Skip to main content

Full text of "Biographisch-bibliographisches Quellen-Lexikon der Musiker und Musikgelehrten der christlichen Zeitrechnung bis zur Mitte des neunzehnten Jahrhunderts"

See other formats





n 




^>^v 



^^^ 






i-i:^ 









N 







^ -Ultimi«« fJffertW 





J^. 




Biographisch - Bibliographisches \ 

j 
j 

Quellen-Lexikon 



der 

Musiker und Musikgelehrten 

der 

christlichen Zeitrechnung 

bis zur 

Mitte des neunzehnten Jahrhunderts 

von 

Rob. Eitner. 

6. Band. 

La. — Milleville, Barnaba. 



Leipzig, 

Breitkopf Sc Haertel. 
1902. 



M r, V r 



1933 



\fo 



5 so 



■-'V-K^e 



IM 



0. 



.~x r 



L. 



LB. ist Michel Larabert, 17. Jb. 
L. B. C. = Clouet. 
L. C. D. B. = Brassac, Rene 
de Bearu. 

L. H.. vielleicht Lucas Hordisch : 

Glück Eer vnd gut, 5st. in Ms. Basel 
F. X. 1—4. Nr. 103. Anfg. des 16. Jhs. 

L. K. M. 2 Sonate a 2 Yiol. 
c. B. e Viol. solo c. B. 4». [Ms. B. 
Upsala. 

L. L. = Leo Leoni. 

L. M. = Ludovico Milanese. 

L. M. = Luca Marentio. 

L. M. P., siehe Pierre Ballard 
1629 ff. Die Buchstaben können 
den Dichter oder Komponisten an- 
zeigen. Ich möchte das Erstere 
annehmen, weil die Bez. „mis en 
musique'' fehlt. 

L. P. «= Paminger. 

L. 11. P. L. Q., siehe Quoint. 

L. S. = Ludwig Senfl. 

L. S. Dr. Vogel glaubt, dass es 
Leonhard Sailer sein kann. 

In B. Wolfenb. Ms. 294 Stb., fehlen 
die Instrum., Nr. 31: Laetatus suni in 
Ms, Sopr. Solo, 2 V. & Bc. 

Laa;^, Heinrich, geb. zu Her- 
ford (Westfalen) den 18. Febr. 1713, 
gest. 30. Nov. 1797 zu Osnabrück, 
wurde am 23. Juni 1733 Organist 
an der Marienkirche zu Osnabrück, 
später des Postens entsetzt, legte 
er sich auf Anfertigung von Kla- 
vierinstrumenten und gab Musik- 
unterricht. 1799 erhielt er den 
Organistenposten an der Katha- 

Kob. Eitner"s Quellen-Lexikon. Bd. 6. 



rinenkirche daselbst und verfertigte 
auch ferner Klaviere. 

Am Ende seines Lebens schrieb er 
seine Selbstbiographie, die dann mit Nach- 
trägen „von einem seiner Freunde"' her- 
ausgegeben wurde (Herford 1798 Diebrueh, 
80. 248 S. Exempl. in B. B.). Sie ist 
das Abbild des gröfsten Elends und einer 
zur öffentlichen Schau getrageneu Fröm- 
migkeit; dabei befand er sich in steter 
Schuldenlast. 

Ton seinen Arbeiten ist bekannt 

1. Anfangsgründe zum Clavierspielen 
und Generalbass von . . . Osnabriick 1774 
Wilh.Schmid. 4». [B. B. B. Lpz. Mu- 
sikfr.Wien. Briissel. Dresd. br. Mus. 

2. Fünfzig Lieder und zwar, 43 von 
Herrn JoJi. Caspar Lavater und sieben 
sonst bekannte Kirchen-Lieder, in Melo- 
dien gebracht u. herausgeg. von Henrich 
Laag. Cassel u. Osnabiiick 1777. 4°. 
[B. Lpz. Brüssel Cons. br. Mus. 

3. obige Selbstbiographie. 

La Baclielerie, Hugiies de, 

Troubadour aus Uzerche (Limou- 
sin) im 12. Jh. Fetis erwähnt 
Chansons von ihm ohne den Fund- 
ort anzugeben. 

Labacleiis, . . . ein Franzose, 1797 
im Orchester der grofsen Oper zu 
Paris als Violinist angestellt, wird 
1802 nicht mehr als Mitglied auf- 
geführt. Fetis zeigt von ihm an: 
ISTouvelle methode pour le vioion. 
Paris, Nadermann (1797). 

Labar, Ludovicus de, Gallus, 
schreibt sich am 17/5 1701 in der 
Universit. zu Leyden als Informa- 
tor linguae gallicae et Musicae ein 
(Bouwst. 3, 3). 

1 



LaBarre, Char!. -Henri de Chabanceau. 2 La Barre, Pierre de Chabanceau. 



La Barre, Charles -Henri de 
Chabanceau, Sohn des Pierre, 
Clavecinist der Königin Mutter 
von Frankreich (Anna von Oester- 
reich) und der Königin Marie-Th6- 
rese, Gemahlin Louis XIV. Er be- 
safs den Platz noch 1669 (Brenet, 
nach den Akten). Man schreibt 
ihm folgendes Werk zu: 

Anciens airs ä chanter ä deux parties, 
avec les deuxiemes Couplets en diminutions. 
Paris 1689 Ballard. fiu4". 

La Barre, Joseph de Cha- 
banceau, Sieur de la Barre, war 

Organist (ordinaire) in der Kapelle 
Kg. Louis XIV. zu Paris. Der 
König verlieh ihm an der Abtei 
von iSt. Hilaire bei Narbonne eine 
Pfründe und gab ihm den Titel 
eines Abbe, ohne dass er eine 
priesterliche Würde bekleidete. Er 
starb 1678, denn der Sohn Lully's 
erhielt in diesem Jahre obige 
Pfründe. Man kennt von ihm 
eine Samlg: 

Airs ä deux parties avec les seconds 
Couplets cn diminution par M. de la Barre, 
Organist de la cbapelle du Eov. Paris 
1669 Rob. Ballard. 4". 18 Airs. [C. P. 
Paris Nat. Paris Genev. Weckerlin in 
seinem Kataloge des C. P. teilt S. 308 
eine Sarabande mit einer Variation mit 
u. fügt dem Bass eine Kla\äerbegltg. bin- 
zu. Der Satz ist melodiscb, einfacb und 
hübscb erfunden, die Variat. besckränkt 
sieb nur auf einige Verzierungen. 

Labarre, Louis -Julien, siehe 
Castels de Labarre. 

La Barre, Ludovicus de, aus 

Paris, bezeichnet sich im Regesten- 
buche der Universit. zu Leyden 
am 9. Aug. 1710 mit „Musices et 
linguae gallicae Magister''. (Bouwst. 
3, 4). Man könnte versucht sein 
zu glauben, dass er derselbe wie 
Labar wäre. 

La Barre, Michel de; Fetis 
nennt ihn einen Flötisten, der um 
1675 (n. A. 1680) zu Paris geb. 
und ebd. 1743 (n. A. 1744) starb. 



Mir liegt ein Druck von 1700 vor, 
wo er sich „ordinaire de l'Acade- 
mie royale de Musique'' nennt, 
d. h. er war Kgl. Kammermusiker; 
er muss demnach wohl gut 10 Jahre 
früher geboren sein. Auf Mss. ist 
er öfter nur De la Barre genannt, 
doch die Jahreszahl lässt Michel 
darunter erkennen. Von seinen 
Kompositionen kann ich nachwei- 
sen: 

Le triumph des arts, Opera -ballet en 
5 entrees, Paroles de la Motte, represent. 
(in der grofsen Oper) 16. Mai 1700. 
Ms. P. [Paris l'opera. C. P. 

— Le Triompbe des arts, Ballet, liv. 3. 
Paris 1700 Ballard. Part. [B. B. Upsala, 
aucb im Ms. in Stb. 2 V. Taille, B. pour 
Violon et Bc. 

La Venitienne, Comedie-ballet en 3 
actes et un prologue, Poesie p. La Motte. 
Repres. Paris 26. Mai 1705. Ms. P. 
[Upsala. Brüssel Cons. 

Pygmaleon. Ms. P. [C P. 

1 vol. mit italieniscben Arien im Ms. 
und 2 voll, mit Airs f. Flöte und Violonc. 
[C. P. 

Recueil d'aires ä boire ä deux parties. 
Paris 1724. [Paris Nat. 

Pieces en trio pour le V. Fl. et Hautb. 
liv. 1. Paris 1700. [Paris Nat. 

— 2. ed. Paris 1707. 
lis Nat. 

Pieces en trio (wie 
Paris 1700. [Paris Nat. 

— 2. ed. Paris 1707. 
Trios meles de Senates (wie oben), liv. 3. 

Paris 1707. [Rostock. Paris Nat. 

Duo p. 2 Fl. trav. Ms. in Stb. [Ro- 
stock. 

Suites de Pieces ä 2 Fl. trav. (s. B.) 
Paris, l'auteur et Foucault. Part. 9 Suites 
von 1709-1714. 4». [B. M. Rostock 
die 3.4.5. 6. Suite von 1710. 1711. 1713. 
1714. Paris Nat. die 8. 4. Suite. 

Pieces pour la Flute trav. av. B. Pa- 
ris 1710 l'auteur et Foucault. 1. 2. liv., 
50 u. 54 Seit, in qu4P. (Grave p. Bariion). 
[B. M. Rostock, aucb im Ms. obne Bez. 
des Bucbes. Briissel Cons. br. Mus. 

La Barre, Pierre de Chaban- 
ceau, ecuyer, Sieur de La Barre, 
Epinett-Spieler und Lautenist im 
Dienste des Kgs. Louis XIII. und 
der Königin Anna von Oesterreich, 



[Rostock. Pä- 

vorber) liv. 2. 

[Rostock. 



Labarre. 



Labbe und l'AbVie. 



starb zu Paris den 29. oder 30. 
März 1656 (Brenet, nach Akten). 
Besardus teilt im Novus partus 1617, 
3. Teil, eine Courante für Laute mit. 
Mersenne in Harm. univ. 1636, Bd. 2, 
liv. 6 nennt ihn nur De la Barre „epi- 
nette et orgauiste du roy & de la reyne'". 
Er war verheiratet und hatte 2 Söhne 
und 1 Tochter, letztere eine ausgezeich- 
nete Sängerin. Ein Brief von ihm von 
1648 mit letzteren Nachrichten, abgedr. 
im Huygens CXLVI. Im Mer.senne 1636 
Liv. 6 die Chans, von Louis XIII., har- 
monisiert: Tu crois ö beau soleil. Wecker- 
lin im Kat. p. 197 druckt sie ab. 

Labarre, Trille, ein Guitarrist 
am Ende des 18. Jhs., der zu Paris 

Sonaten für Guitarre und Violine und 
Schulen herausgab, die von 1787 — 1794 
erschienen (Gerber 2). 

La Barte, Mr. de, wird in Ro- 

ger's Katalog als Instrumental- 
komponist erwähnt. 

La Bassee, Adam de. Die Bibl. 
zu Lille besitzt ein Ms. aus dem 
14. Jahrb., enthaltend ein Drama 
in lateinischen Versen mit zahl- 
reichen Melodien, betitelt: 

Ludus adae de Basseia, canonici insu- 
lensis super anticlaudianum (Näheres im 
Coussemaker 6, 114). 

La ßaiile, . . . 

bekannt durch Lautenpiecen, die sich 
in einem Ms. des C. P. befinden (siehe 
Weckerlin's Kat. pag. 485 von c. 1725). 

Labbe, auch Tibbate genannt, 
war um 1475 herzogl. Sänger und 
Kaplan am Hofe zu Mailand (Motta 
86). Auch Straeten 6, 18 ff. verz. 
ihn. S. 23 heifst es in einem Do- 
kumente „D. Labbe, nostro capel- 
lano'' und S. 24 „l'Abbate, nostro 
capellano". 

L'Abbe, Anthony, scheint ein 
englischer Tanzkomponist aus dem 
Anfange des 18. Jhs. zu sein, denn 
das br. Mus. besitzt von ihm die 

Drucke : 

1. The new Kigadon, comp, for the 
year 1723 (London), fol. 2. 2 Tänze, 
London 1731 und 1733 bei Pemberton 
erschienen. 



L'Abb6 (le jeune), Joseph-Bar- 
nabe Saint-Sevin (Mr. Squire sagt 
im Kat. des br. Mus., dass L'Abbc, 
le fils, der pseudon. Name ist und er 
Jos.-Barn. St.-Sevin hiefs). Er war 
der Sohn des Philippe, geb. 11. Juni 
1727 zu Agen, gest. 1787 in sei- 
nem Hause bei Chareton. Kam 
11. Nov. 1731 nach Paris, wurde 
1739 als Violinist an der Comedie 
fran9ais augestellt, studierte bei Le 
Clair, kam am 1/5 1742 an die 
grofse Oper und trat auch im Con- 
cert spirituel als Sologeiger auf. 
Auf dem Titel der Recueil d'Aires 
nennt er sich „Principes du Vio- 
len ä Paris". Gegen 1762 liefs er 
sich pensionieren und zog sich ins 
Privatleben zurück. (Fetis unter 
Abbe. Schilling führt von ihm 
eine Violinschule an „Principe de 
Violon", die erst in den letzten 
Jahren seines Lebens erschienen 
sein soll. Mendel -Reifsmann be- 
zeichnen sie mit: Paris 1772). 

In der Nationalbibl. zu Paris befinden 
sich ohne Vornamen nur mit Labbe gez: 
1. Senates poiu' Violon seul, oe. 1. Paris, 
Boivin. fol. — 2. Six Senates ä V. seul 
et B., OB. 8. Paris, Leclair. fol. [beide 
auch im br. Mus. 

Im br. Mus. befinden sich noch : Premier 
et deuxieme recueil d'airs franc,-. et Italiens, 
avec des variations, pour 2 V., deux par- 
dessus, ou p. 1 Flutte ou hautbois, avec 
un V. Paris, fol. 

Jolis airs ajustes et varies p. un V. 
seul, oe. 7. Paris, Le Clerc, fol. 

Fetis verz. ihn nochmals ganz ungenau 
unter Saint-Se^'in. 

Labbe Faine, Philippe Pierre 
Saiiit-Sevin u. sein Bruder PAbbö 
cadet (Pierre de Saint-Sevin), ge- 
nannt Labbe, Violoncellisten, Leh- 
rer in Agen, gingen 1727 nach 
Paris und erhielten an der grofsen 
Oper Anstellung (Fetis. Schilling 
ausführlicher nach einem alten Be- 
richt, verwechselt aber Agen mit 
Aachen, sowie sich noch andere 
Unrichtigkeiten finden, wie die 



Labbe, Robert. 



La Borde, Jean-Benjaiiiin de. 



Angabe, dass beide Brüder ur- 
sprünglich Geistliche waren). 

Das E. C. of Mus. besitzt, im Ms. 1978 
in P. „Dance Tuoes" vou L'Abbe für ver- 
schiedene Instnim. Welcher Abbe damit 
gemeint ist, wird sich schwer feststellen 
lassen. 

Labbe, ßobert, wurde 1386 
zum Organisten an der Kathedrale 
zu Ronen ernannt, 1419 zum Ka- 
pellmeister daselbst. Nach den Ak- 
ten wird er dreimal durch Nico- 
las Decan und Jean Desquesnes 
vertreten, wahrscheinlich durch 
Krankheit gehindert sein Amt zu 
verwalten. Das erste Mal im Mai 
1423, dann 1425 und 1431. 1433 
scheint er gestorben zu sein, denn 
Jean d'Eudemare, ein früherer 
Knabensänger daselbst, erhält sei- 
nen Posten (Fetis, nach den Akten). 

Labbet, siehe Morambert. 

La Beausse, ein Komponist des 
15. Jhs., der 

im Codex Ms. 213 zu Oxford Bodl. mit 
der Sstim. Chanson: Or voist comme aler 
en porra (f f e d c e) vertreten ist (Stai- 
ner's Ausgabe). 

Labeck, Georg, 1789 Bratschist 
an der Hofkapelle in München; 
erhält 1797 Zulage und ist bis 
1799 zu verfolgen. Ein anderer 
Labeck ist 1777 und 1778 Wald- 
hornist ebd. mit 200 Gld. Gehalt 
(Kreisarchiv). 

La Boea, ßeyuaiilt de, 1611 
Sänger und Musicus an der Kgl. 
Kapelle in Brüssel (Straeten 2, 9). 
Siehe auch La Bourse, Renand de. 

Laborde, Le comte Alexander- 
Louis -Joseph de, geb. 15. Sept. 
1774 zu Paris, bekleidete mehr- 
fache militärische und staatliche 
Aemter, die Fotis genauer anführt. 
Bekannt ist er durch einen Brief: 

Lettre a Mde. de Genlis, sur les sons 
harmoniques de la harpe. Paris 1806 
Didot Taine. 12 ", dessen Thema Fetis 
kaum der Beachtung wert hält ernstlich 



in Erwägung gezogen zu werden. [Exempl. 
in Bibl. Brüssel. 

La Borde, Jeaii-Baptiste, gest. 
um 1777 als Pfarrer im Dorfe 
Colancelle im ehemaligen Departe- 
ment Nivernais, früher bis zur Auf- 
hebung des Ordens in Frankreich 
Jesuit. Gab die Beschreibung eines 
von ihm erfundenen Musikinstru- 
ments heraus, betitelt: 

Le claveciu electrique, avec une nou- 
velle theorie du mecanisme et des pheno- 
menes de l'electricite. Pai'is 1761. 120. 
176 S. (Fetis). 

La Borde, Jeau-Beiijamin de, 

geb. 5. Sept. 1734 zu Paris, gest. 
in der Revolution auf dem Schaffet 
am 4 thermidor an IL (22. Juli 
1784). Er stammte aus einer sehr 
reichen Familie und erhielt eine 
tüchtige Ausbildung, sowohl in den 
Wissenschaften als in der Musik. 
Bei Dauvergne erhielt er Yiolin- 
unterricht und Rameau war sein 
Lehrer in der Komposition. Er 
trat in den Hofdienst und wurde 
.,Premier Valet-de-chambre ordi- 
naire du roi et Gouverneur du 
Louvre'', wie er sich selbst bezeich- 
net. 1775 wird er Plnanz-Pächter 
zu Paris genannt. Nach Ausbruch 
der Revolution zog er sich nach 
der Normandie zurück, dennoch 
wurde er zur Rechenschaft gezogen, 
nach Paris gebracht und enthaup- 
tet. Seine Verdienste um die Mu- 
sik sind nicht unbedingt anerken- 
nenswert, besonders seine Auszüge 
aus Dokumenten sind nicht immer 
gewissenhaft, so dass er als Musik- 
schriftsteller nicht diejenige An- 
erkennung fand, die seine Bestre- 
bungen verdient hätten. Als Kom- 
ponist errang er nur geringe Er- 
folge und die Aufführung seiner 
Opern an der grofsen Oper ver- 
dankte er mehr seiner Hofstellung 
als seinen Werken. lieber seinen 
Essai sur la musique urteilt Feüs 



La Borde, Jean-Benjamin de. 



La Biiiguiere. 



sehr hart (Fotis. — Notice sur . . . 
par C. Mellinet. Nantes 1839. 8«). 
Von seinen Jiterariscben Werken 
sind aazufübren: 

Essai sur la musique ancienue et mo- 
dern (ohne Autor). Paris 1780 Onfroy. 
4 Bde. 4". Enth. im 2. Bde. alte welt- 
liche Melodien u. einige mehrstim. Ge- 
sänge. S. 309—352 teilt er den Inhalt 
einer Chansons-Sanilg. des 12. u. 13. Jhs. 
nach einem Ms. im Vatican mit. 3. u. 
4. Bd. enthält Biographien, alphabetisch 
geordnet. (Die Melodien siehe Eitner 2.) 
[ß.B. B.M. Proske. B. Lpz. Brüssel. 
Musikfr.Wien. Glasgow, br. Mus. R. C. 
of Mus. Bologna. 

— Errata de l'Essai s. 1. mus. . . . ou 
lettre ä l'auteur de cet essai, par Madame 
**** (Ce 20 aoüt 1780) s. 1. 1780. S« 
(wird Pierre Gavinies zugeschrieben). 
[Brüssel 5044. 

Memoires sur les proportions musicales, 
le genre enarmonique des Grecs et celui 
des modernes, par l'auteur de l'Essai . . . 
Avec les observations de M. Vandermonde 
et des remarques de M. l'Abbe Roussier. 
Supplement k l'Essai . . . Paris 1781 impr. 
de Pierres. 4^. [Brüssel 3196. Florenz. 

Memoires historique sur Raoul de Coucy. 
On y a Joint le recueil des ses chansons 
en vieux langage, avec la traduction et 
l'ancienne musique (o. Autor). Paris 1781 
Ph. D. Pierres. 2 voll. S». Portr. u. 
Abbildg. [Brüssel 3364. Glasgow. R. C. 
of Mus. 

Adele de Ponthieu, Trag. lyr. en 3 act. 
(mise en 5 act. 1775) musique de La 
Borde et Berten, repres. 1/12 1772. Ms. 
P. [Paris l'opera. 

Amadis de Gaule, Trag. lyr. en 5 act. 
et prolog., Paroles de Quioault, repres. 
26/11 1771. Ms. P. [Paris l'opera. 

Les Amours de Genosse, op.-buff. 1765, 
8/5. [Paris Nat. C. P. Brüssel Cous. o. 
Titelbl. 

Amphion, Ballet en 1 act. Fragment, 
Paroles de Thomas, repres. 12/10 1767. 
Ms. P. [Paris l'opera. Paris nat. C. P. 
Bmssel Cons: Paris, adresses ordin. P. 

Annette et Lubin. Pastorale . . . Les 
paroles sont de M. Marmontel. P. Paris 
(15/2 1762) Moria, fol. [br. Mus. Paris 
Nat. C. P. B.AVagener. Brüssel Cons. 

La Cinquantaine , Pastorale en 3 act. 
Parol. de des Fontaines, repres. 13/8 1771. 
Ms. P. [Paris l'opera. Paris Nat. C. P. 

Le Clat perdu, op. buff. en 1 act. 1780. 
[C. P. 

Gilles, gar9on peintre, z'amoureux-t-et 



rival. Parade. In Nouv. theatre de la foire 
T. 4. 1763. 80. [br. Mus. Paris Nat. 
C. P. Briissel Cons: Paris, L'Abbe fils. 
P. fol.,^ aufgeführt 2/3 1758. 

Ismene et Imenias, Tragedie en 3 act. 
Parol. de Laujon, repres. a Choisy 13/6 
1763, Paris 11/12 1770. Ms. P. [Paris 
l'opera. C. P. Berlin K. H: Paris, Le- 
marchand. P. 

La meuniere de gentilly, op.-com. en 
1 a. (Paris 13/10 1768). Paris, Le Mar- 
chand. P. [Berlin K. H. Brüssel Cons. 
br. Mus. in Samlg. kom. Operetten Bd. 3 
Nr. 5, 1772. 8" und in P., steht aber 
fälschlich unter Monsigny, dem es derKat. 
zuschreibt. Paris Nat. C. P. 

La cinquantaine, pastorale en 3 a. (Pa- 
ris 13/8 1771). Grave. P. [Briissel Cons. 

Privilege du roi, mis en musique. 9 Stb. 
[Paris Nat. C. P. 

Thetis et Pelee, trag. lyr. en 3 a. (10/10 
1765 Fontainbl). Paris, Richomme. P. 
[Brüssel Cons. C. P. Pai'is Nat. 

Choix de chansons mises en musique 
par . . ornees d'estampes par J. M. Moreau. 
Paris 1773 de Lormel. 4 Bde. 4^ zu 
46, 36 41 und 44 Nrn. Melodien mit Pfte.- 
Begltg. und Kupferst. nebst seinem Portr. 
fB. B. Hofb. AVien. C. P. Buckingham 
Palast, br. Mus. Ausg: Ronen 1781. 

6 recueils de chansons (ä 1 voix) avec 
V. et Bc. anonym. Paris chez Mr. Moria, 
grav. Mlle. Vendome. 6 voll, in qufol. 
[Paris Nat. br. Mus. 

2 Romanzen im Einzeldiiick. [br. Mus, 

La Bourse, ßenand de, Strae- 
ten glaubt, dass La Boca nur eine 
Verstümmelung des obigen Namens 
durcb den Recbnungsfübrer ist. Er 
war Cornettist um 1619 an der 
Kgl. Kapelle in Brüssel (Str. 5, 155). 
Siehe auch La Boca. 

Laboussier, Peter, Instructor 
für die Knaben an der Hofkapelle 
in Wien von 1701 bis f 6. Sept. 
1713, 70 J. alt (Köchel 1). 

La Boye, de, ... 

Im br. Mus. die theoretische Abhand- 
lung: Traite de musique. Paris 1656. 

La Bracce, Paul de, Musiker 
am Hofe des Kgs. von Polen um 
1603, nach seinem Porträt (So- 
winski). 

La Bruguiere, Jean de, ein 
Komponist des 16. Jhs., der 



Labuissiere. 



Lacher, 



im Samlwk. 15551 mit einer 4st. Mo- 
tette vertreten ist (Eitner, Bibliogr. unter 
Brugier). Vergl. Antoine Bnigier. 

Labuissiere, . . . steht als Kam- 
mermusiker vor 1700 in preufsi- 
scheu Diensten und geht 1700 ohne 
Erlaubnis andere Verpflichtungen 
ein (Schneider 50). 

Lacana, Jerome de, 1611 Ka- 
pellan und Sänger an der Kgl. Ka- 
pelle in Brüssel (Straeten 2, 9). 

La Cassagne (Lacassagne), Abbe 
Josepli, geb. in der Diöcese Ole- 
ron gegen 1720, wurde als Lehrer 
der Musik an der Maitrise der 
Kathedrale zu Marseille angestellt. 
Fetis verz. von ihm 3 Werke deren 
Inhalt er bespricht. Nachweisbar 
sind : 

Traite general des elemens du chant, 
par M. l'Abbe Lacassagne. Paris 1766 
Vve Duchesne. 8». 190 S. [B. B. Mu- 
sikfr.Wien. Brnssel. Glasgow. 

L'uni-clefier musical, pour servir de 
Supplement au Traite . . . Paris 1768. 8*^. 
[Glasgow. 

Eecueil de fables mises en musique. 
Paris 1754. 4'^ [Paris Arsenal. 

Fetis führt noch an: Alphabet musical. 
Par. 1765. 4°. 

La Cassaigne, Kaymoiid de, 

geb. gegen 1540 in der alten Pro- 
vinz Gascogne, war Direktor des 
Knabenchors am Notre-Dame zu 
Paris und besafs den Platz um 
1575. Er gewann in Evreux 1575 
und 1587 Preise auf eingesandte 
Motetten. 

Eine 5st. Chanson befindet sich im 
Samlwk. 1597 g „Ayantfaitde mes pleurs" 
(Fetis. M. f. M. 22, 201. Eitner 1. unter 
Cassaigne). 

Ein im 17. Jh. lebender La Cassaigne 
ist in Job. Degen's Samlwk. von 1631 mit 
einer Motette vertreten. 

Laceny, Oudart de, Troubadour 
des 13. Jhs., lebte um 1260. Die 
Nationalbibl. zu Paris besitzt in 
einem Ms. 3 Chansons mit Melo- 
dien (Fetis). 

La Cöp^de, Le comte Bernard- 
(rermain-Eticnne Laville de, geb. 



26. Dez. 1756 zu Agen, gest. 6. Okt. 
1825 zu Epinay bei St.-Denis. Ein 
Naturforscher und Komponist, gre- 
iser Verehrer von Gluck, Schüler 
von Gossec, schrieb Opern, Messen 
und Instrumentalwerke (siehe Fetis' 
ausführlicher Artikel). Nachweis- 
bar sind nur 1 literarisches Werk: 

La poetique de la musique. Par . . . 
Paris 1785 impr. de Monsieur. 2 -voll. 
80. 384 u. 252 S. [B. B. Dresd. B. M. 
B. Lpz. Brüssel. Glasgow. Mailand Cons. 
Bologna. 

— a. Ausg. Paris 1797. [Brüssel. 

Dasselbe Werk fand ich auch unter 
dem Haupttitel „Bibliotheque universelle 
des Dames. Paris 1787'' ohne Verleger, 
[einst in der Bibl. Dr. 0. Lindner's. 

Laeliaiiterie, Mademoiselle Eli- 
sabetli, Schülerin von Couperin 
und ausgezeichnet als Klavier- und 
Orgelspielerin. Erhielt 1770 den 
Organistenposten an St.-Jacques de 
la Boucherie zu Paris (Fetis). • 

La Cliapelle, A . . . de, wie ihn 
Fetis verz., ist Jacques Alexandre 
de La ChapeUe^ s. d. 

Lacba pelle, Hugo (Hugon) de, 
ein Komponist aus der 1. Hälfte 
des 16. Jhs., der durch 

einige Gesänge in den Samlwk. 1589 c. 
1542 b. und 1549 u (2 Motett. u. 1 Chans.) 
bekannt ist (Eitner 1). 

La Cliapelle, Jacques-Alexan- 
dre de, ein zu Paris lebender Mu- 
sikschriftsteller, von dem das Werk 
bekannt ist: 

Les vrais principes de la musique ex- 
posez par . . . Paris (1736) Fauteur. Boivin 
etc. kl. fol. 5 Bll. 81 S. mit Musikbeisp. 
Liv. IL 1787, 56 S. Liv. 111. 1739, 82 S. 
Piecen und Gesänge. [Dresden. Glasgow. 

Fetis erwähnt noch Schriften mit Kom- 
positionen, von denen sich aber nichts 
nachweisen lässt. Pougin erwähnt die 
Oper „Isac'S am 27/3 1734 zu Paris auf- 
geführt. 

Laclienet, siehe Leschenet. 

Lacher, Josepli. Ceber ihn 
berichtet (jerber 2 ausführlich. Ob- 
gleich er auch als Komponist von 
Kammermusik auftrat, so war er 



La Chesnaye. 



Lachnitb, Ludw. "V\'enzel. 



mehr Instruraentist, blies den Fa- 
gott, das englisch Hörn u. a. Blas- 
instrum. Geb. 5. Nov. 1739 zu 
Haustetten bei Augsburg, diente 
bei verschiedenen hohen Herren 
und war um 1790 im Stifte Kemp- 
ten angestellt. 

La Cliosnaye, Duchemiii de, 
geb. um 1769 in der Normandie; 
war Richter im Departement der 
Seine und gab eine Biographie 
Dalayrac's heraus: 

Eloge f unebre de T . • . R . • . F . • . Dalay- 
rac, ancien dignitaire de la R: . löge des 
Neuf-Soeurs, lu dans cet atelier, par le 
r.-. etc. Paris 1810. 8» (Fetis). 

La Chevardiere, Ron Hede de, 

ein Musikverleger in Paris des 
18. Jhs., der eine Zeitlang mit 
Huherti sociiert war. Ich fand 
Drucke von ihm, welche die Zeit 
von 1755 bis 1781 einschliefsen, 
doch ist damit seine Verlagsthätig- 
keit nur im allgemeinen bestimmt. 
Folgende Samlwke. kann ich von 
ihm anführen: 

6 Senates p. le Clavecin. fol. 25 S. 
ohne Autoren. [B. B. 

Recueil de 18 Contredanses avec figu- 
res et la musiqiie par Carel^ Batta, Dus- 
nel, Chevalier, Joly, Mcndonxe, Perreaii, 
Santon u. a. 8°. [Kat. Rosenthal 26. 

Lachner, Daniel, siehe Lagkh- 
ner 17. Jh. 

Laelmith, Anton (ich halte ihn 
für den älteren L.), ein Kammer- 
musikus zu Zweibrücken, später 
Klarinettist an der Hauptkirche zu 
Prag, wo er auch Ende des 18. 
oder Anfang des 19. Jhs. starb. 
In den Jahren 1788 u. 1794 hielt 
er sich in Paris auf und kehrte 
1799 nach Prag zurück. Wurz- 
bach bez. ihn als Trompeter an 
der Metropolitankirche in Prag 
(Dlabacz). Gerber 1 und 2 führt 
Sinfonien, Quartette, Trios u. a. von 
ihm an. Mir sind Drucke bekannt, 
worauf er sich Lachnith Vaine^ 
Kammermusiker des Herzogs von 



Zweibrücken nennt, wahrscheinlich 
ist damit Anton gemeint: 

3 Simphonies ä grand orch. 2 V. 2 Corni, 
2 Fl. Va. B. comp, par M. Lachnith l'aiue, 
musicien de la chambre de S. A. S. Mon- 
seigu. le Duo Regnant de deux Pont etc. 
Oeuv. premiere: Hummel, Berlin, hoch- 
fol. in Cd. in Stb. [Schwerin F. 

Simphonies ä gr. orchestre, oe. 2. Ber- 
lin, Hummel, 9 Stb. fol. Sinfonie 4—6. 
[B.B. 

3 Simphonies (dito) oe. 3. ib. in Bd. 
[Schwerin F. 

Auf einem Arrangem. von Pleyel'schen 
Quartetten, die sich im br. Mus. befinden, 
nennt er sich Anton. Schilling verwech- 
selt ihn mit Ludwig "Wenzel L., auch 
Gerber scheint letzteren zu meinen. Da 
sich Luchvig Wenxel auf seinen Drucken 
oft nur mit Lachnith zeichnet, so ist eine 
Verwechselung mit Anton leicht erklärlich. 
Forkel 3, 98 verz. einen älteren und jünge- 
ren L. ohne Vornamen. An Werken lassen 
sich noch anführen : 

6 Senates p. Clav, avec V. obl. 2 Stb. 
Ms. mit Lachnith l'aine gez. [B. M. 

Sonate (2) p. Pfte. av. Viel. Nr. 10 
und 11 im Samlwk. Choix de mus. 1784. 
Ebendort Nr. 9 noch ein Andante p. Pfte., 
alle mit Anton L. gez. [B. M. 

[n B. B., Ms. 128, V. Sonata tire de 
Foeuvre 34e de Pleyel, arrang. p. Clav. 
V. e B. par Lachnith. Ferner im Drack: 
Air d'Oedipe. Paris, Par L. arrangee. 

Lachnith, Ludwig Wenzel, 

Sohn des Franz, der bei den Jesuiten 
in Prag als Musikus angestellt war, 
geb. 7. Juli 1746 zu Prag, gest. 
3. Okt. 1820 zu Paris. Er kam 
zuerst an die Kapelle des Herzogs 
von Zweibrücken, liefs sich dann 
nm 1773 in Paris nieder, studierte 
"Waldhorn bei A. Rodolphe und 
Komposition bei Philidor. Er brachte 
einige Opern auf die Bühne, von 
denen Fetis mehrere verz. und 
schrieb zahlreiche Instrumentalmu- 
sik (Wurzbach). Von seinen Wer- 
ken lassen sich nachweisen: 

Les Mj^steres d'Isis, opera en 4 actes 
(reduit en 3 act. ä partir de l'an XU) 
musique de Mozart (arrangee par L.) 
repres. 20. Aug. 1801. Ms. P. [Paris 
l'opera. 

Saul, Oratorio mis en action en 3 par- 



Lachnith, Liidw. Wenzel. 



8 



La Coste, Pieter, 



ties, mus. de Kalkbrenner et L. Ms. P. 
[Paris Topera. 

La Prise de Jericho, Oratorio en 3 par- 
ties, arrangee par Kalkbrenner et L., re- 
pres. n. April 1805. M. P. [Paris l'opera. 

La Laboureiu' chiuois, op. eu 1 act., 
repres. 5/2 1813, Musik von Berton, ar- 
rang. von L. Ms. P. [Paris Topera. 

Recueil de Duos et Airs ä 2 voix avec 
acc. de pfte. Paris, Sieber. [Maild. Cons. 

3 Concertos op. 10 für Klav. u. Orch. 
in Stb. [Musikfr. Wien. 

6 Quatuors p. 2 V. Va. Vcl. oe. 7. 
Bagge dedic. [Musikfr. Wien. 

5 Quartette f. Streichinstr. im Ms. Stb. 
[Maild. Cons. 

2 Trios p. le Clav. V. et Vcl. d'apres 
2 Quatuors de Pleyel. Andre, Stb. [Brüss. 
Cons. (vielleicht dieselben die dem Anton 
zuge-schrieben werden). 

3 Sonates p. Clav, et V. Berl., Hum- 
inel. Stb. (Bearbtg. nach Trios von Pleyel). 
[Brüss. Cons. 

3 Sonates pour harpe avec acc. de V. 
op. 18. [Musikfr. Wien. 

3 Sonates p. Clave^in av. V. Paris, 
Sieber. 2 Stb. [B. B. 

3 Sonatas for the Pfte. V. & B. Lon- 
don fol. [br. Mus. fehlen V. u. B. 

Mit Joh. Ludw. Adam gab er zusam- 
men eine Methode f. Pfte. (Paris 1798) 
heraus (s. Adam). Füge dort noch die 
Bibl. Brüssel 6279 hinzu. 

Lackiier, Daniel, s. Lagkliiier. 
La Clos, Clioderlaus de, 

bekannt durch eine Chanson von 1776 
(Eitner 2. Nachtrag unter Clos.). 

La Codre (Lacodre), siehe Bliii. 
La Coiq, Franz Anton, um 

1699 als Kammermusikus beim 
Kurfürsten von Raiern angestellt 
als sich der Kurfürst in Brüssel 
aufhielt, während die Oesterreicher 
sein Land besetzt hielten. 
La Combe, B . . . de, 

I Motette zu 5 St. im Samlwk. 1555 i 
(Eitner 1 unter Combe). 

Lacoreia, Sripione, lebte An- 
fang- des 17. Jhs. zu Neapel, wo 
er auch herausfi;ab: 

II secondo üb. de'Madrigali ä 5 voci. 
Napoli 1616Carlino. 5 Stb. 40. 19 Gesge., 
dabei 1 von Franc. Lambardi u. 1 von 
Luea Valente. [Neapel Cons. 

II 3. lib. de Madrig. a 5 voc. Napoli 
1620 Vitale. 5 Stb. 4". 17 Gesge., da- 



bei 2 von Eettore della Marra. [Neapel 
Cons. Bologna: C. T. B. br. Mus. 

La Coste, . . . trat nach Fetis 
um 1603 als Chorist in den Chor 
der grofsen Oper und wird 1697 
auf einem Drucke: „Mr. ordinaire 
de l'Academie roy. de musique"' 
genannt (Name der grofsen Oper), 
später nennt ihn ein Dokument im 
Campardon: ,,batteur de mesure". 
Nach Fetis wurde er 1708 pensio- 
niert und nach Campardon st. er 
um 1754, während ihn Fetis noch 
in der Histoire du theätre de l'Acad. 
roy. de mus. pars 2, p. 20 im Jahre 
1757 verz. findet. Yon seinen Opern 
lassen sich nachweisen: 

Arcie. Opera-ballet en 5 actes et un 
prolog., paroles de l'abbe Pic, repres. 9/6 
1697. Paris 1697 Chr. Ballard. P. gr. 
qu40. XXXIX u. 221 S. [Hofb. Wien. 
Paris l'opera. B. M. Paris Nat. C. P. 
Darmst. 

Biblis, Trag. lyr. en 5 act. et 1 prolog. 
(Fleury), repres. 6/11 1732. Paris 1732 
J. B. Ballard. P. [Paris l'opera. Paris 
Nat. C. P. 

Bradamante, Trag. lyr. en 5 act. et 1 
prolog. (Roy\ repres. 2/5 1707. Paris 
1707 Chr. Ballard. P. qu4". [Paris l'opera. 
Paris Nat. C P. Darmst. 

Creuse l'Atheuienne, Trg. lyr. en 5 act. 
et un prolog., paroles de Rov, respres. 
5/4 1712. P. Paris 1712 Chr. Ballard. 
qu4<'. [Paris l'opera. Paris Nat. C. P. 

Orion, Trag. lyr. en 5 act. et un pro- 
log. (La Font et Pellegrin), repres. 17/2 
1728. Paris, J B. Ballard 1728. P. 
[Paris Opera. Paris Nat. C P. 

Philoniele, Tragedie lyrique en 5 actes 
et un prolog., parol. de Roy, repres. 20/10 
1705. Paris 1705 Chr. Ballard. qu40. 
[B. B. Paris l'opera. Paris Nat. Brüssel 
Cons. Glasgow. Upsala, auch im Ms. 
C. P. Darmst. 

Telegene, Trag. lyr. en 5 act. et un 
prolog. (Pellegrin), repres. 6/11 1725. 
Ms. P. [Paiis l'opera. 

— Paris 1725 J. B. Ballard. [Paris 
Nat. C. P. 

Airs, in Airs 1697c mit D LC gez. 

Fetis verz. noch die Oper Pomoue, 
0. .Tahr. 

La Coste, Pieter, ist am 17/3 
1727 an der üniversit, zu Leyden 



La Couut. 



9 



La Croix, Fran^ois de. 



als ein „gallicani linguam et mii- 
sicam doc." eingeschrieben (Bouwst. 
3, 5). 

La Coimt, David, schwor am 
31/8 1691 als Gentleman extraord. 
a/d. Kgl. Kapelle in London (Rim- 
bault). 

La Coupelle, Pierre de, Trou- 
badour des 13. Jhs., 

von dem die Nationalbibl. zu Paris im 
anc. fonds, cote 7222 fünf Chansons mit 
Melodien besitzt. 

La Court, Aiitoiiie de, Kapell- 
sänger an der Hofkapelle in Wien 
mit monatl. 10 Gld., sp. 12 Gld. 
von 1559 bis 1567, wurde darauf 
entlassen, trat aber am 1. Sept. 
1590 wieder ein und erhielt mo- 
natl. 15 Gld. Gehalt. 1620 wurde 
er pensioniert (Köchel 1). Von 
1581 ab ist er im Dienste des Erz- 
herzogs in Innsbruck, wie man aus 
einem Briefe Bruneau's erfährt 

(Straeten 3, 251). 

Im Samlwk. Joanelli's 2 Motetten (Eit- 
ner 1 unter Delacourt). 

La Court, Henry de, Altist an 
der Hofkapelle in Wien von 1563 
bis 1576 mit monatl. 12 Gld. Ge- 
halt (Köchel 1). 

Im Samlwk. Joanelli's 1568 acht Mo- 
tetten (Eltner 1 unter Delacourt). — Im 
def. Ms. 132 der B. M. 3 Motetten zu 6 
u 8 Stirn, u. 1 zu 10 St. in Tabulatur- 
part. In der Hofbibl. zu Wien. Ms 15946 
Nr. 1: Asperges me 5 voc. und Nr. 2: 
Vidi aquam 5 voc. — In Dresden Mus. 
Ms. Da 48: Domine quinque talenta, c. 2. 
part. Enge serve botie, 4 voc. Seite 11. 

La Court, Quintin de. Kantor 
an St. Stephan in Wien, 16/17 Jh. 
(Pohl 3, 33). 

La Croix, . . . de. Im Kataloge 
von St. Walburge in Audenarde 
ist ein Magnificat zu 6 Stim. an- 
gezeigt (Straeten 1, 224). 

In den Airs 1697c und 1710b befin- 
den sich einige Gesge. 

Modena besitzt in den 5 Bden. Arie, 
Canzonetti, Duetti e Madrigali a 4 voci 
1 Nr. von einem De La Croix. 



Ein etwas späterer La Croix ist in 

Nie. Beruier's Motets von 1741 vertreten. 
In B. Kassel unter Suiten Nr 7 befin- 
det sich eine AUemande ri 4, Courante et 
Sarab. du Sr. de la Croix ex D sol re. 

Lacroix, Antoine, geb. zu Rem- 
berville bei Nancy um 1756, gest. 
1812 zu Lübeck. Ein Violinist, 
Schüler von Ant. Lorenziti zu 
Nancy, ging 1780 nach Paris und 
trat als Virtuose auf. Die Revo- 
lution vertrieb ihn und er ging 
nach Deutschland und Dänemark. 
1794 hielt er sich in Bremen auf, 
wurde dann am 22. Jan. 1796 zum 
Ratsmusikus in Lübeck gewählt, 
wo er sich mit Königslöw verband 
und die Abonnementskonzerte un- 
terstützte. Seit 1803 legte er eine 
Musikalienhandlung in Lübeck an 
(Petis. Stiehl). Von seinen Kom- 
positionen, die Gerber 2 unter 
Croix anführt, lassen sich nach- 
weisen : 

3 Duos concert. p. 2 V. op. 2. Hambg., 
Meyn. 2 Stb. [Lübeck. 

3 Senates p. V. av. acc. de Vcl. oe. 3. 
2 Stb. [Paris Nat. B.Wagener eine Ausg: 
Hbg. bei Günther & Böhme. 

8 Duos p. 2 V. oe. 15. Lps., Breit- 
kopf. 2 Stb. [Liibeck. Brüssel Cons. 

3 Duos (dito) oe. 16, ib. [Lübeck. 

3 Quatuors, oe. 17. Brunswick. 4 Stb. 
[Mailand Cons. 

3 Duos (p. 2 Y.) oe. 18, ib. [Lübeck. 

Air: Ah vous dirai-je Maman, varie p. 
2 V. op. 19. Lps., Br. & H. [Dresd. 

Trois Duos p. 2 V. op. 20. Leips., Breit- 
kopf. [Lübeck. 

Trois Senates p. 2 V. av. Bc. [Lübeck. 

In der Lpz. Ztg. 3. 580 werden Duos 
op. 12, 1801 in Paris erschienen, bespro- 
chen, siehe auch 1, 649. 5, 766 etc. 

La Croix, Baltliasar, Organist 
und „Maitre du Clavecin", 

gab 1782 zu Paris op. 1, ,.6 Senates 
ou Symphonies pour le clav. ou le fortep. 
avec V. ad lib." heraus (Magazin). 

La Croix, L'abbe Fran<?ois de, 

lebte im Anfange des 1 8. Jhs. und 
starb zu Paris 1759. Er war Ka- 
pellan und Maitre de musique an 
der Sainte-Chapelle du Palais zu 



La Croix, Hellin de. 



10 



Ladurner, Ignaz Anton. 



Paris, um 1729 führte man im | 
Concert spirituel eine Motette für 
3 tiefe Tenorstimmen (Basses-tailles) \ 
auf. Vielleicht befinden sich auch 
unter La Croix (ohne Vornamen, 
siehe dort) einig:e Kompositionen 
von ihm (Brenet, Concerts en France 
1900, 142). 

La Croix, Hellin de, aus Lille 
geb., war um 1521 Musiker am 
Hofe des Kardinals Granvelle und 
führte in demselben Jahre aus den 
Niederlanden eine Truppe Musiker 
nach Neapel (Straeten 8, 136). 

La Croix, Pherotee de, ein 

Schriftsteller aus Lyon, der her- 
ausgab : 

L'art de la poesie francjaise et latine, 
avec ua Idee de la musique sous nne 
nouvelle methode en 3 parties. Par le 
sieur de La Cioix. Lyon 1694 Thom. 
Amauliy. 120. 662 S.' [Paris Mazarin. 
Brüssel 5761. Bologna. 

Eine Allemande und Sarabande ä 4 ex 
D, sol re im Ms. fol. 61 in B. K. 

La Croix, Pierre de, s. Cruce, 
Petrus de. 

La Cuisse, de, Maitre de danse. 
Er gab heraus : 

Le Repertoire des Bals (Tänze), ou 
theorie pratique des contredanses, decrites 
avec des figures demonstratives, aux quel- 
les on a ajoute des aires notes. Paris 
1762 Cailleau. 8«. 91 Bll. [ß.^Vagener. 

Ladai (Laday, Latai). Pliilippe, 
1455 päpstl. Sänger (Haberl 1, 227). 

Lade (Ladd), Xieliolas, Gentle- 
man an der Kgl. Kapelle in Lon- 
don, legte am 15/8 1743 den 
Schwur ab, war auch Chorsänger 
am Westminster und Etou College, 
starb am 9. Juli 1783 zu Windsor, 
etwa 60 J. alt (Rimbault. Stephens). 

Lader, Jobaiiii, 1588 3/12 als 
Altist in die Hofkapelle in Mün- 
chen mit 100 Gld. Gehalt aufge- 
nommen; lässt sich in den Akten 
bis 1591 verfolgen (Kreisarchiv). 

Ladfloeur, Michel de, war um 
1581 Kapellmeister an der Kathe- 



drale zu Soignies (Straeten 8, 75, 
der ihn einmal Ladfoeur schreibt, 
was wohl nur Druckfehler ist). 
Ladurner, Franz Xarer, der 

Vater der Musikerfamilie, Organist 

zu Aldein bei Bozen, wurde 1767 

als Schullehrer und Organist nach 

Algund bei Meran versetzt und st. 

daselbst 1782 (Leipz. Ztg. 38, 190. 

Schilling). 

Das br. Mus. besitzt einen Druck von 
einem Johann Franx Anton Xaver La- 
durner, betitelt: Trois Senates pour Pfte. 
av. acc. de V. et Vcl. . . oe. 1. Paris, 
chez Mr. Boyer. fol. [fehlt die Klavier- 
stim. Man darf wohl voraussetzen, dass 
die Vornamen originalgetreu mitgeteilt sind. 

Ladurner, I^naz Anton, älte- 
ster Sohn des Frz. Xav., geb. 1. 
August 1766 zu Aldein, gest. 4. 
März 1839 zu Villain, Gemeinde 
Massy (Seine- et -Oise). 1776 be- 
suchte er das Gymnasium zu ßene- 
dictbeuren in Öberbaiern, musste 
auf Wunsch der Mutter 1782 die 
Aemter des verstorbenen Vaters 
übernehmen, ging aber 1784 nach 
München, studierte weiter und be- 
trieb fleifsig Musik. Ging mit einer 
Gräfin von Heimhausen nach der 
Champagne und nachdem ihn sein 
jüngerer Bruder ablöste im Juli 
1788 als Musiklehrer und Kompo- 
nist nach Paris, wo er sich bleibend 
niederliefs. Unter seinen zahlrei- 
chen Schülern befand sich auch 
Auber und Boely. Er wurde zum 
Prof. am Conservatoire ernannt, 
musste sich aber 1836 Krankheits 
halber auf sein Landhaus zu Vil- 
lain zurück ziehen, wo er auch 
starb. Seine Frau, eine Mussier 
de Gondreville, unter dem Namen 
M^^^ de la Jonchere bekannt (gest. 
25. Okt. 1823), war eine ausge- 
zeichnete Violinistin, die öfter in 
den Pariser Konzerten auftrat (Lpz. 
Ztg. Biogr. u. Bibliogr. 37, 761. 38, 
190. 41, 258. 672. Schilling. F6- 



LaduiTier. 



11 



Laelius. 



tis). Fetis verz. 17 Kammermusik- 
Werke und die Einakter: Wenzel, 
ou le Magistrat du peuple 1793. 
— Le vieux Fous 1796. Nach- 
weisbar sind: 

Sonate p. Pfte. ä 4ms. oe. 2. Paris, 
Boyer. [Briissel Cons. 

3 Sonates p. Pfte. et V. obl. oe. 5. 
Paris. Pleyel. 2 Stb. [B. B. Paris Nat. 
Musikfr. Wien. 

3 Sonates p. Pfte. et V. obl. oe. 7. 
Paris, Nadermann. [Musikfr. Wien. B.M. 

In Musikfr. Wien befinden sich noch 
Sonaten, Fantasien, Varationen u. a. für 
Klavier. Da sie aber nur mit I. A. La- 
durner, sowie die Drucke in München, 
nach dem Kataloge, bez. sind, so ist es 
fiaglich, welche Drucke seinem Bruder 
Joseph Alois, der sich auch I. A. zeich- 
nete, angehören. Da Ignaz Anton aber 
in Paris und Joseph Alois in Deutschland 
verlegte, so ist dies bei Kenntnis der Ver- 
lagsstätte ein sicheres Erkennungszeichen; 
leider fehlt aber in dem Kat. der Musik- 
freunde letztere Angabe. 

Ladurner, Joseph Aloys, zwei- 
ter Sohn des Frz. Xaver, geb. 7. 
März 1769 zu Algund (Kirchen- 
buch), Tod unbekannt, lebte noch 
1835. Besuchte wie sein Bruder 
Benedictbeuren, löste dann seinen 
Bruder im Amte des Vaters ab, 
ging 1792 nach München, studierte 
Theologie und betrieb dabei ernst- 
liche Musikstudien. Am 11/11 
1798 wurde er in Brixen am Con- 
sistorium als Sekretär, dann als 
Registrator und Archivar angestellt. 
1816 war er Cousistorialrat und 
Hofkaplan. ZumWeltpriester wurde 
er bereits am 9/3 1799 ordiniert 
(Lpz. Ztg. 37, 759. 38, 740. Schil- 
ling von Fink. Urteile über seine 
Werke in beiden Quellen). 

Sicher sind ihm folgende Werke zuzu- 
schreiben: Stabat mater 4 voc. c. Bc. P. 
Autogr. — Ecce sacerdos magnus 4 voc. 
P. Autogr. — Ave Maria 4 voc. c. Bc. 
Stb. Kopie. — salutaris hostia 4 voc. 
c. Bc. Stb. Kopie. [Musikfr. Wien. 

Tantum ergo 4 voc. (neue Ausg.). Mün- 
chen, Falter. [B. M. 

2 Kirchengesge. zu 4 Stim. Ms. P. 
[B. Lpz. 



Nur mit L A. Ladurner gez. Fantasie 
Gm. über ein Thema, aus dem Don Juan. 
München, Falter & Sohn. [B. M. 

Fuge f. Ciavier Ms. [ß. Lpz. 

Luder, Matthias, Organist in 
der Altstadt Königsberg i/Pr., starb 
Anfang 1631 oder Ende 1630; 
ihm folgte Alb. Tiedemann (siehe 
den Hochzeitsgesang von Stobaeus 
von 1631 für Tiedemann, welcher 
am 25. Febr. die Wittwe Läder's 
heiratete). 

Lägel, Johann (rottlieb, geb. 
13. Dez. 1777 zu Flöfsberg bei 
Borna, gest. 5. Juni 1843 zu Gera 
(Becker 3, 69). Studierte zu Lpz. 
Theologie um 1800, erhielt darauf 
den Kautorposten zu Weida im 
Voigtlande, 1812 den in Eisenberg, 
seit 1815 Kantor und Musikdirek- 
tor zu Gera (Biogr. von einem sei- 
ner Schüler, K. Stein, in Scliilling's 
Lex. Lpz. Ztg. 37 Big. 8 u. 574 
in Bd. 38 u. 39 Kritiken). Von 
seinen Arbeiten sind nachweisbar: 

Choralmelodienbuch für 3 Männerstim- 
men. Gera (1836). [B. Lpz.] — Weih- 
nachts-Kantate f. 4 Singst, u. Ürcb. „Das 
Heil ist nah". Lpz., Hofmeister. P. (vor 
1829). — In B. Anist: eine Kantate in P. 
— In Ootha eine (Jsterkantate im Ms. — 
In B Lpx: L Kantate: Ach. was ist der 
Menschheit Loos. Gera, Blachmann & 
Bornschein (f. Chor u. Oreh.). P. 2. Kan- 
tate: Preis dir, des Lebens Herr. Gera, 
ib. P. Chor u. Orch. 3. 6 Gesänge zu 
4 und 3 Stimmen. Gera. — In B. B: 5 
Kantaten im Dnick: 1. Er der Herr von 
Gottes Thron, mit Orch Nr. 1. Part. 
Gera, Blachmann & Bornschein, fol. 2. 
Ach, was ist der Menschheit Loos, Cant. 
Nr. 2, ib. — 3. Selig, wer den stillen 
Port gefunden. Nr. 3, ib. — 4. Preis dir, 
des Lebens Heor. Nr. 4, ib. 5. Das Heil 
ist nah, Weihnachts-Caut. f. 4 Singst, u. 
Orch. Part. Lpz.. Hofmeister, qufol. — 
Bei Nr. 4 liest man ,,Cantor in Weyda" 
im Neustädter Krei.se. Dies giebt die Zeit 
von 1800—1812 an. 

Laelius, D. Daniel, ein Laute- 
nist aus dem Anfange des 17. Jhs., 
von dem Walther das Werk an- 
führt : 



LämWin. 



12 



La Feillee. 



Testudo spiritualis, Francof. 1626. 4", 
welches die französ. Psalm engesänge für 
Laute bearbeitet enthält. 

Lämbliii, siehe Lemliii. 

Lämmerliirt, (x . . ., lebte um 
1797 als Hofmeister beim Grafen 
von Erbach zu Erbach und gab 
als op. 1 u. 2: Sonaten f. Klavier 
u. V. und zu 4 Hd. heraus (Ger- 
ber 2). 

Laender, Fat. Trowiii, geb. 
25. Juli 1740 zu Degernau, gest. 
13. Dez. 1786 in Bernau, trat 1759 
ins Kloster St. ßlasien (Kornmüller 
1, 217). 

Lact, FraiiQois de, aus Löwen, 
war um 1745 Organist an St. Ger- 
trude daselbst (Elewyck 31). 

Laet (Latius), Grcorg, ein Archi- 
grammateus. Sigmund Salbinger 
berichtet in der Zueignungsschrift 
zu seinem Samlwk. „Concentus 8, 
6, 5 et quatuor voc. Aug. Vind. 
1545'*, dass derselbe kurz vorher 
eine Schrift „Commentationem Mu- 
sices'' herausgegeben habe. 

Laet (Latius), Jean (Hans), Mu- 
sikdrucker und Verleger in Ant- 
werpen, der anfänglich mit Hubert 
Waelrant, dem Komponisten, soci- 
iert war. Die Firma lautet auch 
öfter umgekehrt: Hub. Waelrant 
et Jean Laet. Sie gaben seit 1554 
eine Reihe Musik-Samlwke. heraus, 
die in meiner Bibliographie be- 
schrieben sind und die ich in Kürze 

verz. 

1554 f. Sacranim cantionum 5 et 6 voc. 
üb. 1. 5 Stb. [B. B. B. M. B. Kassel, 
Proske. 

1555 e. Sacrar. caut. 5 et 6 v. üb. 2. 
5 Stb. [wie üb. 1. 

1555 f. Sacrar. cant. 5 et 6 v. üb. 3. 
5 Stb. [wie lib. 1, ohne Proske. 

1556 b. Sacrar. cant. 5 et 6 v. üb. 4. 
5 Stb. [B. B. 

1556 c. Sacrar. cant. 5 et 6 v, lib. 5. 
5 Stb. [B.B. 

— In Stockholm soU sich noch ein 
lib. 6, s. a. befinden. 



1556 d. Sacrar. cant. 4 voc. lib. 1. 
4 Stb. [B. B. 

1556 e (s. a.) Sacrar. cant. 4 voc. lib. 2. 
4 Stb. [B. B. 

1556m (s.a.) Jardin musiqual, chansons 
ä 3 pai-ties. 1. üvre. 3 Stb. (C. T. B.). 
[B. B. B. A. Hofb. Wien. 

1556 n (s. a.) Jardin mus., chansons (ä 
4 p.). 1. üvre. 4 Stb. [B. A. B. B. 
B. M. 

1556 0. Jardin mus., chansons . . par 
Jean Caulery . . . livre 2. 4 Stb. [wie 
lib. 1. 

1556 p (s. a.) Jardin musical, chansons 
ä 4 parties, le tiers liure. 4 Stb. [wie 
lib. 1. 

1564 zeichnet Leat allein (Souter Lie- 
dekens). 

1568 u. 69 ist die Witwe L.'s gez. 

La Fage, Vincent, siehe Fau- 
gues, 15. Jh. 

La Fag-e, Jean de, Komponist 
aus dem Anfange des 16. Jhs., 

der im 

Samlwke. von Andr. Asulani, gedruckt 
von Andr. Antiquus : Motetti lib. 4., 4 Stb. 
von 1521 mit 2 Motetten zu 4 Stirn, ver- 
treten ist (Eitner 1). 

La Fage (La Faghe, La Fagie, 

La Farge), P[ierre, nach Fetis], de, 

auch ausgedrückt durch die Noten 

^ ~ Ein französischer 

=fei3:ä^^i= Komponist, der mit 

17 Gesängen von 1519 — 1558 in Sam- 
melwerken unter obigen Namen zu fin- 
den ist (Eitner 1 mit Angabe der Vari- 
anten bei jedem Gesänge). Aufserdem fand 
ich ihn noch mit 2 bekannten Motetten 
in einer hds. Samlg. in B. Proske Ms. 940, 
Abtlg. Putsch, 5 Stb. von 1538 in qu40 
und in B. B.. Ms. 12420. moderne Parti- 
tur der Mot. Super flumina aus Moderne's 
Samlwk. von 1532 o (nicht aus Petrucci's 
Samlwk. 1519 wie dort angegeben ist). In 
der CapeUa sistina zu Rom, Cod. 38 der 
4- und öfitim. Gesang: Partus et integritas. 
— In B. M. im def. Ms. 132 eine Mot. 
a 6 u. in Ms. 246 f. Laute gesetzt. — 
In Melchior de Barberiis Lautenbuch von 
1546 nur mit Page gez. 

La Faya, als Italiener siehe 
unter Faya. 
La Fehlte, FranQois de, ein 

Priester und Sänger an der Kathe- 
drale zu Chartres gegen die Mitte 



La Feillee. 



13 



Laffille. 



des 18. Jhs. Er schrieb ein Lehr- 
buch über den KirchengesaDg, be- 
titelt: 

Methode uouvelle pour apprendre par- 
faitement les regies du plain-chant et de 
la Psalmodie. Avec des Messes et aiitres 
ouvrages en plain-chant . . . Poitiers 1748 
Faulcon. 12". [Brüssel 5992]. Fetis' An- 
gabe, dass die 1. Ausg. 1745 erschien, 
scheint ein Irrtum zu sein, denn die 2te 
Ausgabe: Poitiers or Paris von 1754, 8" 
besitzen die [B. M. B. Proske. 

— Die 3. Ausg. . . plain-chant figure 
et musical, ä voix seule et en partie, ä 
Tusage des Paroisses et des Conununan- 
tes religieuses. Troisieme ed. A Poitiers 
1775 Faiücon. 12'-'. 600 S. [Bologna. 
Glasgow. 

— Eine 2te dritte Ausgabe: troisieme 
edition augmentee, par M. de La Feillee. 
Poit. 1777 Faulcon l'aine. 120. [Brüssel 
5993. 

— Nouvelle Methode . . . Poitiers 1782. 
12». [br.Mus. Einsiedehi: Paris 1782 S. 
Faulcon. 8". 

— Methode nouvelle . . . Lyon 1804. 
8». [br. Mus. 

— augmentee par F. D. Aynes. A Lvon 
1808 Rusand. 12». [Bologna. 

— Fetis führt noch Ausgaben von 1812. 
1815. 1820. 23. 25. 27. 85. 36. 42. 46 
an, jedoch ohne Fundort. Lyon 1842. 
12° besals einst Liepm. Ferner ein Anti- 
phonar romanuni, Paris 1751 Herissant. 

— Poitiers 1828. 8». [Eiusiedeln. 

— Avignon 1827. 8^. [Einsiedeln. 

— Foglietti gab 1788 eine italienische 
Uebersetzung heraus: II cantore eccle- 
siastico, siehe Foglietti, Ign. Domenico. 

La Ferte, Charles de, lebte 
nach Fetis um 1745 zu Bordeau; 
die von ihm angeführten Sonaten 
aber erschienen bedeutend früher : 

Premier livre de Sonates pour le Vio- 
lon et la Basse. Paris 1707 Camus SeHier. 
fol. [Paris Nat. Musikfr. Wien, 

Castil-ßlaze p. 146 nennt ihn Ch. F. 
G. de La Ferte, Violinist unter Louis XIV. 
von Frankreich an der Kgl. Kapelle zu 
Paris mit 912 Liv. Gehalt und Naturalien. 

La Ferte, Messire Hugues de, 
Seigneur de la Ferte-Bernard, lebte 
im 13. Jh. u. zeichnete sich als 
Dichter und Komponist aus. 

Die Nationalbibl. zu Paris besitzt im 
Ms. 7222 drei Chansons von ihm. 



La Ferte, Papillon de, getauft 
den 18. Febr. 1727 zu Chalons, 
gest. 19. Juli 1794 zu Paris. In- 
tendant des Kgl. ,,Menu-plaisirs" 
uDi 1777; während der Eevolution 
beschäftigte er sich mit dem The- 
ater und schrieb 

„Memoire justificatif des sujets de l'Aca- 
demie royale de musique", der noch eine 
Replique folgte. Paris 1790. 49. (Nä- 
heres bei Fetis und Pougin.) 

L'Affilard, Michel, ein Musiker 
in der Kapelle Louis XIV., trat 1683 
als Tenorist in dieselbe mit einem 
Gehalte von 900 livres ein. Im 
Juli 1708 hatte er zum Nachfolger 
Filippo Santoni, muss aber noch 
einige Jahre gelebt haben, wie Fe- 
tis sagt, da er noch 1710 und 1717 
neue Ausgaben seines Werkes ver- 
anstaltete. Die erste Ausgabe sei- 
nes theoretischen Werkes ist bis 
jetzt noch unbekannt; sie soll 1691 
erschienen sein. Die 2te besitzt 
die Bibl. Brüssel : 

Principes tres-faciles pour bien appren- 
dre la musique, qui conduiront prompte- 
ment ceux qui ont du naturel pour le 
chant jusqu'au point de chanter toutes 
sortes d'aires propement et ä livre ouvert, 
par le Sieur ... 2. ed. Paris 1697 ßal- 
lard. qu40. [Briissel. Karlsruhe : Paris 
1694, 1. Ausgabe '? 

— 1702. ib. [Kai Eosenthai. 

— 5. ed. 1705, ib. in qu40. 185 S. 
[B. Wagener. br. Mus. Glasgow. Be- 
schreibung in M. f. M. 11, 61 u. 165 Ab- 
druck der Verzierungen. 

— 6. ed. Paris 1710. 

— 7. ed. Anist, chez Roger. 173 S. 
[B. B. Bologna. Brüssel. 

— Nouvelle ed. Paris 1717 J. B. 
Chrstph. Ballard. qu4°. [Kat. Liepmanns- 
sohn. Brüssel. B. Borghese. ib. 1716. 

Laffille, Charles, geb. gegen 
1772 zu Araiens, gest. im Nov. 
1843 zu Paris. Ein Dilettant, 
diente als Staatsbeamter in Brüssel, 
übernahm 1831 die Direktion des 
Graud-Theatre, verlor sein Geld und 
kehrte nach Paris zurück. Nach 
Fetis komponierte er Märsche (24), 



Lafite. 



14 



LagVhner. 



die in Paris bei Petit erschienen, 
ebenso einige Tänze, Komanzen, 
Kantaten, wovon .,Le retour des 
Lys" im April 1814 in der grofsen 
Oper aufgeführt wurde. Er ist 
auch der Sammler und Heraus- 
geber von 

Souvenir des Menestrels, corit. une 
collection de romances inedites comp. p. 
les poetes et les nuisiciens les plus cele- 
bres. Paris 1813-1828. 16 voU. in 18°. 
Auch als Dichter trat er auf. 

Lafite, Joseph, gab 1781 zu 
Paris eine Bass-Arie mit Orchester 
heraus (Magazin). 

La Fleche, siehe Fleche, J. A. 

La Folie. Michael de, Tenorist 
an der Hofkapelle in Wien mit 
12 Gld. monatl. vom 1. Sept. 1570 
bis zu seinem Tode am 15. Dez. 
1582 (Köchel 1). 

La Fond, siehe Delafond. 

Lafontaine, Ouillaume de, 

Tenorist an der Hofkapelle in Wien 
mit 15 Gld. monatl. Gehalt vom 
1. Sept. 1570 bis f 15. Dez. 1582 
(Köchel 1). 

La Fontaine, Jehan de, ein 
Discantist des 13. Jhs. (Cousse- 
maker 5, 195). 

Im Ms. zu Montpellier eine Motette 
zu 3 Stim., abgedruckt im Coussemaker 
5 Nr. XXX u. 30. Coussemaker sagt; 
Es giebt 3 Troubadours aus Touruai die- 
ses Namens 1. Gaidier^ 2. Jacques und 3. 
Jehan. Nur der letztere ist durch obige 
Komposition bekannt. Unter Philipp dem 
Schönen diente 1285 ein Jehan de la Fon- 
taine als Sänger und ist wohl anzuneh- 
men, dass es der obige ist. Siehe auch 
Pierre Fontaine, der um 1400 lebte. 

La Fosse, Jacques, f im Juli 
1721 als Organist an der Kathedr. 
zu Antwerpen (Elewyck 65). 

La Fosse, Jehan de, Sänger 
an der Kapelle der Königin Char- 
lotte, Frau Louis XL von Frank- 
reich, 1462—79 (Thoinan 69). 

La Foundy, siehe Nyon. 



Lagache (Gache, la), Clemens, 
von 1439 — 1447 päpstl. Sänger 
(Viertel]. 1, 465. 3, 222). 

Lagarde (La Garde), N . . . de, 
ein vortrefflicher Sänger, seit 1757 
,,Maitre de musique survivance des 
Enfants de France", d. h. Lehrer 
und Direktor des Knabenchores 
der Kgl. Kapelle zu Paris. Auch 
als Komponist zeichnete er sich 
aus. Man kennt von ihm an Ope- 
retten : 

Aegle., Ballet-heroique en un acte, mu- 
sique de La Garde, paroles de Laujon, 
repres. ä Versailles 13/1 1748 (und 1750; 
zu Paris 18/2 1751). P. Paris, l'auteur, 
grave par Labassee. fol. Dediee ä Md. 
de Pompadour. [Paris l'opera. Brüssel 
Cons. Paris Nat. br. Mus. 

— 2. edit. tel qu'U a ete remis en 1760. 
Paris, Girard. P. fol. [Dresd. Paris Nat. 

La chasse. Ms. Part u. Stb. [Berlin 
K. H. 

Nouveaux airs ä une et plusieurs voix, 
I. — IV. livres, s. a. Ve VI© livre. Paris 
1764, qufol. [Paris Nat. br. Mus. liv. 

L— m. 

I. (—in.) recueil de Brünettes av. acc. 
de guitarre, de Clav, ou de harpe. Paris 
1764, qu4«. [Paris Nat. br. Mus. 

— IV. ( — VI.) recueil de Brünettes . . 
Paris 1751—1764. qu40. [br. Mus. 

jer (2d) recueil d'airs ä une, deux et 
trois voix. Grave p. J. Renou. Paris 
1742/43 chez l'auteur. 2 Stb. quS». 
[br. Mus. 

Enee et Didon, cantate Paris. [Paris 
Nat. br. Mus. 

Les Soirees de l'Ile-Adam, premiere 
suite de differents morceaux de chant a, 
une et deux voix, av. acc. de Violon, B., 
Basson, Cor et Hautb., executes au Con- 
cert de Mgr. le Prince de Conty, compo- 
ses par La Garde, maitre de musique en 
survivance des Enfants de France . . . 
Paris 1764. 

— Second Suite. Ib. 1766 [beide in 
Paris Nat. und br. Mus. 

Journal de musique p. 1758. Airs avec 
acc. de clav. et de guit. (in Ziffern). Paris, 
Bureau; 12 Hefte. qu40. [B. Wagener. 
br. Mus. 

Im br. Mus. noch in Einzeldrucken : 2 
Duette und 2 Arietten. 

Lagkhner (Lagkner, Lachner, 
Lackner), Daniel, aus Marchpurg 



Lago, Giovanni del. 



15 



La Guerre. 



in der Steiermark. Er bez. sich 
auf dem Drucke von 1607 mit 
„Symphoüista des Baron von Lo- 
senstein, gebürtig aus Marchpurgen- 
sium Styrium, civem Losdorpien- 
sem". Von seinen Kompositionen 
sind bekannt: 

Soboles uuisica, id est Cautiones sacrae 
4 — 8 voc. Noribg. 1602 Abr. Wagen- 
mann. 6 Stb. 28 Nrn. [Proske. B. B. 

Hier bezeichnet er sich als Bürger und 
Organist zu Losdorf (in Oesterreich). 

Flores Jessai musicis modulis et fere 
tribus paribus adaptati per illustrium Ba- 
ronum a Losenstain ... (3 voc.) Noribg. 
1606 Paul Kaufmann. 3 Stb. 28 Nrn. 
[B. Elbing. einstmals auch in Breslau, 
br. Mus : Media vox. 

Neuer teutscher Lieder 1. ThI. mit 4 
Stirn, comp. . . Nürmberg 1606 P. Kauff- 
mann. 4 Stb. 4P. 23 Gesg. [B.B:C. B. 

Florum Jessae semine vocibus quatuor 
per musicos numeros disseminata . . . 
Noribg. 1607. 4 Stb. 31 Gesge. [Elbing. 

Gloria 4 voc. Ms. P. in 4». [B. Lpz. 

5 Motetten in Ms. 1012 B. Proske. 

Gagliarda, Ms. 983 B. Proske. 

Dum complerentur 7 voc. in Ms. Z 39, 
12 Stb. von 1628. [B. B. 

2 Motetten im Donfrid (Eitner 1). 

Lago, Griovanni del, aus Ve- 
nedig und nach dem Briefe Pietro 
Aaron's in seinem- Lucidario um 
1540 Kapelhneister zu Venedig. 
Er ist bekannt durch die Abhand- 
lung : 

Breve introduttione di musica misurata, 
composta per il uenerabile Pre . . .: scritta 
al Magnifico Lorenzo Moresino patiicio 
Venetiano patron suo honorendissimo. Ex 
praelo Brandini & Octauiani Scoti fratrum 
habentur excussae. Venetiis M. D. XXXX. 
kl. 40. A-F2. [B.M. Glasgow. Bologna 
in Kopie unter Del Lago. Brüssel im 
Dnick, auch unter Del gestellt. 

Lago, Nicoiao, ist bekannt 
durch 

„Cantate a voce sola del Signor" . . . 
Ms. in qu40. [B. Brüssel 2438 Saralbd. 

La Orange, Jeremias de, um 

1608 Organist an der Hofkapelle 
in Stuttgart, wird als von „bapisti- 
scher Religion" bezeichnet (Sittard 
2, 40). 



La Orange, Ben^ de, aus der 

Touraine, diente uui 1583 in der 
Kapelle des Kardinals de Guyse 
und wirkte 1583 im Concourse zu 
Evreux mit (M. f. M. 22, 203). 

La Orenee, ... de, ein Tanz- 
komponist, dessen Melodieen Prae- 
torius in der Terpsichore 1612 
mehrstimmig bearbeitete. 

Lagroscino, Nlcolo; 

im Ms. 346 des br. Mus. befinden sich 
italienische Arien und Duette von ihm. 

La Orotte, Nicolas de, Kam- 
mermusiker und Organist des Kgs. 
von Frankreich, Heinrich III. Er 
wirkte zu Paris um die Jahre 1565 
bis 1587 (Fetis u. Titel). Er gab 
heraus : 

Chansons de P. de Ronsard, Ph. Des- 
portes et autres, mis en niusique par N. 
De La Grotte, Vallet de chambre . . . Pa- 
ris 1575 Adrien le Roy & Rob. Ballard. 
qu40. 18 Chans. (Fetis sagt 1570. Ein 
Facsimile des Sitperius erschien 1873 in 
Paris bei Bachelin-Deflorenne, siehe M. f. 
M. 12, 101). Der Superius in Paris Nat. 
— Der Contratenor def. in B. Kassel. — 
Bologna nur Bassus. — Den Tenor besafs 
1898 Jacq. Rosenthal in München. Fetis 
führt noch an : Airs et chansons ä 3, 4, 
5 et 6 parties, Paris 1583 Cavellat. Die 
von Fetis angeführte Chanson mit „Nico- 
las" gez. ist von Gombert und nicht von 
La Grotte. Dagegen befindet sich im 
Samlwk. 1569aa (Le Roy) die Chanson: 
Vivons mignai'de en nos amours 4 voc. 
mit N. La Grote gez. (Eitner 1). In der 
Hofb. Wien, unter Nicoiao de la Grota 
befindet sich im Ms. eines Tabulatur- 
buches, von Rudolf Lasso geschrieben, 
eine Fantasia: Anchor chel col partire 
4 voc. Ferner in Besardus' Novus partus 
1617 im 3. Teile eine Courante für Laute. 

Lagudio, Paolo, bekannt durch 

II 1. lib. di Madrigali a 5 voci . . . 

Vineggia 1563 Scotto. 5 Stb. qu4<', 28 

Gesänge. Die Dedic. ist in Neapel unterz. 

[Verona S. f: A. T. 5 a. 

La Ouerre, Elisabetli-Claude- 
Jacquet de, geb. um 1660 zu 
Paris, gest. ebd. 27. Juni 1729, 
69 Jahr alt. Bildete sich zur Kla- 
viervirtuosin und Orgelspielerin aus 
und auch als Komponistin und hei- 



Laguerre, Marin de. 



16 



La Hele. 



ratete den Organisten Marin de la 
Guerre (Fetis). Yon ihren "Werken 
sind bekannt: 

Cephale et Procris, Tvagedie lyrique 
en 5 actes et im prologue, mus. de Mme. 
de Laguerre , parol. de Duche , repres. 
15/3 1694 ä Paris. Paris, Chr. BaUard. 
P. fol. [Paris Topera. Brässel und im 
Conserv. B. M. (unter falschem Vornamen 
rerz.). Paris Nat. Cambridge FW. 

Cantates fran^oises, sur des sujets tirez 
de TEcriture, ä voix seule et basse cont., 
partie avec Symphonie et sans Symphonie, 
par MUe (?) de La Guerre. Le 2e livre, 
ä une et deux voix. cout. Adam, Le temple 
rebati, le Belüge. Joseph, Jephte, Sarason. 
Pai-is 1708. 1711 Chr. Ballard. qufol. 
[Paris Nat. Paris Arsenal. Bibl. Eouen. 

Semele, l'ile de Delos, le sommeU. 
d'Ulysse, Cantates fran^\ . . Paris 1715. 
[Paris Xat. Bibl. Besangen. 

Airs in Airs 1710 b. 

Senates pour le V. et p. le Clav, Pa- 
ris 1707 rauteui-. [Paris Nat. 

5 Sonates en Trio, Ms. [Paris Nat. 

Pieces de Clav, qui peuvent se jouer sur 
le V. . . . Paris 1707 l'auteur. [Paris Nat. 

Laguerre, Marin de, um 1690 
Organist an St.-Severin und St- 
Gervais zu Paris. Er war der Ge- 
mahl der Elisabeth-Claude-Jacquet 
de Laguerre (Marpurg 2, 242. 
Fetis). 

La Ouerre. Michel de, erhielt 
am 1. Jan. 1633 den Organisten- 
posten an der Ste.-Chapelle zu Pa- 
ris und starb im März 1678 (Bre- 
net, Les Concerts en France 1900 
p. 58). 

La Halle, Adam de, s. Adam. 

Lahaute, . . . 

ist in Landrin's Eecueil d'airs figuree 
mit einigen Airs vertreten. 

Laharpe, Jean-FraiiQois de, 

geb. 20. Nov. 1739 zu Paris, gest. 
11. Febr. 1803 ebd. Ein Dichter, 
Schriftsteller und Kritiker, der 
mehrfach Redakteur von Fachzei- 
tungen war und darin auch Urteile 
über Gluck veröffentlichte, wie 
1777 5/3 im Journal de politique 
et de litterature über Gluck's Iphi- 
genie in Aulis, ebenso am 25/3. 



Am 5/10 erschien ein Artikel über 
die Armide. All diese Artikel er- 
schienen dann gesammelt in 

Memoii'e poui' servir ä l'histoire de la 
revolution operee dans la musique par . . . 
Gluck. Später redigierte er den Cours de 
Litterature und findet sich über dasselbe 
Thema ein Artikel in pars 3, Hv. 1. chap. 
6, 4 section (Fetis. Notizia sü Gian Yr. 
La Harpe. Estratta dalle Memorie di 
religione. di morale, e letteratura. stamp. 
in Modena (T. YH, anno 1825, S», p. 4 
bis 146, von P. Cavedoni. [B. B.) 

La Haye, Florimus de, 1529 

und 1533/31: als päpstlicher Sänger 
in den Listen eingetragen (Yiertelj. 
3, 262). 

La Hele (Helle. Heele), Greorge 
de, geb. um 1517 (?) zu Antwerpen; 
gest. vor dem 4. März 1589 zu 
Madrid (Straeten 3, 155). 1565 
bis 1570 Knabensänger an der 
Ksl. Hofkapelle zu Madrid (?). Bur- 
bure in der Biogr. nat. beige unter 
De la Hele, sagt aber, dass er ein 
Schüler von Ant. Barbe war. Letz- 
terer starb 1564 zu Antwerpen. 
Straeten 8, 79 teilt aus den Akten 
obige Nachricht mit, sagt aber da- 
gegen p. 41, dass er 1562 Knaben- 
sänger an der spanischen Hof- 
kapelle unter Philipp IL war. Bur- 
bure fährt fort: Um 1571 studierte 
er zu Löwen Theologie, wurde Prie- 
ster und Knabenlehrer des Chors 
zu Tournai. Um 1578 erhielt er 
ein Kanonikat und wurde zum 
Kapellmeister ernannt. 1580 kam 
er nach Madrid als Kapellmeister 
an die Hofkapelle und lässt sich 
dort bis 1589 verfolg-en. Nach 
einem Drucke von 1578 nennt er 
sich Phonascus an der Kathedrale 
zu Tournai und einen Alumnus des 
Kaisers. Straeten 8, 70 widmet 
ihm einen längeren Artikel mit 
Dokumenten, aus denen sich Fol- 
gendes ergiebt: 1563 erhielt er 
eine Praebende zu Artois (Straeten 
1, 240). Nach einem Schreiben 



La riele. 



17 



Lahoussaye. 



des Michel de Bock ^Straeten 2, 6) 
war er 7 Jahre zu Mechehi ange- 
stellt, ehe er nach Tournai kam; 
1580 erhielt er den Kapellmeister- 
posten an der Kathedrale zu Ant- 
werpen, den Turnhout bis dahin 
bekleidet hatte (ib. 106). Auch zu 
Mecheln soll er den Chor an St.- 
Rombaut eine Zeitlang geleitet ha- 
ben und zwar vor der Anstellung 
in Tournai. Die Verhandlungen 
wegen IJebernahme des spanischen 
Kapellmeisterpostens begannen am 
5. Aug. 1581 durch den Herzog 
von Parma, der Gouverneur in den 
Niederlanden war, datiert aus Mons 
(Straeten 8, 107). Michel de Bock 
stellt ihm ein gutes Zeugnis aus 
(ib. 108). Erst 1582 wird er als 
Kapellmeister in Madrid in den 
Akten verz. (ib. 106). 1586 ver- 
lor er durch seine Verheiratung 
1585 die Praebende an der Abtei 
St.-Winoc (Dokument im Straeten 
3, 156). Straeten 8, 133 teilt noch 
mehrere Dokumente mit, die über 
Verlagsangelegenheiten mit Plan- 
tin (über Auflage und Papierver- 
brauch) von historischem Interesse 
smd. In Bd. 8, 122 teilt er sein 
Testament vom 16. Juni 1586 nebst 
seinem facsim. Namenszuge mit. 
Danach geht hervor, dass er der 
Sohn des Pierre de la Hele's und 
der Anna van Scuteputte aus En- 
beres war ; dieser Ort muss in der 
Nähe Antwerpens liegen, vielleicht 
ein Vorort. Sein Geburtsjahr mit 
1517 anzusetzen scheint mir zu 
früh zu sein, selbst Straeten's An- 
gabe von 1550 ist noch zu früh, 
denn wenn er erst 1562 als Knaben- 
sänger eintrat, so wäre dies gegen 
jede Regel. Ihre Aufnahme ge- 
schah meist zwischen 7 bis 9 Jah- 
ren, 1562 wäre er aber, wenn 1550 
geb., schon 12 Jahre alt. Einen 
Beweis, dass er um 1576 Chor- 

Rob. Eitnor" s Quellen-Lexikon. Bd. 6. 



knabenmeister zu Tournai war, lie- 
fern auch die Akten des Cäcilien- 
vereins zu Evreux, wo er in obigem 
Jahre den 2ten und 3ten Preis 
gewann (M. f. M. 22, 202). Von 
seinen Werken lassen sich nach- 
weisen : 

Octo Missae, qiiiufjue, sex et Septem 
vocum, auctore Georgius de la Hele, apud 
insiguem Cathedral. TornaceEsem eccl. 
Fhoaascus. Antverpiae 1578 Chr. Plan- 
tinus. Chorbuch iu gr. fol. von CCLXX 
Bll. Dedic. Philipp Ü. von Spanien, gez. 
iu Touruay im Oct. 1.577. Die Messen 
sind auf Motive von Motetten von Orl. 
Lassus, Cipr de Rore, Thomas Crecr^uillon 
und Josquiu des Pres komponiert. Das 
Reg. lautet: 1. Oculi omnium iu te spe- 
rant Domine 5 v. 2. In convertendo Duo. 

5 V. 3. Nigra sum, sed formosa. 4. Gu- 
state et \idete 5 voc. 5. Quare tristis es 

6 voc. 6. Fremuit spiritus Jesu 6 voc. 
7. Praeter reiiim seriem 7 voc. 8. Bene- 
dictus coelorum regiua 7 voc. Einen 
Probedruck bringt A. Goovaerts in seiner 
Histoii'e et Bibüographie , Anvers 1880 
S. 4(3. [Hofb. "Wien. Dom zu Mailand. 
B. Cambrai. Cap. Lateran Nr. 3. Cap. 
sistina. Stockholm ohne Titelbl. 

Missa 6 V. sup. Fremuit Spiritus Jesu 
Nr. 8 in Ms. mus. q 89 a— f. [B. D. 

1 Chansons in 2 Teilen im Samlwk. 
1597 g. Diese Chans, gewann 1576 in 
Evreux den Preis. 

Bei dem 1734 zu Madrid stattfinden- 
den Brande werden auch manche seiner 
dort komponierten Werke verloren ge- 
gangen sein. 

La Hire, Philippe de, ein Geo- 
meter und Prof. der Mathematik 
und Architektur im Kollegium von 
Frankreich, geb. um 1610 zu Paris 
und gest. ebd. 21. Apr. 1719. Un- 
ter seinen Werken befindet sich 
auch eine Abhandlung: 

Explication des differences des sons 
de la corde tendue sur la trompette ma- 
rine. In den Drucken der Akademie 
royale des sciences t. 9 p. 500 — 529. 
Auch in seinen Gesamtwerken von 1759 
p. 330. Der Antiquar Calvary besaTs eine 
Ausg. der Abhandlung: Paris 1694. 

Lahoussaye, Pierre, geb. 12. 

April 1735 zu Paris, gest. ebd. 
gegen Ende 1818. Violinist von 



Lahufs. 



18 



Laküde, Michel-Eichard de. 



Bedeutimg, nahm anfänglich Stel- 
lungen in adligen Häusern ein, 
später reiste er als Virtuose durch 
Italien, nahm beim Fürsten von 
Monaco eine Anstellung an, ging 
1770 nach London und wurde 
Dirigent der italienischen Oper 
(Pohl 2, 370), 1775 kehrte er nach 
Paris zurück, erhielt 1779 die Di- 
rektion am Concert spirituel und 
1781 die an der Comedie Italien, 
1790 am Theater de Monsieur, 
später am Theater Fevdeau, dann 
erliielt er eine Professur am Con- 
servatoire (Fetis ausführlich). Von 
seinen Kompositionen ist nur be- 
kannt : 

Sei Sonate a Violino solo e B., op. 1, 
grave p. Fouchault. Paris, Sieber. fol. 
[Kat. Liepm. Dresd. Mus: Lyon, Mr. Ca- 
stan. fol. 

Lahufs, Johann de, um 1569 
bis 70 Mitglied der Hofkapelle in 
München mit 72 Gld. jährl. Gehalt 
(Kreisarchiv). 

Laidi^[en], Hans Reinhard, 

Buchhändler und Musikverleger in 

Schwäbisch Hall, gab das Samlwk. 

heraus : 

Yiridarium musicum, oder musictdisches 
Lustgärtlein, bestehend in underschied- 
lichen Sing-Beethlein, anmuthiger. mit 2. 
und 3. Stimmen geziereter, und aus ver- 
schiedenen Authoribus zusammen getrage- 
ner geistlicher Gesänger . . . Schwäbisch 
HaU 167'2 bei Hans Reinhard Laidigen. ! 
kl. quS". .31 Gesge. von Bernardi, Steph. 
Conradi, G. Dr. 2, Ales. Grand, H. Grimm 
2, Christ. Keuff., Urban Loth .5, Giov. 
Priuli, Sam. Scheid 6, Job. Stad[en] 5, 
Ludov. Viad[ana] .5 und Tho Walliser (mit 
Bc). [B. B: C 1. Bc. Paris Nat. kompl. 
Siehe Eitner 1. 

Laiolle, siehe Layolle. 

Lalr, Petrus, Klerikler zu Ce- 
nomanen (Le Mans), wird am 4. 
April 1412 als Sänger in die päpst- 
liche Kapelle aufgenommen und 
am 3. Dez. 1417 von neuem ver- 
eidigt; befand sich noch 1418 da- 
selbst (Viertel]'. 1, 352). 



Lair, Elienne- Denis de, siehe 
Delair. 

Lais. Joh. Dom., siehe Kargel^ 
Chythar Buch 1578 b. 

Lalsement, siehe Balliere. 

Laisser, . . . k. k. Tenorist a/d. 
Elisabethinischen Kapelle, wurde 
am 7/6 1759 an der Hofkapelle 
in Wien angestellt (Viertel]. 8, 186). 

Lak, Edward, Musiker an der 
Hofkapelle in London unter der 
Minderjährigkeit Edward VI. von 
England, 1.547—1553 (Nagel An- 
nalcn 22). 

La Lance, Chevalier de, Offi- 
zier im französischen Garderegi- 
ment, geb. zu Verdun, floh beim 
Ausbruch der Revolution nach 
Frankfurt a/M., ging später nach 
Schlesien, ernährte sich durch Mu- 
sikunterricht und kehrte Ende des 
18. Jhs. in seine Geburtsstadt zu- 
rück. Fetis, unter Lance, verz. 
allerlei Kammermusik bis op. 14 
von ihm (siehe auch die Biogr. in 
Lpz. Ztg. 4, 831 nebst Urteile). 
Nachweisen lassen sich: 

Plaintes de Venus sur la mort d'Adonis. 
Cantate avec acc. de Fortep., 2 V. A. et 
B. Dedic. Landgrave de Darnistadt. Schott 
ä Mayence. [Berlin K. H. 

3 Senates p. le clav. avec Yiolon, oe. 2. 
Paris. [Paris Nat. 

2 gr. Trios p. le Pfte. av. V. et Ycl. 
oe. 11. Augsbg., Gombart & Co. 3 Stb. 
[B. B. B. Kgsbg. 

Six aires varies ])our le Pfte. par . . . 
oe 3. Paris, Imbault. fol. 29 S. [B. 
Kgsbg. 

Lalande, . . . um 1684 Organist 
an St. Jean-en-Grove zu Antwerpen 
(?) (Biogr. nat. beige 6, 300). 

Lalande, Miehel-ßichard de, 

geb. 15. Dez. 1657 zu Paris, gest. 
18. Juni 1726 ebd. Der Sohn 
eines armen Schneiders und das 
15. Kind desselben. Trat als Sän- 
gerknabe in den Chor an St.-Ger- 
main-FAuxerrois, erlernte Violine, 
Klavier, Gambe u. andere Instru- 



Lalaude, ilichel-Ricliard de. 



19 



Lalaude, Michel-Richard de. 



monte, beschäftigte sich später be- 
sonders mit Orgelspiel und vertrat 
au vier Kirchen zeitweise die Or- 
ganisten. Bei der Wahl eines Or- 
ganisten an der Hofkapelle wurde 
er wegen zu grofser Jugend zu- 
rückgestellt, doch erhielt er den 
Musikunterricht der Prinzessinnen 
und liatte in Clagnj freies Quar- 
tier. Louis XIV. interessierte sich 
für ihn und schenkte ihm seine 
Gunst, ernannte ihn zum Musik- 
meister de sa chambre und 1683 
zum Surintendant der Hofmusik 
und zwar erhielt er das erste 
Vierteljahr, denn die vier Surin- 
tendanten versahen abwechselnd 
ein Vierteljahr ihren Dienst. 1684 
heiratete er Anna Eehel, eine Hof- 
sängerin, zeugte zwei Töchter, die 
sich auch als Sängerinnen auszeich- 
neten und bei Hofe angestellt wur- 
den. Auf einem Drucktitel wird 
er „Chevalier de l'ordre de St. Mi- 
chel, Sur-Intendant de la musique 
du roy' genannt. 1722 betrug 
sein Gehalt 8000 livre, 1723 ver- 
heiratete er sich zum zweiten Male. 
Bei seinem Tode hatte er dem Hofe 
45 Jahre gedient (Castil-Blaze p. 
115. 122. Fctis ausführlich. Eine 
Biogr. in den Motets von 1729). 
Von seinen Kompositionen sind 
nachweisbar: 

Les Elements, Ballet du roy, en 4 en- 
trees et un proIog., paroles de Roy. nius. 
de Lalande et Destouches. repres. 22 12 
1721 in den Tuilerien, 29/5 1725 zu Pa- 
ris. Paris. Chr. Ballard 1725. ciu40. P. 
[Paris l'opera. Paris Nat. C. P. Brüssel 
Cons. 

— Xeue Ausg. im Jvl.-A. Pai'is, Mi- 
chaelis, gr. 8° (besitzen alle gröfseren 
Bibl.}. 

— Die 4. Entree unter dem Titel : 
Vertumne et Pomone, neu orchestriert 
vom Kapellmeister Rey, wurde am 4/6 
1778 in der greisen Oper aufgeführt. Ms. 
P. [Paris l'opera. 

Ballet de la Jeunesse. Ms. P. [Paris 
Arsenal. 



Ballet de llnconnu. Paris 1720. P. 
[Paris Nat. 

Das Conservatoire zu Paris (Kat. von 
Weckerlin 355), besitzt an Balletten im 
Ms. P. in 2 voll: 1. Ballet de Flore ou 
le Trianon 1689. 2. L'amour flechy 1689. 
3. Melicerte 1698 u. 1699. 4. Adonis 1698. 
5. Mirtil 1698. 6. Ballet des fees 1699. 
7. L'Hymen champetre 1700. 8. Ballet 
de la Paix 1713. Ferner Les Fontaines 
de Versailles, sur le retour du Roy, Con- 
cert donne ä Sa Majeste dans les grands 
appartements de son chäteau de Versailles 
le 5 avril 1783, fait par M. Morel et mis 
en musique par M. de Lalande, maistre 
de mus. de la chapelle du Roy (siehe 
Weckerlin's Kat. p. 356 ff.). 

Angehängt an den Band der Les Fon- 
taines befindet sich noch ,,le Concert 
d'Esculape, donne au Roy chez Madame 
de Montespan, ä Versailles, en may 1683". 
Eine Kantate mit Ouvertüre, Solos, Chor 
u. Orchester. 

Ferner „une Symphonie de Te Deum ; 
uu Concert de trompettes et timballes 
pour les festes sur le Canal de Versailles, 
6 Piecen. — Les simphonies de Noels. 

L'Inconnu, premier ballet danse par 
Sa Majeste dans son palais des Tuileries. 
au mois de fevrier 1720. Die Airs de 
violou sind von Lalande, die Entrees zum 
Ballet von Bahn. 

Folies de Cardenio. Piece de M. Coy- 
pel le fils. Musique de M. de Lalande. 
Le ballet de M. Bahn. 30. Dec. 1720. 

Motets de feu Mr. de la Lande, Che- 
valier de l'ordre de St. Michel, Surinten- 
dant de la musique du Roy, Maitre de 
mus. et Compositeur ordinaire de la cha- 
pelle et de la chambre de Sa Majeste. 
Avec un discours sur la Vie et les Oeu- 
vres de l'autheur . . . Grave p. L. Hue. 
Paris 1729 Boivin. fol. P. 2 Mot. Das 
Inhaltsverz. aller 20 Bücher mit Summa 
40 Mot. vorzugsweise im Sstim. Chor- 
satze, siehe im Kat. Kassel von Israel 
p. 34. Die Bücher tragen die Jahresz. 
von 1695—1712. [alle 20 Bücher in B. 
K. B. B. Dresd.Mus. Brüssel, br. Mus. 
fehlen liv. 10. 16. 19. 20. Paris Nat., 
auch im Ms. in 4 voll, in Partitur. Karls- 
rahe: 8. liv. Hofb.Wien, 14 voll. Liv. 3 
bis 5. 10-20. Cambridge FW. Nr. 330 
bis 336 Buch 1—21 mit Summa 42 Mot, 
jedes Buch. 2 Mot. Reg. im gedr. Kat. 

Ms. 41, B. B : 1. Judica me deus. 2. 
Dnus. regnavit, für Solo, 5st. Chor u. Instr. 
P. aus 1729 (8. Buch Motett). 

Les trois lecons de Tenebres et le Mi- 
serere ä voix seule av. l'acc. de la B. 



LaJaade, P. de. 



20 



La Marche. 



fondam. de feu Mr. . . Paris 1730 Ballard. 
fol. P. 30 S. [Bmssel. Pari.s Is'at. 
Hofb. "Wien. br. Mus. 

Airs aus Opern, siehe Eecueil bei J. 
B. Lully 1706. 

Im Samlwk. Klavierstücke 1. 1794 von 
einem Lalande eine Piece. Fraglich, ob 
von obigem. 

Lalande, P. de, Violinist unter 
Louis XIV. von Frankreich an der 
Kg]. Kapelle zu Paris mit 912 Liv. 
Gehalt (Castil-Blaze 146). 

Lalbergato, Alessaiidro, lebte 
vor 1513 in Bologna, berühmt als 
Lautenist erwähnt von Gio. Philot. 
Achilliuo (Gaspari 2, 7). 

Laliere (Liere), Ouillaume, von 
1681 — 84 Priester und Sangmeister 
an St. Walburge in Audenarde, ist 
in dem Kataloge derselben Kirche 
von 1734 als Koinponist einer Mo- 
tette f. Bass u. 4 Instr. unter dem 
Namen Liere verzeichnet (Straeten 
1, 217). 

Lallahe (auch notiert: -^^,-^-he). 

Im Ms. 14. F. VI. 2(3. Nr. 2 zu Basel 
eine Missa sine nom. 4 voc. Thema im 
gedr. Kat. Ein Komponist des IG. Jhs. 

Lallemaii , Laurenz (Lorenz), 
wahrscheinlich Franzose, da ihn 
Moderne in seine Samlwke. von 
1539 c und 1542 b mit 2 Motetten 
aufgenommen hat (Eitner 1). 

Lallouette. Jeau-Fran(;;ois, geb. 
um 1651 zu Paris, gest. 1. Sept. 
1728 zu Versailles. Schüler von 
Lully u. Guy-Leclerc auf der Vio- 
line, trat ins Orchester der gTofsen 
Oper unter Lully und diente 9 
Jahre. Man sagt, dass er für Lul- 
]y's Opern die Recitative und die 
Listrumentation schrieb, da LuUy 
nur die Singstimme und den Bass 
aufsetzte. Hierauf erhielt er den 
Kapellmeisterposten an der Kathe- 
drale zu Roueu und 1695 den am 
Notre-Dame zu Versailles. Fetis 
verz. von ihm mehrere Ballets und 
Intermedii. Nachweisbar sind : 

Motets ä 1. 2. et 3. voix. av. la Bc. . . 



Paris. [Pa- 



Liv. I. Paris 1726 chez l'auteur. fol. 
[Paris Nat. br. Mus. 

Miserere ä grand choeur. 
ris Xat. 

In den Canciones, Madrid, kommen 
auch Komposit. von einem De Lulouette 
vor. Möglich, dass es der obige ist. 

In der B. Cambrai befindet sich eine 
Messensamlg., gedr. 1744 von J. B. Bal- 
lard zu Paris, m der unter Nr. 6 sich 
eine Missa super veritus, 4 voc. von ihm 
befindet. 

Lalo, ... de, bekannt durch 
Premier Livre d'airs serieux et ä boire 

a 2 et 3 parties Paris 1684 Chr. 

Ballard. — Second livre . . . 1685. [beide 

in Paris Nat. 

Franzose 



La Loyeau. 



ein 



des 18. Jhs., der in Landrm's Re- 
cueil d'airs vertreten ist. 

La Maillerie, M. de, wird im 



Kataloge 



Rogers 



m Amsterdam 
mehrfach mit Instruraentalkompo- 
sitionen verz. 

Lamalle (Lamal), Pierre, an- 
fänglich Choralist, rückte dann zum 
Succentor an der Kathedrale St. 
Lambert zu Lüttich um 1671 her- 
auf, wo er sich bis 1683 verfolgen 
lässt und zum ,,Primus succentor" 
steigt, der auch als Vertreter für 
den Kapellmeister (phonascus gen.) 
eintreten muss. Auch als Kom- 
ponist wird er in den von Strae- 
ten 6, 562 ff. mitgeteilten Doku- 
menten erwähnt. Straeten ver- 
wechselt nur das Wort Succentor 
mit Phonascus, oder kennt nicht 
deren Sinn (siehe M. f. M. 19, HO. 
127. 147. 148). 

Lamaniere, Exupere de, geb. 
zu Laon, liefs sich 1784 in Paris 
als Harfenist und Lehrer seines 
Instrumentes nieder und wirkte 
dort noch 1802. Schon seit 1782 
gab er zahlreiche Piecen für sein 
Instrument heraus (Magazin. Fetis). 
Nachweisbar ist: 

Eecueil d'airs varies ])0ur la harpe. 
Pai-is, Naderman. [Mailand Cons. 

La Marche, siehe ßoboan. 



La Mai'che, Frauciscus de. 



21 



Lambaidi, Camillo. 



La Jlarelio, Fraiieisciis de, 

geb. in München, trat in das Kol- 
legium gernianicum in Rom ein, 
wo er Pliilosophie u. Theologie stu- 
dierte u. sich den Doktortitel er- 
warb. Am 18. Mai 1649 ernannte 
ihn der Fürstbischof zu Eichstaett, 
Marquard IL, zum Kapellmeister, 
ferner zum zweiten Kanonikus am 
AVillibaldschore und zum geistlichen 
Rat. Er muss kurz vor 1672 pen- 
sioniert oder gestorben sein, da ihm 
in dem Jahre Kaspar Prentx folgte 
(M. f. M. 15, 23). Er gab heraus: 

Synopsis musica oder kleiner Inhalt, 
wie die Jugend und andere kürzlich und 
mit geiinger Mühe in der Musica auch 
Instrumenten abzurichten . . . München 
1656 Jäeklin. 4"\ 23 S. [B. M. Archiv 
zu Eichstädt.] Enthält für Schüler einen 
kurzen Abriss der theoretischen Elemen- 
tarkenntnisse. 

Er komponierte auch 10 Jägergedichte, 
gedruckt 1656, von denen sich aber nur 
die Texte erhalten haben. Eine Probe in 
M. f. M. 15, 24. [B. M. 

La 3Lirehc, Hiigiies de Lnsig- 
iiaii, Graf de, ein Dichter und 
Komponist des 13. Jhs. f 19. Okt. 
1216. Er bekriegte mehrfach den 
König St. Louis und nahm zur 
Frau Isabelle d'Angouleme. 

Die Nat. Bibl. zu Paris besitzt 3 Chan- 
sons von ihm (Fetis). 

Lamare. Jaeques-Miebel, Hu- 

rel de. geb. 1. Mai 1772 zu Paris, 
gest. 27. März 1823 zu Caen. Ein 
Violoncell-Virtuose, der zeitweise 
an Pariser Theaterorchestern an- 
gestellt war, sich aber viel auf 
Konzertreisen befand, die er bis 
nach Russland ausdehnte {Fetis 
ausführlich). 

1. Concerto de Ycl. av. acc. de 2 V. 
. . . Paris, Pleyel. [B. B. 

— im Arrangem. f. Ycl. u. Pfte. im 
Ms. [ß. B. 

3. Concerto de Ycl. av. orch. Paris, 
Irabault. 10 Stb. [B. B. 

La Jlarre, Sieur de, bekannt 
durch 

Les chansons pour danser et pour 



boire . . . Paris 1650 Rob. Ballard. kl. 8". 
43 Bll. 39 Chansons in Text und Melo- 
die. [B. M. Hofb. AYien. Brüssel 2393. 

La Martoretta, Griaiidoiueuico, 

aus Calabrieu gebürtig; seine Le- 
bensstellung ist unbekannt, auch 
geben die Titel seiner Werke dar- 
über keine Auskunft. Bekannt 

sind von ihm : 

Sacrae cantiones (vulgo Motetta appell.) 
5 voc. Lib. 1. Yen. 1566 Gardanus. 5 Stb. 
qu4*^. 29 Gesge. [Musikfr. Wien. 

C De lo eccellentissimo musico La M. . . 
li Madrigali a 4 voce da lui novam. comp. 
et con diligentia stampati. Yen. 1548 H. 
Scotto. 4 Stb. qu4». 34 Madr. ; die De- 
dic. bez. den Druck als das 1. Werk La 
M.'s. [B. B: T. Bologna C. 

II 2. lib. di Madrigali cromatici a 4 
voci . . . Yen. 1552 Ant. Gardane. 4 Stb. 
qu40. 29 Madrig. [Hofb. Wien. 

II 3. lib. di Madrigali a 4 voci, con 
ciuque Madr. del 1. lib. da lui novam. 
corretti & dati in luce, col titolo di coloro 
per cui li ha composti . . . Yen. (1554) 
Ant. Gardane. 4 Stb. qu40. 28 Madr. 
[B. M. Hofb. Wien. 

1 Madrig. in Archadelt's 5. lib. Madrig. 
1544 u. 15.50 (Eitner 1. Yogel 1, 39). 
In Girol. Scotto's 2. lib. delle Muse a 3 
voci 1562 p. 45: In uu bei prato, 3 voc. 

Lamb. Benjamin, Organist am 
Eton - Kollegium und Stabträger 
(verger) an der St. George's Ka- 
pelle zu Windsor um 1680 (West. 

Grove). 

Im br. Mus. Ms. Tudway 98 im 5. u. 
6. Bd. 1 Evening Service und 4 Anthems 
für Chor. 

West erwähnt noch eine Orga- 
nistenfamilie Lamb a/d. Kathedrale 
zu Lichfield, die von c. 1683 ver- 
zeichnet wird. William L. junior 
wird um 1690 genannt, von ihm 
hat sich in der genannten Kathe- 
drale 1 Anthem im Ms. erhalten. 
George L. war der letzte und starb 
1749. 

Lambardi, Camillo, bez. sich 
als Kapellmeister della Santissiraa 
Anuunziata zu Neapel und gab 

heraus : 

Responsorii della settimana santa con 
il Miserere, Benedictus, et Christus factus 



Lambardi, Francesco. 



22 



Lambe. 



est. A 2 Chori . . . Napoli 1592 G. Tom. 
cVAiilisio. 8 Stb. 4» (Fetis fälschl. 1692). 
[Bologna. 

II ]. lib. di Madrigali ä 4 voei. In 
Napoli 1600 per Gio. Jac. Carlino, stam- 
pat. Dedic. uüterz. in Neapel 1. Oct. 1600. 
4 Stb. 4*^. 21 Gesge., davon 1 von Fera- 
bosco, 1 von i?o«/, 1 von Tartaylino. 
[Neapel Cons. 

2. üb. de Madr. ariosi a 4 voc. di . . . 
Napoli 1609 G. B. Gargauo e Nucei. 4 Stb. 
4". 21 Gesänge, 1 von Franc. Lambardi., 
1 von Pietro Vinci. 

I fünfstnu. Madrig. im Samlwk. 1609 b. 
(Eitner 1). Ceretto erwähnt ihn in seinem 
Tractat von 1601 p. 309 und teilt einen 
Gesg. von ihm mit. 

Lambardi, Francesco, lebte im 
Anfange des 17. Jhs. zu Neapel, 
bez. sich 1607 als Musiker der Kgl. 
Kapelle zu Neapel und seit 1H14 
als Organist daselbst. 1618 er- 
schien sein letztes bis jetzt be- 
kanntes Werk: 

Yillanelle a 3 et a 4 voci. et Arie, di 
. . . Lib. 1. Napoli 1607 G. B. Sottile per 
Scip. Bonino. 4? Stb. 4". 19 Gesge. 
[Neapel Cons : C. A. Neapel Bibl. nat. A. 
Bibl. Emil Yogel's in Leipzig: T. 

II 2. lib. de Yillanelle a 3, a 4, et a 5. 
Con alcune ä modo di Dialoghi. & in 
questa parte del Tenore due Arie nel fine 
. . . Nap. 1614 Carlino. 4V Stb. 4". 24 
Gesge. [Bologna Academia: T. C. 

— ristamp. ib. 1618. 24 Gesge. [Bau- 
tzen Stadtb. Bibl. (jetzt in Dresd.): A.T.B. 

Canzonette a 3, et a 4 et a 5 voci, 
con alcune Arie per cantar solo uella 
parte del Tenore . . . Nap. 1616 Const. 
Vitale. Stb. ?, 4». 20 Gesge. (siehe Lam- 
bardi bei Vogel). [Bologna: B. 

2 Madrig. im SamlwL 1609 b (Eitner 1). 
1 Madr. in Lacorcia's 2. lib. Madr. 1616. 
1 Madr. in Camillo Lambardi's 1. lib. Madr. 
1600. 1 Madr. in Montesai'do's 1 lieti 
giorni 1611 (siehe Näheres bei Vogel). 

Lambardi, Oirolamo, geb. zu 
Venedig, bez. sich auf seinen Dru- 
cken als Kanonikus regulariter der 
Congregation ä Spirito bei A^enedig. 
In einem italienischen Ms. der B.B., 
L 394 wird er ein l^cliüler Palestri- 
na's genannt, nacli Anderen von 
Zarlino (Kat. 2 Bologna 247). Von 
seinen Kompositionen sind bekannt: 



Sacra cantica B. V. Maria, 4 voc. Venet. 
1.586. 4 Stb. [B. Kassel. 

Psalmi ad tertiam, una cum Missa, . . . 
8 voc. Venet. 1594 Ric. Amadinus. 8 Stb. 
4". [Bologna: C 1. B. 1. C2. A2. 

Antiphonarium vespertinnm dierum fe- 
storum totius anni iuxta ritum romani . . . 
nunc nuper pulcherriinis contrapunctis 
exornatum atque auctum. A ... In 3 par- 
tes. Pars 1. et 2. Impress. in Coenobio 
Sti. Spiritus prope Venetias 1597. Chor- 
buch in gr. fol. 134 Bll. [B. M. und im 
Ms. 108 Chorb. Bologna nur pars 2. 
B. B. Cap. Later. 

Antiphonae omnes juxta ritum romani 
breviarii, pro totius anni dominici diebus, 
in primis, et secundis Vesperis, nunc pri- 
mum a Eev. . . In 2 pai'tes. Pars 1. et 
2. ib. 1600. Chorb. in gi. fol. [Brüs- 
sel. B. M. 

Missae 4 voc. ib. 1601. Chorb. gr. 
fol. 32 Bll. 4 Messen. [B. M. Cap. 
Later. 

Psalmodia vespertina omnium solemni- 
tatum, cum cantico B. M. V.. 8 voc. Lib. 2. 
ib. 1610. 9 Stb 4» (mit Bc. f. Orgel). 
A. u. B. 1. haben die Jahreszahl 1605. 
[Brüssel. B. Br. 

Vespertina omnium solemnitatum Psal- 
modia Senis vocibus cum Cantico B. M. V. 
. . . Cum Basso ad Organum. Venet. 1612 
(1613) apud haered. Ang. Gardani. 7 Stb. 
40. 16 Psalm. 1 Magnif. [B. M. Bo- 
logna. Bibl. comunale in Cesena ist vi-ie 
in München aus 1612 hds. 1613 gemacht. 
Gaesdonck: 1. vox u. Bc. Proske. br. 
Mus. 1613 B. Magni: T. B. Org. 

Psalmodia ad Vespertiuas omnium so- 
lemn. horas 5 voc, cum 2 Canticis B. M. . . 
con B. ad org. Ven. 1613 haerd. Ang. 
Gardani. 6 Stb. 4'\ [Bologna. 

Vespertina omnium. Psalmodia 3 voc. 
c. 2 Canticis, 1. Chorus cum Bc. 2. Cho- 
rus 5 voc. Ven. 1623 Magni. 15 Ps. u. 
2 Magnif. 4«. [B. M : B 1. 

Ms. L 394, B. B., 4 geistl. Gesänge zu 

4 Stim. in P. 

Lambe, Walter. Im Chorbuche 
des Eton College aus dem 15. bis 
16. Jh. ist ein Lambe mit folgen- 
den Gesäugen vertreten: Ascendit 
Christus 4 voc. Nesciens mater 
virgo virum 5 voc. Salve regina 

5 voc. Stella cell 4 voc. und 
Magnificat et exultavit 5 voc. Mr. 
Squire mutmafst in seiner Be- 
schreibung obigen Codex S. 7, dass 



Lambert. 



23 



Lambert, Michel. 



es Walter Lambe sein könne, der 
um 1500 zu Winchester lebte und 
dann als Schüler das New College 
in Oxford von 1510—1511 be- 
suchte. Auch tritt der Name im 
Jahre 1520 unter den Gentlemen 
der Kgl. Kapelle unter Henry Ylll. 
auf. bavey glaubt, dass dies viel- 
leicht William Lambe sei, der zu 
Sutton Valence in Kent 1495 geb., 
Mitglied der Kgl. Kapelle wurde 
und 1580 als wohlhabender Kauf- 
mann in London starb u. den Armen 
reiche Stiftungen vermachte, wor- 
über sich ein gedrucktes Vermächt- 
nis findet. 

Lambert, um 1055 Mönch in 
der Abtei St. Hubert, eines Bene- 
diktinerklosters, citiert in dem Can- 
tatorium, worin auch erwähnt wird, 
dass das Kloster eine Orgel besafs 
und Lambert Organist war (Fetis). 
Lambert , Oeorges - Joseph- 
Laurent, geb. um 1779 zu Arras, 
gest. 30. Juni 1852 zu Dijon ira 
Alter von 63 Jahren. Gesanglehrer 
und Komponist, wechselte mehr- 
fach seinen Wohnort. Von 1795 
bis 1804 war er Musikdirektor bei 
einer Schauspielertruppe im De- 
partement du Nord, dann lebte er 
in Amiens und bald darauf in 
Paris. Fetis führt von ihm 3 Quar- 
tette für Streichinstr. Paris, chez 
l'auteur, Romanzen (gedr. zu Pa- 
ris) und geistliche Gesänge an. 
Nachweisbar sind : 

Quintett (in Es) p. Pfte. Y. A. Vcl. et 
Contreb. oe. GO. Paris, Launer. Stb. 
[Brüssel Cons. 

3 Quatuors p. 2 V. Va. et Vcl. oe. 15. 
Paris, l'auteur. [Musikfr. Wien. 

In der Singakd. zu Berlin: Hymnus, 
Jesu Corona. P. mit Lambert gez. 

Lambert, Johann Heinrich, 

Kgl. preufs. Oberbaurat und Mit- 
glied der Akademie der Wissen- 
schaften zu Berlin, geb. zu Mühl- 
hausen im Sundgau den 29. Aug. 



1728, gest. 25. Sept. 1777 zu Ber- 
lin. Schrieb einige akustische 

Schriften 

1 . Sur quelques instrumens acoustiques. 
In den Schriften der Berliner Akademie 
der Wissenschaften 1763 p. 87. Deutsch 
mit Anmkg. vom Prof. Gottfr. Huth: Ab- 
handlung über einige acustische Instru- 
mente, aus dem Französ. nebst Zusätzen 
über das Hörn Alexanders etc. von . . . 
Berlin 1796. 8«. [B- B. B. Lpz. 

2. Sur la vitesse du son, ib. 1768 p. 70. 

3. Remarques sur les temperaments 
en musique, ib. 1774. 

— Deutsch von Marpurg in den hist.- 
krit. Beitrg. Bd. 5, 417-450. 

4. Observations sur les tons des flutes, 

ib. 1775. 

5. Sur le son de corps elastiques, in 
den Nov. Act. Helvet. Tom. 1 p. 42. 

(v. Ledebur. Fetis. Becker 1.) 

Lambert, Karl Ferdinand, 

lebte zur Zeit Kirnberger's; Nähe- 
res unbekannt, und kommt in Has- 
linger's Samlwk : Fugen, Toccaten, 
Sonaten etc. [Musikfr. Wien] mit 
einigen Piecen vor (siehe Joh. 
Chrstn. IL Bach, Bd. 1, 267, Sp. 2). 

Lambert, Michel, geb. um 1610 
zu Vivonne in Poitou, gest. 1696, 
86 Jahr alt, zu Paris. Ein vor- 
trefflicher Sänger und Komponist 
von kleinen Airs; Schwiegervater 
Lully's, über den Fetis nach Ber- 
trand's Biogr. in der Revue et Ga- 
zette music. de Paris 1859, 26. Bd. 
p. 9ff. ausführlich berichtet. 1661 
war er Musikmeister an der Hof- 
kapelle an Stelle Cambefort's und 
1663 Direktor der Knabensänger 
ebd. mit 750 fr. Gehalt (M. f. M. 
21, 126 — 128). Auf den Titeln 
seiner Drucke wird er als „maitre 
de la musique de la chambre du 
Roi" bez. und nur Lambert, oder 
M. Lambert, auch LB. genannt. 
Von seinen Airs sind bekannt: 

Nouveau livre d'airs, par Lambert 
gravez par Richer. Paris 1661 chez Char- 
les de Sercy. qu8". [Brüssel. 

Airs k une, deux, trois et 4 parties av. 
la basse cont., compos. par Mens. Lam- 



Lambert. 



24 



Lambert!, Loclovico. 



bert . . . Paris 1689 Chr. Ballard. P. 
fol. 1 vol. 210 S. [B. B. Paris Nat. 
Paris Arsenal. B. zu Troyes. Bibl. zu 
Besanr-on. C. P. Hofb. Wien. 

Airs non imprimes de M. Lambert. 
Ms. [Paris Arsenal. 

3 Le^ons des Tenebres pour la semaine 
sainte 1689. Am Ende ein Miserere von 
Oerard. [C. P. 

In Clerambault's Nouvell. poesies 1737 
einige Airs von einem Lambert. 

Die Bibl. des Arsenals zu Paris besitzt 
im Ms. eine Samlg. Airs, mit Monsieur 
Lambert gez. 

Lambert, M. de Saint, siebe 
Saint- Lambert. 

Lambert, Pierre, geb. zu No- 
yon (Nevers) um 1493, war vom 
24. Dez. 1528 bis 1563 päpstl 
Sänger (Symphoniacus nennt ibn 
das Epitaph) und starb den 1. Kai. 
Sept. 1563, begraben in der Kirche 
St. Agostino zu Rom ( Viertel]. 3, 
261. Fetis und Straeten 1, 153 
teilen das Epitaph mit. Ferner 
Straeten 6, 419. NB. ein Sympho- 
niacus ist ein Komponist). Man 
findet in italienischen Samlwerkeu. 
unter dem Namen „Lamberto" 3 
zu 4 Stirn. (Eitner 1). Im 
unter Samhvke. die zahl- 
reichen Ausgaben. Vogel 
fälschlich, dass es Courtoys sei. 

Ein anderer Petrus Lambertus 
ist 1595 päpstl. Sänger in Eom 
und unterz. am 17. Nov. den Kata- 
log der Musikalien (Straeten 6, 
478). 

Eustacke Lambert ist 1586 Sän- 
gerknabe an der Hofkapelle Phi- 
lipp IL von Spanien (Straeten 8, 
117). 

In der Viertelj. 3, 237 wird noch 
1462 ein päpstl. Sänger Lambertus 
angeführt, der 2 Duk. 36 bon. Ge- 
halt hatte. 

Lambert (Lampert), Yineeiiz I. 
und Erneste, zwei französische 
Instrumentisten an der Hofkapelle 
in München am 28/10 1685 an- 



Madrig. 
Vogel 2 



glaubt 



gestellt; am 20/10 wurde ihnen 
schon der Hauszins zugesichert. 
Im Aug. 1687 werden sie wegen 
schlechten Kriegszeiten entlassen. 
Doch 1697 ist Vincenz in den 
Akten wieder als Mitglied verz. 
und mit mehrfachen Eingaben in 
betreff seines Gehaltes vertreten. 
Am 14/11 1710 wird er nach 
Brüssel befohlen, wohin der Kur- 
fürst vor den Oesterreichern ge- 
flohen war; sein Gehalt betrug 
dort 730,46 Gld. In den Personal- 
akten liest man über ihn „ist noch 
nicht lange da'', demnach müssten 
zwei Mitglieder Vincenz Lambert 
oder Lampert in München resp. 
Brüssel gedient haben (Kreisarchiv). 

Lambert. Viueenz IL. Titular- 
Kammerdiener und Konzertmeister 
am kurf. köln. Hofe zu Bonn um 
1714, dirigierte die Instrumental- 
musik (Dokument im Tha3^er 1, 14). 
Am 29. Aug. 1725 wird er unter 
Kurf. Clemens August zurückver- 
setzt in die Stellung eines Vio- 
linisten mit nur 200 Gld. Gehalt 
(ib. 23). 

Lambert!. . . . wird in dem Ka- 
taloge der Kirche Walburge zu 
Audenarde (Straeten 1, 224) „Or- 
ganista 1697'" genannt und mit 
mehreren Kompositionen für Ge- 
sang und Instrumente verzeichnet 
(ib. 216). 

Lambert! Taiue, um 1767 1. 
Violinist und Direktor an der Oper 
zu Brüssel (Gregoir, Panth. 6, 131). 
Straeten 3, 48 schreibt: Lambert! 
war 1767 1. Geiger und Direktor 
am Theater in Gent. 

Lambert!, Lodovieo, geb. 22. 
Okt. 1769 zu Savona (Sardinien), 
Schüler von L. 3Iariani Kapell- 
meister an der Kathedrale zu Sa- 
vona, dessen Nachfolger er wurde, 
ging aber 1806 nach Paris und 
liefs sich dort nieder, sowohl Opern, 



Lamboiiiu. 



25 



Lambranzi. 



geistl. Gesänge und Instrumental- 
musik komponierend. An Opern 
führt Fetis an : L'amante schernito, 
Farce. Orfeo, Op. seria. I diie 
fratelli orig'inali. 

Lambertiii, Eustaehe; um 1646 
erfahren wir aus einem Briefe an 
den König von Spanien, dass er 
als Kuabeusänger unter Philipp III. 
an der Kgl. Kapelle angestellt war 
und später gegen 20 Jahre in der- 
selben Kapelle diente, auch „meh- 
rere Jahre die Dirigentenstelle be- 
kleidet hatte", war dabei Kanoni- 
kus an verschiedenen Kirchen u. 
bittet nun um ein drittes eben 
freigewordenes Kanonikat (Straeten 
5, 143). 

Lambertiiii, Griovaiiiii Tom- 
maso. aus Bologna (wird auch nur 
Don Giov. Thomaso Bolognese ge- 
nannt). Ein Priester und Kompo- 
nist des 16. Jhs., der von 1556 bis 
1628 Sänger an St. Petronio in 
Boloo'na war. In einem Ms. von 
Martini (Liceo mus. zu Bologna) 
über die Kapelle von St. Petronio 
liest man, dass L. am 11. IS^ov. 
1545 an St. Petronio zum Mansio- 
nario (Schatzmeister) ernannt wurde 
(Kat. 3 Bologna p. 86). Von sei- 
nen Kompositionen sind nachweis- 
bar : 

II 1. lib. de Madrigali a 4 voci . . so- 
pra Ib stanze di M. Eernardo Tasso, con 
alcuni Ma. del inedemo autoie, nouamente 
per Ant. Gardano stampato . . . Venet. 
1560. 4 Stb. qu4". 21 Ges^e. [Bo- 
logua:T. Hofb."\Yien kompl. B.M. kompl. 
Veronas, f. kompl. 

Septem Psalmi poenitentiales ab ipso 
concentu musico . . . cum 4 voc. Ven. 
1569 Scotus. [Stockholm: C. Modena: 
CT. 

In Fei. Azzaiolo's 2. lib. de Villotte 1559 
pag. 13 der Gesg. Vita de la mia vita egli 
e pur uej'O, 4 voc. mit Don Gio. Tomaso 
gez. 

Lamberto azunari (asunaz), 
vom Sept. 1435 bis Febr. 1436 
päpstl. Sänger (Viertel]. 1, 464). 



Lambertus, . . . Theoretiker des 
11. Jahrhs., war 1095 Abt des 
Klosters Bertin (Gerbert 4. 286. 
Fabricius 2, 521). 

Lambertus, . . . 1406 Kleriker 
und Dekan an St. Salvator zu 
Utrecht, auch Organist (Tijdschrift 
2, 208). 

Lauibertus. 1462 Sänger am 
St. Peter in Rom (Viertel]. 3, 237). 

Lambo, Knut, geb. 25/3 1714 
zu Glückstadt, kaufte 1755 um 
4000 M die Organistenstelle an St. 
Nikolai zu Hamburg u. starb den 
4. Aug. 1783 (Ratsakten). Er gab 

heraus : 

Oden (f. 1. Singst, u. Klav. ohne Autor, 
erst unter der Dedic. gez.). Zweyte Aufl. 
Hamburg 1755 Joh. Karl Bohn. 4". 2 Bll. 
32 S. 25 Oden. [Dresd. B. Kgsbg. B. 
Hbg. Musikfr. Wien. B. Lpz. B. Wage- 
ner, ßrässel Cous. 

Gerber 1 sag-t: 1764 folgte den Oden 
ein 2ter Teil. — Marpurg 1, 475 lobt die 
Oden. 

Lambo, Philipp Christ... 
Heinrieh, der Sohn des Knut, 
wurde 1783 der Nachfolger seines 
Vaters und starb nach einem lie- 
derlichen Lebenswandel 1803. Sit- 
tard 1, 52 teilt aus einem Briefe 
Schwenke's mit, dass auch er wie 
sein Vater den Posten durch Be- 
stechung erhielt (Ratsakten). 

Lamboni, ... ein Komponist 
des 18. Jhs., ist bekannt durch 

2 Missae in Cd. für C. u. Altus Solo 
u. Chor mit kl. Orch. Ms. P. von J. G. 
Hofmanu 1785 kop. [Lpz. Thom. 

Ms. T 197 in B. B. eiu Gesg. in P. 

Lambranzi, Oregorio, ein Bal- 

letmeister oder Tanzlehrer (maestro 
di balli bez. er sich), gab heraus: 
Deliciae theatrales. Nuova e curiosa 
scuola de'Balli theatrali. Prima parte, 
continente 50 balli de diver.se nationi, e 
figure theatrali con i loro vestmienti (siehe 
den langen Titel bei Weckerlin, Kat. 166) 
inventati e dati alla luce da . . . maestro 
di balli francesi, inglesi, redicule e serii, 
in aria ed a teiTa, e compositore . . . No- 
rimberga 1716 intagliati da Giov. Giorg 



Lambreclit, Arenszoon. 



26 



Lamorette. 



Puschner. kl. fol. mit Portr. des Autors. 
Auf dem 2. Bl. folgt ein Titel in deut- 
scher Sprache (der Verfasser lebte also 
in Deutschland, viell. in Nürnberg). Das 
Buch enthält .50 Tänze mit den dazu ge- 
hörigen Abbildungen und Xoten. Die Be- 
schreibung in deutscher Sprache. [C. P. 
Sig. Greg. L . . . Neue und curieuse 
theatralische Tantzschul. Zweiter Theil. 
Nürnbg., verlegi von Joh. Jacob Wolrab. 
fol. 51 Tänze wie in obiger Darstellung. 
[C. P. br. Mus. Brüssel 6860. 

Lambreelit Arenszoon, Orga- 
nist an der Kirche zu Delft, st. den 
29. Febr. 1534. Epitaph im Gre- 
goir. Panth. 5, 32. 

Lani brecht, Jan, gab heraus: 

1659. Ylaemsche Vredevreucht, naer 
een pynelycke droefheyt door den grou- 
welycken oorlogh, nu verändert in een 
aangenaeme peys. Verthoont door vlaem- 
sche maeght, Mey-droom, Godde-lycke 
vrede-lof, Yorstelycke miuue-lusten . . . 
door ...'s Gravenhage, Andrien Ylack. 
40. [Amst. 

Straeten 3, 19 mit Abdruck zweier 
Melod. Lainbrecht lebte als Dichter im 
Haag. Die beiden Melodien sind sehr lehr- 
reich für die Zeit und aufserordentlich 
rhythmisch belebt. S. 22 eine Melodie 
„Ballade d'Ai'ile" zu einem lyrischen Dra- 
ma. Straeten verzeichnet weiterhin noch 
andere Werke von ihm ohne Musik, nur 
in ,,Dicht-Conste in dicht beschreven, uyt- 
gegeven door de Gilde des H. Geests in 
Brugghe. 16ö9 — 02. 4"" befinden sich 
auch Musiknoten (ib. 2.5). S. 32 führt er 
noch die ,.Deuehden-lof tot weUecom- 
wenschiuge . . . Brugghe 1662" an und 
teilt die Musik eines Pastorales (Ist.) mit. 

Laiubriigo, (xiovanni Battista, 

um 1625 Tenorist an der Kgi. Ka- 
pelle zu Mailand (genannt durch 
Seraf. Cantone). 

Lamentationes ohne Autoren, 
darunter auch die Piissimae ac 
sacratissimae von 1557 (s. Eitner 1). 
Im Ms. P. [B. M.] Siehe auch Da- 
vey im Register. 

Lami (Lamy), Michaeli, um 
1697 Priester und Kapellmeister 
an der Kirche St.-Innocents zu 
Paris, nahm 1728 seinen Abschied. 
Von seinen Kompositionen sind 
bekannt : 



Cantates, petits motets ä une, deux et 
trois voix, et un cantique nouveau ä deux 
choeurs et Symphonie ajoutee, propre par- 
ticulierement pour la fete de Päques, ä 
l'usage des cathedrales. Paris 1720 Witte, 
fol. [Paris Nat. Bibl. Eoueu. 

Fetis teilt Einiges aus der Vorrede mit. 

Lami, Pater Xicolö, aus Assisi, 
war um 1668 Bassist am Dome zu 
Orvieto. dem Vannarelli in seinem 
Decachordum Marianum einen Ge- 
sang widmet. 

Lamny. Christoph, ein Musiker 
an „Unser lieben Frauen'' zu Mün- 
chen, heiratet am 21/5 1670 Elisa- 
beth Schiffmann (Kirchenbuch). 

La Moeulle, O . . . de, 

ist in den Samlwken. von l.')38 — 1543 
mit 5 ^-ierstim. Chansons vertreten (Eit- 
ner 1). 

La violette, L abbc du Contant, 
ist bekannt durch den Druck : 

Traite sur la Poesie et la musique des 
Hebreux. Paris 1781. 12". [Kat. Eee- 
ves 1882. 

Lamoniuary, Jean, geb. zu Va- 
lenciennes im Anfange des 18. Jhs., 
war erster Violinist im Konzert ebd. 
und gab nach Fetis 2 Bücher Se- 
nates en Trios pour le Violun in 
Paris, heraus. Nachweisbar sind: 

Senates en trios pour 2 Yiolons et B., 
oe. 1. 2. 3. Paris (1749). 3 Stb. [Pa- 
ris Nat. 

Quatuors en svmphonie pour 2 V. Alto 
et ß., oe. 4. Paris. 4 Stb. [ib. 

La 3Ioree, Prince de. Dichter 
und Komponist des 13. Jhs. 

Im Ms. in Montpellier fol. 201, Vo eine 
Motette: Au uouvian tens que j'oi ces 
oisians, ä 3 voix mit 2 verschiedenen 
Texten in den Oberstimmen, wie es da- 
mals Gebrauch war. Coussemaker .5, 197, 
druckt aber die Motette nicht ab. 

Lamorette (Lamerette), Michiel, 

wird am 7. August 1593 vom Ma- 
gistrat im Haag als Musiker (Can- 
tor) angestellt und am 4/4 1594 
ein Privilegium auf 3 — 6stim. Kom- 
positionen zum Druck bei Charles 
de Schildere in Middelburg ausge- 
stellt (Aktenstücke inBouwst. 1, 22). 



Lamoretti. 



27 



Lamotte. 



Lamoretti, Piotro 3Iaiia, um 

1621 Organist an der Kirche St. 
Agostino zu Piacenza, ist bekannt 
durcli : 

Primo libro de'iladi'igali concertati a 2, 
3, e 4 voci di . . . Piacenza de Padri Ca- 
nonici Lateraneusi , Con due Madrigali 
pieni a cinque, & un balletto ä cinque . . . 
Yen. 1621 AI. Vincenti. 5 Stb. 4". 21 
Gesge. Dedic. und Vorwort im Kat. 3, 
86 Bologna abgedr. [Bologna. 

La Morias, ... Musiker a/d. 
Hofkapelle Heinrich IV. von Frank- 
reich (1589 — 1610). Castil-Blaze 
72 ff. 

Laniorli^ro (La Morliere), Comte 
Charles - Jacques - Louis -Augus te 
Kochette de, zeichnet sich auf 
seinen Kompositionen nur mit 
,.Comte de Lamorliere"; geb. um 
1701 zu Grenoble. gest. Anfang 
Febr. 1785 zu Paris. Er diente 
anfänglich bei den Fufssoldaten, 
erhielt später den Titel eines Che- 
valier de 1 'ordre du Christ von 
Portugal, fixierte sich in Paris 
und trat als Schriftsteller über 
Musik auf, doch leistete er, wie 
Fetis sagt, nur sehr Mittelmäfsiges. 
Fetis führt die Schriften an : 

Lettre d'un sage a un bonime respec- 
table, et dout 11 a besoin, sur la musique 
italienne et fran^aise. Paris 1754. 12". 
[Brüssel 391 7. J Liepmannssohn besafs 
einst drei Dracke Kompositionen, gez. mit 
Comte de J.amorliere, da Fetis von diesen 
nichts erwähnt, tonnte damit vielleicht 
ein anderer als der obige gemeint sein. 
Ihre Titel lauten : 

Encore un Souvenir aus muses, theme 
varie p. le V., av. acc. du 2. V. ou du 
quatuor ad lib. 4 Stb. fol. (ohne Ver- 
lag). — Les adieux ä Viotti, Souvenir 
elegiaque pour 1 V. princip., un V. d'acc. 
oblige et d'une B. ad lib. 4 Stb. fol. (ohne 
Verlag). — Mes adieux aux muses, theme 
varie p. le V., av. acc. du Pfte. oe. posth. 
on peu s'en faut ! Paris, Pleyel. 2 Stb. fol. 

Lamot, siehe SeLwiiide. 

Laujotta, 3Iartino, Tenorist an 
der päpstl. Kapelle und in deu 
Jahren 1628 u. 1634 Kapellmeister 
daselbst (Haberl, Kat. 69). 



La Motte, De, ein Tanzkompo- 
nist aus dem Anfange des 17. Jhs., 
dessen einstimmige Tanzmelodien 
Praetorius 1612 in seiner Terpsl- 
chore mehrstimmig bearbeitet hat. 

Lamotte (Lamota). Franz (Fran- 
9ois), geb. um 1751 in Wien (nach 
anderen in den Niederlanden), wurde 
der junge Engländer genannt, da 
ein industrieller Engländer deu be- 
gabten Knaben von seiner Mutter 
durch Kauf an sich brachte, dessen 
sich früh zeigendes Talent als Vio- 
linist ausbilden liefs und auf Eei- 
sen eigennützig für sich verwertete. 
Am 31. Dez. 1766 trat er in Wien 
auf, wohin er unlängst gekommen 
war, wie das "Wiener Diarium mit- 
teilt. Mozart lobt sein treffliches 
Staccato. 1767 hörte ihn Gerber 
(Lex. 1) in Leipzig bei Hiller spie- 
len. 1769 trat er in Paris auf, 
wo er mit Giornovicchi (Jarnowick) 
siegreich rivalisierte; 1776 in Lon- 
don (Pohl 2, 370). Von 1772 bis 
1781, seinem Todesjahre (im Maga- 
zin 1780, 494 ist aber schon 1780 
sein Tod angezeigt), ist er als Ksl. 
Kammermusikus in Wien an der 
Hofkapelle angestellt (Hanslick 107. 
Köchel 1 Nr. 1218. Gerber 1 u. Fetis 
Anekdoten, sonst ungenau^ Von sei- 
nen Komposition, sind nachweisbar: 

I. Coucerto pour V. principal et orch. 
Paris, Le Duo. [Paris Nat. 

2e Concerto, dito. Paris, Le Duc. [Pa- 
ris Nat Brüssel Cons. 

In beiden Bibl. auch das 3. Concerto, 
ebd. verlegt. — In Musikfr. Wien alle 3 
Conceiti und 6 airs mis en Var. p. V. et B. 

In B. Wolfenbüttel ein Concerto in D. 
ä V. princ, 2 corn. 2 fl. 2 V. Va. e B. 
3 Sätze in 9 Stb. Ms. fälschlich mit E. 
Lamotte gez. 

A Solo for the V. & a B. London fol. 
unter rran(;'ois Lamotte. [br. Mus. 

Unter Francesco Lamota: Sei Sonate 
a V. e B. Tre composte da F. L . . . e 
altre tre da altro Autore. Lond., Wel- 
cker. Wer die anderen Autoren sind, 
weüs ich nicht. [B. Wag-ener. 



La Motte-Fouque. 



28 



Lampadius, Autor. 



Liepmannssohn besafs einst von ihm: 
Sonate p. le V. av. acc. de B., oe. 5. 
Paris, Leduc. Er nennt sich hier 1. Vio- 
linist des Kaisers. Ferner: 6 airs mis en 
variations p. le Y., av. acc. de B. Paris, 
Leduc. fol. 

La Motte -Fouque, Friedrieh 

Baron de, Kgl. preufs. Major und 
Eitter des St. Johanniter Ordens, 
geb. 12. Febr. 1777 zu Branden- 
burg, gest. 23. Jan. 1843 zu Ber- 
lin. Er nahm 1814 seinen Ab- 
schied und widmete sich ganz der 
Literatur und Musik, teils auf sei- 
nem Gute Neuuhausen, teils in 
Berlin lebend. 

In Schott's Cäcilia Bd. 7, 223 befindet 
.sich ein Aufsatz „Melodie und Harmonie" 
von ihm, in Bd. 2, 169 ,.Der unmusika- 
lische Musiker"; auch an Schilling's Lexi- 
kon war er Mitarbeiter. In Halle soll er 
einige Vorträge über Poesie und Musik 
gehalten haben. Er schrieb auch unter 
dem Kamen Pellec)rm (Ledebur. Fetis). 

Lampadarius , Joannes , ein 

Theoretiker des 14. Jhs. zu Kon- 
stantinopel, der Sänger an St. 
Sophia war. Er schrieb einen 
Tractat : 

Tayvoloyia t7,? juovaiy.ri? TsyrTj? (Ab- 
handlung vom Wissen in der Musik). 
Xach Fetis besafs Martini eine Kopie, wo- 
von der Kat. des Liceo aber nichts weifs, 
wie aber Forkel mitteilt, ist nicht der P. 
Martini, sondern ein Abt Martini in Ve- 
nediggemeint, de.ssen Ms. Buruey kopierte. 
Ferner befindet sich eine Kopie in Turin. 
Gesänge eines Troparion's in B. Fetis, 
Brüssel LS41, doch heilst hier der Autor 
Gregor L . . . (Fetis). Im hr. Mus. Ms. 
118 u. 137 einige Hymnen. 

Lampadarius, Petrus, geb. zu 
Tripolitza im Peloponnesos gegen 
1730, war Priester und Sänger an 
der griechischen Kirche zu Kon- 
stantiuopel. Er ordnete die grie- 
chischen Gesänge und hinterliefs 
zahlreiche Mss. Fetis verz. noch 
einen Gregor L . . ., der aber dem 
19. Jh. angehört. 

Lampadius, . . . 

bekannt durch 2 zweistim. Gesänge im 
Samlwk. 1549 a (Eitner 1). 



Lampadius (Lampe), Auior(Auc- 
tor). Der eigentümliche Vorname 
soll von jenem sagenhaften Trierer 
Bischöfe des 4. Jhs. herrühren, der 
in Braunschweig hoch gefeiert 
wurde. Man vermutet, dass er am 
20. August, dem Hauptfeiertage 
jenes Bischofs in Braunschweig 
gegen 1500 geboren ist. Er starb 
gegen Ende des Jahres 1559 in 
Halberstadt. Seine erste Anstel- 
lung fand er in Goslar, wo er ein 
Schulamt vielleicht auch das Kan- 
torat bis zum Jahre 1531 oder 32 
bekleidete. Um die Wende des 
Jahres 1531 erhielt er die Auf- 
forderung, das Kantorat an der Jo- 
hannisscliule in Lüneburg zu über- 
nehmen und erhielt behufs Um- 
zuges 15 Mk. angewiesen. Sein 
Gehalt betrug 70 Mk. Lübisch, doch 
erhielt er nur 60. Hier gab er 
sein Compendium für die Schul- 
jugend heraus. 1537 wütete in 
Lüneburg die Pest und er verlor 
alle seine Kinder, er selbst und 
seine Frau genasen wieder, zogen 
aber, um sich gänzlich auszuhei- 
len, nach Braunschweig. Im Nov. 
1537 finden wir ihn in Wernige- 
rode a/Harz, wo er die Ptektorstelle 
an der evangelischen Lateinschule 
bekleidete. Kurz vor 1541 erhielt 
er die Predigerstelle in Halberstadt 
an der Marti uikirche mit der die 
Rektorstelle an der evangelischen 
Schule verbunden war. Sein Ge- 
halt betrug jährl. 80 Gld. Hier 
blieb er bis an sein Lebensende. 
Dass er auch Komponist war, be- 
i weist eine Stelle aus einem Briefe 
von 1556 an Erasmus Frölich 
(Biogr. in Viertelj. 6, 91 ff. Jung- 
hans 21. 22). Der Titel seines 
theoretischen Werkes lautet: 

Compendium musices, tam figurati quam 
plani cantus ad formam Dialogi, in usum 
ingenuae pubis ex eruditifs musicorum 
soriptis accurate cougestu, quäle ante hac 



Lamparelli. 



29 



Lampe, .lohaun. 



nnnq uisü, & iam recens piiblicatum. 
Adiectis etiam regulis concordautiarum & 
componendi cantus artificio, sunmiatim 
omnia inusices praecepta piilcherrimis 
exeiiiplis illustrata, siiccincte k siinpliciter 
complecteus. Praeterea additae sunt for- 
mule intonandi Psalmos, & i-atio accentus 
ecclesiatici, legendorum quoque Euangeli- 
oi-uin i.\: Ei)istolarum. Ab Auetore Lam- 
padio Luneburgensi elaborata. 

Am Ende : Bernae Helvet. per Mathiam 
Apiarium. 1537. kl. 8«. sig. A-G. [B. 
Br. B. Hbg. br. Mus. Brüssel. 

Vorwort von Eberhard von Rumlang 
aus Winterthur. gez. Bern 18. Aug. 1537. 
Dedic. vom Autor. 

Ausgabe von 1539 ib. [C. P. Brüssel. 
Alainz. Paris Mazarine. Ijologua. B. M. 

Ausgabe von 1541 ib. 7 Bg. [B. Hbg. 

Ausgabe von 1546 ib. [Stadtbibl. in 
Zürich. Brüssel. 

Ausgabe von 1554 ib. [B.Br. B. Wagener. 
Oxford Bodl. 

Seine theologischen Schriften sind in 
Viertel]. 6, 104 ff. mitgeteüt. 

Lamparelli, Antonio, geb. um 
1761 zu Turin, gest. um 1832 zu 
Yitiy-le-Frangais. Schüler von Am- 
boni im Gesänge, trat in den Ge- 
sangschor der Kathedrale, ging spä- 
ter nach Paris, liefs sich als Ge- 
sangslehrer nieder und komponierte 
zahlreiche Koraanzen und Chan- 
sonettes, die sich eines grofsen 
Beifalls erfreuten. Um 1813 lebte 
er in Lille, gegen 1820 in Troyes 
und erhielt dann in Yitiy-le-Fran- 
cais eine Organistenstelle (Fetis). 
Von seinen Kompositionen kann 
ich nur nachweisen: 

„Permets moi", Eomance av. acc. de 
pft. ou de harpe. Paris, Duhan. [Mai- 
land Cons. 

Lampe, Charles Jolin Frede- 
rik, der Sohn des John Frederik, 
folgte um 1758 seinem Grofsvater 
von mütterlicher Seite Charles 
Young als Organist an Allhallows, 
Barking in London bis 1769 (Grove). 
Man kennt von ihm einige Catches 
und zwar 

2 Catches in Longman's Collection of 
Catches Nr. 67 : If you trust before 3 stini. 
und Nr. 147 : Sack I hear, 4 voic. Ferner 



in Walsb' Catch Club einige Catches. — 
Ebenso in Catch Club 3 Edinburgh 1. Bd. 
— Im br. iMus: 6 English songs, Lond. 
1764. fol. — In John Simpson's Cora- 
panion 1 Piece. — Siehe auch das Samlwk. 
The musical Entertainer bei George Bick- 
hani 1737/38. — In Roberts Clio and 
Euterpe. 

Lampe, Friedrich Adolph, geb. 
19. Febr. 1683 zu Detmold, gest. 
8. Dez. 1729 zu Utrecht. Ein pro- 
testantischer Theologe, der in Bre- 
men studiert hatte und als Pastor 
augestellt wurde, folgte 1703 einem 
Rufe nach Franeker und 1726 einem 
nach Utrecht (Becker 1, 33. Bouwst. 
2, 37). Yon seinen Werken gehö- 
ren hierher 

Tractatus uberioris de Cymbalis vete- 
iTim rüdes lineae. Bremae 1700. [Ko- 
penhag. 

— De cyml)alis veterum libri 3, in 
quibus quaecumque ad eorura nomina, 
differentiani, orginem, historiam . . . Traj. 
ad Rh. 1703 Guil. a Poolsus. 12». 405 S. 
10 Kupfertaf. [B. B. Dresd. Freisiug. 
ß.Lpz. Musikfr.Wien. C. P. B. Wage- 
ner. R. C. of Mus. Amst. Glasgow. Rom 
Cecilia. Bologna, br. Mus. Oxford Bodl. 

Im Kat. von Weckeriin (C. P.) S. 168 
eine Beschreibung des Inhalts. Abdruck 
auch in Ugoliui Thes. ant. sacr. T. 32 
p. 867. 

Geestelycke Gezangen . . . en Verbonds- 
Liederen ... Utrecht 1724 van Poolsum. 
8". [Amst. 

— Neue Ausg. Utrecht 1740. 8». [Amst. 

Lampe, Johann oder Greorg 
Friedrieh, wie ihn Reichard im 
Gothaischen Kalender abwechselnd 
nennt. Er war 1744 zu Wolfen- 
büttel geb., betrat als Säuger 1779 
die Hamburger Bühne, kam 1788 
nach Schwedt aus Hoftheater und 
soll sich dann als Musiklehrer in 
Düsseldorf niedergelassen haben 
(Gerber 2). Reichard bez. ihn schon 
1777 als Musikdirektor der Acker- 
mannschen Truppe in Hamburg, 
giebt die Stelle aber im selben 
Jahre auf und widmet sich nur 
der Komposition. 1780 zeigt er 
das Singspiel an „Das Mädchen im 



Lampe, John Frederik. 



30 



Lampe, John Fredeiik. 



Eichthal", welches schon 1779 in 
Hamburg" aufgeführt wurde. Ferner 
1786 „Die Liebe" ein Prolog und 
Trauermusik zur Galora. Nach 
Gerber 1 sind auch Sinfonien u. a. 
von ihm bekannt. 

Das Mädchen im Eichthal. Ein länd- 
liches Hochzeits-Spiel in 5 Aufz. Hambg. 
Ms. P. [Berlin Hochsch. 

Die in Joh. Joach. Chr. Bode's Alma- 
nach von 1777 befindlichen 3 Lieder, nur 
mit Lampe gez., sind gewiss von ihm. 
Auch im Ms. 15 630 Nr. 24, 2.5 der B. B. 
(Arien und Duette im Dnick) befinden 
sich 2 Gesänge nur mit Lampe gez. (Kei- 
chard 1777, 257. 1778, 199. 1780, 135). 

Lampe, Johu Frederik, geb. 
um 1702 in Sachsen. Auf dem 
theoretischen Werke: A piain and 
compendious, London 1737, nennt 
er sich „Some time student of 
Helmstad in Saxonie". Er ging 
1725 nach England als Fagott- 
bläser und fand im Opernorchester 
Anstellung, brachte am 13. März 
1732 die Oper Anielia im Hay- 
markettheater auf die Bühne, lebte 
1741 zu Preston Gild und später 
in ehester, wo er die Opern „I)ra- 
gon of Wantley, the Dragoness, 
Ameiia" u. a. aufführte. 1744 
kehrte er nach London zurück, 
wurde Komponist am Covent Gar- 
den und trat auch als Sänger auf. 

1749 wandte er sich nach Dublin, 

1750 nach Edinburgh und starb 
dort den 25. JuH 1751, 49 Jahr 
alt (Stephen, Daten nach dem Grab- 
stein. Hawkins 5, 371. Grove, der 
auch ein oberflächliches Verz. seiner 
Werke giebt. Burney 7, 655. 762. 
Chrysander, Händel 2, 401. Schil- 
ling nach Hawkins). Nachweisbar 
sind von seinen Arbeiten: 

A piain and compendious method of 
teaching thorough bass, after the most 
rational mann er with proper rules for 
pracHce. The examples and lessons cu- 
riously engraved on copper plates. By 
. . . London 1737 Wilcox. 4». 45 S. 
93 Taf. [Brüssel. E. C. of Mus. B. Wa- 



gener. br. Mus. Cambridge FW. Glas- 
gow. 

The art of musict. London 1740. 8». 
[br. Mus. E. C. of Mus. Glasgow. 

The grand chorus as perform'd in the 
representation of the Coronation at the 
theatre roval in Covent Garden. London, 
fol. P. [E. C. of Mus. 

Kirchen - Music die am Danck- Feste 
wegen der unterdrückten Eebellion den 
9. Oct, 1746 in der Savoy zu London . . . 
aufgefüini wurde. Hannover u. Göttingen 
bei J. AV. Schmidt. Part. Vortitel eng- 
lisch: London, printed by the author. fol. 
[B. B. 

Hymns on the Great Festivals, and 
other occasions. (Words by C. "Wesley, 
Music by J. F. Lampe.) Lond. 1746 for 
M. Cooper. 4". [br. Mus. 

The Dragon of Wantley. Songs & 
Duetto's in the burlesrjue opera, call'd . . . 
Lond. 1738. fol. [br. Mus. E. C. ofMus. 
Druck und im Ms., Text von Thom. Barrovv. 

— Songs & duettos in the burlesque 
opera call'd the Dragon of Wantley. 
Lond. 1743. 4». [Glasgow. 

— The songs, duettos and Trio in the 
. . . for the harps. & voice. London (1752), 
qufol. [br. Mus. 

— TÜe songs and Duettos in the Opera 
called Dragon of Wantley, adapted for 
Germ, flute, hautboy & V. with a Th. ß. 
and addetional song as performed by Mr. 
Laguerre . . . London, Wilcox. fol. 36 S. 
[B. Wagener. 

Margery. Songs & Duetts in the bur- 
lesque opera called . . ., beiug a sequel 
to „the Dragon of Wantley". Lond. 1739. 
P. qu4u. [E. C. ofMus. Glasgow. 

Pyranms cC' Thisbe: a mock opera, 
the words taken from Shakesp. Lond. 
(1745). fol. P. [br. Mus. E. C. of Mus. 
Musikfr. Wien. Oxford Bodl. 

A Cantata & 4 engl, songs. Lond. fol. 
[br. Mus. Brüssel Cons. 

The gr. Concerto, favorite songs, duet- 
tos, trio, & chorus in the masque called 
The Sliam conjurer. Lond. (1741). fol. 
[br. Mus. E. C of Mus. 

British melody, or the musical Maga- 
zine, cons. of a large variety of . . . Eng- 
lish & Scotch songs, airs . . . The whole 
revis'd & corr. & one fourth part of them 
set . . . Lond. 1739. fol. [br. Mus. Glasgow. 

Ladies Amüsement, beiog a new collect, 
of songs, ballads . . . Dublin, fol. [br. 
Mus. E. Col. of Mus. 

Wit musically embellish'd, being a coli, 
of 40 new engl, ballads ... ib. fol. 
[br. Mus. E.C. ofMus. 



Lampe, John Fredeiik. 



31 



Lampugnani. 



— ib. (1731). fol. vol. 1. [br. Mus. 

The vocal musical mask, a collection 
of English songs, never before printed set 
to imisick (mit Bc). Lond., Walsh. fol. 
Musik von L., F. Pahna, Festiug, Defesch, 
Arne, H. Bürgern, Vernon, Beard, L. Gra- 
nom, Weideman, Gluck, Händel, Boyce, 
Fronde, C. Smith n. Lowe. [br. Mus. R. 
C. of Mus. 

1 Ayr, in Airs 1676 b. 

Gesge. in K. Fr. Abel's Summer's tale, 
auch unter "'i\^alsh. 

Siehe Biekham, George jun. Heraus- 
geber des Samhvkes: The mus. Entertainer. 

Siehe Rob. Bremner 3. 

In Longman's Collection of Catches der 
Catch: Hot Mutton pies 3 voc. Nr. 58. 

1 Gesg. in J. Simpson"s Thesaurus. 

22 Einzeldrucke von Songs u. Balladen. 
London, [br. Mus. 

The fond fair. Einzeldruck. Lond. 
[R. C. of Mus. 1251. In 1373 andere 
Einzeldrucke. 

Ms. 15630 Nr. 24 u. 25 in B. B. einige 
Gesäuge. 

The Cuckoo; a Concerto in 5 pts. 
Lond., Hari'ison & Co. fol., nur Klavierst. 
vorhanden, [br. Mus. B. Wagener besitzt 
davon ein Buch in 8" von 6 Seiten, be- 
titelt: The celebrated Cuckoo Concerto. 

In T. A. Ärne's 6 Original Medley 
Overtures. s. 1. Stb. fol. [br. Mus. 

In Minuets et Rigadoons Nr. 10 ein 
Menuett mit Lampe gez. 

Lampodiii^er, Johann, Dis- 
cantist an der Hofkapelle in Wien 
mit 15 Gld. monatL vom 1. Nov. 
1593 bis t 24. Aug. 1595 (Kö- 
chel 1). 

Lampiignani, Grioranni Bat- 
tista, geb. zu Mailand um 170(3. 
Sein Todesjahr, Avas bisher mit 
,,nach 1772" verzeichnet wurde, 
wird durch Cambiasi's Dokumente 
um mehr als ein Jahrzehnt hiuauf- 
gerückt, denn derselbe verz. ihn 
noch in den Jahren 1779 — 1789 
als Maestro al Cembalo am Theater 
in Mailand. Im Herbst 1743 wurde 
er als Musikdirektor und Kompo- 
nist a/d. italienischen Oper in Lon- 
don an Stelle Galuppi's engagiert 
und am 15. Nov. 1743 seine Oper 
„Roxana'- gegeben, die 1746 wahr- 



scheinlich unter dem Titel „Ales- 
sandro nelTIndie" wieder auftauchte 
(Burnej 7, 450). Am 3. Jan. 1744 
erschien Alfonso (Burney 7, 451 
Urteil und bemerkt dabei, dass L. 
damals noch sehr jung war und 
aus Mailand kam). 28. April 1744 
brachte er die „Alceste" auf die 
Bühne, 1755 „Siroe". 1770 lebte 
er wieder in Mailand als Gesang- 
lehrer und wirkte auch vertretungs- 
weise am 1. Flügel in der Oper 
(Burney 1, 71 u.'7, 450 ff.). Ar- 
teaga schreibt ihm die Erweiterung 
und gröfsere Sorgfalt der Instru- 
mentalbegleitung in seinen Opern 
zu. Bei Fetis ein Verz. seiner 
Opern von 1737 bis 1766. 

An Opern sind nachweisbar: 

Alceste. The favourite songs in the 
opera called ... Lond., Walsh. 18 S. 
[B. Wagener. br. Mus. 

Alessandro ueH'Indie. The favourite 
songs in the opera called . . . London. F. 
[R. C. of Mus. br. Mus. abgedr. in Walsh 
Delizie 1776, vol. 4. 

Alexander in Per.sia. Mischoper, siehe 
unter Alexander in P. 1741. 

Alfonso. The favourite songs in the 
opera called . . . Lond. 1744. P. fol. 
[br. Mus. 

L'amor contadiuo, in three acts. 1766 
in Lodi gegeben. P. im Ms. [Cambridge 
FW. 132. 

Aunibale in Capua. The favourite songs 
in the opera called . . . Lond. 1746. fol. 
siehe Hasse, [br. Mus. 

Antigono. The fav. songs in the op. . . 
London. P. fol. [R. C. of Mus. 856. 

Ipermestra. The favourite songs in the 
opera . . . Lond. fol. ein Paticcio von Hasse 
u. L. circa 1770. [br. Mus. 

Semiramide, opera. Milano 1762. Ms. 
P. [Neapel Turch. br. Mus. im Druck bei 
Walsh im Samhvk. Delizie, vol. 5. 

Siroe. The fav. songs in the oi)cra . . . 
Lond. 1755. P. fol. [br. Mus. R. C of 
Mus. 

Ms. 1890 P. 40 in R. C. of Mus. Samlg. 
von verschiedenen Opern. 

Aria: Sempre coitante (?) fiuo alla 
morte per Sopr. c. strum. Ms. Stb. [Ro- 
stock. 

2 Arien im Ms. P. [B. M. 

7 Arien aus Opern, Ms. P. [B. Kgsbg. 



Lampiignaai. 



32 



Lancelot. 



Jos. Müller glaulit. dass Nr. 4. 6. 7 von 
Hasse aus der Oliinpia sind. 

4 Arie ä Sopr. c. ström. Ms. B 424 
P. qnfol. [Dresd. Mus. 

Troppo caro o Dio f. 1 St. u. Clav., 
in Venetiaa ßaUad's by Sigr. Hasse. Lond. 
[B.M. 

Son sventurato, Aria p. Sopr. c. orch. 
Ms. L 306 in B. B., Part. 

Aria „Pliva del caro bene''. Ms. P. 
[Darmst. 

In Hofb. Wien Ms. 17 680 zwei Arien 
in P. 

1 Duett und 2 Arien mit kl. Orch. in 
P. u. Stb. [Schwerin F. 

Aria „Se non ti moro a lato'' p. Sopr. 
con archi. Ms. P. [Mailand Cous. 

Pensa a serbarmi o cara. Aria, cantata 
da Carestini in Veuezia 1743. Ms. P. 
qu4''. [Bologna.] Ebeudort „Mi sciogli 
le catene", Aria von demselben gesungen, 
s. a. P. im Ms. 

1 Arie, Bd. 9 in einem Samlwk. Arien. 
P. Ms. [Bologna Kat. 3, 28-5. 

2 Nrn. in Ms. 357, br. Mus., Cantate 
ed Arie. 

2 Arien im Ms. f. Sopr. u. A. mit Orch. 
[Cambridge FW 137. 

1 Bd. Arien f. Sopr. mit V. A. u. B. 
Ms. in Stb. [Brüss. Cons. 

In Walsh Summer's tale, einige Ge- 
sänge, siehe auch K. Fr. Abel. 

Instrumental- Werke : 

Sinfonia a 2 V. Va. 2 Cor. e B. 3 
Sätze : Allg. And. Allg. in Od. Ms. 248. 
Stb. [Karlsruhe. 

Opern-Sinfonie zur Fredegunda im KL- 
A. Ms. 314. [Wolfenb. 

2 Concerti a 2 Fl. 2 V. Va. (2 Corni) 
Vcl. 3 Sätze: Allg. And. Allg. Ms. 249 
u. 250 in Stb. [Karlsruhe. 

Concerto a piu stromenti c. Cembalo 
obl. Ms. P. [Darmst. 

Six Sonatas for 2 V. a. Th. B. for the 
harps. or Vcl. op. 1. Lond., Walsh. 
3 Stb. fol. [B.Wageuer. br. Mus. nebst 
einer 2. Ausg. 

Sonata a 3: 2 V. e B. fol. — Sin- 
fonia ä 4 in D Jl 2 V. Va. e B. Mss. in 
fol. [B. Up.sala. 

6 Sonatas for 2 V. with a Th. B. . . . 
comp, bj' L. & San Martini (G. ß.) op. 1. 
London, fol. [br. Mus. 

6 Sonatas (wie vorher) op. 2. Lond. 
fol. [br. Mus. 

3 Klavierkonzerte, das 2te mit Violine, 
sonst nur Klav. allein. Mss. [Darrast. 

La Mule (Mole), Criüllauiue de, 

erhielt im Oktober 1553 das städti- 



sche Kantorat zu Genf (M. f. M. 
16, 21). 

La Murette, Michel de, war 

1563 Knabensäuger au der spa- 
nischen Hofkapelle Philipp IL, 
studierte darauf zu Alcala und 
erhielt 2 Praebenden (Straeten 1, 
245). 

Laiiari, Cristoforo, Priester, 
wurde am 13. Dez. 1765 zum 
Lehrer des Knabenchors an S. 
Marco in Venedig gewählt (Caffi 
1, 42). 

Laiias (Llanas, Lianas), Jo. de, 
siehe Yliaiias. 

Lanau, Christopli, gest. 1770 
zu Oldenburg, daselbst Organist 
und ein tüchtiger Klavierspieler, 
der, wie eine alte Nachricht sagt, 
nur den 2. und 3. Finger der 
rechten Hand gebrauchte (Joh. 
Wolfram, Gesch. des Oldenburger 
Singvereins, 1896 M. f. M. 28, 87). 

Lancaster, Laureiice, um 1478 
Organist a/d. Kathedrale zu Ripon 
mit einem Gehalte von 3 s. 6 d. 
und als Sänger von 6 s. 6 d. (West). 

Lancel, . . . scheint noch dem 
18. Jh. anzugehören und ist be- 
kannt durch 

Le serment mutuel, cantatille ä 2 voix 
(haute-contre et dessus) av. simphouie et 
Bc. Les paroles et la musique sont de 
■ ■ ■ "■ foL 



Paris, l'auteur. fol. [Brüss. 
ein Gelehr- 



M. Lancel. 

Cons. 

Lancelot, Claude, 

ter und Rektor der Schule von 
St. Nicolas du Chardonneret. Geb. 
zu Paris um 1615, gest. im Exil 
zu Quimperle (Dep. Finistere) den 
15. Apr. 1695. Unter seinen ge- 
lehrten Sclu'iften befindet sich auch 
eine Abhandlung über den Choral- 
gesang. 

Die erste Ansg. wird von Felis an- 
geführt: Nouvelle methode de plain-chaut. 
Paris 1668. 4", ist aber nicht nachweis- 
bar, dagegen eine spätere Ausg. trägt den 
Titel: 



Lancetta. 



33 



Landi, Giuseppe. 



L'art de chanter ou methode facile pour 
appreudre en fort pevi de temi)S les vrays 
priücipes du plein chaiit et de musique, 
et pour les mettre surement en pratique, 
par... Paris 1685 Baiard. 4». [Brüssel. 
Paris Nat. 

Lancetta, Griovanni Battista, 

lebte im 18. Jh. und nennt sich 
Maestro del canto. Er ist be- 
kannt durch: 

Lamentationi poste su le notte. Ms. 
von 1721 in 4«. 23 Bll. mit Musik. 
[Antiq. Eosenthai. 

Laiicetti, Salvatore, bekannt 
durch 

6 Solos . . . for the Vcl. with Th. B. 
Lond. c. 1770. fol. [br. Mus. 

Laiicez, . . . bekannt durch sein 
Portrcät, worauf er 1788 Professeur 
de Violon genannt wird und an 
der grolsen Oper zu Paris als 
erster Violinist in 4. Keihe an- 
gestellt war (Gerber 2). 

Laiiciani, Flayio Carlo, lebte 
im 17. Jh. u. ist bekannt durch das 

Oratorio Le mai-tyre de St. Eustache 
und Oratorio di Santa Clotilda, Mss. in 
C. P. und Paris Nat. 

Oratorio Santa Dimna figlia del re 
d'Irlanda. Ms. P. [Modena. 

Cantata: Vidi spuntare, per S. c. Bc. 
Ms. 467. [Venedig Marco. 

Serenata a 3 v. c. 2 V. e Troraba 
7 Stb. Ms. von 1685. [Modena. 

Lauciani, Francesco Antonio. 

Im ArcJiiv des S. Marco zu Venedig 
befindet sich im Ms. 467 die Kantate: 
Lasso che far, per Sopr. col ßc. 

Lancionus, Franciscus, Sopra- 
nist um 1630 an der päpstl. Ka- 
pelle (Haberl, Kat. 69). 

Lanctin, siehe Diiquesnoy. 

Land, . . . 

Im Archiv der Kirche zu Ely in Eng- 
land befindet sich das Anthem: Praise 
the Lord. 

Landarit, Glreco, in der Mitte 
des 16. Jhs. Sänger am S. Marco 
in Venedig (Caffi 2, 49). 

Lande, siehe Lalande. 

Landewyck, Jean-Charles, geb. 
um 1775 zu Brüssel u. gest. ebd. 
5. Sept. 1851, war während 50 

Rob. Eitner's Quellen-Lexilcon. Bd. 6. 



Jahren Organist an der Kirche 
N. D. de la chapelle zu Brüssel 
u. ein ausgezeichneter Orgelspieler. 
Auch als Komponist zeichnete er 
sich aus, doch scheint bis heute 
sich nichts erhalten zu haben 
(Gregoir, Galerie. Artistes). 

Landgraf von Hessen -Darm- 
stadt 

ist ein Ms. in Upsala ohne Datum gez., 
dalier eine nähere Bestimmung ohne Kennt- 
nis der Komposition unmöglich. Man be- 
wahrt dort auf: 6 Senates ä 4: 2 V. A. B. 
Part, in fol. 

Landgraif, Johann Friedrich, 

geb. 21. Mai 1683 im Schloss 
Vippach bei Vippach, begraben am 
4. April 1744 zu Erfurt, wo er 
seit 1705 die Organistenstelle an 
der Kaufmannskirche bekleidete, 
auch war er ein fleifsiger Kirchen- 
komponist (Gerber 2, das Todes- 
jahr mit 1644 verz. ist nur Druck- 
fehler; Fetis macht aber aus dem 
Begräbnistage den Todestag). 

Landi, Abbe Filippo, bekannt 
durch 

6 Duetti a 2 Sopr. e clavic. [Musikfr. 
Wien. Zeit unbekannt. 

Landi, Grioachino (Joachim), 
kam um 1727 mit einer italienischen 
Operntruppe als deren Musikdirek- 
tor nach Brüssel, wurde 1731 Vice- 
kapellmeister an der Kgl. Kapelle 
daselbst und lässt sich in den 
Listen der Kapellmitglieder bis 
1744 verfolgen. Am 5/10 1732 
erhielt er 250 Gld. als Ersatz für 
eine Pfründe, die ihm nicht ge- 
währt werden konnte, da er nicht 
Priester war. In den Jahren 1737 
befand er sich in Wien, 1739 in 
Mailand (Straeten 2, 211. 214. 5, 
152. 181 teilt eine Anzahl Doku- 
mente auf ihn bezüglich mit). 

Landi, Oiuseppe, aus Bologna 
und Mitglied der philharm. Aka- 
demie, ein Komponist aus dem 
Ende des 18. Jhs., von dem sich 

3 



Landi, Giuseppe. 



34 



Landi, Stefano. 



in einem Autogi'. zu Bologna (Kat. 
2, 247) Bemerkungen aus den 
Jahren 1791 bis 1793 über seine 
Thätigkeit finden; demnach diri- 
gierte er (l'ho battuto) an S. Fran- 
cesco (zu Bologna) die Kirchen- 
musik; sein Instrument war eigent- 
lich der Kontrabass. 1801 war er 
Präsident der philh. Akademie. 
An Kompositionen besitzt das Lic. 
mus. zu Bologna: 

Requiem e Kyrie da moito, 4 voc. c. 
V. P. Autogr. qufol. 12 Ell. 

Domine ad adjuvandum a 4 voei con- 
cert. c. strum. e ripieni. Pait. Autogr. 
qufol. 9 Ell. u. in modemer Pait. von 
Busi. 

Ecce nunc a 4 v. c. strum. 10/1 1792. 
P. Autogr. 

Sanctus Dens, Sanct. fortis, 4 v. conc 
c. strum. Febr. e Marzo 1791. Part. 
Autogr. 

Responsorio del beato Leonai'do 3 v., 
2 Ten. e ß. con stnim. P. Ms. qufol. 
7 Ell. 

Mulier ecce filius tuus. 2 v. c. stnim. 
da corde. P. Autogr. 

Sitio, a 2 voc. c. V. P. Autogr. 

2 Gesänge von Lor. Gibelli instnimen- 
tierte er (Eologna, Kat. 2, 236). Ebenso 
einen von G. Ant. Perti (Kat. 2, 293). 

Landi, Orteiisio. gab heraus: 
Ragionamenti familiari de diversi autori, 
non meno dotti, che faceti. et dedicati 
alla rara cortesia del molto Rev. . . Andr. 
Matth. d'Acquaviva. Yinegia 1550 del 
Pozzo. 4". [Bologna.] Enthält Xach- 
richten über Francesca da Correggio, 
Mainolda, S. Alda Lunata (zu Ungunsten 
der Musik, sagt der Kat. 1, 343). Ferner 
über den Musiker Dom. Roncalli u. Lu- 
cretia Gonzaga Manfrona zu Gunsten der 
Musik. 

Landi, Stefano, geb. zu Eom 
Ende des 16. Jhs., seine Druck- 
werke reichen bis 1639. 1619 
erschien sein erstes Druckwerk, 
worauf er sich bezeichnet: „Maestro 

di Capeila del lUustr Monsignor 

Marco Comaro Vescovo di Padova," 
die Dedic. ist schon am 1. Febr. 
1618 unterz. 1620 lebt er in Rom. 
Der Titel nennt keine Stellung, erst 
aus dem Druckwerke von 1624 er- 



fahren wir, dass er „Clericns bene- 
ficiatiis in Basilica Principis Aposto- 
lorum nee non in eccles. D. Mariae 
ad Montes Musicae praefectus"' war. 
In 1634 und folgende Jahre bez. 
er sich mit „Musico della capella 
di N. S. e Cherico (Kleriker) bene- 
ficiato nella Basilica di S. Pietro 
(zu Rom). Von seinen Werken 
sind nachweisbar: 

1619 a. La morte d'Orfeo. Tragi- 
comedia pastorale con le rausiche di . . . 
Op. 2. Yen. 1619 B. Magni. 1 vol. fol. 
[br. Mus. 

1619 b. Madrigaii a cinque voci lib. 1. 
Con Basso per sonare. Di . . . Venetia 

1619 Magni. 6 Stb. 40. 21 Madr. [Bo- 
logna. Rom Cecilia. 

1620. Arie a una voce. Di . . . Yen. 

1620 Magni. 1 vol. in fol. 74 S. 61 
Gesge. Nr. 55 — 60 zugleich mit der Tabu- 
latur f. spanische Guitarre. [B. Br. C. P. 
br. Mus. 

1624. Psalmi integri 4 voc. Romae 
1624 Robletti. 8 Gesge. in 5 Stb. [Gap. 
Julia. 

1627. II 2. lib. d'Arie musicali di . . . 
Roma 1627 Robletti. 1 vol. fol. 19 S. 
15 Gesänge mit Bc. [Bologna, Kat. 3, 237 
Abdr. der Dedic. 

1628. Missa in benedictione uuptiarum 
6 voc. Romae 1628 Robletti. Chorb. fol. 
28 BU. [Krakau. Cap. sistina. 

1634. 11 S. Alessio, Dramma musicale 
deil'Eminentiss . . . Card. Barberino, fatto 
rappresent, al Sereniss. prencipe Aless. 
Carlo di Polouia, dedicato . . . Roma 1634 
P. Masotti. 1 vol. in fol. 82 S. Ein 
Teil der Dedic. abgedr. im Yogel 1, 344. 
Beschrbg. u. Urteil in M. f. M. 14, 98. 
[Bologna. Rom Cecilia. Oxford B. L. 
Upsala. Paris Xat. Florenz B. L. Neapel 
Cons. B. M. Kopie. 

1637. 11 5. lib. d'Arie da cantarsi ad 
una voce con la Spinetta & con le Httere 
per la Chitarra. Di . . . Yen. 1637 Magni. 
1 vol. fol. 29 S. 17 Gesge. nebst An- 
gabe der Dichter. [B. Breslau. 

1638. II 6. lib. d'Aria da cantarsi ad 
una voce. Yenetia 1638. [Bibl. Bohn in 
Breslau, 1 vol. in fol. 

1639 zeigt Fetis an: II lib. 1. delle 
Misse a capella a 4 et 5 voci. Roma 1639 
Grignani. 

In Quagliati's La sfera armoniosa 1623 
p. 54 die Arie c. Bc: Non si scherzi, 
p. 56: Chi nel petto aHoggia amore. In 



Landini. 



35 



Landrin, 



Samlwken. (Eituer 1 unter Lando) sind nur 
„Ego flos campi'- 1621a und „Sub tuum 
praesidium'' 1616 von ihm. Ferner in 
Quagüati's Samlwk. Giardino musicale 
1621: In van lusinghi 1 voc. c. Bc. und 
in Robletti's Le Kisonanti sfere 1629 : 
Mira Gloria 2 voc. c. Bc. — In Sam- 
manico's Sacri affetti 1625: Domine quis 
habitabit, C. e Barit. 

Landini, GfioTaniii Battista. 

ein Sänger aus dem Anfange des 
16. Jhs., von dem sich in 

Quarnerus' Cuutrapuuctus von 1528 im 
Exemplare zu Florenz ein hds. angehängtes 
4stim. ilotett befindet. 

Laiiclino, Francesco, auch i<>a?z- 

cesco cieco da Firenxe, oder Fr. 
Francesco degli oi'gano, Franciscus 
de FlorenUa (Florencia), ein im 
14. Jh. zu Florenz geborener und 
daselbst lebender blinder berühm- 
ter Orgelspieler und Komponist, 
dessen Lebenszeit von c. 1325 bis 
1397 angesetzt wird. (Fetis widmet 
ihm einen längeren Artikel, ob- 
gleich man über sein Leben nur 
wenig weifs. Siehe auch Ambros 
2, 486, Ritter p. 4, Cappelli 8. 
Viertel], siehe Reg. Ueber sein 
Leichenbegängnis berichtet der 
chev. Cesare Guasi an Padre Fre- 
djani, abgedr. in Antologia contem- I 
poreanea, anno L 1855 Nr. 1. Die ! 
Bibl. Mediceo Laurenz, zu Florenz, l 
Ms. Flut. 61 Xr. 41, Ms. des 16. ' 
Jhs., enth. das Leben Landino's 
von Franc. YilJani; Lafage 2, 497 
Auszüge.) 

An Kompositionen sind bis jetzt be- 
kannt: Ms. 568 (535) SuppL, Paris Nat. 
und Cod. 87 Bibl. Laurenziana zu Florenz, 
beide mit gleichem Inhalte. 

Se pronto non serä, 2 v. in Cod. 568 
der Bibl. palatina zu Modena, abgedr. im 
Facs. u. Üebersetzung in Coussemaker s 
Sceltii di curiositä letterarie inedite o rare 
dal secolo XIII al XVII. Dispensa 94. 
Bologna 1868 [B. M.], ebenso in Capelli's 
Werk p. 6. 

Somma felicitä, sommo tesoro, Text 
von Fr. Sacchetti, Komponist Francesco 
Cieco da Firenze. Mss. Cod. Laurenziana 



87 p. 127 u. 43 plut. 40 p. 44. Cod. 
Yitali 1081 p. 92 (siehe CapeUi). 

Giunta e vaga bella con gentilezza. 
Cod. Lam-enziana 87 p. 160, gez. mit 
Landiuo. 

Beuche la bionda treccia, ib. p. 152, 
gez. Francesco wie oben. 

I dreistim. Canzone in mehrfachen 
neuen Ausg. (Eitner 2). 

