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Biographisch - Bibliographisches
Quellen-Lexikon
der
Musiker und Musikgelehrten
der
chrlstliclieii Zeitrechnung
bis zur
Mitte des neunzehnten Jahrhunderts
von
Rob. Eitner.
7. Band.
Milleville, Francesco — Pluvier.
Leipzig,
Breitkopf & Haertel.
1902.
MAY 6 1938
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M.
MilleTÜle, Francesco, Ferra-
rese, sein Geburtsort. Der Sohn
des Alessandro; da letzterer erst
um 1573 oder 1575 in Ferrara
lebte, so kann Francesco auch erst
in diesen Jahren geboren sein und
nicht 1565 wie Fetis schreibt; sein
Todesjahr ist unbekannt. Fetis
lässt ihn zuerst im Dienste des
Königs von Polen, dann in Kaiser
Rudolph's IL stehen; 1614 ging
er nach Rom, wurde Kapellmeister
an der Kathedrale zu Yolterra,
später in Chioggia. Die Avenigen
Druckwerke von ihm geben da-
gegen ganz andere Stellungen an
und zwar war er 1622 Kapell-
meister u. Organist an S. Giorgio
zu Ferrara und 1627 Organist an
S. Benedetto in Siena. Wie er
sich 1617 auf den Concerti nennt,
ist mir unbekannt. Von seinen
Werken ist nachweisbar:
1617. Concerti a 1, 2, 3 e 4 voci,
con il Bc. Lib. 1, op. 2. ristamp. Yen.
1617 G. Yincenti. Stb. V 4^. 23 Nrn.,
die letzte eine Fantasia alla francese für
Instramente. [Proske.
1622. Sacre gern nie legale nell'oro
della musioa a voce sola. Dal MilleviUe
Ferrarese Maestro di cap., et Org. in S.
Giorgio di Ferrara, xsuouani. comp. . .
op. 10 . . . Yen. 1622 Ales. Yincenti.
2 Stb. (C. oder T. und Bc.) fol. 25 Gesge.
[B. Br.
1627. n 5. lib. dein Motetti a 2, 3,
4 & 5 voci del ... Ferrarese, Organista
del Rev. P. Abbate Testa in Santo Bene-
Rob. Eitner's QueUen-Lexüon. Bd. 7.
detto di Siena . . . Op. 17. Yen. 1627
Yincenti. Stb.? 40. 20 Mot. [B. B:Bc.
In Oslavan's Flores verni 1628 einige
Gesänge, gez. mit del Milleville. Die
Motetten in Calvi's Samlwk. 1624 Nr. 22
u. 38 (Eitner 1) sind wahrscheinlich auch
von ihm, doch könueu dieselben auch Bar-
naba M. angehören. (Siehe Barnaba M.,
der vielfach mit Franc, verwechselt wird.)
MilleTÜle, Lucas des, 1664
bis 1675 Hot'organist an der Hof-
kapelle im Haag (Bouwst. 2, 164).
3IilleYille, Perissone de, um
1519 päpstl. Sänger in Rom (Yier-
telj. 3, 257).
Jlillico, Grioseifo, ein Kastrat
und berühmter Sänger, geb. um
1730 oder 39 zu Terhzzi (Neapel),
Tod unbekannt. Um 1774 sang
er in Wien und Gluck, wie Schulz
sprachen sich mit gröfstem Lobe
aus. Yon hier ging er nach Lon-
don, dann nach Berlin und kehrte
gegen 1780 nach Italien zurück,
wo er in Neapel bei Hofe als
Sänger angestellt wurde (Gerber
1. 2. Fetis). Auch als Komponist
war er thätig^, bekannt sind an
Opern :
Ipermnestra, Dramma in 3 atti. Ms. P.
[Paris Nat. C. P.
La pieta d'amore, dramma in 2 atti.
(Napoli c. 1782.) NapoU, Porcelü. P.
fol. 160 S. [Musikfr. Wien. Brüssel
Cons. Neapel Turch. C. P. Bologna:
Napoli, L. Marescalchi. br. Mus. Mai-
land Cons. Padua Ant.
Angelica e Modoro, Cantata a 4 voci, Soli,
Coro ed orch. P. [Musikfr. Wien. C. P.
Millico.
Miltoa.
A 3. sett of 6 Cauzouets with an acc.
for the Pedal or snial Harp, Fortep. or
Harps. London (1787) Longman & Bro-
derip. qu4ö. [Hofb. Wien. br. Mns.
— 6 Canzoncine con Pfte. Zurigo,
Neghelli. [Dresd. br. Mus: Napoli 1793
und die in Zürich.
— Ms. 14450 in K., B. B., Canzonette
a Sopr. e Ceuibalo. C. P., fraglich ob
Druck oder Ms.
6 Anette italiane con parole allemande
per l'Arpa, o pfte. 3 pt. Bonn, qufol.
[br. Mus.
4 Canzonen. Lond. 1819. [br. Mus.
6 Songs with an acc. for the grcat or
small Harp. Lond. quS''. [br. Mus.
2 Sonatinas for the harps. Lond. fol.
[br. Mus.
Musical Trifles; a collection of Sona-
tine for the härpsich. Lond. qu4^.
[br. Mus.
Notturni fatti per Posilippo „Se volete",
a 2 Sopr. 2 V. e B. [Einsiedeln.
Mss. in Mailand Cuns : 3 Ariette p. Sopr.
con arpa obl. — Nove Barcarole p. Sopr.
c. arpa e B. — 2 Barcarole (ebenso). —
Scale e Solfeggi per Sopr. col 13. d'accomp.
4 Duettini für 2 Sopr. Ms. [Ber-
Un K. H.
30 Canzoni p. Canto, c. arpa e pfte.
[Padua Ant.
Inno dol Petrarca S. Giuseppe, a 2 v.
c. orch. [Padua Ant.
Aria: Ho sparse taute lagrinie con
Cembalo. Ms. 17531. [Ifufb. Wien.
Ms. 345, br. Mus., Sanilbd. von Arien,
Duetten u. Kantaten. Ms. 231 Aria witli
Glioms aus Achille iu Sciro „Se un cor
aunodi".
In B. Proske-M: Duett, Marsch 4hdg.,
1 Divertimento per Comb.
Mss. Bologna, Kat. 3, 277: 1. Canzo-
nette a Sopr. solo c. pfte. 10 Bll. 2. 10
Canzonette a voce sola di Sopr. col pfte.
16 Bll. (lufol.
In John Corri's A select collection,
1788, 3. Bd. Gesge. pag. 3, 10-17.
Fetis führt noch an Opern an : La Ze-
liada 1787. Nonna per fare dormire i
Bambini, Nap. 1792.
31illiii, Aiil)iii- Louis, geb. 19.
Juli 1759 zu Paris, gest. 14. Aug.
1818 ebd., ist bekannt unter dem
Namen Miliin de Grandmaison^
trat als Schriftsteller auf u. Avurde
Konservator am Kabinet der An-
tiken in der Bibl. national.
Er schrieb einen Dictionnaire „des
Beaux-Arts", Paris 180G Crapelet, 3 vol.
8", welcher aber nur eine Uebersetzung
von Sulzer's Theorie der schönen Künste
ist, mit Hinzufügung einer Anzahl neuer
Artikel. Ein Exemplar in B. Brüssel
(Fetis).
3rillioiii, siehe Milioiii, Pietro.
Millot, l'Abbe, bekannt durch:
Histoire litteraire des troubadours, cont.
leurs \aes, les extraits de leurs pieces, et
plusieurs particularites sur les moeurs,
les usages, et l'histoire du 12. et du 13.
siecles. (Par l'Abbe Millot, d'apres les
mss. de M. de Ste-Palave.) Paris 1774
Durand. 3 voll. 12^'. [Brüssel.
3IilIot, Nicolas, war Kapell-
meister König Henri III. von Frank-
reich, gewann im Konkurs zuEvreux
1575 den 4. Preis, doch wird er
dort nur Kgl. Kapellsäuger und
nicht Kapollmeister genannt, wo-
nach Fotis' Angabe zu verbessern
sein wird. Fotis begeht noch einen
zweiten Fehler, indem er glaubt,
dass die mit Nicolas in Samlwken.
bezeichneten Gesänge von Millot
sind, während üombert oft nur
mit Nicolas benannt wird.
In Samlwken. von Le Roy et Ballard
ist er mit 22 Chansons zu 4 u. 5 Stim.
vertreten (Eitner 1). Ferner in Le Roy
et P>allard's 8. liv. chans. 1559 und im
9. liv. je 1 Chans.
Milo, . . . ein Benediktiner des
9. Jhs. zu St. Amand in Belgien,
wird als Musiker bez. (Tritliemius
1, 12P>. Fabricius 3, 77).
Milt, Stcphanus van, ein
Priester, wurde am 3. Juli 1G99
zum Sangmeister an St. Walburge
zu Audenarde ernannt, f 1719.
Straeten 1, 48 teilt einen einst.
Gesang mit „Godt weest ghenae-
digh", den er Milt zuschreibt, der
aber entschieden aus einer weit
früheren Zeit herrührt und das
Datum 1717 sich nur auf die Kopie
beziehen kann (Andenarde 15).
Miltoii, John, geb. 1563, der
Vater des bekannten Dichters,
stammte aus einer katholischen
Milton.
Minguet.
Familie zu Stanton in Oxfordshire,
trat später zur anglikanischen
Kirche über, wurde enterbt, ging
nach London in ein Kaufmanns-
geschäft, betrieb Musik als Dilet-
tant und soll Gesänge zu 40,
ja bis 80 Stimmen geschrieben
haben. Man glaubt, dass er Sänger
an der Christ -Church in Oxford
war. Er starb im März 1647 und
wurde in der St. Gileskirche,
Cripplegate begraben (Grove. Ark-
wright. Davey 217).
Von seinen Kompositionen findet man
in der Chiist- Church zu Oxford im Ms.
1 Antiphone zu 4 Stim. und 5 Fancies
zu 5 und 6 Stim. Im hr. Mus. in einer
Cantus-Stim. ein Gesg., im Ms. 226 und
227 in Bumey's Kopien 2 Mot. zu 5 Stim.
„If that a siuner's sighes" und ,,0, had
I wings". Im Ms. Thom. Myriell's G Gesge.
(29372—77). In Morley's Triumphs of
Oriana 160i ein Madr. zu 4 St., auch in
neuer Ausg. erschienen; im 4 st. Psalmen-
buch von Eavenscroft 1621 einige Sätze.
Im Samlwk. Synopsis 1680 unter A. ß.
verz. ein dreist. Gesg. In Leighton's The
teares or Lamentacions 1614 vier Sätze.
Im Ms. 1940 des E. C of Mus. „Thou god
of might", 4 Stb. In Hofh. Wien, Ms.
19287 mit deutschem Text in Part. In
"W. Gawler's Divine harmony 1 Gesg. —
In neuen Ausg. '3 Gesge. (Eitner 2; die
Daten sind falsch) und in Charl. Smitli's
Ancient Psalmody 1843 ein Gesg. Ark-
wright in Old English edition Nr. 22 sechs
Anthems aus Leigthon und Myriell mit
Biographie.
]^IilTO, . . . Sopranist 1484/85 an
St. Peter zu Rom (Viertel]. 3, 238).
Mimnernms, Pseudonym für
Priiitz, Wolfg. Kasp.
Minarti, GrioTauiü, bekannt
durch ein
Benedicimus 5 voc. veröffentlicht durch
Mai-tiui und Choren (Eitner 2).
Minde, Franeiscus de, ein
Brabanter und Discantist in der
Dänischen Kapelle Friedrich III.
um 1657; ging 1660 nach Schwe-
den, dann nach Hamburg, Lübeck
und starb schliefslich in Hamburg.
Seine Stimme bildete sich später
zum Tenor aus (Mattheson 1, 225.
Max Seiffert druckt die Tollstäu-
dige Mitteilung im 2. Jahrg. der
1. M. G. Seite 122 ab).
Miuei, Lorenzo, ein Komponist
des 17. Jhs. ist bekannt durch
Cantate a voce sola con 4 Viel, e 2
Violette: Sonno di Vidone. — Lagrime
di Marte per le vitfcorie di Leopolde. —
n Catone Uticense. — Capriccio poetico.
— Ms. in qufol. 228 EU. [besafö 1888
der Antiquar Rosenthal.
Bliuelli, P. Angelo Gabriele,
ein Franziskaner zu Bologna. Er
gab heraus:
Eistretto delle regele piü essenziali
della musica; Bologna 1748. 4*^. 82 S.
Die erste Ausg. soll von 1730 sein: Bo-
logna, stamp. Yolpe (nach Fetis). Die
Ausg. von 1748 besitzen die Musikfr. in
Wien und Glasgow. In Sassi's La ricrea-
zione 1730 einige Canzoni. Im HaUeluja
von Postler u. Zimmer 1880, 1. 2. eine
Melodie mitgeteilt aus Eistretto delle regele.
Minelli, Pietro Maria, lebte
am Ende des 17. und Anfange des
18. Jhs., war in Bologna geb., wo
er auch wohnte und j 1712 im
Januar.
Im Liceo mus. zu Bologna im Ms:
„Cantemus Domino, compositione a 4 et
a 8 voci, offerta all'Acad. Filarmonica di
Bologna." 1 Bl. in P. ; eine Kopie von
Busi, ebd. 1684 wurde er zum Mitgliede
obiger Akademie ernannt und in den
Jahren 1695, 1699, 1704 und 1709 zum
Vorsitzenden gewählt.
Miliers (Myners), Joliii, um
1612 Musiker beim Prinzen Hein-
rich von England mit 40 ^ Ge-
halt, wurde am 27/3 1615 auf
Wartegeld als Gentleman an der
Kgl. Kapelle angenommen und trat
am 4/6 an Sampson's Stelle, f am
2/7 1615 (Rimbault).
MiiigliiiiO dal Violoncello, siehe
Grabrielli, Domenico.
Minguet, Paolo, spanischer Mu-
siker an der Kapelle Philipp Y.
und Karl IH., gab nach Soriano
Fuertes heraus:
1. Eeglas, y advertencias geuerales . . .
Madrid 1752—54 Joaq. Ibarra. 2. Quader-
1*
Miuirari.
Minoja, Ambrogio.
nillo nuevo, que en ocho Laminas finas . . .
Madrid (1774?) Mao. Martinsgrave (Fetis
giebt die ausführlichen Titel).
Miuirari, Viiiceiizo, ein Kom-
ponist aus der ersten Hälfte des
18. Jhs., der durch das
Ms. L 172 der B. B. mit einem Dixit
a 4 voc. c. Tronibone, Oboe e Tromba da
caccia, concertato. Ao. 1732. P. be-
kannt ist.
Miiiiscalelii , (iui»lielmo, aus
Venedi.c;, ein Augustinermönch und
um 1622 Kapeiinieister an S. Ste-
fano zu Venedig (Titel), gab heraus:
J! Salmo Miseicro mei Dens concertato
ä 3 voci coa Sinfonie per l'espositione del
Sanct. Sacraniento ... Et in fine doi
Motetti a 2 voci di . . . Yen. 1622 Bart.
Magni. 4 Stb. 4". 22 Gesge. [B. B.
Arie di G. M. Hb. 1. per cantarsi nella
sjiinetta, chitarrono, e siniiie istroniento.
Con riutavolatura i)er la chitarra alla
spagnola. Novam. coniposte . . Von. 1625
Ales. Vincenti. 1 vol. 4». 40 S. 20
Gesge. mit Begltg. [Venedig Marco.
— noiianiento ristaniii. Ib. 1627. In-
halt derselbe. [Bologna.
Arie di . . . lib. 2. (wie oben). Ib. 1627.
1 vol. 4". 40 S., 20 Gesge. [Bologna.
Venedig Marco.
Arie di . . . lib. 3 (wie oben). Ib. 1630.
1 vol. 40. 40 S. 20 Gesge. [Bologna.
In Carlo Milanuzzi's Scherzi 1624,
4. Buch die Gesänge: Se uasce in cielo
und Mentre vivo. Dort ist or auch als
Venetianer bez.
Minne, Clirctien; um 1673
findet man ihn in den Reclinungen
der Kgl. Kapelle zu Brüssel als
„Lieutenant de chapoUe royale".
1685 ist er wieder vcrz., doch ohne
die Bez. Lieutenant (Straeten 2,
129. 5, 145).
Josse Minne war in derselben
Zeit ebendort lustrumeutist (ib. 5,
146).
Minoja, Ambrogio, geb. 21. Okt.
1752 zu Ospitaletto bei Lodi, gest.
zu Mailand 3. Aug. 1825. Stu-
dierte Musik unter Sala, wurde Ac-
compagneur (Cembalist) am Scala-
theater in Mailand (1789 nach
Cambiasi 115), schrieb seit 1787
Opern, 1795 war er am Theater
zu Parma Cembalist (nach einem
Textbuche, in dem die Orchester-
mitglieder verz. sind), w^irde später
Kapellmeister am Scalatheater und
als das Konservatorium 1807 da-
selbst errichtet wurde, ernannte
man ihn zum Censor, später zum
Direktor desselben (Fotis. Lpz.
Ztg. 27, 697). Von seinen Kom-
positionen lassen sich nachweisen:
De Brofuudis (Salmo 129) tradotto da
Saverio Mattei o musicato a 3 voci con
piccola orchcstra. Milano, l'autore. Part.
[Dresd. Mus. Mailand Cous. Musikfr.
Wien.
Gloria in D. — 2 Credo in C u. G.
2 voll, im Ms. qufol. [Einsiedeln.
Stabat mater 3 voc. c Sinfonia. Ms.
P. [Einsiodeln.
Canone 4 voc. c. istrom. (1818). Ms.
14490 in B. B.
II solo pario e felice, Sahno, P. Ms.
928. [Dresd. Mus.
Recit. et Ai-ia ,,Ombra cora Emirena".
Ms. P. [Einsiodeln. Ebendoii in Nr.
421, 14 eine Arie 3. 4. und 2 Sinfonien
in P. u. a.
Terzette „Smarrito in rea foresta,
2 Sopr. e B. con orch. Ms. P. [Mai-
land Cons. Ebendort eine Cantata bos-
careccio „Taccuini nuovi" per Sopr. con
(Quartette. Ms. P.
Ms. T140 u. T172 in ß. B: ein Chor
und ,, Schiri bizzo'' 3 voci.
Solfeggi per Sopr. solo e per 2 Sopr.
c. B. Ms. [Mailand Cons. B. B:Ms. 169
in K: 45 Solfeg.
— G. W. Teschner gab die Solfeg. 1844
bei Klemm in Lpz. heraus.
8 Sinfonie per orch. Ms. in Stb. [Mai-
land Cons.
6 Quartetti (für Streichinstr.). Ms,
Stb. [ib.
6 Duetti per 2 V. Ms. [ib.
Ms. 637 des br. Mus., 1 Bd. Instiii-
mentalmusik für Pfte. u. V., auch für
Orchester (Add. Mss. 21464. qu4"). In
Ms. 638, Quai-tette f. Pfte. 2 V. u. Tel.
(2 V. fehlt).
Sonata in Si bem. per Cembalo e V.
Ms. [Mailand Cons.
Lettera sopra il canto del maestro
A. M. Milano 1812 Mussi. 8». [Brüssel.
— Ueber den Gesang von . . . Send-
schreiben an B. Asioli. Lpz., Breitk. <& H.
[B. B. Musikfr. Wien. Brässel Cons.
Minoja, Anastasio.
Mira, Pietro.
Minoja, Anastasio, scheint am
Ende des 18. u. im Anfange des
19. Jhs. gelebt zu haben, doch
fehlt jede Nachricht über ihn. Be-
kannt ist:
Aüleitung zur vollstäudigen Ausbildung
im Gesänge, Lpz., M. Rulil. 8". VI. u.
100 S. [B. M.
Siniphonie 1781. Ms. P. [Darmst.
Minoret, . . . um 1(584 Kapell-
meister an St. Germain l'Auxerrois
(Biogr. nat. beige 6, 300). Im
Conservatoire zu Paris Motets pour
la chapelle du Roi.
Minoret, Guillaume, gest. um
1717 zu Paris, Musikdirektor an
St.-Yictor und einer der vier Ka-
pelhueister Kg. Louis XIV. Von
seinen Kompositionen haben sich
im Ms. erhalten:
Missa pro tempore nativitatis (1694)
Part. — Venite exultemus, Chor mit
Orch. [Paris Nat.
Minozzi, Marcello, war um
1638 Kapeilmeister am Dome zu
Carpi (Titel) und gab heraus:
Opera 1. e lib. 1. di Salmi musicali a
3, 4, e 5 voci, con Siufonia et in fiue
Una Letania della B. V. di . . . Ven. 1638
Aless. Vincenti. 5 Stb. 40. 14 Psalm.
1 Magnif. 1 Litanei. Die Dedic. sagt
noch, dass er ein Schüler Galeazzo Sab-
batini's war. [B. Br. Bologna.
Ms. in Upsala in Tabulaturpart. 1.
Cantate domino, 2 C. 2 V. Bc. 2. Con-
gi-atulamini 2 C. 2 V. Fag. Bc. — Im
Samhvk. 1642 eine 3stim. Motette mit
Bc. (Eituer 1).
Minucci, Domenico, in der
Mitte des 17. Jhs. Kapellmeister
a/d. Kathedrale zu Asolo di Tre-
viso (Lombardei). Gab heraus:
II 1. lib. de Salmi a 5. Da coucer-
tarsi con 3 voci, e 2 V. di ... Ven. 1659
Franc. Magni. 6 Stb. 4«. 7 Ps., 1 Magnif.
[B. Br.
11 2. lib. de Sabui a 5. in fuga con
una Messa da morto, & altre compositioni
del medesimo geuere fugato, e veloce di
... Ib. 1662. 6 Stb. 40. 6 Ps., 1 Mag-
nif., 1 Credo und 1 Requiem. [B. Br.
Ms. W49 Nr. 652 der B. B. ein Mag-
nif. 5 voc. aus 1662 in P.
Minuets et Rigadoons
with Basses for the Year 1736 to which
is added y Minuets and French Dances,
as they were perforra'd at the Ball at
Court upon His Majesty's Birth-Day. The
tunes proper for y German Flute or Vio-
lin and severall in compass of the English
Flute. Stich, quS». 11 Piecen 1—7 ano-
nym, 8 u. 9 von Handel, 10 von Lampe,
11 von Stephens. [Berlin Th.
Mion , Jean - Jac(i[iies - Henri,
wurde um 1743 Musiklehrer des
Knabenchores der Kgl. Kapelle zu
Paris und bei der Marquise von
Pompadour, nach der Dedic. zur
Oper ,,L'annee galante''. Im Etat
von 1765 fehlt er, wird daher vor
diesem Jahre gestorben sein, denn
1761 ist er noch verz. (Fetis). Er
schrieb die Opern:
Nitetis, tragedie lyrique en 5 actes et
un prologue , musique de . . . paroles de
la Serre, representee 14/4 1T41. Ms. P.
[Paris l'opera. Paris Nat. C. P. Darm-
stadt.
— Gravee p. de Gland. Paris 1741
chez l'auteur. [br. Mus.
L'annee galante, Opera-ballet en 4 actes
et un prologue, paroles de Roy, repr. a
Versailles 13 u. 20. Febr. 1747 und zu
Paris am lJ/4; im Stich auf Befehl Sr.
Maj. Part. [Paris l'opera. Paris Nat.
C. P. Darmstadt.
Te Deum (Chor u. Orch.) Ms. P. [C. P.
Slir y Llusa, ... ein spanischer
Komponist der 2ten Hälfte des
17. Jhs., der Kapellmeister zu Ma-
drid war und zahlreiche Kirchen-
musik schrieb (Pougin).
Mira, Leandro, ein Italiener
des 16. Jhs., der nur durch einige
Madrigale bekannt ist und zwar in
alten Samlwk. 9 Gesäuge (Eitner 1),
ferner in Mad. Casulana's 2. lib. Madr.
4 V. 1570: Tra verdi frondi. Im Lauten-
buche von Rüde arrangierte Gesge. Li
P. Vinci's 1. lib. de Madr. a 6 voci 1583
am Ende 3 Madrigale.
Mira, Pietro, neapolitano di
Monte Scaglioso, städtischer Mu-
siker in Lucca vom 26/12 1725
bis 1733, mit 2, 45 sc. monatl.
(Nerici 210).
Mirabella.
6
Miseroca.
Miral)ella, Yinceiizo, ein si-
cilianischer Patrizier, Mitglied der
Akademien zu Neapel und Rom,
f 1624 zu Modica, soll nach Ger-
ber 1 um 1606 eine Samlg. Ma-
drigale und Schriften über Musik
herausgegeben haben.
Miraglies, Lodorico, Altist an
der Hotkapelle in Wien mit 750
Gld. jährl. von 1715 bis 16. Juli
1726 (Köchel 1).
Mirelibra, siehe Criicroult,
Rudolpli.
Mirer, Waltbcr,
schrieb 1B72 in (jemeinsdiaft mit den
Stiftsgeistlichen im Kloster zu Engelberg
i/d. Schweiz ein geistliches Drama der
Auferstehungsfeier mit Gesang, die Noten-
köpfe in sog. Hufeisenform (deutsche
Choraluote) [Codex I 4/25 in Engelberg],
In demselben Codex befinden sich auch
deutsche geistliche Lieder mit Melodien
und Gesänge zu 2—4 Stim., die noch
besonders als im Jahre 1372 gesungene
bezeichnet werden (Schubiger 2, 28. 30.
32).
Mirheo, Maestro Giorgio, ein
flamländischer Musiker (nach Strae-
ten 6, 350), der um 1550 in Pe-
rugia angestellt war.
Miroglio Taino, Violinist und
Besitzer des „Bureau d'abonnement
musical" zu Paris, bez. sich nur
mit einem M. als Yornamen, wel-
ches nach französischer Gewohn-
heit stets Monsieur heilst.
Die Nationalbibl. zu Paris besitzt von
ihm „Sonates a V. e ß. op. 1. Paris
chez l'auteur."
Miroglio, Pierre -Jean, auch
nur mit Miroglio le cadet gez., der
Sohn des vorigeu, geb. gegen 1750
zu Paris, Schüler seines Täters,
ist bekannt durch:
6 Simphonies ä gl-, orch. oe. 10. Paiis.
Stb. fol. [br.Mus.
Sonates p. le V. oe. 1. Paris, l'au-
teur. [Paris Nat.
dito, oe. 2. [ibid.
Sonates a 2 V. oe. 4, ib. [Paris Nat.
Sestetto (in C) p. 2 V. Ya. B. e 2
Corui. Ms. Stb. [Brüssel Cous,
In Maupetit's Menuets auch eins von
Miroglio , ohne Angabe ob Vater oder
Sohn.
Miroir. Es lebten im 18. Jh.
drei Brüder als Musiker zu Paris:
Miroir Vcilne war ein berühmter
Orgelspieler und an der Kirche
St.-Germain des Pres angestellt,
sowie Organist an St.-Benoit, St.-
Honore und St. -Louis en l'Isle
(1785). Gerber 1 nennt schon das
Jahr 1777. — Miroir cadet, war
ein Klavierspieler, sowie der jüngste
Bruder der noch den Beinamen
„Paventelly" führte. Einer der
beiden letzten war auch Organist
an St.-Aure u. bei den Cordelliers
(Franziskanern) Pougin-Fetis.
Mirus, Adam Erclmaiiii, geb.
zu Adorf im Voigtlande am 26.
Nov. 1656 und gest. 3. Juni 1727
zu Zittau, wo er seit 1684 Kon-
rektor am Gymnasium war. Er
schrieb :
Kurtze Fragen aus der Musica sacra,
worinnen denen Liebhabern bey Lesung
der biblischen Historien, eine sonder-
bahre Nachricht gegeben wird, von Mag.
. . . Görlitz 1707 Eohrbach. 32». 9 EU.
180 S. [B. B. B. Wagener. Brüssel.
Musikfr. Wien. B. Lpz.
, Mrus, Grabriel, war von 1590
bis 1592 Organist a/d. Stadtkirche
zu Torgau (Taubert, 1, 16. 33. —
2, 17).
Miscia, Antonio, wird von
Cerreto in seiner pratica musica
p. 157 als Virtuose auf der Viola,
Guitarre mit 7 Saiten und dem
Accordo mit 11 Saiten bez.
Miscellany (The musical), siehe
Watts, ein Samlwk.
Misenus, wie ihn Gerber 2 und
Fetis verz., ist Georg Dietrich aus
Meifsen.
Miseroca, Bastiano, aus Ka-
venna, war um 1609 Organist und
Kapellmeister am Kollegium von
S. Paolo zu Massa Lombarda (bei
Ferrara) und ist bekannt durch
Misier.
Messa, Motetti, et Letanie della B. V.
da cantarsi a 8 voci, cou uno auertimento
nella parte coutiuuata per i'organo di . . .
Lib 1 Ven. 1609 Amadiuo. 9 Stb. 40.
11 Nrn. [Bologna: A. T. B. 1. C. A. T.
B 2. Bc, fehlt C 1. Rom Cecilia.
' 1 pietosi affetti di . . . a 1, 2, 3 & 4
voci, con le Letanie della B. V. a G, cou
la parte grave per l'organo. Lib. 3. Ven.
1618 G. Vincenti. 5 Stb. 4",28Gesge. Der
Komponist bekleidete noch dieselbe obige
SteUung. [Proske. Bologna, mit Abdr.
der Dedic.
Ein „In nouime Jesu-', 2 Sopr. und
Orgel in "Witt's Fliegende BU. Jahrg. 5,
4. Beilage.
In alten Samlwken. 4 Motetten unter
Sebast. Miserocca (Eitner 1).
Misior, Cesar di, Bassist an
der Hofkapelle in München, wird
am 8/6 1585 aufgenommen mit
375 Gld. Gehalt und ist 1588 zum
letzten Male genannt (Kreisarch.).
Miskiewicz, Matthias, von 1639
bis 1668 Dirigent des Roratisten-
KoUegiums zu Krakau. Sowinski
nennt das Jahr 1680 als Grenze
seiner Thätigkeit, da aber Lukas-
zewicz schon 1668 an seine Stelle
trat, so ist dies ein Irrtum (Haberl,
Jahrb. 1890, 79).
Misliweezek (in franz. Drucken
Mysliweczek geschrieben), Joseph,
genannt „^7 Boemo", oder ,,Vemi-
tarud\ geb. 9. März 1737 in
einem Dorfe bei Prag, gest. 4. Febr.
1781 zu Eom. Studierte in Prag
Philosophie, kehrte in die Heimat
zurück und nach des Vaters Tode
wandte er sich ganz der Musik
zu, ging nach Prag, wurde Violi-
nist an einem Kirchenchore, stu-
dierte unter Habermann Kontra-
punkt und wurde Schüler Seegert's
im Orgelspiele. Um 1760 trat er
mit einer Sinfonie öffentlich auf,
ging 1763 nach Venedig, studierte
bei Pescetti Opemkomposition u.
schrieb für Parma im folgenden
Jahre seine erste Oper „II Bellero-
fonte'', die ihn mit einem Schlage
Misliweezek.
zum gesuchten Opernkomponisten
machte. Er erhielt vielfache Auf-
träge von Neapel, Venedig, Rom,
Mailand u. a. Städten. 1772 be-
fand er sich in Wien, wo ihn
ßumey traf und hörte (2, 271).
1773 berief man ihn nach Mün-
chen, wo er die Erifile kompo-
nierte, 1777 kam die Oper Ezio
zur Aufführung, der Mozart bei-
wohnte. Durch eine galante Krank-
heit ans Zimmer gefesselt, seufzte
er im Spitale nach einem Besuche
des jungen Mozart's, der auch nicht
auf sich warten liefs (Jahn 2, 56).
In demselben Jahre wurde auch
sein Oratorium „Abramo ed Isacco"
aufgeführt, welches fälschlich öfter
Jos. Haydn zugeschrieben wird
(Pohl 4, 71). 1778 war er wieder
in Italien, in Pavia, Neapel, zuletzt
in Rom, wo er sein Leben be-
schloss (Magazin 1781, 259. Schü-
ling. Fetis). Von seinen Werken
sind nachweisbar an
Oeistlichen Gesängen :
Giuseppe riconosciuto del Metastasio
... Ms. P. [Padua Ant.
Isacco, figura del redentore, Oratono
in 2 parti. V. Ms. [B. M. Proske, Bd. 12.
La morte di Giesü. Oratorio in 2 paiU
Ms. P. [Proske.
II Tobia, Oratorio a .0 voci (Libretto
Padova 1769). Ms. P. [Proske. Padua
Letanie 4 voc. c. istroni. Ms. 16 Stb.
[ß. M.
An O/JC/v«, Ancn und Duette:
Antigona. Dramma seria in 3 atti da
rappres. nel reggio teatro di Toriuo 1773
u. 74. P. im Autogi-. 2 voll. Ms. 16420.
[Hofb. Wien.
Armida, opera in 3 atti, 1780. Ms.
P. [C. P.
Artaserse, opera, 1774. [Neapel Turch.
Atide. Dramma in 3 atti, rappres. . .
di Padova 1774. P. AutogT. 16418.
[Hofb Wien.
Bellerofonte, Dramma seria, in mus.
3 atti. Ms. P. 3 voll, qufol. [Dresd.
Mus. C. P. mit 1773 gez.
Calliroe, opera, 1778. [Neapel Turch.
n Demetrio, Drama in musica, Pavia
Misliweczek.
8
Misonne.
1773, in 2 atti. Autogr. 2 voU. P. 159
Bll. [B. B. Neapel Turch. von 1779.
Demofooüte. Op. seria in 3 atti scritta
in Napoli il di 20/1 1775. P. Autogr.
2 voll. Ms. 16 421. [Hof b. Wien. Ve-
nedig Marco. Neapel Turch.
Ezio. Op. seria in 3 atti scritta in
Napoli neU'teatro reale il di 30/5 1775.
P. Autogr. 2 voll. Ms. 16419. [Hofb.
"Wien. Neapel Turch.
L'Ipermnestra. Dranima seria in 3 atti,
1769. P. Ms. 17796. [Hofb. Wien.
II Medonte, Roma nel teatro di Argen-
tina 1780, Musica de Sigr. . . 3 voll, in
kl. qufol. Ms., besafs einst Dr. 0. Lindner
in Berlin.
Montezunia, opera in 3 atti. Florenz
1771. Ms. P. [Musikfr. Wien.
Olim piade, opera, Neapel 1778. [Neapel
Turch.
Komolo ed Ersilia, op. heroica, Neapel
1773. Autogr. des 2. Aktes. [Musikfr.
Wien. Neapel Turch. in Kopie 3 Akte.
II Tamerlano. Dramma seria in 3 atti,
1772. ^P. Ms. 17 797. [Hofb. Wien.
C. P.
Son gueriero e sono, per Ten. c. ström.
Ms. 124 in ß. B. — In Ms. 119 u. 128
neun Arien für Sopr. und Tenor in P.
— Ms. 181 E felice la mia sorte, a 2
Sopr. c. ström. — Ms. 14520, Ah! che
fugir, per il Sopr. c. ström. P. — Ms.
14521 u. 22, 10 Arien in P. von 1773
und 74 unter Myslevezeck.
In Berün K. H. im Ms. 1 Sinfonia in
C. in Stb. und 1 Arie in Nr. 139, 25.
Rondo ä Sopr. c. ström. — Se pietu
da voci non trovo, per Sopr. c. orch.
Mss. P. qufol. [Dresd. Mus.
5 Arien mit Orchester, Ms. P. [Mu-
sikfr. Wien.
Arie im Samlwk. 2622, Ms. [B. Brüssel.
3 Arien für Sopr. u. Ten. mit Instr.
Ms. P. [Bologna.
11 Arien und 1 Scene mit Duett aus
den Opern Artaserse, Callii'oe u. Romolo
ed Ersilia. Ferner 1 Ouvertüre, 2 Sin-
fonien f. Orch. in Stb. 6 Quintetti per
2 V. 2 Violen u. Vcl. 12 Quartetti u.
2 Quartetti, alle im Ms. in Stb. [Mai-
land Cons.
4 Arien mit Recit. P. Ms. [Darmst.
2 voU. Arien. [C. P.] — 2 Arien in
Einsiedeln.
Arie im Journal 5.
Arien und Duette im Samhvk. Ms, 346.
[br. Mus.
Lascia che un baccio, p. 2 Sopr. &
Ten. con ström. Ms. P. [B. M.
1 Duetto per 2 Sopr. 1767. Ms. P.
[Musikfr. Wien.
Au Instrumentcdlcoinpositwnen :
VI. Sinfonie a quattro, cioe 2 V. Va.
Vcl. 2 Corni e 2 Ob. ad lib. Norimbg.
Haffner Nr. 119. Stb. fol. [Einsiedeln.
6 Ouvertüren in Stb. f. Orch. [R. C.
of Mus. 1.586.
Sinfonia ä Clavicemb. 2 V. 2 Ob. 2
Corni, Va. e B. Gd. 4 Sätze mit Menuett.
Der Autor kann nur irrtümlich mit Carlo
M. gez. sein. 9 Stb. im Ms. in B. Wol-
fenb. — Ebend. mit Giuseppe M. gez:
2 Sinfonie a 2 Corni, 2 Ob. 2 V. Va. e
B. Ed. u. 15d. mit je 3 Sätzen. Ebend.
im Dnick: Sinfonia (zur Oper Ezio für
Neapel) da orcliestra c. Oboe e Corni
obblig. Fii'onze da Ranieri del Vivo. 8
Stb. qufol.
2 Sinfonien in Dd. u. Bd. P. u. Stb.
Ms. [Darmst.
Sinfonia Fd. 4/4. Ms. 14527. P.
[B.B. B.Zw.
1 Sinfonie in Schwerin F. Siehe Ano-
nymi 1, S. 58. 8 Stb. Ms.
2 Concerte f. Klavier mit Orch. [C P.
Concerto p. Vcl. — per V. con acc.
— 6 Divertimenti a V. c. orch. in P.
oder Stb. im Ms. [Musikfr. Wien.
6 Orchestra Trios for 2 V. & a Vcl.
London, Welcker. 3 Stb. [B. Wagener.
6 Trios p. 2 V. et Basse, op. 4.
Paris. [Paris Nat.
6 Trios p. 2 V. et Vcl. op. 1. Paris,
Chevardiere. Stb. [Brüss. Cons.
2 Sonaten für Klav. Ms. 14530 in
Kaps. [B. B.
Sonata per Comb. Autogr. in B. B.,
Graso.
6 Sonate per il Cemb. Ms. 35 Bll.
[B.M.
Ein Brief in Bd. 7, Pat. Martini's
Samlg. in Bologna, Kat. 1, 150.
Mison (Misson), Luis, ein spa-
nischer Fiötenvirtuose , geb. zu
Barcelona, gest. 13. Febr. 1766
zu Madrid, trat 1748 in die Hof-
kapelle in Madrid; 1756 betrug
sein Gebalt 2250 frcs.
Er schrieb mehrere Opern, „Zarzuelas"
und „Tonadillas" (Pougin). Im Liceo zu
Bologna Kat. 3, 285 Ms. Samlwk. Arien,
Nr. 4 Bl. 15.
Misonne (Etzarsonne), T incenzo.
In der Capella sistina zu Rom im
Codex 13 befinden sich: Missa De beata
virg., 4 voc. — Cod. 26: Missa Gracieuse
Missae.
Mitscha, Franz Adam.
plaisant und Missa Que nay je marion,
4 voc. — 1 Regina coeli und 1 Salve,
4 voc. Beide Codices wurden zwischen
1513- 1549 hergesteUt.
Missae, anonym.
M. super Repleatiu' 5 voc. 16. Jh.
Ms. in B. Joach.
In B. M. eine grofse Anzahl anonyme
Messen, siehe den gedr. Kat.
Im Domkapitel zu Verona ein Perga-
ment Codex mit M., nur einmal ist Ver-
bonnet mit einem Sanctus als Komponist
verzeichnet.
In B. Br., Kat. S. 320, 18 Messen.
Tu B. Emsiedeln, zahlreiche Messen.
Ebenso in B. Berlin und den meisten
anderen gröfseren Bibliotheken.
Siehe auch unter Messe.
Missel, Johann Thomas, um
1756 Kantor zu Windsheim, gab
nach Gerber 1 in obigem Jahre
„Drey aus verschiedenen Galauterie-
piecen bestehende Klavierparthien" in
Nürnberg bei Haffner heraus.
Misserius, Cesare, war 1579
päpstl. Sänger (nach einem Doku-
ment). Ein Sänger Ceseri (sie?)
di Missere, wird auch in Cristof.
Malvezzi's Intermedii et Concerto
1591 genannt (siehe Vogel 1, S.
385) und ist sicherlich derselbe.
Missery, siehe Suremain.
Missino, GriOTanui Lorenzo,
aus Malfetta, wo er auch zur Zeit
der Herausgabe folgenden Werkes
lebte :
Tii'si doglioso. 1. lib. di Madrigali a
5 voci di . . . Nuouam. comp. . . ded. Prin-
cipe de Malfetta. Yen. 1615 Vincenti.
5 Stb. 40. 22 Madr. Er bez. dieselben
als sein 2tes Werk. [Bologna, fehlt T.
Oxford Ch. Ch. kompl.
Missio, R. D. Oirolamo, 1642
Organist in Udine,
gab eine Messe und Psalmen zu 5
Stim. in Pietro Gamberi's Messe e Salmi
von 1642 heraus.
Glisson, siehe 3Iison.
Mitfortl, William, ein eng-
lischer Schriftsteller, gab heraus:
An inquiiy into the luinciples of har-
mony in langiiage, and the mechanism of
verse. London 1804. 8". (Fetis giebt
die Jalireszahl 1774.) Enthält die Yer-
gleichung z'naschen Poesie und Musik.
[Glasgow. Leo Liepm. besafs auch ein Ex.
von 1804.
Mithou, siehe Daniel, Jean,
und Champion, Thomas.
Mitis, Agostino de,
ist in Dom. Montenegro's 1. lib. delle
Yillanelle a 3 voci 1590 mit dem Ge-
sänge: Lieva quel vell'ahime, 3 voci ver-
treten.
Mitnerus, Joannes, ein deut-
scher Komponist aus der ersten
Hälfte des 16. Jhs., ist im
Ms. B 1270 der B. Dresd. Nr. 56 mit
dem Tonsatze: Quaerite Dominum 6 voc.
verireteu.
Mitoii (Mithou), Maitre, siehe
Daniel, Jean und Champion,
Thomas.
Bütscha, Antonio, bekannt durch
eine
Cantata, Nel giorno natalizio del Sig.
Ad. Conte di Questenberg. Ms. P.
[Musikfr. "\Yien.] — Ebendort „Operosa
terni colossi moles." P. 1735. — Ein
Concertino in F. für Klavier und Instr.
in Stb. ohne Yornamen, fraglich ob von
obigem.
Mitscha , Francesco , ein
Kammerdiener und Musikdirektor
zu Jaromerzitz in Mähren (Brunn)
nach dem Ms. 18145 in der Hofb.
Wien :
Abgesungene Betrachtungen über et-
welche GeheijuQÜssen, des buttern Leyden
und Sterbens Jesu Khristi ... 11/4 1727.
P. qufol. Ferner
L'origine di Jaromeriz in Moravia.
Dramma in 2 atti fatto produrre ä per-
petua memoria di detta cittii . . . 1730.
Text in Italien, und böhm. Sprache. Mit
Intermezzi. P. 92 Bll. kl. qufol. Ms.
17952.
Die Bibl. der Musikfr. in Wien besitzt
von ihm:
Belleza e Decoro, Componimento per
musica. Ms. P. 1729.
Ulitscha, Franz Adam, geb.
11. Jan. 1746 zu Jaromerzitz
(Mähreu), gest. 19. März 1811 zu
Graz in Steiermark als Gubernial-
sekretär. Er zeichnete sich als
Komponist aus, komponierte 1790
die Operette von Bretzner:
Mittag.
10
Mizler.
Adrast und Isidore, ferner 12 Sin-
fonien, 11 Orchester-Nocturns und aller-
lei Gesangswerke, von denen vieles bei
Traeg in "Wien im Ms. zu haben war
(Gerber 2. Fetis). Jedenfalls ein Nach-
komme des Francesco.
Mittag, Johann Ofottfried, geb.
zu Leipzig, war um 1756 Musik-
direktor zu Uelzen und ist bekannt
durch die Abhandig.
„Historische Abhandig. von der Er-
findung, Gebrauch, Kujist und Voll-
kommenheit der Orgeln . . . Lüneburg
1756. 4". 15 S. [B. B. B. Lpz. Musikfr.
Wien. An letzterem Ex. folgen noch
Texte zu 2 Kirchenkantaten, die bei der
Einweihung der neuen Orgel zu Uelzen
aufgeführt wurden und deren Komposition
wohl ebenfalls von Mittag herrüliren mag,
aber bisher unbekannt sind.
Mittantier (Mitantier), ein fran-
zösischer Chansons-Komponist aus
der ersten Hälfte des 16. Jhs.,
von dem sich
in Samlwk. von Attaingnaut und Mo-
derne 22 zwei- und 4stini. Chansons be-
finden (Eitner 1). In Fezandat's 1. liv,
de PsaJmes et Cantiques 1556 fol. 1 :
Pere de nous 4 voc. — In ß. M. Ms. 255
eine Chans, in Orgeltab. — In Publikation
Bd. 23 zwei Chans, iu Part.: Par tort
parier nauras 4 voc. Tel eu mesdit,
4 voc. Nr. 41/42.
Mittermeier, . . . um 1772 Or-
ganist a/d. Kathedrale in Wien
(Burney 2, 177).
Mitzier, siehe Mizler.
Mixte, Nicolo le,
schrieb 2 Opern, gedichtet von Minelli :
1. La forza vinta dall'onore, Venezia 1703.
2. II trofeo dell'iunocenza, Venez. 1704
(Galvani).
Miziezes (Micieres, Micieces),
Don Tomas, seit 1650 Domkapell-
meister zu Toledo.
Die B. M- besitzt in Ms. 163 eine
Villancico a 4 de Comun: Veugan todas
las flores, 8 Stroph. 7 Stb.
Mizler (Mitzier) von Kolof,
Lorenz Christoph, geb. 25. Juli
1711 zu Heidenheim (Württem-
berg) nach dem Inscriptionsbuche
der Lpz. Universität, gest. im März
1778 zu Warschau (Forkel 4, 104).
Besuchte in Ansbach die Schule
und von 1731 den 30. April die
Universität zu Leipzig; er wurde
Schüler Seb. Bach's. Am 30. Juni
1734 disputierte er öffentlich um
die Magisterwürde, ging dann nach
Wittenberg und 1736 zurück nach
Leipzig, Avo er sich an der Uni-
versität habilitierte und Vorlesungen
über Mathematik, Philosphie und
Musik hielt und die Monatsschrift
„Neu eröffnete Musik-Bibliothek"
herausgab. Er beteiligte sich darin
eifrig an den Streitfragen seiner
Zeit und geriet dabei mit Mattheson
in arge Feindschaft. Mit Hilfe des
Grafen Giacomo de Lucchesini und
des Kapellmeisters Bümler grün-
dete er 1738 eine korrespondierende
Societät der musikalischen Wissen-
schaft und wurde deren Sekretär
und Hauptleitcr. Die tlieoretischon
Fragen und Antworten bildeten
den Hauptgegenstand und fanden
sowohl in seiner „Musik-Bibliothek"
wie auch in Adlung's mus. Ge-
lahrtheit Aufnahme. Seine Kom-
positionsversuche sind herzlich
schwach und fanden nur eine
ironische Besprechung, die er aber
für ernstliches Lob hielt, wie
Gerber 1 berichtet. 1743 (Gerber
sagt 1745) ging er nach Polen
in den Dienst des Grafen
Malachowski zu Konskie, 1747
nach Warschau, erhielt von Erfurt
aus das Doktordiplom der Arznei-
kunde, wurde geadelt, geh. Hofrat,
Leibmedikus und Historiograph.
In Leipzig muss er auch eine
Buchhandlung errichtet haben, denn
er verlegte von 1739 ab seine
Werke selbst und schreibt „zu
finden in Mizler's Buchladen".
Gerber stellt es dar, als wenn
er erst in Warschau eine Buch-
druckerei und Buchhandel errichtete.
Mizler.
11
Mockwitz,
(A. d. B. — MatthesoQ 1, 228
u. 420. Adlung 2, 4. Ein Verz.
seiner Druckwerke in seiner
Musik-Bibl. 2. Bd. p. 157. Scheibe,
krit. Music. 2. Aufl. p. 1032).
Von seinen Werken sind nach-
weisbar :
Dissertatio quod musica ars sit pars
eruditiouis philosophicae . . . Lips. 1734
Georg Schnibes. 4*'. [Dresd. Brüssel.
B. Lpz.
— Editio 2. cum praefatione nova.
Lips. et Wittenberg 1736. 40. [Dresd.
B. B. Florenz. B. Hbg. Brüssel. B.
Lpz.
Schon in der 1. Ausg. bez. er sich als
Magister der Philosophie.
Lusus ingenii de presenti hello . . . ope
tonorum musicoiiim illustr. Wittebg. 1735
Schlouiach. (Siehe Spitta, Bach 2, 503).
[B. B. B.Lpz.
. . . Neu eröffnete Musikalische Bib-
liothek oder gründliche Nachricht nebst
unpartheyischem Urtheil von musikalischen
Schriften ujid Büchern. 1. Bd — Lpz.
1739 Selbstverlag, in Commission bey
Brauns Erben, kl. S'^.
— 1. Theil. Neuer Titel. Lpz. 1736.
8 Bll. 64 S.
— 2. Th. 1737. 78 S. — 3. Th. 1737,
78 S. 4. Th. 1738, 88 S. 5. u. 6. Thl.
1738, 76 u. 101 S.
— 2. Bd. Lpz. 1743 im Mizlerischen
Verlage.
1. u. 2. Th. 1740. 5 BU. 296 S.
3. Th. 1742. 176 S. 4. Th. 1743. 124 S.
Reg. u. 36 Tafeln.
— 3. Bd. 1.-4. Th.
1. u. 2. Thl. 1746. 5 Bll. 170 S.
u. 171—373. 3. Th. 1747 bis p. 604.
4. Th. 1752 bis p. 778, Eeg. und 57
Tafeln.
— 4. Bd. Lpz. 1754. 1. Th. 182 S.
4 Tai (Schluss). [B. B. B.Joach. B.
Wagener. Kopenhag. Basel 3 Bde.
Dresd. 2 Bde. B. Hbg. 2 Bde. Upsala.
Musikfr. Wien 4 Bde. Dresd. 4 Bde.
Brüssel 3 Bde. Einsiedeln. Amst. B.
Leipzig.
Musikalischer Staarstecher, in welchem
rechtschaffener Musikverständigen Fehler
bescheiden angemerket, eingebildeter u.
selbst gewachsener sogenannten Com-
pouisten-Thorheiten aber lächerlich ge-
machet werden. Als ein Anhang ist des
Herrn Riva., damals des Herzogs von
Modena, Residenten zu London, Nachricht
vor die Componisten u. Sänger beigefüget
und aus dem Italienischen ins Deutsche
übersetzet. Leipzig (1739) im Graffischen
Hause, auf Kosten des Verfassers. 4".
[Dresd. Mus. B. B. Dresd. B. Wagener.
Musikfr. Wien. Binissel. B. Lpz.
Anfangsgründe des General-Basses nach
mathematischer Lehr- Art abgehandelt, und
vermittelst einer hierzii erfundenen Ma-
schine auf das deutlichste vorgetragen
von... Lpz. (1739) Selbstverlag. 8».
[B. B. Musikfr. Wien. Brüssel. Dresd.
B. Lpz.
1740 erschienen 3 Samlg. auserlesene
moralische Oden. Lpz. bei Mizler (An-
zeige). Marpurg bespricht sie in den
krit. Briefen 1, 162.
Gespräch von der Musik, zwischen
einem Organisten imd Adjuvanten, darinnen
nicht nur von verschiedeneu Missbräucheu,
so bey der Musik eingerissen, gehandelt,
sondern eines und das andere beym Clavier-
und Orgel-Spielen angemerket wird ... an
das Licht gestellet von einem, der von
Jugend auf Christlich Vnterrichtet, und
öffentlich die Wahrheit an den Tag ge-
geben. In IV. Unterredungen. Erfurdt
1742 J. D. Jungnicol. 4". (Vorrede von
Lorenz Mizler gez.) [B. B. B. Wagener.
Brüssel. Einsiedeln.
Contrapunktlehi-e in Frag und Antwort.
1742. [Proske.
Er gab auch Fux' Gradus ad Parnassum
deutsch heraus. Lpz. 1742 Mizler. 4°.
(siehe Fux).
Ein Brief von 1736 in M. f. M. 22, 51.
2 Sendschreiben an Mizler von Chr.
Gottl. Schröter 1738 und J. G. Doernor
1743 siehe dori.
Mocchi, . . .
In der Proske - Mettenleiterschen Bibl.
zu Eegensburg befindet sich eine Messe
zu 5 Stim. mit Orchester in Stb. Oh M.
dem 18. oder 19. Jh. angehört, ist mir
unbekannt.
Mocke, Johann Baptist.
Die B. M. besitzt von ihm den Gesang
für Sopr. und Bass mit 2 V. u. Orgel in
5 Stb. im Ms: Kombt all herzu ihr.
Mocker, ... ein Musiklehrer und
erster Klarinettist am Theater-
orchester in Lyon, gab von 1790
ab allerlei Piecen für Klarinette,
Fagott \\. a. Instrumente heraus
(F6tis).
Mockwitz, . . . Organist in Erfurt,
geb. 1696, gest. 1721 (Leipz. Ztg.
30, 346).
Moctvvitz, Friedrich.
12
Moderue.
Moekwitz, Friedrich, vorteil-
liaft bekannt durch seine vorzüg-
lichen Klavierarrangements klas-
sischer Meisterwerke. Czerny's Ar-
rangements derselben Werke waren
durch ihre Ueberladung unspiel-
bar. M. verstand es, aus den Par-
tituren das Wichtigste auszuziehen
und in praktischer Weise auf dem
Klaviere wiederzugeben. Er war
1773 in Lauterbach bei Stolpen
in Sachsen geboren, Sohn eines
Predigers, gest. im Dez. 1849 zu
Dresden, studierte Jura, wandte
sich aber ganz der Musik zu, liefs
sich in Dresden nieder und er-
teilte Musikunterricht. An eigenen
Kompositionen erschienen vor 1829
zwölf Walzer für Pfte. bei Breit-
kopf & Haertel und nach 1829 ebd.
3 Potpourri aus Opern. In den
Autogr. Grasn. in B. ß. eine 4hdge.
Mazurka. Mehr ist nicht bekannt.
Seine Arrangements klassischer
Werke sollen von 1809 ab er-
schienen sein (Schilling und die
Verlagskataloge).
Mocqu^, Antoino, siehe Monqu6.
Modole, ... ein um 1770 in
Florenz lebender Violinvirtuose,
dessen Burney in seinen Reise-
büchern rühmend erwähnt.
Modeiiesi, unter dieser Bezeich-
nung besitzt die
Bibl. Dresden Mus. im Ms. Uli eine
„Sonata da Cimbalo" in qufol.
Moderne, Jacques, de Pin-
guento, alias dicti Grand Jaques.
Ob der Beiname Pinguento seine
Gebiirtsstadt bezeichnet, ist frag-
lich. Eitter verz. nur ein Pin-
guente in Istrien, möglich dass
seine Familie daher stammte. Er
lebte im Anfange des 16. Jhs. in
Lyon und soll nach Fetis Kapell-
meister an der Kirche Notre-Dame
du Confort gewesen sein, errich-
tete gegen 1532 eine Notendrucke-
rei nebst Verlag daselbst und gab
eine grofse Anzahl Musikwerke
heraus, sowohl Samlwke. als Samlg.
einzelner Autoren. Nach Gessner
war er auch Komponist und gab
Chansons und Motetten heraus,
doch ist davon nichts bekannt.
Von seinen Samlwk. sind bekannt
(siehe Eitner 1):
1532 a. Liier decem Missarum a prae-
claris niusicis. Chorb. in fol.; gegen die
2. Ausg. von 1540 ist fol. 44 eine Messe
,,Ces faclieiilx setz" mit Guill. Prevost
gez. und von Layolle sind 2 Messen und
d anonyme Mot. darin. [Bologna (fehlt
im Eitner 1).
— Ausg. 1540, siehe Eitner 1, 1540 c.
[llofb.Wien. Florenz B. n. Cap. sistiua.
1532b. Primus lib. c. 4 voc. Motetti
del f iore. 4 Stb. [B. B. B. M. Hofb.
AYien. Rom Cecilia. Bjüssel: A.
1.532 c. 2. lib. c. 4 voc. 4 Stb. [B. B.
B. M. ohne Di-uckfirma und Jahr. B.
Haberl mit Druckfii-ma. Brüssel. Korn,
Cecilia von 1533?
1532d. 2. lib. c. 5 voc. 4 Stb. [B. B.
B. M. Hofb. Wien. Glasgow. Rom Ce-
cilia. Brüssel: A. (das 1. Buch der5stim.
Motetten ist unbekannt).
1538a. 3. lib. Mottetomm ad 5 et
6 voc. 4 Stb. [B. B. B. M. Hofb.
Wien. Rom Cecilia. br. Mus: Sup. A.
Brüssel: A.
— a. Ausg. von 1542. [B. M.
15381. m. n. Le Parangon des chan-
sons. 1. 2. 3. livro. [Jjüneburg. B. M.
Doublette. Hofb. Wien. br. Mus : liv. 1—9.
— Vom 2. Buch in B. M. eine Ausg.
von 1540. Alle in 1 vol. Stirn, gegenüber.
— Vom 3. Buch ebendort eine Ausg.
von 1543.
— 1538o. 4. livro. [Lüneburg. B. M.
— Ausgabe von 1539. [Hofb. AVien.
B. M. br. Mus.
— 1538 p. 5. livre. [B. M. Hofb.
Wien. br. Mus.
1539 b. 3. lib. cum 4 voc. Motteti
del fiore. 4 Stb. [B. B. B. M. Hofb.
Wien.
1539 c. 4. lib. c. 4 voc. Motteti..
4 Stb. [B. M. Hofb. Wien.
1539d. 4. lib. Mottetomm ad 5 et
6 voc. 4 Stb. [B. B. B. M. Hofb.
Wien. Bmssel: A.
1539 r. Le Parangon des chans. 4. liv.
16 chans. h 3 part. 1 Buch. Forts, des
obigen. [B. M. Lüneburg. Hofb. Wien,
br. Mus.
Moderne.
13
Mölich.
1540c. Liber decem Missarum, siehe
1532 a.
1540o. Le Paransjoa des chansous.
6. Uv. 1 Buch. [B. M. br. Mus.
1540 p. Le Parang. 7. Uv. [ebd.
1541 e. f. Le Parang. 8. u. 9. liv. [ebd.
1542 Quintus üb. Mottetonim ad 5
et 6, et 7 voc. 4 Stb. [B. M. Hofb.
Wien. Brüssel: A.
1543 k. Le Parangon des chansons,
10. liv. 1 Buch. [B. M.
1543. Le Parangon ... 11. Uv. cont.
29 Chans. 1 Buch. Enth. Berchem, Bou-
teiller, Certon, Cheurier, Claudin, P. Colin,
Courtoys. CrecquiUon, Fiuot, Godard, Gosse,
Jannequin, Svmon de Lanier, Lupi, Mail-
lard, Mittantier, G. de la MoeuUe, Mor-
nable, S. Ronce, Sandriu, Yassal, P. de
YilUers u. A. Yver. [Brüssel, fehlt im
Eituer 1. ^ . ,
1546. Harmonidos, Ariston. Tncolon,
Ogdoameron, in quo habentur Liturgiae,
vel Missae tres. Chorb. fol. [B. Kgsbg.
B. M. und KöUi mit 1548 gez. (später erst
geändert).
Näheres über die Samlwk. in Eituer 1.
Die Stadtb. Augsburg besitzt noch den
Superius zu dem sonst nicht bekannteu
Samhvk. ohne Jahreszahl: Le difficile des
Chansons. 2. Uv. cont. 26 Chans, nou-
ueUes a 4 pts. en 4 Uv. . . Imprim.
nouuell. a Lyon. kl. qu40. 26 Nrn.
(siehe Kat. Nr. 87 der Inhalt).
Modiana il Pellegriiio, Orazio,
bez. sicli als Akademiker der „Filo-
meui" zu Casalmaggiore (Cremona)
und gab als erstes Werk heraus:
Primitie di sacri concerti a voce sola
con il B. per souar l'organo, Clavicembalo,
Chitarrone, ö altra sorte di stromenti. Di
D. . . . Yen. 1623 Ales. Yincenti. 1 vol.
fol. 16 Bog. mit 21 lat. Gesgen. [B. Br.
3IO(lo facile
di souare il Sistro detto il Timpano.
Ms. in 12». 6 Bll. [Bologna, Kat. 1, 338.
Modo facile per instniire i principiäuti
a saper ben leggere con fondamento le
clUavi della musica; concerneute tutte le
difficoltu che vi possono accadere: Aggion-
tovi anche il modo di sonai- trasportato.
Per opera di D. N. N. Borna 1694 Gio.
Giac. Komarek Boemo alla Foutana di
Trevi. fol. 20 S. [Bologna, Kat. 1, 236.
Modo pratico per suonare il basso, sopra
il Cembalo ed organo. Ms. qufol. 30 BU.
[Bologna, Kat. 1, 283.
Modo i sia regola per acconipagnare il
basso cont. per la Yiola da Gamba. Ms.
qufol. [Bologna.
Modiiloriim 4 et 5 voc, siehe
Arl)illius, Jacobus. Andere Sam-
melwerke mit ähnlicher Bezeich-
nung, siehe Eitner 1 p. 958.
Moeck, Christian, geb. 1737
im Oktober (20.?), war 1771 zwei-
ter Fagottist an der Hofkapelle in
Ansbach-Bayreuth des Fürsten Ale-
xander von Brandenburg. 1782
wurde er noch Stadt- und Stifts-
organist. Er starb den 11. April
1818 (Privatnachricht aus Ans-
bach aus den Akten).
Er ist der Yerfasser einer Choral-
melodie, die sich im Bairischen Gesgb.
von 1820 befindet. Zahn Nr. 2815 b,
siehe auch Bd. 5, 457. Moeck erfreute
sich in Ansbach eines gewissen Ansehens
und wird noch heute als tüchtiger Orgel-
spieler gemhmt.
Mölilmann, Konrad, am 2. Mai
1661 zum Organisten an der Niko-
laikirche zu Hamburg gewählt,
1702 mit 600 M pensioniert und
gest. im Juli 1706 (Ratsakten).
Mölicli (Malich), Micliael, im
Fürstenau 1, 39 fälschlich Möhlich
geschrieben. Er diente schon vor
1587 als Instrumentist u. Citharist
an der Hofkapelle in Dresden und
wird nach den Akten des sächs.
Staatsarchivs am 26. Juli 1594
von seinem Urlaub zurückerwartet.
1599 ist er auf der Taufe in Tor-
gau beim Administrator Friedrich
Wilhelm. Er erhält mehrfach Geld-
geschenke, so 1587 und 1588. Am
16/11 1612 verheiratet er sich.
Fürstenau bez. ihn 1606 als 2ten
Organisten.
Sein Sohn Gabriel Mölich wird
1619 als Instrumentist an der Ka-
pelle genannt und erhält 1620 zu
einer Reise nach Italien 400 Cronen
(s. Staatsarch.). Von ihm kennt
man den Druck:
Geistliche Madrigal mit 4 u. 5 St. auff
vbliche ItaUanische art. Lpz. 1619 Lor.
Kober-Grossens. 20 Nrn. fol. [Kopen-
hag. B. Lpz.
Moll.
14
Möller, Joh. Gottfr.
— Dieselben in Part, von moderner
Hd. Ms. 14550. B. B.
Möll (Moll), Franz, scheint mehr
dem 19. Jh. anzugehören. Die Bibl.
in Dresden besitzt von ihm:
4 Tantum ergo für Landchöre zu 4
Singstimmen und Orchester, op. 1. Inns-
bruck, J. A. Most. fol. Stb.
2 Lieder zum Gottesdienst, für Solo
und Chor, op. 2. Ibid.
In der Musica Ecclesiastica von Ign.
Mitterer, Eegensburg, Pustet, befindet sich
in der 3. Lfg. ein Panis augelicus von
F. Moll.
Möller, . . . Violoncellist an der
fürstl. Esterhazyschen Kapelle, gab
am 22. Juni 1790 in Zittau ein
wenig besuchtes Konzert (Viertel].
5, 588).
Möller, Christian, wird 1703
„seeliger gewesener hochfürstlich
Hessen-Casselscher Hof- u. Stadt-
Organist" genannt (Titel). Er gab
heraus:
Da\'ids Kleinod, 150 Psalmen (u. a. Ge-
sänge) in 2stim. Paititur. 1. Thl. Franckf.
u. Cassel 1703 J. G. Striegel. 2. Thl. ib.
1703 in 40. [B. K. B. Hbg. in 2 yoll.
br. Mus.
Die B. Wemig. besitzt noch ein Ge-
sangb. von 1716, wozu er die Vorrede
schrieb, gez. mit C Möller, Hoff und
Stadtorganist und jedenfalls auch die ein-"
stimmigen Gesänge sammelte, betitelt:
Neu-vermelirt-verbessertes- und hiebevor
noch nie also eingerichtetes Gesang-Buch
in welchem sowohl die Psalmen Davids
nach frantzösischcr Melodie durch D. Ambr.
Lobwasser . . . auch H. .Joach. Neandri . . .
Cassel 1716 Henrich Harmes, gr. 12".
169 S.
Möller (Moller), Johann, wurde
am Ende des 16. Jhs. Stadt- und
Hof- Organist in Darmstadt und
lässt sich bis in die Mitte des 17.
in gleicher Stellung verfolgen (M.
f. M. 32, 5 ff. und Titel). Man
kennt von ihm:
Ein new Quodlibet zu unterthänigen
Ehren . . . dem Fürsten Philipen, Land-
grafen zu Hessen . . . mit 4 Stim. durch
Joh. Mollerum . . . Fraucf. a/M. 1610
Wolfg. Richter. 4 Stb. 4«. [B, G. Darmst:
C. br.Mus: T.
Neuwe Paduanen vnnd darauff ge-
hörige Galliarden, von 5 Stim. sampt
einem newen Quodlibet auff allerley In-
strum. . . Ib. 1610. 5 Stb. 40. 20 Nrn.
[B. G., feWt 5 a. B. B: T. Darmst: C.
Newe teutsche Muteten mit 5, 6, 7
und 8 Stim. Darmst. 1611 Hoffmann.
[B.Kassel: B. br.Mus: T.
Andere noch mehr Newe Paduanen,
vnd darauff gehörige Galliai'den mit 5.
Stim., sampt eins von 3. Stim. auff aller-
ley Instr. füglich zugebrauchen . . . Darmb-
statt 1612 B. Hoffmann. 5 Stb. 4». 18
Nrn. [B. G., fehlt 5a. Darmst: C.
Ms. B. Darmst. Das heilige Vatter Unser
in die Music gebracht vndt mit 6 Stim.
componirt von Johann Möller 1652. Stb.
In B. L. Ms. Es wolt gut Jäger jagen,
Quotlib. 4 voc. von Joh. MoUerus.
Möller, J . . . C . . ., lebte am
Ende des 18. Jhs. Näheres un-
bekannt. Von seinen Komposi-
tionen sind nachweisbar:
Die Erscheinung und Junker Fritz in
Musik gesetzt von . . . Speier, Dossier
(Nr. 12). [ß.M: Cemb., Flöte und Vcl.
in 40.
6 Quartettes. London, J. Betz. 4 Stb.
mit J. C. Moller gez. [B. M.
Progressiv lessons for the harps. op. 6.
London, qufol. mit J. C. Moller gez. [br.
Mus.
A compleat book of in.struction for the
pfte. op. 6, London. qu4''. [br. Mus.
6 Sonatas for the Fortepiano, V. and
Vcl. Lond. fol. [br. Mus.
12 Variation pour le Clavecin. Lips.
1798. [B. Lpz.
In Bossler's Samlwk. ist er in Nr. 6
u. 9 mit Kompositionen vertreten. Die
Lpz. Ztg. 7, 506 beurteilt sein op. 4.
In Mss. besitzt die B. Darmst.
1. Sonata per il Cembalo solo con V.,
Fl. trav. obl. e Vcl. Stb.
2. Sonata per il Cemb. solo c. Fl. trav.,
V. e Vcl. mit 1777 gez. Stb.
3. nur mit J. MöUer gez: Concerto 5.
per il Cemb. concertato, 2 V. e Vcl. Stb.
Von einem Möller im Ms. B 1086 Nr. 5
in B. Dresden 2 Klavierstücke.
Möller, Johann Gottfried, ein
Schüler KitteFs, studierte am Ende
des 18. Jhs. an der Leipziger Uni-
versität Theologie und gab schon da-
mals Kompositionen heraus. Später
wurde er Pfarrer zu Schwabhausen
und Petriroda wie der Gothaische
Nationalanzeiger berichtet. Wahr-
Möller, Karl.
15
Moers.
scheinlich war er vordem Musik-
lehrer am Seminar zu Gotha, wie
man auf op. 12 liest. Gerber 2
führt mehrere Werke von ihm an.
Bekannt sind mir:
Gesäuge für 4 Männerstimmen, op. 12.
Gotha, MüUer. [B. B.
VII trioniäXsige Clioralvorspiele für die
Orgel. Schicht gewidmet. Lpz., Breit-
kopf & Haertel. qni°. 15 S. [B. Wa-
gener.
Vierhändige Sonate f. Pfte. op. 7.
Gotha, Angermeyer & Co. qufol. 31 S.,
dedic. dem Geueralsnperiutendent Dr. K.
G. Bretschueider. [Gotha.
16 Variations p. le Clav, ou Fortep.
Lpz., C. F. Lehmann, qiifol. [Dresd. Mus.
KmJohanii Ludwig Möller wurde
am 1. Juni 1656 als Yiolinist an
der Hofkapelle in Daiinstadt mit
10 Gld. monatl. angestellt (M. f. M.
32, 35).
Möller, Karl, nach Spitta's
Bach 1, 507, war er der Nach-
folger Christian's in dessen Aemter
in Kassel und wahrscheinlich dessen
Sohn. Sein Gehalt betrug 1709 nur
140 Gld. nebst Naturalien, wurde
aber um 1719 auf 200 Thl. jährl.
erhöht.
Mönch von Edmonsbiiry.
In der Cotton-Bibl., brit. Mus. (Burney
5, 389. 392) befindet sich ein Tractat:
„Cogiiita Modulatione secundum viam octo
Troporum et secundum usum et consuetu-
dinem fidei Cathoiicae". Schrift um 132ö.
Coussemater Script. I. Anonymus IV.
Mönch (Münch) von Salzburg,
ein Liederdichter und Komponist.
Eine Hds. aus dem 14. Jh. in der
Stiftsbibl. von St. Gallen enthält ein
Benedicite, verdeutscht. Siehe den Ab-
druck desselben in Schubiger's Spicilegien
S. 104 und 127. Auch Schubiger 2, 30.
In der Mondseer Hds. (Codex Lunaecen-
sis), bekannt unter der Bez. Spörrs Lieder-
buch, 14. Jh., in der Hofb. Wien, sind
die ersten 31 geistlichen Lieder gröfsten-
teils von ihm. Erschien in einem Neu-
drucke.
Möngal, ein Irländer, trat ins
Kloster zu St. Galleu und wurde
Vorsteher der Klosterschule. Er
lebte im 10. Jh. und soU nach
Schubiger 2, 2 auch im Musik-
fache bewandert gewesen sein.
Moerenhout, U..., um 1772
Organist bei den Dominikanern zu
Brüssel, nach einer Subscriptions-
liste.
Möring, Joachim, Organist an
der Jakobikirche zu Hamburg von
1629 bis zu seinem Tode 1631
(Ratsakten).
Ein späterer Moering^ ohne Vor-
namen, dirigierte um 1763 in
Hamburg an der Jakobikirche die
Kirchenmusik; sonst ist er als
Sänger bekannt (Sittard 1, 40).
Moering, Johann Peter, um
1700 zu Hildburghausen geb.,
wurde um 1757 als Violinist an
der Hofkapelle zu Zerbst angestellt.
Es ist nicht erwiesen, ob er der-
selbe ist, der um 1765 Musik-
direktor zu Oehringen in Württem-
berg war. Fetis erwähnt Instru-
mentalkompositionen im Ms., die
er aber nicht näher bezeichnet
(Marpurg 3, 130).
Möring, Michael, geb. 11. Okt.
1677 zu Hildburghauseu, Todes-
datum unbekannt, studierte 1698
in Jena Theologie, trat 1704 als
Bassist in die herzogl. Kapeile zu
Hildburghausen und wurde 1710
Pagen-Informator. 1712 erhielt er
die Pfarre zu Seidenstadt, wo er
am 10. Nov. ordiniert Avurde, nahm
aber schon 1713 seinen Abschied,
da sie seiner Musikliebe keine
Nahrung bot, übernahm das er-
ledigte Kautorat zu Hildburghausen
und 1720 das zu Koburg. Gerber
2 erwähnt Kirchenkompositionen,
die im Ms. bekannt waren.
Moers, Marc, ein Organist und
Orgelbauer zu Lierre in Belgien,
lebte im Anfange des 16. Jhs. und
wird in einer Rechnung im Archiv
zu Lille (Nr. F. 195) erwähnt
(Fetis).
Moerschel.
16
Moser.
Moerschel, Dr. E..., lebte in
der 2. Hälfte des 18. Jhs. und ist
in einem Samlbde. Lieder [B. Dres-
den Ms. B. 91 OJ mit Zeitgenossen
als Liederkomponist vertreten.
Gerber 1 erwähnt ihn auch. In
Bossler's Samlwk. 11 befindet sich
eine Komposition unter Moerschel,
die ihm wohl angehört.
Mörsper^er, Hieronymus, um
1689 „dess Innern Rats burger und
Organist zu Neuenmarkt'' (ßaiern),
bietet seinen Sohn dem Kurf. von
Baiern als Discantist u. Musicus
an (Kreisarch. in Miinclien).
Moesch, P. Beda, geb. 1741
zu Fricken im Aargau, gest. 1 . Dez.
1802 im Kloster Muri (Schweiz),
in welches er 1759 eintrat, dort
36 Jahre Kapelhnoister war und
viele Kirchen kompositionon zu 4
St, u. kl. Orchester hinterliefs
(Kornmüller 1, 434).
Mösclil, Clirysant, geb. um
1745 zu Neuburg in Baiern (Ober-
pfalz), trat in den Frauziskaner-
orden ein, machte einen Kursus
bei Kammerloher durch und ver-
sah darauf im Kloster zu Ingol-
stadt den Musikdienst als Sänger,
Organist und Komponist. Er lebte
daselbst noch 1812 und hinterliefs
Kompositionen für die Kirche,
auch wurde gegen 1780 ein Work
für Klavier in Berlin gestochen:
Unterhaltung beyni Ciavier (Metten-
leiter 2, 167. Fetis).
Moser, Karl, geb. 24. Januar
1774 zu Berlin, gest. 27. Januar
1851 ebd. Bildete sich zum Vio-
linisten bei Böttcher aus und trat
bereits am 24/4 1784 als Virtuose
auf. Auf Empfehlung des Königs
Friedrich Wilhelm IL kam er 1788
an die Kapelle des Markgrafen
von Schweclt, kehrte nach dem
Tode desselben nach Berlin zurück,
wurde in die Vorbereitungsklasse
der Kgl. Kapelle aufgenommen u.
bildete sich unter C. Haack's Lei-
tung noch weiter aus. Am 1/1
1792 wurde er als Kgl. Kammer-
musikus angestellt. Einer Liebes-
geschichte mit einer hochgestellten
Dame wegen musste er Berlin
1796 verlassen und ging nach
Hamburg, lernte Rode und Viotti
kennen u. bildete sich nach ihnen,
trat darauf eine Konzertreise an,
die er bis London ausdehnte und
wurde dort von Salomon für seine
Konzerte engagiert, doch verliefs
er wegen eines neuen Liebesver-
hältnisses London sehr bald, kehrte
nach dem Tode des Königs von
Preufsen (1797) nach Berlin zu-
rück und erhielt seine frühere
Stellung wieder. 1806 — 1811 lobte
er in Petersburg und wurde nach
der Befreiung des Vaterlandes vom
Feinde bei der Neuorganisierung
der Kapelle zum Konzertmeister
befördert, errichtete 1813 üifent-
liche Streichquartett-Aufführungen,
worin er hauptsächlich Werke des
Dreigestirns Haydn, Mozart, Beet-
hoven, die fast unbekannt waren,
aufführte; 1816 fügt er diesen
Konzerten noch Sinfonien und
Ouvertüren hinzu und legte somit
den Grund zu den späteren Sin-
fonie-Konzerten der Kgl. Kapelle
zum Besten ihres Waisenfonds;
1825 wurde er Musikdirektor, oi'ster
Konzertmeister und Leiter der In-
strumentalklasse der Kgl. Kapelle.
1842 feierte er sein 50jähriges
Dienstjubiläum, erhielt den Titel
eines Kapellmeisters und wurde
pensioniert, behielt aber die Leitung
der Instrumeutalklasse bei (Lede-
bur. Rh. Ztg. 1, 260). Als Kom-
ponist leistete er nichts Hervor-
ragendes. Ledebur giebt ein Verz.
von Gesangs- und Instruraental-
kompositionen. Nachweisbar sind:
Mösl.
17
Moiet.
Die Gastfreundschaft oder Der Chorist
in der E<iuipage. Vaudeville in 1 Akt.
Ms. 14559. P. [B.B.
Hymne zu 4 Stirn, u. Orch. Ms. P.
[Brüssel Cons.
Festgesang zur Feier des 10. Augast
comp, und dem Grofshzg. von Mecl^lbg.-
Schwerin gewidmet. Ms. P. [Schwerin F.
Festgesaug zur Feier des Nameutages
Ludwigs X. 1823. P. [Darmst.
3 Lieder im Ms. von 1843. [Berlin
K. H.
2 iiLSsische Nationalgesge. für Pfte.
arrang. mit deutschem Text. Ms. 14560
in K. [B. B.
Concei-tante f. Oboe, 2 Hörner, V. mit
2 \. A. Vcl. u. Triangel. Ms. Stb. [Briis-
sel Cons.
Polonaise militaire p. le Pfte. in D.
op. 3. Lpz., Kühnel. [B. B.
Ballmusik, aufgef. auf den Kgl. Hof-
bälleu. Berhn 1815 Schlesinger. [B. B.
Pas de deux und Pas de trois zu Be-
lisar (von Donizetti). Autogr. P. [B. B.
Ein Brief vom 23/10 1844 in B. B.,
Autogr. Grasn.
Mösl, M . . .
6 Aufzüge für 3 uud 4 Trompeten,
Pauken und Orgelsolo, Posaunen ad lib.
Augsbg., Audr. Böhm. Kl.-A. [B.M.J
Der Verleger A. Böhm gehört his 18. bis
19. Jh.
Moessamis, siehe Massenus.
Mösserer, Mathias, um 1655
Praeceptor uud Tenorist in Krems-
müuster (Huemer 29).
Moeth, Egidius und Franz,
im Dienste der Hofkapelle in Mün-
chen, haben auf Kosten des Her-
zogs bei ihrem Vater Egid M. die
Viola bastarda erlernt. 10/5 1024
(Kreisarchiv).
Ein Aegidius Mo'et ist im Samlwk.
1624 b mit 2 Mot. vertreten uud kann
wohl der obige sein (Eituer 1). Beide
Motetten in Part, in Hofb. Wien, Ms.
19 423.
MocuUe, G. de la, siehe La
Moeiille.
MÖAving, J. . . H. .., Lebens-
zeit unbekannt, gab heraus:
Liederbuch für deutsche Laudlcute.
Lpz. [B. Lpz.
Moifliii (Moflin), Jan, Kapellan
und Sänger an der kleinen Messe
Eob. Eitiior's Quellon-Lexüoii. Bd. 7.
d. Hofkapelle Philipp II. von Spanien
um 1562. 1585 wurde er Almou-
sier der Kapelle und erhielt für
seine langen Dienste die Praebende
in der Abtei St.-Winoc (Nieder-
lande). Straeten 8, 41. 111. 115.
Mog'aYero, Antonio, aus Fran-
cavilla (Neapel, bei Capo d'Otranto),
lebte am Ende des 16. Jhs. und
ist bekannt durch:
Canzonette aUa napolit. di . . . Lib. 1.
a 3, et 4 voci . . Venet. 1591 G. Vin-
ceuti. 3 Stb. 4». 24 Gesge. [Hofb.
Wien.
... II 1. lib. delle Canzonette a 4 voci
. . . Yen. 1596 Amadino. 4 Stb. 4^. 21
Gesge. [Hofb. Wien: C. A.
... II 3. lib. de Madrigali a 5 voci in-
titolato Vezzi ainorosi, con un Dialogo a
8. Nouam. . . Yen. 1598 ib. 5 Stb. 4P.
20 Gesge. [Crespano: T.
Ln Samlwk. 1598 b ein Madrigal (Eit-
ner 1).
Möge, Johannes ßudolplius,
Vitriensis-Gallus (Vitry?), ist als
musices Informator am 7/6 1715
a/d. Univers, zu Leyden einge-
zeichnet (Bouwst. 3, 4).
Molirhardt, Peter,
um 1725 erschien von ihm Sonate a
2 V. 2 Viele, Fag. e Cent. (Walther).
Mohrheim , Friedrich Chri-
stian. Gerber 1 und Adlung S.
711 nennen ihn Morheim u. Ad-
lung giebt ihm fiilschlich die Vor-
namen Christian Samuel. Breit-
kopf 's Verz. schreibt wie Gerber 1.
Er war 1718 zu Neumark in Thü-
ringen geb., wo sein Vater Kantor
war uud starb 1780 zu Dauzig;
er bekleidete daselbst einen Ka-
pellmeisterposten (Titel). Man kennt
von ihm:
Solo per il Cembalo. Danzig, Momber.
6 Seit. [B. Wagener.
In Breitkopf 's Verz. werden 1761 2
Sonaten u. 7 Praeludieu für Orgel über
geistliche Lieder in Hds. angezeigt.
Moiet (Moisl), Eftidi, wird 1605
als Trompeter und Instrumentist
mit 200 Gld. a/d. Hofkapelle in
2
Moine.
18
Molin, Bastien du.
München augestellt. 1635 beträgt
sein Gehalt 300 Gld. (Kreisarch.).
Moine, siehe Lemoine, Le
Moisne, Le Moyiie.
3Ioito , (jriovanui Battista,
Draudius zeigt von ihm an: Ma-
drigal! a 6 voci. Anversa 1(300. 4^.
Mojon, Benedetto, geb. um
1770 zu Genua, gest. im Juni
1849 zu Paris. Studierte zu Mont-
pellier Medizin und liefs sich als
Arzt in Paris nieder. Er gab
heraus:
Memoria suirutiliti'i della musica, si
nello stato di salute, come in quello di
nialattia. Genua 1802. 8" (nach Fetis).
— französisch: Memoire siu- l'utilite
de la niusique . . . traduit du la secoude
edition italienne, avec notes, par C. D.
Muggetti. Pai-is 1803 Foin-nier. 8".
[Biüssel.
Memoire sur les effets de la castiation
dans le corp humain. Montpellier 1803.
8". [Glasgow.
Fetis citicrt 3 Ausgaben und eine
italienische, Milane 1822 I'irotta. 12«.
55 S. [Bologna.
Mol, C. Crerard, stand 1571
im Dienste des Herzogs Alba in
Brüssel als Passist und erhielt die
Summe von 1638 Placas. Er
nahm Ende Juni seinen Abschied
(Viertelj. 9, 397). S. 398 wird er
in den Akten bei Nennung seines
Nachfolger's Dalldux „Sir Xerart
Mole" genannt.
Ein Ranlequin de Mol ist im
Leipziger Chorbuche des 15. Jhs.
(Universit.-Bibl.) mit der Motette:
Ave decus virginum, 4 voc. fol.
161 V. vertreten.
Moldeiüt, Joaeliim von, ein
Däne, zu Glückstadt geb., blies
als Dilettant die Flöte, griff
Quantz an, wegen Gebrauchs der
Zunge beim Flöteblasen u. nahm
einen Discours in seine Sonaten
auf, den dann Marpurg nebst
Quantz' Verteidigung in 1, 68, 3,
544. 4, 91 und 153 abdruckte.
Neuerdings wieder abgedruckt in
Deutsche Miisikerztg. Berlin 1875
Nr. 2 ff. Die Sonaten sind be-
titelt:
V) Sonate da flaute traverso e B. c. con
un discorso sopra la maniera di sonar il
fl. trav. Hambg. alla spese dell'Autore
(1753). fol. 3 BlI. 24 S. [B. Wagener.
Dresd. Mus.
Dritter neuester und letzter Discours
über 6 Sonaten (Hbg. 1753 s. nom.).
[B. B. Brüssel Cons.
Siehe auch Gerber 1.
Moles, Peter de le, siehe Le
Molcs.
Molet, Jan,
im Samlwk. 1556p. eine Chanson zu
4 Stirn. (Eitner 1).
Molette, siehe La Molette.
Molier (Mollier, Moliöre), Louis
de, um 1642 Hofjuuker (oder
Stallmeister) der Gräfin von Sois-
sons, später Musiker bei der Kam-
mermusik des Königs und beauf-
tragt die Balletmusik zu schreiben.
Im 6. Bd. der Samlg. PhUidor's [C. F.]
ein ,. Ballet du temps dance 1654". Fetis
sucht nachzuweisen, dass er sich auch
unter den Tänzern befand. In B. Brässel,
fds. Fetis 238G: Les chansons pour dancer
de L. Mollier. Paris 1G40 Hob. Ballard.
3Ioliii, Erik, bekannt durch
den Druck:
Circulus virtutum porpetuus. Üf de
wojiderbaarlyke order van"t heel-all open-
geleid in't volkmaakt general' cimbal . . .
opgestelt van ... Anist. 1748 M. D. N.
ßidstrup. 4". [Brüssel.
Moliu, siehe Aegidius ä Mo-
lendino.
Moliu (Mouliu, du Mulin), Ba-
stien du, diente bis zum 22. Juli
1572 in der Kapelle des Herzogs
Alba in Brüssel als Altist. Vor
dem (1551) begleitete er Marie
von Ungarn nach Spanien u. ging
nach ihrem Tode nach den Nieder-
landen, wo er in die Kapelle Mar-
gareta's von Parma trat und von
da in Herzog Alba's Kapelle. Sein
weiterer Verbleib ist unbekannt
(Viertel]'. 9, 397. 398. 401. Strae-
ten 7, 431). Siehe auch Moidin.
Molin, Jacques du.
19
Molinaro, Simone.
3roliD (Molins), Jaoqnes du,
um 15S6 Säuger a/d. Hofkapelle
Philipp II. von Spanien (Straeten,
8, 116, der ihn S. 168 im Jahre
1593 wieder anführt). Im Straeten
2, 10 ist noch ein Jacques du
Molliii verz., der 1618 Sänger u.
Kapellan an der Kgl. Kapelle zu
Brüssel war. Yielleicht ist er der-
selbe.
Moliii, Jean du, Fetis setzt
noch einen zweiten Vornamen
Remi hinzu, den aber kein Druck
trägt, auch das von Fetis ange-
führte Dokument über seine Stel-
lung nennt ihn nur J. du Molin.
Er war ein Belgier und Organist
an der Kirche St.-Jean zu Mecheln,
wo er sich noch 1528 befand.
Von seinen Kompositionen», deren
Druck in die Jahre 1534 — 1542 fallen,
kennt man nur 4 Gesänge in alten Saml-
■wL, darunter eine Missa 4 voc. und 3
Motetten zu 4 und .5 Stim. (Eitner 1
unter Dumoün).
Molina, Bartolome de, ein
spanischer Franziskaner, gab her-
aus:
Arte de Canto llano Lux videntis
dicha. Valladolid löOü en casa de Diego
de Gumiel. 4». goth. 12 BU. [br. Mus.
Molina, Pedro de, Contraltist
um 1556 in der Kapelle Karl V.
(Straeten 7, 361).
Moliuaer, J . . ., das br. Mus.
besitzt von ihm:
6 easy Sonatas for the pfte. with a
Violiu. London c. 1800. fol, fehlt die
A'iulinstimme.
3Iolinari, Oratio, um 1708 So-
pranist an S. Marco in Venedig
mit 100 Duk. Gehalt (Caffi 2, 44).
Molinari (Mollinari), Pietro, ein
Kanzelredner aus Murano (im Ve-
nedigschen), schrieb Opern, die in
Venedig aufgeführt wurden und
zwar
16Ü0 ,,L'Ipsicratea", 1664 „La Bar-
harie del Caso" und nach Caffi noch 1692
„La Teuere travestita". In B. Kassel
fol. 34 eine „Cantata ä voce sola" im Ms.
Molinaro, Simone, aus Genua,
er war der Neffe und Schüler des
Gio. Batt. dalla Gostena. Im Druck
von 1599, den er dem Fürsten von
Piombino widmet, erklärt er, dass
er demselben schon längere Zeit
diene. Gez. ist die Dedic. in Genua,
1599. Doch in demselben Jahre
bekleidete er bereits den Kapell-
meisterposten am Dome zu Genua,
den er noch im Jahre 1613 inne-
hatte (siehe Gesualdo 1613). Mehr
ist aus den Drucken nicht zu er-
sehen. Von seinen Kompositionen
ist heute noch nachweisbar:
. . . Motectorum quinis, et Missae denis
vocibus Lib. 1. Yen. 1.597 J. Vincentius.
5 Stb. 4". 1 Messe (Nasce la pena mia
ä 10) und 11 Motet. [Bologna.
Concerti ecclesiastici a 2 et a 4 voci
neUi quali si contiene Messa, Motetti, &
Magaificat in tutti li otto tuoni. Con la
sua partitura per l'org. Di . . . Ven. 1605
Amadino. Stb. ? 4". 70 Concerti, dar-
unter 1 Messe u. 8 Maguif. a 2 v. und
26 Concerti a 4 v. [B. A : C. B.
II 2. lib. de Motetti ä 8 voc. Milano
1601. [br.Mus: T2.
... II 3. lib. de Motetti ;\ 5 v., cou il
Bc. Venet. 1609 Aless. Rauerij. 6 Stb.
4*^. Enthält 4 Motett. von seinem Lehrer
Gostena^ 1 von Leonardo Levanto und 1
von O. Batt. Slrata. [Bologna.
Concerti a 1 e 2 voci di . . . con la
partitura per l'orgauo. Milano 1612 The-
rede S. Tini et Lomazzo. 3 Stb. 4°.
21 Gesge., davon 2 von Gmcomo Antonio
Peisano. 3 von Gio. Batt. Aicardo. [Proske,
fehlt Org.
II 1. lib. di Canzouette ä 3 e ä 4 voci
di . . . Yen. 1595 Gardano. 3 Stb. (?)
40. 21 Gesge. [Kassel: A.B. Bologna: B.
... H 1. lib. de Madrigali ;i 5 voci . . .
Milano 1599 l'herede di Simon Tini, &
Franc. Besozzi. 5 Stb. 4°. 22 Madr.,
davon 3 von Gostena, seinem Onkel.
[Hof b. Wien: C. B. Bologna.
Intavolatura di liuto . . . lib. 1. Nel
fjuale si coutengono Saltarelli, Pa.ss'e mezi,
Gagliarde e Fantasie. Yen. 1599 Ama-
dino. 25 Fantasien von Gostena. [Bibl.
naz. in Florenz. Chilesotti in Lauten-
spieler 14 Piecen abgedi'uckt.
Fatiche spirituali di . . . lib. 1. a 6 voci.
Yen. 1610 Amadino. 7 Stb. 4», ein
Samlwk. von ihm herausgegeben mit den
2*
Moline.
20
Molino, Francesco.
Autoren Ant. Bicci, Andr. Gabrieli 6, G.
de Macque 2, L. Marenzio, Ria. del Mel,
S. Molinaro 4, Fil. de Monte, Oraz. Vecchi
5. Die Texte sind zum Teil durch ita-
lienische ersetzt. [B. A. B. M. br. Mus :
6 a. B. D. 9-2.
— Fatiche . . . lib. 2., a 6 voci. ib.
IGIO. 7 Stb. 40. Autoren: A. GabrieU 3,
Gostena, Leon. Levanto, Macque 2, Ma-
renzio 7, Monte 4, G. Mar. Nauino, Aless.
Striggio, Or. Vecchi. [B. M. br. Mus: 6a.
Beschreibung in M. f. M. 11, 210.
Vogel 2, Samlwk. 1610, 2. 3.
Er gab 1613 sechs Bücher Madrigale
des Gcsualdo, Prinz von Venosa heraus,
siehe Gesualdo.
In alten Samlwk. 21 Gesge. und 1 Se-
stina in Gostena's 2. lib. Ganz. 4 v. 1589.
In neuen Ausg. 10 Motett. zu 5 Stirn,
in Commer's Musica sacra Bd. 15 (Eitner
2 Nachtrg.).
In Mss. B. B., T 168 Madr. in P.
7 Motett. 5 voc. B. L.
2 Motett. in B. Br.
Missa super Nigra sum 8 voc. Kyrie
u. Gloria. Nr. 2^ Ms. Mus. q78a— f.
6 Stb. fehlen 6. 7. vox. [B. Danzig.
2 Madrigali in Cambridge FW.
Mss. in B. A. 2 Mot., 2 Madrig., siehe
Kat.
Im br. Mus. Ms. 238, Part, von Im-
myns, 4 Gesge. zu 3 u. 5 Stirn.
Moline, Pierre- Louis, ^^eb. zu
Montpellier in der Mitte des 18.
Jlis., gest. 1821 zu Paris. Zuerst
Advocat am Parlament und wäh-
rend der Revolution Sekretär des
Convents. Er schrieb viele Text-
bücher zu Opern, Fetis sagt ,,fort
modiocres", auch die Broschüre:
Dialogue entro Lulli, Kameau et Urphoe,
dans les champs Elisees, par M. M***.
Amst. et Paris 1774 Stoupe. 8^. [Brüssel.
— deiitsch vou Fr. Just Riedel in
.,Ueber die Musik des Ritters Chr. von
Gluck" als 3. Gespräch. [Brü.ssel 3963.
In B. Brüssel auch mehrere Textbücher
unter Nr. 2578. 2582. 2679.
Molinct (Mollinet, Molunet), Je-
haii (Johannes), Sänger in der Ka-
pelle Kaiser Karl V. von 1509 bis
1514 (Straeten 7, 268 ff.). Ein
Molinet wird auch in Cretin's
Ueploration, Vers 277, erwähnt.
Er war Chronist und Dichter und
soll 1507 zu Valenciennes gestorben
sein, kann also nicht der obige
sein, obgleich ihn Cretin einen
Gramatiker, Musiker und Redner
nennt (M. f. M. 11, 49).
Der Gesang im Petrucci 1503 a „Tartara
mon cor" 4 voc. mit Molinet gez. könnte
von dem erstereu, wie zweiten sein (siehe
auch Fetis und Eitner 1). — Ms. in B.
Casanat. in Rom (Uv. 208) ein Samlwk.
Chansons, danmter auch obiger, Ms. des
15. Jhs. — In der Compere'schen Motette
„Omnium bonorum plena", 4 voc, wird
ein Moliuet neben Okeghem, De pres u. a.
genannt (Texte abgedruckt in Viertel]. 1,
473. 490).
In B. M. Ms. 88, 7 ein Salve regina
super „0 werde mout", 5 voc. in 4 Tlen.
Molino, Alessaiidro, war von
1783 — 85 Supernumerario bei der
1. Violine an der Hofkapelle zu
Turin (Ricordi 1891, 457).
Molino, Antonio. In den
Dedic. wird er 1568 und 69 als
ein Mann in hohem Alter stehend
bezeichnet. In 1569 redet ihn
Madalena Casulano mit „Magnifico
Messer" an. Von seinen Werken
sind bekannt
1 dilettevoli Madrigali a 4 voci di . . .
Lib. 1. Ven. 1568 Claudio da Correggio.
4 Stb. qu4». 28 Madr. [Vcncd. Marco:
C. T. B.
... I] 2. lib. de Madr. a 4 voci, con
uno dialogo a 8, nouamente da lui com-
posti, «& ])er Ant. Gardano stampati & dati
in luce. Lib. 2. Ven. 1569 Gard. 4 Stb.
qu40. 20 Madr. [Vened. Marco : C. T. B.
Molino, Francesco, geb. gegen
1775 zu Florenz, gest. um 1847
zu Paris. Trat als Guitarrist auf
und liefs sich um 1820 in Paris
nieder, unternahm auch öfter Kon-
zertreisen, besonders nach Spanien.
Fotis verz. eine Anzahl Instrumen-
talkompositionen, sowohl Soli für
die GuitaiTe, als Ensemblepiecen
mit anderen Instrumenten. Be-
kannt sind
3 Trios pour Flute, V. et Guit. oe. 4.
Lps., Br. & H. [B. B.
2 gr. Trio concert. p. Fl. ou V., Va.
et Giüt. oe. 45, ib. [B. B.
NouveUe methode coraplette pourguitare
Molino, Lodovico.
21
Molitor. Sebastian.
ou lyre. Pai'is, Gambaro. 1 vol. m fol.
118 S. [besafs L. Liepm. und Jos. Baer
iii Augsburg.
Molino, Lodovico, Musikdirek-
tor des Orchesters am Theater zu
Turin, gab 1803 Airs varies p.
Guit. avec acc. de V., Paris chez
Pellet heraus (Gerber 2). Wasie-
lewsky 1, 3. Ausg. S. 157 schreibt:
geb. zu Fossauo, wurde 1798 der
Nachfolger seines Lehrers Pugnani
als erster Yiolinist an obigem
Theater. Er war auch Meister
auf der Harfe und liefs sich auf
beiden Instrumenten 1809 in Paris
hören. Im Alter von 84 Jahren
starb er. Kegli nennt ihn nicht
unter den Schülern Pugnani's.
In Mailand Cons. befinden sich 1. Trio
in La per V. Va. e Cbitarra, in Stb.
2. Duo concertant pour deux Yiolons.
Op. 13 Nr. 2. Paris.
Molino, Valentino, 1784 Brat-
schist an der Theaterkapelle zu
Turin mit 150 Lire Gehalt (Ri-
cordi 1891, 456 ff.).
Molitor, Alexius, bekannt durch
eine
Missa pro defunctis in P. Ms. 72 Bll.
in qufol. [Berlin Kircheninstit.
Molitor, Pater Fidel, geb. 13.
Juni 1627 zu Wyl (Schweiz), st.
3. Okt. 1685. Trat 1645 ins Kloster
zu Wettingen, war dort von 1645
bis 67 Kantor, später Kapellmeister,
dann Prior u. Beichtvater in Feld-
bach und Magdenau, wo er starb.
Er gab heraus:
Praegustus Musicus seu Cantiones ad
voce sola et ad lib. binis aut ternis in-
strum. Constautia 1659 Joau. Geng. fol.
23 Gesge. [Proske: 2 V. 2 Yiole, Yio-
loue et Org. Upsala: Pai"s cantans. 2 V.
Org. Paris Nat. Einsiedeln : Vcl. u. Fag.
Cantiones sacrae a voce sola, una c.
2 instruni. Oeniponti 1664. fol. [br. Mus:
Pai-s cantans, V 1. Org.
Mensi musicalis quam apparatu piarum
cantionum 4 voc. & 2 V. . ., cum 2. choro
& 3 instrum. ad decorem ... op. 3.
Oenipontus 1668. fol. [br. Mus: A. T. B.
conc.
(Korumüller 1, 226. Schubiger 2, 44.)
Molitor, Greorg, aus Gablonz
(Böhmisch Leipa), war 1586 Kan-
tor am Kollegium zu Lobkowicz
(Rgbz. Prag) nach den Titeln seiner
Drucke. Im Drucke von 1585 ist
das Amt nicht verz. Er gab heraus :
Carmen musicuüi nuptiis honostiss. . .
\iri Dn. Chr. Piniberi et . . Mai'garetae
Rosenthal . . 5 voc. . . Francof. 1585
A. Eichorn. 5 Stbll. qu4P. Admiranda
dei. [B. Zw.
Votum nuptiis ... Jo. Vene. Popelii . .
:\ Lobkowicz . . et Johannae ... (5 voc).
Pragae 1586, 8. Febr. Mich. Peterie. 5
Stbll. qu4'^. Qui capit uxorem in 2 Teil.
[B. L.
Epithalamiou in honor. nuptiar. . Dn.
Vict. Henrici . . et Annae Hungerin . .
Pragae 1586 Nigrinus. 6 Stbll. qu4<'.
Surge propera amica 6 voc. in 2 Teil.
[B. L. B. Grimma im Ms. XLIX u. L
Nr. 143. Teu. 2 fehlt.
Molitor, Ingenuin, ein Fran-
ziskaner und Organist im Klo.ster
zu Bozen in Tirol, geb. zu Habach
im 17. Jh., gab nach Gerber 2 und
Fetis
6 Can Zonen f. 2 V. Va. u. Gambe
heraus. Ferner 12 Motetti a 2 Sopr. 2 V.
e B. Augsburg 1668. 4", und Fasciculus
musicalis, Innsbruck 1668, 4^.
Molitor, Johann, Musikus am
kurf. Hofe in München; um 1604
erhält er eine „Gnadung" von
30 Gld. (Kreisarch.).
In B. Zw. Ms. 10 Nr. 360 „Jubilate
Deo omuis terra" 5 voc. Ms. 4, 17 „Te
aetemum patrem" 4 voc. Der letztere
Tonsatz ist jedenfalls von einem fmheren
gleichnamigen Autor, da die Hds. schon
vor 1550 angefertigi: ist. Bei dem 1. Ton-
satz dagegen könnte mau obigen Hof-
musikus als Komponisten schon gelten
lassen, da das Ms. aus derselben oben
angegebenen Zeit stammt.
Molitor, Sebastian, soll nach
Schilling in Lüttich geboren, ein
tüchtiger Guitarrist gewesen sein
und sich von 1800 bis etwa 1820
in Wien aufgehalten haben. Fetis
verz. von ihm 5 Hefte Sonaten f.
Guitane allein, oder mit Fl. oder
Y. und Bratsche und 1 Heft Lie-
der für 3 Stimmen. Wenn mich
Molitor, Simon.
22
MoUe.
nicht alles trü^t, so hiefs der Kom-
ponist nicht Sehastian, sondern
Simon Molitor und hat sich
Fctis von Schilling verfüliren lassen.
Mir liegen eine grofse Anzahl
Wiener Dracke vor, die alle den
Vornamen S. und zum Teil den
ausgeschriebeneu Namen Simon
tragen. Fetis verz. zwar auch
einen Simon nach der Allg. Lpz,
Musikzeitung, doch schrieb der um
1838 u. 1839 literarische Artikel.
Obiger Simon ist auch im Bossler
Nr. 13 verti'eten, gehört also noch
zum Teil dem 18. Jh. an. Manche
seiner Kompositionen werden aber
noch im Leipziger Kataloge von
Whistling im Jahre 1829 angezeigt.
Ich verz. nun, was mir von Simon
bekannt ist. Biographisches ist
unbekannt, nur so viel scheint
sicher zu sein, dass er in Wien
lebte:
Israeliten durch das rote Meer, für
4 Stirn, und Orch. Stb. [Musikfr. Wien.
Arie aus dem Lustspiele: Der verliebte
Verführer. Wien 18U5 J. B. Wallishauser.
TO.-A. qufol. 4 S. [Hofb. Wien. Mu-
sikfr. Wien.
Die folgenden Gesangswerke liegen auf
der Bibl. der Musikfr. in Wien:
Siegeslieder f. 3 Stini. Erziierzog Karl
gew. — An die Göttin Musik. — Der
schöne Traum, Fantasie f. Ten. u. Klav.
— Am Scheideabeud 18:29. — Der blinde
bettelnde Kriegsmann. — Geisternähe. —
Die Köhlerstochter.
Die ilofb. in Wien besitzt von Simon
M. 10 Gesänge mit Klav. oder mehreren
lustr., auch Chöre. Dabei ein Druck von
1805 aus „der verliebte Verfühi-er". Ms.
16430. Ferner
Der Mann für uns. f. 2 T. u. 2 B.
mit Fortep. P. Autogr. 1625t).
Eundgesang f. Mst. P. Autogr. 16593.
Lebensmüde, Lied mit Klav. 18671.
Menuette und Tänze f. Orch. in Stb.
10920. 18502.
Ms. 19239—19244 allerlei musikhisto-
rische, biogr. und bil)liogr. Arbeiten über
österr. Musik und Musiker, resp. Wiener.
(Die literarischen Arbeiten werden dem
jüngeren Simon angehören.)
Nachträglich verz. ich noch, was mir
an Gilitarrepiecen bekannt ist, die Fetis
und Schilling dem Sebastian zuschreiben,
während die Dracke nur ein S. als Vor-
namen sclireiben :
Grande Sonate p. Giüt. et V. concer-
tants. oe. 3. Vienne, Magasin. [B. B.,
V. fehlt.
Gr. Sonate f. die Guit. allein, mit einer
historischen Abhandig. op. 7. Wien,
Artaria & Co. fol. 27 S. mit Porträt.
[B. B. B. M.
Serenade f. Guitarre mit Anweisung.
[Proske-Mettenl.
Sonaten, Märsche, Rondos u. a. für
Guit. allein, auch einige mit V. [Musikfr.
Wien.
In Schnyder von Wartensee's Lebens-
erinnerungen S. 51 wird auch ein Molitor
envähnt, der um 1800 Organist und Kom-
ponist im Kloster zu Luzern war.
Molitor, Fat. Valentin, Stifts-
genosse und Musikdirektor im
Kloster St. Gallen (Schweiz) im
17. Jh. Von seinen Werken sind
in der Bibl. St. Gallen 's vorhanden:
Odae genethliacae ad Christi cunas, 1,
2, 3, 5 voc. c. 2 V. Kempten 1668 Dreer.
fol. 10 Stl). 15 Gesge. [auch in Ein-
siedeln und Paris Nat.
— Fetis verz. noch eine 2. Ausg. in
Ulm 1670. fol.
Missa una cum 3 Motetis in solemni
translatione SS. MM. Sergii, Bacchi, Hya-
cintiii et Erasmi, ab 8 vocibus et 7 in-
strum. St.-Gallen 1681. [auch in Ein-
siedeln.
Epinceon (?) Marianum pro solemnis
niocibus festis B. V. Mariae a 5 vocum
concertus c. 2 V. St. Galli 1683. 4». 18
Motett. [Einsiedeln, fehlt in St. Gallen.
Directorium seu cautus et responsoria
in Processi onibus ordin. per annum . . .
Juxta Ritiiale et Missale romauum. Pro
uniform. Heiveto -Benedictinae. Libri 2.
St. Gallen 1692. quS". [auch in Ein-
siedeln.
In der kath. Kirche in Dresden unter
Molitor 3 Vesperae im Ms. — In L^psala
im Ms. 3 Arien mit geistl. lat. Texten für
2 Cantus, 2 V. oder 2 Violen mit Bc. in 4".
Moll, Franz, siehe Moll.
Moll, TIioiu«as, wird am 12. Mai
1662 an Stelle Noakes als Kgl.
Musikus in London angestellt (Nagel
1, 52).
Molle, Henry, ein englischer
Musiker des 17. Jhs.; man glaubt,
Moller, Daniel.
23
MoUo.
dass er derselbe sei, der an der
Universität zu Cambridge als Be-
amter angestellt war.
Im Ms. 98 des br. Mus., Bd. 1, 2 be-
findet sich ein Abend -Service in Kopie.
Im Peterhouse Part-books ia Cambridge 2
Evening Service, 1 Te Deum und Litauia
mit lateinischem Texte und ein englisches
Anthem und Litanei.
Moller, Daniel, bez. sich als
„Cant. Rochl." im 17. Jh. Unter
„Rochl/' kann man Rochlack bei
Königsberg, Rochlitz bei Leipzig
und Rochlow in Böhmen verstehen.
Er ist nur durch den Gesang:
,,Ey du frommer vnd getreuer Knecht,"
8 voc. in Ms. Z 40, 9 Stb. Nr. 12 in
B.B. bekannt.
Moller, Joachim, siehe Biirck,
Joach. ä.
Moller, Joannes, ein Philologe,
geb. um 1661 in Flensburg, gest.
26. Okt. 1725 ebd. Studierte zu
Kiel, Jena und Leipzig, wurde
1685 zu Flensburg am Schul-
kolleginm angestellt und 1701 da-
selbst als Rektor. Sein Werk:
Cimbria litterata seu historia scriptonim
ducatis utriusque Slewicencis et Holsatici,
quibus Lubecenses et Hamburgenses
accensentur. Kopenhag. 1744, 3 voll, in
fol. enthält auch wertvolle Nachrichten
über Musiker und Musikschriftsteller.
Vorhanden in allen gröfseren öffentl.
Bibhotheken.
Moller, Johann, in Darmstadt,
siehe Möller.
Moller, Richard, um 1608
Musikus am braunschweigischen
Hofe zu Wolfenbüttel, verheiratet
sich mit Hedwig Gasten 1608.
Hochzeitsgesg. von Thom. Man-
cinus.
Mollerus, Jacobus, de Kempit,
ein Komponist des 16. — 17. Jhs.,
ist im
Ms. 100, 6 Stb. fol. von 1626, in B.
Br. Nr. 29 mit einer Missa super Spun-
tavan gia, 6 voc. vei-treten.
MoUet, Jacques, ein französi-
scher Musiker des 17. Jhs., der
nach Fetis in dem mir unbekannten
Samlwk. von Ala: Pratum rausi-
cum, Antverp. 1634 mit 8 Motetten
zu 2, 3 und 4 Stim. vertreten
sein soll.
aiollier, Louis, siehe Molier.
Mollin, siehe Aegidius a Mo-
lendino.
3Iollin, Jacques du, siehe Molin.
Mollinet, siehe Molinet.
Mollis, OiOTanni de, 1480—83
Magister biscantaudi, d. h. Direktor
des Säugerchores am Dome zu
Mailand mit monatl. 4 fl. Gehalt
(Muoni 26).
Monitor, Thomas, war bis 1633
Kantoreiknabe a/d. Hofkapelle in
München, mutiert zu der Zeit und
richtet an den Kurfürsten die Ein-
gabe ihn zum Musiker ausbilden
zu lassen (Kreisarchiv).
MoUo, Tranquillo, zeitweise
auch in Compagnie, war am Ende
des 18. Jhs. Musikverleger in
Wien, dessen Geschäft 1801/02
an Artaria überging, doch ist er
auch wieder auf Drucken bis
1808 gez.
Er veranstaltete das groise Samlwk.
über den Text „In r^uesta tomba oscura",
dem Füi-sten Lobkowitz am 1. Juli 1808
dediciert. In qufol. 207 S. mit 63 Kom-
positionen über obigen Text, teils Arien
mit Pfte. -Begleitung, teils mit Orchester
und zwar von Ädamer, Giuseppe; Beet-
hoven, L. van; Bevilacqua, Matteo: Bui-g-
müller; Carpani, Giüs. de, 2; Czerni, Carlo;
Dalberg, Frederico di; Danzi, Franz;
Dobhelhof, Carlo di; Eberl, Ant. ; Eppinger,
Heinr.; Förster, Alois; Galatina, Duca di
S. P.; Gelineck, Abt.; Gyrowetz, A.;
Hockel, Jacob, 2; Hoff mann, H. A.;
Kozeluch, Leop, ; Kraft, Nicolaus ; Lichten-
thal,Pietro; Liverati, Giov.; Mozai-t,Amad.,
figlio; Paer, Ferd., 2; Pavesi, Steff.; Ra-
dicati, Fei.; Righiui, Yinc; Rohan, Prinz
Vittore di ; Roesler, . . . Rzewuski , Graf
Wenzesl., 2; Sahen, Ant., 2; Schacht,
Theod.; Seidel, F. L.; Sterkel, Abt., 3;
Terziani, Pietro; Todi, Gins.; Tomaschecki
Wenzel; Vanhall, Joh.; Weber, Dion.;
Weigl, Jos.; Zelter, Karl; Zeuner, Karl;
ZingareUi, Nie; Zinicq (oder Zineck),
Molnar.
24
Molter, Johann Melchior.
Baron von, 2. [B. B. B. M. Musikfr.
Wien.
A. Eühnel in Lpz. gab einen teilweisen
Nachdruck heraus. [B. Kgsbg. Samlwk.
483.
Molnar, Johann, ein evange-
lischer Prediger zu Pest, geb. in
Ungarn, gest. 28. Nov. 1819 zu
Pest, verfasste eine Schrift
„üeber die Kirchen -Singchöre, deren
Nothwendigkeit, Begründung, Einrichtung,
Vervollkommnung; ein Woii zu seiner
Zeit, von Joh. Nie. Foricel mit einigen
nothwendigen Abänderungen , Zusätzen
und Vorrede herausgegeben. Pesth 1818
Trattner. gr. 8". 35 S. Dieselbe wurde
zuerst im 9. Jahrg. des neuen Hannover-
schen Magazins S. 1437 ohne Forkel's Zu-
sätze abgedruckt [Hofb. Wien.
Molnory, J... B..., war Con-
trabassist an der Hofkapelle Louis
XIV. zu Paris (Castil-Blaze 146/147).
Molter, Johann Markus.
Die Universitiits-Bibl. in Rostock be-
sitzt von ihm 1 Concorto pastorale für
2 V. Va u. Bc. Ms. in Stb. und 2 Con-
certi für Ob. concert., 2 V. Va. Vcl. oder
Cembalo. Ms. Stb. Die letzteren sind
zweifelhaft ob von obigem.
Molter, Johann Melchior, muss
läncore Zeit am Badonschen Hofe
angestellt gewesen sein. Die ein-
zige Nachricht die ich fand, giebt
Marpurg 3, 46, resp. Gerber 2,
Spalte 656 in der Biographie
Hertel's, wo es heifst : der Kapell-
meister Molter, Avurde 1733 von
Durlach nach Eisenach als Direktor
der Kirchenmusik verschrieben. In
Durlach residierte einst der Ba-
densche Hof. In Karlsruhe be-
finden sich heute noch auf der
Grofsherzogl. Bibliothek im Ms.
folgende Kompositionen :
Ms. Nr. 439. Drama per musica auf
des Marggraf ens u. Landes-Piintzeu Ihren
Geburtstag. Part. 3 Bogen. „Schertzt
u. lacht, vergnügte Sinnen," ä 5.
Nr. 426—433, 440, 14 Cantaten in
Part, auf deutsche und italienische Texte
für eine Solost. und kl. Orch.
434 u. 442 eine Arie u. 1 Duett auf
ital. Text.
517—685. 169 Symphonien in Part. u.
Stirn, in wechselnder Besetzung, als: 2 V.
Violetta, 2 Ob. Comb., oder dazu noch 2
Clarini, Basson u. Comb., auch 2 Corni,
2 Ob. 2 V. Viola, Vcl. u. Cemb. Die
3 sätzige Form wiegt vor, ebenso der
Wechsel der Tonart. Nr. 560—62 haben
volles Orchester, doch nirgends die Clari-
nette.
Ms. 7 Stb.: 12 Concerte f. 2 V. Va.
Vcl. Violone, 2 Ob.
Ms. 299—359 : 61 Concerti a 5, meist
in Part, und Stb., teils für Kla%ner mit
Streichinstr., teils für Oboe, Flöte, Clari-
netto (bei Nr. 302, 304, 334 u. 337),
Clarino. Nr. 317 eine Sinfonie concertante
für Clarino, 2. Cor. 2 Ob u. Basson in
5 Sätzen, andere unter 328-333. Nr. 318
ist für ein concertirendes Vcl. Nr. 324, 325
u. 27 für Ilorn, Nr. 344—353 für Vio-
line. Die meisten Konzerte haben 3 Sätze
mit wechselnder Tonaii, andere wieder
vier und mehr Sätze. Einige im Auto-
graph.
Ms. Nr. 360—383, 22 Concertmi a 3.
in Part. u. Stim., für 2 Fl. u. Vcl. in 2
Sätzen, für Dessus Viole, V. Violetta,
Vcl., Viol. di riuforza u. B. 3 Sätze; für
Fl. trav., Soprane di Viola da Gamba,
Viola da G.amba u. Cemb., 3 Sätze; Nr.
368—372 für Soprane di Viola da Gamba ;
Nr. 371 für 2 Hörner, 2 FI. u. Vcl. Nr.
380—382 f. Cembalo.
Ms. Nr. 384—397, 14 Ouvertüren in
Part. u. St., teils für Streich-, teils für
Blasinstr. zu 4 — 5 Sätzen, zum Teil be-
nannt mit Namen von Tänzen. Die Ton-
art bleibt oft die gleiche.
Nr. 444. Quartett für 2 Clarini u. 2
Corni. Part.
Nr. 445. 3 Quart, f. 4 Flöten u. B.
Part.
Nr. 446—450. Menuette u. Märsche
zu 4 — 5 Stim. in Part.
Nr. 451—516, 66 Sonaten für 2 Stim.
(Flöte u. Cemb.); 3 Stim. Viol. Cemb.,
B.; Cemb. u. Viol.; 2 Fl. u. B.; 2 V.
u. B.; für Harfe, Viol. u. Cemb.; 2 V.
Viola u. Bc; Ob. V. Alto, Bc; 2 V.
Viola, 2 Ob. Fag. Cemb. Nr. 478 eine
Sonata possa zu 2 Clarini, Timpano,
2 Ob. Fag. 2 V. Violetta u. Bc. (6 Sätze).
Nr. 508 Sonata für 2 Cornu, 2 Chalumeau
u. Fag. Nr. 515 im Canon geschrieben.
Die Sonaten enthalten 2, 3 bis 6 Sätze in
gleicher oder wechselnder Tonart.
Ms. Nr. 398—425, 28 Duetti, ohne
Bass, für 2 Flöten in Part. 443, 5 Choral-
figurationen (für Orgel?)
Eine Passion im Ms. Part. [Sonders-
hausen,
Molther, Philipp Heinrich.
25
Momiguy.
2 Sinfonien in Bd. u. Dd. Ms. Stb.
[Darm.st.
1. Sinfonia :\ 4: 2 V. Alto Viola e Bc.
Bd. Ms. Stb. [Schwerin F.
Im Druck kann ich nur ein Werk verz. :
Exercizio studioso, cont. 6 Sonate a
V. solo e Cemb., op. 1. Anist, fol. [br.
Mus.
Moltlior, Philipp Heinrich,
Liedei-dichter imd Prediger der
Brüdergemeinde, geb. 28/12 1714
zu Imsheim b. Buchsweiler i/EIs.,
gest. 9/9 1780 zu Bedford. Er
führte ein sehr bewegtes Leben,
welches ihn nach Frankreich und
Irland verschlug. Seine geistlichen
Lieder für die Brüdergemeinde,
die mehrfach gedruckt sind, fanden
eine weite Verbreitung. Von
seinen Leistungen als Komponist
geben uns die Kantaten und Ge-
legenheitsgesänge Kunde, die sich
im Archiv zu Herrnhut befinden
(10 Stück). (A. d. B.)
Moltner, Balthasar, ein Schul-
kollege zu Schleusingen am An-
fange des 17. Jhs.
"Walther verz. von ihm eine Motette
für G Stimmen auf den Tod der Frau
Lattermannin zu Eisfeld. Coburg 1614. 4".
Molu, Pierre, siehe Moillli,
16. Jh.
Molunct, siehe Molinet.
Molza (Molsa), Tarquinia, aus
Modena, eine Harfenistin von 1583
bis 1586 am Hofe zu Modena an-
gestellt. Sie war die Geliebte
Jaches Wert's (Valdrighi 12, 52).
In G. Leon. Primavera's I frutti 1573
ein Gedicht von ihr. Sie wird dort Tanj.
Molsa da Modena genannt.
Mombelli, Domenico, geb. 17.
Febr. 1751 zu Villanova (Vercelli),
gest. 15. März 1835 zu Bologna.
Ein Tenorist und Komponist, be-
kleidete 1775 den Organistenposten
zu Crescentino und komponierte
die Oper Didone, kehrte darauf
in seine Geburtsstadt zurück und
bildete sich zum Tenoristen aus.
1779 trat er in Parma, dann in
Bologna, Rom und Neapel auf.
Anfang 1800 sang er in Madrid
und ging dann nach Wien. Noch
1812 trat er in Rom mit seinen
zwei Töchtern auf u. wurde dann
vom Könige von Sardinien als
erster Sänger angestellt (Fetis. Die
ersten Daten auch in Masseangeli's
Autographen-Samig.). Von seinen
Kompositionen sind bekannt:
La morte, e la deposizione della croce
di Gesii Cristo. Azione sacra, in 2 parti,
ä Soli, core ed orch. 1788 in AVien auf-
gef. Ms. P. [Musikfr. Wien.
Mentre un soave oblio, Scena e Cava-
tina per Ten. con orcli. Ms. P. [Bologna.
Clie chiedi, che brami, Duettino in sol
a Sopr. e Ten. con orch. Ms. P. [Bo-
logna.
6 Ariette italiaue con acc. di Cembalo
Arpa messe in musica dal Sigr. . . .
Vienna, Artaria & Co. qiifol. [B. Kgsbg.
Dresd.
Rondo „Tu mi sprezzi". Napoli, L.
Marescalchi. P. [Eiusiedeln. Mailand
Cons.
Ana. 15 BU. im Autogr. [B. B., L.
Rec. e Duetto. P. Autogr. [Musikfr.
Wien.
Arie und Canzonette. 10 Canzouette,
2 Duettini e 1 Canonc. [Musikfr. Wien.
Sinfonia dell'opera Demetrio e Polibio
im Autogr. P. [Mailand Cous.
Momia^ny, Jerome-Joscph de,
geb. 20. Jan. 1762 in Philippeville
(Belgien, Prov. Namur), gest. zu
Paris im Juli 1838 (Geburtsreg.
in Gregoir's Panth. 3, 127/128).
Mit 12 Jahren wurde er bereits
Organist zu St.-Omer, dann zu St-
Colombe, 1785 zu Lyon, flüchtete
während der Revolution nach der
Schweiz, ging 1800 nach Paris,
errichtete eine Musikhandlung, in
der er auch seine eigenen Werke
herausgab. Später soll er nach
Tours gegangen sein, da er aber
in Paris starb, so muss doch dies
sein letzter Aufenthaltsort gewesen
sein (Fetis sehr ausführlich, ohne
Geburts- und Todesdatum). An
Momigny.
26
Monari, demente.
Bologna.
Kompositionen scheint er nur
Weniges geschaffen zu haben, seine
Hauptbestrebungen konzen tigerten
sich auf die theoretische Seite der
Musik. Auch darüber berichtet Fetis
Ausfülirliches. Nachweisbar sind:
Cours complet d'harmonie et de com-
position, d'apres une theorie neuve et
generale de la musique, basee sur des
principes incontestables . . . Paris 1S0()
chez l'auteur. 8". 3 voll. |B. B. B.M.
Brüssel. br.Mus. Musikfr.Wien. Stadtb.
Verdun.
Expose succinet du seul sy.steme mu-
sioal f|ui seit vraiinout fondö et coniplot
... Paris (1808) Momigny. 8". 70 S.
2 Taf. [B. B. B. M. Biüssel.
La soule vraie theorie de la musique
... Paris (1821) chez l'autheur. ful.
[Bi-üssel. br. Mus.
— La sola e vera teorica della nm-
sica . . . Versione dal francose di E. M.
E. Santerre. Bologna 1823 Ciju-iani e Co.
4". 13() S. 84 Taf. Musikbeilag-, [IJrüssel.
Musikfr. Wien.
Auf eine Obsorvatioas sur la seule
vraie theorie von AI. J. Morel, Paris
1822, antwortet M. mit:
Reponse aux observations de M. Morel
. . . (Paris) de Hocfjuet. 8". 1 Bogen.
[Brüssel.
Encyclopodio methodique. Musique,
publice iiar MM. Framoiy et Ginguenö
(et de Momigny) Tome 1. 1791. T. 2.
1818. 2 voll. 40. [Brüssel 3110.
Fctis verz. an Kompositionen Kantaten,
Quartette, Sonaten, Trios und eine Kla-
vierschule, 11 Werke.
Bekannt sind mir: 2 Romanzen im
Einzeldruck. Paris [br. Mus.] u. ein Trio
f. Pfte. V. u. B. op. 40. Paris, l'auteur.
[Leo Liepm.
MoiiiTS 1 turn'd [ Fabulist: | or, |
Vulcan's Wedding. | An Opera: | After the
Manner of tlio j Beggars Opera, | As it is
Perform 'd at the | Theatre-ßoyal in Lin-
coLns-Inn Fields. | With the Musick pre-
fix'd to each Song. || London: | Printed for
J. Watts. 1729. I 8». 79 pp. Text mit
den Melodien. [Antiquar. Mai 1871.
Moiiaca. Ricardus a, ein Kar-
raeliterraönch , geb. zu Piazza,
Schüler von Pietro Vinci, lebte in
Sicilien u. war durch seine vielen
Kompositionen einst weit bekannt
(Gerber 2).
Monaco, Bartolomeo, päpst-
licher Sänger und 1707 Kapell-
meister (Haberl, Kat. 69).
Monachus, Samuel, bekannt
d urch :
Meletcmata sou oblectamenta musicalia
theolog., medice, histor. concepta. Elbing
1649. [B.Hbg.
Moiiamy, siehe Crucc, Joan.
— siehe Flanncl, Aegid.
Monari , ßartolomeo , auch
Monari di Bologna^ Fotis sagt:
genannt il Monarini; geb. zu Bo-
logna, ein Schüler Ag. Filipuzzi's.
1(570 erhielt er den Organisten-
dienst an S. Petronio in Bologna
u. nach dem Tode Filipuzzi's den
Kapellmeisterposten an S. Giovanni
in Monte. 1688 wurde seine Oper
Catone il Giovano in Bologna auf-
geführt.
Bekannt sind bis jetzt der Gesang Scoi'rea
con pio superbo in Silvani's Samhvk.
Melpomene von lü85 und 3 Sonaten für
Orgel im Samlwk. 1700 Nr. 9. 10. 11
unter dem Namen: Monari di Bologna.
(Eitner 1. Im FW. Museum zu Cam-
bridge wird Kat. 240 der Titel dieses Saml-
wkes. angezeigt mit: XVII Sonate da or-
gano cimbalo del Sig. Ziani, Pollaroli,
P>assani e altri famosi autorij. Amst,
Roger.) In Bologna im Autogi-. vom 14/7
1707 ein Laudate pueri a % voci c. V.
P. und in einer Kopie von Busi 70 S.
(siehe Kat. 2, Bologna S. 27.5). — In
Ilofb. AVien ein Miserere ti 4 voci con-
cert. c. VV. e Rip. P. Autogr. 14 Bll.
kl. 4". 190.50. Nur mit Monari gez., da-
her fraglich, \velch(;m M. es angehört. —
In Modena 1 Cantata par voce sola c.
Bc. in den 28 Bden. Cautate.
Im Ritter Nr. 23 eine Sonate im Neu-
druck.
Monari, demente, aus Bo-
logna. Gerber 1 u. Fotis berichten
gegen die mir vorliegenden Nach-
richten. Sie sagen: geb. im Her-
zogtum Modena und Anfang des
18. Jhs. Kapellmeister a/d. Kathe-
drale zu Reggio. Wogegen ihn
das Ms., ein Oratorium von 1692:
Compositore des Herzogs von
Braunschweig Anton Ulrich nennt
Monari, Clemente.
27
Mondonville, Jean-Joseph.
und seinem Namen den Geburts-
ort Bologna hinzufügt. Ebenso
bez. ihn das Textbuch „Ballet der
vier Jahreszeiten". Braunschweig
bei Zilliger 1692. Bei den Opern:
Gl'amori innocenti in 3 atti 1692,
II Muzio Cevola in 3 atti 1692,
La Libussa 1692, ist nur sein
Name als Autor genannt (Chry-
sander 1, 209). Allacci in seinem
Opernverz. nennt ihn einen Ka-
pellmeister a/d. Kathedrale zu Mai-
land. Yon seinen Kompositionen
sind bekannt (von obigen Opern
ist scheinbar nichts mehr vor-
handen) :
I Bd. Arien im Ms. in Sondershausen.
II fasto depresso uell'umiltä esaltata.
Oratorio, Modena 1692. Ms. P. in Mo-
dena (mit obiger Bez. als Komponist in
Braunschweig).
Mss. in B.B. 14570, Samlbd. P. mit
3 Dixit Dnus. 5 voc. 2 V. 2 Violette
et Org. — 3 Confitebor 3 v. et instrum.
— 1 Nisi Dnus. 1 Magnific. 4 voc. 2 V.
Bc. — 1 Missa 7 voc. 5 Instrum. et
Bc, hier fehlt der Vorname, könnte da-
her auch von Bartolomeo sein.
— Ms. 136 Sorgea dal sen di Teti, Can-
tata per Sopr. col Bc.
Pougin berichtet, dass sein Oratorium
La puritä trionfaate del sospetto 1711 zu
Modena aufgeführt 'mirde.
Moiiariiii, siehe Monari, Bartol.
Monats - Früchte , siehe Rud.
Werckmeister.
Monchin, Miguel, ein Spanier,
Zeit unbekannt.
Die B. M. besitzt im Ms. P. Lamen-
tatio 8 voc. c. org.
Moneo, . . . war einer der
Komponisten, die zu. Monteverdi's
Arianne die Intermezzi schrieben.
Die Arianne wurde am 28. Mai
1608 zu Mantua
(Viertel]. 3, 350).
Moncriff, de, lebte im 18. Jh.
und ist bekannt durch
eine Chanson: Le mortel le plus mit
Melodie im Arnaud (Baculard d').
Montlontlone , siehe Ferrari,
Jac. Fil. und Ferrari, Girolamo.
aufgeführt
Mondonyille , Jean - Josepli
Cassanea de, geb. den 24. Dez.
1711 zu Narbonne (Pougin bezeich-
net nach neueren Erforschungen
in Narbonne den 25. Dez. 1711,
obgleich Fotis ausdrücklich den
25. als Taufdatum verzeichnet) ge-
storb. den 8. Oktob. 1772 (nach
Forkel 5, 301 und Pougin) in
seinem Landhause Belleville bei
Paris. Bildete sich zum Violin-
virtuosen aus und reiste, wurde
in Lille 1. Violinist, ging 1737
nach Paris und spielte im Concert
spirituel, wo man ihn als 1. Vio-
linisten anstellte; später erhielt er
auch in der Privatkapelle des
Königs einen Platz und wurde
1745 zum Surintendanten der Ka-
pelle in Versailles ernannt. 1755
wählte man ihn zum Direktor des
Concert spirituel. 1758 zog ersieh
mit einer Pension von 1000 Frs.
zurück. Durch die Heirat einer
reichen Frau, geb. Mondonville,
1747, lebte er in guten Verhält-
nissen, soll aber sehr geizig ge-
wesen sein. (Fotis nach Beffara.
Biogr. in Revue et Gazette musi-
cale de Paris von Pougin 1860.
M. L. Gilbert: J.-J. Cassanea de
Mondonville, composit . . . Nar-
bonne 1856 Caillard 8o. 38 S.
— Sein erstes Auftreten als Kom-
ponist wurde sehr günstig beur-
teilt. Siebe Brenet, Les Concerts
en France 1900 p. 197 ff.) M.
schrieb nach Clement 9 Opern,
doch hat sich keine die besondere
Gunst des Publikums erworben.
Er schrieb auch mehrere Ora-
torien und andere geistliche Musik.
Nachweisen kann ich von seinen
Werken :
12 Motetten im Ms. P. 1. Bonum est.
2. Cantate Dno. 3. CoeH enarrant 1740.
4. De profuudis 1748. r\ Dnus. reguavit.
6. In exitu. 7. Jubilate. 8. Lauda Jeni-
salem 1742. 9. Laudate Dmnum. 1756.
Mondonville, Jean-Joseph.
28
Moneta, Giuseppe.
10. Magnus Dnus. 11. Nisi Dnus. 1743.
12. Venite exultemus 1750. [Bibl. der
Tuilerien. — C. P. Nr. 2. 3. 5. 6. 10 in
Kopie.
Isbc, pastorale heroique en 5 actes et
un prologue (10/4 1742). Paiis, Mme
Boivin, grav. par Hue. F. fol. [Paris
Topera. Brässel. B. "Wagen er. Paris
Nat. C. P. Darmst.
Le Carnaval du Paniasse , Ballet
heroique en 3 act. et 1 prol. (23/9 1749).
Paris, l'auteur. P. fol. [Paris Topera.
Dresd. Mus. Paris Nat. br. Mus. C P.
Amasis... 1749 Ms.? [C. P.
Titon et l'Aurore. pastorale heroique
en 3 actes et un prolog. (9/1 1753) oe. 8.
Paris, Boiviu. P. fol. 205 S. [Paris
l'opera. R. C. of. Mus. 1 Duett u. Chor
in Ms. 1939. Hofb. Wien P. Karlsruhe.
B. Wagener. ß. M. Dresd. Mus. B.B.
Paris Nat. Berlin K.H. C. P. Darmst.
Daphnis et A Icimadure, pastorale langue-
docienne en 3 act. et 1 prol. (4/11 1754)
oe. 9. Paris, chez l'auteur. P. fol.
[Paris l'opera. B. B, Paris Nat. Brüssel
und im Cons. br. Mus. Berlin K. H.
P. F. Darmst.
Les festes de Paphos, Ballet hcroiquo
en 3 act. (9/5 1758) oe. 10. Paiis chez
l'auteur. Grave par le Sr. Huc. P. fol.
242 S. [Paris l'opera P. im Ms. Hofb.
Wien im Druck. B. B. Paiis Nat.
Berlin K.H. C. P. Darmst. Biiissel
Cons. br. Mus.
Privilege du Roy, mis en mu.sique.
s. 1. in fol. (ein Gesang mit Orch.) [Paris
Areenal. br. Mus.
Trios, oeuv. 2. Paris [Paris Nat.
Souates (6) pour le V. avec la Bc.
Liv. 1. Grave p. L. Hue. Paris 1733.
Boivin. Part. fol. 25 S. [B. B. B.
Wagener. Paiis Nat.
Pieces de clavecin en Senates, avec
acc. de Violon, dediees . . . par M. Mon-
donville. Oe. 3. Paris et Lille, chez
l'auteur, au concert de Lille en Flandre.
fol. 37 S. [C. P. B. B. B. Wagener.
Paris Nat. Musikfr. Wien. br. Mus. Ms.
14590 B.B.
— Six Sonatas or Lessons for the
Harpsich. which may be Accomp. with
a Violin or germ. Flute. London, Walsh.
P. 51 S. [ß. Wagener. br. Mus.
Les sons harmouiques. Senates (6)
a Violon seul avec la ßc. Op. 4. Paris
chez l'auteur (1735). M^e ßoivin. 4 S.
Vonvort. 41 S. Musit. [B. Wagener.
Dresd. Mus. Paris Nat. br. Mus.
Pieces de clavecin avec voix ou violon,
dediees . . . maitre de musique de la
chapolle du Roy. Oe. 5. Paris, l'auteur,
rue des Vieux-Augustins. gr. fol. 19 S.
[C. P. B. Wagener. Paris Nat. br. Mus.
Ms. Dresd. Mus : 6 Sonate per il Cem-
balo con un Violine, qufol.
In Maupetit's Menuets kommt auch
ein Mondonville mit einem Menuett vor.
Im Alard, 5. Serie eine Sonate aus
op. 4. 2 Sonaten f. Viol. (Eitner 2
Nachtrag.)
MondonYÜlo . . . Le jeime, ordi-
naire du musique du Roi, nennt
er sich in op. 1. Jedenfalls der
Sohn des Cassanea de M., geb. um
1748 zu Paris, bildete sich zum
Violinisten aus, ging aber später
zur Oboe über und trat als Kou-
zertist auf; er st. um 1808 zu
Paris (Fetis). Ich kenne von ihm:
Six Senates U Violon seul et Bc. op. 1.
Versailles, chez l'auteur. [B. Wagener.
Paris Nat.
— im br. Mus. wird der Druck:
6 Sonatas or Lessons for the harps. with
a V. or germ. flute. London, fol. mit
Mondonville jr. bez., doch glaube ich, dass
dies eine Verwechselung mit der englischen
Ausgabe von op. 3 vom Vater Mondon-
ville ist. — Gerber 1 leinte ihn 1767 in
Deutschland als Violinisten kennen.
Mondrik, . . . lebte als Musiker
in Paris und gab 1792 „Air varie
pour la flute'' in Paris heraus
(Gerber 2).
Monelli, Francesco, lebte um
17. Jh. im Dienste des Herzogs
von Piaccnza und wird von Fetis
das Werk angeführt :
Ercole neU' Erimanto per un' balletto
fatto in Piacenza dal Seren. Sig. Duca
il camevale dell'anno 1651. luvenzione
e poesia drammatica del Cav. B. M.
(Bernardo Morando). Piacenza 1651 Baz-
zacchi. 4", doch ist ihm nur das Text-
buch bekannt.
Monet, siehe Monnet, Jean.
Moneta, G^iovanni, Sänger a/d.
Kapelle Philipp des Schonen um
1505 bis etwa 1514 (Straeten 1,
162. 170).
Moneta Giuseppe, nennt sich
Maestro di Toscana corte in Firenze
(Florenz). In dem 2. unten verz.
Mooetarius.
29
Monferrato.
Werke: Maestro onorario della R.
Corte d'Eti'uria. Nach Fetis war er
1761 zu Florenz geb. und trat in
den Jahren 1784—1791 als Opern-
komponist auf. Fetis verz. deren
sechs. Bekannt ist nur:
Due Notturni a voce sola col acc. di
Chitarra fi-ancese. Poesia di Fr. Gianni
(s. 1. et a.) qu4P. 5 S. [B. Wagener.
B. ßasev'i's.
Sei ottave del canto XIX della Gerusa-
lemme Laberata di Torq. Tasso, a Sopr.
solo c. V . . . Ms. qufol. P. 25 S. [Bo-
logna. B. Basevi's.
Messe di Requiem ii 4 voci c. ström.
P. 349 S. qufol. Ms. 16 647. [Hofb.
Wien.
Miserere h 3 voci con Violette ed org.
P. 73 S. qufol. Ms. 16 648. [Hofb.
Wien.
Monetarius, Stephanus, aus
Kremnitz, lebte als Musiklehrer
in Wien im Anfange des 16. Jhs.
Er gab das theoretische Werk
heraus :
Epithome utriusque musices practicae . . .
recenter in florentissima Cracovia ad emo-
lumentum plerisque harmonicae virtutis
tjTonibus, quam exactissime contextum . . .
Cracouie per Florianum ünglerum, s. a.
[Prag Y H 69 Nr. 1.] Obige Nach-
richten nach Ambros 3 , 155 , doch
scheint der Verfasser nach dem Wort-
laute des Titels das Buch für Krakau
geschi'ieben , also auch dort gelebt zu
haben.
Moneyo, Joannes de, 1394
unter dem Gegenpapste Sänger an
der Kapelle (Viertelj. 3, 213).
Monferrato (Montferrato), Padre
Natale, Schüler von Kovetta, trat
am 22. Febr. 1639 als Sänger in
die Kapelle S. Marco zu Venedig
mit 60 Duk. Gehalt ein, wurde am
20. Jan. 1647 Yicekapellm. und den
30, Apr. 1676 Kapellmeister ebd.
mit 400 Duk. Gehalt, f im April
1685 (Caffi 1, 56. 294). Von seinen
Kompositionen sind nachweisbar:
Salmi concertati a 5. 6 & 8 voci, con
Viol. & senza, di . . . Op. 1. Ven. 1647
Gardano. 11 Stb. 40, mit 2 V. u. Org.
[B. Br.
Salmi a 8 voci, a 2 chori con Ii due
Tenoii che concertano uno per choro. Di . . .
Op. 2. Ven. 1653 Franc. Magni. 9 Stb.
40. 15 Ps., 1 Magnif. [B. B. B. Br. Ce-
senaB. com: Gl. A2. Org.
Motetti concertati ä 2, e 3 voci di . . .
Lib. 1. Op.3. Ven. 1655 Fr. Magiü. 4 Stb.
40. 20 Nrn. [B. Br. Bologna fehlt Basso,
im Kat. 2, 464 die Dedic.
— Ven. 1660 Fr. Magni detto Gardano.
4 Stb. 40. 20 Nm. [Bologna.
— An versa 1668 Plialesio. [Amst: Basso.
Motetti a voce sola di . . . Lib. 1. Op. 4.
Ven. 1655 Ales. Vmcenti. 2 Stb. qu40. 21
Gesge. [B. Br. Bologna, br. Mus., Parte
da sonar.
Motetti a voce sola di . . . Lib. 3. Op. 6.
Ven. 1666 Cam. Bortoli. Paii. qu40. 245 BU.
[Bologna.
Motetti concertati a 2 e 3 voci di . . .
Ven. 1669 Franc. Magni (ohne opus). 4
Stb. 4''. 21 Gesge., 1. Fideles properate —
21. Alma redemptons mater. [Bologna,
Kat. 2, 465 Regist.
Salmi concertati a 3, 4, 5, 6. 7 & 8
voci c. instrom. & senza, di . . . Lib. 2.
Op. 8. Ven. 1671 Magni detto Gardano.
12 Stb. dabei Org. 2 V. 1 Viola 1. coro.
[Bologna.
Salmi brevi a 8 voci a due cori. Di . . .
Op. 9. Bologna 1675 Monti. 9 Stb. 4», mit
Org. [Bologna.
Salmi concertati a 2 voci c. V. et senza
Op. 11 di . . . Ven. 1676 Sala. 6 Stb. mit
2 V. u. Viola ad. lib. 9 Gsge. [B. Frkft.
Bologna. C. P.
Missae ad usum cappellanira 4, & 5
vocibus concinendae . . . Op. 13 . . Ven.
1677 Jos. Sala. 5 Stb. 4». 6 Mess. [Bo-
logna. C. P. Paris Nat. Brüssel fehlt 5a.
Salmi concertati a 3, et 4 voci c. V. et
senza, di . . . Op. 16 . . Ven. 1678 G. Sala.
8 Stb. mit Org. 2 V. u. Viola ad lib.
[Bologna.
Autiphonae uuica voce decantandae, . . .
Op. 17 . . Ven. 1678 J. Sala. 2 Stb. qu40.
zu 63 imd 120 S. [Bologna. Paris Nat.
C. P.
Mottetti a 2, e 3 voci. Di . . . lib. 3,
op. 18. Ven. 1681 Gius. Sala. 4 Stb.
4". [Bologna. Paris Nat.
Missae et Magnificat . . . op. 19. Ve-
netia 1681. [Paris Nat.
In alten Samhvk. von Mar. Silvani:
Sacri concerti 1668 der Gesang Dulce sit
vobis 2 V. c. Bc. — In desselben Nuova
raccolta di Motetti a voce sola 1670:
Exaltabo te Dens.
Mss. in B. B. 14610 iu K. Magiiif.
8 voc. c. org. P. — Ms. 25 Salve reg.
Mongaultier.
30
Monn,
3 V. Bc. 1655. P. — Ms. T 154 ein Chor
in P.
In B. K. fol. 54. Beatus vir 3 v. c.
stroni. Coufitebor tibi 3 v. c. ström. —
1 Caotate a 1 v.
In Dresd. Mus. Ms. A 463, 2 Magnif .
4 voc. P.
Mongaultier, de. In der Hofb.
Darmstadts der Druck;
Le reveil de Venus. Cantate ä voix
seule avec Symphonie. Paris. P.
Mongeiiot, . . .
In Laborde's Essai Bd. 3 eine Chanson
(Eitner 2 Nachtrge.). Der Kat. des Con-
seiT. zu Pai'is verz. Duos fraugais avec
orch. und Un recueil d'airs von einem
Mongenot, doch muss dies ein jüngerer
Komponist sein.
Moiiger, William, ein Englän-
der am Ende des 18. Jhs., von
dem bekannt sind:
Six Anthems, consisting of four col-
lects, the twenty third Püaim and Gloria
Patri . . . Printed for the Author: Ewell.
fol. [hr. Mus.
Mongez, Antoine, geb. um 1747
zu Lyon, gest. 30. Juli 1825 zu
Paris. Trat in den Orden Genovefa,
erhielt darauf einen Administrator-
posten im Finanzministerium zu
Paris und wurde später in die
Klasse des Instituts der alten Lite-
ratur aufgenommen, verlor aber
nach 2 Jahren 1816 obige Stellung.
Er veröffentlichte in den Anciens Me-
moires de l'Institut national, classe de
litterature et beaux-aiis t. 3, 1801 und
tom 4, 1803 zwei Artikel, welche die
Musik aber nur nebenbei behandelt. Liepra.
besafs 1888 eine: Memoire sur des cygnes
qui chautent. Paris 1783. 8". 39 S.
Mongi, Angelo, bekannt durch:
Abhandlung über den figuriiten Con-
trapunct. Herausgegeben von B. Asioli
(übersetzt von C. F.Michaelis). Lpz. (181 6).
8». [br. Mus.
jülouich, . . . Musikdirektor in
Brandenburg a/H., gest. 1809 (nach
dem Matrikelbuch der Univ. Frank-
furt a/0.).
Moniglia, OioTaimi Andrea,
geb. zu Florenz, ein Operukompo-
nist, von dem 106 7 zu Dresden
„II Teseo'' und zu Düsseldorf „Gio-
casta" 1696 aufgeführt wurde (Ger-
ber 2).
Moiiin, Marguerite, eine Lau-
tenspielerin, Schülerin von Bethune
le cadet um 1664. besafs das Lau-
teubuch Ym 2660 in quer 4^ der
Bibl. JSTat. zu Paris.
Monini, Giovanni,
in Pietro Vinci's 2. lib. Madr. 6 v.
1579: Vinci che con la musa, p. 25. Auch
in Aufl. von 1583.
Moniot von Paris, ein Trouba-
dour und Komponist des 13. Jhs., ist
im Ms. zu MontpelUer mit einer Mo-
tette zu 2 Stim. vertreten, abgedr. im
Coussemaker 5, Nr. XXXII u. 32, siehe
auch S. 196.
Moniot, Jean, Troubadour des
13. Jhs., geb. zu Arras, ein Zeit-
genosse Ludwig des Heiligen.
Im Ms. 7222 (aucien fonds) der Natio-
nalbibl. zu Paris befinden sich 14 Chan-
sons mit Melodien (Fetis).
Moniot, Pierre, von Arras,
Troubadour und Komponist des
13. Jbs.
Im Ms. zu Montpellier eine 2st. Motette
(dieselbe auch in Paris, Ms. 184). Cousse-
maker 5, 196. Abdr. der Motette ebd.
Nr. XXXI und 31.
Monissart, Jan, Kapellmeister
an der päpstl. Kapelle von 1479
bis zu seinem Tode am 12. Aug.
1491. (Straeten YI, 425.) Er besafs
auch den Bischofsitz zu Tournai.
Der Kapellmeistertitel war zu der
Zeit nur ein Ehrenamt.
Monja, Carlo, ein Komponist
der 2ten Hälfte des 18. Jhs., von
dem vorhanden sind ein
Gloria in excelsis a 3 voci ed organo.
Ms. P. qufol., ein Salve regina a Canto
solo con quartetti und Tantum ergo 3 voc.
c. orch. [Einsiedeln.
Monn, Matthias Johann (resp.
Georg). Ich glaube dass dies der-
selbe Komponist wie MaWiaeus
Georg 2Iann ist; sowohl die Lebens-
zeit, wie die Stellung als Organist
an St. Carl in Wien, Lehrer von
Albrechtsberger und die Bez. G.
Moun.
31
Moniiet.
M. Monn auf einem Aiitogr. von
1741 sprechen dafür. Letzere Bez.
findet sich auch auf Ms. 14631
der B. B., aber ausgeschrieben in
Georg Matthieu Monn, dann wie-
der Mathieu George Monn auf Six
Quatuors Oeuvi'. posth., Vienne. Da
diese Quartette die Lpz. Ztg. im
Jahre 1808 bespricht, so kann er
erst kurz vor diesem Jahre ge-
storben sein. Dies würde wieder
der Identität mit Mann widerspre-
chen, denn dessen Tod wird schon
im Jahre 1751 verz. Die Verwir-
rung beginnt schon mit Gerber 2,
der ihn Matth. Gio. Monn nennt,
statt Matthias Georg, aber einen M.
G. Mann nicht kennt. Die Lpz. Ztg.
10, 433 u. 442 bringt einige Lebens-
nachrichten über ihn, die sich mit
Mann decken (siehe Mann). Schil-
ling macht schon darauf aufmerk-
sam, dass der M. G. Mann und Monn
eine Person sind und teilt einige
Charakterzüge von ihm mit. Unter
dem Kamen Monn lassen sich fol-
gende Kompositionen nachweisen :
In der Bibl. der Musikfr. Wien:
Missa 4 V, c. orch. P. — 2 Motetti für
Solo, Chor und Ürch. P.
Im Klosterneuburg: Messe in Bd. u. 2
Motetten.
Mit Georg Matthieu Monn ist gez.
Ms. 14631 der ß. B. 14 Sonate per
Cembalo. — 14632, Praeludia, Fughe per
Cemb. — 14629 in K. Diveiidmento a 2
Yiole c. B. 3 Stb. — 14630 m K. 11 Con-
certi per il Clavic. c. V., Viole, Fl. e Bc.
Stb. — 14633, 2 Capricci und Die Mühle
f. Clav.
Mit Mathieu George Monn gez. sind
Six Quatuors pour 2 V. A. et Vcl. Op.
posth. Yienne, Bureau des arts. Liv. 1. 2.
4 Stb. [B. Wageuer.
Nur mit Sigr. Monn gez.:
Sinfouia a 4tro a V. 1. 2. Va. obl. con
fondamento del ... Ms. in Stb. [Brüssel
Cons. 2279.
Im Kat. der Hofb. Wien schreibt Ant.
Schmid: Georg Mathias Monn, geb. 1720,
gest. 17.51 (?). Zuletzt Organist a/d. Karls-
kirche zu Wien, Lehrer Albrechtsberger's.
Die Hof bibl. besitzt:
Cum saneto Spiritus, Fuga 4 voc. P.
Ms. 16678.
2 Missae in Cm. et Bd. a 4 voci con
ripieni c. orch. composta 1741. Dazu noch
ein Credo. Stb. kl. fol. 17314 15.
Symphonia in Dd. P. Autogr. kl. fol.
Ms. 18334.
2 Trios f. 2 V. u. B. P. Ms. 18795.
Generalbass-Beisp. 8 Bll. oufol. Ms.
19101.
Unter Georg Monn besitzen die Musikfr.
i]i Wien:
1. 2 Partite per V. A. e B. in Stb.
2. Fuga in A. in P. 3. Quatiiors op. posth.
4. Concertino fugato a 7 mit der Jahres-
zahl 1742.
Die übrigen Werke siehe unter Mann.
Monuet (Monet), Jean, geb. zu
Condrieux bei Lyon, gest. um
1785 zu Paris. Wurde bei einem
Onkel erzogen, der ihn aber sehr
vernachlässigte, ging dann nach
Paris und erhielt eine Stellung bei
der Herzogin de Berrj. Seit dem
20. Jiiü 1719 lebte er ohne Stel-
lung und führte ein imordentliches
Leben. 1743 erhielt er das Privi-
legium der Opera -comique, 1745
war er Direktor des Theaters zu
Lyon, 1748 Direktor des Theaters
franvais in London, 1752 — 1758
wieder der Opera-comique zu Paris,
eine Zeit, in der die Opera-comi-
que ihre glänzendste Periode feierte.
Von da ab verschwand er von der
Bildfläche. Er selbst gab über sein
Leben schon früh eine Biographie
heraus :
Supplement au Roman Comique. ou
Memoires pour servir ä la vie de Jean
Monnet. Paris 1722 (sie?) 2 voll. 12»,
mit Part. Liepm. besafe 1888 ein Exem-
plar- mit Londres s. a. 2 voll. gez. Auf
dem Titelbl. giebt er sich auch obige Titel
zu Pans und Lyon, das Buch kann daher
kurz vor 1748 oder sogar nach 1748 er-
schienen sein, sobald es in London heraus-
kam (Fetis). Sonst ist nur von ihm eine
Anthologie franroise , ou Chausous
choisies depuis le 13. siecle jusqu'ä prä-
sent bekannt (Precedees d'un memoire
historique sur la chanson par Meunier de
Querion), s. 1. 1765. 3 Bde. in gr. 8° zu
318 (64 Yorw.), 317, 320 und 110 S., nur
Monnickendani.
32
Monsigny.
Melod. u. Text, mit dem Poiir. des Autors.
[B. M. B.Lpz. Musikfr. Wien. Hofb.
Wien. Brüssel. Glasgow.
Ein 4. Bd. ist betitelt: Chansons joyeuses,
mises au jonr par un ane-ouynie, ouissime.
Nouvello c'dition ... Paris 1765. 8"^.
[Brüssel.
Moiiiiickciidam, Simon van,
Organist um 1432 an der Lieb-
frauen -Bruderschaft zu Herzogen-
busch (Bouwst. 2, 211).
Monnois oder Monnoie ge-
schrieben, ein zweifelhafter Name.
Die B. Rostock besitzt von ihm die
Arietten 1. L'innocence a Sopr. 2 V. 2 Ob.
2 Cor. Va. B. 2. Ah! quol tracas quel
embaras f. Sopr. V. B. o. Par los attraits
de res|H)iaiice f. Sopr. 2 V. B. Mss. in
Stb. und die Duette. 4. Ma tendresse poui-
ma bergere f. 2 Sopr. 2 V. Va. Vcl. 5.
Un instant, il m'attend f. Sopr. u. B. c.
2 V. Va. Bc. 6. Ah! Eichard, ah! mon
eher ami! f. S. u. B. c. Fl. trav. 2 V.
Va. Fag. Vcl. Cembalo, 2 Cor. Ms. in Stb.
Nr. 1 u. 2 aueli in Part.
Monochord.
Ein altdeutsches Ms. auf 3 Seiten, ent-
hält die Erklänmg des Monochords. Cod.
Lii)s. Paul, Nr. 14Ü3. [IJniveisit.-Bibl. in
Lpz. Siehe Becker 1, M3 und 2, 140.
Monopoli, siehe Insnnguine.
Monpas, siehe Mcudc.
Monro, Oeorge, Organist an
St. Peter in Cornhill und Klavier-
spieler an Goodman's-fields Theater
um 1729. Er st. gegen 1731.
Eiuige Gesänge von ihm befinden sich
in dem Samlwk. 17S1: Musical Miscellany
(liawkius 5, 179). Brown fügt dem nocli
hinzu, dass er sich zuerst um den Orga-
nistenposten au S. Georg, TTanover Square
in London bewarb, den aber Kosingrave
erhielt. Im br. Mus. 18 Einzeldnicke von
allerlei Gesängen. In Longman's CoUec-
tion of Catches, 6 voll. 16 Gesge. (Eat.
Königsbg. verz.). In einer Samlg. Einzel-
drucke des E. C. of Mus. 1373 einige Songs.
Monro, Henry, geb. zu Lincoln
1774, st. nach 1824. Chorschüier
an der Kathedrale zu Lincoln,
Schüler von Dussek und Corn,
wurde 1796 Organist an St. An-
drews, Newcastle. Er komponierte
Gesänge, Sonaten und andere Kla-
vierpiecen (Brown. Grove).
Mons, Thomas, ein Engländer
des 16. — 17. Jhs., ist bekannt durch
Tänze für 5 Instrumente, die sich
in FüUsack's Samlwk. 1607 c (2 Nrn.)
befinden (Eitner 1).
Monserrjite (Moutserrate), An-
dres de, geb. in Catalonien Ende
des 16. Jhs. und bekleidete 1614
die Stellung eines Kaplans a/d.
Kirche St. Martin zu Valencia
(Titel). Er gab die Abhandlung
heraus:
Arte breve, y compendiosa, de las di-
ficultades que se ofrecen en la musica
practica del canto llano. Dirigida a la pu-
rissima Virgen Maria ... En Valencia
1614 Pedro Patricio Mey. 4». 124 S.
[Brüssel 5953. C. P. llofb. Wien. br.
Mus. B. Brüssel 5273 noch einmal hds.
von Penio. In B. M. im Ms: El ave, la
planta 12 voc., nur 4 Stim. vom 2. Chore
vorlianden.
Monsigny (auch nur M*** gez.),
Pierre -Alexandre, Opernkompo-
nist, geb. 17. Okt. 1729 zu Fau-
quemberg, eine Burg in Pas -de-
Calais, nahe bei St.-Omer, gest.
am 14. (15.?) Jan. 1817 zu Paris.
In der Jugend betrieb er eifrig
Violinspiel, ohne sich zum Musiker
auszubilden, vielmehr übernahm
er 1719 eine Anstellung in der
geistlichen Rechnuugskammer zu
Paris und wurde nach einiger Zeit
Haushofmeister des Herzogs von
Orleans (Maitre de hOtel), wo man
ihn auch als Maitre de musique
gebrauchte. Nach Jahn 2, 205
muss dies in die Zeit fallen, wo
er sich bereits einen Namen als
Opernkomponist erworben hatte,
denn der Baron von Grimm über-
schüttet 1767 in seinen Schriften
seinen vollen Spott über diese
Stellung. Im Jahre 1758 wurde
sein Kompositionstalent durch An-
hörung einer Oper von Pergolese
dermafsen erweckt, dass er sich
eine kurze Zeit unter Gianotti's
Leitung mit den Grundbegriffen
Monsigny.
33
Monsigny.
der Komposition vertraut zu machen
suchte ; doch schon nach 5 Monaten
Studien brachte er die Oper „Les
aveux indiscrets" auf die Bühne,
die 1759 im Theater de la Foire
St. Laurent zur Aufführung ge-
langte und einen grofsen Erfolg
erzielte. 1760 und 1761 brachte
dieselbe Bühne 3 Opern von ihm.
Seit 1762 wurden seine Opern in
der Comedie italienne aufgeführt
mit immer steigendem Erfolge,
der sich bald bis aufs Ausland
erstreckte. Yom Jahre 1777 ab
schrieb er keine Oper mehr, in der
Voraussetzung, dass es nun bergab
gehen könne. Als Administrator
der Domänen des Herzogs von
Orleans und Generaliuspektor der
Kanalbauten, nebst den Zinsen
seines ersparten Kapitals hatte
er reichlich zu leben, doch die
Kevoliition nahm ihm alles und er
wäre in bittere Not geraten, hätte
ihm nicht die Opera comique eine
Pension von jährlich 2400 fr. aus-
gesetzt. Als Picinni 1800 starb,
kam er in dessen Stelle als Studien-
inspektor am Konservatorium, fühlte
sich aber der Stellung nicht ge-
wachsen u. legte sie 1802 wieder
nieder. 1813 wählte ihn die Aka-
demie an Gretry's Stelle zum
Mitgliede. Jahn beurteilt seine
Leistungen: M.'s Musik zeichnet
sich durch grofsen Reichtum leicht
ansprechende Melodien aus, und
ein entschiedenes Talent für den
Ausdruck des Gefühls liefsen den
Mangel einer tüchtigen Schule
übersehen. Viele seiner Opern
hatten deshalb auch einen glänzen-
den Erfolg, von denen einige, wie
Le Deserteur einen weitverbreiteten
Ruhm erlangten.
Biographien erschienen 1. Notice hi-
storique sur la vie et les ouvrages de
Monsigny, Paris 1818 F. Didot. 4« (von
Rob. Eitnor's Quellen-LexLkon. Bd. 7.
Quatreniere de Quincy). 14 S., gelesen
am 3/10 1818 in der Acadeiuie des beaux-
ai-ts de rinstitut. [Brüssel] 2. Eloge
de M. von M. Hedoin. Paris 18'J0. 8".
3. Eloge histori(|ue de P. A. Mens. . .
Arras 1819 von M. Alexandre. Ferner
im Fetis. In der Wiener Musikzeitung
1, 46.
Von seinen Oi)ern sind heute noch
nochweisbar (sie erschienen fast durchweg
anonym, manche mit M*** gez.):
Aliue, Peine de Golconde, Ballet heroi-
que en 3 actes. Ms. P. 15/4 176(3 in
der greisen Oper aufgef. [Paris I'opera.]
