwandtschaft Friedrichs d. Gr. 
von Pesne, die -'Braunschiceigischen Kammern (16), das mit Ansichten des 
Berliner Schlosses aus kurfürstlicher Zeit von C. und P. Graeb geschmückte 
Turmzimmer im „Grünen Hut" (17) mit dem benachbarten Kapellenzimmer., 
die jüngst in deutscher Renaissance ausgebauten Kleistschen Kammern (18), 
mit zehn Bildern von L. Cranach, die Elisabethkammern (19), ehemals 
Wohnung der Königin Elisabeth Christine, Gemahlin Friedrichs d. Gr., 
später der Königin Elisabeth, Gemahlin Friedrich Wilhelms IV., und die 
Prinzessin ifarie- Wohnung (20); in einem Nebengemach (21) wurde am 
14. Januar 1712 Friedrich d. Gr. geboren. — Im ersten Stockwerk: auf 
der Lustgartenseite die ''Königskammern^ als Wohnung Friedrieh Wilhelms II. 
von Gontard und Erdmannsdorf ausgebaut, gegenwärtig das vornehmste 
Ab.steigequartier für fremde Fürsten; im Südostflügel {yon der alten Schloß- 
kapelle,tdem bedeutendsten Rest des .Joachimschen Baues, bis zu Portal Ilj 
die Wohnung Friedrichs d. Gr., 1825-26 von Schinkel als Wohnung des 
Kronprinzen Friedrich Wilhelm neu dekoriert, jetzt z. T. vom Kaiser be- 
wohnt. — Im Erdgeschoß dea Nordwest flügels befand sich die 
Wohnung Friedrich Wilhelms I. ; die späteren „Petits Appartements" Friedrich 
Wilhelms II. sind noch im Charakter ihrer Zeit erhalten. 

Der Westseite des Schlosses gegenüber ragt am Rande einer 
erhöhten Plattform das nach Beinhold Begas' Entwurf ausgeführte 
*Nationaldenkmal für Kaiser Wilhelm I. (PI. R 26, 25) auf. Die 
Gesamthöhe des Denkmals beträgt 20m, die Höhe von Roß und 
Reiter 9m. Der Kaiser im Feldmantel, die Rechte auf den Kom- 
mandostab gestützt, zügelt das seinem Leibpferd Hippokrates nach- 
gebildete, kräftig ausschreitende Roß, das von einem anmutigen 
weiblichen *Friedensgenius geleitet wird. An den Ecken des 
Sockels vier Siegesgöttinnen. Vor den Langseiten lagern die Ko= 
lossalflguren des Krieges (n.) und des Friedens (s.). Ihnen ent- 
sprechend stellen die Flachreliefs am Sockel die Schrecken des 
Krieges und die Segnungen des Friedens dar. Vor den Sockel- 
ecken halten auf Trophäen vier Löwen Wache. — Die Plattform 
trägt auf drei Seiten eine von gekuppelten ionischen Säulen 
gebildete Sandsteinhalle von Hälmhuher. Vorn schmücken die Attika 
Gruppenbilder der vier Königreiche : Preußen von Breuer, Bayern 
von Gaul, Sachsen von Kraus, Württemberg von Breuer. Die 
vier Gruppen auf der Rückseite, vom Schinkelplatz (S. 123) aus 
zu besichtigen, stellen dar : Handel und Schiffahrt von L. Cauer, 



64 2. Abschnitt. BERLIN, Schloßplatz. 

Knnst von Hidding, Wissenschaft von K. Begas, Ackerbau und 
Gewerbefleiß von L. Cauer. Beide Eckpavillons tragen bronzene 
^Viergespanne: n. mit Borussia, von Götz, s. mit Bavaria, von 
Bernewitz. — Der Kaum für die Anlage wurde durcb Abbruch der 
Scbloßfreibeit gewonnen. Die Kosten betrugen 4 Millionen Mark; 
der Guß ist von Gladenbeck. Die Enthüllung fand am 22. März 1897. 
dem hundertsten Geburtstag des Kaisers, statt. 

Der Schloßplatz (PL R25, 26), südl. vom Schlosse (Straßeu- 
bahnen S. 14, Nr. 60, 61, 63, 80), ist neuerdings in einen Schmuck- 
platz verwandelt worden. In der Mitte seit 1891 der dem Kaiser 
Wilhelm II. von der Stadt geschenkte monumentale*ScMoßbrunnen, 
von R. Begas: Neptun auf Felsen thronend, unterhalb Tritonen 
und Patten; in dem 18m breiten Becken vier Wassertiere; auf dem 
Rand Rhein, Oder, Elbe, Weichsel. 

An der Südseite des Schloßplatzes, zwischen der Spree und der 
Breiten Straße, der kgl. MarstaU, 1897-1900 von Ihne im Re- 
naissancestil neu erbaut. Länge der Hauptfront 93, der Wasserfront 
176m. Der bildnerische Schmuck ist von O. Lessing : auf der Attika 
Rossebändiger und antike Kriegerflguren ; an den Enden der Haupt- 
front je ein Wandbrunnen, 1. mit Prometheus und den Okeaniden, 
r. mit Perseus und Andromeda. Unter den von dem Neubau um- 
schlossenen älteren Marstallgebäuden in der Breiten Straße (vgl. 
S. 128) hat Nr. 35, das ehem. Ribbecksche Haus, ein schönes Re- 
naissanceportal von 1624. 

Besiclitigung des Marstalls (Eingoug Breite Str. 37) s. S. 33. 

— Die Pferde befinden sich in zwei Stockwerken des Spreeüügels, darüber 
die Wagen. Ferner hier ein kleines historisches Museum: Schlitten, 
auf dem der Große Kurfürst 1679 über das Kurische Haff den Schweden 
nachsetzte; Friedrichs des Gr. Schimmel von Mollwitz, Wilhelms I. Leib- 
roß Sadowa ; Galawagen und Prunkschlitten aus der Zeit der ersten Könige. 

— Im Hauptflügel eine große Halle mit dem Krönungswagen von 1740, 
außerdem die Sattel- und Geschirrkammern. 

Östl. Überschreitet die Kurfürstenhräcke (PL R 26) den Alt- 
Berlin von Alt-KöUn trennenden Spreearm, 1692-95 nach Plänen 
Nerings erbaut, 1895 in Anlehnung an die früheren Bauforraen 
erneut und verbreitert. Ausblick auf die Wasserseite des Schlosses 
(S. 60), den Dom, das Rathaus (S. 129), die Georgenkirche (S. 134) 
und das Dammmüblengebäude (S. 129). 

Auf der Brücke das **Reiterbüd des Großen Kurfürsten (f 1688) 
aus Erz, von Schlüter, in ihrer Art wohl die bedeutendste Schöpfung 
der Spätrenaissance (1703). In erhabener Einfachheit, aber von voll- 
endeter künstlerischer Durchbildung, wirkt es, trotz des römischen 
Kostüms, vor allem durch die ruhige Majestät des Fürstenbildes 
gegenüber den lebensvollen, heftig bewegten Sklavenflguren am 
Sockel, welche die vom Kurfürsten bekämpften feindlichen Ge- 
walten andeuten. Die Reliefs auf den Seitenflächen stellen (1.) das 
Kurfürstentum mit dem alten, (r.) das Königtum mit dem neuen 
Schlosse dar. 



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Altes Museiim,imttleres Gesdujss 
Galerie der Original-SkulptureR. 



65 



3. Museumsinsel. 

Straßenbahnen (S. 14ff.): Kr. 33, 39, 40, 53, 54,55, nahe N und 5 
vgl. auch S. 54. 

An der Nordseite des Lustgartens (S. 57} erhebt sich das Alte 
Museum (s. unten), dahinter und mit ihm durch einen über die 
Straße geführten Gang verbunden, das Neue Museum (S. 80). 
Rechts davon die Nationalgalerie (S. 92). — Noch diesseit der 
Stadtbahn das Pergamon-Museum (S. 87) sowie ein Grebäude für 
die Olympia- Ausstellung (S. 89) und die vorderasiatischen Alter- 
tümer (S. 88). Jenseit der Stadtbahn, auf der Spitze zwischen den 
Spreearmen, das im Innern noch unvollendete Kaiser -Friedrich- 
Museum [S. 89). 

Die nachfolgende Beschreibung gibt nur eine kurze Übersicht 
der hervorragendsten Kunstschätze der königl. Museen. Die be- 
gonnene Übertragung eines Teils der Sammlungen des AltenMuseums 
(vgl. S. 68) in das Kaiser- Friedrich-Museum hat großeVeränderungen 
zur Folge. Die beste Beschreibung findet man in den im Innern 
verkauften amtlichen Führern; die außerhalb von Händlern an- 
gebotenen Verzeichnisse sind schlecht. 

Generaldirektor der kgl. Museen (einschließlich derjenigen für Kunst- 
gewerbe und für Völkerkunde, S. 113 und 110) ist der Wirkl. Geh. Oher-Reg. 
Rat Dr. Richard Schöne., Exz. — Direktor der Gemäldegalerie im Alten Museum 
und der Sammlung der Bildwerke der christlichen Epoche: Geh. Reg. Rat 
Dr. Bode; der Antikensammlung und des Antiquariums : Geh. Reg. Rat 
Dr. KekuU V. Stradonitz ; des Kupferstichkabinetts: iu Vertretung Prof. Dr. 
Springer; der Sammlung ägyptischer Altertümer: Prof. Dr. Erman; der 
Sammlung vorderasiatischer Altertümer: Prof. Dr. Delitzsch; des Münz- 
kabinetts: Prof. Dr. Menadier und Prof. Dr. Dressel; der Nationalgalerie: 
Prof. Dr. H. v. Tschudi. 

a. Das Alte Museum. 

Besuchszeit s. S. 33. — Der amtliche Führer durch das Alte und 
Neue Museum (1902; 50 Pf.), sowie Spezialkataloge und Photo- 
graphien werden im Heroensaal (S. 67) verkauft. 

Das **Alte Museum (PI. R 26), 1824-28 von Schinkel erbaut, 
ist 86,7m lang, 53,5m tief und 19m hoch und hat eine von 18 
ionischen Säulen getragene Vorhalle, zu der eine breite Freitreppe 
hinanführt. Es ist „eine Reproduktion griechischer Baukunst im 
höchsten Sinne" und unter Schinkels Werken weitaus das popu- 
lärste. Auf dem erhöhten Mittelbau vorn die Rossebändiger vom 
Quirinalplatz in Rom, Nachbildungen von Tieck; hinten Pegasus 
von Hören gezähmt und getränkt, von Schievelbein und Hagen. 

Auf den "Wangen der Freitreppe: r. *Amazone zu Pferde, 
einen Tiger abwehrend, von Kiß ; 1. Jüngling zu Pferde, den Speer 
auf einen Löwen schleudernd, von A. Wolff. 

In der Vorhalle, rechts vom Eingang, Marmorstandbilder von 
Künstlern und Kunstgelehrten : Bauch (f 1857) von Drake, Corne- 

Bsedeker's Berlin und Umgebung. 13. Aufl. 5 



66 3. Äbsehnüt. BERLIN. AÜes Museum: 

lim et 1867) von Calandrelli, G. W. von KnoheUdorff{^ 1753) von 
Karl Begas d. J., Schlüter (f 1714) von Wiese und Winckelmann 
(j- 1768) von Wißlimann; links Schinkel (j i8U) von Tieck (Ko- 
pie), Otfried Müller (j 1840) von Tondenr, ChodowiecM (f 1801) 
von Otto, Carstens (j 1798) von Janenscli und G. Schadow (-j- 1850) 
von Hagen. Die Fresken, nach Äc/imfeeis Entwürfen unter Cornelius^ 
Leitung ausgefülirt, stellen in antiker Anschauungsweise links die 
Entwicklung der Weltkräfte vom Chaos zum Lichte, rechts die Bil- 
dung menschlicher Kultur und Sitte dar; schöner sind die Original- 
entwürfe im Schinkel-Museum (S. 162). — An die Vorhalle schließt 
sich der Zugang zum mittleren Geschoß des Museums (s. unten). 

In der zweiten, oherenYorhalle, zu der eine Doppeltreppe 
hinanführt, hat man einen trefflichen Blick üher den Lustgarten 
nach dem Dom und dem Schloß. Die große Vase ist eine Kopie der 
berühmten antiken Warwick-Vase in England. Die Fresken nach 
Schinkel stellen den Kampf des Kulturmenschen gegen die Barbaren 
und die Elemente dar. 

I. MlTTLEE.ES GESCHOß. 

Die mit einem Kuppelgewölhe üherdeckte *Rotunde, die 
man zunächst betritt, ist berühmt durch ihre vollendete Raum- 
"wirkung. In ihr heginnt die Aufstellung der 

*Antiken- Galerie. Den Grundstock hildeten die Ankäufe 
Friedrichs des Großen (Sammlung des Kardinals Polignac), meist 
Mittelgut aus der späteren Zeit der römischen Kunst und vielfach 
stark restauriert. Zu größerer Bedeutung gelangte die Galerie erst 
durch neuere Erwerbungen, namentlich durch den Ankauf der 
Saburowschen Sammlung attischer Bildwerke 1884. Die Skulpturen 
sind aus Marmor, wenn nichts anderes hemerkt ist. Große illustrierte 
Beschreibung der antiken Skulpturen 1891 (25 J^). 

In der Rotunde zwischen den Säulen Kopistenarheiten der römi- 
schen Kaiserzeit. Bemerkenswert 1.: *7. Amazone, nach Polyklet; 
215. Meleager, nach einem griech. Original des iv. Jahrh. — An 
die Rotunde schließt sich der Heroensaal (S. 67), durch den wir 
uns r. nach dem 

Ostsaal hegeben. Die drei durch Vorhänge getrennten Ab- 
teilungen enthalten fast nur Skulpturen der römischen Kaiserzeit. 
Letzte Abteilung: 354. Sitzbild eines Kaisers mit Trajankopf; 341. 
Togaflgur mit Gäsarkopf ; 332. (1.) Kopf des Scipio Afrieanus Maior; 
343. stark ergänztes Standbild des Augustus (aus der Sammlung 
Pourtales); an den Fenstern 1549. Porträtkopf eines Römers, ohne 
Nr. Knabenkopf, *1467. Knahenkopf aus augusteischer Zeit; an 
den Säulen 391. Doppelherme Seneka-Sokrates, *342. Büste Cäsars 
aus Basalt (antik?); 843a. Sarkophag aus augusteischer Zeit. — 
Mittlere Abteilung: an der Rückwand Bekrönung eines großen 
Rundgrabes aus Falerii; 843 b. Sarkophag mit Medeasage ; an der 
Fensterseite 4. bekränzter Knabe, Bronzestatue aus dem n. Jahrh. 



Antike Skulpturen. BERLIN. 3. Abschnitt. 67 

n. Chr., 1858 bei Xanten im Rhein gefunden, 960. Kopf eines 
Kriegers, 363. Antinooskopf; am Vorhang 358. Hadriankopf aus Ba- 
salt; an den Säulen 462, 463. Büsten von Barbaren (Germanen?). — 
Vordere Abteilung: 494. Knöchelspielerin mit Porträtzügen ; an den 
Fenstern ohne Nr. *Negerkopf aus Griechenland ; 447. Porträtkopf 
einer Römerin; an der Säule *384. Caracalla. 

Heroensaal. Bezeichnung der Abschnitte unter den Fenstern. 
Abschnitt XXI: 221. Polyhymnia, nach einem Original aus der 
Zeit der Pergamener; 1486. männl. Torso pergamenischen Stils; 
218. Euterpe. — Abschnitt XX: *208. tanzende Mänade, griech. 
Werk der Diadochenzeit (Torso); 610. (am Fenster) Mänadenkopf, 
Kopie eines griech. Originals des rv. Jahrh. ; 76 a. (unter Glas) 
Athenakopf mit Spuren der Bemal ung, nach der Parthenos des 
Phidias. — Von hier in das Eteuskische Kabinett, das meist 
Gräberfunde enthält: in der Mitte ein großer reich bemalter Tuff- 
sarkophag (vi. Jahrh.) ; Sarkophage und Urnen, auf denen die Toten 
liegend dargestellt sind (besonders 1. 1261); Urnen in Form eines 
Hauses (besonders 1242, dem Eingang gegenüber); 1. 1262. thro- 
nende Proserpina; davor 734. griechische Malerei auf Marmor 
(vi. Jahrh.). — Weiter im Heroensaal zum Abschnitt XIX : 262. 
tanzender Satyr (iii. Jahrh.); Löwe aus pentelischem Marmor 
(iv. Jahrh.); am Fenster 1. 28. Aphrodite (Torso), ähnlich der medi- 
ceischen. — Abschnitt XVIII : 591. Kalliope; 222. Urania. — Ab- 
schnitt XIV: 300. Porträtherme des Piaton, mit Inschrift; 295. 
Büste Herodots. — Abschnitt XIII: 59. Artemis aus der Samm- 
lung Colonna; am Fenster 316, 317. griech. Porträtköpfe. — Ab- 
schnitt XII: 1542. kleiner Bronzetorso eines Hypnos; 509. Jüng- 
lingstorso, Kopie eines griech. Werkes des v. Jahrh. ; am Fenster 296. 
Sophokles und *297. Euripides. — In dem von hier aus zugänglichen 
Griechischen Kabinett : Bronzen aus Boscoreale bei Pompeji (Bett- 
beschlag, Gefäße, u. a.) und Funde aus Priene in Kleinasien; bemer- 
kenswert die Tonflgur des Dornausziehers im 1. Sehr., ferner am 
Fenster der kleine Alexanderkopf. — Weiter im Heroensaal nach 
Abschnitt XI: 1051. griech. Marmorthron; 83. Demeter, römische 
Kopie eines griechischen Werkes des v. Jahrh. ; daneben weibl. Ge- 
Tvandstatue, verwandt den Figuren des Parthenongiebels ; am Fen- 
ster *1455. Kopf des Anakreon, nach Kresilas ; an der Rückwand 
925. Medea und die Töchter des Königs Pelias, Kopie eines attischen 
Reliefs aus dem v. Jahrh.; 485. Dornauszieher. 

Westsaal, mit griechischen Originalen. Abschnitt X: R. 
*3. Bronzetorso einer weibl. Gewandstatue, in Kyzikos gefunden 
(iv. Jahrh.) ; *2. „betender" Knabe, griechische Bronze, vielleicht 
aus der Schule des Lysippos, vielleicht auch erst aus dem in. oder 
II. Jahrh. vor Chr., von Friedrich d. Gr. mit 5000 Talern bezahlt 
(Deutung der Figur unsicher, da die Arme ergänzt sind • neuerdings 
für einen Ballspieler gehalten); **1. Bronzetorso eines Jünglings, 
vermutlich Apollo, bei Eleusis gefunden (En^g (^gg y ^Jahrh.) ; 1. 



68 3. Abschnitt. BERLIN. Altes Museum: 

**1482. Grabrelief eines Mädchens, griech. Arbeit aus der ersten 
Hälfte des v. Jahrb.; 1492. attisches Grabrelief der Silenis, mit 
trauernder Sirene als Krönung [Ende des y. Jahrb.). — Abschnitt IX : 
R. *738, *739. attische Grabreliefs des Thraseas und der Lysistrate, 
trefflich erhalten, aus dem Anf. des iv. Jahrb. ; 1. 1473. ein etwas 
älteres Grabrelief, daneben 498, 499. Statuen zweier trauernden 
Dienerinnen, von einem attischen Grabe-, *740. Bruchstück vom 
Grabdenkmal der Nikarete, gegenüber 743. weibl. Kopf aus Eretria, 
beide aus dem iv. Jahrhundert. — Abschnitt VIII : R. 223. Torso 
einer Jünglingsstatuette, gute Kopie eines griech. Originals aus 
dem V. Jahrb. ; 737. kleines attisches Grabrelief der Mynno (um 400 
vor Chr.) und 756. desMeneas und derMenekrateia; *308. bärtiger 
Kopf, eines der ältesten griech. Porträte (vi. Jahrb.); 1456, 1457. 
Tänzerinnen, attisch (v. Jahrb.); darunter 709 a. Weihrelief (Hermes 
und Nymphen) aus der 2. Hälfte des v. Jahrb.; 1. 736. Grabstele aus 
Karystos ; 1495. Weihgeschenkträger in Form einer Säule, aus Melos, 
mit Inschrift des Ekphantos (vr. Jahrb.); 725. Weihrelief für einen 
Wagensieg, aus Oropos (iv. Jahrb.); 1530. Periklesbüste ausLesbos. 
Die bisher hier und in den anschließenden beiden Räumen 
untergebrachte Sammlung der Bildwerke der christlichen Epoche wird 
im Frühjahr 1904 nach dem Kaiser-Friedrich-Museum übertragen 
(S. 90). 

II. ERDGESCHOß. 

Vom Heroensaal führt, gegenüber dem Eingang aus der Rotunde, 
eine Treppe hinab in das Erdgeschoß des Alten Museums (im 
Treppenhaus das Modell eines griechischen Fünfruderers). Hier 1. 
die Bibliothek für die Museumsbeamten, nach Meldung beim Biblio- 
thekar auch Studierenden zugänglich. R. das 

Münzkabinett, dessen Übertragung in das Kaiser-Friedrich- 
Museum (S. 90) im Werk ist. Das Kabinett umfaßt c. 250 000 
Münzen (darunter 110000 antike, nämlich 75 000 griechische und 
35000 römische). Von hervorragender Wichtigkeit war in neuerer 
Zeit der Erwerb der Sammlungen Fox, v. Prokesch- Osten (für je 
300000 .,//), Orote, Dannenberg, Fikentscher und Imhoof (idOO; 
für 460000 .///). Außer den antiken Münzen sind besonders die 
deutschen und orientalischen Münzen reich vertreten, sowie auch 
die mittelalterliche und moderne Numismatik. Eine Hauptzierde 
des Kabinetts bildet die Sammlung italienischer Medaillen des xv. 
und XVI. Jahrhunderts, die sich ehemals im Besitz der Elisa Bona- 
parte-Bacciocchi, Großherzogin vonToskana, später in dem des ver- 
storbenen Direktors Dr. Friedländer befand. Ein großer Teil der- 
selben, sowie eine beträchtliche Zahl der schönsten Münzen aller 
Zeiten, sind im I. Saal in Schaukästen ausgestellt (mit beigeschrie- 
benen Bestimmungen). Trefflich ist auch die Sammlung von deut- 
schen Medaillen sowie von Modellen zu solchen, die in Buchsbaum 
und Speckstein geschnitten sind, ebenfalls zumeist in den Schau- 



Gemälde-Galerie. BERLIN. 3. Abschnitt. 69 

kästen ausgestellt. An Siegelstempeln sind etwa 2000 Stückvorhan- 
den. — Zur Besiclitigung nicht ausgestellter Stücke (nur woclien- 
tags) ist die Erlaubnis des Direktors einzuholen. Verzeichnis, 
2. Aufl. 1890 (50 Pf.) ; vgl. V. Sallet, Münzen und Medaillen, mit 
Ahbildungen, 1898 (3 ^). 

III. OBERGESCHOß. 

Die Doppel treppe im Heroensaal führt zu dem Verbindungs- 
gang zwischen dem Alten und dem Neuen Museum [S. 80} und 
weiter hinauf in das Obergeschoß des Alten Museums zur Gemälde- 
galerie (vgl. S.72). 

Die **Geinälde-Galerie hat zum Grundstock die 1815 in Paris 
aus der Sammlung Giustiniani erworbenen Bil(l,er, die 1821 ge- 
kaufte Sammlung des engl. Kunstfreundes Solly und YOrnehmlich 
eine 1829 getroffene Auswahl von Gemälden aus den kgl. Schlössern. 
Ihre heutige Bedeutung verdankt sie aber erst den Erwerbungen 
der letzten Jahrzehnte. Auf den Ankauf der berühmten, an vor- 
trefflichen Werken der holländischen Schule reichen Suermondtschen 
Sammlung (1874 , für ungefähr 1 000 000 Jß folgten zahlreiche 
Einzelerwerbungen in Italien, England (aus den Gal. Blenheim, 
Dudley u. s.w.), Frankreich und Deutschland, die viele hervor- 
ragende Stücke nach Berlin führten. Steht nun die Galerie auch 
immer noch in der Anzahl der Hauptwerke erster Meister hinter 
den Sammlungen von Florenz, Paris, Dresden, Madrid zurück, 
so kommt ihr an Vollzähligkeit der Künstler der verschiedenen 
Schulen und Zeiten nur die National Gallery zu London gleich. 

Von den italienischen Schulen sind die alten Meister 
vortrefflich vertreten , so aus dem xiv. Jahrhundert („Trecento") 
Duccio, Giotto^ die beiden Gaddi, u. a. Aus dem xv. Jahrhundert 
(„Quattrocento") gehören Fra Angelico's jüngstes Gericht, Sandro 
Botticellis Madonna mit den beiden Johannes und das große Rund- 
bild Luca Signorelli's, Pan unter den Hirten und Nymphen, sowie 
sein Greisenbildnis, Cosimo Turas thronende Maria mit Heiligen, 
ein noch größeres Altarbild von Luigi Vivarini, Antonio Vivarini'a 
Anbetung der Könige, Carlo Crivelli's Madonna mit Heiligen, das 
kleine Bildnis von Antonello da Messina zu den ausgezeichnetsten 
Leistungen dieser Künstler und der Zeit überhaupt. Die Verkün- 
digung \on Piero Pollajuolo , die beiden allegorischen Darstel- 
lungen des Melozzo da Fori). , drei kleine Tafelbilder Masaccio's 
und die Anbetung der Könige von Vittore Pisano zählen zu den 
größten Seltenheiten. — Nicht so vollständig und gut sind die 
Bilder aus der Blütezeit der italienischen Malerei. Von den vier 
Gemälden Raffaels gehören drei seiner frühesten Zeit an, das 
vierte, die Madonna della Casa Colonna, ist nicht vollendet. Ein 
schöner Besitz sind mehrere Gemälde des Sebastiano del Piombo, 
darunter die sog. Fornarina aus Blenheim. Von florentiner Zeit- 



70 3. Abschnitt. BERLIN. * Altes Museum: 

genossen Raffaels ist Andrea del Sarto's großes Altargemälde ein 
malerisches Meisterwerk; die Himmelfah.rt Maria von Fra Barto- 
lomeo gehört in die Zeit seiner etwas handwerksmäßigen Arbeits- 
gemeinschaft mit Albertinelli. Das Bildnis des ügolino Martelli von 
Ang. Bronzino ist ein Hauptwerk dieses florentiner Porträtisten. — 
Unter den Meistern des Helldunkels besitzt die Galerie eine 
Himmelfahrt Christi von Leonardo da Vinci (1884 aus dem Magazin 
hervorgeholt) und von Correggio die nach mancherlei Schicksalen 
immer noch reizvolle Leda. — Die venetianische Schule hat 
von Giorgione ein vortreffliches Männerporträt, von Tizian ebenfalls 
nur Bildnisse aufzuweisen, darunter das unfertige Selbstporträt, 
die Lavinia und das reizende Töchterchen des Roberto Strozzi. Vor 
den großen Altargemälden und Deckenbildern der Bordone^ Fran- 
cesco Vecellio, l^intoretto, Paolo Veronese, Lorenzo Lotto gebührt 
der Vorzug einigen trefflichen Bildnissen von der Hand des letzte- 
ren. — Zahlreich sind die Bilder aus der Schule von Brescia, 
die Savoldo, Moretto und Moroni. 

Die wenig erfreuliche Kunst Italien s im xvii. Jahrhun- 
dert zeigt sich von ihrer günstigsten Seite, in den Naturalisten, 
von denen Caravaggio mit Bildern in jeder Art und Größe ver- 
treten ist. Auch Guido Reni erscheint vorteilhaft in einem großen 
Altarblatte seiner Jugend. Carlo Maratti lernen wir in dem Porträt 
eines jungen Mannes aus der Sammlung Suermondt als Bildnis- 
maler sehätzen. — Die letzte kurze Blüte, die das Rokoko auf ita- 
lienischem Boden in Venedig zeitigt, wird durch einige Werke von 
Tiepolo sowie durch mehrere Städteansichten von Belolto zur An- 
schauung gebracht. 

Aus der alten niederländischen Schule finden wir die 
Flügel des großen Altars von Gent, des berühmten Hauptwerks 
der Gebrüder uan Eyek vor, bekanntlich des ersten vollständig in 
Öltechnik ausgeführten Gemäldes, außerdem noch sechs kleine 
Bilder von Jan van Eyck, darunter sein bestes Bildnis. Von ihrem 
hervorragendsten Nachfolger, Roger van der Weyden ^ weist die 
Sammlung nicht weniger als drei hochbedeutende Flügelaltäre auf. 
Petrus Cristus und Dierick Bouts sind in verschiedenen guten Ge- 
mälden, Hugo van der Goes mit einer Geburt Christi, die der in 
Florenz ähnelt, der Meister von Flemalle mit einer Kreuzigung und 
zwei Bildnissen, Hans Memling in zwei Madonnenbildern und einem 
tüchtigen Bildnis vertreten. Von dem Meister, der die niederlän- 
dische Malerei in die Renaissance überführt, von Quinten Massys, 
ist die Maria mit dem Kinde eines der besten Werke. — Aus der 
gleichzeitigen altfranzösischen Schule besitzt die Sammlung in dem 
Devotionsbildnis des Jean Fouquet die hervorragendste Leistung. 

Die ALTDEUTSCHE ScHULB hat neuerdings eine hervorragende 
Bedeutung erlangt. Nur die Perle der Abteilung, Holheins Bildnis 
des Kaufmanns Gisze, stammt bereits aus der Sammlung SoUy. 
Zwei andere sehr gute Porträte von Holheins Hand sind aus der 



Gemälde-Galerie. BERLIN. 3. Abschnitt. 71 

Suermondtsclien Sammlung, ein drittes, beiden überlegen, stammt 
aus dem Nachlaß des englischen Malers Millais. Neuere Erwer- 
bungen sind sieben ecbte Bilder Yon Alb. Dürer: das Bildnis des 
Kurfürsten Friedricb des Weisen aus frühester Zeit, das köstliche 
Bildnis des Muffel Yon 1526, aus demselben Jahre das Meister- 
werk unter den Porträten des Künstlers, der berühmte Holz- 
schuher, die Madonna mit dem Zeisig und zwei Frauenbildnisse, 
beide in Yenedig gemalt, sowie eine Mater dolorosa. Hauptwerke 
zweier der besten Schüler und Nachfolger Dürers sind: die große 
Anbetung der Könige von Hans von Kulmbach und die Ruhe auf 
der Flucht von Albrecht Altdorfer. Lucas Cranach d.Ä. ist in zahl- 
reichen Gemälden vertreten, von denen die Ruhe auf der Flucht als 
sein frühestes und wertvollstes gilt. Die Bildnisse von Pencz^ Am- 
berger und Bruyn zählen zu den besten Leistungen dieser Meister. 

Die NIEDERLÄNDISCHE ScHULE DES XVI. JAHRHUNDERTS läßt Sich 

in ihrer doppelten Entwicklung zur vlämischen und zur hollän- 
dischen Schule, sowie in der allmählichen Ausbildung der Klein- 
malerei, der Landschafts-, Sittenbild- und Stilllebenmalerei, an 
zahlreichen Werken der hervorragenderen Meister deutlich ver- 
folgen. — Ton Rubens, dem Hauptrepräsentanten der vlämischen 
Schule, besitzt die Galerie im Vergleich zu München, St. Peters- 
burg, Paris, Wien und Madrid zwar nur wenige, dafür zumeist 
ganz eigenhändige Werke. Die Auferweckung des Lazarus gehört 
zu seinen besten Altarwerken, die Befreiung der Andromeda, das 
Bacchanal, die Jagd der Diana und ihre Überraschung durch Satyrn 
zu seinen reizvollsten mythologischen Darstellungen, die h. Gäcilie 
und die gefesselte Andromeda zeichnen sich durch eine ganz einzige 
Wirkung und Leuchtkraft der blumigen Färbung aus, das Bildnis 
seiner ersten Gattin erfreut durch ungewöhnliche Farbenharmonie, 
die unfertige Eroberung von Tunis belehrt über das malerische 
Verfahren des Künstlers. Der h. Sebastian ist ein charakteristisches 
Jugendwerk, ebenso das große Dekorationsbild „Neptun und Amphi- 
trite". — "Von Van Vyck sehen wir die noch unter Rubens' Einfluß 
entstandene Verspottung Christi, ein Prachtbild in der Färbung und 
Energie der Behandlung, zwei kostbare Bildnisse der Genueser 
Periode, endlich eine Beweinung Christi aus der Zeit nach seiner 
Rückkehr aus Italien. Auch Snyders und Fyt sind günstig ver- 
treten. Unter den Bildern des jüngeren Teniers treten die Puff- 
spieler, die große Versuchung des h. Antonius und ein Bauern- 
fest besonders hervor. Bemerkenswert ist eine größere Landschaft 
von Adriaen Brouwer, die in geistreichster Weise nach der Natur 
hingeschrieben ist. — Von der hoUä ndischen Schule ist der 
begabteste Meister der älteren Epoche, Frans Hals^ außerhalb seiner 
Vaterstadt Haarlem nirgends so gut kennen zu lernen wie hier ; 
wir nennen nur die Amme mit dem Kinde und die Hille Bobbe. 
Ebenso ist die Sammlung RembrandV scher Gemälde jetzt eine der 
bedeutendsten ihrer Art. Zu dem alten Besitz des Museums gehören 



72 3. Abschnitt. BERLIN. Altes Museum: Gemälde. 

verschiedene Jugendwerke. Ans Rem"brandts Blütezeit sind Haupt- 
stücke: zwei kleine Bildchen mit Mblischen Motiven, der Prediger 
Anslo, die Johannespredigt, das Bildnis seiner Gattin Saskia, das 
seiner Magd Hendrikje Stoffels am Fenster, die Vision Daniels, die 
Susanna und Joseph von Potiphars Weib verklagt. Unter zehn Land- 
schaften des Jakob van Ruisdael sind zwei Fernsichten von den 
Dünen hei Overveen, der große Eichwald und eine große bewegte 
See Hauptwerke. Terborch's Cellospielerin ist die vollendetste Arbeit 
des Künstlers, seine sog.Väterliche Ermahnung ist durch Goethe be- 
kannt. Die Sittenbildmaler, die sich um Rembrandt scharen, sind 
durch das köstliche Innenleben von Bieter de Hooch, die alte Frau 
von Nicolaas Maes, sowie durch zwei Gemälde des Delftschen Jan 
van der Meer gut vertreten. Auch von Ph. de Koninck, A. van de 
Velde und Wouwerman sind Hauptwerke vorhanden. Besonders 
reich ist die Sammlung an trefflichen Stillleben von J. D. de Heem^ 
Huysum^ Jan Weenix, M. d'Hondecoeter, W. Kalfn. s. w. 

Ausführliches beschreibendes Verzeichnis der Gemälde^ 1 Jl (4. Aufl. 1898) ; 
dasselbe illustriert mit 70 Lichtdrucken, 10 Jl. Lichtdrucke zu 80 Pf. — Name 
und Lebenszeit der Künstler sowie der Gegenstand sind auf jedem Bild 
angegeben. 

Die nachfolgende Beschreibung der Galerie gründet sich 
auf die Anordnung zu Anfang des J. 1904, wird aber wegen der 
bevorstehenden Übertragung der Sammlung in das Kaiser-Friedrich- 
Museum nur noch kurze Zeit Geltung haben. 

Im Eingangs saal waren bisher die neuen Erwerbungen aus- 
gestellt. Skulpturen (von 1. nachr.): Florentiner Meister, Dd.\\^\ 
Gier, da Bologna, Raub der Dejanira (Bronze); M. Ciü/daie, Relief- 
porträt; Schwäbischer Meister (um 1500), Krönung Maria (bemalte 
Holzgruppe); Werkstatt des Veit Stoß, Krönung Maria (bemalte Holz- 
gruppe); Glaskasten mit kleinen Bronzen (bemerkenswert A. Ros- 
seüinö's Knabeiikopf) : Giovanni Pisano, Sibyllen; Donatello und 
dessen Nachfolger, mehrere Madonnenreliefs; Pisaner Schule (um 
1400), Verkündigung, bemalte Holzfiguren; Schule des Oiovanni 
Pisano, David, Apostel, Prophet, Johannes d. T. (Marmor); Sieneser 
Meister (Anfang des xv. Jahrb.), Madonna (Marmor). — Von Ge- 
mälden waren hier: Schongauer , Geburt Christi; J. v. Ruisdael, 
Klosterruine am Bergwasser; *Rubens, Isabella Brandt, des Meisters 
erste Gemahlin, eins seiner vollendetsten Bildnisse (um 1620); 
G. V. St. Jans, Johannes d. T.; Elsheimtr, zwei kleine Landschaften 
mit Merkur und Argus (im Bronzenkasten). 

Wir wenden uns zunächst nach links zu den germanischen 
Schulen (r. die romanischen Schulen, s. S. 77; die Raffaelscheii 
Wandteppiche im Oberraum der S. 66 gen. Rotunde geradeaus sind 
bereits in das Kaiser-Friedrich-Museum übertragen, S. 92). 

I. Oberlichtsaal, deutsche Schule des xiv. bis xvi. Jahrh. 
Links L. Cranach d. i., ohne Nr. *Ruhe auf der Flucht (1504), 
567 b. Bathseba im Bade, 567a. Maria selbdritt. 618. männliches 




Altes Miisemn. Obergescäioss 
Gemälde - Galerie. 



Altes Museum: Oemälde. BERLIN. 3. Ahschnitt 73 

Bildnis, 589. Kardinal Albrecht von Brandenburg als h. Hleronymus, 
565. h. Hieronymus. — 569. Hans Burckmair, der h. Ulrich; *586d. 
H. Holhein d. J., Bildnis eines 54jälir. Mannes, aus der Spätzeit 
des Meisters; 603. Hans Baidung Grien, Kreuzigung; **586. H. 
Holbein d. J., Porträt des Danziger Kaufherrn Jörg Gisze, eines der 
vollendetsten Meisterwerke der Porträtmalerei überhaupt (1532); 
586b und c. H. Holbein d. J., männliche Bildnisse; 639. Barth. 
Bruyn, Madonna mit dem Herzog von Cleve ; 572. H. Burckmair, 
h. Barbara. — 638a. Altdorfer, Landschaft mit Satyrn; A. Dürer, 
557i. Bildnis eines jungen Mädchens (1507), 557b. Madonna; 
556. Amberger, Porträt Kaiser Karls V., 1530 auf dem Reichstage 
in Augsburg gemalt; *638b, 638. Altdorfer, Ruhe auf der Flucht 
nach Ägypten, die H. Franziskus und Hieronymus; **557e. A. 
Dürer, Bildnis des Nürnberger Ratsherrn Hieron. Holzschuher, als 
das hervorragendste Porträt von Dürers Hand weltberühmt (1884 
für 350000 J^ gekauft). — *557f. A. Dürer, Madonna mit dem 
Zeisig, 1506 in Venedig gemalt; *557d. A. Dürer, Porträt des Nürn- 
berger Ratsherrn Jak. Muffel, wie Holzschuher 1526 gemalt; *638e, 
638c. Altdorfer, Geburt Christi, Der Hoffart sitzt der Bettel auf 
der Schleppe; 557c. A. Dürer, BUdnis des Kurfürsten Friedrich 
d. "Weisen, interessantes Jugendwerk (um 1497) ; 557h. A. Dürer, 
betende Maria (1518); *557g. A. Dürer, kleines Bildnis einer Frau, 
ungewöhnlich malerisches, stimmungsvolles Bild (um 1506); 603a. 
Baidung, Flügelaltar mit der Anbetung der Könige. — R. Bilder 
der älteren deutschen Schule: 1235. Meister des Marienlebens, Ma- 
donna mit Heiligen; 563a und d. B. Strigel, Altarflügel; 1222. 
Schule V. Soest, große Kreuzigung; 575. Meister von Frankfurt, die 
h. Anna selbdritt ; 1235 a. Kölnischer Meister der Verherrlichung 
Christi, die Anbetung des Christkindes; 1207-10. Meister Berthold 
von Nürnberg, vierteiliger Altar. 

n. Oberlichtsaal, altniederländische Schule vom xv. und 
Anfang des xvi. Jahrhunderts. L. Roger van der Weyden, *534b. 
Triptychon mit dem Leben Johannes d. T. (geringere Wiederholung 
in Frankfurt a. M.); *535. Flügelaltar, gestiftet von Peeter Bla- 
delin für die Kirche in Middelburg, mit der Anbetung des Kindes, 
der Sibylle von Tibur und den drei Königen auf der Reise ; 534a. 
Reisealtar Kaiser Karls V., mit Szenen aus dem Leben Christi. 

Die Hauptwand nehmen sechs **Flügel des berühmten Genter 
Altars von Hubert und Jan van Eyck ein, der für die Kathedrale 
St. Bavo in Gent gemalt und 1432 vollendet wurde. Die Mittel- 
bilder, unten die Anbetung des Lammes , oben die Einzelflguren 
Gott "Vaters , Marias und Johannes des Täufers , sind noch in St. 
Bavo , die beiden äußersten Flügel der oberen Reihe , Adam und 
Eva, im Museum zu Brüssel. Die hier befindlichen Flügel kamen 
für 100000 fr. an den englischen Sammler Solly und mit dessen 
ganzer Galerie 1821 an Friedrich Wilhelm HL Durch Teilung der 
zweiseitig bemalten Tafeln ist neuerdings die Aufstellung neben 



74 3. Abschnitt. BERLIN. Altes Museum: 

einander ermöglicht worden. Auf Tier Tafeln (512, 513, 516 und 
517) ist der Zug der gerecliten Richter, der Streiter Christi, der 
heil. Einsiedler und Pilger dargestellt, die zum Brunnen des 
Lehens (524. Kopie von M. Coxie) pilgern; auf den ehemaligen 
Außenseiten die Bildnisse der Stifter Jodocus und Isahella Vydt 
(519, 522) und die heiden Johannes (518, 523), ihre Schutz- 
patrone, letztere in Steinfarhe gemalt. Auf zwei anderen Tafeln 
(514, 515) singende und musizierende Engel (die h. Oäcilie), auf 
ihren ehem. Rückseiten (520, 521) der Engel Gahriel und Maria. 
Alles in liehevolister Wiedergahe der Natur und leuchtender 
Färhung. — R. und 1. vom Altar : Meister von Flemalle , *537. 
Philipp der Gute von Burgund und ohne Nr. *Bildnis eines hart- 
losen Mannes. 

*533. Dierick BoutSj Elias in der Wüste, mit Nr. *539, dem 
Passahfest, und zwei andern Tafeln der Pinakothek zu München die 
Innenfiügel eines Altarwerkes bildend, von dem das Mittelhüd, das 
Abendmahl, in der Peterskirche zu Löwen ist; 529. Hans Memling^ 
thronende Madonna ; ohne Nr. ^Hugo van der Goes, Geburt Christi; 
534. Roger van der Weyden, Kreuzabnahme, Kopie nach dem Ori- 
ginal im Escorial. — Rechts Quinten Massys, 574b. h. Hieronymus, 
561. thronende Madonna, farbiges Hauptwerk ; 641. Jean Belle- 
gambe ^ jüngstes Gericht; 586a. /. Mabuse, männliches Porträt; 
*1617. Jean Fouquet, Estienne Chevalier mit seinem Schutz- 
patron, Hauptwerk dieses bedeutendsten französischen Meisters des 
XV. Jahrh. (der andere Flügel des Diptychons im Museum zu Ant- 
werpen). — 585a. Ant. Moro, zwei geistliche Herren (^1544, Jugend- 
werk). — 574b. Quinten Massys, h. Hieronymus. — *532a. A. Ou- 
lüater, Auferweckuug des Lazarus, einziges beglaubigtes Werk dieses 
Begründers der Malerei in Holland; 545c. D. Bouts, Madonna; 529 a 
und b. Flügelbilder von Petrus Cristus; *538a. Meister vonFlemalle, 
Christus am Kreuz; 528b. Memling , Madonna; 532. P. Cristus, 
junges Mädchen; 573. Gerard David, Kreuzigung. 

Neben dem IL Oberlichtsaal liegen zwei Kabinette. 

I.Kabinett, mit kleinen altniederländischen Gemälden. R. 
545. Roger van der Weyden, Karl d. Kühne ; *529c. Memling, Bildnis 
eines älteren Mannes. — Außerdem kleinere Gemälde von J. van 
Eyck: 5'28a. segnender Christus; 523c. Bildnis (Ausschnitt aus 
einem größeren Werke); *523b. Madonna mit dem Kartäuser; *523a. 
Bildnis des Johann Arnolflni; **525a. der Mann mit den Nelken: 
in kleinen Verhältnissen von ähnlicher Meisterschaft wie der Genter 
Altar (S. 73) im großen, von ebenso vollendeter malerischer Durch- 
bildung des Einzelnen wie großer Auffassung; *(ohne Nr.) Christus 
am Kreuz, Maria und Johannes; 528. Christus als König der 
Könige; (ohne Nr.) männliches Bildnis; *525c. Madonna in der 
Kirche. — L. 574c. Quinten Massys, h. Magdalena; 633a. Joes van 
Cleve, Bildnis eines jungen Mannes; Lucas van Leyden, 574a. 
Schachspieler, *584b. Madonna mit Engeln; bö8. Jan Bemessen, 



Gemälde- Oalerie. BERLIN. 3. Abschnitt. 75 

lustige Gesellschaft; 584a. Lucas van Leyden, der h. Hieronymus ; 
1202. Scorel, Agathe van Schoenhoven. 

2. Kahinett, mit den kleinen Bildern der vlämischen Schule 
(xvi. u. XVII. Jahrh.). R. 798t) und c. Rubens, Mars und Venus, 
Fortuna, Skizzen; 856, 866t>. JDau. Teniers d. J., die Puffspieler, 
Gesellschaft heim Mahle; 798f. Rubens, Apostelkopf; 688a. Jan 
Brueghel, Bouquet; 857, 866c. D. Teniers d. J., die Familie des 
Malers, Bauerntanz; 798k. Rubens, Pietä. — 776 d. Rubens, Land- 
schaftsstudie; 650a. Hans Bol, Belustigung im Freien; Sammlung 
von Miniaturen von Bol, Bosse, Petitot, Huot, ChodowiecM, Füger 
u. a. ; 776 e. Rubens, Landschaft mit dem Schiffbruch des Äneas; 
664b, c und a. Elsheimer, der h. Martin, arkadische Landschaft, 
badende Nymphe. — D. Teniers d. J., ohne Nr. Wachstube mit 
Befreiung Petri, 859. Versuchung des h. Antonius; Rubens, *763. 
ein Kind des Meisters, mit einem Vogel spielend; *798g. Eroberung 
von Tunis (unvollendet) ; 780. Vermählung der h. Katharina, Studie. 

Vom IL Oberlichtsaal tritt man durch einen Gang, der mit 
vlämischen und holländischen Gemälden des xvii. Jahrh. behängt 
ist (S. 76), bei *Lucas Cranochs d. Ä. (593) Jugendbrunnen, in die 
Kabinette der holländischen Gemälde. 

1. Rembrandtsaal, mit zwanzig Werken Rembrandts. L. 
8286. Minerva, Jugendwerk; 828i. Alter mit einer roten Mütze 
(um 1655); *828b. Rembrandts Magd Hendrikje Stoffels am Fenster 
(um 1662/64); 811. Moses mit den Gesetztafeln (1659); 808. 
SelbstMldnis (1634); 828m. Bildnis eines jungen Juden, Studie. 
— *828f. Vision des Daniel, von außerordentlich feiner Empfindung 
(um 1650) ; **828h. Potiphars Frau klagt Joseph an, farbiges Haupt- 
werk der späteren Zeit (1655); *828e. die keusche Susanna, ein 
koloristisches Meisterstück (1647); *821a. Ph. de Koninck, große 
Flachlandschaft. — R. *828n. Bildnis des Bruders des Künstlers, 
mit vorzüglich ausgeführtem Helm. — 805. Frau des Tobias mit 
der Ziege (1645). — **828l. der Prediger Anslo und eine ältere 
Frau , großes überraschend lebensvolles Werk aus der Zeit der 
Nachtwache (1641); *812. R.'s erste Frau Saskia (1643, nach deren 
Tode gemalt); 806. der Traum des Joseph (1645). — 828d. der 
Geldwechsler (1627), das früheste bezeichnete Bild des Künstlers; 
823. Raub der Proserpina, Jugendwerk (um 1632); *828a. Rab- 
biner; 802. Simson bedroht seinen Schwiegervater; *828 k. Predigt 
Johannes des Täufers, flgurenreiche Skizze von wunderbarer Leben- 
digkeit (um 1635) ; 810. Selbstbildnis (um 1634) ; 828. Jakob ringt 
mit dem Engel (um 1660). 

2. Kabinett. R. ohne Nr. *G'. Terborch, Dame mit Herrn im 
Gespräch; 842a. Aert van der Neer, Mond Scheinlandschaft; **820b. 
Pieter de Hooch, holländisr hes Innenleben, frühes Hauptwerk des 
Künstlers; *948d und 948f. StilUeben von W. Kai f. — *872a. 
Paulus Potter , der Ausritt des Statthalters zur Jagd. — L. 792. 
Gabriel Metsu, Familie des Kaufmanns Geelflng; 825a. B. van der 



76 3. Al> schnitt. BERLIN. Altes Museum : 

Helst ^ weibliches Bildnis; *795. JanSteen^ der Wirtshausgarten ; 
1623. Jan van der Heyde^ Stadtbild; 838. Frans van Mieris d. ^-j 
Dame vor dem Spiegel; *840. Aert van der Neer, Brand einer Stadt. 

3. Kabinett. R. 795c. Jan Steen^ lockere Gesellschaft; 885 h. 
JaJc. van Ruisdael^ bewaldetes Ufer; 791 e und d. Gerard Terhorch, 
Bildnisse; 884. Jak. van Ruisdael, hewegte See; 876a. M. d'Hon- 
decoeter, am, Weiher. — *855b. A. van Ostade, Bauern in der 
Kneipe; 808a. Hercules Seghers, Flachlandschaft. — L. *919b 
und 974a. Jan Weenix, Jagdbeute; *9i2b. J. van der Meer v. 
Delft, die junge Dame mit dem Perlenhalshand; **885g. Jak. 
van Ruisdael, Eichwald, sehr stimmungsvolles Bild; 815. Govert 
Flinckj Verstoßung der Hagar; *791g. Gerard Terborch, das Konzert 
[Cellospielerin), Meisterwerk in malerischer Stoffbehandlung ; 885 e. 
Jak. V, Ruisdael, Dünen hei Overveen. 

4. Kabinett. R. *766, 767, 801f. Frans Hals d. Ä., kleine 
m-ännliche Bildnisse; 853b und h. Adriaen Brouwer, Landschaften; 
*983d. A. van Beyeren^ Fischstück; *801h. Fr. Hals, Bildnis des 
Tyman Oosdorp (1656); *886. M. Hobhema, baumreiche Land- 
schaft; 905a. F. Hals d. J., Silbergefäße. — 801a. F. Hals, singen- 
der Knahe; *801c. Fr. Hals, die Matrosendirne Hille Bobbe. — 
L. *800, *801. F. Hals, Bildnisse eines Ehepaares; G. Terborch, 
*791. sog. „väterliche Ermahnung", *793. der Schleifer; **801g. 

F. Hals, Amme mit dem Kinde. 

5. Kabinett. R. 861b. A. Cuyp , Kühe am Flusse; *922b. 
Adriaen van de Velde, flache Flußlandschaft mit weidenden Pfer- 
den; *810d. Jan van der Meer v. Haarlem, Fernsicht. — L. 791 f. 

G. Terborch, der Raucher; *875a. Jan van de Capelle , sonniger 
Strand; 967a. Martin Sorgh, der Streit; 885f. Jak. van Ruisdael, 
Kloster am Berge hei Regenstimmung; 854c. P. van den Bosch, die 
Klöpplerin; 906. Jan de Heem, die Bliimenguirlande; 809. Ferd. 
Bol, Bildnis einer alten Dame, 

6. Kabinett. R. 819c. Nicolaas Maes. alte Frau Äpfel schälend ; 
*750b und c. Th. de Keyser , Stifterporträte; 899. Ph. Wouwer- 
man, die Reitschule; (ohne Nr.) ^Quirijn Brekelenkam, die Spin- 
nerin. — 899a. Jak. van Ruisdael, der Wasserfall; 972a und b. Jan 
V. Huysum, Blumensträuße. — L. 885c. Jak. van Ruisdael, Blick auf 
Haarlem; 901b. SaZ. van Ruysdael, holländische Flachlandschaft; 
*795d. Jan Steen, Kindtaufe; **922c. AcZWaen van de Velde, die 
Farm, das vollendetste Bild des Meisters; *912c. Jan van der Meer 
van Delft, trinkendes Paar. 

Hinter den Kabinetten der bereits S. 75 erwähnte Gang, in 
dem besonders bemerkenswert: 967. Jayi Fyt, Diana neben erlegtem 
Wild; 900c. Ph. Wouwerman, der Schmied; 845b. Is. van Ostade, 
vor der Dorfschenke; 970. Lansinck, geschlachtetes Schwein; *901a. 
Sal. van Ruysdael, Flußlandschaft; 796c. Dirk Jan v. d. Laen, Land- 
haus ; 835 und 835b. A. van Everdingen, norwegische Landschaften ; 
985a. Pieter Claesz, Stillehen; *750. Th. de Keyser, Familienbild; 



Gemälde-Galerie. BERLIN. 3. Abschnitt. 77 

865c. Jan van Goyen, der "Winter-, 800a. Pieter Codde, Maskerade; 
903. Ph. Wouwerman, der Heuwagen- 855c. Adriaen van Ostade, 
der Arzt; 758a. Ant. Palamedesz, Gesellschaft; 912a. Esajas Boursse, 
Knabe im Hofe mit Seifenblasen; 884a. A. van de Velde, heim- 
kehrendes Vieb ; 855. Ad. van Ostade, der Leiermann; 840a. Aert 
van der Neer , Feuersbrunst; 845 d. Isaak v. Ostade, Bauer im 
Schlapphnt. 

ni. Oberlichtsaal, mit den großen "Werken der vlämischen 
Schule. R. ohne Nr. Ruhens, Bekehrung Pauli; — **776c. Rubens, 
Andromeda; *770. 4. vanDyck, Verspottung Christi, treifliches 
Jugendwerk unter Rubens' Einfluß ; *(ohne Nr.) A. van Dyck, Bild- 
nisse eines Ehepaars, Meisterwerke der genuesischen Periode ; **781. 
Rubens, h. Cäcilie, Hauptwerk der letzten Zeit; *774. Ruhens und 
Snyders, Diana auf der Hirschjagd ; *7 83. Rubens, Auferweckung 
des Lazarus; 798h. Rubens, h. Sebastian. — 779. Rubens, das 
Christuskind mit Johannes und zwei Engeln, anziehendes Werkstatt- 
bild ; 917. Rubens, Madonna, gemeinsam mit Snyders, J. Brueghel 
und D. Seghers gemalt; *785. Rubens, Perseus befreit Andromeda ; 
ohne Nr. ^Rubens, Diana und Nymphen, von Satyrn belauscht (aus 
Sanssouci). — L.*776b. Bw&ews, Bacchanal, teilweise von ^.u. Dyck, 
ausgeführt; *782a. A. van Dyck, badende Nymphen, Jugendwerk, 
von Rubens und Tizian beeinflußt ; 831. Com. de Vos , Ehepaar; 
799. A. van Dyck, die beiden Johannes; *778. A. van Dyck, Be- 
weinung Christi (um 1628); *776a. Rubens, Neptun u. Amphitrite, 
charakteristisches frühes Werk von schöner Komposition; *832. 
Cornelius de Vos, die Töchter des Malers; 782. A. van Dyck, Prinz 
Thomas von Savoyen-Carignan. 

Wir begeben uns, im Interesse der historischen Folge, in den 
Eingangssaal (S. 72) zurück. 

IV. Oberlichts aal, florentinische und umbrische Schule des 
XV. Jahrhunderts. R. 98. Raffaellino del Garbo , Madonna mit 
Heiligen; ** 106. Sandro Botticelli, Madonna mit den beiden 
Johannes, Meisterwerk der mittleren Zeit. — 103. Lorenzo di 
Credi, Maria von Ägypten; 20 A. Pier o di Cosimo , Anbetung der 
Hirten; *102. S. Botticelli, thronende Maria von Engeln umgeben; 
*78. Piero Pollajuolo , Verkündigung, mit reizvollem Blick auf 
Florenz und das Arnotal. — Fra Filifpo Lippi, 58. Madonna, 
*69. Maria das Kind verehrend; 100. Lorenzo di Credi, Madonna. — 
L. 1124. S. Botticelli, Venus; 96. Filippino Lippi, Christus am Kreuz 
von Maria und Franziskus verehrt; 95. Fra Filippo Lippi, Maria im 
Gnadenmantel. 

V. Oberlichtsaal, oberitalienische Schulen des xv. Jahr- 
hunderts. R. *1614. Piero della Francesca (Dcmenico Veneziano ?), 
weibliches Bildnis; 115a. Fr. Cossa, der Herbst; *1156a. Carlo 
Crivelli, Madonna mit Heiligen. — 1156. Carlo CrivelU, h. Magda- 
lena; *111. Cosimo Tura, thronende Madonna mit Heiligen, wohl 
das hervorragendste Werk der älteren Schule von Ferrara; 1170, 



78 3. Abschnitt. BERLIN. ALtes Museum: 

Marco Zoppo, thronende Madonna mit Heiligen ; *79c. Luca Sig- 
norelli, männliches Bildnis ; 29. Mantegna, Darstellung im Tem- 
pel; 9. Mantegna, Kardinal Luigi Scarampi; 112. Lorenzo Costa, 
Darstellung im Tempel; 52. Amhrogio Borgognone, Madonna mit 
Heiligen. — *38. Luigi Vivarini, thronende Madonna mit Heiligen. 

— L. *2. Cima da Conegliano, thronende Madonna mit Heiligen, 
farbiges Hauptwerk; 23. Vittore Carpaccio, Petrus weiht den h. 
Stephanus zum Diakonen; 54, 54a. Melozzo da ForVi, die Pflege 
der Wissenschaft am Hofe von Urbino ; Luca SignorelU, *79. zwei 
Flügelbilder mit Heiligen, *79a. Pan und Hirten, ausgezeichnet 
durch die Kenntnis der nackten Körperform , die sich hier zum 
ersten Male frei in der italienischen Malerei zeigt (Geschenk des 
Künstlers an Lorenzo de' Medici). 

YI. Oberlichtsaal (seitwärts), mit den ältesten italienischen 
Gemälden (xiy. u. xv. Jahrh.). R. 58c. Masaccio, Wochenbett einer 
vornehmen Florentinerin. — 1067. Lippo Memmi, Madonna; 1064. 
Bernardo da Firenze, Triptychon; 1079, 1081. Taddeo Gaddi, klei- 
ner Flügelaltar; 1062a. Duccio. Teil des berühmten, 1310 vollen- 
deten Sieneser Altarwerkes ; 1081a. Lippo Memmi, Madonna. — 
27a. Squarcione, Madonna; 1162. Greg. Schiavone, thronende Ma- 
donna; ohne Nr. Giov. Bellini, Auferstehung; 51. Ambrogio Bor- 
gognone, thronende Madonna; *20. Basaiti, mehrteiliges Altarwerk; 
*15. Cima da Conegliano, der h. Markus heilt den Schuster Ania- 
nus; 79b. Luca Signorelli, h. Familie; 132a. Bern. Pinturicchio, 
Reliquiar des h. Augustin. — 61, 62. Fra Ang. da Fiesole, Franzis- 
kaner-Legenden ; *95a. Vittore Pisano, Anbetung der Könige. — 
8, 25. AntoneUo da Messina, der h. Sebastian, männl. Bildnis; 26a. 
Jacopo de' Barbari, Madonna mit Catarina Cornaro; 1130. Gentile 
da Fabriano, Madonna mit Heiligen ; 5. Ant. Vivarini, Anbetung 
der Könige; *18a. AntoneUo da Messina. männl. Bildnis. 

VII. Oberlichtsaal, mit den größeren Gemälden der ita- 
lienischen Meister des xvi. Jahrhunderts. R. 113. Domenico Panetti, 
Beweinung Christi; *90b. Leonardo da Vinci, auferstehender 
Christus zwischen den H. Leonardo und Lucia ; obwohl stark be- 
schädigt und von dritter Hand fertig gemalt, doch überwältigend 
durch die Schönheit der beiden Heiligen und den Reiz der land- 
schaftlichen Ferne; *Intarsiatür mit den Emblemen der Medici. 

— 213. Gaudenzio Ferrari, Verkündigung; 122. Francesco Francia, 
Maria mit dem Kinde und Heiligen ; 249. Fra Bartolomeo, Him- 
melfahrt Maria. — 243, 261. Garofalo. h. Hieronymus, Anbetung 
der Könige. — L. 46. Franc. Moräne, Maria mit dem Kinde ; *246. 
A. del Sarto, Madonna mit Heiligen. 

1. Kabinett (Italiener). L. 141. Raffael , ..Madonna Solly"; 
*145. Raffael, Madonna zwischen den Heil. Hieronymus und Fran- 
ziskus ; 245. Franciabigio , männliches Bildnis; **247a. Raffael, 
„Madonna del Duca di Terranuova" (um 1505); 245a. Franciabigio, 
männliches Bildnis; 147. Raffael, „Madonna della Casa Diotalevi" 



Gemälde- Galerie. BERLIN. 3. Abschnitt. 79 

(mit den eben eiwälinten Bildern Jugendwerke des Meisters , um 
1501-5). — *338l). Bronzino, Eleonore von Toledo ; **248. Raffael, 
„Madonna della Casa Colonna" (1507; nnvollendet) ; **12a. Gior- 
gione, junger Mann. — *338a. Bronzmo , Ugolino Martelli; *166. 
Tizian, des Malers Tochter Lavinia ; 153. Lor. Lotto, Bildnis eines 
Architekten. 

2. Kabinett (Italiener). L. 73a. Plero Pollajuolo, David; 82. 
Filippino Lippi, Madonna ; 90. Raffaellino del Garbo, Madonna mit 
zwei musizierenden Engeln; 104a. Andrea Verrocchio , Madonna 
(unfertig); 106b und a. S. Botticelli, Guiliano de' Medici und 
seine Geliebte Simonetba. — **60a. Fra Angelico, jüngstes Ge- 
riebt, Hauptwerk des Künstlers aus späterer Zeit, von tiefer reli- 
giöser Empfindung und bobem Liebreiz. — R. *28. Giovanni 
Bellini, Pietä, frühes Werk, unter Mantegna's Einfluß ; 32. Catena, 
Raimund Fugger; * 18. Antonello da Messina, männliches Bildnis ; 
ohne Nr. Cima da Conegliano, Küstenlandschaft. 

3. Kabinett (Italiener U.Franzosen). L.*320. L.Zoffo, Selbst- 
bildnis (1525); *197a und b. Pa^ma Vecchio, Idealgestalten, sog. 
,,Töchter Palma's". — *i61, 301. Tizian, männliche Bildnisse; 
**259b. Sebastiano del Piombo, groß und frei angeordnetes Bildnis 
einer römischen Frau, noch unter Giorgione's Einfluß gemalt und 
wahrscheinlich das Yorbild für Raffaels sog. Fornarina in Florenz 
(aus der Galerie Blenheim). — 494c. Grenze, Mädchenkopf; 190. 
Johann Stephan von Calcar, Bildnis eines jungen Mannes; *470, 
*468. Watteau, die italienische und die französische Komödie. — 
*503b und c. Beiotto, Ansichten von Pirna; *163. Tizian, Selbst- 
bildnis; 426 a. C. Maratti, männliches Bildnis. 

YIII. Oberlichtsaal, mit den venezianischen Gemälden des 
xvi.-xviii. Jahrhunderts. L. 323. Lorenzo Lotto, Altarflügel mit 
den H. Sebastian und Christoph; ohne Nr. Francisco Goya, das 
Philippinen-Komitee unter dem Vorsitz Ferdinands YIl. (Skizze) ; 
157. Girol. Romanino, Madonna mit Heiligen; *309, 311. P. Vero- 
nese, Minerva und Mars, Apollo und Juno, Deckenbilder aus dem 
alten Kaufhaus der Deutschen in Venedig. — **160a. Tizian, 
Töchterchen des Roberto Strozzi (1542); 167 und 193a. Moroni, 
Bildnisse. — R. 216. Correggio , lo (alte Kopie des Originals in 
Wien); 299. Tintoretto , venezianischer Prokurator; **218. Cor- 
reggio, Leda; 259a. Seb. del Piombo, Sant Jago- Ritter. — 307. 
Savoldo, Venezianerin; *197. Moretto, Fra Bart. Arnolfo und sein 
Neffe vor den in Wolken schwebenden H. Maria und Elisabeth in 
Verehrung; *310. Tintoretto, Luna und Hören; 307a. Savoldo, Be- 
weinung Christi; 191. Paris Bordone , thronende Madonna mit 
Heiligen ; 298. Tintoretto, venezianischer Prokurator. 

IX. Oberlichts aal, mit den Gemälden der Italien., span. und 
franz. Schulen des xvii. u. xviii. Jahrhunderts. Über der Eingangs- 
tür 494. Pesne, Bildnis des Kupferstechers Schmidt und seiner 
Frau. — L. *448b. Claude Lorrain, Landschaft am Meer; 413. 



80 3. Abschnitt. BERLIN. Altes Museum. 

F. Voet^ Kardinal Dezio Azzolini; *478a. N. Poussin, Ansicht der 
Acqua Acetosa bei Rom, mit dem Evangelisten Matthäus im Vor- 
dergrund; farbiges Hauptwerk des Künstlers. — 464. 0. B. Tie- 
polo, Venus im Bade; 406b. AI. Sanchez Coello, Philipp II. von 
Spanien; **4i4. Murillo ^ der h. Antonius von Padua mit dem 
Christkind, Hauptwerk der letzten Zeit; 413c. Velazquez, Bildnis 
der Maria Anna von Spanien , Gemahlin Kaiser Ferdinands III. ; 
404a. Zurbaran, der h. Bonaventura zeigt dem h. Thomas von 
Aquino im Kruzifix den Quell seines \vissens (1629); 405b. Gius. 
Ribera, h. Sebastian. — *413a. Velazquez (?), Bildnis des ital. 
Feldhauptmanns Alessandro del Borro, von außerordentlicher Wir- 
kung und meisterhafter malerischer Behandlung; **413e. Velaz- 
quez, Bildnis einer spanischen Dame. — R. *465. Mignard , Maria 
Mancini; 471. Ch. Lebrun, der Bankier und Kunstsammler E. Jabach 
mit seiner Familie; *489. Pesne, Friedrich d. Gr. als Kronprinz 
(1739); *459b. -B. Tiepolo , Martyrium der h. Agathe, von außer- 
ordentlicher Farbenwirkung und geistreichster Behandlung ; 372. 
An. Carracci, italienische Landschaft; 441. Luca Giordano, das 
Urteil des Paris; 373. G. Reni, Maria erscheint den Einsiedlern 
Paulus und Antonius, Hauptwerk der früheren Zeit. 

Zurück durch Saal VIII. In dem Gang hinter den Kabinetten 
(romanische Schulen des xvi.-xviii. Jahrh.) : Watteau, 474a. Früh- 
stück im Freien; 474b. Gesellschaft im Freien; 363. Guido Reni, 
Mater dolorosa; 169. Paris Bordone, Schachspieler; 207a, Mailän- 
dische Schule, Schweißtuch der h. Veronika; 372a. Agostino Carracci, 
weibl. Bildnis; 1182. Pellegrino Aretusi, thronende Madonna mit 
Heiligen ; *Intarsiastuhlwerk, von Pantaleone de Marchis (um 1495). 



b. Das Neue Museum. 

Besucliszeit s. S. 33. — Amtlicher gedruckter Führer s. S. 65. 

Das *Neue Museum, 1843-55 von Stüler erbaut, ist 105m lang 
und 40m tief, der Mittelbau mit dem Treppenhaus 31m hoch. Das 
Äußere des Baues kommt wenig zur Geltung ; das Hauptgewicht 
ist auf reiche und künstlerische Durchbildung des Inneren gelegt. 

Der Haupteingang ist an der Ostseite, der Nationalgalerie gegen- 
über. — Der S. 69 gen. Verbin dungs gang führt aus dem 
Alten Museum in den mittleren Stock des Neuen Museums; man 
durchschreite zunächst die Säle X , XI und XII (vgl. den Plan) 
und wende sich direkt in das Treppenhaus. 

Das mächtige *Treppenliaus (PL II), das die Mitte des Gebäudes 
einnimmt, ist 38m 1., 15,7m br., 20,2m hoch. Ein breiter Treppen- 
lauf kommt aus dem Erdgeschoß (S. 81), zwei schmalere Läufe 
führen an den Wänden in den zweiten Stock (S. 84). 

Sechs kolossale * Wandgemälde von W. v. Kaulbach, 1847- 
1866 ausgeführt, schmücken die obern Wände, Hauptmomente der 




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Neues Museum. BERLIN. 3. Abschnitt. 81 

GescMclite der Mens chlieit darstellend : 1. Der Fall Babels (Baby- 
lonischer Turmbau). — 2. Die Blüte Griechenlands (Homer und 
die Griechen). — 3. Zerstörung Jerusalems durch Titus. — *4. Die 
Hunnenschlacht. — 5. Die Kreuzfahrer vor Jerusalem. — 6. Die 
Reformation. — Über den Türen die Sage und die Geschichte, 
die Wissenschaft und die ürkunst (die Poesie). Zwischen den 
großen Bildern die Gesetzgeber Moses, Solon, Karl d. Gr., Friedrich 
d. Gr., über ihnen Ägypten, Griechenland, Italien, Deutschland. 
An den Fensterwänden Skulptur, Malerei, Architektur, Kupfer- 
stechkunst. Um den ganzen Raum läuft unter dem reich verzier- 
ten offenen Dachstuhl ein Fries von Kindern und Tieren, der, grau 
in grau gemalt, die Entwicklungsgeschichte der Menschheit hu- 
moristisch darstellt. 

I. Mittlerer Stock. 

Fast den ganzen mittleren Stock des Neuen Museums nimmt 
die reichhaltige Sammlung der Gipsabgüsse ein. Die auf dem Plan 
mit I-X bezeichneten Räume sowie der Übergang nach dem 
Alten Museum sind der antiken Plastik gewidmet und geben ein 
aimähernd erschöpfendes Bild ihres Entwicklungsganges ; bei den 
griechischen Meisterwerken ist nach Möglichkeit die zeitliche An- 
ordnung durchgeführt. Trefflicher wissenschaftlicher Katalog von 
Friederichs (2. Aufl. von Wolters, 1885; 12^/). Im III. Saal Land- 
schaftenaus Griechenland; im X. Wandgemälde aus der griechischen 
Heroensage. 

Die Übertragung der bisher im XI. Saal imtergeb rächten deutschen 
0)'iginalbildwerke und ilcdienisch en Bronzen in das Kaiser-Friedrich-Museum 
hat begonnen. Eine kurze Übersicht über die wichtigsten Kunstwerke 
dieser Sammlung findet sich S. 90/91. 

Im Treppenhaus (S. 80) führt der breite mittlere Treppen- 
lauf hinab in das Erdgeschoß. 

II. ERDGESCHOß. 

Direkter Eingang s. S. 80. 

Das ^Ägyptische Museum, da-s die meisten Räume einnimmt, 
ist eine der bedeutendsten Sammlungen ihrer Art. Es wurde 1828 
durch Ankauf der Sammlung Passalacqua begründet, durch die 
Ausbeute der R. Lepsius'schen Expedition (1842-46) und in neuerer 
Zeit durch Geschenke und Erwerbungen bedeutend erweitert. Es 
ist historisch geordnet. Verzeichnis mit Illustrationen, 2. Aufl. 
1899 (3 Ji-). 

In der Vorhalle u. a. Obelisk Ramses' IL, Kopf des Königs 
Har-em-heb, Siegesdenkmal des Usertesen III. aus Nubieu (1860 
v. Chr.), heilige Affen. Saal XI (vgl. S. 82) ist zur Zeit hier 
geschlossen. — Wir wenden uns durch den Durchgangsraum neben 
der Treppe in den Säulenhof. 

Der Säulenhof (PL III) stellt mit dem dahinter liegenden 
Saal fPl. V) die Hauptteile eines ägyptischen Tempels dar. An 

Bsedeker's Berlin und Umgebung. 13. Aufl. 6 



82 3. Abschnitt. 



BERLIN. 



Neues Museum: 



der Eingangsseite : Stand- und Sitztildex der löwenköpflgen Gröttin 
Sechmet. ImVorhofe: ein für die Entzifferung der äthiopisclien 
Schrift wichtiger Altar; zwei Widdersphinxe (r. Gipskopie). Im 
Hintergrunde zwei gewaltige sitzende Königsbilder aus Porphyr : 
1. Ramses IL, der Sesostris der Griechen, r. üsertesen I. (2100 Tor 
Chr.), dieser im Oberteil ergänzt. An den Wänden ägyptische 
Landschaften und hinter Yorhängen Schriften auf Papyrus. — Di« 
Hieroglyphenschrift am Gesims meldet, daß die Aufstellung auf 
Befehl Friedrich Wilhelms IV. 1848 stattgefunden hat. — Weiter 
durch Saal V und IV in den 

Saal der ältesten Zeit (PL XI; vor 2800 vor Chr.), der zur 
Zeit neu geordnet wird. Hier besonders *Gräberfunde aus der Ur- 
zeit: Mumien in kauernder Stellung, in Leder genäht; schöne Stein- 
gefäße ; Reste von Gefäßen und Grabsteinen mit Königsnamen ; 
elfenbeinerne geschnitzte Stuhlbeine; Steinmesser und Schiefer- 
platten zum Verreiben von Schminke. Außerdem die aus Original- 
platten wieder hergestellte Grabkammer des Meten (c. 2800 vor Chr.). 
— Wandbilder: Opfer, Totengericht; an der Decke: Tierkreis von 
Dendera. 

Saal des alten Reiches (PI. IV; nach 2800 vor Chr.). 
Wand I: Wände der Grabkammer des Manofer, mit vorzüglichen 




Reliefs (der Tote beim Mahle, seine'Herden) ; davor Opfertafeln und 
-schalen. Wand II: Opferkammer des Prinzen Mer-eb, der als Sohn 
des Königs Cheops bei der großen Pyramide von Gizeh bestattet war, 
aus den alten Blöcken wieder aufgebaut. Vor der Fensterwand : 
*10858. Holzstatue des Per-her-nofret. Wand XI: 1185. Tür aus 
einer Pyramide, mit Fayenceplatten ; 1129. Relief mit Erntearbeiten; 
freistehend 15701. Steinbild des Hausverwalters Dersenez. — 
Zurück in den 

Saal des mittleren Reiches (PL V; nach 2200 vor Chr.). 
Am Mittelgang: 1121. Statue Amen-em-het's HL Wand VIII (L): 
1160, 1161. Nilstandsmarken an Felsblöcken. Am Ende (neben 
dem Säulenhof) Holzsärge des Mentu-hotep und des Henui, mit 



Ägypt. Altertümer. BERLIN. 3. Abschnitt. 83 

den ilinen "beigegetenen Figuren. — Wandgemälde: Darstellungen 
des tägliclien Lebens. 

DurclLgangsraum (PI. VI; Zimmer der 18. Dynastie, 1600- 
1400 vor Chr.). SpMnxköpfe mit den Zügen yon Königinnen ; 2296. 
Statue des Sen-mut mit einer kleinen Prinzessin im Schoß. 

Saal des neuen Reiches (PI. VII}. IV^euesi^e^cÄ (nach 1600 vor 
Chr.). Zahlreiche Grahsteine und Särge. Wand I: 2297. Statue des 
Ptahmai und seiner Familie; Schautisch B: Näpfchen, Schreibgeräte, 
Puppen, Schmucksachen, Steinein Käferform; daneben Perücke aus 
Schafwolle. Schrank A : Möbel und Musikinstrumente. Schrank C 
(Wand II) : Beigaben der Toten aus einem Massengrabe der Zeit 
Ramses' II. Schrank D (Wand III) : kleine Statuen, Kopfstützen, 
Brettspiel. Schrank E (Wand IV) : Figuren, den Toten mitgegeben. 
Freistehend: 2. Steinsarg des Feldherrn Meriti; 2058. Relief aus 
dem Grabe Sethos' I.; ebendaher (Rückwand V) 2079. Ägypter und 
Asiat. Schrank F (Wand VIII): Gebrauchsgegenstände, u. a. ein 
Kriegsbeil und ein Dolch mit Lederscheide. Wand IX : 10859. 
Holzrelief der Tamaket; 2060, 2061. Stuckmalereien aus Theben; 
Malereien auf Nilschlamm. Wand X : *12411, 12412. überaus 
lebendige Darstellungen einer Totenfeier, aus dem Grabe eines 
Hohenpriesters von Memphis. Wand XI : 2088, 2089. Leichenzug 
des Baumeisters Mala unter Ramses II. (Relief). — Libysche Zeit 
(nach 1100 vor Chr.). Wand XII: 2094. Relief aus Karnak : ge- 
fangene Juden aus dem Kriege des Königs Scheschonk (Schischak). 
Schrank G (Wand XIII): Totenflguren in dunkelblauer Fayence. 
10114. Statuette einer Königin; 1480. Tür und Wand einer Kapelle 
des äthiopischen Königs Schabataka. — Spätzeit (nach 700 vor 
Chr.). Wand XVIII: 10972. Statue eines alten Mannes ; *12500. 
Kopf eines alten Mannes, in ungewöhnlichem Stil. — An den Wän- 
den des Saales Darstellungen aus der ägyptischen Geschichte. — 
L. der Säulenhof (S, 81), geradeaus der 

Saal der Spätzeit (PI. VIII). Zahlreiche Särge; Bronze- und 
Holzfiguren von Göttern und heiligen Tieren, Tempelgerät, Amu- 
lette, Skarabäen, Schmucksachen u. a. ; zuletzt 1. Mumien heiliger 
Tiere. — L. von diesem Saal das 

Fayumzimmer (PI. IX). In Hawara und Kum-mer (Mittelägyp- 
ten) entdeckte Mumien des ii. Jahrh. nach Chr., deren Gesichts- 
masken z. T. durch Porträte auf Holz oder Leinwand ersetzt sind. 
Bemerkenswert das Bild der Aline und die vergoldete Maske ihres 
Mannes (1. Wand), ferner die abgelösten Bilder am GesteU in der 
Mitte. — Nun zurück durch Saal VIII in den 

Griechiseh-Römischen Saal (PI. X). Zunächst Grabsteine, 
Opfertafeln und Totenbahren; Wand 1 : 2115. Relief mit Ptole- 
mäern. Freistehend 2271. Statue eines Generals; Wand III: 31. 
Holzsarg in Gestalt der Göttin Hathor; 2123. Kopf phönizischer 
Art, von einem Marmorsarg. Wand VI; 13277. Leichentuch des 
Dion. Wand VII: 7733. Inschrift der Zenobia, Königin von Palmyra, 

6* 



84 3. Abschnitt. BERLIN. Neues Museum: 

auf eine Synagoge bezüglich. WandVIII: 2119. Kaiser Angustus als 
ägyptischer König (Relief). Wand IX und XI : Teile von Gewän- 
dern aus christlicher Zeit, Leichentücher. In den Schränken : Ton- 
figuren und Bronzen von Göttern, Lampen. — "Weiter spätäthiopische 
[koptische) Altertümer. Wand XII: 2261, thronender König. Frei- 
stehend : 2268. Siegesdenkmal des Königs Nestasen. Wand XIV: 
Schmuck einer Königin aus ihrer Pyramide zu Meroe. — Es 
folgen die 

Abusirsäle (PL XII und XIII; zur Zeit nicht zugänglich), 
mit Neuerwerbungen. Teile eines *Stuckfußbodens (c. 1400 vor Chr.) 
aus El Amarna: Enten im Schilf. ^Platten aus dem Sonnenheiligtum 
des Königs Ne-user-re (c. 2600 vor Chr.) bei Abusir, mit anziehenden 
Darstellungen der drei Jahreszeiten: Fischfang, Vogelfang, Jagd, 
Ernte, Bootbau u. dgl. — In Saal XIII : ebendaher Platten mit 
Festzeremonien ; außerdem Gefäße aus verschiedenen Zeiten. 

III. Zweites Stockwebk. 
Grundriß s. S. 81. 

Im Treppenhaus des Neuen Museums (S. 80) hat man auf dem 
oberen Treppenabsatz, wo einige Glaskästen u.a. verkleinerte Nach- 
bildungen in Pompeji verschütteter Leichen enthalten, zur Linken 
das Kupferstichkabinett, zur Rechten das Antiquarium (s. unten). 

Das **Zupfersticli-Kabinett umfaßt Kupferstiche, Holzschnitte 
und Lithographien (c. 300 000 Blätter) , sowie Zeichnungen alter 
(d. h. vor 1800 verstorbener) Künstler, worunter die deutschen und 
niederländischen Schulen besonders reichhaltig vertreten sind, 
ferner illustrierte Handschriften vom s. bis zum xvi. Jahrh. und 
alte illustrierte Druckwerke, endlich eine umfangreiche Photo- 
graphiensammlung nach Gemälden und Zeichnungen. Unter den 
Erwerbungen der letzten Jahrzehnte sind hervorzuheben: die 
hochbedeutende Posonysche Dürer - Sammlung; die illustrierten 
Handschriften aus der Bibliothek des Herzogs von Hamilton; 
die Sammlung Remhrandtscher Radierungen (Einzelankäufe aus 
verschiedenem Besitz, Schenkung des Frhrn. von Lipperheide); 
die Handzeichnungen italienischer Meister der Sammlung Beckerath 
(4000 Blätter) ; die Kupferstiche, Radierungen und Holzschnitte 
neuerer Künstler u. s. w. aus der Nationalgalerie, die fortwährend 
vermehrt werden. ■ — Durch den Vorraum gelangt man in den 
Studiensaal, wo auf Wunsch einzelne Mappen vorgelegt werden. 
L. beim Eingang, unter einem Vorhang, ein vortreffliches Pastell- 
bildnis der Gräfin Potocka, vielleicht von Kucharski. Dahinter 
befindet sich der Ausstellungssaal, mit wechselnder Auswahl der 
schönsten Blätter. 

Im *Antiqiiarium sind die Werke der antiken Kleinkunst und 
des antiken Kunstgewerbes vereinigt. Dasselbe wird nach Über- 
siedlung der Gemäldegalerie in das Kaiser-Friedrich-Museum (S. 89) 
deren Räume im Alten Museum (S. 69) einnehmen. 