Lando, M. Andreas, 1560/61 
Kantor a/d. Kreazschule zu Dres- 
den. Ueber ihn ist in den Akten 
nichts zu finden, siehe Karl Held's 
Artikel in Yiertelj. 10, 259. 

Lando, Stefano, nicht zu ver- 
wechseln mit dem jüngeren Stef. 
Landi. Cerretto nennt ihn einen 
Neapolitaner und guten Kompo- 
nisten. Bekannt sind von ihm: 

II 1. lib. de Madrigali a 4 voci. Vi- 
neggia 1558 Scotto. 4 Stb. qu40. 39 Madr. 
[Bologna: A. T.] In Samlwken. (Eitner 1) 
sind nur von ihm: 1. lo mi vivea 3 v. 
1566. 2. Quanto piu posso 3 v. 1570 u. 
1571a. Ferner 3. lo navigai un tempo 
3 v. in Scotto's Canz. uapol. lib. 2. 1566 
und in 1572 Corona von Scotto: Quanto 
piü posso. 

Landono, Francesco, gab 1585 
das Samlwk. 

SpogUa amorosa Madrigali a cinrjve 
voci di diversi eccelleutissimi mvsici 
Nouamente posti in luce bei Scotto (s. 
Scotto) heraus, welches in neuen Aufl. 
1588. 1590. 1602 u. 1607 und mit ver- 
ändertem Inhalte 1592, 1594 und 1600 
erschien (siehe Eitner 1, 1588 e und Yogel 
2. 439). 

Landriano, Carlo Antonio, ein 

berühmter Sopranist um 1655. der 
herausgab : 

Motetti ä voce sola, Milano 1655. Fetis 
sagt noch, dass er 33 Jahr alt gegen 1657 
zu Mailand starb und Organist an S. Ea- 
faele zu Mailand war (Gerber 2). 

Landricli (Landrik), Petrus, 
von 1442 — 1451 päpstl. Sänger 
(Yiertelj. 3, 223. 226). 

Landrin, . . . Organist an St. 
Roche in Paris bis 1756 (siehe Fetis 
unter Balbastre). Man kennt von 
ihm die Drucke: 

I. Recueil d'airs figuree tel qu"il se jour 

3* 



Landrock. 



36 



Lang, Ernst Job. Bened. 



aus "Woxball de la foire St. Germain. 
Paris, Laadrin. 8«. [br. Mus. 

4 andere Eecueils d'airs (ebenso). Paris, 
Landrin. 8*^. Entb. Gesänge von Denis, 
Labante, La Loyeau, Dficbere (Fiscber?), 
Dauvergne, Canavase und Fauveau. [br. 
Mus. 

Potpourri franpoise des Contredance 
ancienne . . . Paris, Landrin. 24 Nr. 8°. 
[br. Mus. 

Ob hier Verleger und Komponist der- 
selbe ist, bedarf noch näherer Auskunft. 

Landrock, Georg, geb. 30. Okt. 
1615 zu Grorsenhain, gest. 29. Okt. 
1655 zu Grimma. Besuchte die 
Schule zu Meifsen u. ging 1636 
auf die Universität in Leipzig. 1639 
wurde er Baccalaureus u. 1640 Ma- 
gister philos. In demselben Jahre 
erhielt er das Kantorat an der Lan- 
desschule in Grimma, mit dem das 
Amt des 4. Schulkollegen verbun- 
den war (Leichensermon M. f. M. 
8, 1). 

Landwiiig, Fat. Marcus, geb. 
1759 in Zug, st. 1813 als Pfarrer 
zu Feusisberg. 1777 trat er in 
das Kloster zu Einsiedeln ein. 

Ein Benedictus und ein Fauxbordon 
besitzt im Ms. das Stift Einsiedeln (Schu- 
biger 2, 52). 

Laneare (Lanneare), s. Lanier. 

La Neuville, de, um 1766 (oder 
1767 nach Gregoir) erster Violinist 
a/d. Oper zu Brüssel (Delhasse's 
Annuaire dram.). 

Lanfranco, GrioTanni Maria, 

aus Terenzio im Farma'schen, lebte 

im Anfange des 16. Jhs. und war 

nach Fctis Kapellmeister an der 

Kathedrale zu Brescia und nach 

einem Briefe an Willaert, den 

Straten 6. 195 mitteilt, Kanoniker 

daselbst. Er ist bekannt durch 

das theoretische Werk : 

Seintille di musica di . . . che mostrano 
a legge) e il Canto fermo, & figurato, gii 
accidenti delle note misurate, le propor- 
tioni, i tuoni, il contrapunto, et la diuisione 
del Monocbordo, con la accordatura de 
uarii instramenti , dalla quäle na.sce un 



modo, onde ciascun per se stesso impa- 
rare potra le uoci di (folgen die 6 Solmi- 
sationsilben in schräger Stellung). Bres- 
cia 1533 per Ludov. Britannico. qu4''. 
4 BU. und 143 S. Voi-wort im Kat. 1, 
229 Bologna abgedr. nebst anderem. So 
berichtet z. B. der Kat. S. 230, dass sich 
im Codex Ms. 5318 des Vatican zu Rom 
ein Brief (Epistola) von ihm befindet, 
nebst einem von Aaron, ^Yorin letzterer 
L. erwähnt. Siehe auch M. f. M. 11, 3 
und Forkel 8, 277. [B. B. Gotha. Brüs- 
sel. C. P. Paris Nat. Bologna, br. Mus. 
Florenz. 

Lang:, F. Angelus, geb. 30. Aug. 
1754 zu Hohenkammer, gest. 1798 
im Kloster Oberalteich (Baiern), 
trat 1774 in dasselbe, war Professor 
zu Straubing u. Neuburg u. kom- 
ponierte Mehreres für die Kirche 
(Kornmüller 1, 439). 

Lang[ius], Balthasar, Neapoli- 
tanus (Neustadt), Kantor und Musi- 
cus an der Schule zu Fensen und 
Fürstenwalde ; gab heraus : 

Newe deutsche geisthche und tröst- 
liche Lieder, gantz lieblich zu singen und 
auff allerley Instmmenten zu gebrauchen 
. . . nach Art der welschen ViUanelleu mit 
vier Stimmen. Wittenberg 1605 Job. 
Gorman. 4 Stb. 4«. 10 Lieder. [B. 
Zw: C. 

Der Titel besagt: weiland Kantor . . ., 
es lässt sich aber nicht feststellen, ob 
sich das „weiland" auf sein Leben, oder 
nur auf sein Amt bezieht. 

Lans, Ernst Johann Benedikt, 

geb. im Febr. 1749 zu Ilmenau im 
Hennebergischen, gest. 6. Mai 1785 
zu Nürnberg. Ein Musiker und 
Maler, Schüler Gruber's in Nürn- 
berg, bildete sich zum Harfenisten 
aus, ging 1782 auf Konzertreisen, 
trat in die Kapelle des Grafen von 
Ahrenberg in Brüssel, ging 1783 
wieder nach Nürnberg zurück und 
lebte dort als Musiklehrer. Man 
verz. von ihm: 

Sonata per l'Arpa con A^olino. Auf 
dem Titel bez. er sich als Virtuuso dell' 
Arpa in Norimberga (Biographie 21). Nach- 
weisbar an Kompositionen sind: 

Einige Gedichte (12) des Heri-n G. A. 
Bürger in Musik gesetzt . . . Nrnbg., Job. 



Lang, Ferdinand. 



37 



Lang, Johann Georg. 



Mich. Schmidt. 22 S. [B. M. Brüssel 
Cons. 

Lall?, Ferdinand, Mitglied der 
Hofkapelle in München, diente 
1706 schon 47 Jahre in der Ka- 
pelle und ist 1706 65 Jahr alt. 
1699 betrug sein Gehalt 473 Gld., 
wurde aber auf Wartegeld gesetzt. 
Während der österreichischen Be- 
sitzergreifung des Landes (1702 bis 
1713) wurde sein Gehalt auf 200 
Gld. zurückgesetzt (Kreisarch.). 

Lau?, Franz, Jesuit in München, 
von 1692 — 1700 Präses der gröfse- 
ren lateinischen Congregation und 
Präses der St. Michelskirche; st. 
5. Okt. 1725 (Baader, Lexik, ver- 
storb. baierisch. Schriftsteller 1825). 
Er gab 1717 ein umfangreiches 
Samlwk. heraus, welches die Hof- 
und Staatsbibl. in München besitzt 
und zum gröfsten Teile baierische 
Komponisten enthält, betitelt: 

a) Theatrum affectuum hiunanorum, 
sive considerationes morales ad scenam 
accomodatae in lucem . . . Monach. 1717 
Math. Riedl. 4«. 14 Bde. u. 12 Hfte. 
3 Bde. Text, 4 Bde: Orgel; C A. T. B. 
2 V. Va. und 12 andere Stb. 

b) Theatrum solitudinis asceticae sive 
doctrinae morales per Considerationes Me- 
lodicas ad normam sacrorum exercitiorura 
S. P. Ignatii compositae. 

c) Theati*um doloris et amoris sive con- 
siderationes Mysteriorum Christi patientis 
et Mariae matris dolorosae sub cruce in- 
dolentis filio ... et quideni Theatrum 
affectuum humanorum . . . a Francisco 
Matthia Delaman Ser. Elect. Bav. Sacel- 
lano Aulico. 

a) enthält 9 Considerat. von Pater 
Flcn-idus Ott, G. Ant. Bernabei, Jo. Andr. 
Rauscher^ Rupert. Ign. Mayr, Dom. Dei- 
chet, Ant. Deichel, Franc. Matth. Deia- 
man, P. Melch. Dürr und Jud. Thadd. 
Holt je 1 Gesg. 

b) enth. 26 Considerat. von Rup. Ign. 
Mayr 13, Jo. Andr. Ratischer 3, Gius. 
Andr. Bernabei 3, Jo. .Christ. Pe% 2, 
Dom. Deichet 1, Joh. Georg Stein griebler., 
Joh. Paul Weifs, Marianus Praunsperger 
und Jud. Thadd. Holt. 

c) enth. die Einleitung u. 22 Considerat. 
von Frz. Matth. Delaman. 



Lan?, Franz, senior und junior. 
Senior war bis 1778 Waldhornist 
a/d. kurf. Hofkapelle in Mannheim 
mit 350 Gld. Junior gegen 1789 
Waldhornist an der Hofkapelle in 
München. Am 16/4 1800 wird 
dem Kurfürsten sein Tod gemeldet 
(Kreisarch.). 

Lang, Hieronynms, ein Nürn- 
berger Musikus, der 1626 in der 
dortigen Musikgesellschaft thätig 
war. In den Stadtrechnungen wird 
er von 1617—1627 angeführt und 
zwar mit Wartegeld bis 1621 und 
von 1620 als Stadtmusikus (M. f. 
M. 27, 6. 29, 54). 

Lang, Johann. 

5 Lieder in Zesen's Liebesflamme 1651, 
p. 1. 17. 61. 87. 93. 

Lang, Johann Baptist, um 1635 
Bassist an der Hofkapelle in Mün- 
chen mit 400 Gld. Gehalt; macht 
am 23/1 1640 Hochzeit mit Kath. 
Langin (Kreisarchiv u. Trauregister 
der Frauenkirche). Ob der Bassist 
ebendort, der von 1665 — 1676 verz. 
ist, derselbe oder ein Nachkomme 
ist, bedarf noch der Untersuchung, 
denn damals dienten die Sänger 
bis ins hohe Alter. 

Lang, Johann Oeorg, zeichnet 
sich mit Vorliebe als Erinnerung 
an seinen italienischen Aufenthalt 
mit G. G. Lang. In Böhmen um 
1724 geb., ging er um 1749 nach 
Italien, studierte den Kontrapunkt 
in Neapel, kehrte um 1760 zurück, 
trat in Dienste des Erzbischofs von 
Augsburg und in den 70 er Jahren 
als Kapellmeister in den des Kur- 
fürsten von Trier, der in Koblenz 
Hof hielt. 1775 bei Ankündigung 
seiner Sonaten bez. er sich mit 
Konzertmeister am kurfürstl. Trier- 
schen Hofe und wird noch 1794 
im Hof- und Staatskalender so an- 
geführt. Haffner bez. ihn als Kon- 
zertmeister des Fürsten August, 



Lang, Johann Georg. 



38 



Lang, Phil. Karl Otto. 



Landgrafen von Hessen-Darmstadt, 
auf dem Titel seiner Fuga I™*-; 
in welche Zeit dies fällt, ist un- 
gewiss, jedenfalls vor 1775. Becker 
bez. den Druck in seinem einstigen 
Exemplare mit 1760. Ob Schubart 
den obigen meint, von dem er 
S. 228 sagt, dass er ein vortreff- 
licher Musiker ist und die besten 
Klavierstücke schreibt, lässt sich 
wohl mutmafsen, da von ihm meh- 
rere Klavierkonzerte und Sonaten 
für Klavier bekannt sind (Diabacz. 
Gerber 1. Fetis). Von seinen 
Kompositionen sind nachweisbar: 

Sie liebt mich, für 1 Singst, u. Klav. 
Ms. 12515 in K. [ß. B. 

Gute Nacht an Röschen, Ms. 18830, 17. 
[Hofb. Wien. 

Vielleicht sind die „kleinen Gesänge 
zum Klav.-' in einem Ms. Samlwk. in der 
Hofb. Wien, nur mit Lang gez., auch von 
ihm. 

Sinfonia ex D. p. 2 V. 2 Hautb. 2 Cors, 
2 Clarinettes e Timbales, Va. e B. 3 Sätze. 
11 Stb. im Ms. [Wolfenb. 

Sinfonia (Nr. 1—6). Augsburg 1760. 
Stb. [Darmst. 

2 Sinfonien, in Es. u. Dd. iu Stb. u. 
Part. Mss. [Darmst. 

1 Sinfonie in Cd. f. kl. Orch. Ms. P. 
u. Stb. [Schwerin F. 

Concerto per il Cembalo obl. con 2 V. 
2 Ob. 2 Cors, Va. e B. op. 4. Ms. P. 
fol. [Dresd. Mus. 

Concerto pastorale p. il Cemb. 2 V. 
Va. e B. 2 Fl. et 2 Corni ad lib. op. 5. 
Offenb., Andre. 9 Stb. fol. [B. B. br. 
Mus. 

2 Concerti p. Cemb. c. orch. Stb. 
Ms. 12510. [B.B. 

Concerto p. Cemb. obl. e V. conc. con 
2 V. e B. 5 Stb. [B. M. 

2 Conceiü in Bd. u. Fd. f. Klavier u. 
kl. Orch. Ms. Stb. [Schwerin F. 

2 Concerti in F. u. Cd. per il Cemb. 
concert. c. ström. P. qufol. Mss. [Dresd. 
Mus. 

6 Sonate per ü Cemb. Fl. V. Va. Vcl. 
Ms. 12 511. [B.B. 

6 Sonate a 4 parti obl. per il Cemb., 
Fl. trav., V. e Vcl. o Va. op. 3. Offenb., 
Andre. 4 Stb. [ßrüss. Cons. Dresd. Mus. 

6 Sonate per il Cemb. c. V. e Vcl. 
op. 6. Offenb., Andre, fol. [br. Mus. 
Dresd. Mus. Schwerin F. 



Sonata per il Cemb. c. V. e Vcl. obig. 
Ms. (iufol. [Dresd. Mus. 

2 exceUent Solos for the V. con Vcl. 
obl. Lond. fol. [br. Mus. 

4 grandes Senates p. le Clavec. ou Pfte. 
dont Tune et a 4 ms. avec l'acc. 1 V. et 
Vcl. oe. 7. Offenb., Andre. Stb. [Dresd. 
Mus. Schwerin F. 

Im Arrangement: 3 Concerti ä 2 Cem- 
baU, (lufol. und 6 Quartetti ä 2 Cemb. 
qufol. Mss. [Dresd. Cons. 

4 Sonate per il Clav. Ms. 12512. [B.B. 
Sonate per il Cemb. Ms. [Biüssel Cons. 

5 Sonaten im Haffner, Oeuv. mel. Pars 
4. 6—8. 

Fuga Ima a tre per l'organo. Noribg. 
Haffner Nr. 117 (1760?). 3 S. [B.B. 
B. Lpz. B. "Wagener. 

Siehe Bossler, Samlwk. 6. 8. 9. 

Lang, J... 31..., gab 1803 
Sonaten unter opus 16 heraus 
(Anzeige). 

Lang, Kasi)ar, liefs zu Costnitz 
1660 Musae 1, 2, 3 voc. Cautiones 
sacrae tempori et festis accommo- 
data c. Yiolini drucken (Gerber 1). 
Vielleicht derselbe wie Johann 
Kaspar Lauge (s. d.). 

Lang", Kilian, geb. zu Rappers- 
hausen bei Römhild, Maler und 
Musiker, zuerst im Dienste des 
Herzogs Ernst August von Weimar 
und Ernst Friedrich von Hildburg- 
hauseu, lebte um 1790, 67 J. alt, 
in Nürnberg. Er war als Harfenist 
geschätzt (Biogr. 21). Die Aehn- 
lichkeit in der Kunstausübung mit 
Ernst Johann Benedict Lang ist 
doch zu auffallend, als dass man 
nicht an eine Verwechselung 
denken sollte. 

Lang, Martin, Waldhornist an 
der Hofkapelle in München mit 
500 Gld. In einer Eingabe um 
Gehaltserhöhung erklärt er, dass 
er schon 24 Jahre im Dienst sei. 
Schon am 29/1 1779 wird ihm 
Zulage bewilligt (Kreisarch.). 

Lang, Philipp Karl Otto, um 

1702 Organist in Hochstadt (nach 
Werckmeister's HarmonoL, Vorbll.). 



Langdon. 



39 



Lange, Herm.-Fran9. de. 



Langdoii, Richard, Mus. Bac, 
Solm des Geistlichen Tobias L. Er 
war Priester-Yikar a/d. Kathedrale 
zu Exeter und erhielt 1761 den 
Grad eines Baccalaureus in Ox- 
ford. Von 1753—77 bekleidete er 
in Exeter den Organistenposten, 
darauf zu Ely, 1778 zu Bristol, 
dann von 1782 — 94 zu Armagh 
und starb am 8. Sept. 1803 zu 
Exeter (Stephens. AVest). Er gab 
heraus : 

Divine Harmony; being a coUection in 
score of Psalms and Anthems . . . Lond. 
1774 Longmau, Lukey & Co. fol. [br. 
Mus. Glasgow. 

Turn thou us, Anthem, Ms. 1643 [R. 
C. of Mus. 

Cupid & Chloe. A cantata. Lond. fol. 
[br. Mus. 

12 Songs & 2 Cautatas, op. 4. Lond., 
for the author. fol. (f. 1 Singstim. mit 
bez. B.) [br. Mus. 

12 Glees for 3 and 4 voices . . . Op. 6. 
Lond., J. Bland, fol. [br. Mus. 

A 2. CoUection of songs. Lond., J. 
Johnson, fol. [br. Mus. 

I told my nymph. Au admired song 
of Mr. Shenstone's . . . Lond., E. Falkener. 
fol. [br. Mus. 

10 Songs & 1 Cantata. Lond. fol. 
[br. Mus. 

Wit musically embellish'd: Being a col- 
lectiou of forty uew English Ballads; the 
words by divers eminent Hands, set to 
niusick with a thor. B. for the harps. by 
Mr. . . The tunes all transpos'd for the 
Flute. Lond., for the author. fol. [Brüs- 
sel Cons. 

A collection of songs set to inusic by 
. . . L. fol. [br. Mus. Glasgow. 

1 Glee und 2 Chöre in Londoner Ein- 
zeldrucken, [br. Mus. 

6 Sonatas for the harps. op. 3. Lond. 
fol. [br. Mus. 

In Warren's Vocal harmony 2 Glees 
und Catch. 

In John Bland 4. Samlwk. ebenfalls. 

Lange, ... ist 1744 Mitglied 
der Berliner Hofkapelle mit 220 
Thlr. Gehalt (Bitter 1, 26). 

Lange, Alexander, aus Berlin, 
um 1754 Fagottist a/d. Hofkapelle 
in Berlin (Marpurg 1, 78). 

Lange, Grottlob August, Musik- 



verleger in Berlin, zeitweise auch 
noch in Stralsund, verlegte nach- 
weisbar von c. 1754 — 1794. Unter 
seinen Verlagsartikeln finden sich 
auch 2 Samlwk., die keinen Her- 
ausgeber nennen, also von ihm 
selbst zusammengestellt sind: 

1. Geistliche, moralische und weltliche 
Oden von vei'schiedeneu Dichtern und 
Componisten. Berlin 1758. in 4". 39 S. 
mit 34 Liedern von Agricola, Fasch, Graun, 
Kirnberger 2, Krause 2, Marpurg 22, 
Nichelmann, Eackemaun, Sack u. Schale 2. 
[B. B. B. M. B. "Wagener. B. Lpz. 
Biiissel Cons. 431. 

2. Vier Ciavier- Sonaten eines Unge- 
nannten, der Demoiselle Weisbeck vom 
Verleger gewidmet. Berlin und Stralsund 
1782. fol. [B. B. 

Lange, Gregor, siehe Langius. 

Lauge, Gruido de, päpstl. Sänger 
in Avig^non 1372 (Viertelj. 3, 213). 

Lange, Hans, stand von 1572 
bis 1585 in preufsischen Diensten 
als Kammermusikus in Berlin mit 
15 Thlr. viertelj. Gehalt. 1573 ist 
er in der Liste als Harfenist bez. 
(Schneider 7. 9. 20. Friedländer). 

Lange, Herman-Fran(^ois de, 

geb. um 1717 zu Lüttich, st. ebd. 
um 1781. Seine Musikausbildung 
empfing er in Neapel, hauptsäch- 
lich im Yiolinspiel und der Kom- 
position. An St. Paul zu Lüttich 
fand er endlich den bescheidenen 
Posten eines ersten Violinisten, auf 
dem er bis zu seinem Lebensende 

ausharrte. 

Seine gedruckten Kompositionen be- 
stehen aus Instrumentalwerken -und geist- 
lichen, wie weltl. Gesängen, auch einer 
Oper „Nicette" Liege 177 6, nach dem 
Textbuche (Verz. s. Werke ohne Fundort, 
sowie Biogr. in Biogr. nat. beige unter 
„De"). Straeten 3, 73 sagt noch, dass 
sich in der einstigen Libau'schen Bibl. 
6 Messen zu 4 St. 2 V. und Orgel in 
Lüttich in 7 Stb. gedruckt befanden. Der 
Titel obiger Oper lautet bei ihm ,, Nicette 
ou l'ecole de la vertu, comedie en 3 actes 
et melee d'ariettes, musique de M. F. de 
Lange, citoyens de la ville de Liege, 
represent. Jan. 1776" (in Lüttich). Ferner 



LaDge, Joachim. 



40 



Langenaw. 



führt er S. 110 noch das Werk ..Ludus 
melothedicus" und .,Totoii harmonique'' 
an. Letzteres Werk liegt mir in 2 Be- 
schreibungen vor und beide schreiben 
E. F. de Lange, statt H. F . . . Der Titel 
lautet : 

Le toton harmonique ou nouveau jeu 
de hazart. par lequel toutes personnes 
pourront composer une infinite d'Airs et 
Marches en Trio en faisant tourner uu 
toton. Liege. [Eopenhag. Glasgow. 

Möglich, dass er nicht Herrmann hiefs, 
denn das Textb. bez. ihn nur mit M 
(= Monsieur) F. de Lange. Schon Strae- 
ten 1, 86 macht dieselbe Beobachtung, 
vergisst aber in 3, 76 darauf und wieder- 
holt nochmals dasselbe. 

Lange, Joachim, aus Eulauien- 
sem ßorussum (Preufsisch-Eylau, 
R.-B. Königsberg), wo er um 1609 
Kantor a/d. Schule war. Vordem 
(1606) diente er als Organist bei 
dem Herrn Wilhelm Slavata von 
Chlum und Koschenberg (Titel). 
Er gab heraus: 

Das 1. Buch. Schöner newer weltlichen 
Liedlein, derer Text am meisten von an- 
sehnlichen Frawen vnnd Frewlein selbst 
gemacht, vnd mit dreyen Stimmen, nach 
Madrigalischer Art comp. Durch des AYoll- 
gebomen Herrn Wilh. Slauata . . . Pragae 
1606 typis Xigrinianis. 3 Stb. 40. 24 Lied. 
Dedic. in Prag 1. Jan. 1606 gez. [B. L. 

Hymenaeus in honorem uuptiarum . . . 
Georgii Hartwig. 5 vocibus . . . Regio- 
monti Boruss. tv'pis Osterbergianis. 1609. 
5 Stbll. qu40. Text: Christe tuo thalami 
junguntur. [B. Kgsbg. felilt C. 

Missa super Angelus ad pastores, 5 voc. 
Ms. von 1645. 4 Stb. in qu40. Nr. 3 
nur mit Lang gez. Jos. Müller glaubt 
es ihm zuzuschreiben, doch könnte man 
auch Kaspar Lang der Zeit nach an- 
nehmen. [B. Kgsbg. 13697 a — d. 

Lange, Johann David, um 1764 
Bratschist a/d. Hofkapelle in Dres- 
den mit 250 Thlr. Gehalt (Fürste- 
nau 1, 156). 

Lange, Johann Kaspar, Kan- 
tor zu Hildesheim, gab heraus: 

Methodus nova et perspicua in artem 
musicam, d. i. Recht griindliche Anwei- 
sung wie die edle Music mit allen zuge- 
hörigen Stücken auffs allerlieblichste . . . 
beyzubringen sey. Nebst einem Anhange 
derer jetzo gebräuchlichsten rausicalischen 



Wörter etc. Hildesheim 1688. 8°. 64 S. 
[Kopenhagen. Siehe Viertelj. 7, 519 ff. 

Lange, Joseph, Schauspieler, 
Maler und Komponist, Schwager 
Mozart's, geb. 1. April 1751 zu 
Würzburg, gest. 18. Sept. 1831 zu 
Wien. Er war als Schauspieler am 
Wiener Theater thätig, 1810 pen- 
sioniert, trat aber noch bis 1821 als 
Gast auf. 1796 ging seine Oper 
„Adelheid von Ponthieu'' über ver- 
schiedene Bühnen. Selbstbiogr. 
1808 (A. d. B.). 

Lange, Matthias, Kantor und 
Schulkollege der fürstl. Schule in 
Bernstadt (Schlesien) um 1688. Ist 
bekannt durch den Gelegenheits- 
gesang : 

Defs . . . Printz Caroli . . . Geburtstag. 
Oels 1688. 4 Bll. in fol. [Dr. Bohn in 
Bresl. 

Lange, Ulrich, in Baiern geb., 
gest. 1549 in Leipzig als Kantor 
a/d. Thomaskirche, wo er seit 1540 
angestellt war (Dörffel 1, 3 nach 
Stallbaum), Ein Ulrich Lang ist 
1522 als „Singer" in der Stadt- 
kapelle in Augsburg verz. Möglich, 
dass es der obige ist. 

Wahrscheinlich ist der 5stim. Gesang: 
Sunt duo saepe dies, 2. pars: Ergo tibi 
quoties natalis, im Ms. 1 Nr. 127 der B. 
Br., Part, in Tabulatxir aus der 2ten Hälfte 
des 16. Jhs., unter Udalricus Langius, 
von ihm. 

LangemantI, Heinrich, 

ist im Ms. 122,' Chorb., 1714—16 ge- 
schrieben, mit 7 Antiphonae cumPsalmis 
4 — 8 voc. vertreten. [B. M. 

LangenaAV (Longenaw), Johann 
Leonhard von, auch nur mit Joh. 
Leonhard oder Leonhardi gez. 

Er ist nur bekannt durch 5 deutsche 
weltliche Lieder in Samlwken. (Eitner 1), 
die ihn als einen sehr frühen Komponisten 
charakterisieren, der noch bis ins 15. Jh. 
zu verlegen ist, trotzdem die Lieder erst 
später durch Drucke bekannt ^vurden. In 
den M. f. M. 26, 82 u. 87 habe ich mit- 
geteilt: 1. Es giengen neun jungfrawen, 
frisch auf, und 2. Drei laub auf einer lin- 
den, beide 4stim. Auch im Ms. "W 94 



Langenoith. 



41 



Langius, Gregor. 



Nr. 1130 in B. B. befinden sich einige 
in P. 

Lanuenoith. Greorg. 

Im Ms. Z 39 der B. B., 12 Stb. von 
1628, befindet sich unter Nr. 12 eine 
Missa 5 voc. sup. Spereraus melica (Ky- 
rie u. Gloria). Nr. 13, Missa in festo 
nati\itate, 5 voc. 

LaiiKeyelt, Justus A..., ist 

am '29. Jimi 1706 als „Musices 
Magister" au der Universit. zu 
Levden eingeschrieben (Bouwst. 
3, 4). 

Langhaus (im Ms. Z 88 der B. 
B. lese ich Langkaufs), Urbaii, 
aus Niviraontanus (Schneeberg?) 
geb., war 1591 Chordirektor „apud 
Glaucenses"' (Glauchau '?). 

In Ambr. f ritsch ein Trauergesang: 
Justonuu animae in Deo, vielleicht 4stim. 
(siehe Balthas. Crusius). In Ms. Z 38, 
B. B., ein Zwickauer Gesaugb. in Orgel- 
tabulatur, Nr. 14: Nu hört ihr Christen, 
last Euch sagen. Bl. 10 ist er als Dich- 
ter des Liedes : „Last uns alle frölich 
sein" genannt. Der in der Zwickauer 
Bibl. Ms. 2 genannte Kopist : Samuel Ur- 
ban Langhans von 1542 scheint ein Ael- 
terer zu sein. Von den 8 dort enthalte- 
nen Gesängen trägt keiner einen Verfasser. 
Der Bassus fehlt und im Discantus Nr. 
6-8. 

Langhaniis, Jakob, Tenorist 
an der Hofkapelle in Wien mit 
15 Gld. monatl. vom 1. Mai 1609 
bis 30. Apr. 1619 (Köchel 1). 

— Thomas^ Bassist ebd. mit 15 
Gld. monatl. von 1602—1611 (ib.). 

Langlie, siehe Lougi, Pietro. 

Lanahediilt, Matheo, 1611 Sän- 
ger und Musicus an der Kgl. Ka- 
pelle in Brüssel (Straeten 2, 9, im 
Register dagegen bez. er ihn als 
Orgelbauer. Allerdings kommt auf 
Seite 309 u. f. ein Orgelmacher 
um 1624 vor, der sich Mateo 
Langhedid nennt, der obige aber 
ist unter den Musikern in einem 
Aktenstücke verz.). 

Langlieinz, . . . Musicus an der 
Hofkapelle in Darmstadt, erhielt 
1782 48 Gld. jährl. 



Laiigliornc, William, ein eng- 
lischer Komponist, gab heraus: 

A bock of the choicest and most select 
Psalm Tunes, as well ancient as modern, 
. . . Together with certain Anthems & 
Hymns, adapted to several occasions . . . 
■with Instructions for singing. Second edit. 
London 1723. 8». [R. C of Mus. 284. 
Lauuius, Balthas., siehe Lang. 
Langius (Lange),Grregor. Neuere 
Lexica u. Kataloge schreiben Lange, 
doch er selbst giebt sich selbst auf 
deutschen Titeln die lateinische 
Form. Gerber 2 giebt ihm noch 
den Vornamen Hieronymiis^ den 
er nirgends führt und den alle 
Abschreiber des Gerber's, nebst 
Jos. Müller im Kgsbg. Kataloge, 
wiederholen. Er war aus Havel- 
berg in Brandenburg geb. und gest. 
zu Breslau am 1. Mai 1587. Nach 
seinen Drucktiteln war er 1574 
Kantor an der Schule in Frank- 
furt a/0. und gegen 1584 städti- 
scher Musikus in Breslau. Seine 
letzte Dedication rührt vom Jahre 
1586 her und klagt er darin, dass 
er kontrakt an Händen und Füfsen 
sei (Biogr. in M. f. M. 31 Nr. 1 
und in Publikation Bd. 25). Seine 
Werke sind folgende: 

1574. Gamedion: in honorem . . . Adami 
Bolferosii, civisFrancofordensis... Francof. 
Anno 1574. Text Audi dulcis 5 voc. 5 Sthll. 
qu40. [B. L. 

1580. Cautiones aliquot novae 5 et 6 
vocum . . . Francof. 1580 Eichorn. 5 Stb. 
qu40. 19 Gesge. [B. L. Kat. 62 Auszg. 
aus der Dedic. B. Br. B. M. Lüne- 
burg. B. Brdbg. 5 a. 6 a vox. 

— 1586 eine Ausg. mit Lib. I. gez. 
5 Stb. [in Dr. Bohn's Bibl. B. Kgsbg. 
B. Wagener. 
i 1581. 2 Epithalamia in honorem Lazari 
Opilionis zu 5 Stirn. In Joach. Belitz 
Epithalamia 1581. [B. L. 

1582 . . . Cantiones duae sex vocum 
. . in honorem nuptiarum . . Mart. Nosleri 
. . quibus aliud in ejusdem nuptias Epi- 
thalamium 5. voc. Henning! ÄVinstmau 
Hamburgensis amicitiae ergo accessit. 
Francof. 1582 Eichorn. 2 Gesge. von 
LangiiLS, 1 von Winstman. Nur 5 a vox 
bekannt. [Brieg. 



Langius, Gregoi. 



42 



Langle-Langlois. 



1584a. Liber 2. cantionum sacrarum 
4, 5, 6, 8, cum adjuncto in fine Dialogo, 
10 voc. recens editarum a . . . Noribg. 
1584 in officina Gerlachiana, suraptibus 
(Breslau) Andr. Wolckeu. 6 Stb. qu4«. 
26 Nrn. [B.Br. B.L. fehlt 6 a. Lüneburg. 

1584 b. Nuptiis . . . Dn. Henrici Scbmid. 
Cantio gratulat. Vratislaviae 1584. 6 Stbll. 
4'\ [Dr. Bohn in Bresl. 

1584 c. Gregorii Langii Havelbergen- 
sis Newer Deudscher Lieder mit dreyen 
Stimmen . . . Der 1. Tbl. . . . Brefslaw 
1584 Job. Scharf fenberg. 3 Stb. qu40. 
20 Lieder. Die Dedic. in Breslau mit 
G. Langius Musicus unterz. [B. G: C 
B.M: f. B. 

Diese Lieder sind weniger ansprechend 
als die von Regnart. Sie haben etwas 
Steifes und wenig Melodisches, trotzdem 
sie einst sehr gefallen haben müssen. 

— a. Ausg. Breslau 1588 Wolcken. 
3 Stb. [B.B. B.Dresd: B. 

— a. Ausg. ib. 1592. [B. B: C. T. 

— a. Ausg. ib. 1593. [Dr. Bohn: Disc. 

— a. Ausg. ib. 1598 Wolcken Erben und 
David Albrecht. [B. B. B. L. B.AVagener. 

— Henning Dedekind gab sie 1615 in 
Erfurt bei Mart. Wittel mit geistlichen 
Texten versehen, ohne Aenderung der 
Koten, neu heraus. [B. Hbg. Titel bei 
Dedekind. 

— 1615 gab sie Christoph Demantius 
zu 5 Stirn, eingerichtet in Leipzig bei 
Schürer heraus. [B. Hbg. AYolfenb., Titel 
bei Demantius. 

1585 a. Prudens, simplex: simplex, 
prudens. Symbolum Francisci Viilingi, 
Diaconi eccl. ... 5 voc. . . . Anno 1585. 

5 Stbll. qu4^, am Ende: Vratislav. excud. 
Scharf fenberg. Text: Ecce ego emitto 
vos. [B. Br. 

1585 b. Bekentnis der sünden, vnd 
Gebet vmb gnedige lindernng der vor- 
stehenden Not vnd gefahr. Einem . . . 
Eath . . . Brefslaw . . . mit 4 Stirn. . . Im 
thon: Aus tief f er not. 1 Seite in gr. fol. 
Gedruckt durch Scharffenberg 1585. [B. Br. 

1586 a. Cantiones aliquot novae 5 et 

6 voc, siehe 1580. 

1586b. Epithalamion ... 5 voc. Vratis- 
lav. 5 Stb. [Dr. Bohn. 

1586 c. Der ander Theil Newer Deud- 
scher Lieder mit dreyen Stimmen . . . 
Brefslaw 1586 gedr. durch Georg Baw- 
mann, in verlegg. Andr. Wolcken. 3 Stb. 
qu4P. 20 Lieder. [Dr. Bohn: Bassus. 
B.Dresd: B. 

~ a. Ausg. ib. 1590. 3 Stb. [B. B. 

— a. Ausg. ib. 1597. [B. B. B. Hbg. 
B. L. B. Wagener. 



Angelus 



— In geistlicher Umdichtung von Dede- 
kind, wie Theil I. (1584 c). 

— Von Demantius 5 stimmig. Erffurt 
(1615) bei AVittel. 5 Stb. [B. Hbg. Titel 
bei Dedekind. 

1586. Cantiones lib. 1. siehe 1580. 
1590. 3stim. Lieder 2. Tbl. siehe 
1586 c. 

1592. Newer deudsch. Lieder mit 3 St. 
siehe 1584 c. 

1593. 3stim. Lieder, siehe 1584c. 

1597. 3 Stirn. Lieder 2. Tbl. siehe 
1586 c. 

1598. 3stim. Lieder, siehe 1.584 c. 
1615. 3 Stirn. Lieder, zu 5 Stim. ge- 
setzt von Chr. Demantius, siehe 1584c. 

1615. 3 stim. Lieder 2. Thl. geisth 
umgedichtet, siehe 1586 c. 

In Profius' Cunis solenn. 1646 vier 
Gesge. In Krengel's Tabulatura 1584 zwei 
lat. u. 1 deutsch. Gesg. für Laute be- 
arbeitet. 

In Commer's Musica Sacra Bd. 19 eine 
Motette. In Publikation Bd. 25 vier- bis 
sechsstim. Motetten u. a. 

Mss. B. B., T51 Gesänge in Part. 
In Peitsch Partiturband Missa 
5 voc. 

Mss. in B. Br: 37 latein. u. 24 deutsche 
Gesge. (s. Kat.). 

Ms. mus. q. 89 a — f in Stadtb. Danzig, 
Missa 5 voc. sup. Angelus ad pastoris ait 
(Orlandi Lassi) Nr. 47, nur Kyrie u. Gloria. 

In B. Brieg, Mss. 1 1 deutsche und lat. 
Gesge. zu 4—6 Stim. mehrfach defekt 
(s. Kat.). 

Mss. B.L. 4 geistl. Lieder zu 4 u. 

5 Stim. 4 Motetten zu 5 Stim. in mehr- 
facher Kopie. 

Honora medicum 5 voc. Ms. Stb. fehlt 
5a. [B. Zw. Ms. 11, 53: Quicquid Adam 

6 voc. — 1 Gesg. im Ms. 624, 4 Stb. in- 
kompl. [br. Mus. 

Eine Bibliographie in M. f. M. 31, 116 
mit einem Verz. der hds. Gesänge. 24 Mo- 
tetten in Publikation Jahrg. 29. 

Langius, Udalricus, s. Lange, 
Ulrich. 

Langkaufs, Urban, s. Langhans. 

Langie - Langlois , Honorö- 
Francois -Marie, er selbst nennt 
sich nur Langlc und ist auf seinen 
Werken öfter ohne Vornamen gez.; 
geb. um 1741 zu Monaco, gest. 
20. Sept. 1807 zu Paris, 66 Jahr 
alt. Seine Familie stammte aus 
der Picardie. Er besuchte das 



Langle-Langlois. 



43 



Langlois, 



Conservatorio della Pietä dei Tur- 
cliini zu jSTeapel (Florimo verz. ihn 
nicht. Auf dem Traito de la fugue 
und d'harnionie nennt er sich 
,,aucien premier Maitre du Con- 
servat. de la Pietä ä Naples"). 
1764 ging er nach Paris (nach 
Lajarte, nach Fotis ging er erst 
nach Genua, war dort Musikdirek- 
tor am Theater und des Konzerts 
und ging 1768 nach Paris), wo er 
Musikunterricht im Gesänge und 
Klavier erteilte und auch Lehrer 
der Königin Maria Antoinette 
wurde (Lajarte). Im Concert spiri- 
tuel wurden mehrfach Kantaten 
und Motetten von ihm aufgeführt, 
auch die Monologe d'Alcide, de 
Sapho, de Circo u. a. Als der 
Baron Breteuil die Schule für Ge- 
sang und Deklamation einrichtete, 
berief er L. zum Lehrer und als 
1791 daraus das Conservatoire ent- 
stand, wurde er Bibliothekar und 
Professor der Harmonie; bei der 
Umgestaltung jedoch verlor er letz- 
teres Lehramt, blieb aber bis 1802 
Bibliothekar. Nach 1802 zog er 
sich auf seinen Landsitz zu Vii- 
liers-de-Bel bei Paris zurück und 
starb dort. Fetis sagt über seine 
Kompositionen^ dass sie wenig 
Genie zeigen und zwar auf Grund 
der Mss., die sich in der Bibl. des 
Conservatoire befinden. Fetis führt 
von ihm 8 Opern an. von denen 
aber keine gefiel. Erhalten haben 
sich davon die Opern: 

Corisandre, Comedie-opera en 3 actes, 
repres. 8,3 1791. Ms. P. 3 vol. [Paris 
l'opera. C. P. Paris Nat. im Druck, br. 
Mus. im Druck mit dem Titel: Coris., ou 
les foux par enchantement. Opera-ballet. 
P. Paris 1791. fol. Daimst. 

Antiochus et Stratonice, 1786 in Ver- 
sailles aufgeführi:. Ms. P. [C. P. 

L'auberge des volontaires, 1793. Ms. 
P. [C. P. 

Älcide, opera, 1800, nur 1 Akt. [C. P. 

Medee, en 3 actes. Ms. P. [C P. 



La Mort de Lavoisier 1794. Ms. P. 
[C.P. 

Soliman et Rosine, en 3 act. (oder 
Mahomet n.) 1792. Ms. P. [C. P. 

Tancrede, en 5 act. Ms. F. [C. P. 

Timlare, en 3 act. Ms. P. [C.P. 

Les Yengeances. Ms. P. [C. P. 

Aufserdem besitzt das C. P. 6 Bde. in 
P., verschiedene Werke enthaltend, als 
geistliche Gesänge u. a. ; ferner 6 Canons ä 
3 voix; 3 Bde. Scenen und Arien. Les 
Nocturnes ital. prov. du depot. 

Hymne a la liberte, par T. Desorgues. 
s. 1. [br. Mus. 

In den Solfeges des Conservat. par 
Cherubini etc. i.st er als Mitarbeiter ge- 
nannt. Paris, Heugel & C. 5 voll. gr. 8*'. 
[Binissel. Musikfr. Wien. br. Mus. 

Siehe unter Solfege 2. 3. 5. 

Im Journal 2 ist er mit Airs vertreten. 

3 Canons k 2 voix egales. Paris, fol. 
[br. Mus. 

Methode de chant du Conservat., redigee 
par Cherubini etc. L. ist als Mitarbeiter 
genannt. Paris, Heugel & C. gr. 8". 
[Brüssel. C. P. 

Principes elementaires de musique für 
das Conservatoire, L. war mit Agus, Catel 
u. a. Mitarbeiter. Paris an VIJI— X. 2 vol. 
fol. [Brüssel, br. Mus. 

Traite d'harmouie et de modulation par 
H. F. M. Langle. Paris 1793 Boyer. fol. 
[Brüssel. C. P. Bologna. Kopenhag. 

— a. Ausg. Paris, Nadermann (1797). 
fol. [Brüssel. Glasgow. 

Traite de la basse sous le chant, pre- 
cede de toutes les regles de la composi- 
tion, par H. F. Langle. Paris, Nader- 
mann (1798). fol. [Brüssel. br.Mus. C.P. 

Nouvelle methodü pour chiffrer les 
accords, par . . . Paris, impr. de Goujon 
fils, an IX— 1801. 8^ mit Musiktaf. 
[Brüssel, br. Mus. B. B. Glasgow. Bo- 
logna. C. P. 

Traite de la fugue, par . . . Paris, chez 
Taut. aSO.ö). fol. 100 S. [Brüssel. C P. 
br. Mus. B. B. Kopenhag. B. "Wagener. 
Glasgow. 

Zu Thomas de Triarte's Gedicht: La 
musique, übersetzt aus dem Spanischen 
von Grainville, schrieb er Anmerkungen. 
Paris, Fuchs, an VIII. 12^^. [Brüssel. 

Langles, siehe Eiigles. 

Langlois, . . . ein Violinist um 
1766 an der Oper in Brüssel; 
1773/74 betrug sein Gehalt 450 
Gld. (Delhasse's Annuaire dram. 
Gregoir's Panth. 5, 131. 138). 



Langlois. 



44 



Lanyer. 



Langlois, M., Advokat zu Gisors 
am Ende des 18. Jhs., gab heraus: 

Eloge funebre de P. Buisson, organiste 
de Gisors, prononce dans cette ville, de- 
vant une societe d'araateurs, le 2 sept. 
1775. Rouen. 8". (Fetis.) 

Laiigiiiasius, Grottfried, geb. 
3. April 1684 zu Guben, besuchte 
die Universität zu Leipzig und er- 
hielt 1710 die Stelle eines Kom- 
ponisten am Hofe zu Eisenach, 
später wurde er Kammerverwalter 
und Basssänger an der Kapelle. 
Nach Walther schrieb er für die 
Kirche und Kammer. 

Lang'iieau, . . . Lautenist unter 
Louis XIV. von Frankreich und 
Mitglied der Kgl. Kapelle (Castil- 
Blaze 148). 

Langreder, R. F. Martin, aus 
Hildesheim, gest. vor 1602, wie 
sich aus folgendem Druckwerke 
ergiebt. Nach Huemer 14 war er 
Kanonikus regularis zu Suben, wie 
auch das Druckwerk aussagt, dass 
er aber dasselbe dem Abte Ale- 
xander I. in Kremsmünster per- 
sönlich überreichte, ist ein Irrtum, 
er müsste es gerade noch als Ms. 
gethan haben. Der Titel lautet: 

Canticum gloriosae Deiparae Virg. Mar. 

6 voc. super varia Madrigalia (ediert von 
Midi. Hererius nach dem Tode des Autors). 
Pataviae 1602 excud. Malth. Neunioger. 

7 Magnif . [Proske. B. B : 5. vox. br. 
Mus: 5a. 6a vox. 

Honora niedicum (Motette zu 5 Stim.) 
Pataviae 1602 M. Nenninger. 5 Stbll. 
40. [br. Mus. 

Laiigshaw, Jobn, war 1772 
Organist an der Kirche in Lan- 
caster und st. um 1798. Er hatte 
unter John Christ. Smith (Schmidt) 
studiert (Grove). 

— John^ sein Sohn, geb. um 
1763 zu London, um 1779 Schü- 
ler Ch. Wesley, folgte 1798 seinem 
Vater als Organist u. komponierte 
Vokal- und Instrumental - Musik 
(Grove). 



Lanier (Laniere, Laneir, Lanyer, 
Laneer, Lanneare, Laneare), eine in 
London an der Kgl. Kapelle über 
hundert Jahre als Instrumentisten 
angestellte Musikerfamilie. Der 
älteste ist 

Nicliolas Lanyer, wie sie sich 
im 16. Jh. schreiben, erst 1593 
findet man neben Lanyer auch 
Lanier gez., wie er dann im 17. Jh. 
stets geschrieben wird, nebst den 
oben verz. Varianten, die wohl aber 
nur auf Ungenauigkeiten der Sekre- 
täre und Verleger zurückzuführen 
sind, lieber das Vaterland der 
Familie streiten sich die Lexico- 
graphen. Hawkins, Burney und 
Grove glauben, dass die Familie 
aus Italien stammt, Fetis dagegen 
behauptet, dass sie Franzosen oder 
Belgier sind und schliefst dies aus 
einem Prozesse, bei dem 6 Lanier's 
vor Gericht erschienen und die 
Fetis mit französischen Vornamen 
verz. Nach den im Stephen nie- 
dergelegten Dokumenten hat Fetis 
Recht, denn der Stammvater John 
L. ist in Rouen geb. und starb 
1572 in London. Sein Sohn John 
ist der Vater obigen Nicholas, dessen 
Söhne: Alphonso, Andreas, Cle- 
ment, Jeronimo und John jun. sind, 

Nicholas Lmiyer ist in Nagel's Annalen 
c. 1565 als Violinist gez. und starb 1612 
in London. 1570 kommt aber derselbe 
Name als Flötist bis 1604 vor. Ob dies 
derselbe ist oder schon ein Nachkomme 
desselben, lässt sich bis heute nicht fest- 
stellen. Die folgenden Lanier's stelle ich 
alphabetisch unter ihre Vornamen: 

— Alphonso Lanyer ebendort seit ] 593 
verz., kommt auch unter dem Namen 
Laneer vor. 1603 beträgt sein Gehalt 
als Musiker, d. h. als Instrumentist (die 
Säuger wurden Gentleman genannt) jährl. 
£ 46. 10. 10. Am 23/11 1613 wird er 
als verstorben augezeigt und tritt Hussey 
an seine Stelle. 

— Andreas Laneir (Lanier), Flötist 
seit 1603 mit £ 17. 9. 2. jährl. Erhält 
1640 £ 127 jährl. f 1662. 

— Clement Lanier, Posaunist, 1604 



Lauyer. 



45 



Lanivius. 



bis 1651; 1640 betragt sein Gehalt jährl. 
£ 46. Er starb 1661. 

— Henry Lanier, am 8/10 1629 als 
Musiker mit 20 d. täglich angestellt (das 
sind 166 -3 Pf.). 

— Innocent Lanyer (Lanier), seit 1593 
als Flötist bis 1625 verz. Macht auch 
Kaufmannsgeschäfte. Die meisten eng- 
lischen Kapellmitglieder betrieben neben- 
bei einträgliche Handelsgeschäfte mit aller- 
hand Waren, da ihr Gehalt zu gering und 
unsicher war. 

— James Laniere, ist in den Jahren 
1627 u. 28 unter Karl I. als Musiker verz. 

— Jeronimo Lanyer, Posaunist, ist 
von 1605 bis 1640 verz. Sein Gehalt be- 
trägt £ 70 jährl. 

— John Lanyer, später Lanier gez., 
Posaunist von 1565 — 1605. 

— JoJin Laniere (jr.) war von 1625 
Sänger und Lautenist a/d. Kapelle: sein 
Gehalt betrug £ 40 jährl; ist bis 1640 
zu verfolgen. 

Michael Lanyer, Flötist, gez. in den 
Jahren 1593-94. 

— Nicholas Lanier der Jüngere, der 
Aeltere ist zu Anfang genannt. Er ist 
der Bedeutendste der L.'s und brachte es 
bis zum Magister, was heute der Kapell- 
meister ist. Er war nicht nur ein tüch- 
tiger Musiker u. Komponist, sondern auch 
MaJer und soll selbst als Graveur, d. h. 
wohl Kupferstecher etwas geleistet haben. 
Sein Name kommt 1625 unter den Laute- 
nisten Karl I. zum ersten Male vor. Die 
Mythe lässt ihn von Jeronimo abstammen 
(Hawkins). Geb. im Sept. 1588 zu Green- 
Avich (Davey 231), gest. im Febr. 1666 
zu London (Grove, Appd.). Durch Bertolotti 
102, der einen Brief von Daniele Nys an 
den Herzog von Mantua schreibt, erfahren 
wir, dass L. schon lange vo]' 1625 in der 
Londoner Kapelle gedient haben muss, da 
er bereits schon damals im Auftrage Karl 1. 
Italien bereiste, um Bilder anzukaufen. 
Nagel ei-wähnt dies S. 41 erst aus dem 
Jahre 1626, wo er bereits schon wieder in 
England sich befand. Ihm standen zu dem 
Behufe £ 2000 zur Verfügung. Obiger 
Brief vom 2. Aug. 1625 bez. L. als Eng- 
länder, der die Gambe und Laute mit 
grofser Fertigkeit spielt. Er befand sich 
zur Zeit in Rom, will aber dann nach 
Mantua kommen und sich dem Herzoge 
vorstellen. Nys empfiehlt ihn dem Her- 
zoge. Aus anderen Briefen von ihm selbst, 
die im Huygens von Land mitgeteilt sind, 
befand er sich 1645 in Antwerpen, wahr- 
scheinlich wegen des Bürgerkrieges in Eng- 
land, und sendet von da aus an Huygens 



einige Airs seiner Komposition. 1646 bat 
er Huygens um einen Reisepass, um eine 
Lady auf Reisen begleiten zu können (siehe 
p. XXI). Aus Nagel's Anualen erfährt 
man noch, dass er 1640 mit 200 £ Ge- 
halt als Magister der Kapelle vorstand und 
sich bis 1663 in der Stellung verfolgen 
lässt (Nagel 53). Nach Davey 332 be- 
kleidete er 1636 das Amt eines Marshals 
of the Corporation of Musicians. Mit dem 
Jahre 1664 verschwinden die L.'s aus der 
Kapelle, soweit wie sich aus den dürftigen 
Quellen ersehen lässt. Als Komponist 
wird Nicolas das Verdienst nachgesagt, 
dass er und Coprario aus Italien den „stilo 
rappi'esentativo" brachten und in England 
1617 einführten. Siehe unter Masque at 
the marriage of the Earle of Somerset, 
gedichtet von Campiou, komponiert von 
Nie. Laneir, Coprario & Campion, im Neu- 
druck von Arkwright. London 1889. Im 
Original im br. Mus. Auch in Smith's 
Musica antiq. S. 60 ein einstim. Gesang 
mit B. aus einer Maskerade von 1637: 
Bring away this sacred tree. Ferner in 
Playford's Select ayres & dialogues in 3 
bookes befinden sich in den Ausgaben von 
1653 und 1659 unter Nich. Lanneare und 
Nich. Laneare einige Gesänge. — In 
Henry Lawes' Select ayres & dialogues 
book 2 (Godbid 1669) ebenfalls. — In 
Hilton's Catch that Catch, Ausg. von 1667 
u. 1673 unter Nich. Lanneare und Lan- 
neie Gesge. Im br. Mus. Ms. 404 unter 
Nie. Laniere und Ms. 232 unter Nich. 
Laneir 11 Gesänge (Add. 11608). Eine 
Cantate in Ms. 33236. — Grove führt 
noch die Samlwk. 1667 The musical Com- 
panion, 1669 The Treasuiy of Musick 
und 1685 Choice ayres and songs, book 
4 an, ohne nähere Angaben. Aucü in den 
Synopsis 1680 von A. B. ein 3st. Gesang 
mit Nie. Lanneare gez. 

— Thomas Jjanier, Schüler von Nicho- 
las, war 1661 unter den Musikern der 
Privatkapelle des Königs. Von seinem 
Vater spricht er, dass er sich im (Gefäng- 
nis befinde. 

— William Lanier, Sohn des Jeroni- 
mo, wird 1634 als Musiker (Posaunist) er- 
wähnt, dessen Gehalt 1640 £ 46 beträg-t 
und 1662 starb. 

Mit 1664 kommt kein L. mehr in der 
Kapelle vor. (Siehe Nagel's Annalen im 
Reg.) 

Lanivius, ... ein berühmter 
Lautenist des 17. Jhs. in England, 
von dem Huygens spricht (ist 
wahrscheinlich Lanier gemeint). 



Lannaix. 



46 



Lantins, Ugo de. 



Lanuaix (Lannoy), Darid de, 
Kapellansänger an der Hofkapelle 
zu Paris um 1462. 1466/67 ist 
er unter David de Lannoy, Teno- 
rist, mit 29 liv. Gage verz., ebenso 
1472/73 mit einem Gehalte von 
jährl. 180 liv. (Brenet 8—12). 

Laniieare, siehe Lanier. 

Laiiiig, (xeorg-, lebte um 1596. 

Ms. 1640 (259), B. M., 1 Motette in 
Orgeltabulatur, Nr. 64. 

Laiiiikbiisch, Hans, Ende des 
15. Jhs. Kantor an St. Stephan in 
Wien (Pohl 3, 33). 

Lanno, . . . kommt im Samhvk. 
Künstlerverein mit einigen A^aria- 
tionen vor. 

Lannois, siehe Collinet de L. 

Lannoy, Comtesse de Lannoy 
Clervaux, nee comtesse de Looz 
Corswarem, um 1767 im Schloss 
Gray geb., heiratete 1789 den 
Grafen Lannoy (Straeten 4, 402), 
floh der Pievolution halber nach 
Berlin und ernährte sich durch 
Musikunterricht, später ging sie 
mit dem Grafen nach Belgien und 
dann wieder nach Paris. Fetis 
glaubt, dass sie um 1822 starb. 

Er führt von ihr Eomauzen und So- 
naten an. Straeten 4, 403 giebt den Titel, 
Beschreibung und Beispiele zu den letzte- 
ren , betitelt: 3 Sonates p. le clav. ou 
pfte. av. 1 V. et Vcl., ded. Prince Ernst 
Auguste d' Angleterre. Chez Hummel a 
Berlin, fol. 25 S. Ein Fiindort fehlt. 
In der Lpz. Ztg. sind sie 1798, 1, 108 
beurteilt. 

Lannoy, David, s. Lannaix. 

Lannoy, Jehan de, Kaplan u. 
Sänger an der Hof kapeile zu Paris 
von 1452—1467. Zuletzt beträgt 
sein Gehalt HIlx-xX liv. (?). Brenet 
5 — 11. Auch in Cretin's Deplo- 
ration V. 212 wird er erwähnt. 

Lant, Bartholomew, um 1564 
Organist a/d. Kathedrale zu Ox- 
ford (West). 

Lant, John, Organist a/d. Ka- 
thedrale zu Winchester, starb 1615. 



Oliphant besafs von ihm im Ms. 
eine Sammlung geistlicher Gesänge 
von verschiedenen Komponisten, 
die sich jetzt im br. Mus. mit Zu- 
sätzen Ms. Add. 31462 befindet 
(West). 

Lantins (Latinis^ Lantius, Lau- 
tinis, Lesarten des Ms.), Arnoldo 
de, ein Komponist des 15. Jhs., 
der nahe an 1400 gelebt haben 

muss. 

Im Ms. 37 des Liceo mus. zu Bologna 
17 zwei- und 3stim. Gesänge: 1 Messe, 
Messenteile, Motetten und Chansons. Im 
Codex 2216 der Universitäts-Bibl. zu Bo- 
logna 4 andere Gesänge zu 3 Stirn: 3 
Messenteile, ein quam suavis est Domine 
3 voc. (Siehe Lisio's Verz. beider Mss. 
1893. Die Mss. werden aufserdera im 
Ambros 8, 472. Viertel]'. 1, 476, Kat. 
Bologna 3, 27 und M. f. M. 26, 105 mit 
vielen Varianten erwähnt.) Der Codex 
213 der Bodleianbibl. zu Oxford enthält 
20 Gesänge. Wenn man das Eegister 
der Gesänge S. 199 in der Neuausgabe des 
Codex von den Gebr. Stainer niuneriert, 
so findet man die Gesänge unter den 
Nrn: 18, 45, 53, 86, 100, 126, 165, 172, 
211, 221, 241, 267/8, 274, 282, 291/2, 
307, 316 u. 318. Ein Arnoldo de Lat'inis 
trat im Nov. 1431 als päpstlicher Sänger 
ein, doch fehlt er in den Listen von 1432 
schon wieder. Bei der einstigen Sorg- 
losigkeit in der Xamensschreibung kann 
mau sicher annehmen, dass dies der obige 
Autor ist. (Viertel]. 1, 462 ff.) 

Lantins, Ugo (Hugo) de, mit 
den gleichen Namenvarianten wie 
Arnold, ein Komponist um 1400, 

der 

im Codex 2216 der Universitäts-Bibl. 
zu Bologna mit 3 Gesängen zu 2 u. 3 
Stim. vertreten ist: 1. Christus vivit 3 v. 
2. Ave corpus 2 v. 3. Ave regina 2 v. 
In Ms. 37 des Liceo mus. zu Bologna 7 
Gesge. zu 2, 3 u. 4 Stim: 4 Messenteile, 
1 lux et decus, 1 Ave gemma, 1 Ave 
venim. — In den Trienter Codices durch 
Vergleich einen anonymen Tonsatz fest- 
gestellt. — Im Codex 213 der Bodleian- 
bibl. in Oxford 22 Gesge. T\"enn man 
das Textregister in Stainer's Xeuausgabe 
numeriert ohne die 2. Teile, so stehen 
dieselben unter den Nrn: 2, 44, 52, 57, 
101—3, 114, 116, 129, 133, 152, 153, 
161, 195, 200, 242, 244, 257, 262, 302 



Lanusse. 



47 



Lanzii, Giuseppe. 



und 321. A madame playsant ist im 
Facsimile und in Uebersetzung mitgeteilt. 

Lanusse, . . . fils, um 1800 er- 
schienen zu Paris bei Sieber von 
ihm 6 Romances av. acc. de Pfte. 

(Gerber 2). 

Lanyer, John, Nicholas u. a., 
siehe Lauier. die ältere Linie. 
Laiiz, Johann Michael, ein 

Komponist aus dem Ende des 18. 
und im Anfange des 19. Jhs., gab 
allerlei Klavierpiecen heraus, von 
denen Gerber 2 u. Fetis eine An- 
zahl anführen. Nachweisbar sind : 
Sinfonia ä 2 V. 2 Ob. 2 Corni, Fag. 
solo, Ya. Ycl. e B. Ms. Stb. Esd. 
[Schwerin F. 

Sonate für Klavier zu 4 Händen, comp, 
durch. ... op. 5. Braunschweig, Magazin 
auf der Höhe. Zürich, Nägeli. [Briissel 
Cons. 

Lanza, Francesco Griuseppe, 

nicht zu verwechseln mit Fran- 
cesco Lanza ^ der im 19. Jh. in 
Neapel und am Conservatorio San 
Pietro a Majella seit 1827 ange- 
stellt war und mit Giuseppe Lanxa, 
der ebenfalls dem 19. Jh. angehört, 
in London geb., dann nach Paris, 
Lille und 1841 nach Amerika ging 
(Florimo. Fetis). Francesco Giu- 
seppe muss in der Mitte des 18. 
Jhs. zu Neapel geb. sein, da sein 
Sohn Gesualdo 1779 geb. ist. Er 
ging nach 1779 nach London und 
liefs sich daselbst nieder. Ueber 
sein Leben ist nichts zu berichten; 
Florimo verz. ihn im Register des 
2. Bd. p. 120 unter Giuseppe Fran- 
cesco L., doch ist er dort nicht zu 
finden, auch weitere Nachsuchungen 
ergaben nichts. Einiges von seinen 
Kompositionen besitzt das br. Mus. 

The celebrated Stabat mater, for 2 Sopr. 
voices, op. 12. London (c. 179.5) E. Bir- 
chall. P. fol. [auch im R. C. of Mus., 
nur mit Giuseppe im Kat. gez. 

The much admired bastanet dance, iu 
the ballet of Don Quichotte for F. Venua, 
arranged as a Rondo. Lond. 

The Calif, a Ballet. — Ariettes op. 4. — 



10 italian Duetts op. 5, 1796. — Duette 
f. FI. u. Pfte. 

L'arte antica e raoderna, vol. 14. Lond. 
Im ganzen 8 Drucke. 

Lanza, Gresualdo, Sohn des 
Francesco Giuseppe, geb. um 1779 
zu Neapel, folgte seinem Vater 
nach London und liefs sich als Ge- 
sanglehrer nieder. Er starb 1859, 
80 Jahr alt, Yon seinen Kompo- 
sitionen, welche der Kat. des br. 
Mus. von 1800—1843 ansetzt, sind 
nachweisbar : 

The elements of singing, in the Italian 
and English .styles. 3 voll. Lond. 1809. 
qu4". [Glasgo\v. br. Mus. 1. vol. 1813. 

— L.'s Elements of singing . . . abrid- 
ged. ib. 8». 

— Elem. of sing, in the Italian & Eng- 
lish styles. 4pts. Lond. qufol. [R. C. 
of Mus. 

— L.'s Abridgement of his work . . . 
London 1826. fol. 

Signor L.'s new method of teaching 
class singing. Lond. 1843. 4''. 

Gran Messa di gioiia completa per 2 
Sopr., T. e B. cou cori, e semicori, adat- 
tata per org. or pfte. Lond. fol. [R. C. 
of Mus. Glasgow. 

Spirits of Dew, or evening, night & 
morning, a mus. Masque in 3 pts. Lond. 
fol. fehlt Thl. 2 u. 3. 

Britannia weeps, a funeral mouody on 
. . . Nelson. Lond. (1805). fol. 

The deserts of Arabia, a gr. operatical 
entertainment . . . Lond. (1806). fol. 

10 Balladen, 4 Canzonen, 1 Glee, 5 
Songs, 1 Duett, 1 Cavatine, 1 Air, 1 Ron- 
do für Pfte. u. 2 Klavierpiecen in Lon- 
doner Einzeldrucken. Sämtliche Werke 
nebst der Gran Messa im br. Mus. befind- 
lich. Der Antiquar Reeves zeigte noch 
1882 in 1 vol an: op. 1, 12 italian Ariet- 
tes; op. 5, Italian Duets; op. 6, 18 Can- 
zonettas; op. 7, 6 Duetts; op. 8, 3 Trios 
with pfte. acc. in fol. 

Lanza, (xhiseppe, lebte zur 
Zeit der Maria Theresia und ist 
bekannt durch: 

11 pianto delle virtü per la morte della 
Imperadi-ice Maria Teresa (29/11 1780). 
Cantata. Ms. P. [Neapel Turch. 

Duetto „Vieni, appaga il tuo consoite" 
neir opera Orfeo ed Euridice. — 6 Arie 
Notturne cou Recit. e con acc. di chitarra 
franc. e Yiol. a piacere. [Mss. in Mailand 
Cons. 



Lanzarini. 



48 



Lapicida. 



Lanzarini, Griacomo, um 170S 
Tiolinist an der herzog]. Kapelle 
in Venedig mit 15 Duk. Gehalt 
(Caffi 2, 61). 

Lauzetti , Domenieo , muss 
seinen Kompositionen nach Vio- 
loncellist gewesen sein. 

Die B. B. besitzt im Ms. 12525: 4 
Xonzerte für Violoncell uud Ms. 12525 m 
in K. 2 Sonaten f. Vol. mit Instmm. und 
Bc. in Stb. Ms. 14406. 14324/26—28 
enthalten 6 Concerte fürs Violoncello obl. 
con orch. , in Stb. Jedes Konzert zu 3 
Sätzen. Sie scheinen dem Ende des 18. 
oder Anfang des 19. Jhs. anzugehören. 
Ihr musikalischer "W'ert ist sehr gering. 

Lanzetti, Salvatore, ein Nea- 
politaner im Conservatorio de Lo- 
reto ausgebildet und ein vortreff- 
licher Violoncellist, diente an der 
Hofkapelle in Turin. Seine Lebens- 
zeit fällt in die erste Hälfte des 
18. Jhs. Am 29. und 31. Mai 1751 
gab er in Frankfurt a/M. Konzerte 
(Israel 37). Kach Fetis starb er 
in vorgerücktem Alter gegen 1780 
in Turin. Von seinen Kompo- 
sitionen sind bekannt: 

12 Sonate a Violoncello solo e Bc. op. 

1. Amst, V^itvogel. 69 S. [B. Wage- 
ner. Paris Is at. ' 

6 Solos for 2 VcL. or Fl. & a B. op. 

2. London, fol. [br. Mus. 

— Andere Ausg. ib. fol. [br. Mus. 

6 Solos for 2 Vcl., with a Th. B. for 
the harps. London, Benj. Cooke for John 
Johnson. P. 85 S. in fol. [br. Mus. B. 
"VVagener. 

Enthält Sonaten in 3 Sätzen ohne So- 
nate nform. 

4 Sonaten f. Vcl. u. B. Ms. B.B. Nr. 
12527 in K. 

Sonata intitolata porta Maone per il 
Vcl. Va. V. e Cemb. 1 vol. mit beziffert. 
B. Ms. 12 527 d in Kaps. [B.B. 

Sonates pour Ycl. solo e B. oe. 5. 
oe. 7. [Paris Nat. 

Principes ou l'application de Violon- 
celle. Amst., Hummel. Hier ist er Lan- 
zette gez. qufol. 15 S. Etüden. [B.B. 
Musikfr. Wien. Mailand Cons. 

Lanzi, Petronio, aus Bologna, 
Schüler von Predieri, war Kapell- 
meister in Bologna. Burnej hörte 



1770 in der Kirche S. Giovanni 
in Monte eine Messe von ihm, die 
ihm sehr gefiel. 

In Bologna, Lic. mus., ein Kyrie 4 voc. 
c. istrum. P. Ms. qufol. 12 BU. Im 
Kat. 2, 89 die Beraeikung: Lanzi war 
Praeses an der Akademie dei filarmonici 
zu Bologna in den Jahren 1762, 1770, 
1775 u. 1779. 

Lanzoni, . . . trat 1784 in Lon- 
don als Violinvirtuose auf (Pohl 
2, 370). 

La Oultre, Jean de, um 1559 
und folgende Jahre Sänger und 
Kapellan a/d. Hofkapelle Philipp H. 
von Spanien, erhielt 1563 Prae- 
benden zu Aires und Conde (Strae- 
ten 1, 246. 8, 31). 

Lapicida, Erasmus, in einer 
Florenzer Hds. nur Erasmo gen. 
Ambros 3, 486 glaubt, dass Rasmo 
derselbe Autor sei. Ich erwähne 
dies nur ohne eine Bedeutung 
demselben beizulegen. Ebenso sagt 
er 3, 187, dass L. die von ihm 
bekannten deutschen Lieder nicht 
auf deutsche Texte komponiert 
habe, sondern Forster, der Heraus- 
geber derselben, habe sie unter- 
gelegt. Ich habe in M. f. M. 5, 
197 nachgewiesen, dass dies irrig 
ist, denn Lapicida hat deutsche 
bekannte Melodien zum Cantus 
firmus gewählt, er muss also Ge- 
dicht und Melodie gekannt haben, 
damit fällt Ambros Behauptung 
ins Reich der Fabel. Ornitho- 
parchus erwähnt ihn in seinem 
]\Iicrologus, ebenso in einem Brief- 
wechsel zwischen Spataro u. Giov. 
del Lago wird der Gesang Tander- 
naken von L. als Beispiel ange- 
führt. Ueber sein Geburtsland sind 
wir völlig im Unklaren. 

In neueren Ausgaben ist noch nichts 
von ihm veröffentlicht, dagegen in alten 
Samlwk. findet man 7 deutsche Lieder, 
1 niederdeutsches (Tanderuaken). 1 La- 
mentatio, 1 Beuedictus und 4 Motetten 
zu 4 Stim. Petrucci hat davon 5 in den 



Lapier. 



49 



Lapis. 



Samlwk. 1503 a — 1506 a veröffentlicht, 
Rhau eins in 1538 c und die deutschen 
Lieder stehen im Forster 1539 n. Der 
italienische Gesang La pieta ha ehiuoso 
ist mit Rasmo gez., den Ambros für 
Erasmo hält. (Siehe Näheros Eitner 1). 
Dass sich L. in Italien aufgehalten hat, 
beweist die Aufnahme in die Samlwk. 
Petrucci's. Von seineu deutschen Liedern 
ist Forster 1, 1589 Nr. 87 „Ach edles 
N." besonders hervorzuheben, sowohl 
■was Stimmung, Klangfarbe und Kontra- 
punktik betrift. Ebenso ist ebd. Nr. 2 
„Die mich erfreut" beachtenswert, Nr. 96 
„Es lebt mein hertz" hat eine völlig ab- 
weichende Schreibart und die übrigen 
sind unbedeutend. Im Ms. Cod. 58^ der 
Bibl. Magliabecchiana zu Florenz, Nr. 8 
der 4 Stirn. Gesang: Ave regina coelorum. 
(M. f. M. 9, 36.). — Ms. B. Proske, Cod. 
Pernner: Efferor ad manes, 4 voc. — 
Ms. 18812, 4 Stb. in neuer Kopie aus 
Försters Liedersamlg. von 1539 [Hofb. 
Wien]. In B. Zw. Ms. 4, 43: Nativitas 
tua 4 voc. 

Lapier, Pietro, Lebenszeit un- 
bekannt. 

Die Musikfr. in "Wien besitzen von 
ihm: Meditatio 4ta et 5ta. 2 Kantaten 
mit latein. Text und italienischer Ueber- 
setzung. Ms. P. unvollendet. 

La Pierre, Pierre, wird am 
9. März 1723 als Organist a/d. 
Hofkapelle in München mit 400 
Gld. angestellt und ist noch 1726 
gez. (Kreisarchiv). Ein anderer 
Peter La Pierre ist vor dem 5/6 
175-4 ebd. angestellt und erhält 
1754 zu seinem Gehalte von 925 
Gld. noch 150 Gld. Zulage. Er 
wird Konzertmeister genannt (Kreis- 
archiv). Die Totenregister der 
Frauenkirche verz. einen Musiker 
gleichen Namens am 6/5 1754 gest. 
und am 9. begraben, vielleicht ist 
dies der zuerst verz. Organist. 

Lapierre, nach Pougin: Fraii- 
<?ois-Aiitoine, geb. 5. April 1769 
zu Cavaillon (Vaucluse), gest. 25. 
Dez. 1824 zu St.-Remy (Bonches- 
du-Ehone), Kapellmeister zu Aix- 
en-Provence, hinterliefs im Ms. 
eine Messe, ein Stabat mater u. a. 

Rob. Eitner's Quellen-Lexikon. Bd. 6. 



Unter Lapierre, ohne Vornamen, be- 
sitzt die National-Bibl. zu Paris 

1. L'inconstanoe, cantatüle. Paris lau- 
teur, s. d. (vers 1750 schreibt der Kat.) 

2. Danae, cantatüle, ib. 

Sollte die Jahreszahl 1750 richtig sein, 
dann wäre der Komponist ein anderer als 
der obige. 

Lapini, Don Carlo, um 1724 
zu Siena geb., gest. am 28. Okt. 
1802 ebd. Schüler von Franchini, 
Kapellmeister a/d. Kollegialkirche, 
wurde 1757 dessen Nachfolger, 
nachdem er seit 1743 den Orga- 
nistenposten an derselben Kirche 
bekleidet hatte. Fetis entwii-ft ohne 
Quellenangabe ein Charakterbild 
von ihm und führt auch ein Re- 
quiem auf den Tod der Kaiserin 
Maria Theresia an, w^elches 1780 
zur Aufführung gelangte und beim 
Tode Kaisers Leopold 1792 wieder- 
holt wurde. Nachweisbar ist nur 
ein Brief in Bologna, Kat. 1, 151. 
Lapis, Santo, accademico filar- 
monico di Bologna nennt er sich 
auf den zu Augsburg als op. 1 
gedruckten Sonaten. Nach Fetis 
lebte er in Bologna im Anfange 
des 18. Jhs. und liefs sich in Ve- 
nedig als Gesangslehrer und Man- 
dolinenspieler nieder, doch muss 
er sei&en Werken zufolge sich 
auch in Deutschland und den 
Niederlanden längere Zeit aufge- 
halten haben. Der 2te Bd. Sonaten 
bez. ihn sogar direkt als italieni- 
schen Musikmeister im Haag und 
die X Solos op. 15 von 1758 sind 
sogar in London auf seine Kosten 
erschienen, also muss er sich auch 
dort einige Zeit aufgehalten haben. 
Um 1729 gelangte die Oper „La 
generositä di Tiberio'' in 3 Akten 
(der 3. Akt ist von Barth. Cordans) 
in Venedig auf die Bühne, 1730 
die Oper ,.La fede in Cimento". 
In Breitkopf's Musikalien -Lager 
befand sich 1754 die Oper: L'in- 

4 



Lapis. 



50 



Lappi. 



felice avventnrato in P. Nach- 
weisbar sind 2 Arien. 

1. Furibouda la mia spada, per Sopr. 
(aus der Oper „La fede iu Cimento") c. 
2 V. A. e B. Ms. in Stb. [BmsselCons. 

2. Tra flutti in mezzo, per il Sopr. col 
arco. Ms. [Musikfr. Wien. 

An Instrumentalwerken: 
Sonate da Camera a due, Yiolino e 
Basso, petendo servire ancora per il Tra- 
versier, Oboe, Cembalo, e per altri stro- 
menti ... di ... Op. 1. Augsbg., Leo- 
pold. 10 Sonaten auf 21 Seiten. [Stadtb. 
Augsburg. Brüssel Cons. 

6 Senates pour 2 flutes. [C. P. 
Terzetti per il Cembalo c. il Fl. trav. 
ö sia V. Amst. 1752 Covens. 4°. bez. 
sich, mit Maestro de musica italiaua. 
[Amst. fehlt Klavier. 

La stravaganza per il Cembalo. Of 
voorstelling van verandering van sleutels, 
voor het Cla\ier. Gecomponeert op't vor- 
soek van een voornam Heer, door Santo 
Lapis. (Amsterdam) qufol. [br. Mus. 

Sonnates (!) pour le Clavessin pouvant 
egalement, ser^dr pour d'autres instni- 
mens, composees et ded. a Madlle. Lis. 
Golowkin, par Le Sr. . . . Maitre de mu- 
sique italienne ä la Haye. s. 1. 12 Sonaten 
zu je 1 Satze im Kupferstich. Fol. 24 S. 
[Karlsruhe. 

Sonata a 2 Fl. e B. Ms. 252 Karls- 
ruhe, die Sonate ist 3 sätzig in Od. Em. 
Od., Alleg. And. Menuet. 

X Solos for the Violoncello with Th. 
B. op. 15. Frinted for the author. 1758. 
Pai-t. fol. [B. B. 

La Porte, Carolus de, geb. zu 
Kortryk, von 1788 — 91 Saugmeister 
an St. Walburg in Audenarde. 
(Audenarde 15). 

La Porte, Dominiciis de, 
Bruder des Carolus, 1792 Sang- 
meister an St. Walburg in Aude- 
narde, geht in demselben Jahre 
wieder ab. (Audenarde 15.) 

La Porte, Geiard de, ein Mu- 
siker im Dienste des Fürstbischofs 
zu Osnabrück gegen 1680, gab 

nach Fetis heraus: 

Suites de pieces nouvelles choisies et 
disposees pour le concert, pour deux 
dessus de Violon avec la Bc. pour le 
Clavecin, auxquels on peut joindre la 
hasse do viole et le teorbe. Amst. 1689. 
qu40. 



Laporte, Tabbe Joseph de, geb. 
um 1713 zu Beifort, gest. 19. Dez. 
1779 zu Paris. Trat in den Je- 
suitenorden ein, beendigte dort 
seine Stadien, ging nach Paris u. 
wandte sich der Literatur zu. 
(Fetis.) Letzterer führt mehrere 
Druckwerke über Aufführungen 
auf französischen Theatern an: 

1. Anecdotes dramatiques. . Paris 1775. 
4 voll. 8°. 2. Dictionnaire dramatique, 
ib. 1776. 3 voll. 8". 3. Almanach des 
spectacles de Paris, ib. 1750. 1794. 1799 
bis 1804. 48 voll. 12". 

Laporte, Nicolas de, Organist 
und Klavierlehrer zu Paris, nach 
dem Traite an der Kgl. Abtei von 
St. Germain des Prez. Marpurg 
1, 462 verz. ihn um 1754. Fetis 
unter Porte. Er gab heraus: 

Traite theorique et pratique de Face, 
du clavecin, avec l'art de transposer dans 
tous les tous et sur tous les instrum., 
ded. ;\ Mdrae. Le Duc Paris (1753) chez 
Tauteur, grave par Charpentier. Imprime 
par Lorraine, fol. 75 S. [Brüssel. Paris 
Nat. Musikfr. Wien in Kopie. Bologna. 

La feste de Themire, cantatille. Paris, 
l'auteur, [Paris Nat. 

La Porte, Robert de, Sänger 
a/d. Hofkapelle Philipp 11., diente 
von 1556 bis zum 1. Aug. 1559 
I in den Niederlanden. Er starb 
! 1560. Seine Praebende zu Conde 
erhielt 1560 du Hotz. (Straeten, 
1, 245. 8, 16. 31 nennt er ihn 
fälschlich mit Vornamen Regier. 
8, 32.) 

Lapperdey, Philippe, ein Kom- 
ponist des 16. Jhs., von dem sich 

in der 

Bibl. zu Cambrai im Ms. 124 Nr. 61 
eine Missa sup. Xisi Dominus aedificavit, 
4 voc befindet. Coussemaker 6. Nr. 8 
dnickt das Sanctus daraus ab. Der Satz 
ist gut gearbeitet, ruft aber wenig Ein- 
druck hervor. Ebd. unter Nr. 62 eine 
Chanson: Pour avoir mis la main, 4 voc. 

Lappi (Lappus), Pietro, aus 
Florenz geb., Priester und Kapell- 
meister an der Kirche delle Grazie 
zu Brescia von 1600 ab bis zum 



Lappi. 



51 



Lappi. 



letzten seiner unten verz. Drucke. 
Nach der Dedic. der Vespern 1600 
lebte er vorher in Lendinara. 
Nach der Dedic. zu den Psahuen 
von 1605 lebte er in der Congre- 
gazione Fiesolana und war 1612 
Visitatore des Ordens. Im Kat. 2, 
248 von Bologna liest man die 
Bemerkung: Vom Jahre 1593 an 
wirrde L. vom Hause Gambara be- 
günstigt. Von seinen Kompositio- 
nen sind nachweisbar: 

... Missarum octonis vocibus, Lib. 1. 
Nuuc primum in lucem editus. Yen. 
1601 Augeius Gardanus. 8 Stb. A". 3 
Messen u. 2 Mot. [Bologna. Ferrara. 

— (2. impress.) Yen. 1607 Alex. Ra- 
verius. 8 Stb. 4P. Der Bassus ist hier 
mit „Partitura de'basso" in fol. bez. 
[Bologna. B. M. B.B: C2. 

— 3. impress. Yen. 1615 Magni. 8 
Stb. 40. 3 Mess. 2 Mot. [Kathar. Danzig. 

Missarum quae octo, novemque vocibus 
decantantur . . . Lib. 2. Yen. 1608 Ra- 
verius. 9 Stb. 4°. 5 Messen. [B. Br. 
Kathar. Danzig. B.M. Ferrai-a. Upsala: 
Cl. A2. B.2. Bologna: Cl. B. 1. C2. 
B2 u. parte dell'organo in fol. Abdruck 
der Dedic. im Xat. 2, 90. 

Missarum . . . Quaternis, quinis & senis 
vocibus, ad. org. concentum. Lib. 1. Yen. 
1613 Amadinus. 7 Stb. (2C. A. T. B. 
5a e Pai-tit.) 4". 5 Messen, 2 zu 4, 2 
zu 5, 1 zu 6 St. [Bologna. 

— a. Ausg. gleicher Titel. Yen. 1616 
Amad. 7 Stb. gleicher Inhalt. [Bologna. 

Concerti sacri a 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7 
voci. Lib. 2 con il Bc. Del . . . Op. 13. 
Yenet. 1623 Magni. 6 Stb. (2 C. A. T. 
B. Bc.) 40. 17 Gesge , unter den 3stim. 
einer von Monteverdi nach einem Madiig. 
[B. Frkft., im Eat. der Iudex. 

Hymni per tutto lanno a 4 voci con 
il B. per lorg. del R. P. Pietro Lappi 
Fiorentino Maestro di Capeila in Sancta 
Maria delle Gratie di Brescia. Novam. 
stampati. Yen. 1628 Magni. 5 Stb. 4«. 
30 Gesge. [Proske. Bologna: C. Bc. 
Kat. 2, 248 Abdr. der Dedic. br. Mus: 
A. T. Bc. 

Die erste Ausg. ist nicht bekannt. 

Letanie della B. Y. a 4. 5. 6. 7. e 8 
voci con il Bc. per l'org. a beneplacito, 
Hb. 2 del P. . . Op. 17. Yen. 1627 Magni. 
[Besafs einst Santini. Im br. Mus. die 
erste Ausg. des 1. Buches von 1607 nur 
der Bc. 



Sacrae Melodiae unica, duobus, tribus, 
quatuor, quinque, nee non & 6 vocibus 
decantandae, una cum Simphoniis, & 
Bassus ad org. . . Lib. 1. Yen. 1614 
Amadinus. 6 Stb. 4^. 10 Cantiones. Im 
Cantus heilst es „0 Tenore con Sinfonie". 
[B. Kgsbg. Bologna: A. T. B. 5a. 

— a. Ausg. ohne Lib. 1, sonst gleicher 
Titel: Francofurti 1621 Nie. Stein. 7 Stb. 
40. 21 Motett. [B. Grimma (C. A. T. B. 
Bc.) B. B : C A. T. 5a. 6a. Bc. B. Kassel : 
C. A. B. 

— Ausg. Antverpiae 1622 Phalesius. 
7 Stb. mit Bc. 26 Gesge. von 1—6 Stirn. 
Nr. 27—33: Sinfonie ä 4—6 voc. [B. 
Frkft. br. Mus: T. B. Bc. 

Regis Da^-idis Psalmi ad Yesperas nouo 
5 voc. concentu, ita decantandi; ut hym- 
nus Gloria in fine cuiusque Psalmi, 9 voc. 
ad lib. decantari queat. Regiae Yirg. Dei- 
parae Cantica alternis choris, nouem, ac 
decem vocibus conciuenda. . . Yen. 1605 
Ang. Gardanus. Der Titel des Choras 11. 
variirt, siehe Kat. 2, 247 Bologna. 11 
Stb., 6 zum 1. Chore, 5 zum 2. Chore. 
Auch die Dedic. zu den beiden Chören 
sind verschieden. [Bologna. 

. . . Sacra omnium solemnitatum Yes- 
pertina Psalmodia, cum tribus Beatae Y. 
M. canticis , 8 voc. concinenda. Yen. 
1600 Angelus Gardanus. 9 Stb. in 40. 
mit Part, dei Bassi in fol. 17 Nrn. [Bo- 
logna. B.B: 8 Stb. Hof b. Wien Cl. 

— Ausg. Yen. 1607 Angelo Gard. et 
fratelü. [Haberi in Regensbg. B. B:C1. 
Bl. C2. Bologna 9 Stb. 4P. Part, de' 
Bassi in fol. 

Salmi a 8 voci. Yen. 1616 Gardanus. 
[Ferrara: Spaititura de' bassi. 

Salmi a 3 e 4 chori conceiiati per 
cantar nell'organo. Di . . . Op. 12. Yen. 
1621 Magni. 17 Stb. in 4^. 13 Gesge., 
Psalmen u. 1 Magnif. [B. Frkft. mit Reg. 
im Kat. Upsala: Cl. 

— Compieta a 3 e 4 chori. Yen. 1626 
ib. [Paris Nat. 

Salmi conceriati a 5 voci con il B. per 
l'organo. Del P. Pietro Lappo. . . Op. 18. 
Yen. 1627 Magni. 6 Stb. 4». [Bologna. 

La Terza con ü Te Deimi: Et Litanie 
della B. Y., et Santi, a 8 voci. Di . . . 
Yen. 1607 Raverij. 8 Stb. 4P. [Bologna 
fehlen vom 2. Chore A. u. B. br.Mus: Bc. 

4 Missae mit Bc. 2 Motetten und 3 
Canzoneu für 4 — 8 Instr. in Samlwken. 
(Eitner 1). 

In Mss. 24816 und 17 die Motetten: 
1. Nuptiae factae sunt 7 voc. 2. Petre 
amas me 5 voc. in Stb. [B. Kgsbg. 

Ms. B. B. 0. Sign. 1 Convolut loser Ell. 

4.* 



La Quarriere. 



52 



La Riviere. 



in Schweinsleder: Quaerite primum reg- 
num Dei. 10 Stbll. 

Mss. in B. M. nur Orgelbässe zu Messen 
und Motetten. 

La (Quarriere, siehe Band. 
Laquiia, s. Marco da TAquila. 
Lara (Cuenca), Martin de, Dis- 

cantist an der Hofkapelle in Wien 
mit 12, später 15 Gld. monatl. vom 
1. Jan. 1570—1612 (Köchel 1). 

Larba, (xioTaniii Leonardo, soU 
Leonardo del Arpa sein und von 
Gerber 2 u. Fetis verstümmelt, s. 
Leonardo. 

L' Archer (Arcliier), Pierre, 
diente 1532 in der Kapelle Kg. 
Franz I. von Frankreich. (Fetis.) 
Es ist möglich, dass die im Pha- 
lese 1555 h ohne Vornamen mit- 
geteilte Motette „Nisi quia domi- 
nus erat", c. 2. p. 6 voc. (Eitner, 
Bibliogr. unter Jean Larchier) von 
ihm herrührt. 

Larchier, Frederic, bekannt 
durch die Chanson: 

Par ces propos, 4 voix im Samlwk. 
1543 k von Jacq. Moderne (Eitner 1). 

L'Archier (Larchier), Jean, 
geb. zuDouteus (Picardie) im 16. Jh., 
diente anfänglich beim Herzoge 
von Bourgogne und als die Ka- 
pelle aufgelöst wurde, trat er um 
1532 in Dienste Franz I. von 
Frankreich. In den Rechnungen 
findet er sich bis 1533 verzeichnet. 

8 Gesge., Chansons u. Motetten zu 4 
bis 8 St. in Samlwk. von 1544 — 1554 
(Eitner, Bibliogr. Die Dokumente bei 
Fetis.) Im Samlwk. von Phalese Lib. 8. 
cant. 1561 einige Motetten. Ferner: Magi 
veniunt c. 2. p. 4 voc. Chorb. von 1572 
Nr. 1 in B. Proske; 3 andere ebendort und 
in Ms. 893. In Bibl. München die Chan- 
son: D'amour me plains, 6 voc. in Stb. 

Lardemoy (Lardenois), Antoine, 
scheint ein Genfer gewesen zu 
sein, der Marot's u. Beze's Psalmen- 
Übersetzung mit Melodien heraus- 
gab, die alle in C. stehen; auch 
die von Godeau setzte er in Melo- 



dien, ob ein- oder mehrstimmig, 
ist mir nicht bekannt. 

Les Pseaumes de David niis en rime 
frangoise par Cl. Marot et Theod. de Beze, 
reduits nouvellement ä une bonne et fa- 
cile methode pour apprendre le chant 
ordinaire de reglise. Geneve 1651. [Einst 
in Bibl. Becker in Lancy. M. f. M. 2, 145. 

— Ausg. Geneve 1666 Tournes. 12". 
[Bibl. der Stadt Amiens. 

— Ausg. ib. 1673. [B. Becker in Lancy. 

— Ausg. Amsterd. 1684. [? 
Paraphrase de Pseaumes . . . par A. 

Godeau . . . mis en musique par A. Lar- 
denois (Geneve?) 1645. [br. Mus. 

— 1655 Paris chez Roh. Ballard. 12". 
[Bibl. der Stadt Abbeville. B. Lpz. s. 1. 

— 1668. Imprime aux despens de 
r Autheur. 12». 440 Seit. [Bologna, Kat. 
1, 7. 

Les Pseaumes . . . reduits ä une brieve 
methode par . . . 1659, s. 1. 12«. In 
Ziffermethode, [br. Mus. 

Lardenois, Antoine, siehe Lar- 
demoy. 

Lardi , Francesco , bekannt 
durch eine 

Cantata; in oeeasione de vittoriose armi 
imperiali, ao. 1799 (für Soli, Chor und 
Orch.). Ms. P. [Musikfr. Wien. 

Lardicea e Bernice, opera-co- 
mique. Ms. o. Autor mit 1701 
gez. [Paris Nat. 

Lardois, Jehan, 1466 erster 
Kapellan (Sängermeister) an der 
Kapelle Louis XL von Frankreich 
(Thoinan 68. Fetis). 

Larebeke, J... P... Tan, 
1790 im Theaterorchester in Ant- 
werpen angestellt (Gregoir, Panth. 
6, 34). 

Largari, Sigismondo, war um 
1620 Organist am Dome zu Vi- 
cenza. Er gab heraus: 

Accenti spirituali a una et 2 voci con 
il Basso per l'organo. D . . . Ven. 1620 
Aless. Yincenti. 3 Stb. 4». 6 Mot. zu 
1, 15 zu 2 Stim. [Bologna fehlt C 

Im Samlwk. von Bozi, Giardinetto de 
Madrig. et Canz. a 3 v. 1588: Deh resta 
anima. 

La Riviere, . . . Musiker a/d. 
Hofkapelle Henri IV. von Frank- 
reich (Castil-ßlaze 72). 



Larken. 



53 



La Rue, Pierre. 



Larkeii, ... 1 Ayr, in Airs 
1676 b. 

La Roch, wie ihn Schubart 
S. 188 nennt, Verfasser des Wer- 
kes über das Mönchswesen, war 
ein vortrefflicher Klavierspieler zu 
Koblenz und komponierte auch für 
Klavier. 

Laroche, James, bekannt als 
Jemmv Laroch oder Laroche, ein 
Volkssänger in London, wahrsch. 
geb. Franzose ; lebte am Ende des 
17. und Anfge. des 18. Jhs. (Grove). 

La Roehette, de. Gab um 
1780 zu Paris Violinduette heraus 
(Magazin). 

Larooii , Kapitän Marcellus, 
Sohn des Malers L., ein guter Vio- 
loncellist, st. 1772 zu Oxford und 
komponierte Soli für sein Instrum. 
(Hawkins 5, 126). 

La Rose, Reinigio Francesco, 

diente von 1678 bis c. 1725 an 
der Hofkapelle in Stuttgart. 1715 
betrug sein Gehalt 300 Gid. jährl. 
(Sittard 2, 63. 86. 91. 120). 

La Rose-Foiil)runne, Gr . . . de, 

bekannt durch: 

Sappho's complaint oa the rock of Lu- 
cate, in Pleyel's, Corri's und Dussek's 
Musical Journal 1797. Nr. 1, fol. [br. 
Mus. 

La Rousseli^re , Jean - Bap- 
tiste Charles de, lebte im 17. Jh. 
und ist bekannt durch 

Traite des languettes imperiales pour la 
perfection du clavessiu, nouvelle inventiou 
fran(;oise presentee au Eoi, ä MM. de 
l'Academie royale, et ä MM. de la mu- 
sique de la chapelle de Sa Majeste . . . 
avec un advis tres-utile pour l'entretien de 
Taccord en tout temps. Paris 1679. 8*'. 
[Hannover. Paris Nat. Stadtb. zu Caen. 

L'Arpa, siehe Leonardo und 

Orazio dell'Arpa. 

Larrenois, Baudouin, 1563 
Altist an der Hofkapelle Philipp IL 
von Spanien, erhielt die Praebende 
zu Hesdin (Straeten 1, 246). 

Larriy^e, E . . . Fetis zeigt eine 



Violinistin Marie-Jeanne um 1750 
bis 1778 an. Der obige ist un- 
bekannt, vielleicht ihr Gemahl. 

Die Musikfr. zu Wien besitzen von 
obigem: La simplicette, Romance und 
Jamals, Romance du banni. 

Lartigault, N . . . 

Fetis verz. ein Samlwk. Messen von 

1644 bei Ballard erschienen, welches die 

Messe ad imitationem moduli Confirma 

hoc, Dens, 5 voc. enthalten soll. Das 

j Samlwk. ist mir nicht bekannt. 

' Lartillon (Lartillion, Lardillon), 
J . . . B . . ., seit etwa 1755 — 1783 
Spieler des „double basse'' (Contra- 
bass) in der Kgl. Kapelle zu Brüssel, 
mit einem Gehalte, der aus 250 Gld. 
bis 350 Gld. bestand. Der Kapell- 
meister Croes bez. ihn als einen 
guten Musiker (Straeten 5, 173. 
182. 183). In einer Subscriptions- 
I liste von c. 1760 wird er UArtil- 
' Ion geschrieben und als Musicus 
an St. Gudule und an der Hof- 
kapelle zu Brüssel bez. 

La Rue, Feiice de, lebte um 
1573. Das Liceo mus. zu Bologna 
besitzt ein Ms. von ihm, man 
glaubt, dass es Autogr. ist, betitelt: 
Litauie diverse a 4 voci in falso bor- 
done. qu40. 14 Ell. Enth. 1. eine Ab- 
hdlg. über den Cantus firmus. 2. La 
varie maniere di Litanie del De la Rue. 
B. Pange lingua 4 voc. 4. Vari modi in 
canto fermo. 

La Rue, Pierre de (Pierchon, 
Perisson, Pierzon, oft nur allein 
so gez., latinisiert Petrus Platensis^ 
auch notiert: Pe. de [?■- rue, oder 
Pirson, alias pe. De. \p- rue). Geb. 
in der Picardie in der 2ten Hälfte 
des 15. Jhs.; um 1492 befand er 
sich in Diensten des Hauses Marie 
de Bourgogne als Sänger in deren 
Kapelle und zwar unter dem Na- 
men Pierchon. Fetis glebt doku- 
mentarische Beweise, dass damit 
nur La Rue gemeint ist. JVlit 
Piercho7i wird er in der Deplora- 
tion erwähnt. In den Jahren 1499 



La Rue, Pierre. 



54 



La Rue, Pierre. 



bis 1502 befindet er sich in der 
Kapelle Philipps des Schönen 
(Fetis) u. erhielt 1501 eine Prae- 
bende zu Courtrai. Als Philipp 
nach Spanien ging, blieb L. in den 
Niederlanden und diente noch 
seiner Scliwester der Margarete von 
Oesterreich, welche zur Gouver- 
nante der Niederlande ernannt 
war. Die letzte Nachricht rührt 
aus dem Jahre 1510 her, wo er 
auf die Praebende an der Kirche 
St.-Aubin zu Namur verzichtete 
(Fetis mit Dokumenten). Die Mut- 
mafsung Straeten's 3, 210 ff., dass 
er 1510 nach dem Tode des Di- 
rektors der Sarbonne in Paris an 
dessen Stelle kam, beruht auf sehr 
schwachen Füfsen, denn der Nach- 
folger heilst Petrus de Ruella. 
S. 213 teilt er ein Dokument mit, 
aus dem hervorgeht, dass er schon 
1492 in Diensten Philipp des 
Schönen in Brüssel stand. Im 
Bd. 7, 122 bez. er ihn als Bas- 
sisten, früher (Bd. 3, 213) als Te- 
noristen. Nach dem Tode Philipp 
des Schönen, 1506, diente er der 
Königin weiter, geht dann in die 
Kapelle König Karl Y. über und 
ist bis 1512 in den Eegistern zu 
verfolgen, von hier geht er an den 
Hof der Margarete von Oesterreich, 
Gouvernante der Niederlande. An 
Praebenden besafs er aufser den 
in Courtrai und Namur auch eine 
Pfründe am Dome zu Termonde. 
Er zog sich bald nach 1512 nach 
Courtrai zurück und starb dort am 
20. Nov. 1518 (Straeten 7, 118). 
Auf Seite 109 erwähnt er auch 
seinen Vater: Jehan de la Rue, 
der vom Erzherzoge eine Pension 
erhielt. Yon seinen Werken sind 

gedruckt: 

Misse Petri de la Rue. | Beate virgi- 
nis. I Puer natus | Sexti. Ut fa | Lomme 
arme | Nüqua fue pena maior. Ven. 
31. Oct. 1503 Petrutius. qu40. 4 Stb. 



[Bologna. B. B. Hofb. Wien. Rom cap. 
sistina. br. Mus. 

In alten Samlwk. 46 Gesänge, darunter 
8 Missae (Eitner 1). 

4 Gesänge in neuen Ausg. (Eitner 2) 
und im Ambros 5, 137, Sanctus ex Missa 
Tous les regres, 4 voc. S. 144 salu- 
taris hostia, 4 voc. lu Maldeghem's neuen 
Ausg. 29. annee 1893 S. 17 ein Salve 
regina 4 voc. und ein Magnificat: Et exul- 
tavit 4 voc. In Ch. Bordes Trois chans. 
Paris 1895: II me fait mal de vous. 
[Brüss. Cons.] In Publikation Bd. 23 
Nr. 33: Au feu damour ie fais 4 v. in P. 

Mss. in B. M: 5, Missa cum iocundi- 
tate 4 voc. Chorb. Missa pro defunctis 
4 voc. — Ms. 6 Missa Incessament 5 v. 
Chorb. Missa pro def. 4 v. wie in Ms. 5 
und in Ms. 893 in neuer Part. — Ms. 9 
Missa pro def. 5 voc. — Ms. 10 Missa c. 
iocund. wie in Ms. 5. — Ms. 88: 5 Salve 
regina in mehreren Teilen 4 voc. Chorb. 
— Ms. 12 ein Credo 4 voc. Chorb. — 
Ms. 205, 6 Stb. Nr. 10 Elle a bien ce 
ritz gratieulx (fraglich). Nr. 14 A feu 
d'amour. Nr. 15 Las que plains tu amy 
de mon offense. Nr. 31 D'ung desplaisir 
que foi-tuue. 

1 Chorbuch im Ms. 117 Ell. in gr. fol. 
16. Jh. mit Initialen und Randverzierungen 
in Hofb. Wien, enth. die Messen super 
Alleluja 5 v. de Sancta Anna 4 v. Ave 
Maria 4 v. Inviolata 4 v. de Sancto Job 
4 voc. Tuum praesidium 4 v. de Sancta 
Cruce 5 v. mit Wappen verschiedener 
Herrscherhäuser. In einem 2. Codex von 
98 EU. von gleicher Hand kop. ein Kyrie : 
In festo Pasche 4 v. u. die Missa: Tous 
le regretz 4 v. 

Ms. 18746 5 Stb. des 16. Jhs. ebendort: 

Carmina 5 voc. ohne Texte. Genannt 
sind Lebrun und La Fue. Im Bass fol. 32 
liest man : ,, Chansons de Mr. Bouton." Am 
Ende des Tenors liest man „P. Alamire, 
summae trimtatis 1523". Von La Rue 
Nr. 17 u. 57 zwei Chansons. 

Ms. 11883. Hofb. Wien, Chorb., Perga- 
ment, Samlbd. Nr. 7, Missa: Cum jucun- 
didate 4 v. Nr. 9, Missa: Alemana 4 v. 
Nr. 18, Missa: sacer Anthoni! 4 v. 
Nr. 19, Missa: Assuiupta est Maria 4 v. 
Nr. 20, Missa: Puer natus est nobis 4 v. 

Ms. mus. I, 40 alte Signatur, Hofb. 
Wien, 168 BU. kl. Fol. Chorb. 17. Jh. 
Nr. 9, Domine Jhesu Christo 4 v. — 
Ms. 15941, 3 Stb. C. fehlt, 2 lat. Gesänge 
Nr. 8 u. 16. Ms. 18742 Missa De sancto 
Antonio aus 1508 in Stb. 

Ms. 18810, 5 Stb. 16. Jh. Hofb.Wien, 
weltliche Gesänge zu 4 Stirn, fol. 5, 6 u. 



La Rue, Pierre. 



55 



La Saigne. 



15 mit Carmen überschrieben. Fol. 21: 
Ain frölich wesen. Fol. 34b Jam sauche. 
Fol. 35 a Tous le regres, c. 2. p. Ms. 19 183 
neue Part. 2 Carmen. 19328 neuere Hd. 

1 Canon, aus einem Codex Ambrosiana. 
Gaude virgo 4 voc. in Ms. 9126, Chorb. 

des 16. Jhs. Bl. 165. [Brüssel'] Ebeu- 
dort Bl. 149 u. 155 zwei Magnificat 4 voc. 
Bl. 137 Salve regina 4 v. Bl. 15 Missa 
4 V. sup. Sub tuum praesiduum. Bl. 29 
Missa 4 V. sup. Lomine arme. Bl. 45 
Missa 4 V. sup. sacer anthoni. Bl. 59: 

Missa 4 V. s. nomine, Disc. ^-f- c f f e 

e f g a. 

Ms. 15075 Chorbuch des 16. Jhs., B. 
Brüssel fds. Bourgogne. Titel: Liber 
Missarum (geschrieben für die Kapelle 
Jean III. Kg. von Portugal. 1521 — 1557). 
Enthält 7 Messen zu 5 u. 6 Stirn, sup. 
Conceptione. Ista est speciosa. De dolo- 
ribus. M. pasquale. Ave sanctiss. De 
Sancte Cnice. M. de feria. Siehe Beschrbg. 
beider Chorb. in M. f. M. 24, S. 31. 32. 

Mss. in Capeila sistina zu Rom : Cod. 41, 
Missa de B. Virg. 4 voc. — Cod. 45, Missa 
super Ave Maria, 4 v. — Cod. 36, Missa 
super gloriosa, 4 v. — Cod. 34, Missa 
de feria, bis zum Credo. — Cod. 45, 

2 Misse: 1. Nunqua fue pena maior. 
2. M. sup. quam pulcra est. — Cod. 36, 
Missa sup. de Virgiuibus. — Cod. 45, 
Missa Pour quoy non. — Cod. 45 Missa: 
Cum jocunditate. — Cod. 23 Missa Puer 
natus. — In Cod. 36 u. 45 drei Patrem 
4 et 6 voc. — Cod. 42 Regina coeli 4 voc. 
Siehe den gedr. Kat. unter Rue S. 163 
mit den Themen und den Anmerkungen. 

1 Gesg. in Ms. 630 br. Mus. 2 Stb. 
des 16. Jhs. 

Bibl. des Prinzen Chigi zu Rom, be- 
sals zu Straeten's Zeit im Ms. Missa sine 
nomine und Missa almana. 

Ms. in Bibl. coinunale zu Mecheln., 
Chorb. 110 BU. Pergam. in schöner Aus- 
stattung von 1511, enthält 7 Messen: 1. 
super Fors seulement 5 voc. mit der Ab- 
bildg. des Ks. Maximilian. 2. s. Resur- 
rexi et adhuc 5 voc. 3. Conceptio tua 
Dei genitrix, 5 voc. 4. Ave Maria gratia 
plena 5 v. 5. M. de Sancta Cruce 5 voc. 
6. M. sine nomine 4 voc. 7. M. sup. 
Alleluja 5 voc. (Siehe La Fage 2, 350 
Beschrbg.) La Rue nennt sich hier „can- 
toris regii'-. 

Ms. B. Macjliab. in Florenz., Nr. 58: 
Considera Israel. Quis dabit pacem 4 voc. 

Ms. B. Leyden, 6 Chorb., darinnen 1 
Missa, Fragm. in Chorb. F 385-89. 

Ms. Z 13 in B. Berlin, Chorb. des 16. 



Jhs. 1. Hälfte. Fol. 321 u. 346 zwei Magni- 
ficat zu 4 Stirn., des 2. und 6. Tones. 

Ms. 4. 24. 4 Stb. um 1550 in B. Kassel 
unter Pirson Nr. 80: Laudate Dominum. 

Basels Ms. Fx. 1 — 4 wird Pirson und 

Pirson alias pe D W- rue genannt. Nr. 53, 

Ach hulff mich layd 4 st. (= Schoeffer 
1513 Nr. 1). Nr. 108, Troplus secret 
4 part. Nr. 109, Tous le regres, 4 p. 
Nr. 110, Pour quoi non 4 p. Nr. 111, 
Tantque nostre argent, 4 parties. 

B. Proske, Ms. Cod. Pernner: Fors 
seulement 4 voc. — Leal schray tante 
(3) 4 voc. 

La Rue, Yalentiu de, musicus 
secretus im Dienste Papst Leo X. 
1519 (Viertel]. 3, 255). 

Laruette, Jean-Louis, geb. 27. 
März 1731 zu Toulouse, Sänger u. 
Schauspieler an der komischen 
Oper zu Paris von 1752 bis 1779. 
Auch als Komponist trat er her- 
vor (Fotis). Bekannt sind von ihm 
die Opern: 

La CendriUon, opera en 1 acte. 1762. 
Ms? P. [C. P. Paris Nat.^ 

Le Guj^ de Chesne. Comedie en 1 acte. 
Gravee par P. L. Charpentier. Paris (1763) 
La Chevardiere. P. kl. fol. 60 S. u. Stb. 
[Hofb. Wien. Paris Nat. G. P. br. Mus. 
B. B. Musikfr. Wien. 

L'heureux deguisement. Op. en 2 actes. 
P. Ms. 17892. [Hofb. Wien. br. Mus. in 
Nouveau theätre de la foire. Bd. 4. 8*^. 

L'ivrogne corrige, op. en 2 actes. Ms? 
P. von 1759. [Paris Nat. C. P. 

Le medecin de l'amour. Op. com. en 
1 act. de Mr. Anseaume. Paris, La Che- 
vai'diere. Represente pour la 1. fois sur 
le theiitre de l'opera com. a. la foire St. 
Laurent le 22e 7bre 1758. P. kl. fol. 
70 S. [Hofb. Wien. C. P. B. B. 

— Ausg. Amst. chez Hummel. P. fol. 
[Schwerin F. 

Lasag'iia, Lorenzo, geb. um 
1777 zu Genua, ein Fagottist und 
Komponist ebd., dessen Werke 
einst sehr geschätzt waren (Fotis). 

La Saigne, Leo., ein Franzose 
aus der eisten Hälfte des 16. Jhs., 
der 

im Samlwk. 1543 k mit einer 4stim. 
Chanson vertreten ist (Eitner 1). Ferner 
in Moderne's Le difficile des chansons, 
2. liv. s. a. 2 Chansons: Nr. 21, Vng 



La Salette. 



56 



Lasceux. 



amoureulx u. A'ng aduocat, 4 part. defekt. 
[B. A. 

La Salette, P. Joubert de, 

geb. um 1762 zu Grenoble, gest. 
ebd. 1832. Er war Artillerie- 
Offizier und brachte es bis zum 
Brigadegeneral (Fetis ausführlich). 
Neben seinem Amte betrieb er 
Musikschriftstellerei und widmete 
sich besonders der Xotation und 
den MusiksYstemen früherer Zeiten. 
Fetis führt 9 Drucke an, die teils 
in akademischen Schriften, teils 
selbständig erschienen. Xachweisen 
lassen sich aufser den akademischen 
Schriften und Zeitschriften: 

Stenographie musicale, ou maniöre 
abregee d'ecrire la musique, ;\ l'usage des 
corapositeurs et des imprimeurs. Paris 
1805 Goujon. 8°. 64 S. [B. B. Florenz. 
Bologna. B. M. 

Lettre sur une nouvelle maniere d'ac- 
corder les Forte - Pianos. Paris 1808 
Goujon. 8°. [B. B. Florenz. 

Considerations sur les divers systenies 
de la musique ancienne et moderne, et 
sur le genre enharraonique des Grecs; 
avec une dissertation preliminaire, rela- 
tive ä l'origine du chant, de la lyre, et 
de la flute attribuee ä Pan. Paris 1810 
Goujon. 2 voll. 8'^. [Bmssel. Glasgow. 
B. M. 

De la fixite et de l'invariabilite des 
sons musicaux. et de quelques recherches 
ä faire ä ce sujet dans les ecrivains orien- 
taux. Paris 1824. 8». 12 S. [Musikfr. 
Wien. 

Lettre . . . sur les memoires concernant 
le piix propos sur les difficultes qui 
s'opposent ä l'introduction d'un rhythme 
regulier dans la versification fran^aise. 
Paris 1815. 8°. [besafs Leo Liepm. 

De la notation musicale en general et 
en paiüoulier de Celle du Systeme grec, 
memoire. Paris 1817. 8°. [besaJs Liepm. 

Lasalle, . . . Sekretär der grofsen 
Oper zu Paris am Ende des 18. 
Jhs., gab ein Schreiben heraus: 

Lettre du comite de TOpera ä l'auteur 
de Tarare, 7 aoüt 1790, suivie d'une re- 
ponse de l'auteur au comite de l'Opera. 
Paris 1790. 8". 8 S. (nach Fetis). 

La Salle, Demotz de, bekannt 
durch 

Breviaire romain note Selon un nou- 



veau Systeme de chant, tres-court, tres- 
facile & tres-sur . . . Par M*** Pretre 
. . . Paris 1727 Gabr.-Fran(;. QuiUau fils. 
12". 22 Bll. 1476 u. 30 S. [Bibl. 
Charles Walker's. 

La Salle, Eustace de, ,,chapel- 
lain des paiges" an der Hofkapelle 
Ks. Karl V. in Spanien, erhielt am 
3/6 1558 eine „Pension" von der 
Abtei von Hannoj und die Prae- 
bende zu Walcourt (Straeten 3, 149.) 

— Jan, um 1570 Knabensänger 
an der Hofkapelle in Madrid, geht 
1573 auf die Universität in Löwen 
(Straeten 8, 90. 99. 101). 

— Nicolas ^ wird 1581 Sänger 
in der Kapelle des Erzherzogs in 
Innsbruck (Straeten 3, 252). 

Lasalle d'Offemont, Marquis 
de, geb. um 1734 zu Chätelet, 
gest. 22. Okt. 1818 zu Paris. Ein 
höherer Offizier, zuletzt Comman- 
dant der Ehrenlegion. Er zeichnete 
sich als Komponist von kleineren 
Opern aus, von denen auch einige 
eine Zeitlang gefielen. Fetis verz. 
auch eine Streitschrift über die 
Oper, London 1776. 24 S., ano- 
nym. Auch den Text zu Gossec's 
Les pecheurs verfasste er (1766). 
Von den Operetten, von denen 
Fetis „Bertholde"' u. ,,L'amant cor- 
saire" anführt (1754 u. 1762) ist 
nur die erstere nachweisbar: 

Bertholde ä la ville, opera comique, 
mele d'Ariettes repres. sur le theatre de 
l'opera comique. Grave par Mme. Leclair. 
Prix 9 fr. Paris (1751) La Chevai'diere 
P. 39 fol. (Text von Anseaume). 
[Schwerin F. br. Mus. in Xouv. theatre 
de la foire. Bd. 2. 8°. 

— 4 Arien aus derselben Oper im 
Kl.-Auszg. Ms. [Wolfenbüttel. 

Lasceux, Griiillaume, geb. 3. 
Febr. 1740 zu Poissy, gest. 1829 
zu Paris. Schüler von Xoblet. 
1769 erhielt er den Orgamsten- 
posten an der Kirche St.-Etienne 
du Mont zu Paris und am Semi- 
nar St.-Magloire. Ersteren Posten 



Laschanzky. 



57 



Lasser. 



nennt er auch auf seiner Nouvelle 
Suite. Später wurde er der Nach- 
folger seines Lehrers a/d. Kirche 
Mathurins und am College de 
Navarre, auch blieb er Titular-Or- 
ganist an St.-Etienne du Mont. 
Fetis bez. seine Orgelkompositionen 
als unbedeutend, obgleich sie ihrer 
Zeit geschätzt waren. Nachweis- 
bar sind folgende. Zuerst eine 
Operette : 

Les epoux reconcilies, com. lyrique en 
1 acte. Ms. Autogr. in P. [Brüssel Cons. 

Dann : 

2. livre de Senates pour clavecin avec 
V. ad IIb. [Paris Nat. 

und ein "Werk für Orgel: 

Nouvelle Suite de pieces d'orgue. Ded. 
a Mr. Sejean, Organist de Tliotel imperiale 
des Invalides. Paris, Imbault. qufol. 2 
Suiten. [Briissel. B. Wagener nur Nr. 2. 

Laschanzky, Madame, lebte 
wahrscheinlich am Ende des 18. 
Jhs. und schrieb ein 

Concerto ä 5. Hobo Concertant: 2 V. 
Ya. et Bc. pai- . . . Ms. Stb. In der 
rechten Ecke liest man ,,N. Hastede'-. 
[Schwerin F. 

Laserre, . . . bekannt durch : 
Eecueil d'airs k 2 et 3 voix, avec la 

Bc. Paris 1724. [Pai-is Nat. 

Ein James (.Jacques) La Serre trat 

1735 in die Kgl. Xapelle in London ein. 

Mutmafslich ist dies der obige. (Viertel]. 

8, .518.) 

Lasinger, Matthis, war 1572 
a/d. Hofkapelle zu Berlin angestellt 
(Friedländer Dokum.) 

Lasizi u. Lazisius, s. Algisiis. 

Laska, Franz, geb. 2. Mai 1750 
zu Choruschitz in Böhmen, gest. 
19. Jan. 1795 zu Moskarzow. Or- 
ganist und Priester im Benedik- 
tiner-Orden. Hatte in Prag stu- 
diert, trat 1769 in den Orden bei 
St. Johann unter dem Felsen, legte 
am 13. Nov. 1770 die Ordens- 
gelübte ab und las 20/10 1774 
die erste Messe. Nach Aufhebung 
des^ Klosters wurde er in Mo- 
karzow Seelsorger. Sein Euf als 
Orgelspieler soll bedeutend ge- 



wesen sein. (Dlabacz. Fetis sagt, 
er hinterliefs mehrere Suiten für 
Orgel.) 
Laslerus, Joannes, 

bekannt durch die Motette Amavit eum 
Dominus, 2 C. vel 2 T. et B. c. B. org. 
im Samlwk. 1624 b. Da Hasler, den man 
vielleicht unter dem Namen vermuten 
könnte, einen solchen Gesang mit der Be- 
setzung nie geschrieben hat, so muss der 
obige Name schon als lichtig gelten. 
(Eitner 1.) Obige Motette im Ms. 19 423 
der Hofb. Wien in Part. 

Lasnel, Egidio, lebte in der 
Mitte des 18. Jhs. In Dresden, 
Kgl. Musikalien-Samlg., findet man 
5 Werke von ihm, vielleicht be- 
fand er sich in Privat -Diensten 
des Kurfürsten, denn sonst kommt 
sein Name, aufser in Neapel im 
Conservatorium Turchini, nirgends 
vor. In Dresden befinden sich: 

1. La Passione di Jesu Christo, Ora- 
torio. Ms. P. 

2. La Conversione di S. Agostino, Orat. 
Ms. P. von 1751. 

3. L'amore vendicato. Dramma per 
musica. Ms. 2 voll. P. qiifol. [auch in 
Neapel Turch. 

4. Due Cantate ä voce sola di Sopr. 
c. ström. Ms. P. qufol. 

5. Arie diverse ä Sopr. c. ström. Ms. 

2 voll. P. qufol. 

Lassagnino, Messer LodOTieo, 
Fioreutino, wird 1543 in Ganassi's 
Lehrbuch der Violone, Bog. F., als 
vortrefflicher Spieler genannt. 

Lasser, Johann Baptist, geb. 
12. Aug. 1751 zu Steinkirchen in 
Niederösterreich, gest. 21. Okt. 1805 
zu München. Besuchte das Se- 
minar zu Linz und liefs sich dar- 
auf in Wien als Musiklehrer nieder. 
1781 trat er als Tenorist in Brunn 
auf die Bühne, wurde 1784—88 
Direktor des Theaters und trat 
dann wieder als Sänger in Gratz 
auf. (Manche schreiben Graz, andere 
Graz.) 1791 kam er als Hof- und 
Kammersänger nach München und 
wirkte dort bis 1802. Seine Sing- 
spiele hatten viel Glück, es werden 



Lasser. 



58 



Lassus, Ferdinand de I. 



genannt: Die glückliche Maske- 
rade, Der Kapellmeister, Die kluge 
Wittwe, Die unruhige Nacht, Die 
Modehändlerin, Der Jud«. In Mün- 
chen schrieb er „die Huldigung 
der Treue" und die Oper „Cora 
und Alonzo". Darauf wandte er 
sich der Kirchenmusik zu, die 
aber wegen der Verwandtschaft mit 
seinen Opernmelodien wenig Be- 
achtung fand. (Schilling. Allg. 
deutsche Biogr. Reich ard im Ka- 
lender führt ihn als Hofmusikus 
in München in den Jahren 1784 
bis 1796 an. Niederrh. Ztg. 11, 
360. Lpz. Ztg. 4, 563 eine Messe 
besprochen.) Von seinen Werken 
sind nachweisbar: 

Missae 3 D. Joan. La':seri, Electoralis 
aiilae et canterae (?) Monacensis musici 
diversis vooibus ac instrum. musicis . . . 
op. 1. Aug. Vind. 1795. 19 Stb. in fol. 
[Salzburg. Brüssel Cons. iin Ms. in Stb. 

6 Älissae 4 voc. c. orch. oj). 2. Augs- 
burg, Lotter 1804. Stb. [Eiusiedeln. 

Die unruhige Naclit, in 3 Akten, Ms. 
12 585 in B. B., Part, mit der Bez: Wien 
1790, 28. Mai. 

Vollständige Anleitung zur Singkunst, 
sowohl für Sopran, als auch für den Alt. 
München 1798 Falter. 4«. [B. B. B. M. 
Proske. br. Mus. Brüssel. 

— a. Ausg. Ib. 1805. [B. B. 

Lasserne, L. .., nur bekannt 
durch 

Souates ä V. seul. avec Bc, oe. 1. 
Paris, Boivin, c. 1750. fol. [besaXs einst 
Liepm. 

LiivSSOii, M. . . (vielleicht ist nur 
Mestre unter dem M. gemeint), ein 
Komponist aus dem ersten Drittel 

des 16. Jhs., der 

in alten Sainlwk. mit 5 Motetten und 
4 Chansons vertreten ist (Eitner 1). In 
Gardane's Excellentiss. autorum 1549 a 
1 Motette. Unter den Mss. der Bibl. 
Proske befinden sich in Ms. 852 und 
877 vier Motetten, dainnter auch die Mo- 
tette „Congratulamini" zu 4 Stirn. 

Lassus, Ernst de, ein Sohn 
des Orlandus, wird am 1/1 1589 
als Kantoreiknabe (Discantist) in 
die Münchener Hofkapelle auf- 



genommen; am 4/11 1590 wird 
sein Gehalt auf jährlich 50 Gld. 
festgesetzt. 1595 erhält er Urlaub 
(Kreisarchiv. Nach einem Schrei- 
ben der Wittwe Orlandus' von 
1595 wird Ernst als ihr Sohn 
bez.). 

Lassus (Lasso), Ferdinand de I., 
Sohn des Orlandus, gest. 27. Aug. 
1609 nach längerer Krankheit, 
hinterhefs 6 unerzogene Kinder. 
Die Geburtsdaten sind bei sämt- 
lichen Familienmitgliedern nicht 
feststellbar, da die Kirchenbücher 
nicht soweit zurückreichen. Er 
tritt 1583 in die Münchener Hof- 
kapelle ein, hat am 31. März 1584 
schon ein Jahr gedient und erhält 
für die Zeit 87 Gld. 30 Kr. 1585 
wird er als Tenorist bezeichnet, 
der auf Urlaub geht und dafür 
sein jüngerer Bruder Rudolph an 
seine Stelle mit 50 Gld. jährlich 
tritt. Ferdinand geht an den Hof 
des Grafen Eitel Friedrich von 
Hohenzollern-Sigmaringen u. wird 
Kapellmeister, wie aus dem Drucke 
seiner Cantiones von 1588 zu er- 
sehen ist. Die Dedic, ist im Sept. 
1587 in Hechingen gezeichnet. Am 
1/1 1590 findet man ihn wieder 
als Tenorist in München u. steigt 
sein Gehalt bis 300 Gld. Am 
11/3 1595 geht er mit der Ka- 
pelle nach Landshut, wo der Her- 
zog Hof hielt. Erst am 8/7 1602 
erfährt man, dass er mit Kapell- 
meister betitelt wird, doch ist seine 
Ernennung als solcher noch un- 
bekannt. Da er der Nachfolger 
Fossa's war, so kann seine Er- 
nennung kaum früher erfolgt sein, 
doch kennt man auch das genaue 
Datum von Fossa's Todestag nicht, 
sondern weifs nur, dass er 1603 
vor Pfingsten gestorben sein muss. 
Nach obigem Datum wird er sogar 
schon 1602 gestorben sein. Für 



Lassus, Ferdinand de^. 



59 



Lassus, Orlaudus de. 



5 Kantorei - Knaben , denen er 
Wohnung, Kost u. Unterricht er- 
teilen musste, erhielt er 340 Grld. 
Seit dem 16/11 1602 wird sein 
Gehalt auf 400 Gld. erhöht. Weitere 
Erlasse und Bittschreiben in Ha- 
berl's Jahrb. 1893, 65 ff. Von 
seinen Kompositionen sind nach- 
weisbar: 

Cantiones sacrae, viva voce suavissi- 
mae, et omnium uiusicorum instrumen- 
torum harmouiae per quam accomodatae, 
alias uec visae, nee unquam typis subiec- 
tae; ö vocib. Graecii 1588 (1587) Vuid- 
manstadius. 6 Stb. qu4'^. 26 Gesge. (21). 
Hier nennt er sich Kapellmeister beim 
Grafen Eytel Friederich. [B. G. B. M. 
Hofb. ^Yien: C. A. T. B. B: C. Upsala: 
D. A. T. 6 a. 

Apparatus musicus vocura octo varias 
easque sacras et di\-inis officiis aptas 
complectens odas concinnatus . . . Sere- 
niss. . . praefecto. Monach. 1622 Nie. 
Henricus. 9 Stb. 4". 15 Gesg. (Messe, 
Magnific. Litania, Motetten, Symphonia.) 
[B. B. 

23 Gesänge in alten Samhvk., 3 Mag- 
nif. 5 — 6 voc. in Orlando's Cantiones 
sacrae Magnif. 1602. 12 Mot. zu 5 Stirn. 
in Orlando's Cantiones 5 voc. 1597 (siehe 
Eitner 1). Femer in Orlando's Tertium 
opus musicum 1588 Nr. 59: Ascendit 
Deus c. 2. p. 6 voc. Nr. 60: Non ab- 
scondas c. 2. p. 6 voc. Nr. 61 : Delectare 
in Domino 6 voc. in 2. pari — In Ms. 
19423 Hof b. Wien aus dem Samiwk. des 
Victorinus 1624 drei Motett. in P. 

Ms. in B. M. 257 in Tabulatur 3 Mo- 
tetten. 

Er gab auch mit Rudolph die grofse 
Motetten -Samlg. seines Vaters: Magnum 
opus 1604 heraus: 

In neuen Ausg. 1 Gesg. (Eitner 2). 

Lassus, Ferdiiiaiid de IT., 

Sohn des Ferdinand, wird 1609 
vom Herzoge von Baiern nach 
Rom zur weiteren Ausbildung zu 
G. B. Crivelli geschickt. Am 23/12 
1616 wird er schon als Kapell- 
meister in München erwähnt. 1618 
erhält er 5 Kantoreiknaben in 
AVohnung und Kost mit jährlich 
295 Gld. Zuschuss. Sein Gehalt 
beträgt 1621: 400 Gld. nebst 7 
Knaben mit 403 Gld. 1622 sind 



es 10 Knaben mit 520 Gld., gehen 
aber wieder auf 7 Sängerknaben 
zurück. 1625 schreibt er in einer 
Eingabe, dass er nun 16 Jahre 
sich in herzogl. Diensten befinde, 
das wäre seit 1609; er rechnet 
also seine Studienjahre mit ein. 
Er rauss kurz vor 1635 gestorben 
sein, da seine Wittwe in diesem 
Jahre eine neue Ehe schloss. Gia- 
como Porro war sein Nachfolger 
(Kreisarchiv. Weitere Auszüge 
daraus in Haber'ls Jahrb. 1893 
p. 71). 

Lassus {Lasso, wie er sich selbst 
auf deutschen Titeln u. unter den 
Briefen zeichnet, da zu seiner Zeit 
die italienische Sprache die Um- 
gangssprache der feineren Welt 
war), Orlandus de (Orlando di, 
auch Roland di Lasso genannt). 
Heber seine Geburt, Kindheit und 
Jünglingsjahre ist fast nichts Be- 
stimmtes zu erfahren. Praetorius 
bezeichnet ihn einmal im 3. Bde. 
seiner Syntagma in der Dedication 
als einen (>endter in Flandern, 
doch will das nicht viel sagen, 
denn auch Glarean giebt oft Nach- 
richten, die wir heute mit Doku- 
menten widerlegen können. Der 
neueste Biograph Lasso's, Dr. Ad. 
Sandberger in München, hat die 
eifrigsten Nachforschungen ange- 
stellt und sieht sich doch schliefs- 
lich genötigt ein Bild zu konstru- 
ieren, wie sein Lebensgang wohl 
gewesen sein könnte. Sicheres er- 
fahren wir erst, als er an den 
Müuchener Hof kam. Der älteste 
Biograph L.'s und ein Zeitgenosse 
desselben, Samuel Quickeiberg, der 
recht gut unterrichtet sein konnte, 
giebt so kurze und allgemeine 
Nachrichten , dass sie kaum ein 
Gerippe genannt werden können. 
Dr. Sandberger teilt dieselben S. 58 
mit: Geb. 1530 (Haberl, Jahrb. 



Lassus, Orlandus de. 



60 



Lassus, Orlandus de. 



1894 S. 87 nimmt dem Grabsteine 
zufolge 15H2 an) in Bergen (Mons) 
im Hennegau, wird entfülirt und 
kommt 1544 in das Gefolge Ferdi- 
nand I. Gonzaga. der sich auf 
einem Kriegszuge nach Frankreich 
befindet, dann durch Italien nach 
Palermo zieht, worauf er zum 
Statthalter von Mailand ernannt 
wurde, angeblich immer Lassus, 
der wohl in seiner Sängerkapelle 
stand, mit sich führend. In Mai- 
land blieb L. nach Quickeiberg 
von 1548 — 1550. Von hier soll 
er, 18 Jahr alt, durch Constan- 
tino Castrioto nach Neapel geführt 
worden sein; darauf kam er nach 
Eom. Ein Ruf der Seinigen bringt 
ihn ins Vaterland zurück. Weniger 
glaubhaft erscheint eine Eeise nach 
England, worauf er sich in Ant- 
werpen niederliefs und von hier 
aus nach München gelangte. Selbst 
hier versagen die Quellen, ob er 
schon 1556 oder erst 1557 ein- 
traf. Er trat als Instrumentist in 
die baiersche Hofkapelle und erst 
als er der deutschen Sprache 
völlig mächtig war, wurde er vor 
dem 7. April 1560 Kapellmeister. 
Zahlreiche Briefe, von denen erst 
ein kleiner Teil veröffentlicht ist 
(M. f. M. 1, 190. 6, 111. Jahrb. f. 
d. Münchener Gesch. 1888, 490. La 
Mara 1, 18 und Sandberger, Buch 
3 am Ende) geben Zeugnis von 
einem unerschöpflichen Humore 
und dem vertraulichen Umgange 
mit seinem Fürsten und seiner 
Familie. Die erst im 1. Teile vor- 
liegende Biographie L. von Sand- 
berger, sowie die in Angriff ge- 
genommene Gesamtausgabe seiner 
Werke (Lpz., Br. & H.) werden das 
bis jetzt nocli kärgliche Urteil über 
ihn klar darlegen. Eine Biblio- 
graphie seiner Druckwerke habe 
ich bereits 1874 in den Monatsh. 



als Beilage veröffentlicht. Die zahl- 
reichen oft prächtig geschmückten 
Hds. der B. M. hat Maier in seinem 
Handschriften - Kataloge beschrie- 
ben. Mir bleibt hier nur noch die 
Aufgabe übrig, die noch nicht in 
beiden Verzeichnissen angezeigten 
Exemplare und Kopien auf öffentl. 
Bibliotheken zu verzeichnen, um 
dem Historiker alles Material zu- 
gänglich zu machen. Ich lege 
meine Bibliographie zu Grunde u. 
verweise auf die dortigen Jahres- 
zahlen. 

Einige Daten aus den Akten des Kreis- 
archivs zu München: 

1558 steht er unter Daser mit einem 
höheren Gehalte als Daser, der nur 150 
Gld. und Lassus 200 Gld. bezieht. 

1560 empfängt er für den Unterricht 
eines Schülers auf dem Zinken 30 Gld. 

1562 erhält seine Frau im Kindbett 
einen silbernen Gürtel vom Herzoge, im 
Preise von 13 Gld. 

1567 kaufte er von der Wittwe Kath. 
Stainin ein Haus in der Graggenau und 
erhielt vom Herzoge 1000 Gld. dazu. 

1569 beträgt sein Gehalt 325 Gld. 

1571: 362 Gld. 1572: 375 Gld. und 
für einen Diener 25 Gld. 

1574 war er in Rom und erhielt durch 
Fuager 400 Cronen. 

1575 beträgt sein Gehalt 400 Gld. 
1577: 550 Gld. 

1580 erhielt er als Zinsen von seinem 
ersparten Gelde 4400 Gld., doch schickt 
er dieselben dem Herzoge wieder zurück, 
da ihn die Summe als unrecht erworbenes 
Gut in seinem Gewissen bedrücke. Der 
Herzog sendet ihm nun die Summe als 
Geschenk. 

1581 beträgt sein Gehalt 710 Gld. 
1592: 902 Gld. 

Weiteres siehe in Haberl's Jahrb. 1893 
S. 62 und im Sandberger. 

Zu den in meinem chronolog. Verz. 
S. 20 angeführten Biographien kann ich 
noch folgende nachtragen: 

Roland de Lassus sa vie & ses oeuvres 
par Jules Decleve illustrations de Louis 
Greuse. Mons 1894 Leop. Loret. gr. 8". 
IX, 244 S. luxuriös ausgestattet mit 3 Facs. 
6 Taf. u. Verz. seiner Werke nach Fetis. 

Oacliet, Emile: Roland de Lassus, 
Lettre ä MM. de Tacademie de Belgique, 
sur la mutilation des noms des grands 



Lassus, Orlandus de. 



61 



Lassus, Orlandus de. 



liommes. (Extr, du t. 19 Nr. 2 des 
Bulletins de FAcad. roy. de belg.) 8'^. 
[Brüssel 4925. 

Haberl's Jahrbuch 1894. 87. 

Monatsh. f. Musiligesch. , siehe die 
Eegistor. 

Ring, M. de: Biogr. Gand 1850. 
[B. M. 

Sandberger, Dr. Ad: Beiträge zur Ge- 
schichte der baierischeu Hofkapelle unter 
0. di Lasso, in 3 Buch. Lpz. 1894 Br. 
& H. 8«. 

Siraeten, Edmond vander: La musique 
aux Pays-Bas. Bd. G siehe Register. 

Wins^ Camille: De la part que la 
societe des sciences du Hainaut a prise 
a l'erectioa de la statue d'Orl. de L. 
Mons 1854 Masquillier et Lamir. 12". 
[Brüssel 4926. B. B. 

Verzeichnis der Druchverke 

auf Grund des chronolog. Verz. soweit sich 

neue Fundorte und unbekannte Drucke 

nachweisen lassen. 

1545 ist ein fingiertes Werk und nicht 
nachweisbar, schon deshalb, weil L. noch 
viel zu jung war. 

1552. Basso. Lib. 1. di Madrigali a 
5 voci, con le Muse di Giov. Nasco e i 
Madr. di Cipr. Rore. Venez. 1552. 4*^. 
[Florenz. Enthält auch einiges von L. 

1555. II 1. hb. di Madr. a 5 v. [noch 
in Bologna ohne 5 a vox. 

— die Ausg. von 1556 ist nicht nach- 
weisbar. 

— von 1557 noch im br. Mus. Florenz 
B. R: C. 5a. 

von 1562 eine Ausg. bei Rauipazetto 
Nur B. in Bibl. Habeii be- 
kannt. 

— von 1566 nicht in Bologna, aber in 
B. B: A. T. 5 a, dann eine bei Gardano in 
B. Brüssel : C A. 5 a, ferner in Rom Ceci- 
lia: Ven., Rampazetto, 5 Stb. 

— von 1567 bei Scotto in B. B: B. 

— von 1570 auch in Hofb. Wien. 

— von 1582 (Titel bei Vogel, sowie 
Ausg. von 1586); die erstere bei Gardano 
1582 in Bologna: 5a. 

— von 1586 bei Scotto in Neapel Cons. 
KöLq: C. A. 5 a. Modena. Bologna. 

1555 a. II 1. lib. dovesi contengono 
Madr. Vilanesche . . . siehe die Verbes- 
serungen Nachtrag S. CXXXVI. 

— Ausg. 1555 bei Susato im 14. livre; 
befindet sich auch, in B. Celle und br. Mus. 
kompl. 

1556. 1. lib. Motetti a 5 et 6 v. An- 
versa, Latio. 5 Stb. [B. B. B. M. fehlt 
5a. br. Mus: C. 



in Venedig 



1557. Secondo libro delle Muse, a 
5 voci. Madrig. d'Orl. di L . . . con una 
Canzone del Petrarca . . Am Ende: Roma 
1557 Ant. Bari-e. 5 Stb. qu4". 19 Ge.sge. 
von Lassus, je 1 von Animuccia, Ant. 
Barre, Het. Vidue (s. Vogel 2, 394). [Bo- 
logna. Rom Cecil: A. T. B. 

Das 1. Buch erschien 1555 und ist ein 
Samlwk. ohne Lassus. Vogel 2, 393: 
1555>. 

1559. Secondo lib. di Madr. 5 voc. 
Gardano, 5 Stb. [B. A. br. Mus. Bo- 
logna. Verona S. f: A. 

— Ausg. 1562 auch in Bologna. 

— Ausg. 1565 per Ant. Gardano ri- 
stamp. 5 Stb. [Bologna. B. B:C. Flo- 
renz B. R: C. 5a. Im Haag B. Seh: T. 

— Ausg. 1566 ist nicht in Bologna, 
aber jetzt in B. B: A. T. 5 a. 

— Ausg. 1567 Vineggia appr. Scotto. 
5 Stb. [B. B: B. 

— Ausg. 1568 bei Gardano, aufser den 
verz. noch ia Brüssel: C. A. 5a. 

— Ausg. 1573 bei Scotto, inB. B: 5 a. 
br. Mus : 5 a. 

— Ausg. 1573 Venetia, ohne Verleger, 
in Bologna. Modena: 5a. B. B: C. br. 
Mus: 5a. 

— Ausg. 1574 bei Gardano, noch in 
Brüssel ohne Bass. Venedig B. M. 

— Ausg. 1585 bei Gardano. [C. P. 
5 Stb. 

— Ausg. 1586 bei Scotto, einst in der 
Stadtb. Köln, heute aber verloren ge- 
gangen. 

Die Ausg. vom 1. u. 2. Buch 5stim. 
Madrigale von 1559, 22 u. 10 Nrn. (S. 24 
angez.) befindet sich noch in Neapel 
B. n: A. 

1560. Liber decimus quintus ecclesi- 
asticarum cantionum vulgo moteta vocant 
D . . . 5 et 6 voc. ex omnibus tonis. Ant- 
werpiae 1560 Til. Susato. 5 Stb. kl. 4". 
enth. 17 Nrn. zu 5 und 6 zu 6 Stim. 
Dedic. von Susato gez. [B. Celle. Upsala 
(dies ist das letzte Buch des Samlwkes. 
von 1553—1557). 

1560. 1. lib. Madr. a 4 voci. Gar- 
dano, 4 Stb. [B. M. Hofb. Wien. Bo- 
logna: B. Proske. 

— Ausg. 1560 von Val. Dorico in Rom, 
4 Stb. [Bologna. Florenz: CT. 

— Ausg. 1562 von Scotto, 4 Stb. auch 
in Verona S. f : C. B., — nebst einer Ausg. 
bei Gardano. [Crespano: C. 

— Ausg. 1565 von Gardano, auch in 
Bologna: C. 

— Ausg. 1569 bei Gardano's Söhne 
[Hofb. Wien fehlt T.] und eine bei Claudio 
Correggio 1569. [B.B: A. T. 



Lassus, Orlandus de. 



62 



Lassus, Orlandus de. 



— Ausg. 1573 bei Scotto. [Stadft. 
Danzig fehlt seit einiger Zeit. 

— Ausg. 1576 bei Gardano. [Amst: T. 
Hofb. Wien ohne T. 

— Ausg. 1581 bei Gardano. [ß. C. of 
Mus: B. 

— Ausg. 1582 ib. [B.B: C T. B. K. 

C. of Mus. 

— Ausg. 1588 bei Scotto. [Neapel 
Cons. Bologna. 

— Ausg. 1592 bei Gardano. [Florenz 
B. R: C. B. br.Mus: A. B. 

Sämtliche Ausg. mit Angabe des In- 
haltes beschreibt Vogel 1 unter Lassus. 

1560 a. Tiers livre des chansons a 4, 
5 et 6 part. Phalese. [B. D. 

— 1562, Louvain, Phalese. q\i4P. 
[br.Mus: C. 

— 1566 ib. [Hofb. Wien. B. M. 

— 1570 ib. noch in Upsala 5 Stb. 
1562. Sacrae cantiones 5 voc. Mon- 

tanus et Neuber, ist noch in Bibl. Bautzen : 

D. A. 5a. B. Hbg. kompl. Lübeck: T. ß. 
defekt vertreten. 

— Ausg. 1562 Ven. , Ant. Gardano. 
5 Stb. qu4i'. [ Verona S. f. 

— Ausg. 1564 ib. in B. Heilbronn, 
fehlt der A. B. Löbau 5 Stb. 

— Ausg. 1565 bei Gardano. [Wolfenb. 
5 Stb. 

— Ausg. 1569 bei Neuber, auch im 
br.Mus. 5 Stb. 

— Ausg. 1570 bei Gerlach. 5 Stb. 
[B. Brieg: D. T. B. Rostock. br.Mus. 

— Ausg. 1574 bei Gardano. [B. B:B. 

— Ausg. 1575 bei Gerlach. [B. Zwickau 
fehlt C. 5 a. Paris Geuev. 

— Ausg. Monacliii 1582 Ad. Berg. 
5 Stb. [Glasgow. Verona S. f. 

— Ausg. von 1586 mit lib. 1. bez. 
Venet, Ang. Gardano. [br.Mus: A. B. 
Lpz: C. A. T. 

1563. II 3. lib. delli Madrig. a 5 voci, 
Scotto. 

— Ausg. Roma 1563 Ant. Barre. 5 Stb. 
qu.4P. [Rom Cecilia. 

— Ausg. 1564 bei Gardano. [Verona 
S. f. 5 Stb. 

— Ausg. 1566 bei Gardano. [Bologna. 
Brüssel : C. A. 5 a. Bologna Petronio fehlt 
C. Ini Haag- B. Seh: T. 

— Ausg. 1567 bei Scotto. [B.B:B. 

— Ausg. 1570 bei Gardano. [Hofb. 
Wien. 

— Ausg. 1573 bei Scotto. [B. A. 
Modena. B.B: C. 5a. 

— Ausg. 1586 bei Scotto. [einst in 
Stadtb. Köln. 

1564. Le 1. livre des Chansons ä 4 p. 
Susato. 4 Stb. (nichts weiter zu erwähnen). 



1564. 4. liv. des chans. a 4 et 5 p. 
Phalese. 5 Stb. (ebenso). 

1565. Sacrae Lectiones novem ex 
Propheta Job., 4 voc. Gardanus. 4 Stb. 
[B. Elbing. Bologna: C. B. 

— Ausg. 1567 muss es heifsen: Ritter- 
akademie in Liegnitz. Wolfenb. 4 Stb. 
br. Mus. 4 Stb. 

— Ausg. 1575 bei Gerlach. [B. Zw. 
fehlt Diso. 

1565. Orl. Lassi . . . Quinque et Sex 
vocibus perornatae, Sacrae cantiones nunc 
primum omni diligentia in lucem editae, 
ä Julio Bonagiunta Musico Ecclesiae diui 
Marci Venetianim. Lib. H. Ven. 1565 
Scottus. 6 Stb. 4". Das sind dieselben 
Motetten, die erst 1566 bei mir ange- 
zeigt sind. [Bologna, Kat. 2 p. 443 die 
Dedic. 

— 1566. Lib. 2. andere Ausg. 1566 
Gardanus. 5 Stb. [Bologna: CT. Wolfenb. 
5 Stb. B.Br: C. B. Verona S. f. 

— Ausg. Paris 15v2 Le Roy et R. 
Ballard. 4 Stb. ciuA'K [br. Mus. fehlt T. 

— 1572 Gardanus. [B.A. 5 Stb. B.B: 

A. B.Br: A. T. 5a. 

— 1584 ib. [Bologna: A. T. B. 5a. 
br.Mus: A. 

1566 a. Sacrae cant. 5 et 6 voc. Lib. 3. 
Ven., Gardanus. 5 Stb. [Wolfenb. 

— Ausg. 1569 ib. [Bologna: C. T. 5a. 

— Ausg. 1578 ib. [Bologna 5 Stb. 
B.B: B. 

— Ausg. 1587 ib. [B.B: A. 5a. 
Bibl. Troyes: A. T. B. br. Mus: A. 

— Ausg. 1599 ib. [Bologna: A. T. 

B. 5a. 

1566 b. Sacrae cant. 6 et 8 voc. Lib. 4. 
Gardanus. 6 Stb. [Modena: A. T. 6a. 
Wolfenb: 6a fehlt. 

— Ausg. ] 569 bei Gardano. [br. Mus : 

A. in qu4". 

— Ausg. 1579 ib. [B.B: B. 5a. Bo- 
logna: A. B. 

— Ausg. 1593 ib. [Bologna: C. 
1567. Magnificat 8 ton. 6, 5 et 4 v. 

Gerlach. 6 Stb. 4». [Heilbronn: fehlen 

B. 5a. Lüneburg streichen. Rostock, ? Stb. 
Kassel. Brüssel. Stockholm: T. B. 5a. 
br.Mus. fehlte. Wolfenb. 6a fehlt. B.Br. 

— Ausg. 1573 Gerlach. [Paris Nat. 
Stockholm: T. B. B.Br. 

— Ausg. Mediolani 1590 Tini. [Bo- 
logna: C. A.T.B. 

1567 a. Newe teutsche Liedlein mit 
5 St. München, Berg. 5 Stb. [Kassel 
4 Stb. Götting: T. B. 

— Ausg. 1569 ib. 5 Stb. [Lübeck, 
? Stb. br. Mus. Wolfenb. 

1567 b. . . . Lib. IV. de Madrigal! a 



Lassus, Orlandus de. 



63 



Lassus, Orlandus de. 



5 voci. Gardano .ö Stb. [Bologna. Im 
Haag B.ScL: T. 

— Ausg. 1570 ib. [B. M. Hof b. Wien 
fehlt B. Florenz B. n. Briissel fehlt B. 

— Ausg. 1584 ib. fbr. Mus. 5 Stb. 

— Ausg. 1593 ib. [Bologna: C 

1568. Selectissimae cautiones . . 6 et 
pluiib. vocib. Noribg., Gerlach. (1. u. 
2. Teil.) 6 Stb. [Darrast. Elbing. B.Hbg: 
C. A. T. B. B. Br. br. Mus. 

— Ausg. 1579 von Lechner, ib. (auf 
Zeile 3 von unten lies für Nr. 32 „Nr. 31"). 
2 Teile. [Löbau. Danzig fehlt C. El- 
bing. Arast. nur 1. Teil. 

— Ausg. 1587 Noribg., Catharina Ger- 
lachin. 6 u. 5 Stb. [Krakau nur 2 Stb. 
Wolfenb. B.Lpz: C.A.T. B. Br. br. Mus. 

1568 b. Quintus lib. coucentuum sacro- 
rum . . 5, 6, 8 voc. ed. Bonagiunta. Ven., 
p. Claud. Correggiatera. 

— Ausg. 1569 Gardanus. [Wolfenb. 
fehlt 6a. br. Mus: A. 

— Ausg. 1584 Gardanus. [Bologna: 
A. T. B. 6 a. 

1569. Cautiones aliquot 5 voc. Monaci, 
Ad. Berg. 5 Stb. [B. A. br. Mus. Ro- 
stock, br. Mus. 

— Ausg. 1569 bei Gardauo mit Lib. 1 
gez. [Bologna inkompl. Abdr. der Dedic. 
Kat. 2, 444. B. Br. 

— Ausg. 1586 bei Ang. Gardano, be- 
titelt: Sacrae cautiones ... 5 voc. Lib. VL 
[br. Mus : A. qu4<'. 

1570 b. Selectiorum aliquot cantionum 
sacrar. 6 voc. fasciculus . . . Monach., 
A.Berg. 6 Stb. [B. A. br.Mus:2Ex. 

1570 c. Mellanges cont. plusieurs chan- 
sons, tant en vers latin qu'en ryme fran- 
coyse a 4, 5, 6, 8, 10 parties. Paris, le 
Eoy& Ballard. 5 Stb. [br.Mus. Turin Bibl. 
nazionaie. 

— Ausg. La Eochelle 1575 P. Haultin. 
qu40. [br. Mus : Contratenor. 

— Ausg. Paris 1619 Ballai-d. [Paris 
Nat: Sup. Contrat. T. B. 

1570 d. siehe 1567 b. Lib. IV. Madr. 
5 voc. 

1571, Primus Hb. Modiüorum 5 voc. 
constantinum. Paris, le Roy et Ballard. 
5 Stb. [Paris Genev. B. Brdbg. 5 a. Eora 
Cecilia: T. Cesena B. com: T. B. Br. 
br. Mus. fehlt T. 

— Ausg. 1571 Lovanii, Phalesius et 
Bellenis. [Musikfr. Wien. 

1571a. See. lib. Modulonim 5 v. Le 
Roy et Ballard. [B. Br. br. Mus. fehlt T, 

— Ausg. 1572 Phale.sius et Bellerus. 
[B. Brdbg. 5 a vox. 

1571 b. Moduli 5 voc. nunquam hactenus 
editi . . . Paris, Le Roy et Baliard. 5 Stb. 



[Musikfr. Wien. br. Mus. Upsala fehlt A. 
B. Br. 

— Ausg. 1571 Lovanii, Phalese et 
Bellere. [Musikfr. Wien. B. Brdbg. 5 a. 

— Auflage 1588 Paris, Le Rov et Rob. 
Ballard. [br.Mus: T. in 4«. 

— Ausg. 1572 Monach., Ad. Berg. 
[Rostock, br. Mus. 

— Ausg. 1584 Gardano. [Bologna: 
A.B. br.Mus: A. 

— Ausg. 1589 Ad. Berg. [B. Augsbg, 
1571c. Livre de chansons nouvelles ä 

5 p. Paris, Le Roy et Ballard. 5 Stb. 
[Paris Genev. B. Br. feblt 5a. br.Mus. 
5 Stb. 

— Ausgabe 1576 ib. [br. Mus. fehlt 
5 a und noch eine Ausg. Ibid. 1581, nur 
Superius. 

— Ausg. Paris 1599 Ballard. [Paris 
Nat: Sup. Contrat. T. B. 

1572. Der ander Theil teutscher Lieder 
mit 5 St. 5 Stb. [Kassel nur 4 Stb. 

— Ausg. 1573. [B. Augsbg. 

1572. Moduli ... 4 et 8 vocum. Paris, 
Le Roy & Rob. Ballaid. [br. Mus : C. A. B. 
in qu4^. Ebendort eine Ausg. von 1588, 
nui T. 

1573. Sex cantiones latinae 4, ad- 
juneto Dialogo 8 v ... Ad. Berg. 4 Stb. 
[Götting. Florenz. br.Mus: T. B. Br: 

A. T. B. 

15v3. Moduli 6, 7 & 12 vocum. Paris, 
Le Roy & Rob. Ballard. [br.Mus: C. A. 

B. 5 a in qu40. 

1573. Tertius über Modulorum, 5 voc. 
Paris, Le Roy & R. Baliard. [br. Mus : 

C. A. B. 5 a. qu4y. 

1573 a. Patrocinium musices. I. pars. 
[Brüssel, br. Mus. B. Br. 

— II. pars, Missae. [Paris Nat. Cap. 
sistin. Brüssel, br. Mus. 

— III. pars, Off icia. [Brässel. br. Mus. 
Ausg. von 1580. 

— IV. pars, Passio. [B. A. von 1576. 
Brässel. br. Mus. 

— V. pars, Maguificat. [Brüssel, br. 
Mus. Dresden. 

— VI. pars, Missae aliquot 5 voc. Ad. 
Berg. Chorb. in gr. fol. 1589. [Brüssel. 

— Von der Ausgabe in Stb. in kl. 
qu4P. bei Corneille Phalese besitzt I. pars 
das br.Mus: Tenor. II. pars die B.Lpz. 

1574. Missa super Ite rirae doleuti . . . 
Monach., Ad. Berg. Chorb. in gr. fol. 
[Brieg. 

1574. La fleur des chansons de deux 
plus excellents musiciens . . . (Lassus und 
Goudimel) 1. hvre. Lyon, Bavent. [Paris 
Nat: Tenor. (Aehnliche Titel unter 1592 
und 1604.) 



Lassus, Oiiandus de. 



64 



Lassus, Oiiandus de. 



1575. Liber Mottetarum, trium vo- 
cum . . . Louvain, P. Phalese et J. Bel- 
lere. qu40. [br.Mus: C. 

Diese Ausgabe fehlte bisher und steht 
das Werk erst unter J577a. 

— Ausg. 1579 bei (rardano. [Bo- 
logna: C. T. 

— Ausg. 1591 bei Ad. Berg. [B. L: C. 

1576. Der 3. Theil . . . teutscher Lieder 
mit 5 St. Ad. Berg 5 Stb. [B. A. 

1576 a. Thresor de musique . . cont. 
ses chansoüs ä 4, 5 et 6 p. s. 1. St.-Andre. 
[Paris Xat: Conti-at. br.Mus: C. 

— Ausg. 1594, 3. ed. s. 1. [Paris Nat: 
Sup. Ten. B. 5a br. Mus : Contrat. 

1576 b. Moduli nondum prius editi, 
3 voc. Paris 1576 Le Roy & Ballard. 
[br.Mus. kompl. 3 Stb. vielleicht = 1575. 

1576c. Les Meslanges ... cont. plu- 
sieurs chansons ä 4, 5, 6, 8, 10 parties. 
Paris, Le Roy & Ballard. Stb? qu40. 
[br. Mus: C. A. T. B. Oxford B. L: Con- 
traten. Paris Genev. 

— Die 4 st. (30) in neuer Ausg. von 
Henry Expert. Paris, Leduc 1894. kl. fol. 
in alten Schlüsseln u. Klavierauszg. 

1577. Novae aliquot et ante hac non 
ita usitate ad 2 voces Cantiones . . . Ad. 
Berg. 2 Stb. 

— Ausg. 1585: Motetti et Eicercari 
. . . a 2 voci. Lib. 1. Yenet., Ang. Gar- 
dano. 2 Stb. qu40. [br. Mus. 

— Ausg. 1598, London!, Th. Este. 
2 Stb. 4". [br. Mus. 

— Ausg. 1610. Yen., Vincenti: Mo- 
tetti e Ricercari ä 2 voci. 2 Stb. 4". 
[Florenz. 

1577. Moduli 4, 5, 6. 7, 8 et 9 vo- 
cum. Paris, Le Rov & Rob. Ballard. 
[br.Mus: C. A. B. 5a in qu4iJ. 

1577 b füge S. 53 nach den Bibliotheken 
noch hinzu: Eine Fortsetzg. dieser Aus- 
gaben siehe 1582 u. 1582a... 

1577 c. Premier livre du Meslauge des 
Pseaumes et Cantiques ä 3 i)art., recueü- 
lis de la musique d'Orlande de Lassus, 
s. 1. (Siehe Eitner 1. 1577 S. 190, von 
Lassus nur 1 Nr.) [B. M. fehlt C. Der 
Second livre von 1577, siehe 1577 Inder 
Bibliogr. der Samlwke. euth. 2 Nrn. von 
Lassus. B. M. ohne C. 

1578. Chansons a 4, und 4 et 5 p. 
bei Le Roy & Ballard, Buch 10 — 25, siehe 
meine Bibliogr. 1569 q bis ff. — Eine 
Ausg. von 1569, 1570 u. 1571 des 12. bis 
20. Buches im br.Mus., Ten. und von 
einigen auch der Alt. 

1578. Octo Cantica divae M. V. ... 
Magnificat ... 5 voc. Lutetiae apud Adr. 
le Roy et Rob. Ballard 1578. 5 Stb. 



gr. 4". Lassus ist hier Orlandus Lassusiiis 
genannt. [Rom Cecilia. 

1580. Theatrum musicum . . lib. 1. s. 1. 
1580 a. Theatrum musicum . . lib. 2. s. 1. 

[B.M. Wolf enb. Kat. 271. Paris Genev. 
lib. 1, inkompl. 

1580 b. Sex vocum Cantiones . . . 
Argentorati, Vvyriot. 6 Stb. kl qu8°. 
[in der Bibl. Proske: C. B. 5 a, im br. Mus. 
die anderen Stb: A. T. 6a. 

1581. Octo Cantica divae M. V. 4 voc. 
Paris, Le Roy et Ballard. Das Exemplar 
in Paris Nat. ist eine Stimmenausgabe 
und nur Super, u. Contraten. vorh. Im 
br.Mus: ib. 1586: Ten. betitelt: Beatis- 
siraae V. M. Octo cantica modis tonorum 
octo quaternisque voc. etc. 

1581a. Lib. Missarum 4 et 5 voc, 
Noribg., Gerlach. 5 Stb. [Löbau 5 Stb. 
Stockholm fehlt C. Wolfenb: 5 Stb. 

1581b. Libro de Villanelle ... Le 
Roy et BaUard. 4 Stb. [Upsala. Ve- 
rona S. f. 

— Ausg. 1582 bei Phalese et BeUere. 

4 Stb. [Celle: C. B. br.Mus: A. 

1582 b. Lectiones sacrae novem. Ad. 
Berg. 4 Stb. [Proske. Brüssel in 4 Stb. 
u. moderne Part. Yeroua S. f. 4 Stb. 
br. Mus: C. A., dort auch eine Ausg: Paris 
1587 Le Roy & Rob. Ballard, Tenor. 

1582 c. Sacrae cantiones 5 v. Ad. Berg. 

5 Stb. [br.Mus: B. fehlt. 

1582 d. Motetta 6 voc. typis nondum 
uspiam excusa . . . Ad. Berg, 6 Stb. 
[br. Mus. Verona S. f. 

— Ausg. 1584 bei Gardano. [Modena, 
fehlen 5a. 6a. Bologna: B. br. Mus: A. 

— Ausgabe von 1588 unter „Moduli 

6 vocum". Paris, Le Roy et R. Ballard. 
[br.Mus. T. in 4". 

1582 e. Fascicuh aliquot sacrar. cant. 
4, 5, 6 et 8 voc. Noribg., Gerlach. 6 Stb. 
[Kassel 5 Stb. Proske. B. Br. br.Mus:B. 

— Ausg. ib. 1589. 6 Stb. [Danzig 
fehlte. Darmst: A. T. B. Löbau. Stock- 
holm. Amst. Wolfenb. br.Mus: B. 

1583. Newe teutsche Lieder, geistl. 
u. -weltl. mit 4stim. Ad. Berg. 4 Stb. 
[Danzig. Kassel: A.T.B. Götting. Proske. 
Darmst: A. T. B. ß. B. Ms. T 190 eine 
vollst. Part. br.Mus: C. 

1.583 a. Teutsche Lieder mit 5 Stim. 
in ein Opus zusammen getruckt. Nürnbg., 
Kath. Geriachin. 5 Stb. [Götting, fehlt 
5a. Stockholm: A. B. B. Br. 5 Stb. 
1 — Ausg. 1.593 ib. [B.Kassel fehlt T. 
br. Mus. 5 Stb. 

1584. Psalmi Davidis poenitentiales 
(5 voc). Ad. Berg. 5 Stb. [(TÖtting. 
Biüssel. B. Br. br. Mus : A. B. 5 a. 



Lassus, Orlandus de. 



65 



Lassus, Orlandus de. 



1584 a. Continuation du Mellange . . 
a 3, 4, 5 et 10 part. Le Roy et Ballard. 
(Fortsetzg. zu 1570 c.) 

— Ausg. 1596 ib. [Paiis Nat: Sup. 
Conti-at. T. B. Oxford B. L: Contrat. 

1584b ... II 1. lib. de Madrigal! a 

4 voci, novam. ristamp. Yen. 1584 Vin- 
cenci et Amadino Co. 4 Stb. qu40. 
[br. Mus. 

— 1592. Yen.. Ang. Gardano. 4 Stb. 
qu40. [br. Mus: A. B. 

1585. Madrigali: Novamente composti 
a 5 V. Noribg., Cath. Gerlacbia. 5 Stb. 
[Götting. fehlt^öa. Zittau: C. T. B. Lin- 
coln eil. L. Brüssel. Modena 5 Stb. 

— Ausg. 1587 bei Gardano, mit Lib. V. 
gez. [Modena 5 Stb. 

1585. Hieremiae . . . Lamentationes . . 

5 voc. Monach., Berg. 5 Stb. [br. Mus. 
fehlt T. 

— Jeremiae . . . Lamentationes, una 
cum Passione ... 5 voc. Paris, Le Eoy 

6 Rob. Ballard. [br.Mus: T. 

1585 b. Cantica Sacra, recens numeris 
et Modulis ... 6 et 8 voc. Ad. Berg. 
6 Stb. [Modena. br. Mus. fehlt 5 a. 

1585c. Sacrae cantiones: antehac. . 
4 voc. Berg. 4 Stb. [br. Mus. 

1586. siehe 1581 Octo cantica. 

1587. Sacrarum cantionum Moduli 
4 vocibus . . . Paris, Le Roy & E. Bal- 
lard. [br.Mus: T. 

1587. j^Iadrigali a 4, 5 et 6 voci. 
Noribg., Cath. Gerlachia. 6 Stb. [Brieg: 
C. T. ß. Briissel. Darmst: T. Zittau 
Stadtb. C. T. B. Gent U. B: A. B. 6a. 
br.Mus: T. 

1587 a. Patrocinium . . Magnificat 4 bis 
6 voc. Ad. Berg. Chorb. gr. fol. [br. Mus. 

1587 b. Missa . . . Locutus suni 6 voc. 
Lutetiae, Le Roy et Ballard. Chorb. fol. 
[br. Mus. 

1587 c. Missa . . . Beatus qui 6 v. 
Lutetiae ib. [br. Mus., Chorbuch. 

1588. Tertium opus musicum, cont. 
Lectiones Hieb et Motectas 4 — 6 voc. 
Xoribg., Gerlachia. 6 Stb. [br. Mus. fehlt 
C. T. Stockholm. Wolfenb. 

1588a. Teutsche Psalmen : Geistliche 
Psalmen, mit 3 Stim. Ad. Berg. 3 Stb. 
[Götting: C 

1588 b. Liber I. Musarum c. 4 voc. 
seu sacrae cantiones . . . Mediol. , Tiui. 
4 Stb. [Paris Nat. 

1589. Patrocinium musices. Missae 
aliquot 5 voc. Ad. Berg. Chorb. fol. 
[B. A. br. Mus. Freising. 

1590. Newe teutsche, vnnd etliche 
frantzös. Gesang mit 6 Stim. Ad. Berg. 
6 Stb. [Göttingen. 

Hob. Eitners Quellen-Lexikon. Bd. 6. 



1591. Missae . . c. 5 et 6 voc. Yen. 
Gard. 6 Stb. [br.Mus: 6 a. Marienkirche 
in Danzig kompl. 

1592. La Fleur des chansons . . ä 4, 
5, 6 et 8 part. Phalese et Bellere. 5 
Stb. ? [br. Mus : Super. Contrat. 5 a et 6 a. 

— Ausg. 1596 Phalese. [Wolfenb. 

5 Stb. Köln:T. B. br.Mus: Sup. 

— Ausg. 1604 ib. [Gent U. B. 5 Stb. 

— Ausg. 1629 ib. [Amst. 5 a. 6 a. 
1592 siehe 1584b. 1. lib. Madr. 4 voci. 
1595. Lagruue di S. Pietro . . Ad. 

Berg. 7 Stb. [Modena Cl. 2. T2. C.P: 
C2. A2. 

1597. Cinquante Pseaumes de David, 
avec la musique ä 5 parties d' Orl . . . 
Yingt autres Pseaumes ä 5 & part., par 
diuers excell. musiciens de nostre temps. 
De Timprimerie de Jerosme Commelin. 

6 Stb. qu4°. Siehe Näheres im Kat. 
Breslau von Bohu S. 240. [B. Br. Wol- 
fenb: C. T. B. 5a. 6a. br.Mus. 6 Stb. 

1597. Cantiones 5 voc. Ad. Berg. 

5 Stb. [Wolfenb. 

1600. Prophetiae Sibyllarum . . 4 voc. 
Monach., Nie. Henricus. 4 Stb. [Hofb. 
Wien neben dem C. eine vollständige 
Partitur im Ms. 

1601. Cantiones sacrae, ab Orl. de 
Lasso, et hujus filio, Rudolphe de Lasso, 

6 voc. Monach., Nie. Henricus. 6 Stb. 
in 4°. Enth. 8 von Orl. u. 7 von Rudolph. 
[Wolfeab: T. br.Mus: C. 

1602. Liber 1. Cantiones sacrae, Mag- 
nific. vocant 5 et 6 voc. Henricus. 6 Stb. 
[br. Mus. 

1604. Magnum opus musicum . . . 
Henricus. 6 Stb. in kl. fol. und Bc. von 
Casp. Yincentius 1625. [Proske. Brüssel 
ohne Bc. Darmst. ohne Bc. br. Mus. 
ohne Bc. Kremsmüuster. C.P. ohne Bc. 
Paris Mazarin mit Bc. Kopenhag. ohne 
Bc. Dresd. ohne Bc. B. Br. ohne Bc. 
Wolfenb. ohne Bc. 

1607. Missa ad imitationem Moduli In 
die tribulationis . . 5 voc. Lutetiae, P. 
Ballaid. Chorb. in fol. [br.Mus. 

1607 a. Missa ... Dixit Joseph .. cum 
6 voc. ib. Chorb. in fol. [R. C. of Mus. 
br. Mus. 

1608. Missa . . . Credidi propter, 5 voc. 
ib. Chorb. fol. [br.Mus. 

1610 . . . Missae posthumae, ritu veteri 
romano ... ed. Rudolph, de Lasso . . . 
Monaci, Nie. Henricus. Chorb. fol. [B. A. 
in Stadtbibl. u. Archiv. Brüssel, br. Mus. 
Benediktiner-Stift Melk. 

1613. Missa 6 voc. sup. In te Do- 
miue . . . Paris, P, Ballard. Chorb. 
[Stadtb. Köln. br. Mus. 

5 



Lassus, Orlandns de. 



66 



Lassus, Oiiaudus de. 



1614 a. Missa 5 voc. sup. Sydus ex 
claro. . Paris, P. Ballard. Cliorb. [br. 
Mus. 

1687. Missa 4 voc. ad iinitationem 
moduli (Jager) . . . Paris, Chrstph. Ballard. 
Chorb. in fol. [br. Mus. 

In alten Samlwk. 147 Gesge. (Eitner 1). 

Nachzutragen sind noch 7 Ganz. .5 voc. 
in Trojano's Musica de'virtuosi 1569. — 
2 Gesge. in Gerlach's Samlw^k. 1567. — 

I vierst. und 1 sechsst. Messe in La Hele's 
Messensanilg. 1577, — 2 Choräle im 
Gothaer Cantional 1646 u. 1648. — In 
Phalese's Florileg. 1609. — In Giov. Ma- 
telart's Responsoria 1596 zwei Gesge. — 
In Arascioue's Nuove Laudi ariose 1600, 
Bl. 23. — In Barre's Lib. 1. Musarum 
c. 4 V. 1563 die Gesge: Alma nemes. 
Audi dulcis. Domine r^uaudo veueris. 
Inclina domine c. 2. p. Peccantem me 
quot. Quia vidisti me. — In Gardano's 

II 3. lib. Villotte 1560 nebst folg. Ausg. : 
Lucia miau miau, c. 2. p. 3 voc. — 
Lasso ch'il crederia. Ove d'altra jnon- 
tagna. Buon'hora preude in Scotto's 3. lib. 
del Desiderio 1567. — 6 Madr. in Scotto's 
Prima Stella 1570 inkompl. — Si com'i 
fiori in Antonelii's I dolci frutti 1570. — 
Come'l candido pie c. 2. p. Voi volete 
ch'io muoia in Mosto's 1. fiore della Ghir- 
landa 1577. — Secchi vedransi tutti in 
Marescotti's della Scelta di Madr. 1582. 

— Ditemi mia vita 7 v. Valle profonda 
10 V. Hör che la nova e vaga 10 v. in 
Vincenti ed Amadino's Musica de diversi 
1584. — Susann'un jour. Le Rossignol, 
5 V. in Yonge's Musica transalpina 1588. 

— Quand'han piu 3 v. in Eozi's Giardi- 
uetto 1588. — 8 Gesge. zu 7, 8 u. 10 
Stim. in Ang. Gardano's Dialoghi niusic. 
1590. — Ecco che pur in Amadino's 
Florindo 1593. — Apparian per me. 
Spesso in poveri 4 voc. Oh d'amarissime 
onde 5 voc. in Vincenti's Nuova spoglia 
1593. Die letzteren sind aus Vogel's 
Bibliothek gezogen. — In Gumpeltzhai- 
mer's Compendium 1655: 16 Gesänge. — 
In G. Ces. Barbetta's Novae tabulae 3 für 
Laute gesetzte Gesänge. Andere für Laute 
gesetzte Gesänge in den Lautenbüchern 
von Denfs, Hove, Jobin. Kargel, Krengel, 
Newsidler, Rüde, Terzi und Waisselius 
(siehe Kat. B. Br.). — In Joh. Fride- 
rich's Fugarum. — In Ant. de Cabeyon's 
Obras de musica 1578 zwei Gesge. — 
In Petr. Eichmann's Praecepta niusicae 
1604 einige Beisp. — In Georg Engel- 
mann's Quodlibetimi 1620. — In AVoltz' 
Nova musices 1617 fünf Gesge. f. Orgel 



gesetzt. Ebenso im Jak. Paix, Beruh. 
Schmid, Rühling. 

In neuen Ausg. sind zahlreiche Werke 
erschienen, s. Eitner 2. Nachzutragen ist 
uoch: Magnific. 6 voc. 2. toni . . ab L. 
Pearsall. Carlsruhe, Veiten. In Malde- 
ghem's Tresor Jahrg. 13: 7 Madr. u. 
Jahrg. 15 ein geistl. Satz. 2 Antiphonae 
in Responsoria, Part, von F. A. Valotti. 
Moguntiae, B. Schott fil. qufol. — Breit- 
kopf & Haertel geben jetzt eine Gesamt- 
ausgabe heraus, ediert von Dr. Haberl 
und Dr. Sand berger. 

Handschriften. 

Die in B. M. sind bereits oben erwähnt, 
siehe den gedruckten Katalog. 

B. Liegnitz 42 deutsche und lat. Ge- 
sänge, darunter Messen und Magnificat 
(s. Kat.). 

B. Breslau 131 Gesänge, darunter 23 
Messen und 8 Magnif. (s. Kat.). 

B. Karlsruhe, Ms. 10, ein Chorb. von 
1575 unter Homer Herpol, enthält auch 
Gesge. von L. 

Dresd. Mus. Ms. 433 : Miserere 5 voc. 
P. 2 Messen 4 u. 6 voc. in P. Der 
51. Ps. zu 5 Stim. P. 

B. Berlin ist sehr reichhaltig besonders 
an neueren Partituren im Ms. Ich mache 
nur aufmerksam auf die Sammelbände 
von Wiuterfeld und Teschner, wovon die 
Bibl. selbständige genaue Verz. besitzt. 
Ebenso P. von Dehn, die vollständige 
Druckwerke enthalten wie die von 1573. 
1573 a. 1583. 1590. 1595. 1604. In alten 
Mss. sind zu nennen Ms. Z 39, 12 Stb., 
1628 geschrieben, Nr. 19, 21, 121, Mo- 
tetten. Z28 Part, von 1599, Seite 35. 
49. 50 Motett. Z 56 Bl. 47 : Omnia quae 
fecisti 5 voc. Ms. Z 110. 111. 112 von 
Peitsch geschrieben, 2 Part. -Bde. und 
4 Stb. enth. zahlreiche Mot. u. Messen. 
Ms. 121a Part, in Tabulatur, Nr. 5: Su- 
sanne, cum coloratura Wilh. Formeiis, 
wichtig wegen der Koloraturen, die man 
einstmals hinzusetzte. Ms. o. Sign. 6 Stb. 
17. Jh. 7 Mot. Nr. 1—3. 5. 8—10. Ms. 
Z 25 Chorb. 16. Jh. Missa In te domine 
fo. 185, Z 15 Chorb. 16. Jh. Missa 4 voc. 
Frere tibeaut fo. 271. Z23 Chorb. 16. Jh. 
Missa 2 sup. Quand io pens. 4 v. Missa 3 
Je ne menge point 4 v. M. 4 Entre vous 
fille 5 V. M. 6 Dixit Joseph 6 v. M. 7 
Beschaffens glück 4 voc. — Z 20 Chorb. 
von 1587, geschrieben von Treer (Dreer) 
Bl. 3 Missa On me ladict 4 voc. Bl. 26 
M. Je ne menge 4 v. Bl. 51 M. 4 voc. 
S^-i toni. Bl. 109 M. pascalis 5 v. Bl. 151 
M. sup. Congratulamini 6 voc. 



Lassus, Orlandns de. 



67 



Lassus, Rudolph de. 



Missa sec. 6 voc. aus lülO. Ms. P. 
24 Bll. [Berlin Kircheninst. 

Hofb. Wieu, Ms. von 1579: Officium 
nuptiale Üctaviano IL Fuggero. 1 Messe : 
Nuptiae factae sunt, nebst der gleich- 
namigen Motette (aurserdem befinden sich 
noch Gesge. von Kerl und Schramm in 
dem Ms.). 

Ms. alte Nr. mus. I. 57. Chorb. von 
15 Bll. mit Federzeichnungen, geschrieben 
von Richai'. Ghe (?), Titel: Epithalamium 
musice compositum Auth. . . . Gedicht 
von Nie. Stope, Musik 5, 4, u. 6 Stim. 
in 3 Teilen. Textanfang: Gratia sola Dei 
(gedi-uckt 1569 u. später). [Hofb. Wien. 

Ms. 15948. Chorb. des 16. Jhs. Hofb. 
Wien, fo. 99 Missa sup. Le Bergier, 5 voc. 

— Ms. 15506: Mi.ssa, Domine Dnus. noster 
6 voc. Ms. 16696 Hofb. Wien, Respons. 
4 voc. und 37 Missae in P. — Ms. 15609 
Chorb. Psalnii poenitent. Anno 1584. — 
15749 Miserere 4 et 5 v. P. — 15 792 
eine P. des Druckes: 6 cantiones latiuae 
etc. 1573. — 15946 Chorb. 16. Jh. 1 Missa 
4 voc. 2 Mot. 6 u. 8 voc. — 16697 Part, 
von Psalmen, Hymnen etc., 87 Gesge. — 
16701 P. von 100 Magnific. — 16703,7 
ein Tonsatz. — 16704 enthält 13 Lieder 
u. Motett. im Chorb. — 16705 enth. 6 
Mot. im Chorb. — 18744, 4 Stb. enth. 
22 Gesge., darunter die Prophetiae Sibyl- 
larum. — 18828 Chorb. mit 16 Motett. 

— 19189 Chorb. mit 2 Mot. — 192.59 
Lautentabulatur mit 6 Chansons. — 19428 
Chorb. 17. Jh. Nr. 11: Der Tag der ist 
so freudenreich 4 voc. 

Missa Salamandra 4 voc. Codex im 
Schottenkloster in Wien, Kopie in P., 
Hofb. Wien, Ms. 15970. 

Bibl. Dresden, 40 Gesäuge, s. den 
gedr. Kat. 

Bibl. Joach. 17 Gesänge, s. den gedr. 
Kat. 

Musikfr. Wien, Ms. 8 Stb. Samlwk. 
Nr, 46: Ave Jesu Chr. 

Heilbronn enth. nur inkompl. Ms. in Stb. 

B. Kgsbg. Ms. 15955 Passio 5 voc. P. 
von Dehn. Der 51. Psalm in P. 6 Stim. 
Aria ä 6 voc. Missa Entre vous fille, 
altes Ms. in Stb. 3 scherzhafte Lieder f. 
4 Stim. Quocunque loco fueris 5 v. 
6 Mot. zu 6 St. Motetten u. a: Siehe 
Genaueres im gedr. Kat. 

Angelus ad pastores 5 voc. Stifts- 
kapitel m Aachen, Ms. Chorb. 256; S. 124: 
Audi dulcis amica 4 v. — Inclina Dne. 
4 voc. p. 273. Noch 3 in 1, 301-314. 