1/10 1823 wurden Bruchstücke vermischt
mit Kompositionen von Berten in 2 Akten
aufgeführt. Ms. P. [ib.
— im Druck: Paris, Herissant. P.
320 S. aufgef. 15/4 1766. [Hofb. Wien.
C. P. Paris Nat. Darmst. Brüssel Cons.
Les Aveux indiscrets. Intcrmede en
1 act. Eepr. 7. Febr. 1759. Pait
Paris, Mouthulay. fol. [B. ß.
— Paris, Chevardiere. P. 99 S. fol.
[Hofb. Wien. Bi-üssel Cons. C.P. Paris
Nat. Schwerin F.
La belle Arseue. Comedie feerie en
4 act. (6/11 1773). Paris, Des-Lauriers.
Part. fol. 109 S. u. Stb. [B. B. B.Lpz.
Dresd. Mus. Hofb. AVien: adresses ordin.
Komponist mit M*** gez. Brüssel Cons:
chez Houbaut, ein 2tes Exemplar: chez
Bailleux. C. P. Darmst. br. Mus. ein
Terzett.
— Paris, Bailleux. P. [Paris Nat.
Le Cadi dupe. Op. bouf. en 1 act.
Part. Paris 1761. Grave P. E. Charpen-
tier. De la Chevardiere. fol. 53 S. (en
mus. par Mr.***). [B. B. B. M. Schwe-
rin F. ohne Autor. Hofb. Wien. Dresd.
Mus. nebst Kl.-A. C. P. Paris Nat.
Brüssel Cons.
Le Deserteur, Drame en 3 act. (ohne
Namen) 6/3 1769. Grave MUe. Vendome
et le S. Moria. Paris, Claude Herissant.
P. 276 S. [B. M. Dresd. Mus. Hofb.
Wien. br.Mus. Brüssel Cons. Blusikfr.
Wien. B. Rostock, mit beiliegendem
Dialog.
— Ausg. Paris, Bailleux. 267 S. P.
[B. B. auch im Ms. u. Kl.-A. BerlinK.H.
Bologna. Wolfeub. Mailand Cons. Brüs-
sel. C. P. Darmst.
— Ausg. Paris, Des-Lauriers. fol. P.
[B. B. Paris Nat.
— Im Ms. B. Joach. München Oper.
— Ausg. London, Johnston . . . Long-
man . . . qufol. [br. Mus.
— Neue vollst. Ausg. im Kl.-A. von
Kleinmichel, mit Dialog. Lpz., Senff.
3
Mousigay.
34
Mont'Albano.
Le Fancon, op. -com. en 1 act. 1771.
[Paris Nat. C. P. Dannst.
Felix ou l'enfant trouve, Comed. en
3 act. 24/11 1777 (o. Namen). Paris,
BaiUeux. Grav. Maiguan. P. [B. M. Paris
Nat. C. P. Brüssel Cons.
— Paris, Le Duc 1781. P. u. Stb.
[B. B. Bi-üssel. Darnist.
L'isle sonante, op. - com. en 3 a. (4/1
1768) Paris, Herissant. P. [Brüssel Cons.
Paris Nat. C. P. B. B. Darmst.
5 Arien und 2 Duette aus der Oper
Liicile im Druck. [B. Rostock.
Le maitre en droit, op. -bouf, en 2 a.
(0. Namen) (13/2 1760). Paris, Le Huö.
fol. P. [Brüssel Cons. B.B. CP. Paris
Nat. Berlin K.H. br. Mus: Ausg. in
Nouv. theut. de la fuire. Bd. 5. 1763.
80. Hofb. Wien, Ms. 17893.
On ne s'aviso jamais do tout, Op.
bouffon en 1 act. Mus. par Mons. ***
Eepr. ü Versailles, 2. Dec. 1761. Paris
Bailleux. fol. [B.B. Wolfenb. Hofb.
Wien. C. P. br. Mus. in Operetten-
Samlg. Bd. 2. fol.
— Paris 1761 Le Sr. Hue graveur.
[B. M. Brüssel Cons. Dresd.Mus. Paris
Nat. Schwerin F. Darmst.
Rose et Colas, Com. en 1 act. (8/3
1764) (o. Namen). Paris, Herissant. P.
154 S. [B. M. Briissel Cons. Hofb.
Wien. Schwerin F. Dannst.
— Paris, Bailleux 1764. P. [Dresd.
Mus. C. P.
— Paris 1764 Des Lauriers. P. [Dresd.
Mus. Brüssel. Paris Nat. München
Oper im Ms. P. B.B. Ms. 14650a.
— Röschen und Colas im Kl. - Ausz.
Berlin, Rellsiab. 38 S. [B. Wagener.
Le Roy et le fermier. Comedie en 3
actes (o. Autor), repr. 22/11 1762. Paris,
Herissant. P. fol. 187 S. [B. B. B. Lpz.
Brüssel Cons. Hofb. Wien. Paris Nat.
Dresd. Mus. im Ms. P. br. Mus. Schwe-
rin F. Darmst.
— Paris, Des Lauriers. P. [B. M.
C. P.
Einiges in Lieder u. Gesänge, Kopen-
hag., Sonuichsen. [B. B.
Gesänge in Joh. Andre's 6. Samlwk.
In J. J. Hummel's 3. Samlwk. — 1
Romauce im Choron (Eitner 2).
In John Corri's A select collection
1788, Bd. 2 pag. 39. 43. 14. 42. In Bd.
3, pag. 52.
Ein Brief vom 9/2 1809 nebst Porir.
Autogr. B. B. Grasn.
Zahlreich sind die einzelnen Arien aus
seinen Opern, die sich im Ms. u. Einzel-
drucken befinden und auf allen gröfseren
Bibl. vertreten sind.
Das Liceo zu Bologna besitzt im Druck
eine Part, zu salutaris hostia für 4stim.
Chor mit Pfte. 2 Bll., s. 1.
Monstreul, Joannes, von 1458
bis 1493 päpstl. Sänger (Haberl
1, 228).
Mont, du, siehe Diimont (Henri).
Mout, Joannes, Leodiensis dioc.
(Liege). Tenorist vom 4. Aug. 1539
bis 1552 an der päpstl. Kapelle zu
Rom (Viertel]. 3, 268). Straeten
6, 376. 406. 407 nennt ihn auch
Giovan di Monte. Im üebrigen
viel Ungenaues.
Montag'nana, Rinaldo da, siehe
Rinaldo da M.
Montagnat, ... ein Arzt, geb.
zu Amberieux in le Bugey im
18. Jh., kam jung nach Paris und
gab über die menschliche Stimme
mehrere Abhandlungen heraus.
Fetis verz. ohne Fundort
1. Quaestio physiologica, au vox hu-
mana a fidibus sonoris plectro pneumatico
motis oriatur. Paris 1744. 4". — 2. als
Verteidigung gegen Angriffe: Lettre <ä
M. l'abbe Defontaines, en reponse a la
critique de M. Burion du sentiment de
M. Ferrein sur la fonnation de la voix.
Paris 1745. 12<^. 3. Eclaircissement en
forme de lettres ä M. Bertin, au sujet . . .
Paris 1746 David. 12".
Montaii^ne, s. Dcmaii^ne, Noe.
Montaigne, Graultier (Walterus)
de, Leodiensis, ist am 16. Nov.
1674 als Musicus in der Univers,
zu Leyden verzeichnet (Bouwst. 3,
2). Er soll ein Schäferspiel: ,,Das
Paradies der Schäfer" komponiert
haben.
Mont'Albano, Bartolomeo, aus
Bologna gebürtig, Minoriter und
um 1629 Kapellmeister an S. Fran-
cesco in Palermo (Titel). Man
kennt von ihm:
Motetti di F... Ad 1. 2. 3. 4. & 8.
voci, con il partimento per l'orgauo, et
una Messa a 4. Op. 2. Palermo 1629
Maringo. 5 Stb. fol. [Bologna.
Motetti di ... Ad 1. 2. 3. 4. & 8. voci
Montali.
35
Montanus, Irenius.
(wie obeu). Op. 3. Ib. 1629. 5 Stb.
fol. [Bolo^'ua. Beide opera am 12. April
1629 iu Palermo uuterz. Von beiden (V)
eine moderne Part. ebd. 466 Seiten.
Sinfonie ad 1 e 2 V. a 2 e Trombone
c. il partimento per Torgano. Palermo
1629 G. B. Maringo. Wasielewski 2, 38
u. 42 Urteil u. Nr. 14 Abdruck eines
Satzes. [Bologna.
Montali, Francesco, lebte im
18. Jh.
In B. Karlsruhe Nr. 686 ein Concerto
di Flauto trav. c. Fl. 2 V. e B.
Montalva, Don Grarzia, ein
Chitaronne-Yirtuose am Hofe zu
Florenz an der Wende des 16. Jhs.
(Yiertelj. 5, 420).
MontalTUS (Monte Calvo, Mona-
taltus, de Monte alto), Franciscus,
ein Spanier, von 1545—46 Sänger
am St. Peter in Rom und vom
30. Jan. 1547 — 1555 in der six-
tinischen Kapelle (Viertel]. 3, 274
u. Reg.; wird noch 1579 genannt).
Montan Kcrton, siehe Berton.
Montanari, Francesco, nicht
Antonio wie Hawkins, Gerber 2
und Fürstenau 2 b, 86 ihn nennen.
Ein berühmter Violinist aus Padua
geb. und seit 1717 bis zu seinem
Tode 1730 am St. Peter in Rom
als Violinist angestellt. Wasie-
lewski 1, 3. Aufl. S. 103 bezeich-
net seine Arbeiten als unbedeutend,
giebt aber sonst nichts Weiteres
an. Die Musikfr. in Wien besitzen
von ihm
6 Sonate a V. e Vcl. op. 1.
Divertimento per Flauto e Pfte. op. 16.
Montanari, Grermintano, ein
Astronom u. Mathematiker zu Padua,
geb. um 1632 zu Modena, gest. 13.
Okt. 1697 zu Padua. Gab heraus:
La tromba parlante ; discorso accademico
sopra gli effetti della tromba da parlar
da lontano, con altre considerazioni sopra
la natura del suouo e dell'echo. Guastalla
1678. 4« (nach Fetis).
Montanaro, Antonio, nur be-
kannt durch zwei Werke im Be-
sitze der Musikfr. in Wien
1. 8 Concerti per 2 V. et acc.
2. Sonata per Vcl. e B. Stb.
Montanaro (Montanari) , Oio-
vanni Battista, ein Komponist
des 16. Jhs.,
ist im Samlwk. 1562 b mit einem 3stim.
Madrigal vertreten (Eitner 1); in Soriano's
2. lib. Madrig. 1.592 mit dem 5stim. Madrig.
Come diro und im hds. Samlwk. Contra-
puuto 2 mit 8 Sätzen. Haberl fand im
Archive des S. Giov. Laterano zu Rom
einige Kompositionen, die er für seine
ßibl. kopierte. Nach, der Dedication So-
riano's zum 2. Buche des 5stim. Madrig.
von 1592 bez. er denselben als seinen
verstorbeneu Lehrer.
Montanos, Francisco de, ein
spanischer Ecclesiastiker zu Valla-
dolid, gab heraus:
Arte de luusica theorica y pratica de
. . . racionero en la iglesio mayor de Val-
ladolid. Valladolid 1592 Cordova. 40.
[B. B. Brüssel 5330. br. Mus.
Arte de canto llano. Salamanca 1610.
4" (Fundort unbekannt).
— . . . con entonacioues comunes de
coro y altar . . . Nuevamente corregido . .
por S. TiOpez de Velasco. Madrid 1648
40. [br. Mus.
— . , . par Don Joseph de Torres
Madrid 1712 Mouille. [Leo Liepm.
— vermehrt von D. Joseph de Torres
Madrid 1728 Miguel de Rezola. kl. 4",
267 S. [Bologna, br. Mus.
— corregido y cumendado por Seb
Lopez de Velasco. Zaragoza 1756 Moreno
40. [Brüssel 5953.
— nuevam. corr. por J. de Torres.
Madrid 1784. 40. [br. Mus.
Im Cerone Nr. 7 ein Canon 0. Text
mit Francesco de Montane gez.
Montant . . . gab vor 1783 zu
Paris opus 1 heraus, 6 Trios für
Guitarre, Violine und Bass (An-
zeige).
Montanus et Neubcrus, Ver-
leger und Drucker in Nürnberg,
siehe Berg und Neuser. Die
Bd. 1 S. 456 erwähnte Motette aus
15541: Christus resurgens befindet
sich auch im Ms. 8, 22 der B. Br.
Montanus, Irenius, Fetis hält
den Namen für pseudonym. In der
Bibl. Berlin u. in Dresden befindet
sich eine Abhandlung von ihm:
3*
Montanas, Philii^pus.
36
Monte, Philippe do.
Historische Nachricht von den (ilocken,
oder allerhand curieuse Anmerkungen vom
Ursprung, Materie, Nutzen, (jebrauch und
Missbrauch der Glocken. Chemnitz 1726
Stöfsel. 80. 136 S. Augeheftet eine
ähnliche Abhandlung von Johann Gott-
fried Hauch; Glockenspieler an der Kirche
St, Peter in Fieiberg.
Moiitjiims, Pliilippus, 1571
Bassist an der Kathedrale zu
Mecheln (Straeten 1, 3).
Moiitariii, . . .
kommt im Sandwk. Airs 1710b mit
5 Airs vor und in Eallard's Meslanges
1727.
JIoHtbuissoii, Victor de, Ave-
nioucnsis (aus Avignon).
Lautenstücke im Besardus 1603, im
Denss 1594, im Ms. B 1030 der B. Dresden
Nr. 10 eine Courante.
Mont<lor2;e , Antoine Gautbicr
de, s. Oauthier de Moiitdor^e.
Monte (Munde), Ae^ld de, Altist
an der Hofkapelle in Wien mit
12 Gld. monatl. vom 1. Dez. 1564
bis 1566 (Köche! 1).
Monte Calvo, siehe Montalviis.
Monte, Christophorus de, Ton-
setzer um 1100 geboren in Feltra
in Italien (Ambros 3, 472).
Im Ms. Cod. 37 zu Bologna die Mo-
tetten: Plaudc decus niundi 4 voc. Do-
minicus a dono 4 voc.
Monte, Cola Nardo di, s. Cola.
Monte, Frauciscus de, Altist
an der päpstl. Kapelle; wird den
2. Sept. 1547 genannt (Viertelj. 3,
274); auch in der erzbischöfl. Ka-
pelle zu Salzburg diente ein Sänger
gleichen Namens als Tenorist (Pere-
grinus 59).
Monte, Joaehlmus de, ist durch
10 Gesänge bekannt, die sich
in den 6 Chorbüchern der B. Leyden,
bez. mit A — E, befinden. Es sind
A solis ortus cai'd. E 377.
Angelus domini. A 135.
Aurea luce et decore. E 71.
Ave maris Stella. E 382.
Benedictus dnus. A 160.
Christe qui lux. E 379.
Christus resurgens. A 141.
Dennis pudici. E 381.
Elisabet. E280.
Surge Petre. A 177.
Monte, Joannes de, tritt im
Sept. 1447 als päpstl. Sänger mit
8 Gld. Gehalt ein, erscheint dann
wieder in den Rechnungen im Dez.
1450—1458. Er ist der Lehrer
des Bartolomeo Ramis (Viertelj.
1, 408. 3, 225—227).
Monte, Fra Jos6 do Espii'ito-
Santo. Ein Geistlicher des 18. Jhs.
und Mönch des Ordens Terceira,
Vikar zu Lissabon u. Chordirektor
im Kloster de Nossa Senhora de
Jesus. Er gab heraus:
Viudicias do Tritono com luiin breve
exame theorico-critico das legitimas, soli-
das, e verdadeiras regras do Canto eccles.
... Lisbao 1791 Ferreira. 4«. VIII,
92 S. (Vasconcellos, Leo Liepm. 1900,
Kat. 144).
.Monte, Lanibertus, ist im
Chorbuche 3 des Stiftskapitels zu Aachen
p. 59 mit einem Magnificat 6 voc, p. 191
mit Magnum triumphum 5 voc. und p. 193
mit Descendi in hoiium meum 5 voc. ver-
treten. Dieselben sind 1579 geschrieben.
4 geistl. Gesge. in neuen Ausg. (Eituer 2
Nachtrge.).
Monte, Lodovico, aus Bologna,
siehe Milioni, Pictro: Vero e
facil modo.
iMonte, Philippe (Filippo) de,
Fotis unter Phili])pe de Mons, wie
er in keinem alten Drucke zu
finden ist. In den Registern der
Hofkapelle zu Wien ist er Phi-
lippus de Monte geschrieben. Ein
Belgier, ob in Mons oder Mecheln
geb., ist noch nicht festgestellt.
Fotis und Straeten streiten sich
darum. Maldeghem im Tresor,
Jahrg. 10, 1874 überschreibt eine
Messe von ihm mit Philippus van
den Berghen, ob aus eigener Er-
findung oder nach Vorschrift des
Originals, sagt er nicht. Auf
seinem Porträt, welches Straeten
5, 80 reproduziert, liest man „aeta-
tis suae 73 anno 1594", er war
demnach 1521 geboren. Am 1. Mai
Monte, Philippe de.
37
Monte, Philippe de.
1568 wird er zweiter Ksl. Kapell-
meister neben Yaet mit 30 Gld.
monatl. Gehalt und 1577 erster
Kapellmeister, f 4. Juli 1603 zu
Prag (Köchel 1, 105. 195. 285).
Nach Coussemaker 6, 13 war er
auch Schatzmeister und Kanonikus
am Dome zu Cambrai, wohnte aber
nur vorübergehend dort. In den
Messen von 1587 nennt er sich
„Philippus de Monte, ecclesiae Me-
tropolitanae Cameracensis Canoni-
cus et Thesaurus et sacratissimi
Rudolph! IL Imperator, Chorus
praefectus". Bestätigt demnach
alle oben angeführten Aerater.
1592 widmet ihm Tib. Massaino
sein Lib. 1. Cantiones 4 voc. und
nennt ihn „Philippe de Monte
Canonico et Thesauris Camera-
censi (Cambrai) necnon S. C.
M(ajestatis) Musicae praefecto". In
der Dedic. selbst bez. er ihn als
einen „8enex venerande" und dann
mit „Tu enim quantumvis senili
aetate". Als er starb war er
82 Jahr alt. Straeten 5, 80 druckt
das Lobgedicht auf ihn von Elisa-
beth Westen ab. Er rauss sich
oft in Italien aufgehalten haben,
denn er war den italienischen
Musikverlegern wohl bekannt und
unterzeichnet mehrere Dedic. in
Venedig, auch bedient er sich da-
bei öfter der italienischen Sprache.
Ein Urteil über seine Komposi-
tionen gebe ich in der AUgem.
deutsch, ßiogr. Von seinen Werken
lassen sich heute noch nachweisen
(geordnet in geistliche und welt-
liche Kompositionen):
Missa ad modulnm: Benedicta es 6
voc. . . . Am Ende: Autv. 1579 Chr.
Plantiuus. Chorb. fol. 26 Bll. [B. Kgsbg.
Hofb. Wien.
Lib. 1. Missaruni. Antverp. 1587 Chr.
Plantiuus. Chorb. in fol. 7 Mess. [B. M.
Missa sex vocum ad tonum Peregrinuni
facta ä . . . Codex 4 fol. Chorb. 29 Bll.
Ms. [Brieg.
Missa super Mon cueur lere conimande,
5 voc. Ms. in Freiberg S. B. Joach. Part.
Berlin Kircheninstit. in P.
. . . Sacranim cantiouum , c. 6 & 12
vocib. quae vulgo Motecta . . . Lib. 1.
Yen. 1585 Gard. 6 Stb. qu4". 29 Bll.
[B. K. B. D.
. . . Sacrarum cantionum c. 6 voc. quae
vulgo Motecta . . . Lib. 2. Yen. 1587
Ang. Gard. 6 Stb. qu40. 28 Bll. Dedic.
in Prag unterz. [Modena: A. B. 5 a et 6 a.
B. D. B. K. br. Mus. fehlt 6a. Köln:
C. 2 A. T. B.
Sacrarum cantionum c. 5 vocibus quae
vulgo Motetta nuncupantur. Lib. 1. Yen.
1572 Scotus. 5 Stb. qu40. 29 Nrn.
[Hofb. Wien.
Sacrarum cantionum c. 5 voc. Lib. 2.
Yen. 1573 Scotus. 5 Stb. qu40. [B. M.
Sacrarum cantionum c. 5 voc. Lib. 3.
Yen. 1574 Scotus. 5 Stb. qu40. 28 Nrn.
[Hofb. Wien. B. M.
Sacranim cantionum c. 5 voc. Lib. 4.
Yen. 1575 figl. di Ant. Gard. 5 Stb. qu40.
[B. M. B. B. B. D.
. . . Sacrarum cantionum cum 5 vocib.
quae vulgo Motetta nuncupantur, Lib. 5.
Yen. 1579 haered. H. Scoti. 5 Stb. 4".
[Bologna. B. M. B. L. Modena: A. 5a.
Sacrarum cantionum c. 5 voc. Lib. 6.
Yen. 1584 Gardanus. 5 Stb. qu40. 28
Nrn. [B. D.
Sacranim cantionum c. 5 voc. Lib. 7.
Yen. 1600 Gard. 5 Stb. 4». 29 Nrn.
[Proske, auch in hds. Part.
Sacranim cantionum c. 4 voc. . . Lib. 1.
Yen. 1596 Gardanus. 4 Stb. qu4o. 29
Nrn. [Hofb. Wien: B.
... II 1. lib. de Madr. spirituali a
6 voci . . . Yen. 1583 Gard. 6 Stb. qii40.
29 Madr. In Wien gez. [B. A. B. D.
Yerona S. f : T.
... II 2. lib. de Madr. spirituali a 6
& 7 voci . . . Yen. 1589 Gard. 6 Stb.
qu4''. 22 Madr. In Yenedig gez. [B. M.
Florenz B. n. br. Mus: 6a.
... II 1. lib. de Madr. spirituali a 5
voci . . . Yen. 1581 Gardano. 5 Stb.
qu40. 30 Madr. In Wien gez. [B. A.
B. D.
Eccellenze di Maria Yergine descritte
daireccell. Sig. Oratio Guarguante Med.
Fis. Esposte in Musica dal ... A 5 voci.
Yen. 1593 Gard. 5 Stb. qu4''. 42 Nrn.
[Yen. Marco: B.
Chansons, Ödes et Sonets de Pierre
Ronsard ä 5. 6. 7 pts. mis en musique
par . . . Liv. 2. (Liv. 1 von Castro.)
Lovain et Anvers 1575 Phalese et Beilere.
5 Stb. qu4o. [B. K. B. B: Superius.
Monte, Philippe de.
38
Monte, Philippe de.
B. M. fehlt 5 a. Upsala: a Paris 1575:
A. T. B. 5 a.
La fiammetta Canzone di ... insieuie
altre Cauzoni et Madrigali vagliissiini a
7 voci, con uu Echo ii 8 . . . Lib. 1.
Ven. 1599 Gaidano. Dedic. in Venedig
gez. 7 Stb. 40. 30 Gosge. [ß.A: fehlt
5a. B. D. B.Fikft: C. 5a. 6a. B.K:
C. B. Florenz B. n. fehlt B. Bologna: 6a.
Musica sopra il pa.stor fido di . . . Oue
si contengono Canzoni, & Madrigali vaghiss.
. . . Lib. 2. a 7 voci. Ven. 1600 Gard.
7 Stb. 40. 29 Gesge. [B. A. fehlt 5 a.
Proske: 6 a. Oxford Ch. Ch. kompl.
II 1. lib. de' Madrigali a 6 voci di . . .
ristamp. Lib. 1. Ven. ]569 Claudio da
Corregio. 6 Stb. riu4". 25 Gesge. [Hofb.
Wien fehl. C. 6 a. Venedig Marco 5 Stb.
Verona S. f : C. T. B.
— . . . Madr. 6 v. Von. 1570 Scotto.
6 Stb. 4". [B. B:C. br. Mus:A. Flo-
renz B. n. fehl. C. T.
— ... 1. lib. Madr. G v. rist. Scotto.
1574. 6 Stb. 40. [Bologna: A. Modeua
fehlt 6a. Verona S. f : 6 Stb. Born Ce-
cilia fehlt C br. Mus. fehlt 6 a.
— Scotto 1582. 6 Stb. 4». [B. B:
C. A. B. B. D. B. Köln: C. B. B. M.
Hofb. AVien : C br. Mus. Modena. Bo-
logna feiil. T. 6 a. Von. Marco fehl. C. A.
Neapel CoGs: fehl. T. B.
— Ang. Gardano rist. 1592. 6 Stb.
[Rom Cecilia fehl. C. A.
— l'herede di Girol. Scotto rist. 1573
(Vogel glaubt, dass es 1594 erschien, da
aber Scotto im Sept. 1573 starb, so liegt
kein Grund vor an 1573 zu zweifeln).
6 Stb. [Rom Ceciha fehlt C
. . . n 2. lib. delli Madr. ä 6 voci, di
nuouo da lui composti . . . Ven. 1569
Scotto. Dedic. in Wien 1569 gez. 6 Stb.
4". 29 Madr. [B. M. Mailnnd Cons: C.
Rom Cecil. Bologna, br. Mus: fehlt 6a.
Hofb. Wien.
— 1571 ib. [br. Mus: 5a.
— ristamp. Scotto's Erben 1576. 6 Stb.
40. [B. B. Rom Cecil. felüt T. Bologna:
A. br. Mus: C
— rist. ib. 1582. 6 Stb. 4°. [B. D.
B. Köln: C B. Bologna: C. A. B. Mo-
dena. Mantua A. G: 5 a. Vened. Marco
fehlt C. A. Florenz B. L: 5a. br. Mus.
Glasgow.
... II 3. lib. de Madr. a 6 voci . . .
Lib. 3. Ven. 1576 Ang. Gardano. 6 Stb.
qu40. 29 Madr. [Vened. Marco. Rom
Cecil. fehl. C. A. Paris Nat: A. Modena.
C. P.
— ristamp. ib. 1585. 6 Stb. [B. D.
B. M. Bologna fehlt 6 a.
... II 4. lib. de Madr. a 6 voci. Ven.
1580 Ang. Gard. 6 Stb. fiu40. 20 Gesge.
[B.B:T. B. D. B. M. Bologna: B.
Florenz B. n. fehl. T. 6 a. Rom Cecil.
fehl. C. A. Paris Nat: A. br.MusiC.
— ristamp. ib. 1589. [Florenz B. n.
— ristamp. ib. 1592. [Bologna fehlt 6 a.
... II 5. lib. de Madr. a 6 voci . . .
Ven. 1584 Ang. Gard. 6 Stb. qu40. 28
Gesge. [Bologna, br. Mus : C. T. B.
— rist. ib. 1585. [br. Mus: A. 5a.
... II 6. lib. de Madr. ä 6 voci. Ven.
ib. 1591. Dedic. in Venedig 25/5 1591
gez. 6 Stb. qu4". 29 Gesge. [Bologna:
A. T. 5 a.
... II 7. lib. de Madi-. ä 6 voci. Ven.
1591 ib. 6 Stb. (iu4o. 29 Gesge. Dedic.
in Venedig 1.5/10 91 gez. [B. B: B.
... II 8. lib. de Madr. 11 6 v. Ven.
1594 ib. Dedic. in Venedig 1/1 94 gez.
6 Stb. qu4<'. 29 Gesge. [Bologna: B.
La Ruzina Canzone di Filippo de Monte,
insieme un'altro di Cipriano de Rore, et
altri Madrigali de diuersi famos, autori a
6 voce. Ven. 1591 Gardano. 6 Stb. 4»
(.siehe Eitner 1, 1.591 b). [Kassel. Proske
fehlt T. 6 a. B. A. Modena fehlt T. br.
Mus: C.
Madrigali a 5 voci de ... Lib. 1.
Roma 1554 per Valerie & Luysi Dorici
fratelli. 5 Stb. qu4". 26 Gesge. [Rom
CeciUa: T. A. B.
— Ven. 1560 Scotto. [Florenz B. L: A.
— Ven. 1570 ib. [Bologna: C A. 5a.
Florenz B. L: C. br. Mus. T.
— Vineg. 1576 ib. [Belog, br. Mus :
C. A.
— ib. L580. 5 Stb. 40. [B. D. B.M.
Hofb. Wien fehlt 5 a. Belog. Neapel
Cons. Lincoln Ch. L. kompl., T. def.
. . . H 2. lib. de Madrig. a 5 voc. . .
Ven. 1567 Gardano. 5 Stb. qu40. 31
Madr. Dedic. in Venedig 3/3 67 gez.
[Bologna: T,
— Ven. 1570 Scotto. 5 Stb. 4«. [Be-
log: C. A. 5a. Rom Cecil: B. br. Mus:
C. T. B.
— Ven. 1576 ib. rist. [Bologna.
— ib. rist. 1580. [B. D. B. M. Hofb.
Wien: fehlt 5a. Bologna. Modena: B.
i Neapel Cons. Lincoln Ch. L. br. Mus : C.
— ib. rist. 1598. [Florenz fehlt B.
... II 3. lib. delli Madr., a 5 voci, con
uno a 7 nel fiue. Ven. 1570 Scotto. 5
Stb. 4". 20 Madr. [Belog. Verona S.
f: T. Rom Cecil: A. B. br. Mus: A.
T. 5 a.
— rist. ib. 1573. [Bologna: B. 5a.
Florenz B. L: C. br. Mus: B.
— rist. ib. 1578. [Bologna.
Monte, Philippe de.
39
Monte, Philippe de.
— rist. ib. 1581. 5 Stb. 4P. [B. D.
B. M. Hofb. Wien fehlt 5 a. Bologna.
Modena: B. Neapel Cons. br. Mns: C.
... II 4. lib. delli Madr. ii 5 voei . . .
Vineg. 1571 Scotto. 5 Stb. 4". 32 Madr.
[Hofb. Wien. Florenz B. L : C. br.
Mus: A.
— rist. ib. 1576. [Bologna. Bolog.
Petronio.
— rist. ib. 1581. [B.D. B.M. Hofb.
Wien: C A. T. B. Bolog: C Modena:
B. Neapel Cons.
Madrigali di ... a 5 voc. Lib. 5. Ven.
1574 Gardano. 5 Stb. qu40. 29 Nrn.
Dedic. in Wien gez. [B. B:T. B.D.
B.M. Bolog. Modena. Paris Nat: A.
— rist. ib. 1592. [Amst: B. Bolog.
fehlt B.
. . . n 6. lib. delli Madr. a 5 voci. Ven.
1575 Gardano. 5 Stb. qu4«. 29 Nrn.
Dedic. in Prag gez. [Hofb. Wien : C.
Florenz B. n: C A. T. 5a. CR 5 Stb.
— rist. ib. 1588. [Hofb. Wien: T. B.
5 a. Bologna, br. Mus.
... U 7, lib. delli Madr. ä 5 voci . . .
Ven. 1578 Gard. 5 Stb. qu40. 24 Madr.
Dedic. in Wien gez. [Hofb. Wien. Mo-
dena: A.
— rist. 1583 ib. [B.D. B.M. Proske:
T. Belog, fehlt 5a. Florenz B. n: C. T.
5 a. Brüssel: B. 5a. Paris Nat: A. br.
Mus: C. A. T.
. . . L'ottavo lib. delli Madrig., a 5 voci
. . . Vineg. 1580 Scotto. 5 Stb. 40. 29
Madr. [B.D. B.M. B. Kgsbg: C.
Brüssel fehlt A. Hofb. Wien. B. K.
Modena. Bolog: C. A. Vened. Marco
fehlt A. Neapel Cons.
— rist. 1586, ib. [Bologna.
. . . H 9. lib. de Madr. a 5 v. Vineg.
1580 Scotto. 5 Stb. 4^. 29 Gesge. DecUc.
in Prag gez. [B. D. B. M. B. K. Hofb.
Wien. B. Kgsbg : C. Bolog. Modena.
Neapel Cons. br. Mus. fehlt A.
... n 10. lib. deUi Madr., a 5 voci
. . . Vineg. 1581 Scotto. 5 Stb. 4°. 28
Madr. dedic. in Wien. [B. D. B. M. B.
Kgsbg: C. Bolog. fehlt A. Florenz B.
R: A. 5 a mit falschem Titelbl. Hofb.
Wien. Rom Cecil. Rom Casanat: C- B.
5 a. Modena: B. Neapel Cons. br. Mus,
C. P.
. . . L'vndecimo lib. delli Madr. ä 5 v.
. . . Ven. 1586 Gard. 5 Stb. qu40. 28
Nrn. Dedic. in Prag gez. [B. B : B.
B.D. Bologna fehlt 5a.
... II 12. lib. delli Madr. ä 5 v. . . .
Ven. 1587 Gard. 5 Stb. qu40. 29 Nrn.
Dedic. in Prag gez. [B. D. Hofb. Wien:
T. B. 5 a.
... II 13. üb. delli Madr. ä 5 v. . . .
ib. 1588. 5 Stb. qu40. 26 Nrn. [B. A.
B. B: B. B.D. Hofb. Wien: T. B. 5 a.
Modena. Bolog: fehlt 5a.
... II 14. lib. delli Madr. ä 5 v. . . .
ib. 1590. 5 Stb. qu4o. 29 Nrn. Dedic.
in Wien gez. [Hofb. Wien: T. B. 5a.
Modena fehlt B. br. Mus : 5 a.
II 15. lib. de Madr. a 5 v. di . . .
Ven. 1592 Gai-d. 5 Stb. qu40. 29 Nrn.
In Venedig unterz. [B. B : B. Bolog.
br. Mus. fehlt A.
II 16. lib. de Madr. a 5 v. di . . . ib.
1593. 5 Stb. qix4". 29 Nrn. Dedic. in
Venedig gez. [B. B. Bologna.
... II 17. lib. delli Madr. ä 5 v. . . .
ib. 1595. 5 Stb. qu40. 29 Nrn. In
Venedig dedic. [B. B : B. Bologna. Flo-
renz B. n: A.
. . . H 18. üb. de Madr. a 5 v. . . . ib.
1597. 5 Stb. qu40. 29 Nrn. In Vened.
dedic. [B.B: B.
... II 19. lib. delli Madr. ä 5 v. . . ib.
1598. 5 Stb. qu40. 29 Nrn. In Prag-
dedic. [B. B:B. Bologna fehlt 5 a.
... II 1. üb. de Madr, a 4 voci . . .
Ven. 1562 Ant. Gard. 4 Stb. qu40. 31
Madr. Dedic. in Neapel gez. [Verona
S. f. Florenz B. L: T.
— rist. 1586 Scotto. 4 Stb. 4«. [Hofb.
Wien.
... II 2. Üb. delli Madi'., a 4 v. . . .
Vineg. 1569 Scotto. 4 Stb. 4". 31 Nrn.
In Neapel dedic. [Bologna: C. br.Mus:T.
— rist. 1585 Scotto. [Hofb. Wien.
Bologna.
11 3. lib. de Madr. ;\ 4 v. di . . . ristamp.
Ven. 1585 Scotto, 4 Stb. 4^. 29 Nrn.
dabei eine von cle la Oostena, p. 31.
[Hofb. Wien. Bolog. Florenz B. n: C.
A. B. Neapel Cons: C. T. B.
... II 4. lib. de Madr. a 4 v. Ven.
1581 Gardano. 4 Stb. qu40. 21 Madr.
Dedic. in Wien. [B.M. Bolog. Ven.
Marco: C. T. B. Brüssel: C. T. B. Paris
Nat: A. C P. 4 Stb.
— rist. ib. 1588. [Wolfenb. Bolog.
Neapel Cons: C T. B.
... II 1. lib. de Madr. a 3 voci. Ven.
1582 Gardano. 3 Stb. qu4*>. 29 Madr.
[B. B. Bolog.
84 Gesänge in alten Samlwk. (Eitner
1). Ferner in Stef. Felis Lib. 3 Motett.
1591 p. 19: Ave virgo gratiosa 5 voc. —
In desselben 6. lib. de Madrig. 1591 p. 7 :
AI discioglier d'un groppo. — In Scotto's
2. lib. de Madr. 1567: Si dolcemente e
anior. Donna da bei vostr' occhi. — In
G. B. Mosto's 1. üb. fiore deUa Ghirlanda
1577: Caro pegno del oielo. Amor m'ac-
Monte, Philippe de.
40
Monte, Philippe de.
cende. — In Vincenti's Musica de div.
autori 1584: Crudel aspro dolore 8 v. —
In Yonge's Musica transalpina 1588: 1.
Per diviua bellezza 4 v. 2. In quel parte
del ciel 5 v. 3. Per divina bellezza 2. p.
— In P. Bozi's Giardinetto 1588: Caro
dolce niio 3 v. — In Ang. Gardano's
Dialoghi music. 1590, 5 Gesge. zu 7, 8
u. 10 Stim. — In Aniadino's Florindo
1593 : Poi che piu volte 5 v. — In Pha-
lese's Paradiso löOii: Tu nii piagasti a
morte 5 voc.
In Phalese's Ghirlanda
1601: S'io ti segno. fii mi dicesti. —
In Ang. Gardauo's I diporti 1601 fünf
Gesänge mit II Verno überschi'ieben. —
In Orfeo Vecchi's Scelta de Madr. 1604:
Che fai alma (Tu es gloi'ia). Tall'hor tace
2. p. — In Moliuaro's Faticho spirit. Lib.
1. 1610: Se giainai teui])0 (0 beate Lau-
renti) und im 2. Buch 1610: 4 Motetten
mit Italien. Text. — In La Hele's Messen-
Samlwk. 1577 eine 6stim. Messe.
In neuen Ausg. 17 Gesge. (Eitner 2).
Manuscripte :
In B.B:
Ms. Z15. Chorbuch, 16. Jh. Fol. 66.
Missa 6 voc. sup. Nasce la pena mia.
Schluss fehlt.
— Z25. Chorbuch, 16. Jh. Fol. 30
Missa: Anchor che col partire 4 v. —
Fol. 166. Missa 6 voc. (Disc. d. d eis d
f e).
Ms. 14, 670. Part, neuerer Ild. Missa
5 voc. (Cant. 1 : d. g d. e f e d c b a).
— Z27. Part, von 1624. Enth. 31
Motetten zu 5—8 Stim. auf S. 273 ff.
313 ff. 337 ff. 371 ff. 440 ff.
— Z28. Part, von 1599. S. 123:
Laudate Dnum. 3 voc.
— W34, 359—60 in Part. Beati qui
habitant 5 v. Nou turbetur cor vestruni
5 voc.
12612. Ad te levavi 5 v. 1583. P.
L821. Madrigale 6 v. del libro 9. P.
— Z32. Lautenbuch des 16. Jhs. S.
146: Priucipio deUa Battaglia.
In B. Breslau (siehe Kat.) 9 Messen
und 6 Motetten.
In B. Zw. (s. Kat.) 1 Messe u. 2 Mot.
786 in B. Prosle, Motetten, Tenor
fehlt (8 Stb.)
In B. A: 6 Canz., 1 Magnif. und 1
Messe, s. Kat.
B. Danxi'u : Missa sup. Nasce la pena
mia, 6 voc. Nr. 7 im Ms. Mus. qS9
a— f. 6 Stb. qu40. Ebd. Nr. 9 Missa sup.
Cum Sit omnipotens 6 voc. — Nr. 41,
Tulenmt Duum. 6 voc. c. 2. p.
In B. M. 4 Missae 1. super Aspice
Dne. 6 voc. 2. sup. Benedicta es 6 et
8 voc. 3. sup. Si ambulavero 6 v. 4.
sup. Ad te levavi 5 v. in Chorb. — 4 Mo-
tett. und 1 Litania 7 voc. in Part. — 5
Motett. in Talnüatur. — 1 Madrigal.
In Proske 774. 786. 813 u. 879 aller-
lei Gesge.
In B. L. 5 Mot. 5—7 voc. (siehe Kat.).
In Hofb. Wien, Ms. 15606 in Part. 2
Missae: sup. Ad te levavi, 5 voc. Si
ambulavero, 6 voc. Die 1. Messe auch
Ms. 18486.
— 15946. Chorb. Hofb. Wien:
Missa sup. Mon coeur le recominauda,
5 voc, fo. 94.
Missa sup. Nasce la pena mia, 6 voc.
fol. 119.
Missa s. n. (Disc. a. a a a c. h a g a
a g.) 6 voc. fol. 144.
— 15948, ib. Chorbuch:
Missa s. n. 6 voc. dieselbe wie vor-
her, fo. 1.
Missa sup. Quando lieta speray 5 v.
fo. 23.
Missa sup. Ultimi miei sospiri, 6 voc.
fo. 48.
Missa s. n. 6 voc. (Disc. Pause d f f
g g b c d f c). fo. 149.
Missa pro defunctis 5 voc. fo. 206.
— 15 951, ib. Chorb. des 16. Jhs:
Missa s. n, (Disc. d. d e fis g. f e d c
h a h. c d.). fo. 1.
Missa sup. Cum tu omnipotens, 6 voc.
fol. 28.
Missa sup. Cara la vita mia, 5 voc.
fo. 91.
Mis.sa s. n. 8 voc. fo. 183.
— 16194, ib. Chorb. 16. Jhs. Missa
sup. Nasce la pena mia 6 voc. fo. 33
(wie Ms. 15945). Missa 8 voc. (Di.sc. g
h a a h c d c h a h) fo. 75.
Ambraser Samlg. in Uofb. Wien, Chorb.,
16. Jh. Missa de Sancta Trinitate 4 voc.
Nr. 4.
— 16693 ib. Chorb. Asperges me 5
voc. fo. 33.
— 19189 ib. Chorb. Nr. 34: Domine
Jhesu Christe, 5 voc.
Ms. Codex in der Salvatorkapelle der
Kirche S. Maria auf dem Capitol in Rom
enth. 4 Messen (u. 1 von Lassus). Com-
mer, Mus. sacr. Bd. 24 druckt eine da-
von ab.
Bologna (Kat. 2, 169), P. eines geistl.
Satzes. Kat. 2, 466: Stella quain vide-
rant, 7 voc. P.
In 1881 des R. C. of Mus. 3 Madr. in
Stb. Ein anderes in 1940 und 1943. 2
Madr. u. 1 Mot. in Lautentab. in 1964.
Im br. Mus. Ms. 238 P. von 2 Madrig.
Monte, Eyckaert de.
41
Monteclair.
Monte, Ryckaert de, Lautenist
am Hofe Ks. Karl V. um 1530
(nach Straeten).
Monte, Tilinianns de, tritt im
Mai 1471 als päpstl. Sänger ein
und ist bis 1475 zu verfolgen.
1473 ist sein Name Worst ge-
schrieben (Viertelj. 3, 230 ff.).
Monteacuto, Martin us de, 1522
päpstl. Sänger (Viertel]. 3, 259).
MontecalYo, Ricardo de, 1475
bis 76 päpstl. Sänger mit 6 Gld.
Gehalt (Viertelj. 3, 231).
Monteeeneri, D. Benedetto,
Vikar an S. Michele in Boco im
Anfange des 17. Jhs., nur bekannt
durch ein
Coucerto a voce sola in Adr. Banchieri's
3. lib. di nuovi pensieri ecclesiastici 1613,
Bl. 30.
Monteclair, Michel Pignolet
de, geb. um 1666 zu Chaumont
en ßassigny, gest. im Sept. 1737
in seinem Landhanse bei St. Denis.
Knabensänger an der Kathedrale
zu Langres, wo er auch seine
Studien machte. Nachdem er an
verschiedenen Kirchen der Provinz
Dienste geleistet hatte, engagierte
ihn der Prinz von Vaudemont als
Musikmeister und nahm ihn als
Begleiter mit nach Italien. 1700
lebte er in Paris und wurde 1707
im Orchester der grofsen Oper als
Contrabassist angestellt. Am 1.
Juli 1737 wurde er pensioniert
(Fetis). Er war ein tüchtiger Kom-
ponist und hat theoretische und
praktische Werke hinterlassen. An
Opern sind bekannt:
Les festes de l'ete, Opera -ballet en
3 actes et un prologue, repres. 12/6 1716.
Paris, Chr. Ballard. Part. fol. [Upsala.
Paris l'opera. C. P. Brüssel. Paris Nat.
in 2. Ausg. br. Mus.
Jephte, ti'agedie lyrique (tiree de l'ecri-
ture sainte) eu 5 actes et un prologue,
repres. 28'2 1732 (et remise lT33j. Paris,
Boivin. P. fol. [Brüssel. C. P. Brüssel
Cons. Paris Nat. Dresd, Mus.
— 2. edit. [Paris l'opera. Paris Nat.
■ — 3. edit. augmentce, ib. Part. 232 S.
[B. Wagener. Paris Nat. br. Mus.
2 Motets im Ms. Paris Nat.
Cantates fran(,-aises et italiennes. Liv.
1—3. Paris 1709 — 1717. [Paris Nat.
Paris Arsenal. B. Hbg. Liv. 1-2. C. P.
Cantates a 1 et ä 2 voix et avec Sin-
fonie ... 2. liv. Paris, grav. par Du
Plessis. fol. 7 Cant. [br. Mus. C. P.
4 Cantates im Ms. P. 1. Le depit.
2. Le Triomphe. 3. La Badine. 4. La
niort de Didon. [Fundort fehlt.
Brunetes anciens et modernes appro-
priees ä la flute trav. av. uue basse d acc.
1. recueil cont. 12 suittes, qui peuvent
aussy se jouer sur la Flute a bec, sur le
V., Hautb. et autres iustrument. Paris.
4". [Rostock. C.P.
Serenade, ou Concert, divise en 3 suites
de pieces pour les V., Fl. et Haut-bois
composees d'airs de fanfares, d'aires ten-
dres, et d'aires cbampestres, propres a
danser, par . . . Pai'is 1697 Chrstph.
Ballard. 3 Stb. qul». [Ilofb. Wien :
Dessus 1. 2. Paris Nat. kompl.
6 Coucerts pour 2 Flütes seules. Paris.
[C. P. Paris Nat.
Methode pour apprendre la musique,
avec plusieurs le^^ons ä une et deux voix
divisees en 4 classes. Paris 1700. 4*^.
[Paris Nat. Bibl. der Stadt Rennes.
Fetis sagt: es giebt eine 2. Ausg. von
1737.
Noxivelle methode pour appi'endre la
musique pai' des demonstrations faciles,
suivies d'un grand nombre de lecous ä 1
et ä 2 voix, avec des tables qui facilitent
Fhabitude des transpositions , dediee ä
M. Couperin. Paris 1709 l'auteur. 4".
64 S. [B. B: Paris chez Foucault. fol.
B. Wagener. Dresd. Brüssel. Glasgow.
Paris Nat. Paris Mazariu. Stadtb. Amiens.
Stadtb. Rennes. Stadtb. Ronen. Bologna.
Eine 2. Ausg. soll nach Fetis 1736 er-
schienen sein.
Methode facile pour apprendre a jouer
le "Violon avec un abrege des Principes
de musique necessaires pour cet Instru-
ment. Paris (1711) Foucault. kl. qu4'^.
25 S. [B. Wagener. Paris Nat.
Nach Fetis erschien eine 2. Ausg.
Paris 1736.
Principes de musique. Divisez en 4
parties. Paris 1736. fol. (vielleicht ist
dies die von Fetis vorher erwähnte
2. Ausg.). [B. B. ohne Jahr. Glasgow.
Stadtb. Besanyon. br. Mus. s. a.
Eine Chanson in neuer Ausg. (Eitner 2
Nachträge).
Monteiro.
42
Montemayor, Cristoforo.
Monteiro, Joao Meiides, geb.
zu Evora in Portugal im 16. Jh.
Studierte unter Manuel Mendes.
Die zerstörte Bibl. zu Lissabon be-
safs einige seiner Kompositionen
im Ms. (Vasconcellos).
Moiitella, GrioYanni Domenico,
aus Neapel geb. Im Drucke von
1594 nennt er sich einen Laute-
nisten der Kgl. Kapelle zu Neapel,
auch Romano Micheli führt ihn
in seiner Musica vaga als Mitglied
der Kgl. Kapelle an. Florimo 1, 69
bez. ihn als Organisten, Harfenisten
und Lautenisten. Da das Werk
1602 sein Schwanengesang genannt
wird, so muss er wohl 1601 oder
1602 gestorben sein. Seine ^Yerke
erschienen noch bis 1612, Vogel
giebt zwar hie und da einen Aus-
zug aus den Dedic, doch ist bei
der Unterschrift nie der Name des
Schreibers genannt. Bei Nr. 9 von
1604 (Vogel 1, 498) heifst es aber
„me« Madrigali ä 4 voci'' und
dies kann doch nur der Autor
selbst schreiben, dagegen müssen
den Dedic. zufolge die Werke von
1607 ab von anderen herausgegeben
worden sein, wie auch der Titel
zum 2. Buch 4stim. Madrigali aus-
sagt. Von seinen Kompositionen
sind bekannt:
Lamentationes et alia ad officium heb-
dom. sanctae 4 voc. Napoli 1602 Jo. Jac.
Carlinus. 4 Stb. 40. 16 Nrn. [Cap.
Later.
Moteetorum 5 voc. Hb. 1. Napoli 1603
Vitalis. 5 Stb. fol. [Florenz B. n.
Psalmi ad completorium octo et qua-
tuor voc. Napoli (s. a.) SubtUis. [Flo-
renz B. n: B.
1. lib. de Madrigali a 5 voci di . . .
Napolitauo. Napoli 1594 (1595?) stam-
pata dello Stigliola ä Porta regale. 5 Stb.
40. 23 Nm. In der Dedic, gez. Napoli
28/6 94, teilt er mit, dass dies sein erstes
AVerk sei. [Modena. Bologna: C.
2. lib. de Madrig. a 5 voci di . . .
Ven. appr. G. Vincenti. Dedic. mit 16 9
1596 gez. 5 Stb. 4». 21 Nrn. [Modena.
3. lib. de Madrig. a 5 voci di . . . Nap.
1G02 G. Jac. Carlino. 5 Stb. 4». 21
Madr. [Florenz B. n: C. B. oa.
4. lib. de Madr. a 5 v. di ... Nap.
1602 ib. 5 Stb. 4». 21 Madr. [Florenz
B. n. A. T. B. 5 a. Neapel Cons : C A. B. 5 a.
5. lib. de Madr. a 5 v. di . . . Nap.
1603 Ant. Face. 5 Stb. 4". 21 Madr.
[Florenz B. n: A. T. B. 5a.
6. lib. de Madr. a 5 v. di . . . Napoli
1603 Jo. Felix Paduan' incidit. 5 Stb. 4».
21 Madr. [Florenz B. n: C. A. B. 5 a.
Neapel Cons: C. T. 5a.
7. lib. de Madr. a 5 v. di . . , Napoli
1605 G. B. Sottile. 5 Stb. 4P. 21 Madr.
[Florenz B. n: A. T. 5 a. Neapel B. n: A.
br. Mus.
8. lib. de Madr. a 5 v. di . . . Napoli
1607 Sottile, per Scipione Bonino. 5 Stb.
40. 21 Nrn. [Hofb. Wien. B.K:C. A.
T. B. Neapel Cons: A. T. B.
1. lib. de 'Madrig. a 4 voci di . . . Nap.
1604 Sottile. 4 Stb. 4«. 21 Madr. [Flo-
renz B. n: B. Neapel Cons: C. A.
2. lib. de Madr. a 4 voci di . . . Rac-
colti e dati in luce per Gio. Fr. Benna.
Nap. 1607 stampa di Sottile. per Scip.
Bonino. 4 Stb. 4". 21 Madr. [Bologna:
B. Neapel B. n: A. br. Mus: T.
3. lib. di Villanelle a 4, et Arie ä 2
voci. Di . . . Nap. 1613 Gargano &
Nucci. . . P. Paolo Riccio libr. 4 Stb. 4".
21 Madi-. [Florenz B. n: T. defect.
4. lib. di VillaneUo a 4 v. di . . . Nap.
1612 Carlino. 4 Stb. 4". 21 Madr.
[Florenz B. u: T. B.
Siehe auch Montelli, Mico.
Montelli, . . . Die Bibl. der
Musikfr. in Wien besitzt:
3 Terzetti per Fl. Va. Vcl. — 3 Trios
per Fl. Clarinette et Alto. Er lebte viel-
leicht noch im 18. Jh.
Montelli, Mico.
In Ancina's Tempio armonico von 1599
die Madrigale: Deh tram' in pace. — Ri-
fondi ä Talma mia. — S'al tiio felice
sguai-do. — Vergine Maria. — Aprimi
'1 petto. — Vergin donna del ciel 3 voci.
— In Arascione's Nuove Laudi ariose
1600 p. 34 ein Ge.sg. zu 4 Stirn. Der
Kat. Bologna 2, 350 u. im Reg. klammert
den Namen Domenico MonteUa ein, dem-
nach mixsste er derselbe wie der vorher-
gehende Giovanni Domenico MonteUa sein.
Montemayor, Cristoforo. In
Ancina's Tempio armonico von
1599 befinden sich die Gesänge:
Sorgi dal sonno c. 2. p. — Donna
Montemayor, Francisco.
43
Monteverdi, Claudio.
gloriosa 3 voc. und in Arascione's
Nuove Laudi ariose 1600 auf pag. 4,
17, 22 u. 29 vier Gesge. zu 4 Stirn.
Montemayor, P. Fr. Francisco,
ein Spanier des 17. Jhs. Ein Re-
quiem 8 voc. im Eslava (Eituer 1).
3Ionte-3I6r, Jorge de, geb. um
1520. Micbaud erwähnt seiner um
1552 in Portugal lebend, gest. zu
Turin den 26. Febr. 1561. Yas-
concellos widmet ihm einen länge-
ren Artikel und feiert ihn als be-
deutenden Musiker, ohne ein Werk
von ihm namhaft machen zu können.
Montenclos,
bekannt durch:
Eobert le Bossu, ou trois soeurs. Yaude-
ville en 1 acte par la Citoyenne . . . Repres.
sur le theatre Montansier-Vaiietes, le 22.
Pluviuse au 7 (1. Febr. 1799). Paiis chez
l'auteur an 7. 8*^. Nur Textb. in Schwe-
rin F.
Monte Negro, Domenico, gab
das Samlwk. heraus:
II 1. lib. deUe YiUanelle a 3 voci di . . .
E altri Auttori Nouamente composte . . .
Yen. 1590 Yincenti. 3 Stb. 8». 27 Ge-
sänge von Gasp. Locatelli, MetaUo 19, Ag.
de Mitis, Dom. Montenegro 2, Giorg.
Montenegro, Gio. de Piccoli, Oratio San-
guigno 2 (siehe das Reg. bei Yogel 1, 500).
[Hofb. ^'ien. Rom Cecilia: B.
Montenegro, Oiorgio,
in obigem Samlwk. von Monte Negro
der Gesang: Fuggimi pur 3 voc.
Monte dell'Olmo, Girolamo da,
siehe Grirolamo.
Monte regali, s. Eustachius.
Monteriso, Criuseffo, Sopranist
an der Hof kapeile in Wien mit
700, dann 1400 Gld. Gehalt vom
1. Okt. 1716 bis 1. April 1749;
wird Pension., ist aber von 1756
bis 1769 wieder als Sänger ver-
zeichnet (Köchel 1).
Monterotundo, Hannibal de,
1545—1551 Sänger am St. Peter
in Rom (Yiertelj. 3, 277).
Montesano, Alfonso, da Maida,
sein Geburtsort im Neapolitanischen.
Er gab heraus:
Madrigali a 5 voci di Don. . . Lib. 1.
Napoli 1622 Ottav. Beltrano. 5 Stb. 40.
21 Madr., dabei 3 von Franc. Oemino.
[Bologna: C. T. B.
Montesardo (Monte Sardo, Monti-
sarduus, Monsardus), (xirolamo del,
war um 1608 Kapellmeister an der
Kathedrale zu Fano (römische Pro-
vinz). 1612 lebte er in Neapel,
nach der Dedic. und gab heraus:
Ecclesiastici Concentus; Yna. 2. 3. 4.
5, & 8. vocibus canendi. Cum Basso ad
Organum. Opera 8. Yen. 1608 Ang. Gar-
danus. 5 Stb. 40. 22 Gesänge. [B. Br.
fehlt Bc] Obiges Amt und Namenvaiian-
ten nach dem Titel.
Amphiteatmm angelicum divinaium can-
tionum 1. 2. 3.-8. voc. Op. 12. Yen.
1612 Yincentius. [B. M: B.
In alten Samlwk. 4 Motet. (Eitner 1).
I lieti giorni di Napoli concertini ita-
liani in aria spagnuola ä 2, e 3 voci con
le lettere dell'Alfabeto per la Chitarra
Madrigal etti, et Arie gi-avi passaggiate ä uua,
e due voci per cantare alla Tiorba, Graue-
cimbalo, Arpa doppia, & altri Istrum. Di
. . . Op. 11. NapoH 1612 Gargano & Nucci.
Ad instanza di P. P. Riccio. Dedic. gez.
in Neapel am 1/3 1611. Er ging also
nicht nur nach Neapel, um den Druck
zu leiten, sondern muss daselbst gelebt
haben. 1 vol. in 4». 40 S. 19 Gesge.,
dabei ein Franc. Lamharcli. [Glasgow.
Fetis nennt ihn einen Guitarristen, der
zu Florenz geb. und auch dort lebte (sie?)
und herausgab: Nuova inventione d'inta-
volatura per sonare i balletti sopra la
chitarra spagnuola, seuza numeri e note.
Firenze 1606. 4°. Die B. der Musikfr.
in Wien besitzt ein Exemplai-, doch ist
der Autor Montessardo., Oirolamo^ ge-
zeichnet.
In B. Br. im Ms. ein Puer qui natus
est nobis, s. Kat.
Montevenuti, Carlo, geb. zu
Faenza; um 1727 wurde er Kapell-
meister an der Kathedrale zu Ro-
vigo, wo er auch um 1737 starb.
Fetis zeigt von ihm an:
Sonate da chiesa a piü stiiiraenti. Bo-
logna. Eine andere Ausgabe erschien bei
Roger in Amsterdam.
Montererdi (in alten Drucken
fast durchweg Monteverde), Clau-
dio, geb. im Mai 1567 zu Cre-
mona, getauft am 15. Mai, gest.
29. Nov. 1643 zu Venedig. Schii-
Monteverdi, Claudio.
44
Monteverdi, Claudio.
1er des Marc'Ant. Ingegnieri. Mit
16 Jahren trat er bereits als Kom-
ponist auf. Er war auch ein treff-
licher Violaspieler. Kurz vor 1590
hielt er sich einige Zeit in Mai-
land auf, wo er besonders durch
sein Yiolaspiel Bewunderung er-
regte. In demselben Jahre tritt
er in den Dienst des Herzogs von
Mantua, anfänglich mutmafslich als
Violaspieler und Sänger und erst
1602 als Kapeilmeister. Schon
vor 1595 hatte er sich mit der
Sängerin Claudia Cattaneo ver-
heiratet, doch schon 1007 starb
sie. Nach dem Tode des Herzogs
Vincenz vorliefs er 1612 Mantua
und ging zu seinem Vater in Cre-
mona, erst am 19. Aug. 1613
wurde er zum Kapellmeister an
S. Marco in Venedig gewählt mit
einem Gehalte von 300 Dukaten,
der 1616 auf 400 erhöht wurde.*)
Erst im Jahre 1632 trat er in den
Priesterstand. Eine ausführliche
mit Dokumenten reich versehene
Biographie von Dr. E. Vogel be-
findet sich in der Viertel]. 3. Jhrg.
S. 315, dort findet man auch die
von anderen heriührenden Biogr.
verz. Ferner: Daviri, Notizie biogr.
di Cl. M. Mondovi 1885. — Liud-
ner 2, 33 u. 36. — Briefe in La
Mara 1, 51. — Im Caffi 1, 56.
215. 2, 135. 169. 225. — Florimo
1, 115. — G. Eoberti Biogr. in
Ricordi's Gazzetta mus. 1890, 566
(M. f. M. 23, 18). Von seinen
Kompositionen sind nachweisbar
(im Vogel chronologisch mitgeteilt
S. 407 u. S. 416 die Texte alpha-
betisch geordnet; hier nach dem
Inhalte geordnet in geistliche und
weltliche Gesänge):
Sanctissimae Virgini Missa senis voci-
bus ac Vesperae pluribus decantandae
cum nonmülis sacris concentibus . . .
*) 1 Dukaten etwa 3,35 M.
Paul V. dedic. Yen. 1610 Ämadinus. 8
Stb. 4". B. gen. in fol. 1 Messe u. a.
[B. Br. Rom Casan: T. Bologna.
Messa a 4 voci, et Salmi a una, duo,
tre, quattro, cinque, sei, sette & otto voci,
concertati, e parte da cappella, & con le
Letanie della B. V. . . Yen. 1650 Aless.
Vincenti. 9 Stb. 4». Dudic. vom Ver-
leger, 1 Messe u. a. [B. Br. Rom Casan.
Bologna fehlen AI. C2.
Selva morale et spirituale di . . . Ven.
1641 B. Magni. 10 Stb. dabei 2 Y. u.
Bc. in 4". 1 Messe, Messeuteile, Mo-
tetten, Psabnen, Hymnen, Magnif., Salve
regina, ineistens begleitet mit V. Viola
u. Posaunen. [B. Br. Bologna. MusikCr,
Wien. Brässel ohne C2. VI. Bl.
Madrigali spirituali a 4 voci, posti in
musica da . . . Brescia 1583 Vinc. Sabbio,
ad instanza di Pietro Bozzola, bbr. in
Cremona. 4 Stb. 4". 21 Gesge. [Bo-
logna: B.
Aquilino Coppini legte unter M.'s Ma-
drigale lateinischen Text unter und gab
sie unter dem Titel heraus:
Musica tolta da i Madrigali di Cl. M.,
d'altri autori a 5 iV G voci, e fatta
spirituale da A. C. Accadeniico Inquieto
. . . Milane 1Ü07 Ag. Tradate. 7 Stb. 4».
24 Gesge., von Monte Verde 11, Adr.
Banchieri, Andr. Gabrieli 2, Rugg. Gio-
vanelli 6, L. Marenzio, G. M. Nanino,
Orat. Vecchi 2. [Mailand Ambr. Bologna.
Die Partito von lull in Cremona B. gov.
— Das 2. Euch enthält: Montev. 8,
G. P. Cima 2, G. Croce, G. P. Flaccomio
2, Rugg. Giovanolli 4, L. Marenzio, Cl.
Merulo, Flam. Trcsti. [Maild. Ainbr. 6
Stb. 4».
— Das 3. Buch: della Musica di Cl.
M. a 5 voci . . . 1609 ib., enth. 20 Gesge.
nur von Cl. M. [Maild. Ambr. 6 Stb.
Gent. U. B: Basso.
In Manuscripten:
B. B. Ms. 58, Missa: In illo tempore
6 V. P. — 13 Motett., 1 Magnif., 1 So-
nata sopra Sancta Maria f. Ge.sg. u. Instr.
aus 1610. — Ms. 89, Confitebor, 5 voc,
Magnif ic, 4 voc. aus 1644. — Ms. T7 u.
39"geisti. Gesge. in P. — 14570 Samlbd.
Part. Nr. 10, Resurrexit de sepulcro,
Concerto ä 8: 2 C. A. 2 T. B. 2 V. Bc.
4 Bll. — AV103 Nr. 1705: Crucifixus
4 V. P.
Ms. in Upsala in Tabulatui-part. 1.
Confitebor tibi, C. 5 V. Org. 2. Pascha
celebranda 5 v. 2 V. 3. Resurrexit et
sepulchro, 7 v. 4 Viele, Bc. 4. Beatus
vir 6 voc, 2 Y. Bc. in 40.
In B. Br. 2 Motett. im Ms.
Moüteverdi, Claudio.
45
Monteverdi, Claudio.
Ms. in Kremsmünster L. Bd. 4 p. 205:
Litauea 6 voc c. org.
Ms. Cap. sistina, Cod. 107, Missa in
honorem B. M. V.
Ms. Proske, 28 Gesge. im Ms. 967 u. 974.
Ms. B. Kassel fol. öl u. 57: Laudate
pueri 6 voc. — Presso ua fiume 7 voc.
L'Orfeo, favola in musica da . . . ra-
presentata in Mantova l'auuo 1607. . .
Yen. 1609 Amadino. fol. 100 S. [B. B.
Rom Cecilia. Modeua. Genua üuiv.-
Bibl.
— 1615 ib., rist. fol. 52 Bll. [B. Br.
Brüssel. London Buckingh. Palast. Ox-
ford Bodleian. Brüssel Cons. in Kopie. P.
— Neue Ausg. im 10. Bde. der Publi-
kation. — Eine Kopie nach 1615 in B. B.,
W80.
Combattiniento di Taucredi e Clorinda,
Ms. AVSO Nr. 960, B. B.
Ballo deiringrate von Rinuccini 1608.
Textb. Florenz B. n. Die Musik in Ma-
drigale guerrieri 1638 erhalten.
Arianna von Einuecini 1608. Nur das
Lamento d'Arianna erhalten im Samhvk:
Ilmaggio fiorito, Orvieto 1623 ohne Autor
(Vogel 851. 415). Ex. in Bologna. Ferner
legte M, später einen lat. Text unter und
nahm es in die Selva morale 1641 auf.
Im 6. üb. de'Madr. 1614 befindet sich
ein Teil des Lamento in 5stim. Bear-
beitung. Ein Textbuch, Ven. 1640, in
Bologna.
— Lamento d'Ariana del ... Et con
due lettere amorose in genere rapresen-
tatiuo. Ven. 1623 Magni. 1 vol. 4».
29 S. [Gent U. B.
— Der vollständige Lamento in der
Originalnotierung, 85 Verse, ist hds. in
Florenz B. n. (Vogel 352). Ms. W49
Nr. 664 in B. B. eine Kopie.
L"incoronazione di Poppea. Opera di
Buseuella in 3 atti e prologo. Ms. 439
P. in Ven. Marco, 1642 komponiert. Ein
Satz daraus in M. f. M. 33 Beilage zu 4/5.
Die in der Hofb. zu Wien befindliche
Oper: 11 ritorno d'ülisse kann nicht mit
Sicherheit M. zugeschrieben werden. Ms.
18763 (Vogel 404).
Verloren gegangene Opern: 1. Madda-
lena, ein geistl. Schauspiel, gedichtet von
Andreini, komp. von Muz. Effrem, Salom.
Rossi, Ales. Guivizzani u. M. 4 Bll. in
Bologna, s. Kat. 3, 7. 2. La fiuta pazza
Licori , 1627. 3. Intermezzi und der
Tomeo für Parma 1628. 4. I cinrpie
fratelli, Souetti di Giulio Strozzi. Textb.
in Florenz B. n. von 1628. 5. Proserpina
rapita von Strozzi, 1630 aufgef. 6. L'Adone
1639. 7. Nozze d'Enea con Laviuia 1641.
8. II ritorno d'Ulisse in patria 1041. Nr.
6 u. 7 die Textb. in der Marcus-Bibl.
Madrigali a 5 voci di . . . Cremonese,
discepolo del Sig. Marc'Ant. Ingigueri.
Nouamente . . . Lib. 1. Ven. 1587 Ang.
Gardano. 5 Stb. (iu40. 21 Madr. [B.D.
— II 1. Hb. de . . . rist. Yen. 1607
Ales. Eaverii. 5 Stb. 4P. 21 Nra. [B.B:
C. B. Bologna.
— rist. Ven. 1621 B. Magni. [Proske
fehlt B. Modena. Rom Casan: C. B. 5 a.
Oxford.
II 2. lib. de Madr. a 5 voci (wie beim
1. Buche). Ven. 1590 Gard. Dedic. in
Cremona gez. 5 Stb. ([w-i'^. 21 Madr.
[Hofb. Wien: T. B. 5a. br.Mus: 5a.
— rist. Ven. 1607 Raverii. [B. B: C
B. Bologna. Rom Casan: C. B. 5a.
Lincoln Ch. L. br. Mus. kompl.
— Ausg. von 1609 in einem Kat. von
Rev. G. Goddard. Loud. 1878. S. 8.
— rist. B. Magni 1621. [Proske fehlt
B. Bolog: T. Oxford Ch. Ch.
II 3. lib. de Madr. a 5 voci . . . Ven.
1592 Amadino. 5 Stb. 4«. 20 Madr.
[Bologna.
— rist. ib. 1594. [Wolfenb: T. Bo-
logna.
— rist. ib. 1600. [Bologna.
— rist. ib. 1604. [B. K. Bolog: C.
T. 5a. br.Mus: B.
— rist. ib. 1607. [B.B: C. B. Rom
Casan: C. B. 5a.
— rist. ib. 1611. [Bologna.
— Di Cl. M. . . Con ii Bc. per il
Clauicembano , Cittharoue (?) ed altro si-
mile istroni. Anversa 1615 P. Phalesio.
6 Stb. qu40. [ß. D. f. Bc. AVolfenb. f.
A. 5a. Gent: Bc. Oxford Ch. Ch. 6 Stb.
— rist. B. Magni 1621. 5 Stb. 4».
|B. Hbg. Proske f. B. Modeua. Bolog:
T. br.Mus: 5a. Oxford 5 Stb.
II 4. lib. de Madr. a 5 voci di . . .
Ven. 1603 Amadino. 5 Stb. 4". 20 Nrn.
[Ferrara B. com.
— rist. ib. 1605. [B. B : B. Florenz
B. R: 5a.
— rist. ib. 1607. [B.B: C. B.
— rist. ib. 1011. [Rom Casan: C. B.
5 a. Lincoln Ch. L.
— rist. ib. 1615. [Bologna.
— Con il Bc. per il Clauicembano,
Citharone, ed altro simile istrom. Anversa
1615 Phalesio. 6 Stb. fiu40. [Wolfenb:
C. T. B. Brüssel f. 5 a. Bc. R. C. of
Mus. f. 5 a. Bc. Oxford Ch. Ch. 6 Stb.
— rist. 1622 B. Magni. 5 Stb. 4».
[Proske f. B. Bolog: T. Oxford Ch. Ch.
Monteverdi; Claudio.
46
Monteverdi, Claudio.
— Phalesio, c. Bc. 1644, wie 1615.
6 Stb. qu40. [Brüssel: C. 5a. Bc.
II 5. lib. de Madrigali a 5 voci di . , .
Col Bc. per il Clauicembano Chitarrone
ed altro simile istrom. fatto particolar-
mente per li sei Ultimi, & per li altii a
beneplacito . . . Ven. 1605 Amadino. 6
Stb. 40. 19 Nrn. [B. A. f. C. B. ß:B.
B. K. Belog: Bc. Ferrara B. com. f.
Bc. Mailand B. A: Bc. Verona S. f.
br. Mus : Bc.
— rist. Amadino 1606. [Mailand B. A:
A. T. B. Korn Casau : C. B. 5 a.
— rist. ib. 1608. [B.B: C B. Brüs-
sel. Bolog: f. Bc.
— rist. ib. 1610. [Bolog: A. Bc.
— rist. ib. 1611. [Bolog: C T. ß.
— rist. ib. 1613. [G.P.
— rist. ib. 1615 col Bc. [Biiissel f.
5 a. Bologna. Verona S. f: A. T. br.
Mus: C.
— Anversa 1615 Phalesio. 6 Stb.
qu4o. [Wolfenb: C T. B. B. D. f. Bc.
Gent U. B: Bc. Oxford Ch. Ch. 6 Stb.
— B. Magai 1620. [B. B : A. Bc. ß.
Hbg. Proske: Bc. Bologna. Ferrara
B. c: Bc. Modena. Oxford Ch. Ch.
H 6. üb. de Madr. a 5 voci con uno
Dialogo a 7, con il suo Bc. . . . Ven.
1614 Amadino. 6 Stb. 4«. 18 Madr.,
die letzten 4 „concertato". [Bologna.
Biiissel f. 5 a.
— rist. ib. 1615. [Bologna.
— rist. B. Magni 1620. [B. B: A. Bc.
B. Hbg. Proske f. B. Bologna. Rom
Casan : C. B. 5 a. Ferrara B. c : Bc. br.
Mus. Oxford Ch. Ch. Paris Nat.
— rist. Anversa 1639 Phalesio. 6 Stb.
qu4*'. [Amst: 5 a.
Concerto 7. lib. de Madr. AI. 2. 3. 4.
et 6 voci, con altri generi de Canti, di
. . . Ven. 1619 B. Magni. 6 Stb. 40. 39
Gesge. beginnt mit einer Symphonia. [B.
Hbg. Bologna. Florenz. Ferrara B. c:
Bc. Verona S. f: C. A. T.
— ib. 1622. [Bologna: B. Vened.
Marco: B. Verona S. f: C. B.
— ib. 1623. [B.B: A. Bc. Bolog: T.
Vened. Marco: C. T. 5a. Bc. Verona S.
f' 5 a. Bc.
' — ib. 1628. [Proske f. B. Brüssel.
C.P: A. 5a. Bolog: C. B. Vened.
Marco: A. Bc. Oxford Ch. Ch.
— ib. 1641. [B. Br. B. B. Bolog.
Maild. Ambros: f. T.
Madrigali guerrieri, et amorosi con al-
cuni opuscoli in genere rappresentatiuo,
che saranno per breui Episodij irä i canti
senza gesto. Ldb. 8. di . . . Ven. 1638
Ales. Vincenti. 9 Stb. 4». 29 Nrn.
[B. Br. B.Hbg. B. B. f. Bc. Upsala:
f. Bc. Bologna. Vened. Marco f. Bc.
Madrigali e Canzonette a 2, e 3, voci,
del ... Lib. 9. Ven. 1651 Ales. Vin-
centi. Dedic. vom Verleger. 4 Stb. 4''.
35 Gesge. [B. Br. Bolog. Vened. Marco :
T. ß.
Canzonette a 3 voci di . , . Lib. 1.
Ven. 1584 Vincenzi et Amadino. Dedic.
in Cremona mit Monte Verde unterz. 3
Stb. 8». 21 Gesge. [B. M. Bolog: C.
br. Mus : B.
Scherzi musicali a 3 voci di raccolti
da Giulio Cesare Monteverde suo fratello,
et nouamente . . . Con la Dichiaratione di
ima Lettera, che si ritrova stampato nel
5. Libro de suoi Madrigali . . . Ven. 1607
Amadino. 1 vol. fol. 40 S. 18 Gesge.,
dabei 2 vom Herausgeber. [Bologna.
— rist. ib. 1609. [B. B. Bologna.
Rom Cecilia. Venedig Museo civ.
— rist. ib. 1615, 3. irapressione. fol.
38 S. [Oxford Ch. Ch. Rom cap. Julia.
— rist. ib. 3. impress. (?) [C. P., einst
B. Borghese.
— B. Magni. 1628. [br. Mus.
Scherzi musicali cioe Arie, & Madrigali
in Stil recitatiuo, con una Ciaccona A 1.
& 2. voci, del ... Raccolti da B. Magni.
Ven. 16.32 Magni. 10 Gesge. 1 vol. in
40. 52 S. [Bibl. Bolin in Breslau.
Dedications - Abdrucke obiger Werke
teilt Vogel 1 und der Kat. 2 vmd 3 der
B. Bologna mit. Vogel 1 giebt auch in
Anmerkungen diejenigen Gesänge an, die
sich oft mit and. Text in alten Samlwk.
finden.
42 Gesänge in alten Samlwk. (Eitner
1). Ferner 1 Litania a 6 voci in Lor.
Calvi 3. — In G. B. Bonometti's Par-
nassus 1615 eine Motette zu 2 Stim. u.
Bc. — In Fr. Sammaruco's Sacri affetti
1625 : Ego dormio a Sopr. e B: — 4 Mo-
tetten in Giul. Ces. Bianchi's Motett.
lib. 1, 1620. — In P. Lappi's Coucerti
sacri 1623 ein 3 stim. Gesg. nach dem
Madrig. „Vaga su spina ascosa". — Ecce
sacrum paratum in PhU. Fr. Böddecker's
Sacra Partitura 1651 p. 34. — In Magni-
Gardano's Motetti a voce sola 1645: Ve-
nite videte. — In Gasp. Casati's Raccolta
di Motett. 1651 eine Mot. — In G. B.
Camarella's Madrig. 1633 zwei Nrn. —
In Am. Franzoni's In nuovi fioretti 1607
eine Nr. — In C. Milanuzzi's Quarte
Scherzi 1624 \ier Gesge. — In Ant.
Morsolir.o's 1. lib. Canzonette 1594 vier
Gesge. — In Phalese's II HeUcone 1616:
Lumi mei, cari lumi. — In Rocchiani's
U maggio fiorito 1623 aus dem Lamento:
Monteverdi, Francesco.
47
Montgaultier.
Lasciatemi morire. — In Andi-eini's Mu-
siche per la Maddalena 1617 der Prolog
und ein Eitornello f. Instr. ä 5 von M.
— In G. B. Ala's Lusciuia 1633 ein
Tonsatz.
Mss. in B. B. W 85 Nr. 980/981: 2
Madr. 5 v. in P. ; in Ms. 14 690 dieselben.
Ms. B. M. 3 Madr. .5 voc. in P.
In Modena 1 Cautata per voce sola c.
Bc. in den 28 Bden. Cantate.
Tq Brüssel 2289. Samhvk. Madr. in P.
1 Mad. im Ms. 238 des br. Mus. in P.
22 Gesänge in neuen Ausg. (Eitner 1)
exclusive der Oper Orieo, siebe dort. —
Ferner: Straccianü piu' il core, 5 voci.
Mil., Eicordi.
Von der Abhaudliujg Seconda pratica
oder Melodia, overo seconda pratica mu-
sicale ist nicbts erbalten. 1633 beschäf-
tigte er sich eingehend mit ikr (Vogel
394).
Ein Brief im Facs. vom 26/2 1621 aus
Venedig (Bertolotti 79).
Dr. Vogel besitzt die meisten Werke
M.'s in eigener bds. Partitur.
Jlonteyerdi, Fraucesco, Solm
des Claudio, geb. 1600 zu Mantua,
studierte in Padua und Bologna
Jura, doch zog ihn die Musik mehr
an als die Wissenschaft. Schon
1615 erhielt er von den Proku-
ratoren zu Venedig am 20. April
eine Belohnung für geleistete
Dienste als Sänger bei Festlich-
keiten am S. Marco von 12 Buk.
(Caffi 2, 35). 1619 trat er in den
Orden der Padri Carmelitani Scalzi
riformati zu Mailand (Yiertelj. 3,
373). 162] sang er zu Venedig in
der Marcuskirche ein Solo seines
Vaters bei der Trauerfeierlichkeit
zu Ehren des Grofsherzogs Cosi-
mo n. von Toscana (1. c. 377).
Später wurde er nach Caffi am
1. Juli 1623 am S. Marco als
Sänger angestellt (1. c. 378).
Als Komponist ist er nur vertreten
durch 2 Gesäuge in C. Milanuzzi"s Quarto
Scherzi 1624: Ahi che morir mi seuto uud
Ama pur Ninfa gradita für 1 Stirn, und
GuitaiTe.
Monteverdi , Giidio Cesare,
Bruder des Claudio, geb. 1573 zu
Cremona, bildete sich zum Musiker
aus und kam an den Hof zu Man-
tua ( Viertel]. 3, 317 ff. siehe Reg.).
Von seinen Kompositionen sind
bekannt:
Affetti Musici Lib. 1. di . . . Ne quali
si contengono Motetti h una, 2, 3, 4 &
6 voci. Col modo per concertarli ueU'
Basso per l'organo . . . Ven. 1620 B.
Magni. Dedic. Francesco Gonzaga. 7 Stb.
40. 25 Gesge. mit lat. Texte. [B. Frkft.,
Reg. im Kat.
1607 gab er die Scherzi musicali
Claudio's mit einer Vorrede heraus, ab-
gediTickt im Vogel 1, .515, daiin zwei
3stim. Gesge. von ihm 1. Deh chi tace,
il bei pensiero S. 31. 2. Dispiegate guance
amate. ^ In Am. Frauconi's I nuovi fio-
retti 1607: Occhi nidi d'amore 3 voc. c. Bc.
Vogel in Viertel]'. 3, 350 erwähnt 4
Intermezzi, von denen das 4. von obigem
komponiert ist. Musik verloren.
Monteze, Camillo, ein franzö-
sischer Musiker des 18. Jhs., gab
heraus :
6 Sonates pour le Clave(;'in ou forte
piano. Grave p. Mad. Oger. Paris, Le
Duo. fol. (Nach dem Magazin 1781.)
[B. B.
Ferner werden Bearbeitungen aus
Gluck's Armide für Klavier, V. u. Fl. an-
gezeigt.
Moiitfaiieoii, Bernhard de, ein
gelehrter Benediktiner, geb. 17.
Jan. 1655 im Schlosse de Soulage
in Languedoc, gest. 21. Dez. 1741
zu Paris. In seinen Werken fin-
den sich auch Nachrichten über
die alte Notation und Instrumente
(Näheres im Fetis und Forkel's
Literatur p. 471).
Montferini, . . .
machte sich 1782 durch 6 Partien füi'
Clarinetten, Oboen, Hürner und Fagott
im Ms. bekannt (Gerber 1).
Montferrato, Natale, siehe Mon-
ferrato.
Montfort, Corneille de, siehe
Brockland.
Montgaultier, . . . unbekannter
Komponist, von dem die National-
bibl. zu Paris 3 Werke besitzt;
La puissauce de Bacchus, cantatille.
Paris. — Le reveil de Venus, cantatille.
Montgeroult.
48
Monti, Henrico de.
Paris. — Les adieux h la melancolie,
cantatille. Paris.
Montgeroult, Madame Helene
de Nei'Yode, Comtesse de Char-
nay^ geb. 2. März 1764 zu Lyon,
gest. 20. Mai 1836 zu Florenz.
Schülerin von Hulmandel und
Dussek. Kam 1786 nach Paris
und zeichnete sich als Pianistin
aus. Während der Eevolution lebte
sie in Berlin und gab dort 1796
Sonaten heraus, kehrte aber später
wieder nach Paris zurück. 18.35
verlebte sie den Winter in Florenz
und beendigte dort ihr Leben
(Fctis). Derselbe verz. 6 Werke
Klavierpiecen und 1 Gesangswerk
nebst dem Schul -Werke:
Cours complet pour renseignement du
forte-piauo , conduisant progressivement
des Premiers eleineiits aux plus gi'andes
difficultes. Paris, .lanet et Cotelle. 3 voll,
in fol. [ein Ex. besals einst Leo Liepm.
Sonates de clavecin . . 1800, im Be-
sitze des Conserv. zu Paris.
Monthau,Sylvaiii de, Orchester-
direktor zu Strafsburg um 1803,
gab nach Gerber 3 Sonaten f. Pfte.
zu Paris heraus.
Monthly Mask, siehe Masqiie
und die Nachträge:
The Monthly Mask
of Vocal niusic, or, the newest songs
made for the theatres & other occasions
for the year 170.3. Part. Loud. 1703.
fol. [R. C. of Mus. fehlt der Dezember.
Monthhf Mask (The). The whole vo-
lume compleat the M. M., cout. aU the
choicest songs bj' the best masters. Made
for the play-houses, publick consorts . . .
for the year 1704. London, fol. Von
1720 — 22 erschienen 10 folgende Nrn.
[Glasgow. E. C. of Mus. von 1704—1722.
In der Privatbibl. des Sir John Stainer
in Oxford (Kat. 1891 gedr.) befindet sich
Seite 54 ein ähnlich betiteltes Samlwk:
Monthhj Masque (The); or, an Enteiiain-
ment of Musick. Consisting of four cele-
brated songs, set for the V. Fl. and
Hai-psich., by the best Masters. Dublin
c. 17.Ö6 Mainwaring. 20 Nm. fol.
Monti, Alessandro, Lebenszeit
unbekannt.
Die Bibl. der Kgl. Musikalien - Samlg.
in Dresden be.sitzt von ih)n im Ms. 480
eine Aria a Soprane con strum. P. qufol.
Monti, Antonio, da Prato, Or-
ganist am Dome zu Mailand 139.5,
am 10. Juni angestellt. Erhielt
jährl. 48 Gld., sp. 50 Gld. und ist
noch bis 1416 erwähnt (Muoni 24).
Monti, Gabriele, Sänger am
Hofe zu Modena um 1598 (Vai-
drighi 12, 18).
Monti, Oaetano, geb. zu Fusig-
nano bei Ferrara gegen 1740; er
war der Bruder des Dichters Vin-
cenzo i\Ionti und starb zu Neapel
um 1816. Florimo 4 verzeichnet
ihn 1758 als Sänger am Theater
nuovo zu Neapel und als Kom-
ponist der Opern:
1. 11 Cicisbeo discacciato, Commedia,
Napoli 1777 und 2. La Fuga, Com. ib.
1777. 3. II Molaforbici 1782. 4. Lo
Studente 1783. .5. Le donne vendicate
1796, sämtlich Komedien im Theat. nuovo
gegeben. Dann im Teatro del fondo zu
Neapel: 6. 11 Geloso sincerato, Farsa 1779
im Herbst und 7. La donna fedele, Com-
media, 1784, 1. Sept. Nachweisbar sind
von ihm noch:
La Contadina accorta. Intermezzo ä
5 voci. Part. 2 Bde. iiufol. [Dresd. Mus.
Ms. 487.
Le donne vendicate, opera, Ms. P.
[Neapel Turch.
Ms. 359 im br. Mus: Arien und Duette
in P.
Monti, Henrico de, geb. gegen
1758 zu Padua, bildete sich zum
Musiker aus, ging nach Wien, Prag
und liefs sich später in Edinburgh
und dann in Glasgow in Schott-
land als Musiklehrer nieder, wo er
noch 1830 lebte. Er gab heraus:
The Self-taught Musician ; a treatise on
music. Edinburgh 1796. 8''. [Glasgow]
und als Gegner von Logier's Methode (wie
Fetis sagt): Strictures on Mr. Logier's
svsteni of musical educatiou. By H. de
Monti. Glasgow 1817 W. Turnbiül &
C. J. A. de Monti. 8". [Brüssel 6314.
Glasgow.
Im br. Mus. befinden sich auch Werke
eines H. de Monti, doch gehört dieser der
Mitte des 19. Jhs. an.
Monti, Noferi.
49
Montii, J . . . M
Monti, Noferi, scheint ein Buch-
händler gewesen zu sein, der 1657
zu Florenz lebte und folgendes
"Werk drucken liefs:
Scelta di laude spirituali, raccolte de
piü divote e virtuose persone. Di nuovo
stampate, e ricorrette coa l'aggiuuta della
3. parte. Ad instanza di Noferi Monti.
Firenze 1657 G. F. Barbetti. 120. [Brüs-
sel 1325.
Monti, Pandolfo, aus Modena,
Sänger am Hofe daselbst um 1600,
geht 1601 nach Polen (Yaldrighi
12, 19. 60).
Monticelli, Angelo, ein Sopra-
nist, geb. gegen 1715 zu Mailand,
gest. in Dresden um 1764. Er
sang zu Neapel, Wien und Lon-
don.*) Genaueres wissen wir nur
über seine Stellung in Wien;
Köchel 1 Terz, ihn vom 1. Jan.
1733—1740, wo er abging, aber
1741 wieder eintrat und bis 1760
zu verfolgen ist, Fetis Angaben
sind von wenig Wert. Er lässt
ihn zuletzt in Dresden an der
Oper debütieren, durch Hasse heran-
gezogen. Wie ich sehe, hat sich
Fetis durch Fürstenau 1, 141 ver-
führen lassen, der einen Angelo
Maria Monticelli von 1750 — 1765 f
verz. Da aber der obige M. in
Wien zur Zeit angestellt war, so
ist die Angabe Fürstenau's ent-
weder falsch, oder bezieht sich auf
einen anderen Sänger, der Angelo
Maria hiefs.
Von Angelo besitzt das br. Mus. im
Ms. 345 einen Samlbd. von Arien, Duetten
und Kantaten, der einige Kompositionen
von M. enthält.
Montiffni, siehe Valette.
Montillot, Maiiot de, ein um
1786 zu Paris lebender Musiker,
*) Biirney 4, 559 setzt das Jahr 1739
an, doch muss es vor 1733 oder nach 1740
gewesen sein, da er während diesen Jahren
in "Wien angestellt war, doch könnte man
auch auf einen Urlaub schliefsen.
Kob. Eitners Quellen-Lexikon. Bd. 7.
von dem 6 Sinfonien im Stich er-
schienen (Fetis).
Montniolin, ... ein Pariser
Musiker, der 1797 verschiedene
Kompositionen veröffentlichte (Ger-
ber 2).
Montoija, Pietro, aus Spanien,
1594 päpstl. Sänger in Rom (Strae-
ten 6, 455).
Monton, Pierre, war Säuger
an der Hofkapelle Louis XII.
(f 1515), wie Fetis im Artikel Di-
vitis nach einem Dokument mitteilt.
Montorio (Montoro), Antonio,
lebte vielleicht in Neapel, denn
die Bibl. des Conservatorio Tur-
chiüi besitzt von ihm:
Nuraa, a 2 Canti con piü strumenti.
Ms. in P. — Im Conservat. zu Mailand
unter Auf. Montoro: 7 Sinfonie per 2 V.
2 Ob. e B. Stb. im Ms. — 6 Pastoraü
per 2 V. e B. Stb. Ms. — Inno: Che
^iva Fernando, per 2 Sopr. c. 2 Corni,
2 Clarinet. e Fag. — Nach allen An-
zeichen lebte er an der "Wende des 18.
Jhs. bis ins 19. hinein,
Montout, ... ein Pariser Kom-
ponist, der 1783 sechs Trios f.
Güitarre, V. u. B. als oeuvre 1
herausgab (Gerber 1).
Montreuil
Im Laborde
eine Chanson (Eitner 2 Nachträge).
Vielleicht derselbe, der 1458 bis
1460 unter Jo. Moiitreul als päpstl.
Sänger mit monatl. 8 Gld. verz.
ist, dann wieder von 1470—1493
unter Montreul (Viertel]'. 3, 228
bis 246).
Montserrate, Andr., siehe Mon-
serrate.
Montü, J . . . M . . ., gab am
Ende des 18. Jhs. heraus:
Six Ariettes avec Tacc. de Güitarre
(poesies de Metastasio) . . . liv. 1. Hbg.,
J. A. Boehme. qufol. [Schwei'in F.
Ein A. Montii, der sich Mitglied
der Akademie Philharmonie zu
Bologna nennt, gab heraus:
Numeration harmonique, ou echeUe
d'arithmetique, pour servir ä l'explication
des lois de l'hai'monie ; par . . . Paris
Montuoli.
50
Monza, Carlo.
(1802) Colnot, impr. de Luran. 4». 32 S.
[Brüssel. Bologna.
Der Katalog 1, 283 von Bologna schreibt :
Die Bibl. des Liceo besitzt im Ms. eine
Autifona, gez. mit 28. Sett. 1784, zur Auf-
nahme in die Akademie philh. geschrieben.
Dieser Moutu war zu Chieri in Piemont
geb. und Schüler Stanislao Mattei.
Montuoli, Coriolaiio. Die Bibl.
des Liceo miis. in Bologna besitzt
von ihm eine
Cantate (ohne Titelbl.) auf den Text:
Scorgo l'arco di un fulgido ciglio, Poesia
di Gio. Ag. Polineri, in einem Samlwk.
(Kat. 3, 202). — In der Kgl. Bibl. zu
Brüssel, im Ms. 2430, einem Samlwk.
italienischer Kantaten, wird er ein Bo-
logneser genannt und einige Kantaten von
ihm mitgeteilt.
Montuoli, FederiRO Francesco,
gest. zu Neapel 1724. Er schrieb
mehrere Bücher für die Brüder-
schaft der hlg. Cäcilia (Nerici 164).
Montuoli, Oiuscppc, in Lucca
1GÜ7 geb., mit 18 Jahren (also
1685) wurde er Kapellmeister am
Dome zu Lucca. Er war ein
Schüler des Bera. Roncaglia (nach
einem Ms. Martiniano, mitgeteilt
im Kat. 2 S. 467 von Bologna).
Nerici 163 dagegen sagt, dass er
erst am 2. Okt. 1692 zum Kapell-
meister gewählt wurde, am 2. Juli
1717 zum Organisten an S. Mar-
tino, 1720 in Bologna sein Ora-
torium: Le passione convinte auf-
führte und am 13. Nov. 1739 zu
Lucca starb. Von seinen Werken
sind bekannt:
1. Lettioni per notteggiare ä voce sola
con il suo Bc. del . . . Maestro di Capp.
della Seren. Republic. di Lucca. Lucca
1702 B. Gregoi-i. 1 vol. kl. qu40. 144 S.
[B. B. B. Wagener. Bologna, br. Mus.
Der Verleger sagt in einer Bemerkg.,
dass dies die ersten esercizj di niusica
des M. sind.
2. Bologna (Liceo mus.) besitzt noch
einen Bd. von 128 S. ohne Titelbl., Mo-
tetten für 1 Stimme u. Bc. enthaltend,
10 für Sopr. und 2 füi' Bass, in 80, eben-
dort erschienen.
Im br. Mus., Ms. 363, 364, 365 drei
Kantaten für Sopr. u. Bc.
Montvallon, Andre Barrigue de,
siehe Barrig'ue de M.
Monville, de, ein Musiker des
18. Jhs., ist bekannt durch
Les amours de village ou Lisette et
Colin, Scene pastoralle, avec acc. de harpe,
V., Quinte et Clavecin. Part, im Stich.
Befindet sich in der Bibl. der Oper zu
Paris (Pougin. Lajarte zeigt es nicht an).
Monvoisin, Sire Piere, diente
in der Kapelle des Herzogs Alba
in Brüssel 1572/73 und erhielt
für 369 Tage 3555 Placas an Ge-
halt (Viertelj. 9, 398. 402).
Monza, Cavaliero Carlo, geb.
um 1740 zu Mailand, gest. im
August 1801 ebd. Schüler Fioroni's,
wurde um 1787 Kapollm. am Dome
zu Mailand (Fctis. Muoni 33). In
allen Fächern der Komposition ver-
suchte er seine Feder. Nachw^eisen
lassen sich heute noch an Opern:
Attilio regolo, Opera iu 3 atti. Ms. P.
[B. M., 1777 für München komponiert,
deren Aufführung aber durch den am
3. Dez. erfolgten Tod des Kurf. vereitelt
wurde.
Achille in Sciro, Milano 1760. Ms. P.
[Neaiiel Turch.
Adriano in Siria 1796. Ms. P. [Ne-
apel Turch.
Cleopatra, opera in 3 atti. P. Ms. [C. P.
II Demetriü. Dramma c. orch. in 3 atti.
P. Ms. 3 voll, qufol. [Bologna.
Ifigenia, op. in 3 atti. P. Ms. (C. P.
Sesostri. Milano 17(30. Ms. P. [Ne-
apel Turch.
Temistocle, opera, Ms. P. [Neapel Turch.
Im Jouinal d'Ariettes Italien. 1779
bis 82. [br. Mus.
Mss. in B. B. 14719 in K. Scherza il
uocchier, Aria per Sopr. c. V. e B. P. —
Ms. 119, 128, 2 Arien in P. — Ms. 136
Non temer bell idol, Cantata per Sopr. c.
ström. P.
Ms. 468 in Dresd. Mus. Recit. e Rondo
u Sopr. c. ström. P. 4« und 3 Ai'ien ä
Sopr. und ä Tenore c. ström. P.
Ms. 307 in Wolfenb. 1 Aria c. orch:
Involarmi il mio tesoro.
Ms. Miisf'kfr. Wien: 3 Duette aus Opern.
P. — Ms. br. Mus. 346 Arien u. Duette.
Einlagen zu Galuppi's Oper „11 Vil-
lano" (siehe Galuppi). [Hofb. Wien Ms.
18073.
Mss. iu Mailand Cunserv. Recit. ed
Monza, Carlo Antonio.
51
Moore, Thomas I.
Aria: Deh! cessate, funesti pensieri, a
Sopr. c. ß.
Ms. Brüssel 2626 Duetti.
Im Conscrv. %u Paris eine Samlg.
Kirchenmusik und eine Samlg. Sceuen,
Arien, Duette, Terzette u. a.
Sei Quartett! per 2 V. Viola e Vcl.
op. 2. London, .1. Bland. 4 Stb. [B.
Wagener. br. Mus.
Sei Trio concertanti per 2 V. e Vcl.
obl. op. 1. London, J. Bland. 3 Stb.
[ß. AVageuer. Musikfr. Wien. br. Mus.
Hier ist er mit Kgl. Kapellm. zu Mai-
land bez.
Mss. in B. M: 5 Sonate a 2 V, e B.
und 2 Trios a 2 V. o B. in Stb.
Mss. in B.B. Ms. 14721: Sonata —
Notturno a 3. P. — Ms. 14722, 2 Sonate
ä Cembalo. — Ms. 14720 Pastorale per
organo.
Mss. in Malland Cons: 11 Sinfonie
per orch. in Stb.
Ms. in Darinst. 1 Sinfönia in Dd. Ms.
Stb.
Monza, Carlo Antonio, geb.
zu Mailand, um 1735 Kanonikus
und Kapellmeister an der Kathe-
drale zu Yercelli (Sardinien), wo
er um 1739 starb. Fotis fühi-t von
ihm den Druck an : Pieces modernes
pour le clavecin, Turin.
Monza, Gaetano, scheint noch
dem 18. Jh. anzugehören.
Das Cons. zu Mailand besitzt von ihm
im Ms. 1. Canzonetüi „Non mi dir" per
2 Sopr. col B. 2. Trio per 2 V. e B.
Stb. 3. Sonata in C per Mandolino c. B.
Von einem Monxa ohne Vornamen
finden sichln einem hds. Samlwke: Airs
in P. einige Nrn. [R. C. of Mus. 1891.
Monza, Luigi, ein Theorbist,
erhielt ein Patent am 22/9 ICSI
(Bertülotti 112).
Monzani, Teobaldo, geb. um
1762 im Modenaschen, gest. 14.
Juli 1839 zu London, 77 Jahr alt;
bildete sich zum Flötisten aus und
trat 1784 in London als Virtuose
auf (Pohl 2, 372), wurde am Or-
chester der italienischen Oper und
an Salomon's Konzerten angestellt.
Er gründete um 1800 ein Musik-
magazin u. eine Fabrik für Flöten,
die sich eines guten Eufes er-
freuten. Von seinen Kompositionen
sind bekannt:
III Trio for 2 Flutes or Flute, V. &
Vcl. op. 9. London, G. Walcker. 3 Stb.
[B. Wagener. br. Mus.
3 Duetts for 2 germ. flutes, op. 10.
London. 2 Stb. fol. [br. Mus.
Das br. Mus. besitzt von ihm noch
25 ähnliche Werke wie die obigen im
Druck uud erwarb neuerdings A selection
of 12 Psalms and Hymns . . . to which is
prefixed a priut . . the drawiug & engra-
ving by . . . Eigaud and Gardiaer . . .
(Lond. 1793) to be had of M-" Monzani.
qufol.
Ln R. C. of Mus. in einem Samlwke.
Quartette, Ms. 1557, zwei Quartette f.
2 V. Va. u. Vcl.
Monzini (Monzino) Uiacomo,
Lebenszeit unbekannt.
Die Kgl. Musikalieu-Samlg. in Dresden
besitzt im Ms. 239 ein Kyrie e Gloria ä
4 voc. c. ström, in P. mit Monzini gez.,
(auch in Dresd. kath. Kirche) und die
Musikfr. in Wien unter vollem Namen,
aber Monzino geschrieben, eine Metodo
per Chitarra o Lira, op. 18. Milano.
Moor, de, Altist an der Kgl.
Kapelle in Brüssel von 1763—1773
(Straeten 5, 183).
Moor, Ferdinando de, ist im
Kataloge von St. Walburge zu Au-
denard mit Kompositionen um
1752 verz. (Straeten 1, 226).
Moore, James, wurde gegen
1716 Sänger an der Kgl. Kapelle
in London. 1727 fehlt er in den
Listen (Viertel j. 8, 516).
Moore, Thomas I., ein schot-
tischer Musiklehrer zu Glasgow, der
am 22. Nov. 1756 im Hutcheson's
Hospital als Musiklehrer angestellt
wurde. Er gab 1787 die Stelle
auf nnd starb 1792 zu Glasgow
(Stephen). Man kennt von ihm:
The Psalm - singer's delightful pocket
companion. With a plaiu & easy intro-
duction to musick. Glasgow 1756. 12^.
[Glasgow.
— Glasgow (1758). 4". [br. Mus.
The Psalm Singer's. Complet tutor &
divine Companion. 2. edit. London for
the author. 2 voll. Enth. Komposit. von
4*
Moore, Thomas II.
52
Moorehead, John.
J. Bishop, J. Blow, J. Chesham, J. Church,
Jerem. Clark, G. Gibbs, Haendel, F. Hicks,
P . . . D . . ., H. Purcell, Rojner, Sheeles,
W. Tansur und M. Wise. [br. Mus.
Browne zeigt noch eine Ausg. von 1762
und Tlie Yocal Concert 1761 an. Letz-
teres besitzt ohne Titelbl. das br. Mus.
The Meriy musician ; or a eure for the
spieen. 2. ed. London 1730. 4 voll.
12^. [Glasgow] ist jedenfalls von einem
älteren T. Moore.
In einem 8amlwk: Enghsh Songs. Lon-
don. Kl.-A. 1 vol. in fol. 20 Gesänge
aus Opern, ist Nr. 9 mit Thomas Moore
gez., die wahi'scheiulich obigem Autor an-
gehört. [B. .Joach. Nr. .574.
Moore, Thomas II., der be-
kannte Dichter, geb. 28. Mai 1779
zu Dublin, gest. 25. Febr. 1852
zu Sloperton Cottage bei Devizes.
Ausfülirliciie Biograpliien findet
man im Grove, in der englischen
AUg. Biographie und in jedem
lexikalischen Werke. Er hatte
aber nur eine obertlächliche Musik-
Vorbildung. Die Melodien zu den
irischen Volksweisen sind zum Teil
ungenau, zum Teil verdorben. Die
Texte derselben dichtete er um.
Seine „Irish Melodies'' erschienen in
10 Heften von 1807—1834, vorhanden
in allen gröfseren Bibliotheken. Die
Bibl. in Glasgow besitzt eine Ausg. ohne
Jahr: A selection of Irish melodies. Lond.
5 voll, in fol.
Die B. M. eine Ausgabe: Irish Melodies
with Sj'mphonies & acc. by Sir John
Stevenson, Mus. Dr. and characteristic
words by Tli. Moore. New ed., edited by
J. W. Glover Esq. Dublin (1859) J. DuiU.
Mit Moore's Portr. 4 BU. 33 S. [auch
in B. Wagener. br. Mus. B. B. dieselbe
Ausgabe und • A selection of Irish M . . .
London, J. Power. 2 voU. fol. B.ß: Irish
M. Lond. 18.57 Lougman. 1 vol. gr. 8°.
National Airs; v& other sougs, now first
coUected. London 1S58 Longman; fiir
1 Singst, mit Pfte. [B. B.
Im br. Mus. Ms. 628 im Autogr. eine
Samlg. National-Melodien, arrangiert von
Sir H. R. Bishop. — Ferner besitzt sie
Ausg. und Bearbeitungen von Balte, Rim-
bault, Bishop, Gare, Macfarren, Glover,
Römer, Montgomery u. Shrivall im Di-uck.
Die folgenden "Werke sind sehr zweifel-
haft, welchem Thomas M. sie angehören:
Es sind:
For thee alone, a Bailad. London,
Gramer, Addison & Beale. [B. M.
Lefs take this world, ib. [B. M.
A coUection of the vocal music of . . .
Lond. fol. [br. Mus.
The songs of . . . the music & words
complete. Lond. (1859). 8". [br. Mus.
A set of glees, written & comp, by . . .
Lond. fol. [Glasgow.
Im br. Mus. aufserdem 151 Einzel-
drucke und Samlg. von Sougs, Ballads
u. a. in alten und neuen Ausg.
Notes from the letters of . . . to bis
music publisher, James Power, with an
introductoiy letter from Thomas Groft on
Croker Esq. New York 1854. 8. [Glas-
gow.
Moore, IVilliam, ein blinder
Harfner im Orchester der Kgl. Ka-
pelle zu London 1515 mit 18 ^
Gehalt angestellt. 1516 ist er
nicht mehr verz. (Nagel 1, 12. 13.)
Der von Burney (5, 4 um 1550
erwähnte ist wohl William More,
ein Sänger der Kgl. Kapelle.
Moorecocke(Moorcock), Robert,
ein Kleriker an der Hofkapelle in
London, wurde im Februar 1561
Clerke of the Cheque und starb
den 15. Juni 1581 (Rimbault).
In John Baldwin's hds. Samlg. befinden
sich einige Motetten von ihm.
3Ioorehea(l, F . . ., schrieb am
Ende des 18. Jhs. für die Lon-
doner Bühne. Bekannt ist nur:
The Naval PiUar. The overture, songs,
glees & dauces in the new populär enter-
taiument of . . . (by T. Dibdin). London
c. 1799. fol. Grove schreibt es fälsch-
lich John M. zu. [br. Mus.
Moorehead, John, in Irland
geboren, ging nach London, wurde
Mitglied an Sadler's Wells Theater,
1798 im Orchester des Covent
Garden angestellt und starb 1804
irrsinnig zu Deal (Brown. Stephen.
Grove). Er schrieb Mehreres fürs
Theater:
Family Quarreis, a comic opera, von
Braham. Einige Gesge. von M. [br. Mus.
R. C. of Mus.
Harleriuin Habeas, The favorite Over-
ture (u. einige Gesge.). Kl.-A. Lond. fol.
[br. Mus.
Moque.
53
Moraies, Cristobal.
Tlie Perouse. Ovei-ture in the grande
pantomime drania of . . . or, The desolate
Island. London (1801). fol. [br. Mus.
Speed the plough. The favorite dauce
introduced in the coniedv called . . . Kl.-A.
London 1799. fol. [br. Mus.
The Yolcano. Overture with the luove-
ments descriptive of the Volcanic Eruption,
in . . . London, fol. [br. Mus.
Mit Thom. Attwood komponier-te er die
Singspiele: 11 Bondocani und Dominion
of FancY. London 1800 und 1801. P. im
K. C. of Mus. Ebendort noch The Cabinet
1802 gemeinsam mit Brahani, Davy und
Eeeve.
Im br. Mus. noch 9 Einzeldnicke um
1790 geschrieben, Songs und Balladen
umfassend.
Moqne, siehe Moucque.
Mor, ... Im Reichard 1780,
278 wird er als Violinist au der
Hofkapelle in Kassel angeführt.
Morabin, ... gab heraus:
Dialogue sur la musique des anciens.
Paris 17:35. [Musikfr. ■\Yien.
Moradelli, siehe Mai*a(lelli,G.B.
Moraes, Joäo, de Silva, geb.
27. Dez. 1689 zu Lissabon, wurde
1727 Kapellmeister an der Kathe-
drale zu Lissabon und bekleidete
das Amt noch 1747. Er war ein
fruchtbarer Komponist und besafs
die zerstörte Bibl. zu Lissabon
einst 61 meist geistliche Werke
im Ms., die Yasconcellos genau
verz.
Morago, Esteväo Lopes, in
der Mitte des 18. Jhs. Kapell-
meister an der Kathedrale zu Vi-
zeu in Portugal und ein guter
Komponist, wie Yasconcellos sagt.
Moraies , Cristobal (Christo-
phorus, auch mit Moraies Büspa-
lensis oder Hispani, auch nur
Clericus Hispalensis genannt), geb.
2. Jan. 1512 zu Sevilla, gest. 14.
Juni 1553 zu Malaga? Ein Priester.
Vom 1. Sept. 1535 — 1540 päpstl.
Sänger in Rom (Viertel]. 3, 261 ff.).
Von 1544 — 1545 soll er Kapell-
meister an der Kathedrale zu To-
ledo gewesen sein, doch fehlen
die Dokumente darüber. Nach
Bermudo dagegen war er um 1550
Kapellmeister des Herzogs von
Arcos. In den Akten des Kapitels
der Kathedrale zu Malaga ist M.
am 27,11 1551 als Säuger verz.
und wird ihm zur selben Zeit die
Kapellmeisterstelle anvertraut nebst
einer Praebende. 1552 besucht
er seinen Heimatsort, möglich dass
er dort gestorben ist, denn man
erfährt aus den Akten zu Malaga
nur seinen Tod durch die Wahl
seines Nachfolgers.
(Pedrell, Hispaniae schola rausic. Bd. 1.
Barcelona 1894 Ambros 3, 570. Haw-
kins 3, 8ß sein Porträt. Der von Strae-
ten 7, 105 angeführte Cristoval de Mo-
raies ist ein älterer und die Bemerkung,
dass Christoph von Rom aus ad. Hof
Philipp des Schönen ging, kann sich auch
nicht auf obigen beziehen, da Philipp
schon 1506 starb. In einem Dnicke
wird er mit dem Titel eines ,,Portionarii"
bez., welches nach Du Cange's Glossar
ein Amt ist, das aus einer halben Prae-
bende an einer Kathedrale besteht und
zur Vertretung des Kanonikus dient).
Moraies' Kompositionen gehören zum
Besten was die Zeit geleistet hat. Es
herrscht ein Wohlklang und dabei eine
Einfachheit und Innigkeit darin, die den
Zuhörer vollkommen gefangen nimmt.
Von seinen Werken sind nachweisbar:
. . . Missannn : Liber 1 , am Ende
(ßomae) per Valer. Doricum et Ludovi-
cum fratres 1544. Chorb. in fol. [B. B.
B. M. S. Pietro in Rom. Cap. Lat. ohne
Titel. Modena im Dome. FeiTara.
Enthält die Messen 1. sup. de beata
Virgina 4 v. 2. Aspice Dne. 4 v. 3.
Vulnerasti cor meum 4 v. 4. Ave maris
Stella 5 v. 5. Quaeramus cum pastoribus
5 V. 6. L'homme arme 5 v. 7. Mille
regretz 6 v. 8. Si bona suscepimus 6 v.
— In Samlwken. ei-schienen schon 1540
und 1542 Messen auf deren Titeln sein
Name allein genannt wird (s. Eitner 1).
— gleicher Titel. Lugduni 1545 Mo-
derne. Chorb. in fol. 150 Ell. [B. M.
B. Kgsbg. und Hofb. Wien von 1546.
Ebenso in B. Eostock.
— Missae c. 4 voc. Lib. 1. Ven. 1563
Scotus. 4 Stb. nur die obigen 4 ersten
Messen. [Celle.
— Missarum quinque cum 4 vocib. 2.
Morales, Cristobal.
54
Morales, Cristobal.
Liber. 4 vocuni. Yen. 1544 Ant. Gar-
damis. 4 Stb. qu40. Enth. die obigen
3 vierst. Messen uud eine von Fiuot und
P. Certon. [Bologna. Cap. Lat.
— Lib. 2. Missarum (juinque c. 4 v.
Yen. 1544 Scotus. 4 Stb. [Verona S. f :
A. T. B.
. . . Missanim Lib. 2. Ani Ende : Iin-
pressuni Rome per Val. Doricum et Lu-
dovicuni fr. 1544. Chorb. in gr. fol.
1.38 Bll. [B.M. Bologna. Cap. sistina.
Enth. die Messen 1. super l\i es vas
electiones. 2. Benedicta es celorum. 3.
Ave Maria. 4. Gaudo Barbara. 5. L'homme
arme 4 vocib. G. Do beata virgine. 7.
Quem dicunt homines. 8. Pro defunctis
5 voc.
— gleicher Titel: Lugduni 1551 (1552)
Moderaus. Chorb, in fol. 138 Bll. [Hofb.
Wien. B. Kgsbg. Eom cap. lat. Nr. 40
und im St. Peter mit 1552 gez.
Quinque Missarum Harmonia cum 5
vocib. quanim nomina subsequuntur. Mo-
ralis Hi.spaiii. Lomme Arme. C^ueiainus
cum pastoribus. De beata virgine.
Joannis Luppi. Surrexit pastor bouus.
Ycui sponsa Christi. Recens in lucem
aodita, ac denuo . . . recognita. Yen. 15G5
Scotus. 5 Stb. qu4". [br. Mus: A.
Missae quatuor, cum 4 voc. Yen.
1580 Ales. Gardanus. 4 Stb. 4P. 4
Messen, Die 3. aus lib. 1 u. die 4. aus
lib. 2 von 1544 entnommen. [B. M,
Die Stiftsbibl. in Einsiedeln zeigt einen
Drack an: „Asperges nie a 10 voc. oder
Missarum liber ad initum. Ptuis 1568. 8".
... Et reliqvorvm Musica, vocum qua-
tuor, cujus ])ars est, aequaii voce, reliqua
impari decantanda. Modo in lucem emissa.
Yen. 1543 Scotus. 4 Stb. qul". 25 Gesg.
— Der Cantus abweichend : ... et mul-
torum eximiae artis vironim musica cum
vocibus quatuor, vulgo Motecta . . . [B.M.
B.B. Bologna: B.
— ... et multorum (wie der Cautus
von 1543). Yen. 1546 Gardanus. 4 Stb.
qu40. 9 Mot. fehlen, dafür sind neu
hinzugetreten fol. 18, 20, 24, 33, 36.
[B. M. B. Kgsbg. B. B: A. T. Bologna.
Hofb. Wien. Kgl. baiersche Regierung
von Mittelfranken: Bassus.
Lameutationi di Morales a 4, a 5 et
a 6 voci . . . Yen. 1564 Ant. Gardano.
5 Stb. qu40. [B. M. Bologna fehlt B,
Upsala.
Magnificat M. Hisp. alioruraque au-
thorum. Lib. 1. Yen. 1542 Scotus. 4 Stb.
qu4<'. Derselbe Lihalt wie das Samlwk.
1544 b (Eitner 1) von fol. 1 bis fol. 23,
womit Scotto abschliofst. Enth. 5 Magn.
von Morales, 2 von Jachet, 1 von Loyset
Pieton, 1 von Richafoi-t, 1 von Tugdual
und 1 Incertus. [B.Jena. Bologna.
Magnificat Moralis Ispaui cum 4 vocib,
Lib. 1. Yen. 1545 Gardane. 4 Stb. qu40.
8 Magnif. [B. M. B. B. Bologna.
— Ib. 1559. 4 Stb. qu4". [br. Mus.
A. defekt.
— Yen. 1563 Rampazetto. [br.Mus: T.
Magnificat omnitouum cum 4 voc.
Yen. 1562 Gardanus. Chorb. in fol. Enth.
16 von Morales, 2 von Carpentras, 1
Jachet und 1 Richafort. [Cai). Lat. Nr.
45. Cap. si.stina. Bologna. Brüssel.
Magnificat 4 vocum. Yen. 1583 Gar-
danus. 4 Stb. 4". [B. KiCantift.
Magnif. M. Ilispan. 4 vocib. Yen, 1614
B. Magni. 4 Stb. 4". [Bologna.
Ms. 24, B. A. Chorb. in fol. von 1602
ein Magnificat 4 voc.
M.SS. B.B. 14 740 Missa sup. Thomme
arme 5 voc. P. ohne Text. — L175
Lamontabatur 5 voc. P. In Ms. 294
zu 6 Stirn. P. — L176, Magnific. aninia
mea, 4 v. P. — L321, Magnif. del 3.
toni 3 V. P. — L294, Yeni Domine 6 v.
P. — Wl Nr. 103: Lamentabor 5 voc,
zweimal.
Ms. B, Br. 2 Motetten (s. Kat.).
Ms. Breslau Kircheninst. 2 Missae sup.
de Beata Virg. u. A'ulnerasti 4 voc. 1
Magnif. 4 voc, in P., Bd, 157.
In Dresd. Mus. Ms. Da 2 a 16 Magni-
ficat k 4 von 2 — 6 Stim. von Zelenka
kopiert. 112 S. — Ms. A47 Nr, 3 Kyrie
und Gloria 4 v. P.
Ms. 840. 916. 931: 5 Gesge. [Proske.
Mss. B.M: Missae sup. Aspice Dne.
4 v. Ave maris Stella .5 v. De beata
virg. 4 v, L'homme arme 5 v. Mille
regrets 6 v. Quaoramus cum pastor. 5 v.
j P. u. im Chorbuch Si bona suscepimus
6 V. Yulncrasti cor 4 v. Pro defunctis
5 voc, sämilich in Part.
— Asperges 4 v. Lamentab. 5 voc, P.
— Magnif. 4 voc. P. — 3 Sicut erat
in princ. 6 voc. P.
Ms. Rostock (Kat. unter Messen) 1
Messe Nr. 12.
2 Tonsätze in Contrapunto, Ms. B.B.
In Hofb. Wien, Ms. 15604, sacnini
convivium. Christus resurgens 5 voc.
Part. — Ms. 15943, Magnificat 4 voc.
Chorb. — Ms. 16237, Christus resurgens
5 voc. P. — Ms. 18467, Lamentabatur
Jacob, 5 voc. — 19426 Chorb. 1 Magnif.
4 voc.
Mss. Cap. sistina, Cod. 17, Missa Tris-
tezas me matan triste di me 5 v, — M.
Morales, Cristobal.
55
Moralt.
Mille regi'etz 6 voc. — Cod. 19, Missa
de B. M. Virg. 5 v. — Cod. 32, Missa
Benedicta es 4 v. — Cod. l'A, Missa Si
bona suscepimus ö v. — Cod. 13, 17, 19,
21, 61, 64 u. 198 Motetten, Hymnen, La-
nientat. , Mag-nif. (siehe them. Kat. von
Haberl).
Ms. Bologna: Intlina domine aurem
4 V. aus 1541. — Lamentatio, fehlt B.
Ms. Dom zu Maihind, Cod. des 16. Jh.
mit Missae, 1 Magnifie.
Ms. Leiden Chorb. C2: Missa de do-
mina.
37 Gesge. in Samhvk. (Eitner 1). Feraer
3 Mot. in Gombeifs Musiea 4 voc. lib. 1.
1541 (s. a.). -- In Ant. Gardane's Lib. 4.
Missanim 1544 die Me.sse Ave raails,
4 Teuori. — In Scotto's 1. lib. de'Motetti
a 5 V- 1549 ein Morales. — In Merulo's
Nachdruck der Motectarum diviuitatis
lib. 1, 5 V. 1569 nur 5 a in Bologna vor-
handen. — In Archadelt's 4. lib. Madr.
1539 ff. Ditemi o si. — In Vincenti's
Nuova spogiia 1593: Quando lieta sperai
5 voc. — In Sotto's Missae 4 voc. s. a.
(1541) die Messe: De beata Virginis. —
Im Valderravaua 1547 ein Tonsatz. —
In Paolucci 2, 232 ein Sicut erat in prin-
cipio, Canon in Subdiatessaron 6 voc, ist
ein anderer Satz als der im Martini und
Choron, siehe Eitner 2.
In neuen Ausg. 16 Nrn. (Eitner 2),
ferner in Phil. PedreU's Hispaniae schola
musiea sacra, Barcelona 1894 Pujol y Co.
fol. (siehe M. f. M. 27, 28) und in Am-
bros 5, 595: Sancte Antoni c. 2. p. 4 voc.
(1541). In Smith's Musiea antiqua p. 110:
Ditemi o si, o no senza timore, 4 voc.
Morales, CristOTal de:
Discursos sobre a perfei(,'ao do diathe-
saron e louvores do numero quaternario,
em que eile se contem, con um encomio
sobre o papel que mando imprimir o
Serenissimo Rei D. Joäo IV, em defesa
da moderna musiea, e reposta sobra os
dois breves negros de . . . Lisboa, por
Ant. Craesbeck 1662. 40 (Straeten 8,
230). Im br. Mus. mit A'arianten: sobre
OS tres breves negros de . . . 1662 J. A.
Frouvo. 4*^. Jedenfalls ein anderer als
der Spanier Morales.
Morales, Francisco de, Ka-
pellan und Säuger an der Kapelle
der Königin Isabella zu Sevilla um
1490 (Straeten VII, 104). Pedrell
zeigt im Vorwort I, XVIII seiner
Hispaniae schola musiea einen
Knabensänger Christophe de Mo-
rales an, der zur selben Zeit (1490)
in der Hofkapelle zu Sevilla diente.
Auch einen Francisco de Morales,
aber nicht als Kaplau, sondern als
fourrier de chapelle. Wahrschein-
lich ist Straeten's Angabe wie so
oft ungenau.
Morales, Ildepüonso, ein Spa-
nier, stand im Dienste der Kgl.
Kapelle zu Brüssel , nach dem
verloren gegangenen 1. Bl. des
Ms. 3 der B. M. (siehe Kat. von
Maier).
Moralt, eine Musikerfamilie von
fünf Brüdern, die an der Mün-
chener Hofkapelle nach 1778 an-
gestellt waren, nur der Jüngste, ein
Violaspieler, vielleicht W(ilhelm?),
ging nach London und trat ins
philharmonische Orchester ein, wo
er bis 1842 verz. ist. Die anderen
Brüder hiefsen Joseph (1775 geb.,
wird 1/5 1800 Konzertmeister),
Pküi'pj) (Violoncellist 1780 bis f
18/3 1847), Geor(j (Bratschist 1781
bis 1818). Grove erwähnt noch
einen Jalrjb^ w^as dann der sechste
Moralt wäre, Zwillingsbruder des
Philipp's, ein Instrumentist in der
Kapelle, den die Akten des Kreis-
archivs in München 1800 erwäh-
nen, als er eine Gehaltszulage er-
hielt. Der Bedeutendste war
Johann Baptist Moralt^ geb.
1777 (?), denn er starb den 7. Okt.
1825, 48 (?) Jahr alt in München
(Nekrolog in der Lpz. Ztg. 28, 42).
Er war Violinist zuerst a/d. Mann-
heimer Hofkapelle, dann von 1 778 (?)
bis zu seinem Tode in München.
Die Gebrüder M. hatten einen Ruf
als vortreffliche Quartettspieler. Die
obigen Daten sind sämtlich sehr
fraglich und bedürfen sehr der
Nachhilfe. An Kompositionen sind
von letzterem bekannt:
Deutsche Messe für 4 Stimmen mit
Orgel, im Autograph. [B. M.
Morambert.
56
Morandi, Pietro.
Sinfonie ä gr. orch. (ohne Clarinetten).
Lpz., Br. & Haertel. 13 Stb. fol. [B. B.
Musikfr. Wien.
Le^ons methodique pour Je Violen avec
acc. d'un 2. V. Mayence, Schott, 2. partie.
2 Stb. fol. [B. B.
Wahrscheinlich ist das Lied im Musi-
kal. Jugendfieuud 1. Heft. München 1814
bei Sidler Nr. 51 auch von ihm. [B. Kgsbg.
2 Sinfonien für grofses Orch. Esd. u.
Gd., eine in Bonn, die andere in Lpz.
erschienen. Stb. [Darmst.
Ueber Joscpli Moralt berichtet
die Niederrh. Ztg. 3, 384: geb. 5.
Aug. 1775 zu Schwetzingen bei
Mannheim, wird 1786 Kammer-
musikus, Violoncellist, am 1/5 1800
Konzertmeister in München, 1827
Musikdirektor, starb 14. Nov. 1855.
Morambert, Aiitoine -Jacques
Labbet, Abbe de, geb. um 1721
zu Paris, soll nach Fotis in Paris
Musiklehrer gewesen sein; der Bei-
name Lubbot bei Fotis ist falsch.
Er gab anonym heraus:
Sentiment d'un harmnniphilo, sur diffe-
rens ouvrage de musiquo. .Ämst. (175G)
et a Paris, Jombert etc. 8". 84 S. Text
und 8 Seit. Musik. [Dresden.
Die Bibl. nationale zu Paris besitzt
unter Morambert 1. Domine qui habitabit,
avec orch. Ms. P. 2. Le triomphe de
l'amour, cantatille, gravee. Paris s. a.
Moran, Antonio de, um 1666
Sopranist (Kastrat) a/d. Hofkapelle
in Dresden mit 800 Echthr. Gehalt.
Wird 1680 in den Akten nicht
mehr genannt (Fürstenau 1, 92).
Morancl, Pierre de, ein Dichter,
geb. um 1701 zu Arles, gest. 26.
Juli 1757 zu Paris (Fetis Näheres).
Er liefs sich mit Eousseau in einen
Federkrieg ein und gab heraus:
Justification de la jnusique frauyoise,
contre la quereile qui lui a ete faite par
un AUemand et un AUobroge. Adressee
par elle-nieme au coin de la reine le jour
qu'avec Titon et l'Aurore eile s'est remise
en possession de son theatre (anonym).
La Haye 1754. 8". [B. B. Brüssel.
Brüssel Cons. br. Mus. Bologna.
Morandi, (xiovanni, geb. 12.
Mai 1774 zu Pergola (römische
Provinz bei Urbino), gest. 23. Febr.
1836*1 zu Senigallia (Sinigaglia),
Sohn des Pietro, verheiratet mit
der Sängerin Rosa Morandi. Zuerst
Organist (wo?), dann Nachfolger
seines Vaters als Kapellmeister zu
Senigallia (Masseangeli's Autogr.).
In dessen Autographen-Samlg., Phil-
harmonie zu Bologna, ein Brief
von 1834 nebst einem Autogr.
seiner Frau (f 1824).
Ich kenne nur 1. Sonate per gli organi
moderni, oj). 2. Milane, Kicordi. 2. 11
Santo natale, pastorale per gli organi mo-
derni, ib. 'A. Grau Sonata pastorale in F
per oi'gano, Ms. 4. 3 Rondeaux ]30ur le
Pfte. Turin, Roycend. [Mailand Cons.
Nr. 1 auch in Brüssel.
Im Besitze des Herrn Giov. Morandi
in Sinigaglia: Musioa per organo, Sonate
etc. 2 voll. Milane, Eicordi.
Ein Arrangement f. Pfte. von G. Simon
Mayr's Adela,sia ed Aleramo. Milano,
Ricordi. [B. Bologna Kat. 3, 317.] Ueber
seine Frau siehe den Catalogo der Autogr.
Masseangeli's.
Morandi, Pietro, geb. zu Bo-
logna um 1739, gest. 8. Dez. 1815
zu Ancona, Schüler vom Pat. Mar-
tini, wurde darauf Kapellmeister
zu Pergola, dann zu Senigallia;
seit 1764 Mitglied der Philharmonie
zu Bologna.
Er schrieb für die Kirche und fürs
Theater die Opern: (Jli Usurpatori delusi
lind L'Inglese stravagante. Zuletzt wurde
er Kapellmeister in Ancona (Fetis. Masse-
angeli's Autogr.). Das Liceo mus. zu Bo-
logna besitzt von ihm teils im Autogr.,
teils in Kopien: Egredimini et videte, In-
troito ä 4 voci col oig. — Kyrie 4 voc.
con ström. — Dixit 4 voc. c. ström. —
Beatus vir 4 v. c. ström. — Heros ui-
tenti desujjer, Alto solo c. V. — Magni-
ficat 4 voc. c. Strom. — Ecce nunc ä C.
e A. c. V. composte l'anno 1763. Ferner:
Alla gioventü dilettante XII Duetti di . . .
Bologuese Accademico Filarm., e Maestro
di cappella di Pergola. Innocente Ales-
sandri incise in Venetia. Part. ([ufol.
20 S.
*) Der Kat. 3, 246 von Bologna schreibt
statt 1836 nach Ricordi's Gazzetta musi-
cale, 24. Jhg. Nr. 12 S. 94: 1856.
Morandi, Victoria Amadeo.
57
MorateUi.
In der Accademia filarm. zu Bologna
eine Antifona a 4 parti, Autogr. von 1764.
Im Kataloge der Autogr. Masseangeli's
werden noch eine Anzahl Kompositionen
angefühi-t.
12 Duetti . . . Venez. [C. P.
Morandi, Victoria Ainadeo,
wird 1714 vom Markgrafen von
Bayreuth als Musiker dem Kur-
fürsten von Sachsen empfohlen (s.
Staatsarchiv).
Morang-e, A. . . de, Orchester-
direktor am Theater des Jeunes
Eleves zu Paris um 1800, schrieb
die Operetten:
Les quiproquo nocturnes, in 1 Akt
1799. — Les petits Auvergnats, in 1 Akt
und die Melodramen: La bataille de
Dunes u. l'enfant prodigue, deren Ouver-
türe in Paris bei Mme. Duhan erschien
(Fetis). Pougin führt noch einige Ope-
retten u. Melodramas an uud sagt ferner,
dass er um 1805 Orchesterdirektor am
Theater de la Gaite war, aber 1806 das
Amt schon nicht mehr besafs.
Moranus, siehe Moravius, Aug.
Morari. Man kennt bis jetzt
vier Musiker dieses Namens, weifs
aber nicht ob sie Brüder oder
Verwandte waren, obgleich sie alle
vier zu gleicher Zeit dem Kur-
fürsten von Baiern als Violinisten
dienten. Antonio war auch Kom-
ponist und aus dem Titel des ge-
druckten Werkes erfährt man, dass
er aus Bergamo stammte, von den
anderen kennt man nur die Thätig-
keit in München. In alphabetischer
Ordnung nach den Akten mitge-
teilt waren es
Achilusen {?) J/., wird nur 1577
als Geiger angeführt mit einem
Gehalt von 180 Gld. und einem
Geschenk von 30 Gld. (Sandberger
3, 96).
Annibale Jf., in den Akten ge-
wöhnlich nur mit Hanival Oeigcr
angeführt; er tritt 1568 mit 144
Gld. Gehalt, später mit 180 ein u.
stirbt Ende 1595. Er hatte sich
1000 Gld. erspart, die ihm 1578 zu
einem Besuche in Italien aus-
gezahlt wurden, doch scheint er
denselben erst 1579 angetreten zu
haben, denn es werden ihm noch-
mals zur Reise 30 Gld. gezahlt.
Den 20/7 1589 wird er wieder
beurlaubt und tritt erst Ende 1590
wieder ein (Sandberger 3 u. Haberl
Jahrb. 1896, 25).
Antonio Jf., in den Akten nur
Anthony Geiger gez., erst 1577
mit vollem Namen, tritt im Jahre
1568 in die Münchener Kapelle
mit 180 Gld. Gehalt ein. Er war
aus Bergamo gebürtig. Sein Ge-
halt steigerte sich bis 962 Gld. u.
bekleidete er die Direktorstelle
über die Instruraentisteu. Im ersten
Quartal des Jahres 1597 stirbt er.
Er war ein sparsamer Mann von
dem die Akten mehrfach auf Zinsen
angelegte Gelder verzeichnen (Sand-
berger 3 und Haberl Jahrb. 1896,
24 ff.). Er gab heraus:
II 1. IIb. de Madrigali a 4 voci di
Antonio Morari da Bergamo. Capo della
musica instrumentale del Seren. Sig. Duca
di Bauera (?) . . . Ven. 1587 Gardano. 4
Stb. qu4". 21 Madr. [B. D. Bologna.
Verona S. f : C A. B.
2 Magnificat 5 et 6 voc. Chorb. Ms.
[B. M.] — Ebd. 2 Motetten in Tabulatur-
partitur.
Falsibordoni 8 tonorum, 4 voc. Ms.
Chorb. [B. M.
In alten Samlwk. 5 Gesge. (Eitner 1).
In neuer Ausg. 1 Motette (Eitner 2).
Giovanni Battista 31., in den
Akten meist nur Joan Babtista
Geiger, auch nur Babtista Geiger
genannt, tritt 1568 mit 180 (}ld.
Gehalt in die Kapelle und stirbt
nach Pfingsten 1577 (ib.).
Moratelli, Sebastiano, Altist
a/d. Hofkapelle in Wien von 1691
bis 94 (Köchel 1). Von hier ging
er als Kapellmeister an den Düssel-
dorfer Hof unter Kurfürst Johann
Wilhelm, mit dem er bereits seit
dem Jahre 1687 in brieflicher
Moratelli.
58
More.
Verbindung stand (im Besitze des
Archivs zu Düsseldorf) und eine
in Wien komponierte Oper „Di-
done" übersandte, die 1688 zur
Hochzeitsfeier Karl PhiJipp's in
Düsseldorf aufgeführt wurde. Der
Textdichter war G. M. Rapparini.
Doch schon ein Jahr vorher wurde
zu Heidelberg zur Feier der Hoch-
zeit Peter II. von Portugal mit
der pfälzischen Prinzessin Maria
Sophia Elisabeth eine Oper Mora-
telli's „La gemma Ceraunia" (das
Kleinod Ceraunia von Ulissipone
jetzo genannt Lisbano) von Nic.Minati
aufgeführt. Walter 49 glaubt, dass
Moratelli zur Zeit am Heidelberger
Hofe lebte. Das Textbuch zur
Oper Didone bez. Moratelli als
„Kammermusikus S. M. des Kaisers,
Ehrenkaplan der Erzherzogin Maria
Anna von Oesterreich und Kapell-
meister des Kui-fürsten. Walter
S. 59 berichtet, dass sich der Kur-
fürst Karl Philipp 1687 mit dem
am Hofe zu Heidelberg befind-
lichen Komponisten in Verbindung
setzte und ihn als Kapellmeister
nach Düsseldorf berief. Wie sich
dies mit den Angaben Köchel's
verbinden lässt, bedarf noch ge-
nauerer Untersuchung; dass M.
schon vor 1691 in kaiserl. Diensten
stand, beweist das Textbuch von
1687. Wahrscheinlich stand M. in
gleichem Verhcältnis zum Düssel-
dorfer Hofe wie Gilles Heine (M.
f. M. 28, 89 ff.). Walter führt
noch die Opern M.'s an: Erminia
ne boschi und Erminia al campo,
1687 und 1688 in Düsseldorf auf-
geführt. 1695 wird die Oper „H
fabro pittore" von ihm in Düssel-
dorf gegeben. Wilderer wurde
sein Nachfolger. Die Düsseldorfer
Akten, die Walter benützt, geben
in betreff der Hofkapelle äufserst
dürftige Nachrichten.
Morato, Joiio Vaz Barradas
Muito-Päo e, geb. 30. April 1689
zu Portalegre in Portugal. Er war
Musiklehrer im Kollegium dos reis
da casa de Braganza und Chor-
direktor an St. Nicolai zu Lissa-
bon, wo er noch 1747 lebte. Vas-
concellos führt ein theoretisches
Werk im Ms. und zwei Drucke
an, betitelt:
Flores musicaes colhidas no jardim da
nielhor Li<,-5o de varios Authores. Arte
pratica de canto de orgäo . . . Lisboa Occi-
dental 1735 na officina da Musica. G Bll.
113 Seit, in 4". [Vascoiicellos und Leo
Licpm. Nr. 144. Vasconcellos führt noch
eine Ausgabe Texte von 1738 an.
Breve resunio de Cantochäo com as
regras inais principaes, e a forma qne
deve guardar, o Director do Coro i)ara
.sustentai' firme na corda chamada Coral,
e Organista quando o acompanha . . .
Ibid. 1735. 59 S. in 4". [br. Mus. und
Licpm. 144.
Moravia, siehe Hicronymus.
Maravius (Moranus) Augustinus,
Bassist an der Hofkapelle in Wien
mit 21 Gld. monatl. vom 1. Dez.
1564 bis t 11. August 1568
(Köchel 1).
Morawecz, Wenzel, ein böh-
mischer Organist und Komponist,
von dessen Arbeit sich auf dem Kirchen-
chore zu Rauduitz 1786 noch 9 Messen
und 4 Litaneyen befanden (Dlabacz).
Morawctz, Johann; Gerber 2
vermutet, dass er um 1799 m
Wien lebte, weil in Traeg's Musik-
verz. (Wien 1799) 3 Sinfonien, 1
Concertino, 8 Notturni ä Fl. d'a-
more, Fl. trav, 2 Viele, 2 Corni
e V., 1 Sestetto a 2 V. Ob. Fl.
Alto e Vcl. und Harmonie Musik
befinden. Um 1809 war er Or-
chesterdirektor des Theaters zu
Pest.
More, . . . (Davey nennt ihn
William More), ein englischer
Komponist des 16. Jhs., von dem
sich
im Ms. 100 des br. Mus. der Gesang
Moreau, Gilet.
59
Morel,
,,Ad Domiuuüi cum tribiüarer" befindet.
Ebenso im Ms. 7578 Harleian, Ms. Add.
30480-4 ein Anthem, Ms. 31226: Levavi
ooulos (nach. Davey).
Moreau (Moureau) (xilet, Sänger
am Hofe Philipp des Schönen, als
er 1501 zu Zeeland residierte,
ebenso auch noch 1505, dann be-
fand er sich im Dienste Ks. Karl V.
bis 1514 (Straeten 7, 108. 162).
Moreau, Henri, geb. zu Lüt-
tich den 15. Juli 1728, gest. ebd.
den 3. Nov. 1803. War um 1755
Kapellmeister zu Lüttich und
Lehrer am Kollegium St. Paul.
Fetis bez. ihn als einen der aus-
gezeichnetsten Musiker Belgiens.
Aufser einigen Weihnachtsgesängen
ist er nur durch seine theoretischen
Arbeiten bekannt. Nachweisbar
ist:
L'harmonie mise en pratique avec
un tableau de tous las accords, la
niethode de s'en servir, et des regles uti-
les ä ceux qui etudient la composition ou
racconipagnenient. Liege 1783 J. G. M,
Loxhay. S». 128 S. 15 Taf. [Brüssel.
Glasgow.
Nouveaux priucipes d'barmonie, selon
le Systeme d'Autoiue Ximenes, precedes
d'observations sur la theorie de Rameaii,
et suivis de remarques sur plusieurs dis-
sonances, ainsi qua des regles pour la
composition de la musique a 2, 3, 4 par-
ties et plus. [Ms. im Besitze des Kano-
nikus de Vroye zu Lüttich.
Moreau, JejinAndr^, geb. den
13. Mai 1768 zu Paris, gest.
gegen 1828 ebd. Knabensänger
an der Kathedrale zu Amiens,
wurde Kapellmeister zu Bethune,
dann Organist zu Peronne, kam
während der Revolution nach
Paris und wurde nach einem
wechselvollen Leben später an der
Bibliothek des Konservatoriums
angestellt, doch ereilte ihn bald
darauf der Tod.
Fetis führt von ihm allerlei Klavier-
Tageslitaratur an, auch zwei Samlg. Eo-
manzan. Im Ms. hiuterlieis er Streich-
quintetts und Quartetts. — In Mailand
Cons: Nouveau choix da cantiques de
St. Sulpice pour une ou deux voix av.
acc. d'orgue ou de pfte. op. 35. Paris,
Carli.
Moreau, Jean-Baptiste, geb.
zu Angers um 1656, gest. zu
Paris den 24. Aug. 1733. Knaben-
sänger an der Kirche zu Angers,
wurde dann Kapellmeister zu
Langres bei Dijon, ging darauf
nach Paris und erhielt durch den
Dauphin eine Anstellung in der
Kgl. Kapelle. Fetis verz. mehrere
Werke für die Bühne, Kantaten,
Chansons und einige geistliche
Werke. Bekannt sind :
Athalie, tragedie, choeurs. Paris 1690
Ballard. [C P.
Choeurs de la tragedie d'Esther. Paris
1(J89 Ballard. [B. B. C. P. br. Mus.
Iiitennedes de la tragedie d'Esther.
ib. 1689. [Paris Arsenal.
— Ausg. ib. 1696. [Paris Nat. C. P.
besafs auch Leo Liepm.
Cantiques, chantes devant le roy . . .
Paris 1695 Chr. Ballard. [C. P. Kat.
Liepm.
Wahrscheinlich ist die Cantatille.
„Zaire". Paris. P. nur mit Moreau gez.
auch von ihm. [Darmst.
In der Neuausgabe Racine's 1873 sind
die Cantiques von M. und La Lande ab-
gedruckt (siehe Katalog Brüssel Cons.
Nr. 532 Anmkg.
Moreau, NicoLis, Kapellan und
Bassist Ende des 16. Jhs., beteiligte
sich am Concurse zu Evreux (M.
f. M. 22, 206).
Moreau, Simon, ein Komponist
des 16. Jhs.,
der in Samlwken. um 1555 mit 8 Mo-
tetten vertreten ist (Eitner 1). In einem
hds. Samlwk. der B. Kassel in 5 Stb.
(Mus. 4, 91) befinden sich unter Nr. 25:
Expurgate vetus fermentum 6 voc. und
Nr. 35 zwei Gesänge. Ferner 1 Tonsatz
in Gallus Dressler's Practica modoram
1561. — In der B. B., T 141 einige Ge-
sänge in P. — Ein Tu es Petrus 5 voc.
Ms. Chorb. 2, 147 in Aachen. — Expur-
gate vetus fermentum im Ms. B. Br.
Morde, siehe La Morde.
Morel, . . . bekannt durch :
Les Tuilleries, Cantate ä voix seule
Morel,
60
Morellati.
(mit B. u. V.). Paris 1717 i'auteur et le
Foucault. fol. 10 S. |B. M.
Vielleicht sind von demselben folgende
■Kompositionen:
ler livre de pieces de Viele. Paris
1709 I'auteur. [Paris Nat.
Einige Airs im Samlwk. Airs 1710b.
Morel, . . . Kanonikus zu Mont-
pellier in der Mitte des 18. Jhs.,
gab heraus:
Nouvelle theorie pliysique de la voix
par M. Morel. Paris 1746 Prault pere.
12». 32 S. [Bnissel (siehe Fetis).
Morel, Alexandre - Jean, geb.
26. März 1776 zu Loisey (Meuse),
gest. 31. Okt. 1825 zu Paris. Trat
in die polytechnische Schule, wurde
Chef einer Brigade, dann Prof. der
Mathematik an der Artillerieschule
der Garde, dabei ein Musiklieb-
haher, der sich mit Akustik be-
schäftigte. Man kennt von ihm
Principe acoustique nouveau et uni-
versel de la theorie musicale, ou musique
expliquee, par . . . Paris 1816 Bachelier.
8°. Vm u. 506 S. 12 Taf. Kapitel-
anzeige im Becker 2, 52. [B. B. B. M.
B. Lpz. Hofb.Wien. Brüssel. Glasgow.
Musikfr. Wien.
Systeme acousti(iue nouveau et uni-
versel de la theorie musicale ou musique
expliquee, par , . . Paris 1824 Fain. 8^.
28 S. Ein Auszug aus dem Dictionnaire
de 'decouvertes. [Hof b. Wien.
Observations sur la seule vraie theorie
de la musique de M. de Momigny. Paris
1822 Bachelier. 8». 72 S. [Brüssel.
Brüssel Cons. Glasgow.
M. schrieb auch einige Aiükel über
Musik füi' den Moniteur.
Das Conservatoire zu Paris besitzt unter
dem Namen Morel folgende Kompositionen,
ob im Ünick oder Ms. sagt der Kat. nicht :
1. Le sommeil cantatüle a V. seul.
2. La traduction du Te Deum.
3. Un recueil de pieces de Viele.
Morel, Clement, nur bekannt
durch
21 Gesänge, meistens Chansons zu
4 Stim. in alten Samlwk., zum Teil ohne
Vornamen, die von 1539 — 1554 erschienen.
Ich habe zwei davon in Partitur gesetzt.
Sie sind geschickt gearbeitet, zeigen einen
durchgebildeten Musiker, doch stehen sie
gegen andere im Ausdrucke zurück (Eit-
ner 1 getrennt in diejenigen mit und ohne
Vornamen).
Ferner befinden sich in Bosco's Samlwk.
lib. 1, 1554 eine Motette und in Mss. ein
Tota pulchra es, 4 voc. Ms. Chorbuch 2
in fol. in Glashütte, jetzt in Dresden. —
In Ms. 940 B. Proske 1 Gesg. — In Ms.
B. Bi". das bekannte Tota pulchra es. —
Im Ms. 22, 6 Stb. des 16. .Ths., im br.
Mus. enthält „Bon jour, bou au"', fol. 2.
In Ms. 224 die P. zu Vivons joyeusement
4 voc. — Dame de beaulte 4 voc. in Neu-
ausgabe, Publikation Bd. 23.
Morel (Morrel), Magister Jean,
war von c. 1561 bis 1572 Bassist
an der Hofknpolle Philipp IL von
Spanion und erliielt 1562 die Prae-
benden zu B6thune und Hesdin in
den Niederlanden (Straeten 1, 246.
8, 41. 4.3).
Morel, Jenin, Sänger in der
Kapelle Ks. Karl V. von 1518 bis
1521 (Straeten 7, 295).
Morel, Nielas, geb. zu Eouen
in der Mitte des 16. Jhs., war
Chordirektor an der Kathedrale zu
Ronen.
Er l)eteiligte sich 1584 am Concourse
zu Evreux und gewann mit der Chanson
„Je poi-te en mon bouquet" und 1586 mit
„D'oü vicnt belle" Preise (Fetis).
Morel, Pieter, um 1596 Sang-
meister an St. Walpurge in Aude-
narde (Audenarde 15).
Morel, MUe. Virginie, Pianistin
„de S. A. R. Mad. la Duchesse de
Berry" im 18. Jh.? Man kennt
von ihr:
Sonate pour Piano avec acc. de Viel.,
comp. . . op. 1. Paris, I'auteur & H. Le-
moin. 2 Stb. fol. [B. B.
Morel de Voleine, L . . ., be-
kannt durch:
Messe en musique. Roanne (s. a.) Im-
primerie de Ferlay. 8^. 3 BU. 34 S.
[B. M.
Morell, David und Johann,
dienten um 1605 bis c. 1625 an
der Hofkapelle in Stuttgart als
Musici (Sittard 2, 34).
Morellati, Paolo, aus Vi-
cenza, Schüler von Martini im
Morellet.
61
Moret-de-Lescer.
18. Jh., wurde am 1. Sept. 1763
in die Akademie filarmouica zu
Bologna aufgenommen. Im Auto-
graphen-Katalog von Succi (Belog.
1888) wird gesagt, dass er die
Pianoforte-Mechanik vervollkomm-
nete. Dort auch ein Brief von
1765. In den Lettera von 1780
wird er bez. mit „celebre Maestro
di Musica vicentino".
In einem Ms. der Bibl. Bologna ist er
mit sogenannten Fugen vertreten, und
zwar 1. Et in saecula. 2. Chine eleison.
3. Cum sancto spiritu.
Lettera scritta dal sig. . ., intorno aU'
eccellente cembalo a martelli da lui costruito
(Sta nell'Antologia di Eoma, num. XLI,
aprile 1780 pag. 324). [Bologna.
Im Liceo zu Bologna im Aiitogr. 1 Qualis
est delecta nostra, Graduale a C. ed A. c.
istrom. 1762. P. — Nisi Dnus. 3 v. c.
istrom. 1762, P. — Nunc dimittis 4 v.
c. Strom. 1763, P. — Cliirie 4 v. c. ström.
1762. — Gloria 4 voc. c. ström., 1763
aufgeführt. 1 vol. von 100 ßU.
Morellet, Andre, geb. 7. März
1727 zu Lyon, gest. 12. Jan. 1819
zu Paris. Besitzer einer Papier-
handlung, lebte aber später in
Paris den Wissenschaften und
wurde Mitglied der Akademie
franyaise. Er schrieb
De l'expressiou en niusique, für den
Mercure 1771 Nov. p. 113 und in den
Arcliives litteraires, Bd. 6, 145. Er war
auch ein eifriger Piccinist (Fetis).
Morelli, Beriiardino, ein Kom-
ponist des 16. Jhs., bekannt durch
Motetta 5 voc. Ven. 1598 Ainadinus.
[B. Lpz. (?) Haberl inkomplet.
2 Motetten in neuen Ausg. (Eitner 2).
In B. Schmid's Orgelbuck 1607 eine
Mot. in Tabulatur. In ß. Dresden Ms.
B 1249 a, 1 ein Domine salvum fac regem,
Part.
Morelli, Oiaeomo, Bibliothekar
am St. Marcus zu Venedig, geb.
14. April 1745 ebd., gest. 5. Mai
1819. Er gab heraus:
Aristidis Oratio adversus Leptinem,
Libanii declamatio pro Socrate, Aristoxeni
rhythmicorum elemeutorum fragmenta, ex
bibliotheca Veneta D. Marci nunc primum
edita, cum annotationibus, graece et latine.
Venetia 1785. 8« (Fetis).
Moreno, Miguel Diaz, ein spa-
nischer Organist um 1669 (Strae-
ten 8, 214).
Von einem Moreno ohne Vornamen
besitzt die B. M. eine Missa 4 voc. cum
organo. Ms. in P.
Morera, Francisco, ein spa-
nischer Musiker, der von 1768 bis
1793 Kapellmeister an der Kathe-
drale zu Valencia war (Ph. Pedrell
aus den Akten in seiner Partitur-
ausgabe J. Gl. Perez' 1896, Vor-
wort).
Moresclii, Cliambattista Ales-
sandro, Mitglied der Akademie
de Fervidi zu Bologna in der 2ten
Hälfte des 18. Jhs., gab heraus:
Orazione in lode del Padre Maestro
Giamb. Martini, recitata da . . . nella so-
lenne accademia de'Fervidi Fultimo gioriio
dell'anno 1784. Bologna 1786 St. di S.
Tom. d'Aquino. 4". 38 S. [Dresd. Mus.
B. B. Brüssel. B. Wagener. Bologna.
Morese, GlioYanni, aus Ancoua,
lebte um 1640 als Komponist
und ist
im Samlwk. 1646a mit einem 3stim.
Gesge. vertreten (Eitner 1). Der Antiquar
Rosenthal besafs eine Cantusstimme ohne
Titel von c. 1650, welche 2 Gesge. von
ihm enthielt.
Moresini, Prete Bartolommeo,
seit dem 2. April 1608 Vice -Ka-
pellmeister an S. Marco in Venedig
(Caffi 1, 55. 207). 1612 wurde
er zum Pfarrer au S. Geremia ge-
wählt.
Moret - de - Lescer , Antoine-
Charles, geb. um 1741 zu Charle-
ville, lebte seit etwa 1765 zu
Lüttich als Musiklehrer. Fetis verz.
von ihm:
Science de la musique vocale. Liege
1768. 4''. Ein Vorwort zu Solfeggien.
Dictionnaire raisonne, ou histoire generale
de la musique et da la lutherie, enrichi
de gravures en taille-douce ... 13 voll.
8", von 400 S. Eine Ankündigung im
Journal Esprit des Jouruaux, Sept. 1775
p. 402, doch ist das Werk nicht erschienen
(Fetis).
Moret, Theodore.
62
Morgenroth.
Moret, Theodore, ein Jesuit,
geb. um 1602 zu Antwerpen, lebte
zu Prag, 01m ätz und Breslau, wo
er am 6. Nov. 1667 starb. Fetis
verz. von ihm die Abhandlung:
De Maguitudine soni. Vratislavia
1664. 40.
Moretti , . . . ein Spanier , be-
kannt durch den Druck:
Doce cauciones con accomp. de gui-
tarra . . . por el Brigadier . . . arrcgiadas
para el Pfte. por D. Man. ßüeker. op. 24.
London, Clementi, Banger, Collard, Devis
& CoUard. fol. [B. M.
Ebendort der Originaldnick: Madrid, de
B. Wirms. fol. (Mus. pr. 20 Nr. 537.)
Moretti, Andrea, geb. zu Siena
(Toscana) in der Mitte des 16. Jhs.
Er war ein berühmter Spieler auf
der italienischen Cetarone oder
Chitarone genannt und besuchte
abwechselnd die Höfe Italiens; zu-
letzt war er zu Siena im Orchester
der Kathedrale augestellt (Fetis
nach Azzolini Ugurgieri's Pompe
Senesi).
Moretti, D. Carlo, aus Recanati
(römische Provinz), Schüler von
Virg. Mazzocchi, ist
im Samlwk. 1646a mit 2 Gesgen. ver-
treten (Eitner 1).
Moretti, ü. Federig^o, nennt
sich einen Dilettanten. Man kennt
von ihm
Grand Duo par 2 Lyres ou 2 Guitares.
Paris. [Dresden.
Prime lezioni per chitarra. Ms. [Mai-
land Cons.
Principe per la chitarra. Napoli, Mares-
calchi. qufol. 30 S. [Maild. Cons. Bo-
logna.
Principios para tocar la guitarra de
seis ordenes, precedidos de los elenientos
generales de la musica. Madrid 1799
Grabados por Jos. Eico. qufol. 2 part.
[br. Mus.
— Madrid 1807 Iniprenta de Sancha.
2 Teile in 1 vol. in fjufol. [Leo Liepm. 144.
Metodo per la chitarra a 6 corde con
gli elementi generali della musica. 3. ediz.
tradotta dallo spagnuolo e dallo stesso
autore accresciuta di scale, accordi, ar-
peggi a quattro dita ... Op. 1. Napoli
1804. [Mailand Cons.
Sistema uniclave ö ensayo sobre uni-
formar las claves de la musica, sujet
andolas a una sola escala, por . . . el ca-
bailero don F. M. Madrid 1824 Sancha.
23 S. in 80. [Brüssel. Bologna.
Moretti, D. Mattia, aus Recanati,
bekannt durch eine 3 stim. Motette mit
Bc. 1646 a (Eitner 1).
Morgan, George, trat 1748 in
die Kgl. Kapelle in London ein
(Viertelj. 8, 519).
Im br. Mus: A song (Why should Love)
the words by Mr Theobald. s. 1. 4P.
Morgan, Jolm, geb. um 1711
zu Newburgh (Insel Anglesey), soll
der letzte Barde gewesen sein, der
noch den Crwth spielte. Er lebte
noch 1771 (Fetis nach der Archae-
ologia or miscell. tracts relating to
antiquity. Bd. 3, 32).
In Longman's Collection of Catches das
3 stim. Catch: Quotli Jack on a time, nur
mit Morgan gez.
Morgan, Nicliolas, schwor am
9/12 1566 als Gentleman an der
Kgl. Kapelle in London (Rim-
bault 2).
Von einem Morgan des 17. oder 18. Jhs.
befinden sich in Ililton's Catch that Catch,
Ausg. Playford 1707: Pleasant mus. Comp.,
2. book und ebenso in der Ausg. Young's
von 1720 und von Walsh einige Gesänge.
Auch in J. Simpson's Thesaurus ist ein
Gesg. zu finden.
Im Ms. 1978 des E. C. of Mus. ist ein
Morgan vom Ende des 17. Jhs. mit Sing-
spielen und engüschen Opern vertreten
und zwar 1. The younger brother 1696.
2. The mock marriage 1696. 3. Psyche
1695? 4. The matchless niaids (V) ohne
Jahr.
Im br. Mus. Ms. 85 eine Flötenstimme
vom Jahre 1686, worin auch ein Morgan
genannt wird. — In Oxford, Chr. Ch. im
Ms. unter Morgan eine Overture u. a.
Morgan ist noch vertreten im Catch
Club 1, 2. Teil, in Eaf. Corte vil's Samlwk.
von 1686. Im Catch Club 3, Bd. 1.
Morgenrotli , Franz Anton,
geb. 8. Febr. 1780 in Namslau in
Schlesien, gest. 14. (7.?) Aug. 1847
in Dresden. Studierte in Breslau,
1798 in Warschau u. wurde dort
im Kriegs- und Domänenfache an-
Morgenroth.
63
Mori, Giacomo.
gestellt. 1805 Leihhauskontroleiir
mit 400 Tblr. Gebalt. 180G ver-
trieb ibu der Krieg, er ging nacb
Dresden und widmete sich ganz
der Musik, studierte 1810/11 bei
Weinlig, kam 1810 in die Kgl.
Kapelle und wurde am 4/4 1812
Kgl. Kammermusikus, Violinist mit
150 Tblr., die 1817 bis 300 Tblr.
erböbt Avurden, am 1/10 1828
Vicekonzertmeister, 1838 nacb A.
Rolla's Tode Konzertmeister (Für-
stenau 1, 177. 180. 188. A. d. Biogr.)
M. hat über die Vorlesungen des Gene-
ralbasses uud der Kompositionslehre bei
Weinlig 3 Bde. hds. hinterlassen, die sich
in der Kgl. Bibl. zu Dresden befinden.
An Kompositionen sind bekannt:
6 Gesänge f. 1 Singst, mit Pfte. op. 2.
Lpz., Br. & Haertel. [Dresd.
5 Maurer-Lieder f. 1 Singst, mit Pfte.
Autogr. [Dresd.
Sehnsucht f. 1 Singst, mit Pfte., Fl.
uud Guit. s. 1. [Dresden.
Das Vaterhaus. Mein Lebewohl. 2
Lieder. Dresden, Paul. [B. B.
Mss. in B. Dresden sehr zahlreich ver-
treten, sowohl an geistl. Gesängen, In-
strumentalwerken, als auch mit 34 welt-
lichen Liedern (s. Kat.).
Morgenstern, Johann Grottlieb,
um 1733 Bratscbist a/d. Hofkapelle
in Dresden mit 250 Tblr. Gebalt
(Fürstenau 1, 134).
Morguet, Engrand, aus Arras,
Kapellan und Sänger, wird 1569
a/d. Hofkapelle in Madrid ange-
stellt und lässt sieb bis 1598 ver-
folgen (Sti-aeten 8, 84. 111. 160.
168. 399).
3Iorhar(lt, Christoph, Nach-
folger seines Vaters Peter als Or-
ganist an St. Michaelis zu Lüne-
burg von 1696—1707, in welchem
Jahre er pensioniert wurde (Jung-
bans 39).
Morhardt, Peter, Organist an
St. Michaelis zu Lüneburg von
1664 bis 1694 (?), Jungbans 33
und S. 38 giebt ein Verz. von
Kompositionen, von denen
die Orgelpiecen sich auf der Stadtb.
zu Lüneburg in der Hds. 19, ein Orgel-
tabulaturbuch, befinden. Es sind Nr. 60,
Aus tiefer Noht schrey ich zu dir, nm-
mit P. M. gez. Nr. 67, Was fürchstu
feind Herodes sehr, auf 2 Clav. u. Ped.
gez. P. M. Die auf S. 38 verz. sind ver-
loren gegangen. Junghans rechnet aber
die mit P. M. IL gez. auch Morhardt zu
und das halte ich für falsch, da man in
der "Weise den Namen nie als Monogramm
darstellte. Siehe die Nrn. 29. 50. 66.
Morheim, Christian Samuel,
geb. 1718 zu Neumark (Thüringen),
wo sein Vater Kantor und Schul-
kollege war, um 1758 Vicekapell-
meister in Danzig und der Eidam
Ereislicb's (Adlung 711. Gerber
1. 2 und das Magazin nennen ihn
Friedrich Christian, siehe diesen).
Spitta nennt ibu F. Christian Samuel
und besafs das Choralvorsp : Vom Himmel
hoch da komm ich her. Ms. [Berlin
Hochsch.
Morheim, Friedrich Christian ;
meiner Meinung nach ist er der-
selbe wie Christian Samuel M.,
wie ihn Adlung nennt. Er war
1718 zu Neumark in Thüringen
geb., wo sein Vater Kantor und
Scbullehrer war und starb 1780.
Um 1742 wurde er zu Danzig als
Kapellmeister angestellt. Da sein
Nachfolger Löblein war, der 1779
den Dienst erhielt, so muss er in
dem Jahre pensioniert worden
sein. Obige Jabreszabl 1742 rührt
aus einem Autogr. der KgJ. Bibl.
Berlin's her (Gerber 1. 2. Maga-
zin). Vorbanden sind von seinen
Kompositionen:
Ms. 190 Autogr. 7 Praeludien über
geistliche Lieder für Orgel. — Ms. 18040,
6 Vorspiele zu Chorälen. [B. B.
Vergleiche den vorhergehenden Artikel.
Mori, Alessandro, wird 1723
als Sopranist am Pfälzer Hofe ge-
nannt (Walter 69).
Mori, Griacomo, geb. zu Via-
daua (Lombardei) im 16. Jh. Er
gab heraus:
Concerti ecclesiastici 1, 2, 3 et 4
Mori, Pietro.
64
Morigi, Pancrazio.
vocum. Cum B. cont. ad Organum. Editio
altera. Antuerpiae 1(321 ap. P. Phalesium.
Stb. ia 40. [br. Mus: C2. B. Bc.
Mori, Pietro, ein Komponist
des 17. Jlis.; um 1640 Organist
zu Volterra und um 1647 Kapell-
meister u. Organist am Kollegium
zu San Gemignano heute Gimignano
genannt, im Toscaniscben bei Siena.