AnUquarium. BERLIN. 3. Abschnitt. 85 

I. Zimmer. Vorn Bronzen aus dem yii,-iv. Jahrhundert v. Chr. 
R. *Theseus hesiegt den Minotaurus, in Kleinasien gefunden ; Haus- 
geräte und Waffen ; Grabfunde aus Chiusi (Thronsessel und Aschen- 
urne) und Volterra. L. im Pult griechische Klappspiegel, meist aus 
dem rv. Jahrh., mit interessanten Darstellungen auf den Deckeln 
(Scylla, Ganymed). Vor der nächsten Abteilung: großes *Bronze- 
becken mit vier Widderköpfen, aus Leontini (vi. Jahrb.); dahinter 
in der Mitte Verzierungen von Gefäßen und Geräten; Satyr und 
Satyrmädchen, Doppelherme aus Pompeji. R. in Schrank VII : 
*Cisten für Toilettengerät, aus Gräbern von Praeneste, iv.-iii. Jahrh. ; 
darüber Bronzen der Blütezeit (Satyr aus Pergamon, Herakles in 
der Haltung der farnesischen Statue u. a.); in Pulten: *etruskische 
Metallspiegel und Fibeln. L. in Schrank VI: altertümliche Gefäße 
und Geräte sov^ie *kleine altgriechische Figuren von besonderer 
Schönheit (Jünglingskopf aus Kythera, Jüngling und Krieger aus 
Dodona, blitzschleudernder Zeus aus Olympia u. a.); in Pulten: 
palästrisches Gerät, Schrifttafeln und sonstige kleine Gebrauchs- 
gegenstände. — Weitev * Terrakotten, namentlich griechische, unter 
denen die seit 1873 in den Gräbern des böotischen Städtchens 
Tanagra gefundenen die hervorragendsten sind (die besten 1., in 
Schrank XIV}. Dem Charakter nach gehören diese durch den Reiz 
der Bewegung, Gewandung und zarten Bemalung, zum Teil auch 
durch ihren Humor unübertroffenen Figürchen und Gruppen aus 
Ton dem iv. und in. Jahrh. vor Chr. an. Ferner Terrakotten aus 
Kleinasien, Sizilien und Süditalien. An der 1. Seite Mosaikbilder 
aus römischer Zeit ; in Pult XX (1.) : Tonreliefs, meist aus Griechen- 
land, u. a. kalydouische Jagd. Am Ausgang in einem Nebenraum 
altertümliche Bronzen und farbige Terrakotten (meist Bauteile) 
aus Olympia; daneben *Kopf einer Römerin und *Jünglingskopf 
aus Tarent, 

II. Zimmer. Größere Fundstücke , in ihrem örtlichen Zu- 
sammenhang ausgestellt. In der Mitte und vor den beiden äußeren 
Fenstern bemalte Tonsarkophage aus Klazomenä (vi. Jahrh.) und 
Funde aus "Rhodos; vor dem mittleren Fenster im Pult farbige Ton- 
platten aus Caere; daneben schwarze Tonware aus Etrurien. Au 
den Wänden: Terrakotten aus Capua, Paestum, Rom (Esquilin), 
Caere und den Rheinlanden; am Ausgang zwei Aschenurnen mit 
Menschenkopf, aus Chiusi. — In einem Nebenzimmer ist der *^Hil- 
desheimer SUberschatz aufgestellt, ein 1868 am Galgenberg bei Hil- 
desheim ausgegrabenes römisches Tafel- und Küchengeschirr aus 
getriebenem Silber, größtenteils aus der Zeit des Augustus, viel- 
leicht ein Teil der Beute aus der Teutoburger Schlacht, das Beste, 
was von antiker Toreutik erhalten ist; darunter von vorzüglicher 
Arbeit der Krater vor dem Fenster, sowie die Schale mit dem Relief 
einer sitzenden Athena. Vorn 1. hellenistische Silberschalen aus 
Hermupolis in Ägypten (ii. Jahrh. vor Chr.). 

Das IV. Zimmer enthält die Vasensammlung, an 4000 Stück 



86 3. Abschnitt. BERLIN. Neues Museum. 

zählend, kaum weniger kost"bar als die zu Paris und London. Die 
meisten Stücke stammen aus italienisclien Grabfunden, sind aber 
griecMsclier Herkunft. Der Anordnung ist die Mstorische Folge 
zu Grunde gelegt, von der ältesten Zeit (Gefäße aus Mykene in 
Sehr. I am Eingang) l)is zu den letzten Jahrliunderten vor Chr. 
(unteritalisches Fal)rikat in Sehr. XXTI am Ende des Saales). Die 
höchste Blüte der Technik erscheint in den attischen Yasen des 
V. Jahrh., mit roten Figuren auf schwarzem Grunde. Hervorgehohen 
seien : unter den schönen Amphoren (zweihenklige Yorratsgefäße) 
die panathenäischen in Sehr. YIIl (1.); die Hydrien (dreihenklige 
Wassergefäße) in Schr.XIY (r.); die flachen Trinkschalen mit höchst 
interessanten Darstellungen auf der Innen- und Außenseite, meist 
mit Künstlerinschriften, in Sehr. XY und XX (1.) ; die Lekythen 
(Salhgefäße) mit farhigen Zeichnungen auf weißem Grunde in Sehr. 
XXI (Mitte) und auf verhüllten Ständern 1. an den Fenstern. 
Bemerkenswert sind auch : in Pult Y (vorn 1.) Weihtäfelchen aus 
Korinth (vii.-v. Jahrh.) und in Pult YII (vorn r.) attische Ton- 
tafeln (vi. Jahrh.). — Hinter Saal lY in der Galerie des Treppen- 
hauses Gegenstände aus Cypern. — Dann zurück in den sog. 

Sternsaal (PL III). Wertmetallarbeiten und geschnittene Steiiie. 
In letzterer Abteilung iDÜdet die durch Winckelmanns Katalog he- 
kannte, von Friedrich d. Gr. mit 30000 Dukaten bezahlte Sammlung 
Stosch (3442 Nummern) immer noch den wertvollsten Bestand. 
Dazu kamen in neuerer Zeit viele Steine aus Griechenland. Die 
Pulte sind von r. nach 1. gezählt. Unter den Goldsachen (Pult I) 
sind hervorzuheben: der *Fund von Yettersfelde in der Nieder- 
Lausitz (1882), Teile einer wahrscheinlich in den griechischen 
Kolonien am Schwarzen Meer gefertigten Rüstung, und (gegenüber) 
der *Schmuck aus Pedescia im Sabinergebirge (1877 für 60000 J/ 
erworben), schlangenförmige, massiv goldene Armbänder, Ringe 
u. s. w. Pult II enthält die sAönsten antiken und neueren Kameen: 
Parisurteil und die 21 : 18cm messende *Onyxkamee mit der 
Apotheose des Septimius Severus (für 12 000 Taler gekauft) ; Athena- 
kopf des Eutyches, Gorgoneion, Herkules und Gerberus, Chalcedon- 
statuette; an der Rückseite die ältesten griechischen Intaglien. An 
der Wand zwischen Pult I und II die bei Lauersfort (Rheinprovinz) 
gefundenen Phalerae, silberne Ehrenzeichen eines römischen Offi- 
ziers. In Pult III j üngere antike Steine in chronologischer Ordnung. 
In der Mitte des Saales und im hinteren Wandschrank antike Glas- 
gefäße. In Pult lY Gegenstände aus Knochen und Elfenbein 
(Diptychen). An der 1. Wand buntes Glasmosaik und Proben antiker 
Wandmalerei; an der Türwand Funde aus Jerusalem (Dormitio 
S. Mariae). An den Wänden römische Mosaiken : u. a. (r.) ein 
Zentaur aus der Yilla Hadrians bei Rom und (1.) ein ägyptisches 
Fest zur Zeit der Nilübers -hwemmung. 



Pergamon- Museum. BERLIN. 3. Abschnitt. 87 



c. Pergamon-Museum. Sammlung vorderasiatischer Altertümer. 
Olympia-Museum. 

Zugang darcli das Tor hinter der National-Galerie (vgl. den Plan S. 64). 

— Besucliszeit des Pergamon-Museums s. S. 34. — Führer durch das 

Pergamon-Museum, 30 Pf. ; Führer durch die Ruinen von Pergamon, 80 Pf. 5 

Beschreibung der G-igantomacliie (mit Abbildungen), 1 Jl. 

Das 1901 eröffnete *Pergamon-Museum (PL R23), ein schlicliter 
Bau von F. Wolff, enthält die größeren Fundstücke von den Aus- 
grabungen, welche die Kgl. Museen in drei hellenistischen Städten 
Kleinasiens veranstalteten: 1878-86 in Pergamon, 18,91-93 in 
Magnesia am Mäander, 1895-99 in Prkne. Vor allem ist der ^^ Fries 
der Gigantomachie vom großen Altar auf der Burg in Pergamon in 
seiner ursprünglichen Anordnung zur Anschauung gebracht. Wahr- 
scheinlich errichtste König Eumenes IL von Pergamon um 180 
T. Chr. den Altar zur Verherrlichung eines Sieges über die klein- 
asiatischen Gallier und weihte ihn dem Zeus und der Athene. Aus 
einer mittelalterlichen Befestigungsmauer zog der Ingenieur Karl 
Humann (j 1896} seit 1871 vereinzelte Reliefplatten hervor und 
förderte 1878-80 den ganzen Schatz ans Tageslicht. Der Fries der 
Gigantomachie ist das umfangreichste Denkmal griechischer Plastik, 
das auf unsere Tage gekommen ist, und ein würdiges Gegenstück 
zu den Parthenonskulpturen. Bei idealer Schönheit der Gestalten 
zeigt er einen Sinn für dramatisches Leben und eine Kühnheit der 
Schilderung leidenschaftlicher Affekte, eine so reiche Erfindungs- 
kraft und sichere Beherrschung der Technik, wie sie in dem Um- 
fange an Werken des Altertums sonst nicht bekannt war. 

Den Kern des Museums bildet der in der alten Gestalt auf- 
gebaute, von einem breiten Gange umgebene Altar. Er hat die 
Gestalt eines rechteckigen Podiums von 34,6o zu 37, 70m Seitenlänge 
(an der untersten Stufe) und c. 9m Höhe. Eine 20m breite, in 
seine Westseite einschneidende Freitreppe führte hinauf (s. S. 88). 
Die hier gelassene Lücke, mit einer modernen Säulenstellung, ent- 
hält den Zugang zum Lichthof (S. 88); davor ein schöner Mosaik- 
fußboden aus Pergamon (dahinter eine Marmorbüste Humann's von 
Brütt, vgl. oben). Die Außenfläche des Altars, einschließlich der 
Treppen Wangen, umzieht über einem 2, 30m h. Sockel der ebenso 
hohe Marmorfries. Die erhaltenen Hochreliefflguren sind — viel- 
fach aus kleinen Brocken — ohne jede Ergänzung wieder zu- 
sammengefügt. Oberhalb des Frieses stehen die Namen der Götter 
und Titanen, sowie der teilweis in halbtierischen Mischbildungen 
dargestellten Giganten. 

Die wichtigsten Gruppen und Figuren zählen wir von der Treppe aus 
nach rechts auf. Noch an der Westseite: Dionysos. An der Südseite: mehrere 
Gottheiten, darunter Kybele auf einem Löwen, im Kampfe mit einem stier- 
förmigen Unhold ; Selene zu Pferde, Helios in langem Gewände auf seinem 
Gespann; die reitende Eos, ein löwenköpfiger Gigant von einem Jüngling 
gewürgt; Phoibe mit ihren Gegnern und die von einem Hunde unterstützte 
Asteria. An der Ostseite: ein bärtiger Gigant im Kampfe mit der drei- 
köpfigen Hekate, Artemis mit dem jugendlichen Otos , Tityos von Leios 



88 3. Ahschnitt. BERLIN. Pergamon-Museum» 

Fackel bedrängt, dahinter der scliöne Torso Apollons. Gegen Ende liin die 
Hauptgruppen: Zeus erlegt drei Gegner mit Blitzen, Athena packt am 
Schöpfe den Sohn der Erdgöttin (Ge) Alkyoneus (dieser durch seine Ähnlich- 
keit mit Laokoon wichtig). An der Nordseite: Kastor, der sich des Idas 
erwehrt: die prächtige jSJyx, die den Schlangentopf schleudert; eine als 
Medusa gedeutete, von einem Löwen unterstützte Göttin. An der Westseite 
und der anschließenden Treppenwange Bleeresgottheiten : u. a. dort der 
abenteuerlich gestaltete Triton, hier der kräftige Okeanos. 

Die S. 87 gen. Freitreppe führte zu der Plattform mit dem Opfer- 
altar, die A^on einer niedrigen, aus zierlichen ionischen Säulen 
gebildeten Halle umgehen war. An der Innenseite ihrer Rück- 
wand war der 1,58m hohe Telephosfries angebracht, der die Lehens- 
geschichte des mythischen Gründers von Pergamon vorführt. Die 
umfangreichen und noch nicht völlig gedeuteten Reste ziehen sich 
an der Eingangswand des Umganges hin (Anfang jenseit der Ecke 
r. vom Eingang; vgl. die Unterschriften). — An den anderen 
"Wänden sind die übrigen Skulpturfunde, ferner Architekturreste 
und Inschriftsteine aus Pergamon verteilt. Unter den Bildwerken 
fällt eine Reihe großer Frauengestalten auf, besonders aber der schöne, 
an die Aphrodite von Melos erinnernde *• Frauenkopf (hinten 1.. 
nahe der Ecke). 

Der Lichthof (Zugang s. S. 87), innerhalb der Nachbildung des 
großen Altars, enthält Architekturteile zur Yeranschaulichung der 
wichtigsten Bauten : an der Eingangs- und Rückwand aus Pergamon 
(an jener auch ein Teil des Opferaltars), 1. aus Magnesia, r. aus 
Priene. Außerdem befindet sich hier, dem Eingang gegenüber, eine 
große pergamenische Marmornachbildung der Athena Parthenos des 
Phidias. — Außen neben dem Eingang des Museums eine halbrunde 
Marmorbank aus Pergamon. 

Die Sammlung der vorderasiatischen Altertümer ist mit dem 
Olympia -Museum (S. 89) in einem besonderen Gebäude neben 
dem Pergamou-Museum (S. 87) aufgestellt. Besichtigung wochen- 
tags ll-172Uhr nach Meldung bei der Direktion. 

Im Erdgeschoß meist Originale. L. die assyrischen Aläbasterplatkn 
aus den Königspalästen Assurnasirabals (885-860) und Sanheribs (TÜ5-68i) 
bei dem heutigen Kimrud und Kujundschick, mit Darstellungen von ge- 
flügelten Gottheiten, Königen. Jagden, Kämpfen und (hinten r.) Aufzügen. 
Nische C: assyrische Glocke': Denkmal des Königs Sargen (722-705) aus 
Cypern. Nische D: im Pult Relief mit Sanherib und seinem Leibroß. Vor 
den Scheidewänden : Bruchstück eines altbabylonischen Gedenksteins mit 
dem uralten König Gudea; babylonische Ziegel aus Tello mit Inschriften 
bis in die Zeit um 3000: Ziegelmit dem Stempel Nebukadne/ars (.604-561). 
— Am Ende des Saales : 1. punischer Grabstein, mit lateinischer und punischer 
Inschrift; zwei Lüwenkolosse aus Sendschcrli (s. unten): davor Bruchstück 
einer Kolossalstatue des Königs Panammu aus Nordsyrien (um 720); Statue 
des Gottes Hadad, mit altaramiiischer Inschrift-, r. Denkstein des armenischen 
Königs Rusas I. (um 720). — An der r. Seite des Saales die sog. hettitiscTien 
Bildwerke^ die lSS8-9i in Nordsyrien (Sendscherli) und Kleinasien gefunden 
wurden, z. T. noch ins zweite Jahrtausend v. Chr. gehörig: besonders 
Wandverkleidungen mit Reliefs (König Barrekub mit Dienerschaft, Löwen- 
jagd; Götter mit Tierköpfen), z. T. mit altaramäischen Inschriften: Wein- 
gefäß, Doppelsphinx als Säulenbasis. — In der Mitte: Urkundenstein des 
babylonischen Königs Merodachbaladan (714); altbabylonische Gemmen und 
Siegelzylinder; Siegesdenkmal des Assyrerkönigs Asarhaddon (681-668). 



Olympia- Museum. BERLIN. 3. Abschnitt. 89 

Im Treppenliaus Gipsabgüsse assyrischer Denkmäler, meist aus 
Nimrud. 

Im Oberstock zahlreiche Abgüsse von Altertümern: 1. aus Assyrien, 
Phönizien, Südarabien; r. aus Cypern, Kommagene in Syrien, hettitische 
(S. 88) und aus Persien. Von den Originalen sind am wertvollsten in 
Nische F (1.): in El Amarna (Mittelägypteu) gefundene Tontäfelchen mit 
Briefen an die Pharaonen Amenophis III. und IV. (um 1400) von asiatischen 
Fürsten (u. a. von einem Fürsten in Jerusalem) und ägyptischen Vasallen. 
Ki'che G : babylonische Tontäfelchen vom 3. Jahrtausend bis in die Arsaciden- 
zeit (u. a. Geschäftsurkunden, "Wörterverzeichnis, Grundriß eines Palastes). 
Nische H: Altertümer aus Palmyra (iii. .Tahrh. n. Chr.); nordsyrische, 
cyprische, althebräische Siegel. Nische I: Bleisarg aus Jerusalem; arme- 
nische Bronzen. Nische K und L (r.) : Skulpturen vom Grabmal Antiochus' I. 
von Kommagene (69-34). In der Mtte in Pult II: babylonische Inschrift- 
zylinder, besonders Bauurkunden des Nabonedus (555-538). 

Das im Anbau untergebraclite Olympia-Museum enthält Gips- 
a'bgüsse der in Olympia vertlielbenen Bildwerke, die bei den 1876-81 
unter der Leitung von Ernst Curtius (j 1896} auf Kosten des Reichs 
daselbst veranstalteten Ausgrabungen zu Tage kamen. Eintritt 
nach Meldung im Pergamon-Museum (S. 87). 

Im Erdgeschoß: der Hermes des Praxiteles, das einzige beglaubigte 
und vorzüglich erhaltene Originalwerk des größten griechischen Bildhauers 
des TV. Jahrhunderts, und die im Anfang des Peloponnesischen Krieges 
geweihte Nike, in der der Künstler, Päonios, die Aufgabe, die Siegesgöttin 
in vollem Flug darzustellen, aufs glücklichste gelöst hat. Außerdem zahl- 
reiche Architekturproben im Original. 

Im Oberstock: die noch in der ersten Hälfte des v. Jahrhunderts 
entstandenen Giebelgruppen vom Zeustempel, deren Schöpfer uns 
\inbekannt geblieben sind. Der Ostgiehel enthält die Vorbereitung zur 
Wettfahrt des Pelops und Oinomaos, nach Curtius in folgender Anordnung : 
in der Mitte Zeus, zu seiner Rechten Pelops und seine Braut Hippodameia, 
zur Linken der König Oinomaos und seine Gemahlin Sterope; beiderseits 
folgen, gehalten von den knieenden Wagenlenkern, die beiden Viergespanne ; 
daran schließen sich 1. vom Beschauer ein sitzender Mann, ein knieendes 
Mädchen, in der Ecke gelagert der Flußgott Alpheios, r. ein kahlköpfiger 
Greis, ein am Boden sitzender Knabe und der Flußgott Kladeos. Im West- 
giebel, der den Kampf der Lapithen und Kentauren bei der Hochzeit des 
Peirithoos darstellt, nimmt die Mitte Apollo ein, der die rechte Hand ge- 
bieterisch ausstreckt; um ihn Frauen raubende Kentauren, 1. vonPtirithoos, 
r. von Theseus bekämpft ; ferner als Zwischengruppen Kentaur einen Knaben 
raubend, knieender Lapithe einen Kentauren würgend; dann wieder je eine 
Gruppe ähnlich der ersten, aber die Gestalten ins Knie gesunken ; als Schluß 
je zwei gelagerte Frauengestalten. 



d. Das Kaiser-Friedrieh-Museum. 

Das Kaiser-Friedrich-Museum [PI. R 23), auf der NW.-Spitze 
der Museumsinsel, jenseit der Stadtbahn, ist 1898-1903 von dem 
Geh, Oberhofbaurat Ihne erbaut worden. Seine drei Fronten sind 
südöstl. der Stadtbahn, nördl. der Spree, südwestl. dem Kupfergraben 
zugewendet. Der Haupteingang ist an der ISW.-Ecke, zu der vom 
Monbijougarten (S. 136} und von der Straße am Kupfergraben 
eine Doppelbrücke führen wird. Ihm gegenüber soll ein Reiter- 
standbild des Kaisers von Maison aufgestellt werden. Das Museum 
ist im italienischen Barockstil gehalten: seine durch zwei Risalite 



90 3. Abschnitt. BERLIN. Kaiser-Fnednch- 

gegliederte Hauptfronten erhe"ben sicli nacli Art venezianisclier 
Paläste direkt aus dem Wasser. Die Eingangsecke ist im Halbkreis 
geschlossen -, sechs mächtige Säulen tragen das Obergeschoß, über dem 
sich die Hauptkuppel wölbt. An der Mitte der Stadtbahnseite erhebt 
sich über einem Risalit, das in der Mitte das bronzene Medaillon- 
bild Kaiser Friedrichs von O. Lessing trägt, eine kleinere Kuppel, 
unter der das zweite Treppenhaus liegt. Auf der Attika zehn Grup- 
pen von A. Vogel und Widemanny die Künste und vier berühmte 
Kunststädte darstellend. 

Das Innere des Museums, das äie Bildwerke der christlichen Epoche 
(S. 68, 81), die Gemäldegalerie (S. 69) und das Münzkabinett (S. 68) 
aus dem Alten und Neuen Museum, sowie andere bisher zerstreute 
neuere Kunst's'erke aufnehmen soll, umfaßt im Erdgeschoß etwa 30, 
im Obergeschoß etwa 50 Säle und Kabinette, die sich um fünf große 
Höfe gruppieren. Vom Haupteingang aus betritt man zunächst das 
große Treppenhaus, in dem eine Nachbildung des Reiterdenk- 
mals des Großen Kurfürsten von Schlüter (S. 64) Aufstellung finden 
soll. Ein Yerbindungssaal führt in den Hauptraum des Museums, 
die „Basilika", die mit einer Anzahl der Hauptaltarwerke der 
Sammlung in Malerei und Plastik, sowie zahlreichem Kirchen- 
mobiliar ausgestattet werden wird. — "Weiter gelangt man in das 
kleinere Treppenhaus, in welchem die alten Marmorstatuen 
der Generale Friedrichs d. Gr. vom Wilhelmplatz (S. 105) aufgestellt 
werden sollen. Rechts schließen sich hier die S jhausäle des Münz- 
kabinetts, links dieRäume der Sammlung der Gipsabgüsse von Bild- 
werken des Mittelalters und der Renaissance an. Die Säle an der 
Spreeseite sind für die altchristlichen und byzantinischen Bild- 
werke, sowie für die vom Sultan dem Kaiser geschenkte Palastfassade 
von Mschatta bestimmt, während die Säle an der Kupfergraben- 
front und die dahinter gelegenen Säle die Originalskulpturen der 
italienischen und deutschen Schulen aufnehmen sollen. 

Die italienischen Originalbildwerke in Marmor, Bronze, Ton 
und bemaltem Stuck sind außerlialb Italiens auch in London und Paris 
nicht in ähnlicher Weise vertreten wie hier. Vgl. Bode^ Ilhisirieries Hand- 
buch der italienischen Plasfil; 3. Aufl. 1902 (1 Jl 25 Pf.). Photographien zu 75 Pf. 

Bologna^ Giov. da^ Herkules und Antäus, Herkules und die Hydra 
(Modelle); Mars,Kämpfergruppe(Broiizen). — Bregno^ Andrea, 203. Vorderseite 
eines Sakranentshäu:?chen>, 205. Marmorbüste des Papstes Alexander VI. 

— 16^:' Buon, Bartolomeo, h. Hieronymu?. — 160d. Cavßlli, 0. i>., Büste des 
Camaldulenser-Generals Spa^nuoli (Bronze). — DonaieUo., 38. Johannes der 
Täufer (Bronze). 38a. jugendlicher Johannes (bemalte Stuckbüs'e), 89. Ma- 
donna Pazzi (ilarmo.)r 39a. Madonna, 39b. Stäupung Christi (Marmor), 
40. Bus e des Lod. Gonzaga (Bro-ize), 42. 3Iaria mit dem Kinde (Marmor,, 
ohne l^r. Eagel mit Tamburin (Bronze). — 59. Buccio, Agostino di, Madonna. 

— 420. Dugvesnoi/., Fr., gen. Fiajningo., bo^enschnitzender Amor. — 153a. 
Federighi., Antonio., weibl. Marmürbüste. — Fiesole., Mino da., 79. Marmor- 
büste des Nie. Strozzi, 79a. M.rmorbüste des Apothekers Luca di Mino, 
80. Ma.morüüste einer jungen Frau, 81. Madonnenrelief in Marmor, 82. der 
Glaube. — Florentiner Meister., 34a. thronende Madonna (c. 1400), 141. be- 
malte Stuckbüste des Gio/. Eucellai (c. 1460). — 284a, Eoudon, Büste 
Glucks. — 61. Laurana, Franc, Marmorbüste einer Prinzessin von ITeapel. 

— 165, 166. Leopardi, marmorne Schildhalter vom Grabmal Vendramin in 



Museum. BERLIN. 3. Abschnitt. 91 

Venedig. — Majcmo, Benedeito da, 85. Büste des Filippo Strozzi, 86. große 
"bemalte Tomnadonna, das vorzüglichste Werk in seiner Art, 87. Traum 
Innocenz' IIL, 91d. Lünette mit Engeln als Wappenhaltern. — 2T3. Maratti, 
Franc, Carlo Maratti. — 192b. Mazzoni, Guido, naturalistisch bemalter 
Kopf. — 192. Meister aus der Mark Ancona, große Prozessionsmadonna. — 
209. Michelangelo , junger Johannes d. T. im Begriff Honig zu trinken, 
Marmorstatue aus des Meisters Jugend (1495). — Paduaner Meister, 110. 
Bronzebüste des Lod. Gonzaga (xv. Jahrb.), 158. Sakramentshäuschen. — 
279. Pigalle, Merkur (aus Sanssouci, S. 175). — 25. Pisano, Andrea, Holz- 
kruzifix. — 23. Pisano, Giov., Madonna. — 21d. Presbyters 3Iartin, Ma- 
doniia des, vom J. 1199. — 151, 152. Quer cid (Art des), Hol'-statuen der 
Verkündigung. — Eobbia, Andrea della, 118. glasierter Altar aus des Meisteis 
früherer Zeit, 119a,. der englische Gruß, 121a. h. Dorothea. — 12Sa. EolUa, 
Giov. della, große bemalte Tongruppe der Beweinung Christi. — Robbia, 
Luca della. 115. Stuckrelief der Madonna, 116-i. Madonna, Halbfigur, 116e. 
Madonna 116 r und p. zwei Reliefs der Madonna, 157. Pietä, 190d. Brust- 
bild in Hochrelief, ohne iTr. sitzende Madonna mit dem segnenden Kinde. 

— 225. Romano, Cristoforo (")) , Büste der Teodorina Cibo. — Eojsellino, 
Antonio, 64. Anbetung der Hirten, Tonmoiell zu dem Marmoi-relief im 
Bargello zu Florenz, 65a. Ma 'ia mit dem Kind und zwei Cherubim, 
Marmorrelief in altem Tab.ernakel, 67. männliche Marmoi-büst3, 149a! 
h. Elisabeth. — Sansovino, Jac, mehrere Pteliefs. — Settignano, Be.Hderio da, 
62. junge Florentinerin, 62a. Büste einer Prinzessin von Urbino, eines der 
vollendetsten Porträte aller Zeiten, in feinem Kalkstein von Urbino aus- 
geführt, 62e. Prinzessin von Urbino. — 206. Sizilianis eher Meister, Madonna. — 
276. Spanischer Meister des XVII. Jahrh., bemalte Holzbüste der schmerzen.s- 
reichen Maria. — Sper audio, Porträtbüste. — '' Tamagnini Büste des betagten 
Cencieseri Acelino di Savaglio (um 1500), von ausgezeichneter Charak- 
teristik. — VerroccMo, 93. schlafender Jüngling, 96, 97. liegende Putten, 
97a. Grablegung. — Vittoria, Aless., 247. Marmorbüste des Ottavio Grimani, 
248. Pietro Zeno. — Bronzebüsten des Papstes Gregor XIII. und eines Coute 
del Negro, Privatsekretärs Clemens'' VII., aus dem svi. Jahrhundert. — 
28. Büste einer süditalienischen Fürstin (aus Scala bei Eavello, um 1270). 

— Tonmodelle des xv. Jahrb., Modelle aus dem xvi.-xviii. Jahrh. — 
109-1. U.S.W, florentinische Madonnenreliefs in bemaltem Ton und Stuck. — 
Bronzestatuetten von fast allen hervorragenden Broniearbeitern : Bellano, 
Bertoldo, Giov. da Bologna, B. Cellini, Donatello, Riccio, J. Sansovino u. a. — 
Ferner eine Sammlung von Plaketten (über 1000 Stück), in der alle Haupt- 
meister wie Donatello, Moderno, Ririo Valerio Bella u.s.w. sehr zahlreich 
vertreten sind. 

Deutsche Originalbildwerke: Creglinger Meister, Statuen. — 341. 
Bauch&r, H., Passionsaltar (Kehlheimer Stein). — 404. Labenwolf, Georg, Büste 
Friedrichs II. von Dänemark. — 421. Mangiot, Otto, Cupido. — Manch, Dan., 
h. Anna selbdritt. — 287. NürnbergerArheit, Standbild Kaiser Karls IV. — 292. 
Pacher, Michael, Madonna. —Riemenschneider, T., Statuen. — 364. Schwäbischer 
Meister, Anbetung der Könige. — 301-306. Stoß, Veit, sechs Darstellungen 
aus dem Leben Christi. — Vischer (V^^erkstatt), Brunnen. — 418, 419. Zar. 
Jan de, Büsten von zwei Mitgliedern der Familie Imhof. — Ferner Sand- 
steinfiguren aus Würzburg, mit z.T. erhaltener Bemalung-, westfälischer 
Eeliquienschrein des h. Patroklos; zwei Altaraufsätze aus Soest (xiii.' Jahrb., 
kunstgeschichtlich wichtig bes. 1216 a): Gruppen aus dem Auszug der 
Apostel (fränkisch); sowie eine wertvolle Sammlung kleiner Bildwerke 
in Holz, Wachs, Perlmutter, Bronze, Elfenbein, Speckstein u.s.w. 

Außerdem zahlreiche m.eist byzantinische, deutsche und französische 
Elfenbänarheiten, eine sehr interessante Ss.T!üxal\i\\g frühchristlicher und früh- 
romanischer Steinreliefs sowie verschiedene treffliche Arbeiten aus späterer 
romanischer und gotischer Zeit, altchristliche Lampen aus Terrakotta und 
Bronze, Pyxis aus Elfenbein, Diptychen u. a. 

Steigt man vom Haupteingang hinauf zum Obergeschoß, 
so betritt man zunächst den für die Raffaelischen Wandteppich« 
(S. 92) bestimmten Saal. 



92 3. Abschnitt. BERLIN. Nationalgalerie. 

Die berühmten Raffaelischen Teppiche sind die ersten Wiederholungen 
der für die Sixtinische Kapelle im Vatikan ausgeführten Wandteppiche, 
zu denen Eaffael 1515 und 1516 die jetzt z. T. im South - Kensington- 
Museum in London befindlichen Kartone zeichnete. Sie sind ebenfalls in 
Brüssel in trefflichem Wollen-, Seiden- und Goldfaden- Gewirk hergestellt, 
aber ebenso wie die Originale und die späteren Wiederholungen (Loreto, 
Dresden, Paris) arg verblichen. Sie wurden für Heinrich YIII. von Eng- 
land verfertigt, kamen dann in den Besitz Karls I., später der Herzöge 
von Alba und wurden 1844 von Friedrich Wilhelm IV. angekauft. — 
1. Petri Fischzug; 2. Jesus übergibt Petrus die Schlüssel („Weide meine 
Lämmer"); 3. Petrus und Paulus heilen den Lahmen; 4. Tod des Ananias; 
5. Pauli Bekehrung; 6. Steinigung des Stephanus; 7. Paulus undBarnabas 
in Lystra; 8. Erblindung des Zauberers Elymas : 9. Paulus predigt in 
Athen. (Das zehnte Stück, Paulus im Gefängnis zu Philippi, ist nicht 
vorhanden.) 

Yom Umgänge über dem Haupteingang aus fülireii Türen in 
die (Gemäldegalerie : an der Spreeseite die italienischen , an der 
Knpfergrabenseite die niederländisclien und deutschen Schulen. 
Für die Ausstattung dieser Räume werden zahlreiche alte Portale, 
Kamine, Holzdecken, Möbel verwandt," auch wird ein Teil der 
Kleinplastik hier aufgestellt werden. Besondere Säle sind den 
Werken der Eyck, Rembrandt, Rubens, Tiepolo (mit Original- 
fresken) vorbehalten. 

Die Übertragung der Kunstwerke hat bereits begonnen. Die 
Eröffnung des Museums ist für den 18. Oktober (Geburtstag Kaiser 
Friedrichs) 1904 in Aussicht genommen. 



e. Die National-Galerie. 

Besuchsstunden s. S. 34 (Dienstags geschlossen). Aufzug zum II. Stock- 
werk s. S. 94. — Der amtliche Katalo g (1 Jl) umfaßt auch die nicht aus- 
gestellten Kunstwerke. Namen der Künstler und Gegenstand der Darstellung 
sind überall angegeben. 

Östlich vom Neuen Museum erhebt sich in der Mitte eines von 
dorischen Säulenhallen umgebenen Gartenplatzes die 1876 voll- 
endete *National-Galerie (PL R 26), von Stüler nach einer Skizze 
Friedrich Wilhelms IV. entworfen, \on Strack ausgeführt. Sie hat 
die Form eines korinthischen Tempels von 63m Länge und 31m 
Breite, der auf einem 12m hohen Unterbau steht, vorn mit einer 
mächtigen Freitreppe, hinten mit einer Apsis im Halbrund. Das 
Material ist Sandstein. Die Skulpturen sind von M. Schulz, Calan- 
drelli und Moser. Die Freitreppe trägt ein Reiterbild Friedrich Wil- 
helms IV. von Calandrelli (1886); am Sockel Religion, Geschichte, 
Wissenschaft und Kunst. — In der Umgebung des Gebäudes: nach 
dem Neuen Museum hin *Tuaiilon, Amazone (Bronze) ; auf der 
Spreeseite eine Brunnengruppe von M. Klein, dahinter im Säulen- 
gang : M. Schulz, Mutterliebe; F. Lepke, der Bildhauer. 

Die Sammlung, zu der das Vermächtnis des 1861 verst. Konsuls 
J. H. Wagner (262 Bilder) den Grund legte, umfaßt jetzt über^ 
850 Gemälde, c. 140 Kartone und farbige Zeichnungen, sowie über' 



Erstes Ha-Tiplge schoß 



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Nationalgalerie: I.Geschoß. BERLIN. S.Abschnitt. 93 

150 plastische Werke, und zwar nur "Werke des xix. Jahrhunderts, 
vornehmlich von deutschen Meistern. 

Der Eingang ist unter der Freitreppe, wo in Nischen rechts 
52. M. Wolff, Theseus unter einem Felsen die Waffen seines Vaters 
findend, links 63. Tüshaus' h. Sebastian aufgestellt sind. 

Erstes GeschoB. 

Eingangshalle. Marmorskulpturen: *28. Hähnel, Raffael; 
6. Kiß, Glaube, Liehe, Hoffnung; 46. A. Wolff, Dionysos mit Eros; 
18. Bläser, Gastlichkeit; 111. Tieck und Wittig, Schinkel. Gemälde : 
(r.) 207. Lessing, Hui3 vor dem Scheiterhaufen (1415) ; 24. Bende- 
mann, Wegführung der Juden in die babylonische Gefangenschaft. 
— L. die Treppe zum zweiten Geschoß (S. 96); geradeaus die 

Querhalle. Gemälde: 600. Schuck, Kaiser Wilhelm II. — 
520. K. Becker, Karneval beim Dogen von Venedig. — *640. 
Spangenberg, Wiedersehn im Jenseits (unfertig). — 667. Piglhein, 
Moritur in Deo. — *475. Feuerbach, Konzert. — 328, 331. Schrader, 
Abschied Karls I. von England von seinen Kindern, Berlin und 
Kölln huldigen Friedrich I. (1415). 

Beonzen: 67. Götz, balancierender Knabe; *60. Brütt, Ge- 
rettet; 35. Toberentz, ruhender Hirt; 101. Geiger, nach dem Sünden- 
fall; *108. A. Hildebrand, Böcklin. — 9. Kiß, Heimkehr von der 
Jagd. — 107. A. Hildebrand, General Baeyer; 77. Sommer, schlafende 
Sirene ; 36-38. Rau, Jüngling und Sphinx, Viktoria, gebende und 
versagende Natur; 83. Götz, Wasser schöpfendes Mädchen. — 88. 
Maison, Augur (Terrakotta) ; 78. L. Cauer, griech. Jüngling; 75. 
Encke, Kurfürstin Elisabeth unterrichtet den Kurprinzen Joachim; 
*82. Stuck, Athlet ; 84. Busch, betendes Mädchen (Holz) ; 96. Manzel, 
Abendlied. — 7. Kiß, Fuchsjagd. — 51. Schlüter, Frauenporträt; 
29. Herter, ruhender Alexander ; 22. Sußmann- Hellborn, trunkener 
Faun; 3, 4. Echtermeyer, Bacchant und Bacchantin; 65. Bauch, 
Beuth. — Aus der Querhalle geht es (1. zu den Marmorbildwerken; 
S. 95) r. zu den Gemälden. 

I. Saal (besonders Berliner). 678. Schönleber, Herbststürme 
beiRapallo; *579. K. Lessing, Burg in der Eifel; 664. Bokelmann, 
Allein; 647. Scheurenberg, Legende ; *486. Bracht, Abend am Toten 
Meer. — L. 651. Mühlig , nach der Treibjagd; 750. Koner, Ernst 
Curtius ; *540. Flickel, Wald bei Prerow ; 656. Frenzel, in den Ost- 
seedünen ; 634. Bokelmann, Klaus Groth. — Rückwand : 714. H. 
V. Volkmann, Frühlingslüfte; 779. E. Kampf, Eifeldorf ; 773. H. 
V. Habermann, Konsultation ; 524. v. Gleichen - Bußwurm, Idylle ; 
783. E. Jettel, Landschaft. 

II. Saal. Böcklin: 834. Damenbildnis, *523. der Einsiedler, 
*448. Gefilde der Seligen, *772. Selbstbildnis, mit dem geigenden 
Tod: — 1. *746. Meeresbrandung, 635. Pietä, *ohne Nr. Toteninsel 
(Leihgabe); — Rückwand: ohne Nr. Nymphe, von Satyrn belauscht 



94 3. Abschnitt BERLIN. Nationalgalerie: 

(Leihgabe), *747. Frühlingstag, oline Nr. altrömisclie Maifeier 
(LeiligaTbe). 

in. Saal (besonders Düsseldorfer). 526. Ruths^ Abenddämme- 
rung; 399. 0. Achenhach, Marktplatz in Amalfi; *87. v. Gelhardt, 
das letzte Abendmahl; 506. A. Achenbach , Schwere See; 3. A. 
Achenbach, Seheveningen; 665.1;. Canal, westfälische Mühle. — 
L. 447. V. Bochmann, Werft in Südholland; 542. v. Schennis, Park 
von Versailles ; *485. v. Gebhardt, Himmelfahrt; 412. Irmer, Diek- 
see in Holstein; 538. Munthe, herbstlicher Wald. — Rückwand: 
421. Zügel, Schafe im Erlenhain; 784. Bantzer, hessische Abend- 
mahlsfeier; 758. Lier^ oberbayrische Landschaft; 767. Kallmorgen, 
die Neugierigen. 

lY. Saal. 128. v. Bartels, Sturmflut; 548. Kl. Meyer, Würfler; 
539. Firle, Morgenandacht in einem Waisenhause; *491. Oeder, 
Novembertag. — L. 451. Bücker, Mönchgut auf Rügen; 511. Lugo, 
Morgen im Schwarzwald; 715. KüM, Altmännerhaus in Lübeck; 
549. Braith, lustiger Morgen; 508. Baisch, bei Dordrecht. 

Vorhalle derApsis. Marmorbildwerke: 113. HiZj^ers, Muse; 
57. Moser, Amor entwaffnet; 56, Schweinitz, der gefährdete Amor; 
48. Otto, Vestalin; 40. K. Cauer, Hexe; 24. E. Mayer, Merkur als 
Argustöter; 44. Kruse, Siegesbote von Marathon (Bronze); *34. 
E. Müller, Prometheus und die Okeaniden; Römer, 53. Nixe, 69. 
Physiker Kirchhoff. — Die Apsis enthält fünf Fächerkabinette. R. 
vor dem ersten befindet sich der Aufzug (10 Pf.X 

1. Kabinett. Knaus, 487. Mommsen, *169. Wie die Alten 
snngen, so zwitschern die Jungen, 488. Helmholtz; *639. Friese, 
kämpfende Elche. — MS. Schleich, Abendlandschaft; 4S0. Fohle, 
Ludwig Richter ; 638. Falat, vor der Bärenjagd in Rußland; 435. 
Lier, Abendstimmung an der Isar; H. v. Angeli, 611. Chemiker 
Kekule, 610. Chemiker A. W. Hofmann. 

2. Kabinett. 718. Darnaut, niederösterreichische Landschaft; 
553. Staiiffer, Gustav Freytag ; 770. Thoma. Ziegenherde im Schwarz- 
wald; 96. Gude, norwegische Küste; 775. Feuerbach, Selbstbild- 
nis. — L. *612. M, V. Farmentier, Dieppe; 749. Lenbach, Reichs- 
kanzler Fürst Hohenlohe; 804. Hang, freiwillige Jäger ; Schmitson, 
734. auf der Weide, 631. Marmortransport in Carrara ; 790. Lenbach, 
Mommsen (Studie). 

3. Kabinett (Menzel). 701. Boldini, Menzel (1895); ohne 
Nr. E. Meyerheim, Jugendbildnis Menzels. — Sonst nur Bilder und 
Skizzen von Menzel: 481. Krönung Wilhelms I. (1861 ; Skizze zu 
dem Gemälde im Schloß , S. 62), *219. Flötenkonzert Friedrichs 
d. Gr. in Sanssouci, 490. Abreise König Wilhelms I. (1870); — 
1. 780. Potsdamer Bahn, *218. Tafelrunde Friedrichs d. Gr. in 
Sanssouci (1750), 11 Skizzen (Friedrich II. auf Reisen; Bon soir, 
messieurs u.s.w.). 

4. Kabinett. 735. W. Trübner, Herren chiemsee; *771. Leibl, 
Jäger; 785. A. Feuerback, Landschaft; 782. Trübner, auf dem 



Erstes Geschoß. BERLIN. • 3. Abschnitt. 95 

Kanapee. — L. 655. Dill^ holländ. Kanal; Leibl , 831. Bauern- 
jnnge, 789. die Wildscliützen, *745. Dachauerinnen, 788. männ- 
liches Bildnis; 722. Schönleber, Enzwehr tei Besigheim; 790. Sperl^ 
FrüWing. 

5. Kabinett. 728. Schmitson, Pferde in der Pußta; *220. 
Menzel, Eisenwalzweik ; 41. Brandt, podolisches Dorf; 716. Skar- 
bina, Spitzenklöpplerinnen in Brügge. — L. 489. W. v. Diez, Wald- 
fest; 828. H. V. Maries, Maler Hager; Liebermann, *781. Schuster- 
werkstatt, *668. Gänserupferinnen; 774. Lenbach, B. Wagner; 654. 
Gude, Sognefjord. 

V. Saal. 723. Bora Hitz, KinderMldnis; 687. Feldmann, Mond- 
anfgang; *592. Liebermann, holländ. Flachsscliener; 712. H. Vogel, 
Mutter und Kind in der Laube; 768. Skarbina, Abend Stimmung. 
— L. 652. Herzog, vom Eise zerschellt; 658. Jernberg, Erntezeit; 
*545. V. TJhde, Komm, Herr Jesus, sei unser Gast ; 717. Weishaupt, 
Vorfrühling; 675. Munthe, holländische Herbststimmung; 802. 
F. V. Wille, Eifelnest. 

Die beiden folgenden Säle enthalten (außer einigen Gemälden) 
Marmobskulptueen. 

VL Saal. 41. Bauch, weibl. Büste; 30. Kalide, Bacchantin auf 
dem Panther ; Schadow, 102. Eros, 144. Prinzessin Louis v. Preußen 
(Modell). — L. Schadow, *99. Gräfin Lichtenau, 47. Goethe (1816) ; 
Gi. Scholl, MalexYeit; M. Sußmann - Hellborn, Dornröschen; 19. 
Wichmann, Feilner; 23. Bauch, weibl. Büste. — Rückwand: *31. 
K. Schlüter, römischer Hirtenknabe; 2. Brake, Historiker Raumer; 
14. Wittig, Hagar und Ismael ; 11. Bauch, Bildhauer Tieck; 5. Gram^ 
zow, Friedensgenius; 74. E. Wolff, Circe. — Gemälde: 170. Knille, 
Tannhäuser und Venus; 473. Feuerbach, Medea (Entwurf). 

VII. S aal. Nördliche Abteilung : 54. K. Begas, Maler H.v. Maries ; 
B. Begas, 25. Merkur und Psyche, 17. Bildhauer Wichmann ; A. 
HiZde&ranc?, 146. Pettenkofer, *45. jugendlicher Mann; 1. *79. JSrüff, 
Eva mit ihren Kindern; 50. Beer, Dürer als Knabe; 132. G. Lund, 
klagende Psyche ; *20. B. Begas, Menzel; 80. Kaff sack, erstes Gebet; 
87. 0. Lessing, Knaus. — Südliche Abteilung: B. Begas, 76. Bis- 
marck, *39. Moltke; 115. L. Manzel, weibl. Studienkopf; 90. E. 
Beyrer d. J., Madonna; *97. Bheinhold, am Wege; 42. Volkmann, 
weibl.Büste; 114. Schaper, General von Göben; lAS.Wenck, trinken- 
des Mädchen. — Rückwand: 104. v. Kopf, Kaiserin Augusta; 89. 
Hundrieser, Königin Luise ; 62. v. Kopf, Kaiser Wilhelm I. ; *55. Eber- 
lein, Dornauszieher; 27. K. Begas, die Geschwister; 49. Herter, ster- 
bender Achill ; 72. K. Begas, Faun mit dem Bacchusknaben ; 10. 
Kiß, Selbstbildnis. — Gemälde: *118. Henneberg, Jagd nach dem 
Glück; 474. Feuerbach, Amazonen schlaeht (Entwurf); 754. W. 
Leistikow, Grunewaldsee. 

Nun zurück zur Eingangshalle. Dann die Treppe hinauf in 
das zweite Geschoß. — Im Treppenhaus: Fries in Stuck von 
0. Geyer, die Entwicklung der deutsolien Kultur von Hermann dem 



96 3. Abschnitt. BERLIN. Nationalgalerie: 

Cherusker tis auf den deütscli-französischen Krieg, in einer fort- 
laufenden Reilie von Porträtgruppen dargestellt. Gemälde: 661. 
Alvarez, Philipp II. auf seinem Felsensitz beim Eskorial; 272. G. 
Bichter, Jesus erweckt die Tochter des Jairus; 351. Steffeck, Alhrecht 
Achill im Kampf mit den Nürnhergern (1450) ; 452. Feuerhach. Gast- 
mahl des Piaton. 

Zweites GeschoB. (amndriß s. S. 93, Aufzug S. 94.) 

Im Yorraum: 311, 318. W. ScMrmer, biblische Landschaften ; 
Kartone von Rethel, 79. Otto IIL in Karls d. Gr. Gruft (1000), 76. 
Karls Einzug in Pavia (794), 75. Zerstörung der Irmensäule (722); 
110. Eösel. Hunne (Bronze); 26. Canova, Hebe (Marmor). — Von 
hier in den 

Kuppelsaal. In der Mitte 73. G. Schadow, Kronprinzessin 
Luise und ihre Schwester Friederike, Modell zu der Marmorgruppe 
im Schloß (S. 62). 247, 248. FLockhorst, Porträte des Kaisers Wil- 
helm L und der Kaiserin Augusta; 550, 551. Schuck^ Zieten bei 
Kath. Hennersdorf und Seydlitz bei Roßbach. — Der Fries am 
Gewölbe, von A. v. Heyden, zeigt die Bilder des Tierkreises; die 
vier Lünetten über den Türen Szenen aus der deutschen Kunst- 
geschichte, ebenfalls von v. Heyden : Kaiser Heinrich IL legt den 
Grundstein zum Bamberger Dom; Dürer malt das Porträt Kaiser 
Maximilians, dem Kunz v. d. Rosen durch Gesang die Zeit kürzt; 
Sängerkrieg auf der Wartburg; Adam Krafft in seiner Werkstatt. 

Man beginne rechts und spare die Besichtigung der Cornelius- 
Säle (S. 98) bis zuletzt auf. 

I. Seitensaal. 529. K. Steffeck, Physiker Neumann; 527. 
F. Werner, Marketenderin zwischen den Regimentern Dessau und 
Bayreuth; 323. Scholtz, Freiwillige vor Friedrich Wilhelm HI. in 
Breslau (1813); 366. Vogel v. Vogelstein. L. Tieck; 533. J. Schrader, 
der Historiker Ranke; 669. B.Warthmüller. Friedrich der Große an 
der Leiche Schwerins (6. Mal 1757). — L. 753. H. Fechner, General 
Graf Kirchb ach; 455. Lenbach, Moltke; 568. A. Graff, Selbstbildnis 
(1813); 757. Elisabeth Jerichau, die Gebrüder Grimm; 379. Fr. G. 
Weitsch, Abt Jerusalem; 8. F. Adam, Rückzug der Franzosen aus 
Rußland; 601. Plockhorst, Kaiserin Augusta ; 93. A. Öm/f, Propst 
Spalding; 530. J. Hübner, Gottfried Schadow; 380. Fr. G. Weitsch, 
A. V.Humboldt. — 562. A. Graff, der Ästhetiker Sulzer; 697. Schle- 
singer, Hegel; *472. Lenbach, Bismarck; 525a. E.v.Heuß, Corne- 
lius; 356. Tischbein d. Ä., Lessing; 625. E. Hildebrand, Königin 
Luise auf dei Flucht nach Memel. 

Korridor (Belgier und Franzosen aus der Mitte des xix. Jahrh.). 
L. 825. Herkomer, Prof. Ende(Email) ; 731. G. 3/iin^er, Waldinneres ; 
26. Biefve, Kompromiß des niederländ. Adels 1566 ; *49, 50. Calame, 
Vierwaldstätter See, Hochgebirgsschlucht; 160. N.deKeyser, Tod der 
Maria von Mediei; 742. Bossuet, Granada; 278. L. Bobert. schlafender 
Jiäuber ; 210, 211. H. Leys, holländische Gesellschaft, Dürer zeichnet 



Zweites Geschoß. BERLIN. 3. Abschnitt. 97 

Erasmns ; 363. H. Vernetz Sklavenmarkt ; *84. Oallait, Egmonts letzte 
Stunde. — ß. 212. B. de Loose, Gesellschaft im Wirt sh aus e ; 159. 
N. de Keyser^ derGiaur; 197. Landseer, Cromwell tei Naseby 1645. 
II. Seitens aal. L. 806. Ziegler, General v. Böse; 479. Kolitz, 
Szene aus dem Gefecht hei Vendome ; 32. Bleibtreu, Eroherung von 
Alsen. — 515. Oust. Richter, Feldmarschall Graf Blumenthal (un- 
vollendet); 446. F. Adam, Reiterangriff hei Sedan ; *602. v. Angeli, 
Kaiser Wilhelm I. ; *719. Saltzmann, Manöverfahrt; 567. Adam, 
Mars-la-Tour; Q32. Bleibtreu, Kronprinz Friedrich Wilhelm vor Paris; 
471. V. Angeli, Feldmarschall v. Manteuffel. — 630. Scheurenberg, 
General v. Steinmetz; 442. Hunten, franz. Reiterangriff bei Wörth; 
131. Otto Heyden, Königgrätz. — 676. W. Schuch, Schlacht hei 
Höckern (1813) ; 504. Kolitz, General Graf Werder. 

1. Kabinett (Düsseldorfer). 13ijMücke, Katharina von AI exan- 
drien; Jordan, 151. Heiratsantrag auf Helgoland, 155. der Witwe 
Trost; 624. Hasenclever, Freiligrath; 250. Pose, Gebirgssee; 66. 
K. d'tnUer-Lützow, Arrestmeldung; 287. W. v. Schadow, Frauen- 
bildnis. — 580. Scheuren, betender Mönch; 270. Rethel, Bonifatlus; 
51. Camphausen, Cromwellsche Reiter. — 120. K. Hertel, Jung- 
Deutschland; Th. Hildebrand, 138. der Räuber, 137. der Krieger 
und sein Kind; Hasenclever, 109. Lesekabinett, 108. Weiuprobe. 

2. Kabinett (meist Münchener). R. EiedeZ, 273. Albanerinnen, 
274. badende Mädchen. — L. 123. P. Heß, St. Leonhardsfest in 
Bayern; 571. Hausmann, Wallfahrt in der Oampagna; 760. Haus- 
mann, Galilei vor dem Konzil (Skizze) ; 282. Rottmann, Marathon 
(Skizze); Spitzweg, 720, 721. Klausner; 46. Heinr. Bürkel, rastende 
Treidler. — 205. Lessing, Havellandschaft; 52Öc. v. Heuß, Maler 
Reinhart; 332. Schrödter, Rheinweinprobe. — Schrödter, 334. Don 
Quijote, 335. Szene aus Shakespeares Heinrich Y. ; iöS. v. Kalck- 
reuth, [Canigai-Tal; Rottmann, 281. Ammersee, 494. Perugia; 7. 
A. Adam, Atelier. 

3. Kabinett (Wiener und Dresdener). Graff, 561. Selbst- 
porträt; J. A. Koch, 413. Kloster S. Francesco di Civitella im Sa- 
bineigebirge, 554. Sabiner Landschaft ; M.v. Schwind, 795. Herzogin 
von Orleans bei Schwind, 794. Abenteuer des Malers Binder, *343. 
die Rose; 406. Dreber, Landschaft mit Diana. — 599, J. A. Koch, 
Dankopfer; 374. F. Waldmüller, nach der Schule; 503. J. F. Tisch- 
bein, Lautenspielerin; 682. v. Pettenkofen, rastende Zigeuner. — 
C. Friedrich, 78. Mondaufgang am Meer, 77. Harzlandschaft; 733. 
Waldmüller, Heimkehr von der Kirch weih; ÜQ. Preller, norwegische 
Küste ; 445. L. Richter, Riesengebirgslandschaft. 

4. Kabinett (Berliner). Blechen, 499. Schlucht bei Amalfi, 
*616. römische Campagna, 752. Palmenhaus, *621. Waldlandschaft 
bei Spandau, *618. campanische Landschaft, vier Skizzen; 354. 
Steinbrück, Marie bei den Elfen (nach Tieck's Märchen); Fr. Krüger, 
187, 188. Ausritt zur Jagd und Heimkehr, 724. Wilhelm L als Prinz, 
642. Feldmarschall Graf Wrangel, 189 , 727. Pferdeställe , 190. 

Bsedeker's Berlin und Umgebung. 13. Aufl. 7 



98 3. Ahschnitt. BERLIN. Nationalgalerie: 

Kaiser Nikolaus L, 609. Prinz Angnst von Preußen; C. Begas d. A,, 
641, 759. Bildnisse. — 574. Schinkel, gotischer Dom. 

5. Kabinett (Berliner). R. 19. A. Begas, Mutter und Kind ; 
736. Brendel, Schafstall; 398. K. Graeb, Thüringer Mühle. — L. 
225. P. Meyerheim, Amsterdamer Antiquar ; 438. Steffeck, Mutter- 
stute mit Fohlen; 425. Magnus, Jenny Lind; 563. Brendel, Vieh- 
herde; 462. J?05€ma7in, Sandfuhrmann ; 722. E. Meyerheim, der erste 
Schritt. — 22. ^.Peyas, Mohrenwäsche; 135. E. Hildebrandt, Strand 
bei Ahendlicht; 81. Gärtner, Parochialstraße. — E. Meyerheim, 594. 
Mutter am Bett des kranken Kindes, 741. Kegelgesellschaft, 224. 
Schützenkönig; 223. Meyer von Bremen, Hausmütterchen; 136. E. 
Hildebrandt, Schloß Kronborg bei Helsingör. 

III. SeitensaaL 633. Simm, Duett; 805. E. Hildebrandt, Prof. 
Auwers;422. Scherres, Überschwemmung in Ostpreußen; 33. Bleib- 
treu, Schlacht bei Königgrätz ; 492. Graef, Graf Roon; 519. Crola, 
Maler E.Bendemann; 464. O.v. Kameke, St. Gotthard- Straße; *650. 
Saltzmann, Kreuzerfregatte Leipzig bei St. Helena; 521. E. Bende- 
mann, der Historiker Droysen ; 408. Gentz, Einzug des Kronprinzen 
Friedrich Wilhelm in Jerusalem (1869) ; 552. J. Scheurenberg, der 
Philosoph Zeller ; 505. P. Janssen, Herwarth v. Bittenfeld ; 392. F. le^- 
sin^, Eifellandschaft. — *420.G'.)S'j?an^eri&er^. der Zug des Todes ;*456. 
K. Ludwig, St. Gotthard-Paß. — R. 648. Biermann, der Ägyptologe 
Lepsius; 479 a. Kolitz, KämpfebeiMetz; 596. F. Werner, Enthüllung 
des Denkmals der Königin Luise im Tiergarten ; 441. G^. Kuntz, italie- 
nische Pilgerin. — 808. Graf Kalckreuth, Schloß Kl. Öls. 

Korridor. 500. Defregger, der Salontiroler; 74.0. Ed. Hilde- 
brandt, Hochgebirge bei Abendrot; 434. -Kröner, Hochwild; 358. 
Vautier, Tanzstunde; 453. A. Hertel, Küste bei Genua; *400. De- 
fregger, Heimkehr des Tiroler Landsturms (1809); 565. Vautier, 
am Krankenbett ; 593. Graff, Henriette Herz; 42. Brendel, Heim- 
gang zum Dorf; 4:^%. J. Scheurtnberg, der Tag des Herrn ; 101. Gur- 
litt, Albanergebirge. — R. 649. Henseler, Hoffmann v. Fallersleben; 
730. Ed. Hildebrandt, Spreewald im Winter. 

IV. SeitensaaL 629. Ö. i?icAf er, Selbstbildnis; 276. i?je/s(a/ii, 
Allerseelentag; 423. Henneberg, der wilde Jäger; E. Magnus, 636. 
W. Taubert, 681. Selbstbildnis. — *531. P. Meyerheim, Tierbude; 
91. Graeb, der Dom in Halberstadt; 573. J. Marshall. Genelli. — R. 
17, K. Becker, Karl Y. bei Fugger; 517. Biermann, Prof. W.Weber; 
546. S^arrac/i , Abgestürzt; 686. J. Jacob, am Schöneberger Ufer; 
670. A. V. Werner, im Etappenquartier vor Paris; 674. R. v. Voigt- 
länder, der Mathematiker Weierstraß. — 92, Graef, Ferdinande y. 
Schmettau opfert ihr Haar dem Yaterlande. 

Man kehrt schließlich in den Kuppelsaal zurück, aus dem man 
nun durch die Mitteltür in die Cornelius-Säle tritt. 

I. Cornelius-Saal. Den malerischen Schmuck der Ober- 
wände hat Ed. Bendemann entworfen und in demselben durch eine 
Reihe allegorischer Figuren die Entstehung eines Kunstwerks zu 



Zweites Geschoß. BERLIN. 3. Abschnitt. 99 

erklären versnclit : von der Wand gegen den Kuppelsaal 1. beginnend 
Anmut, Friede, Poesie, Forschung, Demut, Begeisterung, Kraft, 
Freude. Der Saal enthält vornehmlich die ** Kartone zum Campo 
Santo, einer von Friedrich Wilhelm IV. nehen dem Dom geplanten 
Begräbnisstätte der kgl, Familie. Bald nach seiner Berufung nach 
Berlin (1841) hatte Cornelius dieses Eiesenwerk begonnen und 
an demselben bis zu seinem Tode (1867) gearbeitet. Die Bilder 
sollten vorzugsweise im Anschluß an die Apokalypse die Erlösung 
von der Sünde, die Erscheinung Christi auf_Erden, das Walten der 
Kirche und die letzten Dinge vorführen. Über jedem Hauptbilde 
ist ein Lünettenbild, darunter ein Streifenbild angeordnet, welche 
die Haupthandlung durch Beziehungen erläutern und weiterführen. 
Zwischen den Hauptbildern sind acht kleinere Gruppen gedacht, 
in denen die Seligsprechungen der Bergpredigt sich verkörpern. 
Die Kartone zu den Apokalyptischen Reitern (6), der Auferstehung 
des Fleisches (9) und der Ausgießung des heil. Geistes (17) ge- 
hören zu den hervorragendsten Schöpfungen. Wenn in diesen 
großen Bildern der gewaltige Reichtum der Phantasie, die auch 
die tiefsten Gedanken festzuhalten weiß, das mächtige drama- 
tische Leben, die Kühnheit der Zeichnung die Bewunderung des 
Beschauers erregen, so fesseln die Gruppen der Seligsprechungen 
(14, 15) durch die plastische Abgeschlossenheit und Schönheit der 
Linien und den ergreifenden Ausdruck der Gestalten. — Weniger 
bedeutend sind die Kartone zu den Fresken in der Münchener 
Ludwigskirche (1834-40), Evangelisten, Propheten und (1. Lang- 
wand, verdeckt) das jüngste Gericht. 

Außerdem sind in diesem Saale aufgestellt die Kartone : 77, 78. 
Rethel, Sarazenenschlacht bei Cordova (778), Taufe Wittekinds 
(785); 122. W. V. Kaulbach, Schlacht bei Salamis; ferner die Ge- 
mälde: 626. F. Z^eZier, Kaiser Wilhelm der Siegreiche ; (ohne Nr.) 
G. Rodriguez, Granada; 423. M.Schmidt, Spreelandschaft; 778. Gude, 
nach dem Sturm; — endlich die Büsten: 103. Jos. v. Kopf, Kaiser 
Wilhelm I.; 70. Römer, Kaiserin Augusta; 66. Donndorf, Bismarck; 
*137. TroubetüUoy, Segantini (Bronze)'. 

IL Cornelius-Saal, dessen malerischer Schmuck (Prome- 
theus-Sage) von P. Janssen in Düsseldorf herrührt. Die Kartone 
gehören zu den Fresken der Münchener Glyptothek (Götter- und 
Heroensaal), mit denen Cornelius seine monumentalen Schöpfun- 
gen in Deutschland (1819) begann. Die Grundgedanken zu den 
Schilderungen des Göttersaales sind z. T. Hesiod entlehnt. Die 
(zur Zeit verdeckten) Wandgemälde versinnlichen das Walten des 
Eros, die Jahres- und Tageszeiten. In den Bogenfeldern sind die 
drei Reiche der Götter: Olymp, Wasserwelt und Unterwelt, dar- 
gestellt. — Im Heroensaal ist der trojanische Sagenkreis geschil- 
dert; von den Kartonen sind nur drei Bogenfelder sichtbar, davon 
am wichtigsten die Zerstörung Trojas (1. Langwand). — Kolossal- 
b liste Cornelius' von Wittig. 

•7* 



100 3. Abschnitt. 



BERLIN. 



Nationalgalerie: 



Außerdem befinden sicli liier zur Zeit neue Erwerbungen. Ge- 
mälde: Böcklin, 809. Bildnis, ohne Nr. Bildhauer J. v. Kopf, ohne Nr. 
Zentaur und Nymphe; 843. Burnüz, Taunuslandschaft 5 811. ßauMgny, 
Landschaft; 837. Dettmmin^ Fischerkirchhof; 838. Engel, friesische Mäd- 
chen ; ^eweröacÄ, 813. Felspavtie, 835. Eicordo di Tivoli ; Franc. Goya (f 1828), 
ohne Nr. Maibaum, ohne Nr. Stiergefecht; ohne Nr. Haider., Sehliersee; 
814. Jlöhel, vor Sonnenuntergang; Klinger ^ Landschaften und Meeresidyllen; 
827. Eoner, Wilhelm II.; 818. LeiU, der Amtmann; 833. Lenbach, R. Begas; 
845. Menzel, Innenraum; 819. OWe, Wintersonne; '820. -S'e^'an^im, Rückkehr 
zur Heimat; Spitzweg, 846. der Herr Pfarrer, 817. Dorfstraße; 848. Trübnei; 
Herrenbildnis; 840. Weise, Dame in Herbstlandschaft; 821. Zorn, Maja; 
Zügel, 822. Knabe mit Rind, ohne Nr. Rinder auf sonniger Weide. — 
Bronzen: 141. Bläser, Maler C. F. Lessing; 148. Friedrich, Sandalenbinder; 
N. Geiger, 125. Mädchenkopf, 126. Kopf einer alten Frau, ohne Nr. Zentaur 
und Nymphe, ohne Nr. Idealbüste; 120. Eosäus, nach dem Kampfe; 119. 
Klimsch, Tänzerin; 150. Lagae, Porträtkopf; 145. Prell, Prometheus; 136. 
Seeböck, Felix Königs; 140. v. d. Stappen, friesisches Mädchen; 118. Starck, 
Träumerei. — Marmorskulpturen: ohne Nr. Brüti, Diana; *149. Canonica, 
Frühlingsträume; *134. Elinger, Amphitrite (farbig); 135. Rodin. der Mensch 
und sein Gedanke; 151. W. v. Eümann, weibl. Akt. — Außerdem 147. M. 
Kruse, Frauenbüste (Holz); ohne Nr. Schadow, Königin Luise (Modellbüste). 

Eine Marmortreppe führt hinauf zum dritten Geschoß. — An 
der Treppenwand: 82. Schnorr v. Carolsfeld, Bestattung der 
Burgunden (Karton). — 514. G. Max, Jesus heilt ein Kind; 482. 
Brozik, die Gesandtschaft König Ladislaw's Ton Ungarn und 
Böhmen hei der Brautwerhung am Hofe Karls YII. von Frankreich 
(1457) ; *443. Makart, Venedig huldigt der Katharina Cornaro ; 537. 
Piloty^ Alexander d. Gr. nimmt sterbend Abschied von seinem Heere 
(letztes "Werk des Malers, unvollendet). 



Drittes GeschoB. 
Im Vorraum I: 401-404. WisUcenus, die vier Jahreszeiten. 
An den oberen Wandflächen : das Leben der Natur in den Jahres- 
zeiten, von P. Meyerheim. 

DerEcksaal 11, dem Treppenauf- 
gang gegenüber, enthält die 1888 mit 
großem Geschick hierher übertragenen 
^—^ j- — H **Fresken aus der Geschichte Josephs, 

] die 1816-18 im Auftrag des preuß. Kon- 

"" ^' ' suis Bartholdy in Rom in einem Zimmer 

seines Hauses (Casa Zuccari) von den 
bedeutendsten damals dort weilenden 
deutschen Künstlern ausgeführt worden 
sind, die erste große Leistung der neueren 
deutschen Malerei. Von Peter Cornelius 
sind ; die *Traumdeutung vor Pharao und 
die *Wiedererkennung der Brüder; von 
Fried. Overbeck: der *Verkauf Josephs 
und die Allegorie der sieben mageren 
Jahre; von Phil. Veit: Joseph und Po- 
tiphars Weib und die Allegorie der sieben 
fetten Jahre; von Wilh. Schadow: Jo- 




ää^lEler 



['■Drittes Geschoß. BERLIN. 3. Abscimitt. 101 

sephs Traumdeutung im Gefängnis und die Brüder den blutigen 
Rock ihrem Vater Jakob bringend. — Beschreibung 1 JL 

Zurück in den Vorraum und 1. durch einen kurzen Gang, darin 
1. 109. Meunier's Bronzerelief, Heimkehr der Bergleute, in den 

Saal III, mit Werken ausländischer Künstler. Gemälde: 129. 
Vegas, Konversation; 829. M. Stevenson, Jairusteich; *693. Manet, 
im Treibhaus; *698. Zorn^ Sommerabend in Schweden. — 690. 
Constable, Dorf am Stour; 707. J. LocMead, Dorfstraße; Segan- 
tini, 131. Gebet am Kreuz, 696. trübe Stunde; 751. R. Parkes 
Bonington, Marine; 737. Diaz, Waldinnere?. — R. 694. Monet, 
Vetheuil; *744. A. Sisley, Frühschnee; *732. Millet, November- 
abend; *705. Fantin-Latour, Damenbildnis; 777. Monet, Argen- 
teuil; 748. C. Pissarro, Villen bei Paris. — 692. Courbet, Mühl- 
wehr; 691. Constable, Studie; 807. Daubigny, Frühlingslandschaft. 

— Bildwerke: *91. Rodin, Bildhauer Dalou ; 92. Vallgren, Jugend; 
94. Rivaita, Herkules und Zentaur; 93. Meunier, der verlorene Sohn; 
108. E. Bourdelle, Frauenkopf; 116. Rodin, Bildhauer Falguiere. 

Die Sammlung der Handzeichnungen (So. geschlossen) befindet 
sich in der Galerie IV und in dem Saal V. Sie umfaßt etwa 
26000 Original -Zeichnungen uud Aquarelle deutscher Künstler 
des XIX. Jahrb., namentlich von Bellermann, Blechen, Böcklin, 
Carstens, Feuerbach, Franz-Dreber, Oenelli, Eenneberg, Ed. Hilde- 
brandt, A. Kampf, Klinger, Knaus, F. Krüger, Leibl, Liebermann, 
Menzel, Pfannschmidt, Preller, Rethel, L. Richter, Schnorr v. Carols- 
feld. Schwind, Steinte u. a. Verzeichnis 2 J/, geb. 2V2 J^- Eine 
Auswahl ist ausgestellt. 

Zurück in den Vorraum und 1. (zunächst der Treppe) durch 
einen kurzen Gang in den Saal VI, mit ausländischen Gemälden. 
703. Carbcnero, Abenteuer aus Gil Blas; 704. Sorolla Bastida, 
Fischfang; 792. Carpenfier, Sommersonne; 685. -BoseiZd, vom Altar 
zur Arena. — Ib^. Bazzani, Severusbogen in Rom; 702. Ciardi, 
Canale grande in Venedig; *738. Cazin, Abendlandschaft mit 
Magdalena. ■ — *710. Fragiacomo, Traurigkeit; *684. G. Melchers, die 
Familie; 711. Farasyn, die Witwe. — 708. Bisbing, Schafherde in 
den Dünen; 709. Mcsday, Sommerabend bei Scheveningen; 700. 
Maris, am Kanal; *699. Thaulow, Novembertag in der Normandie. 

— Außerdem : *95. VinQOtte, Büste Catilinas. 

Die früher dahinter ausgestellte Gemäldesammlung des Grafen Raczynski 
ist jetzt in Posen. Voraussichtlich wird hier die Sammlung F. Königs 
Platz finden, die den Hauptbestandteil der neuen Ei'werbungen (S. ICO) 
bildet. 



102 



4. Friedrichstraße. Gendarmenmarkt. Wilhelm- 
straß©. Leipziger Straße. 

Südlicli von den Linden "beginnt die Friedrichstadt (S. 40), 
der regelmäßigste Stadtteil Berlins. Ihn durchschneiden von N. 
nach S. die Friedrichstraße (s. unten), westl. davon die Wilhelm- 
straße (8. 104), östl. die Charlotten- und die Markgrafenstraße. 
In der ersten Querstraße, der B ehren Straße (PI. R 22), hahen be- 
sonders Bankhäuser stattliche Neuhauten aufgeführt. Ostlich von 
der Friedrichstraße (Südseite) : Nr. 38/39 die Dresdner Bank, von 
Heim; Nr. 35 die Pommersche Hypotheken- Aktienbank; Nr. 32 die 
Berliner Handelsgesellschaft, vonMessel. Gegenüber: Nr. 43/44 die 
Diskontogesellschaft (vgl. S. 50), von Heim; Nr. 46 äi& Berliner Bank. 
Westlich von der Friedrichstraße (Nordseite) : Nr. 55-57 das Me- 
tropoltheater (S. 27), von Fellner & Hellmer; der sehr geschmack- 
voll im Barockstil ausgebildete Zuschauerraum öffnet sich im ersten 
und zweiten Rang nach den ihn konzentrisch umgebenden Räumen 
des Restaurants. Durchgang nach den Linden s. S. 50. An der Süd- 
seite : Nr. 13-8 die ein ganzes Häuserviertel umfassende Deutsche 
Bank ; Nr. 7a, worin sich die Norddeutsche Grund-Kredithank be- 
findet, ist von Kayser & v. Groszheim erbaut ; Nr. 2 die Mitteldeutsche 
Kreditbank, von Ende & Böckmann. 

Die Friedrichstraße (PI. R 24-22; G 22) ist die längste Straße 
der inneren Stadt; sie mißt, mit ihrer Fortsetzung nördl. der 
Linden (S. 142), vom ehem. Oranienburger bis zum Halleschen 
Tor 3,3km, von den Linden bis zum Halleschen Tor 2km. Der 
mittlere Teil, in der Nähe der Linden, zeichnet sich durch monu- 
mental ausgeführte Geschäftshäuser und „Bierpaläste" aus. 

Ecke der Friedrich- und Behrenstraße, gegenüber dem Südaus- 
gang der Kaisergalerie (S. 50), hat die Münchener Pschorr- Brauerei 
sich durch Kayser & v. Groszheim einen Palast erbauen und von 
M. Koch und Flashar ausmalen lassen, in dessen oberen Räumen 
sich Castans Panoptikum (S. 34) befindet. 

Weiter in der Friedrichstraße (1.), Nr. 80, das Weinhaus zum 
Eüdesheimer (von Grisebach, jetzige Einrichtung von Stahn); an 
der Ecke der Französischen Straße (1.), Nr. 79, der der Freifrau 
V. Faber (A. W. Faber) gehörige, von Grisebach erbaute Renais- 
sance-Palast und, Nr. 78, das Haus der Lebens -Versicherungs- 
Aktiengesellschaft Germania, von Kayser & v. Groszheim. Diesem 
schräg gegenüber (r.) in der Friedrichstraße, Nr. 172, das mit flotten 
Malereien von Seitz geschmückte Ausschanklokal der Münchener 
Spatenbrauerei, von Seidl. An der Ecke der Jägerstraße, Friedrich- 
str. Nr. 176/78 (r.) das Kaiserhotel; im Innern außer eiuem Cafe' die 
originellen Weinstuben des „Kaiserkellers" (S. 8), sowie der Bier- 
ausschank „zum Weihenstephan" (S. 9). Auf der 1. Seite, Nr. 72, 



Friedrichstraße. BERLIN. 4. Abschnitt. 103 

Carl Stangens Reisebureau (S. 2), im maurischen Stil. — R., Nr. 180, 
der Ausschank der Freih. v. Tucherschen Brauerei^ von Waltlier, mit 
reicher Bemalung von Wanderer (Empfang des Markgrafen Alhrecht 
Achill 1455 in Nürnherg); im Innern Wandmalereien aus dem Alt- 
Nürnberger Lehen. — Südliche Fortsetzung der Eriedrichstraße s. 
S. 118. 

Westlich von der Friedrichstraße sind hemerkensvs^ert : Franzö- 
sische Str. 53/54 das Gehäude des A. Schaaffhausenschen Bankver- 
eins, von Heim ; Nr. 7 die Hypothekenbank in Hamburg, von Här- 
tens ; Mauerstr. 37-41 das Geschäftshaus der Yersicherungsgesell- 
schaft Nordstern, von Kayser & v. Groszheim. Ferner Taubenstr. 
48/49 die Urania (PL R 22) , eine Anstalt zur Förderung volks- 
tümlicher Naturkunde, 1889 im Ausstellungspark gegründet (dort 
noch die Sternwarte, vgl. S. 149), hier 1896 eröffnet; Experi- 
mentlersäle und naturkundliche Sammlungen (Führer 20 Pf.), 
wissenschaftliches Theater (Eintr. S. 85). 

Östlich von der Friedrichstraße, nur wenige hundert Schritt 
von dem Platz am Opernhaus (S. 53) und den Linden entfernt, 
liegt der * Gendarmenmarkt (PI. R 22), mit dem Schauspielhaus, 
der Französischen und der Neuen Kirche. In der Gruppierung der 
drei Gehäude, deren Umriß namentlich im Mondlicht von großer 
Wirkung ist , gewährt er ein anziehendes Architekturhild. Leider 
ist die Gesamterscheinung des Platzes durch einige übermäßig 
hohe Neubauten beeinträchtigt. An der Nordwestecke, Charlottenstr. 
49, das alte Weinhaus von Lutter; Tafel für den Schauspieler 
L. Devrient (f 1832) und den Dichter E. Th, A. Hoffmann (f 1822), 
die hier verkehrten. An der Westseite des Platzes sind an Tauben- 
str. 31 und 32 die Wohnungen des letzteren und H. Heines (1823) 
durch Inschriften und Reliefbilder bezeichnet. 

S traß enbahnen (3. llfF.) von der Kreuzung der Französischen und 
Charlottenstraße (ISTordwestecke des Platzes) nach: Alexanderplatz 60, 61,73 

— Charlottenburg 33, 54, 80 — Bhf. Friedrichstraße u. Gesundbrunnen 34 

— Dönhoffplatz 83, 8i — Hackescher Markt u. Bluseumsinsel 33, 40, 53, 
54, 55 - Hallesches Tor 34, 53, 55, 73, 96, 97 — Kreuzberg 34, 96, 97 — 
Lützowplatz 33, 54, 80 — Xollendorfplatz 60, 61 — Potsdamer Bhf. 33, 40, 
54, 60, 61, 80 — Rathaus 60, 61, 73 — Rixdorf 53, 55 — Schlesischer Bhf. 80 

— Schloßplatz 60, 61, 80 — Schöneberg 40, 60, 61 — Stettiner Bhf. 34 — 
Spittelmarkt 83, 84 — Zoologischer Garten 33, 80. 

Das »Schauspielhaus (PI. R 22), 77m 1., im Mittelbau 50m 
tief, 38m hoch, wurde von Schinkel an Stelle des abgebrannten 
früheren 1819-21 aufgeführt, 1890-93 mit Werksteinen verblendet. 
Durch die Verwendung griechischer Architekturformen zu einem 
mehrgeschossigen modernen Gebäude und die lebensvolle Gliede- 
rung des Aufbaues gehört es zu den genialsten Schöpfungen des 
Meisters, dem man einzelne Übelstände (Eingang, Torräume) nicht 
anrechnen darf, da er die vom Feuer nicht zerstörten Mauern des 
alten Theaters benutzen mußte. An der Hauptfassade, nach Osten, 
eine von sechs ionischen Säulen getragene Vorhalle, zu der eine 



104 4. Abschnitt. BERLIN. Schauspielhaus. 

Freitreppe hinanfülirt ; auf den Trepp enwangen zwei Bronzegrup- 
pen von^. Tieck, Genien auf Panther und Löwe reitend ; im Giebel- 
feld der Vorhalle : NioMdengruppe in Sandstein, Ton demselben. 
Auf dem First des Hauptgebäudes : östl. Apollo in einem Greifen- 
Zweigespann, Bronzegruppe von Rauch und Tieck, im Giebelfeld 
Melpomene und Polyhymnia; westl. ein Pegasus aus getriebenem 
Kupfer. Im großen nördl. Giebelfeld: *Triumphzug des Bacchus 
mit der Ariadne ; im südl. : Orpheus holt Eurydike aus der Unter- 
welt, von Tieck. Der Theaterraum enthält 1120 Zuschauerplätze. 
Als Foyer dient der schöne Konzertsaal. 

Vor der Freitreppe des Schauspielhauses das am 10. Nov. 1871 
enthüllte Schiller-Denkmal, 6m h., ganz aus carrarischem Mar- 
mor, von R. Begas; am Sockel allegorische Gestalten der lyrischen 
und der dramatischen Dichtkunst, der Geschichtschreibung und der 
Philosophie. 

Von den beiden Kirchen ist die Französische Kirche (nördl.), 
in der noch an jedem zweiten Sonntag französisch gepredigt wird, 
in den Jahren lTOl-5, die Neue Kirche (südl.), auch der Deutsche 
Dom genannt, 1701-8 erbaut worden: erstere zeigt, obwohl 1883 
z. T. erneuert, noch ihre alte ärmliche Form; letztere, inter- 
essant durch ihren fünfeckigen Grundriß, ist 1881-82 durch v. d. 
Hude & Hennicke umgebaut worden. Die beiden nur äußerlich 
mit ihnen verbundenen, 70,6in hohen Kuppeltürme gehören noch 
immer zu den effektvollsten Architektur-Schaustücken Berlins; 
Friedrich II. ließ sie 1780-85 durch Gontard hinzufügen. 

Dem Schauspielhause gegenüber (östl.), Jägerstr. 21, der Neu- 
bau der 1772 gestifteten Königl. Seehandlung, die heutzutage vor- 
wiegend Bankgeschäfte treibt. Das Haus an der andern Ecke der 
Jägerstraße (Markgrafenstr. 47), jetzt Sitz des Oberverwaltungs- 
Oerichtes, ließ Friedrich d. Gr. um 1781 (wahrscheinlich durch Gon- 
tard) aufführen. 

Die *WillieImstraße (PL R 19, 22; G 22), 2km lang, bildet 
die westliche Grenze der Friedrichstadt und ist in ihrer nördl. 
Hälfte der Sitz vieler Reichs- und Staatsbehörden. Nahe den Lin- 
den r. : Nr. 70 die Englische Botschaft ; Nr, 72 das Palais des 
Prinzen Georg v. Preußen, unter Friedrich Wilhelm I. von Gerlach 
erbaut, die neue Fassade von 1852. Gegenüber, 1. Nr. 67, das Pring^s- 
heimsche Haus von Ehe & Benda 1873 erbaut, mit Mosaikfries nach 
A. V. Werners Zeichnungen. Wieder r. : Nr. 73 das Ministerium des 
Kgl. Hauses, als Gräfl. Schwerinsches Palais 1734 erbaut; Nr. 74 
das Reichsamt des Innern , in dem die Sitzungen des Bundesrates 
stattfinden (vgl. S. 154). Gegenüber 1. : Nr. 65 das Justiz-Mini- 
sterium; Nr. 64 das Geheime Kabinett für Zivilangelegenheiten, von 
Vohl; Nr. 63 die Neubauten für das Staatsministerium, die Ge- 
neral-Lotterie-Direktion und die General- Ordenskommission. Dann 
T.: Nr. 75 und 76 das Auswärtige Amt; Nr. 77 die Reichskanzlei 



Wilhelmstraße. BERLIN. 4. Abschnitt. 105 

mit der Wohnung des Reichskanzlers, um 1738 errichtet, 1875-76 
ausgebaut und Ms März 1890 vom Fürsten Bismarck bewohnt (in 
dem großen Mittelsaale nach vorn fand 1878 der Berliner Kongreß 
statt); Nr. 78 das Palais des Fürsten v. Pleß, 1872-75 nach dem 
Plan des französischen Architekten Destailleur im Stil Lud- 
wigs XIII. aufgeführt. — Südliche Fortsetzung derWilhelmstraße 
s. S. 118. 