In Brieg Ms. 5 Chorb. 13 geistl. lat. 
Gesge. unter Nr. 1. 3. 4. 9. 11—13. 17 



bis 22. Andere Gesänge in zahlreicher 
Menge sind im gedruckten Kat. verz. 

In B. Zw. in Mss. 52 Gesge. (siehe 
den Kat). 

44 Gesänge im Ms. D. ex S. Sc. et 
Patr. 6 voc. Ms. in 6 Stb. in B. Kassel 
(Kat. S. 17). 

In Bibl. Dre.sd: „in effigium et musi- 
cum" 1581 u. a. siehe Kat. 

Bologna L. m. Kat. 2, 169 zwei geistl. 
Gesge. und p. 248: Laudate pueri 5 voc. 

B. Biiissel, Mss. unter den Nrn. (fds. 
Fetis) 1652 ff. 1810. 2289. 2290. 3095 
(gedr. Kat.). 

R. C. of Mus. Kat. Nr. 1728. 1729. 
1746. 1881. 

Cambridge FW. 147 Gesge. im gedr. 
Kat. im Reg. alphab. verz. 

Ms. Chorb. des 16. Jhs. in Verona, 
Domkapitel. Enthält 18 Messen und 1 Te 
Deum. 1. Missa De beata V. 2. M. Salve 
dive alias Mi mi. 3. Bon temps. 4. Da 
pacem. 5. Ma bouche rit. 6. La mi 
baudichon Madame. 7. M. Dominiealis. 
8. Orsus, orsus. 9. 10. Lomme arme. 
11. Regina. 12. Alma red. 13. Anglicavel 
de Angelis. 14. Lomme arme. 15. Vic- 
time pasch. 16. Ma bouche rit 3 voc. 
17. De feria. 18. Patrem omuipot. 4 voc. 

Lassus, Rudolph de, Sohn des 
Orlandus, tritt 1585 in herzogl. 
Dienste, 1589 wird er als Hof- 
Organist mit 102 Gld. Gehalt bez., 
der 1590 98 Gld. beträgt. Am 26/10 
1609 wird er zum Komponisten 
mit 400 Gld. Gehalt ernannt; das 
Organistenamt behält er bei. Er 
starb im ersten Quartal 1625. Die 
Wittwe Ursula erhält 100 Gld. u. 
bis 1628 eine Provision von 70 
Gld. (Kreisarchiv. Haberl, Jahrb. 
1893, 67, wo noch Mehreres über 
eingereichte Kompositionen mit- 
geteilt ist). Andere Nachkommen 
von Lassus werden nur als Kan- 
toreiknaben im Kreisarchiv ange- 
führt und treten dann in Staats- 
ämter (Kassenverwalter) oder Kam- 
merdiener des Herzogs ein. Ge- 
nannt werden 1570 ein Johann^ 
1590 — 92 ein Ernst, 1610 ein 
Maximilian, 1615—19 ein Wil- 
helm, der 1625 Kassenbeamter in 
Rosenhain wird. Ein Georg Wil- 

5* 



Lassus, Rudolph de. 



68 



Latilla. 



heim ist 1625 Discantist und wird 
1639 Kammerdiener beim Herzoge 
mit 200 Gld. Gehalt, f vor 1652. 
Ein Johann Baptist wird 1617 als 
Discantist entlassen^ weil er mutiert. 
In Haberl's Jahrb. 1893, p. 70 
werden noch andere genannt, die 
aber nicht als Discantisten in den 
Hofdienst eintraten. Der letzte 
wird 1692 erwähnt. 

Rudolph's erhaltene Werke sind 

folgende: 

Pantheon musicum de praecipuis festis 
. . . Cantiones sacrae 6 voc. Lutet. Paris 
1600 Rob. Bailard et Petrus Ball, ejus 
filium. 6 Stb. 4». 42 Nrn. [Proske. 

Selectae aliquot cantiones 4 voc. ex 
varijs D. Pauli coUectae . . . Monaci 1606 
Nie. Henricus. 4 Stb. 4». 16 Mot. 
[Hof b. Wien. B. Br:C. A. Elbing 4 Stb. 
Proske: C. 

Circus Symphoniacus. Commissi in 
areuam Phonomachi 12, 11, 9, saepe 
plures pauciores . . . Monach. 1607 Hen- 
ricus. [B. M: T. B. 5 a— 7 a vox. in 4«. 

Triga musica, qua Missae odaeque 
Marianae triplice jugantur: in Yiadanae 
modo, cum vocib. 4, 5, 6 commissae. 
Monaci 1612 Henricus. 4». [Upsala: 5a. 

Yirginalia Eucharistica. Quae magnae 
Yirg. Virginisque filio vocibus singulis, 
II. IE. IV. V. VI. VII. Octonis, c. Bc. 
meraor gratusque concinuit . . . Monaci 
1615 Henricus. 4°. 42 Gesge. und 1 
Litanei. [Proske. In B. Augshg: I. III. Bc. 

Ad sacrura convivium modi sacri, novi 
et selecti piimum senis, mox binis, ternis, 
quaternis, quinis ac demum iterum senis 
vocibus (nennt sich Organist beim Her- 
zoge von Baiern). Monaci 1617 Henricus, 
sumtibus Auctoris. Stb? kl. 40. 22 Gesg. 
mit B. ad org. 5 zu 2 Stirn, u. Bc. 5 
zu 3, 5 zu 5, 6 zu 6 Stirn, u. Bc. [B.B. 
4 a vox u. Bc. B. A : 3 a vox, Bc. Proske 
fehlt Cl. 

Alphabetum Marianum triplici canti- 
onum. . 2. 3. 4 voc. Monach. 1621 Hen- 
ricus. Stb. ? 40. 57 Nrn. [Proske. 

23 Gesänge in alten Samlwk. und 25 
dreist. Psalmen in Orlando's Teutsche 
Psalmen 1588 a. Perner in Oslavana's 
Flores verni 1628. 

In B.M. im Ms. 51, 2 Mot., 1 Hymne 
zu 4 u. 6 St. Ms. 109 eine Hymne 
4 voc. Ms. 261 drei Messen u. 3 Magnif. 
zu 4 — 6 Stirn. In Pait. und im gedr. 
Kat. nicht aufgenommen: 3 Messen zu 



4—6 Stirn., 3 Magnif. zu 4—6 St, 2 Li- 
taneien zu 4 u. 5 St., quam gloriosum 
6 voc. 2 Nunc dimittis 6 voc. 

Ms. in B. Dresden 1264 Nr. 21: Ecce 
Maria 3 voc. in Part. 

Ms. 19423 Hofb. Wien. 6 Mot. in P. 
aus Victorinus Samhvk. von 1624. — 
15 608 in P. 3 Missae u. 3 Magnific. — 
16704 Chorb. 16. Jh. zwei Motetten. Nr. 
1 u. 29. 

In neuen Ausg. 2 Gesge. zu 3 Stim. 
im Proske, Mus. div. 2 Nr. 23 u. 94 aus 
1615, 1 Gesg. im Commer's Mus. sacr. 
Bd. 21. 

La Suze, Mr. de, Musikmeister 
a/d. grofsen Oper und Singschule 
zu Paris um 1790. Grctry rühmt 
ihn wegen seiner geschickten Di- 
rektion. 

Lates, Charles, ein englischer 
Komponist des 18. Jhs., Schüler 
unter P. Hayes, wurde Baccal. zu 
Oxford und ist bekannt durch den 
Druck : 

A favorite Sonata for the Pfte. or 
Harps. inscribed to B. Bond Hopkins. 
London, qufol. [br. Mus 

Lates, James, Bruder des Char- 
les, lebte etwas frülier als dieser, 
da sich schon Kompositionen von 
gegen 1770 von ihm finden. Er 
war Violinist und lebte in Oxford 
als Lehrer. 

Das br. Mus. besitzt von ihm 1. 6 So- 
los for a V. & Vcl. with a Th. B. op. 3. 
Lond. fol. 2. 6 Sonatas for 2 V. with 
a Th. B. op. 4. ib. fol. 3. 6 Trios for 
a V. Vcl. obl. & B. with a Th. B. for 
the harps. op. 5. London, fol. 

Lathomi, Joannes, um 1394 
päpstl. Sänger in xlvignon (Viertel]'. 
3, 213.) 

Latfeur, . . . 

kommt im Ms. 22 (Append. to royal 
Mss. 49—54 im br. Mus.), einer Samlg. 
meist französischer Chansons zu 5 — 8 Stim. 
aus dem 16. Jh. vor. Er ist vertreten mit 
,,J'attens secours de ma seuUe pensee'' 
fol. 1 und „Gabriel Angelus — Erit eiüm 
maguus'', fol. 9. Der erste Tonsatz auch 
im Ms. 25 fol. IIb, doch nur in der Bass- 
stim, vorhanden. 

Latilla, Oaetano, um 1713 zu 
Bari geb., gest. 1789 zu Neapel. 



Latilla. 



69 



La Torre. 



Chorknabe a/d. Kathedrale zu Bari, 
kam ans Conservatorio di S. Ono- 
frio zu Neapel, Schüler des Dom. 
Gizzi. 1732 gelangte seine erste 
Oper „Li Marite a lorza" zur Auf- 
führung, der bald andere folgten. 
Er ging nach Rom, schrieb den 
Orazio und wurde am 31/12 1738 
Vicekapellmeister an S. Maria 
Maggiore unter Cannicciari. Nach 
längerer Krankheit kehrte er am 
9/4 1741 nach Neapel zurück. 
1756 wurde er am Conservatorio 
della Pietä zu Venedig als Chor- 
direktor ernannt u. am 16/3 1762 
zum 2ten Kapellmeister am S. 
Marco in Venedig. Sein Gehalt 
betrug 120 Duk., später 160. Gegen 
Ende von 1772 befand er sich 
wieder in Neapel , wo er auch 
starb. In mehreren Textbüchern 
seiner Opern (B. B.) liest man, dass 
er 1758 Kapellmeister zu Neapel 
und Maestro am Conservatorio di 
Napoli war. (Florimo 2, 227. Fetis. 
Caffi 1, 57. S. 445 lässt er ihn erst 
1774 nach Neapel zurückkehren, 
u. wird er deshalb obige Stellung 
wohl bis dahin inne gehabt haben.) 

Nach Florimo befinden sich im Archiv 
des Conserv. della Pietä : Oratorien, Psal- 
men und Messen. Im Archiv des Keal 
Collegio zu Neapel: 1. Antigono, op. seria 
in 3 atti, Napoli, S. Carlo 1775. Ms. P. 

2. 7 Arien f. Sopr. mit 2 V. Va. u. B., 
eine mit 1737, die andere mit 1771 gez. 

3. Solfeggio per Sopr. c. acc. di pfte. — 
Fetis und Clement verz. 20 Opern von 
1738 — 1766. Nachweisen lassen sich: 

Ängelica ed Orlando, op. Ms. 343. P. 
qu-l". [br. Mus. 

Antigono, op. seria 1775. Ms. P. 
[Neapel Turch. 

Don Calascione, opera, in Waish' De- 
lizie, Bd. 6. fol. [br. Mus. 

La fiuta Cameriera, op. buffa in 3 atti, 
parol. di Barlocci. Ven. um 1743. Ms. 
P. qufol. [Brüss. Cons. 

La Giardiniera coutessa, op. buf. in 
1 at. Ms. P. qufol. [Bi-üssel Cons. 

II Siroe, op. in 3 atti. Ms. P. [Mu- 
sikfr. Wien. 



II Temistocle, op. in 3 atti. Ms. P. [ib. 

Intermezzo : Gli Artigiani Arrichiti in 
2 atti (Paris 25/9 1753) Ms. P. [Paris 
l'opera. 

Intermezzo della Giardiniera contessa. 
Ms. P. fol. [Upsala. Wolfenb. im Kl.-A. 

1 Intermezzo f. Sopr. u. Instr. Ms. 
P. u. 1 Aria. [Brüssel Cons. 

1 geistl. Gesang: Bonum est confiteri 
4 voc. P. Ms. 20580. [B. B. 

Crucifixus f. Contralt (mit Pfte.) unter 
Cajetan Latilla; 1840 von Teschner bei 
Trautweiü in Berlin herausgg. 

Ms. ß. B. in T146 u. 196, Gesge. in P. 

B. M. Ms., Aria: Conti-o il destin, con 
ström. P. 

Musikfr. Wien, Ms. ein Duett f. 2 Sopr. 
u. Orch. in Ad. Stb. — Aria, Piü non si 
trovano, P. 

Darmst. Ms., Aria: Non odo consiglio 
ä 5. Stb. 

Dresd. Mus. Ms. 427 u. 428, 21 Arien, P. 

Brüssel Cons. Ms. Duetto, Quantos en 
la campana, per Sopr. e B. c. acc. 
d'orch. Stb. 

In Modena, Ms. von 5 Bänden mit 
Arien, Duetten u. a. , dabei 1 Nr. von L. 

Ms. Bologna, Kat. 3, 285 eine Arie auf 
Bl. 36. 

Ms. 329 br. Mus. enth. Motetten und 
Kantaten. — Ms. 361, Duetts und Arien, 
1 Nr. 

Sinfonia f. 2 V. A. B. 2 Ob. 2 Hörn. 
Ms. Stb. [Brüssel Cobs. 

Six Quartettes for 2 V. Tenor & Vcl. 
obl. London, Welcker. 4 Stb. [B. Wa- 
gener. 

Latiiiis, Arnolde de und Ugo 
(Hugo) de, siehe Lautins. 

Latimis, Joannes, päpstlicher 
Sänger, Avird 1565 pensioniert 
(Straeten 6, 376.) 

Latius, siehe Lact. 

Latone, Les Dons des enfans 
de, siehe Serre, Jean de, aus 
Rieux. 

Latonnier, ... gab 1780 zu 
London bei Broderip heraus : Airs 
for the Pedal Harp (Gerber 2). 

La Torre (Latorre) Greroninio, 

lebte am Anfange des 18. Jhs., 
vielleicht in Spanien, da er sich mit 
2 Gesgen. zu 4 Stirn, mit Bc. in einem 
Ms. spanischer Gesge. befindet. Ms. von 
EipoUes [B. Wagener.] Siehe Beschreibg. 
nebst Eegister in M. f. M. 15, 33. 



La Tour, . . . De. 



70 



La Tour de Fontaine. 



La Tour, . . . De. Im Samlwk. 
Amphion von 1615: 27 Gesge. 

La Tour, . . . De, ist mit Airs 
in den Samlwken. Airs 1697 c, 
1702 und 1710b vertreten. 

La Tour, Alexandre de, be- 
findet sich 1710 in der Privat- 
kapelle des Königs in London als 
Musiker (Yiertelj. 8, 515). 

Latour, Aristide, 

bekannt durch 1 Chansonette. Bru- 
xelles, L. Lahou. [B. M.] Dem Verleger 
nach lebte er im 19. Jh. 

La Tour, & . . D . . C . . Sr. de, 

aus Caen, lebte am Ende des 16. 
Jhs. und ist bekannt durch den 
Druck: 

Airs de l'invention de . . . sur plu- 
sieurs poems saincts et chretiens, recueil- 
lis de diuers aiüeurs & amisez en 3 par- 
ties. Liv. 2 ä 4 p. Caen 1593 Jacq. 
Mangeant. qu40, nur Super, bekannt, 
56 BIl. mit voUst. Texten. Die Singst. 
enthält so viel kleine Noten, dass sie Avie 
ein Instrumentalstiick aussieht, [br. Mus. 

La Tour, Oabriele de, Pres- 
byter und Organist an St. Donatien 
zu Brügge, gewählt am 7. Nov. 
1633 (Straeten la, 40). 

La Tour, Gruillaume de, 1554 
Musikmeister in Harlem, bietet 
dem Herzoge von Este (in Fer- 
rara) seinen Sohn als Musiker an 
(Dokument, Straeten 6, 106). 

La Tour, H . . . F . . . 

gab 4 heitere Lieder mit Begleitung 
des Klaviers in qufol. heraus. [Dresd.Mus. 

La Tour, Jehaii, auch Johannet 
und Jcliannot genannt, um 1427 
Lehrer der Knabensänger an der 
Kapelle Philipp des Guten, Herzog 
von ßourgogne. 1452 wird er als 
4. Kapellan und Sänger ebd. bez. 
und ist noch 1463 in den Akten 
verz. 1467 scheint er in der Ka- 
pelle Karl des Kühnen gestanden 
zu haben, wo er in hohem Alter 
starb (Felis teilt dies aus den 
Akten mit). 

Latour, Jean, geb. gegen 1766 



zu Paris, gest. ebd. um 1837. Ein 
Pianist, ging während der Revo- 
lution nach London und stand in 
eifriger Verbindung mit den Emi- 
granten. Der Prinz von Wales er- 
nannte ihn zu seinem Hofpianisten. 
Um 1810 gründete er ein Musik- 
geschäft in London unter der Fir- 
ma Chappell et Co., trennte sich 
später von seinem Associe, er- 
öffnete 1826 ein eigenes Musik- 
geschäft, was 1830 Chappell kaufte 
und L. ging wieder nach Paris. 
Fetis verz. von ihm zahlreiche Kla- 
vierpiecen meist leichteren Genres. 
Nachweisbar ist nur im br. Mus. 

1 Duett zu 4 Hd. f. Pfte. über ein 
Mozartsches Lied. op. 11. London. Doch 
besitzen auch die Musikfr. in Wien eine 
Anzahl Klavierkompositionen, deren nähe- 
ren Bestand ich aber nicht notiert habe. 

Latour, Peter, ein Oboist a/d. 
Kgl. Kapelle zu London von 1700 
bis gegen 1719. Sein Gehalt be- 
trug zuletzt ü* 56 (Nagel, Annalen 
66. 68). 

Latour, T . . ., über sein Leben 
weifs man nichts. Fast möchte 
man versucht sein, ihn für Jean 
L. zu halten, da ihm sogar das 
Concerto militaire pour Pfte. (en 
ut), Paris, Janet et Cotelle von der 
Lpz. Ztg. zugeschrieben wird, wel- 
ches Fetis bei Jean verz. 

Das br. Mus. besitzt von 1796 bis 1828 
an 211 Londoner Dnicke von allerlei Kla- 
vierpiecen, dabei auch 12 Sonaten. Die 
übrigen bestehen aus Piecen leichteren 
Genres. Auch darin stimmt er mit Jean 
überein. In der Bibl. der Musikfr. in 
Wien ist er ebenfalls mit Klavierp. reich 
vertreten. Daninter eine Sonate: Le re- 
tour de Windsor f. Pfte. u. Fl. ad lib. 
Eine Sonate Nr. 21 f. Pfte. u. Viol. ad 
lib. etc. etc. — In B. M. 6 petit. airs. 
Lps., Br. & H. — In B. Dresd. Var. p. 
Pfte. av. Fl. ad Hb. Offenb., Andre. — 
In Einsiedeln mit T. Latour gez: Traite 
elementair d'harmonie, Paris 8*^. 

La Tour de Foutaine, Pieter 
Louis de, Neocastro-Lotharingus, 
ist am 23/2 1722 als Musicus an 



I^atour de Franqueville. 



71 



Latrobe, Chrstn. Ign. 



der Universit. zu Leyden einge- 
schrieben (Boiiwst. 3, 5). 

Latour de FranqueTÜle, Mdme. 
de. Man schreibt ihr eine Kritik 
über Laborde's Essai sur Ja musique 
zu. Andere glauben, dass dieselbe 
von Gaviuics herrührt, betitelt: 

Errata de TEssai sur la mus. ancienne 
et moderne, ou Lettre ä M*** par M*** 
1780. 12°. Laborde antwortete darauf 
in seinem Supplement ;\ l'Essai. Beide 
Schriften abgedr. in den oeuvres de J. J. 
Rousseau, Ausg. Geneve 1782 u. in den 
späteren Ausg. Originaldr. in Brüssel 5044. 

Latre, Claude Petit Jean de, 

auch nur Petit Jehan, P. Jehan 
oder de Lattre, de Ledere, Alaistre 
Jehan de Latre (in 1552 u. 1555 p.) 
gez. Im Jahre 1552 u. f. war er 
nach den Titeln in Samlwken: 
Kapellmeister beim Bischöfe von 
Lüttich (1554: Musicus praefectus 
Principis Epis. Leodiensis). Nach 
Straeten 1, 114 wurde er 1555 
zum Knabenlehrer (Gesanglehrer) 
an der Kathedrale zu Yerdun ge- 
wählt, wie er auch noch 157(3 im 
Concours zu Evreux bez. wird, an 
dem er sich in dem Jahre be- 
teiligte. Seine Kompositionen be- 
finden sich zum Teil in Samlwken. 
Der 5stim. Gesang: Georgi martir 
inclite aus Phalese's Cantiones 1554 
ist sehr schön, weich, melodisch, 
wiederholt öfter Abschnitte und 
erreicht dadurch eine Art von 
Form, die dem Ohre einen Anhalt 
geben. Kachweisen lassen sich: 

Lamentationes aliquot Jeremiae musi- 
cae harmoniae nouiter adoptatae, adiectis 
aüqnot sacris cantionibus. Trium, Quatuor, 
5 et 6 vocum Autore M. Joanne de Latere, 
Musici chori lUust. Princ. Episc. Leodiens. 
praef. . . Traiecti a/Mos. 1554 Jac. Bathe- 
nius. 6 Stb. qu40. 25 Gesge. [Heil- 
bronn fehlt C. 

Sixiesme livre des chansons a 4 p. 
nouvell. comp. . . par Maistre Jehan de Latre, 
Maistre de la chapelle (wie oben) . . Im- 
prime ä Louvain par Phalese 1555. 4 Stb. 
qu40. 29 Chans. [B. B. B. ü. B. K. 
br. Mus. Brüssel (siehe Eitner 1 p. 143, 



1555 p.). Eine friihere Aufl. erschien schon 
1552 als Premier livre, ebd. [B. K. B. D. 
nur Contrat. Stockholm: Superius. 

In meiner Bibl. sind 59 Gesge. verz., 
vorzugsweise Chansons, doch auch Mo- 
tetten. Hinzuzufügen sind noch 2 nieder- 
deutsche Lieder in Baethen's Samlwk. von 
1554. 7 Motetten in Martin Peu Dar- 
gent's Druckwerk von 1561. 

Im Ms. Mus. 4. 91. 5 Stb. von c. 1544 
Nr. 42 von „Joan: petit, In te domine 
speravi". [B. K. 

In B. Brieg, Ms. 42 Nr. 21 der Gesg. 
Jesu Christe, tili Dei, c. 2. p. in Stb. 

In Hofb. Wien, Ms. 18828 nur Cantus 
vorhanden, 2 Motetten. 

Im Ms. Cap. sistina. Cod. 42 ist fol. 74 
ein Jo. le Petit gez., fraglich ob damit 
Latre gemeint ist: In illo tempore c. 2. p. 
4 voc. Fol. 48: Psallite Noe c. 2. p. 
4 voc. Fol. 150: Si oblitus c. 2. p. 4 voc. 
(siehe die Themata in Haberl's Kat.). 

Ms. von 1462 in Cambrai: 1 Sanctus, 
1 Sequenz St. Anna und die Messe: Le 
serviteur. 

In neuen Ausg. 1 Gesg. im Commer 
(Eitner 2) und ,.La jeune dame aiant noble 
4 p. S. 114 in Smith's Musica antiqua. 

Latre, Olivier de, auch nur 
0. de Latre gez. Ein Belgier, 
lebte in der Mitte des 16. Jhs. 
und ist nur durch 

zwei Gesäuge in den Samlwken. 1554 f 
und 1556 n vertreten (Eitner 1 unter D.). 
Im Ms. 203 Nr. 41: Le cueur, le corps. 
3 voc. 3 Stb. [B. M. 

Latrobe, Eev. Christian Ig- 
natius, geb. 12. Febr. 1758 zu 
Fulnec near Leeds in Yorkshire, 
gest. 6. Mai 1836 zu Fairfield bei 
Liverpool. Schüler zu Niesky im 
Kollegium der United Brethren. 
1784 kehrte er in seine Vaterstadt 
zurück, wurde Sekretär bei der Ge- 
sellschaft für die Beförderung des 
Glaubens (Furtherance of the Gos- 
pel) und 1795 an der ünity der 
Brethren in England (Herrnhuter). 
Musik betrieb er zwar nicht als 
Lebensberuf, doch genossen seine 
zahlreichen Kompositionen eines ge- 
wissen Rufes (Grove. Lpz. Ztg. 11, 
144. 20, 618 Urteile). Bekannt 
sind von seinen Werken: 



Latrobe, Chrstn. Ign. 



72 



Lau, Chiistian. 



Anthem for the celebration of the Ju- 
bilee, or commencement of the 50 üi j'ear 
of the reign of George III. Oct. 25 th, 
1809. Lond. fol. [Glasgow, br. Mus. 
Brüssel Cons. R. C. of Mus. 

Anthems for 1, 2 or more voices, per- 
fornied in the church of the United Bre- 
thren, coUected ... Lond. 1811. fol. 
[Glasgow. 

— adapted for the org. or pfte., by . . . 
Compos. by various authors. Lond. fol. 
[br. Mus. R. C. of Mus. 

The dawn of glory; a hymn on the 
bliss of the redeemed. Lond. fol. [Glas- 
gx»w. br. Mus. R. C. of Mus. 

The niusic of the church considered in 
its various branches, coiigregational and 
Choral. London 18S1. 8^. [br. Mus. 

Dies irae ... an ancient hymn on the 
last judgment. Lond. 1799. fol. [Glas- 
gow, br. Mus. Berlin Singak. R. C. of 
Mus. in 2 Ausg. (1813). 

Hymn-tunes sung in the church of the 
United Brethern collected . . . A new edit. 
Lond. qu40. [B. B. br. Mus. 

Miserere. Lond. (f. Chor und Pfte. 
gesetzt), [br. Mus. 

Trauer-Cantate. Rudolstadt, Hofbuch- 
hdlg. [B. B. 

Original Anthems for one, two, or more 
voice, adapted for private devotion or pu- 
blic worship; composed, and the acc. arran- 
ged for the pfte. or organ. P. Lond. 
1828. fol. [R. C. ofMus. 

Six Airs, the words on serious subjects. 
Lond. fol. [R. C. of Mus. 

3 Senat, f. Kl. op. 3. Lond. [br. Mus. 
Sammelwerk: Selectiou of sacred music 
from the works of some of the most emi- 
nent Composers of Germany & Italy. Re- 
spectfully inscribed to the Earl of Dart- 
mouth by . . . The Vocal parts in Score, 
the Instinimental adapted to the Pfte. 
1806—1826. London by Rob. Birchall. 
6 Bde. in fol. [B. M. 5 Bde. br. Mus. 
6 Bde. Glasgow 6 Bde. R. C. of Mus. 
6 Bde. Enthält Abos, D. Albeiti, Astorga, 
E. Bach, Bassani, Boccherini, B. Borri, 
Brassetti, P. Cafaro, Caldara, F. Ciampi, 
Danzi, Durante, Felici, Galuppi, Gäns- 
bacher, Gluck, Gossec, Graun. Häser, Hasse, 
J. Haydn, M. Haydn, Hummel, Jomelli, 
Leo, Lotti, MarceUo, Moriaria, Mozart, 
Naumann, Negri, Neukomm. Pergolesi, 
Ricci, Righini, Rolle, Sabbatini, Sala, Sal- 
vatore, Sarti, Serini, Siroli, Suidell, Tele- 
mann, Türk, Vogler, Winter, Wolf. Im 
Grove ein genaues Reg. 

La Trobe, J . . . F . . . de, un- 



bekannter Musiker, der in Berlin, 
Singakademie, mit einem Stabat 
mater imd Agnus Dei, 6 voc. Lpz., 
Br. & H. in P. vertreten ist. 

L'Attaignaiit, Abbe Gabriel- 
Charles de, geb. um 1697 zu 
Paris, gest. ebd. 10/1 1779, Ka- 
nonikus zu Eeiuis, bekannt als 
Dichter. Ob die Kompositionen 
in seinen Gedichtsamigen. auch 
von ihm herrühren ist imgewiss 
(NouY. Biogr. generale. Paris, Didot. 
Bd. 3). Bekannt sind: 

Poesies. Avec musique et le Portr. de 
l'auteur. Londres 1757 Duchesne. 4 voll, 
zu 282, 360, 408 u. 860 S. in kl. 8«. 
[Hofb. Wien. 

Cantiques spirituels de M . . . avec les 
aires notes: extracts des oeuvres de 
l'auteur. Nouv. ed. augm. Paris 1762 
Duchesne. 12^. [Brüssel. 

Latti, . . . de. 1798 zeigt Traeg 
in Wien ein Fagottkonzert im Ms. 
von ihm an. 

Latuiiiia, Henricus de, „Ca- 

nonicus eccles. St. Crucis Leodien." 
(Lüttich), um 1389 päpstl. Sänger 
(Yierteljahrsschrift 1, 451). 

La Türe, Alexandre de, Mu- 
siker an der Hotkapelle in London 
mit 200 ^ jährl. von 1694—1700 
in den Akten verz. (Nagel, Annalen 
65. 66). 

Latzel, Joseph, geb. 12. Mai 
1764 zu Marienthal (Glatz), gest. 
5. Sept. 1827 zu Neifse; studierte 
Theologie, betrieb mit Erfolg Musik, 
' trat 1790 ins Kreuzstift zu Neifse 
j und wurde 1798 zum Regens chori 
und Gesanglehrer am Gymnasium 
j ernannt. Seine zahlreichen kirch- 
1 liehen Kompositionen blieben Ms. 
: und kamen meist anonym in Ab- 
I Schriften unters Publikum (Hoff- 
mann). 

Lau, Christian, geb. in Neu- 
, beide bei Elbing, gest. 1749 als 
Kautor au St. Marien in Elbing, 
wo er seit 1735 angestellt war. 



Lau, Chr . . . Heinr. 



73 



Laudi. 



Von seinen Kompositionen ist nur eine 
Kantate zum preufsisctien Dankfeste von 
1735 in Stim. auf der Marienbibl. in 
Elbing vorhanden; von 2 anderen Kan- 
taten von 1736 u. 1745 haben sich nur 
die Texte erhalten (Döring, M. f. M. 1, 153). 

Lau, Chr . . . Heinrich, Orga- 
nist in Hermsdorf am Kynast bei 
Hirschberg in Schlesien, beschäf- 
tigte sich auch mit Notenstich in 
Kupfer. Yen seinen Stichen sind 

bekannt: 

Die Kantate zum preufsischen Dank- 
feste vom Kantor Lau von 1735 in Bibl. 
Elbing, von 1737 eine Passions-Musik von 
Du Grain, von 1747 Reimann's Samlg. 
evangel. Lieder. Hier ist er aber mit 
L. H. Lau Org. gez., vielleicht sein Sohn. 
Auch Telemann's Du Tochter Zions stach 
er, sowie für Balthas. Schmid in Nürnberg 
einen Jahrgang Kirchenmusik für 1744. 

Lau, Karl, ein berühmter Wald- 
hornist, nach Fetis in Böhmen geb., 
den aber Dlabacz nicht verz. Ger- 
ber 1 erwähnt ihn schon um 1777. 
Er wandte sich nach Petersburg 
und stand der dortigen Jagdmusik 
als Kapellmeister vor (Gerber 2. 
Schilling). 

Lauhe, Anton, geb. 10. Nov. 
1718 zu Brüx in Böhmen, gest. 
24. Febr. 1784 zu Prag, war Ka- 
pellmeister a/d. Metropolitankirche 
zu Prag und schrieb zahlreiche 
Kirchenmusik von geringem "Wert 
(Dlabacz). 

In der Bibl. des Thomasgymnas. zu 
Leipzig eine Missa brevis, Gd. 4 St. u. 
Orch. Ms. P. — In B. Brüssel 12 Lieder 
f. Sopr. mit Klav. Ms. in 4°. — In der 
Hofb.Wien die Posaunenstimme zu 1 Messe 
im Autogr., der gedruckte Kat. sagt: eine 
Tenorstimme. Aloys Fuchs schrieb auf 
das Ms. einige biographische Notizen. 

Die B. M. besitzt im Ms. ein Trio ä 
2 V. e B. 3 Stb. nur mit Laube gez., 
fraglich ob er der obige ist. 

Lauben, B... Fid... Antoine 
zur, veröffentlichte 1780 in der 
kgl. Akademie „des luscriptions et 
belles-lettres" zu Paris: 

Observations sur un manusc. de la 
biblioth. du roi qui contient les chansons 
des Trouveres ou Troubadours de la Souabe 



ou de l'AUemagne, de la fin du 12. siecle 
jusque vers l'an 1330 (G. Becker 1, 165). 

L'Auherge, Isolde, lebte am 
Ende des 18. Jhs. 

Von ihm besitzt das br. Mus. : Vous 
remplirez votre verre', Chanson de . . . 
(Paris c. 1795) 8°. 

Laucher, Joseph Anton, in der 

2ten Hälfte des 18. Jhs. Musik- 
direktor in Dillingen a/d. Donau. 
Man kennt von ihm 

op. 2. Sacrificium mortuorum seu tres 
Missae solennes ... de Requiem occasione 
exequiarum . . . memoriae Josephi IL, 
Leopold n. Rom. Imp., Eli^abethae Imp. 
. . . editae 4 voc. 2 V. Va. Org. 2 Com. 
2 Clarinettis vel Ob. et Violone . . . Cura 
et sumptibus ßossler Cons. Borus. Darm- 
stadii. 12 Stb. fol. [B. B. B. M. 13 Stb. 
fehlt Violone. Darmst. P. u. Stb., teils 
im Stich, teils im Ms. 

In Ms. 12630 der B. B. unter Lauche- 
rus: Missa solennis de Requiem 4 voc. c. 
Orch. (mit Klarinetten) und in Ms. 12635, 
mit Laucherus senior gez: Musik zu dem 
Ballet Psyche. Für ganzes Orch. P. 

Es muss also auch einen Komponisten 
Laucher junior gegeben haben. 

Laucieux und Laureux, siehe 
Saureux. 

Lauclarit, ... ein Grieche, von 
Caffi 1, 113 unter dem Doyen 
Franc. Donato um 1551 erwähnt, 
den Ambros 3, 555 als Vertreter 
des graziösen Genres der Villanelle 
bez., doch ist keine Komposition 
von ihm bekannt. 

Laudi (Lodi), ein canzonetten- 
artiger Gesaug mit geistlichem 
Texte von möglichster Einfachheit, 
damit alle Anwesenden mitsingen 
konnten (siehe Haberl, Jahrb. 1895, 

92). 

Lodi spirituali. Nouam. composte, et 
date in luce ad instantia della venerabile 
Congregatione delF humilitä per commune 
utilita delle scole della dottrina christiana. 
Ven. 1580 Ang. Gardano. 4 Stb. in 12^. 
[Hofb. Wien. Upsala: C 

Laudi spirituali (il I. lib. delle) a 3 voci. 
Stampata delli Rev. Padri della Congregat. 
del Oratorio. Roma 1583 '85 Aless. Gar- 
dano. kl. 40. 30 BU. [Bologna ib. 1583, 
30 BU. und Ausg. 1585. br. Mus. 1583. 



Laudi. 



74 



Lauffensteiner. 



— H 2. lib. a 3 et 4 voc. ib. 1585. ' 
52 Nrn. [Bologna 1583. 

— 11 3. lib. a 3 et 4 voc. ib. 1588. 
35 Nrn. 54 BIl. u. 1585. 

Die Dedic. des 3. Baches ist von Fran- 
cesco Soto gez. Die Stitn. befinden sich 
gegenüber. [Hofb. Wien, Buch 1 — 3. Bo- 
logna 1—3. br. Mus. 3. libro 1588. 

— II 4. lib. delle laudi a 3 et 4 voci 
... ib. 1591. 40. [Bi-üssel. 

Im br. Mus. noch das 4. Buch in 2 Ausg. 
von 1591, ein 5. Buch von 1598 und eine ' 
Ausg. ohne Buchbezeichnung, ediert von 
F. Soto 1589, 40 in 2 Exempl 

Lodi, et Canzonette spiiituali. Raccolte 
da diuersi autori: «& ordinate secondo le 
varie maniere de' versi. Aggiunteui a 
ciascuna maniera le loro Arie nuoue di 
Musica ä 3 voci ... ö in pubHco nelle 
chiese, oratorij & Dottrine. Napoli 1608 
Torq. Longo. 12». 408 S. [Bologna 
Kat. 2, 446 Näheres. 

Scelta di Laude spirituali, raccolte da 
piü diuote, e \irtuose Persone. Di nuouo 
stampate . . . con l'aggiunta deUa terza 
parte. Firenze 1657 Barbetti. 12*^. 
382 S. pag. 370 einige Canzoni von Ftl. 
Neri f. 1 Stirn, mit Bc. [Bologna. Brüs- 
sel unter Monti 1325. 

Laude e Antifone da cantarsi nel pel- 
legrinaggio alla S. Casa di Loreto l'anno 
1729. da' fratelli della Yen. Compagnia 
del SS. Crocifisso della Pietä de' ER. PP. 
Carmelitani Scalzi della citta di Prato. 
Firenze 1729 Nestenus e Fr. Moücke. 
120. 16 Bii. Musik von Becattelli. [Bo- 
logna. 

Laudi da cantarsi da' fratelli della 
venerab. compagnia di San Gio. Batista 
Gerosolimitano de' Cavalieri di Malta nel 
loro viaggio alla S. Casa di Loreto nel mese 
d'Aprile 1739. Firenze 1739 stamp. Gran- 
ducale. 12". 12 Bll. [Bologna. 

Laudi spirituali da cantarsi da i fra- 
telli della Ven. Comp, di S. Sebastiane 
posta sotto la chiesa de' RR. Monaci di 
S. Pancrazio nell' andare a visitai-e la SS. 
Vergine dell' Impruneta il di 25. Luglio 
1746. Firenze. kl. 8°. 14 S. für 1 Stirn. 
[Bologna. 

Siehe auch Razzi, Serafino. Anirauccia. 
Lazzeri, Ign. de. Santini, Pietro. 

Laudi, Tictorino; nach Gerber 
2 war er Kapellmeister a/d. Kathe- 
drale zu Messina und zu Alcar in 
Sicilien geb. Er erwähnt den 
Druck: II 1. lib. de Madr. ä 5 voci, 
con Dialogo a 8. Palermo 1597. 4*^. 



Landin , . . . Organist a/d. Kgl. 
Kapelle zu Paris unter Louis XIY. 
(Castil-Blaze 159). 

Laiidis, Francesco, wird in 

Bottegari's Samhvk. von 1575a als 
Musiker im Dienste des Herzogs 
von Baiern bez. und die Canzone 
Dammi pur tante c. 2 p. 5 voc. mit- 
geteilt. Ferner stehen in Bonagionta's 
Samlwk. von 1565 und 1567 die Can- 
zonen : Dolci colli fioriti und Segretario 
t'ho fatto 3 V. Nach den Akten des 
Kreisarchivs war er von 1572 — 1575 Po- 
saunist an der Hofkapelle in München, 
nebst den anderen : Giovanni^ Marco und 
Nicolo Laudi, sämtlich von 1572 — 1575 
als Posaunisten angestellt. 

Laue, Mag. Johann Grottfried, 

geb. 20. Dez. 1683 zu Ermsleben 
(Quedlinburg), gest. 30. Mai 1721 
als Pastor an St. Bonifacii zu Dit- 
furt (Gerber 2). Gab als Student 

heraus: 

Quaestionem. an turrium et campanarum 
usus in republica Christiana Deo displi- 
ceat, tum ex Gen. XL et Num. X. tum 
ex principiis pohticis dedicit . . . resp. 
Job. Gansauge. Lips. 1704. 40. [Dresd. 

Lauer, . . . Ansbachischer Kam- 
mer-Virtuos, Hornist, gab in Frank- 
furt a/M. am 23/3 1779 ein Kon- 
zert (Israel 68). 

In der Hofb. in Darmst. unter Lauer 
eine Sinfonia. Dd. in Stb. im Ms, 

Lauer, Joliann Friedrich, in 

Gotha 1786 Komponist von Liedern, 
die im Gramer 3, 278 ungünstig 
beurteilt werden. 

Lauff, Christoph und Karl, 
beide Ende des 16. Jhs. Organisten, 
der erstere war Stadtorganist und 
der letztere Schlossorganist zu 
Groningen (Werkmeister's Org. 
Gruning. rediv. § 11). 

Lauffensteiner, . . . von, nach 
Gerber ein Lautenist am baierschen 
Hofe um 1560, dessen Lauten- 
stücke er in zwei Bänden im Ms. 

kannte. 

In einem Ms. der Stadtb. Augsburg mit 
Lautenpiecen c. 1759 ist er vertreten, 



Laughton. 



75 



Laurence, William. 



ebenso im Ms. 2914 der B. Brüssel unter 
Laufensteiner. 

Laughton, Thomas, schwor im 
Okt. 1627 als Gentleman an der 
Kgl. Kapelle in London. Wird 
zuerst ein Episteler, dann ein Gos- 
peller genannt (Eimbault). 

Laugier, TAbbe 3Iare-Antoine, 
geb. um 1713 zu Manosque (Pro- 
vence), gest. 7. Apr. 1769 zu Paris? 
Trat in Lyon in den Jesuitenorden 
u. zeichnete sich als Redner aus, 
ging nach Paris, bekleidete ver- 
schiedene Aemter und erhielt nach 
1757 die Abtei ßibeaute (Fetis). 
Von seinen Schriften gehören hier- 
her: 

Apologie de la musique frangaise. Paris 
1754. 12°. 78 S. [Bmssel Cons. Bo- 
logna.] Fetis kannte noch ein Ms. im 
Besitze Boisgelou: Superiorite de la mu- 
sique tva.n(^. demontree. Ferner erschienen 
2 Nrn. einer periodischen Schrift: Senti- 
ment d'un harmoniphile sur divers ou- 
vrages de musique. 8*^. 

Laujon, ... wird von Gerber 1 
als Komponist angeführt, doch ist 
er der Dichter mehrerer Opern u. 
Ballets, siehe Lajarte. 

L'Aulnay, F. . , H. . . St. . . de, 
ein französischer Gelehrter des 18. 
Jhs., schrieb nach Becker 1, 59 

und 270 

1. De saltation theätrale, oü recherches 
sur l'origine, les progres et las effets de 
la Pantomime chez les Anciens, avec 9 
planches coloriees; Disseitat., qui a rem- 
porte le prix double ä l'Academie des 
Inscriptions et des helles Lettres en Nov. 
1789. Paris 1790. 8». 100 S., 104 mit 
Anmkg. u. 9 Beilagen. 

2. Memoire sur un nouveau Systeme 
de notation musicale. Paris 1785. 8". 

Launay, Carlo di, ein franzö- 
sischer Sänger, war 1490 am Hofe 
zu Ferrara, 1493 zu Florenz und 
1499 in Bologna angestellt. (Ber- 
tolotti 16 mit seinem Autogr.) 
Nach Davari 11 ff. war er Sopra- 
nist und ging im März 1491 nach 
Mantua. Canal 11 schreibt ihn 
fälschlich Lounay, Contraltist, ver- 



liefs den Dienst in Mantua ohne 
Erlaubnis, bat aber 1499 wieder 
um Aufnahme. Davari widmet 
ihm ein ganzes Kapital. — Im 
Lautenbuch des C. P. von c. 1725 
(Weckerlin's Kat. 485/86) befindet 
sich eine Piece von einem De 
Launaye lepere^ der jedenfalls ein 
jüngerer Autor als der obige ist. 

Launer, ... st. 1839 in Paris, 
war Violinist a/d. grofsen Oper, 
Orchesterdirektor, zuletzt Musik- 
verleger (Leipz. Ztg. 41, 858). Seine 
Wittwe führte das Geschäft weiter. 

Laure, ... 1. Violinist am The- 
aterorchester in Brüssel um 1790 
(Gregoir, Pantheon 6, 154). 

Lauremberg, Johannes, ist 
durch ein Ms. in Kopenhagen be- 
kannt, betitelt: 

Tabulatura et Introductio in musicara 
et alia ad musicam pertineutia, Graece, 
praemisso conspecta, Codex chaitaceus, 
rühr, et litt. init. miniatis, Stephano Job. 
Stephanie a Jo. . . L. . . 1645 donatus. 

Laurcmberg (nicht Laurenberg), 
Peter, geb. zu Rostock, gest. 13. 
Mai 1639 ebd. Ein Dr. der Me- 
dizin und Prof. der Poesie zu Ro- 
stock, der Erasmus Sartorius' Belli- 
geramus neu unter dem Titel her- 
ausgab : 

Musomachia id est Bellum musicale. 
Ante quinque lustra Belhgeratum in gra- 
tiam Er. Sar(torius): nunc denuö institu- 
tum ä primo ejus auctore P. . . L. . . s. 1. 
RicbeUanis arma suppeditantihus a Job. 
Hallervordio toti orbi indictum. 1639. 
5 Bogen in kl. 8^. Hailervord druckte in 
Rostock. Das Werk wird überall unter 
Lauremberg's Namen aufgeführt. Becker 
1, 514 giebt den Inhalt und Beweis, dass 
es nur eine neue Auflage des Sartorius 
ist. [B.Br. B. B. B. M. 

— Ausg. ib. 1642. 78 S. [Dresd. 
Musikfr. Wien. C. P. br. Mus. B. B. 
B. G. B. Hbg. Musikfr. Wien. C. P. 

Laurence, John, 1625 Mitglied 
der Kgl. Kapelle in London mit 
40 £ Gehalt (Hawkins 4, 37). 

Laurence, William, von Poules, 
wurde am 17/10 1593 Gentleman 



Laurencinus Eomanus. 



76 



Laurenti, Pier Paolo. 



a/d. Kgl. Kapelle zu London und 
St. ara 10/11 1606 an der Pest 
(Rimbault). 

Laurencinus Romanus (Loren- 
zino Romano), vielleicht ist er auch 
unter der Bezeichnung Eques Ro- 
mano gemeint. 

Jean Baptiste Besard beginnt den Titel 
seiner grolsen Lautenpiecen - Sammlung : 
Thesaurus harmonicus divini Laurencini 
Romani, nee uoa praestaütissimorum rau- 
sicorum, qui hoc seculo in diversis orbis 
partibus excellunt . . . (1603) und teilt 
43 Piecen von ihm mit. Mit Eques Eo- 
manus sind 5 Piecen bezeichnet. Auch 
in Fuhrmann's Lauten buch von 1615 be- 
finden sich 3 Nra. von ihm. Besardus 
war ein Schüler des L. Siehe auch unter 
Loretixini da liuto^ der sehr wahrschein- 
lich derselbe ist. 

Du Laurens, ... Musiker a/d. 
Hofkapelle Heinrich IV. von Frank- 
reich (1589 — 1610). Catil-Blaze 

72 ff. 

Laurens, Karl, 1695 zum Hof- 
musikus am Kurfstl. kölnischen 
Hofe ernannt. Der Kurf. Clemens 
hielt sich zur Zeit in Lüttich auf 
und dort erfolgte die Ernennung 
(Thajer 1, 10). 

Laurens (Laurent), Tilman, 
um 1593 Kapellan -Sänger an der 
Hofkapelle Philipp IL von Spanien, 
wird noch 1598 angeführt (Strae- 
ten 8, 168. 400). 

Laurent, Pierre, Inspektor des 

Hoftanzes in Kopenhagen, gab 

1781 heraus: 

Sämling af den nyeste engelske Dandse. 
Tredie Haefte. Kiobenhaven, hos Gylden- 
dal. 1780 erschien das 1. u. 2. Heft für 
Viol. u. B. mit 130 und 34 Tänzen (Ma- 
gazin). 

Laurenti, Bartolomeo Griro- 
lamo, geb. zu Bologna um 1644, 
gest. 18. Jan. 1726 ebd., ein aus- 
gezeichneter Violinist, der im Or- 
chester der Kirche S. Petronio an- 
gestellt, auch Mitglied der Aca- 
demia filarmonica zu Bologna war 



(Wasielewski 2, 73). Er gab her- 
aus: 

Sonate per camera a V. e Vcl. op. 3. 
Bologna 1691 Monti. 2 Stb. 

Sei Concerti ä 3 cioe V. Vcl. ed org. 
Belog. 1720 (beide Werke nach Fetis u. 
"Wasielewski, vielleicht in B. Bologna vor- 
handen). 

1 Sonate f. V. Vcl. u. Bc. im Samlwk. 
1700 a, s. d. (Eitner 1). 

Laurenti, Girolamo Nicolö, 

Sohn des Bartolomeo, geb. in Bo- 
logna, gest. 26. Dez. 1752 ebd. 
Schüler von Torelli und Vitali als 
Violinist, wurde an S. Petronio in 
Bologna angestellt (V^asielewski 2, 
73). Man kennt von ihm: 

6 Concerti ä 3 Violini, Va. Vcl. ed Org. 
Amst., Eoger (nach AYasielewski, vielleicht 
in Bologna vorhanden). 

In Mich. Corret's L'art de V. 1 Piece, 
mit Laurenti, ohne Vorn. gez. — In Mu- 
sikfr. AVien : 6 Concerti p. V. con 2 V. 
Va. e B. op. 1, mit Laurenti gez., frag- 
lich ob damit nicht etwa ein anderer ge- 
meint ist. Der dortige Kat. giebt weder 
Ort, noch Verlag an. 

Laurenti, Laurenti us, Musik- 
dir. am Dome zu Bremen um 
1700 (Mattheson 1, 168). 

Laurenti , Pierre , Priester, 
Sänger und Kanoniker a/d. Kirche 
zu Chartres in der Mitte des 17. 
Jhs. , gab nach Fetis 1659 bei 
Ballard die Messe super „Regina 
coeli'' heraus. Chorb. in fol. 

Laurenti, Pier Paolo, eben- 
falls ein Sohn des Bartolomeo, geb. 
zwischen 1674 u. 75 zu Bologna, 
gest. 25. März 1719 ebd., 43 Jahr 
alt, wurde als 2. Violinist und 
später als Violist an S. Petronio 
in Bologna angestellt. Busi 1, 128 
teilt aus den Akten Mehreres mit, 
auch führt er von ihm die Ora- 
torien an: 

S. Badegonda reina di Fraucia, 1703 
und Sospiri del cuore uraano nella nascita 
del Eedentore, 25/12 1703 in Bologna 
aufgefiihrt, ferner die Cantata ,,la Con- 
versione alla Santa Fede del re di Bungo 
Giaponese, Faenza 1703 u. a. an. Ebenso 
die Opern: Attilio regolo in Affrica, Bo- 



Laurenti, Eocco. 



77 



Laurentius von Schnüffis. 



logna 1701. Enone ringiovanito 1706. 
I diporti d'aniore in villa 1710. Ge- 
druckt ist 

Corona di dodici fiori armonici tessuta 
da altrettanti ingegni sonori a 3 stru- 
rtienti. Bologna 1V06 Peri. [Bologna. 

Laurenti, Boceo, geb. zu Bo- 
logna im 17. Jb., gest. ebd. 1709, 
Organist und Komponist, trat 1666 
unter die Mitglieder der pbilhar- 
moniscben Akademie. Er war der 
Lehrer Giac. Ant. Perti's (Busi 1, 
63). 

Laurentio, Mariaiio di, nacb 
Gerber 2 ein Kanonikus zu iS'oti 
in Sicilien im Anfange des 17. Jbs., 
von dem er 1602 Madrigal! 5 voci 
und Salmi op. 5, Palermo 1624 
anführt.. Aufgefunden ist bis jetzt 
noch nichts von ihm. 

Laurentius et Innocentius, Ge- 
rechte \Yagschal, siehe Fuhrmann. 

Laurentius, M. L. . . de Flo- 
rentia, siehe Lorenzo da Firenze. 

Laurentius de Mutina, 1513 
bis 17 Sänger am St. Peter in 
Kom (Viertel]'. 3, 253). 

Laurentius de Urbe reteri, 
Magister des 15. Jhs., war nach 
Coussemaker 4, 421 der Lehrer 
von Antonio da Lucca. 

Laurentius de Laurentiis, 
Prater, siehe Laurenzi, F. Lo- 
renz! dei. 

Laurentius von Sclinüffis 
(Schniffis, hiefs eigentlich Johann 
Martm). Geb. 24. Aug. 1633 zu 
Schnifis in Yorarlbei'g, gest. 7. Jan. 
1702 zu Konstanz. Als fahrender 
Schüler zog er von Ort zu Ort mit 
Musik und Reimkunst sein Leben 
fristend, verdingte sich dann in 
Wien an einen Theaterunterneh- 
mer, kam nach Innsbruck und 
fand hier eine Anstellung am Hof- 
theater. Erst 1662, als er seine 
Stellung durch den Tod des Erz- 
herzogs Ferdinand Karl verlor, 
studierte er Theologie und wurde 



Priester, ging in das Kapuziner- 
kloster in Zug und empfing am 
10. Aug. 1665 das Ordenskleid. 
Von jetzt ab wirkte er in mehre- 
ren Klöstern Vorderösterreichs als 
Seelsorger und Prediger, nebenbei 
Poesie u. Musik eifrig betreibend. 
Ks. Leopold I. gab ihm den Ehren- 
titel eines poeta laureatus (M. f. M. 
2, 97. 3, 129, nebst Bibliogr. A. 
d. Biogr.). Er schrieb und gab 
zahlreiche geistl. Lieder in alter 
Arienform mit Bc, auch einige 
mit Begltg. einer Violine heraus; 
einige Beispiele in M. f. M. 2, 101 
nebst Gedichten. Sehr fraglich ist 
es aber, ob die Kompositionen von 
ihm sind, wie die Allg. deutsche 
Biogr. ganz bestimmt anzunehmen 
scheint, denn L. schreibt im Vor- 
wort zur Maultrummel 1696: „Was 
die Melodeyen betrifft, weilen 
meine vorgehende jezigen Musi- 
canten nicht belieben wollen, als 
hat Herr P. Romanus Votier''' die 
Anfertigung übernommen. Dies 
spricht doch deutlich aus, dass er 
nicht die musikalische Bildung 
besafs, wie sie angenommen wird. 
Das Verz. seiner Werke ist fol- 
gendes in abgekürzten Titeln: 

1666. Des Mirauten eines Welt- und 
noch -verwirrten Hirtens icioiderlicher 
Weg . . . Costanz am Bodensee, Dar. 
Hautt. kl. 8". 10 Bll. u. 306 S. 6 Lieder 
mit Mel. u. bez. B. [B. M. Einsiedeln. 
Bibl. Frauenfeld i 'd. Schweiz. 

— A.usg. ib. 1678. [Einsiedeln. 

— Ausg. 1690 Costanz bei Parcus. 
[B.B. Einsiedeln. B.Lpz. Stadtb. Zürich. 
Cantonsbibl. zu Aarau. Hofb. Wien. 

— 1692 ib. [Einsiedeln. 

— Eine Ausg: Wien 1676 bat keine 
Musiknoten. [Einsiedeln. 

1682. Mirantisches Flötlein, oder geist- 
lich Schäfferey, in welcher Christus, under 
dem Namen Daphnis, die in dem Sünden- 
Schlaff vertieffte Seel Clorinda . . . auff- 
erweckt . . . Costantz, Hautt, verlegt von 
Mantelin. kl. 8«. 316 S. 30 Gedichte 
mit Mel. u. B. [B. Hbg. B. Wernig. 
Musikfr. Wien. B. B. Hofb. Wien. 



Laurenfcius von Schnüffis. 



78 



Laurenzi, Lorenzi dei. 



— Ausg. 1686 ib. [B. "Wagener. 

— 4. Aufl. alle Melodien zu drey Stim- 
men sammt einem Ritornello. Franckfurt 
1689 Em. und Rud. Thurneysen. [B. B. 

— Aufl. Franckf. 1694 und 1695 iu 
B. B. 

— 3. (?) Aufl. 1711, Sstim. „nebst 
einem Anhang neuer Lieder". Frkf. ib. 
[B. B. Musikfr. Wien. 

— 4. (?) Aufl. bei Thurneysen 1739. 
[B. Lpz. B. B. B. Wagener. 

1688. Mirantische AVald - Schallmey, 
Oder: Schul wahrer Weisheit . . . Costanz, 
Dav.Hautt. 8°. 12 ßll. 398 S. 12 Lieder, 
mit Mel. u. Bc. Abdruck aus der Dedic, 
die seinen "wahren Namen anzeigt in M. 
f. M. 2, 103. [B. Lpz. B. B. Einsiedeln. 
ß. Wagener. Hofb. Wien. 

1692. Mirantische Mayen-Pfeiff. Oder 
Marianische Lob -Verfassung, in welcher 
Clorus, ein Hirt . . . Dillingen , J. C. 
Bencard. kl. 8'\ 7 BU. 332 S. 30 Melod. 
mitBc. [B.B. B.Lpz. B. Br. B. Hbg. 
B. Wagener. Hofb. Wien. Beuron Kloster- 
bibl. 

— 1707 ib. [Antiq. Rosenthal. 

1695. Mirantische Maul-Trummel wohl- 
bedenckliche Gegen-Sätze böser, und guter 
Begirden . . . Gedruckt bey Joh. Ad. Köberle 
zu Constantz, Verl. von Parcus. kl. 8". 
336 S. 30 Lieder. [B. ß. B. Wagener. 

— Ausg. ib. 1696. [B. B. Einsiedeln. 

— Ausg. ib. 1698. [B. B. 

1698. Futter über die Mirantische 
Maul-Trummel. Costantz, Parcus. kl. 8". 
16 Melod. mit B. [Cantonsbibl. zu Aarau. 

— 1699 ib. 312 S. [B.B. B. Wa- 
gener. Stadtb. Zürich. 

— 1709 ib. [Einsiedeln. 

Er schrieb noch „Des Miranten seelige 
Einsamkeit. Costantz 1692." 8», welches 
aber bis jetzt nicht aufgefunden und 
nur durch eine Buchhändler-Anzeige be- 
kannt ist. 

2 zweistim. Gesge. iu neuer Ausg. 
(Eitner 2). 

Laureiitius, Enewald, aus Hu- 
sum gebürtig, studierte in Kiel, 
war 8 Jahre Kantor in Stade und 
wurde 1702 nach Husum berufen; 
dort starb er den 6. April 1712 
(Mattheson 1). 

Laureiitius, Johann, Hoforga- 
nist am dänischen Hofe; heiratete 
1635 eine Tochter (Gesa) des Ham- 
burger Jakob Praetorius (M. f. M. 
3, 66). 



Laurenz, Johann Jakob, wurde 
1651 Organist a/d. St. Petrikirche 
zu Hamburg (Ratsakten). 

Laurenzi, Filiberto. Im Druck 
von 1644 befindet sich sein Porträt, 
dort wird ihm noch ein „de" 
vorgesetzt mit der Altersangabe 
24 Jahr, es ist nur fraglich, wann 
das Porträt gestochen ist, denn 
seit 1641 kennt man Drucke von 
ihm, doch giebt keiner etwas Nähe- 
res über seine Person an. Er 
schrieb auch fürs Theater und 
werden die Opern „Pinta Savia" 
1643 und „Elisio d'amore" 1651 
u. 1666 in Ferrara aufgeführt verz. 
Nachweisbar sind: 

Concerti et Arie a una, due, e tre 
voci, con 1 Serenata ä 5. e 2 V. , e 
Chitarrone di . . . (gewidmet dem Proku- 
rator Pesaro am S. Marco zu Venedig). 
Ven. 1641 Vincenti. 1 vol. in fol. 50 
Bog., enth. 44 Gesge. Im Vogel 1, 361 
das Reg. [B. Br. 

Arie a una voce per cantarsi nel Clavi- 
cembalo... Ven. 1643 Magni. [Bibl. 
Bohn in Bresl. 

Spiritualium cantionum unica voce con- 
textaruin lib. 1. ac 3. opera . . . Laure- 
tanae Virgini dicatum. Ven. 1644 Alex. 
Vincentius. 2 Stb. 4». (Voce u. Part.) 
9 u. 17V, Bog- ii'iit Portr. 12 Gesge. 
[B. Br. 

Laurenzi, Griuseppe, Priester, 
gelehrter Theologe und Schrift- 
steller, geb. um 1583 in Lucca, 
spricht in seinem Werke ,,De con- 
viviis et hospitalitate" auch über 
alte Instrumente. Das Kapitel ist 
betitelt: 

Collectio de Praeconibus, Citharoedis, 
Fistulis et Tintinuabulis. Gedruckt in 
Gronovü Thes. antiqu. graec. T. 8 p. 1458 
bis 64 und in Ugolini's Thes. ant. sacr. 
T. 32 p. 1111. 

Laurenzi, F. Lorenzi dei, di 

Lendin ara (in der Lombardei ge- 
legen), gab heraus: 

Completorium cum Antiphonis suis, 
ßesponsoriis, et Preeibus, Quinque voci- 
bus decantandum, Auetore F... Ven. 
1599 Vincentius. 5 Stb. 4«. [Bologna. 
M. D. 4 Stb. 



Laurenzio. 



79 



Lauro, Girolamo. 



Laurenzio, Domenico, Sopra- 
nist an der Hofkapelle in Wien 
mit 60 Gld. monatl. Gehalt vom 
1. Jan. 1672—1684 (Köchel 1). 

Laurcnzo, . . . 

bekannt durch eine Symphonie (in Dd.) 
f. 2 V. A. B. u. 2 Hörn. Ms. Stb. [Brüss. 
Cons. 

Lauret, siehe Lorecht. 

Lauri (Laiirry), E^idius, wird 
im März 1431 bis 1482 als päpstl. 
Sänger mit monatl. 50 Gld. verz. 
und „capellanus ad altare B. Mariae 
Magdalenae in ecclesia s. piatti Si- 
cilinens. dioc. Tornacensis'' genannt 
(Viertel]. 1, 458. 462). 

Laurier (Lauwier), Jean, um 
1496 Sänger in der Kapelle Philipp 
des Schönen (Straeten 7, 178). 

Laurier, Pierre, Kapellan und 
Säuger der hohen Messe an der 
Hofkapelle Ks. Karl Y. in Spanien, 
erhielt nach einem Dokument in 
Brüssel am 3. Juni 1553 eine 
Praebende am Notre - Dame zu 
Lille (Straeten 3, 148). Im Strae- 
ten 8, 16. 25. 30 ist er bis zum 
1. Aug. 1559 in den Dokumenten 
verz., jedoch von 1556 ab in der 
niederländischen Kapelle. 

Laurino, Fra Paolo, lebte im 
Anfange des 16. Jhs. Eine Epi- 
stola im Ms. Cod. 5318 im Vatican. 

Lauriscliio, . . . 

im Ms. 543 der B. B. der Satz „Enge 
serve hone", 1 voc. c. V. Va. c. ß. in P. 
Zeit nicht bekannt. 

Lauro Padovano (Laurus Pa- 
tavus), lebte in der 1. Hälfte des 
16. Jhs. und ist in Samlwken. von 
1526 c und 15421 mit einer Mo- 
tette und einem Madrigal vertreten 
(Eitner 1 unter Laurus). 

Lauro, Arnoldo, 1461 päpstl 
Sänger (Viertel]. 3, 229). 

Lauro, Cristof'oro, aus Perugia, 
wird als Sammler u. Herausgeber 
desU. lib. delle Canzonette a 3 voci 
des Vinc. Cossa 1587 genannnt u. 



bez. sich in der Dedic. als ein 
vieljähriger Schüler desselben. 

Lauro (Laura, Lauraus), Dome- 
nico, aus Padua, und da er lange 
in Mantua lebte, so wird ihm von 
Scardeone auch dieser Beiname 
gegeben. Um 1540 zu Padua geb., 
kam um 1598 nach Mantua und 
wurde Kapellmeister a/d. Kathe- 
drale (Caual 69. N. Pietrucci 
Biogr. degli artisti Padovanni. 
Lauro Padovano ist ein älterer 
Komponist, siehe Eitner 1, Laurus). 
Man kennt von ihm: 

Missae tres octonis vocibus decantan- 
dae, ac omnibus instrumentorum generis 
. . addite partes infiniae pro organo. 
Autore R. D. Dom. L. . (1. Missa: Haec 
est dies. 2. Occhi che fia. 3. Se'I pen- 
sier che mi.) Ven. 1607 Amadinus. 9 
Stb. mit Bc. in 4=^. [Bologna, br. Mus : B 1. 

Madrigali a 3 voci di D . . L . . et di 
Franc. Stivori . . Lib. 1. Ven. 1590 
Amadino. 3 Stb. #. 12 Madr. von L. 
10 von St. [Verona S. f. B.B: C 

In alten Samlwk. 2 Gesänge (Eitner 1), 
aufserdem in G. Matth. Asola's Sacra ora- 
nium solemnit. Psalmodia 1592 unter 
Nr. 6: Laudate Dominum omnes gentes 
5 voc. — In Fr. Stivori's 1. lib. Madr. 
5 V. 1585 : Perche di gemme. Chi desia 
di saper. Del Mincio il duolo. 

In einem Ms. der B. Bologna (Kat. 2, 
342), 4 Stb. des 16. Jhs., ist unter Nr. 10 
ein Laurus mit „Hodie Christus uatus 
est'' vertreten. 

Lauro, Francesco, aus Verona, 
gab heraus : 

Canzonette a 3 voci di . . . Lib. 1. 
Yen. 1590 Amadino. 4 Stb. 4". 21 Gesge. 
[Crespano nur C. 

Lauro, Girolamo (Hieronymo), 
de, lebte im Anfange des 16. Jhs, 
und ist wahrscheinlich schon im 
15. geboren. Er ist bekannt durch 

Samlwke. 

In Antigo's Cauzoni Sonetti Strambotti 
et Frottole lib. 4. 1517 u. 1520 a. Ausg. 
nur mit H. D. L. gez. 1. Va mova cru- 
dele 6 ingrata. 2. Non me dir che non 
si po. 3. Non per noiarvi gia. 4. Ecco 
la notte el ciel. 5. voi nel ampio ciel, 
4 Stirn. Im Samlwk. Ott. Scotto's (?) Lib. 
1. de la fortima, nur Alt bek: Donna io 



Lausch. 



80 



Lauska. 



non so per che. — Im Domkapitel zu 
Verona, Chorb. des 16. Jhs. , betitelt. 
Antiphonae et Psalmi, befindet sich ein 
,,Gaude virgo" mit Lanrns gez. Wahr- 
scheinlich ist auch der im Lauteubuche 
von Fuenllana 1554 vertretene Lauras 
der obige (M. f. M. 27, 87). 

Lausch, . . . lebte um 1731 and 
ist bekannt durch eine 

Kantate „Meine Augen sehnen sich 
nach deinem Heil" zu 4 Stirn, mit 2 Fl. 
2 Gamb. u. Bc. Ms. in Stb. mit 10/12 
1731 gez. [Brüssel Cons. 

Ein Laurent Lausch, Musikverleger 
um 1791 in Wien, auch Komponist, ist 
in der Hofb. Wien, Ms. 18662, mit 13 
deutschen Tänzen, 13 Trios und Coda für 
Klavier, der Erzherzogin Maria Theresia 
gewidmet, vertreten. 

Lauska, Franz Seraphinus, geb. 
13. Jan. 1764 zu Brunn, gest. 18. 
April 1825 zu Berlin. Wurde zu- 
erst Oekonom, ging aber zur Musik 
über, nahm 1784 Unterricht bei 
Albrechtsberger, wurde Klavier- 
spieler beim Herzoge von Serbel- 
loni in Rom, dann kurpfälzischer 
Kammermusikus, ging 1794 nach 
Hamburg (Sittard 1, 185 nennt das 
Jahr 1796, wo er am 9. u. 30. Okt. 
und 20. und 30. November, sowie 
1797 am 15. Jan. als Klaviervir- 
tuose auftrat. Auf den Program- 
men bez. er sich als Schüler 
Mozart's, was aber wohl nur auf 
Reclame berechnet war). Von hier 
ging er nach Kopenhagen u. 1798 
nach Berlin, wo er sich niederliefs 
und als Musiklehrer grofsen An- 
hang fand. Im Kreisarchiv zu 
München ist ein Franz Lauska bis 
Anfang 1797 oder schon Ende 1796 
als Hofklavierraeister (Pianist) ge- 
nannt, dessen Nachfolger Jos. Grätz 
war. 1799 trat er in die Lieder- 
tafel und komponierte für dieselbe 
mehrfach 4 stim. Männergesänge. 
1821 besuchte er abermals Italien. 
Unter seinen Schülern befindet 
sich auch Meyerbeer, J. P. Schmidt 
u. a. (Ledebur. Berl. Ztg. 2, 155 ff. 



171 ff. Biogr. u. Bibliogr. Urteile 
in Lpz. Ztg.). 

Neun deutsche Lieder und Variazionen 
fürs Ciavier. op. 2. Hbg. (1792) Günther 
u. Böhme. 40 S. [B. M. Darmst. B. 

Kgsbg- . , . ^. ^ 

Auch hier bez. er sich „im Dienste 
des Herzogs rmd Kurf. von Bayern". 

Lied, 1806 gesungen, s. 1. 4». 1 Bl. 
[B.M. 

Tafellieder f. Mänuerst. (4 stim.) Ber- 
lin, Trautwein. [B. M. auch im Ms. 

1813 Nachruf an ihre im Felde stehen- 
den Brüder (f. 2 Singst, u. Pfte.). Berlin 
1813. [B. B. 

Maurerlieder im Böheim und in Frei- 
maurer-Lieder s. a. Im Samlwk. Theomele 
2 Lieder. 

Sonaten für Pfte: 

oeuv. 1. Hambg., Günther und Böhme 
(1795). HS. qufol. [B. Kgsbg. B.M. 

oeuv. 7, ib. [B. Kgsbg. 

oe. 9 bei Böhme in Hbg. [B. Wagener. 
B. Kgsbg. 

oe. 19. Lpz., Br. & H. [Dresd. 

oe. 20. Berlin , Werkmeister. [B. B. 
B. Wagener. Musikfr. Wien. B. Kgsbg. 

— Ausg. bei Peters. [B. B. 

oe. 21. Berlin, Werkmeister. [B. B. 
B. Wagener. 

oe. 24. Lpz., Kühnel. [B. B. B. 
Wagener. 

oe. 26. Lpz., Peters. [B. B. B. Wa- 
gener. Musikfr. Wien. 

oe. 30. Berl, Schlesinger. [B. B. B. 
Wagener. 

oe. 37. Lpz., Peters. [Musikfr. Wien. 

oe. 41. Lpz., Peters. [B. B. B. Wa- 
gener. Musikfr. Wien. 

oe. 43, ib. [B. B. Musikfr. Wien. 

oe. 45, ib. [B. B. B. Wagener. Musikfr. 
Wien. 

oe.46, ib. [B. B. B.AVagener. Musikfr. 
Wien. 

Sonaten im Ms. [Dresd. Mus. B. M. 
Variationen, Gapricci, Polonaisen, 
Eondo u. a. kleinere Klavierpiecen: 

op. 23 u. 25 bei Kühnel. [ß. Wagener. 

op. 27 Berl., Gröbenschütz u. Seiler. 
[B. Wagener. 

op. 29 Berl., Schlesinger. [Dresd. Mus. 
B. B. 

op. 32. 36. 38 bei Peters (36 auch bei 
Schlesinger). [B. B. B. AVagener. 

op. 39, für Pfte. u. Vcl. Berl., Schle- 
singer. [Musikfr. AVien. 

op. 40 bei Schlesinger. [B. B. B. 
AVagener. 

op. 42 bei Peters. [B. Wagener. 



Laxismauu. 



81 



Lantenbücher. 



8 Variat. ohne opus. Münch., Falter. 
[B. "^''agener. 

In Berlin K. H. befinden sich Lieder 
und Klavierpiecen. 

In Musikfr. AVien zahlreich vertreten. 

Im Ledebur ein ausführl. Verz. ohne 
Fundort. 

Das br. Mus. besitzt die Klaviersonaten 
op. 4. 6. 9. 10, in Hamburg gedruckt und 
op. 28 Sonate f. Kl. u. Vel. in Berlin er- 
schienen. 

Lausmaiiii, Heinrich, 

bekannt durch ein Heft Geistliche Lieder 
für 1 Siugstimnie und Kla\-ier . . . [Musilcfr. 
Wien. 

Lausseiimaier, ... ist im Boss- 
ler 9 vertreteu. 

L ausser, W . . ., 

kommt im Ms. Basel F, X. 1—4 (c. 
1520) mit dem Liede (Nr. 42) Vil sorg 
ich trag, zu 4 Stim. vor. 

Lausterer, Martin, um 1615 
Organist in Augsburg in städti- 
schem Dienst, 36 Jahr alt (M. f. 
M. 30, 77). 

Lantenbücher in hds. Sammel- 
werken : 

B. Augsburg, Kat. 457, Ms. des 17. Jh. 
168 BlI. Tänze, Märsche und Lieder. 

Ms. Stadtb. Augsbg. Piecen f. Laute 
solo und mit Begleitung (Duo, Trio, Quar- 
tett, Quintett etc.) Ende des 18. Jhs. 
geschrieben. Enth. Arne, Durant, Ad. 
Falckenhagen , Gautier, Feiice Giardino, 
J. B. Hagen, Haydn (z. B. 1 Quartett in 
D f. Laute V. Va. Vcl.), Kehl, Klein- 
kuecht, Kohaut, Kühoel, Lauffensteiner, 
Locatelli (trad. di Hagen), Mouton, Pfeiffer, 
Rüge, Freiherr von Seckendorf, SoUnick, 
Steinmetz, Toeschi u. Weils. 

Ms. F. X. 11 in B. Basel. Lautenb. von 
1575, Tänze u. Lieder (Kat. 78). — 
F. X. 23, von 1575, Lehre nebst Piecen 
(Kat. S. 80). 

Ms. Acc. 20052 in B. B. Tänze, Lieder 
und Choräle, auf dem Vorbl. hest man: 
Virginia Renata von Gehema. 1 vol. in 
qu4". — Z 32 fol. 16. Jh. 404 S. Italien. 
Tabulatur. Enth. aufser vielen anonymen 
Sätzen Piecen von Castillo, üngay Bergier, 
Fabr. Dentice, Luys Maymon, Francesco 
da Milanese, Franc. Cai'done, Fedo Reiner, 
Santino Garsi da Parma, auch Santino 
detto Valdes gen., Guilio Severino, Julio 
Tai-taglino und viele arrangierte Gesänge 
von bekannten Autoren. — Ms. ohne Sign., 
alte Nr. 250, 1 vol. in qu4o von 271 Bll. 

Rob. Eitner's Quellen-Lexikon. Bd. 6. 



in hellgelbem Ledereinband mit Golddruck, 
von 1607, Besitzer Job. Nauderus 1610. 
12. Aug. Allerlei Lieder und Tänze, ge- 
nannt ist nur Joan. Dulandi (Dowland). 

— Ms. Z68 in qu40 von 1656, enthält 
Tänze u. 2 Lieder. 

Berlin, Kupferstich - Kabinett : Hamil- 
ton -Sammlung, ein Lautenbuch Nr. 142 
in quer4*'. Im Neudruck in Viertel]'. 2, 1. 

Mss. in Stadtb. Danzig, Nr. 2. 1 vol. 
in kl. qu8'^ von 164 Bll., davon 47 be- 
schrieben, enth. allerlei Tänze. An Autor- 
namen sind genannt sieben Mal ein 
Hamiii[evsGhmk\t], David Pohes 1, P. A. 
8 mal. 17. Jh. — 2 andere Lautenbücher 
enthalten Piecen von Matth. Reymann, 
Alberto de Rippa. Ein Rigaud trägt die 
Jahreszahl 1623. 

Ms. B 1030 in B. Dresd. aUerhand Tabu- 
laturen auch für Laute, 16. Jh. hochfol. 
103 Bll. dem Joh. Joach. Bosses gehörig. 

— Ms. J307 Tabulaturbuch für die Cythar, 
16. Jh. Ms. J 307 mit Lautentabulatur: 
Intraden, Lieder u. a. von 1590. 

In B. Hbg. Ms. 3238, siehe Ernst Schele, 
Ms. 3241, erstes Viertel des 18. Jhs., 1 vol. 
von 39 Bll. Ein Lauteubuch. Bearbei- 
tungen aus Opern, Lieder und Choräle. 

Ms. Krems i/iiinster. Lautenb. aus der 
2. Hälfte des 17. Jhs. in französischer 
Tabulatur. Enthält auch Gaultier. qu4''. 

Lautenbücher, B. Lpx. Ms. fol. unter 
Rosani, Kropfgans, Falckenhagen. 

Lautenstücke im Ms. in 4*^ von 1685. 
[B. Lpz. 

Lautenstücke, Neue, als Preludes, AUe- 
mandes . . . Frankf. 1724. [B. Lpz. 

Andere Lauteubücher in B. Lpx : 66 Ton- 
sätze von Franzosen, Hds. von 1670. — 
250 Tonsätze von Deutscheu, Hds. von 1619. 

Ms. 1511 b in B. M. 25 BU. mit 55 
Tänzen. — 1511 d französ. Lieder, Tänze 
und 1 Ricercar. — 1511c Motette, 1 franz. 
Lied und unbeuanute Sätze. 19 Bll. — 
272: Tänze, Lieder und Mot. 1627: Tänze 
Lieder und Mot. 35 Bll. aus dem 16. Jh. 
2987, 8 Bransles u. a. Nr. 241 bis 255 
aus dem 16. u. 17. Jh. mit und ohne 
Namen (siehe den Katalog). 

Nürnberg, gei'ra. National - Museum, 
Ms. 33 748 qu4". 86 Bll. Tänze, auch 
einige Lieder, wie Bl. 61 von Hassler: 
Mein gemüth ist mir verwirret. Am Ende 
Fantasien. Genannt sind John Dowlandt, 
BaUardt, Servatius Saremont, Elias Mer- 
telius. 

Lautenbuch Ms. 33748, IL qu4o. 22 Bll. 
Tänze u. Melod. mit Variat. Ruggieri ist 
einmal genannt. [B. N. 

— Ms. 33748, III. Lautenb. [ib. 

6 



Lautenbücher. 



82 



Lautenbücher. 



— Ms. 33748, IV. Lautenb. eine ital. 
Cantata f. Ten. u. B. in 4 Teil. [ib. 

— Ms. 33748, V. Klavierbuch. 1. Nr. 
mit Rugiero gez. euth. 1 Arie f. 2 Sopr. 
ohne Text, dann Tänze. Nr. 9, ein Cor- 
veiitemxtRiiggierogaz. Auch Lautenst. [ib. 

Ms. 14976 Lautenbuch. Enth. Tänze, 
Lieder, Motetten u. a. Ein Johann Wolff 
Gerhard 1613 aus Nürnberg genannt. Ms. 
3148 Uebersetzg. von moderner Hd. aus 
ßesardus Thesaurus 1603. [B. N. 

Ms. B. Proske, Abtlg. Butsch, Kat. 200, 
ein Lautenb. in 3 Heften. 

B. Rostock^ Mss. unter Varia, 2 voll, 
mit deutscher und italienischer Lauten- 
tabulatur. 

Im Benediktinerstift in Raigern eine 
Anzahl Lautenbücher des 17. u. 18. Jhs., 
siehe auch Blockh. 

Ms. Studienbibl. iu Salzburg: Musica. 
Partieen pro liutho, Violino, Basso ... 
Author. Sig. Meckh, Sig. Block, Sigm. 
Weis, Fichtel, Sig. Laüff, Serta, Christ: 
M. Weis (?). 45 Piecen des 17/18 Jhs. 
auf 53 Bll. in fol. 

In Schwerin F. 2, 267 ein Lautenbuch 
im Ms. qu40. 

Ms. in Bibl. Herrn Prof. C Stielil in 
Lübeck, 17. Jh. französ. Tab., auch eine 
Piece von Gaultier. 4**. 

Mss. in Hofb. Wien: 

Lautenbuch, dem Wiener Ex. des 
Judenkunig's einst beigebunden. 35 Bll. 
in kl. 40. Ms. 18688. 

— aus dem Ende des 16. oder Anfange 
des 17. Jhs. arrang. Gesge. fol. Ms. 19374. 

— Ende des 17. oder Anfang des 18. 
Jhs. mit den vorkommenden Kom[}onisten 
Bertelli, Gautier le vieux, Ginter, Logi. 
92 Bll. fiu8". Ms. 17 706. 

— Octaviaui Secuudi Fugger 1562. 
25 Bll. in kl. qu40. Ms. 18821. 

— Herrn Jörgen Fuggers. 9 Bll. kl qu4<*. 
Ms. 18790. 

— von 1629 der Jungfrau Regina Clara 
Im Hoff. Ms. 46 Bll. fol. Ms. 18491. 

— Mitte des 16. Jhs. 12 Bll. qu40. 
Ms. 18827. 

— 1. Hälfte des 18. Jhs. 130 Bll. 
quB*^. Ms. 18829. An Autoren werden 
genannt: Gösrock, von Hoff er (Hofer) 5, 
Kühnel u. Weiss 5. 

— 19259, Lautenb. des 16. Jh. mit 
arrang. Gesgen. von Cipr. Rore, Lasso 
u. Inc. 

— 18761 Lautenb. des 18. Jhs. mit 
Tonsätzen von Logis und Silv. Leop. Weiss. 

B. Wolfenbüttel. Philippi Hainhoferi 
Lautenbuecher, siehe Hainhofer. 

B. Amsterdam. Ms. Kopien aus Heckel, 



Waiselius und Bacfarc, 16. Jh. 77 Bll. 
in fol. 

Im hr. Mus.., Ms. 126, von Joh. Stobaeus. 

— J. Pickering's Lautenb. von 1616. 
Egerton Ms. 2046. 

Im br. Mus. Ms. 23. 26. 100. 126. 132. 
140. 185. 221 teils für Laute allein, teils 
als Begleitung zu einer Singstimme. 

Mss. in B. Brüssel : 

— 2913. Recueil de pieces de luth 
par Kropffgauss, Jos. Haydn, Neruda. fol. 

— 2914. Recueil de Concertos p. le 
luth par Meussel, Laufensteiner, Kühnell, 
Blohm, Corigniani, Bleditsch, Pichler. fol. 

— Ms. 2910: Pieces pour la luth a 
Mous. Scheuster, par J. B. (? S. ?) Bach. 
Autogr. fol, 

— Ms. 2911: Recueil de trios et con- 
certos pour le luth par Charles Kohaut, 
et Paul Charles Durant. fol. 

In der Universitäts-Bibl. zn Cambridge 
befinden sich mehrere Lautenbücher im Ms. 

Paris Conservatoire, 1 Lautenbuoh im 
Ms., siehe Weckerlin's Kat. pag. 485 ff., 
1725 geschrieben. Ms. 22342 Code Mil- 
leran. 

Paris Nat. Ms. Vm 7, 370, Lautenbuch 
von Seb. Brossard geschrieben und ge- 
sammelt. Ferner Mss. Vm 2658. 2659, 
2660, 2687. 17. Jh. Siehe auch Viertel]. 
2, 87 ff. 

Lautenbuch., geschrieben im 16. — 17. Jh. 
in England, 71 arraug. Gesänge von Ita- 
lienern und Engländern. [R. C. of Mus. 
Kat. 1964 mit Reg. 

In B. Stockholm, Gripsholms Bibl. Nr. 
301 ein Lautenbuch, Ende des 17. Jhs. 

In Viertel] . 2, 1 von Dr. 0. Fleischer 
und 7, 287 von Ernst Radecke über 
Lautenmusik und deren Verfasser. Die 
umfaugreichste Sammlung besitzt wohl 
Herr Wilhelm Tappert in Berlin, zum 
gröfsten Teile in Kopie. 

Ich gebe noch ein Verzeichnis der ge- 
druckten Lautenbücher, was aber keinen 
Anspruch auf Vollständigkeit jnacht: 

Abondante, Julio 1548. 

Abundante, Giulio 1587. 

Adriaensen, Emanuel 1584 — 92. 

Alberto da Rippa 1553 ff. 

Attaingnant, Pierre 15291. k. 

Bacfarc, Valent. 1564—69. 

Balletti, Bern. 16. Jh. 

Barberijs. Melchiore de, 1546/49. 

Barbetta, Giulio Cesare 1582. 

Bariey, William 1596. 

Baron, Ernst Gottlieb 18. Jh. 

Becchi, Ant. di 1568. 

Belin, Julien 1556. 

Besardus, Joan. Bapt. 17. Jh. 



Lautenbücher. 



83 



Lauvei-jat. 



Biauchini, Doniinico und Francesco I. 

Bittuer, Jacques 1682. 

Borrono, P. Paolo, da Milano, 16. Jh. 

Cabevon, Ant. 1578. 

Carrara, Michele 1594. 

Casteliono, Giov. Antonio 1536. 

Colouna, Giov. Anibros. f. Guitarre 1620. 

Comaudoli, Franc. Guitarre-Sonat. 1670. 

Couradi, Joh. Gottfr. c. 1724. 

Corbett, Franc, Guitarrbuch 1639. 

Dalza, Joanambrosio 1508. 

Den SS, Adrian 1594. 

Drusina, Benedict 1556. 

Falkenhagen, Adam 1740. 

Fallamero. Gabriel 1584. 

Fine, Oronce 1529,30. 

Francesco da Milano, 1536 — 1563. 

Francisque, Anthoine 1600. 

Fuenllano, Miguel de 1554. 

Fugger, Georg 16. Jh. 

Fuhrmann, Georg Leopold 1615. 

Galilei, Michel Angelo 1620. 

Galilei, Vincenzo 1563. 1568. 

Galiot, Jacques 17. Jh. 

Gardane, Ant. 1554. 

Gerle, Hans 1532—1552. 

Giancarli, Heteroclito 1602. 

Gianoncelli, Bernardo 1650. 

Gintzler, Simon 1547. 

Giovanni Maria da Crema 1546. 

Gordon, John 1627. 

Gorzanis, Giacomo 1564. 1565. 

Hainhof er. Ms. 1603 in Wolfenbüttel. 

Heckel, Wolf, 1556 u. 1562. 

Herold, Joh. Theod. 1702. 

Hove, Joachim vauden 1601 — 1616. 

Jobin, Bernh. 1572/73. 

Judeukunig 1523. 

Kargel, Sixt 16. Jh. 

Kellner, David 1747. 

Krengel, Gregor 1584. 

Le Roy, Adrien 1562. 

Le Sage de Eichee 1695. 

Mace, Thomas 1676. 

Marc' Antonio del Pifaro 1546. 

Maiüno, Philippe 18. Jh. 

Matelart, Joannes L 1559. 

Melio, P. P. 1614—1616. 

Mertel, Elias 1615. 

Molinaro, Simone 1599. 

Morlaye, Guillaume 1552. 1554. 

Moulinie, Etienne 1624 — 1635. 

Mouton, . . . 1699. 

Moy, Louis de 1631. 

Mvlius, Joh. Dauiel 1622. 

Newsidler, Haus 1536. 1544. 

Neusidler, Melchior 1566. 1574. 

Ochsenkuhn, Sebast. 1558. 

Paladini, Giov. Paolo 1560. 

Perrine, . . . 1679. 



Petracci, Ottavio 1507. 1508. 

Peyer, Joh. Gotthard, Ms. 17. Jh. 

Phalese, Pierre 1547 ff. 

Piccinini, Alessandro 1623. 1639. 

Pifaro siehe Marc' Antonio. 

Pisador, Diego 1552. 

Pitoni, Giovanni, Theorbenpiecen 1669. 

Reusner, Esaias 1645 — 1676. 

Reymann, Matthaeus 1598. 1613. 

Eigaud, Louis de 1623. 

Eotta, Ant. 1546. 

Rüde, Johann 1600. 

Schele, Ernst 1619. 

Spinaccino, Francesco 1507. 

Terzi, Gio. Ant. 1593. 1599. 

Valderravano, Enriquez de 1547. 

Valla, Pellegrino 17. Jh. 

Vallet, Nie. 1615—19. 

Vindella, Francesco 1546. 

Waisselin, Matth. 1573. 1592. 

Wecker, Haus Jakob 1552. 

Wyssenbach, Rud. 1653. 

Laiiteiisack, Georg Christoph, 

von 1660—1680 Organist und Mu- 
sikdirektor der protestantischen Ge- 
meinde am Münster zu Strafsburg 
i/Els., später an der Neuen Kirche. 
Er starb den 5. April 1692, 70 
Jahre und 4 Monate alt (Lobstein 
27). 

Lautensack, Paul, geb. zu 
Bamberg um 1478, gest. zu Nürn- 
berg um 1561, war Organist an 
der St. Lorenzkirche daselbst. Fetis 
sagt, dass sich Kompositionen von 
ihm in Schlick's Orgeltabulaturen 
von 1.512 befinden, dies ist ein 
Irrtum, wie die neue Ausgabe in 
M. f. M. 1 beweist. Er soll auch 
Maler gewesen sein. 

Lautter, Johann 0. . ., Bassist 
an der Hofkapelle in Wien mit 
.30 Gkl. mouatl., vom 1. Jan. 1693 
bis 1. Okt. 1711; wird pension. u. 
f im Mai 1713 (Küchel 1). 

Lauverjat, Pierre, Musikdi- 
rektor an der St. -Chapelle zu 
Bourges, gab von 1613 bis 1623 
bei Pierre Ballard in Paris 4- und 
5 stim. Messen in Chorbüchern 
heraus (Fetis). Unter Auverjat, 
Joan r verz. Fetis fast dieselben 



Lauwrier. 



84 



Lavergne. 



Messen, giebt aber keine Jahres- 
zahl, sondern sagt: er war in der 
2ten Hälfte des 17. Jhs. Musik- 
direktor an der Kirche Innocents 
zu Paris. Da die Werke nicht 
nachweisbar sind, so ist eine Fest- 
stellung unmöglich. 

Lauwrier, Johannes, dit de 
Valeuciennes, Sänger an der Hof- 
kapelle der Maria von Burgund 
um 1492 (Straeten 3, 213). 

Lauxmin, Sigismnnd, ein pol- 
nischer Jesuit, geb. um 1596, gest. 
1670, 73 Jahr alt, trat 1656 in 
obigen Orden in Lithauen ein. 
Sowinski citiert nach Brossard das 
Lehrbuch „Ars et praxis musicae. 
Wilna 1667. 4»." 

Laral, ... de. Gerber 1 be- 
richtet, dass er um 1754 Kgl. 
Balletkomponist zu Paris war und 
sein Sohn in seine Pufstapfeu trat. 

La Tai, Joan. de, ist im Codex 
Beniner der Proskeschen Bibliothek 
mit dem Satze: Fors seulement, 
4 voc. vertreten. 

Layal, Federico, Oboist an der 
Kapelle zu Turin von 1763 — 1785 
mit 550 L. Gehalt (Ricordi 1891, 
457). 

Laval, Pedro, 1641 Sänger an 
der Hofkapelle in Brüssel mit 245 
Gld. Gehalt (Straeten 5, 136). 

La Yallee, De . . . war 1563 
und folgende Jahre Knabeusänger 
a/d. spanischen Hofkapelle Philipp 
II. und erhielt zwei Praebenden 
(Straeten 1, 246. 8, 80). 

La Yalliere, ... ein französi- 
scher Komponist des 18. Jhs., von 
dem bekannt sind: 

6 Sonates en duos pour le tambourin. 
Paris, Fauteur. [Paris Nat. 

La Valliere, Louis- C^sar de 
La Beaunie-Le -Blaue, Buc de, 

geb. 9. Okt. 1708, gest. 19. Nov. 
1780 zu Paris, Grofs-Falkenmeister 
von Frankreich , Besitzer und 



Sammler einer kostbaren BibHo- 
thek, deren Katalog in der B. 
Brüssel fds. Fetis 938 sich be- 
findet. Man schreibt ihm das 
anonyme Werk zu: 

Ballets, opera et autres ouvrages lyri- 
que, par ordre chrouologique depuis leur 
origine: avec une table alphabetique des 
ouvrage et des auteurs. Paris 1760 
Bauche. 8''. [Brüssel. Dresd. Mus. von 
1701? 

La Yarenne, ... Musiker a/d. 
Hofkapelle Heinrich lY. von Frank- 
reich (1589—1610. Castil-Blaze 
72 ff.) 

Larateri, Lorenzo (jajetano, 
ein Philharmoniker zu Bologna, 

ist bekannt durch 

Concerti (12) da chiesa e da camera, 
op. 1. Bologna 1735. 4 Stb. 3 V. u. 
1 B. [B. Wagener. 

Laraux, N. , ., ein Flötist aus 
dem Anfange des 18. Jhs., der 
wahrscheinlich zu Paris lebte und 

dort herausgab: 

6 Sonates a deux flütes ti'aversieies 
. . . oeuv. 1. Paris 1739 Boivin. [Paris 
Nat. 

I« — IVe Divertissements pour fhuc, 
kautbois et Yiolon. [Paris Nat. 

Im Samhvk. Menuets von Maupetit ist 
auch L. vertreten. 

Fetis nennt einen Amahile Lavaiix, 
der um 1750 zu Paris als Flötist lebte 
und 4 Bücher für Flöte u. a. herausgab. 
Sicherlich ist damit der obige gemeint u. 
die 4 Bücher scheinen die 4 Divertisse- 
ments zu sein. 

Lavenne, Rasse de, von 1466 
bis 1467 Sängermeister an der 
Kathedrale in Cambrai (Yiertel- 
jahrsschrift 1, 439). 

La Yerderue, Adolplie de, ist 

am 8. Juni 1506 als Sänger in 
der spanischen Kapelle Philipp des 
Schönen in den Listen eingetragen. 
Von 1509 bis 1517 diente er in 
der Kapelle Karl Y. (Straeten 7, 
163). 

Layergiie, ... ist nur bekannt 
durch die Oper: 

La Princesse dElide, les paroles sont 



Laveston. 



85 



Lawes, Henry. 



de Mr. Roy. Paris 1706 Chrstph. Ballard. 
P. fol. [br. Mus. 

Lavestoii, siehe Baiiestoii. 

La Vigne, de, bekannt darch: 
Senates (6) pour la Musette, Viele, 

flütes ä bec etc., avec la basse. Oeuv. 2. 

Paris, chez I'auteur. 34 S. in fol. c. 1739 

[besafs 1896 Leo Liepm. 

Lariiiga, Tinceiizo, geb. gegen 
1777 zu Neapel, lebte noch 1837. 
Im Con.servatorio della Pietä de' 
Turchini studierte er Musik; auf 
Empfehlung Paisiello's schrieb er 
1802 für das Scalatheater in Mai- 
land die Oper „La Muta per amore, 
ossia il medico per forza", die sich 
eines guten Erfolges erfreute und 
in den folgenden Jahren für Parma, 
Mailand, Florenz u. a. neue Opern 
hervorrief. Er liefs sich später in 
Mailand als Gesanglehrer nieder 
und wurde Cembalist am Scala- 
theater (Fetis). 

LaToeat, Pierre, wird als Kom- 
ponist eines Hochzeitsgesanges für 
den Herzog von Lorraine um 1700 
erwähnt, dessen Text zu Dijon ge- 
druckt wurde (Gerber 2. Fetis). 

La Yollee, Jean de, um 1660 
an der Kgl. Kapelle zu London 
unter König Karl IL Clavicembalist; 
ist noch 1663 verz. (Nagel An- 
nalen 50). 

Layotta, Henri, bekannt durch: 
Verbunteo's Notäk, oder aecht unga- 
rische National-Tänze . . . f. d. Pfte. ein- 
gerichtet von . . . Oelinek. Wien c. 1815. 
qufol. [br. Museum. 

La Voye Mignot, de, ein fran- 
zösischer Geometer im ] 7. Jh., ist 
bekannt durch einen Comraentar 
über die Elemente von Euclide, 
Paris 1649, 4°. Auch gab er eine 
Musiktheorie heraus , deren erste 
Auflage betitelt ist: 

Traite de musique pour bien et facile- 
ment apprendre & chanter et composer 
tant pour la voix que pour las instru- 
ments. Paris 1656. 4«. [br. Mus.] Die 
2. Auflage trägt den Titel: Traite de mu- 
sique, reveu et augmente de nouveau d'une 



quatriesme partie, laquelle (outre tous las 
exemples des principales regles pratiquees 
par les plus excellents autheurs), coutient 
de plus la raaniere de composer ä deux, 
ä trois, u quatre et ä cinq paiües . . . 
(siehe Fetis). Seconde edit. Paris 1666 
Ballard. 4". [Paris Nat. Paris Mazarin. 
Stadtb. zu Caeu und Renn es. Brässel. 
C.P. Bologna: ib. 1659, 4». 107 Seit, 
nebst 3 Taf., hier auch noch eine italie- 
nische Uebersetzung: Trattato di musica, 
Paris 1659 Eob. Ballard. fol. 50 Bll. 
im Ms. 

Lawes, Henry, geb. wahrschein- 
lich im Dez. 1595 zu Dinton bei 
Salisbury (Wiltshire), Sohn des 
William, gest. 21. Okt. 1662 zu 
London, Schüler von Cooper (Cope- 
rario). Am 1. Jan. 1625/26 schwor 
er als Episteler (Leser der Epistel) 
an der Kgl. Kapelle, am 1. Jan. 
1626/27 als Gentleman, wurde 
nach der Restauration 1660 Clerk 
of the Cheque an der Kapelle, 
aufserdem Mitglied der Privat- 
kapelle König Karl I. und Musik- 
meister beim Earl of Bridgewater. 
Während der Revolution lebte er 
als Privatmann und unterrichtete 
in den höchsten Kreisen Londons, 
war auch der Lehrer Milton's, der 
für ihn das Schäferspiel „Comus" 
1634 schrieb und ein Sonett ihm 
widmete. L. pflegte in seinen Kom- 
positionen die deklamatorische Vor- 
tragsweise (Rimbault. Grove. Davey. 
Hawkins 4, 48. 4, 358 mit Portr. 
1640 betrug sein Gehalt 20 £. 
Nagel,- Annalen 45. 13/3 1662 trat 
er an Rob. March Stelle als Gentle- 
man (ib. 52). L. war zuletzt als 
Komponist mit 200 £ angestellt 
(ib. 53). An Kompositionen sind 
bekannt: 

A paraphrase upon the Psalmes of 
David, by G. S[andys]. Set to new tunes 
for private devotion, & a thorow Base, 
for voice. er instr. London 1638 J. Legatt. 
fol. [br. Mus. und von 1648 u. 1676. 
R. C. ofMus. von 1637 u. 1676 W. God- 
bid, for Abel Roper. Edinburgh 1676. 
Bd. 2, 479. 



Lawes, Henry. 



86 



Lawet, William. 



Choice Psalmes put into musick, for 
3 voices . . . with a Th. B . . . With divers 
Elegies, set in musick by sev'rall Friends, 
upon the death of "W. Lawes. And . . . 
9 Canons . . . made by Wm. Lawes. Lon- 
don 1648 Jam. Toung for H. Moseley. 
4Stb. 40. [br. Mus. R. C. ofMus. Glas- 
gow. C. P. 

Psalmody for a Single voice, with a 
hase for voice or instrum. s. 1. 1789 (?) 
4°. [Glasgow. 

Select Ayres & dialogues to sing to the 
Theorbo-Lute or Basse Viol. book I. IL III. 
London 1653. 1655, 1658 by Godbid for 
J. Playford. fol. mit L. Portr. [br. Mus. 
R. C. of Mus. 

— Ausg. von Playford: The Treasury 
of Musik. Contaiuing Ayres . . . London 
1669. 3 Bücher zu 114, ^120 u. 48 Seiten, 
[br. Mus. R. C.ofMus. Cambridge nur 
book 2. Sir John Stainer besitzt beide 
Ausg. kompl., siehe seinen Kat. S. 9 u. 
45 und gab sie neu heraus. Lawes ahmte 
hier den italienischen stilo rappresentativo 
nach. Ein Samlwk. 

Das 1. Buch druckte Rimbault in The 
ancient vocal music. Nr. 5 ab. 

Milton's Masque of Conius in neuer 
Ausg. von Runbault unter Nr. 8 obigen 
Samlwk. Einzelnes auch im Hawkins und 
Burney. 

Blessed is every one, Anthem. Ms. 
1643. [R. C. of Mus. Ms. 1940 der Ge- 
sang: Come, Cloris. 

Ms. 404, br. Mus., Songs. — Ms. 597, 
1 geistl. Gesg. in P. — Ms. 625 ein In- 
strumentalsatz. — Ms. 138 Grieve not, 
deare love, an air. — Ms. 214 ein Vir- 
ginal book mit 1 Piece auf fol. 50. — 
Ms. 220 fünf Songs. — Ms. 224: Regi 
regis regum arcana cano, Canon 3 voic. 
1650 fol. 44 b. — Ms. 232 enth. Songs, 
Catches, Dialogues etc. 10 Nrn. 

Ms. 3193 B. Hbg. Samlwk. Consorts of 
4pt. 2 B. 2 Trebles with a Bc. Nr. 96 
bis 100 von L. 

Ms. 19287 in Hofb. Wien: Lord, judge 
my cause 3 voc. P. 
Ms. in Ely 1 Anthem. 
In Hilton's Catch that Catch, Ausg. 1667. 
In John Bland 4 einige Nrn., ebenso 
in Playford's Select ayres 1659. In Airs 
1678 a"^ drei Airs. 

In Hullah's Singer's library Nr. 24 u. 
64 2 Trios für 3 St. (1859) und in den 
English Songs 3 Nrn. 

4 Gesänge in neuen Ausg. (Eitner 2). 

Lawes, John,ein Bruder Henry's, 
war Laienvikar an der Westminster- 



abtei und st. im Januar 1654/55 
(Grove). 

— Thomas, Eev., wahrsch. der 
Onkel von William u. Henry, war 
Choralvikar zu Salisbmy. f 7. Nov. 
1640 (Rimbault. Grove). 

Lawes, William, älterer Bruder 
des Henry, er erhielt 1645 bei 
der Belagerung von Chester einen 
Schuss und starb daran (Rimbault 
199. Hawkins 4, 46). Schüler 
von Cooper, bis 1602 Chorsänger 
a/d. Kathedrale zu Chichester, kam 
am 1/11 1602 als Gentleman a/d. 
Kgl. Kapelle, resignierte am 5/5 
1611, wurde Yikar a/d. West- 
minsterabtei in London, trat dann 
später wieder in die Kgl. Kapelle 
ein. Nagel 1 verz. ihn wieder 
1634 und 1640 mit 40 ^ Gehalt. 
Beim Ausbruch der Revolution er- 
nannte ihn der Lord Gerrard zu 
seinem Kommissionär, ging mit 
ihm nach Chester, wo er starb. 

Sein Bruder Henry veröffentlichte in 
seinen Werken mehrere Kompositionen 
des William und zwar in den Select musi- 
cal Ayrs & Dialogues 1653 u. 59, wieder 
abgedruckt in Playford's The Treasury 
1669, in den Choice Psalmes put into 
musick for 3 voic. Lond. 1648, 4 Stb. 
In Playford's Musical Banquet 1654 [Ox- 
ford Bodl.] 12 Violiuduette und einige 
Catches. Das br. Mus. besitzt einen 
Einzeldr. eines Gesanges „Gather your 
ros ebuds". — In Boyce Cathedral music 
1 Anthem: The Lord is my light und in 
Sraith's Musica antiqua S. 207: Captive 
Lover: If my mistress fix her Eye, 3 voc. 

— In Ms. B. Ely 1 Anthem. — In Hilton's 
Catch that Catch, Ausg. 1652. 1667. — 
In Airs 1678 a befinden sich 15 Ayres. 

— Im Catch Club 3, Bd. 2 ein Catch. — 
Im Catch Club von Walsh einige Gesge. 
Yioladuette in Plaj'ford's Court Ayres 1655 
und in Courtly Masquing Ayres 1662. — 
Im br. Mus. Ms. 98 ein Canon und obiges 
Anthem im Boyce. Ms. 217 The Royall 
Consort in 3 parts, defekt. Air für V. u. 
B. Bl. 40 und 69 b. Ms. 232 4 Songs, 
Catch und Dialogue. Mss. 31432—34 im 
Autogj-aph. In der Music School zu 
Oxford mehrere Maskeraden im Autogr. 



Lawrence. 



87 



Layolle, Franciscus de. 



— In Bodleianbibl. zu Oxford 12 Violin- 
duette und einige Catclies. 

Henry und Willinni Lawes sind noch 
vertreten in Piayford's Clioice Airs and 
Dialogue 1652, in Select Musicall Ayres 
& Dialogues 1653 und in Select Ayres & 
Dialogues 1659 (Davey 285—89). 

3 Gesänge in neuen Ausg. (Eitner 2). 

Lawrence, John, Gentleman 
und Lautenist a/d. Hofkapelle zu 
London 1625 u. 1626 verz. mit 
40 ä^ Gehalt (Nagel 1, 40. 41). 

Laivson, . . . trat 1750 als Flötist 
in London auf (Pohl 2, 372). 

Laye, Greorge, Contratenorist 
aus "Windsor, schwor im Juli 1712 
als Gentleman a/d. Kgl. Kapelle in 
London, f Sept. 1765 (Rimbault 229). 

Layolle (Aiolli), Alamanno, 
man glaubt, dass er der Sohn des 
Franciscus ist. Fetis kennt von 
ihm einen Druck (ohne Fundort- 
Angabe), auf dem er 1561 Orga- 
nist zu Lyon an der Kirche St. 
Dizier genannt wird, kehrte aber 
nach einem Ms. des Benvenuto 
Cellini nach Florenz zurück, denn 
dort liest man (Bibl. Riccardiana 
zu Florenz, Abdruck bei Fetis): 
Heute am 15. Jan. 1569 (resp. 
1570 nach neuerer Rechnung) be- 
gann der Organist Alamanno Aiolle 
meiner sechsjährigen Tochter Lipe- 
rata den Klavierunterricht zum 
Honorar von monatlich einem halben 
Scudo. (Fetis berechnet den halben 
Scudo gleich 15 lire heutigen 
Wertes.) Der Unterricht fand aber 
täglich statt. 

Fetis führt das Druckwerk an: Chan- 
sons et Vauxdevilles ä 4 voix. Lyon 
1561 Simon Gorlier. 4 Stb. 4». 

Im Samlwk. von Marescotti : Della 
scelta di Madrig. a 3 v. 1582 befinden 
sich unter Alamanno Aiolli die Gesänge: 
1. Chi canterä la bella. 2. S'io potessi 
mirar. 3. U veder voi madonna. 4. Lasso, 
la rete che mi lega. 5. d'oscura pri- 
gion. 6. Si dolce e il canto. 

Layolle (Aiolle[sJ, Ajolla), Fran- 
ciscus de (Franceso), man weifs 



nur aus den Titeln seiner Drucke, 
dass er um 1540 Organist zu Flo- 
renz war. Fetis schreibt umständ- 
lich über sein etwaiges Geburts- 
land und glaubt, dass er Franzose 
war, doch kann er nichts Gewisses 
geben. Allerdings stand er in 
regem Verkehre mit dem Lyoner 
Drucker Jacques Moderne und be- 
sorgte demselben auch die Redac- 
tion des Samlwkes. von 1532 lesp. 

1540 c: 

Liber decem Missarum (Eitner 1, 60. 
Ausg. von 1532 in B.Bologna, Inhalt der- 
selbe, dort auch der Abdruck der Dedic. 
von J. Moderne. In meiner Bibliogr. 
muss es S. 60 bei Layolle heifsen: 3 
Messen, 3 Motetten. In der Ausg. von 
1532 trägt die Messe super Ces facheux 
sotz fo. 44 den Autoruamen Guillaume 
Preuost. Da die 2. Ausg. jedenfalls eben- 
falls unter seiner Redaction stattfand, so 
müssen wir wohl die Aenderung in der 
2. Aufl. anerkennen.) Auch in dem schon 
1528 erschienenen Samlwk. von dem Ver- 
leger und Drucker ßernard Quarnerus in 
Lyon ist L. der einzig mit Namen ge- 
nannte Autor, während die übrigen Sätze 
anonym sind (M. f. M. 2, 107. 118). Von 
seinen Werken sind bekannt: 

Veuticinque Canzoni a 5 voci di M. 
Francesco de Layolle Horganista Fioren- 
tino. Lione per J. Moderne di Pinguento 
A presso nostra donna di Confort. 4 Stb. 
qu4". ohne Dedic. am Ende die Dracker- 
firma nebst 1540. [Wolfeubüttel 4 Stb. 
Vogel schreibt ,,vollständig in 4,Stb." macht 
aber ein Ausrufungszeichen dahinter, statt 
dessen konnte er richtiger sagen, die 5. 
Stimme ist in den anderen Stb. zu finden. 

Cinquanta Canzoni a 4 voci di . . . ib. 
s. a. Die letzte Nr. auf den Tod des 
Verfassers. Leider fehlt dem Drucke die 
Jahreszahl. Moderne druckte nachweis- 
lich bis 1556. 4 Stb. qu40. [Wolfenb. 
Vogel in seiner Bibl. teilt die Indices 
beider Bücher mit. 

Salve virgo singularis 4 voc. aequales 
und Ave Maria, Canon, tres in unura, im 
Samlwk. Contrapuuctus von 1528 Lug- 
duni, Quarnerus. [B. M. früher in Waller- 
stein, M. f. M. 2, 107. 

In alten Samlwk. 48 Gesänge: Messen, 
Motetten, Madrigale und Chansons (Eitner 
1). AuTserdem in den Archadelt'schen 
Madrigalen (siehe Vogels Bibl. u. Archa- 
delt). In Valderravauo's Musis dicatum 



Lays. 



88 



Lazaiini. 



1547 einige intabulierte Gesge. In Ar- 
chadelt's 1. lib. Madr. 3 voc. Ausg. 1559 
p. 12 : Agnus Dei 3 voc. mit Loyolle gez. 
In Mss. B.B. Ms. 12670 moderne P. 
Inter natos mulierum 4 voc. — T44 
einige Gesge. in P. — 2 Motetten in B. 
Prosije, 4 Stb. Abtlg. Butsch, qu40. 4 
andere Motetten in Ms. 824 u. 857. — 
In Basevi's Bibl. in Florenz, kleiner Per- 
gament-Codex der Gesg: Questo mostrarsi 
lieta, 15. Jh. ('?). 

Lays, Fraiiijois, gewöhnlich Lay 
genannt, ein berühmter Sänger und 
wütender Eevolutionär der franzö- 
sischen Schreckenszeit, geb. 14. 
Febr. 1758 zu La Barthe de Nestes 
in der alten Gascogne, gest. 30. 
März 1831 zu Ingrande bei Angers, 
wohin er sich zurückzog. Er be- 
gann seine Laufbahn als Theologe 
im Kloster zu Toulouse, die An- 
erkennung seines schönen Tenors 
trieb ihn auf die Bühne, die er in 
Paris im April 1779 zum ersten- 
male betrat und zahlreiche Lor- 
beeren erntete. Bei Gründung des 
Conservatoire wurde er als Ge- 
sanglehrer angestellt, 1819 ver- 
tauschte er die Stellung mit der 
an der Ecole royale de chant et 
de declamation und zog sich 1826 
zurück. Aufser einer kleinen 
Schrift ist nichts von ihm bekannt, 
betitelt: 

Lays, artiste du theätre des arts, a ses 
concitoyens. Paris 1793, B«. 23 S. [im 
Besitze des Herrn Scheurleer im HaagJ 
(Fetis berichtet ausführlich, auch La Fage 
1, 120). 

Lazai'i (nicht Lazzari wie Fetis 
u. a. schreiben), Frate Alberto, 
nennt sich 1635 einen Karmeliter, 
Kapellmeister u. Organist an dem 
CoUegium parochiale der Stadt 
Massa Lombarda und Akademiker 
de' Signori Spennati di Faenza il 
Vigilante. Dagegen 1637 einen 
Karmeliter und Akademiker de 
Sig. Offiiscati di belle lottere in 
Cesena, l'Appannato. Der Katalog 
Bologna 2, 447 bez. ihn als Kar- 



meliter zu Perugia. Fetis nennt 
seinen Geburtsort Venedig, ob mit 
Kecht, ist fraglich. Die Dedic. zu 
seinen Druckwerken sind alle in 
Venedig datiert, da sie dort ge- 
druckt wurden und er sich zur 
Bewachung des Druckes am Orte 
selbst befand. Nachweisbar sind: 

Armonia spirituale a 1, 2, 3 & 4 voci 
con Laetanie deila B. V. & una Messa 
concertata a 3 voci di . . . Ven. 1635 
Aless. Vincenti. 5 Stb. 4^. 28 Gesg. 
und die Messe u. Litanei. [B. Br. 

Armonie spirituali concertate a 1. 2. 
3. 4. 5. & 6 voci con le Lettanie della 
B. V. ä 4. & 8. si place, con 11 Bc. di . . . 
Lib. 2. Opera 2. Ven. 1637 Magiii. 
7 Stb. 4". 17 Gesge. [B. Br. Bologna, 
br. Mus. 

Lazari, Fra Ferdiiiaiido An- 
tonio, geb. im März 1678 zu Bo- 
logna, gest. ebd. am 19. April 1754. 
1693 den 29. Sept. trat er in den 
Minoritenorden seiner Geburtsstadt 
und leitete den dortigen Chor seit 
1702. Im Jahre 1705 berief man 
ihn an die Kirche de'Frari zu 
Venedig, wo er bis zu seiner Er- 
blindung blieb und wieder nach 
Bologna ging (Busi 232 ff.). 

In Bologna befindet sich ein Autograph: 
Crudelissimi regnantis, Mot. pel giorno de' 
Santi Innocenti, a 8 concertato, con 2 
Trombe, 2 V. Violetta, Vcl. ed Org. P. 
qufol. 10 Bll. Gehört dem 18. Jh. an. 
— In der Hofh.Wien, Ms. 17 569, P. 
qufol. 7 Motetten mit Orch., davon 5 
von L. 

Sonata a 6 strumenti con Trombe in 
Do 3 JJ. Ms. [Bologna Petronio. 

Lazarin, . . . Violinist und Hof- 
komponist an der Kapelle Lud- 
wig XIV. in Paris, muss Anfang 
1653 gestorben sein, da LuUy den 
Posten in dem Jahre erhielt. 

Lazarini, . . . 

in der Bibl. Kassel fol. 61 befindet sich 
im Ms. eine Allemande ä 4 ex Gdur, ge- 
hört also dem 18. Jh. an. In B. Upsala 
befindet sich im Ms. eine Allemanda ä 
4 Violini c. Bc. in 4°, die mit dem Autor- 
nameu Lax,urini gez. ist. Ein Vergleich 
könnte erst ergeben, ob dies derselbe ist, 



Lazarini, Scipione. 



89 



Lazzariüo. 



Lazarini, Fra Scipione, aus 

Ancona, nennt sich Maestro der 
Theologie und einen Augustiner 
zu Ancona, wie der Titel und die 
Dedic. zu folgenden Werken aus- 
sagt : 

iklotetti a due, e tre voci. Del . . . 
Op. 1. Ancona 1674 Percimineo. 4 Stb. 
4°. [ßologua. 

Motetti a 2, a 3 voci del ... Op. 2. 
Ib. 1674. 4 Stb. 4«, dabei 3 Ges^e. von 
Ant. Oius. Qiamaglia und Signora Maria 
Francesca Kaseimbeni^ seinen Schülern. 
[Bologna. Bologna Petronio. 

Salmi Vespertini parte ä 5. voci, e 
parte ä 3. voci, e due Violini . . op. 3 . . 
Ancona 1675 Cl. Percimineo. 6 Stb. 4'1 
[Bologna. 

Mss. in Bologna (2, 91): 3 Missae ä 4 
et 8 voc. 4 Motetten zu 4—8 Stirn, in P. 

Im Samlwk. 1646a ein 3stim. Gesg. 
(Eitner 1). 

Lazaro Yalvasensi, Yalvasone 
bei Udine, sein Geburtsort, bez. 
sich auf seinen Druckwerken 1622 
mit Organist zu Murano, dann 
1626 mit Kapellmeister und Orga- 
nist der Stadt Tolmezo (in Friaui), 
1634 Organist in seiner Geburts- 
stadt und 1640 mit „Academico 
occulto detto il strauagante''. Man 
kennt von ihm: 

Brevi Concerti ecclesiastici alla romana 
commodi per cantarsi nei Clauicembalo, 
Chitarone, ouer Orgauo con una voce sola 
accuta grave ä compia-cenza delli Can- 
tanti di . . . Opera 3. Stampa del Gar- 
dano. Venetia 1620, appresso B. Magni. 
1 vol. fol. 9 Bog. 20 lat. Gesänge. 
[B. Br. unter Valvasensi. 

Letauie della B. V. composte a 5 voci 
del Sig. D . . . con un Mottetto neil'ultimo 
concertato per sonar nell'organo . . . Op. 4. 
Yen. 1622 B. Magni. 6 Stb. 4". [besafs 
einst Santini. 

Corapieta concertata ä 4 voci pari con 
Basso corrente Di . . . Opera 5 a. Ven. 
1626 B. Magni. 5 Stb. 40. [Bologna, 
fehlt B. 

Salmi concertati a 2 voci di . . . Op. 16. 
Yen. 1640 Magni. 3 Stb. 4«. [Bologna, 
br. Mus: Bc. 

Secondo Giardino d'amorosi fiori, cioe 
arie ä voce sola accommodate per cantarsi 
nel Clauicembalo, Tiorba, Chitarone, ouero 
altro simile istromento con l'alfabeto & in 



intauolatura per la chitara spag. Di . . . 
Opera 8. Ven. 1634 B. Magni. 1 vol. 
in 40. 43 S. 24 Gesge. [Oxford Ch. Ch. 

Lazenby, J . . ., lebte am Ende 
des 18. und Anfange des 19. Jhs. 
in England und gab heraus: 

A Sonata for the harpsichord or pfte. 
Op. 1. London, fol. [br. Mus. 

Lazerini, Gregorio, siehe Laz- 
zarino, Gr. 

Lazisius, siehe Algisiis. 

Lazurini, siehe Lazarini, ... 

Lazzaico, Alberto, Frater, wurde 
am 23. Jan. 1650 zum Gesanglehrer 
am herzogl. Seminar in Venedig 
gewählt (Caffi 2, 50). 

Lazzarini, üustavo, geb. zu 
Padua, nach A. zu Verona gegen 
1765; ein Tenorist von Ruf, der 
seit 1789 auf der Bühne auftrat, 
zuerst in Lucca, dann in Mailand, 
später in Paris. Fetis verz. von 
ihm 2 Werke Arietten und ein 
Fastorale, die bei Carli in Paris 
erschienen. In Modena von einem 
Lazzarini, der scheinbar einer 
früheren Zeit angehört, 1 Cantata 
in dem Ms. von 28 Bden. Kan- 
taten. 

Lazzarini, Alessandro, geb. 
um 1769 zu Rom; ein römischer 
Prälat im Dienste des Papstes 
Pio VIT. Er gab eine Abhandlung 
über den Gebrauch der Glocken 
bei den alten Hebräern und den 
Völkern des Orients heraus, betitelt: 

De vario tintinnabulorum usu apud 
Hebraeos et Ethnicos. Roma 1822. 2 voll. 
8". (Fetis). 

Lazzarino, Grregorio, Sopianist 
um 1630 an der päpstl. Kapelle 
(Haberl, Kai 69). Vogel in der 
Viertel]. 3, 437 erwähnt einen 
Kastraten Gregorio Laxerini ^ der 
Sopranist beim Kardinal Borghese 
in Rom um 1628 war und bei den 
Festlichkeiten in Parma mitwirkte. 
Fraglich, ob dies der obige ist. 
Siehe auch Vogel Bibl. 2, 331 in 



Lazzeri. 



90 



Lebar. 



der Dedic. zu Yitali 12 von 1620, 

in der Gr. Lazerini im Dienste 

des Kardinals Borghese bez. wird. 

Lazzeri (Lazari), Ignatio de', 

ein Musikdrucker und VerloiO'er in 
Eora um 1654 u. folgende Jahre; 
gab her aas: 

Laiidi e Canzoni spirituali, con ariette 
facili e dilettevoli. lu Fiorenza, e con 
nuova scelta niusica. 1 vol. 12*^. [Brüs- 
sel Nr. 1323; besafs auch Rosenthal. 

Leach, James, geb. 1762 zu 
Wardle bei Rochdale, gest. 8. Febr. 
1798 zu Backley bei Manchester, 
beerdigt in Rochdale. War anfäng- 
lich ein Handweber, bildete sich 
zum Sänger (Tenoristen) aus, kam 
in die Kgl. Bande nach London, 
ging 1789 nach Rochdale als Ge- 
sanglehrer und 1796 nach Salford. 
Er trat auch als Komponist auf, be- 
sonders als Erfinder von Kirchen- 
melodien, die sich in die amerika- 
nische Kirche Eingang verschaff- 
ten und 1798 in New York bei 
Albany und 1802 in Boston er- 
schienen (Brown, Grove in Musica 
Times 1878 p. 226). Nachweisbar 
sind : 

A new sett of Hymns & Psalm tun es 
. . . with acc. & a Thorough Bass. Lon- 
don (1789) Preston & Son for the Author. 
qu40. [br. Mus.] A 2 sett, dito, ib. (1794) 
qu40. [br. Mus. Beide Samig. auch in 
Glasgow.] Brown und Grove in Mus. 
times führen noch andere Gesänge an. 
In der dort erwähnten Psalinody, har- 
monised in compressed score by John 
Butterworth (London 1884) befindet sich 
auch die Biographie Leach's von Thomas 
Newbigging. In Ch. Smith's Anc. Psal- 
mody 1843 ein Tonsatz. 

Leal, Frater Mig:iiel, ein Cister- 
ciensermönch, der am 8. Sept. 1646 
ins Kloster trat und dann Prior 
im Kloster Nossa Senhora do De- 
sterro zu Lissabon wurde. 

Er zeichnete sich als Komponist aus 
und schrieb unter anderem eine Messe 
zu 9 Chören, gleich 36 Stimmen. Näheres 
bei Vasconcellos. 

Leander, . . . Gebrüder, Wald- 



hornisten, traten 1794, erst 10 und 
11 Jahre alt, laut Zeitungsberich- 
ten in London öffentlich auf (Pohl 
2, 2431 

Leardini, Alessandro, aus ür- 
bino. Florido bez. ihn in seinen 
Samlwken. von 1648 und 49 als 
Musiker an der Hofkapelle zu Mai- 
land. Im Kat. der B. Modena wird 
er als Kapellmeister des Herzogs 
von Mantua bez. ohne Jahres- 
angabe. Phalese in Florida verba 
bez. ihn mit Musico di Cav. Forza. 
Von seinen Kompositionen sind 
nachweisbar: 

Psiche. Tragicomedia nelle nozze del 
Carlo il Duca di Mantova . . . Poesia del 
GabrielH. 5 atti e prologo. Ms. P. 1648. 
[Venedig Marco Nr. 378. 

Volontieri patisse in amore, Cantata 
di Sopr. c. Bc. Ms. [Modena. 

3 Cantate f. 1 Stirn, u. Bc. Mss. in 
Modena. 

Misereatur dominus, 5 voc. in Tabula- 
turpartitur. Ms. in Upsala. 

Die Gesänge in Florido's Florida verba 
1648 und in Phalese's Florida 1661 kann 
ich textlich nicht näher bezeichnen. Die 
Oper ,.Argiope" von Fuoconi und P. Michiel 
in Gemeinschaft mit Gio. Rovetta, 1649 
für Venedig geschrieben, wird ihm von 
Galvani zugeschrieben. 

Leatherlaiid, Thomas, ein eng- 
lischer Musiker, bekannt durch: 

Ms. 567, br. Mus., 6 Stb., enthaltend 
Vokal- und Instrumentalwerke. 

Leaultö, Jehaii, Priester und 
Sänger (Tenorist) a/d. Hofkapelle 
in Paris von 1452 ab mit 15 liv. 
pro Monat (Prost). 

L'eaumont, Chevalier de, ein 
zu Paris lebender Offizier des Regi- 
ments de Neustrie, Ende des 18. 
Jhs., gab heraus: 

Duo Concertaut pour forte -piano et 
Violoncelle. Paris 1787. [Paris Nat. 

Leba = Abel (L. Aug.), Um- 
stellung der Buchstaben. 

Lebar (Leber), Veltlin (Valen- 
tin), um 1554 Bassist a/d. Hof- 
kapelle zu Stuttgart mit 20 Thlr. 
Gehalt. 1555 ist er mit Valentin 



Le Baudier. 



91 



Le Beuf. 



Leber verz. 1556 wurde er pen- 
sioniert (Sittard 2, 14). 

Le Baudier, Germain, um 1581 
Cliorknabenmeister zu Nantes, ge- 
wann im Concurse zu Evreux den 
dritten Preis (M. f. M. 22, 202). 

Le B^gue, Nicolas - Aiitoine, 

geb. um 1630 zu Laon, gest. 6. 
Juli 1702 zu Paris. Organist an 
der Kirche St. Mederic, wurde 
1678, nach dem Tode La Barre's, 
zum Kgl. Organisten zu Paris er- 
nannt. "Von seinen Kompositionen 
kann ich nachweisen: 

Les Pieces de Clavessin . . . Paris, 
Baillon. 1677. qu4". 90 S. [B.Wagener. 
B. B. br. Mus. Paris Nat. 

2. li\Te de Clavessin . . . Paris, Lesclop. 
s. a. qu40. <)6 S. [C P. 

— Naclidruck: Amst,, Roger. qu4". 
47 S. [B. B. B. Wagener. 

— Neudruck in Le Tresor von Farrenc, 
Bd. 3, Nr. 9. [B. M. 

Les pieces d'orgues. Paris (1675) 
Baillon. qu40. 123 S. [C. P. Krems- 
münster. Paris Nat. br. Mus., beide Kat. 
schreiben 1676. 

II 2. (et il 3.) libro di organo. Impr. 
Ant. Chretien (Paris). [B. B. Paris Nat. 

— Liv. 2. d'orgue. Pieces courtes et 
faciles sur les 8 tons de l'eglise et la 
Messes des fetes solennelles. Paris, veuve 
Baillon. qu40. 2 Bll. 89 S. [B. Wa- 
gener. 

— 3. livre d'orgue de M. Le Begue, 
orgauiste du Roy et Saint -Mederic, con- 
tenaut des grandes offertoires et des ele- 
vations, et tous les noels les plus connus, 
des simphonies, et les cloches que l'on 
peut jouer sur l'orgue et les clavecin, 
gravez par le sieur de Baussen. Se vend 
ä Paris. qu4". 120 S. [C. P. B. Wa- 
gener. 

— Alle 3 Bücher im Ms. B. Joach. 
und Ms. 1275 B. B. 

2 Piecen im Neudruck (Eitner, Yerz.) 
2 Orgelsätze im Ritter Nr. 45/46. 

Methode pour toucher l'orgue, Ms. 
Autogr. mit 133 Piecen von 1676. [Stadtb. 
zu Tours. 

Magnificat I' toni et pieces d'orgue. 
Ms. von 1686. [Paris Nat. 

Le Bei, ... um 1782 Musik- 
direktor am italienischen Schau- 
spiele in Paris. Das Orchester 



bestand aus 24 Personen (Reichard 
1783, 303). — 1760 ist ein Lebel 

1. Violinist a/d. Cotuedie italienne 
zu Paris angestellt (P. Simon, Al- 
manach 1760, 119). 

Le Bei, B. . ., bekannt durch 
4 vierst. Psalmen in Bosco's 2. livre 
de Pseaulnies von 1555. 

Le Bei, Firmiii, päpstl. Sänger, 
wird 1565 pensioniert (Straeten 6, 
377). 

In der Capella sistina, Ms. Cod. 38, 
1563 geschrieben, ein Ave verum corpus, 
5 voc. 

Lebel, Jacques, Sänger und 
Kanonikus an der Kgl. Kapelle zu 
Paris im 16. Jh. mit 240 L. Ge- 
halt (Castil-Blaze 292). 

Lebenhauser, Joliaim, Organist 
an der Frauenkirche in München, 
heiratet am 27/3 1634 (Trau- 
register). 

Lebertoul, Francliois, lebte 
am Anfange des 15. Jhs. und ist 

im Ms. Codex 213 der Bibl. Bodleian 
in Oxford mit folgenden Gesgn. vertreten : 

Au pain faitich ne me veul, 3 voc. 
Depuis un peu un joyeux parlement, 
3 voc. Las, que me demanderoye, 3 v. 
Ma doiüce amour et ma mestresse, 3 voc. 

Le Beuf, l'abbe Jean, geb. 6. 
März 1687 zu Auxerre, gest. 10. 
April 1760 ebd., ein Kanonikus 
und Sänger an der Kirche zu 
Auxerre. 1740 wurde er zum 
Mitgliede der Aademie des inscrip- 
tions et belles-lettres an Lancelot's 
Stelle gewählt (Fetis). 

Er schrieb zahlreiche Abhandlungen 
für den Mercure de France. 1. Remar- 
ques sur le chant ecclesiastique (Sept. 
1725 p. 1897). 2. Lettre contre la nou- 
velle maniere de noter le piain - chant, 
inventee par M. de Motz (Febr. 1728 
p. 217). 3. Regles pour la composition 
du plain-chant (Juni 1728, 1. vol. p. 1162, 

2. vol. p. 1300). 4. Reflexions sur la 
nouvelle maniere de pl.-ch., inventee par 
M. de Motz (Nov. 1728, 2230. Dez. 1. 
vol. 2271). 5. Reponse aux questions 
proposees dans le Mercure de novemb. 
1728, ä Toccasion de quelques conte- 
stations musicales formees ä Troyes eu 



Le Beuf. 



92 



Le Blanc, Hubert. 



Champagne (Mai 1729 p. 844). 6. Lettre 
sur les orgues, ä l'occasion de ce qui est 
dit de Celles de la cathedrale d'Albi dans 
le Mercure de juillet 1737 (Aug. 1737, 
1750). Selbständig gab er heraus: 

7. Recueil de divers ecrits pour servir 
d'eclaircissements ä l'histoire de France 
et de Supplement ä l'histoire des Gaules. 
Paris 1738 J. Barois fils 2 vol. 12». 
[Brüssel. Fetis giebt Auskunft über das 
Buch.] 8. Dissertations sur histoire ec- 
clesiastique et civile de Paris, suivie de 
plusieurs eclaircissement sur Fhistoire de 
France. Paris 1739—1745. 3 voll, in 12«. 
(nach Fetis). 

9. Traite historique et pratique sur le 
chant ecclesiastique avec le directoire qui 
en contient les principes et les regles, 
suivant l'usage present du diocese de 
Paris, et autres. Precede d'une nouveUe 
methode pour Fenseigner et i'apprendre 
facilemeut ... Paris 1741 Herissant. 8". 
3 Bll. 290 S. [B.B. B. M. Dresd. 
br. Mus. Glasgow. Brüssel. Bräss. 
Cons. Bologna. 

Fetis Näheres. Von S. 122 ab viele 
1 stim. alte Kirchengesänge aus Mss. des 
13. und 14. Jhs. 

In der Privatbibl. des Herrn Scheurleer 
im Haag befindet sich noch die Abhand- 
lung: (dornte de Caylus et Lebeuf: Me- 
moires sur Guillaume de Machaut et No- 
tice sur deux volumes de poesies avec 
indication du genre de musique qui s'y 
trouve (Extr. des Memoires de l'Ac. des 
Inscripi' Paris 1742/1747. 120). — In 
derselben Bibl. noch 2 Abhandig. auf die 
hlg. Caecilie, aus dem Mercure de France, 
Juni 1732. 

Man verwechsle ihn nicht mit Le 
Boeiif. 

Le Bien-Yenu, Florent, um 

1600 Organist au der St. Cbappelle 
zu Paris, Lehrer von Jean Denis. 

Le Blau, (Leblan), P. . . J. . ., 
Glockenist zu Gent im 17. Jh. 
Straeten 4, 408 verz. nach einem 
Antiquarkataloge von Poele zu 
Gent das Druckwerk: 

Livre de clavecin, 4*^. Dort auch obige 
Angabe. Die Zeit ist nur ungefähr be- 
stimmbar nach dem Buche vander Eist 
mit dem es zusammengebunden ist (Strae- 
ten 1. c). 

Le Blanc, siehe Blancqocq. 
Le Blaue, . . . ein französischer 
Violinist und Komponist in der 



2ten Hälfte des 18. Jhs., der Or- 
chesterchef am Theater comique 
et lyrique zu Paris war u. später 
ans Theater d'Emulation als Kom- 
ponist ging. In letzterer Zeit wurde 
er 2. Violinist im Orchester des 
Theaters sans pr6tention auf dem 
Boulevard du Temple, schliefslich 
sank er bis zum Kopisten herab. 
Er starb in vorgerücktem Alter u. 
ärmlichen Verhältnissen (Fetis). 

Derselbe verz. von 1787 ab bis 1797 
neun Opern und Operetten. Davon be- 
sitzt das br. Mus: Gabrielle et Paulin. Air 
(VaudeviUe 1788). 8". — Nicodeme daus 
la lune. anonym, nur einzelne Gesge. — 
1 Ariette aus La Noce Bearnaise 1787. 
8". Aufserdem ist wahrscheinlich folgende 
Sonate von ihm, mit Le Blanc gez: La 
Chasse, Sonate pour Violon et Basse 
continue. Paris, Boivin. fol. [Paris Nat. 

Pougin verz. einen Leblanc der im 
März 1827 zu Paris starb, Violinist und 
Opernkomponist war. Augenscheinlich ist 
es derselbe. An Opern verz. er Le 
Mariage de Nanon ou la Suite de Madame 
Angot, 1796 oder 97 in der komischen 
Oper zu Paris aufgeführt. Ferner verz. 
er noch 5 Feerien und 5 Melodramas. 

Le Blanc, Didier, ein Kompo- 
nist des 16. Jhs., von dem be- 
kannt sind: 

Airs de plusieurs musiciens sur les 
poesies de P. Desportes & autres . . . 
poetes. Reduiz ä 4 part. Paris 1582. 
qul60. 43 Nrn. [br.Mus: Sup. Hofb. 
Wien 2 Stb. 

— 2. liv. dito. Paris 1579. 42 Nrn. [ib. 

Der Antiquar Rosenthal besaTs 1888: 
Les hymnes sacrez et ödes spirituelles, 
pour chauter deuant et apres la le^on du 
Catechisme. Ant. Le Blanc, Virg. Airs 
composez sur quelques paraphrases des 
hymnes de Mich. Coyssart (der Dichter). 
Anvers 1600 Joach. Trognese. 165, 4 u. 
47 S. mit Musik. 

In Le Roy's Samlwk. Magnificat von 
1584 ist er neben Sermisy genannt. 

Le Blanc, Hubert, ein Doctor 
der Rechte , Musikliebhaber und 
eifriger Spieler der Gambe, der 
sich darüber ärgerte, dass das 
Violoncell die Gambe verdrängte, 
wie Fetis sagt. Er gab diesem 
Ausdruck in der kleinen Schrift: 



Leblancq. 



93 



Le Breton, Joachim. 



Defense de la basse de viele contra 
les entreprises du violon et les pretentions 
du violoncel. . . Amst. 1740 P. Mortier. 
120. 148 s. [B.B. B.Lpz. Dresd. 
B. Wagener. Brüssel. Musikf r. Wien. 
Paris Nat. B. Rouen. B. Besangen. Bo- 
logna. 

Leblancq, Louis-Joseph, Glo- 
ckenist u. Musiker am Kapitel zu 
Soignies um 1745 (Elewyck 81). 

Lebloiid, Gabriel, aus der 

Champagne, Sänger in der Kapelle 
des Kardinals de Guise um 1583, 
beteiligte sich in genanntem Jahre 
am Concurse zu Evreux (M. f. M. 
22, 203). 

Lebloiid, Oaspar Mieliel, ge- 
nannt Lebloud, geb. 24. Nov. 
1738 zu Caen, gest. 17. Juni 1809 
zu Aigle, ein Abbe und gelehrter 
Antiquar, kam nach Paris und 
wurde Bibliothekar an der Bibi. 
Mazarine , war auch Mitglied 
mehrerer Akademien. Als sich 
Napoleon zum Kaiser machte, zog 
er sich nach Aigle zurück (Fetis). 

Er schrieb eine Abhandlung über die 
Oper durch Gluck's Auftreten veranlasst 
und durch Abbe Aruaud angeregt, betitelt: 
Memoires pour servir ä Fhistoire de la 
revolution operee dans la musique par le 
Chevalier Gluck. Naples et Paris 1781 
Bailly. 8« mit Port, von Gluck. In 
Liepm.'s Kat. liest man „par Suard, I'abbe 
Arnaud, Condoret et autres, publ. par 
I'abbe Leblond". [Brässel. B. Wageuer. 
B. B. 

Le Boeuf, . . . Organist zu Ar- 
genteuil an der Kirche Dam es de 
St.-Thomas, den Franziskanern ge- 
hörig, in der Strafse du Bac und 
an St.-Genevieve zu Paris als 
Nachfolger von Dornel. Er lebte 
noch 1782 (Fetis). Von seinen 
Werken sind bekannt: 

1. Traite de l'harmonie et regles d'ac- 
compagneraent servant ä la composition, 
suivant le svsteme de M. Rameau. Paris 
(1768). qu40. [B.B. Berlin Th. br.Mus. 
Paris Nat.] — 2. Cantatilles (8). Paris, 
s. a. [Paris Nat.] — 3. Le triomphe de 
l'amour. [Paris Cons. 

Leboii, Diamedes (xedeon; 



ist durch Mich. Praetorius' Musarum 
Sioniar. Pars 1, 1607 Nr. 43 durch eine 
Motette bekannt: Ecce nunc benedicite 
9 voc. — 1 Galliarde 4 voc. in Konrad 
Hagius' Samlwk. von 1617. 

Leboiiera alias Hassoas, Jo- 
hannes, Presbyter in Tournai, wird 
am 21. Jan. 1416 während des 
Schisma in Konstanz als päpstl. 
Sänger vereidet (Viertelj. 1, 452). 

Le Borne, Fernand, Lebens- 
zeit unbekannt, gab heraus: 

Messe breve (Nr. 1) en la majeur, ä 
4 voix mixtes avec Vcl., Contreb. et 
Orgue par . . . Paris , Schott. 1 vol. in 
8". Part, ohne Credo. [Brüssel Cons. 

Le Bouclier, Ducrosco, 18. Jh. 

Im Aruaud (Baculardd') 1 Complainte: 
Que ces iieux flattent, mit Melodie. 

Le Boudier, Oermain, Chor- 
knabenlehrer am Notre-Dame zu 
Nantes, gewann zu Evreux 1581 
durch eine Chanson den Preis der 
silbernen Laute (Fetis). 

Le Bougle (Bügle), Abbe, ein 
„Amateur" zu Paris, 

gab 1782 op. 1 und 2 in Paris bei 
Bailleux heraus, bestehend in je 3 So- 
naten für Klav. u. V. (Magazin von Breit- 
kopf). Fetis nennt ihn Lebugle. 

Le Bouteiller (Boutellier), ein 
Komponist aus dem Anfange des 
16. Jhs., von dem sich 

in den Samlwken. von l.'329e, 1534 c 
u. f. 2 Motetten und 3 Chans, zu 4 St. 
befinden (Eituer 1). Aufserdem noch 
1 Chans, im 11. Buche „Le parangon des 
chansons" von Moderne 1543. [Brüssel. 

Le Bouteiller, Colard, Dichter 
und Komponist zur Zeit des Hlg. 
Louis (8. Jh.), Freund von Guil- 
laume Le Viniers. In der Natio- 
nalbibl. zu Paris fonds de Gange, 
Ms. 7222, 65 u. 66 befinden sich 
16 Chonsons mit Melodien. 

Le Bret, ... ein Tanzkomponist 
dessen Melodien Mich. Praetorius 
in der Terpsichore 1612 mehr- 
stimmig bearbeitet hat. 

Le Breton, Joachim, geb. 7. 
April 1760 zu St.-Meen (Bretagne), 
gest. 9. Juni 1819 zu Kio Janeiro. 



Le Breton, Mahoni. 



94 



Lebrun, Jean I. 



Studierte Theologie, wurde aber 
Sekretär ,,perpetuel de la Classe 
des beaux-arts" zu Paris. 1815 
ging er im Auftrage des Staates 
nach Brasilien. Er gab heraus: 

Rapport sur l'etat des beaux-arts. Paris 
1810. 40. 

Notice bistorique sur la vie et les 
ouvrage de Jos. Haydn . . (Paris, Baudouin) 
1810. 4" (nacb Griesinger). [B. B. 
Brüssel. 

Notice sur la yie et les ouvrages de 
Gretry. (Paris, Didot) 1814. 4». [B. B. 
Brüssel. 

Le Breton, 3Iahoiii, um J760 

Violinist am Theater italienne zu 
Paris; veröffentlichte Trios u. Duos 
f. V. u. Fl. (Fetis). Nach Gerber 1 
schrieb er 1787 die Operette: Les 
promesses de mariage. 

Le Brigaiidage, siehe Goudar, 
Ange. 

Lebrumi, siehe Lebriin, Guil- 
laume. 

Lebrun de 3Iarettes. Liep- 
mannssohn besafs einst den Druck: 

Voyages liturgiques de France. Paris 
1718 Delaulue. 

Lebrun, Franziska, Tochter 
des Violoncellisten Danzi und Frau 
des Oboisten Ludwig August Le- 
brun, geb. um 1756 zu Mann- 
heim, gest. 10. Mai 1791 zu Ber- 
lin. 1771 betrat sie als Säugerin 
die Bühne zu Mannheim. 1778 
betrug ihr Gehalt 1000 Gld. Ger- 
ber 1 spricht sich bewundernd über 
ihren (besang und ihre Stimme aus, 
die bis zum dreigestrichenen a 
reichte. 1778 trat sie in Mailand 
auf, 1783 in London. Seit dem 
1. Okt. 1782 ist sie nebst ihrem 
Manne in München mit 3000 Gld. 
Gehalt angestellt. Ihr Mann stand 
schon früher in baierischen Dien- 
sten und da sie sich schon 1775 
mit Lebrun verheiratete, in welcher 
Zeit Lebrun noch in Mannheim 
angestellt war, so ist ihre Stellung 
am baierischen Hofe schon fi'üher 



] anzusetzen, worüber ich aber im 
\ Kreisarchiv in München keine Notiz 
I fand. Im Herbste 1789 erhielten 
i beide einen Kuf nach Berlin. Sie 
j trat zuerst in der Domkirche in 
j einem Te Deum auf (20. Dez.), 
dann erst am 14. Febr. 1790 in 
der Oper Brennus. Ihr Mann war 
bald nach der Ankunft in Berlin 
gestorben u. sie folgte ihm bald nach 
(Gerber 1. 2. Ledebur, Schneider 
H., der den 10. März als Todestag 
angiebt. Bei seiner bekannten Un- 
zuverlässigkeit ist auf die Angabe 
wenig zu geben. Fr. Walter s. Beg.). 
Die Lebrun war eine durchgebil- 
dete Musikerin und trat auch als 
Komponistin auf. Sie gab Sonaten 
für Klavier und Violine heraus, 
die mehrfach aufgelegt wurden: 

3 Senates pour Clavecin ou Pfte. avec 
V. oe. 1. Maunbeim, Götz. 2 Stb. qufol. 
[B. B. nur mit Lebnin gez. 

— 3 Senates p. le Cl. ou Pfte. avec 
acc. d'un V. oe. 1. Offenb., Andre, mit 
F. le BiTin gez. [Dresd. Mus. 

— 6 Sonates pour le Cl. av. acc. d'un 
V. ad lib. oe. 1. Paiis, Sieber. [Paris Nat. 

— 6 Sonates pour le Cl. ou Pfte. av. acc. 
d'un V. oe. 1. Berlin, Hummel, ebenso 
gez. [Dresd. Mus. 

12 Sonates p. le Cl. av. 1 V. oe. 2. 
Mannbeim. [Paris Nat. mit Madame Le- 
bruu gez. 

6 Sonatas for tbe barps. or Pfte. witb 
acc. for a V. Dedic. Lady Clarges. Part. 
London, printed for tbe Autbor. J. Blun- 
dell. fol. 41 S. [B. M. B. Wagener. 
br. Mus. 

Urteile über sie und ibreu Mann im 
Jabn 2, 85. 

Le Brun, Fran^ois, wie er sich 

selbst in einem Schreiben an den 
Kurfürsten von Baiern am 15/1 
1791 unterzeichnet, war am Ber- 
liner Hofe angestellt (Kreisarchiv 
in München). 

Lebrun (Lebrumi), Gruillaume, 
Altist in der Hofkapelle in Wien 
vom 1. Dez. 1564 — 1566 (Köchel 1). 

Lebrun (Lebrung, Lebrin, Le 
Brun, Le Brum), Jean L, Priester 



Lebrun, Jean JI. 



95 



Lebrun, Louis-Seb. 



und Sänger (Bassist) in der Kgl. 
Kapelle Loids XII. von Frankreich 
(Fetis nach Dokumenten). 

Er ist in alten Samlwken. mit 12 Ge- 
sängen vertreten, die abwechselnd obige 
Namen tragen. Siehe meine Bibliographie. 
Ferner in Mss. 1. B. M. Ms. 88 Nr. 12 
Salve regina 4 v. in 4 Teilen. — Ms. 69 
ohne Naaien: Eecumbentibus undeciin 
discipulis 5 voc. in 3 Tl. 2. Hofb. Wien 
Ms. 18746, 5 Stb. von 1523, enthält unter 
Nr. 18: Celas saus plus. Ms. 18825, 4 Stb. 
Nr. 8 : Congratulammi mihi. 3. Bibl. Cam- 
brai, Ms. 20 Nr. 16: Domine non secun- 
dum 4 voc. 

Lebruii, Jean II., ein Wald- 
hornist von Kuf, geb. 6. April 1759 
zu Lyon, gest. um 1809 zu Paris 
im Elend. 1783 kam er nach 
Paris und wurde Schüler Punto's. 
1786 trat er ins Opernorchester 
als erster Hornist, 1792 vertrieb 
ihn die Revolution; er ging nach 
Berlin, 1802 an den Rhein, nach 
Holland und Belgien und kehrte 
1806 nach Paris zurück. Sein un- 
ordentlicher Lebenswandel brachte 
ihn ins Unglück. Fetis führt Kon- 
zerte im Ms. an. 

Le Brun, Ludwig (August), in 
den Akten des Müuchener Kreis- 
archivs der Ältere genannt. Kade 
giebt ihm im Kat. der Bibl. Schwe- 
rin 1, 191 die Vornamen Leopold 
August, jedenfalls ein Irrtum). Ein 
Oboist, geb. zu Mannheim um 1746, 
gest. 15. Dez. 1790 zu Berlin. Trat 
1761 als Oboist in die Mannheimer 
Hofkapelle und wurde mit der Ka- 
pelle 1778 nach München versetzt. 
Sein Gehalt betrug in Mannheim 
800 Gld. u. 100 Gld. extra. Schon 
1775 hatte er sich mit der Sänge- 
rin und Tociiter Danzi's verheiratet 
und beide waren in München mit 
einem Gehalte von 3000 Gld. (1/10 
1782) angestellt. Er begleitete 
seine Frau Franziska (s. d.) auf all 
ihren Reisen und gab Konzerte. 
Ihre letzte Reise ging nach ßerün, 



wo er aber nach kurzem Aufent- 
halte starb. Dem Kurfürsten von 
Baiem wurde der Tod erst am 
1. Jan. 1791 gemeldet (Kreisarchiv. 
Gerber 1. 2. Urteil über ein Kon- 
zert f. Oboe in Lpz. Ztg. 6, 779). 
Schubert äufsert sich S. 142 über 
ihn: „er ist ein wahrer Zauberer 
auf der Oboe, hat ihr auch noch 
2 Töne zugegeben D und C. Die 
Oboe hatte sonst einen gewissen 
Kirchweihton, der ziemlich mit 
dem Gänsegeschrei übereinkam, 
durch Le Brun, Fischer, Besozzi, 
Secclii u. a. ist der Ton in einen 
reizenden Klang umgeschaffen. Le 
Brun's Kompositionen sind aus- 
nehmend fein und süfs, wie Nektar- 
tropfen. Er hat mehr Genie wie 
Besozzi, wenn er auch nicht so 
gelehrt wie dieser ist.'' 

Fetis führt von ihm 7 Konzerte f. Oboe 
u. Orchester, Trios u. Duos an, die in 
Paris und Offenbach erschienen. In der 
Fürstenbibl. zu Schwerin unter Le Brien 
ein Eondeau f. Ob. u. B. Ms. (siehe im 
Kat. unter Brun). 

Six Concertos pour le Hautbois. Nr. 3. 
Offenb., Andre. Stb. [Darinst. 

Concerto ä Flute princip, 2 V. A, et B. 
Paris. Stb. [Darmst. 

Lebrim, Louis-Sebastian, ein 

Opernkomponist, geb. 10. Dez. 1764 
zu Paris, ebd. gest. 27. Juni 1829. 
Zuerst Knabensänger am Notre- 
Dame, 1783 Kapellmeister an St- 
Germain-rAuxerrois, trat 1787 im 
März als Sänger auf der Opern- 
Bühne auf, dann 1791 im Theater 
Fe3'deau, ging 1799 abermals an 
die grofse Oper, wurde 1803 Ge- 
sanglehrer an derselben und 1807 
Direktor der Privatkapelle Napo- 
leon's; auch soll er Correpetitor 
an der grofsen Oper gewesen sein 
(Fetis). Von seinen Bühuenwerken 
sind nachweisbar: 

Marcelin, op.-com. an 1 acte. (Paris 22/1 
1800.) Paris, Imbault. P. [Briissel Cons. 
C. P. von 1795? 



Lebrun, Pierre. 



96 



Lecce. 



— deutsch: Pächter Robert, Operette 
in 1 Akt (komische Oper, Text von J. von 
Seyfried). Ms. 12690 in P. [B. B. Mu- 
sikfr. "Wien im Kl.-A. 

Le rossignol, op.-com. eu 1 a. (Paris 
23/4 1816.) Paris, Paciui. Stb. [Brüss. 
Cons. B. B : Paris l'auteur. Part. u. Stb. 
Paris l'opera im Ms. C. P. 

Zeloide ou les fleurs enchantees, op. 
en 2 actes, repr. 19/1 1818. 12 Mal an 
der grofsen Oper gegeben. Ms. P. [Paris 
Topera. 

Te Deum ä 4 v. et orch. Paris, Massen. 
P. (1809 aufgef.) [Brüssel Cons. 

Fetis und Clement fükren an Opern 
noch an: L'ai't d'aimer. Ils ne savent 
pas lire. Eleonore et Dorval. Les petits 
aveugle. Emüie et Melcour. Uu moment 
d'erreur. La veuve americaine. Le men- 
teur maladroit. Le bon fils. L'Astrouome. 
Le Ma^on. 

Lebruii, Pierre, gab heraus: 

Elemeus raisonnes de mus. 2. livr. 
Brux. 1639 L. Staes. 80. [Brüssel, 

Le Brim, TTaii, Sänger in der 
Kapelle der Herzogin von Bretagne 
um 1499 (Thoinan 76. Prost 436 
sehreibt: in einer Liste von 1496 
bis 98 Sänger in der Kapelle der 
Frau Charles VIII., Anna von Bre- 
tagne. 

Lebugle, siehe Le Bougle. 

Lebutiiii, die letzten Buch- 
staben „ini'' scheinen nur ange- 
hängt zu sein, denn auf dem 
folgenden Drucke ist zu lesen 
LEBUTiNi. Er lebte im Haag, war 
an der Hofkapelle angestellt und 

gab heraus: 

VI Sonatjes ter vergenoeginge van's 
menschelyke hart en ooreu, voor't clavi- 
cimbaal eu A^iolon, door den hartoglyken 
compositeur LEBUTixi gecomp. lib. 1. (et 
lib. 2.) T'Amst. by A. Olofseo. fiu40. 
15 u. 12 Klavierst. "^(Straeten 4, 409) 

Le Cadet, Louis, 

Kompositionen f. Klarinette heraus. 

Le Camt (Le Kent, Prost S. 434 
liest Le Keult), Vincent, Sänger 
an der Hofkapelle in Paris von 
1452 — 1473 mit 90 liv. Gehalt 
(Brenet 5, 8—10). 

Le Camus, . . . (Fetis unter 
Camus), geb. um 1731 zu Paris, 



gab 1804 



geb. 
und 



gest. ebd. um 1777. Page am 
Kgl. Hofe, Schüler von Abbe Ma- 
din. 1746 wurde sein Psalm Qui 
confidunt in Domino bei Hofe auf- 
geführt und darauf als Tenorist an 
der Hofkapelle angestellt, auch trat 
er im Konzert spirituel auf und 
schrieb zahlreiche Kirchenkompo- 
sitionen. 

In Modena, hds. Samlbd. von Arien, 
Canzouen, Duetten u. a. eine Nr. unter 
Le Camus, 

Le Camus, Jean -Pierre, 

zu Genf, war dort ansässig 
st. 1768. Er gab heraus: 

Les Pseaumes du roi et proph. Dav., 
mis en vers frangais, revus et appr. par 
les pasteurs ... de Geneve. Mis en mu- 
sique par . . . citoyen de Geneve. Nou- 
velle ed. ä 2 part. Geneve, Gabr. Grasset 
1764. 8". (1. Ausg. 1760.) G. Becker 1, 
127 teilt Stellen aus der Vorrede mit. 
Die Bearbeitung fand keine Anerkennung. 
[Stadtb. Genf. 

Titel, Vorwort und 2 Psalmen in M. f. 
Musikg. 8, 72. 

L'art du chant. Paris et London, fol. 
[Glasgow. 

Le Camus, Sebastien, ein Fran- 
zose und Chef der grande bände 
des Violons des Königs Louis XIV. 
1665 ist er als Musikmeister der 
Königin von Frankreich mit 1800 fr, 
Gehalt verz. (M. f. M. 21, 128). Er 
starb im April 1677, wie im Mer- 
cure galant, avril 1677 p. 18 an- 
gezeigt ist. Nach seinem Tode er- 
schienen: 

Airs k 2 et 3 parties, de feu monsieur 
le Camas, Maistre de musique de lareyne. 
Paris 1678 Chrstph. Ballaid. qu4". Part. 
Die Arien sind für 1 u. 2 Stim. mit Bc, 
der als 3. partie gerechnet wird. [Modena. 
Paris Nat. Paris Genev. 

Le Caucliois, Jehan, Kleriker 
und Sänger am Hofe Louis X. 
von Frankreich um 1315 (Thoinan 
49). 

Lecce, Francesco, ein Italiener, 
der in der 2. Hälfte des 18. Jhs. 
lebte. Bekannt sind von ihm 

im Ms. 361, br. Mus., Duets und Arien, 
1 Nr. und in Ms, 375 vier Nrn. 



Le Cene. 



97 



Le Chevalier, Amedee. 



Trio (in G.) a 2 V. e B. 1772. Ms. 
in Stb. [Brüssel Cons. 

Sonate e Partite per Violino. Ms. 
[Mailand Cons. 

Le Cene, Michel -Charles, ein 

Verleger in Amsterdam, den ich 
schon von 1721 ab verzeichnet 
fand. Marpnrg 7, 464 bez. ihn 
als Erben und Nachfolger von Et. 
Roger, der um 1741 starb. Einen 
Katalog seines Verlages mit 1787 
gez. besitzt Bologna (Kat. 1, 154), 
andere ohne Jahresz. [Brüssel 5191], 
der Et. ßoger's und Le Cene's 
Verlag, von Le Cene gedruckt, 
entbcält. Auch Scheurleer besitzt 
einen, sämtlich ohne Jahr. Unter 
seinen zahlreichen Notendrücken 
befinden sich auch zwei von ihm 
herausgegebene Samlv^ke : 

1. VI Concerti ä 5 strouienti, 3 Vio- 
lini, Alte Viola e Bc. de Sign. F. M. Vera- 
cini, A. Vivaldi, G. M. Alberti, Salvini e 
G. Torelli. Amsterd. fol. in 6 Stb. [B. B. 
B. Wagener. br. Mus. 

2. Concerti a cinque con 2 V. Oboe, 
Violetta, Violoncello e Bc. de Signori 
G. Valentin! , A. Vivaldi 2, T. Albinoui, 
Fr. Mar. Veracini, G. St. Martin, A. Mar- 
cello, G. Eanipin, A. Predieri. Amst. fol. 
6 Stb. Ist die Fortsetzung des 1. und 
zählt von VII— XII weiter. Von St. Mar- 
tini und Marcello ist aber kein Konzert 
enthalten. [B. B. br. Mus. 

Lecerf de la Vieville, Jean- 
Laurent, Seigneur de Fresneuse, 

garde des sceaux im Parlament der 
Normandie; geb. 1647 zu Rouen 
und gest. 10. Nov. 1710 ebd. Er 
war ein eifriger Bewunderer Lully's 
(Fetis ausführlich) u. gab heraus: 

Comparaison de la musique italieune 
et de la musique fraugoise, oü, en exami- 
nant en detail les avantages des spectacles 
et le merite des compositeurs de deux 
nations, ou moutre quelles sont les vrayes 
beautez de la ruus. (anonym). 2. edit. 
Bruxelles 170.5—6 Foppens. 3 voll. 120. 
[Brüssel. Musikfr. Wien. Bologna ohne 
Druekfirma u. Jahr. Scheurleer. 

1. Ausg. erschien ebd. in 1 vol. 1704. 
[Brüssel 391.5.] Ist gegen L'Abbe Fr. 
Eaguenet's Parallele des Italiens gerichtet. 

Le Chanoine, Robert, bis 1 458 

Rob. Eitner's Quellen-Lexikon. Bd. 6. 



Sängermeister an der Kathedrale 
in Cambrai, ging darauf an die 
St. Peterskirche in Lille und war 
von 1467—69 wieder in Cambrai 
Kapellmeister ( Viertel] ah rsschrift 1, 
439). 

Lechantre, Mademoiseile, Pia- 
nistin und Komponistin im 18. Jh. 
zu Paris, gab als op. 1 heraus: 

2 Concertos p. clavec. ou piano, av. 
acc. 2 V. 2 Ob. A. et B. (Pougin). 

Le Chartreux, Jean, genannt 
Mantovano, ein Theoretiker des 
14. Jhs., geb. zu Namur, wie er 
selbst angiebt, studierte unter Victor 
de Feltre in Italien. In seinem 
theoretischen Werke: 

^^Libellus miisicus'-^ Exempl. im br. 
Mus. und Univers.-Bibl. zu Gent, citiert 
er Marchetto von Padua als ersten Schrift- 
steller nach Boethius, der über das chro- 
matische Tongeschlecht geschrieben hat 
(Straeten 6, 349). 

Le Cheralier, Amedee, Sabau- 
dus (Sabogia in Savoien), ist am 
8/10 1716 als Musicus in den 
Regesten der Universität zu Ley- 
den gezeichnet. Er lebte schon 
um 1689 zu Amsterdam (Bouw- 
steene 3, 5) und ist als Komponist 
und Herausgeber von Musikwerken 
bekannt; auch des Violonisten Jean 
Rousseau's Methode claire gab er 
1691 heraus. Nachweisen kann ich: 

Scelta delle piü belle Ariette, e Canzo- 
cine italiane (24) de' piü famosi autori, 
che in quella hngua ne habbino composte 
neUe opere, accomodate al suono di Flaute, 
Violino & altri stromenti . . . Amst. 1691, 
3 Stb. qu40, ein Autor nicht verz. [Up- 
sala. Leyden : V 1. stanip. da P. & J. Blaeu. 

Les Trios des opera de Mr. de LuUy, 
mis en ordre pour le concerts . . . Amst. 
1690. 1691 P. & .1. Blaeu. 2 u. 3 Stb. 
[Leyden. 

Cha. Rosiers Pieces choisies a la ma- 
niere italienne . . . mises en ordre par . . . 
Amst. 1691. 3 Stb. [Leyden. br. Mus. 

Mss. in Karisruhe Nr. 80: Solo a Fl. 
trav. et B. 3 Sätze in G. G. D. 2 Stb., 
Bass def. — Nr. 81 : Concerio ä Fl. trav. 
2 V. et B. 3 Sätze in G. Em. Gd. 4 Stb. 

Contredanses, siehe La Chevardiere. 



Le Chevalier, Paul. 



98 



Lechner. 



Le Chevalier, Paul, aus Brüssel 
geb., ist am 21/10 1717 als Infor- 
mator musices an der Universität 
zu Leyden eingeschrieben (Bouwst. 
3, 5). 

Leehler, Pater Benedict (eigentl. 
Johannes), geb. 1594 zu Füfsen 
am Lech, gest. 18. Jan. 1659 im 
Kloster zu Kremsmimster, in wel- 
ches er 1628 eintrat und von 1628 
bis 1651 Chor- und Musikdirektor 
war. L. war vor seinem Eintritte 
ins Kloster Kammerdiener beim 
Abte des Klosters in Kremsmünster 
und wurde als Lautenist von 1622 
bis 1626 mit 100 Gld. Gehalt be- 
soldet. Von ihm rühren in der 
reichen Klosterbibliothek daselbst 
4 starke Foliobände her, die teils 
Kopien, teils eigene Kompositionen 
enthalten. Letztere bestehen aus 
Messen, Requiem, Hymnen, Magni- 
ficat, Canzonen u. a. für Singst, u. 
Instrumenten. Ein Veni sancte 
Spiritus für 6 Stim. u. 6 Instr. ist 
mit 1645 gez. (Huemer p. 19 ff.). 

Lecliiier, Leonliard, in der 
1. Hälfte des 16. Jhs. im Etschthal 
geboren, da er sich stets den Bei- 
namen „A thesin us" beilegt, gest. in 
Stuttgart kurz vor dem 16. Sept. 
1604. Nach seiner eigenen Aeufse- 
rung in einer Dedication war er 
Sängerknabe in der baierischen 
Hofkapelle unter Lassus gewesen. 
In den Akten des Kreisarchivs zu 
München best man: 1570 gewester 
Kantoreiknabe , Abfertigung mit 
10 Gld. 1570 treffen wir ihn in 
Nürnberg als Schullehrer an, wo 
er bereits als Komponist mit Mo- 
tetten und deutschen Liedern auf- 
tritt, auch als Bearbeiter und Her- 
ausgeber sich bekannt macht. 1584 
erhielt er die Kapellmeisterstelle 
am Hofe des Grafen Eitel Friedrich 
von Hohenzollern in Hechingen^ 
doch schon 1585 entfernt er sich 



heimlich. Es entspinnt sich nun 
zwischen dem Grafen u. L. eine 
längere Korrespondenz, um ihn zur 
Rückkunft zu bewegen und als 
dies nichts hilft, ihm die Möglich- 
keit abzuschneiden, einen anderen 
Posten zu erlangen. Die in den 
M. f. M. I, 185 abgedruckten Akten- 
stücke sprechen vielfach gegen 
Lechner. Dennoch erhielt er end- 
lich am Württembergischen Hofe 
1587 die Kapellmeisterstelle. In 
der Zwischenzeit hatte er sich am 
sächsischen Hofe zum erledigten 
Kapeil meisterposten gemeldet und 
eine Komposition eingesendet (in 
M. f. M. 1, Nr. 12, Abdr. des Ton- 
satzes, nebst p. 179 die Akten- 
stücke), doch auf Einspruch Georg 
Forster's erhielt er die Stelle nicht. 
Er lebte während der Zeit (1585) 
in Palchenang (? M. f. M. 1, 191). 
Sittard 2, 28 teilt mehreres über 
seine Stellung in Stuttgart mit und 
giebt auch Aktenstücke. In betreff 
seines Todesdatums lässt sich nur 
aus erwiesenen Thatsachen der 
Schluss ziehen: am 5. Aug. 1604 
beschwert er sich beim Herzoge 
über das Mitglied Tobias Salomon 
(Sittard 2, 31). Am 16. Sept. 1604 
fand die Vermählung des Herzogs 
Johann Georg (I.) zu Sachsen statt, 
wozu L. einen Hochzeitsgesang 
komponiert hatte, doch der Tod 
überraschte ihn vor der Absen- 
dung desselben, denn auf dem Titel 
des Gesanges (Laudate dominum 
15 voc. Ms. im Hauptstaatsarchiv 
zu Dresden) liest man L. L., Athe- 
sinus Wirttembergici chori musici 
(piae memoriae) quondam rector 
(M. f. M. 20, 60 Nr. 5. Ib. 1, 179. 
Sittard 1. c). Das Verz. seiner 
Werke nebst Angabe der Texte 
jedes Gesanges findet man in M. 
f. M. 10, 138 ff. und kann ich mich 
hier deshalb kurz fassen: 



Lechner. 



99 



Lechner. 



1575. Motectae sacrae 4, 5 et 6 voc. 
Noribg. , Katharina Gerlachin. 6 Stb. 
l\. qu4<^. 51 Gesge. [B. B. B. Nicolai- 
kirche zu Berlin. 

— 1576 gleich der ersten Ausg. [B. M. 
B.K. B. Zw:C. B. 5 a. B. A. Proske. 
Upsala fehlt C. 6 a. Wolfenb. 

1576. Newe teutsche Lieder zu 3 Stim. 
nach art der welschen Villauellen . . . 
Nrnbg., Kath. Gerlachin. 3 Stb. qu40. 
17 Nrn. [B. M. B. B: T. B. Zw: C. 

— Ausg. 1577 ib., genau wie vorher. 
[B. M: T. B. ß. G: C. 

1577a. Der ander Teyl Newer teutsch. 
Lied, zu 3 Stim. Nürnbg., Boiorr. 3 Stb. 
qu40. 21 L. [B.B: C. B.N: B. 

Eine Gesamtausgabe beider Teile er- 
schien 1586 und 1590 (s. d.) 

1577 b. Newe teutsche Lieder mit 4 
und 5 Stim. Nürnbg., Knorr. 5 Stb. 
qu40. 32 Nrn. [B. B. B. M. 

1578. Sanctissimae virginis Mariae 
canticum quod vulgo Magnificat inscribi- 
tur, secundum octo vulgares tonos, 4 voc. 
Noribg., Knorr. 4 Stb. qu40. 8 Magnif. 
Beschrbg. im Brieger Kataloge, M. f. M. 
29 Beilage. [Brieg: C T. B. 

1579. Newe teutsche Lieder, erstüch 
durch . . . Jac. Eegnart mit 3 Stim. jetz- 
und aber mit 5 Stim. gesetzt. Nürnbg., 
Kath. Gerlachin. 5 Stb. qu40. 25 Nrn. 
Nr. 22 — 25 Lieder von Lechner. Neu- 
drack in Part, in Publikation Bd. 19 mit 
Eegnart zusammen. [B. B. B. M. B. L. 
B. Br. B. G. ohne Tenor. 

— Ausg. 1586 ib. 5 Stb. [B. B. B. 
Lpz: B. 

1581. Sacrarum cantionum 5 et 6 voc. 
lib. 2. Noribg., Cath. Geriachiu. 6 Stb. 
qu40. 35 Nrn. [B. B. B. Nicolaikirche 
zu Berün. B. L. B. A. B. Hbg. B. Br. 
Proske. Lüneburg: C. A. T. 5a. Hofb. 
Wien: A. Upsala fehlt C. 

1582. Newe teutsche Lieder mit 5 
und 4 Stim. Nürnbg., Gerlachin. 5 Stb. 
qu40. 33 Lieder. [B. D. B. M. B. W. 
nur 24 Nrn. halb Druck, halb Kopie. 
Heilbronn, ß. L. B. Hbg. ß. G. Proske 
fehlt T. B. B:D. B. Hofb. Wien: C. 

A. 5a. 

1583 das Samlwk: Harmoniae miscellae 
Cantionum sacrarum c. 5 et 6 voc. Noribg., 
Geriachianis. 6 Stb. qu40. 42 Nrn. 
[B. B. B. Br. ohne A. ß. M. B. D. 

B. K. B. Elbing. B. Gr. fehlen 5 a. u. 6 a. 
B. Freiberg. Kirchenb. in Kamenz 4 Stb. 
Musikfr.Wien. Proske. Lüneburg: C. A. 
T. 5a. B.Weimar. Krakau. AVesteras. 
br. Mus. Brüssel (siehe Eitner 1, 1583). 

1584. Liber Missaxum sex et quinque 



vocum. Norimbg. , Geriachianis. 5 Stb. 
qu40. 13 Messen. [B.B. Brieg. Elbing. 
B. M. Löbau. B. Hbg. ß. Br. Freiburg. 
B. Brässel. B. Kgsbg: C. 5 a. Proske. 
Stockholm. Hofb. Wien 5 Stb. Wolfenb. 
br. Mus. fehlt T. 

1586 a. Der erst und ander Theil der 
teutschen Villanellen . . . mit 3 Stim. 
Nürmbg., Geriachin. 3 Stb. qu40. 38 
Nm. Gesamtsausg. von 1576 u. 77. 
[B.B. Dresd: B. B. Lpz: B. 

— Ausg. 1590 ib. [B. B. 

1586 b. Neue lustige teutsche Lieder 
nach art der welschen Canzonen mit 
4 Stim. Nürmbg., Gerlachin. 4 Stb. 
qu40. 25 L. [B. D. Brieg: A. T. Löbau 
kompl. 

— Ausg. 1588 „Mit etlichen neuen 
Compositionen durch den Authorem ge- 
mehret". Ib. 4 Stb. 30 L. [B.B: 2a. 3a. 
B. L. la. B. B. Lpz:B. B. G:la. 2a. 
br. Mus : 2 a vox. 

1587. Septem Psalmi poenitentiales, 
6 vocib. Noribg., Gerlachia. Dem Herzog 
Ludwig von Württemberg gew. 6 Stb. 
qu40. 23 Gesge. [B. K. Elbing. B. D. 
B. Gr. B. Hbg :5 a. Hof b. Wien :A. 
Wolfenb. fehlt 6 a. 

1589. Neue geistliche vnd weltliche 
teutsche Lieder mit füuff vnd vier stim- 
men . . . Nürmbg., Gerlachin. 5 Stb. qu40. 
28 Gesge. [B. Br. B. G. B.B: 5a. 
Darmst: A. T. B. B. K. in Kopie Ms. 
40. 150. 

1593. Epitaphia (in imp. Fridericum 
et in augustam Beatricem imp. Friderici 
Ahenobarbi conjugem) musicis modis se- 
narum vocum . . . Accepi 28. Jul. 1593. 
Mart. Crusius (in Acaderaia Tubingeusi 
Professoris) Tybingae 1593 ap. G. Ginip- 
penbachium. 8 Bll. in 4''. 2 Gesänge. 
[Wolfenb. K. K. Studienb. in Olmütz im 
Ms. Chorb. Lübeck im Druck. 

1579 und 1587 gab er Lassus' Selec- 
tissimae von 1568 und 1581 dessen Liber 
Missarum heraus (siehe Lassus). 

Lu Ms : Epithalamium . . . Chr. Andr. 
Julii et virg. Mariae Mufliae, 6 voc. Ms. 
fol. 13 Bll. von 1583. [B. N. 

Laudate dominum 15 voc. Hochzeits- 
gesang für Herzog Joh. Georg von Sach- 
sen, 16. Sept. 1604 nachträghch gez. 
[Hauptstaatsarchiv in Dresden, Lo. 12050, 
M. f. M. 20, 60, Nr. 5. 

Mss. B. B. Cod. Z34, 16. Jh. Orgel- 
tabulatur, fol. 30 u. 32 zwei deutsche 
Lieder aus obigen Drucken. Z 28, Part, 
von 1599 S. 212: Quid chaos 24 voc. 
ohne Text. 

Ms. in B. Proske, Magnific. 4 voc. in 



Leclmer. 



100 



Leclair, Jean-Marie. 



Ms. 924. 928. 929. — 27 Gesge. in alten 
Ms. s. Kat. AIV. 

Ms. B. Joach. 23 Nr. 106: Missa sup. 
Domine Dominus noster 6 voc. 

B. Zw. Ms. 11 u. 39, 2 lat, ein deutscher 
Tonsatz. 

Ms. in B. A. 24 h acht Magnificat, mit 
1602 gez. Chorbuch. 

Ms. in Basel : 1 Motette und 2 Epitaph, 
zu 6 Stirn, in Tabulaturpart. 

Ms. in B. Br. 9 Motetten, s. Kat. 

Missa 6 voc. sup. Domine Daus, noster 
Nr. 12 in Ms. mus. q 89 a-f. [B. D. 

Ms. in Dresd. Nr. 1274, 5 Amici mei 
8 V. Nr. 1276, 25 Dominus regit 4 voc. 

Mss. in B. M. 1 Messe in Tabulatur 
264 Nr. 16 und in 257 zehn Motetten zu 
5, 6 u. 8 Stirn. 

Mss. B. Kgsbg. Nr. 67 ein deutscher 
Gesg., in 75 Nr. 3 — 6 Motetten, in 76 
vier Motetten und in 77 vier andere. 

Ms. Schwerin F. Autogr. des 6 stim. 
Gesanges: Saxoniae Priuceps o Augustis- 
sime salve. 

Ms. 3155 a. Chorb. gi\ fol. Hds. von 
1583 mit Schablone. Dedic. vom April 
1583, dann der 6stim. Tonsatz: Quis tua 
suavis Amor dulcissima. [B. N. 

Die B. M. besitzt aus dem 18. Jh. ein 
Eequiem im Ms. in 10 Stb. (4 Singst. 
2 V. Va. 2 Hörner und Organe) gez. mit 
Lechner. Eiue nähere Untersuchung 
könnte vielleicht Aufschluss geben. 

In den Tabulaturbüchem von Denss 
und "Woltz einige arrangierte Gesge. 

In alten Samlwken. 24 Gesge. (Eitner 1). 
In neuen Ausg. 10 Gesge. (Eitner 2), 
andere iu Commer's musica Sacra Bd. 19 
und im Bd. 19 der oben erwähnten PubU- 
kation. 

L6chopie, Pierre - Martin - Ni- 
colas, geb. 5. Sept. 1771 zu Sen- 
lis, lebte noch 1845. Er studierte 
Musik zu Paris unter Schmitt und 
Boutroy Pfte. u. Komposition, ging 
dann in seine Geburtsstadt zurück, 
wirkte als Musiklelirer und Orga- 
nist und gab zahlreiche Klavier- 
kompositionen heraus (Fetis). 

Le Clair, ... auf dem Text- 
buche zum Ballet „Le retour de 
la paix dans le Pays-Bas", welches 
am 2. April 1 749 zum erstenmale 
aufgeführt wurde, nennt er sich 
Direktor der Komedie zu Brüssel 
(Straeten 2, 226, der irrtümlich 



glaubt, dass dies Jean -Marie ist 
und noch die Oper Glaucus et 
Scylla anführt). 

Le Clair, . . . Dittersd-orf in 
seiner Selbstbiographie erwähnt 
einen Flötisten, der um 1750 in 
AYien lebte. 

Leclair, Aiitoine-Remi, gen. 
le Cadet, ein Bruder des J.-Marie, 
geb. zu Lyon, gab einen Band 
Sonaten heraus: 

ler livre de Sonates a V. seul et Bc. 
Paris. 12 Son. [Paris Nat. 

Fetis glaubt, dass sie um 1760 er- 
schienen. 

In Maupetit's Menuets 1 Nr. 

Leclair, Jean -Marie, l'aine; 
Fetis schreibt geb. zu Lyon um 
1697, Paloschi: geb. 23. Nov. 1687 
zu Paris, beide ohne Nachweise, 
ermordet am 22. Okt. 1764 auf 
der Strafse zu Paris, nachts 11 Uhr, 
der Thäter blieb unbekannt. Leclair 
war der Sohn Antoine Leclair's, 
eines Kgl. Kammermusikus. Die 
Marquise de la Mesangere über- 
nahm die Erziehung, doch scheint 
die Sorgfalt nur gering gewesen 
zu sein, denn er trat zuerst als 
Tanzspieler auf der Violine auf, 
hefs sich sogar als Tänzer am 
Theater zu Kouen engagieren. 
Später wurde er Balletmeister zu 
Turin. Dort wurde der Violin- 
virtuose Somis auf ihn aufmerk- 
sam und nahm ihn zum Schüler 
an. 1729 ging er nach Paris und 
erhielt einen Platz im Orchester 
der grofsen Oper mit einem Ge- 
halte von 450 fr., der 1735 um 
50 fr. erhöht wurde. 1731 wurde 
er Kammermusiker an der Kapelle 
des Königs. Auf dem 2. Bande 
seiner Sonaten liest man „Ordiuaire 
de la musique de la Chapelle et 
de la chambre du Rov". Als er 
seine Sonaten 2. livre und folgende 
herausgab, wohnte er in Paris in 
der Strafse St. Benoist du cote de 



Leclair, Jean-Marie. 