Von seinen Kompositionen sind
vorhanden:
Salnii a 5 voci in concerto di . . . Or-
ganista della Cathedrale di Volterra . . .
Ven. 1640 AI. Viucenti. 6 Stb. mit Bc.
4". [Bologna.
Compieta e Litanie della B. V. a 4 in
concerto di . • . Op. 2. Ven. 1641 AI.
Vincenti. .5 Stb. mit Bc. 4<'. [Bologna.
Vespertinae Psalmodiae concentuum 4
vocibus a ... in San Geminianensi . . .
Musicae Magistro atque Organi Moderatore
... op. 3... Ven. 1647 Alex. Vincentius.
5 Stb. 40. [Bologna.
Messe a 4 e 5 voci; in Concerto di
Pietro Mori maestro di cappella nell'in-
signe collegiata propositura di San Gemig-
nano, op. 4... Ven. 1651 AI Vincenti.
6 Stb. 40. [Bologna.
Moria, ... ein Violoncellist, der
sich 1755 zu Paris im Concert
spirituel mit eigenen Kompositionen
hören liefs (Gerber 1). Brenet in
Les Concerts en France 1900, 269
verz. ihn 1755 als Violinvirtuosen.
Moriaiii, Giuseppe, geb. 16. Aug.
1752 zu Livorno , Schüler von
Cambini und Xardini im Violin-
spiel und im Kontrapunkt von
Carole Boccherini. Besonders als
Quartettspieler soll er sich ausge-
zeichnet haben. Um 1812 war er
Orchesterdirigent am Theater zu
Livorno. Er soll auch Konzerte
und Sonaten geschrieben haben
(Felis). Ein Brief im Autogr. in
der Samlg. Masseangeli's vom 8.
Sept. 1814 aus Livorno.
Moriari (viell. Morari, Antonio),
ist im Samlwk. Latrobe's, London
1806— 2.Ö in 6 Bd. mit einem Cum sancto
4 voc. verti'eten.
Morias, Kaspar, bekannt durch:
Psalmodia sacra. Eostoch. 1636. [B.
Lpz. I. n. vox.
Hvmnodia sacra, geistl. Concerte mit
2 Stfm. u. Bc. Eostoch. 1639. [B. Lpz.
Cl. 2.
Morigi, Angelo (Angiolo), geb.
um 1752 zu Rimini, gest. um 1788
zu Parma. Violinschüler von Tar-
tini, wie er auf op. 2 selbst an-
zeigt und im Kontrapunkt von
Vallotti zu Padua. Er wurde als
Violinist am Hofe zu Parma an-
gestellt und crliielt später den Titel
eines Musikdirektors. Fetis begeht
den Irrtum seine Anstellung mit
dem Jahre 1758 zu bezeichnen,
also im Alter von 6 Jahren. Im
Kat. Masseangeli's ist kein Datum
verz. Daselbst ein Brief von 1772,
ein anderer im Liceo Bologna,
unter Martini's Samlg. Bd. 5. Er
hinterliefs eine theoretische Ab-
handlung, die sein Schüler B.
Asioli nach seinem Tode heraus-
gab, betitelt:
Trattato di contrappunto fugato di A.
M. giii direttore dell'orchestra della real
Corte di Parma, pubbl. da ß. A. . . Mi-
lane, G. Eicordi. 8". 3.5 Seit. 16 Taf.
[B. B. Bologna. Brüssel. br. Mus.
Mailand Cons. Musikfr. Wien.
— deutsch von Michaelis: Abhandig.
über den fugirten Contrapunct. Lpz.
(1815) Br. k Ilaertel. kl. 8». 45 S. u.
16 Taf. [B. B. Dresd. Freising. Mu-
sikfr. AVien. Brüssel, br. Mus.
An Kompositionen:
Six Sonatas for 2 Violins with a Thor.
B. Lond., Walsh. 3 Stb. [br. Mus. B.
Wagener.
Sonate (6) a Violine e B. op. 2.
London, J. Johnson. P. 24 S. [br. Mus.
B. Wagener.
2 Sonate a V. c. Bc. P. [Musikfr.
Wien. Brüssel Cons. Ms. in Stb.
NB. In Petersburg war 1734 ein
Sänger Morigi aus Bologna angestellt
(Eicordi's Gazz. mus. 1853, 85).
Morigi, Canonico Pancrazio,
ein Komponist der 2ten Hälfte des
18. Jhs., der noch 1806 lebte. Das
Liceo in Bologna besitzt von ihm
im Ms.
Morimens.
65
Moris, . . .
2 Credo, 5 Gloria, 1 Kyrie, 1 Qui tollis
suscipe im Autograph zu 4 Stirn, mit lu-
strura. An Jahreszahlen kommen 1766
und 1806 vor. Ferner 1 Miserere 1765
komp. a 4 voc. col'org. 1 Stabat mater a
•2 voci (Ten. e B.) con l'org. Autogr. u.
1 Litania della B. V. 4 voci c. stiaim.
P. im Autogr.
Morimens, Henri.
In der Hds. des Cod. der Bibl. Basevi,
Istituto music. zu Bologna, die Gesänge:
Qui veut jouer und Je nie fie en tout,
in Sth.
Morin, Jean-Baptiste, geb. um
1677 zu Orleans, gest. zu Paris
um 1745. Er trat in den Orden
der St.-Lazare ein, später enga-
gierte iim die 3. Tochter Pliilipp's
von Orleans, die Aebtissin von
Chelles, als Kapellmeister mit einer
Pension von 500 livres, die später
in eine Pension von 1500 livres
auf das Erzbistum Rouen umge-
wandelt wurde, aufserdem gewährte
sie ihm ihr Bildnis u. verschiedene
Wohlthateu (Fetis nach Les hom-
mes illustres de l'Orleanais, Bd. 1,
74 und einem Ms. von Boisgelon).
Nach den Titeln seiner Werke
muss er auch als Eammermusikus:
„ordinaire de la musique de S. A.
R. Mouseigneur le Duc d 'Orleans"
gedient haben und zwar in den
Jahren 1706, 1708, 1709 u. 1734,
soweit ich die Titel genau kenne.
Von seineu Kompositionen sind
nachweisbar :
Motets (10) ä 1 et 2 voix, melez de
Svmphonies. Liv. 1. Paris 1704 Bailard.
fol. [üpsala. C. P. br. Mus. Bologna.
— Liv. 2. ib. 1709. [Paris Nat. Paris
Arsenal. C. P. br. Mus. Bologna.
Cantates f ranr-oises , ti uue et deux
Toix, melees de Svmphonies, par . . .
Liv. 1. Paris 1706 Ballaid. 1 vol. qu40.
142 S. in Typendr. [Paris Nat. Paris
Arsenal. C. P. Glasgow.
— Nouvelle ed. 1709 ib. [B. Joach.
br. Mus.
— Liv. 2. ib. 1707. 1 vol. qu40.
121 S., 6 Cant. u. 12 Airs. [B. Joach.
ParLs Nat. Paris Arsenal. C. P. br.
Mus. Glasgow. Moden a.
Rob. Eitner's Qnellen-LexLkon. Bd. 7.
— Liv. 3. ib. 1712. 1 vol. qu40.
[Paris Nat. Paris Arsenal. C. P.
La chasse du cerf, Divertissement
chante devaut Sa Majeste, a Fontaine-
bleau le 25. jour d'Aoiist 1708. Mis en
musique par ... Ce divertiss. est mele
de plusieurs Airs ä boire. Paris 1709
Christophe Ballard. 1 vol. 7 BU. 160
Seit. Pai-t. [Hofb. AVien. Paris Nat.
Paris Arsenal. C. P. br. Mus.
— Nouvelle ed. Pbris 1734 J. B.
Chrstphe. Ballard. 7 Bll. 152 S. Part.
[B. Joach.
Kecueil d'airs k boire ä 2 voix, oeuv.
7. Paris 1714. [Paris Nat.
L" hymen et l'amour , epithalame.
[Paris Nat.
Le triomphe de l'amour et de Thymen.
Ms. [Paris Nat.
2 Kantaten: La Rose und Euone mit
Symphonie in B. Rostock. Ebendort au
Monsiguy gebunden 4. Le naufrage d'
Ulisse, Cantate ä voix seul av. Sympho-
nie. 5. Dom Quichotte, ebenso. 6. L'
amaut mal-mene. 7. La Muzette. 8.
Pirame et Tisbe, ebenso.
Morini, Antonio.
Im Liceo zu Bologna: Signori deH'or-
chestra riveriti, Aria per B. con orch,
P. Ms. 27 Bll. Lebenszeit mir un-
bekannt.
Morino, . . . der Kat. der Bibl.
Estense zu Modena sagt, wahr-
scheinlich ist Carlo Antonio und
nicht Biagio gemeint. lieber keinen
derselben konnte ich Nachrichten
auffinden.
In Modena im Ms: Sonate (20) da ca-
mera a 3 ström: 2 V. Violone e Spinetta
(ad lib.) op. 1. 3 Stb. Unter Violone
wird die Gambe verstanden, die später
das Yioloucell ersetzte. In englischen
Nachdrucken italienischer Kompositionen
fand ich mehrfach statt des italienischen
Violone das Violoncell dafür genannt.
Moris, . . . 1749 Musikus an der
Hofkapelle in Brüssel, um 1791
gestorben (Straeten 4, 320. 5, 4).
— Ein A. Moris war ebd. um 1763
Tenorist (Straeten 5, 183).
— Oilks M., ein Altist um 1729 ebd.
(ib. 5, 153).
— Henri Moris (Mauiice), Bassist von
1745 bis etwa 1774 ebd. mit 450 Gld.
Gehalt, wird in späterer Zeit mit l'aine
bez. (ib. 5, 181 ff.).
— Jan Carolus if., starb den 24. Dez.
5
Moiitz der Gelehrte.
66
Moritz, C
T..,
1755 zu Lierre, 69 Jahr alt, war GO Jahre
lang Musiker im Dienste der Kirche Gom-
maire zu Lierre (Gregoir, Galerie, nach
seinem Grabsteine in der dortigen Kirche).
— N. Moris war 1780 an der Hof-
kapelle in Brüssel Tenorist und wird als
sehr guter Musiker bez., der zu Gunsten
des van Helmont zuiiicktrat (Straeten 5,
170. 171).
Moritz der Gelehrte, Landgraf
von Hessen -Kassel, geb. 25. Mai
1572, gest. 14. März 1G32 in Esch-
wege, nachdem er 1()27 die Re-
gierung niedergelegt hatte. Trat
1()05 zur reformierten Confcssion
und führte sie in seinem Lande
ein, dadurcii geriet er in vStreit
mit der Geistlichkeit und Ritter-
schaft, die ihn im dreifsigj ährigen
Kriege im Stiche iiei's. Er war in
der musikalischen Setzkunst wohl
bewandert und als Schüler des
Kapellmeisters Georg Otto hat er
sich vielfach mit Komponieren be-
schäftigt, die einen begabten und
unterrichteten Verfasser bekunden.
Nachweisbar sind folgende Werke:
Christlich Gesangbuch von allorhandt
geistl. Psalmen und Liedern, so von D.
Mart. Luth. seligen, und andern gottseligen
Mämiern . . . jetzo von dem . . . Herrn
Moritzen, Landgraven . . . mit etzlichen
lieblichen Melodiis vermehret . . . Geifs-
mar IGOl S. Schadewitz, verlegt von "W.
Mencken in Cassel. 8". 3 Teüe mit 49,
51 und 70 (?) Liedern, letzter T. defekt.
24 Melodien von Moritz selbst erfunden,
siehe Zahn G, 99. [Im Besitze Dr. Volck-
mar's in Homberg.
— ■ Eine andere Ausg. mit gleichem
Titel hat 4stim. Satz und zei-fällt auch
in 3 Teile: Ca.ssel 1G12 Wilh. Wessel.
fol. 202 Bll. mit einem Verz. der Dichter.
[B. Br. B.B. B. Lpz. B. Liegnitz.
— die vierst. Ausg. von 1612 in neuer
Aufl: Cas.sel 1649 Wessel. foL [B. M.
im Ms. P. Staatsarchiv in Marburg: Hoff,
Geissmar, Sal. Schadewitz.
Psalmeu Davids, nach fnintzösischer
Melodey vnd Reymen art in teutsche
Keymen artig gebracht, durch Ambrosium
Lobwasser . . . Auf belehl des . . . Herrn
Moritzen, Landgrafen . . . Vnd haben ihre
F. Gn. die übrige Psalmen so nicht eigene
Melodias gehabt, mit andern Heblichen
Melodiis per otiuni gezieret, vnd mit 4
Stim. componiret . . . Cassel 1()12 W.
Wessel. fol. ]92 Bll. [B. Br. br. Mus.
— Ausg. von 1G49 Cassel bei Wessel.
fol. [B. B.
— 46 vierstimmige Gesänge aus beiden
AVerken sind in neuer Ausg. erschienen
(Eitner 2).
„Zwei Gesänge (Madrigale) für Discantis,
Sexta vox, Altis, Tenor, Quinta vox und
Basis. Nach den auf der Löwenburg bei
Kassel befindlichen, in einen Tisch ein-
gedruckten Notenzeichen, angeblich com-
ponirt von Landgraf Moritz von Hessen,
zusammengestellt und für die Pauitur
eingerichtet von L. Spengler. Eigenthum
und Selbstverlag von L. Spengler." Neu-
ausgabe: 1. Musica cum Musis. 2. Die
Music gönnt uns Gott zur Freud. [Bibl.
Kassel fol. 82. Schwerin F. unter Spengler.
In der Laudesbibl. zu Kassel befinden
sich im Ms:
Fugae ä 4 voc. 13 Nrn. 4 Stb. sign.
4. 23.
2 Magnificat 4 voc. 6 Stb. 1600.
4. 97.
Cantiones ;\ 6, 7, 8 voc. 9 Stb. 4, 98 a.
Psalmus CXX ä 12 voc. 4, 98 b.
Magnificat 4 voc. 4, 98c.
Maguificat per XII modos. 1600. 1 vul.
gr. fol. fol. 2.
Motetten zu Geuckius unvollendetem
Werke, fol. 6.
Villanelle 24 con parole del (unleser-
lich) comijoste a cantare e suonare dal
Illustr. Principe M. H. L. ä 4 voci. 4 Stb.
fol. 45.
Madrigal i 4 voc. 4 Stb. fol. 46.
Psalmus CL. 12 voc. fol. 53 i.
Ganzen. 5. toni ä 8 voc. fol. 59s.
Et exultabit Spiritus mens 3 v. nur B.
vorh. 8. 5.
Paduanen, Galliarden 4. 72. anonym,
sind zum Teil, wenn nicht ganz von ihm.
Dens in nomine tuo 12 voc. fol. 47,
fraglich.
Ms. T 33 in B. B. Choralgesänge in P.
Mss. B. Liegn. 8 vierst. geistl. Lieder.
Im Bodenschatz 1618 ein 8stim. Ho-
sianna (Eitner 1). Auch im Ms. in B. Br.
In Dr. Hugo Eiemann's Oid Chamber
Music, London, Augener 1 Fuga 4 voc. —
In Zelle's Ein fe.ste bürg Programm U,
1 Tonsatz.
Moritz, (' . . . T . . ., ein Kom-
ponist am Ende des 18. und An-
fange des 19. Jhs., bekannt durch:
Grande Sonate conceriante p. le Pfte.
et la Flute, oe. 8. Lips., Peters. [Lübeck.
Morland.
67
Morley, Thomas,
Morlaiul, Samuele. Ein Mu-
siker des 17. Jlis., bekannt durch
Inuentioue d'uiia tromba per parlar
lontano. Roma 1672 N. A. Tinassi. In
Kopie 8». 12 Bll. m B. Bologna.
Morlaye, Griiillaume, ein fiau-
zösisclier Lautenist, der in der
IVIitte des 16. Jhs. zu Paris gelebt
liat, gab heraus:
Premier livre de tabulahire de leut,
coütenant plusieurs chansons, fantasies,
motetz, pavanes et gaillardes. Composees
par Maistre . . ., et autres bons autlieurs.
Paris 1552 imprim. de Michel Fezandat.
qu4". [B. M. Brüssel.
— 2. et 3. liv. gleiche Titel und Firma.
1558. 1558. [ib.
Premier livre de psalmes mis en mus.
par Maistie Pierre Ccrtoti. Keduitz en
tabulature de leut par . . . reserve la
paiiie du dessus qui est note pour chauter
en jouaut. Paris 1554 ib. qu4". [B. M.
Brüssel.
Fetis verz. noch : Tabulature de guiterne
üü sont chansons, gaillardes, pavanes,
bransles, allemandes, fantaisies . . . Paris
1550 ib.
Morley, Thomas, geb. nach
Sadler's Ms. 1557, lebte noch
1602, denn seine Stelle in Wind-
sor wird erst am 7/10 1602 durch
G. Woodson besetzt. Schüler von
Byrd, wird am 8/7 1588 Bacca-
laureus in Oxford, etwas vor 1591
Organist an St. Paul in London,
gab das Amt auf, als er am 24/7
1592 zum Gentleman (Sänger) an
der Kgl. Kapelle ernannt wurde.
Er bekleidete auch die Aerater
eines Epistlers und Gospellers,
beides geistliche niedere Aemter.
Am 11. Sept. 1598 erhält er ein
Patent zum Musikdrucken. Sein
Stil streift schon an die BeAveg-
lichkeit des 17. Jhs., ist aber me-
lodisch kontrapunktisch (Rimbault.
Nagel 1. 2. Grove. Davey. Bur-
ney 6, 99 ff. Hawkins 3, 334 mit
1 Tonsatze und Auszügen seines
theoretischen Werkes). Von seinen
"Werken sind nachweisbar:
A plaine and easie Introduction to
practicall Musicke, set downe in forme of
a dialogue: Dividcd into 3 partes. The
1. teacheth to sing "with all things neces-
sary for the knowledge of prickt song.
The 2. treateth uf descante and to sing
2 parts in oue upou a piain song or
ground, with other things necessaiy for
a descanter. The 3. and last part entrea-
teth of compositiou of 3, 4, 5 or more
parts, with mauy profitable rules to that
effect. With new songs of 2, 3, 4 and
5 parts. London 1597 Peter Short, kl. fol.
3 Bll. 183 S. 5 Bll. Musik, 12 Bll. An-
merkg. [B. Wagener. Brüssel 5334. br.
Mus. Glasgow. R. C. of Mus. Paris Nat.
Bologna.
— Ausg. Lond. 1CÜ8 Humfrey Lownes.
kl. fol. [br. Mus. K. C. of Mus. C. P.
Paris Mazarin. Wolfenb. Cambridge FW.
ohne Titel, Ausg. fraglich. Oxford Bodl.
Dublin Univers. Royal Academy of Mus.
Lambeth.
— Now reprinted for Will. Randall.
Lond. 1771 Randall - Walsh. 4». 5 B'l.
257 S. 29 S. Mus. in Part. [B, B. B.
Wagen er. Brüssel. R. C. of Mus. Glas-
gow, br. Mus. Dublin Univers. Brighton.
Dr. Cummiugs besitzt alle Ausgaben.
Man schreibt Joh. Kasp. Trost eine
deutsche Uebersetzung zu, doch lässt sie
sich bis jetzt nicht nachweisen.
Madiigalls to 4 voyces newly publ.
by ... The 1. booke.' Lond. 1594 Th.
Este-W. Byrd. 4 Stb. 4». [br. Mus.
— with some songs added by the
author. Lond. IGOÜ ib. [br.Mus:T. B.
R. C. of Mus. B. Hbg. Dublin Uuiversit.
Canzonets or httle short songs to 3 voyc:
newly published by Th. M. Bachiler of
Musicke, and one of the Gent, of bis
Majesties royall chappel. London 1593
Th. Este, the assigne of Will. Byrd. 3 Stb.
4". 20 Nrn. [br. Mus. Kassel, Kat. der
Index. R. C. oEMus: B. und im Ms.
— London 1606 Th. Este. [br. Mus.
R. C. ofMus: Altus.
— London 1631 by Will. Stansby,
Richard Hawkings, G. Latham. 4". [br.
Mus.
Daniel Fridcrici gab sie unter dem
Titel heraus: Th. Morley's lustige vnd
artige dreystimmige weltliche Liedlein:
Wie sie durch Joh. von Steinbach mit
teudtschen Texten vuterleget. Itzo wieder-
umb auffs newe vbersehen . . . Rostock
1624 Hallervords. 3 Stb. 40. Nr. 1—20
von M. Nr. 21—24 walirsch. von Fride-
rici. [Hannover: C. B. Lpz. A.B.
Of Th. M. the first booke of Canzonets
to two voyces. Lond. 1595 Th. Este.
Morley, Thomas.
68
Morley, Thomas.
2 Stb. 40. [br. Mus. R. C. of Mus., auch
im Ms. B. Hbg.
— Lood. 1619 lirinted by Th. Suodham,
for Matthew Lownes & J. Browne. 2 Stb.
4». [br.Mus: C
— In Kopie in 2 voll, von Alcock
1746. [R. C. of Mus.
— 6 Canzonets in 2 parts. Lond.,
Welcker, im Neudruck. [Cambridge FW.,
32 F 25.
Canzonets or litle shoii Aers to 5 and
voices. By . . . Lond. 1597 printed by
P. Short. 5 Stb. (die 6 a im Tenor). 4".
21 Nrn. Der Cantus hat für die ersten
16 Canz. eine Lautentabulatur. (br.Mus.
The Canzonets (20) und Madrigals (20)
for 3 & 4 voices accomj). in the regulär
Order of score and collated with peculiar
. . . a Ms. in tl)o Bodleian IJibl. by W. W.
Holland & W. Cooke ( )xün. Lond. (17 . .)
by Clementi. <ju4'^. 164 S. [B. Wagener.
Brüssel 2343. Glasgow. Einsiedeln.
Of Th. M. the fiist booke of Balletts
to 5 voyces. Lond. 1595 Th. Este. 5 Stb.
4". [br. Mus. R. C. of Mus., auch im
Ms. 1095.
— Di T. M. il 1. libio delle Ballette
a 5 voci. Th. Este, London, 1595. 5 Stb.
40. [br.Mus: A.
— Titel englisch wie oben. Lond. 1600
ib. [br.Mus: C. B. B. Hl)g.
— Liebliche froliche Ballette mit 5.
Stim., welche zuvor von Th. M. vnter
italianische texte gesetzt, jetzo aber . . .
mit vnterleguug teutscher texte auffs
Neue inn truck gegeben durch Valent.
Haitfimrnin Geibipol. Nürnbg. 1609 P.
Kauffmann. 5 Stb. 4». 22 Nru. [B. Br.
Chemnitz, Jacobi-Kirche.
— english, scored from the original
paii books . . . and edited by E. F. Rim-
bault. Lond. 1842 Mus. Antiquar. Society,
fol. Part. [B. Kgsbg. br. Mus. Brüssel
2353. R. C. of Mus. Hofb. Wien. B. B.
The first booke of Aires, or little short
songs to sing and i)lay to the Lute with
the Base- Viel. Newly published by Th. M.
London 1600. [Im Besitze der Coi'po-
ration zu Birmingham (ob bei dem Brande
der Shakespeare -Bibliothek 1879 auch
obiger Druck verbrannte, bedarf der
Untersuchung). Die Hallwell - Philhpp's
Sammlung besitzt den Druck auch (Davey).
The first booke of Consort Lessons,
made by divers exquisite authors for sixe
iustrum. to play together, viz: the Treble
Lute, the Pandora, the Citterne, the Base
Yioll, the Lute, and the Treble Violl.
CoUected by . . . London 1611 Th.Snodhara
for J. Browne . . the assigne of WiU. Bar-
ley. Die 1. Ausg. erschien 1599 und be-
sitzt Oxford Bodl. nur die Citternestimme.
Obige von 1611 bestand aus 6 Stb. 4".
[R. C. of Mus: Treble Violl. br. Mus:
Flute.
Canzonets or little short songs to 4 voyc.
collected out of the best and approued
Italian Authors. By Th. M. Gent. . . Im-
printed at Lond. 1597 by Peter Short.
4 Stb. 40. Ein Samlwk. enthaltend Fei.
Anerio 6, G. Bassano 3, G. Croce 5, T.
Morley 2, L. Viadana, H. Vecchi 3. [br.
Mus. Oxford Ch. Ch. R. C. of Mus. im
Druck und im Ms. Part.
Madrigals to five voyces, collected out
of the best approued italian authors, by
Th. M. Lond. 1598 Th. Este. 5 Stb. 4".
24 Nrn. von G. Belli, Alfonso Ferabosco
5, G. Ferretti 3, Rüg. Giovauelli 4, G. de
Macque, L. Mareuzio, B. Mosto, Ales.
Orologio, P. Pliilipps 2, llip. Sabino, 0.
Vecchi 2 , St. Veuturi , 1 Incertus. Mit
englischen Texten, [lir. Mus.
Madrigales: The Triumphs of Oriana,
to 5 & 6 voyces: composed by divers
several authors. Newly publislied by Th. M.
Lond. 1601 Th. Este. 6 Stb. 40. 25 Nrn.
Entiiält J. Bennet, R. Carlton, M. Caven-
dish, W. Cobbold, M. Este, J. Farmer,
E. Gibbons, J. ililton, .1. Holmes, Th. Hunt,
Edw. Johnson, R. .Jones, G. Kirbye, J.
Lisley, G. Marson, J. Milton, Th. Morley,
J. Mundy, R. Nicolsou, Dan. Norcome,
Th. Toinkins, Th. Weelkes u. .1. Wilbye.
[R. C. of Mus. br. Mus.
— Im Neudruck von W. Hawes. Lon-
don 1814. Part. [B. B. br.Mus. Brüs-
sel. R. C. of Mus. Einsiedeln.
— Edited by Will. Shore in 5 Stb.
London 18.. 8». [R. C. of Mus.
Neuausg: The Canzonets and Madrigals
for 3 and 4 voices, arranged ... by W.
W. Holland & W. Cooke. Lond. c. 1808.
qufol. [br. Mus.
Mss. in B. Wagener: 12 Duets, 20
Canzon. Part. qu4''. Kopie.
Mss. in Cambridge FW. 23 F 14 Madrig.
von 1600 in P. - 23 F 15. 16. 17. Can-
zonets in P. Ballets in P. — 23 F 16
Canz., 2 and 3 v. in P. — 23 F 17 Madr.
u. Canz. in P. — 23 F 18 Triumph of
Oriana 1601 in P. — 30 G5: 12 Canz.
von 1595 in P. — 30 G 6 zwei Gesge.
2 F 22 fünf Madr. — Das Reg. zum gedr.
Kat. giebt die Textanfge. über 103 Gesge.,
oft in verscluedeneu Mss. 12 Nrn. Kla-
vierpiec. 1 Service.
Ms. 3095 Brüssel einige geistl. Gesge.
und Madrigale.
Ms. Buckiugham Palast, 2 Klavierp. in
Morley, Thoraas.
69
Moruington.
Will. Forster's Virgiual book von 1624.
Ms. iu &>. 238 BU.
Ms. Musikfr. Wien 2 Madr. 5 voc. aus
159.5 in P.
Ms. br. Mus. 624, 4 Stb. fehlen 4 Stb.
enth. Messen. Mot. u. Madr. von 3 bis
8 Stirn, von Verschiedeneu. — Ebd. 403
eine Mot. zu 5 Stim. — Ms. 599 ein
Autliem. — Ms. 98 Bd. 1 drei Anthems,
1 Evening Service. Ms. 174, Part. S. 289
ein Funeral Service. Ms. 238, Part. 8 Ge-
.sänge. Näheres im gedruckt. Kat.
Im Virginal book im FW. Museum zu
Cambridge 12 Nrn. (^ird neu herausgeg.
von Squire u. Maitlaud in London 1894 ff.).
In Mss. des R. C of Mus. 1881 drei
Madr.
In J. Barnard's Samhvk. Anthems and
Services im Druck und vermehrt im Ms.
im R, C. ofMus. Ms. 1642 vier Gesge. —
Im R. C. of Mus. 1884: Arise, awake, Madr.
und amica mea, Mot. im Ms. Part. —
Ebd. Ms. 1939: 12 Canzonets 2 v. 7 Ganz.
3 v. 9 Madr. 4 v. — Ms. 1940: April
is in niy mi.stress'face. Come, lovers,
foUow me. Ho! who comes here. In
dew of roses. Per che tormi. Withiu
an arbour. — Ms. 1941 De profuudis 6 v.
— Ms. 1944 Cease mine eyes, 3 v.
Mss. in Oxford, Chr. Ch. 22 Canzonen
und sacred Madrigal, 1 Service (3—2 voyc),
1 Magnificat 4 voyc, 1 Fancies a 5.
In John Bland's Samhvk. 4 einige Nrn.
— 1 Anthem in Boyce's Cathedr. Mus.
1760. — In Bremner 3 einige Nni. —
In Jos. Gvrilfs Collection 1815 ein Gesg.
— In Hilton's Catch that Catch, Ausg.
1672/73 von Playford unter Companion
einige Gesge. — In Lancelott's Standard
ed. einige Gesge. — In Longman's Col-
lection of Catches Nr. 202 u. 239 zwei
Madrig. aus 1595. — Im Catch Club 3,
Bd. 3. — In Rieh. Webb's collect, of
Madrigals 1 Nr. [br. Mus.]
Aufserdem sind im Eitner 2, 31 Gesge.
in Neuausg. verz.
Morley, William, wurde den
17. Juli 1713 zu Oxford Bacca-
laureus und am 8. Aug. 1715 nach
dem Chequebook au der Kgl. Ka-
pelle unter Georg I. von England
als Gentleman angestellt, ging vor
1723 wieder ab und starb am
29. Okt. 1731 (Hawkins 5, 59.
Viertel]'. 8, 521. 523. Grove. Rim-
bault).
In Boyce Cathedral Mus. 2. Bd. p. 306
ein Gesg. Mit Johu Isham gab er 1720
heraus: A collection of new sougs set so
musick.
Morli^re, siebe Lamorli^re.
MornaWe, Aiitoine de, ein
französischer Komponist des 16.
Jhs., über dessen Leben nichts
bekannt ist, dagegen kennt man
von seinen Werken:
Motettorum musicalium lib. 1. Paris
1546 Attaing-nant. 4 Stb. qu4". 25 Mot.
zu 4-8 Stim. [B. M.
47 Gescänge in alten Samlwk. (Eitner 1)
und 2 Chansons in Granjon's Trophee,
liv. 1, 1559.
Aus Attaingnant's Samlwk. von 35
Büchern Chansons von 1538—1549 habe
ich 4 Chansons von M. spaitiert. Man
lernt hier eine ganz eigene Gattung Kom-
positionen kennen, die sich von denen
der Italiener und De\itschen wesentlich
unterscheiden und wie in der Mitte
stehend zwischen der italienischen Frot-
tole und dem deutschen Liede von jedem
etwas Eigenes tragen: Den harmonischen
Zusammenklang und das gemeinsame Fort-
schreiten aller Stimmen von dem Einen
und wieder die kontivapunktische Behand-
lung der Stimmen der anderen Art und
zwar letzteres oft in der gewandtesten
und strengsten Weise, die fast an den
Kanon anstreift; dabei wird der Wohl-
klang selten verletzt und der Ausdruck
steigert sich hin und wieder bis zur Innig-
keit. Der Charakter des französischen
Volksliedes zeigi sich in keiner Komposi-
tion, trotzdem ich über hundert Chansons
des Samlwkes. in Partitur setzte. Auch die
Form ist beinahe durchweg die gleichartige
und bildet die Dreiteiligkeit die Mehrheit;
dadurch erhalten die Sätze auch einen
inneren Zusammenhang und bei der Kürze
derselben prcägt sich der Eindruck leichter
ins Gedächtnis des Hörers. Die Form
und die Behandlung der Stimmen ist so
Allgemeingut bei den Franzosen dieser
Zeit geworden, dass eine gewisse Ähnlich-
keit aller Ton.sätze entsteht und nur die
höhere oder geringere Ausdrucksfähigkeit
sie von einander untersclieidet.
In B. M. Ms. 205 drei Chansons, be-
kannt in alten Drucken und 1 Mot. in
Ms. 132.
mes amys und Uu seul desir 4 voix
in Part, in Publikation Bd. 23 Nr. 44. 45.
Morniiigton, Garrett CoUey
Wellesley, Earl of, geb. 19. Juli
Mornington.
70
Moro, Jacopo.
1735 zu Dangan in Irland, gest.
22. Mai 1781. Ein irischer Peer
und Yater des Herzogs von Wel-
lington. Er führte den Titel Dr.
der Musik und war ein beliebter
Komponist, dessen Gesänge heute
noch in England gepflegt werden.
Auch im Catch-Club zu London
gewann er in den Jahren 1776,
1777 und 1779 Preise (Brown.
Grove). In Daines Barrington's
Miscellanies (über Wunderkinder)
Lond. 1781, 4°, ist er auch er-
wähnt. Ex. im R. C. of Mus. Man
kennt von ihm
The Glees and Madrigals composod by
. . . Edited by Sir Ileury K. Bishop.
London 1846. fol. P. [R. C. of Mus.
Glasgow.
9 Glees in John Sale's .3 Collections
Nr. 1. 2. London, qufol. [R. C. of Mus.
Nr. 1182.] — In Bishop's collection. [B. B.
2 Gesge. in Longnian's collect, of Catches.
Nr. 42 u. 113. — In Wai-ren's Collect,
und Horsley's Vocal Harmony. — In
Bishop's coli, of glees, G.
In Amüsement 1791 Catches. — In
J. Blaud's Samhvk. 4. — In Lancelott's
Standard edit. [in: Mus.] Im Catch Club
3 Bd. 1.
Madiigal: Como Shepherds, come away,
4 V. Lond., G. Walker & son. fol. [ß. B.
Here in cool grot. A Glee (for 3 v.)
arrang. by John Parry. Lond., Goulding
& d'Almaine. fol. [B. B. B.M: London
by Bland & Weller (1779 das Glee selbst
gez.). Musikfr. Wien.
4 Gesge. in neuen Ausg. (Eitner 2).
Moro da Padova, siehe Ratti,
Bartol.
Moro, Abate OioYaniii; auf
dem Titel der Gehörigen Motette
nennt er sich : Direttore dell'Con-
servatorio di musica, wahrschein-
lich in Mailand. Er scheint dem
Wortlaute seiner Titel nach noch
dem Ende des 18. Jhs. anzugehören
und lebte bis ins 19. Jh. hinein:
Die Bibl. der Musikfr. in Wien besitzt
yon ihm: 1. sacrum eonvivium a 100
voci (!), in P. 2. Motetto a G chori ossia
24 voci, P. 3. 2 Canoni a niolti cori:
Salve regina a 48 voci, P. 4. Sonata p.
Clavic. e Fl. 5. Divertimento p. Clavic.
e Vcl. op. 9. G. Fantasia avec Var. op. 1.
7. Fantasia op. 10. 8. Introduzione e
Rondo op. 8. 9. Variazione neU opera
Tancredo di Pavesi per Clavic. (Pavesi's
Oper Tancredi wurde am 18. Jan. 1812
in Mailand aufgefiihi-t. — In Bologna be-
findet sich „Palesano i cieli la gloria del
Signore, Motetto a 6 cori reali ossia 24 voc.
. . . Milano presso F. Lucca. fol. 30 S.
(jedenfalls dieselbe Mot. wie in der Bibl.
der Musikfr.) [auch in B. B.
In B. B. noch: Inno. Dio conservo
Ferdinande a 16 voci reali da eseguir.si
senza strumenti. Milano, Lucca. Part,
fol. — Salve regina a 4 v. c. acc. d'or-
gano. ib. P. qufol.
Moro, triiilio, von Ferrara,
diente 1607 zu Mantua (Berto-
lotti 87).
Die Kgl. Musikalien-Samlg. zu Dresden
besitzt von ihm im Ms. 247 ein Salve
regina ä Sopr. solo con ström, in P. (das-
selbe in Dresd. kath. Kirche).
Moro (Muri), Jaeopo (Giacomo)
da Viadana, Viadana im Mantua-
schen, ein Serviten- Mönch (Fotis
unter Moro und unter Viadana.
In den Bibliothekskatalogen meist
unter Viadana gestellt). ]kan kennt
von ihm
Psalmi ad Vespertinas omnium solemni-
tatum horas, Beatiieque V. Canticum . . .
5 voc. Ven. 1595 Viucenti. 5 Stb. 4«.
[Ce.sena B. com: A. B. 5a.
Officium et Missa defunctorum octonis
vocibus. A . . . Ven. 1599 Amadinus.
8 Stb. 40. [Bologna: A. B 2. Hofb.
Wien: C.
Sacraiiun Cantionum. Cantus vel Te-
nor, ohne Titelbl. [Stockhohn.
Concerti ecclesiastici di . . . Nelli quali
si conteugono Mottetti, Magnificat, & Falsi
bordoni a una, 2, 3, 4, 5, 6, & 8 voci,
alcuni de quali sono con passaggi che
seruono non solo alle voci, nia ad ogni
Sorte di stromenti. Una compieta a 8
con le sue Antiphone della B. Vergine.
Messa a 8. Litanie che si cantano nella
Santa Casa di Loretto a 8. Canzoni a 4
per suouare con diuersi stromenti. Con
il Bc. . . Opera 8 a. Ven. 1604 Amadino.
9 Stb. 40. [Bologna, br. Mus: T 1. A2.
— Concerti ecclesiastici I. II. III. et
IUI. vocuni. cum Bc. ad. org. Antverp.
1613 Phalesius. 4 Stb. 4». 13 Gesge.
[B.B: Cl. 2. B., Bc. fehlt.
Moro, Lodo\'ico il.
71
Mors, Jakob.
— Edit. altera, ib. 1621. [Amst: Cl.
Lib. 3. de'Concerti ecclesiastici . . . con-
tengono Motetti & Magnificat ä 1, ä 2,
ä 3, & ä 4 voci, con alcune Canzonette
alla fraacesa ä 3, & ä 4 voci . . . Con il
ßc. Op. 10. Yen. 1607 Vincenti. .5 Stb.
40. 23 Gesge. [B. B.
Gli encomi musicali del Moro a 4 et
a 5 voci . . . Yen. 1585 Vincenzi. 4 Stb.
40, 20 Nrn., davon die letzte von Gio.
Agost. Vecigio. [B. D. Modena.
Canzonette alla Napolitana di . . . II
1. lib. a 3 voci, con uno Dialogo & 2 Canz.
ä 4 V . . Yen. 1581 AI. Gardano. Dedic.
in Viadana 1581 gez. 3 Stb. 4". 21 Nrn.,
davon S. 17, 18 zwei von G. A. Veggio.
[Bologna. Crespano: C.
Im Samlwk. 16 Gesge. (Eitner 1 unter
Viadana), ferner in Ang. Gai-dano's L'arao-
rosa 1588: Fugivano le belve 5 v. Ebenso
in der Ausg. 1592.
In B. B. im Ms. 38, 10: Qui habitat
in protectione Dei, 8 vco.
Moro, LodoTico il, 1484 Ka-
pellmeister an der herz. Kapelle
in Mailand (Muoni 26). Motta
pag. 45 verz. ihn 1477 als Laute-
nist am Hofe zu Florenz.
Moro, Paolo, lebte in Ferrara
und gab nach Canal 97 im Jahre
1591 ein Buch Madrigaletti di
musica heraus, die er dem Her-
zoge von Mantua widmete.
Morottus, Nicolaus, de Fabri,
von 1545—1551 Coutraltist am
St. Peter in Rom (Viertel]. 3, 277).
Morpaiii, ... ein Komponist aus
der ersten Hälfte des 16. Jhs., der
in Attaingnant's Samlwk. von 1540
bis 1547 mit 7 vierstim. Chansons
vertreten ist,
Morrat, Andreas,
bekannt durch ein Hochzeit -Concert
mit 3 Stirn. Hambg. 1649. [Hannover.
Morree, Pierre, von 1747 bis
1750 t Organist an der Waalschen
Kirche zu Leyden (Bouwst. 2, 169).
Morrel, Joannes, s. Morel, Jean.
Morrice, Richard, kam 1579
aus Gloucester und schwor am 1/4
als Gentleman an der Kgl. Kapelle
in London; 1583 in "Windsor (Rim-
bault).
Mors, Antonius. In der üni-
versitätsbibl. zu Rostock befinden
sich von ihm geschriebene Stb. in
40 ohne Jahr, mit dem Titel:
Auserlesene deutsche Gesänge mit 4
und 5 Stimmen, so ganz lieblich zu singen,
und auf allerley Instrument zu gebrauchen.
Dem AVortlaute nach gehört das V^'erk dem
Ende des 16. oder Anfange des 17. Jhs. an.
Nach Kade's archivarischen Unter-
suchuDgen war ein Antonius Mors, Sohn
des Jacob sen., in Antwerpen Orgelbauer,
bei dem die grofse Orgel 1555 für den
Dom in Schwerin Mecklenbg. bestellt und
1557 abgeliefert wurde. 1559 liefs ihn
der Kui-farst Joachim von Brandenburg
nach Berlin kommen (M. f. M. 29, 44).
Mors, Hieronymus, Bruder des
Antonius, Orgelbauer in Antwer-
pen, wurde 1552 als Organist am
Dome zu Schwerin Mecklbg. ange-
stellt und hielt sich 1560 in Berlin
auf; 1597 starb er. (M. f. M.
29, 43).
Mors (Morfse in den Akten von
1555 genannt), Jakol), Sohn des
Orgelbauers Jakob M. in Antwerpen,
wurde am 1/1 1554 als Hoforga-
nist in Dresden angestellt, ging von
hier aus 1572 als Organist in den
Dienst der Hofkapelle zu Berlin
mit 40 Thlr. quartaliter und wird
noch 1585 genannt (Monatshefte
9, 238. Schneider 6, 20). Im
Sachs. Staatsarchiv befindet sich
die Nachricht, die sich jedenfalls
auf denselben Mors bezieht, dass
Jakob Morsien, kurfürstl. branden-
burgischer Organist einen Sohn
hat, der in der Musica und den
Instrumenten wohl geübt ist und
dem Kurfürsten von Sachsen in
Annaberg im Jahre 1578 vorge-
stellt werden soll. Wahrscheinlich
ist dies Joachim Mors, der am
8/10 1579 in Dresden als Hof-
organist angestellt wurde. (Die
Angabe Kade's in M. f. M. 29, 43
u. 44, dass Jakob M. 1579 gestor-
ben sein muss, ist ein Irrtum. K.
Mors, Joachim.
72
Moiiaro.
"wusste nicht, dass Jakob nach
Berlin ging).
Mors (Morfs), Joacliim, Sohn
des Jakob M., wird am 8. Okt.
1579 als Hof Organist in Dresden
mit jährl. 80 Gld. Gehalt angestellt,
nimmt aber am 12. Dez. 1581
seinen Abschied (Aug. Nöringer
wird sein Nachfolger) und geht in
die Dienste der Berliner Hofkapelle.
Er hatte dort auch die Instrumente
in Verwahrung. Schneider S. 20
u. 21 berichtet, dass er seit 1603
als Organist 25 Thlr viertel], und
später 142 Thlr. jährlich erhielt.
Friedländer in seinen Dokumenten
sagt, dass er 1585 schon 15 Jahre
im Dienst sei. Die Jahresz. 1585
wird demnach 1595 heifsen müssen.
(M. f. M. 29, 45).
Mors, John.
In Hilton's Catch that C. Kachtrag von
1682 oder 83 einige Catches. Ebenso in
der Ansg. von Playfcjrd lOSG, 2. book.
Morseliiio, Olovaiiiii IJattista,
1590 Organist am Domo zu Mai-
land (Muoni 25).
Im Ms. 1G70Ö, Chorb. des 16. Jhs.,
1 Motette zu 6 Stini. De Omnibus sanc-
tis: Gaudent in coelis. [ITofb. Wien.
Morsia, Cornelia la, eine Kom-
ponistiu des IG. Jhs., die im
Samlwk. Flaccomio's Le risa avicenda
5 voc, 1598 mit den Madrigalen vei-treten
ist: Son le risa. Non son risa, 2. parte.
Morsolino, Antonio, nur be-
kannt durch den Druck:
11 1. lib. della Cauzonetto a 3 voci, di
A. M. (oliue Bez. eines Amtes), con al-
cune altre de diuersi eccell. musici . . .
Yen. 1.594 Amadino. 3 Stb. 4». 8 von M.,
4 von Iiuomobuo7io Marsolini, 4 von Cl.
Monteverde, 1 von Orazio Vecchi, 4 Ano-
nymi, [br. Mus.
In Sabbio's L'amorosa ero 1588: Ero cosi
dicea cb'era 4 voc.
Morsolino, Huomobuono,
• im Smlwk. des Antonio Morsolino 4 Can-
zonen zu 3 Stim. von 1594.
Mortaro, Antonio, aus Brescia.
Diruta in seinem Transilvano nennt
ihn Antonio Mortaro della l'Alber-
gona. Nach den Titeln seiner
Werke lebte er in Brescia bis etwa
1597 und trat während der Zeit,
etwa 1595 als Novize in das dor-
tige Minoriterkloster. 1598 findet
man ihn im Franziskanerkloster zu
Mailand, 1()02 ist er Organist a/d.
Kathedrale zu Novara (auf dem
Titel heilst es „ad sacrum Assisien.
Conventum ex voto"). 1606 lebt
er wieder in Brescia und auch 1608
zeichnet er die Dedic. im Kloster
zu Brescia. Seine eilialtenen Werke
sind folgende:
Missae, Motecta, Cantica B. M. V. ijui
partim oetonis, partimque duodenis vocib.
modulantur. Lib. 2 . . . Ven. 1595 Ama-
dinus. 8 Stb. 4«. 13 Nrn. [B.B.: C2.
RomCecilia: A.T.B. 1. T2. Bologna: C.
A. T. B 1., Abdr. der Dedic. Kat. 2, 113.
Messa, Salmi, Motetti, et Magnificat
a 3 chori. Di.... Ven. 1608 Amadino.
14 Stb. 40, mit 2 Partituren in fol. [Bo-
logna. Die 2te Part, in der ersten Ausg.
von 1599.
Missarum, atque sacrarum cantionum
novem vocibus. Lib. 3 . . . Ven 1606
Amadinus. 10 Stb. mit B. ad org., 4",
die Sj)artitura im Titel etwas abweicliend.
3 Mess. u. 8 Mot. [B. Br. Cap. Laterano.
Bologna.
Secondo lib. delle Messe, Salmi, Magni-
ficat, Canzoni da suonai-e, & Falsa Bor-
doni, :\ XIII. di . . . Milano 1610 Tini &
Lomazzo. 14 Stb. zu 3 Chören und Bc.
[Bologna C. T. B. 1. C A. T. B. 2. C.
A. 5a. 3. choro. B. per l'org. Mailand Braid.
die Part. = Bc. br. Mus: C2. A 1.
Partitio sacraram cantionum 3 vocibus,
. . . Medlolani 1598 haered. Sim. Tini & Jo.
Franc. Bisutius. 1 vol. in 4**. 16 Nrn.
Pai'tit. ohne Text. [Bologna.
Sacrarum cantionum 4, 5 et 6 vocibus;
lib. 1 ... Mediolani 1602 haerd. S. Tini
et Fr. Besutius. 5 Stb. 4". [Bologna.
Sacrae contiones 3 voc, Ven. 1603.
[br. Mus: C2.
— Sacrae cantiones 3 voc. Una cum
B. ad Org. Ven. 1610 Amadinus. 4 Stb.
4". 22 Gesg,, davon 2 von Ludov. Cornali
und 1 von Liicrex. Venturi. [B. Haberl.
Proske: C2.B. Hofb.Wienfehlt3. Stimme.]
(Sind vielleicht dieselben wie in 1508 mit
einem Bc. versehen, wie es bei den Psal-
men von 1599 auch in Ausg. 1604 ge-
schehen ist.)
Mortaro.
73
Mortellari, Michele.
Psalmi ad Vesperas, triaque Cantica B.V.,
8 vocibus . . . Yen. 1599 Aiiiadinus. 8 Stb.
4*'. 17 Gesge. [Bologna: C 1. Florenz
B. n. nur 4 Stb. Hofb.^\len: C
— ... Addita partium grauium sec-
tione pro organi pulsatoris commoditate.
Ven. 1604 Amadinus. 9 Stb. [Bologna.
Rom Cecilia: C. A. T. B. 2.
— Ven. 1G07 ib. 9 Stb. 4", euth.
17 Gesge. und Falsi bordoni. [B. Br.
Bologna, der Be. mit 1609 gez.
Baritonantium divisio pro organi pulsa-
tore in Aut. Mortarii Vespertinos Psalmos,
8 voc. Ven. 1603 Amadinus. 4". Ist
nur der Bc. im Besitze des Antiquar
Eosentbai und gehört wahrscheinlich zur
2. Ausg. von 1599: Psalmi ad Vesperao.
II 1. lib. delli Salmi a 5 voci con il
suo Bc. Di.. Op. 13. Ven. 1608 Ama-
dinus. 6 Stb. 4". [Bologna: CT. B.
Fiammelle araorose a 3 voci, di . . . üb.
1. rist. Ven. 1594 Amadino. 3 Stb. 4^».
22 Gesge. [Kassel: T. B. Bologna.
— rist. ib. 1602. 3 Stb. [br. Mus.
II 2. lib. delle fiammelle amorose, a 3 v.
di . . . Ven. 1590 Amadino. 3 Stb. 4".
21 Nrn. [B. B.: C.
— rist. 1594 ib. 3 Stb. 4". 22 Nrn.
[Kassel : T. B. Bologna.
— rist. 1599 ib. [br. Mus.
II 3. lib. delle . . . a 3 voci. Ven. 1592
ib. 3 Stb. 40. 21 Nrn., eine von Lei.
Bertemi. [Kassel:!. B. Hof b. Wien.
Bologna.
— rist. 1596 ib. 3 Stb. 4". 22 Nrn.
[B.D.
II 4. lib. delle . . . a 3 voci. Ven. 1596
ib. 3 Stb. 40. 21 Nrn. [Mainz: B.
Bologna.
16 Gesänge in alten Samhvk. (Eitner 1).
2 Motetten in Phalese's Corona sacra
1620.
Ms. in B.B., T, 167 ein Lied mit
deutschem Text aus 1624. — Ms. Z. 39,
12 Stb. von 1628 Nr. 40: Quantas osten-
disti mihi 8 voc. — In B. L. derselbe
Text zu 6 Stirn.?
Eine Canzone ohne Text mit einer
Partitur auf 2 Notensystemen diminuirt,
d. h. mit Verzienuigeu, Passagen versehen
(^Viertel]. 8, 379 aus Diruta's Transilvano
1609, siehe auch Anmkg. — Im Ritter
Nr. 10 ohne Diminuatio.
2 Madrigale im Ms. 1881. [R. C. of
Mus.
In B.Br. Ms. 21, 201 das bekannte
Quantas osteudisti mihi, 8 voc.
In B. M. Ms. 107, 4 Psalmodiae 8 tonor.
4 voc. In Ms. 121a dieselbe zum 7. Tone.
— 1 Motette in Tabulatur.
In Hoß. Wie9i, Ms. 16707 eine Missa
sup. Erano i capei d'oro, 12 voc. 3 Chorb.
inkompl. Ms. 16 708, 3 Chorb.: 10 lat.
Gesge zu 12 Sttm. 3. Chorb. fehlt.
3 Lautenstücke in Bemli. Schmidt jun.
1607. — Ein Lautenst. in Terzi's 1599.
Mortellari, Antonio, vielleicht
ein Sohn Michele's, der ebenfalls
im Anfange des 19. Jhs. sich als
Komponist in London bekannt
machte.
Das br. Mus. besitzt von ihm 12 Ariette
. . . with the pfte. Lond. querfol. 6
favourite italian duetts, op. 5. Lond.
qufol. 12 italian vocal pieces for 1 & 2
voices. Lond. qufol.
Mortellari, Michele, geb. zu
Palermo um 1750, besuchte das
Conservatorio de'figliuoli dispersi
de Muratori, ging dann nach
Neapel, wo er Piccinni's Schüler
wurde und schrieb darauf 1770
für Rom die Oper Troja distrutta,
die dann 1778 in Mailand in
neuer Bearbeitung zur Aufführung
gelangte. In schneller Folge kam
nun Oper auf Oper auf die Bühne.
Um 1785 ging er nach London,
wo 1786 seine erste Oper gegeben
wurde (Armide). Es scheint, als
wenn er sich in London nieder-
gelassen hätte.
Ein Sohn von ihm ist um 1809
Musiklehrer daselbst und gab eine
Anzahl Musikpiecen heraus, von
denen das br. Mus. 21 Nrn. be-
sitzt, er hiefs wie der Vater. Eben-
dort auch das Ballet: Anacreon
ou l'amour fugitif, a grande ballet
(Kl.-A. mit Flöte) London, fol. von
letzterem (Fetis). Vom Vater sind
nachweisbar :
Domiue ad adjuvandum 4 voc. coucert.
c. insti-um. Ms. P. [Bologna.
Messa a 4 voci c. orch. Ms. P. ohne
Vornamen. [Einsiedeln.
Antigona in Tebe. Opera in 3 atti
rappresent. in Venezia al teatro di S.
Benedetto l'Ascenza 1776. 2 voll. Ms,
P. [Bologna. C. P. von 1778.
Armida. The favorite songs in the
opera . . . London, fol. [br. Mus.
Mortellari, Michele.
74
Mortimer.
Didone. The favorite songs in the opera
. . . (a pasticcio, c. 1775) fol. [br. Mus.
Ezio, opera 1777. P, M. [Darmst.
Semiraniide , opera in 3 atti (Milano
1785) Ms. P. [C. P.
Troja distrutta in 3 atti (neu bear-
beitet für Mailand 1778). [C. P. Darmst.
Ms. P. u. Stb.
Venus & Adonis. 12 piecps of music,
selected from the . . . drania ... op. 7.
Lond., Breuiner. P. fol. [br. Mus. B.B.
Text Italien, von J. Giannini.
Aria (L'affanno in sen nii lascera) per
Sopr. c. orch. Paris, Erard. Stb. [Briis-
sei Cons.
2 Arien in A. Bailleux' Journal. —
Arie im Journal 5.
Rondeaux chantö par ton Dures. 1778.
[C. P.
In B. B., P 177 ein Druck (?).
12 Ariettes for a Single voico with the
pfte. op. 12. Lond. qufol. [br. Mus.
8 Canzoni with the pfte. op. 6. Lond.
[br. Mus.
6 Canzoni dito, dedic. to the Countess
Spencer. Lond. f[u4'*. [br. Mus.
2 Songs in Londoner Einzeldrucken, [ib.
Im Bossler 13 eine Piece. — Ein
Gesg. in Corri's A select collect. Bd. 1
p. 78 [Bologna]. — Im Journal d'Aiiettes
italien. 1779—82. [br. Mus.
Mss. in B. B. ohne Sign. 2 Arien für
Sopr. und Instr. im Kl.-A. u. Part. —
Mss. 119. 128. 131: 4 Sopranarien mit
Instr. P.
Mss. Dresden Mus. 480 und 1150: 4
Arien mit Orch. in P. Letztere von
1775: Ombra fedele tornerva.
Mss. B. M. 1. L'amante disprezzato,
Canzone p. Sopr. c. Cemb. 8 Bll. 2.
Licita moriboudo, Cantata. 3. Soi piarti
deir Aurora, Arietta. 4. La notte io non
riposa, Canzone. 5. G Canzoni. 6. 1
Cantata.
Se fu colpa d'un amaute, Rondo per
Sopr. et instr. Ms. P. u. Stb. [B. Zw.
2 Arien im Ms. P. [BeriinK. H.
II Giuramento, Cantata ä 2 voci c.
cori, V. Viole, Fag. Vcl. e B. Ms. in
B. Basevi.
II trofeo d'un'alma imbelle, Aria per
T. c. orch. Ms. P. [Bologna.
Scenes et aires, 1 vol. in P. Ms. [C.P.
Mss. in Musikfr. Wien: 1 Rondo und
2 Duette in P. u. Kl.-A.
Mss. in Mailand Cons. 8 Sinfonie per
orch., Stb. und 6 Quatuors in Stb.
Ms. in Wolfenb. (Nr. 166) Rondo „Se
fu colpa d'un amante" (aus: Moise 1781)
f. Sopr. mit Klavier.
Mss. in Padua Ant. 1 Terzette (Si,
carina) c. orch. — Aria „Io ti lascio" p.
Sopr. nell'Arsace, Padova 1775.
Ein Amen eines Stabat mat. zu 4 St.
u. Instr. im Autogr. B. B., Grasu.
l.'L'ascenzaS. Benedetto. 1778. Ms. P.
2. Se fu colpa d'un amante per Sopr.
Ms. Stb.
3. Aria e Coro. Ms. Stb. [Darmst.
Ms. Dresden, B708, 17 s. eine Arie.
3 Sinfonien in Bd. Cd. Dd. Ms. in Stb.
[Darmst.
In Viertel]. 5, 254 wird noch eine
Oper II rivali ridicoli, Text von G. Ber-
tati, Venedig 1780 angeführt. Musik nicht
bekannt.
Mortera, . . .
im Samiwk. von Moderne 1539 c die
Motette: Tribulationes civitatum, 4 voc.
(Eitner 1).
Mortior, Pierre, Musikverleger
in Amsterdam um 1738, gab das
Samiwk. heraus:
Duos anglois de differents maltres a
2 Flutes ou Violons. Livre 2. A. . . 2 Stb.
in fiu4". 43 Duos von E. D. 2, Eccle
(Eccles'P) 3, Finger, Gaspariui, King 3,
Purcell 2, Tonoe 2, Weiden 2 u. Ano-
nymi. (Wolfenb.
Mortier, Severin du, um U)73
Kapellan -Sänger an der Kgl. Ka-
pelle in Brüssel (8traeten 5, 146).
Mortimer, Peter, geb. 5. Dez.
1750 in i'uttiugliam (England),
gest. 8. Jan. 1828 zu Herrnhut.
Bildete sieh im theologischen Se-
minar der Brüdergemeinde zu
Barby zum Lehrer aus und be-
kleidete seit 1774 zu Ebersdorf
die Stelle eines Lehrers u. Orga-
nisten, kam 1775 nach Niesky u.
1777 nach Neuwied a/Rh. Später
wirkte er in Herrnhut, wie die
Vorrede einer üebersetzung der
„]\Iissions - Societät in England"
1797 bezeugt. Er war ein aus-
gezeichneter Orgelspieler, tüchtiger
Dirigent und leistete auch als
Komponist Anerkennenswertes. Am
bekanntesten hat ihn aber das
Werk gemacht:
Der Choralgesang zur Zeit der Refor-
mation. Berlin 1821 Georg Reimer. 4".
Mortnianski.
75
Mosca. Giuseppe.
YIII, 153 n. 112 S. mit 16^ Chorälen,
[ß. B. B. Dresden und allen gröfseren
Bibl. .. .
Das Werk ^wrde vom preufeischen
Ministerium auf Zelters Gutachten her-
ausgegeben. Die Bmdergemenide nahm
eine Anzahl Choräle in ihr Choralbuch
und singt noch heute die Lieder: Ehre
sei Gott, — Selig sind die reinen Herzens,
— Dein Seufzen und Stöhnen u. _a. nach
seinen ei-fuudenen Melodien. Seit 1780
redigierte er die üemeindenachrichten u.
wohnte den Svnoden bei. (Zum Teil nach
der AUg. d. Biogi-. und der Leipz. Ztg.
21, 277. 43, 725.)
Moi-tniaiiski, Demetrio, ein
russischer Opernkomponist zu Mos-
kau, der 1784 im Indice de'spettac.
teatro angeführt wird.
Morton, Edward, schwor am
12/4 1685 als Gentleman exti'ord.
an der Kgl. Kapelle in London
und war der Nachfolger Wise's,
der seines Amtes entsetzt wurde
(Rimbault. Hawkins 4, 430).
Morton (Mourton , Morthon),
Messire Kobert, ein Kleriker der
Kapelle Philipp des Guten, Herzog
von Bourgogne, um 1464 bis etwa
1478, wahrscheinlich auch im
Dienste Karl des Kühnen. Fotis
citiert eine Reihe Aktenstücke, die
sich im Kgl. Archiv von Belgien
befinden. Von seinen Kompo-
sitionen sind bekannt:
L'homme arme, 4 voc. Chans, im Ms.
Codex 0. V. 208 der Bibl. Casanat. zu
Rom, geschrieben von 1450—1460. —
Das Ms. Siippl. fr. n». 15123 derNational-
bibl. zu Paris enth. neben Ockeghem,
Busuois, Caron u. a. auch die Chanson
„Mon bien m'a joyeuK'N 3 voix von M.
— Ms. 180 zu Peiagia eine Chans: Est
temps. — Andere Chans, im Ms. 126 zu
Florenz B. u., Ms. Othby. Auch im Ms.
zu Dijou von Morelot mitgeteilt (Viertel].
1, 426 und Ambros 2, 463. 3, 57, der
ihn aber ßorton nennt). Davey glaubt,
dass er aus England stammt.
Mosca, (Filiseppe, geb. um 1772
zu Neapel, gest. 14. Sept. 1839 zu
Messina. Er besuchte das Conser-
vatorio della Madonna di Loreto
zu Neapel unter Fenaroli's Direktion
und trat darauf ums Jahr 1791
mit seiner ersten Oper „Silvia e
Nardone" in Rom auf, der dann
bald viele andere folgten, welche
die Bühnen Italiens überschritten.
1803 kam er nach Paris als Ac-
compagnateur am Klaviere an der
italienischen Oper. Fetis schreibt:
Ich habe ihn gekannt. Er war
ein Musiker ohne Genie, schrieb
aber mit grofser Leichtigkeit. Für
die Pariser Bühne verfasste er
viele Einlagen in Opern und die
zwei Opern: II ritorno inaspettato
und L'Impostura, die aber beide
keinen Erfolg erzielten. Als dann
1809 Spontini die Direktion des
italienischen Theaters übernahm,
kehrte er nach Italien zurück und
fand dann 1817 in Palermo eine
feste Stellung als Musikdirektor
am Theater. 1821 ging er nach
Mailand und kehrte erst 1823
nach Sicilien zurück, wo er in
Messina eine ähnliche Stellung am
Theater fand (Fetis. Florimo 2,
450). Von seinen zahlreichen Opern
sir^d nachweisbar:
L'abate de l'Epee, op. buf. in 2 at.
Nap. 1826. [B.Neapel.
Gli Amori e l'armi, opera buffa m 2
atti. Florenz 1812. Ms. P. [B. Neapel.
Attila, ossia II Trionfo del Re de'
Frauchi, opera in 2 atti. Ms. P. [Mai-
land Cons.
La Diligenza, op. buf. in 2 atti. Florenz
1813. Ms. P. [B. Neapel im Autograph.
Federico 11. Re di Prussia, Melo-
dramma in 2 at., scritto per Palermo nel
1817. Nap. 1824. Ms. P. [B.Neapel.
II filosofo, opera. C. P. Ms. P.
II Folletto, op. buffa. Napoli 1797.
Ms. P. [B.Neapel. Neapel Turch.
D. Gregorio in inibarazzato, op. buf.
in 2 atti. Roma 1813. Nap. 1814. Ms. P.
[B. Neapel. Mailand Cons.
La poetessa errante, op. buf. in 2 atti.
Nap. 1822. Ms. P. [B.Neapel.
I pretendenti delusi, ossia Con amore
non si scherza, op. buffa in 2 atti. Mi-
lane 1811. Neapel 1814. Ms. P. 2 voll.
c[ufol. [Bologna. B. Neapel.
Mosca, Giuseppe.
76
Mosca, Luigi.
I tre mariti, farsa. Roma 1813. Napoli
1814. Ms. P. [B. Neapel.
Romanza „Tranquillo nel suo cor la
villanella" ]>. So])r. neU'opera Le Bestie
inuomini. Milano, Ricordi. [Mailand Cons.
Scena e Rondo „Mentre guardo" per
Sopr. nell'op. Le Bestie. Mi!., Ricordi.
[Maild. Cons.
Terzette „Con rispetto e riveronza" per
T. e 2 B. neU'op. I Pretendenti. ib.
[Maild. Cons.
Sinfonia dell'opera La sciocca per
astuzia, ridotta per coinbalo da Dionig.
Brogialdi. ib. [Maild. Cons.
]n Dresd. Mus. 47.3 Cavatina a Sopr.
neir opera ,,La Sciocca per Astuzia".
Milano Ricordi. Kl.-A. qufol. — Duotto
a Sopr. e B. nell'op. (wie vorher) ib.
Kl.-A. — Ms. in.'j, Ductto „Far Calzetto"
(dieselbe Oper) ib. Kl.-A. — Ms. 1156
Cavatina „Or che sinibrana il cid'', a
Sopr. c. pfte. qufol. — Ms. 5a?
Ms. in Bannst. Dolce cosa e far l'a-
more. P.
Arietten im Samlwk. der Mlles. Erard.
5 Gesänge aus Opern im Kl.-A. u. P.
[Musikfr. Wien.
Mss. in Bologna: 1. Qual soave e dolce.
Scena ed Aria p. Sopr. c. orch. aus der
Oper II filosüfo. P. IG BU. 2. Dolce
cosa e far Tamore. Cavatina p. Sopr. c.
Orch., aus dei'selben Oper. P. 14 Bll.
3. Dammi uu segnale £Ümeno. Scena ed
Aria p. Mezzosopr. c. orch. P. 21 BU.
Mss. in Mailand Cons. 1. Duette
„Stella del ciel sereua", p. Sopr. e B. nell'
op. Amore ed armi. 2. Rec. e Duetto
„Quando sposa mi sarai", j). 2 Sopr. nell'
op. La foi-tunato combiuazione. 3. noch
6 Duette und 6 Arien, Cavatinen u. Chöre.
Mosca, Luigi (Ludovico), geb.
um 1775 zu Neapel, gest. 30. Nov.
1824 ebd., 49 Jahr alt, Bruder
des Giuseppe, besuchte das Con-
servatorio della pieta dei Turchini
1787 unter Fenaroli. 1797 schrieb
er für das Theater Nuovo seine
erste komische Oper L'Impresario
burlato und bekleidete während
der Zeit am Theater San Carlo
die Stelle eines Accompaguatore
al Cembalo. 1806 schrieb er für
Palermo eine grofse Messe und
das Oratorium Gioas, die beide
mit Erfolg daselbst aufgeführt
wurden. Zahlreich sind die Opern,
die er für die verschiedenen Städte
Italiens schrieb, deren Einübung
er nach alter Sitte selbst leitete.
In Neapel bekleidete er die Stel-
lungen eines Gesanglehrers am
Kgl. Musik-Kollegium S. Sebastiano
und an der Kgl. Kapelle die des
2ten Kapellmeisters. (Florimo 3,
24 u. 82. Urteile in der Lpz. Ztg.
7, 565. 16, 257. 18, 688). Von
seinen Kompositionen sind nach-
weisbar:
2 Missae 4 voc. cum instr. Ms. P.
1789. (B.Neapel.
Missa in G 4 voc. c. archi e corni.
Ms. — Missa in D a 3 voci con oi'g. Ms.
— 3 Lamentazioni p. Sopr. c. org. Ms.
— Magnif. 3 voc. c. org. — Pange lingua
4 V. c. orch. — Salve regina p. Sopr. ed
Alto cou org. im Autogr. — S Tantum
ergo. — 2 Pastorale. — 4 Sinfonien zu
Opern. [Mss. in Mailand Cons.
2 Tantum ergo — 2 Pange lingua, 4
voc. c. orcli. Ms. P. 1789. [ß. Neapel.
L'amore per inganno, ossia L'amoroso
inganno, op. buf. in 2 at. Nap. 1801.
Ms. P. [B. Neapel.
L'Audacia delusa, (j]>. buf. in 2 at.
Napoli 1813. [B.Neapel.
I finti viaggiatori, opera buffa in 2 at.
Napoli 1807. [B.Neapel. C. P.
Gelosi burlato, op. buf. in 2 atti. [C. P.,
wahrscheinlich dieselbe wie „L'Impresario
burlato".
L'Impresario burlato, opera giocosa in
2 atti. Milano. Ms. P. [Brüssel Cons.
B. Neapel: Napoli 1797. Neapel Turch.
schreibt sie Giuseppe zu(?).
L'lmpostore, op. buf. in 2 at. 1813.
[B. Neapel.
II Salto di Leucade, op. ser. in 2 at.
Napoli 1812. [B.Neapel.
La Sposa a soite, op. buf. in 2 at. 1813.
[B. Neapel.
Gli sposi in cimffnto. op. buf. in 2 at.
Nap. 1800. Ms. P. [B.Neapel.
Le strayaganze d'amore, op. buf. in 2
atti. Napoli 1800. Ms. P. [B.Neapel.
Im Florimo ein vollständigeres Verz.
seiner Opern ohne Fundort.
Einzelnes noch in B.M: Far calzette,
Duetto della finta sciocca. Paris, Carli.
P. 20 S.
In B. B. : Duetto „Quest aura lusin-
ghiera", arrang. p. pfte. Paris, Mlles.
Erard. — In Ariettes Italien 13044 Nr. 31
ein Gesg.
Moscaglia.
77
Mosel, Ignaz Franz.
Im Ms. B. Bologna : Da si galante og-
getto. Aria per B. c. orch. P. 10 Bll.
Duetto „Ai capricci della sorte" per
Sopr. e B. neirop. Lltaliana. in Algeri.
Milauo, Kicordi. [Mailand Cons.
Mss. in Mailand Cons: 1 Terzett, 4
Duette, 2 Cavatinen, 5 Arien, 1 Cauzo-
nette. Solfeggi 3 Bände. 1 Walzer f.
Pfte. und Priucipi di musica.
Autogr. in B. B. Grasn. 1. Salnio 4 voc.
2. Amen.
1 Arie und 1 Duett in B. Dresd. Ms.
B 508 a. b.
Moscaglia, (xiovaiiiii Battista,
aus Rom^ wo er auch lebte. Ob
er daselbst eine Anstellung be-
kleidete ist aus den Titeln nicht
zu ersehen. Aus den dreistimmigen
Neapolitanen von 1585 c lernen
wir auch den Namen seiner Frau
kennen, welche das Werk heraus-
giebt und sich mit Lucretia Gui-
dotti unterzeichnet. Der Grund,
warum seine Frau das Werk heraus-
giebt ist niclit ersichtlich, denn
das 4. Buch Madrigale von 1587
unterzeichnet M. wieder selbst und
kann daher 1585 nicht schon ge-
storben sein. Man kennt von ihm
die Kompositionen:
1579 ... n 2. lib. de Madrigali a 5
voci. Nouamente da lui composti ... con
un' Madrigale a 6 uel fine. Yen. 1579
heredi di Fr. Ranipazetto. 5 Stb. qu40.
31 Madr. TModena. einst, in B. Borghese.
1585 a. ". . . U 3. lib. de Madrigali a 5
voci . . . Yen. 1585 Scotto. 5 Stb. 4".
22 Madr. [B. B. 5 a. Modeua.
1585b. ... 11 2. lib. de Madr. a 4 voci:
con alcuni di diuersi eccell. musici di
Roma. Nouam. composti. Yen. 1585
Vincenzi & Amadino compagni. 4 Stb.
40. 11 von M., die übrigen sind im Eit-
ner 1 und Vogel 1, 527 verz. Die Dedic.
schon 1582 gez. [B. D. WoLfenb. Ve-
ronas, f: A.
1585c. ... II 1. lib. delle Napolitane
a 3 voci Nuouam. poste in luce. Vineg.
1585 Scotto. 3 Stb. 8». 21 Nrn., die
letzte zu ü Stim. [Hofb. Wien.
1587 ... II 4. lib. de suoi Madrigali
;i 5 voci nouamente composti . . . Inti-
tolato Aniorosi fioretti. Vineg. 1587 Scoto.
5 Stb. 40. 22 Nrn. [B. D. Florenz B.
n. kompl. T. def. Modena.
17 Madrigale in alten Samlwk. inclus.
dem obigen Samlwk. von 1585 b (Eit-
uer 1), ferner in Vincenti's Fiori musicali
1590: Filii vaga e gentil 3 v. — Für
Laute arrangiert im Hove.
Moscatelli, Antonio Francesco,
Theorbist, wird im Nov. 1692 an
der Hofkapelle zu Berlin mit 500
Thlr. angestellt (Schneider 50).
Mosclieni, Giovanni Battista,
geb. im Febr. 1674 in Lucca, gest.
30. Juni 1757 ebd. Er war Ka-
nonikus an der Kirche St. Paolino
e Donato und als ausgezeichneter
Orgelspieler, wie als Komponist
geschätzt. 1715 wurde das Ora-
torium S. Agnese in Lucca auf-
geführt (Nerici 315. 329).
Mosclieroscli, J. . . M. . ., gab
Georg Gumpelzhaimer's Gymnasma
de exercitiis academicorum 1652
heraus. (Gerber 2 unter Gumpelzh.)
Mosclietti, Vincenzo,
ein Kyrie und Gloria für Chor und Orch.
in r. Zeit mir unbekannt. [Musikfr. Wien.
Moscliini, Baccio,
ist im Samlwk. 1539" mit 2 itaüenischen
vier- und fünfstim. Gesgen. vertreten.
Ambros 3, 588 glaubt, dass er in Florenz
unter Cosmo l. von Medici diente. Nach-
weisbar ist nur, dass er zu dessen Hoch-
zeit mit Eieonora von Toledo obige 2 Gesge.
im Vereine mit anderen komponierte (Vier-
tel]'. 5, 399).
Mosel, Ignaz Franz, Edler von,
geb. 2. April 1772 zu Wien (Rie-
mann schreibt den 1. April), gest.
8. April 1844 ebd., beschäftigte
sich nur als Diüettant mit Musik
und widmete sich als Lebensberuf
dem Staatsdienste, trat bereits 1788
in denselben em, erhielt das Prä-
dikat k. k. Hofi-at, wurde 1818 ge-
adelt, 1821 zum Vicedirektor der
Hofbühnen ernannt und 1829 zum
Kustos der Hofbibliothek. Hans-
lick bezeichnet ihn S. 150 in den
Jahren 1812—16 als Hofsekretär.
Neben diesen öffentlichen Aemtern
widmete er der Ausübung der
Musik seine volle freie Zeit, so-
Mosel, Ignaz Franz.
78
Mosel, Ignaz Franz.
wohl als Theoretiker, Komponist,
wie als Dirigent und zwar mit so
entschiedenem Talente, dass er an
der Spitze aller öffentlichen Musik-
ausübungen stand. 1812 leitete er
die Aufführung der Gesellschaft
der Musikfreunde, deren Mitglied
er war, 1813 führte er den Messias
auf, 1815 den Samson in Gegen-
wart des Wiener Kongresses, 1819
die Jephta u. s. f. Er entwickelte
ti'otz seinen amtlichen Stellungen
eine staunenswerte Fruchtbarkeit
als Komponist, die bei den Zeit-
genossen viel Anerkennung fand,
allerdings heute längst vergessen
ist (Schilling ausfiilirlich. Denk-
steine. Biographien über M. u. a.
von Dr. Aug. Schmidt. Wien 1848).
Verzeichnis seiner AVerke soweit
sie sich nachweisen lassen:
Schriften :
Versuch einer Aesthetik des drama-
tischen Tonsatzes. Wien 1813 Straufs.
8». 83 S. [B. B. B. M. Musikfr. Wien.
B. Lpz. Brüssel.
Ueber das Leben und die Werke des
Antmi Salieri. "\Vieu 1827 "WalJishauser.
80. 212 S. [B. B. B. Wagener. Musikfr.
Wien. B. Lpz. Bmssel. Einsiedeln.
Arast.
Ueber die Original-Partitur des Requiem
von W.A.Mozart... AVieu 1839 Straufs. 8".
[B. B. B. M. Musikfr. Wien. B. Lpz.
Ueber die Oper. Cäcilia von Schott,
Bd. 2, 233. Entgegnungen ebd. von Dr.
Wöltje Bd. 7, 251.
Geschichte der K. K. Hofbibl. zu Wien.
Wien 1835 Beck. 8». 398 S. Von 345
ab über seltene Musikalien. [Wiener
Bibliotheken.
Vaudex-ille, Liederspiel, Singspiel und
Oper. Musikal. Ztg. Wien 1820 S. 681 ff.
— Ebeudoi-t 1818 S. 437 ff: Ueber die
Grundlage und den Charakter der neueren
tragisch-dramatischen Musik in Frankreich.
[Ibid.
Ueber die Oper. Beurthlg. des Werkes:
De I'opera en France (von F. II. J. Blaze,
in Jahrb. der Literatur) Sonderabdr. Wien
1821. 8«. [br. Mus.
Er übersetzte G. Jones Geschichte der
Tonkunst ins Deutsche. Wien 1821. 8«.
227 S. [B. B. Musikfr. Wien. Briissel.
In der Lpz. Ztg. Bd. 36, 117 ein Ar-
tikel über die Gebrüder Müller. In der-
selben Ztg. vielfache Urteile über seine
Werke.
Necrolog des grofsen Tonsetzers Herrn
Abbe Max Stadler, herausgeg. von Diet-
richstein. Wien 1864 Brauuaüller. [B. B.
Die Tonkunst in Wien, während der
letzten fünf Dezennien. Eine Skizze. In
Stuttgarts Jahrbuch der deutschen Ton-
kunst 1842. [Musikfr. Wien im Ms.
Koinpositioncn :
Missa in Dm. f. Chor u. Orch. [Mu-
sikfr. Wien, soll 1871 makuliert sein]. —
Messe in Cd. Ms. in Klosterneubiug. —
Ebendort 1 Veni sancte im Ms.
Sieh mein Aug, nach Zions, 4stim. P.
gedr. [Berl. Singakademie.
Der 120. Psalm, zu 2 Sopr. u. 2 Alt-
stim. Wien, Steiner & Co. Part. [B. B.
Hofb. Wien. Musikfr. Wien im Autogr.
nebst dem G. Psalm. Darmst.
— 2. Aufl. Wien,IIasliuger. [B.Kgsbg.
Danklied an den Ewigen . . . aus dem
9. Psalm für Gstim. Chor ohne Instrum.
Wien, Ila-slinger. P. u. Stb. [Ilofb.Wien.
Musikfr. Wien. Dresden. Proske-Metten-
leiter.
Hymne von Klopstock : Dank, Ehr und
Preis f. 4 Singst. Comp. 7/5 1832. P.
Autogr. 16486. [Ilofb.Wien.
3 Hymnen aus dem Trauerspiele Brutus
von Mathaeus von Collin. Mit Orchester.
Wien. Steiner & Co. P. 81 S. in kl. fol.
[Hofb. Wien. Musikfr.Wien. B.B. Proske.
br. Mus. Einsiedeln. Darmst.
Die Feuerprobe, Operette in 1 Akt.
(Wien Dez. 1810, 16 mal wiederholt) Ms.
P. [Brässel Cons. Hofb. Wien, Autogr.
15747.
Cyrus und Astyages, Oper in 3 Akten,
1816 komp. 1818 in Wien aufgeführt,
dann in Dresd. [Dresd. Oper Ms. P. u.
Stim, Darmst. Hofb. Wien Ms. 16535.
Die Eückkehr. Festspiel in 1 Akte.
Ms. Stb. [Musik-fr. Wien.
Die Horatier, Lyrische Tragödie in 3 Act.
1844 (ohne Autor) P. Autogr. 16613.
Salem. Eine lyr. Trag, in 4 Act.
5/3 1813. P. Autogr. 18613.
Die Annäherung des Feindes, Chor. P.
18774. Autogr.
Einleitung zu Collin's Feyer, comp.
1811. P. 18773. Alle in Hofb. Wien.
Tag und Nacht. Gedicht von Seydel,
für 4 Singstim. mit Pfte. Wien, Has-
liuger. P. kl. fol. 9 S. [Hofb. Wien.
Musikfr.Wien. Amst.
Die Wolken (für 4 Singst.). Beilage
zur Wiener Musikztg. 1842, 1 Bl. [B B.
MusiMr. Wien im Autogr.
Mosel, Ignaz Franz.
79
Moser, Maunis.
Abschied von Lilienfeld, für 2 S. 2 A.
P. AutogT. [Musikfr. Wien.] — Ebendort
noch: Morgenlied: Auch noch heute, f.
2 S. 2 A. P. Autogr. — An Aphrodite
und an Bacchos, f. Chor u. Orch. P. —
Harmonia: Der Hpin verstummt, f. 8 Stirn.
u. Orch. P.
Hermes und Flora. Eine Cantate von
Veith. Wien 14/6 1812. P. Autogr.
15 744. [Hofb. AVien.
Hygea an Wiens adelichen Frauen-
verein. Wien 6,3 1814. P. Autogr.
15 744. [Hofb. AVien.
Aria (Yuoi per sempre) Yienna, Steiner
& Co. qufol. 7 S. [Hofb. Wien. Mu-
sikfr. Wien nebst 5 Arien aus Opern.
3 Sanilg. je 6 Gedichte f. 1 Singst, mit
Pfte. AVien, Steiner & Co. 13, 21 u.
21 S. [Hofb. AA^ien. Musikfr. AAlen.
B. B. : 2. Samlg. Dresd. Mus : 1. Samlg.
Lieder mit Begltg. der Guitarre in ver-
schiedenen Schauspielen gesungen. AVien,
Steiner & Co. [Hofb. Wien.
Das Lied der Mignon v. Goethe mit
Pfte. AVien, Steiner & Co. [Dresd. Mus.
B. B. : im A'^erlage von Cappi & Diabelli.
Zur Heimath. — Maria an ihren Vater.
— Dorothea s Lied. [Musikfr. Wien.
26 Nin. „musikal. Arbeiten" für das
k. k. Hofburgtheater. P, Autogr. 16554.
[Hofb. AVien.
2 Lieder im Ms. B. Dresden.
KrönuDgs-Marschf.Blasinstr. P. 18632.
[Hofb. Wien.
Ouvertüre zur Oper Cyrus u. Ast>'ages.
Part. Wien, Steiner & Co. fol. [B. ß.
Musikfr. Wien noch die .Ouvert. zu Salem
uud Ottocar f. gr. Orch. in P. Eiusiedeln.
Six Duos p. 2 V. oe. 1. Amst.,
Schmitt. 2 Stb. [Lübeck.
12 Menuetten und 12 Trios f. gr. Orch.
— 12 deutsche Tänze uud 12 Trios nebst
Codaf.gr. Orch. 1806. Stb. [Musikfr.AVien.
12 deutsche Tänze mit 12 Trios und
12 Menuetts mit 12 Trios f. Orch. P.
16597. Dann ebensoviel in Hofb. AA'ien
Mss. 18501 u. 18598.
Er bearbeitete und übersetzte auch das
Oratorium Jephta von Händel. Zürich.
8°. [Einsiedeln.
Im Autogr. B. B. Grasn. , Textüber-
setzung nebst den Recitativen zu Mozart's
Figaro.
Mosel, Prosper, um 1806 Ka-
nonikus in Klosterneuburg bei Wien;
gab in den Jahren 1805—1807 meh-
rere Instrumentalwerke heraus, wie Trios,
Variationen u. a.. die in der Lpz. Ztg. 9,
125 u. 10, 686 besprochen werden. In
dem Samlwk. Künstlerverein ist ein Mosel
aufgenommen mit A'ariationen über ein
Thema von Diabelli für Pfte., fraglich
welcher.
Mosell (Mosel), GrioTanni Feiice,
geh. um 1754 zu Florenz, Schüler
seines Täters, der ein Schüler
Tartini's war und später Schüler
Nardini's. Trat schon mit 15 Jahren
als Yirtuose auf, wurde in der Ka-
pelle des Grofsherzogs Leopold von
Florenz augestellt und 1793 als
Nachfolger seines Lehrers erster
Violinist und Musikdirektor (capo)
in der Kapelle. Dies bestätigt ein
Textbuch von 1795. Im Magazin
von 1786 wird er „celebre Pro-
fessore di Fiorenze" genannt. 1812
war er in gleicher Stellung am
Theater de la Pergola (Fetis nach
Gervasoni's Nuova teoria di mu-
sica p. 195).
Fetis verz. 4 Samlg. Instrumentalmusik.
Bekannt sind mir nur 6 Duetti per 2 Vio-
lino und Sonata per V. e. B. in Stb.
[Musikfr. Wien.
Im br. Mus. ein Johann Felix Mosel
mit ,.6 Gedichte für 1 Singstim. mit Pfte.
AVien" c. 1810 qufol.
Moser, Friedrich, geb. um 1767
zu Berlin, betrieb die Musik nur
als Dilettant und war geheimer
Rat im preuTsischen Ministerium.
Er schrieb imter den Buchstaben F. M.
eine Biographie Rode's, betitelt: Pierre
Eode; dedie ä ses amis. Berlin 1831.
14 S. [B. B.
Moser, Joseph, Bassist an der
Hofkapelle in Wien mit 400 Gld.,
später 500 Gld. jährl. von 1726
bis t 8. Juli 1750, 50 Jahr alt
(Köchel 1). In Köchel 2, 230 wird
ein Joseph Moser als Hofscholar
an der Wiener Hofkapelle von
1724—1729 erwähnt. Wahrschein-
lich ist es derselbe. Der in der
Lpz. Ztg. 8 als Komponist von
Violinconcerten genannte Moser
soll Moeser in Berlin sein.
Moser, Maiirus, Mönch im Bene-
diktinerkloster St. Trudpertus, wie
Moses.
80
Mossi.
der Titel aussagt, dagegen Fetis:
im Kloster Beuedictbeuera in
Baiern. Gab heraus:
Cantiones sacrae ab 1 et 2 voc. c. Viol.
necessariis ac 3 iustrum. ad lib. Lib. 1.
Ulmae 1685 (1G8G) suiiipt. Dan. Gürlini,
literis Matth. Wagneri. 32 Gesge. [ß. B:
8 Stb. B.M: V 2.
Viridarium nuisiciun, seu cantiones
sacrae, 1 et 2 voc, c. V. Lib. 1. Ulmae
168.Ö. [Paris Nat.
Moses, Johann Oottlried, Or-
ganist zu Auerbach, Kreis Zwickau,
ist bekannt durch die Drucke:
Versuch einiger Oden und Lieder . . .
Lpz. 1781 Breitkopf. 10 Lieder. [B. Lpz.
MusiJifr. "Wien. Brüssel Cons.
Handbuch für Orgelspieler. 1. Till.
Drcsd. 1785. [B. Lpz. B. B.
— 2. Thl., Naumann dedic. Dresd.,
Hilscher. kl. (iu4". 21 und 23 S., das
2. Buch des 2. Thls. Burney dedic. [B. B.
B. "Wagener. Brüssel 2 Teile: Leipzig,
Hilscher. ([ui^.
Gerber 1 zeigt noch Einiges an.
Mosi, . . . KapcHmeister an der
Kirche St. Apustuli in Rom und
Sänger in der päpstl. Kapelle, starb
im April 1772 (Burney 1, 195).
Mosmayr (Mosmaier, Moosmayr),
Johann H(aptist?), war Hoforganist
in München, seit etwa 1770 mit
400 Gld., später nur 880 Gld. Ge-
halt. Ist noch 1799 im Dienste
(Kreisarchiv).
Die B. M. besitzt von ihm 1. Tribula-
tiones cordis mei 4 voc. c. 2 Clariuetti,
2 Viole, c. org. Ms. 9 Stb. 2. Exurge
Dne. — Alleluja, Veui Domiue 4 voc. mit
gleicher Besetzung. Ms. in Stb.
Mosmajr junior, vielleicht der Sohn
des obigen, ebendaselbst um 1789 mit
100 Gld. Gehalt als Hoforganist angestellt.
Er lebte noch 1830. Die B. M. besitzt
von ihm 1. AUemaude, Polonaise, Anglaise
und 2 "Walzer f. Klav. 1803. Ms. —
2. Sonata per il urgano, composto 1830.
Ms. (fälschlich im Kat. der Bibl. unter
J. B. Mosm. gestellt).
Mosmayr, Marlin, war Priester
und Hofmusikus um 1734 an der
Münchener Kapelle (Kreisarchiv).
Moss, John; Hawkins 4, 373.
375 bezeichnet ihn um 1679 als
Gambisten (Yiolaspieler sagt er) an
der Kgl. Kapelle zu London. In
5, 26 sagt er, dass sich im Samlwk.
Treasury of music einige Gesänge
befinden. Der Antiquar Alb. Cohn
zu Berlin besafs 1878 folgendes
Druckwerk von ihm:
Lessons for the Basse- Viol on the Com-
mon-Tuning, and many other New-Tunings:
cont., Allnuins, Corants, Sarabands, Jigg
Allmans; in all the usual Keys of the Scale
of musick; together with a Thorough-Bass.
Composed by John Moss, for the use of
his scholars. Loud., printed by "VV. God-
bid für tlio author, and are to be sold by
Julin Playford . . . 1671. 2. voU. <iu4".
Vorwort gez. mitSaraceus-Head, Nov. 1670.
105 S. Musik. 6 Notenliuien mit Buch-
staben-Notienmg, dai'übor Noten als
Wertzeichen, eine Gambentabulatur. 2.
Buch 105 Nrn: The Thor. -Base to the
Lessons ou the Basse-Viol . . Typendruck.
[Li Floi-enz B. n. auch ein Ex.
In Locke's Samlwk. von 1673 vier
Tänze für Klavier (Eitner 1). In Henr.
Lawes' Select ayres and dialogues 1669
Playford's Choice ayres 1679 einige Songs.
Mossato, Alberto (Albrecht),
Instrumentist an der Hofkapelle in
München von 1582—89 mit 180
Gld. Gehalt. Im Jahre 1586 be-
siiciite er Italien. 1590 wird er
mit Organist bezeichnet und ver-
lässt München. Nach Lipovvsky
war er aus Cremona geb. und
schon 1556 (sie?) an der Hof-
kapelle angestellt, von wo er dann
in Ksl. Dienste trat (Kreisarchiv).
Mosseder, Magister Franz Ru-
dolph, w^urde 1768 Chordirektor
an 8t. Aurelien zu Strafsburg und
am 29. Aug. 1771 an 8t. Thomas
ebd. bis c. 1786 (Lobstein 71. 95).
Mossi, Oiovanni, geb. zu Rom,
Schüler Corelli's, trat um 1720
als Violinist und Komponist auf.
Fetis verz. von ihm 4 Drucke: Kon-
zerte und Sonaten für Violine op. 1. 2.
4. 5 ohne Fundort. Bekannt sind mir
1. 12 Concerti in 2 Heften für 2 V.
obl. 2 Viola di grosso (zum 12 Konz.
noch 3. u. 4 Viohno obl. und 3. u. 4
Viola ripieno) Vcl. u. Bc. Amsterdam,
Most.
81
Mosto, Giov. Batt.
Le Cene. fol. [Rostock, br. Mus:V3.
4. V 4. oblig.] 'J. Suuate a Violine e
Violone e Cembalo, op. 1. Prima parte.
Amst., Le Cene. qiifol. 12 Sou. [Dresd.
Mus. Liepm. besal's eine Ausgabe : Anist,
Boyer. Paris Nat. la. et II. parte, br.
Mus.] 3. 12 Sonate o Sinfonie a V. solo
con il Vcl. op. 5. Amst., Le Cene. Nr.
542. qu40. 51 S. [B. Wagener.
1 Sonate f. V. u. B. in Hare's Samlwk.
1 Concerto in 6 Concerti, Samlwk. von
Koger.
1 Solo for a V. in Pagin's 6 Soli. fol.
[br. Mus.
3[ost, Fraiieiscus, ein Ziiikeu-
und Posaunenbläser a/d. Hofkapelle
in München, von etwa 1568 — 1573
mit 180 Gld. jährlich (Kreisarchiv).
Mostart (Mostaert), Darid, lebte
als Notar um 1598 (f 1646) in
Amsterdam und gab den Psalmen
Davids von Dathenus eine Musik-
unterweisung bei. Im Kataloge
der Bibl. des Js. de Long Nr. 1219
ist folgender Druck angezeigt:
„De Psalmen Davids von P. Datbenus,
geheel op Muzyk- Noten; met den Cate-
cbismus en Ceremonien. Item körte
ouderwysinge van de Musyk-konste en
samenspreekiuge over bot misbniyk der
Wijseu en des Siugens, door David Mos-
taei"t, in Rym, opgedraagen aan de Ee-
geering van Amsterdam. Amst, by Corn.
Claesz, 1598. 12".
In der Ausgabe von 1614 (Amst, Jac.
Isbrantsz. Bos) tritt er aucb als Yerbesserer
der Siugweisen auf und ist nur mit den
Buchstaben D. M. angezeigt, doch ist sein
Name im Vorworte genannt (Bouwst 2,
111).
Die Bibl. des niederländ. Musikvereins
zu Amst. besitzt 2 Briefe von ihm mit
D. Mostart 1629 gez.
3[ostiers, . . .
nur bekannt durch eine viej'st. Chan-
sons im Sainlwk. Moderne's von 1541 f
(Eituer 1).
Mosto, Beriiardino (di, auch
abgekürzt in B. D. M.). Auf dem
Drucke von 1588 bez. er sich als
Organist des Herzogs Ernst von
Baiern, Kurfürst von Köln. An
der Hofkapello zu Wien wird vom
1. Aug. 1614—1616 ein Bernhard
Mosto als Kammermusikus mit
Rob. Eitner's Quellen-Lexikon. Bd. 7.
20 Gld. monatl. verzeichnet, der
wohl der obige sein könnte (Köchel
1, 368). Bekannt ist von ihm eine
Öamlg.
Madrigali di . . . Nouamente composti . . .
A 5 voci. Anversa 15S8 Phalesio & Bellero.
5 Stb. (iu4». 21 Gesge. [B. M.
2 Madrigale in alten Samlwk. (Eitner 1).
In einem Orgeltabulaturbuche im Ms., B.
Thorn (Lit. K. fol. Nr. 16) ist er unter
den Buchstaben B. D. M. vertreten.
Mosto Francesco, diente nebst
2 Brüdern seit dem 2. Mai 1573
der herzog]. Kapelle in München
als Zinkenbläser und erhielt Weih-
nachten 74 für ein Vierteljahr
45 Gld. Empfing auch mehrere
Gnadengelder. Im Jahre 1577
fehlt er in den Listen (Kreisarch.).
Im Samlwk. 1575a ein 2teiliges
5stiin. Madrigal (Eitner 1).
Mosto, (jrioYaiini Battista, detto
da Udine, sein Geburtsort. In
seinem Samlwke. von 1577 erklärt
er, dass Claudio Merulo sein Lehrer
war. Vom 7. Nov. 1580 bis 1. Mai
1589 Kapellmeister am Dome zu
Padua, diente dann dem Fürst-
Kardinal Sigism.Bathori von Sieben-
bürgen, wo er sich noch 1595 be-
fand (siehe auch das 17. lib. von
Monte's Madrig. von 1595) und
ging darauf nach Mantua zum Be-
suche; Canal 89 sagt, dass er 1594
von Krakau (sie?) zum Besuche
nach Mantua ging. Die Stellung
in Padua und Siebenbürgen wird
auch durch die Titel seiner Drucke
bestätigt. Von seinen Kompositionen
sind bekannt:
1578 ... II 1. lib. de Madrigali a 5 voci
Con uu Ecco a dieci nel fine . . . Vineg.
1578 Scotto. 5 Stb. 4". 23 Madr., davon
3 von Merulo. [br. Mus. Bologna: CA.
1584 ... n 2. lib. de Madr. a 5 voci
. . . Ven. 1584 Vinconti & Amadino. 5 Stb.
40. 20 Madr. [B. M. br. Mus. Modena
fehlt T. Verona S. f.: C Bologna: B.
1588 ... II 3. lib. de Madr. a 5 voci
. . . Ven. 1588 Gardano. 5 Stb. qu40.
21 Madr. [Modena. br. Mus. fehlt 5 a.
6
Müsto, Giov. Batt.
82
Motz.
1595 ... II 1. lib. de Madr. a 6 voci
. . . Ven. 1595 Gardano. ü Stb. 4». 21
Madr. In der Dedic. sagt er, dass er
schon viele .Taliro dem Fürst - Kardinal
diene. [Proske. Modeua. Wolfenb: T.
— Ausg. Anversa 1600 Pbalcsio. 6 Stb.
40. [Brüssel.
Er gab auch das Sanüwk. 1579 a heraus
(Eitner 1): Corona de Madrigal! a 6 voci
di diversi eccellent. musici . . . Lib. 1.
Vineg. 1579 Scotto. Stb. 4". 21 Madr.
(Reg. bei Vogel). [B. D. B. K. br. Mus:
B. Venedig Marco: CA. Bologna: A.
Ein früheres ist betitelt: II 1. fiore
della (ibirlaiida niusieale a 5 voci Con uii
Dialogo a noue. Di diversi eccellent.
musici ... Vineg. 1577 Scotto. 5 Stb.
40. 2S Madr. davon 4 \uu Mosto. Reg.
bei Vogel 2, 42ü. [Bologna: C. A.
15 italiea. Gesge. in alten Sanüwk.
inclus. seines eigenen Samlwk. von 1579
(Eitner 1), ferner in den Kaiulwken. Viu-
centi's & Aina<lino's Musica de diversi
auttori 1584: Mentre uel vostro 8 v.
Amor io nioro, 9 voci. — In G. Vincenti
De'floridi virtuosi 1592: Si)ira da la dolc'
aria. — In Ainadino's Florindo e ai'milla
1593: Resto il pastor. — In Ang. Gar-
dano's Madr. pastoiali (ein Nachdruck von
1594 a mit Aenderungen): Lieta negli
occhi. — In Morley's Triumphs of Oriaua:
Sweetly pleasing.
Ms. B. L. Ivegina coeli 5 voc. Nr. 7.
Für Laute arrangiert im Denis und
Rüde.
Mosto, Marc' Antonio, Kum-
incrnuisikiis und Instniiiientist a/d.
Hotka[)eJle zu Wien mit 15 Gld.,
später 18 Gld. monatl. Gehalt von
1603 — 1612 und dann wieder vom
1. Aug. 16U— 1616 (Küchel 1 und
p. 127).
Mota, Antonius de, Contraltist
am 8t. Peter in Rom von 1471
bis 1474 (Viertel]. 3, 237).
Motettae, Anonymi im Druck,
siehe die gedruckten Kataloge, wo
sie entweder unter Anonymi oder
im Register stehen, ferner Eitner
1 und 2.
In B. M. der spanische Druck: Motetos
y obras diferentes al Santissimo y Nrä
Srä. Heniandes Motriti sculpsit. 1 vol.
40. 54 S. mit 2— 4 st. Gesgen. u. Bc.
Iq Hds. sind sie auf öffentlichen Bib-
liotheken zahlreich vertreten, verlieren
aber durch die Anonymität au Interesse.
Motliscliiedler, Friedricli Plii-
lipi) Christian, geh. 17. Okt. 1774
zu Heinrichs b. Suhl, 1808 Uni-
versitäts-Musikdir. in Halle (Leipz.
Ztg. 37, 700).
Motley, liicliard, lebte im An-
fange des 18. Jhs. wahrscheinlich
zu London und gab heraus:
A coUecliou of ayres, in 3 parts, cont.
46 tunes in 8 sets. London 1701 W. Pe-
arson. (jul". [br. Mus: Bassus, 1. Tieb-
les d('fect.
Motta, D. Artemio, geb. zu
Parma, lebte um 1710 und gab
nach Gerber 2
X Concei-ti ä 2 V. A. Ten. Viola c
Bc, op. 1 in Amsterdam heraus. Bekannt
sind: Cantato a voce sola consacrate al
morito sopragrande . . . Contessa Bernieii
Riva ... Op, 2. Bologna 1704 Silvani.
Dedic. in Parma untcrz. 1 vol. 4 Bll. u.
92 S (Bologna.
Motta (Motte), Daniel de, Teno-
rist a/d. Hof kapeile zu Wien mit
12 Gld. monatl. (iehalt vom 1. Dez.
1564 bis zu seinem Tode am
1. April 1590 (Küchel 1).
Motte, Franz La, siehe La-
niotte.
Motte, Äfaistre Robert, Priester
und Pfairer von Guarguesalle,
Sänger der K. Kapelle Est. Michel;
beteiligte sich 1573 an der Grün-
dung des Concurses zu Evreux
(M. f. M. 22, 190. Seite 205 ist
sein Tod mit 1587 angezeigt).
Motterus, CIi . . ., bekannt durch :
Cithara germanicae querula una cum
triumphali tuba sonante belgica. Arn-
hemii 1G31. 4". ohne Autor. [Brüssel.
Motte ux, PieiTe le, siehe Le
Motteux.
Motz, Oeor?;', geb. 1653 in
Augsburg, studiert 1669 in Worms,
geht darauf zur Musik über, wird
Musikus beim Fürsten zu Eggen-
berg, geht 1679 nach Italien, wurde
nach 1680 in Krumau in Böhmen
Organist, begab sich 1681 auf die
Motz.
83
Moulinglien.
"Wanderschaft nud fand endlich
am 2. Febr. 1682 in Tilsit (in
Prenfsenj als Kantor nnd Musik-
direktor der Kgl. Provinzial-Schule
eine Anstellung, avo er noch im
Jahre 1724 lebte (Mattheson l,
234, Abdruck im Gerber 2). Als
Komponist soll er nur Geringes
geleistet haben, nur als Schrift-
steller machte er sich bekannt,
worüber sich Mattheson lobend
ausspricht und die Werke näher
beleuchtet. Bekannt sind von ihm:
Die veiiheidigte Kirchenniusie oder . . .
Beweis, welcher gestalteu Herr . . . Chri-
stiau Gerber, Pastor in Lockwitz (Losch-
witz V) bei Dresden in seinem Buche uu-
erkiuidte Sünden der Welt nennet ... da
er von dem Missbrauch der Kirchenmusik
geschrieben ... s. 1. 1703. 8». 154 S.
[B.B. B.IIbg. B. Lpz. B. Wagener.
Musikfr. Wien. Brüssel. (Vollständiger
Titel bei Gerber 2, Jahreszahl und Seiten-
angabe sind falsch).
— Abgenöthigte Fortsetzung ... s. 1.
1708. 208 S. iu 8«. [B. B. B. Wagener.
Brüssel.
Die Sclirift von Christn. Gerber befindet
sich in der B. B.
Das Ms. was noch Mattheson erwähnt,
scheint verloren zu sein.
Mouche, ... ein Pariser Kom-
ponist, der 1796:
3 Sonates p. le Clav. op. 1 und 1708:
Le Flageolet d'amour av. acc. de Pfte.
herausgab (Gerber 2).
Mouchean (Moucean), Joannes,
wird am 15. Nov. 1538—1539
päpstl. Sänger (Viertel]. 3, 267).
Mouchiet, Jacques, Sänger am
Hofe Philipp des Schönen, der
seit 1496 — 1501 zu Middelburg
in Zeeland residierte (Sti"aeten 7,
108. 178).
Mouchy, F. . . D. . ., ein Pariser
Komponist, den Gerber 2 im Jahre
1796 erwähnt u. der in der B.M. mit
3 Sonates pour le pfte. av. V. ad üb.
oe. 2 de Sonates. Paris, Doisy, 2 Stb.
vertreten ist. Im Jahre 1803 werden
ohne Vurnamen Guitarrepiecen angezeigt.
Mottcke, Francesco, lebte um
1732.
Im Ms. L315 der B. B. S. 15 ein
Pauge lingua per B. e Cent., aus einem
Florenzer Drucke von 1732.
Mouill, Erasmus, Bassist an
der Hof kapeile in Wien mit 12
Gld. raonatl. von 1569 bis 1575
(Köchel 1).
Moulcls, John, ein Engländer
der 2ten Hälfte des 18. Jhs. gab
heraus :
A collection of favorite songs, sung. . .
at Eanelagh. London, fol. [br. Mus.
The ßetrospector ; a collection of son-
nets, cont. spring, summer, autumn, &
wiuter . . . London, qufol. [br. Mus.
Clarissa Harlow, or the histoiy of
a young Lady, Consisting of 4 Ballads
in different periuds of her life . . . the
words by the author of the Suffering
Negro. London, printed for G. Goulding.
qufol. [br. Mus.
Three . . . Sonatas for the harps. or
Piauo Forte with an acc. for a V. Op. X.
London, G. Goulding. fol. [br. Mus.
Im br. Mus. noch 49 Einzeldnicke von
Songs, Ballads u. a.
Moulet, Joseph-Agricole, be-
kannt durch eine
Hynme a la liberte (Paris c. 1794)
chez Fröre, kl. (ju80. [br. Mus.
Mouliu, Ouillaunie du,
„ Bdsticn da^
„ Romhaidt dii^ Sänger
in der Kapelle der Statthalterin
Maria von Ungarn, als sie 1551
nach Spanien ging (Straeten 7, 431.
Siehe Basticn du Moliu).
MouHn, Jean du, siehe Molin,
durch Ambros 3, 330 in Moulin
verdreht.
Mouling'hen (Fetis fälschHch
Moulinghem), Jean-Baptiste, geb.
um 1751 zu Harlem, bildete sich
zum Violinisten aus, kam nach
Paris und wurde um 1774 Mit-
glied des Orchesters der Comedie
italienne bis 1809, in welchem
Jahre er pensioniert wurde. Er
schrieb die Opera- Yaudeville ,,Nym-
phes de Diane'^ und Instrumental-
werke (Fetis).
Bekannt ist nur eine Symphonie perio-
6*
Moulinie.
84
Mount Edgcunibe.
dique DO. 1, ä giand orchestre. Paris
BailloD. [Paris Nat.
— Ein Bruder von ihm, Louis- Charles,
um 1753 zu Harlem geb., ebenfalls Vio-
linist, ging nach Brüssel und trat in die
Kapelle des Prinzen Charles de Lorraine,
später wurde er Musikdirektor bei herum-
ziehenden Trappen. 1785 kam er nach
Paris. Fetis verz. von ihm 7 Operetten,
die er für verschiedene kleine Theater
schrieb. Das br. Mus. besitzt von ihm:
Sinfonia pöriodique ä piü stromeuti.
Paris (1784). fol.
Moulinie, Etieiiiie, geb. in
Languedoc, kam 1G26 nach Paris
und trat in die Kapelle des Her-
zogs von Orleans als Musikdirektor
(1635 im 3. Buche Airs nennt er
sich Chef der Kapelle), später
Avurde er städtischer Musikdirektor
in Languedoc (Futis). Nuitter 29
schreibt: Moulinier (sie?), Etienne,
aus dem Hause Gaston, war ein
gelehrter Musiker und Komponist
von Airs auf Dichtungen von
Perrin . . . Von seinen Kompo-
sitionen sind nachweisbar:
Missa pro defunctis 5 voc. Paris 1636
Ballard. [Paris Nat.
Ms. in Paris Nat. (Vm^ 1171 fol. 140
bis 141) 1. bone Jesu. 2. Congratu-
lamini. 3. Flores apparuerunt 5 voc.
Airs avec la tablaturc de lutli de . . .
Premier, Second, Troisicismo, Quatriesme
et Cinquiesme livres. Paris, Pierre Bal-
lard 1624-1635. 1 vol. in 40. [Brüssel
2382.
" — 1. livre von 1624. [Stadtb. in Be-
sannen, br. Mus.
— 5. livre von 1G35. 23 Piecen für
1 Singst, mit Laute. [Paris Nat. Paris
Arsenal. Paris Mazariue.
Deuxieme livre d'airs de cour . . .
Paris 1025. kl. (iu40. [br. Mus.
Troisieme (quatrieme et cinquieme)
livre d'airs de cour ä quatre (et cinc^)
parties, par... Paris 1635 — 39 Pierre
Ballard. 4 Stb. in quS". [Brüssel 2326.
Das 3. u. 4. Buch besafs auch George
Becker in Lancj-: Dessus u. B.
Airs ä quatre parties avec la Bc. par
. . . cy devant chef ordinaire de la musi-
que de feu Son Altesse . . . le Duc d"
Orleans et ä present Maistre de la musi-
que des Estats de Languedoc. A Paris
1668 Rob. Ballard. 4 Stb. kl. qu40 ä
24 BU. [besafs G. Becker in Lancy:
Dessus.
Das Conservatoire zu Paris besitzt
Melangos , Cantates und viele Motetten
(im Ms?).
Mersenue teilt 2 Airs in seiner Harm,
univ. Bd. 2 S. 411 mit.
Im 4. Theil der Arien Heiur. Albert's
1651 ein Satz von ihm.
Mr. Brenet führt in Les Concerts en
France, 1900 p. 61 einen Bruder Etienne's
an mit Vornamen Antoine^ der Ba.ssist
von 1619 bis 1658 an der Kapelle des
Königs und der Königin war. Etienne
widmete ihm das 4. Buch der Airs de
cour.
3Ioulu (MouUu, Molu), Pierre,
lebte im Anfange des 16. Jiis. u.
war ein Schüler Josquin's (M. f.
M. 3, 212). Ambros 3, 273 be-
spricht seine Messen. Yon seinen
AVerkcn sind bekannt:
22 Gesge. in alten Sainlwken, (Eitner
1). In Archadelt's Madrig. 3 voc. 1542
die Motette: In hoc ego .sperabo fol. 13.
Ilerm. Finck in seiner Practica musica
teilt das 1. Kyrie der Messe „ToUo jnoras
placido'' aus der Missa duarum facierum
ohne Autor mit (nach Ambros). Im Cod.
39, Ms. der Cap. sistina zu Rom: 1.
Missa Alma redeinpt. 4 (5) voc. 2. Cod.
55, Missa super Missus est 4 voc. und
Missa Stephane gloriose. 3. Cod. 38,
Yulnerasti cor 5 voc. — Im Chorbuche
C2G5 der B. Leiden dieselbe Mot. Vul-
nerasti. — In li. Froske Ms. 773 Nr. 1
die Missa duarum facierum 4 voc. — In
B. Cainbral Ms. 3 Nr. 6 Missa saus
pause, ist dieselbe Messe wie A deux
villaiges ou plus (Coussem. 6, 28). — In
B. Kassel. Ms. 4. 24, 4 Stb. von 1550
Nr. 67: Domine dominus noster 4 voc.
— In Bolwjna im Ms. Kat. 2, 342, 16. Jh.
nur Teuor. Kat. 3, 3 ein Chorb. des
15. Jhs. in kl. 4". Bl. 1 „Jay" Text fehlt,
3 voc. Bl. 80, Quam pulchra es 4 voc.
Bl. 92, Salve reg. 4 voc. Bl. 99, In illo
tempore 4 voc. Bl. 111, O dulcis amica
Del 4 voc. — In B. Zw. Ms. 16, 87
Quam pulchra es.
3Iouiit Ed^cuuibe, Kicliard,
Earl of (Fetis fälschlich Edgecumbe),
geb. 13. Sept. 1764, gest. 26. Sept.
1839. Ein tüchtiger Musikdilettant,
trat als Komponist der Oper „Zenobia''
auf, aufgef. 1800 im King's Theater zu
London und schrieb das Buch: Musical
Mouque.
85
Eeminiscences of an old amateur, cluefly
respecting the Italiau opera in England
frora the year 177B to the present time.
London 1827 W. Clarke, (2. Ausg., die
erste erschien s. 1. 1823). 12". [B. Brüssel.
br.Mus. Oxford Bodl.
3 Auo-. vermeliii bis zum Jahre IhJb,
ib. 1828r 120. [ß.B. Briissel. br.Mus.
4 Ausg. vermehrt mit der Beschrei-
bung des Händelfestes 1834. Lond. 1834.
12". [R. C. of Mus. Glasgow, br. Mus.
Bibl. Davey in Brighton.
Fetis teilt Einiges über den Inhalt mit.
Movique (Moucque, Mocque),
Antoine, ein Vikar, soll in Ost-
ende im 17. Jh. geb. sein u. starb
gegen 1723 ebd. Sti\aeten bringt
zahlreiche Dokumente an verschie-
denen Orten aus denen sich er-
giebt, dass er schon vor 1688 Or-
ganist au St. Donatien in Brügge
war u. 1692 Sangmeister in Ost-
ende mit 540 livre jahrl. Gehalt.
1722 wird er daselbst als Priester
genannt.
Eo"-er zeigt 1706 Motetten von ihm
an, auch im Kat. der Kirche St. Walburge
in Audenarde ist er mit Kompositionen
verz. (Straeteu la, 40. 1, 212. 220 ff.
5 '>19 '^-^l)
' Moiira, P. Jos6 Luiz Oomes
de, geb. in Pousad eures in Portu-
gal, trat 19/3 1763 in den Orden
der Operarios ein und starb 1817
zu Coimbra. Vasconcellos verz.
zwei Abhandlungen über den Ri-
tual-Gesang der katholischen Kirche.
Moura, Pedro Alvares de,
Kanonikus a/d. Kathedrale Lamego
zu Coimbra.' Lebte einige Zeit in
Rom.
Yasconcellos verz. 1 Buch Motetten zu
4—7 Stirn. Romae 1594 apud Nie. Mutium,
und ein Buch Messen im Ms., einst m
der Lissaboner Bibl. befindlich.
Mouraii, ...
ist im Echo ou Journal 1758 und 59
mit Piecen vertreten.
Moureau, siehe Merean.
Mourerseyk, (xerard, ist am
23/2 1702 als ein die „Musicam
docef' an der Universit. zu Lej^den
eingeschrieben (Bouwst. 3, 4).
Mouret.
Moiiret, Jean-Joseph, geb. zu
Avignon 16. April 1682, gest. 22.
Dez. 1738 in der Charito zu Cha-
reuton. Bildete sich zum Musiker
aus, kam 1707 nach Paris und
fand bald darauf eine Anstellung
bei der Herzogin du Maine. Auf
dem Titel von 1714 heilst es:
„Ordinaire de la musique de la
duchesse du Maine". Er kompo-
nierte Opern, Ballets, Divertisse-
ments u. a. Später erhielt er auch
in der Kgl. Kapelle einen Platz,
wurde Direktor der Concerts spir-
tuels und Komponist a/d. Comedie
italienne. Die beiden letzteren
Anstellungen verlor er 1736 und
der Tod der Herzogin beraubte
ihn auch dieses Amtes (Fetis
Näheres). Von seinen Kompo-
sitionen sind nachweisbar:
Les amours des dieux, Opera-ballet en
4 entrees et un prologue, repres. 16/9
1727. Paris 1727 Boivin. [Paris Fopera
in 3 Ausg. Paris Nat. C.P. br.Mus.
Modena. Darmst. .
Les amours de Ragonde, Comedie lyn-
nue en 3 act. (30. oder 31/1 1742). Paris,
chez la veuve Mouret. Part, trägt den
Titel- Ragonde ou les Soirees de viUage.
— Ausg. Amst., Le Cene. qu40. Part.
[Paris Fopera beide Ausg. Paris Nat:
Ausg. Amst. C.P. Pariser Ausg. Dresd.
Mus. Pariser Ausg.
Ariane, tragedie lyrique en 5 actes et
un proL, repres. 6/4 1717 Pfis 1718
J B Chrstph. Ballard. qu40. P. [Paris
l'opera. Paris Nat. C.P. Dresden.
Brüssel, br. Mus.
\rlequin Pluton. Comedie du nouveau
theutre italien. Avec une Vaudeville de
la Comedie : Le jeu d'amour, compose . . -
et un Menuet du bal d'Auteuil compose
par Miio Marie Anticr. Paris (1719) P.
kl. 40. 10 Bll. [Hof b. Wien.
Des divertissemens du nouveau theätre
italien. Paris, 6 Stb. qu4«. [Glasgow.
Les festes de Thalie. Opera-ballet^ en
3 actes et un prologue, repres. 19/8 1714
Paris 1714 Chrstph. Ballard. 1 vol. qu4".
spi
[Paris l'opera, auch im Ms. mit den
^i,äteren Entrees die ebd. 1727 erschienen.
Paris Nat br. Mus. nebst dem nouvelle
Entree- La Proven^ale, ib. 1722. qu40.
B Hbg. C. P. Rostock nebst einer nou-
Mouret.
86
Mouton,
velle entree, 1714 und 2 anderen: Cari-
selli und La veuvo 1715. Brüssel Cons:
Les festes ou le Triomph de Thalie, mit
den Entrees : La Critique ... La veuve
Coquette. La Proven^-ale und der neuen
Ausg. von 1720.
Les Graces, ballet heroi'que en 3 aet.
et 1 prolog., repres. 5/5 1735. Paris,
gravee. F. [Paris l'opera, Druck u. Ms.
Paris Nat. C. P. br. Mus. Brüssel Cons:
Paris chez veuve Mouret.
Pan et Doris. Pastorale. Paris (1738).
qu40. P. [br.Mus. C. P.
Pirithoüs, Trag. lyr. en 5 act. et 1
prol. .., repres. 17/1 1723. Paris gravo
Louis Hue, chez Tautour. qu4". [Paris
l'opera. Paris Nat. Drcsd. Mus. C. P.
Brüssel.
La Proven^ale, Entree zu Les festes
de Thalie.
Le teniplo de Guide, pastorale eu 1
act. repres. 14/10 1741. Ms. P. [Paris
l'opera. Paris Nat. C. P.
Trioniphe de Italic, Ballet 1714. [C. P.
Le triomphe des sens, Op. -ballet en
5 entröos et 1 prol. repres. 5/(j 1732.
Paris (s. a.) chez la veuve Mouret. [Pai-is
Nat. Paris l'opera im Druck u. Ms.
C. P. B. B. und B. G. Ausg. von 1718
nur Singst, n. Ix 1 vol. in 4*^. br. Mus.
Ausg. 1732. Darm.st. Biüssel Cons:
Paris, chez l'auteur.
Ei)italame, cantatille franyais. Paris.
P. qui". [l»r. Mus.
L'amour et riiyinen. Epitalamo . . .
Gravee par Le Sr. Ilue. Paris chez la
veuve Mouret. qu8". [br. Mus.
Hjmne a l'aniour. Cantatille fran^-.
. . . Gravee par Mlle. Louise Roussel.
qu8''. [br. Mus.
Lcda. Cantatille fraucj-oise . . . Gravee
par Mnie. Leclair. Paris chez Ye. Mad.
Mouret. qu8''. [br. Mus.
Motets ä 1 et 2 voix, av. simphonie . . .
Nr. 5. G. Graves p. Labassee. Paris 1742
Veuve Mouret. fol. [br. Mus.
Le Racomodement. Cantatille . . . Gr.
parMme. Leclair. Paris, veuve Md. Mouret.
quS^. [ib.
Eagonde, ou la soiree de village, mise
en mus. par feu Mr. Mouret. . . Gr. par
le Sr. Ilue. Paris, veuve Mouret. quS". [ib.
Airs serieux et ü boire. A une et
deux voix. Avec des acconip. Se vend
ä Pai'is che l'auteur. Paris 1719. [Paris
Nat. br. Mus.
— a. Aufl. von 1738. qufol. [Dresd.
Mus.
— 2. recueil. D'airs . . . Paris, l'auteur.
qufol. [Dresd. Mus. Paris Nat. von 1719.
— 3. Livre d'airs serieux et u boire,
et de plusieurs parodies bachiques. Paris
1727 l'auteur. (Er nennt sich hier „or-
dinaire de la mus. de la chambre du
roi-'. Euth. 1- u. 2stim. Chans, mit Bc.)
P. qu40. [Dresd. Mus. Paris Nat. Mo-
dena.
Im br. Mus. noch 4 Cantatille, gedr. um
1740 zu Paris, grav. par Mme. Leclair
und Le Sr. IIüc. (iu8'^.
Im Conservat.^ zu Paris noch einige
Bde. Musique d'Eglise, Cantatos u. Can-
tatilles (im Ms?)
Pougiü giebt eine Liste von 52 Opern,
Mourtois, Jean, ein Komponist
aus der 1. Hälfte des 16. Jhs., der
im Ott 1587 mit einer zweiteiligen
vierstim. Motette vertreten ist
(Kitner 1).
Mouschct, Jacques, um 1492
bis 95 Sänger der hohen Messe in
der Kapelle der Maria von Bur-
gund, Avelchen dann Maxmilian I.
in seinen Dienst nahm (Stracten B,
218).
Moufs, Adrian, ein Sänger a/d.
Hofkapello zu Dresden zu Regier
Michael's Zeit, c. 1590 mit 150 (Jld.
Gehalt (s. Staatsarchiv).
Mouteroii, . . . bezeichnet sicli
selbst mit Dilettant und gab 1780
eine Samlg. Airs in Paris heraus
(Magazin).
Mouton, ... der Lautenist, Seh iiler
von Gaultier (von welchem ist nicht
bestimmbar), lebte am Ende des
17. Jhs. zu Turin, ging darauf
mehrfach nach Paris 1675, 1678
wegen eines Prozesses und siedelte
dann gegen 1700—1720 ganz nach
Paris über. 1678 wohnte er zu
Paris in der rue de l'Esperon
(Weckerlin, Kat. p. 485. Viertelj. 2
siehe Reg. Walther erAvähnt ihn
nur als Herausgeber von 4 Lauten-
büchern, die La Coste in Amster-
dam, Nachfolger Roger's, in seinem
Kataloge anzeigt. Auch Le Sage
de Richce erwähnt seiner 1695).
Nur Weniges hat sich von seinen einst
weitverbreiteten Kompositionen erhalten :
Mouton, Jean.
87
Mouton, Jean.
Im Couservat. zu Paris befindet sich das
Samlwk: Recueil des plus belies pieces
de lut des meilleurs niaitres, sur les 14
modes de la musif[ue, savoir sept en
bemol, et sept en becare. Ms. qul2. Nach
Weckerliu um 1725 geschrieben. Enthält
18 Lauteupiecen von Mouton, 17 von
Gautier u. a., siehe Weckerlin Kat. 486.
Im Conservat. auch das Porträt M.'s, gra-
viert durch Edelinck nach einem gemalten
Bilde von De Troy.
In der Nationalb. Paris, Ms. Vm 2660,
qu40, auch einige Piecen von M. — In
B. Augsbg., Lautenb., c. J759 geschrieben,
mit und ohne Begleitung als Duo, Trio,
Quartett, Quintett etc. Einiges von M.
Herr Ad. Lindgren in Stockholm besitzt
im Stich „Pieces de Luth sur differents
modes. Paris, l'auteur." 17. Jh., mit dem
hds. Vermerk: Paris lo 27 Febr. l'an
1699. Den Piecen geht eine Abhdlg. über
Lautentabulatur voran. [Auch in B.Kgsb.
mit der Bemerkg: (Amst., Roger & Mortier.)
fol. 64 S. S. 2—5 ein AvertissementJ).
Beschrieben mit Facsim. des Titels und
1 Tousatze in M. f. M. 23, 4 f f . 8 Ton-
sätze in moderner Notation.
Mouton, Jean, liiefs eigentlich
Jemi (Je HoUin<)iie, dit Mouton.
Holliugue ist wahrscheinlich sein
Geburtsort, der unweit Metz in
Lotlu'ingen liegt, doch bezeichnet er
sich auch mit dem Orte „Samera-
censis'' was Samer bei Boulogne
ist. Er lebte zu Paris, wo ihn
auch Glarean kennen lernte und
sprach (S. 320, in der Uebersetzg.
S. 279) und befand sich als Sänger
im Dienste Louis XII. und Franz L,
war also im 15. Jh. geboren und
starb am 30. Oktob. 1522 als Ka-
nonikus von Thorouanne im Kol-
legium zu 8t.-Quentin, wo er auch
in der dortigen Kirche begraben
liegt. Fetis teilt neben den obigen
Nachrichten auch den Wortlaut
des Grabsteins mit. Ambros 3,
262. 278. 282 wiederholt es, ebenso
Thoinan 84 u. 91. Valdrighi 12,
46 teilt ein Dokument mit. Von
seinen Werken sind bekannt:
Missanini Joanuis mouton. | Liber pri-
mus. I Missa sine nomine. | Alleluya. |
Alma redemptoris. | Item alia sine nomine.
I Regina meanxm. ] Am Ende des Bassus:
Impressum Forosempronii per Oct. Pe-
tratium . . . Anno Dni. 1515. die 11
Augusti ... 4 Stb. qu40. [br. Mus. Hof b.
Wien fehlt B. B. B. fehlt A. Fetis zeigt
eine Ausg. von 1508 an, die in der Pariser
Nationalbibl. liegen soll, da aber nur die
Tenorstim. vorhanden ist, so fehlt die
Druckfirma und die Annahme von 1508
kann nur mutmafslich sein.
In alten Samlwken. 93 Gsge. aller
Gattung von 1505 — 1572 (Eitner 1, man
verbessere und setze hinzu S. 740: Gaude
virgo Katharina 1534 h steht im Bassus
Gombert als Autor. S. 741 Nesciens
inater steht auch 1534 d im Attaingnant
fo. 5. S. 742 lies Puer natus est nobis . . .). —
p]in Messen- und Motetten -Samlwk., nur
Tenor bekannt, ohne Druckfirma, be-
schrieben in M. f. M. 23, 141 ff. einige
Messen und Mot. von Mouton. — In einem
Samlwk. ohne Titel von 1558 (M. f. M.
24, 157) eine Missa super Quem dicunt
1559. Chorbuch. — In Scotto's 3. lib.
delle Muse: Le grant desir, 3 voc.
Für Laute arrangierte Gesänge im
Barbetta, Hans und Melchior Newsidler
und Ochsenkuhn.
In neuen Ausg. 4 Gesge. (Eitner 2),
und in Smith's Musica antiqua: amica
mea.
Die B. M. besitzt ein Blatt in fol., be-
titelt: Carmen 4 voc. (En venant de
Lyon) ex una fluentium, quibus alias
12 . . . Fuga addebat Petrus Massenus
Moderatus. Aug. Vind. 1548 Kriesstein.
In Mss. B.B. 14800 in K. Christus
resurgens 4 v. — FiJiae Jerusalem 4 voc.
(aus der Ambraser Samlg.) P. — Ms.
17226, Salve mater 4 v. P. Letzteres
auch in Musikfr. Wien.
Mss. in B. M. Ms. 1 fo. 31 Missa de
Almania (Regina mearum) 4 v. — Ms. 4.
Missa Tua est poteutia. Missa Dittes-moy.
M. Benedictus 4 voc. — Ms. 5, Missa
Alleluja 4 v. — Ms. 11 wie Cod. 1 u. 5.
— Motetten in 92. 127. 132. 202. 204
ohne Text. — Hymnen in 202 u. 132
(siehe Kat.)
Mss. B. Proske, 17 Gesänge in alten
Hds. siehe Kat. AIV., siehe auch Ms. 940.
Ms. Basel Fx 1—4 Nr. 116: Adieu
amours 4 voc.
Ilo/h. Wien., Missa de Almania 4 v.
alte Sign. I, 37. Tua est potentia 5 voc.
Sign. 1, 40.
7 vierstim. liturg. Gesge.
ohne Bl in Ms. 15941 Nr. 7, 14, 17, 22,
24, 27, 33. — Ms. 18825, 4 Stb. 5 Ton-
sätze Nr. 1—3. 6. 7.
Capeila sistina in Rom 1. Missa Dictes
Mouton, Jean.
88
Moy.
moy toutes vos pensees, 4 v. 2. Missa
Alma redempt. 4 v. 3. Missa Verbum
boiium 4 V. 4. M. Tu est Petrus, 5 v.
5. M. sine nom. 6. M. Tua est potentia
4 V. Ave Maria 5 v. und noch 14 Ge-
sänge , siehe theinat. Kat. von Haberl
S. 151.
Ms. B. Br. 1. Angelus ad pastores.
2. Salva nos Doniine. 3. Verbum bonum.
4. Verbum cai'o factum est.
Mss. Leiden^ G Chorbücher, darin
Missa super Faulte d'ai'gent. 2 Magni-
ficat, und die Mot: Tua est potentia.
Ms. B. Florenz Marjliabccch. Nr. 58,
10 Gesge. zu 4 St., verz. in M. f. M. 9,
34. Nur die Gesge. unter a und i sind
nicht im Druck bekannt.
Ms. 3 Nr. f) in B. Cambrai: Missa
Sans cadence 4 v. Ms. 124 Nr. 73/74 Quam
pulchra es und Missa Tua potentia 4 voc.
Stb.
Im hr. Mus. Ms. 103 in Paititur mit
dem Titel nach einem Druckwerke: Joannis
Mouton Sameracensis (V), musici [iraestau-
ässimi, selecti aliquot ModuH, et in 4, 5,
6 et 8 vocum harmoniam distincti. Lib. 1.
Parisiis 1,555. Kojjie des 18. Jhs. — In
Ms. 174 p. 301 in Part:
Miseremini mei und Cutis niea. Ms.
222 u. 225 Ko|)ien von Burney. Ms. 403
eine Motette zu 5 St. Ms. 630 drei Mo-
tetten.
Mss. in Bologna (Kat. 3, 3) unter
Giovanni Moton 14 lateinische Gesge.,
dabei eine Lectio und Magnificat, Codex
des 16. Jbs. — Kat. 2, 341: 4 Stb. 16. Jh.
Nr. 6 Inter natos mulionira. Nr. 12
Veni .sancte. Nr. 27 Usquequo Dne.
obliviscere.
Ms. Codex IG. Jh. Autiphonae etPsalmi
(Motetti) in Verojuu Domkapitel : In diebus
illis. Suscipe domine.
Ms. Chorb. des 16. Jhs. in Modena, ein
Samlwk. von Me.ssen und Motett. zu 4/5
Stim., darunter 5 von M.
Ms. B. Zw. IG, 43: Ave Maria.
Ms. B. Rostock in einem Samlbd. in
P. Nr. 7, La nouvelle messe sur: a deux
visaige ou plus. Nr. 8 Missa sur Nigra sum.
In Valderravano's Lautenbuch von 1547
einige arrangieite Gesge.
4 Gesge. in neuen Au.sg. (Eitner 2).
MoAiiis, Kaspar, bezeichnet
sicli mit ,,LGontinus Marchiciis''' u.
mit Theolooiae Studiosus, dann mit
Subrector an der Scliule zu Stral-
sund 1636 u. f. Von seinen Kom-
positionen kennt man :
Psalmodia sacra nnva, d. i. Geistlicher
Concerten newes "\Vej-ck, darinnen aufs-
erlesene teutsche Kirchen-Gesänge vnd
Hymni sacri, mit 3. Stimmen vnd dem
General-Bafs enthalten werden . . . Ro-
stock 1636 Joh. liaUervord. 4 Stb. 40.
30 Gesge. mit 4 Magnificat. |B. Br.
B. D. 85.
Ilymnodia sacra d. i. Newe geistliche
Concerten, dai unter schöne biblische
Sprüche, und aiifserlesene . gebräuclüiche
Kirchen-Gesänge, mit 2 Stimmen und
dem Basso cont. . . (2. Aufl.) Sampt einem
Ap])endice, darinn etliche Hochzeit: Ehren:
und Frewden Lieder 3 vocum, verfeitiget
von . . . Rcstock 1639 Ilallervord. 3 Stb.
40. I B. lllig. B. D. 85. B. Frkft. fehlt Bc.
Triumphus musicus spiritualis: d. i.
Newe geistliche Trium[)h Lieder, Dai'unter
aiifsorlesene deutsche Kirchen -Gesänge,
trostreiche Psalmen, vnd andere schöne
biblische Spiniche; mit 6. vnd 8. Stimmen
sampt dem Bc. . . Ib. 1640. 9 Stb. in 4».
10 Gsge. [B. Elbing 9 Stb. B. D. 86:
Cl. AI. 2. T2. Bl. Bc. B. B. 8 Stb.
B. irbg. 8 Stb. fehlt AI. B. L: Tl. Bc.
Stockholm: B2. br. Mus: fehlt Bc.
Ehren Liedlein zur Hochzeit II. G.
Gesii. Rostock 1633. [B. Hbg.
Ms. 0. Sign, in B. B. 8 Stb. in 4".
llds. von Gräffenhain 1643, Nr. 183 Nun
dancket alle Gott, 8 voc. — In B. Br. in
Mss. 7 deutsche geistl. Gesge. (s. Kat.)
Ms. B. Kgsbg. Motette 7 voc. (2 Singst.
u. 5 Instnim.) „AVol dem, der ein tugend-
sam Weib hat." Caspari Movii Stralsund
1676. 40. 7 Stb. Ein 2tes Exempl. be-
titelt: Concertus 7 voc. 8 Stb.
Mowcr, R. . .
Im Ms. Add. 5665 des br. Museum,
ein Samlwk. des 16. Jh.s. (1510/11), aus
117 Gesängen bestehend, kommt obiger
Autor mit 1 Gesge. vor.
3Ioy, Louis de. In der Uni-
versitätsbibl. zu Eostock befinden
sich folgende Werke:
1. Le petit Boucquet, de frise Orien-
tale, contenant quelques Chansonnettes
musicales, pour touchor du Luth join
deux Violes des Gambes par . . . mules
vois: et autres Paduanes pour le Luth et
Violons communes, avec diverses pieces
fort faciles pour toucher du Luth seul,
nouvellement compose par le Musicien or-
dinaire . . . 1631. 4".
2. Airs de cour ä trois parties, nou-
vellement composee . . . Embden 1632. 8".
Da auf der Rückseite des Titelbl. von
Nr. 1 das fürstl. hessische u. ostfriesische
Moyana.
89
Mozart, Leopold.
"Wappen eingemalt ist, so diente er wahr-
scheinlich, an diesem Hofe.
Moyana, Pietro, Lebenszeit im-
bekannt, ist in der
Bil)l. der Musikfr. zu Wien mit .,Emma
di fondi-', Melodramma iu 1 atto. Kl.-A.
vertreten.
Moyeii, J. .. N. .., war a/d.
Hofkapelle Louis XIY. Spieler der
Taille de Yiolon = Tenor Viola
(Castil-Blaze 146 n. 147).
Moyne , Jean - Bapt. Le und
Gabriel, siehe Lemoyne.
Moyiiy (Metin), Noe de, Altist
a/d. Hofkapelle in Wien mit 12
Gld. monatl. vom 1. Dez. 1564 bis
1572 (Köchel 1).
Moyreaii, . . . Organist zu Orleans,
bekannt durch
oeiivres I., oe. V., pieces de clavecin
avec ou sans accompt. Paris, 1754 chez
Mlle. Mangean. [Paris Nat. B. AYagener
ohne Jahreszahl oe. 1. 2 BlI. u. 57 S.
Moysard, Michel, Klarinettist
an der Oper in Antwerpen, geb.
um 1777 zu Orleans, gest. 14. Juni
1824 zu Antwerpen (Gregoir, Panth.
6, 48).
Mozart, spätere Frau vo?i Bercht-
liokl ■x.u Somienburg^ Maria Anna
Walburga Ignatia (Nannerl in
der Familie genannt), Schwester
W. A. Mozart's, geb. 30. Juli 1751
zu Salzburg, gest. 29. Okt. 1829
ebd., trat 1762 u. f. Jahre mit
ihrem Bruder gemeinsam als Yir-
tuosin auf, komponierte auch, gab
Klavierunterricht u. heiratete 1784
obigen Salzburgischen Hofrat und
Pfleger zu St. Gilgen. 1801 kehrte
sie als Wittwe nach Salzburg zu-
rück u. hatte ihr reichliches Aus-
kommen. 1820 erblindete sie. Sie
fand in Salzburg grofse Anhäng-
lichkeit (Jahn 1, 133).
Mozart, Johann Georg Leopold,
Yater des AY. A. Mozart, geb. 14.
Nov. 1719 in Augsburg, gest. 28.
Mai 1787 zu Salzburg. Durch
eigene Kraft and festen "Willen
arbeitete er sich aus einer unter-
geordneten Stelkmg zu einem an-
gesehenen Manne empor. Als
Knabe war er Discantist am Kloster
St. Ulrich und zum hlg. Kreuz in
Augsburg und versah später den
Organistendienst. Unter grofsen
Entbehrungen studierte er Jura
und ging deshalb nach Salzburg.
Da er aber nach vollendeten Stu-
dien keine Anstellung finden konnte,
trat er als Kammerdiener in den
Dienst des Grafen von Thurn, Dom-
herr in Salzburg. Er hatte stets
die Musik eifrig gepflegt u. zeich-
nete sich besonders als Yiolin-
spieler aus, so dass ihn der Erz-
bischof von Salzburg 1743 als
Hofmusikus anstellte, später zum
Hofkomponisten und 1. Violinisten
und 1762 zum Yicekapellmeister
ernannte. Schubart rühmt ihm
nach, dass er sich um die Musik
in Salzburg grofse Verdienste er-
worben habe. In den früheren
Jahren war er als Komponist sehr
fieifsig und schuf in allen Musik-
forraen, als aber sein Sohn als
Komponist auftrat, wollte er in
keiner Weise mit ihm in Con-
currenz treten (Jahn 1 , 1. 13).
Durch seine Yiolinschule aber, die
erste ihrer Art, erwarb er sich einen
Welti'uf (ib. 14). Am 21. Nov.
1747 verheiratete er sich mit Anna
Maria Pertiin (Bertiin) (ib. 24).
Nach Peregrinus war er von 1777
bis 1787 Yicekapellmeister und
Klavierlehrer am Kapellinstitute
am Dome. (Bnff, Ad: Moz.'s Augs-
burger Vorfahren. Zum 5. Dez.
1891. Sonderabdruck a/d. Zeit-
schrift des bist. Vereins f. Schwaben
u. Neuburg. 18. Jhg. 1891.) Seine
Violinschule zeigt ihn als einen
gewandten und logisch gebildeten
Schriftsteller. Seine Ausdrucks-
Mozart, Leopold.
90
Mozart, Leopold.
weise ist klar und verständig. Er
sagt nicht mehr wie er sagen
nuiss. Die Anordnung des Lehr-
stoffes ist musterhaft und da er
kein Vorbild hatte: genial. Die
historische Einleitung ist allerdings
schwach, so schwach wie die seiner
Nebenmänner, sobald er aber in
die Gegenwart tritt, beherrscht er
seinen Stoff in überraschend klarer
Weise. Die Beschreibung der da-
mals gebräuchlichen Streichinstru-
mente ist von grofsem Wert,
ebenso diejenige der Verzierungen,
die noch dadurch besonders klar
gemacht werden, dass er die Aus-
führung in Noten darunter setzt.
Man ersieht übrigens daraus, dass
jeder einst mit grofser Willkür
verfiiiir und sie auf sehr verschie-
dene Weise ausführen konnte. An
Etüden ist das Werk arm, doch
war dies auch nicht sein Zweck.
Sehr charakteristisch ist der Aus-
spruch im 4. Hauptstücke S. 92
(2. Aufl.) „Hier sind die Stücke
zur Hebung. Je unschmackhafter
man sie findet, je mehr vergnügt
es mich: also gedachte icli sie
nämlich zu machen." Heber seine
Klaviersonaten urteilt Faifst (Cae-
cilia 26, 82): M. steht dem Stile
Em. Bach's ziemlich fern u. seine
Sonaten nähern sich viel mehr
denen der folgenden Periode. Man
meint in der That schon seinen
grofsen Sohn zu hören, so stark
ist die Aehnlichkeit im Ausdrucke
und in der Form. Von seinen
Werken sind bekannt:
Missa solemnis 4 voci 2 V. 2 Clarini,
Va. Timp. 2 Coini c. org. 14 Stb. im
Ms. [B. M.
Messe iu C. und 1 Offertor. f. Chor
und Orch. Ms. P. [Musikfr. AVieu.
Parasti in conspoctu, Offertorium, 4
voc. 2 V. 3 Pos. Bc. Ad. P. Ms. 15000.
[B. B.
Mss. im Dome zu Salzburg: 1 Offer-
torium (Ad.), 1 Missa brevis (Ad.) 3 Li-
taneien breves (G. B. Esd.) für 4 Singst.
2 V. 2 Hörn. B. u. Orgel, die eine Litanei
noch mit oblig. Posaunen.
Ms. im Mozarteum, Autogr., Litania
de venerabili, April 1762.
Pignus futurae gloriae, fuga duplex in
diapason 4 voc. c. Bc. Dd. P. Ms. 9875.
[B. B., auch im Autogr.
Die von Gerber 1 und 2 angeführten
Opern „Semiramis''' und Bastien und
Bastienne sind von W. A. Mozart (Jahn
1, 11).
Aria: "Weicht, zweifelnde Klagen, für
Ten. und Instr. Autogr. in P. [Musikfr.
Wien.
So straft Herodes die Verräther, Arie
f. Ten. mit Orch. P. Autogr. 10 Bll.
gr. qu40. Ms. 16543. [Hof b. Wien.
Jagd Sinfonie für 4 V. 2 Violen, 4
Hörner, Bass und Kiigclbüchsen. Ms.
Stb. [Musikfr. Wien.
1 Sinfonie f. ,KIavier in Breitkopfs
Samlwk. 10.
18 Sinfonioii, thematisch vorz. in Ca-
talogo di Br. & H. PI. 1762 p. 22.
Suppl. I, 17G() p. 14, Suppl. X, 177.5,
ji. 3. Die letztaugeführto in Gd. ist
siiiiter in Part, gestochen und fälschlich
AV. A. Mozart zugoschrioben (Br. & IT.
Nr. 12). — 1 Divertimento a 4 instr. in
Dd. ebd. Sui)pl. II, 1767 p. 11.
Coucerto per il Clarino solo c. ström.
Aug. 1762. F. im Autogr. []]. M.
6 Divertimenti a 2 V. e Vcl. 3 Stb.
im Ms. [B. M.
Der Morgen und der Abend den In-
wohnern der Hochf. Residenz-Stadt Salz-
l)urg melodisch und harmonisch ange-
kündigt. Oder 12 Musikstücke für das
Ciavier, deren eines täglich in der Vestung
Hohensalzburg auf dem sogenannten
Hammerwerke Morgens und Abends ge-
spielet wird . . . sammt einer kurzen Ge-
schichte . . . der Vestung . . . Augspurg
1759 Job. Jac. Lotters seel. Erben. 6 von
L. Mozart, 5 von J. E. Eberlin und 1
anonym, [besafs einst Schletterer in
Augsburg.
Musikalische Schlittenfahrt arrangiert
für das Pfte. Lpz., A. Kühnel. 9 Seit.
[B. Wagener.
Im Autogr., B. B., Grasn : 1 Aria, 4
Briefe u. sein Porträt. Auch Herr Felix
Moscheies in London besitzt ein Autogr.,
wahrscheinlich eine Partitur.
In Bossler's Samlwken. 5 u. 13 niu'
mit Mozart gez., daher fraglich von wel-
chem. — In Marpurg's kritischen Briefen
4 Bde. 17.59—60 einige Klavierstücke.
Vei'sucli einer gründlichen Violin-
Mozart, Leopold.
91
Mozart, "Wolfg. Amad.
schule, entworfen und mit 4 Kupfei"taf.
sammt einer Tabelle versehen. Im Ver-
lag'B des Verfassers. Augsburg 1756 Joh.
Jac. Lotter. 4». 8 Ell. 264 S. 4 Taf.
1 Notentaf. 4 Ell. Reg. [E. E. B. Hbg.
E. Dresd. E. Wagener. Salzburg. Mu-
sikfr. Wien.
— Violinschule, Vorbericht 17.56. 3
Ell. u. 183 S. 1 vol. fol. Autogr. [E.E.
— 2. Aufl. 1769 (1770). Augsp., Lotter.
40. [E. B. B. Wagener. Auch von 1770
in B. B. Proske. Brüssel. Bologna.
— 3. Aufl. 1787 vermehrt. Ib. [B.
Hbg. B. Wagener. E. Lpz. Einsiedeln.
— 4. Aufl. 1791. Frankf. u. Lpz.
[B. E. Dresd. Musikal. R. C. of Mus.
Einsiedeln.
— 4. Aufl. (?) 1800. Augsbg. bei
Lotter & Sohn. [Salzburg.
— M. u. J. Pierlinger: Theoretisch u.
praktische Violinschule. 1. Thl. Wien
1801 Täubel. 4P. [E.E. Musikfr.Wien.
— Neue umgearbeitete Violinschule.
Lpz. 1804 Hoffmeister & Kühnel. fol.
[besafs einst Liepm.
— Neue theoret. u. prakt. Violinsch.
Ein Auszug von Schiedermayr. Hanibg.,
Böhme, fol. [E. E.
— üebersetzuugen: Groudig ouderwys
in het behandelen der Viool. Met 4 pl.
enz. Haarlem 1766. 4". [Amsterd.
— Methode raisonnee pour apprendre
a jouer du Violou, trad. de Tallem. par
W. Roeser. Paris (1770) Le Menü. fol.
89 S. Am Ende 12 Duos f. 2 V. [be-
safs Leo Liepm.
3 Klaviersonaten in neuen Ausg. (Eit-
ner 2).
Mozart, Wolfgang- Amadeiis
(Theophiliis) geb. 27. Jan. 1756 zu
Salzburg, gest. 5. Dez. 1791 zu Wien.
Schon mit 5 Jahren zeigten sich
seine wunderbaren Anlagen für
Musik. 1762 ging der Vater schon
mit der Tochter Maria Anna,
Nanneil genannt (geb. 30. Juli
1751 in Salzburg) und Wolfgang
nach München und stellte sie als
Virtuosen dem Kurfürsten vor; am
19. Sept. desselben Jahres nach
Wien (Jahn 1, 36). 1763 im Juli
begab sich der Vater mit seinen
beiden Wunderkindern abermals
auf die Reise, ging durch Süd-
deutschland, Belgien, Frankreich,
England, Holland, Schweiz und
kam erst im Nov. 1766 wieder
nach Salzburg (über den Aufent-
halt in England siehe Pohl). Gegen
Ende des Jahres 1767 reiste
Mozart mit seiner ganzen Familie
nach Wien, dort brachen die
Blattern aus und Mozart flüchtete
nach 01m ütz, doch wurden dennoch
beide Kinder davon befallen. Nach
der Rückkehr nach Wien war ihm
aber das Glück nicht günstig, auch
die vom Kaiser selbst bei M. be-
stellte Oper „La fiuta semplice"
wurde durch feindliche Gegen-
strömungen nicht aufgeführt (88).
Bastion u. Bastienne wurde da-
gegen privatim in Wien aufgeführt
(113). M. wird in Salzburg vom
Erzbischof 1769 oder 1770 zum
Konzertmeister ernannt. Die Zeit
der Ruhe wird fleifsig zum Studium
benützt (173). Anfangs Dezember
1769 reiste Vater und Sohn nach
Italien (183). 8. Juli 1770 erhielt
er vom Papste das Ordenskreuz
vom goldenen Sporn; Gluck und
Dittersdorf besafsen denselben Or-
den (204). Mozart fehlte es zu
sehr an Selbstgefühl, um wie
andere seinen Vorteil daraus zu
ziehen (205). Auch von der Aka-
demie filarmonica in Bologna
wurde er am 10/10 1770 als Mit-
glied aufgenommen (207). 18/10
war er in Mailand und schrieb
auf Bestellung die Oper Mitridate,
re di Pento in 3 Akten, Text von
Cigna-Sarti, die am 26/12 über
die Bühne ging (215). Im März
1771 waren sie wieder in Salz-
burg. Die Bestellung einer Sere-
nata für Mailand führten Vater
und Sohn am 21. August 1771
wieder dorthin. Im Dez. waren
sie wieder zu Hause. Der Erz-
bischof von Salzburg st. am 16.
Dez. und zum Nachfolger wurde
Mozai-t, "Wolfg. Aniad.
92
Mozart, Wolfg. Ainad.
Hieronymus Joseph Franz von
Paula gewählt, der sich in der
Geschichte der Musik eine traurige
Berühmtheit gesichert hat (227).
Ende Oktober 1772 reisten sie
wieder nach Mailand und langten
am 4. Nov. an. Wolfgang kom-
ponierte dort die Oper Lucio Silla,
die am 26/12 aufgeführt wurde
(231). 1773 waren sie in Wien,
wahrscheinlich um für Wolfgang
eine Stellung zu suchen. 1774
wurde er aufgefordert für Mün-
chen eine komische Oper zu
schreiben. Er reiste im Dezember
dorthin und am 13/1 1775 war
die erste Aufführung der Oper La
fiuta (jiardiniera. Sie gefiel sehr
(237). Am 7. März 1775 war er
wieder in Salzburg. Trotzdem der
Erzbischof zur selben Zeit auch
in München war und viel Kompli-
mente über Mozart zu hören be-
kam, so waren dieselben doch
nicht im stände seinen harten
Sinn zu ändern. Noch in dem-
selben Jahre erhielt M. den Auf-
trag die Festoper // rc pastore zu
komponieren (239). 1777 kündigte
er dem Erzbischofe den Dienst u.
reiste in Begleitung seiner Mutter
am 23. Sept. nach München. Hier
erwartete er eine Anstellung oder
Aufträge (2, 41), doch vergeblich.
Am 11/10 gingen sie nach Augs-
burg. Den 28/10 nach Hohen-
altheim, 30/10 nach Mannheim,
wo er bis zum 14/1 1778 blieb
und durch die vorzüglichen Mu-
siker, wie durch das in seiner Art
damals einzige Zusammenspiel des
Orchesters ungemein viel lernte.
Am 23/3 war Mutter und Sohn
in Paris. Nur einmal kam er
nachweislich mit einer Sinfonie
im Concert spirituel zu Gehör, alle
anderen Bemühungen missglückten
(2, 256 ff.). Ende Juni 1778 ver-
lor er seine Mutter, seine treue
Begleiterin in Paris durch den
Tod. Seite 297 weist Jahn nach,
dass er bereits während des Pariser
Aufenthaltes in betreff der Oper
von „der reinen italienischen Lehre"
abgefallen war und sah in Gluck 's
und Grt'try's Bestrebungen, welche
die französische Oper reformierten,
die Wege vorgezeichnet, die er
zu gehen habe. Am 26. Sept.
1778 vorliefs Mozart Paris, nach-
dem er am Salzburgerhofe wieder
als Konzertmeister mit 500 Gld.
angestellt war (312. 321). Statt
aber gleich nach Salzburg zu
fahren, geht er nach Strafsburg u.
dann nach Mannheim. Dort war
man eifrig bemüht den Verlust
des Hofes und der Kapelle in
anderer Weise zu ersetzen, und
war besonders Freiherr von Dal-
berg darin thätig. M. war voller
Hoffnung eine Stellung zu finden,
wurde auch mit schönen Ver-
sprechungen hingehalten, Avährend
der Vater in Angst und Sorge in
Salzburg auf seinen Sohn wartete
und ihm einen Brief um den
andern sandte mit der Aufforde-
rung, schleunigst nach Hause zu
kommen. Statt dessen reiste er
mitdem Reichsprälaten von Kaysers-
heim über Kaysersheim nach Mün-
chen, wo er am 25. Dez. anlangte.
Hier hielt ihn die seit dem ersten
Mannheimer Aufenthalte gefasste
Liebe zu Aloise Webet\ Tochter
des Notenkopisten, der nun nach
München versetzt war, fest, doch
sie wies ihn jetzt kalt ab (345).
Dies beschleunigte seine endliche
Abreise nach Salzburg, wo er am
7. Jan. 1779 anlangte. Von all
den schönen Hoffnungen mit denen
er auszog, war keine in Erfüllung
gegangen. Endlich erhielt er von
München den Auftrag für den
Mozart, Wolfg. Aniad.
93
Mozart, Wolfg. Amad.
Karneval 1781 eine Oper zu
schreiben. Der Abbate Varesco
in Salzburg verfasste den Text zu
Idonieneo und Schachtner in Salz-
burg übersetzte ihn ins Deutsche,
so dass drei Salzburger für Mün-
chen arbeiteten (421). Anfang
Xov. 1780 reiste er nach Mim-
chen, am 29. Jan. 1781 fand die
Aufführung statt, zu der auch
A'ater und Schwester gekommen
"waren. Ueber den Erfolg der
Oper ist nichts auf uns gekommen
(444 ff.). Mitte 31ärz traf ihn der
Befehl von München nach "Wien
zu kommen, wohin sich der Erz-
bischof von Salzburg schon Ende
1780 begeben hatte. Mozart, am
16. März in ^Yieu angelangt, em-
pfand nun hier das abhängige Ver-
hältnis um so mehr, da ihm der
Erzbischof jede Gelegenheit ab-
schnitt sich selbständig hören zu
lassen, ihn überhaupt in merk-
würdiger und gehässiger Weise
behandelte, während ihn die übrige
Weit auf Händen trug (3, 1). Das
A'erhältnis erreichte schliefslich
einen Grad von Erbitterung auf
selten Mozart's, dass es nur eines
Tropfens bedurfte, um das volle
Gefäfs zum Überfhefsen zu bringen.
Die Trennung muss Anfang Mai
1781 geschehen sein (3, 17). Schon
im Juli wurde ihm der Auftrag
die Oper Belmoute und Constanze
(Entführung) für Wien zu kompo-
nieren (3, 44). Auch hier traten
allerlei Kabalen dazwischen, bis
sie endlich am 12. Juli 1782 auf
ausdrücklichen Befehl des Kaisers
gegeben wurde. Sie hatte grofsen
Erfolg (3, 69), trotzdem dass eine
Gegenpartei viel Lärm während
der Aufführung machte. Sie wurde
im Laufe des Jahres 16 mal ge-
geben bei immer vollem Hause.
Selbst Gluck sagte Mozart Ange-
nehmes u. lud ihn zu Tische ein.
M."s Neigung zur Schwester seiner
ersten Liebe, Konstauze, trieb zu
derselben Zeit mächtig Wurzel u.
trotz des Vaters Abraten und
Warnen stürzte ei' sich kopfüber
und heimlich hinein und heiratete
am 4. Aug. 1782 (Jahn 3, 157).
(Ueber das Leben seiner Schwä-
gerin Aloyse Lange, seiner ersten
Geliebten, siehe Jahn 3, 140.) Da
er keine Aussicht hatte in Wien
eine feste Stellung zu erlangen,
so beschloss er nach England zu
gehen, worin ihn die damals in
Wien lebenden Engländer Kelly
und Storace bestärkten. Der Vater
M.'s that jedoch sein Aeufserstes
ihm die Idee auszureden, doch
war die Absicht nach England zu
gehen doch bis zu des Kaisers
Ohren gelangt und er ernannte
ihn am 7/12 1787 zum Ksl. Kam-
mermusikus mit 800 Gld. Gehalt
(3, 185). Unterricht erteilen und
konzertieren musste das Uebrige
beschaffen (193 ff.). Seine Sorg-
losigkeit und Gutmütigkeit ver-
setzte ihn oft in die unangenehm-
sten Geldverlegenheiten und wenn
er auch nicht über reiche Mittel
zu verfügen hatte, so wären sie
doch bei guter Oekonomie aus-
reichend gewesen. Als der Vater
ihn im Jahre 1785 in Wien be-
suchte, rechnete er aus den Ein-
nahmen des Sohnes während der
Zeit aus, dass er mindestens 2000
Gld. auf die Bank legen könne.
Er wusste nicht, dass sein Sohn
gerade in dieser Zeit sich in den
grofsten Geldverlegenheiten befand.
Wie das möglich war, ist unbe-
greiflich (Jahn 3. Ausg. 1, 831 ff.)
1786 am 1. Mai kam sein Figaro in
Wien zur Aufführung (4, 184 ff.).
1787, 29. Oktober in Prag der
Don Juan (4, 296 ff.; siehe Don
Mozart, Wolfg. Amad.
94
Mozart, Wolfg. Amad.
Juan von Freisauf. Salzbg. 1887,
M. f. M. 19, 157). 1789 machte
er Kunstreisen nach Leipzig und
Berlin. In Berlin bot ihm Fried-
rich Wilhelm 11. eine Stellung mit
3000 Thlr. an, er schlug sie aus,
um bei seinem Kaiser zu bleiben
(4, 468 ff. Ueber den Erfolg der
Reisen giebt ein Aitikel in Less-
mann's Musikzeitung 1899 Nr. 28
bis 36 von R. Geliert wertvolle
Beiträge.) 1789, 26/1 kommt
Cos/' fem tutii in Wien auf die
Bühne (488). 9. Okt. 1790 geht
er nach Frankfurt a/M. und hofft
seiner geschwächten Kasse dort
aufzuhelfen, denn er hatte in AVien
nur noch zwei Schüler, und mit
den Konzerton wollte es auch nicht
mehr gehen
er nach München
Von Frankfurt ging
In seiner Not
griff er z[im Acufsersten u. mel-
dete sich beim Magistrat von AVien
als Adjunkt des kränklichen Dom-
kapoUmeisteis Hoffmann. Der Magi-
strat willigte am 9. Mai 1791 ein,
dass er Hoffmann unentgeltlich
vertreten könne und sichert ihm
nach dessen Tode die Stelle als
Nachfolger zu (3, 190). Im Früh-
jahre 1791 übernimmt er die Kom-
position zu Schikaneder's Zauber-
flöte (4, 562). Mozart führte bei
demselben ein vergnügliches Leben
(564). Im Juli erhält er den Auf-
trag eines Unbekannten ein Re-
quiem zu schreiben. Heute wissen
wir, dass es Graf von Walsegg zu
Stuppach war, der es dann als
seine eigene Komposition ausgab
(565). Auch die Festoper zur
Krönung Leopold IL Avurde ihm
aufgetragen (Titus, 567), die am
6. Sept. 1791 in Prag aufgeführt
wurde. Die Musik gefiel nicht.
Schon krank, kam er nach Prag.
Mitte Sept. kehrte er leidend nach
Wien zurück und vollendete die
Zauberflöte, die am 30. Sept. zur
Aufführung gelangte. Anfangs ge-
fiel sie wenig, erst nach u. nach
gewann sie das Publikum lieb u.
am 22/10 1795 kündigte Schika-
neder schon die 200. Vorstellung
an. Jetzt warf sich M. mit Eifer
auf die Komposition des Requiem's
und lehnte alles ab, was ihn darin
störte (679). Sein krankhafter Zu-
stand verschlimmerte sich, er sah
sein Ende vor Augen und fühlte,
dass er sich sein eigenes Rociuiem
schrieb. Seine Frau nahm ihm
die Arbeit weg und zog ihn in
Zerstreuungen; er erholte sich auch
wirklich scheinbar u. leitete noch
am 1.5/11 eine Aufführung in der
Loge. Das Requiem wurde wieder
hervorgeholt, doch schon nach
einigen Tagen bemächtigte sich
scinei" wieder die trübe Stimmung
und das Gefühl, er sei vergiftet.
Seine Ki'äfte nahmen sichtlich ab,
es trat Geschwulst an Händen und
Füfsen ein. Soweit es möglich
war komponierte er am Rc({uiem
und besprach sich mit Sül'smayr
meln-fach darüber (684). Am 5.
Dez. 1791 starb er an den Folgen
einer Gehirnentzündung (685). Das
Begräbnis wurde auf die billigste
Weise eingerichtet und er erhielt
nur ein sogenanntes Massen -Grab;
am Tage der Beerdigung war so
schlechtes Wetter, dass selbst die
wenigen Freunde, Avelche den Sarg
begleiteten, schon am Stubenthor
umkehrten. Kein Freund stand
an der Gruft, als man die Leiche
hinabsenkte. Als die Wittwe
später das Grab besuchen wollte,
fand sie einen neuen Totengräber,
der ihr das Grab nicht zeigen
konnte und alles Suchen war ver-
geblich (687). Die Wittwe hei-
ratete 1809 Georg Nie. Nissen.
1820 zogen sie nach Salzburg, wo
Mozart, Woifg. Amad.
95
Mozart, Wolfg. Amad.
sie am 6/3 1842 starb. Von Mo-
zart's Söhnen Karl und Wolfgang
wurde der ältere österreichischer
Beamter in Mailand, wo er 1859
starb. Anfangs widmete er sich
dem Kaufmannsstande, trieb dann
eine Zeitlang Musik, spielte gut
Klavier und leitete im Hause des
Oberst Casella die musikalischen
Aufführungen. Der jüngere wurde
Musiker, Klavierspieler und Kom-
ponist, geb. 1791 und starb 1844
in Karlsbad. Er nahm nur eine
bescheidene Stellung als Musiker
ein (4, 741. Genaueres in Joh.
Ev. Engl's Studien ü. Moz. 2. Folge
Salzbg. 1894 S. 4 ff.).
Mozart's Werke sind durch L. von
Köcbel (Chrouolog. - theniat. Verz. Lpz.,
Br. & H. 1862, gr. S». 551 und Nachtrag
1889, 32 S.), so vortrefflich und voll-
ständig mit genauer Quellenangabe ver-
zeichnet, nnd die Gesamtausgabe seiner
"Werke bei Br. & H. giebt aufserdem
noch so ausgiebige Quelleu - Nachweise,
dass ich nur auf diese 2 Werke hinzuweisen
brauche. Die Kgl. Bibl. zu Berhn u. a.