Den mit Gartenanlagen bedeckten Wi 1 helmplatz (PL R 19, 22) 
schmücken sechs Standbilder von Generalen Friedrichs d. Gr. : 
Schwerin, gefallen mit der Fahne in der Hand bei Prag 1757, von 
Kiß ; Fürst *Leopold von Anhalt-Dessau, der Sieger von Kessels- 
dorf, gest. 1747, von G. Schadow; Winterfeldt, der Liebling Frie- 
drichs, gefallen beiMoys 1757, von Kiß ; Keith, gefallen bei Hoch- 
kirch 1758, von Tassaert (f 1788); der Husarengeneral *Zieten, 
gest. 1786, von Schadow, und Seydlitz, der Held von Roßbach, 
gest. 1773, von Tassaert, 

Die früheren Marmorstandbilder, die 1862 durcli Erzkopien (Schwerin 
und Winterfeldt, früher in römischena Kostüm, nach neuen Entwürfen) er- 
setzt wurden, waren zuletzt im Kadettenhause in G-r.-Lichterfelde (S. 167) 
und wurden 1904 dem Kaiser-Friedrich-Museum (S. 90) überwiesen. 

An der Nordseite des Platzes, Nr. 8/9, das Palais des Prinzen 
Friedrich Leopold, 1737 erbaut, 1827-28 von Schinkel umgebaut. 

— An der Ostseite, Nr. 6, die Kur- und Neumärkische Haupt-Bitter- 
schaftsdirektion und der 1873-75 von v. d. Hude & Hennicke er- 
baute Kaiserhof (8. 3). Dahinter die 1737-39 erbaute, 1885-86 er- 
weiterte Dreifaltigkeitskirche ; an ihr wirkte 1809-34 Schleiermacher, 
dessen Büste, von Schaper, demnächst vor dem Portal aufgestellt 
wird (vgl. die Tafel an seiner Wohnung, Kanonierstr. 4, und S. 119). 

— An der Südseite des Wilhelmplatzes, Nr. 1, di&s, Reichs- Schatzamt. 

R. öffnet sich dieYoßstraße (PL R 19). Nr. 1 das von der 
Preuß. Pfandbriefbank angekaufte Borsigsche Palais, von Lucae: 
edle italienische Renaissance-Architektur, der Skulpturenschmuck 
(an der Wilhelmstraße: Beuth, Borsig, Schinkel; an der Voßstraße : 
Archimedes, Leonardo da Yinci, James Watt, Stephenson) von 
R. Begas, Encke, Hundrieser und Lessing. An der anderen Ecke, 
Nr. 35, Wilhelmstr. 79/80 (und Leipziger Str. 125), das ausgedehnte 
Gebäude des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten mit dem Reichs- 
eisenbahnamt. In der Voßstraße selbst , r. Nr. 4/5 , das Reichs- 
Justizamt, sowie ansehnliche Privathäuser. 

Unfern des Westendes der Yoßstr. liegt s. der Potsdamer Platz 
(S. 109) und ö. von diesem, jenseit des ehem. Potsdamer Tores, 
der mit Gartenanlagen bedeckte achteckige Leipziger Platz 
(PL R 19). Hier steht 1. seit 1862 ein Standbild des Generals und 
Minister-Präsidenten Grafen Brandenburg (f 1850), von Hagen, 
r. seit 1880 ein Standbild des Feldmarschalls Grafen Wrangel 
(f 1877), von Keil. Die den Platz umgebenden Gebäude sind: 
r. Nr, 6-9 das Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten, 



106 4. Abschnitt. . BERLIN. Leipziger Platz. 

Nr. 10 das Palais der Prinzessin Friedrich Karl, Nr. 11 das Handels- 
ministerium (s. unten). L, Nr. 13 das Reichs- Marineamt ; Nr. 14 
das Geschäftshans der Großen Berliner Straßenbahn (ß. 14); Nr. 15 
Mosse's Haus, von El^e & Benda, mit einem die Erlielinng des 
deutschen Genius darstellenden Sandsteinfries Yon Max Klein ; 
Nr. 16 das Bleichrö der sehe Haus, von Ihne. 



Am Leipziger Platz beginnt die *Leipziger Straße (PI. ß 19, 22), 
die l,5tm lang, parallel den Linden, über die Friedrichstraße Mn- 
weg zum Spittelmarkt führt. Sie ist jetzt die Hauptverkehrsader 
Berlins (zahlreiche Straßenhahnen nach dem "Westen; vgl. S. 109). 
An stattlichen Neuhauten, zumeist im Renaissancestil, ist sie noch 
reicher als die Friedrichstraße. Zu empfehlen ist ein Gang durch 
die Straße vornehmlich ahends, wenn die Geschäftsauslagen strah- 
lend heleuchtet sind. 

R., Nr. 12, das Ministerium für Handel und Gewerbe (s. ohen): 
darin befindet sich das Yerkaufslokal der königl. Porzellanmanu- 
faktur (S. 161 ; Besuch der sehenswerten Ausstellung jederzeit 
gestattet). Es folgt, Nr. 3/4, das neue Herrenhaus und, Nr. 5, das 
Kriegsministerium. 

Das Herrenhaus (PI. R 19), ein Palasthau in italienischer Re- 
naissance nach F. Schulzens Winen, wurde 1904 in Gehrauch ge- 
nommen. Es ist mit dem Abgeordnetenhause (S. 117) zu einer 
Baugruppe verbunden und umschließt mit den zu beiden Seiten 
gelegenen Dienstwohnungen für die Präsidenten der preußischen 
Kammern einen geräumigen, durch ein Eisengitter abgeschlossenen 
Vorhof. Für den bildnerischen Schmuck der Sandsteinfassade 
lieferte O. Lessing die Modelle; in dem von sechs Säulen getragenen 
Giebel Borussia und die Ministerien, auf der Attika Nährstand und 
Wehrstand. Zu den zehn allegorischen Figuren auf den beiden 
Flügeln sind die Entwürfe von Pfannschmidt, Dennert, Meisen. 
V. Üchtritz nnd Calandrelli. Für den Vorraum hat v. Uchtritz die 
Bronzegruppe „die Krone als Hort des Friedens*^ geschaffen. Der 
Sitzungssaal enthält 218 Plätze. Eintritt S. 32. 

L., Nr. 132/137, das * Warenhaus A. Weriheim, 1897-1904 von 
Messel errichtet, der ausgesprochene Typus des modernen Geschäfts- 
hauses (vgl. S. 45 und 141), Es bedeckt von der Ecke des Leipziger 
Platzes bis zur Voßstraße (S. 105) eine Fläche von 16200qm. Die 
180m lange Fassade besteht aus Granitpfeilern mit Metallzieraten 
und einem in Kalkstein hergestelltem Hallen vorbau am Platz, der 
bildnerischen Schmuck von Rauch, Vogel und Westphal erhält. Das 
besuchenswerte Innere (kein Kaufzwang) enthält im östlichen der 
beiden Lichthöfe eine Bronzestatue der Arbeit von Manzel ; be- 
achtenswert der Kunstsalon und der Teppichsaal über der Eingangs- 
halle; Billettkasse s. S. 25. — An der Ecke der Wilhelmstraße, 
Nr. 124, der von Kayser & v. Groszheim 1885-86 aufgeführte Palast 



Leipziger Straße. BERLIN. 4. Abschnitt. 107 

der Leljens-Versicherungs-Gesellscliaft New -York, mit Mosaik- 
Mldem von Weltstädten. 

R. folgt an der Ecke der Mauerstraße dasEeiclispostanit(Pl.R 22), 
1871-73 ertaut, 1893-98 erweitert. Im Eckbau, der eine reichere 
Ausbildung erhalten hat und eine die Weltkugel haltende Giganten- 
gruppe trägt, befindet sich das 

*Reichs - Postmuseum, das die Geschichte der Yerkehrsmittel 
zur Anschauung bringt. Plastischer Schmuck des Lichthofes, nach 
dem sich die Räume öffnen : über dem Eingang eine Büste Wil- 
helms IL zwiscben Arbeit und Frieden, von K. Begas; zur Seite in 
Nischen Wissenschaft und Verkehr, von Wenck; oben sechs Bronze- 
flguren, welche die Yerkehrsformen realistisch darstellen. In der 
Mitte ein Marmorstandbild des Staatssekretärs fl". v. Stephan (f 1897, 
vgl. S. 119), Eintritt s. S. 34. Alle Gegenstände haben Aufschriften. 

Erdges ehoß. In den Räumen um den Lichtliof Modelle von deutschen 
Postgebäuden. L. gelangt man durch Raum 4 und 5 (Briefkästen, Posthaus- 
schilder u. dgl.) in die '^'historische Abteilung^ die das gesamte Verkehrswesen 
im Altertum und Mittelalter, sowie das Postwesen des xvi.-xviii. Jahrb. 
in Abbildungen, Abgüssen und Modellen darstellt. Linke Seite von 
Saal 6: Altertum. Saal 7: nordisch- germanische Völker (germanische 
Bronzewagen, Rekonstruktion eines nordischen Wagens nach dem Funde 
im Dejberger Moor, Wikingerschiflf, Bohlenwege u. s. w.)-, Modell des 
Schiffes S. Maria, mit dem Columbus 1492 seine Fahrt machte ; an den 
Wänden auf das Schrift-, Boten- und Fuhrwesen im Mittelalter bezügliche 
Miniaturen; am Fenster Schreibgerät, Wachstafeln, Briefe des xv. Jahr- 
hunderts. Fensterseite von Saal 6: Briefe, Reisebücher, Bilder aus dem 
XVI.-XVIII. Jahrh., Postbeutel aus dem 30jährigen Kriege, eigenhändige 
postalische Verfügungen Friedrich Wilhelms I. und Friedrichs d. Gr. (Dreh- 
gestell 27), Modelle von Reisewagen. — Die übrigen Räume veranschaulichen 
das deutsche Postwesen des XIX. Jahrh. : Wagenmodelle, (jenseit des Treppen- 
hauses) Modell der Lokomotive „Feuerroß" der 1835 eröffneten ersten deut- 
schen Eisenbahn von Fürth nach Nürnberg, Briefträger im Spreewald, 
Eisenbahnpost, Dienstkleidung, Feldpost (Raum 14); Saal 15: Auswahl aus 
der großen Sammlung von Postwertzeichen. 

Erstes Stockwerk. Am Treppenausgang Erinnerungen an Stephan. 
L. die Abteilung für ASiS^Verlcehrswesen im Auslande (J^tuz&it'). Bemerkens- 
wert: Vorrichtung zum Abfangen der Briefbeutel an englischen Zügen, 
Modellfiguren aus Rußland. Jenseit des mit Glasmalereien geschmückten 
Hauptsaales: r. Dampfschiffsmodelle, 1. die sehr vollständige Darstellung 
der TelegrapMe (am Anfang optische Telegraphen). 

Zweites St ockwerk. L. von der Treppe : KabeUelegraphie (D&va-pfer 
für Kabellegung), zuletzt Telegraphen- und Fernsprechbau (Zerstörung der 
Stangen durch Spechte ; Wirkung des Blitzes auf die Apparate) ^ im. Archiv 
wechselnde Ausstellungen, zur Zeit alte Karten und Atlanten in Nach- 
bildungen und Originalen. — R. von der Treppe (zurückgehen!) Fernsprech- 
wesen (zuletzt Umschaltapparate); im letzten Saale werden Rohrpost, Phono- 
graph, Röntgenstrahlen, Telegraphie ohne Draht vorgeführt. 

Die Bethlehems- Kirche^ r. in der Mauerstraße, wurde 1735-37 auf 
Kosten Friedrich Wilhelms I. für die vertriebenen böhmischen 
Lutheraner erbaut. 

Weiter östl. herrscht an der Kreuzung der Leipziger Straße mit 
der Friedrichstraße ein überaus starker Verkehr, der 5-8 Uhr nach- 
mittags bedenkliche Dimensionen annimmt. Hier das stattliche 
Gebäude der New-Yorker Lebensversich erungs- Gesellschaft Equi- 
table, von Schäfer. — Dann wird die Charlotten straße gekreuzt. 



108 4. Abschnitt. BERLIN. Leipziger Straße. 

Straßenbahnen (S. 14 ff.) von der Ecke der Leipziger und Char- 
lottenstraße: 9, 34. 53, 5i, 55, 66 bis 69, 71, 72, 73, 78, ö3, 84, 87, 88, 91, 
92, 95, 96, 97. 

In der Leipziger Straße, r., Nr. 43, Ecke der Markgrafenstraße, 
das Seidenbaus Ton Michels ^ Ko.^ ein interessanter Bau Grisebachs 
aus Backstein mit Ornamenten auf Goldgrund. — Nr. 49-46 das 
TietzscheWarenhaus, 1900 nacli Sehrings und Lachmanns Plänen er- 
baut, südl. bis zur Krausenstraße reichend (Grundfläche 5500qm), 
mit riesigen Schaufenstern und Skulpturen ; oben eine Glaskugel von 
4^2^! Durchmesser (vgl. auch S. 44/45). — Jenseit der Jerusalemer 
Straße geht die Leipziger Straße am Dönhoffplatz vorüber und durch 
die 1776 von Gontard erbauten Leipziger Kolonnaden nach dem 
Spittelmarkt (S. 124). 

Auf dem Dönhoff platz (PI. R 2"2, 25) stebt seit 1875 ein 
Bronzestandbild des Freiherrn vom Stein (f 1831), von Schievelbein, 
vollendet von Hagen; am Sockel allegorische Figuren und Relief- 
darstellungen aus Steins Leben. 

Straßenbahnen (S. 14 ff.) vom Dönhoffplatz (94, P, R südl.) nach: 
Alexanderplatz 62, 63, 64, 66 bis 69, 71, 72 — Anhalter Bhf. 63 — Branden- 
burger Tor 9, 13 — Charlottenburg P, R — Bhf. Friedrichstraße 12, 13 — 
Gendarmenmarkt 83. 84 — Gesundbrunnen 38, 39 — Görlitzer Bhf. 12, 13, 91, 
92, 94 — Hackescher Markt 33, 39 — Hallesches Tor 38, 39, 64 — Kreuz- 
berg 38 — Lehrter Bhf. und Moabit 9, 12, 13 — Lützowolatz 63, 66, 67, 
78, P, R — Museumsinsel 39 — NoUendorfplatz 64, 91, 92 — Opernplatz 
12, 13, 39 — Potsdamer Bhf. 9, 66 bis 69, 71, 72, 78, 87, 88, 91, 92, P, R — 
Rathaus 38, 62, 63, 64, 66 bis 69, 71, 72 — Rixdorf 94 - Schlesischer Bhf. 
9, 78 — Schloßplatz 63 — Schöneberg 68, 69, 71, 72, 87, 88 — Zoologischer 
Garten 64, P, R. 



109 



5. Das Museum für Völkerkunde und das 
Kunstgewerbemuseum. 

Der wenig nmfangreiclie Potsdamer Platz (PI. E, 19, vgl. 
S. 105} ist l)esonders dnrcli den kolossal entwickelten Yerkelir 
nacli dem Südwesten von Berlin belastet. 

Straßenbahnen (S. 14ff.)nacli: Alexanderplatz 60, 61, 66 bis 69, 71, 
72 — Brandenburger Tor 1, 7, 9, U, 15, 23, 24, 51, 52, 56 — Gendarmen- 
markt 33, 40, 54, 60, 61, 80 — Gesundbrunnen 23, 33 — Hackescber Markt 
33, 40, 52, 54, 56 — Lehrter Bbf. und Moabit 7, 9, 14, 15, 23, 24 — Lützow- 
platz 33, 52, 54, 66, 67, 78, 80, P, R — Museumsinsel und OiDernplatz 33, 
40, 54 — Neues Tor 51 — Rathaus 60, 61, 66 bis 69, 71, 72 — Rixdorf 7, 
15 — Schlesischer Bhf. 1, 9, 78, 80 — Schloßplatz 60, 61, 80 — Schöueberg 
23, 24, 40, 51, 56, 60, 61. 68, 69, 71, 72, 87, 88 — Spittelmarkt 9, 66 bis 69, 71, 
72, 78, 87, 88, 91,92 — Stettiner Bhf. 51. — Nach Charlottenburg, Görlitzer 
Bhf., dem Halleschen Tor, Nollendorfplatz, dem Zoologischen Garten bringt 
schneller die Hochbahn (s. unten). — In der nahen Linkstr. (s. unten) ist der 
Ausgangspunkt für die S. 19/20 genannten Straßenbahnen nach Friedenau, 
Grunewald, Schmargendorf, Steglitz, Wilmersdorf. 

Den Potsdamer Platz, an dem sich r. das Palast-Hotel nnd das 
Hotel Bellevue erheben, kreuzt die Königgrätzer Straße (s. miten}. 
Halbrechts geht nach dem Tiergarten die schattige Bellevuestraße 
(S. 155). Nr. 3 hat der 1841 gegründete Verein Berliner Künstler 
1898 durch Hoffacker zum Künstlerhaus [PI. R 19) umbauen lassen ; 
Kunstausstellung s. S. 33. 

Der stärkste Verkehr strömt halblinks durch die Potsdamer 
Straße (PI. R G 19), einst eine der Hauptstraßen des vornehmen 
Westens von Berlin, jetzt allmählich zur Geschäftsstraße ausgebaut 
(vgl. S. 48). Gleich in ihrem ersten Teile fallen mehrere monu- 
mentale Neubauten in die Augen, namentlich die Waltherschen 
Geschäftshäuser, beachtenswert wegen ihrer gediegenen Ausstattung : 
r. Nr. 10/11 Alt-Bayern (S. 10), aus Basaltlava aufgeführt, 1. Nr. 
127/128 Rolandhaus (S. 9), aus rotem Sandstein, beide mit schönen 
Höfen und reichem bildnerischen Schmuck. Jenseit der Potsdamer 
und Viktoria- Brücke (S. 159) setzt sich die Potsdamer Straße durch 
die Schöneberger Vorstadt bis Schöneberg fort, s. S. 122. 

Unweit des Potsdamer Platzes zweigt von der Potsdamer Straße südl. 
die Linkstraße ab: hier wohnten in dem Hause Nr. 7 von 1847 an bis zu 
ihrem Tode die Brüder Jakob Grimm (1785-1863) und Wilhelm Grimm (1786- 
1859), die Begründer der deutschen Philologie. 

Südl. am Potsdamer Platz der Potsdamer Bahnhof (PL G 19), 
1870-72 errichtet, mit Bing-Bahnhof und Wannsee-Bahnhof (jgl. 
S. 13). L., an der Zufahrt von der Königgrätzer Straße aus, die 
Treppen zu dem unterirdischen Bahnhof der elektrischen Hochbahn 
(S. 14). Straßenbahnen s. oben. 

Das Stadtviertel südöstl. vom Potsdamer Bahnhof, r. von der 
nach dem Halleschen Tore gehenden Königgrätzer Straße, 
war um die Mitte des xix. Jahrhunderts eine von Beamten bevor- 
zugte, leidlich billige "Wohngegend und wurde scherzweise das „Ge- 
heimratsviertel" genannt ; jetzt sind die Wohnungen vielfach in Hän- 



110 5. Abschnitt. BERLIN. Museum f. Völkerkunde: 

den von Zimmervermietern. — In der Dessauer Straße, Nr. 4 5, das 
Postzeitung samt. Bernturger Str. 22/23 das 1888 von Schwecliten 
umgebaute Konzeitlokal Philharmonie (PL G 19 5 vgL S. 27); da- 
mit verbunden der von der Köthener Str. 32 aus zugängliclie Beei- 
hovensaal. Askanisclier Platz 3 das Verwaltungsgebäude der Pirma 
Siemens ^ Halske. 

Bemerkenswerte Gebäude weiter auswärts am Landwehrkanal (PI. G 
19, 20): SchönebergertJfer 1-4 das 1895 vollendete Gebäude äer Eisenbahn- 
Direktion Berlin; Tempelbofer Ufer an der Ecke der Trebbiner Straße die 
Zentrale der elektrischen Hochhahn (S. 13), durch welche die Züge bindurcb 
auf das Geleisdreieck übergeben. 

Der Anhalter Eahnhof (PL G 19), am Askanisclien Platz, 
1875-80 von Schwechten erbaut, zeicbnet sieb durcb schöne Terra- 
kotta-Aicbitektur aus; die 35m bobe, 61m weite Halle entspricht 
der Breite der Straße Unter den Linden. 

Straßenbahnen (S. 14 iF.) : Kr. 1, 7, 14, 15, 63, 93. 

Zwischen dem Potsdamer und dem Anhalter Bahnhof geht von 
der Königgrätzer Straße östl. die Prinz-Albre cht- Straße (PL 
G 19, 22) ab. An der Ecke r. das 

*MTiseum für Völkerkunde (Pl.G 19), nach Endes Entwurf erbaut 
und 1886 eröffnet, mit dem Haupteingang in dem mächtig hervor- 
tretenden Rundbau, enthält im Erdgeschoß die vorgeschichtlichen 
Sammlungen (Direktor : Geb. Reg. Rat Dr. Voß) und die trojanischen 
Funde Schliemanns, in den beiden oberen Stockwerken die ethno- 
logischen Sammlungen, die an Reichhaltigkeit und wissenschaft- 
lichem Wert mit denen im Britiscben Museum wetteifern (Direktor: 
Geh. Reg. Rat Prof. Dr. Bastian). — Eintr. s. S. 34; der amtliche 
Führer (1904; 50 Pf.) ist wenig übersichtlich. Die fortwährende 
Vermehrung der Sammlung hat häufige Änderungen der Anordnung 
zur Folge. Man achte auf die wegweisenden Pfeile an den Tür- 
pfosten, auf die erklärenden Beischrifteu und Karten. 

Lichthof. — Das Yestibül, mit einer Mosaik - Darstellung des 
Tierkreises an der Decke, und der anschließende von Hallen um- 
gebene Lichthof dienen als Ausstellungsräume für umfangreichere 
Gegenstände. ImYestibül eine Kolossalflgur des Buddba aus Japan. 
Im Licbthof : zahlreiche Steinskulpturen aus Mexiko und Mittel- 
amerika; vorn Altertümer (Goldsachen) aus Columbien; dem Ein- 
gang gegenüber ein Gipsabguß des über 10m hohen östl. Tores 
des Tempelbeiligtums von Santschi (Zentralindien), aus dem 
III. Jahrb. vor Chr., mit Reliefs aus der indischen Mythologie und 
Geschichte; vor den Seitengängen zwei indianische Hauswappeu- 
pfeiler aus Kanada, vor dem rechten ein Götterwagen aus Orissa 
(Südindien) und der Abguß eines Monolithtors vonBolivia; in den 
Seitengängen große Einbäume. 

Erdgeschoß. — L, vom Vestibül die vorgeschichtlichen Samm- 
lungen. Im Vorraum außerdeutsche Altertümer aus Europa. In 
Saal I-IV deutsche Funde : bemerkenswert in Saal II die Gold- und 



erster Stock. BERLIN. 5. Abschnitt. 111 

Siltersachen, in Saal III die Skelettgräter der jüngeren Steinzeit 
aus Rößen "bei Mersel)urg, in Saal lY die Fnnde aus dem Gräber- 
felde bei Reichenhall [v.-vn. Jabrb. n. Chr.). 

Saal V gehört z. T. der etlmologiscben Abteilung an. In der 
vorderen Hälfte ^peruanische Altertümer, von Prof. Bäßler gesam- 
melt; vgl. I. Stock, Saal YI. Dahinter Sammlungen aus Fersien, 
Turkestan und Sibirien. 

Die nächsten Säle (r. vom Lichthof) bergen die *Sammlungen 
Heinrich Schliemanns (f 1890), vornehmlich auf der Stätte des alten 
Troja 1871-82 von ihm ausgegraben und dem Deutschen Reiche 
geschenkt. Besonders zu beachten im zweiten Saal (Decke nach 
Motiven aus Orchomenos in Böotien) die berühmten, früher als 
Schatz des Priamos bezeichneten Goldfunde. 

Erstes Stockwerk CPZ. >S. -Zi^;. — Im Umgang Altertümer aus 
Südperu und Argentinien , sowie Gegenstände aus Deutsch - Neu- 
Guinea. — Nun 1. in den 

Saal I. Afrika. Die Gegenstände sind nur teilweise geogra- 
phisch geordnet. Yorn in vorzüglicher Technik ausgeführte ^Bronzen 
aus Benin (Britisch- Westafrika), ein Teil der 1897 von den Eng- 
ländern gemachten Beute : Negerköpfe ; Reliefs mit Negern in Rüs- 
tungen, Häuptlingen mit Begleitung, weißen Kriegern (nach Klei- 
dung und Waffen aus dem xvi.-xvn. Jahrh.); allerlei Tiere u.a. Ygl. 
die Elfenbeinschnitzereien ebendaher 1. in Sehr. 22 und die Messing- 
skulpturen der Aschanti in Sehr. 263 am r. Eingang von Saal III. 

Ecks aal II. Weitere Sammlungen von der Ostküste von Afrika. 

Saal III. Ozeanien^ eine in ihrer Yollständigkeit unerreichte 
Sammlung, da sie bis auf die Reisen Cooks (f 1779) zurückgeht. 
Am Eingange Neu-Seeland; an der Rückwand alte Schnitzereien. — 
Auf der r. Seite: Polynesien (Tahiti, Hawaii, Samoa u. a). Metall- 
geräte, Pfeil und Bogen, gewebte Zeuge und Tonwaren mangeln 
auf diesen Inseln; dafür haben sie Keulen (Sehr. 64), geflochtene 
Matten und Kapastoffe aus dem Baste des Papiermaulbeerbaums 
(Sehr. 58 u. 64) , Holzgefäße und Kalebassen aus Flaschenkürbis 
(Sehr. 59). — Weiterhin Mikronesien (Karolinen, Marschall-Inseln 
u. a.); charakteristisch sind die Waffen mit Haiflschzähnen (vgl. 
Saal lY) sowie die Panzer aus Kokosfasern. — Auf der linken Seite : 
Neu-Holland und Melanesien (Inselkranz von Neu-Guinea bis Neu- 
Kaledonieu). Man beachte Sehr. 81, 55 und 53 : geschnitzte Bretter 
und Masken, Anzüge des Duk-Duk- Geheimbundes aus Blatt- 
büscheln vom. Bismarck- Archipel; Sehr. 70 u.71 : geschnitzte Keulen 
in der Form alter Büchsfiinten aus der ersten Zeit nach der Ent- 
deckung, glasierte Gefäße (die einzigen in der Südsee), Geräte für 
Kannibalenmahle von den Fidschi- Inseln. 

Ecksaal lY. Neu-Guinea, laesoTiäexs Kaiser-Wilhelms-Land. 

Saal Y. Mittel- und Südamerika. An der Yorderwand ein Pult 
mit peruanischen und mexikanischen Goldfunden. — Auf der rechten 
Seite : Indianer Südamerikas, besonders Gegenstände aus Gran Chaco 



112 5. Ahschnitt. BERLIN. Mus. f. Völkerkunde: 2. Stock. 

(FederschniTick) und vom o'beren«S'cÄm^w. Links Altertümer von den 
untergegangenen Knltnrvölkern Amerikas, ans Mexiko nnd Yucatan, 
sovrie ans Peru^ letztere besonders wertvoll. Im Pult am Ende mexi- 
kaniscke Türkismosaiken und Kalendersteine. 

Ecksaal VI. Große S&mmlung *p€ruanischer Altertümer yom 
Totenfelde in Ancon (n. von Lima) ; Mumien , ans den Gewän- 
dern und Decken lierausgescliält. Vgl. Saal V des Erdgeschosses 
(S. 111). 

S & a.lYJI. Nordamerika. An der Eingangs wand Modelle festungs- 
artiger Behausungen der PMe&to-Jndianer. Links zunächst noch einige 
Altertümer aus Süd- und Mittelamerika (vgl. Saal V). Im ührigen 
Gegenstände aus Nordwestamerika, 1881-83 von Kapitän Jacoh- 
sen zusammengebracht (r. zahlreiche Tanzmasken, große Schnitz- 
flguren der Kwakiutl) ; 1. unter den Fenstern Malereien von Sioux- 
Indianern. 

Zweites Stockwerk. — Links in Saall die vorderindische Samm- 
lung, 1874-76 begonnen; Modelle von Volkstypen; Produkte tro- 
pischer Pflanzen. Bemerkenswert: links Theaterkostüme (auch im 
Vorraum), Holzschnitzereien (Sehr. 12 u. 13 und bei 10a) ; rechts 
Miniaturen (vor Sehr. 22), Stickereien (Sehr. 24), griechisch-bud- 
dhistische Bildwerke. — Ecksaai II. Himalaya-Länder und Brah- 
maputra- Gebiet. 

Saal in. Hinterindien : vorn und rechts Birma, rechts die Niko- 
hären unä Andamanen, hinten Malakka, links Siam und der Osten. 
Vorn Reliefkacheln mit mythologischen Darstellungen, aus der im 
xui. Jahrb. zerstörten birmanischen Hauptstadt Pagan. Rechts Kult- 
gegenstände, die sich auf den südlichen Buddhismus beziehen. 
Hinten Modelle malaiischer Schiffe. Links Siamesische Schatten- 
spielüguren. 

E ck s a al IV. Indonesien, d. h. die ursprünglich indischem Kul- 
tureinfiuß unterworfene malaiische Inselwelt. Links Sumatra und 
Borneo, hinten Java, vor 1478, wo es dem Islam verfiel, Hauptsitz 
der Hindukultur; rechts die östlichen Inseln. — Links Kostüm- 
figuren von Kopfjägern aus Borneo (Sehr. 69 u. 71). Hinten alt- 
javanische Skulpturen. Rechts javanische Schattenspiele (Dar- 
stellungen aus der alten Heldensage) und Marionettentheater ; ferner 
Dorf Schutzgottheiten, Ahnenbilder und Matakaufiguren (bezauberte 
Schutzzeichen gegen Diebe; Sehr. 88). 

SaalV, Indonesien. Die Sammlungen stammen vorwiegend von 
Timor, den Molukken (rechts), Celebes, den Sulu-Inseln miäi Philip- 
pinen (links). — Hinten r. bildet ein abgetrennter Raum den Über- 
gang zu den ostasiatischen Abteilungen: Mongolen, Burjaten, Kal- 
mücken; Lamaismus in Tibet, dem Hauptsitz dieses Zweiges des 
nördlichen Buddhismus. 

E cks a al VI. Fischerei in China und Japan. 

Saal Vn (vordere Hälfte). China. Viele Modellfiguren. 
Reich ist das Religionswesen vertreten (außer dem Lamaismus und 



Miismu riBi¥iiLiiieii^yii@)i. 



20 30 




Kunstgew.-Mus.: Erdgeschoß. BERLIN. 5. Abschnitt. 113 

dem im Süden sowie in der Mitte des Landes lierrsclienden Foismus 
vornehmlich der volkstümliche Taoismiis) : Figuren von Göttern 
und Genien (1. große taoistische Sammlung), Tempelgemälde, Altar- 
geräte; Modell eines Stadtgotttempels (r.). Außerdem: Kleidung 
(1. in Sehr. 145 der Frauen, hier auch Modelle verkrüppelter Füße), 
Ton- und Porzellangeschirr, kostbare Schnitzereien. 

Saal VII (hintere Hälfte). Japan. Zahlreiche GötterMlder, 
R. interessante Malereien ; im Fensterpult 181 solche, die sich auf 
das Ausland beziehen. Sehr. 178 : No- und Kyogenmasken für reli- 
giöse Opern ; an der Rückvrand Prachtkostüme. 

SaalVIII. Japan. Lackwaren und Kriegswesen. Ferner Sachen 
von den Biu- Kiu- Inseln und aus Korea. — Durch Saal VII zum 
Treppenhause; hier Gegenstände der Ainw, der Urhewohner Japans, 
und japanische Malereien. 

Im dritten Stockwerk einige vorläufig noch geschlossene 
Räume mit Gegenständen aus Afrika, aus China (besonders Be- 
gräbniswesen) und aus Nordamerika (Negerkultur). 

Weiter in der Prinz-Albrecht-Straße r. das 

**Kunstgewerbe-Museum (PL G 19). 1867 begründet, gelangte 
es durch Überweisungen aus der ehemaligen kgl. Kunstkammer, so- 
wie durch umfassende Ankäufe im In- und Ausland, namentlich 
auf den großen Ausstellungen, rasch zu hoher Bedeutung und 
ist eine der ersten Sehenswürdigkeiten Berlins. Das Gebäude, 
1877-81 von Qropius ^ Schmieden in hellenischen Renaissance- 
formen errichtet, zeichnet sich durch treffliche Farbenwirkung 
seiner in Haustein und Terrakotta ausgeführten Fassaden aus. Die 
nach Ewalds und Oeselschaps Entwürfen in Venedig hergestellten 
Mosaikbilder schildern die wichtigsten Kulturepochen in großen 
Einzelflguren. Auf den Wangen der Freitreppe Sandsteinflguren 
Peter Vischers und Hans Holbeins, von Sußmann-Hellborn. Ein- 
tritt s. S. 33; amtlicher Führer (1902) 50 Pf. — Direktor: Geh. 
Reg. Rat Prof. J. Lessing. 

Erdgeschoß. — In der Vorhalle (PL I): Hauptaltar aus einer 
Kirche in Mannheim (um 1760) und Vorderteil einer veneziani- 
schen Prachtgaleere (xvi. Jahrh.), — Durch das Vestibül (PL II) 
tritt man in den Lichthof (PI. III), der zu Ausstellungen be- 
stimmt ist. Oben unter dem Glasdach ein reicher Fries: Festzug 
der kunstgewerblich bedeutsamen Völker, die der Borussia huldigen, 
von Geyer und Hundrieser. Die untere Galerie (PL IV- VII) enthält 
Arbeiten aus Schmiedeeisen und (hinten) Möbel sowie Möbelteile der 
Renaissancezeit (Schränke, Truhen, Kassetten u.s.w.). 

In den Räumen um den Lichthof Möbel und Hauseinrichtungen 
in historischer Folge. In den Fenstern fast aller Säle vorzügliche 
Glasmalereien des xiii.-xvi, Jahrhunderts. 

Westseite. Saal VIII (durch Saal IX r. hindurchgehen!): 
Sammlung japanischer, chinesischer und indischer Lackarbeiten. 

Bsedeker's Berlin and Umgebung. 13. Aufl. 3 



114 5, Abschnitt. BERLIN. Kunstgew.-Mus.: Erdgeschoß. 

— Saal IX: gotische Möbel zu weltliclieiii Gebrauch, vorwiegend 
Schränke und Truhen Yon einfacher Konstruktion mit reichen, 
geschnitzten Füllungen oder Beschlägen ; gotische Wandteppiche. 
Sehr. 116 u. 117: *sehr kostbare Sammlung kleiner Kästchen der 
gotischen Periode, geschnitzt und bemalt. Sehr. 120: Arbeiten aus 
gerissenem Leder, darunter eine *achteckige Schachtel mit Dar- 
stellungen der Minne, aus Basel , xiv. Jahrh. Sehr. 105 : mittel- 
alterliche Bronzen. Kasten 115: frühmittelalterliche, z. T. orien- 
talische Elfenbeinschnitzereien. — SaalX: Kirchenausstattung, 
meist gotisch. "Wand 100: * Wandteppich mit Gold durchwirkt, 
Flandern, xv. Jahrh. In den Schränken: mittelalterliche Metall- 
arbeiten, meist für kirchliche Zwecke. Emailarbeiten vom Nieder- 
rhein und aus Limoges (xi.-xm. Jahrh.}. Kreuze, Weihrauchfässer, 
Gießgefäße. — Ecksaal XI: Möbel- und Wandteppiche der Früh- 
renaissance, meist aus Burgund und vom Niederrhein. Am Fenster 
Kasten 95, 96 und davor Sehr. 97 : vortreffliche Sammlung von 
Schnitzereien in Buchsbaumholz, meist Modelle für Goldschmiede- 
arbeiten ; daneben *Bandwirkerrahmen, aus Buchsbaum geschnitzt, 
Nürnberg, um 1550; in der Mitte gemalte Tischplatte von H. S. 
Beham 1534 (Kopie nach dem Original im Louvre). Wand 94 : 
*geschnitzte Hausorgel, Flandern, um 1530. — Saal XII: Kas- 
settendecke aus dem XVI. Jahrh.; Möbel, Bilderrahmen, Kande- 
laber der italienischen Renaissance. Wand 66 : Schreibkabinett mit 
Schnitzereien aus Buchsbaum, spanisch. Wand 72: *Brauttruhe aus 
Palazzo Strozzi. Wand 74: Thronsitz aus der Synagoge von Siena; 
*Niobiden-Truhe, *Neptun-Truhe (Italien, xvi. Jahrh.]. 

Ostseite. Saal XIII u. XIY enthalten die *vollständigen Täfe- 
lungen zweier Zimmer des xvi. Jahrhunderts (die Möbel nicht ur- 
sprünglich zugehörig) : Zimmer aus Schloß Haldenstein bei Chur, 
angefertigt 1548, Prachtraum in reichster Ausstattung mit Intarsia 
und altem Ofen. — Zimmer aus Schloß HöUrich bei Würzburg, 
angefertigt um 1570; schöner Plafond mit Wappen. — Zwischen 
beiden Zimmern kapellenartiger Zwischenraum mit Altarschreinen 
(um 1500) und Glasmalereien des xrv. Jahrhunderts. — Darüber 
SaalXY: Sammlung von Mosaik und Flechtwerk. — Ecksaal 
XVI: deutsche und französische Renaissance-Möbel (Intarsia) des 
XVI. -XVII. Jahrh. ; Musikinstrumente. Wand 55 : Spinett Herzog 
Alfons'II. vonFerrara. Schrank 60 : Bernsteinarbeiten, vornehmlich 
aus Danzig. Schrank 65 : Musikinstrumente und Brettspiele. — 
Saal XVII: Möbel des xvii. Jahrh., vorwiegend holländischer 
Herkunft. Wandteppiche. In den Schränken : Schnitzereien und 
Kunstdrechseleien aus Elfenbein, Perlmutter, auf Kokusnüssen 
und Straußeneiern. — Saal XVIII: Barock-Möbel des xvii. u 
XVIII. Jahrh. verschiedener Herkunft ; Kunstschränke; Bilderrahmen 
Nische 41: orientalische Holzarbeiten. Wand 45: französischer 
Pfeilertisch aus Buchsbaum, um 1720. Freistehend : Kasten eine? 
Galawagens aus dem xviii. Jahrhundert. — Saal XIX: Rokoko- 



Kunstgew. -Mus,: 1. Stock. BERLIN. 5. Ahschnüt. 115 

Möbel. Wand 35 : gesclinitzte und vergoldete WandfüUungen ans 
der Versaüler ScMoßkapelle, um 1720. Wand 37: Standuhr und 
Eckschrank aus Lüttich, um 1750. In der Mitte: französ. Schreib- 
tisch mit Bronzebeschlag. — SaalXIXa: französ. Arbeiten aus 
dem Ende des xvni. Jahrhunderts; deutscher Zopfstil. Hinter Glas 
**Möbel aus dem Boudoir der Königin Marie Antoinette zu Yer- 
sailles; gegenüber *Kommode Yon Riesener. — Saal XX: *Zim- 
mer mit geschnitztem Täfelwerk und Malerei aus Paris, um 1710. 

Südlich das große Treppenh aus, mit den Glasbildnissen des 
Kaisers und der Kaiserin Friedrich, der Begründer d€s Museums, 
nach E. Ewald' s Entwurf. Wir benutzen den Aufgang an der Nord- 
seite zum 

I. Stockwerk. — Es enthält Sammlungen nach technischen 
Gruppen geordnet : Keramik, Glas, Metall, Leder, femer die Textil- 
sammlung. In der Galerie vorn r. eine Auswahl von Stoffen und 
Stickereien (vgl. S. 117). Zwischen den Pfeilern vorn moderne 
französische Medaillen und Plaketten von ^Boty, Neujahrskarten aus 
Eisen u. a. ; ihnen schließt sich kleinerer Hausrat an: r. Kämme, 
Dosen, 1, Kuchenformen, Fächer, Bestecke. — Vorn 1. Bucheinbände 
und sonstige Lederarbeiten des xv.-xix. Jahrhunderts. — Hinten 1. : 
orientalische, spanisch-maurische und italienische Majolikafliesen, 
persische und türkische Fayencen. Hinten r. : *Sammlung chine- 
sischer und japanischer Porzellane und sonstiger Tonwaren (in 
einem Schrank chinesisches Porzellan des xviii. Jahrh. mit Malereien 
nach europäischen Kupferstichen) ; zwischen den Pfeilern prächtige 
blaue Email -Vasen und -Räucherbecken aus China. — An der 
Westseite : umfassende *Schmucksammlung , nach Ländern und 
Zeiten geordnet; Sehr. 420: Eglomise- Arbeiten , Malereien unter 
Glas ; Sehr. 429 : mittelalterliche Schmuckgeräte (um 1400) , ge- 
funden bei Pritzwalk in Brandenburg. 

Westseite. Saal XXXVII (durch Saal XXXV und XXXVI r. 
hindurchgehen !), mit Decke von Schlüter (1701), dient wechselnden 
Ausstellungen, vornehmlich der Neuerwerbungen, — Saal XXXVI : 
orientalische Metallarbeiten aus China, Japan, Indien und Persien. 
Wand 387: vorzügliche chinesische Darstellung eines Parks mit 
Lusthaus (xvii. Jahrh.). Wand 390 : indische Wasserpfeife. Sehr. 
392, 394, 395 : *chinesische und japanische Emails, — Saal XXXV: 
** Arbeiten aus Edelmetall. In der nördl. Hälfte Sehr. 361 (1.): 
deutsches Silber des xvii. u. xviii. Jahrh., Moßnersches Vermächt- 
nis. An der linken Wand die beiden „moskowitischen" Schränke. 
Sehr. 380 (r.): * Kirchengerät aus dem Dionysiusstift in Enger ■ 
die ältesten Stücke aus der Zeit des Sachsenherzogs Wittekind. 
Sehr. 377 (in der Mitte): **Ratssilberzeug der Stadt Lüneburg, 
36 Silbergeräte desxT.-xvi. Jahrh., 1874 für 660 000 ^// angekauft. 
Daneben der sog. *pommersche Kunstschrank, 1617 vollendet (sein 
Inhalt in Sehr. 382 und Fensterpult 368), ein Hauptwerk Augs- 
burger Goldschmiedekunst. Sehr. 373 u. 372: deutsche Silber-^ 



116 5. Abschnitt. BERLIN. Kunstgew. - Museum : 

arbeiten der Renaissance, darunter Arbeiten der großen Gold- 
schmiede Chr. Jamnitzer, J. Silher, H. Petzold, P. Göttich u. a. 
Sehr. 370 u. 371 : Nachbildungen von Prachtgerät deutscher Arbeit, 
in 370 bes. von Silberarheiten Eisenhoits. In den Fenstern 
Schweizer Glasmalereien. — Saal XXXIV: prachtvolle holz- 
geschnitzte Decke (um 1560), aus einem Palast in Fano. Arbeiten 
aus Bronze. Wand 348: italienische *Türklopfer. *Gemaltes Email 
von Limoges, xv.-xvii. Jahrh., vortreffliche Sammlung, reich an 
Stücken ersten Ranges und Seltenheiten; die frühesten und 
seltensten Stücke im Fensterpult 353. Sehr. 346 und 347 : Uhren 
und mathematische Instrumente. — Ecksaal XXXIII : Arbeiten 
aus Kupfer, Zinn, Messing ; deutsche Blei- und Bronzeplaketten. 
Sehr. 337 : Zinnschüsseln von Briot und Enderlein. *Gemalte Glas- 
fenster aus dem Landauer Kloster in Nürnberg, 1508, wahrschein- 
lich nachj^lbrecht Dürers Entwurf. — Saal XXXII: Glasarbeiten, 
sehr vollständige Sammlung. Venezianische Gläser. Sehr. 324 : 
*zwei emaillierte Becher , Venedig, Ende xv. Jahrh. Sehr. 321 
u. 317: deutsche Gläser; böhmisches geschliffenes Glas. Sehr. 320: 
Rubin- und Kunckelglas. Sehr. 318, 319: ^chinesisches Glas, 
einzig dastehende Sammlung. Sehr. 316: *Schapergläser, mit 
schwarzen Emailfarben hemalt. Sehr. 314 u. 315: antike römische 
Gläser ; Gläser mit Schmelzmalerei ; gemalte deutsche Gläser. 

Ostseite. Saal XXXI: Porzellan, zumeist aus deutschen Fa- 
briken. In der vorderen Hälfte : aus Meißen, u. a. Sehr. 267 : erste 
Versuche Böttgers um 1710. Sehr. 269 (1. Wand): Stücke aus dem 
gräflich *Brühlschen Schwanenservice. In der zweiten Hälfte: 
Sehr. 261, 260, 258. Berlin; Sehr. 268. Sevres. —Ecksaal XXX: 
deutsches Steinzeug. Sehr. 249 : Palissy- und sogen. Hirsvogel- 
Arbeiten. Sehr. 252: fränkisches Steinzeug, Bunzlauer Kaffee- 
kannen. Sehr. 251 : *Sieghurger Steinzeug. Sehr. 247: Formen, 
Stempel u. dgl. zur Herstellung der Steinzeuggefäße, aus alten 
rheinischen Töpferwerkstätten. Sehr. 253 : Arbeiten aus Nassau, 
Raeren (bei Eupen), Köln. Sehr. 245: Wedgwood-Ware. *Wand- 
teppiche und Glasmalereien. — Saal XXIX : Fayencen des xvii. u. 
XVIII. Jahrh., holländischer (Delft), deutscher, schweizerischer u. a. 
Herkunft. — Saal XXVIII: Sammlung **italienischer Majoliken, 
eine der größten, die es gibt. Blütezeit dieser Kunst c. 1480-1540, 
Nachblüte unter Herzog Guidobaldo II. von ürbino (1538-74); 
Stiche und Holzschnitte dienten häufig als Vorlagen für die Maler. 
Hauptfabriken in **Gubbio, mit Gold- und Rubinschimmer (Sehr. 
220), ürbino (Sehr. 213, 219, 223, 225), Faenza (Sehr. 222 u. 221), 
Caffagiolo bei Florenz (Sehr. 217). Spätere Arbeiten aus Castelli 
(Sehr. 224), spanisch-maurische Majoliken mit Goldlüster (Sehr. 227, 
daneben Teile einer Alhambra-Vase) , Majolika aus Deruta in 
Umbrien mit Perlmutterglanz (Sehr. 226), Fayencen aus Frankreich 
(Moustiers, Ronen u. a. 0.), Spanien, Oberitalien des xvii. u. xviii. 
Jahrh. fSchr. 212 u. 218). — Saal XXVII ist für wechselnde Aus- 



erster Stock. BERLIN. 5. Aisclmitt. 117 

Stellungen von Textilien eingerichtet. Die *Textilsammlung selbst. 
in zwei anstoßenden Räumen und nur für Studienzwecke zugäng- 
lich (klingeln!), ist die größte der Welt; die überaus seltenen 
mittelalterlichen Stoffe sind allein hier vollständig vertreten, 
indes nur für Fachleute von Interesse. An die Gewehe reihen sich 
Nadelarheiten aller Art, Zeit und Herkunft, Teppiche und Bunt- 
papiere. 

Kellergeschoß (So. geschlossen). — Westl. : Öfen, Ofenmodelle 
und Kacheln ; Fußbodenfliesen desxrv.-xvii. Jahrhunderts. Bauern- 
töpferei. Anstoßend: Sammlung ornamentaler Gipsabgüsse vom 
Altertum bis zum xviii. Jahrhundert. 

Die Bibliothek und Ornamentstichsammhmg (Direktor Dr. Jessen) . mit 
Spezialkatalogen, gehört zu den bedeutendsten ihrer Art. 

Die große Kostümbibliothek des Freih. v. Lipperheide, 1898 dem preußischen 
Staate geschenkt (Kustos Dr. Doge), befindet sich Flottwellstr. 4, III. Stock, 
und enthält c. 30000 Einzelblätter und über 10000 Bände. Keine Aus- 
stellung; für Studienzwecke geöffnet wochentags 10-1 Uhr, ferner Di. u. 
Fr. 6-8 Uhr abends. 

Für die Unterrichts anstalt des Kunstgewerbe- Museums (Direktor 
Prof. Ewald) ist neben diesem ein umfangreicher Neubau ent- 
standen, über dessen Portal ein Modelleur und eine Stickerin nach 
0. Richters Entwürfen angebracht werden. 

Dem Museum gegenüber liegt an der 1. Seite der Prinz-Albrecht- 
Straße das 

Prenß. Abgeordnetenhaus (PI. G 19), 1893-98 nach F.Schulzes 
Plänen in italienischen Renaissanceformen erbaut. Die Sandstein- 
fassade ist mit allegorischen Figuren von 0. Lessing geschmückt. 
In der Treppenhalle vier Bronzeüguren von Stark. Der große Sitzungs- 
saal, dessen Wände M. Koch, K. Lessing, Günther -Naumburg und 
Schirm mit zwölf Städtebildern geziert haben, enthält 433 Sitze. 
Zutritt s. S. 31. — ■ Yon der Rückseite des Gebäudes führt ein 
Gang durch den Zwischenbau für die Regierungsvertreter (schönes 
Ministerzimmer von Messe!) zum Herrenhaus (S. 106). 



118 



6. Die südliche Friedrichstadt. Kreuzberg, Schöne- 
berger Viertel. 

Der südliclie Teil der Friedriclistadt (S. 102) ist einförmiger 
und stiller als der nördliclie. Die Hauptstraßen treffen teils direkt, 
wie die Friedrichstr. und Wilhelmstr., teils durch Einmündung in 
die Lindenstr. (S. 126) auf dem Belle-AUiance-Platz zusammen. 

In der südl. Willi elmstr aß e Nr. 92-93, das Architektenhaus 
(PI. R G 22), von Ende & Böckmann 1875-76 errichtet, mit Fres- 
ken (Geschiclite der Baukunst) von Prell im Hauptsaal; es ist das 
Heim zahlreicher Verein e(Restaur. s.S. 9), — Nr. 102 das Palais des 
Prinzen Albrecht, dessen Vorhof durch eine Kolonnade von der Straße 
getrennt ist, 1737-39 erhaut, 1830-33 von Schinkel umgehaut. 

Zimmerstr. 90/91 sind im Vorderhause der MarTcthalle III (PI. R 22) zur 
Zeit der Hauptteil der Magisiratshibliothek (vgl. S. 130) und, bis zur Voll- 
endung des S. 125 erwälanten iS^eubaus, das Märkische Provinzial-Museum 
untergebracht. Letzteres, 1874 von dem Direktor Geh. Reg. Rat Friedet 
gegründet, enthält reiche Sammlungen von kulturgeschichtlichen und 
naturwissenschaftlichen Gegenständen , die sich auf Berlin und die Mark 
beziehen. Eintritt s. S. 33. 

In der südl. Friedrichstraße Nr. 42, Ecke der Kochstr., 
Cafe Friedrichshof, im Rokokostil phantastisch ausgestattet. — 
Östl. von der Friedrichstraße mehrere großartige Zeitnngspaläste; 
u. a. Jerusalemer Str., Ecke Schützenstr.. der Neuhau der Firma 
liudolf Mosse (Berliner Tageblatt). Ferner am Südende der Char- 
lottenstraße, auf dem Encke-Platz, die kgl. Sternwarte (PI. G 22), 
1832-35 von Schinkel erhaut. 1878 wurde an der nördlichen Stirn 
des Hauses der mittlere Höhenpunkt für das Königreich Preußen 
(37m über Null) festgelegt. Zutritt Mi. Sa. 9 (Winter 10)-11 Uhr 
vormittags. Direktor: Geh. Reg. Rat Prof. Dr. Förster. 

Auf dem runden Belle-Alliance-Platz (PI. G23), einer 
Schöpfung König Friedrich Wilhelms L, erhebt sich die 18,gm hohe 
Friedenssäule, zu der 1840 gelegentlich der 25jährigen Friedens- 
feier der Grundstein gelegt wurde : Granitsäule, auf hohem Sockel, 
mit Marmorkapitäl ; oben eine bronzene Viktoria von Rauch. Da- 
neben seit 1876 vier Marmorgruppen der am Siege bei Belle- 
Alliance beteiligten Staaten (westl. England, Preußen, östl. Nieder- 
lande, Hannover), nach Fischer s Entwürfen ausgeführt von Franz 
und Walger; im S. des Platzes der Friede von A. WoZ/f und die 
Geschichtschreibung von Hartzer. 

Den südl. Abschluß des Platzes bildet das Hallesche Tor (PI. 
G 23) , d. h. die an Stelle des alten Tores 1879 von Strack er- 
richteten Gebäude. — Außerhalb des Tores: r. in der Königgrätzer 
Straße ein Bahnhof der elektr. Hochbahn (S. 13) ; Nr. 88 eine Tafel 
zur Erinnerung an Bismarck, der 1822-27 hier der ehem. Plamann- 
schen Erziehungsanstalt angehörte ; — 1. in der GitschinerStraße der 
Neubau des Kaiserl, Patentamtes (vgl. S. 144), von Solf & Wichards. 



Kirche zum h. Kreuz. BERLIN. 6. Abschnitt. 119 

Straßenbahnen (S. 14ff.) vom Halleseheu Tor und Blücherplatz (s. ; 
von hier I ii. II) nach : Alexanderplatz 64, 73 — Anhalter Bhf. nnd ßranden- 
hurger Tor 1, 7, 14, 15 — Dönhofiplatz 38, 39, 64 — Bhf. Friedrich- 
straße 34 — G-endarmenmarkt 34, 53, 55, 73, 96, 97 — Gesundbrunnen 34, 
38, 39 — Hackescher Markt 38, 39, 53, 55 — Kreuzherg 34, 38, 96, 97, I, II — 
Lehrter Bhf. und Moabit 7, 14, 15 — Museumsinsel 39, 53, 55 — Opern- 
platz 34, 39, 53, 55 — Eathaus 38, 64, 73 — Hixdorf 7, 15, 53, 55, I, II — 
Schlesischer Bhf. 1 — Schloßplatz 73 — Schöneberg I, II — Spittel- 
markt 38, 64 — Stettiner Bhf. 34. — Nach dem Görlitzer Bhf., NoUendorf- 
platz, Potsdamer Bhf., Zoologischen Garten bringt schneller die Hoch- 
bahn (s. S. 118). 

Die Belle- AUiance- Brücke^ jenseit des Halleschen Tores, 
scliinücken Marmorgruppen der Schiffahrt, der Fischerei, des Gewer- 
bes und des Handels. Sie überschreitet den 1845-50 aus dem 
alten Landwehrgraben hergestellten, 1883-89 erweiterten Land- 
wehrkanal, der in einer Länge von 10,3km die Oberspree (Schlesi- 
sches Tor) mit der ünterspree (Charlottenburg) verbindet; ein 
Nebenarm, der Luisenstädtische Kanal (2,3km; S. 126) geht im 
SO. von ihm quer zur Spree. 

Südl., im Tempelhofer Viertel, zunächst der Blücherplatz (PI. 
G 23), in dessen Nähe mehrere Kirchhöfe liegen. 

Die miteinander verbundenen alten Kirchhöfe dee Jeeusaiems-, Neuen 
und Deeifaltigkeits-Kieche haben am Blücherplatz (1.) und an der Belle- 
Alliance-Straße Eingänge; besuchenswert sind die südl. Abteilungen (längs 
der Baruther Straße). In der östl. Abteilung an der Südmauer ruht Iffland 
(t 1814, vgl. S. 42). Daneben, in der mittleren Abteilung, r. vom Haupt- 
wege, F. Mendelssohn- Bar tholdy (f 1847); am 1. Seitenweg H. von Stephan 
(t 1897, vgl. S. 107; schönes Denkmal von Uphues). Eine Pforte führt in 
die südwestl. Abteilung: am Gange neben der Südmauer das Grab Cha- 
misso''s (f 1838); nahe dem mittleren Hauptwege, bei der Ecke des westl. 
Querganges, das E. Th. Ä. Hoffmann's (f 1822, vgl. S. 103). 

Die vom Blücherplatz s.o. ausgehende Blücherstraße (PI. 
G 23, 26) führt in die Hasenheide. Auf dem Platz am Johannis- 
tisch erhebt sich die Kirche zum heiligen Kreuz (PI. G 23), ein 
vortrefflicher, 1885-88 von Otzen errichteter gotischer Backstein- 
bau, den farbige Ziegel beleben. Blücherstr. 26 (r.) die Kaserne des 
2. Garde - Dragoner - Regiments , 47/48 (1.) die des Kaiser-Franz- 
Garde- Grenadier-Reg. Nr. 2. 

Südl. an der Bergmannstraße sind mehrere Kirchhöfe. Auf dem Neuen 
Deeifaltigkeits-Kiechhof (am meisten westl.) ruhen: in der Mitte, r. neben 
dem Hauptwege, der Dichter Ludwig Tieck (f 1853), der Philologe K. Lach- 
mann (t 1851), ScMeiermacher (f 1834, vgl. S. 105) und Theod. Mommsen (f 1903). 

Die Blücherstraße endet am Kaiser-Friedrich-Platz , den die 
zweite evang. Garnisonkirche einnimmt, ein frühgotischer Sand- 
steinbau von 1894-97. Nahebei die gleichzeitig erbaute zweite kath. 
Garnisonkirche, im romanischen Stil. 

Nördl., nahe dem TJrbanhafen des Landwehrkanal?, das dritte städtische 
Krankenhaus (am Urlan; PI. G- 26, 29; Besuchszeiten Mi. Sa. So. 2-3 U.). 
An seiner Südostecke der Wrangelbrunnen. 

ÖstL schließt sich die Straße Hasenheide (PI. G 27, 30) an, 
bis vor einem Jahrzehnt, als die r. gelegene Kiefernwaldung noch 
zugänglich war, ein bevorzugter Tummelplatz des Sonntags- 



120 6. Abschnitt. BERLIN. Kreuzberg. 

Publikums. Hier sind folgende Biergärten (vgl. S. 11): 1. Happoldt 
lind Union., r. gegen Ende Bergschloßbrauerei („Neue Welt", mit 
großem Festsaal). Vor letzterem, auf der zu Eixdorf gehörigen Süd- 
seite, ein Turnplatz mit dem 1872 errichteten Bronzestandbild des 
Turnvaters Jahn., von Encke ; der unterbau besteht aus Steinen, die 
von den deutschen Turnvereinen aus allen Weltteilen eingesandt 
wurden. Der erste, von Jahn 1811 begründete Turnplatz lag südL 
im jetzigen Karlsgarten. 

Rixdorf {Deutsches WirtsJiaus , Bergstr. 137; Neue Welt, s. oben), seit 
1899 Stadt, liat mehr als 120000 Einwohner. Bahnhöfe des Südrings (S. 13) 
Rixdorf und Hermannstraße; Straßenbahnen (S. 14 ff.) : Kr. 7. 15. 22. 27, 28, 
29, 46, 47, 48, 53, 55, 94, I, II. — Auf dem Hohenzollernplatz ein Reiter- 
standbild Wilhelms I. von M.Wolf. Die Rixdorf er Höhen (Rollberge) sind 
bekannt als Fundstätte von Resten vorweltlicher Tiere. 

Nach Süden geht vom Blücherplatz die Belle-AUiance- 
Straße (PI. G 24, 23), mit der Kaserne des 1. Garde-Dragoner- 
Regiments ^ läßt weiterhin den Kreuzberg r. und steigt auf das 
Tempelhofer Feld (S. 121). 

Straßenbahnen (S. 14ff.) zum Kreuzberg: 34 lis 38; in die Nähe 
auch: 2, 41, 86, 97, I, II. 

Der Kreuzberg (PI. G21, 24) ist die höchste Erhebung des südl. 
Höhenrandes über der Spreeebene. Seinen Abhang bedeckt der 
1888-94 angelegteYiktoriapark. Ein gießbachartiger Wasserfall 
in künstlicher Felsenschlucht, der 1. Mai-15. Oktober acht Stunden 
täglich läuft und Mi. u. Sa. abends zwei Stunden farbig beleuchtet 
wird, bildet schon weit in der Großbeerenstraße den Augenpunkt. 
Im Sammelbecken eine Bronzegruppe von Herter, der seltene Fisch. 
In den Anlagen Marmorhermen der Dichter Körner, Rückert, Uhlanä, 
Schenkendorf, Kleist, Arndt. 

Das Nationaldenkmal für die Befreiungskriege, das den Gipfel 

des Kreuzbergs krönt, ist als 20m h. gotische Spitzsäule in Eisen- 
guß nach Schinkels Entwurf ausgeführt (1818-21). 1878 wurde das 
Denkmal um 8m gehoben und mit einem bastionartigen Unterbau 
versehen. In den Nischen des Denkmals zwölf Figuren von Rauch, 
Tieck und Wichmann jr. als Symbole der Hauptsiege (größtenteils 
Porträtköpfe; z. B. hat der Genius der Schlacht bei Bar-sur-Aube 
die Züge des nachmaligen Kaisers Wilhelm I.). — Yortreiflich ist 
der ^Überblick über Berlin, besonders an den rauchfreien Sonn- 
tagen; meist deutlich sichtbar sind: im N. geradeaus die Groß- 
beerenstraße ; — 1. davon die Halle des Anhalter Bahnhofs, in der 
Ferne die Gnadenkirche, das Reichstagsgebäude und die Sieges- 
säule, näher die Zentrale und das Geleisdreieck der elektrischen 
Hochbahn, die Lutherkirche und die Zwölf- Apostel-Kirche, ferner 
die Technische Hochschule, die Kaiser- Wilhelm-Gedächtniskirche, 
die Matthias- und Apostel-Paulus -Kirche in Schöneberg; im W. 
der Grunewald, Steglitz und die Lichterfelder Kadettenanstalt; — 
r. von der Großbeerenstraße die Kuppeltürme des Gendarmen- 



Herkulesbrunnen. BERLIN. 6. Abschnitt. 121 

marktes nebst der Hedwigskirche , dann der Dom und die ScMoß- 
kuppel, weiter die Marienkirclie , die Jerusalemer Kiiclie, nahe 
beim Rathaus e die Nikolai- und Petrikircbe, die Georgenkircbe, das 
Märkische Museum und näher dem Yordergrunde die Heiligkreuz- 
kirche sowie die Simeonskirche, in der Ferne die Emmauskirche ; 
im 0. vor der Hasenheide die beiden Garnisonkirchen und hinter 
ihr Rixdorf ; — im S. das Tempelhofer Feld und Tempelhof. 

Auf dem Tempelhofer Felde finden seit den Zeiten Friedrich Wilhelms I. 
(1721) Übungen der Berliner Garnison und im Frühjahr und Herbst je 
eine der großen Paraden des Gardekorps (S. 28) statt. — Das Dorf Tempelhof 
(Straßenbahnen 1fr. 96, 97, I; Station des Südrings, S. 13), das etwa 8C00 
Einw. zählt, gehörte bis 1319 den Tempelherren. 



Die Yorkstraße (PL G 20) führt von der Belle- Alliance- Straße aus 
unter den Geleisen der Anhalter und Potsdamer Bahn hindurch zu 
der westl. von der Tempelhofer Yorstadt gelegenen Schönebeegek 
YoESTABT. — Yon der Potsdamer Brücke (S. 159) an geht durch 
dieses Yiertel die Potsdamer Straße (PI. G 16, 17). An ihr, 
Nr. 120, zur Zeit die Akademien der Künste und der Wissenschaften 
(S. 51). Dann wird sie von der Lützow-, Kurfürsten- und Bülow- 
straße (s. unten) gekreuzt und endet vor Schöneberg (S. 122) am 
ehemaligen Botanischen Garten. Der Garten ist 1903 nach Steglitz- 
Dahlem (S. 167) verlegt worden; das Botanische Museum (Eintritt 
S. 32) verbleibt vorläufig Grunewaldstr. 6/7. 

In der Lützowstraße (s. oben), westl. von der Potsdamer 
Straße, Nr. 24/26 das Elisabeth- Krankenhaus (PI. G 16 ; Besuchs- 
zeiten Mi. So. 3-4 U.) und gegenüber, Nr. 89/90, das deutsche 
Kolonialhaus (Antelmann, S. 29), mit Massaikrieger und Papua- 
neger an der Front. — Auf dem Lützowplatz (PI. Gl 3) ist 1903 
ein 14m hoher Herkulesbrunnen nach O. Lessings Entwurf auf- 
gestellt worden; oben Herkules als Befreier des Prometheus, im 
Becken vier Gruppen: die Kraft des Wassers entfesselt, gebändigt, 
erquickend, dienstbar. — Die Sandsteingruppen auf der Herkules- 
brücke^ die hier den Landwehrkanal überschreitet, sind von 
G. Schadow und standen früher auf einer Brücke nahe der Börse. 
Tiergartenviertel s. S. 159. 

Straßenbahnen vom Lützowplatz (S. 14 ff.) : Nr. 2, 3, 33, 52, 54, 63, 
66, 67, 78, 80, 93, P, E. 

Südl. parallel der Lützowstraße geht die Kurfürstenstraße 
nach W. zum Haupteingang des Zoologischen Gartens (S. 159). An 
ihr, Nr. 63/69, das Ingenieur -Dienstgebäude (PL G 13), Sitz der 
Festungs- und Ingenieur-Inspektion, 1874-76 erbaut. 

In der nächsten Parallelstraße, der Bülowstraße, liegt der 
gleichnamige Bahnhof der elektrischen Hochbahn (S. 14), die über 
der Promenade angelegt ist. Unfern 1. die schöne Lutherkirche 
(PI. G 17), ein durch glasierte Ziegel belebter, gotischer Backsteinbau 
von Otzen (1891-94). — Die Bülowstraße trifft westlich den 



122 6". Ahschnitt. BERLIN. Schöneberger Vorstadt 

Nollendorfplatz (PI. G 13), auf dem ein als Kuppelbau ge- 
stalteter Balmliof der Hochbalin (S. 14) steht. Der Platz liegt an der 
Grenze Berlins und gehört zum Teil nacb Scböneberg (s.), zum 
Teil nacli Charlottenburg (w., S. 161); zu letzterem auch die nahe 
Amerikanische Kirche. 

Straßenbahnen vom Nollendorfplatz (S, 14 ff.): Nr. 2, 3, 51, 56, 60, 
61, 64, 82, 89, 90, 91, 92, A, C, D. 

Schöneberg, dessen Straßenzüge völlig mit Berlin verwachsen sind, ist 
aeit 1898 Stadt; seine Einwohnerzahl hat 120000 bereits überschritten. — 
Restaurants : Ratskeller, Kaiser-Wilüelm-Platz : Ausschank der Schloßbrauerei, 
Hauptstr. 112/114. — Bahnhöfe : Schöneberg und Ebersstraße des Südrings 
(S. 13), Großgörschenstraße der Wannseebahn (S. 166), der Militärbahn 
(PI. G18 ; nach dem Kummersdorfer und Jüterboger Schießplatz). — Straßen- 
bahnen (S. 14ff.): Nr. 2, 3, 23, 24, 30, 40, 51, 56, 60, 61, 68, 69, 71,. 72, 
87, 88, I, If, III, B bis E. 

Im nördl. Teil (PI. G 14, beim Nollendorfplatz) : die kath.-Ä«. Matthias- 
Mrche, auf dem Winterfeldplatz im gotischen Stil von Seibertz erbaut; die 
A^on Lange errichtete Große Landesloge der Freimaurer Deutschlands, Eise- 
nacher Str. 12; der schöne Viktoria-Luüe-Platz und die benachbarten Straßen, 
mit interessanten Privatbauten modernen Stils. — In der Mitte (PI. G 15), 
an der Grunewaldstraße: die Apostel- Paulus-Kirche, von Schwächten, und 
das Prinz- Heinnchs- Gymnasium, von F. Schulze, beide in märkischer Back- 
steinarchitektur: ebenso die Eohenzollernschule (Reformgymnasium), von 
Egeling, in der' Beiziger Straße. — Südl., am Beginn des alten Dorfes 
(PI. G 18), ein Bromesianclbild Kaiser Wilhelms /. , von Gerling, vor dem 
Rathius. — Östl., jenseit der Potsdamer Bahn, der Militärbahnhof (s. oben), 
die Kaserne des Eisenbahn-Regiments Nr. 1 und, bei dem Bhf. Großgörschen- 
straße, der 

Matthäikirchhof (PI. G 18), die Ruhestätte zahlreicher Gelehrten und 
Künstler. Es ruhen u. a. am östl. Seitengang L. v. Sybel (t 1895); am 
Hauptwege r. F. Brake {\ 1882); r. vom Hauptwege am Ende des dritten 
Querganges Kiß (f 1865); südl. am nächsten Gange die Gebrüder Grimm 
(tl859 und 1865; vgl. S. 109) und am Seitengange G. Kirchhoff (f: 1887). 



123 



7. Friedrichswerder. Ravene'sche Gemäldesammlung. 
Luisenstadt. 

Der Stadtteil Fkiedkichsweedee erstreckt sicli vom Zeughaus (S. 54) 
längs der Schleusen-Spree als schmaler Streifen bis zum Spittelmarkt(S, 124). 

Der Westfront des Schlosses (S. 59] gegenüber, jenseit der 
Spree, liegt der Schlnkelplatz (Pl.R 26,25). Ihn schmücken drei 
ErzstandMlder : in der Mitte *Schinkel (f 1841; vgl. S. 143), von 
Drake (1869), r. u. 1. zur Seite Thaer (f 1828), der „Begründer des 
wissenschaftlichen Landbaues ^^, Rauchs letztes Werk, 1860 von 
Hagen vollendet, und der um Preußens industrielle Entwicklung 
hoch verdiente Beuth (f 1853; vgl. S. 143), von Kiß (1861), mit 
Reliefs von Drake. — Am Platze, Nr. 1/2, die Bank für Handel und 
Industrie (Darmstädter Bank), von Ende & Böckmann, mit roter 
Sandsteinfassade. — Vom Schinkelplatz hat man einen der schönsten 
Blicke auf den Dom (S. 57). 

Die ehemalige Bauakademie (PL R 25), ein quadratischer Back- 
steinbau von 45,9m Seitenlänge mit feinem Terrakottaschmuck, 
1832-35 von Schinkel aufgeführt, gilt in der eigentümlichen Ver- 
schmelzung mittelalterlicher Struktur mit griechischen Detail- 
formen als das originellste Werk des Meisters. Ein Teil der Räume 
vrird von der Kgl. Kunstschule (gewerbliche Abteilung; vgl. S. 132) 
benutzt. Ferner befinden sich hier: das 1848 von A. v. Humboldt 
hegTüniete Kgl. meteorologische Institut (piv.: Geh. Ob. Reg. Rat 
Prof. V. Bezold), dem die Verarbeitung des von den norddeutschen 
Stationen einlaufenden Beobachtungsmateriales obliegt (vgl. S. 181, 
astrophysikalisches Observatorium), und die Kgl. Meßbildamtalt 
mit Denkmälerarchiv (bis jetzt c. 10000 Aufnahmen von kunst- 
geschichtlich wichtigen Bauten). 

Südlich von der Bauakademie, jenseit der Werderstraße, von 
der östlich die Schleusenbrücke die Verbindung mit dem Schloß- 
platz (S. 64) herstellt, liegt an der Ecke der Unterwasserstraße 
der /. Bazar Gerson und in der genannten Straße, Nr. 2/4, die 
Kgl. Münze (PI. R 25; nicht zugänglich), mit Sandsteinfries „Ge- 
winnung und Behandlung der Metalle" nach Oillys Entwurf 1798 
von Schadow ausgeführt, 1871 von Siemering und Hagen ergänzt. 

Am Werdersche n Markt, westL von der Bauakademie, zahl- 
reiche Kaufhäuser ; besonders , Nr. 5/6, der //. Bazar Gerson. An 
der Nordseite die Friedricli-Werdersche Kirche (PL R 22), 1824- 
30 von Schinkel in Backstein aufgeführt. Das Äußere in „modi- 
fizierter Gotik" ist weniger gelungen als das Innere. (Küster: 
Oberwallstr. 21.) 

Südlich vom Werderschen Markt, Jäger Straße 34, liegt die 
Deutsche Reiehsbank (PL R22, 25), ein tüchtiger Renaissancebau 



124 7. Abschnitt. BERLIN, Ravene'sche Galerie. 

in Backstein und Sandstein, 1869-76 von Hitzig aufgefiilirt. Der 
südwestl. anstoßende Erweiterungsbau am Hausvoigteiplatz (s. 
unten), der die ßäume zur Aufbewahrung der Wertpapiere ent- 
hält, ist nach Plänen von Emmerich u. Hasak 1894 vollendet wor- 
den; zur Zeit findet eine abermalige Erweiterung statt. — Jäger- 
straße Nr. 42/44 die Front des Haupt-Telegraphen- und Fernsprech- 
amtes (PI. R22; S. 24). 

Der Hausvoigtei-Plat z (PI. R 25) hat seinen Namen von 
dem durch politische Gefangene bekannten ehem. Untersuchungs- 
gefängnis „Hausvoigtei". Den Platz umgeben, außer der Reichsbank 
(S. 123), die die Stelle der Hausvoigtei einnimmt, mehrere große 
Kaufhäuser ; er ist Mittelpunkt des Konfektionsgeschäfts. — Von 
hier gelangt man: südl. durch die Jerusalemer Straße zum Dön- 
hoffplatz (S. 108), südöstl. durch die Niederwallstraße zum 

Spittelmarkt(Pl. R 25). Auch dieser kleine, verkehrsreiche 
Platz, in dessen Mitte sich der granitene SpindLerbrunnen befindet, 
ist von großen Geschäftshäusern begrenzt. Nördl, führt von ihm 
nach Alt-Kölln ( S. 128) die 1894-95 erneuerte Gertraudtenbrücke. 
Auf ihr seit 1896 eine schöne Bronzegruppe Siemerings, die h. Ger- 
trud (t659 als Äbtissin des fränkischen Klosters Nivelles), die als 
Patronin der Reisenden einen fahrenden Gesellen erquickt, zur Er- 
innerung an das ehemals am Spittelmarkt gelegene Gertraudten- 
Hospital. 

Straßenbahnen (S. HS.) vom Spittelmarkt nach: Alexanderplatz 
62, 64 bis 72 — Brandenburger Tor 9 — Gendarmenmarkt 83, 84 — Ge- 
sundbrunnen 33 — Görlitzer Bhf. 91, 92 — Hackescher Markt 38, 46, 47, 
48 — Hallesches Tor 3S, 64 — Kreuzberg 38 — Lehrter Bhf. u. Moabit 9 
— Lützowplatz 66, 67, 78 — Nollendorfplatz 64, 91, 92 — Potsdamer Bhf. 
9, 66 bis 69, 71, 72, 78, 87, 88, 91, 92 — Rathaus 38, 46, 47, 48, 62, 64 bis 
72 — Eixdorf 46, 47, 48 — Schlesischer Bhf. 9, 78 — Schönebere 68, 69, 
71, 72, 87, 88 — Zoologischer Garten 64. 

Östl. nahe dem Spittelmarkt, "Wallstraße 5-8, die 1775 gegrün- 
dete Eisen- u. Metall-Großhandlung Jac. RavenS Söhne. Das jetzige 
Gebäude ist 1895-96 aufgeführt worden. Durch den Eingang Wall- 
str. 7 gelangt man im dritten Stockwerk in die 

*Raveiie'sch.e G-emäldesammlung (PI. R 25). Sie umfaßt etwa 
200 Gemälde aus der ersten Hälfte des xix. Jahrhunderts bis in die 
Gegenwart, darunter gute Werke der älteren Berliner und Düssel- 
dorfer Schule. — Eintritt S. 34. 

Kechts: I. Saal, 1. beginnend: Knaus., Mausefalle, Frau mit Katzen 
spielend. — K. Becker., Familienbilder, Morgen nach dem Balle, Juwelen- 
händler und Senator. — Tidemand, norwegischer Sonntag; Ed. Hildebrandt., 
S. Gloria bei Rio de Janeiro; Graeb, Fontana Medina (Xeapel); Karl SalU- 
mann., Kap der Guten Hoffnung; Knaus., Porträt P. L.Ravene's-, Ed. Hilde- 
brandt., Wintervergnügen; E. Körner, Gebel Schekh el Haride am Kil ; 
Graeb, Motiv bei Florenz. — Schrödter, Eulenspiegel als Bäckerlehrling. 

II. Saal. Hasenclever, Jobs im Examen, Jobs als Schulmeister. — 
Fleury, Judenmord in London (1307). — Fensterseite (Aussicht vom Balkon) : 
Aquarelle von Hilgers, Hosemann, Hoguet u. a. 

III. Saal, mit den Büsten des Begründers der Sammlung Pe^er Louis 



Neu-Kölln. BERLIN. 7. Abschnitt. 125 

Raveni (t 1861) und seines Sohnes Louis Ravend (f 1879), von Hoömeister. 
Jordan^ Kinderbegräbnis auf Helgoland-, Leu, Bergsturz in Norwegen; 
Stevens, trauernde Damen; Gallait, böbmisclie Musikanten; Henry Ritter, 
der ertrunkene Fiscbersolin. — Hasenclever, Selbstbildnis; Kraus, Bauern- 
bof; Couture, Edelknabe; Schrader, Tod Lionardos da Vinci; Graeb, Dom 
zu Halberstadt; H äsen clever , Maler Hilgers; Ed. Hildeirandt , Feierstunde; 
J.^cÄeTi&ac/i, Hafen von Ostende. — Flamm, itnlieniscbe Landscliaft; Menzel, 
Friedrich d. Gr. auf Eeisen; Scheuren, Gewitterlandschaft; Biard, Kampf 
mit dem Eisbären; Lessing, Jäger auf dem Anstand. — Hasenclever, Jobs 
als Nachtwächter; Tidemand, der erzählende Wolfsjäger; Biard, französ. 
Douane; Schreijer , Husarenangriff; Tidemand.. Trauerfeier in Norwegen; 
Hasenclever, Weinprobe; Troyon, Binder, Hundekoppel; Schmitson, ungar. 
Mutterstuten; F. Krüger, Pferdestall; K. Begas, Mohrenwäsche; Heilhuth, 
der jüngere Tizian; C Hühner., Jagdrecht; Hoguet, Landschaft. 

IV. Saal. (rw(Zt«, Seesturm; Leu, norw. Landschaft; Hilgers, Winter- 
landschaft; Willems, Bilderauktion. — A. Achenbach, norw. Küste; Hoguet, 
waldige Gegend; Hasenclever, Maler Preyer. — Ed. Hildebrandt, BoaViagem 
bei Rio de' Janeiro. 

V. Saal. L. beginnend /'?'. Beda (Spanier), Billardspiel ; Jernberg, Heim- 
kehr. — Zügel, Binder im Teich; A. Kampf, die Schwestern; v. Kameke, 
Alpenlandschaft. — H. Herrmann, Fischmarkt ; Breitbach., Schmiede ; Warth- 
müller, Karnevalszene; Sorella y Bosiida, Mutter und Kind; P. Meyerheim, 
Jagdbeute; BoTcelmann. Klaus Groth; G. Melchers, am grünen Kamin. — 
Awi der Staffelei eine Tuschzeichnung von Ärn.S(?r Wilhelm IL, Kriegsschiffe. 
— Munthe, Herbst. — Kauffmann, Genrebild; 0. Achenbach, italienische 
Landschaft; Gude, Fischerei bei Rügen; Kl. Meyer, altholländische Schenke. 

Der Diener öffnet auf Wunsch noch drei Kabinette. 1. Kabinett: 
Ed. Hildebrandt, Straßenbilder aus Ronen und Lyon; Andr. Achenbach, Land- 
schaft; MZö'e7'Ä, Winterlandschaft; Preyer, Spatzenfrühstück; Lessing, west- 
fälische Landschaft; A. Weber, Mondlandschaft. — 2. Kabinett: Fr. Ed. 
Meyerheim, Harzer Frau und Mädchen, Nesthäkchen, Kirchgang, Morgen- 
stunde; P. Meyerheim, Ed. Meyerheim; Dupri , Landschaft; Fr. Krüger, 
Friedrich Wilhelm IV. ; Ed. Hildebrandt, Fischermädchen, Kinder am 
Strande; Fleury , der Bericht; Knaus, Bauernmädchen in Blumen. — 
3. Kabinett: Graeb, Kreuzgang; Hilgers, Fischerhütte; Hör. Vernet, Le 
Soldat nourrice-, Roux, der junge Linne-, Ed. Hildebrayidt, irländische Hütte; 
rendel, Schafstall; Hosemann, Genrebild; Meissonier, Genrebild. 

Am Spittelmarkt endet der Friedricliswerder (S. 123). Die Wall- 
Straße "bildet im wesentlichen den Stadtteil Neu-Kölln. Nr. 9-13 
Spindlershof (PI. R 25), ein großer Komplex von Gebäuden und 
Höfen der Färberei Spindler (S. 183) ; vorn ein großes, von Kayser & 
V. Groszheim in romanischen Formen erbautes Geschäftshaus. — 
In der Splittgerhergasse, Nr. 3, die 1740 gestiftete Loge zu den drei 
Weltkugeln. — Ö. abseits, am Treffpunkt der Insel-, Neuen Jakob- 
und Köpenicker Str. (PI. R 25, 28), ist 1899 das Marmorstandbild 
des Schöpfers des deutschen Genossenschaftswesens Schulze- Delitzsch 
(t 1883), von Arnoldt, enthüllt worden; am Sockel zwei Bronze- 
gruppen: Industrie- und Feldarbeiter im Bunde, Frau aus dem 
Volke den Sohn belehrend. 

Die Wallstraße endet am Märkischen Platz (PI. R28), den 
ein hübscher Brunnen mit der Figur einer Wäscherin, von Brunow 
(1897), ziert. L. das neue Kaufhaus Neu-Kölln. R. ist das Mär- 
kische Provimial- Museum (S. 118) nach L. Hoffmanns Plänen in 
Ausführung begriffen. Ein massiger Turm überragt die aus einer 
unregelmäßigen Gruppe verschiedenartiger Einzelgebäude be- 
stehende Anlage, bei der Motive von kirchlichen und profanen 



126 7. AbscJinitt. BERLIN. Eekhsdr uckerei . 

Bauten des märkisclieii Mittelalters verwendet wurden. Dahinter 
als einzige Überreste aus Berlins Festungszeit (vgl. S. 40) ein Stück 
des Walles und der Merlier versetzte „"Wusterliausener Bär" (vgl. die 
Inschrift). — Vom Märkisehen Platz geht es über die Waisenbrücke 
(Ausblick auf die Alt-Kölln umschließenden Spreearme) nach Alt- 
Berlin (Neue Friedrichstraße); am jenseitigen Ufer r. unfern die 
Abfahrtstelle der Oberspreedampfer (S. 21) sowie der Stadtbahnhof 
JannowitzbrücJce (PI. Il28; Seite 13, vgl. auch S. 134). 