101 



Leclair, Jean-Marie. 



rAbeis, Fauburg St. Germain (Titel- 
anzeige). Durch eine Zwistigkeit 
mit dem Chef der 2. Geiger, Guig- 
non, verursacht, nahm er bald nach 
1735 seinen Abschied von der Oper 
und lebte nun vom Unterrichten 
und seineu Kompositionen, die 
seine Frau in Kupfer stach und 
zum Teil nach seinem Tode auch 
herausgab. Auf einer Eeise nach 
Holland lernte er Locatelli liennen, 
was auf seine Schreibweise von 
entschiedenem Emfluss war. Seine 
Sonaten sind noch in der alten 
Form geschrieben und nur einzelne 
Sätze nähern sich der dreiteiligen 
Form mit wiederholtem ersten 
Teile. Die Rondoform ist mehr- 
fach zu finden. Die Aufeinander- 
folge der Sätze besteht gröfsten- 
teils aus einem Adagio, Allegro, 
Aria, AJlegro. Er ist ein inter- 
essanter und erfindungsreicher 
Komponist. Siehe auch M. f. M, 
20, 164. 169. Seine Werke sind 
folgende (am Ende des 2. Buches 
seiner Sonaten befindet sich ein 
Yerz. derselben nebst den Preisen; 
so kostet z. B. das 1. Buch 15 liv., 
die Trios 9 liv. etc.): 

I. livre de Sonates ä Violon seul avec 
la Bc. Paris 1723 chez l'auteur et Boivin. 
Le olerc. fol. 12 Sonaten. 81 S. [B. 
Wagener. Paris Nat. Paris Arsenal, 
br. Mus. C. P. Biüss. Cons. Hof b. Wien. 

— Ausg. 1739 La veuve Boi\in. 93 S. 
[B. Wagener. B. Besannen. 

IL üvre de Sonates par le V. et p. la 
Flute trav. avec la Bc. Paris c. 1732 
l'auteur et Boivin. Le Clerc. Gravees 
p. MUe. Louise Roussel. fol. 12 Sou. 
85 S. [B. B. Paris Nat. Paris Arsen. 
C. P. br. Mus. Briiss. Cons. Hofb.Wien. 

IIL livre de Sonates a Viol. seul avec 
la Bc. oeuv. 5. Paris chez l'aut. Boivin. 
Ledere, fol. 82 S. 12 Son. Gravees 
p. Mme. Leclair son epouse. [B. B. 
Dresd. Mus. Paris Nat. Paris Arsen. 
C P. br. Mus. Biüss. Cons. Kopenhag. 
Hofb. Wien. 

IV. livre de Son. a V. seul et Bc. 
Op. 9. Pai-is, Ledere, fol. 2 BU. 75 S. 



12 Sonaten. [Paris Nat. Paris Arsen. 
C. P. br. Mus. Brüss. Cons. Hofb.Wien. 

— Ausg. ib. 1738. [B. Wagener. B. 
Besau^on. 

Opus 1. Six Sonatas for two V. Lon- 
don, J. Walsh. 2 Stb. [B. Wagener. 

Opus 2. 6 Solos for a V. with a B. 
for the harps. or Vcl. London, J. Walsh. 
fol. 35 S. [br. Mus. B. Wagener. 

Oeuvre 1. 1. livre de Sonates a V. 
seul av. la Bc. II y a quelqu' unes de 
ses Sonates qui peuvent se jouer sur la 
flute travers. Paris, chez l'auteur. Part. 
gr. fol. 75 S. [Hofb. Wien. 

Oeuv. 2. 2 liv. de Sonates ä V. seul 
av. la Bc. (wie oe. 1). ib. P. 85 S. 
gravees par MUe. Louise Roussel. [Hofb. 
Wien. 

Es scheint, als wenn diese beiden 
Drucke oeuvre 1 u. 2 dieselben sind, als 
diejenigen unter 1. livre, 2. livre. 

Oe. 3. Sonates ä 2 V. sans B. Paris 
(1730) chez l'auteui-. 2 Stb. gr. 4«. [Hofb. 
Wien. 

Op. 3. Six Sonatas for two Y. Lon- 
don, J. Walsh. 2 Stb. [B. Wagener. 

Oe. 4. Sonates ä 2 Y. sans B. Paris 
1730. [Paris Nat. 

Oe. 4. 6 Sonates en Trio par 2 Y. 
et la Bc. Paris, l'auteur (Boivin, Le Clerc 
et la Ye Roussel). gr. 4°. 3 Stb. [Hofb. 
Wien. Paris Nat. 

Oe. 6. 1. Recreation de rausique d'une 
execution facile composee pour 2 Y. et 
la Bc. oe. 6. Paris, l'auteur. (Boivin, 
Le Clerc et la Ye Roussel.) gr. 4«. 3 Stb. 
[Hofb. Wien. 

(Hier ist er genannt Yiolouiste celebre.) 

Oe. 7. 6 Concerts a 3 Y., A. e B. 
per org., et Ycl. Gravees par son Epouse. 
Dedies ä Mr. Cheron, Maitre de chapelle. 
1. Partie. Paris, chez l'auteur, la Ye Boivin. 
6 Stb. kl. fol. [Hofb. Wien. Paris Nat. 
Paris Arsen. B. Wagener. 

Oe. 8. 2. Recreation de musique (wie 
oe. 6) composee par 2 Flütes ou p. 2 Y. 
et la Bc. Paris, chez l'auteur. 3 Stb. 
[Hofb. AYien. 

Oe. 10. 6 Concerts ä 3 Y. A. e B. 
per org. e Ycl. Graves par son Epouse 
. . . Partie 2. Paris, ib. fol. 5 Stb. 
[Hofb. Wien. Paris Nat. Paris Arsen. 

oe. 12. 2. livre de Sonates ä 2 Y. 
sans B. Paris, chez l'auteur. 2 Stb. fol. 
[Hofb. Wien. 

Oe. 13. Ouvertiu'es et Sonates en Trio 
par 2 Y. avec la Bc. ib. 3 Stb. gr. 4». 
[Hofb. Wien. 

Scylla et Glaucus. Tragedie en 5 actes 
(repr. 4/10 1746). Paris, chez l'auteur 



Leder, 



102 



Leclercq. 



et Ve. Boivin et Le Clerc. P. gr. fol. 
28 u. 170 S. [Hofb. Wien. Paris Nat. 
Im Ms. in Paris l'opera. C P. 

Das erwähnte Verz, seiner Werke von 
1739 bringt auch nicht mehr als hier 
verz. ist. 

14 Piecen in neuen Ausgaben (Eitner 2), 
aufserdem noch in Lee's Souvenir des 
anciens maitres (1885) Nr. 3 eine Sonate 
aus oe. 5 Nr. 4. [br. Mus.] Sarabande 
u. Tambourin f. V. u. Pfte. arraug. u. 
herausg. von Frz. Ries. [Musikfr. Wien. 

Gavotte celebre (Louis XVI) Y. et Pfte. 
Ausg. von Hermann. [Musikfr. Wien. 

In Maupetifs Meuuets 1 Nr. 

Sonata a 2 V. e Cerab. 3 Stb. Ms. 
[Darmst. 

Ich gedenke einen Band seiner Sonaten 
herauszugeben. 

Leeler, . . . Organist au PP. de 
la Mercy zu Paris am Ende des 
18. Jhs. ; gab 1785 ein Journal 
für Orgelpiecen heraus, welches 
aber schon im nächsten Jahre 
wieder einging (Fetis). 

Der Kat. des Conservat. zu Paris zeigt 
von einem Leelere, Organist^ 1. Magni- 
ficats et autres pieces d'orgue , 2. 3 re- 
cueils et une suite de Contredanses von 
1777 an. Ob damit der obige oder ein 
anderer gemeint ist, bedarf nälierer Prü- 
fung. Auch in Th. Warren's Collect, of 
Catches befindet sich ein Tonsatz unter 
Le Clerc. 

Leelerc (Le Giere) , . . . Fetis 
fälschlich Lecler), Sohn eines Kla- 
vierbauers zu Paris, war als Flö- 
tist am Opernorchester gegen 1739 
angestellt und gab heraus: 

Senates ä 2 Flütes, oe. 1. Paris 1745. 
[Paris Nat.] Auf einer Konzertreise nach 
London soll er giften Erfolg gehabt haben 
(Fetis). Die in B. Karlsruhe befindlichen 
Tonsätze im Ms. sind nur mit Le Clerc 
und Le Giere gez. ; sie sind dem „Marg- 
grafen von Baden Durchlach" gewidmet: 
Nr. 52, 6 Senates pour la flute trav. av. 
la B. Compos. par le Clere. Nr. 53, 6 
Son. p. 2 flutes trav. par le Clerc. 1754. 
Nr. 54, 6 Son. p. 2 fl. trav. sans B., per 
le Clere. Nr. 55, 30 Solos de divers 
auteurs coppies par leelerc 1753. Enth. 
je 1 Sonate von Camer loch und Tartmi, 
für Solostim. u. B. , die übrigen ohne 
Autor, vielleicht von L. selbst. 

Leelerc, ... Gesanglehrer in 
Lüttich um 1753, wurde später 



Kapellmeister in Strafsburg (Bre- 
net's Gretry p. 7). 

Le Clerc, Firmin, wird am 
22. Febr. 1519 päpstl. Sänger mit 
monatl. 6 Duc. Gehalt (Virtelj. 3, 
257). 

Leelerc , Guyiion , Violinist 
unter Louis XIV. von Frankreich 
an der Kgl. Kapelle zu Paris (Ca- 
stil-Blaze 146). 

Leelerc, J, . . , Gambist (Basse 
de Violon) an der Kgl. Kapelle zu 
Paris unter Louis XIV. mit 912 Liv. 
Gehalt, 12 Sous Extrabeiträge nebst 
Naturalien an Brot, Wein etc. 
(Castil-Blaze 147). 

Le Clerc, Jean-Baptiste, geb. 
um 1755 zu Chalonne (Maine- et- 
Loire), gest. im ISTov. 1826 ebd. 
Ein Abgeordneter an der National- 
versammlung; später gehörte er 
dem Rate der 500 au und wurde 
am 21. Jan. 1799 zum Präsi- 
denten gewählt, zog sich aber in 
demselben Jahre in seine Ge- 
burtsstadt zurück. Unter seinen 
Schriften finden sich auch zwei 
die Musik betreffend: 

Corps legislatif. Couseil des Cinq-cents. 
Eapport fait par Leelerc (de Maine -et- 
Loire) , sur l'etablissement d'ecoles spe- 
ciales de musique. Sceance du 7 frimaire 
an 7. (27. Nov. 1798). Paris, impr. na- 
tionale, an 7. 8^. [Brüssel. 

Essai sur la propagation de la musique 
en Frauce, sa conservation, et ses rap- 
ports avec le gouvernement ; par J. B. 
Leelerc. Paris, impr. nationale, prairial 
an IV (20. Mai 1796). 8". [Brüssel.] — 
Ebd. noch ein Essai sur la propagat. an 
IV. et VI annee 1798. [An IV auch in 
Brüssel Cons. Bologna. 

Le Clerc, Jeban, siehe derl- 
ei, Jeli. 

Leelerc, Jelian , um 1461 
Sänger am Hofe Charles VII. von 
Frankreich (Thoinan 64). 

Leclercq, Jacques, 1611 Sänger 
und Musicus an der Kgl. Kapelle 
in Brüssel (Straeten 2, 9). 



Le Cocq, Adrien-Charles. 



103 



Lecomte, J.-L.-M. 



Le Cocq, Adrien-Charles, 1660 
Instrumentist a/d. Hofkapelle in 
Brüssel (Straeten 5, 146). 

Le Cocq, Autoine, s. (xiiUi, 
Antonius. 

Le Cocq, Fran^ois, vor 1729 
Violinist an der Hofkapelle in 
Brüssel. Straeten 5, 153. Bd. 8, 
523 teilt er den Titel eines Druckes 
von ihm mit: 

Reciieil de pieces de guitarre, couip. . . 
musicieu jubilaire de la chapelle royale 
ä Bruxelles . . . 1729. 132 Nrn. Straeten 
druckt die Dedic. ab. 

Le Cocq, Giüllaume, ebenda- 
selbst um 1673 Yiolinist (Straeten 
5, 146). 

Le Cocq, Jacques, ebendaselbst 
Yiolinist um 1660 und noch 1673 
erwähnt (ib. 5, 146 u. 156). 

Le Cocq, Jean, siehe Grallus, 
Joannes. 

Le Cocq, Jeau (de Cocq), war 
nach Straeten 5. 107 Sangmeister 
an der Parochialkirche zu Menin. 
Dokumente vom Oktob. 1569 bis 
Okt. 1570. In der Zeit von Okt. 
1576 bis Okt. 1577 starb er an 
der Pest. 

Le Cocq, Jean, Spieler der 
Taille, d. i. die Tenor-Viola, oder 
Viola a/d. Hofkapelle in Brüssel 
um 1729 (Straeten 5, 153). 

Le Cocq, Johann oder Jean, 
Köchel 1, Nr. 120 verz. ihn unter 
Johann de Cocq als Ksl. Sänger 
(Bassist) a/d. Hofkapelle in Wien 
vom 1. Dez. 1564 bis 1593 mit 
12 Gld. monatl. Gehalt. S. 122 
unter Johannes de Kochk befindet 
er sich mit Kaiser Maximilian in 
Augsburg. 

Bei einer solchen Auswahl von Jean 
le Cocq's ist es unmöglich zu bestimmen, 
welchem die in alten Sammelwerken 
vorkommenden Kompositionen angehören. 
Möglich, dass sie sämtlich von Johannes 
Gallus sind, doch dazu gehörte eine ganz 
sorg-fällige Prüfung der 31 bis jetzt be- 
kannten Gesänge, die ich in der Biblio- 



graphie unter Cocq, S. 481 getrennt verz. 
habe. Im Ms. W87 Nr. 1007. 1008 und 
1013 der B. B. drei Chansons zu 4 u. 5 
Stim. in moderner Part. 

Le Cocq, Nicolas, Contrabassist 
(double basse) an der Kgl. Kapelle 
in Brüssel um 1742 bis nach 1745 
(Straeten 5, 181). 

Le Coick (Le Cocq), Jean, s. 
Oallus, Joan. 

Le Conite, . . . 

Die Hofb. in Darmst. besitzt von ihm: 
Le jaloux gueri de l'Amour. Cantate ä 
voix seule avec simphonie. Part. Paris. 
18. Jh. 

Le Conite, Antoine, Kapell- 
meister an der Kirche St. -Marie 
und St. Martin zu Marie im 17. Jh. 
Er gab heraus: 

Missa 5 vocibus ad imitationem moduli: 
vinun ineffabilem. Paris 1685 Ballard. 
fol. Chorb. [Paris Genev.] Fetis unter 
Comte. 



Lecomte, J.-L.-M., geb. 



um 



1774 zu Romorantin (Loir-et-Cher), 
lebte noch 1862 als Fetis seine 
Biographie schrieb. Ein Finanz- 
mann, Mitglied und Korrespondent 
gelehrter Gesellschaften, schrieb 
mehrere historische Abhandlungen, 
die Fetis verz. (Eine Biogr. von 
Villoteau in der Revue et Ga- 
zette mus. de Paris 1839 Nr. 26, 
27. Juni). 

Seine Schriften handelu über die Musik 
der Celten und Griechen mit Vergleichen 
des gregorianischen Gesanges. Die Musik 
in Syrien, in Arabien. Eine Biogr. über 
Glarean. Aesthetische und akustische 
Themen. Ein Nekrolog auf Villoteau. 
Ueber Scheibler's Versuche Klaviere zu 
stimmen. Die meisten Artikel befinden 
sich in obiger Revue et Gazette 1839 u. 
die letzte aufser einem Separatabzuge in 
den Memoires de la societe imperiale des 
Sciences de Lille. Der Discours vom 14. 
Dez. 1835 auf die Frage: Etablir la diffe- 
rence de la mus. des Celtes et de celle 
des Grecs, s. 1. (Paris 1835. 8») befindet 
sich in Briissel Nr. 3475 und unter 7160: 
Memoire explicatif de Tiaveution de 
Scheibler . . . Lille 1856 L. Danel. 8». 
798. mit Abbildg. — Die Musikfr. in 
Wien besitzen unter M. Lecomte : Compte 



Le Conte, Joannes. 



104 



Lederer, Ignaz Ferd. 



rendu de Touvrage: Principes de Melodie 
et d'harmonie deduits de la theorie des 
vibrations. Paris. Wahrscbeinlicti von 
obigem. Fetis scb reibt es ihm auch zu. 

Le Coiit, Joannes, Flamingus, 
trat am 24. Dez. 1528 ins päpstl. 
Süngerkollegium und verblieb bis 
1548. (Yiertelj. 3, 262.) Im Febr. 
1541 erhielt er ein Benefiz an 
der Kirche von Bassevelde in 
Flandern , genannt die Büfser- 
kapelle. (Straeten 3, 220. 6, 410. 
6, 376. 408 u. Seite 414 verzeich- 
net er einen Bartholomee^ den er 
aber mit Joannes verwechselt. 

Le Conte le p(^re, nm 1709 
Flötist a/d. Hofkapelle in Dresden 
mit 250 Thlr. Gehalt (Fürstenau 
2b, 50). 

Le Corbisier, Jean, um 1657 
Kapellmeister an der Kirche Sablon 
zu Brüssel (Straeten 2, 73). Zeigte 
sich aber so unfähig, dass ihn die 
Musiker verklagten und er eine 
Probe bestehen musste, die aber 
völlig misslang. (Dokument p. 75). 
Er war ein Günstling und Schüler 
Balthasar Kichard's. auf dessen 
Empfehlung er den Posten erhielt. 
1673 ist er in der Kgl. Kapelle 
in Brüssel als „maistre de latin'' 
verzeichnet (ib. 5, 146). Yon 1678 
bis c. 1687 war er Sangmeister 
an der Kathedrale in Antwerpen 
(ib. 3, 5). 

Lecourt, Pierre, geb. zu Ver- 
sailles gegen 1755, war Organist 
an der Kirche St.-Germain-en-Laye 
ebd. Er gab heraus: 

Conceilo pour le clavecin av. acc. de 
2 V. A. B. Hautb. et 2 Core ad lib. 
(Felis). 

Le Couteux, . . . Fagottist in 
England, lässt sich in einem Kon- 
zert in Frankfurt a/M. am 15/12 
1774 auf dem Serpent hören (Is- 
rael 58). 

Lecouteux, Herbert, in der 
Mitte ' des 1 6. Jhs. Kapellmeister 



a/d. Metropole zu Ronen, ist in 
der Kationalbibl. zu Paris mit 
einem 4stim. Gesänge vertreten, 
der zwar nur den Namen Hei'bert 
trägt, von Michel Brenet aber 
obigem Komponisten zugeschrieben 
wird (M. f. M. 22, 180). 

Lectiones Jeremiae Prophetae, 

quae regio in sacello cantautur. Ms. fol., 
geschrieben für Louis XY., 1765. Ge- 
hörte einst Horace Walpole. [R. C. of 
Mus. 

Le Cunelier, Jean, ein Trou- 
badour u. Komponist des 12. oder 
13. Jhs. (Coussemaker 5, 191 bis 
204). Siehe auch Le Cuveliers. 

Le Cuveliers, Jean, Trouba- 
dour, geb. um 1230 zu Arras. 

Die Nationalbibl. zu Paris besitzt von 
ihm 2 Lieder mit Melodie. 4 andere 
sollen nach Fetis in der Bibl. des Vati- 
can's sich befinden. Es ist fraglich, ob 
dies nicht der von Coussemaker ange- 
führte Jean le Cunelier ist (s. d.). 

L'Ecuyer, ein Harfenist um 
1782 zu Paris (Magazin 1782). 
Fetis verz. einen Lecuyer, der dem 
Opernorchester zu Paris bis 1776 
angehörte und eine Brochure her- 
ausgab : 

Principes de l'art du chant, suivant 
les regies de la langue et de la prosodie 
francoise. Paris 1769 chez Tauteur. 8". 
2Q S. [Bnissel 6091. 

Leder, Matthias, Organist am 
St. Peter in Danzig vor 1620 
(Yiertelj. 7, 401). 

Lederer, Hans Georg, von 

1669 — 72 Instrumentist u. Trom- 
peter an der Hofkapelle in Mün- 
chen mit 350 Gld. Gehalt (Kreis- 
archiv). 

Lederer (Leederer, Loder, Leder), 
Ignaz Ferdinand, diente von 
Jugend an als Hofmusiker in 
München (seit etwa 1666). Sein 
Gehalt betrug 1699 : 200 Gld. 1726 
240 Gld. Während der öster- 
reichischen Besetzung (1702 bis 
1713) wird er bei der Speciali- 



Lederer, Johann. 



105 



Le Dran. 



sieruns: der Kapellmitglieder als „ein 
alter Tropf" bezeichnet und erhält 
nur 100 Gld. Gehalt (Kreisarchiv 
in München). 

Lederer, Johauu, wird am 1/7 
1608 als Instrumentist an der Hof- 
kapelle in München mit 52 Gld. 
angenommen. Erhält 1635: 350 
Gld.; am 7/4 1671 ist er als Trau- 
zeuge verz. (Kreisarch. und Trau- 
register der Frauenkirche in Mün- 
chen). 

Lederer, P. Joseph, geb. 1733 
zu Ziemetshausen in Baiern, gest. 
im Okt. 1796 zu Ulm. Ein regu- 
lierter Chorherr des Augustiner- 
ordens im Stifte des Michaelis- 
klosters in den Wengen zu Ulm 
und Professor der Theologie. Ger- 
ber 2 teilt 8 Werke mit, teils lite- 
rarische, teils Kompositionen. Nach- 
weisen lassen sich nur: 

1. Neue und erleichterte Art zu sol- 
misiren. 2. Aufl. Ulm 1796 Wohlers. 
4^ [B. B. Einsiedeln. B. Lpz. Stadtb. 
Ueberlingen aSee (Baden). 

Die 1. Aufl. erschien nach Gerber 1756. 

2. V Vespern, samt fünf andern Psal- 
men, einem besonderen Magnificat und 
einem Stabat Mater kurz, leicht sänge- 
risch bestehend in Discant, A. T. B. 2 V. 
2 Waldhörner. Orgel und Yiolone. Ulm 
1780 beim Author. fol. 10 Stb. [Ein- 
siedeln, br. Mus. in 2 Aufl. yon 1780 
u. 1789. 

3. 6 Messen für Disc. Alt (T. u. B. ad 
lib.) 2 V. Orgel u. Vcl., die 2te mit 2 
Waldh. Verm. Aufl. Augsbg. 1781 Lotter. 
Stb. [Einsiedeln. 

4. Apparatus musicus oder musica- 
lischer V^orrath, enthaltend 18 Versetten, 
17 Praeambeln, Menuet, Trio und 3 So- 
naten, eine Art von Eondo mit Varia- 
tionen, eine Cantate in P. von Canto-Solo, 
Violin-Solo, Orgel-Solo u. Vcllo., Ueber- 
gänge durch alle Töne auf dem Ciavier, 
kurze Regeln die Partitur recht zu schlagen. 
Zum Besten der Anfänger auf dem Cla- 
viere . . . Augsburg 1781 Lotter. fol. 
Vorwort ist gez. mit „Schriebs Weugen 
in Ulm am 31. Mai 1781." 40 S. Musik. 
Die Kantate ist gar nicht übel. [B. B. 
B. Hbg. B. Wagener. Einsiedeln. Hofb. 
Wien. 



5. Die Bibl. im Stift Einsiedeln besitzt 
noch im Lotter'schen Druck 1. Laus Dei 
1761. Stabat mater 1752 in Stb. — 
Praeambelen. Menuet, Trio etc. — Can- 
tate in P. von 1781. 

Ledesma, 3Iariaiio Rodriguez 

de, geb. 14. Dez. 1779 zu Sara- 
gossa, gest. zu Madrid um 1847. 
1787 Knabensänger an der Kathe- 
drale zu Saragossa, 1798 Mansion- 
naire an derselben Kirche, 1804 
1. Tenor am Theater in Madrid 
und 1806 an der Kgl. Kapelle, 
floh, als die Franzosen in Madrid 
einrückten, ging 1810 nach Lon- 
don, kehrte 1815 nach Madrid 
zurück, nahm wieder seine frühere 
Stellung ein, wurde zum Unter- 
kapellmeister und 1836 zum Ka- 
pellmeister ernannt. 

Er schrieb für die Kirche, Solfeggien 
und kleinere Gesangpiecen. Eslava ver- 
öffentlichte im 2. Bd. der Lira sacra his- 
pana ein Stabat mater zu 3 Singst, u. 4 
Streichinstr. und in seinem Museo organico 
sollen sich einige Orgelpiecen befinden, 
sagt Fetis, doch ist dies ein Irrtum, die 
Orgelpiecen sind von Nicolas Ledesma 
(s. d.). 

6 spanische Lieder mit untergelegtem 
deutsch. Text für die Guit. arrang. von 
Ä. Matthaei. Lpz. & Berlin, Comptoir. 
fol. [B. B. Musikfr. Wien. 

A collection of 50 exercises, or studies 
of vocalization. London, fol. [Glasgow. 

3 italian arietts. London, fol. — a. 
Aufl. 1830 [beide im br. Mus.]. Ebendort 
noch 10 Londoner Einzeldrucke, Gesänge 
f. 1, 2 u. 3 Stirn. 

Pensiero (in questa toniba oscura). 
[Musikfr. Wien. 

Eine Biogr. in der Lpz. Ztg. 16, 620 
nebst Abdnick eines Liedes. 

Ledesma, NieoLis, Org. a/d. Ka- 
pelle Santiago zu Biibano in Spanien. 

Im Eslava, Museo organico, 3 Orgelst. 
Exemplare in B. München, Brüssel etc. 

Le Dran, Mr., ein Pariser Mu- 
siker, der um 1765 ein theoretisches 
Werk herausgab, welches eine an- 
dere Bezeichnung der Akkorde in 
der Generalbasslehre bezweckte. 
Gerber 1 bez. ihn nach La Borde 
als einen unwissenden Menschen. 



Le Duc. 



106 



Leeder. 



Le Duc, Madame, eine Kom- 
ponistin von Klavierpiecen, soll in 
einer zu Paris erschienenen Samlg. 
vertreten sein (Gramer 1, 315). 

Le Duc, siehe Duc, Philippe de. 

Le Duc, Pierre, Bruder des 
Simon, geb. um 1755 zu Paris, 
bildete sich zum Violinisten aus, 
trat im Concert spirituel auf, ver- 
nachlässigte aber dann die prak- 
tische Ausübung der Musik, als 
er das Musikgeschäft von La Che- 
vardiere kaufte und einen schwung- 
haften Handel betrieb. La Chevar- 
diere zeichnet bis etwa 1782, doch 
fand ich Le Duc schon 1781 auf 
Drucken. Das Geschäft war in 
der Rue Traversiere de St. Honoro 
und besteht noch heute unter Al- 
phonse Leduc. Pierre gab ein 

Journal d'aires choisis avec acc. de 
harpe. Par les meilleiirs maitres iu fol. 
heraus, welches Gesänge von D'Alayrac, 
Albanese, Anfossi, Chauipein, Desaugiers, 
Daroudeau, Fargere, Le Clair, Gretry, 
Hioner, Langle, Martini, Mereaux, Meyer, 
Naumann, Paesiello und Traversa enthält. 
Ein Exenipl. besals der Antiquar Eosen- 
thal. — Im C. P. unter Leduc (zweifel- 
haft welcher) befindet sich ein ,,Essai sur 
la melioration de la guitarre ou Lyre 
guitarre ä clavier". 

Le Duc, Simon, l'aine, geb. 
um 1748 zu Paris, gest. um 1777 
ebd. (nach Fetis erst 1787, doch 
siehe die Notiz aus Forkel in M. 
f. M. 12, 187. Auch das Magazin 
giebt die Gewissheit, dass 1787 
falsch ist, denn es zeigt Ende 1781 
ein „Oeuvre posthume" an, eine 
Sonate f. V. mit Bc, die seine 
Brüder in Paris herausgaben. 1782 
nochmalige Anzeige). Violinschüler 
Gavinies'. In den letzten Jahren 
seines Lebens war er Direktor des 
Concert spirituel. Von seinen Kom- 
positionen sind nachweisbar (Fetis 
zeigt 8 Drucke an): 

Trois Sinfonies ä 2 V. Taille et B. Fl. 
ou Hautb. & Cors de chasse . . . Oeuv. 1 . 



Amsterd., J. Schmitt. Stb. in fol. 1 Sinf. 
von Gossec. [br. Mus. 

Symphonie a huit parties. Paris, Le 
Duc Le jeune. Stb. (mit 2 anderen Symph. 
von Gossec u. Stamitz). [Berlin K. H. 

Six Senates pour le V., av. acc. d'un 
Alte, d'une Basse ou d'un Clavecin. Oeuv. 1. 
Paris, chez Fauteur (c. 1770). 1 vol. in 
fol. [Brüssel Cons. Paris Nat. C. P. 

Second Hvre de Sonates pour le V. 
Oeuv. 4. Paris, chez l'auteur. 1 vol. 
fol. 24 Seit. [ib. und br. Mus. 

Premier Concerto (Deuxieme,Troisieme) 
pour le V. et orchestre. Paris, La Che- 
vardiere. [Pai'is Nat. Musikfr. Wien nur 
1 Concert in Stb. 

6 Duos pour 2 V. [Paris Nat. 

Sonate pour le V., ouvre posthume. 
Paris (1771? siehe oben). [Paris Nat. 

Fetis zeigt noch Symphonien, oe. 3 
u. 7 an. 

5 Divertimento a 4. Ms. Stb. [Ber- 
lin K. H. 

Ledwich, Edward, ein irlän- 
discher Geistlicher, geb. 1738 zu 
Dublin, gest. 8. Aug. 1823 eben- 
dort (Stephen); gab heraus: 

Antiquities of L-eland, Dublin 1790, 4«. 
502 S. In der 10. Sektion behandelt er 
die Geschichte der Musik iu Irland seit 
den Zeiten der Barden (Gerber 2 aus- 
führlicher), [br. Mus. Oxford Bodl. Eine 
2. Ausg. von 1804 im br. Mus. 

Lee (Laye), Grcorge, 1710 
Gentleman an der Kgl. Kirchen- 
kapelle in London (Viertel]. 8, 520). 

Lee, Thomas, Musiker an der 
Hofkapelle in London 1547—1553 
verz. (Nagel 1, 22). 

Lee, William, englischer Mu- 
siker, um 1718 — 1754 Organist 
zu Southwell am Münster, f 1754 
daselbst. Schrieb Kirchengesänge 
(Stephens). — Gerber 2 erwähnt 
einen Lee, der zu seiner Zeit in 
England lebte und 1795 „Progres- 
sive Lessons for the Pfte.'' in 
London bei Rolfe herausgab. 

Leeder, Johann Wilhelm, 

Schüler von Hupfeld, war Konzert- 
meister in Hildesheim und starb 
1784 oder 85 (Forkel 4, 103. Ger- 
ber 1). Er ist bekannt durch 



Leemans. 



107 



Lefebure, Antoine. 



6 Senates pour le Clav, et V. Anist., 
Schwaebe. 18. Jh. [Brüssel Cons. Dresd. 
Mus: Amst., chez Hummel. 

In Schwerin F. wahrsch. im Ms. eine 
Sinfonia a 8 ström. 2 V. 2 Fl. 2 Cor. Va. 
e B. del Sign. Leeder. Gd. Der gedr. Kat. 
giebt keine Nachricht ob P. oder Stb. 

Leemans, Adrieii, Organist an 
St. Donatien zu Brügge schon vor 
1738 und um 1749 erwähnt (Strae- 

ten la, 41. 4, 320). 

In der Nationalbibl. zu Paris besitzt 
man von einem Leemans ohne Vornamen 
eine Anzahl Instnunentalwerke, die man 
gegen 1767 ansetzt. Es sind dies: 

op. Ja. 6 Sinfonie a 2 Vni. alto e 
basso, oboe o dar. e corni. Paris (vers 
1767). 

op. UI, 6 quatuors pour fl. ou hautbois, 
V. Vcelle. et basson, idem. 

op. IV, 3 Symphonies a grand Orchester, 
idem. 

Gerber 1 scheint unter H. Leehmanns 
denselben zu meinen, von dem er 1777 
die letzten obigen 3 Symphonies op. 4 
anzeigt. 

Leendorf, . . . 

bekannt durch 2 Fugen im Ms. 125 
p. 50 der Kgl. Bibl. Berlin's. Das C. P. 
besitzt ein Salve regina en contrap. ä 4 
mit Leendorff gez. 

Leene, FranQois van den, Or- 
ganist an St. Donatien zu Brügge, 
gewählt am 28/9 1573 (Straeten 
la, 38). 



Leenhouwer, Abraham, 



aus 



Leyden, von 1794— 98 t Organist 
an der Marienkirche zu Leyden 
(Bouwst. 2, 169). Ist am 22/2 
1782 an der Universität zu Ley- 
den als Musikus eingeschrieben 
(ib. 3, 10). 

Leeu, Jacob de, Sangraeister 
um 1564 an der Peterskirche zu 
Leyden (Bouwst. 2, 209). 

Leeu, Jan Jacobsz de, Teno- 
rist an der Peterskirche in Leyden 
um 1560. 

Leeiiw, Cornelis de, ein Musik- 
verleger und Musiker zu Amster- 
dam in der Mitte des 17. Jhs., der 
Camphuysen's und Dathenus Ge- 
sang- und Psalmenbücher mehr- 



fach herausgab und die Musik 
dazu redigierte. 
Leeuwen, Pieter van, aus 

Leyden, ist am 3. Juni 1773 an 
der Universität zu Leyden als 
Musicus eingeschrieben (Bouwst. 

3, 10). 

Leere, Henry, um 1575—87 
Organist au der Westminsterabtei 
in London (Pohl 2, 336). 

Leewes, Rev. William (die 
Lexika schreiben Leeves^ in alten 
Drucken stets Leewes)^ geb. 11. 
Juni 1748; gest. 25. Mai 1828 zu 
Wrington, wurde 1779 Rektor zu 
Wrington (Somerset). (Brown. 
Grove.) Von seinen Kompositionen 

sind bekannt: 

Six sacred Airs Intended as a domestic 
Sunday Evening recreation acc. by a Pfte. 
or Harp, two to them by a Vol. obl. or 
Violin. together with the wellknow BaUad 
„Auld Robin Gray". London 1812 T. Bir- 
chall. fol. 2 Bll 23 S. [B. Wagener. 
br. Mus. 

Im br. Mus. befinden sich noch 5 Bai- 
laden in Einzeldrucken. Obige Ballade 
„Auld Robin Gray" in zahlreichen Aufl. 
und im Autograph Ms. Add. 29387. 

Lefe, ... ein französischer Kom- 
ponist aus der 1. Hälfte des 16. Jhs., 
i ist im Samlwk. 1545«' mit 2 vierst. 

Chansons vertreten (Eitner 1). 
i Lefebure (Lefebvre), Antoine, 
genannt Lefebure -Wely, geb. am 
Ende 1762 zu Paris, gest. 1831 
ebd. Schon 1788 ist er als Kla- 
vierlehrer bekannt, erhält 1802 den 
Organistenposten an St. Jacques- 
du-Haut-Pas und 1805 an St. Roch. 
Den Beinamen W61y legte er sich 
erst später zu. Fetis verz. Klavier- 
piecen, Airs, ein Magnificat, Messen, 
De Teum und Orgelpiecen. Nach- 
weisbar sind nur 

4 Cantatille für 1 Stim. mit „Sy»n- 
phonien". Paris, im Einzeldruck, [br. 

Mus. 

Unter Le Febure: Le Bouquet de 
l'amour. Cantatille av. Symphonie. Paris. 
Part, [Darmst. 



Lefebure, Bonaventure. 



108 



Le Febure, Jean. 



Lefebure, BoiiaTenture, Altist 
an der Hofkapelle in Wien mit 
10 Gld. raonatl. vom 1. Dez. 1564 
bis Ende 1576; wird entlassen, 
tritt aber den 1. Jan. 1586 wieder 
ein mit 15 Gld. monatl. Gehalt 
und ist bis 1612 in den Rech- 
nungen verzeichnet (Köchel 1). 

Lefebure, Charles, bekannt 
durch 

Pseaume XXIII. für Chor, Solo und 
Pfte. Zeit nicht bekannt. [Musikfr.Wieu. 

Le Febyre, Denis (F6tis unter 
Eevre), war Kapellmeister zu Roye 
in der Picardie im 17. Jh. und 
ist bekannt durch: 

Airs a boire a 4 parties . . . Paris 
1660 Ballard. [Paris Xat: Taille.] In 
B. M. im Ms. unter Le Febure: Aiietten. 

Lefebure, FraiK^ois L, Sänger 
am Hofe des Herzogs Jean von 
Orleans 1455—1482 (Thoinan 67). 

Le Febyre, FraiiQois IL, gab 

heraus : 

Le Dieu gard de la ville de Paris . . . 
mis en musique. Paris 1558 P. Attaing- 
nant. 8*^'. [br. Mus. 

Lefebure, Fraiicois Antoiiie. 

In der öffentl. Bibl. zu Dresden 
der Druck: 

Musica Carmen. Paris 1704. S^. Fetis 
zeigt unter Francois Ant. Leßvre obigen 
Druck an, schreibt aber: Paris 1684. 12". 
23 S. lieber den Verfasser sagt er: er 
war ein Jesuit, gest. um 1737. Im Jour- 
nal des savants von 1684 p. 1065 — 69 
befindet sich eine Analyse des Gedichtes. 
Abbe d'Olivet nahm es 1749 in seine 
Poemata didascalica auf, von der 1813 
eine neue Aufl. erschien. Auch in der 
Scelta di poemi latini della Compagnia di 
Giesü, Venet. 1749 befindet sich das Ge- 
dicht. Eine französische L^ebersetzung 
besorgte Grainville und vei'öffeutlichte sie 
in Triarte's Gedichte (Paris an VIII. 12») 
etc. etc. Den letzteren Druck besitzt die 
ß. B., dort liest man auch Lefebvre. 

Lefebvre, Fraii(,*ois - Charle- 
mange, geb. 10. April 1775 zu 
Paris, gest. 23. Mai 1839 ebd. 
Studierte Musik in der Kgl. Musik- 
schule unter Gossec, schrieb 2 Ope- 
retten und Balletmusik, trat 1794 



ins Opernorchester als Violaspieler. 
1814 folgte er seinem Vater als 
Bibliothekar am Opemarchiv und 
zog sich 1829 zurück. Schon 1816 
erhielt er den Titel eines Kompo- 
nisten für die Kgl. Garde, für die 
er eine Folge von Harmoniemusik 
schrieb (Fetis). Von seinen Ballets 
haben sich erhalten: 

Hero et Leandre, Ballet-pantomime en 
1 acte Crepr. 31/12 1799, 48 Mal wieder- 
holt). Ms. P. [Paris l'opera. 

Pygmalion, Ballet-pantomime en 2 act. 
(repres. 20. Aug. 1800). Ms. P., 2. part. 
Fragm. [Paris l'opera. 

Le noces de Gamache, Ballet-pantom.- 
folie en 2 act. (repr. 18. Jan. 1801, 221 
Mal wiederholt). Ms. P. [Paris l'opera. 

Lucas et Laurette, Ballet en 1 act. 
(13. Juni 1803). Ms. P. [ib. 

Venus et Adonis, Ballet en 1 act. 
(1/9 1808 zu Versailles, am 4/10 zu Paris, 
90 Mal wiederholt). Ms. P. [ib. 

Vertumue et Pomone, Ballet -pantom. 
en 1 act. (4/1 1810. 24;1 1810). Ms. 
P. [ib. 

Von einem Lefebure in Maupelit's 
Menuets 1 Nr. 

Le Febyre, Jacques, siehe Ja- 
kob Faber, 15. Jh., im Nachtrage 
zum 5. Bande. 

Lefebvre, Jakob, 17. Jh., siehe 
Lefevre, Jacques. 

Le Febure, Jean, zwischen 
1600 — 1607 Domkapellraeister in 
Mainz. Schubiger 2, 41 sagt: 
Kapellmeister des Kardinals An- 
dreas von Oesterreich, der als 
Bischof zu Constanz residierte und 
eine eigene Kapelle hielt, die ihn 
auf seinen Reisen nach Tirol und 
dem Elsass stets begleitete, da er 
dort öfter amtlich zu thun hatte. 
Von seinen Werken sind bekannt: 

Devoli ac sacri per totum annum 
Hymni in celeberr. Rmi atque illiui Cardi- 
naJis ab Austria Sacello . . . item 4 Anti- 
phonae 5 voe. Constaut. 1596 ex typogr. 
Leonh. Straub, gr. fol. 102 BU. [ß. M. 
Hofb. AVien. Einsiedeln. 

11 1. libro de Madrigaü a 5 voci di 
Joan Le Febvre Maestro di Capeila del' 
Seren. Andrea Cardinale d'Austiia. Con- 



Lefebure, Louis-Fraac-Henri. 



109 



Le Fe vre, Jakob. 



stans 1600 L. Straub. 5 Stb. qu8". 
22 Gesge. Dedic. in Costanza 1/9 1600 
gez. [B. Hbg. 

Fasciculus sacrarum cantionum pro 
praecipuis totius auui festivitatibus, 6. 7. 
8 et 12 voc. Francof. 1607 Richter. 
8 Stb. 4". [B. B. fehlt seit Jahren. B. K. 

In Ms. B. L. 1 Te Deum 4 voc. 

Ms. B. Br. 4 Motetten, bez. mit „Ar- 
cMepiscopi Moguntini chori niusici prae- 
fectus". 

3 Motetten in alten Saralwk. (Eitner 1). 

Lefebure , Louis - Francois- 
Heiiri, geb. 18. Febr. 1754 zu 
Paris, st. im Nov. 1840 ebd. Ein 
Administrator, Botaniker u. Schrift- 
steller, befand sich während der 
Revolution im grofsen Eat als Mit- 
glied, wurde später Unterpraefekt 
zu Yerdun und kehrte 1814 nach 
Paris zurück, der Kunst und 
Wissenschaft lebend. Von seinen 
Schriften gehören hierher: 

Nouveau solfege, par L. Lefebure. Ve- 
nise et Paris 1780 Cailleau. 8^". [Brüssel. 
B. B. 

Die übrigen Werke, die Fetis anführt, 
sind nicht nachweisbar. Es sind dies 
1. Bevues, erreurs et meprises de diffe- 
rents auteurs celebres en matiere musicale. 
Paris 1789 Knapen. 12". 2. komponierte 
er Soenen, Kantaten und die Oratorien 
„Abel et Cain" und „Oambyse'-. 

Lefebure, Nicolas, Discantist 
an der Hofkapelle in Wien, vom 
1. Dez. 1564 bis f April 1575 mit 
12 Gld. monatl. Gehalt (Köchel 1. 
Seite 122 nennt er ihn Xiclass de 
Febure, der 1566 — 67 mit Kaiser 
Maximilian auf dem Reichstage zu 
Augsburg war). 

Im Samlwk. von 1585 a ein deutsches 
4stim. Lied. Dasselbe in Part. Ms. T 51 
B. B., fehlt aber die Tenorstim. 

Le Fegueux, ... 6 Airs im 
Samlwk. Airs 1617. 
Lef^r, ... 

bekannt durch eine ,,Fuge fürs Ciavier", 
im Ms. P 295 der B. B. 

Lef^vre (Le Febure), Andre, 
geb. zu Peronne, gest. um 1786 
zu Paris; war Organist an St.-Louis 
en L'isle zu Paris. Er schrieb 



zahlreiche Cantatilles, von denen 
Fetis fünf textlich anführt. 

Die Bibl. des Conservatoire zu Paris 
besitzt 5 Bde. im Ms. Fetis sagt, drei 
Cant. davon sind gedruckt: Quam bonus, 
CoDserva me und Coronate. In den Jahren 
1756 u. f. wurden viele im Concert spiri- 
tuel aufgeführt. Obige Bibl. besitzt noch 
„Recueii d'airs de V. avec B. ou Pfte.'' 
Fraglich ist es, ob dieselbe von obigem 
herrührt. Ohne Vornamen, unter Le Fe- 
bure, doch mit obigem Organistenamte 
bez., befinden sich in Brüssel im Cons. 
folgende Cantatille, alle in Paris beim 
Autor ohne Jahr erschienen: 1. Le bou- 
quet de l'amour, av. Symphonie. 2. La 
Saison des plaisirs. 3. Les regrets. 
4. Les bergeries de Tempe. 5. Les voeux 
inutiles. 6. La retraite de Boree. 7. La 
rose. 8. Delphire. 9. Sapho. Alle für 

1 Stim. mit Symphonie. Ferner ebd. 
Nr. 244: Recueii d'ariettes, airs tendres, 
duo ... av. acc. compose par Mr. Le Fe- 
bvre, organiste (wie oben). Paris, Le Clerc. 

2 parties in 1 vol. iu f|u4". Privileg von 
1757. 

Lef^yre, Francois-Autoine, siehe 
Lefebure. 

Lefe\Te, Jacques (Fetis unter 
Febure), Kammermusiker in der 
Hofkapelle Louis XIII. von Frank- 
reich und Henri IV. (17. Jh.) Er 

gab heraus: 

Meslange de musique ii 4 pai-ties. Paris 
1613. [Paris Nat. inkompl.j Er ist jeden- 
falls derselbe, der in Phalese's 7. livre 
von 1636 Jacob le Fevre genannt wird, 
ein Niederländer war und im Register 
mit Jacob S?nidts bez. ist, so dass obiger 
Name nur eine französische Uebersetzung 
sein könnte. Dort das 4 stim. Lied: 
Yrouken lief, solferstecken (Eitner 1). 
Pevernage bringt in seinem Samlwk. 
Landes Vespertinae 1604 miter Jac. Le 
Feure einen Gesang. 

Le Fevre, Jakob (nicht Le- 
febvre), ein Violinist, geb. um 1728 
zu Prenzlau in der U./M., gest. 
um 1777 zu Berlin. Schüler vom 
Konzertmeister Graun und Em. 
Bach zu Berlin, trat um 1750 als 
Violinist in die Kapelle des Mark- 
grafen (Prinzen) Heinrich von 
Preufsen, gab Musikunterricht und 
wurde später Musikdirektor am 



Lefevre, Jean-Xa\-ier. 



110 



Lefevre, Theodore. 



französischen Theater, starb aber 
in demselben Jahre. Fetis spricht 
von Violinkonzerten, Duos, Trios, 
Oden, Psalmen und Liedern, teils 
im Druck, teils im Ms. (Marpurg 
1, 86. Ledebur unter Fevre. In 
der Vossischen Ztg. zu Berlin 1774 
wird er unter Le Febvre angeführt, 
als er Pergolesi's Stabat mater auf- 
führte. Haff n er in der Collection 
recreative (siehe 7) nennt ihn 
Jacques le Fevre, Kammermusikus 
des Markgrafen Heinrich in Berlin 
nnd teilt eine Klaviersonate mit. 

Lefevre, Jean-Xayier, geb. 
6. März 1763 zu Lausanne, gest. 
9. Nov. 1829 zu Paris. Er kam 
jung nach Paris und bildete sich 
unter Michel Yost zum Klari- 
nettisten aus, trat als Musiker in 
die französische Garde, liefs sich 
1787 im Concert spirituel hören, 
kam 1791 ins Opernorchester und 
zog sich am 1. Jan. 1817 zurück. 
Bei Bildung des Conservatoriums 
für Musik wurde er zum Lehrer 
gewählt und erst 1825 gab er das 
Lehramt auf (Fetis ausführlich). 
Nach Pohl 2, .37.3 trat er 1790 in 
London als Klarinettist auf. Er 
schrieb viele Kompositionen für 
sein Instrument. Nachweisbar sind : 

Concert pour la Clariüette av. orch. 
liv. 1. Berlin, Hummel. 10 Stb. in fol. 
Er nennt sich hier 1. Clarinettist des 
concert spirituel ä Paris. [B. B. 

6. Concert p. la Clar. av. orch. [Musikfr. 
Wien. 

3 Trios p. 2 Clar. et Bass und 1 Trio 
ä 2 Clar. et Fagott, [ib. 

Nur mit Le Fevre gez: Recueil de 
Marches et Pas redoubles comp, pour 
l'harmonie ä plusieurs parties. Paris. 
Stb. [Darmst. 

Methode de Clar. par . . . Membre du 
Conservatoire de mus. et premiere Clari- 
nette de Topera. ^ Adoptee par le Conserv. 
pour servir ä l'Etude dans cet Etablisse- 
ment. Gravee par Mme. Le Roy. Paris . . 
An XI. (1802/03). [Dresd. Mus. 

— Metodo per Clar. di . . Parigi an. 
XI. 2 voll, im Ms. [Bologna. 



Leferre, Joseph, bekannt durch : 

A concise method to attain the art of 
plaving on the Cistre. London c. 1790. 
fol." [br. Mus. 

Le Fevre, Pierre, Sänger am 
Hofe Philipp des Schönen, als er 
1501 zu Middelburg in Zeeland 
residierte. Bis 1505 verz. (Strae- 
ten VII, 108). 

Le Fevre, Simon, um 1656 

Musikus der Stadt Amsterdam, 
komponierte die Zederymen von 
Anth. Janssens, die 1656 in Amst. 
erschienen (nach Schoters Avondst. 
p. 1 10). Obiges Werk trägt den 
Titel: 

A. J. Zederymen, bestaande in Zangen 
en Gedigten. Ver(;'iert met nieuwe Muzijk 
door . . . 't Amst. 16.56 Rieuwertz. kl. 8**. 
[br. Mus. Amst. Scheurleer. 

Des konings en prophete Davids boek 
der harpzangen; in neerduitsch uitgebreidt 
door Dr. Joh. Vlakveld. Van nieuws op 
musijk gebracht met 1. en 2. stemmen: 
Cantus, of Tenor, en Bassus; nevens een 
Bc. : door Mr. Simon Le Fevre. Haarlem 
1683 gedr. voor den author, by Margarita 
van Banken. 8^. Fetis besafs den Druck 
und schrieb im Kat. dazu: Die Musik ist 
im Stile Lully's. [Brüssel. Amst. 

— a. Ausg. Amst. 1706 "W. van Kessel. 
8». [Amst. 

Lefevre, Stephen, 1700 Oboist 
an der Kapeile des Kronprinzen 
zu London (royal highness). 1708 
betrug sein Gehalt 50 '£ (Nagel 1, 
66. 68). 

Lefevre, Theodore, Sohn eines 
Balletmeisters an der Comedie- 
italienne zu Paris und Bruder der 
Mdme. Dugazon, geb. um 1759 zu 
Paris, starb nach 1820. Bildete 
sich zum Violinisten aus, kam ins 
Orchester der Comedie-italienne, 
1794 in das des Theaters in der 
rue Feydeau; 1801 wurde er Or- 
chesterchef an der Opera-comique 
und zog sich 1820 zurück. 

Fetis verz. von ihm 2 Opern, die aber 
keinen Erfolg hatten (L'Embarras du choix 
1788, und Caroline 1789) und 3 Sym- 
phonien. 



Leffloth. 



111 



Le Gallois, Jean. 



Von einem Lefevre befindet sich im 
Lautenbuche des C. P., Ms. von 1725 (Kat. 
Weckerlin p. 4S5 86) eine Xr. 

Leffloth, Johann Matthias, ein 

Organist zu Nürnberg, f 1788. 
Gerber 1. 2 führen mehrere "Werke 
an, bekannt sind: 

Concei-to (in D) per il Cembalo obl. c. 
Fl. trav. ö V. Noribg. 2 Stb. fol. |ß. M. 

Concerto (in F) per il Ceuib. concert. 
c. V. Noribg. 2 Stb. fol. [ß. M_. 

Divertimento musicale consistenteinuna 
partita da Cembalo. Norimberga. qufol. 
[B. B. Biiissel Cous. Darnist. im Ms. 

In Mss. in Darmst. Concei-to per il 
Cemb. concertando Yiolino. Stb. und So- 
nata a Cemb. oblig. Va. di Gamba. Stb. 

Le Flament. Eustaehe, Kna- 
bensänger an der Kathedrale zu 
Evreux in Frankreich, war 1577 
Pfarrer und Sänger an derselben 
Kirche, zugleich Mitglied des Mu- 
sikvereins und 1589 dessen Vor- 
sitzender (M. f. M. 22, 204. 206). 

Le Fontaine, Jehan de, Kle- 
riker und Sänger in der Kapelle 
Philipp IV. von Frankreich um 
1285 (Thoinan 47). 

Coussemaker 5, 195 u. Nr. 60 teilt eine 
3 st. Chanson aus dem Ms. zu Montpellier 
im Facsim. u. Part, von ihm mit, deren 
jede Stimme einen anderen Text hat; der 
Zusammenklang ist hart und ungefüge, 
denn die 3 Melodien gehören so wenig 
zusammen wie die 3 Texte. 

LeFort, Hercules, 1618 Sänger 
und Kapellan an der Kgl. Kapelle 
in Brüssel (Straeten 2, 10). 

Le France, le pere, um 1733 
Violinist a/d. Hofkapelle in Dres- 
den mit 200 Thh\ Gehalt (Fürste- 
nau 1, 133). 

Le France, le fils, um 1711 
Violoncellist an der Hofkapelle in 
Dresden mit 200 Thlr. Gehalt Im 
Jahre 1733 fehlt er in den Listen 
(Fürstenau 1, 114). 

Le Franch (Le franc), Petrus, 
von 1484 — 1493 päpstl. Sänger 
(Viertel]. 3, 243). 

Le Franeq, Bertrande, um 
1636 Bass- Sänger an der Hof- 



kapelle in Brüssel, erhält für seine 
11jährige Dienstzeit eine Prae- 
bende und wird noch 1641 ge- 
nannt (Straeten 5, 132). 

Le Froid de Mereaux, Jean- 
Nicolas (Fetis unter Mereaux), geb. 
um 1745 zu Paris, gest. ebd. um 
1797. Organist an der Kirche St- 
Jacques-du-Haut-Pas. Er schrieb 
Motetten, ein Oratorium Esther, 
1775 im Concert spirituel aufge- 
führt und 7 Opern, die Fetis an- 
führt. Nachweisen lassen sich: 

Messe ä 2 voix et petit orchestre. Ms. 
P. [C. P. 

Alexandre aux Indies. Opera en 3 act. 
(26/8 1783 an der groLseu Oper). P. Ms. 
3 voll. [Paris l'opera. Darmst. im Druck: 
Paris in P. u. Stb. 

Fabius, Trag. lyr. en 3 act. (9/8 1793). 
P. Ms. 3 voll. [Paris l'opera. 

Laurette, opera comique, en 1 act. 
1777, 23. Juli in der Comedie-ital. zu 
Paris aufgeführt. Ms. P. [C. P. 

Oedipe a Thebes, Tragedie lyrique en 
3 act. (30/12 1791). P. Ms. 3 voll. [ib. 

La ressoui'ce coraique ou la piece 
a 2 acteurs, comedie eu 1 act.. melee 
d'ariettes . . . repres. 22/8 1772. Ms. P. 
[C. P. 

Le retour de teudresse. Comedie en 
1 acte (1/10 1774). Paris, Bureau d'Abon- 
uem. P. kl. fol. lU S. [Hof b. Wien. 
C. P. 

Die übrigen siud nach Fetis und Cle- 
ment: Le Duel comique. 16/9 1776. 
Les Thermopyles und Scipion ä Carthage. 

Le Froid de Mereaux, Joseph- 
Nicolas (Fetis unter Mereaux), 
Sohn des Jean, geb. zu Paris um 
1767, Schüler seines Vaters, war 
als Musiklehrer an mehreren An- 
stalten beschäftigt und wurde Or- 
ganist a/d. protestantischen Kirche 
l'Oratoire, obgleich er selbst katho- 
lisch war. Fetis zeigt Klavier- 
piecen, Kantaten u. a. von ihm an. 

Le Grallois, Jean, Abbe, Grün- 
der des Journal des Savants, geb. 
11. Juni 1632 zu Paris, gest. 19. 
April 1707 ebd. Bibliothekar des 
igs, Mitglied der Akademie 



Le Gallois de Grimarest. 



112 



Lege. 



fran9aise. 1666 übernahm er die 
Kedaction obigen Journals. Auf 
dem Titel folgenden Druckes nennt 
er sich Abt der Benedictiner-Abtei 
St. Martin de Gores. Er ist be- 
titelt: 

Lettre de Mr. Le Gallois ä MUe. Reg- 
nault de Solier touchant la musique. Paris 
1680 Est. Michallet. 12". 90 S. [Dres- 
den. B. Hbg. Paris Nat. Brüssel 3400. 

Fetis hält den Schreiber dieses Briefes 
für einen anderen und stellt denselben in 
einen 2ten Artikel. 

Le Uallois de Grrimarest, Jeaii- 
L^oiiard (Fetis unter Grimarest), 
geb. zu Paris im 17. Jh., gest. ebd. 
um 1720 in vorgerücktem Alter. 
Ein Sprachlehrer zu Paris, schrieb 
auch Einiges zur Musik gehörige: 

Traite du recitatif daus la leuture, dans 
l'action publique, dans la declamation et 
dans le chant; avec un traite des accents, 
de la quantite et de la ponctuation. Paris 
1707 J. Lefevre. 12". [Brüssel. Glas- 
gow. 

— Eotterdam 1740 Jolinson. 12°. [B.B. 

Brüssel Cons. 

Beide ohne Namen auf dem Titel (Fetis 
Biogr.). 

Le Oallois, Noel, Bassist und 
Kanonikus an der Kgl. Kapelle zu 
Paris zur Zeit Sermisy's (16. Jh.) 
mit 400 liv. Gehalt (Castil-Blaze 
292). 

Leg-ard, . . . lebte im 17. Jh. 
und gab das Samlwk. heraus: 

Recueil d'airs frao(,-ois et Italiens, avec 
un accomp. de harpe ou de Clavecin . . . 
London c. 1770 Vogler, fol. Enthcält Ge- 
sänge von Albanese, d' Arondeau, Des Aides, 
Bertoni, CoUizzi, Edelmann, Gazzauiga, 
Gluck, (iretry, Millico, Paesiello, Piccini, 
Eauzzini, Sacchini, Salieri. [br. Mus. 

Legat, Andreas, Sänger an der 
Kirche Notre - Dame zu Aachen, 
später (1541) im Dienste Karl V. 
(Straeten 7, 329). Von 1545—49 
ist er a/d. Hofkapelle in Wien als 
Kapellsänger mit 10 Gld. monatl. 
Gehalte verz. (Köchel 1). 

Legat de Furcy, Aiitoine, geb. 
gegen 1740 zu Maubeuge, Todes- 



jahr unbekannt. Studierte in Paris 
Philosophie; bei Rameau soll er 
sich Kats über Musiktheorie geholt 
haben, sagt La Borde. Er wid- 
mete sich ganz der Musik und 
lebte um 1789 als Musiklehrer in 
Paris, schrieb die Opern Philire; 
Apollon et Daphne; Le Sant de 
Leucade; Le jardiuiere de Sidon 
und Palmyre, teils für die grofse 
Oper, teils für die Comedie ita- 
lienne, doch ist keine derselben 
nachweisbar. Aufserdem verz. Fetis 
Kantaten, Duos für 2 Stim., Airs 
und Gesangsübungen. La Borde's 
Nachrichten über ihn sind sicher, 
da er Mitarbeiter an seinem Essai 
war. Von seinen Werken lassen 
sich nur nachweisen: 

1. Les Soirees de Choisy-le-Roi, recueil 
de chansons avec accomp. L — III. livres. 
[Paris Nat. 

2. Seconds solfeges ou principes de 
musique. Paris, Boyer. fol. [B. B. 

3. Nouveaux solfeges, ou lessons de 
mus. dans le genre moderne . . . Paris, 
fol. [br. Mus. 

Im Einzeldruck zu Paris: 1 Romanze 
und 1 Air. [br. Mus. 

Nur mit M. Legat gez: Le bocage ou 
les delices de l'Erdre, cantatille nouveHe 
avec Symphonie par M. de C . . ., mise en 
musique par . . . Paris, Mme. Boivin. 
fol. Der Kat. schreibt sie obigem Autor 
zu. [Brüssel Cons. 

Le Gray, Grerardus, war vom 

Mai 1486 bis 1442 päpstl. Sänger 
und trat im Jahre 1447 wieder ein 
(Viertel]. 1, 464. — 3, 223). 

Le Oay, Hyer, lebte in der 
Mitte des 16. Jhs. und ist im 
Samlwk. 1549 u durch eine 4 st. 
Chanson bekannt (Eitner 1). 

Le Gray, Jaeobus, war 1526 
Sänger am St. Peter in Rom 
(Viertel]". 3, 263). 

Lege (Legge, Legius), Griovaiiiii 

da, aus Venedig, wird 1520 ein 

,,sonator d'organo" also Orgelspieler 

genannt. Citadella erwähnt ihn 

I noch 1577 (Straeten 6, 110). 1563 



Le Gendre. 



113 



Le Grand, Jean-Baptiste. 



wird er als Angestellter am S. 
Marcus in Venedig genannt (Do- 
kument ib. 154; bei Caffi fehlt er). 

Le Greiidre, Jean, nach Fetis 
(unter Gendre) in Paiis geb. im 
Anfange des 16. Jhs. In SamJwken. 
kommt sein Name erst 1533 vor 
und reicht bis zum Jahre 1554. 
Er soll Sänger in der Kgl. Kapelle 
Franz 1. u. Heinrich IL von Frank- 
reich gewesen sein. Sicheres ist 
bisher noch nicht bekannt. Fetis 
erwähnt von ihm eine theoretische 
Arbeit, vergisst aber den Fundort 
zu verzeichnen. Der Titel lautet: 

Biiefue introduction en la musique, 
tant au plain-chant que choses faictes. 
Paris 1545 Attaicgnant. 8**. Den Aus- 
druck „choses facte" (res facta) erklärt Fetis 
als gleickbedeuteud mit Contrapunct. In 
Samhvkeu. fiodeu sich 11 Chansons zu 
4 Stirn, (siehe Eitner 1). Der im Glarean 
genannte Fr5. Lagendre oder Legendre 
mit der Motette Laudate Dominum c. 2. p. 
S. 284 könnte derselbe sein, wenn das 
Frä. „Frater" und nicht etwa „Francis- 
cus" heifsen soll. Glarean giebt ihm den 
Städtebeinamen „Antuacensis", der viel- 
leicht Chablais in Frankreich bedeutet 
(siehe auch Eitner 1, 584 unter Gendre). 
In den Samlwkeu. von Mich. Fezandat 
zu Paris: 1. et 2. livre de Psalmes et 
Cantique 1556 u. 1553, in Bologna in- 
kompl., befinden sich 12 Gesge. im 1. und 
4 im 2. Buche. — In Publikation Bd. 23 
Nr. 34: Las que te sert ce doulx 4 voc. 
in P. 

Legipoiit[iiis],R.P.01iyer[iiis]; 

ein Benediktiner des Klosters Rayh- 

roden bei Brunn in Mähren, ging 

1744 in das Brzewnower Stift und 

st. den 16. Juni 1758 im Stifte 

St. Maximin (Fetis. Dlabacz). 

In seinen Dissertationes philologico- 
bibliographicae handelt die 5. Dissertation 
„de Musicals S. 283. [B. B. eine Kopie 
aus der zu Nürnberg 1746 erschienenen 
Samlg. 

Legname, Xicolo, ein Lautenist 
aus Padua, gab das Samlwk. heraus: 

Amiila libro secondo di Canzonette a 
tre voci di . . . Ven. 1608 AI. Rauerij. 
3 Stb. 4". 21 Nrn. von Bartol. Barbe- 

Eob. Eitner's Quellen-Lexikon. Bd. ß. 



rino, Giov. Cavallino, Gio. Ant. Fabri, 
Amadio Freddi, Angelo Nodari, die übrigen 
16 sind von Legname. [Hofb. Wien. Das 
1. Buch ist unbekannt. 

Legnani, ... ein Maestro di 
Capeila zu Turin, Ende des 17. oder 
Anfang des 18. Jhs., ist im 

Ms. 11500 der B. B., Samlbd. Nr. 6 
mit der Cantata: Per me piacer non, Sopr. 
solo, 1 Instr. et Cont. vertreten. 

Legne, . . . 

kommt in John Hill's Six easy lessons 
for the harpsich. , book I. mit einer' 
Piece vor. 

Legrand, . . . 

ist in den Canciones, Madrid, ein 
Samlwk. des 17. oder 18. Jhs., mit Ge- 
sängen vertreten (siehe unter Canciones). 

Legrand, . . . bekannt durch 

Oeuvre I^r Senates de clavecin avec ou 
Sans accompt. Paris, l'auteur. (18. Jh.) 
[Paris Nat. 

In Venier's 20 Sonate per Cemb. eine 
Sonate, ohne Vornameu. 

Le Orand, Alexandre, von 

1590 — 93 Kapellan und Sänger 
an der Hof kapeile Philipp IL von 
Spanien (Straeten 8, 160. 168). 

Legrand, Jacqnes, latinisiert 
Jacobus Magnus^ ein Augustiner- 
mönch des 14. Jhs. zu Toulouse, 
ein Gelehrter, der Philosophie und 
Theologie zu Padua vortrug. 

Aufser Fachschriften schrieb er auch 
ein Buch über die sieben freien Künste, 
gedruckt in Sophologiuin ex antiquorum 
poetarum . . . Paris 1475 u. 1477, 2. Buch. 
Die Musik ist nur in spekulativer Auf- 
fassung behandelt. In Paris Nat. Nr. 6868 
gr. fol. eine Hds., worin er das 2. Buch 
erwähnt (Fetis). 

Le Grraud, Jacqnes Joseph, 

von 1750 — 1759 f Organist an 
der waalschen Kirche zu Lejden 
(Bouwst. 2, 169). In den Registern 
der üniversit. zu Leyden bezeich- 
net er sich als aus Limburg ge- 
bürtig und ist am 10/5 1735 als 
„Musicam docens" eingeschrieben 
(Bouwst. 3, 6). 

Le Gfrand, Jean-Baptiste, war 
1660 Musicus an der Kirche Sablon 

8 



Le Grand, Nie. Ferd. 



114 



Legrant, Johaunes. 



zu Brüssel, 26 Jahr alt (Straeten 
2, 73. 81). 

Le (rraiid, Nicolas Ferdinand, 

um 1695 bis ins 18. Jh. hinein 
Sangmeister zu Amsterdam. Be- 
kannt sind von ihm: 

2 Theile Mengelzangen en Zinnebeeiden 
van Cornelis Sweerts, bestaande in Cantus 
en Bc, mede om op de Viool, Fluit en 
andere Instrumenten te können speelen. 
Op muzijk gesteld door F. le Grand, Zang- 
meester 't Amsterdam. By Corn. Sweerts 
169.5. [br.Mus. 

Triomf der Batavieren, bestaande in 
eenige oorlogszangen, miunezangen en 
drinkliederu. Gecomp. door Nie. . . . Amst., 
P. Mortier. qu4". [Amst. 

Abraham Alewyn's Harderszangen. Met 
zangkunst verrykt door Nie. . . Opera sec. 
Op de G-Sleutel gesteld. 2 de dnik. 
Haarlem 1716 by de Wed: Herrn, van 
Hulkeuroy. kl. 4». 4 Ell. 48 S. [Amst. 
br. Mus. 

Die Gesänge bestehen aus ein- und 
zweistim. Arien, Dialogen und einer Can- 
tate mit Bc. Sie sind gut melodisch er- 
funden und gut deklamiert. 

In Rogers Katalog ist auch eine Kan- 
tate angezeigt. 

Legrand, Wilhelm, geb. 5. März 
1770 zu Zweibrücken, st 1845 zu 
München, 78 Jahr alt (sie?) (Lpz. 
Ztg. 47, 600), ging 1782 zu einem 
Onkel in München, bei dem er die 
Oboe erlernte, trat 1788 als Oboist 
in die Kapelle des Prinzen von 
Baiern, nahm Kompositionsunter- 
richt bei Graetz, schrieb darauf 
die Musik zu Ballets, wurde 1797 
Musikdirektor der Militärchöre zu 
München und zog sich 1825 ins 
Privatleben zurück (Fetis). Aus 
dem Kreisarchiv in München ist 
noch nachzutragen, dass er von etwa 
1788 ab auch in der Hofkapelle 
als Oboist angestellt war. Er 
schrieb zahlreiche MiUtärmusik u. 
Arrangements für dieselbe. 

In der B. M. befinden sich 6 Alleman- 
des p. 2 Fl. s. 1. et s. nora. 2 Stb. — 
12 AUemandes p. la grande salie des re- 
doutes ä Munic. 1804. Munic, Falter. 
Kl.-A. — 2 Märsche, Quadrilles und a. 



Tanzmusik für das Jahr 1808. Ebendort. 
— 6 Samlg. zu je 12 AUemandes für- 
1805—1812, ib. — Im Ms. eine AUe- 
mande und Angloise f. Klavier und 1 Qua- 
drille f. Klav. 1808. — In der Bibl. der 
Musikfr. in Wien 24 AUemandes pour 
Clavecin p. 1803 et 1804. 

Le Crrandt, Petrus, Tenorist 
an der Hofkapelle in Wien mit 
10 Gld. monatl. von 1554 — 57 
(Köchel 1, 121). 

Le Gfrang-e, ... wurde 1668 an 
der Kgl. Kapelle in London als 
Bassist angestellt (Xagel 1, 60). 

Legrant Criiillienie (Guillaume), 
ein Komponist des 15. Jhs., der 
im Ms. Codex 37 zu Bologna mit 
den 4stim. Gesängen 1. Et in terra 
pax, 2. Patrem omnipotentem ver- 
treten ist. Im Locheimer Lieder- 
buch, neue Ausg. 220, befindet sich 
ein Orgelstück, dasselbe in besserer 
Lesart im Buxheimer Orgelbuche, 
neue Ausg. M. f. M. Beilage 1888 
p. 43. Das Locheimer L. im Chry- 
sander 2. — Ein Legrant^ o. Vor- 
namen, 1. Hälfte des 15. Jhs., be- 
findet sich auch im Codex 92 des 
Domkapitelarchivs zu Trient, jetzt 
in Wien: Et in terra 3 voc. Da 
derselbe Tonsatz auch in obigen 
Mss. vorkommt, so ist damit die 
Idendität festgestellt. — Auch im 
Codex 213 zu Oxford Bodleian 
(siehe Stainer's Neuausgabe) wird 
er Le Graut Guillaume oder Le 
Graut Guillem^ auch Grau Guielmo 
genannt und ist mit 6 Gesängen 
vertreten (Nr. 99. 184. 226. 240. 
254). Zu beachten und mafsgebend 
ist hierbei, dass sein eigentlicher 
Name Guillaume war und Le Grant 
nur seine Bedeutung bezeichnen 
soll. Dies geht aus Lisio's An- 
gaben im Cod. 37 nicht hervor. 

Legrant, Johannes, ein Kom- 
ponist des 15. Jhs., von dem sich 
im Cod. 87 und 90 des Domkapitel- 
archivs zu Trient (jetzt in Wien) befin- 
den: Les medisans, Unicus dei filius (Las 



Legrenzi, Giovanni. 



115 



Legrenzi, Giovanni. 



je ne puis) 3 voc. In Oxford Bodleian, 
Cod. 213: Entre vous, nouviaux maries, 
3 voc. Layssies moy coy, je vous en 
piye, 3 voc. Se liesse est de ma pai'tie, 
3 voc. Alle 3 in moderner Part. 

Legrenzi, (riovaniii, geb. gegen 
1625 zu Clusone bei Bergamo, 
gest. 26. Juli 1690 zu Venedig. 
Seine Lehrer waren Giov. Rovetta 
und C. Pallavicino. Nach den 
Titeln seiner Druckwerke lassen 
sich seine Anstellungen sehr gut 
verfolgen. 1654 gab er sein erstes 
Werk heraus, er bez. sich als ersten 
Organisten an St. Maria Maggiore 
zu Bergamo, 1657 ist er Kapell- 
meister an der Academia della 
spirito Santo zu Ferrara, 1663 be- 
findet er sich noch in derselben 
Stellung, 1665 lebt er zwar noch 
in Ferrara, ist aber ohne Stellung 
und gedenkt nächstens abzureisen 
(Brief vom April 1665 in La Mara 
S. 112. 114). Die Drucke in den 
Jahren 1667, 1676—1679 zeigen 
kein Amt an (den Druck von 1678 
zeichnet er am 1. Nov. 1678 in 
Bologna). Erst am 5. Jan. 1681 
wird er Yicekapellmeister und am 
23. April 1685 Kapellmeister an 
S. Marco in Venedig mit 400 Du- 
katen Gehalt (Caffi 1, 56. 311). 
"Wasielewski 2, 55 beurteilt seine 
Leistungen als Instrumentalkom- 
ponist. Was seine Vokalkoraposi- 
tionen betrifft, so kann ich sie 
nach der Durchsicht eines starken 
Partiturbandes geistlicher Tonsätze 
für Singstimmen u. Bc, öfter auch 
noch mit 2 Violinen begleitet von 
1654, 1655, 1657 u. 1662 im Ms. 
(einst in der Bibl. Commers) nicht 
als bedeutend bezeichnen, wie 
Wasielewski S. 56 behauptet. Die 
Thema sind matt, die Melodie- 
führung ohne Schwung und Inter- 
esse erweckend und die Contra- 
punktik ist meist sehr billiger Art. 
Doch muss er seiner Zeit mehr 



als genügt haben, sonst konnte er 
nicht von den Zeitgenossen die 
Verehrung geniefsen, die ihm einst 
zu Teil wurde (siehe auch M. f. M. 
16, 49). Von seinen Komposi- 
tionen sind nachweisbar: 

1654. Concerti musicali per uso di 
cliiesa di . . . Op. 1. Ven. 1654 Ales. 
Vincenti. 7 Stb. 4". 1 Messe, Lora, ad 
adj.. 5 Vesperps., 1 Magnif. [B. Br. Paris 
Genev. Brilssel Cons. fehlen C. B. 

1655 a. Sonate a 2, e 3 di . . . Lib. 1. 
Op. 2. Ven. 1655 Fr. Magni. 4 Stb. 
fol. 18 Sonaten mit Ueberschriften, wie 
La Cornara etc. Instnim: V. Violone 
oder Fag. ; die 16. von Gio. Maria L., 
seinem Vater. [B. Br. B. B. 

1655 b. Harmonia d'affetti devoti a 2, 
3 e 4 voci, consagrata . . . Preucipe 
Alessandro Farnesi di Parma . . . Lib. 1. 
Op. 3. Yen. 1655 Aless. Vincenti. 5 Stb. 
4*^. 14 Gesge. [Bologna. B. Br. Paris 
Genev. 

1657. Salmi a cinque, tre voci, e 2 V. 
di . . . Op. 5. Ven. 1657 Fr. Magni. Dem 
Cardinal Pio von Ferraia gew. 6 Stb. 
40. 1 Dom. ad adj. 11 Vesperps., 1 Magnif., 
[B. Br. Bologna. 

1660. Sentimeati devoti espressi con 
la musica di 2, e 3 voci da . . . Lib. 2. 
Op. 6. Yen. 1660 Franc. Magni detto 
Gardano. 4 Stb. 4». 15 lat. Gesge. 
[B. Br. Bologna. 

— Ausg. Anversa 1665. [br. Mus. nur 
2 Stb. fehlt B. u. Bc. R. C of Mus. ohne 
Angabe der vorhandenen Stb. Kat. 294. 

— Ausg. 1683 Yen., Glos. Sala. 4 Stb. 
4°. [Bologna. Paris Nat. Paris Genev. 

1662. Corapiete con le Lettanie & 
Antifone della B. Y. ä 5 voci di . . . Op. 7. 
Yen. 1662 Fr. Magni detto Gardano. 6 Stb. 
40. 5 Gesge. [B. Br. Bologna, br. Mus. 
Upsala fehlt Bc. Paris Genev. 

1663. Sonate a 2, 3, 5 e 6 istromenti 
di . . . Lib. 3. Op. 8. Ven. 1663 Fr. 
Magni. 6 Stb. 4». 16 Sonaten mit 
Ueberschriften; Instrum: 2 V., Viola da 
brazzo u. 2 ohne Angabe. [B. Br. B. B. 
Bologna Academ. Bologna. 

— a. Ausg. Bologna 1671 G. Monti. 
[Ferrara. Bologna: V. 1. 

1665, siehe 1660 Sentimenti. 

1667. Sacri e festivi eoncenti Messa 
e Salmi ä 2 chori con stromenti ä bene- 
placito . . . Op. 9. Yen. 1667 Fr. Magni 
Gardano. 14 Stb. 4". (8 Singst., 2 Y., 
Tenore Viola, Alto Viola, Basso Viola da 
brazzo.) [Bologna. Bologna Petronio. 

8* 



Legrenzi. 



116 



Legrenzi. 



Paris Genev. von 1657 ? br. Mus. von 
1677? R. C. of Mus. 2 Gesge. in P. Yen. 
1667. fol. 

1670. Acclamationi divote a voce sola 
di . . . Lib. 1. Op. 10. Bologna 1670 
Giac. Monti. Part. 99 S. qu40. 24 Gesge. 
[Bologna. Paris Nat. 

1671, siehe 1663 Sonate. 

1676. Cantate, e Canzonette a voce 
sola di . . . Op. 12 . . . Bologna 1676 
Giac. Monti. 1 vol. qu4". 162 S. 24 
Gesge. [br. Mus. E. C. of Mus. B. Wa- 
gener. 

1677. Sonate (10) a 2 V. e Violone 
con il Bc. Op. 8 (?). Yen. 1677 Sala. 
4 Stb. [B. Wagener. 

1678a. Idee armoniche estese per 2 
e 3 voci, consacrate alla . . . Maesta di 
Carlo II. re della gran Bretagna . . . Op. 13. 
Ven. 1678 Franc. Magui detto Gardano. 
fol. 98 S. 18 Ge.sge. [Hofb. Wien. Bo- 
logna, Kat. 3, 89 die Dedic. 

1678 b. Echi di ßiverenza di Cantate, 
e Canzoni agli Applausi festeggianti ne 
gli Hinienei delle Altezze Seren, di Ma- 
rianna Arciduchessa d'Austria . . . Lib. 2. 
op. 14. Bologna 1678 Giac. Monti. 1 vol. 
in M. 40. ^66 S. 24 Gesge. [B. B. 
Bologna. 

— Echi di Riveienza . . . Lib. 2. op. 14. 
Ven. 1679 Glos. Sala. 1 vol. qu40. 167 S. 
Inhalt derselbe wie vorher. [Hofb. Wien, 
der Kat. schreibt: für 1 Singst, u. Clavi- 
cembalo. 

1679, siehe 1678 b Echi. 

1683. siehe 1660 Sentimenti. 

1692. Motetti sacri a voce sola con 
3 .strumenti di . . . Op. 17. da Giov. Vara- 
schini , Nipote dell'Autore. Ven. 1692 
Glos. Sala. 5 Stb. 4". (1 Singst. 2 V. 
Vcl.) 12 Gesge. für Sopr. solo, A. solo 
u. B, solo. [B. Frkft. Brüssel Nr. 1739. 

In Mar. Silvani's Canzonette per camera 
a voce sola 1670: Öon tutto furore. — In 
C. M. Fagnaui's Motetti sagri a' voce sola 
1695: Spirate aurae serenae 1 voc. c. Bc. 

In neuen Ausg. 5 Gesge. und 3 So- 
naten (Eitner 2), auTserdem in Aless. 
Parisotti's Arie antichi, Mil. Ricordi im 
1. Bd. 1 Arie. 

In Mss: 

B. M. Nr. 232 u. 233 drei Kammer- 
tantaten f. 1 St. u. Bc. — Ave regina. 
Salve regina 5 voc. ed Org. in moderner 
Part, aus 1662. 

Hofb. Wien. La morte del cuor peni- 
tente. Oratorio. 1705. P. kl. fol. 88 BU. 
Ms. 18890. 

Berliner Singak. 3 Motetten zu 5 Stim. 
Ave reg. Salve. Alma. P, 



Dresd. Mus. Ms. A 186 Kyrie a 6 voci 
c. V. Viele ed Org. P., aus seiner Vene- 
diger Zeit. 

B. B. Ms. W25. 2 Sonaten f. 4 Instr. 
W 60 61. Litania 5 v. Magnif. 3 v. 
Missa 4 voc. 2 V. B. Magnif. 4 voc. 
2 V. B. 30 Psalmen. Motette: Ave re- 
gina etc. alle in P. — Ms. 11500 Samlbd. 
P. Nr. 37: Serenata: Notte made d'horrori, 
Sopr. solo et Cont. — Ms. 12450. P. fol. 
Sajulbd. Nr. 2, Credidi propter locutus 
sum, Alto solo, 2 V. 2 Violen Bc. Gm. 
Nr. 3, Volo vivere arbitrio nieo, Alto solo 
c. Bc. — Ms. 12720, P. 4«. Laudate pueri. 
5 V. 2 V. 2 Violen, Tiomp. Fag. Bc. Dd. 
— Ms. 536, 4". Cantata ä voce sola di 
Sopr. (aus lib. 2 1678 Cantate). — Ms. 
103, Completorium a 5 voc., 12 Gesg. mit 
Bc. f. Solostim. — Ms. 25, 2 Sonaten a 
5 u. a 6: 2 V. Va. Alto, Viola tenore e 
Viola da brazzo (und 2 V. 2 Cornetti, 
Viola da brazzo, Fag. oder Violone). P. 
aus 1663. Ferner 2 Sonaten f. 2 V. u. 
Bc. oder 2 V. Violone u. Bc. aus 1655. P. 

1 Missa und Vesper aus op. 1. Con- 
certi 1654. Ms. P. Bd. 164. Diesen folgen 
noch 14 lat. Gesge. aus Armonia d'affeti, 
1655, einige mit Instrum. [K. Br. 

Compiete, ex op. 7, 1662, 6 lat. Gesge. 
1. Jube domine 5 v. c. Bc. mit Soli. 
6. Nunc dimittis 5 v. Bc. Ms. P. Bd. 111. 

Ave regina. Salve regina. Alma re- 
demptoris, 4 voc. Ms. P. Bd. 50. [Scämt- 
lich in Breslau Kircheninst. 

Im C. P. im Ms. 1 Bd. Motets ä grand 
choeur. 

In Oxford Cli. Ch. 1 Kyrie, Gloria, 
Credo k 1 con orch. im Ms. 

In Hofb. Wien, Ms. 15605, 4: Ave 
regina et Salve regina, 5 voc. Venez. 1662. 
P. — Ms. 18890, Oratorio: La morte del 
cor penitente, L'anno 1705. Part. 

Opern : 

Eteocle e Polinice, opera in 3 atti, 
Poesia di T. Fattorini. Venetia 1675. 
Milauo 1684. Modena 1690. Ms. P. 
[Modena. Paris Nat. Brüssel Cons. 

Germanico sul Eeno, op. in 3 atti, 
Poesia di G. C. Corradi. Venetia 1676. 
Modena 1677. Bologna 1680. Ms. P. 
[Modena. 

Giustino. Melodrama di Nie. Beregan 
in 3 atti. 1683. Ms. P. Nr. 426 in 
Venedig Marco. 

Totila. Drama per musica di Mat. Noris, 
rappr. in Venezia in 3 atti, 1677. Ms. P. 
Nr. 460. [Venedig Marc. 

Angeführt werden aufserdera, durch- 
weg in Venedig aufgefühii: 1664 Tiiidate 
von BentivogUo. 



Legi'os, . 



117 



Lehmann, Christian T. 



1675,LadivisionedelMondo,vonCoiTadi. 
1676, Adone in Cipro von Giannini 
(früher in Wien gegeben). 

1681, Antioco il Grande v. Frisari. 
1681, 11 Creseo von Corradi. 

1681, II Pausania von Frisari. 

1682, Lisiniaco riamato d'Alessandro 
von Sinibaldi (1681 in Rom aufgef.). 

1683, I due Cesari von Corradi. 
1683, L'Anarchia deH'Imperio v. Stan- 

zani. 

1684, Pubiio Elio Pertinace von d'Ave- 
rara (nach Galvani. Fetis teilt noch 
andere mit). 

Lepros, . . . ein Komponist des 
18. Jhs., gab heraus: 

Recueil de duos et airs avec accompt. 
de claveein. Paris. [Paris Nat. 

Von demselben wird auch folgende 
Samlg. im C. P. sein „Recueil d'airs dedies 
ä Md. de Monteflor avec parties separees 
formant en 4 voll, sans partition". 

Legros, Achille-Jules, ein un- 
bekannter Komponist, von dem be- 
kannt sind 

Stances elegiaques p. Sopr. av. acc. de 
Pfte. Paris, Lard. [Brüssel Cons. 

LegTOS, Joseph, geb. 7. Sept. 
1730 zu Monampteuil (Laon), gest. 
20. Dez. 1793 zu Rochelle. Ein 
Opernsänger, Tenorist, betrat am 
1. März 1764: die Bühne der grofsen 
Oper unter ßebel und Francoeur. 
Als Gluck seine Opern auf die 
französische Bühne brachte, war 
er ein Hauptvertreter der ersten 
Rollen. Auch als Komponist trat 
er mit der Oper Hylas et Sylvie 
1775 auf. Seine grofse Leibes- 
stärke zwang ihn 1783 zurück- 
zutreten. Schon seit 1777 war er 
Direktor resp. Unternehmer des 
Concert spirituel bis zur Auflösung 
desselben 1791. Er zog sich nach 
Rochelle zurück (Fetis. M. f. M. 
32, 187 nach Brenet). 

Le Grros, Simon, um 1717 bis 
etwa 1733 Violinist an der Hof- 
kapelle in Dresden mit 500 Thlr. 
Gehalt (Fürstenau 1, 123). 

Leheiit, siehe Pas le heut. 

Lehei*. Koiirad, Yolcacensis 



Francus (Voikach in Unterfi'anken), 
ein Komponist des 16. Jhs., ist in 

Mss. 97 u. 99 mit der Missa super 
Hispanum ad coenam, 5 voc. vertreten. 
[B. Br. 

Le Heiirteur, Griiillaume, Ka- 
nonikus an der Kirche St. Martin 
zu Tours, ein in der ersten Hälfte 
des 16. Jhs. geachteter und ge- 
schätzter Komponist. 

Fetis führt von ihm 2 Samlg. an, die 
sich aber nicht nachweisen lassen. 1. Ope- 
rum musicalium über I. XVII modulorum. 
Paris 1.545 Attaingnant. 4 Stb. in qu4". 
— 2. Cantica Canticorum 4 vocum. ib. 
1548. qu4'^. — In Samlwk. des 16. Jhs. 
ist er mit 38 Gesgen. vertreten, darunter 
4 Messen (Eitner 1). Dazu kommen noch 
in Giov. L'Heritier's Moteti de la fama 
lib. 1. 4 voc. 1555 die Motette „Nisi do- 
minus" und in Janequin's 2. lib. di Canzon 
franc. 1548 eine Canzone zu 4 Stim. 

Im Ms., Paris Nat, Cantiques de Nostre- 
Dame in qu4" mit dem Motett „Vidi sub 
altare Dei". 

Ms. ß. M. Chorb. 202 Nr. 75, 16. Jh. : 
Amour partes je vous donne la chasse. 
Unter Nr. 89 zweifelhaft. Ms. 205 Nr. 4, 
L'autre jour par une crevace vis. Nr. 22, 
Puis que de toy vient. Nur die Chanson 
205, 4 ist neu, die übrigen kommen schon 
in gedr. Samlwk. vor. 

In Pubhkation Bd. 23 Nr. 28, A cent 
diables la verolle 4 v. Nr. 29, Nostre 
vicaire un jour 4 v. in P. 

Lehmann, Albert, von 1712 
bis 22 Ratsmusikus in Hamburg 
(Sittard 1, 22). 

Lehmann, Basilius, nur be- 
kannt durch 

Exultat satis füia 6 voc. Nr. 43 in Ms. 
mus. q 89 a— f. [B. D. 

Lehmann, Christian I., ein 

Bruder des Imanuel, der ein 
Schul -Programm 1675 herausgab, 
geb. 2. Dez. 1643 zu Scheibenberg 
(Zwickau), gest. 1723 zu Freiberg 
i/S; besuchte 1658 die Thomas- 
schule in Leipzig und zeichnete sich 
in der Musik aus, studierte 1663 
in Leipzig, dann in Wittenberg 
Theologie, wurde seinem Vater zur 
Unterstützung beigegeben, 1685 
Superintendent zu Aunaberg und 



Lehmann, Christian II. 



118 



Lehmann, Urban. 



1697 zu Freiberg. Er schrieb 
Kirchengesänge imd wirkte viel 
zur Verbesserung des Kirchen- 
gesanges in Sachsen (Gerber 2). 

Lehmann, Christian IL, wird 
am 1. Mai 1691 kurf. branden- 
burg. Kammer- Musikus zu Berlin 
(Schneider 49) und tritt 1692 in 
Dienste des Kurfürsten von Sach- 
sen (Fürstenau 2 a, 316). 

Lehmann, Friedrich Adolph 
Ton, geb. 1768 zu Meifsen. gest. 
11. Jan. 1841 auf seinem Gute bei 
Halle (Leipz. Ztg. 43, 113). Diente 
als Leutnant bei der säcbs. In- 
fanterie, wurde 1801 Legationsrat 
zu Dessau und beschäftigte sich 
eifrig mit Musik, Seine Komposi- 
tionen bespi'icht die Lpz. Ztg. öfter, 
druckt auch in 6, 47 ein Lied ab. 
Gerber 2 bringt ein Verz. seiner 
Kompositionen. 

In der Kgl. Bibl. zu Berlin befinden 
sich: 

Kleine Gesänge mit Begltg. des Pfte. 
4. "Werk. Lpz., Hoffmeister & Kühnel. 
4'^. — Des Mädchens Klage von Schiller. 
Lpz., Br. & H. 4«. [B. B. Musüfr.Wien. 

Gesänge am Ciavier, der Erbprinzessin 
von Anhalt -Dessau gew. Dessau, J. C. 
Menge, qufol. 24 S. [B. Wagener. 

Jedenfalls sind die folgenden auch von 
ihm, obgleich nur mit A. von Lehmann 
gez: Sieben Englische Lieder (denen auch 
eine deutsche Uebersetzung untergelegt 
ist) mit Begltg. des Pfte. ; in Musik gesetzt 
von ... 0. Ort u. Verlag, qufol. 16 S. 
[besals einst Dr. Otto Lindner in Berlin. 

Drei- und vierstim. Gesänge. Lpz. in 
Stb. [B. Lpz. 

2 gran Marcie op. 12. — 6 Marches 
p. pfte. [Musikfr. Wien. 

Lelimann, Jakob, 

schrieb eine Beschreibung der Orgel 
zu Dippoldiswalde. Dresden 1723. [B. Hbg. 

Lehmann, Johann L, aus 

Schonewald bei der Dahme, war 
bis 1598 Kantor in Dahme und 
trat zu Michaelis in Sonnenwalde, 
Kr. Luckau, ein; 1599 wird er zu 
Schönwald zum Pfarrer gewählt 
(M. f. M. 6, 125). 



Lehmann, Johann II., aus 

Namslau in Schlesien, ist bekannt 
durch 

J. N. J. Nahmens - lied, welches dem 
. . Johann Götze auff Höffcheu, defs Raths 
und Ober-Kämmerern in Brefslaw . . den 
24. Juni 1660 . . . abgesungen . . . den 
Brefslauischen Musen Ergebener. Brefs- 
law, Gottfr. Gründer. 2 BU. in 4». „Gott, 
hochwerthester Patron" a 2 C. et B. [B. Br. 

Lehmann, Johann (xeorg Grott- 
lieb, Sohn des Johann Peter L., 
geb. zLi Berlin, gest. 7. April 1816 
ebd., war ein tüchtiger Tenorsänger, 
diente in der Kapelle des Prinzen 
Heinrich von Preufsen, wurde 1773 
zum Organisten a/d. Nikolaikirche 
gewählt, erhielt noch 1779 die 
Leitung des Theaterchors und hatte 
den Gesangsunterricht am Berlin- 
Köllnischen Gymnasium. Bei Grün- 
dung der Singakademie war er einer 
der ersten Mitglieder und sang noch 
unter Zelter und Kungenhagen die 
Tenorpartien, veranstaltete auch 
selbst gröfsere Aufführungen von 
Kirchenwerken. Seine Tochter 

I wurde die Frau Clementi's. Von 
seinen Kompositionen sind nur 

i einige Tänze gedruckt (Gerber 1. 2. 
Ledebur). 

j Lehmann, Joliann Peter, Or- 
ganist a/d. jSIikolaikirche zu Berlin 
und ein vorzüglicher Musiklehrer, 
wie Marpurg versichert (Gerber 1). 

Lehmann, Samuel, ein Student 
in Helmenstädt, 1661 vorüber- 
gehend an der herzogl. Braun- 
schweig. Kapelle thätig (Chrysan- 
der 1, 182). 

Lehmann, Sigmund. Organist 
und Chorregent an der Barfüfser- 

i kirche zu Augsburg, 

, ist bekannt durch 2 Kirchen-Kantaten 
für Chor u. Orch. in Stb. im Ms. [Stadtb. 

j Augsburg, 18. Jh. 

Lehmann, Urban, aus Kolberg, 

bez. sich als einen .,der big. Schrift 

j Geflissenen" und lebte wahrsch. zu 



Lehndoift. 



119 



Leibnitz, Johann Georg. 



Greifswald. Man kennt von ihm 
2 Gelegenheitsgesänge: 

1. Rosen -Lied. Bey der Hochzeit- 
Feyer, Alfs der Wolwürdige . . Herr Daniel 
Lagus . . den 12. Julii 1665 beygesellen 
liefs. . . Greiffswakl, Math. Doiseher. 1 Bl. 
in fol. P. C. u. B. „Sey \Yillkommen", 
20 Stroph. [B. Zw. 

2. Braut -Lied, Nach .. der Melodey 
einer singenden Rosen . . dem Herrn . , 
Georg Engelbrecht . . Greiffsxvaldischen 
Professorn . . Ib. 1 Bl. fol. P. C. u. B. 
„An E Mone, Kind der Sterne'', 8 Stroph. 
[B. Zw. 

Lehiulorff, M . . . C . . ., gab ein 
theoretisches Werk heraus, betitelt: 

Fundamenta des Generalbasses. St. 
Gallen 1776. [Musikfr. Wien. 

Lehueifs, Anton, junior, der 
Sohn des Karl Matthias, trat 1764 
in die sächs. Hofkapelle mit 120 
Thlr. Gehalt (Fiirstenau 1, 156). 
Gerber 2 erwähnt ihn noch 1782. 
In einem Ms. der B. B. ,,Libro del 
Contrap. del Tartini" liest man, 
dass ein Anton Lehneifs ein Schüler 
Tartini's war und sächs. Konzert- 
meister wurde. Jedenfalls mnss 
dies der obige gewesen sein. 

Lehneifs, Johann Georg, war 
nm 1711 Bratschist an der sächs. 
Hofkapelle in Dresden mit 300 Thlr. 
Gehalt (Fiirstenau 1, 114). 

Lehneifs, Karl Matthias, um 
1733 (Gerber 2 sagt schon 1729) 
Violinist a/d. Hofkapelle in Dres- 
den mit 200 Thlr. Gehalt, wird 
1764 Konzertmeister mit 1000 Thlr. 
Gehalt und am 28. Dez. 1776 mit 
700 Thlr. pensioniert (Fiirstenau 1, 
133. 155. 167). 

Lehritter, ... ein Stiefbruder 
des Abbe Sterkel, war Kammer- 
musikus beim Bischöfe zu Würz- 
burg und bekleidete 1786 daselbst 
die 1. Stelle bei der Violine, die 
damals zugleich das Dirigentenamt 
einschloss (Gerber 1). 

Le Husier, . . . 

bekannt durch 1 Motette u. 2 Chansons 
in Samlwkeu. von 1539-1Ö-42 (Eitner 1). 



Leihfried, Christoph (C. L. ab- 
gekürzt), Herbipolitanus (Würzburg) 
Consilarius Badensis et inclytae 
Toparchiae Roetelanae Archigram- 
mataeus, so liest man auf dem 
Vorblatte von Woltzen's Nova ta- 
bulatura von 1617, Baseler Bibl, 
handschriftlich. 

Im Ms. Basel F. IX. 44, augehängt an 
Rühling's Tabulaturbuch von 1583, wel- 
ches ihm einst gehörte, befinden sich hand- 
schriftliche Gesänge, geschrieben 1585 und 
1588, die wahrscheinlich von Leibfned 
selbst herrühren. Ebenso befinden sich 
im Ms. F. IX. 43 handschriftliche Tabula- 
taren (Part.) mit allerlei Gesängen, 1593, 94 
geschrieben. Fol. 171 eine Fuga Contra- 
punct 5 voc. fol. 179: Ad nuptias D. Jo- 
seph Hettleri u. j. D , affinitatis ergo so- 
rorius C. L. concinnavit, 23/4 1594. Text: 
Dulcis amor, pietas, 5 voc. 

Leihnitz. Gottfried Wilhelm, 
Freiherr von, der bekannte Philo- 
soph, geb. 6. (1.) Juli 1646 zu 
Leipzig, gest. 14. Nov. 1716 zu 
Hannover. Er erstreckte seine 
Untersuchungen auch auf das Ge- 
biet der Musik und zwar im Fache 
der Musikgeschichte, des Rhythmus 
und der Akustik, wovon eine in 
Hannover sich befindende nach- 
gelassene handschriftl. Abhandlung 
Kunde giebt. Auch in seinen 
Epistolae ad diverses Nr. 154 be- 
findet sich eine Abhandlung: Mu- 
sica est exercitium arithmeticae 
occultum nescientis se numerare 
animi. Zahlreiche Quellenwerke 
über ihn verz. jedes neuere Con- 
versations-Lexikon. 

Leihnitz, Johann Georg, Pfarrer 
zu Rasch und Vicarius in Altdorf, 
gest. 3. März 1671. Der folgende 
von ihm komponierte Gesang wurde 
bei seinem Begräbnis gesungen 

(Titel): 

Eckel, Ob der eitlen Welt empfangen 
und nach Jesu sehnlich -getragenes Ver- 
lan^^en des . . . Nürnbg. (1671) Felfsecker. 
4 BU. P. in 4". Weg mit dir, du falsche 
Welt, 6 Stroph. [ß. Zw. 



Leichteuberger. 



120 



Leighton. 



Leichteuberger, Johann, von 

1570 ab Organist beim Bischof von 
Strafsburg in Zabern (Stadtarchiv). 
Leidel, Franz, geb. 1761 zu 
Schwarzkostelecz in Böhmen, Todes- 
datum unbekannt. Ein bedeuten- 
der Oboist und tüchtiger Musiker 
zu Prag, wo er im Theaterorchester 
und an der Metropolitaukirche an- 
gestellt war, auch sich öfter in 
Konzerten hören liefs (Dlabacz). 

Leidel, Johann Heinrich, geb. 
1761 zu Erfurt, gest. 1839 zu Ber- 
lin, seit 1790 Opernsänger am 
Kationaltheater zu Berlin, später 
Chordirektor, Gesanglehrer am 
Friedrichsstift und Direktor der 
Militär-Liturgiesänger. 1830 zog 
er sich von der Oper zurück 
(Ledebur). 

Leidesdorf, Max Joseph (viel- 
fach mit F. statt J. bez.). Da er 
am 26. Sept. 1839 zu Florenz ge- 
storben ist (nach Wurzbach. Becker 
3, 107 schreibt 1840) und 1819 
schon sein op. 100 herausgab, so 
lässt sich annehmen, dass er min- 
destens um 1780 geb. ist. Im 
Anfange des 19. Jhs. trat er in 
Wien als Klavierkomponist auf 
und fand beim Publikum grofse 
Anerkennung, da er es verstand, 
dem Fassungsvermögen des grofsen 
Haufens seine Kompositionen an- 
zupassen und errang sich bei der 
Kachwelt den sehr zweifelhaften 
Ruf eines Modekomponisten. Um 
nun auch den Gewinn seiner gang- 
baren Ware ganz einzuheimsen, 
verband er sich 1822 mit Igyiaz 
Sauer, der schon längere Zeit einen 
Kunstverlag in Wien besafs und 
vertrieb nun im eigenen Verlage 
seine Kompositionen. 1828 trenn- 
ten sich die Genossen und jeder 
führte allein eine Handlung. Später 
siedelte er sein Geschäft nach Flo- 
renz über, welches auch noch eine 



Weile nach seinem Tode fortbe- 
stand, denn die von Picchianti, 
Giorgetti u. a. begründete Zeitung 
,,Rivista musicale'" ti'ägt bis 18-42 
die Firma Leidesdorf's. Zahlreiche 
Urteile findet man in der Wiener 
und Wien, Allgemeinen Musik- 
zeitung. Die Opuszahlen lassen 
sich bis 166 verfolgen. Seine 
Werke einzeln anzuführen halte 
ich nicht für wert genug, daher 
verz. ich nur die Bibliotheken, wo 
sich einige befinden: 

B. B. op. 14 ein Trio, Haydn gew.; 
anderes in op. 70, 101, 127 u. 136, Klavier- 
sachen u. Lieder. 

Berlin K. H. besitzen Klavierpiecen u. 
Arrangements. 

Dresd. Mus. 1 Messe im Autogr. 3stim. 
mit Orch. P. gez. mit Firenze 1840. 
op. 75 eine Sonate, op. 98 Tar. Selam 
ein Unterhaltungsblatt u. a. 

B. M. Eine Rondo und eine Sonate 
op. 97 u. 112. 

Musikfr. Wien haben seine Drucke fast 
komplet. 

Die Hofb. Wien besitzt sein Poiti'ät. 

Leiding, Oeorg Dietrich, geb. 
zu Bücken bei Hoya am 23. Febr. 
1664, gest. 10. Mai 1710 zu Braun- 
schweig, wo er seit etwa 1684 
Organist an den Kirchen St. Ulrich, 
St. Blasius u. St. Magnus, an denen 
vorher sein Lehrer Jakob Bölschen 
angestellt war (Näheres bei Walther 
u. Gerber 2). 

Leighton, Sir William, Gentle- 
man am Hofe der Königin Elisa- 
beth und Jakob I., siehe das fol- 
gende Druckwerk; er lebte am An- 
fange des 17. Jhs. und ist bekannt 
als Dichter und Herausgeber des 

Samlwkes: 

The tears or laraentacions of a sorrow- 
fuU sovle, comp, with musicall ayres &• 
songs, both for voyces and diuers Instru- 
ments, set fooith by . . ., Knight, one of 
his Majesties honourable Band of Gentle- 
men Pensioners. And all Psalmes that 
consist of so many feete as the fiftieth 
Psalnie, will goe to the four partes for 
consort. London 1614 Wni. Stansby. fol. 
[br. Mus. R. C of Mus. B. Scheurleer. 



Leim. 



121 



Leister. 



Enth. 53 Gesänge von Dr. Johu Bull, 
Wni. Byrd, John Coperario, John Dow- 
land, Alf. Ferabosco, Tho. Forde, Orl. Gib- 
bons, Nath. Giles, Edm. Hooper, Rob. 
Johnson, Rob. Jones, Rob. Kendersley, 
Leighton 8, Th. Lupo, John Milton, Alart. 
Pearson, Franc. Pilkington, Timolphus 
Thopul. John Ward, Tho. WeeUces und 
John Wilbye. 7 Gesänge sind mit 6 In- 
strumenten begleitet und in Tabulatur 
notiert. 

L. soll zur Zeit im Gefängnis gesessen 
haben. 

Leim, Jakob, 

bekannt durch 2 Messen zu 5 St. mit 
Bc. im Samhvk. 1628 (Eitner 1). 

Leimberer (Leinberer), D. Ale- 
xauder, 

ist durch 3 Motetten zu 2 und 3 Stirn, 
mit Bc. im Samlwk. 1627 u. 1627 a bekannt 
(Eitner 1). 

Leiser, Josepli, Tenorist an der 
Hofkapelle in Wien von 1767 bis 
1770 (Köchel 1, 1136). 

Leislein, Tobias, um 1612 
Mäuner-Altist an der Hofkapelle 
in Dresden mit 140 Gld. Gebalt 
(Fürstenau 1, 47). 

Leisiier, Cliristopli Friedricli, 
gab heraus; 

De eraditione musica schediasma episto- 
licum Joannis Matthesonii. Accedimt 
ejusdem literae ad V. C. . . de eodem argu- 
mento scriptae. Hamburgi 1732 ap. Fel- 
gineri viduam. 4'^. [Brüssel 6879. 

Leisriug, Volkinar, geb. zu 
Gebstedt (AVeimar, Rofsla), gest. 
1637 zu Buchfarth bei Weimar, 
nach dem Kirchen buche. Studierte 
um 1611 in Jena Theologie, wurde 
Rektor zu Schkölen bei Naum- 
burg. Auf dem Drucke von 1615 
nennt er sich Ludi moderatorem 
m Schkölen. 1619 Pastor zu Nohra 
bei Weimar und 1626 Pfarrer zu 
Buchfarth (Gerber 2). Er hat eine 
Festrede, ein Lehrbuch und Kom- 
positionen herausgegeben. Die 
erstere ist betitelt: 

Corona musices quam ex lectissiniis 
et suavissimis, ac ex Musaium charitumque 
viridario decerptis flosculis, cum autiqui- 
tatis dignitate . . . Jena 1611 Weidner. 



2 Bog. in 40. Eine Festrede, die nach 
Walther affektiert geschrieben ist und 
doch nichts Besonderes enthält. [B. Br. 
Lübeck. Kopeuhag. Musikfr. Wien. 

Breviarium aiiis musicae oder kurtzes 
vnnd einfeltiges Musikbüchlein für die 
jungen Knaben . . . fragweise gestellet, 
jetzo aufs newe vbersehen und vermehret. 
Jehna 1615 Weidner. 8"^. Nach der 
Dedic. muss die 1. Aufl. 1611 erschienen 
sein. [Lund. 

Strenophonia oder ein new Jahr Ge- 
schenck, in welchem XXI. newe Jahrs 
Gesänge, lateinisch vnnd deudsch, mit 4, 
5, 6 vnd 8 Stirn, elaboriret . . . zum 
Druck verfertiget durch . . . Jehna 1615 
Weidner. [Dresd. Dreikönigskirche : A. 5 a. 

— Ausg. Erffurdt 1628 Dedekind, Verlg. 
von Sigm. Hopffen. 6 Stb. 4". [B. Br. 

Cymbalum Davidicum . . . Newe geist- 
liche Gesenge . . . mit 5. 6. vnd 8 Stim. . . 
Auffs new corrigiret vnd augiret. vnd 
zum andermal in Druck verfertiget. Erfurt 
1619 Wittel. Verlag von Birckner. 8 Stb. 
4''. 35 Nin. Nach der Dedic, erschien 
die 1. Ausg. 1611. [B. B. Elbing. Basel 

7 Stb. B.Lpz. fehlt 7 a. Proske. Wol- 
fenb. 8 Stb. 

Taedoe nuptiales in 16 anmutigen Hoch- 
zeitsgesängen mit 4, 5, 6, 7 vnd 8 stim. 
Erffurdt 1624 Wittel. [B. B: T, in 40. 

unter dem Namen Leisring besitzt die 
B. B. einen Druck ohne Ort und Datum, 
der eine 8 stim. Weihnachts-Cantate ent- 
hält. Fraglich, ob obiger Leisring ge- 
meint ist. 

Ms. 0. Sign. Hds. von Gräffenhain 1643, 

8 Stb. hoch 40. Nr. 22: Maria aber stund 
auf 6 voc. Nr. 39, Sihe, eine Jungfrau, 
6 voc. Nr. 44 Zu Bethlehem 6 voc. — 
Ms. T 126 Gesge. in moderner P. — W 101 
Maria aber stund auf 6 voc. Part. [B. B. 

Ms. B. M. Trotz sei dem Teufel, 8 voc. 
mod. Part. 

fiiii et felice rex, 8 voc. P. Ms. 
1264, 5. [B. Dresden. 

2 Motetten zu 5 St. Ms. P. [B. Lpz. 

2 Choräle zu 6 u. 8 Stim. im Gothaer 
Cantioual 1646 und 1 im 2. Tbl. 1655. 

In neuen Ausg. 2 Gesge. (Eitner 2). 

Leifs, Konrad, Zeit unbekannt, 
im Conserv. zu Brüssel 9 Menuetts 
für Klavier im Ms. 

Leister, Joacliim Friedrich, 
geb. um 1740 zu Wittstock, war 
seit 1770 Redakteur des Ham- 
burgischen unparteiischen Corre- 
spondenten und Verfasser zahl- 



Leitdorf. 



122 



Lejeune, Claudin. 



reicher Kritiken, ein guter Klavier- 
spieler, feiner Beurteiler und mit 
Em. Bach sehr befreundet (Ger- 
ber 2). Fetis fand in Wiener Ver- 
lagskatalogen Flötenpiecen von 
einem F. Leister angezeigt, ich 
glaube nicht, dass sie dem obigen 
angehören. 

Leitdorf, ... ein um 1747 
lebender Komponist in der mark- 
gräfl. Kapelle zu Bayreuth (Gra- 
mer 3 letztes St. 110). 

Leite, Antonio da SilAa, ein 
Komponist aus dem Ende des 18. 
Jhs., der anfänglich als städtischer 
Kapellmeister zu Porto, später an 
der dortigen Kathedrale thätig war. 
Vasconcellos zeigt von ihm theo- 
retische und praktische Werke 
ohne Fundort an, bekannt ist mir 
nur: 

Estudo de Guitarra eni que se expoe 
modo mais facil pai'a aprender este 
instruniento, dividido em duas partes. A 
primeira contem as principaes regras da 
musica . . . A segunda as da guitarra . . . 
ajunta huma colletx'äo de Miuuetes, Mar- 
chas, Allegros, Coutradani;'as ... Porto 
1795 A. Alv. Ribeiro. 1 vol. fol. 40 S. 
Text, 23 Bll. Musik. [Brüssel. Liepm.] 
Porto 1796, fol. 40 S. Text, 23 Bll. 
Musik. [Brüssel. 

Vasconcellos selbst besitzt: Hymno 
patriotico a grande orchestra, cantado pela 
primeira vez no real theatro de S. Joäo, 
da cidade do Porto, no dia em que se 
festejou a coroa^äo de S. M. F. o Senhor 
D. Joäo VI. 1820. P. Paris, Pleyel et 
fils aine. 

Liepmannssohn besafs 1900: Rezurao 
de todas as regras e preceites da cantoria, 
assim da musica metrica como do canto- 
chäo. Dividido em duos partes. Porto 
1787 Ribeiro. 4". 43 S. mit Taf. 

Leite, F. (?) Griovaniii, 

ist in Amante Franzoui's I nuovi fio- 
retti 1G07 mit dem 3stiin. Gesänge: „0 
lumi, chiare stelle" vertreten. 

Leitjseb, ... Hochfürstl. Salz- 
burg. Waldhornist, gab mit dem 
Violin-Virtuosen Holxhoqen am 19. 
und 22/6 1770 in Frankfurt a/M. 
Konzerte (Israel 51). 



Leitiieb, Heinricli, 1608 Bas- 
sist an der Hofkapelle in Stuttgart 
(Sittard 2, 39). 

Leitiier, Crottfried. Gerber 2 
erwähnt einen L. ohne Vornamen, 
von dem um 1800 die Oper 
Eduard in 2 Akten gegeben wurde. 
Von obigem besitzen die Musikfr. 
in Wien das Lied: 

Des Sängers Braut. Ob dies derselbe 
L. wie der Opernkoinponist ist, lässt sich 
bis jetzt nicht feststellen. 

Lejeune, Antliony, junior, Zeit 
unbekannt, gab heraus: 

1. Messe. Part. London, qufol. [R. 
C. of Mus. 

2. Sacred music, for the offertory & 
benediction , composed . . . London , fol. 
[Glasgovi'. (Wenn die englischen Kataloge 
den Verleger mitteilten, so hätte man ein 
vorzügliches Mittel die Zeit festzustellen.) 

Le Jeune, Blasius, Imbault in 
Paris verlegte Duos für Violine 
von ihm. 

Lejeune (Le Jeune), Claudin 
(Claude). Geb. zu Valencienne, 
wie auf den Titeln seiner Werke 
öfter zu lesen ist. Fetis sagt um 
1540, Bouton 1528, was richtig 
ist, lässt sich bis heute noch nicht 
entscheiden. Leider ist auch der 
Druck, den seine Schwester Cecile 
nach seinem Tode herausgab, un- 
datiert, doch gab sie noch 1602 
und 1608 2 Bücher von je 50 
Psalmen ihres Bruders heraus, so 
dass man ziemlich sicher die Zeit 
seines Todes ans Ende des 16. Jhs. 
setzen kann. Der bis jetzt be- 
kannte früheste Druck ist der von 
1564 (Dix Pseaumesj, das Geburts- 
datum 1540 liefse sich danach 
wohl annehmen. Auf den Druck- 
titeln wird er öfter als Komponist 
der Kammermusik des Königs von 
Frankreich bezeichnet (Compositeur 
de la musique de la chambre du 
Roy). Fetis widmet ihm einen 
längeren Artikel ohne ein Resultat 
zu erreichen. Ernest Bouton gab 



Lejeune, Claudin. 



123 



Lejeune, Claudin. 



eine Biographie über ihn heraus 
(Valenciennes 1845 Henry. 8° mit 
Portr.), die aber auch wenig bietet 
und noch dazu manches ganz ün- 
erwiesene bringt, wie seinen Aufent- 
halt am baierischen Hofe um 1559. 
Dass er ein Verehrer der Eefor- 
mation war, ist ebenso unerwiesen, 
denn die Kompositionen der Psal- 
men war zu der Zeit noch kein 
Zeichen des Abfalls. Siehe auch 
Douen, Clement Marot 1878 (Am- 
bros 8, 343 Urteil. Hawkins 3, 
204 sein Portr. von 1598). Die 
folgende Bibliographie wird noch 
sehr der Nachhülfe bedürfen, be- 
sonders in der Bestimmung der 
mehrfach wieder abgedruckten Kom- 
positionen. Ohne einen Vergleich 
der Tonsätze wäre dies aber ein 
vergebliches Bemühen. Fetis verz. 
noch andere Werke, doch ohne 
Fundort, daher ohne Wert. 

Dix Pseaumes de David, novvellenient 
composez ä 4 p. en forme de Motets. 
Auec vn Dialogue a scept (?), par Clau- 
din le Jeune. Contra, Abbildg., A Paris 
1564 Adr. le Roy, & Rob. Ballard. qu4» 
10 Ps. in mehreren Teilen u. der Dialog 
S. 18 (Ps. 96 in 3 Teil, 102 in 5 Teil., 
135 in 3 T., 88 in 3 T., 57 in 2 T. etc. 
Dialog: Je suis religion). [B. B : Ten. Altus. 

Pseaumes mis en rausique ä 4 paiiies. 
Paris 1580. [Upsala 4 Stb. 

Dodecacorde, contenant douze Pseau- 
mes de David, mis en musique selon les 
12 modes, approuuez des meilleurs au- 
theurs anciens & moderne, ä 2, 3, 4. 5, 
6 & 7 voix. Rochelle 1598 par Hierosme 
Haultin. 6 Stb. qu40. Enthält nach dem 
Augsburger Exemplar nur 12 fünf st. Ps. 
von L. ; vorhanden Dessus u. Second- 
Dessus. Ein 2tes Ex. im R. C. of Mus. 
zu 6 Stb. kenne ich nicht genauer. — 
Paris Nat: Taille, Basse-Contre, 5 a. 6 a. 
— ■ br. Mus. kompl. 

1. liv. cont. 50 Ps. ä 3 pt. (ed. Cecile 
le Jeune) Paris 1602 Ballard. [br. Mus: 
B. in qu40. Paris Nat. 

2. liv. dito. 1608 (ed. von seiner 
Schwester Cecile). [br. Mus. 3 Stb. Paris 
Nat. 

3. Uv. ed. Cecile, dito 1610. [br. Mus. 
3 Stb. Paris Nat. 



Pseaumes en vers mezvrez mis en 
musique, A 2. 3. 4. 5. 6. 7 & 8 parties. 
Par . . . Paris par P. Ballard. Ediert von 
seiner Scwester Cecile le Jevne, ohne 
Datum u. Ort. Lej. ist bereits tot. Ent- 
hält Ps. 1—15, 33, 101, 114, 115, 130, 
136, Benedictiou, Action, Te Deum. 36 
Bll., öfter sind mehrere Strophen bear- 
beitet. [B. M : Basse - Contre. br. Mus: 
Haute-C. T. Basse-C. 

Les 150 pseaumes de David ... ä 4 
pties. Paris 1613 Ballard. [Paris Nat: 
Haute-Contre. 

Les Ps. de David, mis en mus. ä 4 et 
5 pts. Geneve 1627 de Tournes. 5 Stb. 
40. [br. Mus. Paris Nat: Basse-Contre. 
Brüssel: B.-C. 

Ambrosii Lobwassers Psalmen Davids, 
mit 4 (bisweilen 5) anmutigen Stimmen 
des hochberühmten Claudius Le Jeune . . . 
Amst. 1646 Elzevier. 3 pari. 1 vol. 12". 
Mit L. Porträt. Vorwort v. Pet. Scholl. 
[Brüssel 1436. B. Lpz. B. Hbg. 

— Die Psalmen Davids sampt aller- 
hand Fest -Kirchen und Haufsgesängen. 
Basel 1659 Genath's Wittib, kl. 8". [B. Lpz. 

Les 150 pseaumes de D., mis en mus. 
ä 4 parties, par Claude Le Jeune. Paris 
1650 Ballard. 4 Stb. quS«. [Briissel 
1449. R. C. ofMus. B.ß:C. T. br. 
Mus: B.-Contre. 

De CL Psalmen Davids, in muzyck 
gebracht op 4 en 5 stem. door ... ge- 
boien van Valentiennes ... Nu eerst met 
den hoUandschen Text . . . Schiedam, gedr. 
by Laurens van der Wiel (1664) 1665. 
5 Stb. kl. 80. [C. P. B. Leyden. Brüs- 
sel 1509. 

The 1. twelwe Psalm in 4 pts. . . . 
adapted to the english version . . . Lon- 
don c. 1780. fol. [br. Mus. 

Andere Gesänge, geistlich und loeltlieh. 

Missa ad placitum . . . cum 5 et 6 
vocibus. Lutetiae 1607 P. Ballard. Chorb. 
in fol. [br. Mus. 

Livre de Melanges de C. Le Jeune, ä 

4. 5. 6. 8 et 10 parties. Anvers 1585 
Chr. Plantin. 6 Stb. 4« gegen 127 und 
135 S. ä Stb. Enthält allein an italie- 
nischen Gesängen 38 (leider giebt Vogel 
die übrigen nicht an. Es befmden sich 
noch Chansons, Motetten und ein Echo 
zu 10 St. darin). [B. M. B. D. Marienk. 
Danzig. Darmst: 6 a. 

— Meslanges de la mus. de . . . ä 4. 

5. 6. 8 et 10 pts. Paris 1586. 6 Stb. 
40. [br. Mus. 

— Meslange de ia mus. de ... ä 4. 
5. 6. 8. et 10. part. Paiis 1607 P. Bai- 



Lejeune, Claudin. 



124 



Lern. 



lard. 6 Stb. qni^. 27 Chans., 36 Can- 
zonetten, 7 lat. Motetten. [B. M: Basse- 
Contre. 58 BIl. in 4«. B. Br. kompl. br. 
Mus: Haute-C, T. Bass-Contre. 

Airs, mis an niusique ä 4 & 5 p. Paris 
1594 Je Roy & la veufue R. Ballard. 5 
Stb. ? qu8". 42 Airs mit vollständigen 
Texten. [Wolfeub: Sup. Briissel Sup. 
Contrat. Ten. 

Le Printemps de .... natif de Yalen- 
tienue, compositeur de la mus. de la 
chambre du Roy, ä 2. 3. 4. 5. 6. 7. & 8. 
part. Paris 1603 p. la veufue R. Ballard 
& son fils Pierre Ballard Imprim. [B. M: 
Basse-Contre 42 Bll. in 4''. Brässel ib. 
ohne Jahr: Haute-Contre. Buckingham 
Palast kompl. 

Airs ä 8. 4. 5. et 6 part. 2 livres j 
(ed. Cecile le Jeune). Paris 1608. quB". j 
[br. Mus : Super. 

Second livre des Meslauges ä 4 — 10 
part. Ib. 1612. qu4*'. Dedic. von Judith 
Mardo. [br. Mus: Haute-C, T., Basse-C. 
Glasgow. 

Fetis zeigt noch eine Ausg. von 1617 
an, die folgende Gesge. enthalten soll: 15 
Chans, zu 4 St., 7 Madrigale zu 4 St., 
12 Chans, zu 5 St., 2 Canons u. 5 Chans, 
zu 6 St., 2 Chans, zu 8 St, 2 Ps. zu 5, 
ein Motett in 8 Teil, zu 4 St,, ein Mot. 
zu 5. Magnif. zu 4, 5 u. 7 St.. ein Mot. 
zu 10, eine Fantasie zu 4 u. eine zu 5 St. 

Octonaires de la vanite, et inconstance 
du monde, mis en mus. ä 3 & 4 pts. 
Paris 1606 P. Ballard. [B. M: Dessus in 
4P. br. Mus. 4 Stb. Buckingham Palast. 

— Octonaires de la vanite et incon- 
stance du monde, mis en mus. a 3 et 4 p. 
Paris 1641 P. Ballard. 4 Stb. qu4". 
[Glasgow 1 Stb. br. Mus. kompl. 

In alten Samlwk. 60 Gesge., besonders 
reich an Chansons (Eitner 1). Aufserdem 
in Gastoldi's Italiaansche. Amst. 1657: 
que c'est chose belle. Fugue ä l'uni- 
sono apres deux tons, ä 5. 

In neuen Ausg. 17 Gesäuge, Psalmen 
und einige Chansons (Eitner 2), aufser- 
dem in Maldeghem, Tresor 1893, 29 annee: 
12 Chansons a 4 ptie. 

Manuscripte : 

A ton bras, Psaume, 3 voc. Ms. 1943 
in P. [R. C. of Mus. 

7 Psalmen aus den Octonaires 1610? 
u. 3 Chans, zu 3 u. 4 Stirn, in Kopie, 
Ms. 107. Andere Kopien von Psalmen 
in Ms. 112. elf Nrn. zenstreut Ms, 163, 
Ms. 179 dreifsig Ps. zu 3 Stim. Ein 
voUst. Psalmenb. mit 4 stim. Sätzen von 
L. u. Goudimel in Ms. 95. [Cambridge FW. 

Mss. B. B. in Z60, 8 Stb. 17. Jh. 3. 59 



Sancti Spiritus adsit c. 2. et 3. p. 8 voc. 
W95 in P. „Zu dir Herr thu ich" 4 voc. 

Im br. Mus. in neueren Part, iu Mss. 
221. 224. 227 spartiert von Bumey und 
in Ms. 238 von John Immyns spaiiiert. 

In Oxford Chr. Ch. 3 Mot. ä 4 im Ms. 

In Hove's Lautenbuch von 1601 sieben 
Piecen. 

Le Jeuiie, Henri, Merseune in 
Harmonie universelle, liv. IV, Traite 
des instrum. (1636, 2. Bd. letzte 
Abtlg.) nennt ihn Henri le jeune 
und teilt S. 186 eine fünfstimmige 
Fantasie für Streichinstrumente mit. 

Le Jeusne, Baiulechon, um 
1525 Sänger a/d. Kapelle Karl V. 
zu Toledo; ist bis 1531 zu ver- 
folgen (Straeten 7, 303). 

Le Kaiiige, Jacob de. 

Im Ms. 1100. B.B. Samlbd., Part. 
letztes Stück (der Name fälschlich von 
Espagne als Beshainge gelesen) ein Salve 
salvator pater misericordiae, Alto solo c. 
2 Instr. et Org. 3 Bll. Ende des 17. 
bis Anfg. des 18. Jhs. 

Lekeiit, Vincent, Kleriker und 
Sänger am Hofe Charles VII. von 
Frankreich (Thoinan 64). 

Lelei, G. S. ist Löhlein. 

Le Long, ... war um 1725 
Bassist a/d. Hofkapelle zu Ludwigs- 
burg (Stuttgart). Sittard 2, 120. 

Lelii, . . . ein Franzose an der 
Wende des 18/19. Jhs., wahr- 
scheinlich zu Paris lebend, ist im 
br. Mus. mit den Drucken ver- 
treten. 

1. Idylles et Romances, extraites de 
l'ouvrage intitule „Les Fleurs'' par Mr. 
C. Dubos (in Musik gesetzt von L. und 
Guichard). Paris 1808. 8°. 2. 3 Hym- 
nfn, Paris 1793. 3. 1 Roraance im 
Einzeldruck. In B. M. 1 Romance im 
Journal des Troubadour. — In Berlin K. 
H. Xr. 2682 „Mon oeil n'entrevit jamais". 
Romanze mit Klav. Ms. 

Lern, Peter Mandrup; Gramer 
2, 45 schreibt Lemm und den 
Vornamen Mandrup teilt nur die 
Lpz. Ztg. 8, 573 mit. In den 
Lexika fehlt er. Geb. um 1753 
zu Kopenhagen, Violinist, Schüler 



Le macherier. 



125 



Lemaire, Louis. 



von Hartmann, um 1785 Solo- 
spieler au der Kgl. Kapelle zu 
Kopenhagen. Hatte vorher auf 
Kgl. Kosteu Stil dienreisen gemacht 
und kam als vollendeter Virtuose 
1783 zurück. Die Lpz. Ztg. nennt 
ihn 1806 Prof. der Musik in 
Kopenhagen. Beide Gerber führen 
einige Kompositionen von ihm an. 
Gramer 2, 1315 zeigt 12 Menuets 
f. 2 V. an. 

Le inaeherier, s. Criiillermus 
Magnus. 

Lemaire (Le Maire), ... ein 
französischer Musiker, wahrschein- 
lich Ende des 16. Jhs. geboren, 
ist von Mersenne (Harmonie uni- 
vers. 19 p. 342) als Erfinder der 
siebenten Silbe xa für die Solmi- 
sation genannt. In Deutschland 
trat dieselbe Bestrebung schon 
Ende des 16. Jhs. hervor und 
Galvisius u. a. suchten dadurch 
das umständliche Hexachord zu 
beseitigen. In der Kgl. Kapelle zu 
Paris gab es zur Zeit Louis XIII. 
unter den Violinisten einen Guil- 
laiime Le Maire^ vielleicht ist es 
derselbe (Fetis). 

Le Maire l'aine, gab heraus: 

Premier livre de Senates pour le Vio- 
lon, avec la basse continue. Paris 1739 
ches l'autheur. P. fol. 35 S. [besals 
einst Liepra., vielleicht ist es von Louis L. 

Le 3Iaire, Andre, um 1-157 bis 
c. 1467 Organist des Grafen von 
Angouleme, Jean d'Orleans zu 
Paris (Prost 435). 

Lemaire, Charles, ein Haute- 
contre (Altist, resp. Männeraltist) 
an der Hofkapelle Louis XIV. von 
Frankreich, trat 1669 ein, zog sich 
1702 zurück und starb 1704. 

Fetis verz. 4 Samlg. Airs, Cantates u. 
Motets gedr. von 1674—98. Bekannt sind 
nur: Airs serieux et ä boire ä 2 et 3 
parties . . . Paris 167-4 Ballai-d. qur20. 
[Paris Nat: Basse. 

Siehe -Louis Lemaire. 

Lemaii'e, Louis, nennt sich 



Maitre de musique und lebte in 
der ersten Hälfte des 18. Jhs. 
Fetis kennt ihn nicht. Die Biblio- 
theks-Kataloge dagegen stellen ihren 
sämtlichen Besitz an Kompositionen 
unter Charles Lemaire, der in der 
2ten Hälfte des 17. Jhs. lebte u. 
zwar aus dem einen Grunde, weil 
die Drucke keinen Vornamen 
nennen. Da Fetis den Louis nicht 
verzeichnet, wird daher kurzweg der 
Vorname Charles genommen. Das 
Unterscheidungszeichen zwischen 
Charles und Louis kann nur allein 
die Jahreszahl bilden. Nachweis- 
bar sind von Louis: 

Les quatre saisons, Cantates fran?. ä 
1 et plusieur voix, avec simphonie & Sans 
simphonie. Liv. L Paris 1724 Fauteur. 
fol. P. 4 Can taten, [ilodena. 

3me recueil d'airs serieux et a boire, 
Vaudeville et ronde de table. Jan. Fev. 
Mars. Paris 1727 l'auteur. qu4". Arien 
mit Instr. u. Bc. [Modena. 

Hebe. Cantatille 1733. Paris, J. B. C. 
Ballard. quS». [br. Mus. 

Cantatilles par un Dessus avec Violons 
et flütes. Paris 1733 Boivin. qu4°. 
[B. Wageuer besitzt die Hefte: 

La toilette de Venus 1744. 

La someille de Climene 1734 Nr. 15. 

L'este. 1733 Nr. 8. 

Le Triomphe de Bachus 1741 Nr. 39. 

La Cascade de St. Cloud 1748. 

La Yictoire Nr. 52. 

Le fetes Champetres 1747 Nr. 55. 

L'annee merveilleuse Nr. 62. 

Les effets de l'absence. Cantatille av. 
acc. de flutes . . . Paris 1735. P. [Darmst. 

Sapho. Cantatille av. acc. de V. et 
Fl. Paris 1741. P. [Darmst. 

L'indifference. Cantatille sans acc. 
Paris 1741. [Darmst. 

In der Bibl. Kgsbg. Cantatille „C'est en 
fait, je vous quitte inconstante Isabelle'' 
pour 2 V. une vois et Bc. par Mr. Le- 
maire. Ms. in qufol. 

In der B. des Conserv. zu Paris be- 
finden sich (ohne Vornamen) 7 voll. 
Cantatilles und Psalmen Davids. — Re- 
cueil d'airs serieux et ä boire. — Motets 
et Concerts spirituels. Les quatre Saisons 
cantates avec des choeurs. Da der Kat. 
weder Druckort, Jahr noch genauen Titel 
angiebt, so kann auch ein und das andere 
"Werk Charles zugehören. Eine Anfrage 



Leinaire, Louis. 



126 



Le Maistre, Matthaeus. 



bei der BiWiotheks-Verwaltung wird stets 
mit der beliebten Abweisung beantwortet: 
nicht vorhanden. 

In Ballard's Meslanges von 1727 einige 
Sätze, 

Im br. Mus. unter Charles gestellt : 

Ariana. Cantatille . . . avec acc. de 
Flüttes , Violons et Hautbois . . . Gravee 
par Duraont. Paris 1732 chez l'Auteur. 
qu80. 

L'Aurore (Titel wie vorher). Paris 
(1733) J. B. C. Ballard. quS". 

La Bergere impatiente ... Ib. (1733). 
qu8". 

La Constance . . . Gravee par Mlle. 
Louise Eoussel. Paris, laute ur. quS". 

Les effets de l'Absence . . . Gravee 
par L. Hue. ches l'auteur. Paris 1735. 
qu80. 

Epithalame ... Ib. 1738. qu80. 

Le Jour ... Ib. 1743. qu8". 

L'lnconstance . . . sans accompagn. Ib. 
1738. qu80. 

L'Indifference . . . s. acc. Ib. 1741. 
qu8". 

Les plaisirs champetres. 2me Musette. 
Cantatille ... av. acc. de Musette, Vielle, 
Fhites, Violons ... Ib. 1738. quS». 

Psiche . . . av. acc. de V. et Fl. . . Ib. 
1741. quS". 

Le rendez-vous Pastoral. Cantatille . . . 
sans accomp. Ib. 1738. qu8'^. 

Le sacrifice d'amour ... Ib. s. a. Gra- 
vez par Mlle. L. Roussel. qu8o. 

Sapho ... av. acc. Ib. 1741. qu8''. 

Le Somnieil de Cliniene ... av. acc. 
Paris (1733) Ballard. (Text von Laffi- 
chard). quS''. 

Orphee. Cantatille . . . pour un Dessus, 
av. acc. de V. et Flute . . Gravee, p. Mlle. 
Bertin. Paris 1743 l'auteur. (\vßP. 

Nur die eine Cantatille „Hebe" Text 
von Laffichard, avec accomp. Paris 
(1733) Ballard. quS», ist mit Louis Le- 
maire gez. 

Lemaire, Nicolas; 

im br. Mus: 6 new cottillons and six 
Country Dances with three . . . Minuets 
. . . London c. 1770 printed for R. War- 
num. qu40. 

Le Maistre (Maitre), FraiKjois, 
seit 1561 Kapellan und Sänger an 
der spanischen Hofkapelle, wo er 
sich in den Listen bis 156.S ver- 
folgen lässt (Straeten 8, 40). 

Le Maistre, Gerard, wird am 
10. Mai 1631 als Chorsänger an 



St. Martin zu Ypres erwähnt (Strae- 
ten 2, 273). 

Le Maistre, Jacob, bekannt 

durch den Gesang: 

Laudate nomen Domini (Lobett den 
Allmechtigen Gott) 4 voc. 6 Stb. um 
1600 geschrieben, Ms. 12 in B. Br. 

Le Maistre, Mattliaeus, ein 

niederländischer Meister und seit 
Michaelis 1554 Kapellmeister an 
der Hofkapelle in Dresden; wird 
am 24. Juni 1568 pensioniert 
(Scandellus wird sein Nachfolger) 
und stirbt vor April 1577 zu Dres- 
den. Da er aus Lttttich einen 
Sängerknaben nach Dresden mit- 
brachte, liefse sich annehmen, dass 
er in Lüttich bis dahin lebte. Otto 
Kade hat über ihn eine Biographie 
veröffentlicht (Mainz 1862 Schott's 
Söhnen); leider sind darin soviel 
historische Verstöfse, dass man ein 
gut Teil als unbrauchbar bei Seite 
lassen und da er Mathias Her- 
mann Werrecorensis mit obigem 
verwechselt, seitenweis streichen 
muss. Auch sonst kommen noch 
falsche Namen und Namens Ver- 
wechslungen vor, wie S. 1 Jhan 
Gero mit Maistre Jan, S. 7 lies 
Rupsch für Ruppich. Seite 31 
sind die Villoten von Mathias Her- 
mann zu streichen. Das Beste 
sind die Musikbeilagen, wenn man 
nämlich die Mathias Hermann an- 
gehörenden Tonsätze von Matthaeus 
Le Maistre's trennt. Aktenstücke 
siehe die Generalreg. zu den Mo- 
natsheften. Von seinen Kompo- 
sitionen sind nachweisbar: 

1563. Catechesis numeris inclusa et 
ad puerorum captum accommodata, 3 voci- 
bus comp, a Matthaeo le Meistre Belga 
. . . Noribg. 1.563 Joan. Montanus et Neu- 
berus 3 Stb. qu8". Inhalt bei Kade 
S. 38 ff. [B. M: 2 Disc. u. pars infima. 
Im br. Mus. ebd. eine Ausgabe von 1559, 
nur Pars infima vorhanden. 

1566. Geistliche vnd weltliche teutsche 
Geseng mit 4 und 5 Stim. . . Witteberg 



Le Maistre, Matthaeus. 



127 



Lemeuu, Chiistoph. 



1566 Joh. Schwertel. 5 Stb. qu4''. 92 
Gesge. bei den 6stim. ist die 6 a vox 
eingeschoben. [B. M. B. B: fehlt Ten. 
Heilbronn fehlt B. Eostock, Stb. ? 

1570. Liber 1. sacraruni cantionum 
(quas vulgo Moteta vocant) ab ... 5 voci- 
bus comp. . . Dresdae 1570 Giinel Monta- 
nus. 5 Stb. cixiVK 15 Nrn. [B. M. B.Zw. 
Löbau. B. Kgsbg: D. A. B. 

1577. Schöne vud aufserlesene: Deud- 
sche vnd Lat. Geistl. Gesenge, auff 3 
Stirn. . . Drefsden 1577 (Gimel Bergen). 
3 Stb. qu4o. 24 Gesge. [B. L. B. Zw. 
Dreikönigskirche in Dresden: Media und 
Infima vox. Bologna im Ms. F. fol. 

In alten Samlwken. 5 lat. Gesg., dabei 
eine Messe (Eitner 1). Das Epithalamium, 
Noribg. 1568 Montanas et Neuber (Eitner 
1, 15681) besteht aus 6 Stb. und ist im 
br. Mus. komplet. Unter Berg u. Xeuber, 
Bd. 2, fehlt das Samlwk.). In Eiihling's 
Orgeltab. 1583 ein Satz. 

In neuen Ausg. 33 Gesänge, davon 
sind die Battaglia und ViUota von Mathias 
Hermann ^"errecorensis abzuziehen (Eitner 
2). Aulserdem in Ambros' Musikgesch. 5 
p. 421 zwei weltl. Lieder zu 4 Stirn. 

Im Ms. 

B. M. Missa praeter reram 6 voc. 
Missa in feriis 4 voc. Missa sine nom. 

5 voc. 24 Officien (Intraden, Grad. Com.) 
zu 4 u. 5 St. in alten Chorbüchern. 4 
Antiphonen zn 4 u. 5 Stirn. Chorb. u. 
1 Motette. 

B. Zw. Missa sup. Youliez memoire 

6 voc. 6 Stb. — Missa sup. "\Yo der 
Herr nicht baut das Haus, nur Cantus 
vorh. 

B. B. Ms. T36. 51. 91. Gesge in P. 

Le Maitre, Pierre, Sänger in 
der Kapelle der Königin Charlotte, 
Frau Louis XI. von Frankreich, 
von 1462—79 (Thoinan 69). 

Leman, James, gab heraus: 

A new metliod of learning Psalm-tunes, 
with an instnmient of musick, call'd the 
Psalterer. London 1729 G. Smith. 4". 
Enthält Psalmen von J. Church, J. ^X. 
("Weldon?), M. Hart, J. Clark u. W. Croft. 
[br. Mus. 

Lemareliand, Signor, ein Ver- 
leger ,,ordinaire de Tacademie 
royale de musique, Clottre S. Niclas 
du Louvre'' ... in Paris, gab her- 
aus: 

Ailemandes nouvelles p. V. e B. re- 
cueiliies ä Vienne en Autriche. I. recueil. 



qufol. 12 S. [Schwerin F. Kat. 1, 84 
Nr. 33. 

Die B. des C. F. besitzt unter Le Mar- 
chand Variations sur des airs communs. 

Von einem Le Marchand^ der um 1780 
zu Paris lebte, besitzt die Nationalbibl. 
zu Paris unter Nr. 2990: Principes du 
Galoubet, ou FI. de Tambourin. Paris 
1787 Deslauriers. Er ist wahrscheinlich 
derselbe, von dem die Variations sind. 
Gerber 1 verz. von ihm 6 Violintrios und 
6 Duos füi's Tambourin. 

Le Marlot, Oeorges, Sänger in 
der Kapelle des Herzogs Jean 
d'Orleans, 15. Jh. (Thoinan 67). 

Lemazurier, Pierre-David, ein 

Schriftsteller, geb. 30. März 1775 
zu Gisors, gest. 7. Aug. 1836 zu 
Yersailles. Beamter in der Staats- 
verwaltung, dann Sekretär an der 
Comcdie-franQaise zu Paris, zog 
sich 1830 zurück. 

Fetis verz. von ihm 10 Jahrg. Theater- 
Almanache: L'opiniou du parterre, 1803 
bis 1813. Paris, 10 voll, in 18», die auch 
über Oper u. Sänger Nachrichten geben. 

Lemberger, Ferdinand, Violi- 
nist an der Hofkapelle in Wien 
mit 45 Gld. monatl. Gehalt vom 
1. Juni 1700 bis 30. Juni 1740; 
von 1712 ab bezieht er jährlich 
720 Gld. (Köche! 1). 

Le Mee (Meer), Frauciscus de, 
ein Flamländer, wird in den Listen 
der päpstl Sänger im Jahre 1534 
erwähnt und starb am 10. Juli 
1535, begraben in der Kirche S. 
Juliani Flamanorum (Viertel]. 3, 
265. Reg. der Bausteine Haberl's 3, 
p. 117. Straeten 6, 419 zwei Doku- 
mente). 

Le 3Ienu de Saint -Pliilbert. 
Die Pariser Nationalbibl. besitzt 
unter diesem Namen: 

5 Cantatilles. Paris, l'auteur (1742). 

Recueil d'airs serieux et ä boire ä une, 
deux et trois voix. Paris. [Darmst. 

Lemenu, Cliristoph, unbekann- 
ter Komponist. Zu Paris gab es 
um 1760 (Gerber 2 schreibt 1787) 
einen Musikverleger, doch scheint 



Lern es. 



128 



Lemire, Jean-Ant. 



es sich hier um einen Kompo- 
nisten zu handehi. Das british 
Museum in London besitzt von 
ihm: 

1. Principes de musique, courts et fa- 
ciles. Paris, qufol. [auch im C. P. 

2. Motets sur les priocipales fetes de 
rannee, ä 1 et 2 voix. Paris, fol. 

3. Ariaue (La vielle, Hipponiene et 
Atlaute, L'impatience, L'etincelle, L'himen) 
cantatille . . . Paris c. 1750, fol. (Leider 
giebt der hds. Kat. keinen Verleger an.) 

Im C. P. unter Lemenu: un recueil de 
motets, oü se trouve coronati flores. 

Lemes, Andreas, aus Mainz, 
lebte zu Mergentheim oder Marien- 
thal, Stadt in Württemberg; er bez. 
sich auf folgendem Drucke mit 
„equestris ordinis Teutonicorum in 
Yalle Mariae Phonasco & Harmo- 
nista. Er gab heraus: 

Neotericum opusculum musices. Quod 
partim una, partim autem binis, teruis, 
quaternisque pro commoditate musicorum 
vocibus, non solum ad Organum, venim 
etiam ad quoduis iustrumentorura . . . 
Francofurti 1614 Wolfg. Richter, sumpt. 
N. Stein. 5 Stb. in kl. 4». 23 lat. Gesge. 
[B. Br: C Hofb. Wien kompl. 

Li Phalese's Samlwk. Corona sacra 1626 
ein Gesang. 

Le Messier, siehe Messier, Ant. 

Lemi^re, . . . Taine, Viohnist an 
der Oper zu Paris, Schüler Ga- 
vinies, trat 1751 ins Orchester und 
zog sich im April 1771 zurück, 
in welchem Jahre er auch starb. 
F6tis verz. von ihm 2 Bücher So- 
naten und 1 Buch Duos f. 2 V. 

Lt'mi(>re de Corvey, Jean- 
Fr^deric-Aiig-uste, geb. um 1770 
zu Rennes, gest. 19. April 1832 
zu Paris an der Cholera. War 
Knabensänger a/d. Kathedrale zu 
Rennes, trat dann als Volontaire 
in ein Bataillon der Republik, 
wurde Unterleutnant und kehrte 
am 10. Aug. 1792 nach Paris zu- 
rück, nahm Kompositionsunterricht 
bei Berten und legte sich darauf 
aufs Komponieren. Schon 1792 
kam seine erste Oper „Les Cheva- 



liers errants" auf die Bühne, der 
zahlreiche nachfolgten. Mehrfach 
machte er noch Feldzüge mit. 
Seine Operetten hatten nur kleine, 
meistens aber keine Erfolge (Felis 
ausführlich, der auch 21 Opern u. a. 
verz.). Nachweisbar ist die eine 
komische Operette: 

La Cruche cassee, ou les rivaux de 
village, op.-com. en 1 a. (Paris 24/12 1819). 
Paris, Petit. P. [Brüssel Cons. 

23 Romanzen, Chansonettes, Barcarole, 
teils im Ms., teils in Pariser Drucken. 
[Mailand Cons. 

Ouvertüre: La repi'ise de Toulon par 
les rran(;'ais. Paris 1793 Imbault. Stb. 
[Lübeck. 

Auf einem Drucke von 1806 nennt er 
sich ,,Capitaine Aide-de-camp de general 
Thiebault gouvern. du pays de Fulde". 
Die Komposition ist betitelt: La bataiUe 
d'Jena gagree sur les Prussiens le 14. oct. 
1806 Grande pieces de musique pour le 
Pfte. Hbg., Böhme, qufol. [B. B. Lübeck. 

Li den Anzeigen finden sich noch 
Pfte.-Kompositionen in den Jahren 1807, 
op. 36, und 1809. 

Lemire , Grermaiii - Fraiii^'ois, 

Sohn des Charles, geb. um 1726 
zu Antwerpen, gest. 21. Juli 1813 
ebd., 87 J. alt. Es muss fast zu 
gleicher Zeit zwei Musiker dieses 
Namens in Antwerpen gegeben 
haben, denn 1731 wird einer als 
Chorsänger an der Kathedrale an- 
geführt, der noch 1782 erwähnt 
wird, und der obige war Violinist 
an der Kathedrale um 1782 und 
seit 1772 erster Violinist, resp. Or- 
chesterdirektor 40 Jahre lang am 
Theater in Antwerpen (Gregoir 
Panth. 3, 58. 6, 31. Auf S. 26 
des 6. Bdes. verz. er um 1772 
einen Ä. Lemire als Violinisten 
am Theater). 

Lemire, Jean-Aiitoiiie; Strae- 
ten verz. Bd. 3 S. 78. 81—86 einen 
Sänger an der Oper zu Antwerpen 
in den Jahren 1654—1686. Die- 
selben Namen trifft man dann 
wieder in Bd. 4, 217, wo er Mit- 
glied der Gilde St. Job und 1718 



Lemle. 



129' 



Lemoine. 



an der Kirche St. Walburge in Ant- 
werpen, 55 Jahr alt, angestellt ist. 
Zweifellos betrifft dies zwei ver- 
schiedene Personen. 

Lemle (Lämblein, Agnelli), Se- 
bastian, ein Komponist aus dem 
Anfange des 17. Jhs., der nach 
dem folgenden Ms. zu urteilen in 
Breslau, oder in Schlesien über- 
haupt lebte. 

Die Stadtb. in Breslau besitzt 36 geist- 
liche Gesänge über deutsche und lat. 
Texte für Chor und Instrumente in Stb. 
Bohn's Kat. giebt ein genaues Verz.. siehe 
Ms. 166. Aufserdem noch 1 Benedicam 
in Ms. 21 u. 23. In Ms. 28, 2 bei einem 
Gesänge von Eosthius wird ein Eucharius 
Lemlein erwähnt. 

Lemliii (Lemblin, Lemblein), 
Lorenz; Forster nennt ihn im 
3. Teile seiner deutschen Lieder- 
samlg. von 1549 „unsern frommen 
Praeceptor u. Komponisten Lau- 
rentius Lemlin, seligen Kurfürsten 
am Rhein, Pfalzgraf Ludwig, Scänger 
u. Kapellmeister". Lemlin stammte 
aus Eichstätt in Baiern und ist 
am 7. April 1513 im Matrikelbuche 
der ünivers. Heidelberg eingetragen. 

Forster wurde, als er in Heidelberg 
studierte, von L. unterrichtet und bringt 
dann in seinen Liedersammlungen 1539 
bis 1549: 15 deutsche mehrst. Lieder zum 
Abdrucke. Ein Urteil über seine deut- 
schen Lieder in M. f. M. 26, 89. In 
neuer Ausg. 1 Lied (Eitner 2). Aufser- 
dem sind noch 9 lat. Motetten in Samlwk. 
veröffentlicht (Eitner 1). In Mss. findet 
man 2 deutsche Lieder in P. W94 in B. B. 
und ein Grates nunc 8 voc. in Ms. 792 in 
B. Proske. — In der B. Elbmg Ms. an 24, 
5 Stb. einige Lieder. — In B. Kassel Ms. 
sign. D. ex S. Sc. et Patr. 6 voc. 6 Stb. Nr. 4 : 
Oramus Domine 8 voc. Laur: Lemblin. 

Lemm, siehe Lern. 

Lemnie, Karl I., Sohn eines 
Instrumentonmachers, war um 1780 
Organist an der Katharinen- und 
Magnikirche zu Braunschweig und 
machte sich um die Verbesserung 
der Klaviere verdient, gab auch 
folgende Schrift heraus: 

Rob. Eitner's Quellen-Lexikon. Bd. 6. 



Anweisung und Pegeln zu einer zweck- 
mäfsigen Behandlung englischer und teut- 
scher Pianoforte's und Klaviere, nebst 
einem Verz. der bei dem Verfasser ver- 
fertigten Sorten von Pfte.'s u. Klavieren, 
von . . . Braunschwg. 1802 K. Reichard. 
4*^. [Brüssel. 

Gerber 1 giebt Nachricht über seine 
Verbesserungen. 

Lemme, Karl II., der Sohn 
des vorigen, geb. zu Braunschweig 
um 1769, gest. im Okt. 1832 zu 
Charenton in Frankreich. Lernte 
beim Vater den Klavier- u. Piano- 
fortebau, liefs sich um 1799 in 
Paris nieder und errichtete eine 
Klavieifabrik. Er schrieb das 
Buch: 

Nouveau Systeme. NouveUe methode 
de musique et gamme chromatique, qui 
abrege le travail et l'etude de la musique; 
de onze douziemes, on la reduit ä un 
douzieme. Inventee et publiee par . . . 
(Avec 2 supplem.) Paris 1829 F. Didot. 
80. 1 Bd. Text, 1 Bd. ßeisp. u. Zeich- 
nungen. [Brüssel. Glasgow. 

Näheres bei Fetis. 

Lemmens, Hanns, Organist an 
der Hofkapelle in Wien mit 10 Gld. 
monatl. vom 1. April 1594 bis 
15. Sept. 1599 (Köchel 1). S. 110 
wird gesagt, dass er aus Belgien 
stammt. 

Lenimer, . . . ein Komponist des 
18. Jhs., ist bekannt durch eine 

Symphonie (in Cd.) f. 2 V. A. u. B. 
Ms. in Stb. [Brüss. Cons. 

Lemnil, Domenico, Priester u. 
Musiker an der Stadtkapelle in 
Lucca vom 24/4 1705 bis zu sei- 
nem Tode am 7/2 1736 mit 3 sc. 
monatl. Gehalt (Nerici 210). 

Lemoine, Madame, ihre Lebens- 
zeit ist mir unbekannt. 

Die Bibl. Dresd. Mus. besitzt im Ms. 893 
das Singspiel: La Quitouse ou pour les 
pauvres, s'il vous plait, für 1 Singst, u. 
Pfte. fol. — Die B. B. besitzt unter Le 
Mo'ine^ Ms. 12770, das Singspiel: Drey 
Freier auf einmal, in 1 Akt, P. Unter 
Jean Baptiste Lemoyne ist es zwar nicht 
verz., doch ist es immerhin möglich, dass 
er der Autor ist. 

9 



Lemoine de Limav. 



130 



Lemoyne, Jean-Bapt. 



Lemoine de Limay, . . . lebte 
um 1788 als Musiklehrer und Kom- 
ponist zu Paris, wie Framery's 
Almanacb musical 1789 u. f. Jahre 
berichtet. Man kennt von ihm: 

3 Senates pour Claveciu avec acc. de 
V. oe. 1. Paris chez l'auteur 1788. 
[Paris Nat. 

Lemoine (Le Meine), Antoine- 

Mareel, ein Guitarrist, geb. 3. Nov. 
1763 zu Paris, gest. im April 1817 
ebd. Zuerst Violist am Theater 
de Monsieur (1789), wurde darauf 
Orchesterdirektor an verschiedenen 
kleinen Theatern zu Paris und be- 
arbeitete die Musik von Yaude- 
villes. 1793 errichtete er eine 
Musikhandlung, in der er auch 
seine eigenen Kompositionen für 
Guitarre verlegte, meist Arrange- 
ments. Um 1790 gab er eine 
Guitarrenschule heraus: Nouvelle 
methode de guitarre, Paris, Im- 
bault. [Paris Nat. 

Le Moisne oder Le Moyne, ein 

Komponist aus dem Anfange des 
16. Jhs., den AttaingTiant anfäng- 
lich Le Moisne, dann Le Moyne 
nennt. Ich glaube, dass es ein 
und derselbe Autor ist. 

Er ist in den Samlwk. Attaiugnanfs 
von 1539 — 1547 mit 4 Chansons vertreten 
(Eitner 1). 

Lemoles, Peter (Pietro), ist am 
baierschen Hofe mit 330 Gld. als 
Musiker vom 1/9 1672—1676 an- 
gestellt. 1699, als der Kurfürst in 
Brüssel im Exil lebte, findet man 
ihn wieder mit 1000 Gld. ange- 
stellt (Kreisarchiv). Es ist nicht 
zu ersehen, was er für ein Amt 
bekleidete. Gerber 2 führt ihn 
unter Moles an, als einen zu Lon- 
don lebenden Musiker, dessen Por- 
trät um 1705 von Kneller gemalt 
und von Cooper gestochen ist. 

Lemon, John, geb. zu Truro 
175-4, gest. 5. April 1814 zu Pol- 
velJen bei Love in England, ein 



Dilettant, Leutnant, dann Major 
der Horse Guards u. Leutn. Colo- 
nel in der englischen Armee, seit 
1804 Lord Commissioner of the 
Admiralty. Schrieb Kirchenge- 
sänge, die noch heute in der eng- 
lischen Kirche gesungen werden 
(Stephens, mit Abdruck einiger 
Gesge.). 

Le Monnet (Monet), M., ein 
Verleger oder Notenstecher zu 
Paris, gab heraus: 

Eiens lyrique les petits. — Tribut de 
la toilette 10. et 13. partie, 4 Hefte in 
1 vol. s. a. (c. 1740). Musik (Parodien) 
mit Texten. [Antiq. Roseuthal. 

Le Motteux, Pierre, lebte Ende 
des 17. Jhs. in London als Text- 
dichter von Opern, Maskeraden u. a., 
ob er auch Komponist war, ist 
nicht nachweisbar. 

Im R. C. of Mus. Nr. 2809 das Textbuch 
zu The loves of Mars and Venus. Lon- 
don 1697 (Marpurg 4, 143j. 

Le Moyne, 16. Jh., siehe Le 
3Ioisne. 

Lemoyne, (jal)riel, Sohn des 
Jean Bapt, geb. 14. Okt. 1772 zu 
Berlin, gest. 2. Juli 1815 zu 
Paris. Schüler von Clement und 
Edelmann, reiste als Pianist in 
Begleitung des Violinvirtuosen La- 
fout. Lebte dann in Paris als 
Lehrer und Komponist. 

Fetis verz. Klavierpiecen u. 4 Sämigen. 
Romanzen. Bekannt sind nur 

Duo pour deux pfte. oe. 16. 2 Hefte. 
Paris, Leduc. [besals einst Leo Liepm. 

3 grandes Senates pour le forte-piano, 
oe. 10, liv. 1. Paris, le Duc, mit G. Le 
Moyne gez. [Amst. 

Lemoyne (Le Moyne), Jean- 
Baptiste Moyne, dit Lemoyne, 
geb. 3. April 1751 zu Eymet in 
Perigord, gest. 30. Dez. 1796 zu 
Paris. Ein Opernkomponist, be- 
gann als Knabensänger an der 
Kathedrale zu Perigueux seine 
Laufbahn. In den Jahren 1771 
bis 73 lebte er in Berlin als Musik- 
direktor am französischen Theater, 



Lemoyne, Jean-Bapt. 



131 



Lender. 



machte noch einige Studien bei 
J. A. P. Schulz (die Angaben lauten 
sehr verschieden, dass er aber in 
Berlin gelebt hat, beweist die Ge- 
burtsanzeige eines Sohnes im Jahre 
1772, nach Ledebur). Hier schrieb 
er auch als ersten Versuch eine 
Gewitterscene für die Oper „Tuinon 
et Tüinette", die schon seit 1769 
in Berlin gegeben ^Yardo und die 
ihm vom Prinzen von Preufsen 
eine goldene Dose einbrachte. Von 
Berlin ging er nach Warschau und 
dann nach Paris. Als Verehrer 
Gluck's suchte er dessen Stil nach- 
zuahmen, doch sein Wissen und 
Können war zu unausgebildet. 
1788 besuchte er Italien. Für das 
Theater Favart war er als Kom- 
ponist engagiert. Fotis führt 16 
Opern von ihm an. Nachweisbar 
sind: 

Electre, trag. lyr. en 3 a. (Paris 2/7 
1782). Paris, i'auteur. P. kl. fol. 270 S. 
[Brüssel Cons. Hofb. Wien. br. AIus. 
C. P. Paris Xat. Paris l'opera im Ms. 
Darmst. B. B : Paris, Le Duc. 

Louis IX. en Egvpte, en 3 act. (15/6 
1790) im Ms. P. [Paris Fopera. C. P. 
br. Mus. eine Arie. 

Miltiade a Marathon, op. en 2 a. (3/11 
1793). Ms. P. 2 voll. [Paris l'opera. 

Nephte, trag. lyr. en 3 a. (1.5 12 1789). 
Paris, I'auteur. P. [Brässel Cons. br. 
Mus. C. P. Darmst. B. B. Paris l'opera 
im Ms. 

Phedre. Tragedie en 3 act. (26 10 1786). 
Paris. Le Duc. P. kl. fol. 339 S. [Hofb. 
"VN'ien. Brässel. br. Mus. C P. Paris 
Nat. Paris l'opera im Ms. Maild. Cons. | 
Darmst. B. B. Dresd. Dresd. Mus. 
Brüssel Cons. 

Les pommiers et le moulin, com. lyr. 
en 1 a. (22/1 1790). Paris, I'auteur. P. 
[Brüssel Cons. P. Darmst. Paris l'opera 
im Ms. 

Les Pi'eludes, comedie lyrique. Part. 
Paris 1789. fol. [br. Mus. 

Les Pretendus. Comedie lyrique (2/6 
1789). Paris, I'auteur. P. kl. fol. 279 S. 
[Hofb. Wien, auch im Ms. 17 889, P. 
Darmst. B. B. B. M. Schwerin F. 
Brüssel Cons. C. P. Paris l'opera im Ms. 
br. Mus : 2 Arien. 



Toute la Grece ou ce que peut la li- 
berte, Tableau patriotique en 1 a. (5/1 
1794). Ms. P. 40. [Paris l'opera. 

Im br. Mus. iju Einzeldruck 1 Arie und 
1 Eonde. 

Le Munerat, Jean, ein Musiker 
am Kgl. Kollegium von Frankreich, 
Theologe und Scholastiker an der 
Universität zu Paris im 15. Jh., 
bekannt durch das Buch: 

De Moderatione et Concordiä, Gram- 
matica et Musica. Paris 1490 (nach Fetis). 

Lena, 3Iariauo, ein Sopranist 
a/d. Mannheimer Hofkapelle seit 
1734, wurde 1764 Direktor der 
Hofoper daselbst und ist bis 1778 
zu verfolgen. Als Sopranist er- 
hielt er 1300 Gld. Gehalt. Als 
Direktor der Oper stand die ganze 
Verwaltung unter ihm (siehe Friedr. 
Walter im Eegister). 

Leuaerd, Simon, wurde am 19. 
Aug. 1573 Kapellmeister an der 
Kathedrale zu Tournay (Akten. 
Fetis unter Franc. Kegnard). 

Lenaert (Lienart), ... ein um 
1515 in den Niederlanden leben- 
der Lautenist; liefs sich in Brügge 
vor Kaiser Karl V. hören (Strae- 
ten 7, 380). 

Lenain, ... ein Musikschrift- 
steller des 18. Jhs., der herausgab: 

Elemens de musique ou abrege d'une 
theorie dans laquelle on peut apprendre 
avec facilite l'art de raisonner et les prin- 
cipes de cette science; ouvrage utile aux 
comraen^ants . . . Paris 1766 Dessain 
junior Conturier . . . 12". [B. B. Bi-üssel. 

L'Enclos, Fau, in Roger et La 
Coste's Verlagskatalog mit mehre- 
ren lustrumentalkompositionen ver- 
treten. 

Lenclu, Martin, 1641 Sänger 
an der Hofkapelle in Brüssel mit 
245 Gld. Gehalt (Straeten 5, 136). 

Lender, Joliann Peter, aus 
Strafsburg, ist am 18. Apr. 1765 
als Musicus an der Universität zu 
Lejden eingeschrieben (Bouwst. 
3, 9). 

9* 



Lendorf, Matthias. 



132 



Le Noble, Joseph. 



Lendorf (Lendorff, Gerber 1 
Lendorffer), Matthias oder 3Iat- 
thaeus (nur mit M. oder Mat. 
verz.), nennt sich 1761 einen Vir- 
tuosen in der Musik (Yirtuoso di 
Musica) und gab in Nürnberg 

heraus: 

Diveiümenti pastorale con Var. ä Cemb. 
solo e V. (Magazin). In der Karlsruher 
Bibl. Ms. 253 eine Sinfonia da caraera 
von 1769, ä 2 V. 2 Clarini, 2 Cor. 2 Viole, 
Fl. trav., 2 Vcl., Cembalo obig. Besteht 
aus 15 Sätzen, die sich in Dd. Ad. u. Gd. 
bewegen. 

Lendorff, . . . ein Abbe zu Paris; 
gab 1781 daselbst vier Werke her- 
aus, wovon die letzten 3 Streich- 
quartette sind (Gerber 1). 

Leiidormy, N . . . Gr . . ., ein 
französischer Komponist aus dem 
18. Jh., ist bekannt durch 

1. et 2. livre pour le Pardessus de 
Viole. ou le Violon avec la B. oe. 2 et 3. 
Paris, Le Clerc. 2 voU. zu 12 u. 15 S. 
in tl. #. [Hofb. Wien. 

Gregoir im Panth. 3 zeigt noch das 
"Werk an: Observations sur l'Alto -Viole 
ou Dessus de Viole nionte en haute-contre. 
Paris 1778 aux adresses ordinaires. 

L'eulant, siehe Boucher und 
Infantis. 

Lenfant, siehe Flannel. 

Leiigefelder, Magister Lazarus, 
war 1555 Praeceptor (Knaben- 
lehrer) der Chorsänger an der Hof- 
kapeile in Dresden (Fürstenau 1, 
24 schreibt Lazarus Zacharias, m 
M. f. M. 9. 237 verbessert). 

Lengeiibruiiuer, Pater Johann, 
ein Benediktiner zu Tegerusee, gab 
nacli Forkel und anderen ein theo- 
retisches Werk lieraus, welches 
aber bis jetzt verschollen ist. Der 
Titel, den Forkel u. a. vollständig 
mitteilen, beginnt: 

Musices haud vulgare compendium . . . 
Augustae Vind. 1559. 7 Bog. Der An- 
hang handelt über das Spieleu der Flöte 
traversiere. 

Lengliauier, Oaudentius, ist 

jedenfalls derselbe wie Lengham- 
mer (s. d.), schon der Druckort 



Passavium (Passau) stimmt mit 
dem unter Lenghammer mitge- 
teilten Werke überein. Er gab 
heraus: 

Symphonia sacra novantiqua seu Offer- 
toria 16. a 4 voc. 2 V. 2 Violis c. duplici 
Bc. Passavii 1734 sumpt. Jo. Gaste, impr. 
Gabr. Mangold. 13 Stb. [B. M. fehlen A. 
u. Violone. 



Leiiffhammer. 



In der Bibl. 



der Musikfr. zu Wien befindet sich 
folgendes Werk, ob Druck oder 
Ms. giebt der Kat. nicht an: 

Ecce sacerdos magnus, Offertor f. 4 
Singst, u. Orgel (lu contrapuncto duplici 
ad octavam. A Benedicto Ant. Aufrhaiter^ 
cap. mag. Pataviensi correctum et com- 
positum, a suo discipulo domino Leng- 
hammer inventum). Siehe auch Leng- 
hamer. 

Lenglesias, siehe Engles. 

Lenglez, Ouillaume, Sänger 
in der Kapelle Philipp des Schönen 
um 1506 (Straeten 7, 163). 

Lenhard, ... ein Fagottist, giebt 
am 23/3 1779 ein Konzert in 
Frankfurt a. M. (Israel 68). 

Leno, Antonius de, ein Theo- 
retiker des Mittelalters. Cousse- 
maker, 3. Bd. Scriptores p. 307 
veröffentlicht den Tractat: Eegulae 
de contrapuncto. 

Le Noble, Mrs., lebte als Vio- 
linist zu Paris und gab nach einer 
Anzeige 1781 op. 2, 6 Quatuors 
heraus. Bekannt ist mir nur: 

3 Senates pour le Clavecin, le Fortep. 
ou la Harpe av. acc. de V. Grave par 
G. Magnian (ä Paris). [Dresd. Mus. Ob 
er derselbe wie der folgende ist, bedarf 
der Untersuchung. 

Le Xoble, Joseph, Sohn eines 
französischen Musikers an der 
Mannheimer Kapelle, geb. 1. Sept. 
1753 zu Mannheim, gest. 15. Dez. 
1829 zu Brunoy bei Paris. Schüler 
von Cannabich, ging 1784 nach 
Paris, trat im Concert spirituel 
mit dem Oratorium Joad auf und 
wandte sich dann der Opernkom- 
position zu. 



Lens 



133 



Lentz, Heiur. Gerh. 



Die National bibl. zu Paris besitzt die 
Opern : Lausus et Lydia, mit Mehul kom- 
poniert und L'Amour et Psyche. Mss. P. 
— Ebdort. noch : 6 Senates pour clavecin 
av. Y. oe. 3. — Friedr. Walter verz. den 
Vater 1762 als Opernsänger a/d. Mann- 
heimer Hofbühne (p. 247). 

Lens, Egidius de, Canonicus 
a/d. Kirche St. Johannis Evangel. 
zu Lütticb, wird am 1. Dez. 1389 
päpstl. Sänger (Viertelj. 1, 451). 

Lentall, ... ein englischer Kom- 
ponist, Lebenszeit nicht bekannt, 
kommt im Ms. 634 mit einem 
„Song" vor. [br. Mus. 

Leiitou (Lenthon), Joliii, schwor 
am 10/11 1685 als Gentleman 
extraordin. a/d. Kgl. Kapelle zu 
London, berühmt als Violinist, 
Flötist und Komponist. Er lässt 
sich in den Listen der Kapelle bis 
1710 verfolgen, wird aber in den 
darauf folgenden nicht als fehlend 
bezeichnet. Das Cheque-book verz. 
1719 einen J. L. als Verstorbenen, 
der aber seit 1708 Groom of the 
Vestry an der Kgl. Kapelle war 
(d. h. Sakrestei- Diener), es lässt 
sich nicht annehmen, dass es der- 
selbe ist (Rimbault 224. Nagel 1, 
65. 66. Viertelj. 8, 515. Grove). 
Von seinen Kompositionen sind 
nachweisbar: 

. . . Musick in the Comedy call'd ye 
Gamester. s. 1. c. 1708. [br.^Mus: 1. 2. 
Treble, T. B. 

Die Bibl. des R. C. of Mus. besitzt an 
Operetten: Yenice preserved 1682. Ms. 

The ambitions Stepmother 1700. Lon- 
don im Druck. 

Tamberlain 1702. London. 

The fair penitent 1703. Lond. 

Liberty asserted 1704. Lond. 

Abra Muley 1704. Lond. 

In D'Urfev's a 3. collect, of new songs, 
einige Nrn. i685. [E. C. of Mus. 1367. 

Einen Catch: A mate to a cock in 
WaiTen's Catches 1763. 

Grove zeigt noch an: The Gentleman's 
Diversion, or the Violin explained, enthält 
einige Airs von ihm u. anderen Kompo- 
nisten 1693. — 2. Ausg. von 1702: The 
useful Instructor on the Yiolin. 



1694. A Consort of musick in 3 pai'ts, 
im Veieine mit Thomas Tollet. 

Im Samlwk. The pleasant musical Com- 
panion einige Catches. 

In Hilton's Catch that Catch can, Aufl. 
von Playford und Johnson 1701 und 1720 
je eine Nr. In Playford's The Theatre 
1685 zwei Nrn. Im Catch Club 1 eine Nr. 

Roger & La Coste gaben auch Instru- 
nientalwerke heraus (Yerlagskatalog). 

Lentz, Hein rieh Oerhard, geb. 
um 1764 zu Köln, gest. 21. Aug. 
1839 zu Warschau, 67 Jahr alt 
(Becker 3). Ein Pianof orte -Vir- 
tuose, der sich viel in der Welt 
herumtrieb. Sein Vater war Or- 
ganist und sein Lehrer, er be- 
suchte dann Paris als Virtuose u. 
Komponist (Ende 1784). 1785 trat 
er im Concert spirituel auf, bei 
Boyer gab er Kompositionen her- 
aus und erteilte Musikunterricht. 
Gegen 1792 ging er nach London, 
wo er in den Salomon'schen Kon- 
zerten aufta-at. 1795 wandte er 
sich nach Hamburg und gab am 
11. Juli ein Konzert (Sittard 1, 
185), wurde noch in demselben 
Jahre vom Prinzen Louis Ferdi- 
nand von Preufsen engagiert, doch 
1802 von Dussek verdrängt ging 
nach Halle und von hier nach 
Polen, wo er sich in Warschau 
niederliefs und 1826 als Lehrer am 
Conservatorium angestellt wurde, 
doch löste sich dasselbe 1831 auf 
und er zog sich ins Privatleben 
zurück (Fetis. Gerber 2). Fetis 
verz. 13 Werke von ihm. Nach- 
weisbar sind: 

6 deutsche Lieder beym Ciavier zu 
singen. Hamburg, Westphal & Co. qu4''. 
[B. B. 

Lied fürs Ciavier oder Fortep. „Ich 
weiis ein Hüttchen" Nr. 3. Hbg,. Günther 
& Böhme. [B. B. 

Symphonie (en ut mineur) ä gr. orch. 
oe. 10. Paris, Lentz. Stb. [Brüssel Cons. 

In Berüii K. H. 2 Mss. unter 2686 mit 
Lenz, gez: 2 Sinfonien in C. u. G. in Stb. 

Concerto p. clavecin (avec petit orch.) 
oe. 3, ib. [Paris Nat. 



Lentz, J . . . N . . . 



134 



Leo, Leonardo. 



3 Senates pour claveoin, oe. 1. Paris, 
Boyer. [Paris Nat. 

Sonate pour fortep. ä 4 ms. oe. 2, ib. 
[Paris Nat. 

Three Sonatas for tbe harpsich., V. & 
Vcl. op. 8. [Musikfr. "Wien. 

Lentz, J . . . N . . ., Organist an 
der Jesuitenkirche und Weinhänd- 
ler zu Kotterdam. gab 1761 drei 
Klavierkonzerte heraus. Ein alter 
Auktionskatalog zeigt von ihm an: 

Concerto per il Cembalo concertata, 
2 V. Va. Vcl. und Sonata a Y. e Cem- 
balo obig. 

Lenz, Salomon, 1711/12 Brat- 
schist an der Hofkapelle in Berlin 
mit 100 Thlr. Gehalt (Schneider 55 
u. H 35). 

Lenzi, Carlo, geb. 11. Juli 1735 
zu Azzone (Bergamo), gest. 23. März 
1803 zu Bergamo, war Sänger, Or- 
ganist, Komponist u. Kapellmeister 
an der Kirche San Maria maggiore 
zu Bergamo. 1800 erblindete er 
und Simon Mayr, sein Schüler, 
wurde sein Nachfolger (Biogr. in 

Lpz. Ztg. 40, 3). 

In der Autograpben-Samlg. von Masse- 
angeli in der Accad. filarmonica zu Bo- 
logna ein Brief vom 22/2 1779. 

Leo X., Papst (1513—1521). 
Giovanni de Medici, 2. Sohn des 
Lorenzo de Medici in IHorenz, geb. 
11. Dez. 1475 zu Florenz, erhielt 
1482 die Tonsur zum geistlichen 
Stande und wurde am 7. März 
1489 von Papst Innocenz YlII. 
zum Kardinaldiakon gewählt. 1492 
erhielt er die Insignien der Kardi- 
nalswürde u. nahm den 15. April 
1492 Besitz von der Titelkirche 
S. Maria in Dominica (S. Maria in 
Navicella) in Kom. 1492—1499 
ging er auf Reisen und liefs sich 
1500 in Rom fest nieder, als die 
Medicaeer aus Florenz vertrieben 

wurden. 

Er war nicht nur ein Beschützer und 
Verehrer der Musik, sondern selbst aus- 
übend, wie die 5 st. Chanson „Zellans 
Emplus" (was Haberl sehr treffend als 



eine Verstümmelung von „Cela sans plus' 
erklärt) beweist, welches Herr Dr. Jakob 
in Regensburg in einem Ms. der Proske- 
schen Bibl. entdeckt hat, überschrieben: 
Jo. C. C de Medicis leo pape deoimus. Ab- 
gedruckt in Haberi's Jahrb. 1888 p. 42. 
Dort auch das Biographische über Leo. 
Derselbe Satz mit dem Textanfange: „Cela 
sans plus'' im Ms. 463 qu40 der Stiftsb. 
in St. Gallen Nr. 203, inkomjd. mit Na- 
mens - Nennung. In B.Basel FX 1—4. 
Ms. unter Nr. 105 : Cela Jons (!) plus 5 voc. 
mit 2 Ten. gez. mit Jo. Cardinalis de 
Medicis, Papa Leo Decimus. 

Leo non papa, ist eine 2 teilige 
Motette im Samlwk. 1564 d (Eitner 
1) gez. Dieselbe in P. in B. B. 
W37, ebenfalls in B. Proske Ms. 
891 und in B. Br. 

Leo di Moclena, bekannt durch 
eine Abhandlung über den Chor- 
gesang der jüdischen Synagoge in 
Salomon de Rossi's Schirha-Schirim, 
Yen. 1623 (siehe Rossi). Valdrighi 
12, 67 nennt ihn Leone da Mo- 
dena^ ein Jude zu Mantua, Kom- 
ponist um 1620. 

Leo, 0-eorgio, ein Komponist 
des 18. Jhs., bekannt durch eine 

Sinfonia ä 9: 2 Ob. le grand, 2 V. 
concert., 2 V. rip., Älto-Viola e Cemb. 
c. B. obig. Ms. Fol. [B. Upsala. 

Leo, Johann Leonliart, Kan- 
toreiknabe an der Hofkapelle in 
München 1616 u. f. Jahre, erhält 
vom 15/8 ab jährl. 52 Gld. und 
Waschgeld 2 Gld., wird im April 
1621 für einen Musicus angenom- 
men und erhält vom 1. Mai ab 
200 Gld. jährl. 1623 geht er nach 
Italien zur weiteren Ausbildung, 
1626 macht er Hochzeit, wozu er 
9 Gld. Verehrung erhält, 1628 geht 
er im 4. Quartal in anderen Dienst 
(Kreisarchiv). 

Leo, Leonardo, geb. um 1694 
zu San Vito degli Schiavi bei 
Brindisi, gest. am 31. Oktob. 1744 
ganz plötzlich (siehe Kat. 2, 249 
von Bologna) zu Neapel, 50 Jahr 
alt. Studierte Musik im Conser- 



Leo, Leonardo. 



135 



Leo, Leonardo. 



vatorio della Pietä de' Turchini 
unter Nie. Fago und Aless. Scar- 
latti. Am 4. Jan. 1713 wurde seine 
Oper „II trionfo della castitä di S. 
AlessiC' auf dem Theater des Kon- 
servatoriums aufgeführt. 1716 ver- 
liefs er dasselbe. 1717 wurde er 
Kapellmeister an der Kirche della 
Soiitaria in Neapel. Sein Aufent- 
halt in Rom, um seine Studien 
fortzusetzen, ist nicht verbürgt. 
Wann er Organist an der Kgl. 
Kapelle wurde, ist nicht bekannt. 
1724 trat er als Lehrer in obiges 
Konservatorium und war bis c. 
1736 dort thätig. 1615 ist er auf 
einem Ms. mit Academico Olimpico 
bez. L. war ein sehr fruchtbarer 
Komponist in allen Fächern der 
Gesangsmusik, während an Instru- 
mentalmusik nur Weniges bekannt 
ist. (Biogr. im Florimo 3, 32 und 
in den anderen Bden. zahlreiche 
Notizen. Fetis nur Weniges brauch- 
bar. 1 Brief von 1741 aus Neapel 
(in La Mara 1, 184). Siehe auch 
Alfieri in Jommelli's Biogr. p. 120). 
Von seinen Werken sind nach- 
weisbar: 

An geistlichen Werken: 

Sant' Elena al Calvario, Oratorio in 3 
parte. Ms. 1282L P. [B. B. , auch in 
Ms. W 73. Neapel. Dresd. Mus. , Ms. 
206, Neapel Tui-ch. Hofb. Wien, Ms. 
17028. ßi-üssel. Cambridge FW. 