Bibl. besitzen zwar manche erste Ausgabe
seiner "Werke, doch sind dieselben in der
Gesanitausgabe so sorgfältig benützt, dass
die Ausgabe allen Aus]n-üchen genügt.
Nur auf einige Nachträge mochte ich
noch aufmerksam machen:
Sonates jjour le clavecin, qui peuvent
se jouer avec l'acc. de violon, dedies ä
Mme. Victoire de France, par J. ü. "Wolf-
gang Mozart de Salzburg, age de sept aus.
Oeuvre 1. Gravee par Mme. Vendome . .
ä Pai-is ("Weckerlin 3, 277 mit Abdrack
der Dedic. Köcliel S. 28).
Die Oper: Bastion et Bastiene im
Autogr. in Briissel 2815.
Mitridate, Oper, P. im Autogr. 85 BU.
1770. [Herr J. E. Cornish in Manchester.
Autographe in der Hofb. AYien im
Köchel und im Nachtrage nicht verz. oder
mit alter Signatur versehen:
Beispiele zum Unterricht in der Kom-
position, im Jahre 1784 eigenhändig einem
Schüler (Jahn 3, 197 sagt einer Schülerin,
der Niclite des Abbe Stadler) aufgeschrie-
ben. Zum Ted Autogr. 20 BU. quful.
17 559.
Die Missa brevis, Fd., Köchel 192, ist
Ms. 17044, qufol.
Ave verum corpus 1791, Köchel 618,
ist Ms. 18975.
Missa solemnis Cd. 1780, Köchel 337,
ist Ms. 18975.
Quartett f. FI. V. Va. Vcl. 1778, Köchel
298, ist Ms. 17 560, nur 6 BIl. in qufol.
Eequiem, 99 BU. qufol. 2 Hefte, Ms.
17561. Skizzen u. Fragm. 3 Bll. in kl. foL,
Ms. 16474.
Verzeichnis der Biographien, Biblio-
graphien, Schriften, Zeitungsartikel u. a.
über Mozart:
Älherti, C. E. R., Raphael und Mozart.
Eine Parallele, Vortrag zur Feier des
lOOjähr. Geburtstags Mozart's am 28. Jan.
1856 gehalten. Stettin 1856 von der
Nahmer. 8«. 44 S.
Andrt\ A., Thematischer Catalog wie
M. solchen von 1784—1791 eigenhändig
geschrieben hat, nebst erläuterndem Vor-
bericht. Offenb. (1805) Andre. 40. [B. B.
— Revidierte Ausg. mit Portr. ib. 8*^.
1828. [B. B.
— Thematisches Verzeichniss derjenigen
Originalhds. von M., welche Hofrath Andre
in Offenb. a/M. besitzt. Offenb. 1841. 8».
[B. B.
Arnold ^ Ignaz Ferd., M.'s Geist. Seine
kurze Biografie u. aesthet. Darstellung
seiner Werke. Erfurt 1803. kl. 8". 12
u. 452 S. [B. B.
Biographie de Mozart. Lille 1859. 16*^.
Biograpliische Skizze von . . . Moz.,
nach richtigen Quellen bearbeitet. Salz-
burg 1837 Oberer. 12" mit Portr.
Bitter, C. H., M.'s Don Juan u. Gluck's
Iphigenia in Tauris. Ein Versuch neuer
Uebersetzung von . . Berlin 1866 Schnei-
der, gr. 80. V u. 487 S. [B. B.
Boiubct, L. A. C. (ist Henri Beyle),
Lettres ecrites de Vienne en Autriche sur
le celebre compositeur Jos. Haydn, suivies
d'uue vie de Mozart . . Paris 1814 Didot.
8». [B. B. Musikfr.Wien (nach Carpani's
Haydine).
— The lives of Haydn and Mozart . .
trauslated from the french (by Rob. Bre-
win). Lond. 1818. 8«. [R. C. ofMus.
Buchner, W. : Mozart, ein Lebensbild.
Lahr 1870 Schauenburg. 16". 121 S.
Buff, A., M.'s Augsburger Vorfahren.
Augsburg 1891. 8».
Glirysander, Fr., Die Oper Don Gio-
vanni von Gazzaniga und M. In Vierteil'.
Bd. 4.
Courxon, siehe Lettres.
Gramer, Ch. Fr., Auecdotes sur ...
Traductes de l'allemand par . . . Paris
1801 l'editeur. 8". [B. B.
De)ine-BaroH, Dieudonne. Moz. pai" . . .
Mozart, Wolfg. Amad.
96
Mozart, Wolfg. Amad.
Extr. de la Nouv. biogr. generale de Didot.
Paris 1861 Didot. 8".
Döring^ Dr. Henri, Biographie und
Charakteristik. AVolfenbüttel s. a. 4». 15 S.
— W. A. Moz., par le Dr. . ., traduc-
tion de rallemaud par C. Viel. Paris
1860 Bohne. Brux., van Meeueu. 9fi.
Engl, J. Ev., Moz. in der Schilderung
seiner Biographen, in seinen körperlichen
Erscheinungen im Leben und im Bilde,
nebst Mittheilgen. Mit 5 Beilg. Salzbg.
1887. 8».
— Festschrift zur Mozart -Centenar-
feier in Salzburg 1891. Salzbg., Dieter.
8». 123 S. mit Port. (M. f. M. 24, 14).
— Studien über M. Salzbg. 1893 Selbst-
verlag. 8«. 23 S. (M. f. M. 25, J82). —
2. Folge ib. 1894 (ib. 2Ü, lÜO). — 3. Folge
ib. 1895 (ib. 27, 171).
Engel, Karl, Die Don Juan -Sage auf
der Bühne. Dresden u. Lpz. 1887. 8».
Epstein, Th., Don Giovanni v. M. Eine
Studie zur Oper auf Gnindlage des da
Ponte'schen Textes nebst einer verbess.
Uebersetzg. des letzteren. Frankfurt a/M.
1870 (Offenb., Andre). 8". 10 u. 137 S.
[B. B.
Ergebnisse der bisherigen Forschungen
über die Echtheit des Mozart'schen Re-
quiem's von Gottfr. Weber. In Sehott's
Caecilia 182G. 8*^ (siehe auch Mosel,
Sievers, Stadler u. Weber).
Erinnertmg an das erste Sängerfest
der Mozartstiftung, gehalten zu Frankft.
a/M. den 29. und 30. July 1838. gr. 4»
mit 2 Litogr. u. 2 Musikbig.
Erin}icrungsblättrr an M.'s Säcularfest
im Sept. 1850 zu Salzbuig. Mit dem
Facsim. einer musikal. u. briefl. Hds. M.'s.
Siüzburg 1856. IG». [Dresd. B. B.
Fischer, Jos. . . ., Eine biogr. Skizze,
sowie zwei bisher unbekannte Briefe M.'s
(Vater) von . . . Kaiisbad (1889). 8».
[B. Dresd.
Fitgcr, Arth., Mozart-Album. Original-
Zeichnungen pliotogr. 1. Serie. Don Juan.
Berlin 1867 Grieben, fol. 6 Bll.
Fleischer, Dr. Osktu', Mozart, mit 2
Bildern. 33. Bd. der Gcisteshelden. Ber-
lin 1900 E. Hofmanu & Co. 8".
Freisaiif, E. von, M.'s Don Juan 1787
bis 1887. Ein Beitrag' der Geschichte
dieser Oper. Mit 9 Kunstbeilg. Salzbg.
1887 Kerber. 8". 8 u. 197 S. (M. f. M.
19, 157). [Dresd.
{Fuchs, Alovs.) In Sachen Mozart's.
Wien 1851. 8". 27 S. (B. B.
Oedächtnissfeyer am 5. Dez. 1796, s. 1.
[Dresd.
Qenee, Eud. , siehe Mozai't-Gemeinde.
Gervais, Et., Moz. ou la jeunesse d'un
graud artiste. Tours 1866 Maine. 12".
Ooschler, J., siehe Mozart. Vie 1857.
— Mozart d'apres de nouveaux docu-
raents (Le Correspondent, 25. Nov. 1865
et 25. Jan. 1866). Paris 1866 Douniol. 8".
Grosser, J. C., Lebensbeschreibung des
. . . Breslau 1826. 8". [B. B. Musikfr.
Wien.
Grüel, C., Aufschlüsse über die Be-
deutung des angebhch Schikaneder'schen
Textes zu M.'s Zauberflöte. Magdeburg
1868 Creutz. 80. 28 S. [B. B.
Hahn, Alb., M.'s Requiem. Zum bes-
seren Verständniss bei Aufführungen mit
einer neuen Uebersetzung, nebst einem
Nachtrage u. den Resultaten eines Ver-
gleiches der Breitkopf u. Haertel'schen
Part, mit dem Autogr. der K. K. Hofb.
zu Wien. Bielefeld 1867 Sulzer. 8". 96 S.
Ila))imerlc, A. J., Moz. und einige Zeit-
genossen. Salzbg. 1877 Selbstverlag. 8**.
[Musikfr. Wien.
Hau^halter, C, Geschichte des Mozart-
Verein. Denkschrift zur lOOjährg. Jubel-
feier M.'s, actenmäfsig dargestellt. Erfurt
1856 Körner. 8". 12 u. 70 S. [B. B.
llaydn, M. u. Beethoven, ihr Leben
u. ihre Werke. Drei erläuternde Vor-
träge für Spieler u. Hörer. Dresd. 1866.
gr. 8". 58 S.
Haydn über Mozart. Wien, Musikztg.
1, 218.
Herzog, Aut., Wahre und ausführliche
Geschichte des Requiem von M. 1791 bis
1839. s. 1. (Wien 1839.) 4°. [B. B.
Hirsch, R. , M.'s Schauspieldirector.
Musik-Remini.scenzen. Lpz. 1859 Matthes.
kl. 8». 7 u. 96 S. [Dresd. B. B.
Hoffmaiin, Frz., M.'s Jugendjahre,
van Beethoven. Der Jugend erzählt. Mit
2 Bdd. Neue Au.sg. Stuttgart 1882 Schmidt
& Spring. 8'\
Holmes, Edw., The life of M. including
his correspondence. Lond. 1845 Chapman
& Hall. 8». 364 S [Brüssel. B. B.
Homer, J., Katalog des Mozart-Museums
im Geburts- u. Wohnzimmer M.'s in Salz-
bm-g. 1882. 8".
Jahn, Otto, W. A. Mozart. Lpz. 1856
bis 59 Br. & H. 4 Bde. in 8».
3 Auflagen in abgekürzter Form. 2 Bde.
ib. 1867—1891.
— schwedische Uebersetzung af 0.
Strandberg. Stockholm 1865. 2 Bde.
Jullien, Ad., M., ses söjours ä Paris.
Article extrait du Correspondant 25. Sept.
1873 p. 1144.
Kayser, Job. Frdr., Moz. Album. Fest-
gabe zu M. lOÜjähr. Geburtstage. Hani-
Mozart, "\Yolfg. Amad.
97
Mozart, Wolfg. Amad.
turg 1856 Trupp. 4 Taf. 52 S. Musik.
5 u. 136 S. Text in 4». [B. B.
K'öchel^ Ludw. von, Mozart. Zu seiner
Säcularfeier im Jahre 1856. Canzouen.
Salzbg. 1856. 8'\
— Ueber den Umfang der musiial.
Productivität M.'s. (Mittheilg. der Gesell-
schaft f. Salzburger Landeskunde. 8".
11 S. Salzbg. 1862 Mayr.)
Korganoiv, W., Mozart. Eine biogr.
Skizze (in russischer Sprache, 1900 er-
schienen).
Kugler, Fr., Bemerkungen über Don
Juan und Figaro. 8^. 18 S. (Ausschnitt.)
Kwif, Karl, Ueber M.'s Zauberflöte von
. . . Wien 1842. [Musikfr. Wien.
Lamartine, La musique de Mozart
(Cours familier de litterature de l'auteur).
Fans 1858. gr. 80.
Lettres de W. A. M. traduction com-
plete avec une introduction et des notes
par Henri de Courxon. Paris 1888
Hachette & Co. 8».
Lichtenthai, Dr. F., Cenni biografici
intorno al celebre . . . estratti (nach Nissen)
da dati autentici . . Milauo 1816 Silvestri.
8«. 40 S. [B. B.
— Mozart e le sue creazioni. Memo-
rial. Müano 1842 Eicordi. 8^. [B. B.
Lorenx, Dr. Frz., Haydn, Mozart und
Beethoven's Kirchenmusik und ihre katho-
lischen u. protestantischen Gegner, Bres-
lau 1866 Leuckart. 8°. YIU u. 96 S.
[B. B.
— "W". A. Moz. als Clavier-Componist.
Breslau 1866 Leuckart. 8°. 63 S. 1
Musikbig. Urteil in Lpz. Ztg. 1864, 48.
[B. B.
— In Sachen M.'s. Wien 1851 Sol-
linger.
Lucani^ J. von. Die Grabesfrage M.'s.
Nach brieflichen Original - Urkunden der
Wittwe M.'s. Mit Portr. u. Grabmal.
Wien 1856. 8». [B. B. Musikfr. Wien.
Meinardus, L. Mozart, ein Künstler-
leben. Mit 2 Portr. Lpz. 1883. 8°.
[Dresd.
Maltäz^ Freiherr G. A. von: Denkmal,
den berühmten musikal. Künstlern M . . .
geweiht. Lpz. u. Hambg., Schuberth.
s. a. 8». [B. B.
Mielichhofer, Ludw., Das Mozart-Denk-
mal zu Salzbg. u. dessen Enthüllungsfeier
im Sept. 1842. Salzbg. 1843. 8«. [B. B.
B. Dresd.
Mörike, Ed., Moz. auf der Reise nach
Prag. Novelle. Stuttg. 1856 Cotta. 8".
3 u. 115 S. [B. B.] — Französisch über-
setzt von A. Rolland. Bruxelles 1859
Dumont. 18".
Eob. Eitner's Quellen-Lexikon. Bd. 7.
Mosel, J. F. von, Ueber die Original-
partitur des Requiem . . . Wien 1839.
[B. B.
Moyses^ Karl, Systematischer Katalog
der im Mozarteum ... zu Salzburg be-
findlichen Autografe M.'s. Salzburg 1862.
[B. B.
Mozart's Leben. Grätz 1794 Kurz-
beck. 8». 32 S. mit gutem Portr. [B.
Lpz. B. B.
Moxart, . . . Sein Leben und Wirken.
Gedenkbuch zu seinem lOOjähr. Geburts-
tage am 27. Jan. 1856. Stuttg. 1856
Köhler. 8». 8 u. 158 S.
Moxart und Haydn. Nachträge zu
ihren Biogr. u. aesthet. Darstellg. ihrer
AYerke. Versuch einer Parallele. Erfurt
1810. kl. 8". [Dresd. B. B.
Moxart^ Vie d'un artiste chi'etien au
XVIHe siecle, exti-aite de sa correspon-
dance authentique, traduite et publice . .
par J. Goschler. Paris 1857 Douniol.
12° (nach Nissen). [Brüssel.
M.'s Säcularfest am 6.-9. Sept. 1856
in Salzbg. Salz hg. 1856 Zaunrith. [B. B.
Moxart - Gemeinde in Berlin. Von
R. Genee erscheinen seit 1895 bei Mitt-
ler & Sohn zwanglose Hefte mit Mit-
teilungen u. Notenbeilagen.
M.'s Leben und Wirken. Salzburg
1842. [B. B.
M. Eine Biographie. Mit Portr. Cassel
1854. 120. [^mst
Mozart., Die Zauberflöte, Text -Er-
läuterung. Lpz. 1866 Lissner. [B. B.
Dresd.
Moxart. Zur 400sten Aufführung der
Oper Don Juan. Beriin 1870. 4". [B.B.
— Katalog des Mozarteums zu Salz-
burg. Salzbg. 1882. [Musikfr. Wien.
Mozarteum zu Salzburg. Jahresberichte
1843 u. f. 8°.
Müller, A. E., Anweisung zum genauen
Vortrage der Mozart'schen Clavierconcerte.
Lpz. (1796) Schmiedt & Rau. 4». [B. B.
Naumann, Emil, Wolfg. Moz. in von
Waldersee's Samlg. musik. Vorträge Nr. 6.
Lpz., Br. & H. 1879. [B. B.
Neumann, W., Eine Biographie. Cassel
1854 Bälde. 18". Portr. [l!. B.
Niemtschek, Frz. Xaver, Leben des . . .
nach Originalquellen beschrieben . . Prag
1798 Herrlisch. 4". 78 S. [Dresd. B. B.
— 2. Aufl. Lebensbeschreibung . . . aus
Originahiuellen. Prag 1808. 8». [B.B.
B. Lpz.
Nissen, G. N. von, Biographie von . . .
Nach Oxiginalbriefen . . . Nach dem Tode
N.'s herausgeg. von Constanze, AVittwe
von N., fniher Wittwe M. Mit einem
7
Mozart, Wolfg. Amad.
98
Mozart, "Wolfg. Amad.
Vorwort von Dr. Feuerbach. Nebst An-
hang. Lpz. 1828. 2 Thl. 8». [}3. B. etc.
— 2. wohlfeile Aufl. Lpz. 1849 Senf f.
80. 44 u. 922 S. mit 8 Taf. u. Musik.
— französisch von Alb. Sominski:
Histoire de W. A. Moz. Paris 1869
Ganiier freres. 8^.
Nohl, L., Mozart. Stuttgart 1863 Bruck-
raann. qu40 u. 8«. 5 u. .f)92 S.
— 2. Ausg. M.'s Leben. Lpz. 1870.
— W. A. Moz. Ein Beitrag zur Aesthe-
tik der Tonkunst. Heidelbg. 1860 Bangel
u. Schmitt. 8". 82 S.
— Die Zauberflöte. Betrachtungen
über die Bedeutung der diamatischen
Musik in der Geschichte des mensch-
lichen Geistes. Frankft. a/M. 1862 Sauer-
länder. 8». 7 u. 319 S.
— M. nach den Schilderungen seiner
Zeitgenossen. Lpz. 1880. 4 Bildn.
410 S. in 80.
— M.'s Briefe. Nach dem Oi'iginal
herausgegeben von . . . Mit 1 Facs. Salz-
burg 1865 Mayr. 8". Ib u. 498 S.
— 2. Aufl. mit Portr. u. Facs. Lpz.
1877.
Notice biographique , siehe Winckler.
Notice sur Don Juan, drame bouffon
. . . (Paris 1845.) kl. 4". 32 S.
Nottebokm, G., Mozartiana: von M.
berj'ührende und ihn betreffende zum
grofsen Theil noch nicht veröffentlichte
Schriftstücke. Lpz. 1880 Br. & H. 8".
[B. B.
Oulibichcff^ Alex., Nouvelle biographie
de M., suivio d'un apergu sur l'histoire
gencral de la mus. de l'analyse des prin-
cipales oeuvres de M. , par . . Moscou
1848 Semen. 3 voll. S». [B. B.
— M.'s Leben nebst einer Uebersicht
der allgemeinen Geschichte der Musik u.
einer Analyse der Haui)twerke M.'s. Für
deutsche Leser bearbeitet von A. Sckrais-
huon. Stuttgart 1847. 3 Bde. kl. 8».
[B. B.
— M.'s Leben und Werke. 2. Aufl.
Mit Zugrundlegung der Schraishuon'schen
LTebersetzg. neu bearbeitet und wesentl.
erweitert von L. Gantter. 4 Bde. gr.
16». 20 u. 524 S. Stuttg. 1859 Becher.
[B. B.
— M.'s Opern. Kritische Erläuterung
von . . . Aus dem franz. Originale über-
setzt von C. Kossmaly. Mit einer Ein-
leitg. und Nachrichten über den Verfasser
von A. Kahlert. Lpz. 1848 Br. & H.
26 u. 302 S. [B. B.
Pirckmayer, Friedr., Zur Lebensge-
schichte M.'s. Salzburg 1876. 8o. [B. B.
Pohl^ C. F., Mozart und Haydn in
London. Wien 1867 Gerold, kl. 8". 188
und 390 S. nebst Beilag.
Poisot^ Gh., Lecture sur les trois
sejours de Moz. Paris 1873 Chamerot.
180.
Ponte, Lorenzo da, Memoires de . . .
pocte Venetien, coUaborateur de M. Trad.
de l'ital. par de la Ciiavanne. Paris 1860.
[B. B.
Pricf/er^ K., Urtheile berühmter Dichter,
Philosophen und Musiker über M. Wies-
baden 1885.
— Ueber M.'s Requiem. Aeufserungen
von Stockhausen, Pressel, Dräseke, Ilelm-
holtz, Zelter u. von Geissei. (In LTrteile
ü. Moz. (lesainmelt von . . .) 2. Aufl.
Wiesbaden 1886. [B. ß.
Prochdxka^ R. Freih., Mozart in Prag.
Zum lOOjähr. Gedächtniss seines Todes.
Mit 3 Beilg. und 5 Abbildg. Prag 1892
IL Dominicus (Th. Gruss). 8«. 8 und
236 Seit. (M. f. M. 24, 184). Auch in
seinen Arpeggicn 1897 Vieles über Mozart
(M. f. M. 29, 119).
Pogge , IL C. , De opvoeringen van
Mozart's Don Juan in Nederland. Amsterd.
1887. 80.
Sattler^ lleinr., M. Erinnerung an sein
Leben u. AVirken nebst Bemerkgen. über
dessen Bedeutung f. die Tonkunst. Langen-
salza 1856 Grcsslor. 8«. 3 u. 56 S.
Schfurleer, D. F., Moz.'s verblijf in
Nederland, en het muziekleven aldaar in
de laatste helft der 18» eeuw. 's Graven-
hage. 1883. 8". [Dresd.
ScJtlic/itef/roll, Friedr., Nekrolog auf
das Jahr 1791. Gotha 1792 J. Perthes.
2 Bde. kl. 80. In Bd. 2, Seit. 82—112
über M.
Schlosser, J. A., W. A. Moz. Eine
begründete und ausführliche Biograjjhie
. . . Prag 1828. 8°. 192 Seit. [B. Lpz.
Dresd. B. B.
Schneider, L., M.'z Schauspieldirektor.
Schotfs Cäcilia, Bd. 24 S. 148.
SchoU, I5ernli. , W. A. Mozart und
seine Stellung in der Geschichte der Musik
. . . Frankft. a/M. 1891 B. Firnberg. 8».
15 S.
Scudo , P. , Moz. et son Don Juan
(Revue des deux mondes du 15 mars
1849) Paris 1849. 8o.
Siegmayer, J. G., Theorie der Tonsetz-
kunst mit Bezugnahme auf die Theorie
von M. 2. Aufl. Berlin 1834 A. W.
Logier. 40. [Dresd. B. B.
— Fundament des General-Basses von
W. A. Moz., herausgeg. u. mit Anmerkg.
begleitet. Berlin 1822 Schüppel. 40.
50 S. [Dresd. B. B.
Mozart, Wolfg. Amad.
99
Mozart, "Wolfg. Amad.
Sievers, G. L. P., Moz. u, Süssniayer,
ein neues Plagiat, ersterm zur Last ge-
legt, und eine neue Verniuthung die Ent-
stehung des Requiems betreffend. Mainz
1829 Schott. 8". [B.Lpz. Dresd.
Sonnleitlmer ^ Dr. Leop., Ueber M.'s
Opern aus seiner früheren Jugend. Schott's
Cäcilia, Bd. 23 S. 233. Forts. Bd. 24. 25.
Sou-inski, siehe Nissen, französisch
übersetzt.
Spiro ^ Fr., Die Entstehung einer
M.'schen Konzertarie. In Viertel]. Bd. 4.
Stadler, Abbe, Vertheidigung der Echt-
heit des M.'schen Requiems. Wien
1826. 8".
— Nachtrag zur Vertheidigung . . .
Wien 1827. 8».
Stage^ Thematisches Verz. werthvoller
noch ungedruckter Origüialhds. Berlin
(185. .). [B. B.
Stendhal^ de, Vies de Haydn, de Mozart
et de Metastase. Nouvelle editiou. Paris
1854 Levy. kl. 8».
— Andere Ausg. ib. 1866. 8». [B. B.
Sterbehmcs zur Feier der 100 jährig.
Geburts - Tage. Wien 1853, Jos. Berm.
[B.B.
Sterneck, C. Freih. von, Studien 1896
(M. f. M. 28, 139).
Sticc/lüx., Heinr. , M.'s Gedächtsniss-
feier. Gedicht. München 1837. 8"^.
Viardot^ Louis, Manuscrit autographe
du D. Giovauni de Mozart. Separatabzug
(Paris 186. .) 8». [B. B.
Waldersee^ Graf von, Die Gesamtaus-
gabe der Werke M.'s. In seinen Samlg.
mus. Vorträge Nr. 7. Lpz. 1879 Br, & IL
Weber, Gottfr., Ergebnisse der bis-
heiigen Forschungen, über die Echtheit
des M.'schen Requiem. Mainz 1826. 8*^
(siehe auch unter Ergebnisse).
— Weitere Ergebnisse . . . als Fort-
setzung. Mainz 1827. 8".
Wilder, Vict., Moz., l'homme et l'ar-
tiste. Histoire de sa vie d'apres les docu-
ments authentique et les travaux les
plus recents. Paris 1880. gr. 8".
Winckler, Th. Fred., Notice biographi-
que sur J. W. Moz. Paris 1801 Fuchs.
8". 48 S. [Brüssel. B. B.
Wolxogeu, Alfr. von, Ueber die sceni-
sche Darstellung von M.'s Don Giovanni,
mit Berücksichtigung des urspriinglichen
Textbuches von Lor. da Ponte. Breslau
1860 Leuckart. 8". 50 S. 1 Musikbgl.
[B. B. Briissel.
— Don Juan v. M., auf Grundlage der
neuen Textübersetzung von B. von Gugler,
neu scenirt und mit Erläuterungen ver-
sehen von . . . Breslau 1869. 8". [ß. B.
Wurxhach, Const. von, Mozart -Buch.
Wien 1869 Wallishauser. 8'-*. 9 u. 304
Seit. [B. B. Dresd.
ZaubeiHöte, siehe Mozart.
Zu Eöchel's chronol.-themat. Verz. er-
schien in gleichem Format ein
Nachtrag zum . . . Lpz. 1889 Br. & Et.
32 S. Er enthält 1. den Nachweis von
Autographen. Hier ist hinzuzufügen, dass
die Autogr.-Samlg. Grasnick's die B. B.
erworben hat. Ferner fehlen die Autogr.
im Besitze des Mozarteums zu Salzburg,
worüber 1862 ein Verz. erschien. Siehe
unter Moyses. Bei Nr. 23 Aria: Con-
servati fedele füge man bei, jetzt in B. M.
— Der Canon wunderschön ist Gottes
Erde, Küchel, chrouol. Verz. S. 207 ist
nicht von Mozart, sondern von Will. Byrd
auf den Text „Non nobis Domine". (Siehe
Pohl 2, 375, den aber Köchel fälschlich
mit S. 208 bez.) 2. Ein nach Serien ge-
ordnetes Vei'zeichnis der Gesamtau.sgabe
von Br. & H. — Zu bemerken ist noch,
dass Köchel im chronol. - themat. Verz.
die Bibl. der Musikfr. in Wien mit
„Wiener Musik- Vereins- Archiv" bez., eine
Bez. wie sie im Wiener Publikum Ge-
brauch ist.
Nachträge zu Köchel's Verz. von ihm
selbst in der Allg. mus. Ztg. Lpz. 1864
p. 493 ff.
Anselm Hüttenbrenner in Graz soll an
Autogr., die ihm M. selbst schenkte, be-
sessen haben: Die Bergknappen musik in
8 Stücken.
Nachträge zum Verz. der Werke M.'s
in der Niederrh. Ztg. 12, 246.
Systematischer Katalog, siehe Moyses.
Abbildungen, verz. von Fuchs in der
Wiener Musikztg. 5, 584.
Nachlass M.'s in Bagge's Deutsche
Musikzeitung 1861 Nr. 35.
Requiem. Geheimgeschichte des Moz,-
schen Requiem. In deutsche Musikztg.
von Bagge. Wien 1861, 2. Jhrg. p. 380.
— In derselben Ztg., 3. Jahrg. 1860 bis
1862 noch mehrere Ai-tikel über M.'s
Werke.
In der Cäcilia von Schott's Söhne und
der Allgem. mus. Ztg. Leipzig Bd. 1 — 50
zahlreiche Artikel über Mozart. In ersterer
siehe das Register im 10. Bde. über Re-
quiem. — In Monatshefte für Musikge-
schichte Generalreg. 1 unter Mozart.
Totenschein der Mutter. Niederrhein.
Ztg. 5, 8.
Im Pohl 1 befindet sich eine Tafel
mit dem facsim. Autograph, welches sich
vom Jahre 1765 im br. Mus. befindet.
Moze.
100
Mucken-Netz.
Es ist der 4stim. Chor „God is our re-
fuge". Siehe auch Alig. mus. Ztg. Neue
Folge. Lpz. 1863 Nr. 51.
Neue Ausg. des Mitridate's von Chrj'-
sander, angezeigt in lipz. Ztg. 1882, 8 ff.
mit sehr treffenden Aussprüchen von
Jahn^ Sp. .56 ff.
Nach Han,slic]i's Untersuchungen iu
seiner Geschichte Wiens S. 120 i.st Moz.
als der Erste anzusehen, der als Klavier-
virtuose eigene Konzerte öffentlich in
Wien gab.
Jahn 1, Vorwoii IX giebt eine kriti-
sche Beleuchtung der Mozart-Biographien.
Moze, . . .
1 „Ayr" im Samlwk. Airs von 1776b.
Ein anderer Moxe^ Organist iin 18. Jh.,
gab mit Peter Prelleur die divine Melodj-
1758 heraus (siehe ProUeur).
Moziii, Theodor, geb. um 1766
zu Paris, gest. 14. Nov. 1850 ebd.
Ein Pianist und Komponist, stu-
dierte in der Kgl. Musii^schule für
Gesang und Deklamation unter
Gossec, trat 1787 ins Leben und
liefs sich als Klavierlehrer nieder.
1795 wurde er als Lehrer ins
Conscrvatoire berufen, verlor aber
den Posten 1802. 1796 konzer-
tierte er in Brüssel. Fetis führt
von ihm eine Anzahl Komposi-
tionen an. — Ein Bruder von
ihm, Denotf-Frcü/nois, bildete sich
an demselben Institute zum Mu-
siker aus, zog sich 1830 nach
Severs zurück und starb im Dez.
1857, 91 Jahr alt. Auch er gab
Einiges für Klavier heraus (Fetis).
Mraseck, Fräulein,
gab 1802 sechs Arien mit Begleitung
der Guitarre heraus (Gerber 2).
Mratsehek, Karl, Violinist an
der Hofkapelle in Wien vom 1.
März 1787 bis f H- März 1831,
78 J. alt; bezog 150 Gld. jährl.
(Köchel 1).
Mraw (Mraf), Franz, aus Böh-
men geb., Violinist an der Ester-
hazy 'sehen Kapelle von 1784 — 86
mit 480 Gld., freier Wohnung u. a.
Vordem befand er sich in der Ka-
pelle des Grafen Kolowrat in Prag,
ging dann 1786 zum Fürsten
Bathyäni nach Pressburg und st.
1792 iu Diensten des Fürsten
Grassalkovics in Ungarn (Pohl 4,
18. Dlabacz).
Mucliaeus, Caspar, gab eine
Disseitatio de musica. Nev-Ruppin
1714 [B. B.] heraus.
Mucbsel, . . .
bekannt durch eine Serenata per Vio-
line, Viola e Guitarre. [Musikfr. AVien.
3Iuek, Friedrich JoLaiiii Al-
breelit (nicht Albert, wie Fetis
schreibt), soll gegen 1768 in Nürn-
berg geboren sein und war um
1823 Dekan und Hauptprediger
zu Rothenburg a/d. Tauber (Titel).
Gerber 2 schreibt Friedrich Muck,
der jedenfalls derselbe ist, doch
sagt er: geb. im Öttingischen,
Pfarrer zu Euerbach, gab in Leip-
zig 1793 bei Breitkopf eine Samlg.
Lieder heraus, deren Dichter und
Komponist er war. Fetis zeigt
eine Musikalische Handfibel von
1815 und Lieder für 2 Soprane
an. Bekannt ist mir:
Biogra]ihische Notizen über die Coni-
ponisten der Clioralmelodien im Baierischeu
neuen Choral-Buche. Erlangen 1823 .1. J.
Palm u. Ernst Enke. 8". 101 S. [B. B.
Freising.
Die B. M. besitzt nur mit Muck gez.
das Lied „die Elfen". Was unterm
Monde gleicht, mit Klavierbegleitung
im Ms.
üb „Die Nazarener in Pompeji", Ms.
in Stb. in Darmst., von obigem ist, be-
darf des Beweises.
Auch in dem Archiv zu Dresden, kath.
Kirche, befindet sich unter Muck eine
Litauia lauretana a 4 voci, c. VV. Va.
Ob. Cor. ed org. im Ms. P. u. St.
Mucken -Netz
oder Gemüts -Erfrischung, in welcher
vielfältige Widerwärtige einfliegende Ge-
danken u. melancholische Anstöfs abzu-
halten durch etliche fröliche Gesänglein
mit eignen Melodeyen u. Arien . . . an-
gestimmet in Saltzburg. Saltzbg. 1694 J.
B. Mayer. 1. Thl. 4». 4, 105 S. mit
12 Lied. f. Mel. u. bez. B.
— Anhang zu dem 1. Theil des M.-N.
oder Bart-Streit in 3 Theüen. [B. M.
Muclas.
101
Mülicli, Michel.
Muclas, Diego, ein Spanier,
foli?te 1723 Juan Perez Roldan als
Kapellmeister am Augustinerkloster
in Madrid (siehe Roldan).
Miularra, Aloiiso, gab heraus:
Musica en cifras para vibuela. Sevilla
1546 (nach Straeten 8, 444). Der Inhalt
besteht aus bearbeiteten Gesängen be-
nihmter Meister und sollen 2 Bücher
existieren (CoUection Barbieri).
Miitld (Mudde), John, ein Or-
ganist an der Kirche zu Peterboro
von 1583—1629 (West).
In Ely befinden sich 1 Service und
4 Anthems. Im br. Mus. Ms. 98 das An-
them „God, which hast prepared, Bd. 4
und in Ms. 623, 5 Stb., unter Thomas
Mudde einige Instnimeutalpiecen für
4 Violen und Bc. Davey 179 führt noch
im br. Miis. das Ms. Add. 31 390 aus dem
Jahre c. 1600 an, in dem sich ein Ton-
satz von Mudd befindet. — Auch ein
Thomas Mudd zu Cambridge wird 1598
genannt und ein späterer Mudd zu Lin-
coln 1662, beide als Organisten (West).
Miidge , . . . ein englischer Kom-
ponist von dem man kennt:
6 Coucertos in 7 parts, 5 for 4 Violins,
T. & Vcl. with Thor. B. and one Con-
certo for the organ or harps. with In-
strum. To which is added Non nobis Do-
mine in 8 parts. Amst., Roger. [Cam-
bridge FW.
Mücliler, Johann Oeorg-, geb.
23. Sept. 1724 zu Drecho in Pom-
mern, gest. 9. Aug. 1819 zu Berlin.
Musiklehrer (Professeur sagt Fetis)
zu Stargard, ging 1773 nach Berlin.
Er verdeutschte die Schrift Harris':
Drey Abhandlungen über Kunst, Musik,
Dichtkunst und Glückseeligkeit. Dantzig
1756. 80. [Musikfr.Wien. Brüssel Cons.]
Auch J. C. F. Schultz gab eine deutsche
Uebersetzung heraus (Fetis).
Müglin, siehe Heinrich von.
Müh], Ferdinand, 1750 Orga-
nist an der Hofkapelle in München
mit 285 Gld. Gehalt (Kreisarchiv).
Mühle, Nilfolaus, von etwa
1776 ab Musikdirektor am Privat-
theater in Petersburg, dann 1783
Korrepetitor an der Schnch 'sehen
Truppe in Mitau, Danzig, Königs-
berg u, a. Orten.
Reichard verz. in seinen Gothaischen
Kalendern zahlreiclie Singspiele nebst
obigen Aemtern, wie Der Irrwisch 1783,
Lindor und Ismene, Der Aepfeldieb, Mit
dem Glockeuschlag zwölf, Eremit u. For-
mentera, Die Wilddiebe, Das Opfer der
Treue. Sie reichen bis zum Jahre 1792.
In der Bibl. Kgsbg. das Textbuch zur
„Schönen Fürstin", Schwank von Lang-
bein. 1799 s. 1.
Muelas, Don Diego, ein Spanier.
Eslava teilt 6 Gesge. mit (Eitner 2).
Muelen, Servacius Yander,
im Samlwk. von Baethen's duytsche
Liedekens 1554: Altijt so moet ic trueren,
4stim.
Mülen (Meilen), Wilhelm Tan,
am 1. Dez. 1564 Altist an der
Hof kapeile zu Wien mit 12 Gld.
Gehalt; von 1567 bis zu seinem
Tode am 25. Jan. 1598 als Orga-
nist ebd. mit 16 Gld. monatl. an-
gestellt (Köchel 1, siehe auch
S. 111).
Mülich (Mulichius) , Johann,
16. Jh.?
bekannt durch die Mss. 365: Yerbum
caro factum est. — Puer natus. — AUe-
luja. — Ehre sey Gott, 4stim. [B. Proske.]
Ebd. Ms. 506 ein Alleluja 4 voc. und
Ms. 1009 ein Salve regina 5 voc. mit
Johann Mu. gez.
In Pioske's Bibl., Abtlg. Butsch, 3 Stb.
in hoch 4" Lederbd. befinden sich aus
der ersten Hälfte des 16. Jhs. 6 latein.
und deutsche 3 stim. Gesänge mit Johannes
Stomius von Müling gez. Es ist nicht
glaublieh, dass dies der obige Joh. Mülich
sein könnte.
Dagegen komponierte P. Hornberger
1620 für einen Johann Midicnhis einen
Geburtstag- Gesaug, womit vielleicht der
obige Mülich geraeint ist.
Mettenleiter 1, 154 verz. einen Jo-
hannes Mullichms aus Franken, Kanoni-
kus au der alten Kapelle zu Regensburg
um 1620, der wahrscheinlich der oben
zuerst genannte ist. In der alten Kapelle
daselbst befand sich einst ein Cantionale
von 1610, welches mehrere Salve regina
von ihm enthielt.
Mülieh, Michel, um 1590 Chi-
tarrist an der Hofkapelle in Dresden
mit 120 Gld. Gehalt (Fürstenau
1, 36).
Müller,
102
Müller, Aug. Eberh.
Müller, . . . geb. zu Stotterheim
bei Erfurt um 1750. lernte bei
dem Stadtmusikus in "Weimar die
Musik, bildete sich besonders als
Waldhomist aus, ging nach Lon-
don und wurde Mitglied der Kgl.
Kapelle (Gerber 1. 2).
Müller, 18. Jh., bekannt durch
Six Duos poiir V. et Alto, op. 2.
Franekfurt a/M., Haueisen. [Mailand Cons.
Müller, . . .
im Samlwk. Arien, Neue Samlg. vor-
zügl. u. beliebter Arien . . . Wien 1800
einige Nm.
Müller, . . .
In ß. Briissel Cons. 868 die Kantate
In feste Michaelis: Ich bin sicher und
getrost für Sopr., 2 V. A. Bc. Ms. P. fol.
Müller, Adolph Heinrich, Bru-
der des August Eberhardt, geb. 5.
Nov. 1769, 1798 Organist an der
Petrikirche und seit 1804 als
Nachfolger seines Bruders an der
Nikolaildrche zu Leipzig (Gerber 2.
Lpz. Ztg. 36, 854).
Müller, Aea^idius, geb. 2. Juli
1766 zu Görsbach bei Nordhausen,
gest. 14. Aug. 1841 zu Braun-
schweig, wo er Kammermusiker
war. Er ist der Vater der vier
Gebrüder Müller, die einst als
Qaartettisten ein hohes Ansehen
genossen (siehe A. d. B. von Bern-
hard Müller verfasst).
Müller (Mylius), Amhrosius,
aus Navena-Marchicum (Nauen),
war um 1616 Kantor zu Straufs-
berg und 1618 zu Neu-Ruppin.
Er gab heraus:
Concentus musicus, Ruth. c. 3, v. 10.
& 11. Zu Hochzeitlichen Ehren . . dem
. . Herrn Andreae Wassaeo, beyder Rech-
ten Doctori . . so Tvol auch der . . Jung-fer
Ureulen . . Hemphisch . . Mit 8 Stim.
Durch Ambrosium Müllern Navena-Marchi-
cum, zu Strauszbergk Cantorem. Berlin
1616 G. Runge. 8 Stbll. 4". „Boas
sprach zu Ruth." [B. Hbg.
Deutscher Gesaug dem . . Th. Schön-
bergk .. Rector zu New-Ruppin .. und
der Braut (Schröder) . . Mit 6 Stim. von
Ambr. Myüo. Berlin 1618 Runge. 6 Stbll.
4". ,,Nach Gottes allerreichsten Gnad."
[B. Hbg.
Ad aeolium connexum, Christlicher
Auffzug mit 12 Stim. zu hochzeitl. Ehreu
dem . . Caspari Kl andern u. Jung-frau
Mariae (Zützels). Berlin 1619 Runge.
Stbll. 40. 1. Meine Freundin du bist.
2. Ego flos campi. [B. Hbg.
Müller, Andreas, wie ihn Ger-
ber und Fetis nennen, s. Myller.
Müller, August Eberhard, geb.
13. Dez. 1767 zu Nordheim (Han-
nover), gest. 3. Dez. 1817 zu
Weimar. Anfänglich Schüler seines
Vaters der in Nordheim Organist
war, später Schüler des Johann
Christoph Friedrich Bach , der
Bückeburger. Mit 14 Jahren ging
auf Reisen und liefs sich als
er
, Orgel- und Flötenspieler
1789 wurde er an der
Klavier
hören.
Ulrichskirche zu Magdeburg Orga-
nist als Nachfolger Rabort's, dessen
Tochter, eine tüchtige Klavier-
spielerin, er in demselben Jahre
heiratete. 1794 kam er nach
Leipzig, trat ins Konzertorchester
als erster Flötist ein, erhielt bald
darauf die Organistenstelle an der
Nikolaikirche, wurde dem alternden
Hiller am 2/9 1800 als Unter-
stützung an der Thomasschule bei-
geordnet und erhielt die Stelle
als Kantor nach Hiller's Tode
(1804). Die Konzerte im Gewand-
hause unterstützte er und seine
Frau durch öfteres Auftreten als
Virtuosen, auch war er der Erste,
der die Schöpfung von Haydn in
Leipzig 20/12 1801 aufführte. Im
Dez. 1809 nahm er als Kantor
seinen Abschied, um die Stelle
als Grofsherzogl. Kapellmeister in
Weimar anzutreten. Ein jahre-
langes Leiden was schliefslich in
Wassersucht sich äusserte, trübte
seine letzte Lebenszeit und raffte
ihn früh dahin. Seine Wittwe
zog nach Leipzig und liefs sieb
Müller, Aug. Eberh.
103
Müller, Aug. Eberh.
melirfach daselbst hören (Dörffel
2, 28. Lpz. Ztg. 1817 p. 885 von
Rochlitz. Wiener Allg. miisikal.
Ztg. 1818 Sp. 59 mit Rochlitz
übereinstimmend). Seine Kompo-
sitionen waren einst noch bis in
die 50er Jahre des 19. Jhs. be-
liebte Piecen und seine Klavier-
schule war lange das Yorbild für
ähnliche Unternehmungen. Nach-
weisbar sind heute noch:
Gerechte, frohloctet dem Herrn. Can-
Me von Eoehlitz, f. 4 Singst. 2 V. 2
Violen. 2 Fl. 2 Ob. 4 Hörn. Pauken und
Bc. P. [Leipz. Thom. B. B., Ms. 15650.
Siehe, ich verkündige euch, Cantate f.
4 St. 2 V. Violen, Fl. Tromp. Pauken.
P. [B.B. Ms. 10802.
Cantate: Preis und Dank. P. Ms.
[Leipz. Thom.
Der Polterabend. Singspiel in 1 Act
von Alex. Wolff, Clav.-Auszg. vom Kom-
ponisten, Nachgelassenes Werk. Lpz.,
Peters, qufol. [Dresd. Mus.
Cantatine zu Familienfesten, f. 4 Singst,
und Orch., nachgelassenes Werk. Lpz.,
Fr. Hofmeister. Part. [B. B. Musikfr.
Wien.
Chorgesänge op. 2. 3. [B. M.
Der Sachsen Freude als Friedrich
Anglist die Köuigswürde annahm (1806).
Ein Lied für Alle mit Begltg. des Pfte.
Lpz., A. Kühnel. qufol. [Dresden Mus.
Venus und Amor, oder die Reize der
Liebe, in zwey Liedern für das Forte-
piano, in Music gesetzt von ... Lpz.,
Breitkopf. qu4". [Brüssel Cons. 373.
6 deutsche Lieder mit Ciavier. Braun-
schweig, Magazin. [B. B.
YJ deutsche Lieder mit Begltg. des
Pfte. Hamburg, Günther und Böhme.
[Darmst. Biüssel Cods.
VI deutsche Lieder mit Begltg. des
Claviers, comp, von . . . Zweyte Samlg.,
Lpz., Br. & H. qu40. [Brüssel Cons.
Concert p. le Clav, ou Pfte. avec in-
strum. Hummel a Berlin. Klav. und 9
Stb. fol. [B. B.
Concerto (in A) p. Pfte. et orch.
Amst., Hummel. Stb. [Biiiss. Cons.
Concert p. la Flute av. Orch. oe. 16.
Lpz., Br. & H. 14 Stb. [B. B. Musikfr.
Wien.
dito oe. 20. 22. 24. 30. Das 10. und
11. Concert bei Peters in Lpz. [B.B.
Trio (in B.) p. Pfte. V. et Vcl. op.
17. Breitk. & H. Stb. [Brüssel Cons.
Vingt petits Duos tres faciles p. 2 Fl.
op. 19. Paris, Sieber. [Schwerin F.
3 Duos, oe. 20. Hambg., J. A. Böhme.
[B.M.
3 gr. Duos p. 2 Flutes. [Musikfr.
Wien.
Gr. Sonate p. Qav. et Fl. oe. 38.
Lpz., Kühnel. [Musikfr. Wien. B. B.,
auch Lpz., Peters.
3 Senates p. le Clav. oe. 3. üffenb..
Andre. [B. B.
3 Sonates p. le Clav, ou Pfte. oe. 7.
Lpz., Breitkopf. 28 S. [B. Wagener.
3 Sonates p. le Clav. oe. 13. Vienue,
Hoffiueister & Co. [B.M. Musikfr. Wien.
3 Sonates p. le Pfte. oe. 14. Lpz.,
Peters. [B.B. B. Wagener: Lps. en
comniission chez Br. & H. 26 S. Brüssel
Cons. Musikfr. Wien.
3 Sonatines progressiv, oe. 18. Lpz.,
Peters. [B.B. Brüssel Cons. Musikfr.
Wien.
Sonate p. le Clavec. ou Pfte. oe. 26.
Lpz., Petei-s. 13 S. (Diese Sonate er-
schien zuerst unter Mozart's Namen im
Magazin de Thonus). [B. B. B. Wagener.
Musikfr. Wien.
6 gr. Caprices p. le Clav. oe. 29. Lps.,
A. Kühnel. [B. M. B. B. chez Peters.
Caprice p. le Clav. oe. 4. Offenb.,
Andre. [B. ß.
op. 31, 3 gr. Caprices, op. 34 dito,
oe. 41 dito. Lips. Peters. [B. B. B. M.
Musikfr. Wien.
Fantaisie p. le Clav. oe. 35. [Mu-
sikfr. Wien.
Fantasia op. 40 per Fl. solo c. aco.
deU'orch. P. Autogr. 20 Bll. qufol. Ms.
15735. [Hofb. Wien.
Andante avec Variat. p. le Clav. oe. 8.
Lps., Breitkopf. [B.B.
6 Variat. p. le Pfte. sui- l'air „Jüngst
sprach mein Herr der Bader." Hbg.,
Böhme, qufol. [Dresd. Mus. Musikfr.
Wien.
Vai-iat. p. le Clav. oe. 9. 32. 37 u.
oe. posth. [Musikfr. Wien.
Variat. f. Klav. 1 Bl. Autogr. 18431.
[Hofb. Wien.
Marche du General Bonaparte variee.
oe. 15. Lps. Br. & H. [B. B. B. Kgsbg.
in Kopie.
Cadenzen zu Mozai-t's Concerten, nach-
gelassenes Werk. Lpz., Peters. [B. B.
Sammlung von Orgelstücken 1. Heft.
Lpz. 1798 Br. & H. fol. [B.B. B.Lpz.
Klavier- und Fortepiano Schule oder
Anweisung zur richtigen und geschmack-
vollen Spielart beider Instrumente, nebst
einem Anhange vom Generalbafs. Mit
Müller, Chrstn. Friedr.
104
Müller, F,
1 Kupfertafol. Leipzig. Presd. Mus.
Musikfr. Wien.
— Fortepiano-Schule. 7. Aufl. Lpz.,
Peters. [B. B. B. M. Einsiedeln.
— Grofe Fortepiano-Schule mit vielen
neuen Beispielen u. einem vollständigen
Anhange vom Generalbass, versehen von
C. Czerny. Lpz. (1825) qufol. [Brüssel.
Kleines Elementarbuch für Klavier-
spieler. Lpz., Peters. 4". [B. B. Mu-
sikfr. Wien in mehreren Aufl.
Uebungsstücke f. Pfte. 1. Heft. Lpz.,
Br. & H. [B. B.
Instructive Uebungsstücke. Heft 1—6.
Nene Ausg. Lpz., Peters. [B. B. Dresd.
Orgelstücke in C. F. Beckor's Caecilia.
Leipzig.
Anweisung zum genauen Vortrage der
Mozart'sehen Ciavier -Concei'te. Leipzig
(1796) Schmiodt & Rau. fol. [B. B.
Insti-uctive Flöten stücke f. Anfänger.
Lpz., Peters. [Musikfr. "Wien.
Ein Moderato f. Orgel iu neuer Ausg.
(Eituer 2).
Im Autogr. Grasn. in B. B: Etüden f.
Klav. u. s. Portr.
Müller, Cbristiaii Friedrich,
geb. 29. Dez. 1752 zu Rlioin.sberg,
gest. 1809 in Stockholm. Ein Vio-
linist, der eine Zeit Jang in der
Kapelle des Prinzen Heinrich von
Preufseu sich befand, 1778 mit
der Sängerin Mara auf Konzert-
reisen ging, verheiratete sich dann
mit der Sängerin Karoliue Friede-
rike Walther, mit der er sich
meist auf Konzertreisen befand.
An Kompositionen soll er nur
Weniges geschaffen haben (Ger-
ber 1).
Müller, Christian Heinrich,
geb. 10. Okt. 1734 zu Halberstadt,
gest. 29. Aug. 1782 ebd., wurde
Domorganist zu Halberstadt und
soll ein vorzüglicher Orgelspieler
gewesen sein (Gerber 1. Fetis).
Gerber führt einen Jahrgang Kir-
chenmusik im Ms. an, auch das
folgende Druckwerk :
Drey Sonaten fürs Ciavier, als Doppel-
stücke für zwo Personen mit 4 Händen
(sie?), ge'nidmet dem Donkapitel zu
Halberstadt. Auf Kosten des Verfassers.
Berlm 1782 F. W. Birnstiel. 35 S. fol.
[B. Wagener. B. B. Ms. 15680 in K. in
Kopie. Brüssel Cons. im Druck, br. Mus.
Müller, Ch... P. .., gab 1793
zu Landshut
Lieder auf alle Sonn- und Festtage des
Herrn, zum Gottesdienst in der römisch-
kathol. Kirche für die Orgel u. 2 Singst,
heraus (Gerber 2).
Müller, Eduard, unbekannter
Autor, von dem sicli im Conserv.
zu Brüssel eine
Kantate f. Ten., Chor u. Orch. in P.
Ms. befindet.
Müller, Ernst, bekannt durch:
Das holie Lied Salomons (8 Melodien
von J. H. Seip). Leipzig 1662 Vulpius.
[B. Lpz.
Müller, genannt Miller, Ernst
Ludwig, schrieb unter dem Na-
men Krasinski; ein Flötist, der
um 17 00 in Berlin lebte, 1768
nach Frankreich ging, in Dijon
lebte, dann in Auxonne, wo er
sich verheiratete. Eine Tochter
von ihm wurde eine berühmte
Tänzerin, die sich Miller nannte
nnd einen Gardel heiratete. 1776
lebte er in Paris unter dem Namen
Miller. Er schrieb dort die Bal-
lette :
Le Deserteur, Ballet -pantomime en 3
actes, reprcs. (a/d. grofsen Oper) 16/1
1788. 2 voll, im Ms. in 40 im Archiv
der gr. Oper zu Paris. Sein Schwieger-
sohn Gardel richtete die Tänze ein.
Telemaque dans l'ile de Calypso, Ballet-
heroique en 'A act. repres. 23/2 1790 eben-
dort. 3 voll, im Ms. 4° u. von Gardel
eingerichtet. [Paris l'opera.
Psyche, B.-pant. en 3 act., repres.
14/12 1790. Paroles de Pierre Gardel.
3 voll. Ms. (2. edit.) P. [Paris l'opera.
Im Lajarte Nähei'es über die 3 Ballette.
Seine Flötenkompositionen erschienen
unter dem Namen Krasinski (Fetis nach
Boisjelou).
Er starb 15. April 1811 zu Paris (La-
jarte 2. 53).
Müller, F..., bekannt durch:
Etwas von und über Musik fürs Jahr
1777 (u. 1778) anonym. Frankfurt a/M.,
Eschenberg. Wird von anderen Jos.
Kraus, oder F. Fischer, auch Wagner zu-
geschrieben. [B. B. 3 Ex. B. Leipzig.
Dresden.
Müller, F . . . A ,
105
Müller, Heinrich T,
Müller, F... A..., gab 1796
in Berlin bei Rellstab heraus:
BiTinnenlied mit 2 Melodien; 3 Sonatine
p. il Fortep. Arpa, acc. da 2 Corni e
V.; 3 Sonatiues p. la harpe ou Pft., So-
nate et Rondo en Caprice p. le Clav.
1800 (Gerber 2).
Müller, Franz, Violinist a/d.
Hofkapelle in Wien mit 30 Gld.
raonatl, vom 1. Juni 1687 bis f
im Juni 1701 (Köchel 1).
Müller, Franz Heinrich, um
1690 Organist und Sänger zu
Glückstadt (Mattheson 1, 173).
Slüller, Friedrich, muss gegen
1760 in Paris gelebt haben, denn
er gab dort heraus:
Sei Sonate a Violino solo col Basso.
Gravee par Mme. Yendome. Paris, aux
adresses ordinaires. qufol. [besafs einst
Leo Liepm.
Müller, Gr..., ein Komponist
der ersten Hälfte des 16. Jhs.,
der im Forster 1549 i Nr. 2 mit einem
4stim. deutscheu Liede vertreten ist (Eit-
ner 1 und M. f. M. 26, 115).
Müller, Grottfried Ephraim,
geb. 1712 zu Wolkenstein, gest.
12. Mai 1752 zu Eibenstock, wo
er Pastor war, schrieb:
Historisch - philosophisches Sendschrei-
ben an einen hohen Gönner, von Orgeln,
ihrem Ursprung . . . Dresden 1748 Walther.
8» 40 Seit. Becker 1, 124 giebt den
Inhalt au. [B. B. Dresden. B. Lpz.
Musikfr. Wien. B. Hbg.
Müller, Gottlieh Friedrich,
Kammermusikus und Hoforganist
in Dessau, wie er auch im Sami-
wk. 1760b von Breitkopf genannt
wird, auch Burney erwähnt seiner
1772. Bekannt sind mir:
Angenehme und zärtliche Lieder . . .
Dessau 1760 Cömerische Buchhdlg. qufol.
20 S. 20 Lied. [B. G. Brüssel Cons.
6 Senates p. le Clave9in. Lps. 1762
Breitkopf, [besaiis einst Prof. Rust in
Leipzig.
2 Sonaten f. Klav. von 1752 in Bd.
u. Fd. und 1 Suite im Autogr. [ebd.
Im Breitkopf 9 einige Piecen.
Müller, Pater Grregor, geb. zu
Villingen (Württemberg), trat 1762
ins Kloster Mariastein (Schweiz),
war Prof. der Philosophie und
Theologie, wurde Prior in seinem
Kloster, dann Oekonom in Bein-
will und st. 1818. Er hinterliefs
eine deutsche Messe, Improperien
u. a. (Kornmüller 1, 421).
Müller, Heinrich I., Pastor an
der St. Marienkirche zu Rostock
und Prof. a/d. Universität. Geb.
18. Okt. 1631 zu Lübeck, gest.
17. Sept. 1675 zu Rostock. Ein
geistlicher Liederdichter, dessen
Liederbücher von Verschiedenen
in Musik gesetzt wurden u. unter
den Titeln erschienen:
Geistliche Seelen -Musik, bestehend in
zehen Betrachtungen, und 400 auser-
lesenen Geist- und Xraft-reichen, so wol
alten, als neuen Gesängen mit allerhand
schönen, unter andern 50 gantz neuea
Melodeyen gezieret. . . Franckfurt a/M.
1659 Chnstoph Wust (Zahn schreibt:
Rostock bey Joh. Eicheln, d. i. der Drucker).
120. 11 Bll. 216 S. die Betrachtungen.
Dann neuer Titel:
Himlische Liebes - Flamme . . . oder
Zehen geistl. Liebes-Lieder ... 931 Seit,
mit 124 Melod. 10 u. 40 von Nie. Hasse
(1 fälschl. bez., so dass es 49 Melodien
sind), 28 von Schop, unbez.. 11 von Joh.
Crüger, 9 von Albert ohne Autor bez.,
2 von Joseph s. n., 2 von Hammerschmidt
s. n., je 1 von Schein, Scheidemann, J.
Schultz, Gregor Richter, J. H. S. und
Incerti (Genaueres bei Zahn 6 , 209).
[B. Hbg. B. Stuttgart. B. Rostock fehlen
die letzten Bll.
— ib. 1668 „die andere Edition vom
autore selbst revidirt und verbessert'''.
[B. Hbg.
— ib. 1684 gleicher Titel, ohne Aende-
rung. 12". 388 Lieder mit 88 Melod.
[B. Kgsbg. B. Lpz.
Der Geistlichen Erquickstunden des
Fiirtreffl. Tbeologi H. Doct. . . . Poetischer
Andachtklang: von denen Pegnitz-Blum-
genossen verfasset; und in Arien gesetzet
durch Joh. Löhner der Sing - Dichtkimst
Befhssenen. Nürnberg 1673 W. Eb.
Felsecker. 12°. 295 S. mit 50 Mel. u.
B. [B.M. Stadtb. Nürnberg. B. Hbg.
(Zahn 6, 235).
— ib. 1691 „anjetzo mit 60 Liedern
vermehret, und von unterschiedlichen
Ton -Künstlern in Arien gesetzet". S**.
Müller, Heinrich II.
106
Müller, Johann V.
5 Bll 620 S. mit 112 Melod. u. B. von
P. Fr. Endter 2, J. C. Feuerlein 2, J.
Löhner 51 (49 in der 1, Ausg.), Ch. Ad.
Negelein IG, J. Ö. Richter 7, G. Schütz
1, G. G. Schütz 1, J. B. Schütz 8, B.
Schultheiss 1.3, H. Schwemmer 2, C.
Wecker 7 (Zahn Näheres G, 263). [B. Lpz.
B. AVernig. B. M. B.Hbg. B. Wagener.
Brüssel. Hofb. Wien.
Müller, Heinrich II., Lebens-
zeit unbekannt.
Die Kgl. Musikaliensamlg. in Dresden
besitzt von ihm 1. Gradualo a 4 voc. P.
Ms. 249. 2. Kirchenlied f. 1 St. u. Kla-
vierbgltg. Ms. 249 a. 3. Pastorale f. Orgel
in 4**. Ms. 12 a. Allem Anscheine nach
gehört er dem p]nde des 18. .Ihs. an.
Müller, Ileiiiricli Friedrieh,
Violinist am Hofe zu Braunschweig,
starb in vorgerücktem Alter um
1818.
Im Jahre 1805 werden Piecen für
Flöte op. 7 von ihm angezeigt, 1806
Tänze f. Pfte., 1807 Sonatincu. Fetis
zeigt 7 Werke an.
Müller, Jakob, von 1621 bis
1626 Lehrer und Kantor an der
Pfarrkirche zu Torgau (Taubert
1, 17).
Müller, Jeremias, war um 1555
Tenorist a/d. Hofkapelle zu Dresd.
mit monatl. 29 GId. Gehalt (Für-
stenau 1, 25).
Müller, Johann 1., gehört der
ersten Hälfte des 16. Jhs. an und
ist im
Ott 1544 mit 3 deutschen 4- u. 5stim.
Liedern vertreten (siehe Eitner 1). Das
letztere „Weil ich grofs gunst" trägt den
Namen Joh. Mülner, ist 5stim. und steht
in der neuen Ausgabe unter Nr. 100.
M. f. M. 26, 115 werden die beiden G.
Müller und Joh. Müller verglichen und
so weit dies möglich ist zu beurteilen,
als zwei verschiedene Komponisten be-
zeichnet.
Im Ms. 940 Nr. 241 in B. Proske das
4stim. Lied: Guckguckh hat sich zu todt
gefallen.
Müller, Johann II. III. IV.
In der kurf. Hofkapelle in Dresden
war um 1632 ein J. M. als In-
strumentist augestellt (Fürstenau
1, 58). Das s. Staatsarchiv er-
wähnt ihn schon 1631 und bez.
ihn als Organisten, der um eine
Begnadigung (Geschenk) bittet.
Dies ist jedenfalls derselbe, den
Gerber 2 erwähnt: geb. in Dres-
den, Schüler des Perandi, blühte
um 1640 und starb gegen 1670.
Nach Draudius schrieb er 1, Newe
teutsche Motetten mit 5 vnd 8 Stim.,
Darmbstatt 1611. 4^. 2. Jubilaeuni Sionis.
Jena 1649. 4" (nach Draudius u. Walther).
Das Werk von 1611 kann unmöglich von
ihm sein. Fürstenau 2 a, 264 bemerkt
noch aus den Akten über obigen Müller 11.,
dass er schon 1621 Hoforganist mit 250
Thlr. Gehalt war. Das letztere oben er-
wähnte Werk besitzt die B. Z\vickau, doch
geht aus dem Titel hervor, dass dies
weder der von Fürstenau, noch von Ger-
ber erwähnte Joh. Müller ist:
Jubilum Sionis, d. i. Fried- vnd Frcu-
deus Jaucbtzer . . . wegen defs . . . be-
schlossenen Friedens ... von Johanne
Mullero , Gossitio - Varisco (?) , Musicae
])racticae addicto Scholao Ziegenrüci mo-
deratore . . . Jehna 1649 Sengenwald.
9 Stbll. fol. Te.xt: Jetzt ist es Zeit,
8 stim. in 2 Teilen.
Ein 3. Joh. M. war um 1666
Männer- Altist und Instrumentist
mit 100 Thlr. Gehalt, der 1680
sich auf 150 Rhtr. belief (Fürste-
nau 1, 93, 98). . 2 a, 264 schreibt
er: der Altist und Instrumentist
Joh. M. erhielt 1682 den Musik-
unterricht der Kapellknaben an
der Dresdner Hof kapeile und wird
noch 1692 erwähnt.
Ein 4. Joh. M. wird von Taubert
1, 33 von 1663—1698 als Organist
an der Stadtkirche in Torgau be-
zeichnet.
In der B. B., Ms. 14570, eine Hds. des
17. — 18. Jhs. enthält von einem Johann
Müller., Samlbd. Nr. 11: ,,0 Jesu Christe
Gottes Sohn". 5 voc. 5 Instr. et Cont.
6 Bll. und Nr. 12, Dein Wort ist meines
Fufses Leuchte, Motette concertato ä 5:
2 V. 2 Cantus, B. et Cont. 4 Bll. Viel-
leicht rühren sie von Joh. M. 3 her.
Müller, Johann V., ein Böhme,
aus Dobrawicz geb., wo er auch
später als Schullehrer und Chor-
Müller, Johann VI. VII. Vni.
107
Müller, Job. Heinr. Friedr.
regens angestellt war. Er miiss
in der Mitte des 18. Jhs. gelebt
haben.
Dlabacz fand 1786 auf dem Eaudnitzer
Xirchenchore noch 2 Messen und 3 Lita-
neien von ihm im Ms.
Müller, Johann YI. VII. Vni.
Gerber 2 erwähnt noch zwei J. M.,
einen Magister zu Halle (165.5 bis
1682) u. einen Diakonus zu Nürn-
berg (1692-1744), der 1715 eine
Disseiiatio de Elisaeo ad musices so-
num propheta. Helmstadius, drucken liefs.
Exemplar in Bibl. Hambg.
Ein 8. Joh. Müller, von Gerber 2 er-
wähnt, gab heraus: Kurze und leichte
Anweisung zum Singen der Choralmelo-
dieu, zunächst für Schüler . . . Frankft.
a M. 1793 Hermann. 26 Seit, in #.
[ßiüssel.
Müller, J... A..., bekannt
durch
3 Duos concertants pour V. et A. op. 2.
Offenb., Andre. [Mailand Cons.
6 Duos conc. p. V. et Alto. Paris,
Sieber. [Mailand Cons. nur Nr. 1 — 3.
Scheint dem 18. Jh. anzugeöhren.
Müller, Johann Christian, geb.
in Langen -Sohland bei Bautzen;
da er bei seinem Tode 46 Jahr
alt war, so muss er 1750 geb.
sein, gest. den 4. Nov. 1796 zu
Leipzig, besuchte die Schule zu
Bautzen, Zittau und Lauban, an
welchem letzteren Orte er Praefekt
des Singechors wurde. 1778 kam
er nach Leipzig und wurde als
erster Violinist am Orchester an-
gestellt und in den Gewandhaus-
konzerten als Flügelspieler (Ger-
ber 2, Dörffel 2, 236). Von seinen
Kompositionen sind nachweisbar:
Schiller's Ode an die Freude, der Loge
in Görlitz dedic. Lpz. 1786 Breitkopf. 4".
4 S. [B. B. Dresd. B. Lpz.
— In Joh. Aug. Böhme's 14 Com Po-
sitionen zu Schiller's Ode an die Freude
wieder aufgenommen.
Choeur de chasseurs ,,Allons amis la
chasse est une fete'', av. orch. Stb. Ms.
[Mailand Cons.
Six fugues, compos. par J. Chretien M.
op. 2. Amst., S. Markordt. fol. [Brüs-
sel, br. Mus.
Anleitung zum Selbstunterricht auf der
Harmonika. Lpz. 1788 Crusius. 4", mit
Portr. von Franklin. [B. B. B. M. Dresd.
B. Lpz. Dresd. Mus. Musikfr. Wien.
Binissel. Bologna.
Müller, Johann Daniel, Ger-
ber 2 nennt ihn Konzertdirektor
in Frankfurt a/M., der ein Choral-
buch L754 herausgab. Israel 34,
35 führt einen Musikus um 1748
ebd. an, der am 3/10 1747 als
Violinist im eigenen Konzert mit
der Sängerin Santa Tasca auf-
tritt, nur Müller genannt; mutmafs-
lich sind beide dieselben. Das
oben erwähnte Choralbuch trägt
den Titel:
Vollständiges Hessen-Hauauisches Psal-
men- und Choralbuch. 2. Titel . . . Ha-
nauisches Choral -Buch, welches so wohl
die Melodien (mit Bass) der 150. Psalmen
David's, als anderer in beyden evangel.
Kirchen . . . alten und neuen Lieder in
sich fasset . . . herausgeg. von Joh. Daniel
M. Franckf. a/M. 1754 Stock's Erben,
SchiUing und Weber. 4«. 1. Thl. 116 S.
Musik. 2. Thl. 744 Melod. mit bez. Bass.
(Näheres bei Zahn 6, 339.) [B. B. B. Lpz.
B. K. B. M. Hofb. Wien. Brüssel.
Gerber 1 erwähnt uuter dem Artikel
Hiller (S. 640) einen Gambisten J. D.
Müller^ der an der gräfl. Brührschen
Kapelle und am grolsen Konzert in Leip-
zig von 1765—68 angestellt war (Dörffel
2 erwähnt ihn nicht). — Auch Beichard
I 1791, 141 nennt einen Müller^ Musikus
i in Leipzig, der in dem Jahre die Kom-
i Position zu: Preis für Vaterland und
i Menschliebe, von Schochner gedichtet,
schrieb. Den Joh. Daniel Mylius, 17. Jh.,
siehe unter Mylius.
Müller, Johann Grottfried, ein
Musiker des 18. Jhs.,
I von dein man 3 Sonaten f. Klavier im
Ms. [Brüssel Cons.] kennt.
I Müller, JohannHeinrichFried-
rich, ein Schauspieler in Wien,
ist der Verfasser eines Theater-
kalenders über die beiden Wiener
Theater. Sie erschienen in Press-
burg 1772 u. 1773 in 2 Bd. S\
betitelt:
„Genaue Nachrichten von den beyden
Ksl. öffentl. Schaubühnen u. andern öffentl.
Ergötzlichkeiten in Wien" (Gerber 2). Die
Müller, Johann Immanuel.
108
Müller, Johann Michael 11.
Musikfr. in "Wien besitzen unter denselben
Namen eine „Anweisung zum Singen der
Choral-Melodien". Franckf. 1793.
Müller, Johann Immanuel,
geb. 1. Jan. 1774 zu Schloss Vip-
pach, gest. 25. April 1839 zu
Erfurt. 1785 Sängerknabe unter
Weimar in Erfurt, dann Schüler
von Kluge und Kitte], erhielt 1795
den Organistenposten an der Regler-
kirche daselbst und wurde bald
darauf zu Kerspleben bei Weimar
Organist, 1810 Kantor an der Kauf-
mannskirche zu Erfurt und 1820
Musikdirektor am Gymnasium (Ne-
krolog in Schi Hing's Jahrb. 1839,
198. Biogr. Leipz. Ztg. 41, 378.
773). Er war ein fi'uchtbarer Kom-
ponist im Ausdrucke und Fertig-
keit seiner Zeit. Nachweisen lassen
sich (Schilling, Supplementbd. zeigt
87 Werke an, Fetis teilt sie etwas
genauer mit, auch die Lpz. Ztg.
bespricht einige):
Dr. Mart. Luthers Verdienste um die
Musik, nebst einem Verzeichnis . . . Erfurt
1817 Müllersche Buchhdlg. S». 24 S.
[B. B. B. M. Brüssel. B. Lpz.
Cramers Hj^mnus an Oolt. Erfurt,
Job. Dan. Weimar. P. 19 Bll. [B. B.
B. Wagener.
Hochgesang der jireufsischen Völker
1830. Ms. 15 705 in B. B.
Kleine Singschule. Erfurt 1823 Maring.
40. [B. B.
1 Kantate im Ms. [B. Gotha. Ebd.
ohne Vornamen, fraglich von wem : 3 Kan-
taten im Ms.
Müller, Johann Jakob, war
von c. 1717 bis 1731 unter Fürst
Leopold von Köthen, Organist an
der reformierten Hauptkirche in
Köthen (Hosäus 7. Spitta 1, 615).
In einem Samlbd. Orgelpiecen in B.
Brüssel 2037 ist auch ein J. J. Müller
vertreten.
Müller, Johann Konrad, um
1800 Musiklehrer in Frankfurt a/M.,
gab Gesänge, 1798 u. 1801 Klavier-
stücke und Tänze heraus (Gerber 2.
Anzeigen).
Müller, Johann Leonhard, ein
Komponist der 2ten Hälfte des
18. Jhs., bekannt durch:
6 (?) Requiem (4 voc. et org.) 2 V. ad üb.
et Vcl. op. 1. Aug. Vind. 1780 J. J. Lotter.
Stb. [Einsiedeln.
Man zeigt auch eine Triumph-Ode 1798
von ihm an (Gerber 2).
Müller, Johann Ludwig. Das
Sachs. Staatsarchiv berichtet, dass
er 1653 als Musiker an den Kur-
fürsten von Sachsen empfohlen
wurde.
Müller, Johann Michael I., geb.
um 1683 zu Schmalkalden, war
von etwa 1718 bis 1736 Musik-
direktor, Organist und Praeceptor
am Gymnasium zu Hanau. Er
gab heraus:
Zions narj)ffen- Lieder, bestehend in
150 Psalmen Davids, welche nach einer
leichten und füglichen Manier auffgesetzt,
und mit einem richtigen Bass aufs neu
versehen sind ... Franckf urt a/M. 1718
Stock. 40. [B. B. Brüssel.
Neu aufgesetztes, vollständiges und
nach der neu- und reinesten Composition
eingerichtetes Psalm- und Choral - Buch
. . . nebst des Neanders Bundes Liedern
... in fügliche Melodien gesetzt und ins-
gesamt auf das Ciavier mit einem rich-
tigen Bafs aufs neue versehen . . . Franckf.
a/M. 1718 J. A. Stock, gedr. bey B. Diehl.
40. Der 2. Teil trägt die Jahresz. 1719.
150 Psalmen u. 198 geistl. Lieder. (Nähe-
res bei Zahn 6, .301.) [B. B.
— 2. Aufl. Fj'anckf. a/M. 1735 (1736)
bey Stock sei. Erben und J. G. Schilling.
40. 235 Lieder (siehe Zahn 6, 315). [B.
Lpz. B. Kgsbg.
Anhang zu dem Müller'schen Psalmen-
und Choral-Buch ... ib. 1739. 4». 10 Bll.
61 Choräle mit bez. Bass. [B. Lpz.
Gerber 2 führt noch 12 Sonaten f.
Oboe mit Begltg. von Blasiustrum. op. 1.
Amsterd. 1730 an, doch ist es sehr frag-
lich, ob dieselben von obigem Joh. Michael
sind.
Müller, Johann Michael II.,
geb. 8. Aug. 1772 zu Schwetzingen,
gest. 13. Dez. 1835 in Stuttgart.
Erhielt seine musikalische Aus-
bildung als Violinist in Paris und
besuchte das dortige Conservatoire,
leitete dann zu Bern die Konzerte,
Müller, Johann Nikolaus.
109
Müller, M . .
kam als Musikdirektor nach Bay-
reuth und ging bald darauf als
Tirtuose auf Reisen. 1802 wurde
er Konzertgeiger in Frankfurt a/M.
und nach Karl Cannabich's Ab-
gange übernahm er die Leitung
der Oper, ging 1804 als Konzert-
meister nach Weimar, 1806 nach
Breslau, leitete eine Zeitlang die
Oper, ging wieder auf Konzert-
reisen und fand endlich in Stutt-
gart dauernden Aufenthalt, wo er
Konzertgeiger und 2. Orchester-
direktor wurde. Während 3 Jahren
war er auch in Wien beim Fürsten
Esterhazy als Yorgeiger (A. d.
Biogr.).
Nachweisbar sind 2 Quatuors pour Cla-
veyiü, Y. Ya. et B. [Musikfr. Wien.
Yen einem Joh. M. Müller im Autogr.,
B. B., Grasn. „Meeresstille" f. 4 Männerst.
In Darmst. im Ms. mit J. M. Müller
gez. ein Stabat mater. Part.
Müller, Joliaiin Nikolaus, lebte
in der ersten Hälfte des 18. Jhs.
und bezeichnet sich als Actuarius
justit. juratus zu Wurzbach bei
Lobensteiu. Er schrieb mehrere
Klavierstücke in Partien zu 4 bis
5 Sätzen, die von einer fi-ischen
Erfindungskraft in kleinem Rahmen
zeugen. Sie erschienen unter den
Titeln:
Des musicalischen Frauenzimmers musi-
caUsches Divertissement. 1. Partie, be-
stehend in einen (!) vor das Ciavier gesetzten
Allegro, Balletto, Largo, Polonoise, Ten-
trefsement, 2 Menuets, March und Gique,
componirt von . . . Nrnbg. (1736) B.
Schmid. qufol. Enthält mehrere Gesang-
sätze, 3 Concerte, davon eins von Krause
u. a. [B. B. Dresd. Mus.
— In Bibl. des Conservatoire zu Biüs-
sel eine Ausgabe mit 2 Partien, ib. 1736
(Titel im Kat. verstümmelt).
Des musicalischen Frauenzimmers musi-
calisches Diveitissement bestehend Aus
3 leichten vor das Ciavier gesetzten Par-
tien . . . Aria, Menuet, Bourre, Mourky,
Polonese, Gique ... Zu finden bey Balth.
Schmidt in Nrnbg. qufol. 14 S. [B. B.
B. M.
Harmonische Kirchenlust, bestehend
aus 12 Arien, 12 Praeludien und 12 kurzen
leichten Fugen vor Orgel oder Ciavier.
Nrnbg. s. a. Ulr. Haffner Nr. 69. qufol.
17 S. [B. B. B. Wagener.
Müller, Jost, von Uri, Lebens-
zeit mir unbekannt. Im Stifte Ein-
siedeln ein Gloria 4 voc. c. orch.
P. Ms.
Müller, Karl, Herzogl. Braun-
schweig'scher Hofmusikus am Ende
des 18. Jhs.,
gab nach Gerber 2 Lieder, Offenb.
1793, ein Konzert f. Klav. und Orch.,
Braunschweig 1794 u. 12 Yaiiat. 1798
heraus.
Yon einem Carlo Müller besitzen die
Musikfr. in Wien eine Kantate: 11 natale
di Giove in P. — Auch die Sinfonia della
Grotta di Trofonio arrangierte ein Carlo
Müller f. Pfte. u. V.
Im Autogr. B. B., Grasn., Issicraten in
P. mit Carl Müller gez.
Müller, Karl Willielin, geb. zu
Halberstadt um 1769 (?), gest. 8.
Nov. 1819 ebd., wo er am Dome
den Organistenposten bekleidete
(Felis und Gerber 2). Die Bibl.
zu Königsbg. in Preufsen besitzt
von ihm:
Ariette avec dix Yariat. p. le Clavecin
composes pai' Ch. Guill. M. oe. 6. Brons-
vic, Magasin. qufol. 7 S.
Andante av. 7 Yar. ... oe. 19. ib.
qufol. 7 S.
3 Senates faciles pour le Pfte. oe. 19 (?).
Lps., A. Kühnel. qufol. 17 S.
Redouten -Tänze f. 2 V. Bratsche, B.
Flöte, Claiinetten und Homer. 2. Samlg.
Lpz., Br. & H. Stb. [Mailand Cons.
Die Lpz. Ztg. beurteilt ihn in Bd. 2.
3. 6.
Im Autogr. B. B., Grasn. „Miscelles
p. Fortep."
Müller, M . . ., lebte am Ende
des 18. Jhs. und gab 1796 in
Bremen ein Konzert auf der Har-
monika, wozu er ein
Programm drucken liefs, worauf die
Anzeige des Konzexi:s sich befindet nebst
einer Beschreibung des Instruments auf
15 S. [B. B.] Diese Schrift wird sehr
oft Wilhelm Christian zugeschrieben. Ger-
ber 2 führt noch 2 Samlg. Lieder mit
Klav., Lingen 1788, an.
Gerber 2 verz. noch einen zweiten
Müller, Marianus.
HO
Müller, Wenzel I.
71/. Müller, der um 1798 Organist au der
Nikolaikirche zu Rinteln Avar und eine
Samlg. Lieder anzeigt. Vielleicht sind
die beiden eine Person.
Von einem MaWiacus, der 1787 in
Rinteln lebte, also der obige sein wird,
liegen mir vor: Scherzhafte und mora-
lische Lieder zum Singen beym Ciavier.
Rinteln (1787) Böseudahl. 4". 40 S.
[Hannover.
Müller, Fat. Marianus, geb.
1724 zu Aesch, gest. 1780 als
Fürstabt in St. Einsiedeln (Schweiz).
Trat 1743 in den ßenediktiner-
orden in letzterem Kloster ein
und wurde 1778 zum Abte ge-
wählt. In Mailand liatte er seiner
Zeit unter Gius. Paladine Musik
studiert. Er komponierte Messen
u. a. Kirchenmusik (Schubiger 2, 51).
Müller, xllatthaeus; auf einer
Quittung in B. B., Autogr. Grasn.,
nennt er sich „gewesener Schuel-
meister und Tenorist zu Herrnales
(Hernais bei AVien), empfing 1027"
seine Besoldung. Einen Matthaeus
des 18. Jhs. siehe im Artikel
M. Müller.
Müller, P..., Lebenszeit un-
bekannt, gab heraus:
Lieder und Chore mit Begleitung der
Orgel oder des Claviors zu Müncbs Fest-
tagsfeier. Darmst. P. [Darmst.
Vielleiclit ist auch von ihm (ebenso
gez.) Die letzten Tage von Pompeji. Ms.
Stb. [Darmst.
Ebenso: 12 Männerchöre für 3 und
4 Singst. Darmst. [Darmst.
Müller, Paul Christian, Sohn
des Job. 4, wurde 1698—1700 sein
Nachfolger im Amte als Organist
der Stadtkirche in Torgau (Taubert
1, 3H).
Müller, Kiebard, trat 1606 in
herzogl. Braunschweig. Dienste zu
Wolfenbüttel mit 100 Thh-. Gehalt
(Chrysander 1, 150),
Müller, Sebastian, von 1652
bis 1675 Chordirektor an St. Aure-
lien zu Strafsburg i/Els. (Lobstein
94).
Müller, Selm.ir, lebte Endo des
18. Jhs. und gab heraus:
Ist es Wpnne, ist es Schmerz, Gedicht
von Luise von Ploe . . . für 1 Singst, mit
Pfte. und Viollette oder Violine, Flöte.
Braunschwg., J. P. Spehr. Part. 3 S.
[B. Wagener.
Müller, SilYester, gab Anfang
des 19. Jhs.
op. 3, Streichquartette heraus. In der
Kgl. Musikaliensamlg. zu Dresden befin-
den sich im Ms. 6 Quataors p. 2 V. Viole
et Vcl. Vienne, C. Torriceila. 4 Stb. fol.
Auch Gerbor 2 orwilhnt ihn mit Liedern,
die in Tracg's Ivat. Wien 1799 angezeigt
sind. — In Mailands Consorvatorium be-
finden sich obige ü Quatuors im Druck,
ferner 12 C^uartetti im Ms. in Stb.. 2 Quar-
tetti coucertanti im Ms. und 1 Quart, für
Pfto. arrangiert.
Müller, Simon, war um 1606
Tenorist an der Hofkapelle zu Dres-
den mit 150 Gld. Gehalt und ist
bis 1612 zu verfolgen (Fürstenau
1, 88. 47).
Müller, Tbomas, geb. gegen
1774 zu Strakonitz in Böhmen,
lebte zuerst in Wien als Violinist
am Theater Marinelli, später ging
er nach der Schweiz. Dhibacz u.
Fotis verz. von ilnn 8 Instrumen-
talwerke, als Quartette, Duos, So-
naten u. a.
Müller, Tbomas Samuel, be-
kannt durch
5 Quintetti ä V. Violetta, 2 Corni obl.
e Basso, Ms. in r^ufol. [Dresd. Mus.] ; ge-
hört jodonfalls dem 18. Jh. an.
Müller, Vincenz.
Die Bibl. Proske - Mettenleiter besitzt
von ihm : Sonate für 2 V. u. Vcl. Lebens-
zeit unbekannt.
Müller, Wenzel I. Es giebt
zwei Wenzel, die zu gleicher Zeit
in Wien lebten und heute schwer
von einander zu trennen sind.
Die einzig beglaubigte Nachricht
bringt Köchel 1, 1225. 1297: Vio-
linist an der Ksl. Kapelle zu Wien
von 1789 bis zu seinem Tode am
24. Juli 1794. Da er 58 Jahr alt
w^ar, so muss er 1736 geboren
Müller, Wenzel II.
111
Müller, Wenzel II.
sein. Sein Gehalt betrug 225 Gld.
Gyrowetz S. 8 in seiner Selbst-
biogr. sagt, er war um 1780 Ka-
pellmeister an der Oper zu Brunn,
doch kann sich dies nur auf
Wenzel 11. beziehen.
Dlabacz führt S. 355 noch einen
dritten Wenxel an, der den 9. Aug.
1746 zu Aurzinowes in Böhmen
geb. und am 19. Febr. 1788 zu
Prag starb, wo er seit 1780 Cho-
ralsänger au St. Yeit war.
Müller, Wenzel II., geb. 26.
Sept. 1767 zu Türnau in Mähren,
gest. 3. Aug. 1835 zu Baden bei
Wien. Sein Vater war Pächter
eines Meierhofes zu Tyrnau, starb
aber früh und die Mutter zog nach
Kornitz. Sein Musiktalent zeigte
sich sehr früh, sowohl im Instru-
mentspielen, als in der Kompo-
sition, obgleich sein Unterricht
äufserst mangelhaft war und nur
von Dorf schullehrern geleitet wurde.
Bald darauf kam er in das Bene-
diktinerstift Raigern bei Brunn,
wo er besseren Unterricht erhielt
und sich mit seinen Kompositionen
die Gunst des Prälaten erwarb,
der ihn zum Grafen Schaf gotsch
nach Johannesberg sandte, um bei
Dittersdorf gründlichere Studien
zu machen. Zurückgekehrt erhielt
er am Brünner Theater eine Stelle
als dritter Violinist mit einem
sehr kleinen Gehalte und der Be-
dingung, eine Operette zu schreiben.
Nach Aufführung derselben wurde
er 1783 zum 2. Kapellmeister er-
nannt. Durch glückliche Umstände
kam er 1785 nach AVien u. wurde
1786 Kapellmeister bei der Mari-
nelli'schen Theatergesellschaft, die
im Josephstädter Theater spielte.
Dagegen liest man auf einem Au-
tograph der Hofb. in Wien (Ms.
16804) „Die von mir, Wenzel
Müller, Kapellmeister des K. K.
Privileg. Theaters in der Leopold-
stadt in Wien komponierten Opern
von 1786 bis 1828'^ Hier errang
er nach und nach mit seinen Ope-
retten einen Ruf, der sich über
ganz Europa verbreitete und ihn
zum Liebling des Publikums machte.
Man rechnet ihm gegen 230 Opern,
Operetten, Singspiele und Panto-
mimen nach, die er von 1786 bis
zu seinem Tode schrieb. Seine
Tochter Therese Grünbaum, eine
berühmte Sängerin, wurde im März
1807 in Prag an der Bühne an-
gestellt und man bewog ihn eben-
falls als Kapellmeister nach Prag
zu kommen, doch diese höhere
Stellung, die ihn von seinen Volks-
possen entfernte, konnte ihm nicht
behagen und nach sieben Jahren,
1813, zog es ihn wieder nach
Wieu in seinen alten Wirkungs-
kreis und nun begann seine alte
Rührigkeit und Schaffenslust von
neuem und blieb noch 22 Jahre
der Marinelli 'sehen Truppe treu,
die er trotz aller ungünstigen Ver-
hältnisse über Wasser hielt (Riehl,
musikal. Charakterköpfe 1, 3. Jahn
4, 598. d'Elvert Geschichte der
Musik in Mähren und Österreich.
Schlesien S. 144. Allg. d. Biogr.
von Pohl mit einem teilweisen
Verz. seiner Theaterstücke). Von
seinen Kompositionen hat sich
eigentlich nur erhalten, was aufser-
halb Wiens gekommen ist, wenig-
stens scheint es als wenn Wien
am wenigsten davon besäfse. Nach-
weisbar sind:
Cantate „Auf Christen bringet Preis
und Ehr''. — Ode „Preifs dem Todes-
Ueberwinder". 2 Ms. in P. [B. B.
Cantate f. Sopr. mit 2 V. A. u. B.
Ms. in Stb. [Brüssel Cons.
Der Ali^enkönig und der Menschen-
feind. P. u. Stb. im Ms. [Darmst. B. B.
Münchner Oper.
— Kl.-A. Hbg., Aug. Cranz. qufol.
[B.B.
Müller, Wenzel 11.
112
Müller, Wenzel II.
Der alte Ueberall u. Nirgends. Schau-
spiel in 2 Akt. 1796. Ms. P. Stb. [Darnist.
B. B. Brüssel Cons. Münchner Oper.
Der Barometermacher auf der Zauber-
insel. Zauberposse. Ms, P. und Stb.
[Müncbner Oper.
Der deutsche Grenadier. Ms. P. [Dresd.
Oper. Münchner Oper: Der bayersche
Grenadier in 1 Alvt.
Doctor Faust's Mantel. Eine Zauber-
oper mit Gesg. in 2 Aufz. Ms. P. [Berlin
Hochschule.
Don Quichote, Siu^sp. in 2 Akt. Wien
c. 1804. Ms. P. [Brüssel Cons.
Die Entführung der Piinzessin. Ms.
P. [B. B.
Europa, oder so geht es im Olymp zu.
Ms. P. [B. B.
Evakatel und Prinz Schnudi, oder die
Belagerung von Ypsilon, in 2 Akt. Ms.
P. [Münchner Oper.
Der Fagottist oder die Zauberzither.
Singsp. in 3 Akten 1792. P. und Stb.
[Darmst., auch für Blasinstmm. von Sar-
torius gesetzt. Brüssel Cons.
— Kl.-A. Dresd., Hilscher. [Dresd.
Mus.
Die Fee aus Frankreich, oder Liebes-
qualen eines Hagestolzen, Zauberposse in
2 Akt. Ms. P. [Münchner Oper.
Die gefesselte Fantasie. Ms. P. [Münch-
ner Oper.
Das lustige Beylager. Singsp. in 2 Akt.
Ms. P. [B. B. Münchner Oper.
Der lustige Schuster, Singsp. in 3 Akt.
Ms. P. [Brüssel Cons.
Lustig, lebendig, oder die Schlitten-
fahrt. Singsp. in 2 Akten. [Wien c.
1802. Ms. P. [Brüssel Cons.
Die Milchschwester von Petersdorf.
Singspiel. Ms. P. [Münchner Oper.
Das neue Sonntagskind. Singsp. in 2
Akt. Ms. P. Stb. u. Einlagen. [Darmst.
B. B. Münchner Oper. Dresd. Oper .
— Kl.-A. Wien, Artaria. [B. B. Mu-
sikfr. Wien.
Der Pächter und der Tod, Operette in
1 Akt. Ms. P. [Münchner Oper.
Der Prinz aus Irrtbum. Ms. P. [B. B.
Pizzichi oder die Fortsetzung des Fa-
gottisten. Singspiel 1793. Ms. P. [Darmst.,
auch für Blasinstium. von Sartorius ge-
setzt.
— Kl.-A. Braunschwg., Magazin. [B. M.
Musikfr. AVien.
Das Schlangenfest in Sangora. Oper
in 2 Aufz. Ms. P. [B. B. Dresd. Mus.
Der Schlossgärtner und WindmüUer.
Ms. P. [B. B.
Der Schuster Feierabend, kom. Oper
in 3 Akt. Ms. P. [B. B. Münchner
Oper.
Die Schwestern von Prag. Komisches
Singspiel in 2 Akten. Ms. P. u. Stb.
[Darnist. MünchnerOper. B.B. Proske.
Brüssel Cons. Dresd. Oper.
— Kl.-Auszg. Braixuschweig. [Darmst.
— Neue Ausg. mit Dialog. Kl. - A.
Lpz., Senff. [B. B.
Das Sonnenfest der Braminen. Sing-
spiel in 2 Akten. Ms. P. u. Stb. [Darmst.
B.B. Münchner Oper.
— Kl.-Auszg. Brauuschweig. [Darmst.
Musikfr. Wien.
Staberl in Floribus, Zauberposse in 2
Akt. Ms. P. u. Stb. [Münchner Oper.
Taddädl, der 30 jährige A. B. C Schütze,
Singsp. in 2 Akten. Ms. P. [Münchner
Oper.
Die Teufelsmüble vom Winerbergsee.
Oper. Ms. P. u. Stb. [Darmst. Dresd.
Mus. Dresd. Oper.
— Die Teufelsmühle. Seitenstück zum
Donauweibchen. Kom. Oper. Braunschwg.,
Magazin. Kl.-A. [B.B. Musikfr. Wien.
Der Teufelstein in Nördlingen. in 3
Akt. Ms. P. [Münchner Oper. B. B.
Tischl deck dich. Ms. P. [Proske-M.
Die unruhige Nachbarschaft. Oper in
2 Akt. P. Stb. und Einlagen im Ms.
[Darmst. Proske. Brüssel Cons. Münch-
ner Oper.
Die Wiener in Berlin. Ms. P. [Proske-
Mettenl.
Zampa. Ms. P. [Proske-M.
Die Zaubertrommel, kom. Oper in 3
Akt. Ms. P. u. Stb. [Münchner Oper.
Die Zauberzitter in 3 Akt. Ms. P.
[Münchner Oper, (ist wahrsch. das Sing-
spiel ,,der Fagottist").
Die zwölf schlafenden Jungfrauen. Ms.
P. [Darmst. B. B.
Der Grenadier, Operette. 2 Nrn. in
P. [Dresd.
Duett aus die Zauberzitter. Dresden,
Hilscher. [B. B.
Zwei kom. Duette f. Gesg. Wien,
Steiner. [B. B.
Arien und Duette. Breslau, Förster.
[B.B.
Einzelnes aus Das neue Sonntagskind.
' Teufelsmühle. Zaubertrommel u. Zauber-
zitter. [B. M.
2 Arien im Ms. [B. M.
1 Arie und 2 Couplets im Ms. in B.
Dresden.
2 Duette und 1 Chor aus Der Alte
überall u. nirgends in Stb. [B. Zw.
Zahlreiche Gesge. aus Opern im Kl.-A.
[Musikfr. Wien.
Müller, Wilh. Clu-stn.
113
Münclihausen.
In Freimaurer Lieder s. a. Maurer u.
Gesellschafts L. Berlin, 1 Lied.
In Grass & Barth's Sainlwk. 4 Arien.
Im Autogr., B. B., Grasn. , Arie aus
einer kom. Oper und sein Portr.
Autogr. in Hofb. Wien 16804: 1 Arie,
2 Quartette aus Opern. Ein Yerz. seiner
Kompos. von 1786—1828. 8 Bll. in 4».
— In Ms. 18830 die Arie: Die Katze
Itösst das Mausen nicht, aus das Sonuen-
fest. P.
Müller, Dr. Wilhelm Christian,
geb. 7. März 1752 in AYasungen
bei Meiningen, gest. 6. Juli 1831
zu Bremen. Studierte Theologie
u. Musik und wurde später Lehrer
a/d. Domschule, Musikdirektor am
Dome zu Bremen und errichtete
1782 ein eigenes Erziehungs- In-
stitut. 1817 wurde er vom Dom-
kapitel pensioniert. Eine ausführ-
liche Biographie nach Müller's
eigenen Angaben im Gerber 2.
Nekrolog in Lpz. Ztg. 33, 753.
Er gab heraus:
Aesthetisch - historische Einleitung in
die Wissenschaft der Tonkunst. 2 Theile.
Lpz. 1830 Breitk. & H. 8». 437 Seit.
[B. B. Dresd, Hannover. Brüssel.
(Urteil in Lpz. Ztg. 34, 573.)
Die von Eetis erwähnte Schrift über
die Harmonica von 1796 ist von M. Miüler.
Müller, Zacharias,
bekannt durch 2 Kantaten aus dem
17. oder 18. Jh. 1. Christus ist aufge-
fahren gen Himmel, für Sopr. mit V. u.
Bc. 2. Wer mag wohl im Himmelreich
(Feste Michaelis) für Sopr. mit 2 V. A.
Bc. [Brüssel Cons.
Mülliiiger , Johann Kasi)ar,
um 1800 Musikus am Herzog!
Hofe zu Hildburghausen (Anzeige).
Müllner, Johanna (Gerber 2
und Fetis nennen sie Josepha),
geb. 1769 zu \\^ien, bildete sich
als Harfenistin auf der Pedalharfe
aus, ging auf Reisen und gab seit
1805 auch Kompositionen heraus.
Nach Köchel 1 Nr. 1260, der sie
Johanna Müllner (Gollenhofer)
nennt, war sie von 1811—1823
als Harfeumeisterin a/d. Ksl. Hof-
Eob. Eitner's Quellen-Lexüon. Bd. 7.
kapeile in Wien angestellt. Be-
merkt muss werden, dass Köchel
im Register ,,Jos." und im Text
,,Joh.'' schreibt, so dass Josepha
vielleicht doch der richtige Name
sein kann. Die Lpz. Ztg., die in
den ersten Jahrgängen vielfach
über sie berichtet, nennt sie nur
Mademoiselle , später Madame
Müllner -GoUnhof er. In der An-
zeige einer Komposition von 1805
heilst sie nur J. Müllner. Gerber
2 ausführlich.
Mttlsner (Moliner), Georg, von
Zwickau, um 1575 Altist (sächs.
Staatsarchiv).
Mtinch Ton Saltzhnrg, siehe
Mönch.
Miuichen, C. . . Cr. . ., bekannt
durch
Amenaide und Tancred, Ballet im Kl.-
Auszg. [Musikfr. AVieu im Rudolphinum.
Mtinchliausen , Adolph auch
August auf op. 1 genannt Baron
(Freihen-) Ton , Kammerherr Sr.
Maj. des Königs Friedrich Wil-
helm IL von Preufsen (1786 bis
1797), wie er sich auf op. 5 nennt.
Nach Gerber 2 war er vordem
Kammerherr beim Prinzen Hein-
rich von Preufsen in Rheinsberg.
Er war ein gebildeter Musikdilet-
tant und fleifsiger Komponist, von
dem sich erhalten haben:
3 Simphonies avec accomp. oe. 1.
Berlin et Amst., Hummel. Stb, (Mer nennt
er sich Bai'on August von M.) Kammer-
herr S. Hoheit des Herzog von Braun-
schweig. Ob dies ein anderer ist oder
der obige, kann ich nicht feststellen.
[B. B. Schwerin F. Dresd. Mus. mit der
Verlagsfirma: Bi'onsvic ä la Hbrairie des
Orphelins. fol. Ebenso in Wolfenbüttel.
2 Senates pour le Pfte. ä 4 mains.
oe. 2. Paiis, Cesar. qufol. [Pai'is Nat.
Schwerin F. C. P. B. B. mit dem Titel:
Two Sonatas for 2 performers on 1
Pfte. London, Mouzani et Cimador. fol.,
angebunden an Nr. 5997.
Une Sonate ä 4 ras. oe. 3. Paris,
Cesar. [Schwerin F.
Dix Ariettes av. lacc. de Clavecin ou
8
Münchhausen.
114
Munter.
Pfte. oeuv. 4. Berlia, Hummel, fol.
[Scliwerin F.
2 Simphonies ä plus, instrum. oe. 5.
Berlin, Hummel. 9 Stb. [B. B. Wol-
feub. 8 Stb.
2 Coucertos p. Clavecin ou Pfte. avec
les accomp. oe. 7. Paris, chez Bouin.
fol. [Dresd. Mus. Berlin K. H. in Stb.
Sonate p. i*fte. et V. obl. comp. . .
oe. 8. Paris, Pieyel. qufol. 2 Stb. [B. B.
Dresd. Mus; Sonate pour le Clavecin ou
Pfte. av. acc. d'Alto Viola ou Flute, oe. 8.
Mayeuce, Schott.
Grande Symphonie concert. suivie d'un
Menuet vario, ])Our tous les instrum., et
d'uue Allegro Finale, oe. 9. Paris, Mo-
migny. Stb. in fol. [Dresd. Mus. Darmst.
Grande Simphonie conceit. suivie d'un
Allegro graziöse, avec de Cors obliges et
d'un Allegro Finale, oe. 10. Paris, Mo-
migny. fol. Stb. [Dresd. Mus. Mailand
Cous. Darmst.
Grande Sonate pour lo Pfte. av. acc.
d'Alto. oe. 10. Paris, Chapelle (siehe
den Titel bei oe. 8 im Besitze von Dresd.
Mus.). [Dresd. Mus.
Ms. 131 in ß. B. 2 Senates p. le Vio-
len et 1 Menuet, 2 Valses et 1 Air ital.,
accomp. de la Guitarre espagnol.
Ms. Schwerin F: Sonatine p. le Clav,
ou Pfte. a 4 ms. 4u4<^.
Mss. in Wolfenb. 170: Tempo di Mi-
nuetto ä 2 V. 2 Fl. 2 Fag-. 2 Corni Va.
e B. Gd. 10 Stb. — Ms. 171: 3 Sym-
phouies p. le Chivec. tres hublement
Offertes a S. A. R. de Bronsvic. D. C.
Esd. Dies sind dieselben, die als op. 1
erschienen und den Namen August von
M. tragen. — 172: Quatuor arrange en
Sonate'^p. le Clav. V. Vcl. Dd. - 173
dito in Gd. — Ms. 312 Sinfouia Dd. f.
Klavier.
Gerber 2 verz. seine "Werke von 1793
bis 1800.
Müiiiiicli, Johann, lebte um
1611 und gab heraus:
Sacrarum cautionum 4 — 8 voc. lib. 1.
1611. Die Quelle kenne ich nicht. Felis
nennt ihn Johannes Münnius und zeigt
obiges Werk an: Lib. 1 cant. sacr. 4, 5,
6 et 8 vocum. Strafsburg 1611 (Cercagli).
— In einem Orgeltabnlaturbuche im Besitze
des Fürsten Thurn und Taxis in ßegens-
burg kommt auch ein Joh. Miinmch als
Komponist vor.
Münnicher, Michael, 1621 in
Königsberg in Pr. Hofmusikus
(Schneider 37).
Münster , Joseph Joachim
Benedict; er hez. sich mit „J. C.
Not. publ. und Regente Chore in
der Ksi. Gränitz-Stadt Reichenhall
in Ober-Baiern bey Salzburg", um
1756. Er gab heraus:
Scala Jacob ascendendo et descendendo,
d. i. kürtzlich doch wohlgegründete An-
leitung, und vollkommener Unterricht, die
edle Choral-Music, denen Regeln gemäfs
recht aus dem Fundament zu erlernen. . .
Augspurg 1743 Letter. qu40. [B. B.
Eiusiedeln.
— 2. Aiifl. Augsp. 1756 Joh. Jac.
Lotter§ Erben. qu4» [B. M. B. B.
Salzburg. Musikfr. Wien. Brässel. br.
Mus. Einsiedelu.
Musices instructio in brevissimo regu-
lari compendio radicaliter data. Das ist:
Kürtzest doch wolil griindlicher Weg, u.
wahrer Unterricht die edle Sing-Kunst . .
zu erlernen. 3. Aufl. Augspurg 1748
Letter. fju40. [B. B.
— 4. Auflage. Leiters Erben 1751.
[Brüssel.
— 5. Aufl. ib. 1756. [B. B. Ein-
siedeln.
— 6. Aufl. ib. 1761. [br. Mus.
— 7. Aufl. ib. 1764. [br. Mus. Proske.
— 8. Aufl. ib. 1768. [Leo Liepm.
— 9. Aufl. ib. 1781. [B. B. Stadtb.
Ueberlingen a/See (Baden).
Nach Gerber 2 erschien die 1. Ausg.
in Schwäbisch Hall 1732 und die 2te in
Augsburg 1741.
Sacrificium Vespertinum, seu Vespeivae
longiores festivae et de beatissim. V. M. . .
ä C. A. T. B. 2 V. . . cum dupl. Bg. op.
1. Aug. Vindel 1729. fol. [br. Mus.
Ilelicou sacer seu Vesperae pro toto
anno, 4 Antiph., 5 Psalm, a 4 voc. 2 V.
concert., 2 Clarinis ... dupl. Bg. Aug.
Vindel. 1743 Lotter haered. [B. M: 11 Stb.
Epithalamion mysticum, d. i. geistliches
Hochzeitlied, bestehend in 60 solennen
und anmuthigen teutschen Arien, op. 3.
ib. 1740. Stb. [Einsiedeln.
Föns signatus seu VII Lytaniae de
venet angust. Altar sacra una c. Te
Deum, op. 6. ib. Stb. [Einsiedeln.
Munter, Balthasar, Dichter der
geistlichen Lieder, die Joh. Chri-
stoph Friedrich Bach u. a. kompo-
nierten und in der Samlg. 1773
u. 1774 herausgaben (siehe J. Chr.
Fr. Bach). Er war geb. 24/3 1735
zu Lübeck und starb 5/10 1793
Müntz.
115
Müthel.
zu Kopenhagen, wo er Prediger
an der deutsclien Petrikirche war
(Brummer 2, 78).
aiüiitz, Joliann Koiirad, war
um 169-1 Organist und gab die
Psalmen Davids deutsch von Lobwasser
mit Melodien in Herborn 1004 heraus.
LB. Hbg.
Müiitzl)erger (Müntz Berger),
Joseph; auf seinen Drucken nennt
er sicli ^Jje jeune'-'; die auf den
Titeln verz. Stellungen beweisen,
dass es derselbe ist, den Fetis ohne
die Bez. Le jeune meint. Geb.
um 17G9 zu Brüssel, gest. im Jan.
1814 zu Paris. Sein Vater stand
in der Kapelle des Prinzen Karl,
Gouverneur der Niederlau de. Joseph
bildete sich zum Violoncellisten
aus, ging 1783 nach Paris, trat
1790 ins Orchester der komischen
Oper, später in dasjenige Favart's,
wo er Solospieler war. 1830 zog
er sich mit Pension zurück. Auch
in der Ksl. und späteren Kgl. Ka-
pelle war er Mitglied. Fetis teilt
zahlreiche Werke fürs Violoncell
mit. Nachweisbar sind:
1er Concerto p. Vol. et orch. Paris,
Nadermanu. Stb. [Brüssel Cons.
2e Couc. dito. oe. 34. Paris, Coehet.
Stb. [ib.
3 Trios pour Ycl. oblige avec acc. de
Y. et B. 2. oeuv. de Trios. 3 Stb. Paris,
Sieber. [B. B.
Trio a Vcl. obl. av. de V. et B. Paris,
Magasiu. [B. B.
— Ausg. Zuric, Naegueli. [B. B.
3 Sonates p. Vcl. et ßc. oe. 2. Paris,
Coehet. Stb. [Brüssel Cons.
3 gr. Duos pour 2 Vcl. oeuv. 2 de
Duos. Offenb-, Andre. [B. B.
3 Duos concert. p. Alto et Vcl. oe. 7.
ib. [Brüssel Cons.
3 Sonates pour Ycl. avec B. Zuric,
Naigueli. 2 Stb. [B. B.
Nocturnes dialogues pour 2 YcUes. oe.
10. Paris. [Paris Nat.
3 Nocturnes en Duos p. Pfte. et Vcl.
Part. Lps., Br. & H. [B.B.
Airs varies p. Vcl. av. Bc. Paris,
Coehet. [Brüssel Cons.
Thema d"una Cavatina variato per Pfte.
V. Corno. Ms. 15 750 in K. [B. B :
nur Pfte. vorh.
Etüde pour le Vcl. Leips. [Darinst.
. . .'s Circular Modulatious through the
24 major & minor keys for Ycl. with
acc. for a 2. Vcl. fol. [Kat. Eeeves.
3IUschiier, ... ein Komponist
des 17. — 18. Jhs., von dem die
B. in Upsala im Ms. besitzt:
Concerto ä 6 : Viol. concert., 2 V. Alto,
Vcl. Bc. in fol.
Mütliel, Joliann Gottfried, geb.
um 1720 (nicht 1729 wie Gerber 1
sagt, da M., wie Gerber selbst sagt,
mit 17 (resp. 18) Jahren 1738 in
Seh werin angestellt wurde) zu Mollen
(Lauenburg), Sohn eines Organisten,
Schüler von J. P. Kunzen in Lübeck,
dann 1738 Kammermusikus u. Hof-
organist am Mecklenburg- Schwe-
riner Hofe, wo er auch den herzgl.
Kindern Musikunterricht erteilte
(Kade, Kat. 2, 73). Um 1750 er-
hielt er die Erlaubnis nach Leipzig
zu gehen, um sich unter Seb. Bach's
Leitung noch zu vervollkommnen.
Ein Schreiben des Herzogs an
Bach öffnete ihm Bach's Vertrauen,
so dass er selbst in dessen Hause
wohnte. Er wurde Zeuge des Hin-
scheidens Bach's und ging darauf
zu Bach's Schwiegersohne Altnikol,
bei welchem er noch am 2. Juni
1751 verw^eilte (Spitta's Bach 2,
728). Besuchte darauf Dresden,
Berlin u. Potsdam, wo er Emauuel
Bach kennen lernte und mit ihm
Freundschaft schloss; von hier ging
er nach Hamburg zu Telemann.
Nach Schwerin zurückgekehrt,
wollte ihm die dortige Musikti^ei-
berei nicht mehr gefallen und er
nahm im Juni 1753 einen Ruf
nach Riga an, leitete anfänglich
die Kapelle des russischen Geh.
Rats von Vietingheff und erhielt
dann gegen 1755 die Anwartschaft
auf die Organistenstelle an der
Hauptkirche 5 die er auch später
8*
Müthel.
116
Muffat, Georg.
antrat. (Gerber 1 aus Bode's deut-
scher Aus^. der Reisen Burney's,
der sich über Müthel sehr vorteil-
haft äufsert. Schubart p. 105 nennt
ihn einen der ersten und tief-
sinnigsten Orgel- und Flügelspieler.
Seine Stücke haben ein ganz eigen-
tümliches Gepräge : dunkel, finster,
ungewöhnlich moduliert, eigensin-
nig in den Gängen und unbeug-
sam gegen den Modegeschmack
seiner Zeitgenossen. Er verdiente
wohl bekannter zu werden, allein
er hüllt sich in seine Verborgen-
heit ein und liefert uns nur von
Zeit zu Zeit Konzerte, Sonaten
»und andere Klavierstücke.) Von
seinen Kompositionen sind nach-
weisbar:
Auserlesene Oden und Lieder von ver-
schiedeneu Dichtern: zum musilialischen
Vergnügen in die Musik gesetzt von . . .
Hamhg. 1759 Brandt, fol. 2 ßU. 67 S.
[B. Kgsbg. B. B. B. M. Brüssel Cons.
br. Mus.
4 Ciavier- Concerte im Autogr. fol.
[B. B., ebd. 2 Conceili p. Cemb. 2 V.
2 Fag-. 3 Vol. Va. e Bc, oder Cembalo,
2 V. Va. Bc. Stb. in Kopie, Ms. 15 760.
Conceito I. (Cmoll) per il Cemb. con-
certato acc. 2 V. Violetta e B. Eiga e
Mietau 1767 J. Fr. Hartknoch. 5 Stb.
fol. [B. B. B. Hbg. B.Wagener. Brüs-
sel Cons.
Concerto 11. (Dmoll) per il Cemb. con-
cert. acc. 2 V. 2 Bassoni 6 Vcl., Violetta
e B. ib. 1767. 7 Stb. in fol. [B. B.
B. Hbg. B. Wagener. Brüssel Cons. B.
Lpz. im Ms.
Duetto für 2 Claviere, 2 Flügel oder
2 Fortepiano. Riga 1771 bei Hartknoch.
Part. fol. [B. B. B.Wagener. br. Mus.
Brüssel.
3 Sonate in Bd. Cd. u. Esd. für Ciavier,
im Autogr. in B. B. in fol., zusammen-
gebunden mit obigen Konzerten.
3 Senates et 2 Ariosi avec 12 Varia-
tiones pour le Clavessin. Noribg., Haffner
Nr. 87. fol. 55 S. [B. B. B. Lpz. B.
Wagener. br. Mus.
Three Sonatas for the Pfte. or Harps.
London, R. Bremner. 29 S. |B. Wage-
ner. B. Hbg: London by Preston mit
gleichem Titel.
2 Menuetten fürs Clavier. Autogr.
(16742) in kl. fol. [Hofb.Wien. In B. B.
im Autogr. mehrere Klavierpiecen.
Im Autogr., B. B., Grasn., Sonate f. Pfte.
Mützel, J . . . . . ., ein Kom-
ponist des 18. Jhs., von dem die
Musikalien-Samlg. des Grofsherzogs von
Schwenn-Mecklenbg. besitzt: Cantate 4
vocum: Auf, auf, du werthes Volck der
Christen, auf die Einweihung der neuen
Orgel zu Parelüm, zu 2 Trorap., 2 Ob.,
2 V. u. Oigel. P. u. Stb.
Muffat, Friedrich, war um
1723 Stabkammerdiener und Hof-
musikus in Mannheim (Stollbrock
S. 64 in Georg Muffat's Biogr.
schreibt statt Mannheim in Mün-
chen, Avas ein Irrtum ist, denn
Fr. Walter verz. ihn S. 369 als
Violinisten in Mannheim 1723).
Muffat, Grcorg, aus einer schot-
tischen Familie stammend, dessen
Vorältern aber wahrscheinlich
wegen Keligionsbedrängnis nach
dem Festlande auswanderten und
sich in Deutschland und Savoyen
niederliefsen. Geburtsdatum u. Ort
bisher unbekannt. Pfarrer Vogeleis
schreibt in der Cäcilia, Strafsbg.
1898, Jahrg. 15, Seite 30 ff: geb.
um 1645 zu Schlettstadt i/Els.,
gest. 23. Febr. 1704 in Passau
(M. f. M. 3, 127). Aus den Vor-
reden seiner Werke erfahren wir
nur, dass er sich 6 Jahre lang in
Paris aufgehalten und sich die
LuUy'sche Manier zu eigen ge-
macht habe. Von da ging er
„zurück'' nach dem Elsass. Das
schliefst also einen dortigen Aid^ent-
halt schon vor der Pariser Reise
in sich und spricht für obige Ge-
burtsstadt. Hier wurde er am
Münster in Strafsburg Organist
resp. im Hochstifte in Molsheim.
(Das Hohe Capitel der Strafsburger
Stiftsherrn (Kanoniker) war 1605
wegen der protestantischen Wirren
von der Bischofstadt Strafsburg
entfernt und in das stille Bischof-
Muffat, Georg.
117
Muffat, Gottfried.
Städtchen Molsheim am Fufse der
Yogesen verlegt worden. Dort
wurde der katholische Gottesdienst
abgehalten und dort war Muffat
Organist, dagegen in Strafsburg
nie. Nach Yogeleis.) 1674 ver-
lässt M. mit vielen anderen bischöfl.
Beamten das vom Kriege arg ver-
wüstete Elsass und flieht nach
OesteiTeich, wo sich Kaiser Leo-
pold I. seiner annimmt, wie aus
den Vorreden seiner Werke zu
entnehmen ist, in denen er sich
auf AVohlthaten bezieht, die er
vom Kaiser genossen hat. Er soll
sich auch einige Zeit in Böhmen
aufgehalten haben. Um 1678 oder
79 wurde er Organist und Kam-
merdiener beim Erzbischofe von
Salzburg, der ihm 1681 die Mittel
bewilligte zu einer Studienreise
nach Italien und wurde Schüler
des Bern. Pasquini in Rom. Hier
machte er sich die italienische
Manier zu eigen und in Verbin-
dung mit der französischen schuf
er den gemischten Geschmack wie
er selbst sagt (Fürstenau 2, 62).
In den ersten Monaten des Jahres
1690 tritt M. in die Dienste des
Erzbischofs Job. Philipp Graf von
Lemberg zu Passau als Organist
und Edelknaben-Hofmeister. Erst
später wurde er Kapellmeister. Im
Jahre 1690 war er auch mit dem
Ksl. Hofe in Augsburg, wo Joseph I.
seinen Sohn zum römischen Könige
krönen liefs. Vielleicht erhielt er
durch Vermitteluug des Kaisers
obigen Posten (Stollbrock, Die Kom-
ponisten Georg u. Gottlieb Muffat.
Dissertation. Rostock 1888. 8»,
und M. f. M. 22, 87. 23, 37. Ha-
berl, Jahrb. 1893 eine Biogr. über
beide Muffat's. Die sichersten
Daten in obiger Cäcilia vom Pfar-
rer Vogeleis). Nachweisbar sind
von seinen Kompositionen:
1. Armonieo tributo cioe Sonate di
Camera cominodissime a pocchi, ö a molti
stromeuti. Salisburgo 1682 G. B. Ma^T.
in .5 Stb. fol. 2 V. 2 Viole, Cemb. Eine
hds. Part, in B. M. [B. Proske. Paris
Nat. Darmst: V2.
2. Apparatus-Musico-Organisticus ...
1690. fol. 2 BU. 66 S. — Neue Ausg.
von de Lange, Lpz. Rieter -Bied. 1888.
(jufol. — Tresor des pianistes. Paris 1865.
Bd. 2. [Original : B. B. Kircheninst. Ber-
lin. B. Lpz. Hofb.Wien. Kremsraünster.
Musikfr. Wien. Benedictinerstift Melk.
3. Svaviores harmoniae instrum. hy-
porchematicae Florilegium L (50) 4 5 fidi-
bus c. Bc. Aug. Yind. 1695. 5 Stb: Y.
Viola, Violetta, Violone, Bc. [ITpsala.
Kat. Rosenthal. Hofb. Wien: Bc.
4. Suavioris harmoniae, Instrumentalis
Hyporchematicae Florilegium secundum,
sexaginta duabus excultis Modulationibus
Passavij 1698 tvpis Georg Adam
HöUer. Bc. kl. fol. [Hofb.Wien. Bibl.
des Fürsten Moiitz v. Lobkowitz kompl.
Beide Werke 3 u. 4 im Neudruck:
Denkmäler der Tonkunst in Oesterreich.
Bd. 1. 2.
5. Exquisitioiis harmoniae instrumen-
talis gravi -jucundae selectus primus ...
una cum Bc, ad üb. in duos veluti choros
. . . Passavii 1701 typis Yiduae Mariae
Margar. Höllerin, 12 Concerti grossi f.
2 Y. 2 Yiolen, Yiolone und Cembalo =
5 Stb. in kl. fol. [Hofb. Wien 4 Stb. Yio-
Une 2 fehlt.
Ms. 6712 B. B. ein Sammelband von
Muffat, dessen 3. theoretischer Teil wahr-
scheinlich von ihm selbst herrührt.
Im br. Mus. Ms. 386 Klavierpiecen mit
Gregor M. gez., was wohl nur ein Irrtum
sein wird.
Ms. im Besitze des Fürsten Esterhäzy
in Eisenstadt eine Messe „In labore re-
quies'' 8 voc. 12 Instnim. Paii.
Ms. Hofb. Wien 18685 Nova Cyclo-
poedia harmonica mit Gottl. M. und Fux
zusammen.
Themat.Yerz. seiner Kompos. angefertigt
von AI. Fuchs 1838. Ms. 4°. 96. [B. B.
In neuen Ausg. 4 Instramentalsätze
(Eitner 2, zu bemerken ist, dass der dort
verz. 2. 3. und 4. Satz von Gottlieb sind).
Ferner in Werra's 2. Orgelbuche 1 Satz
(M. f. M. 26, 22). Eine Passacaglia für
Streichinstr. ed. von Stollbrock. P. Lpz.,
R. Biedermann. 2 Orgelstücke im Ritter
Nr. 96,97.
Muifat, Oottfried, Violinist an
der Hofkapelle in Wien mit 45 Gld.
Muffat, Gottlieb.
118
Muffat, Gottlieb.
monatl. vom 1. Juli 1701 bis f 1709
(Köchel 1).
Muffat, Oottliel) (Teofilo), ge-
tauft am 25. April 1690 zu Passau,
Sobu des Georg, gest. 10. Dez. 1770
zu Wien. Bald nach 1704 (viel-
leicht um 1705) kam er nach Wien,
1711 wurde er Hofscholar an der
Ksl. Hofkapelle unter Fux, auf be-
sondere Empfehlung des Letzteren.
Er empfing an Gehalt 360 Gld.
(Köchel 2, 321) und wurde Schüler
Fax'. Muffat rechnet sich noch
später zu seinen Schülern und sagt,
dass er 30 Jahre hindurch dessen
Anweisung genossen habe (das
kann er nur sinnbildlich meinen,
indem er damit seinen näheren
Umgang mit Fux bezeichnen Avill).
Am 3. April 1717 wurde er 2ter
Hof Organist und erhielt Urlaub zu
einer Studienreise. Sein Gehalt
betrug 720 Gld. Er hatte auch
im Orchester den Flügel zu spielen.
1741 rückte er zum ersten Orga-
nisten mit 900 Gld. herauf, 17^63
wurde er pensioniert (Köchel 1.
2, 223. 230. 259. 381. Stollbrock
siehe Georg M. Eine Eingabe in
La Mara 1, 177). Auf den Com-
ponimenti musicale nennt er sich:
„Organista di Corte e Camera di
Sua Sacra Cesarea Cattolica . . .
Carlo VI. Imperatore di Sua . . .
Amalia Vedova e Maestro di Cem-
balo d'ambidue le Seren. Arci-
Duchesse regnanti, e purimente di
Sua Altezza Reale Duca di Lorena
e Gran Duca di Toscana." An
Kompositionen lassen sich nach-
weisen :
1. 72 Versetl Sammt 12 Toccatea be-
sonders beim Kirchen-Dienst, bey Choral
Aenibtern und Yespern dienlich. F. A.
Dietell sc. Vien. Kupfertitel. 3 BU. u.
88 S. in qu40. Dedic. Wien 1726 gez.
[ß. lll)g. B. B. Dresden. B. Wagener.
Dresd. Mus. Hofb. Wien. Salzburg, br.
Mus. ohne Titel.
2. Coniponimenti musicaJi per il Cem-
balo . . . Scolpsit da G. Chrstn. Leopold
Intagliatore in Augusta. qufol. 4 Bll.
106 S., kann etwa um 1735 erschienen
sein; Stollbrock 56. Neue Ausg. im Tre-
sor des piauistes, Paris 1865. — Schlet-
terer 2 Suiten bei Rieter- Biederm. —
Prachtausg. in Denkmäler der Tonkunst
in Oesterreich 3. Bd. 3. Teil. Wien 1896
Artaria & Co. gr. fol. mit facs. Original-
titel. Chrvsander im Händel Supplement
5. [Originaldrack: B. B. C. P. Hofb.
Wien. Stadtb. Augsbg. ohne Titel. Mino-
ritenconvent in Wien. B. M. Musikfr.
Wien. Dresd. Mus. B. Lpz. Brüssel.
Berlin Hochschule.
Mss. iu B.B:
15780. Toccate, Fughe e Capricj (No-
tation auf 6 u. 8 Noteulinien). In Haberl's
Jahrb. 1893 p. 51 thematiscli verz., sowie
noch einige Themen, die Comraer fälsch-
lich Georg M. zuschreibt.
15781. Toccate e Fug. p. l'organo.
15785 in K. 1. Parthie en g|?. 2. Pieces
p. le Clav.
199 in K. p. 6, Prelude.
164 in K. 2 Fugen zu 4 St.
163 in K. Fugen. Tocc. u. 1 Fastorella.
Ms. 3209 in B. Whj. 12 Toccaten (siehe
Nr. 1). Folgen noch Orgelstücke von Seb.
Bach, Eberlin, Froberger, Kerl, Mursch-
hauser und Neumüller. 1738 von Joh.
Ant. Graf geschrieben.
Fuga ex Gdur del Sigr. . . kop. 1764.
Ms. 1 Bog. fol. [Beilin Kirch eninst.
Mss. in Hofb. Wien :
Parthie en C. sur le clav. 8 Bll. qu40.
15 935.
Nova Cyclopoedia harmonica (Ouver-
türen und Tänze f. d. Klav. (von Georg
und Theoph. Muffat und Joh. Fux. 41 Bll.
qufol. 18685.
Praoludien, Fugen, Toccaten u. Tänze
f. Ciavier. Ms. 18691. 48 Bll. qufol.
Sonata pastorale a 3. 2 V. e Vol.
9 Stb. gr. 40. Ms. 16933.
Tänze u. andere Piecen fürs Ciavier.
Ms. 18780. 98 Bll. qufol. In 19172 ein
Prelude. Ms. 19319 figurierter Kontra-
jinnkt.
Ms. Musikfr. Wien: 12 kleine Fugen
samt Toccaten. Nr. 1 Praeambida e Fuga.
In neuen Ausgaben 16 Instrumental-
sätze (Eitner 2. Zu berichtigen sind der
2. 3. u. 4. Satz unter Georg, die Gottlieb
zugehören. Ferner in Werra's 2. Orgel-
buche 9 Sätze (M. f. M. 26, 22). Andere
Neuausgaben sind oben verz.
In B. B. Ms. 40 96 ein von AI. Fuchs
angefertigtes thematisches Terz.
Muffat, Johann.
119
Mundy, "U^illiam.
Muffat, Johann, Yiolinist an
der Domkapelle in Wien, vor 1740
(Pohl 3, 47).
Miiifat, Johann Ernst, stand
schon unter Kaiser Joseph 11. in
Wien als Violinist in Diensten
der Hofkapelle, wurde bei der Re-
duction der Mitglieder entlassen,
bittet 1728 um Wiederanstelluug
und erhält sie am 1. Dez. 1730
mit 500 Gld. jährl. f 25. Juni
1746, 48 Jahr alt (Köchel 1 und
2, 420).
Muffat, Joseph, ein Sohn Gott-
lieb's, geb. 1721 in Wien, war
von 1734 bis f 1^56 Hofscholar
an der Ksl. Hofkapelle zu Wien.
Seine Leistungen müssen sehr un-
genügend gewesen sein, da er nicht
angestellt wurde (Köchel 2, 231).
Mugnie, John, schrieb um 1800
allerlei kleine Klavierstücke, die in
London erschienen.
Das br. Mus. besitzt davon in Einzel-
drucken 15 Nrn., darunter auch 6 Sonaten
f. Pfte. und V. oder Flöte. In Cambridge
FW. 4 Piecen für Pfte.
Mulasco, GrioTanni Antonio,
aus San Colombano, war um 1592
Musiker am Dome zu Mailand.
Scarabella widmet ihm und 12
anderen seine Samlg. Motetten von
1592.
Mule (Mole), Ouillaume de la,
erhielt im Okt. 1553 das städtische
Kantorat in Genf (M. f. M. 16, 21).
Muliehius, Joh., s. Mülich.
MuHu, siehe Molin u. 3Ioulin.
Muller, Frans, aus Leydeu, ist
am 20/2 1789 und 8/3 1794 als
Musicus an der Universität zu Ley-
den eingeschrieben (Bouwst 3, 11).
Mulner, Wilhelm (auch Wal-
ner gez.),
ist im Samlwk. von 1549 a mit einer
2stim. Motette in 2 Teilen vertreten (Eit-
ner 1).
Munchhausen, de, s. Münch-
hausen.
Munde, siehe Monte, Aegid. de.
Mundy, John, Mus. Doct., Sohn
des William, wurde Organist am
Eton-Kollegium, 1585 an der St.
Georgskapeile in Windsor. Am
9. Juli 1586 erwarb er sich den
Grad eines Baccalaureus zu Oxford,
1624 den eines Doct. der Musik.
Vater und Sohn werden in einem
Gedichte von John Baldwin 1591
als berühmte Sänger und Musiker
ihrer Zeit erwähnt. Um 1630 soll
er zu Windsor gestorben sein, sein
Nachfolger W. Cliild erhielt aber
erst 1636 den Posten. Auf dem
Titel seiner Psalmen von 1594
nennt er sich „Gentleman, Bachi-
1er of Musicke, and one of the
Organists of his Maj. free chappel
of Windsor". (Siehe Grove. ßur-
ney 6, 54. Hawkins 3, 360. 4, 27.)
Von seinen Kompositionen sind
nachweisbar:
Songs and Psalmes comp, into 3, 4 &
5 parts for the use & delight of all such
as either love or learn musicke. Lond.
1594 Tho. Este. 4 Stb. in 4". [br. Mus.
In Sammelwerken: Triumphs of Oriaua
von Morley 1601 ein Gesg: Lightly she
tripped. 5 Klaviei'jj. im Virgiual Buch in
Cambridge (wird neu herausgegeben 1896).
In Joh. Baruard's Selected church musick
1 Gesg. [R. C. of Mus. 1642.] Ebend.
Ms. 1737 neun lat. Mot. nur mit Mundy
gez., können daher auch von William sein.
Im Ms. 624 im br. Mus., 4 Stb. (fehlen
•4 Stb.) ein Samhvk. von Messen, Mot. u.
Madr. zu 3 — 8 St. von Verschiedenen.
— Ebd. Ms. 227 in Burney's Excerpten
3 Psolmen zu 3 und 4 St. m Part.
Ms. des Dean and Chapter of Durham,
enthaltend Orgelst, des 17. Jhs. darunter
auch Muudy ohne Vornamen.
Ms. Oxford Chr. Ch, ein Anthem im
Ms: Lord the maker, 4 voyc. In der
Musikschule ein Band mit In nomines.
In neuen Ausg. 2 Gesge. (Eitner 2).
Mundy (Muuday, Mundaies liest
man in den Rechnungen der Kgl.
Kapelle), William, Vater des John,
schwor am 21/2 1563 als Gentle-
man an der Kgl. Kapelle zu Lon-
don. War auch Choral -Vikar an
Mundy, "William.
120
Muratori,
St. Paul. Morley erwähnt ihn in
seiner Introduction. Da seine
Stelle an der Kgl. Kapelle am
12/10 1591 Anth. Anderson er-
hielt, so glaubt man, dass er kurz
vordem gestorben ist (Rimbault.
Grove). Die in den Lexika ihm
zugeschriebenen Kompositionen in
alten Samhvken. tragen meistens
keinen Vornamen und werden
willkürlich William oder John zu-
geschrieben; auch gab es noch
einen älteren John. (Davey.)
Den vollen Namen tragen 7 Gesge. in
Barnard's Sanilwk. von 1641. Einige
Motetten befinden sich in John Baldwin's
hds. Saralg.
Mss. im br. Mus. Nr 98 Anthem,
Lord, I bow the knees, auch in Ms. 174
p. 241 in P. — Ms. 100, Propare you,
tinie werith awaye. — Ms. 5GS Samlwk.
in 5 Stb. 1 Nr. — Ms. .ö74 neun Motett.
in 4 Stb. Iß .Th. ohne Vornamen.
Ms. Cambridge FW. Lord, I bow the
knees, in 2 Kopien.
Ms. in Chi-. Ch. zu Oxford : 1 Anthem
ä 5, 1 Service, 1 Te Deum und Benedic-
tus, 17 Motetten zu 3, 4 u. 5 Stirn.,
2 Anthems. In der Musikschule ein In
Nomine. Durch das öftere fehlen der
Vornamen ist die Autorschaft schwer
festzustellen.
Muneford, . . .
In der Bibl. der Chr. Ch. zu Oxford
eine Oveiture u. a. im Ms.
Munerat, Jean Le, siehe Le
Mimerat.
Muiiic, A. .. P. .., 17/18. Jh.
Die Kirchenbibl. St. Walburge's zu Au-
denarde besafs einst 1 Mot. zu 5 Stirn,
mit Instr, (Straeten 1, 218).
Muiiier (rHaiuUmoiit , siehe
Hauclimont, Etienne.
Muimiuekx, P. . . F. . ., Kom-
ponist des 18. Jhs., von dem in
einem alten Auktionskataloge ver-
zeichnet sind:
BaUetti, Allemande, Corante, Sarabande
cum tribus instrumentis.
Pevernage in seinen Landes Vesper-
tinae von 1604 bringt einen Tonsatz mit
OiiUchnns Munhichx gezeichnet.
Munnikhuizen, Anthony, geb.
1732 zu Borstheeld (auf seinem
Porträt von 1808 liest man „aetatis
76"). Er war Organist in Amster-
dam (Bouwst. 1, 97. 2, 45) u. gab
heraus :
Zangwyzen der Psalmen en Gezangen,
teu gebruike der gemeentens toeged. de
onverand. Ausgsbg. geloofs-belydenis, so
voor het orgel, clavier als ook andere
instnimenten. Amsteldam 1781. qu40.
[Amst.
Ein Hendrik Mimm'kJmisen war um
1738 Violist zu Amsterdam (ib.).
Munoz, Luis, 1611 Ministreis
an der Kgl. Kapelle in Granada
(Straeten 8, 477).
Mnnroe, Alexander, ein ge-
borener Schottländer, der zu Paris
lebte und eine Sammlung schotti-
scher Lieder für Flöte mit Yaria-
tionen um 1730 herausgab (Haw-
kins 4, 7.)
Munster, Hendrik van, Orga-
nist und Glockenist in Zwolle von
1653 — 1672, Dokumente aus dieser
Zeit in Bouwst. 2, 175. Sein Sohn
Jan wurde ihm 1667 zur Aus-
hülfe beigegeben.
Murat, Antoine, ein Armenier,
war um 1780 bei der schwedischen
Gesandtschaft in Konstantinopel
angestellt und schrieb die Ab-
handlung:
Essai sur la melodie Orientale, ou ex-
pUcation du Systeme des modes et des
mesures de la musique turque. Dieses
Buch ist nur durch eine Analyse in Rei-
chardt's Kunst -Magazin Seit. 51 und in
Schlözer's Briefwechsel bekannt. Näheres
im Becker 1, 558.
Muratori, . . . schrieb um 1724
gegen die Oper; Uebersetzung in
Mizler's Musik. Bibl. 2. Bd. p.lei.
— Wahrscheinlich ist Ludov. An-
tonio Muratori aus Vignola (1672
bis 1750) gemeint, der sich als
Schriftsteller bekannt machte und
schrieb :
„Della perfetta poesia italiana, spiegata
e dimostrata. Modena 1706. 2 Bde.
3. Aufl. 1748. Becker 1 verz. seine
Sckriften.
Muratori, Giacomo.
121
Muris, Joannes de.
Dissertazioni sopra le antichita italiane,
giä composte e pubblicate in latino, e da
esso poscia compendiate e trasportate
nell'italiana favella. . . Milano 1751 Pas-
quali. 3 voll. 4P. [Bologna.
Muratori, Giacomo, Bassist an
der Hofkapelle in Wien mit 60
Gld. raonatl. vom 1. April 1662
bis t 1680 (Köchel 1).
Mure, Conrad de, ein Kanoni-
kus u. Sänger des 13. Jhs. (1273)
zu Zürich,
in dessen Werk „No\Tas Graecismus"
sich Abhandlungen über die Orgel, des
Nablions, Psalteriums, Cj^ara, Lyra,
Fistula, Tympanum, und der „Vidulae
vidulantus ad ai-tem ludunt" befinden.
Forkel 8, 220 führt nach Possevinus auch
eine Abhandlung ,,De musica'' an (G.
Becker 19).
Murer, Bernardo di Stefani-
no, ATurde am 15. April 1445
zum Organisten an S. Marco in
Venedig gewählt. Sein Nachfolger
trat am 12. Okt. 1459 ein. Winter-
feld 4, 198 schreibt fälschlich
Mured (Caffi 1, 53).
Muret, M. . . A. . . de, ein Chan-
sonskomponist aus der Mitte des
16. Jhs.,
der in Samlwken. mit 2 vierst. Chan-
sons vertreten ist (Eitner 1). Ebenso in
P. de Ronsard's Les amours 1553.
Murette, Michel de la, siehe
La Murette.
Murgatroyd, Cliarles, Organist
zu York 1715 — 21, sodann zu Lin-
coln, starb 1741. Sein Nachfolger
war William Middlehrook, starb
1756 (West).
Murieu, Oiles.
Im Archiv des S. Pietro zu Rom be-
befindet sich in einem Ms. in 4*^ eine
Samlg. von 107 Chansons von Verschie-
denen, unter denen auch obiger Autor
vertreten ist.
Murino de, siehe Aegidius.
Muris, Joannes de. Der Name
Jean de Meurs ist nur eine An-
nahme, ebenso dass er ein Eng-
länder ist. Seine Nationalität ist
bis jetzt noch nicht festzustellen
möglich. Dr. W. Nagel in seiner
Gesch. der Musik in England geht
S. 41 aufs Genaueste alle Momente
die für England sprechen könnten
durch, doch ist das Resultat immer-
hin nur ein Unbestimmtes. Fetis
zieht alle Citate zusammen, er-
reicht aber auch kein Resultat.
Dr. Hirschfeld in seiner Abhand-
lung über M. und seine Werke,
Lpz., Breitk. & H. 1884. 8«. 67 S.
(siehe M. f. M. 16, 97) sagt über
Muris Persönlichkeit, dass es frag-
lich ist, ob der Mathematiker und
Astronom an der Sorbonne in
Paris der Musiktheoretiker Muris
ist. Wäre dies der Pall, dann
könnte man, wie Dr. Nagel an-
nimmt, wohl behaupten, er war
von Geburt ein Franzose. Dr.
Hirschfeld nimmt an, dass sein
Speculum musicae wahrscheinlich
ins Jahr 1321 fällt^ und da sich
M. zu der Zeit schon in einem
hohen Alter befand, so kann man
das Geburtsjahr weit ins 13. Jh.
hinein verlegen. Dr. Nagel ist
die Bestimmung obiger Jahreszahl
zweifelhaft. Dr. Hirschfeld stützt
diese Annahme auf die Thatsache,
dass er sich voll und ganz auf
die Lehre Franco's stützt. Was
nun seine theoretischen Werke
betrifft, so sucht Dr. Hirschfeld zu
beweisen, dass eigentlich nur der
Tractat „Speculum musicae'' ihm
sicher zuzuschreiben ist. In allen
anderen Tractaten, die in den ver-
schiedenen Kopien seinen Namen
tragen, wird er öfter als dritte
Person genannt, oder als Autorität
angeführt, die auf einen fremden
Verfasser schliefsen lässt. Dr.
Nagel schiebt dagegen Vieles auf
die Kopisten, die sich manchen
eigenen Zusatz erlaubt haben mögen,
da sie selbst Sachverständige waren,
doch weist wieder Dr. Hirschfeld
Muris, Joannes de.
122
Muris, Joannes de.
nach, dass M. in seinem Specnlum
Einzelnes aus den „Quaestiones'',
der „Musica speculativa" u. ,,Mu-
sica practica", anführt und aas-
driickiich auf einen fremden Autor
hinweist. Dr. H. Riemaun nimmt
einen Jo. de Muris Normannus c.
1275 — 1350 u. einen Jo. de Muris
de Francia von 1275 — 1350 an
und verteidigt seine Annahme in
beweisführender Weise (siehe im
Reg. unter Johannes). Muris war
ein Verfechter und eifriger Lehrer
der älteren theoretischen Anschau-
ungen und verwirft in rahiger
Auseinandersetzung die Yerirrun-
gen der neueren Richtung, wäh-
rend er selbst in der heftigsten
Weise von den Neueren (z, B.
Philipp de Vitiy) angegriffen wird,
worüber sich M. bitter beklagt.
Von seinen ihm zugeschriebenen
Tractaten sind im Druck erschienen :
In Gerbeit's Scriptores:
Tractatus de musica, Bd. 3, 189—248.
Musica speculativa^ sive Hieoretica, ib.
249—255.
Musica Theorica, ib. 255—283.
De numeris, qui musicas retinent con-
sonantias, secundum Ptoloniaeum de Pa-
risiis, ib. 284—286.
Tractatus de proportionibus, ib. 286
bis 291.
Secundus liber, sequitur, quid Magister
J. de Muris dicat de practica musica, seu
de meusurabili, ib. 292 — 301.
Item J. de M. quaestiones super partes
musicae, ib. 301 — 312.
Ars Discantus data a Mag. . . abbre-
viando, ib. 312 — 315.
In Coussemaker's Scriptores:
Cujusdam Carthusiensis Tractatus de
musica plana: Sequitur Tract. de natura
et distinctione 8 touorum musicae, Bd. 2.
434.
Ars intonandi secundum regulas ab in-
stitutoribus musicae traditas, ib. 450.
Quaedam varia, S. 460.
Qualiter faciendum est Monocordum et
qualiter invenitur, S. 462.
Istud pertinet ad tractatum de distinc-
tione touorum, S. 466.
De tonis et quibusdam ad eos perti-
neutibus, S. 467.
Brevis et utilis informatio modulandi
planum cantum, S. 477.
Stet protestatio ista facta supra folio
LXYI, Ö. 483.
Forkel teilt einen Satz einer Diaphonie
mit, wieder abgedruckt im Fröhlich (Eit-
ner 2 Nachträge).
Ueber Mss., Inhalt und Bedeutung im
Lafage 2, 239. 380. In der Viertel]".
Bd. 1—10 siehe General -Reg.
M. f.
M. 17, 66. 4, 164. 5, 62. 22, 41.
Universit.-Bibl. zu Pisa, Ms. IV, 9
enth. die Musica speculat. und Arte prac-
tica mensurabiils. — Ars coutrapuncti.
Burney 5, 413. 420 beschreibt einen
Kommentar, von John Wjdde geschrieben,
im br. Mus. Ms. 105 fol. 94. Siehe auch
Ms. 141.
Paris Nat : Speculum musicae, Mss. lat.
7207 A. — Tractatus de musica. Ms. 15.
Jh. ib. 7207.
Cambridge, Magdalen - College, Collect.
Pepysian, ge.schrieben 1415: Tractatus
musicae. Burney 5, 383. 388.
Rom, ValUcellaua B. 83. — Florenz
Riccardiana Nr. 134. Im Lafage be-
schrieben.
Bologna Liceo: Expositiones tractatus
practice cantus mensurabilis Magistri J.
de M. a Magistro Prosdocimo de Belde-
mandis de Padua compilate. 15. Jh. fol.
(Kat. 1, 194).
6 Tractate zum Teil in späterer Zeit
kopiert, Kat. 1, 236. 237 ebd.
Stadtb. Gent: Ars discantus et argu-
menta musicae.
B. Proske, Ms. theor. 98. 15. Jh. Seit.
369-378: De proportionibus.
Stadtb. Tours, Ms. 15. Jh. Proportio-
num musicalium.
B. Brüssel in Ms. 5270. des 13. Jhs.
4. Tract. Incipit ars contrapuuctis. Ms.
5276 De musica et de coutrapuncti ru-
gulis. 16. Jh. 40.
Noch seien einige alte Drucke erwähnt :
Epytoma Johannis de Muris in musi-
cam Boecii. in quo omnes conclusiones
musice est inter Septem artes liberales
primaria, miraceleritate mathematico more
demonstrantur. 4" gothisch, 44 S. Am
Ende: Explicit musica . . . nup. per Mag.
Ambros. Lacher de Merspurgk . . . im-
pressa in frankfordiano 1508. [B. B.
Upsala.
Quadruvii practici epitomata. Arith-
meticae . . . Speculativa musica J. de M,
metrice conscripta . . . Am Ende: Impress.
Colonie apud predicatores, s. a. 4'' gothisch.
[Brässei.
Schriften über Muris. Dr. Hirschfeld
Muris, Michael de.
123 MurscKhauser, Franz Xaver Anton.
siehe oben. — Th. Nisard: Jean de M.
gr. 8". [Brüssel] — Hugo Eiemann,
Gesch. d. Musiktheone 1898.
Siehe auch den Artikel bei Fetis.
Muris, Michael, Galliculus de,
citiert von Ormtoparcluis in seinem
Micrologus von 1517, welcher einen
Tractat über die Gesangskunst ge-
schrieben hat (Hawkins 2, 393).
Murlos, Bernhard, Lebenszeit
unbekannt.
Die B. der Musikfr. in Wien besitzt
von ihm: 1 Messe, 1 Te Deum, Laudate
pueri und Sah^m fac, für 2 Ten., 1 B.
u. Orch. in P. u. Stb.
MuiTuellius, Joannes, lebte im
Anfange des 16. Jhs; bekannt ist \
von ihm ein Gedicht nebst Kom- |
Positionen unter dem Titel:
Protrepticus studiosorum poetices Joan.
M. Ruremundensis. Joan. M. auditoribus
suis Salutem ... 1517. 8". Am Schlüsse:
Vitebergae apud Georg. Rhav. Die oben
genannte Stadt ist Roermonde in Holland,
sein Geburtsort. Enth. 3 lat. Gesänge zu
4 Stim. [Zwickau, Kat. Nr. 228 Beschrbg.
3Iurr, Christoph Grottlieb Ton,
ein gelehrter Schriftsteller, geb.
1733 zu Nürnberg, gest. 8. April
1811 ebd. Machte viele Reisen,
um die Schätze der Bibliotheken
kennen zu lernen. Neben zahl-
reichen Werken schrieb er auch:
Xotitia duorum codicujn musicoiura
Guidonis Aretini saec. XI et S. Wilhelmi
Hirsaugiensis saec. XK in membranis
exaratorum. Temporis nostri Orpheo Do-
mino Josepho Haydu dicavit . . . Cum 2
tabulis aeneis. Noiinibg. 1801 Monath et
Kussler. 4«. mit 2 Tat. [B. B. Dresden.
Musikfr. "\Men. Bmssel. B. Lpz.
Philodem von der Musik. Ein Auszug
aus dessen 4. Buche. Aus dem Griechi-
schen einer herkulanischen Papynxsrolle
übersetzt von . . . Nebst einer F'robe des
Hvmnenstils altgiiechischer Musik. Berlin
1806 Frölich. 4«. 64 S. mit Facs. [B. B.
Musikfr. "Wien. Brü.ssel. Briissel Conserv.
B. Lpz. Näheres bei Fetis.
Murray, Lady Edith, lebte in
der Mitte des 18. Jhs. und ist be-
kannt durch die Drucke :
The priiice of AVales. "Waltz, London.
The London music Publishing, fol.
Legende pour Piano et Violon, jouee
par Signor Pagini (Pagin) . . . London,
Cunningham Boosey & Spragne.
Vorwärts March for the pfte. comp.
. . . London, ib. Dedic. Prince "Wilhelm
von Preufseu [sämtlich in Schwerin F.
Herr Davey glaubt, dass die Ver-
fa.sserin um 1860 — 1880 ihre Komposi-
tionen herausgab.
Murschhauser, Franz Xaver
Anton, getauft am 1. Juli 1663
in Zabern i/Els., gest. am 6. Jan.
1738 zu München. Schüler von
Kaspar Kerl in München. 1691
erhielt er an der Frauenkirche zu
München die Chorregentenstelle,
die er bis au sein Lebensende be-
kleidete. Am 24. Sept. 1691 hei-
ratete er Maria Oberhoffer (Kirchen-
buch). Eine auf Quellen gestützte
Biographie nebst Beurteilung seiner
Werke vom Pfarrer Vogeleis in
Haberrs Jahrbuch 1901 p. 1, der
mir noch brieflich berichtet, dass
der Yater am 30. Sept. 1655 von
Mosburg bei Landshut in Baiern
durch Yermittelung der Jesuiten
nach Schlettstadt i/Els. versetzt
wurde, wo er die Stelle eines
lateinischen Schulmeisters erhielt
und im Oktober 1658 nach Zabern
zog. Das Terzeichnis von Franz'
erhaltenen "Werken ist folgendes:
1696. Octi-touium novum organicum,
octo tonis ecclesiasticis, ad Psalmos, &
Magnificat adhiberi ... Ex diversi musici
artificij fontibus derivatum, cum Appen-
dice nounullarum Inventionum, ac imi-
tationum pro tempore . . . Op. 1. Aug.
Vind. 1696 Laur. Kronigei-us & haer.
Teoph. Goebelius. 1 vol. in qufol. 4 BU.
u. 89 Orgelpiecen im Stich, auch Vari-
ationen dabei. [Berlin Kii'cheniust. B. M.
B. Wagener. Minoritenconvent Vien.
1700. Vespertiuus Latriae, & Hyper-
duliae cultus, sive Psalmi vespertiui con-
sueti de Dominica, et beatissima Yirgine,
8 tonis eccles. per diversas Contrapuncti
leges alHgati: A 4 vocibus concert. 2. Yiol.
obl. & 4 voc. in ripieno, cum annexo,
pro coronide, Psalmo: Laudate pueri ä
Basso solo, & 4. Instr. conc. Opus 2.
Aufhöre . . . Ulmae Suevorum 1700 Joh.
Com-. Wohlerus. 12 Stb. 4». 8 Singst.
2 V. u. 1 Violone nebt Bc. 10 Psalm.
Murschhauser, Fi'anz Xaver Anton. 124
Muscovius.
1 Laudate, daninter 5 Nrn. a capella.
[B. B. Zürich Musikgesellschaft.
(1700). Prototypen Longo -breve or-
ganicum, exhibeus, super tonos figuratos
magis usitatos, niodum novum ac arti-
ficiosuni, tarn constringendi quam didu-
cendi, pro necessitate, vel etiam libitu,
FugaseiPraeaiHhula., juxta genuinas contra-
puncti . . . Noribg. s. a. Wolf. Maur. Endter.
kl. qu40. 3 BU. 34 Orgelst, im Stich
ohne Autornamen.
— Pars secunda (wie oben) 3 Vorbll.
42 S. Orgelst, vom 8. bis 12. Tone, ohne
Autornamen. [Beide Teile zusammenge-
bunden in B. B. br. Mus. Glasgow.
Minoritencouvent Wien. Hofb. Wien.
1707. Fundamentalische kurz, und be-
queme Haudleitung . . . zur Figural- und
Choralmusik . . . München 1707 beym
Autor, qufol. 17 BU. [B. B. B. M.
Proske.
1721. Academia musico-poetica bipar-
tita. Oder: Hohe Schul der musicaüschen
Com Position. 2 Theile (die Titel sind
sämtlich endlos lang. Mehr am Ende die
unglücklichen Worte:) ,,um dem vortreff-
lichen Herrn Matthoson ein mehrers Licht
zu geben"... Augsburg 1721 Wolfg.
Mor. Endter, gedr. bei Job. Ernst Adel-
bulner. fol. 14 u. 18G Seiten nebst
Reg. Vollständige Titel im Kat. Joach.
Nr. 613, im Forkel 8 und Becker 1.
[B. B. B. Joach. B M. üresd. Basel.
B. Wagener. Musikfr. Wien. Freising.
B. Lpz. Einsiedeln. Brüssel, br. Mus.
Leider strotzt das Werk von Dinick-
fehlern und Mattheson war gleich bereit
ihm mit seinem Lichte heimzuleuchten
und zwar in der Critica musica in den
3 Abhandlungen .,Die melopoetische Licht-
scheere in 3 Schneuzungen."
1 Toccata per il Pfte. Part. Ms. in
Berliner Singak. Zwar mit F. A. Mursch-
hauser gez., doch kann es wohl nur der
obige sein.
1 figurierter Kontrapunkt in Ms. 19319.
LHofb. Wien.
Ms. 3209 in B. Hbg. in 12 Toccaten,
dabei ein Orgelst, von Murschhauser.
17 Orgel- und Klavierstücke in neuen
Ausg. (Eitner 2). Im Bitter Nr. 98.
Murschhauser, Ignaz, ist seit
etwa 1699 Bassist an der Hof- i
kapeile in München mit 300 Gld. I
Gehalt, die aher bis zum 20/3 1700
um die Hälfte wegen Geldmangels
verkürzt werden. 1726 beträgt
sein Gehalt 340 Gld. Nach dem
Totenreg. der Frauenkirche starb er
(oder wird begraben) am 10. Mai
1734. 1706 bez. er sich in einer
Eingabe als ein alter Manu, der
schon 20 Jahre demKurfürsten diene.
Mattheson 3, 175 erwähnt noch
einen Murschhauser, der seit 60
Jahren Organist in Regensburg
war und 1724 oder 1725 starb.
Murtin, Vincenz, Lebenszeit
unbekannt.
Im Archiv des Dresdner Hoftheaters
das Singspiel: Lilla, oder Schönheit und
Tugend. Ms. P. u. Stb.
Musa, Anthoiiius, ein Kompo-
nist aus dem Anfange des 16. Jhs.
Im Ms. 4 der Bibl. Zw., welches schon
die Jahreszahl 1534 aufweist (nicht erst
1547 wie der Kat. anzeigt;), befindet sich
unter Nr. 108 der 4- u. 5stim. Tonsatz:
Coelum dives, überschrieben: Martinus
Abrahae.
Musaeus, Johann Anton, ein
dänischer Musiker, der in Kopen-
hagen im 18. Jh. lebte und nach
Fctis herausgab:
Divertimento nuisico per il cembalo
solo . . . Kopenhag. 1765. fol. Es ent-
hält Sonaten u. a. Im Vorworte behandelt
er den Eindruck der Musik auf die mensch-
liche Seele.
Musatti, Vincenzo, aus Bo-
logna, ein Priester, wurde am 26.
Nov. 1571 als Sänger in die päpstl.
Kapelle aufgenommen, bekleidete
für 1583 das Amt eines Punkta-
tors und lässt sich bis 1594 ver-
folgen (Straeten 6, 455 mit Dokum.).
Musbeck, F . . . A . . ., lebte um
1799 zu Rawicz (Posen) als Musik-
lehrer und gab bei A. Gehr & Co.
in Breslau 6 Sonaten für Klavier
heraus (Gerber 2).
MuscotIus, Johann, geb. 2. Juni
1635 zu Grofs-Graba (Oberlausitz),
gest. 17. Okt. 1695 zu Lauban, wo
er erster Pastor, Kirchen- und
Schul-Inspektor war. Er schrieb:
Bestrafter Missbrauch der Kirchenmusik
und Kirchhöfe (gegen Chrstn. Schiff ge-
richtet). Lauban 1694. 8". 110 S. [B.B.
Musculus.
125
Musica.
Musculus, Balthasar, ein Schul-
meister in Ziegenrück im Yogt-
lande, scheint 1597 schon ein
Verstorbener gewesen zu sein, da
Georg Körber von seineu Liedern
eine 2te Ausg. veraustaltet. Die
erste Ausg. ist nicht bekannt. 8
sind von Orazio Yecchi mit deut-
schen Texten, 7 von J. Meilaud
und 13 von G. Körber, Nr. 1—40
von Muscuhis; betitelt:
Vierzig schöue geistliche Gesenglein
mit 4 stimmen . . . Am Ende: Nürnbg.
1597 AI. Ph. Dieterich. 4 Stb. i[\\4».
G8 Nrn. [B. Zw. Hofb. Wien: Disc.
— ß. M. aufserlesene anmutige, schöne,
mit trostreichen, geistlichen Texten ge-
stellte und coUigirte Gesänglein, von newem
übersehen . . darbei auch etliche . . von
Hör. Yecchi, Regnardi, Orlandi, Meilandi,
Ricci, Hasleri, Vulpii, Hausmanni, Wid-
manni vnd anderer, auf 4. 5. vnd 6. Stirn.
. . Durch Erasm. Widmannum Hallensem
(herausgeg.). Nürnberg 1G22 Sim. Halb-
mayer. 5 Stb. 40. 75 Gesge. [B.B:C.
Basel kompl. ß. Lpz: 5a & 6a vox.
— Sacra Cithara, Das ist: Achtzig
schöne geistl. Gesang, mit 4. vnd 5. Stim.
, , Auetoribus : B. M., Hör. Yeccho, Jac.
Mailando \nd andern. Jetzo von neuem
wider auffgelegt . . . Sampt einem Com-
pendio artis musices. Nürmbg. 1625
"Wagenmann. 4 Stb. sehr kl. Format,
[br. Mus.
Näheres Eitner 1 unter den obigen
Jahresz. und Seite 743 das Verz. der Ge-
sänge. Aufserdem fand ich ihn noch in
E. Widmann's Geistl. 4 stim. Psalmen 1639
(1604). — In Erhardi's Gesgb. von 1659
4 Gesge. und in Joh. Kasp. Suter's Geistl.
Seeleumusik 1662.
Dr. Em. Bobn giebt noch die Titel
obigen Samlwkes. in Ausgaben von 1602
und 1609 ohne Fundort an.
In B. Zw. hds. an 505, drei geistl. 4 stim.
Gesge. und in 49 ein Tonsatz ohne Text.
In B. B. Ms. Peitsch Z112, 4 Stb.
Nr. 167 : So war ich leb spricht G. 4 voc.
Nr. 168: Last singen u. G. loben, 4 voc.
Musel, Joamies, von 1474 bis
76 päpstl. Säuger in Rom (Viertelj.
3, 231).
Muser, Franz, kam 1555 von
Metz nach Strafsburg u. wurde an
St. Thomas Organist (Lobstein 59).
Muses' delight (The).
An accurate collect, of EngHsh and
ItaJian Songs, Cantatas and Duetts . . .
with Insti-uctions for the voice, Y. harps.
or spinnet, Genn. flute, common flute,
hautboy, french-horn, bassoon and several
hundred English, Irish and Scots Songs,
without the Music. Liverpool 1754 John
Sadler. [br. Mus.
Muset, Colin, ein Menestrel des
13. Jhs.
von dem die Nationalb. zu Paris 3 Chan-
sons mit Melodien besitzt. Fetis Näheres.
Musica — Musik — Musikalisch.
Mores Musice omnis cantus gregoriani.
Argentine 1488 Prj'fs, siehe Hugo von
Reutlingen.
Musica. In dem Samlwk. Patrol. latina
edit. Migne, Paris 1853 die anonymen
Tractate Bd. 151, B1391, 1. Musica.
2. Tractatus de musica. 3. Fragmentum
musices.
Musica, De. Ms. 15. Jahrh. [C. P.
Katalog p. 89.
Musica, de arte musica. Hds. kopiert
von Leo de Burbure nach einem Ms. zu
Gent des 16. Jhs. Man schreibt sie dem
Dionysius de Karthusius zu. [Amst.
Musica poetica brevis 43 BU. Ms. 4^,
Nr. 42 in B. B. — Ebd. Musica ist ain
kunst recht zu singen. Am Ende 1528.
23 Bll. Ms. 8«. Nr. 127.
Musicae rudimenta latino - belgica ex
prolixioribus musicorum praeceptis ex-
cerpta, in usum iUustris gymnasü Geldro-
Yelavici, quod est Hardervici. Ed. 2.
recogn. et aucta. Amstelod. 1645 Joh.
Janssonius. 40. [C. P., Kai 203 Be-
schrbg. Die 1. Ausg. Hardervici apud
Gedeon de Haes, 1621, in kl. 4° beschreibt
Boers in Bouwsteene 1, 26.
Studiosum musicae, sive quaestionem
an Studium in Musica arte et quantum
quidem ponere liceat optimaruni artium
studioso . . . Tide Henricus a Lith (Prof.
der Eloquent.) Frankofort a/Y. 1692 Joh.
Coepsehus. fol. 1 Bog. [B. B.
Musica Oxoniensis. A coUect. of songs
for 1 & 2 voic. with th.-b. Oxf. 1698.
fol. [Glasgow.
Musica parabolica 1754, siehe H. G,
Neufs.
Musicae vocalis deliciae; being a col-
lection of . . . Madrigals, Glees, Catches
etc. In score, vol. 1. 2. Lond., T. Skil-
lem. 80. [br.Mus: vol. 1. R. Cef Mus.
vol. 2.
Musica. Partieen pro liutho, Yiolino,
Basso . . Author. Sig. Bloek^ Christ., Fieh-
Musica.
126
Musica.
tel^ Laüff^ Sig. Meckh, Serta, M. Weis,
Sigm. Weis. 45 Piecen auf 53 Ell. in
fol. Ms. des 17.— 18. Jhs. [Salzburg.
Musica Transalpiua, siehe Yonge, Nie.
Musica beliicosa, or, warlike music.
Being a choice collection of 68 Marches
& Trumpet times for the Germ, flute, Y.
& Hautb., with a Th. B. to the whole, to
■\vhich is added Geminiani's and Duhourys
Serauading Trumpet tunes and a scale
of the Gamut for the Basson. 2 parts.
Lond., AYalsh. qu40. [R. Cef Mus.
Musica scelta d'autichi maestri italiani,
pubblicata dalla societä „Cecilia". Copen-
hagen, P, W. Olsen, fol. (mit Klavier-
begltg. von Heinr. Rung).
Heft 1: Stradella, Scarlatti, Tenaglia.
Heft 2: Scarlatti, 2 anonymi.
Heft 3 (Mainz b. Schott's S. 1860):
Tenaglia, Scarlatti, Cavalli. [B. M. Brüs-
sel 2440 Heft 1 und ein 2tes, im Kat.
nicht genannt.
The Musicall compass: three cuts de-
signed to stew how thee eight notes circu-
late in their perpetuall order . . . Lond.
1686. 4». [br. Mus.