Südl. und südöstl.vom Spittelmarkt dehnt sich die gewerbreiche 
Luisenstadt aus, der größte und bevölkertste Stadtteil Berlins, je- 
doch von sehr einförmiger Erscheinung. Der Luisenstädtische Kanal 
(S. 119) zerlegt ihn in ein inneres und äußeres Viertel, „diesseit 
und jenseit des Kanals". Seine Westgrenze bildet die Komman- 
dantenstraße (beim Dönhoffplatz, s. S. 108) und weiter die Linden- 
straße. 

Am Anfang der Lindenstraße (PI. G 22) Nr. 48-50, eine 
Synagoge, Backsteinbau von Cremer & Wolffenstein (1890/91). — 
Nr. 41 ist die Haupt f euer wache (PL G 25) , Zentralstelle der 14 
Feuerwachen. Besichtigung gestattet, ambesten von 9-lU. (Übungen 
9-101/2 U.)- I^ie iSöl von Hinkeldey errichtete städtische Feuer- 
wehr, die über mehr als 800 Mannschaften unter 27 Offizieren ver- 
fügt, ist durch ihre Zuverlässigkeit berühmt. — Ecke der Jerusa- 
lemer- und Kochstr. die Jerusalems-Kirche (PI. G 22, 25), um 1484 
gestiftet, 1875-79 durch Knoblauch als Terrakottabau völlig um- 
gestaltet. — Nr. 20/21 das Haus der Versicherungsgesellschaft 
Viktoria. Daneben, Nr. 18/19, das Geschäftshaus der Firma Schäffer 
(^' Walcker. — Weiter Nr. 14 das vom Kurfürsten Joachim I. be- 
gründete, 1734-35 von Gerlach erbaute, zuletzt 1880 umgebaute 
kgl. Kammergericht (PL G2'2). — Auf der andern Seite, Markgrafen- 
str. 104-7, das Geschäftshaus von Jordan (S.31); ferner, Linden- 
str. 97/98, Markthalle 11^ mit großer Blumenabteilung. Durch die 
Markthalle, sowie durch die daneben liegende Handelsstätte Belle- 
AUiance (Nr. 101/102) Durchgang zur Friedrichstraße (vgl. S. 118). 
— Die Lindenstraße endet südl. am Belle- Alliance-Platz (S. 118). 

Von der oben genannten Jerusalemskirche führt östlich die 
Oranien Straße tief in*die Luisenstadt hinein. Nr. 90/91, Ecke 
der Alten Jakobstraße , die dem Reichspostamt unterstellte , um- 
fangreiche Reiclisdruckerei (PL G 25 ; unzugänglich) , mit einer 
Musteranstalt für Kunstdruck, in der u. a. das Papiergeld und die 
Postmarken hergestellt werden ; Fassade mitRundturmvon Busse. — 
Weiter, im Waldeckpark an der Ecke der Kürassierstraße, das 1889 
enthüllte Marmor Standbild Ben. Waldecks, des bekannten frei- 
sinnigen Politikers (f 1870), von Walger. In der genannten Straße. 
Nr. 21/22, ein trauliches Kinderheim von L. Hoffmann. In der 
Oranienstraßc folgt die Jakohikirche (PL G 25) , Backsteinbau im 



Bchlesisches Tor. BERLIN. 7. Abschnitt. 127 

altcliristliclien Basilikenstil, mit freistehendem Turm, nach. Stülers 
Entwurf 1845 vollendet. 

Weiterhin geht die Oranienstraße über den Moritzplatz und 
über den zu beiden Seiten des Luisenstädtischen Kanals (S. 119) 
gelegenen Oranienplatz (PI. Gr28). 

Straßenbahnen (S. US.): vom Moritzplatz Nr. 1, 2, 12, 27, 28, 29, 
35, 36, 37, 41, 46, 47, 48, 65, 93, 95 ; - vom Oranienplatz : Nr. 11, 12, 27, 
28, 29, 46, 47, 48, 93, 95. , 

Nördl. vom Moritzplatz, Prinzenstr. 70, liegt die große 1862-64 
erbaute städtische Zentral- Turnhalle (PI. G25, 28), mit einem Turn- 
saal von 1034qm Grundfläche. 

Etwas nördl. vom Oranienplatz , am Engelbecken, erhebt sich, 
höchst wirkungsvoll, die schöne St. Micliaelskirclie (PI. G 28), als 
(erste) katboliscbe Garnisonkirche 1853-56 nacb Sollers Entwurf 
erbaut ; 5 Min. östl. die Thomaskirche (PI. G 31), von Adler 1864- 
69 aufgeführt: beides Kuppelkirchen, in denen sich romanische 
mit Renaissanceformen verbinden. — Neben der Thomaskirche, 
am Mariannenplatz, das Gebäude der 1847 eröffneten, von Diako- 
nissen geleiteten Krankenanstalt Bethanien (PI. G 28; Besuchszeit 
Di. Fr. So. 2-3 Uhr). Davor ein Denkmal für den Chirurgen Wilms 
(f 1880), von Siemering; ferner, an der Waldemarstr., seit 1902 
ein Feuerwehrdenkwal aus Marmor nacb L. Hoffmanns Entwurf: 
zwischen zwei Pylonen die Bekämpfung der Hydra unter dem 
Schutze der Pallas und Hilfesuchende, Reliefs von A. Yogel. 

Die Oranienstraße endet bei einem Bahnhof der elektrischen 
Hochbahn (S. 14) am Anfang der Wiener und Skalitzer Straße. Dicht 
dabei liegt (Lausitzer Platz) die stattliche Emmauskirche (PI. G 31), 
von Orth, 1893 vollendet, Ziegelrohbau mit Rundbogenformen, in- 
teressant durch die Verschmelzung einer achteckigen Zentralanlage 
mit dreischifflgem Langhaus. Über dem Portal Christus mit den 
beiden Jüngern, Glasmosaik nach Mohns Entwurf. — Südl. an der 
Wiener Straße der 1866 eröffnete Görlitzer Bahnhof (PI. G 32). 

Straßenbahnen (S. US): Nr. 11, 12, 22, 91, 92, 93, e; — ferner 
82, 89, 90 (Skalitzer Str.) und 94 (Reichenberger Str.). 

Die Skalitzer Straße, deren Mitte die elektrische Hochbahn 
(S. 13) einnimmt, geht an der Emmauskirche und der Rückseite 
der Kaserne des 3. Garderegiments zu Fuß vorüber östl. zum ehem. 
Schlesischen Tor, wo sich der schönste Bahnhof der Hoch- 
bahn (von Grisebach) befindet. Hier nahe an der Spree (Gröben- 
ufer) eine Anlegestelle der Sterndampfer (S. 21) mit den Eiguren 
eines Preisruderers und Boothauers , von Janensch und Bernewitz. 
— Östl. wird der Eluß von der Oherbaumbrücke (PI. G 34) über- 
schritten, einem 1895-96 von Stahn in märkischer Backstein- 
architektur errichteten Monumentalbau. Sie ist c. 160m lang und 
27,6m breit und trägt auf der Ostseite die mit Türmchen und Zier- 
giebeln geschmückten Arkaden der elektrischen Hochbahn (S. 13) ; 
in der Mitte zwei Warttürme. — Jenseit der Brücke die Haltestelle 



128 7. Abschnitt. BERLIN, Treptow, 

Stralauer Tor (S. 1-4) und weiterhin die Endstation der Hochbahn 
(Warschauer Brücke, S. 14), kurz vor Stadtbahnhof Warschauer Straße 
(PI. G 34; S. 13). 

SMöstl. Tom Schlesischen Tor geht als Fortsetzung der Köpenicker 
Straße eine schöne Allee durch den Schlesischen Busch in 25 Min. nach Bhf. 
Treptow (PL G 38) des Südrings (S. 13). Jenseits durchschneidet sie den 
1. von der Oherspree begrenzten Treptower Park (93ha) der Stadt Berlin, 
den Gartendirektor G. Meyer (Denkmal von Manthe r. am Spielplatz) 1876-87 
anlegte. Er hat 1896 die Berliner Gewerbeausstellung aufgenommen. — Da 
hinter, 20 Min. vom Bahnhof, Dorf Treptow (PI. G42; 7500 Einw.), dessen 
am Wasser liegende Gartenwirtschaften {Regelin; Abtei, auf einer Insel) viel 
besucht werden. Dampfer s. S. 21 und 183; Straßenbahnen (S. 14): Nr. 83, 
89, d, e. Nahe dem Orte die Sternwarte Treptow (astronomische Samm- 
lungen), mit Archenholds „Riesenfernrohr", dessen vereinfachte Aufstellung 
(ohne Kuppel) bemerkenswert ist; Eintritt s. S. 35. — Hinter Treptow folgt 
der ebenfalls von Spazierwegen durchzogene Pläntencald (89ha), der zurGe- 
hölzanzucht für die städt. Anlagen dient; darin an der Spree, 20 Min. vom 
Ort, die beiden Eierhäuschen, ebenfalls beliebte Ausflagswirtschaften mit 
Dampferstation. — Am r. Ufer der Spree, dem Anfang von Treptow gegen- 
über und mit ihm durch den 454m 1. Tunnel einer Straßenbahn (Linie d, 
S. 20) verbunden, Dorf Stralau (PI. G 41), mit malerisch gelegener Kirche, 
durch den ehemals hier gefeierten „Stralauer Fischzug" bekannt. 



8. Alt-Kölln. Altstadt Berlin. Stralauer Viertel. 
Königstadt. 

Das Schloß, der Lustgarten und der Schloßplatz (vgl. die Abschnitte 
2 u. 3) nehmen den nördlichen Teil von Alt-Kölln ein, in dessen südlicher 
Hälfte, besonders jenseit des Köllnischen Fischmarktes und der Gei- 
traudtenstraße, enge und krumme Gassen noch an ältere Zeiten erinnern. 

Östl. vom Schloßplatz (S. 64) beginnt an der Kurfürstenbrücke 
die Königstraße, die durch Alt-Berlin, am Rathaus (S. 129) vorüber, 
nach dem Alexanderplatz (S. 134) führt. 

Südl. vom Schloßplatz gehen die Brüderstraße und die Breite 
Straße aus. Im Hause Brüderstr. 13 (r.), das Nicolai gehörte, 
weilte 1811 und 1813 Theodor Körner (Tafeln für beide). Am Ende 
der Straße erhebt sich die Petrikirche (PL R 25), ein gotischer 
Backsteinbau, 1846-50 von Strack aufgeführt; der schlanke Turm 
mißt 96,3m. — In der Breiten Straße, dem Marstall (S. 64) gegen- 
über, Nr. 8/9, das Geschäftshaus der Vossischen Zeitung, der ältesten 
Berlins (privilegiert für Rüdiger 1722, für Voß 1751), mit Medail- 
lonbildnissen hervorragender Mitarbeiter (u. a. Lessings). Weiter- 
hin gehört fast das ganze Viertel bis zur Brüder- und Scharren- 
straße der Firma Rud. Hertzog (S. 30); in Nr. 12 wurde 1801 der 
Komponist Lortzing geboren (Tafel mit Reliefbildnis oben r.). Die 
Breite Straße endet gegenüber dem Hause Köllnischer Fischmarkt 4, 
das ehemals im Besitz des Generalfeldmarschalls DerfflingerQf 1695 ; 
Tafel) V5^ar ; r. stand bis 1899 das Köllnische Rathaus. An dieser 
Stelle wurde 1848 eine Barrikade von den Aufständischen hartnäckig 
verteidigt. — Die nahe (s.o.) Fischerstraße gilt als der älteste Be- 
standteil von Alt-Kölln. 



Nikolaikirehe. BERLIN. 8. AhsclinitL 129 

Vom KöUnisclien Fisclmiarkt geht nacli Südwesten (r.) die ver- 
kelirsrelclie Gertrandtenstraße, an der Petrikirche (S. 128) vorüber, 
zu der Gettraudtenbrücke und dem Spittelmarkt (S. 124). Nordost]. 
(1.) folgt auf den Köllnischen Fisclimarkt die stattliclie Mühlen- 
dammbrücJce (PI. R 25), die 1888-92 infolge der Spreeregulierung 
umgestaltet und mit neuen Schleusen- und Wehranlagen versehen 
wurde. Auf der 1. Seite das hurgartige städtische Dammmühlen- 
gehäude (hier u. a. die städt. Sparkasse), 1892-93 nach Blanken- 
steins Entwurf durch Umbau der ehem. königl. Mühlen entstanden. 
Gegenüber, an der Abzweigung der Fischerbrücke, die Bronze- 
standbilder: Markgraf Albrecht d. Bär (f 1170), von Boese, und 
Waldemar (f 1319), von Unger. Fischerbrücke la Standesamt I, 
mit einer Feuerwache an der Fiseherstraße verbunden, Bauten in 
deutscher Renaissance von L. Hoffmann, vor denen ein städt. 
Untersußhungsamt für Nahrungsmittel errichtet wird. 

Jenseit des Mühlendamms gelangt man in Alt-Berlin auf den 
Molkenmarkt (PI. R 26, 25), den Kern der ältesten Ansiedlung 
auf dieser Seite der Spree. Vorher l.,Ecke der Poststraße, das palast- 
artige Ephraimsche Haus, erbaut um 1766 von dem Münzjuden 
Ephraim, der durch seine Verbindung mit Friedrich d. Gr. bekannt 
ist, jetzt Eigentum der Stadt und Sitz von Verwaltungsbehörden. 
— Nördl. in der Poststraße die älteste Kirche Berlins, die 

Nikolaikirehe (PL R26), von Blankenstein 1877-80 restau- 
riert, der auch den zweiten (nördl.) Turm hinzufügte. Der Unter- 
bau der Türme aus Granitquadern stammt noch aus dem Beginn 
des XIII. Jahrb., der Chor aus dem xiv., das Langschiff aus dem 
XV. Jahrh. Interessant ist das *Innere (Küster : Propststr. 14-16) 
sowohl wegen der malerischen Gesamtwirkung des jetzt wieder als 
Backsteinbau erscheinenden dreischifflgen Hallenraums, als auch 
wegen der Fülle der Monumente, Gedenktafeln, Gemälde u. s. w. 
aus allen Perioden vom Ausgange der Gotik bis zur Zopfzeit. Be- 
merkenswert ist vor allem Schlüters Darstellung des Todes am 
Männlichschen Erbbegräbnis (unter der Orgel). Von den Kapellen 
ist die Kötteritzsche (unter der Orgelempore r.) ein wohlerhaltenes 
Denkmal der Spätrenaissance. Erbbegräbnis des Rechtsgelehrten 
Pufendorf (j i&9A') im Chore 1. An der Nikolaikirche wirkte 1657- 
66 Paul Gerhardt (S. 189). 

An der Spandauer Straße, die vom Molkenmarkt nach 
Norden geht, Nr. 26-32, das neue Geschäftshaus der Firma N. Israel 
(S. 30). Gegenüber, mit der Front nach der S. 133 genannten 
Königstraße, das 

* Eathaus (PL R 26), an der Stelle des alten Rathauses , von 
dem die Gerichtslaube (S. 180) herstammt, 1861-69 nach Plänen 
von Waesemann errichtet. Es ist 99m lang, 88m tief und bis zur 
Attika über dem dritten Stockwerk 27m hoch. Der gewaltige Turm 
mißt bis zur Brüstung 74m, bis zur Spitze der Flaggenstange 97m ; 
die Zifferblätter der Uhr haben einen Durchmesser von 4,75m. Der 

Bsedeker''s Berlin und Umgebung. 13. Aufl. 9 



130 8. Abschnitt. BERLIN. Rathaus. 

Stil des massigen, in ansgezeiclineter Ziegel- und Terrakottateclinik 
mit granitenem Sockel und Gesimsplatten ausgeführten Baues zeigt 
•wie andere Werke dexBerliner Schule die Yerhindung eines mittel- 
alterlichen Struktursystems (Rundbogen) mit Renaissanceformen 
und erinnert an oberitalische Vorbilder, die durchbrochenen Eck- 
vorsprünge des Turms an die Kathedrale von Laon. Bemerkenswert 
die reiche ornamentale Durchbildung ; die Reliefs an den Baikonen 
stellen Szenen aus dem Leben Alt- und Neu-Berlins dar. — Die 
Bronzestandbilder in den Nischen am Hauptportal, Kaiser Wilhelml. 
und Kurfürst Friedrich I. (f 1440), sind von Keil und Encke. 

Die ^architektonische Ausschmückung des Lmern [Eintr. S. 34), 
welche den neuen Aufschwung des Kunstgewerbes in Berlin ein- 
leitete, ist von Waesemann und Kölscher. — Im Treppenhaus 
Glasgemälde und allegorische Marmorüguren. ^ 

Auf der linken Seite die Yobhalle des Magistäats-Saales, 
nach der Königstraße. Darin eine kolossale Marmorügur der Sprea, 
von Christensen^ und eine Reihe geschichtlicher Gemälde (von 0. 
angefangen): 1. der Große Kurfürst empfängt die Refugies, und 
2. die Räte von Berlin-Kölln nehmen das Abendmahl (1539), von 
Vogel; 3. Niederwerfung des Raubrittertums durch Kurfürst Fried- 
rich I, , und 4. der Rat von Berlin-KöUn hält Gericht über Tyle 
Wardenberg (um 1380), von Scheurenberg ; 5. Friedrich "Wilhelm I. 
besichtigt die Bauten in der Friedrichstadt (S. 41), von Vogel; 
6. Friedrich d. Gr. unter den Linden reitend, und 7. Rückkehr 
Friedrich Wilhelms III. und der Königin Luise 1809, \on Simmler; 
8. die Berliner auf dem Schlachtfelde bei Großbeeren (1813, vgl. 
S. 42), von Bleibtreu; 9. Friedrich Wilhelm IV. bei der Enthül- 
lung des Denkmals Friedrichs d. Gr. (1851), von Simmler. — Der 
schön getäfelte Magistrats-Saat, enthält die Porträte des Großen 
Kurfürsten und der preußischen Könige. 

Rechts zuerst, nach der Königstraße zu, die Bibliothek (die 
Hauptmasse der Bücher in der Markthalle III, s. S. 118). — Die 
Decke des kleinen Märchensaales ist von L. Burger mit Gestalten 
aus der deutschen Märchenwelt geschmückt j Büsten Bismarcks und 
Moltkes von Brake, Schliemanns und L. v. Rankes von Grüttner. 

— Der reiche Festsaal, 31,4m 1., 17,3m br. und 15m h. , geht 
durch drei Stockwerke ; zu beachten die kassettierte Holzdecke, 
die Krön- und Armleuchter, sowie die geschnitzten Eichenholz- 
türen; in den Lünetteii die Monate, Gemälde von O. Begas; 
.Standbilder Friedrichs d. Gr. und Friedrich Wilhelms III. von 
Sußmann- Hellborn; Büste Wilhelms II. von Schott; Ölgemälde 
A. V. Werner s, der europäische Friedenskojigreß in Berlin 1878. 

— Durch den Stadt verordnetex-S a at, und dessen Vorhalle, mit 
Lünettenbildern von Hertel (die Werke der Nächstenliebe in Land- 
schaften), zurück zum Treppenhaus. 

Die drei Seiten des zu dem oberen Stockwerk führenden Treppen- 
hauses schmücken ausgezeichnete große *Gemälde von J. Mühlen- 



Marienkirche. BERLIN. 8. AbsehnüL 131 

bruch: 1. die deutschen Staaten vor dem Tempel der Eintracht; in 
der Mitte Siegeszug der Germania mit der Kaiserkrone zu Wilhelm I. ; 
r. Berlins werktätiges Bürgertum (75 Bildnisse). — Im Oberstock der 
Bürgersaal mit einem Wandfries : Bilder aus dem Berliner Lehen, 
von A. V. Heyden. 

Im Erdgeschoß der Ratskeller (S. 10); der Mittelraum enthält 
eine Kopie der Säule aus der alten Gerichtslauhe (S. 180). 

Yom Turme heste *Rundsicht über Berlin (Eintr. S. 34). 

Str aß enb ahnen (S. 14 ff.) nacli : Anhalter Bhf. 63 — DÖnlioffplatz 
38, 62, 63, 66 bis 69, 71, 72 — Gendarmenmarkt 60, 61, 73 — Gesundbrunnen 
28, 88 — Hackesclier Markt 16, 27, 28, 29, 38, 46, 47. 48 — Hallescbes 
Tor 38, 64, 73 — Kreazberg 38 — Lehrter Bhf. und Moabit 16 — Lützow- 
platz 63, 66, 67 — Neues Tor 16 — NoUendorfplatz 60, 61, 64 — Potsdamer 
Bhf. 60, 61, 66 bis 69, 71, 72 — Rixdorf 27, 2S, 29, 46, 47. 48 - Schlesischer 
Bhf. 16 — Schöneberg 60, 61, 68, 69, 71, 72 — Spittelmarkt 38, 46. 47 
48, 62, 64 bis 72 - Stettiner Bhf. 16, 27, 28, 29 — Zoologischer Garten' 64. 

Nahe dem ßathause nimmt die Hauptpost (PI. R 26 ; vgl. S. 23) 
fast ein ganzes Viertel ein zwischen der König-, H. Geist- und 
Spandauer Straße, 1874-84 erhaut. Das 1901 hinzugefügte Brief- 
postamt in der H. Geiststraße ist in den Formen märkischer Back- 
steingotik ausgeführt, mit farhig glasierten Ziegeln. 

Die Spandauer Straße geht von hier nördl. über die Kaiser- 
Wilhelm-Straße: 1. zum Lustgarten (S. 57), r. zum Neuen Markt (s. 
unten) und zu der Zentralmarkthalle (S. 133). Weiter führt die Span- 
dauer Straße zur alten Heiligegeist- Kapelle (xiii. Jahrh.?) und mündet 
in die Neue Friedrichstraße. Hier die 1721-22 von Gerlach errich- 
tete, zuletzt 1900 umgebaute evang. Garnisonkirche (PI. R 26). 
Im Innern (Küster Nr. 46) Fahnen aus der Blücherschen Beute 
und Ehrenbilder für fünf Helden des siebenjährigen Krieges von 
Rode ; in den Grabgewölben ruhen u. a. Keith (j 1758) und Kleist 
V. NoUendorf (f 1823). — Unweit westl. die Börse (S. 136). 

Die Kaiser -Wilhelm -Straße (s. oben) berührt den Neuen 
Markt (PL R 26). Hier steht seit 1895 das besonders auch durch 
den wohl gelungenen Aufbau ausgezeichnete *Luther-Denkmal, von 
Otto (f 1893) begonnen und von Toberentz (f 1895) vollendet: auf 
hohem Granitsockel der Reformator, die Bibel in der Hand; am 
Sockel sitzend in Unterhaltung die Mitreformatoren Jonas und Cru- 
ciger, Reuchlin und Spalatin, stehend Melanchthon und Bugenhagen ; 
auf den Treppenwangen Hütten und Sickingen. 

An demselben Platze die im xiii. Jahrh. erbaute, im xiv. er- 
neuerte Marienkirche (PI. R 26), 1892-94 wiederhergestellt. Die 
Spitze des 90m hohen Turmes, in wunderlicher Gotik, ist von 1790. 
Yor der Westfront ein steinernes Sühnkreuz für die Ermordung eines 
Propstes von Bernau (1325). Sehenswerter als das einfache Äußere 
ist das Innere (Küster: Bischofstr. 4/5). In der Turmhalle ein 1860 
unter der Tünche entdeckter Totentanz, Wandgemälde aus dem 
Ende des xv. Jahrh,, mit plattdeutschen Reimen . Im Chor das *Grab- 
mal des Feldmarschalls Grafen Sparr (j 1668), treffliche hollän- 

9* 



132 8. Abschnitt. BERLIN. Volkstrachten- Museum. 

dische Arbeit. Die eigenartige Marmorkanzel ist von Schlüter {17 03). 
Orgelvorträge Mo. 7^/4 Uhr abends; Zutritt frei. 

Über die n.w. abzweigende Rosenstraße vgl. S. 44. 



Östlich vom Rathause vdrd die Königstraße [S. 129) von der 
Klosterstraße (PI. R 26) gekreuzt. Wir wenden uns r. in deren 
südlichen Teil, der ein altertümliches Äußere bewahrt. Hier r., 

Klosterstraße 32/36, das Hygiene - Institut und -Museum der 
Universität, die 1905 nach Hessische Str. 4 (S. 144) übersiedeln. 
Letzteres ist eine umfassende Sammlung von Gegenständen und 
Modellen aus dem Gebiet der öffentlichen Gesundheitspflege 
(Direktor Geh. Med. Rat Prof. Dr. Eulner; Eintr. S. 33); vgl. auch 
S. 162. — Das Gebäude enthält ferner das 

Museum für deutsche Volkstrachten und Erzeugnisse des 
Hausgewerbes (PI. R 26), eine 1889 aus Privatmitteln gegründete, 
1904 vom Staate übernommene reichhaltige Sammlung, die dem- 
nächst günstigere Räume erhält. Eintr. S. 34. 

VoKDEEHAUs. I. Zimmer. Viele Tiroler TracMenfiguren aus dem 
Grödener Tal. In den Schränken Gegenstände aus : (1) Jamund bei Köslin 
und Schleswig-Holstein, (2) Schweiz und Elsaß, (3) Mönchgut auf Rügen, 
(6) Baden, (7) Pyritzer Weizacker in Pommern. Außerdem Modell eines 
Bauernhauses im Kinzigtal (Schwarzwald); dabei bemalte Totenschädel 
aus Salzburg und Totenbretter aus der Reichenhaller Gegend, *Elsasser 
Banernstube, oberbayrisches Haus bei Berchtesgaden , davor Gelöbnis- 
kreuz aus dem Schwarzwald, Bauernhaus aus dem Osnabrückschen. In 
den Pulten: gestickte Brustlatze, Hauben, Schmucksachen u. a. — 
II. Zimmer. Littauen; Patenbriefe. — III. Zimmer. Sachen aus Serbien, 
den Vierlanden und Hessen. Im Nebenraum : Tiroler Trachten ; Schimmel- 
reiter aus der Gubener Gegend; Mangelbretter. — IV. Zimmer. Sachen 
aus Braunschweig und ISTordfriesland, besonders aus Brandenburg (Sehr. 27. 
Spreewald, 30. Oderbruch und Fläming) und der Altmark (Sehr. 29 u. 30). — 
V. Zimmer. Oberbayern, Hessen und Tirol; Trinkgefäße; Haus aus 
dem Spreewald. — VI. Zimmer. Bayern und Egerland; Halloren. — 
Vn. Zimmer. '"Wendische Bauernstube. — VIII. Zimmer. Bayrische 
Trachten ; oberhessisches Bauernhaus ; geschnitzte Möbel, besonders Feuer- 
kieken (Wärmkästchen). 

HoFGEBÄDDE (man wende sich an den Diener). Im Vorraum: gotischer 
Ofen; Tiroler und Siebenbürgener Gürtel. I. Zimmer. *Hindelopener 
Stube aus holländisch Friesland: Wände mit Delfter Fayencen, geschnitzte 
Schränke. Dahinter: Bessemer (römische) Wagen. — II. Zi mm er. Lüne- 
burger Stube, mit reicher Täfelung aus dem Jahre 1510. — Rechtek Seiten- 
flügel. I. Zimmer: Schränke mit Schmucksachen; Bauern aus dem 
Altenlande und Hannover (Nottendorf). — II. Zimmer. Schleswig-Holstein, 
Altenburg; Siebenbürgener Trachten; Bauernhaus aus der Husumer Gegend ; 
Thüringer Zichorienmühle ; Kuhglocken. — III. Zimmer. Schweizer Stube, 
mit Täfelung des xvii. Jahrh. ; Winterthurer Fayenceofen von 1665. 

An der Ostseite der Klosterstraße, Nr. 76, befand sich vor der 
Erbauung der Burg (S. 59) das „hohe Haus", das Absteigequartier der 
Markgrafen und ersten Kurfürsten; hier empfing Friedrich I. 1415 
die Huldigung. Das jetzige Gebäude, das sog. Lagerhaus^ das ver- 
schiedenen Zwecken dient, stammt aus dem J. 1705; dahinter das 
neue Kgl. Geheime Staats- Archiv. — Daneben, Nr. 75, die 1877-80 von 
Gropius & Schmieden erbaute Kunstschule (Direktor: Prof. Ewald; 



Alexanderplatz. BERLIN. 8. Abschnitt. 133 

vgl. S. 123). Hinter ihr, in der ehemaligen Werkstatt Rauchs, seit 
1865 das Rauch-Museum (Vorsteher Prof. Siemering), eine Samm- 
lung Yon "Werken des Meisters in Modellen oder Gipsabgüssen, so- 
wie das Rauch-Archiv. Eintritt S. 34; amtl. "Verzeichnis 1 JL 

Neben der Kunstschule das 1574 gestiftete Gymnasium zum 
Grauen Kloster , das älteste der Mark , mit dem wohl erhaltenen 
Konvent- und dem Kapitelsaal des ehem. Franziskaner-Klosters 
(letzterer aus dem J. 1474). An der Außenmauer eine Tafel für Bis- 
marck, der 1830-32 Schüler der Anstalt war. — Inmitten der Anstalt 
die gotische Klosterkirche (PI. R 29), zu Ende des xiii. Jahrh. er- 
baut, wegen ihres schönen Chores das sehenswerteste mittelalter- 
liche Bauwerk Berlins ; bei der Restauration (1842-44) wurden die 
Vorhalle, die Treppentürme und der Dachreiter hinzugefügt. Im 
Innern (Küster: Klosterstr. 71, II. Stock): ein großes Triumph- 
kreuz, Chorstühle aus dem xv. Jahrh. ; Epitaphgemälde des Grafen 
Joh. V. Hohenlohe (f 1412), Votivbild des kurfürstlichen Leib- 
arztes Thurneißer für seine Frau (f 1575), Denkstein für den 
Liederdichter Sam. Rodegast (f 1708), einst Rektor des Gym- 
nasiums. 

Noch weiter in der Klosterstraße 1. die Paroc/iiaZfeircÄg (PI. R 29), 
1695-1703 nach Nerings Entwurf errichtet, 1715 beendet; im Turm 
ein Glockenspiel. R. errichtet L. Hoffmann ein neues städtisches 
Verwaltungsgebäude auf einem 10384qm messenden Bauplatz 
zwischen Kloster-, Parochial-, Juden- und Stralauer Straße , mit 
einem mächtigen Turm an der Juden straße. 

Östl. jenseit der Klosterstraße kreuzt die Königstraße (S. 129) 
die Neue Friedrichstraße. In dieser: nördl. die große Zentral- 
Markthalle (PI. R 26 , vgl. S. 33) ; südl. das seiner Vollendung 
entgegengehende Land- und Amtsgericht I (PI. R 29), von Schmalz 
in freier Behandlung süddeutscher Barockformen ausgeführt, die 
Hauptfront nördl. der Grunerstraße zugewandt, mit zwei luftigen 
Ecktürmen und sehenswertem Treppenhaus. Die Neue Friedrich- 
straße führt südl. zum neuen Märkischen Museum (S. 125). 

Das Ostende der Königstraße wird von den 1777 von Gontard er- 
bauten Königs-Kolonnaden eingefaßt, die den Zugang zur Königs- 
brücke bildeten. Die Brücke und der Festungsgraben, den sie über- 
schritt, sind beim Bau der Stadtbahn beseitigt worden. Der Name 
erinnert an den Einzug des ersten Königs von Preußen nach der 
Krönung in Königsberg 1701. — Nordwest!, hinter der Kolonnade 
der Bahnhof Alexanderplatz (S. 13 ; PL R 26). 

Straßenbalineii (S. 14ff.) vom Bhf. und vom Platz (ö. ; von diesem 
3, 11, 22, 30, 31, 35, 36, 37, 41, 49, 50) nach: Anhalter Bhf. 63 — Dön- 
hoffplatz 62, 63, 64, 66 bis 69, 71, 72 — Gendarmenmarkt 60, 61, 73 — 
Gesundbrunnen 35, 36 — Görlitzer Bhf. 11, 22 — Hackescher Markt 16 — 
Hallesches Tor 64. 73 — Kreuzberg 35, 36, 37, 41 — Moabit 11, 16 — 
Lützowplatz 3, 63, 66, 67 — Xeues Tor 11, 16 — NoUendorfplatz 3, 60, 61, 64 — 
Potsdamer Bhf. 60, 61, 66 bis 69, 71, 72 — Rixdorf 22 — Schloßplatz 60, 
61, 68, 73 — Schöneberg 3, 30, 41, 60, 61, 68, 69, 71, 72 — Spittelmarkt 62, 
64 bis 72 — Stettiner Bhf. 11, 16. 



134 8. Abschnitt. BERLIN. Schlesischer Bahnhof. 

Die Königstraße mündet unter der Stadtbahn hindurch auf den 
langgestreckten Alexanderplatz (PI. R 29}. In der 1. ahhiegenden 
Straße „Am Königsgraben", Nr. 10, vollendete Lessing 1765 Minna 
von Barnhelm (Büste). — Auf der nördl. Hälfte des Platzes steht 
seit 1895 eine in Kupfer getriebene Kolossalflgur der Berolina 
(Statue und Sockel je 7,5m h.}, von Hundrieser. Südl. erhebt sich, 
auf einer Fläche von 15 777qm, das 1885-90 erbaute Königl. Polizei- 
Präsidium (PI. R 29). Außer Geschäftsräumen (vgl. S. 24) enthält 
es den Polizeigewahrsam und das. Polizeigefängnis. An der nordöstl. 
Ecke Bronzestandbilder des Gr. Kurfürsten, Friedrichs I. , Kaiser 
Wilhelms I. und Kaiser Friedrichs. 

Nahe dem Alexanderplatz , zwischen Landsberger und Neuer 
Königstraße, die Greorgenkirclie (PI. R 29), 1895-98 von Otzen 
im Übergangsstil neu erbaut. Der 104m hohe Hauptturm überragt 
die Häusermassen und gibt dem Ausblick durch die Königstraße 
einen guten Abschluß. Im Chor und an der Orgelnische Glas- 
mosaiken (Küsterei Kurze Str. 2). 

Vom Polizei-Präsidium gelangt man in südlicher Richtung an 
der Stadtbahn entlang zur Jannowitzhrücke (S. 126). 



Die im Osten und Nordosten von Alt-Berlin gelegenen 
Stadtteile — südl. von der Landsberger Straße das Stbalaüek 
Viertel, nördl. davon das Königsviebtel — bieten dem Fremden 
wenig. Das Wichtigste, meist in der Nähe des Stadtrings der Straßen- 
bahn (S. 14), sei hier in der Richtung von S. nach N. aufgezählt. 

Nahe der Spree liegt der ScMesische Bahnliof (PI. R 31), von 
Römer 1864 errichtet, 1880-81 bedeutend vergrößert. 

Straßenbahnen (S. Uff.): ¥r. 9, 31, 80, d; — ferner 1, 2, 2'2, 30 
(Andreasstr.) und 16, 78 (Grüner Weg). 

Auf dem Andreasplatz (PI. R 31) eine Monumentalbank und 
zwei Bronzegruppen : Arbeiter und Sohn (von Haverkamp), Frau 
aus dem Volke und Kind (von Gormanski). — Nahe dem Anfang der 
Großen Frankfurter Straße die 1848-55 von Stüler im Rundbogen- 
stil erbaute Markuskirche (PI. R 32). 

Die Große Frankfurter Straße führt hinaus zu dem 1881 eröffneten 
städtischen Zentral- Vieh- und Schlachthof (PI. R 38; Straßenbahnen Kr. 65, 
66, 67, c). Besichtigung des Viehhofs (Haupt-Marktzeit Mi. und Sa. bis lUhr) 
frei, der Schlachthäuser (Haupt-Schlachttage Mo. u. Do.) gegen Karten, 
die man auf der Inspektion in der Thaerstraße erhält. Gutes Restaurant; 
eigener Bahnhof des Nordrings (S. 13). — Unweit vom Zentral-Viehhof liegt 
die Gemeinde Lichtenberg, mit fast 48 000 Einw. (Bahnhof Frankfurter Allee 
des Nordrings: Straßenbahnen Xr. 66, 68, 69, 70, 71); von Lichtenberg n.ö. 
die städtische Irrenanstalt ßerzberge (Straßenbahn 71). 

Nördl. von der Gr. Frankfurter Straße liegen die Piuskirche 
(PI. R 32), in Backsteingotik 1893/94 von Hasak gebaut, und die 
Auferstehungskirche (PI. R 32, 35), märkischer Backsteinbau (drei- 
schifflge Hallenkirche) mit romanischen Anklängen, von Blanken- 
stein und Menken, 1895. — Am ehem. Königstor die Bartholomäus- 



Friedrichshain. BERLIN 8. Abschnitt. 135 

kirche (PI. R 30), von Stiller, ein gotischer Backsteinbau mit schönem 
Turm (1854-58). 

Yom Königstor erstreckt sich der Friedrichshain (PI. R 33, 36 5 
Straßenbahnen, S. 14, Nr. 1, 2, 62, 63, 64, 65, h) weit nach Osten, 
ein 1845 angelegter, 1874-76 erweiterter Park. Der Eingang 
beim Königstor soll künstlerischen Schmuck erhalten. Yor dem 
südlichen Eingang, wo die Errichtung eines Torgebäudes beab- 
sichtigt ist, steht ein Kriegerdenkmal für 1870/71 , von Calandrelli. 
— Das st'iiiisGhe Krankenhaus am Friedrichshain (Besuchzeiten Mi. 
Sa. So. 2-3 Uhr), Landsberger Allee 159, ist 1868-74 von Gropius 
& Schmieden aufgeführt worden. An der Westmauer des Kran- 
kenhauses, nahe der Landsberger Allee, der Kirchhof der im März 
1848 gefallenen Aufständischen (PI. R 32). 

1 St. nördl. vom Königstor die Dörfer "Weißensee und Neu-Weißensee 
(PI. B40; Schloßrestaurant)., zusammen mit c. 40000 Einw. Straßenbahnen 
Nr. 60, 61, 62. 25 Min. n.w. von Weißensee eine Trabrennbalin (S. 28). 



136 



9. Nördliche Stadtteile. HohenzoUern-Museum. 

Nördl. vom Dom (S. 57) führt die Friedrichsbrücke über die 
Spree. — Jenseit des Flusses in der Burgstraße die 

Börse (PL ß 26) , 1859 - 64 von Hitzig erriclitet. Sie ist der 
erste in Werkstein hergestellte neuere Bau Berlins. Die Haupt- 
fassade , an der Spree, ist durch eine doppelte Kolonnade hervor- 
gehohen ; darauf eine Sandsteingruppe von R. Begas, Borussia, 
Ackerhau und Handel heschirmend, des Meisters erste größere 
Arheit. Im Yorsaal Kaiser Wilhelm I. als Gesetzgeher, Sitzhild 
aus Marmor, von Siemering. Der mit Stuckmarmor hekleidete Haupt- 
saal, dessen Wände durch doppelte Bogenreihen auf Granitsäulen 
heleht werden, ist 101m 1., 26,7m hr. und 20m h. ; zwei Bogen- 
galerien teilen ihn in drei Ahteilungen. Zur Börsenstunde (12-2 
Uhr) versammeln sich hier üher 4000 Kaufleute; Üherhlick von 
der Galerie (Eintr. S. 32). Ein 1884/85 ausgeführter Erweiterungs- 
bau nach Süden hin enthält die Kornhörse. 

Nördl. von der Börse gelangt man zwischen Zirkus Busch (1. ; 
S. 28) und Stadthahnhof Börse (r. ; PI. R 26) hindiirch auf den 
Monhijouplatz, den eine Marmorhüste Chamissos(ß. 119), von 
Mosen, schmückt. An dem Platze ist der Eingang zum 

Schloß Monbijou (PI. ß 23). Den Kern des langgestreckten 
Gartenschlosses bildet eine um 1708 von Eosander v. Göthe für die 
Gräfin Wartenberg erbaute Yilla; die Gebäude am Eingang wurden 
1789 von ünger errichtet. — Im Garten, dessen vorderer Teil zu- 
gänglich ist, die Dom -Interimskirche (Zugang von der Oranien- 
burger Str. ; vgl. S. 57) und die englische St. Georgskirche , ein 
zierlicher gotischer Granitbau von Raschdorff (1885). 

Im Schloß ist seit 1877 das *Hohenzollem - Museum , eine 
Sammlung von Erinnerungen an die preußischen Herrscher seit 
dem Gr. Kurfürsten, die zugleich einen charakteristischen Ein- 
blick in den Geschmack und das kunstgewerbliche Können ihrer 
Zeit gewährt. Direktor Prof. Dr. Seidel. Eintr. s. S. 32. Führer 
von 1903, 30 Pf. 

1 u. 2. Zimmer Kaiser Wilhelms II. (vgl. den Plan S. 138). — 
1. Erinnerungen an die Reise nach Palästina (1898), u. a. Bilder 
von Ism. Gentz, Perlmuttermodell der Omarmoschee in Jerusalem ; 
Originalzeichnung und Kupferdruckplatten von veröffentlichten 
Zeichnungen des Kaisers ; Bildnisse des Kaisers von F. Kaulbach 
(1869) und Noster; Reitermanöver unter Führung des Kaisers, Ge- 
mälde von Kossak. — 2. Bilder von Staatsaktionen, u. a. r. Sühne- 
audienz des Prinzen Tschun (1901); in der Mitte Geschenk des 
Bonner Studentenkorps Borussia zur Hochzeit des Prinzen Wilhelm 
im J. 1881. — Z. 3 ist geschlossen. 



Schloß Monbijou. BERLIN. 9. Abschnitt. 137 

4. Zimmer Kaiser Friedrichs (1831-883 und der Kaiserin Viktoria 
(1840-1901). Erinnerungen an seine Schul- und Universitätszeit; 
Hoclizeitsanzug des Kaisers und der Kaiserin (1858) 5 Büste des 
Kaisers von Schüler. Gemälde: die kronpr. Familie vor dem Neuen 
Palais, von E. Hildehrand; üher dem Kamin Bildnis des Kaisers 
von Gr. Richter; daneben Trauerfeier für die Kaiserin in Cronberg, 
von F. Brütt. 

öS. Zimmer Kaiser Wilhelms I. (1797-1888). — 5. M. Locks 
*Marmorgruppe „Ich habe keine Zeit, müde zu sein", und die 
Marmorengel aus dem Mausoleum Kaiser Friedrichs. — 6. Adressen, 
beachtenswert die von Menzel nach dem Attentat von 1878 (r. in 
der Ecke). An der Rückwand: Krönungsmantel (1861) und Ordens- 
kleider, Baldachin von der Krönung. An der Fensterwand: Moltkes 
Arbeitstisch, mit Abguß der Totenmaske und der Hände, sowie mit 
einer Zeichnung von Harrach, M. auf dem Totenbett; silberne 
Ruhmeshalle von Friedeberg Söhne. — 7. An der Nordwand: Zivil- 
kleider und Uniformen , u. a. 1. von den Degen die Säbeltasche, 
auf der der Kaiser bei Sedan den Brief an Napoleon schrieb. In 
der Mitte: der Tisch, an dem Napoleon in St-Cloud 1870 die 
Kriegserklärung unterzeichnete. An der Fensterwand: Jugend- 
erinnerungen, u. a. ein Brief der Königin Luise an den Sohn (1806). 
Bildnisse Bismarcks und vieler Generale. — 8. Büste des Prinzen 
Wilhelm, von Rauch (1833). Bilder: Unter den Linden am 22. März 
1887, von Geißler; der Kaiser auf dem Totenbett, Zeichnung von 
A. V. Werner; der Kaiser in seinem Arbeitszimmer, von Bülow; 
^Adresse der Stadt Berlin nach dem Feldzug 1866, von Menzel. 

9 u. 10. Zimmer der Kaiserin Augusta (1811-90). — 9. Tauf- 
kleid des Kaisers Friedrich (r. an der Tür). — 10. Baldachin von 
der Krönung, Krönungsmantel, Brautschleppe (1829), Schmuck von 
der goldenen Hochzeit, Witwenkleid. Zwei Bildnisse der Kaiserin 
von Plockhorst (1869 u. 1888). 

11. Zimmer Friedrich Wilhelms IV. (1795-1861). L. in der 
Ecke: Ordenskleid des Hosenbandordens. In der Mitte: Tischplatte 
mit Zeichnungen des Königs. Am Mittelfenster: Schmucksachen 
der Königin Elisabeth. An den Wänden : Nachbildungen von Land- 
schaftsstudien des Königs, sein Bild von Otto, zahlreiche *Bild- 
nisse ihm nahestehender Gelehrter und Künstler, zum größten Teil 
von K. Begas d. Ä. 

12. Zimmer der Königin Elisabeth (1801-73). Bild der Königin 
von Bülow; Friedrich Wilhelm IV. nach dem Attentat von 1850, 
Aquarell von Otto; Huldigung auf der Burg Hohenzollern, Gemälde 
von Bürde. 

13. Zimmer Friedrich Wilhelms III. (1770-1840). Büdnisse 
von Generalen. Fensterwand: Glaskasten mit Erinnerungen an 
Prinz Louis Ferdinand (f 1806 bei Saalfeld). Rückwand: L Not- 
papiergeld aus Kolberg (1807), eiserne Schmuckgegenstände von 
1813, bei Belle-AUiance erbeutetes Tafelgerät Napoleons ; Ordens- 



138 



9. Abschnitt. 



BERLIN. 



Schloß Monbijou : 




kleider. Ostwand: Th. Körner, 
von seiner Scliwester gemalt; 
Parisurteil, Basrelief von Canova; 
Bildnisse der Fürstin Liegnitz, 
der zweiten Gemahlin des Königs 
(11873). 

14-16. Zimmer der Königin 
Luise (1776-1810). In 14 und 
16 zaMr eiche Bilder der Köni- 
gin, Kindheitserinnerungen, Ge- 
brauchsgegenstände , Handar- 
heiten, Musikinstrumente; Gips- 
hüsten nach Schadow und Rauch ; 
in 16. die Königin als Urania, 
von Wichmann. — 15. Schlafge- 
mach der Königin, dem von ihr im 
Potsdamer Stadtschloß benutzten 
nachgebildet; ihre Totenmaske; 
Wiege ihrer jüngsten Kinder, 

19. Zimmer FriedrichWilhelms 
//. (1744-97). Prachtschrank mit 
farbigen Holzeinlagen, aus Neu- 
wied (1791) ; Standuhr von 1793 ; 
Bild des Königs von Graff. 

20. Zimmer der Königin Frie- 
derike Luise (1751-1805), zweiter 
Gemahlin FriedrichWilhelms II. 
Ihr Bild von Graff. 

21-26. Zimmer Friedrichs des 
Großen (1712-86), von ihm für 
seine Mutter hergerichtet. — 21 
und 22. Porzellankammer und 
-galerie; dasGeschirrnochausder 
alten Einrichtung des Schlosses. 
Schöne Rokokokonsole ; unten 
große chinesische Vasen. In Z. 
21. Schautisch mit kleinen Ge- 
brauchsgegenständen des Königs; 
u. a. Dose, die er in der Todes- 
stunde in der Han d hielt, und eine 
solche, die 1759 bei Kunersdorf 
von der darauf liegenden Kugel 
getroffen wurde. — In der Mitte 
von Z. 22 ein * Schautresor mit 
kostbaren Kleinodien : u. a. drei- 
zehn mit Edelsteinen besetzte 
Prunkdosen, Taschenuhren und 



Hohenzollern- Museum, BERLIN. .9. Abschnitt. 139 

Krückstöcke des Königs; Kuclienteller als Rest seines 1808 einge- 
schmolzenen goldenen Tafelservices ; Schmucksaclien ans Hohenzol- 
lernsärgen; Kette des Sdiwanenordens. Daneljen Pult mit Dosen des 
Königs ans Chrysopras nnd Jaspis. — 23. Zedernzimmer. Flügel des 
Königs ; große Sammlung von Dosen mit Bildern des Königs, Kampf- 
szenen u. dgl. — 24. Alkovenzimmer. Arbeitstisch mit Handschrift- 
proben des Königs. Chinesischer Schrank, ehemals mit der Karten- 
sammlung des Königs. An den Fenstern: in Pult 7 Rubelbecher, die 
Kugel, die ihn 1760 bei Torgau traf; in Pult 8 erste Schreib- und 
Zeichenübungen des Königs; daneben v. Knobelsdorffs Bildnis des 
Kronprinzen. Im Alkoven: Zeichnung des Königs vom Potsdamer 
Stadtschloß (r. am Eingang); Viktoriabänder; Kleider, Uniform- 
stücke n. dgl. von der frühesten Jugend bis zum Tode des Königs, 
u. a. erstes Gewand, G-alauniform (er war als Kronprinz Chef der 
Leibgarde), Sterbehemd; Tiscb mit Ansichten von Rheinsberg; 
Totenmaske. — 25. Thronzimmer. Rückwand : seine Wiege und sein 
Sterbestuhl. Bilder seiner Lieblingshunde. In der Mitte : Konzert- 
flügel des Königs. — Z. 26. Im Schrank 1. : Flöten des Königs ; 
Porzellangruppe des Königs und Friedrich Wilhelms III. als Knaben 
(Federballszene); zwei Zinnbecher mit Radierungen des Freiherrn 
von der Trenck, aus seiner Gefangenschaft in Magdeburg; kleine 
Porzellanbüste Voltaires („immortalis"), 1^75 diesem vom Könige 
übersandt. 

27. Rote Galerie. Büsten von Hohenzollern (die zweite 1. Prinz 
Heinrich, Bruder Friedrichs d. Gr.). An den Wänden die aus einem 
Schiffbruch geretteten Reste des mit dem preußischen Wappen ge- 
zierten Service, das die friesische Handelskompagnie als Geschenk 
für Friedrich in China hatte anfertigen lassen, und ein ausgezeich- 
netes Rokoko-Service aus der Berliner Porzellanmanufaktur. 

28. Zimmer der Königin Sophie Dorothee (1687-1757) , Mutter 
Friedrichs d. Gr. Ihr Bild von Huber; Wachsfiguren ihrer Kinder. 
Polstermöbel aus dem Neuen Palais. — Z. 29 ist geschlossen. 

30. Gedächtnishalle. Farbige Holzflgur des Gr. Kurfürsten; Kö- 
nig Friedrich I. ; Abguß des Schlüterschen Standbildes in Königs- 
berg ; Bettkobers Modell zu einem Standbild Friedrich Wilhelms I. 
Bildnisse der Kinder des letzteren. 

31. Zimmer der Königin Elisabeth Christine (1715-97), Ge- 
mahlin Friedrichs d. Gr. Die Tapete ein Geschenk des Kaisers 
von China an Peter d. Gr. — Z. 32 ist geschlossen. 

33. Grüne Galerie. Büsten von Generalen, Staatsmännern, Ge- 
lehrten, darunter sechs nach Rauch; die Derfflingers nach dem 
Schlüterschen Original in Gusow. 22 Ansiebten aus dem alten 
Berlin. Tafelgeschirr; im ersten Schrank Tassen zum Andenken 
an die Königin Luise und an 1813. Wertvolle Glassammlung : 
Gundling verspottende Gläser ans dem Tabakskollegium; Rnbin- 
gläser vom Alchimisten KunckeL — Im Eckzimmer (34): zwei 
Büsten Napoleons I., die 1. von Canova. 



140 9. Abschnitt. BERLIN. Hohenzollem- Museum. 

35. Zimmer Friedrich Wilhelms I. (1688-1740). An der Rück- 
wand Bildnisse seiner Familie, sein SterbestuM, seine Drechsel- 
bank. An der Fensterseite: für Peter d. Gr. angefertigter Arm- 
stulil; Kanzel ans Königs-Wusterhansen; Proben der Handschrift 
des Königs ; Erinnerungen an Leutnant Katte; Bild eines Tabaks- 
kollegiums. In der Mitte: Tisch, Stühle, Pfeifen aus dem Tabaks- 
kollegium. 

36-38. Zimmer König Friedrichs L (1657-1713) und der 
Königin Sophie Charlotte (1668-1705). —Die Decke von Z. 36 ist 
einer gleichzeitigen im Berliner Schlosse nachgebildet; r. Bildnis 
des Königs von Weidemann; 1. im Glaskasten Statuette des Gr. Kur- 
fürsten als h. Georg. — In Z. 37 : Bildnis der Königin, von Weide- 
mann; Konzertflügel der Königin; Reliefs des Königspaares von 
den Schlüterschen Sarkophagen (S. 54). — Zimmer 38 ist eine 
Kopie des Geburtszimmers Friedrichs I. im Königsberger Schloß, 
mit reicher Renaissance -Yertäfelung; Wachsfiguren des Königs 
und des Gr. Kurfürsten. 

39. Zimmer des Großen Kurfürsten (1620-88). Filzhut und 
Elsenkappe, bei Fehrbellin getragen; Sturmhaube und Stiefel. Ab- 
bildungen von sechs Wandteppichen (im Berliner Schloß), mit 
Kriegstaten des Gr. Kurfürsten. Elfenbeingarnitur aus der zweiten 
Hälfte des xvii. Jahrhunderts. — Z. 40 ist Durchgangsraum. 

41. Kurfürstensaal. Dreiteiliges Altarbild aus der Pfarrkirche 
zu Kadolzburg, von 1417, mit den Bildnissen des Kurfürsten Fried- 
rich I. und seiner Gemahlin ; Meßgewand des Kardinals Albrecht 
V. Brandenburg. Fensterseite : Modell der (neuen) Burg Hohen- 
zollern. 

42. Großer Saal. Im ostl. Teile Bildnisse der Kurfürsten. — 
An der Rückwand: Karte Berlins vom J. 1685; Ansichten des alten 
Berlin ; Abgüsse der beiden Bronzeplatten vom Grabmal Johann 
Ciceros (vgl. S. 58). Bilder : Friedrich Wilhelm III. und *Huldigung 
Friedrich Wilhelms lY., von Krüger; Besuch der Königin Luise im 
Waisenhaus, von Schrader; Schlacht bei Königgrätz, von Steffeck; 
Moltkes 90. Geburtstag, von A. v. Werner. — An der Fensterseite 
drei Gipsbüsten: Friedrich d. Gr., nach Rauch; der Gr. Kurfürst, 
nach Schlüter ; Kaiser Wilhelm I., nachR. Begas. Abguß des Stand- 
bildes Friedrich Wilhelms IV. auf der Burg Hohenzollern, von 
Bläser. Ferner Modelle der Burg zu Nürnberg, des Mausoleums 
in Charlottenburg (vgl. S. 165), des Berliner Schlosses zur Zeit 
Joachims IL 



Schloß Monbijou gehört dem Spandauer Viertel an. Ebenso 
die Oranienburger Straße , die von ihm nordwestl. zum ehem. 
Oranienburger Tor (S. 143) geht. An dieser, Nr. 76a, das Dom- 
kandidatenstift. 1858 nach Stülers Entwurf erbaut, die Kirche 1873 
vollendet. — Weiterhin, Nr. 30, die 



Neue Synagoge. BEELIN. 9. Abschnitt. 141 

Neue Synagoge (PI. R 24), nach Knoblauchs Entwürfen 1859 
begonnen, unter Stülers Oberleitung 1866 vollendet, ein Back- 
steinban mit Granit- und Sandsteinteilen, in moderner Behand- 
lung orientalischer Stilformen. Noch bemerkenswerter als die 
Straßenfront, deren vergoldete Mittelkuppel sich bis zu 48m erhebt, 
ist das *Innere (Eintritt s. S. 35). Durch einen Yorsaal gelangt 
man zunächst in die kleine Synagoge für den täglichen Grottesdienst, 
dann in die große, 3000 Sitzplätze umfassende Hauptsynagoge, 
ohne Apsis 40m 1., 24,5 br. und 24,3 h. Die aus eisernen Trägern 
und Ankern mit "Wölbung bestehende Decke ruht auf schlanken 
Eisensäulen. Wirkungsvoll ist beim Abendgottesdienst die Be- 
leuchtung der Glasmalereien und der Glaskuppeln. Männer nehmen 
unten im Saal, Frauen auf den Emporen Platz. — Oranienburger 
Str. 70, d&s Paketpostamt (S.23), auf der andern Seite, Nr. 35/36, das 
Postfuhramt. 

In der Nähe (nördl.) des Bahnhofs Börse (S. 13) liegt der kleine 
Hackesche Markt (PI. R 26), das Yerkehrszentrum für das 
Stralauer Viertel und für die 10 Min. nördlich beginnende 

ROSENTHALER VoBSTADT. 

Straßenbahnen (3. Uff.) Ifr.: 16, 27, 28, 29, 33, 38, 39, 40, 46, 47, 

48, 52 bis 56. 

Außerhalb des ehem. Schönhauser Tors, in der Fehrbelliner 
Straße, die kathol. Herz- Jesu- Kirche (PL ß 27), von Hehl 1897/98 
erbaut, im frühromanischen Stil. In der Nähe, an der Schönhauser 
Allee, seit 1892 ein Marmordenkmal für den Erfinder des Stein- 
drucks, A. Senef eider (f 1834), von Pohle. 

Etwa 1 Stunde vor dem Schönhauser Tore (Straßenbahnen Nr. 46, 47, 

49, a) liegt Pankow (Rest. Linder)^ Dorf mit 21500 Einw., Station der 
Stettiner und der jS'ordbahn (S. 185 u. 187). — V* St. weiter Nieder-Schön- 
hausen (Eest. Liedemit)., Dorf mit 3400 Einw. 5 kgl. Schloß, von Eosander 
V. Göthe erbaut, einst Wohnsitz der Königin Elisabeth Christine (t 1797), 
Gemahlin Friedrichs d. Gr., mit herrlichem Park. — 25 Min. westl. von 
Pankow die Kolonie Schönholz (Bahnhof der iSTordbahn, S. 187) ; der große 
Park, mit besuchtem Restaurant, ist Eigentum der Berliner Schützengilde. 

Yom Hackeschen Markt (s. oben) führt die ßosenthaler Straße 
zum ehemaligen Rosenthaler Tor. Nr. 23-31 der Neubau eines 
Werlheimschen Warenhauses (vgl. S. 106), von Messel im modernsten 
Stil auf 5600qm Grundfläche errichtet. Weiterhin ein Wandbrunnen 
mit Wasser schöpfendem Mädchen, von K. v. Üchtritz. 

Westl. abseits von der Eosenthaler Straße ist die Sophienkirche (PI. E 27) 
bemerkenswert, 1712 von der Königin Sophie Luise gestiftet, 1892 um- 
gebaut. An der Kirche Epitaphien lür die KarscMn (Dichterin ; 1 1791) und 
Ramler (i 1798); auf dem Friedhofe nördl. das Grab von Zelter (t 1832; vgl. 
S. 53), südl. das von L. v. Ranke (t 1886-, vgl. S. 14i). — Östl. abseits von 
der Eosenthaler Straße der Alte Gaenisonkikchhof (PI. E 27) 5 hier ruht 
1. vom Eingang F. de la Motte Fouqu4 (t 1843) und am Ende 1. der Frei- 
scharenführer v. Lützow (f 1834). 

Vor dem Rosenthaler Tor, östl. von der Brunnenstraße, erhebt 
sich die 1866-73 von Orth erbaute Zionskirche (PI. B 27), gestiftet 
zur Erinnerung an die Errettung Wilhelms I. bei dem Attentat in 



142 9. Abschnitt. BERLIN. Humboldthain. 

Baden-Baden am 14. Juli 1861. — Westl. von der Brunnenstraße 
die Veraöhnungskirche (PI. B 24), gotischer Ziegelrohbau von Möckel, 
1895. — Auf dem Gartenplatz (weiter nordwestl.; PI. B 21, 24) 
die kath. Sebastianskirche, ein Sandsteinbau von Hasak im früh- 
gotischen Stil, 1892/93. 

Die Brunnenstraße endet hei Bhf. Gesundbrunnen des Nordrings, 
der Stettiner, der Nordhahn und der Kremmen- Wittstocker Bahn 
(PI. B 23 ; Tgl. S. 13, 187). — Vorher 1. der 35ha große Humboldthain 
(PL B 20, 23), 1869-76 vom Gartendirektor Meyer angelegt. Die 
vorwiegend vertretenen außereuropäischen Baum- und Strauch- 
arten sind nach Weltteilen, das amerikanische Gebiet auch nach 
Pfianzenzonen geordnet. Nahe der Brunnenstraße eine A. v. Hum- 
boldt gewidmete Gruppe großer Findlingsblöcke und ein Marmor- 
stier von M. Geyger. An der Südseite, in der Nähe des Direktorial- 
gebäudes, die botanische Abteilung (Eintr. Mi. und Sa. 1-6 Uhr, 
für Fremde jederzeit) mit den Anzuchtgärten für die Pflanzen, die 
den Schulen als Anschauungsmaterial geliefert werden; ebenda 
ein Freiraum-Yivarium mit Schildkröten, Schlangen, Eidechsen, 
sowie eine geologische Wand (Erklärung 50 Pf.). — An der Nord- 
ostecke des Parks die Him-melfahrfkirche. 

Jenseit des Bahnhofs (s. oben) folgt der seit 1861 zur Stadt gehörige 
Gesundbrunnen (PI. B 19, 22 ; Straßenbahnen ^"r. 8, .23, 34, 35, 36, 88, 39, a), 
nach einer 1701 entdeckten Mineralquelle benannt. 



10. Nördliche Friedrichstraße. Oranienburger 
Vorstadt. Neue Wilhelm- und Luisenstraße. Moabit. 

Die Friedrichstraße (S. 102) setzt sich im N. der Linden 
(PI. R 23) über die Spree hinaus bis zum ehemaligen Oranien- 
burger Tor fort. Der stärkste Yerkehr herrscht in ihrem südlichen 
Teile, wo sie die Dohotheenstadt (S. 41) durchzieht, bis zum 
Bahnhof Friedrichstraße (s. unten). Ihre Querstraßen, die Mittel- 
straße, die Dorotheenstraße und die Georgenstraße, laufen den 
Linden parallel. 

Im westl. Teil der Dorotheenstraße die Dohotheenstädtischk 
Kirche (PL R 23), 1860-62 erneut, mit einem *Denkmal des 1787 
jung verstorbenen Grafen v. d. Mark, Sohnes Friedrich Wilhelms IL 
und der Gräfin Lichtenau, dem 1790 vollendeten ersten bedeuten- 
den Werk G. Schadows im Innern (Küster : Mittelstraße 28). Der 
Kirche gegenüber, Dorotheenstraße 27, die Loge Royal lorfc, 1881- 
83 im Anschluß an ein 1712 von Schlüter erbautes Landhaus auf- 
geführt. Weiter westl. die Neue Wilhelmstraße (S. 144). 

Der Bahnhof Friedrichstraße (PL ß 23), Ecke der Friedrich - 
Straße und der Georgenstraße, ist der Hauptbahnhof der Stadtbahn, 
sowohl für den inneren wie für den Fernverkehr (vgl. S. 1). An der 



Bahnhof Friedrichstraße. BERLIN. 10. Abschnitt. 143 

S.-Seite des Bahnhofs eine Bronzebüste des Erbauers der Stadtbahn 
Dircksen, von L. Brunow. 

Str aß ent) ahnen (S. 14if.) durch die Dorotlieenstraße (s. ; hier Nr. 13, 
N, 0) und durch die Charlottenstraße (ö.; hier 12, 25, 32, 84, a) nach: 
Brandenburger Tor 13, N, — DönhoÖ'platz 12, 13 — Gendarmenmarkt 
34 — Gesundbrunnen 34, a — Görlitzer Bhf. 12 — Hallesches Tor und 
Kreuzberg 34 — Moabit 12, 13 — Stettiner Bhf. 25, 32, a. 

Diesseit des Bahnhofs, r, Friedrichstraße 97, Ecke der Georgen- 
straße ein großes, künstlerisch ausgestattetes Aschinger-Restaurant 
(S. 10). Jenseits des Bahnhofs, 1. Nr. 139/141, die 1795 begründete 
Kaiser- Wilhelm- Akademie für militärärztliches Bildungswesen^ die im 
Invalidenpark (S. 147) einen* Neubau erhält. 

Die Friedrichstraße überschreitet weiterhin auf der Weiden- 
dammer Brücke (PI. R23) die Spree. Diesseits r., am Weidendamm 
und Kupfergraben, die Kaserne des Alexander-Regiments.^ hinter der 
das Kaiser-Friedrich-Museum (S. 89) erscheint. Jenseits 1., am 
Schiffbauerdamm, das Neue Theater (S. 26) von Seeling, 1892. — 
R. von der Friedrichstraße, Ziegelstr. 5-11, die Vereinigten Vniver- 
sitäts -Kliniken (chirurgische, Augen- und Ohrenklinik; Besuchs- 
zeiten Mi. Fr. So. 12-11/2 ühr), verbunden mit dem Langenbeck- 
Haus, dem Yereinshaus der deutschen Gesellschaft für Chirurgie; 
ferner die Üniversitäts-Frauenklinik, Artillerie str. 20, und dahinter, 
am Ende der Ziegelstr., der Neubau des poliklinischen Instituts für 
innere Medizin. — Weiterhin 1. von der Friedrichstraße, an der 
Karlstraße, der Zirkus Schumann (ehem. Renz; vgl. S. 28). 

Am Nordende der Friedriehstraße, vor dem von SO. die Oranien- 
burger Straße einmündet (S. 140), stand früher das Oranien- 
burg e r T o r (PL R 24). 

Straßenbahnen (S. 14 ff.) Nr. :_1, 16, 25 bis 29, 32,34, ferner (durch 
die Oranienburger Str.) 52 und 56. 

Die Obanienbubgee. Yohstadt hat ihr gegenwärtiges Äußere 
z. T. erst im letzten Jahrzehnt erhalten. Früher lag unmittelbar vor 
dem Oranienburger Tor r. an der Ghausseestraße die große 
Borsigsche Maschinenfabrik (S. 182), die 1888 neuen Straßen Platz 
gemacht hat. L. einige alte Kirchhöfe. 

Der *Alte Dokotheenstädtische Kiechhof (PI. R 21, 2i) verdient 
wegen zahlreicher ausgezeichneter Grabdenkmäler einen Besuch. Auf ihm 
ruhen : nahe der östl. Mauer, Fichte (t 1814) und Hegel (f 1831 ; vgl. S. 152) ; 
am Hauptgange 1. Schinkel (t 1841 ; Denkmal von ihm selbst), Rauch (i i857j, 
Stiller (ti865; Denkmal von Strack), Aug. Borsig (f 1854; Denkmal von 
Schadow), G. Schadow (f 1850); am Hauptgange r. Beuih (f 1853; vgl. S. 123). 

Weiterhin, Nr. 6, das Borsigsche Geschäftshaus , von Reimer & 
Körte, mit der Bronzeflgur eines Eisenarbeiters. Dann kreuzt die 
Invalidenstraße : 1. die naturwissenschaftlichen Museen (S. 145), 
r. der Stettiner Bahnhof (S. 1 ; PI. R 24), mit seitwärts (w.) ge- 
legenem Yorortbahnhof. 

Straßenbahnen (S. 14ff.): Nr. 2, 10, 11, 51, Q; ferner a (Garten- 
straße) und 16, 25 bis 29, 32, 34 (Chausseestraße). 

Auf dem Weddingplatz (PI. B 18, 21), wo die Chausseestraße endet, 
steht die nach Orths Entwurf 1884 vollendete romanische Dankeskirche, 



144 10. Abschnitt. BERLIN. Chausseestraße. 

zur Erinnerung an die Rettung Kaiser Willielins I. bei den Attentaten von 
1878 errichtet. — In dem 1861 einverleibten Stadtteil "Wedding liegen am 
Rande des Weicbbilds mehrere Krankenhäuser und Hospitäler. Östl. von 
der nach Tegel (S. 182) gehenden Müllerstraße soll auf den Rehbergen (Pl.BiB) 
der Nordpark angelegt werden. 



Die Fortsetzung der Willielmstraße (S. 104) im N. der Linden 
heißt NeueWil heim Straße (PL R 20). In ihr, Ecke der >S. 142 
gen. Dorotheenstraße, das Gehäude der 1810 von Scharnhorst ge- 
gründeten Kriegsakademie, von Bernhardt & Schwechten, 1882; 
weiter die Gehäude des Physiologischen^ des Pharmakologischen, des 
I. Chemischen und des Physikalischen Instituts der Universität. 

Jenseit der Marschallsbrücke nimmt die Straße den Namen 
Luisenstraße (PL R 21, 20) an und führt, der Friedrichstraße 
parallel, durch dieFEiEDRicH-WiLHELM-STADT zum Neuen Tor. Das 
Viertel ist nach Friedrich Wilhelm IL benannt. In der Luisenstraße, 
Nr. 32-34, das kaiserl. Patentamt, von Busse; vgl. S. 118. Gegen- 
über, Nr. 24a, wohnte seit 1844 und starb 1886 der Historiker 
L. V. Ranke (Tafel; vgl. S. 141). — Die Luisenstraße wird von der 
Karlstraße gekreuzt, die ihrerseits 1. zum Friedrich-Karl-Üfer an 
der Spree führt. An diesem, Nr. 1, das Lessing -Theater (S. 26) und 
nahebei, Nr. 5, das Kreishaus für Nieder- Barnim, von Schwechten. 

Weiterhin an der Luisenstraße, Ecke der Schumannstraße, Sie- 
merings Denkmal des Augenarztes Prof. v. Graefe (f 1870), mit 
vorzüglichen Terrakottareliefs. Hier beginnt die 1710 gegründete 
kgl. Charite (PL R 21 ; Besuchszeit Mi. Sa. So. 2-3 Uhr), ein zu- 
gleich als Lehranstalt (13 Universitätskliniken) dienendes, großes 
Krankenhaus, das zur Zeit umgebaut wird. Generalarzt: Geh. Ob. 
Med. Rat Dr. Schaper. Mit der Charite ist das Pathologische Institut 
der Universität verbunden, das Virchow (f 1902) zu seiner außer- 
ordentlichen Bedeutung gebracht hat. 

Luisenstraße Nr. 56 die 1790 eröffnete kgl. Tierärztliche Hoch- 
schule (PL R 21 ; Direktor Prof. Eggeling) ; c. 500 Studenten. Vor 
dem Hauptgebäude eine Bronzestatue des Rektors A. Ch. Gerlach 
(f 1877), von Panzner. Im Garten die 1863-65 von Cremer erbaute 
Anatomie der Universität (Hauptzugang Karlstr. 23a ; Direktor : Geh. 
Med. Rat Prof.Waldeyer). — Östl. vom Neuen Tor,Hessische Str. 1-3, 
das I. Chemische Institut der Universität, sowie Nr. 4 der Neubau 
des Hygienischen Instituts und Museums (vgl. S. 132). 

Vor dem Neuen Tor stößt die Luisenstraße auf die Invaliden- 
straße, die im 0. den Stettiner Bahnhof (S. 1) berührt, im W. in 
Moabit endet. Am Treffpunkte (PL R 21) liegen drei nach Plänen 
von Tiede aufgeführte Bauten : die Landwirtschaftliche Hochschule 
(ö.), das Museum für Naturkunde (Mitte) und die Bergakademie 
(w. ; s. S. 146); vgl. die nebenstehenden Grundrisse. 

Straßenbahnen (S. 14ff.) vom Neuen Tor: 2, 10, 11, 16, 51, Q: 
durch die Chaus.^eestraße (ü.): 1ö bis 29, 32, 34. 



Ii aTb pr ELt ori exL 




Museum f. Naturkunde. BERLIN. 10. Abschnitt. 145 

Die Landwirtschaftliche Hochschule (c. 36 Dozenten und 400 
Studierende; Direktor: Geh. Reg. Rat Prof. Dr. Vogler), 1810 von 
A. Thaer (vgl. S. 123) in Möglin bei Wriezen begründet, seit 1880 
in ihrem jetzigen Gebäude , enthält das Land"wtrtschaftliche 
Museum (Eintr. S. 33; amtlicher Führer 50 Pf.). In der Vorhalle 
V. Rau'sche Modelle zur Geschichte der Handgeräte und des 
Pfluges. Geradeaus im Lichthofe die MascMnenabteilung, mit wech- 
selnder Ausstellung und Modellsammlung. Gleichfalls im Erd- 
geschoß (vorn und 1.) die zoologische Abteilung, mit der großen 
V. Nathusius' sehen Sammlung von Haustierschädeln und -Skeletten 
(illustr. Katalog von Prof. Nehring, 1 J^ 60). — Im ersten Stock, 
Nordseite, die zootechnische Abteilung, welche die Entwicklung der 
Viehzucht und der Fischerei darstellt; Modelle von Wirtschafts- 
vieh. Im Westflügel die mineralogische und geologische Abteilung, 
Gestein- undBodenarten, mineralogische Düngemittel ; geologische 
Reliefkarte von Berlin (bis zu 400m Tiefe), Darstellung der Staß- 
furter Salz- und der chilenischen Salpeterindustrie. Die vegeta- 
bilische Abteilung, im Südflügel, erläutert die Geschichte des Gar- 
ten- und Ackerbaues und der Forstwirtschaft, sowie den Wert der 
Nahrungs- und Genußmittel (Katalog von Prof. Wittmack, 1 e£ 20) ; 
nach dem Lichthof zu eine Kolonialabteilung. Im Ostflügel: 
Technologisches, ferner Biologie und Pathologie der Pflanzen. 

Das 1883-89 erbaute *Museum für Naturkunde (PI. R21) hat an 
der Front die Sandsteinbildnisse des Geologen L. v. Buch (f 1853) 
und des Physiologen J. Müller (f 1858). Verwaltungsdirektor: 
Geh. Reg. Rat Prof. Dr. Möbius. Eintr. S. 34. — Das Gebäude 
enthält drei selbständige , mit Museen verbundene Institute : das 
Geologisch-paläontologische Institut (Direktor : Geh. Bergrat Prof. 
Dr. Branco), das Mineralogisch -petrographische Institut (Direktor: 
Geh. Bergrat Prof. Dr. Klein) und das Zoologische Institut (Direk- 
tor : Geh. Reg. Rat Prof. Dr. Schulze). — Die „Hauptsammlung" im 
ersten und zweiten Stock, die lediglich wissenschaftlichen Zwecken 
dient, ist dem Publikum nicht zugänglich. Die „Schausammlung^' 
nimmt fast das ganze Erdgeschoß ein. Alle Gegenstände sind be- 
zeichnet und z. T. mit Erläuterungen versehen; an vielen Stellen 
befinden sich Orientierungstafeln. 

Der Geologischen xA^bteilung sind r. vom Eingang nach 
der Straße zu zwei Zimmer zugewiesen. 

Das Paläontologische Museum liegt r. vom Eingang, neben 
dem Lichthof. Es führt die wichtigsten vorweltlichen Tiere in 
Versteinerungen vor: r. die wirbellosen Tiere (große Ammoniten), 
1. die Wirbeltiere. An der Eingangswand Ichthyosaurier (einer 
mit deutlichen Umrissen der Haut, einer mit Embryo) und Chiro- 
therium - Fährten ; an der Scheidewand 1. Meerkrokodile (Steneo- 
saurus); an der Rückseite der Scheidewand r. ein tadellos erhal- 
tener Plesiosaurus (eine Eidechsenart). In der vierten Nische 1. 
am Fenster ein gut erhaltener Archäopteryx (Urvogel) aus Eich- 

Beedeker's Berlin und Umgebung. 13. Aufl. 10 



146 10. Abschnitt. BERLIN. Bergakademie. 

statt, das Hauptstück der Sammlung. In der Mitte Skelette aus- 
gestorbener neuholländisclier Riesenvögel. Am Ende des Saales 
u. a. das vollständigste der in Norddeutschland gefundenen Mam- 
mutstücke [aus der Lippe), mäclitige Schädel ausgestorbener Yier- 
füßer, eine Seekuh (Halitlierium ScMnzi). 

Das Mineralogische Museum befindet sich 1. vom Eiogang. 
Das Zimmer nach der Straße zu enthält die petrographische Schau- 
sammlung. Yon wunderbarer Schönheit ist die genau nach dem 
System geordnete mineralogisch -kristallographis che Sammlung in 
den Flachvitrinen des gegenüber gelegenen Hauptsaales. Die in den 
Hochvitrinen befindlichen Stufen veranschaulichen das Zusammen- 
vorkommen und das geologische Auftreten der Mineralien. Im ersten 
Schrank r. mehrere mächtige Stücke Bernstein, Malachite und To- 
pase, desgl. L Bergkristalle und Amethyste. Am 2. Fenster 1. in der 
Flachvitrine die Diamanten und größere Ejristalle der Edelmetalle. 
In der Mitte des Hauptganges eine der größten Sammlungen von 
Meteoriten und (in den gotischen Schränken) die prächtigsten 
Schaustücke aus der Sammlung von Karl Rumpf, früher dem Erz- 
herzog Stephan auf Schaumburg gehörig. Die Porträte beider 
im Saal. 

Das Zoologische Museum führt in einer vorzüglichen Aus- 
wahl alle beachtenswerten Tiergruppen vor, wobei die deutsche 
Fauna in den Vordergrund gestellt ist. Amtlicher Führer 20 Pf. 
Beachtenswert sind auch die Präparate, welche die Entwicklungs- 
stadien und den inneren Bau der Körperteile veranschaulichen. — 
Die Wanderung [vgl. den Grundriß S. 145) beginnt mit dem Licht- 
hofe, in dem größere Tiere aufgestellt sind. Dahinter folgen in 
den mittleren Räumen des Quergebäudes die Säugetiere. — Ein 
westl. sich anschließender Saal enthält die wichtigsten der 69 bzw. 
440 Arten deutscher Säugetiere und Vögel. — Von dem Quergebäude 
gehen drei Flügel nach Norden. In dem westl. befindet sich die 
reichhaltige systematische Vogelsammlung. — Einen zweiten Flügel 
nehmen die wirbellosen Tiere (Schwämme, Korallen, Muscheln, 
Schnecken u. dgl.) ein; am Anfang (r.) Modell eines Riesentinten- 
fisches, am Ende Korallenriff und Austernbank. — Der östl. Saal 
des Quergebäudes enthält die Reptilien, Amphibien, Fische. — In 
dem anschließenden letzten Flügel die Gliedfüßler,'bei denen z. T. 
auch die Lebensweise veranschaulicht wird; 1. Schmetterlinge und 
Immen (besonders die staatenbildenden), r. Käfer und Spinnen. 

Die Geologisclie Landesanstalt und Bergakademie (PI. R 21, 
Grundriß S. 145) ist 1874-78 erbaut worden; Direktor Geh. Bergrat 
Schmeißer. Die Bergakademie, welche 1860 ins Leben gerufen 
wurde und gegenwärtig 25 Dozenten und c. 150 Studierende hat, 
liegt im Erdgeschoß; im Vorraum zwei Gemälde L. Spangenbergs 
(Kurische Nehrung, die Papenkaul bei Gerolstein). Im ersten Stock 
das Geologische Landesmmeum (nur in Begleitung eines Kustoden 
zugänglich), dessen acht Säle die Gesteine, sowie die Versteine- 



Gnadenkirche. BERLIN. 10. Abschnitt. 147 

ruiigen der BodenMldungen des preußischen Staates in systemati- 
scher Folge zur' Anschauung bringen; an den Wänden die geologi- 
schen Spezialkarten (1 : 25000). Im zweiten Stock, außer den Arheits- 
räumen der Geologischen Landesanstalt, eine wertvolle Bernstein- 
sammlung aus Königsberg. — Im Lichthof und in der Gralerie des 
ersten Stocks befindet sich das Museum für Berghau und Hüttenwesen 
(Eintr. S. 34). Im Lichthof wird die Gewinnung und Yerarbeitung 
der Erze vorgeführt ; bemerkenswert u. a. : mächtiger fossiler Baum- 
stumpf aus dem Piesberge bei Osnabrück; Proben von Kunstguß, 
besonders von der ehem. kgl. Eisengießerei in Berlin. In der 
Galerie systematische Sammlung der durch Bergbau gewonnenen 
Mineralien. 

Westlich von der Bergakademie, im Invalidenpark, die 1891-95 
zum Gedächtnis an die Kaiserin Augusta erbaute * Gnadenkirche 
(PI. R21; Eintr. 12-1, 5-7 Uhr), romanischer Sandsteinbau mit 
stattlicher Turmgruppe von Spitta; reich ausgebildeter Chor mit 
schönen Glasfenstern von Linnemann und Glasmosaiken nach Gesel- 
schaps Entwurf. Vor der Kirche ein Denkmal für die 1861 mit 
der Korvette Amazone untergegangenen Seeleute. — Der w. von 
der Scharnhorststraße gelegene Teil des Parks ist für den Neubau 
der Kaiser- Wilhelm-Akademie (S. 143) bestimmt. 

Das 1748 von Friedrich d. Gr. „laeso et invicto militi" errichtete 
Invalidenhaus (PI. R 21), Scharnhorststr. 42, ist ohne bauliches 
Interesse. Gegenüber die 44m hohe, gußeiserne „Invalidensäule", 
als National- Kriegerdenkmal zum Gedächtnis, der 1848-49 gefallenen 
Krieger errichtet (man kann sie besteigen; Meldung beim Portier 
des Invalidenhauses, Trkg.). Auf derselben Seite das Augusta- 
Hospital, sowie die königl. Zentral- Turnanstalt, zur Ausbildung 
von Offizieren als Turnlehrer für das Heer. 

Der nördl. an das Invalidenhaus grenzende Invalidenkiechhof enthält 
die Grabstätten vieler berühmter Offiziere. Vom Mittelgange 1. nahe bei 
einander : Boyen (t 1848), Gründer der „Landwehr" ; Scharnhorst (t 1813), 
das 5,6m hohe Marmordenkmal 1826 nach Schinkels Entwurf errichtet, 
mit Reliefs von Tieck, oben ein gußeiserner Löwe; Fr. Friesen (f 1814), 
1843 hierher übergeführt; Winter/ eldi (t 1757), die Geheine 1857 hier hei- 
gesetzt CMarmor mit Medaillonhild) ; r. abseits, nahe dem Wärterhause, 
Tauentzien v. Wittenberg (t 1824), ohne Denkmal. 



Die Invalidenstraße überschreitet westl. vom Invalidenpark 
den 1855 vollendeten Berlin- Spandauer- Schiffahrtkanal, der südl. 
durch den Humboldt -Hafen (PI. R 21) mit der Spree in Ver- 
bindung steht und die Oranienburger Vorstadt von Moabit trennt. 
Dieser Stadtteil erstreckt sich auf dem rechten Spreeufer bis gegen- 
über von Charlottenburg (S. 161), gehört seit 1861 zu Berlin und 
ist seit den letzten 20 Jahren in lebhaftem Aufblühen begriffen 
(vgl. S. 48). — Rechts vor dem ehem. Hamburger Bahnhof, der nur 
noch dem Güterverkehr dient, eine Bronzebüste des Begründers 

10* 



148 10. AbscTinm. BERLIN. Ausstellung spark. 

der Berlin - Hamburger Bahn, Fr. Neuhaus (f 1876). — Weiter 1. 
ein mit dem Lehrter Bahnhof (s. unten) verbundener Stadtbahnhof 
(S. 13) und der erste deutsche Postbahnhof, mit elektrischem Betrieb. 
Dann folgt der Ausstellungspark (s. unten). 