Caino e Abel, Oratorio in 2 parte. Ms. 
P. [B. Joach. 

— vielleicht dasselbe: La morte di 
Abele, Orat. in 2 p. Ms. P. von 1732. 
[Neapel. Dresd. Mus., Ms. 205. Neapel 
Tm-ch. Hofb. Wien, Ms. 17 541. B. B. 
Ms. 12821. P. B. M. in P. Bologna. 
Brüssel Cons. Ms. von 1737. 

In B. B. im Ms. 11231. Laraentazioni 
per Sopr. A. e Bc. P. — 3. 4. 47. Vier 
Mes.sen f. 5 Stirn, u. Orch. P. — 29. 57. 
189. 12800/1. Messenteile in P. — 4. 
29. 57. 12807 u. 8, 4 Magnif. zu 4 u. 
5 Stim. P. — 42. L319. 535, Bd. X. 
12815a. b. 3 Miserere zu 8 Stim., das 
eine von 1735. - 3. 47. 76. 12810. 
12811. 12812. Psalmen zu 4-10 Stim. 



mit und ohne Instr. (Ein Credidi propter 

4 voc. ist auch unter Gius. Corsi, detto 
il Celano's Namen vorhanden). — 3. Heu, 
heu non miseros, Hymnus 4 voc. c. org. 
Paolucci Bd. 3 p. 140 schreibt es Corsi 
zu. — 29 u. 12805. Te Deum 4 voc. c. 
orch. P. — 12816 Salve regina. Praebe 
\-irgo f. Sopr. 2 Y. u. B. in P. — T 184 
Ave maris Stella, Inno ä 2, c. 2 V. 
Va. e B. Part. — 13170 Nr. 5 Credidi 
propter 4 voc. BI. 15. — Ms. L870 Ma- 
drigali 5 voci. Ven. 1596. — 16780 ein 
Miserere 4 voc. Autor sehr fraglich. — 
Im Autogr. ein Gloria 5 voc. c. ström, in 
Gd. P. 11 Bog. und der Hymnus: Tuba 
coelitum festiva , 4 voc. c. ström. P. 
8V2 Bog. 

In Dresd. Mus. Ms. 207 a. Messa a 

5 voc. e rip. coü V. Ob. Corni di caccia 
etc. P. — Ms. 424 Hymnus 9 voc. P. 

— Ms. 207 a— g 2 Misse ä piu voci c. 
ström. 1 Messa (Kyrie et Gloria) 5 voc. 
c. ström. Dixit Dominus a 2 cori c. 
ström. Fange lingua 4 voc. c. ström. 
Laudate Dominum (Gd.) 4 voc. c. ström. 
Motetto 9 voc. — Ms. 204. Laudate 
pueri 2 Sopr. ed A. c. ström., alle in P. 

— Ms. 207 h Ave Maria Stella, Hymne 
ä 2 V. con 2 V. Ya. e B. P. mit J. B. 
Leo fälschlich gez. 

In B. Dresden.^ Ms. 34 Nr. 4. Miserere 
8 voc. c. Bc. Bd. P., ebenso Ms. 282. 

Im Archiv der kathol. Kirche %u Dres- 
den., Schrank 2 in P. u. Stb. Hds: Kyrie, 
Gloria 5 v. c. orch. Miserere 4 voc. e 
2 cori c. orch. Dixit Dominus a 5 voci 
e 2 cori c. Y. Ya. ed Org. Laudate Do- 
minum 4 voc. c. 2 Y. Va. Org. Pange 
lingua 4 voc. ebenso. Unter dem Namen 
Leois (?) Leouardo, ein Kyrie et Gloria 
4 voc. c. 2 V. Ya. Ob. Corni Org. ebd. 

Im Stifte Einsiedeln .1 2 Offertoiien: 
Tu es sacerdos und Ama\ät eum Domi- 
nus, 4 voc. c. org. (P. auch in meinem 
Besitze, gez. mit ad chorum Weingarten 
1740). Ferner 1 Kyrie 4 voc. 2 Y. Va. 
c. Org. Das Offertorium: Voces sonorae 
ad festum 4 voc. 2 Y. Ya. 2 Tromboni 
c B. ed Org., aus dem Stifte Lambach 
in Oesterreich. 

In B. Joach. Miserere a 8 voci Cm. 
in 2 Ex. Ms. P. — Dixit Dnus. ä piu 
voci c. Y. Violetta, Ob. Corni. Ad. Ms. 
F. in 3 Ex. — Psalmus a capella: Cre- 
didi propter, 4 v. c Bc. — Motetto a 
voce sola c. stn;m: Tnrbido coelo mare, 
Alto. 

In B. Kgshg. Crucifixus Am. 3 Canto, 
2 A 3 T. 2 B. Org. Ms. P. — Dixit 
8 V. c. instr. — Miserere 2 cori ed org.; 



Leo, Leonardo. 



136 



Leo, Leonardo. 



dasselbe von Fr. Schneider auf 4 Stim. ' 
reduciert. 

Dixit Dominus Dno. meo, 8 voc. c. 2 
Y. 2 Ob. 2 Corni et Org. in Cd. Ms. P. 
[Berlin Kircheninst. 

La moiie d'Abel, Oratorio. Ms. P. 
Hierzu gehören noch 3 Bde. in P. die ent- 
halten: Dixit Dnus., Dd — Te Deum, Dd. 
— Maguif. 4 voc. c. ström. — Miserere 
8 voc. Cm. mit 2[? vorgez. Das obige 
Dixit 8 voc. c. iustrum. in Dd. ist 2 mal 
vorhanden. Magnificat u. Credo. 4 voc. 
2 V. et B. Ms. P. Bd. 70. [K. Br. 

In der Stadtb. Lübek: Miserere mei 
Dens a 8 vocib. Ms. Part. 

Li Kremsmünster: Missa a piü voci 
con V. VioJetta, Ob. Trombe e Corni. 
qufol. 38 BU. Dixit dominus 8 voc. c. 
Strom. De profundis. 

Li B. M: 1. Lamentazioni per voce 
sola c. Bc. P. 2. Magnif. 4 voc. c. orch. 
3. Messa a 5 c. ström., nach einem 
Drucke in Part, gesetzt: Eoma presso 
Gaet. Rosati e Co. (s. a.). 4. Messen- 
teile. .5. Psalmen (5 Miserere). 6. Res- 
ponsorii a 4 voc. in 5 Stb. Alle in P. 

In B. Darnist. im Ms : Brutio natus 
pater 4 voc. 2 V. Va. B. P. Heu, heu, 
nos miseros 4 voc. P. Miserere 8 voc. 
Paris. Part. 

In Hofb. Wwn: 

Messa in Dd. ä 5 voc. c. ström. 1744. 
P. 17 021. 

Miserere 8 v. c. Bc. — Dixit Dnus. 

5 voc. c. Strom. P. Mss. 15.519. 15 527. 

Popule meus, c. instrum. P. 16235. 

Christus factus est, Canto solo col Bc. 

u. obiges Miserere 8 voc. P. 15 796. 

In Miisikfr. Wien^ ein Miserere 4 voc. P. 

B. Bologna : Miserere in Cm. ä 8 voci 

in 2 cori e a versetti spezzati, coU'org. 

Ms. P. u. Stb. qufol. 

In B. Brüssel fds. Fetis: Miserere, 
Salmo 50 (Kopie der Ausg. G. Rosati's in 
Rom). Messa 5 v. c. ström. Messa 4 
voc. 0. Strom. Ms. Lausanne 1724, qufol. 
Dixit 5 voc. Miserere mei Dens. 

In Cambridge FW. 2 Messen in G. a 
5 u. in F. Christus factus est. Dixit in 
A. C. u. D. zu 5, 8 u. 10 Stim. Heu 
nos miseros. Miserere 8 voc. in 4 ge- 
setzt u. 2 chörig alla Palestrina. 10 Arien 
(s. Kat.). 

Im irr. Mus. Nr. 251 ein vol. modei'ne 
Part, mit geistlichen und weltl. Gesgen. 
Ms. 390, Missa, Autogr. von 1739. — 
Ms. 327 ein Miserere in P. 

Im Conservatorio Milano: Messa in 
D. a 5 voci con archi, ob. corni ed org. 
Messa breve in G. 4 voc. Credo in B. 



a 10 v. c. Quartette (letzteres fehlt). Dixit 
in D. a 2 cori c. ström. 1741. Dixit in 
C. a 2 cori c. Strom. 1742. Litania 4 v. 
c. Strom, P. u. Stb. Magnif. in Gm. 4 
voc, c. V. e B. Miserere in Cm. 4 voc, 
c. V. e B. Fange lingua in Em. 4 voc. 
oppure in 2 cori c. V. B. ed org. 1744. 
Fragm. des 110. Ps. 5 voc. Stb. Sanctus 
in B. 4 voc. oppure a 2 cori c. V. e B. 
Tu es sacerdos in aeternum , Fuga in F. 
4 voc. 

In Neapel: Tu es sacerdos, per 4 voci 
aUa Palestrina in fa, modo maggiore 1723. 
Miserere concertato a 2 cori con una 
ideale cantilena gregoriana riportata al 
commodo del tuouo del saJmo, in do modo 
minore, Torino 1739. Christus, per Sopr. 
in Em. Dixit 8 voc. c. strum. in Dd., 
1741. 2 andere Dixit, eins zu 8 Stim. 
u. Instr. in Cd. von 1742 und eins zu 
4 St. alla Palestrina, in Gd. Fange lingua 
4 voc. in Em., kann auch mit 2 Chören 
gesungen wei'den, 1744. Fange lingua 
u. Tantum ergo 1 voc. c. Bc. in Gm. 
Lezioni pel Mercoledi, Giovedi e Yenerdi 
Santo num. 4 per voce sola di Sopr. e 
num, 3 per voce di Contralto col solo 
B. , ed introito, 1744. Responsorii pel 
Mercoledi, Giovedi e Yenerdi Santo 4 voc. 
c. B. Messa 5 voci c. ström, in Dd. 
Messa breve, e Credo 4 voc. alla Pale- 
strina in Gd. Credo, Sanctus, Agnus 
per 10 voci c. Y. e B. in Bdur. Te Deum 
4 voc. c. Y. e B. in Dd. 2 Motetti zu 
4 St. mit Instr. in Cd. u. f. Sopr. mit 
Streichinstr. in Cm. Aileluja fugato per 
4 V. c. Y. e B. in Gm. A solis ortu 3 v, 
c. org. Fd. Magnificat 4 v. c. Y. e B. 
in Gm. Laudate pueri 2 Sopr. di con- 
certo e 2 cori in Cd. Responsorii in 
onore di S. Antonio di Padova, 4 voc. 
Yiola e B. in Dd. 4 Fughe per 2 voc. 
ed una per 3 voci. Fughe a 4, a 6, a 
8 voci. Credo 5 voc. col B. solo in Dd. 
Heu nos miseros , Mot. 9 voci col B. 
Amen, Fuga a 5 v. Tu es sacerdos, 4 
\oc. c. B. Christe eleyson. Fuga a 5 voci, 
1733. Le Christ au roseau, Melodia. 

In Neapel Turchino: 

2 Dixit, 1 Motette, 1 Miserere, 9 Le- 
zioni per la setrimana santa, 1 Kyrie u. 
Gloria 5 v. u. Orch. 1 Musica a 9 reali : 
Heu nos miseros im Ms. P. 

Im C. P. 12 voll, in fol. geistl. Gesge. 
(so im Kat. verz.). 

An Opern, Kantaten u. a. 

Achille in Sciro, op. seria in 3 atti. 
Torino 1739. Ms. P. [.Neapel. B.Joach. 
Mailand Cons. 



Leo, Leonardo, 



137 



Leo, Leonardo. 



Alessandro in Persia, Mischoper, siehe 
Alexander 1741. 

L'Amore vuol sofferenza, op. ser. in 
3 atti. Nap. 1739. Ms. P. [Neapel. 
Musikfr. Wien. C P. 

Andromaca, op. ser. in 3 at. 1742. 
Ms. Autogr. P. [Neapel. Neapel Turch. 

— Andromeda, opera. Voce, Cembalo, 
V. Va. in Stb. Ms. [B. Joach. Hofb. 
Wien eine Mischoper, Ms. 18033 in Wien 
1750 aufgeführt, von 8 Komponisten. 

Camilla ed Emilio, op. buffa. Ms. Au- 
togr. P. [Neapel. 

Catone in ütica. op. en 3 act. fMetas- 
tasio 1729) Ms. qufol. P. [Brüssel Cons. 

II Giro riconosciuto, op. seria in 3 atti. 
Milano 1737. Ms. P. in 2 Ex. [B. Joach. 
Neapel: Napoli 1726. Neapel Tui-ch. 
C. P. Maild. Cons. 

Componimento pastorale in 2 parti. 
Autogr. P. 30 Bg. [B. B. 

II Demetrio, opera in 3 atti, Ms. Au- 
togr. P. [C. P. Maild. Cons. 

Demofoonte, op. ser. in 3 a. Nap. 
1735 u. 1741. Ms. P. [Neapel. Ms. 
473 br. Mus. 

L'Elmira, op. ser. in 3 atti. Napoli 
1735. Ms. P. [Neapel. 

II Farnace, opera in 3 atti. Ms. 17 715. 
P. [Hofb. Wien. C. P. 

Flavio e Domizia, opera, Autogr. P. 
103 BU. [B. B. 

Lambitione di Lura (?), op. in 2 atti. 
Ms. P. [C. P. 

Lucio Papirio, op. en 3 act. (Ant. 
Salvi), Yen. 1737. [Brüssel Cons. 1. Akt 
fehlt. Ms. P. 

II Medo, op. en 3 act. (Frugoni), Na- 
poli 1740. Ms. P. [Brüssel Cons. 

Le nozze di Psiche con amore, festa 
teatrale in 2 parte. Nap. 1738. Ms. P. 
[Neapel. B. B : Milano an S. Carlo 1739. 

L'Olimpiade, op. ser. in 3 atti. Napoli 
1743. Ms. P. (Neapel. C P. B. B. 
Maild. Cons. 

Santa Genoviefa, op. ser. in 3 at. 1743. 
Ms. P. [Neapel. 

Le simpatice del sangue, opera 1737. 
Ms. P. [C. P. 

n Trionfo deUa castitä di Santo Alessio, 
Conservatorio in Napoli 4/1 1713. Ms. P. 
[C. P. oder in Santini's Bibl. (?). 

II Ti'ionfo di Camilla, Dramma in 3 
atti. Roma 1726. Ms. 18092 P. [Hofb. 
Wien. Dresd. Mus. 

I Viaggiatori , Intermezzo in 3 atti e 
prologo, repres. 12/2 1754 ä Paris l'opera. 
Ms. P. qu40. [Paris l'opera. 

Zenobia in Palmira, op. seria in 3 atti, 
Nap. 1725. Ms. P. [Neapel. 



1 stim. Chöre in Annibale Marchese's 
Tragedie 1729. 

Opern zu Neapel aufgeführt teilt Flo- 
rimo Bd. 4 mit. 

In B. B. Ms. 12 827 Eecit. e Terzetto 
in Part. L311, 6 Arien c. ström, und 

1 Duetto. In T^schner's Samlg. zahlreich 
vertreten. 

Dresd. Mus. Ms. B424 vier Arien, iu 
Ms. 30 sechs, in 60 eine. In 62 ein 
Duetto f. 2 Sopr. c. ström. 

In B. Joach. 4 Duetti im Ms. 

In Karlsi'uhe die Arien: Mentre dormi 
amor u. Piu non si trovauo, c. ström, 
in Stb. 

B. M. Ms. 233 Nr. 3 nur mit Leo- 
nardo gez: eine Kammerkantate f. 1 Stim. 
u. Bc. 

In Schwerin F. Aria: Ma non vedrete 
per S. con 2 V. Va. e B. P. — Duetto 
aus Ciro riconosciuto per C, ed A. c. V. 
Va. Bc. 

Musikfr. Wien, 4 Arien im Ms. 

17 Arien und Duette mit Instr. 1 vol. 
Ms. P. [Bologna, s. Kat. 3, 313. 

Br. Mus. Mss. 348, 350, 358 und 365 
sechs Cantate per Sopr. col B. — Ms. 359 
u. 362 Arien u. Duette in P. 

In Mailand Cons: 9 Cantate, 4 Duetti, 
59 Arie im Ms. P. zum Teil nur mit Bc, 
grölstenteiis aber mit Streichquartett, dar- 
unter auch 2 Autogr. (Sento che l'anima 
per Sopr. c. Quartetto. — lo cerco invan 
lo sguardo per Sopr. c. acc. di Cemb.). 

In Neapel im Ms. gegen 100 Arien, 9 
Cantate, 14 Duetti, Teizetti u. a. weltl. 
Gesge. 

C. P. im Ms. Cantate u. 2 voll. Scenen, 
Arien u. Solfeggi per Basso. 

Solfeggi per il Sopr. 2 Samlg. im Ms. 
u. die Ausg. von Jul. Stern, Berlin. [Mu- 
sikfr. Wien. In Neapel Solfeggi per voci. 
— In B.B. Ms. 12830 per Alto c. Bc. 
126 Seit. — Siehe auch unter Solfeggi 1 
u. Bailleux, Nouv. Solfg. 

Solfeggi per Sopr. col Bc. 3 Bde. 
[Maild. Cons. 4 voll. Solfeg. im Ms. für 
Sopr. u. f. Bass in Bologna Kat. 1, 319. 

Instrumentahcerke : 

Sinfonia concertata per Vcl. per 2 V. 
e B. 1737. Ms. Autogr. P. [Neapel. 

In B. Upsala: Sinfonia ä 6, 2 V. 2 Ob. 

2 Cor. Cemb. B. in P. Ms. fol. 

6 Concerti per Vcl. c. 2 V. e B. von 
1737 u. 38. [Maild. Cons. 

5 Concerti di Vcl. c. 2 V. e B. 1737 
u. 1738. Ms. Autogr. P. [Neapel. 

Concerti a 4 V. obl. per servizio di 
Marchese del Vasto in P. Ms. 12835. 
[B.B. 



Leodio. 



138 



Leonardo, Giovanni. 



Toccate per il Cembalo. Ms. 74 h. 
[Dresd. Mus. Neapel. 

14 Toccate per Cenib. im Ms. [Maild. 
Cons. 

42 u. 16 Partimenti nnmerati. [Maild. 
Cons. Bologna zusammen mit Pasr[. Ca- 
faro. 

Modo per ben imparare il Contrapuuto, 
Ms. 9 qufol. Dresd. Mus. 

In B. B. Ms. 558 kontrap. Studien. 
Ms. 559. Studio di Contrapunto. Fuga etc. 

In neuen Ausgaben siehe Eitner 2. 
Hinzuzufügen ist noch Miserere ä 2 cori 
ed. von Choron, Parigi, Le Duc. — Ave 
maris steUa Hymne a 2 voix av. acc. 
Paris, Porro. [B. Kgsbg.] In Aless. Pari- 
sotti's Arie antiühi, Mil. Ricordi, 2. Bd. 
Six prieres ou introits ä 4 voix nielees 
de solo av. acc. de basse ou Vcl., ou 
Org. par P. Porro. Paris, Porro. 6 Hefte 
in fol. — Arien in Walsh üelizie. — 
Miserere 8 voc. col Bc. Lips., Breitli:. & H. 
P. — 1 Sinfonie in Recueil I. de 6 Sinf. 
Paris, Bayard. [Schwerin F.] Siehe Cafaro, 
Partimenti. — In Franz Wüllners Chor- 
übungen, neue Folge 1893 Ackermann: 
Miserere 4 voc. — In Novello's Fitz- 
william Music 12 Motetten u. a. 

Leodio, Simon de, am 1. Mai 

1409 päpstl. Sänger. Im Doku- 
ment heifst es „Nicolaus olim Si- 
monis de Jeoclio" (Viertel]. 1, 452). 

Leomanii, Geor;*, geb. den 10. 
März 1660 in Neubrandenburg im 
Stargardschen, geht 1678 nach 
Prenzlau, 1681 nach Stargard und 
wird Regent des Chores, 1684 den 
22. Juli erhält er das Kantorat an 
der Kirche und Schule zu Eibnitz 
bei Rostock und im Jan. 1687 das 
Kantorat an der Peterskirche in 
Rostock, 1699 den 7. Febr. an der 
Jakobskirche. Lebte noch 1740 
(Mattheson 1, 168). 

Leon, August Edler von, Zeit 
unbekannt, ist durch 

6 Lieder, gedichtet und komponiert 
Yon ... in der Bibl. der Musikfr. in Wien 
vertreten. 

Leonard, N . . . . . ., in seinen 
Oeuvres diverses. Liege 1777, be- 
finden sich 20 Romanzen mit Me- 
lodien. [Antiq. Rosenthal Nr. 26. 

Leonarda, Isabella, Äbtissin 



des Klosters St. Ursula zu Novara, 
geb. daselbst um 1641, denn sie 
sagt im Vorworte zu den Motetten 
1665, dass sie 24 Jahr alt sei (nach 
Fetis). Man kennt von ihren Kom- 
positionen: 

Sacii concerti, a una, due, tre et quatro 
voci. Milanol670. Stb. 4". [R. C. of Mus. 

Messa e Salmi . . . Milano 1674. 4«: 
C. A. Org. in Einsiedeln. 

Motetti a 1, 2, 3 et 4 vocibus . . op. 7. 
Bologna 1677. [Paris Nat. 

Vespro a capeUa della B. V., e Motetti 
conceriati di . . . Op. 8. Bologna 1678 
G. Mouti. 5 Stb. 4*^. Die Gesge. sind 
zu 4 Stirn, mit Bc. (Organo). [Bologna. 

Motetti a 1, 2 et 3 voci con V. e senza 
(ed org.). Op. 13. Bologna 1687 G. Monti. 
6 Stb. 40. (3 Singst. 2 Y. Org.) [B. B. 
B. M: Org. Paris Nat. 

Motetti a voce sola d' . . . Op. 17. Bo- 
logna 1695 P. M. Monti. Part. 1 vol. 
quA^. 211 S. [Bologna. 

Messe a 4 voci concertate con stro- 
menti & Motetti ä una, due, e tj-e voci, 
pure con ström, d' . . . Op. 18 . . . Bo- 
logna 1696 P. M. Monti. 8 Stb. (4 Singst. 
2 V. Violone ö Tiorba e Org.) 4". [Bo- 
logna. R. C. of Mus. 

Salmi concertati . . . op. 19. Bol. 1698 
Silvaui. [Paris Nat. 

Motetti a voce sola, con istromenti d' . . . 
Op. 20. Bologna 1700 Silvani. 5 Stb. 4». 
(1 Singst. 2 V. Bassetto u. Org.) [Bologna. 

In Gasp. Casati's Sacri concenti, 3. lib. 
1642 zwei Mot. Ah Dne. Jesu, auch im 
5. Buche Mot. desselben von 1654. 

Leonardi, Antonio, aus Pisa, 
lebte im 15. Jh. und wird auf 
seinem Epitaph ein Grammatiker 
und Musiker genannt, 1457 (Fetis). 

Leonardi, Johann, den Gerber 2 
und Ambros 3, 396 unter Johannes 
Leonhardus anführen ist Johann 
Leonhard von Langenaiv^ siehe 
Langenaw. 

Leonardo Italo, um 1582 Mu- 
siker im Dienste Gonzaga's in 
Mantua (Straeten 6, 346). 

Leonardo, (xiovanni L. di (de) 
TArpa, Dentice nennt ihn „Giouan- 
lonardo dell' Harpa aus Neapel" 
(s. Kat. 1, 207 Bologna). Fetis 
unter Larba, in Katalogen viel- 



Leonardus, 



139 



Leonhard, Joh. Chrstph. 



fach unter Aiya. Ich halte die 
Bez. di l'Arpa für einen Beinamen. 
Ueber sein Leben ist nichts be- 
kannt und Kompositionen kennt 
mau nur in Samlwken. 

22 italienische Gesänge sind iu meiner 
Bibliographie verzeichnet, dazu lassen sich 
hinzusetzen: In Fiorino's und Parise's La 
Nobilitä 1571 Bl. 76 eine 3 st. Villanelle. 
— In Primavera's 1. üb. Canzoni 3 voci 
1565/66 sechs Canzoni; dort wird er schon 
auf dem Titel genannt „con alcune Napoli- 
tane di Jo. Leonardo di L'arpa''. 1570 eine 
3. Aufl. der Canzoni. Auch im 3. Buche 
Primavera's Villotte 3 v. von 1570: „La 
prima volta" mit L'Arpa gez. 

Leonardus, . . . bez. sich als 
einen Kapuzinermönch und gab 
heraus: 

Missae 10, 4, 5, 6 et 7 voc. c. B. pro 
organo. Antwerp. 1618 P. Phalese. A. T. 
u. 6 a in 4*' im br. Mus. 

Fasciculus cantionum sacrarum 4, 5 
et 6 vocibus c. Bg. Antv. 1628 Phalese. 
A. T. u. 6 a im br. Mits. 

Leonardus Nervius, s. Nervius. 
Leonardus, Theodorus, ein 

Komponist des 16. Jhs., ist be- 
kannt durch 

Magnificat 4 voc. lib. 1. Ven. 1594. 
4 Stb. 4". [B. K. 

Cantica divae . . . Magaific. 4 voc. 1598. 
[B. K. nur 1 Stb. 

Im Ms. T 186 der B. B. ein Magnificat 
4 voc. in P. — Ln Samlwk. 1600 zwei 
Magnif. zu 4 Stirn. (Eitner 1). — Iu B. Br. 
im Ms. 1 Magnif. 5. toni. 

Leone, ... ein Priester, Schüler 
Oraz. Vecchi's, gest. L Okt. 1630, 
war an der Kathedrale zu Modena 
Schatzmeister u. Hofmusikus (Val- 
drighi 12 Supplem. 12). 

Leone da Modena, siehe Leo 
di Modena. 

Leone, Evasio, ordin. Carme- 
litano di Casale di Monferrato 
pastor arcade ed accademico immo- 
bile wird er in folgendem Werke- 
genannt, betitelt: 

II cantico de'cantici adattato al gusto 
dell'italiena poesia, e della musica, e cor- 
redata di note, ed osservazioni sul senso 
letterale da . . . Torino 1787 J. Soffietti. 
8». [Brüssel 9. 



Leone, D. Pietro, detto lo 
Spagnuolo. 

Im Ms. L 147 der B. B. die P. eines 
Domine ad adjuvandum ä Ten. solo, c. 
ripieni et stromenti. Ao. 1750. Gerber 1 
verz. einen Pietro M. de Leone, der um 
1758 durch mehrere Opernarien bekannt 
wurde, glaubt aucli, dass der Pietro Leony, 
den er später verz., vielleicht derselbe ist. 
— Im C. P. unter Leone: 6 Senates (ä 
Mandoline) und eine Methode pour passer 
du Violon ä le Mandoline. Dies ist jeden- 
falls ein anderer als der obige. Letzteres 
Werk besafs Leo Liepm. 1901, betitelt: 
Methode raisonnee pour passer du Violon 
ä la Mandoline et de l'archet ä la plume 
ou le moyen seur de jouer sans maitre 
en peu de teraps . . . Contenant XXIV 
Airs dansants ä 2 Mandolines, VI Menuets 
avec acc, II Duo, I Sonate av. la B. et 
plusieurs Airs connus varies par Mr. Leone 
de Naples, Maitre de Mandoline de S. A. 
S. Monseigneur le Duc de Chartres, Prince 
de Sang. A Paris, Tauteur . . . Gravee 
par Mme. Vendome (c. 1750) fol. 21 Seit. 
Text, S. 21—67 Musik. Der Titel giebt 
Geburtsort und Stellung. 

Leonelle Polbero, Liconel Pol- 
bere siehe Power, Lionel, auch 
Leonelliis Anglicus genannt. 

Leonetti, GrioTanni Battista, 

aus Crema, nennt sich auf den 
Drucken von 1617 Organista in 
Santo Agostino di Crema. Er gab 

heraus: 

. . . Missarum 8 vocibus lib. 1. Cum 
Partitura pro organicoruni commoditate. 
Ven. 1617 Jac. Vincentius. 9 Stb. 4». 
3 Mess. u. 1 Mot. [Bologna. 

II 1. lib. de Madrigali a 5 voci di . . . 
Col Bc. per il Clavicembalo . . . Ven. 
1617 G. Vincenti. G Stb. 40. 20 Gesge., 
dabei 1 von G. B. Caletto Bruno. [Bo- 
logna. 

In Or. Scalettas Affettuosi affetti 
Madrig. a 6 von 1604 vier Madr. 1. Spar- 
gea la past. 2. lo cieco a un tempo. 
3. Si ch'io t'amai. 4. S'aggiaciai fili 
6 voc. 

Leonhard, Johann, s.Langena w. 

Leonhard, Johann Christoph, 

gab eine 

Programma, que scholae Gottiugensis 
quae modo paedagogi, modo gj-mnasii . . . 
cantores figurales recens . . . Gottingae 
1743 Hager heraus. 4". [B. B. 



Leonhard, Job. Phil. 



140 



Leoni, Leone. 



Leonhard, Johann Philipp, 

von J601 — 1603 Organist am alten 
St. Peter in Strafsburg i/Els. (Lob- 
stein 45). 

Ein Theodor Leonliardi ist in 
der einstigen Bibliotiiek der Kan- 
toreigesellschaft in Pirna mit 1 
Magnificat 4 voc. vertreten. 

Leonliardt, siehe Lechner, 
Sehröter, Pamin^er. 

Leonhardt, Simon, um 1663 
Bratschist und Trompeter a/d. Hof- 
kapelle in Dresden mit 300 Kthlr. 
Gehalt; wird 1680 verabschiedet 
(Fürstenau 1, 93). 

Leoni, ... ein Clavicembalist 
aus Italien, lebt um 1770 in Lyon 
(Burney 1, 33). 

Leoni (Leone) . . . ein Mando- 
linenvirtuose beim Herzoge von 
Chartres um 1785. Pohl 2, 374 
fand ihn 1762 in einer Zeitung 
als Mandolinenvirtuose in London 
Konzerte gebend verzeichnet. 

Er gab vmter Leoni heraus: Ä coinplete 
introduction to the art of playing the 
Mandoline. London, qu4ö. [br. Mus. 

Leoni, Andrea dl, Tenorist 
zu Ferrara, geht 1473 nach Mai- 
land an den Hof (Bertolotti 9). 

Leoni, Griovanni Antonio, ein 

Violinist des 17. Jhs., wie er in 
dem Vorworte seiner Sonaten sagt, 
gab heraus: 

Sonate di Viohno a voce sola di . . . 
Lib. 1 op. 3. Eoma 1652 Vitale Mascardi 
... ad istanza di Ant. Poggioli ... 2 Stb. 
in 40. (V. u. Partit. I2'i, und 237, Bog.) 
31 Souat. des 1.— 6. u. 8" Tones, [ß. Br.] 
In Sammaruco's Samlwk. Sacri affetti 1625 
die Motette: Domine, Dominus noster a 
C. e B. 

Leoni, Leone, Gasparella S. 20 
sagt: um 1560 geb.; aus den Titeln 
seiner Druckwerke ist nur ersicht- 
lich, dass er seit 1588 Kapell- 
meister am Dome zu Vicenza und 
ein Akademiker Olimpico war. 
Ambros 3, 553 schätzt ihn sehr. 



Yon seinen Kompositionen sind 
bekannt : 

1588. II 1. lib. de Madrigali ä 5 voci 
. . . Ven. 1588 Gardano. 5 Stb. in qu40. 
21 Nrn. [Hofb. Wien. Verona S. f. br. 
Mus. fehlt 5 a. 

— Ausg. 1607 Ven. AI. Raverij. [Hofb- 
Wien: A. B. oa. 

1591. Bella Clori sec. lib. de Madrigali 
a 5 voci, di . . . Ven. 1591 Gardano. 
5 Stb. qu40. 22 Gesge. [Verona S. f. 
fehlt B. 

— Ausg. 1607 Ven., Eaverii. [Hofb. 
Wien: A. ß. 5a. 

1595. II 3. lib. de Madr. a 5 v. . . 
Ven. 1595 Amadino. 5 Stb. 4". 21 Gesge. 
[Vicenza B. B: T. br. Mus: T. 

1596. Penitenza. Primo libro de Ma- 
drigali spirituali a 5 voci di . . . Ven. 
1596 R. Amadino. 5 Stb. qu40. 21 Gesge. 
[B. B. Bologna: fehlt C. 

1598. II 4. lib. de Madr. a 5 v. . . 
Ven. 1598 Amadino. 5 Stb. 4". 20 Gesge. 
[B. Lpz. 

1602. Bell'Alba 5. lib. de Madr. a 
5 v. . . Ven. 1602 Amadino. 5 Stb. 4". 
20 Gesge. [Bologna. Verona S. f. 

1606. Sacri fiori. Motetti a 2, a 3 et 
a 4 voci per cantar nel org. di . . . con 
la sua partitura corrente a commodo delli 
organisti. Lib. 1 . . . Ven. 1606 Ama- 
dinus. 4 Stb. 4C. 21 Mot. (schreibt 
bereits piano und forte vor). [Bologna. 
B. B. 

— Ausg. ristamp. 1609 ib. 4 Stb. (an 
Instrum. sind vorgeschrieben: Violetta u. 
Trombone). [Bologna. Proske nebst P. 
im Ms. B. A. B. Kgsbg. C. P. 

— Ausg. 1614 ib. 4 Stb. 40. [Bo- 
logna: C2. Bologna Petron. 

— Sacri flores binis ternis et quater- 
nis voc. c. sua Partit. . . . Antv. 1619 
Phalesius. 4». [br. Mus : B. u. P. 

— Ausg. rist. Ven. 1621 Gard.-Magni. 
4 Stb. [B. B. 

1607. 1. lib. Madr.. siehe 1588. 

1607. Bella Clori, s. 1591. 

1608. Sacrarum cantionum. Lib. 1. 
8 voc. Cum duplici Partitura Organi, ex 
in tabula illarum ordo videtur. Ven. 1608 
Alex. Kaverius. 9 Stb. 4". 20 Gesge. 
[B. A. B. Br. 

— Nunc denuo recognitae. Ven. 1612/13 
R. Amad. 9 Stb. [B. M. B. Frkft. fehlt 
Bc ß Kassel 

1609. Sacri fiori, lib. 1, .siehe 1606. 
1612. Sacri fiori 2. lib. de Motetti a 

1, 2 et 3 voci per cantar nel org., con 
1 Messa a 4 quäl si puö cantar ä voci 



Leoni, Leone. 



141 



Leopardi. 



pari, & ä chori divisi. Di . . . Ven. 1612 
Amadinus. 4 Stb. 4». 36 Nrn. [Bo- 
logna, Kat. 2, 450 Abdr. der Dedic. Hofb. 
Wien. Cecilia in Rom: A. B. 

— Aufl. 1613, ib. 4 Stb. [Bologna. 

— Aufl. 1616, ib. 4 Stb. [Bologna. 

— Aufl. 1621, Ven., AI. Vincenti. 4 Stb. 
40. [Bologna fehlt Bc. B. B. 4 Stb. 

1612. Sacrarum cant. lib. 1, s. 1608. 

1613. Omnium solemnitatum Psalmo- 
dia cum bino B. V. Cantico octonis voci- 
bus concinenda . . . Ven. 1613 Amadinus. 
9 Stb. mit Bo. 4». [Bologna. 

— Ausg. 1623 Ven., Magaus. 9 Stb. 
40. [Bologna. Paris Nat: A. T. 

1613, Sacri fiori, 2. lib., s. 1612. 

1614. Sacri fiori, lib. 1, s. 1606. 

1615. Parte prima dell'Aurea Corona 
ingemmata d'armonici Concerti a Dieci 
con 4 voci, et 6 instrum. Et anco con 
le voce sole, con il Bc. Et ä 2 Chori 
divisi, adoprando li Bassi dell'uno et altro 
Choro con org., Chitaroni simili, di . . . 
Ven. 1615 Amadiuo. 11 Stb. 40. 25 Gesge. 
[B. B. B. Frkft. in Kopie von 1638, 11 Stb. 
Reg. im gedr. Kat. 

1616, Sacri fiori, 2. lib., s. 1612. 
1619 siehe 1606 Sacri fiori. 
1621. Sacri fiori, lib. 1, s. 1606. 

1621. Sacri fiori, 2. lib., s. 1612. 

1622. Sacri fiori 4. libro de Motetti 
a 1, 2, 3 et 4 voci, con il B. per sonar 
nell'org. di . . . Ven. 1622 AI. Vincenti. 
4 Stb. 40. [Bologna: Cl. A. Bc. B. B. 

1623. ümniumsolemu.Psalmodia, S.1613. 
51 Gesge. in alten Samlwk. (Eitner 1), 

aufserdem noch in Phalese's Nachdruck 
der Madrigali pastorali a 6 voc. von 1604 
= Gardano 1594 a. In Amadino's Samlwk. 
1592 der 5 st. Psalm In convertendo. — 
In Gio. Matth. Asola's Sacra, omnium 
solemnit. Psalmodia 1592 Nr. 13: In con- 
vertendo Dominus 5 v. — In Cost. Ba- 
selli's 2. lib. Canzon. 3 voci 1600: Dolce 
nemica mia. 

Im Miss. B. L. 22 Mot. zu 2—8 Stirn, 
(s. Kat.). — In B. B., L311 eine Arie 
con Strom, im Autogr. — Ms. Z 27, Part, 
von 1627 S. 1 u. f. Adjuro vos. quam 
dulcia. Congratulamini. Domine Jesu. 
Petre amans, noch 10 weitere Mot. zu 
8 St. — In ZllO, Partiturbd. fol. 286: 
Tribularer si 8 voc. — Ms. 0. Sign. 1 
Convolut. von losen BU. in Schweinsleder: 
Judica mihi quem diligit 4 voc. — In 
B. Br. im Ms. 10 Motetten. — In Hofb. 
Wien, Ms. 16707, 6: Missa sup. Ab austro 
veniet 12 voc. Chorb. 1 fehlt. — In B. Zw. 
Ms. 53. II, 77 b. Dne., Jesu Christe 
8 voc. Stb. 



Leoni di Pieiiza, Abbate Rai- 
moiido, schrieb eine 

Elogio di Pietro Nardini, celebratissimo 
Professor di violino, fatto dalF . . . Firenze 
1793 G. Cambiagi. 8". 44 S. [ßriissel 
4991. Bologna 1, 137. 

Leoni, Tincenzo, um 1658 
Tenorist an der Hofkapelle in 
Dresden (s. Staatsarchiv). 

Leonibus, A. .. de, von 1479 
bis 1482 päpstl. Sänger (Viertel]. 
3, 241). 

Leonildo, Esareo, Pastore Ar- 
cade, gab heraus: 

Inno alla verita in lode deU'egregio 
suonatore di gravicembalo Bonif. A.sioli 
. . . Parma 1808 dalla stamperia impe- 
riale. 8'1 19 S. [Bologna. 

Leonini, Leo, wahrscheinlich 
ist Leone Leoni geraeint. 

Im Stifte Kremsmiinster 10 Stb. im 
Ms., mit Hymni bezeichnet, enthält Mo- 
tetten zu 8 Stirn, (u. Bc. ?). 

Leoninus, Leo, Magister und 
Kapellmeister am Notre Dame zu 
Paris im Anfange des 12. Jhs., Vor- 
gänger Perotiuus'. Zu seiner Zeit 
begann man, wenn auch unvoll- 
kommen, die Länge u. Kürze der 
Noten zu bezeichnen: er schrieb ein 
grofses Organum über das Graduale 
und Antiphonar, und übertraf im 
kunstvollen Organisieren seinen 
Nachfolger (er wurde optimus or- 
ganista genannt). Coussemaker 
Script. 1, 342. 344. Gerber 2, 
551 in Cotto's Tractat. Im Fabri- 
cius wird er Priester und Kano- 
nikus an St. Victor zu Paris um 
1154 genannt. Osw. Koller. 

Leony, Pietro, gab 1768 zu 
Paris 6 Violintrios op. 2 heraus. 
Gerber 1 glaubt, dass dies derselbe 
sein könnte, der unter Pietro M. 
de Leone sich durch einige Opern- 
arien von 1758 bekannt machte. 

Leopardi, Venanzio, bekannt 
durch die Arie 

„Voi volete ch'io canti-', c. Bc. Ms 
17 765. P. [Hofb. Wien] und die Cantata 



Leopardis. 



142 



Lepeintre, Claude. 



di Sopr. c. Bc. „Disperato amante". Ms. 
mit der Bez. 17. Jh. [Modena. 

Leopardis, Marcus de, 1522 

päpstl. Sänger (Viertelj. 3, 259). 
Leopardo, GrioAaimi Matteo, 

päpstl. Sänger und 1689 Kapellm. 
(Haberl, Kat. 69). 

Leopardus, D. Nicolaus, ist 

nur durch die Gesänge bekannt, 
die ihm Scaudellus, Glein, La 
Maistre und Wesalius zu seiner 
Hochzeit mit Kunigunda Christo- 
phorus 1568 komponierten und in 
Nürnberg in 5 Stb. drucken lielsen 
(Eitner 1, 1568 i). Er wird auf 
dem Titel Praeceptor der Chor- 
knaben an der Hofkapelle Georg 
Friedrich's, Markgraf von Branden- 
burg genannt. Dass sich hierzu 
so bedeutende Meister vereinten, 
giebt den besten Beweis für seine 
Tüchtigkeit. 

Leopold I., Kaiser von Deutsch- 
land, regierte vom 18. Juni 1658 
bis 1705, geb. 9. Juni 1640, 1654 
zum König von Ungarn, 1656 zum 
König von Böhmen gewählt, -f- 5. 
Mai 1705. Er war ein fleifsiger 
Komponist, hatte wohl auch theo- 
retische Studien gemacht, doch 
sein Können und seine Erfindungs- 
gabe sind nur schwach. Siehe M. 
f. M. 24, 166. Artaria & Co. in 
Wien haben nebst anderen Ksl. 
Komponisten einen Bd. Gesangs- 
werke herausgegeben (M. f. M. 24, 
136). 

Die Hofb. ia Wien besitzt wohl sämt- 
liche Kompositionen von ihm im Ms., oft 
in prächtig ausgestatteten Kopien. Sie 
bestehen aus 15 Oratorien, 7 Opem, 
Messen, 102 Arien u. a. (siehe den gedr. 
Kat. und Köehel 2, 459. 565). Auch die 
Musikfr. in AVien besitzen im Ms. 1 Hym- 
nus, 1 Miserere, 1 Stabat. In Bibl. Berlin 
Ms. 12 850: Ouveiture zu Zephalus. B. 
Proske das Orator. II transito di S. Giu- 
seppe. In Modena mehrere Scenen zu 
1—3 Stirn, mit Bc, 60 Nrn. in P. In 
Upsala: Laudate dnum., C. solo c. Cla- 
rino, e 4 voci di capelle c. Bc. — Sioe 



semper bei tempo per me. 2 C. T. c. 2 
V. e Cemb. — 3 Balletti a 4, 2 V. Va. 
B. fol. 

Leopold, Gr. . . (Gerber 2 giebt 
ihm die Vornamen: Georg August 
Julius), geb. 17/10 1755 zu Leim- 
bach), soll sich unter dem Namen 
Caspar Dünkelfeüid verstecken, 
doch glauben andere, dass Schröter 
in Nordhausen derselbe ist, andere 
schreiben die folgende Streitschrift 
sogar Em. Bach zu. 

1. Gedanken eines Liebhabers der Ton- 
kunst über Herrn Nichelmanns Tractat 
von der Melodie von Caspar Dünkelfeind, 
s. 1. (Nordhausen 1. Juli 1755). 4». Die 
Abhandlung ist in einem anständigen, 
ruhigen und wissenschaftlichen Tone ab- 
gefasst und unterscheidet sich vorteilhaft 
von ähnlichen Schriften dieser Zeit, [B, B. 
B. Lpz. Dresd. Brüssel 6735. 

2. Darauf die EiTvidening: Die Vor- 
treff liclikeit der Gedanken des Heirn Cas- 
par Dunckelfeinder über die Behandlung 
von der Melodie, ins Licht gesetzet von 
einem Musick Freunde, s. 1. et a. 4^. 
16 S. [Dresd. 

8. Gedanken und Conjecturen zur Ge- 
schichte der Musik. Stendal 1780 Grosse. 
8". .39 S. [B. B. Musikfr. Wien. (Ger- 
ber 2 schreibt ihm nur die letzte Schrift 
zu. Dem Geburtsjahre zufolge müssen 
die anderen Schriften von einem anderen 
G. Leopold sein, oder die Annahme ist 
überhaupt falsch und Schröter's Autor- 
schaft gewinnt an "Wahrscheinlichkeit, 

Leopolltaiius oder Leopolity, 
siehe Martin de Leopol. 

Le Page, Guy, aus Chartres, 
diente als Bassist um 1585 dem 
Abbe de Vallemont und beteiligte 
sich 1585 an dem Concourse zu 
Evreux (M. f. M. 22, 205). 

Lepeintre, Auguste, Violinist 
unter Louis XIV. von Frankreich 
an der Kgl. Kapelle zu Paris mit 
912 Liv. Gehalt. (Castil-Blaze 146). 

Lepeintre (Lepaiutre, Le Peinc- 
tre und Le Painctre), Claude, ein 
Franzose des 16. Jhs. , Kapell- 
meister bei dem Monsieur de 
Villeroy, beteiligte sich 1576 an 



Le Pelletier. 



143 



Lepreux. 



dem Concurse zu Evreux und ge- 
wann mit der Chanson : 

Un coinpagnon frisque, den Preis einer 
silbernen Flöte. Fetis verz. noch die 
Chansons: „Toutes les nuits" in le Roy's 
Tiers livre de chans. ä 3 p. 1578 und 
„Mon pensement im 21. liv. de chans. ä 
4 et 5 p. bei le Roy 1569. Beide Sarnl- 
wte. sind mir nicht bekannt. 

Le Pelletier, siehe Peletier. 

Le Pileiir d'Apligny, ein Che- 
miker und Schriftsteller, ist be- 
kannt durch die Abhandlung: 

Traite sur la musique et sur les raoyens 
d'en perfectionner Fexpression. Paris 
1779 Demonville. S». VIU. u. 174 S. 
[B. B. Dresd. ß. M. B. Lpz. Musikfr. 
"Wien. Glasgow. Bologna. 



Le Pin, 



ein Pariser Musiker 



um 1780, spielte mehrfach im Con- 
cert spirituel Klavierkonzerte und 
gab heraus: 

Senates pour Violoncelle, oe. 1. Paris. 
[Paris Nat. C. P. 

6 Senates p. le Vcl. av. la methode 
qui enseigne a prendre les positions hors 
du manche. 2. oeuvre. Paris, Taut. 
2 Stb. fol. [B.B. 

Concerto pour Clavecin av. acc. de V. 
Ä. et B. Paris, Boyer (Nadermann). 
[Paris Nat. 

In der Bibl. des Grofsherzogs von 
Mecklenbg. - Schwerin ist ein Le Pin fils 
mit .,Airs des trois Fermiers et Fair de 
Malbrouck arranges et varies p. le clavec. 
ou pfte. Paris, Mr. Baüleux", vertreten. 

Lepine , . . . ein französischer 
Komponist, brachte 1787 die Oper 
„Acis et Galatee" auf die Bühne 
des Theaters des Beaujolais zu 
Paris (Fetis). 

Le Planque, de. 

In einem Ms. von Praeludien und So- 
naten von Thiebaut (angezeig-t im Straeten 
4. 412) befindet sich auch ein Andante 
von obigem L. PI., bez. mit „Au Brusele 
organiste". Straeten teilt das Thema mit, 
Esd. % Takt. Der Fundort fehlt. 

Gregoir, Panth. 3, 23 teilt unter dem- 
selben Autornamen mit, geb. um 1746 zu 
Lüttich, gest. um 1801 zu Paris. Er gab 
heraus: Le 1. recueil des plus jolies ariet- 
tes av. acc. de harpe. Paris 1779 Cousi- 
neau. Ein Fundort fehlt auch hier. 

Lepomcter, Jehau, Bassist an 



der Kgl. niederländischen Kapelle 
zu Brüssel; empfing 1573 an Ge- 
halt 6291 Placas (Yiertelj. 9, 396. 
Straeten 3, 320 verz. ihn noch 
1576. Die Listen der Mitglieder 
verz. ihn unter Jain le Poiitre, er 
aber selbst unterzeichnet die Quit- 
tung wie oben). 

Leporati, Domeiiieo, bekannt 
durch 

Cantate a voce sola col Basso, Ms. aus 
dem Ende des 17. Jhs. 1 vol. in qn4P. 
[Briissel fds. Fetis 2432.] und 6 Cantate 
di Sopr., di Contralto . . . c. Bc. L. tritt 
hier als Dichter und Komponist auf und 
widmet dieselben dem Herzoge von Mo- 
dena. Ms. [Modena. Ebendori noch 3 
Gesge. in den 5 Bden. Arie, Ganz.. Duetti, 
MadrigaU. 

Leporati, Stefano, war nach 
Cod. Ms. I. H. 3 in Modena: Maestro 
di musica bei der Fürstin des Her- 
zogs Franz IIl. von Modena und 
erhielt 1738 am 1. April monatl. 
52 Lire, f 19- April 1753 ebd., 
77 Jahr alt. 

Die B. M. besitzt im Ms. von einem 
Abhate Stefano Leporti 5 Cantate per Sopr. 
c. Bc. in P., vielleicht ist es derselbe 
wie der obige und nur das a in Leporati 
übersehen. Auch Gerber 1 verz. den 
obigen und sagt, dass er ein beliebter 
Opernkomponist in der Mitte des 18. Jhs. 
war und auch einige Arien in Deutsch- 
land von ihm bekannt wurden. 

Leporis, Thomas, von 1458 
bis 1469 päpstl. Sänger (Viertel]. 1, 
228). Er wird auch nur Magister 
Thomaso genannt, war ein Fran- 
zose und kam 1472 von Rom nach 
Mailand. Nach einem Briefe vom 
20. April 1473 bez. er sich noch 
als päpstlicher Sänger und Kapellan 
(Bertolotti). 

Le Prestre, Claude, um 1586 
Kapellansänger an der Hofkapelle 
Philipp n. von Spanien (Sti-aeten 
8, 116). 

Lepreux, l'abbe, Musikmeister 
an der Saint-Chapelle zu Paris um 
1787, führte im Concett spirituel 



Le Prevost d'Exmes. 



144 



Leriche, Jean Bapt. 



mehrfach geistliche Gesänge auf, 
auch in der St-Chapelle eine Messe 
und wird im Ahnanach musical 
von 1788 p. 4 mit zahlreichen 
Kompositionen angeführt (Fetis). 

Eine Scene: Aux sous bruyants de la 
trompette, f. Bass. u. Orch. Ms. Stb. be- 
sitzt das ConseiT. zu Brüssel. Ebd. noch: 

1. Les fureurs de Saül, Oratorio par . . . 
Ms. fol. kopiert 1788 von Duquesnoy. 

2. Jeremie, liierodrame par . . . Ms. fol. 
kopiert von demselben 1785. Beide in Part. 

Le PreTOst (rExmes,FraiiQois, 

gab eine Biographie heraus über 
Liillv, musicien (anonvm), s. 1. (Paris 
1779.).' 8". [Brüssel 4935. 

Le Prince, Nicolas, seit 1712 
a/d. Kgl. Privatkapelle in Paris an- 
gestellt, kam 1721 an die Hof- 
kapelle, wurde Doyen und erhielt 
dort die Funktionen eines Uuter- 
meisters. Er starb den 28. Apr. 
1757, 75 Jahr alt (Brenet, Les 
Concerts 1900, 123). 

Lepriiice, Rene, geb. zu Paris 
um 1753. Er schrieb für das 
Journal des Savants von 1779 bis 
1782 (wieder abgedruckt Paris 
1785, 12«) eine Abhandlung 

„Lettres sur l'epoque de plusieurs in- 
ventions du moyeu-äge", in denen ein 
Brief „sur Forig-iue du Violon-' handelt. 
FayoUe di-uckt diesen Brief in seinen 
Notices sur Corelli, Tartini . . . Paris 
1810, 80 wieder ab. 

Le Quoiiit, Pere, lebte am Ende 
des 17. und Anfange des 18. Jhs. 
in der Abtei zu Cambron und 
zeichnete sich als Komponist aus. 

In Roger's Kat. von 1706 sind 11 Bücher 
Psalmen, Messen und Sonaten verz. unter 
den Buchstaben L. R. P. L. Q., die Strae- 
ten in Le Reverend Pere Le Quoint auf- 
löst. Dort sind auch Trios für Instru- 
mente verz. (Straeten 1, 205. 213). 

Lerat (Le Rat), ... ein Komponist 
der 1. Hälfte des 16. Jhs., ist in 
französischen Saml wken. mit 5 vierst. 
Chansons vertreten (Eitner 1). 

Lerchenfels, Jolianu Sixtus a, 

ein Kirchenkomponist des 17. Jhs., 



jedenfalls ein Böhme, wie aus den 
Titeln seiner AVerke erhellt. Man 
kennt von ihm: 

Te Deum laudamus, hymnus . . . har- 
monia 4 voc. Magnif. 4 vel 8 voc. So- 
netti italiani per souare e cantare. Un 
altro Sonetto, a 4. lingue della bataglia di 
Praga. Litomericii, 1626. 8. Sept. typ. 
domesticis D. Praepositi, Collegiatae eccles. 
S. Stephani. 4 Stb. in kl. fol. [Hofb. 
AVien. B. M. ohne Titelbl. 

Te Deum laudamus 4 voc. Fragment. 
Dens Sabbaoth. Ms. 18586 Nr. 1. Die 
folgenden 4 Nrn. sind ohne Autor. [Hofb. 
Wien in Part. 

Le Rechter, Jacques, ein 

Menestrel um 1468 (siehe Bey). 

Lerethier, Isaac und Jean, siehe 
Lheritier. 

Le Riche und Le Rycke^ An- 
toine, siehe Divitis. 

Le Riche, Fraiicois, geb. 1662 
zu Tournay, kam 1699 nach Dres- 
den und wurde vom Kurfürsten 
angestellt. Trotzdem er Oboist war, 
wurde er doch nicht als Kammer- 
musiker verwendet, sondern diente 
dem Kurfürsten zu allerlei Be- 
sorgungen, so zum Einkauf aus- 
ländischer Waren, Schmucksachen, 
sogar 1702 von fünfzehn enghschen 
Pferden für 10 800 Thlr. Er bezog 
einen Gehalt von 3200 Thlr. 1700 
war er mit der Kapelle in War- 
schau und im selben Jahre be- 
gleitete er den Kurfürsten nach 
Berlin. Telemann lernte ihn dort 
kennen und schätzte ihn als Mu- 
siker, widmete ihm auch 1716 
seine „Kleine Kammermusik". Er 
wird noch 1733 in den Akten ge- 
nannt (Fürstenau 1, 129. 133. — 
2b, 50. 66/67. 

Leriche, Jean Baptiste, ein 

Violinist, der im Concert spirituel 
zu Paris 1789 ein eigenes Konzert 
f. V. u. Orch. spielte. Dasselbe 
erschien auch bei Sieber in Paris, 
sowie 24 petits Duos p. 2 V. oe. 4 
(Fetis). 



Leris. 



145 



Le ßoy, Adrian 1. 



Leris, Antoiiie de, geb. 21. 
Febr. 1723 zu Mout-Louis in Rous- 
silon, gest. um 1795 zu Paris, war 
Diener (luiissier) am Chambre de 
comptes zu Paris und gab heraus: 

Dictionnaire portatif des theatres, con- 
tenaiit rorigine des differents theatres de 
Paris, le nom de toutes les pieces qiii y 
ont ete representees depiiis leur etablis- 
seinent etc. Paris 1754 Jombert. 1 vol. 
12° (^anonym). Brüssel. B. B. Bologna. 

— 2. vermelirte Ausg. Ib. 1763. [be- 
safs einst Leo Liepm. 

Lerma, . . . unbekannter Autor, der 

in Samiwken. des 16. Jhs. mit 5 Gesgen. 
vertreten ist (Eitner 1). Der Gesaug „Non 
m'iiicresce befindet sich, auch in Mares- 
cotti's Scelta di Madr. 1582 und in Barre's 
2. lib. delle Muse 1558 der Gesaug: Fra 
bei Ginebri, 4 voci. 

Le ßoi, Adr., siehe Le ßoy. 
Le ßoi, Philippe, war in der 

Mitte des 18. Jhs. Kapellmeister 
des Bischofs von Tournay, nach 
Haffner's Oeuv. mel.; 

dort auch in Partie VIU u. X zwei 
Sonaten für Klavier. — 1 Ouvertüre (Dd.) 
für 2 Y. A. B. 2 Ob. u. 2 Hörn, im Ms. 
in Stb. [Briissel Cons.] Ob die Flöten- 
piecen mit P. Leroy gez. auch von ihm 
sind, ist fraglich. Die Musikfr. in Wien 
besitzen eine in Beilin gedruckte Flöten- 
schule, die den obigen Namen trägt. Ger- 
ber 2 verz. einen Leroi (...), der 1798 
mehrere Klaviersonateu bei Le Duc in 
Paris herausgab. Dies ist jedenfalls dei' 
obige. 

Le ßoug'e, genannt de Ruheis, 
wird von Tinctoris in dem Pro- 
portionale als Komponist einer 
Messe über das Lied „mon coeur 
pleure" erwähnt (Ambros 3, 188). 

Le ßoussau, F . . ., ein Tanz- 
meister, gab heraus: 

A Chacoon for a Harlequin, with all 
the Postures, Attitudes, Motions of the 
Head and Arms, and other Gestures proper 
to this Character . . . Compos'd writt in 
Characters and engraved by . . . Dancing- 
master. Lond. c. 1730 sold by ye author 
and at Mr. Barrett's musik-shop. fol. 
[br. Mus. 

Leroiix , C . . . H . . . , Haute- 
Contre de Violon unter Louis XIV. 

Rob. Etner's Quellen-Lexüon. Bd. 6. 



von Frankreich an der Kgl. Ka- 
pelle zu Paris (Castil-Blaze 146). 

Le ßoux, Oaspard, lebte im 
Anfange des 18. Jhs. und ist be- 
kannt durch den Druck: 

Pieces de Clavessin par . . . Amsterd., 
Etienne Eoger. [Cambridge FW. 

Pieces de Clavessin, propres ä jouer 
sur un et deux Clavessin s. Amst. fol. 
[B. Joach. fehlt Clav. I. Ebenso in Ber- 
lin Th. 

Wahrsch. ist es dasselbe "Werk wie 
das in Cambridge, doch giebt der Kat. 
nicht 2 Clavessins an. 

Leroiix, Jean- Jacques, ein 

Arzt, geb. 17. April 1749 zu Sevres 
b. Paris, gest. 10. April 1832 an 
der Cholera ebd., war „Officier 
municipaP' der Pariser Gemeinde, 
später ärztlicher Sachverständiger, 
auch Prof. an der Klinik. Er schrieb 
Eapport sur l'opera, presente au corp 
municipal, le 17 aoüt 1791. Paris 1791. 
8". 98 S. [Brüssel.] Ob im Journal 2 
der Air mit Le Eoux gez. auch von ihm 
ist, bedarf noch des Beweises. 

Le ßoy, Adrian (Adrien) L, 
Lautenist, Komponist, am bekann- 
testen als Musikverleger, vereint 
mit Bobert Ballard, die beide sich 
durch Herausgabe zahlreicher Sam- 
melwerke verdient machten. Fetis 
erwähnt eine Rechnung von 1584, 
auf der er als Sänger an der Kgl. 
Kapelle bezeichnet wird. Le Ro}" 
druckte seit etwa 1540 zuerst 
allein, dann seit 1551 mit Rob. 
ßallard, dessen Schwester er in 
dem Jahre zur Frau nahm. 1557 
befand sich ihr Geschäft in der 
rue S. Jean de Beauvais, ä l'en- 
seigne St. Geneuiefe zu Paris. 1582 
trat noch der Teilhaber Mamert 
Batisson dazu, 1594 zeichnet Le 
Roy u. die Wittwe Rob. Ballard's, 
1599 ist auch Le Roy tot und 
zeichnet die Wittwe Ballard"s und 
ihr Sohn Pierre Ballard, der dann 
von 1600 ab alleiniger Besitzer ist, 
siehe weiter bei Ballard. 

10 



Le Roy, Adrian I. 



146 



Le Eoy, Adrian I. 



Le Koy gab als Verfasser fol- 
gendes Lehrbuch heraus: 

Instraction de paitir toute musique des 
huit divers tous en tablature de luth. 
Paris 1557 . . . qu4°. Fetis sagt, er be- 
sitzt das Buch und ist es das einzige bis 
jetzt bekannte Exemplar, doch ist es 
heute in der Kgl. Bibl. zu Brüssel, die 
Fetis' Bibl. erwarb, verschwunden. Ich 
kenne davon nur eine englische Ueber- 
setzung: 

A briefe & plaine instniction to set 
all nuisicke of 8 divers tunes in tableture 
for the lute, with a briefe instr. how to 
play on the lute, transl. into engl, by 
J. Kn. (Kingston) Gentleman. London 
(1574) Eowbotham. qui**. [br. Mus. 
Paris Nat. 

Ferner gab er eigene Lautenpiecen 
heraus, bekannt sind davon: 

1. livre de tabulatur de luth, cont. 
Mot, Chans., Fant., Pav., GaiU., Alm., 
Branl. par . . . Paris, Adr. le Roy & Rob. 
Ballard. 29. Aoust 1551. 4«. 40 Ell. 
[ß.M. 

3. livre . . . cont. 21 Ps. ib. 1552. 
24 BU. [B. M. 

6. livre . . . cont. chans. ib. 1559. 
[B. M. 

In der Kirchenbibl. zu Sorau befindet 
sich in Nr. 538 als 2tes Werk: 

Livre de Tabulature sur le Luth par 
Adrian le Roy D'Octante. Trois pseaumes 
de David . . . composes ä 4 parties par 
Cl. Goudimel, mis en rime frangoise par 
Cl. Marot et Th. de Besze. Paris 1562. 

In Paris, Bibl. Mazarine und im br. 
Mus. befinden sich: 

Premier livre de tabulature de gniiterre, 
contenant plus chansons, fantasies, Pauanes 
. . . Paris, Le Roy et Ballard 1551. qu4'*. 

Second liv. de Guiterre, cont. plus, 
chansons en forme de soir de viUe. Ib. 
1555. qu40. 

Tiers livre de tabulature de guiterre 
cont. plusieurs Preludes, Chansons, Basse- 
dances, Toiirdious, Pauanes, Gaillardas, 
Almandes, Bransles . . . Paris 1552. qu4". 

Quart livre de tabulature de guiterre 
. . . composees par M. Qregoire Braysing 
de Augusta . . . Paris, Le Roy et Ballard, 
1553. 

Enthält Fantaisies, Psaumes u. Chan- 
sons etc. Dies ist eine Fortsetzung des 
1. — 3. Buches von Le Roy. 

Cinqiesme [sie] livre de gui | terre, 
contenant plusieurs chansons ä 3 | et 4 
parties, par bons et excelens musiciens: 
reduites en tabu | latuie par Adrian Le 



Eoy. I Paris, Le Roy et Ballard, etc. 1554. 
[Bibl. wie oben. 

Enth. 19 Gesäuge in Tabulatur und 
zwar nach Kompositionen von Arcadet 13, 
Bonard 1, Certou 2, Le Roy 2 und de 
Bussy 1 (Mitteilung des Herrn Michel 
Brenet). 

Liber primus sexdecim musicales mo- 
dulos continent. Parisiis . . 1552. [Paris 
Nat: Sup. Ten. 

Livre d'air de cours miz sur le luth 
par Adrian Le Roy. Paris 1571 . . . qu4'^. 
mit Portr. [Biüssel 2379. 

Siehe noch 1. liv. Chans, unter 1569g. 

So weit sind seine eigenen Arbeiten 
bekannt. Seine Samlwke., die er selbst 
oder mit Ballard zusammenstellte, sind 
in meiner Bibliographie beschrieben nnd 
verz. ich sie hier nur in Kürze mit Zu- 
sätzen und Ergänzungen: 

1554. Second Livre de chansons | 
nouuellement mises en niu- | sique ä 
quatre parties, par bons et scauans musi- 
ciens, imprimees en quatre volumes | 
Superius ] A Paris, | De Timprimerie d' 
Adrian Le Roy, et Rob. Ballard, Impri- 
meurs du Roy | rue S. Jean de Beauuais, 
ä l'enseigne S. Genevieve. 1554. | Auec 
priuilege du Roy pour neuf ans. [Paris 
Nat: Sup. Ten. ßass. 

Enthält: Arcadet, de Bussi, Certon 10, 
Entraigues, Le Roy, Maillard 2 u. Mithou 2 
(18 Chansons). Das 1. Buch enthält nur 
Chans, von Certon. [Paris Nat. wie voiher 
und so bis 8. livre. 

Tiers livre . . . 1554. [Ib.] Enth. 
20 Chansons von Arcadet 16, Bussi 2, 
Entraigues 2 u. Leschenet 2. 

Quart livre . . . 1553. [Ib.] Enth. 
20 Chans, von Arcadet 4, Beaulieu 2, 
Bussi 4, Certon 3, Je. Ciron, Godard, 
Herissant 2, Mornable, Pagnier u. Vilers. 

1556. Cinquiesme livre . . . 1556. [Ib. 

Sixiesme livre . . . 1556. [Ib.] Enth. 
20 Chans, von Arcadet 4, Certon 3, Gou- 
dimel, Grouzi, Jacotin. Jannequiu 5, Mail- 
lart, Mitou, MouUu, Sandrin u. 1 Ano- 
nymus. 

1557 a. Septiesme livre . . . 1.557. 
[Ib.] Enth. 11 Chans, von Arcadet, Cer- 
ton 2, Entraigues, Jannequiu 3, Le Roy, 
Santeri'e 2 u. Touteau. 

1557 b. Huitiesme livre . . . 1557. 
[Ib.] Enth. 17 Chans, von Arcadet 6, 
Certon 2, Goudimel 2, Jannequiu 2, Lesche- 
net, Millot, Hüaire Penet, Cipr. Rore u. 
Du Tertre. 

Das br. Mus. besitzt von diesen Büchern 
(livre 2—8) Ausgaben vom 

2. üvre 1569. 3. livre 1557 (Alt). 



Le Roy, Adrian I. 



147 



Le Roy, Adrian I. 



4. livre 1553 (Alt). 5. liv. 1556 (Alt). 
Ü. liv. 1559 (Alt). 7. liv. 1557 (Alt)- 
8. liv. 1559 (A. T.). 

1557 c. Canticum B. M. V. . . Magni- 
ficat 8 modis . . . Cliorb. fol. 26 Ell. 
[B. B. B. A. B. Kgsbg. Proske. B. M. 
Rom Cedlia. Upsala. Hofb. Wien. 

1557 d. Piissimae ac sacrati.ssimae La- 
mentationes Jereuiiae . . . Cborb. fol. 
22 Bll. [Bibl. wie vorher. 

1558. Missae tres a Claudio de Ser- 
misy . . . Chorb. fol. 24 Bll. [B. B. 
B. Kgsbg. Hofb. Wien. Upsala. Krakau 
Archiv. Bologna. 

1558 a. Missae tres a Petro Cadeac . . . 
Chorb. fol. 28 Bll. [Bibl. wie 1558, 
ferner Archiv des Schlosses zu Krakau. 

1559 a. Le 1. livre des chausons ä 
2 part. [Paris Nat: Ten. 

1559 b. Le 6. livre des chansons ä 
2 part. [Paris Nat: Superius. 

1560 c. Livre de Meslanges cont. 
26 Chansons . . . 5—8 pt. . . 6 Stb. qu40. 
[B. B: Sup. 

— Ausg. 1572: Mellauge de chans., 
sehr vermehrt siehe 1572 a. 

1564. Recueil des recueils (siehe 1573). 
Den 1. livre besitzt Paris Nat. in einer 
Ausg. von 1564 (nur Super, u. Ten.). 
Den 2. liv. von 1573 eben.so. 

1565. II 1. libro di Villanelle alla 
Napolitana nouamente stampate. A tre 
voci. In Parigi . . . Autoren sind nicht 
genannt, nur C. in qu8" im br. Mus. 

Die unter 1569 g— ff verz. Chansons- 
Samlg. von 25 Büchern kann ick noch 
mit einigen Zusätzen begleiten: 

Premier livre de chansons en forme 
de vau de ville, compose a 4 p. par Adrian 
le Roy. Paris ... [Upsala: C. A. 

— 1573. Contratenor in B. Kassel. 

2. liv. [Upsala. br. ]\Ius: A. T. (defect). 

— Ausg. von 1577. [B. K. 

3. liv. [Upsala von 1573. br. Mus, 
von 1567 nur T. 

4. liv. von 1567. [br. Mus.] — von 
1573 in Upsala. B. K. 

5. liv. von 1567 im br. Mus. — von 
1573 wie vorher. 

6. liv. von 1569 ira br. Mus. Upsala. 
— von 1573 im br. Mus: T. — \rfi3 und 
1578 in B. K: A., 1578 nur 18 Chans, 
von Arcadelt 9, Richafort 1, Verius 2, die 
übrigen wie angezeigt. 

7. liv. von 1565 br. Mus: T. — von 
1572 in B. K: Contrat. Der Inhalt variirt 
(Reg. und Inhalt stimmen nicht, ich verz. 
sie nach dem Inhalte): de Bus.sy, Grouzy, 
Jannequin 5, Millot, Mithou, Santerre u. 
Touteau. — von 1573 br. Mus: T. 



8. liv. von 1559 im br. Mus: A. T. — von 
1575 in B. K. Upsala. Bologna: 1 559 : T. 

9. liv. von 1569 br. Mus. Upsala. — 
1578 B.K. bi.Mus. Bologna von 1559: T. 

10. liv. von 1570 br. Mus. — von 
1575 in Upsala. — von 1583 in B. K. 

11. liv. von 1567 u. 1573 im br. Mus: 

A. T. — von 1573 in Upsala. 

12. liv. von 1569, 1572, 1575 u. 1583 
im br. Mus: Contrat. B. B: T. von 1583. 
B.K. von 1575: B. Upsala: Sup. u. A. 
wie durchweg. Bologna: 1561, Tenor. 

13. liv. von 1570, 1573 u. 1578 im 
br. Mus: A. T. B. B. 1578: T. und B.K: 

B. Upsala 1573. 

14. liv. von 1571, 1575 u. 1578 im 
br. Mus. B. B. u. Kassel, 1578: B. Up- 
sala 1575. Bologna 1561: Tenor. 

15. liv. von 1571, 1575 u. 1578 im 
br. Mus. B. B. u. Kassel 1578: B. Up- 
sala 1575. 

16. liv. von 1573, 1575 u. 1579 im 
br. Mus. B.B. u. Kassel: 1579: ß. Up- 
sala 1575. 

17. Uv. von 1570, 1573 u. 1579 im 
br. Mus. B. B. u. Kassel: 1579: B. Up- 
sala 1570. 

18. liv. von 1570, 1573 u. 1581 im 
br. Mus. B.B. 1576, Kassel 1576: B. 
Upsala. Enthält nur Chans, von Lassus. 

I 19. liv. von 1570, 1573 u. 1581 im 

j br. Mus. B. B. u. Kassel 1581 : B. Upsala. 
20. liv. von 1571 u. 1578 im br. Mus. 
B.B. u. Kassel 1578: B. Upsala. 

I 21. liv. (fehlt von hier ab im br. Mus. 
u. Upsala). Bibl. B.B. u. Kassel 1581: 
Contraten u. T. 

Nachträglich erfahre ich, dass in Paris 
Nat. von livr. 1—5, 7—21 sich der Su- 
perius und vom Ten. liv. 16 — 19 aus den 
Jahren 1567—1578 befinden. 

22. liv. von 1583 in B. B. u. Kassel. 

1 23. liv. von 1583 ib. 

' 24. liv. von 1587 nur in B. B., enthält 
aufser Lassus u. 1 Plau^.on, 13 von Cl. le 
jeune. 

25. liv. von 1587 nur in B. B: T., ent- 
hält aufser Lassus, 11 von Cl. le Jeune. 
(NB. jede Ausg. enthält Aenderungen im 
Inhalte.) 

i 1572. Mellange de chansons . . a 5, 

: 6, 7 et 8 parties. Paris (ist eine ver- 
mehrte Ausg. bis zu 148 Chans, der von 
1560 c). [Upsala fehlt Sup. Bmssel: B. 
1573. Recueil des recueils ä 4 part. 
Paris. 4 Stb. 25 Chansons. [Upsala: 
Sup. Alt. br. Mus: T. von 1567. Paris 
Nat. Ausg. 1564: Sup. Alt. 

1573a. Second Recueil des recueils.. 

I ä4p. 4 Stb. 21 Chans. [Bibl. wie vorher. 

10* 



Le Roy, Adrian I. 



148 



Leroy, Eugene. 



1578 a. Premier livre de Chansous ä 

2 parties, couipose de plusieurs autheurs. 
Imprime en 2 vol. Paris 1.578. kl. qu8". 
31 Nrn. von Didier Le Blanc; Ant. Gar- 
dane und De Villiers. [Hofb. Wien nur 
Sup. vorh. Paris Nat: nur Tenor. 

1578 b. Premier livre de Chansons ä 

3 parties. Compose par plusieurs autheurs 
imprime en 3 vol. Paris 1578 Adr. le 
Eoy et ßob. Ballard. 3 Stb. in kl. qui». 
24 Nrn. [Hofb. Wien, fehlt die 3. Stirn. 
Paris Nat: Sup. 2. Enth. De ßussi, Clau- 
din, Crequillon, Fevin, Hesdin, Millot, 
Nicolas, H. Penet, Rennes. 

— 1578c. 2. liv. 1578. 29 Nrn. 
[Hofb. "Wien. Did. le Blanc, Dn Buisson, 
De Bussi, Claudin, Consilium, Fevin, Gas- 
cogne, Hesdin, Hurtenr, Jaunequin, Jos- 
quin, Millot. Richafort, de Villiers. 

— 1578d. 3. liv. 1578. 24 Nrn. 
compose par Vvillart. Enth. Gascogne, 
Josquin, .Jo. Mouton, Adr. AVillaert. [Hofb. 
Wien, durchweg ohne 3. Stimme. 

NB. die späteren Ausgaben der Airs 
stehen unter Airs. 

1584. Octo cantica diuae Mariae Yir- 
ginis quae vulgo Manificat (!) appeUautur, 
secundum singulos octö tonorum modos, 
singula 4 voc. . . His accesseruut, Respon- 
soria ad pr^fationes Miss§. Versus, 
salutaris hostia. Syjubolum Constantinop. . . 
Psalmi . . De profundis . . . Lutetiae Paris. 
1584 Le Roy & R. Ballard. 4". An Kom- 
ponisten nur genannt Claude Sermisi und 
Did. Le Blanc. [br. Mus: Ten. 

Le Koy, Adrian II., ein Kom- 
ponist des 18. Jhs., von dem das 
Conserv. zu Brüssel besitzt: 

2 Syniphonies (in C. u. D.) pour 2 V. 
A. B. 2 Hautb. et 2 Cors. Ms. Stb. 

Le Roy, Bartholomeo (auch 
Lo Roi). Im Samlwk. von 1582 
wird er ein römischer Musiker 
genannt^ 1585 aber Kapellmeister 
des Vicekönigs von Neapel. Er 
ist bekannt durch 7 Gesänge, da- 
bei eine Messe, die sich in einem 
Druckwerke Palestrina's befindet, 
betitelt: 

Di M. Giovanni Pierluigi da Palestrina 
una Messa a 8 voci, sopra il suo Confi- 
tebor, a 2 cori. Et di M. Bartholomeo 
lo Roi, raaestro . . . una Messa ä quattro 
sopra Panis quem ego daho tibi, de Lupo. 
Novam . . . Vinegia 1585 Scotto. 8 Stb. 
40. [B. B. Brüssel. 

Die übrigen 6 Gesge. in Samlwken. 



siehe Eitner 1. Dazu kommen noch in 
Ant. Gardano's 4. lib. delle Muse 1574: 
L'ardor de dentr' i bei und Quando ter- 
miueranno questi. — Im. Samlwk. Contra- 
punto 2 ein Tonsatz. — In Orf. Vecchi's 
Scielta 1604 ein Madrig. 5 v. — In Cam. 
Lambardi's 1. lib. Madr. 4 v. 1600: II 
mormorar della dolce aura (ohne Vornam.). 
— In Moscaglia's 2. lib. Madr. 4 voc. Se 
i vostii dolci sguardi. ■ — In Pietro An- 
tonio Bianchi's Canzoni lib. 1, 1572 eine 
dreistim. Canzone. — In Fei. Auerio's 
Le Gioe 1589: AI suo apparir 5 v. — In 
Vincenti's Nuova spoglia amorosa 1593 : 
Lieti fior verdi frondi 4 v. — In Ancina's 
Tenipio ai'monico 1599: Alzando gli occhi 
und La Vergin Madre 3 voci. 

Emil Vogel führt noch die Samlg. an 

Madrigali ä (?) voci, lib. 1. Roma 1591 
Fr. Coattino. [Münster B. S. kompl. zeigt 
es aber nur ganz kurz unter Boy (Bd. 2, 
169) an. 

In neuen Ausg. erschienen in Commer's 
Musica Sacra Bd. 25: Gloria tibi Trinitas 
8 V. und in Maldeghem's Tresor, Jahrg. 10 
Mus. profane: Verdi piaggie fiorite 6 v. 
pag. 34. 

Ms. in Bologna (2, 304) Christus natus 
est uobis, 4 voc. Part, in fol. 

Leroy, Etieiuie, Sänger an der 
Hofkapelle König Charles IX. von 
Frankreich, sang die Rolle des 
Mercure 1572 in dem Schauspiele, 
Avelches 4 Tage vor der Bartholo- 
mäusnacht aufgeführt wurde (Fetis). 

Leroy, Eugene, geb. gegen 
1771, gest. um 1816 zu Paris, 
etwa 45 Jahr alt. Er war Regi- 
mentsmusiker, zuletzt Chef des 
Orchesters des „bals champetres" 
in Tivoli zu Paris. Besonders be- 
liebt waren seine Bearbeitungen 
von bekannten Themen, die zahl- 
reich verlegt wurden, doch nach 
seinem Tode bald verschwanden 
(Fetis). Derselbe verz. zahlreiche 
Werke, nachweisbar sind: 

Methode de cor de sigual ä clefs, et 
gamme pour le cor de signal de Basse 
(Bombardune). Mayence, Schott. [Musikfr. 
Wien. 

Nou volle methode pour le flageolet, 
avec suite de la nouveUe methode. Ib. 
[Musikfr. Wien. 

Methode de trompete. Ib. [ib. 



Le Roy, Guillaume. 



149 



Lesbio. 



Le Roy, Guillaniiie, Musiker 
(Bassist) a/d. Hofkapelle Louis XII., 
folgte am 11/9 1511 dem Bassisten 
Bardemont und erhielt später den 
Kapellmeisterposten an der Kathe- 
thrale zu Ronen (Fetis. Thoinan 84). 

In meiner Bibliographie habe ich 4 Ge- 
sänge unter ßoy (Guillaume le) gestellt, 
doch nur „0 oriens" in 153-lh ist mit 
G. le roy gez. Der Text lautet: Splendor 
lucis eterne, die übrigen sind nur mit 
Le Eoy gez., doch geben die frühen Jahres- 
zahlen Gewissheit, dass nur der obige ge- 
raeint sein kann. Yogel führt noch in 
Scotto's Canzou napol. 3 v. 1566 unter 
Le Roy: „Deh Taltra sera" an. 

Le Boy, Jacques, ist nur durch 
eine Chanson im Samlwk. 1550e 
bekannt (Eitner 1). Straeten 7, 
277 u. 29.5 nennt einen Sänger in 
der Kapelle Karl V. von 1513 bis 
1518 mit gleichem Namen, viel- 
leicht ist es derselbe. 

Le ßoy, Pierre, Yalentinianus 
(d. i: Valenciennes, seine Geburts- 
stadt), studierte in Lejden und ist 
im Matrikelbuch der Universität 
am 28. Febr. 1652 als Magister 
musicae eingeschrieben (Bouwst. 
3, 2). 

Le Sache, P. E. Ein Priester 
am Seminar Jesu und Maria zu 
Paris, bekannt durch die Abhand- 
lung: 

Traite des tons de l'eglise selon l'usage 
romain. dans lequel la gamme ancieune 
et nouvelle est mise au commencement. 
Rouen 1679. 12". [Glasgow. LeoLiepm. 
besafs eine Ausgabe: Lisieux 1685 Remy 
Le BouUenger. kl. 8°. 

Le Sage et D'Oriieyal gaben 
heraus : 

Le theittre de la foire, ou l'opera co- 
mique. Contenant les meiUeures pieces 
qui ont ete representees aux foires de 
St. Germain et de St. Laurent. Amst. 
1722—37. kl 8«, nur Melodien. [Amst. 
besitzt T. 3. 5. 6. br. Mus. kompl. in 
10 voll. Musikfr. Wien von 1722 ab. B. 
Wagener. Dresd. Mus. 6 Bde. von 1723 
bis 1731. 

Le Sage de Kichee, Philipp 
Franz, man weifs über sein Leben 



fast nichts, nur dass er der Lehrer 
des Joh. Kasp. Kropffganfs war, be- 
richtet Walther unter Letzterem. 
Le Sage wirkte um 1695, vielleicht 
in Breslau, da er den Freiherm 
von Neidhardt seineu gnädigsten 
Herrn nennt. Man kennt von ihm 
nur ein Lautenbach, welches in 
M. f. M. 21 p. 10 u. 11 nebst einem 
Tonsatze genau mit Auszügen be- 
schrieben ist. Die dort beschrie- 
bene Ausgabe, die einst Dr. Hugo 
Riemann besafs, muss eine andere 
Auflage sein, als die in B. B. vor- 
handene. Ich teile den Titel der 
letzteren mit: 

Philipp Franz Le Sage de Richee | 
Cabinet | Der | Lauten, j In "Welchem zu 
finden 12. Neue Partien, | aus unter- 
schiedenen Tonen und neuesten Manier 
so aniezo ge- | bräuchlich, welche be- 
stehen in I Praeludien, Allemanden, Cou- 
ranten, Sarabanden, Giquen, | Gavotten, 
Menuetten, Boureeu, Chagonen, Passaglien, 
Ouvertu- | ren, Rondeau sambt Echo. 
Denen Liebhabern zu einer Distraction 
an das Licht gegeben. | s. 1. et a. j 1 vol 
in qufol. 37 BlI einseitig bedruckt, Kupfer- 
stich, gestochen von „J. J. Eybelwisser 
del. und H. ErtI sc." 

3. Bl. Vorwort, worin er Du Faut, 
Gautier, Mouton und Graf Logi erwähnt; 
von Letzterem ist ein Lautenstück auf- 
genommen. 4. Bl. Erklärang der Lauten- 
tabulatur: 6 Linien mit Buchstaben und 
Wertzeichen. Die Tonarten erklärt er 
noch: D primi Toni, A dure, B^, D 7™ 
toni, dann kommt wieder Fmol, Bmol, 
Gmoll vor. Seinen Namen kürzt er auch 
in P. S. d. R. ab. [B. B. Dr. Riemann's 
Exemplar ist ihm verloren gegangen, es 
trag auf dem Titel die Jahreszahl 1695. 
Hofb. Wien fehlt auch die Jalireszahl, 
sowie auf dem Exemplar der Musikfr. in 
Wien und dem des Benediktinerstifts 
Raigern. 

Lesbio, Antonio Marques, geb. 
um 1639 zu Lissabon, gest. 21. Okt. 
1709 ebd. Trat in die Hof kapeile 
ein und zeichnete sich als Kom- 
ponist aus. Seine Werke erschie- 
nen im Druck in den Jahren 1660 
bis 1708, andere blieben Ms. und 
befanden sich in der einstigen 



Lescalier. 



150 



Leserintus. 



Kgl. Bibliothek zu Lissabon. Im 
Y.isconcellos sind sie genau verz. 
Fetis' Artikel unter Marques leidet 
an üngenauigkeit. 

Lescalier, Maliieu, ist von 1496 
bis 1501 als Sänger am Hofe Phi- 
lipp des Schönen verz., als er in 
Zeeland residierte (Straeten 7, 108. 
178). 

Leschenet (Lachenet), Didier, 
Sänger an der Hofkapelle unter 
Louis XII. zu Paris; um 1518 
war er nach von Fetis angeführ- 
ten Dokumenten Kanonikus an St. 
Quentin und 1532 noch im Dienste 
der Kapelle. 

Von seinen Kompositionen sind nur 
13 in alten Samlwken. bekannt, darunter 
1 Magnificat, während die übiigen Chan- 
sons sind (Eitner 1). Obiges Magnificat 
5. toni 4 voc. auch in P. in B. M. 

Lesclefln, . . . 

bekannt durch eine zweiteilige vier- 
stimmige Motette im Samlwk. 1556 d 
(Eitner 1). 

Leseluse, Greorges de, erster 
Kaplan oder Kapellmeister der 
Kgl. Kapelle zu Paris, besafs den 
Platz um 1480 nach Dokumenten, 
die Fetis mitteilt. Sein Gehalt be- 
trug 180 livres tournois. Fetis be- 
rechnet denselben nach heutigem 
Geldeswerte auf 4000 frs. Siehe 
auch Bd. 3 unter Escluse nach 
Thoinan. 

Lescornet, Pierre; im Samlwk. 
von 1544 h eine vierstim. Chanson 
(Eitner 1). 

Leseot, C . . . F . . ., geb. zu 
Nantes gegen 1737, war zuerst 
Kapellmeister an der Kathedrale 
ebd., um 1760 erhielt er die gleiche 
Stellung zu Auch, 1773 ging er 
nach Paris, trat ins Orchester der 
Oom6die italienne und schrieb 
Opern; auch einige Messen führt 
Fetis von ihm an. In letzterer 
Stellung als „Musicien du theätre 
Italien" findet man ihn auch auf 



seinen Druckwerken verz. Pougin 
giebt noch einige genauere Daten: 
1767 trat er als Violinist in obiges 
Orchester und wurde 1790 pen- 
sioniert. Bekannt sind von seinen 
Kompositionen: 

Candide marie ou il faut cultiver son 
jardin, Comedie 1788. Paris. P. u. Stb. 
[Darmst. 

La negresse, ou Le pouvoir de la 
reconnaissance, Comedie en 1 acte (Paris 
15/6 1787). Paris, Imbaiüt. P. [Brüssel 
Cons. Im Kl.-A: Musikfr. Wien. 

Le Solitaires de Normandie, op. com. 
en 1 acte (de Piis), repres. 15/1 1788. 
Paris, ßrunet. P. fol. [B. B. 

ler, Ild recueils portatifs de chansons. 
Pai-is 1765. 8°. [Paris Nat. 

Fetis führt noch an: L'Amour et 
l'Hymen, 1761. ein Prolog in Auch auf- 
gef. und La fete de Themire, pastorale 
en 1 acte, ebd. aufgef. Text und Musik 
von ihm. Im Magazin sind noch 1781 
sechs Trios f. 2 V. u. B. als op. 2 an- 
gezeigi. 

Lescuir (Lescuyr) , Jobannes 
(Jean), ist in den Samlwken. 1542 c 
und 1553 g mit 2 Motetten zu 4 
und 5 Stim. vertreten (Eitner 1). 

Lescurel, Jeliannot, ein fran- 
zösischer Musiker aus dem Anfange 
des 14. Jhs. 

Fetis fand von ihm in einem Ms., 
Allegorien und Satiren von Fauvel ent- 
haltend (fol. max. n" 6812 ancien fds. in 
Paris) Balladen, Rondeaux und sogenannte 
„eutes'' auf den Refrain der Rondeaux 
von ihm komponiert. Siehe Fetis und 
Revue musicale t. XII n" 34, wo man 
einen Abdruck der Gesäuge im Facsimile 
u. in Uebersetzung findet. Sie bilden die 
ersten Anzeichen der niederländischen 
Kontrapunktik und zeigen schon einen 
merklichen Fortschritt gegen Adam de la 
Haie (Coussemaker 5, 273. Ambros 2, 
399. 403). 

Le Seneselial (Sceneschal), Giles, 
Sänger in der Kapelle Philipp des 
Schönen um 1505 (Straeten 7, 
162). 

Leserintus, bekannt durch einen 
Tonsatz im Münchener Liederbuche 
(B. M. Ms. mus. 208) Bl 124: Ce- 
lebris hie dies 3 voc. 



Le Serre. 



151 



Lestainnier. 



Le Serre di Greneyra, siehe 
Tartini, Gius. 

Les Fevret -de- Saint -M^hin, 
Charles, geb. um 1652 zu Dijon, 
ebd. um 1733 jrest., 81 Jahr alt. 
Er gab nach Fetis zu Dijon 1706 
bei Defay eine Samlg. Litaneien 
heraus. 

Lesley (Lisley). John, 

kommt im Samlwk. Triumphs of Oriana 
1601 von Morley ediert mit 1 Madrigale: 
Fair Citherea, 6 voc. vor. Im Neudruck 
von Hawes Nr. 23 wird er Ldsley ge- 
nannt (Eitner 2). 

Lesma, Aiigelo Maria, Bas- 
sist au der Hofkapelle in Wien 
mit 90 Gld. monatlich vom 1. Jan. 
1669 bis 30. Juni 1692 (Köchel 1). 

Lesneur, Jean, um 1679 als 
Geiger, wahrsch. der petits Vio- 
lons, an der Hot'kapelle in Dresden i 
mit 250 Thlr. angestellt (Fürstenau 
2 a, 201). 

Lespinay, Jehaii de, Sänger 
an der Kapelle Louis XL von 
Frankreich. Rechnung vom 1/10 
1480 bis 31/9 1483 (Thoinan 69). 

Lessei, Franz, geb. 1780 bei 
Pulawi in Polen auf dem Schlosse 
des Fürsten Tschartoriski, an dessen 
Kapelle der Vater, Franz Lessei, 
Direktor war; studierte 1800 in 
Wien Medicin , beschäftigte sich 
dabei als Schüler Haydn's eifrig 
mit Musik, zeichnete sich als Pia- 
nist und Komponist aus, ging 
darauf auf die Schlösser obiger 
Fürstin zurück und 1831 als Arzt 
nach Warschau, 1837 wurde er 
nach Petrikau als Gymnasial - In- 
spektor geschickt und starb da- 
selbst im Aug. 1838 (Biogr. in 
N. Z. f. Mus. 13, 17. Ein Verz.. 
seiner Werke ebd. 12, 67. In der 
Lpz. Ztg. zahlreiche Urteile von 
Bd. 7 ab. 

Von seinen Kompositionen fand ich 
eine Anzahl bei den Musikfr. in Wien : 

Concerto f. Klav, u. Orch. op. 14 in 
Stb. 



Finale einer Sinfonie in Gm. f. Orch. 
in P. 

Partita in El? p. 2 Clar. 2 Cors, 2 Fag. 

Quatuor p. Fl. V. Va. et Vcl. op. 3. 

3 Duos p. 2 Fl. op. 1. 

3 Sonaten f. Klav. op. 11. Haydn gew. 

Fugen, Potpourri, Fantasia, Rondo für 
Klav. op. 8. 9. 12. 13. 

Erschienen in Lpz. bei Br. & H. und 
"Wien bei Weigl und Haslinger. 

Ferner: 

Grand Trio p. le Pfte. av. Clarinette 
et Cor. oe. 4. Vienne, Eder (Vinc. 
Lessei). [B. B. B. Kgsbg. in Kopie. 

3 Senates p. le Pfte. oe. 2. Vienne, 
Weigl. 35 Seit. [B. B. 

Fiigue p. le Pfte. ä 4 ms., ded. ä Mde. 
Kamiuska, nee Kochanowska. Oe. 11. 
Lps., Br. & H. qufol. 11 S. [B- Wa- 
gener. 

Polnische Lieder in Niemcewicz histor. 
Lieder 1816. [B. M. 

Lessei, Johann, geb. 1767, 
gest. 28. Sept. 1823 zu Glogau, 
wo er Organist a/d. kathol. Pfarr- 
kirche war (Hoffmann). 

Lesser, Johann, geb. zu Stein- 
kirchen in Ünter-Oesterreich; um 
1793 Hofmusikus an der Hofka- 
pelle in München (Reichard 1794, 
238). 

Lessig, . . . gab heraus: 

Sechs schottische 6-tourige Angloisen 
von G. L. Klemm, Tanzmeister, mit voll- 
stimmiger Musik vom Musicus Lessig. 
Leipzig, bey dem Autor. 2 V. 2 Fl. 2 
Hörn. B. Touren, 8 Stb. qu40. [br.Mus. 

Leisler (Lefsla), Johann, um 
1548 Tenorist an der Kurfürstl. 
Kapelle in Torgau (Fürstenau 1, 
10). 1555 in der Liste in Dres- 
den angezeigt mit 29 Gld. Gehalt 
(hier steht Lefsla) ib. 25. 

Lessons. 

Select L. or a choice coli, of airs . . . 
for 2 germ. flutes or 2 V. extrated from 
the works of . . . Handel , Weideman, 
Turner, De Fesch, Peschetti, Festing etc. 
Lond. c. 1740. qu40. [br.Mus. 

Twelve Lessons for the harpsichord. 
Lond. qufol. [br. Mus. Titelblatt fehlt. 

Siehe HUI, John 111. 

Lessor, siehe Losse, Joh. 
Lestainnier (Lestannier, l'Esta- 
niel), Magister Jehaii (Jean), Or- 



Lestanc. 



152 



Le Sueixr, Jean-Fran9ois. 



ganist Ks. Karl Y. 1547/48. Im 
Samlwk. von 1548 wird er eben- 
falls als Ksl. Organist bez., ebenso 
bestätigt dies 1550 Mameranus 
(Straeten 1, 233. 7, 416. Fetis 
sagt: er war an der Kapelle in 
Madrid angestellt. Da ibn Köchel 
1 nicht verz., ist dies sehr wahr- 
scheinlich). Man kennt von ihm 
nur 2 Motetten zu 4 Stirn, in 1548 
u. 1556 a (Eitner 1). 

Lestanc, ... de, ein Franzose 
aus der ersten Hälfte des 16. Jhs., 
der im Samlwk. von 1533 d mit 
einer 4 st. Chanson vertreten ist 
(Eitner 1). 

Lesteburey, Boiiayentura, um 
1566 Discantist a/d. Ksl. Kapelle, 
als Maximilian auf dem Reichs- 
tage zu Augsburg war (Köchel 1, 
122). 

Lesthulier, Nikolaus, war bis 
zum 7. Okt. 1531 Organist an der 
Hofkapelle in Salzburg und erhielt 
an obigem Datum seinen Abschied 
mit dem Zeugnis, dass er „ins 
19. Jahr ehrlich, redlich u. frumbk- 
lich gediennt habe"' (Salzburger 
Landeskunde Bd. 21, 115). 

L'Estocart. Paschal de, das 

Porträt iui Drucke von 1582 bez. 
ihn als aus Noyon in der Picardie 
gebürtig und 1582: 42 Jahr alt, 
also 1540 geb. Er beteiligte sich 
1584 am Ooncurse zu Evreux u. 
gewann mit der Motette : Ecce 
quam bonum den Preis einer sil- 
bernen Harfe. Nachweisbar sind 
von seinen Kompositionen: 

1. Li vre des Octonaires de la Yanite 
du monde, mis en mus. ä 3, 4, 5 et 6 
part. . . . Lyon 1582 B. Vincent. 4 Stb. 
[b. M., sowie livre 2. Celle: Sup. B.] 
Fetis sa^t: die Gedichte sind von La 
Eoche Choudieu und wurden auch von 
Cl. Lejeune benutzt, nach Anderen hiefs 
der Dichter Chaudiere (Chaudaeus). 

Cent vingt et six quatrains du Sieur 
de Pibrac, Conseiller au prive conseil du 
roy ... de uouveaux uiis en musique ä 



2, 3, 4, 5 et 6 parties par . . . Lyon 1582 
B. Vincent. [Celle: Sup. Bas. 

Cent cinquante Pseaumes de Dauid, 
mis en rime francjoise par Cleni. Marot 
et Th. Besze, et mis en musique ä 4, 5, 
6, 7 et 8 parties, par ... Lyon 1583 
Vincent. 5 ötb. qu40. [B. Hbg. Doubl, 
br. Mus: C A. T. defekt. 

Fetis führt noch 4stini. Psalmen „en 
forme de motets'' und Melanges de chan- 
sons latins et francaises an. 

Le Sueur, (xiovaniii (Jean). 

In Borchgrennck's Samlwk. 1606 a be- 
finden sich 2 Madrigale ä 5 voci (Eit- 
ner 1). 

Le Sueur (Lcsueur), Jean-Fran- 
QOis, geb. 15. Jan. 1763 zu Dru- 
cat-Plessiel bei AbbeviUe (Pougin 
verbessert dies in den 15. Febr. 
1760 nach einer anonymen Schrift: 
La musique ä Abbeville, 1785 bis 
1856. Souvenirs d'un musicien, 
Abbeville 1876 Briez, Paillart et 
Relaux. 8». 87 S. Das Datum 
ist aus dem Taufregister der Pa- 
rochie Drucat entnommen, wo man 
liest: Jean Franyois Sueur, ne le 
15 fevrier 1760), gest. 6. Okt. 1837 
zu Paris. Er selbst schrieb sich 
Le Suew\ doch wird meist die 
zweite Lesart gewählt. Sänger- 
knabe a/d. Kathedrale zu Amiens, 
erhielt 1779 den Musikdirektor- 
posten a/d. Kathedrale zu Seez u. 
noch in demselben Jahre den zu 
Paris a/d. St.-Lmocentskirche. Hier 
nahm er noch Unterricht beim 
Abbe Roze. 1781 kam er an die 
Kathedrale zu Dijon, 1783 an die 
zu Maus und im selben Jahre als 
Chordirektor nach Tours. 1784 
führte er in Paris Kompositionen 
im Concert spirituel auf u. \rurde 
zugleich zum Kapellmeister an St- 
Innocents ernannt, erhielt auch 
den Auftrag für das Theater zu 
schreiben. 1786 wurde er Musik- 
direktor a/d. Kathedrale zu Paris. 
1787 zog er sich zurück, da ihm 
das Kapitel des Notre Dame unter- 
sagte für die Oper zu schreiben. 



Le Sueur. Jean-Frangois. 



153 



Le Sueur, Jean-Fran(,'ois. 



1795 Avurde er Inspektor am neu 
gegründeten Conservatoire der Mu- 
sik. 1804 ernannte ihn Napoleon 
zum Kapellmeister seiner Privat- 
kapelle, 1814 wurde er Surinten- 
dant und Komponist der Kgl. Ka- 
pelle; beide Aemter gingen 1830 
ein. Am Conservatoire wurde er 
bei der Neueinrichtung (1817) Prof. 
der Komposition, auch war er von 
1806 bis 1824 Mitglied der Jury 
an der grolsen und komischen 
Oper. 

Fetis, Biograph, ausführlich. Eine Be- 
urteilung seiner Werke von K. Persius 
in Kastner's musikal. Chronik, "Wien 1887 
p. 265 ff., betitelt Lesueur und Berlioz. 
Ferner in Eichard Pohl's 3. Bd. ge- 
sammelte Schriften; in Fouque's Berlioz 
en Russie und in Revolutionaires de la 
mus. Paris 1862 C. Levy; in Hippeau's 
Berlioz intime. Ducancel, Ch. P: Me- 
moire p. J. F. Lesueur. Paris Fan XI. 
[B. M.] Notice historique sur la vie et 
les ouvrages de M. Lesueur. par M. 
Raoul-Eochette, lue a la seance publ. de 
l'acad. rov- des beaux-arts, 5/10 1839. 
Paris, Didot. 4P. [Brüssel 4929. 

Von seinen Werken lassen sich fol- 
gende nachweisen: 

Essai de musique sacree, ou musique 
motivee et methodique. pour la fete de 
Noel, ä la messe du jour. Paris 1786 
Herissant. 8". [B. Scheurleer. 

Expose d'une musique une, imitative, 
et paiticidiere ä chaque solemnite; oü 
l'on donne les principes geueraux sur 
lesquels on l'etablit, le plan d'une mus. 
propre ä la fete de Noel . . . Paris , V^e 
Herissant 1787. 5 Teile. 8". [Brüssel 
4343. B. M. Brüss. Cons. 

Projet d'un plan general de l'instnic- 
tion musicale en France... Paris, Bras- 
seur, en JX (1801). [Brüssel 4178. 

Instruction publique. Conservat. de 
musique ... Paris an Y (1796/97). Ge- 
meinsamer Erlass der Direktoren Gossec, 
Gretry etc. [Brüssel 4175. 

Principes elenientaires de mus. arretes 
par les raembres du Conservatoire . . . 
suivis de solfeges par les Cens. Agus, 
Catel, Cherubini, Gossec, Langle, L. etc. 
Paris, an VIII, an X. 2 voll. fol. 
[Brüssel 5695. 

Lettre en reponse ä Guillard, sur l'o- 
pera de la Mort d'Adam, et sur plusieurs 
points d'utilite relatifs aux arts et aux 



lettres; par ... Paris, an X (1801/02) 
Baudouin. 8«. [Brüssel 3809. B. M. 

Eloge academique de Gretry par Le- 
sueur et P. Destourets. BruxeUes 1826. 
8». [Bibl. Scheurleer. 

Qeistliche Kompositioiien : 

Oratorio de Debbora ä gr. choeurs et 
ä gr. orch. Paris 1828 J. Frey. P. 
120 S. [B. M. B. B. nebst Kl.-A. von 
Alex. Piccini. E. C. ofMus. Darmst. 
Musikfr. Wien. 

Deux Oratorios de la Passion ä gr. 
choeurs et a gr. orch. (Kl.-A. von Alex. 
Piccini und El wart). Paris, Tauteur. P. 
fol. 156 S. [B. B. B.M. R. C ofMus. 
Darmst. Hofb. Wien. Musikfr. Wien. 

1. Oratorio jiour le couronnemeut des 
Princes Souverains. Paris, Frey. P. fol. 
100 S., komponiert zur Krönung Na- 
poleon I. [B. B. B. M. Brüssel Cons. 
chez Schonenberger. 

2. Oratorio id. Ib. 106 S. P. [B. M. 
Brüssel Cons. 

3. Oratorio id. Ib. 128 S. P. [B. M. 
Brüssel Cons. 

Oratorio de Noel, ä gr. choeurs. Paris, 
Lafille. P. fol. 1.54 S. [B. B. B.M: 
Paris, A. Petit. Maild. Cons. Darmst. 
Brüssel Cons. im Kl.-Auszg. 

Oratorio du Sacre. 4 part. Ms. P. 
[Berlin K. H. 

Primo super flumina, Ps. ä gr. choeurs 
et gr. orcii, Secundo: Troisieme Oratorio 
du Careme en morceaux d'ensemble. 
Pari,s. Frey. P. 96 S. [B.M. B. B. 

Rachel. Oratorio historique et prophe- 
tique ä gr. choeurs et gr. orch. Paris, 
Frey. P. 156 S. fol. [E. B. B. M. 
Biüssel Cons. 

Ruth et Noemi, Oratorio historique a 
gr. choeurs suivi de Ruth e Booz, Orat. 
hist. et prophetique. Paris, Frey. P. 
fol. 136 S. [B.B. B.M. 

1. Messe solennelle (Bd.) Paris 1828 
Frey. P. 150 S. [B. M. E. C of Mus. 
Darmst. Musikfr. Wien. Brüssel Cons. 
chez Lemoine, wie die 2. u. 3. 

2. Messe solenneile ä gr. choeurs et ä 
gr. orch. (Gd.) Ib. P. fol. 174 S. [B.M. 
B. B. nebst Kl.-A. par Cornette. E. C. of 
Mus. Musikfr. Wien. Brüssel Cons. 

3. Messe solenn. . . . (Dd.) Ib. P. fol. 
158 S. [B. M. B. ß. Brüssel Cons. 

Messe en sol ä 6 voix pour la cha- 
pelle imperiale. Ms. P. mit Orch. [Mai- 
land Cons. 

Missa tribus vocibus cum symphonia 
(Kyrie, Gloria, Credo) Ms. fol. P. [Brüss. 
Cons. 

Stabat ou Complaite k la Ste. Yierge 



Le Sueur, Jean-Frangois. 



154 



Leta. 



en 18 strophes, compose pour 3 voix av. 
acc. d'orgue ou harmouium par . . . Paris, 
Schonenberger. P. S'^. Text französ. 
[ßrässel Cons. 

Cantate: Tollite. Paris, Beauvais. P. 
[B.M. 

Cantate religieuse suivi du ilotet: 
Veni sponsa. Soli et choeurs. Paris, de 
Beauvais. P. [B. B. 

Gloria 6 voc. c. orch. P. Autogr. 
[B.M. 

In virtu tua. Trio religieux. Avec 
acc. de Piano. P. Paris. [Darrast. 

salutaris hostia u. 1 Fuge im Au- 
togr. 14 Bll. Ms. 15975. P. [Hofb. 
Wien. 

2 Pseaumes (6 voc. 2 V. A. B. et org.). 
Paris, S. A. Lemoine. P. 114 S. [B. M. 

3 Te Deum ä gr. choeurs av. acc. de 
Piano ou orgue par Ermel et Prevot. 
Paris 1829 Frev. P. 234 S. [B. M. 
B.B. Maild.Cons.' ß.CofMus. Darm.st. 
Musikfr. Wien. 

Weltliche Kompositionen : 

Adam, tragedie, siehe La mort d'Adam. 

La caverne ou les voleurs. Drame 
lyr. en 3 act. (16/2 1793). Paris, Im- 
bault. P. fol. [B.B. C. P. Darmst. 

— Paris, Nadermaun. P. fol. [B.M. 
Brüss. Cons. Berlin K. H. 

— Die Eäuberhöhle, Oper in 3 Akt. 
deutscher Text, im Kl, -A. [Musikfr. 
Wien. 

L'inauguration du temple de la Vic- 
toire, Intermfede mele de cbants et de 
danses, musique de L. et Persuis (2/1 
1807) Ms. P. [Paris Topera. 

La mort d'Adam et son Apotheose, 
Trag. lyr. en 3 act. (21/3 1809). Ms. P. 
[Paris l'opera. 

— Im Druck: Paris, Frey. Betitelt: 
Adam, Trag, en 3 act. (17/3 1809), par 
Guillard imitee du celebre Klopstock. P. 
fol. [B. B. B. M. nebst Kl.-A. Amst. 
in P. Darmst. Brässel Cons. 

Ossian ou les Bardes, opera en 5 act. 
Ballets von Gardel u. Milon. Ms. P. mit 
Notizen im Aiitogr. ; 65 mal wiederholt. 
[Paris l'opera. München Oper. B. B. 
Darmst. 

— im Druck: Paris, Imbault. (repres. 
10/7 1804, dedie Napoleon. L. ist als 
Direktor der Ksl. Musikkapelle gez.) P. 
kl. fol. 546 Seit. [B. B. Hofb. Wien. 
Musikfr. Wien. Dresd. Mus. C. P. 
Brüssel Cons. 

— andere Ausg. mit neuem Titelbl: 
Paris, Janet & CoteUe. [B. B. B. M. 

— Neue Ausg. im Kl.-A. Paris, Mi- 
chaelis. [B. B. 



Paul et Yirgine ou le triomphe de la 
vertu, Drame Ivrique en 3 act. Paris 
(1794) Nadermann. P. foi. 346 Seit. 
[B.B. B.M. Dresd. Mus. C.P. Darmst. 
Brüssel Cons. 

Telemaque dans l'isle de Calypso, ou 
le triomphe de la Sagesse, Trag. lyr. en 
3 act. (11/5 1796). Paris, Nadermann. 
P. fol. 400 S. [B. M. Briissel Cons. 
Musikfr. Wien. 

— Paris, Imbault. P. fol. [B.B. 
C. P. Darmst. 

Le triomphe de Trajan, Tragedie lyri- 
que en 3 act. musique de Persuis (und 
L. ungenannt), repres. 23/10 1807. Ms. 
P. [Paris l'opera. 

Le chant des Triomphes de la Eepu- 
blique fran?. Ode par Laharpe s. 1. 
(Paris 1794). qufol. [br. Mus. 

Chant du IX. Therraidor. Paroles de 
T. Desorgues. s. 1. qufol. [br. Mus. 

Chant de Triomphe (pour les concerts 
de la cour de Napoleon I.) Ms. Autogr. 
P. in 4'^. [Pai'is l'opera. 

Yivat franyais, choeur pour Ijouis XVIII. 
Ms. Autogr. P. 4P. [Paris l'opera. 

Solfeges, siehe SoÖeg. 2. 3. [auch in 
der B. der Musikfr. in Wien u. B. Kgsbg. 

Marche favorite, couronem. Napoleon, 
f. Orch. 

Marche seraphique f. Orch. [Musikfr. 
Wien. 

Le Siiire, Robert-Martin, ein 

Literat, geb. um 1737 zu Rouen, 
gest. 27. April 1815 zu Paris 
(Fetis Näheres). Er beteiligte sich 
an dem Streite z^vischen franzö- 
sischer und italienischer Musik 
(Gluciiisten und Piccinnisten) und 
schrieb unter dem Namen Camille 
Trillo zwei Pamphlete: 

Lettre de M. Camille Trillo, fausset de 
la cathedrale d'Auch, sur la musique 
dramatique. Paris 1777 Guillau. 12^. 
[B.B 

Suite des intretiens sur l'etät actuel 
de l'opera de Paris (Paris 1779). [B.B. 

Leta, D. Anaeleta de, ein spa- 
nischer Schriftsteller der 2. Hälfte 
des 18. Jhs., hatte in Salamanca 
studiert und gab heraus: 

Carta laudatoria a Dom Vicente Adan, 
en accion de gracias para la publicacion 
de SU obra intitulada. Documentos para 
instruccion de müsicos. En Madrid 1786 
kl. 8*^. 80 S. [B. B. 



Letald. 



155 



Lettre. 



Letald, . . . Abt von St. Menin 
im 10. Jh., ist bekannt als Se- 
quenzenkoraponist und Verfasser 
der Gesänge zu Ehren des big. 
Juliani Episc. Mamatensis (Ambros 
2, 101. Gerbert 5, 35. Fabricius 
2, 554). 

Le Teller, Pierre, Kapell- 
meister a/d. Kathedrale zu Chä- 
lons gegen Mitte des 17. Jhs., 

gab 1642 bei Eob. Ballard in Paris 
eine Messe zu 4 Stimmen heraus über 
die Themen der Motette: Domine qui 
habitavit. Cborb. in fol. (Fetis). 

Letendart, N. . ., geb. um 1770 
zu Paris, gest. ebd. gegen 1820. 
Schüler von Balbastre, bildete sich 
zum Pianisten aus und trat öffent- 
lich als Pianist und Komponist 
auf (Fetis). 

Le Teneiir (Taneur, Tenneur), 
. . , um 1714 Hofkaplan, Sänger 
und Canonicus a/d. kurf. kölnischen 
Hofkapelle in Bonn. In der An- 
stellungsordre ist auch bemerkt, 
dass er bei der Kirchenmusik „den 
Takt geben" soll. (Thayer 1, 14, 
Dokument.) Straeten 1, 220. 221 
fand im Kat. der einstigen Bibl. 
von St. Walburge zu Audenarde 
geistliche Kompositionen verz. 

Le Terrier, Pierre, ein fran- 
zösischer Komponist, gewann 1587 
den Preis der silbernen Lyra im 
Concourse zu Evreux mit der 
Chanson: Ravi de mon peuser. 

Le Tessier, . . . ein Komponist 
des 16. Jhs., von dem das 

br. Mus. (Add. Mss. 5337) unter Nr. 
201 in einem Samlbd. in fol. des 18. Jhs. 
2 Songs in four parts 1. Au joly bois. 
2. Su la riva 4 voc. besitzt. 

Le Tiege, Cornelius, um 1714 
Sangmeister a/d. Kathedrale zu 
Antwerpen (Straeten 3, 6). 

Letourneur, ... am Hofe zu 
Parisund Versailles, Lehrer des Kla- 
vierspiels um 1754 (Marpurg 1, 459). 

Letourneur, Jean, um 1482 



Lehrer der Sängerknaben an der 
Kathedrale zu Ronen, wurde 1500 
Kanonikus und erhielt vom Kardi- 
nal die Würde eines „grand-chan- 
tre" (Pougin). 
Le Troc 

Opera- Comique , | Parodie | des Troc- 
queurs, I Eepresente | sur les Tlieatres &c. 
I Le Prix est de 3tt 12s | Avec toute | 
La Musique i A Paris | Chez Duchene Li- 
braire | 1756 | 8". 60 pp. Musik 4 st., 
2 st. u. Ist. ohne Bass gen. [besafs Asher 
in Berlin 1872. 

Letterio, Marino, lebte in Paris 
im 18. Jh. und gab heraus: 

3 duos concertans pour deux hautbois. 
oe. 1. Paris, l'auteur. [Paiis Nat. 

Lettner, Franz Xaver, ein 

Pfarrer zu Voheburg (Oberdonau- 
kreis), geb. 12. Jan. 1760 zu Pfaffen- 
hofen (a/d. Um), zeichnete sich 
sowohl als tüchtiger Violinist, wie 
als Kirchenkomponist aus. Senne- 
felder in München verlegte von 
ihm 2 Messen (Lipowsky). 

Lettre, Lettera: 

1688. Lettre de Clement Marot . . . 
toucher Lulli vide Senece. 

1719. Lettre critique sur la comedie 
italienne. Londres 1719 ' Tonson. 8^. 
[Brässel 3860. 

1727. A Letter from a Gentleman in 
the Town, to a Friend in the Country; 
containing Reflexions upon the present 
Time, with a very impartial Judgment on 
our most famous Performers in Musick, 
and a new Pruject how to cultivate Mu- 
sick in Great Britain, without being in 
need of such Performers of Italy. or other 
Countries. London, 1727 A. Moore. 8°. 
27 S. Englisch und franz. (Deutseher 
Auszug in Chrysander's Händel II, 167.) 

1743. Lettre de M. de *** ä Mde. 
de *** sur les opera de Phaeton et Hyp- 
polite et d'Aricie. Paris 1743 C. F. Si- 
mon. 80. 15 S. [B.M. 

1745. L. de Mme. *** ä une de ses 
amies, sur les spectacles, et principale- 
ment sur l'opera-comique. s. 1. 1745. 12*^. 
[Brüssel 3862. 

1748. Lettre ä M. le marquis de B*** 
sur la difference entre la musique ita- 
lienne et frangoise. Berlin 1748. 4". 
[Brässel 3918. 

1753. Lettres sur quelques ecrits de 



Lettre. 



156 



Leuthe-Spiegel. 



ce ternps. (Paris 30/11 1753.) Gegen 
Eousseau. [Bologna Kat. 1, 85. 

1754 a. Lettera di riposta ad un amico 
sopra il giudizio ricercato intorno all'opera 
intitolata Dei vizi e dei difetti del mo- 
derne teatro etc. di Lauriso Tragiense 
pastore arcade, uscita in Roma 1753. 
Venezia 1754 Piotto. 12o. 24 S. [Bo- 
logna Kat. 1, 84. 

1754 b. L. estemporanea sopra la mu- 
sica Sacra e origini deH'organo, coll'occa- 
sione di illustrare una pittura antica (Li- 
vorno 1754). [Bologna Kat. 1, 106. 

1765. Lettera al Rev. Padre ... G. B. 
Martini . . . (Roma 1765. 4»). [Bologna 
Kat. 1, 84. 

1766. Lettera sopra musica, vidi Ori- 
maldi. [B. ß. 

1767. Lettre ä Mr. le Chevalier, de 
. . . ä l'occasion du nouvel opera (d' En- 
dinde) ä Neully 24. Dec. 1767. s. 1. (Paris) 
[B. B. 

1774a. Lettre ä Mde. la Marquise de 
***, dans ses terres pres de Mantes, sur 
l'opera dlphigenie (Paris 17/4 1774). 
Geneve (Paris) 1774. 8«. [Brüssel 3960. 

1774b. L. ä M. le Chevalier de M***, 
sur l'opera d'Orphee (Paris 2/8 1774). 
Lausanne, et se trouve ä Paris chez Mlle. 
Lamarche. 8*^. [Brässel. 

1775. L. dell'autore del nuovo Cem- 
balo angeüco inventato in Roma nell'anno 
1775 . . . Roma, G. Zempel. 8«. 38 S. 
[Bolog-na Kat. 1, 146. 

1777. Lettre de Camille Trillo, siehe 
Le Suire. 

Leubiiitz, Christoph, von 1559 
bis 1574 Organist in Pirna (M. f. 
M. 28, 150). 

Leubraiul (Leuprand) . . . Ma- 
gister, 1674 Chordirektor am Jungen 
St. Peter in Strafsburg i/Els. und 
von 1677 bis 1684 Organist an 
St Thomas ebd. (Lobstein 60. 82). 

Leucoleoiis Galamelite, 
oder allerhand keusche Lust- u. Liebes- 
Lieder, mit neuen, auff eine sonderliche 
Art gesetzten Melodeyen (mitBc). Frank- 
furt a. M. 1671 Verl. von Heinr. Thomas 
Hauenstein, kl. 8". 821 Seit. [ß. Hbg. 
Hofb. Wien. 

Leultier, (xugliclmus, 1506/7 
Sänger am St. Peter in Kora 
(Viertel]. 3, 251). 

Leuprand, siehe Leuhraiid. 

Leurart, Simon, ein Musiker 



des 16. Jhs., der in Samlwken. 
von 1569 und 1574 mit 2 dreist. 
Chansons vertreten ist (Eitner 1). 

Leusat, . . . 

In der Bibl. Löbau (jetzt Dresd.) an 
Pinellus Neue kurtzweilige d. Lieder 1584, 
5 Stb. hds. angehäugte Gesänge unter 
obigem Namen. 

Leuschner, (reorg, Komponist 
des 16. Jhs., bekannt durch das 
4stim. Lied: 

Ach edles bild, bis nit so wild, Ms. B. 
Lieguitz und den Druck: Fide, Vide. 
^^'ratislavia 1582. Ein Gesang in 2 Teilen. 
8 Stbll. [Bibl. E. ßohn in Breslau.] In 
B. Brieg drei defekte Gesge. 

Leuthard, Johann Daniel, geb. 
zu Heilsberg bei Rudolstadt am 
14. Juni 1706, war 1723 Schüler 
Yogler's, 1727 des Konzertmeister 
Graffs zu Rudolstadt, wurde 1730 
Notist in der Herzogl. Weimar- 
schen Kapelle, wo er sich auch 
als Komponist auszeichnete, erhielt 
1735 die Kammerdienerstelle beim 
Markgrafen von Brandenburg-Kulm- 
bach, wie auf dem unten verz. 
Drucke angezeigt ist, betitelt: 

Six Parties pour le Clavefsin composees 
par . . . oeuv. 4. Aux depens d'Erasme 
Schauer, Graveur de tailles douces ä Erlang, 
qufol. 18 S. Die 6 Partien bestehen aus 
je 3 Sätzen: Sarabande, Gavotte, Polonaise 
oder Aehnlichem und sind nur von ge- 
ringer Bedeutung. [B. B. 

In der B. Lpz. im Ms. „Unterricht zur 
musikal. Composition'^, c. 1730. 

Leuthe-Spiegel, 

Musicalischer, das ist: Ein Extract auss 
dem Welt-berühmteu Ertz-Schelmen Judas 
Tractat, Welcher Spiegel sich vor Ehr- 
lichen Leuthen wol darff sehen, und mit 
1. Tenor -Sing -Stimm, nebenst 2. Vio- 
linen, doppelten General-Bass (auch 2. 
Violen, so ad placitum) hören lassen. _ Ge- 
setzt und herauss gegeben von einem 
Deutschen Spaniel in Griechenland, wie 
auch Gedruckt daselbsten im Jahr 1687. 
6 Stb. 4". 1 Vortitel mit Abbildg. Dedic. 
H. Charo ä Sprickern. 26 Nrn. Die 
Musik ähnelt derjenigen, die in M. f. M. 
14 Nr. 1 mitgeteilt ist, von Lompyn dem 
Diener und Narren, [ß. ß. ßibl. Scheur- 
leer. br. Mus: T. 



Leutliold. 



157 



Levasseur, Pierre-Franr-ois. 



Loutliold, siehe Liebliold. 
Leuttiier, Georg Christoph, 

geb. zu Töltz um 1650, sein Todes- 
jahr ist unbekannt, wahrscheinlich 
starb er zu Isen. Er widmete sich 
dem geistlichen Stande, wurde 
Licentiat des kanonischen Rechts 
(zu Ingolstadt?) u. erscheint 1682 
als Hofkaplan u. Yicekapellmeister 
des Fürst- (und Titular-) Bischofs 
Albert Sigismund zu Freising. 
Diesem widmete er auch seine 
„Cithara Davidica''. 1688 nennt 
er sich bischöfl. geistlicher Rat, 
Kanonikus und Scholastikus an der 
Kollegiatkirche St. Zeno in Isen 
und widmet 1688 das AVerk „Apollo 
Seraphicus" dem Kurfürsten Max 
Emanuel. (Morgenblatt der bajer- 
schen Zeitung Nr. 127, 1866 von 
Dr. Joach. Sighart). Yon seinen 
Kompositionen sind nachweisbar: 

1. Cithara Davidica. Monach. 1682 
Lucas Straub. 40. 30 Nrn. Vesper- 
psalmen, Antiphonen u. Litaneien f. 4 bis 
5 St. mit Orgel, 2 V. u. 2 Violen. [B. 
Freising. 

2. Apollo Seraphicus sive sacri concen- 
tus Mottae (!) Psalmi. Autiph. ... 1 voc. 
c. 5 instr. aux 2 V. uecess. 3 Violis ad. 
lib. Monach. 1688 tyjns Lucae Straub. 
7 Stb. 4". [B. M. 

Leuttiier, Wenzel, Oboist an 
der Hofkapelle in Wien von 1705 
bis 1711 (Köchel 1). 

Leiiweii, Hendrik y«in, aus 

Leyden, ist am 17. März 1762 als 
„Artifex musicns" an der Univer- 
sität in Leyden eingeschrieben 
(Bouwst. 3, 9). Einen P. van Leeu- 
wen siehe Leeuwen. 

Lcinvertz, Jean, Bassist in 
Herzogenbusch, wurde 1584 für 
die Kgl. Kapelle in Madrid ge- 
wonnen (Straeten 3, 169. 170). 

Leva, BentiToglio, aus Verona, 
war nach folgendem Druckwerke 
um 1618 Organist an der Kirche 
St. Stefano zu Isola della Scala 
(Lombardei bei Verona) und bez. 



sich in der Dedic. (wie Fotis sagt) 
mit 32 Jahr alt. Er gab heraus: 

Messe, et Motetti concertati a 3, & a 
4 voci co'I suo Bc. per sonar nell'org., ö 
altro simile i.strum. . . Ven. 1619 G. Vin- 
centi. 5 Stb. 4^. 4 Messen u. 8 Mo- 
tetten oder Concerti. [Bologna. 

In Phalese's Corona sacra 1626 ein Satz. 

Leracher, siehe Yacher, Pierre- 
Jean. 

Levanto, Leonardo, bekannt 
durch die Motette 

Attendite qui Dominum mit dem ita- 
lienischen Texte: Or che la mia bellissima 
in Sim. Moiinaro's Fatiche spirituaii 1610. 
— In desselben 3. lib. Motett. 1609 auch 
eine Mot. von obigem. 

Le Vasseiir, Greorge, Sänger 
und Kanonikus an der Kgl. Ka- 
pelle zu Paris im 16. Jh., erhielt 
300 Liv. Gehalt (Castil-Blaze 292). 

Levasseur, Jean -Henri, ge- 
nannt le jeime, gegen 1765 zu 
Paris geb., gest. ebd. nm 1823. 
Violoncellist, Schüler von Cupis 
und Duport, trat 1789 ins Opern- 
orchester, auch wurde er Lehrer 
am Conservatorium und Mitglied 
der Ksl. Hofkapelle unter Napo- 
leon I. u. später unter Louis XVIIL 

Er gab eine Violoncelle-Schule heraus, 
von Baillot redigiert und am Conserva- 
tonum eingef ülirt , sowie Sonaten und 
Duos (siehe Fetis). 

Einen Gesanglehrer gleichen Namens 
an der grofsen Oper um 1760 verz. P. 
Simon in seinem Etat actuel, S. 33. 

Levasseur, Louis, ein Pianist 
und Komponist zu Paris. Näheres 
nicht bekannt. Fetis führt 6 Werke 
von ihm an. Nachweisbar sind: 

J"y penserai, Romance. Paris, Meysen- 
berg. [B. M. 

Grande Sonate p. clavecin, oe. 16. 
Paris, Lemoine. [Musikfr. Wien. 

Levasseur, Pierre - Franc^ois, 

genannt l'Aine, ein Violoncellist, 
geb. 14. März 1753 zu Abbeville, 
gest. nach 1815 zu Paris. Ging 
gegen 1782 nach Paris, wurde 
Schüler des älteren Duports, trat 
im Concert spirituel auf und wurde 



Le Vavasseur. 



158 



Leveridge. 



Mitglied des Orchesters, später auch 
am Theater Feydeaii; 1785 wurde 
er im Orchester der gTofsen Oper 
angestellt und 1815 pensioniert. 
Fetis verz. von ihm 2 Bücher Duos 
f. 2 Vioioncelles. 

Le Yavasseur, Nicolas, Chor- 
knaben-Lehrer an der Kathedrale 
zu Lisieux, später Organist an 
St.-Pierre zu Caen in der Mitte 
des 17. Jhs. Fetis zeigt unter 
Yavasseur von ihm an: 

Canons ä deux, trois, quatre, cinq et 
six voix. Paris 1648 Ballard. rt". 

Leyel, Jaeottiii, 1516 — 19 
Sänger an der Privatkapelle Papst 
Leo X. (Viertelj. 3, 255). 

Leyens, . . . Sangmeister an der 
Metropolitaukirche zu Bordeaux in 
der ersten Hälfte des 18. Jhs. Er 
gab eine theoretische Schrift her- 
aus, über die Fetis ausführlich be- 
richtet: 

Abrege des regles de l'harmonie, pour 
apprendre la composition. avec un nouveau 
projet sur un Systeme de musique sans 
temperament, ni cordes mobiles. Bordeaux 
1743 J. Cappuis. 4". 92 S. [Biüssel. 
Scheurleer. 

Im C. P. ein Oulius Levens mit den 
Motetten: Deus noster und Paratum cor 
meum. Ist mutmafslich ein anderer als 
der obige. 

Leyeque, Jeaii-Guillaiime, geb. 
zu Köln a/Kh. um 1759, gest. gegen 
1816 zu Hannover. In seinen 
frühesten Jahren zogen die Eltern 
nach Paris und sollte er sich dem 
geistlichen Stande widmen, aber 
die Lust zur Musik bewog ihn, 
nach vollendeten Studien das elter- 
liche Haus zu verlassen und fand 
beim Fürsten von Oettingen-^Yal- 
lerstein eine Anstellung in der 
Kapelle als erster Yiolinist, bald 
darauf beim Fürsten von Nassau- 
Weilburg. Der Krieg vertrieb ihn 
in die Schweiz, wurde dann in 
Passau Konzertmeister, wo er sich 
noch 1801 befand, darauf trat er 



in den Dienst des Hauses Han- 
nover, verlor aber die Stelle, als 
es dem Königreiche Westfalen ein- 
verleibt wurde. Gerber 2 verz. 
von ihm Solos f. Yioline, Duette, 
Trios, Quartette und Konzerte, die 
in Abschriften bekannt wurden. 

Leverentz, Alexander, Yioli- 
nist am dänischen Hofe um 1626, 
wird vom Prinzen nach Berlin zur 
weiteren Ausbildung geschickt und 
tritt dann in die dänische Hof- 
kapelle ein (Yiertelj. 9, 97). 

Leveridge, Richard, geb. 1670, 
gest. zu London 22/3 1758 im 
88. Lebensjahre. Er war als Bass- 
Sänger an den Theatern Drur}'- 
Laue, Queen's Th. (1705 — 12) und 
an Lincoln's Inn Field 's -Theater 
(1713—30) in London angestellt. 
1726 eröffnete er ein Kaffehaus 
in der Tavistock-street, Covent 
Garden, in London, doch scheint 
er in Not geraten zu sein, denn 
seine Freunde sammelten ein Kapi- 
tal, dessen Zinsen ihm bis zum 
Lebensende ausgezahlt wurden. Er 
schrieb sich seine Eollen sehr oft 
selbst und erreichte einen gewissen 
Ruf als Komponist, auch wurden 
viele seiner Gesänge gedruckt (Bur- 
ney 7, 214. Brown). Yon seinen 
Gesängen sind nachweisbar: 

Opera of the Island Princess, or the 
generous Portuguese. Pai^t. komp. 1699 
von Dan. Purcell, Jer. Clark u. L. [Ms. 
415 br. Mus. 

Die Oper Macbeth, 1708 aufgef. 4. Akt 
fehlt. Ms. [Cambridge FW. 87. Eben- 
dort in Ms. 120 der Song: The tippling 
philosopher, Nr. 310. 

A collection of sougs. with the musick. 
In 2 voll. (65 u. 64 S.) London 1727 
for the author. 8° mit dem Portr. [Glas- 
gow. R. C. of Mus. B. "Wagener. Hofb. 
Wien. br. Mus. 

A new book of songs with a thorough 
bas. London, Walsh. 2 books in 1 vol. 
[B. B. br. Mus. 

A song in the Comedj^ of Csop. (Lond. 
1697.) br. M. 



Levesque, 



159 



Levini. 



Ä song in the Lady in Fashion. (Lond. 
1698.) br. M. 

A soug in the Plot and No plot. (Lond. 
1698.) br. M. 

A song made for the — Royal Highuess. 
(Lond. 1698.) br. M. und noch viele andere, 
im Ganzen 75 Einzeldrucke u. 3 Balladen, 
in alten und neuen Ausgaben. 

In Playford's Choice ayres 1676, 1 Song 
aus Mercury Harlequien. — Gesge. in seve- 
ral songs printed on Single leaves. Lond. 
kl. fol. [K. C. of Mus. 1369.] Ebeud. 
Einzeldrucke Nr. 1373. Ebenso in Nr. 
1375 ein Song. — Siehe auch Eob. Brem- 
ner 3. — 3 Songü in J. Simpson's The- 
saurus. — 1 Avr in Airs 1676 b. — In 
Watt's Musical- Miscellany 1729—1731, 
6 voll. 18 Gesge., s. Kat. von Kgsbg. — 
In Roberts' Clio and Euterpe 1 Nr. 

Levesque (Leveque), ... ein 
tiefer Tenor (basse-taille) an der 
Kgl. Kapelle zu Paris, ist im Etat 
von 1759 bis 1781 verz. 1763 
wurde er zum Musikmeister der 
Pagen der Kapelle Louis XV. er- 
nannt. 

Für dieses Lehramt stellte er mit 
Beche das Samlwk. Solfeges d'Italie avec 
la basse chiffree, composee par Leo, Du- 
rante, Scarlatti etc. Paris, Porro. qufol. 
3 BU. 286 S. in 4 Teilen zusammen und 
erschien in 4 Ausgaben (siehe Inhalt und 
Titel in Eitner 2, 18). [B. B. Dresden. 
Berlin Siugak. Musikfr. AVien. Glasgow. 
R. C. of Mus. B. Amiens mit der Jahres- 
angabe 1790. 

LcTesque, Peter, scheint in 
England als Musiker gelebt zu 
haben. Das br. Mus. besitzt von 
ihm: 

Xn. Canzonetts for 1, 2 and 3 voices, 
adapted for the harps. and Pfte., with 
accompanyments. Opera secunda. Lond. 
(1790?) printed for the Author by Thos. 
Straight. qufol. 

LÖAesque de la Baralli^re, 
Pierre -Alexandre, ein gelehrter 
Literarhistoriker, geb. 6. Jan. 1697 
zu Troyes, gest. 4. Febr. 1762 zu 
Paris; studierte zu Orleans die 
Kechte, ging nach Paris, wurde 
1743 Mitglied der Akademie „des 
inscriptions et belles-lettres" und 
schrieb besonders über die Chan- 



sons des 12. und 13. Jhs. In dem 

Werke: 

Poesies du roi de Navarre, Paris 1742 
Gueiin, 2 voll. 12" befinden sich auch 
diejenigen von Thibaut mit einigen Notizen 
über die Musik derselben mit Abdruck 
einiger Melodien (Fetis). Ein Exemplar 
des Werkes in der B. Scheurleer's. 

Levett, . . . lebte in der 2 ten 
Hälfte des 18. Jhs. zu London und 

gab heraus: 

Introductory lessons on singing, parä- 
cularly on psalmody, to which are annexed 
several Psalm tunes. London, Preston. 
— New year s Anthems. — Hymn for 
Laster day. — Hymn for Whitsunday, 
ibidem. (Fetis. Brown). 

Levezow, Koiirad, geb 3. Sept. 
1770 zu Stettin, gest. 13. Okt. 1835 
zu Berlin, Dr. der Philosophie, Di- 
rektor des Antiquariums des Kgl. 
Museums zu Berlin, sowie Prof. 
der Altertumskunde u. der Mathe- 
matik. Unter seinen Schriften be- 
findet sich auch eine Biographie: 

Leben und Kunst der Frau Margarete 
Luise Schick, geb. Hamel, Kgl. preuss. 
Kammersängerin und Mitglied des National- 
theaters zu Berlin, mit Portr. Berlin 1809 
Duncker & Humblot. 8". 75 S. [B. B. 
Dresd. Brüssel (Ledebur). 

Leyi, Madame, geb. in der Bre- 
tagne um 1715, zeichnete sich als 
Violaspielerin aus und trat 1745 
im Concert spirituel in Paris mit 
Erfolg auf. Fetis erwähnt 6 Solos 
pour par dessus de viele, Paris, 
Leclair. qufol. 

Le Vielz, Andr^, Kleriker 
(clercs) in der Kgl. Kapelle zu 
Paris von 1464—1467 mit IX^ 
livr. Gehalt; um 1474 als Kapellan 
ordinaires gez. mit 180 liv. jährl. 
Gehalt (Brenet 9—11). 

Le Vigoureux, Sänger in der 
Hofkapelle Louis XII.^ von Frkr. 
nach einem Dokum. Etat ä Paris 
K. n« 322 (Fetis unter Divitis, c. 
1514). 

Levini, GrioTanni, ein Kompo- 
nist des 17.— 18. Jhs., ist in der 



Le\'ioruni. 



160 



Lexicon. 



B. B. mit folgenden Kompositionen 
vertreten : 

Ms. 12450, Sanilbd. Part. Nr. 4—10: 

1. Magnific. 4 voc. c. 5 Viole et Bc. 

2. Laudate pueri 4 voc. c. 3 Instr. et Bc. 

3. Der Todt ist verschlungeu, Aria, 3 voc. 
2 V. Fag. Bc. 4. Der Herr ist mein 
Hirte, 2 voc. 2 Instr. et Bc. 5. Der 
Engel des Herrn, Cantate 5 voc. 2 V. 
2 Violette, Fag. Bc. 6. Lobe den Herrn 
meine Seele 2 C IB. 2 V. Fag. Bc. 
(Adur). 7. Lobet den Herrn in seinem 
Heiligtlium, B. solo, 3 Instr. Bc. 4 Bll. 

Leviorum carminum (Tänze), 
siehe Plialesc 1571 e. 

Levis, Antonio, verz. Gerber 2 
als italienischen Opernkomponisten, 
der sich 1788 zu Novi befand 
und dort 2 Opern zur Aufführung 
brachte: 1. Contadina in corte, Op. 
buf. 2. Isabella e Rodrigo, op. buf. 

Le Yol, Fra Claudin, ein Fran- 
zose und Minoritermönch „in Sacro 
Conventu Divae Mariae Angelorum 
Porti unculae" im 17. Jh. In Bo- 
logna besitzt man von ihm: 

1. De modo addiscendi cantum eccle- 
siasticum unicus Traetatus . . . 1662 u. 
1663. Ms. in 12". 48 Bll. (siehe Nälieres 
in Bologna, Kat. 1, 230). 

2. Pliilomela gregoriaua clara et brevi 
metliodo decautaus veras, ac certas regu- 
las ad bene, perfecteque cantum eccles. . . 
Yen. 1669 typis Mari Pliilippi. 40. 4 Bll. 
u. 48 Seit, mit gregorianischen Melodien 
in römischer Choralnote. Näheres wie 
oben, mit Kapitelangabe. [B. B. Bologna. 
Brüssel. 

Lc Vraij, siehe Yrai.j. 

Lcvrier de Champ-ßion, Guil- 
laume-Drnis-Thomas, ein Schrift- 
steller, geb. 21. Dez. 1749 zu Meu- 
lan, gest. 10. März 1825 zu Paris, 
Bibliothekar au derBibl. des Königs, 
Abtlg. Manuscripte, seit 1777 bis 
1798, während der Revolution 
wechselte er mehrfach seine Stel- 
lungen, am 12. Aug. 1818 zog er 
sich ins Privatleben zurück. 

In seinen Melauges de litterature be- 
finden sich 4 Briefe Metastasio's über die 
italienische Oper in französischer Ueber- 
setzuug. Diese Briefe erschienen auch 



allein, unter: Lettres sur la musique . , . 
Paris 1786. 12«. (Fetis). 

Levy, . . ., bekannt durch 

6 Senates de harpe qui peuvent se 

jouer sur le clavecin avec accomp* de 

Vi- oe. 1 . [Paris Nat. 

Lewes. Nagel 1 führt vier 
Lewes an, die im Dienste des 
englischen Hofes standen: Thomas 
war 1518—20 Menestrel, TertulUan 
war Trommler, William Orgel- u. 
Instrumentenmacher und Lewes 
van Winter 1526 Posaunist. 

Lewis, Henry, ein Engländer 
des 17. Jhs., von dem sich im 
Samlwk. A. B. Synopsis von 1680 
ein dreistim. Gesaug befindet. 

Lewis, Matthew Gregory, ein 
englischer Balladen-Komponist am 

Ende des 18. Jhs. 

Im br. Mus. befinden sich 1. 12 Bal- 

lads, the words & music by . . . London, 

fol. 2. Eveline & LuUaby, a ballad . . . 

Lond. fol. 
1 Nagel 1 führt noch John Leids von 
I 1700 bis 1702 als Instrumentist a/d. Kgl. 
i Kapelle in London an, ferner Richard L. 
! im Jahre 1694 und Robert L. von 1704 

bis 1706, beide als lustrumentisten. 

j Lexicon, kurtzgefasstes musica- 
! lisches L., worinnen eine nützliche 
Anleitung und gründlicher Begriff 
von der Music enthalten, die Ter- 
mini technici erkläret, die Instru- 
mente erläutert und die vornehm- 
sten Musici beschrieben sind, nebst 
einer historischen Beschreibung 
von der Music Nahmen Eintheilung, 
Ursprung &c. Alles aus derer 
besten und berühmtesten Musi- 
corum ihren Schriften mit Fleiss 
zusammen gesucht. Chemnitz 1737 
bey Christoph u. Job. Dav. Stösseln. 
80. VIII u. 430 S. [B.M. B.B. 
B. Lpz. B. Wagener. Kopenhag. 

Brüssel 3111. 

— Neue Aufl. ib. 1749. 8». 43 S. 
[B. M. B. B. B. Hbg. Dresd. B. Lpz. 
Kopenhag. Brüssel 3110. 

Die beiden Stössel sollen die Verfasser 
sein. 



Leydiug. 



161 



Lherithier, Jean. 



— Musikalisches Handwörterbuch. Wei- 
mar 17S(J, siehe Wtlke, J. G. Leb recht. 

Leydiug , Joliaim Dietrich 

(nicht David), lyrischer und epi- 
grammatischer Dichter, geb. 5. April 
1721 zu Yerden in Hannover, st. 
10. Febr. 1781 zu Hamburg (AUg. 
d. Biogr.). Er gab heraus: 

Oden und Lieder mit ihren eigenen 
Melodien. Altoua 17.57 Tversen. gr. 8". 
'25 Lied. [B. "Wagener. Brüssel Cons. 

Leykam,Aloise, Baron Yoii (Ger- 
ber 2 und Fetis nennen ihn Chri- 
stoph Franziskus Ambrosius, Baron 
von; die Lpz. Ztg. 7, 566 bespricht 
seine Lieder und nennt ihn ohne 
Vornamen, auf dem mir vorliegen- 
den Drucke ist er Avie oben bez.); 
geb. um 1777 zu Wien, lebte um 
1805 in Neapel; er betrieb die 
Musik nur als Dilettant, zeichnete 
sich aber als guter Violinist und 
Bratschist aus. Bekannt sind mir: 

Trois complete sur la sensibilite pa- 
roles de F[ran(,;.] J[osephj d[e] D[ietnch- 
stein], la musiqne par A[loise] B[aron] 
d[e] L[eykam]. [Musikfr. Wien. 

Leys, Louis, wird am 21. Aug. 
1559 als Magister cantus an St. 
Sauveurzu Brügge entlassen (Strae- 
ten la, 49). 

Leys, Martin, Violoncellist am 
Theaterorchester in Antwerpen, st. 
in hohem Alter am 11. Mai 1840. 
Sein Onkel ist der bekannte Maler 
(Gregoir, Panth. 6, 49). 

Llieritier, Antlioiiie, stand seit 
1520 bis etwa 1531 in Diensten 
Ks. Karl V. der zur Zeit in Toledo 
residierte (Straeten 7, 300 ff.). 

Lheritier, Isaac, ein Zeitge- 
nosse des Jean, der auch unter 
Lerethier vorkommt (Eitner 1). In 
Samlwken. von 1541 und 1543 
zwei vierst. Chansons. 

Lherithier (L'Herretier, Lhire- 
tier, Lirithier, Leretier), Jean, 
Fetis unter Heritier. In Petrejus' 
Psalmen-Samlwk. von 1542 e wird 

Rob. Eitner's Quellen-Lexikon. Bd. 6. 



er einmal Lerithier alias Verdelot 
genannt. Arabros erklärt dies 
„alias'' ganz richtig in „oder", denn 
Verdelot u. Lerithier waren zwei 
verschiedene Musiker; der Tonsatz 
mit dieser Autorbezeichnung kann 
daher nur als zweifelhaft angesehen 
werden, welchen der beiden Kom- 
ponisten er angehört. Siehe in 
meiner Bibliogr. p. 677 den Ton- 
satz „In te Domine speravi''. Ueber 
sein Leben wissen wir nur durch 
Tomaso Cimello, dass er ein Schü- 
ler Josquin's war. Dem Namen 
nach muss er ein Franzose ge- 
wesen sein, der sich zeitweise oder 
auch länger in Italien aufgehalten 
hat, denn sein Name kommt oft 
in italienischen Samlwken. vor, 
auch wurde das einzig bekannte 
Druckwerk von ihm in Venedig 
verlegt. Seine Lebenszeit fällt in 
die erste Hälfte des 16. Jhs., denn 
schon Petrucci nahm ihn 1519 in 
ein Samlwk. auf. Die erwähnte 
Samlg. von Motetten ist betitelt: 

Moteti de la fama, libro primo, a 4 
uoci, composti da Joanne Lheritier, Mu- 
sico eccellentiss. raccolti da molti libri, 
gia stampati, et alcuni anchora non piu 
stampati. Novamente cou diligentia, cor- 
retti & posti in luce. . . Yen. 1555 Scotus. 
4 Stb. qu40. Dabei Motetten von Ar- 
chadelt, Le Heurteur und Lupus. [Bo- 
logna.] Ebd. auch von Santini eine Samlg. 
hds. Part. 4stim. Motetten aus einer 
Ausg. in Ferrara von 1538 und in Ven. 
1555. 

In Samlwken. kommen von 1519 bis 
1542 33 Gesge. vor, darunter eine Messe 
und ein Maguificat. Ambros widmet ihm 
im 3. Bde. p. 268 sehr anerkennenswerte 
Worte. Nachzutragen ist noch 1 Motette 
in Archadelfs Madrigali a 3 voci 1542 
u. f. Ausg., p. 9 Ave virgo gloriosa, 3 voc. 
und die beiden Motetten : Beati omnes u. 
Nisi Dnus. in Eampazetto's Nachdr. der 
Motetti del fiore 1564. Ferner in üar- 
dane's Excellentiss. autorum 1549 a 1 Mo- 
tette. Im Ms. Cap. sistiua. Cod. 26: Alma, 
2. p. Tu quae genuisti 5 voc. — Ave 
regina 4 voc. — Sancta Maria 4 voc. — 
und in Codex 19 ein Sub tuuui praesi- 

11 



L'Hocca. 



162 



Libanus. 



duuiii 4 voc. — In der Proste'schen Bibl. 



im Ms. 85^ und 940 sechs Gesge. 



Im 



Domkapitel Verona, Ms. Chorb. des 16. 
Jhs., betitelt Antiphonae et Psalmi 4 Mo- 
tetten mit Leretier gez. 

Ms. in Bologna (Kat. 2, 342) 1. Cle- 
mens, pia virgo 4 voc. 2. Ave regina 
coel. 4 voc. Ebd. Kat. 3, 3. Ms. Cod. 
kl. fol. von 1518 unter L'Heritier, Giov: 
Dum complerentur dies panthecostes 4 voc. 
(wie Petrucci 1519). 

L'Hocea (L'Occa, dal Occha), 
Alberto da, ein Komponist der 
2ten Hälfte des 16. Jhs., 

von dem sich in alten Samlwken. 2 
Madrigale zu 5 Stim. befinden (Eitner 1). 
Aufserdera noch in G. Yincenti's Giardino 
1591 : Lascia pur 5 voc. 

L'Hoste, Spirito, aus Eeggio, 
bez. sich seit 1554 auf seinen 
Drucken mit „Maestro della Mu- 
sica, dello Ilhistrissimo et Eccell. 
Don Ferante (Ferrante) Gonzaga". 
Von seinen Kompositionen sind 

bekannt : i 

1547. L'Hoste da Reggio 1. lib. de [ 

Madrigali a 4 voci di THoste da reggio i 

Nouamente . . . Yen. 1547 A. Gai'dane. 1 

4 Stb. qu4<'. 40 Gesge. Die Dedic. u. j 
Reg. in M. f. M. 16, 124. [Lübeck. Bo- 
logna C. 

— Ristampati & corretti. Lib. 1. Yen. 
1556 Gardano. 4 Stb. qu4^ fehlen 5 
Madrig. [Bologna. Crespano: C. T. B. 

1550. Cantus . . . praestantissiuii et 
celeberrimi Musici Magnificat cum Om- 
nibus tonis. Hvmni et Motetta. 4 voc. 
Mediolani 1550. 4 Stb. 4». [Musikfr. 
AVien. 

1554a... II J. lib. delli Madrigali, a 

5 voce (!) novam. . . Yen. 1554 Scotto. 
5 Stb. r|u40. 27 Gesge. [Bologna fehlt 5 a. 

1554 b. . . 11 2. lib. delli Madr. a 4 voce 
(!) novam. . . Yen. 1554 Scotto. 4 Stb. 
qu40. 32 Gesge. [Yerona S. f. 

1554 c. . . II 3. lib. delli Madr. a 4 voci. 
Yen. 1554 Scotus. 4 Stb. qu4". 27 Nrn. 
[Bologna. 

1554d. . . II. 1. lib. de Madr. a 3 voci 
. . . Milano 1554 Fr. et Sim. Moscheni. 
3 Stb. qu40. 24 Nrn. [B. B:A. 

— Ausg. von 1562 per Antonio Gar- 
dano Ristampati A 3 voci. Yen. 1562 
... 3 Stb. qu4". 22 Nrn., fehlen Ma- 
donna hai torto und Deh se pensavi, 
[B. M. 

1568 . . . Madrigali h 5 voci con doi 6. 



Lib. 1. Yen. 1568 Scotto. 5 Stb. qu4<'. 
[B.M. fehlt bei Yogel. 

L'Hoyer, Antoine, ein franzö- 
sischer Guitarrist, trat in den Dienst 
des Prinzen Heinrich von Preufsen 
in Rheinsberg, ging um 1800 nach 
Hamburg und später nach Paris. 
Fetis verz. von ihm zahlreiche Gui- 
tarre-Piecen, teils allein, teils mit 
Begleitung von einer A^ioline, dar- 
unter Konzerte, Sonaten u. a. Nach- 
weisbar sind: 

6 Romances pour la guitarre. oeuv. 
14. Hbg., Böhme, qufol. [B. B.]. — Air 
varie par guit. Paris, Pleyel. 5 S. [B.M. 

Lliuyllier (Lhullier, L'Huillier), 

ein Komponist aus der ersten Hälfte 

des 16. Jhs., 

von dem in alten Samlwken. sich 13 
Chansons zu 4 Stim. befinden (Eitner 1). 
Die Chans. doulx rapport, mit L'Huil- 
lier gez. in alten Stb. der B. M. Nr. 
205, 20. 

Lianas, siehe Yliauas. 

Liantier, Jacob, Sänger in der 
Kapelle Louis XL von Frankreich. 
Nach Rechnungen von 1462 — 64 
(Thoinan 68). 

Libano, Leopold, Violinist an 
der Ksl. Hofkapelle in Wien am 
12. Nov. 1721 angestellt. War 
aber nach Köchel 2, 391 schon 
unter Joseph I. Hofscholar und 
bittet 1721 um feste Austelluug. 
Yon 1741 ab bezieht er 500 Gld. 
Gehalt bis f 15. Dez. 1754, 60 J. 
alt (Köchel 1). 

Libanus, Georgias, gegen 1480 
zu Liegnitz in Schlesien geboren, 
wui'de Priester und lebte in Kra- 
kau. Er bezeichnet sich selbst als 
einen Musiker auf dem Titel fol- 
genden Werkes: 

De Miisica laudibus oratio, seu adhor- 
tatio quaedam ad musicae studiosos . . . 
Cracoviae excusum per Joan. Halycz 1540. 
8". 8 Bll. (siehe bei Fetis des Weiteren, 
dem das AYerk selbst vorgelegen haben 
muss. Früher wurde es Seb. Felsztj'u 
zugeschrieben). 



Libai'ini. 



163 



Liberati-Tagliaferra. 



Libarini. Gulielmo, aus Bo- 
logna, lebte vom IT), bis 17. Jh. 

und ist 

in der B. L. mit der Motette: Hodie 
nobis coeloioini, 7 voc. im Ms. vertreten. 

Libau. Joannes Franciscus, 

„sacerdotis uecnon capcllani eccle- 
siae collegialis DD. Michaelis et 
Gudilae Bruxellis, collegii minoris 
Scti. spiritusLovauiialumui. 1764." 

Sammelte 

Preludes et Yersets, dans toiis les tons, 
composes de divers auteurs. (Sti-aeten 1, 
83 Be-schrbg. mit Inhalt. Fundort fehlt.) 
Enthält auch ein Praeludium von ihm, 
gez. mit 1703. Libau hinterliefs eine 
Bibliothek Musikalien von der Straeteu 1, 
85 den Katalog mitteilt. Wo die Werke 
selbst hingekommen sind, ist unbekannt; 
in Brüssel liegen sie nicht. 

Liber heroicus demusicae 1515, 
siehe Boemiis. 

Liber selectarum cantionura 1520 
Samlwk., siehe Peutiug'er. 

Liber, Anton Joseph, Vater 
des Wolf gang, geb. 1732 zu Sulz- 
bach (Kegenkreis), gest. 1809 zu 
Regeusburg, Schüler von Riepel, 
bildete sich zum Violinisten aus, 
trat in die fürstl. Taxische Kapelle 
und schrieb Messen, zahlreiche 
Sinfonien u. a. (Lipowsky). 

Die Ivgl. Musikaliensamlg. in Dresden 
besitzt von ihm : G Senates en Trio pour 
le Claveciu av. racc. de Y. e B. Mann- 
heim, Götz. 

Liber, Pater Wolfgang, geb. 
31. Okt. 1758 zu Donauwörth, gest. 
23. Juli 1810 in Regensburg. Ging 
1779 ins Kloster Michelfeld, nach- 
dem er in Regensburg, wo sein 
Vater Hofmusikus war, studiert 
hatte und bereits als Violinist sich 
hatte öffentlich hören lassen. Xach 
Aufhebung des Klosters wandte er 
sich nach Regensburg und wurde 
Organist. 

Seine Kompositionen, die aus Messen 
und anderen Kirchenkompositionen, sowie 
aus 5 Violinkonzerten bestanden, blieben 
Ms. (Mettenleiter 2, 224. Kornmüller 1, 
429. Lipowsky). 



Liberati, Antimo, da Foligno, 
wo er geboren ist; am 29. Nov. 
1661 trat er nach Adami's Osser- 
yazioni p. 206, wo sich auch sein 
Porträt befindet, als Sänger in die 
päpstl. Kapelle (Haberl verz. ihn 
aber nicht und doch wird er im 
Ms. Epitome, Kopie von 1753, ein 
päpstl. Sänger genannt). Er war 
ein Schüler Greg. AUegri's und 
Or. Benevoli's. Nach Fetis diente 
er zuerst in der Ksl. Kapelle unter 
Ferdinand III. und Leopold (fehlen 
die Beweise); sicher ist, dass er 
Kapellmeister an S. Trinita de' 
Pellegrini zu Rom und zugleich 
Organist an S. Maria delFAnima 
war. Bekannt sind von ihm die 
Schriften : 

Lettera scritta dal . . . in risposta ad 
una del Sig. Ovidio Persapegi che gli fä 
istanza di voler vedere, ed essamiuare i 
componinienti di musica fatti dalli ciuf|ue 
coucorrenti nel concorso per 11 posto di 
Maestro di Cappella della Metropolitana 
di Milan fatto sotto il di 18. Aug. 1684 
. . . Roma 1685 Maseardi. (Einen Auszug 
in Haberl's Jahrb. 1891, 88.) [br. Mus. 
Bologna. 

Epitome della musica raccolta da . . . 
Musico della cappella pontificia. Alla 
Santitä di N™ Sig. Alessandro Settimo. 
Ms. fol. 48 Bll. [Bologna, im Kat. 1, 
34 Beschreibung u. Auszüge. 

Due Lottere a Gio. Paolo Colonna in 
difesa d'un passo dell'opera seconda So- 
nata terza d'Arcang. Corelli . . . Ms. kl. 
4** alte Kopie. [Bologna, Kat. 1, 85 mit 
Beschrbg. 

Fetis giebt noch Nachricht über einige 
Kompositionen und zwar sagt er: viele 
Madrigale besafs einst Baiui, seine Ora- 
I tonen befinden sich im Archive der 
Kirche S. Maria in Yallicella, sowie sich 
dort auch befindet: Ragguaüo dello stato 
del Coro della cappella pontificia. Sein 
Porträt bringt Burney 4, 266. 

In Caifabri's Samlwk. von 1683 wird 
er Musico della C. P. (Capella Papa?) 
genannt und 1 Psalm zu 4 Stim. jnit Bc. 
mitgeteilt. 

Liberati -Tagliaferri, il conte 
germano. 1. Violinist und Or- 
chesterdirigent in der herzogl. phil- 

11* 



Libere. 



164 



Libler, 



härm. Gesellschaft zu Parma. Ist 
bekannt durch: 

Duetto ä Teno]-e e Sopr. aus der Oper 
II Castella de Valbruna. P. Autogr. 20 
Bll. in kl. qufol. Ms. 16 448. [Hofb. 
Wien. 

Libere, Johann de, Bassist an 

der Hofkapelle m Wien mit 10, 
sp. 12 GM. monati. von 1559 — 64 
(Köchel 1). 

Libermeus, Johann, Kantorei- 
knaben-Praeceptor an der Hofka- 
pelle in Wien vom 1. Dez. 1576 
bis t 2. Juni 1582 (Köchel 1). 

Lihert, ßaynaldus (Liebert, 
Keginaldus), lebte in der 1. Hälfte 
des 15. Jhs. und ist im 

Cod. 87 und 92 des Domkapitelarcbivs 
zu Trient mit 4 Gesgen. vertreten : Mourir 
m'envoy. Salve sancta parens Sanctus 
und Agnus, 3 voc. — Im Ms. 213 in 
Oxford Bodi. (siebe Stainer) befinden sieb 
die Gesge: Mon euer s'en va d'umble 
vouloir 3 V. und obiger: Mourir me voy, 
il est pic. Letzterer im Facsim. und in 
Part. 

Liberia, La, del cantare, siehe 
Cattaneo, Conte Gio. 

Liberth, Oualterius, ein Kom- 
ponist des 15. Jbs., 

de;- im Ms. Cod. 213 in Oxford Bodl. 
(siebe Stainer) mit dem Gesge. vorkommt: 
Se je me plains sans rayson (Fuga), 3 voc. 
Jedenfalls ist er derselbe, der in der 
päpstl. Kapelle 1428 als Säuger unter dem 
Namen Gualtero Liberti diente uud in 
den Listen vom 20. Dez. ab eingetragen 
ist (Viertelj. 1, 456. 3, 221). 

Liberti, Gualtero, s. Liberth. 

Liberti, Henri (Hendrik), von 
Groningen. Er muss seinem Por- 
trät zufolge um 1600 in Gronin- 
gen geboren sein (Straeten 4, 
277 ff.), t um 1669. Im Archiv 
der Katbedrale zu Antwerpen ist 
er als Organist von 1630 — 1661 
genannt, sowie er sich auch auf 
dem Porträt „Groeningensis Ca- 
thedr. Eccies. Antverp. Organista" 
nennt. In den Listen der Kathe- 
drale ist er unter Hendrik van 
Groningen und Liberti van Gro- 



ningen verzeichnet. Er erhielt 
jährl. 100 Gld. Gehalt u. Neben- 
einnahmen. 

Becker in seinen Tonwerken verzeicb- 
net: Cantiones sacrae 4 et 5 v. Antv., 
Plialese 1621. Ferner wird erwäbnt: 
Paduanes et Galiardes, ib. 1632. Straeten 
4, 279 fübrt nocb an : In Jean Loisel's 
Cantiones nataUtiae, Gandavi 1651, sind 
unter dem Nameu Liberti Gesänge auf- 
genommen (siebe aucb Bouwst. 1, 96. 
Biogr. nat. beige Bd. 4, 245). Fetis fübrt 
unter Giov. Bat. Ala ein Samlvvk. an: 
Pratum musicum variis cantionum, An- 
versa 1634, 5 Stb., in dem sieb neben 
anderen auch obiger L. mit Tonsätzen 
))efindeu soll. Das Samlwk. ist mir un- 
bekannt. 

Fetis bringt denselben Autor nochmals 
unter seinem Geburtsorte , der in dem 
von ihm angeführten Samhvke. von Ala 
mit Henry Libert Groeeu. bez. ist. Fetis 
hält den Namen Groeen für einen Eigen- 
namen, bringt ihn aber dann nicht unter 
Groeen, sondern unter Graeen und verz. 
dort die im Ala befindlichen Gesge. von 
Liberti mit 1. Miserere mei Dens, 2. 
beata virgo Maria, 2—4 voc. Schon La 
Fage macht auf den Irrtum Fetis' auf- 
merksam. 

Von einem etwas älteren Henricus 
Liberti bringt Pevernage im Samlwk. 
Landes Vespertinae von 1604 einen Ge- 
sang. 

Liberti, Vincenzo, aus Spo- 
leto, wo er auch gelebt haben 
muss, wie aus der Dedic. zum 1. 
Buche Madrigale hervorgeht, die 
sein Freund CanipelU herausgab. 
Man kennt von ihm: 

Del Sig. . . il 1. libro de'Madrigali, ä 
5 voci . . . Yen. 1608 Amadino. 5 Stb. 
4^". 21 Gesge. [Bologna. 

. . . U 2. lib. de Madr. a 5 v. Ven. 
1609 Amadino. 5 Stb. 4«. 21 Gesge. 
[Bologna. 

Obige Dedic. teilt Em. Vogel 1. 368 
mit u. der Kat. Bologna 3, 91 die von 
beiden Büchern. Das 2te Buch ist von 
L. selbst herausgegeben. 

Libiseh . . . , Oboist a/d. kur- 
fürstl. Kapelle in Bonn um 1789 
(Reichard 1791, 198). 

Libler, Johann, nach Gerber 2 
erschienen um 1796 zu Hamburg 
2 Lieder f. Klavier. Nr. 12. 3. Heft. 



Libon. 



165 



Lichtenauer. 



Libon, Philippe, von französi- 
schen Eltern am 17. Ang. 1775 
zu Cadix geb., gest. 5. Febr. 1838 
zu Paris. Schüler Yiotti's, wie er 
sich selbst 1794 auf einer Konzert- 
anzeige in London nennt (Pohl 2, 
370). 1796 befand er sich in 
Lissabon, kehrte dann nach Cadix 
zurück, wurde vom Prinzen von 
Portugal als Violinist berufen, ging 
1798 nach Madrid, trat in die Kgl. 
Kapelle und liefs sich 1800 in 
Paris nieder, trat als Virtuose auf 
und wurde bei der Hofkapelle an- 
gestellt (Fetis). Fetis führt zahl- 
reiche Kompositionen an, nach- 
weisbar sind: 

Concerto h Y. princ, 2 V. A. B. Fl. 
2 Ob. 2 Clarinettes, 2 Cors ... 12 Stb. 
fol. (Titel fehlt.) [B. M. fehlt 2. V. 

Conc. f. V. u. Orch. — Duos f. 2 V. 
[Proske-M. 

1. Eecueil d'airs varies p. le V. seul 
avec acc. V. 2. Va. B. oe. 8. — Secoud 
recueil, oe. 12. Lips., Br. & H. 4 Stb. 
[B. Wageuer. Bannst. 

3. und 4. Concerto p. le Y. avec orch. 
Leips. Stb. [Darmst. 

6. Concerto p. un V. av. orch. Leips. 
Stb. [Musikfr. Wien. Darmst. 

3 Trios p. 2 V. et Bc. oe. 3. Augsbg., 
Gombart. 3 Stb. [Maild. Cons. 

3 grands Duos concertants p. 2 V. 
oe. 4. Paris, Pleyel. [Maild. Cods. Mu- 
sikfr. Wien. 

Trente Caprices p. un Y. seul. Dedie 
au celebre Yiotti, oe. 15. Offeub., Andre. 
fol. 16 BU. [B. Wagener. Mailand Cons: 
Maild., Ricordi. Musikfi'.Y'ien. Darmst, 
Druck in Paris. 

Lielifild (Lichfield), Henry, ein 
englischer Komponist des 17. Jhs., 
von dem bekannt ist: 

The first set of Madrigals of 5 parts; 
apt both for Viols and Voyces. Newly 
composed by . . . London 1614 (der Bassus 
mit 1613 gez.). 5 Stb. 4°. [br. Mus. 
R.C. ofMus: C. A. 

Im Ms. 1881 R. C. of Mus. 2 Gesänge 
mit H. Lichfield gez. — In neuer Ausg. 
das Madrigal: All yee that sleepe in plea- 
sure 5 voe. ediert von W. B. Squire. 
London, Laudy & Co. 1892. 8». 

Ein Robert Lichfield war Organist zu 
Gloucester und starb am 6/1 1582. 



Liehnowsky, Adolph Wilhelm 
Graf von. 

Die Hofb. Wien besitzt von ihm im 
Ms. 16926 und 16956 je 12 deutsche 
Tcänze mit Trio für Orch. in Stb. Im 
Wurzbach nicht erwähnt. 

Lielmowski, Graf Moritz von, 
lebte in Wien, Beethoven widmete 
ihm 1803 (resp. 1802) op. 35, 
15 Variationen mit einer Fuge, 
und seiner Frau, der Gräfin Hen- 
riette von L., op. 51, 2 Eondos f. 
Pfte., c. 1798. Die Lexika glauben, 
dass obiger Graf Moritz der Fürst 
Lichnowski sei, das ist falsch, denn 
seine Kompositionen tragen die 
Bezeichnung Graf Moritz von L. 
Ebenso falsch ist es, dass er einer 
der Beschützer Beethoven's ge- 
wesen sein soll, denn dies waren 
Erzherzog Rudolph, Fürst von Lob- 
kowitz und Fürst Kinsky (Thayer 
3, 70). Wurzbach nennt sogar 
fälschlich den Fürsten Karl von L., 
t 1814, einen Gönner Beethoven's, 
Vom Grafen Moritx sind an Kom- 
positionen nachweisbar: 

7 Yariationen, Molinara, f. Ciavier. 
Wien 1798. (Sie sollen auch in Prag bei 
Haas 1803 nachgedruckt sein.) [Musikfr. 
Wien. 

Sowinski teilt den ^Vortlaut des Titels 
so mit: Sept Var. p. le piano, sur le joli 
theme „Net cor piü non mi sento". Glaubt 
aber auch, dass sie vom Fürsten L. her- 
lühren. 

Preghiera . . . gloriosissimo ritorno di 
Francesco I. (f. 2 Sopr. u. Klav.). [Mu- 
sikfr. Wien. Nach Sowinski erschien sie 
1815 in Wien. 

Lichtenaiier, Paul Ignaz, war 

kurtrierscher Kapellmeister, später 
Domorganist zu Osnabrück. Ger- 
ber 1 verz. von ihm 24 Offertorien, 
Augsburg 1736. Dieselben befin- 
den sich in B. M., betitelt: 

Concentus sacri sive Offertoria 24 . . . 
a 4 voc. 2 Y. c. Org. et Vcl. Augsbg. 
1736 Lotter. 8 Stb., fehlt das Organum. 

Fi-aglich ist es, ob der im Straeten 1, 
225 u. 26 verz. Lichtenhcnnver, der in 
einem Kat. von 1752 der einstigen Bibl. 



Lichtenberg. 



166 



Liclitenthal. 



von St. Walburge zu Audenarde mit 
mehreren Kompositionen vorkommt, der- 
selbe ist. 

Lichteiibera, J . . . H . . . W . . ., 

Kantor in Beizig um 1777. In 
den Breitkopf'schen Verz. werden 
ein Passionsoratorium u. a. ange- 
zeigt. 

Lielitenfeld, Peter, siehe Lich- 
terfeklt. 

Lichtensteiger, . . . wird von 
Lynker 268 als Lautenist an der 
Kasseler Hofkapelle um 1725 an- 
gezeigt. 

Lichtensteiger, Joliaim Ernst, 
war nacii Gerber 1 Hofmiisikus 
des Herzogs von Meiningen und 
gab um 1762 heraus: 

2 Sonate per il Clavicembalo , op. 1. 
Noribg., Haffner. 8 S. [B. M. 

Gerber 1 verz. dieselben unter obiger 
Jahreszahl in einer Aasgabe in Amster- 
dam, die nur ein Nachdmck sein kann. 

Lichtenstein , Karl August 

Freiherr TOn (nicht Ludwig), ein 
Dichter-Komponist, geb. 8. Sept. 
1767 zu Lahm in Fi*anken, seinem 
Stammgute, gest. 10. Sept. 1815 zu 
Berlin. Sein Yater war Minister 
am Gothaischen Hofe. In Göt- 
tingen studierte er und Forkel war 
sein Musikiehrer, darauf nahm er 
in England Kriegsdienste, kehrte 
1793 nach Deutschland zurück, 
trat als Kammer] unker in han- 
noversche Dienste und brachte 
1795 die Oper „Knall und Fall" 
auf die Bühne, deren Dichter und 
Komponist er zugleich war. 1798 
berief ihn der Herzog von Dessau 
zum Kammerherrn und Intendan- 
ten des Hoftheaters. In dieser 
Stellung zeichnete er sich in einer 
Weise aus, dass das Dessauer Hof- 
theater für ganz Deutschland eine 
Musteranstalt wurde. Nach einigen 
Jahren nahm er seinen Abschied, 
ging nach Wien und erhielt am 
Hoftheater die Direktion neben dem 



Baron von Braun. 1806 machte 
er mehrere diplomatische Reisen, 
trat 1810 in hildburghausen'sche 
Dienste und übernahm darauf die 
Direktion des Bamberger Theaters. 
1823 siedelte er nach Berlin über, 
übernahm zuerst die Regie des 
Schauspiels und 1825 auch die der 
Oper. Sehr oft trat er in früheren 
Jahren auf der Bühne selbst mit 
Glück als Mitwirkender auf. An 
Opern und Singspielen schrieb er: 

1795 Knall und Fall._ 1798 Bathmendi, 
später umgearbeitet. 1799 Die steinerne 
Braut, c. 1800 Ende gut, Alles gut. 
c. 1800 Mitgefühl, ein Liederspiel. 1822 
Die Waldburg. 1823 Singethee und Lie- 
dertafel. 1823 Zur guten Stunde. 1834 
Die deutschen Herren von Nürnberg. 
1838 Trübsale eines Hofbanquiers. 1831 
Andreas Hofer mit der Musik von Eos- 
sini's Wilhelm Teil, was ihm als arger 
Unfug angerechnet wurde. 1814 Avird in 
Strafsburg eine Oper ,,Der Kaiser und der 
Zimmermann'' von einem Musikdirektor 
gleichen Namens aufgeführt, doch ist nicht 
festzustellen, ob es der obige ist. Aufser- 
dem war er literarisch sehr fjeifsig, schrieb 
viele Vaudeville's, übersetzte Operntexte 
ins Deutsche und richtete sie für die 
Kgl. Bühne in Berlin ein (Ledebur. Thayer 
2, 147. 151). 

Nachweisbar sind : 

Mss. in B. B: 12950. Singethee u. Lie- 
dertafel, kom. Singsp. P. ' 

12951. Zur guten Stunde. Singsp. 

12952. Die deutschen Herrn in Nürn- 
berg. Oper in 3 Akt. P. 

12953. Die aime Molly. Yaudeville 
(von versch. Komp.). P. 

12954. Der Hahn im Korbe. P. 
Frauenwerth oder der Kaiser als Zim- 
mermann, Oper, Ms. P. [Darmbt. 

Der Gluthengeist, Oper, Ms. P. [Darmst. 

Bathmendi, allegorische Oper in 2 Akten. 
Ms. Kl.-A. [Musikfr. Wien. 

Die Waldburg, grofse Oper in 3 Akten. 
Ms. P. [Dresd. Opernaix-hiv. 

1 Duett aus der Oper Bathmendi: Lasse 
die Blüthe des Lebens, im Kl.-A. in der 
Lpz. Ztg. 1. Big. 10. — Ueber die Oper: 
Die steinerne Braut, in der Lpz. Ztg. 1, 
520 ein Urteil. 

Lielitentlial, Peter, ein Arzt 

Komponist und Musikschriftsteller 



geb. 



10. Mai 1780 zu Pressburg, 



Lichteuthal. 



167 



Lichtenthai. 



gest. 18. Aug. 1853 zu Mailand 
(nach Paloschi). Lebte von 1799 ab 
in Wien, studierte daselbst Medi- 
zin, erwarb sich 1808 die Doctor- 
würde und praktizierte als Arzt. 
Ging zwischen J810 bis 12 nach 
Italien der Erlioluiig halber und 
liefs sich in Mailand nieder (Wurz- 
bach). Nach den in Wien 1816 
erschienenen theoretischen Werken 
kann er erst nach dieser Zeit nach 
Mailand gegangen sein. 1819 war 
er nach einem Autogr. sicher in 
Mailand. Fetis schreibt, „ich be- 
suchte ihn 1841 in Mailand und 
fand in ihm einen liebenswürdigen 
Menschen, der leidenschaftlich die 
Musik liebt, vom Glück wenig be- 
günstigt, aber mit seinem Schicksal 
zufrieden ist. 1850 fand ich ihn 
in den gleichen Verhältnissen, doch 
heiteren zufriedenen Sinnes". Von 
seinen Kompositionen, die in aller- 
lei Kammermusik, einigen Ballets 
u. a. bestehen, ist aufser in Mai- 
land nur wenig in anderen Biblio- 
theken zu finden, dagegen lassen 
sich seine schriftstellerischen Werke 
reichlich nachweisen: 

1807. Der musikalische Arzt, oder von 
dem Einflüsse der Musik auf den Körper. 
Wien 1S07 ^yappler & Beck. [B. B. 
Amst. Musikfr. Wien. B. Lpz. 

— Trattato dell'influenza della niusica 
sul corpo umano e del suo uso in certe 
malattie . . . Milane 1811 Maspero. [B. B. 
Musikfr. Wien. Brüssel. Bologna. 

1816 a. Harmonik oder Anweisung die 
Regeln des Generalbasses zu erlernen. 
Wien (1816) chemische Drackerei. fol. 
[B. B. Musikfr. AVien. 

1816 b. Orpheik oder Anweisung die 
Regeln der Composition auf eine leichte 
fassliche Art zu erlernen. Wien (1816) 
chemische Druckerei, qufol. 47 S. Beisp., 
24 S. Text. [B. B. Musikfr. Wien. Maild. 
Cons. 

1816 c. Cenni biogi'afi intorno al ce- 
lebre maestro Wolfg. Amadeo Mozart, 
estratti da dati autentici dal ... Milano 
1816 Silvestri. 8«. [B. B. Brüssel. 
Maild. Cons. Bologna. 



1826. Dizionario e bibliografia della 
musica del dottore . . . Milano 1826 bis 
1836 Ant. Fontana. 8". 4 voll, der 1. 
zu .868 S., der 2. zu 300 S., enthalten 
die Erklärung der Kunstwörter, überhaupt 
das Allgemeine in der Musiklehre. Bd. 3, 
327 S., Bd. 4, .545 S. enth. Forkel's Lite- 
ratur mit Zusätzen. [B. B. Dresd. B, 
Lpz. B. M. Musikfr. Wien. Brüssel. 
Florenz. Maild. Cons. Einsiedeln. R. C. 
of Mus. Bologna. 

— Dictionuaire de musique, par le 
Dr. . . traduit et augmente par Dominique 
Mondo. Paris 1839 Troupenas. 2 voll, 
in 8"^ enthalten nur Bd. 1. 2. des obigen 
Werkes. 

1831. Estetica, ossia dottrina del Belle 
e delle >Arti belle, del Dr. . . . Milano 
1831 coitipi di Giov. Pirotta. 8«. XX u. 
435 S. Urteil in Lpz. Ztg. 42, 661. 
[Brüssel. Bologna. 

1842. Mozart e le sue creazioni. Me- 
moria. Milano 1842 Ricordi. 8«. [B. B. 
Musikfr. Wien. Maild. Cons. Einsiedeln. 
Bologna. 

s. a. Harmonik für Damen oder kurze 
Anweisung der Regeln des Generalbasses 
und der Composition . . . mit Noteubeisp. 
1. Theil. General-Bass. Wien, Hoffmeister. 
[Maild. Conserv. 

Catalogue des differentes pieces de 
musique composees par moi (depuis l'an 
1804 -1813). Ms. in Maild. Cons. 

Au Kompositionen besitzt die Bibl. des 
Conservat. zu Mailand 55 Nrn., davon die 
meisten im Autograph und nur 13 im 
Druck und zwar 1. Album musicale sacro 
(enth. 12 geistl. Gesänge für Soli, Chor u. 
Pfte. oder Orgel). Mil., Ricordi. 2. Qua- 
tuor p. le pfte. av. V. A. et Vcl. concert. 
oe. 2. Vienne, l'impr. chemic. 3. Trio 
pour le pfte. V. et Vcl. oe. 8. Vienne. 
4. Sonate pour le pfte. et la harpe. Ri- 
cordi. 5. Fantasia per pfte. adattata a 
pfte. e Vcl. Mü., Civelli. 6. 6 Fugen f. 
Orgel. Wien. 7. Sonate in C. pour le 
pfte. Lpz., Br. & H. — dieselbe in Maild., 
Ricordi. 8. Sonate in G. p. le pfte. Mil., 
Ricordi. 9. Scherzo per pfte. sul numero 
dell'anno 1853. 2. ediz. ritoccata dell' 
autore. Ricordi. 10. 6 Valses p. le pfte. 
Milano, Artaria. 11. Sept Var. p. le pfte. 
oe. 3. Vienne. 12. Grande Sonate tiree 
d'uue Symphonie de Mozart p. le pfte. 
ä 4 ms. Lpz., Br. & H. 13. 6 Marcie 
p. pfte. a 4 mani. Ricordi. Die übrigen 
im Autogr. bestehen aus 2 Messen f. Soli, 
Chor u. Orch. 1 Miserere a 3 voci con 
orch., 1 Stabat mater, 1 Vespro ebenso, 
3 Pater noster und 1 Ave Maria mit pfte. 