Musico-ListrumentaliscbeGemüths-Lust
bestehend in sechs aufserlösenen Parthyen
(mit vier Geigen) sambt dem Cembalo ad
Lybitum. Woriunen unterschiedliche cu-
rieuse Overturen, Arien, Meuueten, Bu-
reen, Ballet, Chaconuen, und andere der-
gleichen auf jetzo zu Tag im Schwung
gehende neueste Art und Manier ein-
gerichter Stück enthalten, so bey Coraö-
dien, Tafel-Musicen, Serenaden und solcher-
ley ... zu gebrauchen seynd. Yerfafst
von einem Edlen Liebhaber diser Kunst.
Anno 1712. 4 Stb. 4». (V. Yioletta,
Viola, Yiolone o Cemb.) 12 Nrn. aus je
4—5 Piecen bestehend. [Musikfr. AYien.
Musical MisceUauy (The) . . . London
1729—31. 6 voll. Siehe Watts.
Musical direction (A) for the year 1794,
cont. the names & addresses of most of
the Professors of music, with the parts
they respectively perform, &c: and an
historical sketch of the Academy of Ancient
lAusic. Lond. 1794. kl. 8«. [R.C ofMus.
Musical Biography; or memoirs of the
lives & "writings of the most eminent
musical composers . . . Lond. 1814. 2 voU.
8". [Glasgow.
Musicaale Toon- ordre Zynde het op
klimmen en afdaalen der toonen van het
eene octaav in het andere. Ms. des
18. Jhs. 5 Bll. in 4». [Amst.
Musician. The Alamode . . . Lond.
1698. Fol. [br. Museum.
Musico practico 1683. [B. Proske.
Musick's recreation of the Lyra Viel,
siehe Playford, John (1656?).
Musicus curiosus. Musicus magnani-
mus. Musicus vexatus 1690/91 sind ano-
nyme, resp. Pseudonyme satyrische Schrif-
ten von Joh. KiihnoH, die man bisher
Kaspar Printz nach Forkel's Angabe zu-
schrieb.
Musik -Master (The modern), or the
universal musician, containing: I. An in-
troduction to singing ... 11. Direction
for playing the flute . . . IQ. The newest
method for learners on the German flute,
as improv'd by the greatest masters of
the age . . . (bis VI nebst einem Dictio-
nary). London 1730. gr. 8^. graviert.
[Brüssel 5379 mit vollständigem Titel.
Musicus autodidactos, siehe Eiset 1738.
(Musicus) Der wohl geplagte Musicus,
s. 1. 1772 anonym. 8". [ß. B.
(Musik) Etwas von und über Musik
1777 u. 1778. Siehe F. Müller.
La Musique du diable ou le Mercure
galant devalise. Paris 1711 Robert le
Türe. 120. 381 S. [Bologna, Kat. 1, 344.
Musique a Tusage des fetes nationales
1. livraison bis 6. livr. Mois de Germinal
an II. de la Kepublique une et indivisible
(1791—94, bis Mois de Fructidor). Paris,
de l'impr. de Richomme. Jede Piece
einzeln in fol. Enthält Gesäuge und In-
strmnentalpiecen von Catel, Dalayrac,
Devienne, Fred. Duvernoy, F. Gebauer,
Gossec, L. Jadin, Langte, Lefevre, Mchul,
Ozi, Solle. [Pai'is Nat. Jahrg. 2, 6 Monate
mit obigen Autoren. B. Brüssel 2. und
3. Jahrg., der Kat. giebt keinen Inhalt an,
Musique. Choix de M., dedie a S. A. S.
Monseigneur le Duc Regnant des Deux-
Ponts. (Paris 1783—84.) 4». [br. Mus.
Eine periodisch erscheinende Ztg. mit
Vokal- und Instrumental-Piecen von Baron
de Rumling, Devienne jr., G. Andreozzi,
Karr, Lachnith Taiue, P. Sales, Mereau,
de Nerciat, B. Mengozzi, de St. George,
Fontaine, H. J. Rigel, Bianchi, Abbe Rose,
Toeschi, L. Mayer, G. Hemerlein, Abt
Vogler, Gossec, Maitini, C, Mayer, de
Fontenet, Gretry, Nittel, TYiUiam, Dezai-
des, PaisieUo, Sivol, Lenoble, Bartelmont,
Edelmann, Tapray, Foignet. Sacchini,
Piccini, Haydn, Clementi, Blin de la Codre,
Couperin, Mlle. Ray, Mlle. Pomllard und
MUe. de Beaumesnil.
Musique, De la, vide Chahanon.
Musique, La, rendue 1762, vide Choquel.
Musikalisches Alleiiey 1761. Siehe
Birnstiel, F. W.
Musikalische Correspondenz, siehe Boss-
ler, Foilsetzg. der Realzeitung.
Musica.
127
Mussele.
Musikalische Dialoge 1805. Siehe
Heinse^ Wilh.
Musicalisch - Türkischer Euleu - Spiegel,
Das ist: Seltzame Possen von einem sehr
gescheidten Türkisch - Kayserlichen Hof-
und Feld -Narren, welcher uachgehends
gar Muff ti worden; etc. Mit einer Tenor-
Sing- Stimm, 2. VioL, auch 2. Violen, so
ad placitum, samt doppeltem General-
Bass . . . compon. von dem bekandten
Daciauischen Simplicissimo zu Güniz. Da-
selbst gedruckt 1688. 6 Stb. 4». 41 Nrn.
[B. W. in einen Bd. gebunden.
Musicalischen (Des) Frauenzimmers
Musicalisches Divertissement. Ms. A493
Samlbd. letzte Nr. [Dresd. Mus.
Musicalischer Leuthe Spiegel, siehe
Leuthe-Spiegel.
Musikalisches Magazin. Siehe Breit-
kopf Nr. 7 1763.
Musikalisches Magazin. Enthaltend
Lieder, Englische Tänze, Menuetten,
Märsche, leichte Sonaten etc. Für das
Klavier. 1. Heft. Brauuschweig, Kircher
(Ende des 18. Jhs.). [Schwerin F. \
1. Heft: 2 Klavierp. u. 3 Lieder nur
mit Anagramms gez.
2. Heft: 1 Menuet, 3 Angloise, 1 Qua-
drille, 5 Lieder, ebenso gez.
3. Heft: 6 Lieder, 1 Marche, 4 davon
mit Vaders und je 1 von Fleischer und
Reinwild, wenn damit nicht die Dichter
gemeint sind.
4. Heft: 2 Sonatinen, 1 Sinf., 1 Rondo,
3 Arien von Chr. Heinr. Hartmann.
Musikalisches Mancherley. 1762. Siehe
"Winter, Verleger in Berlin.
Musikalische Neujahrsblätter und Neu-
jahrsgeschenke, siehe unter Neujalir.
Musikalische Patriot 1741. Siehe Henke.
Musikalisches Pot-Pourri s. Breitkopf b.
Von der musikalischen Poesie. Berlin
1752 Joh. Fr. Vofs. 8^^. [Dresd. B. B.
(1753).
Musikalische Quacksalber 1700. —
Musicus curiosus 1691. ^ Musicus mag-
nanimus 1691. — Musicus vexatus 1690
sind anonyme Schriften von Johann
Kulnuiu.
Musikalisches Quodlibet, Ms. in Dresd.
Mus. 82 Seit, in fol. Enth. Instnunen-
talpiecen und 1 Arie; an Autoren werden
genannt Scherlitz, Beuda, Fischer, J. C.
F. Bach, C. P. E. Bach, C. F. Wolf.
Musicalischer - Trichter . .. Frauckft.
a/d. Spree 1706. Siehe Fuhrmann. Die
Mehrzahl seiner Schriften erschien Pseu-
donym.
Musikalisches Vielerley 1770. Siehe
Karl Ph. Em. Bach.
Musikal.-wöchentl. Belustigungs-Lieder
zu 1—3 Stirn. Zürich 1775. [Kat. Cal-
vary in Berlin.
Musikalisches Wochenbl. und Musika-
lische Monatsschrift 1791. 1792. Beide
von Eeichardt und Kunzen (Friedr. Ludw.
Aemilius).
Musicalischer Zeitvertreiber 1609, siehe
Kauffmann, Paul.
Musicalischer Zeitvertreib, welchen man
sich bey vergönten Stunden, auf dem be-
hebten Ciavier, durch Singen und Spielen
auserlesener Oden, vergnüglich machen
kan. Franckfurt und Leipzig 1743. 8^.
32 Lieder mit Begitg. , ohne Autoren.
[Musikfr. Wien.
— Des Musicalischen Zeit-Vertreibs
Zweyter Theil. Welchen man sich bey
vergönten Stunden auf dem Ciavier mit
... V. oder Fl. durch Singen ... Ib.
1746. 40. 34 Lied, mit 1 Flöte u. bez.
Bass. [Musikfr. Wien. Hofb. Wien,
Miisigiiy, Madame de, Schüle-
rin des Harfenisten Kriimbholz,
lebte 1788 zu Paris und gab da-
selbst heraus:
VI Romances d'Estelle avec acc. de
harpe ou pfte. Paris (Gerber 2).
Musikalisch, s. unter Musica.
Musiii, s. Furlanetto, Bonav.
Musotti, Stefano, aus Bologna,
gab heraus:
L'anima sospirante in contemplando i
dolori di Christe, Madrigali a 3 voci Cou
il Bc. Ven. 1621 Magni. 4 Stb. 4".
[Musikfr. Wien.
Mussard, ... ein französischer
Musiker des 18. Jhs. Er nennt
sich Maitre de flute, lebte um
1780 in Paris und ist ein Viel-
schreiber für sein Instrument (Im
Magazin wird er vielfach genannt).
Ich fand nur:
ü"ie recueil d'airs des operas de Coli-
nette ä la cour de Thesee, des deux Ge-
meaux de Bergarae, des Amour d'ete et
autres, arranges p. 2 Fl. ou V. . . Paris,
Tauteur. Stb. [Schwerin F.
Nouveaux principes pour apprendre ä
jouer de la flutte travers. Paris. fiu4^.
[br. Mus.
Es gab auch um 1780 in Paris eine
Musikalienhandlung Mussard. Vielleicht
ist der obige damit gemeint.
Mussele, N. .., lebte zur Zeit
G. de la Hele's als Sängerknabe
Mussenborg.
128
Mussiüi.
a/d. Kathedrale zu Toumai, ging
mit Hole a/d. Hof Kg. Philipp H.
und trat dann später in den Orden
der Kapuziner des hlg. Franciscus,
wo er nach einem langen Leben
starb (Catullius 1652, nach ihm
Sti-aeten 2, 3 ff.).
Mussenborg, Jean, 1660 Sänger
an der Kgl. Kapelle in Brüssel
(Straeten 5, 154).
Miissi, (xiulio, aus Lodi, war
um 1 625 städtischer Kapellmeister
zuPordenone (Lombardei bei üdine)
und ist bekannt durch:
H 1. IIb. delle Cauzoni da sonare ä 2
voci di . . . Op. 5. Cou il B. per sonar
Et nel fine vna Toccata iu Ecco ä 2
Soprani. Ven. 1620 Aless. Vincenti. 3
Stb. 4P. 16 Instrumentalsätze mit Nainea
benannt. [B. M. Bologna.
— Nouaniente ristanip. ib. 1625. 3
Stb. [B. Br.
Miissini, Natalc (nicht Nicolo),
Sänger, Tenorist, war 1792 nebst
seiner Frau in London am Theater
engagiert, sang dann in Hannover;
1793 trat er in Kassel als Violi-
nist und Guitarrist auf, sang dann
in Hamburg in der Oper La Ca-
meriera astuta. Von hier ging er
nach Berlin, wurde an der Oper
angestellt, doch war seine Stimme
schon im Abnehmen, so dass er
1798 verabschiedet wurde, trat
jedoch als Kapellmeister u. Kam-
merkomponist in die Dienste der
verwittweten Königin von Preufsen,
wo er 1813 oder 14 starb. Helene
Mussini, wahrsch. seine Tochter,
war eine ausgezeichnete Klavier-
spielerin und Schülerin Lud.
Berger's. Ledebur zeigt von Na-
tale Oratorien, Opern, Lieder und
lustrumentalwerke an. Nachweis-
bar sind:
Die Oper „üichterlaiinen". Ms. 15800.
P. [B. B.
La guerra aperta (La gara di servi),
Opera. P. u. Stb. im Ms. [Berlin K. H.
L'auteur dans son menage, op. com.
en 1 Acte. Ms. P. [Berlin K.H.
L'Arcadia liberata, Operetta in 3 atti
k 3 voci. Ms. P. qu40. [Schwerin F.
6 Ariettes oeuv. 1. Berlin, Schlesinger.
[B. B. Dresd: oe. 1 in Hambg. 1796.
6 Ariettes nouvelles avec acc, de
Fortep. . . . oeuv. 2. Berlin chez Morino
au Pont des chasseurs. qufol. [Schwe-
rin F. B. B. Berlin K.H. Dresd:
Hambg. 1796. Dresd. Mus: Berlin chez
l'auteur.
2 Ariettes im Ms. B. Kgsbg.
Six Romances, op. 3, con Pfte. e V.
Berlin, Schlesinger. [B. B. Berlin K. H.
Six Romances, op. 4, con Pfte. e V.
Ib. [B.B. Berlin K.H. Dresden.
Six Romances, op. 5, con Pfte. e V.
Berlin, Morino. [ß. B. Berlin K. H. br.
Mus.
6 Cauoui, 08. 6. Berlin, Schlesinger.
4 Bll. [B.B. Berlin K.H. Dresd.
Rosier de six roses, oeuv. 7. Berlin,
Schlesinger. [B. B. Berlin K. H.
3 Duetti (Sopr. et Ten.) op. 9. Peters-
burg, Dalmas. [Berlin K. H.
6 Duetti da camera per 2 Sopr. c. Pfte.
Berlin, Gröbenschütz u. Seiler. [B. B.
Berlin K. H. im Ms.
Duettino per Sopr. e Tenor. Berlin,
Schlesinger. [B. B. Dresd.
Bouton de Rose. Berlin, Comptoir. [B.B.
La femme et le philosophe. Duo pour
le chant. Berlin, Werckmeister. Er
nennt sich hier „Cidevant maitre de cha-
pelle de feu S. M. la reine mere de
Prasse". [B. B.
Ariette (Voi che). Hbg., Böhme. [B, B.
Six Ariettes av. acc. de Forte - piano,
ou Guittare seul. dediees ä sa Maj. la
Reine de Prasse, composees par Natale
Mussini, Chanteur du Roi. s. 1. qufol.
22 S. [Berlin K. H.
Mss. iu B. B. 131 , 3 Arien , 6 Ro-
manzen , 6 Arietten, 1 Cauzoncina, mit
Klav. und auch einige mit anderen In-
strum, begleitet. — Ms. 15630, 11: Sento
in sene, Arie c. Cemb., in Ms. 119 mit
Orch. in P.
Mss. Berlin K. H. 2 Romanzen, 6
Duetti notturni, CanzoneVenezianavariata.
Ms. in Schwerin F. Aria: Bella rosa,
S. et Bc.
Mss. Dresd. Mus. , alle mit Nicolo M.
gez. (in Kopie) 1100, Duetto per S. e T.
del opera Ademiroe. P. 1103, Duetto
del Alsinda. P. — Scena ed Aria d'Al-
sinda nel Scipione. P. — 6 Ariette c.
Pfte. — Duetto per 2 Ten. P. — Recit.
e Rondo per Ten. P. — Cavatina per T.
con Fag. obig. P. — L'inciampo nella
caccia. Rec. ed Aiia. P. — Duetto delle
Mussolini.
129
Mutzenbecher.
dramma di Brenno p. S. e T. Cautanto
da Ostilia Romana e Fabio. Cousolo di
Roma. P.
6 Quatuors ä V. princ, 2 A. et Vcl.
Nr. 4—6 Milano. fol. [br. Mus. Mu-
sikfr. AVien, vielleicht andere Quartette
mit 2 V. lA. u Vcl., fehlt VI.
3 grands Duos concertaus pour 2 V.
5. Liv. des Duos. Berlin, Schlesinger.
[B. B. B. Wagener.
Ms. 174 in Wolfenb. Arie cou Recit.
ohne Text. Der Kat. schreibt Nicolo, ob
aber das Ms. auch Nicolo schreibt, be-
zweifle ich. — Ebenso in B. Kgsbg:
Ariettes de Mussiui. Ms. fol, enth. 2
Arien.
NB. Auf den Titeln seiner Werke
nennt er sich entweder Natale oder nur
N., nie aber Nicolo; wo er dagegen in
den Mss. Nicolo genannt wird, ist dies
eine AVillkür des Abschreibers oder Biblio-
thekars, der sich nach Gerber oder Fetis
richtet.
Mussolini, Cesare, lebte im
18. Jh. als Lehrer der italienischen
Sprache wahrscheinlich in London,
scheint aber ursprünglich Musiker
gewesen zu sein, denn man kennt
von ihm:
A new and complete treatise on tlie
theory and practice of music, with sol-
feggio. London 1795 Richardson . . . fol.
[Brüssel.
Six new songs and six Minuets with
a pastoral. London, [br. Mus.
Six new English songs for the harps.
London. [Leo Liepm.
Mussotto, Alberto, bekannt
durch ein 5 stim. Madrigal (Eit-
ner 1).
Mustafti, Domenico,
ist in der Capella sistina in Rom mit
mehreren Benedictus, Qui veuit und Mo-
tetten in Part, vertreten. Lebenszeit mir
unbekannt.
Mustateller, Marcus, erzbischöf-
licher Musiker, bez. sich mit „Gre-
nips. Musicus" , Granipalatinensis
= Aachen.
In der Proskeschen bischöfl. Bibl, Ab-
teilung Butsch, 5 Stb. in qu4" von 1538,
ein Accessist ad pedes Jesu, 4 voc. in 4
part. Ms.
Musteaus (Musteaux?), Petrus,
nach Mameranus 1550 um 1547
Rob. Eitner's Quellen-Lexikon. Bd. 7.
u. 48 Ksl. Säuger, Bassist, der
kleinen Kapelle Karl V. Butkens
schreibt Musteaux (Straeten 1, 233
und 3, 146 schreibt ihn Mustiau,
Musteaus, Musteaux).
Musti, Griovanni Battista, be-
kannt durch :
Motecta 5 vocum Hb. 1. Venetia
1590. 5 Stb. 4". [B.Kassel.
Mutan, Autoine, um 1679 als
Geiger, wahrsch. der „petit Yiolon"
an der Hofkapelle in Dresden mit
250 Thlr. angestellt (Fürstenau 2 a,
201).
Muti, Giovanni Battista, nennt
sich in Radesca's 2, lib. delle Can-
zonette Venetia 1616 p. 18 „Vio-
line di S. A. S. et Musico di Ca-
mera deirEccell. Sig. D. Amadeo
di Sauoia''. Radesca teilt eine
Corrente für Instrumente mit.
Mutianus, fertigte eine Ueber-
setzung des Gaudentius an, die
aber verloren gegangen ist (Bram-
bach, Musikiit. 1883, 2).
Mutii, Pellegriiio,
im Samlwk. Fabio Costantini's Ghirlan-
detta 1621 mit „Mentre che Febo" 2 v.
c. Bc. vertreten. — In desselben L'aurata
cintia armonica 1622: La mia Clori vez-
zosa, 2 voc. c Basso per il Cembalo. —
In Robletti's Vezzosetti fiori 1622: Vaghi
rai di cigli und Mille scherzi, ä 2 voci
c. Bc.
Mutina, Ludovico de, ist Fogli-
ano, Lodovico.
Mutio, siehe Macedonio di
Mutio.
Mutis, Angelis de, de Urbe,
päpstl. Sänger (primacerius scol.
cantor.) um 1362 (Viertelj. 3, 208).
3Iuton, (xianni, wird am 19.
April 1518 als Komponist an der
Hofkapelle in Modena angestellt
(Valdrighi 12, 46).
Mutzenbecher , Dr. Ludwig
Samuel Dietericli, geb. 4. Febr.
1766 zu Bordeaux, gest. 23. Mai
1838 zu Altena, war 1800 Kgl.
dänischer Postmeister u. Justizrat
9
Muxol.
130
Mylius, Joli. Daniel.
in Altona. Betrieb dabei Musik
und philosophische Studien (Biogr.
Lpz. Ztg. 40, 44.5. .515). Er be-
safs eine bedeutende Musikbiblio-
thek, über die nach seinem Tode
ein Katalog in Altona 18.38 er-
schien (Brüssel fds. Fotis 5177
besitzt ein ExempL). Er schrieb:
Ideen zu einem niiisi kalischeu Verein
in Altona. 1819. 24 S. [B. B., ange-
bunden noch 11 Schriften über den Dilet-
tanten-Verein daselbst von 1824 — 1832.
8*^ ohne Namen.
Aus denselben geht hervor, dass M.
der Gründer der Gesellschaft zur Beför-
derung der Tonkunst in Altona war und
1832 zweiter Dii'ektor derselben.
In der Lpz. Ztg. XI, 625 veröffent-
lichte er die Artikel „Ueber Rüffeisens
ueuerfundene Melodica" und Bd. 13, 278
,, Berichtigung wegen des Leppich'schen
Panmelodicon."
Pougin ist trotz Behauptung mit dem
Todesdatum im Irrtume, denn wäre er
erst 1839 gest., so konnte die Lpz. Ztg.
seinen Tod nicht 1838 anzeigen. Auch
der 1838 erschienene Kat. seines Nach-
lasses spricht für letzteres Jahr.
Muxol, . . . dirigierte um 1763
in der Nikolaikirche zu Hamburg
die Kirchenmusik (Sittard 1, 40).
Muys, du, ein französischer
Komponist aus der ersten Hälfte
des 16. Jhs., der
in Attaingnaut's Samlwk. von 1548d
mit einer vierstim. Chanson vertreten ist
(Eitner 1).
Muys winkle, Joannes, 1584
Kapellan u. Sänger an der spani-
schen Hofkapolle (Straeten 8, 111).
De Muzlkontlerwyzer of
volledig ouderwys in de gronden der
muzyk-kunde. 3 st. Rotterdam 1780 L.
J. Burgvliet. 1 vol. mit Musiktaf. 8".
[Amst. Brüssel von 1770?
Muziekstukjes (6) voor de Proeve van
kleine gedigten voor kinderen van Hier,
van Alphen. Gecomp. door een liefhaber
der muziekkunst. Amst. 1788. kl. 8^.
[Amst.
Muzio da Ferrara, Kapell-
meister an St. Petronio in Bologna
von 1474—1480 (Ambros 3, 587).
Muzio Scaevola.
The most favorite songs in the opera
of . . . comp, by 3 famous masters (Ariosti,
Bononcini & Handel. Text von P. A.
Rolli). London (1721) fol. [br. Mus.
Muzzoli, Pellegrini, war im
Jan. 1595 Instrumentist (Violino)
an S. Petronio in Bologna mit L. 1.
10 Gehalt (Gaspari 1, 8).
Myert, Theodoricus, um 1489
Organist an der grofsen Kirche zu
Utrecht. Tijdschrift 2, 209. Seite
211 liest man: Theodor. Meijert,
1489 Organist an St. Peter ebd.
Dass es sicli hier um dieselbe
Person iiaudelt ist unzweifelhaft.
Mylczewsky, Martin, s. Mielc-
zewski.
Mylich, . . . nach Gerber 2 soll
er am Ende des 18. Jhs. in Berlin
gelebt und eine Samlg. kleine
Klavierstücke für Kinder bei Hum-
mel herausgegeben haben. Ich
fand ihn in einer Anzeige von
1799 als Komponist verzeichnet.
Mylius, Ambrosius, s. Müller.
Mylius, Georg, unbekannter
Autor, von dem sich
in der B. Zw. hds. eine Motette „Gratia
Deo pietas" befindet, vorhanden 2 T.
u. 1 B.
Mylius, Joli. Daniel, wird 1618
in den Kechnungen der St. Bartho-
lomäuskirchc (jetzige Domkirche)
in Frankfurt a/M. als mediciuae
candidatus, Bürger und Lautenist
bezeichnet, der sich Sonntags auf
der Laute von der Orgel begleitet
hören lässt und ihm dafür von
der Stadt 16 Gld. jährl bewilligt
werden (M. f. M. 23, 186). Er gab
heraus :
Thesaurus gratiarum, in quibus conti-
nentiu- diversoiiim authorum cantioues
selectissimae, utpote: Praeambula, Tocca-
dae, Fugae, Fantasiae, GalUardae, Cou-
rantes , Voltae , Alemandi , Passomezi,
Branles et ejus generis Choreae ad Tcstu-
cUnis tabulaturam . . . Francof. a/M. 1622
Hartmann Palthenius. fol. 4 Bll. 99 S.
Lautenstücke im Stich. [B. D. B. B.
Mylius, "Wolfg. Mich.
131
Myslevezeck.
Mylius, Wol^äng Michael,
Kapellmeister in Gotha um 1686.
Gerber berichtet, dass er aus Wei-
mar stammte, Theologie studierte,
Schüler des Christoph Bernhard in
der Musik war, um 1700 (sie?)
als Kantor nach Kirchberg berufen
und von da aus nach Gotha kam,
wo er 1712 oder 13 gestorben ist.
Dass Gerber seine Anstellung in
Gotha zu spät ansetzt, wie die
Austeilung in Kirchberg, ersieht
man aus dem Titel seines Werkes
und dem Anagramm seines Na-
mens, denn er schreibt 1686:
THolfg.) il/(ichael) J/(ylius) J(muss
sein Geburtsort sein) C(apell)
l/(eister) 6^(otha). So lassen sich
die Buchstaben nur auflösen. Man
kennt von ihm:
Rudimeuta musices, das ist : Eine kurtze
und grundrichtige Anweisung zur Singe-
kuust von W. M. M. T. C. M. G. Gotha
1686 gedruckt bey Brückner. qu6*'. 12
Bog. mit vielen Beisp., auch geistlichen
Liedern. [B. B. B. Lpz.
Myller, Andreas, aus Haramel-
burg (Baiern, Unterfranken), war
1603 in Frankfurt a/M. Musicus
Ordinarius und wird 1608 als ein
Verstorbener bezeichnet, der 5
Wochen vor dem 10. April in
Frankfurt a/M. als „bestellter Mu-
sicus" gestorben ist. Wir besitzen
von ihm:
Newe teutsche weltliche Canzonette,
deren etUche auff ein besondere art der
italianischen Concerten gerichtet . . . mit
vier, 5, 6, 7 vnd 8 Stim. . . Franckft.
a/M. 1603 W. Richter. Stb.? 4P. [B.Lpz:
C. A. 5 a.
Er sammelte auch dreistimmige Can-
zonetten von italienischen Komponisten,
legte deutsche Texte unter, vollendete
aber nicht die Arbeit, da ihn der Tod
abrief, so dass sie erst Mich. Casp. Luu-
dorff 1608 herausgab. 3 davon sind von
MyUer (Eitner 1, 1608 a). [B. Hamburg.
Bautzen, Stadtrats- Bibl. Brüssel 2299.
Ferner gab er 1608 das 1. Buch Ma-
drigale zu 5 Stim. von Ä. Ägaxxari mit
deutschen Texten in Frankfurt bei Stein
heraus. Siehe Agazzari.
Mynecomius, Matthias, ein
Mitglied des Kreuzträgerordens aus
Mastricht, der um 1495 lebte uud
ein Compendium aus Boethius de
Musica schrieb (Gesner, Bibl.
univ.).
Mynors, Joliu, im Juni 1611
in Diensten der Kgl. Kapelle in
London mit 40 £ Gehalt (Haw-
kins 4, 15).
Myriell, Thomas, lebte im An-
fange des 17. Jhs. und schrieb die
umfangreiche
Sammlung von Anthems und Madrigals,
die sich jetzt im british Museum, Addit.
Mss. 29372—77, befindet. Jedes Buch
trägt ein gedrucktes Titelblatt mit dem
handschriftlichen Datum 1616. Auch
kommt sein Name in der handschrift-
lichen Sammlung der Kgl. Bibl. Brüssel,
fonds Fetis 3095, vor.
Mysleyezeck, s. Msliweczek,
Joseph.
N...
132
Nadale.
N.
N . . . : Nais.
Nouvelle cantatille ä voix seiüe av. acc.
de V. Fl. Basson etc. Paris. P. [Daruist.
N. B. == Blüccus, Nicolaus.
N. B., bekannt durch das Sam-
melwerk Robletti's:
Le Risooanti vou l(j29 mit dem Gesge:
Si si .si voglio amar, 1 voc. c. Bc. (Eituer 1).
N. B. N. siehe Exercitium 1(360.
N. C. = Nicolaus Craen^ oder
Nicasius Clihano?
Im Petnicci 1509: Deh che parieia
piu la lingua, fol. 49 (Eitner 1).
N. C:
DomiDe, Dominus noster, 4 Bassi c.
ß. g. in Pace's Samlwk. 164Ga (Eitner 1).
N. H. = Nikohuis Hasse.
N. K. = Nikolaus Kropstein.
N., Michael, ich vermute, dass
dies M. Nkjidius ist, ein Bruder
des Verfassers der Dedikation zum
Samlwk. 1551a, der in Marburg
zur Zeit lebte (Eitner 1).
Daselbst befinden sich (Samlwk. von
Egenolff) 19 Oden zu 4 Stirn.
N. N. di Piacenza:
Sonata da organo im Samlwk. 1700.
s. d. Nr. 15 (Eitner 1).
N. N. di Roma,
ebendort 3 Sonate da organo, Nr. 12 — 14.
N. P. oder N. Fa., Ni. Fa., Nico.
Fa., Nico. Fat. = Nicolo Pifaro
Patavino.
N., Stetfjino, detto Spadina,
gentiluomo Dalmatino. Ist bekannt
durch:
Sei Sonate a due Violini, composte da
Stefano N. detto Spadina . . . Opera 6.
Arastelodamo, stamp. a spese di J. J. Hum-
mel. 2 Stb. fol. [br. Mus.
N. T. = Nathan Thompson.
N. W:
Die Ackersleut sind ehrenwerth, 1 6. Jh.
s. 1. et a. [B.B: A. B. (4 voc.)
N. Z. 1529.
In B. Basel, Ms. F. X. 21 nur Tenor
vorhanden, fol. 65b das Lied: Herr, nun
heb den wagen selb. Ob der N. Z. der
Dichter oder Komponist ist, bedarf der
Untersuchung.
N. Z. = Nicolaus Zangius.
Nabutowiia, P«y Konst.
In Niemcewicz Samlg. polnischer Lie-
der von 1816 findet sich auch obiger
Komponist. Lebenszeit unbekannt.
Nacchcri, Andrea, aus Florenz,
lebte mutmafslich in der ersten
Hcälfte des 16. Jhs. Fr. Doni be-
schreibt in seiner Seconda libreria
1551 p. 27 ein Werk desselben im
Ms., betitelt:
DeUa proportione di tutti gl'istromenti
da sonare, dialoghi due. (Im Fetis Näheres.)
Nacemann, Johann Amadeus.
In der Universitilt.sbibl. zu Prag sign.
XL C 61 befindet sich eine Missa solen-
nis, opus postli. Möglich, dass der Ver-
fasser dem 19. Jh. angehört.
Nachersber^, J . . . H . . . Ernst,
gab ](S01 mit Joseph Büttner ein
Stimmbuch oder Anweisung, wie jeder
Liebhaber stimmen könne, heraus, dessen
2. Ausg. von 1804 er allein herausgab.
Das Buch giebt nichts Näheres über den
Verfasser an. Fetis bezeichnet ihn als
einen Schlesier, einen Grammatiker und
Eomanschreiber. Eine merkwürdige Viel-
seitigkeit, wenn man obiges Buch noch
hinzunimmt. Siehe bei Joseph Büttner.
Nachgedanken,
Herrn M. J. G. Bidermaniis . . . über
sein Programm de Vita musica . . . 1750.
40. 4 S. [B. B.
Nachrichten
von beriihmten Orgelwerken. Breslau
1757. [B. Lpz.
Nachtgall, siehe Luscinius.
Nachtii^al, Johann Karl Chri-
stoph, Prorektor an der Schule
zu Halberstadt,
liefs in der deutschen Monatsschrift
Berlin 1790, Oktoberheft Nr. 7 eine Ab-
handlung „Ueber die Nationalgesänge der
Israeliten" einrücken.
Nadale (Nadalin, Natal, Natale),
. . ., ein Komponist der 1. Hälfte
Nadalin.
133
Nägeli, Hans Georg.
des 16. Jhs., von dem sich in alten
Samlwk.
3 Gesänge befinden (Eitner 1). Diesen
sind noch hinzuzufügen: in Tiburtino's
Fantasie 1549 die 3 Gesänge: Ite caldi
sospiri. — Dirsi puo ben. — Sai quel
che 3 Toc.
Naclaliii veneziano, um 1708
Violoncellist an der herzogl. Ka-
pelle an S. Marco in Venedig
(Caffi 2, 62).
Xadermaiiii, Francois-Josepli,
geb. um 1773 zu Paris, gest. ebd.
2. April 1835 (Becker 3 schreibt
den 3. April). Schüler des Con-
servatoire, bildete sich zum Harfe-
nisten aus und genoss einen "Welt-
ruf. Er wurde Mitglied der Opem-
kapelle, der Kgl. Pnvatkapelle und
am 1/1 1825 Lehrer am Conser-
vatoire, beschäftigte sich auch nach
dem Tode seines Vaters, der eine
Fabrilv für Harfen besafs, mit dem
Bau und der Verbesserung der-
selben. Näheres bei Fetis, der
auch eine grofse Anzahl Kompo-
sitionen für Harfe und andere In-
strumente verz. Die Opuszahlen
reichen bis 64. Der Verleger
J.-H. Nadermann ist vielleicht ein
Verwandter, da die meisten Kom-
positionen Franc- Jos. bei ihm er-
schienen. Nachweisbar sind:
Premier Dissertation ou Pot-poum
Chiffre pour la Harpe a I'usage de com-
men<;'auts. Paris, Nadermann. fol. [Ein-
siedeln.
Premier livre de Senates pour harpe
ou claver-in avec Y. et Ycl. oe. 5. Paris,
Nadermann. [Paris Nat.
3 Sonates p. la harpe av. aec. de flute
ou V. ad Hb. op. 27. Ib. [Mailand Cous.
Im Mailänder Cons. noch 1 Werk
Variat. , ein Potpourri, 1 Capriccio für
Harfe. Ib.
Ecrire et parier, Romance, acc. de Pfte.
ou Harpe. Ib. [Mail. Cons.
Naderuiaiiii, Henri, geb. um
1780 zu Paris, Tod unbekannt.
Bruder des Fr. -Joseph, widmete
sich anfänglich unter Leitung
seines Vaters dem Bau von Har-
fen, nahm später Unterricht bei
seinem Bruder auf der Harfe,
wurde darauf Kgl. Kammermusikus
und Lehrer am Conservatoire und
zog sich 1835 auf sein Landgut
bei Paris zurück. Aufser einigen
Variationen für Harfe beschäftigte
er sich mehr literarisch über den
Harfenbau und gab heraus:
Observations de MM. Nadermann freres
sur la harpe ä double mouvement, ou
Reponse ä la note de M. de Prony . . .
Pai-is 1815. fol. 4 Bog. u. 9 Taf. (nach
Fetis).
Refutation de ce ([wi a ete dit en fa-
veur des differents mecanismes de la
harpe ä double mouvement, ou lettre :\ M.
Fetis . . en reponse . . . Paris 1828 Nader-
mann. 8^. 47 S. [Bi-üssel.
Supplement a la refutation de ce qui
a ete dit en faveur . . . Paris 1828 ib.
8". 31 S. [Brüssel.
Fetis giebt Näheres über die Streitig-
keiten zwischen Seb. Eraid und Nader-
mann.
Nägeli, . . . Priester und Musik-
direktor in Solothurn an der Wende
des 18. Jhs., war zuletzt Prediger
und hatte mit Organisten und Mu-
sikern stets Streitigkeiten (Schu-
biger 2, 52).
Die Stiftsb. in St. Einsiedeln besitzt von
Oim 4 Messen mit Orch., 1 Requiem, 1 Te
Deum, 5 Offertoiieu und 1 Sinfonie.
Nägeli, Hans Georg, geb. 27.
Mai 1773 zu Wetzikon im Kanton
Zürich, gest. 26. Dez. 1836 zu
Zürich, Sohn eines Pfarrers und
Dekans zu Wetzikon. Die vom
Pfarrer Schmidli gegründete und
von Nägeli's Vater fortgeführte
Singgesellschaft machte den Kna-
ben von früher Jugend ab mit
dem Chorgesange verti'aut. Gregen
1790 kam er nach Zürich, um
sich als Musiker auszubilden und
fand an Brüning einen gelehrten
und vortrefflichen Lehrer, der ihn
ganz besonders auf Seb. Bach hin-
wies. Die Werke dieses Meisters
Nägeli, Hans Georg.
134
Nägeli, Hans Georg.
waren damals schwer zu erlangen
und nur durch unausgesetzte Be-
mühungen verschaffte er sich nach
und nach eine stattliche Reihe
derselben, darunter die Autographe
der Hmoll-Messe und der chroma-
tischen Fantasie. Dieses Suchen
nach Werken mochte ihm viel-
leicht den Gedanken nahe gelegt
haben, eine Musikalien -Handlung
und Leihanstalt einzurichten und
schon 1791 führte er ihn aus. Es
war die erste Anstalt dieser Art
in der Schweiz. Dabei vernach-
lässigte er keineswegs seine weitere
musikalische Ausbildung u. pflegte
besonders das einstimmige Lied,
so dass er bereits in dieser Zeit
3 Hefte seiner Komposition her-
ausgab. Auch dem Studium der
Kant'schen Philosophie gab er sich
mit Eifer hin und pflegte sie bis
an sein Lebensende, liefs auch
verschiedene philosophische Schrif-
ten erscheinen, so in dem Send-
schreiben an Lavater von 1800.
Aus den kleineu Anfängen seiner
buchhändlerischen Thätigkeit ent-
wickelte sich bald ein regsames
Streben, die Werke klassischer
Meister herauszugeben und es er-
schienen in seinem Yerlage die
Kompositionen Seb. Bach's, Hän-
del's, Eberlin's, Beethoven's u. a.
1807 unternahm er eine Reise
nach Paris im Interesse seiner
Unternehmungen, nahm auch eine
Zeitlaug einen Gesellschafter in
sein Geschäft auf, führte es aber
später wieder auf eigene Rechnung
fort. Seine Sammelwerke „Reper-
toire", „Die musicalische Ehren-
pforte'', „Sonaten -Journal", „Die
Contrapunctisten des 19. Jhs." u. a.
fanden eine weite Verbreitung und
hatten einen wesentlichen Einfluss
auf die Bildung des Geschmacks
seiner Zeit. 1805 verheiratete er
sich mit Anna Elisabeth Rahn. In
demselben Jahre gründete er in
Zürich ein „Singinstitut" und eine
Abteilung für Kinder von 11 bis
14 Jahren, mit denen er nun regel-
mäfsig Aufführungen veranstaltete.
Für beide Institute komponierte
er zahlreiche Gesangswerke und
2- 3 st. Lieder. Seit 1809 beschäf-
tigte er sich aufserdem damit, in
Gemeinschaft mit Traugott Pfeiffer
nach Pestalozzi'schen Grundsätzen
eine Gesangsbildungslehre abzu-
fassen und nahm sich dieser Auf-
gabe mit einem Eifer, gekrönt mit
dem besten Erfolge, an, so dass
sein Name in alle Gauen Deutsch-
lands eindrang. 1824 löste sich
das Singinstitut diu:ch die Be-
mühungen seiner Feinde zum
grofsen Leidwesen N.'s auf. 1815
berief ihn der Magistrat als Kantor
an die Bürgerschule, doch wurde
ihm untersagt, den Unterricht nach
seiner Gesangbildungslehre zu er-
teilen, während man selbst in
Petersburg seine Methode ein-
führte. Dennoch arbeitete er mit
Pfeiffer die Gesangslehre weiter
aus und erstreckte sie auch auf
den Männergesang. 1817 erschien
das Werk für Mäunerchor, Elemen-
targesänge, Lieder, Rundgesänge
und Chöre enthaltend, durchweg
Kompositionen von N. 1821 er-
schien die Chorgesangschule. N.
sah zu seiner Freude, wie sein
Werk überall Wurzel fasste und
sich überall Chorvereine bildeten,
die nach seinen Schulbüchern
sangen. Auch in Zürich bildete
sich ein Mänuergesangverein, den
N. persönlich leitete. In den
Jahren 1819 — 25 bereiste er öfters
Deutschland und hielt Vorlesungen
über Musik. Gegen Thibaut in
Heidelberg verteidigte er die neuere
Musik und veröffentlichte seine
Nägeli, Hans Georg.
135
Nägeli, Hans Georg.
Artikel im Morgenblatte. 1828
gründete er den musikalischen
Frauenverein und sclti-ieb mehr-
stimmige Frauengesänge, gab auch
eine Gesangschule für den weib-
lichen Chor heraus. Auch dem
kirchlichen Gesänge widmete er
seine Aufmerksamkeit und gab ein
christhches Gesangbuch mit eigenen
Melodien heraus. Dasselbe drang
bis nach Amerika und wurde in
englischer Uebersetzuug gedruckt.
Ohne Unterlass war er bemüht,
den Gesang in Schule und Gesell-
schaft zu heben und sein Euf
drang durch alle Lande, so dass
er von nah und fern mit seinem
Rate beistehen musste. 1833 er-
nannte ihn die Bonner Universität
zum Doctor. In Zürich wurde er
Präsident der vereinigten Musik-
gesellschaften. Als 1830 auch die
Schweiz zu Reformen griff, war er
ein thätiges Mitglied, sowohl in
Staats- als Schul- Angelegenheiten.
Er wurde in den Erziehungsrat
und 1835 sogar in den grofsen
Rat gewählt. Ueberall vertrat er
die Grundsätze des wahren Libe-
ralismus u. durch sein gewandtes
Rednertalent drang er mit seinen
Ansichten meist durch. So wirkte
er rastlos bis zu seinem Lebens-
ende. Zahlreich sind die Kom-
positionen, die er herausgegeben
hat, doch noch zahlreicher das-
jenige, was man in seinem Nach-
lasse lids. vorfand. Letzterer be-
steht aus 70 Klavierkompositionen,
300 Liedern mit Klavierbegleitung,
80 zweist. Jugendliedern, 50 Chor-
gesängen, 45 anderen Chören, 50
Chorälen und vielem anderem,
welche sich in der Kanton albibl.
zu Zürich nebst vielen gedruckten
Werken befinden. Auch literarisch
war er eifrig thätig, sowohl in
musikalischer als religiöser Hin-
sicht. Die alte Allg. Lpz. Musik-Ztg.
enthält eine Reihe seiner Aufsätze
(Biogr. in den Züricher Neujahrs-
Geschenken für 1838 mit Porträt).
Von seinen Werken lassen sich
nachweisen, ausgeschlossen den Be-
sitz der Kantonalbibl., über den ich
kein Verzeichnis erlangen konnte:
Vorlesungen über Musik mit Beiiick-
sichtigiing der Dilettanten. Von . . .
Stuttg. u. Tübg. 1826 Cotta. 8». [B. Lpz.
B. B. B. M. Brüssel. Amst. Musikfr.
Wien. Einsiedeln.
Der Streit zwischen der alten und
neuen Musik. Enthaltend Nägeli's Be-
urteilung der Schrift, die Reinheit der
Tonkunst in der Kirche, nebst der Er-
wiederung des Veiiassers, sowie Gottfr.
Weber's Ansicht (anonym). Breslau 1826
Förster. 8». Gegen Thibaut. [B. B.
Brüssel.
Die Pestalozzische Gesangbildungslehre
und Pfeiffers Erfindung . . . dargestellt.
Zürich (1809) Näg. 4C- [B. B. Musikfr.
Wien. Einsiedeln.
Gesangbildungslehre, nach Pestalozzi-
schen Grundsätzen pädagogisch begräudet
von Mich. Traug. Pfeiffer, methodisch be-
arbeitet von . . . Erste Hauptabthlg. mit
3 Beylag. 1-, 2- u. 3stim. Gesge. Zürich
1810 Nägeli. 40. [B. B. B. Lpz. Bräs-
sel. B. Lpz. eine Ausg. ohne Jahr. Salz-
burg. Dresd. B. M. Musikfr. Wien.
B. Wagener.
Auszug aus der Gesangbildungslehre.
Z. 1812 Näg. 40. [B. B.
— a. Ausg. mit Anhg. Lpz., Hof-
meister. 4". [B. B. Dresd.
Eighty-one paxt songs & choruses in
progressive order. Lond. 1857. gr. 8".
[Glasgow,
Gesangbildungslehre für Männerchor
(mit Pfeiffer). 2 Hefte. 1817. 4«. [B.B.
Dresd.
Chorgesangschule von M. Tr. Pfeiffer
und . . . Zürich u. Lpz. 1821 Fleischer.
4". 62 S. u. 135 S. Gesge: 14 Chorgesge.,
30 zweist., 30 dreist, in qu80. [B. Kgsbg.
— 2. Abthlg. der Chorgesangschule von
N. und Franz Pfeiffer. Z. 1821 N. 4«.
[B. B. Musik-fr. Wien.
Neue Gesangschule mit 30 einstim.,
30 zweistim. und 30 dreystim. Liedern.
Stuttgart und Lpz. gr. 4". [EiusiedeLn.
Schulgesaugbuch fiii' Schulen des Kan-
tons St. Gallen. Züi-. 1836. [Einsiedeln.
Christliches Gesangbuch für öffent-
lichen Gottesdienst und häusliche Er-
Nägeli, Hans Georg.
136
Nägelin.
bauung: Ein neues Clioral-Werk von . . .
2 Abthlg. Part. Zürich 1828/29 Nag.
40. 10 S. u. 100 Choräle. [B. Kgsbg.
B. B. Einsiedeln.
Christliche Lieder. Part, zu 4 Stirn.
1818. [B. B.
Freut euch des Lebens. Im Göttinger
Musenalmanach 1796 p. 27. [ß. M.
Friedensreigen (von H. Voss). Gegen-
stück zur Marseiller- Hymne. Z. 1796
Näg. [Fundort nicht notiert.
30 geistliche Gesänge ein- oder mehr-
stim. zu singen mit nichtoblig. Klavier-
begltg. von ... Z., N. 4". 33 S. ,
Geistliche Lieder (zum Schulgebrauch).
[B. B.
(lesänge deutscher Frauen. Heft 1.
Zürich. [Berliner Siugakad.
30 dreistim. Gesänge. Z., N. [B. M.
Lieder von Joh. Jak. Hess, in Mus, ges.
von ... Z., N. 40. 7 u. 28 S. Vorw.
1814 gez. [B. B. B. Kgsbg. Einsiedeln.
Tjieder von J. H. Frh, v, Wessenberg,
in Musik gesetzt von ... Z., N. 4*'. 5
u. 42 S. [B. M. B. B. Einsiedeln.
■ Lieder von Körner in Musik gesetzt.
Zur. 1816 Näg. [Einsiedeln.
Lieder von Arndt in Musik gesetzt, ili.
1817. [Einsiedeln.
Lieder von Fouque in Musik gesetzt,
ib. 1818. [Einsiedcln.
Lieder. Zürich. [Darmst.
30 Lieder für die Jugend, 1 oder 2 stim.
zu singen, mit nicht obligater Klavier-
Begltg. (Aus der neuen Gesangschule.)
Zürich, Nägeli. 4**. [B. Lpz. B. Wagener.
30 Lieder für die Jugend von . . .
2. Samlg. Zürich, N. 30 S. qul". [B.
Kgsbg. B. Wagener.
— 3. Samlg. 30 S. qu4''. [B. Kgsbg.
B. Wagener. Einsiedeln.
Lieder für die Jugend mit obligater
Klavierbegltg. von ... 2. Abthlg. Heft
1.2. Zürich. qu4o. 12 Lieder, [ß. Kgsbg.
100 zweystim. Lieder für die Heran-
bildung im Figural - Gesaug stufenweise
geordnet von ... 1. Abtlg. des Züricher-
schen Schulgesgb. Z. 1833. 8». [B. Kgsbg.
100 zweystim. Lieder als der erste
hai'monische Elementar -Gesang f. die
Schule von . . . Neue, umgeänderte und
stufenweise geordnete Ausg. der 2 stim.
Lieder in 6 Heften. Z. qu4''. [B. Kgsbg:
Disc.
Lieder und Gesge. im Ms. in B. Kgsbg.
siehe Kat. 272.
Liederkranz auf das Jahr 1816. Von
... Z. — dito 1817. 1818. 4«, jeder
Jahrg. mit 24 L. [B. Kgsbg. B.Wagener.
Bertin K. H. von 1818.
Litanei. Pari. u. Stim. [Elbing Nr. 81.
15 Motetten für Männerst. 5. Samlg.
Part. [B. B. Amst.
Osterlied f. 4 stim. Chor. Ms. P. u.
Stb. [Stadtb. Augsbg.
Der Sänger an der Limmat. 1 stim.
Liederbuch 1. Bd. 55 Nrn. [B. B. B.
Wagener 2 Bde. (soll von Herm. Nägeli
sein).
Der Schweizer Männergesang. 3. Samlg.
1. Heft. Part. [B. B.
Teutonia. Rundgesänge und Lieder-
chöre von . . . Heft 1 — 12. Z., N. Part.
40 u. Stb. Heft 1 von 1808. [B. Kgsbg:
7 Hefte. B. Lpz: Heft 9. 11. 12. Mu-
sikfr. Wien 1—12. B. B: 1— 12. Ein-
siedeln 1.
Das Vateinnser von J. H. von Wessen-
berg, in Musik gesetzt mit nicht oblig.
Klavierbegltg. von . . . Dem Auszug der
neuen Gesangschulo beygeordnet. Zürich,
N. gr. 40. 4 Stb. [bosafs einst Dr. 0.
Lindner in Berlin.
Warum wollt ich mich, Lied zu 5 Stim.
Autogr. Grasn. B. B., dabei 1 Brief u. sein
Porträt.
1 Lied in Ambrosch' Freymäurer-Lie-
der. Maurcrlieder im Böhcim. Lieder
im Erato, in Theomele. In Groshoim's
(G. C.) Melodien mit Klav-
12 Toccates pour le pfte. 1. Part,
qufol. [B. B.
Verzeichniss ungednickter Composi-
tionen grofser Tonsetzer der Vorzeit,
welche von Dr. Hans Georg Nägeli hin-
terlassen wurden. Zürich 1854. gr. 8'^.
[Amst.
Ein Verlagskatalog von N. 1800. [Mu-
sikfr. Wien.
Unter Nägeli's & Co. Verlag fand ich
die Anzeige des Samlwk: Die Contra-
punktisten des 19. Jhs. Nr. 1—5. 4«.
Ein Ex. ist mir nicht bekannt. Ferner:
Repertoire des Clavicinistes. Davon be-
finden sich in B. B. Nr. 13 von Pollini.
Nr. 14 von Tomaschek und A. Liste.
Nr. 15 Beethoven.
Nägeli, HeiTmann,
bekannt durch eine Passecaille f. Orgel
im Autograph Grasn. in B. B. Lebenszeit
mir unbekannt. Ferner: Liederkranz für
die Jugend. 28 zweistim. Lieder und
Rundgesänge. Zürich und Lpz. quS".
[B. Kgsbg: Allst.] — Der Sänger an der
Limmat. Auswahl einstim. Lieder. 2 Bde.
Zürich , Nägeli. [B. Wagener] soll von
Hermann und nicht von Hans Georg sein.
Nägeliii, Bastian, von 1655
bis 1730 Organist am alten St.
Nagel, A . . . van der.
137
Naldi, Antonio.
Peter in Strafsburg i/Els. (Lob-
stein 75).
Nagel, A. . . Tan der, Organist
imi 1762, gab zu Amsterdam ein
Klavierkonzert heraus (Gerber 1).
Nagel , Friedrich Grottliel),
gab in den Jahren 1765 — 1768
heraus :
Neue englische Tänze nebst dazu com-
ponirter Music in 2 Th eilen. Leipzig,
kl. qu40. 28 BU. Figuren und Musik.
Den Teil von 1768 besitzt die Bibl. des
Conservat. zu Brüssel, auch einst Rosen-
thal in München. Angezeigt werden beide
Teile in Breitkopfs Verz. 1770.
Nagel, Johann Friedrich, geb.
1759, gest. 15. April 1791 zu
Halle a/S.; erhielt 1783 den Kan-
torposten a/d. Domkirche zu Halle
und war zugleich 4. Lehrer am
reformierten Gymnasium (Gerber
2). Er gab nach Gerber 1790
eine Musikalische Monatsschrift in
Halle heraus, deren Inhalt dann als
Kurze Anweisung zum Klavierspielen
HaUe 1791 bey Hendel. qu40. 72 Seit,
[Dresd. Musikfr. Wien. Brüssel. B.
Lpz.] erschien.
Nagera (Nagiera), Pietro de,
ein Sopranist a/d. Hofkapelle zu
Wien vom 1. April 1637 bis zum
t im März 1641 (Köchel 1, 465).
Naghele, Hans, Instrumentist,
anfänglich im Dienste Heinrich VII.
von England, als Posaunist; 1501
erhielt er von Philipp dem Schönen
eine Gratifikation und 1509 befand
er sich in Diensten des Königs
Karl V. (Straeten 7, 273).
Nagli, Carlo Antonio, bekannt
durch
2 Masses ä 4 voix. Ms. [Paris Nat.
Naich, M. Huheii;, wie er sich
auf seinen Madrigalen nennt, lieber
sein Leben ist nichts bekannt, doch
lässt sich aus dem Namen und
seinem Druckwerke erkenneu, dass
er ein Niederländer war und in
der Mitte des 16. Jhs. in Italien
lebte, sowie Mitglied der Accade-
mia de li amici zu Rom (?) war.
Das einzig bekannte Buch Madri-
gale trägt auf dem Titel einen
Engel mit einem Bande mit der
Inschrift
Exercitivm Seraficvm, daninter: Ma-
drigali di M. Hubert | Naich. | A quattro &
a cinque voci, tutte cofe noue & uon piu
viste I in stampa da persona. Libro Primo.
5 Stb. qu40. Dedic, AI Magnifico et
Honorato M. Bindo Altoviti | Padrone
osseruandissimo . . . Am Eude der 5a...
Stainpati in Roma per Antonio Blado
(Blado dnickte nachweislich von 1535 bis
1564, von c. 1570 ab zeichnen die Erben).
Enthält 30 Madr. [Hofb. Wien.
32 Gesänge in alten Samhvk., davon
14 aus obigen Madrigalen (Eituer 1*), ■
dazu kommen noch nach Vogel's Bibl,
7 Madr. aus obiger Samlg. in Archadelt's
5. lib. Madr. 1544 u. 1550. — 3 andere
ebendaher in Eore's 2. lib. Madr. 1544
bis 1563. — In anderen Ausgaben noch
vorhanden, siehe Vogel.
IMadr. in neuer Ausg. (Eitner2 Nachtr.)
Im Ms. P. in B. B., L321 zwei Ma-
drig. 4 voc.
Naigeon, . . .
Im C. P. die komische Oper in 1 Akte:
Les Chinois.
Naimon, Martino, aus Triest,
um 1642 Priester und Kapell-
meister an der Kathedrale daselbst
(Titel). Er gab heraus:
Messe a 5 voci concertate col B. per
l'org. di . . . Yen, 1642 B. Magni. 6 Stb.
40. 3 Mess. [B. Br.
Naldi, Antonio, detto II Bar-
della, lebte im letzten Viertel des
16. und Anfange des 17. Jhs. am
Hofe zu Toscana und war nach
Caccini's Mitteilung in seiner Nuove
Musiche von 1601 ein ausgezeich-
neter Spieler auf der Chitarone,
einer Art Bass-Laute, die zum
Spielen des Generalbasses sich
ganz besonders eignete. Man
schreibt ihm sogar deren Erfin-
dung zu. Fetis teilt die betreffende
Stelle aus dem Caccini wörtlich
mit (siehe auch Viertel]. 5, 420 ff.).
*) Er ist dort mit Vornamen Ubert u.
Robert gez.
Naldi, Hortensio.
138
Nanini.
Naldi, Hortensio, aus Piacenza.
Die Titel seiner Druckwerke geben
nichts Näheres über seine Person
an. Bekannt sind:
Concerti ecclesiastici a una, ä 2, ä 3,
& ä 4 voci, con il Bc, per sonar nell'org.
di . . . Op. 2. Yen. 1607 Viüceüti. 5 Stb.
4". 22 Gesge. [B. Br.
. . . Psalmi omnes , qui a S. E. E. in
solemnitatibus decantari solent, cum duo-
bus Magnificat, et Fals. Bord, tum viva
voce, tum omni instr. . . Una cum sectione
partium ad organistarum usum, et oom-
modiun. Cum 4 voc. Lib. 1. Ven. 1606
Amadinus. 5 Stb. 4». Bez. es als sein
1. Werk: [Bologna: C. Abdr. der Dedic.
Kat. 2, 278.
Naldi, Romiilo, Fetis bez. ihn
als Bologneser, doch ist dies wohl
nur eine Annahme, denn auf den
Motetten bez. er sich als Kleriker
zu Bologna, welches noch nicht
einschliefst, dass er auch dort geb.
ist. Ferner bez. er sich als Theo-
loge, Dr. beider Rechte u. Ritter
(Equito) an S. Peter. Der Titel des
Werkes lautet:
Motectonim duobus choris Dominicis
diebus concinendonim partis hyemalis.
Lib. 1. Romulo Naldio. . . Ven. 1600
Ang. Gardanus. 8 Stb. 4". Am Ende
ein zwölfstim. Ave regina u. Regina coeli
und ein 16stim. Ave regina. Dedic. ab-
gedr. im Kat. 2, 468 von Bologna. [B.B.
Bologna.
— In B. B. dieselben in R, Ms. L. 343.
11 1. lib. de Madrigali a .5 voci di . . .
(ohne Amtsbez.). Ven, 1589 Gardano.
5 Stb. 40. 21 Madr. Die Dedic. ist in
Eom gez., also muss er zur Zeit dort
gelebt haben, abermals ein Beweis, dass
Bologna nicht mit Sicherheit als sein Ge-
burtsort bezeichnet werden kann. [Bo-
logna, nebst einer Part, von Busi. Abdr.
der Dedic. Kat. 3, 133.
Ms. Cod. 33 in Cap. sistina: Magnif.
8 voc.
Ms. B. L. Cum tiu'ba plurima 8 voc.
Ms. B. ßr. 2 Motetten.
2 Gesge. in alten Samlwk. (Eitner 1),
ferner nach Vogel noch in Vincenti's
Fiori musicali 1590: Gia moriva il mio
core 3 v,
Naldino, Saüte, geb. 5. Febr.
1588 zu Rom, gest. ebd. den 10.
Okt. 1666. Fetis teilt die Grab-
inschrift in der Kirche S. Stefano
del Cacco mit. Am 23. Nov. 1617
trat er in das päpstl. Sängerkol-
legium ein; im Jahre 1G35 be-
kleidete er den Kapellmeisterposten
(Haberl Kat. 69 und Fotis). Letz-
terer führt von ihm Motetten von
1620, 1 Miserere zu 4 Stirn, und
eine Ausgabe der Hymni sacri in
Breviario Romano 1644 an, doch
habe ich in keiner mir bekannten
Bibl. etwas von ihm gefunden. Im
Samlwk. 1646a 1 Gesg. zu 2 Stim.
u. Bc. (Eitner 1).
Nalines (Nalings, Nalmes), siehe
Maliiies Gregor van und Jean de.
Nalsoii, Rev. Valentine, Sub-
kantor an der Kathedrale in York.
Er st. um 1722.
Das br. Mus. besitzt in der Tudway-
schen Collect., Harl. Mss. 98 Bd. 5. 6,
zwei Services (Grove). — In Ely 1 Service
und 4 Anthems.
Namsory, . . .
bekannt durch eine Sonate f. Klarer.
[Musikfr. Wien.
Namudawitz, Lazarus, Orga-
nist an St. Jakobi und Spielgreve
zu Anfang des 17. Jhs. zu Lübeck
(Staatsarchiv).
Namur, Etienne -Dominique
de, 1698 Sänger an der Kgl. Ka-
pelle zu Brüssel (Straeten 5, 154).
Nanello, Lorenzo, um 1708
Theorbist an der herzogl. Kapelle
in Venedig mit 30 Duk. Gehalt
(Caffi 2, 61).
Nani, A. . . Conte de, bekannt
durch den Druck:
3 Airs italiennes avec acc. de pfte.
op. 4. fol. [Dresd. Mus.
Nanini, Domenico, ein Violi-
nist a/d. Hofkapelie in Wien von
1705 bis t 7. Sept. 1708, 24 Jahr
alt (Köchel 1).
In der Hofb. Wien befindet sich von
ihm ein Oratorium: La costanza trion-
fante nel Martirio di S. Canuto, Re di
Danimarca, in 2 part. 1708. Text von
Melch. Vslenghi. Part. 89 Bll. qufol.
Ms. 17542/48.
Naniao, Bemardino.
139
Nanino, Giov. Bern.
Nanino, Bernardino (Belar-
dino), wird in einem Ms. des Liceo
mus. zu Bologna (Kat. 1, 302) der
Neffe (nipote) von Giov. Maria
Nanino genannt.
Das Ms. (Kopie von Mariini) enthJilt
einen Trattato di contrapunto di Gio. Mar.
e Beruardiuo Nanino. fol. C2 Ell. —
In der B. B., Ms. 12 591 ist ein 4stim.
Dixit Dominus mit B. Nanini gez. Nr.
129. In alten Samlwken. kommen 6 Ge-
sänge mit Bernardo N. gez. vor (Eitner
1, 748 unter Giov. Bernardo gestellt, wie
es auch Vogel thut). Die 6 Gesge. sind
folgende: Beati omnes. — Beatus Lau-
rentius. — Domine Dominus. — Fra bei
nibini. — Misereator und Surrexit. —
Vogel fügt diesen unter Giov. Bern. Na-
nino noch hinzu : In Feiice Anerio's Le
gioie Madr. 5 v. 1589: icggiadretti e
cari occhi. — In Ancina's Tempio armonico
1599: Volgi pietosa i lumi, 3 voc. 5. parie
zu Giov. Maria N.'s Alma Vergin gentile.
— In Phalese's Canzonette alla romana
3 V. 1607 E vuoi Muse. — Aufserdem
noch in Dom. Bianchi's Sacrarum modu-
lationum die Mot: Cilicio Caecilia und
Doctor bonus. Es fragt sich ob die mit
Bernardo N. gez. nicht auch Giov. Bern.
N. angehören.
Nanino, Claadio, gab 1599
Gio. Mar. Nanino's 1. lib. delle
Canzonette a 3 voc. in Venedig
heraus.
Nanino, (xioyanni Bernardo
(Belardiuo), jüngerer Bruder des
Giov. Maria, geb. zu Vallerano,
doch bez. er sich auch mit „Ro-
mano", Schüler seines Bruders.
1588 ist er noch ohne Amt, doch
1599 bez. er sich als Kapellmeister
an S. Luigi zu Rom, Fetis sagt:
später an S. Lorenzo in Damaso
zu Rom. Zwischen 1612 u. 1618
scheint er gestorben zu sein, denn
von letzterem Jahre ab werden
seine Werke nur von anderen
herausgegeben. Von seinen Kom-
positionen sind nachweisbar:
Motecta D. . . . binis, 3. et 4 voc. juxta
novi breviarii formam concinnata. üna
cum gravi voce ad org. sonitum accomo-
data. A Julio Subissato in unum collecta
& in lucem edita. . . Romae 1610 Eoh-
lettus. 40. 28 Gesge. [B. ß : C 1. Bc.
— Motecta 2, 3, 4 voc. juxta novi
breviarii formam concinnata. A Julio
Subissato in unum collecta et nunc denuo
in lucem edita. Eoma 1618 Roblettus.
4 Stb. 40. 28 Nrn. [Cap. Lat.
Motecta 1, 2, 3, 4 & 5 voc. lib. 2.
Eoma 1611 Eoblectus. Dedic. in Eom,
Jan. 1611 gez. 4 Stb. 40. 17 Nrn.
[Cap. Lat. B. B: Cl. 2. Bc.
Motecta D. Jo. B. N., sing-ulis, binis,
teinis, 4nis, quinisrß vocib., una cum
gravi voce ad org. A Christoph. Marga-
rina in unum collecta & edita. Lib. 3.
Eoma 1612 Zaunettus. 4 Stb. 4». 17
Nrn. [Bologna. Cap Lat. B. B: B. Bc.
Motecta . . . singulis (wie vorher) or-
gani sonitum accomodata. Lib. 4. Eoma
1618 Eoblettus. 4 Stb. 4«. 21 Nrn.
[Bologna. Cap. Lat: Eoma, Zannettus?
B.B: apud Eoblettiim: C 1. 2. B. Bc.
Salmi vespertini a 4 per le domeniche
. . . con 2 Magnif., uno ä 4 e l'altro k 8.
Con il Bc. Eaccolti dal Giulio Subissato
da Fossombrone. Eoma 1620 Eobletti.
Die letzte Nr., ein Magnificat, ist von
Giov. Maria Nanino. 5 Stb. 4^. [Brüssel
fehlt Bc.
Venite exultemus Psalmus Davidicus
ad Matutinum in celeberr. solennijs, 3 voc,
& org. decantandus . . , Asisii 1620 per
Jacob. Salvium. 4 Stb. zu je 4 BU. Die
Dedic. ist von Simone Verlio unterz.
[Bologna.
... II 1. lib. de Madrigali k 5 voci . . .
Ven. 1588 Gardano. 5 Stb. 4o. 21 Madr.
Er bez. dieselben als sein 1. Werk. Die
Dedic. gez. in Eom am 27/3 1588. [Bo-
logna. Padua, Bibl. des Seminars: C. T. B.
... II 2. lib. de Madr. ä 5 voci . . .
Ven. 1599 Scotto. Eom den 1/1 1599
gez. 5 Stb. 40. 21 Madr. [Crespano: T.
Madrigali ä 5 voci di . . . Lib. 3. Eoma
1612 Zannetti. 5 Stb. 40. 21 Madr.
Dedic. Eom 1/1 1612 gez. [B. M. C. P.
Bologna: C. T. B.
In alten Samlwk. befinden sich 7 Gesge.
(siehe Eitner 1, 748, doch sind diejenigen
auszuscheiden, die Beruardiuo angehören
und hier unter Giov. Bernardo eingereiht
sind. Siehe den Artikel Bernardino Na-
nino). Vogel fügt diesen noch hinzu,
stellt aber ebenfalls Bernardino und Giov.
Bernardo als eine Person dar: In Giam-
berti's Poesie diverse 1623, 4 Gesge. mit
Guitarrbegleitg. — In Gio. Maria Nanino's
3. lib. Madr. 5 v. 1586: In sua la destra,
p. 9. — In Giac. Vincenti's Fiori rausi-
cali 3 V. 1590: Bianchi e vermigU fiori.
Naiiino, Giov. Maria.
140
Nanino, Giov. Maria.
— In Flaccomio's Le risa avicenda 5 v.
1598: Si com'ogni hora. — In Phalese's
H Helicou 5 voc. 161G: Caro dolce ben.
— In Fab. Costaotini's Ghirlandetta amo-
rosa 1621: cor sempre dolente 2 v. —
3 Tonsätze in Contrapunto 2. — In Hove's
Lautenbuch.
Laetatus sum 8 voc. c. org. P. Ms.
18487. [Hofb. Wien.
L 321. Ms. B. B. Ijgaturae 4 voc. F.
N. wird auch als Mitarbeiter an der
theoretischen Abhdlg. seines älteren Bru-
ders genannt (siehe Kat. Bologna 1, 301
u. 302, auch bei Gio. Maria N. verz.).
In neuer Ausg. 4 Psalmen im Proske
(Eitner 2).
Nanino, (jiovanni Maria, ge-
bürtig aus Tivoli (Tiburtinus)
zwischen 1545 und 1550, gest.
11. März 1607 zu Rom, begraben
in der Kirche S. Luigi dei fran-
cesi (sixtinisches Archiv). Nach
Paolo Agostini's Aussage in der
Dedic. zu seinem 4. Buche Messen
von 1627 war er in Vallerano
Sängerknabe. Der Vater scheint
nach der Geburt des Sohnes nach
Vallerano gezogen zu sein, daher
nennt ihn auch manches Ms. als
einen in Vallerano geborenen,
während sein Bruder Giov. Ber-
nardo dort geboren ist. Er soll
(nach Gaspari, Kat. 1, 301 von
Bologna) ein Schüler Gaudio Mell's
und Mitschüler Palestrina's ge-
wesen sein. 1571 wurde er Sänger
(Tenorist) an der Kirche Maria
maggiore zu Rom, 1575 Kapell-
meister an S. Luigi dei francesi
ebd. und 1577 Kleriker u. Sänger
an der päpstlichen Kapelle, 1579
Kapellmeister an S. Maria Maggiore
zu Rom (Titel). Er gründete zu
Rom eine Musikschule, an der auch
Palestrina als Lehrer wirkte und
schloss sich dem Musikverbande
römischer Tonkünstler an, der sich
zur Aufgabe gestellt hatte, an den
Kirchen Roms für tüchtige Kapell-
meister und Sänger zu sorgen.
1604 bekleidete er den Kapell-
meisterposten an der sixtinischen
Kapelle. — Nanino schloss sich
in seinen Bestrebungen als Kom-
ponist innig an Palestrina an und
man kann ihn als Letzten be-
trachten, der dem Strome der Zeit
energisch entgegentrat, ihn aber
doch nicht authalten konnte (Ha-
berl, Jahrb. 1891, 81 Biogr. mit
Porträt und 5 Lamentationes).
Nanino hinterliefs eine tlieoretische
Abliandlg. mit Beispielen, die sich in ver-
schiedenen Abschriften und verschiedenen
Titeln erhalten hat. Die älteste Kopie
rührt von Orazio Griffi her, am 5. (Jkt.
1619 vollendet und befand sich einst in
der Corsinischen Bibl. zu Rom, betitelt:
Frammento che contiene le regele di G.
' M. Naiinino e di Qiop. Bernnrdo N. jkt
fare contrappunto a mente sul canto fermo.
La Fage 2, 303 giebt davon Auszüge.
Andere Kopien in Bologna, Kat. 1, 301
und 302 : 1. Kudiinenti e regele di con-
trappunto, attribuite a G. Maria N. Ms.
8*>. 16 S., viellciclit Autogr. 2. Regole
di Contrappunto doppii a 4 e 5 voci di
... Ms. 4". 8 Ell. vielleicht Autogr. (V),
am Ende 3 Canon i von ralestrina^ Falsi-
bordoni von verschiedenen Autoren und
ein Kanon von Tcod. Clinio. 3. Cento
cinquantasette Corrtrapunti sopra dei Canto
fermo intitolata la Base di Costanxo Festa^
Opera di G. M. N. da Vallerano (sie?).
Ms. 40. 128 BU. „Finis 1002 Mantuae
die 23 üctobris. 4. Regole di Contrap.
di G. M. N. e dei suo fratello minore
Gio. Bernardino. Ms. fol. 78 BU. kopiert
von Martini. 5. Trattato di Conti ap. di
G. M. N. e di Bernardino Nauini suo Ni-
pote. Ms. fol. 62 Bll. Gaspari giebt zu
jedem Ms. interessante Berichte und No-
tizen. Siehe auch Haberl 1. c. 95. Auch
die ß. ß. besitzt 2 Kopien unter Ms. theor.
120 u. 131 und die Beispiele unter L 322.
Ferner die Bibl. Casanatense zu Rom, fds.
Baini. — Im br. Mus., Ms. 154: Regole
per il contrappunto. Am Ende der Musik-
beispiele ist nur Oioi'. Bernardo N. gez.
Ms. des 18. Jhs.
Chronologisches Verx. semer Kom-
positionen.
1579 (die erste Ausg. muss zwischen
71 — 74 erschienen sein, als er KapeUm.
an S. Maria Magg. war): II 1. lib. di
Madr. a 5 v. Ristamp. Ven., Gard. 5 Stb.
qu40. 26 Nrn. [B. M.
T. br.Mus. 5 Stb.
Bologna.
B. B:
Nanino, Giov. Maria.
141
Nanino, Giov. Maria.
— 1.582 ib. [B. D. Florenz B. n.
Lincoln Ch. L. fehlt .5 a. Bologna. Brässel.
— 1587 ib. [C. P. 5 Stb.
— 1G05 ib. [Bologna. C. P.
— 1609 col Bc. per ilClavicemb. Ven.
[B. K. 6 Stb.
1581. Madrigali a 5 voci di G. M. N.
et di Annibal Stabile. Yen., Gard. 5 Stb.
11 von K, 9 von Stabile. [B. D. B. M.
B. B:T. Bologna. Verona S. f. 5 a. br.
Mus. Neapel Cons. f. T. Westminster-
abtei in London.
— 1587 rist. ib. 5 Stb. [Bologna.
Modena 5 Stb. Florenz B. n: C. br.
Mus: C. (Inhalt bei Eitner 1, 1581 und
Vogel unter Nanino).
1586 a. Motecta, ut vulgo appellantur
. . . quae ternis et quinis voc. Ven., Gard.
Stb. qu40. 31 Nrn. [B. D. Proske.
B. Kgsbg: B. Bologna im Ms. P. u. im
Druck.
1586 b. II 3. Üb. de Madr. a 5 v.
Ven., Gard. 5 Stb. qu40. '21 Nrn. S. 9
von Giov. Beruardiuo Nanino. [B. B.
B. D. Modena. Bologna. Florenz B. n :
C. Münster B. S. C. P. br. Mus:A.
1593. II 1. lib. delle Canzonette a
3 voci . . . per Alessandro Nanini raccolte.
Ven., Gard. 3 Stb. 4». 26 Nrn. [B. K:
T. B. Basel: T. B.
— 1599 ib. 26 Nrn. [Proske: C br.
Mus: C. T.
65 Gesge. in alten Samlwk. (Eitner 1),
ferner in Galilei's Fronimo. — In Quag-
liati's Canzonette spirituali 3 v. 1588 a.
Ausg. von 1585g in Bologna: Alma del
redentor p. 23 (Eitner 1). — In Verovio's
Ganz. spir. 3 v. 1591: Non puö liugua
narrare. — In Monteverdi's Musica tolta
1607 : Erano i capei (Artifex niirus) 5 voc.
— In Ant. Gardauo's 4. üb. delle Muse
5 V. 1574: 4 Madr. — In Sabbio's L'amo-
rosa Ero 1588 ein Gesg. — In Bozi's
Giardinetto 1588: Celeste donna. — In
Fei. Anerio's Le gioie Madr. 1589: La
dove par che 5 v. — In Ang. Gardano's
Dialoghi music, 1590: Donne vaghe 8 v.
— In AVatson's The first sett of ital.
Madrig. 1590: Morir non puo 5 v. — In
Vincenti's Fiori musicali 1590: Lasciau le
fresche. — In desselben Canzonette per
cantar 1591: Tutta gentile e bella 3 v. —
In Verovio's Canzonette spir. 3 v. 1591 :
Non puö lingim.
In Vincenti's De'
floridi virtuos! 1592 = 1585 d, 3 Madr.
— In Amadino's Floriudo 1593: Alt'e
pieni sospiri 5 v. — In Vincenti's Nuova
spoglia araorosa 1593 : Amor se i bei
Rubiui 4 v. ; Legö questo mio core 4 v. ;
Da i bei vostr'occhi 5 v. — In Phalese's
Pai'adiso 1596: La dove par ch'ogno.
Aventuroso piu. Donna gentil. Poi che'l
tue. Da vaghe perle. — In Yonge's
Musica transalpina 1597 1 Gesg. mit eng-
lisch. Text. — In Flaccomio's Le risa
avicenda 1598: Poi che il tuo. — In An-
cina's Tempio armonico 1599: 9 Madr. —
In Phalese's Floridi virtuos! 1600: Amor
mi fa morire. Non son le vostre mani
5 V. — In Ang. Gardano's I diporti della
villa 1601: Chi di gare e rancori. —
In Orf. Vecchi's Scielta de Madrig. 5 v.
1604: Amor deh dimmi. Erano i capei.
Non era l'andar. Morir non puo . (ur-
spi-üngl. lat. Texte zu Motett.). — In Pha-
lese's Canzonette aUa romana = Samlwk.
1595 a 12 dreist. Ganz. — In Molinaro's
Fatiche spir. lib. 2, 1610: AU'hor che la
felice, 6 voc. — In Cavaglieri's Madrigali
1616: Morir non puö. Amor deh dimmi.
Donna gentil, ursprüngl. lat. Motetten-
texte, 5 voc. — In Denis', Eude's und
Terzi's Lautenbücher.
17 Tousätze in Contrapunto 2, ein Teil
davon ohne Vornamen.
In neuen Ausg. 13 Gesge., dabei 2 ohne
Vornamen, daher fraglich i^Eitner 2). Die
Lamentatioues im Haberl .sind schon oben
erwähnt. Ferner macht Letzterer darauf
aufmerksam (1. c. 96), dass folgende Ge-
sänge unter N.'s Namen untergeschoben
sind: Diffusa est. Exaudi nos und das
Stabat mater. — In Commer's Musica
Sacra Bd. 25 ein Gesang. — Im Samlwk.
Jubilus rythmicus von E. Forber, Lpz.,
Br. & H. in P: Jesus in pace. Quando
cor nostrum. Jesu spes poeuitentibus. —
In Georg Schmitt's Anthologie ein Ton-
satz, Bd. 8.
Manuscripte.
Mss. Gap. s'isHna 18 versch. Gesge.,
s. Kat. — Im Lateran: Audi benigne
Cod. 67. — In S. Maria Maggiore ein
Stiidieubl. — Gap. Julia 1. 9 Lamenta-
tioues, Cod. 44, 5 davon von Haberl, Jahr-
buch 1891, veröffentlicht. 2. Sancta et
immacul. 8 v. 3. Litania 12 v. 4. Hodie
Christus 4 V. 5. Magnif. 8 v. 6. Dixit
Dnus. 8 y. — B. M. 9 Madr. mit geistl.
Texten versehen aus Herrer's Hortus
musical. , Kat. 218; in moderner Part.
1. Litaniae 8 voc. 2. Dixit Dnus. 8 voc.
u. 4 Mot. — Ms. B. L. Morir o puovrino
5 V., s. Kat. — B.B: Ms. 535: Stabat
mater 4 voc. P. imd Exaudi nos 4 voc.
(beide imtergeschobene Komposit.). Haec
dies 5 V. — In Bd. 2, S. 76: Quem vidis-
tis 6 voc. Ferner in B. B :
Ms. 35, 2 Madr. aus 1594 u. 95 zu 4
u. 5 Stim.
Nanino, Giov. Maria.
142
Nantermi, Michel' Angelo.
Ms. 103. Maria salvatoris 8 voc.
Ms. 32. Sancta et iinmacul. — Cantate
Dno. — Dne. quis habit. 8 v.
Ms. 165. Lamentationes 4 v.
Ms. 15840 in K. Hodie Christus 4 v.
Ms. 160. quam suavis. — Haec
dies 5 V.
L 177 Hodie nobis 6 v.
L178, 178a u. 324. Madrigali 5 voc.
aus 1581 u. Motetti 3 e 5 v.
L212 Missa: Salve reg. 5 v.
L 294. Veni sponsa 5 voc.
W32: 3 Motetten zu 8 St. — W 35:
2 Madr. zu 4 u. 5 St. — W 103: Sancte
et immacul. 8 v. — T 37. 49. 100 alleriei
Gesänge in P.
Ms. Bologna, Kai 2, 469: altitudo
divitiarum 8 voc. P. von Santini. — Ms.
Kat. 3, 4, P. von 1613 p. 33, Erano i
capei d'oro. — p. 35, Amor, deh, dimmi
come 5 voc. — Kat. 2, 169. Part, von
Santini S. 36 ein Satz.
Ms. B. Bf. 1 Gesg. — Ms. B. Ä. 1 Gesg.
Ms. Part, in Breslau Kircheninst. (Uni-
versit.) 4 Mot. zu 4 und 5 Stirn.
Im R. C. of Mus. Ms. 1881, 4 Stb.
1940, 4 Stb. 2 weltl. Gesge. lu 1940
ohne Vornamen.
In B. Dresden 6 geistl. Gesge. im Ms.,
dabei ein Stabat mater 4 v. (s. Kat.)
In Musüfr. Wien, Ms. 8 Stb. 17. Jh.,
unter Nr. 72: Dolorosi MartjT, 5 voc.
In B. Zw. im Ms. Christus orbis 5 voc.
In Hof b. Wien, Ms. 15606,9: Hodie
Christus natus 4 v. Veni sponsa Chi'isti
5 voc. in Part. — Ms. 15607,5: Jubilus
S. Bernardi, Jesu dulcis memoria. P.
In moderaer P. Bd. 156 [K. Br.J:
quam suavis. Haec dies quam fecit 5 v.
— Hodie Christus nat. est. 4 voc. Veni
sponsa Chr. 5 v.
Nanni, ßanieri (Rainer), js^ehört
wahrscheinlich der letzten Haltte
des 17. Jhs. an und befinden sich
von ihm in der
Kgl. Musikalien - Samlg. zu Dresden
Ms. 477 eine Messa solenne ä 4 voc. con
Strom, und Ms. 477 a ein Credo a 4 voc.
c. Strom. — In der Bibl. der MusLkfr. in
"Wien mit dem Vornamen Rainer „Senates
a Clavec. e Violiuo".
Nanquete (Nanqueto), Joaii (Jo-
hann, Hans), Tenorist an der Hof-
kapelle in München von 1571 bis
1578 mit 144 Gld. Gehalt. Ob
der von 1568 bis 1570 in den
Listen verz. Johann Marckhet der-
selbe ist, lässt sich vorläufig nicht
feststellen.
Nantermi Filiberto , wahr-
scheinlich ein Bruder des Michel'
Angelo,
ist in dessen Madrigale von 1609 auf
S. 17 mit „Cor mio deh non languire",
5 voci vertreten.
Nantermi, Horatio. Fetis unter
Nanterni sagt: zu Mailand geb. und
der Vater des Michel'Angelo. Hier-
gegen spricht die Dedic. zu seinen
Motetten von 1606, denn da er
dies als sein erstes Werk bez., so
kann M. Angelo, der 1609 eine
Samlg. Madrigale herausgiebt, nicht
sein Sohn, sondern vielleicht sein
Bruder sein. Letztere Meinung
wird noch bestärkt durch die Auf-
nahme von 2 Madrigalen in des
letzteren Samlg. Fotis sagt weiter:
er war gegen 1590 Kapellmeister
an der Kirche S. Celso zu Mai-
land. Obige Motettensamlg. ist
betitelt:
Partito del 1. üb. delli Motetti a 5 voci
di . . . (ein Amt ist nicht verz.), Nuoua-
mente ristampati (die erste Ausg. muss
nach der Dedic. „Milano adi 3. Genaro
1601" erschienen sein). Milano 1606
Agost. Tradate. Part. 4". 80 BU. in
moderner Einrichtung. [Bologna.
6 Motetten in alten Samlwk. (Eitner 1),
aulserdem noch in Bonometti's Parnassus
musicus 1615 eine 4stim. Motette und in
einem Ms. zu Bologna von 1613 von .loan.
Amigonus zu Kom gesclirieben (Kat. 3, 4)
die Motette: Domine Jesu Bl. 36 in P.
Nach einer Vorbemerkung im Kat. fehlt
aber das Bl. 36. Er wird im Kataloge
Nanterni genarmt. — In Franc. Lucino's
Concerti in Partit. 1612: Tu gloria Jeru-
salem 2 V. Exultate Deo 4 voc, unter
Nanterni.
Nantermi (nicht Nanterni), Mi-
chel'Angelo, soll der Sohn des
Horatio sein und folgte seinem
Vater als Kapellmeister an der
Kirche S. Celso zu Mailand wie
Fetis sagt, dass dies ein doppelter
Irrtum ist wird bei Horatio Nan-
termi nachgewiesen. Der Titel
Napier,
143
Naidelli.
seines bekannten Druckwerkes aber
bez. ihn 1609 als Organist an der
Kirche S. Laurentio maggiore zu
Mailand. Der Titel lautet:
II 1. Yxh. de Madrigali a .5 voci di . . .
col Bc. per il Clavicemb., Claitarrone ed
altro simile istromenti. . . Yen. 1609 Ama-
diuo. 6 Stb. 40. 21 Madr., dabei 2
Madr. von Horatio N. und 1 Madr. von
Filiberto Nonterini. [B. Kassel.
Napier, ... ein zu London
lebender Violaspieler, der 1784
öffentlich auftrat und vom Jahre
1791 ab ein jährliches Benefiz-
konzert gab (Pohl 2, 39. 371). Ob
er derselbe wie der Musikverleger
William Napier ist, der nach
Brown auch Mitglied der „King's
band" war, muss ich als offene
Frage lassen. Siehe "William N.
Napier, William, um 1740
geb., gest. 1812 zn London, grün-
dete gegen 1782 in London eine
Musikhandlung. Brown sagt-: er
war auch Mitglied der „King's
band", also ein lustruraentist (ob
er der Violaspieler war, ist nicht
bekannt). 1792 befand sich sein
Geschäft in sehr misslichen Ver-
hältnissen ; um ihm zu helfen be-
arbeitete Jos. Hajdn eine Anzahl
schottische Lieder für Gesang,
Klavier, Violine und Violoncell.
N. machte damit sein Glück, zahlte
nachträglich an Haydn die Summe
von 50 £ und konnte die Summe
für das 2te Heft verdoppeln
(Pohl, 2, 182).
Die Haydn'sche Bearbeitung nach der
Angabe Pohrs habe ich nirgends gefunden,
dagegen kann ich folgende nachweisen:
Selection of the most favourite Scots
songs chiefly pastoral adapted for the
harpsich. with an acc. for a Violin by
eminent masters. London (1790?) fol.
P. Bass nur beziffert. 3 Bll. 16 S.
Dissei-tation on Scottish Music by Tytler.
77 S. Musik, 77 S. Text, 2 Nachbll. Der
1. Bd. geht von 1—27, der 2. Bd. zählt
weiter. Als Bearbeiter sind genannt Dr.
Arnold, Barthelemon, Carter und Shield.
[B. M. B. Wagener.
In B. B. noch ein 3. Bd. Dort trägt
der 1. Bd. den Titel: A selection of
original Scots songs in 3 parts the har-
mouy by eminent Masters. Dedic. Duchess
of Gordon. Lond. fol. Die friihere Be-
sitzerin des Buches hat sich 1799 ein-
geschrieben.
Napier's Selection of Dances & Strath-
peys, with new and Appropriate Basses,
adapted for the Pfte. Harp etc. Printed
for W. Napier. fol. [br. Mus.
Naray, Greorge, ein ungarischer
Geistlicher des 17. Jhs., der fol-
gendes Werk herausgab:
Lyi-a coelestis suavi concordia divinas
laudes personans. Hominumque animos
a terrenis ad coelestia avocans. Elaborata
et juxta musicales notas in harnioniam
adaptata. Nunque primo typis edita . . .
Tyrnaviae 1695 per Joan. Andr. Hörmann.
4" (Tj-rnavia ist Pressburg). [Brüssel
1257.
Narbaez (Narbais), Liiys de,
ein Spanier aus der ersten Hälfte
des 16. Jhs., der sowohl als Mo-
tettenkomponist, wie als Vihuela-
spieler (Vihuela ist eine Art Gui-
tarre mit 6 Saiten) sich bekannt
machte.
In alten Samlwken. von 1539 — 1542
findet man zwei Motetten (Eitner 1 unter
Narbais) und für die Yihuela gab er
heraus :
El primero (segondo, tercero, quarto,
qiünto et sesto) libro del Delphin de mu-
sica de cifras para taner Vüiuela. Hecho
por Luys de Narbaez. Dirigido al muy
iUustre senor el Seuor don Franciso deio
Covos ... Ay eynel veynte y dos dife-
recias de Code claros para discantar y
siete diferencias de guarda me las vacas
y una bara de cötrapüto M. D. XXX.
Vni. con pri\-ilegio. . . Am Ende : Fue
impresa la presente . . . Yalladolid por
Diego Hermadez de Cordova impresor.
Acabose y treynta . . Octubre. qu4*'. 4
und 108 Bll. Jedes Buch mit neuem
Titelbl. Enthält arrangierte Gesänge von
damaligen bekannten Meistern, wie Jos-
quin, Gombert, Eichafort etc. französische
Chanson, Fantasien u. a. fürs Instraraent
komponierte, [br. Mus. Straeten 7, 384
sah ein Exempl. in Madrid. Siehe auch
8, 452.
Nardelli, D. CrioTanni, ein
Komponist des 17. — 18. Jhs.,
Nardi.
144
Nai'dini.
der im Ms. 11500 der B. B., Samlbd.
Partit. Nr. 39 mit der Cautata: Piangea
un di piangea Fileno, per Sopr. et Cont.
vorkommt.
Nardi, Pauliiio, päpstl, Sänger
und 1666 Kapellmeister der Ka-
pelle (Haberl, Kat. 69).
Nardini, Pietro, ein bedeuten-
der Violinist, Schüler Tartini's,
geb. zu Fabiana in Toscana bei
Monte Lupo (nach Gervasoni) gegen
1722, gest. 7. Mai 1793 zu Flo-
renz. Seine Eltern siedelten in
seineu Kinderjahren nach Livorno
über, wo er auch den ersten Mu-
sikunterricht genoss, bis er nach
Padiia zu Tartini ging, dessen
Unterricht er bis zum 24. Jahre
genoss. Von da kehrte er nach
Livorno zurück, wo er öfter in
der Kirche und in Konzerten sich
hören liefs. Im Jahre 1763 brachte
der Herzog Karl von Württemberg
N. aus Italien mit. Mozart hörte
ihn daselbst in demselben Jahre
u. rühmt die „Schönheit, Reinig-
keit und Gleichheit des Tones; im
singbaren Geschmack sei er von
Niemand übertroffen" (Sittard 3,
55). 1767 soll er wieder nach
Italien zurückgekehrt sein, pflegte
zuerst seinen Meister in Padua bis
zu dessen Tode und erhielt dann
1770 an der Hofkapelle zu Flo-
renz die Stellung eines 1. Violi-
nisten, resp. des Orchesterdirektors,
welches Amt damals stets dem 1.
Violinisten zufiel. Er st. 71 Jahr
alt. Schubart's überschwengliches
Lob teilt V. Wasielewski 1 , 144,
3. Ausg., mit, diesem fügt W. sein
eigenes Urteil bei. Abate Rai-
mondo Leoni di Pienza schrieb
ein Elogio di P. N., celebratissimo
Professor di Violine. Firenze 1793
Cambiagi. 8" [Brüssel]. La Mara
in Bd. 1, 233 teilt einen Brief in
deutscher Uebersetzung vom 30/1
1790 mit. Burney spricht über
ihn 1, 184. 186 ff. — G. B. Ran-
goni verfasste: Saggio sul gaste
della musica, col carattere de'tre
celebri suonatori di violino N.,
Lolli e Pugnani. Livorno 1790.
80 [Musikfr.Wien. B. B. eine fran-
zösische Uebersetzung: Livorno,
Masi. 91 Seit.]. Von seinen Kom-
positionen sind nachweisbar:
G Sonates a V. et B. oe. 2. Amst.,
Hummel. F. gr. fol. 27 S. [Hofb. Wien.
Six Sonatas er Duets for 2 V. op. 2.
London, Walsti. 2 Stb. fol. [B. B.
6 Sonate per V. solo e B. (Paris c.
1765). qufol. [Dresd. Mus. Dresden,
s. 1. mit Portr.
VII Sonates pour V. et B. avec les
Adagios brodes. Deruiere edit d'apres les
Mss. originaux de l'auteur. Ded. k Mr.
Marescot. Paiis chez Decombe, Luthier.
fol. mit Portr. pag. 206—295. [B. AVa-
gener. Musikfr. Wien.
6 Sonates h. V, seul et B. avec les
Adagios brodes par . . . Edit. par J. B to
Cartier. Paris, Decombe. P. fol. 49 S.
[B. M. B. B. Musikfr.Wien. B. Wage-
ner mit italienischem Titel im Kupfer-
stich, ohne Verleger in gr. qufol. Por-
trät und 30 S.
Concerto per V. Va. e B. 4 Stb.
[Musikfr. Wien.
6 Quartett! ä 2 V. 2 A. et Vcl. Fi-
renze. Stb. [Musikfr. Wien. Berlin K. H.
mit Poiir. Wolfenb.
Sei Trii per 2 Fl. trav. e B. Ms. Stb.
[Mailand Cons.
6 Duos pour 2 V. Paris. [Paris Nat.,
vielleicht dieselben wie oben, 2. Werk,
London.
Six Solos for a V. with a B. for the
harps. or Vcl. London, Walsh, fol. 26 S.
[B. Wagener.
In Handschriften:
B. B. 15 860 in Kapsel: 3 Sonaten f.
V. solo u. B. Stb. (Dehn bemerkt dazu:
comp, von Tartini, bearbeitet von N.) —
Ms. 15861, 50 und 60 Capriccio's f. V.
solo. liv. 1. 2.
12 Sonate a V. solo con suo Basse.
P. qufol. Ms. 26 a. [Dresd. Mus. Hofb.
Wien, gr. fol. 33 BU. Ms. 19196.
Sonate in C. für V. u. Bc. Ms. Stb.
[BriLSsel Cons.
1 Sonate f. V. u. B. Kopie. [B. Wa-
gener.
Im C. P. 1 Bd. Kompositionen imd
Sonates de V.
Im Autogr. Grasn., B.B., 1 Brief u. Portr.
Nardis.
145
Nares.
Sonate per 2 Y. e B. Ms. Stb.
[Padua Aiit.
In neuen Ausg. 2 Sonaten, 1 Adagio
(Eitner 2). In Alfred Moffat's Meister-
Schule, Berlin. Simroek, 1 Piece.
Nardis, Caiiiillo de.
Die BüjI. der Musikfr. in AYien be-
sitzt von ihm ein Preludiu aUo Stabat
mater di Tom. Traetta, im Kl.-A.
Nardo di Monte, siehe Cola.
Xardö, Fra Beiiedetto Serafico
di, deirordine di Predicatori, lebte
1575 in Neapel nach der Dedic.
1581 zeichnet er die Dedic. in
Leccie. Ein Amt ist nirgends ge-
nannt. Er gab heraus:
... 11 1. üb. delli Madrigal! a 5 voci
da lui composto corretto . . . Ven. 1575
Gius. Guglielmo. 5 Stb. qu-l». 29 Nrn.
Aus der Dedic. erfährt man, dass dies
seia erstes 'Werk Ist. was er aber schon
einmal 1571 bei Oratio Salviani in Ne-
apel heraasgegeben habe, nun aber um-
gearbeitet und von neuem in Venedig
habe drucken lassen. [Modena fehlt B.
... II 3. lib. di Madr. a 5 et a 6 voci
con un Dialogo a diece. Novam. . . Vineg.
1581 l'herede di G. Scotto. 6 Stb.? 4".
22 Nrn. [Bologna: 5a.
Nardo, Frater Grioranni, wurde
am 6. Juli 1489 zum Sänger a/d.
Kapelle Antoniana zu Padua ge-
wählt (Tebaldini 2).
Nardiicij (Narducci), Beue-
detto,
ist in Vincenti's Vittoiia amorosa 1596
mit dem Madrigal: Non son in queste
rive 5 voc. vertreten und in Ancina's
Tempio armonico 1599 mit ,,Con dolor
fiero'' 3 voc.
Nares, James, Mus. Dr., ge-
tauft am 19. April 1715 zu Stan-
well (Middlesex), gest. 10. Febr.
1783 in London. Knabensänger
an der Kgl. Kapelle unter B. Gates,
später Schüler von Pepusch. Ver-
trat eine Zeitlang den Organisten
Pigott a/d. St. Georg-Kapolle zu
Windsor, erhielt 1734 den Or-
gauisteuposten an York Miuster,
wurde am 31/1 1756 Nachfolger
des Dr. Greene als Organist und
Komponist der Kgl. Kapelle und
Rob. Eitner's Quellen-Lexikon. Bd. 7.
erwarb sich in demselben Jahre
den Grad eines Dr. der Musik zu
Cambridge. 1757 wurde er au der
Kgl. Kapelle Lehrer des Knaben-
chores. 1780 trat er in Pension.
Ton seinen Kompositionen sind
nachweisbar (Davey bezeichnet sie
mit armselig):
20 Autliems in P. for 1, 2, 3, 4 and
5 vuices (Titelbl. fehlt). London 1788,
fol. [E. C. of Mus.
— in neuer Ausg. von Novelle in
London, 1858. fol. P. [br. Mus.
A Morniug & Eveniug sen'ice ... to-
gether with 6 Anthems. Lond. 1788
Preston. fol. P. mit Portr. [br. Mus.
R. C.ofMus. Cambiidge FW.
The roval pastoral. A dramatic Ode.
P. Lond.," Welcker. (1767) fol. [B. M.
br. Mus. Glasgow. E. C. of Mus.
A collectiou of catches, cauons & glees.
Lond., Welcker. qufol. c. 1780. 1 vol.
mit 3 u. 4 St. Gesg. [B. B. br. Mus.
Glasgow.
4 Anthems im Ms. P. 1. It is a good
thing. 2. Turn thee again, Lord.
3. Unto thee, God, do we give thanks.
4. Lord, how long wilt thou. [R. C. of
Mus.
3 Bücher Anthems, 1757—1769 für
die Kgl. Kapelle komp., Ms. 629, br. Mus.
8 setts of lessons for the harps. Lond.
1757 J. Johnson, qufol. [br. Mus.
6 Fugues with Introductory Yoluntaiy's
for the Organ or Harpsich, Lond.,
Welcker. qufol. [br. Mus.
In Ms. 161, Cambridge FW. 7 Fugen
für Orgel.
Five harpsichord lessons and a Sonata
in score for the harps. or oi'g. (with
Strings) op. 2. London, Johnson. [Cam-
bridge FW. in Nr. 485.
These lessons for the harps., with a
Sonata in score for the harps. or org.
op. 2. Lond. qufol. 33 S. [br. Mus.
II principio; or, a regulär introduction
to playing on the harpsich. or org. Ib.
qufol. [br. Mus.
N.'s treatise on singiug. London,
Welcker. [Cambridge FW. 421.
Concise & easy treatise on siuging,
addressed to those desirous of performing
Duets or Musio in parts. The niles cal-
culated to remove all difficulties with a
set of Eughsh Duets for beginners. Lon-
don, qufol. 33 S. [br.Mus.
6 Anth. u. Serv. in Sam. Arnold's
Cathedr, mus. 17'J0. — Ebenso in Eim-
10
Narnis.
146
Nasco.
bault's Cathedr. mus. 1. Bd. 1847 [Hofb.
Wien.] — In Page's llarmouia Sacra.
In Stevens' Sacrcd Music 2 Anthems.
In Clarke's Favourite Anthems with
organ, London, P. ein Antliem.
Te Deuni, Jubil., Sauet., Kyrie etc. in
F. for 4 voic. in Warreu's coli, of
Cathedr. Servic. Nr. 26-29. 1859.
In T. Johnsou's Psalmenausgabe : Au
Abridgmeut c. 1777.
In Chappell's Church Services 1866.
Nr. 1.
In Riley's Psahn u. hynins. c. 1750.
In Warreu's Collect, of Catches, 2
Canon, 2 Glees, 2 Rounds und 1 Catch.
In Bishop's collect, of Glees, 1 Glee.
In Catch Club 2. 18. Jh. letzte Hälfte.
In Catch Club 3 (Sibbald in Edinburgh).
In Longman's Collect, of Catches Nr. 34
ein 3 st. Catch. lu Ilullah's The Singers
übrary. Nr. 30.
In neuen Ausg. 8 Gesänge (Eitner 2).
Narnis (de Narnia), Bernardi-
niis de, Supranist an St. Peter in
Rom von 1190—1499 (Viertelj. 3,
239).
Nasci, Michele, ein Violinist
und um 1770 Orcliesterdirektor
am Theater Fioicntini in Neapel
(Buruey 1, 262).
Von seiueu Kompositionen sind bekannt
im Ms. 331, br. Mus. , im Autogr. von
1769 ein geistlicher Gesang. — Concerto
di V. e B. in Stb. und Sonata a 2 V.
Va. e B. in Stb. [Musikfr. Wien.
Sonate sei di Cembalo con acc. di V.
London c. 1775. fol. [br. Mus.
Nascimbeni, Maria Fraiicesca,
aus Ancona, wo sie auch später
wohnte. Sie war eine Schülerin
des Scipione Lazarini, trat mehr-
fach als Kompouistin auf und zwar
mit:
Canzoni, e Madrigali morali, e spiri-
tuali a una, due, e tre voci della Siguora
. . . Aucoua 1674, nella stamperia miu>i-
cale , per Claudio Percimineo. 4 Stb :
2 C. B. u. Org. 4". 14 Gesge. [Oxford
B. L. Bologna, Kat. 2, 470 Abdr. der
Dedic. Vogel nennt sie Nascinbeni. Der
Bologner Katalog aber fünfmal wie oben
angezeigt ist.
lu ihres Lehrers Motetti op. 2 von
1674 die Motette: Sitientes venite, 2 C.
e B. Per il Santissiuio Sacraniento.
Nascimbeni (Nasimbeui), Ste-
fano, geb. in Mantua, Kapell-
meister an St. Barbara ebd. im
Anfange des 17. Jhs. (Canal 97
und Titel). Au Kompositionen sind
bekannt:
Messe 8 voci cou la partitura per Tor-
gano. Lib. 1. Ven. 1612 Amadiuo. 8
Stb. 40. 3 Mess. [B. B:Cl. Proske
kompl.? Danzig Kathar: C2. AI. Tl.
Bl.
Psalmi ad vesperas in totius anui so-
lemuitatibus. Tom. I. Ven. 1616. [B.D.
93, 5. 7 Stb. mit Bg.
Sabni 8 voci. Ven. 1616 Gardano. fol.
[B. D. 27, 2: Partitura, NB. Bc. 30 S.
Concerti ecclesiastici a 12 voc, divisi
in 3 chori, Ven. 1610 Amadino. 2 Mess.
u. 8 andere Gesge. [Proske. br. Mus.
fehlt der 3. Chor.
2 Gesänge in alten Samlwk. (Eitner 1),
aufserdem nach Vogel in Ang. Gardano's
Lamorosa caccia 1588: Luceuti rai del
sole, 5 voc. Dei'selbe Satz auch iu Pha-
lese's Paradiso music. 1596.
Nasco, GioYauni; aus den Titeln
seiner Werke ist ersichtlich, dass
er 1548 „Maestro de la Nobile e
virtuosa Accademia d'i Siguori
filarmonici" zu Verona war, 1554
Kapollmeister am Dome zu Tre-
viso, ebenso 1557; die übrigen
Drucke geben keine Nachricht.
i Fetis Angabe, dass er in Fano
Kapellmeister war, lässt sich niciit
nachweisen. 1560 i.st er schon
nicht mehr am Leben, siehe die
Lamentationi von 1561 . Von seinen
Kompositionen sind bekannt:
Lamentationi a voce pari di G. N. a
4 voci con doi Passii il Beuedictus et le
sue Antiphone Nouamente con ogni dili-
gentia stampate . . . Ven. 1561 Gardano.
4 Stb. qu4". Dedic. unterz. in Treviso
am 20/9 1561 von der Frau Nasco's,
Giacoma Calderara Nasca, worin sie sagt,
dass ihr Ehegemal die Konipos. hinter-
lassen habe (Abdr. der üedic. im Kat.
Bologna 2, 279). [Bologna.
— Lamentationi a voce pari di . . . a
4 voci con doi Passii (wie oben). Ib.
1564. 4 Stb. qu40. [Bologna.
— Lamentationi a voci pari di ...
Ven. 1574 figliuoli di A. Gardano. 4 Stb.
ciu40. [Bologna: T. B.
Nasco.
147
Nasolini.
Madrigali di . . . a 5 voci. . . Ven. 1548
Gardaue. 5 Stb. (ii\4P. Dedic. in Ve-
rona gez. 30 Gesge. [Bologna fehlt 5 a.
Verona S. f: A. Rom Cecilia: A. T. B.
... II 1. lib. de Madr. a 4 voci, in-
sieme la Cauzon di Rospi & Rossignol. . .
Ven. 1554 A. Gardane. 4 Stb. (iu40.
Lebte in Treviso. 32 Madr. [liofb. Wien.
Bologna: B. Verona S. f: C. A. B.
— Ib. 1555. 4 Stb. qu40. 2 Madr.
fehlen, 2 neue kommen hinzu (siehe Vogel
2, 9). [B.M.
— Ib. 15G1 (jetzt mit Gardano gez.),
4 Stb. qu4«. Inhalt wie 1554. [B. A.
Hof b. Wien: C Verona S. f: C. B.
— 1584 Ang. Gardano, wie 1554. [B.D.
... n 1. Hb. di Canzon Villanesche
aUa Napoiitaua, a 4 voci . . . ristamp. . .
Ven. 155G Scotto. 4 Stb. <iu40. 21 Ge-
sänge. [B. Kgsbg. kompl. T. defect.
— 1558 Ant. Gardano , wie oben.
[B. A. Hofb. Wien:C. br. Mus:C.
— Vineggia 1565 Scotto. wie oben.
[B.Zw: T. br.Mus: C.
Der Katalog von G. Hess in München
zeigte 1901 Nr. 285 eine Ausgabe: Vineg.
1566 appr. G. Scotto, Tenorb. an.
Le Canzon et Madrigali a 6 voci con
u-no Dialogo a 7 di . . . Ven. 1557 Gar-
dane. 6 Stb. qu40. 29 Gesge. [Ven.
Marco. Verona S. f. fehlt C.
— ristami). ib. 1562, wie oben. [B. M.
Hofb. Wien fehlt T. Bologna: A. T.
Paris Nat: A. br.Mus: C.
... D 2. lib. d'i Madrigali a 5 voci,
doue si contengono tutte le niacharronee
del ditto autore Nouam. per Ant. Gar-
dano stampato. . . Ven. 1557 Gardano.
5 Stb. (iu4". 28 Madr. [B. M. Hofb.
Wien: C. Bologna: A. ohne Titel. Ve-
rona S. f: A. T. Neapel B. u: C. br.
Mus: C. T.
27 Gesge. in alten Samlwk. (Eitner 1).
Dazu kommen noch im Cypr. Rore 1563:
Tristis es anima und salutaris hostia,
4 voc. — In Fr. Liuduer's Biciuia 1591
ein Gesg. — In Rore's 4. hb. Madr. 5 v.
Ausg. 1580: lo mi rivolgo und Talhor
m'assale, 2. p. — In dessen 5. hb. Madr.
5 V. 1560: lo non sapeva. — In V.
Ruffo's 2. lib. Madr. 5 v. 1557 u. s. a:
Morte m'ha morto. Come si m'accendete.
Non ha donna piu bella. — In Verde-
lott's Madr. 6 v. 1561: lo vorrei pur
lodarti. — In Ant. Gardane's II vero terzo
lib. Madr. 1549-': Laccio diset'et. Lasso
diceva. Tu m'hai cor mio. — In Giov.
da Bene's Musica spirit. Ganz, et Madr.
1563: 13 Gesge., siehe Scotto.
In
Scotto's 3. lib. del Desiderio 1567: 4
Madr. — In dessen Prima Stella de Madr.
5 v. 1570: Se'l tempo. Madonna quand'io.
— In P. Bozi's Giardiuetto de Madr.
3 voc. 1588: Occhi miei. — In Vincenti's
Nuova spogha 1593: In biauco letto 4 v.
— In Arascione's Nuove Laudi 1600 Bl.
26 ein 4 st. Gesg. — In Hove"s Lauteu-
buch. — In Cipr. Rore's Motetta 4 voc.
1563: Tristis est anima mea S. 10.
Im Ms. 2289 der Kgl. B. Brüssel fds.
Fötis ein Madrigal in P.
Nascll, DoDi Dieg'O, ein edler
Spanier in der ersten Hälfte des
18. Jhs., der unter dem Pseudonym
Egidio Lasnel die Opern schrieb:
Attilio regolo, Palermo 1748. De-
metrio, Neapel 1749 (Fotis). Siehe
auch Lasnel.
Nasera (Nosera), Pietro de,
ein Discantist a/d. Hofkapelle in
Wien, vom 1. März 1597—1619
mitmonatl. löGld. Gehalt (Köchel 1).
Nasimbeni, Stefano, siehe Nas-
ciiubeiii.
Nasolini, Sebastiano, geb. zu
Piacenza um 1768. Gervasoni
sagt, dass er sich anfänglich als
Pianist hervorthat, von seinem 20.
Jahre aber ab widmete er sich
nur der Opernkomposition. Der-
selbe bez. seinen Tod mit dem
Jahre 1799, 31 Jahr alt, nach
anderen soll er aber noch 1810 in
Neapel gelebt haben. Seine Opern
wurden bis 1816 in Neapel auf-
geführt (Florimo Bd. 4) und hatten
zuweilen einen brillanten Erfolg,
so dass sie über ganz Europa in
Scene gingen. Er hielt sich auch
eine Zeitlang in London auf. Von
seinen Kompositionen haben sich
erhalten :
An Opern:
II Catoue in Utica. Opera. Ms. P.
488. [br. Mus.
Cleopatra. Tragedia urica in 2 atti.
P. 2 voll, qufol. Ms. 918a. [Dresd.Mus.
B. B. nur Akt 1. P. Ms. 15880.
GFinnamorati, op. gioc. in 2 a. (Ven.
c. 1800) Ms. P. [Brüssel Cons. C. P.
II medieo di Lucca, op. giocosa a 8
voci (Venedig 1798). Ms. P. [Brüssel
10*
Nasoliai.
148
Nassotto.
Cons. br. Mus. Ms. 485. C. P. Dresd.
Mus: Farsa.
Merope, opera. Ms. P. 486. [br. Mus.
B. Darmst. ein Exempl. mit Nasoliai's u.
Poissl's Musik, mit deutschem Text.
La Morte di Mitridato iu 2 atti. P.
Ms. 1798. [Münclieu Oper. C P. Ms.
487 P. br. Mus.
Gli opposti caratteri, ossia: II tempera-
meuti contrarsi (auch Olivo e Pasquale),
Parsa in 1 atto. Ms. P. (Yen. c. 1799).
[Biiissel Cons. C P. Musikir. Wien im
Kl.-Auszg.
Semirainide, Dramma in 3 atti. 1792.
Ms. P. [C. P. Bologna nur in 2 Akt.
P. Ms. 2 vull.
II Sesosti-i ossieno le feste d'Iside.
Firenze 1794. P. Ms. 2 voll. [Bologna.
GFUmori contrari, op. gioc. in 1 alto
(Text von Gio. Bertati. Yen. 1798). Ms.
P. [Bmssel Cons.
Arien, Scenen «. a. aus Oper?i:
L'affetto mi Tu vedi, favorite air du
Merope, che ascotto fav. Duetto in the
grand serious opera Merope. P. Lond.,
Laveuu & Mitchell. 4 S. [B. Wagener.
In B. B., Ms. 121. 123. 124. 129: 5
Scenen und Duette f. Gcsg. u. Orch. u.
1 Terzett aus Mitridate. P.
A quest' istoute, Duo de Cleopatra.
Paris, Carli. P. [B. M.
Duo della modista i'aggiratrice. Paris,
Imbault. P. [B. M.
Scena e Duetto „Leggo oppresso in
quel sembiante. P. Ms. 1100. qufol.
[Dresd. Mus.
Rec. und Aria: lo piü niadre, c. coro
dell'opera Merope. P. Ms. [Berlin Singak.
14 Gesänge (Arien, Cavatiuen, Scenen
und Duette etc.) aus Opern in P. [Mu-
sikfr. Wien.
Nella morte di Semiraniide, Scena e
Duetto. P. Ms. [B. M.
In B. M. im Ms. P. auch einige geist-
liche Gesänge: 1. Laudate Dominum, 2 T.
B. ed org. P. 2. Dilexi quoniam 2 voci
c. org. P.
Im Conservat. zu Mailand 19 Nrn. aus
Opern, teils in P., teils im Kl.-A. im Ms.
An Opern sind aufser den obigen noch
genannt 1. I riti d'Efeso. 2. II trionfo
di Clelia (Näheres im Kat.).
In Schwerin F. eine Cavatina f. Sopr.
u. Orch. P. Ms.
In Bologna im Ms. P. 10 Gesge. aus
Opern.
In Brüssel, Ms. 2625 Duett. Ms. 2632
Scenen und Duos von Verschiedenen.
Im br. Mus. Einzeldrucke in London
aus dem Ende des 18. und Anfange des
19. Jhs. von Arien, Duetten, Notturnos,
Cavatina aus Merope. Duett aus Mitri-
date. Duett aus La modista raggiratrice,
Duett und Kondo aus La morte di Cleo-
patra.
In B. Dresd. 1 Duett u. 2 Arien (s. Kat.).
In Einsiedeln „Cessi quel pianto" (aus
Polifonte) Cavat. und Chor. Ms. P.
In Musikfr. Wien: Salmo per S. e B.
c, org. P. — In Padua Ant. das Oratorio
Della Conversione di S. Agostino, in 2
parti. P. Ms.
Ouvertura per Clavic. del opera II
Teseo a Stige. Vienne, Magazin. [B. B.
Nassari, . . . bekannt durch
Twelve Minuetts' for two Violins & a
B. and Six Yenetian Ballads. Lond., printed
for Sigr. Albaui. 18. Jh. qu40. [br. Mus.
Nassarre, Padre Frater Pablo,
ein Spanier, geb. um 1664 in
einem Dorfe Aragoniens, wurde
Franziskaner und Organist im Real
Convent des Klosters San Fran-
cisco zu Saragossa (Titel). Er ver-
öffentlichte zwei tiieoretisclie Werke,
die bei Fetis des Näheren beschrie-
ben werden.
1. Fragmentos rausicos. Reglas gene-
rales, y muy necessarias para canto Uano,
canto de organo, contrapunto, y compo-
sicion . . . Zaragoza 1683 Tomas Gasp.
Marti uouz. kl. 8". 8 BU. 142 S. [br. Mus.
— Fragm. mus., repartidos en quatro
tratados; en que se haUan reglas gene-
rales, y muy ... Y aora nuevamente
anadido el ultimo tratado por el mismo
autor; y juntamente exemplificados con
los caracteres musicos de que carecia.
Sacalos a luz etc. D. Jos. de Torres. Ma-
drid 1700 en su imprenta de musioa.
kl. 40. 288 S. [B. B. Brüssel. Glas-
gow. Bologna, und den 3. Tract. in Kopie,
fol. 5 Ell. br.Mus.
Eine 3. Ausg. von 1704 ist nicht be-
kannt.
2. Escuela musica, segun la practica
moderna, dividida en primera, y segunda
paite ... (Titel sehr umfangreich, ab-
gedrackt im Kat. Brüssel fds. Fetis 5377.)
Zaragoza 1724 heredos de Diego de La-
rumbe. — 2. parte Zarag. 1723 por los
hered. de Manuel Roman. 2 voll. fol.
28 u. 512 S. 12 u. 506 S. [B. B. B. M.
Brüssel. C. P. br. Mus. Glasgow.
Nassotto, Joseph, Sohn des
Trompeters Sebastian in Ksl. Dien-
Natali, Giuseppe.
149
Natorp.
stell, zeichnete sich als Instruraen-
tist (Klavier und Violine) und als
Bassist aus, ist 1719 17 Jahr alt.
Bericht von Fux. Köchel 2, 385.
Natali, Pater Cpriusepi)e, da
Camerino, von 1679 — 1696 Kapell-
meister an der Kapelle des Hlg.
Antonio zu Padua, wo er vorher
Organist war (Tebaldini 37). Nach
Tevo's Musico testore war er um
1703 Kapellmeister an der Kathe-
drale zu Fermo.
In Bologna im Ms. Eegole per sonare
ü basso cont. 8«. 12 Bll.
Natali (Xatale), Pater Pompeo,
dalla Ripa Transona, so liest man
im Drucke von 1674. In dem
von 1662 heifst es „dalla citta
della Ripa, della Provincia della
Marca". Fotis bez. ihn als Sänger
an der Kirche S. Maria maggiore
zu Rom. Er gab heraus:
Madrigali a 3 voci paii di D . . . Eoma
1656 Marit. Balmonti. 3 Stb. 4P. 15
Gesge. In der Dedic. erwähnt er ein
früheres Werk mit Motetten. [B. B.
Madrigali, e Canzoni spirituab', e mo-
rali a 2, et a 3 voci La maggior parte
delle quali sodo a 3 voci pari. Di D . . .
Roma 1662 Jac. Fei d'And. F. 4 Stb.
(A.T.B.Bc.) 19 Gesge. [Bologna. Crayn
bei Liegnitz, Schlossbibl. kompl. In B. B.,
L 181 in Part. u. St. Ms.
Solfeggiamenti a 2 e 3 voci . . . Eoma
1674 Mutij. 3 Stb. 4». [B. B. und im
Ms. L303 Solfeggi a 2 voci. Bologna.
— Libro 2. de'Solfegg. a 2 e 3 voci
. . . Roma 16S1 Mascardi. 3 Stb. 4».
[Bologna, Näheres im Kat. 1, 322.
In Florido's Samlwk. von 1672 die
Motette: Dominus adjutor meus 2 voc.
c. Bc.
Ms. L 347 in B. B : Non piü guerra
3 V. c. Bc.
Natalis, N . . ., ein Komponist
des 15. Jhs., der im
Ms. Cod. 37 zu Bologna mit einem
3stim. Et in terra pax vertreten ist.
Natalresta, . . . unter diesem
Namen wurden um 1785 zu
Paris 6 Violoncellpiecen gestochen
(Gerber 1).
Nathan, J..., ein englischer
Musiker des 18/19. Jhs., der mit
John Braham mehrere hebräische
Gesänge herausgab (siehe Braham).
Natliusius, Elias, Kantor und
Schulkollec'e an St. Nikolaus zu
Leipzig, erhielt 1657 an Stelle
Tob. Michael das Kantorat an der
Thomasschule ebd. Er starb am
30. Dez. 1676 ebd. (Ratsakteu) und
gab heraus:
Cum musices creatore disputatio de
musica theoretica, quam autoritate inclitae
faciiltatis philosophicae Lipsiae . . . Lips.
1652 tyjjis Joan. Baueri. 8 Bll. in 4P.
[B. Zw. (Kat. S. 129 mit Inhalt). Dresd.
Lübeck.
In Ms. Z 40 in B. B. 9 Stb. des 17. Jhs.
Nr. 23 „Das weifs ich fürwar wer Gott
dienet", 8 voc. c. Bc.
In Stadtb. Zittau, Ms. B 158, 1 Stamm-
buchbl. von 1674, Canon a2voc. 3 Noten-
zeilen, Text: Casta Dens meus est. Er
bez. sich mit obigen Aemtern.
NatiTidade. Vasconcellos verz.
3 Autoren dieses Namens.
1. Fr. Francisco da X. gab heraus:
Novena da Senhora Sant'Anna, com o seu
officio. Lisboal708Teixeira. 12». (Fund-
oit fehlt.)
2. Joao da N., geb. zu Torres, trat
1675 in den Franziskaner-Orden zu Lissa-
bon und starb 1709. Er hinterliefs reli-
giöse Gesänge.
3. Fr. Miguel da, N., geb. zu Obidos,
trat am 8. Sept. 1658 in den Cister-
cienserorden zu Alcobaga ein. Im dor-
tigen Klosterarchiv sollen sich 28 Psalmos
das Yesperas cistercienses seiner Kom-
position befinden.
Natorp, Bernhard Cliristiaii
Ludwig-, geb. 12. Nov. 1774 zu
Werden a/d. Ruhr, gest. 8. Febr.
1846 zu Münster. Studierte Theo-
logie und Pädagogik zu Halle a/d.
Saale, wurde 1796 Lehrer in Elber-
feld, dann Prediger und Schul-
inspektor zu Hückeswagen und
Essen, 1809 Schulrat in Potsdam
und 1816 Consistorialrat in Mün-
ster (Fotis. Riemanu. Mendel-
Reifsmann). Er machte sich um
den Schulgesang verdient und den
Natorp.
150
Naude, L.
Gesang in der Kirche. Bekannt
sind von seinen Schriften:
Anleitung zur Unterweisung im Singen
für Lehrer in Volksschulen. Potsdam
1813. [ß. B. B. Lpz.
— 2. Aufl. Essen 1816 Bädeker. [B.B.
Binissel. B. Lpz. Ausg. 1818?
— 3. Aufl. ib. 1820. 4». 139 S. u.
8 Vorw. [ß. ß. Bmssel. Einsiedeln und
eine Ausg. Duisburg 1818 Lederer.
— 4. Aufl. ib. 1824. [B. B. Musikfr.
Wien.
— 5. Aufl. ib. 1834 u. 1837. [B.B.
Lehrbüchlein der Singekuust. Für die
Jugend in Volksschulen ... 1. u. 2. Cur-
sus. Essen und Duisburg 1816. 1820.
Bädeker. 2 voll. 8°. [Brüssel.
— 5. Aufl. ib. s. a. , der Cursus von
1820. [ß. B.
— 7. Aufl. ib. 1832. [B.B.
Ueber den Gesang in den Kirchen der
Protestanten. Essen 1817 Bildeker. 8«.
264 S. [B. B. Brüssel. Glasgow. B.
Lpz.
Ueber den Zweck, die Einrichtung und
den Gebrauch des Melodienbuchs für den
Gemeindcgesang in den evangelischen
Kirchen. Ein nöthiges Voi-wort zu dem-
selben . . . Essen 1822 Bädeker. 8«.
[Brüssel,
Ueber Rink's Praeludien. Ib. 1834.
80. 93 S. [B. B. Dresden. B. Lpz.
Sein Melodienbuch für den Gemeindc-
gesang in den evangelischen Kirchen.
Essen 1822 Bädeker. 80. 130 S. [B. B.
Bibl. Joh. Zahn's], erschien dann vier-
stimmig unter dem Titel:
Choralbuch für evangelische Kirchen,
kritisch bearbeitet und geordnet von N.
u. Fr. Kefsler, vierstimmig gesetzt und
mit Zwischenspielen versehen von C. H.
Rink. Essen 1829 Bädeker. rpa". 223
Choräle. [B.B. B. M. Siehe Zahn 6,
417. In B. B. noch ein Choralbuch, ib.
1836.
Ueber des Herrn Ober-ConsLstorialraths
Natorp Anweisung zur Unterweisung im
Singen. Von Moritz Salomon. Quedlin-
burg mid Leipz. 1820 Basse. 80. [Brüs-
sel. B. B.
Nattermaiiii, . . . Stadtorganist
lim 1683 in Weimar, starb 1691
(Niederrh. Ztg. 6, 325).
Natiis, Michael, aus Finster-
walde, wurde 1584 vor Pfingsten
Kantor zu Sonnenwalde bei Luckau
und ging 1586 wieder ab (M. f. M.
6, 125). Ein Fabian Naf?ts war
in Torgau Kantor und hat sich
auf dem Wolfenbütteler Exem-
plare von Glarean's Dodecachord
eingescli rieben, auch widmete ihm
Kaspar Trost seine Compositio rausi-
calis 1628.
Nau, Stoplianiis, Gallus Aure-
liensis, ist am 11. Juni 1627 als
Musikus in der Universität zu
Leyden eingeschrieben (Bouwst.
3, 2).
In der Landcsbibl. in Kassel, Kat.
S. 64 befinden sich in einem Ms. Tänze
von S. Ncni. und zwar eine Allemande,
Cour. n. Sarah, ä 5. Fraglich ob der
obige, obgleich andere Piecen in dem Ms.
die Jalireszahlen 1658 u. 1668 tragen,
also in obige Zeit passen.
Naul)ach, Johann, Tenorist an
der Hofkapolle in Wien mit 30 Gld.
monatl. vom 1. April 1637 bis 31,
Okt. 1645 (Küchel 1).
Nauhcrt, Johann, wird 1614
vom Kurfürsten von Sachsen als
Musiker an den Grofsherzog von
Toscana empfohlen (s. Staatsarch.).
Nau(l6, (jr . . ., hat vielleicht in
der Mitte des 18. Jhs. zu Paris
gelebt. Leo Liepmannssohn besafs
einst von ihm:
1. Ave verum, Sub tuiun, sacr. et
Adoramiis a 3 et 4 voix. Paris, Lenwine.
2. Ecce panis angel., Mot. u Sopr. av. acc.
Pari. Paris, llanry. — 3. quam suavis
est et Benedict. 2 Mot. ä 4 voix. Paris,
Dufaut. — 4. salutaris hostia, Mot. ä
voix av. acc. 2 V. A. B. Fl. Hautb. Clari-
nette, Cor et Ba.sson, ad üb. P. Paris,
Hanry. fol.
Nando, L . . ., auch mit laine
benannt, ein französischer Kom-
ponist der 1. Hälfte des 18. Jhs.,
von dem die Nationalbibl. zu Paris
besitzt:
Airs serieux et ä boire meslez de brü-
nettes, d'ariettes, vaudevilles et rondes de
tables; de Monsieur Naude-l'Atne. 1. re-
cueil. Paris 1730 Ballard. [auch im C. P.
und Brüssel.
2. et 4. recueil d'airs a chanter k 1 et
2 voix. Pai-is 1734 und 1736.
Nauderus.
151
Naumann.
7. livre d'airs ä 1 et 2 voix, ariettes
et brünettes. Paris s. a.
La feste d'Auiaiillis, cantitille. Paris.
Im Cons. Paris: Le retour d'Amarante,
cantatille ä voix seiüe et avec Symphonie.
Paris 1745 Le Clerc. qu40.
In der Kgl. Musikalien -Samlg. zu Dres-
den befinden sich 3 Drucke mit Naude
Taine gez., die scheinbar von dem obigen
herriihren :
1. Nouveaux airs pour 1 et 2 voix.
Ariettes et branettes. Liv. 7. Paris,
l'auteur. 4" (jedenfalls das 3. oben an-
gezeigte Werk).
2. Y© recueil d'airs, a 1 et 2 v. de
differeuts genres. Mettez de Yaudevilles,
Rondes de table, brünettes, Chansonettes,
Musettes et Menuets. Qui peuvent se-
jouer sur la flute, et sur touttes sortes
d'instruments. 2. edit. revue et corrigee.
Paris 1739 Mde. Boivin.
3. VIo recueil d'airs, a 1, 2 et 3 voix,
de differens genres (wie vorher) touttes
sortes d'instnim., sur la clef itaüenne.
Ib. s. a.
Nauderus, Johannes, „T. HoJs.",
schrieb um 1610 ein Lautenbuch, an
dessen Ende sich eine Abhandlung über
die „Application" befindet. 1 vol. in
kl. qu4ö. Ms. alte Nr. 250. [B. B.
Naudot, F'' (Frere), lebte um
1737 u. muss ein anderer als Jean-
Jacques sein, trotz der gleichen
Lebenszeit. Man kennt von ihm:
Chansons notees de la ties venerable
confrerie des Ma(;'ons libres . . . recueüli
et mis eu ordre par pro Naudot, s, 1.
1737. 80. 32 S. in Kupfer gestochen.
[B. M. (Mus. pr, 80. 22). Musikfr. Wien.
Brüssel.
Naudot, Jean -Jacques, lebte
zu Paris als Virtuose auf der Flöte
traversiere. Er soll der Erste ge-
gewesen sein, der diese Flötenart
in Frankreich einführte, denn bis
dahin (c. 1720) kannte man nur
die Flute ä bec (Fetis). Seine
Kompositionen fallen in die Zeit
von c. 1726 — 1740, so weit sie
bisher vorliegen. Es sind:
Senates en Trio p. Fl. V. et B. Paris,
Sr. Naudot. oe. 2, oe. 7, oe. 14. [Paris
Nat. Rostock besitzt oe. 2: pour 2 Fl.
trav. av. B. Paris 1726.
Duos pour 2 Fl. Paris, oe. 3. 5. 6.
[Pai-is Nat.
Senates p. Fl. et Bc. Paris (1726 bis
1740). Oeuvre 1. 4. 9. 13. 16. [ib.
Six babioles poiu- 2 Vielles ou 2 Mu-
settes. Paris. Oe. 10. [ib.
6 Senates p. VieUe et B. Paris 1739.
Oeuv. 14. [ib.
Senates pour la Flute. [C. P.
Senates pour Fl. ou Y. oe. 8. 17.
[Stadtb. zu Nimes.
ler Oeuvre, contenant six Senates pour
la Flute traversiere avec la Basse . . .
Paris, chez le Sr. Naudot. P. fol. [Schwe-
rin F.
Quatre oeuvre contenant 6 Senates pour
la flute traversiere avec P. par Mr. Naudot.
Paris, Naudot. Boivin, 1728. [B. Karls-
ruhe Nr. 57. Schwerin F. Es sind die-
selben die schon oben unter dem 3. Werke
angezeigt sind.
9. 13. und 14. Oeuvre Senates in Paris,
chez l'aiiteur. P. [Schwerin F.
Leo Liepmannssohn besafs 1896 Kat.
119 Nr. 223: XlVe oeuvre contenant six
Senates pour une Vielle avec la Basse,
dont trois sont melees d'accords. Paris,
chez l'auteur, A. P. D. R. (1739). 25 S.
(siehe oben den ersten Titel), [auch in
Schwerin F.
Nauert, Gottfried Eusebius.
Gerber 2 berichtet über ihn, dass
er ein Virtuose auf der Harfe und
Oboe war, um 1758 und 1764 in
Nürnberg lebte, dann nach Polen
ging und dort starb. Bekannt sind
von ihm
Oden imd Lieder zum Singen beym
Ciavier. 1. Tbl. Nürnberg (1758) bey
Haffuer. 3 BU. 32 S. in fol. [B. M.
B. Lpz. B. Kgsbg.
— 2. Tbl. ib. (1764). [B. Lpz. B.
Kgsbg.
Naumann, Joliann (jrottlieb
(italienisch G. A. = Giov. Amadeo
gez.), geb. 17. April 1741 zu Blase-
witz bei Dresden, gest. 23. Okt.
1801 zu Dresden, Sohn armer
Landleute, begleitete bereits als
12 jähriger Knabe auf der Losch-
witzer Orgel den Choralgesang;
trotz seiner Begabung für Musik
brachte ihn doch der Vater zu
einem Schlosser in Dresden in die
Lehre, dem er aber entlief, kam
wieder nach Hause und musste
Naumann.
152
Naumann.
das Vieh hüten, bis endlich der
Vater nachgab und ihn auf die
Kreuzschule als Alumnus brachte
und dann auf Veranlassung der
Kurfürstin Maria Antonia von
Sachsen in die Kgl. Kapelle als
Chorknabe aufgenommen wurde.
1757 nahm ihn der schwedische
Karamermusikus Weeström mit
nach Hambu»'g, dann nach Italien,
behandelte ihn aber rieht als Fa-
mulus, sondern als Diener. In
Italien genoss er Tartini's und
Pater Marti ni's Unterricht. In Ve-
nedig hielt er sich längere Zeit
auf, erteilte Unterricht und erhielt
den Auftrag, für den Karneval eine
Oper zu schreiben; als Honorar
erhielt er 10 Zechinen (c. 220 frcs).
17 64 kehrte er nach Dresden zu-
rück und trat am 18. Sept. als
Kirchcukomponist in kursächsische
Dienste mit 240 Thlr. Gehalt. 1765
ging er zum zweiten Male nach
Italien, um sich in das Opernfach
einzuarbeiten und erhielt auch dort
mehrfache Aufträge von ita'ie-
rischen Theatern. Am 8. Aug.
1765 erteilte ihm der Kurfürst den
Titel eines sächs. Kammerkompo-
nisten. Ende Jan. 1768 rief er ihn
aus Italien zurück. Sein Gehalt
wurde auf 600 Thlr. erhöht. Da
1772 die Gehälter für die Kapell-
mitglieder nicht ausgezahlt wurden,
wegen Ebbe in den Kassen, nahm
er Urlaub und ging zum 3. Male
nach Italien, wurde auch dort so
vielfach beschäftigt, so dass er sein
gutes Auskommen fand. 1774
musste er zurückkehren. Nach
mehrfachen Anfragen auswärtiger
Fürsten in ihre Dienste zu treten
(Friedrich II. von Preulsen, Gu-
stav III. von Schweden), die er
ablehnte, ernannte iim der Kurfürst
am 7. Febr. 1776 mit 1200 Thlr.
zum Kapellmeister. 1776—78 und
dann wieder 1782 — 84 lebte er
am schwedischen Hofe, brachte die
Kapelle auf eine höhere Stufe und
schrieb Opern. 1785 — 86 war er
am dänischen Hofe, wo er Gleiches
leistete, überall die glänzendsten
Anerbietungen ausschlagend. Am
20. Nov. 1786 wurde sein Gehalt
am sächsisch. Hofe auf 2000 Thlr.
erhöht, doch leider nur selten
ausgezahlt (Fürstcnau 1, 159 ff.).
1788/89, 1793 und 97 feierte er
in Bcrliu Triumphe. Auch für
Paris wollte man ihn 1790 ge-
winnen, doch lohnte er alle ver-
lockenden Anerbiotungen ab und
b''eb seinem Vateilande treu. Nau-
mann spielte auch die damals er-
fundene Harmorika fertig und er-
rang damit stets den gröfsten Bei-
fa'l bei Hoch und Niedrig (Zeit-
geschmack!). Erst im Jahre 1792
trat er mit der Tochter des däni-
schen Vice-Admirals Grodtschillnig
in die Ehe und zeugte mit ihr 4
Kinder. Schubart p. 111 äufsert
sich über seine Kompositionen:
Das Weiche und Snnfte geb'ngt
ihm vortrefflich, ja es artet manch-
mal in Weich'iclikeit aus, hingegen
gelingt ihm das Erhabene n"e. Die
Blasinstrumente versteht er vor-
trefflich zu benützen." (Meifsner,
A. G., Bruchstücke zur Biogr. N.'s.
2 Tbl. 2. Aufl. Wien 1824 Doli.
8«. 454 S. 1803/4 erschien in
Prag die 1. Aufl. — Des Sächs.
Kapellm. Leben. Dresden 1841
Naumann. Andere Aufl. mit einer
Vorrede von H. von Schubert. 1844.
— Ueber Naumann, den guten
Menschen und grofsen Künstler
[von B. verfafst] s. 1. et a. 8^.
[sämtl. Biogr. in B.B., B.M., Dres-
den.] — in M. f. M. 22, 19 eine
Eingabe an den Kuriürsten. In der
Beilage zu Sachsens Elbgau-Presse,
Dresden 28/2 1900 Nr. 42/44 ein
Naumann.
153
Naumann.
Artikel in dem seine von Fürsten
erhaltenen Geschenke umstcändlich
angeführt werden. Es sind 37
Dosen, Uhren, Tabaticren, bares
Geld. Ein von N. selbst ange-
fertigtes Yerz. in der B. Dresd.
Q 42 Ms. giebt darüber genaue
Kunde. — Fürstenau 1, 159 ff. —
Leipz. Ztg. 4, 112. 31, 221 von
Rochlitz, vielfache Urteile ebd. —
Biogr, in Allg. mus. Ztg. 1882
Sp. 497. — 1 Brief in La Mara
1, 266 von 1761. — Im Rochlitz
3, 1 eine Biogr. ii. Urteil.) 1867
verbrannten am 29. Mai zu Leipzig
seine hinterlassenen hds. Kompo-
sitionen, dennoch haben sie sich
anderwärts zahlreich erhalten, allein
die Kgl Mus.-Samlg. u. das Kapell-
archiv (kath. Kirche) in Dresden be-
sitzen 24 Opern, 11 Oratorien, 21
Messen, 3 Te Deum, 20 Offertorien,
2 Mot, 1 Hymnus, 5 Vespern, 9
Magnif., 50 Psalmen, 1 Ave regiua,
4 Reg. coeli, 10 Salve reg., 4 Alma
redempt., 2 Miserere, 2 Versetti,
1 Salvum fac, 2 Litaniae lauret
für Chor, Soli und kl. Orch. Jede
Komposit. trägt das Datum der
Entstehung. Verz. seiner nach-
weisbaren Kompositionen:
Oratorien :
Betulia liberata. Orat. P. Ms. 261.
[Dresd. Mus.
Die Brüder. Orat. P. Ms. 17 529.
[Hofb. Wien.
Davide nella valle di Terebinto in 2
parti. Orator. P. Ms. 262. [Dresd. Mus.
B. B. Ms. 15944. Berliner Sing.
Sant'Elena al Calvario, Or. P. Autogr.
in 2 voll. 112 Bll. [B. B. Ms. 263
Dre.'id. Mus.
Giuseppe riconosciuto. öratorio. P. Ms.
4". [B.Lpz. B.B. Ms. 15940. Ms. 264
Dresd. Mus.
Gottes Wege. Orat. P. Ms. 17 547.
[Hofb. AVien. B.B. Ms. 159.52 als Kan-
tate bez. „Herr wenn ich nur". [Dresd.
Music. Schwerin F. Berlin K. H.
Isacco figura del rodentore, a 4 voci
c. Strom. P. T 192. [B. B. Ms. 266 Dresd.
Mus. Berliner Sing.
Joseph reconnu par ses freres, Orat.
(eine andere Kompos. als die vorher-
gehende mit italien. Texte). Ms. 265.
[Dresd. Mus.
La morte d'Abel, Orat. Ms. 267.
[Dresd. Mus.
La Passione di G. Cristo. Orat. in 3
parti. [Ms. 15 942 in B.B. Ms. 26S in
Dresd. Mus. Deutscher Text in B.B:
Ms. 15942 p. Padua Ant.
I Pellegrini fl sepolcro (auch Cantato
de'Pellegrini und Canto de P: 2 Sopr. A.
T. B. e Strom.) Orat. P. [Ms. 270 in Dresd.
Mus. Ms. 15943m. B.B. und Ms. 525
im Kl.-A. Marienberg in P. u. St. Dresd.
P. inkompl. C. P.
— Ln Kl.-A. [Musikfr.Wien. Dresd:
in 2. edit. Drcsda.
— In englischer Ausg. mit der Biogr.
von Jos. Mainzer. P. London, fol. [R.
C. of Mus.
II Ritoruo del figliuolo prodigo, Orat
Ms. 271, P. [Dresd. Mus.
Der Tod Jesu, siehe La Passione.
Zeit u. Ewigkeit, Orat P. Ms. 17528.
[Hofb. Wien. Im Autogr. in B. B. bez.
mit Cantate von Jul. Tode. 1783 für
Schwerin komp., 1797 verbessert. P. 40
Bog. Schwerin F. B. Marienberg. Mu-
sikfr. "Wien.
Arien aus Oratorien in B. B. in P.
Mss. 107. 135. 137. 15944—46.
Messen :
Missa iutiera 4 voc. c. instr. Napoli
28/2 1767. P. 44 Bog. [B. B.] - Messe
im Autogr. 1791. [Dresd.
Missa in Dm. 1799. P. Ms. 15 919.
[B.B.
— Ms. 15 922 in Dm. 15 923 in Asd.
15920, 15921, 15924— 29 einzelne Messen-
sätze. [B. B.
Mss. 251 — 256a in Dresd. Mus. Missae
in Ad. Tenor solo c. ström. 1774. — In
Gd. 1775. — In Bd. 1776. In Dm. 1778.
In Ad. 1779. — In Am. 1791.
Missa solenne in As. Op. posth. Vienna
nel Contojo dell'avti. . . P. 101 S. [Dresd.
Mus. B. Wagener. B.B. Musikfr. Wien.
Hofb. Wien. Berlin K. H. Darmst.
Schwerin F: Lips., Br. & Haertel. P.
Einsiedeln. In B. Joach. im Ms. P. B.
Lpz. Thom.
— In engl. Ausg. by Edm. Harris.
Lond. Kl.-A. [R. C. of Mus.
In Leipz. Thom. 3 Missae in Cm. Am.
Dm. in P. Ms.
In Hofb. Wien, Missa in Gm. P. 150
Bll. Ms. 19140. — 2 Missae in Dd. P.
Ms. 19138 u. 39.
Naumann.
154
Naumann.
Missa in D. a 4 voci eon Sinf. Ms.
[Einsiedeln. Hof b. Wien, Ms. 15912.
Musikfr. Wien 1 Missa in G. P.
3 Messen in As. Dm. Mss. P. [Kloster-
neuburg.
Missa Am. P. u. Stb. Ms. [Schwei-inF.
In Latrobe's Samlwk. London 1806
bis 25, 6 voll. 16 Chöre und Soli aus
Messen.
Kantaten :
Cantatina an die Tonkunst mit ßegltg.
des Pfte. Vienne chez Hoffmeister & Co.,
ü Leips. au Bureau de mus. 17 S. qufol.
[ß. B. ß.Kgsbg. Dresd.Mus. Musikfr.
Wien. Brüssel Cons.
In Dresd. Mus. in Mss. 534—540. 537
im Autogr: La Didone abbandonata, ä
Sopr. c. ström. Poesia della Maria An-
tionia, Kurfürstiu. qufol. P. — Amor
timido. — II desir consolato. — La Feli-
cita de popoli, — Fileno e Nice che
parte. — La Reggia del fato. — Lavinia
ä Turno. — Idol mio tra fotto. — Ah
dicera piangendo. — Clori und noch 2
andere.
In B. B : Dank-Cantate. Erhebe meine
Seele. P. — Wohin den Blick ich wende.
P. — Oster - Cantate : Des Todes Ueber-
■ninder. P.
Mailand Cons: Fileno e Nice che
parte. P.
Unsere Bräder, von Jul. Tode. Ms.
[Schwerin F. Dresd. Mus.
Gottes Wege, siehe unter Oratorien.
Zeit und Ewigkeit, siehe unter Ora-
torien.
Psalmen, Offertoricn u. a. geistliche
Gesänge.
Um Erden wandeln Monde. Psalm
mit dem Vater unser von Klopstock.
Lpz., Br. & H. P. u. Kl.-A. von Schaum.
[Darmst. Lübeck. B. B. B. M. Mu-
sikfr. Wien. Schwerin F. Dresd. Mus.
Hofb. Wien. ß. Wagener. ß. Kg.sbg.
Das Vater unser von Klopstock f. Chor
u. Orch. Ms. 15950. P. [B. B. Im
Kl.-A. Berlin K. H. 8 voc. P. Berlin
Sing. Einsiedeln, Part. Brüssel Cons.
Der 3. Psalm 4stim. mit vollem Orch.
Nachgelassenes Werk. Wien, Industrie-
Compt. [Dresd. Mus. Darmst. Musikfr.
AVieu, als Oratorium bearb. in P. Ms. und
obigem Druck. Amsterdam.
Psalm 73 Vers 28 in gednickt. Stim.
und geschriebener Part, (sehr fraglich).
[Marien berg.
Offertorium: Da pacem 4 v. c. sü'ora.
Ms. 15763. P. [Hofb. Wien Ms. 16673:
Tibi mi care pusio 4 v. c. ström. Ms.
1667.5/76: Adorantes Jesu. Felix namque
4 V. c. Strom. P. Ms. 18354: Agiuis
Dei, Autogr. Ms. 18614: Oblata tibi
cuncta, Sopr. solo e 4 voc. c. ström. P.
Ms. 18630: Miserere 4 voc. c. ström.
1800. P.
Der 96. Psalm : Singet dem Herrn ein
neues Lied, etc. in Musik gesetzt. . . P.
Lpz., ßr. & H. fol. [Brüssel. Darmst.
B. B. ß. M. Schwerin F. Marienberg
in Stb. Anist. Dresd. Mus. und im Ms.
P. Lpz. Thom. Musikfr. Wien. B. Lpz.
Dresd. Kgl. Kapelle. Einsiedeln.
Der 103. Psalm: Lobe den Herrn
meine Seele. P. f. 4 Stim. u. Orch. im
Autogr. [Dre.sd. Mus.
— Im Dnick: Wien. Stb. [Darmst.
Leipz. Thom.
— In Kopie, P. [Schwerin F. Amsterd.
Hofb. Wien Ms. 17 524. Beriiu Sing. Stb.
Der 111. Psalm: Ich danke dem Herrn
von ganzem Herzen , 4 stim. P. Ms.
[Schwerin F.
— Für die Borüner Singakad. compon.
1796. [Dresd. Mus. in P. Dresd. Lpz.
Thom. ßeri. Sing. B. B.
Te Deum laudamus 4 voc. c. ström.
Ms. 257. P. [Dresd. Mus.
Dixit Dominus 4 voc. c. instr. P. Ms.
[B. M.
Offeiiorio solenne: Lauda Sion (Chor
u. Orch.j Opus posth. Vieuna, Coiitojo
dell'arii. P. u. Stb. [B. M. Darmst.
Musikfr. Wien.
2 Offertorien in Mss. P. — Salve re-
gina. — Miserere 4 voc. c. instr. — Mag-
nif. — Psalmen. Mss. 15931—35, in P.
[B. B.
5 Graduale in Ms. P. [Klosterneuburg.
Vespero intiero per la festa di Paqua
delle Pentecoste. P. 136 BU. Ms.
19137. [Hofb. Wien. Ebendort 1 Mise-
rere, 5 Offeiiorieu f. Chor u. Orch. in P.
Agnus dei 4 voci coucert. c. ström. P.
Ms. 18.526.
1 Antifona a 5 v. 9. Marzo 1768.
Autogr. [Bologna Accadem. filarm.
Heilig f. Chor u. Orch. Esd. P. Ms.
15953. [B.ß.
Hallolujah 4 voc. Bc. P. [Berlin Sing,
und der Choral: Du lässt den Tag. P.
Motette: In coelo tum sereno, Ten. c.
instr. Ms. fol. u. qu4ö. Stb. [B. Kgsbg.
Lauda Sion, Offertor. 7 Bll. in qufol.,
wird für ein Autogr. gehalten. [B. Wa-
gener.
Opern :
L'Achille in Sciro. Dramma per mu-
sica, P. Palermo 1767 in 3 atti. 3 voll,
qufol. [Dresd. Mus. Ms. 508 und 509 a
Naumann.
155
Naumann.
Brachst, aus dem 1. Akt. B. B. Ms.
15960, P.
Aci e Galatea. 1801, seine letzte Oper.
2 voU. P. [Dresd. Mus. Vom 1. Akt das
Autogr. vorhanden. B. B. Ms. 15963.
Aniore giustificato. Festa teatrale (zur
Hochzeit des Prinzen Maximilian mit der
Prinzessin von Parma). P. 2 voll. [Dresd.
Mus. B. "Wagen er in Kopie.
Amphion, gr. Oper für Schweden 1776
komp., deutscher Text. Ms. P. [Schwe-
rin F. Dresd. Mus. Ms. 511 schwedischer
Text. Hofb. Wien, P. in 3 Akt. Ms.
18 640.
— Amphion. Eine Oper von N. Her-
ausgeg. vom Verfasser des Deutschen
Textes zur N.'schen Oper Cora (Lpz. 1784).
fol. 4 Bll. 168 S. kleine Part. Yoi-wort
von Leopold Naiüna7in^ Dresd. 1/2 1784.
Sinfonie f. Clav. u. V., die Arien mit
2 V. u. B. [B. Kgsbg. Dresd. Mus.
B. M. B. B. im Kl.-A. Musikfr. Wieu,
KL-A. B. Lpz. Darmst. Dresden.
Brüssel Cons. Im br. Mus. eine Ausgabe
mit Zusätzen von "Wm. Shield miter The
Pictm-e of Paris. London, qufol.
— Prologue tili Amphion. P. Autogr.
schwedisch. [Dresd. Mus.
Armida, 1773 für- Padua komp. P.
Ms. 15961. [B. B. Dresd. Mus. nur der
1. Akt im Autogr. Ms. 512 a. B. Joach.
Ms. P. Musitfr. ^len, P.
La clemenza di Tito, Opera in 3 atti,
P. (zur Hochzeit des Kui-f. Friedr. Aug.
1769 komp.) 3 voll. [Dresd. Mus. Ms.
512 b und 512 c im Autogr. Ms. P. 3
voll. Dre.sden. C. P.
II Contadino geloso, Dramma giocoso
per musica. P. 3 voU, qufol. Ms. 513.
[Dresd. Mus.
Cora, Oper in 3 Akten, für Schweden
vor 1780 komp. Lpz. 1780 Dyk. Part,
qufol. [B. B. Brüssel Cons. Schwerin F.
B.M. Musikfr. "SMen. B.Kgsbg. Strafs-
burg i/Els. B. Joach. B. Lpz. im Ms. P.
Dresden Mus.
— Cora, ein Singspiel in 3 Aufz. P.
qufol. Ms. 16150. 17 024. [Hofb. Wien.
Dresd. Mus. 514 u. 515, 3 voll.
— Kl.-A. von Kunzen, dänischer Text.
[Lübeck. Dai'mst.
— Cora & Alonzo, schwedisch. 3 voU.
Ms. 514 a. [Dresd. Mus.
La Dama soldato, Dr. giocoso, in 3
atti. P. Ms. [Dre-sd. Mus. Ms. 516. 516a
das Autogr. Schwerin F: Dresden 1791.
B.B. in 3 voll. Ms. 15965. Brüssel Cons.
deutsch in 2 Akt. B. Lpz. im Kl.-A.
— Eaceolta di Arie, Duetti, Cori . . .
dellopera: La Dama soldato. Dresden,
Hilscher, sculps. Wenzel. Kl.-A. 48 S.
[B. M. Dresd. Mus.
Elisa, Dr. per mus. P. 2 voll. Ms. 518.
[Dresd. Mus., in Ms. 518 aa im Kl.-A.] 6
Alle scelto deU'opera Elisa di Naumann,
aggiustate per il Cembalo dall'Autore.
D^-esda , Hilscher. qufol. Ebd. [B. M.
Dresden.
Gustav Vasa. Ti'ägick Opera i 3 acter.
P. 3 voll, qufol. Ms. 518 b. [Dresd. Mus.,
dort auch vom 1. u. 3. Akt das Autogi'.,
gez. mit Stockholm 1783. Dresd. P. Ms.
Ipermnestra. 1774 f. Venedig komp.
Ms. 15962. P. inkompl. [B.B.
L'Impro^-isata, Oper, P. Ms. 15966.
[B.B.
L'ipocondriaco, opera, P. 3 voll, qufol.
Ms. 519. [Dresd. Mus. und 519a vom
2. Akt das Autogr. qufol.
L'Isola d'amore. Opera in 2 atti. Ms.
17856. P. [Hofb. Wien.
Die Jubelhochzeit, Oper in 2 Aufz. P.
qufol. Ms. 547 d. [Dresd. Mus.
Medea in Colchide, osia II ritorno di
Giasone in Grecia. Dr. per mus. in 3
atti. P. Ms. 520, 3 voll, qufol. [Dresd.
Mus. und der 3. Ait im Autogr. 520 a.
B. B. Ms. 15 968. Musikfr. Wien.
— Medea, ausgewählte Arien im Kl.-A.
von J. C. F. Rellstab. [BerHn K. H. br.
Mus.
Le Nozze disturbate. Dr. giocoso in
3 Atti. P. Ms. 521, di-ei voU. qufol.
[Dresd. Mus.
Orpheus og Eyridice i 3 acter. P. 3
voll, qirfol. Ms. 522. [Dresd. Mus.
— Orpheus und Euridice, opera, für
Schweden vor 1787 komp. ; im Kl.-A. von
C. F. Cramer. Kiel 1787 bei Hoffmann,
18 u. 112 S. [B.M. B.B: Hl3g. 1787
bei Hoffmann. Brüssel Cons. Musikfr.
Wien. Berlin K.H. Dresd. Mus. Schwe-
rin F., schwedischer Titel, ib. 1787 nur
Ouvert. vorhanden. Hofb. Wien : Frag-
mente in P. 61 Bll. u. 28 BD. Mss.
18551. 18552.
Osiride. Dr. per mus. P. zur Hochzeit
des Prinzen Ajiton mit Caroline von Sar-
dinien comp. 2 voll, qufol. Ms. 524.
[Dresd. Mus.
Protesilao, op. in 2 atti. P. 2 voll.
Ms. 525. qufol. [Dre.sd. Mus. B.B. Ms.
15967. Nur der 1. Akt in Beriin K. H.
La Reggia d'Imeneo, festa teatrale,
zur Hochzeit des Prinzen Anton mit der
Erzherz. Maria Theresia. Autogr. Ms.
.526 a. qufol. u. 526 P. in Kopie. [Dresd.
Mus.
Die schöne Arsene, Singspiel. Ms. in
Stb. [Dai-mst.
Naumann.
156
Naumann.
Solimano, Dr. per mus. P. 1773 Venezia
nel teairo Nobile di S. Benedetto. Au-
togr. Ms. 527 a in 527 in Kopie. [Dresd.
Mus. C. P.
Le Sort de Medee, grand Lallet panto-
mime 1788. Kl.-A. BerHn, Eellstab.
[B. B. Darmst.
Tutto per Amore. Dr. giocoso 1776.
P. 2 voll, qufol. Autogr. 528 a und
Kopie 528. [Dresd. Mus. Berlin K. II.
B. B. Ms. 15964.
Jl \illanella incostante, opera in 2 atti.
Autogr. vom 2. Akt, Ms. 528 b. [Dresden
Mus.
— In Brüssel Cons. vollständig in P.,
betitelt: E villano yeloso, op. in 2 atti,
Dresde c. 1770 Ms.
Divertissement mit franz(3sischem Text.
P. Ms. 517 qufol. [Dresden Mus.
Chöre^ Quartette, Terxette^ Duette und
Arien :
Coro, Rondo e Sccna con Rondo de 2.
Atto dell'opera Frotesilao. . . Kl.-A. da G.
C. F. Rellstab. Berl., Rellstab. fol. 16 S.
[besafs einst Dr. 0. Liudner in Berlin.
Coro, Duetto e Ballo ebendaher, ib.
fol. 24 S. [Derselbe.
7 Chöre aus gröfseren Werken in P.
[Musikfr. Wien.
Quanetto delTOratorio I pellegrini. P.
Ms. 18.527. [Hof b. Wien.
24 Terzetti detti Canoni P. qufol. Ms.
540 in Dresd. Mus.
Terzette ä 2 Sopr. et B. ,,Eterno dolce
nodo". P. u. St. Ms. T85 , B. B. —
T172, 3 Gesge. zu 3 Stirn.
2 Terzetü und Äiie, P. 22 Bll. qufol.
Ms. 18555. [Hofb. Wien.
Duetto aus einer Passion, P. 19 Bll.
Ms. 18533. [Hofb. Wien.
Fileno e Clori, 12 Duetti da camera
per 2 Sopr. c. Cemb. Ms. P. [Berlin
K. H. Ms. 541 Dresd. Mus. Mailand
Cons.
Ti sento sospiri. Duetto u. Sciogliero
le mio cantene c. Bc. Autogr. nebst
Portr. [B. B.
13 Arien , Duette und Scenen aus
Opern in P. Ms. 15970. — 31 Duette f.
2 Sopr. u. Klav., auch mit Fl. V. u, B.
Ms. 15971. [B. B.
12 Duettini. Notturni ä 2 Sopr. col
Basso. P. qufol. Ms. 540 in Dresd. Mus.
— Wolfenb.
12 Duettini per 2 Sopr. da Cantar al
Cembalo accompagn. da 2 Violini e due
Flauti uon obligati. P. 3. Aug. 1769.
qufol. Ms. 540 a in Dresd. Mus.
12 Duettiui ä 2 Sopr. accompagn. dal
Flauto, Violino e Basso. P. qufol. Ms.
542 in Dresd. Mus.
Duettino „Un amplesso prendi e carei"
a 2 Cors, 2 Fl. 2 Viel. Viola, 2 Ob. 2
Fag. e Basso. qufol. Ms. in Dresd. Mus.
2 Duetti per Sopr. c. ström. P. qufol.
Ms. 532 in Dresd. Mus.
Duetto „Prendi la destra in pegno"
1773. [Padua hnt
1 Duetto. Ms. 159. [B. B.
8 Duetti. Ms. [Musikfr. Wien.
1 Duett aus Solimano. Ms. [Schwe-
rin F.
Duette und Arien in Ms. 346. [br.
Mus.
— Duettino nell'opera: Aci e Galatea
Clav.-Ausz. Meifsen, Klinkieht. qu4*>. —
Duetlino nell'opera: Aci e Galatea, Clav.-
Ausz. Meifsen, Klinkieht. qu4<^. [Dresd.
Mus. (2 verschiedene Duetto.)
In Brüssel Cons. 643, 28 Duetti da
camera. 644, 12 Duetti da camera. 645,
24 Terzetti detti Canzonette, piccioli Ca-
noni in P.
6 Airs avec Pfte. Dresde. fol. [B.M.
Six Ariettes avec Face, du Pfte. ou
d'un Viol. Dresd., Hilscher. 12 S. (1790).
[B.Wageuer. B.B. B.Lpz. Drosd.Mus.
Sinfonia e Arie scelte aggiustato per
il Cemb. dell'opera: Tutto per Amore.
Dresda, Hilscher. 2 Bde. [B. M. Dresd.
Mus.
Cavatina nell'opera: Aci e Galatea.
Klav.-Ausz. Meifsen, Klinkieht. qu4''.
[Dresd. Mus.
Rondo „Ah, se perdo il caro oggetto"
per Sopr. nell'opera La Briseide. Napoli,
Marescalchi. [Mailand Cons.
Rondo per il Sig. Giov. Toschi nel
Sohmano in Vonez. 1773. „Se mai vedi
il mio . . . Ven., Innoc. Alessandri.
[Schwerin F.
Rondo (a Sopr. c. ström.) nell'opera
Solimano, P. Venezia 1783. Stampato
in Venezia a spese di Luigi Marescalchi.
qufol. [Dresd. Mus.
Rondo per la Sig. Anna Potenza nel
Solimanno in Venez. 1773. Ven., Luigi
Marescalchi (A. Munick Craitzer). [Schwe-
rin F.
Airs avec l'Aceompag. du Pianof. par
Mr. le Comte Fran^'ois de Hartig. Dresde.
fol. [Dresd. Mus.
Ah se perdo. Arie aus der Medca.
Ms. 15630,6. [B.B. 2 Arien in P. Ms.
161. 162 in K.
Arien im Ms. in P. [Dresd.
Arien im Ms. [Lübeck.
9 Rondo ä Sopr. c. ström. P. qufol. —
Aria ä Alto. — Ana ä Ten. — 2 Arie
Naumann,
157
Naumann.
ä Basso c. ström. P. qufol. Ms. 531 und
32 in Dresd. Mus. — 16 und 11 Ä.rie ä
Sopr. c. Strom. P. qufol. Ms. 529 u. 30,
ebeudort.
Se niai vidi "1 mio tesoro, Eondo ä
1 voce c. 3 Viele. P. fol. Ms. [B.
Upsala.
2 Chansons resp. Airs, 1. Object chiu'-
mant, 2 Sopr. col B. 2. Daus tous ce
qui se presente, ebenso. P. Ms. 893 in
Dresd. Mus.
Die Kühe im Grabe, Singstück mit V.
u. Viola. Ms. in Maiienberg.
Des Todes Ueberwinder, Aria, P. Ms.,
ebendort.
Träum ich, oder bin ich trunken, Aria.
P. Ms. [B. M.
3 Eondo (Arien) im Ms. [Padua Ant.
9 Arien aus Opern im Eü.-A. [Musikfr.
Wien.
Einige Arien und Chöre im Ms. [B.
Kgsbg.
4 Arien im Ms. [Schwerin F.
4 Arien und 1 Duett im Ms. [Bologna.
Arie aus einer Passion. Ms. 18534.
[Hof b. Wien.
178 Gesänge in P. in Mss. T 18. 94.
110. 111. 146. 177. 178. [B.B.
Arien u. a. in Theomele 4. Bd., in
Hiller's Arien u. Duette des deutschen
Theaters, 1. Tl. Eeichardfs Lieder ge-
selliger Freude und Neue Lieder ges. Fr.
1796/99. EeUstcib's Winterblumen am
Clavier, dessen Ciavier-Magazin 1. Viertel-
jahr.
Allerlei Lieder, Kanon u. a.
12 von Elisens geistl. Liederu beyra
Clavier zu singen. Dresd. (1787) Hilscher.
fol. 38 S. [B. Wagener. Dresd. Mus.
B.B.
24 neue Lieder verschiedenen Inhaltes
von Elisa (von der Eecke). Dresden,
Hilscher (1799). 54 S. in qufol. [Dresd.