E. gegenüber dem Ausstellungspark liegen: das Zellengefängnis, 
1842-49 erbaut, eine Musterstrafanstalt für 565 Gefangene, aus 
einem Zentralbau und vier strahlenförmig von diesem auslaufenden 
Flügeln bestehend; die 1840 gegründete Oberfeuerwerher-Schule; 
die Kaserne des 2. Garde-Ülanen-Regiments. — Am Ende der Straße 
das Kriminalgericht (S. 149). 

Nach Moabit gelangt man auch über den Königsplatz und die 
Moltkebrücke (S. 157). — Jenseits läßt die Straße Altmoabit, 
r. abseits den stattlichen Lehrter Bahnhof (PI. R 18, 21 ; s. oben). 
Darin vorn 1. ein kleines, aber reichhaltiges Orient- Handelsmuseum 
(Eintr. wochentags 9-8 Uhr, unentgeltlich) mit wechselnder Aus- 
stellung von kunstgewerblichen Erzeugnissen. Straßenbahnen s. 
beim Ausstellungspark (S. 149). 

Neben dem Bahnhof das Deutsche Kolonialmuseum (PI. R 17, 
Eintritt S. 33, Beschreibung 25 Pf.), das in naturgetreuen Dar- 
stellungen von Yolkstypen und Wohnungen, in Gemälden und 
Dioramen, ethnologischen und Produkten - Sammlungen , Karten 
U.S.W, ein anschauliches Bild unserer Kolonien bietet. 

Vorn 1. im Eestaurant fünf die Besitznahme von Kolonien schildernde 
Gemälde von Hellgreve; r. ein Saal, in welchem Vorträge gehalten wer- 
den. — Unten u. a. Dioramen von Kamerun und der Kaukluft (S W.- 
Afrika), Hütten von Eingeborenen ia Kamerun und im Togoland ^ ein Lager 
der Hereros; eine chinesische Schenke. — Oben (nach 1.): Elfenbein- 
handel am Viktoria-Nyansa •, Araber-Haus in Dar-es-Saläm, mit Diorama 
des Hafens 5 Hinduladen; Straße und Tempel in Kiautschau, mit Diorama 
der Bucht; Panorama der Blanchebay im Bismarckarchipel, Hütten von 
Eingeborenen im Bismarckarchipel. Häuser in Xeu-Gruinea, mit Diorama 
A'on Stephansort. 

Gegenüberliegt dicht an der Spree da^s Provinzial- Steuer gebäude 
(PI. R 17) mit den Bronzestandbildern der um die Gründung des 
Zollvereins verdienten Finanzminister v. Motz (f 1830) und Maaßen 
(f 1834), von Herter und Hundrieser. 

Der weiter rechts folgende, von der Stadtbahn durchschnittene 
Ausstellungspark (PL R 17) ist auch von der Invalidenstraße und 
vom Lehrter Bahnhof der Stadtbahn zugänglich. Hier finden im 
Sommer die Großen Berliner Kunstausstellungen der Akademie 
statt (Eintr. S. 33; Verzeichnis 1 J^, illustriert 2 ,^; Konzerte s. 
S. 27). Die Kuppelhalle des Ausstellungsgebäudes, von Kayser & 
V. Groszheim, ist ein Prachtraum im Barockstil; die Gruppen in 
den Ecken sind von Hundrieser, Eberlein, Geiger und Kaffsack, 
das Deckengemälde von W. Friedrich. 1902 sind die zunächst 
gelegenen Räume umgestaltet und besonders ein 60m langer Re- 
präsentationssaal von Balcke geschaffen worden. — Im westl. Teile 
des Parkes der Neubau des Restaurants (auch von Alt-Moabit zu- 



Kriminal'JusUzamt. BERLIN. 10. Abschnitt. 149 

gänglicli) und' die Urania-Sternwarte (Haupteingang Invalidenstr. 
57-62; Eintr. S. 35; vgl. S. 103). 

Straßenbahnen (S. 14 ff.): l^r. 7, 9, 12 bis 15, 23, 24 (Ältmoabit) : 
2, 10, 11, 16, Q (Invalidenstr.). 

In Altmoalsit liegt jenseit der Stadtbahn das 1877-81 erbaute, 
zur Zeit bedeutend erweiterte Kriminal- Justiz amt [PI. R 15, 18), 
gewöbnlich Kriminalgericbt genannt, mit Untersuchungsgefängnis ; 
an der Front Statuen preußisclier Könige. Öffentliche Sitzungen 
fast täglich Yon etwa 9^2 ^^^ ^n; Eintritt gestattet; nur bei Fällen, 
die Aufsehen erregen, werden am Tage vorher bis 4 Uhr Karten 
ausgegeben. Vor dem Gebäude eine Bronzegruppe^ Löwe im Kampfe 
mit einer Schlange, von A. Wolff. 

Yon Osten kommt hier die Invalidenstraße (S. 147) heran. 
Südl. gelangt man durch die Paulstraße, an einem Proviantamt 
vorüber, zur Lutherbrücke und dem Tiergarten (S. 150). Nördl. 
liegen die Kasernen des 4. Oarde-Begiments zu Fuß und die Kaserne 
des 1. Garde-FeldartiUerie-Regiments. 

"Weiter in Altmoabit die JohannisMrche (PI. R 15) von Schinkel, 
mit dem von Stüler erbauten Turm nebst Pfarr- und Schulhaus 1835 
zu einer Gruppe verbunden. Die von hier 1. abgehende Kirchstraße 
führt zur Moabiter Brücke^ die 1893-94 neu erbaut und mit bron- 
zenen Bären geschmückt wurde. Jenseits der Stadtbahnhof Belle- 
vue (S. 13). — Es folgt, Altmoabit 99-103, die Meierei von Bolle, 
deren Milchwagen vormittags in allen Straßen zu sehen sind. 
Nr. 86 die Villa Borsig (PI. R 12), mit sehenswerten *Gewächs- und 
Palmenhäusern (Eintr. gewöhnlich Februar und März IO-6V2 Uhr 
gegen 50 Pf.); in einer von Strack erbauten Marmorhalle hat 
P. Meyerheim die Entstehung und Tätigkeit der Lokomotive dar- 
gestellt. Der Fabrikbetrieb ist nach Tegel (S. 182) verlegt. Vorher 
1., am Ende der Stromstraße, die 1901-3 erbaute Lessingbrücke; 
daran vier Reliefs von 0. Lessing, die Schlußszenen Lessingscher 
Dramen darstellen. — In dem die Straße r. begleitenden sog. 
Kleinen Tiergarten die 1892-94 im märkischen Backsteinstil 
erbaute Heilandskirche. An der Nordseite des Parkes, Turmstr. 21, 
das städtische Krankenhaus Moabit (PI. R 15 ; Besuchszeiten Mi. 
Sa. So. 2-3 Uhr). 

Westl. von Moabit, in dem Industriebezirk Martinikenfelde^ liegt die 
Gewebrfabrik der Aktiengesellscbaft L. Löwe & Komp. (PI. R 9). 

Nördl. von Moabit (10 Min. vom IfordringbM. Benßelstraße, S. 13; 
Straßenbabn Nr. 12), in Plötzensee, das 1868;78 erbaute Strafgefängnis 
(PI. B 9) ; bier finden die Hinricbtungen statt. — Östl. von Plötzensee, jenseit 
des Spandauer Scbiffabrtkanals : das vierte städtische (Virchoio-) Krankenhaus 
(PI. B 14, 15) und das vom Geb. Med. Rat Prof. Dr. Kocb geleitete kgl. 
Institut für Infektionskrankheiten (Nordufer) ; ferner die Versuchsanstalt für 
landwirtschaftliche Maschinentechnik u.s.w. 



150 



11. Der Tiergarten und seine Umgebung. 

Folgende Spazierfahrt (7,5kin; Taxameter c. 2^1^ M) berührt die 
sehenswertesten Punkte des Tiergartens : vom Brandenburger Tor durch 
die Königgrätzer Straße (Goethedenkmal), Lennestraße (Lessingdenkmal), 
über den Kemperplatz (Siegesallee, Blick nach der Siegessäule), durch 
die Tiergartenstraße bis zu den Denkmälern Friedrich Wilhelms III., der 
Königin Luise und Eichard Wagners, den Großen Weg, vorbei an der 
Rousseauinsel und dem Heuen See, bis zum Bhf. Tiergarten, die Charlotten- 
burger Chaussee bis zum Großen Stern, dann den Spreeweg, von den Zelten 
zum Königsplatz, durch die Siegesallee und zurück zum Brandenburger Tor. 

Der *Tiergarten [PI. B, 10-19), der sicli, 255 ha groß, Yom 
Brandenburger Tor (S. 49) "bis Cliarlottenbiirg ausdehnt, war einst 
ein "Wildpark der Kurfürsten und ist Privatbesitz des kgl. Hauses. 
Im XVI. Jahrh. reichte er noch bis zum heutigen Gendarmenmarkt. 
Die Eingangspforte befand sich da, wo die Charlottenstraße die 
Straße Unter den Linden kreuzt, und an der Jägerstraße lag ein 
Jägerhof. Die Umwandlung zum Park begann unter König Fried- 
rich I., der die breite Straße nach Charlottenburg, dem Landsitz sei- 
ner Geinahlin (S. 161), durchschlagen ließ. Friedrich d. Gr. ließ den 
Wald durch seinen Baumeister G. v. Knobelsdorfif mit Anlagen im 
Versailler Stil versehen, von denen der Große Stern (S. 157) noch 
erhalten ist. Yon Friedrich Wilhelm IL stammen die Rousseauinsel 
(S. 158) und das Schloß Bellevue (S. 157). Im xix. Jahrh. hat 
Friedrich Wilhelm IIL durch den Gartendirektor Lenne' viel für die 
Verschönerung des Tiergartens getan. Doch blieb ihm, inmitten der 
neuen Stadtteile, die ihn von allen Seiten umschließen, die Eigen- 
heit eines Naturparks mehr oder weniger erhalten. Erst Kaiser 
Wilhelm II. hat ihm das jetzige monumentale Gepräge gegeben. Das 
Unterholz wurde gelichtet, der Rasen verbessert, breite Wege an- 
gelegt, eine Fülle von Marmorbildwerken aufgestellt. — Die Wege 
im südöstlichen Teile des Tiergartens und die Siegesallee sind wäh- 
rend der ersten Nachmittagsstunden eine beliebte Promenade der 
eleganten Welt. Abends sind die Wege abseit der großen Yerkehrs- 
straßen zu meiden. 

Der Platz vor dem Brandenburger Tor (PI. R 20, 19) ist 
1903 nach Ihnes Plänen umgestaltet worden. Lange Marmorwände 
und -balustraden in Barockformen begrenzen ihn im Halbrund. 
In den Nischen stehen Marmorstandbilder: r. Kaiser Friedrich III. 
in Kürassieruniform, mit den Büsten des Physikers Helmholtz und 
des Generalfeldmarschalls v. Blumenthal, von Brütt; 1. Kaiserin 
Viktoria, die preußische Krone auf dem Haupt, mit den Büsten 
des Philosophen Zeller und des Chemikers W. v. Hofmann, von 
Gehrt. An dem Ende der Anlage zwei Springbrunnen. — Halblinks 
führt der Ahornsteig, die Siegesallee kreuzend, nach der Luisen- 
insel (S. 158), geradeaus die Charlottenburger Chaussee ebenfalls 
quer über die Siegesallee nach dem Großen Stern (S. 157) und 
Charlottenbiirg (S. 161). — Straßenbahnen s. S. 49. 



Bismarckdenkmal. BERLIN. 11. Abschnitt. 151 

Die Friedensallee, lialbrechts, führt nach dem mit Gartenanlageii 
bedeckten * Königsplatz (PI. R20), der den Tiergarten im NO. 
abschließt und durch die hoch ragende Siegessäule in seiner Mitte, 
durch das Reichstagsgebäude mit dem Bismarckdenkmal im 0. 
(S. 152, 151) und durch die im S. mündende Siegesallee (S, 154) 
seinen Charakter erhält. Der Platz wurde unter Friedrich Wilhelm I. 
als Exerzierplatz angelegt. Seinen heutigen Namen hat er seit 1864. 

Die *Siegessäule, nach Strack's Entwurf 1869-73 aus dunkel- 
rotem Granit, Sandstein und Bronze aufgeführt, übertrifft an 
Massigkeit alle ähnlichen Ehrensäulen. Den 7m hohen Unterbau 
schmücken vier Bronzereliefs: ö. der dänische Krieg 1864, von 
Calandrelli; n. Schlacht bei Königgr ätz 1866, -von Mor. Schultz; 
w. Schlacht bei Sedan 1870 und Einzug in Paris 1871, von Keil; 
s. der Einzug in Berlin im Juni 1871, Yon A. Wolff. In der offenen 
Halle um den Sockel der Säule ist ein in Yenedig ausgeführtes 
Mosaikgemälde YonA.v. Werner angebracht, das in halballegorischer 
Weise den Sieg von 1870 und die Aufrichtung des deutschen 
Kaisertums verherrlicht. Drei Reihen vergoldeter dänischer, öster- 
reichischer und französischer Geschützrohre (im ganzen 60) zieren, 
in den Kannelierungen befestigt, den oberen 5m starken Säulen- 
schaft. Auf dem von Adlern gebildeten Kapital eine vergoldete 
Borussia von Brake, die in der Rechten den Lorbeer, in der Linken 
ein Feldzeichen mit dem eisernen Kreuze hält; bei 8,3m Höhe 
erscheint sie als Hauptteil des Ganzen. Die Plattform des Kapitals 
liegt 46m hoch, die oberste Spitze 61,5m. Oben weite Rundsicht 
(Eintr. S. 35). 

Vor dem Reichstagsgebäude, auf der Ostseite des Platzes, erhebt 
sich das *Nationaldenkmal für den Fürsten Bismarck, den ersten 
Kanzler des neuen deutschen Reichs, von Beinh. Begas, 1901 ent- 
hüllt, insgesamt c. 15m hoch und sehr wirkungsvoll im Aufbau. 
Auf einer Sandsteinfläche, mit Wasserbecken und anmutigen 
Brunnengruppen zu beiden Seiten, steht der Unterbau aus rotem 
Granit, der die 6,6om hohe, grandios aufgefaßte Hauptfigur trägt: 
der Fürst im Kürassierüberrock, wie er im alten Reichstag zu er- 
scheinen pflegte (das jetzige Gebäude hat er nie betreten), mit der 
Linken energisch den Pallasch zur Seite stemmend, die Rechte 
über die Urkunde der Reichsgründung gespreizt. Aus Haltung und 
Gebärde spricht stolzes Kraftbewußtsein. Weniger verständlich, in- 
haltlich z. T. unbedeutend und skizzenhaft ausgeführt sind die 
allegorischen Reliefs und Gruppen, die den Unterbau umgeben: am 
oberen Sockel r. Raben eine Eule umflatternd, 1. Genien an der 
Herme Bismarcks in Relief; auf dem breiteren unteren Sockel vier 
Gruppen, vorn Atlas mit der Weltkugel, hinten Siegfried als Schmied 
des Reichsschwertes, r. ein kriegerisches Weib (Staatsgewalt?) einen 
Panther (Aufruhr?) niedertretend, 1. auf einer Sphinx eine in einen 
Folianten vertief te Frau (Staatsweisheit?); an derVorder- und Rück- 
seite des unteren Sockels je drei Reliefs, vorn der deutsche Michel 



152 11. Abschnitt. BERLIN. Reiehstagsgehäude. 

am Gängelband, zum Streit geweckt, in siegreichem Kampfe; hin- 
ten Germania im Siegeswagen, im Bunde mit Arheit und Kunst, 
als Friedenshringerin "begrüßt. 

Das ** Reichstagsgebäude (PI. E 20), 1884-94 von Wallot im 
Stil italienischer Hochrenaissance mit einem Kostenaufwand von 
rund 22 Millionen Mark erbaut , zeichnet sich durch gewaltige 
Massenwirkung, wie durch zweckmäßige Grundrißanordnung aus. 
Das zumeist in schlesischem Sandstein ausgeführte Äußere ist 
131,8m lang, 88,3m breit und bis zum Hauptgesims 27m hoch. In 
prächtiger ümrißlinie bauen sich die Türme (46m) an den vier 
Ecken auf. Dazwischen , in der Mitte des Gebäudes , aus einem 
vierseitigen Unterbau aufsteigend, die Glaskuppel mit reichver- 
goldeten Kupfergürtungen , überragt von einer säulenumgebenen 
Laterne, deren Dach in eine Kaiserkrone ausläuft (75m). 

An äußerem Schmuck am reichsten ist die dem Königsplatz 
(Westen) zugekehrte Hauptfront, mit mächtigem sechssäuligem 
Portikus. Den Giebel krönt eine in Kupfer getriebene Gruppe von 
R. Begas^ die in den Sattel gehobene Germania mit Schild und 
Fahne, von zwei Genien geleitet (8,5m). Das Relief im Giebeldrei- 
eck zeigt Kunst und Gewerbe von germanischen Kriegern beschirmt, 
von Schaper. Zu beiden Seiten der Tür Reliefs von 0. Lessing: 
an den Stämmen einer Eiche und einer Kiefer gelagert die Figureu 
des Rheines und der "Weichsel, an den Ästen die Wappen der deut- 
schen Staaten. Über der Tür der drachentötende Ritter Georg 
mit der Reichsfahne (die Gesichtszüge an Bismarck erinnernd), 
nach Äiemcrmys Modell. — Über dem Portal der Süd front ein 
Löwe , die Reichskleinodien bewachend, von Klein^ über dem der 
Nordfront die Wahrheit von ^rii/i. Der Säulenportikus der Ost- 
front birgt eine überdeckte Anfahrt; außen an den Seitenflächen 
mächtige Reichswappen von zwei Rittern geschirmt; am Beginn der 
Rampen beiderseits je ein Bronzekandelaber, den eine Lorbeer 
spendende Viktoria krönt, nach A.Vogels Modell. Oben zwei in 
Kupfer getriebene reitende Herolde von Maison. 

Beachtenswert ist auch die Ausstattung der Ecktürme. Über dem 
Gebälk der aus dem Sockelgeschoß aufstrebenden Säulen 16 Figuren, 
die verschiedene Berufsarten verkörpern, von Behrens, Diez, Eberle, 
Eberlein, Lessing, Maison, Schlierholz und Volz. Dazwischen die 
Namen der deutschen Fürsten im J. 1871. Rings an den Fenstern 
des Hauptgeschosses die Wappen der Bundesstaaten, 

Das Innere, dessen Ausschmückung noch nicht ganz vollendet 
ist, betritt man von Norden (Portal V ; Eintr. S. 34). Man gelangt 
durch die Nord- Vorhalle , vor deren acht Wandpfeilern später die 
Statuen hervorragender deutscher Männer Platz finden sollen, und 
r. durch die Wartehalle hinauf in das Hauptgeschoß. In diesem 
zunächst, von N. nach S. gerichtet, die 96m lange, durch zwei Ge- 
schosse reichende *Wandiilhallb. Die Wände sind mit Incrustat- 
stein, der Fußboden mit verschiedenfarbigem Marmor belegt. An 




pns 



1 



1 



9 :»i^ 



Reichstagsgebäude. BERLIN 11. Ahschnilt. 153 

den Langseiten oben Galerien. Den Mittelranm "bildet ein acht- 
eckiger Knppelbau (25m hocli, 23m im Durchmesser), von den 
Seitenballen dnrcli doppelte Säulen Stellung und Galerien getrennt. 
Auf den Schlußstein in der Mitte kommt ein Marmordenkmal 
Wilhelms I. Ton Pfuhl. Darüber ein mächtiger bronzener ßing- 
kronleuchter Yon 8m Durchmesser mit Türmen, Statuen und 
Reichsinsignien geschmückt, treffliche Arbeit von Riedinger in 
Augsburg. Über den vier Ecknischen der Kuppel reicher Figuren- 
schmuck von 0, Lessing. Die Osttüren führen von hier in den 
Sitzungssaal, westlich ist der nur für festliche Gelegenheiten be- 
stimmte Haupteingang (vom Königsplatz). Zur vollen Wirkung 
v?ird die Halle erst kommen , wenn der farbige Schmuck durch 
Deckengemälde (Allegorien auf das deutsche Reich) und Glas- 
malerei hergestellt sein wird. 

Neben der Wandelhalle zunächst der Lesesaal , in dem c. 400 
Zeitungen aufliegen. Reichgetäfelte Wände und Decke. Putten- 
fries von M. Koch. Wandgemälde: Marienburg, Hamburger Hafen, 
Speier, Arkona, von Ludwig, Kiel, Prell und Bracht. — Der an- 
stoßende ScHE,EiESAAL (im NW.-Turm) ist ebenfalls ganz in Holz- 
architektur ausgeführt. In den Ecknischen Holzstatuen: Vulkan, 
Neptun, Merkur, Ceres. Wandgemälde: Straßburg, Wendelstein, 
Teufelsschlucht, Chiemsee, von Schönleher, Ludwig und Raupp. 

In der Mitte des Gebäudes unter der Glaskuppel (S. 152) liegt 
der *SiTzuNGSSAAii (29m 1., 21,5m br., 13,5m h.). Die Wände, in 
hellgetönter Eichenholztäfelung, zeigen Ornamente, Wappen und 
Figuren, z. T. bemalt und vergoldet. Unter der Glasdecke ringsum 
eine wappengeschmückte Wölbung; oben ein mächtiger Reichs- 
adler mit ausgebreiteten Schwingen, In der Mitte der Ostwand 
der reichverzierte Präsidentensitz, daneben die Plätze der Schrift- 
führer, davor das Rednerpult, r. und 1. von diesem die Sitze für 
Minister und Bundesrat. Unmittelbar vor dem Rednerpult die 
Stenographenplätze , dann der Tisch des Hauses. Die Anordnung 
der 397 Sitze für die Abgeordneten ist konzentrisch , mit radialen, 
sanft ansteigenden Gängen, die Fraktionen „Rechte" und „Linke'" 
vom Präsidenten aus gesehen. An der Nord- und Südwand die bei 
den Abstimmungen gebrauchten sogenannten „Hammelsprung- 
türen" mit Intarsien (Flucht des Odysseus vor Polyphem ; Rübe- 
zahl). Die Ostwand soll im oberen Teil drei große Gemälde , in 
den Nischen allegorische Figuren erhalten. Die drei anderen Wände 
öffnen sich oben zwischen hermenartig ausgebildeten Stützen nach 
den Tribünen. — Der Saal ist von einem Wandelgang mit hoher 
Wandtäfelung umgeben , dessen Deckenbalken von kleinen Halb- 
flguren gestützt werden ; auf diesen je ein vergoldeter Buchstabe, 
zusammen : „Erst das Vaterland, dann die Partei". 

Weiter (durch die Wandelhalle) nach den Erfrischungs- 
räumen. Im Hauptraum : reiches Paneel und Büffet ; Tonnen- 
gewölbe von Hupp mit Wappen und Distelranken, auf denen sich 



154 11. Abschnitt. BERLIN. Reichstag sgehäuäe. 

Kinder zwischen den Reichsinsignien tummeln, bemalt. — Im Eck- 
räum: an der Decke die Mondphasen aus Metall; in den Ecken des 
Gewölbes die Tier Elemente in Flachrelief. Prächtiger Kamin. 

Nun hinab in die Südyob-hallb. Die Sandsteinportale sind 
prächtige Arbeiten in reichster Renaissance von Vogel; als Bekrö- 
nung östl. das Wappen Preußens , daneben Weisheit und Stärke, 
westl. das Wappen Bayerns, daneben Gerechtigkeit und Eintracht. 
Von vortrefflicher Farbenwirkung die beiden Glasfenster von Linne- 
mann: nördl. ein mächtiger Reichsadler, auf seinen Flügeln die 
Wappen der Bundesstaaten; über dem Südeingang Allmutter Ger- 
mania. — Unten vor den Säulen acht 2,4oni ii-ohe Bronzestatuen 
von Kaisern des alten Reiches : Karl d. Gr., von Breuer, Heinrieh I., 
von Brütt, Otto I., von Maison, Heinrich III., von Manzel, Friedrich 
Barbarossa, von 5aum&ac7i, Rudolfvon Habsburg, von FopeZ, KarllV,, 
von Diez, Max I., von Widemann. 

Der südöstl, Teil des Hauptgeschosses enthält die Räume für 
die Regierung und den Bundesrat. Der *yoasAAL des Bundesrats, 
einer der schönsten Räume des Hauses, hat Wandbekleidungen und 
Skulpturen aus istrischem Kalkstein. An den Pfeilern, die den 
hinteren Teil abtrennen, hervorragend schöne Flachreliefs von 0. 
Lessing. Wandgestühl mit trefflicher Schnitzerei und geschnittener 
Lederarbeit. Marmorherme Bismarcks, von W. v. Buemann. — Der 
Sitzungssaal des Bundeseats (im SO. -Turm) , der nur während 
der Reichstagssession benutzt wird (vgl. S. 104), enthält 50 Sitze 
für die Mitglieder an einem Tische. Die reiche Holzdecke ist mit 
allegorischen Gemälden von Schuster -Woldan geschmückte in die 
Wandtäfelung kommen Gobelins. Mächtiger bis an die Decke 
reichender Kamin, mit Relief von Vogel. — Nach Besichtigung der 
Hofloge , deren Vorraum mit Stuckmarmor und Bronze reich ge- 
schmückt ist, endet die Führung in der Ostvorhalle. Die beiden 
Portale im N. und S. sind von 0. Lessing. An den Zwickeln 
der Treppenwangen schön komponierte Ornamente von Widemann, 

1. Kriegstrophäen, r. Werkzeuge des Friedens. 

Im. nordöstl. Teil des Hauptgescliosses befinden sich, den Räumen für 
den Bundesrat entsprechend angeordnet, die Zimmer für das Reichstags- 
präsidium, mit 3Ioltkeherme , von W. v. Euemaim, im Vorsaal. — Im 

2. Stockwerk die Sitzungssäle für die Fraktionen und die große Bibliothek. 

Die Amtswohnung des Reichstagspräsidenten, an der Ecke der Sommer- 
straße und des Reichstagsufers, ist nach Wallots Plänen aufgeführt. 

Südlich vom Königsplatz führt die breite *Siegesallee 
(PI. R 20, 19) durch den östlichen Teil des Tiergartens, mit 32 
Standbildern brandenburgisch- preußischer Herrscher, die 1898 
bis 1901 auf Befehl Kaiser Wilhelms IL in Marmor ausgeführt worden 
sind. Hinter jedem Standbild eine halbrunde, im Stilcharakter 
der Zeit verzierte Marmorbank, aus der sich zwei Hermenbüsten 
von Zeitgenossen erheben. Porträtähnlichkeit haben nur die Herr- 
scher der östlichen Reihe. Amtlicher Führer 50 Pf. 



Siegesallee. BERLIN. 11. Abschnitt. 155 

"Westliche Reihe. — Markgraf AlbrecM d. Bär (f 1170), mit 
den Bischöfen Otto v. Bamberg, dem Apostel der Pommern, und 
Wigger V. Brandenburg, von Schott. 

Markgraf Otto 1. (f 1184), mit dem Wendenfürsten Prihislaw 
und dem Lehniner Aht Sibold, von Unger. 

Markgraf Otto II. (j 1205), mit dem Chronisten Heinrich von 
Antwerpen und dem Ritter Johann Gans v. Putlitz, von Uphues. 

Markgraf Albrecht II. (j 1220), mit dem Deutschordens-Hoch- 
meister Hermann v. Salza und dem Verfasser des Sachsenspiegels, 
Eike V. Repkow, von Böse. 

Gruppe der Markgrafen Johann L (f 1266) und Otto III. [f 1267), 
mit dem Berliner Schultheißen Marsilius und dem Berliner Probst 
Simeon, von Baumbach. 

Markgraf Johann II. (f 1281), mit dem Berliner Ratsherrn 
Konrad Belitz und dem Grafen Günther I. von Lindow, von Felderhoff. 

Markgraf Otto IV. mit dem Pfeil (j 1308), mit seinen Getreuen 
Droiseke v. Kröcher und Johann v. Buch (d. Alteren), von K.Begas. 

Markgraf Waldemar (f 1319), mit dem Minnesänger Heinrich 
Frauenlob und dem Deutschordens-Hochmeister Siegfried v. Feucht- 
wangen, von R. Begas. 

Markgraf Heinrich das Kind (j 1320), mit dem Ritter Wedigo 
V. Plotho und dem Pommernherzog Wratislaw lY., von Kraus. — • 
Dahinter Zugang zumHaydn-Mozart-Beethoven-Deukmal (S. 156). 

Markgraf Ludwig I. d. Ältere (reg. bis 1351), mit dem Kanzler 
Johann v. Buch (d. Jüngeren) und dem Burggrafen Johann H. von 
Nürnberg, von Herter. 

Markgraf Ludwig II. d. Römer [f 1365), mit den Rittern Friedrich 
V. Lochen und Hasso d. Roten v. Wedel, von dem Grafen Görtz. 

^Markgraf Otto der Faule (reg. bis 1373), mit Bürgermeister Thilo 
V. Wardenberg und dem Münzmeister Thilo von Brügge, von Brütt. 

Kaiser Karl IV. (f 1378), mit dem Hofmeister Klaus v. Bismarck 
und Dietrich Portitz, Erzbischof von Magdeburg, von Cauer. 

Kaiser Sigismund (j 1437), mit dem Berliner Patrizier Bernd 
Ryke und dem Landeshauptmann Lippold von Bredow, von Börmel. 

Kurfürst Friedrich I. (1415-40), mit dem Ritter Wend v. Heburg 
und dem Grafen Hans v. Hohenlohe, von Manzel. 

Kurfürst Friedrich II. d. Eiserne (1440-70), mit dem Bürger- 
meister Wilke Blankenfelde und Friedrich Sesselmann, Bischof von 
Lebus, von Calandrelli. 

Am Südende der Siegesallee, auf dem Kemperplatz, erhebt sich 
der Rolandbrunnen, von 0. Lessing. Das c. lim hohe Bildwerk aus 
Granit in verschiedenen Farben zeigt- am Hauptbecken Berliner 
Familienwappen; in den Giebeln des Sockels sind Vertreter der 
verschiedenen Stände und vorn die hadernden Schwesterstädte Berlin 
und Kölln dargestellt. — Die Bellevuestraße (S. 109) führt von 
hier zum Potsdamer Platz, die Yiktoriastraße zur Potsdamer Brücke 
(S. 159); vgl. auch S. 158. 



156 1 1 . AbacJinüt. BERLIN. Siegesallee. 

Die Östliche Reihe der Herrscherstandbilder beginnt der Zeit- 
folge nach am Rolandbrunnen : 

Kurf. Albrecht Achilles (1470-86), mit dem Historiker Lndw. 
V. Eyb und dem Hauptmann W. v. d. Schulenburg, von Lessing. 

Kurfürst Johann Cicero (1486-99), mit seinen Beratern Eitelwolf 
V. Stein und Busso v. Alvensleben, von Mantbe. 

Kurfürst Joachim I. Nestor (1499-1535), mit dem Lebuser 
Bischof Dietrich V. Bülow und seinem Bruder, dem Kardinal Albrecht 
V. Brandenburg, Erzbischof von Mainz, von Götz. 

Kurfürst Joachim IL Hektar (1535-71), mit dem Brandenburger 
Bischof Mathias v. Jagow und dem Markgrafen Georg v. Ansbach, 
von Magnussen. Hinten ein Bronzemedaillon Luthers. 

Kurfürst Johann Georg (1571-98), mit dem Baumeister Grafen 
Rochus V. Lynar und dem Kanzler Lampert Distelmeier, von M.Wolff. 

Kurfürst Joachim Friedrich (1598-1608), mit dem Grafen Hiero- 
nymus Schlick und dem Kanzler Johann v. Loben, von Pfretzschner. 

Kurfürst Johann Sigismund (1608-19), mit dem Landeshaupt- 
mann Thomas v. d. Knesebeck und dem Oberstburggrafen Fabian 
V. Dohna, von Breuer. 

Kurfürst Georg Wilhelm (1619-40), mit dem Grafen Adam 
V. Schwartzenberg und Konrad v. Burgsdorff, von K. v. Üchtritz. 

^Kurfürst Friedrich Wilhelm d. Gr. (1640-88), mit dem Freih. 
Otto V. Schwerin und dem Feldmarschall Derffünger, von Schaper. 

König Friedrich I. (1688-1718), mit dem Freih. Eberhard 
V. Danckelmann und Andreas Schlüter, von Eberlein. 

* König Friedrich Wilhelm I. (1713-40), mit dem Minister v. Ilgen 
und dem Fürsten Leopold v. Dessau, von Siemering. 

Zu beiden Seiten der Charlottenburger Chaussee : 

^Friedrich d. Gr. (1740-86) in jugendlichem Alter, mit Joh. Seb. 
Bach und dem Generalfeldmarschall Schwerin, von Uphues, — und 

*König Friedrich Wilhelm JI. (1786-97), mit Immanuel Kant 
und dem Großkanzler Grafen v. Carmer, von Brütt. 

König Friedrich Wilhelm III. (1797-1840) in jugendlichem Alter, 
mit Stein und Blücher, von Eberlein. 

König Friedrich Wilhelm IV. (1840-61) in jugendlichem Alter, 
mit Rauch und Alexander v. Humboldt, von K. Begas. 

^Kaiser Wilhelm I. (1861-1888), mit Moltke und Bismarck, von 
R. Begas. 

Am Goldfischteich (PL R 19), hinter der westlichen Reihe der Standbilder, 
i-it 1904 ein von Siemering geschaffenes Haydn-Mozart-Beethoven-Denkmal 
aus Marmor errichtet worden : ein dreiseitiger Tempelbau von lim Höhe, 
mit reichem Zierat, enthält in Xischen die Halbfiguren der Kleister; 
darunter Symbole hrer Kunstrichtung, oben Genien mit Kranz. 

Nor dl. vom Königsplatz wird auf dem Alsenplatz General- 
feldmarschall V. Roon (f 1879) ein Bronzestandbild von Magnussen 
erhalten. Westl. begrenzt den Alsenplatz das umfangreiche General- 
stabsgebäude (PI. R20), ein aus zwei verschiedenartig behandelten 
Teilen bestehender Renaissancebau : in dem älteren südlichen Teil 



Opern-Theater. BERLIN. 11. Abschnitt. 157 

starb 1891 der Generall'eldmarschall Graf Moltke (s. S. 157). 
Nahebei, Moltkestr. 3, das Palais der österreichischen Botschaft. — 
Jenseit der 1888-90 in rotem Sandstein umgebauten Moltkebrücke, 
mit Greifen und Kandelaberputten, beginnt die Straße Altmoabit 
(Kolonialmuseum s. S. 148). 

Westl. am KönigST^la.tz &&& KroUscheEtabUss€ment,iQ^2'be- 
griindet, 1852 Ton Titz erbaut, jetzt Yon der kgl, Bübne gepachtet 
und als Neues Opern-Tlieater (S. 26) für ihre Zwecke erweitert ; 
Konzerte im Garten s. S. 27. Vor ibm wird sieb auf einem ovalen 
Plateau von 55m Breite Moltkes c. 12m bobes Marmordenkmal, von 
Upbues, erbeben und zu dem Bismarcks ein Gegenstück bilden. — 
Etwa 10 Min. westl. liegen an der Spree die „Zelte" (PI. R 17), 
seit den Zeiten Friedrichs d. Gr. an schönen Sommernaohmittagen 
stark besuchte Gartenrestaurants; das Kronprinzenzelt ist ein 
hübscher Bau Grisebachs (1888). Kahnfahrten s. S. 28. 

Vom Kurfürstenplatz (PL R 17), am W.-Ende der Zelte, durch- 
ziehen Waldwege den nördl. Teil des Tiergartens nach SO., S. 
und W. In letzterer Richtung gelangt man an der Spree hin nach 
dem 1785 erbauten kgl. Schloß Bellevue (PI. R 14), dessen Park 
(bis zur Dunkelheit zugänglich) ein Denkmal für Prinz August 
von Preußen, den Reorganisator der preußischen Artillerie (•i-1843), 
von Zumbusch, umschließt. 

ÜTeben dem Schloß führt die LutJierirücke nach Moabit (S. 148) hinüber. 
Längs der Spree folgen der StadtbaJinhof Bellevue (PI. R 14), das besuchte 
Caf6 Gärtner (S. 10) und das Hansaviertel (s. unten). 

Den Mittelpunkt des westlichen Tiergartens bildet der Große 
Stern (PL R 13), an dem sich die Charlottenburger Chaussee mit 
strahlenförmig nach allen Seiten ausgehenden Wegen kreuzt. Seine 
Anlage geht in die Zeit Friedrichs d. Gr. zurück, die damals hier 
aufgestellten Statuen sind längst verschwunden. Dafür wird der 
Platz demnächst einen neuen Schmuck erhalten. Außer einem von 
K. V. Üchtritz entworfenen Hubertusbrunnen und zwei monumen- 
talen Steinbänken sollen hier vier Gruppen von Jagdszenen aus 
verschiedenen Jahrhunderten aufgestellt werden: Büffeljagd von 
Schaper, Eberjagd von K. Begas, Hasenhetze von Baumbach, Fuchs- 
jagd von Haverkamp. 

Das Hansaviertel (PI. R 14, 10, 11), im NW. des Tier- 
gartens , ist reich an schönen Privathäusern (vgl. S. 47). In der 
Mitte, Klopstockstr. 19/20j das Gesundheitsamt (ßl. R 14), roma- 
nischer Backsteinbau von Busse (1896-97); vgl. S. 167. SüdL, am 
Rande des Tiergartens, in hübscher Lage die 1895 geweihte Kaiser- 
Friedrich - Gedächtniskirche (PL R 13), ein malerischer gotischer 
Backsteinbau mit Sandstein- Architekturteilen, von Vollmer. Da- 
neben das beliebte Gartenrestaurant Charlottenhof (S. 10). 



158 11. Abschnitt. BERLIN. Wagnerdenkrnal. 

Am Ostrande des Tiergartens führt die Königgrätzer Straße 
nach dem Potsdamer Platz (S. 109), Ihr und dem Brandenhurger 
Tor nahe (südwestl. von diesem) eine Löwengruppe von A. Wolff. 
An der genannten Straße selbst das *Groethedenkinal (PI. R 19), 
Marmorstandbild von F. Schaper (1880) ; am Sockel die allegori- 
schen Figuren der (r.) lyrischen und (1.) tragischen Poesie und der 
wissenschaftlichen Forschung (hinten). Südl. , nahe der Lenne- 
straße, soll ein Marmorstandbild des Großen Kurfürsten in jugend- 
lichem. Alter, Kopie des Denkmals in Küstrin von Janensch, auf- 
gestellt werden. 

Den Südrand des Tiergartens begleiten die Lennestraße und 
die Tiergartenstraße , beide mit schönen Tillen und Palästen. Am 
Anfang der ersteren steht das Lessingdenkmal (PI. R 19), von 
0. Lessing (1890) ; die Marmorflgur des Dichters erhebt sich auf 
einem mit den Bildnissen Mos. Mendelssohns, Ew. Chr. v. Kleists 
und Friedr. Nicolais (vgl. S. 128) ausgestatteten roten Granit- 
sockel, an dessen Fuß die Genien der Humanität (vom) und der 
Kritik (hinten) in Bronze dargestellt sind. — In der am Pioland- 
brunnen (S. 155) beginnenden Tiergartenstraße fällt der von Rieth 
erbaute Staudfsche Palast.^ an der Ecke der Regentenstraße, durch 
überreichen bildnerischen Schmuck von Vogel und Widemann auf. 

Unfern von der Tiergartenstraße liegt die Luiseninsel (PL R 16), 
die ein direkter Weg vom Brandenburger Tor überschreitet (vgl. 
S. 150). Darauf erhebt sich das 1880 enthüllte Denkmal der 
Königin Luise, aus Marmor, von E. Encke, mit Reliefsockel (Frauen- 
wirken im Kriege), vonYerehrern der Königin dem Kaiser Wilhelml. 
zum achtzigsten Geburtstage gewidmet. Auf der Insel ferner eine 
an die Siege von 1870/71 erinnernde Marmorbank; in der Nähe wird 
ein Denkmal Wilhelms I. im jugendlichen Alter, von Brütt, seinen 
Platz erhalten. Nördl. von der Insel erblickt man das Denkmal 
Friedrich Wilhelms III. (PL R 16), aus Marmor, von Brake, von 
den Bewohnern Berlins gestiftet und 1849 enthüllt : der König 
im Überrock auf einem 5,5m hohen Sockel, den ein die Freuden 
des Tiergartens darstellender *Hochreliefkranz umgibt. 

Weiterhin ist an der Tiergartenstraße 1903 ein Marmordenkmal 
Eichard Wagners (PL R 16), von Eberlein, aufgestellt worden. Auf 
einem Stufenunterbau erhebt sich ein gedrungener romanischer 
Sockel, auf dem der Meister mit schaffender Gebärde thront: den 
Blick erhoben, die Rechte über einem Tonwerk geballt, mit der 
Linken an der Sessellehne tastend. Am Sockel vorn blickt Wolfram 
von Eschenbach huldigend empor, r. sinkt Tannhäuser erschöpft zu- 
sammen, 1. umfängt Brunhild klagend die Leiche Siegfrieds, hinten 
wird Alberich von einer der Rheintöchter geneckt. — Die Anlage 
der von der Tiergartenstraße abseits gelegenen Bousseauinsel (PI. 
R 16) und ihrer hübschen Umgebung geht ins Ende des xviii, Jahrh. 
zurück. Ganz im Westen folgt dann, jenseit der zum Zoologischen 
Garten (L; s. S. 159) führenden Fasanerieallee, der Seepark, dessen 



Potsdamer Straße, BERLIN. 11. Abschnitt. 159 

Neuer See (PI. R 13; vgl. S. 28) im Winter die beliebteste Eisbahn 
bietet. Auf der ScMeuseninsel befindet sich, das zur Technischen 
Hochschule (S. 161) gehörige Institut für Wasser- und Schiffsbau. 
Unfern n. der StadthaJinhof Tiergarten (S. 13). 

Südl. vom Tiergarten, zwischen ihm und dem Landwehrkanal 
(S. 119), liegt das TiERGARTENViERTEL, als Wohngegend für Private 
der vornehmste Stadtteil Berlins (vgl. S. 48). Hier finden sich am 
zahlreichsten jene städtischen, mit Yor- und Zwischengärten ver- 
sehenen Villen, die als die anziehendsten Leistungen der Berliner 
Architekten seit der Zeit Schinkels gelten können. Tiergartenstraße 
s. S. 158. 

Vom Potsdamer Platz (S. 109) an durchschneidet den westlichen 
Teil dieses Viertels die Potsdamer Straße bis zum Kanal. Über 
diesen ist bei der Einmündung der vom Kemperplatz (Rolandbrun- 
nen, S. 155) kommenden Viktoriastraße 1897/98 die Potsdamer und 
Viktoria-Brücke (PI. G 16) neu erbaut worden; darauf in nicht 
besonders glücklicher Aufstellung die Bronzesitzbilder : Helmholtz 
(von Klein) und Röntgen (von Felderhof), Siemens (von Moser) und 
Oauß (von Janensch). — Diesseit der Brücken liegen r. verschiedene 
bemerkenswerte öffentliche Gebäude. Viktoriastr. 18 das Teltower 
Kreishaus ^ von Schwechten,1891 vollendet. — In der Matthäikirchstr. 
20/21, nahe der 1845-46 von Stüler erbauten, schlichten Matthäi- 
kirche, das Ständehaus der Provinz Brandenburg, von Ende & Böck- 
mann. — Sigismundstr. 4 das Hofmannhaus von March, das die 
deutsche chemische Gesellschaft 1900 dem Andenken ihres ersten 
Vorsitzenden (f 1892) widmete. — Am Kanal, Königin-Augusta-Str. 
25/27, AerRenaissaiTice^alsiSt des Reichsversicherungsamtes (PI. G16), 
von Busse (1894); im Vestibül eine Arbeitergruppe aus Sandstein, 
von Brütt. — Dem Kanal nahe, Regentenstr. 15, die Spanische Bot- 
schaft, als Villa für v. Tiele -Winkler 1873-76 von Ende & Benda 
erbaut, mit einem Relieffries von Engelhard (Gestalten aus der nordi- 
schen Göttersage). — Weiterhin: die mit Tritonen und Nixen von 
Herter geschmückte v. d. Hey dt- Brücke; schließlich die zum Lützow- 
platz führende Herkulesbrücke (S. 121). 

Westl. von der Unteren Friedrichsvorstadt und dem westlichen 
Teile des Tiergartens gegenüber liegt am Südufer des Landwehr- 
kanals (von der Potsdamer Brücke auf angenehmen Uferpromenaden 
1/2 St.) der Zoologische Garten. 

Stadtbahn s. S. 13. — Hocli- und Untergrundbalin s. S. 14. — 
Straßenbahnen (S. 14 ff.): 33, 64, 78, 80, 82, 89, 80, 93, A, D, F, G, 
O, P, E. 

Der *Zoologische Garten (PI. G 10, 13) wurde 1841-44 von 
einer Aktiengesellschaft, der Friedrich Wilhelm IV. die kgl. Tier- 
sammlung von der Pfaueninsel (S. 168) überlassen hatte, unter 
Leitung des Naturforschers Lichtenstein (j 1857) begründet, als 



160 11. Abschnitt. BERLIN. Zoologischer Garten. 

drittes derartiges Unternehmen in Europa. Zu größerer Bedeutung 
erhol) ihn seit 1869 Heinr. Bod'mus (f 1884). Jetziger Direktor: 
Dr. Heck. — Eintritt s. S. 35 (So. überfüllt); Konzerte s. S. 27. 
Restaurants: *L. Adlon (ersten Ranges, s. S. 8: M. 1-8 Uhr 3^2 "• 
5 «/#), hilliger die Waldschenke. 

Yon den Eingangstoren folge man dem gepflasterten Wege, 
der zu allen Sehenswürdigkeiten führt (illustr. Führer 25 Pf.). Die 
jetzige Anlage des Parks ist von 1898. Die Gehäude, zumeist in 
fremdländischen Formen, sind z. T. von Ende & Böckmann, von 
Kayser e^ v. Groszheim und von Zaar & Vahl. Japanischen Stil zeigen 
das Haupttor (Elefantentor) am Kurfürstendamm, das Direktions- 
gehäude und das Stelzvogelhaus. Maurisch gehalten sind das neue 
Vogelhaus und. dia,s Antilopenhaus, mit einem Majolikagemälde nach 
P. Meyerheims Entwurf; davor eine Zentaurengruppe von R. Begas. 
Als indischer Pagodenhau stellt sich das Elefantenhaus dar, während 
für das Straußenhaus altägyptische Formen gewählt sind. Ferner 
sind beachtenswert das originelle Wiener Cafe und der Aussichts- 
turm (Aufstieg 10 Pf.). 

Die Tiersammlung umfaßt über 1300 Arten, viele zum ersten 
Mal hier in zoologischen Gärten vertreten. Reiche Beiträge lieferten 
in neuerer Zeit die deutschen Kolonien. Zur Vergleichung sind 
Exemplare derselben Gattungen aus verschiedenen Gegenden zu- 
sammengestellt. Hervorzuheben sind unter den Raubtieren die 
nordischen Formen von Tiger (hier sechs geographische Rassen, 
darunter vier nordische), Leopard und Puma, die auch im Winter 
im Freien bleiben. Der vollendete Flügel des Vogelhauses führt 
die ausländische Yogelwelt in 400 Einzelkäflgen vor; unter 130 
Papageienarten 20 von grünen Amazonen. Von Kranichen und 
Störchen sind fast alle bekannten Arten vertreten. Zahlreiche 
Seltenheiten finden sich auch unter den Hirschen (c. 50 Arten) sowie 
den Wildziegen, -schafen und -rindern. — Fütterungszeit Juni 
bis Sept. meist 6-7 Uhr abends (Mi. haben die Raubtiere Fasttag); 
vgl. die Anschlagtafeln an den Hauptpunkten des Gartens. 

Das von Direktor Heck herausgegebene Werk: „Lebende Bilder aus 
dem Reiche der Tiere" enthält etwa 200 photographische Abbildungen (10^). 



IL UMGEBUNG VON BERLIN 



12. Gharlottenburg. 

Bahnhöfe der Stadthahn (von Berlin aus, s. S. 13): Tiergarten^ 
Zoologischer Garten, Sav'gnyplatz, Charlottenburg, Westend, Jungfernheide; 
Gepäckahfertigung und Fernverkehr nur von Bhf. Zoologischer Garten und 
Charl ottenhurg. — Haltestellen der Hoch- und Untergrundbahn 
(S. 13): Xollendorfplatz (S. 122), Zoologischer Garten (S. 159), Knie (S. If4) ^ 
Fahrzeit vom Potsdamer Platz bis zum Knie 12 Min. — Straßenbahnen 
(S. 14 ff.): ^^r- 8, 33, 54, 80, 93, N, P bis V (Umsteigekarten) ; ^ brancht 
bis zum Charlottenburger Schloß vom Brandenburger Tor (hier oft schon 
voll) 25 Min., vom Kupfergraben (bei der Museumsinsel, PI. R 23), 35 Min. 

Gasth. : Hippodrom, Fürst Bismarck, recht gut, am Knie (PI. 
R 7), beide mit Rest. ; H.-Pens. Meyer, Savignyplatz 6;Pens. Popper, 
Grolmannstr. 44. — Restaue.: Tiergartenhof (Neubau), bei Bhf. Tier- 
garten; Romanisches Cafe', an der K.-Wilhelm- Gedächtniskirche ; 
Theatercafe und Patzenhofer, am Theater des Westens (S. 163); 
Grand Rest. Savignyplatz, am Platz Nr. 11; Hardenbergstraße: 
Nr. 15. "Weinrest. Hellwig & Sohn, Nr. 6. Motivhaus; Berliner 
Straße: Nr. 22b. Lindenhof (der Technischen Hochschule gegenüber), 
und viele andere. .. ' 

Post, Telegraph, Telephon : Berliner Str. 62 und fünf andere Amter. 

Das Gebiet von Charlottenburg beginnt unmittelbar im W. des 
Tiergartens, c. 3km vom Brandenburger Tor. Die Stadt verdankt 
ilire Entstellung der Gemahlin des nacbmaligen Königs Friedrich I., 
Sophie Charlotte, die sich Ende des xvii. Jahrh. hier neben dem 
ehem. Dorfe Lietzow einen Landsitz „Lietzenburg" gründete; vgl. 
S. 150. Zur heutigen Bedeutung ist Charlottenburg erst in den letzten 
Jahrzehnten gelangt; 1880 zählte es nur 30483, jetzt über 212000 
Einwohner. Die südöstl. Stadtteile sind mit Berlin verwachsen. 

Jenseit des Bahnhofs Tiergarten liegt r., in derWegelystraße, die 
kgl. Porzellanmantifaktur [PL R 10; Direktor: Geh. Keg. Rat Dr. 
Heinecke; Besuchszeit S. 34; Yerkaufslager S. 30}. Die Anstalt 
wurde 1761 in Berlin gegründet und 1763 von Friedrich d. Gr. für 
den Staat erworben. Sie ist seit 1871 an ihrer jetzigen Stelle. 

Durch die Stadt geht als Fortsetzung der Charlottenburger 
Chaussee die Berliner Straße. Nr. 9 das legi. Institut für Glas- 
malerei, 1843 begründet, seit 1883 hier (Eintr. s. S. 32). Jenseit 
der Brücke über den Landwehrkanal erhebt sich 1. die 

Technische Hochschule (PL R 7, 10), 1878-84 nach dem Ent- 
wurf von Lucae und Hitzig, nach des letzteren Tode unter Rasch- 
dorffs künstlerischer Leitung aufgeführt. Das Hauptgebäude, 228m 
lang, 90m tief, ist mit vielen Skulpturen geschmückt. Auf der 
Attika allegorische Gruppen der an der Anstalt vertretenen Lehr- 



•f) Näheren Aufschluß über die Umgegend von Berlin gibt Albrecht, 
Wanderbuch für die Mark Brandenburg, Berlin iS03, 6. Aufl. 3 Teile. 
Bsedeker's Berlin und Umgebung. 13. Aufl. 11 



162 Route 12. CHARLOTTENBURG. 

fäclier. Vor der Attika des Mittelbaues realistlsclie Figuren von 
Vertretern der Teclinik. Auf der Balustrade vor der Aula fünf 
Bronzebüsten von K. Begas: Gauß, Mathematiker (f 1855), Eytel- 
wein, Bauingenieur (j 1848), ScMnkel, Architekt (j 1841), Redten- 
bacber, Maschineningenieur (-j- 1863), und Liebig,Chemiker(f 1873). 
In den Nischen des Mittelbaues und der vorspringenden Flügel 
sechs Standbilder: Erwin von Steinbach und Bramante von Encke, 
Andreas Schlüter von Huiidrieser^ Leonardo da Vinci von Eberlein, 
J. "Watt und Stephenson von Keil. Auf dem Vorplatze stehen Bronze- 
denkmäler Werner Siemens' (j 1892), von Wandschneider, und 
Alfred Krupps, von Herter. — Die Tecbniscbe Hochschule ist aus 
der 1799 gegründeten Bauakademie (S. 123) und der 1821 gegrün- 
deten Gewerbeakademie entstanden , die 1879 vereinigt wurden. 
Gegenwärtig c. 150 Dozenten und 4000 Studierende. 

Xeben dem Ye~tibül 1. ein Gipsmuseum, r. eine Sammlung für In- 
genieur- und Maschinenwesen. In dem von Arkaden auf Granitsäulen um- 
gebenen Liclitbof ein Bronzestandbild Friedrieb Wilhelms III. in antikem 
Kostüm, von Kiß (um 1830, erster Versuch monumentalen Bronzegusses in 
Berlin), der Dämon des Dampfe?, von Rensch, zwei Huldigungstafeln zur 
Hundertjahrfeier 1899 und Büsten verdienter Lehrer. — Im Umgang des 
ersten Stockwerkes die Huldigung der Technik durch die Künste, zierliche 
Bronzegruppe von Herler; r. und I. Büsten von Schinkel und Beuth. Da- 
hinter in der Aula ein Standbild Kaiser Wilhelms I. von Sundrieser und 
Wandmalereien von Spangenherg^ Körner und Jacob. 

Im zweiten Stock 1. (Ost- und Südseite) das Architekturmuseum (Direk- 
tor: Geh. Reg. Bat Easchdorff; Eintritt S. 32), eine reichhaltige Sammlung 
von Biodellen und Plänen. Beachtenswert sind die Modella deutscher 
Bauten des Mittelalters (Callenbach-Sammlung) und die Konkurrenzentwürfe 
für den Dom, das Eeichstagsgebäude und das Kaiser-Wilhelm-Denkmal. 
In einer besonderen Abteilung, dem Beuth-S c hinkel- Mu s eum, außer 
den Sammlungen Beuths (vgl. S. 123) der künstlerische ''^Nachlaß ScMnkels: 
Landschaften und Architekturgemälde, Baupläne (Schloß Oreanda in der 
Krim), Origiaalskizzen zu den Freskeo am Alten Museum (S. 66), u.s.w. 

L. neben dem Hauptgebäude das chemische Lahoraiormm. r. die Maschinen- 
hau-Abteilung. 

Unweit nördl., in der von der Berliner Straße r. abgehenden 
Sophienstraße, die Tonwarenfabrik von Ernst March Söhne, mit 
interessantem Ausstellungshofe. Weiterhin, in der gleichfalls r. ge- 
legenen Marchstraße, Nr. 25, die physikalisch-technische Reichsanstalt 
(Präsident: Prof. Dr. Kohlrausch): hinter ihr, Werner -Siemens- 
Str. 27/28, die Normal-Eichungs- Kommission. Ferner, Frauenhofer- 
str. 11/12, die ständige Ausstellung für Arbeiter wohl fahrt, eine 1902 
eröifnete Reicbsanstalt, in der u. a. Maschinen mit Sicherheits- 
vorrichtungen im Betrieb vorgeführt werden ; Eintritt S. 32. 

Südl. vom Bahnhof Zoologischer Garten erhebt sich die 1891- 
95 von Schlechten erbaute *Kaiser -Wilhelm -Gedächtniskirche 
(PI. G 10), eine Zentralanlage in Form eines lateinischen Kreuzes 
in spätromanischem Stil. Der Hauptturm an der Westfront, mit 113m 
das höchste Bauwerk in und bei Berlin, wird ebenso wie der durch 
eine Zwerggalerie geschmückte Chor von zwei Nebentürmen flan- 
kiert. Die Kirche hat drei gewaltige Fensterrosen an der West-, 
Nord- und Südfront und schöne Portale. Eintritt s. S. 33. 



CHARLOTTENBURG. 12. Route. 163 

Von Westen tetritt man zunäcbst die 21m 1., 7,5m br. Gedäclitnis - 
halle. Die Wände sollen mit Darstellungen aus dem Leben Kaiser 
Wilhelms I. geschmückt werden. Schöner Fußboden in Stiftmosaik, in der 
Mitte die Figur des Erzengels 3Iichael. Rechts und links ist die Vorhalle 
vtn Apsiden begrenzt; hier je fünf gemalte Fenster mit Darstellungen 
aus dem Leben Johannes' des Täufers (r.) und des Propheten Elias (,1-)- 

Das Innere der Kirche, mit drei auf Labradorsäulen ruhenden Em- 
poren, ist Ton freier fchöner Raumwirkung. Die nach Linnemann s Ent- 
würfen ausgeführten Mosaiken an den Gewölben, z. T. auch an den 
Wänden (tiis jetzt ITOOqm) verleihen ihm einen eigenartigen Reiz. Am 
Triumphbogen über dem Chor: unten Petrus und Paulus von GeselscJiap, 
darüber musizierende Engel von Quensen ; über der Triforiengalerie fünf 
schöne Chorfenster von Linnemann: Moses und die vier großen Propheten. 
Im Chcr die Statuen der vier Evangelisten von Janensch und Wenck, sowie 
Petrus und Paulus von Haverkamp^ Luther und Melanchthon von 0. Lessing. 
AKar, Kanzel, Taufstein in reicher Ausführung aus istrischem Kalkstein, 
Marmor und Bronze. Unter dem säulengetragenen Baldachin des Altars ein 
segnender Christus von Schaper. L. vor dem Altar die reichgeschmückte 
kaiserliche Loge, mit Jeru?alemkreuz in Mosaik. In den Gewölben der 
21m weiten, 25m hohen Vierung vier 6V2m große Erzengel und vier 
Kirchenväter. Darunter eine schöne Ringkrone von 5,5 m Durchmesser mit 
den Köpfen der zwölf Apostel. In den beiden von Mosaik umrahmten 
Rosen des Querschiflfes Glasgemälde von Geiges: Darstellung im Tempel 
und Auferstehung Christi. Die Fenster des Langhauses enthalten Dar- 
stellungen aus dem Ltben Christi (oben) und der christlichen Tugenden 
(unten). Die Orgelempore bietet Raum für 80 Musiker und 300 Sänger. 
Die Orgel mit einem Prospekt in getriebenem Kupfer hat 80 Register und 
4800 klingende Stimmen; ein zweites Werk (Echo) tönt vom Boden durch 
eine Öffnung des Langhausgewölbes. 

Aus der Glockenstube des Turmes (fünf mächtige Glocken mit elek- 
trischem Läutewerk) schöne Aussicht auf die westliche Umgebung Berlins. 

Die beiden romanigclien Häuser gegenüber dem Hanptturm und 
dem Chor der Kirche sind gleichfalls von Schwechten (S. 162). 
Die Ton der Kirche ausgehenden Straßen, Damentlich der nach 
Haiensee (S. 166) führende Kurfürstendamm [S. 48), haben viele 
stattliche Privatbauten aufzuweisen. Bemerkenswert ist nebst seiner 
Umgebung auch das Yornehm eingerichtete Theater des Westens, 
Kantstr. 12 (PI. G 10; ygl. S. 26), 1896 Yon Sehring erbaut. Auf 
der Gartenterrasse des Theaters das kleine Ausstellungsgebäude der 
Berliner Sezession [PI. G 7, 10; Eintr. S. 33). 

Unweit südlich von der Kaiser -Wilhelm -Gedächtniskirche beginnt 
Wilmersdorf, eine gleichfalls mit Berlin verwachsene Gemeinde von 47000 
Einw. (mit Halensee^: Station d» r Ringbahn s. S. 13: Straßenbahnen 
(S. 14ff.): :^r. 66, 67, 78, 82, 89, 81, 92, B, C, F, G, O. — Im nördl. Teile 
dfs 1876-80 erbaute JoacMmsthaJsche Gymnasium (PI. GH), 1607 gegründet, 
1717-1880 in der Burgstraße in Berlin. 

Nordwestlich vom Pahnhof Zoologischer Garten geht die 
Hardenbergstraße zum Knie der Berliner Straße (S. 164). 
An der Hardenbergstraße die 1816 begründete, 1876 hier eröffnete 
Vereinigte Artillerie- und Ingenieurschule. — Es folgen (PL R 10) 
die kgl. Akademischen Hochschulen für Musik (Direktor Prof. Dr. 
Joachim) und für die bildenden Künste (Direktor A. v. Werner), 
Sandsteinbauten in Barockformen , nach Plänen von Kayser & 
V. Groszheim, 1902. Jene hat ihre 180m 1. Front an der Fasanen- 
straße, Nr. 1-9. Diese ist an der Hardenbergstraße, Nr. 33-36, um 

11* 



164 Route 12. CHARLOTTENBURG. 

einen eigenartig gestalteten Hof gruppiert (Zutritt durcli den Haus- 
inspektor); an der Front zwei Wandbrunnen mit Orpheus (r., von 
Heiter) und Prometheus (1., von Hundrieser): Giebelrelief von 
Manzel, die Künste unter dem Schutze des Friedens. 

In der Hoclisclnile für Musik ist die Sammlung alter Musikinstrumente 
(Direktor Prof. Dr. Fleischer; Eintritt S. 34), 1888 gegründet, 1902 durch 
den Erwerb der Sammlung des Genter j!^otars Snoeck vervollständigt (c. 3000 
Kummern) ; viele Seltenheiten und geschichtlich merkwürdige Instrumente, 
z. T. auch künstlerisch bemerkenswert. 

Hardenbergstraße Nr. 36 das legi. Akademische Institut für Kirchen- 
musik (Direktor Prof. Radecke), ein ansprechender romanischer Bau. 

Yom Knie der Berliner Straße (PI. R 7) gehen außer der 
Hardenbergstraß 6 (S. 163) ab: nach NO. die Marchstraße (S. 162, 
Straßenbahn Q nach Moabit); nach AV. die Bismarckstraße, die zu 
einer Heerstraße durch den Grunewald nach dem Truppenübungs- 
platz bei Döberitz (vgl. den Rand der Karte bei S. 167) ausgebaut 
werden soll. — Die Berliner Straße geht n.w. zum Schloß. An ihr, 
Nr. 72/73, der mächtige Neubau des Rathauses (PI. R 5), von Reinhard 
und Süßenguth, über dem sich ein 110m hoher Turm erheben wird. 

Weiterhin liegt vor dem Schloß der Luisenplatz (P1.R2). Hier 
wird die Stadt dem Kaiser Friedrich III. ein bronzenes Reiterdenkmal, 
von Uphues, errichten; Sockel, der breite Unterbau und dessen Ab- 
schlußwand mit zwei Pylonen aus Granit; auf den Pylonen Apollo 
und Athene, an der Basis die Reliefs: Ordensverleihung bei König- 
grätz und letzte Heerschau des Kaisers im Charlottenburger Park. — 
Am Anfang der 1. abgehenden Schloßstraße ist 1901 ein Bronze- 
standbild des Reiterführers Primen Albrecht (f 1872), von Börmel 
und (Maler) Freyberg, enthüllt worden; Sockelreliefs: der Prinz 
bei der Attacke von Fre'nois und in Orgeres durch Geistesgegenwart 
der Gefangenschaft entgehend. — Am Südende der Schloßstraße 
eine Lenoreflgur aus Marmor, von Pohle. 

Das *königl. Schloß (PI. R 2) besteht aus mehreren an ein- 
ander gereihten Gebäuden, von zusammen 505m Länge. Der Mittel- 
bau ist 1695-99 von Schlüter aufgeführt, 1701-7 von Eosander 
V. Göthe um die beiden denYorderhof einschließenden südl. Flügel 
vergrößert und mit der wirkungsvollen Kuppel geschmückt worden. 
Den östlichen Flügel erbaute 1741/42 G. v. Knobelsdorff („Neues 
Schloß''), das am Ende des westlichen Flügels liegende Schloß- 
theater sowie das Belvedere im Park K. G. Langhans 1788. 

Im Inneen (Eintrittskarten, wie auch Karten zum Mausoleum, im 
Vorhof r., bei K unseres Plans, s. S. 32) werden die Räume gezeigt, die 
Friedrich I. und Sophie Charlotte, sowie vom 11. März bis zum 1. Juni 
1888 Kaiser Friedrich III. bewohnten. Die von Schlüter und Eosander 
herrührende Barockdekoration ist z. T. erhalten. In dem runden Garten- 
saal Wichmanns Marmorstatue der Kaiserin Charlotte von Rußland. Die 
Porzellankammer enthält da? von englischen Kaufleuten der Königin Sophie 
Charlotte geschenkte chinesische Porzellan. 

Der Eingang in den 1694 von dem französischen Gartenkünstler 
Lt Nötre angelegten Schloß garten befindet sich beim westl. 



DER GRUNEWALD. 13. Route. 165 

ScMoßflügel. Durchschreitet man gleich r. die Orangerie und wendet 
sich auf der andern Seite 1. an dieser hinauf, dann r. in die Tannen- 
allee, so gelangt man in 8 Min. zu dem 1810 nach Schinkels Plänen 
von Gentz erbauten, 1888-90 erweiterten **Maiisoleum (PI. R 2), 
der Ruhestätte der Königin Luise (f 1810) , des Königs Friedrich 
Wilhelm III. (tl840}, des Prinzen Alhrecht (S. 164), der Fürstin 
Liegnitz (S. 138), des Kaisers Wilhelm L [f 9. März 18881 nnd der 
Kaiserin Augusta (f 7. Jan. 1890). Eintrittskarten s. S. 164; lautes 
Sprechen untersagt. Die Marmorbilder der Königin Luise und des 
Königs Friedrich Wilhelm III. sind von Rauch, dessen Künstlerruf 
das 1812-13 in Carrara und Rom geschaffene Denkmal der Königin 
begründete; das Denkmal des Königs wurde 1846 in Berlin vollendet. 
Von ergreifender Wirkung sind auch die Marmorbilder Kaiser Wil- 
helms I. nnd der Kaiserin Augusta, Yon Encke, die 1894 aufgestellt 
wurden. Der Grabesengel im Vorraum ist ebenfalls von Encke, von 
den beiden Kandelabern der r. mit den drei Parzen von Rauch, der 
1. mit den Hören von C. F. Tieck, das Kruzifix in der Altarnische 
ist von Achtermann, das Bild von Pfannschmidt. 

Westl. vom Scbloß liegt der Bahnhof Westend des Xordrings (S. 13), da- 
hinter r. der umfangreiclie Xeubau des städtischen Krankenhauses, 1. die 
Kaserne des Königin Elisaheth- Garde-Grenadier-Regiments und die Villenkolonie 
Westend (Westendrestaur.)- V2 St. s.w. von Westend, jenseit der Trabrenn- 
bahn (S. 28), beginnt der Grunewald. — 20 Min. w. von Westend, an der 
Spandauer Chaussee (Straßenbahn E). die beiden Biergärten des Spandauer 
Bocks; 3/4 St. s.w. davon Fichelsberg (S. 166). 



13. Das Waldgebiet zwischen Charlottenburg 
und Potsdam. 

Längs des Ostufers der seeartig erweiterten Havel erstreckt sich 
von Charlottenburg und Spandau (ß. 182) s.w. bis Potsdam ein um- 
fangreiches Waldgebiet, das den eigentümlichen Reiz märkischer 
Landschaft in hervorragender Weise zur Anschauung bringt. Die 
Wannseebucht (S. 168) zerlegt es in zwei ungleiche Teile, den 
Grunewald im NO. und den Potsdamer Forst im SW. 

a. Der Grunewald. 

Verbinduncien mit Berlin: 1. Stadtbahn (S. 13j, Vorortzüge Berlin- 
Potsdam (S. 169) und Grünau-Grunewald (S. 184) nach Balnhof Grunewald; — 
2. Ringbahn (S. 13; „Südring") nach Bahnhof Halemee ; — 3. Straßen- 
bahn Ä (S. 19) nach Hundekehle (Restaurant 4 Min. entfernt); — 4. Wann- 
seebahn (S. 166) nach den Stationen Schlachtensee und Nikolassee (S. 16T). — 
Für Radfahrer (S. 22 u. S. 181) Hauptweg über den Kurfürstendamm. 

T)Qx^Grunewald, ein kgl. Nadelholz-Forst von 4600ha, dessen 
Umwandlung in einen „Volkspark" bevorsteht, mit mehreren Seen 
und dem gleichnamigen Jagdschloß, ist das beliebteste Ausflugs- 
gebiet der Berliner und bietet auch dem Fremden, der sich vom 
Straßengeräusch erholen will, die angenehmste Zuflucht. 



166 Route 13. FRIEDENAU. 

Beim Bahnhof Haiensee ist seit dem J. 1889 im Grunewald die 
*Villenkolonie Grunewald entstanden, die in vornehmer Schönheit 
ihresgleichen sucht. Anmutige Landhäuser, z. T.in ganz modernem 
Stil, und schloßartige Prachthauten reihen sich um hübsche, z. T. 
künstliche Seen. Am großartigsten ist die von Ihne geschaffene 
Villa Mendelssohn bei der Bismarckbrücke. Die Zahl deT Einwohner 
beläuft sich auf 3900. Vom Bisnaarckplatz, den ein Bronzestandbild 
Bismarclis von M. Klein schmückt, gelangt man: südl. in 25 Min. 
nach Eest. Hubertus und Cafe Grunewald (gute Küche), südwestl. 
in 40 Min. durch die Bismarckallee nach *i?est Hundekehle (s. unten). 

Vom Bahnhof Grunewald führen Waldwege in V/^ St. westlich 
nach der Havel zur Landzunge Schüdhorn (mehrere Rest.), mit 
einem an die sagenhafte Rettung des Wendenfürsten Jaczo auf 
der Flucht vor Albrecht d. Bären erinnernden Denkmal. 1/2 St. 
nördl. Picheisberg (Rest. Seeschloß), in hübscher Lage an einer 
Bucht, gegenüber der Insel Picheiswerder (Brücke; Rest. König- 
grätzer Garten); you Picheisdorf (yvesü., jenseit der Havel) elek- 
trische Bahn nach Bahnhof Spandau (S. 182). V2 S*- südl. von 
Schildhorn auf dem hohen Havelufer (Dampferstation) der *Kaiser- 
Wilhelm-Turm ; die Aussicht (bis Potsdam) ist die schönste in 
der Umgegend Berlins. — Südlich gelangt man vom Bahnhof 
Grunewald in 20 Min. nach Hundekehle (s. oben), dann in ^2 St. 
n&ch.'-^'Rest.Paulslorn. 5 Min. davon, am Grunewaldsee, das Jagd- 
schloß Grunewald^ 1542 für den Kurfürsten Joachim IL von Kaspar 
Theyß (S. 59) erbaut. Nach Steglitz s. S. 167. Südwestl. folgt Rest. 
Onkel Toms Hütte am Eiemeistersee, das Seebecken der Krummen 
Lanke und der malerische Schlachtensee (Bootfahrten; am Anfang 
das Rest. Alte Fischerhütte), über dessen linkem Ufer sich der 
gleichnamige Villenort (S. 167) zeigt. Am Wanmee, 20 Min. vor 
Bhf. Wannsee, 2 St. von Paulsborn, endet der Grunewald \)eiBelitz- 
fco/(Rest.); 10 Min. s.o. Stat. Nikolassee (S. 167). 

Xachmittagsausflüge vom Bahnhof Grunewald: 1) am Teufelssee 
vorüber nach Picheiswerder (Brücke) und Pichelsherg, von dort üher den 
Spandauer Bock nach Bhf. Westend (S. 165; 3 St. Gehens); — 2) am Teufels- 
see vorüber nach Schildhorn, am Havelufer zum Kaiser-Wilhelm- Turm und 
üher die Saubucht (Erfr.) zurück nach Bhf. Grunewald iß^U St.): — 3) über 
Hundekehle . Paulshorn, am Eiemeistersee , der Krummen Lanke und dem 
Schlachtensee entlang nach Stat. Schlachtensee oder weiter über Belitzhof 
nach Siat. Wannsee der Wannseebahn (S. 167-, 2 bzw. 3 St.). — Noch in 
den Abendstunden läßt sich der Spaziergang von Bhf. Grunewald über 
Hundekehle und Villenkolonie Grunewald nach Ilalensee ausführen. 

b. Die Wannseebahn und der Potsdamer Forst. 

Außer der Wannseebahn (Bahnhof PI. G 19: vgl. S. 13 und 109), 
deren Züge bis Zehleudorf z. T. alle 10 Min. verkehren, kann man die Vor- 
ortzüge der Stadtbahn über Bhf. Grunewald nach Wannsee benutzen. 

Stationen der Wannseebahn : 2km Groß-Görschenstraße. — 5km 
Friedenau (Rest. Kaisereiche), 1871 gegründete Villenkolonie mit 
11000 Einw., Station des Südrings. 



WANNSEE. 13. Route. 167 

Tkm Steglitz, Dorf (c. 22000 Einw.; Rest. Ratskeller), mit 
Wasserturm auf dem FichtenlDerge (Aussicht) und dem ehem. 
Schloß des Feldmarschalls Grafen Wrangel (f 1877), jetzt Schloß- 
restaurant. Zwischen heiden seit 1877 die im J. 1806 in Berlin ge- 
gründete königl. Blindenanstalt. Straßenbahnen D, E, F (S. 19/20), 
ferner nach Gr.-Lichterfelde (zwei Linien: Bahnhof Gr. L.-Ost und 
Kadettenanstalt) und Südende. — Von Steglitz über Dahlem nach 
Jagdschloß Grunewald und Paulshorn (S. 166) IV4 St. 

Auf dem Gelände Südwest], vom FicUtenberg, z. T. auf Dalilemer 
Gebiet, ist 1903 dev neue Eotanisetie Garten eröffnet worden, eine Scliöpfung 
des Geh. Eeg. Eats Prof. Dr. Engler. Eintritt S. 32. An Ausdehnung 
(40,5 ha) steht er hinter dem Kew Gardens bei London zurück, übertrifft 
aber alle ähnlichen Institute in der Einrichtung (Pflanzentypen der ganzen 
Welt auf den zugehörigen Gebirgsformationen aus Originaigestein). Ein- 
gänge an der Potsdamer (s.) und bei der Dahlemer Chaussee (n.). An 
letzterer: das Pharmazeutische Institut der Universität, der Neubau des 
Botanischen Museums (S. 121), die kgl. Gärtner-Lehranstalt (bis 1903 in Pots- 
dam) und die biologische Abteilung des ßeichsgesundheitsamtes (S. 157). 

9km Groß-Licliterfelde (Rest. Hans Sachs^ an der Potsdamer 
Bahn; Henning, ander Anhalter Bahn), Yillenort mite. 29 000 Einw., 
der sich von der Potsdamer Bahn (Bhf. Gr. L.-West) bis über die 
Anhalter Bahn (Bhf. Gr. L.-Ost; Vorortverkehr s. S. 13) hinweg 
erstreckt. Straßenbahnen zwischen beiden Bahnhöfen an der Ka- 
detten-Anstalt vorüber, sowie nach Steglitz (s. oben). In der Mitte 
des Ortes ein Kaiser-Wilhelm-Denkmal von Wenck und die Paulus- 
kirche, 1898-1900 im got. Stil erbaut. In der Nähe des östl. Bahn- 
hofes eine Bronzebüste Bismarcks von Magnussen und die große 
Orthopädische Heilanstalt von Georg Hessing , Wilhelmstr. 63a. — 
Am Westende des Ortes die Zentral- Kadetten- Anstalt (Eingang von 
der Nordseite ; 1000 Kadetten), 1717 gegründet, 1878 von Berlin 
hierher verlegt. Im ünterrichtsgebäude der Feldmarschall-Saal mit 
den Bildnissen 61 brandenburgisch -preußischer Feldmarschälle. 
Auf dem Hofe steht der ,,Flensburger Löwe", von H. V. Bissen, 
ursprünglich von den Dänen 1862 nach der Schlacht bei Idstedt 
(1850) auf dem Friedhof zu Flensburg errichtet. 

12km Ze/i^endorf (Burghotelrestaurant), Dorf mit 8800 Einw. 
— Die Wannseebahn zweigt von der Hauptlinie nach Potsdam r. 
ab. Im Walde die Yillenkolonien : 15km Schlachtensee (Rest. Schloß 
Schlachtensee) und ilkm Nikolassee, Ausgangspunkte für Ausflüge 
in den Grunewald (S. 165). 

19km Wannsee (Rest. Kaiserpavillon'), vornehme Villenkolonie 
an dem gleichnamigen See, In großem Bogen umkränzen z, T. schloß- 
artige Landhäuser die stattliche Wasserfläche. An der Nordostecke 
des Kleinen Wannsees, der Villa Siemens gegenüber, 15 Min. vom 
Bahnhof, liegt das Grab des Dichters Heinr. v. Kleist, der hier seine 
Freundin Henriette Vogel und dann sich selbst am 21. Nov. 1811 er- 
schoß. Spaziergang um die Westseite des Wannsees zum Rest, Schwedi- 
scher Pavillon und dem nahe gelegenen kleinen Park (Y2 St.), mit 
Aussichtsturm u. einer Nachbildung des Flensburger Löwen (s, oben). 



168 Route 13. PFAUENINSEL. 

Dampferfahrt von Wannsee nach Potsdam, sehr zu em- 
pfehlen, wochentags (So. öfter): vom Kaiserpavillon IIV4, 21/4, 81/4, 51/4, 
6V2 Uhr, vom Schwedischen Pavillon 5 Min. später; Stationen: Pfauen- 
insel, Moorla^e, Sakrow, OUenicker Brücke, Potsdam (S. 169): Fahrpreis bis 
Pfaueninsel 30 Pf., bis Potsdam 60 Pf. — Dampfer nach Spandau s. S. 182. 

Im W. von Wannsee gehören die "Waldungen an "beiden Havel- 
nfern zum Potsdamer Forst. Diesseits führt auf einer fast ringsum 
von Wasser umgehenen Halbinsel die Hauptchaussee in westl. Rich- 
tung direkt, eine andere in großem Bogen durch ihren nördlichen 
Teil nach Kl. Glienicke (S. 180). 

Auf der nördlichen Chaussee gelangt man von Wannsee in 1 St. 
zur Überfahrt (Dampferhaltestelle) nach der *Pfaneniiisel , dem 
Liehlingsaufenthalt Friedrich Wilhelms III. Der von ihm ge- 
schaffene anmutige Park ist reich an schönen Eichen. Das königL 
Landhaus, aus dem Ende des xviii. Jahrh., hat die Form einer 
verfallenen Burg mit zwei durch eine Brücke verbundenen Türmen; 
das Kavalierhaus ist aus den Bauteilen eines Danziger Renaissance- 
hauses erbaut. — Die Chaussee führt an der Havel weiter. Auf 
der bewaldeten Uferhöhe die in russischem Stil von Schadow eT- 
'bSiUte Peter- Pauls- Kirche, in der Prinz Karl (f 1883} , Prinzessin 
Karl (f 1877) und Prinz Friedrich Karl (7 1885) beigesetzt sind; 
dabei das Blockhaus Nikolskoe (einfaches Rest.; Aussicht). • — 
Y2 St. weiter, jenseit des an einer Bucht gelegenen Rest. Moorlake 
(Dampferhaltestelle), setzt man über nach Sakrow (Rest, am Fluß ; 
Dampf erhaltestelle), mit freundlichem Park und der von Persius 
erbauten Heilandskirehe. Waldspaziergang zur (1 St.) Römerschanze, 
einem Burgwall gegenüber von Nedlitz (S. 179). — Die Chaussee 
endet an der Glienicker Brücke (S. 179 ; 20 Min. von der Sakrower 
Fähre). 

Von Wannsee an benutzen Stadtbahn und Wannseebahn die- 
selbe Strecke. — 23km Neu-Babelsberg-, Yillenkolonie am West- 
ufer des Griebnitzsees. Vom Bahnhof durch diese in 35 Min. nach 
Babelsberg und Kl. Glienicke (S. 180 ; Dampfer s. unten, im Winter 
Omnibus); angenehmer Spaziergang dorthin (174 St.) über Kohl- 
hasenbrück (östl. ; *Rest.) und am Nordufer des Sees; vgl. die Karte 
S. 167. 

Dampfer von Bhf. ISTeu-Babelsberg oft über den G-riehnitzsee nach 
Babelsberg, Kl. Glienicke (bis zur Glienicker Brücke 20 Pf.; hier Anschluß 
nach Potsdam, s. S. 170) und z. T. weiter über den Jungfernsee nach Moor- 
lake (Sakrower Fähre, s. oben), Meierei (INeuer Garten, s. S. 179) und Kedlitz 
(S. 179; 40 Pf.). 

26km Nowawes-Neuendorf, ersteres eine von Friedrich d. Gr. 
angelegte Kolonie evangelischer Weber aus Böhmen. — 27km 
Potsdam. 




Geograyli .Anstalt 



169 



14. Potsdam und Umgebung. 

Der Ausflug ist in landschaftlicher Hinsicht wie der geschicht- 
lichen Erinnerungen wegen in erster Linie zu empfehlen. Mit 
seinen wasserreichen Parken und den auch in der Einrichtung wohl- 
erhaltenen Schlossern aus dem xvni. Jahrhundert gewährt Potsdam 
das Gesamtbild einer fürstlichen Residenz jener Zeit, wie man es 
selbst in dem größeren und prunkvolleren, aber durch die Revolution 
seines Glanzes beraubten Versailles nicht wieder findet. Zeichnet 
sich das französische Vorbild durch die Einheitlichkeit der Anlage 
aus, so hat Potsdam den Reiz der Mannigfaltigkeit für sich. Der 
Reichtum des kgl. Besitzes an französischen Gemälden des xviii. 
Jahrh. hat im deutschen Pavillon auf der Pariser Weltausstellung 
1900 allgemeine Bewunderung erregt. 

Eisenbahn von Berlin nach Potsdam. 
Drei Linien mit über 50 Zügen täglich in beiden Richtungen 
(Fahrzeit 1/2-I St.}; Fahrpreise im Vorortverkehr vom Potsdamer 
Bahnhof oder Bahnhof Friedrichstraße 75 u. 50 Pf. 

1. Potsdamer Hauptbahn (Bahnhof PI. G19; S. 1 und 
109). Außer den Fernzügen (ohne Zwischenstation und Preisermäßi- 
gung) Vorortzüge, die nur in (22km) Neu-Babelsherg halten und 
jenseit (26km) Potsdam und (28km) Charlottenhof {dnxcli die Walde- 
marstraße in 10 Min. zum Südeingang von Sanssouci, vgl. S. 175) 
in (30km) Wildpark (10 Min. vom Neuen Palais, S. 178) oder 
(36km) Werder (S. 181) enden. 