Lichterfeldt. 



168 



Lickl. 



1 Sinfonie von 1812, G Ouvertüren, 1 Con- 
certo f. Flöte, 12 Menuets f. Orch., Musilc 
zum Kai-usel 1819, Valzer per orch., 
1 Septet, 1 Sextet, BaUmusik für- 1818, 
Fragment eines Quintetts , 1 Quartett, 

1 Sinf. u. Ouvert. als Quartett arrang., 

2 Quartette, 1 Trio, mehrere Duos f. Ptte. 
u. FL, 2 Sonaten f. Pfte. u. V., 2 Sonaten 
f. Pfte. und eine Anzahl kleinere Piecen 
f. Pfte. 

Die Musikfr. in ^yien besitzen 1 Sonate 
f. Klav. und 6 Märsche 4 ms. Die Messe 
in D f. Chor und Orch. ist von C F. Pohl 
1871 makuliert, wie so vieles andere. 

Im Samlwk. von Mollo in Wien über 
den Text ,Jn questa tomba" eine Arie 
von L. 

Pougin zeigt noch 5 Ballets an, die in 
den Jaliren 1818—1820 auf dem Scala- 
theater zur Aufführung gelaugten. 

Mss. in Bologna, Album musicale sacre, 
enth. 12 geistl. Solo- und Chorgesge. Ein 
Ave Maria und Pater noster gab Eicorcü 
heraus. 

Ein Brief von 1844 abgednickt in M. 
f. M. 24, 160. 

Lichterfeldt, Kaspar Peter, 

auch nur mit P. L. gez., 

kommt in einem Tabulaturbuche aus 
der Mitte des 17. Jhs. in B. Joachimsthal, 
Ms. 23 mit den Gesängen vor: S. 318, 
Missa super Confitebor Finettj a 3 voc. 
in coneert. C. T. B. et 6 voc. in . . . S. 328, 
Missa ä 4, 8 et 12. S. 370, Missa 8 voc. 
super Aus der tiefen Heinr. Schützens 
(Kyrie, Gloria), nur mit P. L. gez., sowie 
folgende S. 374 Missa 8 voc. super Aus 
der Tieffen von ß. Gesii. In einem alten 
Verz. in Pirna wird ein Peter Lichten- 
feld mit 1 Gesg. verz., vielleicht ist es 
derselbe wie der obige. 

Lichtlein (Liechtle), Yalten 
(Yalentin, Fiirstenau 1, 48 hat Va- 
lentin Lichtbein gelesen), ein In- 
strumentist aus Ulm, diente in der 
Hofkapelle zu Dresden und erhielt 
1609 200 Gld. zum Geschenk (s. 
Staatsarchiv). Fiirstenau führt ihn 
noch 1612 an mit einem Gehalte 
von 150 Gld. jährl. — Aus einem 
Augsburger Aktenstücke vom 5. 
Sept. 1606 ergiebt sich, dass er vor 
der Dresdener Stellung 17 Jahre 
in Augsburg als Stadtmusikus ge- 
dient hat und wegen Widersetz- 
lichkeit entlassen wurde (M. f. M. 



1898, 73. 83. Er wird dort TÄechtle 
und Lirhtel genannt). 

Lichtleiii (Lichtl, Liechtl, Liecht- 
lein), Willielm, ein Xame, der im 
16. und 17. Jh. zu drei verschie- 
denen Zeiten auftaucht. 1599 ist 
ein Capriccio für 6 Cornetti von 
ihm bekannt. 1615 unter 117/- 
hebii Liechtle ist er als Augsburger 
städtischer Musikus, 30 Jahre alt, 
verzeichnet und 1654 wird ein 
Wüh. Liechtlein als Organist an 
der hlg. Kreuz- Yiertelkirche zu 
Augsburg genannt; auch unter den 
Buchstaben WL tritt er in Mss. 
auf. Siehe M. f. M. 29, 58. 30, 77. 
84. Vorläufig fehlt jeglicher nähere 
Anhalt, diese sich widersprechen- 
den Xachrichten zu entwirren. Fol- 
gende Kompositionen fand ich im 
Ms., die dem einen oder anderen 
Lichtlein angehören: 

In Ms. Z 28^der B. ß. S. 86 mit Wil- 
helm Licht, gez. ein Capricio di Cornetti 
6 voc. Ms. in Pai-t. von 1.599. — Ms. 
Z27 ib. Part, von 1624 S. 507, mit 
Guilhel. Liechtlein gez: Valde honorandus 
est 3 voc. S. 508 mit "Wilhelm Liecht- 
lein Org: Yirgo gloriosa Cecilia 3 voc. — 
Mss. in B. Proske, Abtlg. Butsch, 8 Stb. 
in 4". 17. Jh. 1. Ecce rex tuus 8 voc. 
2. Miserere 4 voc, beiete mit Wilhelm 
Lichtl oder auch nur W L. gez. In einem 
anderen Ms. mit "Wilhelm Liechtl gez., 
Ms. des 16. Jhs. 1. Dens Dens mens 
8 voc. fehlt der C. 2. Pater noster 
8 voc. (Abtlg. Butsch Nr. 205). 

Licino, Agostino, ein italieni- 
scher Komponist der 1. Hälfte des 
16. Jhs., der bekannt ist durch 

Duo cromatici . . . a 2 voci. Lib. 1. 
Yen. 1545 Gardane. 2 Stb. [B. M. nur 

1 Stb., da die Gesänge im Canon ge- 
schrieben .sind, so lassen sie sich ans dem 
einen Buche herstellen, [ß. M. 

II 2. libro Duo cromat. ib. 1546. 

2 Stb : Canon u. ßesolutio. [B. M. 

Lickl. Eine Musikerfamilie über 
die wir bisher wenig unterrichtet 
sind. Nach den vorliegenden Druck- 
werken giebt es fünf dieses Xa- 
mens 1. Oeorg. Nach dem Auto- 



Lickl. 



169 



LicH. 



^raph Ms. 16434 der Hofb. in 
Wien wäre dies der Vater, wie es 
im Kat. heifst. 2. Joliami Georg, 
Eegeus Chori zu Fünfkirchen in 
Ungarn, Titel zu 2 Fugen, 3. Karl 
Georg (C. G.), soll ein Sohn des 
Job. Georg sein (nach Schilling, 
geb. 28. Okt. 1801 zu Wien). 4. 
Acgidius Karl^ nach Becker 3, 98 
ein Pfte.-Virtuose und Komponist, 
geb. 1. Sept. 1803. und 5. Ferdi- 
nand Karl, von dem die B. B. eine 
Sinfonie op. 85, bei Andre erschie- 
nen, besitzt. Zweifelhaft ist es, ob 
Georg und Job. Georg nicht ein 
und dieselbe Person ist, denn in 
Whistling's Handbuch der musi- 
kalischen Literatur von 1829 heifst 
Joh. Georg der Vater und Karl 
Georg der Sohn (s. das Keg. S. 
1273). Schilling, auf dessen Aus- 
sagen bekanntlich wenig zu geben 
ist, schreibt: 

Joh. Georg Lickl, geb. 11. April 
1769 zu Kornneuburg in Unter- 
österreich, gest. 12. Mai 1843 zu 
Fünfkirchen (nach Becker 3, 60, 
der aber S. 120 noch einen zweiten 
Joh. Georg L. anführt, der am 28. 
Okt. 1801 zu Wien geb. sein soll. 
Nach Schilling ist dies aber Karl 
Georg, der Sohn Joh. Georges). 
Obiger L. lebte anfänglich als Mu- 
siklehrer in Wien u. schrieb u. a. 
auch Operetten für das Schika- 
neder - Theater. Schilling führt 
deren acht an. 1806 erhielt er 
die Chordirektorstelle in Fünf- 
kirchen, wo er sich der Kirchen- 
komposition zuwandte. Seinebeiden 
Söhne Karl Georg und Aegidiiis 
Karl gehören dem 19, Jh. an und 
werden nur kurz von Schilling 
erwähnt. Die auf den Bibl. be- 
findlichen Kompositionen werde 
ich in Georg und Johann Georg 
trennen, um der weiteren For- 
schung behilflich zu sein. 



Oeorg LicH: 

Missa in Es. con l'orch. P. im Autogr. 
59 Ell. qufol. Ms. 16434 (mit „der 
Yater" bez.). [Hofb. AVieu. Ms. 18646 
das Autogr: Meiu Geist ist stets fröhlicb, 
Arie mit Orchester. P. 

4 Missae f. Chor und Orch. Nr. 1 
komp. 1798, Nr. 2 von 1806, Nr. 3 von 
1S02, alle in Esd. viell. Autogr.? Nr. 4 
ohne Jahr in Cd. [Musikfr. Wien. 

8 Messen von L. ohne Vornamen. 
[Klosterneuburg. 

1 Regina coeli — Salve regina — Li- 
tania — 2 Offertorien — 3 Lamentationen 
f. Chor u. Orch. in P. [Musikfr. Wien. 

1 Graduale, Ms. P. von L. ohne Yor- 
nam. [Klosterneuburg. 

Quintette concertante f. Fl. Ob. Clarinet. 
Hörn u. Fag. Ms. [Musikfr. Wien. 

3 Quatuors p. 2 V. A. et Vcl. oe. 1. 
Offenb., Andre. 4 Stb. [B. M. Paris 
Nat. Der Kat des br. Mus. nennt Johann 
Georg als Verfasser (sie?). 

7 Quartette f. FI. V. Va. Vcl. oe. 5. 
— oder Ob. V. Va. Vcl. oe. 26. — oder 
Pfte. V. Va. Vcl. oe. 26 (?). [Musikfr. 
Wien. 

3 Trios concertantes p. V. A. et Vcl. 
oe. 17. Augsbg., Gombart & Co. 3 Stb. 
fol. [B. Wagener. 

Gr. Trio p. Pfte. V. et Vcl. oe. 27. 
[Musikfr. Wien. 

Trio f. Clarinet., Hörn, Fag. [Musikfr. 
Wien. 

3 Sonaten f. Pfte. u. Fl. op. 23. [Mu- 
sikfr. Wien. 

1. Serenade p. la physharmonique ou 
Flute. [Musikfr. Wien. 

Istruzione teorico-pratico per la cogni- 
zione ed il maneggio della Fisarmoniea. 
Milano, Ricordi. [Musikfr. Wien. 

1. 2. u. letztes Konzert nebst 4 Hefte 
Klavierpiecen, L. ohne Vornam. [Proske-M. 

Johann Georg Licld, Regens chori zu 
Fiinf kirchen : 

2 Arien aus Opern. — Duett: Es war 
einmal. P. Autogr. [Musikfr. Wien. 

Des Jägers Traum von Scheyrer, op. 83. 
[Musikfr. Wien. 

3 Duets for 2 german flutes. Lond. 
fol. [br. Mus. 

Zwei Fugen für die Orgel oder die 
Phvsharmonica. Wien, Diabelli & Co. 
11 "S. [B. Wagener. 

6 Variations sur l'air „Gott erhalte 
den Kaiser" pour le Clavecin ou Pfte. 
Wien, Jos. Eder & Co. qufol. [Dresd. Mus. 

Bemerken muss ich noch, dass die 

Istruzione teorico-pratico im Kat. des 

I Conserv. zu Mailand: Karl Oeorg L. als 



Licto. 



170 



Lidl, ÄDton. 



op. 50 zugeschrieben wird. Die Musikfr. 
in Wien besitzen dieselbe auch in einer 
deutschen Ausgabe mit der Namens- 
bezeichnung: Lickl, L. g. (unerklärlich), 
sie ist betitelt: Theor. pract. Anleitg. zur 
Kenutniss u. Behaudlg. der Phys-Harmo- 
nica. op. 50. Wien. Karl Georg ist mit 
Kompositionen in der Bibl. der Musik- 
freunde sehr reichlich vertreten. Obige 
Auleitung, deutsch, besitzt auch das br. 
Mus., verz. unter Johann Georg L. 

Von Ferdinand Karl L. besitzt die 
Bibl. des ConseiTat. zu Mailand: Grande 
Fautaisie et Variat. op. 11 e 10. Yienne, 
Mechetti. 

Auch die Leipz. Ztg. schreibt einmal 
Georg L., das andere Mal Joh. Georg L. 
In Bd. 2 Sp. 89 wird letzterer scharf ge- 
tadelt, während Georg L. das Wohlgefallen 
des Eecensenten erweckt. 

Licto, Thomas de, 1496/97 
Tenorist am St. Peter in Eom 
(Viertelj. ?., 239). 

Liclarti, Cristiauo Griuseppe, 

Academ. filarmonico, lebte nach 
Buruey 1, 294 um 1770 zu Pisa. 
Von seinen Kompositionen sind 
nachweisbar: 

La Tutela contrastata frä Giunone, 
Marte e Mercurio, col giudizio di Giove. 
Componimento dramma ä 3 voc. 1767. 
P. 111 Bll. Ms. 17 665. Ant. Schmid 
bez. ihn im hds. Kai mit ,,di Vienna". 
Im Ms. selbst befindet sich die Bezeich- 
nung nicht. Auf einem Trio wird er aus 
Pisa gebürtig bez. [Hofb. Wien. 

Aria „Scherza il Nochier" per il Sopr. 
col orch. Ms. 1155, F. qufol. [Dresd. 
Mus. 

6 Quartette f. 2 Y. A. u. B. Ms. [B. 
Wagener. 

6 Sonatas for 2 german flutes or V. 
with a Thorough Bass for the Harpsichord. 
Lond. by Welcker. 3 Stb. fol. [B. B. 
B. Wagener. 

6 Trii per 2 V. e B. stampati a spese 
di Gius. Soderini. Lond., Welcker. 3 Stb. 
fol., hier ist er bez. mit „Academico filo 
Armonico". [B. B. B. Wagener. 

1 Souate for 2 V. with a Th. B. for 
the organ. Ms. 3552, 16 Bll. P. [B. Hbg. i 

A favorite Trio p. harpe et 2 Fl, [Mu- 
sikfr. Wien. 

Trio per V. Vcl. e B. Stb. [Musikfr. 
AVien. 

1 Sonate f. 2 V. u. Bc. in Salvatore 
Galeotti's Six Sonatas. Lond., Welcker. 
Nr. 6. 3 ötb. \hx. Mus. B. Wagener. 



6 Sonatas for 2 germ. flutes or V. with 
a Th. B. Lond. fol. [br. Mus. 

6 Trii per 2 V. et B. oe. 3. Paris, 
fol. — Dieselben auch in London er- 
schienen, [br. Mus. 

6 Duetts for a Y. & Ycl. Lond. fol. 
[br. Mus. 

Sonate in C. für Y. mit Bc. Ms. Stb. 
[Brüssel Cous. 

Duetti per il 2 Y. — andere f. Fl. u. 
Klavier. [Musikfr. Wien. 

Sonata per la pomposa per il clavi- 
cembalo. [Musikfr. Wien. 

4 Trii per 2 Fl. e Ycl. Ms. in Stb., 
der Kat. nennt ihn fälschlich Lidarci, C. G. 
[Mailand Cons. 

In Longman's collect, of Catch Bd. 1 
Nr. 5: Su cantiamo su beviamo 3 voc. 

In Walsh' Catch Club einige Giees u. 
Catches. 

In Th. Warren's collect, of Catches ein 
Tonsatz. 

Lidl, Andreas, Virtuose auf dem 
Baryton, von 1769—74 Mitglied 
der Kapelle des Fürsten Esterhazy. 
Schubart hörte ihn 1776 in Augs- 
burg spielen. 1778 trat er in Lon- 
don auf und starb auch dort. Er 
vervollkommnete sein Instrument, 
indem er die unteren Saiten, welche 
die Begleitung ausmachen, bis auf 
27 vermehrte' (Pohl 4, 18). 

In der Kgl. Musikalien-Samlg. zu Dres- 
den befinden sich unter Andreas Liedel: 
3 Quintettes for a Flute, Y. 2 Tenors & 
Ycl. oblig. op. 5. Lond. by the author. 
Dieselben bei Hummel in Berlin u. Arast. 
erschienen, in [Berlin K. H.] — In der 
Proske-Mettenleiterschen Bibl. unter Lidel: 
Sonate ä 2 Yiolons. 

Lidl, Anton, ein Wiener, der 
Ende des 18. Jhs. starb, Burney 
sagt um 1789. Gerber 1 schreibt: 
er spielte den Baryton vortrefflich, 
doch ist dies eine Verwechselung 
mit Andreas Liedel oder Lidl (s. d.); 
nach seinen Kompositionen war 
sein eigentliches Instrument die 
Gambe. Ueber sein Leben sind 
wir nicht unterrichtet, nur wird 
berichtet, dass er sich 1784 noch 
in Berlin hören liefs: 

Yon seinen Kompositionen finden sich 
in der Nationalbibl. zu Paris im Ms. 



Lidon. 



171 



Liebestind, Georg Gotth. 



1. 6 Trios a Viola di Gamba, Violon et 
Violoncelle, 2. Six Divertissements, idem, 
in Stb. und in der Bibl. des Prof. R. "Wa- 
gener in Giefsen : Six Quatuors pour 2- V. 
(011 Flute et Y.) A. et B. Paris, MUe. de 
Silly. 4 Stb. in 2 Heften. 

Im br. Mus: 6 Quartettos, 3 for 2 V. 
T. & Tel. ... op. 2. Lond. fol. [auch 
Berlin K. H. 

3 Quartettes for 2 Y. T. et Yel. op. 5. 
London, fol. 

G Sonata« for Y. T. & Ycl. op. 4. 
Lond. fol. [auch in Beilin K. H., dort 
noch die Ausgabe: Six Quatuors op. 4. 
Berlin et Amst., Hummel, Stb. 

18 Duettes op. 3, A 2. sett op. 6, 
A 3. sett op. 8 for Y. T. or for Y. & Ycl. 
or for 2 Y. London, fol. 

1 Song im Einzeldmck, London, [alle 
im br. Mus. 

In BerHn K. H. befinden sich unter 
A. Lidel noch Six Quatuor op. 7. Berlin 
et Amst., Hummel. Stb., fraglich ob von 
Anton oder Andreas. 

Lidon, Jose, geb. um 1752 zu 
Bejar in der Provinz Salamanca, 
gest. 11. Febr. 1827 zu Madrid. 
"War Sängerknabe zu Madrid, er- 
hielt dann den Organistenposten an 
der Kathedrale zu Malaga, wurde 
1808 Organist an der Kgl. Kapelle 
und später deren Kapellmeister. 
Das Archiv der Kgl. Kapelle zu 
Madrid besitzt von ihm im Ms: 

4 Messen, 1 Yesper- Officium, 2 Psal- 
men und 1 Hymne, 32 Lamentationen, 
2 Miserere, 3 Hymnen, ein Toten -Offi- 
cium, 3 Te Deum, 3 Sequenzen, 2 Salve 
und Litaneien etc. Pougin zeigt noch eine 
Oper und mehrere theoretische T\"erke an, 
doch scheint nichts gedruckt zu sein (eine 
Quelle verz. er nicht). Eslava veröffent- 
hchte ein Ave maris (Eitner 2). 

Liebe, Christian, geb. den 5. 
Nov. 1654 zu Freiberg, geht 1676 
nach Leipzig, erhält 1684 das Rek- 
torat nebst der Organistenstelle in 
Frauenstein im Meifsen'schen, dann 
1690 das Rektorat in Zschopau 
(Sachsen), starb den 3. Sept. 1708 
und wurde am 6. beerdigt (Matthes. 
1, 170). In folgendem Ms. wird 
er Christian Lieben genannt: 

Ms. Z40, B. B. 9 Stb. des 17. Jhs. 



Nr. 119. Alleluja. Ach mein Herz liebes 
Jesulein, 8 voc c. Bc. 

Nr. 127. Waschet euch, reiniget euch, 
8 voc. Bc. 

Nr. 131. Seelig ist der Mann, 8 v. Bc. 

Ms. 12450. Samlbd. Part. Nr. 11—15: 
Ich hab einen guten Kampf, 5 v. 4Instr. Bc, 

Komm heyig. Geist H. G. 2 v. 2 Pif- 
fari et Cont. 

Meine Schafe, höret meine Stimme, 
Basso, 5 Instr. et Cont. 

Und du, Bethlehem, 4 v. 5 Instr. et 
Cont. 

Gloria in exe. 6 v. 2 Clariui, Tymp. 
2 Y. 3 Yiole Yiolono con Cont. 

Mss. Strafsburg in St. Thomas sehr 
zahlreich, Lobstein nennt nur: 

1. Ich hab' einen g-uten Kampf ge- 
kämpfet, 5 St. 2 Y. 2 Yiole Fag. u. Org. 

2. Gnade, Gnade, Jesu, Gnade, 5 st. 
2 Y. 2 Yiole Fag. u. Org. 

3. ^ohX dem, dem ein tugendsam AYeib, 
4 st. ebenso. 

4. Meine Seele erhebet den Herrn, 4 st. 
mit Trompeten und Pauken. 

8 andere mehrst. Gesänge mit Streich- 
und Blasinstr. Missa 5 voc. et instr. und 
der 116. Psalm: Sey nun wieder zufrie- 
den, 5 st. mit 2 Y. 2 Schabneyen (piffaro) 
2 oblig. u. 2 kleineu Diskant - Ripien, 
Zmken (Cornetto), Fag., Bass u. Org. 

Lieber, siehe Liber. 

Lieber, . . . Sekretär und Rat 
beim Grafen von Spauer, Kammer- 
richter zu Wezlar, gab um 1775 
zu Mannheim 6 Klaviersonaten mit 
Violine heraus und starb 1781 oder 
82 (Gerber 1. Forkel -1, 103). 

Liebert, . . . Konzertmeister in 
der Kapelle des Fürsten von Thurn 
und Taxis zu Regensburg um 1796, 
ein Schüler Riepel's, trat auch als 
Komponist auf (Gerber 2). 

Liebert, Jehan, 1459 Musiker 
an der Kathedrale in Cambrai 
(Viertel]. 1, 448). 

Liebert, Regln aldus, s. Libert. 

Liebeskind, Oeorg Crotthelf, 
ein Schüler Quantz' und vortreff- 
licher Flötist, geb. 22. Nov. 1732 
zu Altenburg, wo sein Vater als 
Fagottist angestellt war, der bald, 
darauf nach Merseburg und dann 
nach Bayreuth kam. Auf Kosten 



Liebeskind, Job. Heinr. 



172 



Liechtenstein, "Willi. 



des Markgrafen wurde er 1756 
ein Schüler Quantz', kehrte 1759 
nach Bayreuth zurück und ge- 
langte 1769 mit der gesamten Ka- 
pelle nach Ansbach. Er st. zu 
Ansbach gegen 1800 (Gerber 1. 
Fetis das Todesjahr). 

Liebeskind, Dr. Johann Hein- 
rich, Sohn des Georg Gotthelf, 
geb. 1768 zu Bayreuth, gest. nach 
1810, war Kgl. baierscher oberster 
Justizrat zu Bamberg und wurde 
1810 Ober-Appellationsrat zu Mün- 
chen. Als tüchtiger Flötist und 
gebildeter Musikdilettant schrieb 
er in der Leipz. Ztg. 9, 81. 97. 10, 
97 etc. und 12, 665 über Akustik 
der deutschen Flöte u. a. 

Liehhart, Oregor, Bassist an 
der Hofkapelle in Wien mit 10 Gld. 
monatl. von 1544 — 54 (Köchel 1). 

Liehhold, ... ein Komponist 
aus der 1. Hälfte des 18. Jhs., ist 
bekannt durch die 

Kantaten: 1. Auf! ihr ernstlichen Ge- 
müther, 4 Stirn. 2 Ob. 2 V. Va. u. Bc, 
datiert 10. März 1735. P. fol. 2. Ist 
mir aller Trost verschwunden, f. Bass-Solo 
2 V. u. Bc. P. fol. [Brüssel Cons. 

In der Kgl. Bibl. zu Berlin Ms. 12980, 
Samlbd., P. von älterer Hd. Nr. 1—8 die 
Motetten oder Kantaten: 

1. Der jüngste Tag wird bald 4 voc. 
4 Instr. u. Bc. 2. Mein Kind, wilstu 
Gottes Diener seyn, 4 voc. 4 Instr. u. Bc. 
3. Ihr seid alle Gottes Kinder. 4. Alle die 
gottselig. 5. Ihr Völker bringet. 6. Gott 
hat uns. 7. Wie lieblich sind. 8. Mein 
Jesu ist. 

In B. Kgsbg. Ms. 13661, 4». 22 Mo- 
tetten in Part. Siehe das Yerz. im gedr. 
Kat. 

Eine Streitschrift von 1728 gegen 
Mattheson ist mit Liebhold und Lenthold 
gezeichnet, ob dies nur fingierte Namen 
sind, oder obiger Tiiebhold gemeint ist, 
bleibt fraglich. Sie ist betitelt: 

Das In unsern Opern - Theatris und 
Comoedien - Bühnen Siechende Christen- 
thum Und Siegende Heidenthum, Auf ver- 
anlassung Zweyer wider den Mu.sicalischen 
Patrioten Sich empörenden Hamburgischen 
Theatral-Malconteuten, Musaudri und Har- 
monii, betrachtet, Und Zur Schau und 



Scheu, Die so schwer bey Menschen, noch 
schwerer bey Gott sich legitimirende Pro- 
fession der Operisteu und Comoedianten 
zu entdecken, etc. In einem Gespräch 
vorgestellet Von Liehhold und Lenthold. 
etc. Gedrackt zu Canterbury. kl. 8*^. 
32 pp. Voi-w. gez. 1728. [besafs einst 
Dr. Otto Lindner m Berlin. 

Liehich, Oottfried Siegmimd, 

geb. 22. Juli 1672 zu Frankenberg 
(Kr. Zwickau), gest. 1. Juni 1727 
zu Schleiz (Voigtland). Studierte 
Medizin in Jena, ging dann nach 
Dresden und seiner schönen Te- 
norstimme halber betrieb er eifrig 
Musik. Erhielt 1695 die Stelle 
eines Amtsschreibers in Schleiz u. 
wurde schliefslich Kapelldirektor 
an der dortigen gräfl. Hofkapelle. 
Gerber 2 führt nach Walther einen 
Jahrgang Kirchenmusik seiner 
Komposition an. 

Liehl, J... O... Die Kgl. 
Musikalien -Samlg. in Dresden be- 
sitzt folgenden Druck von ihm 
(die Zeit ist nicht ersichtlich): 

Der Tabak als Universalmittel in allen 
Angelegenheiten des menschl. Lebens in 
2 Gedichten mit Begleit, der Guitarre. 
Coblenz, Falkenberg, qufol. 

Liehrecht, Johann, ein Kom- 
ponist des 16. — 17. Jhs., ist 

in Proske's Bibl. Ms. 732, Nr. 153 mit 
der Motette vertreten: Jauchzet dem 
Herren, 8stini. 

Liechtenstein, Karl August, s. 
Lichtenstein. 

Liechtenstein, Wilhelm, auch 
mit W. L. gez., Organist, ein Kom- 
ponist des 17. Jhs., der im Ms. Z27, 
Part von 1624 und früher, der 
B. B. mit folgenden Gesängen ver- 
treten ist: 

S. 192, Hodie verbum caro 8 voc. 
S. 197, Dens nieus respice. S. 203, Do- 
mine dnus. noster. S. 211, Pater noster 
qui es, 8 v. S. 216, Cantate Dno. can- 
ticum. S. 222, Deus misereatur nostri. 
S. 226, Jubilate Deo omnis terra. S. 232, 
Missus est angelus. S. 236. Ecce rex 
tutis venit. S. 241, derselbe Tousatz. 
S. 244, Ecce angelus. S. 250, Post dies 
octo puer, alle zu 8 Stirn. 



Liechtle. 



173 



Lied. 



Liechtle, Liechtel, Yalentin und 
Wilhelm, siehe Lielitleiu. 

Lied, Das deutsche Lied des 
15. uud 1(3. Jhs. in Sanilwken. 
Die in Drucken des 16. Jhs. er- 
schienenen sind in meiner Biblio- 
graphie verz. und zwar unter Aich, 
Berg und Neuber, Egenolff, Finck, 
Formschneider, Forster, Kriesstein, 
Oeglin, Ott, Rotenbucher, Schmel- 
tzel und Schöffer (siehe das Re- 
gister im Eitner 1 u. Emil Bohn's 
50 historische Concerte. Breslau 
1893). In Mss. sind zu verzeichnen: 

Das Locheimer Liederbuch, 15. Jh. (Ab- 
druck im Chrysander 2). Das Münchener 
Liederbuch (Abdruck zum Teil im 2. Baude 
Das deutsche Lied von Eitner). Das 
Berliner Liederbuch (Abdruck ebendort). 
In Hofb. AA^ien das Liederbuch von Oswald 
von Wolkenstein, 1425 geschrieben, 61 Bll. 
in gr. fol. mit 75 Liedern (Ms. 2777). Ob 
dieselben eiustimmig oder mehrstimmig 
sind, ist bis jetzt noch nicht festgestellt. 
Trotz der Notierung in 3 Stimmen ist 
es mir noch nicht geglückt einen har- 
monischen Zusammenklang zu finden. 

Ldederbücher des 16. Jhs. im Ms: 

B. Augsburg, im gedruckten Kat. unter 
18, das Register in M. f. M. 5, 119. 

B. Basel. Der gedruckte Xat. zeigt 
unter Nr. 14. 18. 23—29. 32. 33 zahl- 
reiche deutsche mehrstim. Lieder an. 

B. München, siehe den gedruckten Kat. 
S. 162. 

Hofb. Wien, Ms. 18810, 5 Stb. kl. qu40, 
geschrieben um 1533, 86 meist deutsche 
3 — 5 stim. Lieder. Siehe das Reg. im 
gedruckten Kataloge. 

B. Zwickau, Ms. Nr. 1 enth. 23 deutsche 
4 stim. Lieder in 4 Stb. 

Das 17. Jh. ist besonders durch 
niederdeutsche Liederbücher reich- 
lich in der Bibl. zu Amsterdam 
vertreten (siehe den gedr. Kat). 

Lieder des 18. Jhs. im Druck 
in Samlwk. oder ohne Autor, 
chronologisch geordnet: 

1728. Oden der deutschen Gesellschaft. 
Siehe Gleditsch, Joh. Friedr. 

1736(— 1747). Sperontes singende Muse. 
Siehe Sperontes. 

1737 (1739—1743). Sammlung ver- 
schiedener und auserlesener Oden, in 



4 Theilen und mehreren Aufl. Siehe 
Gräfe, Joh. Friedr. 

1739. L auserlesene . . geistl. Lieder 
zu 1—4 St. Siehe Joh. Jak. Ott. 

1742 (1744 — 1757). Sammlung Neuer 
Oden und Lieder, in 3 Theilen u. mehre- 
ren Auflagen. Siehe Goerner, Joh. Va- 
lentin. 

1746 (bis 1749). Neue Samlg. ver- 
schiedener und auserlesener Oden, von 
denen besten Dichtern itziger Zeit ver- 
fertiget, und zu beliebter Ciavier Uebung 
und Gemüths Ergötzuug mit eigenen Me- 
lodien versehen und herausgegeben in 
Leipzig, 1746. 5 Theile in qu4'^ zu je 
18 Oden, nur der 4. enthält 16. [Brüs- 
sel Cons. 

1748. Neue Lieder zum unschuldigen 
Zeitvertreib. Hamburg 1748. fol. [Brüs- 
sel Cons. 

— Erste und zweite Fortsetzung . . . 
Lübeck 1754. fol. London 1756. fol. 
Man schreibt sie Adolf Kunzen zu. 
[Brüssel Cons. 

1750 a. Neue L. nebst ihren Melodien 
komp. von J. F. D. z. F., siehe Doles. 

1750b. Auswahl deutscher Lieder mit 
ein- und mehrstimmigen AVeisen. 7. Airfl. 
Lpz., Serig. 16°. 648 S. 

1753 (1755/ Oden mit Melodien. 
2. Thl. Siehe Birnstiel. 

1754 a (1756). Zärtliche und schertz- 
hafte Lieder ... 2 Theile. Siehe Bode, 
Joh. Joach. Chrstph. 

1754 b. Oden mit Melodien. Siehe 



Thielo, Karl August. 

2. Aufl. in Hbg. Siehe 



Oden. 



1755. 
Lambo. 

1756. Neue Melodien für das Ciavier 
und zum Singen, wozu die Texte aus den 
Bremischen Beyträgen und der Sammlung 
vermischter Schriften genommen worden. 
Leipzig 1756 Joh. Mich. Teubner. 4". 
25 Nrn. [B. Kgsbg. Nr. 345. Brüssel 
Cons. 428. 

1757. Kriegslied, Schlachtgesang uud 
Siegeslied eines Preuisischen Soldaten, mit 
seines ßiniders Melodien. Gesungen im 
Lager bey Prag, 1757. qu4^. [Brüssel 
Cons. 429. 

1758. Lieder mit Melodien. Auspach 
1758 bei Posch. 8". 55 S. 27 L. ohne 
Autor u. A^orwort. [Brüssel. B. M. B. 
Kgsbg. 

1760 a. Lieder mit Melodien fürs Cia- 
vier, siehe J. A. Hiller. 

1760 b. Kleine Ciavierstücke nebst 
einigen Oden. 2 Thl. Siehe Birnstiel. 

1760c (1764). Musikahsches Alleiiey. 
9 Sämigen. Siehe Birnstiel. 



Lied. 



174 



Lied, 



c. 1760d. Lied eines Baierischen Grena- 
diers auf den Jahrestag Cliuii. Maximi- 
lian m. s. 1. et a. [B. Hbg. 

176".^. Romanzen mit Melodien, nebst 
einem Schreiben an den Verfasser der- 
selben. Hbg. u. Lpz. 8". [Dresd. Mus. 

17Ü.Ö. Ptolomaeus und Berenice mit 
Melodien fürs Ciavier. Berlin 1765 Vogel. 
qu4". [Brühsel Cous. 435. 

1766 a. Kleine Sing- und Spielstücke 
fürs CIa\ier von verschiedenen Meistern. 
3. Saralg. Berlin 1766 ßirnstiel. 4". 
13 L. die vorher schon in Marpurg's kri- 
tischen Briefen erschienen. 

1766 b. Kleine Lieder für Kinder, zur 
Beförderung der Tugend, siehe Scheibe. 



Melodien (25) zu Herrn Pro- 

Altona 
qu4'^. [Brüssel 



Mark heiligen Liedern. 
Iversen. 



1766 c. 
fessor S. J. 
u. Lpz. 1766 
Cons. 436. 

1767 a. Lieder nach dem Anakreon, 
von dem Verfasser des Versuchs in scherz- 
haften Liedern, mit Melodien. Berlin. Auf 
Kosten der typographischen Gesellschaft. 
qu40. 33 Lieder von Gleim. Den Kom- 
ponisten bez. Hiller in "Wöch. Nachr. 3, 
77 mit Bachmann, Jörden im Lex. 2, 145 
mit Telemann. Von den 6 bekannten 
Bachmann's könnte es der Zeit nach nur 
Karl Ludwig sein (s. d.), Telemann da- 
gegen stand mit Berliner Musik Verlegern 
in keiner Verbindung. [B. Lpz. Dresd. 
Mus. B. "W agener. 

1767 b. Lieder der Deutschen mit 
Melodien. Erstes (2. 3. 4.) Buch. Ber- 
hn 1767—68 Winter. Euth. 240 L. ohne 
Autornamen (Mel. u. B.). Lindner im 
deutschen Liede p. 73 weist nach, dass 
der Hofrat Krause der Redakteur für die 
Musik und Ramler f. d. Gedichte war, 
auch Wilh. Wolf in Weimar beteiligte 
sich als Komponist. [B. B. B. Lpz. B. 
Wageuer. Schwerin F. der Kat. 2, 11 
bringt die 4 Register u. das Vorwort. 
B. Kgsbg. Wernig. Brüssel Cons. 

1769. Neue Kriegslieder mit Melodien. 
Lpz., Kassel u. Zwäzen. 8". [Brüssel 
2482. 

1772 a. Sieben mal sieben Melodien 
zu der neuen Lieder-Samlg. Memmingen, 
J. Chr. Diesel, fol. 64 S. [B. M. 

1772 b. Aerndte-Lied für das Jahr 
1772. Lpz.,Dyck. 40. [Brüssel Cons. 439. 

1772 c. L. zum Gebrauche des Waysen- 
hauses zu Zürich. Von Jolt. Casp. La- 
vater. Züiich, Ziegler. 8*^. 18 vierst. 
Lieder, 88 S. [Wernig. 

1773 a. Gleim's L. f. den Landmann 
in Musik gesetzt, Zürich, Bürgkli. [B. 
Wagener. 



Iv 73 b. Fünf und zwanzig L. mit Melod. 
f. d. Clav. Berlin, Decker. Vorbericht 
mit 1773 gez. 4 BU. 48 S. [B. Joach. 
Nr. 5. B. B. 

1774. Lieder eines Mägdchens, beym 
Singen u. Claviere. Münster 1774 Per- 
renon. fiu40. 30 L. [ß. B. Brüssel 
Con.s_. 441. 

1775 a. Vermischte Lieder mit Melo- 
dien aufs Ciavier. Wiutorthur 1775 Steiner 
(gedr. bei Breitkopf). qu4''. 25 L. [Brüs- 
sel Cons. 442. 

1775 b. Zwölf L. mit Melod. u. eben 
so viel untermischte Galanteriestücke f. d. 
Clav. Berlin 1775 Georg Jac. Decker. 
[B. Joach. 

1775 c. Auserlesene geistliche Lieder 
von Kloppstock, Cramer, Lavater und an- 
dern berühmten Dichtern. In Music ge- 
setzt zu Ein, Zwey, Drey und Vier Stim- 
men . . . Zürich 1775 Bürgkli. 4". Viel- 
leicht von Bürgkli komp. [B. B. 

1776. Sammlung nissischer Volks- 
lieder mit Musik, Petersburg 1. Theil. 
[B. B. 

— 1. Theil 1782. — 2. Theil 1778. — 
8. Tbl, 1779. 4» in 2 voll. [B. B. 

1777 a. Gesänge mit Begleitung des 
Claviers. Lpz. u. Wiuterthui- 1777 Steiner. 
qu4". 19 L. [Brüssel Cons. 443. 

1777b. Lieder zum Gebrauch in den 
Logen. Mit ausgewählten und verbesser- 
ten Melodien. 1. Samlg. Breslau 1777 
Korn. 40. 100 S. 1 stim. Melodien. [B. B. 
B. Lpz. B. Kgsbg. 

1778. Unterhaltungen beym Ciavier 
in deutschen Gesgen. von einem jungen 
Dilettanten aus Schwaben. Lpz., Heinr. 
Steiner & Co. qu4'^. [Dre,sd. Mus. Brüs- 
sel Cons. 446. 

1779 (1780). Lieder und Gesänge beym 
Klavier, herausgegeben von Job. Andre. 
Berlin 1779—80 in 4 Heften. Das 1. Heft 
enthält L. von Andre, Gretry u. Kaffka. 
[Dresd. Mus. Den Inhalt des 2. — 4. Heftes 
kenne ich nicht; ein Exemplar in Brüssel 
Cons. 447. 

1780 a. Lieder für Kinder mit neuen 
sehr leichten Melodien. Frankft. a/M. bey 
H. L. Brönner. kl. qufol. Widmung von 
George Carl Claudius unterz. 44 S. 28 L. 
[besafs einst Dr. Lindner in Bei'lin. 

1780 b. Sammlung verschiedener L. 
von guten Dichtern und Tonkünstlern. 
4 Theile. Nürnberg bey Job. Mich. 
Schmidt, fol. 20, 20 u. 18 L. [B. M. 
1.-3. Brüssel Cons. 449, 1.-4. Tbl. 
B. Lpz.'? 

l(80c. Foi-tsetzung Auserlesener mora- 
lischer Lieder, Zürich. [B.Lpz. 



Lied. 



175 



Liends. 



1783. Akademisches Liederbuch. No- 
tonbuch zu des . . . ereten Bündchen. 
Altena, Eckhardt. Dessau u. Lpz., ßuch- 
hdlg. der Gelehrten. <iufoI. 42 S. 65 
Nrn. konip. von Em. Bach, Graun, Hol- 
land, Kunzen, Overbeck, Julius Reichai'dt, 
Eeiuhardt, Stegmann, Fr. M. Mel. Telo- 
nius, Weis, Wittrock. [Dresd. ß. M. 

1784. Sechs Roudo's und sechs kleine 
Lieder von 12 verschiedenen Componisten 
für das Ciavier in Musik gesetzt. Lpz. 
1784. 2 Tbl. iD riu40. Siehe unter 
Eondo. 

1785. Lieder zum Gebrauch der Loge 
zur waliren Eintracht im 0. von W(ien). 
In Musik gesetzt von Br. B— j (der Kat. 
schreibt: Bojanowski). s. 1. (1785.) qu40. 
[B. B. Ein Bojanowski ist als Musiker 
nicht bekannt, doch ein Bohdauowicz. 
Das voranstehende Br. heifst Bruder. 

1788 a. Auswahl neuer Lieder mit 
Mel. Lpz. [ß. Lpz. 

1788 b. Kleine Auswahl theils ver- 
änderter, theUs wenig bekannter L. mit 
Mel. s. 1. 5788 (sie?), 0. Autoren. [B. Lpz. 

1788 c. Lieder für Freunde der ge- 
selligen Freude. Lpz. Eingeleitet v. 
Hagedom. 8^. 71 S. 27 L. ohne Autor. 
[B. Lpz. B. M. 

1.89. Erato und Euterpo von Plant, 
componirt von Aumann, Petersen, Schulz, 
Schütz u. Ambrosch. Hbg. u. Gotha. 
qu4". [B. Hbg. 

1790. XV. Lieder zur sittlichen und 
angenehmen Unterhaltung, Freunden u. 
Freundinnen des Klaviers u. Gesanges 
gew. Darmst. 1790. 2 Teile. qu4P. 
[Scheurleer. 

1791a. Liedersammlung für Kinder 
u. Ivinderf reunde : AVinterlieder von W. 
Müller, Jos. Schmidt, Fr. Fraundorfer, 
K. Stephan, C. Ferdinandi, Hoff mann, 
Job. Henneberger, Yanhall u. Mad. Müller. 
Wien bei Albeiti 1791. qu4" mit Melo- 
dien. [Musikfr. Wien. 

1791b. Melodieen zu Liedei'n mit oder 
ohne Begleitung des Claviers zu singen. 
1. Heft. Kopenhag. u. Lpz. 1791 Christ. 
Gottl. Proft. qufol. [B. B. 

1792 a. 50 auserlesene L. bei Sonnen- 
schein und Regen. 6 Sämigen. Lemgo. 
1792—93. [Kat. Calvaiy. 

1792 b. Auswahl von L. aus J. F. 
Schink's Gedichten mit leichten Mel. 
Neue Aufl. Hambg., Fr. Bachmann & 
J. H. Gundermann. 12 L. [B. Lpz. 

1800. Melodien zum Mildheimischen 
Liederb. f. das Pfte. oder Clav. 2. Aufl. 
Gotha, Becker. quSO. 590 S. [B. Kgsbg. 

— Dazu: Mehi-stim. Weisen zu R. Z. 



Beckers Mildh. L. von 800 lustigen u. 
ernsthaften Gesängen. [B. Kgsbg. 

Lieder fürs Ciavier von Paesiello, Um- 
lauf, Kozeluch, Gluck u. a. Kop. von Mich. 
Haydn. 7 BU. qufol. Ms. 16600. [Hofb. 
Wien. 

Lieder, Geistliche. Das Lob des Herrn, 
enthaltend 158 geistl. Lieder mit neuen 
Choral Melodien zu 4 Stimmen verfertiget 
von einem Kunst -Erfahreneu ... 1. u. 
2. Theil. Bern 1767. 4". [B. Hbg. P. 
0. V. pag. 43. 

Siehe auch unter Lange (Gottl. Aug.), 
Winter (Georg Ludwig), Ki'iegel imd unter 
Oden. 

In gedrackten neueren Werken wie in 
Lindner's deutschem Liede, Schneider's 
und ReiTsmann's Geschichte des deutschen 
Liedes ist noch manche Samlg. angezeigt, 
doch stets ohne Fundort und verfehlen 
solche Anzeigen ihren Zweck. 

Liedinayr (Lindtmayr), Kaspar, 
Bassist an der Hofkapelle in "Wien 
vom 1. Aug. 1710 bis f 15. Aug. 
172-1, 55 Jahr alt. Bezog von 1711 
ab 720 Gld. jährl. (^Köchel 1). 

Lieffeld, Christoph. Musik- 
direktor in der alten Stadt Salz- 
wedel, 2. Hälfte des 17. Jhs. 

In B. Dresden, Ms. M. 284 ein Psal- 
menbuch auf Pergament in 8". Mit Melo- 
dien von Vei&chiedenen. 

Liege, Jehau du, ein Lautenist 
aus dem 16. Jh., möglich dass mit 
Liege sein Geburtsort gemeint ist 
und er eigentlich unter Jehan ein- 
geordnet werden müsste. 

Im Ms. Z 32 der B. M. ein Lautenbuch 
in fol, in dem sich S. 87 — 94 vier fran- 
zös. Lieder für Laute gesetzt befinden. 

Li^geois, siehe Champion und 

Nicolas le Licgeois. 

Liegg-e, Eiigelberto, lebte im 
18. Jh. und ist bekannt durch 

1 Ouvei-ture in D. f. 2 V. A. B. 2 Ob. 
u. 2 H. Ms. Stb. [ßrüss. Cons. 

Liekeus, . . . aus Lierre. wurde 
am 15. Mai 1771 in Mecheln zum 
Organisten und Glockenspieler er- 
nannt und starb dort am 14. Jan. 
1788 (Gregoir, Galerie p. 102 u. 
Anmkg.). 

Liends, A. . . 3L . ., aus jSürn- 
berg, lebte im 17. Jh. 



Liere. 



176 



Ligne, Charles de. 



Im Ms. Z75 der B. B. befindet sich 
eine Dirigentenstininie für Kantaten, ein 
Bc. mit Angabe der eintretenden Instra- 
uiente, worin sich auch Kautaten von 
obigem befinden. 

Liere, siehe L allere. 

Liere (Lyere), Claix (Nicolas) 

de (van), seit etwa 1496 Sänger 
am Hofe Philipp des Schönen, der 
1501 in Zeeland residierte (Strae- 
ten 1, 108. 144. 178 teilt Doku- 
mente mit. S. 145, 153 und 268 
wird ein Lyere erwähnt der 1501 
beim Erzherzoge diente und 1509 
beim Nachfolger Karl). 

Lierts (Liers), Aiitoiiie, von 

1544 bis 1549 an St. Walburge 
in Audenarde Sangmeister. Chri- 
stian Hollander war sein Nach- 
folger (Audenarde 15. Straeten 2, 
54 erwähnt ihn auch). 
Liesberg er, Elias, 

wird 1654 in einem alten Musikalien- 
verz. mit dem 12stim. Gesänge: Singet 
dem Herren angeführt (M. f. M. 28, 162). 

Liestemaiin,Johan II Nikolaus, 

von 1753 — 1770 Chordirektor am 
Jungen St. Peter in Strafsburg im 
Eis. (Lobstein 82). 

Liestvelcle, Adolf de, Sänger 
in Yalladolid an der Kapelle Phi- 
lipp des Schönen 1506 (Straeten 
7, 165). 

du Li eil, Ludovico, siehe Loco. 

Lievens, Jerome, war in den 
Jahren 1611 und 1618 nachweis- 
bar Sänger (Männeraltist) und Mu- 
sikus a/d. Kgl. Kapelle zu Brüssel. 
Er und Camjpos sind die einzigen, 
deren Namen sich aus der Zeit 
als Sänger in obiger Kapelle er- 
halten haben (Straeten 2, 9. 10). 

Lieroratti, Carlo, Sohn des 
Giovanni L, wurde im August 1659 
der Nachfolger seines Vaters als 
Musikus an der städtischen Musik- 
kapelle in Lucca und Avird am 
Ende von 1699 nicht mehr als 
Mitglied genannt (Nerici 196. 209). 



Lievoratti, GrioTanni I., geb. 
um 1580 in Lucca, gest. im Juli 
1659 ebd., wurde 1603 als städti- 
scher Musiker daselbst angestellt. 

Von seinen Kompositionen, die nach 
Nerici 196 nur von geringem Wert sein 
sollen , besitzt das Archiv Puccini in 
Lucca eine kleine Komposition. Daraus 
überhaupt auf die Leistimgen des Kom- 
ponisten einen Schluss ziehen zu wollen, 
ist jedenfalls übereilt. 

LieYoratti, GrioTaniii IL, geb. 
zu Lucca, war vom 25. April 1604 
bis zum Juli 1659, wo er starb, 
als Musico, Bläser an der bischöf- 
lichen Kapelle in Lucca angestellt. 
Sein Sohn Loroixo war ebendort 
am 23. Mai 1646 als Bläser an- 
gestellt (Nerici 52. S. 196 schreibt 
Nerici: am 23. Mai 1645 wurde 
letzterer zum Lehrer am Seminar 
S. Martino angestellt). 

Light, Edward, ein englischer 
Guitarrist des 18. Jhs., bekannt 
durch 

The art of playing the Guitar . . . to 
which is added a variety of . . . Airs, 
Divertimentos, Songs, &c. . . adapted for 
that Instrument. London, Preston. 8''. 
[br. Mus. 

Im R. C. of Mus. 1376 der Einzeldruck: 
Low in a vale, nur mit Light gez. 

Liglitendale, . . . Zeit unbe- 
kannt. 

Eine Eomanze, London by HoUoway 
& Co. [ß. M. 

Ligne, ... de, 1790 am The- 
aterorchester in Antwerpen ange- 
stellt (Gregoir, Panth. 6, 34). 

Ligne, Le prince Charles de, 
geb. um 1769 im Schlosse de 
ßeloeil im Henegau, fiel in einem 
Gefecht der Preufsen gegen die 
Franzosen am 14. Sept. 1792. Er 
war in oesterreichische Heeres- 
dienste getreten, lebte gegen 1790 
in Wien und war ein tüchtiger 
Dilettant. 

Fetis fühii von ihm 3 Samlg. franzö- 
sische Airs für Klavier vaiiirt an, die 
1791 bei Artaria in Wien erschienen. 



Ligniville. 



177 



Lilliers. 



LiüjiÜYille (Ligneville), Eime- 
iiio, Marchese (Marche di, Prin- 
cipe de Couca, Ciamberlano (Kam- 
raerheiT) delle LL MM. GG. (Sr. 
Majest.) und Musikdirektor der 
Kgl. Musik am Hofe zu Toscana, 
Pietro Leopoldo (1765 — 1790), so 
liest man auf Drucken und Mss. 
seiner Kompositionen. Auf den 
Mss. zu Bologna bez. er sich mit 
,,Generale delle Poste in Toscana 
e Accademico Filarmonico." 1758 
war er bereits Mitglied obiger Aka- 
demie zu Bologna. Jahn 1, 197 
sagt über ihn: Er war ein tüch- 
tiger Kontrapunktist, obgleich nur 
Dilettant, schrieb Kirchenmusik u. 
ein eifriger Beschützer u. Förderer 
aller ernsten Bestrebungen. 

Man kennt von ihm ein Stabat mater, 
welclies eine weite Verbreitung fand: 
Stabat mater ä 3 voci in Canone, ded. al 
Pietro Leopoldo Princ. reale di Ungheria, 
Archid. d'Austria. Scolpi Fireuze 1768. 
Gius. Poggiali scolpi. Vorwort gez. 11. 
April 1767. fol. 3 BIl. 43 S. [Dresd. 
Mus. Hofb. AVien. B. Wagener. Berlin 
Singakad. B. M. Briissel im Ms. 

— Im Ms. 13000 der B. B., ebenso in 
Ms. 189 u. L 148. — In Bologna im Ms., 
66 BIl. P. — Das Autogr. im Archiv 
der Akademie Filarmonico zu Bologna. 

Salve regina a 3 voci in Canone di 
Sua Eccellenza il Sig. Marchese di . . . 
Bologna per Lilio della Volpe (1762). 
([U.4P. P. [Bologna. 

— In ß. B., Ms. L149 und in Glasgow 
im Ms. 

— andere Ausg. mit gleichem Titel im 
Stich, ohne Ort u. Verleger. 7 BIL P. 
[Bologna. 

In Cambridge FW. Ms. 105 ein Ma- 
drigal 3 voc. „Dal cupo sen." In Brüssel 
fds. Fetis 1854 ein Stabat inater. 

In Bologna tomo XXII del Carteggio 
Martiniano zahlreiche Briefe (siehe Kat. 
Bologna 2, 251). 

Liüjiioqiiercii, Robert de, von 

1479—1498 piipstl. Sänger (Vier- 
tel]. 3, 241). 

Ligoris, Simonis de, um 1643 
Mitglied an der Hotkapelle in 
Warschau, ist in Scacchi's Cribrum 

Rob. Eitner's Quellen-Lesikoii. Bd. 6. 



von 1643 S. 223 mit einem Kanon 
vertreten. 

Ligou, Pierre, geb. um 1749 
zu Avignon, lebte noch 1822 zu 
Alais als Organist. Er trug den 

Titel eines Abbe. 

Fetis führt einige komische Opern an, 
die auf kleinen Pariser Theatern gegeben 
wurden, ebenso schrieb er Messen, Mo- 
tetten u. a. die nur im Ms. bekannt -wurden. 

Ligiioro , F. . . Gr. . . , wahr- 
scheinlich ein Autor des 17. Jhs., 

von dem die Musikfr. in Wien ein 
Stabat mater für 1 Singst, u. Bc. be- 
sitzen. 

Lilien, Mdme. la baronne An- 
toinette und Jos^phine de, zwei 
Schwestern, die in Wien lebten n. 
sich als Klaviervirtuosinnen wie 
Komponistinnen auszeichneten. 

Man verz. von beiden um 1799 und 
1800 mehrere Variationen werke , die in 
Wien bei Eder erschienen. Die Lpz. Ztg. 
2, 56. 91. 188 beurteilt sie. 

Lilio, Francesco, scheint im 
17. Jh. gelebt zu haben, denn die 

Bibl. Kgsbg. besitzt 2 Mss. , eins von 
1652 und eins von 1673, worin er mit 
Kompositionen vertreten ist. 1. Motette 
all voci pro organo, seil. 5 voc. 6 ström, 
con la capella. Text: Jubilate Deo. 2. 
Motetten im Ms. 301, siehe Kat. unter 
Samlwke. In B. Br. im Ms. 167: Exul- 
tabit cor meum. Laudate Duum. in sanc- 
tis. Kommt, lasst uns betrachten. 

Lilio, Grinlio, Immolensis, also 
aus Imola bei Ravenua gebürtig, 
ist im Samlwk. 1596 mit einer 
5 st. Litanei vertreten (Eitner 1). 

Lilio (Lilius), Vincenzo, aus 
Rom, war um 1604 Musiker an 
der Hofkapelle Sigismund III. von 
Polen und Schweden. Er gab im 
Jahre 1604 zu Krakau ein Saml- 
wk. Motetten und Psalmen heraus, 

betitelt : 

Melodiae sacrae, 5, 6, 7, 8 & 12 vo- 
cum . . . Cracoviae 1604 Lazari , Bas. 
Skalski. Nur 3 Stb. bekauüt: C A. T. 
in B. Proske. Von Lilio eine Motette 
(siehe Näheres Eitner 1). 

Lilliers (Lillers) Johannes de, 

Sänger an der Kapelle Ks. Karl Y. 

12 



LiUo. 



178 



Lindell. 



von 1514^1531, der um 1525 in 
Toledo residierte (Straeten 7, 277 ff.). 

Lillo, Grcorg'e, ein englischer 
Dramatiker^ lebte von 1693 bis 
1739 und ist bekannt durch 

das Trauerspiel: Elmerick [R. C. of Mus. 
Oxford Bodl. br. Mus.], ferner mit Bailad 
Opera Sylvia von 1731. [R. C. of Mus. 
besitzt die Arien und den Bc. 

Lilly, John, wird im Hawkins 
4, 372 um 1664 als Mitglied der 
Kgl. Kapelle zu London bez., den 
Playford Lillie nennt und der sich 
als Violaspieler auszeichnete. Nagel 
in den Aunalen verz. ihn S. 52 
schon im Jahre 1662, in dem ihm 
pro anno 40 ^ Gehalt zugesagt 
wurden. 

Lima, Braz Francisco de, 
studierte auf Kosten des Königs 
von Portugal in Italien Musik in 
der 2ten Hälfte des 18. Jhs. und 
wurde nach seiner Piückkehr am 
Seminar für Musik in Lissabon 
angestellt. Bedeutender war sein 
Bruder 

— Jeronymo Fransisco de, gest. 
79 Jahr alt 1822 zu Lissabon, 
studierte 1760 in Italien Musik 
und wurde, wie sein Bruder, am 
Seminar als Lehrer angestellt. 

Er schrieb in den Jahren 1772 — 1789 
fünf Opern, die am Hofe zur Aufführung 
gelangten (Vasconcellos im Pougin). 

Limido, Estafano, um 1633 
Violinist an der Hofkapelle in 
Madrid (Straeten 8, 424). Er ist 
bekannt durch drei 

Motetten zu 3 Stirn, mit Bc., die in 
Lucino's Samlwk. von 1608 sich befinden. 
In einem alten Kat. der Kathedrale zu 
Brüssel ist ein Werk von ihm in 4 Stb. 
angeführt: Armonia espiritual. Madrid 
(Eitner 1 und Kat. Bologna 2, 354 mit 
Register). 

Limido, (xiovanui Stctfano, 

kommt in einem von Guglielmo Berti 
zu Mailand 1610 herausgegebenen Samlwke. 
mit 2 Gesängen vor 1. Florete flores 6 voc. 
Nr. 6 und 2. AUeluja laetamini gentes 
6 voc. Nr. 0. Berti lebte wie Lucino in 
Mailand und mau könnte versucht sein 



den obigen L. für denselben wie Estafano 
L. zu halten. 

Limosin, Pierre, Sänger und 
Kapellan für die hohe Messe an 
der Kgl. Kapelle zu Paris unter 
Fran9ois I. um 1532 (Castil-Blaze 
293). 

Limpriclit, F... D..., im 
18. Jh. Kantor zu Wismar, dann 
zu Grabow und Güsti'ow, von 

c. 1730—1775, 

hiuterliefs eine Samlg. von 31 geist- 
lichen deutschen Kantaten, die sich heute 
im Conservatoire zu Brüssel befinden. 
Da keine einen Autornamen anzeigi, ist 
auch die Autorschaft Limprieht's fraglich. 
Der Katalog von Wotquenne schreibt als 
Anmerkung ,.proviennent d'une collection 
formee par F. D. Limpricht". 

Linacre (Linaker), Thomas, 
gest. im Aug. 1719 zu London; 
schwor am 27/12 1689 als Gentle- 
man a/d. Kgl. Kapelle zu London, 
wurde aber erst 1693 fest an- 
gestellt und am 1/10 1694 zum 
Gospeller (Leser des Evangeliums) 
ernannt (Pdmbault). Nagel, An- 
nalen 66 führt ihn als Gentleman 
erst im Jahre 1700 als neu ein- 
getreten an, Chrysauder in Viertel]. 
8, 520 von 1710 ab als Mitglied 
der Kgl. Kirchenkapelle, der er bis 
1723 augehörte (523). 

Linck, Johann, unterz. sich in 
Raselius' Teutsche Sprüche von 
1594 unter einem Vorgedichte mit 
„provinciali in ludo Lincii Cantor". 
Lincii ist jedenfalls Linz in Oester- 
reich. 

In Val. Havd'smann's Neue teutsche 
weltl. Lieder 1592 befindet sich auch ein 
Lobgedicht auf den Komponisten und 
unterz. er sich hier mit der Gebui'tsstadt 
„Celichius Silesius, Cantor & CoUega in 
illustri ludo Lincensi". 

Lindell, Johann. In der Bibi. 
zu Linköping befindet sich von 
ihm das Druckwerk: 

Cautilenaram selectiorum editio nova, 
in gratiam scholarum notis musicis evul- 
gata. s. 1. 8». 



Lindemann, Johann. 



179 



liindlev. 



Liiidemaim. Magister Jolinnii, 
Sohn des Nikolaus L., geb. gegen 
1550 in Gotlia, trat 1571 oder 72 
das Kantorat in Gotha an, denn 
er sagt am Schlüsse der Dedikation 
zu dem unten folgenden Druck- 
werke, Gotha den I.Jan. 1598, dass 
er „in das 27. Jahr'' dem Herzoge 
diene, legte dasselbe 1631 nieder 
und bekleidete daun städtische 
Ehrenämter. Auch als geistlicher 
Liederdichter ist er bekannt und 
erfand die Melodien dazu (M. f. M. 
10, 73. Im Zahn fehlt er. Win- 
terfeld 1, 93). Er gab ein Samlwk. 
heraus von meist weltlichen Ge- 
sängen, denen er einen geistlichen 
deutschen oder lateinischen Text 
unterlegte. Es sollen 3 Teile da- 
von erschienen sein, doch ist bis 
jetzt nur der 2te in einem ein- 
zigen Stb. bekannt, betitelt: 

Amorum filii Dei Decades duae, d. i. 
20 liebliche vnd gautz anmutige, lateiu. 
vnd deutsche Newe Jharfs, oder Weyhe- 
nachten Gesenglein . . . i^ansführl. Titel in 
M. f. M. 10, 77). Ei-ff. 1598 Georg. Baw- 
man den eitern, kl. 4«. Tenor, 20 Bll. 
mit 22 Gesängen von Girol. Conversi 2, 
Gastoldi 8, Joh. Hermann 1, Luc. Ma- 
renzio, Christus Clavius Papeberg, Andr. 
Pevernage 2, Jak. fieguart, Th. Riccius, 
Lamp. de Sayfe 2, Gio. Terrettj. [B. B: 
T. Reg. in M. f. M. 10, 78. Darmst: T. 
ohne Titelbl. 

LiiKleiiiaiiii, Ole xiiidres, ein 

Norwegenischer Musiker, geb. um 
1768, gest. gegen 1855 zu Üront- 
heim. Nach Farrenc's Mitteilung 
in seinem Tresor des pianistes 
2. Bd. studierte er in Kopenhagen 
auf der Universität und betrieb 
Musik nur nebenbei, studierte dann 
beim Kapellmeister Wernicke Kom.- 
position, ging zur Musik über, kehrte 
nach Norwegen zurück und wurde 
Organist an der Hauptkirche zu 
Drontheim. Farrenc nahm 9 kleine 
Klavierpiecen in obiges Samlwk. 
auf. 



Liiulemaiiii, Wolfgang, lebte 
um 1571 und ist bekannt durch 

10 Motetten im Ms. in 5 Stb. von 1571 
iu B. Zw. (s. Kat. Nr. 574). 

Linden, van der. In der Kgl. 
Kapelle zu Brüssel dienten im 
17. Jh. eine Eeihe Instrumentisten 
dieses Namens. Der älteste, Lan- 
7'ent^ war in den Jahren 1611 bis 
c. 1618 Lautenist daselbst. Franz 
wird 1641 als Instrumentist mit 
367 Gld. Gehalt verz. Jean-I ran- 
cois und sein Sohn Jean w'aren 
um 1673 angestellt (Straeten 2, 9. 
390. 5, 136. 146). 

Lindenberg, Joliann, ein Kom- 
ponist aus dem Anfange des 17. 
Jhs., der 

im Ms. 44 Nr. 20 der B. Zw. (4 in- 
kompl. Stb.) mit dem Gesänge: Wolauf 
ihr Musicanten, 4 voc. 4 Stroph. Test, 
vertreten ist. 

Lindener, Martin, meldet sich 

1604 zum erledigten Kantorat zu 
Freiberg i/S., welches aber Deman- 
tius erhält (\^iertelj. 6,492). Nach 
M. f. M. 1896 Nr. 11 hiefs er Jo- 
hann Martin Lindener^ wird 1654 

; als gewesener (einstiger) Organist 
in Weizenstein bez. und allerlei 
Kompositionen angezeigt, die einst 
die Kantoreigesellschaft zu Pirna 
besafs. 

I Liiidenn, Wolfgang Ton der, 
ein Komponist des 16. Jhs. aus 
Kegensburg geb. 

I Im Ms. F. VL 42, ein Heft in fiu4''. 
4 Stbll. bildend, in der B. Basel, enthält 
eine Cantilena 4 voc. compos. a Wolf- 
gango a Tiliis Ratisponensis, doch über 
den einzelnen Stimmen steht der Name 
deutsch, wie oben mitgeteilt. Text: Prima 
mihi cura est. 

Lindenspürr, Wolf Friedrich, 

1605 Instrumentist an der Hof- 
I kapeile in Stuttgart (Sittard 2, 33). 

Lindley, Robert, ein englischer 

Violoncellist, geb. 4. März 1776 zu 

Eotherham, getauft am 12. April, 

j gest. 13. Juni 1855 zu London 

12* 



Lindlev. 



180 



Lindner, Friedrich. 



(Grove sagt zu Brigbton). Er war 
anfänglich im Theaterorchester zu 
Brigbton als Violoncellist angestellt 
und später an der Oper in Lon- 
don. Pohl 2, 32 u. 33 giebt die 
Nachricht, dass 1792 in London 
3 Lindley als Violinist, Bratschist 
und Violoncellist auftraten. Nur 
der letztere war bedeutend. Er 
wurde 1794 am Kingstbeater an- 
gestellt. Sein Ton war weich, 
rein und voll. Er trat öfter als 
Solist in Konzerten auf, das letzte 
Mal am 20. Mai 1850 in der Phil- 
harmonie. Von seinen Komposi- 
tionen sind nachweisbar: 

Trio pour le V. Viola & Vcl. oe. 13. 
Bonn & Cöln, Simrocli. [B. Hbg. 

3 Duos p. 2 Vcl. Ms. 10 in B. ß. 

6 Duos p. 2 Vcl. op. 1 und op. 27. 
Pklusikfr. Wien. 

Im br. Mus. befinden sich 15 Druck- 
werke : 

Trio f. Fag. Ten. u. Vcl. op. 7. 

Duette f. V. u. Vcl. op. 2. 12. 

Duette f. 2 Vcl. op. 1. 3. 4. 8. 14. 

Solos f. V. u. B. op. 9. 13. 16. 18. 

Kleine Klavierpiecen. 

Songs im Einzeldruck. Alles Londoner 
Drucke. 

Liiicliier, . . . geb. 1653 zu 
Hohenstein, gest. im März 1734, 
seit 1677 Tenorist in der Hof- 
kapelle zu Dresden, wurde nach 
1697 Vicehofkantor. Sein Gebalt 
betrug 1697 an 200 Tblr. (Fürste- 
nau 1, 110. 2 b, 16j. 

Lindiier, Elias, um 1740 Or- 
ganist au der Domkirche zu Frei- 
berg, beschäftigte sich eingehend 
mit Orgelbau und unter seiner 
Leitung wurde die neue Orgel da- 
selbst gebaut (Mattheson 1, 420. 
Den Vornamen Elias giebt ihm 
Gerber 2). 

In der B. Lpz. im Ms. mit E. Lindner 
gez. „Generalbass nach Heinichen". 

Liudiier (Linttnor, Liutner), 
Friedrich, um 1540 in Liegnitz 
geb., gest. 15. Sept. 1597 zu Nürn- 
berg (M. f. M. 29, 54), wurde als 



Knabensänger in die kurfürstl. Ka- 
pelle in Dresden aufgenommen, be- 
suchte dann die Schule in Pforta 
und studierte Humaniora zu Leip- 
zig. Schon vor 1568 muss er sich, 
einer Notiz in einem Codex der 
Augsburger Stadtbibliothek zufolge, 
als Tenorist an der markgräfl. Bran- 
denburg. Hotkapelle zu Ansbach 
und Bayreuth befunden haben (M. 
f. M. 25, 7. Siehe auch 31, 18). 
Um 1588 bekleidete er das Kan- 
torat an der St. Egidienkirche in 
Nürnberg, doch scheint er mit der 
Ansbacher Kapelle noch in Ver- 
bindung gestanden zu haben, da er 
in der Dedication zu den „Gemma 
musicalis" sich als Mitglied obiger 
Kapelle bezeichnet. L.'s Name ist 
uns durch seine grofsen Sammel- 
Averke bekannt, in denen er be- 
sonders italienische Kompositionen 
veröffentlicht. In meiner Bibliogr. 
der Musik-Samlwk. sind dieselben 
genau verzeichnet, hier sollen sie 
nur kurz angeführt werden (Biogr. 
nach den Titeln und Dedic. seiner 
Druckwerke) : 

158.3. Sacrae cantiones c. 5, 6 et 
pluribus vocibus . . . Noribg., Gerlachia. 
U Stb. kl. qu4". 41 Oesge. Zu den dort 
genannten Bibl. sind noch hinzuzufügen: 
Dresd. Mus. Hofb. Wien fehlt 5 a. Lüne- 
burg fehlt 6a. Brüssel. Bannst: T. br. 
Mus. Brieg defekt. 

1588 a. Continuatio canticum sacrarum 
4, 5, 6, 7, 8 et plur. vocum. Noribg., 
Geriachia. 6 Stb. qu4". 56 Nrn. [Zu- 
sätze u. Verbes.sg: Hofb. Wien: A. Dresd. 
Mus. B. Zw, Krakau. Brüssel, br. Mus. 
Brieg def. 

1588 c. Gemma musicalis: selectiss. 
varii stili cantiones (vulgo italis Madrigaü 
et Napolitane dicuntur) 4, 5, 6 et plur. 
voc. continens. . . Lib. 1. ib. 6 Stb. 
fpi4ö. 63 Gesge. bis zu 12 Stim. von 
Italienern. 

2. Buch 1589. 72 Gesge. — 3. Buch 
15901 54 italienische Gesänge. 

Alle 3 Bücher besitzen : B. B. fehlt C. 
u. 6a. B. A. B. L. B. D. B. X. Dresd. 
Mus. B. Otteudorf unbekannt. Hofb. 
Wien : C. A. T. B. Zw. br. Mus. inkompl. 



Lindner, Friedrich. 



181 



Lingke. 



Das 1. n. 2. Bucli: B. Hbef. Upsala. 
Das 2. u. 8. Buch: B. Münch. 
1590a. Missae rjuinque, 5 vocib. ib. 

5 Stb. qu40. [Zusatz : B. M. B. Grimma. 
Krakau. br. Mus. 

]590b. Corollarium cantionum sacra- 
rum 5, 6, 7, 8 et phir. vocum ... ib. 

6 Stb. fßUO. 69Gesge. [Zusatz: ß.Elbing. 
Dresd. Mus. Löbau. Krakau. Stockholm 
fehlt A. 6 a. Brüssel, br. Mus. Briegdef. 

1591a. Magnificat, beatissimae deipa- 
raeque V. M. cauticum, 5 et 4 vocib. ib. 
5 Stb. qu40. 24 Magüif. u. 3 Domine. 
[B. B. B. Zw. felilt 5 a. B. Br. fehlt C. 
B. M. Lübeck: D. A. B. oa. Briegdef. 

Unbekannt war bis jetzt: 

1591b. Biciuia Sacra, ex variis autori- 
bus in usum juventutis scholasticae collecta 
. . . Zweysthnmige Gesängiein, sampt einem 
kurtzen ynterricht, wie man soll lernen 
singen . . . Yox inferior. Xoribg. 1591 
typogr. Cath. Geriachiae. kl. qu8». 1 Bl. 
Text, 80 Tonsätze, die 1. Stimme fehlt, 
[br. Mus.] An Komponisten sind genannt: 
Giov. de Antiquus, Jachet Berchem, Giov. 
Franc. Capoani, Certon, Fabr. Facciola, 
Cola Vinc. Fanelli, St. Felis, Gombert, 
Guami, Handl, Jachet (de Mantua), Jos- 
quin, Lassus, Lupus, Nasco, G. B. Face, 
Gio. Franc. Palumbo, Cola Maria Pizziolis, 
Reinerus, Ruffus, Scandellus u. Schramm. 

An eigenen Kompositionen kenne ich 
nur in Ms. Z 112 Peitsch, 4 Stb. Nr. 41 
der B. B : Hodie Christus natus est, 5 voc. 

Liiidiier, Georff. 

Eine Partitur in Tabulatur ohne Text 
aus der Mitte des 17. Jhs. in B. Joach. 
(23) enthält un(*r Nr. 23 eine Missa super 
Da der Sabbath vergangen war, 8 voc. 
S. 73 und Nr. 116 einen Introitus a 6. 
De Resurrectione S. 416. 

Lin(liier,JoliaimJosephFrio(l- 
ricb, geb. 1730 zu Weikersheim 
(Württemberg, Jaxtkreis), gest. um 
1790 zu Berlin ? Schüler von Quantz, 
trat 1750 als Flötist in die Kgl. 
Kapelle zu Berlin und wird im 
Adress- Kalender von 1789 noch 
als Mitglied angeführt (Ledebur). 

Lindt, Ferdinand, Violinist an 
der Hofkapelle in Wien mit 66 Gld. 
45 Kr. monatl. vom 1. Aug. 1709 
bis 10 (Köchel 1). 

Lindtholz, Nikolaus, geb. 1594, 
seit Dez. 1619-1626 Kantor in 
Schwerin (Chrysander 3, 37). 



Lindtmayr, siehe Liedmayr. 

Lind|t]ner, Joseph, um 1753 
bis c. 1765 Bratschist an der Hof- 
kapelle in München mit 190 Gld. 
Gehalt (Kreisarchiv). 

Li neck, . . . 

Die Musikfr. in Wien besitzen unter 
diesem Namen ein Offertorium ex Missa 
pro defuncti a 4 voc. c. instrum. P. Er 
ist vielleicht derselbe wie Joh. Georg 
Linike (Linecke). 

Linecke, Joh. Georg, s. Linike. 

Ling-, William, ein Musiker zu 
London des 18. Jhs. 

Das br. Mus. besitzt an 13 Drucke von 
c. 1790 und späterer Zeit in alleriei Kla- 
vierpiecen mit und ohne Begleitung von 
1 Flöte oder Violine, auch einige Gesänge 
in Einzeldrucken. Op. 1 besteht aus 3 
Sonaten f. Klav., Flöte oder Violine u. s. f. 

Lingke, Geori^ Friedrich, ein 

kgl. polnischer und kurfürstl. säch- 
sischer Bergrat, der 1742 in die 
Mizl arische musikalische Gesell- 
schaft eintrat; später zog er sich 
nach Weifsenfeis zurück. Er gab 

heraus: 

Einige zum allgemeinen Nutzen deut- 
licher gemachte musikalische Era'egungs- 
und andere leichter eingerichtete Uibungs- 
Wahrheiten, herausgeg. von einem Freunde 
dieser Wissenschaft. Leipzig, Blochberger. 
40. Wird L. um 1750 zugesckrieben. [B. B. 
Brüssel. 

Vertheidigungsschreiben an den Ver- 
fasser der sieben Gespräche (Mattheson). 
Frankft. und Leipz. 1753. [B. B. Mu- 
sikfr. Wien. 

Musikalische Üebungs-Wahrheiten. Lpz. 
1760. 40. [B. Lpz. 

Die Sitze der musikalischen Haupt- 
Sätze in einer harten und weichen Ton- 
art und wie man damit fortschreitet und 
ausweichet in zwo Tabellen entworfen, 
erklärt und mit Exempeln erläutert von 
. . . Lpz. 1766 Breitkopf & Sohn. 40. 
[B. B. ß. M. Dresd. B. Lpz. Brüssel, 
br. Mus. Musikfr. Wien. Glasgow. 

Eine Rezension in der Allg. Bibliothek 
verursaclite einen Streit, der später im 
3. Bde. der Hillerschen Nachrichten fort- 
gesetzt wurde. 

. . . kurze Musiklehre, in welcher nicht 
allein die Verwandtschaft aller Tonleitern, 
sondern auch die jeder zukommenden har- 
monischen Sätze gezeigt, und mit prak- 



Lingne, 



182 



Linike, Job. Georg. 



tischen Beyspielen erläutert werden. Leip- 
zig 1779 Breitkopf. 4». [B. B. B.M. 
Brüssel, br. Mus. Musüfr.Wien. Glas- 
gow. B. Lpz., Ausg. von 1781 ? 

Sein Porträt befindet sich, in Mizlefs 
niusikal. Bibl. 3. Bd. — 1 Brief und Portr. 
in B. B. GrasD., Brief abgedi-uckt in M. f. 
M. 24. 161. 

Liugue, Jean de. 

Dieser Name befindet sich im Ms. 
Nr. 17 zu Cambrai hinter dem letzten 
Magnificat und zwar mit ,.De Lingne 
1561". Nach Coussemaker 6, 50 war er 
Lehrer des Knabeuchores zu Cambrai; 
ob aber die Gesänge in dem Ms. von 
ihm .sind, ist vorläufig nicht festzustellen. 

Linigke, Christian Bernliard, 

Kammermusikus des Prinzen Phi- 
lipp Wilhelm (?), wurde am 28. 
Okt. 1706 zum Kgl. Kammermusi- 
kus zu Berlin ernannt (Schneider 
54). Man vergleiche C. Bernhard 
Linike, der vielleicht derselbe ist 
und 1713 bei Entlassung der Ber- 
liner Kapelle nach Köthen kam. 

Liniske. Epliraim, wird 1690 
in Berlin zum Kammermusikus er- 
nannt (Schneider 49). 

Linike, . . . Zelter in der Biogr. 
Fasch' p. 11 nennt einen Hof- 
klaviristen um 1751 in Mecklenbg. 
Sti'elitz ,,deu alten braven Linike, 
obwohl ein geschickter Musikus, 
traute er sich doch nicht den be- 
rühmten Pi'anz Benda zu accom- 
pagniren." 

Linike, C. . . Bernhard , war 
1718 Kammermusikus a/d. Hof- 
kapelle in Köthen unter Seb. Bach's 
Direküon (Spitta 2, 985). Man 
vergleiche Christian Bernhard Li- 
nigke. 

Linike (Linecke, Linicke), Jo- 
hann (xeorg (Schneider 58 und 
H 34 nennt ihn Lienicke aus 
Schweden), Musiker im Anfange 
des 18. Jhs., Schüler Joh. Theile's 
zu Berlin, sagt Gerber 2, da aber 
Theile nie in Berlin gelebt hat, 
soviel bekannt ist, so muss dessen 
Schülerschaft vorläufig auf sich 



beruhen; 1711 trat er als Yiolinist 
mit 200 Thlr. Gehalt in die Kgl. 
Kapelle zu Berlin (Schneider 53 
erwähnt 1712 noch einen Sohn 
L.'s, der auch 200 Thlr. Gehalt 
empfing, während er den Gehalt 
des Yalers mit 300 Thlr. angiebt). 
Beim Kegierungsantritt des preu- 
fsischen Soldatenkönigs wurden 
1713 sämtliche Kapellmitglieder 
entlassen u. L. fand am Weifsen- 
felsischen Hofe 1718 als Konzert- 
meister Unterkunft (siehe J. 0. 
Opel, der seinen Xamen nach dem 
Kirchenbuche Lincke schreibt, 
jedenfalls eine üngenauigkeit des 
Küsters). Darauf hielt er sich 
mehrere Jahre in England auf, 
trat dann 1725 als Yorspieler ins 
Hamburger Theaterorchester und 
schrieb dort zu Hand eis Opern 
der Wettstreit der Poesie und 
Julius Caesar die Becitative (Lind- 
ner 1, 193. Mattheson 3, 250 
nebst 2 Briefen, Gerber nach 
Mattheson. Obige Namenvarianten 
nach den Mss. seiner Komposi- 
tionen). Nachweisbar sind: 

Ms. 9065 in B. B. Cantate f. Sopr. 
mit Bc. in P. Text: Quando sperasti o 
core. 

Bibl. Rostock im Ms. 1. Concerto pour 
le Clavecin et V. concert. 2. Trio f. Fl. 
trav. Hautb. ou Va. u. B. B. Trios f. Fl. 
trav. V. u. B. (inkompl.j. 4. Sonate für 
Fl. trav., Fag. o Ycl. e Yiola di Gamba 
col Bc. (Fag. fehlt). 5. Sonata f. Fl. 
trav. V. u. Bc. 6. Sonata f. Fl. trav. ou 
V. V. ou Fl. trav. Bc. Alle in Stb. 

Bibl. Upsala. 1. Concerto ä 5 in BJJ: 

2 V. Ob. Va. e Comb. Ms. 2. Ouvertüre 
ä 7 : 2 Ob. 2 V. Ya. Ycl. e Cemb. fol. Ms. 

In Bibl. Schwerin F. 1. Mortorium ä 
5. 1 Tromba c. Sordini , 1 Hautb. c. 
Sord., 1 Fi. trav. 1 Y. c. Sord. et B. c. 
Sord. en Bis composee par J. G. Linike 
90 12 Avril 1737. Stb. iu fol. Kade 
glaubt, dass es Autogr. sei und giebt im 
Facsimile die letzten 9 Worte des Titels. 

3 Sätze: Largo, And. Allegro. Esd. 2. 
2 Ouvertüren f. 2 Fl. u. B. 3. Trio f. 
2 Fl. u. B. 4. Suites ä 3, 2 Fl. et B. 
5. 3 Coücerti c. Fl. Y. Ya. Cemb. e B. 



Link, Jacob. 



183 



Liulev, Thum., d. Aelt. 



— oder Y. conc. 2 V. Yioletta, Violon, 
Vcl. e Bc, einmal Lünicke geschrieben. 
6. 3 Sonate a fl. Y. Bc. 7. Sonata a Y. 
ö Ob. solo 0. B. 8. Sonata: Traversier 
solo. 9. 2 Yiolinsoli c. Bc, alles in Stb., 
dabei scheinbar mehrere im Autogr. 

In B. Darmst. im Als. in Stb. Sonata 
a Cembalo, oblig. Yiolino. 

Link, Jacob, aus Döbeln, war 
um 1548 Tenorist an der kurfürstl. 
Kapelle in Torgau (Fürstenau 1, 
10). 

Linke, Johann Casimir, war 
um 1733 Fagottist a/d. Hofkapelle 
in Dresden mit 300 Thlr. Gebalt 
(Fürstenau 1, 134). 

Linken ran beneren. 

Im Petrucci 1503 a fol. 131 befindet 
sich das ^-ierstim. Lied : En vroelic wesen. 
Ob der obige Name der Komponist oder 
der Dichtei- ist, bleibt ungewiss (Eitner 
1, 315). 

Linley, Francis, geb. 1774 zu 
Doncaster, blind von Geburt, st. 
15. Sept. 1800 zu Doncaster. Stu- 
dierte Musik unter Dr. Miller und 
wurde Organist an der St. James 
Kapelle Pentonville zu London. 
Heiratete 1796 ein ebenfalls blin- 
des Mädchen. Ging nach Amerika, 
kehrte aber 1799 wieder nach 
England zurück. Seine "Werke be- 
stehen aus Gesängen, Klavier- und 
Orgelstücken, Soli und Duetts für 
Flöte u. a. (Grove. Stephen). Brown 
fügt noch hinzu, dass er ein Mu- 
sikgeschäft in L. eröffnete, banke- 
rott wurde und mit seinem Weibe 
nach Amerika floh. Fetis verz. 
seine Werke. 

Linley, Thomas, der Aeltere, 
geb. 1732 zu Wells in Somerset, 
gest. 19. Nov. 1795 zu London. 
Studierte Musik unter Tho. Chilcot 
und Paradies. Liefs sich in Bath 
als Gesanglehrer nieder und gab 
mit grofsem Erfolge Konzerte; ging 
1775 nach London, trat als Sänger 
auf und komponierte für das Drury 
Lane Theater. Seit 1776 war er 



neben Sheridan und Dr. Ford Mit- 
direktor an demselben Theater. 
(Grove. Pohl 2, 338. Auf seinem 
Denkmale wird sein Alter mit 
63 Jahren angegeben. Seme Kom- 
positionen sind einfach und voll 
Gemüt. Seine Töchter Maria (Mrs. 
Tickell, t 1784) und Eliza (Mrs. 
Sheridan, f 1792) zeichneten sich 
als Oratoriensängerinnen aus). Von 
Thomas' Kompositionen sind be- 
kannt: 

The camp & Selima et Azor (opera). 
London 1778. qufol. Die Partit. besteht 
aus der Ouvertiire, den Arien u. Ensemble- 
Sätzen. [Glasgow. R. C. of Mus. 

The camp and the Song in The School 
for Scandal. L. 1778. qufol. [R. C. of 
Mus. 

The Camival of Yenice, opera. L. 1781. 
qufol. [R. C. of Mus. br. Mus. 

Duenna (The) or double Elopement, a 
comic-opera as performed at the Theatre 
Royal in Covent Garden for the Yoice, 
harpsichord, or Yiolin. London, C. and 
S. Thompson. Im Kat. des br. Mus. die 
Angabe: Komp. vom Yater und Sohn 1775. 
[br. Mus. R. C. of Mus. 

The generous impostor. A Pastoral 
Interlude . . . perform'd in the comedy . . . 
Lond. (1780"). qufol. [br. Mus. 

The gentle Shepherd. Opera. Lond. 
1/81. qufol. [br. Mus. R. C of Mus. 

Love in the East, or the Adventures 
of 12 hours. A com. op. ib. 1788. qufol. 
[br. Mus. 

The roval merchant, a comic opera 
(K1.-A.) ib. 1768. qufol. [br. Mus. 

Selima & Azor, a Persian Tale (opera 
bv Sir G. Colüer). ib. 1784. qufol. [br. 
Mus. R. C. of Mus. 

Spanish Rival. The overt., songs . . . 
a musical farce. ib. 1784. qufol. [br. 
Mus. R. C. of Mus. 

The strangers at home, a comic op. 
ib. 1786. qufol. [br. Mus. R. C ofMus. 

The triumph of Miith. The tunes 
songs, glee ... in the pantom. ib. qufol. 
[br. Mus. 

The posthumous vocal works of Mr. L. 
& Mr. T. L. jr., consisting of songs, duetts, 
cantatas, madrigals & glees (publish. by 
Mrs. Linley jr.). 2 voll. Lond. c. 1800. 
fol. [br. Mus. 

Twelve Ballads. L. qufol. [R. C. of Mus. 

Elegies, for three voices. In score. 
L. fol. [R. C of Mus. 



Linley, Thom. jr. 



184 



Lintant. 



Aufserdem besitzt das l»r. Mus. docIi 
zahlreiche Einzeldrucke, als englische 
SoDgs, Glees, Elegieu f. 3 Stirn, und Kla- 
vier, Madrigale zu 4 — 5 Stirn. 

In Lancelotfs Standard editions einige 
Gesge. [br. Mus. 

In Longman's collect, of Catches Nr. 119, 
A Bumper of good, Glee ä 3 voc. 

1 fünfstim. Gesang in neuer Ausg. 
(Eituer 2. Die dort angegebenen Daten 
Ijeziehen sich fälschlich auf seinen Sohn.) 
In Corrfs select collect. Edinburgh 1788 
im 2. Bde. p. 19, 20, 53, 54 vier Gesge. 
[Bologna. 

Linley, Thomas junior, Sohn des 
senior, geb. im Mai 1756 zu Batb, 
ertrank am 7. Aug. 1778 zu Grinis- 
thorpe (Lincolnshire). Schüler von 
Boyce und seinem Vater, später 
ging er nach Italien und studierte 
unter Nardini als Violinist. Nach 
der Rückkehr nach Bath wirkte er 
als Solist bei den Konzerten seines 
Vaters mit, ging dann mit letz- 
terem nach London und trat ins 
Orchester des Drury Lane Theaters 
(Grove. Stephen. Pohl 2, 65 u. 
370 schreibt noch: Er trat bereits 
als Kind als Violinvirtuose auf, 
lernte in Italien Mozart kennen 
und schloss mit ihm eine innige 
Freundschaft. Er ertrank bei einer 
AVasserfahrt auf dem Gute Ancaster 
bei Grimsthorpe). 

Von seinen Kompositionen hat sich er- 
halten: die Oper Duenna mit seinem 
Vater gemeinsam komponiert, ferner die 
Gesänge in „The posthumous vocal works" 
(siehe die Liste bei seinem Vater), aufser- 
dem besitzt das british Museum noch 
6 Drucke Madrigals und Songs. Grove 
zeigt noch das Oratorium „The song of 
Moses" an. Von welchem L. das Glee 
in Bisho[)'s Collect, of Glees ist, ist mir 
nicht bekannt. 

Linley, William, der jüngste 
Sohn des Thomas seu., geb. zu 
Bath um 1771, gest. 6. Mai 1835 
zu London. Schüler seines Vaters 
und Abel's, ging nach Indien und 
trat iiach der Rückkehr bei Mr. Fox 
als Zahlmeister ein, später in die 
Verwaltung als Subalternbeamter. 



Musik betrieb er nebenbei (Stephen). 

Er gab heraus: 

Shakespeare's dramatic sougs, consisting 
of all the songs, duets, trios, and chorusses 
in character, as introduced by him in his 
various dramas; the Music partly nev? 
and partly selected, with new symphonies 
& accompaniments for the pfte.; from the 
works of Purceli, Fielding, Drs. Boyce, 
Nares, Arne, Cooke, Messrs. J. Smith, 
J. S. Smith, T. Linley jun., and E. J. S. 
Stevens; to which are prefixed a General 
Introduction of the subject and Explana- 
tory remarks on each play, together with 
an Appendix containing a new arrange- 
ment of the music of „Macbeth" by S. 
AVesley. Lond. (1815—16) Prestou. 2 voll, 
fol. [br. Mus. R. C. of Mus. 

A Reriuiem to the memory of . . . 
S. Webbe. London, qufol. [br. Mus. 

G Canzonets . . . Lond. qufol. [br. Mus. 

Das british Museum besitzt im Ganzen 
17 Drucke, darunter Einzeldrucke von 
Glees, Elegien, Duette, Gesäuge etc. Der 
Antiquar Reeves in London besafs 1882: 
Richard coeur de Lion, historical Romauce. 
qufol. 

Im Samlwk. von Hyde befinden sieh 
3 Nrn. mit Linley gez., fraglich welchem 
sie angehören. Im R. C. ofMus. Nr. 1182 
einige Glees. 

Linner, Jakob, Lebenszeit un- 
bekannt. 

Im Stifte Göttweih befinden sich ein 
Requiem und 2 geistl. Gesge. im Ms. P. 

Linnon, Zanino (Jeannin), siehe 
Lumon. 

Lino, Ferdinand, gehört viel- 
leicht noch dem 18. Jh. an. 

]n B. B. Ms. 133 pag. 2 ff. befinden 
sich 2 Capricci und 1 Fuge für Klavier. 

Linsen (Liuzen), Barend Hen- 
drik, wurde am 5. Mai 1739 an 
der Neuen Kirche zu Amsterdam 
als Organist angestellt. Barney 
3, 237 erwähnt ihn noch im Jahre 
1772 (Tijdschrift 1, 46). 

Lintant, C. . ., Violinist u. Gui- 
tarrist, geb. um 1758 zu Grenoble, 
gest. 17. März 1830 ebd., ging 
jung nach Paris u. wurde Schüler 
von Bertheaume u. Pellot, trat ins 
Orchester des Feydeau-Theaters u. 
als dies in Bankerott geriet, lebte 



L'Intrico. 



185 



Lipowsky, Fei. Jos. 



er als Musiki ehrer in Paris. IS 10 
übernahm er die Leitung kleinerer 
Theater in den Provinzen und zu- 
letzt diejenige in seiner Vaterstadt. 
Fetis verz. an 9 verschiedene Werke 
von ihm die in Paris erschienen: Quar- 
tetts, Trios, Duos. Sonaten f. Guitarre, 
Airs und eine Methode das Accomj)agne- 
nient zu erlernen. Paris, G. Gaveaux. 

L'Intrico, . . . 

Im Samiwk. 15t)6c. ein 2 teiliges Ma- 
drigal zu 5 Stirn. (Eitner 1). 

Lioii, Friedrich, Lebenszeit 
unbekannt. 

Die Musikfr. in Wien besitzen ein Qui 
tollis f. Ten. solo, 2 T. A. B. für Chor 
und Orgel. P. 

Lion, Laurent, Sangmeister an 
der Kirche St. Nicolas zu Mons, 
st. nach dem Epitaph (Gregoir, 
Panth. 5, 110) am 17. Dez. 1723, 
78 J. alt, war jubilierter Priester 
u. Sangmeister während 38 Jahren 
an obiger Kirche. 

Lionel, siehe Power. 

Lipavsky, Josei)h (unter Li- 
pawsky kommt er in den Lexika 
vor), geb. 22. Febr. 1772 (n. A. 
1769) zu Hohenmaut in Böhmen, 
gest. 7. Jan. 1810 zu Wien|; stu- 
dierte in Prag Philosophie, ging 
nach Wien u. betrieb Jura, neben- 
bei beschäftigte er sich mit Vor- 
liebe mit Musik, soll auch bei 
Mozart und Vanhall Musikunter- 
richt genossen haben, scliliefslich 
wandte er sich ganz der Musik 
zu, wurde als Klaviermeister beim 
Grafen Adam Teleky angestellt, 
machte Konzertreisen und liefs 
sicli als Virtuose und Komponist 
hören. Später erhielt er in Wien 
beim Ksl. geh. Kammerzahlamt in 
Wien eine Anstellung (Dlabacz; das 
Todesdatum nach Fetis). Dlabacz 
zeigt 32 Werke von ihm an: 3 
Opern, Gesänge u. Klaviermusik. 
Nachweisbar sind: 

Sinfonia a 2 Y. Va. e B. 4 Stb. Ms. 
[B. M. 



Oe. 14. Var. p. le pfto. sur l'air : 
Guide mes pas de Fopera: Les deux 
journees de Cherubini. Vienne, Bureau. 

Oe. 20. 11 Var. p. le pfte. Vien., 
Bureau des arts. HS. [B. Wagener. 

Oe. 24. Fugue sur la Marche termi- 
nant le Finale du 2. acte de l'opera Les 
deux journ. de Cherubini. Ib. 6 S. 
[B. B. B. Wageuer. 

Oe. 27. Gr. Sonate pathetique p. le 
pfte. Lpz., Br. & H. 21 ö. |B. Wa- 
gener. 

Oe. 29. 6 Fugues p. lorgue ou le 
pfte. Vien. , iiupr. chemique. 23 Seit. 
[B. B. B. Wagen er. 

Var. f. Pfte. im Autogr. [B. B. Grasn. 

Die Musikfr. in AVien besitzen noch 

1. Minna, Lied (Mein ist er nun) op. 15. 

2. Lieder oesterreich. Wehrmänner. 3. 
Gr. Sonate f. Clav. V. u. Vcl. op. 10. 
4. Gr. Sonate für Pfte. u. Fl. 5. 2 Son. 
f. Pfte. u. V. op. 9 u. 11. 

Die Hofb. Wien im Ms. 16957: 12 
Menuette f. Orch. in Stb. 

In der Lpz. Ztg. wird er von Bd. 6 
ab sehr oft recensiert und zwar in einer 
AVeise, dass man glauben könnte er wäre 
ein Ausbund von Genie. 

Lipinski, Felix, Vater des Karl, 
geb. um 1765 zu Zakliczyn in 
Gallizien, gest. um 1847 (wo?). 
Er spielte mehrere Instrumente, 
war ein theoretisch gebildeter Mu- 
siker, bildete viele Schüler und 
dirigierte die Kapellen bei ver- 
schiedenen hohen Herren. 

Er gab ein Allegro de Concert in Leo- 
pol chez Kallenbach heraus. Sein Sohn 
Karl gehört dem 19. Jh. au (Sowiuski). 

Lipowsky, Felix Joseph, geb. 
25. Jan. 1764 zu Wiesensteig, gest. 
21. März 1844 zu München. Stu- 
dierte Jura, Geschichte u. Kriegs- 
kunde und legte 1787 in München 
sein Examen ab, worauf er 1791 
als Assessor in den Hofkriegsrat 
berufen, 1796 wirklicher Kriegs- 
rat wurde und verschiedene diplo- 
matische Sendungen mit Glück 
ausführte; 1799 wurde er Landes- 
direktionsrat und während der 
napoleonischen Feldzüge Stadt- 
kommandant von München. Bei 
der Aufhebung der Klöster erwarb 



Lipowsky, Fei. Jos. 



186 



Lippaiino. 



er sich das grofse Verdienst, die 
dort vorhandenen Schätze für den 
Staat zu retten. 1819 erhielt er 
den Posten eines ständischen Ar- 
chivars und entwickelte nun eine 
staunenswerte Thätigkeit auf allen 
Gebieten vaterländischer Geschichte. 
Leider tragen seine Werke das 
Gepräge der Flüchtigkeit u. sind 
seine Daten mit Vorsicht zu ge- 
brauchen. In das Fach der Musik- 
geschichte fällt das Werk: Baie- 
risches Musiklexikon 1811, welches 
ein Auszug aus dem Baierischen 
Künstlerlexikon von 1810 ist (A. 
d. B.). Aufser obigem 

„Baierisches Musik-Lexikon. Von . . . 
München 1811 Jak. Giel-'. S». X und 
338 S. Vorhanden in allen gröfseren 
Bibl. u. in Privathänden (das baierische 
Künstlerlex. erschien 1810 und ist von 
demselben Verfasser) besitzt die B. M. 
noch eine Messa a 4 voci con ström. 1789. 
Ms. P. 47 Bll. in qvi4P, er bez. sich auf 
dem Titel mit „Doct. und Advokat auf 
Hofe zu München^' (auf Hofe ist ein mit 
amtlichen altertümlichen Gebäuden um- 
gebener Hof in München). 

Die Musikfr. in Wien besitzen von 
ihm zalilreiche Kompositionen f. Klaner 
u. a. Instrum., als Sonaten für Klav. op. 
21. 32. Sonaten f. Klav. V. u. Vcl. op. 
10. Eondos, Romanzen, Variationen und 
vieles Andere. 

Lipowsky, Thad Ferdinand, 

der Vater des Felix Joseph, geb. 
28. Dez. 1738 zu St. Martin in 
Baiern, gest. 18. März 1767 zu 
Wiesensteig, studierte zu Passau 
und Salzburg, betrieb nebenbei 
Musik, hatte Leopold Mozart zum 
Lehrer, schrieb eine Oper mit lat. 
Text: „Musae in Parnasso Salis- 
burgensi" u. ging dann nach Ingol- 
stadt, um die Rechte zu studieren. 
Von hier Avandte er sich nach 
München und erhielt 1763 zu 
Wiesensteig (nicht Weissensteig, 
in Württemberg, früher zu Baiern 
gehörig) einen Justiz- u. Kameral- 
posten; kurz vor seinem Tode er- 



hielt er die Ernennung nach Mün- 
chen, starb aber ehe er die neue 
Stellung angetreten hatte. Er war 
ein guter Violinist u. komponierte 
fleifsig (Lipowsky 's Musik-Lex.). 

Lipp, Franz Ignaz, von Eggen- 
felden in Baiern geb., um 1757 
Violinist u. Tenorist an der Salz- 
burger Kapelle (Marpurg 3, 188). 

Lipp, Joliann, Organist zu 
Regenstauffen, heiratete am 25/9 
1630 (Trauregister der Frauen- 
kirche, München). 

Lipparino, (xuglielmo, aus 
Bologna, wurde im Augustiner- 
kloster S. Giacomo zu Bologna 
erzogen und trat dann in dasselbe 
zu Bellaggio in Como ein. Von 
etwa 1619 (Titel) ab war er am 
Dome zu Como Kapelhneister. 
Später kehrte er in das Kloster zu 
Bologna zurück (Gaspari 3, 71 u. 
die Titel). Er ist bekannt durch: 

H 1. üb. de Motetti, a 7, 8, & uno ä 
15 voci. Di . . . Ven. 1609 Ales. Eauerij. 
Stb. ? 40. [Bologna: 5a. 

Messe a 8 voci con il Te Deum lau- 
damus ä 8, et il suo Bc. di F. . . Ven. 
1623 AI. Vincenti. 9 Stb. 4». [Bologna: 
BI. 5a IL 

Sacri concerti a 4, 5, 6, 8 et 10 voci 
di . . . Con il Bc. Lib. 2. Ven. 1627 
Ales. Vincenti. Stb. ? 40. [Bologna: 
Bl. B2. Bc. 

Sacri concerti a 5 voci con il suo B. 
per l'organo di . . . Lib. 1. Opera 11. 
Ven. 1629 AI. Vincenti. 6 Stb. 4". Die 
Dedic. ist am 1. Dez. 1628 gez. [Bo- 
logna, br. Mus. 

Le sacre Laudi che si cantano nella 
Santa Casa de Loreto a 3. 4, 5, & 8 voci 
di . . . Op. 12. Ven. 1634 AI. Vincenti. 
8 Stb. 40. [Bologna: C A. B. 5o primo 
coro; T. A. B. 2. coro, Bc. Brüssel 
kompl. 

Sacri concerti a 1, 2, 3 et 4 voci con 
le Litanie della B. V. M. che si cantano 
nella S. Casa di Loreto et alcune Sonate 
a 2 e 3 voci di . . . Op. 13. Ven. 1635 
AI. Vincenti. 5 Stb. 4". [Bologna, auch 
in moderner Part, von G. Busi, 145 S. 

Salmi concertati a 8 voci con il suo 
Bc. di r(rate) . . . Lippai-ino da Bologna 
Augustiniano. Op. 14. Ven. 1637 AL 



Lippe, Job. Andr. 



187 



Lipprand. 



Vincenti. 9 Stb. 4°. 11 Vesperps. und 
1 Magnif. [B. Br. Bologna. Bologna 
Petron. Brüssel. 

11 1. lib. delle Canzonette a 3 voci 
di . . . Yen. 1600 G. Yiucenti. 3 Stb. 
40. 21 Gesge. [Proske fehlt C 1. 

II 2. lib. delle Canzonette a 3 voci di 
. . . Yen. lüO.ö G. Yinceuti. Editore frate 
Lauro Feiice Scappi da Milano. 3 Stb. 
40. 21 Nrn. [Hofb. AYien. 

Canzoui a 2, 4, 8 voe. Yen. 1619 
Yincenti. 5 Stb. 40. (C-B. und Part.) 
23 Gesge. [B. B. 

Im Scbadaeus, Samhvk. 1611, zwei 
Motetten zu 7 u. 9 Stiin. (Eitner 1). 

Lippe, Johann Andreas, Or- 
ganist in Regensburg um 1780 
(Mettenleiter 1, 235). 

Lippe, Johann Martin, Orga- 
nist an der Dreieinigkeitskirche zu 
Regensburg, f 28. Aug. 1735, war 
auch „Notar. Caes. Publ. Advoc. 
Ord.'^ (Mettenleiter 1, 234). 

Lippe, Matthias Christoph, 
um 1730 Organist in Treuenbriezen 
(Marpurg 1, 432). 

Lippi di Bergamo, Conte, gab 
1782 zu Florenz: 

„La Liberazione d'Izdraelle dalla Scbia- 
vitii delFEgitto" heraus (Magazin). 

Lippius, Johann, geb. 24. Juni 
1585 zu Strafsburg, gest. 24. Sept. 
1612 zu Speier auf der Reise von 
Giefsen nach Strafsburg; studierte 
zu Wittenberg, dann in Jena Philo- 
sophie und Theologie, bestand in 
Giefsen das Doctorexamen, nicht 
ahnend, dass ihm ein so baldiges 
Ende bevorstand. Fetis. In M. f. 
M. 11, 28 wird ein Bericht aus 
Praetorius mitgeteilt, aus dem es 
erscheint, als wenn L. der Nach- 
folger Calvisius' gewesen wäre. Dies 
ist ein Irrtum wie das Aktenstück 
beweist, welches A. Prüfer in 
seiner Biogr. Schein's S. 23 mit- 
teilt, woraus sich ergiebt, dass 
Schein der unmittelbare Nachfolger 
Calvisius' war, doch soll er ein 
Schüler Calvisius' gewesen sein 
(Viertel], siehe Reg.). Man kennt 



von ihm mehrere Abhandlungen 
über Musik: 

Disputatio musica prima, Sancta Triade 
omnis d^fiorta? . . . Junv 30. Wittebg. 
1609 Gormaan. 4°. 4 "^Seiten. [B. Br. 

B. Hbg. Kopenhagen. Rom Cecilia. 
br. Mus. 

Disput, nius. secunda ... 16. Sept. . . . 
4P. 2V, Bog. [ib. 

Di.sput. mus. tertia ... 27. Oct. ib. 
1610. 40. 4 Bog., auf S. 26 — 28 ein 
Sstim. Gesg. in Part. [ib. 

Themata musica ut multis forte para- 
doxa, ita hoc maxime seculo notanda et 
a musophilis publice discutienda atque 
explicanda pro loco in anipliss. facultate 
Philosoph. Jenensi . . . Jenae lülO Weid- 
ner. 4". 4 Bll. [B. Br. B. Hbg. 

Themata fontem omniuin errantium 
musicorum aperieutia . . . Jenae 1611 
Weidner. 4". Dissertation 4 BK. [B. B. 

Synopsis musicae uovae omnino verae 
atque Methodicae universae. In omnis 
Sophiae praegustum IlagtQyojs Inventae 
Disputatae . . . Argentorati 1612 Ledertz. 
typis Kieffer. 8". 10 Bog. Dedic. in 
Strafsburg gez. [B. Br. dort auch das 
Nähere über L.'s Werke. B. L. Gotha. 
Heilbronn. Haunov. B. B. Wolfenb. 
Stuttgart. Darmst. B.M. Dresd. Brüssel. 

C. P. Paris Nat. Kopenhagen, br. Mus. 
Glasgow. 

Philosophiae verae ac sincerae Synop- 
ticae I. Praeparatio per musicam diam: 
II. Perfectio interior realis per Meta- 
Ijhvsicam . . . Erfurt! (1614) Joh. Bischoff, 
Buchhdl. kl. 12». A— Z u. a. Enthält 
auch L.'s Synopsis. [B. B. 

Die Dedic. rührt vom Verleger her u. 
ist mit 1614 datiert, worin er den Tod 
L.'s bestätigt. Fetis' Titel ist fehlerhaft, 
doch giebt er 2 Ausgaben an, eine von 
1612 in 8^ in Strafsburg erschienen und 
die obige. 

Ueber L.'s theoretische Lehren und 
deren Fortschritte in Viertel]. 7 , 476 ff. 
B.Liegnitz, Kai S. 110. 

Lippius, Johann Arnold, Teno- 
rist an der Hofkapelle in Wien 
mit 15 Gld. monatl. von 1607 bis 
30. Apr. 1619 (Ivöchcl l). 

Lippo, siehe IJrandolino. 

Lipprand, Johann, zu Rudol- 
stadt Organist um 1669, setzte eine 
Trauerode zu 4 Stimmen, welche 
der Leichenpredigt auf Scharffs 
Söhuieiu beigedruckt ist (Gerber 2). 



Liqueville. 



188 



List, J . . . H . 



Liqueville, siehe Loqueville. 

Liquori, Alfonso di, bekannt 
durch 

Ms. 359 br. Mus., italieu. Arien u. Duette 
iu P. 

Lirede, siehe Direde. 
Lirou, Jean Fran<jois Espic, 

Chevalier de, geb. um 1740 zu 
Paris, gest. um 1806 zu Paris. 
Trat ins französische Heer als 
Musketier ein und komponierte für 
die Revue bei Sablons um 1767 
einen Marsch, der sich grofser Be- 
liebtheit erfreute; auch als Libret- 
tist trat er mehrfach mit Erfolg 
auf, schrieb auch ein theoretisches 
Werk, dem er Rameau's Lehre zu 
Grunde legte. Fetis berichtet über 
das letztere ausführlich, es ist be- 
titelt: 

Explication du Systeme de rharmonie, 
pour abreger Fetude de la composition, 
et accorder la pratique avec la theorie; 
par le Chevalier de Lirou. Londres et 
Paris 1785 Merigot etc. 80. 239 S. mit 
7 Taf. [B. B. B. Dresd. B. Hbg. Brüs- 
sel. Glasgow. Bologna. 

Lis, F. de, siehe Lys. 

Lisardo, Griulio Cesare, 1633 
Violonist an der Hofkapelle in 
Madrid (Straeten 8, 424). 

Lisberger, Christoph, von 1 600 

bis 1612 Kantor an der Kreuz- 
schule zu Dresden. In Dresden 
geboren, Schüler Calvisius in Pforta. 
Siehe des Näheren in Viertel]. 10, 
279 ff. 

Liseoviiis, Karl Friedrich Sa- 
lomoii, Dr. der Medizin, geb. 8. 
Nov. 1780 zu Leipzig, liefs sich 
als Arzt in Leipzig nieder und 
machte eingehende Studien über 
die menschliche Stimme, die er in 
folgenden Abhandlungen nieder- 
legte: 

Dissertatio physiologica sistens theoriam 
vocis, quam proposuit . . . Lips. 1811 Br. 
&H. 8^. 70 S. [Brüssel. Amst. B. Lpz. 

— deutsch: Theorie der Stimme von 
Dr. . . Liskovius. ib. 1814, 12" mit Ab- 



bildg. 106 S. |B.B. Brüssel. Glasgow. 
Brüssel Cons. Musikfr. "Wien. B. Lpz. 

In der Lpz. Ztg. 37, 224 eine Kritik. 
Ebendort 32, 805 u. 33, 600 „üeber den 
jetzigen Begriff vom Accent" und ,,Eiu 
Zug aus Hiller's Leben". 

in der Cäcilia von Schott Bd. 4, 161 
eine Kritik über Gottfr. AVeber's Hypo- 
these der menschlichen Stimme. 

Liser, Loy, 1608-10 Tenorist 
an der Hofkapelle in Stuttgart 
(Sittard 2, 39. 43). 

Liservos, Adrien, um 1614 

Sänger an der Kgi. Kapelle in 
Brüssel (Straeten 5, 155). 

L'Isle, siehe ßoug:et. 

Lisley, siehe Lesley. 

Lismore, . . . vielleicht ein 
Pseudonym, der eine Parodie auf 
Monsigny's Maitre en droit schrieb, 
die 1760 in der Opera comique 
zu Paris unter dem Titel: 

Maitre d'ecole gegeben wurde und viel 
Zulauf hatte. Der Autor blieb im Dunkeln, 
man mutmafste einen Dilettanten mit an- 
genommenem Namen (Pougiu). 

Lispeiis, . . . aus Diest, bewarb 
sich 1788 um die durch Liekens 
Tode erledigte Organistenstelle in 
Mecheln, erhielt sie aber nicht 
(Gregoir, Galerie 102). 

List, C . . ., bekannt durch ein 
Choralbuch vierstimmig für die Orgel 

eingerichtet und mit zweckmäfsigen Vor- 

und Zwischenspielen verseilen von . . . 

Offenb. (1800) Andre. qu40. 94 Nrn. 

[B. Lpz., siehe Zahn 6, 884. B. B. B. 

Wagener. 

List, J . . . H . . . P . . ., Lehrer 
und Organist in Dreieichenhain bei 
Darm Stadt um 1763. 

Die B. B. besitzt ein Ms. 13303, 1 vol. 
in schwarzes gepresstes Leder gebunden 
in kl. qu8'l Auf der Bückseite des Ein- 
banddeckels liest man obigen Namen nebst 
der Jahreszahl. Einst im Besitze L. Erk's. 
Dasselbe enthält 228 Choralbearbeitimgen 
nebst den Chorälen mit bez. Bass, oft 
aber fehlt der letztere (ohne Text). Am 
Ende l)efinden sich allerlei Klavierstücke 
bez. mit Mourqui, Fantasia, Andante, Alle- 
mande, Allegro, Menuet, Rigadon, Sonata 
etc. 22 BU. 



List, Samuel. 



189 



Listenius. 



List, Samuel, aus Eofswein, 
bewarb sich 1643 um das durch 
Demantius Tode erledigte Kantorat 
in Freiberg i/S. , erhielt es aber 
nicht (Viertelj. 6, 525). Er war 
ein Schüler Heinr. Schütz'. 

List, Tliomas, um 1463 Kantor 
am St. Stephan in Wien (Pohl 
3, 3.3). 

Liste, Anton, geb. 14. April 
1774 in Hildesheim, gest. 31. Juli 
1832 zu Zürich. Sein Vater, Dom- 
organist in Hildesheim, liefs sich 
die Ausbildung seines begabten 
Kindes sehr angelegen sein und 
schon im siebten Jahre spielte er 
auf der Orgel zum Staunen aller 
Zuhörer. Klavier und Violine 
folgten als Studieninstrumente, bis 
ihn der Yater 1789 nach Wien 
zu Albrechtsberger sandte, um in 
die Geheimnisse der Kunst ein- 
geweiht zu werden. Einige Jahre 
später besuchte er Prag und Dres- 
den, um eine Stellung zu finden, 
doch resultatlos kehrte er in seine 
Vaterstadt zurück und ernährte 
sich durch Unterrichten. Besonders 
unterstützte ihn der Graf von West- 
phal, so dass er ein sorgenfreies 
Leben führen und dem Drange 
zur Komposition ungestört folgen 
konnte. 1798 verheiratete er sich 
mit Luise Fricke. Nach dreijähri- 
ger Ehe verlor er sein Weib und 
siedelte mit der Familie von West- 
phal nach Göttingen über, lebte 
auch zweitweise in Heidelberg. 
1804 berief ihn die Musikgesell- 
schaft in Zürich zum Dirigenten 
ihrer Orchesterkonzerte. Liste w^ar 
ein leidenschaftlicher Mann, dessen 
Kompositionen nahe ans Bizarre 
reichen, wie damalige Beurteiler 
aussagen. Er wollte nun mit dem 
alten Schlendrian in Zürich gründ- 
lich aufräumen und hatte einen 
schweren Stand, so dass er 1807 



sich eutschloss die Herkulesarbeit 
aufzugeben. Er lebte fortan als 
Musiklehrer in Zürich und erwarb 
sich die Anerkennung seiner Mit- 
bürger. 1819 ernannte ihn die dor- 
tige Musikgesellschaft zum Ehren- 
mitgliede. Zur selben Zeit grün- 
dete er einen Gesangverein und 
gab mit ihm öffentliche Konzerte, 
sogar Opern führte er im Konzert- 
saale auf, da Zürich kein Theater 
besafs. 

Liste"s gröfsere Gesangswerke besitzt 
im Ms. die MusiJjgesellschaft in Zürich. 
Seine Klavierkompositionen werden in der 
Lpz. Ztg. lobend besprochen (siehe das 
Register). Eine eingehende Biographie 
mit seinem Poiträt in Musikal. Neujahrs- 
geschenke Zürich 1847. Dort auch einige 
Lieder 1825 p. 13 in 1847 als Anhang, beide 
ohne Bedeutung. Die Berliner Ztg. 5, 393 
bespricht op. 17, Kriegslieder für 4 Män- 
nerst. Von seinen Kompositionen lassen 
sich heute noch nachweisen: 

Sechs Lieder mit Begltg. des Pfte. in 
Musik gesetzt von ... 17. AVerk. Heft 
1. 2. Bonn, Sinirock. qufol. je 13 S. 
[B. Kgsbg. B. M. auch ein Heft Lieder, 
j welches, ist mir unbekannt. 
' 2 Senates p. le Pfte. Zuric, Naigueli. 
qufol. [ß.B. B.M. Musikfr. AVien. 

Grande Sonate p. le Pfte. Beethoven 
dedic. Zuric, Georg Ntägeii & Co. qufol. 
4.Ö S. [B. AVageuer. 

Gr. Sonate p. le Pfte. et Fag. oe. 3. 
[Musikfr. AYien. 

In B. B. Autogr. Grasnick, das Lied: 
Des Abends Nebelshülle. 

Den Besitz an Kompositionen in Zürich 
kenne ich nicht. 

Liste, Karl Joseph, um 1774 
Domorganist in Hildesheim (siehe 
Biogr. Anton Liste's). Komponist 
für Klavier. 

Listemaiiii, ... 1795 Chor- 
direktor an St. Aurelien zu Strafs- 
burg i/Els. (Lobstein 95). 

Listenius, Magister Nicolaus, 
aus Brandenburg gebürtig, jeden- 
falls Lehrer an einer lateinischen 
Schule, verfasste die kleine theo- 
retische Schrift, betitelt: 

Rudimenta musica in gratiam studiosae 
juventutis diligenter comportata. A. M. 



Listenius. 



190 



Litschower. 



Nie. Listeuio. Vitebergae 33 (1533). Am 
Ende : Vitebg. ap. Georg. Ehav. 1533. 
kl. 80. 3 Bog. (A— C8). Bugenhageu 
schreibt das Vorwort an den Leser und 
nennt L. einen Magister. [B. A. B. B. 
B. M. Dre.sd. 

— Aufl. 1534. ib. 8°. 3 Bog. [Mainz. 

— Aufl. 1535. Augustae Yindel. per 
Henr. Steiuer 1535. kl. 8». 3 Bogen. 
[B. M. 

— Aufl. 1536. ib. kl. 8". 3 Bogen. 
[Brüssel. Mainz: Am Ende: Bernae Hel- 
vet: per Math. Apiarium 1537. br. Mus. 
Glasgow s. 1. 

Von jetzt erhält der Titel einen ande- 
ren Wortlaut: 

— Musica Nicolai Listenii, denuo re- 
coguita, multisque nouis regulis et exem- 
plis adaucta, ac correctius f[u;un antea 
edita. Yitebergae 1537 G. ßhav. kl. 8^. 
50BI1. [B. B. Dresd. B. M. Kopenhag. 
B. TroYes. br. Mus: Augsburg? 

— Aufl. 1538. Aug. Vindel. 1538 H. 
Steiner. [B. M. 

— 1539. Yitebg., Ehau. [Darmst. 

— 1541. Noribg. , Job. Petreius, kl. 
8^. a — f3, eingeteilt in 12 Kapitel mit 
mehrstimmigenTousätzeu. [ß. M. Brässel. 

— 1542. Yitebg., Ehav. kl. S«. 6 Bog. 
[Wolfenb. B. B. B.Zwickau: Lips., per 
Mich. Blum 1542. 

— 1543. Lipsiae. 8». [br. Mus. B. 
Hbg. 

— 1544. Yitebg., Ehav. [Kat. Eosen- 
thal. 

— 1546. Lipsiae. [Musikfr. Wien. 

— 1547. Lips., Blum. [B. Zw. 

— 1547. Noribg., Petreius. [Salzburg. 

— 1548. Yitbebg., Ehau. 43 Bll. 
[Wolfenb. br. Mus. B. Wagener. C. P: 
Noribg., Petreius. Ebendort in B. Stutt- 
gaii, sowie noch eine Ausg. s. a. 

— 1549. Lipsiae. [Hannover. Pai'is 
Mazar. 

— 1549. Wittebg., Ehau (Eudimenta 
musicae). 

— 1549. Noribg., Petreius. [Mainz. 
B.B. br. Mus. Prag. B. M. 

— 1550. Francof. a/0., Eichorn. 48 
Bll. [Bibl. des James E. Matthew in 
London. 

— 1551. Noribg., Petreius. [B. B. 
B. M. 

— 15.53. ...... [B. M. 

— 1554. Yitebg., Ehau. [Salzburg. 

— 1555. Vitebg. , haered. Ehaui. 
[Kopenhag. 

— 1557. Lips., L. Fabrus. [B. B. 

— 1557. Yitebg., Ehau. [C. P. 

— 1562. Noribg. 8«. [B. Schemieer. 



Konstanz Gymnasial -Bibl. Heidelberg 
Universit. 

— 1569. Noribg., F. Gerlatz. [B. B. 
Bologna. 

— 1570. Noribg. [ß. Lpz. 

— 1573. Yratislaviae exud. Crisp. 
Scharffenberg. 6 ßg. in 8» [B. Br. 

— 1577. Noribg., Gerlach et Mon- 
tanus. [B. A. br. Mus. Glasgow. 

— 1583. Noribg., Cath. Gerlachia et 
haered. Montanus. [Mainz. Bologna. 
B. Hbg. 

— s. a. Noribg., Joan. Montanus et 
Ulr. Neubei-us. kl. 8". A — F4. (ist in 
die öOger Jahre zu verlegen). [E. C. of 
Mus. B. B. ß. Lpz. 

— s. a. Noribg. , Petreius. [Mainz. 
ß. M. 3 Exempl. Kopenhag. 

— s. a. J'rancof. 8". [B. Lpz. 

Im Ms., Bibl. Proske, Abtlg. Hauber: 
Observationes in musicam Listenii. 4". 

Beispiele im Heyden 1537 c. imd Gla- 
reau 1547 k (Eitner 1). Siehe auch Vier- 
tel], im Hauptregister. 

Litaniae 

Septem Deiparae, siehe Phalese 1598. 

Litaniariim libei'. Ms. von 1616 in 
Laibach, Lyceum, ein Samlwk. euth. Kom- 
positionen von P. Ant. Bianco, Simon 
Gatto, Franc. Eovigo u. Orf. Yecchi. 

Litaneien in alten Chorbüchern in B.M. 
im Ms., siehe Maier's Kat. 

Literes, D. Antonio, ein spa- 
nischer Musiker des 18. Jhs., der 
zweiter Organist a/d. Kgl. Kapelle 
zu Madrid um 1756 war. Feyoo 
in Teati'o critico universal spricht 
mit grofsem Lobe von ihm. 

Die Kgl. Kapelle zu Madrid soll nach 
Jetis 4 Messen mit Orchester, 14 Psalmen, 
8 Magnificat, 10 Hymnen und 1 Miserere 
von seiner Komposition besitzen. Eslava 
veröffentlichte zwei 4stim. Hymnen (Eit- 
ner 2). 

Lititz, Simon. 

In G. Neumark's Lustwäldlein von 
1652 u. 1657 befinden sich einige Lieder 
von ihm. 

Litmer, Henry, englischer Mu- 
siker, st. 163-1 zu London und war 
Musiklehrer des Königs Karl L von 
England (Nagel 1, 4.3). 

Litschower, ein fahrender San- 
ger aus der 2. Hälfte des 13. Jhs., 
der nach gemeiner Annahme nach 
der österreichischen Stadt Litschau 



Litteratiir. 



191 



Liverziani. 



an der böhmischen Grenze benannt 
sein soll. Seine Kunstreisen führten 
ihn auch nach ISTiedei-sachsen. Die 
Sachsen lobt er in seinen Sprüchen 
wegen ihrer Freigebigkeit, doch 
öfters klagt er über den Geiz der 
Herren und den Verfall der Ehre 
(A. d. B.). 

Litteratur der Musik 

oder Anleitung zur Kenntnis . . . von 
einem Liebhaber der MiLsik. 1783. 8^. 
Siehe Joh. Sigm. Gruber. 

Littieli, Johann, am grätl. 
Mannsfeidischen Gymnasium zu 
Eisleben Lehrer und Kantor au 
St. Nikolai, starb vor 1612; er 
hinterliefs das Samlwk: 

Musicalische Streitkräntzlein : hiebe vorn 
von den allerfürtrefflichsten vnnd be- 
rühmtesten Coraponisten , in welscher 
Sprach . . . mit 6 Stirn. . . . Nürnberg 1612 
Wagenmanu, Verlag von Kauffmann. 6 
Stb. 4" (ediert von seinem Bruder Daniel 
Littich). 

— Rest Musicalisches Streitkräntzleins 
... in Druck gefördert durch Salomonem 
Engelhart . . . Nürnberg 1613 Scherff, 
Verlg. von Kauffmann. 6 Stb. 4". Dies 
ist eine Auswahl Gesänge aus dem Saml- 
wk. 1592 a Gardano's II trionfo di Dori. 
[B. B. B. Grimma, 2. ThI. von 1613 in- 
kompl. 

Siehe Eitner 1. 

Littleton, alias Westcot, (xer- 
yace, ein Violinist in Oxford um 
1656 (Buruey 6, 425). 

Littman, Anton, bez. sich mit 
Ludimagister in ISürnberg u. gab 
heraus : 

Klag-Gedicht, über den Tod der Frauen 
Anna Barbara Ebneriu in Nürnberg, am 
23. Juli 1667, componiert durch ... s. 1. 
1 Bl. in 4". Part : 2 Disc. Bc. „Ach was 
hastu angestellt Menschen - Würger", 5 
Strojjh. [B. Zw. 

Liverati, Gfioranni, geb. um 
1772 zu Bologna, Schüler von 
Mattei und Gibelli, bildete sich 
zum Sänger und Komponisten aus, 
trat in Oratorien und Konzerten 
auf, brachte die Oper II Diverti- 
mento in campagna 1790 auf die 
Bühne, Avurde 1792 als Tenorist 



am Theater zu Barcelona enga- 
giert, ging darauf nach Madrid, 
wurde vom Könige von Preufsen 
zum Kapellmeister ernannt, ver- 
liefs 1800 wieder Potsdam, um 
nach Prag zu gehen, 1804 nach 
Triest, dann nach Wien, wo seine 
Oper Maestro fanatico sehr gefiel, 
liefs sich dort als Gesauglehrer 
nieder und schrieb mehrere Opern. 
1814 ging er nach London als 
Komponist fürs Kgl. Theater, kehrte 
aber schon 1817 nach Italien zu- 
rück, üeber seinen weiteren Ver- 
bleib ist nichts bekannt (Fetis). 
Von seinen zahlreichen Kompo- 
sitionen, die Fetis in der bekannten 
Manier anführt, hat sich nicht viel 
erhalten, soweit sie mir bekannt 
geworden sind. Von den geist- 
lichen Kompositionen kann ich 
nur nachweisen: 

David, oder Goliaths Tod, biblische 
Oper in 2 Akten, italienisch und deutsch. 
Ms. P. [Musikfr. Wien. 

An Opern: 

Die Generalprobe auf dem Theater, 
kom. Oper in 1 Akt. Ms. P. [Musikfr. 
Wien. 

Aufserdem besitzt dieselbe Bibl. Sei 
Duos, Solfeggi 5 Hefte, La Lyre d'Orphee, 
Sei Anette opera 6 et 8. 3 Italien. Ter- 
zette op. 9, 2 Arien und 3 Scenen im 
Druck und Ms, 

Bibl. Dresd. Mus: Ms. 1180, 6 Duos 
Italiens avec accomp. de pfte. qufol. 

Tre Duetti per due soprani con acc. di 
Pfte. composti . . . London, the author. 
fol. [Brüssel Cous. 628. 

In B. Dresd. 1 Arie: Fra poco rivedrai 
im Ms. B 708, 10. 

In Mollo's Sammelwk. In questa tomba, 
1 Arie. [ß. B. B. M. 

2 Canzonetteu in Antoni's Samlwk. 

In B. ß., Autogr, Grasnick, ein Brief. 

LiTerziani, (riuseppe (Fetis 
fälschlich Liverziali), aus Rom geb., 
nennt sich ,,Compositore di musi- 
ca"; in folgendem Drucke sein 
Porträt, unterschrieben mit „Pro- 
fessor musices". Man kennt von 
ihm: 



Li vre. 



192 



Lobo, Alfoaso. 



Granimatica della musica, o sia nuovo 
e facile Metodo per istriiirsi uell'iutero 
corso della musica, uon per anche posto 
in ordine da alcuno, ove premesse le 
notizie istoriche . . . Parte prima. Roma 
1797 Pilucchi Cracas. 8». 88 S. (vollst. 
Titel im Kat. Bologna 1, 271. Ein 2. Teil 
soll nicht erschienen sein). [B.B. Dresd. 
Bologna. 

Lirry, Le comte Hippolyte de, 

geb. um 1771 im Schlosse Livry, 
gest. 1822 zu Paris, ein bis zum 
Fanatismus begeisterter Verehrer 
Gretry'scher Musik, wie Fetis sagt, 
der alle Anderen gegen denselben 
zurücksetzte. Er setzte ihm 1805 
im Theater Fej^deau eine Statue, 
die aber 1830 bei der Zerstörung 
des Saales zertrümmert wurde, u. 
gab ein 

Recueil de lettres ecrites ä Gretry ou 
a sou sujet; Paris, Ogier. in 8*^. 157 S. 
heraus. Die Briefe haben wenig Wert 
(Fetis). 

LIaiias, siehe Yliaiias. 

Lloyd, Edward, seit c. 1729 
Gentleman a/d. Kgl. Kapelle, fehlt 
aber schon 1736 in den Listen 
(Viertel]". 8, 52.5/26). Nagel 1 verz. 
einen Trompeter Thomas Lloyd. 
"West einen Thomas Lloyd, der 
von 1750 bis 1778 Organist zu 
Bangor war. 

Lobb, IVilliaai, ein Gentleman 
zu Cambridge um 176-1, machte 
auf der dortigen Universität seine 
Studien. 

lu Cambridge FW. Ms. 111 eine Can- 
tata for Sopr. from Petrarch ..Ohime il 
bei viso''. (Siehe die Anmkg. S. 50 im 
gedr. Kat) 

Lobedaiiz, G... C... F... 

(Schilling u. a. schreiben G. L. F.), 
geb. 1. März 1778 zu Schleswig, 
seit 1802 Kanzleirat und Archivar 
beim Schleswig'schen Obergerichte, 
war dabei ein vielseitig gebildeter 
Musiker, nicht nur als Instrumen- 
tist, sondern auch als Komponist. 
In der Schott'schen Cäcilia zeigt er 
Bd. 2, iutelligeuzbl. 19 die Opern an 



gehört dem 



„Feodora" und „Die Alpenhütte", dort 
auch obige verz. Yornamen. In dem- 
selben Bde. p. 264 befindet sich ein 
kleiner Aufsatz über die Frage: Giebt es 
in der Musik wie in der Malerei ver- 
schiedene Schuleu? Schilling führt eine 
Anzahl Kompositionen au, doch ist auf 
den öffeutl. Bibl. davon nichts vorhanden. 

LobeuhoflPer, . . 

18. Jh. an und ist 

in B. Darmst. mit einer Sonata a 2 V. 
e Cemb. im Ms. Stb. vertreten. 

Lobkowitz,Fürst Joseph Franz 
Maximilian von, ein musikalisch 
gebildeter Musikdilettant, geb. 7. 
Dez. 1772, gest. L5. Dez. 1816 in 
Wittingau. Beethoven widmete 
ihm op. 18 u. op. 56. Er befand 
sich auch unter den 3 Fürsten, 
die Beethoven 1809 einen Jahres- 
gehalt aussetzten (Thayer 3, 70). 

Die Hofb. Wien besitzt von ihm einen 
Gesang aus der Oper „Fünf sind zwev" 
von 1813. 

Lobo, Alfonso, aus Borja in 
Spanien, geb. gegen 1555, soll an- 
fänglich Kapellmeister in Lissabon 
gewesen sein, um 1590 ist er 
Kapellan an der Kathedrale zu 
Toledo, 1602 heilst es auf dem 
Titel: „S. Eccles Toletanae Hisp. 
Primatis Portionarii musicesque 
Praefectas''. Fetis führt den 18. 
Sept. 1601 als Anstellungsdatum 
an, Straeten 8, 213 das Jahr 1590. 
Die spanische Hofkapelle soll nach 
letzterem einen Bd. Messen be- 
sessen haben. Nachweisbar sind: 

Lib. 1. Missae. Matriti ex typogr. 
regia. Am Ende: gedr. bei Job. Flaudrum 
1602. Chorb. in fol, enthält: 3 Messen 
zu 4, 1 zu 5, 2 zu 6 Stim., 3 Mot. zu 4, 
1 zu 5, 3 zu 6 u. 1 zu 8 Stim. 136 Bll. 
[Cap. Lat. Pietro zu Kom. Cap. sistina 
(Kat. 157). 

In B. B. Ms. L 200 u. 294 mehrere 
Canons ä 3 et 4. P. 

In Eslava's Lyra sacro hispana 1 Magni- 
ficat zu 8 Stim. und im 3. Bde. 4 Mo- 
tetten zu 4 u. 6 Stim. (Eitner 2). 

In Franc. Montano's Arte de canto 
llano, Madrid 1728 zwei ßenedictus qui 
venit, 3 voc. pag. 154 u. 158. [Bologna. 



Lobo, D Harte. 



193 



Locatelli, Giov. Batt. 



Lobo {Lupus im Lateinischen 
oder Lnjyi), Duarte (Eduardus). 
Fetis unter Lopa, aucii unter 
Lopat findet man ii]u. Im Druck- 
werke von 1602 ist er als Lissa- 
boner in Portug:al und als Kapell- 
meister und Beneficiat a/d. Kathe- 
drale ebd. bez. („Lusitani, civis 
Olisiponensis, in Metropolitana ejus- 
dem urbis ecclesia Beneficiarii et 
Musices Praefecti"). Er war nach 
Vasconcellos ein Schüler Manoel 
Mendes' und Kapellmeister au der 
Kathedrale zu Evora. Um 1600 
wurde er Musikdirektor am Kgl. 
Hospital zu Lissabon, dann erhielt 
er obigen Posten, den er 45 Jahre 
bekleidete und 103 Jahr alt als 
Eektor des Seminars starb. Vas- 
concellos fügt dem noch Einiges 
hinzu; sein darauf folgendes Verz. 
seiner Werke ist ohne Wert. Fetis' 
Verz. von 15 W^erken ebenso, 
macht aber noch den besonderen 
Fehler unter Lupus, Eduardus, 
einen Kanonikus in Antwerpen zu 
verzeichnen u. ihm dasselbe theore- 
tische Werk zuzuschreiben, was er 
unter Lopez verz. Nachweisbar sind : 

Eduard! Lui)i Lusitani . . . Opuscula: 
Natalitiae noctis Eesponsoria 4 vocib. et 
octouis. Missa eiusdem Noctis 8 vocib. 
B. M. V. Autiphonae 8 voc. Eiusdem 
Virginis Salve choris tribus, et vocibus 
undenis. Antwerp. 1602 ex offic. Plan- 
tiniana. 4". Titel nach Goovaerts S. 292. 
Fast sclieiut es, als wenn dies das überall 
angezeigte theoretische Werk: Opuscula 
niusica, Antv. 1602 ist. Nach Straeten 
H, 480 besitzt das Archiv der Kathedrale 
zu Yallüdulid ein Exemplar. Die Dedic. 
ist in Lissabon 1600 gez. 

Eduardi Lupi Cautica ß. M. Y. vulg-o 
Magnificat 4 voc. Antverp. 1605 Chrph. 
Plantinus. Chorb. in fol. 87 Bll. [B. M. 
Hofb. Wien ohne Titelbl. 

. . . Liber Missarum 4. .5. 6. et 8. voci- 
bus. Antv. 1621 Plantinus. Cborb. in 
fol. 171 S. Goovaerts sagt in 200 Ex. 
abgezogen, [mir nur bekannt durch eine 
Pailiturkopie aus dem 18. Jh. im br. Mus. 
Nr. 166 (Add. Mss. 5046). 

Eob. Eitner's Quellen-Lexikon. Bd. 6. 



Goovaerts verz. S. 363 noch ein 2tes 
Buch Messen, ib. 1639. Cborb. gr. fol. 
159 S., abgezogen in 130 Ex. Einen 
Fundort giebt er bekanntlich nirgends an. 

In ManuscrijAen : 

E. C. of Mus. Ms. 1733: 1 Requiem und 
1 Messe zu 8 Stirn. 1 Motette: Asperges 
me 4 voc. in Stb. fol. In Ms. 1937 das- 
selbe Requiem in einer Part, von J. Immyns. 
Ms. 1740 Audivi vocem de coelo. 

Im br. Mus., Ms. 156: Egredientem de 
tempo. Audivi vocem. Pater peccavi. 

In Cambridge FW. Ms. 41: Audivi 
vocem, 6 voc. Dieselbe Motette auch in 
Moskowas Samlwk. Bd. 6 p. 233 (Eitner 2j, 
ebenfalls in Novello's Samlwk. Fitz Wil- 
liam Music, Bd. 5, 1825 erschienen unter 
Eduarde Lupi. [B. B. br. Mus. 

Lobo, Heitor, war um 1559 
Organist in Santa-Cruz zu Lissabon 
(Vasconcellos). 

Lobry, Charles -Joseph, geb. 

zu Paris gegen 1760, wurde unter 
die Pagen der Kgl. Musikkapelle 
aufgenommen u. erhielt Cardonne 
zum Lehrer im Klavier und Fran- 
coeur in der Komposition. Fetis 
verz. von ihm mehrere Klavier- 
piecen, gedruckt bei ISTadermann 
in Paris. 

Lobs, siehe Lops. 

Loeatelli, (riovanni Battista, 

ein Musiker des 18. Jhs. Er kam 
1754 im November von Dresden 
nach Hamburg und mietete bis 
zu Fastnächten 1755 von Schöne- 
mann nebst dessen Gesellschaft 
das Komödienhaus für 160 Thlr., 
um Opern daselbst aufzuführen, 
die er mit Konzerten abwechseln 
liefs (Sittard 1, 80. Fürstenau 2 b, 
281). Am 11. April 1755 schloss 
er sein Hamburger Gastspiel und 
ging 1757 nach Petersburg, 1762 
nach Moskau, wo er die komische 
Oper übernahm, bankerott wnirde 
und die Schenke, „zur roten 
Schenke" genannt, ein beliebter 
Lustort in Moskau, käuflich er- 
warb. Was er als Musiker leistete 
ist nicht bekannt. 

13 



LocatelU, Lorenzo. 



194 



Locatelli, Pietro Ant. 



Pougin erwähnt einen Oiov. Batt. Tjuca- 
telli. der im Anfange des 18. Jlis. zu Ve- 
nedig lebte und für den Herzog von Tos- 
cana, Ferdinand von Medici, einige Kau- 
taten und das Divertissement „Vittoria 
di David e la gelosia di Saul" schrieb, 
welches 1701 zur Auffilhruug gelangte. 
Jedenfalls ist dies ein anderer als der 
obige. 

Locatelli, Lorenzo, Priester 
und um 1774 zum Lehrer des 
Knabenchors an S. Marco in Ve- 
nedig gewählt (Caffi 1, 42). 

Locatelli, Pietro Antonio. 

Choron bez. das Jahr 1690 als 
dasjenige seiner Geburt und Ales- 
sandri stimmt dem bei. Sein Ge- 
burtsort ist Bergamo. Sein Todes- 
jahr wird mit 1764 in Amster- 
dam bez. und sollen die Mitglieder 
der Liebhaber-Gesellschaft daselbst 
Trauerkleider angelegt haben (Fetis). 
In Rom hatte er Corelii zum Lehrer, 
derselbe starb Anfang 1713, also 
muss der Unterricht vor 1713 
stattgefunden haben. Alessandri 
berichtet, dass er noch am 17. 
März 1714 sich in Rom befand. 
Am 15/3 1725 tritt er in Dienste 
des Landgrafen von Hessen-Darm- 
stadt, der in Mantua lebte (Doku- 
ment im Alessandri p. 90). 1732 
bis 41 scheint er in Amsterdam 
gelebt zu haben, da in diesen 
Jahren seine Kompositionen dort 
erscheinen. 1746 war er sicher 
in Amsterdam, denn er dirigierte 
dort die Konzerte. 1755 führte 
er in Dresden ein komische Oper 
auf (Alessandri 87. 90. 94. 177. 
In den Bouwsteenen 2, 198 wer- 
den die Jahre 1731 und 1746 
nachweislich als Aufenthalte in 
Amsterdam bez., denn am 12. Mai 
1746 lässt er sich zu Amst. das 
Privileg vom 24. Juli 1731 zum 
Drucke seiner Werke verlängern. 
Er wird im Privileg genannt: 
Musyckmeester tot Amsterdam. In 



1, 96 wird auch 1764 als Todes- 
jahr in Amst. verz. Eine Würdi- 
gung seines Violonspiels, das sich 
durch brillantes Arpeggio, Tou- 
leiterpassagen, rapide Terzenläufe 
vor allem auszeichnete, findet man 
in der Allg. mus. Ztg. Lpz. 1865 
Nr. 38. Wasielewski 1, 53 bez. 
ihn als den Urahne des Virtuosen- 
tums im schlimmen Sinne. In 
den Martini'schen Briefsamigen. 
Bd. 22 ein Brief (Bologna). Seine 
Kompositionen haben sich zahl- 
reich erhalten, sind auch in Neu- 
drucken mehrfach erschienen: 

Concerti grossi ä 4 et ä 5. Dedic. 
Cardinal di Bergamo, op. 1. Amst. (1721) 
Le Cene. 10 ötb. [B. Hbg. Berlin K. H. 

— 12 Concertos in 8 parts for V. & 
other Instruments with a Th. B. for the 
harps. Op. 1. Lond., Walsh. 8 Stb. 
fol. [B. Wagener. br. Mus. 

XII. Sonate a Flaute trav. solo, e B. 
Op. 2. Amsterd. (1732) appresso l'autore. 
fol. [R. C. of Mus. mit dem Autogr. L.'s. 
br. Mus. Leyden nebst einer Ausg. von 
1752. C. P. 

— Paris, Leclerc, Mme. Boivin. Nou- 
velle edition. 50 S. [Karlsruhe. B. Wa- 
gener. 

• — Solos for a germ. Fl. or Y. with a 
Th. ß. op. 2. Lond. fol. [br. Mus. 

L'arte de Yiolino XII Concerti cioe 
V. solo, con XXIV Capricci ad libitiuu, 
che si poträ finire al segno .%' Dedie. . . 
al Girolamo Michiellmi Patriz. Veneto. 
Op. III. Amst. (1733) a spese di Michele 
Carlo Le Cene. 5 Stb. (2 V. Va. Vcl. 
solo, B.) [Lej'den. B. Wagener. Ber- 
lin K. H. 

— VI. Sonatas for 2 german flutes, 
or 2 V. with a Th. B. for the harps. or 
Vcl. Op. 3. London. Walsh. 3 Stb. fol. 
[B. B. br. Mus. R. C. of Mus. B. Wa- 
gener. 

— Paris, Lauriers. [B. B. 

— Caprices intitules l'art du V. . . 
Nouv. edit. Paris chez Richault. fol. 
[Dresd. Mus. 

Six Sonatas or Duets for two German 
Flutes or Violins. Op. 4. Lond., Walsh. 
fol. [br. Mus. 

6 Introduttioni Teatrali Parte I. 6 Con- 
certi Parte IL Op. IV. Amst. (1735) 
Le Cene. 4 Soloinstrum. (2 V. Va. Vcl.) 
u. 4 Begleitinstrum. [Leyden. B. Wa- 



Locatelli, Pietro Ant. 



195 



Locchini. 



gener. Colleg. nuisic. zu Utrecht. Taris 
Nat. Brüssel Cons. im Ms. 8 Stb. 

Sei Sonate a tre, o due V., o due fl. 
trav., e b. per il cemb. Op. 5. Dedic. 
di Berkenrode. Amst. (1736) appresso 
l'Autore. 3 Stb. fol. [Amst. br. Mus. 
Karlsruhe. 

— Paris, Le Clerc, Boivin. [Karls- 
ruhe: 2 V. Bc. 

12 Sonate a V. solo e B. da cainera, 
dedic. Carlo Cavalini. op. 6. Paris, Leduc. 
P. fol. [B. B. br.Mus. Mu.sikfr. Wien. 

— Amsterdam, appresso l'autore (1737). 
fol. (J4 S. [br. Mus. Karlsruhe. Ley- 
den. B. AVagener. 

— Grave par De Gland. Paris, Le- 
dere, Mdme. Boivin. P. fol. 65 S 
[B. Wagener. Hofb. Wien. 

6 Concerti a quattro. Op. VII. Leiden 
(1741) Adr. van der Hoeven. 8 Stb. 
[Leyden. Utrecht. Berlin K. H. 

XII Sonate; VI a V. solo e B., e VI 
ä tre. Op. 8. Ded. al Abraham Croock. 
Amst. (1781) appresso l'autore. 3 Stb. 
fol. [Amst. Karlsruhe. Leyden. B. 
Wagener. Upsala. 

— Leiden (17.52) Adr. van der Hoeven. 

3 Stb. fol. [Leyden. 

In B. B., Ms. 6652, 11 Sonate a Fl. 
trav. c. Cemb. — ö Duetti ä 2 Flaute. 
In Darmst. Mss. Sonata a 2 Fl. trav. 

4 Sinfonie, Stb. Sinfonia a 2 V. Va. e B, 
composta per Tesequie della sua Donna 
che si celebrano in Roma. P. Trio a 2 V 
e B. Stb. Trio a V. Vcl. e B. Ad. Stb. 
2 Trios a FI. trav. Va. d'amore e Cemb. 

In Kailsruhe, Ms. 259 Sinfonie a 2 V. 
Va. e ß. (Autogr.?) Part. 5 Sätze in 
Fm. Desd. Fd. 

In Schwerin F: 2 Flötensoli mit B. 
Gd. Cd., 1 Violinsolo mit B. Ddur. 1 So- 
nata p. la Fl. con Cemb. Ddur. Mss. 

In Wolfenb. Ms. 314 acht Menuetti 
f. Klav. 

12 Sonate a Fl. trav. c. Cemb. P. 
63 BlI. Ms. 15.564. [Hofb. Wien. 

Einige Piecen übertragen auf Laute 
von Hagen. [Stadtb. Augsburg im Ms. 

4 Sonaten f. V. u. Bc. 1 vol. im Ms. 
[Brüss Cons. 

1 Sonate in Fm. f. Fl. u. Bc. Stb im 
Ms. [Brüss. Cons. 

In Upsala im Ms., Sonata a 3: 2 Fl. 
trav. c. Bc. fol. Sonata ä V. solo e B. fol. 

7 Piecen in neuen Ausg. (Eitner 2), 
aufserdem noch: 

In Maupetit's Menuets. Sonate f. V. u. 
Pfte. harmouisirt u. für den Concertvortrag 
eingerichtet von L. Q. ZeUner. [Musikfr. 
Wien. 



In Mich. Corrette's L'art de Violen 
1 Piece. 

1 Sonate f. V. u. B. in Elis. Hare's 
Samlwk. 

Loeatello, Dominico, Organist 
an der Antoniuskirche in Padua 
um 1770 (ßurney 1, 97). 

^ Loeatello (Locadello), Uasparo, 
Kanonikus am S. Marco in Venedig, 
ist durch 2 Gesänge in Samlwken. von 
1598 bis 1625 bekannt (Eitner 1). Ferner 
in Leonardo Simonetti's Ghirlanda sacra 
1636, eine 2te Ausg. von 1625 a. — In 
Dom. Montenegro's 1. lib. delle Villanelle 
1590: Le rose. — In neuer Ausg. „Nella 
tua moj-te" 5 voc. (Eitner 2, fälschlich 
Giov. Batt., statt Gasparo zugeschrieben). 

Loeatello (Locatallo, Lucatelli), 
Oiovaiuii Baltista, wird in Sam- 
melwerken unter die römischen 
Musiker des 16. Jhs. gerechnet. 
Weiteres ist über sein Leben nicht 
bekannt. Von seinen Komposi- 
tionen lassen sich nachweisen: 

Primo lib. de Madrigali a 2, 3, 4, 5, 
6, et 7 voci con il Bc. per sonar il Clavi- 
cembalo, & altri stromenti simili. Di . . . 
Ven. 1628 AI. Vincenti. Stb? 4». 15 
Gesge. [Mailand B.A:T 2. br.MusrB. Bc. 

6 Gesänge in alten Samlwk. (Eitner 1). 
Aufsei'dem in Feiice Anerio's Le Gioie 
Madrig. 5 v. 1589: Ardo lung'e. 

In G. Vincenti's Canzonette 3 v. 1591: 



Donna gentil voi sieti. 



In Michel 



Angelo Cancineo's 1. lib. Madr. 1590 unter 
G. B. Loccatello: Baci sospiro 4 v. Bel- 
lissima mia 5 v. Deh rest' Amor 5 v. 
Amor io moro 6 v. Liquide perle 6 v. 
u. Ama s'amasti 6 voci. — In Mascaglia's 
2. lib. Madr. 4 v. 1585 : Se'l core in man. 

L'Occa, siehe Occa. 

Loeeatello, Giov. Batt., 16. Jh., 
siehe Loeatello. 

Loeeliini, Antonio, geb. in 
Apulien, Schüler des Conservatorio 
deUa Ospedale zu Venedig (Fetis 
fälschlich zu Neapel), später Lehrer 
an derselben Anstalt; Burney 1, 96 
lernte ihn 1770 kennen und bez. 
ihn als Kapellmeister. Er trat auch, 
als Opernkomponist auf. Fetis verz. 
das Jahr 1787 als etwaige Grenze 
seines Lebens. 

13* 



Loccrv. 



196 



Locke. 



Loceiy, Aiitoiiio, 1753 Bassist 
an der Hofkapelle in München mit 
152 Gld. Gehalt (Kreisarchiv). 

Loch, Aiitlioine (de), ein Bra- 
banter, war um 1592 Kapellmeister 
a/d. Kathedrale zu Cagliari. Cerone 
führt einige Gesänge von ihm an 
(Straeten 8, 165). 

LochaTiiis (Lochau), Thomas, 
aus Egeln, Eektor zu Tetzschen, 
gab heraus: 

Jaüua musicalis. Eurtze Anleitung zur 
Musica, für junge Knaben . . . Drefsden 
1606 Hieron. Schütz. kl. 8«. 12 Bll. 

5 Kap. [B. Zw. 

Locliemberghe,sieheLocquem- 
bourg-. 

Loeheiiburglio, Lochemburgo, 
Giovanni, s. Johann von Loeken- 
burg. 

Locliiier, Auton, 1726 Bassist 
au der Hofkapelle in München mit 
300 Gld. Gehalt (Kreisarch.). 

Locliiier, Joachiui. 

Draudius verz. von ihm einen Bd. 
Magnifieat zu 4 Stirn., die 1.578 in Nürn- 
berg erschienen. 

Loehiier. Karl, Violoncellist am 
Mannheimer Orchester, gest. 1795 
in jungen Jahren, gab nach Ger- 
ber 2 sechs Hefte Lieder bei Andre 
heraus. 

Die B. M. besitzt ein Heft: 12 Lieder 
von L. und Job. Auton Andre. Offenb., 
Andre. — In Darmst: Lieder zum Singen 
beym Clav. Mannheim. — In der Hofb. 
Wien in einem hds. Samlbd. Ms. 18830, 6 
ein Lied: Die Verschwiegenheit. {Fetis 
lässt ihn um 1760 zu Pforzheim geb. 
sein. Friedr. Walter verz. ihn nicht.) 

Loclioii, ... ein Franzose des 
17. — 18. Jhs., von dem bekannt 
sind: 

Motets en musique . . . S(;'avoir, neuf 
ä voix seule. Un k deux voix. Deux 
ä 3 voix, avec la Bc. et un oratorio, k 

6 parties (4 Singst. 2 Dessus de Viele) 
piece particuliere. Livre I. Paris 1701 
Christoph Ballard. fol. 92 S. [Paris 
Nat. C. P. br. Mus. 

Loehoii, Charles, geb. gegen 
1760 zu Lyon, Schüler Ber- 



theaume's, trat 1787 ins Orchester 
der grofseu Oper zu Paris und 
wurde 1817 pensioniert. Er war 
auch Mitglied des Concert spirituel. 
Fetis verz. von ihm 6 Duos p. 2 V". 
oe. 1. Lyon 1780. 

Lochowius, B . . . 

Im Ms. T 126 der B. B. befindet sich 
ein Gesang in P. 

Lochteuberg. . . . Organist an 
St. Pierre zu Löwen von 1649 bis 
c. 1682 (Elewyck 64). 

Lock[e], Matthew, geb. zu 
Exeter, gest. im Aug. 1677 zu 
London oder Somerset. Chorknabe 
zu Exeter unter Gibbons, wird 
öfter irrtümlich als Schüler Vi'm. 
Wake's bezeichnet. 1648 war er 
in Holland, 1656 sang er in Lon- 
don in der Oper. Am 29/8 1661 
wurde er Komponist an der Kgl. 
Hofkapelle zu London, trat später 
zur katholischen Religion über und 
wurde Organist der Königin Katha- 
rina, die ihren "Wohnsitz in Somer- 
set House hatte. In den Obser- 
vations von 1672 gegen Tho. Salmon 
gerichtet nennt er sich „Composer 
in ordinary to His Majesty, and Or- 
ganist of Her Majesties Chappel''. 
Er war ein fleifsiger Komponist 
und gar Manches hat sich bis 
heute erhalten. Zweifelhaft aber 
ist es, ob die Musik zu Shakespeare 
Macbeth von ihm ist, da sie seinen 
anderen Werken unähnlich ist und 
weit bedeutender. (Biogr. im Grove. 
Burney 7, 186 mit Auszügen aus 
seinen Opern. Hawkins 4, 372. 
381 ff. Davey 335. Nagel An- 
nalen 51. 53. 60). 

The Euglish opera, or, the vocal mu- 
sick in ,, Psyche'- with the instrum. the- 
rein intermixed. To which is adjoined 
the instrum. niusick in the „Tempesf. 
Lond. 1675, 4. Eme Art Oper. [br. Mus. 
Glasgow, ß. C. of Mus. 

Macbeth. The original songs, airs & 
choruses which were introduced in the 



Locie. 



197 



Locte. 



tragedy of . . . P. Lond. c. 1770. fol. 
[br. Mus. 

— Ausg. von Dr. Bovce. fol. [br. Mus. 

— Ausg. von Clarke, 1822, fol. [br. 
Mus. B. M. und eine Ausg. von Boosey 
& Sons im Kl.-A. 

— Ausg. von Phipps 1843. [br. Mus. 

— Ausg. von Eimbault. fol. [br. Mus. 

— Ausg. von J, L. Hatton in Stb : 3 
Y. 1. 1 V. 2. YcL, B. u. Blasinstrum. 
13 Stb. [besafs Eeeves 1882. 

— adapted for the Pfte. bv B. Jacobs. 
London, fol. [Kat. Reeves 1882. 

Das br Mus. besitzt noch. 11 verschie- 
dene Ausg. teils mit neuem Text, teils 
mit neuen Instrumentalsätzen, und in 
verschiedenen Arrangements. ■ — In Up- 
sala eine Part, mit Kl.-A. von E. J. Loder. 
Lond. fol. 

— In Musikf r. "Wien : Mackbeth, 4 stim. 
Chöre mit Orchester. Kl.-A. von Addi- 
son, P. und Kl.-A. mit Recitativen von 
J. Clarke. 

— Im R. C. of Mus. die Ausgabe von 
Rimbault, von Dr. Clarke, von G. F. 
Harris, eine Cantate auf L.'s Musik zum 
Macbeth angepasst. Eine P. im Ms. 

Modern church music . . . vindicated. 
(s. 1. 1666). fol., enth. die Responsorien 
zu den 10 Commandements und dem 
Nicaeischen Glauben, [br. Mus. 

— Modern Church. Music ; Pre-Accus'd 
Censur'd, and obstnicted in its Perfor- 
mance before his Majestj-, April 1, 1666. 
Vindicated by the Author, M. L. fol. s. 1. 
(London). [R. C. of Mus. 

M. L.. his little consort of three parts, 
containiug Pavaus, Ayres. Corauts & Sara- 
bands, for Yiols or Violins. In two seve- 
rals varieties: The first 20 are for 2 
Trebles & a B.: The last 20 for Treble, 
Ten. & B. To be performed either alone 
or with Theorbos & Hai-ps. Lond. 1656. 
3 Stb. qia". [R. C. of Mus. im Druck 
u. Ms. br. Mus. 

Melothesia: or, certain general iiiles 
for playing upon a continued-Bass. With 
a choice collection of lessons for the 
harpsicord and organ, of all sorts . . . 
The 1. part. Lond. 1673 .1. Carr. qu40. 
84 S., ein Samlwk. [br. Mus. R. C. of 
Mus. B. Wagener. Gla.sgow. Bologna. 
Cambridge üniversit. (Reg. im Eituer 1, 
1673). 

Consort of ffowre parts (consisting of 
6 Suites of 4 movements each, viz. Fan- 
tazia, Courante, Ayre & Saraband). Part, 
im Autogr. kl. fol. [R. C. of Mus. 

Im Samlwk. Courtly Masquing 1662 
Ayrs u. Tänze f. 2 Instr. 



In Rieh. Dering's Cantica Sacra. Lond. 
1674. In Simpson"s Thesaurus musicus 
c. 17.50. 

In Playford's Choice Ayres, Songs & 
Dialog. 1675 u. 79 zwei Songs und 2 
Duetts (siehe Kat. Cambridge FW.). In 
dessen Musical companion 1667, wieder 
abgedr. im Burney 3, 480. 

3 dreist. Gesge. in Ä. B. Svnopsis 
1680. 

Siehe Rob. Bremner 3. 
Klavierpiecen aus Playford's Musick 
Hand-Maid 1678. 27 Piecen daraus ab- 
gedr. in Smith Musica antiqua S. 174, 1 
von L. 

Ebendort S. 68 Lick, ex opera Tem- 
pest, ein Instrumentalsatz zu 4 Stim. S. 
68 Curtain tune, ebendaher. 

In flilton's Catch 1663 u. 1667 einige 
Gesge. 

In Rimbault's The ancient vocal mus. 
4 Nrn. 

3 Gesge. in neuen englischen Ausgaben 
(Eitner 2). 

Im br. Mus. Ms. 98, 4 Bd. 4 Antheras. 
Ms. 142 Kopien aus seiner Melothesia. 
Ms. 216 u. 17 alleriei Tänze. Ms. 571: 
Masque of Cupid & Death 1653 aufgef. 
i Ms. 573 ein Bd. Instrumentalmusik. Ms. 
597 ein geistl. Gesg. in P. Ms. 634 1 
j Song und 404 neun songs im Autogr. 

In Oxford Ch. Ch. im Ms. 1 Masque, 
I 3 Songs, 1 Dialog, 1 latein. Gesang für 
Oxford komponiert, 7 Antiphonen. 

In der Kirche zu Ely 6 Anthems im Ms. 
Der Glasgower Katalog fiihrt noch an 
•jSacred music", ohne weitere Bez. 

Im R. C. of Mus. Ms. 1940 in Stb. der 
Gesang ,,Tis love and harmony" 4 voc. 
In B. Cambridge FW. 8 Anthems im 
Ms., davon 1 in Walsh's Harraonia sacra 
von Purcell, 1 in Boyce Cathedrale Music 
und 4 Gesge. in Playford's Harm, sacra 
1688. 

Ms. 1035 Brüssel Cons. Samlwk. des 
17. Jhs. mit allerlei Gesängen, darunter 
auch einer von Lock. 

Observations upon a late book, entitu- 
led, ..An essay to the advancement of 
Musick-', written bv Thomas Salmon . . . 
London 1672 printed by W. G. . . 8». 
39 S. Enthält, wie der folgende Druck, 
die Streitigkeiten zwischen L. u. S. [br. 
Mus. Hannov. Glasgow. Bologna. 

The present practice of music vindi- 
cated again.st the exceptions and new 
way of attaining music, lately published 
by Tk. Salmon, with a duellum musicum, 
written by John Phillips, and a letter 
from John Flayford to M. T. Salmon, by 



Lockenburg. 



198 



Lodi, Angelo. 



way of coüfutation of liis Essay to the 
advancement of nmsic . . . London 1673. 
kl. 8». [Cambridge Universit. R. C. of 
Mus. Glasgow, br. Mus. 

— Siehe auch Salmon (Thomas). 

In dem Drucke „Melothesia" 1673 be- 
finden sich 6 Bll. Theorie. 

Lockeiiburg (Lochenburgho, 
Lochemburgo, Giovanni), Joliaiiii 
TOn, war nach Trojano's Dialoghi 
um 1568 Kammerdiener des Her- 
zogs von Baiern und ein vortreff- 
licher Komponist. Nach den Akten 
des Kreisarchivs wird er schon 
im Jahre 1558 unter Johann de 
Lockhenburg als Organist verzeich- 
net, der 1562 166 Gld. Gehalt er- 
hält, die sich bis 1591 bis auf 
250 Gld. erhöhen. Im Jahre 1570 
erhält er 300 Gld. zur Verehrung, 
in demselben Jahre hebt er die 
Kinder des B. Fandenberg und 
A. Gofswin's aus der Taufe. 1574 
ist er mit Jhanny Lockhenhurger 
unter den Kapeil mitgliedern verz. 
und hat „die Pueben" zu unter- 
halten, wofür er für jeden 8 Gld. 
erhält. Ende 1592 wird er ein 
Verstorbener genannt. 

In der B. M. Ms. 20 Missa sup. Or sus 
ä coup 4 voc, siehe die Bemerkg. zu Nr. 7 
in Maier's Kat. — Ms. 22 Missa „Ävecque 
vous" 4 voc. — Ms. 28 Missa sup. Se 
salamandre 4 voc. mit Joannes Locken- 
borghe gez. 

In B. Proske 1 Missa ohne Namen zu 
4 Stirn, in P. u. Stb. im Ms. In der 
Regensburg. Dombibl. obige Messe Avecque 
vous. 

Im br. Mus. Ms. 403, 5 Stb. befindet 
sich unter dem Namen O. Lochenbttrgo 
ein geistl. Gesg. 

Im R. C. of Mus. Ms. 1937 das Madrigal 
„Piangete, Muse" in P. 

In alten Samlwk. 4 Madrig. (Eitner 1), 
dazu kommen noch ,,Douna se amor e in 
voi'' 4 voc. in Lassus 1. lib. Madrig. 4 v. 
1560 (L562 etc.). 

Lockhart, Charles, lebte um 
1780 — 90 in London u. zeichnete 
sich als Orgelspieler aus (Pohl 2, 
369). Im br. Mus. der Druck: 

Four Songs and a Hunting Cantata . . . 



for the voice and harpsich. . . London, 
for the Author. fol. 

Loekman, John, ein englischer 
Dichter und Musikdilettant, Mit- 
glied der Gesellschaft Apollo, die 
in der Mitte des 18. Jhs. zu Lon- 
don bestand. 

Die Gesellschaft gab gegen 1740 eine 
Sammlung Musikpieceu heraus, unter 
denen sich auch einige von L. befinden, 
ferner schrieb er das Gedicht zur Oper 
Rosalinde, von J. Chr. Smith komponiert. 
Der 2ten Ausg. von 1740 des Textbuches 
ist eine Abhandlung über den Urspmng 
und die Fortschritte der Oper beigegeben, 
die Marpurg im 4. Bande der bist. krit. 
Beiträge in deutscher Uebersetzung ab- 
di-uckt (Fetis). 

Loco, LudoTico (L. du lieu), 
1445 päpstl. Sänger (Viertel]. 3, 

224). 

LoequembourgtLocquemberghe, 
Lochemberghe,Lokenberghe), Fraii- 
t'Ois de, war um 1556 Altist a/d. 
spanischen Hofkapelle Philipp IL 
und erhielt die Praebende zu An- 
d erlecht. Noch 1572 ist er in den 
Rechnungen genannt (Straeten 1. 
246. 8, 16. 40). 

— Gaspard, war 1563 — 65 
Knabensänger ebd. und erhält die 
Praebende zu Valenciennes (ib. 1, 
246. 8, 80). 

— Melchior^ zur selben Zeit 
dort Knabensänger und erhält 2 
Praebenden (ib.'l, 246. 8. 80). 

Lodewijck van Leeuwen, 1662 
als Organist an der Marienkirche 
zu Utrecht angestellt (Tijdschrift 
2, 217). 

Lodi, Aiig-elo, geb. zu Fiume 
bei Udme am 10. Mai 1777, gest. 
ebd. IL Febr. 1839, studierte Mu- 
sik zu Bologna unter Stanisl. Mattei, 
erhielt nach seiner Rückkehr in 
Fiume die 2te Kapellmeisterstelle 
a/d. Kathedrale und wurde In- 
spektor und lustructor der Militär- 
Musikchöre. Fetis bez. ihn als 
Komponist von Messen, Sympho- 



Lodi, Demetrio. 



199 



Lodovico da Milauo. 



nion u. a. Werken; er soll auch 
eine Samlg. alter italienischer Mu- 
sikwerke herausgegeben haben. 

Bekannt sind mir in der Bibl. Dresd. 
Mus. 1. Capriccio per il Pfte. 2. Sonata 
per il Pfte., im Ms. quf ol. In B. B : 
Romanze f. 1 Singstim. mit Pfte. ii. V. 
Petersburg, fol. 

Lodi, Demetrio, ein Mönch, 
geb. zu Verona, gab nach AValther 
heraus : 

Canzoni o Sonate concertata per chiesa 
ä una, due et trio voci und Sonaten von 
1623, die in Venedig erschienen. 

Lodi, Domenico, di S. Gio- 
vanni in Persicetü, Lebenszeit un- 
bekannt. 

In Bologna im Ms. 1. Domine ad ad- 
juvandum, 3 voc. c. strum. 2. De pro- 
fundis 4 v. c. ström. 3. Christus factus 
est, 3 voc. colle Viole e coll'org. P. 4. 
Incipit oratio, Lamentaz., Tenor solo, c. 
2 Viole e B. P. 5. Miserere 3 v. o. 
Yiole, Corni, Contrab. e org. P. 6. Kyrie, 
Gloria, Credo 3 voc. c. orch. P. ; scheinen 
ins 18. Jh. zu gehören. 

Lodi, Josepli Ludwig:, mit dem 

Beinamen Sterke!^ lebte um 1796 
kurze Zeit in Dresden und ging 
dann nach Warschau, wo er als 
Klaviervirtuose und Komponist 
glänzte. In der Lpz. Ztg. 1799 
Sp. 27 wird ein Capriccio op. 16 
sehr scharf beurteilt, doch lässt 
sich aus den dort mitgeteilten 
Proben nur so viel erkennen, dass 
er nicht den ausgetretenen Weg 
der damaligen Komponisten ging 
und deshalb verdonnert wird; je- 
doch ging er nicht immer ehrlich 
zu Werke, sondern gab eine So- 
nate Wölfl's als seine eigene her- 
aus und spielte sie in Warschau 
öffentlich. Siehe Jos. WölfFs Er- 
klärung im Intelligenzblatte Nr. 10 
der Lpz. Ztg. im März 1800. Im 
Warschauer Correspondenten iS*'r. 27 
verteidigte sich L. In demselben 
Blatte der Lpz. Ztg. Spalte 19 er- 
klärt der Wiener Verleger Hoff- 
meister, dass die 3 grofsen Duetten 



für 2 Flöten nicht von L., sondern 
von Plej^el sind, die auch bei 
Andre, Hummel und in Braun- 
schweig auf der Höhe erschienen. 
L. betrieb also das Stehlen ganz 
systematisch. Von seinen Kom- 
positionen, die mit Joseph Ludwig 
Sterkel, oder Ludwig Lodi, auch nur 
mit Sterkel gez., sind nachweisbar: 

Gr. Concerto (in C) pour le Pfte. ou 
Clavec. avec Orch. oe. 10. Augsburg, 
Gombart. Stb. [Brüssel Cons. br. Mus. 

Concerto p. le Clav. av. Orch. [Proske-M. 

Variations pour le Pfte. oe. 11. Augs- 
bg., Gombart. [Stadtb. Augsbg. 

Capriccio per il Pfte. oe. 16. Lipsia, 
Br. & H. qufol. 14 S. [B. Wagener. 

Sonata per il Pfte. op. 18. Lipsia, 
Br. & H. fiufol. 14 S. [B. Wagener. 

La mort de Mozart, Sonate pour le 
clavecin (gez. mit Jos. Lodi). Lips., Br. 
& H. [Paris Nat. 

Sonate arrangee ä 4 ms. avec aug- 
mentations en forme de Canons et imi- 
tations par A. L. Grelle. P. gez., mit 
Lodi, surnomme Sterckel. Nach Fetis 
wäre die Sonate op. 18 von Wölfl und 
obiges Arrangement zu 4 Hd. dieselbe 
Sonate. [B. B. 

Siehe auch Schilling's Lexikon. 

Lodi, Pietro da, siehe Pietro. 

Lodi spirituali, siehe Laudi. 

Lodovico Agostiiii Fenarese, 
siehe Ag'Ostini. 

Lodovico da Milaiio (Ludovico 
Milanese, auch Lodovico cherico 
da Milano), war von 1495 — 1514 
Organist an S. Michele zu Lucca, 
auch Kanonikus und Organist an 
der Kathedrale S. Martine (Nerici 
46. 154). 

In Petrucci's Frottolen-Sammlung von 
1507 a befinden sich 4 Gesänge von ihm 
(Eitner 1). Ferner nach Yogel's Bibl. 2, 
374 ff: In Primartini's Samlwk. Fioretti 
di Frottole von 1519 mit L. M. gez: Hör 
che sera di me. Dieselben auch in Gion- 
ta's Frottole lib. 3. von 1518. — In 
Antigo's Samlwk. Frottole lib. 4 von 1520 
nur mit L. M. gez : 1. Yinto da passion. 
2. Benigne e grave aspecto. 3. Haime, 
haime ne mo' ne mai, 4 voc. Dieselben 
schon in der Ausg. von 1517. — In 
Dorich's Samlwk. von 1531 (Canzoni 
Frottole und capitoli) befinden sich auch 



Lodovicus. 



200 



Löhleiü. 



3 Gesänge mit L. M. gez: 1. Perche 
piangi alma, 2. Verameute ogni dogiia, 3. 
Si bella e la mia donna, 4 voc. 

Lotlovicus S. (?), ist 

im Samhvk. 1515 a (per Petrum Sam- 
bonettnm) mit den Gesängen ,,Sio non 
venni nou iinporta'' und ,,Chiara luce lue 
puo dare^' vertreten. In meiner Biblio- 
graphie habe ich geglaubt darunter Ludwig 
Senfel zu verstehen, doch ist dies sehr 
fraglich. 

Locber, Johann Ernst, geb. 
zu Erfurt, war um 1730 zu Wei- 
mar Stadt-Organist und gab nach 
Walther heraus: Hochzeit- Concert 
von 2 Stimmen und General-Bass. 
Erfurt 1730. 

Loeber , Johann Friedrich, 

geb. zu Gera um 1634, gest. um 
1696, Magister u. Rektor zu Gera, 
gab nach Fetis heraus: De Musi- 
cae quibusdam admirandis. Gera 
1695. 40. 

Loeff (Loeuff), Adrian, Sänger 
u. Kabenlehrer an der spanischen 
Hofkapelle in den Jahren 1556 
bis nach 1562 (Straeten 8, 16. 25. 
39. Pedrell's spanische Meister- 
werke Bd. 4, VIl). 

Loeifridi, Heuricus, um 1522 
Organist an St. Jan in Utrecht 
(Tijdschrift 2, 211). 

Loefgroen, Anton, ein Theo- 
retiker des 18. Jhs. , geb. in 
Schweden, studierte an der Uni- 
versität zu Upsala und schrieb 
auf Rameau's Theorie begründet 

eine 

Dissertatio musica de basso funda- 
mentali. Upsala 1728. kl. 8". [besals 
1896 Leo Liepm. 

Löhlein (Lelei), Johann Simon, 

geb. 1727 in Neustadt a/d. Heide 
im Koburgischen , gest. 17. Dez. 
1781 in Danzig (Ferkel 4, 103. 
Im Magazin 1781 p. 796: 18. Dez. 
1781). Wurde um 1743 auf einer 
Reise nach Kopenhagen im Preufsi- 
schen von den Werbern aufge- 
griffen und wegen seiner unge- 



wöhnlichen Gröfse unter die Pots- 
damer Garde eingereiht. Machte 
mehrere Kriege mit, wurde bei 
CoUin verwundet und von den 
Kaiserlichen gepflegt. Ging 1760 
nach Jena um zu studieren, legte 
sich aber mehr auf die Musik, 
bildete sich besonders als Harfe- 
nist aus, betrieb die Musik aber 
auch theoretisch und brachte es 
soweit, dass man ihn 1761 nach 
dem Abgange des Musikdirektor 
Wolfs zu dessen Nachfolger wählte. 
1763 ging er nach Leipzig, erhielt 
beim grofsen Konzert die Klavier- 
partie und muss sogar von 1770 
bis 1776 dasselbe dirigiert haben 
(M. f. M. 26, 14. 15. Gerber 1, 
640 führt ihn unter Hiller von 
1765—1768 als Flügelspieler an. 
Dörffel verz. ihn nicht. Im Breit- 
kopf, Samlwk. 7 wird er mit Mu- 
sicus in Leipzig bez. Nach Rei- 
chard 1776, 191 schrieb er 1775 
fürs Leipziger Theater das Sing- 
spiel: Zemire und Azor). 1779 
erhielt er die Kapellmeisterstelle 
in Danzig (Forkel 1, 44, 70. 3, 
147 ff.j. Gramer 1. 191, danach 
Gerber 1), Seine Kompositionen 
haben sich zahlreich erhalten und 
besonders seine Schulwerke sind 
lange im Gebrauche gewesen. 

Todtenfeier für Soli. Chor und Or- 
chester. Ms. im Besitze der Marienkirche 
in Danzig mit den Notizen auf dem Um- 
schlage der Part: 1770 in Leipzig kom- 
poniert, 1771, 1773 u. 1775 in Lpz. auf- 
gefühi't, 177(3 in Berlin, 1777 in Dresden 
und 1780 in Danzig. 

Op. 1. Sei Partite per il Clavicembalo. 
Lips., Breitkopf, qufol., mit Lclei gez. 
3«j Seit. [Dresd. Mus. B. Lpz. Stadtb. 
Augsbg. B. Wagener. 

Oe. 1. Grande Concert a Clavecin obl. 
acc. de 2 V. 2 Hautb. 2 Cors, A. et B. 
Mis au jour par Guera Musicien. Lj'on 
chez le Sr. Guera. 9 Stb. fol. [B. B. 

Op. 2. 6 Sonate con variate repe- 
tizioni per il Cembalo. Lps. , Breitkopf, 
(jufol. [B. B. Brüssel Cous. B. Wageuer. 



Löhlein. 



201 



Löhn er. 



Op. 3. 6 Partite per il Cembalo. Lips., 
Breitk. (mit Vorwort), qufol. [B. B. 
Brüssel Cons. 

Oe. 4. CoUection 1. 2. 3., je 3 Trio 
pour le Clav. av. V. et B. ad IIb. Leips., 
che l'auteur & Breitk. 3 Hefte a 3 Stb. 
fol. [B. B. Dresd. Mus. Stadtb. Br. 1. 
2. Brüss. Cons. 1. 2. 

Oe. 5. Coucerts p. le Clav. acc. av. 
2 Cors de chasse, 2 Hautb. ou FL, 2 V. 
Taille et B. Leips. l'auteur et Br. fol. 
[Dresd. Mus. 

Op. 6. Six Senates pour le Clav, ou 
Pfte. trois avec acc. d'un V. ou Vcl. ad 
lib. Dedic. ä la Duchesse regoante de S. 
Gotbart Altenburg, Grave par l'auteur. 
Leipzig, Breitk. quer und hoch fol. 3 
Stb. [B. Wao-ener.. 

Op. 6. Quatro per il cembalo, V. 
Yiola, e Ycl. Paris, Lyon, Guera. 4 Stb. 
fol. [B. B. Dresd. Mus. 

Oe. 7. 3 Concertos p. le Clav. av. 
acc. de 2 Y. et B. Lyon, Guera. 4 Stb. 
fol. [B B. Dresd. Mus. 

Op. 8. Concerto Nr. 1 per il Cemb. 
concert. 2 Corni, 2 Fl. 2 V. Va. e B. 
Si trova piesso del autore e Breitk. in 
Lips. 9 Stb. fol. [B. B. Dresd. Mus. 

Im Ms. B. Dresden Mus. 1. 7 Con- 
certi a 2 Cembali, fol. 2. Quatuor a 2 
Cemb. 3. Sonata per il Cemb. Y. o Fl. 
8 B. ad lib. 

Ms. Musikfr. Wien, Concert f. Klav. 

Ms. B. Lpz. 6 Senates k Clavicembalo. 

Cantate f. Sopran mit Pfte. mit Lelei 
gez. [Brüssel Cons. 

In B. Schwerin F. 3 Trios im Ms. in 
Stb. f. 2 Y. u. B. 