Mus. B. Kgsbg. Musikfr. Wien.
Sammlung von deutschen, französischen
und italienischen Liedern beym Clavier
zu singen. In Musik gesetzt von . . .
Leipz., Breitkopf, qufol. 53 S. 36 Lie-
der. [B.M. Dresd. Mus. in 3 Heften,
dabei 12 Ariette italiane. B. Kgsbg.
Samlg. von Liedern beym Clavier zu
singen. In 3 Abthlg. (3 mal 12 Lied.).
Pföi-ten 1784 E. Ch. Beneke. fol. 82 S.
[Dresd. B. B. Dresden Mus. B.Wagener.
Die Viertel]". 10, 64 führt eine Samlg.
an: „38 Lieder beym Clavier zu singen"
in denen aufser Naumann noch Seydelmann,
Schuster und Ehregott Weinlig vorkom-
men. Die Samlg. ist mir nicht bekannt.
Neue Lieder mit Begl. des Pfte. oder
der Harfe. Prinz Ludwig Ferdinand v.
Preufsen ded. Berlin, Günther. 14 S.
[B. Wagener. B. M. B. B.
Aedone u. Aedi oder die Lehrstunde
von Klopstock. Dresden, Hilscher. qufol.
[Dresd. Mus. Die Exemplare in B. B. u.
Musikfr. Wien haben den Titel: Die Lehr-
slunde von Klojjstock in Musik gesetzt
von ... Ib. qufol. 12 S.
Die beiden Bräber (lies Gräber), Ode
von Klopstock mit Klav. s. 1. [B. B.
Hofb. Wien, auch Ms. 18775. Musikfr.
Wien.
Blumeustraufs für Lina. Canzonette
mit Musik v. . . Leipzig, Breitkopf, qufol.
[Dresd. Mus.
Zwölf Canons für III Singst, mit
deutschem und italienischem Texte von
N . . . aus dessen Nachlasse. Oranienburg,
E. Werckmeister. qufol. 17 S. [B. Kgsbg.
B. Wagener. B. M. Musikfr. Wien.
Canzonette des Herrn Abt Metastasio:
Ecce quel fiero istaute, f. 1 Sopranst. m.
Clav. u. 2 V. Lpz., Breitk. 1778. [B.B.
Dos deutsche Du, von Hühner. Dresd.
[Musikfr. Wien.
Elegie von Hartraann für Wenige . . .
Dresd., Hilscher. P. fol. 9 S. (Singst.,
V. u. B.) [Wolfenb. Dresd. Mus. B.M.
Musikfr. AVieu. B. B.
Freimaurerlieder mit neuen Melodien
zum Besten der neuen Armenschule zu
Fiiedrichstadt bey Dresden. Leipzig 1775.
gedr. b. Breitkopf u. Sohn. 8". [Dresd.
Mus.
40 Freymaiirerlieder (deutsch u. fran-
zösisch). In Musik gesetzt . . . Zum Ge-
brauche der deutschen und französischen
Tafelloge. Berlin 1782. [B. Lpz.
— 2. Aufl. Berlin 1784. [B. Lpz.
Musikfr. Wien.
Maurisches Freudenlied. Dresd. 1788.
[Dresd. Mus,
Der Gatte an seine treue Gattin, mit
Instrum. Ms. 18775. [Hofb. Wien.
Die Ideale von Schiller, nicht für Viele.
Dresd., Hilscher. [B. B.
Ich. Ein Gedicht von Gleim. Dresd.,
Hilscher. [B. B.
Ode ä mou claveciu. s. 1. Kl. -A.
[Darmst.
Euudgesang von Naumann, als Coucert-
parthie bearbeitet und für das Pianofoiie
ausgezogen. Brauuschweig, Tictt. qufol.
[Dresd. Mus.
Versuch über des HeiTn Professor
Clodius Ode au den Mai in Form einer
Caütate. BerUn 1779. Gedr. bey Georg
Ludw.Winters Wittwe. qufol. [Dresd. Mus.
Nanmami.
158
Nauss.
Skalen mit unterlegtem Bass zur
Uebuug der Stirn. Lpz., Br. & H. [Dresd.
Canon f. 3 Stirn. „Bey der Tonkunst
Hochaltar" für Tischbein. 2 Ell. im
Autogr. [B. Wagener.
Poutiatine, Fürst (Grahschrift auf seine
früh v^erstorbene Tochter) „Les accents
d'un infortune" Ms. [Berlin K. H.
Traurig Schicksal, Schreckenstag f. Chor
u. Ürch. P. Ms. [B. Zw.
"Wonne meines Lebens, Lied f. 1 St.
mit Instr. (J BlI. Ms. 18554. [Hofb.
Wien.
Lieder und Arten in iSamii/chvcr/cen,
Maurorlieder im Böheim.
1 Lied in Ambrosch Freymäurer Lieder.
Siehe unter Freimaurer-Lieder 1788a. b.
je 12 Lieder im Kriegel, 1. u. 2. Samlg.
5 Lieder im Götting. Musenalm. 1788.
1796. 1798. [B.M.
8 Lieder (Ausschnitte aus Almanachen).
[B. M.
Siehe Bossler 13. — Breitkopf 6.
1 Arie in A. Bailloux' Journal.
In Neue Samlg. Arien 1800 oinigo
Gesänge.
In Ililschor's, Chrstn. Gottl., Samhvk.
Auswahl von Arien. — In Hurka's Aus-
wahl maurcrischo Gesge. 1802. — In
ITilleJ''s Duette zur Beförderung des Stu-
dium 1781, 4 ital. Duette.
Instrumental - Werice :
2 Sinfonies ;i gr. orch. des operas Cora
et Elisa. Op. 3. Berlin, Hummel. P.
[Schwerin F. br. Mus.
2 Sinfonien f. Orch. in Mss. Stb. imd
Sinfonia Nr. 3 in Bd. Venez., Mares-
calchi e Canobbio. Stb. | Maild. Cons.
7 Sinfonien f. Orch. in Stb. [Schwe-
rin F.
2 Sinfonien f. Orch. in H Sätzen. Dd.
u. Cd. im Ms. Stb. [Wolfenb., andere in
Ms. 311.
Sinfonia in Dd. 3 Sätze, 8 Stbll. fol.
[B. Zw.
(NB. die Sinfonien mögen wohl sämt-
lich als Einleitung zu Oj)ern gehören.)
Coucert (in B.) pour le Clavec. avec
orch. Darmst., Bossler. 9 Stb. qufol.
u. fol. [B. B. Brüssel Cons. B. M.
Concerto accomodato poui' 2 Cembali.
Ms. qufol. [Dresd. Mus.
Ouvertüre dell'opera Medea . . . aggiu-
stata pel Cembalo c. Fl. V. & Vcl. da
G. C. F. Rellstab (tutti gli stromenti sono
obligati). Berlino (1789) Rellstab. fol.
8 S. [besafs einst Dr. 0. Lindner in
Berlin.
Ouvertüre p. le Clav, et V. Dresd,
178C. [B. Lpz.
Ouvert. in 3 Sätzen Dd. Dm. Dd. für
grols. Orch. Stb. [Musikfr. Wien.
Tutto per Amore. Ouvert. P. u. Stb.
und als Sostetto bearb. [Darmst.
Six Quatuors p. le Clav, ou Pfte. avec
l'acc. d'une Fl. V. et B . . . Oe. I. Ches
J. J. Hummel ä Berlin, ä Amst. fol.
19 S. Klav. u. 3 Stb. [B. B. Dresd. Mus.
Sonatiue j)er il Cemb. acc. con Ob. &
F;ig. ö Fl. e B. Ms. in Stb. [Dresd. Mus.
Trio (Nr. 5) a 2 V. e Violetta. [Padua
Ant.
Six Senates p. le Clav. av. l'acc. d'un
V. composes . . . Oe. H. Hummel ä Ber-
lin, fol. 25 S. Klav. u. 1 Stb. [Dresd.
Mus.
Sei Sonate con acc. d'un Violine. Cemb.
14 S., Viel. (5 Seit. fol. Kopie. Viel-
leicht die obigen. [B. Wagener.
Sonate per il Cemb. acc. da due V.
[Padua Ant.
G Senates pour l'Harmonica qui peu-
vent servir aussi pour le Pianofoi-te.
Dresden, Hilscher. fol. 20 S. — Second
partie dito 6 Senates, ib. HS. [Dresd.
Mus. B. B. B. Wagener.
Sonate p. le Clav. av. l'acc. d'un V.
Amoll. 2 Sätze. Ms. Stb. [Wolfenb.
In Dresd. Mus., Ms. in Stb., Sonaten
f. Clav, und Violine: 1 Sonate, 1 Sonate
VI, 2 Divertimenti.
6 Sonate per Cemb. e V. in Stb.
Ms. 15975 in K. [B. B.
7 Sonaten in 2 Mss. für Klav. allein.
[Dresd. Mus.
3 Klaviersätze in Ms. 310. [Wolfenb.
Themat. Verz. seiner Messen. 11 Bll.
in 8". Ms. Nr. 129. [B. B.
In neuen Ausg. G Gesge. (Eitner 2).
Nauss, Johann Xaver, bez.
sich iu der spielenden Muse als
Organist an der Domkirche zu
Augsburg. Man kennt von ihm:
Gründlicher Unterricht den Generalbass
recht zu erlernen, worinnen den Anfängern
zum Vortheil nebst den nothwendigen
Regeln und Exempeln zugleich auch der
Fingerzeig mit Ziffern, sowohl mit Bass
als Discant deutlich gewiesen wird. Augs-
purg 1751 Lotter. 4". [B. B.
Die spielende Muse . . . Praeludien nach
den Kirchentönen eingerichteten Versetten,
Fugen, Arien . . . auf dem Ciavier. 1. Thl.
Augsp. bei Joh. Chr. Leopold. (^4*^. [B. B.
B. Wagener. Dr. Grandauer in München.
— 2. Thl. qu4'' bei Jos. Fr. Rem in
Augsbg. {[üiP. [B. Wagener.
Nauwach.
159
Navarro, Juan.
E. Werra druckt in seinem Orgelbuche
1 Nr. ab.
3 leichte Arien, jede mit 3 Variationen.
Augspurg 1748. qu4". [Einsiedelu.
Naiiwach[en], Johann, bez. sich
1627 als Kammermiisikus des Kur-
fürsten von Sachsen und wohnt in
Torgau. Er gab heraus:
Erster Theil teutscher Villanellen mit
1. 2. und 3. Stimmen auf die Tiorba,
Laute, Clavicymbel u. a. Instrumente.
Dressden 1627. Am Ende: Freybergk
bey Georg Hoffmann. [Darmst. 1 vol. in
fol. Dresden 1 vol. in fol. Mus. B840,
beschrieben im gedr. Kat. S. 101.
1 Gesg. in neuer Ausg. (Eitner 2).
Nara, Antonio Maria, geb. um
1775 zu Mailand, gest. um 1828
ebd. Ein Guitarrist (Paloschi's
Almanacco). Von seinen Guitarr-
kompositionen ist bekannt
„Nuovo metodo per chitarra", s. 1. in
der Bibl. der Musikfr. in Wien und im
Conserv. zu Mailand.
Die Bibl. des E. C of Mus. besitzt:
Metodo completo per chitarra o lira. Mi-
lano in fol. Ferner
Tema nel ballo Psammi, Re d'Egitto,
con Variaz. per chitarra. Op. 41. Mi-
lane, Ricordi. [Mailand Cons.
Naval Peral, Antonio de, So-
pranist um 1556 in der Kapelle
Karl V. (Straeten 7, 362).
Nayara, Francesco, aus Rom,
war Kapellmeister des Herzogs
von Mantua und schrieb 1696 die
Oper: Basileo re d'Oriente für Ve-
nedig (Textbuch in Privathand).
Navara, GrioYanni Fraucesco,
wird am 7/9 1679 als Hof- und
Kammermusikus (Bassist) mit 993
Gld. und 361 Gld. 42 x Reise-
spesen an der Hofkapelle in Mün-
chen angestellt, wurde später pen-
sioniert u. starb 1686. Die Wittwe
erhält zur Rückreise nach Italien
500 Gld. und zur Bezahlung seiner
Schulden 1002 Gld. 25 x (Kreis-
archiv).
Navarra, König von. In John
Stafford Smith's Musica autiqua
der Abdruck der Chansons
1. Coutume est bien. 2. Je resous de
me partir. 3. Qui plus aime plus iudure.
4. Dame l'on dit quo Ton meurt.
In B. Brüssel 2409: Clioix de chau-
sons, ä commencer de Celles du Comte
de Champagne, roi de Navarre, jusque et
compris celles de quelques poctes vivaus.
Nouvelle edition. s. 1. 1757. 12".
Navarra, Francesco, üiscantist
an der Hofkapelle in Wien mit
20 Gld. monatlich vom 1. Juni
1586/87 (Köchel 1).
Navsirra, (jirolamo, Bassist an
der päpstlichen Kapelle um 1630
(Haberl, Kat. 69).
Navarra, Vincenzo, geb. zu
Palermo am 3. Mai 1666 und
Benefiziat an der Hauptkirche da-
selbst. Es werden ihm zuge-
schrieben :
Brevis et accurata totius musicae notitia.
Palermo 1702, 4P und das Ms. Le Tavole
della legge numerica ed armouica, nelle
(juali si disvelano gli arcaui piü reconditi
del numero e della musica. Letzteres soll
am 16. Jiüi 1710 verbrannt sein (Ger-
ber 2).
Navarro, Francisco, ein spa-
nischer Musiker, der von 1630 bis
1650 Kapellmeister an der Kathe-
drale zu Valencia war (Pedrell's
Ausg. der Werke J. G. Perez, Vor-
wort).
Navarro, Juan, von Seviglia,
auch mit Hispalensis gez. Man
weifs nichts über sein Leben, nur
aus der Dedic. Soto's zu den Psal-
men von N. erfährt man, dass ein
Oheim, Ferdinande, am päpstlichen
Hofe zu Rom als Jurist angestellt,
der Vermittler zwischen seinem
Neffen und Francesco de Soto's
war, der folgende Kompositionen
unter dem Titel herausgab:
Psalmi, Hymni, ac Maguificat totius
auni, secundum ritum Sanctae Romanae
Ecclesiae quatuor, 5, ac 6 vocibus ...
Necnon Beatae semperq; Virg. dei geni-
tricis Mariae diversorum temporum Anti-
])honae in fine horarum dicendae . . .
Romae 1590 Jac. Toruerius. Am Ende:
Excudebat Fr. Coattinus. Chorb. in gr.
Navas.
160
Navoigille, Hubert.
fol. 177 Bll. Dedic. im Kat. Bologna
2, 279 abgedruckt. [Bologna. Rom Cecilia.
Liber in quo quatuor Passiones Cbristi
Douiiüi continentui' . . . octo Lameuta-
tiones: Oratiocß Ilierenii^ Prophet^. Nunc
primum . . in luceni editus . . Mexici
1604 Didacus Lopez Daualos. 4". (br.Mus.
In Neuausgaben 7 Gesänge (Eitner 2.
NB. die im E.slava veröffentlicbten rechne
ich dazu).
Ms. B. Lpz. ein Gloria patri 6 voc. in
P. unter G. Navarro und in Ms. 14.51 der
B. B., Samlbd. Nr. 9 von Kiesewetter's
Hd. aus obigen Psalmen der Satz „Ut
queciüt laxis'' 4 voc. P.
Pougiu teilt einige Nachrichten ohne
Quellenangabe über ihn mit und schreibt:
geb. zu Sevilla um 154.5, war Kapell-
meister au der Kathedrale zu Salamanca.
NaTas, Francisco Marcos y, siehe
Marcos.
Navas, Juan de, ein Spanier
des 17. oder 18. Jhs.,
von dem sich in den M.ss. 165 u. 166
2 Responsorien zu 8 Stirn, und Bc be-
finden. [B. M.
Navic^rcs, Charles de, geb. zu
Sedan bei Pont-a-Mousson, lebte
noch 1614. Man schreibt ihm
einen Gesang auf den Frieden zu,
der 1570 in Paris bei Prevot er-
schienen sein soll (Futis). Nach-
weisbar dagegen ist eine Psalmen-
ausgabe von ihm, betitelt:
Les Psalmes mis en vers F. Par Ch.
De Navieres, Gen. Sedanois. A Anvers
1580 chez Arnoult s'Conincx. 120. Dedic.
in Versen von Arbre d'Arbrisseau, gez.
am 1. Febr. 1580. Enth. neben den
150 Ps. mit Melod. noch 10 Hymnen.
[Universitäts-Bibl. in Breslau.
Navoigille (laino), Gruillaume,
Julien benannt, geb. gegen 1745
zu Givet, gest. im Nov. 1811 zu
Paris. Bildete sich in Paris zum
Violinisten aus, lebte eine Zeit-
lang bei einem vornehmen Vene-
tianer zu Monilmontant und nach
dem Tode desselben gründete er
in Paris eine Violinschule, trat
dann 1789 als Chef der Violinisten
am Theater Monsieur ein, später
am Theater de la Cito und erfuhr
noch mannigfache Wechselfälle
(Fctis). Er schrieb mehrere Pan-
tomimen fürs Theater und viele
Violinpiecen.
Fetis sucht auch nachzuweisen, dass
er der Komponist der Marseillaise ist
und führt ein fliegendes Blatt in seinem
Besitze an, welches den Titel hat: „Marche
des Marseillais paroles du citoyen Kouget
de risle, musique du citoyen Navoigille,
h Paris, chez Frere" . . . Der Kat. Fetis'
zu Brüssel führt den Dnick nicht au,
doch befindet sich derselbe wahrscheiu-
lich in einem Samlbande. und hat mtm
nur das 1. Werii desselben verzeichnet,
wie es leider mehrfach geschehen ist, wie
ich mich selbst bei anderen Samlbd. über-
zeugt habe. Ich möchte hierbei noch
auf einen anonymen Druck aufmerksam
machen, der sich im br. Mus. unter
Rouget de Liste befindet: Nos triomphos
sont ton ouvrage. Couplets donnes ä Mi.
Dumouriez ä l'opera sur l'air de Marseil-
laise, s. 1. 8°. Katalog unter „Nos".
Einige Nachrichten auch in Vieiielj. 6,
282. Nachweisbar von seinen Violin-
kompositioneu sind:
6 Duetti k 2 V. op. 2. Paris, grave.
[Paris Nat.
Six Senates ä V. seul et B. . . opera IV.
Paris, grav6. fol. 36 S. [besafs 1894
Leo Liepm.
Recueil de trois airs var. e 3 Caprices
■d V. seul. oe. 7. Paris. [B. B.
Navoij?ille le cadet, Hubert,
gen. Julien^ Bruder des Guillaume,
geb. zu Givet um 1749, Tod un-
bekannt, bildete sich ebenfalls zum
Violinisten aus und hatte mehr
Erfolg als Virtuose wie sein Bru-
der. Gegen 1775 liefs er sich in
Paris als Musiklehrer nieder, trat
auch im Concert spirituel u. a.
Konzertunternehmungen auf. 1805
begleitete er seinen Bruder nach
dem Haag, trat in die Kapelle des
Königs von Holland, Louis Napo-
leon, ein, kehrte aber nach dessen
Ende nach Paris zurück. Er ist
der Vater der berühmten Harfe-
nistin N.
Fetis verz. als op. 1 ein Streiclujuar-
tett und eine Symphonie concertante pour
deux Violons et orchestre. Beide bei La
Chevardicre in Paris erschienen.
Nawratil.
161
Neander, Joachim.
Nawratil, ... war Organist u.
Komponist in Böhmen (Näheres
nicht bekannt).
1786 befauden sich auf dem Raudnitzer
Kirchenchore noch zwei Litaneien von
ihm (Dlabacz).
Nazari (Nazzari) , Antonio,
Schüler Tartini's, als Violinist um
1770 am S. Marco in Yenedig
angestellt (Burney 1, 116. 129).
Um 1786 war er daselbst Con-
certist mit 100 Duk. Gehalt und
nocli 1692 im Amte (Caffi 2,
58. 64).
Neander, Alexis. Ein Alexius
N. immatrikulierte sich 1580 a/d.
Universität zu Frankfurt a/0. und
bez. sich aus Kolberg, während
ein Ms. in B. L. ihn aus Sachsen
gebürtig bez. Um 1605 nennt er
sich auf dem Drucktitel „Musik-
direktor in Würzburg am Kollegium
Chilianus" (Kilian?). Man kennt
von ihm:
Lib. primus Sacrarum cantionum qnas
^oilgo Motectas 4, 5, 6, 7, 8, 12 voc.
Francof. 1605 Richter — Stein. 8 Stb.
4". 30 Mot. [B. B: B. Proske A. 5 a.
8 a. B. Bohn in Breslau 8 Stb. Gym-
nasialb, in Magdeburg. Elbing, 8 Stb.
Katharinenkirche in Danzig: 5 a. 7 a.
— Lib. 2. 4 — 24 voc. ib. 1605. 8
Stb. 4». 32 Mot. [Bibl wie vorher.
— Lib. 3. 5—12 voc. 1606 ib. 8
Stb. 4". 23 Mot. [Bibl. wie vorher u.
Bannst: Disc. 5a. 6a. B.
Cantiones 4 et 5 voc. Francof. a/M.
1610 Stein. 4 Stb. 4°. [B. Hbg. Weste-
ras nur 1 Stb., defekt.
In Mss., B. L., 4 Mot. zu 4, 6 u. 8
gtim. _ Mss. B. Br. 7 Mot. — B. Zw.
Exultate Deo 8 voc.
In B. M. Ms. 260 Hymnen und Mo-
tetten in Urgeltabulatur.
3 Mot. in alten Sandwk. (Eitner 1).
Neander, Magister Christoph,
hiefs, wie avoIiI alle Neander,
eigentlich Naumann, denn im
Kirchenbuche zu Colditz liest man,
geb. 18. Dez. 1589, der Vater
Urban Naumann, die Matter Ur-
sula, (gest. 21. Jan. 1625 zu Dres-
Rob. Eitner's Quellen-Lexikon. Bd. 7.
den). Er besuchte als Alumnus
die Leipziger Thomasschule, und
da er im Jahre 1601 auch in den
Matrikeln der Universität verz. ist,
'so wird, wie es damals Gebrauch war,
die Einschreibung zu gleicher Zeit
geschehen sein. Seth Calvisius war
sein Lehrer, der sich seiner ganz
besonders annahm, so dass er als
Student im stände war das Kanto-
rat an der Paulinerkirche zuführen.
Auch bei gröfseren Aufführungen
wurde er stets als Solosänger her-
angezogen. 1610 studierte er Theo-
logie in Leipzig, zeichnete sich
dann als Redner so aus, dass ihm
Hoffnung auf eine geistliche Stelle
in Leipzig gemacht wurde. Am
28. Jan. 1613 erwarb er sich die
Magisterwürde. Rühling, Kantor
a/d. Kreuzkirche zu Dresden, em-
pfahl ihn zu seinem Amtsnachfolger
und er wurde am 13. Okt. 1615
vom Stadtrat gewühlt. Der Gehalt
Avar damals erbärmlich und man
begreift kaum w4e ein Familien-
vater damit auskommen konnte.
Er betrug 67 Gld
30 gr. 14 Pf.
u. 8 alte Schock Biersteuer (Karl
Held, Dissertationsschrift, abgedr.
in Viertel]. 10, 294). An Kom-
positionen ist nichts bekannt.
Neander, Joachim, geb. 1650
zu Bremen und ebd. den 31. Mai
1680, 30 Jahr alt gestorben. Stu-
dierte Theologie, betrieb dabei
fleifsig Musik, erhielt 1674 die
Rektorstelle a/d. lateinischen Schule
zu Düsseldorf und wurde 1679
Hilfsprediger a/d. Martinikirche zu
Bremen (AUg. deutsche Biogr.). Im
Fache der religiösen Dichtkunst u.
teilweise auch in der Musik sind
bekannt:
A & ß. Joachimi N. Glaub- u. Liebes-
übung: Auffgemuntert durch einfältige
Buudes-Lieder und Danck-Psalmeu : Neu-
gesetzet nach bekant- und unbekandte
Sang - Weisen. . . Bremen 1680 Herm.
11
Neander, Michael.
162
Neaulme.
Brauer. S». 3 BU. 192 Seit, mit 56
Liedern mit Bass, 5 davon ohne Melo-
dien (Näheres im Zahn 6, 246). [B. B.
B. Hbg.
— Aufl. Bremen 1688, unverändert.
[ß. B.
— 3. Druck: Wesel, Duissburg und
Franckf. 1686 Andr. Luppius. kl. 8». 15
u. 192 S. Melod. mit B. [B. B. br.Mus.
— 4. Druck: Franckf. 1689 Joh.
Brauer, kl. 8". 10 Bll. 141 S. 57 Lieder.
[B. B. B. Lpz.
— 1691 gab sie Georg Christoph
Strattner, KapcUm. mit neuen Gesängen
als 5. Aufl. heraus. Frckft. u. Lpz. 1691
Joh. Fh. Andrea. 8». 64 Lieder. [B. B.
B. W. ß. Wagener.
— 1697 ib. [B. Lpz. B. Hbg.
— 1698 neue Aufl. in Frckft. bei
Brauer. 12». 12 Bll. u. 141 S. [Hofb.
Wien. Musikfr. Wien. B.B: Bremen,
Brauer, 144 S. B. Lpz. B. Hbg.
— Berlin 1707. [B.B. br.Mus. B.
Hbg.
— Aufgenommen in „Neu-vermehrt-
verbessert u. hiebevor noch nie also ein-
gerichtetes Gesang- Buch (siehe Zahn 6,
300) Cassel 1716 Henr. Harmes. [B.W.
Wallersteiusche Bibl. in Maihingen.
— Geistreiche Glaub. . . Amsterdam
1725 Samuel Schoonwald. 8». XV und
352 S. mit 94 Lied, ohne Autor. [Dresd.
B. Wagener. B. Hbg.
— Aufl. 1734 in Lobvvas.sers Psalmen
Davids aufgeuommen. Bremen 1734 heym
Amt der Buchbinder. 8". [B. Wernig.
— Aufl. 1740 Dr. M. Luthers . . . geistl.
Lieder und Psalmen mit Joach. N.'s
Bundes-Liedern. Bern bürg 1740 Gerhard.
Schmal 120. 414 S. [besafs einst Frz.
Commer in Berlin.
Ms. 102 in B. B. Samlg. von Chorälen
Bd. 4, Anhang.
Gesge. in neuer Ausg. (Eitner 2).
Neander , Michael , bekannt
durch den Gstim. Gesaug:
Freu dich, du werthe Christenheit, in
2 Tabulaturbäuden aus dem 16. Jh. und
einem Ms. in 8 Stb. mit 1614 gez. [B.Br.].
— Die Motette: Delectare in Domino c.
2. p. 5 voc. im Ms. 5 Stb. B. Löbau,
angebunden an Wanningus Sententiae.
Neander, Petrus, Gerber 2 be-
richtet, dass er 1608 Kantor zu
Gera wurde und dort 1645 starb.
1614 bez. er sich mit „Jütrobo-
censis (Jüterbogk in Brandenbg.),
der Reuss-Plauischen Landesscliule
zu Geraw (Gera) Cautor figuralis."
Er gab Oraz. A^ecchi's 4stim. Can-
zonen heraus, betitelt:
24 aufserleseue vierstim. Canzonetten
Hör. V. so hiebevor unter andern von
ihme mit italiiUi. Texten componirt, und
jetzo zum bessern u. nützlichem Brauch
in Kirchen . . . mit schönen geistlichen
Sprüchen meisteutheils auis den Psalmen
Davids genoumien . . . durch . . . Gera
1614 Mart. Spiesscn Erben. 4 Stb. 4".
[B.B: Cl.
— Ander Tlieil . . . Gera a/d. Elster
1620 Joh. Spiefs. 4 Stb. 4«. 10 Nrn.
[B. B. 3 Stim.
Neander, Valentin, bezeichnet
sich in dem Drucke von 1584 mit
„Schohie pucrilis apud fideles Bri-
censes gubernatori", d. li. Schui-
lehrer in Trcuenbrietzen (K. -B.
Potsdam). Man kennt von ihm:
Elegia de praecipuis artificibus et laude
musices. Autore . . . Witebg. 1583 Matth.
Welacus. 4". 16 Bll. [ß. Zw.
Sacrae cantiones quatuor, quiuriue et
sex vocuni. Autore ... Witebergae 1584
Matth. Welacus. 5 Stb. qu40. 25 Mot.
[B.B. Lübeck: A. T. 6a? Reg. in M. f.
M. 16, 116. Stockholm, Stb.V
Cantio nuptialis sumpta ex Psalnio
CXII in nuptias . . Jo. Georgii ducis
Saxoniae ac Magdalenae Sybillae . . 8 voc.
Autore V. N. liricensi Marchico. AVite-
bergae 1607 (?) Text: Victimi in nuptias.
[Kgl. geh. Staatsarch. in Dre.sd. Daselbst
noch ein zweiter Hochzeitsgesang an den-
selben mit dem Texte: Beatus vir 8 voc.
Ich bitt, Herr Gott, 5 stim. Ms. T51
Seite 53 in B. B. in Part.
Die B. B. besitzt noch das Titelbl. zu
einer Cantio nuptialis 5 voc. zu Ehren
I Seidelii. Witebg. 1584 Welacus. Die
sich daran schliefsende Stimme gehört den
obigen Sacrae cantiones von 1584 an.
In Mich. Praetorius Musae Sioniae, 6.
Thl. 1609 Nr. 59 u. 86 zwei vierst. Ge-
sge. Bohn schreibt sie fälschlich Valcrius
Neander zu. Im Praetorius liest mau
nur „Val."
In B. Lübeck eine Missa super In
houore Christi (Kvrie u. Gloria) 5 voc.
4 Stb. fehlt Ten.
Neaulme, Jean, Verleger im
Haag in den Jahren 1723 bis etwa
1743. 1808 befand sich in Paris
Nebe.
163
Neefe.
eine gleiche Firma. Ich fand von
ihm herausgegeben:
Reeueil nouveau de Chansons choisies.
80. 372 S. Ob Musik dabei ist konnte
ich nicht erfahren. [B. Wagener.
Nebe, J. . ., lebte in West-
Zaandam und bearbeitete
Camphiiysen's Stichtelycke Rymen für
Orgel. Ms. in B. Amst., Zeit unbekannt.
Nebra, D. Joseph de, erster
Organist und Vicekapellmeister an
der Kgl. Kapelle in Madrid nach
dem
Cod. Ms. der Capelia sistina 268 (in
Rom) in dem sich 15 Vesperpsalmen zu
4 Stim. befiuden. Sie fallen in den An-
fang des 19. Jhs. — Die B. M. besitzt
von ihm „Por esquibo pareze", 4 voc. in
6 Stb. im Ms. — Im C. P. ein achtstim.
Miserere.
Pougiu setzt seine Lebenszeit in die
erste Hälfte des 18. Jhs. und führt ein
Drama an: No todo indicio es verdad,
representiert im Theater de la Cruz zu
Madrid 1744. — Ferner führt er einen
Neffen von ihm an: Manuel Blasco
Nebra^ der Organist ad. Kathedrale zu
Sevilla war und den 12. Sept. 1784, 34
Jahr alt, starb.
Von einem Nebra veröffentlichte Eslava
ein Requiem (Eitner 2).
Necchi, Francesco Antonio,
unbekannte Lebenszeit.
Im St. Einsiedeln befiuden sich ein
Credo ä 3 voci con orch. Ms. P. und
ein Gloria 4 voc. fol. — Im Conserv. zu
Mailand: Messa in re a 3 voci di Con-
tralto, T. e B. con orch. P. Autogr. u.
Stb. im Ms. — Cautata sacra (Levi e
Rüben) per Contralto e T. con orch. P.
u. Stb. im Ms.
Neck, Dirk yan, wird am 22/1
1695 Organist zu Haarlem (bis
1702) (Bouwst 1, 65).
Neck, Jacob ran, aus Enchu-
sanus (Enkhuizen, Niederland), ist
am 19. Sept. 1689 in den Ein-
schreibebüchern der Universität
Leydeu mit „Artis musicae ma-
gister" eingetragen. Er war von
1673—1687 Organist zu Weesp
und von 1687 — f 1699 an der
Peterskirche zu Leyden (Bouwst.
2, 168. 3, 3).
Ein Johann Neck ist im Ms. 15990
der B. B. mit einem Requiem 4 voc. c.
org. in P. vertreten.
Neckh, Anton, seit etwa 1740
Organist am Stephansdome /u Wien
mit 150 GId. Gehalt und Deputat.
Er starb 1759. Vordem war er
Violinist.
Pohl 3, 46 und S. 47 berichtet, dass
mau noch heute an einem bestimmten
Tage in Wien ein Requiem von ihm auf-
führt als Stiftung eines Geistlichen (NB.
man könnte glauben, dass damit das Re-
quiem unter dem Namen Job. Neck ge-
meint ist, was sich in der B.B. befindet,
siehe den vorhergehenden Artikel).
Ein Karl Neclcb^ sein Sohn, wurde am
Dome sein Nachfolger (Marpurg 3, 68).
Needler, Henry, geb. 1685 zu
London, gest. im Aug. 1760 ebd.
Ein Violinist und Komponist, Mit-
begründer der Akademie „of an-
cient Music'' (Browne).
Im br, Mus, Ms. 173: Anthems, with
instrumental accumpauiments, by Hester
Needler, widow of Uenry Needler, datiert
A. D. 1751. Er kopierte Tonsätze in der
Christ-Kirche zu Oxford, die sich jetzt im
br. Mus. Ms. 5059 bis 5082 befinden.
Neefe, Christian Uottlob, geb.
5. Febr. 1748 zu Chemnitz, gest.
26. Jan. 1798 in Dessau. Der
Sohn eines armen Schneiders, der
sich durch seine schöne Sopran-
stimme eine Stelle als Alumnus
erwarb und durch Uuterrichtgeben
sogar in Leipzig Jura studieren
konnte. Einen regelrechten Mu-
sikkursus hat er nie genossen, doch
der Umgang mit Hiller in Leipzig
förderte ihn sehr. Hiller selbst
liefs es sich sehr angelegen sein
den jungen Mann auf jegliche
Weise zu unterstützen, er korri-
gierte ihm seine Kompositionen,
gab sie heraus u. verschaffte ihm
auch 1777 die Musikdirektorstelle
an der Seyler'schen Truppe in
Dresden. In demselben Jahre ver-
liefs Seyler Dresden u. ging nach
Frankfurt a/M., Mainz u. a. Stcädten.
11*
Neefe.
164
Neefe.
N. zog mit. Am 17. Aug. 1779,
als sie wieder in Frankfurt spielten,
entfloh Seyler wegen Geldverlegen-
heiten. Die Mitfi:lieder spielten
Mitglieder
noch eine Zeitlang auf
eigene
Rechnung, trennten sich aber am
4. Okt. 1779. Neefe ging nach
Bonn und schloss sich der Gesell-
schaft Grofsmann und Ilelmuth an,
eine Zweiggesellschaft der Seyler-
schen, die schon seit 1777 in Bonn
und Münster abwechselnd spielte.
Er erhielt die Stelle eines Corre-
petitors. Hier verheiratete er sich
mit der Sängerin Fräulein Zi/ick,
vormals Hofsängerin in Gotha,
dann bei der Seyler'schen Truppe
angestellt. Am 15. Febr. 1781
meldete er sich zu der erledigten
Organistenstelle an der Kurf. Ka-
pelle in Bonn und erhielt sie mit
400 GId. Gehalt (Thayer 1, 50).
Beim Theater hatte er :}00 GId.
— Wann Beethoven sein Schüler
war ist nicht mehr zu bestimmen.
1784 starb der Kurfürst Max Fried-
rich und unter dem Nachfolgei-
ging die Oper ein, so dass sich
sein Gehalt nur auf die 400 GId.
für den Organistendienst be-
schränkte. Durcii Privatunterricht
erwarb er das Fehlende. Anfang
September 1794 floh der Kurfürst
vor den heranrückenden Franzosen,
die am 7. Okt. in Bonn einrückten.
Fi'au Neefe giebt in der Lpz. Ztg.
1, 362 ein trauriges Bild von der
Armut in welcher sie in den
nächsten zwei Jahren lebten. 1796
suchte N. den Kurfürsten in Dessau
auf und bat um die Rückstände
seines Gehaltes, statt dessen wurde
ihm ein formeller Abschied ge-
geben. In Dessau erhielt er aber
an der Bossang'schen Theaterge-
sellschaft den Musikdirektorposten,
stand ihm aber nur noch ein Jahr
lang vor, dann starb er (Autobiogr.
Lpz.
Ztg.
1, 241 ff.). N. lieferte
in Cramer's Magazin öfter Berichte
über Bonner Musikverhältnisse,
ohne Namen gez. Er hatte eine
hübsche melodische Erfindungs-
gabe, die seinen Kompositionen
einen weiten Kreis Verehrer in
Deutschland gewann. Eine Silvette
seines Kopfes findet man in Rei-
chard's Gothaer Kalender 1778.
La Mara 1 Brief aus Lpz. von
1775. 1, 280. Seine Oden von
Klopstock beurteilt Seiler in der
Bock'schen Musikztg. 1868, 289.
Urteil über seine Singspiele in
M. f. M. 24, 54 ff. u. 64 ff. einige
Musikproben, siehe auch Yiertelj.
10, 39 ff. — Ein Artikel von ihm
lieber die musikalische Wieder-
holung, im Deutschen Museum
1776. — üeber die musikalische
]\Ialerei, Berlin 1780. — Im Kat.
Schwerin F. 2, 93 sein Namenszug
im Facs. Von seinen Kompositio-
nen sind nachweisbar:
Das grolse Jlallcluja. — Mot. Dem
Unendlichen. Samlbd. 4stim. Ge.sänge.
[Tiübeck.
Dem Thiendlichen zu 4 St. mit Clav.
Lpz. [Brüssel Cous.
Wie sie so sanft nihn, 4 st. P. Ms.
235 in B. B.
Oden von Klopstock mit Melodien (zu
1 und mehreren Stirn.). Flensburg und
Lpz. 177G Körten. 13 Oden. [B. ß.
Darmst.
— Speier (1786) Bossler. [B. B. B.
Lpz. Brüssel Cons.
— Neue sehr vermehrte und ver-
besserte Ausg. Neuwied bei Job. L.
Gehra. In Bosslers Notenoffizin zu Speier
gedr. qufol. 49 S. (1 und 4stim. mit
Klav.). [B. B. B. Kgsbg. B. M. B.
Wagener.
Adelheit von Veitheim, Oper in 3 Acten.
Ms. P. qufol. [Dresd.Mus: 548 b. Mu-
sikfr. Wien.
Amors Guckkasten, eine komische Ope-
rette. . . Lpz. 1772 Schwickert. 40. 68 S.
[B. B. (Kl.-A.). B. M. B. Wagener. B.
Lpz. IJriissel Cons.
Die Apotheke, eine comische Oper in
zween Acten. . . Lpz. 1772 Junius. 4".
Neofe.
165
Negelein.
Dedic. an Hiller, Lpz. 1/1 1772 gez. 4'1
90 S. [B. B. Schwerin F. B. Lpz.
Dresd. Mus. B. AYagener. Brüssel Cons.
Der dumme Gärtner oder die beyden
AntoD, ein comisches Singspiel in 2 Act.
Kl.-A. Bonn, Rimrock. [Darmst. B. B.
B. M. Dresd. Mus : Mannheim bei Götz,
qufol.
Die Einsprüche, eine com. Op. in 2 A.
Lpz. 1773 Schwickei-t. Kl.-A. 94 Seit.
[B. M. B. B. Schwerin F. B. Wagen er.
Göttweih.
— in Part. Ms. 16011 in B. B. Brüs-
sel Cons.
Gesänge aus dem Neuen Guthsherrn,
einer Oper in drey Aufzügen von Dyck
und .Jünger; komponirt u. in einen Kl.-A.
gebracht von Neefe. Lpz. 1783,84 Dyck.
qufol. 40 S. 2 Lfgen. [B.B.
Heinrich und Lydia, ein Drama in 1
Akt. Naumburg und Zeitz 1777 Flittner.
40. [B.B. Darmst. Brüssel Cons. Mu-
sikfr. Wien.
— In Part, betitelt „eine Idylle". Ms.
16147. [Hofb. Wien.
Sophonisba, Melodrama. P. Autogr.
[Musikfr. Wien. Ms. P. u. Stb. in Darmst.
... von dem Verfasser der Skizzen
(Meifsner). Kl.-A. Lpz. 1785 Schwickert.
qufol. 84 Seit. [B. B. B. Lpz. Dresd.
Mus. Darmst. B. M.
— Fragmeute im Autogr. nebst seinem
Portr. in B. B. Grasn.
Die Zigeuner, ein Lustspiel mit Gesg.
in b Aufz. Ms. 16010 in P. [B. B.
Bilder imd Träume von Herder mit
Melodien. Lpz., Br. & H. 32 S. [B.
Wagener. B. B.
Klementin von Dumont und Neefe.
Neuwied, Gehra u. Haupt, gestoch. von
Schott in Mainz, Hofkupferstecher. 11 S.
qufol. (Dumont ist unzweifelhaft der
Dichter). [B. M. B. B.
Lieder mit Klaviermelodien. Glogau
1776 Chr. Fr. Günther. 40. [B. B. B.
Kgsbg. B. M. Musikfr. Wien. Brüssel
Cons.
. . . Lieder für seine Freunde und
Freundinnen nebst einer Ballade. Lpz.
1784 Hilscher in Commission. 4". [B. ß.
Brüssel Cons.
Selmar und Selma. Eine Ode von
Klopstock. Ms. 16012 in B. B.
Serenaten beym Klavier zu singen.
Lpz. 1777 Dyk. 4». Vorbericht und
6 Serenat., meistens durchkompon. [B.
Lpz. Sladtb. Augsburg. B.B. Dresd.
Vademecum für Liebhaber des Ge-
sanges und Claviers. Leipzig 1780 Dyk.
88 S. mit 11 liedern von Hiller (ohne
Autor). [Stadtb. Augsbg. B. ß. B. M.
B. Wagener. Bnissel Cons.
Ms. B190 in Dresd. einige Lieder.
Partita, a 2 Corni, 2 Ob., 2 V. 2 Fag.
Va. e B. Ms., scheint Autogr. zu sein.
[Schwerin F.
Concerto pour le Clavecin avec l'Ac-
compag. pour 2 Violons, 2 Ob. 2 Cors, 1
Viola e Basso. Mannheim, Götz. fol.
[Dresd. Mus.
I. Parchie con flauti. II. Parthie con
flauti. 15 Bll. Hds. [ß. Wagener, Kopie.
Sechs Ciaviersonaten mit der willkühr-
lichen Begltg. 1 Viel. Glogau, Chrstn.
Fr. Günther. 43 S. Klav., 18 S. Viol. in
qufol. [B.B. Brüssel Cons. ß. Wagener.
B. M. in Kopie von 1779, 2 Stb.
Sonata VI. a Cembalo obl. e V. (in B).
2 Stb. in Ms. [B. M.
12 Ciavier -Sonaten (Em. Bach gew.)
Lpz. 1773 Schwickert. 70 S. 1 Bl. Wid-
mung. [B. B. B. M. Dresd. Mus. B.
AVagener.
— Riga 1773 bey Hartknoch. [Stadtb.
Augsbg.
6 neue Ciaviersonaten nebst Verände-
rungen über die Melodie der Romance
aus der Jubeihochzeit, „Kunz fand einst
einen armen Mann" und über ein be-
kanntes Arioso. Leipzig 1774 Schwickeii.
fol. \Q. B. B. M. Stadtb. Augsbg. B.
Wageuer.
72 Sonaten für Klav. in Ms. 118. [B.B.
6 Pieces d'une esecution facile ... a
4 ms., Simrock. liv. 2. [B. M.
In Samlwk : Theomele, Lieder. Güters-
loh bei Bertelsmann [B. Kgsbg. B. Lpz.].
In Klavierstücke 1, 1794. — In Breit-
kopf 1774. — In Abt Vogler's Betrach-
tungen der Mannh. Tonschule 1778—81
bef. sich einige Tonsätze. In neuen Ausg.
7 Gesge. (Eitner 2). Bekränzt mit Laub,
auch in M. f. M. 12, 172 und Arien in
Bd. 24. — In 6 Rondos u. 6 kl. Lieder
1784. — 2 Lieder in Voss' Musenalma-
nach 1776 u. 77. [B. M.
Negelein, Christoph Adam,
geb. 29. Nov. 16.56 zu Nürnberg,
gest. 1701 zu Wien, war K. K.
wirklicher Hofpoet und trug in der
Gesellschaft der Fegnitzer Blum-
Genossen den Namen Ccladon.
Auch als Musiker und Komponist
von Melodien zeigte er sich in
Heinr. MüUer's Erquickstunden.
Negri, Antonio.
166
Negri, Giuseppe.
Zu seiner Zionsharfe schrieb Löh-
ner die Melodien. Sie ist betitelt:
Die alte Zions - Harpf e , des Höchst-
seligen Königs, Propheten und Poeten
Davids Ehre, nach denen 150 Psalmen
in eben so vielen Liedern . . . Anjetzo
zum zweytemal gedruckt und . . mit gantz-
neuen Sing- Weisen vermehret, Von Joh.
Löhnern . . . Nürnbg. 1694 Riegel, druckts
Andrea Knortzens seel. "Wittib, gr. 8".
567 S. mit Melod. mit B. [B. Lpz. Hofb.
Wien. B. Hbg.
Die Vorrede von Feuerlein ist mit
1693 gez. Die 1, Ausg. ist nicht bekannt.
Zahn druckt 4 Melodien ab.
Ein Christoph Negclin aus Freising,
meldet sich am 31. Mai 1505 als Tenorist
an der Ilofkapelle in Stuttgart, wird aber
nicht angenommen (M. f. M. 31, 24).
Negri, Antonio, ein späterer
Komponist als Marc'Antouio.
Er ist in der Oper ,,L'Atenaide" von
Ziani, Caldara und Conti mit dem 2. Akte
vertreten, komponiert und aufgeführt in
Wien 1714. [Hofb. Wien Ms. 17192 die
Part, und 93 die Stb. Wolfenb. Ms. 297
in 3 voll.
Negri, Cesare, aus Mailand,
detto il Trombone; er war ein
Tanzmeister und gab heraus:
1. Le Gratie d'amore, di . . . Professore
di ballare, op. nova et vaghissima, divisa
in 3 trattati. Milano 16U2 l'hered. del
quon. Pacifico Pontio & G, ß. Piccaglia
Comp. fol. 296 S. mit Abbildg. u. Musik.
Sein beigegebenes Porträt ist mit dem
Alter von 66 Jahren bez., demnach wüi'de
er um 1540 geboren sein. [Bologna. Mai-
land B. nazionale. Hofb. AVien, Brüssel.
Chilesotti veranstaltete 1883 bei Ri-
cordi eine Neuausgabe.
2. Nuove inventioni di Balli, opera
vaghissima di ... Con figure bellissime
in rame, & regele della musica, «fc intavo-
latura, quali si richieggono al suono & al
Canto, Divisa in 3 trattati. Milano 1604
Girol. Bordone. fol. 296 S. nebst Vorbll.
und seinem Porträt wie oben. [B. B.
B.N. B. Wageuer. B. M. Univ. Prag-.
C. P. br. Mus. Wolfenb.
Enthält Lautenstücke und Abbildungen
von Tauzpaaren.
Arabros veröffentl. eine Tanzmelodie
(Eitner 2).
Negri, Domenico Francesco,
jedenfalls ein anderer als Fran-
cesco Negri. Er muss im 17. bis
18. Jh. gelebt haben und ist be-
kannt durch ein
Magnificat a 4 voci con Siufonia (für
3 Instr. u. B.) Ms. 444 Saralbd. Nr. 10
der B. B. — Dasselbe Magn. ohne Vor-
namen in Ms. 12816 der B. B., mit ver-
mehrter Instrumentation für 2 V. Va.
2 Ob. 2 Com. u. Fondam. 23 S. Pai't.
— In der Bibl. des R. C. of Mus. Nr. 1759
wird ihm ein Gloria 4 voc. c. instrum. in
P. Ms. zugeschrieben. Ebenso im br. Mus.,
Ms. 168, Kopie aus dem 18. Jh.
Negri, Francesco I., Kanoni-
kus an S. Pietro in Guastalla
(Parma), gab heraus:
Arie musicali di . . . commode da can-
tar.si nel Clauecemb. Chitarrone ö altro
simile istrom. A 1 c 2 voci con alcune
Cantate in stille (!) Racitatiuo. Op. 1 . . .
Ven. 1635 Aless. Vincenti. 1 vol. in fol.
38 S. mit 20 Gesg. [Bologna.
Fetis .schreibt: geb. um 1009 zu Ve-
rona und Kapellm. an der Kirche S. Ber-
nardino. Obige Nachricht vom Titelblatt
selbst.
Negri, D. Francesco II., ein
Priester und um 1786 erster Vio-
linist an der Kapolle am S. Marco
in Venedig mit 60 Duk. Gehalt
(Caffi 2, 64).
Wahlscheinlich ist die „Sonata a V. e
B. Part, di Franc. Negri'' im Ms. 10020
in K. der B. B. von ihm.
Ln Ms. der B. M. unter Negri 2 Arien
im Kl.-A. und 3 Trio für 2 V. u. B. in
Stb., fraglich ob von obigem. Auch in
Latrobe's Samlwk., London voll. 1800
liis 25, ein Altsolo: Qui sedes von einem
fraglichen Negri.
Negri, Giulio Santo Pietro del,
siehe Negro.
Negri, Oiuseppe, Gerber 2 be-
richtet, dass er zu Verona geb.
und Kammermusikus beim Kur-
fürsten von Köln im Anfange des
17. Jhs. war. Er gab heraus:
Madrigal! ed Arie. Ven. 1022. Im
Conserv. zu Mailand befinden sich Werke
eines Giuseppe Negri, doch scheint er
dem 19. Jh. anzugehören, wenn man den
Verleger Lucea in Betracht zieht, es
könnten aber auch Neuausgaben sein:
Cavatina „Notte amica'' per T. con
orchestra. Ms. P,
Negri, Jacopo.
167 Negro, Giulio Santo Pietro del.
Gli Esuli ebrei, canto lirico, traduzioue
del Salmo 106 di Filippo de Bernardi.
Milano, Lucca.
Vielleicht ist der zuerst genannte der
um 1636 am Düsseldorfer Hofe Kapell-
meister war und der um 1640 starb (M.
f. M. 28, 95. 105. 108).
NegTi, Jacopo, nur bekannt
durch
Variazioni brillante per Flauti e Clavic.
op. 10. [Musikfr. Wien.
Lebenszeit mir unbekannt.
Xegri, Lnigi, aus Bologna,
lebte in der Mitte des 18. Jhs.
und war ein Schüler Martini 's.
Aus jener Zeit mag auch der Band
geistliche mehrstim. Kompositionen her-
rühren, der sich im Besitze des Lioeo
raus, zu Bologna befindet und 21 Gesge.
fär Chor und Instrum. enthält.
Von einem Negri in Dresd. kath. Kirche
im Ms. P. u. Stb: 3 Motett. für Chor und
kleines Orch.
Negri, 31 . . . A . . ., ein Kom-
ponist aus dem Ende des 18. Jhs.,
wenn nicht schon aus dem 19.,
ist bekannt durch eine
Eaccolta di musica vocale itaJiana de'
piü celebri autori ridotta coll'accomp. di
fortep. e parte auche di Chitarra da . . .
Ambui'go fo. mit allerlei Operupiecen von
Carlo Melara, Spontini, G. G. Ferrari etc.
[B. B.
Negri, Prete Marc'Aiitoiüo,
aus Yerona. Nach Caffi 1, 56 u.
209 starb er 1620. Am 22. Dez.
1612 wurde er zum Vice-Maestro
(2ter Kapellm.) am S. Marco in
Venedig gewählt. Im März 1613
unterz. er zwar die Dedic. zu den
7 stim. Psalmen in Verona, doch
das angehängte „Ad Completorium"
mit 5 Gesängen bezeichnet ihn
mit obigem Amte. Sie sind be-
titelt:
II 1. lib. delli Salmi a 7 voci. Di . . .
Con il Salmi che si cantano alle Compiete.
Con il B. per l'org. Op. 3. Yen. 1613
rherede di Ang. Gardano. 8 Stb. 4".
11 Psakn., 2 Magnif. und 5 Complet.
[B. M. Bologna. B. B:C. A. Bc. Rom
Cecilia: A 2. Bc.
Ferner kennt man von ihm:
Affetti amorosi a 3 voci. Di . . .
Nouam. comp. . , Col suo Bc. Ven. 1608
Ang. Gardano. 4 Stb. 4'^. 21 Gesge.
[br. Mus: C 1. 2. B.
Affetti amorosi .. lib. 2. Ven. 1611
Amadino. 1 vol. in fol. 40 S. 35 Ge-
sänge zu 1—5 Stim., dabei 5 Sinfonien
mit Solo ra. 2 Violin -Sonaten. 1 Gesg.
von Ldieia Quinciani. [Genua B. U.
Brüssel
Negri, Orazio. Am 13. Nov.
1586 aufgenommen als Altsänger
in die Hofkapelle in München mit
300 Gld. jährJ., ging Anfang 1588
wieder ab, tritt dann am 29/6 1590
als Hofkaphxn und Sänger mit
300 Gld. Gehalt wieder ein und
geht Ende 1594 abermals ab
(Kreisarchiv).
Negrini, siehe Nigrino.
Negro (Negri), Griulio Santo
Pietro del, geb. zu Mailand aus
edler Familie, ein Dilettant von
Begabung, der Anfang des 17. Jhs.
herausgab:
Gl'amorosi pensieri. Canzonette Villa-
nelle et Arie napolitaue a 3 voci da so-
nare & cantai'e su'l Chitarone. Claueciinb.
. . . Lib. 2. raccolte da Marcellino Sena-
rega. Ven. 1607 Gard. & fratelli. 3 Stb.
4». 52 Gesge. [br.Mus: Cl. 2. B.
n 3. lib. dell'amorose Canzonette, Vil-
laneUe & Arie (wie vorher). Op. 4. Ven.
1607 Ales. Eaverij. 3 Stb. 4". 25 Gesge.
[B. A.
Grazie, ed affetti di musica moderna,
ä 1, 2, e 3 voci, da cantare uel Clavi-
cordo, Chitarr., Arpa doppia . . Op. 5.
Milano 1613 Fil. Loraazzo. 1 vol. fol.
42 S. 41 Gesge. [Brüssel.
2. libro delle Grazie ed affetti di mu-
sica moderna, a 1, 2 & 3 voci. Da can-
tare nel Clauicordo (wie vorher). Op. 8. . .
Ven. 1614 G. Vincenti. 1 vol. fol. 32 S.
22 Gesge. [Brässel.
Musica ecclesiastica concertata alla
moderna a 2, e 3 voci . . Op. 9. Milano
1616 Fil. Lomazzo. Vom Verleger heraus-
gegeben. 25 Nrn. 1 vol? [Proske.
Canti accademici concertati a 2, 3, 4,
5 & 6 voci da . . . Op. 11. Ven. 1620
Ales. Vincenti. Stb? 4". 7 Nrn. [Bo-
logna: A.
In der Hofb. Wien, Ms. 19087, Nr. 2
unter Joannes Santo Pietro ein Laetatus
sum 4 voc. c. Comi ed org. oblig. P. Frag-
lich ob von obigem.
Negro, Pietro de.
168
Neidhardt.
Negro, Pietro de, Kapellsänger
an der Hofkapelle in AYien mit
240 Gkl. jährl. um 1619 (Eöchel
1). Vielleicht ist er derselbe wie
der vorhergehende Autor.
Negro Oroppallo, Agostino
(li, Herausgeber von Yinc. Ruffo's
Motet. 6 voc. 1555 und dessen
Madrig. a 6 — 8 voci 1554.
Nehrhoff, H . . . de, muss Ende
des 18. bis ins 19. Jh. hinein ge-
lebt haben.
Er ist bekannt diircli ?> Duos coucer-
tans pour Violoa & Viola, död. B. Cam-
pagnoli, Lpz., Peters. 2 Stb. [ß.Wagoner.
Tre Duetti per V. e Va. Ms. Stb.
[Mailand Cons.
Nehrinj?, Johann Christian,
Pfarrer zu Morl bei Halle im 18. Jh.,
ist im Freyliughausen'schen Gesang-
buche mit einem Liede mit Melodie und
Bass vertreten, welches ihm \\'intei-feld
zuschreibt und veröffentlicht (Eitner 2).
Nehrlich, Johann Peter Theo-
dor, geb. 1770 zu Erfiiit. Schüler
von Em. Bach, bildete sich zum
Klaviervirtuosen und Komponisten
aus, ging nacii Dorpat in eine
Privatstellung, später nach Moskau
als Klavierlehrer, 1812 nach Peters-
burg, kehrte aber nach dem Frie-
den wieder nach Moskau zurück.
Er schrieb allerlei Klavierpiecen. Ein
Klavierkonzert, welches er in Göttingen
vortrug, erhielt Forkel's Beifall. Die Lpz.
Ztg. erwähnt ihn 1814 zum letzten Male
und 1810 bespricht sie Vaiiat. von ihm
(Biogr. im Schilling).
Neide, Johann (xeorg Chri-
stoph, Rektor am Stadtgymnasium
zu Magdeburg, vorher Konrektor
seit etwa 1792;
schrieb in den Magdeburger gemein-
nützigen Blättern 1790 S. 22 über Chor
und Curreudewesen (Gerber 2).
Neidhardt, Johann Georg, zu
Bernstadt in Schlesien geb., stu-
dierte 1706 zu Jena Theologie.
Seit etwa 1722 bez. er sich als
Kgl. preufsischer Kapellmeister zu
Königsberg i/Pr. (Gerber 1. 2).
Fotis fügt dem noch hinzu, dass
er 1720 den Kapellmeisterposten
an der Kirche der Citadelle in
Königsberg erhielt und dort am
1. Jan. 1739 starb. Er beschäf-
tigte sich eingehend mit theore-
tisch und akustisch musikalischen
Themen und gab heraus:
Beste und leichteste Temperatur des
Monochordi, vermittelst welcher das heu-
tigen Tnges bräuchliche Genus Diatonico-
Ciiromaticum also eingerichtet wird, dass
alle Jntcrvalla, nach gehöriger Proportion,
einerlei Schwebung überkommen, und sich
daher die Modi reguläres in alle und jede
Claves, in einer augenehmen Gleicbheit,
transponiren lassen . . . Jena 1706 Joh.
lüelcken. 40. 104 S. [B. B. B. Lpz.
B.W. Ilannov. Basel. B. Hbg. Brüssel.
Sectio canonis harmonici, zur völligen
Richtigkeit der generum modulandi. Kgsbg.
1724 Eckart. 4". 36 ö. [B. B. Dresd.
B. Lpz. Musikfr. Wien. Brüssel. Glas-
gow.
Gänzlich erschöpfte mathematische Ab-
theilg. des diatonisch-chromatischen tem-
perirten Canonis monochordi, allwo ...
gezeiget wird, wie alle Temperaturen zu
erfinden . . . seyn. Königsbg. und Lpz.
1734 Eckait 4». 52 S. [B. B. B. Lpz
Musikfr. Wien. Bnissel.
~ 2. Aufl. Ib. 1734. 4^. 78 S.
1 Taf. [B. B. B. M.
Hoc in libro si;itu notabilissima, quae
ad Compositionem sunt utilia problematice
. . . (Titel vollst, im Kat. Joach. p. 65,
eine Kompositionslehre). Ms. 476 und
476 b. gl-. 40. 129 u. 35 S. [B. .Joach.
— Vielleicht ist das in der ß. B. be-
findliche Ms. Fragm. 43 BU. in fol. nekst
deutscher Uebersetzung in Ms. fol. 29
dasselbe, betitelt: Tractat von der Kom-
position nach mathematischer Lehrart, in
latein. Sprache.
An Kompositionen ist nur bekannt:
Die Sieben Biüs- Psalmen des Königs
u. Propheten Davids, nach dem Gmnd-
Texte in deutsche Oden gebracht von . . .
Königsberg 1715. Nach dem Vorworte
ist er auch der Dichter. Ms. 466 fjufol.
13 BU. Part. f. 1 Singst, mit Instr.
[B. .Joach.
— Im Druck: Königsbg. 1715 bey
Zäncker. qufol. 13 Ell. [B. Kgsbg.
Schwerin F.
Das schöne Kirchen - Lied : Meinen
Jesum lals ich nicht etc. wie es hier ge-
sungen wird, nach seinen VI Strophen,
Neiding.
10)9
Nelvi.
vor den Generali). . . gesetzt . . Kgsbg.
1722 Zäncker. fol. 2 Ell. u. 2 Ell. Musik.
[B. Kgsbg.
Ms. 13556 in Xgsbg., gr. fol. 267 Cho-
räle für Orgel oder Klavier gesetzt, von
Verschiedenen.
NeidiDg, . . . Stadtmusikus iü
Erfurt, Avird 1784 im Gramer 2,
409 als ein alter Mann bez. und
als Komponist von Gesangs- und
Instrumentalwerken.
Neidliu^er, Paul, Organist an
der HoEkapelle in Wien mit 30 Gld.
monatl. vom 1. Jan. 1654 bis Ende
1669 (Köcbel 1).
Neidtliardt (Neittbart), Johann
(Hans), 1568 Bassist an der Hof-
kapelle zu Müncben mit 180 Gld.
Gebalt; wird 1569 entlassen (Kreis-
arcbiv in Müncben u. säcbs. Staats-
arcbiv in Dresden).
Neilson, Lanrenee Cornelius,
geb. gegen 1760 zu London, gest.
nach 1830. 1767 gingen seine
Eltern nach Amerika, er kebrte
aber naob des Yaters Tode nacb
England zurück, wurde Organist
zu Dudle}", dann zu Cbesterfield.
Von seinen Kompositionen ist nur
bekannt:
3 Sonatas for the harpsichord. London,
Preston. fol. [br. Mus.
Neinner, Michael, wurde am
1. April 1667 mit 150 Gld. Gebalt
an der baierscben Hofkapelle an-
gestellt, erhielt später bis 200 Gld.
und ist in den Akten bis 1772 zu
Terfolgen (Kreisarch. in München).
Neippert, Adam Comte de,
ist in der B. M. im Ms. mit 2 Anojoises
pour 2 V. 2 Fl. 2 Cor. & B. in ^7 Stb.
8» vertreten. 18. Jh.
Nelhani (Nellam), Edmund,
Bassist an Westminster in Lon-
don, schwor am 6/11 1617 als
Gentleman a/d. Kgl. Kapelle, war
um 1641 Kaplan und auch Minor
Canonicus am Westminster, f 1646,
beerdigt am 17/8 (Rimbault).
In Hilton's Catch that catch can und
in Choice collection of catches von 1652
befinden sich Kompositionen von ihm
(Rimbault 205). Im Catch-Club 3 (Sibbald
in Edinburgh) und in den Ausg. Hilton's
Catch that catch von 1667 und 1672 fand
ich Gesge. von ihm. — In Longman's
Collection of Catches 10 Catches zu 3
Stirn. — In Ä. B. Synopsis 1680 vier
3stim. Oesge. — Im br. Mus. Mss. 29291.
31441 und 31462 einige Gesänge.
Nelle, Thomas, dit de Beauvais,
Sänger an der Hofkapelle zu Paris
im 16. Jh. mit 300 liv. Gehalt
(Castil-Blaze 293).
Nelvi, Oiuseppe Maria, geb.
1698 zu Bologna, gest. Ende 1756.
Schüler von Bertalotti, Flor. Aresti
und Ang. Predieri im Orgelspiel,
später noch im Kontrapunkt von
Giac. Ant. Perti und Giov. Ant.
Ricieri. 1718 Avurde er von der
Brüderschaft an S. Maria della
Morte zum Kapellmeister an ihrer
Kirche gewählt; am 16. April 1722
trat er unter die Mitglieder der
philharmonischen Gesollschaft zu
Bologna. 1723 schrieb er mit
Angelo Antonio Caroli die 2 Opern
„Amor nato fra l'ombre" und ,,Odio
redivivo", aufgeführt im Theater
Marsigli-Rossi zu Bologna. 1727
ging er nach Polen als Musik-
direktor des Generals Grafen Sta-
nislaus Rzewski zu Targoniza; dort
schrieb er gegen 4 Opern. 1730
kehrte er nach Italien zui-ück, ging
dann 1731 nach Frankfurt a/M.,
Homburg, nach Baiern und ver-
weilte dann 3 Jahre am Hofe des
Fürsten von Turn und Taxis in
Regensburg, wo er von 1731 — 33
zwei Opern schrieb, kebrte 1734
nach Italien zurück und wurde in
Orvieto Kapellmeister am Dome
(Busi 57 ff.). Derselbe sagt noch,
dass von all seineu Kompositionen
nur eine einzige gedruckt ist und
sich in Sassi's „La Ricreazione
spirituale", Bologna 1730, befindet.
Nembri.
170
Nenna.
In Bologna (Kat. 1, 139) liegt im Autogr.
eine Beschreibung seiner Reisen „Memorie
de'suoi viaggi''. 120.
In der Bibl. der katti. Kirche zu Dres-
den befindet sich unter Nclvi ein Confi-
tebor 3 v. c. VV. Va. e B. — In Sassi's
Eicreazione 1730 unter Gius. Nelva 1 Can-
zone spirituale.
Nembri, Damiano, ein Mönch
in ,,Casinati" (ist wohl das Klostor
Casino-Monte im Neapolitanischen
gemeint) ist der Komponist von:
Brevis et facilis Psalmoniin quattuor
vocibus modulatio . . Veu. 1641 B. Magui.
5 Stb. ^». 5 Psalm., 1 Magnif., nebst
einem Aveiiimento über die Anwendung
der Ripienstimmeu. [B. Br.
Nemorarius, Jordanus, aus
Nanna (? wie ihn der Kat. Tross'
bez.), war ein Mathematiker und
Philosoph des 7. Jhs. und schrieb
eine
Arithmetica musica Epitome in Arithm.
Boetii et alia ojiuscula mathematica, welche
1503 in Paris gedruckt wurde. Nach
Jöclier soll er im Anfange des 13. Jhs.
gelebt haben. Er ist Avahrscheinlich der-
selbe, von dem Eetis [Bibl. Biiissel fds.
Eetis .5293] folgenden Druck besafs: In
hoc opere contenta arithmetica decem
libris demonstrata (auctore Jordano Ne-
morario), musica libris demonsti'ata qua-
tuor, epitome in libros arithmeticos divi
Severini Boetii, rithmimachie ludus qui
et pugna nuinerorum appollatur (autore
Jacobo Fabro Staimlonsi). Secundaiia
aeditio. Parisiis (1514) in off. 11. Stephani.
1 vol. fol.
Nenciiii, Andrea. Bologna be-
sitzt von ihm ein Autograph vom
Jahre 1811:
Dixit Dominus, Salmo 4 voci concer-
tato cou strumenti „per la festa de'Filar-
monici in S. Giovanni in Monte di Bo-
logna". Part, und eine Cavatine f. Tenor
und Orchester „In si fatal soggiomo".
Ms. Stb.
Nenna, Ponii)eo, Cavalieri di
Cesare, aus Bari gebürtig. Nach
den Titeln seiner Drucke scheint
er kein Musikamt bekleidet zu
haben und nach den Unterschrif-
ten der Dedikationen lebte er in
den Jahren 1603 und 1607 in
Neapel. In Romano Micheli's Mu-
sica vaga 1615 in der Vorrede
wird N. im Dienste des Fürsten
von Venosa zu Neapel bez., später
lebte er in Rom. 1618 bez. ihn
Fordin. Archilei als Verstorbenen.
Er muss sich schon um 1574 als
Komponist ausgezeichnet haben,
wie die Aufnalmie in Samlwke.
dieses Jahres beweisen. Man kennt
von ihm:
Responsorii di Natale e di settimo
Santa ;i 4 voci. Napoli 1607 Sottile.
[Bibl. Haberl's in Regensbg.
Sacrac hebdomadae Rospons. feria V. . .
5 voc. c. B. ad org. Roma 1622 Robletti
(Nuper a Ferd. Archileo I. V. D. coUecta.
et in luccm odita). 6 Stb. 4". 27 Nrn.
[Cap. Julia, fehlt Bc. Rom Cecilia.
Von den Madrigalen ist öfter nur eine
spätere Ausg. bekaimt. Ich ordne sie
nach den Büchern 1. 2. 3 etc. soweit sie
nachweisbar sind:
... II 1. lib. de Madr. k 5 voci. Ven,
1617 B. Magni. 5 Stb. 4". 22 Madr.
[Bologna. br. Mus. Oxford Ch. Ch.
Westin. Abt.
... II 4. lib. do Madr. a 5 v. . . Ven.
1609 Ang. Gardauo & fratolli. 5 Stb. 4».
20 Madr. [Bologna. Bologna Petron.
br. Mus. Neapel Cons.
— Ausg. 1617 Ven., B. Magni, wie
vorher. [Bologna. Modena. br. Mus.
AVestm. Abt. Oxford Ch. Ch.
... II 5. lib. de'Madr. ä 5 v. Napoli
1603 Sottile. 5 Stb. 4". 20 Madr.
[Neapel B. n: A. C P. 5 Stb.
— Nouamento stampate 1612 Ven.,
riierede di Aug. Gardano. 5 Stb. 4".
20 M. [Münster B. S. br. Mus. Oxford
Ch. Ch. Neapel Cons. Bologna. Modena.
... II 6. lib. de Madr. ä 5 v. Napoli
1607 Sottile. 5 Stb. 4«. 21 M. [br. Mus.
— Nouamenti stamp. Ven. 1609 Ang.
Gardano. 5 Stb. 4«. 21 M. [Bologna.
C. P.
— Ristamp. Ven. 1614 B. Magni. [br.
Mus. Neapel Cons.
— Quarta inipressione. Ib. 1618. [B. B:
A. T. Bologna. Modena. Brüssel. Ox-
ford Ch. Ch. Westm. Abtei.
... II 7. lib. de Madr. ä 5 v. Napoli
1608 Sottile stampa, per Scip. Bonmo.
5 Stb. 40. 20 M. [Neapel Cons. br. Mus.
— Ven. 1609 Gardano. 5 Stb. 4».
19 Madr. (fehlt Aniorosetto Neo). [Bo-
logna. C. P.
Nenna.
171
Nerem.
— Ristamp. Ven. 1613 Aere B. Magni.
19 Madr. [Bologna.
— Terza im|jress. Ib. 1616. [br. Mus.
— 4. mipr. Ib. 1624. [B. Hbg. Bo-
logna. br.Mus. E.C.ofMus. Buckingham
Palast. Oxford Ch. Cli. Gent ü. B: A.
T. ß. Westm. Abt.
. . . L'ottavo lib. de Madr. a 5 v.
Nuovaiuente con molta diligenza dati in
luce da Ferd. Archilei, Dr. di legge.
Eoma 1618 Robletti. 5 Stb. 40. 19 Madr.
davon 2 von Mclcarne und 2 von Gesualdo
di Venosa. [B. B : C. B. 5 a. Bologna,
br. Mus. Modena.
... II 1 . lib. de Madr. ä 4 voci.
Nouam. ristamp. & con ogni diligenza
corretti, con l'aggiunta del Basso continuo
da Carlo Milan utio. Yen. 1621 Aless.
Vincenti. Auch Vincenti bezeugt; den
Tod Neuua's in der Dedic. 5 Stb. 4°.
21 Madr. [Bologna. Oxford Ch. Ch.
8 Gesge. in alten Sanilwk. (Eituer 1),
dazu kommen noch nach Vogel: In Co-
stanzo's 1. lib. Madr. 4 voci 1616 zwei
Madr. ,,S'io taccio und La mia dogha. —
In Stef. Feh's 1. lib. Madr. 5 v. 1585:
Dolci amorose. — In dessen 4. lib. 1585:
Yagh'herbe 5 v. und im 5. Üb. 1583:
Torna aniato u. Misera a chi 5 v. — In
G. G. Cai-lino's Nuova scelta 1615: Coridon
del tuo petto. Ahi dispietata vita. Cruda
Donna, 5 voc. — In Gumpeltzhaimer's
Compendium und Ende's Lautenbuch.
12 Madrigale in Stb. im Ms. 1881 des
E. C. of Mus. — In B. M. 1 Madrigal mit
untergeschobenem Texte im Ms. — Im
br. Mus., Ms. 238, Part, von Immyns ge-
schrieben, 18. Jh. „S'egü e ver" 5 voo.
Neniiieliow, Johann, aus Schwe-
rin, studierte in Rostock, wurde
Succentor, 1658 den 14. Mai Kau-
tor in Schwerin, st. im Februar
1665 (Clirysander 3, 38).
Neplielitus. Darid.
Im Ms. 177 der B. Br. 4 Stb. in qu40
mit dem 29. Jidi 1555 gez. der Gesang
„MiUta bonam miütiam". David Ehenisch
gewidmet.
Xepotis, Florent (Florquin,
Fleureus), war Organist um 1516
bis c. 1524 beim Kaiser Karl Y.
(Sti-aeten 7, 212 ff.). Seite 305/06
ist eiu De Neve angezeigt, den
Sta^aeteu für denselben hält. Siehe
auch Nepotis, Gomart.
Xepotis, George (Jorge), wurde
am 14. Sept. 1555 vom Kaiser
Karl V. zum Kapellan und Sänger
ernannt. 1556 begleitete er den
Kaiser als Kapellan uud Schatz-
meister nach Spauien, als sich der-
selbe in das Kloster St, Juste zu-
rückzog; ging dann 1559 nach
des Ks. Tode nach den Nieder-
landen und trat in den Dienst
Philipp n. (Straeten 8, 25. 40. 44.
47 und 51 Dokumente bis zum
1. Dez. 1563).
Nepotis, (xomart (Govard, Gode-
froid), Organist um 1495 am Hofe
Maximilian I. (Straeten 7, 199).
Seite 213 ist ein Godefroid, Or-
ganist an der Kapelle de la Vierge
zu Antwerpen angezeigt, den
Straeten auch mit Govard de Xeve
oder Nepotis augezeigt fand, 1501
starb und wahrscheinlich mit dem
obigen identisch ist. La Fage 2,
353 fand Gomart in einer Rech-
nung im Archive zu Lille schon
von 1492 — 95 als Organist des
Erzherzogs (Maximilian) verz. (s.
auch Stoeten 3, 213). — Burbure
in Biogr. nat. beige II, 921 schreibt:
Neve^ Godefroid (Govard) de^
du Nepotis^ war um 1492 schon
ein alter Herr, der sich als Orga-
nist Ton H. Bredeniers vertreten
liefs.
Nepotis, Sire Leurens (Fleu-
rens?), um 1525 Sänger in der
Kapelle Ks. Karl V. (Straeten 7,
303). Ist wohl derselbe wie Flo-
rent Nepotis.
Nerciat, de,
1 Romanze in Chöix de musique 1784
Nr. 63. [ß. M.] Wahrscheinlich La Che-
valier Andre-Eobert Andrea de N . . ., wie
ihn Pougin anführt. Ein Dilettant, geb.
um 1739 zu Dijon, gest. 1800 als Ge-
fangener in Neapel im Schlosse San Angelo.
Anfänglich Offizier, ging beim Ausbruche
der Eevolution zu Paris nach Neapel, be-
trieb daselbst Musik und schrieb Arien,
Eomanzen u. a.
Nerem, siehe Nerinis.
Nerentius.
172
Neri Bondi, Micliele.
Nerentius, Vinceiizo,
1 Magoificat ä 4 voc. in P. Ms. A 431
[Dresd. Mus.] Man könnte auf die Ver-
mutung kommen, dass damit Neriti da
Sold gemeint ist und obiger Name nur
verstümmelt.
Neri Alberti, s. Allberti, Neri.
Neri dcl Boccia, ein Schrift-
steller des 18. Jhs., von dem man
kennt:
Tutti i trionfi, carri, mascherate o canti
carnascialeschi andati per Firenze dal
tempo del Magnifico Loreuzo di Medici
fino all'anno 1559. In questa 2. ed. cor-
retti, con diversi Mss. collazionati . . .
(pubblicati da . . .) In Cosmopoli (Lucca)
1750. 2 Bde. in 1. S«. Portr. [Brüssel.
Neri, Benedetto, geb. 19. Okt.
1771 zu Rimini (Paloschi), gest.
um 1841 zu Mailand. Von 1823
bis 1841 Kapellmeister am Dome
zu Mailand, vorher am Dome zu
Novara, wurde 1824 Prof. des
Pfte. am Conservat. zu Mailand.
1806 komponierte er die komische
Oper (der Kat. Bologna nennt sie
Melodramma): I saccenti alla moda
von Angelo Anelli. Er war als
Kirchenkomponist von den Zeit-
genossen sehr geschätzt u. schrieb
deren sehr viele. Im Archiv des
Domes zu Mailand sind sie wahr-
scheinlich zahlreich vertreten, aber
nicht über die Grenzen Mailands
gekommen (Muoni 34). Nachweis-
bar sind nur:
Gloria a 8 voci c. acc. di org. P.
Autogr. [Mailand Archiv des Domes.
(Muoni teilt keine weitere Komposition
mit.)
Chi vuol la bella rosa, Cavatina per
mezzo soprano c. orch. (eingeschoben in
die 2. Scene IX der Oper I Saccenti alla
moda, ein Melodramma von Neri, 1806
zu Mailand aufgeführt). Ms. P. 15 S.
gez. mit Milano, presso Gio. Ricordi
(wurde also nur in Kopien verkauft).
[Bologna. Mailand Cons. P. u. Stirn.
Sentirsi dir sei bella. Cavatina per
mezzo sopr. c. orch. (Einlage zu dem-
selben Melodramma.) P. Ms. Mil, Ri-
cordi. qufol. 17 S. [Bologna. Maild.
Cons.
Rec. e Duette „Vieni, o caro, t'avvi-
cina, per Sopr. e Basso zu demselben
Melodr. Ms. P. u. St. [Maild. Cons.
Neri, Massimiliano, wird am
18. Dez. 1644 erster Organist am
S. Marco in Venedig, wo er bis
1664 bleibt. Im Juli 1644 bez.
er sich nur mit Akademiker bei
den Erranti zu Brescia, wie er
stets bis zum Druckwerke von
1664 neben obiger Bezeichnung
seines Amtes hinzufügt (Caffi 1,
56. 293). Seite 272/73 sagt Caffi,
dass er 1664 an den baierschen
Hof ging. Die Akten melden da-
von nichts, so weit sie mir be-
kannt sind und Seite 293 : dass er
1665 Kapellmeister beim Kur-
fürsten von Köln wurde. Beide
Angaben sind ohne Belege. 1651
teilt Neri in der Dedic. mit, dass
ihn der Kaiser Ferdinand IL Avegen
der Verdienste seines Vaters in
den erblichen Adelsstand erhoben
habe. Wasielewski 2, 46 ff. be-
urteilt seine Leistungen als In-
strumontalkomponist. Verz. seiner
nachweisbaren Werke:
Sonate e Canzone a 4 da sonarsi con
diuersi stromenti in chiesa, & in camera
con alcune Correnti pure ä quatro, che
si ponno sonai'e ii 3, o ii 2 ancora . . .
Op. 1. di . . . Yen. 1644 B. Magni.
5 Stb. fol. (2 V. Alto Viola, Viola overo
Fag. Bc.) 4 Canz. 2 Canz. 6 Sou. (j Corr.
ä 3—4 Stim. [B. B. B. Br.
Sonate da sonarsi con varij ström, a
3 sino a 12. Op. 2. Di . . . Am Ende :
Ven. 1(351 Franc. Magni. 7 Stb. fol.
(V. Va. Fag. Bass. Va. da brazzo, Cor-
•netti, Tromboni, Violetta, Teorba, Flauti).
13 Sonaten von 3 — 12 Stim. [B. B.
B. Br.
Motetti a 2 e 3 voci di . . . A^en. 1664
Fr. Magni. 4 Stb. 4» mit Bc. 18 Mot.
[B. Br.
Im Ms. B. B. 25: Dignare me 3 v.
aus 1664 in P. — 3 Sonaten, 1 Canz.,
2 Corrente für 4—8 u. 12 Instr. in P.
(Nr. 158—164).
3 Instrumeutalsätze in Wasielewski
neuer Ausg. (Eitner 2 Nachtr.)
Neri Bondi, Micliele, geb. um
1769 zu Florenz, Schüler von
Neri, Nereo.
173
Neriti da Salö.
B. Felici, war 1795 erster Cem-
balist am Scalatheater in Mailand
(Textbuch zu Sarti's Fra i due),
dann 1812 erster Accompagnist
am Theater de la Pergola zu Flo-
renz. Bekannt ist von ihm:
Bella cosa e far rauiore, cavatina per
Ten. c. strura. Ms. P. qufol. 8 Bll.
[Bologna.] — Lisettina ah dove sei, Aria.
Ms. 310 Nr. 9 in Bibl. Dresden. — In
der B. Basevi ein ßenedicat 4 voc. c.
istrom. Pougin fühii; auch mehrere
Opern au.
Neri, Nereo, geb. zu Pistoja
in der ersten Hälfte des 18. Jhs.,
trat in den Priesterstand, wurde
Kapellmeister an der Kathedrale
zu Pistoja und
konipouierte zahlreiche Kirchenmusik.
Das Oratorium ,,La conversione di S. Ago-
stino" wurde 1743 in der Kirche S. Bai-
tolomeo aufgeführt. Er st. am 24. Juni
1770 (Pougin).
Neri, San Filippo, Begründer
der Vereinigung Oratorio zu Rom,
geb. 21. Juli 1515 zu Florenz aus
edler Familie, gest. 26. Mai 1595
zu Rom; ging mit 18 Jahren nach
Rom, um seine Studien zu voll-
enden. 1551 wurde er Priestor
und trat in den Orden Hierony-
mus ein, wo er das Amt des
Unterrichts der Kinder übernahm.
1564 gründete er den Yerein Ora-
torio, der sich die Pflege der
Musik zum Ziele setzte und die
besten Werke seiner Zeit daselbst
aufführte. Animuccia und dann
Palestrina unterstützten den Ver-
ein mit ihren Kompositionen und
wohl auch als Leiter der Uebungen
u. Aufführungen. JSTeri gab 1565
und 1570 die bekannten Samlg.
„Laudi" heraus, wie Fetis sagt.
Siehe unter Laudi, wo nur Aus-
gaben von 1580— 1591 in 4 Büchern
obiger Congregation verz. sind. —
Bekannt ist mir noch ein Werk,
was unter seiner Protektion er-
schien und ebenfalls für das Ora-
torio bestimmt war, ohne einen
Komponisten zu nennen:
Cauzonette spirituali, e moraii, che si
cantano neirC>ratorio di Chiavena, eretto
sotto la protettione di S. Füippo Neri.
Accomodate per cantar a 1, 2, 3 voci
come piü piace, con le lettere della Chi-
tarra sopra Arie communi, e nuove date
in luce per tratteuimento spirituale d'ogni
persona. Milano 1G57 Carlo Francesco
Kolla. 4". Part. [Glasgow. Brüssel.
(Ist eine späte Auflage, früher sind einige
Laudi).
Neriui, Pietro,
bekannt durch ein Concei-to per Vio-
line e stromenti [Musikfr.Wien]. Lebens-
zeit unbekannt.
Neriiiis, Sigero de (Merinis,
de Xerem), von 1457 — 1461 päpstL
Sänger (Viertelj. 3, 227).
Neriti da Said (Nerito, ohne
da Salö), Viiiceiizo, 1593 Musico
e cappellano Sr. Maj. Rudolfe IL
und 1595 Maestro di capella nella
chiesa maggiore di Salö bis 1599.
Auf den 1593 erschienenen Mag-
nificat liest man noch Capellanus
et Sacellanus im Karmeliterkloster
zu Mantua und Ksl. Musicus. So
weit reichen die Nachrichten über
ihn durch die Titel seiner Werke
bekannt gemacht. Er gab heraus:
Magnificat VIII, primi chori per omnes
tonos 4 vocibus decant. Ven. 1593.
4 Stb. 4", dabei ein Magnif. von Phil.
Schöndorff. [B. K. In Hofb. Wien Ms.
19427 ein Magnif. im Cliorb. des 17. Jhs.
Canzonette a 4 voci di . . . Lib. 1.
Ven. 1593 Gard. 4 Stb. 4«^. 21 Gesg.
[B. K. Hofb. AVien : C. A.
... II 2. Hb. di Canzonette ä 4 voci.
Con 2 ä Otto nel fine . . . Ven. 1595
Gard. 4 Stb. 4". Dedic. gez. in Salö.
18 Ganz. [B. K. Bologna: B.
... II 3. lib. di Canz. ä 4 voci. Con
uu Dialogo ä 7, et una ;i 8 nel fine . . .
Ven. 1599 Gard. 4 Stb. 4«. 20 Canz.
[B.K: C B. Hofb. Wien: C. A.
In alten Samlwk. 5 Gesge. (Eitner 1).
Aufserdem noch in Commer's Musica sacra
PW. 20, 2 Magnificat 2. toui 4 voc.
Im Ms. T 119 in B. B. einige Gesge.
in P. — In Rude's Lautenb. Im Ms.
B. Br. 1 Magnificat 2. toni.
Nerlioger.
174
Nesbet.
Ncrling'cr (Nördlinger), Wenzel,
war von 1779—1819 Musikdirektor
am Hofe zu Donauescliingen (M.
f. M. 31, 28).
Neriiet,Fraii(jois-Jehaii, Sänger
a/d. Kapelle Louis XL von Frank-
reich. Rechnung vom 1/10 1480
bis 31/9 1483 (Thoinan 69).
Neron, . . . ein französischer
Komponist, der nach (jerber 2 vor
1730 starb, ist durch 3 Kantaten
bekannt, die in Boivin's Kat. für
1829 p. 10 angezeigt sind. Eine
davon besitzt die B. M:
Les clianues de la voix. 2. Cautate ä
voix seulle et siiiii)lioDie. Paris l'auteur
1717 et Foucault. fol. 16 S. im Stich,
[auch iu Paris Nat.
Le paj)illon, cantatillc. Paris 1716
grave. | Paris Nat.
Im Coiis. Paris auch 2 Cautaten, die
der Kat. nicht näher bez.
Nerucla, Johann Baptist (Für-
stenau 1, 140 u. 153 nennt ihn
Joh. Georg, andere, auch Dlabacz,
Joh. Bapt. Georg, in seinen Drucken
nur wie oben angezeigt). Geb. zu
Rossicz in Böhmen, lebte dann in
Prag, bildete sich zum Violinisten
aus und kam von da 1750 als
Violinist an die kurf. Kapelle in
Dresden, wo er um 1780, 73 Jahr
alt, starb, nachdem er 1772 wegen
Alters pensioniert ward. Seine
Söhne Luduig und Anton traten
in des Vaters Fufstapfen. Ludwig
wurde 1764 mit 120 Thlr. Gehalt
kurf. Kammermusikus (Dlabacz.
Fürstenau 1, 156). Johann Baptist
soll eine Unmasse Sinfonien, Vio-
linkonzerte, Trios u. a. geschrieben
haben, von denen nur
Weniges
heute noch nachweisbar ist:
1 Salve regina a 2 (Sopr. Alt) c. ström.
Ms. 272 in P. [Dresd. Mus. und kath.
Kirche.
Les Troqueurs, Opera. Ms. B. Upsala,
nur vorhanden 1 Oboe, 2 Fi. 2 Cor.
4 Sinfonien zu 4 — 6 Instrum. Ms. Fol.,
ohne Vornamen. [Upsala.
Sinfonie in Dd. für 2 V. Va. Vcl. B.
u. 2 Hörn. Ms. Stb. [Bmssel Cons.
2 Sinfonien in Dd. u. Gd., mit Neruta
gez. 1. f. 2 V. Va. u. ß. 2. für 2 Ob.
2 V. Va. u. B. Ms. in Stb. [B. Kgsbg.
Balli per Vanno 1754. Ms. [B. Lpz.,
ohne Vornamen.
2 Quintette in Bd. f. Streichinstr. Ms.
Stb. [B. Kgsbg. Va. zu Nr. 1 defect.
Piece Steyrisch: Dd. con 2 Corni, 2 Fl.
2 V. Violetta e B. Ms. Stb. [Schwerin F.
6 Sonate ä 3 (2 V. e B.). Lips., Breitk.
e figlio 1764. 3 Stb. [B. B. Dresd. Mus.
Auch im Ms. 16050 iu K. in B. B. in Stb.
Ms. 16049 iuK. Sonata aViola d'amour,
V. 6 Fl. B. 3 Stb. [B. B.
Nerra, . . . 1447 Tenorist am
St. Peter in Rom (Viertel]. 3, 236).
Nervi d Orfeo, 1605 a Samlwk.,
siehe GrraswinkeL
Nervins, RP. Leonardus, ordin.
Cappucin. S. Francisci (die Ver-
mutung Straeten's 1, 125, dass er
zu St. Martin in Tournai lebte,
scheint mir etwas weit hergeholt
und fohlt an Beweisen). Man
kennt bis jetzt folgende Werke
von ihm:
1618. Missae decem 4, 5, 6 et 7 voc.
0. B. pro organo. Antv. 1618 Phalosius.
40. 9 Messen. 6 Stb. [Brüssel: 5a.
Musikfr.Wien fohlt A. br. Mus: A. T. 6a.
1623. Cantiones sacrae cum litt. 8 voc.
Antv. 1623 Phalesius. [B. B: C2. B. 1.
iu 4".
1624. Magnificat super 8 consuetos
tonos, una cum aliquot raotettis et lit-
taniis ... 8 voc. Antv., Phalesius. 4".
Tenor 29 S. [Straeten 1, 121 mit Reg.
1624. Missae sacrae 8 voc. quibus
adiecta sunt aliquot Mototta, c. Litauiis,
c. Bc. ib. 40. Bassus 44 S. In der
Ded. nennt ihn Phalese: Leonardus Capu-
cinus. Straeten 1, 122 das Reg. [Bibl.
Ferd. vander Haeghen in Gent.
1628. Fasciculus cantionum sacr. 4,
5 et 6 V., additis Litaniis Lauretanis 4 &
6 voc. c. Bg. ib. Bassus in 4». 74 S.
Straeten das Reg. [ebendort und im
br. Mus: A. T. 6a.
Nesbet, ... ein englischer Kom-
ponist des 15. Jhs.,
der in Pepysian Ms. 1236, Magdalen
College zu Cambridge mit einem Gesänge
vertreten ist.
Nesenus.
175
Neth. Johann Martin.
Neseiius, Jolianii, aus Bergen
in Norwegen, war um 1594 ,,artium
Studiosus'' und scheint in Helm-
staedt zu leben und um 1598
Kantor (Musicus) am Pädagogium
zu Göttingen (Titel). Man kennt
von ihm:
Solemnitati uuptiarum . . Christophori
Spoi'lerie . . Einibeccae celebratarum, haec
canebat IV. vocibus. . . 1 Bl. gr. f ol. Text:
Gott der Herr sprach. Am Ende: Helmae-
stadii excud. Jac. Lucius, An. 1594. [B. Br.
Lieb gärtlein, Darinnen etzlicheTeutsche,
Liebliche, vnd höfliche Liedlein zu finden,
welche nach art der welschen villanellen,
in vier Stimmen (beneben einem Baar-
liedlein mit 5. vnd einem anderen ofzuge
mit 8. Stimmen) artlich, auch nach aller-
ley Instrimient, gesetzet, Durch . . . Mul-
husii 1598 Andr. Hantzsch. 4 Stb. qu40,
dem Eat vou Hannover gew. Vorrede
von Samuel Sceruicovius. Courector in
Göttingen. 10 Lieder 8 zu 4, 1
zu 5,
1 zu 8 Stirn. [B.Hbg.
Ms. T168, B. B. von letzterem Werk
die Part., sowie im Besitze Dr. E. Bohn's
in Breslau.
Ms. B 1266 Dresd. ein Tonsatz.
Ms. B. ßr: Gott der Herr sprach.
Neser, Johann, geb. in Winds-
bach in Mittelfranken bei Heils-
bronn, Sängerknabe in der Ka-
pelle des Markgrafen Georg Fried-
rich von Ansbach, besuchte auf
Kosten desselben die Universität
Wittenberg (1581) und wurde dar-
auf (1596) Schulkollege u. Kantor
am Gymnasium zu Heilsbronn in
Mittelfranken. Letzter bekannter
Druck von 1620 (AUg. d. Biogr.
mit obigen Verbesserungen nach den
Titeln). Von seinen Werken sind
bekannt :
Epithiüamia in honorem ornatissinii
viri. . . Hierouymi Hippolyti Hildesheim,
Custrinensis, &. . . virginis Catharinae . . .
Bugeuhag'ii ... 5 & 8 vocib. Ab Amicis.
Witeberg. 1581 Matth. Welack. 4 Stbll.
„0 crudelis amor Phaebique o numina
vana", von Job. Neser W. Ein 2ter
Tonsatz zu 5 Stbll. ist von Joh. Wesalms.
[B. L.
Cantiones quatuor: quarum I. olim
modulata uuptijs VII. idüs Sept. Anno
1584 celebratis, CL. V. Weuceslai Gurck-
feldein . . Gymnasii apud Heilesbronenses
praecipui collegae : reli(iuae nuperrime
XXV. Maji, Ao. 1596. Friederici Taub-
manni, Prof. in Witeberg., (juondam illius
discipiüi, Autore . . . nobilis Heilsbron-
nensiiun Musicae Magistro. Witebg. 1596
Welaciana. 7 Stb. 4" mit mehreren Ge-
dichten u. 4 Gesäugen bis 8 Stirn. [B. Br.
fehlt 7 a resp. 2. Alt.
Hymni sacri in usum ludi illustiis ad
Fontes Salutaris: melodiis et numeris mu-
sicis compositi et collecti. Hofii-Varis-
corum 1619 Matth. Pfeilschmid. P. zu
4 — 5 St. in kl. 8". 32 Nrn. [Hofb.
Wien.
Hymni sacri in usum ludi illustris ad
fontes salutares . . . Noribergae 1620 J.
Fr. Sartorius. 1 vol. in 8". 13\', Bg.
mit 46 lat. u. deutschen mehrst. Gesgen.
in Part. [B. Zw.], ob dies ein neues Werk
oder nur ein anderer Druck des vorher-
gehenden ist und zwar ein bis 46 Nrn.
vermehrter, bedarf der Untersuchung.
Der Kat. der Natioualbibl. in Paris
zeigt einen Druck von 1681 von einem
Johann Neser an, der von Fetis ohne
Bedenken als 2te Ausgabe des Druckes
von 1619 angesehen wird. Mir wurden
nur wenige Worte des Titels nebst der
Jahreszahl mitgeteilt, doch stimmen sie
genau mit Fetis überein. Er schreibt:
Ilymnos sacros selectiores et cantileuas
nonnullas quas vocant gregorianas, quibus
in fine adjuncta succincta eoque genuina
iustitutio ad musicis et numerorum vul-
gariuni scientiam in usum scholae, Culm-
barensis edit. Wolfgang Erdmann Beyer.
Norimbergae 1681 Joh. Jonas Folserkering.
8<*. W. E. Beyer gab sie für die Schule
in Kubnbach heraus. Ich möchte doch
sehr daran zweifeln, dass die Gesänge
von dem obigen Neser herrühren.
Nestricli, ... um 1780 Musik-
direktor an der Neuhausischon
Truppe in Hanau (Reichard's
Gothaer Kalender 1781).
Neth, . . . Hofrat,
die Bibl. der Musikfr. in Wien besitzt
von ihm eine Sinfonie in Gd. für 2 V.
Va. 2 Ob. 2 Hörn. u. B. in Stb. Lebens-
zeit wohl Ende des 18. Jhs.
Neth, Johann Martin, ein
blinder Virtuose auf allerlei In-
strumenten, geb. um 1683 zu Itzhoe
in Holstein, gest. 1736 ebd., wo
er seit 1713 Organist war (Matthe-
son 1, 295. Gerber 1).
Netlet
176
Neubauer, Frauz Christoph.
Netlet, siehe Ouitlet.
Netti, Griovaniii Cesarc, ein
niri^ends erwähnter italienischer
Opernkomponist des 17. Jhs. (vor-
ausgesetzt, dass der Name richtig
gelesen ist), von dem das Archiv
des Conserv. Turch. zn Neapel eine
Oper im Ms. P. ohne Titel besitzt.
Neubauer (aucii Neubanr und
Neupauer), Franz Christoph, auf
seinen Drucken meistens nur Frmu
genannt, in Katalogen auch für
Christoph Christian geschrieben,
geb. zu Horzin in Böhmen (nach
Dlabacz, der ihn aber F. R. mit
Vornamen bez.), wurde vom Schul-
rektor in Musik und Wissenschaft
erzogen, lebte dann einige Zeit in
Prag, dann in Wien, wo er sich als
Violinist auszeichnete und in Ver-
bindung mit Wiener Musikern trat.
Schrieb daselbst auch eine Oper
für Schikanoder, reiste dann als
Virtuose und führte ein bewegtes
Leben. Zeitweise blieb er kurze
Zeit an deutschen Höfen hängen,
bis er endlich in Bückeburg Kon-
zertmeister wurde und noch in
jungen Jahren am 11. Okt. 1795
sein Leben beschloss (Lpz. Ztg. 2,
222, Biogr. im 6. Bde. Gerber 1.
2. Fotis. Allg. d. Biogr.). Er war
ein begabter aber unsteter Mann,
der mehr leisten konnte, wenn er
mehr innere Sammlung besessen
hätte. Von seinen vielen Kompo-
sitionen die Gerber 2 u. Dlabacz
anführen sind nachweisbar:
Unter Neubauer eiue Missa iu G. Ms.
fol. [Einsiedehi.
Cantate „Der Herr ist würdig Preis
und Ehre zu nehmen." P. Ms. — Die
Fürsteugi-uft von Herrn Schuhart, in die
Musik gesetzt von Hr. Neupauer. Ms. P.
[B. B., beide nur mit Neubauer (Neu-
pauer) gez.
Hymne auf die Natur. Cantate in 2
Abthlg. für Soli, Chor u. Orch. P. u. Stb.
Züricii 1787. Cramer 3, L'71 tadelt sie
scharf. [Musikfr. Wien. Darmst.
Fernando und Yariko, Schausp. mit
Gesang in 3 Akten von Karl von Ekharts-
hausen. Züricb 1788 Orell, (icssner,
Fuessli & Co. Part. 12 und 140 Seit.
|B. M. Musikfr.Wien. Darmst. Im Ms.
München Oper. br. Mus. im Druck.
Gesänge mit Begltg. des Clav. Zürich
(1788) Orell, Gefsner, Fuefsli & Co. 13
Nrn. [Darmst. ß. Lpz. Stadtb. Augsbg:
Zürich, Nägeli.
3 Sinfonien in Stb., gedr. in Paris chez
Imbault. [Brüss. Cons.
3 Sinfonien, gedr. bei Andre in Offen-
bach. [Brüss. Cons.
Sinfonie ä grand orchestre , oe. 1.
Offenb., Andre. Stb. [Paris Nat.
Sinfonie a gr. orch. B. op. 8 Liefg.
1 u. 3. Stb. Mainz, Scbott. [Lübeck.
2 Symphonies p6ri()dii|ues a plusieurs
instrum. Paris, Imbault. Stb. [Paris Nat.
Grande Sinfonie militaire p. le Pfte.,
tiree . . . d'un oeuvre ä gr. Orch., du
meme nom de Mr. F. Neubauer par G.
M. J. ... 1810. Ms. [B.B.
La Bataillc (Bat. de Martinestie oder
Coburg's Sieg genannt) Sinfonie p. Orch.,
oe. 11. 2. cdit. Offenb., Andre. Stb.
[Darmst., dort auch die P. scheinbar im
Autogr. und ein Kl.-Auszg. vom Verfasser
in Heilbronn. In B. B. ein anderer Kl.-
Auszg. im Ms. Lübeck im Druck.
Darmst. in Mss: Coburgs Sieg. P. —
4 Harmonienuisiken von 1791. P. u. Stb.
— Parthia in B. p. Fl. obl. Ob. obl. 2
Clarinetti, 2 Cor. 2 Fag. et Violone 1791.
Stb. — Sinfonia I. Stb.
4 Ouatuor, pour 2 V. Va. et Vcl. oe.
6. Offenb., Andre. 4 Stb. [B. B. B. M.
Trio pour le Clavecin avec acc. de V.
& Vcl. op. 20. Bronsvic, Magasiu. 3
Stb. [B. Wagener.
Quatre Duos pour V. et Va. Offenb.,
Andre. [Mailand Cons.
8 Sonate per V. e Va. Ms. [Mail. Cons.
3 Senates p. V. solo av. Face, d'un
Alto. Oeuv. 13. Augsbg., Gombart. 2
Stb. [Paris Nat. Leo Liepm.
Trois Duos p. le V. et Vcl. op. 9.
Offenb., Andre. 2 Stb. [B. Wagener.
Musikfr. Wien.
3 Duos p. le V. et Vcl. et 3 Duos p.
2 Vcl. op. 10. [Musikfr. Wien.
3 Duos concertants pour V. & Alte
composees par Franrois Neubaur. Oe. 10.
Augsbg. Gombart & Co. 2 Stb. fol. [B. B.
3 Duos p. 2 V. op. 14. Liv. 2 Nr.
4—6. Mainz, Schott. [Lübek.
18 Variations p. V. [Paris Nat.
Im Bossler unter Neubauer und F.
Neubaur in den Samlwken. 11 und 15.
Neubauer. Johann.
177
Neufville, Jean -Jacques de.
Unter Fmnx. Neubaur befinden sich
in der B. B. noch
Duo p. le V. & Vd. Oeuvre posth.
Boun, Sinirock. 2 Stb.
und in B. M. im Ms. unter denselben
Namen: 1. Missa in ß. pro Dominica per
Coutrapunto 4 voc. c. organo 1786. P.
2. 3 Missae ebenso. 3. 1 Messe zu 4
Stim. und Ürch. in U Stb.
Unter Neubaur^ olrne Vornamen, im
Ms. in B. M: 2 Serenates ä 2 V., 2 Viele,
2 Canti c. B. 8 Stb. Fraglich ob sie
dem obigen angehören.
Forkel 4, 85 meint jedenfalls den
obigen, den er 1787 als in Zürich lebend
verz., ihn aber Friedrich Christian Neu-
bauer nennt. Man sieht, die Anfangs-
buchstaben obiger Vornamen sind die-
selben. 1787 erschien seine Hymne in
Zürich. Siehe oben.
In St. Einsiedeln eine theoretische
Abhandig. im Ms., betitelt: Eine Erleichte-
rung zu der musikalischen Composition.
Aufgesetzt 1783. Enthält die Erfindung
und Verbindung der Töne. Scheint Au-
togr. zu sein.
Neubauer, Johaun, lebte um
1649 in Kassel. Die Landesbibl.
daselbst besitzt von ihm im Ms.
in 5 Stb:
Neue Pavanen, Galliarden, Balletten,
Couranten, Allenianden und Sarabanden
mit 4 und ,ö Stim. mit Bc. Dem Land-
grafen Wilhelm von Kassel am 0. Aug.
1649 gewidmet.
In der Stadtb. Danzig, Ms. Mus. q89,
6 Stb. kl. qu40 starke Bände, scheinbar
Ende des 16. oder Anfg. des 17. Jhs. ge-
schrieben, enth. als Nr. 1 : J. Neubauer:
Missa super Adorna Thalamum 6 voc.
Ob dies der obige ist wage ich nicht zu
behaupten.
Neubauer (Neupauei), Jolianu
Franz, Organist a/d. Hofkapelle
in Wien mit 720 Gld. vom 1. Juli
1713 bis t 1. Okt. 1732, 63 Jahr
alt. Nach Köchel 1, 111 war er
um 1669 geb. und kam um 1711
mit Kaiser Karl VI. aus Barcel-
lona nach Wien.
Neubauer, Moritz, wird am
1. Nov. 1638 Kammermusiker und
Dulcianist an der Hofkapolle zu
Berlin, 1643 noch zum Kammer-
diener ernannt, starb 1666 als
Rob. Eitner's Quellen-Lexikou. Bd. 7.
Kammerrat in Kolberg (Schneider
40. 41).
Neubaur, Johann,
gab 1791 bei Bossler 6 Quartette für
Flöte, V. Va. u. B. heraus (Gerber 1).
Neudecker, Karl, um 1756
Organist im Hradisch, Kloster in
Olmütz (Marpurg 3, 67).
Neuf basses dances, s. Attaing-
nant 1530.
Neuif (Neufe), Aug'ustin, zu
Grätz geb., Schüler von Quantz,
von 1754—1792 Flötist und Kgl.
Kammermusikus a/d. Opernkapelle
zu Berlin. Dulon lernte ihn in
Potsdam kennen, er nennt ihn
Neif^ und sagt von ihm, dass er
nur wenig leiste, sehr eingebildet
und grolsmäulig sei (Marpurg 1, 78).
Neufville-de-Brunaubois-Mon-
tador, Le Chevalier Jean-Florent-
Joseph de, ein Kapitän einer
Kompagnie invalider Unteroffiziere
zu Lorient, geb. um 1707 zu
Sangaste bei Calais, gab heraus:
Lettre au sujet de la rentree de la
demoiselle le Maure ä l'Opera. Biiixelles
1740. l'JO (nach Fetis).
Ncufvüle, Jean de, ein Trou-
badour des 12. u. 13. Jhs. (Cousse-
maker 5, 191).
Im br. Mus., Ms. 122, Codex des 13.
Jhs. (Egerton Mss. 274) fol. 102 v. die
Chanson ,,Desore mais est".
Neufville, Jean -Jacques de,
geb. 5. Okt. 1684 zu Nürnberg,
gest. 4. Aug. 1712 ebd. Schüler
von Pachelbel, ging 1707 nach
Italien, gab in Venedig eins seiner
Werke heraus und kehrte im April
1709 in seine Vaterstadt zurück,
wo er zum Organisten ernannt
wurde (Fetis. Gerber 2 unter
Deueufville). Beide führen eine
Reihe geistliche Kompositionen an,
doch fand ich nur folgendes Werk
von ihm:
Sex Melea s. Ariae cum variationibus
Organum pneumaticum musicum, Autore
Johanne Jacobe de Neufville. s. 1. et a.
12
Neuhaus.
178
Neukäufler.
1 vol. fol. 2 Bll. Dedic. u. 26 S. Orgel-
stücke im Stich, bestend aus 5 Arien mit
Variat. und 1 Ciaconna. Die Dedic. ist
am 3. Febr. 1708 in Venedig unterz.
[Berlin Kircheninstitut.
Neuhaus, Johann, um 1601
Kautor in Freiberg i/S., erhält in
obigem Jahre für eingereichte Kom-
positionen vom Kurfürsten von
Sachsen 10 Thir. Gratifikation (M.
f. M. 24, 13).
Neuhausen, . . . bekannt durch
Erster Theil <ieistlicher Conceiien mit
1. 2. 3 und 4 Simmen nebenst dem Basso
cont. Lübeck 1(548. fol. [B. D. 30 fol:
2. u. 3. voce vorliandeu.
Neuhauser, Leopold, ein In-
strumcntalkomponist des 18. bis
19. Jhs. zu Wien, von dem Ger-
ber 2 allerlei Kompositionen ver-
zeichnet.
Die Bibl. der Musikfr. in Wien besitzt:
6 Variations ;i Guitarre et Violon. op. 2.
Neuhauser (Newhauser), Wal-
thin, Kopist (Ingrossist) der Kan-
toreibücher für die herzogl. Ka-
pelle in München; angenommen
am 20/7 1588 mit vierteljährl. 16
Gld., st. im Okt. 1591 (Kreisarchiv).
Der hds. Katalog der B. M. nennt
ihn mit Vornamen Valentin, siehe
Kat. Nr. 24.
Neuhoffer, Johannes, war 1550
Kautor a/d. Domkirche, der frühe-
ren St. Bartholomaeuskirche zu
Frankfurt a/M. (M. f. M. 23, 184).
Neuinger, Kaspar; nach Sta-
den's Ausgabe der Kirchengesäuge
von Hassler r637 Organist an St.
Egidien in Nürnberg.
Neujahrshlätter der Musikge-
sellschaft
auf der deutschen Schule in Ziüich.
1713—1812 in 4 vol. 4». [B. Nürnbg.
B.M.
Neujalirsgeschcnke, Musikalische, ab
dem Musiksaal an die Zürichersche Jugend.
Zürich 1778—1812 in 3 voll, in fol. und
in 4''. Angehängt Abbildungen von Zü-
richer Gegenden, 6 Stück in 1784 bis
1789. Enthält Biographieu, Urteile, auch
Musikbeilagen. [B. Nürnbg.
Die B. B. besitzt dieselben von 1G8.5
bis 1812 mit öfter wechselndem Titel.
Der älteste heilst: Musical. Neujahrs-Ge-
schenk einer tugendliebenden Jugend in
Zürich. Von der Gesellschaft der Vocal-
u. Instrumental-Music ab dem Music-Sal.
4 voll, in 4". Dann noch im 1. Bd. von
1772—82. 40. — Im St. Einsiedeln von
170.5—1777. 1780-1804 nebst mehreren
anderen Ausgaben der Musikgesellschaft.
— In B. Dresden die Jahrgänge 1 — 10.
18—35, 28 Hefte aus den Jahren 1813
bis 22. 1830-47, in 4°.
Neu-Jahrs-Ocdiclite, Musicalische, der
Jugend in Zürich. 1716—1777. Von
der Gesellschaft der Vocal- und Instru-
mental-Music, ab deui Music-Sal daselbst
zum anderen mahl aufgelegt . . Alles was
irrdiscli muss endlich vergehen etc. 4''.
G08 S. 93 Nrn. mehrstim. Gesänge und
Anhang, [besafs einst Dr. Lindier in
Berlin. Im Stifte Einsiedeln in 2. Aufl.
von 1685—1734. 4" und 1713—1779.
In der Bibl. Scliletterer s fand ich ein
E.vemplar von 1685 — 1875. Der älteste
Titel lautet:
Musikalische Neu - Jahrs - Geschenke:
<iott zu Fhron, und zu vermehning der
Freuden in Gott einer Ehr-, Kunst- und
Tugendliebenden Jugend in Züiich. Von
der Gesellschaft der Vocal- und Instru-
mental-Music, ab dem Music-Sal daselbst
Verehrt. Vignette. Alles was irdisch muss
endlich vergehn MÜSICA bleibet in ewig-
keit Vstehu. 16S5. 4». Von 1778—89
in qufol., von 1790 bis zur Neuzeit in
4*^. Enthält Biograph., Musikbeilag., Ab-
bildungen u. Gedichte. Jeder Jahrg. nur
1 Bogen und 1 Porträt stark. Von 1813
ab vereinigten sich beide Züricher Musik-
gesellschaften und heifst nun der Titel:
Neujahrstück der allgemeinen Musikge-
sellschaft. Von 1825 ist er 16 Seiten
stark. Von 1830 ab findet man Biogr.
von Jos. Haydn, Mozart, Beethoven mit
Portr. und 1839 die von Seb. Bach nebst
Stammbaum. Uebrigeus wechseln die Titel
noch mehrfach. Von 1799 ab ist David
Bürkli als Verleger gez. und seit 1842:
Orell, Füfsli & Co. Nach einem Berichte
in 1857 p. 7 wurden die Neujahrsge-
schenke 1586 gegründet und das 1. Stück
in 200 Exemplaren gedruckt. Nach weite-
ren Berichten ergiebt sich aber, dass es
statt 1586 1686 heilsen soll. Kompo-
nisten der Musikbeilageu werden erst in
1857 genannt.
Neukäufler, F..., ein bisher
unerwähnter Komponist, der nach
Neukomm.
179
Keukomm.
der Lpz. Ztg. 1821 in Darrastadt
lebte, auch eine Zeitlang Bassist
in Meiningen war, dann sich als
Miisikleln'er wieder in Darmstadt
uiederliefs, Musikdirektor am The-
ater u. auch Direktor des Mozart-
vereins wurde. Die letzte Nach-
richt stammt aus dem Jahre 1843.
Er muss vor 1780 geb. sein, denn
seine Lieder zeigen Dichter aus
der Mitte des 18. Jhs. an. Be-
kannt ist von ihm:
Schmauchlied von Blumnauer. Bonn,
Sinirock. [Darinst. wie alle folgenden:
Die Tabackpfeife von Pfeffel. Ib.
Jäger-Chor. Stb. Ms.
Quartett auf das "Wohl des s. e. M.
von St. Nebel. Mainz.
Quartett zum Fest Johann des Evange-
listen mit 4 Hörnern. Mainz. Stij.
Sechs Märsche f. Militair Musik. Ms. P.
Dreimal 12 Variationen f. Pfte. Mainz
und Bonn.
3 Hefte "Walzer f. Pfte. Mainz.
Neukomm, Siegmuiid (von),
geb. 10. Juli 1778 zu Salzburg,
gest. 3. April 1858 zu Paris. Einer
der wenigen Sterbliclien denen
das Glück fast nie untreu wurde,
der als Komponist gefeiert, ge-
sucht und vergöttert, und dasselbe
nicht durch ein hoclibegabtes Genie
erreichte, sondern durch seine Per-
sönlichkeit und durch eine ge-
schickte Berechnung dem jeweili-
gen Geschmacke des Publikums
zu huldigen. Der Vater, Lehrer
an der Centi'al-ISrormalschule in
Salzburg, sorgte für eine gute
wissenschaftliche Erziehung (von
1788 — 1793 war er Sängerknabe
am Dome in Salzburg, nach Pere-
grinus 121). Als das Musiktalent
des Sohnes hervortrat, liefs er dies
durch die besten Lehrer ausbilden.
Der Organist "Weissauer u. Michael
Haydn w^aren seine Lehrer; dabei
besuchte er die Universität und
hörte Philosophie und Mathematik.
Seine Vorliebe fürs Insti'umenten-
spiel war so grofs, dass er sich
fast auf jedem Instrumente einige
Fertigkeit erwarb, ohne aber einem
den Vorzug zu geben und es bis
zur Virtuosität zu bringen. 1798
ging er nach Wien und fand in
Jos. Haydn's Hause die beste Auf-
nahme, so dass er mehr als Sohn,
denn als Schüler dort verkehrte.
Als Haydn 1809 starb, übte Wien
auf ihn keine Anziehungskraft
mehr aus und da er kurz vorher
zum ersten Male öffentlich als
Komponist aufgetreten war u. sich
mit einem Male zum berühmten
Manne emporgehoben sah, den
auswärtige Vereine und Akademien
mit Ehrendiplomen und anderen
Auszeichnungen überhäuften (so
Stockholm und Petersburg), so
wendete er sich zuerst nach Peters-
burg, um seine Werke dort per-
sönlich einzuführen; von da ging
er nach Moskau, dann nach Paris,
London und so fort, überall mit
Enthusiasmus aufgenommen und
gefeiert und da er ein Schnell-
schreiber ohne Gleichen war, so
konnte er stets mit etwas ganz
Neuem dienen. In Paris fand er in
dem Hause des allvermögenden
Talleyrand eine vorzügliche Auf-
nahme, so dass er zeitweise Haus-
genosse desselben war. Fand
Talleyrand es gut für eine Zeit
von der Bildfläche zu verschwinden,
so verschaffte er gewiss seinem
Günstlinge Gelegenheit sich anders-
wo zu amüsieren. So 1816 als
Kapellmeister in Brasilien. Auch
verschaffte er ihm den Orden der
Ehrenlegion und sogar das Adels-
diplom. 1826 durchreiste er Italien,
1827 Belgien und Holland und
1830 begleitete er Talleyrand auf
einer Gesandtschaftsreise nach Eng-
land, wo er die enthusiastischste
Aufnahme fand. — Mendelssohn
12*
Neukomm.
180
Neukomm.
schreibt in seinen Briefen: Man
hob ihn in den Himmel, stellte
ihn über alle Komponisten und
applaudierte ihm auf allen Schritten
und Tritten. Von da ab besuchte
er England bis ins Jahr 1837 all-
jährlich zur Saison. 1842 diri-
gierte er das Mozartfest in Salz-
burg. Ein Aiigeuübel bedrohte
ihn mit gänzlicher Erblindung,
doch eine glückliche Operation gab
ihn seinem früheren Reiseleben
zurück. 1849 ist er in München,
1851 in London als Preisrichter
bei der Weltausstellung. 1856
geht er nach dem Orient, kehrt
aber, wie Fetis berichtet, auffallend
hinfällig zurück und bald darauf,
fast 80 Jahr alt, trat er die grofse
Reise an, von der niemand mehr
zurückkehrt. Man rechnet ihm
über 1000 Kompositionen nach,
darunter Opern, Oratorien, Messen,
Kantaten , Psalmen und andere
Kirchenstücke, femer Sinfonien,
Kammermusik aller Gattung bis
herab zum kleinen Klavierstücke.
(Esquisses biographiques de S. N.,
ecrites par lui meme. Paris 1859
Mourgues. 8". 30 S. Schilling.
— Bock 1869, 157 von Alberti.
— Vielfache Urteile in Leipz.
Ztg., siehe Reg. — Rochlitz 3,
142 Urteil über das Oratorium
Christi Grablegung, was er preist
wie ein bedeutendes Meisterwerk.
Siehe auch meine Biogr. in der
A. d. Biogr. Sein Porträt in Schott's
Cäciha Bd. 15).
Verx. seitler geistlichen Kompositionen:
Christi Aufei-stehuog. Oratorium. Kl.-
Ausz. Mainz. Schott. 61 Seit. [B. B.
Hofb. "Wien. Eiusiedelu.
Christi Grablegung. Oratorium aus
Klopstocks Messias. Part. op. 49. Lpz.
Br. & H. 127 S. [Hofb. Wien. B. Wa-
gener. Musikfr. Wien.
— Kl.-A. ib. c. 1827. qufol. [Schwe-
rin. Lübeck.
— K1.-A. Mainz, Schott. [B. B. Glas-
gow. Kremsmünster.
Christi Himmelfahrt. Oratorium. KL-
Ausz. Mainz , Schott. 84 Seit. [B. B.
Hofb. Wien. Glasgow.
David, Oratorium in 2 Abthlg. von
Joh. Webbe : P. u. Stb. [Musikfr. Wien.
Glasgow.
Das Gesetz des alten Bundes. Ora-
torium. Part. fol. 162 u. 114 S. [be-
safs einst in Kopie Prof. Frz. Commer
in Berlin.
Die zehn Gebote, Oratorium. P. und
Stb. im Ms. [Berlin Singak.
Mount Sinai, or tlie ten command-
ments. An Oratorio. Lond. gr. fol. [Glas-
gow, P. u. St.
Der Ostermorgen, Cantate von Tiedge.
Part. Autogr. 148 Seit. [B. Wagener.
Musikfr. Wien P. Ms.
— Der Ostermorgen von Tiedge. Can-
tate für 3 Solostim. u. Chor mit Pfte. . .
Lpz. , Br. & H. P. u. St. [Schwerin F.
B. M. Beriiri Singak. B. ß. Amst.
Einsiedeln. Brüssel Cons.
— Kl.-A. u. Stim. [Elbing Nr. 93.
Pfiugstfeier, Cantate a 4, Kl.-Au.sz,
Bonn, Simrock. [Berlin Singak. B. Lpz.
B. B.
Cantate: Lobet den Herrn, für 3 stim.
Männerchor mit Orch. P. u. Kl. -Ausz.
[Musikfr. Wien.
3 Cantates 1. Espoir en Dieu. 2. Ode
sur le jugement dernier. 3. Dieu des-
cend. Paris, Nicou-Choron & Canaux. P.
[B. B.
Mss. autogr. B. B:
1. Messe ä 4 p. av. orch. Paris 4/8
1813. P. 193 S.
2. Missa solemnis Gd. 4 St. u. Orch.
Rio de Janeiro 6/11 1817. P. 32.5 S.
Missa pro defunctis manibus parentum
praeceptorumque suonim Mich, et Jos.
Haydn nee non F. X. Weissauer. . . Lps.,
Peters. P. fol. [B. Kgsbg. dazu 13 S.
P. Vor- und Zwischenspiele nebst einem
Trauermarsch für die Weidingersche In-
ventions-Trompete, 4 Homer und 3 Po-
saunen. Dresden ebenso. Glasgow
ebenso. B. M. ebenso. Hofb. Wien Ms.
15 750.
Missa pro defunctis. Mainz, Schott.
P. [Darmst.
op. 50. Messe de Requiem ä 3 part.
en Choeur avec acc. de grand Orchestre.
Part. Lpz., Br. & H. [B. Wa^ener.
B. M. Glasgow. Darmst.
Messe de Requiem ä gr. choeur et
orch. Kl.-A. Paris, Chorou & Canaux.
[B. B.
Neukomra.
181
Neukomm.
Missa pro defunct. (4stim. mit Orgel).
Lips., Peters. Pai-t. [B. Kgsbg. B. M.
Musikfr. Wien. B. B.
Messe unter dem Titel St. Frederici f.
4 Männerst. mit Orgel, Bass und Vcl. P.
Ms. [Dresden Mus.
Messe solemnelle a 4 voix av. org.
Paris, Nicou-Clioron & Canaux. Part. &*.
LB. B.
Messe „Pax animae" 4 part. av. org.
Mainz, Schott. P. u. St. [B. B.
Messe ä 2 voc. egales av. org. Paris,
Choron & Canaux. [B. B.
3 Messe. Paris, Choron & Canaux.
[B.B.
Missa solemnis 4 voc. P. und 3 Can-
tica. Ms. [B. M.
Messe a 3 voLx egales avec ou sans
acc. d'orgue. P. Mayence, Schott, qufol.
[Einsiedeln.
Messe für 3 Stirn, und Orgel. Ms. P.
[München alte Hofkapelle.
Messe du T. S. Sacrenient. Jannot
1860. P. 24 S. [B. M.
Kurze und leichte Messe. München,
Aibl. [B. M. Krem.smünster 1 Messe (?).
Alma. 2 Sopr. 1 A. P. [Musikfr.
Wien.
L'angelus 3 voc. av, acc. Paris et
Anv., Schott. [B. B.
Le 4 Antiennes a 3 voix egales. Lpz.,
Br. & H. [B. B.
50 Cantiques et Pseaumes ... ä 2 et
4 pai-t. Paris, Ch. Treuttel & Würtz.
8«. VIII u. 100 S. Melod. davon 10 zu
4 Stirn. [B.B. Hof b. Wien. Musikfr.
Wien. EiDsiedeln.
60 Cantiques niis en musique k 4
parties avec ou sans acc. d'orgue . . Paris.
8». [B. Kgsbg.
4 Cantiques pour 3 voix av. org.
Paris, Choron. P. [B. B.
Gebeth für den König. 15. Okt. 1853.
Berlin. Part. autogTaphiert und 6 Stb.
in 8". [B. B. Singak. in Berlin.
Gott, du bist mein Gott, f. Sopr. und
Pfte. [Musikfr. Wien.
Der Herr ist König, f. Sopr. u. Pfte.
[Musikfr. Wien.
Hymnus auf den Erlöser. [Elbing
Nr. 90.
Hymne für 2 Sopr. u. A. „Amor Jesu,
Jesu'dulcissime": Licht vom Lichte, Jesu,
wie liebevoll. In Lpx. Ztg. 1825 Nr. 40.
Ebendort in 1827 Nr. 6 eine Sopran- Arie
aus ,,die Grablegung'' und 1824 Nr. 20
ein Canon aus dem Ostermorgen.
Les Lamentationes pour 1 voix, choeur
av. org. Paris, Nicou-Choron & Canaux.
[B. B.
Die Liturgie der stillen Woche. Hbg.
1841 Fr. Perthes. P. [B. M.
Das teutsche Magnificat für 1 Singst,
mit Orgel. Lpz. P. [Darmst. Musikfr.
Wien. Berlin Sing.
Miserere ä 3 voix. Leips., Br. & H.
[B.B.
7 Motets pour 3 voix. Paris, Nicou-
Choron & Canaux. [B. B. Nr. 8326 m.
In demselben Bande und Verlage noch
21 geistliche Einzelgesänge zu 2, 3 und
4 Stim. in Part.
Offertorium : Domine Jesu Christe,
Sopr. c. org. et Contrab. Ms. 16737. P.
Autogr. [Hofb. Wien.
20 Psalms selected. Edinburgh 1853.
80. 15 u. 206 S. [B. B.
Der 67. Psalm für Doppelchor und
Orch. im Kl.-A. Lpz., Kistner. [Dresd.
Psalm 102. Dank und Preis. P.
[Berl. Sing.
Der 97. Psalm für 1 Singst, mit Orgel.
Lpz., Br. & H. P. [Darmst.
Psalmus V: Verba mea auribus, 4 voc.
in choro. Verneuil, 13. Julliet 1824.
Ms. 16460 P. Autograph. [Hofb. Wien.
Regina coeli laetare 4 voc. c. instr. ad
lib. Ms. 272 b. Autogr. [Dresd. Mus.
Singet dem Hei'rn ein neues Lied, für
Sopr. und Pfte. [Musikfr. Wien.
Stabat mater a 3 voix egales. Lpz.,
Br. & H. [B. B.
Stabat mater a 4 part. en 2 choeurs
av. org. oe. 38. Leips., Br. & H. P.
fol. [B. B. Musikfr. Wien. Berl. Sing.
Glasgow.
Stabat mater 8 voc. c. org. ad lib.
Ms. P. [Münch. a. Hofk.
Sub tuum und Salve regina ä 2 Sopr.
c. org. 1849 Autogr. [B.M.
Te Deum laudamus. P. Autogi-. [Leipz.
Thom.
Te Deum (Monument de Gutenberg).
Mainz, Schott filii. [B. B. Darmst.
Te Deum laudamus. oe. 24. Lps.,
Br. & H. P. [B. B. Glasgow. Darmst.
Te Deum laudamus pro pace, 5 voc.
c. orch. P. [Musikfr. Wien. Berl. Sing.
Vater unser aus Klopstocks Messias,
f. S. A. B. mit Instr. P. [Musikfr. Wien.
Wenn der Herr die Gefangenea, für
Sopr. u. Pfte. [Musikfr. Wien.
In der B. Amsterdam befinden sich:
50 Motetten, 40 Cantiques. 52 Cantiques
nouveaux. 20 Psalms selected in Stb.
60 nouv. Cantiques.
Im Cons. zu Mailand 3 Salutaris. Paiis,
Canaux. — 6 Tantum ergo, ib. — 1 Salu-
tation angelique, ib. — L'amitie et l'amour,
deux esquisses poui' le pfte.
Neukonim.
182
Neukomra.
12 Chöre in P. u. St. [Berl. Sing.
In Musikfr. Wien: 24 Chöre.
In Latrobe's Samlwk. London 1806
etc. 2 geistl. 4stim. Gesge.
Weltliche Gesänge:
Im Autogr. in B. M : 3 Lieder mit
Klav. Lc Message. La Pensee. An den
Mond.
An mein Schifflein f. 2 Sopr. Hamhg.,
Böhme. 3 Bll. [B. Wagener. B. B.
B. M. Dresd. im Ms. Musikfr. AVien.
Aumone. Choeur. Paris, Choron &
Cananx. P. [B. B.
Die Braut von Messina oder die feindl.
Brüder v. Schiller. P. 124 Bll. [B. B.
im Autogr.
Blessings from the skies, 5 v. Madi'ig.
1832. P. 6 Bll. [B. B. im Autogr.
Canon aus dem 0.stermorgen von Tiedge
„Preis u. Ehre" f. 3 Solost. mit Pfte.
Part. Lpz., Er. & H. [B. Wagener.
Canon, Eäthsel-, 5stim. Non omnis
moriar. (auf Jos. Ilaydn's Grab von seinem
Zögling S. Neukomm). Wien 10. Nov.
1814 um 2 Uhr nach Mitternacht. Cum
resolutione. Ms. 18463 P. Autogr. [Hofb.
Wien.
12 Gesänge für 2 Sopr. mit Pfte. 2
Hefte. Lpz., Kistner. fol. [Dresd.
9 Gesänge. Wien, Mochetti. [Musikfr.
Wien.
7 Gesänge f. 1 Singst, mit Pfte. op.
43. Lpz., Br. & H. qufol. 1!) S. [B.
Kgsbg. Musikfr. AVien.
6 Gesänge, op. 10. Lpz., Br. & 11.
[B. B. Musikfr. Wien.
6 Gesänge von E. Schulze. Berlin,
Schlesinger. [B. B. Musikfr. Wien.
Gesänge und Lieder zu Ticdge's Lieder-
Eoman Aennchen u. Robert ... 2 Hefte.
Halle, Ruff (Renger), qufol. 43 u. 44 S.
1815 erschienen. [B. Kgsbg. Dresd. Mus.
B. Lpz. B. B.
Hymne de la nuit (Hochgesang von der
Nacht) par Lamaiüne. op. 60. Mayence,
Schott. Pai-is, Schott, qufol. 50 Seit,
deutsch und französ. Text, für Chor, Soli
und Orch. Part. u. Kl.-A. [B. B. Amst.
Hofb. Wien. Musikfr. Wien. Glasgow.
Darmst. Schwerin F: Paris, les fils de
B. Schott, qufol. Einsiedeln. Dresd. im
Ms. Brüssel Cons. in 2 Exenipl.
6 Lieder op. 36 und 6 Lieder op. 46.
Lpz., Br. & H. [B.B. op. 46. Musikfr.
Wien beide Hefte.
Napoleon's Heerschau um Mittemacht,
von Zedlitz, als Melodrama f. Pfte. von
C. Braun eingerichtet. Regensburg, Reit-
mayer. 40. [B. B.
— Die Heerschau um Mitternacht, von
Zedlitz ... 2. vom Comp, veränderte
Ausg. Berl., Trautvvein. qufol. 9 Seit.
[B. Kgsbg. B. B.
Oesterreich ! Eine Volkshymne von Joh.
Lad. Pyrker. Wien 1843 A. Straufs sei.
Wittwe & Sommer, gr. 8". 4 stim. [Hofb.
Wien. Musikfr. Wien.
Schäfei's Khigelied von Goethe, op. 10.
Lpz., Peters, [ß. B.
Eight Songs by Bariy Cornwall. Mit
Porträt. London, Cramer, Addison &
Beale (Istim. mit Pfte.). fol. [B.B.
— The Sea, A sea-song, PoetiT by
Bariy Cornwall. New York 1836 Endi-
cott. [B. B.
Die Weinlese, von Wessenberg für 4
Stim. Stb. [Musikfr. Wien.
Töne, Lied! auf sanften Schwingen.
Ncujahrswiuisch für Jos. Haydn zu 4
Stim. Autogr. 1798. [Fürst Esterhazj%
Eisonstadt.
12 Solfeggi , or orig. lessons for a
countertenor or bass voice. Lond. fol.
[Glasgow.
Li den Hagen'schen Melodien zu den
Rhapsodien aus den Norischen Alpen.
1805 [B. Kgsbg.] — Li Koctschau's reli-
giö.se Gesge. für 4 — 6 St. 1823. [B.
Kgs!)g.
In Theomele, Samlg. von Arien, Duetten
etc. Gütei-sloh, Bertelsmann, 3. Bd., pag.
3 u. 102 zwei Gesge. In Reichardt's
Lieder geselliger Freude II.
Instriimentalwcrke :
Les Adieux de . . . Bresil. Fantaisie
p. le pfte. Berlin, Bureau des arts (ver-
gleiche amor Brazileii'o op. 37). [ß. B.
Musikfr. Wien.
L'amitic et l'amour, oe. 38. Lpz., Br.
& H. [Musikfr. Wien.
L'amoureux, Fantasie op. 41. — Duo
in Cm. — Nocturne in B. op. 18. [Mu-
sikfr. Wien.
Elegie sur Mad. la Duchesse de Cour-
lande pour Pfte., oe. 28. Leips. , ßr. &
H. [B. ß, Musikfr. Wien.
Elegie harmonique p. le Pfte. sur la
mort de Du.ssek (1812). Lpz., Br. & H.
15 S. [B. Wagener. Musikfr. Wien.
Fantaisie a gr. orch. oe. 9. Lps., A.
Kühnel. 18 Stb. [B. B.
Fantaisie ä gr. orch. op. 27. P. im
Ms. Stb. im Druck: Lpz. [Darmst.
Fantai.sie et Sonate Nr. 1. 2. Wien,
Artaria. [Musikfr. Wien.
Marche triomphale p. harmonie mili-
taire. Ms. P. [ßi-üssel Cons.
Marche Triomphale, aiTangee pour le
Neukomm.
183
Neumann, George.
Piauof. ä 4 mains par l'auteur. Wien,
Pietro Mechetti. fol. [Dresd. Mus.
Allerlei Märsche f. Orch.. auch nur f.
Pfte., dabei op. 12 u. 21. [Musikfr.Wien.
12 Märsche für triegeiische Instra-
mente. Bonn, Simrock. Stb. [Darmst.
37 Morceaux p. Torgue. Paris, Nicou-
Choron & Canaux. Liv. 1—3. [B. B.
oe. 37. amor Brazileiro, Capric. p.
Pfte. Leipz., Br. & H. [B. B. Musikf.
Wien.
Ms. 16110. B. B. Ouvei-ture zu die
Braut von Messina. P.
Ouvertüre ä gr. orch. Lpz., Br. & H.
Stb. in Cd. [Schwerin F.
QuiQtetto p. 2 Yiol. A. et 2 Volles.
Bonn, Simrock. 5 Stb. (er nennt sich
einen Schüler Haydn's). [B. Wagener.
Musikf r, Wien.
Sinfonie heroique op. 19. — 3 Fanta-
sien, op. 11, 27 u. ohne op. f. gr. Orch.
Stb. [Musikfr. Wien.
Sinfonie in Dd. f. Orch. P. Ms.
[Bi-iiss. Cons.
Symphonie periodique p. Pfte. Ms.
[Bräss. Cons.
Sinfonie, arrang. p. le Pfte. ä 4 ms.
par C. G. Belcke. Lps., Br. & H. [B. B.
op. 14. Sonate p. le Pfte. Leipzig,
Peters. 14 S. [B. Wagener.
Sonate op. 14. IG. 30. Retour la vie.
Variat. f. Klav. [Musikfr. AMen.
25 Original Voluntaryser grand studies
for the Organ, ded. Adelaide de Orleans.
Lond., Gramer, Addison & Beale. [B.
Wagener.
Notice accompagnee d'un rapport de
rinstitut de France, academie des sciences
et des beaux-arts, et des opinions de MM.
Keukomm et Thalberg, sur les nouveaux
pianos avec regulateur de l'accord, in-
ventes par M. Le Pere, et perfectionnes
par M. Roller. Paris 1839 F. Didot
freres. 4". [Brüssel.
Mozart's Violin -Schule. Wien. [Mu-
sikfr. Wien.
Anleitung sich des musik. Chronometers
zu bedienen. Wien 1815. [Musikfr.
Wien.
Im br. Mus. befindet sich eine sehr
reiche Samlg. seiner Werke, doch reichte
meine Zeit hin davon ein Verz. anzu-
fei-tigen. Einiges noch im R. C. of Mus.,
siehe den gedr. Kat.
Nouki-antz, Johann, geb. 11.
April 1G02 zu Rostock, gest. 21.
März 1654 zu Kirchenwcärder bei
Hamburg. Studierte in Greifswald
Theologie und erhielt 1629 an
obigem Orte die Pastorstelle. Er
war poetisch und musikalisch be-
gabt und mit Job. Rist befreundet
(Zahn 5, 418). In dem
Christlicher und wolgemeinter Buess-
Wäkker fuer alle in Sünden schlaffende
Buess-flüchtige Seelen . . . Hambg. (1648)
Jak. Rebenlein, 8», befinden sich 2 Lieder
mit Melod. u. B. [ß. Lpz.
Königs Davids Psalter-Spiel, von neuen
besaitet und auff die heutige Singe -art
gestimmet . . . Hamburg 1650 ib. 8°.
137 S. 37 Lied, mit Melod. u. B., meist
nach weltlichen Weisen. [B. Lpz. B. Hbg.
Näheres über Titel und Inhalt im
Becker 4, 12. 13. Zahn dinickt eine
Melodie ab. — Mattheson 1, 144 erwähnt
einen Klavierlehrer zu Stralsund um 1664,
der selbstverständlich ein anderer ist und
nicht weiter bekannt wurde.
Neumann, . . . gehört dem 18. Jh.
an und ist in der B. zu Karlsruhe
mit folgenden Werken vertreten.
Ms. 688 Concerto ä 5 ström, in Stb.
Fl. tiav. 2 V. Braccia, Bc. 3 Sätze in Bd.
Esd. Bd. — Ms. 690—692 ebenso, nur bei
Ms. 689 treten hinzu 2 Corn. 1 Fl. 2 Ob.
Violetta e Comb. c. Vcl. — Ms. 693 ein
Trio a Fl. trav. V. e B. 3 Sätze. Sämtl.
in Stb. — In der B. Darmst. befindet sich
von einem Neumann ein Concerto per
Oboe. Ms. P.
Neumann, ... ein Waldhomist,
war um 1788 an der Kgl. Kapelle
zu Berlin angestellt (Gerber 1).
Neumann, Christoph Magnus,
ein Posaunist, der sich zwei Jahre
in Dresden aufhielt und 1653 vom
Kurfürsten dem Kaiser in Wien
empfohlen wird (s. Staatsarch.).
Neumann, Oeorge, hielt sich
um 1770, wie Gerber 1 sagt, in
den Niederlanden auf und scheint
sich seinen Werken zufolge in
Amsterdam niedergelassen zuhaben.
Sonst ist über sein Leben nichts
Näheres bekannt. Als Komponist
ist er durch folgende Werke be-
kannt:
4 Ouvei-turen (einzeln) 1. detachee de
la belle Arsene. 2. detachee de Daphnis
et Chloe. 8. det. de Deserteur. 4. det.
Neumann, George.
184
Neiimark.
de Enron, accomodee ponr le Clavecin
ou le pfte., avec. acc. d'nn Violen ad. lib.
par G. Neumann. Ches Hummel ä Ber-
lin et Arasterd. 5 Hefte in fol. [B. B.
Der Kat. der Kgl. Musikaliensamlg. in
Dresden stellt die 4 Ouvertüren fälschlich
unter Wilhelm (GuiUaumo) Neumann und
besitzt aiifserdem noch „detachce de
Henri IV," „det. du talMeau Pai-lant;" die
Ouvertüre d'Amadis dos Gaules und Ouv.
de Felix ou l'enfant trouve in derselben
Besetzung und Verlage. — In Schwerin F.
die Ouvertüre detachce du Huron, nach
Gretry. — In Wolfenb. „Tableau parlant",
nach Gretry, 2 Stb. im Ms.
3 Senates p. le Clav, ou le pfte. av.
Face. 2 V. et Vol. op. 1. Berlin, Hum-
mel. 3 Stb. [Dresd. Mus.
3 Senates p. le Clav, ou le pfte. av.
acc. 2 V. et Vcl. ä Cembali, op. 2. Ib.
fol. [Dresd. Mus.
3 Senates p. le Clav, (wie vorher) ohne
opus. 3 Stb. Ms. in Dresd. Mus.
Partita in Dd., 3 Sätze f. 2 V. Va. B.
2 Fl. 2 Hörn. 8 Stb. fol. Ms. in B. Zw.
ohne Vornamen.
2 Quartetti per il Clavicembalo, 2 V.
et B. in Cd. und Dd. je 4 Stb. in fol.
Mss. [Stadtbibl. Br.
Ouvei+iire van de Koopman van Smirna
voor het clavier eu de viool. Amst., S.
Marckordt. [Amst. nur Klavierstim.
De musicale zangwyzen van het boek
der Psalmen, nevens de gezangen by de
hervormde kerk van Nederland in gebruik,
volgens de nieuwe dichtmaat . . . te dienen
zo wel voor de stem, als tot gebruik voor
musicale instrumenten . . . door George
Neumann. Amst. 1776 Hummel. 4**.
[Amst.
— a. Aufl. Amst. en Haarlem, by de
Nederl. Bijbel-Compaguie. 4^. [Amst.
Neiimanii, Leopold, Komponist
des 18. Jhs., von dem die
B. M. im Ms. eine Sinfonie zu 2 V.
Va. und B. in 4 Stb. besitzt.
Neumanii, Weiizeslaus, von
der Neissa, Tenorist, meldet sich
am 28. Aug. 1565 bei der Hof-
kantorei in Stuttgart, wird aber
nicht angenommen (M. f. M. 31,
24).
Neuiiians (Nuemans), J . . . B . . .,
von 1763 bis 1783 Lautenist an
der Kgl. Kapelle in Brüssel (Strae-
ten 5, 183 ff.).
Xcumark, Georg, ein geist-
licher Liederdichter und Musiker,
nach dem Kirchenbuche getauft
am 16/28 Mai 1621 zu Mühl-
hauseu in Thüringen (Koch, Zahn
and die Allg. d. Biogr. schreiben
nach dem Kirchenbuche „getauft
am 7. März 7X\ Langensalza", da
er aber selbst sich zweimal als
Mühlhauser bez., so kann letzteres
Datum nur einen anderen N.
gleichen Namens betreffen), gest.
8. Juli 1681 zu Weimar. Besuchte
das Gymnasium zu Schleusingen
und Gotha, will 1640 nach Königs-
berg i/Pr. wandern, um Jura zu
studieren, wird unterwegs über-
fallen und aller Mittel beraubt. Er
wandert nun durch Norddeutsch-
land und die Musik ist seine Er-
nährerin, bis er endlich 1641 in Kiel
die Stelle eines Pädagogus erhält,
wo er das Lied dichtete und kom-
ponierte: „Wer nur den lieben Gott
lässt walten." 1643 wandert er
über Lübeck nach Königsberg.
1646 verliert er durch eine Feuers-
brunst abermals seine ganze Habe.
Er geht nach Danzig, ist 1649 bis
50 in Thorn, 1650 in Hamburg,
Ende 1651 in Weimar, wo er eine
feste Stellung als Kanzlei-Registra-
tor und fürstl. Bibliothekar findet.
1653 wird er in die fruchtbringende
Gesellschaft unter dem Namen „der
Sprossende" aufgenommen. In dem-
selben Jahre wird er zum Archivar
befördert. In Weimar bildet er
so eigentlich den Hof- und Ge-
legenheitspoeten. Erst 1676 scheint
er in den Orden der Pegnitzschäfer
unter dem Namen „Thyrsis der
Zweite" aufgenommen zu sein.
Manche von seinen Dichtungen
setzte er selbst in Musik. Obiges
bekannte geistliche Lied erschien
1657 im Lustwald, 2. Aufl. Seine
Weisen (oft 4 stimmig für Gesang,
Neumark.
185
Nemneyer.
2 Geigen oder Trompeten und Bc.)
sind einfach volkstümlich, sogen.
Strophenlieder. Selbst diejenigen,
die für theatralische Darstellung
bestimmt sind, wie die um 1662
geschriebene „Theatralische Vor-
stellung eines weisen und tapferen
Regenten" (Biogr. von Pasque in
Bagge's Allg. mus. Ztg. 1864 Nr.
24/25. Winterfeld 2, 285). Von
seinen Dichtungen mit Musik sind
folgende bekannt:
Beträbt- Verliebter, doch entlich hoch-
erfrewter Hürte Filamon wegeii seiner
edlen Schäffer-Nymfen ßelliflora, das ist,
kurtze Liebes Beschreibung zweyer hoch-
edlen Pereonen ... in ein Pastoral ge-
bracht, und die darin stehende Lieder mit
Melodeyen und Symfonien aussgeziehii
. . . Königsberg 1648 In Yerlegg. Peter
Händeis . . gedruckt durch Job. Eeusners.
2 Stb. 8». [br. Mus.
Georg Neumarks von Mühlhausen auf
Thür: Poetisch- und Musikalisches Lust-
wäldleiu . . Gedr. zu Hamburg 1G.52 bey
Mich. Pfeiffern, in Verleg. Joh. Nau-
ma]ins. 120. Dedic. vom Autor in Ham-
burg 14. Wintermonat 1651 gez. 3 Teile.
1. teil 22 Lieder mit Musik, im 2. nur
einige ^Yenige mit Musik. Die Komposi-
tionen sind nur mit den Anfangsbuch-
staben der Autoren gez., dagegen in der
2. Aufl. mit vollem Namen. [B. B. Dresd.
B. Lpz. B. Weimar. B. Wagener.
— Fortgepflantzter musikalisch - poe-
tischer Lustwald . . . Jena 1657 G. Sengen-
wald. 80. 3 Abtlg. 1. Teil 85 Lied, für
1 Singst. 2 Viol. mit B., einige auch nur
mit Bass. Der 2. u. 3. Teil Gedichte
ohne Musik. Aulser Neumark sind an
Komponisten genannt: C. Bythner, Christ.
Compenius, Adam Drese, Baltazai" Erben,
E. Kindermann und Simon Lititz. Am
Ende befinden sich eine Anzahl Tänze.
Zahn diTickt 10 Melodien aus der 1. und
2. Aufl. ab. [B. B. B. Zw. (Kat. S. 225
der vollständ, Titel). B.Weimar. B. Lpz.
B. Wagener.
Ecloge Filirenus, welche dem Fürsten
Friederichen dem altern, Hertzogen zu
Sachsen ... 18. Aug. 1656 (gestorben) . . .
.lehna, G. Sengenwald. fol. 8 Bll. mit
einer Komposition von N. für 1 Stirn.
2 V. u. Bc. [B. Kgsbg.
Eine theatralische Vorstellung eines
weisen und zugleich tapfern Eegenten
(Wilhelm IV. von Weimar). Weymar
1662 Filcker. 4«. 33 Bll. 1 Lied mit
Musik. fV\'"eimar. B. Wagener.
Ms. W98 Nr. 1448 in B. B: 15 geistl.
Lieder aus 1657 in P.
In neuen Ausg. auTser Zahn, 4 Lieder
(Eitner 2). — In Joh. Franckens geistl.
Sion 1674 ein Gesg. mit Georg Neu. gez.
Nenmayer, Andreas, geb. 24.
Okt. 1750 zu Grofsmehring bei
Ingolstadt, trat in den Orden der
regulierten Canonici zu Fölling in
Stejermark und versah dort den
Organisten- u. Chordirektordienst.
Er soll viele Kirchenmusik ge-
scbrieben haben. Nach Aufhebung
des Ordens lebte er in der Um-
gegend von München (Fetis). Ob
das folgende Werk mit A. Neu-
mayer von ihm ist, lässt sich
schwer bestimmen:
Concertante Variation pour Claveciu et
Violon, op. 6. [Musikfr. Wien.
Neiimeier, Kaspar, Organist
in Nürnberg
um
bei St. Egidieu
1637, nach der Dedic. Staden's zu
den Hassler'schen Kirchengesängen
und M. f. M. 26, 9.
Xeiimeister, Erdiuann, geb.
12. Mai 1671 zu Uechtritz bei
Weifsenf eis, gest. 18. Aug. 1756
zu Hamburg. Ein Dichter und
besonders zu erwähnen, da er zahl-
reiche Kantaten dichtete, die viel-
fach, oft bestellt von den Kompo-
nisten, komponiert worden sind.
Näheres bei Koch, Kirchenlied
3. Aufl. 1, 5, 371. Spitta, Bach
1, 465 ff. Er schrieb:
M. Aug-ust Wilhelm Reinharts ausführ-
liches theologisches Bedencken von un-
billiger Abschaffung, Weglassung und
Veränderang alter Kern- und Kirchen-
Lieder in den Gesaugbüchern . . . samt
einer Vorrede von Erdmann Neumeistern
(Hamburg c. 1738). 4^. [Brüssel.
Neumeyer, Jakob Friedrieli,
geb. 1750 zu Molsheim i/Els., gest.
29. Juli 1814 in Strafsburg, wurde
1779 Organist am Münster und
Violinist am Theaterorchester (Lob-
stein 28).
Neumüller.
186
Neuner, Karl.
Neumüller, . .
ist im Ms. .3209 der B. Hbg., Muffat
enthaltend, mit einem Orgelstücke neben
Seb. Bach, Froberger u. a. vertreten.
Neuiiaber, An(lre«is, war um
etwa 1620 Scliüler Paul Siefert's,
Matthias Leder's und Tarquinio
Merula's, die alle zur Zeit im
Dienste in "Warschau sich auf-
hielten. N. war ein Danziger Kind
und eine Eingabe an den Danziger
Stadtrat teilt obiges mit (Yiertelj.
7, 400). Ebendort wird noch ein
Jeremias Neunaher erwähnt, der
seit 1616 Organist an St. Joharmis
und seit 1623 an St. Bartholomaeus
in Danzig war (S. 411). S. 417
unterzeichnet er sich mit Bürger
und Organist an obigen Kirchen
und zwar 17 Jahre an St. Johannis
und im Jahre 1633 seit 10 Jahren
an St. Bartholomaeus.
Ein dritter Neimaher, Tideniann^
in Danzig, Avar 1619 Instrumentist
(Ib. und Döring).
Neuner, Oeori» Elias (jrott-
fried, Tenorist an der Hofkapelle
in München, diente 1706 seit
16 Jahren. 1699 beträgt sein Ge-
halt 300 Gld., die aber bis zum
20/3 1700 auf die Hälfte verkürzt
werden, wegen der Schuldenlast
des Kurfürsten.
Neuner, . . ., ein Komponist
am Ende des 18. Jhs., er kann
daher nicht der vorige sein. Man
kennt von ihm einige geistliche
Kompositionen, die Schott in Mainz
in seine Samlwke. aufnahm:
Ecce quam lionum est quam jucundum
(0 wie ist herrlich und wie erfreulich) in
u.sum 4 vocum 1 Tenor et 3 Bassi, Gd.,
comitate Clavicimbalo. Part. Moguntiae,
Schott filier, qufol. 1. von N. 2. Casp.
Ett. 3. M. G. Haydn. 4. Jos. Graz.
5. Ernst Eberlin. [B. B. B. Wagener.
Haupttitel : Bibliotheque.
1 Motette in Jos. Graz Mot. Mainz,
Schott & S.
Neuner, Karl, geb. in der Vor-
stadt Au bei München den 29. Juli
1778. Die Lpz. Ztg. 32, 572 zeigt
Mitte Juli 1830 den Tod eines
Neuner's in München an, dem in
der Frauenkirche zu Ehren ein
Requiem abgehalten wird und der
ein Mitglied des Münchener Or-
chesters, ein geschickter Kompo-
nist und an der Brustkrankheit
nach einjährigem Krankenlager ge-
storben ist, ob dies aber der obige
ist, wage ich nicht zu entscheiden.
Sein Vater Martin, in Au als
Musiker lebend, war sein erster
Lehrer in der Musik. In Tegern-
see bildete er sich wissenschaftlich
und musikalisch aus, hatte dann
noch Unterricht bei Valesi und
Joseph Graz und trat als Violinist
in die Münchener Hofkapelle ein
(Lipowsky. Fetis ebendaher). Er
war ein fleifsiger Komponist und
hatte den Auftrag, die Balletmusik
zu den Aufführungen des Hof-
thoaters in München zu schreiben.
Auffallend ist es, dass die Münch-
ner Hofbibl. davon nichts besitzt,
sondern die Hofbibl. in Wien und
zwar im Autograph. Dass die in
Wien liegenden Kompositionen
von dem obigen Autoi, in Au ge-
boren, herrühren, beweist die
Unterschrift zu Ms. 18602: Sin-
fonie in P. Bekannt sind an
Theatermusik :
Der Freischütze. Tragoedie, 1813 im
März. Enth. nur wenige Musiksätze. Ms.
Autogr. 16465. [Hofb. Wien. In Ms.
18096 die Ouvertüre in P.
Zephir und Flora. Ballet 1814. P.
Autogr. [Hofb. Wien, Ms. 16534.
II faut de la Compagnie. Ballet. P.
Autogr. 7/4 1809. [Hofb. Wien, Ms.
19044.
6 Entre- Actes. P. Ms. 16130. [B. B.
An geistlichen Oesüngen:
Die Schöpfungsta^e, Aus Krummacher's
Festbüchlein. 1. Bd. 1810. P. Autogr.
Ms. 16836. [Eofb. Wien. Kopie: Mu-
sikfr. Wien.
Neuner, Karl.
187
Neusidler, Hans.
— im Druck (für Chor und Orch.) in
Part. München, Sidler. fol. [B. B. Eiu-
siedeln.
Bufs-Psalm von Sailer „Gott-Gott! ge-
sündiget hab' ich vor Dir ..." 4 Stirn,
mit InstiTim. München, Jos. Sidler. P.
70 S. [Hofb. Wien. B. B.
Der achte Psalm (Herr unser Gott wie
grofs) nach Kmmmacher, 4 voc. c. instr.
1820. Ms. 16213. P. [Hofb. Wien.
G Gradualia et Offertoria plurium voc.
comitantibus instmm. Ms. 162G7. P.
[Hofb. Wien, mit 1821 gez.
2 Graduale und 4 Offertorien f. Chor
und Instmm. Ms. P. [München alte
Hofkapelle.
11 Autographe lat. und deutsch, geistl.
4stim. Gesge. mit und ohne Instr. Ms.
19083, 22—33; gez. mit 1823 — 1825.
|;Hofb. Wien.
Missa solemnis 4 voc. c. instrum.
Ms. 19422. P. [Hofb. Wien.
Der 8. Psalm f. Chor u. Instrum.
Ms. 16213. [Hofb. Wien.
Instrumentalwerke :
Symphonia grande. Autogr. P. in Bd. 12
der B. Proske.
2 Sinfonien in P. Ms. 18602 u. 18619.
[Hofb. Wien. Die erste mit dem Datiim :
München, Vorstadt Au, am 1. Okt. 1825.
Von der 2ten nur 1 Satz vorh.
Ouvertüre. 2 V. 2 Viele, 2 Fl. 2 Ob.
2 Clarini, Tvmp. e B. Ms. 15939 P.
[Hofb. Wien.
Marcia (für Orch.). Ms. 18489 P.
[Hofb. AVien.
In Musikalischer Jugendfreund, Mün-
chen 1814. [B. Kgsbg.] 2 Lieder.
Anweisung zum Contrapunct. Opus
theoreticum (mit Musikbeisp.). Ms. 19106.
[Hofb. Wien.
Ueber die Ligaturen (mit Beisp.).
Ms. 19107. [ib.
Neuner, Micliael, wird 1706
in den Akten des Kreisarchivs
zu München als 64 Jahr alt bez.
und dient in der Hofkapelle seit
52 Jahren. Sein Gehalt betrug
450 Gld. Seit 1699 ist er auf
Wartegeld gesetzt und während der
österreichischen Besetzung Baiems
betrug sein Gehalt nur 200 Gld.
Neuolav, FeUx, um 1576 Te-
norist an der Hof kapeile in Dres-
den mit 144 Gld. Gehalt (Fürstenau
3, 201).
Jedenfalls ist der im s. Staats-
archiv vorkommende Felix Neuolo-
neiis (auch Neuolonerhull geschrie-
ben) derselbe, der nach den Akten
1574 als Tenorist an der Hof-
kapelle in Onolzbach diente, in
demselben Jahre seinen Abschied
erhielt, vom Markgrafen Georg
Friedrich von Onolzbach an den
Fürsten Ludwig von Württemberg
empfohlen wurde und von diesem
an den Kurfürsten August von
Sachsen, der ihn auch anstellte
und 1575 40 Gld. verschreibt, da-
mit er seine Familie aus Onolz-
bach abholen kann (Onolzbach ist
das heutige Ansbach).
Neupaner, siehe Neiibaner.
Neupcek, Paul, Mönch im
Kloster Admont, wird 1483—89
als Sänger genannt (Kornmüller 1).
Neurbaurreii, Johann, Olden-
burgischer Hofmusikus, Violist und
Cornettist, lebte wahrscheinlich im
17. Jh. Das Haus- und Central-
archiv zu Oldenburg besitzt von
ihm:
Geistliche Erinnening des neugebohr-
nen Chiist-Kindeleins. In die Musik mit
4 Stimmen gesetzet, als 2 V., 2 Vocal-
stim. nebenst dem Basso continuo. Text:
Des newgebornen Kindelein des freuen
sich die Engelein.
' Neusidler (Newsidler), Hans,
geb. zu Presburg, lebte in Nürn-
berg als Lautenist und gab daselbst
mehrere Lautenbücher heraus, die
in M. f. M. 3, 152 ff. u. 210 in
Titel und Register mitgeteilt sind.
In Kürze sind es folgende:
Ein Newgeordent künstlich Lautenbuch,
In zween theyl getheylt. Der erst für
die anfahendeu Schüler (mit Anweisung)
... Im andern theyl sein begriffen, vil
aulserlessner kunstreicher stuck, von Fan-
taseyen, Preambeln, Psalmen vnd Mu-
teten . . . durch mich Hansen Newsidler
Lutinisten vnd Bürger zu Nürnberg
offenlich aufsgangen ... Am Ende: Ge-
ti-uckt zu Nurmberg bey Johann Petreio,
durch angebung vnd Verlegung Hansen N.
Neusidler, Haus.
188
Neusidler, Melchior.
Iiürtig von Pressliurck. Anno 1536. kl.
qu4o. [B. B. B.M. B. L. B. N. B. Lpz.
Wolfenb. Kopenhagen. Strafsburg im
Wilhelmitanerstift.
Der ander theil des Lautenbuchs. Darin
sind begriffen, vil aufserlesner kunstreycber
stuck von Fantaseyen, Preambeln, Psal-
men vnd Muteten . . . auff die Lauten dar-
geben ... Am Ende: Ib. 1536. kl. qu4".
[B. M. inkompl, B. Brüssel; fehlt das
Titel bl.
Ein newes Lautenbüchlein, mit vil
schönen Liedern . . . Nurnbg. 1510 Ilans
Guldenmundt, verl. Hans Newsiedler. kl.
(]u40. 32 S. [Hofb. Wien.
Das Erst Buch. Ein Newes Lauten-
büchlein mit vil feiner lieblichen Liedern,
für die jungen Schuler, die fein leiclit
vnd gantz ring zu lernen seind, auch
etlich feine Tentz, AVelisch vnd Frantzö-
sische Stück, die fein artlich vnd lieblich
Collerirt, mit sünderm fleys verfast, vnd
zu samen gebracht durch mich . . . 1544.
Li kl. 40. A— H. Am Ende: Gedruckt
zu Nünnberg bey Hans Günther, durch
Verlegung Hansen Newsidlor. [B. Karls-
ruhe.
Das Ander Bucli. Ein New künstlich
Lautten Buch, für die anfallenden Schuler,
. . . Mit vil sclujnen lieblichen stücken,
Teutscher vnd Welischer tentz, auch die
Mensur ... die Schlacht vor Bafia . . .
offenlich aufsgaugeu, jm D.M.XLHII (!) .Tar
..., ohne Drucker, kl. qu4". 71 BU.
[B. Karlsruhe. Einst auch in George
Becker's Besitze in Lancy.
In Dr. Oscar Chilesotti's Lautenspieler
des 16. Jhs. Lpz., Br. & H. Nr. 1—12
aus 1536, Lautenpiecen in Uobersetzung.
Neusidler, Koiirad, Augusta-
nus (aus Augsburg), ^vo er aucli
als Lautenist lebte und vom Stadt-
rate bei Hochzeiten gebraucht
wurde, wie aus einem Berichte der
Baumeister auf Johann Seitz' Ein-
gabe im Jahre 1626 zu ersehen
ist (M. f. M. 25, 29). Herr Wilh.
Tappert erwähnt in M. f. M. 17,
32 in einem Artikel über Hain-
hofer's Lautenbuch obigen N. und
teilt mir aufserdem mit, dass sich
in demselben Lautenbuche 11 Cho-
räle in italienischer Tabulatur be-
finden. Aufserdem besitzt derselbe
noch 6 Piecen, die sich hds. in
seinem Exemplare von Wyssen-
bach's Lautenb. von 1550 befinden
und zwar 2 Tänze, 2 Choräle und
2 Chansons.
Neusidler (Neysidler, Newsyd-
1er), Melchior, aus Augsburg,
lebte um 1566 oder schon früher
in Italien. Leo Liepmannssolm
besafs 1886 ein Autograph von
ihm vom Jahre 1551, eine Ein-
gabe an den Kaiser von Deutsch-
land um ein Druckprivilegium für
seine Werke auf 10 Jahre. Dabei
lag auch sein Porträt mit der Um-
schrift „aetatis suae 4.3". Es fragt
sich nur, wann dasselbe hergestellt
ist. Am 23/12 1577 erhält der
Herzog Wilhelm V. von Baiern
von dem in Augsburg lebenden
Meister (er war also nach 1566
wieder in die Heimat gekehrt)
„ettliche stuck auff die Lautten"
(Thentz) |Kreisarch. in München).