2. Wannseebahn (Bahnhof PI. G 19), bis Potsdam stünd- 
lich, über die S. 166/168 genannten Stationen. 

3. Stadtbahn (nördl. Bahnsteig). Die Züge (S. 13) gehen 
jenseit Stat. Charlottenburg durch den Grunewald (Station 10km 
vom Bhf. Friedrichstraße; S. 165) und folgen von (18km) Nikolassee 
der vorigen Linie. 

Potsdam. 

Gasthöfe. Am Bahnhof: Eisenbahnhotel , mit Garten an der 
Have], Z. 2-3, F. 3/^, M. (12-4 Uhr) 1% -M- — In der Stadt : ""Hot. 
z. Einsiedler, Schloßstr. 8; Stadt Königsberg, Brauerstr. 1, an der 
Havel, 20 Z. zu 2-5, F. 1, M. 21/9-3 ^/; Deutsches Haus, Schloß- 
str. 6, 10 Z. zu 21/2-4, F. 1, M. (123/4-31/2 ü.) 13/4, P. 6 J/ ; Zimmer- 
mann, Brandenburger Str. 31, besucht; Hot. -Rest. z. Obelisken, 
HohenzoUernstr. 27, nahe dem Brandenburger Tor; Hospiz mit 
Familienpension (Klee), Kaiser- Wilhelm-Str. 11, 34 Z. zu 2-6, F. 3/^^ 
G. 1, M. (1 ü.) 11/2, A. (71/2 U-) 1. P- 3V2-7 ^^, mit Bädern, Garten. 

Restaurants. Im '^Bahnhof, M. (12-5 U.) 3 Ji. — In der Stadt: 
*Stadt Königsberg (s. oben), ^Zum Schultheiß, beim Stadtschloß 
(Dampferstation), G. (9-121/2 U.) 2, M. (121/2-5 U.) 3 e//, beide mit 
Terrasse an der Havel; Niedt. Wilhelmplatz 9, M. (1-3 U.) 2 J?; 



170 



Boute 14. 



POTSDAM. 



Praktische 



1-2 Pers. 


3 Pers. 


4-5 Pers. 


— 50 


— 75 


125 


— 75 


1 — 


1 50 


1 - 


125 


175 


1 50 


175 


2 25 



Dornath, Nauener Str. 29, am Wilhelmplatz, M. 1V2-2 «^Z; Wein- 
stube "bei Hormeß ^ Söhne, Nauener Str. 34a; Konditorei Weiß, 
ebenda 33/34; ^- Wackermanns Höhe, auf dem Brauhausberg, M. 
(12-4 U.) 2 J^, mit Garten und Aussichtsturm; Cafe Sanssouci, vor 
dem Brandenburger Tor; Vettin, Alter Markt 7, hinter der Nikolai- 
kirche (Brauereiausschank, bürgerlicher Mittagstisch). — In der 
Umgebung: Kaffeehaus, unter der Orangerie; * Wüdparkstation 
(S. 178), G. (9-1 U.) 1, M. (1-5 U.) IV2 -//, mit Garten; Meierei im 
Neuen Garten (S. 179); Hujahn, Neue Königstr. 58, nahe der 
Glienicker Brücke (S. 179). — In Kl. Glienicke: *Rest. Glienicke 
(Fernau). an der Berliner Chaussee, G. 21/2? M- ^011 3 J^ an, mit 
Garten; Bürgershof, im Dorfe (Dampferstation), M. (12-3 U.) von 
172«^ an, mit Garten am See; Rest. Babelsierg, beim Haupteingang 
zum Park, M. 272 ^i mit Garten. 

Post u. Telegraph am Kanal, Ecke Wilhelmplatz. 

Droschken. Erste Klasse (nur für 2 Pers.): in der Stadt die 

Fahrt 75 Pf.; außerhalb 74 St. 75 Pf., 72 St. 1 Ji 25, % St. 1 e// 50, 

jede weitere 74 St. 50 Pf. ; ein ganzer Tag 12 .//. 

Droschken zweiter Klasse : 

Fahrt bis zu 15 Minuten. . . 

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Nach Babelsberg, Sakrower Fähre, Moorlake 1.50, 1,75, 2 JL 

Nach Pfaueninsel, Templin, Baum gartenbrück 3, 3.50, 4 J^. 

Zeitfahrten: 6 Stunden (bis zu 5 Pers.) 12 J/, 12 Stunden 15 J/. 

Nachtfahrten das Doppelte. Gepäck 25 Pf. 

Am Bahnhof auch Gesellschaftswagen, für 9 Personen. 

Dampfschiffe (nur im Sommer; hübsche Fahrten): 1. Von 
der Langen Brücke (Eisenbahnhotel) IO3/4 vorm., 1^/4-7 U. nachm. 
stündl., So. 8, 974, 103/4 U. vorm., nachm. halbstündl. : nsichOlienicke 
(S. 180 ; 20 Pf.), Sakrow (S. 168), Moorlake (S. 168; 30Pf., wochent. 
hin und zurück 50 Pf.), Pfaueninsel {S. 168; 40, 60 Pf.), Wannsee 
(S.167; 60, 80 Pf.); — nachm. 2-3mal, So. von 2U. an stündlich, 
nach der Glienicker Brücke, Meierei und Nedlitz (S. 179 ; 30, öOPf.) ; 
— nachm. 1-2 mal (So. öfter) nach dem Kiewitt, Tornow, Templin, 
Caputh, Baumgartenhrück und Werder (S. 181; 30-60 Pf.); — im 
Hochsommer Mo. 3 Uhr nachm. Umfahrt um den Potsdamer "Werder, 
mit Anlegen an der Glienicker Brücke, der Meierei und in Nedlitz 
(S. 179); Fahrzeit c. 4 St., für 1 J^, Restaur. an Bord. 

2. Von der Langen Brücke (Rest. z. Schultheiß) vorm. 2 mal, 
nachm. 5 mal nach der Glienicker Brücke (S. 179; 15 Pf.) mit An- 
schluß nach Bhf. Neu-Babelsherg und Nedlitz (30 Pf. ; vgl. S. 168). 

Dampfschiffe nach Spandau s. S. 182. 

Pferdebahnen. 1. Vom Bahnhof: a. nach der Glienicker 
Brücke (S. 179; am Kanal umsteigen); b. über den Wühelmplatz 



Vorbemerkungen. POTSDAM. 14. Boute. 171 

nacli dem Brandenburger Tor (Sanssouci) und zur Viktor iastr aß e, 
unweit der Stat. Charlottenhof (S. 169); c. über den Wilhelmplatz 
(umsteigen) nacli der Alleestraße beim Neuen Garten (S. 179). — 
2. Vom Wilbelmplatz nach der Glienicker Brücke. 

Zeiteinteilung. — Ein Tag reiclit für Potsdam nur aus, wenn 
man sicli auf die ^\äc]ltigsten Punkte beschränkt und mebrfacli Wagen 
benutzt. Jedenfalls sei man pünktlicli um 10 Uhr vorm. zur ersten 
Führung am Stadtschloß (S. 173). Dann mit der Pferdebahn zum 
Brandenburger Tor (S. 174); zu Fuß zur Friedenskirche ^ nacb 
Sanssouci (S. 175/176) und zur Orangerle (S. 177), wo man an 
schönen Tagen unten beim Kaffeehaus wohl Droschken nach dem 
Neuen Palais (S. 178) findet (ist das Neue Palais unzugänglich, so 
gehe man über Oharlottenhof zur Yiktoriastraße : Pferdebahn); 
zurück zur Stadt. Nachm. entweder mit der Pferdebahn (Allee- 
straße) zum Neuen Garten (^Marmorpalals , s. S. 179), iihei Gllenlcke 
nach Babelsberg (S. 180) und zum Bhf. Neu-Babelsberg (S. 168); — 
oder vom Endpunkt der genannten Pferdebahn auf den Pfingstberg 
(S. 179), weiter zur Meierei im Neuen Garten und am Marmorpalais 
vorbei zur Pferdebahn zurück. Nachm. den Pfingstberg, den Neuen 
Garten und Babelsberg zusammen zu besuchen, ist selbst mit Wagen 
kaum ausführbar, da diese den Neuen Garten nicht passieren dürfen. 

EmpfeMenswert ist auch folgende Tageseinteilung: mit der Eisenbahn 
(S. 169) bis Neu- Baieisberg, von da mit dem Dampfboot (S. 168) nach Klein- 
Glienicke. Zu" Fuß nach ''Schloß Baieisberg und durch den Park an der 
Gerichtslaube und dem Flatowturm (*Aussicht) vorüber zur Havel. Im Kahn 
hinüber nach Potsdam (Holzmarktstr.; s. S. 179), wo man um die Mittags- 
zeit den Besuch des Stadtschlosses einschiebe. Dann mit der Pferdebahn 
zum Brandenburger Tor. Zu Fuß nach "'- Sanssouci und der Orangerie und 
durch den Park entweder nach Stat. Wildpark oder zur Pferdebahn in der 
Luisenstraße und mit dieser zurück zum B-ihnhof. 

Tageseinteilung für Radfahrer (vgl. S. 181; das Radfahren in den 
königl. Parks ist verboten) : nach dem Besach des Stadtschlosses über Älimarkt, 
Schloßstraße, Plantage, Bäckerstraße, Charlottenstraße zum Cafi Sanssouci yov 
dem Brandenburger Tor , wo man das Rad zurücklasse. Zu Fuß zur 
Friedenskirche und zurück. Mit Rad durch die Obeliskenstraße, an der 
historischen "Windmühle vorbei, zum Kaffeehaus unter der Orangerie, wo 
man das Rad einstelle. Zu Fuß: Schloß Sanssouci, Bildergalerie, Große Fon- 
täne, Charlottenhof, Neues Palais, Orangerie und zum Kaffeehaus zurück. Mit 
Rad, an der Russischeri Kapelle vorbei, über den Pfingstberg zur Meierei im 
Neuen Garten (Rad zurücklassen). Zu Fuß zum Marmorpalais. Mit Rad über 
Große Weinmeister str aße , Schulstraße, Mangerstraße, Neue Eönigstraße zur 
Glienicker Brücke (Fahrverbot; diesseits 1. Abstecher zur Matrosenstation) 
und nach dem Piest. Biirgershof in Klein- Glienicke (Rad zurücklassen). Zu 
Fuß nach Babelsberg und mit Rad nach Potsdam zurück. 

Das Rauchen ist in den kgl. Gärten außer in Babelsberg und bei der 
Orangerie verhüten. 

Die Wasserkünste von Sanssouci springen im Sommer sämtlich So. 
12-7 (5) U., die große Fontäne allein Di. Do. 3-7 (5) Uhr. 

Der Eintritt in die kgl. Schlösser ist von 10, So. von 11 bis 6, im 
Winter bis 4 Uhr gestattet. Karten zu 25 Pf. werden ausgegeben für: das 
Stadtschloß (S. 173), die Garnisonkirche (S. 174), das Mausoleum Kaiser 
Friedrichs III. (S. 175j , Sanssouci (S. 176), die Bildergalerie (S. 176), die 
Orangerie (S. 177), das jS^eue Palais (S. 178; von Mitte Januar bis gegen 
Anfang Mai und sonst in Abwesenheit der Majestäten), das Marmorpalais 
(S. 179) und Babelsberg (S. 180). 



172 Route Id. POTSDAM. Die Stadt. 

Potsdam, die zweite Residenz des Kaisers und Königs, Sitz des 
Oberpräsidiums der Provinz Brandenburg, mit 59300Einw. einschl. 
einer 7000 Mann starken Garnison, liegt in anmutiger, waldreicher 
Umgebung auf einer von der Havel und den Havelseen gebildeten 
Insel, dem sog. Potsdamer Werder. Die Stadt, slavischen Ursprungs, 
im X. Jahrh. zuerst genannnt, war vor dem Großen Kurfürsten, der 
das ursprüngliche Stadtschloß baute, unansehnlich. Ihre Bedeutung 
verdankt sie König Friedrich Wilhelm I. und besonders Friedrich 
dem Großen, der fast beständig hier residierte. Durch ihn ent- 
standen das heutige Stadtschloß und das Schloß Sanssouci, deren 
Innenräume zu den schönsten des blühenden Rokoko gehören, ferner 
das prunkvolle Neue Palais und ein großer Teil der Parkanlagen. 
Von Friedrich Wilhelm II. ist das Marmorpalais, im Stil des begin- 
nenden Klassizismus ; Friedrich Wllhehn III. begann die Nikolaikirche 
und schuf die Anlagen der Pfaueninsel. Friedrich Wilhelm IV. er- 
baute als Kronprinz die Villa Charlottenhof, ein reizelides Werk des 
klassischen Stils, als König die Orangerie und die Anlage auf dem 
Pflngstberg, beides sehr wirksame Dekorationsstücke italienischer 
Art, ferner die Friedenskirche und die Kirche von Sakrow. Wil- 
helm I. folgte in Schloß Babelsberg, das er als Prinz erbaute, der 
gotischen Liebhaberei rheinischer Romantik. Künstlerisch bedeut- 
samer sind die durch Schinkel ausgeführten Bauten des Prinzen 
Karl in Glieuicke. — Auch auf die privaten Bauten erstreckte sich 
der Einfluß der Könige. Friedrich Wilhelm I. baute ein holländisches 
Viertel; Friedrich d. Gr. ließ in den Hauptstraßen Nachbildungen 
italienischer Palastfassaden ausführen, für die vielfach je zwei 
Häuser vereinigt wurden. Im übrigen macht die innere Stadt einen- 
ähiilich einförmigen Eindruck wie Versailles. 

Potsdam ist die eigentliche Wiege des preußischen Kriegsheeres. 
Von hier aus erließ König Friedrich Wilhelm I. seine an der langen 
Garde geprüften Reglements zur Förderung der Ordnung, Gleich- 
förmigkeit und Mannszucht in seinem Heere. Alle Regimenter 
hatten jährlich einige Offiziere, Unteroffiziere und Gemeine nach 
Potsdam zu senden, wo ihnen der König selbst die Ausführung 
seiner Reglements zeigte. Noch heute sind die vielen Soldaten, 
besonders die ausgesuchten Mannschaften der Garderegimenter i), 
charakteristisch für das Stadtbild. 

Der Bahnhof liegt auf dem 1. (östlichen) Ufer der Havel in der 
Teltower Vorstadt. Zur Stadt gelangt man über die Lange Brücke, 
die sich auf den westl. Teil der sog. _,;Freundschaftsinser'' stützt 
und 1895 mit acht Sandsteinfiguren preußischer Soldatentypen seit 

f ) Die Garnison besteht aus dem 1. Garderegiment zu Fiiß, dem Garde- 
Jägerbataillon, dem Regiment der Gardes du Corps, dem Leib-Garde-Husaren- 
regiment, dem 1. und 3. Garde-Ulanenregiment und dem 2. und 4. Garde- 
Feldartillerieregiment. Das Lebr- Infanterie -Bataillon, zu dessen kleinem 
Stamme 15. Apr. -1. Okt. Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften des 
ganzen deutschen Heeres (außer Bayern) abkommandiert werden, verfolgt 
dieselben Ziele, wie die oben erwähnte Einrichtung Friedrich Wilhelms I. 



stadtschloß. POTSDAM. li. Route. 173 

der Zeit des Gr. Kurfürsten, vonHerter, geschmückt worden ist. — Auf 
der Insel neben der Brücke ein Reiterdenkmal Kaiser Wilhelms I., 
Bronzeguß nach Herters Modell, 1900 errichtet; Yor dem Sockel eine 
sitzende Siegesgöttin; Sockelreliefs : der Prinz 1814 als Ordonnanz 
bei Bar-sur-Aube, Einzug 1871 in Berlin. Beim Denkmal südl. 
Blick auf den Brauhausberg mit der Kriegsschule, von der Brücke 
östl. auf die H. Geistkirche und Babelsberg. 

Am r. Flußufer erinnert die Linde in der Mitte der Straße an 
die Zeit Friedrichs d. Gr. : hier pflegten sich, wenn der König im 
Stadtschloß weilte, Bittsteller aufzustellen, um seine Aufmerksam- 
keit zu erregen. 

Das königl. *Stadtschloß, um 1670 zuerst aufgeführt, in seiner 
heutigen Gestalt von einem Umbau Knobelsdorffs um 1750 her- 
rührend, ist ein merkwürdiges Beispiel edel klassischen Stils 
während der Herrschaft des Rokoko. Der innere Ausbau steht an 
Güte des verwendeten Materials und geschmackvoller Ausführung 
auf höchster Stufe. Gezeigt werden nur die Räume des ersten 
Stockes im südlichen Hauptbau und im "Westflügel [Eintr. s. S. 171 ; 
Karten in der nordöstl. Ecke des Hofes). 

Im Haüptbau: die reich geschuiückten Zimmer Friedrichs II. 
mit prachtvollen Möbeln und Gemälden von Lancret, Pater, Pesne, seit 
seinem Tode nicht verändert. Neben der Bibl iothek, die vom S chlaf- 
z.immer nur durch eine silberne Balustrade getrennt ist (jetzt in Verbin- 
dung mit diesem öfters zu. Taufen des königl. Hauses benutzt), das kleine 
sog. Konf idenz tafelg emach mit doppelten Türen, in dem der 
Speisefisch mittels einer Falltür hinabgelassen werden konnte, wodurch 
man der Belauschting durch die Dienerschaft entging. Besonders schön 
das Arbeitszimmer in der südöstl. Ecke. — In der Mitte der vom Gr. 
Kurfürsten angelegte, von Friedrich d.Gr. reich ausgeschmückte Marmor- 
saal mit Deckengemälde, vier großen allegorischen Gemälden und drei 
Bronzereliefs, die sich auf die Taten des Gr. Kurfürsten beziehen. Daneben 
der *Bronze3aal. Die weiß getäfelten Wände und Spiegel mit reizen- 
den Rokoko- Ornamenten in vergoldeter Bronze, ..von J. M. Eambly und 
Schwitzer, sind das schönste Beispiel dieser Art. Über dem Kamin Doppel- 
bildnis König Friedrich Wilhelms I. und Augusts des Starken von Silvestre; 
gegenüber eine prachtvolle französische Standuhr. — R. die Parade- 
kammern mit zahlreichen Bildern von Hasenpflug, Begas, Gudin u. a., 
sowie mehreren Marmorgruppen von F. Wolflf und Möller. 

Im Westflügel dienen die sogen, russischen Kammern (nach 
dem Exerzierplatz zu) gewöhnlich fremden Herrschaften zur Wohnung. — 
In den Zimmern Friedrich Wilhelms I. neben einigen von ihm 
„in tormentis" (der Gicht) gemalten Bildern sein großes Reiterporträt von 
Camphausen. — In den Or anienkammern alte Gobelintapeten. — Der 
nördliche Teil des Westflügels, der meist nicht geöffnet wird, enthält die 
Zimmer Friedrich Wilhelms III. und der Königin Luise. 

Yor dem Schloß an der Havel liegt der Lustgarten. Dekorativ 
wirksame Statuen aus dem xviii. Jahrh. in der Kolonnade und im 
Großen Bassin ; in der Nähe des letzteren Erzbüsten hervorragender 
Männer aus der Zeit der Befreiungskriege, von Rauch. Ein Bronze- 
standbild von Hilgers (Wiederholung des S. 55 erwähnten) erinnert 
an Friedrich Wilhelm I., dessen Riesengarde (die „langen Kerle") 
hier ihren Exerzierplatz hatte (vgl. S. 172). Noch jetzt findet hier dig 
Frühjahrsparade der Potsdamer Garnison statt. 



174 Boute 14, POTSDAM. Nikolaikirche. 

Nördl. Yom ScMoß liegt der Altmarkt, den ein Q.3ni hoher 
Ohelisk mit Reliefporträten des Gr. Kurfürsten nnd der drei ersten 
Könige schmückt. An der Ostseite des Platzes das 1754 in hollän- 
dischem Stil erhaute Bathaus; darauf ein Atlas mit der Weltkugel. 

Die Nikolaikirclie, auf dem Altmarkt, wurde 1830-37 nach 
Schinkels Entwürfen von Persius, Stüler und Prüfer erhaut, die 
Kuppel 1842-50 hinzugefügt. In der Apsis ein großes Freskohild 
auf Goldgrund, Christus mit den Aposteln und Evangelisten, nach 
Schinkel; in den Gewölhezwiekeln unter der Kuppel vier Propheten 
nach Cornelius. Schöne Aussicht von der Säulenhalle der Kuppel. 
Einlaß durch den Küster, rechts nehen der Kirche im Predigerhaus. 

Die Gamisonkirclie, 5 Min. westlich vom Schloß, ist 1731-35 
nach Plänen Gerlachs erhaut. Eintr, (S. 171) im Sommer 10-6 Uhr 
durch Portal B, im Winter wende man sich an den Küster, Kiezer- 
str. 24. In einem Gewölhe hinter der Kanzel ruhen Friedrich 
d. Gr. und sein Vater Friedrich Wilhelm I., der Bauherr der 
Kirche. Hier schlössen Friedrich Wilhelm III. und Alexander I. 
in der Nacht zum 4. Nov. 1805 ihren Freundschaftshund. Der 
Turm hat ein Glockenspiel , das alle Viertelstunden ertönt. — 
Nördl. in der Plantage eine Bronzenachhildung des Standbildes 
Friedrichs d. Gr. von Uphues (S. 156). Westl. das von Friedrich 
Wilhelm I. gestiftete Militär -Waisenhaus; das jetzige Gebäude, 
1771-78 nach Gontards Entwarf errichtet, hat auf der Fassade an 
der Lindenstraße ein zierliches Kuppeltempelchen. 

Auf dem Wilhelmplatz, an dem die Pferdebahn zum Bran- 
denburger Tor vorüberführt , erhebt sich seit 1845 ein von Kiß 
entworfenes Standbild Friedrich Wilhelms III.; östl. der stattliche 
Neubau der Post. — Nordöstl., am B a s s i n p 1 a t z , die Französische 
Kirche^ 1752 von Knobelsdorff erbaut, und die nach Salzenbergs 
Entwürfen 1867-70 erbaute Katholische Kirche. Nördl. und westl. 
umgibt den Platz das S. 172 genannte Holländische Viertel. 
Westl. vom Platz gehen die Charlottenstraße (in dieser zahlreiche 
Beispiele der S. 172 erwähnten Palastbauten Friedrichs d. Gr.) 
und die Brandenburger Straße zum Brandenburger Tor; zwischen 
beiden (Waisenstr.) liegt das Offizierkasino, 1823-24 von Schinkel 
erbaut. 

Das Brandenburger Tor (Pferdebahn vom Bahnhof s. S. 170; 
zu Fuß 1/2 St.) wurde 1770 von Unger in Gestalt eines römischen 
Triumphbogens erbaut. Außerhalb, auf dem Luisenplatz, ein 
Bronzestandbild Kaiser Friedrichs III., von Börmel (1903). Vor dem 
Tor dehnt sich südwestl. die Brandenburger Vorstadt aus, mit der 
Station Charlottenhof (S. 169). — Nördl. gelangt man durch die 
Hohenzollernstraße zum Haupteingang des Parks von Sanssouci 
(S. 175; bei dem Obelisken) und nach dem sog. Weinbergstor, das 
Friedrich Wilhelm IV. 1852 dem Prinzen von Preußen (Kaiser 
Wilhelm I.) bei der Rückkehr aus dem badischen Feldzug (1849) 
widmete. Einige Minuten weiter zweigt von der Nauener Chaussee 



Friedenskirche. POTSDAM. 14. Route. 175 

halbreclits der „Weg durcli die neuen Anlagen" &h, der angenehm 
nach dem Neuen Garten (1/2 St. ; s. S. 179) führt. 

Wir folgen vom Brandenburger Tor der Allee halbrechts zum 
„Grünen Gitter", dem am meisten benutzten Eingang in den Park 
von Sanssouci. Vor dem Torhause r. (Karten zum Mausoleum, s. 
unten) der Zugang zur 

*rriedenskirelie , einer Lieblingsschöpfung Friedrich Wil- 
helms IV., im Stil altchristlicher Basiliken von Persius ausgeführt 
und 1850 vollendet; der abseits stehende Glockenturm („Campa- 
nile") hat eine Höhe von 40m. Vor der Kirche in dem säulen- 
umgebenen Atrium („Paradies" der Basiliken), außer einer Nach- 
bildung von Thorwaldsens Christus (1821), die von Rauch 1855/56 
modellierte, nach des Meisters Tode von Alb. Wolf ausgeführte 
*Marmorgruppe des von Aaron und Hur gestützten, den Sieg er- 
flehenden Moses. Südl. vom Atrium ein Kreuzgang, mit interessanten 
Bruchstücken altchristlicher Skulpturen; das Terrakottaportalan 
dessen Westseite ist eine Nachbildung desjenigen der Klosterkirche 
zu Heilsbronn. Die Gesamtanlage mit dem anstoßenden Park am 
Rande des Friedenssees ist von hoher Feierlichkeit. 

Das Innere der Kirche (Küster im Törgebäude 1.) ist dreiscMffig, mit 
16 schwarzen ionischen Marmorsäulen. Vor der Altarnische die G-ruft 
Friedrich "Wilhelms IV. (f 1861) und seiner Gemahlin Elisabeth {f 1873). 
Das Mosaikbild der Apsis, Christus mit Maria und Petrus zur Rechten und 
Johannes d. T. und St. Cyprianus zur Linken, ist ein altvenezianisches 
Werk aus S. Cipriano di Malamocco. 

An der Nordseite des Atriums führt eine Tür in das nach dem 
Muster der Kapelle von Innichen in Tirol 1890 von Raschdorff ge- 
baute Mausoleum für Kaiser Friedrich (Eintr. S. 171 ; Karten im 
Torhause r.), ein in Sandstein ausgeführter, im Innern auf neun 
Labradorsäulen ruhender, kuppelgeschmückter Rundbau mit Apsis. 
Die * Marmorsarkophage des Kaisers (f 15. Juni 1888) und der 
Kaiserin Viktoria (f 5. August 1901), sovs^ie die ihrer Söhne 
Sigismund und Waldemar sind von R. Begas. In der Altarnische 
Rietschels herrliches Erstlingswerk, die *Pietä (1845). Die Kuppel 
in Mosaik mit Engelgestalten nach E. Ewald. 

Schreitet man bei der Friedenskirche durch das grüne Gitter- 
tor in den *Park von Sanssouci, so trifft man bald, r. um eine 
Ecke biegend (1. hier der Zugang von Stat. Charlottenhof, S. 169), 
eine verkleineit-e, freie Marmornachbildung des Rauchschen Reiter- 
bildes Friedrichs d. Gr. (S. 51). Dahinter die große Fontäne, deren 
Wasser 36m hoch steigen (S. 171). Die zwölf Figuren, die sie um- 
geben, sind Werke französischer Bildhauer desxviii. Jahrh. : Merkur 
und Venus (Kopien, die Originale im Kaiser-Friedrich-Museum) 
von Pigalle, Geschenke Ludwigs XV. ; Jagd und Fischerei von Lam- 
bert Sigisbert Adam; seinem Bruder, Frangois Gaspard Adam, ge- 
hören die meisten anderen Statuen an. Nördl. , vor der Treppe, 
die von Friedrich d. Gr. für 60000 Mark erworbene Porphyrbüste 
des Herzogs Paolo Jordanzio von Bracciano. — Die Fontäne liegt 



176 Route 14. POTSDAM. Sanssouci. 

in dem großen Hauptwege , der den Park von Osten (Obelisk, 
S. 174) nach Westen (Neues Palais, S. 178) durchquert. 

Eine 20m hohe, breite Treppe führt von der Fontäne in sechs 
Terrassen, auf denen schon Friedrich d. Gr. Trauben und edles 
Obst zog, zu dem hochgelegenen Schloß. Auf der obersten Terrasse 
zwei schöne Fontänen, deren "Wasser in Glockenform spielen. Am 
östl. Ende der Terrasse liegen Friedrichs d. Gr. Windspiele unter 
Steinplatten begraben. In der Mitte derselben eine Statue der 
Flora (von Frangois Gaspard Adam), unter der Friedrich selbst be- 
graben sein wollte (^.quand je serai lä, je serai sans souci"). 

*ScMoß Sanssouci ließ Friedrich d. Gr. 1745-47 nach eigen- 
liändigen Skizzen durch v. Knobelsdorff aufführen. Es ist ein ein- 
stöckiger Bau von 97m Länge und 12m Höhe. Nach N. schließt 
ein Säulengang im Halbrund die Terrasse gegen die Landschaft ab. 
Die Zimmer Friedrichs, der fast ständig hier wohnte, sind großen- 
teils im frühern Zustand erhalten und bieten außer den geschicht- 
lichen Erinnerungen ein besonderes Interesse durch ihre reizende 
Rokoko-Dekoration (Eintr. S. 171 ; Karten an der Rückseite). 

Im WESTLICHEN Flügel dasZimmerVoltaire's, mit interessanten 
Holzschnitzereien, sowie die Zimmer FriedriehWillielms IV., der 
hier am 2. Jan. 1861 starb. — Der Mittelbad enthält den ovalen Speise- 
saal, dessen Südseite in großen Türen nacli der Terrasse geöffnet werden 
kann. Die Figuren Apollo's und der Urania sind von Francois Gaspard 
Adam (S. 175). Die berühmte Tafelrunde des Königs ist aus Menzels Bild 
(S. 94) allgemein bekannt. — Östlichee Flügel. Im Audienz zimmer 
und in den anstoßenden Räumen ausgezeichnete *Gemälde von Watteau, 
Pater, Lancret und schöne Möbel. — Im Konzertsaal zeigt die Uhr, die 
Friedrich selbst aufzuziehen pflegte, den Augenblick seines Todes (2 Uhr 
20 Min. früb am 17. Aug. 1786). Scböne Deckendekoration ; Wandgemälde 
von Pesne. — Wohn- und Sterbezimmer Friedrichs II. (noch im 
Todesjahr des Königs von Friedrich Wilhelm II. umgebaut): das Bildnis 
Friedrichs II. von Graff, ungefähr aus seinem 56. Jahre. *Marmorstatue 
von Magnussen (1898), „Friedrichs d. Gr. letzte Augenblicke". — Im 'Biblio- 
thekzimmer, einer der schönsten Schöpfungen des Rokokostils, einige 
antike Büsten, darunter ein schöner Homer. Die Wandbekleidungen sind 
aus Cedernholz und vergoldeter Bronze. — Durch die Galerie, mit zahl- 
reichen Gemälden Watteaus und seiner Schule, gelangt man zum Parole - 
saal (hinter dem Speisesaal), wo die Führung endet. 

Die 1756 erbaute Eildergalerie, östl. von Sanssouci, ist m 
Innern reich mit Stuckornament geschmückt (Eintritt S. 171, 
Kastellan meist anwesend). Sie enthält einige Originalwerke von 
Bubens (h. Familie, büßende Magdalena), van Byck (vier Evange- 
listen, Amor als Schlittschuhläufer), Remhrandt (ein kleines frühes 
Bild von 1628), Cranach, Cornelis van Haarlem, Hans Baidung, 
P. Molenaer, sowie eine Anzahl Bilder der beiden van der Werff, 
mehrere gute Jan Brueghel, Pesne, Graff (der Schauspieler Iffland 
als Pygmalion) u. s. w. ; in dem hinteren Räume auch eine kostbare 
Vase aus Blutjaspis. — Östl. nahebei die Neptuns grotte, ein Rest 
der reichen architektonischen Dekoration des Parks von Sanssouci 
aus der Zeit Friedrichs d. Gr. Davor eine Nachbildung des Stand- 
bildes Friedrichs d. Gr. von üphues (S. 156). 



Orangerie. POTSDAM. 14. Route. 177 

1/4 St. nördl. von Sanssouci liegt der Ruinenberg, eine bewaldete An- 
böhe mit künstlicben Ruinen und dem Becken (4Tm im Durchmesser), 
aus dem die 1840-42 von Persius und Brix angelegten Wasserwerke von 
Sanssouci gespeist werden. Vom Turm (Trkg.) weite und schöne Aus- 
sicht. Erfr. beim Kastellan. 

Westl. von Sanssouci führt der "Weg nach der Orangerie an der 
bekannten Windmühle Yoiuh er, deren Besitzer Friedrich d. Gr. den 
Verkauf verweigert hahen soll ; sie ist jetzt kgl. Eigentum. 

Die *Orangerie, ein ausgedehnter, mit den Seitenflügeln 298m 
langer Bau florentinischen Stils, wurde 1856 nach Plänen von Hesse 
vollendet. Die Fassade ist mit allegorischen Statuen geschmückt. 
Vor dem Mittelhau ein Marmorstandbild des Schöpfers der Anlage, 
Friedrich Wilhelms IV., von Bläser (1873). Auf der Terrasse die 
1901 mitgebrachten astronomischen Instrumente der ehemaligen 
Jesuitensternwarte zu Peking, hervorragende Beispiele chinesischen 
Bronzegusses, nach Angaben des Paters Verbiest von chinesischen 
Ciseleuren angefertigt (1673). Vorn eine bronzierte Zinknachbil- 
dung des farnesischen Stiers, unterhalb zwei antike Sarkophage als 
Brunnentröge. Von den Türmen des Schlosses weite *Ilundsicht. 

Inneres (Eintr. s. S. ITl). — Im Mittelsaal 48 Kopien RaflaelscherBil- 
der,und moderne Skulpturen. — Malachitsaal: Thoricaldsen, Autinoaskopf 
u. Scbäferkopf; Troschel, Ba.cclius -^ Cauer, Statuette Friedrich Wilhelms IV.; 
ferner Gemälde : 0. Jlc/ie»&acfi, Park bei Fraacati, u.a. — Bernsteinzim- 
mer: "Rauch, Danaidefletzte vollendete Arbeit); Meißner und Berliner Por- 
zellane. — Schildpattzimmer: E. Eildebrandt, Ansichten aus Palästina. 

Die schönen terrassierten Gartenanlagen mit geschnittenen 
Hecken sind im Stil des xvi. Jahrhunderts gehalten. Südl. unter- 
halb der Orangerie, an der Maulbeer-AUee, bietet ein Kaffeehaus 
Gelegenheit zur Erfrischung (gegenüber Halteplatz für Droschken). 
Westl. von dem Kaffeehaus an der Maulbeer- Allee r. der Paradies- 
garten,mit reizendem Atrium griechischen Stils (nächster Weg nach 
dem Neuen Palais, S. 178). Östl. vom Kaffeehause trennt die Allee 
den (1.) nordischen Garten von dem (r.) Sizilianischen Garten. In 
letzterem ein kolossaler Bogenschütz vonM. Geyger und ein wasser- 
schöpfendes Mädchen von E. Wolff. 

Südl. vom Sizilianischen Garten, jenseit des Hauptweges (vgl. 
S. 175 und die Karte S. 169) sind bemerkenswert die Seepferd- 
fontäne, von Kiß, und das Japanische Haus, von Friedrich d, Gr. 
„Affensaal" genannt. Weiterhin (am besten über die Brücke beim 
Eingang an der Lennestr.) kommt man nach dem Römischen Bad. 
Darin ein kostbares Badegefäß aus Bandjaspis, Mosaikkopie der 
Alexanderschlacht u. a. ; Trinkg. — Noch weiter (25 Min. von der 
Orangerie) folgt 

*Cliarlottenliof, aus einem einfachen Landhaus 1826 von Schinkel 
zu einer reizvollen italienischen Villa umgeschaffen. Sie enthält 
u. a. im Atrium Reliefs von Thorwaldsen, eine Büste Schinkels von 
Rauch; in einem der Zimmer Stuhl aus Stahl und Silber, von 
Peter d. Gr. gefertigt; zwei Zimmer mit Erinnerungen an Alexander 
V. Humboldt. Kastellan im Erdgeschoß (Trinkg.). Prächtig sind 

Bsedeker's Berlin und Umgebung. 13. Aufl. 12 



178 Route 14. POTSDAM. Neues Palais. 

aucli die Parkanlagen der Unigel)Ting. — Stat. Wildpark, 15 Min. 
von Mer, s. S. 169. 

Der westlichste Teil des Parkes von Sanssouci ist im Sommer und 
Herbst dem Publikum nicht zugänglich. Um das abgesperrte Ge- 
biet herum (vgl. die Karte S. 169) gelangt man von der Orangerie 
in 20 Min., von Charlottenhof in 25 Min. zum Neuen Palais, der 
Sommerresidenz des Kaisers (10 Min. von Stat. Wildpark). 

Das *Neue Palais, von Friedrich d. Gr. zur Bekundung seiner 
Macht und reichen Geldmittel während des siebenjährigen Krieges 
geplant, wurde 1763-69 mit einem Aufwand von 3 Mill. Talern 
aufgeführt. Die Pläne lieferte der Hamburger Joh. O. Büring nach 
holländischen und englischen Vorbildern. Das Hauptgebäude ist 
213m lang und in dem kuppelgekrönten Mittelbau drei Stockwerke 
hoch. Die Hauptfront ist östl. dem Park zugewendet. Westl. die 
malerisch profilierten, durch einen halbrunden Säulengang verbun- 
denen Communs, die nach K. v. Gontard's Plänen ausgeführt und 
zu Wohnungen für die Hofkavaliere bestimmt sind. Zusammen 
mit den Communs bildet das Neue Palais ein prachtvolles Ganze. 
In der Ausführung ist vieles flüchtig; die Skulpturen sind mittel- 
mäßig, aber in dem verwitterten Sandstein auf dem roten Backstein- 
grunde sehr wirksam. In neuerer Zeit wurde das Neue Palais lange 
Zeit von dem Kronprinzen Friedrich Wilhelm (Kaiser Friedrich) 
bewohnt, der am 18. Okt. 1831 hier geboren war und am 15. Juni 
1888 hier starb. Wilhelm II. ließ das Gebäude erneuern und durch 
einen Terrassenbau, mit Kandelabergruppen von Schott, nach dem 
Garten abschließen. Eintritt s. S. 171; Eingang im Südfiügel. 

Das Innere enthält an 200 Zimmer, deren phantasievolle Ausschmückung 
ein glänzendes Zeugnis für die Dekorateure der Zeit Friedrichs d. Gr. ab- 
legt, wenngleich die vornehme Durchführung des Stadtschlosses nicht 
wieder erreicht ist. Gezeigt werden die Räume des südl. Flügels, im nördl. 
sind die Privatzimmer des Kaisers. — Im ErdgeschoB in den ^Zimmern 
Friedrichs d. Gr. Erinnerungen an ihn, auch ein von ihm gezeichnetes 
Bildnis Voltaire''8; von Gemälden sind bemerkenswert ein guter Watteau 
und iJ«6e»s' Anbetung der Könige. Der *Mus ch eis aal ist mit Muscheln, 
sowie (erst in neuerer Zeit hinzugekommenen) Metallstufen und edlen 
Steinen eingelegt. Das hübsche Theater hat Raum für 500 Personen. — 
Im I. Stockwebk ebenfalls manche alte Gemälde. Im Marmor- oder 
Konzertsaal (30m 1., 19m br., 12,5m h.): Einführung des Ganymed in 
den Olymp (an der Decke) und Opferung der Iphigenie von Vanloo^ Raub 
der Helena von Fesiie. Im Tanzsaal: Tod der Lucretia, Diogenes von 
Guido Reni, Urteil des Paris und Raub der Sabiuerinnen von Luca Gioi'dano. 

Der Schloßkastellan hat den Schlüssel zu dem nahen Antiken- 
tempel, der eine zweite Ausführung des *Marmorbildes der Königin 
Luise (S. 165) von Rauch enthält, die der Künstler auf eigene 
Hand in den J. 1818-27 schuf, 1834 vom Könige angekauft. — 
Gegenüber der Freundschaftstempel, von Friedrich d. Gr. durch den 
Architekten K. v. Gontard zum Andenken an seine Schwester, die 
Markgräfin von Bayreuth, errichtet, mit deren Statue. 



Marmor- Palais. POTSDAM. 14. Route. 179 

Im Norden der Stadt Potsdam dehnt sich die Nanener 
Vorstadt aus. Durch sie führt, Yorüber an dem Neuhau des Regie- 
rungsgebäudes, eine Pferdehahn nach der Alleestraße (S. 171). 
Diese geht 1. in den S. 174 genannten Weg nach Sanssouci über; 
r. ist nahe der Haupteingang zum Neuen Garten (s. unten), hei 
dessen Westeingang sich die im romanischen Stil ausgeführten 
Gebäude des Kaiserin- Augusta-Stifts erheben. 

Unmittelbar jenseit der Alleestraße folgt die Kolonie Alexan- 
drowka , 14 Blockhäuser nebst Kapelle, 1826 von Friedrich "Wil- 
helm III. für die damals beim 1. Garde - Regiment angestellten 
russischen Musiker gebaut. Durch die Kolonie gelangt man in 
c. 20 Min. (vom Endpunkt der Pferdebahn) auf den *Pfingstberg. 
Ihn krönt, als Einfassung des Hauptwasserreservoirs, ein groß- 
artig angelegtes dekoratives Gebäude, dessen beide Türme eine 
weite Aussicht gewähren über die Stadt und die Havel hinweg bis 
Berlin, Spandau, Nauen und Brandenburg, namentlich schön bei 
Abendbeleuchtung (Trinkg.). — Westl. vom Pflngstberg der große 
Exerzierplatz (Bornstädter Feld); nördl., 50 Min. vom Pflngstberg 
Boii Nedlitz (mehrere Restaur.; Dampfer S. 170), diesem gegen- 
über die Römerschanze (S. 168); nordöstl. (Wegw. an einem Stein) 
ist vom Pflngstberg die Meierei (s. unten) in 1/4 St. zu erreichen. 

Östl. von Alexandrowka (s. oben) ist der Eingang zum Neuen 
Garten, der sich durch schöne Exemplare fremdländischer Bäume 
auszeichnet. Darin am Heiligen See das anmutige 

Marmor-Palais, unter Friedrich Wilhelm IL, der hier 1797 
starb, 1786 nach Plänen Gontards begonnen, 1788-96 von K. G. 
Laughans weitergeführt, 1844-45 vollendet. Kaiser Wilhelm IL 
wohnte hier als Prinz 1881-88. 

Im Hof: Prometheus, von £. Wolff; in den Arkaden Darstellnngen 
aus dem Isibdungenliede und Ansicliten von Rhein und Donau iidich Kolhe 
und Eetse. — Das Innere des Schlosses (Eintr. S. 171; Kastellan im r, 
Flügel) enthält Skulpturen von Tassaeri, Troschel, E. Wolff., Rauch., Ge- 
mälde von Hackert u. s. w. Im orientalischen Kabinett ein kostbarer Tisch, 
Geschenk der Kaiserin Katharina II. an Friedrich d. Gr. Im Speisesaal 
die Marmorbüsten des Kaisers Wilhelm II. und der Kaiserin Friedrich 
von R. Begas. 

In der Nordecke des Parks, am Jungfernsee, die Meierei (Rest. ; 
Überfahrt nach dem Walde zwischen Sakrow und der Römerschanze, 
S. 168; Dampfer S. 170). Von ihr angenehmer Spaziergang am See, 
vorüber an der in nordischem Stil ausgeführten königl. Matrosen- 
station Kongsnäs für die Schiffe Alexandra und Royal Luise, zur 
Olienicker Brüche (V2 St. vom Schloß und von der Meierei; s. unten). 



Im Osten von Potsdam setzt man vor dem Berliner Tor 
r. von der Holzmarktstr. nach Babelsberg über (s. S. 180). Die 
am Tor beginnende Neue Königsstraße führt an der (r.) Garde- 
Husaren-Kaserne und der (1.) Garde-du-Corps-Kaserne, mit zwei 
Soldatengruppen von Kiß, vorbei nach der Glienicker Brücke (Pferde- 
bahn s. S. 170; Überfahrt nach Babelsberg s. S. 180). 

12* 



180 Route 14. POTSDAM. Babelsherg. 

Jenseit der Brücke liegt 1. vor dem Dorf Klein- Glienicke das 
Schloß des Prinzen Friedrich Leopold , das sein Großvater, Prinz 
Karl (f 1883), durcli ScMnkel erbauen ließ. Der prächtige Park 
ist iiiclit zugänglich; an der Ecke bei der Glienicker Brücke eine 
Rotunde, von ScMnkel dem Denkmal des Lysikrates in Athen 
nachgebildet. 

Auf der r. nach Babelsberg führenden Chaussee gelangt man 
alsbald zum Jagdschloß Glienicke, ursprünglich vom Gr. Kurfürsten 
erbaut, in neuerer Zeit vom Prinzen Friedrich Karl (f 1885) und 
von dessen Sohn, dem Prinzen Friedrich Leopold, der es jetzt be- 
wohnt, umgebaut und erweitert (Eintritt nicht gestattet). — Die 
Havelbucht, an der das Jagdschloß liegt, ist durch den Teltower 
Kanal mit dem östl. beginnenden Griebnitzsee verbunden ; Halte- 
stellen der Dampfer von Bhf. Neu-Babelsberg (S. 168) nach Nedlitz 
(S. 179) im Dorfe beim Rest. Bürgershof und bei der Kanalbrücke. 
Nördl. von letzterer steigt man zu dem (auch von der Berliner 
Chaussee her zugänglichen) Böttcherberg hinauf; oben vor einer 
Loggia prächtige *Aussicht. 

Südl. von der Kanalbrücke ist der Haupteingang zum Park und 
Schloß Babelsberg. I1/2 St. genügen zum Besuch beider. Überall 
Wegweiser an Steinen. 

*Scliloß Babelsberg (Eintr. s. S. 171), ein malerischer Bau 
englisch-gotischen Stils inmitten eines schönen vom Fürsten Pückler 
angelegten Parks, wurde 1835 nach <Sc/iinfce?s Plänen erbaut, 1843- 
49 von Strack vergrößert. Die Ausstattung und Ausschmückung 
des Innern ist durchweg von jener Einfachheit und Bescheidenheit, 
wie sie um die Mitte des xix. Jahrhunderts in Deutschland noch 
fast allgemein waren. Gezeigt werden die Gesellschaftsräume, das 
Arbeitszimmer und das Schlafzimmer Kaiser Wilhelms I., der in 
jedem Jahre die letzten Sommermonate hier zuzubringen pflegte. 
Erinnerungen an den badischen Feldzug , sowie an die Feldzüge 
der Jahre 1864, 1866 und 1870/71 ; Gemälde der älteren Berliner 
und Düsseldorfer Schule ; reizende Aussicht aus den nördl. Fenstern. 
— Vor dem Schlosse r. der Gerhardsbrunnen, Geschenk der Kölner 
Dombauhütte (erster Dombaumeister Gerhard v. Rile) ; hinter dem 
Schlosse ein Erzengel Michael, von Kß. 

Lohnend ist eine Wanderung durch den Park. Südwestl. die 
Gerichtslaube , ein gotischer Hallenbau von dem ehemaligen Rat- 
hause zu Berlin, 1871 abgebrochen und hier wieder aufgebaut. 
Südl. davon überragt den Park der sog. Flatow-Turm, 1856 in 
Nachbildung des Eschenheimer Torturms zu Frankfurt a. M. auf- 
geführt (zugänglich durch den Kastellan). Von der Zinne malerische 
*Au8sicht auf Potsdam und seine Umgebung, besonders schön 
durch den breiten Wasserspiegel der Havel, der den Vordergrund 
bildet. — Von den gen. Gebäuden östl. (vgl. den Plan S. 169) die 
Feldherrnbank mit den Bronzebüsten der Feldherren des Krieges 
1870/71 und etwas oberhalb bei der Siegessäule schöner Blick nach 



Brauhausberg. POTSDAM. 14. Route. 181 

Potsdam. — Überfahit von der Kahnstelle nach der Holzmarktstr. 
(S. 179) 1-3 Pers. 50 Pf. [von der Südwestecke des Parks, 10 Min. 
8Üdl., 10 Pf.), nach der Glienicker oder Langen Brücke 1-4 Pers. 1 JL 



Südlich von Potsdam ersteigt man vom Bahnhof heqnem 
in 1/4 St. (1. über die Brücke, welche die Bahngeleise überschreitet, 
am Schützenplatz r. entlang) den bewaldeten Branhausberg. 
Darauf die neue Kriegsschule und westl. neben ihr ein Belvedere 
(10 Pf. ; Wächter bei schönem Wetter anwesend) mit *Aussicht; 
hübsch ist der Blick auch aus dem darunter gelegenen Rest. 
Wackermannsh'öhe. 

Weiter südl. auf dem Telegraphenherg drei naturwissenschaft- 
liche Staatsinstitute, deren Kuppelbauten weithin sichtbar sind. 
Das 1878 eröffnete Astrophysikalische Observatorium ^ gewöhnlich 
Sonnenwarte genannt [Besichtigung Freit. 3-6 nachm. unter Füh- 
rung des Kastellans ; Direktor : Geh. Ob. Reg. Rat. Prof. Dr. Vogel), 
hat 1899 einen neuen Doppelrefraktor erhalten (Objektiv für Oku- 
larbeobachtung 50cm, für photographische Aufnahmen 80 cm im 
Durchmesser), das drittgrößte derartige Instrument der Welt. 
Ferner sind hier das Meteorologisch-magnetische Observatorium (vgl. 
S. 123 ; Direktor: Prof. Dr. Sprung) und das Geodätische Institut mit 
dem Centralbureau der internationalen Erdmessung (Direktor: 
Geh. Reg. Rat Prof. Dr. Helmert). 

Andere besuchenswerte Punkte in der Umgebung von Potsdam sind : 
am 1. Ufer der Havel abwärts Rest, TempUn, 1/2 St. zu Wagen, 1 St. zu 
Fuß (Dampfer 3. S. ITO); 1/2 St.. weiter das Dorf Caputh, dahinter die aus- 
siditreiclien Krähenberge; von Caputh mit Fähre über die Havel und in 
V2 St. nach Baumgar teribrück (Rest.), c. 9km s.w. von Potsdam, beim Aus- 
tritt der Havel aus dem Schwielow-See. — Lohnend ist auch der Besuch des 
Wildparket (Bahnstat. S. 178); darin, 1 St. von der Station, das Bayrische 
Häuschen (Erfr.), das Friedrich Wilhelm IV. seiner Gemahlin bauen ließ. 

Sehr schöne Aussichten gewähren besonders zur Zeit der Baumblüte 
die mit Obstgärten bedeckten Anhöhen des Städtchens Werder (6800 Einw.-, 
Vorortzüge vom Potsdamer Hauptbahnhof in Berlin, S.169 ; Dampfer S.ITO), 
namentlich vom Rest. Bismarckhöhe. Die Stadt selbst (1/2 St. vom Bahn- 
hof, Pferdebahn) liegt auf einer kleinen Insel; von hier Fähre nach dem 
jenseitigen Havelufer, wohin man zu Fuß von Stat. Wildpark auf ange- 
nehmer Chaussee in l»/4 St. gelangt. 



Für Radfahrer. Von Berlin nach Potsdam, 30km. Weg durchweg 
gut, fast eben; viel Wasser und Wald. Abfahrt vom Schloßplatz (gesperrte 
Straßen s. S. 22). — 6,6km Schönelerg. — 8,4km Friedenau. — 10km Steglitz 
(Ende der Prachtstraße). — 15,fikm Zehlendorf. — 21km Wannsee. — Bei 
km-Stein 21,9 geradeaus weiter über den (25,8km) Böttcherberg zur (26,3km) 
Glienicker Brücke (Fahrverbct). — 30km Potsdam, Altmarkt (vgl. S. 174). 

Zurück (32km): 3,7km Glienicker Brücke (Fahrverbot). — Bei km-Stein 
26,2 links ab und an der Havel entlang. — Bei km-Stein 21,9 (s. oben) links 
nach (11,5km) Wannsee. — Bei km-Stein 20,4 (diesseit der Eisenbahn) links 
ab und weiter durch den Grunewald. — 18,7km Der Stern. — 21,ikm Hunde- 
kehle (Fahrverbot). — 21,5km Grunewald-Halensee. — Weiter über den Kur- 
fürstendamm, an der Kaiser- Wilhelm-Gedächtniskirche vorbei (rechts fahren), 
über die Corneliusbrücke, Hitzigstraße, Tiergartenstraße zum (32km) Bran- 
denburger Tor. 



182 



15. Spandau und Tegel. Oberspree und Dahme. 

Spandau, Tegel. — Tegel ist mit Berlin durch Eisenbahn 
(13km, Vorortzüge der Kremmener Bahn, vom Stettiner Bahnhof) 
und Straßenhahn (S. 16, Nr. 25, 26) verhunden. Lohnender ist die 
Fahrt dahin über Spandau (Vorortzüge vom Lehrter Bahnhof, 12km, 
oder von der Stadtbahn) und von da mit Dampfschiff. 

Spandau (Gasth. : Friedrichshof, 16 Z. zu 2V2-5, F. 3/^, M. 
IV4 *^^> Kaiserhof, ähnliche Preise, beide am Bahnhof; Rest. Pohrt, 
Breite Str.), mit 65000 Einw., aufgegebene Festung am Einfluß 
der Spree in die Havel , hat große Artilleriewerkstätten , Gewehr- 
fabrik, Geschützgießerei u.s.w. Jenseit der Charlottenbrücke seit 
1892 ein Denkmal Kaiser Friedrichs III. aus Bronze, von Manthe. 
Vor der Nikolaikirche wurde 1889 ein Bronzestandbild Joachims II., 
der hier am 1. Nov. 1539 zur Reformation übertrat, von Encke, 
errichtet. Jenseit der Garnisonkirche, am Anfang der Neustadt, 
steht seit 1901 ein Bronzedenkmal Bismarcks, von G. Meyer. In 
dem Juliusturm der Citadelle (nordöstl. von der Stadt) ruht der 
ßeichskriegsschatz (120 Mill. Mark in Gold). 

Dampferfahrt auf der Unterhavel (Sterngesellschaft, S. 2L)nacli 
dem Grunewald und Potsdam von der Charlottenbrücke (c. 10 Min. vom 
Bahnhof) : IO1/2, 2, 4, 6 Uhr (So. öfter) nach Pichelsicerder (S. 166), SchUdhorn, 
Gatow, Kaiser Wilhelmturm, Lindwerder. Wannsee (S. 16T), Pfaueninsel, Moor- 
laJce, Sakrow, Glienicker Brücke (S. 179), Potsdam (Lange Brücke, S. 172). 
Fahrpreise: bis Kaiser Wilhelmturm 30 Pf., bis Wannsee 50 Pf., bis Pots- 
dam 80 Pf. 

Die Vorortzüge der Lehrter Bahn (S. 1) gehen hinter Spandau weiter 
nach Finkenkrug. Das vielbesuchte Rest. Finkenkrug (3/4 St. vom Bahn- 
hof) liegt mitten in dem IV2 St. langen Forst *Brieselang, dem einzigen 
Laubwald, der sich in der INähe Berlins erhalten hat. — 1 St. südl. von 
Spandau PicÄeZscfor/ (Straßenbahn), an der Havel dem Grunewald gegenüber 
(s. S. 166). — iSördl. von Spandau (Straßenbahn zum Best. Stadtpark) dehnt 
sich die Bürgerheide aus, mit hübschen Laubholzpartien. 

Das Dampfschiff von Spandau nach Tegel (an der Schleuse, nahe 
der Citadelle; wochent. vorm. 4mal, von 2 Uhr an stündlich. So. von 
9 Uhr an stündlich ; Fahrpreise : bis 30 Pf.) berührt die Insel Valen- 
tinswerder (Rest.) und den Ausflugsort Saatwinkel (mehrere Rest.), 
wo von der breiten Havel der waldumkränzte Tegeler See nach NO. 
abzweigt. "Weiter angenehme Fahrt über diesen (r. zuletzt die Ber- 
liner Wasserwerke) nach 

Tegel (Strandschtoß), Dorf mit 7300 Einw. 5 im südl. Teile 
das Borsigwerk (vgl. S. 149) und das neue Strafgefängnis. Nördl. 
(I/4 St. vom Bahnhof) * Schloß Tegel (Schloßrest.), früher Eigentum 
der Familie v. Humboldt, jetzt der mit ihr verwandten Familie 
V. Heinz, 1822 durch Schinkel im Stil einer römischen Villa um- 
gebaut; es enthält neben Abgüssen antiker Statuen auch manche 
Originale (Besichtigung außer So. in Abwesenheit der Herrschaft). 
Am Ende des Parkes die Grabstätten Wilhelms (f 1835) und 
Alexanders (7 1859) v. Humboldt, mit einer Kopie der im Schlosse 



KÖPENICK. 15. Route. 183 

befindlichen Marmorstatue der Hoffnung von Thorwaldsen. In der 
Umgebung des Schlosses freundliche Waldungen : Wege (auch für 
Radfahrer) nach Tegelort (IV4 St. vom Dorf) und anderen der 
Spandauer Bürgerheide (S. 182) gegenüber an der Havel gelegenen 
Ausflugsorten (Dampfer nach Tegel und Spandau). 



Nachdem die Spree zwei größere Seen durchflössen hat, vereinigt 
sie sich bei Köpenick mit der im Unterlaufe ziemlich breiten Dahme 
und fließt als stattliche Oberspree der Oberbaumbrücke (S. 127) 
zu. Diese Gewässer dienen dem Berliner Wassersport als Haupt- 
tummelplatz. Die Ansiedlungen an ihren waldreichen Ufern (Vor- 
ortzüge der Schlesischen und Görlitzer Bahn) werden mit Vorliebe 
aufgesucht. 

Empfehlenswert ist eine Dampferfahrt auf der Ober- 
spree (S. 21), wobei man zugleich eine Vorstellung von der Be- 
deutung Berlins als Fabrikstadt gewinnt. — Der Dampfer berührt 
jenseit der Südringbahn Stralau (1.) und Treptow (r. ; vgl. S. 128). 
Es folgen zahlreiche Vergnügungslokale ; zunächst r. die *Eier- 
häuschen, dann in Ober-Schöneweide (1.) bzw. in Nieder-Schöne- 
weide (r.) Tabberts Waldschlößchen, ^WUhelminenhof, * Hasselwerder, 
Loreley, Ostend, Neptunshain und Sadowa, ferner Köpenick und 
Grünau (S. 184). Sadowa gegenüber (r.) die große Waschanstalt 
und Färberei von Spindler, Spindlersfeld (S. 125, 184). — Köpenick 
(Rest. Ratskeller) ist eine betriebsame Stadt mit 21 000 Einw. In 
dem Schloß, jetzt Lehrerseminar, fand 1730 das Kriegsgericht über 
Friedrich d. Gr. als Kronprinzen statt. Straßenbahn vom Bahnhof 
(s. unten) durch die Stadt nach Kol. Wendenschloß (gegenüber 
Grünau, s. S. 184), die bequemste Verbindung zum Besuch der 
Müggelberge. 

Mit der Schlesis chen Bahn nach Erkner (Stadtbahn, 
Fernbahnsteig). — 2km (vom Schlesischen Bahnhof) Stralau-Rum- 
melsburg. Stralau s. oben. In ßummelsburg, am gleichnamigen See, 
das Friedrichs-Waisenhaus und das Arbeitshaus der Stadt Berlin. — 
7km Karlshorst, Villenkolonie und Bahn für Hindernisrennen (S. 28) ; 
35 Min. südl. die Dampferstation Wilhelminenhof (s. oben). — 
12km Köpenick (s. oben). — 15km Friedrichshagen {Rest. Ratskeller ; 
Dampfer s. S. 21), von Friedrich d. Gr. angelegtes Dorf, mit 11 300 
Einw., am Müggelsee, auf dem oft Segelregatten stattfinden. Am 
Nordufer des Sees die Berliner Wasserwerke. Vom Bahnhof in 20 Min. 
(Pferdebahn) zum Ausfluß der Spree aus dem Müggelsee; jenseits 
Rest. Müggelschlößchen, von wo man in c. 1 St., zuletzt vorbei am 
Teufelssee (Rest.), auf die Müggelberge (S. 184) gelangt. 

24km Erkner (Bahnrest.), Dorf zwischen Dämeritz- und 
Flakensee. — Mit Dampfschiff (in 8/4 St. für 35 Pf.) besucht man 
von hier Rüdersdorf. Zunächst über den Flakensee nach der Sommer- 
frische "^Woltersdorfer Schleuse (Rot. zum Kranichsberg; Dampfer 



184 Route 15. GRÜNAU. 

von Berlin S. 21), in waldreiclier Umgebung; Anssichtturm auf den 
Kranichsbergen. Die Fahrt (umsteigen!) geht weiter über den 
Kalksee nach Kalkberge Rüdersdorf (Rest, zur Traube). Von dem 
Ertrage der ausgedehnten fiskalischen Kalkbrüche steht ein Sechstel 
der Stadt Berlin zu. Freundliche Spaziergänge in den Anlagen auf 
den Schutthalden; Aussicht vom Turm auf dem Schulzenberg. — 
Bhf. Rüdersdorf liegt 3/^ St. nördl. von der Mitte des Orts ; von hier 
5km Zweigbahn nach Fredersdorf, Station der Ostbahn (S. 189). 

Angenehm gelangt man von Erkner nach den Kalkbergen anch auf 
folgende Weise. Mit Motorboot über den Flakensee (Wolters dorf er Schleuse), 
auf der Löckniiz und den anschließenden Seen (Werlssee, Peetzsee) zwischen 
den freundlichen Kolonien der Werlseegemeinde- in I1/2 St. nach Alt-Buch- 
horst (Eest.; Bhf, Fangschleuse ^/i St. s.w., Vorortsverkehr der Schlesisehen 
Bahn). Zu Fuß nördl. durch schönen Wald über Dorf Rüdersdorf in 
11/2 St. nach Kalkberge Rüdersdorf. 

Für Radfahrer. Von Berlin nach dem Müggelsee. Rundfahrt von 
54km. Weg bis Johannisthai schlecht, dann gutj von Köpenick an viel 
Flüsse und Seen. Abfahrt vom Schlesisehen Tor. — Bis (7km) Meder- 
Schöneweide (Johannisthai) s. S. 185. — Am Bahnhof 1. ab über Spindlersfeld 
nach (li,2km) Köpenick. — Jenseit der Spreebrücke in Köpenick bei km-Stein 
11,6 r. weiter, ebenso bei km-Stein 12. — 12,5km Gut Belleitie. — 13,6km 
Villenkolonie Hirschgarten. — 16,4km Friedrichshagen ; r. halten. — 17,2km 
Kolonie Müggelsee. — 20,6km Kolonie Rahnsdorfer Mühle. — Bei km-Stein 
25 r. durch Erkner und Neu-Buchhorst. — 29km Kolonie Schön- Schornstein. 
Kilometerstein Wechsel. — Nach 0,4km, bei km-Stein 24, r. ab nach (31,9km) 
Gosen. Jenseits 1. der Seddin-See. — 35,skm Kolonie Müggelheim. 3,4km 
weiter 1. Abstecher zum Teufelssee. — 42,4km Zie^z- Köpenick. — 4Tkm 
JVieder-Schöiieweide, s. oben. — 54km Berlin (Schlesisches Tor). 

Mit der Görlitzer Bahn nach Königs-Wusterhausen 
[Vorortzüge; bis Meder-Schöneweide bzw. Grünau auch von allen 
Stadtbahnstationen, nördl. Bahnsteig). — 5km (vom Schlesisehen 
und Görlitzer Bahnhof) Baumschulenweg . 20 Min. südl. Spälhs 
Baumschule, die größte derartige Anlage in Europa. — 7km Nieder- 
Schöneiveide, Industrieort an der Oberspree; Dampferstation Hassel- 
werder (S. 21). Zweigbahn über Stat. Oherspree (nahebei die Ver- 
gnügungsgärten Cafe Sedan und Neptunshain) nach (4km) Spind- 
lersfeld (S. 183). — 10km Adlershof. 

14km * Grünau (Best Gesellschaftshaus; Dampfernach Schmöck- 
witz S. 21), anmutig gelegene Villenkolonie an der Dahme, auf 
der Ruder- und Segelregatten stattfinden (vgl, S. 28). 1/4 S^- ^^^" 
wärts ein Sportdenkmal für Kaiser Wilhelm I.; dahinter ein Re- 
staurant. Angenehme Waldwege jenseit der Dahme (Überfahrt nach 
Kol. Wendenschloß; vgl. S. 183) nach den Müggelbergen (2/4 St.; 
Dampferstation 1/4 St. südl.); vom *Aussichtsturm (Rest.) weite 
Rundsicht (n, der Müggelsee und Friedrichshagen, S. 183) ; auf der 
Mitte des Höhenrückens wird eine 40m hohe Bismarckwarte er- 
richtet. — 19km Eichxvalde. 3/^ St. ö. Dorf Äc/imöcfctüi/s (Rest, zur 
Palme) in hübscher Lage zwischen dem Langen, Seddin- und 
Zeuthener See. — 22km Zeuthen (Rest. Hankels Ablage). Dorf und 
Villenkolonie am Zeuthener See, besuchte Station für Ruderer und 
Segler, — 25km Wildau, 



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EBEBSWALDE. ^ 16. Route. 185 

28km Königs- Wusterhausen [Hot. Pfuhl, am Bahnliof), Flecken 
an der Notte^ mit einem kgl. Jagdschloß ^ das als Schauplatz der 
Tabakskollegien Friedrich Wilhelm s I. bekannt ist und Erinnerungen 
an diesen König (u. a. von ihm gemalte Bildnisse seiner langen 
Soldaten), sowie an Kaiser Wilhelm I. bewahrt. 1730 fällte Frie- 
drich Wilhelm I. hier das endgültige Urteil über den Kronprinzen 
Friedrich (vgl. S. 183). V2 St. östl. vom Bahnhof, an der Dahme, 
Neue Mühle (mehrere Eestaur. ; Dampfer s. S. 21) mit angenehmen 
Waldpartien. 

Für Radfahrer. Von Berlin nach Königs- Wusterhausen^ 29,5kin. Weg 
von JS'ieder-Schöneweide ab gut nnd eben; viel Wald. Abfahrt vom ScMe- 
sischen Tor. — 3,7km Treptow; vor dem Ort Fahrverbot. — 5,9km Pflaster 
und Fahrverbot. — 7km Meder-Schöneweide (Johannisthai); Ende des Fahr- 
verbots. Nach Köpenick s. S. 184. — Geradeaus weiter. 10,3km Adlershof. 
— 13,7km Grünau. — 24,ökm Zeuthen. — 29,5km Königs- WuMerhattsen ; Ab- 
stecher nach Neue Mühle. 

Zurück: 8,9km Waltersdorf. — i6,Dkm Rudow. — 23.9km Rixdorf. — 
28,3km Berlin CHallesches Tor). 



16. Weitere Ausflüge von Berlin. 

Die Fernzüge halten nur auf den Endstationen, nicht auf den Zwi- 
schenstationen des Vorortverkehrs ; ausgenommen sind hei den hier behan- 
delten Routen Gesundbrunnen., Spandau und Nieder- Schöneweide. 

a. Eberswalde. Chorin. Freienwalde. — Eisenbahn 
(Stettiner Bahn; bis Bernau Vorortzüge, vgl. S. 13), bis Freien- 
walde 64km in 2 St. Sonntagsfahrkarten für Personenzüge zum 
einfachen Preise ; im Sommer So. Sonderzüge. — ökm Pankow- 
Schönhausen (S. 141). — 15km Buch, mit Rieselgut und neuer 
Irrenanstalt der Stadt Berlin. — 23km Sernau (Gasth.: Kaiserhof), 
Stadt mit 8300 Einw., bekannt durch den tapfern Widerstand, den 
seine Bewohner 1432 den Hussiten leisteten. — 33km Biesenthal, 
Städtchen mit 2700 Einw., ^/^ St. westl. von der Bahn. 

1 St. westl. vom Orte liegt Lanke, mit Schloß und *Park des Grafen 
Eedern-, 1/2 St. weiter durch schönen Laubwald nach Ützdorf (ß^&si.) und 
am anmutigen ^Liepnitz-See hin in 1 St. zum Restaurant an seinem West- 
endes V2 St- ■'^on hier Bhf. Wandlitz einer bei Reinickendorf beginnenden 
Seitenlinie der l^ordbabn (S. 188). 

Für Radfahrer. Von Berlin nach Wandlitz, 35,5km. Bis Malchow 
Pflaster, dann mittelmäßige Chaussee bis Bernau, darauf gut (viel Wald). 
Kleine Steigungen. Abfahrt vom Alexanderplatz (gesperrte Straßen s. S. 22). 

— 2,8km Bahnhof Weißensee. — 5,2km Schloß Weißensee; 1. halten. — 9,ikm 
Malchow. — 13km Lindenberg. — 16,3km Schwaneheck. — 23km Bernau. — 
24,2km Karlslust. — 26km Gasth. Waldkater. — 34,5km Kreuzung der Prenz- 
lauer Chaussee bei Bhf. Wandlitz. — 35,5km Wandlitz., am gleichn. See. 

Zurück. Bei der eben erwähnten Straßenkreuzung (km-Stein 34. 0) r. ab. 

— 3,3km Basdorf. — 8,9km Schönwalde. — 12,ikm Schönerlinde. — 17,6km 
Franz. Buchholz — 29,ikm BerUn (Alexanderplatz). 

45km Eberswalde {Bahnre&taur.; Gasth.: Deutsches Haus, Z. 2, 
F. 3/4, M. IV2, P. 5 J4, gelobt; Hohenzcllern, Z. IV2-2V2 «^j F. 
60 Pf., P. 4-5 .//), am Finow-Kanal, in den hier die Schwärze 



186 Route 16. BRANDENBURG. 

mündet, l)etrie"bsame Stadt von 21600 Einw., Sitz einer Forstaka- 
demie, seiner waldreichen ümge'bung wegen vielfaeh als Sommer- 
Msclie gewählt. — *Spaziergänge im Süden: am Schützenhaus 
(Rest. ; dabei ein Aussichtturm] und Gesundbrunnen (Hot. u. Rest.) 
Torhei zum {^/i St.) Rest. Zainhammer ; weiter zum Rebt.Wasserfall^ 
nach Spechthausen (Rest.) und dem Nonnenfließ. 

Zwei Stationen j enseit Eberswalde liegt (55km) Chorinchen. Vom Bahnhof 
V4 St. östl. 'Amt Chorin (Hot. u. Rest. Nette Klosterschenke)., ein ehem., 
um 1260 gegründetes Cistercienserkloster ; die zerfallene Abteikirche, eine 
Backsteinbasilika edelsten frühgotischen Stils, ist das wertvollste mittel- 
alterliche Bauwerk der Mark Brandenburg. Ringsum herrlicher Wald. 

Von Eberswalde nach Fürstenberg, 78km, Nebenbahn. — 
18km Werbellinsee. 2 St. südl. in der Schorjheide^ nahe dem Werbellinsee, 
das kgl. Jagdschloß Hubertusstock. — Näheres siehe in Bfiedeker's Nordost- 
deutschland. 

Bei Eberswalde verlassen wir die Stettiner Linie und erreichen 
auf einer Zweigbahn über die beliebte Sommerfrische (59km) 
Falkenberg (Hot. Kettlitz) 

64km Freienwalde (Gasth. : Schertz, 17 Z. zu 1V2-'2V2, F. ^/^ y/, 
gelobt; Lange), Stadt mit 8000 Einw., in reizender Lage am Rande 
des Oderbruchs. Die Höhen, an die es sich lehnt, werden wie die 
bei Buckow (S. 189) *Märkische Schweiz genannt. Prächtige Aus- 
sichten vom Aussichtturm auf der Wilhelmshöhe und vom Ruinen- 
berg. Die 1/4 '^t- südl. von der Stadt im Brunnental (Brunnen- 
hotel, Hot.Bellevue) entspringenden schwach eisenhaltigen Quellen 
benutzte bereits der Gr. Kurfürst. — Ausgangspunkt für hübsche 
Waldspaziergänge ist das weiter südl. gelegene Rest, zur grünen 
Tanne: nach dem Baa-See 1 St. ; nach dem Bismarckturm und 
Falkenberg (s. oben) l^/^ bzw. 2 St. 

b. Brandenburg. — Wer die märkische Kunst im Mittelalter 
kennen lernen will, von der in Berlin selbst wenig erhalten ist 
(vgl, S. 46), mache einen Tagesausflug nach Brandenburg: Eisen- 
bahn in 1-11/2 St. (für./// 5.00, 3.80, 2.50, hin und zurück 7.50, 5.70, 
3.75) über Potsdam (S. 169), Werder (S. 181), Oroßkreutz, von wo 
eine Kleinbahn (11km) nach Lehnin führt, mit Klosterkirche aus 
dem xii.-xiii. Jahrhundert. 

61km Brandenburg (^oÄnreäfaur.; Gasth. : Schwarzer Bär, Stein- 
straße, Schwarzer Adler, St. Annenstraße, beide gut), Stadt von 
46500 Einwohnern, mit einiger Industrie, durch die Havel in Alt- 
stadt, Neustadt und Dominsel geteilt, einst als Brennabor Haupt- 
feste der sla vischen Heveller, 927 von König Heinrich L, 1157 von 
dem Askanier Albrecht dem Bären erstürmt, der sich seitdem 
Markgraf von Brandenburg nannte, 949-1544 Bischofsitz. 

Vom Bahnhof (Straßenbahn) durch die Schützenstraße über die 
Annentorbrücke und durch die St. Annenstraße bis zum (I/4 St.) 
Rathaus aus dem xiv. Jahrhundert. Vor dem Rathaus ein 5,6 ni 
hoher Boland, das alte niedersächsische Wahrzeichen der Markt- 



NEURUPPIN. 16. Route. 187 

freiheit. — Unweit westl. die *Katharinenkib,chb (Küster Katha- 
rinenkirciiplatz 4), ein bemerkenswerter gotischer Backsteinhallen- 
bau (Langhaus von 1381-1401, Chor um 1410, Westturm 1583-85 
erbaut); im Chor ein Holzschnitzaltar von 1474 (neu hergestellt), 
in einer nördl. Kapelle ein Taufbecken aus Erz von 1440. — Yom 
Rathaus weiter über den Markt und den Mühlendamm zur 

*DoMKiRCHB (Küster Dom 70). einer 1165-87 erbauten roma- 
nischen Pfeüerbasilika, im xiv. Jahrh. in einen gotischen Gewölbe- 
bau umgewandelt und später mehrfach erneuert. An den Wänden 
des Innern Grabsteine; im Chor ein Altarschrein von 1518, sowie 
Teile eines solchen von 1375; in der romanischen Krypta reich ver- 
zierte Säulen und gute Skulpturen. Im südl. Querschiff das kleine 
Dom-Museum. e 

Vom Dom über den Grillendamm zur Altstadt, wo die Gotthards- 
kirche (xn.~xiv. Jahrh.) und das ehem. Altstadt- Rathaus (xin. und 
XIV. Jahrh.) bemerkenswert sind. 

Hübsche Aussicht vom Maeieneerg, n.w. vor der Stadt: Straßen- 
bahn vom Rathaus (S. 186) bis zum Planer Tor. 

Im übrigen kommen für die mittelalteriiclie Kunst in der Mark haupt- 
säcTilicli in Eetraclit ; Stendal und Tangermünde., Chorin (S. 186), ie,vn&v König s- 
herg in der Neumarlc^ so-wie Maveiberg vlhöl Lehnin (S. 186). Näheres über alle 
diese Orte, anch über Brandenburg siehe in Bcedeker^s Nordost-Deul Schlund- 

c. Neuruppin. — Eisenbahn (Hamburger oder Kremmener 
Bahn), 77 bzw. 65km in c. 3 St. — Auf der Hamburger Bahn (bis 
Nauen Vorortzüge, vgl. S. 13) bis Spandau und ('23km) Finkenkrug 
s. S. 182. — Von (49km) Paulinenaue Zweigbahn nach (16km) 
Fehrbellin (Gasth.: Deutsches Haus). Bei dem I1/2 St. s.o. gelegenen 
Dorfe Hdkenlerg schlug der Gr. Kurfürst am 18. Juni 1675 die 
Schweden; hier seit 1879 eine ö2m hohe Siegessäule (Aussicht 
über das Schlachtfeld), mit Viktoria und Reliefbüste des Gr. Kur- 
fürsten von A. Wolff. — 77km Neuruppin, s. unten. 

Kremmener Bahn (vom Stettiner Bhf. ; bis Tegel Vorortzüge, 
vgl. S. 13) : 1km Gesundbrunnen (S. 142); 3km Pankow (S. 141); 
4km Schönholz (S. 141) ; 8km Dalidorf, mit Irrenheilanstalt und 
Idiotenanstalt der Stadt Berlin (Straßenbahn S. 16, Nr. 27) ; 11 km 
Tegel (S. 182j ; 25km Veiten , Dorf von 6900 Einw., mit vielen 
Ofenfabriken. In (37km) Kremmen, Städtchen von 2800 Einw., 
wird umgestiegen; 53km Radensieben, Station für das 3km westl. 
an der SO. -Ecke des 13km langen Ruppiner Sees gelegene Dorf 
Wustrau, mit Erinnerungen an den hier begrabenen Hans Joachim 
V. Zielen (f 1786). Zuletzt über den See nach 

Neuruppin (Gasth. : Hot. du Nord, 24 Z. zu 2 ^//, F. 8/4, M. 1 1/2 J^ 5 
Krone"), Stadt mit 17100 Einw. Am See die Klosterkirche, JBack- 
steinbau gotischen Stils aus dem xiii. Jahrh., von Schinkel re- 
stauriert. Denkmal füt Friedrich Wilhelm IL, der nach dem Brande 
von 1787 Mittel zum Wiederaufbau der Stadt spendete, von Tieck ; 



188 Route 16. RHEINSBERG. 

ein anderes Denkmal für Schinkel (ß. 43) , der 1781 hier geboren 
wurde, von Wiese. — Die sogen. '^Ruppiner Schweiz, ein um 
melirere Seen gruppiertes, mit Buchenwald bedecktes Hügelgebiet, 
nördl. von Neuruppiu, gebort zu den schönsten Gegenden der Mark; 
im Hochsommer So. nachm. (z. T. auch vorm.) Dampfer bis Forst- 
haus Tornow (Erfr.). Man besucht Forsthaus Rottstiel (Erfr.), die 
Boltenmühle am Tornow-See und Binenwalde am Kalksee. 

d. Rheinsberg. — Eisenbahn (Nordbahn, vom Stettiner 
Bahnhof; bis Oranienburg Yorortzüge, vgl. S.13), 84km in c. 21/2 St. 
— 7km Reinickendorf-RGsenthal; Zweigbahn nach Gr. Schönebeck 
(vgl. Wandlitz S. 185). — 13km Eermsdorf, am Anfang des Wal- 
des^der sich bis weit über Oranienburg hinaus erstreckt und viel 
besucht wird. — 23km Birkenuerder (Rest. Boddensee). V2 8t. 
n.ö. beginnt bei Kol. Briese (Rest.) ein Jagdgebiet des Kaisers, 
in das 1904 das Damwild des Grunewalds (S. 165) überführt 
wurde. — 29km Oranienburg (Hot. Eilers, 14 Z. zu 13/4-2, F. 3/^, 
M. li;'2 e/Z/y), Stadt mit 7850 Einw., an der Havel, verdankt den 
jetzigen Namen der oranischen Prinzessin Luise Henriette (f 1667), 
Gemahlin des Gr. Kurfürsten, der 1858 vor dem Schloß (jetzt 
Lehrerseminar) ein Denkmal von Fr. Wolff errichtet worden ist. — 
46km Löwenberg (umsteigen!). Weiter mit der Kleinbahn über 
(67km) Lindow nach 

84km Rheinsberg (Gasth. : Ratskeller; Kronprinz, 12 Z. zu 
11/2 e//), Städtchen mit 2600 Einw., am Ausfluß des Rhin ans dem 
Grinericksee, in wald- und wasserreicher Umgebung. Das kgl. Schloß 
wurde 1734 von Friedrich Wilhelm I. augekauft; 1736-40 residierte 
hier Friedrich d. Gr. als Kronprinz, dem 1903 vor dem Schloß ein 
Denkmal, von Elster, errichtet wurde; 1753-1802 bewohnte es 
Prinz Heinrich. Schloß (mit Deckengemälde von Pesne) und Park 
bergen noch einige Erinnerungen an die früheren Besitzer; die 
Skulpturen im Park sind meist verfallen. — Die nördl, an der 
mecklenburgischen Grenze sich ausdehnenden Forsten zeichnen 
sich durch große Seen und umfangreiche Laubwaldreviere aus. 
Hauptpunkte für Ausflüge zu Wagen : Flecken Zechlin, Zechliner 
Hütte und Neu-Globsow. 

Für E ad fahr er. Von Berlin nach Oranienburg, 31,6kin. Bis Dalldorf 
schlechtes Pflaster, dann mittelmäßige Chaussee. Abfahrt vom Schloßplatz 
(gesperrte Straßen s. S. 22). — 9,5km Irrenanstalt und 11,2km Gemeinde 
Dalldorf. Bei km- Stein ll,s 1. halten. — 14,6km Hermsdorf. — i5,9km 
Glienicke. — 21km Stolpe-Hohenneuendorf. — 23,9km Birkenwerder. — 2T,4km 
Havelhausen. — 31,i;km Oranienhurg. 

Von Berlin nach Rheinsberg, 84,ikm. Straße fa^t durchweg gut. Abfahrt 
vom Schloßplatz (gesperrte Straßen s. S. 22). — l,bkva. Tegeler Chausseehaus; 
geradeaus weiter. — 12,7km Tegel. — 15,3km Schulzendorf. — 20,7km Hennigs- 
dorf. — 21,2km 1. über die Bahn. — 27,4km Marwitz. — 30,5km Eichstädt. — 
33,7km Vehlefanz. — 35,il<m Schwante. — 41km Kremmen. Beim Rathaus 
r. ab. — 46,5km Sommerfeld. — 48,2km Beetz. — 55,7km Rüthmick. — 59,7km 
Herzberg. — Jenseits, bei km-Stein 13,7, r. über (63,2km) Schönberg nach 
(67,9km) Lindotc; hier 1. halten. — 69,9km Klosterheide. — 74km Dierberg. — 
76,..km Heinrichsdorf. — 7S,9km Köpernitz. — 84,ikm Rheinsberg. 




IT7^^^^^^^^^T^^F^7^^^~~^T~~~"'"^^^~'~^'^ 



SPEEEWALD. 16. Eoute. 189 

e. Buckow. — Eisenbahn (Ostbahn; bis Strausberg Vorort- 
züge, vgl. S. 13) bis Dahmsdorf-Müncheberg, 46km in I72 St. — 
5km (vom Schlesis eben Bahnhof) Lichtenberg- Fr iedrichsfelde. Lich- 
tenberg s. S. 134. 20 Min, nordöstl. von der Station seit 1881 
der 25ha große Gemeindefriedhof für Berlin, mit einer ürnen- 
halle für Feuerbestattung. — 9km Biesdorf, mit städtischer Heil- 
anstalt für Epileptische; 17km Hoppegarten, wo die großen Rennen 
des Unionklubs (S. 28) stattfinden. — 23km Fredersdorf. Zweig- 
bahn nach Rüdersdorf s. S. 184. — 28km Strausberg; 6km nördl. 
[Zweigbahn) die anmutig am Straussee gelegene Stadt (Hot. Städte- 
feldt; am Westufer Rest. Seebad); 1/2 St. nördl. von der Stadt 
beginnt der Blumental, ein durch zwei Seeketten ausgezeichneter, 
aber etwas einsamer Laubwald. — 46km Dahmsdorf - Müncheherg . 
Von hier 5km Zweigbahn nach 

Buckow (Gasth.: Bellevue, 16 Z. zu 11/2-21/2^; Ecks Hot; 
Zentral-Hotel), Städtchen von 1900 Einw., als Sommerfrische be- 
liebt. Anmutige Seen und bewaldete, aussichtreiche Höhenzüge 
haben seiner Umgegend den Namen der ^'Märkischen Schweiz ver- 
schafft (vgl. aber S. 186). Besonders malerische Punkte nördl. von 
Buckow: die Bollersdorfer Höhen am Schermützelsee , die Silber- 
kehle, die beiden Tornoxo-Seen, die Pritzhagener Mühle u. s. w. 