In B. Dresden, Ms. B 1000, 19 Duette 
f. 2 Y. 

Ms. 310. Wolfenb., Bl. .'jl Sonate in 
Cd. f. Klav. 

In Berlin K. Hausbibl. Divertimento f. 
kl. Orchester, Stb. im Ms. 

5 Piecen f. Klav., dabei 1 Concert in 
Breitkopf 7 unter Lelei. 

G. S. L.'s Ciavier -Schule, oder kurze 
u. gründliche Anweisung zur Melodie u. 
Harmonie, durchgeh ends mit pract. Beysp. 
erkläret. Lpz. u. ZüUichau 1765 ^Yaisen- 
haus, Frommannische Euchhdlg. qü4P. 
6 BU., 188 Seit. [ß. Kgsbg. Lübeck. 
Brüssel. 

— 2. Ausg. ib. 1773. kl. qu40. 5 
Bll. 190 S. [B. B. B. Wagener. Mu- 
sikfr. Wien. 

— 3. verb. Aufl. ib. 1779. [B. B. 
Brüssel. 

— 4. verb. Aufl. ib. 1782. [Dresd. 
Lübeck. 



Ciavier -Schule, zweyter Band. W"o- 
rinnen eine vollständige Anweisung zur 
Begleitung (wie Ausg. 1788). Ib. 1781. 
qu4". [Brüssel. Dresd. Musikfr. AVien. 

— 2. Bd. 2. Aufl. Anweisung zur 
Begleitung der unbezifferten Bässe und 
andere im 1. Bde. fehlenden Harmonien 
durch 6 Sonaten mit Begltg. einer Y. er- 
klärt, nebst Zusatz vom Recitativ. Ib. 
1788. [B. Wagener. B. B. Dresd. 

— Ciavier Schule oder kurze Anweisung 
zum Ciavierspielen und dem Generalbass 
mit pract. Beispielen. 5. Aufl. umge- 
arbeitet von Joh. Oeorg Wetthauer. 1. 
u. 2. Bd. Züllichau und Freystadt 1791 
bev Frommaun's Erben. qu4*J. 4 Bll. 
203 S. [B. Wagener. B. B. Dresd. 
Musikfr. Wien. 

— 6. Aufl. Clavierschule oder An- 
weisung zum Ciavier und Fortepiauo-Spiel, 
umgearbeitet von A. E. Müller. Jena 
1804 Frommann. qul". [Einsiedeln. B.Lpz. 

— Auch Czerny gab sie neu heraus, 
doch kann ich nichts Näheres darüber 
finden. 

— holländische Uebersetzung: Ciavier 
onderwijs ofte körte en grondige aanwij- 
zinge ... Ms. 4". 149 Bll. [Amst. 

Anweisung zum Violiuspielen mit prak- 
tischen Beyspielen u. 24 kleinen Duetten. 
Leipzig und Züllichau, Waisenhausbuch- 
hdlg., Frommann. 1774. 4". 136 Seit. 
[Musikfr. Wien. Proske. 

— 2. verbesserte Aufl. ib. 1781. 4°. 
[B. B. Dresd. B.Lpz. B. M. Briissel. 
Einsiedeln. Lübeck. 

— 5. Aufl. Lpz. 1791 Frommann'sche 
Erben. qu40. [B. B. 

— Ausg. von Joh. Fj'iedr. Reichardt. 
Jena 1797 Fromniann. [Musikfr. Wien. 

— 6. Aufl. herausg. von Aug. Eberh. 
Müller. Jena 1804 Frommann. 4". [B.B. 
ß. M. Dresd. Mus. 

— 7. Aufl. von Müller, ib. [B. B. 

Löhner, Joliaiiu (^auch nur J. 
L. gez.), geb. 21. Dez. 1645 zu 
Nürnberg, ebd. gest. 2. April 1705. 
Schüler von Wecker, in dessen 
Hause er zugleich erzogen wurde. 
Machte darauf Reisen nach Wien, 
Salzburg und Leipzig, wo er sich 
als Virtuose hören liefs (wahr- 
scheinlich auf der Orgel), kam 
nach Nürnberg zurück und erhielt 
nach einander die Organistenposten 
a/d. Liebfrauenkirche , zum Hlg. 
Geist (um 1688, 1700) und au St. 



Löhner. 



202 



Loeillet, Jacques. 



Lorenz. In MüUer's Erquickstunden 
von 1691 wird er auch noch Or- 
ganist an St. Egidien genannt. In 
seiner Poetischer Andachts-IOang 
1673 nennt er sich ,,der Sing- 
dichtkunst Beflissener" (Mattheson 
1,172. Winterfeld 2, 461. Metten- 
leiter 1, 231. Koch 4, 127). Er 
ist durch zahlreiche Gesänge in 
Arienform mit Bc. bekannt, von 
denen Winterfeld 2 mitteilt (Eit- 
ner 2). Selbständig erschienen: 

XLIV. Arieu aus der Opera von 
Theseus. In die Music gebracht durch. 
. . . Nürnberg 1688 Woifg. Mor. Endter. 
qu40. 87 Seit. 44 Arieu mit B. ohne 
Ziffern. [B. B. B. Wernig. B. Lpz. 
fehlen S. 77—80. 

In Berlin Hochsch. 10 Arien in Kopie 
in P. 

Keusche Liebs- und Tugend-Gedanken 
in 12 Arien mit einer Sing- Stimm u. 2 
Viel. Nrnbg., Gerhard 1680. 3 Stb. 
qu4». [B. B. 

Poetisclier Andacht - Klang, durch ... 
Nrnbg. 1673 bei AVolf Eberhard Felsecker. 
80. 295 S. u. Eeg. Melodie mit Bass. 
[B. Lpz. 

Aufserlesene Kirch- und Tafel -Music. 
Nrnbg. 1682 Felsecker. 17 Gesge. 4 Stb. 
[B. B: Viol. 1. 2. Upsala: C. 2 V. Org. 

Suavissimae canonum musicalium deli- 
tiae. Das ist: Musicalische Lustbarkeiten 
lieblich-lautender Thon-Ubungen, welche 
gleichsam in infinitum, oder ohne einige 
Unterbrechung, oder auch so lang es 
selbst beliebig, Zur muffigen Zeitver- 
treibung . . . mit 3. 4. [->. 6. bifs 8. Stim- 
men, und Aufsdruckung der unterlegten 
Text - Worte zu singen gesetzet ... In 
Verlegung Joh. Adam Merkels, Gedr. bei 
Froberg. An. 1700 (in Nürnbg.) c[n4P. 
24 Canons, Nr. 23 u. 24 mit einem Bc. 
nebenbei noch allerlei gezeichnete Canon 
in Figuren. 56 S. fB. B. 

Dem Hoch -Ehrwürdigen ... Herrn 
Joh. Weinmann ... in besonders-gesetzter 
Singweise J. . . L. . . s. 1. Ein Trauer- 
gesang f. A. 3 Violen u. Org. „Zer- 
fliefset in ein Threnenthauen". 4 Bll. in 
40. Part. [B. Zw. 

Trauer- u. Trost-Lieder der seelig ver- 
storbenen Frauen Bessereriu. s. 1. Enth. 
4 Lieder von L. f. C. u. bez. B. in P. 
[B. Zw. 

Saubert's Nürnberger Gesangbuch, 1676. 
8 geistliche Lieder zu 1 St. mit B. von L. 



S. von Birken's Todesgedanken und 
Todtenandenken vorgestellt von . . . Nrnbg. 
1670. 2— 4stim. Gesänge von L. [B.B. 

Saubert's verneuete Kirchenandacht. 
Nrnbg. 1674. Melodien mit B. (.Zahn 6, 
235). 

Arnschwanger's hlg. Psalmen u. christl. 
Psalmen. Nürnbg. 1680 Chr. Endter. 8". 
21 Nin. von L. [B. Lpz. 

In H. Müller's geistl. Erquickstunden. 
Nrnbg. 1673. Melodie mit B. von L. 
[B. M"; B. Hbg. Stadtb. Nürnberg. 

— Ausg. von 1691 Felsecker. 51 Me- 
lod. mit B. [B. Lpz. B. M. 

[n Chr. Ad. Negelein's Alte Zions- 
Harpfe 1694, 150 Melodien mit Bass zu 
den 150 Psalmen. Zahn druckt 4 da- 
von ab. 

2 einstim. geistl. Lieder mit B. in 
neuer Ausg. (Eitner 2). 

Loeillet, Etienne- Joseph. Im 

Straeten Averden in Band 4 u. 5 
drei Loeillet als 1. Violinisten u. 
Organisten an St. Gudule und der 
Kgl. Kapelle zu Brüssel in den 
Jahren 1736 bis 1775 angezeigt. 
Der obige im Bd. 4, 323. 336. 5, 
181—183. 189. Dann 5, 160 u. 
171 ein J. F. Loeillet als 1. Vio- 
linist in den Jahren 1744 u. 1775 
und 5, 183 ein S. J. Loeillet 1763 
als 1. Violinist. Es bedarf noch 
der Untersuchung ob in der That 
drei Loeillet in Brüssel dienten 
oder nur Lesefehler vorliegen. 

Loeillet, Jacques, diente im 
Anfange des 18. Jhs. a/d. Hof- 
kapelle in München als Oboist, 
spielte aber noch mehrere andere 
Instrumente fertig. Er liefs sich 
1727 im August vor der Königin 
von Fi'ankreich hören und zwar 
auf dem Fagott, der Violine, der 
deutschen Flöte, der fliite douce, 
der flute ä voix (sie?) und der 
Oboe, zuletzt sang er eine Motette, 
begleitet von 1 Violine und 2 
Flöten. Der König von Frankreich 
ernannte ihn zum Kammer-Oboisten. 
Er starb um 1746 u. seine Wittwe 
erhielt eine Pension von 300 livres 
(Mercure de France, aoüt 1727 



Loillet, Jacques-Jean-Bapt. 



203 



Löro. 



p. 1905. Brenet, Les Concerts de 
France p. 171 ff.). In den Akten 
des Kreisarchivs in München habe 
ich ihn nicht gefanden, doch scheint 
der folgende L. derselbe zu sein. 

Loeillet (Loelly), Jaeques- 
Jeaii-Kaptist, de Gand (Gent), 
gest. 1728 zu London. Biklete 
sich zum Flötisten aus, sowie zum 
Klaviervirtuosen, ging 1702 nach 
Paris, gab einige Werke heraus u. 
1705 nach London, trat ins Opern- 
orchester ein (Haymarket) und gab 
von etwa 1710 ab in seinem Hause 
wöchentlich Konzerte, in denen er 
besonders die Corellischen Listru- 
mentalwerke bekannt machte. Haw- 
kins 5, 173 macht noch darauf 
aufmerksam, dass er oft mit Jean- 
Baptist Lully verwechselt wurde. 
Bei seinem Tode hinterliefs er ein 
Yermögen von 16000 ^. Auf 
dem Drucke von 1728, 6 Senates, 
Oeuvre 5, bez. er sich als „Musi- 
cien de la chambre de l'EIecteur 
de Baviere et Maitre du Concert 
du Duc Ferdinand." In den Akten 
des Kreisarchivs in München ist 
er im Jahre 1726 unter Jacques 
Lolliet und Loelliet mit 1165 GId. 
Gehalt verzeichnet. (Fctis nach 
Hawkins). Von seinen Kompo- 
sitionen sind nachweisbar: 

Op. 1 (mit John Loeillot gez.) Sonata's 
(6) for variety of Instruments viz: for a 
common Flute a Hoboy or Yiolin, also 
for two german Flutes with a Bass for 
the Yioloncello and a Thorough B. for ye 
Harpsich. London, printed for J. Walsh 
& Joseph Hare etc. 3 Stb. ä 12 S. |br. 
Mus : Bc. B. Wagener. 

Op. 1 (in anderer Ausg. , ob fiüher 
oder später bedarf der Untersuchung): 
Parte Imo. Sonatas (12) or Solos for a 
flute with a Th. B. Compos'd by Jean 
Lully (sie?) of Gant. London, by Jolin 
Walsh Nr. IIG. 1 vol. 53 S. [B. Hbg. 

Op. 2. Sonatas or Solos for a flute 
with a Th. B. London, Walsh Nr. 117. 
1 vol. 45 S. [ß. Hbg. 

Op. 2. 12 Sonatas in 3 pails, 6 of 
which are for 2 V. & B., 3 for 2 germ. 



Fl. & 3 for a Hoboy and comon Fl. with 
a B. for the Vcl. & a Th. B. for the 
Harps. Dedic Duke of Rutlaud. London, 
J. Walsh & Jos. Hare. 3 Stb. ä 24 S. 
fol. [ßostock. B. Wagener. 

Op. 3. 12 Sonatas or Solos for a Flute 
with a Th. B. for the harps. or Bass Vio- 
lin. Lond., Walsh. fol. 51 S. [B.Hbg. 
B. Wagener. 

— Amst., Roger Nr. 365. fol. 51 S. 
Dedic. Duchesse de Vallentinois. [B.Hbg. 
Paris Nat. 

Op. 4. Sonatas or Solos for a Fl. with 
a Th. B. Lond., Walsh. Nr. 119. 45 S. 
[B.Hbg. 

— Senates a 2 fl. trav. ou 2 V. sans 
B. Paris 1728 Boivia. 2 Stb. [B. Wa- 
gener. 

Oe 5. 6 Sonates p. un fl. trav. ou V. 
seul, av. la B. chiffree. Paris, Boivin 
1728. 2 Stb. [B. Wagener. 

Six Suits of Lessons for the harps. or 
spinet in most of the keys with variety 
of passages and variations throughout the 
work. Lond., Walsh. fol. 55 S. [B. Wa- 
gener. 

Sonates pour Fl. et Bc. Londres. fol. 
[Paris Arsenal. 

Grande Sonate p. la Fl. ou V. par 
Loillet av. Pfte. par Jules de Swert. 
Mayence chez Schott fol. (neue Ausg.). 
[Dresd. Mus. 

Ms. B. Rostock: 1. Konzert f. Ob. V. I 
y. IL Bc. Stb. 2. Sonata p. la Fl. de 
voix, Fl. trav. I. Fl. trav. IL et Vcl. Stb. 
3. Concerto p. la Fl. trav., 2 V. et B. 
Stb. mit noch 2 Ripieustim. qufol. 

2 Klavierpiecen in neuen Ausgaben 
(Eitner 2). 

Loeljordiiii, Padre, ein Prae- 
moustratenser - Mönch , von dem 
sich in 

B. Dresd. Mus. Ms. 475 das Oratorium 
befindet: Innocentia et Pietas. P. 

Loeii, Johann Michael von, 

Geh. Kat u. Präsident der Lingen- 
Tecklenburgischen Regierung, geb. 
21. Dez. 1694 zu Frankfurt a/M., 
gest. 24. Juli 1776 zu Lingen. 
Schrieb: 

Gesammelte kleine Schriften, heraus- 
gegeben von J. E. Schneider u. J. B. 
Müller. Frankft. 1749—52. S». 4 Teile, 
enthcält mehrere Briefe über Musik, siehe 
Becker 1, 51ö. [Antiq. Rosenthal besafs 
ein Exempl. 

Löro, Felix, aus Zürich, s. Lött« 



Lösel, . 



204 



Löwe, Joh. Heinr. 



Lösel, . . . Die Rostocker Uni- 
versitätsbibl. besitzt von ihm im Ms. 

1. Concerto di cameia per Fl. trav. 
2 Y. e Vcl. 2. Concerto ä 4 ström., Fl. 
trav. 2 V. e Cemb. 3. Capiiccio ä Fl. 
trav. 2 V. e Vcl. o Fag. 

Loesel, Johann Georg. Dlabacz 
verz. einen Böhmen, der Kapell- 
meister beim Fürsten von Löwen- 
stein in Prag in der 1. Hälfte des 
18. Jhs. Tvar und mehrere Ora- 
torien schrieb, die in der Zeit von 
1724 — 1745 in. Prag aufgeführt 
wurden. Es ist nicht anzunehmen, 
dass es derselbe wie der vorher 
verz. ist. 

Loesener, J . . . O . . ., geb. um 
1770, war zuerst Organist an der 
Marienkirche zu Salzwedelund seit 
1791 (?) Konrektor am GvDma- 
siura; st. in Salzwedel am 5. Febr. 
1829 (Nekrolog in Lpz. Ztg. 31, 
193). 

Er gab 1804 Variat. f. Orchester her- 
aus, 1818 Yar. f. Fag. op. 3 und Yar. f. 
Hörn op. 4 (Anzeige). In Schwerin F: 
Ouvertüre ä gr. orch. op. 6 ä Leips., chez 
Br. & H. 16 Stb. in fol. 

Lössener, Abraham, bekannt 
durch 

Etzliche schöne Trostsprüche aus dem 
alten und neuen Testament mit 4 und 
5 Stimmen. (Wittenberg) 1564. Dedic. 
an den Rat der Stadt Delitzsch am 22. 
Juni 1564 gez. [br. Mus: D. A. T. B. 
kompl. qu4''. 

Lösser, Stephan, Kapellsänger 
an der Hofkapelle in Wien mit 
10 Gld. monatlich von 1557—64 
(Köchel 1). 

Lössnitzer, Johann freors:, 
1701 Kammermusiker an der Hof- 
kapelle in Berlin mit 300 Thlr. 
Gehalt (Schneider 52). Als Johann 
Lossnitxer wird er am 11. Jan. 
1677 zum Violinisten ebd. ernannt 
u. St. 1706 (ib. 47j. 

Low (Schubiger 2, 33 liest Lörö)^ 
Felix, aus Zürich. Ein Kompo- 
nist des 16. Jhs., der im 

Ms. 463 (97) der Stiftsbibl. in St. GaUen 



mit dem Liede: Lieb mag nit lang, 3stim. 
(inkompl.) vertreten ist. Allerdings kann 
man im Namensverzeichnis zu Anfang der 
Hds. Löro lesen, doch bei obigem Liede 
Nr. 83 ist deutlich Low zu erkennen. 

Löwe. Friedrieh August Leo- 
pold, Bruder der Sängerin L., geb. 
1777 zu Schwedt, zeichnete sich 
als Tenorist aus und war an der 
Wolfenbütteler Bühne angestellt, 
wurde dann Direktor des Theaters 
zu Lübeck, legte am 12. Mai 1809 
die Direktion nieder, übernahm 
aber bis 1815 die Musikdirektor- 
stelle. Er starb als Ratsherr zu 
Bromberg (Gerber. Stiehl schreibt: 
geb. 1776). 

Yon seinen Kompositionen wird eine 
Operette: Die Insel der Yerführung am 
1. Juni 1797 in Braunschweig aufgeführt, 
eine Kantate: Das Friedensfest, Musik zu 
Wilh. Teil u. a. Die B. B. besitzt das 
Autograph „Prolog zur Einweihung des 
Theaters zu Lübeck''. Braunschweig 21/10 
1798. P. 62 BlI. 

Ouvertüre und Favoritgesänge aus der 
Oper Die Insel der Yerführung. Kl.-A. 
Braunschwg., Magazin auf der Höhe, riufol. 
38 S. [Wolfenb. 

Das Friedensfest. Cantate. Text von 
Kuhnhard in Lübeck. Aufgef. 14/12 1814 
zu Lübeck in der Börse. Part, im Autogr. 
in B. Lübeck. 

Loewe, H..., bekannt durch: 
3 Senates pour le Pfte. aveo de Violon 

et Basse, oe, 2. Paris, Duhan & Co. 

3 Stb. [B.B. 

Nach dem Yerz. der Werke von Joh. 

Heinr. L. müssten diese Sonaten von 

ihm sein. 

Löwe, Johann Heinrich, geb. 
1766 zu Berlin, Schüler von Haack 
als Violinist, trat 1785 öffentlich 
auf. ging in Dienste des Mark- 
grafen von Schwedt, später nach 

I Hamburg, 1799 nach Bremen als 
Yorgeiger am Liebhaber- Konzert. 
Während der französischen Ge- 

: waltherrsch aft ging seine Stelle 

; verloren, er ging nach Bromberg, 
kaufte sich eine Ziegelei und ist 

I noch bis 1835 zu verfolgen (Lede- 

I bur. Schilling). 



Löwe, Johann Jakob. 



205 



Löwe, R . 



Es weiden von seinen Kompositionen 
Konzerte f. Violine, Sonaten, Trios u. a. 
aogefülirt. Nacliweisbar sind: Deiix Duos 
concertants pour 2 V. oe. 6. Offenb., 
Andre. [Mailand Cons.] — Concerto p. V. 
princ. av. aec. de 2 V. 2 Hautb. Basson, 
A. etB. .. oe. 1. Offenb., Andre. 10 Stb. 
fol. [Wolfeub.] — Concerto ä Y. princ. 
av. acc. de 2 V. 2 A. 2 Fl. 2 Cors. Vol. 
et B. oe. 3. ib. 10 Stb. fol. [Wolfeub. 

Löwe, Johann Jakob (auch 
mit J. J. L. Y. E. gez.), geb. 1628 
in Eisenacb, st. Aniang Sept. 1703 
in Lüneburg in sehr dürftigen Ver- 
hältnissen. 1657 nennt er sich auf 
dem Titel der Tugend- und Scherz- 
lieder „Fürstl. Braunschw. Lüne- 
burg. Kapellmeister". 1665 nennt 
er sich Job. Jacob Löwe von Eise- 
nach aus Wien, geweseneu Hoch- 
fürstl. Braunschw.- Wolfenb. und 
hochfürstl. Sachs. Zeitzischen Ka- 
pellmeister. Die Yorrede ist 1665 
in Jena nnterz. Das sächs. Staats- 
archiv zu Dresden berichtet noch 
Einzelheiten, die nicht bekannt 
sind: 1. Hans Jacob Löwe aus 
"Wien wird 1652 Schütz als Schü- 
ler empfohlen. 2. Joh. Jac. L. von 
Eisenach, Kapellmeister, wird 1665 
an den Rat zu Frankfurt a/M. em- 
pfohlen. 3. Derselbe als Zeitzer 
Kapellm. wird in demselben Jahre 
dem Kurfürst, von Brandenburg 
empfohlen. Chrysander 1, 181 
sagt, er war von H. Schütz dem 
Braunschweiger Hofe übersandt u. 
am 24. Juni 1655 mit 300 Thlr. 
Gehalt bestallt, erhielt aufserdem 
für jeden Sängerknaben 52 Thlr., 
aufserdem einiges für Wäsche und 
Kleidung. Die Auszahlung erfolgte 
aber nicht regelmäfsig, denn im 
Jahre 1 660 hatte er bereits 450 Thlr. 
zu fordern, um Ostern 1663 ver- 
liefs er Wolfenbüttel und ging als 
Kapellmeister nach Zeitz. Seit 1682 
war er Organist a/d. St. Nikolai- 
und Marienkirche in Lüneburg 
(Junghans 12. 39. 40. M. f. M. 14, 



75). Von seinen Kompositionen 
sind nachweisbar: 

Löwe und Julius Johannes Weiland. 
Zweyer gl eichgesinnten Freunde Tugend- 
vnd Schertz-Lieder, auff die jtzige neueste 
Art in die Sing- und Dicht-Kun«t verfasset 
durch ... In Bremen 1657 Jac. Köhler. 
1 vol. fol. Part. 22 L. zu 1—3 Stirn, 
mit 2 Y. Ya. u. B. [B. B. fehlt seit 
Jahren. Wolfenb. Lüneburg. 

Salanische Musen-Lust, Das ist: Zweyer 
gleich -gesinnten Freunde, Johann Jacob 
Löwens von Eisenach, und M. Martin 
Kempens, aus PreulTen zu erfreulichem 
Schertz . . . dienende Lieder, mit singen- 
den u. klingenden Stimmen abgefasset. 
Jena 1665 Joh. Jac. Bauhoffer. fol. Lebten 
beide in Jena. Ist. u. mehrst. Lied, mit 
Bc. und ßitorn. 40 Nrn. [Musikfr. AYien. 

Synfonien, Intvaden, Gagliarden, Arien, 
Balletten, Couranten, Sarabanden. Mit 3. 
oder 5. Instrumenten . . . Bremen 1658 
Jac. Köhler. 6 Sib. in fol. Stim. mit 
1657 u. 1658 gez. 52 Nrn. [Wolfenb. 
br. Mus. 

J . . J . . L . . von Eisenach . . Neue 
(Geistliche Concerten, mit 1. 2. 3. Stimmen 
zu singen tmd 2 Y. Grund -Stimme für 
die Orgel. Wulffenbüttel 1660 Joh. Büs- 
marck. 1 vol. in 4". 7 Concei-te bis zu 
5 Stim. [B. Kgsbg. Wolfenb. 2. Stim. 
u. Y2. 

Sonaten, Canzouen und Capriccen a 
2 Instrum. Jena 1664. 3 Stb. 17 Nrn. 
[Upsala. 

Einstimmige neue Arien mit zweystim. 
Eitornellen. Nrnbg. 1682 Gerhard. Yer- 
lag von Joh. Hoff mann. [B. B: Y. Cemb. 
u. Yiola nebst Singst, in Part. 

Ms. B. Upsala in Tabulatur]}art. 1. Gu- 
stafe et videte, 3 voc. 2 V. 2. 3 Sonate 
ä 4, ä 5, ä 6 für 2 V. Va. Gambe oder 
Yioietta, Violono e Bc. fol. in 4". 

In Wolfenb. wurde um 1657 das Sing- 
spiel Ameliude und eine Oper Orpheus 
1659, 20. Aug. aufgefühi-t (Chrysander 1, 
174. 175). Im Lüneburger Gesgb. von 
1686 ist er unter obige u Buchstaben als 
Komponist von 2 Chorälen zu finden. 

Löwe, ß..., ein mir unbe- 
kannter Komponist, von dem ich 
fand 

1. 12 Toustücke für die Orgel. Autogr. 
in B. Lpz. 2. 2 Concerte f. V. u. Orch. 
in Ed. u. Em. 3. 3 Sonaten f. Klavier, 
Y. u. Ycl. in Bibl. Proske- Mettenleiter. 
Er lebte jedenfalls im 18. Jh., also später 
als Kudolph Löwe, der Musikveiieger. 



Löwe, Rudolph. 



206 



Löwenstem. 



Löwe, Rudolph, Musikdrucker 

und Verleger in Rudolstadt, gab 

heraus : 

Die Hoclieiireuliche Geschichte der 
Himmelfahrt Christi und Seudung des 
hig. Geistes . . . mit Arien und Liedern 
durchzogen, wie solche in der hochgräfl. 
Schwartzburg. Rudolstädtischen Hof Ca- 
pelle . . . musiciret wird. 1690. in 4". 
[Für.stl. Ministerialbibl. in Sondershausen. 

Löweiisterii, Mattliaeiis Ai)el- 
les YOii (auch Matthaeus Leonastro 
de Longueville Neapolitanus, auch 
Matth. Apell von Leuen -Stern, in 
1678 so gez.), geb. 20. April 1594 
zu Neustadt in Oberschlesien, gest. 
16. April 1648 zu Bernstadt in 
Schlesien. Vor seiner Erhebung 
in den Adelstand durch Kaiser 
Ferdinand IL soll seine Name nach 
Hoffmann „Löwe" gewesen sein. 
Er war der Sohn eines Sattlers 
und soll die Universität Frank- 
furt a/0. besucht haben (die Ma- 
trikel der Universit. verz. ihn aber 
nicht), legte sich aber besonders 
auf das Studium der Musik. Nach 
Vollendung seiner Studien wurde 
er Lehrer an der Schule zu Neu- 
stadt und später in Leobschütz, wo 
er auch die Kirchenmusik leitete. 
Die Wirren des dreifsigjährigen 
Krieges vertrieben ihn und er fand 
in Berustadt eine neue Heimstätte 
u. Anstellung. Die Herzöge Hein- 
rich Wenzel und Karl Friedrich 
von Oels-Bernstadt ernannten ihn 
zum Rentmeister, Sekretär und 
fiirstl. Rat. In diese Zeit fällt 
auch die Erhebung in den Adel- 
stand. Ferner war er Vorsteher 
der Schule und Leiter der Kirchen- 
musik. Trotz vieler Anfeindungen 
und Verdächtigungen der Neider 
wusste er sich in dauernder Gunst 
zu erhalten. 1637 vermählte er 
sich mit der Wittwe von Tärnau- 
Kühschmalz und wurde dadurch 
Besitzer des Landgutes Langenhof 



bei Bernstadt. (Hugo Steinitz, Dis- 
sertation, Breslau 1892. Winter- 
feld 2, 92: Urteil, das Biograph, 
fehlerhaft). Von seineu Komposi- 
tionen sind bekannt: 

Friielings- Mayen. Von dreyssig. in 
einem Haulsgärtleiu auffgewachseneu, doch 
etwas zu friie abgebrochenen Blumen zu- 
sammen gebunden in einem Helicouischeu 
Geväfs, auff begehren dargestellet, durch 
Emen Liehhaber der Geistlichen Garten- 
gesellschaft. 8". Löwenstern' s Wappen, 
Bl. 3: Symbola, oder Gedenck Sprüche . . . 
geistl. Oden, gestellet durch M. A. v. L. 
Enth. 30 Gesge. zu 2—4 Stim. [B. B. 
B. Br. 

— Dieselben ei schienen wieder in 
Geistl. Kirchen- vnd Haufs-Music . . . ver- 
mehret vnd gebessert, . . . von G. Bau- 
niann, Buchdrucker., in Brefslaw (1644). 
[ß. Br. 

— Frühlings-Mayen oder geistl. Lieder 
. . . Kiel 1678. fol. herausgeg. von 
J. D. Major. [B. B. 

— Spätere Ausg. ohne Jahr verz. Bohn 
im Breslauer Kat. p. 212 bis zur 9. Aus- 
gabe. Auch in Peter Sohr's MusicaHscher 
Vorschmack 1683 finden sich unter M. 
Apelles Lieder. 

Martin Opitz Judith auffs neu aufs- 
gefertiget, worzu der vordere Theil der 
Historie sampt Melodeyen auff jedwedes 
Chor beygefüget von Andreas Tscher- 
ningen. Rostock durch Joh. Richeln, 
Ralits-Buchdr. in Verlag Joach. Wildens 
Buchhdl. im Jahre 1646. kl. 4°. Text 
A— G. Ten. 1. 12 Bll. T. II, 6 Bll. 
Bassus 6 Bll. Bc. 4 Bll. 11 Gesge. [B. 
Wagener. B. Zw. Nr. 577. B. Br. 

Tscherning bez. sich als Prof. der 
Poesie und Longueville, resp. Löwenstern 
ist der Komponist, wie sich aus der Dedic. 
ergiebt. Die Stimmbücher tragen den Titel: 

Chore so bey dieser Tragedien (Juditli 
von M. Opitz) sollen inserirt wei'den, in 
3 Stim. sampt einem Bc. von Matthaeo 
Leonastro cl. Longueville Neapolitano. 
Rostock 1646 Joach. Wilde. 

Mss. in B. Br: 7 lat. Gesge., 22 geistl. 
deutsche von 4 — 8 und mehr Stim., einige 
auch mit Instrum., siehe den Kat. 

Ms. B. B. Ms. Peitsch, Part. Z 110 mit 
Apelles gez. Fol. 244: Öi bona suscepi- 
mus, 2. p. Ich bin nackend, Concerto 
6 voc. — W98 Nr. 1447: 34 geistl. Me- 
lodien f. 1—4 Stim. in.P. 

Ms. B. Liegnitz: Herr, hebe an zu 
segnen, 4 voc. 

5 Gesänge in neuen Ausg. (Eitner 2). 



Logi. 



207 



Logier. 



Logi, Graf TOii, ein vortreff- 
licher Lautenist und Komponist. 
Mattheson 1,171 sa<;'t noch „Violin- 
spieler, der 1721 älter als 80 Jahre 
starb''. Dlabacz nennt ihn Losi 
oder Losfj und Fetis behauptet, 
Logi wäre falscli. Aber alle älte- 
ren Autoren, wie auch Le Sage de 
Richee nennen ihn Graf Logi und 
ich glaube, dass Dlabacz irrt, denn 
er führt Baron, Walther und Ger- 
ber als Quelle an, die sämtlich 
Logi schreiben. Nach Kuhnau's 
Briefe im Mattheson 3, 237 hielt 
er sich 1697 in Leipzig auf. Dla- 
bacz schreibt: er war 1638 in 
Böhmen geboren und 1721 in 
Prag gestorben, sein Einkoramen 
betrug jährlich 80 000 Gld. Er 
befand sich oft auf Reisen. Auch 
wird von Stolzel berichtet, dass er 
1715 in Leipzig mit ihm verkehrt 
und musiciert habe (Gerber 1). 

Von seinen Kompositionen lässt sich 
bis jetzt eine Courante extraordinaire in 
Le Sage de Eichee's Cabinet der Lauten 
1695 nachweisen und eine Lautenpiece 
in einem Ms. zu Kremsmünster, Lauten- 
buch Nr. VI kl. qii8" aus der 2ten Hälfte 
des 17. Jhs., gegen 300 Lautenstücke ent- 
haltend. Die Piece ist mit Monseur le 
Comte Logio gez., dennoch schreibt der 
Kat. Lost oder Losy. 

Im Ms. 17 706 und 18761 wird er 
„Comte Logis de Vienne en Austriebe" 
genannt und 1 Gigue, 1 Chacoune und eine 
Suite von 11 Sätzen mitgeteilt. [Hof b. Wien. 

Logier, Johauu Bernhard, 

geb. 1780 zu Kaiserslautern in 
der Pfalz, gest. 27. Juli 1846 zu 
Dublin in Irland. (Pougin sagt, 
er ist geb. den 9. Febr. 1777 zu 
Kassel u. nicht zu Kaiserslautern.) 
Verlor seine Eltern in jungen 
Jahren, wurde von einem Eng- 
länder nach Irland genommen, 
bildete sich zam Flötisten aus, 
trat als Oboist in ein irländisches 
Regiment, gab Klavierunterricht 
und wurde Organist zu Westport. 
Um die Haltung der Finger und 



des Armes beim Klavierspielen zu 
regeln, erfand er den Chiroplast u. 
Manuductor und führte seine Schü- 
ler zugleich in die Harmonieleiire 
ein. Er begründete sein System 
nicht auf den Generalbass, son- 
dern auf die Naturharraonie des 
Hornes, ist also der Begründer 
unserer modernen Harmonielehre, 
die Marx auf Logier fufsend weiter 
ausbildete. L. errichtete darauf 
ein Klavierinstitut, welches auf 
gemeinsamen Unterricht begründet 
war und zwar safs ein Schüler 
abwechselnd am Klavier, während 
die anderen Schüler nur auf Pappe 
gemalte Klaviaturen vor sich hatten. 
L. erreichte damit solche Erfolge, 
dass sie weltbekannt wurden und 
selbst die preufsische Regierung 
Franz Stöpel nach England sandte, 
um sich von der Brauchbarkeit 
der Methode zu überzeugen. Auf 
Stöpel's Empfehlung berief der 
Minister L. nach Berlin, um hier 
ein ähnliches Institut zu errichten 
und zugleich eine Anzahl Musik- 
lehrer in seiner Methode zu unter- 
richten. So viel Staub die Sache 
anfänglich aufwirbelte, sobald ver- 
schwand sie wieder. L. verliefs 
ganz plötzlich Berlin, der Grund 
ist unbekannt, Marx sagt nur ge- 
legentlich: man hat dem Manne 
grofses Unrecht zugefügt. L. ging 
wieder nach Irland, resp. Dublin, 
doch ist über seine Thätigkeit 
nichts weiter bekannt (Stephen). 
Ueber Stoepel's unredliche Hand- 
lungen siehe die AUg. d. Biogr. 
Schilling über Logier und dessen 
Verdienste. Grove bringt einige 
Daten. Seine Werke sind folgende: 

1. Lehrbücher: 

The first (and sec.) companion to the 
royal patent Chiroplast, or Haud Director 
on the pfte. s. 1. fol. [Glasgow. Mu- 
sikfr. Wien. br. Mus, 



Logier. 



208 



Logier. 



— 5. Ausg. London, fol. u. 19. Ausg. 
Lond. 1867. fol. [br. Mus. 

An explanation aud description of the 
royal patent Chiro])last, or handdirector 
to pfte. . . London, Clementi. 4*^. [Glas- 
gow, br. Mus. 

An exposition of the niusical System 
of Mr. L.; with strictures on bis chiro- 
plast ... By a committee of professors 
in London. Lond. 1818 Budd & Calkin. 
8«. [Brüssel, br. Mus. 

General observations upon music, and 
remarks ou Mr. L.'s System of niusical 
education; with an appendix . . . Edin- 
burgh 1817 Purdie. 8" mit Musiktafeln. 
[Brüssel. Glasgow. 

Strictures on Mr. L.'s System of musi- 
cal education. By H. de Monti. Glascow 

1817 Turnbull & Monti. 8". [Brüssel. 
Additional appendix to general obser- 
vations upon music, and remarks on Mr. 
L.'s System of mus. education; in which 
IS coutaiued letters from Messrs. Clementi, 
Gramer . . . Edinburgh 1817 Purdie. 8". 
9 S. [Brüssel. 

A refutation of the fallacies aud mis 
reprcsentations contaiued in a pamphlet 
entitled „An exposition of the mus. syst. 
. . . published by a committee of professors 
in London. Bv J. B. Logier. London 

1818 Hunter. "8". [Bi'üssel. Glasgow. 
B. B. nebst einer 2. Ausgabe in gleichem 
Jahre. 

An autheutic account of the examina- 
tion of pupils, iustructed in the new 
svstem of musical . . . Lond. 1818 Hunter. 
[B. B. Brüssel. Oxford Bodl. 

A Short account of the progi'ess of . . . 
svstem. Lond. 1824 Hunter. [B. B. 
B. Lpz. 

A System of the science of music & 
practica! comitosition. Lond. 1827. 4". 
[br. Mus. Glasgow. 

— vermehrte Ausg. bis zu 8 Thlen. 
Lond. (1843). 4». [br. Mus. Amst. 

— System der Musik-AVissenschaft und 
der praktischen Composition mit Inbegriff 
dessen, was gewöhnlich unter dem Aus- 
drucke General-BaTs verstanden wird. Ber- 
lin 1827 Logier (sein Bruder. Übersetzt 
von A. B. Mai-x). 4" mit L.'s Portr. [B. B. 
Dresd. Musikfr.Wien. Dresd. Mus. Frei- 
sing. B. Lpz. 

— Nachträgliche Sammlung von Auf- 
gaben. Berlin 1829 Wilh. Logier. [B. B. 
Dresd. Proske. Musikfr. "Wien. 

— Lehrbuch der musikalischen Com- 
position. Auszug a/d. System (von Frau 
ton Schocli). Berlin 1827 Logier. [B. B. 
Dresd. B. M. 



— System der Musikwissenschaft. Aus 
dem Englischen von Stoepel. Buch 1. 
Berlin, fol. [B. B. 

System der Musikwissenschaft und des 
musikalischen Unterrichtes. Anleitung 
zum Pianofortespiel. Aus dem Englischen 
übersetzt. Buch I— III mit 1 Heft Stu- 
dien, s. 1. [Musikfr, Wien. 

— Neue vom Verfasser selbst berichtigte 
Auflage. Berlin, Logier. 4". [Dresd. Mus. 

Nouveau Systeme d'enseiguement musi- 
cal ou traite de composition, par J. B. 
Logier. Paiis, Schlesinger, fol. [Brüssel. 

A manual, chiefly for preceptors . . . 
ex hibiting the peculiar method of teach- 
tiiig the art & science of music. Lond. 
1828. 4". [Glasgow, br. Mus. 

L.'s theoretical and practical study for 
the Pfte. comprising a series of composi- 
tious selected fronr the most classical 
works ancieut and modern. Lond., Green, 
fol. Euth. unter anderem von Corelli 
2 Konzerte. Händel Ouvertüre zu Esther. 
Jos. Haydn Allegro u. Andante. [Glas- 
gow 14 Hefte. Musikfr.Wien Heft 1—10 
u. 12. br. Mus. Heft 1. 

Logier's Thorough Bass a second series 
of theoretical and practical study for the 
pfte. . . s. 1. et a. [Musikfr. Wien. 

Anweisung zum Unterricht im Clavier- 
spiel und der musikal. Composition nach 
seiner Methode . . . Aus dem Englischen 
übersetzt. Berlin 1829 Wilh. Logier. 40. 
71 S. Text, 59 S. Musik. [B. B. B. M. 
Dresd. Mus. 

Prospectus of the musical academy of 
Messrs. Logier, Webbe & Kalkbrenner, 
established ou M. L.'s new System of 
musical education . . . Lond., M'Creery 
printei-. 4^. 3 S. [Brüssel. 

Sequel to the first (aud sec.) companion 
. . . being a successiou uf progressive les- 
sons, grouuded upon the harmonies of the 
eaily easy lessons in that work, so as to 
be played with them in coucert. Lond., 
Green, fol. [br. Mus. R. C. of Mus. 

Bearbeitunpcu, Beurteilun2,eu und Neu- 
ausgaben von L.'s System gaben heraus: 
William Ayrlon 1818. — J. Eager: A brief. 
— Erdmann: Die hohe Wichtigkeit. — 
Exposition. — Girschner. — ligner. — 
Kollmanu. — Monti. — Observations. — 
Prospectus. [B. B. 

Im Kat. der Kgl. Bibl. Brüssel sind 
von 6319—6328 Werke über L.'s System 
verz. 1818—1830. 

2. Kompositionen: 

Fai'ewell, sweet maid. A glee for 4 v. 
Dublin, ful. [br. Mus. 



Logroscino. 

Believe me, I never can rove (Sons). 
Lond. fol. [br. Mus. 

The jubilee ode. Ms. P. fol. [Glasgow. 

bnau Boroihma. The overtiire & iiiusic 
m the Melo Drama . . . (KJ.-A.) Dublin, 
fol. [br. Mus. 

Gr. Concerto for the pfte. with a füll 
orch. op. 13. Lond. (1816) fol. fbr. Mus. 
Musikfr. T\^ien. 

Sonata for the pfte. with the Fl. & Ycl. 
Lond. fol. [br. Mus. Musikfr. AVien. 

Trio for 3 performei-s on 2 pfte. op. 17. 
Lond. fol. [Musikfr. Wien. br. Mus. Nr. 2. 

— Trio pour 6 mains et 2 pfte. Nr. 2 
Oe. 17. Berlin, Logier. [B.Kgsbo- 

Etudes Nr. 1—5 im Ms. S. 513. [B. 
Kgsbg. 

Sonata in B. for pfte. fl. u. Vcl. op 7 
London. [Musüfr. Wien. 

Sonata for the pfte. with a fl. op. 8 
Lond. fol. [br. Mus. 

A favorite Sonata for the pfte. op 10 
Dublin, fol. [br. Mus. 

2 military Divertissements for the pfte 
with a Pedal harp. Dublin, fol. [br.Mus. 

An Introduction, Fugue & 2 Canons. 
A Duet for 2 performers on the pfte. 
op. 18. Lond., Clementi & Co. fol. [B B 
br.Mus. Musikfr. AVien. 

Das br. Mus. und die Musikfr. in Wien 
besitzen noch Mehreres f. Pfte. zu 2 und 
4 Händen. 

LogTosciiio, Xieola, geb. 1700 
zu Neapel, gest. ebd. 1763. Schü- 
ler des Conservatorio di Loreto 
unter Durante, ti'at als Opernkom- 
ponist und Rivale Picciuni's auf; 
1747 ging er nach Palermo, wo 
er zum Lehrer am Conservatorio 
Figliuoli dispersi ernannt wurde, 
später kehrte er nach Neapel zu- 
rück und lebte zurückgezogen. 
Seine Opern verz. Florimo 2, 323. 

In B. Neapel befinden sich von ihm 
im Ms. 1. Stabat mater in Es per S o 
Contralto, c. V. e B. 1760. 2. ein an- 
deres m Gm. per 2 voci c. V. Va. e B. 
3. Dammi sta bella mano, Duetto c piü 
stromeuti. 4. Preudi o caro, Quintetto 
c. piu sti-um. Mss. 

In B. Neapel Turchini: Ecco I'Ara. 
ecco il Nume, Cantata di Sopr. c. V. e Va 

Im br. Mus. Ms. 35'J italienische Arien 
und Duette in P. 

Im Consei-v. zu Mailand im Ms 12 
Arien mit Quariettbegltg. 

In Cambridge FW. Ms. 105 ein Ter- 

Rob. Eitnei's Quollen-Loxikon. Bd. 6. 



209 



Lohier. 



zett: Lare che sento a 3 voc. und Ms. 
149 eine Sonata, 1 movement in Bd. 

Lohelius, Johann, siehe Oel- 
sehle^el. 

Lohet, Ludwig, wahrscheinlich 
mit Sigmund resp. Simon verwandt; 
er war um 1608 Organist an der 
Hofkapelle in Stuttgart. In den 
Akten wird er als ein „fürtreff- 
licher Organist" bez. Er starb 
11. Jan. 1617 (Sittard 2, 40. 43). 

Lohet, Simon (im Sittard 2 
auch Sigmund genannt), wird mit 
„Archi-Musicus der Republik Nürn- 
berg'^ bez. Er wurde am 14. Sept. 
1571 als Hoforganist in Stuttgart 
angestellt und bis 1611 erwähnt. 
Woltz bez. ihn 1617 als einen 
Verstorbenen und teilt in seinem 

Tabulaturbuche von 1617 20 Fugen f. 
Klavier unter Nr. 51 — 70 mit, Nr. 71 
folgt eine Canzone und Nr. 72 73 zwei 
arrangierte Gesge. Eitter bespricht seine 
Leistungen S. 109 u. teilt unter Nr. 68—72 
Tousätze mit. — In B. 31. Ms. 26'^ sechs 
Orgelsätze (M. f. M. 31, 8 (75). 

Lohfeier, Friedrieh Joseph 

(die Lexika schreiben Lofeler, Jos. 
Friedr.), geb. 20. Juli 1766; ein 
Bauverwalter zu Sulzbach, hat 
sich durch Sinfonien, Kirchenkom- 
positionen u. kleinere Piecen be- 
kannt gemacht. 

Gedruckt wurden nach Gerber 2: 12 
Variat. in D. f. Pfte. Nrnbg. 1801 
Winterschmidt, fol. 

Nachweisbar ist im Ms. 23 der Egl. 
Musikalien -Samlg. in Dresden: Sinfonie 

\-n?.J- - ^^- - ^^'^'^' - Hörner und B. 
1792. qufol. 

Lohfing-, J. .. A. .., bekannt 
durch eine 

Kantate bei der Gedächtnissfeier der 
Verstorbenen. Ms. P. Zeit unbekannt. 
[Berhu K. H. 

Lohial, siehe Loyal. 
Loliier, ... 

In der Kgl. Bibl. iu Brüssel fds. Fetis 
Nr. 3114 ein Dictionnaire de musique 
von Rousseau, Paris 1768, enthält zahl- 
reiche hds. Verbesseiiingen und Zusätze 
von obigem sonst unbekannten Autor. 

14 



Lohr. 



210 



Loiseau de Persuis. 



Lohr, Michael, geb. 23. Sept. 
1591 zLi Marienberg in Sachsen 
(Kirchenbuch), gest. 17. Febr. 1654 
zu Dresden. Schüler der Kreuz- | 
schule in Dresden, verliefs dieselbe 
1615 und erhielt bald darauf das 
Kantorat zu Rochlitz; von hier 
wurde er am 24. Mai 1625 zum 
Kantor an die Kreuzschule in 
Dresden berufen; noch kurz vor 
der Berufung wurde das Kantorat 
auf die 4. Stelle herabgesetzt, 
während es bis dahin die 3. Stelle 
unter den Lehrern einnahm. Unter 
seiner Leitung kamen den Akten 
zufolge keine Reibungen, Klagen 
und Störungen vor, die bei den 
übrigen Kantoren stets eine Qnelle 
des Missvergnügens waren (Vier- 
tel]. 10, 299 auf Dokumente fufsend 
nebst Bibliogr., die zum Teil von 
mir herrührt): 

Newe teutzsche Kirchen Gesänge so 
nicht allein zusingeu. sondern auch auff 
allerhand Instrumenten . . . zugehrauchen, 
sampt einem Bc. mit 7 u. 8 Stim. . . . 
Freybergk 1629 G. Hoffmau. 9 Stb. 4». 
15 Gesge. [B. B. Musikfr. Wien. B Lpz. 
fehlt T2. Bc. B. P. jetzt Dresd : fehlt 
T2. C. inkompl. Brüssel 3 Stb. br. Mus. 
fehlt Bc. Musikfr. Wien kompl. 

— Ander Theil Newer teutzscher vnd 
lateinischer Kirchen Gesänge ynd Con- 
certen . . . sampt Bc. mit 5. 6 vnd 8 Stnn. 
Drelsden 1637 Wolff Seyffert. 9 Stb. 4«. 
24 Gesge. [ß. B. Kamenz 8 Stb. Dresd. 
(Pirna) fehlt T 2. B. Lpz. fehlt T 2. Bc. 
Kathar. Kirche in Danzig fehlen Gl. 2. 
Musikfr. Wien kompl. br. Mus : C 2. T 1. 2. 
A2. Bl. Bc. 

Mss. B. B. Peitsch ZI 10 Pait fol. 634: 
Herr, wenn ich nur dich habe 8 voc. — 
Z40,' 9 Stb. Nr. 17. Ich hab mich Gott 
ergeben. Nr. 29 , Mein Trost und Hülf. 
Nr. 30, Unser Wandel ist. Nr. 122, 
Haben wir das Gute empfangen 8 voc. 

Bibl. Dresden (aus Schellenberg). 1. 
Ach bleib bey uns Herr J. Chr. 8 voc. 
Nr. 14. Herr wer wird wohnen 8 voc, 
in Nr. 23, u. mehrere unvollständige Mo- 
tetten. 

In B. Zw. Ms. 51, drei inkompl. Gesge. 
(fehlt Altus 2): Eins bitt ich vom Herrn 
8 V. Nr. 1. Herr wenn ich nur dich habe. 



Nr. 75. Unser Wandel ist im Himmel, 
8 voc. Nr. 83. 

Lohse, Hieronymiis Hinrich 
junior u. Joachim waren von 1712 
bis 1724 Ratsmusikanten in Ham- 
burg (Sittard 1, 22). 

Loihl, Benedikt Aiiselm, ehe- 
maliger Kapitular des aufgelösten 
Klosters Niederaltaich , darauf 
Pfarrer iu Aicha an der Donau 

(Titel), gab heraus: 

Kirchenlieder auf alle Festtage . . . zum 
Gebrauche in Landkirchen . . . für 2 und 
3 Singstimmen und Orgel. 1. 2. Theil. 
Augsburg u. Stadtamhof bey J. M. Daisen- 
berger, Buchhdler. fol. 8 S. und 3 Stb. 
— 12 S. u. 3 Stb. [Musikfr. Wien. 

Eine Jahreszahl fehlt, doch gehört der 
Druck sicher dem 18. Jh. an. Von 
Daisenberger fand ich einen Druck vom 
Jahre 1802. 

Loimere, Jeau de, als „Ludi 
magister" 1563 an der Kirche St. 
Martin zu Ypres verzeichnet. Strae- 
ten 2, 254 glaubt, dass er die 
geistlichen Dramen (Misterien) 

leitete. 

Loise, ... de. Pougin verz. 
ihn unter De und bez. ihn um 
1792 als Komponisten der Oper 

Agnes de Chatillon ou le Siege de St.- 
Jean d'Acre, en 3 actes, repres. au theätie 
Louvois le 12 mai 1792. 

Loiseau de Persuis, Jean-^ 
Nicolas, der Vater des Louis-Luc, 
war um 1759 Kapellmeister zu 
Avignou und später a/d. Kathe- 
drale zu Metz. 

Er komponierte mit Davesne gemein- 
sam die Oratorien le Passage de la mer 
rouge, aufgeführt am 24. Mai 1759 und 
später la Conquete de Jericho. Fetis 
schreibt das erstere fälschlich dem Sohne 
zu und setzt es erst 1787 an (Brenet, Les 
Concerts en France, 1900 p. 258). 

Loiseau de Persuis, Louis- 
Luc, (Fetis unter Persuis), geb. 
4. Juli 1769 zu Metz (nach Bogin), 
wo sein Vater Musikdirektor an 
der Kathedrale war, gest. 20. Dez. 
1819 zu Paris. Er bildete sich 
zum Violinisten aus, war anfäng- 



Loiseau de Persuis. 



211 



Lolini. 



lieh Lehrer zu Avignon, ging 1787 
nacli Paris und trat im Concert 
spirituel auf; 1790 wurde er erster 
Violinist im Orchester des Theaters 
Montansier und 1793 a/d. grofsen 
Oper. 1804 übernahm er daselbst 
die Gesangsklasse, 1810 wurde er 
an Rey's Stelle Orchesterdirigent, 
1814 Inspektor general u. brachte 
mehrere Opern auf die Bühne, 
1817 am 1. April Direktor der 
Oper. Am Conservatoire war er 
Professor der 1. Klasse. Fetis 
führt noch einige Aemter unter 
Napolean an. Begin veröffentlichte 
in der Biographie de la Moselle, 
Bd. 3 p. 456 eine Lebensskizze. 
Von seinen Opern werden 20 an- 
geführt. Nachweisbar sind davon 

La belle dorraante (Der Zauberscblaf) 
Ballet eu 2 actes . . . par P. et Oyroivetz. 
Vieüiie, Bureau de musique des theätres 
inii)er. qufol. [Dresd. Mus. br. Mus. 

Le Carnaval de Veoise ou la constance 
a Tepreuve, Ball. pant. eu 2 act, mus. 
p. P. et Kreutxer (22/2 1816). Ms. P. 
2 voll. [Paris l'opera. 

Les dieux rivaux ou les fetes de Cy- 
there, Op. -ballet en 1 acte, mus. p. Spon- 
tini, P., Berton et Kreutzer (21/6 1816). 
Ms. P. [Paris Fopera. 

L'epreuve villageoise, Ballet-pantomime 
en 2 act., mus. de P. (d'apres Gretry) 
;4/4 1815. Ms. P. [Paris l'opera. 

Fauny Morna, op. in 3 atti. Ms. P. 
1799. [Musikfr. Wien. C. P. 

L'heureux retour, Ballet en 1 acte, 
mus. par P., Berton, Kreutzer (25/7 
1815). Ms. P. [Paris l'opera. 

L'inauguratioQ du temple de la victoire, 
Interniede mele de chants et de danses, 
mus. de Le Sueur et Persuis (Paris 2 1 
1807). Ms. P. [Paris l'opera. 

Jerusalem delivree, opera en 5 act. 
(15/9 1812). Ms. P. 5 voll. 4«. [Paris 
l'opera, 3. Akt inkompl. (wurde 38 mal 
gegeben). B.B. Musikfr. Wien. Briissel 
Cons. Darmst: Das befreite Jemsalem. 

Er wird hier Orchesterdirigent der Ksl. 
Kapelle zu Paris genannt. 

Leonidas ou les Spartiates, op. en 3 
actes, mus. des citoyens Persuis et Ores- 
wM (Paris 15/81799). Ms. P. [Paris Fopera. 

Nina ou La folle par amour, Ballet- 
pantomime en 2 act., mus. de Persuis 



(d'apres Dalaijrac). 23/11 1813. Ms. P. 

2 voll. 40. [Paris l'opera. 

— Nina. Six airs fav. du ballet . . . 
arrang. p. le pfte. par A. Piccini. Vienne 
qufol. [br. Mus. Proske-M. 

Le retour d'Ulysse, Ballet heroique en 

3 act. (27/2 1807). Ms. P. 3 voll. 4». 
[Paris l'opera. 

Le triumphe de Trajan, Tragedie lyri- 
que en 3 act., mus. de Persuis et Le 
Sueur, (23/10 1807). Ms. P. 3 voU. 40. 
[Paris l'opera. 

Chant frangais (f. Gesg. u. Orch.) und 
Vive le roi, vive la France ! 12/7 1825 (?). 
Ms. P. [Paris Fopera. 

Ein Brief von 1817 in La Mara 1, 
348. Lpz. Ztg. 22, 4 ff. bringt einige 
Mitteilungen über ihn, wie in anderen 
Bden. Urteile über seine Kompositionen. 

Loisel, Jean, geb. zu Hesdin 
(Artois), trat in den Orden der 
Prämonstratenser u. war um 1646 
Phonascus (Sangmeister) an St. 
Michel zu Antwerpen (Titel). Fetis 
sagt: er lebte im Kloster St. Nor- 
bert in Belgien in Ninove. Strae- 
ten 1, 52 führt das Werk an: 

Suroulus olivae, notis nnisicis concer- 
tantibus et pacificis 6 voc. vel instrum. . . 
Op. 2. Antverp. 1646 Phalese Tenor 
in 40. 28 S. mit 21 Gesg. [Kgl. Archiv 
von Belgien in Brüssel in einem Packet 
Brochüren des 18. Jhs.] Straeten druckt 
Titel, Dedic. u. Reg. ab. In einem ge- 
druckten Kat. fand er noch eiu op. 3. 
S. 54 giebt er obige Notiz aus Fetis und 
fügt hinzu von 1644—49. AuTserdem 
verz. er Cantiones natalitiae seu laudes 
B. Mariae 4, 5 et plurib. voc. Gandavi 
1651. 40. — In Gaesdonck befindet sich 
die Vox 2. u. 3. von Motetta sacra. Antv. 
1649 Phalese. 

Loisel, Jean - Frederic , lebte 
um 1780 als Violinist zu Paris u. 
starb in jungen Jahren. Fetis 
verz. von ihm 6 Quartette und 3 
Concerte op. 1 u. 2. 

Loiset (Loyset), siehe Pieton. 

Lokenburg-, wie ihn Fetis verz., 
siehe Lockenburg'. 

Loli, Luigi Bichi, siehe Lolli. 

Lolini, Pietro, ein Komponist 
des 16. Jhs., von dem sich ein 
Druck im Dome zu Mailand be- 
findet: 

14* 



Lolli, Antonio. 



212 



Lolli, Antonio. 



Missa super Christus resurgens und 
Missa SU]). Beatus vir, Chorbuch des 16. 
Jhs., Titelbl. fehlt, fol. Aulserdem sind 
in dem Codex noch enthalten : Pakstrina. s 
Messe Papae Marcelli und Jac. Oastoldi's 
Missa sup. Ne timeas Maria. 

Lolli, Antonio, berühmter Yio- 
linist, ein schöner aber flatterhafter 
Mann, wie ihn die Lpz. Ztg. 1. Bd. 
Sp. 578 LI. 609 schildert. Geb. zu 
Bergamo zwischen 1728 and 1733; 
sogar 17-40 zu Venedig giebt die 
Lpz. Ztg. an, gest. zu Palermo 1802. 
Dass das Geburtsjahr 1740 falsch 
ist, beweist seine erste Anstellung 
in der Hofkapelle in Stuttgart, denn 
dort nennen ihn die Akten schon 
1755 als 1. Violinisten, vielleicht 
schon als Konzertmeister, denn 
weder Anstellungsdatum noch sein 
Gehalt und Titel sind in den Akten 
aufgezeichnet. Sittard 3, 55 ff. 
bringt ihn öfter, doch immer nur 
kurz als Mitglied genannt und unter 
Jomelli dienend; 1769 ist er mit 
Konzertmeister bez. 1770 dient 
schon sein Sohn im Orchester 
(Sittard 3, 137). Am 29/7 ]774 
entliefs der Herzog aus Sparsam- 
keitsrücksichton die meisten Mit- 
glieder der Kapelle. Man kann 
nur mutmafsen, dass L. darunter 
war. Die Lpz. Ztg. berichtet, dass 
er und seine Frau, die als Schau- 
spielerin wirkte, 4000 Thlr. be- 
zogen, doch ist der ganze dortige 
Bericht wenig wert, also auch diese 
Angabe mit Vorsicht aufzunehmen. 
h. wechselte nun oft mit den 
Stellungen. Eine wahrheitsgetreue 
Keihenfolge wird sich wohl nie 
mehr feststellen lassen. Fetis lässt 
ihn gegen 1773 (sie?) nach Peters- 
burg gehen. Dittersdorf berichtet 
in seiner Selbstbiographie (214), 
dass L. nach dreijährigem Aufent- 
halte in Petersburg, mit einem 
Gehalt von 4000 Eubel, nach 
Deutschland zurückkehrte und den 



Fürstbischof in Johannisberg, wo 
Dittersdorf lebte, besuchte. Dit- 
tersdorf war seit etwa 1770 in 
dieser Stellung und verlor sie erst 
1795. S. 219 teilt er noch be- 
sonders mit, dass L. nicht Avieder 
nach Petersburg zurückkehre, da 
er das Klima nicht vertrage. Pohl 
2, 370 schreibt: L. trat 1785 in 
London als Violinvirtuose auf. Um 
1779 soll er nach Fetis in Paris 
gelebt haben, dann ging er nach 
Spanien. Nach Abt Bertini's Aus- 
sage gab er 1793 in Palermo im 
Theater ein Konzert. Fetis lässt 
ihn ferner in London, Italien, Ber- 
lin (1791), Kopenhagen, Neapel 
1796 leben, schliefslich wieder in 
Palermo, wo er starb. Eine charak- 
teristische Schilderung seiner Per- 
sönlichkeit und seines Spiels giebt 
Gramer 2. Jahrg. 2. Hälfte S. 902, 
die Hanslick S. 107 wieder ab- 
druckt. Gramer bezeichnet ihn 
mehr als einen „Tausendkünstler'', 
wie als wahren Künstler. Ditters- 
dorf bezeichnet ihn als einen 
schönen und gesellschaftlich ge- 
wandten Mann, dessen Technik 
bewundernswert war. Von seinen 
Kompositionen sind nachweisbar : 

Op. 1. Sei Sonate k Violine solo col 
Basso. Ded. a Brancaccio conte di Lau- 
raguais. Amsterd., Hummel. 2 Stb. Fetis 
bez. es mit der Jahreszahl 1760. [B. B. 
B. Wagener. B. M. im Ms. 

— 6 Solos for a V. with a Th. B. 
op. 1. London, qufol. br. Mus. 

— Sei Sonate a V . . . opera 1. Grave 
par Mme. Oger. Paris, Le Menü (1760?). 
[Briissel Cons. Musikfr. Wien, Ausg. mir 
nicht bekannt. Ebenso im Conserv. zu 
Paris. 

Op. 2. Sei Sonate ä V. e B. Ded. 
Jonas Witsen ä Amsterdam. Amsterd., 
Hummel. 2 Stb. [B. B. B. Wagener. 
Dresd. Mus. br. Mus. Musikfr. AVien. 

Hiernach muss sich L. zur Zeit in 
Amsterdam aufgehalten haben. 

Op. 3. Cinq Sonates et un Divertisse- 
ment a V. & B. Amsterd. et Berlin, 
J. J. Hummel. 2 Stb. fol. [B. B. B. 



Lolli, Antonio. 



213 



Loilier. 



Wagen er. Musikfr. "Wien. Schwerin F. 
in Part. fol. 

— Oeuvre 3. Six Sonate a V. solo 
col B. Paris, La Chevardiere. fol. 
[Dresd. Mus. br. Mus. 

Fraglich ob dies dieselben Sonaten sind. 
Oe. 5. 6 Sonates p. Y. av. Bc. Paris, 
Menü. [Brüssel Cons. Musikfr. Wien. 

— 6 Son. pour le V. et B. Paris, 
Le Duc. fol. [br. Mus. 

Oe. 9. 6 Sonates p. Violon solo. Paris, 
Sieber. fol. [br. Mus. 

In Alard's Samlwk. die 6. Sonate daraus 
abgedruckt. 

Oe. 10. 6 Sonates p. V. et B. Paris, 
Sieber. fol, [besafs einst Leo Liepm. 

L'Ecole du Violon en quatuor. Ded. 
au Prince de Potemkiu etc. Violino I. IL 
Alto et Basso. Berlin et Ainst., J. J. 
Hummel. 4 Stb. fol. [B. B. B. Wa- 
gener. Proske-M. Paris Cons., Ausg. 
fraglich. 

— Ausg. von Andre. [B. B. 

— Ausg. mit op. 7 ohne Ort. [br. Mus. 

— Ausg. als op. 9 ä Mannheim, J. M. 
Goetz, 4 Stb. [Schwerin F. 

— Ausg. von Porro: L'art du V., ou 
Etüde pour apprendre ä jouer et ä se 
perfect. . . . Oeuv. posth. Paris, Porro. 
4 Stb. fol. [besafs einst Leo Liepm. 

Coucerto f. V. mit 2 V. Va. u. B. 
P. Ms. [B. M. B. Br. in Stb., Ms. Brüs- 
sel Cons. Ms. in Stb. 

Deux concertos p. V. principal. Paris. 
[Paris Nat. 

6 Sonates p. le V. et B. Grave Hu- 
bert5\ Paris, Huberty, P. fol. [B. M. 

Duo tres facile et curieux pour 2 V. 
Mayence, Schott fils. 1 Bl. fol. [B. 
Wagener. 

6 Sonates im Ms. in Stb. [Bräss. Cons. 

2 Sonate p. il V. solo c. B. Ms. [B. 
Lpz. 

Ms. Bibl. Mailand Cons: Trentasei (36) 
Capricci per Violino. 

In Deldevez Samlwk. 2 Sätze aus op. 3 
(Eitner 2). 

Fetis' Verz. seiner Werke lautet fast 
durchweg anders, worauf er es begrän- 
det, verschweigt er. 

Rangoni (J. ß.) gab heraus: Saggio sul 
gusto della musica, col carattere di tre 
celebri suonatori di V. Nardini, Lolli e 
Pugnani. Dvorno 1790. 8°. [Musikfr. 
Wien. 

In der Akademie filarm. zu Bologna 
befinden sich 4 Briefe an Fat. Martini 
vom Jahre 17,58 im Autogr. 

Lolli, Filippo. Gerber 2 sagt 



in vorsichtiger Weise, wahrschein- 
lich Filippo, der Sohn des Antonio, 
der sich 1792 als Knabe von 
8 Jahren zu Berlin und Kopen- 
hagen als Violoncellist hören liefs. 
1794 war er in Wien, 1799 er- 
schienen bei Artaria 12 Variationen 
f. Vcl. mit ß., als op. 2, die mut- 
mafslich von ihm sind. Fetis druckt 
den Artikel ab, macht aus 8 Jahren 
18 Jahre und lässt ihn 1773 in 
Stuttgart geboren sein. In Caen 
lebte 1822 ein Violoncellist M. Lolli 
und glaubt Fetis, dass dies mög- 
licherweise der obige sei. Das M. 
kann nur Monsieur bedeuten. Sit- 
tard 3, 137 verz. aber schon in 
den Jahren 1770/71 einen Sohn 
L.'s, der im Stuttgarter Orchester 
mitwirkte; das Instrument ist nicht 
angegeben. Wenn obige Angaben 
von Gerber richtig sind, so muss 
Filippo ein jüngerer Sohn Antonio's 
sein. 

Lolli, GrioseflFo Maria, aus Bo- 
logna, Tenorist am Salzburger erz- 
bischöfll. Hofe von 1724 — 1743, 
dann Vicekapellmeister u. Gesang- 
lehrer der Alumnen von 1744 bis 
1762. Am 28/2 1763 wurde er 
erster Kapellmeister und st. 1778 
(Peregrinus 94. 168. Jahn 1, 429. 
2, 307). 

Lolli (Loli), Liii^i Bielii, lebte 
am Ende des 18. Jhs. und scheint 
ein Violoncellist gewesen zu sein. 
Bekannt sind von ihm 

12 Variazioni per il Vcl. solo e Viola, 
composte dal Sigr. Luigi Bichi Loli per 
Uso d'Hmilton. Vienna, Traeg. [Dresd. 
Schwerin F. 

3 easv Divertimentos for Vcl. & B. 
London c. 1800. fol. [br. Mus. 

Loilier, M . . . soll sich nach 
dem Bologner Kataloge in dem 

Samlwk. Ant. Gardane's von 1543 a, 
Ausg. von 1553 ein Tonsatz befinden. In 
1543a steht aber Sohicr. Es ist fragUch, 
ob der Katalog von Bologna 2, 34ö den 
Namen richtig gelesen hat. 



LoUiet. 



214 



Lommatsch. 



Lolliet (Loelliet), Jacques, siehe 
Loeillet. 

Lomakiii, . . ., Lebenszeit un- 
bekannt, ist in 

B. Dresden, Ms. B 1249 (neuere Kopie) 
mit den Gesgen. vertreten: Nr. 53, Salve 
reg. 4 voc. Nr. 55, Adoramus 4 v. 
Nr. 56, Cor mundum 4 voc. 

Lomazzo, (xiovanni Andrea 

da, den 17. Okt. 1462 zum Orga- 
nisten am Dome zu Mailand ge- 
wählt (Muoni 25). 
Lombardi, Pier Francesco, 

städtischer Musiker in Lucca vom 
14/3 1710 bis zu seinem Tode am 
27/6 1732 mit 2,45 sc. mouatl. 
Gehalt. 1715 wurde sein Ora- 
torium 

„La morie di Sisara'' in Lncca auf- 
geführt (Nerici 210. 314. S. 331 schreibt 
er: die Bibl. Puccini's besitzt von Crio. (?) 
Franc. L. 4 Can taten f. 1 St., sign. 00. I). 

Lombardi, Prospero, aus Pie- 
raont, Contrabassist an der Kapelle 
zu Turin von 1773- 1785 mit 500 
Lire Gehalt (Ricordi 1891, 457). 

Lonibardini, Antonio, aus Mon- 
taguana. 1689 wurde zu Venedig 
seine Oper ,,I1 trionfo d'amore e 
di Marte", Text von Balli, auf- 
geführt. 

Lombardini, Maddalena, ver- 
heiratete di Simon^ Schülerin Tar- 
tini's als Violinistin, trat aber 
auch als Sängerin auf. In Italien 
schwang sie sich bis zur Rivalin 
Nardiui's empor, auch in Paris 
trat sie auf. Von 1774 ab war 
sie an der Pariser Oper als Sänge- 
rin engagiert und von 1782 an der 
Dresdner Oper (Wasielewski 1). 

Lonibardo, Bartolomeo, war 
um 1578 Kapellmeister zu Mes- 
sina; der Titelwortlaut heilst: „B... 
Lombardi Viri Nobilis Messanen- 
sis Cappellae Magistri". Er gab 
heraus: 

. . . Mottectorum. Liber See. cum 5 
vocibus. Ven. 1578 Angel. Gardanus. 
5 Stb. kl. C[u40. Dedic. dem Bischöfe 



verz. seine Stellung: 



Der folgende 



Riistico Tropeae, ohne Datum. 25 Gesge. 
[B. K. Hof b. Wien: B. 5a. 

Lombardo, Cico, ist nach 
Vogel 1, 370 derselbe wie Fran- 
cesc. Lanihardi. 

Lombardo, Uiovanni Vito, aus 

Bari 

ist durch einen 3stim. Gesang im 
Samlwk. 1574 Antiquis' p. 10 bekannt 
(Eitner 1). 

Lombardo, (xirolamo, ein Kora 
ponist des 16. Jhs 

Titel 

Autiphonarvm | Vespertinvm | Diervm 
Festorvm Totivs Anni | iuxta ritum Ro- 
maui Breuiarij iulfu Pij V. reformati, | 
nunc nuper pulcheiTimis contrapuntis | 
exoi'uatum atque auctuni. | A Revei'endo 
D. Hieronymo | Lombardo i Canonico Re- 
gulari fancti Spiritus prope Venetias. | In 
Tres Partes Distribvtvm, | quarum vna 
comiilecütur dies festos Domini, altera 
Proprium fanctorum, tertia Commune. 
Prima Pars. ] Cvm Privilegio, Et Licentia 
Svperiorvm. | Abbildung. | Impreffum in 
Coenobio Sancti Spiritus prope Venetias. | 
M.D.XCVil. I 

1 vol. in gr. fol. Chorbuch. Dedic. 
von Lombard.us im März 1597 in Venedig 
gez. Enthält 1. Rex pacificus. 8 voc. bis 
67 Bl. (verdruckt in 62) 17 Nrn. 

Secvnda Pars Bl. 1-134, 29 Gesge. 
Tertia Pars, Bl. 1-41, 9 Gesge. [Kgl. 
Bibl. Berlin. 

In der Nationalbibl zu Paris befindet 
sich noch das Werk: Contrapuncta in in- 
troitus Missarum quatuor vocibus. Ven. 
1617 Gardanus. Näheres fehlt mir. Fetis 
zeigt es nur in oberflächlicher Weise an: 
4 Messen zu 4 und 5 Stirn, mit Bc. Er 
bez. ihn als einen sicilianischen Kompo- 
nisten. Obiger Titel sagt davon nichts. 

Im Samlwk 1604 c befinden sich 2 
Madrig. zu 5 Stim. (Eitner 1). Vogel 2, 
479 zeigt dieselben Madr. schon im Samlwk. 
1598* unter Flaccomio: Le Risa an. 



Lombart, 

aus dem 



Anfange 



ein Komponist 
des 16. Jhs., 
der in Attainguant's Samlwk. 31 
Chansons ä 4 part. von 1529 mit 
einer Chanson vorkommt. Neu- 
druck von Export (M. f. M. 30, 9). 
Lommatsch, Magister Chri- 
stian Gottheit; geb. 7. Dez. 1735 
zu Lippen bei Meifsen, war seit 



Lommel. 



215 



Londicer. 



dem 3. Juli 17 SO Saperintendent 
zu Eckersberga bei Merseburg. 

Man kennt von ihm nur ein Lied auf 
den Kurfürsten Friedrich August lU. von 
Sachsen, abgedr. in M. f. M. 26, 103. 
"Weber benützte die Melodie teilweise zu 
dem Liede „Schlaf Herzenskindclien". 

Ein Lommatsch. Schüler von 
Ciirst. Ehregott Weinlig, war am 
Ende des 18. u. Anfang des 19. Jhs. 
Organist an der Kreuzkirche in 
Dresden (Viertelj. 10, 366). 

Lommel (Lomel, Lonniel), Je- 
haii, Sänger in der Kapelle Karl V. 
von 1509—17 (Straeten 7, 269). 

Lommer, M. Daniel, wurde am 
8. März 1666 zum städtischen Ka- 
pellmeister zu Frankfurt a^M. und 
zugleich zum Bibliothekar der 
Stadtbibliothek auf dem Kömer er- 
nannt (Eatsakten). 

Lonati, Angelo Maria, um 1623 
Musiker an der Kirche San Maria 
Maggiore zu Bergamo. Tarq. Me- 
rula widmet ihm 2 Madr. in seiner 
Ausspähe von 1623. 

Lonati, Carlo Ambrogio. detto 
il Gobbo, lebte am Ende des 17. Jhs. 
in Mailand als geschätzter Violi- 
nist. Er ist auch bekannt als 
Lehrer des Franc. Geminiani. Fetis 
und Clement verz. die Oper: Ari- 
berto et Flavio regi de' Lorabardi, 
die 1684 in Venedig aufgeführt 
wurde. Mir sind von ihm bekannt 
geworden: 

L'innocenza di Davide. Oratorio. Ms. 
P. von 1686. [Modena. 

79 Anetten und Duettini mit Bc. Mss. 
in Modena. 

Comiucia il cor, Cantata per il Sopr. 
e Contiuuo. Ms. P. [B. M. 

Dimmi, ö ciel se gioiro, per il Sopr. e 
Cent. Ms. 17 761 P. [Hofb. Wien. 

Mss. in Modena, 1 Cantata a voce sola 
c. Bc. 17. Jh. 1 vol. 5 Cantate in den 
28 Bänden Cantate. 

Sonata a Y. solo c. Bc. Ms. P. in 
Modena. 

12 Sonate a V. solo col B. Milano 
J701. Ms in qufol. [Dresd. Mus. 



Ms. Bologna (Kat. 3, 199, Duetti c. Bc.) 
Bl. 87 „La fortuna fa la ruota", per C. 
e B. c. Bc. 

Lonek, Alexander, ein Kom- 
ponist des 16. Jhs., der 

im Cod. 54, geschrieben im 16. Jh., 
der Cap. sistina mit einer Missa s. nomine 
5 voc. vertreten ist. Er wird dort als 
„Camerarius Illmi Priucipis Clevis'- bez. 

Londariti, Francesco (auch 
Lonndariti geschrieben), ein Mu- 
siker am baierschen Hofe um 1564 
(Titel). In den Akten des Kreis- 
archivs ist er bis jetzt nicht ent- 
deckt. Folgende Werke lassen 
sich von ihm nachweisen: 

1. Missa: Aller mi faut, 6 voc. Ms. 907 
B. Proske. 

2. Missa 8 voc. 3. Missa super Je 
prens en grez, 6 voc. Ms. 23, ein Chor- 
buch des 16. Jhs. in B. München. 

3. . . . Modiüationum 6 voc. quae vulgo 
Motecta voc. Lib. 1. Ven. 1.564 Fr. Ram- 
pazetus. 6 Stb. qu40. [Bologna: 6a. 

4. Modulationum quinque vocibus, lib. 1. 
Ven. 1566 Gardanus. 5 Stb. qu4". [Bibl. 
Haberl's. 

In den Samlwken. von 1566 a. cd. be- 
finden sich 4 Madrigale (Eitner 1). Ferner 
in Bonagiunta's 1. lib. de Canzon napol. 
3 V. 1563: Cosivachi ha Ventura. Trenta 
capilli. 

In Wolfenb., 2 Stb. fehlen, Ms. 293, 
3 Madrig. 

In B. Br. im Ms. 2 geistl. Gesge. 

Londee, Jonas, bekannt durch 
den Druck: 

Trogen ünterrattelse uti General-Basen. 
Stockholm 1739. 4". [Glasgow. 

Londicer, Ernst Johann, geb. 
1717 zu Stockholm, entwickelte 
sich schon im Alter von 8 Jahren 
zu einem so bedeutenden Musik- 
genie, dass er sowohl als Kompo- 
nist, wie als Virtuose die allge- 
meine Aufmerksamkeit auf sich 
lenkte. Nachdem er bis 1730 in 
Kassel Musikstudien gemacht hatte, 
wurde er nach seiner Rückkehr 
ins Vaterland als Organist an der 
Maria- Magdalenenkirche zu Stock- 
holm angestellt. Weitere Nach- 
richten fehlen (Gerber 2). 



Lonette. 



216 



Longuilis, 



Lonette, ... ein Pariser Ver- 
leger des 18.— 19. Jhs., der her- 
ausgab : 

Le poli Diamant. Recueil d'ariettes 
choisies des nieilleurs auteurs. 8". Kupfer- 
stich. [B. Wagener. 

Loiiff, Kog-er, Magister artiura, 
gab mit John Taylor heraus: 

Two niusic Speeches at Cambridge, 
spoken at public commenc. in the years 
1714 and 1730. London 1819. 8". fülas- 
gow. 

Long, Samuel, Organist in 
London, gewann 1765 einen Preis 
im Catch-Club. 

In Warren's Catches-Samlg. von 1763 
etc. befinden sich einige Glees und Catches 
von ihm. Ebenso besitzt die Bibl. des 
E. C. ofMus. unter 1376 den Einzeldruck 
von „May, the niother of love"'. In Long- 
man's Collect, of Catches Nr. 117 das 
Glee: Hush the God of love, 3 voc. 

Von einem um hundert Jahre älteren 
S. Lo7ig befinden sich 2 Avrs im Samhvk. 
Airs von 1676 b. Im R. C. of Mus. Ms. 1939 
das 3stim. Glee „Where'er you tread". 
Von wem die Piece in John Bland's 
Samlwk. 4 ist, bedarf der Untersuchung. 
Im Catch Club 3, ßd. 3 eine Piece. 

Longarini, GLimbattista, Le- 
benszeit unbekannt. 

In Bologna im Ms. ein Terzett aus 
dem Oratorium II figliuol prodigo: lo 
moro e piü nou reggo, con orch. F. 

Longastre, Amauryde, Sänger 
n. Kanonikus an der Kgl. Kapelle 
zu Paris im 16. Jh. mit 300 L. 

Gehalt (Castil-Blaze 292). 
Longtloii, Richard, war vor 

1784 Organist in Peterborough 
(England). West. 

Loiigenaw, siehe Laiigenaw. 

Loiigheval (Longueval, Lon- 
gauol), Sänger an der Kapelle König 
Louis XII. von Frankreich im An- 
fange des 16. Jhs. (Fetis). 

Petmcci und Attaingnant bringen in 
den Samlvvken. von 1514 und 1,534 m 
zwei Motetten zu 4 Stirn. (Eitner 1) und 
Ms. 58 der Magliabecch. zu Florenz Nr. 43 
die Passio Domiui 4 voc. Maldeghem 
teilt in seinem Tresor Bd. 1, Mus. pro- 
fane S. 33 eine Chanson ,,0 jours hcu- 
reux 4 part. unter dem Namen ^^van 



OngevaP'- mit und lässt sich vermuten, 
dass dies der obige Autor sein könnte. — 
In Bologna, Ms. Codex in kl. fol. von 
1518 (Kat. 3, 3) Bl. 62: „Alleregres. 
Canon. Uuus tonus plu ault", a 4 voc. 

Longi,Pietro (Petrus de Langhe), 
ein päpstlicher Sänger, der im Au- 
gust 1442 mit Pietro longi u. im 
Novemb. mit Petr. de langhe verz. 
ist. Es scheint, als wenn der in 
früheren Akten verz. Knabensänger 
Petrus^ im April 1441 als Petrus 
de Bomalia und im Okt. 1442 mit 
Longi benannt als Männerstimme 
in die päpstl. Kapelle aufgenommen 
worden sei (Viertelj. 1, 465. 3, 
223). 

Longin, siehe Consin, Conrad 
Georg de. 

Longinquis, siehe Longuilis, 
Lucas. 

Longuian & Broderip. Ver- 
leger in London im 18. — 19. Jh., 
gaben die Samlwke. heraus: 

A collection of catches, canons, glees, 
duets kc. selected from the works of the 
most eminent composers antient & modern. 

4 voll, in f|u4ö. 263 Nrn. mit 86 Autor- 
namen meist Engländern; siehe Kat. Kgsbg. 
S. 55 Samlg. 334. Die Textanfänge der 
Gesänge sind im Kat. bei den betreffen- 
den Autoren eingetragen. 

Ein anderes Samlwk. ist betitelt: 

Select Yoluntaris. Davon sind mir 
nur Book 2 bekannt; 10 S. Voluntaris. 
Enth. Orgel- u. Klavierpiecen \on Händel, 
Green etc. 27 S. — und Book 4, 12 
Yolunt. und Fugues, 35 S. [B. Wagener. 

. . . Pocket Companiou for the german 
flute , contaiuing . . a . . variety of the 
newest . . . Airs, Minuets, Marches. Duets 
and Songs . . . vol. 1. Printed by the 
Editors. qu4<'. [br. Mus. 

. . . Selection (second-fifth selection) of 
the most favorite Country Dances, Peels, 
&c. with their proper figures, for the 
harp, harpsich. and Violin . . . London . . . 

5 Bücher in quS«, fehlen 4 BU. [br. Mus. 

Longueval, siehe Longlieval. 

Longueville , Matthaeo Leo- 
nastro d. Neapolitano, ist Löwen- 
steni- 

Longuilis (Longinquis), Lucas, 
Altist von 1546—1548 in der St. 



Longus. 



217 



Loosemore, Henry. 



Peterskirche zu Eoni, dann in der 
päpstl. Kapelle (V^iertelj. 3, 277. 
Der Eintritt in die päpstl. Kapelle 
ist im Reg. von Haberl's Bausteine 
3 angezeigt). 

Loiiffus, Jobaiiiies, Conveutual 
und Kustos im Kloster St. Gallen, 
schrieb im Anfange des 16. Jhs. die 
Sequenz: „Ave verum corpus". 
Text und Melodie im dortigen 
Codex 546 (Schubiger 2, 24). 

Loiiniel, siehe Lommel. 

Loiizi, 3Iathias, Altist u. Ge- 
sanglehrer am Dome zu Salzburg 
von 1744—1755 (Peregrinus 168). 

Loo, Aloiiso de la, wird von 
Cerone als ein um seine Zeit be- 
rühmter Musiker genannt (Straeten 
8, 436). 

Loo, Jan ran (der), Sang- 
meister an St. Walburge zu Aude- 
narde von 1696—1699. Im Kata- 
loge der einstigen Bibl. der Kirche 
wird er auch als Komponist oder 
Sammler genannt (Audenarde 15. 
Straeten 1, 212. 1 a, 48). 

Loo, 3Iatliias ran, auch Wcmloo 
genannt, seit etwa 1556 Bassist 
in der Kapelle Philipp IL von 
Spanien und im Besitze der Prae- 
benden zu Gent und Roo in den 
Niederlanden. Er wurde der Her- 
zogin von Parma zur Disposition 
gestellt. Aus einem Briefe vom 
13/5 1569 geht hervor, dass er 
sich als Kgl. Sänger in Madrid 
befand. In einem Dokument von 
1567, in welchem ihm die Pfründe 
zu Gouda zugesprochen wird, heilst 
er Wanloo (resp. Yanloo). Bouwst. 
2, 108. Straeten 8, 16. 25). 

Loodi, ... ein Komponist des 
18. Jhs., ist 

im Journal 2, Airs frangais zu 1 Stirn, 
mit Bc. mit einem Air vertreten. 

Looiisuia, Stephan Theodor 
Tan, Komponist des 18. Jhs., von i 
dem ein alter Auktionskatalog an- 



zeigt: Musicaal A B Boek, of den 
Organist in syn leerjaaren, zijnde 
een kort begrip van de behande- 
lingvan het Ciavier. Fetis schreibt: 
Etienne- Theodore van Loosman^ 
Organist nnd Lehrer a/d. Schule 
zu Ylst (nicht Yest) in Friesland 
und führt obiges Werk mit der 
Jahreszahl 1760 an, ferner ein Te 
Deum f. Chor, Viool, Dwarsfluit, 
Vcl. en Bc. 1760. Gerber 1 und 
Marpurg 7, 469 geben dieselben 
Nachrichten unter richtigem Na- 
men. Beide oben erwähnten Werke 
sind nachweisbar: 

Muzieaal A. B.-boek, of den organist 
in zijn leei-jaren, zijade een kort begrip 
weg. de behandeling van het clauwier of 
elav-icimbaal-speel. Amstd. 1741 Olofszen. 
40. Mit Musikbeilg. [Ämst. 

Cantata oft beroemde Te Deum Lau- 
damus, in't Latyn en Neerduits, voor de 
viool of dwarsfluit en violoncel met bas- 
contj-n. Amst., Olofszen. kl. 4*^. [Amst. 

Loos, Johann Karl, um 1768 
Organist zu Tuchomierzicz in 
Böhmen, eine Residenz des Jesu- 
itenordens, starb als Schulrektor. 
Dlabacz und Gerber 2 führen von 
ihm mehrere Messen an. In Raud- 
nitz lagen auf dem Kirchenchore 
6 Messen, 6 Arien, 4 Litaneien, 
4 Ave regina und 4 Salve regina. 
Auch Operetten soll er geschrieben 
haben. Siehe auch M. f. M. 24, 
162. 

Loosemore, George, englischer 
Organist u. Komponist des 17. Jhs., 
wurde zu Cambridge Baccalaureus, 
später Dr. der Musik 1665, Orga- 
nist am Trinity College in Cam- 
bridge, später Rektor (Brown, Kat. 
Ely. Grove). In Ely der Gesang 
„Hear my crying". 

Loosemore, Henry, Bruder des 
George; Knabenchorsänger zu Cam- 
bridge, Laien-Vikar, Organist am 
King's Collegium ebd., wurde 1640 
Baccalaureus und starb im Jahre 
1670 (West). 



Loosjep. 



218 



Loqueville. 



An Kompositionen sind bekannt im 
Ms. 98 Tudway des br. Mus. Bd. 1—3 die 
Anthems: Put me not to rebuke; Glory 
be to God on higli und ein Service in Dm. 
— In der ßibl. Peterhouse in Cambridge 
im Ms. 11 Anthems, das eine sclieint 
Autogr. zu sein. — In einem Ms. des 
Dean und Chapter of Durbam, ein Orgel- 
bueh des 17.Jhs., worin auch ein L. ohne 
Vornamen vertreten ist. In der Kirche 
zu Ely .5 Anthems und 3 Services. Grove 
teilt noch mit, dass sich in Jebb's Choral 
Responses and Litanies Gescänge von ihm 
befinden. Grove hält Henry für den Vater 
und George für seinen Sohn; die Jahres- 
zahlen sprechen mehr zu Gunsten der 
Angaben Brown's, der sie als Brüder be- 
zeichnet. 

Loosjes, A. . ., ein Verleger in 
Haarlem des 18. — 19. Jhs. , gab 
heraus : 

Vriendenzangen tot gezellige Vreugd. 
qu80. [B. B. Amst. 

Loosmaii, soll Loonsma, St. 
Th., sein, von Fetis verstümmelt. 

Loi)at und Lopez, Duarte, s. 
Lobo. 

Lopez, Francisco Miguel, geb. 
zu Villaroya in Aragonien in der 
2. Hälfte des 17. Jhs., nahm 1684 
das Ordenskleid der Benediktiner 
im Kloster Monserrat in Catalonien, 
dessen Schüler er auch war und 
bekleidete daselbst eine Zeit lang 
den Kapellmeister-, später den 
Organistenposten, ging dann ins 
Kloster zu Madrid, dann zu Yalla- 
dolid. 

Man schreibt ihm die lateinischen Mu- 
siktractate „Exagoga ad musicam" und 
„Miscellanea musica" zu (Pougin, ohne 
Quellenangabe). 

Lopez, Peter, Discantist an 
der Hofkapelle in Wien mit 20 
Gld. monatl. vom 15. Aug. 1585 
bis 1590 (Köchel 1). 

Lops [Lobs oder Plehs^ wie ihn 
die Akten des Kreisarchivs in 
München abwechselnd nennen), Jo- 
hann Micliael , gestorben oder 
begraben am 28/4 1751 nach dem 
Totenregister der Frauenkirche in 



j München, wo man Lops liest, so- 

1 wie bei der Eintragung des Sohnes, 
der 1744 daselbst starb. Hier be- 
zeichnet sich der Vater mit Hof- 
und Stiftsmusicus. Schon am 27/8 
1726 enthalten die Akten des 

; Kreisarchivs eine Eingabe an den 
Kurfürsten, worin er sich als Bas- 
sist bez. Am 6/8 1778 wird er 
mit 199,30 Gld. pensioniert, nach 

j einem anderen Schriftstücke schon 
1777, doch wird er 1780 noch als 
im Dienst bez. 1765 trat er zum 

; Choralgesange über mit 152 Gld. 

' Gehalt. 

Ein anderer Lops^ der nur mit 
Plebs verz. ist, ist Anton. Er trat 
1761 ohne Gehalt als Violinist in 
j die Münchener Hofkapelle, erhielt 
' dann 1764 jährl. 100 Gld. 1778 
ist er 2. Violinist mit 285 Gld., 
erhält 1785 Zulage und geht am 
7/7 1790 ab. 

Ein dritter Lops., der auch Lobs 
und Plebs gez. ist, ist Joseph. Er 
war auch Violinist, trat 1768 in 
die Hofkapelle und erhielt am 1/1 
1771 einen Gehalt von 100 Gld. 
Am 23/10 1793 wird dem Kur- 
fürsten der Tod eines Joseph Lops 
gemeldet. Er wird hier wohl nur 
fälschlich als Sänger bez. 

Noch fand ich einen Joseph 
Anton Plebs., Violinist, der 1765 
Accessist an der Hofkapelle war. 

Loqueville, Mr. Richard de, Ka- 
pellmeister an der Kathedrale in 
Cambrai von 1412—1418 (Viertel- 
jahrsschrft. 1, 439). 

Im Cod. 37 des Liceo Bologna, Ms. 
des 15. Jhs. , befinden sich 1. Sanctus 
^^neus secundum loqneville. Sanctus, 
Sanctus, 4 voc. 2. Et in terra pax 4 voc. 
3. id. zu 3 Stim. 4. Patrem omnipotentem 
3 voc. 5. flos in divo are (per S. Ivo) 
3 voc. -- In B.Dresd. Ms. B 1249, 1 
unter Liqueville ein Stabat mater 3 voc. 
Im Codex 90 des Domkapitelarchivs zu 
Trieut (jetzt in Wien) ein 3 stim. Patrem. 



Lorandi. 



219 



Lorente. 



Im Codex 213 in Oxford Bodleian 
(siehe Stainer) die Gesge: Et in terra pax. 
Je vous pri que j'aye uu baysier. Pour 
inesdisans ue pour leur faulx. Puis que 
je suy amoureiix. Quant compaignous 
s'en vont juer. Qui ne veroit que vos 
doulx yeulx, alle zu 3 Stirn. 

Lorandi, Griovainii Alberto, 

lebte im Anfange des 18. Jhs. zu 
Brescia und 

schrieb für den Fürsten Ferdinande 
von Medici 1701 das Oratorium ,.Santa 
Maria Maddalena'' und 1709 ein Te Deum 
(Pougin). 

Lorazi, P. .., Gerber 1 sagt: 
ein jetzt lebender, beliebter italie- 
nischer Komponist, von dem in 
Deutschland die Operette: Der Ka- 
pellmeister aufgeführt wird. 

In Joh. Ad. Hiller's 6. Samlg. Arien 
und Duetten von 1780 ist auch L. ver- 
treten. — In der B. B. Ms. 13100 be- 
finden sich in P. 3 Motetti, 1. Exultabunt 
sancti 4 voc. 2 V. 2 Cor. Bc. 2. Quem 
vidistis (ebenso besetzt), 3. Rectus domi- 
nus 4 voc. e. Bc. — In Ms. 23 595 
Sanilbd. Part. Nr. 2 Te Deum laudamus 
4 voc. 2 Clarini, Tymp. 2 V. et Fondam. 
(gehörte einst Schicht). — Ms. 13 105 Der 
Kapell-Meister, Singspiel in 2 Aufz. Text 
deutsch von Bock. P. — Letzteres auch 
im Ms. P. in Darmst. 

Lorber, Johann Christoph, 

Ksl. gekrönter Poet u. Hofadvokat 
zu Weimar, geb. 19. April 1645, 
gest. 16. April 1722. Von ihm 
sind 2 Schriften bekannt: 

Joh. Kristof Lorber, Kaiserl. gekrönter 
Poet und Fürstl, Sachs. Weimar. Hof- 
Advocatus Ordinarius. Lob der Musik. 
"Weimar 1696 verlegt und gedruckt durch 
Joh. Andr. Müllern, kl. 8«^. 8 Bll. 112 S. 
[B. B. B. Hbg. Musikfr. AVien. B. Lpz. 
Brüssel. 

. . . Verteidigung der edlen Musik wieder 

einen angemas.sten Musik- Verächter, auss- 

gefertiget 1697. Weimar, Müller, kl. 8". 

• 40 S. [B. B. ß. Hbg. B.M. Musikfr. 

Wien. B. Lpz. Brüssel. 

Gegen den Rektor Gottfr. Vockerod 
gerichtet. 

Lorber, Joseph, Oboist an der 
Hofkapelle in Wien mit 41 GId. 
40 kr. von 1705 bis f 4. Mai 
1724, 42 J. alt (Köchel 1). 



Lorecht (Lauret) , Antoine, 
Glockenist zu Termonde um 1745 
(Elewyck 31). 

Lorelli, Filippo; 

in der Bibl. Turchini zu Neapel eine 
Messa a 4 voc. c. stroin. im Ms. P. 

Lorello, Onofrio, im Ms. 330 des br. 
Mas. 1 Motette. Gerber 2 schreibt unter 
Lorelli., . . . Vater und Sohn, und bez. sie 
als Komponisten zu Neapel, die 1791 das 
Ballet: Ruggiero e Bradamante auf die 
Bühne brachten. Es ist fraglich, ob da- 
mit die beiden obigen gemeint sein können. 

Lorena, Jachetto cli, lebte 
1491 am Hofe zu Mantua als 
Sänger. Vorher war er an 17 
Jahre am Hofe Alfonso's u. Ferdi- 
nando's von Neapel, ging dann 
um 1473 an den Hof zu Ferrara 
und errichtete einen Kirchenchor, 
blieb bis 1483 dort u. lebte noch 
im Jahre 1500 zu Mantua. (Da- 
vari 12). 

Lorente, Andres, nennt sich 
auf seinem theoretischen Werke 
von 1672: Natural de la villa de 
Anchuelo, Aryobispado de Toledo 
Gruduado en la facultad de artes 
por lo üniversidad de Alcala, Co- 
missario del Santo officio de la 
Inquisicion de Toledo, Racionero, 
j Organ ista de la Iglesia Magistrat 
de Justo, y Pastor de la Villa de 
Alcala de Henares. Nach dem 
Kirchenbuche ist er am 15. April 
1624 zu Anchuelo bei Toledo geb. 
(Gaceta music. de Madrid, April 
1855, von Eslava mitgeteilt). In 
Alcala studierte er und erhielt 
dann nach und nach obige Aemter. 
Sein Todesdatum ist nicht bekannt. 
Er zeichnete sich als Musikschrift- 
steller und Komponist aus. Be- 
kannt sind: 

El Porque De La Mvsica, En Que Se 
Contiene Los Qvatro Artes De Ella, Canto 
Llano , Canto De Organe , Contrapvuto, 
Y . . . composicion, por . . . Alcala 1672 
Nicolas de Xamares. fol. 695 S. [B. B. 
C, P. im gedr. Kai. S. 176 Beschreibung. 



Lorentz, Jatob. 



220 



Lorenzani. 



Glasgow. 



Hofb. ^leu. Brüssel. 



br. Mus. 
Bologna. 

— Ausgabe : Alcala 1699 Juan Fernan- 
dez. kl. fol. 695 S. mit Beisp. Hier giebt 
er über seine Person Folgendes an „Na- 
tural de la Villa de Anchuela, Ar^obispo 
de Toledo, Racionero", Organist und Pastor 
zu Alcala. [Dresd. 

B. M. besitzt im Ms. in P. 1 Magni- 
ficat 8 voc. — 3 Ave maris Stella 4 bis 
5 voc. — Conceptio gloriosae 6 voc. 

Lorentz, Jakob, Organist am 
Waisenbaiise in Hamburg um 1654 
(Mattheson 1, 396). 

Lorenz, . . . 

Bossler 9 teilt unter diesem Namen 
1782 eine Klavierpieee mit. In der B. 
Elbing Nr. 183 eine Partitur im Ms. mit 
Hymnen und Motetten von Lorenz. Jeden- 
falls sind dies 2 verschiedene Komponisten. 
In ß. Darmst. ein B. Lorenz mit Entre- 
acts Nr. 1. 2. 4—6. Ms. P. u. Stb. 

Lorenz, August Wilhelm, um 

1799 Lelirer an der Kgl. Real- 
schule zu Berlin, 

gab bei Eellstab in Berlin mehrere 
Balladen heraus, die in der Lpz. Ztg. 2, 
63. 3, 794. 39, 216 beui teilt werden. In 
ReUstab's Samlwk. Winterblumen unter 
Lorenz ein Lied. 

Lorenz , Johann Friedrich, 

gab heraus: 

8 Choral- Vorspiele componirt und gra- 
viert von . . . Sonder-sleben beim Ver- 
fasser. Halle bei der Eenger'schen Buch- 
hdlg. [Exempl. besitzt Herr von Werra 
in Konstanz. Man erfährt zugleich aus 
dem Titel seinen Wohnoii. 

Lorenz, Joseph, Contrabassist 
an der fürstl. Esterhazy "sehen Ka- 
pelle in Eisenstadt, st. 12. Okt. 
1817 (Pohl 3, 204). 

Lorenzani(o), Paolo, geb. zu 
Rom, gest. 1703, beerdigt am 13. 
Okt. zu Rom nach Fetis (nach 
Schilling am 29. Okt. 1713, sein 
Nachfolger am St. Peter war Tom. 
Baj. Auch Baini setzt die Jahres- 
zahl 1713). Ein Schüler Orazio 
Benevoli's, wurde darauf Musik- 
direktor an der Jesuitenkirche zu 
Rom (dies muss um 1675 gewesen 
sein, denn zwei Samlwke. aus 



diesem Jahre bez. ihn mit „maestro 
di capella de Gesü, e Seminario 
romano), dann an der Kathedrale 
zu Messina, worauf er nach Paris 
ging, in der Kgl. Kapelle zu Yer- 
sailles eine seiner Motetten vor 
dem Könige aufführte und von 
Louis XIV. beauftragt wurde fünf 
italienische Sänger in Italien für 
die Kapelle zu werben. Fetis bez. 
das Jahr 1679, in welchem dies 
geschah, jedoch die Airs Italiens 
von 1695 bez. ihn als „maistre de 
la masique de la feue Reyne". 
Später kehrte er nach Rom zurück 
und wurde Kapellmeister am St. 
Peter als Nachfolger von Franc. 
Beretta. Fetis giebt hier eine 
falsche Jahreszahl, denn nicht 
1664 starb Beretta, sondern 1694 
am 6. Juli und am 19. trat L. ein. 
Schilling ist hier genauer. Auch 
die Jahreszahl der in Paris er- 
schienenen Motetten ist bei Fetis 
falsch, denn nicht 1679 sondern 
1693 erschienen sie. lieber das 
Todesjahr habe ich keinen Nach- 
weis, aufser den, dass sein Nach- 
folger Baj am 19. Nov. 1713 ein- 
gesetzt wurde. Die Titel seiner 
Werke kann ich nur in abgekürz- 
ter Form geben, so wie sie mir 
durch Herrn Michel Brenet in 
Paris mitgeteilt worden sind: 

1. Motets a I. IL KL IV. V. parties, 
avec Svmphonies et Bc. Paris 1693 
Christpli. Ballard. 10 Stb. 4». 24 Gesge. 
[Paris Nat. Paris Genev. R. C of Mus. 
Upsala: 2. Dessus de Violon in 4". Dresd. 
Mus. 

2. Airs Italiens de Monsieur Lorenzani. 
Paris 1695 ib. [Paris Nat. 

3. Dimna, Oratorio, 1687. Ms. P. 
[Paris Mazarin. 

4. Cantates et airs Italiens in ver- 
schiedenen hds. Samlwken. [_Paris Nat. 

Ms. 57 des br. Mus., Bl. löb A pena 
dal Oriente, Gesang mit Instrum. — Ms. 64, 
fol. 107: Quanto poco durate, ein Gesang 
für 1 Stimme, transcribiert von Berenclow. 

Due pupille amo, Canzonetta di Sopr. 



Lorenzen. 



221 



Lorenziti, Antonio. 



c. Bc. Ms. iu Modena (soll mit Paolo 
Lorouzini gez. seiu. 

Im Samlwk. von lü75 ein Sstim. Gesg. 
mit Bc. (Eitner 1) und in Arm. Sileari's 
Sacri concerti 1675 der 2stim. Gesg. mit 
Bc: Nihil est sub sole quietum. 

Lorenzen, H . . . 

in der B. B., Ms. T 162 ein Gesang der 
Pen zu 4 Stirn, mit Pfte. Zeit unbekannt. 
Einen Lorenzen fand ich in einer Sub- 
scriptiousliste von 1783 verz., der sich 
Musiker iu Kiel nennt. 

Lorenzili, ... Yiolin- Virtuose, 
tritt im Konzert der Signora Molza 
am 6/9 1748 in Frankfurt a/M. 
auf (Israel 35). 

Lorenzini, . . . war in der 2ten 
Hälfte des 17. Jbs. Kapellmeister 
Louis XIY. von Frankreich und 
führte am 2.8. Aug. 1688 zu Chau- 
tilly vor dem Hofe die Oper „Oron- 
thoe'' auf (Pougin). Wahrscheinlich 
ist damit Lorenzani gemeint. 

Lorenzini dal liuto, diente von 
1570—71 dem Kardinale d'Este 
zu Tivoli und darauf dem zu Fer- 
rara als Lautonist (Valdrighi 12, 
51). Vielleicht ist es derselbe, der 
unter Laurenci?ms Moiiianiis hier 
verz. ist. In der B. B., Ms. Z 82, 
in einem Lautenbuche des 16. Jhs. 
ist S. 37 eine Piece mit „Tenore" 
überschrieben mit Lorenzino gez. 
Canal 47 schreibt „Lorenzino de 
lluto". Wather nennt ihn Lauren- 
cinus, der in Besardus' Thesaurus 
als vorzüglicher Lautenist gerühmt 
wird. Pietro della Valle nennt 
ihn ,,Cavaliere de liuto'''' und sagt, 
dass er Organist in Rom in vor- 
gerücktem Alter war, um etwa 
1571 in Diensten des Hofes zu 
Mantua stand und auch eine Zeit 
lang in Ferrara lebte. 

Lorenzini, Haimondo, in Rom 
geb., wurde 1751 Organist an S. 
Maria Maggiore zu Rom und am 
7. Sept. 1786 Kapellmeister an der- 
selben Kirche. Er starb Ende Mai 
1806. Im Ms. T76 fol. 13 der 



B. B. ist er als Kapellmeister von 
1786—1795 verz. (Fetis). 

Santini besats einst ein Requiem, 4 Mo- 
tetten, 1 Tantum ergo, 1 Salve reg. f. Sopr. 
u. Alt, nebst Chor und Orchester, sowie 
11 Sonaten f. Klavier und 6 Nocturus f. 
2 Klarinetten, 2 Hörn., Fag. und Serpent. 
Nachweisbar sind nur in Ms. T 76 fol. 13 
der B. B. Responsorii 3 vocum (ohne Bass). 
Ms. 3100 B. B. Nr. 8, Tantum ergo ä Sopr. 
solo et org. 22 BIL, Part, von Alfieri. 

Im Conserv. zu Paris im Ms., ohne 
Vornamen, 1 Sonate pour le clavicemb. 
In Venier's 20 Sonate per Cemb. 1 So- 
nate ohne Vornamen. 



Lorenzino. 



war um 1471 



Lautenist am Mailänder Hofe 
(Motta 45). 

Lorenzino Bolognese, wurde 
auf Kosten des Herzogs von Parma 
durch Fabrizio Dentice und Orazio 
della Viola in der Musik unter- 
richtet, trat dann in die Kapelle 
des Herzogs als Tenorist und Con- 
traltist ein, ging später in die Ka- 
pelle des Herzogs von Namur und 
nach dem Tode desselben in die 
zu Ferrara. Um 1586 befand er 
sich wieder zu Parma (Canal 43). 

Lorenzino Fiamengo, ein Schü- 
ler Cipr. Rore's, der in den Jahren 
1564/65 in Parma als Musiker an- 
gestellt war. Straeten 6, 159 teilt 
die Zahlungsliste mit, die Rore für 
seinen Unterricht empfing. 

Lorenziti, Antonio, der Sohn 
eines Musikers im Dienste des 
Prinzen von Oranieu im Haag, 
daselbst gegen 1740 geb., bildete 
sich unter Locatelli zum Violi- 
nisten aus und erhielt um 1767 
die Kapellmeisterstelle an der Ka- 
thedrale zu Nancy (Felis, der aber 
im Artikel Ant. Lacroix die Zeit 
von 1760 — 1770 angiebt; obiges 
Amt ist auch auf dem Titel der 
Sei Trietti angegeben). Fetis verz. 
7 Werke für Streichinstrumente, 
nachweisbar sind folgende: 

Nicodeme dans la lune, Comedie en 
3 actes. Ms. 944. fol. P. [Dresd. Mus. 



Lorenziti, Bernai'do. 



222 



Lorgnette. 



Sei Trietti per camera per 2 V. e B. 
Paris, Landini. 3 Stb. [B. "^'agener. 

Die Musikfr. in Wien besitzen von 
ihm: 1. Quartetto per 2 Y. Ya. Ycl. 
2. 6 Quartetti oe. 9. Paris, Heina. 3. La 
Canime per Y. avec acc. d'Alto e B. 

In Berlin K. H. im Ms. 5 Sinfonien in 
Stb. Obige 6 Quartetti, oe. 9, Paris, Heina. 
Stb., im Druclc. 

Lorenziti, Beruardo, Bruder 
und Schüler des Antonio, geb. zu 
Kirchbeim in Württemberg gegen 
1764, machte seine Musikstudien 
in Nancy, ging nach Paris, trat 
1787 ins Orchester der grofsen 
Oper als 2. Violinist und schrieb 
zahlreiche oberflächliche Violin- 
kompositionen. Fetis sagt nahe an 
150 Werke. Die National bibl. zu 
Paris besitzt von ihm: 

2. 1er Concerto a Y. principal, av. orch. 
Paris, Boyer. 2. 3 Sonates pour Alto av. 
acc. de B. ib. 3. 6 Duos p. Flute ou Y. 
ou 2 Y. ib. 

Principes ou nouvelle methode de mu- 
sique pour apprendre facilement a jouer 
du Y., suivis de 12 Duos progressifs. 
Paris, freres Gaveaux. fol. 53 S. [B. 
Wagen er. 

Loreuzius, Antonius, unbe- 
kannter Komponist, von dem 

das Conserv. zu Mailand im Ms. Due 
Duetti per Yiolino e Yiola in Esd. und 
Gd. besitzt. 

Lorenzo, . . . um 1474 Sänger 
am Mailänder Hofe mit monatl. 
8 Ducat. Gehalt (Motta 85). 

Lorenzo dalla Citara, am 11. 

Mai 1607 zum 3ten Organisten an 
S. Marco in Venedig gewählt (Caffi 
1, 35). 

Lorenzo da Firenze (Lauren- 
tius de Floreutia), Komponist des 

14/15. Jhs. 

Kompositionen befinden sich im Ms. 535 
Suppl. Nationalbibl. Paris u. im Ms. Cod. 
87 in der Bibl. Laurenziana zu Florenz, 
wo er M. Laurentius de Florentia genannt 
ist. Es sind vorhanden: 

Di riva in riva nii guidava amore (Cod. 
Laur. Bl. 51. Cod. Marucelliano C 155 
Bi. 54). — Non vedi tu, Amor, che me 
tuo servo, wie vorher Bl. 47 u. 53 (siehe 
M. f. M. 30 im Reg.). 



Lorenzo, Padre L ... da Gaeta. 

In der B. B. Ms. 17 226 ein Requiem 
a 2 T. e B. in P. Zeit unbekannt. 

In Mailand Cons: Tota pulchra a 3 voci 
con ström. Ms. P. 

Lorenzo da Lucca, siehe Do- 
rati, Lorenzo. 

Lorenzo delli Organi, Organist 
an S. Martine zu Lucca von c. 
1418 ab und wird am 25/5 1479 
zum letzten Male in den Akten 
genannt. Am 9. Febr. 1481 er- 
hält Turrentini den Posten und 
Lorenzo wird als verstorben be- 
zeichnet. Er war seinem Vater, 
über den die Akten schweigen, 
im Amte gefolgt, der also nach 
Matteo von c. 1401 — 1418 Orga- 
nist an S. Martine gewesen sein 
muss (Nerici 150). 

Lorenzoni, Dr. Antonio, ein 
Musiker, w^ahrscheinlich ein Flötist 
der 2. Hälfte des 18. Jhs., über 
dessen Leben nichts bekannt ist. 
Er gab heraus: 

Saggio per ben sonare il Flauto tra- 
verso con alcune notizie generali ed utili 
per qualuuque stromento, ed altre con- 
cernanti la storia della musica: opera del 
Dr. A. . . L. . . Yicenza 1 1 79 per Fr. Mo- 
dena. kl. 4P. 91 S. mit 4 Taf. Ba.siert 
auf Quantz' Flötenschule. [B. B. B. G. 
Bologna. Musikfr. Wien. 

Fetis zeigt irrtümlich eine Ausgabe zu 
Yenedig an, die schon Gaspari bestreitet. 
Die Dedication ist in Yenedig gez., wahr- 
scheinlich dem Wohnorte des Yerfassers. 

Loret, Giovanni, wurde 1451 
am Hofe zu Neapel als Sänger an- 
I gestellt (Valdrighi Memor. Acc. 
Modena 1884 p. 420). 

Loreto, Yittorio, Kastrat und 
Komponist, wurde am 23. Januar 
1622 in die päpstliche Kapelle 
aufgenommen. Ein interessanter 
Artikel über ihn im Lindner 2, 
43 ff. 

Lorgnette, La, de spectacle, 
par un journaliste (Fabien Pillet). 
Paris, Hollier an VIL, siehe Pillet. 



Lori, Anton. 



223 



Losi. 



Lori, Anton, Bassist zum Choral 
mit 152 Gld. Gebalt an der Hof- 
kapelle zu München seit etwa 1765. 
Am 23/10 1793 erhält er eine 
Gratifikation. 

— Joseph, ebd. um 1764 Con- 
trabassist (Kreisarchiv). 

Lorimiere, . . . Laborde teilt im 
3. Bde. seines Essai eine Chanson 
mit, S. 84, gez. mit 1744. 

Lorin gkhofer, Eitel Frietlridi, 
Bassist an der Hofkapelle in Wien 
mit 15 Gld. monatl. vom 1. Aug. 
1608 bis 30. Apr. 1619 (Köchel 
1). 1626 ist er an der dänischen 
Hofkapelle mit 300 Thh-. Gehalt 
angestellt. Die Akten ueunen ihn 
Loringhoff, E. Fr.; 1627 geht er 
wieder ab (Yiertelj. 9, 80). 

Lorino, Oirolamo, aus Chiari 
bei Brescia gebürtig, war um 1545 
nach Aarou's Lucidario Bl. 31 v. 
Kapellmeister in Brescia und ein 
berühmter Sänger al libro. 

Lorozo, . . . 

In der Stadtbibl. in Lpz. befinden sich, 
im Ms. in P. 1 Messe. — Quem vidistis 
pastores. — Exiütate chori. — Exul- 
tabunt sancti. Ich halte den Autornamen 
für verstümmelt. 

Lorradi, Vinccuzo, um 1726 
Hofmusicus in München mit 600 
GJd. Gehalt (Kreisarchiv). 

Lorret, N. . ., wird am 29. Nov. 
1684 zum „musicus in phonascum" 
an St. Donatien zu Brügge ernannt 
(Straeten la, 36). Das Amt eines 
Phonascus ist gleich dem eines 
Sängermeisters. 

Lortlie, Grabriel-Antoine de, 
Gesanglehrer zu St.-Deuis bei Paris, 
gab heraus: 

Moyens de rectifier la gamme de la 
musique et de faire chanter juste. Paris 
1791. 8". (nach Fetis). 

Lortin, Antoine, ein Kompo- 
nist aus der ersten Hälfte des 16. 
Jhs., ist im 

Samlwk. 1543 k mit einer 4stim. Chan- 
son vertreten (Eitner 1). Im Ms. 207 



Nr. 7 der B. M., 4 Stb. des 16./17. Jhs. 
die Chanson „Ce moys de may" 4 part. 
ohne Autor. Maier glaubt sie L. oder 
Godart zuschreiben zu können. 

Losa (Losius), Oiacomo (Jakob), 
ein italienischer Instrumentist, der 
am 8/12 1565 auf Lebenszeit a/d. 
Hofkapelle in Dresden angestellt 
wird. 1566 erhält er vom Kur- 
fürsten 50 Gld., um seine Schulden 
zu bezahlen. 1576 beträgt sein 
Gehalt 228 Gld. 12 gr. 1590 ist 
er mit gleichem Gehalt Instru- 
menten-Inspektor. Am 1/12 1593 
empfängt seine Witwe 20 Gld. 
ausgezahlt. (Im s. Staatsarchiv 
vielerlei Personalien über ihn. 
Fürstenau's Angaben 1, 35. 40. 
3, 201 Lpz. Ztg. 11, 77 bringen 
nur Einzelnes.) 

In B. Brieg ein Codex Nr. 9, Chorbuch, 
in Pergament von 32 Bli. vom Jahre 
1570, enthält eine Missa Quodlibetica sex 
vocum a Jacobe Losio composita An. 70. 
Auf dem Vorbl. der Namenszug des Her- 
zogs Georg zu Liegnitz und Brieg. 

Loschek, . . . um 1782 Musik- 
direktor am Theater in Prag (Rei- 
chard 1783, 274). 

Loseos, Francisco, Kapellsänger 
in Neapel als Herzog Alba daselbst 
residierte. Er empfing 1558 eine 
Zahlung von 4 Ducados 1 Carlin 
und 5 Granos (Viertelj. 9, 394). 

Lose, siehe Böse, Johann. 
Lose, Hieronymus Heinrich, 

um 1739 Eatsmusikus auf der Vio- 
ladigamba und Yioline in Ham- 
burg (Mattheson 1, 26). 

Loseau, J. Bapt., siehe Loyseaa. 

Losemeyer, . . . Lebenszeit 18. 
Jahrh. 

In der B. Wolfenb., Ms. 149 eine Sin- 
fonia in Cd. 4 Sätze f. 2 V. 1 Clari- 
nette, 1 Vcl. obl. u. B. 8 Stb. fol. Der 
Katalog Berlin K. H. nennt ihn Losen- 
mayer und verz. eine Sinfonia in B. Ms, 
in Stb. Dann unter Lausenmayer, J. . . 
eine Sonata f. V. Vcl. u. B. in" Ed. Ms. 
in Stb. 

Losi, Graf von, siehe Logi. 



Losio, Cipriauo I. 



994. 



Loth. 



Losio, Cipriano I., 

kommt iu Giulio Cesare Bianchi's Lib. 
2. de Motetti 1620 unter der Bezeichoung 
„M. R. P. Maestro Cipr. Losio" mit der 
Motette: Nescieus mater virgo, 2 voc. 
Nr. 3 vor. 

Losio, Cipriano IL, aus Cie- 
mona, ein Minoriter, um 1700 Ka- 
pellmeister beim Herzoge von Fer- 
rara (Luccliini 19). 

Losis, Pictro Maria, über- 
reichte 1591 dem Herzoge von 
Este zu Mantua eine seiner Kom- 
positionen (Straeten 6, 346). 

Losiiis, Jacobus, siehe Losa, 
Giacomo. 

Loss, Jalvob, 

Die B. Grimma besitzt im Ms. 49/50, 
8 Stb. des 16. Jhs. Nr. 123, Samlbd., die 
Motette : Reminiscere miserationum, 5 voc. 
Im Tenor gez: 21. Sept. 1594. 

Losse (Lessor), Johann, Can- 
toreiknaben- Praeceptor und Ex- 
penditor (Zahlmeister?) an der Hof- 
kapelle in Wien mit 10 Gld. mo- 
natl. von 1546 — 47 (Köchel 1). 

Losses, Johann Joachim. 

Die Bibl. Dresden besitzt im Ms. B 1030 
ein Lautenbucli, walirscheinlicb. des 16. 
Jhs., welches obigen Namen trägt u, aus 
103 Bll. in fol. besteht. Es ist fraglich 
ob der Name nicht nur derjenige des 
einstigen Besitzers ist. Siehe den gedr. 
Kat. p. 42. 

Lossius, Lucas, geb. 18. Okt. 
1508 zu Vacha in Hessen, gest. 
8. Juli 1582 zu Lüneburg; von 
1533 — 1582 Conrektor zu Lüne- 
burg. Bacmeister schrieb eine 
Lobrede auf iim „Oratio de Luca 
Lossio, in qua etiam mentio fit 
urb. Ehegii Herm. Tulichii, alio- 
rumque in urbe Luneburga prae- 
stantium virorum. Rostock 1585.^' 
40. (Junghans p. 7. 13. 19. 21. 
Gerber 2). Er gab heraus: 

Erotemata musicae practicae, ex proba- 
tissimis (piibusque huius duicissimae artis 
scriptoribus aecurate ... ad usum scholae 
Luneburgensis & aliarum . . . Item Melo- 
diae sex generum carmiuum usitatiorum, 
in primis suaues, in gratiam puerorum 



selectae . . . Noribg. 1563. Am Ende apud 
Job. Montauum & Ulr. Neuberum. 8". 
104 Bll. [B. A. B. Zw. B. Mainz. Bo- 
logna. B. B. B. M. Prag. Brüssel 
5273 in Kopie u. Druck. B. Lpz. 

— Ausg. von Christoph Praetorius Si- 
lesius. Noribg. 1570 Theod. Gerlatzenus. 
[B. G. br. Mus. B. Kgsbg. Dresd. Mus. 
Lund. 

— Noribg. 1568. [Hannover. 

— Noribg. 1574 ebenfalls von Chrstph. 
Praetorius herausgeg. 8". [B. M. C. P. 
siehe Kat. p. 178. 

— Noribg. 1579. 8». [B.M. B.Proske. 

— In B. Wolfenb. unter Christoph 
Praetorius ein völlig gleichlautender Titel, 
der aber Lossius nicht nennt: Ulissae 
1581. 6 Bog. in 4P. Fraglich wer der 
Autor ist. Vogel im Kat. giebt nichts 
Näheres an. 

— Noribg. 1583. 8°. [B. M. AVolfenb. 

— Noribg. 1590. 8". [B. M. 
Psalmodia, hoc est, Cantica Sacra, vete- 

ris ecclesiae selecta. Quo ordine et me- 
lodiis per totius anni curriculum . . . Cum 
praefatione Ph. Melanthunis. 

Noribg. 1553 ap. Gabr. Hayn, Job. 
Petrei Generum. kl. fol. 357 S. [Hofb. 
Wien. B.Weruig. B.M. B. Zw. 

— Witebg. 1561 haered. G. Rhau. 4». 
340 Bll. Genaueres bei Becker 4, 78. 
[B. Lpz. B. Kgsbg. Gotha. Lübeck. 
B. B. Heilbr. Kameuz. B. Br. Univ.- 
B. Erlangen. 

— Witebg. 1569 Schwertel. 4». 720 S. 
[B. L. B.N. Gotha. br.Mus. Kamenz. 
Hannover. Musikfr. AVien. 

— Wittebg. 1579 Ant. Schön, kl. 4P. 
7 Bll. 398 Bll. 5 Bll. [Hofb. Wien. 
B.Lpz. B.Hbg. B. B. Dresd. Hannov. 
Berlin gr. Kloster. B. M. Brüssel ib. 
mit 1580 gez. ? 

— 1595 Witebg. ap. Lehmann. 4*^. 
398 Bll. [B. Hbg. B. Zw. B. Gr. B. 
Wernig. B. L. 

— In B. B. Ms. L354 .,Animadver- 
siones in libro, cui titulus: Psalmodia . . . 
1561'', in Part. — Siehe auch bei Zahn 
Bd. ö und AVinterfeld 1, 308. 

Lossnitzer. Johann, siehe Löss- 
nitzer. 

Lossow, Oabriel, 1585 a/d. 
Hofkapelle zu Berlin angestellt 
(Friedländer Dokumente). 

Lot, F. . . du, siehe Dulot. 

Loth. Oratorio. Ms. P. [Mo- 
dena. 



Loth, . 



225 



Lotti, Antonio. 



Lotli. 



. ein Violoncellist im 



Theaterorchester zu Ronen, gab 
1783 „Recneil d'ariettes avec. acc. 
de guitare" heraus (Pougin). 

Loth, Urbaii, ist 1616 ff. an 
der Kathedrale zu Passau Organist 
(Titel) und bekannt durch 

Musa raelica. Coucertationes musicas, 
una, duabus ac tribus vocibus in onines 
totius anui occürrentes festivos dies con- 
tinens. Cum Bc. & generali Organe ap- 
plicato . . . Passaviae 1616 Tob. Nenninger 
&Conr. Frosch. 4 Stb. 4». 52 Nrn. [B.Frkft. 

Musa nielica continuata. Concertationes 
... 2, 3, 4, 5. 6 et 8, una cum Psahno 
Miserere mei deus 8 voc. continens. Cum 
ßc. ... Op. 2. Ib. 1619. 5 Stb. 4". 
45 Nrn. [B. Frkft. 

In alten Sanilwk. 52 Gesänge (Eituer 1). 

In Modena befindet sich unter dem 
Namen Lotli ein Ms. betitelt: Tratteni- 
nienti da camera a V. e Yiolone c. Bc. 
per il Cembalo, 6 Nrn. Es ist sehr frag- 
lich ob dies dem obigen angehört. 

In B. Br. im Ms. 1 geistl. Gesg. lat. 
und deutsch. 

Lothin, Joan, Sänger an der 
Kgl. Kapelle in Neapel 27/10 1480 
(Straeten 4, 29). 

Lotichius, Jacobus, lebte im 
17. Jh. und gab heraus: 

Oratio de Musica. Dorpati Livonorum 
1640typis Acadeni. AP. fbr.Mus. Glasgow. 

Lotinus, Johann, Cantorei- 
knaben-Praeceptor an der Hofka- 
pelle in Wien mit 12 Gld. monati. 
vom 1. Dez. 1570 bis f 10. Mai 
1598 (Köchel 1). 

Lotten, Jan, aus Leyden, ist 
am 10. März 1770 als Musicus an 
der Universität zu Leyden einge- 
schrieben (Bouwst. 3, 9). 

Lotter, eine alte verdienstliche 
und umfangreiche Druck -Verlags- 
anstalt von Musikalien in Augs- 
burg. Der Gründer war Johcmti 
Jakob ^ den ich schon mit der 
Jahreszaiil 1726 fand, seine Erben 
zeichneten von c. 1741 ab, dann 
heilst die Firma J. J. Lotter von 
etwa 1764 ab, 1788 J. J. Lotter 
& Sohn bis 1794. Weiter reichen 

Rob. Eitner's Quellen-Lexikon. Bd. 6. 



meine Einzeichnungen nicht. Fol- 
gender Druck trägt keinen Autor- 
namen, ich setze ihn daher unter 
den Verleger: 

Rudimenta panduristae, oder Geig-Fun- 
damenta, wormnen die kürzeste Unter- 
weisung für einen Scholaren . . . Augs- 
burg 1770 J. J. Lotter. 4». 48 S. [B.M. 
Brüssel von 1766. 

Siehe auch Manuductio ad Organum von 
1748 bei Lotter's Erben. [B. B. B. M. 

Lotther, Melchior, Verleger 
in Leipzig, gab heraus: 

Hortulus musices praclice omnibus 
divino gregoriani concentus modulo se 
oblectaturis tarn jucundus quam proficuus. 
Lipsiae 1517. 4». [Brüssel 5949. 

Lotti, Antonio, über seine Ge- 
burt herrscht völliges Dunkel, man 
glaubt, dass er um 1667 zu Han- 
nover geboren ist, wo sein Vater 
Matteo Kapellmeister war, er selbst 
bez. sich als einen Venetianer. L. 
kam in jungen Jahren nach Ve- 
nedig u. wurde Schüler von Giov. 
Legrenzi. Seit 1687 soll er als 
Sänger am S. Marco angestellt ge- 
wesen sein, sicher ist erst die An- 
stellung als 2. Organist daselbst, 
die am 31. Juli 1692 erfolgte. Am 
17. Aug. 1704 wurde er erster 
Organist und am 2. April 1736 
Kapellmeister mit 40 Duk. Gehalt. 
Im Jahre 1718 am 26. Sept. schloss 
der Kurprinz von Sachsen mit Lotti 
einen Kontrakt ab, nach dem er 
auf 3 Jahre in Dresden die ita- 
lienische Oper leiten und einige 
Opern schreiben sollte, zugleich 
wurde seine Frau an der Oper 
angestellt. Nach Ablauf des Kon- 
traktes ging er wieder in seine 
Stellung in Venedig zurück (s. 
Staatsarchiv). Er starb am 5. Jan. 
1740 zu Venedig, 73 Jahr alt 
(Caffi 1, 57. 331. Fetis nach Caffi). 
Lotti schrieb an 19 Opern und 
andere weitliche Gesänge, doch 
liegt sein Schwerpunkt in seinen 
geistlichen Kompositionen, beson- 

15 



Lotti, Antonio. 



226 



Lotti, Antonio. 



ders in denen, wo er die Schreib- 
und Enipfindungs weise des 16. Jhs. 
in gelungener Naclibildung zu er- 
reichen bestrebt ist. Seine Briefe 
in der Angelegenheit seiner ihm 
von Giov. Bononcini gestohlenen 
Madrigale sind in Chrysander's 
Händel 2, 294 ff. u. 303 zu finden. 
H. Bishop gab die Briefe an die 
Akademie of aucient musick ge- 
richtet 1732 in London heraus. In 
La Mara's Brief-Samlg. 1, 137 sein 
Testament. Fürstenau 2 b, 108 ff. 
ein Verz. seiner Werke in Dresd. 
nebst Urteil über die Oper „Giove". 
Urteil in M. f. M. 16, 49. — Seine 
Werke haben sich sehr zahlreich 
erhalten. 

1. Oeistliclie KnmjMsitionen. 

Autogr. in B.B: 1. Messa ä 3 voc. 
(2 T. IB.) Am. P. 2. Fra queste vi 
sono, Cantata per Sopr. c. 1 V. ed 1 Vcl. 
P. 22 S. 3. Nos auteni gioriari 4 voc. 
P. 6 S. 4. Autogr. Grasnick: Missa 4 voc. 
c. 2 ström. P. 

lu Kopie: Messen, Ms. 13163: M. in- 
tiera 4 voc. 13160: Missa ä 3 cori c. 
strum. (Tromba, Ob. 2 V. Va. 3 Pos. Bc.) 
Ms. T72, Messe in P. 13162 Samlbd. M. 
in F. 4 voc. c. Bc. P. Ms. W 90. 91: 

8 Messen zu 4 Stirn, in P. — Messeuteile 
in W90. 91. Ms. 173. 13161 (besonders 
wertvolle Kopie, da ein Teil von Seb. Bach 
[40 S.] kopiert ist) 22 102. L 319. 76. 5.56. 

Magnificat, Miserere, Offertorien, Psal- 
men u. a. in Ms. W 90. AY 91. W 37. 
13172. 13171. W76. 13173. 62. 11670. 
1451. 13176. 13177. 13174. 13170. 13162. 
13175. 13179: 37 Arien aus Oratorien 
von älterer Hd. in P. 13180. 

Mss. in B. Joach. Messa 4 voc. e ström. 
in 3 Kopien (353. 354. 484). Miserere 
4 voc. 5 Instr. et Bc. P. 

Berlin Kircheninst : Missa a T. B. Bc. 
Ms. P. S. 84—100. 

Miserere mei, 4 voc. 2 V. 2 Viole, Org. 
Ms. P. 51 Bll. 

Sinfonia dell'opera Terza di S. Cassano. 
Ms. P. von 3 — 4 Systemen, 3 Bog. in 
qufol. 18. Jh. 

Breslau Kircheninst: 3 Missae 4 voc. 
a Capeila, Eegina coeli 4 v. (1734), Gloiia 

9 V., Crucifixus 8 et 10 voc, Vere lan- 
guores 3 v., Madrigale zu 4 St., 2 Mot. 
zu 4 St. mit Instr. Ms. P. Bd. 50 und 



149. 4 Missae a 4, quinti toni, a 4 c. 
Strom., a 3 (A. T. B.), a 2 voci (T. B.). — 
2 Miserere a 4, 2 Benedictus a 4, Salve 
regina 4 v., Beatus vir 4 v., Canteraus 
Domino a 3 (A. T. B.). Ebenso in Bd. 151. 

Mss. in B. M. 11 Missae a capella 
(4 voc.) in P. Requiem in Fd. 4 voc. 
Messenteile mit Orch. in P. Psalmen, 
Motetten u. a. in zahlreichen P. vorhanden. 

Mss. in B. Dresd. 5 Crucifixus, 1 Re- 
quiem, 1 Miserere und 4 andere Gesge. 
Siehe Kat. 

Mss. in B. Kgsbff. Messa e Maguific. del 
5. tuono 4 V. Miserere in Dm. Cruci- 
fixus 6 V. 11. a. siehe Kat. 

Ms. in Wolfenh. Nr. 150, Part, zu der 
Mot. Beati amoris, Sopr. c. ström. — 
Ms. 301, P. Bl. 120, Duetto „Quella 
destra" c. 2 V. Va. e B. 

In B. Dresd. Mus. 2 Messen im Autogr. 
A217m ä 3 voci (A. T. B.) e Cent, und 
A 2171 M. del 5to tuono ä 4 voci. A 217 b 
Kyrie et Gloria ä 3 cori = 13 Stim. mit 
2 V. Ob. 2 Violen u. B. A217c Missa 
sapientiae (K. et Gl.) 5 e 6 voc. 2 V. 
2 Viole 2 Ob. Tromba sola e B. A217i 
Messa del 6. tuoni 4 voc. A217d Credo 
a 4 c. str. mit dem 12 stim. Crucifixus. 
A217e Miserere 4 voc. A217k Miserere 
8 V. A217n 2 Benedictus et Miserere 
von 1733 in F. und C. 217 o neben 

1 Beatus vir, Salve reg. u. Ave regina 
zu 4 Stim. ein Magnificat 4 voc. von 
1720. A2r7 2 Salve reg. f. Sopr. solo 
c. 4 Instr. u. A. solo c. 2 Instr. A217h 
Laifdate Dnum. 4 voc. c. ström. A 215. 
215 a. 215 b Requiem a 5 v. c. ström, in 
P. u. Stb. A 216 Confitebor 4 v. c. ström. 
A217f Dixit a 5 v. c. ström, in Dd. 
A217g Laudate pueri 3 voc. c. 2 Ob. V. 
A. e B. Part. 

Im Archiv der kafh. Kirche xu Dres- 
den, Schi'auk 2: Requiem 4 voc. c. 2 V. 
Va. Tromb. Org. 2 Kyrie et Gloria 4 voc. 
c. 2 V. Va. Org. Credo ebenso. Dixit 
Duus. 5 voc. 2 V. Va. Tromb. Org. Lau- 
date pueri 2 Sopr. e B. c. 2 V. Va. Org. 
Laudate Doiuinum 4 voc. ebenso. Credidi 
4 voc. a CapeUa c. 2 V. Va. Org. 

Eofb. Wien Ms. 15602 von Haiiber 
gesammelte Part: 4 Messen u. 6 andere 
Gesge. zu 3 u. 4 Stim. mit Orgel. 

L'Umilitä coronata. Oratorio in 2 part. 
von 1714. Ms. 17 671/72. P. 

II voto crudele. Oratorio ä 4 voc. in 

2 part. 1712. Ms. 17 695. P. 

4 Missae zu 3 u. 4 St. mit Instr. Ms. 
15990. 16470. 16687. P. 

Messa a 4 voci a capella del S^o tuono. 
Ms. 16698,17. 



Lotti, Antonio. 



227 



Lotti, Antonio. 



3 Crucifixus a 6, 8 et 10. In terra 
pax 14 voc. Ms. 16687. P. 

Dies irae 5 voc. c. instr. Ms. 15989. P. 

Offertorium in Em. zu 5 St. u. klein. 
Oich. Ms. 17 935. P. 

Mss. Musik fr. Wien, im Autogr. 1. Missa 
in C a 3 voci (A. T. B.) c. ström. '^. Missa 
in F a 4 voc. c. org. P. — L'umiltii co- 
ronata in Ester, Orator. in 2 p. (Pietro 
Pariotti) ao. 1721. P. — II voto crudele, 
Orat. a 4 voc. parte I. P. Missa in Dm. 
f. T. B. u. Org. P. — Dixit Dnus. 8 v. 
c. Strom. P. — Missa in C a 3 voci senza 
ström, ed organo. Ms. quful. P. Magni- 
ficat 4 voc. c. org. P. 2 Crucifixus mit 



lt?zu8St. 1. g-^-^^-^H=g:L^^|| 



2. 




-h&r\ 



Nr. 1 gedr. bei Bote & Bock. Ad Do- 
minum ciun tribularer 4 voc. P. Magnus 
Dominus 4 voc. P. Asperges 4 voc. P. 
Spirto di Dio, Madrig. 4 voc. P. 

Ms. B.Brüssel 1837: Benedictus e 
Miserere I e IL 1733. Laudate pueri 
a 3 c. ström. Salve 4 v. Vere languores 
4 v. Messa de Requiem a capella 4 v. 
Messa del 5. tuono 4 voc. Laudate pueri 
a 2. Beatus vir 4 v. Messa a 2. Kyrie 
a 3. Ms^ 1842 eine Messe. 

Ms. 1<44 in B. C.ofMus., Motette f. 
Sopr., Orgel u. 2 V: Columbae innocentes. 

Ms. 314 im br.Miis: Missa 5 voc. c. 
instr. Ms. 315 vier geistl. Gesänge. 

Mss. in B. Wagener 1. Missa 6. toni 
a 4 V. P. 2. Missa quadrages. ex C. ä 3 
& 4 V. c. org. P. 3. Missa in canone ä 
4 V. P. 4. Missa ä 4 capella. P. 5. Offer- 
torium 5 V. 2 V. 2 Ob. Fag. Contrab. u. 
Orgel. P. 

Ms. 21 in Brüssel Cotis: Miserere mei, 
Ps. 50, 4 VOC. qu4<'. Ms. 167, Messa 
breve con i ström. P. qu4". Ms. 630, AI 
pie d'un colle ameno, Cantata per Sopr. 
c. Bc. qu40. Die übrigen Mss. sind sehr 
fraglich. 

2. Weltliche Ocsangs - Kompositionen. 

Alessandro severe. Dramma per mus. 
in 3 atti. Venetia 1717. Poesia del Zeno. 
Ms. B 432. P. qufol. [Dresd. Mus. Ms. 
13200 P. in B. B. 

Ascanio overo gl'odi delusi dal sangue. 
Opera, Dresda 1718. Ms. B 433 u. 434, 
P. in 3 Akten, in 434 ohne Recitat. [Dresd. 
Mus. 

Costantino, Dramma p. mus. in 5 atti. 
Vienna 1716. P. 5 voll. M.s. 17 993. 
[Hofb. Wien. Musikfr. Wien. 

Foca Teofania & Cudosio (Foco superbo) 



Drama per Musica di A. M. Luchini. Ve- 
netia 1716. Ms. B438, Dresd. Mus., P. 
m 3 Akten nebst gedr. Textb. 

Giove in Argo, Melodramma pastorale 
rappres. alla regia Elettorale Corte di 
Dresda, Anno 1717. [Ms. B 4,35, Dresd. 
Mus. P. in 3 Akten. In Ms. B 436 noch 
einmal ohne Recitative. B. B. Ms. 13201: 
Opera in 3 atti. P. B. M. 

Griletta e Serpillo, Intermedio 1. 11. IIL 
Ms. B245, Dresd. Mus. P. Dabei unter 
demselben Titel 3 andere Intermedii f. Alt 
u. B. qufol. 

Intermedii . . nell'opera d'Achille Pla- 
cato, Ms. P. qu4o. [Brüssel 2567. 

Irene Augusta, Opera, 1713 zu Vene- 
dig aufgef . 7 Arien in Ms. B 38. [Dresd. 
Mus. 

Joca superbo, Opera, 1716 in Venedig 
aufgef. 3 Arien in Ms. B 38 fol. 75. 
[Dresd. Mus. 

Polidoro, Opera, 1714 in Venedig auf- 
gef. 5 Arien im Ms. B 38 fol. 82. [Dresd. 
Mus. 

Teofane, Drama per musica. Dresda 
1719. Ms. B437, Dresd. Mus. R in 3 
Akten nebst Intermezzi. Textbuch im 
Druck vorhanden. 

II Tribute delii Dei, per il Banchetto. 
A 4 voc. 1736. Ms. P. [B. M. 

AuTser den eben angeführten Opern 
werden in Verz. noch folgende erwähnt: 

Achille placato von Rizzi, Ven. 1707. 

Ama piii chi men si crede von Sil- 
vani, Ven. 1709. 

II Commando non inteso ed ubbidito 
V. Silvani. Ven. 1710. 

La forza del sangue v. Silvani, Ven. 
1711. 

Giustino 1683. 

L'infedeltä punita v. Silvani, Musik 
von Polarolo u. L. Ven. 1712. 

Isaccio tirrano v. Briani. Ven. 1710. 

Porsenna von Pioveue, Ven. 1712. 

Sidonio von P. Pariati, Ven. 1706. 

Teuzzone von Zeno, Ven. 1708. 

Tirsi 1696. 

II tradimento fortunata in amore v. 
Piccioli, Ven. 1711. 

II tradimento traditor di se stesso v. 
Silvani, Ven. 1711. 

II trionfo deU'innocenza von Cialli, 
Ven. 1693. 

II Vincitor generöse von Briani, Ven. 
1709. 

Kantaten. 

Mss. in B. B. 1100 Samlbd. Cantata 
Chari Zephyri fontes, Sopr. 2 Ob. 2 V. 
Violetta e Bc. — Ms. 13210, 24 Kantaten 
mit Italien, weltl. Texten f. 1 Solostim. 

15* 



Lotti, Antonio. 



228 



Loüet. 



mit 1, 2 bis 3 lastr. u. Bc. — Ms. 13211 
Cautate (20) f. Sopr. Lib. 1 mit Bc. 

Ms. in Dresd. Mus. B 101 a 4 Cantate 
1. Occhi verri pupillo S. 95 k Sopr. col 
B. 2. Me forza di nioiir fillide, ä Sopr. 
c. B. 3. In alta Rocca ove, ebenso. 4. II 
mio cor nou ha riposo, ebenso. P. B 74 
Nr. 13, Usignolo tuci, ebenso. B438a 

1 Cautata a Sopr. col B: Sü i smeraldi 
ridenti, S. 17. 

In Hofb. Wien, Ms. 17 638 zwei Can- 
tate, 1. Giä di giubilo. 2. Tuonava il 
bronzo, in Venedig aufgeführt. — Ms. 
19267 Le Stelle fortunate, Cant. ä 2 voci, 
für Venedig komp. P. 

Im br. Mus. Ms. 350, 351 u. 358 vier 
Kantaten. 

In Bologna: Cautata, E pure un dolce 
dardo a Sopr. col. B. — In einem anderen 
Ms. Kat. 3, 200: 1 Arie u. 1 Cantata. 

In B. Eostock im Ms. die Cantata: Dove 
sei dolce mia vita per Sopr. ed Alto c. 
accomp. und 6 Arien mit Instr. in Stb. 

Ärieu. In B. B. Ms. 11500 Samlbd. 
P. Nr. 8 — 29 befinden sich 23 Arien mit 
Instr. Im Autogr. 8 Arien f. Sopr. mit 
Bc. Ms. 21206 Nr. 9 u. 12 zwei Arien. 

In Dresd. Mus. in Ms. B 424. 439. 937. 
938. 46 Arien in P. aus Opern. 

In Cambridge FW. Ms. 54 u. 56 ein 
Duett, 1 Terzett, 2 Madr. und 2 Arien. 

Duetti (12), Terzetti (4), Madrigali (2 ä 
4 e 5 voci) ded. Gioseppe I. Imperatore. 
Ven. 1705 Ant. Bortoli. gr. fol. 140 S. 
18 Nrn. [Hofb. Wien und im Ms. 18776. 
B. Wagener. Musikfr.Wien im Ms. 19 Nrn. 
dabei noch Quartetti und Quintetti. B. B. 
im Druck und Ms. 13215. Neapel Turch. 
im Ms. Dresd. Mus. im Druck. Bologna. 
Göttweih. Eiusiedeln. Brüssel Cons. 

B424. 439. 937. 440 a Duetti, Cori, 
Madrig. im Ms. [Dresd. Mus. 

12 Duetti c. Bc. P. Ms. [B. M. 

12 Madr. a 2 voci, 4 Terzetti und 

2 andere Gesge. Ms. 316. [br. Mus. 

3 Duetti ä 2 Sopr. in P. Ms. T 104. 
[ß. B. 

2 Arien mit Instr. Ms. [Sondershausen. 
Madrig. a 4 voc. 1736. P. in Ms. 

W 12. 35. [B. B. 

Terzetti, Quaitetti e Quintetti 1705. 
Ms. 13 215 a. P. [B. B. 

Madrigale a 4 voci si esegiüva aUa 
partenza del Bucentoro (Spirto di Dio). 
P. 8 Bll. Ms. 17 032. [Hofb. Wien. 
Dresd. Mus. Ms. B440a. 

3 Madrigali 3 und 4stim. in P. Ms. 
[B.M. 

Madrigali 4 voc. Ms. 17032. [Hofb. 
Wien. 



Madrigali a 3, 4 e 5 voci im Ms. [B. 
Bi-üssel 2291. 

Madrigal : In una siepe 5 voc. [R. C. 
of Mus. 1492.] Dies ist das Madr., wel- 
ches Giov. Bonnoncini als das seinige 
ausgab. 

Ms. T 7. 16. 26. 53. 90. 95. 121. 132. 
136. 146. 148. 174. 179 allerlei Gesge. in 
P. [B. B. 

Zahlreich sind die Veröffentlichungen 
in neuen Ausgaben (Eitner 2). Man füge 
noch hinzu 1. La vita caduca und Spirto 
di Dio, 2 Madr, ä 4 e 5 voci, Milane, 
Ricordi. — Siehe auch Bishop und Aless. 
Parisotti's Arie antiche (Mil. , Ricordi). 
In G. Schmitt's Anthologie Bd. 7 ein Ton- 
satz. In Latrobe's Samlwk. 4 Chöre. 

Trio (in F.) per il Viola di Gamba, 
Fl. trav. e Cembalo. Ms. Stb. [Brüss. 
Cons. B. B : Trio a flute trav. Hautb. 
d'Amour et B. Ms. P. 

Sonata a 2 Hautbois, Bassone e Vio- 
lone Basso. Ms. P. u. Stb. [Darmst. 

A Sonata for Violin, Tenor et Basso. 
Ms. 3 Stb. Gd. [Berlin Th. 

Lotti, Francesco, Stadtmusikus 
iu Lucca vom 20/3 1686 bis zu 
seinem Tode im Aug. 1702 (Nerici 

209). 

Lottin, Yeuve (Wittwe), Ver- 
legerin in Paris, gab heraus: 

Nouvelles Poesies, spirituelles et mo- 
rales sur les plus beaux aires de la mu- 
sique fran9.ais et italienne avec la basse. 
On y a Joint de fables choisies dans le 
goüt de M. de La Fontaine. 1752. 2 
voll, in r[uer4". 8 Samlg. [Kat. Liepm. 

Lottin, Denis, geb. 19. Nov. 
1773 zu Orleans, gest. ebd. 1826, 
bildete sich unter Fridzeri und 
Grasset zum Violinisten aus und 
wurde 1805 zu Orleans im Theater- 
orchester angestellt, sowie er die 
Liebhaberkonzerte dirigierte. 

Fetis verz. von ihm Symphonien, Kon- 
zerte f. V., Duos, Sonaten u. a., die in 
Paris erschienen. Seine Principes ele- 
mentaires de musique et de violon, Paiis, 
Leduc, besafs einst Liepm. In der B.M. 
6 Duos pour 2 V. oe. 17. Mayence, 
Schott fils. 2 Stb. 

Loüet, Alexandre (fälschlich 
in Lexika unter Louvet, Louette 
gestellt), geb. um 1753 zu Mar- 
seille, gest. um 1817 zu Paris. 



Louis, Madame. 



229 



Louis Ferdinand. 



Betrieb die Musik nur als Dilettant 
und schrieb Operetten, die in Paris 
aufgeführt wurden. Erst während 
der Revolution zwang ihn die Not 
die Musik als Broterwerb zu be- 
nutzen und griff er sogar zum 
Instrumentenstimmen. Fetis sagt, 
dass er ihn kannte und seine 
traurige Lage bedauerte. 

Er gab Sonaten, Romanzen u. a. her- 
aus. Seine ,Jnstructions theoriques et 
pratiques sur Taccord du pfte. ; ouvrage 
qui apprendra en tres-peu de temps aux 
personnes les moins exercees h accorder 
parfaitement cet iustmment. Paris, Leduc, 
an VII (1798 99)." S«. 64 S. u. 2 Tai, 
besitzt das Conserv. zu Brüssel und die 
Musikfr. in Wien. 

In Berlin K. H. unter de Lonct ein Bd. 
Romances fran(,-aises im Ms. 

Louis, Madame, geborene Bayon, 
die Frau eines Architekten des 
18. Jhs., zeichnete sich als Kom- 
ponistin aus, schrieb Operetten, 
Sonaten, Arietten u. a., die zum 
Teil im Druck erschienen (Fetis). 

Nachweisbar ist nur die Oper: Fleur 
d'Epine, Comedie en 2 acts, nielee d'ari- 
ettes. represent. p. la l© fois le 22/8 
1776! Paris, Huguet. [Paris Nat. C. P. 
Hof b. "Wien, ohne Verlagsfirma, P. fol. 
151 S. Brüssel Cons: Paris, Lemarchand. 
Stb. B. B. im Ms. 13230 in K. Stb. 
Gerber 2 verz. sie unter Bayon, Made- 
moiselle, mit 6 Sonaten op. 1. 

Louis XIIl., König von Frank- 
reich, geb. 27. Sept. 1601 zu Fon- 
tainebleau, gest. 14. Mai 1643, 
regierte vom 14. Mai 1610 ab. 
Er war ein Liebhaber der Musik 
und selbst ausübend. Mersenne 
in Harmonie universelle, Bd. 2, 
livre VI über Orgeln, S. 309—412 
teilt eine Chanson mit „Tu crois 6 
beau soleil" von La Barre harmo- 
nisiert. Weckerlin im Kat. p. 197 
druckt sie wieder ab. Kircher in 
seiner Musurgia 1, 690 ebenfalls, 
hierauf Hawkins 4, 218, dann La 
Borde in seinem Essai mit ver- 
fälschter Harmonie und Mersenne 



im Traito des instrum. p. 391 über- 
tragen aufs Epinette. Fetis schreibt: 
die Harmonie des Königs ist wohl 
erhalten. 

Louis Ferdinand (auf den 
Druckwerken auch nur Louis Prince 
de Prusse gez.), Prinz von Preufsen, 
geb. 18. Nov. 1772 zu Friedrichs- 
felde bei Berlin, fiel in einem Ge- 
fechte gegen Napoleon am 13. Okt. 
1806 bei Saalfeld. Der Prinz war 
musikalisch sehr veranlagt und 
bildete sich durch ernstliche Stu- 
dien nach allen Seiten hin aus. 
Als Klavierspieler leistete er Be- 
deutendes. Beethoven lernte ihn 
bei seinem Besuche in Berlin 1796 
kennen u. sprach sich sehr lobend 
über ihn aus, widmete ihm auch 
sein drittes Konzert in Cmoll, op. 
37. Der Prinz wurde, ein in da- 
maliger Zeit seltenes Ereignis, ein 
grofser Yerehrer Beethoven'scher 
Komposition und strebte sogar in 
seinen eigenen Kompositionen da- 
nach in dessen Fufstapfen zu treten. 
VYenn es ihm auch nur in unzu- 
länglicher Weise gelang, so be- 
merkt man doch das Bestreben 
Höheres als seine übrigen Zeit- 
genossen zu erreichen. Ledebur 
giebt eine ausführliche Schilderung 
seines Musiktreibens; auch im 
Thayer 2, 12 u. 250, u. in Spohr's 
Selbstbiographie 1, 93 finden sich 
Notizen. Von seinen Kompositionen 
lassen sich nachweisen: 

Oeuvre 1. Quintetto pour Pfte. av. 
2 V. Viola et VcL, dedic. Himmel. 
Vienne et Pesth, Bureau. [B- B. B. Hbg. 
Musikfr. "Wien. 

— Ausg. Lpz., Br. & Haertel. 5 Stb. 
[B. Wagener. Lübeck. 

— Ausg. Paris chez Erard. 5 Stb. 
[B. Hgsbg. 

— Ausg. zu 4 Hden., "Wien bei Riedl. 
[B. M. 

Oe. 2. Trio poiu- le Pfte. av. V. et 
Vcl. Vienne chez Riedl. 3 Stb. [B. B. 
Musikfr. "Wien. 



Louis Ferdinand. 



230 



Loulie, L . . . A , 



— Ausg. Lpz. , Br. & H. 3 Stb. 
[B. M. B. Kgsbg. Dresd. Mus. 

Oe. 3. Trio p. le pfte. av. V. et Vcl. 
Leips., Br. & H. 3 Stb. [B. Kgsbg. 
Dresd. Mus. Musikfr. Wien . Lübeck: 
Ausg. Wien, Hasliuger. 

Oe. 4. Andante av. Variat. p. le pfte. 
V. Alte et Vcl. (Bd.). Leips., Br. & H. 
4 Stb. [B. Hbg. B. Wagener. B. Kgsbg. 
B. B. Musikfi-. Wien. Schwerin F. 

Oe. 5. Quatuor p. le pfte. av. V. A. 
et Vcl. (Esd.). Ib. 4 Stb. fol. [B. B. 
B. Kgsbg. fehlt Pfte. B. Wagener. Dresd. 
Mus. Musikfr. Wien. 

Oe. 6. Quatuor p. le pfte. av. V. A. 
et Vcl., (Fm.) dedic. Eode. Vienne et 
Pesth, Bureau. 4 Stb. [B. B. 

— Ausg. Leips., Br. & H. 4 Stb. 
[B. M. B. Wagener. 

Oe. 7. Fugue a 4 voix pour le pfte. 
(Gm.). Leips., Br. & H. [B. B. B.Hbg. 
B. Wagener. Musikfr. Wien. 

Oe. 8. Notturno p. le pfte. Flute, V. 
Va. Vcl. 2 Cors ad IIb. (Fd.) Ib. 7 Stb. 
[B. Wagener. Musikfr. AVien und von 
Streicher f. 2 Klaviere arrangiert. br. 
Mus : Vienne, in Stb. quf ol. Schwerin F : 
Lpz., Br. & H. 

(Oe. 8). Grand Trio p. le pfte. av. V. 
et Vcl., ohne Opuszahl. Berlin, Werk- 
meister. 3 Stb. [Dresd. Mus. B. Danzig 
Nr. 10. 

— vielleicht dasselbe Trio ohne Opus- 
zahl unter obigem Titel: Vienne chez 
Riedl. 3 Stb. [B. B. 

Oe. 9. Eondeau p. Pfte. av. 2 V. FI. 
2 Clarinett. 2 Cors, Viola, Vcl. et B. 
Leips., Br. & H. 11 Stb. [B. B. br. 
Mus: Vienne, 11 Stb. qufol. 

Oe. 10. Ottetto arrange ä 2 Pfte. (par 
Audr. Streicher). Vienne et Pesth, Bu- 
reau. 2 Hefte, qufol. [B. B. Musikfr. 
Wien im Original f. Pfte. Clarinette, 2 
Hörn. 2 V. 2 Vcl. im Druck als op. 
posth. bez. 

— Ausg. par Horzalka (arrang.). 
Vienne chez Diabelli & Co. [ß. B. 

Oe. 10 (sie?) Grand Trio p. le pfte. 
av. V. Vcl. Leips., Br. & H. 3 Stb. 
der Prinzessin Louise gew. [B. B. Mu- 
sikfr. Wien. 

Oe. 11. Larghetto vaiie p. pfte. av. 
acc. V. A. Vcl. B. obl. (Gd.) Leips., Br. 
& H. 5 Stb. [B. B. im Autogr. B. Wa- 
gener. Musikfr. Wien. br. Mus: Berlin, 
5 Stb. 

Oe. 13. Ms. 40 in B. B. im Autogr. : 
Eondo Bd. f. Pfte. 

— Die Musikfr. in Wien im Druck als 
opus posthume, betitelt: Rondo pour le 



Pfte. avec acc. de l'orchestre, op. 13. 
Leips., Br. & H. [auch in Berlin K. H. 
die Klavierstim. 

Marsch f. Trompete, 2 Ob. u. B. Ms. 
in 4". [Upsala. 

Anecdoten und Characterzüge aus dem 
Leben mit Hinsicht . . . mit Portr. Berlin 
1807 Fr. Maurer, kl. 8». 12 u. 100 S. 
[B. Wagener. 

Loiili6, Etieiine (nach Fetis, 
nicht Frangois). Er nannte sich 
Maitre de musique zu Paris und 
stand im Dienste der Maderaoiselle 
de Guise in der 2ten Hälfte des 
17. Jhs. Er scheint der erste Er- 
finder eines Metronoms gewesen 
zu sein, den er Chronometre nannte. 
Eine genaue Beschreibung giebt 
Hawkins 5 , 40 nach Malcom's 
Treatise of Musick p. 407. Auch 
L. selbst beschreibt ihn in seinen 
Elements de musique (siehe auch 
Fetis). Yon seinen Schriften sind 
bekannt: 

Elements ou principes de musique mis 
dans un nouvel ordre; tres-clair, tres- 
facile, & tres-couri, & divisez en 3 parties. 
Avec l'estampe, la description & l'usage 
du Chronometre . . . Paris 1696 Ballard. 
8«. 96 S. [Brässel. Glasgow. 

— Ausg. Amsterd. 1698 Eoger. 8». 
110 S. 1 Taf. [B. B. B.M. B. Wa- 
gener. Hannover. Brüssel. br. Mus. 
Kopenhagen. Glasgow. Bologna nebst 
hds. üebersetzung ins Italienische. 

Abrege des principes de musique, avec 
plusieurs le^ons sur chaque difficulte de 
ces mesmes principes, par M. Loulie. 
Paris 1696 Ballard. qu40. 47 S. [Brüssel. 

Loulie (Loullier), L. . . A. . ., 
geb. zu Paris gegen 1775, bildete 
sich unter Gavinies zum Violinisten 
aus, trat ins Orchester der Opera- 
comique um 1801, zog sich 1832 
ins Privatleben zurück und soll 
bald darauf gestorben sein (Fetis). 
Pougin setzt seine Lebenszeit früher 
an und glaubt, dass der von Fetis 
erwähnte vielleicht sein Sohn ist. 
Nach Pougin war der Aeltere L. 
von 1766 bis 1786 zweiter Violi- 
nist im Orchester der Comedie- 



Lounav. 



281 



Lovanio. 



Italienne zu Paris; darauf verz. er 
die unten nach2;ewiesenen Drucke: 

Oeuvre 2. 3 Duos p. V. et Alto. 
Paris, Louis. 2 Stb. [Paris Nat. 

Oe. 3. 3 Duos p. 2 V. Paris, Louis. 

2 Stb. [Paris Nat. 

Liepm. besafs einst Oe. 6, 3 Senates 
p. l'Alto avec acc. de B. ib. — Oe. 9. 

3 Senat, p. le V. av. acc. de Yiolon. 
Paris, Corbaux. 2 Stb. Oe. 10, 3 Son. 
p. l'Alto av. acc. le ß. 2. livre de Son. 
d'Alto. Paris, Corbaux. fol. 

Louiiay, vide Laiiiiay, Carlo di. 
Loup, siehe Lupus, Michael. 
Lourdaoult, . . . 

in der Hds. der Bibl. Basevi's in Stb. 
mit dem Gesge: „Amour me traite" ver- 
treten. 

Lourdel, Joaunes, 1514 Sänger 
in der Capeila Julia an St. Peter 
in Rom (Yiertelj. 3, 258). 

Lourdoys, ... ein Musiker des 

15. Jhs. ist im Petrucci 1501a 
mit einem istim. Gesänge ver- 
treten (Eitner 1). 

Loury, Auton, Kammermusiker 
an der Hofkapelle in München, 
erhält am 8/11 1749 Zuschuss 
(Kreisarchiv). 

Loutter, J. . . Balthasar, ist 
in der ß. Hannover im Ms. 419, 

5 Ell. mit 

,,Pieces pour la flute, ded. Ern. Au- 
guste" vertreten. 

LouYct, Jehan, war von 1452 
bis 1466 Kapellan-Sänger am Hofe 
zu Paris, mit einem Gehalte von 
monatl. 15 L. (Brenet 1, 5 — 9). — 
Ein 0. Louret, Komponist des 

16. Jhs., ist im Sarahvk. 15341 
mit einer 2 teil. Motette vertreten 
(Eitner 1). 

Louys, Le seigneur, ein edler 
Franzose im Dienste des Kardinals 
Richelieu im Anfange des 17. Jhs., 
war ein ausgezeichneter Guitarre- 
spieler und gab nach Fötis heraus: 

Livre de chausons en tablature de 
giiitare. Paris l(j26 Ballard. 40. 

Louys (Loys, Louvys, Lowys, 
Lovis), Maiti'e Jan (Jean), ein 



Belgier des 16. Jhs., war nach 
Fctis Sänger in der Kapelle des 
Kaisers Maximilian I. und Ferdi- 
nand's; nach Straeten 3, 321 Or- 
ganist an der Kgi. Kapelle der 
Niederlande um 1576. Aus seinen 
Druckwerken ist sein Wohnort 
nicht zu ersehen, doch ergiebt sich 
so viel aus ihnen, dass er seit 
1555 in den Niederlanden lebte. 
Bekannt sind von ihm: 

Pseavlmes Ciuqvante de David com- 
posez mvsicalement ensvjTiant le chaut 
vulgaire a cincri parties, Par Maistre Jean 
Louys. Premier liure conteuant XVIL 
Pseaulmes. En Anvers 155.5 Hubert 
Waelrant & Jean Lact. 

Deuxiesme liure coutenant XVj. Pseaul- 
mes. Ib. 1555. 

Troisieme liure contenaut XYIIj. Pseaul- 
mes. Ib. 1555. In quer40. 5 Stb. Dedic. 
im Superius. Die Psalmen-Melodien sind 
dieselben wie sie in den Ausg. von 1555 
und 1547 etc. vorkommen, doch benutzt 
er nur den Anfang kontrapunktisch ohne 
die Melodie als Cantus firmus festzuhalten. 
Aufgenommen sind die Psalmen 104. 51. 
114. 115. 72. 50. 113. 7. 24. 12. 86. 4. 
32. 43. 118. 201. — 91. 9. 8. 137. 18. 
2. 25. 5. 14. 22. 36. 79. 19. 110. — 37. 
46. 33. 143. 10. 130. 11. 13. 128. 23. 
107. 6. 138. 3. 1. 15. 45. 103. Gesg. 
Simeonis und „Leue le euer. Exode. 20."' 
[B. B. B. M. 

In der B. Dresd.Mus. Ms. Da 48, S. 16 
in P. ein Exaltari tuo Domine 5 voc. mit 
Joan Louys gez., P. aus dem 18. Jh. 

In B. Br. im Ms. 3 lat. Gesge. 

In B. Zw. die Motette : Rorate coeli 
desuper, c. 2. p. Expectetur sicut 5 voc, 
im Ms. 11, 2. 19, 25. 36, 5 und 47, 5 
vorhanden, dreimal unter Johannes Lovis 
nur im Ms. 29 unter Jecni Louys. 

Im Ms. 203 der B. M., 3 Stb., 8 drei- 
stim. Chansons. Siehe Kat. Maier's. 

In alten Samlwken. 28 Ge.sge. von 
1553—1568, Motetten u. a. (Eitner 1). 

LoTaiiio, . . . 

kommt im Ms. 37 zu Bologna mit dem 
Gesänge „Patrem omnipotentem", 4 voc. 
vor. Herr Peter Bolm macht die Be- 
merkung, dass möglicherweise Thomas 
Fahri, der Kleriker und Sänger an St. 
Donation zu Brügge um 1412 war, ge- 
meint sei und Löwen (Lovanium) sein 
Geburtsort ist. Der Zeit nach wüi-de 
nichts entgegenstehen. 



Lovati. 



232 



Lowe, Edward. 



Lorati, (xioTaiiiii, ein unbe- 
kannter Komponist, von dem die 
Mnsikfr. in Wien besitzen: Tema 
con variazioni per il clavicembalo. 

LoTell, Thomas, ein englischer 
Komponist aus dem 15/16. Jh., der 
nach Davey 105 Direktor (ordering 
and guyding) der Trompeter und 
Ministreis bei der Hochzeitsfeier- 
lichkeit des Prinzen Arthur Tudor 
mit Katherina von Aragonien 1501 
war und mutmafsiich der Subdekan 
of WelJs ist, der 1524 starb. 

Im „Part-book" 815 der Universitäts- 
Bibl. zu Cambridge und im Ms. 30 des 
St. John's College ist er mit je einem 
Tonsatze verireten. 

Lover's Opera, 

The . . . (written) by Mr. Chetwood. 
The 3. ed. & the musick prefixed to each 
song. Lond. 1730. 8'^. [br. Mus. 

Love's Triumph. 

Songs in the new opera, call'd . . , as 
they are perform'd at the Queen's Theatre. 
(Oper in 3 Akten, Text vom Kardinal 
Ottoboni und P. A. Motteux, Musik von 
C. F. Cesarini^ Giovanni und Franc. 
Qasparini.) London (1708) J. Walsh & 
J. Hare. fol. [br. Mus. Brüssel 2849. 
R. C. of Mus. 733. 

Love, William, war 1677 Or- 
ganist an der Kathedrale zu Cork 
in Irland (West). 

Lovis, Johannes, siehe Loiiys, 
Jean. 

Lovius, Adriaiius, Magister, 
Sakristan und Knabenlehrer der 
Chorknaben an der Hofkapelle Ks. 
Karl V., 1547/48, nach Maraeranus 
1550 (Straeten 1, 233). 

Lovisio, siehe Aloisio de Spi- 
ritu, 15. Jh. 

LoTy, Israel, ein jüdischer 
Sänger an der Synagoge zu Paris, 
geb. im Sept. 1773 zu Danzig, 
gest. 7. Jan. 1832 zu Paris. Er 
war mit einer wunderbaren Stimme 
begabt und ein vortrefflicher Vor- 
tragender von jüdischen Kirchen- 
gesängen. Fetis giebt eine aus- 
führliche Biographie. Seine Ge- 



sangskompositionen sammelte sein 
Sohn Jules, Redakteur des Mene- 
strels und gab sie bei Heugel in 
Paris mit dem Porträt seines Vaters 
heraus, betitelt: 

Chants religieux composes pour les 
prieres hebraiques par . . . Publies par sa 
famille . . . Paris 1862 ä Tadministration 
du Tomple, Israelite. 1 vol. in fol. [Brüs- 
sel fds. Fetis 1638. 

Lowe, Edward, geb. zu Salis- 
bury, gest. 11. Juli 1682 zu Ox- 
ford; zuerst Chorknabe zu Salis- 
bury, dann Schüler des Organisten 
John Holmes, 1630 Organist an 
der Christuskirche zu Oxford, 1660 
an der Kgl. Kapelle zu London. 
Nagel in Annalen verz. ihn S. 63 
noch im Jahre 1682 als 3. Orga- 
nisten. Nach Hawkins 4, 64. 349 
war er an der Universität zu Ox- 
ford auch dem Dr. Wilson als Ver- 
treter der Vorlesungen über Musik 
beigegeben, dessen Stelle er dann 
später erhielt. Wie sich dies mit 
dem Organistenamt an der Kgl. 
Kapelle verträgt, ist für den nicht 
Eingeweihten in englische Verhält- 
nisse nicht erklärlich. Auch Grove 
erwähnt letztere Stellung, die er 
seit 1662 bekleidet haben soll 
(siehe auch Rimbault 221), 

Im Ms. 1643 des R. C. of Mus. das An- 
them „When the Lord tumed". 

Im Ms. Tudway, 98 br. Mus. Bd. 3, das 
Anthem „0 give thanks unto the Lord''. 

In der Kirche zu Ely 2 Anthems. 

In Oxford Chr. Ch. im Ms. 5 Anthems, 
3 Glees, 1 Air. 

Auch gab er heraus: A short Direction 
for the Performance of Cathedrall Service. 
Published for the informatiou of such 
Persons as are Ignorant of it, and shall 
be call'd to officiate in Cathedrall or 
CoUegiate Church where it hath formerly 
been in use. By E . . . L . . . Oxford 
1661. qul2o. [br. Mus. ß. C. ofMus. 

— A Review of some Short Directious 
. . . The 2. ed. With many useful ad- 
ditions relating to the Common Prayer 
Book as it is now established. Oxford 
1664. 120. [R. c. of Mus. 

— Neue Ausg. nach der 2tea von E. 



Low(e), George. 



233 



Lübeck. 



F. Rimbault. Lond. 1843. k]. 40. [R. 
C. of Mus. Glasgow. 

Low(e). Greor^e, ^eb. zu Salis- 
bury, wie Edward, doch kennt man 
die etwaige Verwandtschaft mit ihm 
nicht. Er war bis 1662 Gentleman 
a/d. Kgl. Kapelle zu London und 
ging dann als Choral-Vicar nach 
Salisburj. Er starb den 16. Mai 
1664 und wird am Westminster 
als Kleriker und Gentleman der 
der Kgl. Kapelle verzeichnet (Rim- 
bault). 

Loire, ThoiiiJis, um 1678 Yicar- 
Choralist an St. Paul in London. 

Von seinen Kompositionen findet man 
in dem Samlwk. New Ayres & Dialogues 
von 1678 a 6 Instrumental-Sätze. 

Lowys, Jean, siehe Louys. 

Loxhay , V ... - A ... , unbe- 
kannter Komponist. 

Das Conserv. zu Brüssel besitzt von 
ihm im Autogr. ein Concert in C. füi* 
Flöte und Orchester in P. 

Loyal (Lohial), Anton, alias 
Kormant^ monsieur mon compere, 
oder auch nur „mon Compere", 
nicht zu verwechseln mit Lovset 
Compere, wie es Baini und Fetis 
thun. Letzterer verweist unter 
Normant auf Lovset Pieton. Ein 
Gallier (Gallus), der vom 27. Mai 
1530 — 1552 päpstl. Sänger war 
(Yiertelj. 1, 474. 3, 262 von Ha- 
berl). 

Loys, Jean, siehe Louys. 

Loys, Jean L (Jennin, Jehan), 
Sänger in der spanischen Kapelle 
Philipp des Schönen, später Erz- 
herzogs Karl von 1506 — 1537 
(Straeten 7, 163 ff. 277. Der von 
Straeten p. 274 erwähnte Viola- 
spieler ist nicht der Komponist 
Jan Louys, sondern wahrschein- 
lich der unter Jean Loys IL verz. 
(s. d). 

Loys, Jean II., ein Violaspieler 
in der Kapelle Kaiser Karl V. 
(Straeten 7, 274, siehe oben Jean 



Loys L, S. 380. 381). Er ist wahr- 
scheinlich derselbe, von dem die 
Nationalb. in Paris den Druck ohne 
Titelbl. besitzt unter dem Namen 
Don Lmjs Milan (siehe Milan). 

Loys, Liidovicus, ein Kompo- 
nist des 16. Jhs., von dem sich im 

Ms. 132, in der E. M. unter Nr. 74 
u. 75 in defekten Stb. 2 Motetten befin- 
den. Andere findet man in der B. Proske 
in Ms. 800. 812. 876. In 800 steht die 
Motette : Misit Herodes 6 voc. mit 1577 
gez. In Gerlach's Samlwk. von 1567 ein 
Gesg. 4 andere Motetten in Samlwken. 
von 1564—1580, siehe Eitner 1. In 
B. Br. im Ms. 2 lat. Gesge. (siehe Bohn). 

Loyseau (Loseau), Jean Bap- 
tiste, Kleriker in der Diöcese 
Arras, erhält am 7. Sept. 1685 die 
Kapellmeisterstelle an St. Martin 
zu Ypres, tritt 1688 zurück, wird 
aber 1690 wieder erwähnt (Strae- 
ten 2, 281-83). 

Loyset, siehe Compere und 

Pieton. Compere kann nur etwa 
30 Jahre älter als Pieton sein und 
daher ist es schwierig, wenn nicht 
unmöglich, Kompositionen, die sich 
in Mss. nur unter dem Namen 
Loyset befinden, sie dem wahren 
Verfasser zuzuschreiben. 

So befinden sich im Archiv des Mai- 
länder Domes in einem Cod. des 16. Jhs., 
der Messen enthält, auch folgende Ge- 
sänge nur mit Loyset gez. 1. Sanctus. 
2. Ora post partum. 3. Ognum driza al 
ciel el viso. In einem anderen Codex 
mit Kompos. von Gaforio ein „Ave virgo 
gloriosa", mit Loyset gez. 

Loz, Nicolle de, Kleriker und 
Sänger am Hofe Charles V. von 
Frankreich um 1364 (Thoinan 57). 

Lozeray, . . . Musiker an der 
Hofkapelle Henri IV. von Prank- 
reich (Castil-Blaze 72). 

Liiati, . . . kommt im Samlwk. 
Playford's Scelta di Canzonette 
1679 mit den Gesgen: 

So ben che mi und Voglio morto e 
voglio, a voce sola vor. 

Lübeck, siehe Lübeck. 



Luc, Etienne. 



234 Lucca, Trane, da und Gios. da. 



Luc, Etienne, 1533 Sänger an 
der Hofkapelle in Paris mit 140 livre 
Gehalt (Castil-Blaze 297). 

Luc, Saint, siehe Saint Luc. 

Luca Agostiniano d'Offida. Offi- 
da in der römischen Provinz ist 
sein Geburtsort. Nach den Sacri 
affetti Motetti lib. 2, 1637 von 
Girolamo da Monte dell'Olmo, der 
ihn einen Musico nennt, muss er 
Madrigale komponirt haben, denn 
über der 3. Motette „0 mi Jesu" 
liest man die Notiz: „Sopra ä N. 
Madrigale del P. fra Luca Agosti- 
niano d'Offida Musico". 

Luca, D..., ein Komponist 
aus dem Anfange des 15. Jhs., 
ist im 

Cod. 37 zu Bologna mit dem 3stim. 
Gesänge: Et in terra pax vertreten. 

Luca, Griovanni, Falsettist, ein 
bedeutender Sänger um 1586, lebte 
um 1575 in Rom, später in Fer- 
rara (Canal 46. 59). 

Luca, siehe Severo da Luca. 

Lucacih, Ciriovanni, in Sebenico 
in Dalmatien im 16. Jh. geb., war 
um 1620 in Spalato in Dalmatien 
an der Metropolitankirche Kapell- 
meister, wie uns der Drucktitel 
belehrt. Giacomo Finetti gab eine 
Samlg. Cantiones von ihm heraus: 

. . . Sacrae cantiones singulis, binis, 
ternis, quateruis, quinisque vocibus con- 
cinendae. A Jacobo Fiaetto . . . Venet. 
1620 sub signo Gardani. .5 Stb. #. 
21 Gesg. Der bez. Bass ist mit Takt- 
strichen versehen. Nach den einleitenden 
Worten des Titels muss Lucacih noch am 
Leben gewesen sein. [B. B.] Donfried 
gab 1627 in seinem Samlwke. 5 Motetten 
heraus (Eitner 1). 

Lucadelio, (xasparo, Priester, 
wurde am 31. Aug. 1617 zum Ge- 
sanglehrer am Seminario zu Ve- 
nedig gewählt (Caffi 2, 50). 

Lucantoni, OioYanni, 

ist in der J3ibl. der Musikfr. in Wien 
mit 6 Romanzen für Gesg. vertreten. Zeit 
mir unbekannt. 



Lucantonj, Vincenzo, ein Te- 
norist des 18. Jhs.? 

ist durch 6 Ariette da camera per il 
Soprane e clavicembalo in der Bibl. der 
Musikfr. in Wien bekannt. 

Lucardini, Oiovanni, aus Flo- 
renz, war um 1576 daselbst als 
Musiker angestellt (Nerici 387). 

Lucario, Uiovanni Oiacomo, 

aus Neapel, wo er auch noch 1547 
lebte, gab heraus: 

Concentuum qui vulgo Alotetta nuncu- 
pantur. Ven, 1547 Ant. Gardanus. 5 Stb. 
17 Gesge., einer von Tomaso Cimelli 
S. 31. Nach dem Vorgedichte Cimelli's 
scheint es fast, als wenn L. sein Schüler 
sei. Titel, Dedic. u Reg. in M. f. M. 16, 
113. [Lüijeck. Bologna. 

Im Samlwk. 1556 a eine Motette zu 
4 St. (Eitner 1). 

Lucas, . . . ein Komponist des 
18. Jhs., bekannt durch 

Six Senates p. la flute ou p. le Haut- 

bois avec la Bc. par feu Mr Paris, 

Boivin. Le Clerc etc. [Karlsruhe. 

Lucas, Messire, Sänger in der 
Kapelle Philipp des Schönen 1501 
bis 1505 (Straeten 7, 152—162). 

Lucas, Johan Isaacq, 1721 
Organist an der Hofkapelle im 
Haag (Bouwsteenen 2, 164). 

Lucas, Jolin. 

Hawkins 2, 91 envähnt ein Ms. in fol., 
Balladen von 1450 enthaltend, welche 
obiger Autor komponiert hat und sich im 
Besitze eines Mr. Ames befanden. Das 
british Museum besitzt „Rounds" im Ms. 
in Nr. 46, 200. 201. 221. 226. 232. Haw- 
kins 2, 92 sagt weiter : das br. Mus. be- 
sitzt an 978 solcher Mss., doch sind in 
jedem derselben nur etwa 5 mit Melo- 
dieen dabei. Der Musikkatalog zeigt diese 
Mss. nicht an. 