1574 zeichnet er die Dedic. in
Strafsburg, doch kann er sich dort
nur zum behufe der Ueberwachuug
des Druckes seines neuen Lauten-
buches aufgehalten haben, wie es
zu der Zeit Sitte war. Das sicherste
Zeugnis, dass er von Italien wie-
der in seine Geburtsstadt zurück-
kehrte, gewährt die Eingabe an
den Augsburger Magistrat, leider
ohne Datum und genaue Angabe
seiner dortigen Amtsstellung (M. f.
M. 25, 5). Doch lässt sich aus
derselben soviel ersehen, dass er
für die Instrumental -Stadtmusik,
vielleicht nur für die ,,stille Mu-
sik", wie er die Musik von den
Reifs - Saiteninstrumenten bezeich-
net, der Vorgesetzte war. Von
seinen Lautenbüchern sind be-
kannt:
1566. n I. üb. iutabulatura di liuto
di . . . Alemano , Sonatore di liuto in
Augusta . . . Ven. 15G6 Ant. Gardano.
hoch 4». 24 Nrn. 38 S. [B. B. B. M.
üpsala. br. Mus. (Beschi-bg. M. f. M. 3,
154).
Neusidler, Melchior.
189
New Ayres.
1566. 11 n. üb. (wie oben). 50 S.
Bibl. dieselben aufser br. Mus.
Die Lautenstücke wieder aufgenommen
in „Tbeatrum musicum", siehe Phalese
1571. — 1573 erschienen sie in Franck-
furt bei Eichorn, aus der italienischen in
die deutsche Tabulatur übertragen durch
Drusina, betitelt: Tabulatura continens
praestautissimas et selectissinias quasque
cantiones, in usum testudinis, a Melchior
Neusydler italice invulgatas, nunc typis
germanicis redditas per Benedictum de
Drusina. Francofordiae eis Viadrum 1573
Eichorn. 2 Teile in fol. [Brüssel 2902.
Eürstl. Fürstenbergsche Bibl. in Donau-
eschiugen (Baden).
Das 1. Buch soll 1595 in Venedig
wieder aufgelegt seiu.
1574. Teütsch Lautenbüch darinnen
kunstliche Muteten, liebliche Italianische,
Frantzösische , Teütsche Stuck, fröliche
Teütsche Täntz, Passo e mezo, Saltarelle,
und drei Fantaseien Alles mit fleis aufs-
gesetzt, auch aillich vnd zierlich Coloriert,
durch M. Newsidler, Burger u. Lautenist
in Augs])uig. Getmckt zu Strafsburg
durch Bernhart Jobin. Mit Portr. des
Autors „aetatis suae 43". Dedic. gez. in
Strafsburg den 20. JuU 1574. Enth. 45
Nrn. 53 Bll. An Autoren sind Depres,
Mouton, AVillaert, Lupus, Verdelot, Lassus,
Rogier, Crequillon, Archadelt, Eore u. die
Deutschen: Senfl, Stef. Zirler, Hofheimer,
Greg. Brack genannt, [ß. M. B. Dresd.
Boston. B. Wagener. Hofb.AVien. Wol-
fenb.
In B. M., Ms. 252 eine Fantasie f. Laute.
Neufs, Dr. Heinrich Oeorg,
geb. 11. März 1654 zu Elbing-
rocle, gest. 30. Sept. 1716 zu Wer-
nigerode. Studierte Theologie 1677
bis 1680 zu Erfurt, wurde 1684
Rektor an der Schule zu Blanken-
burg, 1690 Diakonus an der Hein-
richstädtischen Kirche zu Wolfen-
büttel, 1696 Superintendet zu Wer-
nigerode i/H. Näheres über seine
Thätigkeit als geistlicher Lieder-
dichter im Zahn 5, 439, siehe
auch Viertel]'. 5, 572. 576. 9, 314.
Dort auch der Abdnick von 22 Melo-
dien. Er verschmähte sogar nicht Operu-
melodien als Kirchemnelodien zu ver-
wenden. 1692 erschien seiu „Hebeopfer
zum Bau der Hütten Gottes, d. i. geistl.
Lieder . . . mit eigenen uad neuen Melo-
dien versehen. Lüneburg 1692 Lipper."
SO. 16 u. 410 S. [B. B. B. Lpz. B.
Wagener. B. Hbg. Wernigerode.] Zahn
6, 265 giebt eine genaue Beschreibung
und von Winterfeld teilt 4 Lieder mit
(Eitner 2). — Man schreibt ihm auch
fälschlich folgendes anonym erschienene
Buch zu, welches 48 Jahre nach seinem
Tode erschien und wahrscheinlich auch
von einem Geistlichen herrührt, betitelt:
Musica parabolica, oder parabol. Music,
d. i. Erörterung etlicher Gleichnisse und
Figuren, die in der Music, absonderlich
an der Trommete befindlich, dadurch die
allerwichtigsten Geheimnisse der hlg.
Schrift . . . gar deutlich abgemahlet wird,
ohne Autor. S. 1. 1754 (erschien in Lpz.
bei Heinsius Erben). 8". 124 S. [Dresd.
Musikfr. Wien. B. Lpz. Brüssel 6888.
B.B., daselbst im Ms. theor. 4°. Nr. 14
eine Kopie und in Nr. 15 die Abhand-
lung: Kurzer Entwurf der Musik.
Neustöckel, Georg Friedrich,
1737—41 Chordirektor an St. Aure-
lien in Strafsburg i/EIs. (Lobstoin 94).
Neve, Godefroid de, s. Nepotis.
Neveu, H..., geb. zu Brüssel
um 1750, denn 1776 wird in einem
Kataloge sein opus 1 angezeigt. Er
war Pianist des Grafen von Artois
zu Paris. Straeten 4, 391 be-
schreibt und giebt Auszüge seiner
Werke, ohne einen Fundort zu
nennen. Es sind dies
Six Senates p. le clavecin ou fortep.
av. acc. d'un V. Bruxelles, Grana et
Coulemans. fol. 21 u. 7 S.
Sonates p. le clav. ou pfte. ist 1776
im Kataloge von Ypen & Comp, in Brüssel
angezeigt.
1° Potpourri p. le clav. ou le fortep.
Paris, De EouUede de la Chevardiere.
qufol. 13 S.
Gregoir, Panth. 3, 67 erwähnt ihn auch
ohne Neues mitzuteilen, doch dmckt er
ein Urteil aus dem Mercure de France
von 1779 über ihn ab.
NcYil, ... ein englischer Ge-
lehrter der 2 ten Hälfte des 18. Jhs.,
veröffenthchte in den Tiausactious
Philosoph. Nr. 337 p. 270 eine Abhand-
lung: Antieut trumpet found in Ireland
New Ayres and Dialogues, siehe
Cl. Jeiikiiis und xVirs 1678 a.
Newark.
190
Niecolin i, Giuseppe.
Newark, siehe William of
Newark.
Neivdöröer, Gabriel, ein Schü-
ler Wilf f Imgsed er's, dem er seine
Musica teutsch 1572 widmet.
Newsidler, siehe Neusidler.
New Treasury
of Musick: or, a collection of the
choicest and best Song-Books for these
twenty yeais last past. The words com-
posed by the uiost iugenious Wits of this
age, aud sett tu Musick by the greatest
Masters in that seieuce. With a Thor.-B.
to most songs, for the Theorbo, Lute or
Bass-Viol., harpsicJi. or Spinnet. London
1695 H. riayford. fol. 5 Büclier Theater-
Musik, [br. Mus., Buch 3 fehlt.
Newmaii, Mastor, ein euglischer
Komponist dos IG. Jhs.,
der im Ms. Thomas Mulliner's (br. Mus.
Add. 30.513) mit einer Fantasie und Pavin
vertreten ist.
Newton, James William, be-
kannt durch eine
Psalmody iniproved, a collection of
Psalm tunes & Anthcms for 2, 3 & 4
voices. Ipswich 1775. 8°. [Glasgow.
Fetis führt drei Gelehrte Newton an:
Jolin^ Matlieniatiker, 17. Jli., Imak. der
bekannte Gelehrte, 17. Jh., und Benjamin^
ein Ecclesiastiker des 18. Jhs., in deren
Werken nm- nebenbei der Musik gedacht
wrd. In der Bibl. des R. C. of Mus. be-
findet sich eine Predigt von einem Rev.
John N. gegen niindel's Messias, London
1786. 2 Bde. (Nr. 2906). Ein 2tes AVerk
von demselben unter Nr. 2734 enthält
eine Predigt, in der auch der Einfluss
der Musik auf den Menschen behandelt
wird und unter 2229 ein Dnick von einem
älteren Jolm von 1694 über die sieben
freien Künste. Letzteres auch in B. BriLs-
sel: London 1693 Milbourn. 12". Morley
nennt noch 1597 einen Dr. Netcton als
bedeutenden Komponisten, von dem man
aber heute nichts mehr kennt.
N^zot, Gabriel, geb. 12. Sept.
1776 zu Goudrecourt (ducho de
Bar). Lebte als Musiklehrer in
Paris und schrieb allerlei Tages-
literatur (Fetis).
Niceoletti, Filippo, s. Nieoletti.
Niceoliiii , Francesco , ein
Opernkomponist der 2ten Hälfte
des 17. Jhs., der von 1669 bis
1685 vier Opern in Venedig auf
die Bühne brachte (Fetis Näheres).
In Bologna, Kat. 3, 247 wird er Fran-
cesco del Niccolino genannt und ein Band
Gesänge beschrieben, dediciert an Filippo
del Nero von N., der 3 Gesänge f. Sopr.
u. Bc. mit seinem Namen gez. enthält
(Bl. 3, 14 u. 28), die anderen scheinen
anonym zu sein (sign. Q49). S. 24 ebd.
ist eine Samlg. Arien a voce sola e Ma-
drigali a piü voci aus dem 17. Jh. von
54 BU. angezeigt, in der Niccolino die
erste Stelle einnimmt.
Niccolini (Nicolini), Griuseppe,
geb. 29. Jan. 1762 zu Piacenza,
gest. ebd. 18. Dez. 1842. Sohn
des Kapellmeisters Omobouo N.
zu Piacenza. Studierte zu Neapel
im Conservatorio S. Onofrio Musik,
trat 1792 aus und beendigte seine
Studien unter Giac. Insanguine.
Im Kaineval 1793 trat er mit
seiner ersten (Jper auf „La figlia
stravagante", der dann Jahr für
Jahr neue folgten. 1809 nennt
er sich Kapellmeister an der Ge-
sangschule von A. M. Pellegrini-
Celoni. Im Jahre 1819 berief
man ihn als Kapellmeiter an die
Kathedrale zu i'iacenza. Die Er-
folge Rossini's drängten alle ande-
ren Opernkomponisten in den
Hintergrund und N. verlegte sich
nach mannigfachen Misserfolgen
auf die Komposition geistlicher
Werke (Florimo 2, 294. Ricordi's
Gazzetta Milano 1886, 217. Lpz.
Ztg. 21, 316. 23, 679). Von
seinen Werken sind nachweisbar:
In der B. Neapel die Opern :
1801. I Baccanali di Roma, op. seria
in 2 atti. Milano (Napoli 1814). Ms. P.
1802. I Manlii, op. seria in 2 atti.
Milano (1812 in Neapel gegeben). Ms. P.
1804. II geloso sincerato, farsa. Na-
poli. Ms. P.
1804. Peribea e Telamone, op. seria,
2 atä. Napoli. Ms. P.
1805. Le nozze inaspettate, op. semi-
seria, 2 atti. Napoli. Ms. P.
In anderen Bibliotheken:
Arlequins Sclaverey. Kl.-A. Ms. [B.
Leipzig.
Niccolini, Giuseppe.
191
Nichelmann.
Balduiuo, Dramma serio in 2 atti.
Ven. 1813. P. Ms. 17799. [Hofb.Wieu.
Carlo magno, opera. Ms. P. [Münche-
ner Oper.
Coriolano, op. seria in 2 atti (poesia
di Romanelli, Mailand 26/12 1808) Ms. P.
[Brüssel Cons. Musikfr. AVien. Darmst.
Le due genielle, op. in 2 atti (Roma
c. 1808) Ms. P. [Brüssel Cons.
Li fratelli ridicoli, opera. Ms. Stb.
[Dresd. Mus.
La selvaggia deH'messico, op. Ms. Stb.
[Dresd. Mus.
Trojano in Dacia, opera in 2 atti. P.
Ms. 16 200. [B. B. Musikfr. Wien.
Darmst.
Pantomime, Piecen für V. u. B. in
Tanzformen. Ms. 694. [Karlsruhe.
Pezzi favoriti dell'op. seria Coriolano,
ridotti per Clav, dal Moscheies. Vien.,
Artaria. [B. B.
Overtura ed Aria dell'opera Trajano in
Dacia. Vien., Tadeo Weigl. [B. B.
Scena ed Aria (Sopr.) nell'op. Anuibale
in Bitivia. Müaao, Eicordi. Kl. -Ausz.
[Dresd. Mus.
— Aus derselb. Oper, ib. „Dagli äff auni".
4 Duette aus der Oper L'Eroe di Lau-
castro. Milane, Ricoi'di. Kl. -A. [Dresd.
Mus.
Duetto ,.]1 braccio mio guerriero" aus
Trojano 1808. — Duetto ,,Tergi quei tuoi
beirai". — Terzetto „Lascia, clie al seu
ti stringeo" aus Trojano. Ms. P. [Dresd.
Mus.
Duetto neue Baccanali di Roma. Ms.
[Berlin Sing.
Im St. Einsiedeln 3 Duette aus Opern.
Milano 1799.
In Musikfr. Wien zahlreiche Gesge.
aus Opern im Kl.-A. , auch Variazioni
per cla\dcemb.
In Mailand Cons : 11 Duetti, 1 Duettino,
1 Terzetto. 6 Scenen mit Arien, 6 Arien
zum Teil im Druck bei Ricordi. 11 Sin-
fonien teils zu Opern, teils ohne Bez. im
Ms. in Stb., auch 2 im Kl.-A.
In B. Brüssel 2632 Ms. mit Gesgen.
aus Opern.
In Bologna im Ms. 2 Arien 1. Nel
silenzio i mesti passo, aus Alzira. P. 2.
n braccio mio conquise. Ms. P.
3 Autogr. in B. B., Grasn: 1. Arietta,
Panna 22/4 1822. 2. Sicut erat 4 voc.
c. sü-om. ' 3. 1 Brief vom 13,7 1818 u.
sein Port.
An geistlichen Kompositionen besitzt
die Hofb. in Wien:
2 Missae 4 voc. c. ström. P. Ms.
16489490.
Messa 4 voci con ström. P. Ms.
16 650.
Messa de'morti 4 voci c. instr. Ms.
16 664.
Credo, ä 4 voci concert. con ström.
Ms. 16 671.
Dixit breve 4 voci con ström. Ms.
16 669.
Dixit Dnus. Dno. meo, 4 voc. cum
instr. Ms. 16496.
Laudate pueri, Sopr. con rip. e sti'om.
M.s. 16 672.
Litania, 4 voci con ström. Ms. 16 651.
Magnificat 4 voc. con ström. Ms.
16 668.
Miserere mei, c. orch. Ms. 16 6y9.
2 Tantum ei'go, ä voce sola c. ström.
Ms. 16667 und 16 670. P.
Messa breve in re min. a 3 voci di
Sopr. T. e B. con Orch. P. im Autogr.
[Mailand Cons.
Nisi Dominus edifica ä 4 voci. P. ini
Autogr. [Mailand Cons.
In neuer Ausg. ein Recit. mit Arie
aus Coriolan (Eitner 2).
Niccolini, Lai§;i, um 1769 zu
Pistoja geb., gest. 1829 zu Livorno.
Begann seine Musikstudien unter
Marco Rutini in Florenz, besuchte
dann das Conservatorium della
Pietä deTiuchini zu Neapel, trat
1786 nach der Prüfung aus und
schrieb für die Kirche und The-
ater (Florimo 3, 65).
Nachweisbar ist nur die Prüfungs-
kantate beim Verlassen des Conservatio-
riums, die sich in der B. Neapel befindet,
betitelt: Cantata per voce sola di Sopr.
con acc. di quartetto a corde. 1786.
Nicetius oder Nicetus, 532
zum Bischöfe von Trier gewählt,
starb 568. Gerbert 1, 9—14 ver-
öffentlichte den Tractat:
De laude et utilitate spiritualium canti-
corum, quae fiunt in ecclesia christiana,
seu de Psalmodia bono. In einem Ms.
zu Oxford wird der Tractat S. Augustin
zugeschrieben, sowie dem Nie. dessen Te
Deum laudamus (letzteres wird aber Am-
brosius und nicht Augustin zugeschrieben).
Melielmaiin, Cliristopli, geb.
13. Aug. 1717 zu Treuenbriezen
(Reg.-Bez. Potsdam), gest. 20. Juli
1762 zu Berlin in ärmlichen Ver-
hältnissen. Von 1730—33 war er
Nichelinann.
192
Nichel
mann.
Alumnus der Thoraasschule in
Leipzig, veriiefs dieselbe aber heim-
lich. Er genoss daselbst den Unter-
richt Seb. Bach's und den Um-
gang Friedemaun Bach's. Spitta,
Bach 2, 729 bestreitet, dass er
Alumnus war, doch giebt er zu
von Friedemann Klavierunterricht
erhalten zu haben. Meine obige
Aussage ist aktenniiäfsig von B. F.
Richter in Leipzig beglaubigt. Er
wanderte von hier nach Hamburg,
wo er Telemann und Mattheson
kennen lernte. Ob er noch Reinh.
Keiser in Hamburg antraf ist
zweifelhaft u. noch weniger Avahr-
scheinlich, dass er von ihm in
der Opernkomposition unterwiesen
wurde, wie die Lexika aussagen.
Er trat darauf in die Dienste des
Grafen von Rantzau bei Olden-
burg, besuchte 1788 seine Heimat
und erhielt darauf die Sekretär-
stelle beim Grafen von Barfuss
in Berlin. Von Quantz im Kon-
trapunkt unterrichtet, machte er
hier seine ersten Versuche in der
Komposition. 1744 wurde er 2ter
Cembalist a/d. Kgl. Kapelle und
hatte auch den König am Klavier
zu begleiten, wenn derselbe Flöte
blies (nach Marpurg 1, 548 aber
erst von 1754—1756). 1756 er-
hielt Fasch seine Stellung und N.
nährte sich kümmerlich von Privat-
unterricht (Marpurg 1, 431 Biogr.,
wieder abgedr. im Gerber 1 und
Ledebur). N. wurde zu seinen Leb-
zeiten von den Berliner Zeitgenos-
sen sehr geschätzt und man findet
ihn in allen Samlg. vertreten, die
damals in Berlin so zahlreich er-
schienen. Eine Würdigung seiner
Gesamtleistungen wartet noch einer
gewandten Feder, sowie überhaupt
die Berliner Künstler damaliger Zeit
eine genaue Bearbeitung auf Kennt-
nis ihrer Leistungen bedürften.
Verxmchnis seiner Werke :
Die Melodie nach ihrem Wesen so-
wohl, als nach ihren Eigenschaften, von
. . . Nebst 22 Kupfeitafeln. Dautzig 1755
Schuster. 4». 7 BU. 175 Seit. [B. B.
B. W. Dresd. B. M. B. Wagener.
Basel. Brüssel. Musikfr. Wien. Glas-
gow. B. Lpz.
— Eine Kritik gegen das Werk, doch
in ruhiger und anständiger Weise abge-
fasst schrieb G. Leopold unter dem Pseu-
donym Caspar Dünckelfeind : Gedanken
eines Liebhabers der Tonkunst über Hn.
N.'s Tractat von der Melodie (Nordhausen
1. Juli 1755). 4«. [B. B. Brüssel.
Ob die darauf folgende Entgegnung
von N. ist, wird zwar von Einigen be-
hauptet, doch lässt es sich nicht beweisen:
Die Voi-treffUchkeit der Gedanken des
Hn. Casp. Dünckelfeindes über die Ab-
hdlg. von der Melodie, ins Licht gesetzet
von einem Musick Freunde. S. 1. et a.
40. [Brüssel.
Autogr. B. B : Eeqiüem 4 voc. c. in-
strum. r. 10 Bg.
Serenata: 11 sogno di Scipione (Text
von Metastasio). 1746 im Schlosstheater
zu Berlin aufgeführt (Sinfonie, Recit.,
Arien u. Chöre). Ms. P. [Rostock.
Due chori ä 10 voci: 2 S. T. B. 2
Corni, 2 V. Va. e B. (Germe di cento
und Non paventi). Ms. Stb. [Schwerin F.
In B. Joachimsthal Nr. 458 (Kat. 3(j)
Serenata von Friedrich 11. Mens. Aug.
1747. S. 2(5 Nr. 3 ein Allegro von N.
Oden in G. A. Lange's Oden 1758.
Oden und Klavierpiecen in Breitkopf's
Samlwke. 1. 2. 1753. In Vofs' geistl.
Oden 2 Nrn.
1 Duett in Mai-purg 6, HO und 2
Lieder S. 12G u. 134.
3 Oden in Birnstiel's Sanilwk. 1753,
sowie im Samlwk. 1760 a. b.
Sinfonia a 10: 2 Cor. 2 Ob. 2 Fl. 2 V.
Va. e B. Ms. Stb. in Es. [Schwerin F.
Orchesterstücke f. 2 V. Va. u. ß. Ms.
Stb. [Schwerin F.
4 Concerti (in Fd. Em. Esd. Cd.) per
il Cembalo con 2 V. Va. e B. Stb. qufol.
Ms. [Dresd. Mus., dort auch IL Concerto
ä 2 (5embali.
3 Concerti (in Cm. Em. Cd.) per il
Cemb. con 2 V. Va. B. Ms. Stb. [Bras-
set Cons.
6 Clavierconcerte mit Streichquartett,
auf dem 3. das Datum „Nov. 1743". Mss.
517 — 522. P. 82 BU., alte Hds. [B.
Joach.
Concerto ä 5 per Cemb. (und Streich-
instr.). Stb. Ms. [Rostock.
Nichelmann.
193
Nicodami.
Concerto in Fd. wie vorher. Ms. 16167
Stb. [ß. B. Ebd. Ms. 16 165 in K. ein
Klavierkonz. in Stb.
Cuncerto per Clavicetnbalo Ms. [Darm-
stadt.
3 Trio a 2 Fl. tiav. et B. Ms. Stb.
[Darnist.
6 brevi Sonate da Cemb. Norimbg.,
B. Scbinid. U. qufol. 24 Seit. [ß. M.
Hofb. Wien.
(6) brevi Sonate da Cembalo all'uso . . .
inassime delle dame. Op. 2. Norinbg.,
B. Scbmid. kl. qnfol. 26 Seit. [B. B.
Bresd. Mus. Darmst. B. M. Musikfr.
AVien. Brüssel Cons.
— Ausg. Paris, A. Loduc. [B. M.
SLx Short Sonatas or Lessons for the
harpsichord . . . London, Longman, Lukey
& Co. qufol. [br. Mus.
11 Sonaten in Farrenc's Tresor Bd. 10.
Mss. in B. B. P295 Sonate fiii-s Clav.
Ed. — Ms. 16166 in K. Sonata per
Cemb. — Ms. 189 Sonate f. Clav. Am.
— Ms. 103 in K. Menuetto, Polonaise,
Variationen. — Ms. 131 fo. 12 u. 17: 2
Allegro f. Clav.
Souatina per il Cemb. Ms. [Rostock.
5 Sonaten im Ms. [Briissel Cons.
Sonate ex Gjj per Cembalo solo. Pres-
tissimo. 8 Bll. [B. \Yagener in Kopie.
N. war auch an der Komposition Kg.
Friedrich IL „11 re pastore". beteiligt
zu der er die Ouvertüre und 2 Arien
schi'ieb.
In der Bibl. Berlin Th. im Ms., zum
Teil Autographe: 5 Concerti per il Cem-
balo concertato, con 2 V. rip. Va. e B.
in Cd. Cm, im Autogr., Dmoll ebenso,
Ad. ebenso, zum Teil in P., zum Teil in
Stb. oder P. u. Stb. — Ouvei-ture per 2
V. 2 Ob. Va. e Bc. P. im Autogr. Bd.
— Sei Sonate da Cembalo, nur Sonate
3 — 6 vorh. im Autogr.
In Em. Bach's Tonstücke f. d. Clav.
Berlin 1762 Wever, eine Sonate Xr. 3.
In Maii)urg"s ClaNäerstücke 1. und 2.
Samlg. 1762 eine Sonate n. a. In des-
selben Raccolta 1756 u. 1757 Mehreres
von N. — In desselben Ciavierstücke
3. Samlg. 1763 ein Presto. — In Wever's
Samlwk. 1774 Sonaten u. Fugen.
In neuen Ausgaben 6 Nrn. (Eitner 2).
Nicholl, Rev lebte am Ende
des 18. Jlis. zu London und
richtete Eameau's Oper Ca.stor und
Pollux für das Konzeil der ,.Antient
Musick"' am 2. März und 6. April 1791
ein. Part. Ms. in Cambridge FW. 176.
NicLolls, Oeorge, ein Eng-
Rob. Eitner"s Quellen-Lexikon. Bd. 7.
iänder, der am Ende des 18. Jhs.
in London
allerlei Kompositionen für Flöte und
VioMne, zum TeU mit Pianof. -Begltg.
herausgab. Im br. Mus. befinden sich
3 Drucke von ihm.
Nicholson (Nicolson), Richard,
wurde am 23. Jan. 1595/96 zum
Or2;anisten und Lehrer der Chor-
sänger am ]\lagdalen-Koilegium zu
Oxford gewählt, erwarb sich im
Februar 1596 den Grad eines
Baccalaureus und bekleidete später
die Professur für Musik an der
Universität, die erst 1626 durch
Dr. Heyther errichtet war. Er
starb zu Oxford 1639 (Hawkins 4,
64. Grove).
In Morley's Triumphs of Oriana 1601
das Madrigal: Sing, Sliepherds all. — Im
Ms. 569 des br. Mus. in Stb. 6 Gesge.
lind in Ms. 567 zwei Gesge. — 1 Fancies
in 5 pai-ts, Ms. des 17. JTis. im R. C. of
Mus., fehlen 2 Stb. — Ein Gesg. in neuer
Ausgabe (Eitner 2).
Ein Saviicel Nicholson trat 1727 in die
Kgl. Kapelle ein (Viertel]. 8, 516).
Niclafs, Hanfs Michel, 1653
Yiolist und Posaunist an der Hof-
kapelle in Stuttgart (Sittard 2, 50).
Niclas, J. . . A..., Musiker
in der Kapelle des Prinz Heinrich
von Preufsen zu Eheinsberg, geb.
zu Tettnung in "Württemberg, gab
um 1790 u. später zu Berlin aller-
lei Klavierpiecen heraus. Seine
Schwester ist die berühmte Sänge-
rin Frau Troschel (Gerber 2).
Oben erwähnte Klavierpiecen bestehen
aus Beai'beitungeu von Opernthemas und
befinden sich 16 in der Kgl. Hausbibl.
zu Berlin, bei Breitkopf erschienen.
Nicodami, . . . soll nach Fetis
eigentlich Xikodim geheifsen haben.
Ein Böhme, 1758 geb., f 1844 (?)
zu Paris, im Alter von 86 (?) Jahren.
Ging gegen 1788 nach Paris und
liefs sich als Lehrer nieder, wurde
auch am Conservatoire fiirs Pian-
fortespiel angestellt, verlor aber
1802 die Stellung.
13
Nicodemus.
194
Nicolai, Chrstph. Friedr.
(Fctis. Biographie de M. N. . . Paris
1843 Malteste. 8» mit Portr. Grabmal
und Musikbeilag. Demnach kann er nicht
erst 1844 gestorben sein. Exempl. B.
Brüssel 4995).
Nicodemus,
Im Samlwk. Ant. Gardano's Madrigal!
ariosi, Ausg. 1560, lib. 2, ist er mit dem
Madr. „Bereite la vit'e breve'' 4 voc.
vertreten.
Nicola Flamingo (Nicolaiis de
Flandra), wurde am 15. Juni 1473
als Sopranist a/d. Hofkapelle in
Modena angestellt (Valdrighi 12
Dokum. 32).
Nicola de Giovanni, siehe Crio-
vaniü.
Nicolai, . . .
In Stral'sburg in St. Thomas befinden
sich folgende KompositioLieu im Ms: 1.
Ach Jesu komm eh ich verschmachte , f.
Sopr. u. 2 Ten. mit 2 Diskant-, 1 Alt- u.
Tenor- Viole, B. u. Orgel. 2. Sey nun wieder
zufrieden, 3 st. 2 V. Va. B. Org. 17. Jh.
Welcher N. das sein soll, kann ich nicht
entscheiden.
Nicolai Capuani presbytori (auch
Nicoiao di Capua), ein Theoretiker
des 14. Jhs., lebte als Geistlicher
in Rom.
In der Bibl. Vallicellana zu Rom B 83,
ein Ms. aus dem 14. Jh., enthält als
7. Stück: Nicolai de Capua tractatus de
musica, 23 S., welches La Fage in neuer
Ausgabe herausgab, betitelt:
Compendium musicale ad Codicum
fidem nunc primum in lucem edidit, notis
gallicis illustravit, inedita scriptorum ano-
nymorum fragmenta subjuuxit. Just.
Adrian, de la Fage. Lutetiae Parisiis
1853 Bonaventure & Ducessois 8". 47 S.
[B.M.
Nicolai, D. Bcrtraiidus, wird
am 4. Mai 1556 zum Succentor
an St. Donatien zu Brügge ge-
wählt. Am (i. Mai 1559 giebt er
zur Feier der Celebration seiner
ersten Messe ein solennes Mahl
(Straeten la, 29). Ein Bertrand
Nicolay ist im Mai bis Aug. 1559
als Sänger an der spanischen Ka-
pelle verz. (ib. 8, 31). Mag wohl
ein anderer sein.
Nicolai, Christian Aui^ust, geb.
1721 in AYeifsenfels; war 1757
Mitglied der Aulialt-Zerbster Hof-
kapelle (Marpurg 3, 130).
Nicolai, Christoph Friedrich,
gewöhnlich nur mit Friedrich gez.,
geb. IS. März 1733 zu Berlin, der
Sohn eines Berliner Buchhändlers,
gest. 8. Jan. 1811. Er beteiligte
sich nicht direkt am musikalischen
Wirken, hatte aber doch auf das
Berliner Musikloben einen bedeu-
tenden Einfluss. Jahn 3, 362
schreibt über ihn: Fr. Nicolai be-
schäftigte sich aus Neigung neben-
bei mit der Musik, die er praktisch
übte und über welche er sich ein
auf eigner Einsicht beruhendes
Urteil zu bilden mit redlichem
Ernst bemüht war. Er war mit
ausgezeichneten Musikern, nament-
lich Agricola, Marpurg, Roichardt
persönlich befreundet, und als er
im Jahre 1765 die allgemeine
deutsche Bibliothek unternahm,
wurde auch die Musik in den
Kreis ihrer Besprechungen ge-
zogen, in welcher der bekannte
berlinische Standpunkt festgehalten
wurde, wie er namentlich in der
Opposition gegen Gluck zu er-
kennen ist. So wie daher Nicolai
als ein in musikalischen Angelegen-
heiten Berlins einflussreicher Mann
galt nnd gesucht wurde, so musste
ein literarisches Organ von solcher
Bedeutung nicht wenig dazu mit-
wirken, der Berliner musikalischen
Kritik Ansehen und Gewicht zu
geben (Göcking's Leben Nicolai's).
Von seinen Werken gehört nur
das Liederbuch hierher:
Eyn feyner kleyner Almanach vol
schönen- echterr lieblicherr Voickslieder
. . . herausg. von Daniel Seuberlich,
Schusternu tzii Ritzjuück ana der Elbe.
l.Jhrg. Berlynn vniidt Stettynn veriegts
Friedrich Nicolai 1777. sehr kl. Fonnat.
17G S. mit 32 Liedern, teilw. mit Melod.
Nicolai, David Traugott.
195
Nicolai, Joh. Gottl.
— 2. Jhrg. 1778. 16 u. 158 S. mit
32 Liedern, teilw. mit Melod. [B. B.
Im Gothaer Kalender von ßeichard
1780, XVIII werden Arien zum Der
lastige Schulmeister angezeigt, abgedruckt
im Musen-Almanach.
Nicolai, Dayid Traugott, geb.
24. Aug. 1733 zu Görlitz, wo sein
Vater Organist an St. Feter und
Paul war, gest. 1800 ebd., zeich-
nete sich schon in zarter Jugend
als Klavier- und Orgelspieler aus,
besuchte von 1753 — 55 die Uni-
versität in Leipzig und lernte dort
die Bach 'sehen Orgelsachen kennen
und schätzen, die er bis in sein
Alter meisterhaft vorzutragen ver-
stand. 1756 wurde er der Nach-
folger seines Vaters an obiger
Kirche in Görlitz und 1785 erhielt
er vom Kurfürsten von Sachsen
den Titel eines Hoforganisten. Er
starb im Alter von 67 Jahren und
3 Wochen, das macht: September
1800 (Biogr. in Lpz. Ztg. 3, 18).
Man kennt von ihm:
Kurtze doch zuverläfsige Beschreibung
der grofsen Orgel in der Hauptkirche zu
Göi-iitz . . . Görlitz 1797. [B. B.
Fantasie und Fuge für die Orgel.
Dresden u. Leipz. 1789 Breitkujif. qnfol.
Hier bez. er sich als ,,kuif. säehs. Hof-
orgauist und Organist au S. Petri und Paul
in Görlitz". [Dresd. Mus. B. B. B. Lpz.
Fantasie und Fuge für die Orgel (Gd.)
(jufol. 12 S. u. 2 Bll. Widmung, ohne
Ort und Verleger. [B. Wagener.
Fuga zu 4 Stim. Gm. Autogr. in
B. B., soll nach dem Kat. mit D. Fr. N.
gez. sein, doch halte ich das F für einen
Schreibfehler im Kataloge.
2 Fugen in neuer Ausg. (Eitner 2),
1 Orgelstück in C. F. Ilecker's Caecilia,
Leipzig.
Nicolai, Fr..., bekannt durch
A second set of six Sonatinas for the
harpsich. London, Bland. [B. B.
Nach dem Verleger erschien das Werk
Ende des 18. Jhs.
Nicolai, Friedrich^ siehe Chri-
stoph Friedrich Nicolai.
Nicolai, . . .,
im br. Mus: 3 Duos pour un Vcl. et
1 V. oe. 1. Amsterdam, fol.
Nicolai, Johann Georg, geb.
1720 zu Lichtenhain (Schwarzburg-
Rudolstadt), gest. 24. Dez. 1788 zu
Rudolstadt, wo er fast an 40 Jahre
Stadtorganist war. Er schrieb ein
Choralbuch, in dem sich auch neue
Melodien befinden, die wahrschein-
lich von ihm selbst herrühren.
Zahn teilt davon 27 mit (Bd. 5,
451). Es trägt den Titel:
Vollständiges Choralbuch über die Fürstl.
Schwarzburg-Rudolstädtischeu Kirchenge-
sänge verfertiget von
Stadtorganist zu
Rudolstadt. Lpz. 1765 Breitkopf und Sohn.
qu4o. 3 Bll. u. 240 Melod. mit bez. B.
[B.Lpz. B.W. B.Hbg. Dresd.
Choral -Vorspiele über verschiedene
Kirchengesänge. Eudolstadt 1783 Selbst-
verlg., gedr. bei Breitkopf. fol. 18 S.
[B. Wagener. B. Lpz. B. B. Brüssel.
12 kurze und leichte Choralvorspiele
nebst beygefügten 4stini. Choralgesängen
vor die Jugend . . . Rudolstadt 1786 Beck-
mann. (^14". [Brüssel.
Sonate pour le Pfte. et V. comp. . . .
Offenbach, Andre. [B. B.
6 parties sur le Clavecin. Lpz. 1760
Breitkopf. (Marpurg 7, 156 beurteilt sie
sehr scharf.) [B. B. Brüssel Cons.
Sonate zu 4 Hd. im Ms. [Brüssel Cons.
Nicolai, Johann Gottlieb, geb.
zu Grofsen Neundorf bei Gräfen-
thal im Saalfeldischen am 15. Okt.
1744 (Gerber 2 sagt, nach seinem
Geburtsorte scheint er ein Sohn
des Johann Martin zu sein, woraus
Fotis einen sicheren Schluss auf
seinen Vater macht), gest. in der
ersten Hälfte von 1801 zu Zwoll
(Oberyssel). Er war zuerst Kon-
zertmeister in Münster und wurde
gegen 1780 in Zwoll Konzertdirek-
tor und Organist an der Michaelis-
kirche (Gerber 1 u. 2, der auch
mehrere Kompositionen von ihm
anzeigt.
In 'der Lpz. Ztg. 1, Beilage XVII, 88
werden Oden mit Melodien augezeigt, die
1798 in Amsterdam erschienen). In der
B. Amsterdam besitzt man von ihm: A.
B. C. pour le Clavecin ou pfte. Berlin
et Amsterd., Hummel. (|u40. Er ist dort
als Organist der Kathedrale in Zwoll ge-
1 o *
io
Nicolai, Johann Martin.
196
Nicolai, Valentin.
nannt. — In der Kgi. Musikalien - Sanilg.
zu Dresden befinden sich:
Der Geburtstag. Eine Operette in
3 Acten. Kl.-A. Offenb., Andree. [auch
Hofb. Wien, Ms. 16146, Part.
6 Solo pour la Flute trav. (avec B.)
oe. 6. Francf. s/M., Haueisen, fol.
Im br. Mus : 6 Trios p. le Clav. acc.
d'un V. et d'un Vcl. oe. 3. ZwoU. fol.
Nicolai, Joliaiin Martin, ein
Bruder des Job. Georg, war um
1756 Meiningischer Kammermusi-
kus u. vordem Organist in Grofsen-
Neundorf. Er gab nach Gerber 1
zu Nürnberg eine „Klavierübung"
heraus.
Nicolai, Johann Michael, war
1669 Musikus an der Hofkapelle
in Württemberg (Titel). Man kennt
von ihm:
Erster Theil Geistliclier Hannonien mit
3 Vocal-Stimmcn, und 2 Violinen gesetzt
von . . . Fraiickfurth a/M. 1669 Seb.
Bohner. Truckts 1). Chr. Wust. 7 Stb.
[B. B. B. Frkft. Darmst: Bc. SorauN.L.
Kirchenbibl: 3 Stirn. 1 V. Bc.
1. Tlieil instriunentalischer Sachen, oder
12 Sonaten, theils mit zwey Violin, u.
einer Viola da Gamba, theils aber mit
2 V. u. 1 Fag. Augsp. 1675 Verl. Gottl,
Göbeler, gedr. Joh. Schönigk. 4 Stb.
in fol. Hier bez. er sich als Württembg.
Hofnuisikus und Komponist zu Stuttgart.
[Hofb. Wien. Paris Nat.
Ms. B. Upsala: Der Tod seiner Heiligen,
3 voc. 5 Instrum. Bc. 4".
Ms. Z 75 B. B. eine Dirigenteustimme,
zum Teil nur aus dem Bc. bestehend,
enth. auch eine Kantate von Nicolaj.
Nicolai, Matthias, städtischer
Kapellmeister zu Nürnberg, muss
kurz vor dem 13. August 1636
gestorben sein, wie aus der Auf-
forderung des Nürnberger Magistrats
an Andreas Herbst, die erledigte
Stelle einzunehmen, sich ergiebt
(Viertel]'. 7, 465). Ich kenne nur
einen Gelegenheitsgesang ohne
Datum von ihm, betitelt:
Dem Durchleuchtigen , Hochgebornen
Fürsten . . Christian Marggrafen zu Bran-
denburg, in Preulfen, zu Stettin . . . com-
ponirt vnd vnterthänig dedic. . . . Welches
au ff nachfolgende Melodey, auch in dem
gewöhnlichen Kirchen Thou, In dich hab
ich gehoffet Herr, kan musicirt vnd ge-
sungen werden. Darunter der 4 st. Ton-
satz. Text: Von Gottes Gnaden, lOStroph.
qufol. 1 ßl. [besal's 1875 der Antiquar Mai.
Nicolai, Dr. rhilii)p, geb. 10.
Aug. 1556 zu Meugeringhausen
im Waldeckschen, gest. 26. Okt.
1608 zu Hamburg. Ein protestan-
tischer Geistliclier, zuletzt Haupt-
pastor an 8t. Katharinen in Ham-
burg.
Im Anhange seines Freudenspiegels des
ewigen Lebens 1599, Aufl. 1602 u. 1626
[Stadtb. Frankft. a/M. lAiaeburg] befin-
den sich die beiden so beliebt gewordeneu
Kirchenmelodien: Wachet auf, ruft uns
die Stimme und Wie schön leuchtet der
Morgenstern, beide mit ihren Melodien
versehen (Koch 2, 324. 377. Zahn). Auch
sonst scheint er sich als Komponist her-
vorgothan zu hal)on, denn in Melch.
Franck's Ein geistlich Brautlied KJOOb
befindet sich auch ein 4stim. Satz von
ihm. — Die beiden obigen Lieder setzte
er auch in einen 4stim. Satz vmd sind
veröffentlicht in dem Samlwk. 1625 Sacra
Cithara. Nürmbg., AVagenmann (p]itner ]).
Nicolai (Nicolay), Valentin, ein
lustrumentalkomponist der 2ten
Hälfte des 18. Jhs., über dessen
Leben nichts bekannt ist, dessen
Werke aber einst sehr gesucht
waren. Sie erschienen in Berlin,
Paris, London u. a. 0. ohne .jeg-
liche Andeutung über den Kom-
ponisten selbst. Nachweisbar sind :
Six Sinfonies ä gr. orch. a 2 V. T. et
B. 2 Ob. 2 Cors, 2 Trombe et Timp.
Oeuv. 1. Mannheim, Götz & Co. Stb.
fol. [Schwerin F. Wolfenbüttel 11 Stb.
3 Duos pour pfte. et V. Paris, op. 10
und 2 Concertos p. pfte. et orch. Paris,
op. 12 und 16. [Paris Nat.
Three Souatas and 3 Duetts for the
harps. or pfte. & a V. obl. Op. 7. Lon-
don, Longman & Broderip. Mit eigenhdg.
Unterschrift. [Schwerin F. im Kat. das
Autogr. seines Namens.
2 Airs et 1 Duo avec l'acc. des 2 V.
T. et B. 2 Fl. et 2 Cors. Berlin, Hummel.
Stb. 40. 3 Gesge. [Schwerin F.
6 Senates p. Vcl. av. Bc. op. 8. Paris,
Sieber. 1 vol. [Brüss. Cons.
Trois Senates pour le Clavecin ou Pfte.
avec acc. de V. et Vcl. oe. 9. Paris,
Leduc. 3 Stb. [B. Wagener.
Nicolaides,
197
Nicolaus d'Aversa.
6 Senates pour Pfte. av. V. Berlin,
Schlesinger. [B. B.
Sei Sonate per cembalo. Ms. [Mai-
land Cons.
Six Sonatas for the Pfte. London,
Harrisons & F. Nr. 78. 59 S. [B.
Wagen er.
Das br. Mus. besitzt 14 Drucke, zum
Teil in London erschienen: Concerte f.
Klav. u. Orch. London op. 12. 14. —
Soli fürs Vcl. op. 8. — Rondos. — So-
naten f. Pfte. u. V. ad lib. Berlin op. 3.
London op. 5. 13. Sonaten f. Klav. allein,
op. 11. — Trios f. Pfte. V. u. Bass.
In Upsala ohne Vornamen (fraglich)
Sonate a 2 V. et Gambe. — 12 Airs ä 4.
2 V. Fag. Bc. Mss. in 4^.
Das Conservatoire zu Paris besitzt auch
2 Dnicke, doch giebt der Katalog nichts
Nälieres an.
Nicolai'tles, Weiiceslaus, Vod-
nianus (Wodnian in Böhmen). Dla-
bacz berichtet über ihn, dass er
Magister an der Prager Universität
und später Stadtschreiber in Saatz
war. Derselbe teilt auch die Dedic.
aus folgendem Druckwerke mit:
Cantiones evangelicae ad usitatas har-
nionias, quae in ecclesiis Boeniicis ...
canuntur. Witebg. 15.54 Ehaw. kl. 8".
127 BU. [Hofb. Wien.
Nicolaj, Johann Nicolas, 1715
an der Hofkapelle in Stuttgart mit
300 Gld. Gehalt angestellt (Sittard
2, 91).
Nicoiao da Ferrara, Posaunist
an der Stadtkapelle in Lucca von
1543^ — 49 in den Akten verzeich-
net (Nerici 186. 207).
Nicoiao Napolitano, 154.5 Bas-
sist am St. Peter in Rom. Viel-
leicht derselbe wie Nicol. Clinca
(s. d. Viertel]. 3, 277).
Nicolas im 16. Jh. ist Gombert.
Nicolas Barracluroccnse, jeden-
falls der Ort seiner Geburt, wird
von Fr. Correa de Arauxo 1626
in seinem Libro de tientos y dis-
cursos citiert.
Nicolas de Leodio, olim Simo-
nis, wurde am 1. Mai 1409 an
der päpstl Kapelle als Sänger an-
gestellt (Viertel]. 1, 452).
Nicolas (Clais) le Liegeois, Sänger
in der Kapelle Philipp des Schönen
1501 bis etwa 1505, dann in der
Kapelle Karl V, bis zum Jahre
1521 (Straeten 7, 145. 162. 277).
Seite 300 erwähnt Straeten einen
Nicole le Liegois, der Sänger in
der Kapelle Franz I. ist. Er hält
ihn für den Bruder Jarques Cham-
pioiL Vergleiche damit die Ar-
tikel Champion^ Nicolas u. Jacques.
Nicolas de Posen (Mikolaj z
Poznania), erster Direktor des
„kolegium roratystow", gegründet
von König Sigismund I. von Polen
1543 in Krakau. Er soll auch
Kompositionen hinterlassen haben.
Sein selbst geschriebenes Cantionale
befindet sich im Archiv der Kathedrale
zu Krakau (Surzynski pag. V.).
Nicolas de Bans, ein Lautenist
des 16. Jhs., der
in Phalese's Lautenbuch: Luculentum
Theatram musicum 1568 mit Piecen ver-
treten ist.
Nicolas, (xuillaume, Sänger an
der Hofkapelle in Paris um 1533
mit 140 liv. Gehalt (Castil-Blaze
297).
Nicolasius, Greorgius, Rektor
an der Schule zu Freiburg i/Br.,
gab nach Fetis heraus:
Eudimenta musices brevissima methodo
compacta. Freiburg i/Br. 1607 Beckler. 8°.
Nicolaus, ... Magister, um 1348
Organist in Lübeck (Bürgermatrikel).
Nicolaus, 1458 Sänger am St.
Peter in Rom (Viertelj. 3, 236).
Nicolaus, . . .
ist ein Orgelstück aus dem Anfange
des 16. Jhs. gezeichnet. Siehe Kotter,
Ms. 2. Im Ms. F. LX. 22 in Basel fol.
10 b liest man hinter Nicolaus ,,musicae
jam dudum frigescentis priinus instaurator
composuit."
Nicolaus d'Aversa, bei Neapel,
ein Coelestinermönch , wird in
einem Tractate bei Coussemaker
3, 392—395 als Komponist auf-
geführt.
Nicoläus de Capua.
198
Nicolo.
Nicolaus de Capua, ein Kom-
ponist des 15. Jhs., der
im Ms. Codex 2216 der üniversitäts-
Bibl. zu Bologna mit: Et in terra pax
3 voc. pag. 16 vertreten ist. In der Bibl.
Casanatense zu Eom, C VI, 2, fonds
Baini, ein Pergamentcodex des 15. Jhs.,
enthält den Tractat: Compendium musi-
cale (Lafage 2, 308 im Abdnick). Er soll
ein Priester um 141.5 gewesen sein und
hiefs wohl Nicolo de Capua. Vgl. Nicolai
Capuani.
Nicolaus (Nicolai) de Lugduno,
aus Lyon gebürtig, ist im
Archiv des Bencdictinerstiftes St. Paul
im Lavantthale in Kärnten mit dem Trac-
tat vertreten: Explicatio tabulae mono-
chordi magistii . . . (vgl. Gerbert, 3. Bd.
Scriptor. die Praefatio).
Nicolaus prepositus de Perugia,
siehe Nicolo de Proposto.
Nicolaus de Setia, 1474/1475
Sänger an St. Peter in Rom (Vier-
telj.\3, 237).
Nicolaus teutonicus, Cautorino
am Hofe der Sforza's zu Mailand
1462 (Motta).
Nicolaus Uugarus, wird 1396
als „Cantor" an S. Francesco in
Bologna in den Akten erwähnt
(Busi 1, 192). Auf Seite 194 er-
wähnt er einen Nicolaus, der 1446
an derselben Kirche Organist war.
Nicolaus, Matthias, ein Dis-
cant-Falsettist und Tenorist, auch
auf der Posaune und der Tenor-
geige wohl bewandert, wie Michael
Praetorius schreibt, diente 1614
beim Markgrafen von Kulmbach
und sollte für ßraunschweig ge-
wonnen werden (Chrysander 1,
154).
Nicole, Michel, ein Pariser
Musiker, der 1581 bei dem Con-
curse zu Evreux den Preis einer
silbernen Harfe mit der Motette:
In voluntate tua gewann (Pougin.
M. f. M. 22, 202)1
Nicoletti (Niccoletti), Filippo,
aus Ferrara, wo er auch 1592
lebte. In der Ausgabe der 2stim.
Madrigale von 1605 wird er Ka-
pellmeister au S. Lorenzo in Da-
maso zu Rom genannt. Mehr er-
fährt man nicht. Von seinen
Werken sind nachweisbar:
II 1. lib. de Madrigali di D. . . a 5 voci
... Ven. 1578 Gardano. 5 Stb. qu40.
22 Madr. Dedic. in Rovigo gez. [B. L.
Verona S. f.
I finti amori musica a 5 voci del R.
M. . . Op. 2. Ven. 1.585 G. Vincenzi &
Ric. Amadino comp. 5 Stb. 4°. 21 Madr.
[Bologna: B. Modena kompl.
Madrigali a 2 voci di . . . Ven. 1588
G. Vincenzi. 2 Stb. 4P. 22 Madr. [Hofb.
Wien.
— ristamp. ib. 1605. [Bologna: T.
Feriara U. B: C
Villanelle a 3 voci di . . . Ven. 1604
Amadino. 3 Stb. 4«. 22 Gesge. Dedic.
in Rom am 25. Nov. 1604 gez. [Hofb.
Wien.
In alten Sanilwk. 2 Madr. (Eitner 1),
ferner nach Vogel in Vincenti's Giardino
1591: M'e pur forza. — In Amadino's
La Gloria musicale 1592 wozu er die
Dedic. in Ferrara schrieb, 2 Madr. — In
Sammaruco's Sacri affetti 1625: Iste est
qui ante Daum 3 Sojjr. o. Ten.
Nicolini, Bartolomeo, Bassist
a/d. päpstl. Kapelle in Rom um
1630, wurde 1628 zu den Fest-
lichkeiten in Parma verschrieben
(Haberl, Katalog 69. Vierteljahrs-
schrift 8, 6).
Nicolini, Filippo, ist der Samm-
ler und Herausgeber von Joh.
Hieron. Kapsberger's Lautentabu-
latur, Rom 1611.
Nicolini, Giuseppe, s. Niccolini.
Nicolini, Omobono, um 1770
Kapellmeister in Piacenza, A'^ater
des Gioseffo.
Nicolino, siehe Grimaldi.
Nicollo (Nicolo), Don Battista
di, war um 1450 Organist au S.
Petronio in Bologna bis zum 10.
Nov. 1473 (Gasparo 1, 5).
Nicolo und Nicolo de Malta,
18.— 19. Jh.. siehe Isouard.
Nicolo, Don, ist im Samlwk.
1572a mit einem 6stim. Madiigal ver-
treten (Eitner 1).
Nicolo de Capua.
199
Nicolo de Capua, siehe Nico-
lai und Nicolaus.
Nicola citaredo da Milano, ein
Lautenist, erhielt das Ehrenbürpjer-
recht von Mantua in der Mitte
des 16. Jahrh. (Canal 28). Viel-
leicht derselbe der in den Cata-
loghi des Lande „Nicolo dal liuto"
genannt wird.
Nicolo Fiorentiuo, Sänger am
S. Marco in Venedig, st. 46 Jahr
alt am 30. Mai 1611 (Caffi 2, 129).
Nicola Mantovano, von 1550
bis 1563 Kapellmeister an der
Kathedrale zu Bologna (Baini, Pa-
lestrina n. 43. Canal 28 Anmkg.).
Wird von dem bologneser Innoc.
Ringhieri 1553 unter die vorzüg-
lichsten Musiker der Zeit gerechnet.
Nicolo Pic. Pre. Sen., was
Vogel auflöst iu Prete Senese, ist
im Samhvk. 1515a mit 2 italienischen
4stim. Gesgen. vertreten (Eitner 1).
Nicolo Piftiro Patarino, auch
nur Nicolo Pafcmino, Nico. Fat,
Ni. Fa., N P., N Fa., Nico. Fa.
gez., ist
in den Samlwken. von 1504 bis 1509
mit 2(3 italienischen 4stim. Gesängen ver-
treten (Eitner 1).
Nicolo Pifaro S[eiieseJl? auch
nur mit Nie. Fif. S., oder Nico.
F. Ä, auch Nie. Fi. S. und Nico.
Fi. gez., ist
im Samlwk. 1515 a mit 8 italienischen
4stim. Gesgen. vertreten (Eitner 1).
Nicolo (lel Proposto da Peru-
gia, auch Nicholo di Froposto gez.,
ein Komponist des 14./15. Jhs.,
von dem sich
in der Bibl. Laurenziana zu Florenz,
Cod. 87 uml in der Kopie in Paris Nat.
Cod. 568 Supplem. Kompositionen be-
finden (Ambros 2, 486). In M. f. M. 30,
11 ff. werden verz: Tel mi fa guerra.
giustizia regina. Cogliendo per un
prato. La donua mia viiol. Tal sotto
l'acqua.
Nicolo da Udene.
Im Ms. 215 c der B. M., 6 Stb. des
Nidermayr, Peter.
IG. Jbs., unter Nr. 8 das Madrigal^ „Se
dai chiai-o e seren de raggi", 6 voci.
Nicolo Vicentino, s. Vicentino.
Nicolo, Eustachio, Cattaneo,
so verz. im Kataloge der Bibl. des
Conservatoire zu Brüssel mit dem
Werke:
Fnista musicale ossia lottere sugli
abusi introdotti nella musica. Milano. 8».
Nicolson, siehe Nicholson.
Nicouiachus Gerasenus, Gerasa
ein Ort in Arabien, wo er wahr-
scheinlich im 2. Jh. nach Cliristus
geboren ist. Genaueres hat man
bisher nicht feststellen können.
Er war ein pythagoreischer Philo-
soph und griechischer Schriftsteller
über Musik. Man glaubt, dass er
der Verfasser ist von: Enchiridion
harmonices und Libri de musica,
welche beide AVerke bisher als
verloren galten. Fragmente teilt
Meibom und Boetius mit. Neuer-
dings auch Karl Jan in seiner
1895 erschienen Neuausgabe der
Musici scriptores graeci (Lips.
Teubener. Siehe M. f. M. 26, 162.
Siehe auch Dr. Ose. Paul's Har-
monik der Griechen. Ferkel 8,
47. Fetis' Biogr. univ.). — Sein
Tractat :
'Eyxtt(j'i8iov '^QfioviyTjS ist von Meur-
sius gi-iech. u. lat. in seinen Auetores,
Lugd. Bat. 1616, 40. pag. 61-92 und
in Meibom's Antiquae musicae auctores,
Amst. 1632, 4». p. 1—60 abgedrackt.
Nic08ia, Pater Salvatore,
von ihm bewahrt das Archiv der Ka-
pelle Antoniana in Padua geistl. Kompo-
sitionen auf. Das Buch von Tebaldmi
erwähnt S. 119 nur seineu Namen.
Nidermayr, Maximilian, ein
Instrumentist a/d. Münchener Hof-
kapelle, wird 1671 mit einem Ge-
halte von 172 Gld. verz., 1672 im
2ten Quartale erhält die Wittwe
den letzten Gehalt (Kreisarchiv).
Nidermayr, Peter, 1644 Mu-
siker an S.' Michael in München,
macht am 18^ 4 Hochzeit (Traureg.).
Niebergall.
200
Niedt, Nikolaus.
Niebergall, W. .., ein unbe-
kannter Komponist, von dem
die Hofb. in Darnist. ein Konzert für
die Oboe in unvollständigen Stimmen im
Ms. besitzt.
Niebur, Cordt, ratsbestallter
Violist zu Lübeck zu Anfang des
17. Jhs. (Lübeckisches Staatsarchiv).
Niederholtzer, Robert, siehe
Unterlioltzer.
Niedermayr, Johann, Bassist
a/d, Hofkapello in Wien mit 45
Gld. monatl. Gehalt vom 1. April
1637 bis t Juni 1641 (Köchel 1).
Niedermair, Kaspar, Bassist
an der Hofkapelle in Prag mit
15 Gld. monatl., sp. 30 Gld., vom
1. Okt. 1582 bis f Februar 1606
(Köchel 1). Das sächs. Staatsarch.
berichtet: Caspar Nidmeyer, Bas-
sist aus Prag, hielt sich 1604 einige
Tage an Joh. Georg l. von Sachsen
Beilager auf und erhielt einen
Becher für 36 Gld. 19 gr. 6 Pf.
als Geschenk.
Niedt, Friedrich Erhardt, ein
tüchtiger Theoretiker aus dem An-
fange des 18. Jiis., der noch im
17. geboren ist. Er bez. sich selbst
als einen Jenaer, andere sagen in
Thüringen geboren, studierte Jura,
wurde Notar zu Jena und ging
dann nach Kopenhagen, wo er vor
1717 gestorben sein soll. Nähere
Nachrichten fehlen, auch geben
seine Drucke nur wenige Andeu-
tung. Mattheson musste ihn gut
gekannt haben, denn er gab seine
nachgelassenen Schriften und auch
ältere in neuer Ausgabe heraus,
doch verweist er in betreff seines
Lebens auf Walther's Lexikon. Ge-
naueres über seine theoretischen
Abhandlungen giebt Chr3"sander in
der Leipz. Ztg. 1877 Nr. 35/36.
Es sind folgende:
Fr. E. Niedtens, Jenensis, Not. Publ.
Caes. Musicalische Haudleitung, oder gründ-
licher Unterricht, . , . den Generalbass . .
fertig spielen . . . selbst componiren . .
könne. 1. Thl. . . Hambg. 1700 N. Spie-
ringk. 32 Ell. in qu40. [B. B. B. Hbg.
— a. Aufl. 1710 Hbg., Schillers Erben.
[B. B. Dresd. B. Wagener. B. M.
B. Lpz.
. . . Handleitung zur Variation, wie man
den General -Bass und daräber gesetzte
Zahlen variiren, artige Inventiones machen
und aus einem schlechten General -Bass
Praeludia, Ciaconen, Allemanden, Sara-
banden, Menueten, Giquen und dergleichen
leichtlich verfertigen könne . . . Hambg.
170f) auf Kosten des Autoris, und bey
Benj. Schillern im Böhm zu finden. 83 BU.
kl.qu40. [ß.B. B.Hbg. ß.Wagener. B.M.
Kopenhag. br. Mus. Brüssel, ß. Lpz.
— Zweite Aufl. verbessert, vermehret,
mit . . . Anmerkungen und einem Anhang
von mehr als 60 Orgel-Wercken versehen
durcli J. Mattheson . . . Hbg. 1721 Schil-
lers Wittwe und J. Chr. Kissner im Dohm.
G BU. u. 204 S. kl. qu40. [B. B. B. Hbg.
Dresd. Kopenhag. Brüssel.
. . . Musicalisches ABC. Zum Nutzen
der Lohr- und Lernenden. Hbg. 1708
Benj. Schiller im Dohm. qu4". 13 Bll.
pag. 4 — 112 mit Musikbeilag. [B. B.
Dresd. Kopenhag. br. Mus. Brässel.
B. Lpz.
Musicalisciior Handleitung Dritter und
letzter Theil. handelnd vom Contra-Punct,
Canon, Motteten, Clioral, Kecitativ - Stylo
und Cavaten. Opus posth. Deme bey-
gefüget VeritophiJi deutliche Beweis-
Griinde (von Mattheson, .siehe dessen
Schriften 1717), mit einer Vorrede zum
Druck befördert von Mattheson. Hbg.
1717 Schillers Erben im Dohm. qu4".
2 Bll. 68 S. mit vielen Musikbeisp.
[B. B. B.Hbg. Dresd. B.M. Musikfr.
Wien. Brüssel. B. Lpz.
Niedt, Nikolaus, gestorben am
16. Aug. 1700 zu Sondershausen,
Kanzellist bei der Regierung und
Stadtorganist daselbst. Starb in
dürftigen Verhältnissen (Gerber 2).
Er gab heraus:
Musicaüsche Sonn- und Fe.sttags - Lust
von 5 Vocal- und 5 Instrumental-Stimmen
gesetzt. Sonder.shausen 1698 Druck und
Verlag von Heinr. Schönermarck. Enth.
auf jeden Sonn- und Festtag des Jahres
eine Kantate. [B. B. 11 Stb. Sonders-
hausen. Upsala 10 Stb. (C 1. 2. A. T. B.
2 V. 2 Viole, Bc.) Gelena: Viola 2 u.
Bc. br. Mus: C 2. T. B. V 2. Va 1. 2.
Violon, Bc. Der Kat. zeigt pars 1 und 2
Niege.
201
Niemeyer, Aug. Herrm.
an, von pars 2 vorhanden: C 1. 2. A. T. B.
V 1. Bc.
In Kgsbg. Ms. 81 Nr. 34 p. 138 die
4stim. Motette: Ich will aufstehen und
suchen.
Niege, Cr..., geb. 1525 zu
Allendorf in Hessen, war Sekretär
und Zollbeamter in Bremen, Buxte-
hude und Stade.
Dr. Joh. Bolte veröffentlichte in seinem
Buche Der Bauer im deutschen Liede
(Berlin 1890 Maier & Müller) ein Lied
mit Melodie von ihm.
Niel, Jeaii-Bai)tiste, Maitre de
• musique zu Paris (soviel wie ein
Musiklehrer) im Anfange des 18.
Jhs.; schrieb für die Pariser Oper:
Les Eomans, Ballet heroique eu 5 en-
trees et un prologue, paroles de Bonneval
(repr. 23/8 1736). Paris, grav. par Bailleul
le jeune. Part. fol. [Paris l'opera. hr.
Mus. Paris Nat: chez Ballard (?). C P.
Biüssel Cons.
L'ecole des amants, op.- hallet en 3
entrees et un prologue, paroles de Fuze-
lier (repr. 11/6 1744). Ms. P. 4« in
Paris l'opera, im Kat. nähere Beschreibg.
1, 199. [Paris Nat. scheint Druck zu
sein, sowie im C. P. 1845 führte man
das Ballet wieder ai;f.
Paris Natioualbibl. besitzt noch die Mo-
tetten im Ms. 1. Lauda Jenisalem, 2. Omues
gentes, beide mit Orchester.
Nielies, M . . . de, nach Huygens
Urteil ein bedeutender Komponist
in Frankreich in der Mitte des
17. Jhs. (Huygens ccxl).
Nielsen, Hans, ein Däne, wird
von König Christian IV. nach Ve-
nedig zu Gabrieli zur Ausbildung
gesandt und 1606 nach Braun-
schweig zu dem Lautenisten Gregor
Howett, 1623 wird er als Nach-
folger Pederson's Kapellmeister an
der dänischen Hofkapelle (Viertel].
9, 74 ff.). In Italien legte er sich
den Namen Oim-anni Foutejo bei,
unter dem er auch als Komponist
auftrat. Man kennt von ihm:
... II 1. libro de Madrigali a .5 voci.
Yen. 1606 Ang. Gardano. 5 Stb. 4».
21 Gesge. [Wolfenb: T. Paris Nat. kompl.
1 Madr. in Borchgreviuck's Samlwk.
von 1606 a (Eitner 1).
Niemecz, . . . Dlabacz giebt ihm
den Vornamen Primitio^ Pohl 3,
252 und 4, 100 bezeichnet ihn als
Primitio des Ordens der barm-
herzigen Brüder, d. i. der Oberste
in dem Orden. Dlabacz scheint
das verwechselt zu haben, da er
ihn vielleicht als Primitio Niemecz
verz. fand. Nach Dlabacz war er
1750 zu Domazlicz (Taus) geboren,
studierte Philosophie und legte
1769 die Ordensgelübde ab, später
wurde er auch Priester. Kam dann
als Bibliothekar nach Esterhaz,
wurde Schüler Jos. Haydn's in der
Komposition und schrieb zahl-
reiche Piecen für den Baryten, die
Gambe, Violine, Klavier u. Harfe,
die von den Zeitgenossen sehr ge-
sucht waren (wahrscheinlich befin-
den sich davon einige noch in
Eisenstadt in der füi'stl. Biblio-
thek). Auch mit dem Bau von
allerlei Instrumenten, besonders
von selbstspielenden Orgeln, be-
fasste er sich und erhielt vielfache
Aufträge vom Auslande.
Niemeczek, C... T..., be-
kannt durch:
Sonate pour deux harpes composee par
. . . Op. 4. Leipsic au magasiu de mus.
de Breitk. & Haertel. aufol. 15 S. [B.
Kgsbg.
Gerber 2 schreibt: ein Harfenist, aus
Böhmen, der am Ende des 18. Jhs. in
russischen Diensten stand, liefs sich 1793
in Berlin hören und 1803 in Leipzig. Er
verz. von ihm Variationen und Sonaten.
Niemeyer, August Herrmann,
geb. 11. Sept. 1752 zu Halle (Ger-
ber 1, in 2 sagt er aber geb. 1754),
studierte Theologie und bekleidete
zu Halle verschiedene Aemter, zu-
letzt war er Kanzler der Universität.
Er ist der Dichter mehrerer Oratorien-
texte, die Rolle in Musik setzte. Schrieb
auch eine Abhandlung üeber die Ver-
einigung der Religion, Dichtkunst und
Musik, die auch ins holländische übersetzt
wurde. Ein Exemplar in B. Brüssel.
Niemeyer, Joh. Karl Willi.
202
Niger, Giov. Maria.
Niemeyer, Johann Karl Wil-
helm, auch nur Karl mit Vor-
namen gez., geb. um 1780 zu
Halle, Neffe des Aug. Herrmann,
gest. 1839 ebd. Er war Lehrer
am Frank'schen Waisenhause zu
Halle und beschäftigte sich eifrig
mit Musik, besonders mit der
Notenzifferschrift bei Chorälen und
gab heraus:
Choraele in den alten Kirchen -Ton-
arten, ein Versuch. Lpz., Br. & IT. Pait.
19 Choräle. [B. B. B. M. B. Lpz. B.
Kgsbg._
Dreistimmiges Choralmelodienbucli in
Ziffern. Halle u. Berlin 1817 im Waisen-
haus. P. VIIT, 107 S. qu4". 101 Cho-
räle. [B. B. B. M. Kgsbg.
— 2. Aufl. ib. 1825. IB. B.
In Ms. 98 der B. Kgsbg., Kat. 21, der
Choral: Wie grofs ist des Allmächtigen
Güte.
Die Allgem. mus. Lpz. Ztg. bringt in
den Bänden 13, IG «. 18 mehrere Artikel
über Choräle, Lieder und theoretische
Fragen von ihm, s. 1. Hauptreg.
Niemtschek, Franz, geb. zu
Saczka in Böhmen, lebte noch
1808 zu Prag als Professor für
Logik und Moral am Kleinseitner
Gymnasium. Er gab eine Bio-
graphie Mozart's heraus:
Leben dos Kapollmeisters W. G. Mo-
zart's nach Urigiualquellen beschrieben.
Prag 1798 Herrlisch. 4». 78 S. [B. B.
Dresden. Musikfr. Wien. Biiissel.
— Neue Aufl. Leipzig 1803. [B. B.
Hannover. B. Lpz.
— 2. Aufl. Prag 1808 Herrlisch. 8".
118 S. [B.B. B.Lpz.
Nicnwuardo (Nieuvuardo, Dr.
Sandberger liest p]stienvuardo, siehe
Lassus 3 S. 8 u. 10), Christianus,
ein Niederländer, der von Weih-
nachten 1557 bis Michaelis 1558
an der Hofkapelle in München als
Altist mit 50 Gld. Gehalt diente.
1558 erhielt er noch ein Gnaden-
geschenk von 6 Gld. 6 kr. Die
Akten von 1559 fehlen (Kreisarch.).
Nierop, Dyrk Remhrantz van,
ein holländischer Mathematiker zu
Amsterdam, starb um 1677 und
gab heraus:
Wis-koustige musica: vertoonende de
oorsaecke van 't geluyt, de rodens der
zangbtoonen telkonstigh uytgereeckent,
ende uit maken en stellen der speel-
tuygen, . . . Amsteldam 16.59 G. van
üoedesbergen. 8". 70 S. u. 4 Tafeln.
[Amsterd. C P. Kat. 207 Beschrbg.
Nieuwenhuijsen,Frederik,geb.
1758 zu ZutiDhen, gest. 29. Jan.
1841 zu Utrecht, wo er seit 1778
als Organist und Glockenist am
Dome angestellt war (Titel. Pougin ^
teilt noch Mehreres seiner öffent-
lichen Thätigkeit mit).
Die Bibl. des Nordniederl. Vereins f.
Musikgesch. zu Amsterdam besitzt aufser
2 Choralbüchern, das eine zu 4 Stim.,
folgende Werke:
Zangstuk op het afsterven van Joh.
Derk, Baron van der Capellen, Heer van
den Poll. In muziek gesteld door F. N.,
Organist en klokkenist van den Dom te
Utrecht, enz. Alkmaar 1784 J. Hoge-
land. 8». Part, im Ms.
Marsch voor de burger- com paguie de
Z warte knechten to Utrecht. (Utrecht)
1784 J. M. van Vloten. 4».
Stigtiilijke digtstukjes door H. van
Alphou, op muziek gebragt door . , .
Utrecht 1788. qufol.
Musicq op de gedichten van J. P,
Kleyn en vrouwe A. Kleijn geb. Ockerse.
Utrecht 1792 G. T. van Paddonburg en
Zoon. qu4''.
Zangstukken uitgevoerd bij het ver-
rigten van den eersten openlijkon gods-
dienst na het vernieuwen der St. Janskci'k
vanWijk bij Duurstede. Utrecht 1793. 8".
Zangstukken bij gelegenheid der inwij-
ding van het nieuwe orgel in de gereform.
kork te Nederlangbroek, 15. Aug. 1809. 8".
Hulde aan de nagedachtenis van wijlen
Mevr. A. G. J. van Oordt, geb. Bosch,
Utrecht (1825). qu4o. Enth. mehrere
Gesänge.
Verzameling van godsdienstige zang-
stukken gecomp. voor 1, 2, 3 en 4 stem-
men en pfte. Ulreclit (1825). qu4'^.
Gezang aan de lente. 4". Ms.
Nieuwkecken, Panl yan, Or-
ganist an St. Pierre zu Löwen 1630
(Elewyck 64).
Ni§fer, siehe Schwartz, Stefan.
Ni|£?er, Giov. Maria, s. Nigrl,
Nigetti.
203
Nini.
Nigetti (Nigitti), Francesco, ein
Florentiner, ein gelehrter und prak-
tischer Musiker, von Fach Mathe-
matiker, lebte im 17. Jh. unter
Ferdinando IL (1628—1670). Er
war erster Organist an der Kathe-
drale zu Florenz und dabei ein
vortrefflicher Theorbist. Dass er
der Erste gewesen sein soll, der
Sinfonien für Violinen u. Theorben
schrieb, wie die mir vorliegenden
Quellen sagen, ist ein Irrtum, da
schon Monteverdi in seinen Opern
sie anwandte. Man schreibt ihm
auch die Erfindung eines Cembalo
mit einer Tastatur ohne Obertasten
(senza tasti neri) zu, auf dem
man mit Leichtigkeit transponieren
konnte. Er starb 1682 (Bonini's
Tractat u. Ricordi's Gazzetta mus.
di Milano 1847, 285. Ant. Mar.
Salvini in seiner della perfetta
poesia italiani nennt ihn Nigitti
und berichtet ebenfalls über obiges
Cembalo. Pougin teilt unter Nigitti
Einiges daraus mit). Von seinen
Kompositionen ist nur bekannt
Ohime, quel viso amato, per Ten. c. Bc.
Ms. Q 49 Bl. 13. Cou sdeguose niinaccie,
Duetto a S. e T. c. Bc. Bl. 41 und CM
t' ha dotto, bella Clori, Terzet. a A. T. B.
c. Bc. Bl. 41 V. [Bologna.
Nightingall, Roger, schwor als
Gentleman an der Kgl. Kapelle zu
London am 29/6 1619 auf Warte-
zeit, war Bassist von Poules (an
St. Paul) und trat am 20/7 1620
definitiv ein, später wurde er
Beichtvater des Königs, f 25/11
1661 (Rimbault).
Nigidius, Heinrich, wird um
1537 der Nachfolger Lampadius'
als Kantor an der Johaunisschule
zu Lüneburg (Viertel]. 6, 94).
Nisidius, Petrus, 1551 Lehrer
am Pädagogium zu Marburg, gab
die Odensaralg. von 1551a „Gemi-
nae undeviginti" heraus (Eitner 1.
Viertelj. 3, 28). Der dort genannte
Midmcl N. (Eitner 1, 118) ist
wahrscheinlich auch ein Nigidms
und wohl verwandt mit dem Her-
ausgeber Petrus Nigidius.
Von ihm befinden sich 19 Oden in
obiger Odensanilg. (1. e. 746).
Nigliavacea, Alessandro,
ist bekannt durch 3 Notturni per V. e
Guitarre, op. 1. [Musikfr. Wien.
Nigri(Nigerus), (xiovanni Maria.
Unter der Dedic. schreibt er sich
Niger, gez. zu Mailand den 5. Dez.
1573. Ein Amt und Geburtsort
ist nicht genannt. Er gab heraus:
. . . Mottettorum lib. 1, 5, 6, 8 vel 10
vocum. Veu. 1574 Gardano. 5 Stb.
qu40. 24 Mot. [B- B-
Nigrino (Negrini), Nicol6, wahr-
scheinlich ein Lautenist des 16. Jhs.,
der in einem hds. Papier -Codex
aus dem Ende des 16. Jhs. mit
Lautenpiecen vertreten ist.
Dei selbe befindet sich im Besitze des
Herrn Dr. Oscar Chilesotti in Bassano
und ist von ihm neu herausgegeben unter
dem Titel „Da un Codice Lauten -Buch
del Cinquecento" . . . Lips., Breitk. & H.
1890. 99 Lautenpiecen (s. M. f. M. 22,
225). — In B. Br. Ms. 49, 6 Stb. fol. aus
der ersten Hälfte des 17. Jhs. unter Nr. 3
ein Ballette für 2 V. u. B., mit Negrini
gezeichnet.
Nigris, Angiistin de, 1501
päpstl. Sänger (Viertelj. 3, 247).
Nigrisoli, Andrea, aus Ferrara,
wo er auch 1585 lebte und her-
ausgab :
Canzonette a 4 voci di . . . Lib. 1.
Ferrara 1585 V. Baldini. 4 Stb. 4^. 21
Gesge. [Modena: A.
Nijenhuijsen, Dirk, war um
1662 Organist an der Domkirche
in Utrecht (Bouwst. 2, 171. Tijd-
schrift 2, 212).
Nimpf, . . .
In der Universitätsbibl. zu Rostock
im Ms:
Concerto p. Fl. trav. c. istrom. (Streich-
instr.). Stb.
Nini, Jacouio, war um 1660
Maestro di camera di nostro Sig-
nore (zu Rom). Dedic. zu den
Salmi von Stefano Fabri junior.
Ninot.
204
Nisle.
Von eiuem Nini besitzt die Congre-
gation di Caritä zu Bergamo ein Recor-
dare per Tenore solo, coro ed orchestre
im Autogr., doch ist es sehr fraglich, ob
damit der obige gemeint ist.
Ninot, . . . ein Kompouist des
15/16. Jhs., der
im Petrucci 1501a und 1505 b mit 2
Motetten zu 4 Stirn, veiireten ist (Eitner
1). — In der B. Magliab. zu Florenz,
Cod. 58, befinden sich 1. In illo tempore
4 V. Nr. 23. 2. Plauxit autem Nr. 41.
3. Tsallite nove Nr. 42. 4. Si oblitus
fuero Nr. 55, alle zu 4 Stirn.
Niola. Greiinaro, scheint noch
dem 18. Jh. anzugehören. Er ist
bekannt durch
Brano di poesia (Ma che vi iece) tolto
dal Demofooute di Metastasio e posto in
musica i)er tenore con archi. Ms. P.
[Mailand Cons.
Studio di coutrappunto (va fine a tre
parti). Ms. [ib.
Nisio, Johann O. .., Bassist
a/d. Hotkapello in Wien mit 60
Gld. raonatl. vom 1. April 1650
bis Ende 1657 (Köchel 1).
Nisis, Raynaldus de, 1472
Contraltist an St. Peter in Rom
(Viertelj. 3, 237).
Nisius, Konrad, gab heraus:
Zweue christliche Psalmen . . . der
Stadt Weifsensee zu nutze mit 6 Stirn.
Erffurdt 1593. 6 Stbll. qu4". [br. Mus.
Nisle (Nissle, Nusle), Joliann.
Nach allen Nachrichten, die mir
vorliegen muss Vater und Sohn
mit A^ornamen Johann geheifsen
haben. Gerber verz. ihn ohne
denselben und sagt nach Schubart
222, dass er (der Vater) aus Geis-
lingen bei Ulm gebürtig ist. Ger-
ber fügt die Jahreszahl 1737 hinzu,
während sein Sohn 1788 zu Neu-
wied geb. sein soll, was jedenfalls
zu spät ist, wie sich weiterhin er-
geben wird. Beide waren A^ir-
tuosen auf dem Waldhorne. Ueber
den Vater wissen wir, dass er um
etwa 1761 in Württembergische
Dienste unter JomeJli's Direcktion
trat und sich unter Leitung des
ersten Hornisten Anton Rudolph
noch weiter ausbildete (Sittard 3,
55. 56. 73). Wann er Stuttgart
verliefs, ist nicht ersichtlich. Seite
137 verz. Sittard in den Jahren
1771/72 einen Hornisten Nessler,
der wohl der obige sein soll.
Wahrscheinlich wird er Stuttgart
bei der Reducierung der Kapelle,
die um 1774 erfolgte, verlassen
haben u. nach Neuwied gegangen
sein, was mit Gerber's Angabe, dass
er 1776 daselbst Konzertmeister
war, übereinstimmt, nur muss man
den Stuttgarter Aufenthalt vor
den Neuwieder verlegen. 1769
und 1778 konzertiert er im letz-
teren Jahre mit seinem Sohne in
Frankfurt a/M. (Israel 50. 65).
Gerber sagt, dass der Sohn, deren
er übrigens drei hatte, 12 Jahr
alt war; nimmt man daher das
Jahr 1778 an, so muss er 1766
geb. sein, also nicht in Neuwied,
sondern in Stuttgart. Gerber verz.
des Vaters Tod um 1788 zu Hild-
burghausen oder Meiningen, Ge-
naueres ist nicht bekannt. Ueber
den Sohn wissen wir noch, dass
er sich viel auf Konzertreisen be-
fand, ein fleifsiger Komponist war
und in der Berliner Allgem. mus.
Ztg. 1829 Nr. 7—9 seine Erleb-
nisse in Wien mitteilt, die auch
über Beethoven u. Haydn Einiges
enthalten. Schubart S. 222 spricht
sich über den Vater sehr aner-
kennend aus. Die Leipz. Ztg. re-
censiert einige der Kompositionen,
die ich der Zeit des Erscheinens
nach dem Sohne Johann zu-
schreibe, denn in Whistlings Ver-
zeichnis sind sie erst 1829 zahlreich
angezeigt, während sich in dem
von 1817 nur wenige finden. Die
Leipz. Ztg. bespricht sie in den
Jahrg. 1807 u. 1818. Vom Sohne
Johann sind folgende nachweisbar:
Nisle.
205
Nittel.
Die Musik. Cantate ä 4 voci c. orcii.
Cl.-A. Simrock io Bona. fol. [Einsiedeln.
Ouvertüre in Dm. f. Orch. in Stb.
Gr. Quintette a 2 V. 2 A. Vcl. op. 30.
Septetto p. Clav. Fl. Fag. Cor., Va. e B.
Octetto p. Clav. Fl. 2 V. 2 Cor. Va.
Vcl. e B.
Trio in B. p. Clav. V. e Vcl. op. 20.
Gr. Trio in Es. p. Clav. V. e Vcl. op.
24. Vienne, Steiner.
Sonate in Fm. f. Clav. Hörn. u. V.
L'amicizia, un Quadro musicale (für
Clav. u. V.).
12 gr. Duos p. Clav, e Cor. oe. o.
liv. 2.
Sämtlich in Musikfr. Wien.
2 Senates p. Clav, et Cor de chasse,
oe. 6. Orangebg., Werckmeister. Stb.
[Brüssel Cons.
12 gr. Duos p. Cor & Pfte. comp, par
Jean Nisle. Oeuv. 5. Liv. 1. Orangebg.,
Werckmeister. 2 Stb. [B. Kgsbg., das
2 liv siehe oben in der AViener Bibl.
Tre Trii per 2 V. e Vcl. Napoli,
Gius Girard (mit Giovanni Nisle gez.).
3 Stb. [B. Wiigener Nr. 3. Mailand
Cons. 1—3. in Stb.
Adagio et Polonaise f. 2 F-Horner mit
B Ms. P. [Schwerin F.
6 Duos p. Pfte. et Vcl. oe. 51. Berlin,
Schlesinger. [B. B. ■,■ ^r ^^
Gerber 2 berichtet noch über die \N ald-
hornisten und Söhne des Vaters Nisle:
David Msle, seit 1798 in Diensten
des Fürsten von Wittgenstein in Berle-
burg.
Johann Friedrich iV., geb. um 1780,
der jüngste Sohn, befand sich ]805 auf
Reisen. Beide Brüder sollen 1809 m
Ungarn bei einem Herrn von Vegh in
Vereb leben. Von Letzterem besitzt die
Kgl. Hausbibl. Berlin 1 Heft Lieder, be-
titelt: . . ,T ■ 1
Lieder am Pfte. zu singen, in Musick
gesetzt von J. F. Nisle. s. 1. et a. qufol.
[auch in Brüssel Cons.
Nison, Alessandro, Organist
della Minerva e di Santa Maria
del Anima, (Ort fehlt, vielleicht za
Korn?)
stellte 1617 eine Samlg. Motetten und
Madrigale hds. zusammen. Sie befindet
sich heute in der Bibl. Casanatense zu
Rom, Ms. 0, VI, 19.
Nissen, (xcorft Nikolaus toii,
geb. 22. Jan. 17G5 zu Hardens-
leben in Dänemark, gest. 24. März
1826 in Salzburg. Kgl. dänischer
Etatsrat, Ehegemal der Wittwe
Mozart's, Verfasser einer Mozart-
Biogr., betitelt:
Biographie AV. A. Mozart's. Nach Ori-
ginalbriefen, Sammlungen alles über ihn
Geschriebenen, mit vielen neuen Beilagen,
Steiudrücken , Musikblättern und einem
Facs. Von . . . nach dessen Tode her-
ausgeg. von Constanze, Wittwe von
Nissen, friiher Wittwe Mozart. Mit einem
Vorwort von Dr. Feuerstein in Pirna. Leipz.
1828 Br. & H. 8". 702 S. u. 44 Seit.
Vorwort. — Anhang zu AV. A. Moz.'s
Biogr... Lpz. 1828 ib. 8». 219 S. [be-
sitzt jede gröfsere Bibl.
— franz. übersetzt von Alb. Sowinski.
Paris 1869 Garuier freres. 8". [Brüssel.
— franz. übersetzt von J. Goschler.
Paris 1857 Douniol. 12°. [Brüssel.
Sie bildet die Grundlage zu allen
weiteren Biographien.
In der Bibl. Dresden befinden sich 9
Abbildg. in Lithographie zu Nissen's
Biogr. M.'s.
1 Brief an Kandier, Salzburg 1825.
[Hofb. AVieu. Sein Portr. im Besitze des
K. K. lloftheaters in AVien.
Niti-ami, Griami (Giovanni),
„della scuola dal Palestrina".
Im Ms. L394 B. B. der Gesang: Sicut
fuit Jonas in ventre 3 voc. in P. — In
Bologna derselbe Gesang, dort wird sein
Vorname Giovanni genannt und mit Anti-
fone zu 4 Stim. bez. (T. 34*» del Carteggio
Martiniano p. 81 v.). — In neuer Ausg.
1 Gesg. (Eitner 2).
Nitscli, Igiiaz, Organist im
Stifte Emaus zu Prag um 1796,
ist als Kirchenkomponist bekannt.
Die B. der Musikfr. in AVien besitzt
von ihm die Motette Pastores quem vi-
distis zu 4 Stim. u. Instr. in P.
Nitsch, Peter, ein Komponist
des 16. Jhs., der von Draudius
mit teutschen Liedern mit 4 Stim.
Lpz. 1543 und Teutsche vnd lat.
Lieder mit 4 Stirn. Lpz. 1573 er-
wähnt wird. Bekannt ist nichts
von ihm.
Nitsclie, Cliristiaii, Vorsänger
an der Peterskirche in Hamburg
um 1692 (Mattheson 1, 275).
Nittel, ...
ein Allegru per Clavic. in Choix de
mus. 1784 Nr. 28. [B. M.
Nitzsche.
206
Nivers, Guillaume-Gabriel.
Nitzsche, Johann Heinrich,
um 1680 Violinist und Trompeter
an der Holkapeile in Dresden mit
250 Rthlr. Gebalt (Fürstenaii 1, 98).
Nivernois, L(Miis- Jules Bar-
bonmancini - Mazariiii , Herzog
von, geb. um 1716 zu Paris, gest.
1798. Gesandter an verscbiedenen
Höfen Europas. Bescbäftigte sieb
viel mit Literatur und aucli mit
Musik.
Er schrieb unter anderein das einaktige
Divertssement „Le temple des chimeres",
welches 1758 zur Aufführung gelangte
(Pougin).
Nivers , Ouillaiime - Oahriel,
geb. in einem Dorfe bei Melun
um 1617, lebte nocb 1701. Er
besuclite das College de Meaux,
trat dann ins Seminar St.-Sulpice
ein um Theologie zu studieren,
liefs sich darauf in Paris nieder,
nahm bei Chambonnieres Musilc-
unterricht, erhielt 1()40 den Orga-
nistenposten an tSt.-iSulpice und 2
Jahre später wurde er Tenorist an
der Kgl. Kapelle. Auf dem Titel
zum Drucke von 1667 nennt er sich
„Maitre compositeur en musifxue
et organiste de Toglise St.-Sulpice
de Paris" (siehe Fctis das übrige
Biographische , der auch seine
Werke ausführlich verz.). Von
seinen zahlreichen "Werken sind
folgende nachweisbar:
An thcoretisclien :
Methode facile pour ai)prendre k chanter
la musique. Par un Maistro celebre de
Paris. Paris 10G6 Kob. Ballard. riuS».
27 S. [Bologna.
— Fetis nennt eine ältere Ausgabe :
Paris 1646 Ballard, betitelt: La gamme
du Si ; uouvelle niethode . . .
— Titel wie 1666. Ib. 1696. qu40.
[Brüssel.
Traite de la compositiou de musique
par . . . Paris 1667 Ballard. 8". [Paris
Nat. Stadtb. Koucn. B. B. C P.
Glasgow.
— Ms. 40 64 in B. B.
— Traite de la compositiou de musi-
que, par ... et traduit en flamand par
E. Roger. Amst. 1697 de Lornie et
Roger. 8». 112 S. 5 Taf. franz. und
niederl. [Brüssel. B. B. Dresd. Bo-
logna. Amst. Glasgow.
— Traite de la comp. Paris 1712
Ballard. 8". [be.safs Leo Liepm. 1888.
Dissertation sur le chant gregorien,
|)ar le Sr. Nivers. Paris 1683 Tautheur.
8". Vir u. 216 S. [Brüssel. Paris Nat.
Stadtb. zu Arras, Amiens, Caen, Niort,
Veidun. B. B. B. W.'igfuier. Bologna,
br. Mus.
Methode ceiiaine pour apprendre le
l^leiu-chant de röglise. Dressee par . . .
Paris 1698 Ballard. 8°. [Brüssel.
— Fetis verz. noch: Methode pour
apprendre le plain-chant de l'eglise. Paris
1667 Ballard. qu8". — 2. Ausg. ib. 1679.
— 4. Ausg. 1711. 12».
Ferner: Trois uouveiles methodcs pour
le piain - chant. Paris 1685. quS*' in 3
Ausg. Jahresz. fehlen.
An prahiischen Werken:
Livre d'orgno, contenant cent picces
de tous les tons de leglise, par . . . Paris
1665 Ballard. qu4". [Paris Nat. Paris
Gcnev. Stadtb. Troyes. Brüssel 2122
in Kopie von Perne. Livorno im Besitze
des Herrn Gius. Pratosi von 1667 po livre.
— 30 livre d'orgue. Ib. 1675. [Paris
Nat.
Motets ä voix seule accomp. de la Bc.
Paris 1689 Ballard. [Paris Nat. Bresd.
Amst. br. Mus. C. P.
Lamentationes Jeremiae . . . Paris 1719
Ballard. [Paris Nat. br. Mus. Leo
Liei)m. Ausg. von 1723.
Pa.ssiones D. N. .1. C. cum benudictione
cerei paschalis. . . Paris 1723 Ballard. 4*.
[br. Mus. Bologna. Fetis zeigt sie von
1670 an.
Chants et motets ä l'usage de leglise
. . . Tome I. . ., mise en ordre par Cleram-
bault. Paris 1733 grav. Hue. kl. 4«.
310 S. — 2. Tom. 334 S. Enth. Messen
u. Litaneien. [B. Wagenei-. C P. Paris
Nat. br. Mus.
Litanies du tres Saint sacrement (j). 1
voLx). Ms. 3819 p. 257 in B. B.
Lautenpiecen in einem Ms. des C. P.
(Kat. 485). — Exempel und Fugen im
Ms. 101 der B. zu Cambridge FW.
Er gab auch 1687 und 1696 zwei
„Antiphonarium romanum" zu Paris
heraus. Beide in B. Brüssel 1216 17.
Fetis verz. noch : Betons de tenebres
Selon l'usage romain. Paris. — Les Pas-
sioDS avec l'exultet et les Le^ons de
Nivers, Henric.
207
Nodari.
tenebres. Paris 1689. Das 2. Buch Orgel-
stiicke erschien 1671.
— lu neuer Ausg. die erste Lamen-
tation (Eitner 2).
Nivers, Heuric, Marchiaci (=
La Marche?), bekannt durch:
Musica nova, uewe und zuvor nie er-
fundene Singkuust. Leipzig 1603 (Lateiu.
und deutsch). [B. B.
Nizaiikowski, Andreas, ein
Organist an der Dominikanerkirche
zu Krakau, der 3 Jahre bei Fresco-
baidi in Rom studiert hatte, st. ara
3. April 1655 in Krakau (Haberl,
Jahrb. 1890, 82).
Noak (Noke), William, Kgl.
Kammermusikns an der HofkapeJle
in London, der am 30. Sept. 1624
an Ant. ßassano's Stelle als Flötist
angestellt wurde. Nur im Jahre
1625 ist er noch verz. (Nagel,
Annalen). Bei der Ungenauigkeit
der einstigen Namenaufzeichnung
könnte man annehmen, dass der
am 12. Mai 1662 als verstorben
angezeigte John Xoakes vielleicht
der obige ist.
Xol)ili, O . . .
Im Conservatoire zu Brüssel befindet
sich ein Duo ä Sopr. et Ten. av. orch.
Ms. P.
Noble, siehe Le Noble.
Noble, Olivier, ein zu New-
burg (Mass. in Amerika) 1792 ver-
storbener Musiker, der herausgab:
Discourse on Church Music 1774
(Brown).
Noblet, Charles, geb. gegen
1715 zu Abbevile, gest. um 1769
zu Paris, war Organist an der
Kirche Mathurins und ara Kolle-
gium de Navarre, auch Cembalist
an der Oper, wovon er sich mit
einer Pension von 350 liv. 1768
zurückzog. Im Concert spirituel
wurde ein Te Deum und mehrere
Kantaten von ihm aufgeführt, auch
solleü 1754 und 56 Klavierpiecen
erschienen sein. Sein Porträt be-
findet sich im 4. Bde. der Bibl.
histor. de la France (Pougin nach
La musique ä Abbeville 1876. 8*^
und den Spectacles des Paris).
Im C. P. befinden sich: Cautatilles avec
flute et basse, op. 1 — 3. öonates ou nou-
velles Suites de Clave^in.
Nobletti, Joannes, von 1482
bis 1486 päpstl. Sänger (Viertelj.
3, 241. 243).
Nocetti (Nucetus), Flaminio, aus
Parma, von etwa 1603 ab Organist
au San Giov. Evangelista zu Parma
(Titel). Man kennt von ihm an
Kompositionen:
Missae ac Litaniae B. M. V 8 voc.
Ven. 1602 Gardanus. 8 Stb. 4». 8 Nrn.
[Hof b. Wien: C.
Primus conceatus, sive sacrae cantiones
... ex quinis, senis, septenis, octonis, &
nouenis vocibus . . . Ven. 16U3 Gardanus.
[Bologna: A.. in 4". B. Haberl inkompl.
von 1602?
Cantica, ac Litaniae B. M. V. . . . 8
vocibus concineudae. Cum Partitione.
Veji. 1617 Magui. 9 Stb. 4"^. [Bologna.
B. D. nur Part, in fol. 27 S.
11 secondo deile Messe a 8 voci di . . .
con Partitura per l'org. Ven. 1618 Magni.
10 Stb. 4". 4 Messen. [Kathar. Danzig.
Bologna: B 1.
Sacrorum concentuum . . . lib. 2. Ter-
ms, 4, 5, 6, 7 et 8 vocibus concin., cum
partitione et privilegio . . Ven. 1618
Magui. [B. Kgsbg: C— Bl.5a. 6a. Part.
57 S. 34 Mot.
Unter Fl. Nucetus 1 Mot. in Phalesius
Florilegium 1609 und 1 Mot. 6 voc. im
Samlwk. 1611. — In B.L. im Ms. suavi-
tas et dulcedo 6 voc. (siehe Kat.). Der-
selbe Gesg. in neuer Ausg. in Commer's
Mus. Sacra 15, 37.
Nocliez, ... ein Violoncellist,
Schüler von Cervetto und Abaco,
trat ins Orchester der komischen
Oper zu Paris, 1749 in das der
grofsen Oper, 1763 in die Kgl.
Kapelle, 1799 zog er sich zurück
und starb 1800.
In La Borde's Essai sur la musique,
Bd. 1 p. 309— 323- befindet sich von ihm
ein Artikel über das Violoncello. — Im
C. P: Sei Sonate da camera p. leVioloncelle.
Nodari, tJiovanni Paolo, aus
Brescia, ein Mönch des Klosters
Cassinense der Kongregation Fieso-
Nodler.
208
Nötzel.
lana, lebte 1605 zu Gazoli, wo er
die Dedicatioa unterzeichnet. Man
kennt von ihm:
. . . mellifluus concentus in Psalmos
David, qui in praecipuis anni solemnitati-
bus ad vesperas 4 vocib. organo aliisque
musicis instrunientis . . . Nee non in duo
Beatiss. Virg. Deipare Cantica iisdem iu-
stiiiin. concineuda. Veu. 1605 Amadinus.
5 Stb. 4P. Es ist sein erstes Werk.
[Bologna.
Corona gemmarum coelestium per . . .
in hanc nuisicalem harnioniam sola, duo-
bus, tribus, 4 & 5 voc. , contextam . . .
Yen. 1613 Amadinus. .0 Stb. in 4». [B. M:
B. u. Ürgelstiin. (Part. goii.). Bologna: B.
Harnionicuni concentiiin ... in alinae
Virginis Bei genitrixis Mariae, Canticuin
ad organi conioditatoni distributum super
8 eccles. tonos f) vocib. divisum. Yen.
1620 Magni. 6 Stb. 4». 8 Magiiif. [B. M.
Bologna: C. im Kat. Abdr. der Dedic.
2 Gesge. iti alten Samhvk. (Eitner 1,
lies für Parbo „Parlo").
Nodler, Weiicz(ol),
bekannt als Komponist des Liedes „Ach
gott, ich klag des winters art" 15. Jahrh.
Abgedr. in Beilage zu M. f. M. 1880, Mün-
chener Liederbuch, Deutsches Lied, 2. Bd.
p. 45. Siehe auch M f. M. 25, 166.
Noe, Noel, oder Noe B. ist
Baulduiii.
Noc, Stephen, um 1625 Mit-
sjlied der Kapelle Karl I. von Eng-
land (Hawkins 4, 370).
Noel, ... Um 1514/15 Sänger
in der Hofkapelle Louis XU. von
Frankreich (Thoinan 91).
Noel des 17. Jhs., 1615. Part,
und Stb. im Ms. in fol. [Bologna,
Kat. 3, 247.
Noel, . . . tritt 1766 als Spieler
des Pantaleon in London auf (Pohl
2, 374).
Noel, Henry, ein englischer
Gentleman und Pensionär (der ein
erhält) unter der
Elisabeth, die ihn sehr
begünstigte wegen seiner Fertig-
keit in der Musik (Hawkins 3, 422).
Noel, N..., ein Maitre de
musique zu Paris gegen Ende des
17. Jhs. Fetis verz. von ihm:
Gnadengehalt
Königin
1. Motets et elevations pour les sacre-
ments, la saiute Vierge et pour les prin-
cipales festes de l'annee, ä une et deux
voix avec la Bc., propres pour les dames
religieuses, Paris, qu8". — 2. Motets pour
les principales festes de l'annee ä 1 voix
seule avec la Bc. et plusieurs petites
ritournelles pour l'orgue ou les vieles.
Paris 1687 Ballard. (pU". — Die Hofb.
in Wien besitzt im Ms. 15941, 3 Stb.,
Cantus fehlt unter Nr. 6 u. 32 zwei geistl.
Gesänge.
NÖU, . . . Flötist, lässt sich im
Konzert der Mad. Baini am 23/4
1765 in Frankfurt a/M. hören
(Israel 48).
Noelll, (jleor^, Virtuose auf dem
Pantaleon, Schüler von Hebenstreit,
später von Pater Martini, befand
sich viel auf Konzertreisen. 1765
tritt er in Frankfurt a/M. als Pan-
taleonist auf und nennt sich in der
Anzeige „in herz, ßraunschweig-
schen Diensten'^ (Israel 48). 1775
konzertiert er am 5/4 und 5/11 in
Hamburg. 1776 trat er in die
Hofkapelle des Herzogs Friedrich
von Mecklenburg - Schwerin als
Kammermusikus, wo er 1786 in
den Listen als Drittletzter verz.
ist. Er starb daselbst 1789 (Kat.
von Kade 2, 99 und Gerber 1).
Von seinen Kompositionen ist
nachweisbar:
1 Sinfonie im Samlwk. 7 von Breit-
kopf. — Pastoj'ella Sonata Cdur, per il
Cembalo con V. et B. Ms. Stb. [Schwe-
rin F.
Nördliiiger, Wenzel, siehe Ner-
linger.
Nöringer (Nörminger), August,
siehe Nörminger.
Nötzel (schreibt sich auch Nözel),
Cliristiaii Friedrich, geb. 11. Juli
1780 zu Schwarzenberg im Erz-
gebirge, wo er nach eigener An-
zeige in der Lpz. Ztg. von 1802
Stadtmusikus wai-.
Er giebt in den .lahren 1800 und 1802
allerlei Tänze heiaus, angezeigt in der
Lpz. Ztg. 4, Big. 9, S. 35, beurteilt in
6, 848. Im Jahrgange 1827 eine Eucy-
Noferi.
209
Nola, Giov, Dom. da.
klopädie der Theorie in der Musilj (ib.
29. 1).
Noferi (Nofieri), (xiovauiü Bat-
tista, ein Violinvirtuose, der 1770
in London auftritt (Polil 2, 370);
sonst ist über sein Leben nichts
bekannt, dagegen lassen sich aller-
lei Kompositionen von ihm nach-
weisen:
The celehrated dances performed ... at
the King's theatre. .3 hookes. London,
J. BlundelL ciu4". [br. Mus.
6 Trios, 3 a un V., Taille et Basse,
et 3 ä 2 V. e B. op. 3. fol [Dresd. Mus.
6 Trii ä 2 V. e B., ded. Lady Bridget
Lane. op. 9. Lond., Welcker. 3 Stb.
[B. Hbg.
6 Sonatas for 2 V. with a Th. B. ded.
Lady Biugley. op. 10. Lond., Welcker.
3 Stb. [B. Hbg.
6 Trios for 2 V. with a Th. B. op. 13.
London, [br. Mus.
6 Trios for 2 V. & a Vcl. op. 17.
Lond. foL [br. Mus.
Sonatas for 2 V. & a B. op. 7.
Lond. fol. [br. Mus.
6 Sonatas or Duets for 2 V. op. 3.
Lond. 2 Stb. fol. [br. Mus.
(3 Duets for 2 V. op. 4. Lond. 2 Stb.
fol. [br. Mus.
6 Duettes, 3 for 2 V. & 3 for a V.
& Vcl. op. 14. Lond. [br. Mus.
6 Senates ä 2 V. La Haye. 2 Stb.
fol. [br. Mus.
6 Solos for a Guitar with a Th. B.
op. 3. Lond. [br. Mus.
6 Solos for a V. & B. op. 2. Lond.
[br. Mus.
G Soli for a V. & B. op. 8. — Dito
op. 11. (Lond. 1765.) [br. Mus.
Eight Solo's for a V. with a B. for
the harps. or Vcl. ded. to the Honble
llarriet Lane. Lond. printed for the
author. fol. 39 S. Part. [B. Wagener.
br. Mus.
6 Duette ä 2 V. im Ms. in B. Lin-
köping.
The Opera Dances for 1779 .. . Com-
posed and adapted for the V., Fl. and
Pfte. London, Welcker. fiu4". 27 S.
[br. Mus.
Deldevez veröffentlichte einen Teil
einer Sonate in Dd. f. V. (Eitner 2 N.).
Auch Cartier teilt ein Allegro in seinem
Samlwk. mit.
Nohart, Leouhart, Altist an
der Hofkapelle in München, erhält
Rob. Eitner's Qaellen-LexLkon. Bd. 7.
1605 100 Gld. und wird 1606,
9. Nov. mit 20 Gld. entlassen
(Kreisarchiv).
Noisten, Lucas Karl, um 1716,
nach anderer Angabe 1720 in Bonn
geboren, am is" Nov. 1787 ebd.
gest. Als Bassist an der kurf.
Kapelle in Bonn am 21/12 1745
angestellt mit 252 Gld. Gehalt
(Thayer l, 27. 147. S. 147 sagt
er 1739 als Hofmusikus angestellt,
wahrscheinlich auf Wartezeit).
Noiiiville, s. Durey de Noinville.
Noiriam, Daniel, 1611 Sänger
lind Mnsicus an der Kgl. Kapelle
zu Brüssel (Straeten 2, 9).
Nola, Feiice de, 1507 päpstl.
Sänger (Viertel]'. 3, 248).
Nola, Uiacopo da; im Samlwk.
1566 c ein Madrigal zu 5 Stirn.
(Eitner 1).
Nola, D. OioYaniii Domenico
da, auch Don Joan Doraenico del
Giovane de Nola gez. (in 1541).
Auf den Motetten von 1549 nennt
er sich Juvenis de Nola und ist
daher der Name Giovane wohl
sein Familienname. Ich setzte ihn
dennoch unter Nola^ seinen Ge-
burtsort, da er unter diesem nur
bekannt ist. Nur einmal wird er
auf den Titeln seiner Drucke mit
einem Amte bez., auf 1564, 2. lib.
de Madrigali, heilst es: Kapell-
meister an La Nontiata zu Neapel.
Von seinen Werken sind bekannt:
Lib. 1. Motectorum 5 vocuiu eccellen-
tissimi Musici Domini Joaunis Dominici
Juvenis de Nola, noviter ab ipso authore
congesti, & nunc primuui . . . editi. Ven.
1549 H. Scottus. Dedic. m Neapel 1546
gez. 5 Stb. <iu4". [Bologna: B. br.
Mus: B.
1541. Canzoni Villanesche de . . .
Lib. 1 e 2. Nouam. stanip. Ven. 1541
Scotus. 3 Stb. <iu4". zweimal 21 Gesge.
[Celle.
— Canzone Villan. . . a 3 voci, ristamp.
Lib. 1. Ven. 1545 Gardane. 3 Stb. (iu4".
21 Gesge. [B. M. B. B: B.
14
Kola, Giov. DoDi. da.
210
Nonotte.
— dito lib. 2. ib. 1.545. 3 Stb. qu40.
21 Gesge. [B. M. B. B: B.
1545. Madrigali a 4 voci di . . NoUa,
da lui nouam. composti . . . Ven. 1545
(Gardane?). 4 Stb. (iu40. 29 Madr.
[Veroua S. f. Bologna: T.
1564. II 2. lib. de Madr. a 5 voci
di ... Roma 1564 Val. Salviano & fra-
telli librari. Dedic. in Neapel gez. 5 Stb.
qu40. 29 Madr. [Bologna: C.
1567. 11 1. lib. delle Yillanelle alla
Napolitana di ... a 3 et a 4 voci nouam.
date in luce, et corrette da Claudio da
Correggio. Ven. 1567. 3 Stb. _ kl. 8".
29 Madr., dabei von Oio. Leon. l'Arpa 3
und von Paolo d' Anyelo 1 Madr. [Hofb.
Wien: C. T.
— Dl. lib. . . Ven. 1569 Claudio da
Corregio. 3 Stb. kl. 8". 29 Madr.
[Rostock. Kassel, C def.
— 11 1. lib Vinegia 1570 Gir.
Scotto. 3 Stb. kl. 8". 29 Madr. (Paolo
d'Augelo ist hier nicht genannt). [B. M.
B.Zw: C. T.
In alten Samlwk. 17 italien. Gesge.
(Eitner 1). Dazu kommen noch nach
Vogel in Scotto's Lib. 3 de D. autori
1549: lo vo piangendo 4 voci. — In
Barre's 2. lib. delle Muse 1558 (mit 1560^
identisch): lo procaccio martir 4 v. — In
Scotto's Cauzon Napol. 3 v. 15()(! fünf
Gesge. — In desselben Prima stella 5 v.
1570: verde amena, 2. p. nuova
terra. — In Archadelt's 1. lib. Madr. 4 v.
1625: Vivo sol di speranza; Ben mio und
Giontom' amor. — In den Lautenbüchern
von Denfs und Hove einige arrangierte
Gesge.
Ms. 8, Codex in Modeua, classe speciale,
Hds. Cos. Bottegari's: Quando da voi, Ma-
donna, El. 27.
Nolla, . . . um 1787 nach Gyro-
wetz' Selbstbiogr. Kapellmeister
beim Herzoge von Parma, wurde
später Kapellmeister am Scala-
tlieater in Mailand.
Nollet (Noiet, Noletto, NoUetto),
. . . ein Komponist aus der ersten
Hälfte des IG. Jhs.,
der in alten SamlwL mit 8 italien. 4-,
5- und 6 stimmigen Gcsgen. vertreten ist
(Eitner 1). Ferner nach Vogel in Verde-
lot's a 6 Madrig. 1546: Quant' in mül'
auu' il ciel 6 voc. In Ausg. 1561 das-
selbe Madr. und Partomi donna. — In
Ant. Franc. Doni's Dialogo 1544: S'io po-
tessi mirar. — in Gardane's 1. lib. Madr.
1547: Qual anima.
Nollet, L'abbo Jeaii-Antoiiie,
ein Physiker, geb. um 1700 zu
Pimpro bei Noyon, gest. 24. April
1770 zu Paris. Fetis verz. das
Werk:
Memoire sur l'ouie des poissous et sur
la transinissiou des sons dans l'eau, ge-
di-uckt in den Momoires de l'Academie
des Sciences de Paris (1743 p. 199).
Nollet, Ptev. Michael, Mitglied
der Kgl. Kapelle zu London, wurde
Reader der franz. Kapelle im St.
James -Palast (11/12 1744) und
t 8/10 1755 (Rimbault 233).
Noly, ... Um 1514/15 Sänger
in der Hofkapelle Louis XII. von
Frankreich (Tiioinan 92. Etat ä Paris
K no. 322). Ein J. Noly wird
von Castil-Blaze 147 als Bratschist
in der Hofkapelle Louis XIV. mit
912 üv. 12 sous und Naturalien
verz.
Nonierius, de, Sänger am St.
Peter im Jiuni um 1475 (Viertelj.
3, 237).
Noiiat, . . .
Im Vei-lagskataloge von Meyn in Ham-
burg ist 1797 angezeigt: Air de Marl-
borough, variö p. le Claveciu.
Noniiiiii, Girolamo. Ein un-
bekannter Komponist. Dem Wort-
laut des Titels scheint er dem
18. Jh. anzugehören. In Bologna
befindet sich der Druck:
Six Italian Canzonets, for a Single voice
which niay be accompanied either by the
harpsichord, Guitar, Harp or Mandolin,
composed and dedicated to Mrs. Johnstone,
at Kensington Gore by ... Op. 1. Lon-
don, printed & sold for the author N. 233,
Piccadilly. qufol. 21 S. Der Text ist
italienisch.
Nonotte,Josei)li-Waast-Aiibert
(Fetis fälschlich unter Nonot), geb.
um 1753 zu Arras, gest. um 1817.
Klavier- und Orgelspieler, ging mit
18 Jahren nach Paris und voll-
endete seine Studien unter Ledere.
Zurückgekehrt nach AiTas erhielt
er die Organistenstelle a/d. Kathe-
drale. Während der Revolution
Noord, Sybrandus van.
211
Nopitsch.
ging er uach England und kehrte
später nach Paris zurück. Die
Nationalbibl. zu Paris besitzt von
ihm:
2 Senates pour le clavecin avec V.
Paris, Boyer, — Le(;'Ous methodiques de
claveciu ou fortepiano. Ib. Fetis nenut
bei Letzterem Nadei-manu als Verleger.
Noord, Sybrandus vau, war
von 1G79 — 92 Organist an der
alten Kirche zu Amsterdam und
vom 8. Jan. 1692 Organist zu
Haarlem (bis 1695) (Bouwst. 1, 65).
Gregoir, Panth. 5, 108 teilt ein
Gredicht von A. Alewyn „Anno
1702" mit, wo er als Orgel-, Kla-
vier- und Glockenspieler gefeiert
wird. Dasselbe befindet sich unter
seinem Porträt .
gestochen
von
P. Schenk.
Ein alter Auktiouskatalog verzeichnet
von ihm: „Melange Italien ou Senates a
1 flute et Bc, ä 1 V. e Bc, ä 2 V. sans
B. et a 1 Clavecin seule. Op. 1. — Im
Kat. Roger werden von ^,vaii Noort^ So-
naten für Fl., V. u. B. angezeigi.
Die Bouwst. 2, 47 zeigen noch au
Noord, Willem van, 1623/24 Organist
zu Utrecht.
Noord, Jakob ran, Sohn des
Sybrant(?), geb. 1619 zu Amsterdam,
wurde 1652 der Nachfolger Dirk
Sweelinck's als Organist; vorher
war er an der Meuwe Zijds Ka-
pellangestellter, 1659 Organist an
der alten Kirche zu Amsterdam.
Am 21. Okt. 1677 pensioniert. In
einem Gedichte von 1659 wird
er erwähnt (Bouwst. 3, 15. 63,
101).
In der Tijdschrift 5. Teil 2tes
Stück S. 87 werden noch einige
Noord 's angeführt, die aber zu
keiner Bedeutung gelangt sind.
Noort, Michaelis Tan, von 1604
bis 1629 Organist an der Peters-
kirche u. a. in Utrecht (Tijdschrift
2, 212. 5, 88). In den Bouwst.
2, 47 ist ein Jan Michiel ran N.
angezeigt, der von 1604—1630
Organist zu Utrecht war. Jeden-
falls ist es derselbe wie der obige.
Noortbeecli, 51. Louis ran,
seit 1768—1771 Sangmeister an
der Kathedrale in Antwerpen
(Gregoir p. 35 unter Baustetter).
— Straeten 3, 6 nennt ihn R. D.
L. van Noorbceck^ von 1765 bis
1768 Sangmeister a/d. Kathedrale
zu Antwerpen, ging 1769 in gleicher
Eigenschaft an die Kirche St. Ja-
cobs. — Im Artikel Blavier in der
Biogr. nat. beige liest man Louis
van Koortbccck war Musikmeister
a/d, Kirche St. Jacques zu Ant-
werpen und erhielt nach Blavier's
Abgänge gegen 1765 dessen Ka-
pellmeisterposten a/d. Kathedrale
daselbst. Da sich die Artikel in
der Biogr. nat. beige über Musiker
durch eine aktenmälsige Darstel-
lung auszeichnen, so ist sicherlich
die letzte Lesart die allein richtige.
Noorth, Antliony van, 1659
Organist an der Neuen Kii'che zu
Amsterdam, gab heraus:
Tabiüatuur boeck van Psalmen eu Fan-
tasyeu waar van de Psalmen door ver-
scheyden versen verändert zyn soo inde
Superius, Tenor, als Bassus, met 2. 3. en
4 part. door . . . Ämst. 1659 Willem van
Beaumont. fol. 2 BU. 60 S. im Stich.
Beschrbg. und Urteil nebst 1 Tonsatz,
den Ritter wieder abdruckt, in M. f. M.
14, 164 ff., auch in Bd. 17, 75. [B. B.
1896 erschien der ganze Bd. in neuer
Ausgabe als XIX. Bd. der Vereeniging
voor Noord-Nederlands Muziekgeschiedenis
zu Anist. (Lpz., Br. & H.) und eine Be-
urteilung in der Tijdsclirift 5, 85 ff.
Nopitsch , Christoph Fried-
ricli Wilhelm, geb. zu Kirchen-
sittenbacli bei Nürnberg den 4.
Febr. 1758, gest. zu Nördlingen
im Mai 1824. Schüler von Sieben-
kees in Nürnberg, Kiepel in Regens-
burg und Beck in Passau, wurde
nach Schubart 1783 Musikdirektor
zu Nördlingen (nach seinem Klag-
gesangj. 1800 wurde er zum
14*
Norcelloni.
212
Norminger, August.
Kantor am Gymnasium f^ewählt
(zum Teil nach Gerber 1, Fetis
u. den Titeln seiner Druckwerke).
Schubart S. 231 spendet ihm als
Klavier- und Orgelspieler das
gröfste Lob und bez. ihn als einen
tüchtigen Kontiapunktiker, „der
ein herrliches Talent zur Kompo-
sition besitze". Von seinen Ar-
beiten sind bekannt:
Versuch eiues Eiern entarbuchs der
Singkunst. Nördlingen 1784 Selbstverlag.
4". 35 S. Er nennt sich Musikdir. in
Nördlg. [B. B. Dresd. B. M. Musikfr.
Wieu.
Bürgers, Rammlers, Gr. Stolbcrgs u. a.
Gedichte in Musik gesetzt. 1. ThI. Nörd-
lingen 178.3 beym Autor. qu4''. 18 Lieder.
[B. AVagener.
Gerbor 1. 2 zeigen noch Mehreres an.
Noreelloui, Lorciizo, um 1708
Yiolinist an der herzogl. Kapelle
in Venedig mit 25 Duk. Gehalt
(Caffi 2, 61).
Noreome (Norcomb, Norcum),
Daniel, geb. um 1576 zu Windsor
in England. Laienkleriker und
Sänger an der St. Georg -Kapelle,
musste 1602 England wegen Glau-
benswechsel verlassen, ging nach
Brüssel und erhielt an der Kapelle
des Gouverneurs eine Stelle als
Instrumentist, wo er noch 1647
lebte (Fetis nach Akten. Grove).
In Morley's Triumphs of Oriana IGOl
das Madrigal: With augel's face and
brightness.
In neuer Ausg. derselbe Gesg. (Eitner 2).
Ob der Daniel Noreome 1659 in Symp-
son's Division -Viol citierte derselbe ist,
bedarf noch weiterer Forschung. In den
Exemplaren zu Oxford und R. C. of Mus.
obigen Samlwkes. Sympson's sind zahl-
reiche Piecen von letzterem Noreome bei-
gebunden (Davey).
IVordtmaini , Johann Jakob,
Organist am Dome zu Lübeck seit
dem 24. Dez. 1691, starb Ende
Nov. 1724 (Stiehl, Lübeckisches
Tonkünstler-Lexikon).
Nordwig, Wilhelm.
In Petrejus Samlwk. von 1538g (Eit-
Wieder aufgenommen im Samlwk.
ner 1) der 70. Psalm in 6 Teilen zu 4
Stim.
15531.
Norieus, Hermann, lebte gegen
1558 — 60 iu Schwantzburg bei
Blankenburg und war der Lelirer
Joach. a Burck's, wie aus des
Letzteren Sacrae cantiones von
1573 zu ersehen ist.
Noris, Oiovanni, um 1668 In-
strumeutist an der herzogl. Kapelle
in Venedig, Spieler des Violon
grosso. Er soll nach Cat'fi 2, 57
den Violone vergröfsert haben.
Norman, John, ein englischer
Komponist des 15. — 16. Jhs., viel-
leicht derselbe, der an der Kathe-
drale St. David in Wales Organist
war und
von dem sich in einem Ms. mit Messen
und Motetten in der Musikschule zu
Oxford eine Messe befindet (Burney 5,
554). Davey kennt noch eine Motette
im Ms. Peterhouse in Cambridge. — Pohl
2, 3ü8 erwähnt einen Norman junior^
der 1789 als Klaviervirtuose in London
auftrat.
Normand, Remi, seit 1687 an
der Hofkapelle in München mit
300 Gld. Gehalt angestellt. Wel-
chen Dienst er versah ist aus den
Akten soweit ich sie durchgesehen
habe nicht ersichtlich, doch nuiss
er beim Kurfürsten in gutem An-
sehen gestanden haben, denn all
seine Eingaben um Gehaltserhöhung,
die fast jährlich erfolgten, wurden
bewilligt. Als der Kurfürst seine
Zuflucht vor den Oesterreichern
in Brüssel nahm, wurde er auch
dahin befohlen (14/11 1701) und
erhielt einen Gehalt von 680 Gld.
46 X. 1726 ist er seit 9 Jahren
„Residenz Pfleger", thut keinen
Dienst mehr bei der Kapelle und
bezieht einen Gehalt von 678 Gld.
(Kreisarch.).
Normant, siehe Loyal.
Norminger, wie er sich selbst
schreibt, wird aber in den Akten
Norminger, Friedr.
213
Norris, "William.
und auch bei Fürstenau 1, 39.
47 Normigcu, Norin(je)\ Nöringer,
Nönm'ger und Nörniger geschrie-
ben, August, Er unterrichtete
1589 und 1612 die jungen sächs.
Prinzen, kam 1581 an Stelle
Joachim Mors' als erster Hoforga-
nist in Dresden mit anfänglich
190 Gld. 10 gr. 4 Pf., später mit
222 Gld. 12 gr. Gehalt, der sich
1612 auf 300 Gld. belief. 1594
bittet er um Urlaub.
Unter August Norminger besitzt die
B. B. im Ms. Z89 ein Tabulaturbuch,
verfasst vind geschrieben im Jahre 1598,
scheinbar im Autograph. Der Einband-
deckel trägt die Initialen in Gold: F. W.
H. Z. S. (Friedrich Wilhelm, Herzog zu
Sachsen, Vormund von Chur- Sachsen und
Herzog von Weimar). Er enthält 77 vier-
stimmigö Choräle in der Orgeltabulatur,
39 geisti. und weltliche Lieder (weltliche
31) und am Ende 93 Tänze aller Art.
Ein anderer Name ist nicht genannt, die
Bearbeitung ist daher jedenfalls von ihm,
sowie manche Komposition wohl von ihm
selbst herrilhren mag.
Norming'er(Noringer,]Srormiger),
Friedrich, vielleicht der Yator
des August, war 1575 zweiter Hof-
organist in Dresden. 1580 erhält
die Wittwe eine halbe Jahres-
besoldung. Fürstenau führt ihn
zwar noch 1590 an (1, 36), doch
kann dies nur ein Irrtum sein,
da ich obige Nachrichten im sächs.
Staatsarchiv fand. Fürstenau 3,
202 erwähnt ihn im Jahre 1576
mit 100 Gld. Gehalt. Kade im
Archiv für sächs. Geschichte von
Weber, Bd. 10, 113 schon 1574.
Norris, Tliomas, geb. zu Mere,
Wiltshire, getauft am 15/8 1741.
Knabensänger an der Kathedrale
zu Sahsbur}^ unter Dr. Stephen's
Leitung. Seine schöne Sopran-
stimme änderte sich später in einen
Tenor und er wurde ein gesuchter
Konzert- und Oratoriensänger. Er
liefs sich in Oxford nieder und gab
Gesangunterricht, erhielt 1765 den
Organistenposten an der Christus-
kirche u. erwarb sich in demselben
Jahre den Grad eines Baccalau-
reus, wozu er zwei Kompositionen
von Psalmen einreichte. Am 12.
Nov. 1765 wurde er an der Musik-
schule angestellt und erhielt am
15. Dez. den Organistenposten am
St. John-CoUeg. Den 5. Nov. 1771
wurde er Laien-Kleriker am Mag-
dalenen - Colleg. Er starb den 5.
Sept. 1790, 49 Jahr alt zu Imley-
Hall, bei Stourbridge in der Graf-
schaft Worcester, nachdem er einige
Tage vorher auf dem Birmiughamer
Feste gesungen hatte (Stephen).
Von seinen Kompositionen ist nur
Weniges bekannt und dann selten mit
dem Voraamen gezeichnet. Ihm zuge-
schrieben wird in Longman's Collect, of
Catches Nr. 209 : For Agathon in fighting.
Glee a 4 v., hier soll er nach dem Kat.
von Königsbg. mit Tho.'s gez. sein. — Im
R. C. of Mus. 1586 Samlbd. in Stb: 6 Sym-
phonies, nur Norris gez. Im Reg. des
Kat. ist noch 1933 angezeigt, doch ist
dort nichts zu finden. Die Angabe 1933
ist überhaupt falsch, da die Nr. gar nicht
vorkommt und die letzte Nr. 1922 mit
12 Bden., gez. a— m ist. Sämtliche An-
gaben mit 1933 sind unfindbar, selbst
wenn man den Bd. unter m als 1933 be-
trachtet. — 1 Anthem ä 1— 4 v. mit
Norris gez. in Oxford Chr. Ch. im Ms. —
Grove's Angabe, dass er in Warren's Col-
lection vorkommt, ist wohl ein Iritum. —
Dagegen befindet sich im Samlwk. Catch
Club 3 (Sibbald in Edinburgh) im 3. Bde.
ein Catch mit Thomas Norris gez.
Norris, William, 1685 Chor-
knabe an der Kgl. Kapelle in Lon-
don, später Chorsänger und Ge-
sanglehrer in Lincoln. Gest. um
1710 (Stephen).
In Playford's Divine Companion 1 An-
them. In Tudway's Samlbd. br. Mus.
Ms. 98 ein Ser\äce und 2 Authems. Ms.
577 ein Antliem in P. Ms. 597 Samlwk.
von geisti. Gesgen. 3 Nrn., alle mit W.
Norris gez. — In Ely 3 Anthems und
1 Service.
Von einem Norris ohne Vornamen be-
finden sich im Samlwk. Amüsement 1791
Madrigale, Catch u. ;i.
North, Francis.
214
Notker, Balbulus.
North, Francis, Lord Griiilforcl,
getauft am 2. Nov. 1637 zu Kirt-
ling (Stephen), gest. 7. Sept. 1685.
Bekleidete hohe Justizämter und
gab 1677 heraus
A Philosophical Essay on Musick. Lon-
don, by Martin (anonym). #. 3.5 S.
[ß. B. br. Mus. Hawidns 4, 431 giebt
umfangreiche Auszüge.
North, Roger, Attorney G. of
James IL, Bruder des Francis',
geb. 3, Septemb. 1653 zu Tostock,
gest. 1. März 1734 zu Rougham
(Stephen): Er war General-Anwalt
König Jakob IL, nebenbei ein
guter Gambist und hinterliefs eine
historische Abhandlung der Musik
von den Griechen ab bis zum
Jahre 1730. Edw. Rimbault gab
sie nach dem Ms., welches der Or-
ganist G. Townshend Smith in
Lynn besafs, heraus, betitelt:
Memoirs of Musick now first printod
from the Original Ms. . . Lond. 184G
George Bell. kl. 4". IV. XVIII u. 139 S.
mit N.'s Port.
Northbroke, James, lebte in
der ersten Hälfte des 16. Jhs. in
England, war Kaplan und erwarb
sich 1531 in Oxford den Grad
eines Baccalaureus. Im Ms. Peter-
house in Cambridge 1 Motette.
Northget, . . . wird von Swann
am 25. März 1646 in einem Briefe
an Huygens ein grofser Liebhaber
und sehr guter Organist genannt
und sendet ihm 2 geistl. Gesänge
seiner Komposition (Huygens XXII).
Northmaiiii, Friedrich, Orga-
nist c. 1565, vielleicht in Torgau.
Seine Mutter war beim Kurfürsten
Kinderfrau gewesen (s. Staatsarch.).
Norton, Ferdinand, 1722 In-
strumentist an der Hofkapelle zu
London (Viertelj. 8, 516).
Willi ciDi Norton^ ebenfalls In-
strumentist an der englischen Hof-
kapelle, wird 1741 Instrumenten-
be wahrer (ib. 518/19).
Nosera, s. Nasera, Pietro de.
Nosera, Seraphin Jacohus,
Kammormusikus in Dresden, er-
hält 1660 seinen Pass, d. h. den
Abschied (s. Staatsarch.).
Nofswitz, Christoph.
In der Bibl. Lobau (jetzt Dresd.) in
Nr. 8, befinden sich in 6 Stb. achtstim.
geschriebene Kirchengesänge von 1593,
üb komplet bedarf der Untersuchung.
Ebendort Nr. 13, ist in Jakob Handl's
Musici operis 1595 eine hds. Vorrede von
ihm zu finden.
Notary (wohl richtiger Notario
oder Notari, wie er in den Listen
zuletzt geschrieben wird), Angelo,
seit 1625 Mitglied der Kgl. Ka-
pelle in London mit 40 S^ Gehalt.
Er war Sänger und Lautenist und
St. vor dem 28. Nov. 1664 (Nagel,
Annaion).
Das br. Mus. besitzt von ihm unter dem
Namen Aiiyelo Notari den Druck:
Frime musicho nuove ... a ] , 2, et
3 voci ])er cantare con la Tiorba, et altrl
strnnKMiti . . . London 1{)13 intagl. da
Gugl. Hohn fol.
Noteinaii, Jakob, bekannt durch
15 Lieder in Burgs Mengelzangen 1717.
Notens, Joannes.
Missa 4 voc. Ms. 11883 Nr. 17, Chorb.
gr. fol. Anfg. des 16. Jhs. [Ilofb. Wien.
Notere, Estenan de, ein Zinke-
nist, 1572 im Dienste des Herzogs
Alba in Brüssel; sein Gehalt be-
trug für 23 Monate 6291 Pesas
(Viertelj. 9, 397. 402).
Noteur, de, siehe Denotenr,
Noth, Pliilipp, Musicus und
Bürger zu Augsburg, wird am 30.
Sept. 1632 als Stadtmusikus mit
jährlich 100 Gld. rhein. Münz auf
10 Jahre angenommen (Urkunde
in M. f. M. 25, 31).
Nothnagel, . . . Kantor in Wert-
heim um 1700 (Mattheson 1, 348).
Nothsellner, . . . Tanzkomponist
I um 1799 (Anzeige).
I Notiier, Balbulus, Sequenzen-
1 dichter, Komponist u. Musiktheo-
I retiker, wurde nach den Einen
Notker, Balbulus.
215
NovaiTo.
zwischen 830 — 40 in dem Orte
Elgg (Kant. Zürich), nach Anderen
in JoDswil (Kant. St. Gallen) geb.,
gest. 6. April 912 im Kloster zu
St. Gallen. Aus hohem Adel ent-
sprossen, erhielt er auf der Kloster-
schule in St. Gallen eine wissen-
schaftliche Erziehung und wurde
dann ein Mitglied dieses Ordens.
Ein Yerz. seiner Sequenzen in
Schubiger's Sängerschule S. 41 u.
in Haupt's Zeitschrift f. deutsches
Alterthum. Neue Folge Bd. 3,
S. 267.
Seine theoretische Schrift ,,De miisica
et syniphonia" ist verloren gegangen, nur
die kleine Abhandig. ,,Explanatio quid
singulae" ist erhalten (Gerbert 1 , 95.
Schubiger 1, 10. Beisp. S. 6, Biogi-. S.
39 ff. Haberl, Jahrg. 1886, 8. Lpz.
AUg. Musikztg. 1882, 554. Schubiger,
Spicilegien p. 30). Die ßibl. Magliabec-
chiana zu Florenz, provisor. Nr. 503 f 3,
besitzt den Tractat „Incipit prologus se-
quentiarum.'' Auszüge im La Fage 2,
282. — B. Eiccai'ciana zu Florenz, Ms.
Kopie des vorigen Tractats. — In Bo-
logna: De tonis, de tropis et de Eespon-
soriis. Kopie nach einem Ms. in Santa
Maria Novella in Florenz. — Im Schu-
biger eine grofse Anzahl Sequenzen mit
Melodien. — In der Hofb. Wien ein
Hymnarium, Pgmt. -Hds. des 11. Jhs.
Strichneumen am Eande, enthält auch
die von N. In Ms. 19 184 zehn Sequenzen
in moderner Notierung von Ant. Schmid
(Eitner 2. Siehe auch Viertel]', das Gene-
ralreg.).
Notker, Lal)eo, auch Teutoni-
cus genannt, Mönch in St. Gallen,
gest. 29. Juni 1022; berühmt als
Lehrer in seinem Kloster, hat sich
besonders dadurch der Nachwelt
wert gemacht, dass er mehrere
Schriften in deutscher Sprache ab-
fasste, so auch
eine kleine Musikabhandlung (Gerbert
1, 9G— 102). Er bespiicht darin aiich
die Besaitung der Rota und Leier. Schu-
biger 1, 81. 2, 3. Neuausgabe seiner
Schriften von Dr. Paul Piper.
Notker, der Probst, auch mit
PJtijicHs bez., starb als Bischof
von Lüttich 1008, Er war der
Verfasser eines glehrten Werkes
über die Tonkunst, dessen man
sich im Laufe des Mittelalters
vielfach als Lehrbuch bediente
(Schubiger 2, 2).
Im Schubiger 1 Hymnus mit Melodie
(Eitner 2).
Nongaret, Pierre - Jean - Bap-
tiste, geb. 16. Dez. 1742 zu Ro-
cheUe, gest. im Juni 1823 zu Paris.
Ein Literat, gab heraus:
De l'aii du theätre en general ou il est
parle des differens spectacles de TEurope,
de ce qui conceme la Comedie ancienne
et nouvelle, la Tragedie, la Pastoral-
dramatique, la Parodie, l'opera-serieux,
Topera-boiiffon. . . Pai'is 1769 Cailleau.
2 voll. 120. 382 u. 368 S. [B. B. Mu-
sikfr. "Wien. Bologna. Brüssel.
Fetis führt noch an: Spectacles des
foires et des boulevards de Paris, ou
Catalogue historique et chronolodque. . .
Paiis 1774—1788. 15 voll, in 24".
NoTack, Johaiiu, um 1756 Ka-
pellmeister im Schlosse zu Prag
(Marpurg 3, 69).
lu Klosterneuburg eine Messe in C.
im Ms. — Gerber 2 zeigt ihn unter No-
'wack an und sagt: er war Kapellmeister
am Dome St. Veit zu Prag. Sein Nach-
folger nach seiner Pensionierung -wurde
Franz Brixi.
Novarese, Jlicliele, so in Ant.
Franc. Doni's Dialogo von 1544
auf einem Madrigal von ihm ge-
zeichnet. Novarese ist wahrschein-
lich nur sein Geburtsort Novara
und glaubt Gaspari im Bologner
Kat. 1, 132, dass damit Varotti
gemeint sein könnte, der den Vor-
namen Michele trug und aus No-
vara gebürtig war, doch fällt seine
Lebenszeit zu spät, um 1544 schon
mit einem Mustersatze angeführt
zu werden. Vogel verz. das Ma-
drigal nicht.
Novari, . . .
Im Archiv der Dresdner Hofkirche be-
finden sich in P. u. Stb. im Ms. 5 geistl.
lat. Gesge. filr Chor und Instrumente.
NoTarro. Oiovaiini (Juan) di
Seviglio, ein Spanier, ist in der
Novelli, Fulvio.
216
Noverre, Jeaa-Georges.
B. M. im Ms., Fragment, mit einem
Gloria patri 5 voc. in P. vertreten.
Novelli, FuMo, ein Komponist
ans dem Ende des 16. Jhs., der
nnr in Sammelwerken zu finden
ist und zwar
in Ancina's Tempio armonico 1599: 1.
E pur partir conviemmi 3 v. 2. Parto
da voi, 2. p. 3. Lasso che fia 3. p. 4.
Che sia di me 4. p. f). Lungo viver 5. p.
3 voc. — In Arascione's Nuove Taudi
ariose 4 voc. IGOO zwei Gesge. p. 36 u. 69.
Novelli, (xiovaiiiii, 1672 Vice-
kapellmeister a/d. Dresdner Hof-
kapelle, vor dem Tenorist und
Kirchenkomponist (Fürstenau 2 a,
247). Derselbe verzeichnet 1, 92
u. 97 auch einen Giuseppe oder
Giuseffo, der 1666 Tenorist, 1680
VicekapeUmeister war und 1683
entlassen wurde. Sein Gehalt be-
trug 700 bis 800 Ktlilr. Im s.
Staatsarchiv wird 1669 ein Oiu-
seffo^ Kammermusikus, vom Kur-
fürsten von Sachsen nach Mainz
empfohlen. Aller Wahrscheinlich-
keit wird der von Fürstenau 1, 92
angeführte Giuseppe, Giovanni sein
sollen.
Die Nationalbibl. zu Paris besitzt unter
Novelli: 12 Sonates a tre, op. 1. Amsterd.,
Roger. Es ist sehr fraglich ob dieselben
von einem der obigen sind.
NoTcllino, Bartoloineo, Nobile
di Padova, wurde am 21. Juni
1489 zum Organisten an der Ka-
pelle Antoniana zu Padua gewählt
(Tebaldini 2).
NoTcllo, Lodovico. Der einzig
bekannte Druck von ihm giebt
keine Nachricht über seine Person.
Er ist betitelt:
Mascharate ... di piu sorte et varii
soggetti appropriati al Carnevale nouam.
da lui comp. Lib. 1 ä 4 voc. Ven. 1546
Gardane. 4 Stb. qu4o. 29 Gesge. Texte
vollständig. | Bologna. Ho fb. Wien, im
Bass fehlen Nr. 15—22. br. Mus: A. T.
Upsala: B.
Noverre, An£;'iistiii, gab heraus:
A new March, six new Miuuets, six
new Cotillons and two new Country
Dances . . . Lond., Longman & Broderip.
fiu40. 18. Jh. [br. Mus.
Noverre, Jejin - Greorges, geb.
29. April 1727 zu Paris, gest.' 19.
Nov. 1810 zu St. Germain bei
Paris. Bildete sich zum Tänzer
aus und trat 1743 vor dem Hofe
in Fontainebleau zum ersten Male
mit Erfolg auf. 1748 ging er an
den Hof in Berlin, gefiel sich aber
nicht, kehrte 1749 nach Paris
zurück und trat in der komischen
Oper auf. Von 1755 bis 57 in
der Oper in London (Burney 7,
529 erwähnt ihn 1788 als Kom-
ponist der Musik zu Cupid and
Psyche, die grofsen Beifall errang.).
1758 war er in Lyon. Am 1.
März 1760 wurde er als Ballet-
meistcr nebst seiner Frau als
Schauspielerin am Württemberger-
hofe auf 6 Jahre mit 5000 Gld.
engagiert (Erweiterungen des Ver-
trages siehe bei Sittard 3, 59 ff.,
sowie auch dort seine Leistungen
in Erfindung von Ballets gewürdigt
■werden). Seit 1770 wechselte er
noch mehrfach seine Stellungen,
bis er 1780 sich zurückzog und
eine Pension vom Könige von
Frankreich bezog (Fotis). Er legte
seine Ansichten über den Tanz
u. die Ballets in folgender Schrift
nieder:
Lettres sur la danse et sur les ballets,
par . . . Lyon 1760 Delaroche. kl. 8«.
484 S. [Brüssel. B. Wagener]. Dieselbe
erlebte mehrere Auflagen:
— Paris 1783. 8". [Stadtb. Verdun.
— ... ballets et les arts. St. Peters-
bourg 1803. gr. 4°. 4 voll. [B.B.
— deutsch. Briefe über die Tanzkunst
. . . Hambg. u. Bremen 1769 J. H. Gramer,
kl. 8". 358 S. [B. Wag-ener. Musikfr.
Wien. Steht auch in den Hamburger
Blättern f. Unterhaltung, Bd. 1 p. 260.
Fetis führt noch Ausgaben an: Vienne
1767. Kopenhagen 1803.''Paris 1807, 2 voll.
Die Hofb. in Wien besitzt noch
Contredanse ä 2 V. 2 Ob. 2 Cor. e B.
Ms. 1768, P. Stb. 15973.
Siehe Vade, letztes (8.) Ballet.
Novoigille.
217
Nuoius.
NoToiglllc, Guglielmo , soll
NaTOigille sein, s. d.
NoYO Portu, Francisco de,
ein spanischer Komponist des 16.
Jhs., der im
Joanelli, Sanilwk. von 1568, mit 4 Mo-
tetten vertreten ist (Eitner 1). In Ant.
Martorello's 1. Üb. di Madr. 5 v. 1547
p. 25 nnter Francis. Portu der Gesang:
Che nuova forza. — In B. M. Ms. 207,
4 Stb: Tu in nobis 3 voc. — In B. Leiden,
Chorb. F181 Regina coeli laetare. Ms. —
In Gerlach's Samlwk. von 1567 zwei
Gesge. — Im Ms. in B. Br. 2 lat. geistl.
Gesge. — In Dresd. Mus: Ms. Da 48,
Samlbd. Nr. 2 „Plangent eum quasi, 2. p.
Mulieres sedentes" 5 voc.
Noya, Griovanni de, Fiam-
mingo, bekleidete 1572 das Ka-
pellmeisteramt an der päpstl. Ka-
pelle (Straeten 6, 480).
Novothny (Nowotny), Franz,
Kade im Schweriner Kataloge 2,
99 und Pohl 4, 61 teilen mit, dass
er im August 1765 in die Stellung
seines Vaters Johann N. als Or-
ganist in die Kapelle des Fürsten
Esterhazy zu Eisenstadt einrückte
und daselbst im August 1773 starb.
Gerber 2 nennt ihn ISlovotny, ohne
Vornamen und zeigt eine Missa
in C. im Ms. P. an, die Külmel
in Leipzig 1802 herausgab.
Die Schweriner Fiirstenbibl. besitzt
von ihm: Zwölf Praeambula für Orgel.
Ms. fol. — In dem Archiv des Stiftes zu
Göttweih: 8 Messen und 1 Graduale im
Ms. — la Klosterneuburg: 1 Messe, 2
Te Deum. 1 Salve, 1 Eegina coeli.
In d'Elvert's Gesch. der Musik wird in
der Beilag. S. 151 die Biogr. eines Joseph
Andreas Nowotny mitgeteilt, geb. 3. April
1778 zu Kaunitz in Böhmen, gest. 13.
März 1856 zu Brünu. Er betrieb die
Musik nur nebenbei. Sein Amt war das
eines uiiobligaten Fouriers beim 3. Ar-
tiUerie-Regimente in Brunn, später eines
Rechnungs- Accessisten 1. Klasse. Er
spielte das Violoncell vortrefflich , gab
viel Musikunterricht und komponieiie
allerlei. Im Archive des Augustinerstiftes
St. Thomas in Altbrünn befinden sich
allerlei Kirchenkompositionen. Einige
Lieder wurden auch gedruckt. Es ist
fraglich ob nicht Einiges unter Franz an-
gezeigte Jos. Andreas zugehört, da die
Kompositionen keinen Vornamen ti-agen.
Noyers , . . . ein Oboenvirtuose
und Komponist, lebte um 1716 zu
Paris in Diensten des Prinzen
Vaudemont, 1730 aber in Loth-
ringen (Gerber 2).
Nozeman, Jacobus, geb 3. Sept.
1693 zu Hamburg, gest. 6. Idus
Oct. 1745 zu Amsterdam (Bouwst.
1, 97). Gregoire, Panth. 5, 113
teilt ein Lobgedicht auf ihn mit.
Ein alter Auktionskatalog verzeichnet
von ihm op. 2, 6 Sonate a V. solo e B. ;
op. 5, 6 Sonate a Vcl. solo e Bc.
Die Nat.-Bibl. in Pails: Sonates a V.
solo e Bc. op. 1., op. 2. Amst., Le
Cene. fol.
In Mich. Corrette's L'art de Violon,
1 Piece.
Nub, Signor. Es ist fraglich
ob „Nub" ein abgekürzter Name,
oder der vollständige ist. Seinem
Werke nach kann er dem Ende
des 17. oder 18. Jhs. angehören.
In B. Knssel befindet sich im Ms. fol.
60 eine Sonate ä 3, 2 V. e Viola da
Gamba del Signor Nub.
Nucci, Griuseppe, ein Opern-
komponist, der um 1790 am Tu-
riner Theater angestellt war. Fetis
verz. 5 Opern.
Die Bibl. der Musikfr. in Wien besitzt
eine sechste: Rosa e Nicola, Ballet in P.
1807 und Etüden für den Contrabass.
Nucetus, Flaminius, s. Nocetti.
Nuceus, Alardus, siehe Graue-
qnier, Alard du.
Nucius (Nucis), Fr. Joannes,
geb. um 1556 zu Görlitz, ging ins
Kloster zu Räuden (1591 zeichnet
er sich F. Joan. Nucis Gorlicensis
Lusatius ordiuis Cisterciensis Mo-
nachus) und wurde gegen 1609
Abt im Kloster Himmelwitz in
Schlesien (auf dem Titel genannt
,,Abbatis Gymielnicensis Cisterc.
ord."). Nach dem Blande des
Klosters 1617 hören die Nach-
richten über ihn auf (Hoffmann).
A^on seinen Werken sind bekannt:
Nudera.
218
Nunes da Sylva.
Musices poeticae sive de compositione
cantus. Praeceptionesabsolutissimae. Nunc
primum a F. Joan. Nucio ... in lucem
editae. Nissae 1613 Scharf fenlterg. 4".
11 Bog. [B. B. Gotha. Univ.-Bibl. Lpz.
B. M. B. Wagen er. Briissel (Beschrei-
bung im Hoffinann).
Modulationes sacrae, modis miisicis, 5
et 6 vocum, recens compositae . . . Pragae
1591 Nigrinianis. 6 Stb. fiu40. 50 Ge-
sänge. [B. Br. B. L. Brieg. Beuedic-
tinerstift Raigern in Oesterreich: A. B. 5a.
. . . Cantionum sacrarum 5 et 6 voc.
lib. 1. edit. Pragensi emaculatior & niti-
dior. Lignicii 1609 Nie. Sartorius. 6 Stb.
4". 66 Gesge. [B. B: 5 Stb. B. Br.
B. K.
. . . Cantionum sacr. diversorum vocuin.
Lib. 2. .lam prini. in lue. ed. Lignicii
1609 ib. (i Stb. 40. 63 Ge.sge. [B. B.
5 Stb. B. Br. B. K.
In B. Liegnitz 4 Motetten im Ms.
unter Nucius und Nucis (s. Kat.) — Ln
Ms. B. Br. 2 Messen, 2 Psalmen, 5 Mo-
tetten.
Nudera, AcLiIbert, ein Violi-
nist am Orchester der Kirche St.
Peter auf dem Wischehrad zu Prag
um 1796; gab als op. 1 ein An-
dantiüo mit Var. f. Clarinette, Fa-
gott und Begltg. von 2 V. 2 Hörn,
u. B. in Gotha und Petersburg
bei Gerstenberg 1796 heraus. So
berichtet Gerber 2. Ulabacz unter-
scheidet 2 Nudera, einen mit Vor-
namen A., der obiges Werk her-
ausgab aber nicht die bez. Stel-
lung inne hatte und einen ohne
Vornamen, der Violinist an obiger
Kirche war und allerlei Tänze
herausgab, doch sah Dlabacz von
ihm auch ein Te Deum u. Litaneien.
Nüchter, Johanu Philipp,
Magister und Musikdirektor zu
Erbach in Schwaben, geb. zu
Augsburg, gab heraus:
Oviim paschale uovum, seu Missae
dominicales a 4 voc. concert. et 4 instmm.
concertat. Ulmae 1695. 4°. Stb. ? [br.
Museum fehlt der Titel, sonst komplet
sagt der Kat.
Nürnberger, Augustin, war
1587 Hoforganist in Dresden (s.
Staatsarch.).
Nttsler der Findende, Gottliel)
Kristian,
bekannt durch 10 Melodien mit Bass
in Zesen's Rosen- und Lilienthal 1670.
Nuffo, Antonio, 1584 Sänger
a/d. Hofkapelle Philipp II. von
Spanien (Straeten 8, 111).
Nugnez, siehe Nuiiez.
Nulet, Jean, wird in einem
Dokument von 1570 Bürger in
Brujas: „Nulet Flame'' genannt
und als Sänger für die Kgl. Ka-
pelle in Madrid vorgeschlagen.
Straeten 8, 84 glaubt, dass dies
der in alten Samlwk. vorkommende
Nollct, Nolet u. Noldto sein kann.
Da Letzterer aber 30 Jahre früher
auftritt, so ist die Identität nur
unsicher.
Nully, Jean de, ein Buch- und
Musik Verleger in Paris, dessen Ver-
lagsartikel im Anfange des 18. Jhs.
erschienen. Er verlegte von Musik :
Cantiques spirituels sur les principaux
Mystcres de notre Iveligion, pour les Mis-
sions et les Catechismes. 3. ed. 1711.
12*'. Gedruckt ist es von Christ. Ballard.
Die erste Ausg. muss dem Frivilege zu-
folge 1702 erschienen sein. [Bologna.
Num, Willem ran, aus Leydcn,
ist am 28, Sept. 1761 an der Uni-
versität zu Leyden als Musicus
eingeschrieben (Bouwst. B, 9).
Nunian, CliristoTal magno, 1641
Instrumontist an der Hofkapelle in
Brüssel mit 306 Gld. Gehalt (Strae-
ten 5, 137).
Nunes da Sylva, Pater Manoel,
geb. um 1678 zu Lissabon, ein
Predigermönch, zuerst Prof. am
Kollegium St. Katharina zu Lissa-
bon und Ciiordirektor an St. Maria
Magdalena, später Kapellmeister
am Notre Dame della Conception
Jesu Christi. Er gab heraus:
Arte minima que com Semibreve pro-
laf-am tratta em tempo breve, os modos
da Maxima & Longa sciencia da musica
. . . Lisboa 1685 officina de J. Galram.
40. 44, 52, 136 S. u. 2 Taf. [Briissel,
besals auch 1900 Leo Liepm.
Nunez.
219
Nyert.
— Ausg. Lisboa, M. Manescal 1704.
[B. B. u. Leo Liepni.
— Ausg. Ib. 1725. 4". [Brässel u.
Leo Liepm.
Nniiez (Nugnez), Blasius, aus
Spanien, von 1522—1552 päpstl.
Sänger (Yiertelj. 3, 259. 265).
Nuiiitscli, Hilarius, Kantor an
St. Stephan in Wien im 16. Jh.
(Pohl 3, 33).
Niioloni, Alessandro, nur be-
kannt durch vier dreistimmig be-
arbeitete Villanellen, siehe DilUgcr
1623 c.
Nusbaumer, Tobias, Musiker
an St. Stephan in Augsburg, stellt
am 28/7 1697 eine Quittung über
empfangenen Gehalt aus (Autogr.
Grasn. in B. B.).
Xiisco, Yincenzo, ein Opern-
komponist, bekannt durch die Oper
„11 Zotico incivilito, ossia lo Sposo
disperato", die 1808 im Karneval
zu Bologna im Theater Marsigli
zur Darstellung gelangte (Viertelj.
5, 249).
Nuser (Nusser), Christoph, 1569
und 70 Bassist an der Hofkapolle
in Münclien mit 144 Gld. jährl.
Gehalt (Kreisarch.).
Nusle, siehe Nisle.
Nüssen, Frederiek, ein eng-
lischer Komponist der 2. Hälfte
des 18. Jhs., von dem das br. Mus.
besitzt:
6 Sonatas for a Y. T. & Vcl. London
c. 1760 Welcker. fol.
6 Sonatas for 2 V. Vcl. or Harpsich.
op. 2. London, fol.
6 Solos for a Y. with a Thorough-Bass.
Lond. fol.
Musica da camera, or some old tunes
new sett, & some new ones comp, for the
bai'psich. Op. 3. London, Walsb. fol.
[aucb in Cambridge FW.
Nüssen, Oeorge, bekannt durch
die Ballade:
Tbe tbird Alliance. Lund. c. 1800.
fol. [br. Mus.
Nusser, Balthasar, 1564 Kol-
laborator in Regensburg, 1566
Kantor das. (Mettenleiter 1, 216).
Nusser, Joseph, wird 1606 als
Bassist an der Hofkapelle in Dres-
den mit 150 Gld. Gehalt angestellt.
1604 verheiratet er sich, wird
später Yicokapellmeister, bittet
1626 „nach 20 jähriger Dienstzeit
um eine Begnadung". Ist 1632
noch im Dienst (Fürstenau 1, 38.
47 und s. Staatsarchiv).
Nutz, F . . ., lebte im Anfange
des 19. Jhs. in Breslau und ist
bekannt durch einen
Gelege nbeitsgesang (an B. L. Krieger
1804 in Breslau gerichtet) für- Chor und
Orchester. Ms. in Stb. fol. und einen
2. Chor mit Orchester an denselben vom
Jahre 1802. Ms. Stb. fol. [beide in
Stadtb. Breslau.
Nuub, (xeorg, Instrumentist an
der Hofkapelle in Wien mit 30 Gld.
monatl. vom 1. April 1637 bis
t Jan. 1661 (Köchel 1).
NuYOloni, Massiniiliano, Or-
ganist, gab heraus:
Canzonette ä 3 voci . . . Agiontoui
alcuni Capricij et Balletti di Alessandro
suo padre, hora di novo ristampati, con
nova gionta. Milano 1G08 berede di S.
Tini et Fil. Lomazzo. 3 Stb. in kl. 4".
25 Nrn., davon 19 von Alessandro N.
[Hofb. Wien. Siehe Yogel 2, 25.
Yon Letzterem befindet sich in Ang.
Gardano's L'amorosa caccia 5 voc. 1588
und 1592 das Madrigal: Non gia de boschi.
Gardano bez. sämtliche Komponisten des
Samlwkes. als geborene Mantuaner, es
sind deren 24 Csiehe Yogel 2, 450).
Nuzanus, Vincentius, 1514
päpstl. Sänger mit 8 Duc. Gehalt
(Viertelj. 3^, 257).
Nyborch, Magister Pieter, um
1595 Organist am Dome zu Utrecht
(Tijdschrift 2, 211).
Nyekerche, s. Hueber, Thomas.
Nyeuhuysen, s. Nijenhuijsen,
Dirk.
Nyei-t, Pierre de, erster Kam-
mermusiker am Hofe Louis XIV.
(Fetis-Pougin unter M. Fr. Certain.)
Nyeveld.
220
Oberinayer, Joseph.
Nyeveld, Willem Yan Ziiylen
Tan, st. 1543, sonst ist über sein
Leben nichts bekannt.
Er ist der Sammler und teils auch der
Dichter der bekannten Psalmen- Ausgabe:
Souterliedekens, mit Melodien auf welt-
liche Lieder, die zuerst in Antwerpen bey
Symon Cook 1540 erschienen und zahl-
reiche Auflagen erlebten. Clemens non
Papa bearbeitete sie 3 st. (s. d.)
Nyoii, Claude -Gruillaume, ge-
nannt La Foutidy^ geb. um 1567
zu Paris, gest. um 1641; sein
Nachfolger als Geigertönig war
Gaillard Taillasson. Als trefflicher
Violinist wurde er nach einem
Dokument, was Fetis mitteilt, am
21. Aug. 1608 zum Geigerkönig
über die Ministreis von Frankreich
ernannt und zugleich Mitglied der
Geiger in der Privatkapelle des
Königs von Frankreich.
In Phiildor's Samlg. im C. P.. unter der
Regierung Louis XIV. angelegt, befindet
sich eine Sarabande de Guillaumc, die
Fetis ihm zuschreibt.
Nyot, Robert, um 1394 päpstl.
Sänger in Avignon (Viertelj. 3,
213).
o.
0. D. N.
Ms. B. L. 16/17. .Tli.: Ich danke dir
Herr 4 st. Nr. 20.
0. T.
Non aliam ac voto concoptam duxe (?)
puellam. Gelegenheitsgesang. [B. Hbg.
kompl.
Oaklaiid, auch Oclande und
Okeland geschrieben, ein eng-
lischer Komponist des 16. Jhs.
kommt mit 4stim. Kirchengesängen in
John Day's Morning and Evening prayer
von 1565 vor. Ein Gesang in 4 Stb.,
16. Jh. Ms. 574, br. Mus.
Oaymox, Balthasar.
In der Bibl. Wagener liefiudet sich das
theoretische Werk: Principium et are
totius musicae (Norib. lüOOj qufol.
Obdain, Cornelio de, 1586
Sänger a/d. Hofkapello Philipp II.
von Spanien. Ist noch 1598 in
den Listen verz. (Straeten 8, 116.
400).
Obelet, Sire, siehe Crobelet.
Oberegger, Hartmaiin,
ist im Samlwk. 1628 a mit einer 4stim.
Motette mit Bc. vertreten (Eitner 1).
Oberl, Karl, Lebenszeit nicht
bekannt, muss aber seiner Kompo-
sition zufolge am Endo des 18.
oder Anfange des 19. Jhs. gelebt
haben.
Die B. der Musikfr. in Wien besitzen
von ihm Nocturne pour 2 Flute, Viola et
Guitarre.
Oberländer, P . . ., siehe An-
halt, 18. Jh.
Obermair (Obermann), Ferdi-
nand, wird am 1. Mai 1620 als
Kantoreiknabe für die Hofkapelle
in München „angeschafft" und er-
hält jährl. 54 Gld. 1628 muss er
eine Badekur gebrauchen, wozu
ihm 12 Gld. (!) angewiesen werden.
1635 ist er als Altist mit 200 Gld.
angestellt, 1636 wird er entlassen
(Kreisarchiv).
Obermayr (Obermajer), Kaspar,
Tenorist a/d. Hofkapelle in Mün-
chen seit etwa 1770 und ist noch
1789 im Dienst, sein Gehalt
schwankt zwischen 380 und 400
Gld. (Kreisarchiv).
Obermayer, Joseph, geb. zu
Nezabudicz in Böhmen, dem Für-
sten Fürstenberg gehörige Herr-
Oberin eier, Jatob.
221
Obrecht, Jacof).
Schaft. Bildete sich unter Tartini
in Italien zum Violinisten aus und
wurde am Ende des 18. Jhs. sehr
ffefeiert. Um 1800 verliefs er seine
Laufbahn und wurde Landwirt
Gerber 2. Dlabacz).
Obermeier, Jakob, um 1633
Kantor an St. Emmeram in Regens-
burg {Mettenleiter 1, 139).
Obern (lörifer, Da^id, ein In-
strumentalkomponist des 17. Jhs.,
ist bekannt durch das Werk:
Allegrezza musicale. Aufserlesene
künstlich Musicalische Paduanen, Gal-
liarden, lutraden, Canzoneten, Ricercaren,
Balleten, Alimanden, vud Volten, auff
allerley Insti-uuienten, mit 4. 5. vnd 6.
Stimmen, gantz füglich, lustig, vnd lieb-
lich, zu gebrauchen: An jetzo aufs vnter-
schiedlichen . . . Componisten coUigirt . .
durch . . . Instrum eutist in Franckfurt
(a/M.). Frckft. 1620 Nie. Stein. Stb. V
4". [B. B : C] Dedic. von Stein, worin
er sich als der Bestellende kund giebt.
Enthalten sind Nr. 1 — 8 von Joh. Ghro
Dresd.; Val. Otto Lips. bis 18; Barihol.
Praetorius bis 24; Joh. Herrn. Schein bis
28; Valent. Haufsmann bis 33; Wilh.
Brade bis 37 ; Tho. Simps. Nr. 38 Schluss.
Nr. 9 u. 10 fehlen.
Obersoii, . . .
Im Stifte Klosterneuburg befindet sich
unter obigem Namen 1 Motette im Ms.
Obersteiner, Joliann.
In der Bibl. der Musikfr. in Wien be-
finden sich von ihm : 1 Requiem, 1 Libera
nie, 2 Land messen, 1 Tantiuu ergo, 1
"Weihnachtslied zu 4 Stirn, mit Orgel.
Obertus, siehe Obrecht.
Obizzl, Domenico, lebte im
ersten Drittel des 17. Jhs. Seine
Drucke geben über seine Stellung
keine Auskunft. Bekannt sind
von ihm:
Madrigali concertati a 2, 3, 4 et 5 voci.
Con il Bc. di . . . Lib. 1 . . . Ven. 1627
Ales. Vincenti. Er bez. es als sein erstes
"Werk. G Stb. 4". 25 Madr. [Bologna,
im Kat. 3 Abdrack der Dedic. Bologna
Petronio.
Madrigali et Arie a voce sola di . . .
da cantarsi in chittai'one, clavecimb. o altre
d'iustrom., con lAlfabetto allAriette per
la chitarra alla spagnola . . . Lib. 1. Op. 2.
Ven. 1627 ib. 1 vol. 4". 79 S. 32 Gesge.
[B. Br.
Im Samlwk. 1625 a (u. 2. Ausg. 1636)
eine Motette f. 1 Stirn, u. Bc. (Eitner 1).
Obrecht (Hobrecht), treraert.
In Phalese's Samlwk. von 1554 u mit
einer 4stim. Motette vertreten (Eitner 1).
Obrecht (Hobrecht , Obreht,
Obertus), Jacob; Straeten ver-
öffentlicht in seinen Maitres de
chant de St.-Donatieu ä Bruges
1870 eine Anzahl Dokumente auf
Obrecht bezüglich und zieht S. 17
das ßesumo daraus. Ganz klar
lässt sich das Leben dieses be-
deutenden Meisters noch niclit
übersehen, da die Dokimiente über
seine Stellungen in Brügge und
Antwerpen sich mehrfach kreuzen.
Er muss um etwa 1430 zu Utrecht
geboren sein. 1465 soll er an
der Kathedrale zu Utrecht Kapell-
meister gewesen sein. Ein Beweis
liegt nur in der Aussage Glarean's
(Dodecachord p. 256) vor, der von
Erasmus erzählt, dass er unter
Obrecht in Utrecht Sängerknabe
war. Da Erasmus 1467 geb. ist
und vielleicht mit 9 Jahren ein-
trat, also 1476, so steht diesem
Beweise nichts entgegen. Darauf
soll er Italien besucht haben. Von
1483 -1485 war er in Cambray
Singschuldirektor (Viertelj. 1, 439),
von 1489 bis zum 3. Sept. 1500
an St. Donation zu Brügge Lehrer
im Gesänge und den Gebräuchen
der Kirche (Straeten la, 15);
während dieser Zeit wurde er
Priester u. Succentor (das ist der
Nächste nach dem Sangmeister).