Für Radfahrer. Vo7i Berlin nach Buckow^ 62,skm. Sehr lohnend, 
Straße gut, hügelige Gegend 5 die ersten 9V2km Pflaster. Abfahrt Alexander- 
platz (gesperrte Straßen s. S. 22). — 7,ikm Friedrichsberg-Lichienlerg. — 
9km Friedrichsfelde. — 11,4km Biesdorf. — 13,2km Eaulsdorf. — 15,3km 
Malsdorf. — IT.ekm Dahlwitz. L. Abzweigung nach Hoppegarten. — 23,6km 
Vogelsdorf. — 27,6km Tasdorf. Abstecher in die Eüdersdorfer Kalkberge. 
— 32,ikm Herzfelde. — 35km Lichtenoio. — 42,ckm Gasth. Wilder Mann. — 
51.,7km Müncheherg : 1. über (58,8km) Dahmsdoi^f nach (62,skm) BticJcow. 

Zurück über: 2km Bollersdorf. — 6,1km RuMsdorf. — 14,4km Siravs- 
berg; r. halten nach (26,skm) ÄU- Landsberg. — 30,5km Seeberg. — 34,ikm 
Eönow. — 39,5km Marzahn. — 50,8km Berlin (Alexanderplatz). 

f. Der *Spreewald, ein 60km L, i/2-7km br., von der Spree 
netzartig in c. 200 Armen durchzogenes Bruchgebiet, liegt an der 
Görlitzer Bahn. 

An Naturschönheiten ist der Unterspreewald unterhalb Lübben reicher, 
da hier weite Strecken noch von dichtem Laubwald bedeckt sind. Im 
Oberspreewald finden sich schöne Waldpartien nur im nördlichen Teile; 
den Westen nehmen Wiesenflächen ein, während der ziemlich dicht be- 
völkerte Südosten (Burg) großenteils in Ackerland verwandelt ist , dem 
der reiche Baumbestand einen parkarligen Charakter verleiht. Hier haben 
die wendischen Bewohner, die sich von Gemüsebau, Viehzucht und 
Fischerei nähren, bis heute ihre Sprache und Sitten, das weibliche Ge- 
schlecht auch die Tracht bewahrt. Die Dörfer Lehde und Leipe im Wie- 
sengebiet sind ganz auf den Wasserverkehr (im Sommer auf Kähnen, im 
Winter auf Sehlittschuhen) angewiesen. Im Burger Gelände gelangt man 
zu den weit zerstreuten Blockhäusern zu Fuß, hat aber auf eigenartigen 
Brücken zahlreiche Flußarme zu überschreiten. — Bequemer und unter- 
haltender ist der Besuch des Oberspreewaldes. Sehr lästig machen sich im 
Sommer die Mücken. 

Eisenbahn nach Lübben, 75km in I3/4 St. — Bis (28km) 
Königs -Wusterhausen s. S. 184/185. — 51km Halbe. 



190 Route 16. SPREEWALD. 

Tökm Lübben (Gasth.: Stadt Berlin, Z. 1V2-2V2, M. 11/2-2 JT; 
Stern, ebenfalls gut), alte Stadt von 6800 Einw., zwiscben Tier 
Armen der Spree. In Lübben starb 1676 Paul Gerhardt (S. 129), 
der 1668-76 hier ArcMdiakonus war ; sein Grab und Bildnis in der 
Hauptkircbe. Schöner Hain zwiscben Bahnhof und Stadt (20 Min.). 

Lübben und Halbe sind die Ausgangspunkte für den Besuch 
des Unterspreewaldes. Am bequemsten von Lübben auf dem 
Kahn (Fährmann zeitig im Gasthause bestellen!), wobei man aber 
erst nach 2 St. in den Wald gelangt, nach ScMepzig (Gottlieb"s 
Gasth.), oder von Lübben zu Wagen (I1/2 St-? 5-7 J^) dorthin und 
nun erst mit Kahn nach dem Puhl und Groß -Wasserburg; dann 
entweder zu Fuß n.w. über Wendisch -Buchholz (2 St.; von hier 
Omnibus) zum Bahnhof Halbe (5km ; S. 189) oder mit Kahn durch 
den Wald direkt zurück nach dem Wege zwischen einem Forsthaus 
und Hartmannsdorf und zu Fuß durch dieses nach Bhf. Lübben 
(IV2 St.). 

Zum Besuch des Oberspreewaldes fährt man mit der Bahn 
weiter bis (86km) Lübbenau (Gasth. : Brauner Hirsch, Z. i^j^- 
21/2 «^; Deutsches Haus), Städtchen von 3700 Einw., mit fürstl. 
Lynarschem Schloß und Park. Kahnführer des Spreewaldvereins 
(mit festen Preisen : Tag 5, V-2 Tag 3 ,•//) stehen am östlichen Ein- 
gang der Stadt (20 Min. vom Bahnhof) und werden in den Gast- 
häusern nachgewiesen ; im Hochsommer ist für So. Vorausbestel- 
lung nötig. Die gewöhnliche Wasserfahrt von Lübbenau aus (ohne 
Aufenthalt 5 St., etwas anstrengend) geht über Lehde (s. unten), 
Rest. Wotschofska (gut. auch Fremdenzimmer), die im Walde ge- 
legenen Forsthäuser Kannomuhle und Eiche (kleines Rest, nahebei), 
über Rest. Polenzschenke und Leipe (Gasth. gut) nach Lübbenau 
zurück. — Um die eigentümlichen Siedlungs- und Wirtschafts- 
verhältnisse kennen zu lernen, genügt eine Fahrt von Lübbenau 
über die Lübbenauer Kaupen nach dem 1/2 St. entfernten Dorfe 
*Lehde (Gasth. zum fröhlichen Hecht, gut, mit Touristenhaus, Z. 
1V4"2 ^//), dem sog. Spree wald-Venedig. — Ein interessantes 
Schauspiel bieten Sonntags die bunten Trachten der Spreewäl- 
derinnen beim Kirchgange in Dorf Burg (Gasth. : Zum Spreewald, 
ganz gut, Zur Bleiche, beide an der Mühlspree, 50 bzw. 30 Min. 
vom Dorfe; Schwarzer Adler, im Dorfe). Dafür muß man aber am 
Samstag von Berlin abfahren und von Lübben aus die Spieewald- 
bahn (Zweigbahn nach Gottbus) bis Burg benützen und dort über- 
nachten — oder von Lübbenau in aller Frühe über Leipe mit dem 
Kahn dorthin fahren. Sonntags ist nach dem Mittagessen mittels 
Kahn von Burg über Forsthaus Eiche, Kannomuhle u. s. w. (s. oben 
in umgekehrter Richtung) Lübbenau noch zum Berliner Abendzug 
zu erreichen. 



Verzeichnis 

der bedeutenderen in diesem Buche genannten deutschen Archi- 
tekten, Bildhauer und Maler seit dem Anfang des xviii. Jahrhunderts. 



Achenbac\Andreas^ M., * ISiöin Cassel. 

Achenbach , Oswald , M. , Bruder des 
vorigen, ''1827 in Düsseldorf. 

Achtermann, Theodor Wilhelm, B., 
*1799 in Münster, il884 in Rom. 

Adam, Franz, M., *18i5 in Mailand, 
t1886 in München. 

Adler, Friedrich, A., *1827 in Berlin. 

Angeli, Heinrich von, M. , *18iO in 
Odenburg (Ungarn). 

Baisch, Hermann, M., ^=1846 in Dres- 
den, t1894 in Karlsruhe. 

Bantzer, Karl, M., *1857 in Ziegen- 
hain (Hessen). 

Bartels, Hans von, M., * 1856 in Ham- 
burg. 

Baumbach, Max, B., '1859 in Würzen. 

Becker, Karl, BI., 1820-1900, Berlin. 

Beer, Friedrich, B., *1846 in Brunn. 

Begas,Adalbert,Soh'avonKskrlB. ÖL. Ä., 
'=1836 in Berlin, tl888 in Nervi. 

Begas, Karl d. Ä., M., *1794 in Heins- 
berg (bei Aachen), tl854 in Berlin. 

Begas, Karl d. J., jüngster Sohn des 
vorigen, B., '■=18& in Berlin. 

Begas, Oskar, ältester Sohn von Karl 
B. d. 1., M., 1828-83, Berlin. 

Begas, Reinhold, Sohn von Karl B . d. Ä ., 
B., *1881 in Berlin. 

Behrens, Christian, B., "1852 in Gotha. 

Bellermann, Ferdinand, M., "'1814 in 
Erfurt, f 1889 in Berlin. 

Benda , Julius, A . , * 1838 in Räuden 
(Schlesien). 

Bendemann, Eduard, M. , '''1811 in 
Berlin, il889 in Düsseldorf. 

Bettkober, Christ . Friedr . Heinr . Sigm., 
B., 1746-c. 1816, Berlin. 

Biermaim, Gottlieb, M., "1824 in Berlin. 

Biermann,Karl Ed., M., 1803-92, Berlin. 

Bläser, Gustav, B. , '*1813 in Düssel- 
dorf, + 1874 in Kannstatt. 

Blechen, Karl, M., "'1798 in Kottbus, 
t1840 in Berlin. 

Bleibtreu, Georg, M., *1828 in Xanten, 
t1892 in Charlottenburg. 

Bochmann, Gregor von, M. , '*1850 in 
Esthland. 

Böcklin, Arnold, M., '=1827 in Basel, 
tl901 in Fiesole bei Florenz. 

Bceckmann, Wilhelm, A., *1832 in 
Elberfeld, il902 in Berlin. 

Bokelmann, Christ. Ludw., M. , *18M 
bei Bremen, +1894 in Berlin. 

Bceiticher, Karl, A., *1806 in Nord- 
hauaen, +1889 ia Berlin. 



Boumann, Johannes. A. , *1706 in 

Amsterdam, +1776 in Potsdam. 
Bracht , Eugen , M. , '" 1842 in Morges 

am Genfer See. 
Braith, Anton, M., * 1836 in Biberach. 
Breitbach, Karl. M., =^1833 in Berlin. 
Brendel, Albert, M. , -1827 in Berlin, 

+ 1895 in Weimar. 
Brodwolf Ludwig Gustav Eduard, B., 

1839-95, Berlin. 
Brunow, Ludwig, B., * 1843 in Lutheran 

bei Lübz (Mecklenburg-Schwerin). 
Brütt, Adolf, B., *1855 in Kiel. 
Büchmann , Frau Helene , M. , * 1849 

in Berlin. 
Bülow, Paul, M., 1842-89, Berlin. 
Burger, Ludwig, M., * 1825 in Krakau, 

+ 1884 in Berlin. 
Büring , Johann Gottfried, A. , *1728 

in Berlin. 
Bürkel , Heinrich , M. , * 1802 in Pir- 
masens, + 1869 in München. 
Galandrelli, AI., B., 1834-1903, Berlin. 
Camphausen, Wilhelm, M. , 1818-85, 

Düsseldorf. 
Cantian, A., 1794-1866, Berlin. 
Carstens, Asmut Jakob, M., *i754 bei 

Schleswig, +1798 in Rom. 
Cauer, Karl, B., "^1828 in Bonn, +1885 

in Kreuznach. 
Cauer, Paul Ludwig, Sohn des vorigen, 

B., '1866 in Kreuznach. 
Chodowiecki, Daniel Nicolaus, M. und 

Kupferstecher, *1726 in Danzig, 

+ 1801 in Berlin. 
C/eTOen<^,Ä3?'man«,M.,* 1852 in Berlin. 
Cornelius, Peter von, M. , *1783 in 

Düsseldorf, + 1867 in Berlin. 
Cremer, Friedrich Albert, A. , "1824 

in Wiesbaden, f 1882. 
Crola, Hugo. M., "1841 in Ilsenburg. 
Dahl, Joh., M., ''1788 in Bergen (Nor- 

vv^egen), +1857 in Dresden. 
Darnaut, Hugo, M., * 1850 in Dessau. 
Defregger, Franz, M., '='1835 zu Stro- 

nach im Pusterthal. 
Deger, Ernst, M., =='1809 in Bockenem 

(Hannover), +1885 in Düsseldorf. 
Diez, Robert, B. , '*1844 in Pössneck 

(Sachsen-Meiningen). 
Düz, Wilhelm von, M. , •1839 in 

Bayreuth. 
Dill, Ludwig, M., *1848 in Gernsbach. 
Donndorf, Adolf, B., =' 1885 in Weimar. 
Doepler, Karl Emil, M. , "1824 in 

Schnepfenthal. 



192 



Künstlerverzeichnis. 



Dräke^ Friedrich Johann Heinrich, B., 
■^ 1805 in Pyrmont, f 1882 in Berlin. 

Dreher^ Heinrich^ gen. Franz-D., M.. 
*1822 in Dresden, +1875 bei Rom. 

Dücker, Eugen, M., *1841 zu Arensburg 
(Insel Ösel). 

Ehe, Gustav, A., '1834 in Halberstadt. 

Eberle, Syrius, B.. *i844 zu Pfronten 
im Algäu, il903. 

Eberlein, Gustav. B., * 1847 in =!piekers- 
hausen bei Münden. 

Echtermeyer, Karl, B., * 1845 in Kassel. 

Eckmann, Otto.'&l., * 1865 in Hamburg, 
tl902 in Badenweiler. 

Encke, Erdmann, B., "^1843 in Berlin, 
•i-1896 in Neubabelsberg. 

Ende, Hermann, A., *1830 in Lands- 
berg a. d. Warthe. 

Engelhard, Friedrich Wilhelm, B., 
* 1813 in Grünbagen bei Lüneburg, 
il902 in Hannover. 

Enhuber, Karl von, M., =^1811 in Hof 
(Oberfranken), •i-1867 in München. 

Erdmannsdorf, Friedr. Wilh. von, A , 
"-' 1736 in Dresden , + 1795 in Dessau. 

Etcald. Ernst, M., 1836-84, Berlin. 

Fechner, Hans. M. , *i860 in Berlin. 

Feuerbach, Anselm, M., * 1829 in Speyer, 
tl880 in Venedig. 

Firle, Walther, M., "1859 in Breslau. 

Fischer, Ferdinand August, B. xx. Me- 
dailleur, * 1805 in Berlin, 1 1866. 

Flamm, Albert, M., * 1823 in Köln. 

Flicket, Paul, M., * 1852 in Berlin, 
tl9ü3 in Nervi. 

Franz, Julius. B., 1824-87, Berlin. 

Frenzel, Oscar, M., *1855 in Berlin. 

Friedrich, Caspar, M., *^1774 in Greifs- 
wald, ilS40 in Dresden. 

Friedrich, Woldemar, M. , -^846 zu 
G-nadau (Eeg.-Bez. -Magdeburg). 

Friese, Eichard, M., *1854 in Gunibin- 
nen. 

Führich , Joseph von , M. , * 1800 zu 
Kratzau in Böhmen, + 1876 in "Wien. 

Fmik. Heinrich, BI., -4807 in Herford, 

+ 1877 in Stuttgart. 
Gaisser, Jakob Emcmu-eh M., *1825 in 

Augsburg, 1 1899 in München. 
Gärtner, Eduard, M., 1801-77, Berlin. 
Gaul, August. B., * 1867 in Groß-An- 

heim bei Hanaxx. 
Gebhardt, Eduard von, M. , "1838 zu 

8t. Johann (Esthland). 
Geiger. Mkolaits, B. , '1849 in Lau- 
ingen (Schwaben), +1897 in Wil- 
mersdorf bei Berlin. 
Geißler, Wilhelm., M., * 1848 in Berlin. 
Genelli, Bonaventura, M. , ''1798 in 

Berlin, +1868 in Weimar. 
Gentz, Heinrich, A., +1811 in Berlin. 
Gentz , Wilhelm , M. , * 1822 in Neu- 
ruppin, +1890 in Berlin. 



G&rlach, Philipp, A., * 1679 in Spandau, 

+ 1748 in Berlin. 
Geselschap . Friedrich, M. , *1835 in 

Wesel, tl898 in Rom. 
Geyer, Otto, B. , *1843 in Charlotten- 
burg. 
Gilly. Friedrich, A., '1717 in Altdamm 

bei Stettin, + 1800 in Karlsbad. 
Gleichen- Rußwurm , Liidwig, Freiherr 
von. M. , *'1836 zxx Greifenstein in 
Bayern, +1901 in Weimar. 
Gontard, Karl von, A., "1731 in Mann- 
heim, + 1791 in Berlin 
Graeb, Karl, M., 1816-84, Berlin. 
Graeb , Paul. M., Sohn des vorigen, 

1842-92, Berlin. 
Graef, Gustav, M., *1821 in Königs- 
berg, + 1895 in Berlin. 
Gra'el , Johann Friedr. , A. . * 1708 in 
Quielitz (Schles.), +1740 in Bayreuth. 
Gi^af, Anton, -^.. * 1736 in Winter thxxr, 

+ 1813 in Dresden. 
Gropius, Mariin Karl Philipp, A., *1824 

in Berlin, +1880 daselbst. 
Groszheim, Karl von, A. , *184l in 

Lübeck. 
Gude. Hans, M., *1825 in Christiania, 

-i-1903 in Berlin. 
Gussozv, Karl, M., '1843 in Havelberg. 
Habermann , Hugo von, M. , * 1849 in 

Dillingen. 
Hähnel, Ernst, B., 1811-91, Dresden. 
Hagen, Hugo, B., +1871 in Berlin. 
Harr ach, Ferdinand, Graf von, M., 

•' 1832 in Eosnochau (Schlesien). 
Hartzer, Karl Ferd., B., ^1838 in 

Celle. 
Hasenclever, Johann Peter, M., - 1810 
in Remscheid, f 1853 in Düsseldorf. 
Hasenpflug, Karl, M., -1802 in Berlin, 

-i-1858 in Halberstadt. 
Ha%ig, Robert, M., *1857 in Stuttgart. 
Hausmann, Karl, M., 1825-S6, Hanaxx. 
Heilbuth, Ferdinand, M. , "1830 in 

Hamburg, +1889 in Paris. 
Henneberg, RudJf, M., ''1825 in Braun- 
schweig, f 1876 daseiest. 
Hennicke, Julius, A., "IS32, f 1892 in 

Konstanz. 
Hensel, Wilhelm, M., * 1794 in Trebbin, 

f 1861 in Berlin. 
Henseler, Ernst, M., ' 1852 in Meseritz. 
Hermann, Karl Heinrich, M., "1802 in 

Dresden, f 1880 in Berlin. 
Herrmann, Hans, M., "^ 1858 in Berlin. 
Hertel, Albert, M., ''1843 in Berlin. 
Hertel, Karl, M. , *1837 in Breslau, 

-i-1895 in Düsseldorf. 
Herler, Ernst, B. , *1846 in Berlin. 
Heß, Peter von, M., ''1792 in Düssel- 
dorf, t1871 in München. 
Heziß, Eduard von, M., " 1808 in Oggers- 
heim (Rheinpf.), + 1880 bei Mainz. 



KÜNSTLERVERZEICHNIS . 



193 



Heyden, August von, M., '•*182T in Bres- 
lau, ^-1897 in Berlin. 

Eeyden, Otto, BI., *1820 zu Duclierow 
(Pomm.), f 1897 in Göttingen. 

Hildebrand, Adolf, B., "^847 in Mar- 
burg. 

Hildebrand, Ernst, M. , * 1833 in Falken- 
berg CNiederlausitz). 

Hildehrand , Theodor , M. , " 1804 in 
Stettin, il874 in Düsseldorf. 

Hildebrandt, Eduard, M., " 1818 in Dan- 
zig, 4-1868 in Berlin. 

Hildebrandt, Fritz, M., Bruder des vor., 
*1819 in Danzig, |l855 in Eom. 

Hilgers, Karl, B., =1844 in Düsseldorf. 

Hilgers, Karl, M., 1818-90, Düsseldorf. 

Hitz, Bora, M., "1856 in Altdorf bei 
Nürnberg. 

Hitzig, Friedrich, k., 1811-81, Berlin. 

Hoffmann, Ludwig, A., f 1853 in Darm- 
stadt. 

Hoffmeister, Heinz, B., *^1851 in Saar- 
louis, f 189i in Berlin. 

Hofmann, Ludwig von, M. , "1861 in 
Darmstadt. 

Hoguet, Charles, M., 1821-70, Berlin. 

Hosemann, Theodor, M. , *^1807 in 
Brandenburg a. H., -{•1875 in Berlin. 

Hübner, Julius, M. , *1806 in Oels, 
il882 in Loschwitz bei Dresden. 

Hübner, Karl, M., "1814 zu Königsberg 
i. Pr., -M879 in Düsseldorf. 

Hude, Hermann Philipp Wilhelm von der, 
A., *1830 in Lübeck. 

Hundrieser, Emil, B., "1846 in Königs- 
berg i. Pr. 

Hunten, Emil, M., ''1827 in Paris, tl902 
in Düsseldorf. 

Hupp, Otto, Zeichner u. Medailleur, 
"1859 in Düsseldorf. 

Ifme, Ernst Eberhard , A., -1848 in 
Elberfeld. 

Inner, Karl, M., "'1834 in Babitz bei 
Wittstock, -i-1900 in Düsseldorf. 

Jacob, Julius, M., "1842 in Berlin. 

Janensch, Gerhard, B., "1860zuZam- 
borst in Pommern. 

Janssen, Feter, M., "184i in Düssel- 
dorf. 

Jernberg, Olof,M.., "185öinDüsseldorf. 

Jordan, Rudolf, M., "1810 in Berlin, 
■M887 in Düsseldorf. 

Kaff sack, Jos., B. , "1849 in Regens- 
burg, + 1890 bei Berlin. 

Kalckreuth, Stanislaus Graf -yon, M., 
"1821 zu Koscbmin, +1894 in Mün- 
chen. 

Kalide, Theodor, B., ^4801 in Königs- 
hütte, •hl863 in Gleiwitz. 

Kallmorgen , Friedrich, M. , *1856 in 
Altona. 

Kameice, Otto von, M., *1826 in Stolp, 
il899 in Berlin. 
Beedeker's Berlin und Umgebung, 



Kampf, Arthur, M., '1864 in Aachen. 

Kampf, Eugen, M., *1860 in Aachen. 

Kaulbach, Wilhelm von , M . , " 1805 in 
Arolsen, -[-1874 in Blünchen. 

Kayser, Htim'ich,A.,~i8l2 in Duisburg. 

Keil, Karl, B. , '1838 in Wiesbaden, 
■rl889 in Bad Kiderich. 

Keinke, Karl, M., "1852 in Hamburg. 

Keller, Ferd., M., '-1842 Karlsruhe. 

Kiesenwalier , Heinrich, B., "18d4. 

Kirberg, Otto, M., -1850 in Elberfeld. 

Kiß, August, B., "1802 in Ober- 
schlesien, f 1865 in Berlin. 

Klinger, Max, B. und M. , ''1857 in 
Plagwitz b. Leipzig. 

Klöber, Aug. von, M., ""1793 in Breslau, 
-M864 in Berlin. 

Knackfuß, Hermann Wilhelm Johann, 
M., "1848 in Wissen b. Siegburg. 

Knaus, Ludwig, M., ''1829 in Wies- 
baden. 

Knille, Otto, M., ''1832 in Osnabrück, 
-M898 in Meran. 

Knobeisdorf, Georg Wenzeslaus von, A., 
M., "1699 in Kuckädel (Lausitz), 
•hl753 in Berlin. 

Knoblauch, Eduard, A., " 1801 in Berlin, 
-M865 daselbst. 

Koch, Georg Karl, M., "1857 in Berlin. 

Koch, Joseph, M., "1768 in Tirol, -M839 
in Born. 

Koch, MaxFriedr., M., "1859 in Berlin. 

Kokolski, Hermann, B., "1853 in Berlin. 

Kolbe, Karl Wilhelm d. J., M. , "1781 
in Berlin, f 1853 daselbst. 

Kolitz, Louis, M., "1845 in Tilsit. 

Koner, Max, M., 1854-1900, BerHn. 

Kopf, Joseph von, B., "1827 in Un- 
lingen (Württ.), -hl903 in Rom. 

Körner, Ernst Karl Eugen, M., "1846 
auf Stibbe bei Crone (Westpreußen). 

Kröner, Christian, M., "1838 in Einteln. 

Krüger, Franz, M., " 1797 in Radegast 
bei Köthen, il857 in Berlin. 

Kruse, Max, B., "1854 in Berlin. 

Kuehl, Gotthardt. M., "1851 in Lübeck. 

Kuntz, Gustav, M., "1843 in Wilden- 
fels (Sachsen), -f 1879 in Rom. 

Kyllmann, Walther, k., "1837inWeyer 
bei Wald. 

Langhans, Karl Ferdinand, A., "1781 
in Breslau, -fl869 in Berlin. 

Langhans, Karl Ootthard, A., Vater des 
vorigen, "1733 in Landeshut (Schle- 
sien), -{•1808 in Grüneiche. 

Latt, Hans, B., "1859 in Breslau. 

Leibl, Wilhelm, M. u. Radierer, "1844 
in Köln a. Rh., -^ 1900 in Würzburg. 

Leistikow, Walter, M., "1865 in Brom- 
berg. 

Lenbach, Franz von, M. , "1836 in 
Schrobenhausen (Oberbayern). 

Lepsius, Reinhold, M., *1857 in Berlin. 

13. Aufl. 13 



194 



KÜNSTLERVERZEICHNIS. 



Lessing, Karl Friedrich, M., *1808 in 

Breslau, flSSO in Karlsruhe. 
Lessing, Konrad, M., Solin des vorigen, 

*1S52 in Düsseldorf. 
Lessing, Otto, M., B., Sohn des Karl 

Friedrich L., "1846 in Düsseldorf. 
Leu, August Wilhelm, M. , "1818 in 

Münster, t1897. 
Liebermann, Max, M., * 1849 in Berlin. 
Lier, Adolf, M. , *1826 in Herrnhut, 

il882 in Wahren bei Brisen. 
Lock, Michel, B., "1848 in Köln a. Rh., 

•M898 in Berlin. 
Lucae, Richard, A., 1829-77, Berlin. 
Ludwig, Karl, M., *1839 in Eoemhild, 

il901 in Berlin. 
Lugo, Emil, M., *1840 in Stockach, 

-i-1902 in München. 
Lürssen, Eduard August, B.. "1840 in 

Kiel, il891 in Berlin. 
Magnus, Ed., M., 1799-1872, Berlin. 
Magnussen, Harro, B., " 1861 in Hamm 

bei Hamburg. 
Maison.Rud., B., "1854inRegenshurg, 

t1904 in München. 
Makart, Hans, M., '■'1840 in Salzburg, 

+ 1884 in Wien. 
Malchin, Karl, M., * 1838 i» Kröpelin 

(Mecklenburg). 
Manthe, Albert August Karl, B., *1847 

in Angermünde. 
Manzel, Ludwig, B . , - 1858 in Kagendorf . 
March, Otto. A., "-1S45 in Charlotten- 
burg-Berlin. 
Maries, Hans von, M., * 1837 in Elber- 

feld, +1887 in Rom. 
Martersteig, Friedrich, M. , 1814-99, 

AVeimar. 
Max, Gabriel, M., *1840 in Prag. 
Mayer, Eduard, B. , *1812 bei Trier, 

il881. 
Menken, August, A.,^ 1858 in Köln a.Rh . 
Menzel, Adolf f ., M., * 1815 in Breslau. 
Meurer, Moritz, M., *1839 in Waiden- 
burg (Sachsen). 
Meyer, Johann Georg (gen. Meyer von 

Bremen), M., - 1813 in Bremen, 1 1886. 
Meyer, Klau^, M., "1856 bei Hannover. 
Meyerheim, Eduard, M., *1808 in Dan- 

zig, il879 in Berlin. 
Meyerheim, Paul, M., Sohn des vorigen, 

''1842 in Berlin. 
Möckel, Gotthilf Lxidicig, A., ^1838 in 

Zwickau. 
Möller, Karl, B., ^ 1803in Berlin, f 1882. 
Moser, Julius, B., *1S32 in Berlin. 
Mücke, Heinrich, M., "1806 in Breslau, 

+ 1891 in Düsseldorf. 
Mühlenbruch, J., M., ^1856 in Trutzlatz 

(Pommern). 
Mühlig, Hugo, M., *1854 in Dresden. 
Müller, Eduard, B._, *1828 in Hild- 

burghauseu, +1895 in Rom. 



Munthe, Ludwig, M. , *1841 in Aaren 
(Norwegen), +1896. 

Neumann, Richard Gustav, B. , M., 
"1848 in BerUn. 

Noster, Ludwig, M., *^1859 in Triede- 
berg (Neumark). 

Oeder, Georg, M., "1846 in Aachen. 

Olde, Hans Wilhelm, M. , *1855 in 
Süderau (Holstein). 

Orth., August, A. , " 1828 in Windhausen 
bei Seesen (Braunschweig). 

Ottmer, Karl Theodor, A., M. , "^1800 
in Braunschweig, +1843 in Berlin. 

Otto, Johannes Samuel, 31., *1798 in. 
Unruhstadt (Posen). +1S78 in Berlin. 

Otto, Paul, B., 1846-93, Berlin. 

Otzen, Johannes, A., "1839 in Siesebye 
(Schleswig). 

Overbeck , Friedrich, M., *1789 in 
Lübeck, +1869 in Rom. 

Panzner, Georg Otto, B. , ''1853 in 
Königstein (Sachsen). 

Persius, Ludwig, A., *1804 in Berlin, 
+ 1845 in Rom. 

Pettenkofen, August von , M. , 1821-89, 
Wien. 

Pfannschmidt, Friedrich Johann, B., 
*1864 in Berlin. 

Pfannschmidt, Gottfr.,'^., "" 1819, Mühl- 
hausen i. Th., +1887, Berlin. 

Pfuhl, Johannes, B., -1846 in Löwen- 
berg (Schlesien). 

Piglhein, Bruno, M. , *1848 in Ham- 
burg, tl894 in München. 

Piloty, Karl Theodor von, M. , ''1826 
in München, +1886 in Ambach. 

Piper, Carl, B., ^1856 in Stettin. 

Plockhorst, Bernhard, M. , "1825 in 
Braunschweig. 

Pohle, Läon, M., * 1849 in Leipzig. 

Pohlmann, Heinrich, B., *1839 in Sche- 
ventorf (Hannover). 

Pöppehnann, Peter, B., ^^ 1866 in Harse- 
winkel (Westfalen). 

Pose, Eduard Wilhelm, M. , *1812 in 
Düsseldorf, +1878 in Frankfurt a. M. 

Prell, Hermann, M., "1854 in Leipzig. 

Preller, Friedrich d. Ä., M. , *18U4 in 
Eisenach, + 1878 in Weimar. 

Prever, Johann Wilhelm, M., *1803 in 
Rheydt, +1889 in Düsseldorf. 

Rahl, Karl, M., 1812-65, Wien. 

Raschdorf, Julius, A., *^" 1823 in Pless. 

Razt, Leopold, B., *'1847 in Nürnberg, 
+ 1880 in Rom. 

Rauch, Christian Daniel, B., *1777 in 
Arolsen, +1857 in Dresden. 

Raiipp, Karl, M., "1837 in Darmstadt. 

Rethel, Alfred, M., "1816 bei Aachen, 
+ 1859 in Düsseldorf. 

Rheinhold. Hugo, B., *1853 in Ober- 
lahnstein, tl900 in Berlin. 

Richter, Gustav, M. , 1823-84, Berlin. 



KUNSTLER VERZEICHNIS. 



195 



Pächter. Ludwig., M. und Zeichner, 
1803-84, Dresden. 

Riedel., August., M., *1799 in Bayreutli, 
•H883 in Eom. 

Rief stahl, Wilh., M. , '-'1827 in INTeu- 
strelitz, -j-lBSS in München. 

Riesch, Otlo, B., '''1851 in Berlin. 

Rietschel, Ernst., B., -1804 in Pulsnitz, 

f 1861 in Dresden. 
' Rietschel, Ernst Wilhelm, M., "* 1824 in 
Gießmannsdorf, -i-1860 in München. 

Ritter, Henry, M. , * 1816 in Montreal 
(Canada), f 1853 in Düsseldorf. 

Roher, Ernst, M., ""i^m in Elberfeld. 

Roher, Fritz, M., Bruder des Ernst R., 
*1851 in Elberfeld. 

Röchling, Karl, M., ''1855 in Saar- 
brücken. 

Rode, Christian Bernhard, M. u. Ra- 
dierer, 1725-97, Berlin. 

Römer, Bernhard, B., *1852 in Groß- 
Strehlitz (Schlesien), -i-1891. 

Rößler, Adalherl von, M., *1853 in 
Wiesbaden. 

Rottmann, Karl, M., *i798 bei Heidel- 
berg, -{-1850 in München. 

Ruths, Valentin,^., * 1825 in Hamburg. 

Saltzmann, Carl, M., ''^1847 in Berlin. 

Salzenherg, Wilhelm, A., ^1803, -M887 
in Montreux am Genfer See. 

Sattler, Joseph, M., -1867 in Sehr oben- 
hausen (Bayern). 

Schadow, Gottfried, B. , -1764-1850, 
Berlin. • 

Schadow, Wilhelm von, M. , Sohn des 
vor., "1789 in BerUn, il862 in 
Düsseldorf. 

Schäfer, Karl, A., '-1844 in Cassel. 

Schaller, E. Johann, M. , "1841 in 
Wasungen, -1-1887 in Koburg. 

Schaper, Friedrich, B. , ""1841 in Als- 
leben a. d. Saale. 

Schennis, Friedrich von, M. , " 1852 in 
Elberfeld. 

Scher res, Carl, M., "1833 in Königs- 
berg. 

Scheuren, Kaspar, M. , * 1810 in Aachen, 
-h 1887 in Düsseldorf. 

Scheurenberg, Josef, M. , *1846 in 
Düsseldorf. 

Schick, Rudolf, M. , i 1887 in Berlin. 

Schievelhein , Hermann , B. , 1817-67, 
Berlin. 

Schindler, Emil, M. , *1842 in Wien, 
-M892 in Westerland a. Sylt. 

Schinkel, Karl Friedrich, A., M., <*178i 
in E^euruppin, f 1841 in Berlin. 

Schirm, Carl Cowen, M., '^' 1852 in Wies- 
baden. 

Schirmer, Johann Wilhelm, M. , " 1807 
in Jülich, -j-1863 in Karlsruhe. 

Schleich, Eduard d.Ä.,M..," 1812 in Har- 
bach (Bayern), -{-1874 in München. 



Schlesinger , Jaloh , M. , * c. 1793 in 

Grünstadt (Pfalz), tl855 in Berlin. 
Schlüter, Andreas, A. , B., * 1664 in 

Hamburg, -{-1714 in St. Petersburg. 
Schlüter, Karl, B., "1846 in Pinne- 
berg, -{-1884 in Dresden. 
Schmidt , Maximilian , BI. , * 1818 in 

Berlin, -i-1901 in Königsberg. 
Schmitson, Teutwart, M., "1830 in 

Frankfurt a. M., il863 in Wien. 
Schnorr V. Carolsfeld, Julius, M., ^"1794 

in Leipzig, -{-1872 in Dresden. 
Scholl, Anton, B., *1837 in Mainz. 
Scholtz, Julius, M., ''^1825 in Breslau 

-rl893 in Dresden. 
Schönleher, Gustav, M., **1851 in Bietig 

heim (Württemberg). 
Schott, Walter, B. , *1861 in Ilsen 

bürg. 
Schrader, Julius, M., 1815-1900. Berlin 
Schreyer, Adolf, M., *1828 in Frank 

fürt a. M., -{-1899 in Cronberg i. T 
Sehr ödler, Adolf, M., * 1805 in Schwedt 

■hl875 in Karlsruhe. 
Schuch, Werner, M., - 1843, Hildesheim 
Schuler, Karl, B., "1847 in Nürnberg 

-hl886 bei BerUn. 
Schulz, MoiHtz, B., '^1825 in Leobschütz 

(Oberschlesien). 
Schwechten, Franz Heinrich, A., *1841 

in Köln a. Rh. 
Schweinitz, Rudolf, B., 1839-96, Char- 

lottenburg-Berliu. 
Schicind, Moritz von, M. u. Radierer, 

"1804 in Wien, -{-1871 in München. 
Sehring, Bernh., A., '-1855 in Adderitz. 
Seidl, Gabriel, A., ^'1848 in München. 
Seitz, Rudolf, M., ■••1842 in München. 
Siemering, Rudolf, B., - 1835 in Königs- 
berg i. Pr. 
Simm, Franz, M., *1853 in Wien. 
Simmler, Wilhelm Carl Melchior, M., 

"1840 in Geisenheim. 
Skarhina, Franz, M., *^' 1849 in Berlin. 
Sohn, Karl d.Ä.,W., ''1805 in Berlin, 

il867 in Köln a. Rh. 
Soller, August, A., ^'1805 in Erfurt, 

-M853. 
Sommer, August, B., * 1839 in Coburg. 
Spangenberg, Gustav, M., *1828 in 

Hamburg, -^1891 in Berlin. 
Spangenberg, Louis, M., * 1824 in Ham- 
burg, •H893 in Berlin. 
Sperl, Johann, M. , *1840 in Buch 

(Bayern). 
Spieker, Paul, A., *1826 in Trarbach. 

•h vor 1890 (?) in Wiesbaden. 
Spitzweg, Karl, M., 1808-85, München. 
Stahn, Otto, A., *1859 in Berlin. 
Starck, Constantin, B., "1866 in Riga. 
Statz, Vincenz, A., 1819-99, Köln a. Rh. 
Staujfer (-Bern), Karl, M., B., ''1857 in 

Trübschachen, -{■1891 in Florenz. 

13* 



196 



KUNSTLERVERZEICHNIS. 



Steffeck, Karl, M. , ^1*18 in Berlin, 
i 1890 in Königsberg. 

Steinbrück, Eduard, M., * 1803 in Magde- 
burg, f i882 in Landeck (Scblesien). 

Steinle. Eduard von, M., '^ 1810 in Wien, 
f 18Ö6 in Frankfurt a. M. 

Stier, Hubert, A., -1838 in Berlin. 

Stilke, Herrn., M., 1804-60, Berlin. 

Strack, Johann Heinrich, A., ■"'1805 in 
Bückeburg, f 1880 in Berlin. 

Straßen, Melchior Änton zur, B., ■"1882 
in Münster (Westfalen). 

Stuck, Franz, M., B., ■=^1863 in Tetten- 
weis. 

Stiller, Friedrich August, A., * 1800 in 
MühJhausen (Thüringen), -i-1865 in 
Berlin. 

Sufimann- Hellborn, Louis, B., ■"1828 
in Berlin. 

Thoma, Hans, M. , *1839 in Bernau 
(Baden). 

Tieck, Friedrich, B., 17T6-1851, Berlin. 

Tischbein, Friedrich, M.,* 1750 in Maes- 
tricht, f 1812 in Heidelberg. 

Tischbein, Joh. Heinr. d. i., M., * 1722 in 
Haina (Hessen), +1789 in Cassel. 

Toberentz, Robert, B., *1849 in Berlin, 
T 1895 in Rostock. 

Tondeur, Alexander, B., '•' 1829 in Berlin. 

Troschel, Julius, B., *1813 in Berlin, 
ii863 in Rom. 

Trübner, Wilhelm, M., •=■ 1851 in Heidel- 
berg. 

Tuaillon, Louis, B.. *1S62 in Berlin. 

Tüshaus, Friedrich, M., ^1832, flSSö 
in Münster (Westfalen). 

üechtritz- Steinkirch, Cunovon,B., ^ 1856 
in Breslau. 

ühde, Fritz von, M., *^1848 in Wolken- 
burg (Sachsen). 

JJnger, Max, B., *1S54: in Bei-lin. 

Uphues, Joseph, B. , *^1850 in Sassen- 
berg (Westfalen). 

Veit. Philipp, M., *=1793 in Berlin, 
il8?7 in Mainz. 

Veith, Eduard, M., *1858 in Xeutit- 
scheiu (Mähren). 

Vogel, Hugo, M., ''1855 in Magdeburg. 

Voigtländer, Rudolf von, M., ''1854 in 
Brauuschweig. 



Volkmann, Arthur, B. , * 1851 in Leipzig. 
Volkmann, Hans von, M., "^ 1860 in Halle 

a. d. Saale. 
Volz , Hermann, B. , *1847 in Karls 

ruhe. 
Wach, Karl, M., 1787-1845, Berlin. 
Wagenbauer, Max Jos., M. , *1774 in 

Markt-Gräfing, il829 in München. 
Waldmüller, Ferd., M. , 1793-1865, 

Wien. 
Wallot, Johann Paul, A. , *1842 in 

Oppenheim a. Eh. 
Warlhmüller (Müller), Robert, M., 

*1859 in Landsberg a. d. Warthe, 

il895 in Berlin. 
Waesemann, H. Fr., A., 1814-1879. 
Weber, August, M., ^'1817 in Frankfurt 

a. M., il873 in Düsseldorf. 
Weidemann, Friedrich Wilhelm, M., 

" 1668 in Osterb urg (Ältmark), f 1750 
- in Berlin. 

Weishaupt, Vict., M., *'1848, München. 
Weitsch, Friedrich Georg, M., ^^1758 in 

Braunschweig, f 1828 in Berlin. 
Wenck , Ernst, B., *1865 in Reppen. 
Werner, Antonvon, M., *18i3 inFrank- 
furt a. 0. 
Werner, Fritz, M., *1827 in Berlin. 
Wichmann, Karl Friedrich, B., *'1775 

in Potsdam, -i-1836 in Berlin. 
Wichmann, Ludwig, B., Bruder des vor., 

^1784 in Potsdam, 4-1859 in BerUu. 
Wiese., Max, B., "1846 in Danzig. 
Wille, Fritz von, M., ""1860 in Weimar. 
Wislicenus , Hermann , M. , * 1825 in 

Eisenach, -rl899 in Goslar. 
Wittig, August, B., "1826 in Meißen, 

*lö93 in Düsseldorf. 
Wolf. Albert, B., "1814iuXeu-Strelitz, 

il892 in Berlin. 
Wolff, Emil, B., -^ 18U2 in BerUn, f 1879 

in Rom. 
Wolf, Friedrich Wilhelm, B., *> 1816 in 

Fehrbellin, ilS87 in Berlin. 
Wredoic,Atigusf, B., " 1804 in Branden- 
burg, f 1891 in Berlin. 
Zügel, Hein7Hch,M., *lS50iuMurrhardt 

(Württemberg). 
Zumbusch , Kaspar Clemens von, B., 

■"1830 in Herzebrock (Westfalen). 



EEGISTEK. 



Abgeordnetenhaus ilT. 
Adlershof 184. 
Akademie der Künstel63 
— der Wissenschaften 51, 

121. 
Akadem. Lesehalle 31, 
Alexanderplatz 134. 
Alt-Berlin 129. 
Alt-Buchhorst 184. 
Alt-KÖUn 128. 
Altmoabit 148. 
Amtsgericht 133. 
Anatumie 144. 
Andreasplatz 134. 
Aquarium 50. 
Arbeiterwohlfahrt, Ausst 

für 162. 
Architektenhaus US. 
Artillerie- u. Ingenieur 

Schule 163. 
Astrophysikalisches Ob 

servatorium 181. 
Augusta-Hospital 147. 
Ausstellungspark 148. 
Auswärtiges Amt 104. 
Automat. Restaur. 10. 

Babelsberg, Schloß 180. 
Bäder 12. 
Bahnhöfe 1. 

Alexanderplhtz 1. 13. 
133. 

Anhalter 1. HO. 

Bellevue 13. 149. 157. 

Beußelstr. 13. 149. 

Börse 13. 136. 

Bülowstraße 14. 121. 

Charlottenburg 1. 13. 

Ebersstraße 13. 

Frankfurter Allee 13. 

Friedenau 13. 

Friedrichstraße 1. 13. 
142. 

Gesundbrunnen 13.142. 

Görlitzer 1. 127. 

Grunewald 166. 

Haiensee 13. 166. 

Hallesehes Tor 14. 118. 

Hamburger 147. 

Hermannstraße 13. 

Jannowitzbrücke 13. 
126. 

Jungfernheide 13. 

Knie 14. 

Kottbuser Tor 14. 



Bahnhöfe: 

Landsberger Allee 13. 

Lehrter 1. 13. 148. 

Militär- 122. 

Möckernbrücke 14. 

NolIendorfplatzl4.122. 

Oranienstraße 14. 127, 

Papestraße 13. 

Post- 148. 

Potsdamer 1. 13. 109. 

Potsdamer Platzl4.109. 

Prenzlauer Allee 13. 

Prinzenstraße 14. 

Putlitzstraße 13. 

Ring- 13. 109. 

Elsdorf 13. 

Rummelsburg 13. 

Savignyplatz 13. 

Schlesischer 1. 13. 134, 

Schlesisches Tor 14. 
127. 

Schmargendorf 13. 

Schöneberg 13. 

Schönhauser Allee 13 

Stettiner 1. 143. 

Stralau 13. 

Stralauer Tor 14. 

Tempelhof 13. 

Tiergarten 13. 159. 

Treptow 13. 123. 

Wannsee- 13. 103. 

Warschauer Brücke 14. 
128. 

Warschauer Straße 13. 
123. 

Wedding 13. 

Weißensee 13. 

Westend 13. 165. 

Wilmersdorf 13. 

Wittenbergplatz 14. 

Zentral- Viehhof 13. 

Zoologischer Garten 1. 
13. 14. 
Bauakademie 123 
Bauer, Cafe 50. 
Baumgartenbrück 181. 
Baumschulenweg 184. 
Beethovensaal JIO. 
Behrenstraße 102. 
Belitzhof 166. 
Belle- Alliance-Brücke 

119. 

-Handels.'tät^e 126. 

Platz 118. 

— -Straße 120. 



Bellevue, Schloß 157. 
Bergakademie 146. 
Berliner Bank 102. 

— Biere 10. 

— Handels-Ges. 102. 

— Lokalanzeiger 50. 
Bernau 185. 
Bethanien 127. 
Bibliothek, kgl. 52. 
Bierhäüser (Bier-Restau- 
rants) : 

Alhambra 10. 
Alt-Bayern 10. 109. 
Altstädter Hof 10. 
Architektenbaus 9. 
Aschinsers Bierquellen 

10. " 
Askanier, Zum alten 9. 
Augustinerbräu 9. 
Bergschloß 11. 
Bock 11. 

Böhm. Brauhaus 11. 
Bötzow 10. 

Brandenburger Haus 9. 
Bürgerbräu, Münch.lO. 
Burggrafenhof 10. 
Charlottenhof 10. 157. 
Clausing 11. 
Dessauer Garten 10. 
Dortmund. Unionbr. 9. 
Eremitage 9. 
Zum Franziskaner 10. 
Friedrichshain, A.-B. 

11. 
Friedrichshöhe, A.-B. 

10. 11. 
Gärtner, Cafe 10. 
Großer Kurfürst 10. 
Habel 11. 
Happoldt 11. 
Zum Heidelberger 10. 
Hofbräu 9. 
Zum Klausner 9. 
Krziwanek 10. 
Kulmbach. Bierhaus 9. 
Leipziger Hof 10. 
Löwenbräu 9. 
Mönchshof 9. 
Isl^eumann 10, 
Niquet & Ko. 10. 
PfefiFerb rg 11. 
Pilsen, Zur Stadt 9. 
Potsdamer Garten 10. 
Zum Prälaten 10. 
Printz (Pschorr) 10, 



198 



REGISTER. 



Bierhäuser : 

Pscliorrbräu 9. 102. 

Ratskeller 10. 131. 

Eegenspurger 10. 

E,eifbräu 9. 

Rheinisclier Hof 10. 

Schöneberger Er. 11. 

Sehreiner 10. 

Schultheiß, Zum 10. 11. 

auf Tivoli 11. 

Schünemann 10. 

Sedlmayr 9. 

Siechen 9. 

Spaten. Zum 9. 102. 

Spittelhallen 9. 

Stüdemann 11. 

Terminus 10. 

Tiergartenhof 10. 

Töpfer 10, 

Tucher 9. 103. 

Union 11. 

Wahlstatt 9. 

Weihenstephan 9. 10. 

Zelte, Die 10. 157. 

Zoologischer Garten 
160. 
Biesdorf 189. 
Biesenfhal 185. 
Bildenden Künste, Hoch- 
schule der 163. 
Binenwalde 188. 
Birkenwerder 188. 
Bleichrödersches Haus 

106. 
Blücherplatz 119. 
Blücherstraße 119. 
Blumental, der 189. 
Bollesche Meierei 149. 
Bollersdorfer Höhen 189. 
Boltenmühle 188. 
Bornstädter Feld 179. 
Börse 136. 
Borsig, Palais 105. 
— , Fabriken 182. 
— , Geschäftshaus 143. 
— , Gewächshäuser 149. 
Botanischer Garten 167. 
Botschaften : 

England 104. 
Frankreich 49. 
Österreich 157. 
Rußland 50. 
Spanien 159. 
Böttcherberg, der 180. 
Brandenburg 186. 
Brandenburger Tor 49. 
Brauhausberg 181. 
Briese 188. 

Brieselang, Forst 182. 
Brunnental 186. 
Buch 185. 
Buckow 189. 
Bülowstraße 121. 



Burg 190. 
Bürgerheide 182. 

Cafes 11. 
Caputh 181. 
Charite 144. 
Charlottenburg 161. 

— Mausoleum 165. 

— Schloß 164. 
Gharlottenhof 177. 174. 
Charlottenstraße 102. 
Chausseestraße 14-3. 
Chemische Laboratorien 

144. 162. 
Chorin 186. 

Dahlem 167. 
Dahme, die 183. 
Dahmsdorf 189. 
Dalldorf 187. 
Dammmühle 129. 
Dampfschiffe 21. 170.182. 
Darmstädter Bank 123. 
Denkmäler: 

Albrecht der Bär 129. 
154. 

Augusta, Kaiserin 53. 

Beethoven 156. 

Befreiungskriege 120. 

Berolina 134. 

Beuth 123. 

Bismarck 151. 156. 167. 

Blücher 53. 156. 

Brandenburg 105. 

Bülow 53. 

Chamisso 136. 

Dircksen 143. 

Feuerwehrdenkmall27. 

Friedrich d. Gr. 51. 
156. ^ 

Friedrich HI., Kaiser 
150. 

Friedrich Wilhelm III. 
57. 156. 158. 174. 

Gauß 159. 162. 

Gerlach 144. 

h. Gertrud 124. 

Gneisenau 53. 

Goethe 158. 

V. Graefe 144. 

Großer Kurfürst 61. 60. 
158. 

Havdn 156. 

Hegel 52. 

Helmholtz 52. 159. 

Humboldt, A. von 52. 
142. 156. 

— , W. von 52. 

Jahn 120. 

Keith 105. 

Kriegerdenkmal für 
1848/49 147. 

- 1870/71 135. 



Denkmäler : 

Leopold V. Anhalt-Des- 
sau 105. 156. 

Lessing 158. 

Luise, Königin 158. 

Luther 131. 

Blitscherlich 52. 

Mozart 156. 

Neubau s 148. 

Prinz Albrecht 164. 

Prinz August 157. 

Röntgen 159. 

Scharnhorst 53. 

Schiller 104. 

Schinkel 123. 162. 

Schulze-Delitzscti 125. 

Schwerin 105. 156. 

Senefelder 141. 

Seydlitz 105. 

Siemens 159. 

Stein 108. 

Thaer 123. 

Treitschke 52. 

Viktoria, Kaiserin 150. 

Wagner 158. 

Waldeck 126. 

Waldemar, Markgraf 
129. 155. 

Wilhelm I., Kaiser 63. 
123. Ic6. 167. 

Wilms 127. 

Winterfeldt 105. 

Wrangel 105. 

York 53. 

Zieten 105. 
Deutsche Bank 102. 
Dienstmänner 24. 
Diskonto-Gesellschaft 50. 
Dom 57. 
Domchor 27. 
Domkandidatenstift 140. 
Dönhoffplatz 108. 
Dorotheenstadt 142. 
Dresdner Bank 102. 
Droschken 21. 170. 

Eberswalde 185. 
Eiche, Forsthaus 190. 
Eichwalde 184. 
Eierhäuschen 128. 183. 
Eisenbahndirektions-Ge- 

bände 110. 
Eislaoif 28. 
Elisabeth -Krankenhaus 

121. 
Ephraimsches Haus 129. 
Equitable, Haus 107. 
Erkner 183. 

V. Fabersches Haus 102, 
Falkenberg 186. 
Faßkessel & Müntmann 
50. 



REGISTER. 



199 



Fehrbellin 187. 
Fernspreclistellen 24. 
Feuerwehr 126. 
Feuerwerke 28. 
Finanzministerium 53. 
Finkenkrug 182. 
Finow-Kanal 185. 
Flakensee 181. 
Flatow-Turm 180. 
Frauenklinik, Universi- 

täts- 143. 
Fredersdorf 184. 189. 
Freienwalde 186. 
Friedenau 166. 
Friedensallee 151. 
Friedenssäule 118. 
Friedrichsbrücke 136. 
Friedrichsfelde 189. 
Friedrichshagen 183. 
Friedrichsliain 135. 
Friedrichstadt 102. 
Friedrichstraße 102. 118 

142. 
Friedrichswerder 123. 
Friedrich-Wilhelm- S t a dt 

144. 
Friesenhügel 120. 
Fundbureaus 25. 

Gärtner-Lehranstalt 167. 
Gasthöfe : 

Alexanderplatz 4. 

Älbrecht, Prinz 4. 

Askanischer Hof 5. 

Bauer 6. 

Baum, Zum grünen 6. 

Bellevue 5. 109. 

Berliner Hof 4. 

Beyers Hotel 6. 

Brandenburg 4. 

Bristol 2. 50. 

Britannia 3. 

Carlton 3. 50. 

Central-Hotel 2. 

Coburg 4. 

Continental 3. 

Deutscher Kaiser 5. 

Deutseher Offizier- Ver- 
ein 4. 

Eichberg 6. 

Europäischer Hof 4. 

Familienhotel 6. 

France, Hotel de 4. 

Friedrich Karl, Prinz 4, 

Friedrichshof 4. 

Fürstenhof 5. 

Habsburger Hof 5. 

Hambourg, Hotel de 5. 

Happoldts Hotel 5. 

Hollstein 5. 

Hospize 5. 

Kaiserhof 3. 105. 

— , Kleiner 6. 



Gasthöfe : 

Kaiser-Hotel 3. 102. 

Krebs 4. 

Kronprinz 4. 

Krüger 6. 

Kurfürstenhotel 5. 

Leipziger Hof 5. 

Linden-Hotel 6. 

London, Stadt 4. 

Magdeburg, Stadt 4. 

Mendrzyk 6. 

Metropole 3. 

Minerva 3. 

Monopol-Hotel 2. 

Moskau 4. 

Norddeutscher Hof 3. 

Nürnberger Hof 3. 

Palast-Hotel 3. 109. 

Pavillon, Hot. du 4. 

Phoenix 3. 

Preußischer Hof 5. 

Prinzenhof 4. 

Reichshof 3. 

Reichs tag, Hotel zum 4. 

Rheinischer Hof 4. 

Riga, Stadt 4. 

Rome, Gr. H. de 2. 50. 

Royal 3. 

Russie, Gr. H. de 4. 

Sanssouci 5. 

Savoy-Hotel 2. 

Saxonia 5. 

Schlössers Hotel 3. 

Schwarz" Hotel 5. 

Schweriner Hof 6. 

Silesia 4. 

Terminus-Hotel 4. 

Tiergarten-Hotel 5. 

Thüringer Hof 5. 

Union 4. 

Victoria 3. 

Warenhaus f. deutsche 
Beamte, Hotel zum 4. 

Werners Hotel 4. 

Westend-Hotel 5. 

Westminster 50. 

Westfälischer Hof 4. 

Wieland 6. 

Wilhelmshof 3. 

Windsor 3. 
Geheimes Kabinett für 

Zivilangelegenheiten 

104. 
Geheimratsviertel 109. 
Gendarmenmarkt 103. 
General-Lotterie-Direk- 
tion 104. 
General - Ordenskommis- 
sion 104. 
Generalstabsgebäude 

156. 
Geodätisches Institut 

181. 



Geographisches Institut 
52. 

Geologische Landesan- 
stalt 146. 

Germania-Haus 102. 

Gerson, Bazar 123. 

Gertraudtenbrücke 124. 

Gesandtschaften 25. 

Gesundbrunnen 142. 

Gesundheitsamt 157. 

Glasmalerei-Anstalt, kgl. 
161. 

Glienicke 180. 

— , Jagdschloß 180. 

Goldfischteich 156. 

Griebnitzsee 168. ISO. 

Grimm , Haus der Gebr. 
109. 

Grinericksee, der 188. 

Große Berliner Straßen- 
bahn 106. 

Großer Stern 157. 

Großgörschenstraße 166. 

Großkreutz 186. 

Groß-Licht erfelde 167. 

Grünau 184. 

Grunewald, der 165. 

— , Jagdschloß 166. 

— , Villenkolonie 166. 

Gymnasien : 
zum Grauen Kloster 

133. 
Joachimsthalsches 163. 
Prinz Heinrichs- 122. 

Hackescher Markt 141. 
Hakenberg 187. 
Halbe 189. 
Hallesches Tor 118. 
Handelu. Industrie, Bank 

für 123. 
Hansaviertel 157. 
Hartmannsdorf 190. 
Hasenheide 119. 
Hasselwerder 183. 
Hausvoigtei-Platz 124. 
Havel, die 165. 188. 
Herkulesbrücke 121. 
Herkulesbrunnen 121. 
Hermsdorf 188. 
Herrenhaus 106. 
Hertzogsches Magazin 

128. 
Herzberge 134. 
V. d. Heydt-Brücke 159. 
Hirschgarten 184. 
Hochbahn, Elektr. 13. 
Hofmannhaus 159. 
Hohenzollernschule 122. 
Hoppegarten 189. 
Hospize 5. 
Hotels s. Gasthöfe. 
— garnis 6. 



200 



REGISTER. 



Humboldt-Hafen 147. 
Humboldthain 142. 
Hundekehle 166. 
Hygienisches Institut 144. 
Hypotheken-Aktienbank, 

Pommersche 102. 
Hypothekenbank in 

Hamburg 103. 

Infektionskrankheiten, 

Institut für 149. 
Ingenieur-Dienstgebäude 

121. 

Verein 50. 

Invalidenhaus 147. 
Invalidenpark 147. 
Invalidenstraße 144. 147. 
Israel, Kaufhaus 129. 

Jordan, Geschäftshaus 

126. 
Justizministerium 104. 

Kadettenanstalt (inLicb- 

terfelde) 167. 
Kahnfahrten 28. 
Kaisergalerie 50. 
Kaiserpanorama 50. 
Kaiser -Wilhelm - Akade- 
mie 143. 

-Brücke 59. 

Turm 166. 

Kalksee 184. 
Kammergericht 126. 
Kannomühle 190. 
Karlsgarten 120. 
Karlshorst 183. 
Kasernen ; 

Alexander 143. 

Artillerie 149. 

Dragoner 119. 120. 

Eisenbahnregimenter 
121. 122. 

Franz-Grenadiere 119. 

3. Garde-Regiment zu 
Fuß 127. 

4. Garde-Regiment zu 
Fuß 149. 

Kön. Elisabeth-Garde 
Grenadier-Reg. 16ö. 

Ulanen 148. 
Kasino, adeliges 49. 
Kaufläden 29. 
Kaupen, die Lübbenauer 

(Spreewald) 190. 
Kietz ie4. 
Kinderheim 126. 
Kirchen; 

Amerikanische 122. 

Apostel-Paulus- 122. 

Auferstehungs- 184. 

Bartholomäus- 134, 

Bethlehems- 107. 



Kirchen : 

Dankes- 143. 

Dom- 57. 

Dom-Interims- 136. 

Dorotheenstädt. 142. 

Dreifaltigkeits- 105. 

Emmaus- 127. 

Englische 136. 

Französische 104. 174. 

Friedens- 175. 

Friedrich Werdersche 
123. 

Garnison- 119. 131. 

Georgen- 134. 

Gnaden- 147. 

Hedwigs- 53. 

Heilands- 149. 163. 

Heiligegeistkapelle 
131. 

Heiligekreuz- 119. 

Herz Jesu 141. 

Himmelfahrt- 142. 

Jakobi- 126. 

Jerusalems- 126. 

Johannis- 149. 

Kaiser-Friedrich- Ge- 
dächtnis- 157. 

Kaiser -Wilhelm- Ge- 
dächtnis- 162. 

Katholische (Potsdam) 
174. 

Kloster- 133. 

Luther- 121. 

Markus- 134. 

Marien- 131. 

Matthäi- 159. 

Michaels- (kath.) 127. 

-Rene 104. 

Nikolai- 129. 174. 

Parochial- 133. 

Paulus- 167. 

Peter-Pauls- 168. 

Petri- 128. 

Pius- 134. 

Sebastians- 142. 

Sophien- 141. 

Thomas- 127. 

Veriöhnungs- 142. 

Zions- 141. 
Kirchenmusik, Institut 

für 16 i. 
Kirchböfe ; 

Dorotheenstädt. 143. 

Dreifaltigkeits-G. 119. 
Garnison-, d. alle 141, 
Invaliden- 147. 
Jerusalem-G. 119. 
der Märzkämpfer 135 

Matthäi-G. 122. 

Ifeuer 119. 
Siphien-G. 141. 
Klein-Glienicke 180. 
Kleists Grab 167. 



Kliniken, Universitäts- 

143. 
Klosterstraße 132. 
Kohlhasenbrück 168. 
Kolcnialhaus 121. 
Kommandantur 56. 
Konditoreien 11. 
Königgi ätzer Straße 109. 
Königsplatz 151. 
Königstraße 129. 
Königsviertel 134. 
Königs-Kolonnaden 133. 
Königswache 53. 
Königs -Wusterhausen 

185. 
Konsulate 25. 
Konzerte 27. 
Köpenick 183. 
Kostümbibliothek 117. 
Krähenberge, die 181. 
Krankenhäuser 119. 121. 

135. 149. 
Kreishaas für Nieder- 

Barnim 144. 
— , Teltower 159. 
Kremmen 187. 
Kreuzberg 120. 
Kriegsakademie 144. 
Kriegsministerium 106. 
Kriminal-Justizamt 149. 
Krolls Etablissem. 157. 
Krumme Lanke 166. 
Kultus-Ministerium 50. 
Kunstauktionen 31. 
Kunstausstellungen 31. 

33. 
Kunsthandlungen 31. 
Künstlerbaus 109. 
Kunstreiter 28. 
Kunstschule 132. 
Kurfürstenbrücke 64. 
Kurfürstenstraße 121. 
Kur- & Neumärkische 

Ritterschaftsbank 105. 

Lagerhaus 132. 
Landesloge, Große 122. 
Landgericht 133. 
Landwehrkanal 119. 
Landwirtschaftliche 
Hochschule 145. 

— Maschinentechnik, 
Versuchsanstalt fürl49. 

Langenbeck-Haus li3. 
Lanke 185. 
Lehde ISO. 
Lehnin 186. 
Leipe 190. 

LeipzigerKolonnaden 108. 
Platz 105. 

— Straße 106. 
Lesehalle, Akad. 31. 
Lessingbrücke 149. 



REGISTER. 



201 



Lichtenberg 134. 189. 
Lichterfelde 167. 
Liepnitz-See, der 185. 
Lietzow 161. 
Linden, Unter den 49, 
Galerie 50. 

— -Straße 126. 
Lindow 183. 

Lo°;e zu den 3 Weltkugeln 
J25. 

— Royal York 142. 
Loreley 183. 
Löwe & Ko. 149. 
Löwenberg 188. 
Lübben lijO. 
Lübbenau 190. 
Luiseninsel 158. 
Luisenstadt 126. 
Luisenstädtiscber Kanal 

119. 126. 
Luisemti-aße 144. 
Lustgarten 57. 
Lutherbrücke 157. 
Lützowplatz 121. 

Magistratsbibliothek 118. 

130. 
E. March Söhne 162. 
Markgrafenstraße 102. 
Märkische Schweiz , die 

186. 189. 
Markthallen 33. 126. 118. 
MarschaUsbrücke 144. 
MarstaU, kgl. 64. 
Martinikenfelde 149. 
Mausoleum 165. 
Meereskunde, Institut für 

62. 
Meßbildanstalt 123. 
Meteorologisches Institut 

123. 
magnet. Observa- 
torium 181. 
Michels & Ko. 108. 
Ministerien : 

der Finanzen 53. 

der geistlichen, Unter- 
richts- u. Medizinal- 
Angelegenheiten 50. 

für Handel u. Gewerbe 
103. 

des kgl. Hauses 104. 

des Innern 50. 

der Justiz 104. 

des Krieges 106. 

für Landwirtschaft, 
Domänen u. Forsten 
105. 

der öffentlichen Ar- 
beiten 105. 

Staats- 104. 
Mitteldeutsche Kredit- 
bank 102. 



Moabit 147. 
Moabiter Brücke 149. 
Möblierte Zimmer 7. 
Molkenmarkt 129. 
Moltkebrücke 157. 
Monbijouplatz 136. 
Monbijou, Schloß 136. 
Moorlake 168. 
Moritzplalz 127. 
Mosse'8 Haus 106. 118. 
Müggelberge 18i. 
Müggelsee, der 183. 
Mühlendammbrücke 129. 
Müncheberg 189. 
Münze, Kgl. 123. 
Museum, Altes 65. 

Antikengalerie 66. 

Bibliothek 68. 

Bildwerke der christ- 
lichen Epoche 68. 

Gemälde-Galerie (9. 

Münzkabinett 68. 
Museum, Neues 80. 

Ägypt. Museum 81. 

Antiquarium 84. 

Bronzen, Italien. 81. 

Gipsabgüsse 81. 

Kaulbachsche Wand- 
gemälde 80. 

Kupferstiche 84. 

Originalbildwerke, 
deutsche 81. 

Architektur- 162. 

für Bergbau u. Hütten- 
wesen 147. 

Beuth-Schinkel- 162. 

Botanisches 121. 

Christliches 52. 

Geologisches 146. 

HohenzoUern- 136. 

Hygiene- 132. 

Kaiser-Friedrich- 89. 

Kolonial- 148. 

Kunstgewerbe- 113. 

Landwirtschaftl. 145. 

Märkisches Provinzial- 
118. 125. 

für Meereskunde 52. 

Mineralogisches 146. 

Musikinstrumente 16i. 

für Naturkunde 145. 

Olympia- 89. 

Paläontologisehes 145. 

Pergamon- 87. 

Post- 107. 

Rauch- 132. 

Schinkel- 162. 

für "Völkerkunde 110. 

vorderasiatischer 
Altertümer 88. 

für deutsche Volks- 
trachten 132. 

zoologisches 146. 



Musik 27. 

— , Hochschule für 163. 

National-Galerie 92. 
Nedlitz 179. 
Neptunshain 183. 
Neu-Babelsberg 168. 
Globsow 188. 

— -KöUn 125. 
Neuruppin 187. 
Neu-Weißensee 135. 
Neuer Markt 131. 
Neue Mühle 185. 
New -York, Lebenaver- 
sicherung 107. 

Nieder-Schöneweide 184. 

Schönhausen 141. 

Nikolassee 167. 

Nikolskoe 168. 

Nollendorfplatz 122. 

INonnenfließ 186. 

Norddeutsche Grund- 
Kreditbank 102. 

Normal -Eichungs- Kom- 
mission 162. 

Nowawes-Neuendorf 168. 

Oberbaumbrücke 127. 

Oberfeuerwerker-Scbule 
148. 

Oberspree 183. 184. 

Oberverwaltungs - Ge- 
I rieht 104. 

Olympia-Museum 89. 

Omnibus 21. 
I Oranienburg 188. 
.Oranienburger Straße 
140. 

— Tor 143. 

[— Vorstadt 143. 
.Oranienplatz 127. 
Oranieostraße 126. 
i Orient-Handelsmus. 148. 
Ostend 183. 

, Paketfahrtgesellschaft2i. 
Paketpost 141. 
Palais : 

des Kaisers Wilhelm I. 
51. 

d. Kais. Friedrich 56. 

d. Prinz. Albreeht 118. 

des Prinzen Georg 104. 

des Prinzen Friedrich 
Leopold 105. 180. 

der Prinzessin Fried- 
rich Karl 106. 

d. Reichskanzlers 105. 

des Fürsten Pleß 105. 

des Grafen Redern 50. 
Pankow 141. 
Panoptikum, Castans 102. 
— , Passage- 50. 



202. ■r' 

Paraden 28. 
Pariser Platz 49. 
Passage 50. 
Patentamt 144. 
Pathologisches Institut 

144. 
Paulinenaue 187. 
Paulsborn 166. 
Pensionen : 

Bauer 6, 

V. Bilfinger 7. 

de Bourdeaux 7. 

Daheim 6. 

V. Dersehau 6. 

Dollen 7. 

V. Engelbrecht 6. 

Ferber 7. 

V. Finck 7. 

Fritz 6. 

Fülleborn 6. 

Gerling 7. 

Giercke 7. 

Gubitz 7. 

Halbey 7. 

Harrje 6. 

Heimat 6. 

Herzberg 7. 

van Heuckelum 7. 

Hoeltzl-Sheridan 7. 

Jaenicke 6. 

Jendritza 6. 

Joseph 6. 

V. Jungenfeld 7. 

Kahle 7. 

Kährn 7. 

V. Kasperowicz 7. 

Kirstein 6. 

Klamroth 7. 

Koch 7. 

Krause 7. 

Landmann 6. 

V. Langen 6. 

V. Lawrene 7. 

Linde 7. 

Martiny 7, 

Mätzky 6. 

Medenwaldt 7. 

Meyer 7. 

Moraht 7. 

Müller V. d. Werra 6. 

Ohm-Heydtmann 7. 

Otto 7. 

Porsch 6. 

Radioff & Rumland 7. 

Radtke 6. 

Rinkel 6. 

Scheringer 7, 

Schmidt 7. 

Schmidt-Heinritz 6. 

Schnitze 7. 

Seyfried 7. 

Spranger 7. 

Starkmann 7. 



REGISTER. 



Pensionen: 

Stiemer 7. 

Talkenberg 6. 

Tscheuschner 7. 

Volckmann 7. 

Wallraff 6. 

Welle 7. 

Werner 7. 

Westens, des 7. 
Pfaueninsel 168. 
Pfingstberg 179. 
Pharmakologisches Insti- 
tut 144. 
Pharmazeutisches In- 
stitut 167. 
Philharmonie 27. 110. 
Photographien 30. 
Physikalisches Institut 

144. 
Physikalisch -technische 

Reichsanstalt 162. 
Physiologisches Institut 

144. 
Picheisberg 166. 
Picheisdorf 166. 182. 
Picheiswerder 166. 
PlamannscheErziehun gs - 

anstalt 118. 
Plänterwald 128. 
Plötzensee 149. 
Polenzschenke 190. 
Polizeipräsidium 24. 134. 
Pommersche Hypothe- 
ken-Aktienbank 102. 
Porzellanmanufakturl61. 

Verkaufslokal 30. 
Post 23. 131. 
Postbahnhof 148. 
Postfuhramt 141. 
Postmuseum 107. 
Postzeitungsamt 110. 
Potsdam 169. 

Alexandrowka 179. 

Altmarkt 174. 

Antikentempel 178. 

Astrophysikalisches 
Observatorium 181. 

Babelsberg, Schloß 180. 

Belvedere 181. 

Bildergalerie 176. 

Brandenburger Tor 174. 

Brauhausberg 181. 

Charlottenhof 177. 174. 

Franz. Kirche 174. 

Freundschaftstempel 
178. 

Friedenskirche 175. 

Friedrich Wilhelm I., 
Denkmal 173. 

IIL, Denkmal 174. 

Garnisonkirche 174. 

Geodätisches Institut 
181. 



Potsdam : 

Gerhardsbrunnen 180. 

Gerichtslaube 180, 

Glienicker Brücke 179. 

Holländisches Viertel 
174. 

Japanisches Haus 177. 

Kaiser Friedrich III., 
Denkmal 174. 

— Wilhelm L, Denk- 
mal 173. 

Kasernen 179. 

Kathol. Kirche 174. 

Kongjnäs 179. 

Kriegsschule 181. 

Lange Brücke 172. 

Lustgarten 173. 

Marmor-Palais 179. 

Mausoleum Kaiser 
Friedrichs 175. 

Meierei 179. 

Meteorologisch-magne- 
tisches Observatori- 
um 181. 

Militär - Waisenhaus 
174. 

Neues Palais 178. 

Kikolaikirche 174. 

Nordischer Garten 177. 

Offizierkasino 174. 

Orangerie 177. 

Paradiesgarten 177. 

Pfingstberg 179. 

Post 174. 

Rathaus 174, 

Regierungsgebäudel79. 

Römisches Bad 177. 

Ruinenberg 177. 

Sanssouci 175. 

Sizilianischer Garten 
177. 

Stadtschloß 173, 

Telegraphenberg 181. 

Wackermannshöhel81. 

Weinbergstor 174. 

Windmühle 177. 
Potsdamer Brücke 159. 

— Forst 168. 

— Platz 109. 

— Straße 109. 
Pringsheimsches Haus 

104. 
Prinz -Albrecht -Straße 

110. 
Prinzessinnen-Palais 56. 
Pritzhagener Mühle 189. 
Probstei 53. 
Proviantamt 149. 
Puhl 190. 

Radensieben 187. 
Radfahrer, Bern, für 22. 
Radfahrrennen 28. 



REGISTER. 



.203 



Rahnsdorf 184. 

Rathaus 129. 

Ravene'sche Gemälde- 
sammlung 124. 

Regatten 28. 

Eehberge 144. 

Reichsamt des Innern 104, 

Reichsbank 123. 

Reiclisdruckerei 126. 

Eeichseisenbaünamt 105, 

E.eichsjustizamt 105. 

Reichskanzlei 104. 

Reichskanzler-Palais 
105. 

Reichs-Marineamt 106. 

Reichspostamt 107. 

Reichsschatzamt 105. 

Reichstagsgebäude 152. 

Eeichsversicherungsamt 
159. 

Reinickendorf 183. 

Reisebureaux 2. 

Restaurants s. unter 
Weinstuben und Bier- 
häusern. 

Rheinsberg 188. 

Rhin, der 188. 

Riemeistersee 166. 

Riesenfernrohr 128. 

Ringbahn 12. 

Rixdorf 120. 

Rohrpost 23. 

Rolandbrunnen 155. 

Römerschanze, die 168. 

Rosenstraße 132. 

Eosenthai 188. 

Rosenthaler Vorstadt 141. 

Rottstiel, Forsthaus 188. 

Rousseauinsel 158. 

Rüdersdorf 184. 

Ruhmeshalle 55. 

Ruinenberg (bei Potsdam) 
177. 

— (bei Freienwalde) 186 

Rummelsburg 183. 

Ruppiner Schweiz 188. 

Saatwinkel 182. 

Sadowa 183. 

Sakrow 168. 

Sanssouci 176. 

Saubucht 166. 

Schaaffhausenscher 
Bankverein 103. 

Schäflfer & Walcker 126 

Schermützelsee, der 189, 

Schiffahrtkanal, Berlin- 
Spandauer 147. 

Schildhorn 166. 

Schinkelplatz 123. 

Schlachtensee 166. 167. 

Schlachthaus 134. 

Schlepzig 190. 



Schlesischer Busch 128. 
Schlesisches Tor 127. 
Schliemannsche Samm 

lung 111. 
Schloß, kgl. 59. 

— in Charlottenburg 164, 
Schloßbrücke 57. 
Schloßbrunnen 64. 
Schloßplatz 64. 
Schmöckwitz 184. 
Schöneberg 122. 
Schöneberger Vorstadt 

121. 
Schönhausen 185. 
Schönholz 141. 
Schwärze, die 185. 
Schwielow-See 181. 
Seehandlung 104. 
Seepark 158. 
Sezession, Berliner 163. 
Siegesallee 154. 
Siegessäule 151. 
Siemens & Halske 110. 
Silberkehle 189. 
Singakademie 53. 27. 
Spandau 182. 
Spandauer Bock 165. 

— Viertel 140. 

Späths Baumschule 184 
Spechthausen 186. 
Spindlerbrunnen 124. 
Spindlersfeld 183. 
Spindlershof 125. 
Spittelmarkt 124. 
Spree, die 39. 182. 183. 
Spreewald, der 189. 
Staatsarchiv 132. 
Stadtbahn 12. 
Steglitz 167. 
Standbilder brandenb.- 

preuß. Herrscher 154. 
Ständehaus der Provinz 

Brandenburg 159. 
Standesamt I 129. 
Staudt'scher Palast 158. 
Sternwarten 118. 128. 149 
Steuergebäude 148. 
Strafgefängnis in Plöt- 

snsee 149. 
Stralau 128. 
Stralauer Viertel 134. 
Straßenbahnen 14. 
Strausberg 189. 
Straussee 189. 
Subskriptionsball 28. 
Symphonie-Konzerte 27. 
Synagogen 141. 126. 

Tabberts Waldschlöß- 
chen 183. 
Techn. Hochschule 161. 
Tegel 182. 
Tegeler See 182. 



Telegraphenberg, der 181. 
Telegraphenämter 24.124. 
Tempelhof 121. 
Tempelhofer Feld 121. 

— Viertel 119. 
Templin 181. 
Teufelssee 166. 183. 
Theater (vgl. S. 25): 

Lessing- 144. 
27eues 143. 
Opernhans, kgl. 53. 
Neues Opern- 157. 
Schauspielhaus, kgl. 

des Westens 163. 
Tierärztl.Hochschulel44, 
Tiergarten 150. 
— , Kleiner 149. 

— -Viertel 159. 
Tietz, Warenhaus 108. 
Tornow-Seen 188. 189. 
Treptow 128. 
Turnanstalt, kgl. Zentral- 

147. 
Turnhalle, städtische 127. 

TJnionsbrauerei 120. 
Universität, Friedrich 

Wilhelms- 51. 
Universitätsbibliothek 

52. 
Untergrundbahn 13. 
Urania 103. 149. 
ürban, Am 119. • 
Ützdorf 185. 

Valentinswerder 182. 
Varie'te'-Theater 27. 
Vegetarische Speist- 

häuser 11. 
Veiten 187. 
Vergnügungsorte 28. 
Viehhof 134. 
Viktoria, Verfiich.-G. 

126. 
Viktoriabrücke 159. 
Viktoriapark 120. 
Vorortzüge 13. 
Vossische Zeitung 123. 
Voßstraße 105. 

Wache 53. 35. 
Walthersche Häuser 109. 
Wandlitz 185. 
Wannsee 167. 166. 
Wasserburg, Gr. 190. 
Wasser- und Schiffsbau, 

Institut für 159. 
Wasserwerke 171. 
Wedding 144. 
Weidendammer Brücke 

143. 



204 



"Weinrestaurants : 
J. H.D.Beckers Söhne 

8. 
Bodegen 9. 
Borchardt 8. 
Bristol, Hotel 8. 
Continental-Hotel 8. 
Ditt 8. 
Dressel 8. 
Eggebreclit 8. 
Erven Lucas Bols 9. 
Ewest 8. 
Frederich 9. 
Gazzolo 9. 
C. S. Gerold Sohn 9. 
Habel 8. 
Haußmann 8. 
Hiller 8. 

Hohns Austernsalon 8. 
Hollandsche Tapperij 9. 
Huth & Sohn 9. 
Kaiser-Büffet 9. 
Kaiserhof, Hotel 8. 
Kaiserkeller 8. 102. 
Kempinski & Ko. 8. 
J. Knoop Söhne 9. 
Kons 8. 
Kühn 9. 
Lutter 8. 
L. Mitscher 8. 
Mitscher & Caspary 9. 
Monopol-Hotel 8. 
Fr. Müller 9. 



REGISTER. 



Weinrestaurants : 

Nadolny 8. 

Palast-Hotel 8 

Eaffo & Co. 9. 

Rheingau, Zum 8. 

Rheinische Winzer- 
stühen 8. 

Eolaid von Berlin 9, 
109. • 

Rome, Hotel de 8. 

Royal, Grand Rest. 8. 

Rödesheimer, Zum 8, 
102. 

Savoy-Hotel 8. 

Steinert & Hansen 8. 9. 

Trarbach Xachf. 8. 

Traube 8. 

Treppchen, Zum 8. 

Trierischer Winzerver- 
ein 9. 

TJnione di Milano 9. 

Valentin 9. 

Wegener 8. 

Wendehorn 8. 
Weißbier 11. 
Weißensee 135. 
WeadeDschloß 183. 
Wendisch-Buchholz 1£0, 
Werder 181. 
Werderscher Markt 123. 
Werlsee 184. 
Wertheims Warenhaus 

106. 141. 



Westend 165. 
Wettrennen 28. 
Wildau 184. 
Wildpark (Potsdam) 181. 
Wilhelminenhof 183. 
Wilhelmplatz 105. 
Wilhelmshöhe 186. 
Wilhelmstraße 104. 118. 
— , Neue 144. 
Wilmersdorf 163. 
Woltersdorfer Schleuse 

1S3. 
Wotschofska, Rest. 190. 
Wustrau 187. 

Zehlendorf 167. 
Zechlin 188. 
Zellengefängnis 148. 
Zelte, die 157. 
Zentrale der elektr. Hoch- 
bahn 110. 
Zentral-Markthalle 133. 

— -Turnanstalt, köaigl. 
147. 

Turnhalle, städtische 

127. 

— -Viehhof 134. 
Zeughaus 54. 
Zeuthen 184. 
Zirkus Busch 28. 

— Schumann 28. 143. 
Zoologischer Garten 159. 
Zoologisches Institut 145. 



^ f 




-^^ 




««ografh.JLasti3^S?5I!S?5SS^S5i|* 



Verzeichnis der Straßen, Plätze, öffentlichen Gebäude, 
Brücken u.s.w. von Berlin. 