Lucas, Pierre, von 1702 bis 
1711 Organist an der Hof kapeile 
im Haag (Bouwsteenen 2, 164). 

Lucatello, Micliiele, um 1708 
Violinist an der herzogl. Kapelle 
in A^enedig mit 15 Duk, Gehalt 
(Caffi 2, 61). 

Lucatelli,s. Locatello, Gio.Batt. 

Lucca, Francesco da und Gio- 
seffo da, siehe Gruami. 



Lucca, Silao da. 



235 



Lucchini. 



Lucca, Silao da, ist Caseiitini 
aus Lucca. 

Liicchese, Pietro Yecoli, siehe 
Vecoli aus Lucca. 

Lucchesi, Andrea, ^eb. 28. Mai 
1741 zu Motta im Yenetianischen, 
seine Lehrer waren Paolucci, der 
Vater, Seratelli und später Cocchi. 
Seit 1765 schrieb er Opern. 1771 
kam er mit einer italienischen 
Truppe nach Bonn und trat in 
Dienste des Kurfürsten von Köln, 
der in Bonn residierte. Bumej 
lernte ihn dort 1772 kennen. 
Thayer sagt, er war ein guter 
Orgelspieler. Am 26. Mai 1774 
wird er als Kapellmeister an der 
kurf. Kapelle mit 1000 Gld. Gehalt 
angestellt. Unter dem Nachfolger, 
Max Franz, seit 1784, hatte er nur 
600 Gld. Gehalt. Er schrieb für 
Bonn die Opern „Le donne sempre 
donne 1772. II natal di Giove 
1772. Llnganno scoperto 1773. 
L'Lnprovisata 1773". In Bonn be- 
finden sich nur die Textbücher. 
L. war ein leichter, gefälliger und 
munterer Komponist und reiner 
im Satze als viele seiner Lands- 
leute (Thayer 1, 53. 59. 60. 81; 
Fetis giebt den 27. Mai als Ge- 
burtstag an). Fetis verz. 8 Opern, 
Kantaten, Kirchengesänge und In- 
strumentalwerke. Nachweisbar sind : 

2 Sinfonie ä 8 parti. 2 Hefte in qufol. 
[Dresd. Mus. 

Sei Sonate per il Cembalo con racc. 
di un Violine. Ded. al Elettor di Colonia. 
Opera 1. Bonn ches Ferdin. Rommers- 
kirchen. 2 Stb. fol. [B. Wagener. 

Sonate facile p. le clav. ou fortep. 
avec acc. d'un V. Leips. , Lehmann. 
[Dresd. Mus. 

Katliol. Kirche in Dresden ein Kyrie 
a 4 voc. 2 V. Va. Ob. Cor. Org. Ms. P. 
u. Stb., fraglich ob von obigem, da kein 
Vorname genannt ist. 

Lucchesi, Fridiauo Matteo, 

geb. gegen 1710 zu Lucca, gest. 
18. Aug. 1770 ebd., nach Nerici 



318 am 12. Aug. 1779. Er machte 
bei Leonardo Leo seine Musik- 
studien und wurde dann im Kol- 
legium S. Michele zu Lucca Musik- 
lehrer. 

Die Bibl. der Akademie filarmonica zu 
! Bologna besitzt von ihm eine Messe zu 
4 Stim. mit Orchester in Od., 38 S., in 
der Hds. von Antonio Puccini, seinem 
ersten Lehrer in der Musik. Das Seminar 
S. Martine zu Lucca besitzt von ihm 
Messen und Motetten zu 2 — 4 Stim. und 
im Seminar Michele befindet sich eine 
Messe für Chor und 2 Orchester. Er 
starb an der Schwindsucht. (Das Bio- 
graphische nach dem Kat. der Autogr. 
Masseangeli's und nach Nerici 318.) 

Lucchesi, (xiulio Maria (J. M), 
geb. zu Pisa, bildete sich unter 
Moriano und Nardini zum Vio- 
linisten aus und unter Cecchi zum 
Komponisten, lebte dann in Wien, 
trat in den Dienst des Erzbischofs 
von Salzburg und kehrte 1799 nach 
Italien zurück. Seine Komposi- 
tionen bestehen aus Orchester- und 
Kammermusik. Nachweisbar ist: 

Sei Duetti per due Violini, che tre Not- 
turni e tre Concertanti. Op. 1. Augusta, 
G. C. Gombart. 2 Stb. fol. ä 19 S. 
[B. "Wagener. Musikfr. Wien. 

6 Sonatines pour le pfte., dont 3 av. 
un V. obl. oe. 3. Augsbg., Gombart & 
Co. 2 Stb. fB.B. 

Lucchesini, Gfiacomo, Conte de, 
zu Lucca geb., trat in österreichische 
Dienste unter Ks. Karl VI. und 
wurde Escadronchef des Kürassier- 
Regiments Schri. Er fiel 1739 
den 23. Juli in der Schlacht bei 
Krotzka in Serbien. Als Mizler 
1738 die Musikgesellschaft zu Leip- 
zig errichtete, war er einer der 
ersten Mitglieder oder einer der 
Mitbegründer. Hinterliefs auch 
mehrere Kompositionen, von denen 
etwa um 1742 nach einer Anzeige 
ein Konzert in Leipzig erschien. 

Lucchini, Matteo, venetiani- 
scher Komponist, in der 2ten 
Hälfte des 17. Jhs. 

Er schrieb mit Geronimo Bassani für 



Lucchinus. 



236 



Lucino, Francesco. 



das Theater S. Mose zu Venedig die Oper 
„Amor per forza", 1721 (Fetis). 

Lucchinus , Benedict , von 

Mantua, Tonsetzer des 16. Jabrhs., 
Abt des Klosters S. Benedict! von 
Palolyrone (Gerbert 5, 335). 

Luce (Lucas), Joannes, Orga- 
nist am St. Peter in Utrecht um 
1406 (Tijdschrift 2, 208). Am 
7. Aug. 1418 wird er als päpstl. 
Sänger vereidigt und lässt sich bis 
1425 verfolgen. Die Akten bez. 
ihn mit ,,Clericus Rothomagensis'', 
das ist Ronen in Frkr. Mutmafs- 
Hch betreffen beide Stellungen ein 
und dieselbe Person (Viertel]. 1,453). 

Lucelbnrger (vielleicht Lützel- 
burger), Andreas, wird von Drau- 
dius als Yerfasser eines Tractats 
„Musicae practicae, Libri 2. Coburg 
et Jena 1604", 8», angeführt. 

Lucenti, Domenico, 

kommt in Andr. Feliciani's 1. lib. de [ 
Madr. 1586 p. 21 mit dem Gesäuge: Se | 
d'ogni impresa 6 voc. vor. i 

Luchini, . . . aus Mailand, Vio- 
linist, wird 1761 in Bologna am 
Theater angestellt(Dittersdorf,Selbst- 
biogr. 108). 1 

Lucini, Francesco, aus Cara- 
vaggio, war um 1592 Musiker am ' 
Dome zu Mailand. Scarabelli 
widmet ihm u. a. seine Samlg. 
Motetten von 1592. Der folgende 
ist vielleicht derselbe. 

Lucino, Francesco, Fetis sagt 
aus Mailand gebürtig, doch giebt 
L. selbst auf den Titeln dies nicht 
an, sondern bez. sich stets nur 
als „Musico (oder Cantore) nella 
chiesa Metropolitana di Milano." 
Der Kat. 2, 452 von Bologna bez. 
ihn mit „da Caravaggio'^ und zwar j 
entnimmt er die Bezeichnung aus 
Dam. Scarabelli's Lib. 1. Mote- 
tectorum von 1592, wo in der 
Dedic. L. so angeredet wird. 

Er gab mehrere Samlwke. heraus, 
eigene Kompositionen finden sich darin 



nicht vor, doch haben andere Herausge"ber 
Einiges von ihm veröffentlicht, so im 
Samlwk. 1627a eine 2stim. Motette mit 
Bc. (Eitner 1), ferner Gabussi e Pelle- 
grini in Libri quatuor in quibus Hymni 
... 1619 (siehe Kat. Bologna 2, 224 und 
452 in Part.). Die Titel der eigenen 
Samlwke. L.'s sind: 

1590. Le Gemme Madrigali a cinque 
de diuersi eccell. musici della Cittä di 
Bologna. Nouamente posti in luce. In 
Milano 1590 Francesco e gl'heredi di 
Simon Tini. 5 Stb. 4^. Hier nennt sich 
L. einen Cantore nel Domo di Milano. 
Es sind 21 Madrigale vorhanden von 
Fabritio Barbieri, Giuliano Cartari, Paolo 
Cavalieri oder Cavaglieri 2, Paolo Con- 
soni, Adam Ena, Giulio Cesare Gabucci 3, 
Domenico Micheli, Hermes Eodaldi, Andrea 
Rota, Damiano Scarabelli, Alessaadro 
Spontoui, Bavtol. Spontoui 2, Ascauio 
Trombetti 2, Girol. Trombetti u. Lorenzo 
Vecch^. 2. [br. Mus: 5a. Vogel fand das 
Werk nicht, er giebt nur nach List & 
Franke's Kat. den Titel. 

1608. Concerti de diversi eccell. autori, 
ä 2, 3 & 4 voci rac3. dal R. D. Franc. 
L. . . Con la Partitura per Torg. Mil. 
1608 Therede di Simon Tini & Fil. Lo- 
mazzo. 5 Stb. 40. 40 Nrn. [B.B:T. 
Bologna: Part. 

— Ausg. 1612 „Di nuovo ristampati 
con bella agionta de diuersi Concerti rac- 
colti da Fil. Lomazzo'^ (Luciui dedic.) Ib. 
1612. 5 Stb. 40. [B. B: C u. A. Bo- 
logna: Part. 

— Ausg. 1616 „Di nuovi in questa 
terza impressione corretti, & agiontoui 
altn bellisimi Concerfi a 2 & 4. Con un 
Messa a 4. & 2 Magnific. raccolti da F. 
Lomazzo. Mil. 1616 Fil. Lomazzo. Dedic. 
wie in 1612 an Lucini. 5 Stb. 4". 52 
Gesge. Kat. 2, 354 von Bologna das 
vollst. Register. Ausg. 1 u. 2 in meiner 
Bibliographie, die 3. Ausg. von 1616 fügt 
noch hinzu: Giul. Cesare Ardemanio 3, 
Ben. Binago 2, Gio. Ghizzolo 2, Franc. 
Rognone 2, Gio. Domen. Rognone 3. D. 
Fulgenzio Valesi 2. [B. B : B. Bologna 
kompl: C. A. T. B. Partitura. 

— Ausg. 1622 soll sich zu Mailand in 
der B. Ambrosiana befinden. 

1617. Seconda aggiunta alli concerti 
raccolti dal Molto Reuerendo Don Fran- 
cesco Lucino a 2, 3, e 4 voci, di diversi 
eccelleuti autori, nouamente raccolta . . 
da Fil. Lomazzo, con 1 Messa. 2 Magnif., 
1 Letanie. e 12 Cauzoni per sonare, con 
la Partitura per l'organo. Mil. 1617 Fil. 
Lomazzo. 5 Stb. 4". Die P. enthält 



Luciuo, Pietro. 



237 



Liidford. 



alle Stirn, ohne Text. [Bologna. Kat. 2, 
355 Dedic. u. Reg. Enthält Cesare Arde- 
manio 2, Jac. Fü. Biunio 2, Paolo Bo- 
tacci 4, Seraf. Cantone 3, Franc. Casati 
3, Andr. Cima 4, Flaminio Comanedo 2, 
Frate Giacomo da Sauf Angelo 3, D. Vin- 
cenzo Pellegrini 4, Dom. Rivolta 3, Orfeo 
Vecchi 1 Messe 4 v. 

Luciiio, Pietro, ein Musiker 
an S. Marco in Venedig um 1663 
(Caffi 2, 129). 

Lucio, aus Bergomo (?), wird 
von Aaron im Lucidario 1545 Bl. 
81 V. als „Cantore al libro" be- 
zeichnet. 

Lucio, ... ist von 1571 — 1580 
Geiger a/d. Hof kapeile in München 
mit 150 Gld. Gehalt (Kreisarchiv). 

Lucio (in Mss. auch Luccio), 
Francesco, Fetis sagt: ein Vene- 
zianer, Beweis fehlt. Er war ein 
Schüler Rigatti's und wurde gegen 
1650 Gesanglehrer am Conser- 
vatorium der Incurabiii zu Venedig 
(Titel zu op. 2 und Caffi 2, 38). 
Er ist besonders durch seine Opern 
einst gefeiert worden, von denen 
Fetis vier verz. von 1652 — 1658. 

Nachweisbar ist nur „II Medoro. Drama 
di Aureli in 3 atti e prologo". Ms. P. 
436 in S. Marco zu Venedig. Yen seinen 
Dmcken sind bekannt: 

Motetti concertati a 2, e 3 voci. Di 
. . . Opera 1. . . Yen. 1649 Al. Yincentus. 
4 Stb. in 40 mit Bc. Dedic. 1649 in 
Venedig gez. 14 Gesge. [B. Br. Bo- 
logna, Kat. 2, 452 Abdruck der Dedic. 

Motetti concertati a 2, e 3 voci. Di 
. . . Discepolo del Sig. Anton. Rigatti. 
Op. 2. Yen. 1650 ib. 4 Stb. 4». 17 
Gesge. [B. Br. 

Arie a Voce sola di . . . Yen. 1655 ib. 
1 vol. Part. qu4o. 67 S. [Bologna, Kat. 
3, 313 Abdr. der Dedic. 

In Upsala im Ms. Tabula! urpartitur 1. 
Ecce sacrum paratum 2 v. 2. Lauda 
Jerusalem a 10. 3. quam humilis a 2 
C. 4. Omnes gentes plaudite, 2 C. et B. 
c. Bc. 

Im br. Mus. , Ms. 59 die Arie „Male- 
detta la corte." 

Lucretia da Correggio, nach 
Aaron 1545 eine berühmte Laute- 
nistin und Komponistin. 



Luculentum theatrum musicum, 
ein Lautenbuch von 1568. siehe 
Phalese. 

Ludecus, Mattliaeus, Dekan 
an der Kathedrale in Havelberg 
1589. Gab untenstehendes grofse 
Kirchengesangbuch nach Luther's 
Vorschriften heraus. David Chy- 
traeus schreibt dazu eine Widmung 
an Ludecus. Dasselbe enthält ein- 
stimmige u. mehrstimmige Choral- 
gesänge. Die Passion deutsch u. 
lateinisch gemischt mit 4 stim. 
Chören im Choralstile. Auf Seite 
338 eine Angabe der Ordnung der 
Kirchengesänge. Im Uebrigen ist 
der lateinische Text vorwiegend 
und schKefst sich noch ganz dem 
katholischen Choralgesange an. Es 
ist betitelt: 

1. Missalis, hoc est, Cantica, Preces et 
Lectiones sacrae, quae ad Missae officium, 
ex pio primavae ecclesiae instituto . . . 
Prior Pars. Witebergae 1589 excudeb. 
Zach. Lehmann, Impens. Samuel Seel- 
fisch, fol. [B. Lpz. B. L. B. Gr. ohne 
Titel. Templin, Kirchenbibl 

2. Psalterium Davidis. 
1589. 

3. Yesperale et Matutinale. YTitebg. 
1589. [Beide in B. Bohn in Breslau. 

Die Passion lateinisch z\\'eimal, deutsch 
einmal aus dem Missale von 1589 im Ms. 
[B. Kgsbg. 

Becker in Tonwerke im Nachworte p. 
XIY, teilt die Titel von 4 Drucken mit. 

2 Gesge. zu 4 Stim. in neuen Ausg. 
(Eitner 2). 



"Witebergae 



Luderez, 



bekannt durch ein 



Graduale im Ms. P. [Kloster- 
ne üb urg. 

Ludford, Nicholas, ein eng- 
lischer Komponist aus dem An- 
fange des 16. Jhs., der im 

Ms. 62 des br. Mus. in einer Media 
vox mit dem Gesänge „Salve regina" (de- 
fekt) vertreten ist. In Gonville-aud-Caius 
College zu Cambridge, Ms. 667, die Messen 
super Christi virgo, Yidete miraculi, Bene- 
dicta und Lapidaverunt, sowie ein Magni- 
ficat. Das Ms. ist in den Jahren 1510 
bis 1520 geschrieben. 7 Gesge. im Ms. 
Peterhouse zu Cambridge, fehlt Tenor. 



Ludo. 



238 



Ludwig, 



In Royal Mss. br. Mus. Api:)endix 45 — 48 
sieben Messen. 

Ludo, Joannes de, ein Kom- 
ponist des 15. Jhs., der im Codex 
213 der Bodleian-Bibl. zu Oxford 
mit dem Gesänge Fortis cum 
quaevis actio 4 voc. vertreten ist. 
Derselbe Tonsatz im Cod. 87 der 
Trienter Hds. mit Jo. Brassart gez. 

Ein späterer Komponist des 16. 
oder 17. Jhs. Avird im alten Kata- 
loge der Kantoreigesellschaft zu 
Pirna unter Johann Ludi verz. 
mit dem Tonsatze: Herr unser 
Herrscher, 8 voc. 

Ludovici , . . . wird als Posau- 
nist und Yiolist 1634 a/d. Hof- 
kapelle zu Stuttgart genannt (Sit- 
tard 2, 49). 

Ludovici, Baltliasar, aus Scheu- 
benberg im Meifsenschen, war 1605 
Stipendiat des Kurfürsten von 
Sachsen und gab heraus: 

Harmonia 6 voc. Witebg. 1605. [B. 
Bohn in Breslau 6 Stb. a 2 ßll. 

Ludovici, Carlo, s. Ludovigi. 
Ludovici, Gruglielmo, 

ist im br. Mus., Ms. 330, mit einer 
Motette vertreten. — Im Ms. 133 fol. 6 
der B. B. ein Capriccio per Torgano ; frag- 
lich ob von demselben, obgleich, die Namen 
gleichlautend sind. 

Ludovici, Tommaso. 

Draudius zeigt von ihm eine Samlg. 
Hymni totius anni 4 vocuni, una cum 
IV Psalmis praecipuis festivitatibus 8 voc. 
Romae 1591, Chorbuch in gr. fol. an. 

Ludovico, Bolognino, ein be- 
rühmter Organist zu Bologna vor 
1513 , erwähnt von Gio. Philot. 
Achilliuo (Gaspari 2, 7). 

Ludovico S., siehe Senfl. 

Ludovicus von, 1482-1485 
Sonranist am St. Peter in Rom 
(Viertelj. 3, 238). 

Ludovicus Episcopius, siehe 
Episcopius. 

Ludovicus Milanese, s. Lodo- 
yico da Milano. 

Ludovicus Jacobinus, Frater 



des Augustiner -Ordens, tritt am 
12/10 1591 als Tenorist in die 
herzogl. baiersche Kapelle in Mün- 
chen und erhält 150 Gld. Gehalt, 
nachdem er schon am 1/7 ange- 
nommen war. Ende 1591 erhält 
er Urlaub und tritt 1594 wieder 
mit 200 Gld. ein (Kreisarchiv), 

Ludovicus de Niza, 1526 Sänger 
an St. Peter in Rom (Viertelj. 3, 
263). 

Ludovigi (Ludovici), Carlo, ein 
Musiker des 17. Jhs., von dem das 

Liceo mus. zu Bologna im Ms. (Kat. 
3, 197 u. 238) unter Autori romano Bl. 
199 V. das Duetto f. 2 Sopr. u. Bc: „Del 
sereno d'un bei viso" besitzt. — Im br. 
Mus. Ms. 49 des 17. Jhs. 2 Kantaten 
fol. 13 und 20. 1. nö, nö, non lo 
niego. 2. E che si ch'io v'abbandono, beide 
mit Carlo Ludovici gez. 

Ludus Dianae . . . 

Impressum Norimb. ab liier. Holcelio, 
anno MCCCCC et primo novi seculi. 
[Paris Nat. Näheres fehlt mir. 

Ms. 7060. Nrnbg. germ. Mus. 1 vol. 
in hoch schmal fol. in Schweinsleder ge- 
bunden, 280 Seiten. Hds. des 15. Jlis: 
jjncipit ludus de cieacione mundi Pre- 
cursor dicit. Nun hört ir herren allge- 
mein I Bayde grofs vnd auch dein | Wir 
wellen hye ain gedechtniiTs machen | Die 
get zwo von goetlichen Sachen" etc. etc. 
Als Personen treten auf : Salvator, Lucifer, 
Cherubin, Michael, Eaphael, Sathanas, 
Belial, später Adam, Cayn, Abel, Abraham, 
Moses, Salomoü bis hinauf zu Joseph u. 
Maria. Hie und da sind einstim. Gesänge 
mit der deutschen Choraluote eingeflochten 
stets auf lateinischen Text gesetzt. Dar- 
auf folgt ein 2. u. 3. Teil. Ein drama- 
tisches Gedicht bis Christi Tod. 

Ludus melothedicus ou le jeu de dez 
hai'monique, cont. plusieurs calculs par 
lesquels tonte personne composera diffe- 
rents menuets avec Face, de basse en 
jouant avec deux dez merae sans S(,'avoir 
la nuisique. Grave par J. P. Oger. Paris 
(1787?) La Chevardiere. M. fol. [Brässel 
6839. Kopenhag. br. Mus. 

Ludwig, ... 1 804 Musikus an 
dem Nationaltheater in Frankfurt 
a/M. (Leipz. Ztg. 7, Big. 260), gab 
1800 ein Konzert f. die Clarinette 
heraus und 1804 Arien. 



Ludwig von ßaiern. 



239 



Lübeck, Vincent. 



Nach Meysel's Handbuch 1817 kann 
dies nur L. Ludwig sein, von dem Meysel 
ein 4. Concert in B., Offenb. bei Andre 
anzeigt. — In der Bibl. der Musikfr. in 
Wien unter Ludwig ein Concerto f. 2 
Claviere mit 2 Y. u. B. in Stb. 

Ludwig- You Baierii, wahi- 
scheiulich der Reiche (1417 bis 
1479), 

ist im Ms. 208 (3232) Nr. 36 der B. M. 
mit dem Liede „Das leppisch gut czu 
lachen ist, des freu ich mich", 3 Str. 
3 voc. als Komponist genannt („Hoc com- 
posuit dux ludwicus bauariae"). Der Ton- 
satz ist abgedruckt im Münchener Lieder- 
buch, 2. Thl. des deutschen Liedes von 
Eitner p. 53. 

Ludwig" II. von Hessen (1630 
bis 1678),'^ gab 

Psahnen Davids in teutsche Eeymen 
und Melodien verfasset, Mainz 1658, 8'^ 
heraus. Ein Exemplar besafs 1887 Jos. 
Baer in Frankf. 

Ludwig- IX. Grofshei-zog von 
Hessen-Darmstadt (1719—1790), 

komponierte zahlreiche Militcärmärsche, 
die er von seinem Kapellmeister auf- 
schreiben liels. Im Archiv zu Darmstadt 
befinden sich gegen 90,000 solcher Märsche 
(Thomas 7). 

Ludwig Aou Nürnberg, 1608 
Bassist an der Hofkapelle in Stutt- 
gart (Sittard 2, 39). 1610 heilst 
es in den Akten: Johann Ludwig 
von Nürnberg, ein guter Kompo- 
nist und Bassist. 

Ludwig , Cliristian Grottlob, 
ein Arzt zu Leipzig, gest. 7. Mai 
1773, schrieb 

„Versuch eines Beweises, dass ein 
Singspiel oder eine Oper nicht gut seyn 
könne." Im 8. Stück der Beytr. zur krit. 
Histor. der deutsch. Sprache, S. 648—661. 
Daraus im Mitzier, mus. Bibl. Bd. 2 S. 1 
bis 27 ein Auszug mit Anmkg. 

Ludwig, Greorg Sebastian, von 

1668—1672 Organist an St. Nikiaus 
in Strafsburg i/Els. (Lobstein 84). 

Ludwig-, Jaliob, Tenorist um 
1653 in herzogl. Braunschweig. 
Diensten (Chrysander 1, 161). 

Ludwig, Johann, 1605 Vice- 
kapellmeister an der Hofkapelle in 



Stuttgart, mit 52 Gld. jahrl. Gehalt 
u. Nebeneinnahmen, sowie Natu- 
ralien (Sittard 2, 33). 

Ludwig, Joliann Adam Jakob, 

geb. 1. Okt. 1730 zu Sparneck im 
Bayreuthischen, gest. 1782 zu Hof, 
ein Postschreiber und Buchhalter 
in der Yierlingschen Buchhand- 
lung zu Hof, ein streitlustiger Mu- 
sikschriftsteller, von dem wir be- 
sitzen: 

1. Versuch von den Eigenschaften eines 
rechtschaffenen Orgelbauers, bei Gelegen- 
heit des von Herrn Job. Jak. Graichen 
und Herrn Job. Nikol. Rittern etc. er- 
bauten neuen Orgelwerks zu Lichtenberg, 
das den 3. Juni im Jahre 1759 eingeweihet 
worden. Hof bei Job. Andr. Hetschel. 
40. 15 S. [B.Lpz. Musikfr. Wien. B. B. 

2. Gedanken über die grofseu Orgeln, 
die aber deswegen keine Wunderwerke 
sind. Bei Gelegenheit der im Jahre 1761 
durch Herrn Job. Nikol. Eittern etc. er- 
bauten neuen Orgel zu Nemmersdorf 
(anonym). Leipzig 1762 Breitkopf. 4". 
15 S. [B.Lpz. Dresd. B. B. 

3. Den unverschämten Entehrern der 
Orgeln wollte . . . etwas zu ihrer eigenen 
Beschauung darlegen J. A. J. Ludwig. 
Erlangen (1764) Wolfg. Walther. 4". 
22 S. [Dresd. Musikfr. Wien. B. ß. 
Brüssel. 

4. (ohne Autor). Eine helle Brille für 
die Winden Augen eines alberneu Habe- 
rechts zu Niemansburg . . . (Streit zwischen 
Sorge und Marpurg) von einem Sorgianer. 
s, 1. (1767). 40. 6 Bll. [B. Wagener. 
B. B. Musikfr. Wien. Dresd. Brüssel 
4317, fetis schreibt sie Sorge selbst zu. 

Ludwig, Joliann Lorent, 

bekannt durch eine Sinfonia ex D. ä 
gr. orch. (1800 geschrieben). 13 Stb. Ms. 
[B.M. 

Lübbing, . . . Gerber 1 verz. 
von ihm im Ms. von 1780: 

9 Veränderungen über den Choral: 
Freu dich sehr, meine Seele, für Orgel. 

Lübeclf, Vincent, geb. 1654 
zu Podingbüttel bei Bremen, gest. 
9. Febr. 1740 zu Hamburg. Sein 
Vater wurde bald nach seiner Ge- 
burt nach Flensburg als Organist 
versetzt, dort erhielt er seine musi- 
kalische Erziehung, bekam darauf 



Lübeck, Vincent. 



240 



Lütkemann. 



(1674) den Organistenposten an der 
Kirche S. Cosma und Damian zu 
Stade und am 3. Aug. 1702 an 
der Nikolaikirche zu Hamburg. 
Mattheson 1, 56. 174 bez. ihn als 
einen vorzüglichen Orgelspieler, 
ebenso "Walther, dort auch die 
Biographie und einige Daten nach 
den Hamburger Ratsakten. Von 
seinen Kompositionen hat sich nur 
Weniges erhalten: 

Ciavier Uebung, bestehend im Praeludio, 
Fui^a, AJlemande, Couraate, Sarabande und 
Gique, als auch einer Zugabe von dem 
Gesang: Lobt Gott Ihr Christen allzugleich 
in einer Chaconne auf ersuchen einiger 
guten Freunden herausgegeben. Anno 
1728. gr. fol. 6 ßU. [ß. B. B. Wa- 
gener. 

Mü. 12980 Samlbd. Part, der B.B: 
3 Cantaten 1. Gott, wie dein Nähme so 
ist, 3 voc. 3 Instr. et Bc. 2. WiUkom- 
men süTser Bräutigam 2 Sopr. 2 Instr. Bc. 
3. Hilf deinem Volk, 4 voc. 5 Instr. Bc. 

F. A. Eoitzsch besafs in einem Bde. 
Orgelkompositionen: 2 Choralbearbeitungen 
über „Ich ruf zu dir^' und ,,Nun lasst 
uns Gott" nebst Praelud. u. Fuge. 

Lübeck, Vincent, junior, Sohn 
des vorigen, gest. 1755 zu Ham- 
burg, wurde am 3. Mai 1735 Ad- 
junct und Substitut seines Vaters 
(Ratsakten). 1740 wurde er zum 
Nachfolger seines Vaters an der 
Nikolaikirche gewählt. 

Lüders, Biirchard, 

in der B. L. im Ms. ein Surge pro- 
pera 5 voc. aus dem 16/17. Jh. 

Luders, Hans Heinrich, geb. 
24. Febr. 1677 zu Relling (Pinne- 
berg), lebte noch 1740, geht zuerst 
nach Giückstadt, dann nach Ham- 
burg und wird 1706 in Flensburg 
an der Nicolaskirche als Organist 
angestellt (Mattheson 1, 173). 

Derselbe zeigt von seineu Kompositionen 
einen Jahrg. Kirchenmusik an. Die Texte 
sind gediuckt: Oratorium über die Passion 
und 1 Bd. von 12 Klaviersuiten im Ms. 

Lüders, Natlian Christian, war 
um 1695 Bassist an der Dresdner 
Holkapelle. In B. B. Autogr. Grasn. 



eine Quittung vom 12/3 1695 über 
25 Thlr. für obige Dienste. Schnei- 
der 52 zeigt ihn am 24/2 1702 
als einen an der Berliner Hofkapelle 
angestellten Kammermusikus an. 

Lüderwald; Ernst, gen. Lange, 
schrieb die komische einaktige Oper 

,.Der Freibrief,'' in Berlin 1788 auf- 
geführt. [Ms. 13240 der B.B. in P. 

Lütgert, F . . . H . . ., ein Mu- 
siker aus dem Ende des 18. und 
Anfange des 19. Jhs., von dem in 
der Lpz. Ztg. 1, 382 und 3, 692 
ein Journal für Opernmusik und 
Variationen für Klavier op. 2 be- 
sprochen wird. Fetis (unter Lutgert) 
glaubt, dass er in Hamburg lebte, 
weil dort seine Kompositionen er- 
schienen, von denen er einige 
Klavierpiecen von 1797 ab anzeigt. 

Nachweisbar sind: 12 deutsche Lieder, 
op. 1. Hamburg, Meyn. [Berlin K. H. 

Lütkemann (Lutkemannus auf 
lateinischem Titel Wortlaut), Paul, 
aus Kolberg, war von c. 1597 bis 
etwa 1606 in Stettin (Alt-Stettin) 
bestallter Stadtpfeifer und Musikus 
und lässt sich von 1607 ab als 
„Musicus Instrumentalis" zu Frank- 
furt a/0. bis 1611 verfolgen (Titel). 
Er schrieb eine Anzahl Gelegen- 
heitsgesänge, von denen sich fol- 
gende auf öffentlichen Bibl. er- 
halten haben. Die genauen Titel 
findet man in den gedr. Katalogen 
der genannten Bibl. und verz. ich 
sie nur in Kürze: 

In der Bibl. Wolfenbüttel befindet sich 
eine Samlg. Gesänge nebst lustrumental- 
stiicken, leider defekt, betitelt: 

Der Erste Theil Newer Lateinischer 
vnd Deutscher Gesenge auff die vornemb- 
sten Feste vnd etliche Sontage im Jahr 
nebenst nachfolgenden schönen Fantasien, 
Paduan vnd Galliarden lustig zu singen 
vnnd ga,r lieblich auff allerley art Instru- 
menten zu gebrauchen . . . Gedruckt 
durch Andree Kellnei'n Erben (Alt Stettin) 
1597. 6 Stb. 40. 28 Gesänge zu 5 bis 
8 Stim. und 32 Instrumentalpiecen zu 5 
u. 6 Stim. [Wolfenb. fehlt 6 a vox. 



Lütkejnanii. 



241 



Luigi da Bologna. 



Zwo "Weinaclitsgosengo . . den Herrn 
Burgornieisteru vud Kaht . . mit ö St. 
Alten Stettin 1597. [B. Zw. B. Kgsbg. 

Cantio 5 voc. houori iiuptiarum . . Jac. 
Tredori. ib. 1599. [B. Zw. 

Zwey Hochzeit-Lieder . . . Job. Uker . . 
mit 5 St. ib. 1599. [B. Zw. 

Ein Christi. Weynachteu Gesangk . . . 
Herrn Philiiipo Hertzog zu Stettin (Sstim.). 
ib. 1004. [B. Zw. 

Motetae aliquot 6 & 5 voc. in honorem 
. . Dn. Bogislao XHI. ib. 1605. [B. Zw. 

Christi. Trostgesenge auff den . . Ab- 
scheidt . . Herrn Bugfslaffu XHI. . . mit 
6 u. 4 St. ib. 1006. [B. Zw. 

In B. L. „Ein Hochzeitgesang . . . dem 
Franc. Oniichio . . mit 5 Stim. (Frankf. 
a,'0.) gedr. bey Fr. Hartman s. a. 5 Stbll. 
4^. Wol dem der ein tugeudsam Weib hat. 

Ein Hochzeit Gesaug mit 5 Stim. Frankft. 
a/O. (s. a.) Eichoru. 3 Nrn. [Proske: 
C. A. T. 5 a. 

Hochzeit Gesang mit 4 und 5 Stim. 
Frauckf . (s. a.) Hartmann. 4 Nrn. [Proske : 
CA. 

Ein fünfstim. Hochzeitgesaug im Gesius 
von 1607, Text: Ein tugentsam Weib. 

Ein anderer fünfstim. Gelegenheitsgesg. 
im Gesius von 1009a, Text: Es ist nichts 
liebers auf Erden. (Siehe beide bei Gesius.) 

Ein Hochzeit Gesaug . . dem Herrn 
Chrstph. Rosendal mit 6 Stim. Frckft. 
a/O. 1009. „Drey gchöne stücke sind." 
[B. Br: D. Tl. 2. B 1. 2. in 4». 

Moteta 6 vocib. composita . . . Dn. Nath. 
TUesio etc. 6 Stbll. 4", am Ende: Ex- 
cudeb. Fr. Hartmann. „Laudate nomen 
Dni." [B. Br. 

Motetae duae 6 voc. comp. Du. Zach. 
Hermauni. Francof. 1611 Hartnunin. 
6 Stbll. 40. Text: 1. Notus in Judea 
Dens. 2. Du heilige Dreyfaltigkeit. [B. 
Br. B. M. 

Viro clarissimo . . Matth. Colderbacio . . 
gratiilatur .. Ao. 1611. 16. Sept. Typis 
Fr. Hartmanni. 6 Stbll. 4". Text: 1. 
Exaltabo te Domine. 2. Coldbaci Suadae 
jubar. 3. Paduaue und Galliarde zu 6 Stim. 
[B. Br. 

Mss. in Pj. Br. 4 lat. Gesge., siehe gedr. 
Kat. 

Lüttieli, sielie Lytticli. 

Lütziff, I>artliolomaeiis ; 

die Liebfrauenkirche in Würzburg be- 
safs 1694 noch 42 Salve regina von ihm. 

Luge, Franz, geb. 1776 zu 
Oppeln, gest. 12. April 1828 ebd. 
Er lebte daselbst als Musiklehrer 

Rob. Eitner's Quellen-Lexikon. Bd. G. 



und Kouzertgeber und hinterliefs 
Messen und Sinfonien (Hoffniann). 

Luge, Karl, sein Bruder, wurde 
Violinist, kam 1805 nach Breslau, 
wurde 1807 Korrepetitor an der 
Oper und bald darauf Musikdirek- 
tor ebendort. Er gab auch Varia- 
tionen für Violine allein heraus 
(Hoffmann). 

Lugg, John, ein englischer 
Musiker des 17. Jhs., nach Wood's 
lids. Nachlass um 1638 Baccalau- 
reus zu Oxford. Nach einem Ms. 
in Oxford Chr. Ch. Luggc ge- 
schrieben: Organist an St. Peter 
in Exeter. 

In Hilton's Catch that Catch can von 
1658 ist er mit einigen Catches und im 
Ms. 568 des br. Mus., 5 Stb. des 17. Jh., 
mit Vokal- und Instrumentalpiecen ver- 
treten. Auch im Ms. 98 Tudway des br. 
Mus. befinden sich in Bd. 4 das Anthem: 
Behold how good and joyfull und der 
Service: The whole Service in Dd. — In 
der Kirche zu Ely 1 Service im Ms. — 
In Oxford Chr. Ch. im Ms: 1 Anthem. 
4 Motetten und Voluntaries. Im Ms. 
Peterhouse zu Cambridge befinden sich 
Anthems und Services. Davey 179 führt 
ihn auch im Ms. Tho. MyrielFs (br. Mus. 
29372—77 Stb.) an. 

Ein Robert Lu(/g ist Organist am Jo- 
hannis Collegium zu Oxford und wird 1638 
Mus. Baccalaureus (West). 

Luidlienz, P . . . 

In Padbrue's Kusjes von 1641 befindet 
sich am Eude ein 3 stim. Lied von ihm: 
Lanx de se cum. Padbrue nennt ihn 
seinen Freund. 

Luigi, siehe Aloisio de Spiritu. 

Luigi, ... ein Komponist aus 
der Mitte des 17. Jhs., von dem 
sich in Salvator Rosa's Ms. eine 
Kantate befindet (ßurney 7, 163). 

Unter dem Namen Luigi im Archiv 
Klosterneuburg's befinden sich 10 Offer- 
torien im Ms. P. 

Luigi da Bologna. Gerber 1 
verz. ihn unter Bologna. Ein Kom- 
ponist, von dem um 1780 drei 
Sinfonien im Ms. angezeigt wurden. 

Im Gerber 2 wird die Oper „L'lsola di 
Calipso" angeführt, die 1786 zu Esterhaz 

10 



Luigi Francese dal Liuto. 



242 



Lully, Jean-Baptiste. 



unter Haydn's Direktion zur Auffiüirung 
gelangte. Dieselbe besitzt die Bibl. der 
Musikfr. in "Wien aber unter dem Titel: 
La Calipso abbandonata, opera in 2 atti. 
(Nunziato Porta) P. (Ouvert. fehlt). Die 
Oper wui'de auch Jos. Haydn zugeschrie- 
ben, wie der dortige Katalog berichtet. 

Luigi Fr.ancese dal Liuto 

(Vogel unter Liuto, ich halte dies 
Wort für einen Beinamen seiner 
Kunstbeschäftigung, nämlich class 
er Lautenist war). Er muss aus 
Frankreich stammen, daher die Be- 
zeichnung „Francese". 

Im Samlwk. Angelo Gardano's & fra- 
telli: Leggiadre Nimphe a 3 voci 1606, be- 
finden sich 5 Canzonen von ihm. 

Luigi, Alessandro, geb. um 
1736 zu Siena, gest. 28. Juni 1794 
ebd. Er folgte im Juni 1786 dem 
Kapellmeister Borsini an der Ka- 
thedrale zu Siena im Amte und 
soll Messen und Motetten hinter- 
lassen haben (Fetis). 

Im Kat. 2, 342 der B. Bologna ist ein 
Luigi verz. mit den Gesängeu 1. Floret 
ager videt humus, 2. Mundiruentis, Ms. 
Bl. 8. AVem dieselben angehören, ist 
schwer zu bestimmen. 

Luis, siehe Huys, Johann. 

Luissen (soll wohl Luyton 
heifsen; E. Yogel ist derselben 
Meinung), Carolus; 1 Fuge für 
Klavier in Woltz' Tabulatur 1617, 
3. Thl. Nr. 76. 

Luiter, Kopist im Kloster St. 
Gallen am Ende des 11. Jhs. (Schu- 
biger 1, 80). 

Luitlion, Carolus, s. Luyton. 

Luiz, Francisco, ein Priester 
in Portugal, geb. zu Lissabon und 
gest. 27. Sept. 1693. Er war Ka- 
pellmeister an einer der Kirchen 
Lissabons und ein fleifsiger Kom- 
ponist (Vasconcellos nach Fetis). 

Luja, C . . . F . . ., ein unbe- 
kannter Autor, von dem sich in 
Schwerin F. der Druck befindet: 

Trois Senates pour le Violoncelle. Dc- 
diees ä son Altesse . . de Nassau -"Weil- 
bourg, composees par ... I. Violoncelle 
de son Altesse. Op. L Paris, le Duc. fol. 



Lukas, . . . war um 1789 Musik- 
direktor an der Tilly'schen Truppe 
in Lübeck, Rostock und Stralsund 
(Reichard 1790, 125). 

Lukaszewicz , Mathias , von 

1668—1680 Dirigent des Kolle- 
giums der Rorautisten an der 
Kathedrale in Krakau. Im Archiv 
daselbst finden sich Kompositionen 
von ihm im Ms. (Haberl Jahrb. 
1890, 80). 

Lul, öuillelmus van, geb. zu 
Ath, wird 1757 Sangmeister an 
St. Walburg in Audenarde und 
1758 abgedankt (Audenarde 15). 

Lulier, GrioTanni Lorenzo, 
„detto dal Yioloncello''. 

In Modeua befindet sich im Ms. P. ein 
Oratorio : Sancta Maria Maddalena de Pazzi, 
Modena 1688. Im Conserv. zu Paris: 
Oratorio di S. Beatrice. In der Bibl. des 
Fitz-William Museums zu Cambridge im 
Ms. 128, aus 2 voU. bestehend: Im 1. Bde. 
liest man als Titel „Cant. Lulier" und 
enthält 10 italienische Gesänge für Sopr. 
mit Begitg. von Streichinstrumenten. Nur 
mutmafslich lassen sich dieselben dem 
obigen zuschreiben. Die Texte lauten 
1. Sarei troppo felice. 2. Tra folte om- 
brose. 3. La dove a Pafo in seno. 4. Non 
vantar tanta beUezza ... 9. Intorno a 
picciol lume. 10. Ivi cadenti. 

Lullus, Antonius, ein Gram- 
matiker des 16. Jhs. auf der Insel 
Majorca um 1535 geb., gest. 12. 
Jan. 1582 zu Besangon. Hinter- 
liefs im Ms. einen Tractrat über 
die Musik (Fetis unter Lulle). 

Lullus, ßaymundus, genannt 
Doctor illuminatus, ein Philosoph, 
geb. 1236 zu Palma auf Majorca, 

wurde 1315 in Afrika gesteinigt. 
In seinen Schriften, die später mehr- 
fach erschienen (Mainz 1721 — 42. Barce- 
lona 1482. Venedig 1504. Lyon 1515 u. 
1635 etc.), befindet sich in der Ars gene- 
ralis sive magna in 3 Kapiteln auch die 
Musik abgehandelt. Fetis Näheres, doch 
sind seine Jahreszahlen nach Anderen 
unrichtig. 

Lully (Lulli), Jean-Baptiste, 

um 1633 zu Florenz geb., gest. 



Liüly, Jeau-Baptiste. 



243 



Liilly, Jean-Baptiste. 



22. März 1687 zu Paris. Er kam 
durch den Herzog de Guise als 
Küchenjunge in den Dienst der 
Montpensier; dieselbe erkannte 
seine musikalischen Anlagen und 
liefs ihn ausbilden. Ein Spott- 
gedicht auf sie, Avelches er kom- 
ponierte, brachte ihn aus ihrem 
Hause. Nun machte er bei Metra, 
einem Organisten, theoretische Stu- 
dien, kam als Violinist in die Kgl. 
Hofkapelle, wurde bald deren Diri- 
gent und gründete nebenbei ein 
Konzertinstitut, welches er nannte 
„Les petits Violons ou la bände 
des seize" im Gegensatze zur Kgl. 
Kapelle, die „vingt-quatre violons" 
hiefs. Am 16/3 1653 wurde er 
zum Hofkomponisten ernannt, am 
16/5 1661 zum Intendanten der 
Hofmusik und Hofbibliothek. Im 
Dez. desselben Jahres erhielt er 
die französische Naturalisation und 
am 3. Juli 1662 wurde er Musik- 
meister der Kgl. Familie. Den 
24/7 1662 heiratete er die Tochter 
Michel Cambert's. Am 29/3 1672 
erhielt er das Privilegium der Aca- 
demie royale de musique (heutige 
grofse Oper), welches bis dahin 
Perrin besafs. Im Dez. 1681 er- 
nannte ihn der König zum Hof- 
sekretär und erhob ihn in den 
Adelstand. Am 8. Jan. 1687 ver- 
letzte er sich beim Dirigiren eines 
Te Deum mit seinem etwas langen 
Dirigentenstabe so arg am Fufse, 
dass sich eine krebsartige Ge- 
schwulst bildete und er daran 
starb. Die Zeitgenossen schildern 
ihn als einen egoistisch, anmafsen- 
den und stolzen, dabei verschlage- 
nen Charakter, der kein Mittel 
scheute, seinen Zweck zu er- 
reichen. L. ist der Begründer der 
französischen grofsen Oper. Er 
ging von den italienischen Vor- 
bildern aus, die antike Tragödie 



in der Oper zu erwecken. Ballets 
mit Gesang waren die Yorlänfer, 
in denen auch die vornehme Welt, 
den König nicht ausgeschlossen, 
selbst auftrat. Ballets wurden da- 
her auch später ein wesentlicher 
Bestandteil der grofsen Oper und 
für den Dichter wie Komponisten 
war es daher eine Hauptaufgabe, 
dieselben mit der Handlung ge- 
schickt in Verbindung zu setzen. 
L. erkannte sehr richtig, worin die 
Abneigung des Franzosen gegen 
die italienische Oper bestand, er 
verliefs daher die Art des ßecita- 
tivs und der Arie und suchte 
beides in dramatischer Vortrags- 
weise zu vereinigeu, streute öfter 
Chöre und Instrumentalsätze ein 
und suchte durch einen lebendigen 
Fortgang der Handlung das leb- 
hafte Naturell des Franzosen zu 
fesseln. — Ich füge noch einiges, 
was ich zerstreut fand, hier ein: 
Das Privilegium L.'s bestand darin, 
dass ihm gestattet war, auch vor 
dem Publikum Opern gegen Be- 
zahlung aufzuführen, selbst die- 
jenigen, welche für den Hof be- 
stimmt waren. Dass dies eine 
reiche Einnahmequelle für ihn 
bildete, ist wohl erklärlich. 1665 
wird er neben Boesset zum ersten 
Male Intendant der Hofmusik ge- 
nannt. Auf dem Titel der Ausgabe 
des Divertissement Pourceaugnac 
von 1715 wird er genannt „Ecuyer- 
Conseiller-Secretaire du roy''. Als 
Hofkomponist erhielt er jährl. 600 
Franc. Siehe M. f. M. 21, 127. 
S. 128 wird er „Gentilhomme Flo- 
rentin" gen. 

Quellenwerke : Ch. Nuitter et Er. Thoi- 
nau, Les origiues de l'opera. Paris 1886, 
siehe auch Viei-telj. 1887, 477. Dieselben 
suchen zu beweisen, dass die Lully vor- 
geworfenen Intriguen auf EntsteUung der 
Thatsachen beruhen. — Ueber die Oper 
Psyche siehe Chrysander 1, 200. — Jahn 

16* 



Lullj', Jean-Baptiste. 



244 



Lully, Jean-Baptiste. 



2, 190 behandelt ihn und seine Leistungen 
sehr ausführlich. — Marpurg 3, 390 ff. 

— Ha^-kins 4, 236 mit Portr. — Fetis. 

— Biogr. u. Beurteilung von H. Starcke 
in N. Z. f. Mus. 1869, 6.5. Bd. Nr. 36/37. 
Cainpardon, Dokumente, sein Testament 
2, 146. 148. Biogr. von Le Prevost 
d'Exmes, s. 1. (Paris 1779) 80. [Brüssel 
493.5.] Edmond Eadet: Lully, honime 
d'affaires proprietaire et musicien . . . 
avec 11 planches heliogr. Paris 1891 L. 
AUeison. [Eom, Cecilia.] Siehe auch das 
Pamphlet von Henri Guichard von 1673 
und 1675. — Sene9ai: Lettre de Clement 
Marot, ä Monsieur de *** touchant ce qui 
s'est passe ä Tarrivee de Jean-B. de Lulli 
aux Champs-Elysees. A Cologne 1688 
P. Marteau. 12». Ein Pamphlet ohne 
Autor. — Andere Aufl. Lyon 1825 Du- 
rand et Perrin. 8". [Beide Aufl. in B. 
Brüssel 4282/83. 

Schubart schreibt S. 264: L. ist der 
Eiiinder des Menuets. Das erste Menuet 
wurde 1663 zu Versailles von Louis XIV. 
mit einer seiner Maitressen getanzt. Dar- 
auf teilt er das Menuet selbst mit: a | d 
cisdefg|aaf|gge|ffd|cis etc. 
Ueber L.'s Tänze siehe M. f. M. 23 im 
Eeg. unter Muffat. 

Seine Kompositionen sind folgende: 

Motets (6) a 2 choeius pour la chapeUe 
du Roy. Paris 1684 Chrstph. BaUard. 
17 Stb. Sing- imd Instrum ental-Stim. [B. 
Wagener. Glasgow 5 Stb. in q\i4P. Dresd. 
Mus. in Kopie Ms. 218. Wolfenb. nur 
Dessus. 

In Ms. 13260 der Bibl. BerUn: 20 Mo- 
tetten auf latein. Text, 7 für 3 Sopr. u. 
B., 3 für 2 Sopr. u. B., 10 zu 4 und 
mehr Stim. mit Instrum. Part. — Ein 
Bd. Motett. in Brässel im Ms. Nr. 1749. 

— 1 starker Bd. Motetten. [C. P. 

Te Deum, Ms. ohne Chorstira. nur 1 Tromp. 
3 V. 2 Alti, B. [Schwerin F. C. P. kompl. 

Miserere mei Dens ä 5 Violons, 5 vois 
du petit choeur, 5 voix du gi-and choeur, 
auec la Bc. ex C|? . . . Ms. Nr. 769, P. 
26 Ell., alte Hds. [Berlin Kireheninstitut. 
Im C. P. auch ein Miserere, Näheres mir 
imbekaunt. 

Ms. 16720, B.B. Samlbd. Part. Nr. 6: 
Sacrificium Deo, 5 voc. Vornamen fehlen, 
daher fraglich. 

Ojjern. 

Achille et Polj-xene, Tragedie lyr. en 
5 actes et un prologue; paroles de Cani- 
pistron, Musique de Colasse (1. Akt von 
LuUy). Paris 1687 Ballard. P. fol. 
[Paris Topera. Cambridge FW. Upsala. 
Paris Nat. B.B. Musikfr.Wien. Darmst. 



— Amsterd. 1688 Pointel. P. 288 u. 
36 S. [Brüssel. E. C. of Mus. ß. Wa- 
gener. Dresd. Mus. B. M. 

Acis et Galathee, pastorale heroique 
en 3 actes et un prologue, paroles de 
Campistron (6/9 1686). Paris 1686 Chr. 
Ballard. P. fol. Lully's letzte Oper. 
183 S. u. 51 S. [Paris l'opera mit zaU- 
reichen hds. Zusätzen. Brüssel und Con- 
servat. R. C. of Mus. Cambridge FW. s. a. 
Bologna, br. Mus. B. Lpz. Karlsruhe. 
B. Wagener von 1687. B. M. Paris Nat. 
1687. Musikfr. Wien 1686. Hof b. Wien. 
Glasgow. C. P. 

Alceste, Tragedie lyrique en 5 act. et 
1 prol. (19/1 1674). Paris, grave par H. 
de Baussen. [Paris Fopera. C. P.? 

2. edit. Paris 1708 grave par H. de 
Baussen. P. fol. 124 Bll. [Paris l'opera 
mit Zusätzen im Ms., von denen es frag- 
lich ist, ob sie von L. herrühren. Briissel. 
Upsala. Karlsnihe. B. M. im Kl.-A. 
Dresd. in P. B. Lpz. Eostock. Paris 
Nat. br. Mus. Brüssel Cons. 

— Cambridge FW. im Ms. P. Upsala 
in Stb. Paris Nat. Kopie der P. br. Mus. 
in P. 

— Ausg. Ib. 1716. P. [Glasgow. 

— Paris 1727 ib. qu40, P. 303 S. 
[Paris Nat. Hofb. Wien. 

Amadis de Grece (de Gaule), Tragedie 
Ivrique en 5 actes et un prologue (18/1 
1684). Paris 1684 BaUard. P. 44 u. 
272 S. [B. B. Paris Nat. Glasgow. 
Stift Göttweih. Brüssel Cons. br. Mus. 

— 2. edit. Paris 1699 Ballard. qu40. 
P. [Dresd. Mus. Brüssel Cons. 

— Amadis, Tragedie lyrique en 5 actes 
et un prologue (^18/1 1684). Paris, gravee 
par H. de Baussen, chez Pierre Mortier 
1711. P. fol. [Briissel. E. C. ofMus. 
Upsala. B.B. B. Hbg. B. AVagener. 
Neapel Turch. Musikfr. Wien. B. M. 
Dresd. Eostock. Darmst. B. Amiens. 

— Ausg. Paris 1719 Ballard. P. [Paris 
Nat. 

— 2. (?) edit. Paris 1721 grav. H. de 
Baussen. [Paris l'opera. 

Armide, Tragedie lyrique en 5 actes 
et un prologue, paroles de Quinault (15/2 
1686). Paris 1686 Ballard. P. fol. 271 S. 
[E. C. of Mus. Bologna im Dr. u. Ms. 
Brässel. Upsala. B. B. B. Lpz. Dresd. 
Proske. Brüssel Cons. B. M. Paris Nat. 
Musikfr.Wien. Wien Universit. br. Mus. 
B. Eennes. 

— edit. Paris 171Ü ib., ist nur ein 
Partitur -Auszug. 188 S. [Paris l'opera. 
B.B. B.M. Eostock. Paris Nat. Hofb. 
Wien. Glasgow. C. P. br. Mus. 



Lully, Jean-Baptiste. 



245 



Lully, Jean-Baptiste. 



— 2. ed. Ib. 1713. P. [BmsselCons. 
Nr. 1753. 

— Ausg. oe. 18. Paris 1725 Ballard. 
P. [Paris Nat. br. Mus. Brüssel Cons. 

Im Neudruck in Part. Publikat. Bd. 14. 

Atys, Tragedie lyrique en 5 actes et 
un prologue (10 1 1676 in St. Germain, 
im Aug. 1675 zu Paris). [Paris l'opera 
im Ms. P. von 1708. Upsala, grave p. 
Baufsen. P. br. Mus. Ms. P. u. Drack. 
C. P. B. Amiens. B. Rennes. 

— Ausg. Paris 1689 Ballard. P. fol. 
318 S. [Upsala. B. Lpz. Karisruhe. 
B. "Wagener. Neapel Turch. B. M. 
Dresd. Mus. Brüssel Cons. Musüfr. 
Wien. 

— 2. edit. im Kl.-A. Paris 1708 Bal- 
lard. [B. M. B. Dresd. von 1709. Ro- 
stock 1709. Paris Nat. 1709. Glasgow 
von 1708. Brüssel Cons. in P. von 1719? 

— 2. edit. Paris 1715 Ballard. P. 
[Brüssel. Paris Nat. Im Ms. Münchener 
Oper. Darmst. 

— 3. edit. grav. Paris 1720 Ballard. 
P. fol. [Paris l'opera. Paris Nat. B. B. 
B. Rennes. 

Bellerophon. Ti"ag. lyr. en 5 actes et 
un prologue (31/1 1679). Paris 1679 
Ballard. P. fol. 154 S. [Paris l'opera. 
Brüssel. Cambridge FW. B.B. B.Hbg. 
B. Lpz. Brüssel Cons. B. Wagener. 
Upsala im Ms. Paris Nat. im Dr. Mu- 
sikfr. Wien. Hofb. Wien. Amst. br. 
Mus. 

— 2. edit. Ib. 1714. P. fol. [Paris 
l'opera. Dresd. Paris Nat. Glasgow. 
Mailand Cons. C P. br. Mus. Brüssel 
Cons. 

Cadmus et Hermione, Tragedie lyrique 
en 5 actes et un prologue (1673 erste 
Aufführung im April, 1674 vor dem 
Könige). Paris 1719 Ballard. Part. fol. 
[Paris l'opera. Brüssel. Dresd. Paris 
Nat. C. P. Fürstenberg. Bibl. in Donau- 
eschingen (Baden). Brässel Cons. im Ms. 

— Im Ms. P. [Karisruhe 91 BU. 
B. Lpz. Brüssel Cons. Upsala. br. Mus. 

Isis, Trag. Ivr. en 5 a. et 1 prol. (5/1 
1677). Paris 1719 Ballard. P. fol. 289 
S. [Paris l'opera. Brüssel. B.B. B.Lpz. 

B. G. B. Wagener. Karlsruhe im Ms. 
Brilssel Cons. im Dr. B. M. Paris Nat. 

C. P. B. B. br. Mus. im Ms. u. Druck. 
Persee, Trag. lyr. en 5 a. et 1 prol. 

(17/4 1682). Paris 1682 ib. fol. 48 u. 
328 S. [Paris l'opera. Brüssel im Ms. 
Cambridge FW. im Dr. br. Mus. Dresd. 
Karlsruhe. B. Wagener im Kl.-A. Brilss. 
Cons. B. M. Paris Nat. Musikfr. Wien. 
Glasgow. C. P. Sigmaringen Hofbibl. 



— 2. edit. Ib. 1710. [B.B, B. M. 
B. Lpz. Paris Nat. Darmst. 

— 2. edit? Ib. oe. 12, 1722. P. fol. 
229 S. [Paris Fopera. Hofb. Wien. 

— Amsterdam , nouveUe edit. s. a. 
[Rostock. B. B. 

Phaeton, Trag. lyi'. en 5 a. et 1 prol. 
(6/1 1683). Paris 1683 ib. P. fol. 275 
S. [Paris l'opera nebst Ms. von 1713. 
Brüssel im Ms. Cambridge FW. im Dr. 
br. Mus. B. B. B. Lpz. Darmst. Karls- 
ruhe im Ms. 154 Bll. B. Wagener im 
Dr. Brüssel Cons. Paris Nat. Musikfr. 
Wien. Glasgow. 

— 2. ed. Paris 1709 grave p. Baufsen. 
P. [Dre.sd. Paris Nat. C. P. Brüssel 
Cons. B. Amiens. 

— Ausg. Paris 1718 J. B. Ballard. 
[Paris Nat. 

— 2. edit.(?) oe. 13. Paris 1721 Bal- 
lard. P. [Berlin Kircheniusitut. B. M. 
Paris Nat. Amst. 

— 2. edit. (?) oe. 13. Ib. 1738. P. 
211 S. [Hofb. Wien. 

— 3. edit. Amst. , Le Cene. P. 
[Brüssel Cons. Nr. 1748. 

La Priucesse d"Eüde, comedie de Mö- 
llere, en 5 act. et 1 prolog. (7/5 1664). 
Paris, Ballard. fol. [Brüssel Cons. Nr. 
1731 ohne Titelbl. 

Proserpine, Trag. lyr. en 5 a. et 1 
prol. (3/2 1680). Paris 1680 Ballard. P. 
fol. 72 u. 355 S. [Paris l'opera. Cam- 
bridge FW. B.M. B.Lpz. B. AYagener. 
br. Mus. Upsala. Brüssel Cons. Paris 
Nat. Sigmaringen Hofb. 

— 2. edit. Paris 1707 ib. P. [Brüssel. 
Paris Nat. Glasgow. B. Hbg. 

— 2. (?) edit. Ib. 1714. P. fol. 427 
S. [Paris l'opera, mit vielen hds. hinzu- 
gefügten airs ä danser. Bologna. Paris 
Nat. 1714 u. 1715. C. P. 1714. Dresd. 
Karlsnihe im Ms. P. Brüssel Cons. im Dr. 

Psyche, Trag. lyr. en 5 a. et 1 prol. 
(19/4 1678). [Paris l'opera im Ms. P. 
Karlsruhe, br. Mus. 

— Paris, Ballard. P. [Brüssel Cons. 
C. P. B. Rennes. 

— Ä.usg. mit Oeuvre VIII gez. Paris 
1720 BaUard. P. fol. [Paris l'opera. 
Brüssel. Paris Nat. 

— s. a. ib. [Paris Nat. 

Roland, Trag. lyr. en 5 a. et 1 prol. 
(18/1 1685). Paris 1685 ib. P. fol. 56 
u. 344 S. [Paris l'opera. Brüssel. Cam- 
bridge FW. B. B. B. Br. B. Hbg. 
B. Lpz. Karlsruhe, br. Mus. Upsala. 
Brässel Cons. B. M. Paris Nat. Glas- 
gow. B. Zw. B. Amiens. 

— 2. edit. Paris 1709 BaJlard. Part. 



Liilly, Jean-Baptißte. 



246 



Lully, Jeau-Baptiste. 



de chaüt et clavecin. fol. [Paris Nat. 
Dresd. br. Mus. B. Amiens. 

— Amsterdam 1711. P. [Rostock. 
Kopenhag. B. B. 

— Ausg. 1716 Paris, Ballard. P. [Paris 
Nat, Darmst. B. Eennes. 

— Ausg. 1733 ib. P. [C P. 

— Les Airs a chanter de I'Opeia du 
Roland, mises. . . Amst. 1685 J. Ph. Heus. 
(iul2". 38 S. [Bologna. 

Thesee, Trag, lyr, en 5 a. et 1 prol. 
(11/1 1675). Paris" 1688 Ballard. P. fol. 
58 u. 272 S. [Paris l'opera. Biüssel. 
B. M. Paris Xat. br. Mus. Musikfr. 
Wien. Glasgow. B. B. B. Br. Upsala. 
Karlsnihe. Brüssel. Cous. Darmst. 

— im Ms. [Upsala in Stb. br. Mus. 
P. B.B. 13261. B. Amiens. B. Rennes 
von 1678? 

— 2. edit. Paris 1711 ib. P. Kl.-A. 
230 S. [Rostock. Paris Nat. C. P. 
Dresd. B. Wagener. Ms. P. Nr. 458 im 
S. Marco in Venedig. 

— 2. edit. Oeuvre. IV. Ib. 1720. P. 
fol. 230 S. [Paris Fopera. B. Kgsbg. 
Paris Nat. br. Mus. Brüssel Cons. 

Im Kat. von Lajarte der Opera u Paris 
ist jede Oper mit zahlreichen Notizen 
versehen. 

Die 2. und 3. Ausg. der Opern haben 
oft nur eine unvoUstäudige Partitur, in 
denen bei Chören und Instnmientalpiecen 
alle Mittelstimmen fehlen. Die öftere 
doppelte Angabe „2. edition", ist original- 
getreu. 

Herr Mich. Brenet teilt mir noch mit, 
dass sich zahlreiche Exempl. obiger Opern 
in den Bibliotheken : Paris Arsenal, zu Bor- 
deaux, Besancon, Versailles etc. befinden. 

In der Bibl. zu Cambridge FW. Nr. 81 
wird Lully die Oper „Coronis"-' zuge- 
schrieben, die aber von IMobald Oatti, 
einem Schüler und Nachahmer L.'s ist 
(Clement). Ebenso gehört die Oper Didon 
Nr. 83 Dcsmarets und Astree Nr. 84 
Colasse an. Auch sonst werden fast in 
allen Bibliotheks- Katalogen LuUy Opern 
zugeschrieben, die von seinen Söhnen 
sind. Ich nenne nur Orphee, Aleide, 
L'Europe etc. Letztere ist von Cawpra. 
Selbst Fetis begeht den Irrtum, ihm den 
Orphee zuzuschreiben. 

Eine neue Ausgabe im Kl.-A, veran- 
staltete von den meisten Opern Michaelis 
in Paris, unter dem Titel Chefs-d'oeuvre. 
In B. B. und B. M. vorhanden. Ich nenne 
die Alceste, Atys, Armide, Bellerophon, 
Cadmus, Isis, Persee, Phaitou, Psyche, 
Proserpine u. Thesee. Einzelnes in Neu- 
ausg. siehe Eitner 2. 



Balletts, Divertissement, Pastorale u. 

a. Bühnenkompositionen. 

Im Conservatoire de musique zu Paris 
befinden sich eine Anzahl Bände, die 
Philidor anfei"tigte, darin befinden sich 
folgende Ballette L.'s (siehe auch Viertelj. 

I, 5.39) : 

Im 6. Bande zu Cavalli's „Xerxes" 
6 Entrees von Lully. WeckerUn glaubt, 
dass dies L.'s erste Arbeiten in diesem 
Fache sind [auch in B. Joach. Nr. 4. 

Alcidione von Benserade entworfen, 
1658, Bd. 8, wird von Anderen für sein 
ältestes Ballet gehalten. 

Ballet royal de la Eaülerie, Text v. 
Benserade 1659, im 9. Bde. [auch in B. 
Joach. Nr. 5 und in B. Karlsruhe. 

Ballet royal de l'Impatience, 1661, im 

10. Bde. Text von Benserade. Auch in 
Karisruhe, Ms. P. 30 Bll. — B, Joach. 
Nr. 6. 

B. r. Les Nopces de Village, 1663, im 

II. Bde. [auch in B. Joach. 

Les amours deguisez, 1664, 12. Bd, 
[auch in B. Joach. Cambridge FW. 

Le mariage force 1664, 13. Bd. [auch 
in B. Joach. Cambridge FW. br. Mus. 
im Kl.-A, 1867. 

La princesse d'Elide, comedie-ballet en 
5 actes. Text von Moliere. 1664. 23. Bd. 
[auch in B. Karlsruhe und B. Joach. Ms. 
P. 16 Bll. Cambridge FW. 

B. r. de la Naissance de Venus, 1665. 

11. Bd. [auch in B. Joach. Nr. 11. Cam- 
bridge FW. 

Le Canal de Versailles, mit einer Sym- 
phonie pour Neptuue. 1666, Bd. 28. 
BaUet des Muses, Text von Benserade. 

1666, Bd. 24 [auch in B. Joach. Nr. 19 
und in Karisruhe, Ms. P. 39 BU. C. P. 
noch einmal besonders. 

— Paris chez Foucault, P. [Cam- 
bridge FW. 

L'amour malade, Text von Benserade, 

1667 , Bd. 15 [auch in B. Joach. Nr. 2, 
B.Karlsruhe 16 Bll. von 1659":' Hofb. 
Stuttgart im Ms. 

B. r. de Flore danse, 1669, Bd. 16 
[auch in B. Joach. Nr. 21. 

Le Bourgeois gentiDiomme, Text von 
Moliere, 1669. Bd. 34. [Auch in Joach, 
25. Karlsnüie , mit Ballet de Carabeii 
bezeichnet, Ms. P., 30 Bll. Dresd. Mus. 
im Kl.-A: Paris, Durand & Co. 

L'amour medicin, Ballet, Bd. 29. [Auch 
in B. Joach. 22. 

Pourceaugnac, Ballet, Bd. 34 [auch in 
B. Joach. 24. 

— Im Druck: Pour c'eaugnac, Divert. 
oomique. Paris 1715 Ballard. P. fol. 



Liilly, Jean-Baptiste. 



247 



Lully, Jean-Baptiste. 



[B. B. In Rostock in Stb. C. P. noch 
einmal besonders vortianden. 

— Divertissem. italieo, paroles de Me- 
liere. Im Okt. 1722 zu Paris aufgef. Ms, 
P. [Paris Lopera. 

In der B. Joachimsthal zu Berlin, Ms. 
320—325, 6 voll. Ballets in foL, Pai-t. in 
Reinschrift, siehe Näheres im gedr. Kat. 
Nr. 352, Aufser den oben bereits verz. 
befinden sich noch folgende dort: 

1. Ballet du Temps. 

3. B. royal D'alcidianne. 

7. Ballet des Saisons [auch in Paris 
Topera von 1695. Cambridge FW. 

— Dasselbe im Druck: Ballet des S. 
(von Colasse u. L.) pai'oles de l'abbe Pic 
(18 10 1695). Paris 1695 Ballard. P. 
qn4P. [Paris Fopera. 

— In späterer Ausg. mit dem Zusätze : 
de tonte la rausique de feu Mr. de Lully 
qui manquait dans la premiere. Paris 
1700 Chr. BaUard. qu40. 293 Seit. P. 
[Hofb. Wien. B. M. B. B. Bologna. 
C. P. Upsala. br. Mus. 

8. B. Hercule amoureux. 

9. B. des Pianettes. 

12. B. de Crequy [auch in Cambridge 
FW. 

13. B. des Gardes [auch in Cambridge 
FW. 

15. B. des Arts [auch in Cambridge 
FW. 

17. Entre Acte d'Oedippe, Ballet. 

20. Mascarades de Versailles [auch br. 
Mus. im Ms. 

23. La feste de Versailles, B. 

26. Les jeux Pvthiens, B. [auch in B. 
Karlsruhe, Ms. P.'28 BU. C. P. 

1)1 anderen Bibliotheken: 

Cariselli, divertissement comique ajoute 
ä la suite des festes de Thalie (\. Auf- 
führg. 1702) Paris (1715) Chr. Ballard. 
?. Man schreibt einen Teil der Musik 
Cambert zu. [B. B. Paris l'opera im 
Ms. C. P. 

Le Cameval. Mascarade. Text von 
Moliere und Benserade. 1675. Ms. P. 
62 BU. [Karisruhe. C. P. 

— Le Cai'neval , Mascarade - pastiche 
en dix entrees (1675) Paris 1720 Ballard. 
P. fol. [Paris l'opera. Glasgow. Paris 
Nat. im Dr. u. Ms. Brüssel Cons. 

L'Eglogue de Versailles, Divertissem. 
en 1 acte, parol. de Quinault. Paris 
1685 Chr. BaUard. P. fol. [Pai'is l'opera. 

— L'Eglogue, ou la Grotte de Ver- 
sailles. Ms. P. 20 BU. [Karlsruhe. Up- 
sala in Stb. Paris l'opera angebunden an 
IdyUe sur la paix. 

Les festes de l'Amour et de Bacchus, 



Pastorale en 3 actes et un prologue 
(15 11 1672) Paris 1727 J. B. Christophe 
BaUard. P. fol. [Paris l'opera. Brüssel 
Nr. 2633 Ausg. von 1717 ib. B. Kgsbg. 
von 1717. br. Mus. im Ms. P. Paris 
Nat. 1717. C. P. 1717. Karlsruhe im 
Ms. P. 66 BU. 

L'Idylle sur la paix. Pastorale en 1 
actes, parole de J. Racine (1685). Paris 
1685. ib. P. fol. [Paris l'opera. Upsala 
ina Ms. C P. 

— Idylle sur la paix, avec l'Egloque 
de VersaiUes, et plusieurs pieces de Sym- 
phonie. Paris 1685. P. [Glasgow. Mu- 
sikfr. Wien. Paris Nat. br. Mus. 

Le Mariage force, comedie ballet en 
3 actes (29/1 1664). 

— Nouv. edit. par Lud. Celler, Kl.-A. 
Paris 1867 Hachette. 8'\ [Brüssel 2860. 

La Serenata. Les Bohemiens. Ballet. 
[B. Lpz. 

Le temple de la paix , op.-baUet en 6 
entrees (Fontainebl. 12 9 1685). Paris, 
Ch. Ballard. P. [Brüssel Cons. Musikfr. 
Wien. Cambridge FW. Brüssel. B. B. 
Karlsruhe. Rostock in Stb. Paris l'opera. 
br. Mus. 

— 2. edit. mit Oeuvre XI. gez. Paris 
1721 ib. P. fol. [Brüssel. Paris l'opera. 

Le Triomphe de l'amour, BaUet roy. 
Pai-is 21/1 1681 BaUard. P. 220 S. 
[B. Lpz. Karlsruhe. B. Wagener. Ro- 
stock. Upsala in Stb. Dresd. Mus. im 
Druck. Musikfr. Wien. Paris Nat. im Ms. 
C. P. br. Mus. Stuttgart Hofb. Rom 
Cecilia. Sigmaiingen Hofb. Brilssel Cons. 

— Ausgabe: Paris 1721 Ballard. P. 
fol. mit oe. 9 gez. [Brüssel Cons. 1744. 

La veuve Coquette. Divertissement. 
Ms. P. [C.P. 

Ein Fragment eines Ballets im Druck: 
Paris 1702 BaUai-d. P. [Upsala. 

Im C. P. 2 starke Bde. mit Ballets, 
Fragmente, ital. u. franz., eine Samlg. 
itaüenische Scenen. 



Recueü des opera des Balets, et des 
plus belies pieces en musique, qui ont 
ete represent, depuis 10 ou 12 ans . . . 
devant Sa Majeste . . . Suivant la copie 
de Paris (1680—83). Amst. 1684 Abra- 
ham AVolfgang. 12». 13 Teile in 2 voU. 
[Salzburg. 

— andere vermehrte Ausg. 8 voU. 
Amst. 1667—1712 Henri Schelte (Ubraire). 
12"^. vol. I u. II, die obigen Piecen. 
[Salzburg, Studienbibl. 

Recueü de plus beaux airs ä chanter 
des opera fran9. . . . par le M. de LuUy, 
et par le plus habiles auteurs qui ont 



Liilly, Jean-Baptiste. 



248 



Lullv, Loms de. 



paru depiiis sa mort. A Roosendal . . . 
•tAmst. 1706 by Paulus Matthysz. fol. 
203 S. enth. noch De Ja Lande et De 
Bonsset [Straeten 1, 111. 

Recueil de plus beaux endroits des 
operas de M. de L. 2 voll. fol. im Ms. 
[Paris Nat. 

Airs aus den Opern Armide, Bellerophon, 
Cadmus, Atys, Phaeton u. Thesee, Singst. 
u. Bc. [Schwerin F. im Ms. 

Airs in Samiwk. Airs 1697 b. 

Instrumentalwerhe. 

Ms. C. P. eine Sammlung von Ouver- 
türen, Tanzlieder, Sarah., Cour. u. Gig. 
aus der ersten Zeit seiuer Thätigkeit, be- 
titelt : Morceaux de musique, comp, pour 
la bände des petits Yiolons par . . . (be- 
zieht sich auf das von ihm gebildete 
Orchester). 

Symphonies, Airs pour Mad. la Dau- 
phin e, Pavane, Gigue, Menuets, Chacone 
pour Mad. la Princesse de Conty, deux 
passepieds. [Paris Topera. Angebunden 
an Idylle sur la paix. 

Le Simphonies ä 4. avec les airs et 
Triolets des Festes de TAmour et de 
Bacchus. Amst., A. Pointel. kl. 4". Stb. 
'[Hofb. Wien: Dessus, 12 S. 

Recueil des Symphonies de Thesee, 
d'Isis, d'Atys, d'Alceste etc. im Ganzen 
gegen 300 Nummern aus etwa 20 Werken 
yon LuUy. 4 Stb. im Ms. B. Karlsruhe. 

Les Trio des Opera de Msr. de Lully, 
mis en ordre pour les concerts. Propres 
ä chanter, et ä jouer sur la Flute, le 
Yiolon, et autres Instruments. Amster- 
dam 1690. qu40. [Dresd. Mus. br. Mus. 

Les Trio des Opera de Msr. de Lully, 
Mis en ordre pour les concei-ts. Propre 
ä chanter, et ä jouer sur la Fhite, le 
Violon, et auti-es Instniments. Amster- 
dam 1691. qu40. [Dresd. Mus. br. Mus., 
das Stb. Des.sus 11. gehört einer anderen 
Ausg. an. 

In Trios de differents autheurs, siehe 
Roger, die Ouvert. zu de la Grotte. 
3 Stb. 

Trios f. 2 V. u. B. Ms. 4». [Rostock. 

Recueil de tous les Airs ä jouer sur 
le Yiolon, Flute de l'opera d'Arniide. 
Amsterd. 3 Stb. [Upsala. 

Lessons for the harpsichord or Spinet. 
Yiz. I. AJlemands, aire, corants, minuets, 
sarabands et jiggs, composed by M. Bap- 
tist Lully. London (c. 1680) Daniel 
"Wright. qufol. 16 Bll. [C. P. br. Mus. 
B. Wagener. 

Diverses Chacoune, Ouvertures et autres 
Airs in d'Anglebert's Piece de Clavecin 
1689. liv. 1. fiufol. [B.B. B.M. 



1 Lautenpiece im C. P. c. 1725 (Kat. 
485/86). 

In Simpson's Corapanion 1 Piece f. 
Fl. u. B. 

Airs ia Clerambaulfs Nouv. poe.sies 
1737. 

In neuen Ausgaben siehe Eitner 2 und 
obige Bemerkung über Michaelis' Klavier- 
auszüge sowie die Partitur - Ausg. der 
Arinide. 

Lully, Jean-Baptiste de, fils, 
geb. 6. Aug. 1665 zu Paris. 7/2 
1695 wurde er an Stelle Boessefs 
Surintendant der Xgi. Musik zu 
Paris, auch war er Abbe an der 
Abtei von St. Hilaire bei Nar- 
bonne, Avie ihn auch 1687 sein 
Vater im Testament bezeichnet. 
Sein Tod kann erst nach 1711 
erfolgt sein, da Campardon bis 
in dies Jahr Dokumente mitteilt. 
Fetis verz. aber seinen Tod schon 
mit dem 9. Juni 1701 zu St.-Cloud. 
Er unterzeichnet sich teils mit 
Lully, teils mit Ltdli (Campardon). 
Die Lexika, selbst Campardon, 
schreiben ihm fälschlich die Oper 
Orphee zu, deren Komponist sein 
Bruder Louis war. ^Nachweisbar 
ist folgendes Werk: 

Le ti'iomphe de la raison sur l'amour, 
pastorale mise en musique, representee 
devaut sa Majeste ä Fontaiuebleau le 25. 
Oct. 1696. Paris, Chr. BalJard. qu40. P. 
74 S. [besafs einst Leo Liepmannssohu. 
Nach einer Notiz Weckerlin's scheint es 
auch im Conservatoire de mus. zu Paris 
sich zu befinden. 

Sein Bruder Jean-Louis, geb. 23. Sept. 
1667 und gest. 28. Dez. 1688, also nur 
21 Jahr alt, folgte seinem Yater als Sui- 
intendant der Hofmusik und schrieb mit 
seinem Binder Louis das dort verzeichnete 
Ballet ,.Zephire et Flore-'. 

Lully, Louis de, geb. 4. Aug. 
1664 zu Paris, Sohn des Jean 
Baptiste senior, lebte noch 1713. 
Pougin veröffentlicht nach Lhuil- 
lier's Buch das Taufzeugnis des- 
selben. Er wurde erst 1677 in 
Fontaiuebleau getauft, König und 
Königin von Frankreich waren die 
Taufzeugen. Nach dem Tode seines 



Liilly, Loiiis de. 



249 



Luneau de Boisjermain. 



Bruders Jean Louis wurde er Sur- 
intendaut der K^\. Musik und Kam- 
morkomponist des König's. A"on 
seinen Kompositionen sind nach- 
weisbar (entgegen den Lexika): 

1. Zephire et Flore, opera - ballet en 
3 actes et un prologiie, imis. de Louis et 
Jenii Louis de LuUy, paroles de Du 
Boullay (repres. 22 3 1688 ä Paris. 1715 
wiederholt). Ms. ohne Pai-t., nur in Stb. 
in Paris l'opera. — Im Druck: Paris 1688 
Ballard. P. fol. 248 S. [Hof b. AVien. 
Glasgow. C. P. br. Mus. Upsala. B. 
Lpz. Karlsruhe, überall unter J. B. Lully 
aufser im br. Musemn, Bologna und Brüssel 
Cons. B. Eennes eine Ausg. von 1698 
unter Jeau Bapt. 

2. Oii3hee, Tragedie lyiirjue en 3 actes 
et un prologue, paroles de Du Boidlay 
(represent. 8 4 1690. nie wiederholt). 
Paris 1690 Chr. Ballard. P. [Paris l'opera. 
C. P. Upsala in Stb. Karlsriüie in P. 
B. M. Biiissel Cons. Der Katalog der 
letzteren Bibl. nennt den Autor „Mons. 
de Lully, Taisne". B. Eennes. Ton den 
Lexicographen und Katalogen der Biblio- 
theken fälschlich dem Jeau Baptiste zu- 
geschrieben. 

3. Aleide, Tragedie lyrique en 5 actes 
et un prologne, mus. de Louis Lully et 
Marais. parcles par Campistron (repr. 3/2 
1693, 3 mal wiederholt bis 1744). Ms. P. 
fol. [Paris l'opera. C. P. unter dem Titel : 
Aleide, ou trioniphe d'Hercule, opera eu 
5 actes . . . Berlin K. H. 

4. Pautomimes des Pages. Ballet f. 
Vcl. u. B. Ms. Musik von L. u. Marais. 
[Berlin K. H. Ebend. für V. u. B.; vom 

4. Akt fehlt die letzte Hälfte und der 

5. Akt ganz. Nr. 2863. 

Coucert de Violons et Hautbois, donue 
au Soupe du Eov le seise Janvier 1707. 
[C. P. Bd. 36 in Philidor's Samraelbänden. 

Liimon oder Liiinon, Zauiiio. 

Um 1475/76 Sänger an der Mai- 
länder Hofkapelle (Straeten 6, 18/19. 
Motta 86 und 128 giebt ihm noch 
den Beinamen „dicto ottineto''. 

Lumpe. Johann TVillielm, 1715 
Waldhornist an der Hofkapelle in 
Stuttgart mit 300 Gld. Gehalt (Sit- 
tard 2, 93). 

Lima, Gius. Folliero de, siehe 
Folliero de Lima. 

Lunekli, Johann, ein Musikus 



in der Düsseldorfer Hofkapelle um 
1638 (M. f. M. 28, 91). 

Lund, Daniel, geb. zu Fogdoe 
in Schweden den 1. Aug. 1666, 
gest. 25. Dez. 1747 als Prof. der 
orientalischen Sprachen zu Abo 
und Upsala. Er schrieb: 

Dissertatio de musica Hebraeorum an- 
tiqua ijuam praeside . . . examine submit- 
tit Sueno Gestrinius. Upsala 1707. 8°. 
[Dresden. 

Lund, Johann, geb. 1638 zu 
Flensburg, gest. 1686 als evange- 
lischer Prediger zu Tendern (Schles- 
wig), gab heraus: 

Alte jüdische Heiligthümer von der 
Musik der Hebräer. Hamburg 1711. 8*^. 
Herausgegeben von Sandhagen; eine 2. 
Ausg. in Fol. nach dem Ms. verbessert 
von Muhlio (nach Gerber 1). Ein Ex. 
von 1711 in der bischöfl. Proskeschen 
Bibl. in Eegensburg. 

Lund, Thomas, Gentleman an 
der Hofkapelle in London von 
1722 bis c. 1735 (Viertel]. 8, 516. 
518). 

Lundsdörffer (Lunfsendorffer 
schreibt Arnschwanger, ein Zeit- 
genosse), Albrecht Martin (auch 
nur A. 3l L. gez.), war nach Mat- 
theson 1, 172 und 2, 458 Organist 
an der St. Lorenzkirche in Nürn- 
berg und soll gegen 1690 gestor- 
ben sein. 

Im Arnschwanger 1659 und 1680 (s. d.) 
zahlreiche Lieder, resp. Arien genannt mit 
Bc. (siehe auch Zahn 5, 426.) lu B. Zw. 
ein Trauergesang 367 Nr. 8 : Unser Leben 
wäret siebentzig Jahr, für C. u. B. gez. 
mit A. M. L. Stud: Music. 

Luneau de Boisjermain, Pier- 
re- Josepli-Franc^ois, geb. um 1732 
zu Issondun, gest. 25. Dez. 1801 
zu Paris in dürftigen Verhältnissen. 
Am bekanntesten ist er durch einen 
Kommentar zu Racine's Werken. 
In Paris fiel er den Spekulationen 
der Buchhändler zum Opfer. 

Er gab 3 Jahrgänge eines Almauachs 
musical heraus, 4 Bde. in 12". Paris, 
Bureau de l'abonnement litteraire. 1782 
in B.Brüssel. 1783 in B. B. 



Luügwitz. 



250 



Lupi. 



Liingwitz, Valentin, von c. 

1589 bis 1630 Kantor a/'d. Haupt- 
kirche in Pirna (M. f. M. 28, 150). 

Limfseudorffer, siehe Lnnds- 
dörffer. 

Lupaccliino, Bernardino, dal 
Vasto, ein Komponist aus der Mitte 
des 16. Jhs., der besonders durch 
seine 2stim. Gesänge, die er ge- 
meinsam mit Joan Maria Tasso 
herausgab, allgemein bekannt Avar 
und die bis ins 18. Jh. hinein 
immer wieder aufgelegt wurden. 
Es sind Solfeofo'ien ohne Text. Auf 



^ncj^ 



seinen Drucken ist nirgends ein 
Amt verz., doch geben die Lexika 
an, dass er (nach Baini) Kapell- 
meister an San Giovanni di Late- 
rano zu Rom war. Pitoni giebt ihm 
gToIses Lob. Seine Drucke sind: 
1543. . . . Madrigali a 4 voci. Ven. 
1543 (ohne Verleger, wakrsch. Gai'dane). 
4 Stb.' fiu40. 28 Madr. [B. B. Hofb. 
Wien. Verona S. f. Bologna: C. def. 

— Nachdi-uck: Ven. 1543 Hieron. Sco- 
tus. 4 Stb. qu40. 28 Madr. [Bologna: 
C. Florenz B.L: T. 

1546. . . . n Secondo IIb. di Madr. 
di . . . a 4 voci. Ven. 1546 Gardane. 
4 Stb. qu40. 30 Madr. [ß. M. B. Kgsbg. 
Florenz B. B. Lucca B. c : B. Crespano 
B. C: C. T. B. 

1547 ... A cinque 11 1. lib. di Madr. 
a 5 voci . . . Ven. 1547 Gardane. 5 Stb. 
qu40. 22 Madr. fB. M. Lübeck. Hofb. 
AVieu. Bologna: T. br. Mus: B. 

1559. Di B . . . L . . . et di Joan Maria 
Tasso, il 1. lib. a 2 voci . . ristamp. & 
da molti errori einendato. Aggiontoui an- 
cora alcuni canti a 2 voci de diuersi autori. 
Ven. 1559 Gardano. 2 Stb. qu40. 35 
Solf egg. ohne Text. Andere Autoren wie 
die beiden obigen sind nirgends genannt: 
13 von L., 15 von Tasso (siehe Eitner Ij. 
[Bologna: T. 

— Veneg. 1560 Scotto. 2 Stb. qu4o. 
[Bologna. 

— II 1. lib. a note negi'e a 2 voc. . . . 
Scotto 1565. [Celle, 2 Stb. 

— ristampt. Ven. 1568 Claudio da 
Correggio. [Upsala: T. 

— 1584 Ven., Vincenti & Amadino. 
[Bologna: C. 

— 1587 Ven., Amadino. [Florenz 2 Stb. 
Bologna: T. 



— 1591 Ven., Vincenti. [Bologna 2 Stb. 

— 1594 Ven., Ang. Gai-d. [B. B. 2 Stb. 
Bologna: C. 

— 1607 Vincenti. [B. Haberl. 

— 1615 Amadino. [Florenz: C. T. 

— 1616 B. Magni. [Bolog: T. 

— 1620 Roma, Soldi. [Bolog. 2 Stb. 

— 1642 Bracciano, ediert von Floridus 
de Silvestris. [br. Mus. 

— 1670 Roma, Mutij. [Bolog: T. 

— 1685 Ven., Sala. [Paris Nat. 

— 1688 Firenze, Stamperia. [B. B. 
2 Stb. Bolog: C. 

— 1670 (•;' soll wohl 1690 heilsen). 
Ven., Magni. [Bolog. 2 Stb. 

— 1701 Bologna, Süvani. [Bolog. 2 Stb. 

— Ms. L 154 und 289 iu Kopie. [B. B. 
In Ms. 2289 P. in B. Briissel, Madrigale. 
In alten Samlwk. 5 Gesänge (Eitner 1). 

Ferner in Balbi's Music. Essercitio 1589 
ein Gesg. Vogel sagt 1, 51, dass nur die 
Oberstim. von L. ist. AU'arsalir della 
bramata fehlt in der Ausg. von 1597. 

Luparini, siehe Cosmorskj. 

Lupato , Pietro , Chorknaben- 
lehrer am S. Marco; am 10. Okt. 
1525 angestellt, hatte auch die 
Verpflichtung den Kapellmeister 
zu vertreten (Caffi 1, 39. 2, 32). 

Liipatiis, siehe Luppatus. 

Luperg-er, Oeorg, um 1635 bis 
etwa 164:0 Organist an der Hof- 
kapelle in München mit 300 Gld. 
Gehalt (Kreisarchiv). 

Lupi {Lupus) und Jean Lupi^ 
resp. Joannes Lupi ist stets Hel- 
linck (s. d.). Aufserdem giebt es 
aber noch eine Anzahl Lupi und 
Lupus, die stets noch einen Vor- 
oder Beinamen haben und das 
sind: 

Didier Lupi Second. Er zeich- 
net sich zwar auf seinen Drucken 
nur mit D. Lupi Second, sowohl 
auf dem Titel als in der Dedikation 
von 1519, doch lässt sich sicher 
annehmen, dass es Didier ist. üeber 
sein Leben ist nichts bekannt, als 
dass er dem Drucke der Psalmen 
zufolge in Lyon in der ersten 
Hälfte des 16. Jhs. gelebt haben 
wird. Fetis weifs auch nicht mehr. 



Lupi. 



251 



Lupo, Ambrose. 



Seine bisher bekannt gewordenen 
AVerke sind: 

3. Livre contenant 35 Chai:sons a 4 par- 
ties. Lyon 1548 Godefroy & Mar. Be- 
ringen. 4 Stb. kl. 01114". [B. M. 

J)a.s 1. und 2. Buch ist nicht bekannt. 

Psalmes | trente dv royal | Prophete 
David I traduictz en uers fran(;"ois par 
Giles Dau- | rigny, dict le Pamphile, et 
mis I en musique ä quatre | paiiies | par 
D. Lvpi Second. | CantA'S. Tenor (resp. 
Altvs. Bassvs) | Auec priuilege du Roy 
pour cinq ans. | A Lyon par Godefroy 
& Marcellin Beringen, | freres, M.D.XLIX. | 
2 Stb. in kl. qu.4P, in jedem 2 Stim. gegen- 
über gednickt. Die 30 Psalmen sind der 
16. 17. 21. 27. 29. 30. 34. 39-42. 44. 
49. 52. 62. 65. 67. 68. 73. 80. 84—86. 
111. 121. 125. 126. 112. 127. 139. [B. M. 
Hofb. Wien. 

Erst fast 20 Jahre später trifft man 
eine spätere Auflage eines Liederbuches 
mit geistlichen Texten an: 

Premier livre de chansons spirituelles 
composees par Guillaume Gueroult, et 
mises en musique ä 4 parties, par Didier 
Lupi second, et autres. Nouuellement 
reueaes, et augmentees outre les prece- 
dentes impressions. A Paris 1568 Nie. 
du Chemin. 1 vol. in kl. 8». 63 Ell. 
23 Gesänge, Stim. gegenüber. [B. Dres- 
den, siehe gedr. Kat. p. 91 mit Reg. Ein 
anderer Komponist als L. ist nii-gends ge- 
nannt. Ueber seinen Aufenthalt giebt 
der Druck nichts an, doch ist die Dedic. 
noch von ihm geschrieben. 

1 Chanson ist in Granjon's Trophee 
1559 aufgenommen. Fetis spricht von 
einem Ms., einst der Herzogin von Orleans, 
Mutter des Königs Louis-Philippe gehörig, 
in dem sich die Chanson ,,Re\aens vers 
moi, qui suis tant desole" befinden soll, 
die aber mit Jean Lupi gez. und daher 
Hellinck zuzuschreiben ist. Commer bring-t 
sie ijn 12. Bde. seiner Musica sacra. Von 
Didier L. befinden sich in M. f. M. 3 vierst. 
Psalmen und 30 Psalmen-Melodien, siehe 
Eitner 2 im Nachtrage M. f. M. 9. 

Lupi, Eduardo, ist Duarte Lobo. 

Lupi, Mario, geb. zu Bergamo 
um 1710, gest. 7. Nov. 1789 ebd., 
war Kanonikus an der Kathedrale 
zu Bergamo und Ehren-Kämmerer 
des Papstes Pio YI. Fetis verz. 
von ihm ein Ms. „Dissertazione 
intorno al suono". 

Lupiere, . . . Konzertmeister an 



der Hofkapelle in München, pen- 
sioniert mit 150 Gld., wird am 
31/4 1765 als ein Verstorbener 
bezeichnet (Kreisarchiv). 

Lupiiio, Francesco, aus An- 

cona, war um 1549 Kapellmeister 
am Dome zu Urbino (Titel). In 
Cinciarino's Tractat von 1555 fol. 
13 wird er Don Francesco Lupino 
in Urbino genannt und mit „maestro 
di Chierici del Domo" bez. Chierici 
heilst die Geistlichen. Es ist frag- 
lich, ob dies nicht ein anderer ist. 
Obiger ist bekannt durch die Kom- 
positionen: 

. . . Primo libro di Motetti a 4 voci . . . 
Yen. 1549 Gai-dane. 4 Stb. qu40. [ß.M: 
C. T. Bologna, im Kat. fehlt die Angabe 
der Stb. 

In alten Samhvken. ist er mit 5 Mo- 
tetten vertreten (Eitner 1), dazu kommt 
noch die Motette im Samlwk. 1555 d Nr. 21 
„Dum fabricator muudi, 2. p. Aperto ergo*', 
5 voc. Im Tenor ist aber Lupi gez. statt 
Lupino, deshalb habe ich die Motette unter 
Lupi (Jean) gestellt. 

In der Proske'schen Bibl. (Kat. A IV) 
befinden sich im Ms. 841 Nr. 2 „Magi 
veniunt'' 4 voc. Chorb. von 1572. Ms. 848 
Nr. 2 u. 9. 867, 2. 876, 3. und 888 eine 
Anzahl Motetten. 

Eine Epistola musicae im Ms. Cod. 5318 
im Vatican. 

Lupo. Die englische Hofkapelle 
zählt von der Mitte des 16. bis 
zur Mitte des 17. Jhs. 7 Lupo als 
Mitglieder und zwar als Violisten 
u. Violinisten; ein Thomas brachte 
es bis zum Komponisten. Nach 
Nagel's Annalen sind dies folgende : 

Amhrose Li/po, Violinist von 1559 bis 
zu seinem Tode im Jahre 1594. 

Horatio Lupo, wird am 6/2 1612 auf 
Lebenszeit als Violinist angestellt. Der 
Gehalt betmg gewöhnlich 40 £, blieb 
aber sehr oft aus. Er wird noch 1625 
genannt. 

Joscpho Lupo, Violist, wird von 1581 
bis 1605 angeführt. 

Petra Lupo, Violist, von 1581—1605. 

Theophü Lupo, Sohn des Thomas, 
wahrscheinlich des Thomas junior, wird 
am 1/12 1627 als Instrumentist angestellt 
und noch 1640 ei-wähnt. 



Lupi, Thomas sen. 



252 



Lupus, Michael. 



Tliomas L., senior, Violinist seit 1593 
angeführt, wird 1626 als Komponist der 
Kapelle bez. und stirbt kurz vor 1627, 
da in diesem Jahre sein Nachfolger an 
seine Stelle ernannt wird. 

Thomas L. junior, Sohn des Pietro, 
wird am 17/11 1599 als Violinist angestellt. 
Am 19 5 1637 petitionirt die Wittwe um 
Auszahlung des lückständigen Gehalts. 

T//omas L., Sohn des Joseph, wird 
1601 erwähnt. 

Unzweifelhaft sind sämtliche Lupo 
Italiener, die sich in England niederliefsen. 
Möglich, dass die Söhne in England ge- 
boren sind, daher auch der englische 
Vorname Thomas. Bei Ambrose Lupo 
heilst es „de Myllan". 

Nur von einem Thomas Lupo haben 
sich Kompositionen erhalten und ist dies 
jedenfalls der Thomas L. senior, der auch 
als Komponist angestellt war. Der ge- 
druckte Katalog der Hds. des br. Mus. 
zeigt zwar noch den Joseph als Korapo- 
ponisten an, doch i.st dies ein Irrtum, da 
es Joannes heifsen soll. Grove sagt zwar: 
von Joseph kommt eine Fancy u. a. in 
John Muudy's Songs and Psalmes von 
1594 vor. Das Ms. 28 des br. Mus. ent- 
hält eine Motette von Thomas, doch ist 
nur die Cantus-Stimme vorhanden. Mög- 
lich dass die Ayrs für Klavier in Ms. 214, 
nur mit Lupus gez., von ihm sind. Sicher 
sind die Madrigale im Ms. 418 des br. 
Mus. in Stb. und die Fantasie in Ms. 568, 
5 Stb. des 17. Jhs. — In Orlando Gibbon's 
20 koninckliche Fantasien von 1648 be- 
finden sich 15 lustrumentalsätze für 3 
Gamben von ihm. Aixch in Leighton's 
Tears or Lamentacions von 1614 ist er 
vertreten. Nach Grove sollen sich in der 
Bibl. der Ch. Ch. zu Oxford im |Ms. 
mehrere Anthems, Madrigale, Songs und 
Fancies befinden. Mein mir vorliegendes 
Verz. von Mr. Squire der Mss. in Oxford 
giebt keine Komposition von Th. Lupo an. 
Noch sei nachgetragen was Grove Bio- 
graphisches über Thomas schreibt: Er 
war Violinist an der Kapelle Kg. James' L, 
später trat er in den Dienst von Prinz 
Henry und erhielt 40 £ fürs Jahr. Als 
der Prinz starb, trat er in den seines 
Bruders Charles. Sein Name kommt in 
den Listen der Kapelle bis zum 17. April 
1641 vor. Das Letztere ist entschieden 
falsch und verwechselt Gr. den Thomas 
senior mit Thomas junior; auch die ande- 
ren Nachrichten kann man nur so auf- 
fassen, dass er neben dem Dienste in der 
Kgl. Kapelle auch den bei den Prinzen 
versah. 



An Kompositionen weist Davey noch 
nach: S. 99 im Ms. Peterhouse in Cam- 
bridge 2 Gesge. mit Lupus Italns gez. 
(soll Ambrose sein). Mr. Arkwright in Cid 
Engl. Ed. veröffentlichte eine Masquerade 
mit Tousätzen von Campion, T. Giles u. 
T. Lupo. 

Lupo, Joannes Maria, um 1579 
päpstlicher Säuger, nach einem 
Dokument, wo er Punktator ge- 
nannt wird, d. h. welcher die Straf- 
bücher für Versäumnis und Ver- 
gehen führt. 

Luppatus, Greorgius, 

nur durch eine Frottole im Samlwk. 
1504 a von Petrucci bekannt (Eitner 1). 

Luprano (Lurano), Philippo 

de, ist in den Petrucci'schen 
Drucken meist nur mit Phi. de 
Lu; Philip. L; Philip, d. L.; Philip, 
de Lu.; F. D. L.; F. de L. und P. 
D. Lu. gez. Ueber sein Leben 
wissen wir nichts, als dass er dem 
15. bis 16. Jh. angehört und dass 
sich 

in den Petrucci'schen Frottolenbüchern 
von 1504 bis 1508 neuuund zwanzig Frot- 
toien zu 4 Stim. befinden (Eitner 1). 
Ferner im Antiquus Cauzoni 1510 ein 
Gesg. In dessen FrotoUe lihro tertio c. 
1517 ein Gesg. (siehe Vogel 2, Samlwk.). 

Lupus, 1458 Tenorist am St, 
Peter in Rom (Viertel]. 3, 236). 

Lupus (Lupi) ist stets Hellinck. 
Einen Autor Lupus Lupi, wie Fetis 
schreibt, kenne ich nicht. 

Lupus, Eduardus, siehe Lobo, 
Du arte. 

Lupus, Manfred Barbarinus, s. 
Barbarinus. 

Lupus (Wolf, Volf), Michael 
(Michel, Michiel), wird von Mame- 
ranus 1550 als Tenorist an der 
kleinen Ksl. Hofkapelle Karl V. 
um 1547/48 bez. ßutkens nennt 
ihn Loup. Bei Straeten 3, 147 
heilst er Michiel Wolf. In einer 
Verordnung vom 27/12 1535 in 
Neapel von Ks. Karl V. erlassen, 
wird er mit Sänger unserer Ka- 
pelle bez. und Michiel Volf ge- 



Luques. 



253 



Luscinius. 



nannt. Am 22. Mai 1546 erhielt 
er die Pfründe zu Liere (Straeten 
1, 233. 3, 147. 157. 159). Stee- 
ten 7, 309 verz. ihn schon von 
1525 — 1537 als Sänger in der 
Kapelle Karl Y. 

Luques, Diego, 1641 Instru- 
meutist an der Hofkapelle in Brüs- 
sel mit 306 Gld. Gehalt (Straeten 
5, 137). 

Luraiio, siehe Luprano. 

Lurio, Antonio, ein Musiker 
des 18. Jhs., 

der in Cambridge FW. mit einer Fuga 
a 5 „Domine ad adjuvandiim" mit Orch. 
in P. vertreten ist. 

Lusarcla, Fr . . ., 

ist in der Bibl. der Musitfr. in AVien 
mit einer Coniata (?) di Yioliuo vertreten. 
Zeit unbekannt. 

Luseinius, Ottomarus, deutsch 
Nachtgall. Geb. 1487 zu Strafs- 
burg, gest. 1537 im September in 
der Karthause auf dem Johannis- 
berge bei Freiburg i/Br. Studierte 
1508 in Paris, dann in Löwen, 
Heidelberg, Padua, Freiburg i/Br. 
und Wien. An letzterem Orte soll 
er Schüler Paul Hoffheimer's ge- 
wesen sein, doch wissen wir heute, 
dass Hoifh. in Innsbruck seinen 
Wohnsitz hatte. lu Wien docierte 
er darauf über Musik, wie man 
sagt, mit grofsem Erfolge, unter- 
nahm dann gröfsere Reisen in. 
Ungarn, Griechenland, Türkei und 
in einem Teile Kleinasiens (des- 
halb der Vielgereiste genannt), 
hielt sich darauf noch einige Mo- 
nate bei den Fuggers in Augsburg 
auf und liefs sich 1514 in Strafs- 
burg i/Els. nieder, wo er 1515 
Organist und Vikar an der St. 
Thomaskirche wurde. In dieser Zeit 
veröffentlichte er seine „Musicae 
Institutiones". Von 1516—1517 
docierte er an der Münsterschule 
griechische Sprache. Im Januar 
1518 erhielt er Urlaub zu einer 



Reise nach Rom, um dort den 
Doctorgrad im kanonischen Rechte 
zu erlangen. Nach Strafsburg zu- 
rückgekehrt, erhielt er ein Kanoni- 
kat an der St. Stephanskirche. 
1523 verlässt er Strafsburg wegen 
der reformatorischen Wirren, die 
dort ausgebrochen waren und be- 
giebt sich nach Augsburg, wo ihn 
die Benediktiner von St. Ulrich 
aufnehmen (Adermann wurde er 
nicht). Durch den Einfluss der 
Fugger erhielt er eine Prediger- 
stelle und ein Kanonikat an der 
Kirche St. Moritz, muss aber die 
Predigerstelle bald aufgeben, da 
er gegen die neue Lehre zu heftig 
auftrat. 1528 zog er nach Basel, 
wird im Oktober Domprediger zu 
Freiburg i/Br. und übersiedelt end- 
lich als Gast in die Karthause auf 
dem Johannisberge bei Freiburg 
i/Br. Dort veröffentlichte er seine 
Musurgia, eine Uebersetzung ins 
Lateinische von Virdung's Musica 
getutscht, mit denselben Holz- 
schnitten. Seinen Nachlass ver- 
machte er den Mönchen der obigen 
Karthause (Vogeleis in Cäcilia, 
Strafsbg. 1898, 15. Jhg. S. 12 ff. 
Strobel, Miscell. Literar. Samlg. IV, 
1780. Lobstein 58, der ihn nur 
Ottmarus nennt). Von seinen hier- 
her gehörigen Schriften sind nach- 
weisbar: 

Musicae institutiones Othmari Nacht- 
gall Argentinia nemine unquam prius pari 
facilitate tentatae, studiosis, qui afiohool 
(sie) esse nolint non mediocriter coadnci- 
biles. N. Gerbelij . . . Joannes Knobloucli 
notis aereis excepit Argentoraci (1515). 8'*. 
10 Bll. Dedic. in Stralsburg gez. [B. A. 
im Kat. der vollständige Titel. B. Br. 
B. M. Proske. B. Wagener. Wolfenb. 
B. Lpz. Eiusiedeln. br. Mus. 

Musurgia feu praxis Mvsicae. | lUius 
priuio quae luftrimientis agitur certa ratio, 
ab Ottomaro Lufcinio Argeutino duobus 
Libiis abfoluta. | Eiufsdem 0. L., de Con- 
centus polyphoni, id efst, ex plurifarijs 
uocibus compofiti, canonibus, Libri totidem, 



Lusignani. 



254 



Lusson. 



Argentorati apud Joan. Schottum . . 1536. 
Cum gratia ... kl. ^1114**. sign, a — o und 
pagin. von 1 — 102. Das 2te Buch ist 
eine selbständige Arbeit L.'s. [B. B. B. M. 
Proske. br. Mus. C. P. Kopenhagen. 
Brüssel. Olmütz Studienbibl. Eom Ce- 
cilia. Wolfenb. Bologna. 

— Ausg. ganz gleich: 1542 ib. kl. qul". 
in u. 102 S. [B. B. B. Wagener. 

Auch als Komponist ist er nachweisbar. 
Im Ms. Z 26 der B. B. , Orgelbuch von 
Kleber c. 1520 fol. 113 befindet sich der 
Sstini. Satz: In pacientia vestra für Orgel 
übertragen, überschrieben: Luscinij 1516 
M. Othmarus nachtgal 1516. 

Lusignani (Lusignauo), Vin- 

cenzo, aus Modena, daher auch 
Vincenxo da Modena genannt, geb. 
23. Febr. 1469 zu Modena. Er 
stand als Organist im Dienste des 
Papstes Leo X. und erhielt 700 
„ecus d'or" sagt Fötis. Derselbe 
teilt auch 2 Dokumente mit. 

Lusini, Griuliano, aus Florenz, 
Kapellmeister, hatte eine eigene 
Truppe und spielte in den Jahren 
1792/93 in Kassel. Hier führte 
er auch seine Oper „Alciade e 
Telesia" auf (Gerber 2. Apell). 

Lusitano, Vincentio, geb. zu 
01iven(;a in Portugal, lebte um 
1551 zu Kom. Er ist besonders 
durch den Streit mit Nicolo Vicen- 
tino über die Klanggeschlechter 
der Griechen, der damals alle 
römischen Tonkünstler in Auf- 
regung versetzte, bekannt and wird 
im Arteaga 1, 222, im Fetis und 
Vasconcellos weitläufig abgehan- 
delt. Siehe auch Danckerts. Er 
gab das theoretische Werk heraus, 
betitelt: 

Introdutione facilissima, & nouissima, 
di Canto fermo, figurato, contraponto 
semplice & inconcerto, con regele generali 
per far fughe differenti sopra il C. f., 
ii 2. 3. & 4. voci, & compositioni, pro- 
portioni, generi. s. diatonico, cromatico, 
enarmonico, composta per Y. L. Am 
Ende: Koma 1553, 25. Settembr. per A. 
Blado. 40. 24 BU. sign. A— F. [Bo- 
logna. Brüssel. 



— Yen. 1558 Franc. Marcolini. 4". 
26 Bll. [B. B. C. P. Bologna, br. Mus. 

— Yen. 1561 Fr. Eampazetto. kl. 4**. 
23 Bll. [B. B. br. Mus. Bologna. Brüs- 
sel. Neapel Turch. Rom Cecilia mit 
1562 gez.? 

Fetis führt noch eine portugiesische 
Uebersetzung von Bernardo de Fonesca, 
Lissabon 1603, ohne Fundort an. 

Der Disput mit Yicentino ist hierin auf- 
genommen. Aulserdem ist er auch als 
Komponist bekannt: 

Epigrammata, quae vulgo Motetta di- 
cuntur, cum 5, 6 et 8 voc. Lib. 1. 
Roma 1551 Val. Doricus et Aloys. fratres 
Brixieusis. 6 Stb. 4«. [B. M. 

Lusse, Charles de (M. deLusse), 
geb. um 1720 zu Paris, Flötist, 
trat 1758 ins Orchester der Opera- 
comique. Am 18/8 1759 wurde 
von ihm die Oper FAmant statue 
gegeben. Fetis verzeichnet ferner 
Duos, Sonaten, eine Flöteuschule 
1760. 

Im Dez. 1765 brachte der .,Mercure" 
eine Abhandlung „Lettre sur une nouvelle 
denomination des sept degres de la gamme, 
die er 1766 in 12° 14 S. besonders her- 
ausgab. [Exempl. in B. Brüssel 5856.] 
1768 erschien ein Recueil de romances 
historiques. Lusse beschäftigte sich auch 
mit Instrumentenbau von Blasinstrumen- 
ten und genoss darin einen gewissen Ruf 
(Fetis unter Delusse, seine Kompositionen 
tragen aber den Namen Ch. de Lusse). 
In der Nationalbibl. zu Paris befinden sich 

Senates p. Fl. et B. oe. 1. Paris. 

6 Son. h 2 Fl. oe. 2. Paris. 

Les favoris d'Euterpe, trios p. Fl. Y. 
et B. oe. 3. Paris. 

Le retour des guerriers. Cantatille 
pour un Dessus avec la Bc. Paris 1743 
l'auteur. 4". [B. B. 

Obiger Recueil liegt mir in einem Titel 
vor, der ihn nur mit M. de Lusse bez., 
er lautet: Recueil de romances historiques, 
tendres et burlesques, tant anciennes que 
modernes, avec les aires notes. Par . . . 
s. 1. 1767. 8». [Brüssel.] Folgende 
Canzonen-Samlg. ist auch mit M. de Lusse 
gez: 

Seis Canziones espanoles con acc. de 
Pfte. 6 Harpa, dedicatas a las Damas 
espau. amautes de la musica. Leips. & 
Berlin, Industrie-Com}»t. [Lübeck. Dresd. 

Lnsson, Gruillaume, ein bisher 
nicht bekannter Autor, der die 



Lust- und Artzneigarten. 



255 



Lustig. 



Musik wohl auch nur nebenbei 
betrieb, wie der unten folgende 
Titel beweist. Er gab ein geist- 
liches Liederbuch für Sopran her- 
aus, unter dessen Stimme sich ein 
leeres ISTotensystera zu 6 Linien 
befindet, welches jedenfalls für die 
Laute bestimmt war, aber nicht 
ausgefüllt ist und daher Jedem 
überlassen blieb, sich selbst die 
Begleitung zu erfinden und ein- 
zuschreiben. Der Titel lautet: 

Pseaumes et cantiques mis en musique 
par M. Guillaume Lusson, conseUler du 
roy en ses conseils, et cy devant premier 
President de la Cour des monnoyes: pour 
sa niepce (niece?) Anne le Bossau, reli- 
gieuse au Val de Gi'uce, noniniee soeur 
Terayze. Paris 1643 Eob. Ballard. 4". 
34 BIl. [CR 

Lust- und Artzneigarten des 
Kgl. Propheten Davids . . . Regens- 
purg 1675, siehe Glradeiithaler. 

Lustig, Jakob Wilhelm, geb. 
2L Sept. 1706 zu Hamburg, sein 
Yater war daselbst Organist und 
Kirchenschreiber an der Michaelis- 
kirche; Jakob's Tod wird von den 
Bouwst. 2, 41 mit 1796 in Gro- 
ningen verz. Er entwickelte sich 
schon in jungen Jahren als ge- 
schickter Orgelspieler, wurde Schü- 
ler Mattheson's und Telemann's. 
1728 erhielt er den Orgauisten- 
dieust an der St. Martinikirche zu 
Groningen in Holland und versah 
denselben bis zu seinem Lebens- 
ende. 1734 besuchte er London, 
um Händel zu hören (Selbstbiogr. 
im Marpurg 7, 470. Gerber 1 da- 
nach. Burney hörte ihn 1772 in 
Groningen, siehe 3, 222. 224). Er 
war ein fleifsiger Komponist und 
beschäftigte sich auch literarisch. 
Nachweisbar sind: 

Muzykaale spraakkonst; of duidelyke 
aanwyziug en verklaaring van allerhande 
weetenswaardige dingen, die in de geheele 
muzykaale practj-k tot eeneu grondslag 
können verstrekken. Opgesteld door . . . 



Amsteld. 1754 Olofsen. 8". 206 S. mit 
9 Taf. Musikbeilg. [Brüssel. B. B. Amst. 
Dresd. 

Inleiding tot de muzykkunde uit klaare 
grondeu de groote waarde en 't regte ge- 
bruik der muzykkonst aeuwyzende. Gro- 
ningen 1751 H. Vechnerus. S**. [Amst. 
B. B. Dresd, Musikfr. Wien. B. Lpz. 

— Groningen ib. 1758. 8"^. [Brüssel. 
Amst. 

— 2. drukk, in bevalliger vorraen ge- 
gooten. Groningen 1771 H. Vechnenis. 
§0. [Brüssel. Amst. 

Samenspraaken over niuzikaale begin- 
selen. 12 stukk in 1 vol. Amst. 1756 
Olofsen. 80. [Amst. B. Hbg. B. B. 
B. M. Brüssel. 

Twaalf redeneeringen over nuttige 
muzikaale onderwerpen . . . verrykt met 
eenige aanliaugzelen, die den tegenwoor- 
digen staat der niuziek bevattelyk maaken; 
met 20 cierlyke op koper gesneden nooten- 
plaaten . . . door . . . Amst. (1756) Olofsen. 
8». [B. B. B. Hbg. Brüssel. Amst. 

YoJgeestige harmonische "wegwijzer. 
Een vrugt van langwijlige Studie ... De 
laatste copy, die voit gedenk te vervaar- 
digen. Groning. 1778. 134 Bll. in fol. 
im Ms. [Amst. 

Harmonische wegwijzer ... als mede 
harmonische slagen tot kleine Preludien 
en Fantaisien . . . Groning. 1787. 61 BU. 
r|u40. Ms. [Amst. 

Rijk gestoffeerd verhaal van de eigen- 
aardige gesteldheid der hedend toonkunst; 
of Dagboek van zijne reizen door Frank- 
rijk, Italie en Duitschland. Vert. door . . . 
(nach Bumey). Groningen 1786. 8". 
[Amst. 

— Utrecht 1790. 8«. [Amst. 

In K. Elzevier's Maendelijks musikaels 
Tijdverdrijf: drie stukjes in 't muzyk ge- 
bracht door. (1751 -52.) 4». [Amst. 

Marpurg's Aanleidiug tot het Clavier- 
speelen volgens de hedendaagsche mauier 
van uitvoering. Met 7 nooten-tabula's. 
Uit het Hoogd. vert. door . . . Amsteld. 
1760. 40. [Amst. 

Er gab auch Nicolas Pasquali's La basse 
continue rendue aisee französisch mit 
gegenüberstehender holländischer Ueber- 
setzung heraus. Amst, Hummel. qu4*'. 
[Brüssel. 

Qnantz's Grondig onderwijs van den 
aardt en de regte behandeling der dwars- 
fluit, verzeld met een regelenschat van 
de compositie . . . Uit het Hoogd. vert. 
door . . . Amsteld. (1754). 4**. [Amst. 
Brüssel. 

Ferner Job. Mich. Schmidfs Musico- 



Lustrini. 



256 



Luyton. 



theologia ins Holländische übersetzt. Amst. 
1756 Olofsen. 12". [Brässel 6890. 

Werkmeister's Orgelproef of nauwkeur. 
beschiyving van 't geeue (übersetzt von 
L.). Amst. 1755. tl. 8^. [Amst. 

Siehe auch Adr. Wolff's Twee uittrek- 
sels, 1757. 8". [Amst. 

6 Sonates pour le clavecin. 1742. 
[Paris Nat. 

In Marpurg's krit. Briefen 2. Bd. be- 
finden sich von ihm 146 Biogr. über 
Musiker, zum gröfsten Teile ohne greisen 
Wert. 

Lustrini, Bartolomeo, lebte 
nach Gretry's Mitteilung um 1759 
zu Rom als Komponist. 

Die Musikfr. iu Wien besitzen von 
ihm das Oratorium ,,Gionata a 4 voc. ao. 
1753." P. im Ms. für 4 Soli, Chor und 
Orchester. — In der B. B., Ms. 13280 in 
qufol. 8 Sonate p. Cembalo und Ms. L 308 
eine Cauzonetta von 1756. — In Dresd. 
Mus. Sonate per il Cembalo, qufol. Ms. LX. 
— In DarmsL 2 Sonate per Cembalo. Ms. 

Luther, ür. Martin, der Refor- 
mator, geb. 10. XoY. 1483 zu Eis- 
leben, gest. ebd. 18. Febr. 1546, 
wohin ihn eine Streitigkeit der 
Grafen von Mausfeld rief. Durch 
neuere Forschung ist fast bis zur 
Gewissheit bewiesen, dass Luther 
die Musik liebte, schätzte und selbst 
pflegte, aber nicht produktiv, son- 
dern nur anregend wirkte. Siehe 
unter anderem auch M. f. M. 12, 
14. 20. 153. 173. — 19, 73. Der 
Luthercodex von Kade herausgeg. 
siehe Bd. 5, 130. Die Schul-Pro- 
gramme von Dr. Fr. Zelle über die 
ältesten Choialmelodien, von 1895 
bis 1900. 

Luti. Antonio, Hofmusikus in 
München, am 20/5 1682 mit 993 
Gld. Gehalt angestellt (Kreisarchiv). 

Lutlus, Maria, wurde am 14/10 
1584 als Altist in die Hofkapelle 
zu München mit 180 Gld. Gehalt 
aufgenommen und nahm den 1. Juli 
1586 Urlaub (Kreisarch.). 

Lutliemannus , Paulus , siehe 
LUtkemann. 

Lutter, Johann ßaltliasar 



rrpl) 



2, Mai 1698 zu Hannover. König 
Georg I. liefs ihn durch Yenturini 
unterrichten und 1745 an dessen 
Stelle als Kapeilmeister treten (Ger- 
ber 1). Von seinen Kompositionen 
ist nur ein "Werk im Autogr. be- 
kannt, der Königin Sophia Doro- 
thea von Preufsen gewidmet, be- 
titelt: 

Sei Sonate da camera a 2 Y. Tel. e B. 
per 11 Cembalo. Ms. 18 Stb., 3 für jede 
Sonate u. Part. Nr. 1 — 5 im Autogr., 
Xr. 6 zweifelhaft. [Berlin Thulemeier, im 
Kat. mit Themen. 

Lutterodt, . . . um 1714 Orga- 
nist an der Nikolaikirche zu Ber- 
lin (siehe den Artikel Christian 
David Graf. Marpurg 3, 343). 

Lutz, HanCs Martin, von c. 1605 

bis 1634 Tenorist (1643 als Bassist 
bez., vielleicht ein Irrtum) au der 
Hofkapelle zu Stuttgart (Sittard 2, 
34. 46. 49). 

Lutzenherger, Pat. Amhrosius, 
geb. 20. Dez. 1767 zu Ichenhausen, 
trat 1792 ins Kloster Elchingen 
(Rottenburg), starb als Organist am 
Dome zu Augsburg am 10. April 
1834 {Kornmüller 1 Nachtrag). 
Auf den Drucken wird er mit 
Abt bezeichnet. Bekannt sind: 

14 kleine und gröfsere Praeludien, nel)st 
56 Cadenzen f. Orgel . . . Augsbg., Andr. 
Böhm. 20 S. [B. M. 

8 Yar. p. le Pfte. Augsbg., ib. [B. M. 

Luyr, Adam, aus Aachen, lebte 
zur Zeit Glarean's in Köln und 
überreichte Glarean eine eigene 
Komposition, die derselbe in seinem 
Dodecachord abdruckte (Glarean 
290. Neue deutsche Ausg., Ton- 
sätze in Part. S. 240 und 242 der 
3 stim. Satz: Jupiter omnipotens). 

Luys Milan, siehe Milan. 

Luyton (Luytbon, Luiton), Ca- 
rolu.s. Burbure (M. le ciievalier 
Leon de) hat 1880 eine akten- 
mäfsige kleine Biographie nebst 
einer Tenorstimme eines „Rosetum 



Luytüu. 



257 



Luyton. 



Marianum" und „Maria ein reisz 
desz paradeisz", Text fehlt, 5stim. 
Sätze, in Brüssel bei F. Hayez in 8*^ 
30 S. veröffeutliclit. Das Wich- 
tigste daraus sind folgende Doku- 
mente. In einem Aktenstücke vom 
20. Okt. 1620 heifst es „Claude 
Luvthou, Schulmeister und Bürger 
zu Antwerpen zeigt an, dass sein 
Bruder, Charles Luython, geb. zu 
Antwerpen, Organist unter den 
Kaisern Maximilian IL und Eu- 
dolph IL zu Prag im August 1620 
zu Prag gestorben ist. Sein Testa- 
ment, geschrieben am 7. April 1618, 
wurde am 29. Aug. 1620 eröffnet. 
Ferner befinden sich im Eeichs- 
Finanzarchiv und der Hofbibl. zu 
Wien noch folgende Einschrei- 
bungen: 

1576 widmete er Maxim. IL eine Messe. 

18 5 L57Ö wird er zum Kammermus. 
(Organisten) ernannt mit ]2 Gld. monatl. 

6/7 1576 Gnadengeschenk von 50 Gld. rh. 

12/10 1576 wegen Absterben des Kaisers 
abgelehnt und entlassen. 

11/1 1577 von Rudolph II. wieder als 
Kammermus. mit gleich. Gehalt augestellt. 
Versah den Dienst bis 24 2 1580. 

25/2 1580 wurde er Unter-Garderobier 
des Kaisers mit 12 Gld. monatl., im Febr. 
1581 enthoben. 

1/3 1581 wird er wieder als Kammer- 
musik, mit 20 Gld. Gehalt monatl. an- 
gestellt und 100 Thlr. oder 116 Gld. 40 kr. 
als Abfertigung bei Erlassung der Unter- 
garderobierstelle. 

1 ' 1 1582 Hof-Kapell-Organist mit 25 Gld. 
u. Kleidergeld. 

1:12 1587 Extragehalt monatl. 5 Gld. 
mehr. 

27/8 1602 wegen langer (30 jähriger) 
Dienste eine Provision vonjährl. 100 Gld. rh. 

21,7 1603, Gehalt 25 Gld., Zubufsgeld 
66 Gld., als Hofkomponist noch monatl. 
10 Gld. vom 1/7 1603 ab. 

25/11 1610 ein Missalbuch dem Kaiser 
gewidmet 500 Gld. als Geschenk. 

16/5 1611 wegen treuer Dienste jährl. 
200 Gld. extra auf Lebenszeit. 

20; 1 1612 starb Rudolph II. Die Rück- 
stände f. Luvten betrugen 2400 Gld., die 
aber am 2/10 1621 noch nicht bezahlt 
waren. 

Ambros 3, 326 berichtet, dass er im 

Kob. Eitner's Quellen-Lexikon. Bd. G. 



Besitze jenes Klaviers war, welches Prae- 
torius in Prag sah und Tasten für, eis und 
des, dis und es u. s. w. hatte. Ueber seine 
Kompositionen spricht er nicht, da er sie 
nicht geprüft hatte. Frz. Commer hat in 
seiner Musica Sacra Bd. 18 u. 19 drei 
Messen von ihm in Partitur veröffentlicht, 
die ihn als tüchtigen Meister charakteri- 
sieren, der auch seine eigenen Wege geht. 
Besonders auffallend für seine Zeit sind 
die verminderten lutervallensehritte, die 
er öfter zur Anwendung bringt und dabei 
den Wohlklang nicht verletzt. Seine 
Schreibweise streift oft an Homophonie, 
gesättigt durch den edelsten Wohlklang. 
Selbst die nur dreistimmige Messe, die 
sich ganz besonders durch einfache Har- 
monien auszeichnet, lässt nirgends das 
Gefühl der Leere aufkommen. Von seinen 
Kompositionen sind bekannt: 

... II 1. lib. de Madrigali a 5 voci. . . 
Ven. 1582 Angelo Gardano. 5 Stb. qu40. 
21 Gesge. Dedic. vom Autor am letzten 
Sept. 1582 in Augsburg unterz., an Fugger 
gerichtet. [B. M. 

Popularis anni Jubilus, seu mantissa, 
a Georgio Bertholdo Pontono e Breiten- 
berg scripta, et a nobiü clarissimoque 
Carolo L... (6 voc). Pragae 1587 Ni- 
grini. 6 Stb. 40. 19 Gesge. (Titel nach 
Fetis, der Francof. 1595 schreibt). [Proske. 
B. Bohn in Breslau, der 1584 angiebt. 

. . . Selectissimarum sacrarum Cantio- 
num sex vocib. comp. . . Fascic. I. Pragae 

1603 Nigrinus. 6 Stb. qu40. 29 Gesge., 
der letzte mit deutschem Text. [Freiberg. 
Bautzen: C. B. 6a. 

Opus Musicum. Caroli L . . . in La- 
mentationes. Hieremiae prophetae. Pragae 

1604 ib. 6 Stb. (iu4'', gewidmet dem 
Baron de Duba et Fridstain. [B. L. 
Proske. Freiberg. 

Frz. Commer brachte sie in Part, im 
Bd. 20 der Musica sacra. 

Lib. I. Missaiiim C. L . . . Pragae 1609 
Nie. Straus. Chorb. in gr. fol. 158 Ell. 
9 Messen zu 3—7 St. (Reg. Kat. Augsbg.) 
[B. A. Berlin Kircheninst. Prag. Dresd. 
Krakau. 

Missariun 7. 6. 5, 4, 3 vocib. Pragae 
1611 StrauTs. Chorb. in gr. fol. [B. B. 

In alten Samlwk. 12 lateinische Gesge. 
(Eitner 1). 

In Mss. B. B. Z39, 12 Stb. 17. Jh. 
Nr. 116: Ego dormio et cor meum 8 voc. 
c. 2. p. — Ms. 13300, Part. Domine Jesu 
Christe 6 v. ex Bodenschatz 1618. — • 
Ms. 191 Orgelbuch von 1624, Bl. 78 b 
Ricercate auf 4 Notensyst. 

Ms. B. L. 3 Motetten zu 5 u. 6 Stirn. 

17 



Luz. 



258 



Luzzo. 



Ms. 15951, Chorb. in Höfb. "Wien fo. 57 : 
Missa sup. Amorosi pensieri, 6 voc. — 
Ms. 16194, Chorb. Missa sup. Filiae Hiem- 
salem 6 voc. fol. 56. — Ms. 16202 Chorb. 
des 16. Jbs. auch iu Ms. 19454 ein Ee- 
demptor 4 voc. 

In B. Br. Mss. 5 Messen, 3 lat. Gesge. 
siehe gedr. Kat. 

Im Eitter ein Orgelsatz Nr. 29. 

In B. Brieg in Mss. 3 Gesge. Siehe 
den gedr. Kat. 

Commer in Musica sacra 3 Messen in 
P. zu 3 und 4 Stirn. (Eitner 2 Nachtrag 
M. f. M. 9). Ferner in Bd. 20: Lamen- 
tationes 6 voc. 

Luz, Bartholomaeus, bekannt 
durch den Druck: 

Coronis Barth enia, reginae coelitum 
coronatae, post statas Yesperarum preces 
... 40 Salve regina a 2 ad 12 vocibus. 
üeniponti 1629 Jo. Gächius. [B. M : C. T. 6 a. 
Bc. in 40. 

Liizari, Ferdiiiaiido, war um 
1721 Kapellmeister an S. Francesco 
in Bologna (Fetis unter Biordi). 

Luzzaselii, Luzzaseo, aus Fer- 
rara, ein Schüler Kor e 's kurz vor 
1557. Er -svar an der Hofkapelle 
Alfonso II. zu Ferrara erster Or- 
ganist um 1580 (Yaldrighi 12, 13. 
52). Xach Straeten 6, 133 soll er 
auch Kapellmeister an der Kathe- 
drale zu Ferrara gewesen sein. 
S. 134 teilt er ein Schreiben des- 
selben mit, in dem obige Angaben 
wiederholt werden. Auf seinen 
Drucken bez. er sich nur als Or- 
ganist. Bertolotti 87 bez. ihn auch 
als Kapellmeister und Organist und 
sagt, er starb vor dem 16/9 1607 
(Canal 59. Haberl im Jahrb. 1887, 
Artikel Frescobaldi, macht darauf 
aufmerksam, dass Fr. sein Schüler 
war, was übrigens Frescobaldi im 
See. lib. d'Arie musicali von 1630 
in der Dedic. selbst bezeugt). Von 
seinen Kompositionen sind nach- 
Aveisbar : 

Sacrarum cantionujn Luzzaschi Luz- 
zaschii Lib. 1., quinis vocibus, nunc pii- 
mum accurate . . . Yen. 1598 Ang. Gar- 
danus. 5 Stb. qu4<'. 14 Mot. in 21 Gesg. 
[B. A. Freske im Druck u. Part, im Ms. 



21 Madr. [Bo- 
a 5 voci di . . . 



Secondo libro de Madrigaü a 5 voci 
di . . . Ven. 1576 Ang. Gardano. 5 Stb. 
qu4''. 29 Madr. Er zeichnet sich bereits 
als Organist zu Ferrara. Die 5 a vox hat 
1577. [B. M. B. L. Bologna. B. B:T. 
C. P. (Das 1. Buch soll 1575 erschienen 
sein, unbekannt.) 

Terzo übro de Madr. a 5 voci di 
ib. 1582. 5 Stb. 40. 
logna. Ferrara. 

Quarto lib. de' Madr. 
Ferrara 1594 V. Baldini. 5 Stb. 4". 
22 Madr. [Modena. Florenz B. B. Bo- 
logna: C. A. T. 5 a. 

Quinto hb. de' Madr. a 5 voci di . . . 
Ib. 1595. 5 Stb. 40. 21 Madr. [Mo- 
dena. br.Mus: C. T. 

Settimo lib. de Madr. a 5 voci di . . . 
Yen. 1604 G. Yincenti. 5 Stb. 40. 21 
Madr. [B. B: B. Bologna: C. 

Madrigali di . . . per cantare et sonare 
A uno, e doi. e tre Soprani, fatti per la 
musica del giä Ser. Duca Alfonso d'Este. 
Stamp. in Eoma 1601 Simone Yerovio. 
1 vol. in fol. im Stich. 41 BU. Yogel 
teilt die Dedic. mit. [B. B. Eom Ceciha. 
B. B. Ms. W 77 in Part. B. Y'agener. 

Secondo scelta delli Madr. a 5 voci 
dello Zascho Luzzaschi. Napoli (1618) 
P. P. Eiccio. 5 Stb. 4». 21 Madr. 
herausgeg. von Marcello Magnetta in Ne- 
apel; Dedic. gez. 15/10 1618. [br.Mus. 
Neapel Cons. C A. B. 5 a. Bologna : C. T. B., 
im Kat. 8. 92 ff. ist die Dedic. u. a. mitgeteilt. 

Ms. in Modena, Chorb. des 16. Jhs., 
1 Missa 5 et 6 voc. 

9 Gesänge und Instiiimentalsütze in 
alten Samlwken. (Eitner 1). Dazu sind 
noch hinzuzufügen: In Ant. Yerso's 3. lib. 
Madr. 1607 p. 16: Non guardar 6 voc. — 
In Yic. Sabbio Sanilwk: L'amorosa Ero 
1588 ein Gesang über Ero cosi dicea. — 
In G. Yincenti's Samlwk. Giardino 1591 : 
soave d'amor. — In Amadino's Samlwk. 
La Gloria mus. 1592: Tra le dolcezze e 
l'ire. — In G. Yincenti's Canzonette a 4 v. 
1597, 1. Ausg. 1591, hier hinzugefügt: 
,Sia benedett' Amore*. — In Girol. Dimta's 
n transilvauo 1597 S. 42 eine Toccata. 
Im Ritter Nr. 4 ein Orgelsatz. 

Luzzo, Francesco, ein Opern- 
komponist iu der Mitte des 17. Jhs., 
von dem zu Venedig folgende Opern 
aufgeführt wurden : 

1651, Gl'amori d'Alessandro magno, e 
di Eosanne, Text von Cicognini. 

1653, Pericle effeminato, von Castoreo. 
Das Textbuch besitzt Dr. Bonamici in 
Livorno. 



Lyburgia. 



259 



Lvttich. 



1654, L'Earidamante , von G. dall' 
Angelo. 

1658, II Medoro von Aureli. 

Lyburgia, Joannes de, andere 
lesen Lymhurgia und Lynburgia^ 
ein Komponist aus dem Anfange 
des 15. Jlis., 

der im Codex 37 zu Bologna mit 48 lat. 
Gesängen zu 2, 3 und 4 Stirn, vertreten 
ist, darunter viele Messeuteile, Magnif. u. 
andere Gesge. Siehe Lisio's Yerz. (Nr. 221 
u. 222 ist fraglich, ob sie von ihm her- 
rühren.) 2 Gesänge auch im Cod. 92 
des Domkapitelarchivs zu Trieut (jetzt in 
Wien). Dort heilst er Lynburgia, Text: 
Ave mater und Veni dilecte 3 voc, wohl 
dieselben wie in Bologna. 

Lyddon , James , englischer 
Komponist, Zeit mir niclit bekannt. 

Im R. C. ofMus. in London: My God, 
my God, look upon me. Anthem for a 
tenor-bass. In score, s. 1. fol. BU. ein- 
seitig bedruckt. 

Lyere, siehe Liere. 
Lynil)urgia (Lynburgia), siehe 
Lyburgia. 
Lyon, R. . . H. . . , 

bekannt durch 1 Anthem, 1. Give ear, 
heavens; 2. zwei Sanctus. Einzeldrucke 
Nr. 476 im R. C. of Mus. Zeit mir nicht 
bekannt. 

Lyon, Thomas. In der Bibl. 
des R. C. of Mus. zu London Nr. 
1307: 

Canzonets for the voice, and a Glee 
for 4 voices. London, fol. Lebenszeit 
unbekannt. 

Lyonel, siehe Power. 

Lyonne (Lymme), Loys de, 
Sänger am Hofe Philipp des Schö- 
nen um 1496 bis etwa 1501, als 
derselbe in Zeeland residierte (Strae- 
ten 7. 108. 178). 

Lyra, Simon, aus Oels, bez. 
sich auf seinen Druckwerken als 
Signatur an der Kirche St. Elisa- 
beth zu Breslau (1580); seit 1578 
auch Lehrer und 1593 Kantor da- 
selbst. Starb am 25. Febr. 1601, 
54 Jahr alt (Katalog der Hds. Bres- 
laus von Bohn p. 351). Yon seinen 
Kompositionen sind bekannt: 



In nuptias Eev. et Hunianiss. viri, 
M. Esaiae Heideureichii, Pastoris ... 1. Aug. 
1580 . . . Cantio voc. comp. Yratislav., 
tji). Joh. Schai-ffenberg. 6 Stbll. qu4''. 
Text: Ex patre virtutem. [B. L. im Kat. 
siehe die Anmkg. über Lyra. B. Br. zwei 
Exempl. ohne 6 a vox. 

Im Ms. B. L. 1. Komm heiig. Geist, 
5 st. 2. Yeni creator 5 voc. (s. gedr. Kat.) 
— Im Ms. ß. Br. 5 lat. und 2 deutsche 
Gesge. (s. gedr. Kat.). 

Lyre (La) d'Anacreon, 

choix de romauces, vaudevilles, condes 
de table, et ariettes des pieces de theatre 
les plus nouvelles. et les meiUeures ; avec 
figure et les airs notes. Recueillies par 
C. M. D. C. (2e anne). Paris, Favre, an 
Vm (1799/1800). 12». 866 S. Text und 
32 S. Mus. [B. Kgsbg. Kat. S. 58. 

Lys (Lis), F . . . de, ein fran- 
zösischer Komponist aus der ersten 
Hälfte des 16. Jhs., 

von dem sich in alten Samlwk. 8 Chan- 
sons und eine Motette zu 4 Stirn, befin- 
den (Eitner 1). Die Motette: Vir iuclitus 
Vicentius 4 voc. in P. Ms. [Bologna], be- 
findet sich auch in Rampazetto's Nachdr. 
der Motetti del fiore a 4 v. 1564. 

Lyttieli, Johann, aus Plauen, 
war bereits 1612, wie es scheint, 
nicht mehr am Leben, siehe das 
Samlwk. 1612 b, welches sein Bru- 
der Daniel herausgab (Eitner 1). 
Er wird dort Lehrer am Gymna- 
sium zu Eisleben und Kantor an 
St. Nicolai genannt. 

AuTser obigem genannten Samlwk. von 
1612 b, welches 1613 a seine Fortsetzung 
fand, betitelt: Musical. Streit -Kräutzleiu 
(siehe auch die Bemerkg. in meiner Bibliogr. 
bei 1612 b), ein Exempl. auch imbr. Mus. 
ohne A. u. 5 a von 1612, gab er noch 
heraus : 

Venus Glöcklein, oder newe weltliche 
Gesänge mit anmuhtigen Melodien vnd 
lustigen Texten, auff 4 vnd 5 Stim: Item: 
Intraden, Paduanen, vnd Galliardae, auch 
mit 5 Stim. . . Plauensis Varisc. .Jehna 
1610 Joh. Weidner. Stb. in 4». 20 Lie- 
der, 21-33 Tänze. [B.B: C. 5a. 

Sales venereae musicales, Oder newe 
deutsche politische Gesänge, mit an- 
muhtigen lustigen Texten vnd Melodien, 
von 4, vnd 5 Stim. Auch lustige luti-a- 
den, Galliardae, vnd Paduanen mit 5 Stim. 
. . . Jehna 1610 Joh. "Weidner. 4°. 15 Lie- 
der, 16—29 Tänze. [B.B: 5a. 

17* 



M. 



260 



M. M. ZI. 



Braut - Gesang aus dem Hohenlied 
Salomonis, zu hochzeitl. Ehren des . . . 
Herrn Andr. Schäffers des Jungem . . . 
mit 8 Stim. durch Joh. Lyttichiuiu Flau. 
Varifs. S. S. Theol. Studiosum. Leipz. 



1610 Abr. Laraherg. 8 Stbll. 4». Sihe 
meine Freundin du bist schön. [B. Zw. 
Braut läed aus dem andern Capitel 
des Hohen Lieds Salomonis . . mit 8 Stim. 
(Lips.) 1610. 40. 8 Stbll. [br. Mus. 



M. 



Ms. Z21. Chorbuch des 15. Jh. in 
B. B. fol. 261 V. Magnific. 8. toni, 4 voc. 
überschrieben mit Mfl und nicht lesbare 

Buchstaben. Siehe das Facsim. M. f. M. 
16 Nr. 1. Beilage Studien S. 4, 8. Zeile; 
das Mö heilst M. Miuez . . ? 

M. A. = Michael Altenburg, 
17. Jh. 
M. A. 0. 

Ms. 53, 2. Abtlg. Nr. 57 in B. Zw: 
Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir, 
8 voc. 

M. A. V. L. siehe Löwenstern, 
Matth. Apelles. 

M. C. = M. Campanus 1627. 

In Jak. Schwiegers geharnischter Venus. 

M. C. = Muzio Clementi. 
M. D*** 

Essai sur I'antiquite et le merite de 
l'instrument nomme communement bom- 
barde^ petite lyre ou trompe d'AUemauge, 
par . . . des academies de, etc. Nancy, 
Ve Ledere. 1779. 12». 24 Seit. [C. P. 
siehe AVeckerlin p. 108. 

M. D. K. = Konink, Servaas de. 

M. D. L. (M. de L.), siehe Lusse, 

M. de. 

M. D. Z. = Dezede. 

M. E. = Mathias Eckel. 

M. E. = Eidous, Marc Anton. 

M. E. = Moritz Edelmann 1680. 

M. F. 

an Heinrich Faber's Ad musicam 1550 
in B. Zw. hds. angehängt: 

Tertia pars musicae ad fingendis mu- 
sicis carminibus Auetore M. F. 7 Bogen 
4 Stb. in 1 vol. 4". 

UI, Gr. == Matthaeus Greiter. 



M. 0. J. oder M. J. G? 17. Jh. 

B. Upsala Ms. Benedicam nominum, 
Sop. cou 5 Viol. 

M. H. von Constanz oder M. H. 
Org. Constant. 15.— 16. Jh. = 
Hans von Constanz. 

M. H. = Haertel, Matth. Mitte 
des 17. Jhs. 

M. H. = siehe Herbst, Martin. 

M. n. = Michael Hofmann (in 
Breslau). 

M. H. F. ist Fuhrmann, Martin 
Heinrich, Anfang des 18. Jhs., auch 
M. H. F. G. F. C. gez. 

M. H. J. 

Sivers gelehrter Cantor, Hbg. 1730 
Wiering. 4^., aus dem Lateinischen über- 
setzt u. mit einigen kartzen Anmerkungen 
versehen von Mattheson. [B. B. 

M. J. C. F. = Joh. Conrad 
Feuerlein, Diacon an S. Sebald. 

M. K. = Michael Kraf. 

M. L. = Marcus Landwing 
(Schubiger 2, 52). 

M. L. H. = Moritz, Landgraf 
von Hessen. 

M. le M. de P., 

bearbeitete in Laborde's Essai, Bd. 3 
eine Anzahl alte Chansons (Eitner 2 
Nachtrag). 

M. M. 

Im Samlwk. Frottole libro tertio von 
Antko c. 1517 der Gesaug: Che se passe 
4 voci. 

M. M. = Mathias Maercker, 
17. Jh. 

M. M. ZI. 

Missa super factum est. Ms. in B, 
Kgsbg., nur El. vorhanden (Samlg. 40). 



M. M. Z. L. 



261 



Mabillon. 



M. M. Z. L. 

iu Ms. 61274, 3 Stb. aus dem Ende 
des 16. Jhs. und Anfange des 17. Jhs , 
Nr. 34—40 dreistim. Tonsätze ohne Text, 
kommt noch weiter hin vor, Stb. inkompl. 
[Dresd. 

M. N. = Melchior Newsidler, 
16. Jh. 

M. 0. N. 

in Kleber's Orgelbuch , Ms. B. B. Nr. 
134 ein Orgelstiick. 

M. P. = Michael Praetorius. 

M. P. C. 

2 Couranten zu 4 Stirn, im Samhvk. 
1622 b. Nr. 18 u. 24 (Eitner 1) nach der 
Unterschrift der Vorrede zur Syutagma 
2. Bd. muss dies ebenfalls Mich. Prae- 
torius sein, wie er sich auch in der Ausg. 
Lamb. Sayve's deutsche Lieder ven 1611 
zeichnet. Der Buchstabe C. kann Capell- 
meister oder seinen Geburtsort Creuzburg 
bedeuten. 

M. Ph. A. V. 

Danket dem Herrn, Motette f. 4 Singst, 
mit Bc. Ms. 12 Stb. [B. Kgsbg. 

M. R. P. 0. E. = Martin Ea- 
phim Pomeran. Org. Elbing. 

M. S. 

Leipziger Codex des 15. Jhs. eine Messe 
zu 3 ötim. Dr. Riemann glaubt, dass Ma- 
gister Stoltzer gemeint sei (Haberl Jahrb. 
1897, 23). 

M. S. = Melchior Schild. 

Im Virginalbook in B. Cambridge FW., 
Ms. 168 pag. 33 Nr. 16 eine Pavane 
mit M. S. gez. 

M. S. S. 

in Rist's Der edlen Dafnis Galathea 
1642 einige Lieder. 

M. V. == Michel Yolckmar, 15. Jh. 
M. V. = Melchior Vulpius, 17. Jh. 
31. V. . . siehe Reflexions 1785. 
M. W. == Matthias Weckmann. 
M. Z. 

Das Junggesellenfrühstück, komische 
Oper in 1 Akt. [München Oper. 

Maa^, . . . nach Reichard 1780, 
259 war er Musikdirektor an der 
Schikanederschen Truppe, die 1779 
zu Nürnberg, Laibach und Klagen- 
furt spielte. 

Maante, ßaonl de, um 1285 
Sänger am Hofe Philipp des Schö- 



nen. Dokument in Revue musi- 
cale von Fetis 12, 193. 

Maar, ... in Böhmen geboren 
und 1812 in Warschau gestorben. 
1782 war er Musikdirektor am 
Theater in Olraütz nach Mederitsch 
Abgange, dann von 1784 ab an 
der Wäser'schen Truppe in Breslau 
Musikdirektor und ging 1805 nach 
Warschau (Reichard 1780, 272. 
1785, 234. Biogr. in Lpz. Ztg. 
14, 813). 

Maas, Joannes, 1467 Sänger 
an St. Peter in Rom ( Viertel]. 3, 
237). 

Maas Kroon, Jolian van der, 
(nennt sich auch nur Johannes 
Eroon) aus Leyden gebürtig, ist 
am 21/3 1703 als Musicus an der 
Universit. in Leyden eingeschrieben 
und am 10/3 1711 als „artifex 
organorum musicorum" (Bouwst. 
3, 4). 

Maasman, Alexander, er fügt 
seinem Namen in Klammer (Prusse) 
hinzu, er war daher ein Preufse u. 
scheint sich in London nieder- 
gelassen zu haben, denn er gab 
dort heraus: 

A compleat Suite of Lessons for the 
Harpsichord, as Overture, Allemand, Sara- 
band . . . London , J. J. Walsh. 12 Bll. 
[B. Wagener.] Er lebte demnach im An- 
fange des 18. Jhs. 

Maafs, Johann GebhardEliren- 
reich, Prof. der Philosophie, geb. 
26. Febr. 1766 zu Krottorf im 
Halbeistädtischen , gest. 23. Uez. 
1823 zu Halle, wurde 1791 an 
der Universität zu Halle angestellt. 
Er veröffentlichte mehrere Artikel 
über Musik und zwar in der Neuen 
Bibl. der schönen Wissenschaften 
Bd. 48, 1792 S. 1: „Ueber die In- 
strumentalmusik". In Sulzer's Lex. 
„Ueber den Accent in der Musik" 
(Gerber. Fetis). 

Mabillon, Jean, ein gelehrter 
Benediktiner im Kloster St.-Maur, 



Mably. 



262 



Macchiati. 



geb. 23. Nov. 1632 zu St.-Pierre- 
mont, gest. 27. Dez. 1707 in der 
Abtei St. Gerraaiu- des -Pres. Er 
schrieb auch Einiges über Musik: 
Observationes in notas musicas. Ex 
Anuales Benedict. Tom. 4, Append. YH 
p. 632 [Bologna in Kopie in fol.]. Aus- 
züge aus den Praefationes in acta San- 
ctorum ord. S. Benedicti. Ms. fol. [Bo- 
logna]. Fetis zeigt noch au: De Liturgia 
galUcana libri 3. Paris 1685 u. 1729. 4". 

Mably, Gabriel Boiiiiot de, 

geb. 14. März 1709 zu Grenoble, 
gest. 23. April 1785 zu Paris. 
Studierte Theologie bei den Jesuiten, 
dann Jura und Geschichte und 
widmete sich dann ganz der 
Schriftstellerei. 

Unter seinen Schriften befindet sich 
auch ein „Lettre ä Mdme. la Marquise 
de P. . . (Pompadour) sur l'opera". Paris 
1741 Didot. 12". 160 S. (ohne Autor). 
[Brüssel. 

Fetis erwähnt noch eine Ausg. von 
1752. 

Macarani , Stefano , bekannt 

durch 

Tratteuimenti musicali di Sonate da 
Camera a V. Yiolone e Cembalo. Op. 1. 
qufol. [Dresd. Mus. 

Lebenszeit 17. — 18. Jh. 

Macari (Maccari) , Griaeomo, 
geb. zu Rom, trat um 1727 als 
Opernkomponist auf und werden 
Yerzeichnet 

1. Adoaldo furioso 1727. 2. Aristide 
1735. 3. Ottaviano trionfante di Marc 
Antonio 1735. 4. La fondazioue di Ve- 
nezia 1736. Herr Bonaniici zu Livomo 
besitzt ein Textbuch zur Oper ,,Or]ando"', 
in Venedig 1727 aufgeführt. 

Macariui, GrioTanni, Violinist 
a/d. Stadtkapelle in Lucca von 
1769—31/7 1805 (Nerici 211). 

Maearlni, Mariano, di Tom- 
maso, Violinist a/d. Stadtkapelle 
in Lucca vom 30/4 1735 bis zu 
seinem Tode am 2/9 1779 (Ferici 
210). 

Macbeth, The Music in, ein Ms. 

im br. Mus. aus dem 17. Jh. mit Musik 
von Eceles und Finger und Angabe der 
Sänger etc. Kat. Nr. 237 Beschreibung. 



Maccarl, Alessandro, Priester, 
wurde am 21. Dez. 1753 zum Or- 
ganisten an S. Marco in Venedig 
ernannt (Caffi 1, 34). 

Maccari, Antonio, um 1740 
Sänger an S. Marco in Venedig 
(Caffi 1, 368). Er schrieb für 
Kirche und Bühne. Angeführt 
werden 1. Lucretia romana in Con- 
stantinopoli, Ven. 1737. 2. La 
Contessina, Ven. 1743. 

Macchetti, Don Teofllo, aus 

Venedig um 1636 geb., muss gegen 
1714 im Alter von etwa 78 Jahren 
gestorb. sein. Ein Camaldulenser- 
Mönch u. Kapellmeister am Dome 
zu Pisa, hatte in Ravenna Musik 
studiert u. ging dann zu Legrenzi 
in Venedig; 1681 erhielt er obigen 
Posten. 1690 beurlaubte er sich 
zu einer Reise nach Rom. Die 
Univ.-Bibl. zu Pisa besitzt eine 
Abhandlung von ihm im Ms. IL 
30. Hds. des 18. Jhs., betitelt 
Curiositä musicali nelle quali si 
tratta della Musica in generale. 
Ein vorangehendes Sonnet be- 
richtet, dass der Verfasser bei 
Vollendung des "Werkes 78 Jahr 
alt war (Lafage 2, 389 nebst Be- 
schreibung des Ms.). Ebendort 
eine 2te Abhandig. aus derselben 
Zeit im Ms. IL 31: Trattato delle 
misure della musica antica (Lafage 
2, 391). 

Das Liceo zu Bologna besitzt von ihm 
eine Abhandlung „Della Musica degli an- 
tichi; im Ms. (Kat. 1, 34). Im Vorworte 
werden obige Daten mitgeteilt. 

Maccbiati, Carlo, Komponist 
des Ballets „Le Pompe de Cipro, 
introduttione per balletti, 1654". 
Er war 1652 nach München als 
Hofmusikus mit 993 Gld. Gehalt 
berufen , bereits aber im April 
1654 entlassen (Rudhart 31). Nur 
das Textbuch obigen Ballets ist 
in der B. M. vorhanden. 



Macchio. 



263 



Maco, John. 



Blacehio, Criocomo, Saceidote 
Milanese, bekannt durch das Ora- 
torium : 

11 zelo eroico di S. Carlo Borromeo 
Sterminatore del Vizio. Text und Musik 
von M., aufgeführt in Wien 1716. Ms. 
18218. P. 101 BU. [Hofb. Wien. 

Maeeioiii, OioTaiiiii Battista, 

aus Orvieto, kam mit der Kur- 
fürstin von Baiern nacli München 
und wurde als Hofkaplan, Harfe- 
nist und Musikus angestellt. Die 
Akten verzeichnen seine Aufnahme 
mit dem 9/10 1653 mit 165 Gld. 
Gehalt. Er schrieb den Text und 
Musik zu dem Ballet: Li quattro 
Elementi. welches 1657 in Mün- 
chen aufgeführt wurde. 1661 kehrte 
er nach Italien zurück und scheint 
in Rom ansäfsig gewesen zu sein, 
denn die Akten des Kreisarchivs 
erwähnen ihn dort als Agenten für 
kurfürstl. Angelegenheiten (Kreis- 
archiv. Rudhart 41). 

Köchel 2, 487 Nr. 11 teilt noch eine 
zweite Komposition mit, die 1653 zur 
Ankunft Kaiser Ferdinand III. in Mün- 
chen zur Aufführung gelangte, betitelt: 
L'arna festante per la venuta a Monaco 
. . . Ferdinande lU. . . Agosto 165H. Festa 
musicale, gedichtet und komponiert von 
... Ms. 16889 P. gr. 4«. 21 BU. [Hofb. 
Wien. 

Macculini, Tommaso, ein baier- 
scher Hofmusikus der von c. 1669 
an in den Akten verz. ist. Sein 
Gehalt betrug bis 1025 Gld. Von 
1676 bis c. 1685 ist er als Hof- 
musikus und Kammerdiener mit 
1121 Gld. verz. 

Macdoiiald, Donald, ein schot- 
tischer Musiker des 18.— 19. Jhs. 

Er gab heraus: 

A collection of the ancient martial 
music of Caledonia, called Piobaireachd, 
as performed on the gi-eat Highland Bag- 
pipe . . . adapted for the Pfte. and Violonc, 
with some old Highlands Lilts . . . Edin- 
bm-gh, fol. [br. Mus. 

Macdoiiald, John, ,,Lieutnant 
Colouel, Chief Engineer and Com- 



mandant of Artillery on the Esta- 
blishment of Sumatra", lautet auf 
dem Drucke des Titels von 1822 
sein Amt. Er war geb. 1759 zu 
Hodigariy, Insel Skye, Schottland 
(Stephen) und gest. den 16. Aug. 
1831 zu Exeter. Aufser mili- 
tärischen u. a. Werken schrieb er 
A treatise on the harmonic System 
illustrated by musical & appropriate plates 
by . . . London 1822 by the author. fol. 
14 u. 42 S. Text, 23 S. Musik und viele 
Tafeln. [Dresd. br. Mus. B. B. hat den 
Verleger Preston. Brüssel ebenso. Glas- 
gow. 

MacDonald, Slalcolm, ein schot- 
tischer Musiker des 18. Jhs., gab 

heraus: 

A 2. collect, of Strathspey Eeels . . . 
with a Bass for the Vol. or harpsich. 
Edinburgh c. 1780. fol. [br. Mus. 

MacDonald, Patrick, geb. 22. 
Apr. 1729 in Schottland, gest. 25. 
Sept. 1824 zu Kilmore, studierte 
in Aberdeen Theologie und wurde 
1756 Pfarrer zu Kilwox (Stephen). 

Er gab heraus: 

A collection of Highland vocal airs, 
never hitherto pubUshed, to which are 
added a few of the most lively Country 
Dances, or Reels, of the North Highlands 
and Western Isles; and some specimens 
of Bagpipe Music. Edinburgh, fol. [br. 
Mus. 

Mac6, Denis, ein Kammermu- 
siker an der französischen Hof- 
kapelle zu Paris, gab heraus: 

Cantiques spirituels composes par le P. 
Ii-enee d'Eu, mis en musique par . . . Se- 
conde edition. Paris 1648 Ballard. [Paris 
Nat. B. Lpz. 

Airs ä 4 parties par . . . A Paris 1634 
P. Ballard. 4 Stb. ä 24 BU. in kl. qu80. 
[Brüssel. 

Eecueil des chansons ä danser et ä 
boire. Paris 1643 ßob. Ballard. 8». 
[Upsala: Disc. br. Mus. (?). Brüssel 
1 vol. 

In Eecueil de differents liv. de chans. 
1699 befinden sich einige Nrn. von ihm. 

Mace, John, lebte vor oder 
zu Barnard's Zeit, der 1625 das 
bekannte Samlwk. herausgab. 

Im Ms. dieses Samlwkes. (7 Stb. fehlt 



Mace, Thomas. 



264 



Machado, Baibosa Diego. 



der C?) ein Anthein ,.Let thy mereiful 
ears". [R. C. of Mus. 

Maee, Thomas, ein englischer 
Lautenist, geb. um 1613, starb 
nach Hawkins 4, 451 im Jahre 
1709. Er war Säuger am Trinity- 
Collegium in Cambridge, wie er 
sich auf 1676 selbst bez. Grove 
berichtet noch, dass er 1672 eine 
Laute mit 50 Saiten sich bauen 
liefs und sie Dvphoue oder Double 
Lute nannte. Burney berichtet 
nach einer Anzeige, dass er 1690, 
77 Jahr alt und taub, nach Lon- 
don kam, um seine Instrumente 
und Bibliothek zu verkaufen. Be- 
kannt ist von ihm das Druckwerk: 

Musick's monunient, or a remerabrancer 
of the best practical musick, botb divice 
aud civil, tliat has ever been knowu to 
have been in the world. London 1676 
Eateliffe & Thompson, kl. fol. 18 S. Vor- 
wort u. 272 S. Text resp. Musik für Laute. 
Der 1. Teil handelt über die Psahnodie 
u. Kirchenmusik, der 2. über die Laute 
nebst Tonsätzen, der 3. über die Viola 
und die Musik überhaupt. Im Hawkins 
4, 451 Auszüge, 459 ein Lautenstück u. 
461 eines f. 2 Lauten. Beschrbg. auch 
im Kat. von ^"eckerlin. [B. B. C. P. 
br. Mus. Rom Cecilia. Glasgow. E. C. 
of Mus. Oxford Bodl. Dublin Univers. 
Cambridge Univers. Brüssel. Siehe auch 
M. f. M. 23, 6. 

Macedo, Manoel, ein Portugiese 
des 16. Jhs., der in Madrid lebte, 
schrieb Motetten und Yilhancicos 
(Yasconcellos). 

Macedoüio di Jluti, GioTaniii 
Viiiceiizo, Cavalier Napolitano, 
lebte im Anfange des 17. Jhs. zu 
Neapel und scheint ein Dilettant 
gewesen zu sein, vielleicht Schüler 
von Scipione Dentice, dem er 
sein 1. Buch Madrigale widmet. 
Man kennt von ihm 

II 1. lib. de Madr. a 5 voci Di . . . 
Napoli 1603 Cost. Vitale. 5 Stb. 4«. 
22 Madr. [Bologna. R. C. of Mus. 

n 2. lib. de Madr. a 5 voci, Di . . . 
Napoli 1606 G. Jac. Carlino. 5 Stb. 40. 
21 Madr. [Neapel Cons. fehlt 5 a. 

Fetis giebt ilun den Beinamen di Antio. 



Maeer, siehe Macri. 
Maeerata, siehe Caraceno. 
Macetti, ... ein Komponist des 
18. Jhs., 

ist in einem hds. Samlwk. in BerHn 
K. H. Nr. 6208 für Gambe (Basse de 
Viole) avec acc. ou ä 2 Basses Sans Violon 
vertreten. 

Mac (jil)l)Oii, William, ein 

Schotte, Violinist und Schüler Cor- 
bet's in London, war Direktor der 
Gentlemen's Konzerte zu Edin- 
burgh und st. daselbst den 3. Okt. 
1756 (Brown). Von seinen Kom- 
positionen, von denen Brown So- 
naten u. a. anführt, ist nur nach- 
weisbar : 

A coUectlon of Scots tunes, some with 
variations for a V. Hautb. or German 
flute, with a bass for a Vcl. or Harpsich. 
Book 1—3. Edinburgh 1745—1755. qufol. 
[br. Mus. 

A collect, of Scots tunes for the V. 
or Germ, flute & a Bass for the Vcl. or 
Harps. . . With some additions by R. 
Bremner. London, R. Bremner. 4 books 
in qu4°. [br. Mus. 

Mac Gibbon and James Oswald: A fa- 
vourite collection of Scots tunes & High- 
land airs for the V. or Germ, flute with 
a B. for the Vcl. or harps. By . . . book 1. 
2 Stb. Glasgow (1795) A. Mo. Gown. qu4". 
[br. Mus. 

Mac (xlasliaii, Alexander, ein 

Schotte des letzten Drittels des 
18. Jhs., nach Stephen starb er im 
Mai 1797. Er lebte in Edinburgh 
und war Direktor einer „fashionable 
Band'', sagt Brown. Er gab her- 
aus: 

A collect, of Peels, consisting chiefly 
of Strathspeys, Athole Peels &c. ... with 
a Bass for the Vcl. or Harps. Edinburgh 
(1778) N. Stewart & Co. qu8o. [bj'. Mus. 

A collect, of Scots Measures, Hom- 
pipes, Jigs, Allemands, CotiUons and the 
fashionable Country Dances, with the bass 
for the Vcl. or Harps. Edinbg., ib. qufol. 
[br. Mus. 

A collect, of Strathspey Peels, with 
a bass for the Vcl. or Harps. Edinbg., 
ib. qufol. [br. Mus. 

Macliado, Barbosa Diego, der 

bekannte Bibliographe und Abt 



Machado, Lope. 



265 



Macliyu. 



der Pfarrkirche St. Adriani zu 

Lissabon, gab heraus: 

Bibliotheca Lusitana liistorica, critica 
e cronologica. na (jual se compreheude a 
noticia dos authores Poi-tuguezes, e das 
obras, que compuserano desde o tempo 
da proinwlgai'. anno da Ley da greca ate 
tempo prezente. Lisboa 1741 — 1747. 
4 Bde. in fol. Euthcölt auch ein Verz. 
von portug. Komponisten und Musik- 
sehriftstellern nebst ihren gednickteu und 
im Ms. vorhandenen Werke. [In allen 
grofsen Bibl. vorhanden. 

3I;icha(lo, Lope, um 1638 Harfe- 
nist a/d. Hofkapelle in Spanien 
(Straeten 8, 424). 

Machado, Manoel, geb. zu 

Lissabon, Schüler von Duarte Lobo, 

diente um 1610 in der Hofkapelle 

des Königs von Portugal. Yascon- 

cellos führt 4 Werke an, die sich 

in der einstigen Bibl. zu Lissabon 

befanden, 

nachweisbar sind heute nur in B. M., 
Ms. 200: vier Romanzen zu 3 u. 4 Stim. 
Im gedr. Kat. schreibt Maier fälschlich 
„um 1710". 

Macharini, Steifaiio, eia rö- 
mischer Patrizier und Musikdilet- 
tant um 1720, gab 12 Sonate ä Y. 
solo e Bc. op. 1 heraus (Gerber 2). 

Machau (Machault), siehe Gruil- 
laume de Machau. 

Machayi, A . . . 

In der B. Darmst. befindet sich die 
Arie „Se vimira il caro lido". Ms. P. 

Machetti, Don Teofilo, aus 

Yenedig, ein Camaldulenser Mönch 
und am Ende des 17. Jhs. Kapell- 
meister „nella Primitiale" zu Pisa 
(Titel). Er gab heraus: 

Sacri Concerti di Salmi a 4 voc. e 
4 instrumenti di . . . Bologna 1687 G. 
Monti. 10 Stb. (4 Singst. 2 V. Alto Viola, 
Basseto Viola, Violone o Tiorba e Org.) 
in 4°. Er nennt es sein 1. Werk. [Paris 
Nat. Bologna. 

Machi, . . . de, Kgl. Sardinischer 
Kammer -Virtuose, lässt sich in 
Frankfurt a/M. im Konzert der 
Mad. Yarennes am 3. und 10/11 



1780 auf der Yiola d'amour hören 

(Israel 73). 

Von einem Machi besitzt die Kgl. Haus- 
bibl. zu Berlin im Ms. eine Sinfonia in 
B., 18. Jh. Stb. (Nr. 2827). 

Machinger, siehe Malchinger. 

Machius, . . . Der Proske-Met- 
tenleitersche Katalog in Regens- 
burg, der von lakonischer Kürze 
der Titel ist, verzeichnet „Lamen- 
tationes 4 voC' Als bischöfliche 
Privatbibl. ist nur schwer etwas 
Näheres besonders über die da- 
mals noch ungeordnete Abteilung 
der Bibl. zu erfahren. Fast könnte 
man bei obigem Autor an Macque 
denken. 

Machold, Johann, aus Cervi- 
pagensem (== Hirschfeld, Peufs), 
Gerber 2 sagt, wahrscheinlich ein 
Thüringer des 16. Jhs. Man kennt 
von ihm ein kleines 

Compendium germanico-latinum musi- 
ces practicae . . . Musica lateinisch vnd 
teutsch, in kurtze vnd rechte Regulen 
verfasset, Ad Pueros: . . Erfurti (1595) 
Jac. Singaeus. 80. 24 Bll. davon 12 BU. 
mit Singübungen. [B. Zw. 

Passio Domini nostri Jesu Christi. Das 
ist: Die Historia von dem bitstern (!) Lei- 
den vnd Sterben vnsers Einigen Erlösers 
. . . Nach dem big. Evangelisten Matthaeo, 
mit 5 Stim. . . 1593. Am Ende : Erphordiae 
excudebat Georgius Bauman. 5 Stb. qn-i'K 
[B. Kgsbg. fehlt B. 

Macholdt, J . . H . . C . ., um 

1793 Organist zu Lüneburg, gab 
Arien und Lieder in Einteln 1793 
heraus, die von der Kritik scharf 
getadelt werden (Gerber 2). 

In der B. B. befinden sich 12 Lieder 
mit Pfte. Braunschweig, im Selbstverlag, 
qufol. 

Machy, le Sieur de, ein Yiolist 
zu Paris zur Zeit Louis XIY., gab 

heraus: 

Pieces de viole en musique et en tabla- 
ture. Paris 1685. qu4". [Paris Nat. 

Machyn, Richard, ein Lautenist 
des 16. Jhs., von dem sich eine 
Pavane (de Lyght) in Tiiysius' 
Lautenbuche f. 147 v. u. 391 v. be- 



Macinelli. 



266 



Macque. 



findet; unvollständig abgedruckt in 
Tijdscbrift 2, 309. Sittard 2, 218 
führt einen 

Richard Machin an, der 1605 
in Frankfurt mit seinen Gesellen 
Komödien aufführte u. sich „dienst- 
verwandter des Markgrafen zu Bran- 
denburg" nannte. Er stand dort 
in schlechtem Ansehen, da seine 
Stücke „zoddiger und lappichtes 
Gezeug" enthielten. 

Macinelli, siehe Masnelli. 

Maciiiello, Paolo, von 1585 bis 
92 Hoforganist in Mantua, ging 
dann nach Verona in gleicher 
Eigenschaft (Bertolotti 64). 

Maciiigi (Macigni) , GriOTaiini, 
aus Florenz, Gentil' huomo nennt 
er sich und lebte um 1617; der 
Wohnort ist nicht bekannt. Sein 
Lehrer war Benedetto Magni, der 
ihm auch 1613 eine Samlg. Madri- 
gale widmete. Man kennt von ihm 
nur eine Samlg. Madrigale, betitelt: 

Madrigali a 5 voci. Con 11 Bc. di . . . 
con alcunl di Benedetto Magni suo Maestro. 
Llb. 1. Veu. IG 17 Barth. Magni. 5 Stb. 
4". 21 Madr., da nur der Cantus bekannt 
ist, kann man nicht ersehen, welche Madr. 
von Magni sind. [Bologna: C. 

Mac Iiitosli, Mary, 

schrieb mehrere Samlg. Airs mit Pfte., 
die lim 1785 in London erschienen. Das 
br. Mus. besitzt 2 Samlg. 

Mack, Heinrich, von Mattheson 
1, 148 und Gerber 2 so genannt, 
ist Magg, Job. Friedr. 

MacKerrell, John, 

schrieb Songs und Klavierpiecen um 
1800, die in London gedruckt wurden. 
Das br. Mus. besitzt drei Samlg. 

Mackintosh, John, geb. 1767? 
ein berühmter F"agottist, der von 
1821 — 35 in Londoner- u. in Pro- 
vinzial - Orchestern angestellt war. 

— Alphonso, sein Sohn, war 
Violinist (Grove). 

Mackintosh, Robert, ein schot- 
tischer Violinist des 18. Jhs., der 
sich in London als Lehrer nieder- 



liefs, gest. im Febr. 1807 daselbst 
(Brown). 

Er gab Ende des 18. Jhs. eine Anzahl 
kleine Piecen für Streichinstrumente her- 
aus, wovon das br. Mus. 3 Edin burger 
Drucke besitzt. 

Macklean, Charles, bekannt 
durch 

12 Solos or Sonatas for a "V. & Vcl. 
with a Thorough Bass. Op. 1. Edin- 
burgh 1737. fol. [br. Mus. 

Mac Lean^ Charles^ fraglich ob 
derselbe wie der vorhergehende 
oder ein anderer Musiker, gab 
heraus : 

A collect, of favourite Scots tunes with 
Variat. for the V. . . and a Bass. Edin- 
burgh, qufol. [br. Mus. 

Mackperling, . . . trat 1759 als 
Fagottist in London auf (Pohl 2, 
373). 

Macque, Jean de (Giovanni 
de), ein Belgier; Straeten hält ihn 
für einen Brabanter, der eigent- 
lich Maech oder Maeche geheifsen 
haben kann und von den Italienern 
in Macque verwandelt wurde. Er 
soll schon seit 1540 beim Vice- 
könig von Neapel in Diensten, zu- 
erst als Organist, später als Kapell- 
meister gestanden haben. Sein 
einstiger Lehrer in der Musik war 
Philippe de Monte (Fetis. Straeten 
6, 303. 461. 519). Fetis verz. ein 
nicht nachweisbar geistliches Werk: 
Litanie ä 8 voci, Napoli 1540, aus 
dessen Jahreszahl er schliefst, dass 
er schon damals sich in Neapel 
befand, da nun aber M.'s übrigen 
Werke in rascher Aufeinanderfolge 
erst von 1576 bis ins 17. Jh. hinein 
erschienen, so möchte ich an der 
Richtigkeit der Jahreszahl 1540 
zweifeln. Maldeghem veröffent- 
lichte eine Litania zu 8 Stim. im 
1. Jahrg. p. 26 und zwar nur das 
Kyrie. Er giebt keine Quelle an, 
dagegen die widersinnigen Notizen: 
geb. 1525, 1540 Kapellmeister am 
Hofe zu Neapel; also mit 15 Jahren 



Macque. 



267 



Macque. 



Kapellmeister! Nach Prüfimg sei- 
ner Druckwerke gestaltet sich sein 
Lebea völlig anders: Von 1576 
bis 1582 lebt er in Rom, wie es 
scheint ohne Amt, von 1586 in 
Neapel und erst von 1610 ab nennt 
er sich Kapellmeister der Kgl. Ka- 
pelle zu Neapel. AVäre er vorher 
Organist an der Hof kapeile ge- 
wesen, so hätte er dies gewiss 
ebenso auf dem Titel verz., wie 
den Kapellmeistertitel. 1613 er- 
scheint sein letztes bis jetzt be- 
kanntes Werk. E. Vogel citiert 
zwar aus der Vorrede Romano 
Micheli's in seiner Musica vaga 
1615 eine Stelle, in der M. Orga- 
nist an der Kgl. Kapelle genannt 
wird, doch kann dies gegen obige 
Angabe von 1610 nicht ins Ge- 
wicht fallen. Nachweisbar sind 
folgende Druckwerke: 

1570. 11 1. üb. de Madr. a 6 voci . . 
Yen. 1576 Ang. Gardano. 6 Stb. ([\\4P. 
29 Nrn. Er nennt sich einen Scliüler 
Ph. de Monte's. [B. B:T. C. P. 6 Stb. 

1579. Madrigaii a 4 a 5 et 6 voci 
di . . . Ven. 1579 Aug. Gard. 5 oder 
6 Stb. qu40. 21 Nrn. Macque zeichnet 
die Dedic. in Born den 20/10 1579. [Mo- 
dena: C. A. T. 5 a. 

1581. Madrigaletti et Napolitane a 6 
voci di . . . ib. 6 Stb. qu40. 21 Nrn. 
Die Dedic. wieder in Eon: den 10/5 1581 
gez. [B. D. Verona S. f. Bologna : C. 

1582. 2. lib. di Madrigaletti et Napoli- 
tane a 6 voci di . . . ib. 1582. 6 Stb. 
qu40. 21 Nrn. Dedic. in Rom am 25/9 
gez. [B. D. Verona S. f. Florenz B. n. 
Rom Cecilia. 

— Ausg. mit gleichem Titel, beide 
Bücher in eins zusammengezogen „Noua- 
mente ridotti in un corpo et seguendo 
l'ordine di suoi toni posti in luce. An- 
versa 1600 P. Phalesio. 6 Stb. qu4'>. 
41 Gesge., da der Dialogo Tra gratiosi aus 
dem 2. Buche fehlt. [B. D. 

1586 .. . II 1. lib. de Madr. :i 4 voci. 
Ven. 1586 G. Vincenzi. 4 Stb. 4». 21 
Madr. Dedic. in Neapel 11/11 86 gez. 
[B. B. 

1587 ... II 2. lib. de Madr. ä 5 voci 
... Ven. 1587 G. Vincenzi. 5 Stb. 4». 
21 Madr. Von jetzt ab stets in Neapel 



gez. (20/5). [B.B. Köln: C. A. 5a. Ve- 
nedig B. M: 5a. Amst: Univers. Bibl: T. 

1589 ... II 2. üb. de Madr. a 6 voci 
. . . Ven. 1589 Ang. Gard. 6 Stb. qu4''. 
21 Madr. (25/10 gez.) [br. Mus: 5a. 

1597 .. . II 3. lib. de Madr. a 5 voci. 
Ferrara 1597 V. Baldini. 5 Stb. 4". 
21 Madr. (15/1 gez.) [Modena: C. T. B. 5 a. 

1599 ... II 4. lib. de Madr. a 5 voci 
. . . Napoü 1599 (B. u. 5 a. mit 1600 gez.) 
per Gio. Jac Carüno & Ant. Pace. Ad 
instanza di Scip. Riccio libraro. 5 Stb. 
40. 21 Madr. [Neapel Cons. 

1610 . . . Maestro deUa regia cappeUa 
di Napoü. II 3. lib. de Madr. a 4 voci. 
In Napoü 1610 nella stampa di G. B. Gar- 
gano & Lucr. Nucci. 4 Stb. 4«. 21 Madr. 
(30/3 gez.) [Bologna, br. Mus:A. 

1613. II 6. lib. de Madr. a 5 v. di . . . 
Maestro (wie vorher). Ven. 1613 Barth. 
Magüi. 5 Stb. 4". 21 Madr. (gez. 1/7 
1613). [Bologna. 

In alten Samlwk. 32 Gesge., dabei nur 
eine Motette zu 6 Stim. (Eitner 1). Dazu 
kommen noch in Stef. Felis' 4. üb. Madr. 

5 V. 1585 : Dolci sdegni e dolci und Gelo 
ha Madonna. — In Gardano's 4. lib. deüe 
Muse 5 V. 1574: Tauta dolcezza 6 v. 
Viv'oriente 5 v. (Tanta dolc. fehlt in Ausg. 
1582). In Tonge's Musica transalpina 
1588: Non piu Diana 4 v. — In Fei. 
Anerio's Madrig. a 5 v. 1589: Nei vostri 
dolci baci. — In Verovio's Canzon. spir. 
a 3 V. 1591: dolce rimembranza. Dol- 
cissimo amor. II buon Giesu ch'io. — 
In Vincenti's Nuova spogiia amorosa 4/5 v. 
1593: Gelo ha madonna 5 v. — Der letz- 
tere Ge.sg. auch in Phalese's Paradiso 1596 
und Ne i vostri dolci baci. — In Morley's 
Madrigals selected out of itaüan authors 
1598: My sweet Layis. — lu Moscagiia's 
2. lib. Madr. 4 v. 1585: Non veggio ohime. 
— In Flaccomio's Lo risa avicenda 1598: 
Su la selva. — In Ancina's Tempio ar- 
monico 1599: Di te la vita nasce. — In 
Phalese's Canzon. alla romaua 3 v. 1607: 
Si travagüati. Si dunque il mio dolce. — 
In Petrozzi's Sonetti novi 1609: Son'aqua 
\iva. — In Molinaro's Fatiche spirituali 

6 V. 1610: Per pianto lo mio core (Veni 
Creator). Mai non vuö pianger (0 mundi 
lumina). — In dessen üb. 2, 1610: Non 
veggo hoggi il mio sole. Preso son io. — 
In Orfeo Vecchi'