Der ne'benstehende Hauptplan von Berlin (im Maßstat 
1 : 20 000) ist in drei Streifen zerlegt, der obere braun, der mittlere 
rot, der untere grau, jeder Streifen ist in 42 Quadrate geteilt. 
Dieser Einteilung entsprechen in dem nachfolgenden Verzeichnis 
die mit B, R, G bezeichneten Spalten und die in diesen stehenden 
Zahlen. Will man z.B. wissen, wo die Admiralstraße liegt, so 
schlägt man auf dem grauen Streifen (G) das 29. Feld nach. Um 
beim Gebrauch des Plans den Übergang Yon einem zum anderen 
Streifen ohne Schwierigkeit zu ermöglichen, ist die Numerierung 
der Felder so eingerichtet, daß immer die gleichen Zahlen an ein- 
ander stoßen: das 18. Feld des oberen (braunen) Streifens findet 
also seine südliche Fortsetzung im 18. Felde des mittleren (roten) 
Streifens ; das 16. des mittleren im 16. des unteren (grauen) 
Streifens. 

Die großen Buchstaben (iV, 0, S, W, C u. s. w.) hinter den Straßen- 
namen bezeichnen den Postbezirk, zu dem die Straße gehört. 

Abkürzungen der Jfamen der Orte um Berlin: Box. = Boxhagen 5 — 
Char. = Charlottenburg; — Grün. = Grunewald; — Hai. = Haiensee; — 
N.-Weis. = Neu-Weißensee ; — Plö. = Plotzensee; — Rix. = Rixdorf; — 
Bum. = Rummelsbarg; — Sehmar. = Schmargendorf ; — Schön. = Schöne- 
berg ; — Trep. = Treptow ; — "Weis. = "Weißensee ; — "Wilm. = "Wilmersdorf. 

Zur Berechnung von Entfernungen beachte man, daß die 
Seiten der Quadrate einer wirklichen Länge von 1km entsprechen, die 
Diagonale demnach gleich 1400m ist. 

B R G B R G 



Abgeordnetenhaus 
Achenbach-Brücke 

Str. W. . . . 

Aekerstr. N. . . . 
Adalbertstr. 80. . 
Adlerstr. G. . . . 
Admiralsgartenbad 
Admiralstr. SO . . 
Adolfstr. N. . . . 
Ahornstr. W. . . 
Akademie derKünste 

u. "Wissenschaften , 
Akazienstr. (Schön. 
Albertinenstr. (N.- 

Weis.) , 

Albertstr. (Schön.) . 
Albrecht- Achillesstr 

(Wilm.) .... 
Albreehtstr. NW. 
Alexander-Platz C 

Str. C(12-28a0) 

, Kleine C. 

— -Ufer NW. . 
Alexan dri nens tr . 

SW (30-101 S) 



21,24 



17 



37 



24 



20,23 
29 I 

29 ! 

30 ! 
20,21 



126,25 



Alsen-Brücke. . . 

— -Str. NW . . . 
Altes Museum . . 

Altmoabit NW. . 

Altonaer Str. NW 
Alvenslebenstr. W 
Amalienstr. C . . 

— (N.-Weis.). . . 
Amrumer Str. N . 
Amisgerichte, Bei'- 

liner 

— Charlottenburger 
Amt-!gerichtsplatz 

(Char.) 

Anatomie .... 
Andreas-Hof . . 
Platz 0. . . . 

— -Straße . . , 

, Kleine 0. . 

Anhaltstr. SW. . 
Anklamer Str. N. 
Annenstr. S . . . 
Ansbacher Str. W 
— , Neue W . . . 



34,37 
14 



19 



20 

20 
! 26 
11,12 
14,17 

11 

27 



26,29 



24,27 



19,22 
1 



19,22 



11,10 
11 



206 



VERZEICHNIS 





B 


R 


G 




B 


R 


G 


Antonplatz(N^.-Weis.) 


35 






Belf orter Str. iV . . 




30 




Antoastr. aV. . . . . 


IT 






Belfortstr. (N.-Weis.) 


38 






Apostel-Pauluastr. 








BeUe-Alliance- 








(Schön.) 






15 


Brücke 






23 


Aquarium 




20'23 




— -Platz SW. . . . 






23 


Areliitektenliaus . . 




19,22 


19,22 


Straße SW . . . 






24,23 


Arkonaplatz JV. . . 


27 






Bellermannstr. iV. . 


22 






Arminiusplatz iVTF. 




12 




Bellevue-AUee . . . 




16 




Arndtstr. SW. . . . 






24 


Brücke 


. 


14 




Arnswa] der Platz i\^0 




33 




— -Schloß MW . . 




14 




Artillerie-Laborato- 








Straße W. . . . 




19 




rium 


4 






Beiziger Str. (Schön.) 






15 


Prüfungskom- 








Bendlerstr. W. . . . 




16 


16 


mission 


• 




11 


Berchtesgadener Str. 








— -Straße N. . . . 






23;24 




(Schön.) 






15 


— und Ing.-Scliule . 






10 




Bergakademie . . . 




21 




AskaniscterPlatz S W 








19 


Bergmannstr. SW. 








Augsburger Str. W . 








i0,14 


(39-75 S) . . . . 




. 


24 


Augusta-B rücke . . 








19 


Bergstr. M. .... 


24 


24 




Hospital .... 






21 




Berlichingenstr. iTTF. 




9 




— -Straße (Wilm.) . 








9 


Berliner-Platz 








Auguste -Viktoria- 








(Wüm.) 




. 


6 


Krankenhaus (N.- 








Prater 


2^7 






Weis.) 


34 






Stadtmission . . 


. 




26 


-Platz (Char.). 

Straße(Sclimar.) 


• 




10 
3 


Berliner Str. (Char.) 


■1 


5,' 7, 
10 




Augustenburger 








— CNTeu-Hohenschön- 








Platz iV^ 


14 






hausen) 


42 






Auguststr. A^C^cS-o^ C; 


. 


24,27 




— (Pankow) .... 


28 






Ausstellungspark. . 
Auswärtiges Amt. . 




17 




— (Rix.) 






33 


. 


19 




— (Weis.) 


37 




6,9, 
12 


Babelsberger Stv. 








— (Wilm.) 


• 


•i 


(Wilm.) ..... 






12 


Bernauer Str. iV . . 


24,27 






Bachstr. I^W. . . . 




10 




Bernburger Str. SW 






19 


Badenscbe Straße 








Besselstr. SW. . . . 


. 




22 


(Wilm.) 






12 


Bethanien, Diakonis- 








Badstr. iV^. 


19 






senhaus 






28 


Bahnhöfe s. Seite 1. 








Bethanienufer SO. . 






28 


Babnstr. (Schön.). . 






18 


Bethesda, Siechen- 








Baltenplatz . . . 




35 




haus 


15 






Bamberger Str. W . 






11 


Beußelstr. JVIF. . . 




12 




Bandelstr. MW. . . 




15 




Beuthstr. SW. . . . 




25 




Barbarossastr. W. . 






11,14 


Be^mestr. 






34 


Bardelebenstr. iVO . 




33;36 




Bibliothek, Königl. 




22."23 




Barfusstr. A''. . . . 


13 






— , Universitäts- . . 




23 




Barnimstr. HO. . . 




30 




Biesenthaler Str. N. 


22 






Barstr. (Wilm.) . . 






6,9 


Bildende Künste, 








Baruther Str. SW 


, 




23 


Hochschule für. . 




10 




Bärwald-Brücke . . 






26 


Birkenstr. MW. . . 




15 




Straße S . . . . 






27,26 


Bischofstr. C. . . . 




26 




Bauakademie . . . 




25 




Bismarckstr. MW. . 




20 




Bautzener Str. W. . 






21 


— (Char.) 




4,7 




Bayreuther Str. W . 






14,13 


Blankenfeldestr. . 


. 


29 




— , Neue TF . . . . 






14 


Bleib treustr. W. . . 






7 


Bayrische Straße 








Blücher-Platz SW . 






28 


(Wilm.) 


. 




5,8 


Straße SW (26- 








Bechstein-Saal . . . 






19 


60 S) 






26 


Behmstr. iV. .... 


23^22 






Blumenstr. 0. . . . 




29 




Behnsenstr.(Pankow) 
Behrenstr. TT . . . 


2^ 






Blumenthalstr. 0. . 




37 








22 




- W. 


. 




17 



ZUM PLAN VON BERLIN. 



207 





B 


R 


G 




B 


R 


G 


Blumeshof W. . . . 






16 


Charlottenbrunner 








Boeckhstr. S. . . . 




, 


29 


Straße (Schmar.) . 






3 


Bödikerstr. 0. . . . 




. 


38,37 


Charlottenburg . . . 




1,4J 




BornstedterStr.(Ha].) 






2 


Charlottenb. Brücke 




10 




Börse 

Borsigstr. iV. . . . . 




26 
24 




— Chaussee . . . . 


'■\ 


10,13 
16,19 




Borsig, Villa. . . . 




12 




— Straße (N.-Weis.) 


31,34 


(5,8, 
(lO 




Botanischer Garten, 








— -Ufer (Char.). . . 






Alter 






17 


Charlottenstr.Ci-^^a 
u. 72-99 SW, 23-38 






Bötzowstr. iV^O . . . 




33 










Bouchestr, (Trep.) . 






36 


u. M-71 TT, 39-4:5 








Boxhagener Chaus- 
see (Rum.) . . . . 








NW) 




23,22 
21 


22 




37 


40 


Chausseestr. N . . . 


21 




— Straße 




34,37 




Cherusker Str. 








Boyenstr, iV". . . . . 


21 






(Schön.) 






18 


Brandenburger Tor. 




20,19 




Choriner Str. N . . 


27 


27 




Brandenburgische 








Christburger Str. iV^Ö 


30,33 






Str. (Wilm.) . . . 






4,5,9 


Christianiastr. N . . 


16,19 






Brandenburgstr. S . 






26,25 


Christinenstr. N . 




27 




Brauhofstr. (Char.) . 




5 




Christstr. (Char.) . . 




2 




Braunsberger Str.iVO 




33 




Cicerostr. (Wilm.) . 






5 


Bredowstr. IfW. . . 




12 




Citypassage S . . . 




25^28 




Breite Str. C . . . . 




25 




Claudiusstr. JVW . . 




14 




Bremer Str. iV"TF . . 




12 




Cornelius-Brücke. . 






13 


Breslauer Str. . . 




31 




— -Straße W. . . . 






13 


Brieger Str. (Wilm.) 






6,5 ' 


Cotheniusstr. JVO. . 




36 




BriennerStr.(Wilin.) 






6 


Cour biere-PJ atz N . 


17 






Britzer Str. SO. . . 






29 


— -Straße W. . . . 






13 


Bromberger Str. . 




34 




Cunostr. (Schmar.) . 






3 


Brücken-Allee JVW . 




14,13 




Curtiusstr. N . . . 


28 






Straße SO . . . 




28 




Cuvry-Straße SO . . 






35 


Bruders fr. C. . . . 




25 




— -Ufer SO ... . 




.' 


35 


Brunhildestr.(Schön.) 






18 


Cuxhavener Str. NW 




11 




Brunnen-Platz JV . . 


19 














— -Straße iV . . . . 


23,24 


27 




Dalldorfer Str. N . . 


20 






Buchstr. JV. .... 


15 






Dammmühlen - Ge- 








Buchenstr. TT. . . . 






13 


bäude 




25 




Buchhändlerhof W. 




22 




Danckelmannstr. 








Buchholzer Str. JV . 


29 


12,15 




(Char.) 




2,1 




Bugenhagenstr. JVW. 


Danziger Str. JV und 






(Lichtenberg) , . 




39 




JiO 


30,33 






Bülowstr. W. . . . 






17 


Darwinstr. (Char.) . 




8 




Bunsenstr. JVW. . . 




20 




Demminer Str. iV . 


24;23 






Bürgerhaus (Char.) . 




2 




Denkmäler vgl. das 








Burggrafenstr. W. . 






13 


Register. 








Burgsdorfstr. JV. . . 


17 






Dennewitz-Platz W. 






17 


Bürgstr. C 




26 




Straße W. . . . 


[ 




17 


Büsching-Platz JVC . 




29,82 




Derfllingerstr. W . . 






16 


— -Straße 1^0 .. . 




82 




Dessauer Str. SW . 






19 


Buttmannstr. iV. . . 


19 






Dieffenbachstr. S . 
Diestelmeyerstr. JVO. 




35 


29 


Cadiner Str. . . . 




34 




Diesterwegstr. JVO . 


33 






Calvinstr. JVW. . . 




14 




Dircksenstr.aCi-ZO) 




26,29 




Camphausenstr. S. . 






27 


Dolziger Str. . . . 


^ 


38 




Caprivi- Brücke 




5 




Dom 


' 


26 
23 




(Char.) 


DnTna+ift 






Caprivistr. 0. ... 






34,37 


-L'UUlütllt 

Donaustr. (Rix.) . . 






33 


Carmerstr. (Char.) . 




7 


7 


Dönhoffplatz SW. . 




22;25 




Cauerstr. (Char.) . . 




7,8 




Dorfstr.(Lichtenberg) 




40,41 




Chamlssoplatz SW. 






24 


— (Stralau) .... 




. 


38,41 


Charit^, Kgl. . . . 


• 


21 




Dörnbergstr. W. . . 




. 


16 



208 



VERZEICHNIS 





B 


R 


G 




B 


R 


G 


Dorotheenstr. JVW . 




T 




Fasanenstr. W. . . 




10 


11,10 


Dove-Brücke .... 






Fasanerieallee . . . 




13 




Straße (Char.) . 




8 




Febmarnstr. N . . . 


15 






Dragonerstr. C. . . 




27 




Febrbelliner Platz 








Drakestr. W . . . . 




13 




(Wilm.) 






5,8 


Dreibundstr. SW . . 






21 


- Straße N 


27 


27 




Dresdener Str. SO 








Feldstr. N. . . 


24 






(21-118 S). . . . 




25 


28 


Fennstr. N. . . . 


18 






Drontheimer Str. JV. 


19 






Feuerwebr,Hauptw. 


. 




25 


Dreysestr. NW. . . 




15 




Feurigstr. (Scbön.) . 






15,18 


Dunekerstr. iV . . . 


29 






Fiebtestr. S 






29,30 


Düsseldorfer Str. 








Fidicinstr. SW. . . 


. 




24 


(Wilm.) 


• 


35 


5,8 


Fiscberbrücke , An 
der C 


_ 


25 
25 




Ebelingstr. 0. . . . 


Fiscberstr. C. . . . 






Ebersstr. (Scbön.) . 






18 


Flemmingstr. NW . 




17 




Eberswalder Str. N. 


27 






Flensburger Str. iV TT' 




14 




Ebertsbrücke . . . 




23 




Fliederstr. NO. . . 


. 


29,30 




Ebertystr. . . . . 




35,36 




Flinsberger Platz 








EckernförderPIatziV 


11 






(Sebmar.) .... 


. 




3 


Eckertstr. . . . . 




35 




Floraplatz 


. 


16 




Ehrenbergstr. . . 






34 


Flottwellstr. W. . . 






19 


Eichendorffstr. iV. . 




24 




Föbrerstr. N. . . . 


15 






Eichenstr. SO. . . . 






38 


Fontanepromenade 5 


, 




26 


Eiehbornstr. W. . . 


. 




19 


Forckenbeckplatz 0. 




38 




Eisenacber Str. W . 






15,14 


Forster Str. ÄO . . 


. 


. 


32 


Eisenbabndirektion 








Frankenstr. W. . . 






14 


Berlin 






19 


Frankfurter Allee 0. 




35;37 




Eisenbabnstr. SO. . 






31 


— Straße, Große 








Eisenzabnstr.(Wilm.) 






5 


(21-126 NO) . . . 




32 




Eiserne Brücke . . 




23 




, Kleine NO. . 




29 




Eislebener Str. W . 






10 


- Tor 


• 


35 




Elbestr. (Rix.) . . . 






36 


Franseckistr. N. . . 


30 






Elbinger Str. NO . . 


33 


36 




Französische Str. W 




22 




Eldenaer Str. . . 




38,41 




Frauenboferstr. 








Elgersburger Str. 
(Scbmar.) .... 








(Cbar.) 


_ 


7 








3 


Freiarcbe, Untere . 




10 




Elisabetb-Brücke . 


" 




28 


Freiarcbenbrücke, 








Kinderb ospital . 






30 


Obere ...... 






35 


Krankenbaus . . 






16 


Frtienwalder Str. N 


22 






Sieebenbaus . . 


27 






Freiligratbstr. S. . . 






26 


Straße NO . . . 




29 




Friedeberger Str. 








— -Ufer SO 






28,29 


NO 


. 


33 




Elsasser Str. N. . . 




24 




Fiiedelstr. (Fax.) . . 






32,33 


— (N.-Weis.) .... 


S5,dS 






Friedensallee. . . . 




210 




Elsenstr. SO. ... 


, 




36,38 


Friedbergstr. (Cbar.) 






1 


Elßbolzstr. W . . . 






17 


Friedenstr. NO. . . 


_ 


30^32 




Emdener Str. NW . 




12 




Friedrich-Karl -Platz 








Emser Str. (Wilm.) . 




. 


8 


(Cbar.) 


_ 


2 




EngliscbeStr. (Cbar.) 




10 




Straße 0. . . 




37 




Engelufer SO. . . . 




■ 


28 


Ufer NW . . 


. 


17,20 




Erasmusstr. NW 








FriedrichsbergerStr. 








(Cbar.) 




9 


18 


NO 




32 

26 




Erdinann8tr.(Scbön.) 




Friedrichsbrücke . 






Erfurter Str.(Sebön.) 






12,15 


Friedrichsfelder Str. 








Esplanade (Pankow) 
Exerzierstr. N. . . . 


25 











31,34 




16 






Friedrichsgracht C. 




25 












Friedricbshain NO. 




33 




Falckensteinstr. SO. 






35,34 


-, Am NO .... 




33 




Falkenberger Str. 








Friedrichsruber Str. 








(Weis.) 


40 






(Scbmar. u. Hai.). 




• 


2, 3 



ZUM PLAN VON BERLIN. 



209 





B 


R 


G 




B 


R 


G 


Friedriclistr. Ci-55 u. 








St. Gertraudt-Hospi- 








200-250 SW, 56- 








tal 






20 


85a u. 157-199 TF, 








Gesindehospital . . 




32 




86-lOiau. 137-156 








Geßlerstr. (Schön.) . 




. 


18 


NW^ 105-186 N) . 




22,23 


22 


Gesundbrunnen , . 


19"22 






— , Neue C 




26,29 




Gillstr. (Grün.) . . . 






2 


Friedrichsstr. (N.- 








Gipsstr, C 


] 


27 




Weis.) 


35,34 






Giselerstr. (Wilm.) . 


. 




9,8 


Friedrichs - Waisen- 








Gitschiner Str. SW 








haus 


. 




41 


{19-84: S) 


. 


. 


23,26 


Friedricli -Wilhelm- 








Gleditschstr. W. . . 




_ 


14,17 


Hospital 


32,33 


32 




Gleimstr. N 


26 






Straße W . . 


• 


13 


13 


Glogauer Str. SO. . 






32 


Friedr.-Wilh.-Vik*o- 








Gneisenaustr. SW. 








ria-Stift 






38 


(36-79 S) 


. 


. 


23 


Friesenstr. SW u. S. 






24 


Gneiststr. iV . . . . 


29 






Fröbelstr. NO. . . 


33 






Göbenstr. W . . . . 






17 


Frobenstr. W. . . . 






17 


Goethestr. (Char.). . 




4,' 7 




Fruchtstr. 0. . . . 




3i;34 




- (N.-Weis.) . . . 


31 






Ftddastr. (Eix.). • • 






33] 


— (Rum.) 






40 


Fürbringerstr. SW. 






23 


Gollnowstr. ]\ro. . . 




30^29 




Fürstenberger Str. N. 


27 






Golßener Str. SW. . 






27 


Fürstenstr. S. . . . 




. 


25 


Goltzstr. W. . . . . 






14 


FürstenwalderStr. 0. 




32 




Görlitzer Straße SO 






32 


Fürther Str. W . . . 




37,38 


11,10 


— TJfer so 

Gormannstr. C. . . 




27 


35 


Gabelsbergerstr. . 


Gosslerstr. . . . . 


■ 


37 


Gäblerstr. (N.-Weis.) 


34 






Gossowstr. W. . . . 


• 




14 


GabrielMaxstr.(Box.) 




37 




Gotenstr. (Schön.) . 


. 


, 


18 


Galvanistr. (Char.) . 


, 


8 




Gothaer Str. (Schön.). 




. 


15 


Gardes du Corps Str. 








Gothenburger Str. iV. 


19;22 






(Char.) • 




2 




Gotzkowsky - Brücke 




11 




Garnisonlazarett I. N 


21 






— -Straße NW . . . 




12 




Garten-Platz if. . . 


21,24 






Graefestr. S 






30,29 


— -Straße iV^ . . . . 


21,24 


24 




Granseeer Str. N. . 


27 






(Weis.). . . . 


m 






Graudenzer Str. . 




34 




Weg (Plö.) . . . 


9 






Graunstr. iV. . . . , 


26 






Gärtnerstr. (Box.) . 




37 




GreifenhagenerStr.iV" 


29,28 






Gasanstalten . . . | 


18^21 
32,33 


V 


3,6,14 

26,27 

9 


Greifswalder Str. iVO 
Grenadierstr, C. . . 


33 


30,33 

27 




GasteinerStr.(Wilm.) 






Grenzstr. N 


20 






Gaußstr. (Char.) . . 




6 




Griebenowstr. JV. . 


27 






Geibelstr. 8 . . . . 




. 


26 


Grimms tr. S. . . . 






29 


Geisbergstr. W. . . 


. 




11,14 


Gröbenufer SO. . . 






34 


Gendarmenmarkt W 




22 




Grolmannatr. (Char.) 




7 


7 


General Papestr. 








Gropiusstr. N. . . . 


19 






(Schön.) 






21 


Großbeeren-Brücke . 






23 


Generalkommando 








— -Straße SW . . . 






20,23 


des Gardekorps . 




14,17 




Großfürstenplatz . . 




17 




Generalstab . . . . 




20 




Großgörschenstr. W. 


. 




17 


Generalstr.CST.-Weis.) 


31 






Grünauer Str. SO. . 






32 


Genthiner Str. W. . 






16 


Grüneberger Str. 








Georgenkirchstr.iVO. 




29;30 




(Box.) 




37 




Georgenstr. JVTT. 




'k 




Grüner Weg 0. . . 




31 




St. Georg-Hospital . 


16 






Grunewald . . . . . 






2,3 
12,15 


Georg -Wilhelm-Str. 








Grunewaldstr. W. . 






(Hai.) 






2,1 


Grünstr. C 




25 




Gerhardstr. IfW. . 




ii 




Griiastr., Neue C . 


\ 


25 




Gerichtstr. Jf. . . . 


17^20 


25 




— (Char.) 




4 
25 




Gertraudten - Brücke 


Grünstraßenbrücke . 






— -Straße G . . . . 


. 


25 




Grünthaler Str. N. . 


22 







Bsedeker's Berlin und Umgebung. 13. Aufl. 



14 



210 



VERZEICHNIS 



B R 



Guben er Str. 0. . . 




34 




Guerickestr. (Cliar.) 




8 




Guineastr. N . . . . 1 


0'l4 






Güntzelstr.CWilm.). 




. 


3,11 


Gürtelstr. C^.-Weia.) i 


J5;3S 






— 




40 




Gustav-Adolf-Platz 




(Char.) 




6 




Str. (N.-Weis.) 


31 






GustävMeyer-Allee N 


'23 






Gymnasien : 








Askanisclies . . . 






19,22 


K. K. Augusta . . 




T 




Bismarck- .... 






8 


Französisclies . . 




20 




Friedrichs- .... 




24 




Fried ricli-Werder- 








sclies 




23 




Friedricli -Wil- 








helm- 






22 


Graues Kloster-. . 




29 




Hohenzollern- 








sehule 






15 


Humboldt- .... 




24 




JoacMmthalsches . 






11 


Köllnisches . . . . 




28 




Königsstädtisches 




29 




Leibniz- 






31 


Lessing- 


20 






Luisen- 




15 


25 


Luisenstädtisches . 




Prinz-Heinricb- 






15 


Real-G. in Char- 








lottenburg . . . 




4 




Reform- 




. 


7 


Sophien- 




27 




Kaiser- Wilhelms-. 




19 




Habsburger Straße W 






14 


- Vfer .YW . . . . 




9,' 8 




Hackescher Markt G. 




26 




Hafen-Platz SW. . . 






19 


— -Straße (PlÖ.) . . 


12 






HagelsbergerStr.STF. 






20,23 


Hagenauer Str. N . . 


30 






Hallesche Straße SW 






19,22 


— Tor 






23 


— Ufer SW. . . . . 






19 


Hamburger Platz (N.- 








Weis.) 


31,34 






- Straße, Gr. A^ . . 




27 




, Kl. A^ . . . . 




24 




— Tor 




24 




Handelsstätte „Belle- 




Alliance" . . . . 






22 


Händelstr. mV. . . 




io',ig 




Hannoversche Str. 








JV^TT. 




21 
11 




Hansa-Brücke . . . 




- -Platz J^W. . . . 




14 





Hardenbergstr. 
(Char.) 


7 


10 


Harzer Str. (Rix.) . . 


, 


36 


Hasenheide Ä 




27,30 


Hauptpost in Char- 






lottenburg 


5 




Sauptpostamt ... 


26 




Haup ttelegr aphen- 






amt 


22 




Hauptstr. (Rum.) . . . 




40 


— (Schön.) 




15,18 


Hausburgstr. . . 


36'38 




Hausvoigteiplatz C . 


22 




HavelbergerStr. NW. 1 


5 15 




Havelstr. (Char.) . . 


5 




Heckmannufer . . . 




85 


Hedemannstr. SW. . 




22 


St. Hedwigskranken- 






haus (kath.) . . . 


24 




Heidenfeld Str. 0. . . 


36 




Heidestr. NW. . . . 18 1 18 




Heilbronner Str. 






(Hai.) 




1 


— TT'' (Schön.) . . . 




11 


Heiligegeisthospital, i 






Heiligegeiststr. C. . 


26 




Heimstr. SW. ... 




24 


Keinersdorfer Straße 






NO. ...... . 


. 30 




— Weg (N.-Weis.) . 3 






Heinrichplatz SO. . 




28 


Hektorstr. (Wilm.) . 


. 


2,1 


Helmholtz-Platz N . 2 


9 




Straße (Char.). . 


8 




Heimstr. (Schön.) . 


. 


18 


Heanigsdorfer Str. A" i 


6 




Henriettenplatz 






(Hai.) ...... 




2 


Herbertstr. (Schön.). 




18 


Herderstr. (Char.). . 


! 7 




Herkulesbrücke W. 




13 


Hermann-Platz S . . 




30 


- -Straße (Rix.) . . 


. 


30 


Herrenhaus .... 


19 




Hessische Str. N . . 


21 




V. d. Heydt-Brücke 


. 


16 


Straße TF. . . . 


. 


13 


Hildebrandtstr. W . 


16 




Hindersinstr. A'TT^ . 


20 




Hippodrom 


10 




Hirtenstr. C . . . . 


• 2T,30 




Hitzigstr. W. . . . . 


13 




Hobrecht-Brücke . . 




32 


Straße (Rix.) . . 


. 


29^32 


(Grün. u. Hai.) 


. 


Hochmeister-Platz 






(Wilm.) 




5 


Straße N . . . . 


30 




Hochschulen: 






für die bildenden 






Künste 


. 10 


1 



ZUM PLAN VON BERLIN. 



211 





B 


R 


G 




B 


R 


G 


Hochschulen : 








Institute: 








für Musik .... 




10 




Chemisches, I. . . 




21 




land\yirtschaft- 








für Gärungsge- 








liche 




21 




werbe 


14 






technische .... 




7,10 




für Glasmalerei . 




10 




tierärztliche . . . 




21 




Historisches . . . 




20 




Hochstädter Str. JV . 


16^17 






Hygienisches. . . 




21 




Höchste Str. IfO . . 




33 




für Kirchenmusik 




7 




Hochstr. iT. . . . . 


20 






für Meereskunde . 




23 




— , Neue If. . . . . 


20,21 






Pathologisches . . 


\ 


21 




Hofjägerallee W. . 




13 




Physikalisches . . 




20 




Hof Str. (Nea-Hohen- 








Physiologisches. . 




20 




schönhausen) . . . 


42 






für Wasser- und 








Hohenfriedbergstr. 








Schiffbau . . . 




10 




(Schön.) ..... 


. 


. 


18 


für Zuckerin- 








Hohenlohestr. 0. . . 


. 




37 


dustrie 


14 






Hohen-Schönhause- 








Invalidenhaus . . . 




21 




nerstr. (Weis.) . . 


40 






Invalidenstr. iV (45- 


■! 


17,18 
21,24 




— (Wilhelmsherg) . 


42 






97 NW) 




Hohenstaufen-Platz S 


. 


* 


29 






— -Straße TF. . . . 






11,14 










Hohenzollern-Damm 








Jägerstr. TF 




22 




(Wilm.) 






3,6,8 


— , (Char.) 




2 




Masenm .... 




•23 


Jagowstr. NW. . . 




11 




Platz (Wilm.) . . 


. 


. 


8 


Jahnstr. S 






30 


Straße W, . . . 


. 


16 




Jakobstr., Alte SW. 








Hoher Steinweg C. 




26 




(45-102 S). . . . 




25 


22,25 


Hollmann-Stift . . . 




24 




-, Neue S 


* 


25,28 




Straße SW. . . . 






22 


Jannowitzbrücke. . 




2'8 




Holsteiner Ufer 








Jasmunder Str. N" . 


214 






J\'TF 




14 




Jerusalemhospital . 
Jerusalemer Str. 






31 


Holsteinische Str. 














(Wilm.) 




• 


9,8 


SW 




22 




Holtzendorffstr. 


Joachim - Friedrich- 






(Char.) 






1 


str. (Hai.) .... 






1,2 


Holzmarktstr. . . 




28 




Joachimsthaler Str. 








Hopfenbrücke . . . 




10 




w. 


. 




10 


Hornstr. SW. . . . 




. 


20 


Joachimstr. C. . . . 




27 




Horstweg (Charl.) . 




1 




Johannesstift .... 


12 






Hospice pour les en- 








Johann -Georg -Str. 








fants de Fe'glise du 








(Hai.) 


_ 




2 


refuge 


. 


24 




Johannisstr. N. . . 


\ 


23 




Hübnerstr. 0. . . . 




38 




Johannistisch SW. . 






23 


Humboldtstr.(GrTin.) 






3,2 


Johanniterstr. SW. . 






26 


- -Hain iV^. . . . . 


20;23 






Johann - Sigismund- 








Hussitenstr. iV . . . 


20,24 






Str. (Hai.) .... 




. 


2 


Huttenstr. NW. . . 




9 




Jordanstr. SO. . . . 






35 


Hydrographisches 








Josephstr. SO. . . . 




is 


28 


Amt 




16 


16 


Jostystr. NO. ... 
Jüdenstr. C 




80 












\ 


26 












Jungfern-Brücke . . 




25 




IfTlandstr. 




28,29 




— -Heide 


1,4,7 






Immanuelkirchstr. . 








- -Steg (Plö.) . . . 


9' 






JVO 




30,33 




Jungstr. 

Junkerstr. SW. . • 




37 




Infektionskrankh., 










22 


Institut für . . . 


15 






Jüterboger Str. SW . 


. 


. 


24,27 


Ingenieur - Dienstge- 
















bäude 






13 










Insel-Brücke .... 




25 




Kaiserallee W. . . . 


. 


. 


12,11 


— -Straße S . . . . 


. 


25 




Kaiser -Franz-Grena- 








Insterburgstr. 0. . . 


. 


35 




dierplatz SO . . . 




. 


28 



14* 



212 



VERZEICHNIS 





B 


R 


G 




^ 


B 


R 


G 


Kaiser-Friedricli-An- 








Kasernen : 








denken-Stiftung 








Garde-Kürassier- 








(Char.) 




2 




Reg 


. 


. 


24 


Kinderliospital 


16 






Garde - Pionier- 








Museum . . . 




23 




Bat 






31 


Platz S. . . . 






27 


2. Garde-Ulanen- 








Kaiser-Friedricti- 








Reg 




18 




Str. (Schön.) . . . 






18 


1. Garde -Feldart.- 








(Rix.) . . . . 






33 


Reg 


15,18 


15,18 




(Char.) .... 




5," 4 


4 


Königin Augusta 








(Pankow). . . 


28 






Garde- Gren.- 








Kaisergalerie W . . 




22 




Reg 






24 


Kaiserin-Augusta- 








Luftschiffer-Abtei- 








AUee NW. .... 




6,9 
13 




lung 


4,7 






Straße W . . 




13 


Mil.-Telegraphen- 








Kaisers tr. JfO. . . . 




29 




Bataillon .... 




. 


35,38 


Kaiser-Wilhelm- 








Kaspar-Theyßstr. 








Akadamie . . . . 




23 




(Grün. u. Schmar.) 




. 


2 


Brücke . . . 




26 




Kastanienallee N. . 


27 






Platz (N.- 








Kastanienwäldchen . 




23 




Weis.) 


35 






Katzbachstr. ÄF". . 






. 


21 


Straße C. . . 




26 




Katzlerstr. W. . . . 






. 


17 


Kalckreuthstr. TT. , 


. 




13 


Kaubstr. (Wilm.) . . 








6 


KalisclierStr.(Wilm.) 






6 


Keibelstr. NO. . . . 






29 




Kameruner Str. N . 


14 






Keithstr. W. . . . . 








13 


Kammerg ericht. . . 






22 


Kemperplatz W. . . 






19 




Kanalstr. (Char.) . . 




4 




Keplerstr. (Char.) . 






6 




- (Plö.) 


9 






Kesselstr. N 






21 




Kanonierstr. W. . . 




22 




Kiefholzstr, SO. . . 






. 


35,39 


Kantstr, (Char.) . . 




■! 


1,4 
7, 10 


Kieler Str. N. . . . 
Kietzer Weg 


18 






— (Rum.) 






'40 


(Friedrichsberg) . 




40 




Karl-August-Platz 








Kirchbachstr. W. . 






17 


(Char.) 




4 




Kirchen : 








Karlsbad TT. ... . 




. 


16,19 


Alt-Lutheraner-. . 






28 


Karlshof 








Alte evang. 








Karlsplatz ..... 




20 




(Schön.) .... 






15 


Karlsruher Str. (Hai.) 






1,2 


Amerikanische . . 






13,14 


Karlstr. NW. . . . 
Kasernen: 




20'23 




Andreas- 

Apostel-Paulus- . 




31 


15 


2. Garde -Reg. zu 








Auferstehungs- . . 




32 




Fuß 




20,23 




Bartholomäus- . . 




30 




Kaiser Alexand.- 








Bethanien- (N.- 








Garde Grenad.- 








Weis) 


34 






Reg. Nr. 1 . . . 




23,29 




Bethlehems- . . . 


. 


22 




Kaiser Franz- 








Bonifatius- (kath.) 




. 


23 


Garde-Grenad.- 








Christus- 


. 


. 


22 


Reg. Nr. 2 . . . 






26 


Dankes- 


18,21 






3. Garde -Feldart.- 








Dom- 




26 




Reg 


18 






Dom-Interims- . . 




23,26 




Garde-Füsilier- 








Dorotheenstädti- 








Reg 


21 






sche 




23 




3. Garde -Reg. zu 








Dreifaltigkeits-. . 




22 




Fuß 






31 


Elisabeth- .... 


24',27 


24 




4. Garde -Reg. zu 








Emmaus- 






31 


Fuß 




15,18 




Erlöser- (Rum.) . 






40 


1. Eisenbahn-Reg. . 
1. Garde-Dragoner- 






18 


Französische . . . 


•1 


22;25 
126 




Reg 


. 




23 


Friedens- .... 


24 






2. Garde-Dragoner- 








Friedrich-Werder- 








Reg 


. 


. 


26 


sche 




1 


22 1 





ZUM PLAN VON BERLIN. 



213 





B 


R 


G 




B 


R 


G 


Kirchen: 








Kirchhöfe: 








Garnison- .... 




26 




Andreas-Gemeinde 


41 






— -, zweite . . . 


. 




27 


Apostel-G 


13 






--(kath.). . . . 


. 




27 


Auferstehungs-G. . 


41 






St. Georg (engl.) . 




23 




Dom-G 


10,21 


29 




Georgen- 




29 




Dorotheenstädt. . 


21 


21 




Gethsemane . . . 


29 






Dreifaltigkeits-G.. 






23,27 


Gnaden- 


, 


21 




St. Elisabeth-G. . 


ii 






Golgatha- .... 


, 


24 




Französischer . . 




24 




Hedwigs- (kath.) . 




22 




Französischer, 








Heilands- .... 




12 




neuer 


21 






Heiligegeistkapelle 




26 




Friedrich-Wer- 








Heiligekrenz- . . 


. 




23 


der-G 






27 


Herz Jesu (kath.). 




27 




Garnison 


17 


27 




Himmelfahrts- . . 


23 






Georgen-G. . . . 


34 


30,35 




Immanuel- .... 


30 


30 




Heilands-G. . . . 


8 






Immanuelkapelle . 


22 






Herrnhuter . . . 






23 


Irvingianer- . . . 


, 


. 


25 


Jacobi-G 




. 


30,33 


Jaeobi- 




. 


25 


Jerusalems-G. . . 




. 


23,27 


Jerusalems- . . . 






22,25 


Johaimes-G. . . . 


8,'ll 
26,30 
38,40 






Johannes - Evange- 
list- 




24 




Jüdische . . . . | 






Johannis- .... 




15 




Katholischer . . . 


38,21 


24 




St. Josephs- (kath.) 


34 






Kloster-G 




30 




Kaiser-Friedrich- 








Luisenstädtische G. 




. 


27 


Gedächtnis- . . 


. 


13 




Lukas-G 






18 


Kais er- Wilhelm- 








Lutz wer . . . . 




8 




Gedächtnis- . . 




. 


10 


Marien-G 


, 


30 




Kapernaum- . . . 


U 






Markus-G 


41 






Kloster- 




29 




der Märzkämpfer . 




32 




Ludwigs- (kath.) . 


. 




8 


Matthäi-G 




. 


18 


Luisen- (Ghar.) . . 


\ 


5 




Nazareth . . . . 


1117 






Luisenstädtische . 




25 




Neue Kirche-G. . 






27 


Lukas- 






19 
17 


Neu -Weißensee . 
Nikolai-G 


34',37 


30 




Luther- • 






Marien- 


[ 


26 




Parochial-G. . . . 




32,37 




Markus- 




32 




Pauls-G 


ii;i7 






Martha- 






32 


Petri-G 




35 




Matthäi- 




16 


16 


St. Philip pus-G. . 
Sophien-G 


13 






Matthias- (kath.) . 






14 


22,24 






Mauritius- . . . . 


. 


40 




Versöhnungs-G. . 


24 






Michaels- (kath.) . 




28 


28 


Weißenseer G. . 


34,40 






:tfazareth 


17 






Zwölf Apostel-G. 




. 


18 


Neue 




22 

26 




Kirchhofstr. S. . . . 
— (Char.) 




5 
5 


27 


Nikolai- . . . . . 


24 




Kord- ...... 


Kirch-Platz (Char.). 






Parochial- . . . . 




29 




— -Straße NW . . . 




14 




Pauls- 


19 






(Char.) . . . 




5,4 




Paulus- (kath.) . . 




12 




Kleinheerenstr. SW. 






19,22 


Petri- 




25 
21 




Kleiststr. W. . . . . 
Klinik, kgl 




23 


13 


Philippus-Apostel- 


] 




Pius- (kath.) . . . 




32 




Kloedenstr. SW. . . 






24 


Samariter- . . . . 


. 


38 




Klopstockstr. NW. . 




1041 




Sebastians- (kath.) 


21,24 






Klosterstr. C. . . . 




26 




Simeons- .. . . . 






25 


Knesebeckstr. W. . 




7 


7 


Sophien- . . . . 
Thomas- 




27 


31 


Knie 




7 
33,36 




Kniprodestr. NO . . 


36 




Trinitatis-(Char.). 




4 




Knobelsdorifstr. 








Versöhnungs- . . 


24 
27 






(Char.) 




1 

27,30 




Zions- 


Koblanckstr. C. . . 






Zwölf Apostel- . 






16 


Kochhannstr. 0. . . 


. 


35 





214 



VERZEICHNIS 





E 


h 




Q 




B 


R 


G 


Kochstr. SW. ... 






22 


Krankenhaus, 








Kolberger Str. iV . . 


20 






jüdisches 


, 


24 




Köllnisch. Fiseh- 








— , am Urban, städt. 


. 


. 


26 


markt C 


. 


25 




Krausenstr. W (20a- 








Köllniscli. Park, Am 




28 




53 SW) 




22 




Kolonialhaas .... 


. 




16 


Krausnickstr. N. . . 




23,24 




Koloniestr. N. . . . 


19 






Krautstr. 




31 




Kolonnenstr. (Schön.) 






18 


Kreishaus, Nieder- 








Kommandantenstr. 








Barnimer .... 


. 


20 




SW (23-66 S) . . 




25 


25 


— , Teltower .... 






16,19 


Kommandantur . . 




26 




Kremmener Str. N . 


27 






Komtureiplatz . . 




35 




Kreutziger Str. 0. . 




37 




Königgrätzer Str. W 








Kreuzberg SW. . . 






21 


(25-120 SW). . . 


. 


19 


19,22 


Kreuzbergstr. SW. . 






21 


Königin Augusta- 








Kriegsakademie . . 




20 




str. W 






16 


Kriminalgericht 








Königinbrücke . . . 
Königin Luisen quelle 


19] 




28 


(Char.) 

— Justizamt .... 




15'l8 


1 


Königsallee (Grün.) . 




. 


2 


Kronenstr. W. . . . 




22 




Königsberger Str. 




34 




Kronprinzen-Brücke 




20 




Königscbaussee (N.- 








Damm (Hai.) . . 






2 


Weis.) 


35,38 






— -Straße . . . . 




40 




Königsdamm (Plö.) . 


3,4,9 






(N.-Weis.) . . 


35 






Königsdammbrücke . 


12 






- -Ufer NW. . . . 




17,20 




Königsgraben, Am, C. 


. 


26,29 




KrossenerStr. (Box.) 




37 




Königshofer Str. 








Krugallee, Neue 








(Wilm.) 


. 




11 


(Treptow) .... 




. 


42 


Königsplatz iVF", . . 


, 


20 




Krumme Str. (Char.) 




4 


4 


Königstr. C 




26 




Kruppstr. NW. . . . 




15 




— , Neue NO. ... 




29,30 




Kudowastr.(Sohmar.) 






3 


Königstor NO. . . . 




30 




Kuglerstr. N . . . . 


28 






Königswache . . . 




23 




Kulmstr. TT, ... . 






17 


Königsweg (Char.) . 




1 




— , Neue (Schön.) . 






17 


— (Schön.) 




. 


18 


Kulmbacher Str. W. 






11 


Kopenhagener Str. N 


26 






Kunkel Str. N. . . . 


21^20 






Köpenicker Brücke. 




31 


31 


Kunstgew. -Museum. 




. 


19 


— Landstraße SO. . 






38,39 


Künstlerhaus .... 




19 




— Straße SO. . . . 




28 


31 


Künstlerheim. . . . 






10 


Kopernikusstr. 0. . 


. 


34,37 




Kunstschule . . . . 




29 




Kopischstr. SW. . . 






24 


Kunz-B untschuh-Str. 








Koppen-Platz C. . . 




24',27 




(Grün.) 






2 


— -Straße (36-52 


. 






Kupfergraben, Am, N 




23 




NO) 




31,32 




Kürassierstr. SW . . 






25 


Körnerstr. W. . . . 




. 


16 


Kurfürsten-Allee 








Koschestr.(N.-Hohen- 








(Char.) 




^'oi^ 




schönhausen) . . . 


42 






Brücke 




26 




Kösliner Str. N. . . 


20 






— -Damm W {10-73 








Kostnitzer Str. 








u. 170-245 Char. ^ 




( 


2, 4 


(Wilm.) 


. 




6,5 


74-169 Hai.) . . . 




•{ 


7, 10 


KöthenerStr. W. . . 


, 






19 


— -Platz 

— -Straße TT. . . . 
Kurstr. C 




17 




Kottbuser Brücke . 








29 






1316 


— Damm S 








29,30 

29 
28,29 
29,32 


' 


2;5 

29 
31,34 




— Straße SO. . . . 

— Tor 

— Ufer SO 


Kurze Str. C . . . . 
— (Pankow) .... 
Küstriner Platz 0. . 


28 




Krankenhaus IV. 

städt 

— , in Alt-Moabit . . 


14 






— Straße (Wilm.) . 


. 




1,4 


15 




Kyffhäuserstr. W. . 






14 


— , in Charlottenburg 




4,5 












— , am Friedrichs- 








Laboratorium für 








haia, städt. . . . 




33 


36 




SprengstolJe . . . 


5 







ZUM PLAN VON BERLIN. 



215 



Landecker Str. 

(Schmar.) . . . 
Landgericht I . . 

— II 

— in 

Landgrafenstr. W. 

Landhaus3tr.(Wilm 

Landsberger Allee 

^0 

— Straße NO (52 
71 C) 

— Tor 

Landshnter Str. W 

(Schön.) .... 
Landwelirstr. NO. 
Landwirtschaftliclie 

Hochseliule . . 
Langenheckstr. NO 
Lange-Schuke-Stift 
Lange Str. 0. . . 
Langhansstr. (N.- 

Weis.) 

Lankwitzstr. SW. 
Lauenburger Str. 

(Wilm.) .... 
Lausitzer Platz SO 

— Straße SO. . . 
Lazarus-Kranken- 
haus 

Lebuser Str. NO . 
LehderStr.(N.-Weis 
Lehniner Platz 

(Wilm.) .... 
Lehniner Str. S. . 
Lehrter Str. NW . 
Leibnizstr. (Char.) 

Leihamt 

Leipziger Platz W. 

— Straße W (43-89 
SW) 

, Alte, C. . . 

Lenaustr. (Rix.) . 
Lenbachstr. (Box.) 
Lennestr. W . . . 
Leonhardstr. (Char 
Leopoldplatz iV. . 
Lessing-Brücke. . 
Straße NW. . 

— (Rum.) .... 
Lettestraße N. . . 
Leutnantsberg . . 
Levetzowstr. NW . 
Lichtenberg . . , 
LichtenbergerStr.iTO 

— (Weis.) . . 
Lichtenstein-Allee W 

Brücke . . 

LichterfelderStr.ÄTF 
Liebenwalder Str. N. 
Liebigstr. 0. . . . 
Liegnitzer Str. SO 



16 



26,29 
3 



29,32 
32 



29 



31 



31,34 



18 



17 



37,38 



16 



32 



19 



38 



3 

19,22 

13 
12,11 



23 



40 



21,24 
32 



LiegnitzerStr.(\Yilm.) 

Liesenstr. N. . . . 

Lietzenburger Str. 
(Wilm.) 

Lietzmannstr. NO. . 

Linden, Unter den 
(1-37 W, 38-78 
NW) 

Linden-G-alerie W. 

Straße SW . . 

Lindower Str. N . 

Linienstr. (1-lOa u 
241-250 NO, 11 
105 u. 161-240 C. 
106-160 N) . 

Linkstr. W. . . 

Lipaer Str. (Wilm 

Lippebner Str. NO 

Littbauer Str. 

Logen 



Lohmühlenstr. SO 
Lortzingstr. N. 
Lothringenstr. 

(IT.-Weis.) . 
Lothringer Str. N. 
Lottumstr. N. 
Löwenbrücke 
Löwestr. 0. . 
Lübbener Str. SO 
Lübecker Str. NW 
Luckauer Str. S 
Luckenwalder Str 

SW. 

Lüderitzstr. N . 
Ludwigskirch-Platz 

(Wilm.) . . . 

Str. (Wilm.) 

Luisen-Brücke . 

Platz (Char.) 

NW . . . 

Straße NW . 

Ufer S . . . 

Luitpoldstr. W. 
Lüneburger Str. NW 
Lustgarten . . . 
Luther-Brücke . 

Straße W. . 

Lützenstr. (Wilm 
Lützow-Brücke , 

Platz W . . 

Straße TT. . 

— -Ufer W. . . 
Lützower Str. (Ch; 
Lychener Str. N 
Lynarfttr. JV^. . . 

— (Gi-un.) . . . 

Maaßenstr. W. . 
Madaistr. 0. . . 
Magazinstr. 0. . 



21 



17 



30,29 
18 



29 



24,27 
30 



33 

34 

5, 23 

25 



2 

21 

21,20 



14,17 
26 
14 



22 



14 
35,33 



32,31 

28 
19 

8 
8 
28 



26,23 
14 



13 
1 

16 

13 

16 

13.16 



13 



31 



216 



VERZEICHNIS 





B 


R 


G 




B 


B 


G 


Magazinstr. (Char.) . 




2 




Meineckestr. TF. . . 




' 


10 


Magdeburger Platz W 






16 


Meiningensche Str. 




' 




— Straße W . . . . 






16 


(Schön.) 






15 


Maienstr. W. . . . 






13 


Melanchthonstr. iV^TF 




14 




Mainzer Str. . . . 




37 




Melchior-Brücke . . 






31 


- (Rix.) 






33 


— -Straße SO . . . 






28 


Maison de Sante . . 






18 


Memeler Str. . . 




34 




Malplaquetstr. N. . 


16 






Mendelssohnstr. NO. 




30 




Mannheimer Str. 








Merseburger Str. 








(Wilm.) 






9 


(Schön.) 




. 


15 


Mansteinstr. W. . . 






17 


Meßpalast 




. 


25 


Mantenffelstr. SO. . 




. 


29,31 


Metzer Str. N . . . 




30 




Marburger Str. W . 




. 


10 


Metzstr. (N.-Weis.) . 


38 






Marcli-Brücke(Char.) 




8 




Meyerbeerstr. NO. . 




30 




Straße (Char.) , 




7 




Michaelbrücke . . . 




28 




Margaretenstr. W. . 




16,19 




Michaelkirch-Platz 








MarheinekeplatzÄTT. 




. 


24 


SO. . .* 






28 


Mariannen-Platz SO. 






28,31 


— -Str. SO 




28 




Straße SO . . . 






29 


Militär-Arrest-Geb. . 






25 


Ufer SO ... . 




■ 


31 


Militärkabinett . . . 




19^22 




MarienburgerStr.i\^0 


30i33 






Ministerien : 








Mariendorfer Str. Ä TT 






24 


Auswärtiges Amt . 




19 




Marienstr. NW. . . 




20 




Finanz- 




23 




Markgrafen-Damm 




. 


38,37 


Handels- 




19 




Straße SW (31- 








des Königl. Hauses 




19 




64 W) 




22 


22 


des Innern .... 




20 




Märkischer Platz S. 




28 




Justiz- 




19 




Mavkthüllßti : 








Kriegs- 




19,22 




I. (Zentral) . . 
11 




26 




Kultus- 




19 








22 


für Landwirtschaft 




19 




in 




22 

20,23 


16 


der öffentlichen Ar- 
beiten 

Staats- 




19 
19 




IV. '.'.'.... 






Y. '.'.'.... 






VI 




24 


28 


Mirbathplatz (N.- 
Weis.) 


34 






VIl'. 






VItl 




31 
12 


31 

24 


Mirbachstr. 0. . . . 
Mittelstr. JV^TF. . . . 
Mittenwalder Str.ÄTF 
Moabiter Brücke. . 




38 
23 

14 




IX. 






X 




24,23 


XI 






XII 


22 






Möckern-Brücke . . 






20 


xin 


30 






Straße iSTF . . . 






19,20 


XIV 


20,21 


28,32 




Mohrenstr. W. . . . 
Molkenmarkt C. . . 




22 
26^25 




Markusstr. . . . . 






— , Kleine, 0. . . . 




31 




Molhvitzstr. (Char.) . 






Marscballsbrücke . . 




20 




Moltke-Brücke . . . 




17 




Marsiliusstr. 0. . . 




29 




— -Straße A^TF. . . 




20 




Marstall, Königl. . . 




25 




Mommsenstr. (Char.) 




. 


4,7 


Martin Lutberstr. TF 




. 


15,14 


Monbijou, Schloß . 




23 




Matbieustr. S. . . . 






25 


Monbijouplatz N. . 




26 




Matternstr. 0. . . . 




35 




Monumentenstr. 








Mattbäikircbstr. TF. 




16 




(Schön.) 






18 


Mattbiasstr. NO. . . 




35 




Moritz-Platz S . . . 




. 


25 


Mauerstr. TT. ... . 




22 




Straße S . . . . 




. 


'i5 


Mausoleum in Char- 








Motzstr. TF. . . . . 




. 


14 


lottenburg . . . . 




2 




Mozartstr. (Eum.) . 






40 


Maxstr. N 


17 






Mühlendamm C. . . 




25 




Maybachufer S. . . 






29,32 


Mühlenstr. 0. . . . 






31,3i 


Mecklenburgische 








— (Schön.) 






12,15 


Str. (Wilm.) . . . 






9 


Mulackstr. C. . . . 




2:7 




Mebnerstr. NO. . . 




29 




Müllenhoftstr. S. . . 






29 


Meierottostr. TF. . . 


. 




11 


Müllerstr. N . . . . 


13"l7 







ZUM PLAN VON BERLIN. 



217 



MüncliebergerStr. 
Müncliener Str. W . 
Münstersche Str. 

(Wilm.) .... 

Münze 

Münzstr. C. . . . 
Museen : 

Altes 

Botanisclies . . 

Christliches . . 

für Naturkunde 

für Völkerkunde 

für Volkstrachten 

für Vorderasiat. 
Altert 

Hohenzollern- . 

Hygiene-. . . . 

Kolonial-. . . . 

Kunstgewerbe- . 

Märkisches Pro- 
vinzial-. . . . 

(i. Bau) . 

!Neues 

Pergamon- . . . 

Rauch- ..... 

Reichspost-. . . 

Schul- 

Museumstr. C . . 
Musik , Hochschule 

für 

Muskauer Str. SO 



N. 



Nachodstr. (Wilm.) 
Naglerstr. . . . 
Nansenstr. (Rix.) . 
!Nassauische Str. 

(Wilm.) .... 
!Nationalgalerie . . 
Naunynstr. SO . . 
Nazarethkirchstr. 
Neanderstr. SO. . 
^sTehringstr. (Char.) 
Nestorstr. (Wilm.) 
Kettelbeck-Platz iV 

Straße W. . . 

Neuenhurger Str. SW 
Neuer Markt C. . , 
Neues Museum . . 
Neues Tor .... 
Neu-Hohenschön- 

hausen 

Neu-Kölln am Was 

ser S , 

Neumannsgasse C. , 
Neumannstr. (Pan 

kow) 

Neustadt. Kirchstr 

A^TF. 

Niebuhrstr. (Char.) 
Nikolaus-Bürger-Ho- 
spital 



17 



20 



42 



28 



31 



25 



22 

28 
23,26 

23 
26,2! 

22 

28 
10 



26 



2,1 



23,26 
21 



25,28 
25 



23 



14,15 
5 



25 



23 



ISikolsburger Platz 
(Wilm.) .... 

— Straße (Wilm.) 

Niederwallstr. C. . 

Nollendorf-Platz W 

Straße TT. . . 

Nonnendamm(Char.] 

Nordhafen, Am, N. 

Nordufer N. . . . 

Normal-Eichungs- 
Kommission . . 

Nostizstr. SW, . . 

Novalisstr. ^. . . 

Nürnberger Str. W 



Oberbaum-Brücke 

Straße SO . . 

Oberfeuerwerker- 
schule 

Oberverwaltungsge' 
rieht 

Oberwallstr. W. . 

Oberwasserstr. C. 

Oderberger Str. N 

Oderstr. . . . . 

Ofener Str. A^. . . 

Offizierverein. . . 

Ohmstr. SO. . . . 

Oldenburger Str. IfW 

Olivaer Platz (Wilm 

— Straße JiO. . . 

lympi a- Aus Stellung 
Opern platz C. . . 
Oppelner Str. SO . 
Orangenstr. (Char.) 
Oranienbrüc ke . . 
Oranienburger Str. N 

— Tor 

Oranien-PlatZiSfOu.Ä. 
Straße (1-41 «. 

165a- 207 SO, 42- 
75a u. 129-165 S, 
76-128 SW) . . . 

Oriental. Seminar . 

Orthstr. If 

Osnabrücker Str. 
(Char.) 

— (Wilm.) .... 
Ostbahnhof, Am, 0. 
Ottostr. A^TT. . . . 
Oudenarder Str. A^ . 



Wil- 



Packhof . . . 
Paketpost . . 
Palais Kaiser 
heims I 

— des Kaisers Fried- 
rich 

— des Prinzen Al- 
brecht 



18 
8,15 



20 



16 



25 



8,7 
24 



18 

22 
22 
25 

87,40 

23 
28 
12 



25,26 
23 



24,23 
24 



23 



24,23 
10 



4,7 



32,34 
28 



25,28 



), 5 



22 



218 



VERZEICHNIS 





B 


R 


G 




B 


R 


G 


Palais des Prinzen 








Postfuhramt . . . . 




24 




Georg 




19 




Posthalterei . . . . 




32 


19,22 


— des Prinzen Fried- 








Poststr. C. 




26 




ricli Leopold. . . 




19,22 




Post-Zeitungsamt. . 






19 


Pallasstr. W..... 






17 


Potsdamer Brücke . 






16,19 


Pallisadenstr. IfO. . 




32 




- Platz TT. ... . 




19 




Pankstr. iV 


20 






— Straße W . . . . 




19 


16,17 


Panniersfr. (Rix.) . 






33 


— (Char.) 




1 




Pappel- Allee iT. . . 


29 






Prager Platz (Wilm.) 






11 


Platz iV^. . . . . 




24 




— Straße (Wilm.) . 




. 


11 


Parallelstr. (Stralau) 


. 




38,40 


Präsidentenstr., Gr. 








Pariser Platz W (5-8 








u. Kl. C 




26 




JfW) 




20,19 


8 


Prenzlauer Allee N. 
u. NO 


30,32 


30 




(Wilm.) . . . 


. . 




— Straße (Wilm.) . 


. 


. 


8, 11 


— Chaussee (N.- 








Parkstr. (N.-Weis.) . 


38,37 






Weis.) 


31 






— (Treptow) .... 


. 




42 


— Straße G 




29,30 




— , Kleine 


. 


. 


24 


- Tor 




30 




Parkweg (Stralau) . 


. 


. 


38 


Prinz Albertstr. 








Paroehialstr. C. . . 




26 




(Rum.) 






40 


Pasewalker Str. i\" . 


17 






— Albrechtstr. SW. 






19 


Passauer Str. W . . 






11,10 


— August V. Würt- 








Patentamt 




20 


23,26 


tümbergstr. SW . 






24 


Paul-Gerliardt-Stift . 


13 






Prinzen Allee N . . 


19^22 






Paulsborner Str. 








— Straße S 






26'? 


(Grün.) 






3,2,5 


Prinzessinnenstr. 8. 






28 


Paulstr. NW. . . . 




14^7 




Prinz-Eugen-Str. N . 


17 






Pergamon-Museum . 




23 




— Friedrich-Karl- 








PerlebergerStr. WFT. 


15^18 


15 




Straße N. . . . . 




23 




Persiu33tr. . . . . 






37 


Prinz-Karl- Stift 








Pestalozzi-Fröbel- 






14 


(Char.) 




3 




Haus 


— Louis-Ferdinand- 






Pestalozzistr. (Char.) 




4 


4,7 


Str. NW 




23 




Petersburger Platz 0. 


. 


35 




Pritzwalker Str. NW 




15 




— Straße 


. 


36,35 




Proskauer Str. . . 




38 




Pfalzburger Str.- 








Proviantamt . . . . 




14 


31 


(Wilm.) 






9,8 


Provinzial- Stände- 








Pfarrstr. (Friedrieb s- 








haus 


. 




16 


berg) 




40 




Steuergebäude . 




17 




Pflugstr. N. . . . . 


21 






Pücklerstr. SO . . . 


. 


. 


31 


Pflügerstr. (Rix.) . . 




. 


32 


Puderstr. (Treptow). 


. 


. 


39 


Pfuelstr. SO 






34 


Pufendorfstr. NO. . 




32 




Philharmonie. . . . 


'. 




19 


Putbuser Str. N . . 


23 






Philippstr. JVTF. . . 


■ 


21 




Putlitzbriicke NW . 


15 






Physikalisch- techn. 








Puttkamerstr. SW . 




• 


22 


Reichs-Anstalt . . 


, 


7 












Pintschstr. 0. . . . 
Pistoriusstr. (N.- 
Weis.) 


31,34 


35 




auerallee, Gr. NW . 
Quitzowstr. NW . . 


15 


16 




Plantagenstr. aV. . . 


17 














Planufer SW (35-97 




( 


23,26 
29 


Raabestr. NO. . . . 




30 




S) 




. 


RabbinersemiDar . . 




27 




Plöner Str. (N.-Wei?.) 


31 


< 


Ramlerstr. N. . . . 


23 






Plötzensee 


9, 12 






Rankestr. W. . . . 






10 


Polizei - Präsidium , 




29 




Rathaus 




26 




Pommersche Str. 








— , Neues (i. Bau) . 




26,29 




CVVilm.) 






5,8 


— in Charlottenburg 


. 


5 




Porzellanmanufak- 








— - Friedrichsberg 


. 


40 




tur, Kgl 




10 




— - Wilmersdorf . 




. 


9 


Posener Str. . . . 




34 




Rathausstr. (Fried- 








Postamt, Haupt- . . 




26 




richsberg) .... 




40 





ZUM. PL AN VON BERLIN. 



219 





B 


R 


G 




B 


R 





Rathenower Str. iVFF 


15 


15 




Rölkestr. (N.-Weis.) 


34 






Ratiborstr. SO . . . 


. 




82 


Romintener Str. . 




34 




Rauchstr. W. . . . 




13 




Rönnestr. (Char.) . . 






. 


1 


Raumerstr. iV . . . 


29 






Röntgenstr. (Char.) . 






8 




Raupachstr. . . . 




28 




Roonstr. 2^W. . . . 






20 




Ravene's Gemälde- 








Rosberitzstr. (Wilm.) 








11 


Galerie 




25 




Rosenstr. C 






26 




Ravene'sstr. H. . . . 


20 






Rosenthaler Str. C. 






26,27 




Ravensberger Str. 








, Kleine, C . . 






27 




(Wilm.) 






5 


— Tor 






27 




Regensburger Str. W 






11 


Rosinenstr. (Char.) , 






8 




Regentenstr. W. . . 




16 


16 


Roßstr. C 






25 




— (Wilm.) 






12,11 


— , Neue, S 






25 




Rehberge 


13 






Rostocker Str. iVTF . 






9 




Reicheiiberger Str. 








Rotherstr. . . . . 








u 


SO 




. 


29,32 


Rousseauinsel . . . 






16 




Reicbsamt desinnern 




19 




Rückerstr, C. . . . 






27 




Reichsbank . . . . 




22,25 




Rückertstr. (Char.) . 






4 




Reichsdruckerei . . 






25 


Rüdersdorfer Str. 






31,34 




Reichseisenbahnamt 




19 




Rudolf-Platz . . . 








37 


Reichsgesundheits- 








- -Straße ... 








84 


amt 


. 


14 




Rudorfstr. (Wilm.) . 






. 


6 


Reichajustizamt . . 


. 


19 




Rügener Str. JST . . . 


23 






Reichskanzlei . . . 


. 


19 




Ruheplatzstr. iV. . . 


17 






Reichsmarineämt. . 




19 




Rammeisburg . . . 






40 


Reichspostamt . . . 




22 




Rummelsburger 








Reichspostmuseum . 




22 




Platz 






31 


Reichsschatzamt . . 


. 


22 




— Straße (Friedrichs- 








Reichstagsgebäude . 




20 




berg) 




40 




Reichstagsplatz JVW. 




20 




Rungestr. SO. . . . 




28 




Reichstagsufer NW. 




20 




Ruppiner Str. N . . 


27 






Reichsversicherungs 








Rykestr. JV. .... 


30 






amt 


_ 




16 










Reiaerzstr.(Schmar.) 


\ 




3 


SaarbrückerStr.iV^. 




30 




Reinickendorfer Str. 








Sächsische Str. 








N. 


16 






(Wilm.) 

Sackführerdamm 






8 


Reisstr. (Char.). . . 




5 










Rennbahnstr. (I?.- 








(Rix.) 






39 


Weis.) 


37 






Sadowastr. W. . . . 






11 


Reuchlinstr. JVW. . 




9 




Salomonstr. 








Reuter-Platz (Rix.) . 






33 


(N.-Weis.) . . . . 


31,34 






— -Stift 


19 






Salzbrunner Str. 








— -Straße (Rix.) . . 






88 


(Schmar.) .... 






3 


Revaler Str. . . . 




34',37 




Salzufer (Char.) . . 




8,10 




Rheinsberger Str. iV. 


24*27 






Salzwedeler Str. NW 


15 






Riehard Wagnerstr. 








Samariter-Platz 0. . 




88 




jVTF. 




17 
85 




Straße . . . . 

Sandkrugbrücke 




87,88 




Richthofenstr. . . 






Riedemannstr.(Char.) 


8 


38 




NW. ■ 






21 




Rigaer Str. . . . . 


Sauerländer Str. 






Ringb ahnstr. (Wilm .) 


• 




2,6 


(Wilm.) 






5 


Rittergutstr. (Lich- 






5 " 


Savignyplatz (Char.) 


. 




7 


tenberg) 




41 




Schadowstr. NW. . 




20 




Ritterstr. S (38-83 








Schäferstr. SO. . . 


, 


28 




SW) 






25 


Schaperstr. W. . . . 






10 


Rixdorf 




. 


83 


Scharnhorststr. NW. 








Rochstr. C 




26 




(12-31 N) . . . . 


18,21 






Rodenbergstr. N . . 


28 






Scharnweberstr. 0. . 




87,40 




Röder-Platz(Lichten- 








Scharrenstr. C. . . . 




25 




berg) 




42 




(Char.) 




2,5 




— -Straße 




39,42 




Schellingstr. W. . . 


. 


l 


.41, U 


19 



220 



VERZEICHNIS 





B 


R 


G 




B 


B 


G 


Schendelgasse G. . . 




27 




Schwäbische Str. W 








Scherenbergstr. N . 


2d,2S 






(Schön.) 


. 


, 


14 


Sclieringstr. Jf.... 


21 






Schwartzkopffstr. N 


21 






Schiffbauerdamm 








Schwedenstr. N. . . 


19 






iVTT. 




20,23 
22 




Schwedter Str. N . 
Schwerinstr. W. . . 


26,27 






SehiUer-Platz W . . 




17 


— -Straße (Cliar.) . 




4,7 




Schwiehuser Str. 








(Rum.) .... 






40 


SW. 




. 


24 


Schilling-Brücke . . 




31 




Sebastianstr. S. . . 




25 


25 


Straße . . . . 




29 




Sedan- Straße 








Schillstr. W 




. 


13 


(Schön.) 




. 


18 


Schinkelplatz W. . 




26,25 




(N.-Weis.) . . 


35;38 






Schinkestr. S. . . . 






29 


— -Ufer SW . . . . 






26 


ScMvelbeiner Str. ^■ 


25 






Seehandlung, kgl. . 




22 




Schlegelstr. iV^. . . . 




24 




Seestr. N j 


11,14 






Schleiermaclierstr. S 




, 


27,26 


16 






ScMesischen Bahn- 








— , Große (N. -Weis.) 


37 






hof, Am 0. . . . 




31 




Seestraßenbrücke. . 


12 






— Busch SO. . . . 






35 


Sellerstr. N. . . . . 


18 






— Straße SO. . . . 






34,35 


Senefelder-Platz N . 




30 




(Wilm.) . . . 






2.5 

k 


— -Straße N. . . . 


30',29 






— Tor 






Sesenheimer Str. 








, Vor dem SO. 






35 


(Char.) 




4 




Schleswiger Ufer 








Seydelstr. C 




25 




NW 




11 




Seydlitzstr. NW. . . 




18 




Schleuse, An der, C 




25 




Sezession, Ausstel- 








Schleusen-Brücke . 




25 




lung der 






10 


Ufer SO ... . 






35 


Siboldstr. S 


. 


. 


27 


Schliemannstr. N. . 


30^29 






Sickingenstr. NW. . 


. 


9 




Schloß C 




26 




Siegesallee 


. 


19 




-, - (Charl.) . . . 




2 




Siegfried-Brücke*. . 






18 


Schloß-Brücke . . . 




26 




— -Str. (Schön.) . . 






18 


(Char.) . . . 




5 




Siegmundshof NW . 


. 


10 




- -Platz C 




25,26 




Siemenssteg (Char.). 




5 




— -Straße (Char.) . 


, 


2,1 




Siemensstr. NW. . . 


15 


12 




Schlüter-Steg NW . 


. 


23 




Sigmaringenstr. 








— -Straße (Char.) . 


. 


7 


7 


(Wilm.) . . . . . 






9 


Schmidstr. SO. . . 




28 




Simeonstr. SW. . . 






25 


Schöneberg 


] 




15,18 


Simon Dachstr. . 




37 




SchönebergerBrücke 






19 


Simsonstr. NW. . . 




20 




— Straße SW. . . . 






19 


Singakademie . . . 




23 




— Ufer W 






16,19 


Skalitzer Str. SO. . 






29,31 


Schönhauser Allee N 


29;30 


27 




Soldiner Str. N. . . 


22 






— Straße, Alte C. . 




27 




Solmsstr. SW. . . . 


, 




24,23 


Neue C. . . . 




26 




Sommerstr. NW. . 


. 


20 




— Tor 




27 




— (^Neu-Hohenschön- 
hausen) . . . . . 


42 






SchÖnholzerStr. iV. 


^r 




Schöningstr. N. . . 


13 






Sonntagstr. (Box.) . 


. 


. 


37 


Schönleinstr. S. . . 




, 


30,29 


Sophie-Charlotten- 








Schönstr. (N.-Weis.) 


a4 






Platz (Char.) . . . 




1 




Schrammstr. (Wilm.) 






9 


Straße (Char.) 








Schreinerstr. 0. . . 




38 




Sophienstr. C. . . . 


. 




Schullehrerseminar . 




. 


22 


- (Char.) 




7 




Schulstr. N. . . . . 


leJiT 






Sorauer Str. SO . . 




. 


32,31 


— (Char.) 


. 


5 




Spandauer Brücke, 








Schulzendorfer Str. 








An der C 


. 


26 




N 


21 






— Schiffahrts-Kanal, 








Schumann Str. NW . 




20 




Am (Plö.) .... 


5,8 






Schützenbaus (Plö.). 


11 






— Straße C. . . . . 


. 


26 




Schützenstr. SW. . 




22 




(Char.) .... 




2 




— , Alte, C 




29 




— Weg 


4 







ZUM PLAN VON BERLIN. 



221 





B 


R 


G 




B 


R 


G 


Sparr-Platz N . . . 


17 






Stuttgarter Platz 








Straße JV. . . . 


17 






(Char.) 


• 




4 


Spenerstr, NW. . . 


. 


14 




Suarezstr. (Char.) . 




i 


i 


Speyerstr.TF(Scliön.) 






. 


14 


Südufer N 


1245 






Spichernstr. W. . . 








11 


Swinemünder Str. N 


??'?! 






Spindlerbrücke. . . 






25 




Sylter Str. N. . . . 


11,12 






Spindlershof . . . • 






25 




Synagoge, Neue . . 




24 




Spittelmarkt C. . . 






25 








5, 24 
25,26 




Spreestr. C. . . . . 






25 




Synagogen 






— (Char.) 






5, 4 








29 




Spreewaldplatz. . . 






"5 * 


32 










Spreeweg 






13',14 




Talstr. (Pankow) . . 


31 






Sprengelstr. iV. , . . 


17 






Taubenstr. W . . . 




22 




Staatsarchiv , Ge- 








Taubstummeninsti- 








heimes 




26 




tut 




27 




Stadtvogtei 




25 




Tauentzienstr. W. . 




. 


10 


Stallschreiberstr. S. 






25 


Tauroggener Str. 








Stallstr. (Char.) . . 
Stargarder Str. iV^ . { 




2 




(Char.) 




5,6 




29^32 






Technische Hoch- 




"j " 




(39-50 NO) . . \ 


33 






schule 




7,10 




"Statistisches Amt der 








Tegeler Str. N. . . 


17 






Stadt Berlin . . . 




25 




- Weg (Char.) . . 


3 


3,2 




, kaiserl. . . . 






16 


Telegraphenschule, 








— Bureau, kgl. . . 


, 




22,25 


Militär- 






31 


Steffenstr. (Neu- 








Teltower Kreishaus . 


, 


. 


16,19 


Hohenschönhausen) 


42 






— Straße SW. . . . 


. 




20,23 


Steglitzer Str. TT . . 






16 


Tempelherrenstr. S. 






26 


Steinmetzstr. W . . 








17 


Tempelhofer Berg 








— , Neue (Schön.) . 








17,18 


SW. 






24 


Stein-Platz (Char.) . 






7 




— Feld 


* 




21,24 


Straße C . . . . 






27 




— Ufer SW. .... 






19,20 


Stephan-Platz NW . 


15 


15 




Teutoburger Platz N. 




27 




- -Straße NW. . . 


15 


15 




Thaerstr. 




35,38 




Stern, Großer, W. . 


. 


13 




Thaterstr 


5 






— , Kleiner, W.. . . 


, 


16 




Theater s. S. 24. 








Sternwarte, kgl. . . 






22 


Thielenbrücke . . . 


. 


. 


32 


Stettiner Straße iV" . 


22 






Thomasiusstr. NW. 




14 




— Tunnel N. . . . 


21 






Thorner Str. NO . . 




36,35 




Stockholmer Str. N . 


19 






Thurneyßerstr. N. . 


19 






Stolpisehe Str. N . . 


25 






Tieckstr. N. . . . . 




24 




Strafanstalt (Rum.) . 






40 


Tierärztl. Hoch- 








Strafgefängnis (Plö.) 


9 






schule 




21 




Stralau 




_ 


41 


Tiergarten 




13,16 




Stralauer Allee . 


. 




34,37 


Straße TT. . . . 




13,16 




— Brücke, An der C. 




28 




- -Ufer W 




10 




— Platz 




31 




Tile Wardenbergstr. 








— Str. C ..... 


24 


25,28 




jfW 




11 
35 




Stralsunder Str. N . 


Tilsiter Str. . . . 






Straßburger Str. N . 




30 




Togostr. N. .... 


loiis 






— (N.-Weis.). . . . 


35*38 






Tölzer Str. (Schmar.) 






8 


Straßmannstr. . . 




35 




Tor, Platz vor dem 








Strausberger Str. 








Neuen NW. . . . 




21 




NO 




4 


32 




Torfstr. N. 

Trebbiner Str. SW . 


15 






Strelitzer Str. N . . 


2 


20 


(Wilm.) . . . 

Streustr.(N.-Weis.) j 






6, 9 


Treptow 






42 


3l",34 
35 






Treptower Brücke . 
— Chaussee SO. . . 






35 


Stromstr. NW. . . . 




15 




— Straße SO ... . 


. 




36,89 


Stubenrauchstr. 








Tresckowstr. N. . . 


30 






(Schön.) 






18 


Triftstr. N. .... 


14,17 






Slülerstr. TT. ... . 






13 




Tunnelstr. (Stralau) 




. 


41 



222 



VERZEICHNIS 





B 


R 


G 




B 


R 


G 


Turiner Str. iV. . . 


16,17 






Wangenheimstr. 








Turmstr. NW. . . . 




12,15 




(Grün.) 






3,2 


— (Pankow) .... 


28 






Warmbrunner Str. 








Tarnanstalt, Militär- 


21 


21 




(Sehmarg.) . . . . 


, 


. 


3 


Turnhalle, Stadt. 








Warschauer Straße 


. 


34 


34 


Zentral- 


. 




25,28 


Wartburg-Platz 








Turnlelireranstalt , 






22 


(Schön.) 






15 


Turnplatz, kgl. . . . 






30 


- -Str. (Schön.). . . 


. 


. 


14,15 


Türrsclimidtstr. 








Wartenbergstr. 








(Rnm.) 






40 


(Friedrichsberg) . 
Wartenburgstr. SW. 




40 


12 


Tlferstr. iV. 


20,19 






Wassertorstr. S . . 




\ 


25 


Uhlandstr. TT. . . . 


. 




7,8,9 


Wasserwerk, Stadt. 


30 






TJlmenstr. TT. . . . 






13,16 


Waßmannstr. NO. . 




29,32 




ünionplatz NW. . . 


12 


12 




Waterloo-BrückeÄIF 






28 


Universität 


. 


23 




- -Ufer SW . . . . 






23 


Universitäts - Biblio- 








Wattstr. N. . . . . 


24 






thek 




23 




Weberstr. NO. . . 




32 




Frauenklinik . , 


. 


23 




Wedding-Platz N. . 


18*21 






— -Straße NW. . . 




23 




— -Straße N . . . . 


20 






"ünterwasserstr. C. . 




25 




Wegelystr. NW. . . 




10 




Urania 




17 




Wegenerstr. (Wilm.) 






9 


— , Neue 




22 




Weidendamm NW . 




23 




Urban, Am, 8. . . . 




' 


26 


— -brücke 




23 




— -Hafen 






26 


Weidenweg . . . 




35.38 




— -Straße S . . . . 




■ f 


26,29 


Weimarer Str.(Char.) 


. 






• l 


30 


Weinbergsweg N. . 


. 


27 




Usedomstr. N. . . . 


24 






Weinmeisterstr, C . 


. 


27 




Uf rechter Str. 3^. . 


IT 






Weinstr. NO. ... 
Weisbachstr. 0. . . 


• 


29,33 
85 




Versuchsanstalt der 








Weißenburger Str. N 


30 






Landw. Hochschule 


11 






Weißensee 


40 






Versuchs- u. Lehr- 








-, Schloß 


37 






brauerei 


14 






Weißenseeer Weg 








Veteranenstr. N. . . 


27 


27 




(Neu -Hohenschön- 








Vieh- U.Schlachthof, 








hausen) 


42 


42 




Zentral- 


. 


38 


40 


Werderscher Markt. 








Viktoria-Brücke . . 






16 


W. 




22,25 




— -Luise-Platz . . . 


] 




11,14 


Werftstr. NW. , . . 


' 


17 




Park 




[ 


21 


Werner Siemensstr. 








Platz (Rum.) . . 






40 


(Char.) 




7,8 




Straße W. . . . 




19 


16 


Werneucheners tr. 








Vinetaplatz N. . . . 
Virchowstr. NO. . 


27 






NO 




33,36 
37,40 






33,36 




Weserstr. . . . . 






Völkerstr. N . . . . 


22 






- (Rix.) 




, 


83,36 


Voltastraße N. . . . 


24 






Westfälische Str. 








Vorhergstr. (Schön.) 






18 


(Wilm. u. Hai.) . 






2,5 


Voßatr. W 




19 




Weydingstift .... 

Wichertstr. N . . . 


2sl29 


32 




Wadzeckstr. NO. . 




30 




Wichmannstr. W. . 






13 


Waghäusler Str. 








Wickingerstr. NW . 




li 




(Wilm.) 






12 


Wiclefstr. NW. . . 




12 




Waisenbrücke . . . 




28 




Wiebestr. NW . . . 




9 




Waldeckpark . . . 






25 


Wielandstr. (Char.). 


. 


. 


7 


Waldemarstr. SO. . 




. 


28 


Wiener Brücke. . . 




. 


35 


Waldenser Str. NW. 




12 




— Straße SO. . . . 






32 


Waldstr. NW. . . . 




12 




Wiesenbrücke . . . 






32 


Wallner- Theater- 








Wiesenstr. N . . . . 


20 






Str. 




29,28 




Wildenbruchstr. 








Walls tr. C (2S-81 S) 




25 




(Rix.) 






oG 


— (Char.) 




14 




Wilhelmplatz W. . 


. 


19:22 





ZUM PLAN VON BERLIN. 



223 





B 


R 


G 




B 


R 





Wilhelinplatz(Char.) 




5 




Wormser Str. W . . 






13 


— (Pankow) .... 


25 






Wörther Platz N. . 


30 






Wilhelmsaue 






6,9 
12 


— Straße N. . . . . 


30 






(Wilm.) 


• 


Wörthstr. (N.-Weis.) 


38 






Wilhelmsberg . . . 


42 






Wrangelstr. SO. . . 


. 




31 


Wilhelm shavener 








Wriezener Str. N . 


22 






Str. NW 


. 


12 




Wühlischstr. (Box.). 


, 


37 




Wilhelmshölle SW . 


[ 




24 


Wullenweberstr. 








Wilhelmstift (Char.) 
Wilhelm Stolzestr. 




2 




NW 




11 




. 


35 




Württembergische 








Wilhelmstr.ÄTTC^^- 








Str. (Wilm.) . . . 


, 


* 


8 


97 W) 




19,22 


22 


Würzburger Str. W . 


. 




11,10 


— , Neue, NW. . . 




20 




Wurzelberge . . . . 


13 






— CN'.-Weis.). . . . 


35;34 






Wusterhausener Str. 




28 




Wilhelmufer NW. . 




20,21 












Willdenowstr. N. . 
Willibald Alexisstr. 


17 




24 


Xantener Str.(Wilm.) 


• 




5,4 


SW. 

Wilmersdorfer Str. 






Yorkstr. SW (35-56 








(Wilm. u. Char.) . 




5,4 


4 


W) 


• 


• 


20 


Wilmsstr. Ä 


* 




26 










Wilsnacker Str. NW 




15 




ZehdenickerStr. N . 




27 




Windscheidstr. 








Zellengefängnis . . 




18 




(Char.) 




1 


1,4 


Zellestr. 




38 




Winsstr. NO. ... 


33 


30 




Zelten, In den, NW. 


\ 


17 




Winterfeldt-Platz W. 


. 




14 


Zentralmarkthalle , 


\ 


28 




Straße W. . . . 






17 


Zeughaus, Kgl. . . . 




23 




, Neue W. . . 




, 


14 


Zeughofstr. SO. . . 




. 


31 


Wismarplatz 0. . . 




37 




Ziegelstr. N. . . . . 




23 




Wißmannstr. S. . . 




. 


30 


Zietenplatz, Am, W. 




22 




Wittenbergplatz W . 






13 


Zietenstr. W. . . . 






17 


Wittstocker Str. NW 




9 




Zimmerstr. SW. . . 


\ 


22^25 


22 


Wöchnerinnenheim . 


, 


^ 


26 


Zinzendorfstr. NW. 




11 




Wohlauer Str. 








Zionskirch-Platz N. 


27 






(Wilm.) 






6,5 


Straße N . . . . 


27 






Wöhlertstr. N. . . 


21 






Zirkus, Am ... . 




23 




Woldenberger Str. 








Zoologischer Galten 






10,13 


NO 


33 






Zorndorfer Str. . . 




35 




Wolfgangstr. (Lich- 








Zossener Str. SW . 






24,23 


tenberg) 


. 


41 




ZüUichauer Str. S . 


_ 


, 


27 


Wolgaster Str. N. . 


24,27 






Zwillingsbrücke . 




31 




Wolliner Str. iV^ . . 


27 






Zwinglistr. NW. . . 




12 





Druck von Breitkopf & Härtel in Leipzig. 



BOSTON PUBLIC LIBRARY 




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