Nach Burbure's Untersuchungen
im Archive der Kathedrale zu
Antwerpen war er aber von 1492
bis 1504 Sangmeister daselbst und
als krank gemeldet in den Jahren
1496, 1498, 1501 u. 1504. Strae-
ten fand ferner im Archiv zu Fer-
rara im Sept. 1474 einen Jacobus
Obrecht, Jacob.
222
Obrecht, Jacob.
Xjlterij de Ulwidia als Sänger in
der Kapelle des Herzogs Hercules
von Ferrara verz. und glaubt, dass
darunter Obrecht gemeint sei (Strae-
ten 7, 496). Dies würde demnach
in die Zeit zwischen seinen Aufent-
halt in Utr-echt u. Cambray fallen.
Ferner teilt derselbe in la, 16
ein Dokument mit, in dem Obrecht
am 20. Okt. 1500 an die Kirche
zu Thourout (Thoraltensis) in Bel-
gien versetzt wird. Andere Doku-
mente im ötraeten 3, 182 sind
vom 22. Nov. 1490 wo er suc-
centor an St. Donation zu Brügge
genannt wird und in einem ande-
ren von 1192 (S. 188) hoifst es
„Priester ende cantor van Sint
Donacs in Brugghe". S. 185 ein
Dokument vom 81/12 1498 und
noch 3 Dokumente bis zum 29/10
1500. 1504 ging er wieder nacii
Ferrara imd starb daselbst 1505
an der Pest (Straeten 3, 189 ein
Dokument in Ferrara, welches den
Tod bestätigt. Er wird dort Sänger
am herzogl. Hofe genannt. Seite
190 zwei Epita[)hc ohne Datum.
In Bd. 6 S. 129 ^ noch ein Doku-
ment. Vergleiche auch Fotis). In
der Yiertelj., siehe Generalregister
mehrfach erwähnt. So lückenhaft
der bis jetzt dokumentierte Lebens-
lauf Obrecht's auch noch ist, so
bietet er doch mehr, als man vor
dem über ihn wusste. Ueber seine
Kompositionen siehe Ambros 3^
180 ff. und M. f. M. 19, 39. Von
seinen Kompositionen sind nach-
weisbar:
Misse obreht.
Jene deniande.
Grecoruui.
Fortuna desparata.
Mal lienr me bat.
Salue diua pareus.
S (resp. A T B).
Der Bassus hat auf letztem Bl. die
Drackfirnia : Impressum Venetijs per
Octauiauum l*etrutium Forosemprouiensem
1503 die 24 Martii ... daiimter sein
Druckerzeichen. 4 Stb. durchfoliirt von
1—74. [B. B. B.M. Hofb.Wien. Bo-
logna. Brüssel.
Eine Altstimme ohne Titel und Ver-
leger iu B. Basel enthiilt 4 Messen, da-
von sind Nr. 1 u. '2 ohne Autor, Nr. 3
von Obrecht: Missa super Maria zart.
Nr. 4 von Obrecht: Missa de Saneto Mar-
tine. Die Messen und der Di'uck sind
bisjctzt unbekannt. Dieselbe Stimme auch
in ß. Heilbronn. Der Kat. giebt die
Themen. Sie besteht aus 32 Bll., signiert
Aa 2— Ee.
In alten Ramhvken. 35 Gesänge, dar-
unter 2 Messen die oben niclit genannt
sind. Der Gesang „Kom])eltier" 4 voc.
in der Ausgabe von 1504 ist anonym
(sielie Wockerlin's Kat. des C. F. pag.
372 und 388). Ini Haus Neusidler 1536
ein arraug. Satz.
Mss. iu Capella sistina, Codex 35:
Missa 0. Titel 4 voc. Missa Je ue vis
oncques la parcitte 4 voc. — Cod. 42
Laudemus (Nou est hie aliud) c. 2. p. 5
voc. Canite tuba (Kector orbis Deus)
5 voc.
Mss. P. Proske, Cod. Pernuer: Fors
seulement. — Ms. 870: 3 Passionen.
Ms. in Mailand Dom, Codex des 16.
.Ihs. Samivvk. Missae, eine von Obi-.
Ms. 11883 Cliorb. Anfang des 16. Jhs.
Missa L'homme arme 4 v. — Missa 3 v.
Nr. 12. [Ilofb. Wien.
Ms. B. Magiiabecch. zu Florenz Nr. 58
cnth. 3 Gesänge unter Nr. 18, 22 , 36
(M. f. M. 9, 35) nur Homo quidam Nr.
22 ist nicht gedruckt.
Ms. Archiv St. Peter iu Rom, 1 vol.
in 4"^. 107 Chansons von Verschiedenen,
dabei auch Obr.
Ms. B. M., Cod. 3154, IG. Jh. fol. 237
Missa Scoen lief 4 v. Missa beata vis-
cera 4 voc, defekt. Missa Je ne demande
4 V. Missa Si dcdero 4 v. — Ms. 88
Salve regina 6 voc. iu 4 part. Ms. 42
ohne Text. 3 Messen in Part. Missa
Grecorum. Je ue demande. Cujusvis
toni.
Im Ms. 1721 im R. C. of Mus. A col-
lection of iatin Hymns for 3—6 v., dar-
unter auch eine von 0.
Im Ms. 16, 12 u. 46 der B. Zw. drei
Gesänge, siehe Kat. Reg.
In Modena, Chorb. des 15. Jhs. mit
12 Messen, davon 5 von Obreth.
In Hofb. Wien Ms. 18742 Missa: Si
dedero 4 voc. in Stb.
Ms. B. Casanatensis in Rom, Codex
11883 (alte Nr.) Missa sine nonime 3 v.
Obser.
223
Ochseiikhim.
Missa super Omme arme 3 v. — Codex
0. V. 208 eine Chanson: Se bien fait.
In neuen Ausg. 6 Gesänge (Eitner '2,
die dort augezeigte Messe erschien erst
1880 als 9. Bd.). Aufserdem im 5. Bde.
Ambros Geschichte : S. 20 Ave regina
4 V. Forseulemeut 4 voc. S. 29. Welt-
liches Lied ohne Text S. 34. La torto-
rella 4 voc. S. 36. Se bien fait 4 voc.
o. Text S. 40. Salve regina 3 v. S. 46.
In der verunglückten Ausgabe Forkel's
wovon nur Berlin und Brüssel 1 Exenipl.
besitzen die Messe Je ne deinande 4 voc.
— Passio Domini nostri Jesu Christi, sec.
Mattbaeum 4 voc. Met inleiding von D.
de Lange. Amst. 1894. P. u. Stb. fol.
Olbser, Balthasar, Chorknaben-
lehrer an der Hofkapelle in Dres-
den, nimmt 1574 den Abschied
(s. Staatsarch.).
Oljservatious sur nn ouvrage
nouveau, intitule: Traite de inelo-drame,
ou reflexions sur la musique draniatiquc.
A Paris 1771 Valiat - la - Chapelle. S'^.
[Brüssel 3797.
Obsopaeus (Opsopaeus), Jo-
annes, aus Bayreuth, um 1583
Kautor in Kulmbach, vielleicht
auch noch 1596. Er ist bekannt
durch
Euchiridion Antiphonas Responsoria et
Hymnos, quo ordine & Melodijs, per cir-
culum totius anni ... In usum scholae
Culmbachianae . . . 1.583. Am Ende: Mul-
husii exe. G. Hautzsch. 8".
— denuö in aliarum quoque usum cor-
rectum & auctum . . . Witebergae typis
Z. Lehmann 1596. Am Endo: AVitebg.
impensis J. Börneri bibliop. Lipsensis
Anno 1.'597. [Beide in B. Zw., Kat. Be-
schreibung.
Ms. im histor. Vereine f. Mittelfranken
in Ansbach eine Motette: Alle ding zer-
genglich 1576, nur Diso. vorh.
O'Carolan, siehe Carolan.
Occa, Alberto da 1%
bekannt durch einige italienische Ge-
sänge im Samlwk. l.o82a und 1586 e
(Eitner 1), denen Vogel hinzufügt in Viu-
centi's Giardino 1591: Lascia pur, gez.
mit Alberto dal Occha uud einer 2ten
Ausg. von 1596^. lu Modena in 5 Stb.
des 16. Jhs. unter Alberto L'Üca 4 Madri-
gale zu 5 Stirn.
Occa, Antonio dair, geb. 1.
Juni 1763 zu Cento bei Bologna,
gest. 17. Sept. 1846 zu Florenz.
Ein Virtuose auf dem Contrabass,
befand sich viel auf Reisen durch
ganz Europa. 1818 konzertierte
er in Russland mit seiner Tochter,
die sich zur l'ianistin ausgebildet
hatte; seine Nichte ist die Sängerin
Frau Schoberlechner (Fotis).
Occa, Vittoria dalT, eine Vio-
linvirtuosin des 18. Jhs., in Bo-
logna geb., befand sich viel auf
Konzertreisen. 1788 trat sie in
Mailand auf (Schilling).
Och, Andreas, ein Deutscher,
liefs sich um 1709 in Paris nieder
und gab daselbst
Sei Sinfonie a 3, 2 V. e B. op. 1
heraus (Gerber 1). Dieselben besitzt die
Nationalbibl. in Paris in 3 Stb.
Ochernal, T . . . L . . .,
gab 1780 zu Leipzig XXJV drey-
stimraige geistliche Gesänge mit Melodien
zum Gel)nuich kleiuer Stadt- und Laud-
schuleu heraus (Gerlter 1).
Ocliilo, ... 18. Jh.,
in Upsala ijn Ms. Sinfonie a 4, Ad.,
2 V. Va. Vcl. fol.
Oclioa, (jrirolanio de, Discantist
an der Hofkapelle in Wien mit
20 Gld. monatl. vom 15. Aug. 1585
bis Ende März 1587 (Köchel 1).
Oclisenkliun (Ochsenkum), Se-
bastian, ein Lauteuist, geb. 6. Febr.
1521 (nach seinem Porträt), gest.
20. Aug. 1574 zu Heidelberg; Wal-
ther sah daselbst auf dem Peters-
kirchhofe noch seinen Leichenstein
mit obigen Daten versehen, ebenso
den seiner Ehefrau: Sibylla Seba-
stian! Ochsenkuntz (sie?), die im
Sept. 1571 gestorben war. Man
kennt von ihm nur ein Lauten-
buch, aus dessen Titelwortlaut man
erfährt, dass er schon 1558 in
Diensten des Kurfürsten Otto Hein-
rich, Pfalzgraf bei Rhein, stand
uud die Steile wohl bis zu seinem
Tode bekleidet hat. Der Titel
lautet:
Ockenheim.
224
Oddo von Clugny.
Tabulatur- | buch auff die Lauten, von
Moteten, Frantzösischen- Welschen vnd
Teütschen Geystlichen vnd "Weltlichen
Liedern, sampt etlichen jren Texten, mit
4, 5, vnd 6 stimmen
Heydelberg
(L558) Joh. Kholen. fol. 87 Bll. Titel
und Kegister in M. f. M. 4, W2. [B. B.
B. ßr. ohne Titel. B.Lpz. B.M. Univers.
"Wien. Karlsruhe. AVolfenb.
Besondei's wichtig fürs deutsche Lied.
Ockeuheim, siehe Okcu,Iieui.
Octaviamis Romauus, zwei Brü-
der, traten ITASl als Bassisten in
die Hüfkapelle in Münclien, doch
ist von 1568 ab nur einer ver-
zeichnet und stets in obiger AVeise,
oder auch Octavianus Bassist. Sein
Gehalt betrug 180 Gld. jiUirl., von
1575 ab aber 300. Er erliielt
mehrfach Gesciienke. Von 1577
ab fehlt er in den Akten (Kreis-
archiv).
Octo, Johannes de, ist 1547
Tenorist an der Hofkapelle Ks.
Karl V. in Spanien (Straeten 3,
147). Straeton's Annahme, dass
Octo derselbe wie Otto Hack sei, ist
wenig glaubliaft. Dagegen in Bd. 7,
355 verz. er ihn als Tenoristen
am Ksl. Hofe, der im April 1507
starb. Seine Braebende zu Gouda
geht in obigem Jahre auf Mathias
Vauloo über, Bassist am Hofe
Philipp IL
Octobi, Jo., siehe Hothby.
Ociil, Mathias, Kapellmeister
im Dienste der Kaiserin Wittwe
Eleonora, so auf einem Drucke
verz., der sich einst in der Bibl.
Libau's befunden hat. Weiterhin
in dem von Straeten 1, 87 u. 89
mitgeteilten Kataloge kommt ein
„Math. Oett, C/' vor. Straeten
glaubt, dass dies vielleicht der
obige ist. Nach den Unter-
suchungen bei dem Artikel Oettl
ergiebt sich , dass beide obige
Namen nur eine Verstümmelung
von Oettl sein können.
Die im Kat. Libau angezeigten AVerke
sind: Te lucis ante terniinum und ein
Laudate pueri ä 4 voc. 2 V. 2 Clar.
2 Tromb. 31 Stb.
Oddi (Oddus), Flauiinio, um
101 1 wahrscheinlich päpstlicher
Sänger.
Im Ms. Cod. 77 der Cap. sistina stehen
4 Messen, die vielleicht von seiner Hand
geschrieben sind: 1. Missa Meinor esto
G v. 2. Missa regali ex jirogenie Maria
() V. (in Cod. 118 noch einmal). 3. Missa
Sicut lilium 5 voc. 4. Missa »Surge illu-
minare G voc. (llabeiTs Kat.). im Druck
ist bekannt:
Madrigali spirituali a 4 voci di . . .
Lib. 1. Roma. 1G08 Zannetti. 4 Stb. 4".
21 Madr. Die Dedic. ist in Da la Fara
löOS gez. [Bologna, Kat. 3, 138 Abdruck
der Dedic.
Oddo (Odo) von Clugny, Theo-
retiker und Komponist, geb. 879
in Franken, lebte 901 als Archi-
cantor zu Tour, dann als Kektor
einer Klosterschule in Burgund,
926 als Abt des Klosters zu Clugny
und starb zu Rheims 942 (Siehe
Viertel], im Generalreg.). Sein
Tonarius ist abgedruckt im (Jerbert
1, 247. Coussemaker 2, 117. Fa-
bricius 3, 149. Haberl, Jahrbuch
1880, 16.
Sein Dialogus in deutscher Ueber-
setzung von P. Bohn in M. f. M. 12, 23.
Gerbert 1, 247 aus einem Pariser Ms.
Musica D. Oddonis. 1. Kap. Do mono-
chordo, Gerbert 1, 251. Ms. aus Blasien.
Ein Ms. in Darnistadt Nr. 1988 beschrie-
ben in Viertelj. 1887, 488. Die Abhand-
lung wird dort Guido zugeschrieben und
Enchiridion genannt.
Regulae D. 0. de Phythmimachia,
Gerbert 1, 285. [Ms. Hofb. Wien.
Regulae D. 0. super Abacuu), Gerbert
1, 21)0. [Hofb. Wien.
Oddonis quomodo organistrum con-
struator et de fistulis, Gerbert 1, 303.
Bibl. Magliabecchiana zu Florenz, i)ro-
visor. Ni. 563 f 3 enthält nach La Fage
2, 281 das Tonarium.
Bilil. Riccardiana zu Florenz, Ms. des
14. Jlis. Kopie des vorigen.
Bibl. Fabroniena zu Pistoja, Ms. Nr.
142 des 17. oder 18. Jhs. enthält den
Dialogus , bekannt unter dein Namen
Enchiridion (Lafage 2, 410).
Oden.
225
Odington.
Bibl. Vatican zu Rom, fonds Christiana,
Pergamentcodex, Ms. des 14. Jlis. euthält
das Euchiridion (Lafage 2, 483).
Bibl. National zu Paris, Ms. lat. Nr.
7461 f. Colbert: Dialogus, fol. 19 a. Auch
in Cod. 7211 enthalten.
Stadtbibl. Trier, ein Codex der ziem-
lich die zweite Hälfte des Dialogus eut-
hält, abweichend von Gerbort's Abdruck
(M. f. M. 12, 24).
Benedictinerstift Admont, 12. Jh. Dia-
logus de musica.
Archiv des Benedict. St. Paul im La-
vantthal in Kärnten, siehe den Artikel in
M. f. M. 22 S. 22 und das Eeg. des
Jahrg.
Liceo mus. Bologna, Kat. 1, 238 Enchi-
riades de musica hoc est Armonica insti-
tutione. 2 Kopien. — Arte musica, 2
Tractate. — Incipit Musica.
Br. Museum , Ms. 43 u. 212 : Euchi-
ridion. Ms. 147 der ihm zugeschriebene
Tractat: Dialogus, „Quid est musica".
Nach Brambach, die MusiUitteratur
des Mittelalters, 1883 p. 10/11, wäre die
Musica euchiriadis von Wilhelm von
Hirschau, nach Oddo's eigener Aussage.
ßiemann, Gesch. der Musiktheorie, S. 517.
Oden in Samlwken. und ohne
Herausgeber stehen unter Geliert
und unter den Verlegern Birnstiel,
Böhme, Breitkopf, G. A. Gleditsch,
Lange, Heinr. Steiner und Voss.
Ebenso die lateinischen Odae unter
Egenolff und Schöndorff. lieber
die Kompositionen siehe Otto Lind-
ner's Geschichte des deutschen
Liedes im 18. Jh. ed. von L. Erk,
Lpz. 1871 Breitk. & H. — Siehe
auch Viertel], im Generalrog.
Lateinische u. deutsche Oden für Disc.
mit nicht bez. Basso continuo, in Thom.
Mezler's Odaeura litteratae juventutis.
Friburgi Biisg. 1651 Theod. Meyer. 8^.
[B. M.
Oclena, Raynald de, von 1491
bis 1493 päpsti. Sänger (Viertelj.
3, 244. 246).
Odier, Louis, geb. zu Genf um
1748, gest. ebd. 13. April 1817.
Studierte Medizin zu Edinburg u.
schrieb dort die Abhandlung:
Epistola physiologica iuauguralis de
elcmentaiiis musicae sensationibus. Edin-
burg 1770 Balfour. 8". [B. B.
Rob. Eitner's Quellon-Lesikori. Bd. 7.
Von da kehrte er wieder nach Genf
zuiiick und praJ^tizierte als Arzt. ChJadni
wirft ihm üngenauigkeit vor (Fetis).
Odington, Walter, auch Gual-
terius Eoveshamensis, Walter of
Evesham genannt, Benediktiner-
möuch des Klosters Evesham in
der Grafschaft Worcester, 1228
zum Erzbischofe von Canterbury
gewählt, lebte noch um 1240. Bale
und die meisten späteren Schrift-
steller verwechseln ihn mit Walter
of Einesham.
Sein Tractat De speculatione musice
(abgedruckt im Couss. 1, 182 — 250), vor
1228 geschrieben, ist nur in einer ein-
zigen Handschrift aus dem 15. Jh. der
Bibliothek des Kollegs Corpus Christi zu
Cambridge erhalten; eine zweite im bri-
tischen Museum ist im vorigen Jahr-
hundert durch Feiler zu Grunde gegangen.
Sein Werk zerfällt in sechs Kapitel; das
erste handelt von mathematischen Pro-
portionen, das zweite von der Messung
der Intervalle nach antiker Theorie, das
dritte behandelt die Harmonik wieder am
mit griechischer Terminologie, das vierte
die ßhytlimik, das fünfte den cantus
planus, das sechste die Monsuralmusik.
Er hält sich im wesentlichen au die Lehre
Frauco's, ohne dass mau jedoch genötigt
wäre, eine direkte Beeinflussung durch
diesen anzunehmen. Er bildet die Lehre
desselben insofern weiter aus, als er die
Semibrevis in noch Ideinere Notengat-
tungen, von ihm minuta genannt, teilt,
für diese jedoch noch die Form der Semi-
brevis beibehält; ferner dadurch, dass er
die beiden Modi longa brevis und longa
longa, welche beide zusammen den ersten
franconischen Modus bilden, als ersten
und fünften scheidet. Ob er auch als
Komponist thätig war, ist nicht erwiesen;
vielleicht sind die in seinem Werke an-
geführten wertvollen Beispiele zum Eon-
dellus, Coüductus, und zur Copula seine
Werke, möglicher Weise aber auch, wie
die Organa, der Motetus und die Hoquete
nur aus anderen Werken citierte Bruch-
stücke. Vgl. über ihn Hawkins 230;
Tauuer, Biblioth. Brit. 558; Couss. 1,XIY;
Coussemakcr Traites inedits su]' la nuisique
au nioyen Ttge 13; Jacobsthal, die Mensu-
raluoteuschrift des XII. u. Xlll. Jh. pag.
31 ff. Riemann im Register seiner Gesch.
d. Musiktheorie. Ostv. Koller.
Nach Burney 5, 433 liegt der Tractat
15
Odo.
226
Oeglin.
im Benet College zu Caiubridge Nr. 401 gl.
Corpus Cliristi und beginnt .,Here begineth
a shorte Tretyse of the Rule of Discant".
— In Davey's history 1895 wird nach-
gewiesen, dass er als Matheniatü:er zu
Oxford im Jahre 1316 als Walter de
Evesham eingeschrieben ist und ein Ka-
lender von ihm in der Abtei Evesham
geschrieben beginnt mit 1301. Bis 1328
lebte er im Merton College zu Oxford.
Das Datum für seine Abhandlung mag
etwa 1300 sein (S. 35). Siehe auch
Haberl, Jahrb. 1889, 13. — M. f. M. 22
S. 176 Anmkg. zu S. 160. — Siehe
Viertel]. Generalreg. Stephen unter Wal-
ter of Evesham von Davey. Verschiedene
wissenschaftliche Tractate liegen noch in
Oxford Bodl. und Cambridge Univ.-Bibl.
Odo, siehe Oddo von Clugny.
Odo, Mönch zu Fossatensis,
Komponist um 1058 (Gerbert 5,
35. Fabricius 3, 150).
Odo, Abt zu Morimundensis,
Theoretiker, starb 1101 (Fabricius
3, 151).
Odoardo, war Bas.sist an der
Kapelle Apollinare zu Rom und
wird 1628 zu den Festlichkeiten
in Parma zur Mitwirkung eingc-
hidcn (\^>gel 437).
Odontius, Matthacus, aus Frei-
berg i/S., unterz. die Dedic. 1012
in Nürnberg, doch da seine Lieder
in Nürnberg erschienen, so kann
er sich auch nur zur Leitung des
Druckes dort aufgehalten haben.
Sie sind betitelt:
Musicalisches Rosengärtlein , neuer
teutscher, lustiger, weltlicher Liedlein,
mit gantz neuen schönen, artigen vnd an-
mutigen Texten . . . mit 4. vnd 5. Stirn.
. . . Niü-nberg 1612 Abr. Wagenmann. 4
Stb. 4". 18 Lieder. Dedic. Herzog August
von Sachsen. [B. Hbg. B. L. br. Mus: T.
Oeder, Johann Ludwig, geb.
zu Ansbach, gest. als herz, braun-
schweig. Kammerrat zu Braun-
schweig am 11. Juni 1770. 1746
bez. er sich als ,,Prof. publ. ord."
und gab heraus:
Lectiones suas aestivales auditoribus
suis indicat, atf|ue de vibratione chor-
darum alinua praefatiu". Brunsvig. 1746
typis Meyerianis. 4". 4 Bll. Theorie.
[B. B. B. Hbg.
edler Friedeukranz.
Ein scliüues newes Lied von dem
langerwünschten Enden zwischen beyden
Cronen Spania und Frankreich. In seiner
beygesetzteu Melodey zusingen. Costantz
am Bodensee 1659 Joh. Geng. 8^'. fbr.
Mus.
Oedmann, Jonas, Licentiat der
Philosophie an der Universität zu
Lund in Schweden, gab heraus:
Dissertatio historica de musica Sacra,
generatim, et ecclesiae Sueogotliicae, spe-
ciatim, quam suffragante ampl. ord. i>lulo-
sophico . . . examini modeste submittit . . .
Lundini Gothoram 1745 Berling. 4". 40
Seit. [Brüssel]. Fetis giebt Näheres.
Oeglin, Erhart, aus Reutlingen,
Kaiserl. Buchdrucker u. Verleger
in Augsburg, der erste der in
Deutschland Petrucci's Erfindung
mit beweglichen Notentypen zu
setzen nachahmte. 1508 war er
mit Jeorius Nadler sociiert. 1507
gab er Tritonius Oden heraus, sie
scheinen noch mit Holztypen ge-
setzt zu sein.
1512 ab(3i' gab er das bekannte Lieder-
buch mit Metalltypen gedruckt heraus.
Er erreicht zwar nicht die Sauberkeit u.
Schönheit der Petruccischen Drucke, doch
immerhin ist seine Bemühung aner-
kennenswert. Das Liederbuch ist ein
Sammelwerk olme eigentlichen Titel, den
in den 4 Stb. Abbildungen bilden, die
von Hans Biu-kmair herriUiren. Erst am
Ende des Tenors liest man „Aus sonderer
küstlicher art, vnd mit höchstem fleils
seind difs gesangk büecher, mit Tenor
Discant BaXs viT Alt corgiert worden. . .
4 Stb. in kl. qu40. 42 deutsche und 7
latein. Lieder. Eine Neuausgabe mit fac-
sim. Abbildungen 3 Seiten Notenbll. wnd
das Schlussblatt des Tenors nebst sämt-
lichen Gesängen in Partitur erschien im
9. Bde. der Publikation der Gesellschaft
für Musikforschung. Ein Autor ist im
Originale nirgends genannt, doch sind
dui-ch Vergleich festgestellt 5 von Hoff-
heimer, 2 von Isaac, 1 von Machinger,
2 von Adam Rener, 1 von L. Senfl.
[B.M. br. Mus:T. Hof b. Wien: D. A.
Ein zweites Liederbuch nur im Dis-
cantus bekannt auf der B. B., beschrieben
mit Reg. in M. f. M. 22, 214.
Oehler,
227
Oesterreich, Georg.
Im histor. Vereine zu Augsburg eine
Quithing O.'s im Autogr. 15/12 1512.
Oehler, ... ein Oboist und
Balletmeister an der "VVeifsenfels-
Querfarter Hofkapelle im 18. Jh.
(Opel).
Oeliler, Jakob Friedrich, geb.
zu Canstadt bei Stuttgart, ein
Schüler Vogler's, ging 1784 nach
Paris und gab 3 Klaviersonaten
op. 1 heraus. Auch eine Kantate
führt Gerber 1 an.
Oehme, ^iiidreas, mit „Org.
North". 1637 gez., kann wohl nur
Nordhausen gemeint sein.
Im Samlwk. 1637 ist er mit 5 geistl.
Liedern und 3 latein. Gesgen. zu 2 Stim.
mit Bc. veiii'eten (Eitner 1).
Oeillet, siehe Loeillet.
Oeiu, Dietrich von, um 1576
]\Iäuner-Altist an der Hofkapelle
in Dresden mit 144 Gld. Gehalt
(Fürstenau 3, 201).
Oelrichs, Johann Karl Kon-
rad, geb. 12. Aug. 1722 zu Berlin,
gest. 30 Dez. 1798 ebd. Ein Ju-
rist, Legationsrat bei Gesandt-
schaften, Mitglied gelehrter Gesell-
schaften, schrieb unter anderem
auch
Historische Nachrichten von den aka-
demischen Würden in der Musik und
öffentlichen musikalischen Akademien u.
Gesellschaften. Berlin 1752 Voss. Mat-
theson dedic. kl. 8«. 5 Ell. 52 S. [B.B.
Dresd. B. Hbg. B. M. B. Wagener.
Brüssel. Musikf r. Wien. B, Lpz.
(Siehe Ledebur).
Oelschlegel, Johann Lohelius,
geb. 31. Dez. 1724 im Dorfe Lo-
schau bei Dux in Böhmen, gest.
zu Prag 1 788. Musiker u. Orgelbauer,
erhielt seine Ausbildung an der
Jesuitenresidenz Mariaschein und
wurde dort als Institutsorgauist
angestellt, später in Prag an der
Dominikaner- und der Malteser-
kirche. 1747 trat er in das Prä-
monstratenserstift am Strahow als
Novize ein, studierte Theologie u.
erhielt eine Priesterweihe, zugleich
studierte er unter Fr. Joh. Haber-
mann Komposition. Erhielt dar-
auf die Chorregentenstelle an der
Stiftskirche und komponierte Ora-
torien und viele Kirchenmusik.
Schliefslich erweiterte er durch
unablässiges Bemühen seine ihm
anvertraute Orgel zu einem Riesen-
werke (Gerber 2. Dlabacz. A. d.
Biogr.).
Er gab heraus: Ausführliclie Beschrei-
bung der in der Pfarrkirche des K. Prä-
monstratenserstiftes Strahow in Prag be-
findlichen greisen Orgel, sammt voraus-
geschickter kurzgefassten Geschichte der
pneumatischen Kirchenorgeln. Prag 1786.
80. 90 S. [Musikf r. Wien.
Dlabacz führt noch eine 2te Schrift
vom Jahre 1774 uud zahlreiche Kompo-
sitionen an.
In einem Schreiben (Autogr. B. B.)
"wird er als Komponist von Oratorien,
Messen u. a. bez., der in den besten
Jahren verstai'b (M. f. M. 24, 162 unter
LoheHus).
Oepfelknab, JosephFerdinand,
Bassist a/d. Hofkapelle in Wien
mit 37 Gld. 30 kr. vom 1. Juni
1685 bis t Aug. 1706 (Köchel 1).
Oeri, . . . Hauptmann in Zürich,
lieferte von 1750 — -1777 die Gesangs-
kompositiouen zu den Musikal. Neujahrs-
geschenkeu in Zürich (s. d. 1857 p. 10).
Oesterreich, Greorg, aus Magde-
burg, wurde am 10/5 1678 Schü-
ler der Thoraasschule in Leipzig,
verliefs dieselbe aber 1680 der
Pest wegen (Akten in Leipzig).
1687 ist er Kapellmeister in Got-
torf (nach Joh. Phil. Förtsch' Bio-
graphie erst 1689) und wird viel-
fach als Bassist am Wolfenbüttler
Hofe zu den Musikaufführungen
eingeladen. 1735 scheint er in
Brauuschweigsche Dienste getreten
zu sein, denn er wird in den
dortigen Akten Schlosskantor mit
250 Thlr. Gehalt genannt und er-
hält für die Kantoreiknaben 24 Thlr.
Dies ist die letzte Nachricht über
15*
Oesterreich, Georg.
228
Oettinger.
ihn (Chiysander Jahrb. 1, 194.
196. 197. 201. 2G0. 285). Fetis
nennt ihn fälschlich Karl Oester-
reisch. AValthor widmet ihm einen
ausführlichen Artikel , der im
Ganzen mit obigem übereinstimmt.
Die in B. B. vorhandenen Kantaten
im Ms., die vielleicht Autographe sind,
tragen vielfach den Ort und das Jahr der
Abfassung. Selbst diejenigen Kautaten
von anderer Hd. kopiert, tragen am Ende
das Datum von der Hand, die ich für
Oesterreich 's Hd. halte. Es sind folgende:
Ms. 16320. 21 Kantaten fiü- Chor,
Soli und einige Instrumente (wie 1 Ob.
1 V. 1 Violettta, 1 Vd. — oder 2 Ob.
u. Fag. — oder 2 V. 2 Viole, Fag. —
oder 3 V. u. Fag.; Bo. ist stets dabei).
Die 2. ist gez. „Compos: Schleswigae
Mense Dec. Anno 1099". Nr. 4 „Kiel
d. 1. Dec. 1704". Nr. 7, 1691. Nr. 11,
Schlefswig 1095. Nr. 14: 1087. Nr. 15:
1688. Nr. 17, 1701. [B. B., wie die fol-
genden.
Ms. 16321. Part, von 12 Kantaten,
Nr. 1 gez. Wolfenbüttel 17/1 1717. Nr.
2 ebenso 1718. Nr. 6 Sclüeswigae Martio
1701. Nr. 7 Schleswigae 1689. Nr. 9
Gottorff 10/9 1697. Nr. 10 Kiel 6/12
1704. Nr. 11 Slesviei composui Mense
Febr. 1698.
Ms. 16322. Pai-t. von 14 Kantaten.
Bei Nr. 1 liest man „in Music gebracht
von Georg Oesterreichou , Ihro Hoch-
Fürstl. Schlefswig - Holsteinischen regie-
renden Durchl. jetziger Zeit (1694) be-
stallten Capell- Meister." Nr. 3 Brauu-
schweig 12/10 1711. Nr. 4 u. 5 mit
Coburg 1695 gez.: Kantate zum Geburts-
tage der Frau Susanna Elisabeth, Her-
zogin von Sachsen komponiert. Nr. 10
trägi die Eintragung: Schlesewig im Coll-
fufs Mense Aug. 1697. Nr. 11: Gottoiif
den 19/12 1702. 1711 in Braunschweig
gez., ist die späteste Jahreszahl.
Ich möchte hier darauf aufmerksam
machen, dass alle Sätze, die nach einem
anderen Satze folgen, wie hier nach einer
Sinfonie und mit Trio bezeichnet sind,
stets von nur 3 Instrumenten ausgeführt
werden. Erst in späterer Zeit änderte
sich der Begriff und verstand man dar-
unter überhaupt einen Mittelsatz.
In Ms. 16325 Nr. 9 von Fr. de la
Porta hat Oe.sterreich 3 lustrimi. hinzu-
gesetzt, ebenso im Ms. 6160 Nr. 6 eine
Kantate von C. Företer.
Im Ms. theoret. 4" 68 der B. B. eine
Abhaudlimg vou den gedoppelten Contra-
puncten, gez. mit Oesterreich, Capellm.
Oesterreich, Michael. Walther
scheint die Familie Oesterreich
genau gekannt zu haben, denn er
spricht von 3 Söhnen, welche
„Theologiam studirt" und (1732)
zwei davon noch am Leben waren,
ebenso von einer Tochter, die sich
als Sängerin auszeichnete und in
Weimarschen Diensten stand, näch-
stens aber in den Stand der Ehe
treten Avird.
Die B. B. besitzt von Michael im Ms.
16 325 14 Kantaten in Part., die am Ende
mit Ort und Datum gez. sind. Diese
Daten sind von derselben Hand als die
bei Georg und bringen die Annahme,
dass Georg's Manuscr. Autographe sind
scheinbar ins Schwanken. Michael war
hiernach Auditeur in Friedrichsberg in
den Jahren 1690 bis 1694, also zur Zeit
als der Vater noch lebte. Ritter führt
drei Friedrichsberg an, ein Dorf im
Stettiner R.-B., eins bei Frankfurt und
eins im Kreise Flatow.
Oesterreicher , Georg , geb.
15G3 zu Wiobclshoim bei Winds-
heim, gest. 9. Jan. 1G21 zu Winds-
heim, 57 Jahr alt (Zahn nach dem
Kirchenbuche). 1588 war erKolla-
borator und 1608 auch Kantor zu
Windsheim. War zweimal ver-
heiratet, das erstemal 1588 und
das zweitemal 1615 (1. c).
Er gab 1614 uin Gesangbüchlein her-
aus, von dem aber nur die 2te Ausg. be-
kannt ist: Ein recht Chi'istüch Gesang-
büchlein . . . Rotenburg ob der Tauber
1623 bei H. Körnlein. kl. 8». Beschrei-
bung bei Zahn 6, 137 und Bd. 5, 408.
[B. Göttingen. Heilbronn.
Oettel, Franz Anton, aus Baiern,
war um 1757 Chorregent u. Teno-
rist am Salzburger Hofe (Marpurg
3, 192).
Oettinger , Friedrich Chri-
stoph, geb. 6. Mai 1702 zu Göp-
pingen, gest. 10. Febr. 1782 zu
Murrhard, ein Pastor zu Hirschau,
dann Vorsteher der Sekte der Pie-
tisten, Superintendent der Württem-
Oettl.
09Q
Oginski, Michel Casimir.
bergischen Kirchen und endlich
Abt des Klosters Murrhard^ schrieb :
Die Eulerische und Frickische Philo-
sophie über die Musik. Neuwied 1761
(Fetis).
luquisitio in sensum communem et
rationem . . . accodit nova Analysis mu-
sica pro sensu communi illustraudo . . .
Tubingae 1753 impens. Joh. Chrstph.
Löffleri. 8°. 2 pt. [br. Mus.
Oettl, Mathias (Matthaeus), Ka-
pellmeister bei der Kaiserin Wittwe
Eleonore von Oesterreich; nach
deren Tode wird er am 1/10 1720
als Tenorist a/d. Ksl. Hofkapelle
mit 720 Gld. angestellt, bekleidete
seit 1721 noch die Chordirektor-
stelle bei den Schotten in Wien
und starb den 11. Juni 1725, 51
Jahr alt, war demnach 1674 geb.
(Köchel 1 und 2, 387. Kornmüller
1, 230). Wir besitzen von ihm
1. in Ms. 16350 in K. Kgl. B. B.
Missa 4 voc. c. orch. in Stb. 2. Missa
in C. 4 voc. c. instr. 1725 Stb. in Ms.
19037 [Hofb. Wien]. 3. Messe in C. Ms.
[Klosterneuburg.
Im Archiv der kath. Kirche zu Dres-
den unter Oettel 2 Messen f. Chor und
kl. Orch.
Straeten 1, 87 und 89 zeigt Werke
eines Matthias Ocul und Matth. Octi,
C[apollin.] im Kataloge der Bibl. Libau's
an, mit dem Amte: Kapellmeister im
Dienste der Kaiserin Wittwe Eleonora;
es ist kaum ein Zweifel darein zu setzen,
dass die beiden Namen Ocul und Oött
nur eine Verstümmelung von Oettl sind.
Ocvering, Ryiioldiis Popma
Tan, ein Komponist, der folgendes
Werk an der Wende des 17. zum
18. Jh. geschaffen haben muss.
Es trägt den Titel:
VI Suittes voor't Ciavier opgedraghen
aen de Doorluchtigste Hoog geboome
Princesse Maria Louisa, Geb. Princesse
van Hesse . . . Op. 1. Amst., Roger, fol.
1 Bl. u. 37 Seit. [B. Wagener. Brüssel
2957, beschrieben in M. f. M. 15, 31.]
Da der Prinz Johann Wilhelm Friso unter
den Dedicationspersonen vorkommt, der
1702 seine Anspriiche auf Holland geltend
machen wollte, so ist dies ein Beweis
mehr, dass obige Zeitangabe die richtige ist.
Oifcmont, siehe Las alle (1%
Offererivis, Joannes Damas-
ceniis, nach Walther aus Pesaro
geb., gab Concentus ecclesiastici,
Yen. 1609, heraus.
Oifhuis, Karl, ein Niederländer,
um 1756 pensionierter Konzert-
meister am Mannheimer Hofe (Mar-
purg 2, 570 mit Oftlmis benannt).
Fr. Walter verz. ihn S. 370 als
Violinisten von 1723—68, der
1744 als Konzertmeister pensioniert
wurde. S. 216 erfährt man noch,
dass er die Erlaubnis hatte, seine
Pension in Brüssel verzehren zu
dürfen. 1768 führen ihn die Kech-
nungsbücher noch an.
Offley, Henry Francis, ein
eughscher Komponist des 18. Jhs.,
ist im br. Mus. mit drei Songs in Lon-
doner Einzeldrucken vertreten.
Offner, Johann Jakob, lebte
nach Gerber 2 in der ersten Hälfte
des 17. Jhs. und gab heraus:
Cantilene vom neugebornen Jesulein
für 5 Siugstimmen und 5 Instrumenten
(den 5 Insti-umenten nach gehört das
Werk, wenn es überhaupt existiert, in
die 2te Hälfte des 17. Jhs.).
Ofterdingen, Heinrich von,
ein Minnesänger am Ende des 12.
und Anfange des 13. Jhs. Soll in
seiner Jugend am Hofe des Her-
zogs Leopold VII. von Oesterreich
gelebt haben, später ging er an
den Hof Hermanns von Thüringen,
der auf der Wartburg bei Eisenach
residierte. Nach Ueberlieferang
der Meistersänger schreibt man
ihm den Kauf- oder Fürstenton
zu, doch wird er in der Wilterer
Hds. Wolfram von Eschenbach zu-
gescln-ieben. Siehe Karl Bartsch,
Meisterheder der Kolmarer Hds.
Stuttgart 1862 litterar. Yerein.
K. 823—830.
Oginski, Michel Casimir, Prinz,
geb. 1731 zu Warschau, gest. um
1803 ebd., nach Anderen 1799 auf
seinem Schlosse Slonim in Litthauen.
Oginski, Michel Cleophas.
230
0hl.
Grofsfeldherr von Litthaiien. Er
hielt sich auf obigem Schlosse ein
gutes Orchester und Sänger, trat
auch als Komponist auf (Sowinski.
Schilling. Oscar Paul's Lex.).
Die Bibl. in Schwerin F. liesitzt unter
dem Namen C Oginski eine Sonata ex
A Jl per il V. solo c. B. Ms. Ich glaube
der obigen Besetzung nach, dass man sie
eher ihm als seinem Neffen Michel Cleo-
phas zuschreiben kann.
Ogiiiski,Michel Cleophas, Prinz,
geb. 25. Sept. 1765 zu Guzow bei
Warschau, gest. 1833 zu Florenz.
Er war Scliatzraeister von Litthauen
und später Senator von Russland,
war dabei ein grofser Musiklieb-
haber und Komponist (Sowinski.
In der Gazette musicalc, Paris 1840
ein Artikel von H. Blanchard). Von
seinen Kompositionen lassen sich
nachweisen :
9 Romanzen mit französischem Text
für 1 Stim. mit Klavier. [Musikfr.Wien.
Le demier boau jour, Komance av. Pfte.
Mil., Ricordi. [Mailand Cons.
6 Romancos av. acc. de pfte. Milano,
Ricordi. [B. B.
2 Polonaises (italienisch) et 1 Romance
(franz.) für Gesang u. Klav. [Musikfr.
Wien.
3 Marches p. le pfte. Dresd., Mein-
hold et fils. [Dresd. Mus.
2 Masuren und 1 Walzer f. d. Pfte.
Dresden, Meinhold u. Söhne, [ebd.
Recueil complet de Polonaises comp.
p. le Pfte. D'apres im exemplaire ori-
ginal, qu'il tient de l'auteur memo (Stich
von G. Inkermann). fol. [Dresd. Mus.
Musikfr. Wien.
Collection de Polonaises. Varsovie.
12 Nrn. [B. B.
Vier National -Polonoisen f. d. Pfte.
Prag, Berra. [Maild. Cons.
2 Polonaises av. acc. de pfte. Milano,
Ricordi. [B. B.
Im Ms. B1107, 22 in B. Dresd. 1 Po-
lonaise.
Oglio, Domeiiico dalP (auch
DallogUo geschrieben), geb. zu
Padua im Anfange des 18. Jhs.,
war Violinist, trat 1735 in rus-
sische Dienste und kehrte erst
1764 in sein Vaterland zurück,
starb jedoch plötzlich in der Nähe
von Narva (Gerber 1). Man kennt
von ihm
Recitativ c. acc, Sopr. voce: E soffrirö,
che sia barbara. Ms. P. [Schwerin F.
6 Sinfonie a 2 V. A. e ß. op. 1.
Amst. [Paris Nat.
12 Sonate a Violino e Vcl. o Cimbalo,
op. 1. Amst., Wittvogel. Dedic. gez.
Petroburgo IG. Apr. 1738. 1 vol. in fol.
[Musikfr. Wien. B. ß. unter Dali' gestellt.
— Xn Sonate a V. e Vcl. o Cimb.
op. 1. Paa-is, Leclerc. [Kat. Liepm.
Sonata :i 4, Gd. 2 V. Va. B. [Ms. fol.
B. Upsala.
Ms. 4420 B. B. Piecen für die Violetta
und B. in P.
Aufserdem schreibt man ihm auch die
Oper „La Russia afflitta e riconsolata-'
zu, 1742 für Moskau geschrieben, Text
von Staohlin (Fötis unter Äraja^ dem sie
für gewöhnlich zugeschrieben wird).
Offlio, (;iaml)attista dalP,
scheint ein Mathematiker zu sein.
Er gab heraus:
Sojira la tastatiu-a dcgli organi e dei
coml»ali. Memoria dol Sig. ... s. 1. et a.
(Modona 1807.) 1 Bog. in 4» mit Figuren.
(In Memorie di matcmat. e di fisica della
societii ital. dolle scienzo. Tom. 13.)
[Brüssel 7149.
Im Artikel Olio^ Giambatt. dall', ist
ein Werk mit ähnlichem Titel verz.. so
dass man annehmen kann, dass Oglio und
Olio ein und derselbe Autor sei.
Oglio, Oioscffo (lair, Bruder
des Domenico, in Padua geb.,
Violoncellist, ging mit ihm 1735
nach Petersburg und 1764 nach
Warschau (Gerber 1. Ricordi in
Gazzetta 1853, 85 nennt schon das
Jahr 1734 seiner Petersburger An-
stellung).
Ognibeiie, . . . aus Venedig, wird
von Aaron in seinem Lucidario
von 1545 Bl. 31 v. als Cantori al
Liuto bez.
0hl, Johann, bez. sich mit R.
B. P. H. (?), bekannt durch den
Gel egenheitsgesang :
Felicitati coniugii, quod vir Georgius
Funccius et virgo Regina, G. Stephani
filia . . . Hymnum hunc VI vocibus . . .
Regiomonti 1G59, 28. April typ. Reusner.
Olilhorst.
231
Oijers.
Text: Ecce nunc benedicite Domino. 6 Stb.
ä 2 Ell. mit 2 Epigr. iind 1 Gedicht von
Ohlius. [B. Kgsbg.
OhlJiorst, Johann Christian,
geb. 1753 im Braimschweigschen
(Reichard sagt im Kalender von
1791, 166 geb. zu Halberstadt);
sein Tod soll ins Jahr 1812 fallen;
trat als Sänger bei der Tillyschen
Truppe 1775 auf, wurde später
Musikdirektor bei derselben und
schrieb mehrere Operetten.
Genannt werden Adelstan und Röschen
von Schink, Das Jahresfest von Neumann ,
und Die Zigeuner. Um 1795 befand er j
sich an den Bühnen zu Königsberg und ;
Danzig (Gerber 1. 2. Reichard's Kalender
1783, 219). .
Ohmann, Anton Lndwig Hein-
rich, geb. 13. Febr. 1775 zu Ham-
burg, gest. 30. Sept. 1833 zu Riga.
Er war ein Violinist, wurde 1795
zu Reval am Theater Musikdirek-
tor, trat darauf in Wien als Bas-
sist auf, dann in Breslau und an-
deren Orten, wurde dann in Riga
Musikdirektor, darauf Violoncellist,
bis er 1829 an der Stadtkirche zu
Riga Musikdirektor wurde (Lpz.
Ztg. 36, 56. Schilling).
Sehilüng fühii folgende Singspiele von
ihm an : Die Prinzessin von Cacambo, Der
fürstiiche ^lldfang, Der Kosak und der
Freiwillige, alle drei von Kotzebue, m
Riga, Reval und Königsberg gegeben.
Ohmeyer, Joseph, lebte am
Ende des 18. Jhs.
Bekannt sind nur 6 Vaiiations pour V.
e B. [Musikfr. Wien.
Ohnewald, Joseph, nennt sich
,,ReGtor secundae studiosi" um
1804. Seine Kompositionen er-
schienen, soweit sie bekannt sind,
in Augsburg, ob er aber daselbst
lebte, "ist fraglich. Nachweisbar
sind:
15 Antiphonae Marianao ... 4 voc. (et
instrum.) Aug. Vind. 1804 Lotter. 13
Stb. fol. [Salzburg.
Te Deum et Veni creator (4 voc. et
orch.). op. 2. Aug. Viud. 1813 Lotter
et fü. 17 Stb. [B. M.
Deutsche Vesper, Hymnen und 4 Anti-
phonen für 4 Singstimmen, 2 V. Altviol,
2 Fl. (2 Clarinetten) 2 Hörner, 2 Trom-
peten, Paucken, Orgel und Violone. In
Musik gesetzt von . . . Op. 3. Augsbg.
1814 J. J. Lotter u. Sohn. 14 Stb. fol.
14 Fange lingua 4 voc. et orch. op. 4.
Ib. 1815. 16 Stb. fol. LB. M.
XXX Hymni Vespei-tini a 4 voc. 2 V.
Va. Org. et Violone obl , 2 Flautis, 2 Comi,
op. 5. Ib. 1815. 16 Stb. fol. LB. M.
6 Missae breves (f. Chor u. Orch.).
op. 6. R. 1817. 13 Stb. fol. [B.M.
3 Missae breves pro defunctis cum
3 Libera (f. Chor u. Orch.) op. 7. Ib.
11 Stb. fol. [B.M.
Trauergesang mit lateinischem Texte,
bev Leichenbegängnissen zu gebrauchen;
für 4 Singstim. und 4 Waldhörner von
. . . Aug.sbg., Ib. [B. M.
Ohren-vergnügendes
und Gemüthergötzendes Tafel-Confect-,
bestehend in 12 kurtzweiligen Sing- oder
Tafel -Stucken. Augspurg 1733 Lotter.
4 Stb. ([u4P. [B. Lpz., Thomas, u. Stadtb.
B B. nebst einem Nachdrucke , Augsp.
s. anno in 4 Stb: 2 C B. Cemb. br. Mus.
B.M. , T- 1
— In 0. Lindner's deutschem Liede
Lpz. 1871 Abdi-uck der 12 Stücke in F.
g i_28, S. 7 im Text die Beurteilung.
— Ä7iflere Iracht des Ohren-vergnügen-
den ... Tafel-Confects . . . Augsp. 1733
Lotter. ö Stb. 15 Nm. Abdruck eben-
dort S. 28—69 in Part. [B. Lpz. Thomas,
u. Stadtb. B. M. B. B. br. Mus.
— jyritte Tracht des Ohren-vergnugen-
den . . . Tafel-Confects . . . Augsp. 1737.
Lotter. 5 Stb. 15 Nrn. Abdruck m F.
ebd. S. 70—100. [Lpz. Thomas, u. Stadtb.
B ß B.M. br.Mus. 10 Stb.
_ Vierte Tracht des Ohren-verguügen-
den ... Tafel-Confects . . . Augsp. 1740
Lotter. 5 Stb. LLpz. Thomas, u. Stadtb.
B. M. Einsiedeln 1—4.
Ohrfeigen, .
Ein paar derbe musikahsch patriotische
Ohrfeigen, siehe Mattheson, eme anonyme
Schrift gegen Mattheson, Anno 1728.
[B. B. B.M. Brüssel 4612. Musikfr.
Wien.
Ohyn, siehe Oyin.
Oijers (Ojers), Johannes, aus
Amsterdam, war von 1754—1783
Organist an St. Peter in Leyden
und nahm dann seinen Abschied.
Am 21. Febr. 1757 ist er an der
Okeghem.
232
Okeghem.
Universität zu Leyden als Mnsicus
eingeschrieben (Bouwst. 2, 168. 3, 8).
Oke^a^hem (Ockegliem , Ocken-
heira, Hocqiieham etc., Brenet führt
S. 2 27 Lesarten an), Jean de.
Nach Burbure war er in den
Jahren 1443 und 1444 Knaben-
sänger an der Kathedrale zu Ant-
werpen, man kann daher seine
Geburt um 1434 ansetzen. Unbe-
kannt ist es noch, wo er seine
Studien machte. Straeten's An-
nahme, dass er in Mailand nach
1444 war, ist hinfällig und unbe-
wiesen, dagegen erfahren wir durch
Aktenstücke, die Michel Brenet ver-
öffentlicht, dass er 1452 — 1453
achter Sänger an der Kgl. Kapelle
zu Paris war, gezeichnet Johannes
Okeghen, mit einem monatl. Ge-
halte von 15 liv. Die folgenden
Jahre wird er in den Rechnungen
als Komponist genannt. 1454 heifst
es Johannes Hoquegan, premier
chappellain. 1461 ist er unter
den „officiers de la maison du roy
Charles VII." verz. Zwischen 1456
bis 1459 muss er zum Schatz-
meister (trosorier) von St. Martin
zu Tours ernannt worden sein,
was wohl eine Pfründe war, die
ihm verliehen wurde. Von 1461
ist er von den Kapellmitgliedern
des Königs der zuerst genannte,
also wohl ihr Direktor. Der Ge-
halt war noch derselbe, doch er-
hielten sie noch Kleidergeld und
anderes. 1465 liest man „A Maistre
Jehan Okeghan, tresorier de leglise
monseigneur Sainct Martin de Tours
et maistre de la chapelle de chant
du roy nostre sire", die Summe
von 77 liv. toumois. 1469 erhielt
er zu einer Reise nach Spanien
275 liv. 1472/73 betrug sein Ge-
halt 60 liv. Am 9. Febr. 1496
wird seine Stelle zu Tours neu
besetzt, da er gestorben ist. (Brenet:
Jean de Ockeghem, Etüde bio-
bibliographique, Paris 1893. Ein-
zelabdruck aus den Schriften der
Sociotc de l'histoire de Paris et de
nie -de -France. S«. 32 S. Siehe
auch Viertclj. Generalreg.) Nach-
zutragen ist noch, dass er 1472 u.
1475 besuchsweise in Cambrai und
1484 in Brügge sich aufhielt (Strae-
ten 1 a, 14. Siehe auch Fetis, dem
aber Manches verborgen war).
Von seinen Kompositionen sind 14 Ge-
sänge in gedruckten Samlwk. und alten
Theoretikern zu finden (Eitner 1) und in
neuen Ausgahen 11 Gesänge (Eitner 2),
denen noch hinzuzufügen sind: Sanctus
4 V. Bcnedictus 2 v. Qui venit 3 voc.
ex Missa cujusvis toni. — Je nay deul
(Text fehlt) 4 voc. — L'auter dantant
(o. Text) 3 VOC. — Je ae pas jeulx 3 voc.
(o. Text). — Se vostre ceur 3 voc (o.
Text) im 5. Bande von Ambros' Musik-
gesch. S. 1 — 16. In Smith's Musica an-
tiqua p. 91 ein Sanctus 4 voc. aus dem
Wilplilingseder.
In Mss. B. Froske: Missa cujusvis toni
in P. — Gaude Maria virgo .5 voc. in der
Abtlg. Butsch, ITds. von 1538 (Kat. S. 211).
Ms. A431 Drcsd. Mus. Kyrie ex Missa
Gaudeamus in P. 4 voc.
Ms. 208 B. M. fo. 62 „Ma bouche rit
et mon cueur pleure", 3 voc.
Ms. Hofb. Wien, alte Sign. I, 55 Chorb.
des 16. Jhs. gr. fol. 135 Bll. Nr. 3: Missa
sup. Gaudeamus 4 voc. Ms. 15997 Missa
cuius\ns toni 4 voc. Part.
Paris Nat. Ms. Kopie des 16. Jhs.
Supi^l. fr. no 15123 ein Samlwk. Depaiiez
nous 3 voix. — Se vostre cueur eslongue
3 V. La des pourveue et la bannie 3 v.
In 2245 D'ung aultre amer, 3 voix. —
Fors seulement 3 v.
B. Cambrai von 1472 und 1475 eine
Messe und 1 Lamentatio.
Ms. 295 in 12" zu Dijon, 7 chan.sons
ä 3 V. (Morelot p. 8).
Mss. Bibl. Riccardiana zu Florenz 2794:
Alma redemptoris 4 v. — Aultre Venus. —
D'ung autre amer 3 voc. — Rondo royal.
Ms. Bologna Kat, 3, 196 Canzoni latine
e provenzali. Pergamentbd. des 15. Jhs.
kl. quS''. 78 S. Neben anderen auch
Okeghem.
Ms. Archiv des St. Peter in Rom, 1 vol.
in 4'' mit 107 Chans, von Verschiedenen.
Ms. Ov 208 B. Casanat. zu Rom, ein
Bd. Chans, von Verschiedenen: L' autre
Okeghera.
233
Oldecop.
d'antan 3 v. — Ma bouche rit 3 v. —
Se ne pas jeulx 3 v. — D'ung aultre
amer 3 v.
Mss. Cap. sistiua in Eom, Cod. 14,
Missa De plus en plus 4 voc. — Cod. 26,
Credo (Paü-em) 4 voc. — Cod. 35, Missa
Cujusvis toni 4 voc. — Cod. 41 und 63,
Missa Quarti toni (in 41 ohne Bez.). —
Cod. 42, Salve 4 voc. — Cod. 46, Alma
rederaptor 4 voc. — Cod. 41 u. 63, Missa
Au travail suis 4 voc. (in 63 ohne Bez.).
Ms. Cod. 88 im Domkapitelarchiv zu
Trient, jetzt in Wien, 2 Missae, eine sine
nomine, die andere sup. Le serviteur. Ein
Discantiis: rosa bella.
Straeten 6, 33 nennt noch die Bibl.
des Prinzen Chigi zu Rom, in der sich
befinden: Missae mi-mi. — Ecce ancilla.
— L'omme arme. — Fors seulement. —
Sine nomine. — Mastresse. — Sine no-
mine. — Do plus en plus. — Au traveil
suis. — Prolationum Sanctum. — Quinti
toni. — Requiem und die Motetten: Ave
Maria. — lutemerata.
Mss. B. Brässel 5557 Missa Ecce an-
cilla Domini 4 voc. — Missa Pour fjuelriue
peine 4 v.
Ms. in Verona Domkapitel, Papier-Codex
des 16. Jhs. enthalten Missae, Antiphonae,
Psalmi, daninter auch Einiges von 0.
In Modeua, Chorb. des 15. Jhs. mit
12 Messen, davon 5 von Okeghem.
Ms. Basevi zu Florenz: Baisez-moi donc.
Vergleiche auch die Bibliographie in
Brenet's Biographie.
Zu erwähnen ist noch die Deploration
de Guillaume Cretin sur le trepas de Jean
Okeghem, ed. von Er. Thoinau. Paris
1864 A. Claudin 4" und in deutscher
Uebersetzung in M. f. M. 11, 37 und 19;
38 eine Beurteilung einiger Gesänge.
Okelaiid, siehe OakLind.
OkeoTer, John.
Im Ms. 567 br. Mus. Samlwk. mit Ge-
sängen u. Instrumentalpiecen, von 0. 1 Nr.
u. in 568 1 Fantasie.
Nach Davey 190 war er Organist an
der Kathedrale zu Wells um 1619.
Oker, John, lebte vor oder um
1625, denn John Barnard sammelte
von ihm
zwei Anthems, die er in das Ms. 1642
des R. C. of Mus. eintrug. 1. Grant, we
beseech Theo. 2. The king shall rejoice.
Olanda (Olandia, HoUandia und
Ulandia), deren zwei oder drei in
alten Akten verzeichnet werden,
wahrscheinlich aus Holland geb.
1. Jacomo cli Olanda oder Olan-
dria, auch Dominus Jacopus Ulterij
de Olanda, oder auch Giacomo
(ülterio) olandese verz. Olandese
könnte auch Oesland sein, latei-
nisch Ulandia, eine schwedische
Insel. Er wird 1462, 1474 u. 75
als Sänger am Mailänder Hofe
verz. (Motta 99). Valdrighi 12,
Dokum. 34, verzeichnet aber Gia-
como (Ulterio) olandese 1474 im
Sept. als angestellten ,,cantore" an
der Hofkapelle in Modena. Dem-
nach müssten die beiden Namen
in zwei Personen getrennt werden.
2. Nicokms de Olandia (Hol-
landia) wird 1478 als Sänger am
Hofe zu FeiTara von Straeten 6, 91
verz. S. 92 bezeichnet ihn ein
Dokument von 1476 als Sopra-
nisten ebendort. Valdrighi 12, 32
verz. ihn unter Nicoiao d'Olanda,
Sopranist, 1473 im Dienste des
Herzogs von Modena.
Olant, Joannes, 1467 Sänger
am St. Peter in Rom (Viertel]. 3,
237).
Olaya, Bartolome de, 1633
Sänger und Musico de vihuela an
der Hofkapelle in Madrid (Strae-
ten 8, 424).
Olbers, Johann Heinrich, lebte
am Ende des 18. Jhs. als Organist
an St. Wilibaldi zu Stade (Titel)
und gab heraus:
18 leichte Vorspiele für die Orgel und
das Ciavier. Op. 1. Hambg., Günther &
Böhme. 18 S. [B. Wagener. Paris Nat.
Fetis zeigt noch 6 Praeludien und ein
Postludium für Orgel, op. 2, ib. an.
Gerber 2 eine Sammlung Klavierstücke
von verschiedenen Komponisten in Heften.
Bis 1800 waren 4 Hefte erschienen.
Oldecop, Christian Friedrich,
geb. 28. Okt. 1740, Dr. der Rechte
und Syndikus der Stadt Lüneburg,
schrieb
Rede bey dem 50 jährigen Amtsjubel-
fest des Cantors Schumann. Lüneburg
1777. 40 (nach Gerber 2).
Olden.
234
Oliva, Gioseppe.
Oldcii, Jürj^cn, 1465 Organist
an der Marienkirche zu Lübeck
(Stiehl, Lexikon).
Oldenburg, Hicronyinus, seit
etwa 1719 „Director Miisicae in-
strumentorum Ordinarius" zu Ham-
burg. Schon 1712 wird er in den
Ratsakten als städtischer Musiker
genannt und lässt sich bis 1725
als Direktor der Ratsmusiker ver-
folgen (Sittard 1, 22. 63).
Olcleiiraet, Godcfrid, 1628 Or-
ganist in Zutphen,
gab 1G28 dio 3 stim. Ballette Gastoldi's
mit einer 4. Stim. vermehrt in Amster-
dam heraus (siehe G. G. Gastoldi, 1639
und 1041 in neuer Auflage).
Oldfield, Thomas,
ist im Virginalbuch des FW. -Museum
zu Cambridge S. Ol mit einem Praelu-
diuni vertreten. Im Uebrigon ist er un-
bekannt. (Siehe die Neuausgabe.)
Oldhaiii, Robert,
ist im Archiv der Kirche zu Ely mit
einem Anthom vertreten, doch ist nur die
Tenorstim. vorhanden.
Oldrig', auch Aldridg^ siehe
Aldrich, Henry.
Oldys, Valentine, ein Apo-
theker in London und vertreten in
der Sammlung: Court Ayres, die
1655 erschienen (Hawkins 5, 125).
Oldys, AVilliam, siehe Ciirll,
Edmund.
Olearins, M. Johann Gottfried,
Pastor und Superintendent zu Arn-
stadt, hielt Heifirich Bach 1692
die Leichenrede und gab dieselbe
heraus. Abdruck derselben in M.
f. M. 7, 178. Exempl. in Stolberg
i/H. und Musikfr. Wien.
Oley, Johann Christoph, geb.
zu Bernburg, gest. 1789 zu Ascliers-
leben, war Organist und zweiter
Schulkollege zu Aschersleben. Ger-
ber 1 rühmt ihn als geschickten
Klavier- und Orgelspieler in Fugen
und Fantasien. Er gab heraus:
Vaiiiiie Choräle für die Orgel, 4 Theile.
Quedlinburg bey Reussner 1773. 1776.
1791. 1792. Der 3. Thcil erschien in
Quedlinburg bey Ernst und ist mit einer
Vorrede von J. Ad. lliller versehen. Zu-
sammen 156 S. [B. B. B. Ilbg. B. Wa-
gener. In B. B. der 1. u. 2. Theil auch
im Ms. 190. Berlin Singak.
Einige Choralvorspiele sind in Joh. Chr.
Kühnau's Samhvk. zu finden.
Olffen, Johann, Organist an
der St. Petri- Kirche zu Hamburg
von 1653 bis zu seinem Tode 1670
(Ratsakten).
Olfsen, Bernhard, aus Ham-
burg, Schwiegersohn des Heinrich
Wulff, wurde 1682 zum Organisten
an St. Aegidien und zum Rats-
pfeiffer in Lübeck ernannt (Stiehl's
Lexikon. Ratsakton).
Oli (Oloei), Pietro, siehe Daule.
Olibrio, Flavio Anicio, pseud.
für Joh. Friedr. Ag?'icola^ der sich
so im kritischen Musikus an der
Spree 1749 nennt, 1. Sendschrei-
ben eines reisenden Liebhabers.
2. Schreiben an Herrn . . . (Mar-
purg 1, 150).
Olifante, Giov. Batt., s. Rodio,
Rocco, das theoretische Werk.
Olinipiade.
The favoui'ite songs. Lond. HC).
[B. Lpz.
Olio, Griambattista dalP. Nach
Valdrighi's Musurgiana Serie 2
Nr. 3 (Modena 1896, S. 15) ge-
boren am 19. Febr. 1739 in Sesso
bei Reggio, gest. den 17. Mai 1823
zu Modena. Gab heraus:
Sull'applicazione della matematica alla
musica memoria. Sul preteso ripristi-
namento del genere enarmonico de'greci
memoria. Sopra la tastatura dcgli organi
e de'cembali memoria. 4". [Glasgow.
Er schrieb auch ein Gedicht: La musica
(anonym). Modena 1794 societä tipogr.
gr. 8«. [Briissel 4478.
Siehe Oglio, Giamb. dall' und die Schluss-
bemerkung.
Oliva, D. Griosepi)e, ein Priester
zu Messina (Titel), gab heraus:
H 1. libro de Madrigali a 5 voci . . .
Yen. 1600 Amadino. 5 Stb. 4". 21
Madr. [Hofb.Wien: C B.
Oliva.
235
OKvieri, Giuseppe.
Oliya (Giuseppe nach Gerber 2),
Hornist in Prag, wird 1764 von
Dittersdorf für die biscliöfl. Ka-
pelle in Presburg geworben. Ger-
ber 2 erwähnt ihn als Mitglied
der Esterhazyschen Kapelle unter
Jos. Haydn's Direktion.
Oliyari, . . .
bekannt durch 16 Diietti p. 2 V. fol.
Ms. B. Upsala.
Oliyati, Ignatio,
nach Florido's Samhvk. von 1648 Ka-
pellmeister an Trinita di Ponte Sisto,
wahrscheinHch zu Eom. In obigem
Samlwk. von 1648 1 Motette u. in dessen
Samhvk. 1649 a eine 4 st. Motette mit Bc.
(Eitnor 1). Ferner in Phalese's Florida
verba von 1601 eine Motette. Er i.st
auch hier mit obigem Amte gez.
Oliye, Joseph, lebte um 17S0.
Im br. Mus. befinden sich von ihm in
Londoner Einzeldrucken 6 Gesänge für 1
und 2 Stimmen. Ferner 6 songs for a
voice or Iiarpsichord. Loud. fol.
Oliyeira, Antonio, ein portu-
giesischer Franziskaner -Mönch im
17. Jh. Er war Chordirektor an
S. Juliao zu Lissabon, ging nach
Rom und starb bald darauf.
In der vernichteten Lissaboner Kgl. Bibl.
befanden sich im Ms. Messen, Psalmen,
Motetten und ViUiancicos (Vasconcellos).
Oliyellas, Felipo, ein Kompo-
nist des 1 8. Jhs., der in B. M. mit
folgenden Messen vertreten ist:
1. Missa 4 voc. c. org. 1750. P. 2.
Missa 6 voc. c. org. 1760. P.
Oliyer, . . . Kgl. spanischer Hof-
Yirtuose, Violinist, gab in Frank-
furt a/M. am 18/4 1765 ein Kon-
zert (Israel 47). 1767 trat er in
London auf (Pohl 2, .870).
Oliyer, J . . . A . . ., Musikmeister
des 2. schottischen Infanterie-Regi-
ments, von dem Fetis
Quarante divertissements militaires pour
2 clarinettes. 2 cors, 2 bassons, Londres
1792 anführt.
Oliyet, Fahre d', siehe Fahre.
Olivicciani, Vincenzo, Sopra-
nist a/d. Hofkapelle in Wien vom
1. Jan. 1700 bis 1. Okt. 1711,
wird pensioniert (Köchel 1).
Olivier Aubert, siehe Auhert,
Pieire-Fran^.-Olivier.
Oliyicr, J. . ,, ein französischer
Komponist aus der ersten Hälfte
des 16. Jhs.,
ist in alten Samlwk. mit 5 Gesgen.
vertreten (Eitner 1). Den Gesang „Ite
caldi sospiri'' weist Vogel 2, 28 in 7
Samlwk. nach.
Oliyieri, A. . ., ein Violinvir-
tuose, geb. 1763 zu Turin, lebte
1827 zu Paris. Er war längere
Zeit Mitglied der Hofkapelle in
Turin, musste aber wegen handgreif-
lichen Ungebührlichkeiten fliehen,
ging nach Neapel, Paris, Lissabon
u. a. Städten. Von Kompositionen
ist nichts bekannt (Fetis. Wasie-
lewski 1, 158 wie Fetis).
Oliyieri, Domenico. Leo Liep-
manussohn besafs einst ein Buch
von ihm, betitelt;
Legipontii dissertationes philologico-
bibliographicao, in quibus de odornanda
et omanda bibliotheca, nee non de manu-
scriptis . . . deque rei nummariae ac rau-
sicis studio disseritur. Norimbg. 1746.
4P. Die 5. Dissertation: De musica ejus-
que proprietatibus origine, progressu, cul-
toribus et studio bene instituendo. . 45 S.
Eben derselbe besafs unter gleichem
Namen : Gran variazioni per V. solo
coU'acc. del basso variato, composte sopra
la Ricciolella, aria napolitana ed il duetto :
Pace, caro mio sposo. Napoli, Mares-
ealchi. fol.
Oliyieri, Griuseppe, seit 1622
Kapellmeister an S. (jriovanni di
Laterano in Rom, doch verliefs er
bereits 1623 die Stellung, oder er
starb, denn dieselbe wurde ander-
weitig besetzt und brechen alle
Nachrichten über ihn ab (Fetis).
Er gab folgendes Werk heraus:
La Turca annoniosa; giovenili ardori,
di G. 0. Eidotti in madrigali, & nuova-
mente posti in musica a 2, e 3 voci, con
il Bc. per sonare in ogni istii;mento.
Lib. 1. Roma 1617 Gio. B. Robletti. Stb.
in 4". 21 Gesänge. [Eom Cecilia: T 1.
2. Bc.
Olivieri, Paolo.
236
Olthof.
Olivieri, Paolo, kommt
iu Florido's Saci'as cantiones 2 voc.
1672 mit der Motette vor: Laetamiui in
Domino.
Olivieri, Cav. Tinceiizo, aus
Pesaro, ist bekannt durch
Lettere di un Accademico Filarmonico
risponsive a due suoi amici, coUe quali
dimo.stra che la teoria luusicale, esiste
nelle ragioni numeriche contraddette dal
Sig. Abate D. Antonio Eximcno nella
sua opera origine della Musica. Pesaro
1781 Jn casa Gavelli. 8». 20 Bll. [Bo-
logna, Kat. 1, 91 Beschreibung dos Inhalts.
OHyo, Simplicijino, 1674 diente
er schon über 40 Jahre als Ka-
peUmeister dem Oratorio della
Steccata chiesa ducale zu Parma,
wie er in der Dedic. aussagt. Man
kennt von ihm:
Salnii di Compieta con Litanie in ul-
timo concertati a 8 voci, o 2 V. con
1 Violetta, e Violoncino ad lib. Di . . .
Op. 2. . . Bologna 1674 G. Monti. 13 Stb.
4*^. [Bologna. Warum ihn der Kat. 2,
281 Olivi nennt ist nicht erklärlich, da
er auf den Titeln stets Olivo genannt
wird.
Salnii per li Vespcri di tiitto l'anno
con il Cantico della B. V. ;V 8 voci cor-
renti . . . con il Bc. . . Op. 3. . . Bologna
1674 Monü. 9 Stb. 4«. [Bologna, im
Kat. Abdr. der Dedic. Forrara. Bmssel
Nr. 1772.
Im Samlwk. 1620 eine Motette f. 2
Stirn, u. Bc. (Eitner 1).
OUa Potrida, Samlwk. siehe
Rellstab, Joh. Karl Friedr.
Ollefeii, C. . . y. . . , bekannt
durch :
Nut en dienstig zang-boekje, begrepen
in de eerste verzen van de psalmen,
neevens de gezangen, by de hervormde
kork in gebi-uik: als meede eenige stigte-
lyke liederen door Hendrik Arondeiis.
Geschikt volgens de uitgekooren bergming
van den jaare 1773. Van veel fönten
gezuivert, vermeedert . . en verrykt met
moodige zangkuudige grond-reegels, door
. . . Amst. (1773) Gysb. Holmes. 80.
[Brüssel.
Von einem Ollefen Casp. *., W. T'.,
besitzt die Bibl. zu Amst: Proeven van
Muzikaale uitspanningen , bestaande in
mengelzangen voor het Ciavier, de Viool,
Fluit en and. instiiim. Amst. 1783. 8".
Die Mu.sikbeilage mit besonderem Titel.
Olmi, D. Damiano, aus Florenz,
war um 1641 Organist a/d. Kirche
S. Maria delli Augeli zu Faenza
des Cistercienser Ordens (Titel) u.
gab heraus:
Madrigali spirituali a 2, & 3 voci con-
certati nel Cimbalo & simili strumenti
di . . . Lib. 1. op. 1 Ven. 1641 Aless.
Vincenti. [Bologna nur Bc. in 4'^. 16
Madr.
Olmsteaci, Timothy, ein ameri-
kanischer Komponist, lebte an der
Wende des 18. zum 19. Jhs. und
ist bekannt durch
The musical olio, cont. 1. A concise
iutroduction to the art of singing by note.
2. A variety of Psalm tunes . . . Nort-
hainpton, Connecticut 1805, qu4*'. [br.
Mus.
— Ausg. New London 1811. riu4".
[br. Mus.
Olofzon, Pieter, ist 1578 als
Organist zu Alkmar angeführt (Tijd-
schrift 2, 220).
Olpe, Mag. Christian Fried-
rich, geb. 5. Aug. 1728 zu Langen-
salza, Rektor a/d. Kreuzschule zu
Dresden seit 1770, gab heraus:
Einige Nachrichten von den Chorord-
nungen auf der Kreuzschule, und von
den "Wolilthaten , welche sie geniefsen.
Dresden 1792. 4» (nach Gerber 2).
Olstani (Elstani), 3Iatteo, „della
scuola dal Zarlino" liest man auf
Ms. L 394 der B. B. und enthält
den Gesang
„Sicut fuit Jona.s" 3 vocum. P. — Die-
selbe Komposition mit derselben Bezeich-
nung in Bologna. — Ein Nos qui vivimus
(Benedicimus) in Martini I, 203 und im
Choron (siehe Eitner 2, wo Martini II.
fälscbl. steht).
Olthof (Olthovius), Statins, geb.
1555 zu Osnabrück in Westfalen,
gest. 28. Febr. 1629 zu Eostock.
Studierte in Braunschweig Theo-
logie, ging dann nach Lübeck und
erhielt 1579 den Ruf als Kantor
nach Rostock. 1614 zog er sich
ins Privatleben zurück (Viertelj.
10, 231, Korrekturen S. 411). Auf
Nathanael Chytraeus Yeranlassung
Olthof.
237
Onori.
komponierte er die Psalmen in der
ÜDidicbtung von Georg Buchanan,
betitelt:
Psalmonun Davidis paraphrasis poetica
Georgii Buchaiiaui Scoti: Argumentis ac
melodiis explicata atque illustrata. Opera
& studio Nathauis Chytraei . . . Frauco-
forti ad/M. 1585 Comnus. 4. Sept. 12".
467 S. mit 30 vierst. Tousätzen. [B. Lpz.
B. Zw. 131, ohne Titelbl. B. M. Brüssel.
Musikfr. Wien.
Darauf folgt: In Georgii Buclianaiü
Paraphrasin Psalmorum Collectauea Nath.
Chytraei; r[uibus vocabula, et modi lo-
queudi tani poetici . . . Ib. 1585. 5 ßll.
129 S, in 12" mit 9 vierst. Tousätzen. [ebd.
In neuem Abdruck in Viertel]". 5, 290
resp. 297 in P. — Im Ms. W 9G Nr. 1280:
40 Psabnen zu 4 Stirn. P. in B. B.
Gerber 2 hat übrigens ganz Eecht,
wenn er sagt, die Buchanan'sche Para-
phasiiimg ist schon vordem in Musik ge-
setzt worden, denn Joannes Servinus kom-
ponierte sie schon 1579 zu 4—8 Stirn.
Exempl. in B. M.
Ueber die Psalmen Buchanan's siehe
noch Viei-telj. Generalregister.
Ausgaben der Psalmen jnit den 4stim.
Tousätzen Olthofs.
1588. Herbonae, Corvinus. 12". 150
Psalmen zu 4 Stirn. Anhang 9 Tonsätze.
[B. ßr.
1590 ib. [B. Br. B. Zw. Hofb.Wien.
1595 ib. [ß. Zw. B. Hbg. ß. ß.
1597 ib. [B.Lpz. B. M.
IGOO ib. [B.B.
1602 ib. [Wernig.
1604 ib. [Brüssel. B. Br. B. B.
1G08 ib. [B. Br.
1610 ib. [Wernig. B. Lpz.
1613 ib. [B.Lpz.
1616 ib. [B.Lpz.
1619 ib. [B.Lpz. B. Br.
1619 ßremae, typis Villeriani, scholae
typrogr. ohne die Collectauea. [B. Br.
1624 Herbonae, Corvinus. [Karlsruhe.
Lüneburg. B. Br. B.Lpz. B.B.
1637 ib. [Bibl. Scheurleer im Haag.
1646 ib. [B.Lpz.
1656 ib. [B.B.
s. a. ib. [Kailsnüie.
01toliiia,Carr Andrea, ein Kom-
ponist aus dem Ende des 18. Jhs.,
ist bekannt durcb
Tre Quartetti per Fl. V. Va. e Vcl.
Hummel u Berlin. 4 Stb. fol. [B. B.]
— 6 Sonate a 2 V. e B. Amsterd. fol.
[br. Mus.
Olyvier, . . . Organist in Rotter-
dam, prüfte 1535 die Orgel in
Herzogenbuscb (Bouwst. 2, 212).
Olzi, Joscff'o, ein Sänger aus
Venedig, wurde 1700 vom Herzoge
Moritz an den Herzog von Zeitz
empfoblen (s. Staatsarchiv). Eine
zweite Nacbricht ebendaher lautet,
Herzog Wilhelm von Zeitz empfiehlt
ihn 1700 an den Kurfürsten von
Sachsen. Weiteres ist nicht be-
kannt.
Oiiate, Ximeuez de, Organist
um 1556, scheint im Dienste Karl Y.
gestanden zu haben, als er sich
ins Kloster zurückzog (Straeten 7,
378).
Oiidanck(ch), Jean (Jehan), Ka-
pellan und Organist um 1390 am
Hofe Philippe de Bourgogne (Strae-
ten 1, 52. 55 ein Dokument, p. 57
noch Mehreres).
Oudot, ...
Stauces chrestieuues de M L(abbe)
T(estu). Mises en musique ä deux, trois
et quatre parties, avec des symphonies.
Paris 1692 Ballard. 4". 160 S. [besafs
einst Leo Liepmaunssohn.
Ondrässek, Johann, ein Böhme,
war beim Kurfürsten von Mainz
Kapellmeister und starb 1742 da-
selbst (Dlabacz).
Ongaretto, siehe Piazza, G. B.
Ongeval, van, siehe Longheval.
Onofrio, Donno, 1514 Sänger
in der Capeila Julia am St. Peter
in Rom (Viertel]. 3, 258).
Onorati, Giacomo, war um 1793
Direktor und Komponist der Bal-
lete am Theater Fenice zu Venedig
(nach einem ital. Textbuche).
Onori (nicht Ouari), Don Ro-
niualdo, ein Kamaldulenser-Münch,
gab heraus:
Messa Salmi et Litanie concertate a
4 voci, con Bc. di . . . Op. 2. Ven. 1640
Bart. Magüi. 5 Stb. 4o. [Bologna.
II 1. lib. di Messe concertate a 5 et a
6 voci di . . Op. 4. Yen. 1642 AI. Vin-
Oos-en Bray.
238
Opitiis.
centi. 7 Stb. 4^. 2 Messen zu 5, 1 zu
6 Stiui. [Bologna.
Letanie tloUa Beatiss. V. M. k 4. 5. 6.
& 8 voci in Conceiio, con un Motetto
a 8. piano. Op. 7 di ... Yen. 1649
stampa del Gardauo. Stb. '? 4". [Bologna:
Tl. A2.
Ons-en Bray, Louis-Leon Paj ot,
Comte d', GeneraJdirektor der Post
in Frankreich, geb. 25. März 1678,
gest. 22. Febr. 1754 zu Bercy bei
Paris, folgte 1708 seinem Vater in
obigem Posten und
veriasste eine Schrift über einen Metro-
nom, die er der Akademie zu Paiis ein-
reichte ; sie wurde in deii Mem. de l'acad.
roy. des sciences an 1724 aufgenommen
und erschien auch im Eijizeldruck : Paris
s. a. 4", betitelt:
Description et iisage d'un metrometre
ou machine pour battre la mesure et le
temps de toutes sortes d'airs (Fetis).
Maelzel's Eiünduug was demnach nicht
die erste.
Onstwoiidc, Johann de, um
1378 Organist an St. Peter zu Ut-
recht (Tijdschrift 2, 209).
Oord, Antouy van, Organist
in Amsterdam, wurde am 23. März
1675 in der Zuiderkerk begraben
(Tijdschrift 2, 221).
Oostendorp, Johannes, Gallus,
ist als Informator musices am 18/12
1723 an der Universit. zu Leyden
eingeschrieben (Bouwst. 3, 5).
Opdant, Cornelis de, 1584
Säuger a/d. Hofkapelle Philipp U.
von Spanien, starb den 24. März
1606 (Straeten 8, 111. 168. 414).
Oper,
anonyme Opern besitzt jede grofse
Bibliothek in solcher Anzahl, dass selbst
eine kurze Anfühning einen Baum ein-
nehmen würde, der schliefehch seinen
Zweck nicht erfüllte, wenn damit nicht
ein thematisches \'erz. verbunden wäre.
Letzteres findet man z. B. im Schweriner
Kataloge von 0. Kade, soweit der dortige
Besitz es erfordert (S. 21).
Opcrnverxeichnisse findet man in
meiuem Buche: Quellen- und Hilfswerke
beim Studium der Musikgeschichte, Lpz.
1891 Breitk. & H. Das brauchbarste Nach-
schlagewerk ist immer noch das von Cle-
ment & Larouse. Rieraann's Opern-Hand-
buch leistet in mancher Hinsicht gute
Dienste, doch ist es zu lückenhaft.
Als Nachtrag zu meinem Buche:
Quellen- und Hilfswerke siehe im Kat.
Bologna 1, 50. 51. Kat. Brüssel fds.
Fetis Nr.4563 ff. Ferner
Opera. La paix de l'opera, ou paral-
lele impartial de la musique fraucoLse et
de la musique italienne. Amsterd. 1753.
8". Ein Auszug aus dem "Werke vom
Abbe Eaguenet: Parallele des italiens et
des frauQ. Paris 1702. [br. Mus. Brüs-
sel 3926. Musikfr. Wien.
Oper. Sammlung der komischen Ope-
retten, so ^vie sie in der churpfälzischen
deutschen Hofschauspielergesellschaft . . .
aufgefühi-t werden (Text und Musik).
Bd. 2. 3. Franckfurf a M. 1772. 8». [br.
Mus.
Die deutsche komische Oper, Singspiel
genannt, mit Musikbeisp. in M. f. M. 24,
37 ff.
The lyric muse revived in Europc or
a critical display of the opera in all its
revolutions. London 17G8 L. Davis & C.
Reymers. kl. 8". [Brüssel 3702.
Memoires pour scrvir ä l'histoire des
spectacles de la foire , par uu acteur
foraiu. Paris 1743 Briasson. 2 Bde. 12».
[Brüssel 3879.
Opganghe, Johann de, um
1375 Organist am St. Peter in Ut-
recht (Tijdschrift 2, 209).
Opisanie,
Beschreibung des von J. G. Strasser
erfundenen mechanichen Orchesters. St.
Petersburg 1801. [B. M.
Opitiis (Opiciis), Bcnedictus de
(Benet de). Ein ßcnei de Opicijs
wird am 1. März 1516 an der
englischen Hofkapelle als Organist
angestellt und erhält monatl. 33 s.
4 d. Gehalt. 1518 ist er unter
Beopitijs angezeigt (Nagel 1, 13. 14).
Er scheint derselbe zu sein, von dem
sich in der Stadtb. Hamburg ein Dmck
befindet, der 1515 zu Ehren Kaiser Maxi-
milau I. hergestellt wurde, als derselbe
Antwerpen besuchte. Er besteht aus Ab-
bildungen, Text und 2 mehrstimmigen Ge-
säugen: 1. Sub tuum praesidium. 2. Summe
laiidis Maria (2 Hynmen zu 4 Stirn. ^.
Antwerpiae 1515. 1 131. in fol. [auch im
br. Mus.] — Davey 96 bezeichnet ein Ms.
mit „Royal Mss. 11 e 11'' (soll heilsen:
Opitus, Georgius.
239
Ordonez, Carlo d'.
british Museum, Ms. 12, sign. Royal Mss.
11 E. XI.) datiert 1516, in dem sich eine
Motette von Benedictus de Opiciis be-
findet. — In der ß. Zw. Ms. 42, def. Stb.,
ist ein Georgius Opitus mit der Motette:
Dum complerentur dies 7 voc. vertreten.
Opitus, Georgius, siehe Bene-
dictus de Opitiis aui Ende des
Artikels.
Oppermaim, ... 1735 Violon-
cellist an der Hofkapelle in Wol-
fenbüttel mit 300 Tblr. Gehalt
(Chiysauder 1, 285).
Oppermami, Frieclricli, geb.
1648 zu Bodenl)urg (Wolfenbüttel),
war Kantor an der Schule zu |
Helmstädt, dann zu Ehode, darauf i
Pastor an der Andreaskirche in :
Hildesheim, starb den 22. März i
1688 daselbst (Mattheson 1, 242). \
Oppigiiaiii, 0. . ., bekannt durch
die Arie:
Cosi si tratto, oh Dio, in einer hds.
Sanilg. in (iu4'^ aus dem 18. Jh. [br.
Mus. Ms. 64.
Opsopaeus, siehe Obsopaeus.
Opus aureum musice . . 1501
siehe Wolliek.
Opuscules sacres et lyrique ou
cautiques . . . avec airs ... St. Sulpice.
Paris 1772 Crapart. [besafs einst Leo
Liepmannssohn. Siehe Doncourt.
Oquet, Antonio, um 1633 und
1636 Kapellan und Sänger an der
Hofkapelie in Madrid (Straeten 8,
423. 427).
Oraü (Oraffi), Pietro Marcel-
lino, ein Dichter und Komponist,
bezeichnet sich als Abbate Olive-
tano und gab heraus:
Concerti da chiesa a 1. 2. 3. 4. e 5.
voci di . . . Op. 1. . . Yen. 1040 B. Magui.
5 Stb. 40. 20 Gesg. mit lat. Text, 1
lustrumental-Canzone a 4. [B. Br.
La Cautica. Poesie e masiche del
Sig. Abbate Orafi a 2, .8, 4, e 5 voc. per
Congregatioui . . . Ferdinand HL, (Kaiser
von Deutschland gewidmet). Yen. 1052
Franc. Magni. 5 Stb. 4". 17 Gesge. über
das Hohe Lied in italien. Uebersetzg.
[B. Br: Cl. 2. T. B. Bc. [br.Mus: T.
Oratorien , anonym , besitzen
die grofsen öffentlichen Bibüo-
thekeu fast ebenso reichlich wie
Opern und was ich dort gesagt
habe gilt zum Teil auch für diesen
Artikel.
Orazio, siehe Horatio.
Orazio (leU'Arpa, s. MicLi.
Orazio, detto Orazietto dell''
Arpa, lebte im 17. Jh. zu Rom.
Pietro della Valle im 2. Bde. der
Werke G. B. Doni p. 254 in der
Della musica deH'etä nostra er-
wähnt ihn als einen ausgezeich-
neten Künstler u. Harfen virtuosen.
Ob er derselbe ist, der im Ar-
tikel Michi sich befindet u. Orazio
deirArpa genannt wurde, bedarf
noch der Untersuchung.
Unter obigem Namen besitzt das Archiv
in Kremsmünster, „La serva padrona", 2
Intermezzi in P. im Ms.
Orazio, della Viola, lebte am
Hofe des Herzogs von Parma
(Canal 42).
Orcliis, Griovanni Battista de.
Im Ms. 284, br. Mus., 5 geistl. Chor-
gesänge. Die letzten sind Respousonen
und mit 1783 gez. — Ms. 285: 2 Ora-
torien im Autogr. P.
Ordonez, Alonso, 1633 und
1636 in den Listen der Kapellane
und Sänger der Hofkapelle in Ma-
drid verz. (Straeten 8, 423. 427).
Ordonez (Ordounetz, Ordiuez),
Carlo d', ein geborener Spanier, der
nach Oesterreich ging und gegen
1760 in Wien die Stelle eines
Kegisti-anten am Landgerichte er-
hielt. Er war ein guter Violinist
und komponierte auch. In den
Akademien (Konzerten) der Ton-
künstler Societät zu Wien wurden
öfters Kantaten und Sinfonien von
ihm aufgeführt. Hanslick 113 sagt
sogar, dass er 1766 in die KsJ.
Hofkapelle aufgenommen wurde,
doch Köcliel verz. ihn nicht. 1779
kam in Wien das Singspiel zur
Aufführung „Diefsmal hat der
Ordounez, Pietro.
240
Orgas.
Mann den Willen" (Forkel 3, 108.
Gerber 1). Von seinen Kompo-
sitionen sind nachweisbar:
Obiges Singspiel in Ms. 15632 und
16148 in Sib. u. P. [Eofb. Wien.
5 Sinfonien im Ms. Stb. für Streich-
quart. 2 Ob. 2 Horu. Tronip. u. Pauken.
[Brüssel Cons.
3 Sinfonien f. Orch. in Stb. [Musikfr.
Wien.
12 Quartette op. 1 u. 2 für Streich-
instr. [ebd.
2 Sonaten f. V. u. B. — 4 Diverti-
menti ä 3. — 12 Menuetti per 2 V. e B.
anno 1770—1790 in Stb. [Musikfr. Wien.
VI Trii per 2 V. e B. Ms. Kopie,
qufol. [B. Wagener.
8 Divertimenti a quattro da Camera
(für 4 Streichinstr.) Mss. Stb. [Berlin K. II.
Ordoiiiiez (Ordognez), Pietro,
ein Spanier, der sich mit „Palen-
tinensis Dioces." bez., also aus
Palencia ist. Nach Straetcn starb
er 1550. Er war Sänger am St.
Peter in Rom und kam am 29.
April 1539 an die sixtinischo Ka-
pelle (Viertel]. 3, 267 und Reg.
zu Haberl's Bausteine). Straetcn
6, 414 teilt noch mit, dass er 1546
den Papst auf das Tri enter Coucil
begleitete. S. 279 giebt er obiges
Todesdatum.
Ore, B% siehe Dore.
Orefici, Antonio, ein Opern-
komponist aus dem Anfange des
18. Jhs. Dem unten verz. Werke
nach scheint es fast, als wenn er
1709 gestorben wäre, doch wird
er von Florimo bis zum Jahre
1733 mit Opernaufführungen an-
geführt, siehe mehr am Schluss
des Artikels.
Die Hofb. in Wien besitzt im Ms.
180r)7 eine Oper: L'Engelberta, in 3 atti
1709. Der 1. Akt und vom 2. bis Scene
11 von Orefici. Scene 12 bis zum Ende
von Francesco Mancini komponiert. Dies
Abbrechen in der Mitte des 2. AMes
muss eine besondere Ursache gehabt
haben. An Operutextbücher führt Poiußn
an: II gemino amore, Napoli, Theater
Fiorentini 1718. Chi la dura la veuce,
Ib. 1721. Lo Simraele, Napoli, Theater
nuovo 1724. Florimo im 4. Bde: Mau-
nzio, Napoli, Teat. Nicolö Minati 1708.
Patro Calieuno de la Costa, 1709. La
Camilla 1710. La Vecchia trammera,
1732. La EosiUa, 1733 (beide letzteren
Opern gemeinsam mit Leonardo Leo kom-
poniert). — Im Cons. Mailand (Noseda):
Ana, I5ella tiranna, quest'alma mia, per
So[)r. col. B. acc.
Orclli, Diego, siehe Iloller,
Aegidius.
Orey, Robert (P, nur bekannt
durch
eine 4st. Chan.son im Samlwk. 1575 b
(Eitncr 1 unter D'Orey).
Orfeo, Luca, aus Fano, 1594
päpstlicher Sänger (Haberl Jahrb.
1891, 85).
Orfeo, Sebastiano, Priester,
um 1708 Tenorist an S. Marco mit
100 Duk. Gehalt (Caffi 2, 44).
Orfino, Vittorio, war 1589 im
Dienste des Herzogs von Perrara u.
ging 1598 als Sänger an die Hof-
kapclle in Mantua (Canal 97. Nach
Bertolotti 74 wäre er 1598 in Man-
tua gewesen u. von dort nach Fer-
rara gekommen, was jedenfalls falsch
ist. Siehe den folgenden Druck):
Musica nuova Lamentationi a 5 yoci,
di . . . Lib. 1. Ferrara 1589 Vinc. Gal-
dura. Dedic. in Ferrara gez. 5 Stb. 4".
[Bologna: C. A. Abdr. der Dedic. im
Kat. 2, 282.
Organo, Perino, ein Laufenist,
geb. zu Florenz um 1471. Die
einzige Nachricht über ihn hat
sich durch seinen Leichenstein er-
halten, der zu Rom in der Kirche
Aracoeli sich befindet und dessen
Inschrift Fotis mitteilt. Demnach
starb er um 1500, 29 Jahr alt.
Organoedus
italico - germanicus germanico - italicus
exhibens 8 Sonatas a variis . . . Mouach.
a]). Mariam Agatham Fleizin prope aulam
veterem, Augustae vero apud haeredes
Jacobi Lotteri. fol. 33 BU. Kui)fertaf.
ohne Komponisten-Namen. (Nr. 2 ist von
Ad. Hasse.) [B. M.
Orgas, Annibalc. Nach Andr.
Steinhuber's Gesch. des Collegium
Orgas.
241
Orriani.
germanicum zu Rom, war er zu
Rom geboren, wurde daselbst er-
zogen und diente als Knabeusänger,
kam darauf ins römische Seminar,
wo er die Priesterweihe erhielt;
von IGIO — 1616 bekleidete er an
obigeui Collegium die Kapell-
nieisterstelle, da er sich aber noch
1619 mit dem Titel bez., so ist
das Jahr 1616 nicht als mafs-
gebend anzunehmen; ferner sagt
Steinhuber, dass er nach einigen
Jahren in der Ksl. Hofkapelle
diente, bez. aber die Zeit nicht
(Bd. 1, 119). Im Jahre 1619 gab
er sein erstes Werk heraus, betitelt;
Sacrarum cantioniini, quaternis, quinis,
6, 8 voc. cum B. ad org., et musica iu-
struraenta Hb. 1. Romae 1619 L. A. Sol-
dus. 9 Stb. in 4». 22 Nrn. [Cap. Jiü.
9 Stb. Rom Cecilia. br. Mus.
Im Jahre 1629 trifft man in Krakau
an der Kathedrale einen Sangmeister unter
gleichem Namen, der den Chor der Roran-
tisten leitete. Ferner wird berichtet, dass
er eine Ode auf die Vertreibung der Türken
komponierte ,,Inter declamationem Epi-
tapliium qua laudabantur ii qui cecidere
in bello contra Turcam decantata''. In
den Chorbücheru des Doms in Ki-akau
sollen sich auch Kompositionen von ihm
befinden (Haberl, Jahrbuch 1890, 8ü (Sur-
zinski). Es ist kaum daran zu zweifeln,
dass wir hier denselben Komponisten vor
uns haben, der 1619 noch in Rom lebte.
Orgel.
Orgeltabulaturbuch um 1643 mit 118
Tonsätzen, ß. Joachünsth. Kat. 23.
In B. M. Kat. Nr. 255 — 260 Orgel-
tabulatur und 11 Bde. aus späterer Zeit
mit Orgelpieceu.
In B. B. Ms. Z26, Kleber, 117 Nrn.
— Z 34 Christoph Löffelholtz von Kol-
berg, 19 Nrn. — Z 89 von 1598, 133 Nrn.
— Z 76 enth. Tänze in Orgeltab. — Z 35
gez. Joh. Valentin Eckdt 1692 entb. Orgel-
stücke in Tabulatnr, darin ist Froherger
und Pachelbcl zahlreich vertreten, 54 Nrn.
Ms. 191 mit 79 Orgelpieceu auf 2 bis
4 Notensvstemen.
Im R. C. of Mus. Ms. 1968 alleriei Orgel-
pieceu, genannt sind nur Blow, Bull, Byrd
u. Mayuard, alle übrigen anonym.
In B. Dresd. Ms. B212 eine Orgeltab,
des 18. Jhs. von 42 Bll.
Eob. Eitner's Quellen-LexLkon. Bd. 7.
In B. Lpz. Mss. Orgelsätze von Deut-
schen, 1620. — Orgels. in Wien 1650
geschrieben. Ein 3. Bd. Deutsche Tabulat,
f. Orgel 1650, enth. Frohcryer, Fresco-
baldi^ Kerl u. a.
In Regensbuig, Bibl. des Füi-sten von
Thuru u. Taxis 4 Orgeltab. - Bücher des
16.— 17. Jhs. mit arrangierten Tonsätzen
berühmter Meister.
In B. Basel, siehe den Katalog, Tabu-
laturen im Reg., zahlreich vertreten.
Orgeltabulaturen von Choralvorspielen
aus dem 17. Jh. in B. Lüneburg (Jung-
hans 30 ff.).
Orgeldispositioneu. Ms. 194. [Dresd.
Orgelstücke, Sammelband, Ms. 3273 in
B. Hbg. um 1700 geschrieben. 16 Bll.
Orgeltabulatur. Ms. 31781 qu4" der
Anna Margar. Stromerin 1699, 9. Nov.
51 BU.; [B. N.] enth. allerlei Lieder und
Tänze, Oump[eltxhaim€r] bei Nr. 27 ge-
nannt, eine Sarabande. Bl. 31 Forts, vom
Jahre 1721, Frau Anna Margar. Bassin,
Clavierpiecen, geistl. Lieder u. Praeambel.
Tabulatur. Ms. 14976 qu40. 38 S.
1613 mit Joh. Wolff Gerhard zu Nürn-
berg gez. [B. N.], enthält Lieder u. Tänze.
Nr. 18 Intrada von II. Leo Hassler ^
S. 21, reicht bis 1686.
lutavolatura d'organo facilissima, ac-
commodati in Versetti sopra li 8 tuoni
ecclesiastici . . . Ven. 1598 Giac Vin-
centi. 4 voll. [Bologna.
Sammlung einiger Nachrichten von be-
rühmten Orgel -Werckeu in Teiitschland.
Breslau 1757 Meyer. 4». [B. B. Dresd.
Kann man die Orgel . . . sclilagen
lernen . . . Siehe Prixner, Sebastian
(anonym).
Beschreibimg des Orgelbaues . . Offen-
bach 1792 mit D. L. E. gez., besals einst
Kirchhoff & Wigand.
Orgiaiii, Don Teoftlo, aus Ve-
nedig, in der 2ten Hälfte des
17. Jhs. Kapellmeister zu Udine,
ein Opernkomponist, dessen Opern
zu Venedig, Vicenza und anderen
Städten in den Jahren 1686 bis
1711 zur Aufführung gelangten.
Er starb gegen 1714 zu Udine
(Gerber 1. Fetis. Galvani).
Von seinen Opern scheinen sich nur
die Namen derselben und ein Textbuch
erhalten zu haben. Das letztere ist die
Oi)er II Dioclete, 1687 in Venedig auf-
gefülirt (in Privathand), sonst werden an-
geführt 1. II vizio depresso 1686. 2. Le
16
Orgitano, Paolo.
242
Orio.
gare deiringanno 1689. 3. 11 Tiranno
deluso 1091. 4. L'onor al Cimento 1703.
5. Armida regina 1711 (siehe Fotis und
Clcmeut).
Orgitano, Paolo, geb. zu Ne-
apel gegen 1745, Schüler des Coii-
servatorio della pieta de'Tiirchini.
1771 soll er als Cembalist am Kgl.
Theater zu London engagiert ge-
wesen sein, später kehrte er nach
Neapel zurück und starb gegen
Ende des 18. Jhs. Burney lernte
ihn 1770 in Neapel kennen (1^
241. Fotis).
Vou seinen Kompositionen ist eine
Catitata a 3 voci per S. Carlo 1773,
Ms. P. [Neapel Turcli.] bekannt. — Sonates
de clavecin av. V. [C. P.] — Sinfonia
in D. per arclii, oltoe e corni, in Ms. St.b.
[Mailand Cons.
Orgitano, Raffjiclc, Sohn dos
Paolo, geb. gegen 1780 zu Neapel,
gest. um 1812 zu Paris. Schüler
von Sala. Er wurde als Komponist
komischer Opern bekannt, kam
1811 nach Paris und schrieb für
die Oper Pacr's „Pirro" einige
Scenen.
Nachweisbai' ist eine Arie aus der
Oper „L'informo ad arte*': Da un'empia
tradito. per T. con orck. Ms. P. 32 BD.
[Bologna.
1 Duette buffo, 1 Arie f. Soi)r., 3 Cava-
tinen und 1 Cavitina e Duettino mit
Orchester, sämtlich aus obiger Oper. Ms.
P. [Mailand Cons.
Orgitano, Vincenzo.
In der Hofb. zu Wien, Ms. 16658 eine
Missa pro defunctis a piü voci con 2 V.
Va. e B. Part. Lebenszeit 18. Jh. Vil-
larosa erwähnt ihn zwar in seinen Me-
moria di iSTapoli, w'eifs aber über sein
Leben nichts zu sagen, nur dass er ein
Stabat mater zu 2 — 4 Stim. mit V. u. Bc.
und mehrere Ouvertüren für V. Clav. u.
B. obl. schrieb. — Das Cons. zu Mailand
besitzt von ihm: Te Deum in D. a 4 voci
con V. Ob. Conii. Va. e B. im Autogr.
von 1788. — Litania pastoraJe in Bd. a
4 V. c. V. Ob. Clarinetti, Fag. e B. Autogr.
von 1791. — 7 geistliclie Gesge. für 1 u.
2 Sopr. mit Instr. in Stb. inkompl. —
9 Sonaten f. Cembalo u. V. obl., drei
davon im Autogr. mit 19. Aug. 1794 gez.
— Intavolature ossia Regolamento per ben
portare la mano al suono del cembalo
(17Ö7). Alle im Ms.
Orgosinus, Hcinricli, nennt
sich Marchiacus, Fetis sagt aus
der Mark Brandenburg gebürtig.
Man kennt von ihm nur eine
kleine Abhandlung lateinisch und
deutsch, betitelt:
Musica nova, <]ua tam facilis ostenditur
canendi scientia . . . Newe vud zuvor nie
erfundene Singekuust, dadurch Manns-
vnd Frawcupersonen alle Gesänge leicht-
lich singen lernen können . . . Leipzig.
Am Ende : Gedruckt zu L. bey M. Lantzon-
berger. In verleg. H. Groffon, 1603. kl. 8".
.5 Bogen. [B. B. B. Br. B. Wagener.
Kopenhagen. Wolfenb.
Das Einzige, was die Abhandlung neues
bietet, ist die Solmisationssilbe „si" für
den 7. Ton der Tonleiter (siehe M. f. M.
4, 40).
Oridryus, Joannes, Kantor zu
Düsseldorf, ist nur bekannt durch
folgende Abhandlung, deren Inhalt
Fotis genauer angiebt:
Practicae musicae utriusqnc praeco{)ta
brevia, corumque exercitia valdc commoda,
ex optimorum musicorum libris ea dun-
taxat (juae hodie in usu sunt, studiuse
collücta. Duisseldorpii 1557 Bathonius,
8". 80 Bll. [Brüssel, br. Mus.
Originc et progression de la
musi(|ue, suivies du parallele de LuUy et
de Rameau, et du Catalogue de tous les
operas rei)reseutees dupuis l'annce 1671
qu'a paru le i)reuiier, jusiju'ä present; . . .
Paris 1769 Quillau. 40. [Brüssel 3186.
B. Lpz.
Origine del Veneto filarmonico istituto.
Venet. 1817 Molinari. 40. 12 6. [B. B.
Origny , Antoine - Jean - Bap-
tiste-Abraliam d', geb. um 1734
zu Rheims, gest. im Okt. 1798.
Beamter am Finanzministerium zu
Paris. Wohin er sich beim Aus-
bruch der Revolution wandte, ist
unbekannt. Er schrieb
Annales du thoutre italieu, depuis son
origine jusqu'a ce jour, par M. d'Origny.
Paris 1788 Vvo Ducliesue. 3 voU. 8"
mit Portr. [Brüssel 3858 (Fotis).
Orio, Nicola, Violinist auf einer
Geige seiner eigenen Erfindung
mit () Saiten bezogen; 1689 an
Orisicchio.
243
Orland[i], Ferdinando.
der herzogl. Kapelle in Venedig
cangestellt (Caffi 2, 57). Kommt
1691 nach Berlin mit 400 Thlr.
an die Hofkapelle (Schneider 49),
wird aber später nicht wieder ge-
nannt.
Orisicchio, siehe Aurisiccliio.
Oristagiio, Giulio, aus Sicilien,
Futis sagt aus Trapani in Sicilien,
um 1543 geb. (nach der Biografia
von G. M. di Ferro). Er studierte
Musik in Palermo und wurde Or-
ganist an der Hofkapelle zu Pa-
lermo (Fetis nach Mongitore's Bibl.
Bd. 1, 415). Derselbe verz. von
1602 Responsoria und ein Samlwk.
„Infidi lumi", die beide nicht be-
kannt sind, dagegen ist nach-
weisbar:
... U 1. lib. de Madrigali a 5 voci.
Nouam. comp. Ven. 1588 Gardano. 5 Stb.,
doch fehlen zum letzten Echo 2 tiefe
Stimmen, 4». 24 Madr. [B. D. br. Mns.,
siehe M. f. M. 2, 88. Ein Amt verz. das
Titelbl. nicht.
Orlaiid Parigi^ 1591 als Instru-
mentist und Musicus an der Hof-
kapelle in München angestellt,
empfängt 50 Gld. Darauf ver-
schwindet er aus den Listen und
ist erst wieder am 1/7 1602 mit
einem Gehalt von 220 Gld. verz.,
die 1608 auf 238 Gld. erhöht
werden (Kreisarchiv).
Orlaiitle, . . .
J. B. Ballard in Paris zeigt 1744 drei
Messen zu 4 Stim., 3 Messen zu 5 Stirn,
und 4 Messen zu 6 Stim. an.
Orlandi, Camillo, ein Veroneser,
1616 als Musiker am erzbischöf-
lichen Hofe zu Salzburg angestellt
(Titel). Man kennt von ihm:
Arie, a tre due et voce sola di . . .
Op. 2. Ven. 1616 G. Vincenti. 1 vol.
53 S. 28 Gesge. zu 1, 2 u. 3 Stim.
[Oxford Ch. Ch.
Die Hofb. Wien, Ms. 17754, besitzt in
1 Bde. in qufol. 47 Arien nebst einigen
Duetten (vel clavichordo, vel iustrum.),
die nur mit Orlando gez. sind, aber aus
dem 17. Jh. stammen. Der Katalog schreibt
sie Sante ürlandi zu, von dem man aber
nur mehi-stimmige Madrigale tennt, daher
ich glaube, dass man sie eher obigem
CamilJo zuschreiben kann. Im gedruckten
Kataloge siehe das Register.
Orlandi, Cosimo, Priester, um
1708 Tenorist' an S. Marco in Ve-
nedig mit 100 Duk. Gehalt (Caffi
2, 45).
Orland[i], Ferdinando, geb.
um 1777 zu Parma, gest. gegen
1840 wahrscheinlich in Parma,
siehe unten. Schüler von Rugarli,
Ghiretti und Paer, ging 1793 ins
Conservatorio Turchini zu Neapel
und trat darauf als Opernkomponist
auf. 1799 befand er sich in
Diensten des Herzogs von Parma.
1806 wurde er Lehrer der Pagen
des Vice -Königs zu Mailand und
1807 Lehrer am Conservatorium
zu Mailand. 1821 wird er als
Gesanglehrer nach München be-
rufen, geht 1823 nach Stuttgart
an den Hof als Siugmeister des
Kronprinzen, wie er sich auf einem
Autograph in der Hofb. Wien bez.
und die Lpz. Ztg. Bd. 25 S. 28
anzeigt, nimmt 1828 seinen Ab-
schied und kehrt in sein Vater-
land zurück, wahrscheinlich nach
Parma, wo er auch gestorben sein
wird und nicht in München, wie
Fetis und Florimo 3, 86 sagen.
(Biogr. in Gervasoni's Carteggio
musicale 1804, S. 56. Lpz. Ztg.
23, 588 nebst Verz. seiner Werke
bis 1821. Bd. 30, 585 u. a. Orten).
Von seinen Kompositionen sind
nachweisbar:
Laudate pueri a 5 v. c. piü ström.
Inno per S. Antonio di Padova.
Dixit in re.
Messa in re, Mss. in P. in Neapel.
La Dama soldato, Opera semiseria in
2 atti. Milano 1S08. Napoli 1812. [Ne-
apel im Ms. P. In Hofb. Wien Ms. 18336
ein Marsch 4ms.
Leon feroce, Aria con Viol. — Concorso
al posto di maestrino 1797 u. 1798. [Neapel.
Im Couservat. zu Mailand befinden
16*
Orland[i], Ferdinande.
244
Orlandini, Gius. Maria.
sich Messa in Diu. a 4 voci per 2 Sopr.
T. e B. con orch., auch im Kl.-A. Mss. —
3 Duette aus den Opern L'Avaro und
II Podestü di Chioggia, P. u. Stb. — 1
Scene und Arie mit Chor aus L'Avaro. —
4 Arien und Cavatiuen aus Opern und
2 Sinfonien zu Opern. Mss. F.
In Bibl. Dresden Kgl. Musikalien-Samlg:
Cavatina ncU'opera Fedra. Kl.-Ausz. Mi-
lane, Ricordi. qiifol.
Cavatina, Duottiuo e Terzettino noil'
opera Kodrigo di Valeuza. Kl.-A. [Ibid.
Scena e Duetto (ebendaher). Kl.-A.
[Ibid.
Scena e Duetto „AI pensar che in tua
difesa (ebendaher). Kl.-A. [Ib.
Im Archiv der Oper in München:
La Dama soldato. Ms. P. u. Stb.
Fedra, opera, 1814 in Italien aufgef.
Ms. P.
Staatsbibl. in München: Cantata, Piü
dell usato. Eugene Napoleon dedic. Ms.
P. — Duetto : Chetta, chetta chi m'asconde.
K1.-A. Ms.
In Kgl. Bibl. Berlin^ Äutogr. Grasn.
Sperai cbe tosse tjuesto, 4 voc. c. Pfte.
In Berlin K. II. 2 Duette u. 2 Terzette
aus Opern in P. Ms.
K. lief bibl. in Wien: Marsch zu 4
Händen. Autogr. Ms. 18336.
lu Musikfreunde Wien: Arien aus
Opern im Kl.-A. — Vocalizzo per tre voci
di Soprane, Mainz, Schott.
Im Licco nuisicale zu Bologna:
Duetto „Perche ha detto, padron mio'',
a 2 Bassi c. orch. nell'opera „11 matri-
monio per coucorso". Ms. P.
Duetto: Soffrire, no, non vogiio, per
Sopr. Ten. con orch. nella Dama soldato.
Ms. P.
Im Conservatorium zu Brüssel: II
podesta di chioggia, opera in 2 atti. (Mi-
lane 1801. Wien 1805.) Ms. P.
Im Archiv der Cappella Antouiaua zu
Padua: Notturno „Or che le amiche
tenebre" a 3 v. c. acc. di piccol' orchestra.
Milano, presso Ferd. Artaria,
In Ms. 2627 B.Brüssel, Samlg. von
Terzetti.
Florimo 3, 86 giebt ein Verz. von
25 Opern von 1801—1814 ohne nähere
Angaben.
Orlaudi, Pcllegriiio Antonio,
aus Bologna, ein Karmeliter des
Ordens zu Mantua, Dr. der Theo-
logie und Akademiker Clementino,
gab heraus:
Notizie degli scrittori bolognesi e deU'
opere loro stampate e manoscritte, rac-
colte da Fr. . . Bologna 1714 Cost. Pisai-ri.
40. 356 S. [Bologna.
Orlandi, Santi, s. Santi Orlandi.
Oiiantü, Vincenzo Maria, auch
nur mit Vincenzo Orlandi gez. Die
einzige Nachricht über ihn giebt
Laborde und zwar bez. er ihn als
einen Bologneser, der am Ende
des 17. Jhs. lebte. Als Bologneser
bez. ihn auch das Ms. A273 in
Dresd. Mus. Laborde erwähnt auch
das Oratorium Tomaso moro. Zwei
Werke sind mir bekannt geworden :
Bersabea, Oratorio 1. parte. Ms. A273
P. in Dresd. Mus. und obiges „ Tomaso
Moro, tragcdia ad uso d'oratorio per mu-
sica, dedicata alhi S. M. Lodovico XIV."
(Louis XIV. von Frankreich) 1698. Ms.
P. [Paris Nat.
Orlandini (Orlandino), Antonio,
bekannt durch:
Madrigal i di . . . a 5 voci üb. 1. Nouain.
comp. . . Ven. 1598 G. Vincenti, 5 Stb.
40. 25 Madr. [B. D.
Ein Amt ist nicht angegeben.
In alten Samhvk. 3 (Jesge. (Eitner 1),
dazu kommen noch nacli Vogel in Vin-
centi's Giardino de musici 1591 : Taci
prend' in man l'arco 5 voc. — Ebenso
in Phalese's Paradiso 1596. — In ßcrnh.
Schmid's Tabulaturbuch von 1607 ein ar-
rangierter Satz.
Orlandini, Oiuseppc Maria,
(fälschlich in Katalogen Giovanni
für Giuseppe gen.) ist auch öfter
nur mit Giuseppe Orlandini gez.
Er war aus Bologna gebürtig, nach
andern aus Florenz. Schüler des
Domenico Scorpioni, bildete sich
zum Opernkomponisten aus und
beherrschte im Anfange des 18.
Jhs. alle Bühnen. Eine Zeitlang
war er Kapellmeister des Herzogs
von Toscana, wie Mss. der Bibl.
Bologna bekunden, und Mitglied
der Bologneser Philharmonie. Seine
Opern fallen in die Jahre 1710
bis 1745 (Fctis). Nachweisbar sind:
L'Autigona, opera Ms. 489 P. im br.
Mus.
L'Arsace, Dramma per musica in 3
atti. Ms. 17 950. P. [Hofb. Wien, ohne
Autor. In B. B. Ms. 16371 eine Part.
Orlandini, Gius. Maria.
245
Orloff.
mit deutschem Texte von Mattheson, Mu-
sü teils von Amadei. 1722 in Hambg.
aufgefüliii. Ein Vergleicli der beiden
Part, kann erst feststellen ob die Musüc
ein und dieselbe ist.
Bacocco e Serpilla, tre Intermezzi ä
voce sola c. istrom. Ms. 17 740. P.
[Hofb. Wien.
Bereuice, op. in 3 atti (Bened. Pas-
qualino). Ms. 2235 P. fälschl. Giov. statt
Gius. gedrackt im Kat. Brüssel Cons.
II Giocatore , Intermezzo. Ms. P. G2
und Stb. [Rostock. Vergleiche im Kat.
Brüssel Cons. Ms. 2372/73.
Massimiano, op. in 3 atti (Zeno e
Pariati). Ms. 2236 P. [Briissel Cons., im
Kat. Giov. statt Gius. gedmckt.
Nero, Oper in 3 Akten mit deutschem
Texte, 1723 in Hambg. aufgeführt. Ms.
16370 P. [B.B.
Lo Nozze di Perseo ed Andromeda,
Azione drammatica in 2 atti (Damiano
Marchi) Ms. P. Kreuze 1738. [Musikfr.
Wien. Ms. 17953 P. Hofb. Wien.
SerpUa patocco , Oratorio. Ms. P.
[Brüssel Cons., verz. in dem fehlerhaften
ersten Kataloge von Lamperen.
Kantaten^ Arien u. a. nach den Biblio-
theken xusmnmengcstellt :
Ms. 176 in B. B. Tu che scorgi. Can-
tata per il Sopr. e Bc. P.
Dresden Mus. Ms. 922. Arie: Or che
al ciel giozasta per A. c. 2 ström, e Bc.
fol. 1. Dieser schliefsen .sich noch 11 Arien
an bis fol. 37. — Ms. 551: 1 Duetto ä
2 Sopr. c. Tiorba, Violone, Contrabasso
e Cembalo und 14 Arien ä Sopr. col B.
qufol. 6 Arien für Alt u. B. Nr. 19 mit
Vcl. u. Tiorba. — Ms. 95 Arien, Duette
u. Terzette.
In B. Ms. 13 Arien aus einer Oper die
1721 im Theater S. Giov. Grisostomo ge-
geben wurde. Die Oper selbst ist nicht
verzeichnet.
In Sondershausen, 13 Arien mit Be-
gleitg. im Ms. P.
In Schwerin F: Cantata „Se sola mia
morte ä 5. B. solo c. ström. Ms. P.
In Hofb. Wien, Ms. 17 577 drei Can-
tate a voce sola con Violini. — Ms.
17 754 i.st unter Santi Orlandi, 47 Arien
verzeichnet.
In Musikfr. Wien: Cantata, Quando di
tue pupille per il Alto e Bc. — 1 Aria:
Amico quel volto. Mss.
In Bologna, Liceo musicale:
In einem Samlwk. im Ms. (Kat. 3,
198) 1 Cantate Bl. 11. Kat. 3, 285
Samlwk. Arie Bl. 201, 2 Arie. Die Bo-
logner gedruckten Kataloge haben den
grofsen Fehler, dass sie bei Mss. keine
Signatur verz. So findet man z. B. erst
auf S. 247 ausnahmsweise die Signatur
der beiden obigen Mss., doch muss man
raten zu welchem Ms. sie gehören, so ist
das erste Ms. wahrscheinlich sign. DD 49
und das 2. mit DD 57.
Im british Museum Ms, 358 eine Can-
tata per Sopr. c. Bc.
In einem Sammelwerke von Giuseppe
Rigacci: Raccolta di varie Canzoni sopra
diversi leggiadri soggetti. A sua Eccel-
lenza Mylady Walpole. Firenze 1739
Franc. Moücke. 12°. 128 S. die Gesänge:
Grazie agl'inganni und Donne se avete
in sen pietate sind von 0., p. 9 u. 101 für
1 Stim. u. Bc. [br. Mus. Bologna.
Canzoni in Sassi's La ricreazione 1730.
An Instrumentalwerken: in ß. B., Ms.
137 p. 128: Sinfonia per Clavicemb. —
In B. Wagener ohne Vornamen, dalier
sehr fraglich wem sie angehören: 22 So-
nate a 3 (2. V, B.) Ms. in qufol.
Orlando, 1 6. Jh. s. Lasso, Orl. di.
Orloff, Graf Grrcgor Wladimir,
geb. um 1777 zu Petersburg, gest.
4. Juli 1826 ebd. (nach Becker 3
den 3. Juli). Nachdem er Italien
und Paris besucht hatte, erhielt
er in Russland eine Seuatorstelle
und beschäftigte sich mit Musik,
doch sagt man ihm nach, dass
sein Essai von Araaury-Duval sei
und er ihn nur herausgegeben
habe. Fotis sagt, es fehlen dazu
alle Beweise.
Essai sur l'histoire de la musique en
Italie, depuis le teraps les pliis anciens
jusqu'ä nos Jour, par M. le Comte Gre-
goire Orioff. Paris 1822 Dufart. 2 voll.
8« mit Portr. 304 S. [B. B. B. Dre.sd.
Hannov. B. Lpz. B. M. Brüssel. Flo-
renz. Musikfr. Wien. Briissel Cons.
Glasgow, br. Mus. Malld. Cons. Amst.
— Entwurf einer Geschichte der ita-
lienischen Musik , übersetzt von Ad.
Wagner. Lpz. 1824 Peters. 1 vol. 8».
[B. B. Hannov. B. Lpz. Brüssel. Mu-
sikfr. Wien. Glasgow. Amst.
— Saggio sopra la storia della musica
in Italia . . . traduz. di Ben. Coronati.
Roma 1823/24. 5 voll, in 12». [B. B.
Bologna.
Fetis kannte ihn und teilt noch Einiges
über ihn mit, unter anderem auch über
seine Unkenntnis der alten Meister.
Orme.
246
Orologio, Aloss. I. u. ü.
Orme, Robert.
In der StadtbiW. ITamburg befindet
sich zwischen Drucken eine Hds. Nr.
3194, welche die Arie „Flutta sola" col
Bc. enthält. In Roger's Verlagskatalog
sind Instrumentalwerke angezeigt, jedoch
ohne Vornamen. — In Oxford, Cli. Ch.
im Ms. ein Gesang. — Im R. C. of Mus.
Ms. 1978 befinden sich am Schlüsse des
Samlbdes. Airs. — In Henry Roberts Clio
and Eutorpe 1758 ein Gesg.
Orneyal, er, siehe Le Sage Je
Theätre de ia foire 1722 etc.
Oriiitoparchiis , Andreas , zu
Meiningen im 15. Jahih. geb. Ein
vielgereister Mann, der sich rühmt
5 Königreiche, 03 Diöcesen, 310
Städte bereist und 2 Meere be-
fahren zu haben. Alles was wir
über ihn wissen beschränkt sich
auf das unten verzeichnete Werk
und auf die Einschreibung im
Matrikelbuche der Universität in
Wlttemberg; dort liest man „An-
dreas Ornithoparchus memingen.
arcium magister tybingen". Dazu
die Anmerkg. „Adscripta sunt seqq. :
Fuit musicus insignis, Cuius Mu-
sica typis excusa est. 15. Oct.
1516".
Er schrieb: Musice Actiue Micrologus
Andree Ornitoparchi Ostrofranci Meynin-
gensis, Ai-tium Magistri Li bris Quattuor
digestus. Omnibus Musicae studiosis non
tam utilis quam necessarius. Laurentius
Thurschenreutiuus Ad studiosum Musices
Lectorem . . . Am Ende Excussum est
hoc opus, ab ipso aufhöre denuo casti-
gatum, . . . Valent. Schumanni . . . Mense
Nouembr. 1517. kl. 4». 12 Bog. Be-
schreibg. in M. f. M. 2, 20 u. 47. [B. B.
Univers.-Bibl. Bonn. B. Zw. in 2 Exem-
plaren, das 2te trägt das Datum Januar
1517 in qu8". B. Hbg. Univers.-Bibl.
Prag. Darmstadt. Paris Nat. Venedig
Marco, br. Mus. Kopenhagen. Musikfr.
Wien. Wolfenb. Stiftsbibl. St. Gallen.
— Ausg. mit fast gleichem Titel, er-
schien Mense Aprili 1519 ib. [B. B. B.
Kgsbg. Göttingen. B. M. Darm st. B.
"Wagener. Bmssel. Kopenhag.
— Ausg. ib. 1521 mense aprili. In-
halt derselbe. [B. B. Paris Nat.
— Ausg. 1533: Andreae 0. Meyn. De
arte cantandi micrologus, Ubris quatuor
. . . Coloniae 1533 Joan. Gymnicus. kl.
qu80. [C. P. Bologna.
— In Bibl. München eine Ausg. ebd.
von 1535.
— Dowland gab eine englische Ueber-
setzung heraus : A. 0. his micrologus, or
introduction: containing the art of singing,
digcsted into foure bookes, not onely
profitable, but also necessary for all that
art studious of Musicke . . . London 1609
Adams, kl. fol. 92 S. [br. Mus. Bms-
sel 5304. Paris Nat. Paris Mazarin.
R. C. of Mus.
Einen Kommentar gab Justus W. Lyra
heraus: A. 0. und dessen Lehre von den
Kirchonaccenten. Nach der Schrift des-
selben Musicae activae Micrologus, Lips.
1517. . . Gütersloh 1877 Bertelsmann. 8».
57 S. Besprochen in M. f. M. 10, 105.
Ilandschriftl. in der Univers. Inns-
bruck. Einen Canon veröffontl. Forkel
(Eitner 2).
Orologio, Alessaiidro I. u. II.
Bisher nahm man nur einen Autor
dieses Namens an, es sind aber
zwei, die zu gleiclier Zeit lebten
und auch eine gleiche amtliche
Thätigkeit als Instruraentisten und
später als Vicekapollmeister aus-
übten, der eine in Wien, der
andere in Dresden. So lange man
daher die Akten der beiden Hof-
kapellcn nicht kannte, oder nicht
beachtete, war eine Verwechselung
leicht möglich, obgleich die Titel
ihrer Werke schon den Beweis
von zwei Autoren liefern.
Der Wiener Orologio scheint
der ältere zu sein, denn Köchel 1
verzeichnet ihn schon um 1580
als Violinist a/d. Hofkapelle zu
Prag, Avo Kaiser Rudolph II. resi-
dierte. Sein Gehalt betrug monat-
lich 15 Gld. Vom 1. April 1603
ab bekleidet er das Amt eines
Vicekapellmeisters mit 30 Gld.
monatl. 1613 tritt er in den
Ruhestand als Kaiser Mathias den
Thron bestieg. Köchel 1, 112 be-
richtet noch, dass 0. bis 1630 in
Prag gelobt habe und in den
Akten als Hofkomponist figuriert.
Orologio, Äless. L u. 11.
247
Orologio, Aless. I. u. II.
S. 12G trägt er noch nach, dass
0. aiifser seinem Gehalte von 30
Gld., jähr]. 20 Gld. für ein Kleid,
30 Gld. Neujahrsgeld und 70 Gld.
für den Hauszins als Vicekapell-
meister bezog. Köchel's Angabe,
dass er noch 1630 lebte, wird
durch eine Rechnung im Münche-
ner Kreisarcliiv einigermafsen be-
stätigt; dort heifst es im Jahre
1619: „Alesandro Arologio (?) der
negst verstorbenen kays. Mt. ge-
wester VicekapoUmeister wegen
verehrten Gesengen 24 Gld."
Fast unmöglich erscheint es ohne
genaue Kenntnisse der Kompo-
sitionsart beider Orologio's ihre
Werke zu trennen. Nur bei einigen
ist es unumstöfslich festzustellen,
dass sie von dem Dresdner her-
rühren müssen.
Dem Wiener schreibe ich fol-
gende Ausgaben zu:
1586 ... II 1. libro de Madrigal i ä 5
voci, Nouam. composti ... Ven. 1586
Gardano. 5 Stb. qu40. 20 Madr. Dedic.
dem Ks. Rudolph H. nuterz. 20/5 1586
in Prag. Er bez. es als sein 1. Werk.
[B. D. Modena.
1593. Canzonette a 3 voci di . . .
Lib. 1. Ven. 1593 Aug. Gardano. 3 Stb.
40. 21 Gesge. Dedic. in Venedig 24/2
1593 gez. [Basel C2. Kassel C2. B.
br. Mus: C. B.
1594. Canzonette a 3 voci di . . .
Lib. 2. Ven. ib. 1594. 3 Stb. 4». 22
Ganz. Dedic. in Venedig 1/3 1594 gez.
[Bologna kompl. br. Mus: C. B. Kassel:
C2. B. Basel C2.
1595 (fraglich) II secondo libro de Madri-
gali ä 5 voci, Nouam. compo.sti & date in
luce. Ven. 1595 Ang. Gardano. 5 Stb.
40. 20 Madr. Dem Landgrafen von
Hessen dedic, unterz. Venedig 29/9 1595.
[B. D. Wolfenb: T. Crespano:T.
1616 . . . Terzo lib. de Madrigal! a 5
et a 6 voci, Nouam. comp. . . Ven. 1616
Giac. Vincenti. 6 Stb.? 4«. 19 Madr.
[Bologna: C.
Der Dresdner Orologio war Cor-
nettist und Zinkenist und wird in
den Akten erst 1590 erwähnt, als
er vom Kurfürsten eine Begnadung
(Geschenk) erhält, jedenfalls ge-
hörte er aber der Kapelle schon
einige Jahre an. Sein Gehalt be-
trug jährlich 228 Gld. 12 gr.,
ebenso noch 1606, obgleich er im
Jahre 1603 zum Vicekapellmeister
ernannt wurde. Der englische
Lautenist Dowland lernte ihn um
1584 am Hofe des Landgrafen von
Hessen in Kassel kennen u. dies
wird einigermafsen dadurch unter-
stützt, dass er 1595 dem Land-
grafen sein 2tes Buch Madrigale
widmet, resp., wenn dies von ihm
und nicht vom Wiener ist. Im
Jahre 1597 unterzeichnet er die
Dedic. zu den Intraden in Hclm-
städt, doch glaube ich, dass er
sich dort nur zur Bewachung des
Druckes aufhielt, der daselbst an-
gefertigt wurde. 1589 dagegen
zeichnet er das 2. Buch Madrigale,
dem Kurfürsten gewidmet, in Dres-
den. In demselben befindet sich
ein Madrigal, von dem sächsischen
Kapellmeister Rogier Michael. 1603
wird er zum Vicekapellmeister er-
nannt, doch erklärt er dem Kur-
fürsten (Schreiben vom 24. Juni),
dass er zwar ungern vom sächs.
Hofe fortgehe, jedoch seine „Leibes-
schwachheit erlaube ihm nicht
mehr mit dem Cornett oder Zinken
aufzuwarten", dennoch verz. ihn
das Hofbuch von 1606 noch unter
den Instrumentisten mit 228 Gld.
12 gr. (Fürstenau 1, 38, der ihn
aber Orelogio fälschlich schreibt.
Obige archivarische Nachrichten,
aufser der letzten, sind mir vom
Archivrat Dr. Distel noch bestätigt
worden). Die Druckwerke, die ich
ihm zuschreibe sind folgende:
1589 ... II 2. lib. de Madr. ä 4, ä 5,
& a 6 voci , Nouam. comp. . . Dresdae
1589 typis Elect. Saxoniae. 5 Stb. qu4'^.
21 Madr., dabei ein Satz von Rogier
Michael. Dedic. Christiane Duci Saxoniae,
Orologio, Aless. I. u. 11.
248
Orschler.
unterz. in Dresden 1/5 1589. [B. Zw:
Cl. 2. defekt, A. T. B. B: 5 a defekt,
br. Mus: T. 5a.
1597. Intradae Alexandri Orologii,
quinque & sex vocibus, quanini in omni
genere instrumentonim niusicoram vsus
esse potest. Lib. 1. Helmstadii 1597
typogr. Jacobi Lucij. 6 Stb. kl. fol. 28
Nrn. Dedic. König Cbristian TV. von
Dänemark, unterz. in Holmstaedt 24. Aug.
An. 97. [B. Liegnitz, fehlt B. B. K. 5
Stb. der Katalog sagt: der Tenor im 6tus,
also müssen es 6 Stb. in 5 voll, gebunden
sein. Kopenhagen 6 Stb.
An Mss. sind folgende zu nennen,
doch ist eine Bestimmung über den Autor
vorläufig nicht möglich:
Ms. Z39, 12 Stb. 17. .Ih. in B. B. Nr.
110: Cantate Domino canticum 8 voc.
Ms. B. L. ein Miserere 5 v. u. Videns
Christum 5 voc.
Ms. B. Kassel : Amorosi pastori 5 voc.
Madrig. (vom Wiener).
Ms. in Kremsmünster L. Bd. E. gr.
fol. 1 Magnificat 5 voc.
In B.Br. im Ms. die Missa: Quando
fra blanche perle 5 voc.
In B. M. im Ms. 218 ein Madrigal
zu 6 und 3 zu 5 mit untergeschobenen
Texten.
In neuer Ausgabe ein Miserere 5 voc.
Commer, Musica sacra Bd. 24.
13 Gesänge in alten Samlwk. (Eitner
1) Vogel vcrz. noch in Ang. Gardano's
Dialoghi musicali 1590: Lucilla io vo mo-
rire 7 voci. — In Th. Morley's Madrigals
to 5 voyces 1598 ein Madr. „Sudden
passions". — In Ilagius' Samlwk. 1617
befinden sich (3 Intraden mit unterge-
legtem deutschen Text. Die Intraden
sind sicher vom Dresdner, bei den übrigen
würde \ieUeicht der deutsche Verleger
auf den Dresdner 0. hinweisen. Sicher
vom Wiener 0. ist die Canzone in Vin-
centi's Canzonette a 4 voci, 1597, Nach-
druck nach Verovio 1591, mit dem Zu-
sätze von Orologio: Lieto Febo del mar.
Schon in den M. f. M. 30, 36 wurde
das biographische Material mitgeteilt, dazu
kommen noch in Bd. 31, 43 drei Briefe
an den König von Dänemark aus Wolfen-
büttel 1599 imd 1603 gerichet, wo er
sich in herzoglichen Diensten befand, wie
es scheint, doch bringen dieselben keine
Klarheit, sondern erschweren eher noch
die Erkenntnis ihrer Persönlichkeit.
Orologio, marcheso Francesco,
aus Padua, lebte im 18. Jh.
Das Archiv der Cappella Antoniana
zu Padua besitzt von ihm eine Cantata
a 2 voci con strumenti im Ms. P.
Orosco (Oroschos), Joaii, Mu-
sico a/d. Kgl. Kapelle in Neapel
um 1479, 1481 (Straeten 4, 31).
Orostaiulcr, Andreas, Rector
cantus zu Wosteras in Schweden,
wird von Gerber 2 als Verfasser
eines
Compendium musicum, sammanskrift-
wen til de Studcrandos tienst, Westeras
1703 angezeigt.
Oroux, L'abbc, Abt zu Fon-
taine-le-Comto , später Kanonikus
an St. -Leonard zu Noblac und
Kapelhm des Königs von Frank-
reich, sciirieb
Ilistoire ecclcsiastique de la cour de
France. Paris 1776- 1777. 2 voll, in
4". Enthält nach Fetis auch die Ge-
schichte der Kgl. Musikkapelle in Paris.
Orpheo, . . . Organist um 1478
an St. Peter in Rom (Viertel]". 8,
2H7).
Orpheo, Francesco, Instrumen-
tist an der Hofkapello in München
mit 200 Gld., am 1/4 1604 ange-
stellt, geht Ende Juni schon ab
(Kreisarchiv).
Orpheus, s. British Orpheus.
Orpheus.
A CoUection of Glees of the most ad-
mired German composers. English text.
Books 1—16 u. 23. London quS». 4
Stb. u. Pfte.-Begltg. Die Zeit des Druckes
ist bei Fehlen des Verlegers nicht anzu-
geben. [R. C. ofMus. 1173.
Orpheus (Marianischer) der göttlichen
dreimal wunderbarlichen Mutter Gottes
Mariae dreyfaches Lob anstimmend. 1.
Till. 12 so benamste Cantaten unter 12
Marian- Ehrentiteln in sich enthaltend.
Ingolstadt, 1740 Jo. Andr. de la Haye
Wittwe. Gedr. Augsb. Lotters Wittwe.
7 Stb. fol. [B. M: fehlt Vcl.
— 2. Tbl. 12 Offertorien. ib. 25 Stb.
[B.M. fehlen Alto conc V. 2. Org.
— 8. Thl. 8 Lytaneien. 1741 ib. 10
Stb. [B. M.
Orschler, Johann Georg, um
1698 in Breslau geb., Schüler von
I Mich. Kirsten, später ging er nach
' Wien, bildete sich unter Rosetti
Orsi.
249
Ortcllo.
als Violinist aus u. wurde Schüler
Fux' in der Komposition. 1732
lebte er bei einem Grafen in 01-
mütz. Er soll Sinfonien, Trios
und anderes geschrieben haben
(Walther. Gerber 1, der ihn aber
mit Joseph Orsler zusammenwirft.
Fotis desgleichen, wie in allen an-
deren Lexika).
Die Bibl. der Musikfr. in "Wien verz.
im Kat. einen Joh. Oisler mit 4 Sinfo-
nien für 2 V. u. B., oder 2 V. Va. u. B.
in Stb. Es ist zweifelhaft ob sie dem
obigen oder Joseph Orsler angehören u. der
Vorname Joh. nur irrtümlich gebraucht ist.
Orsi, Pre. Celestiiio, Mre. Oste.
Maestro di Cappella di Narni um
1650, liest man auf einem Ms.
von der Hand Alfieri's in Ms.
3100 der B. B. Nr. 3:
Tantum ergo, 2 voc. — Fetis schreibt:
Pater Orsi, ein Celestinermönch im Kloster
zu Brescia, war Kapellmeister an der
Kirche Gli Angioli ebd. Er gab heraus:
Motetti a 3 e 4 voci co'l basso per or-
gano. Yen. 1647 Aless. Vincenti. 40.
Orsini, Graetano, Altist an der
Hofkapelle in Wien mit jährl. 110,
sp. mit 1800 Gld. und dann 2400
Gld. Gehalt von 1699 bis f 21.
Okt. 1750, 83 Jahr alt (Köchel 1.
Fetis giebt noch Näheres).
In Musikfr. Wien unter Cajetano Or-
sini: 6 Trios a 3 V. op. 7, und im br.
Museum: 6 Trio per 2 V. e Vcl. op. 1.
Venez. foL, unter Gaetano Orsini.
Orsler, Joseph (auch mit G.
= Gioseffo gez.), Violoncellist an
der Hofkapelle in Wien von 1772
bis t 2. Juni 1806, 70 Jahr alt
(Köchel 1). Bezog seit 1792: 300
Gld. jährl. Gerber 2 glaubt, dass
er derselbe wie Johann Georg
Orschler sei, den Gerber 1 anzeigt,
doch ist dies ein älterer Musiker.
Von Joseph Orsler, den er weiterhin
verz., fülirt er nach Traeg's Katalog Sin-
fonien, Quartette u. a. an. Eine Sonata
a 3: 2 V. e B. in Ad., andere in B. Am.
Gm. Am. in Stb. im Ms. in Bibl. Darmst.
4 Sinfonien f. 2 V. u. B. — 2 V. Va.
u. B. in Stb. Ms. [Musikfr, Wien mit
Joh. Orsler gez., fraglich ob etwa Orschler
gemeint ist.
Orso, Francesco, aus Celano,
lebte in Neapel wie die Dedic.
beweist und gab heraus:
n 1. lib. de'Madrigali di Don . . . con
2 Madr. cromatici nel fine, nuovam. posti
in luce da Claudio da Correggio. A 5 voci.
Venetia 15G7. .ö Stb. fiu40. 29 Madr.
[Turm B. n. Vogel 2, 33 teilt das Vor-
wort mit. br. Mus: T. B. 5a.
Orsoliiii, Giuseppe, Luchese,
um 1681 Bassist am Dome in
Spoleto. Ang. Berardi widmet ihm
seine Ragionamenti.
Orsoiii, D. Francesco, aus Bo-
logna, lebte in der 2. Hälfte des
18. Jhs. daselbst.
Im Liceo zu Bologna befinden sich im
Ms. 1. Kyrie a 4 voci concertato con
stramenti. P. Autogr. 18 Bll. 2. Gloria
in excelsis, concertato c. strum. obblig.
P. Autogr. 93 Bll. 3. Credo a 4 voci
concert. c. stnim. P. Autogr. 32 Bll.
4. Ave maris Stella, a Basso solo con
l'organo, composta 176G. P. qufol. 2 BU.
5. Confitebor tibi Domine, Salmo a 3 voci
(2 T. IB.) con strum. , composto alla
Villa di Mezzolara l'ottobre 1818. P.
Autogr. 24 Bll.
In der Academia zu Bologna im Au-
togr. eine Antifona a 4 voc. comp. 14
marzo 1768. — Obiges Confitebor in P.
von Busi spai"tiert, 46 S., im Liceo mus.
zu Bologna.
Orsucci, Pompeo, geb. 21. Mai
1665 zu Lucca, Todesjahr unbe-
kannt. Er trat in den Priester-
stand und wurde Dekan an der
Kirche San Michele in foro zu
Lucca.
Als Kirchenkomponist soU er einst in
hohem Rufe gestanden haben, so dass
manche davon noch heute in Lucca auf-
geführt werden. Obige Kirche soll Einiges
im Ms. besitzen (Pougin nach Cerü).
OrteliHS,Sel)asti{inus, 16/17.Jh.
Missae 6, 7, 8 et 10 voc. einst im Be-
sitze der Kathedrale in Brüssel.
Ortello, Antonio Teodoro, Fotis
und Eslava nennen ihn Ortclls]
er war um 1668 KapeUmeister an
der Kathedrale zu Valencia in
Spanien und seiner Zeit ein ge-
Ortes.
250
Ortdz, Diego.
schätzte! Kircbenkomponist. Nach
Ph. PedreH's neuesten Unter-
suchungen in der Ausgabe von
J. G. Perez' Kompositionen war er
von 1675 bis c. 1714 an obiger
Kirche Kapellmeister.
Eslava veröffentlichte eine Lamentatio
primera del Miercoles vanto a 12 voces
en tres coros (Eitner 2). In der B. M.
ein Chiistus f actus est, 4 voc. c. org.
Ms. P. und in der BiU. T^^agener's 5 Ge-
sänge bis zu 12 Stirn, mit Bc. im Samlwk.
Ripolles im Ms.
Ortes, Abbate (xiammaria (Giov.
Maria), ein Venezianischer Geist-
licher, schrieb
Riflessioni sopra i drammi per musica.
Aggiuntavi una nuova azione drammatica
(Caliso spcrgiura. Azione drammatica da
rajjpresentarsi per musica a quattro voci).
Venez. 1757 Giambat. Pasquali. A^. [Brüs-
sel. Bologna, Kat. 1,112 sino nom.
Ortho, I)ionys d'.
Das Musikkolleg in Groningen besafs
einst: Psalterium jucundum a 2 — 8 v. c.
instr. Antv. IfüO. Ki Stb.
Orting, Benjamin, geb. 1717
zu Augsburg, gest. ebd. 1795,
Schüler vom Kantor Scyfert, dann
vom Musikdirektor Graf, wurde
dann Musikdirektor an St. Anna
zu Augsburg, wo er die Schluss-
musik nach dem Gottesdienste zu
leiten hatte.
Als Komponist ist er dui'ch Motetten,
Kantaten und Lieder bekannt, doch soll
nichts gednickt sein (Gerber 1. 2. im
Nachtr.).
Ortiz, . . . ohne Vornamen, ein
Komponist aus dem Anfange des
16. Jhs., der in Cap. sistina zu
Rom mit folgenden Kompositionen
vertreten ist:
Codex 24 In illo tempore c. 2. p. 6 voc.
In illo tempore (Assumpsit Jesus), 6 voc.
Paulus Apostolus c. 2. p. 6 voc. Der
Codex ist 1545 geschrieben und demnach
lässt sich die Lebenszeit obigen ürliz' nur
bestimmen.
Ortiz, Diego, Toletani, d. h. in
Toledo geboren, etwa um 1530,
denn 1558 war er schon Kapell-
meister an der Hofkapelle des
Herzogs Alba in Neapel, der dann
in den 70 er Jahren seinen Wohn-
sitz in Brüssel hatte. Sein Gehalt
betrug 16 Ducados, 6 Carlines,
6 Granos (Viertel]. 9, 393). Da
er sich im Drucke von 1565 Ka-
pellmeister an der Kgl. Kapelle zu
Neapel nennt, so ersieht man, dass
die Kapelle nicht die Privatkapelle
Herzog Alba's, sondern die vom
Kaiser Karl V. unterhaltene war.
Von seinen "Werken hat sich nur
Einiges erhalten. Die theoretische
Abhandlung hat den Titel :
Trattado de glosas sobre clausulas y
otros generös depuntos en la musica de
Violones nueuamente puestos en luz. Am
Ende: En Roma por Valerio Dorico, y
Luis SU hermano a X. de Dczemb. 1553.
kl. qu40. sign. A— Q. Dedic. an Pedro
d'Urries von Ortiz aus ToUodo, 10. Dez.
1553 in Neapel gez. Mit seinem Porträt.
Folgen 2 BlI. mit Anleitimg zum Viol'n
spielen, darauf Reg., dann kurze Uebitngen.
Da.s jj vor f kommt öfter vor. Die ersten
As, von Bl. 16a ab im ^*, dann im
Tenor. — 2. Buch. Bl. 25, 2 S. Lehre u.
Reg., dann 4 „Recercade" mit Cembalo
(Violon con el Cymbalo), im Text nennt
er das Instniment „Contrabaxo". Folgen
6 Recercade. Der Tonumfang vom grofsen
G bis eingestr. g, im Baritonschi, notiert.
Bl. 35b der 4.stim. Gesg, „0 felice occhi
miei felice voi". Darauf für den Contrab.
4 Ricercari über das Madrigal. Bl. 41b
die Chanson: Doulce memoire en plaisir
consumee, 1 Strophe Text, 4.stim., darauf
3 Variat. f. Contrab. und 1 im Discantschl.
Bl. 47 b mehrere 4 st. Choralsätze ohne
Text, rechts davon die Variation f. d.
Insb-um. Bis zum Schluss Bl. 60 8 Ricer-
cari. [B. B,
. . . Mu.sices lib. 1. Hymnos, Magnificas,
Salves, Motecta, Psalmos, aliaque diversa
cantica coraplectens. Ven. 1565 Gardanus.
Chorb. in gr. fol. 159 Bll. mit 34 Hjm-
nen, 8 Magnif., 9 Ps. u. 17 anderen Ge-
sängen zu 4— 7 Stirn. [B. A. B.B. Hofb.
Wien. Bologna, Kat. 2, 282 Abdruck der
Dedic. Rom Cecilia.
— 12 Hymnen in Part, in Hofb.Wien,
Ms. 18514.
Ms. 535 in B. B., Part, von ALfieri,
Bd. 1, S. 79: Ave regina coelorum 6 voc.
un
Ortiz, Domingo.
251
Onvell.
Ms. B. M: Magnificat. Part. Fragm.
Ms. in der alten Hofkapelle in München :
Quia fecit mihi magna 4 voc. P. u. Stb.
Ms. 18514 in Hofb. Wien: 11 Hymni
4 voc.
In Ariquez de Yalderavano's Musis
dicatum von 1.547, ein Tabulaturbuch,
finden sich auch arrangierte Komposi-
tionen von Ortiz, ohne Vornamen. Sie
sind aber wahrscheinlich von dem älteren
Oiüz. [Hofb. Wien.
19 Gesäaige in neuen Ausg. (Eitner 1).
Ortiz, Fra Domiii;»o, da Zarate-
Ein .spanischer Komponist aus dem
Ende des 17. Jlis.
Die B. M. besitzt in den Mss. 168 bis
170 drei Viüancicos zu 8 Stirn, in Stb.
1. AI arma convorjue el darin. 2. Quieu es
esta. 3. Celebren de Eloy mit ihren Coplas.
Orto, GrioTaniii Battista, ein
Komponist aus dem letzten Viertel
des 16. Jhs., bekannt durch
das Samlwk. von Ang. Gardano, L'amo-
rosa caccia 1588: Scopre Cintia 5 voc.
und in 2ter Auflage von 1,592.
Orto, 3Iarl)riaiio de, Fotis
fälschlich unter Jean de Orto mit
dem Familiennamen Dujardin. Man
vermntet, dass er ein Niederländer
war und im 15. Jh. geboren ist.
Von 1484 — 1494 ist er päp.stlicher
Sänger in Rom (Viertel]. 3, 246 ff.),
dann von 1505 erster Kapellan
und Sänger am Hofe Philipp des
Schönen und vielleicht auch unter
Kaiser Karl V. Er lässt sich in
den Listen bis 1516 verfolgen
(Straeten 6, 292. 7, 162. Siehe
auch Haberl, Kat. des päpstl. Ka-
pellarchivs im Vatikan p. 157).
Auf seinen Kompositionen ist er
fast durchweg nur Orto und de
Orto genannt, nur auf einigen im
Archiv der päpstl. Kapelle mit
M. de Orto. Von seinen Kompo-
sitionen lassen sich nachweisen:
Misse De orto
Dominiealis.
Jay pris amours
cum duobus patrem.
Lomme arme.
La belle se sied.
Petita camuseta.
Am Ende des Ba?.sus: Impressum Venetiis
per Octauianum Petrutium Foros. Die
22. Mai-tij. Salutis anno 1505. 4 Stb.
kl. riu4'J. [B. M. br. Mus: Sup. B. Hofb.
Wien ohne B. u. eme Kopie in Stb. Ms.
18741. Bologna.
In alten Samlwk. 13 Gesge. (Eitner 1).
In Mss. Cai). sistina Cod. 35 fol. 103:
Missa ohne Titel, 3 voc. — Fol. 205:
Patrem omnipotentem 3 (4) voc. Ein
anderes fol. 199 zu 5 Stim. — Fol. 208
Ave Maria 5 voc. — Fol. 191 Da pacem
5 voc. — Cod. 64 Missa i'omme arme
5 voc. — Cod. 15: 3 Hynmen zu 4 Stim.
Ms. in Hofb. Wien, Ms. 11883:
Missa : Le serdteur 4 voc. Pergament
Chorb. Nr. 17. Samlbd. Nr. 10 Missa:
Officimn My my 4 voc. Nr. 11 Missa:
La belle se siedt, 4 voc.
Ave Maria 4 voc. Ms. 9126 fol. 167
Chorbuch des 16. Jhs. [Brtissel.
Im Ambros 5. Bande Gesch. d. Mus:
Ave Maria 4 voc. (1501) und Agnus Dei
ex Missa mi-mi (Ms.) 4 voc. S. 193. 198
in Paititui-.
Ortolani, Terenzio, Lebenszeit
unbekannt.
Die Kgl. Musikalien-Samlg. in Dresden
besitzt von ihm im Ms. 273 1. Laudate
pueri Dominum per Basso solo con il
coro (c. Strom.). 2. Qui toUis peccata
mundi. Terzetto per 2 T. e ß. (c. ström.).
3. Panis angelicus, Terzettino per 2 T.
e B. P.
Ortu, Padre Vicario, della Ma-
donna deir.
In einem Ms. der B. Br. sind 3 Ge-
sänge aus der ersten Hälfte des 17. Jhs.
in 11 Stb. in fol. vorhanden.
Ortwiiius , war im Kloster
Emmeram in Regensburg Kantor
und Kapitular um 1330 (Kom-
müUer 1 Nachtrag).
Oryllle, Constantine d', Ver-
fasser der anonymen Schrift:
Bjstoire de l'opera bouffon, cont. les
jugements de toutes les Pieces qui ont
paiu depuis sa naissance jusqu' a ce jour.
2 tomes. Amst., Paris 1768 Grange. 12°.
266 u. 214 S. [B. Wag-ener. Biüssel
3838. Glasgow.
Orwell, Robert, ein englischer
Musiker von Morley in der be-
kannten Liste erwähnt; er gehört
in die Zeit von Dunstabi e und
Os.
252
Osio.
Power, Siehe auch Davey 72.
103.
Os, Dirk van, war 1386 Kantor
an der Liebfrauen-Bruderschaft zu
Herzogenbusch (Bouwst. 2, 211).
Osbern of Dover, auch Osbertus
genannt, lebte um 1074 und wurde
„Precentor" an der Kathedrale zu
Canterbury.
Zugeschrieben werden ihm die Abhand-
lungen ,,De re musica" und „De vocum
consonantiis". Die letztere soll die Bibl.
des Cbristkollegiums zu Cambridge be-
sitzen. (Gerbert 4, 282. Fabricius 3, 170.
Davey 17. Fetis.)
Oscke, J . . . E . . .,
gab 17G1 allerlei Galanterie-Stücke für
die Davids - Harfe oder das Ciavier ein-
gerichtet in Leipz. und Bremen bei G. L.
Förster, l.Tlil, heraus, die Marpurg 7, 154
sehr scharf angreift und Beispiele mitteilt.
Osculjiti, Gliulio, Laudensi;
nach den Titeln seiner Werke war
er 1G09 im Dienste des Königs
von Polen und Schweden (in Kra-
kau) und 161.5 Kapellmeister an
S. Maria titulo Coronata, die Stadt
fehlt, gewidmet ist das Werk einem
Eömer und unterz. im Okt. 1614.
Yen dem Drucke 1604 kenne ich
nicht den genauen Titelwortiaut.
Von seinen Kompositionen lassen
sich nachweisen:
Missae 5 voc. lib. 1. Yen. 1604 Gar-
dano. 5 Stb. 4^. 4 Messen. [Kathar.
Danzig. Ferrara.
Liber 1. Motectorum, 5, 6, 7, 8, 9, 10,
et 12 vocum, Auetore . . . Ven. 1609
Raverius. [Bologna: A. T. 5a. 6a. Bc. in
4'^. br. Mus: A. 5a.
Sacra omnium solemnitatum vespertina
Psalmodia cum Cantico B. V. M. tarn voci-
bus, qnam instiumentis concinenda . . .
Ven. 1615 Vincentius. 9 Stb. (mit Bc).
4P. 17 Gesge. Register im Kat. Frkft.
a/M. [B. Frkft. Israel.
In Mss. B. ß. Z 27. P. von 1624 S. 106,
Quem vidistis pastores 8 voc. — B. L.
4 Motett. zu 3, 5, 7 u. 8 Stim. — In
B. Br. 3 lat. Gesänge in Mss.
In Bonometti's Parnassus 1615 eine
Mot. zu 4 Stirn. 10 Mot. in alten Samlwk.
(Eitner 1).
Oslander, Lucsis, geb. 16. Dez.
1534 zu Nürnberg, gest. 7. Sept.
1604 in Stuttgart, ein protestan-
tischer Prediger, der nach ver-
schiedenen Stellungen in Württem-
berg 1567 Konsistorialrat wurde,
1593 Prälat von Adelsberg, ab-
gesetzt, weil er im Landtage gegen
Zulassung der Juden sprach, ging
nach Esslingen, kehrte aber später
wieder nach Stuttgart zurück. Er
vertrat die orthodoxe Partei u. warf
sich mehrfach gegen Luther's Lehre
auf. Auch in der Musik war er
wohl bewandert und gab ein geist-
liches Liederbuch im vierstimmigen
Tonsatze heraus, in dem er durch-
weg die Melodie in die Oberstimme
legte und im Vorworte sich klar
darüber ausspricht, warum er dies
gethan hat (siehe den Abdruck des
Vorwortes im Winterfeld 1, 346
und Koch 2, 358). Er war zwar
nicht der Erste der dies that, denn
sowohl Le Maistre 1566 als David
Wolkenstein 1583 legten zum Teil
die Liedmelodie in die Oberstimme,
doch keiner ging mit so entschie-
denem Bewusstsein an die Arbeit
als Oslander und brach damit völlig
mit der Vergangenheit. Das Choral-
buch trägt den Titel:
Fünfftzig Geistliche Lieder vnd Psal-
men. Mit vier Stimmen, auf Contra-
punctsweise (für die Schulen vmd Kirchen
im löblichen Fürsteuthumb Würtenberg)
also gesetzt, das eine gantze Christliche
Gemein durchaufs mit singen kan. Lucas
Oslander D. "VVürtenbergischer Hofprediger.
Nürnberg 1586. Am Ende: Nürmberg,
Kathar. (ierlachin. 4 Stb. au40. [ß. Br.
B.M. fehlte. B. G. Brieg. Lübeck:
T. B. Darmst: A. T. B.
Zahn sagt, dass die Melodien durchwog
älteren Datums sind. — In neuen Ausg.
12 Choräle (Eitner 2) und Ein feste bürg
in Prof. Zelle's Schulprogramm von 1595
und 1596 in 2 Bearbeitungen. — In
H. R. Bishop's 12 Corales, London, fol.,
neben anderen auch von 0.
Osio, Teodato, lateinisch Ho-
snis^ ein Mathematiker, geb. zu
Oslavani.
253
Osterepiele.
Mailand am Ende des 16. Jhs.,
gab heraus:
L'armouia del nudo pailare overo la
musica ragioue della voce coutinua nella
quäle a forza di aritmetiche et di nuisiche
speculationi . . . Milauo (1637) Carlo Fer-
randi. 8*^. Der 2te Titel heifet: L'ai-monia
del nudo parlai'e cou ragione di numeri
Pitagorici discoperta da T. 0. 8 Bll. 35 S.
Reg. 191 S. Text. [B.B. Hofb. Wien,
br. Mus. C. P. Kopenbag. Brüssel.
Bologna.
Cadmeia seges hoc est admirandus
humauae vocis ortus natui-a et usus a
Tb, 0. discursu Matbeniatico demonstratus
. . . Mediolani 1653 Ludov. Montia. 8^.
5 u. 176 Bll. [Bologna.
Oslavaui, . . .
in einem Ms. aus der Mitte des 17. Jbs.
in 10 Stb. in fol. und 4 Stb. in 4" eine
Missa concertata 8 voc. für Cbor, 2 V.
u. Gambe. [B. Br.
Osma, Juan de, Tenorist um
1556 in der spanischen Kapelle
Karl V. (Straeten 7, 361).
Ospato, Baldassaro, Scönger an
der Kgl. Kapelle in Neapel, 27/10
1480 (Straeten 4, 29).
Ossasco, Ottavio, Sopranist an
der Hofkapelle in Wien mit 60 Gld.
monatl. vom 1. April 1637 bis
31. Mai 1640 (Köchel 1).
Ossimo, siehe Grhibel, Heliseo.
Ossowsky, Staiiislaus d', lebte
seit etwa 1792 in Wien und gab
nach Gerber 2 daselbst allerlei
Variationen, Menuets u. a. heraus.
1807 lebte er nicht mehr.
Oste da ßeggio, s. L'Hoste.
Ostermayr , eine Münchener
Musikerfamilie. Aegidius^ Musicus
in München, heiratet am 10/2
1643 (Traureg.). — Wilhelm ist
Stadtpfeiffer und heiratet am 10/7
1669 (Traureg.). — Johann Franx
ist um 1655 geb. und tritt als
Bassist in die kurf. Hofkapelle.
1699 betrug sein Gehalt 450 Gld.,
der aber wegen Geldmangel in
der kurf. Kasse um die Hälfte
verkürzt wird; während der öster-
reichischen Besetzung wird der
Gehalt auf 200 Gld. zurückgesetzt.
Bei allen Eingaben, die er au den
Kurfüi-sten macht, betont er stets,
dass er viele Kinder, 1706 waren
es sieben, habe (Kreisarchiv).
— Litdicig Ostermair ist seit
1587 als Organist ebd. in den
Akten verz., scheint aber nicht in
Diensten zu stehen, sondern lässt
sich nur gelegentlich vor dem
Hofe hören (Kreisarcb.).
Osterinaier, Andreas, bezeich-
net sich 1600 iu den von ihm
kopierten Motetten von Georg Otto
(Ms. fol. 5 in B. K.) als hessischer
Vicechordirektor zu Kassel. Eben-
dort fol. 9 im Ms. befinden sich
von ihm:
Magnificat per universos 8 tonos 4 voc.
ad u.sum ecclesiae, in magna forma. 1594.
— Ebenso in üai'mst. im Ms. eine Cantio
Sacra dedic. Ludovico Hass. Landgr., in P.
Die Lpz. Ztg. 32, 348 bez. ibu von
1599 — 1619 als Vicekapellmeister in Kassel.
Ostermaier, Greorg, wird in
den Listen der Hofkapelle in Stutt-
gart unter Herzog Christoph als
Organist in Kronstadt (Sieben-
bürgen) bez., der sich als Musiker
bei der Hofkapelle meldet, aber
nicht angenommen wird; dagegen
erfährt man, dass er 1558 Organist
in Tübingen und im November
1558 Organist a/d. Stiftskirche in
Stuttgart wurde mit dem kläg-
lichen Gehalte von 20 Gld. jährl.
1560 besucht er seine Heimat,
tritt am 23. April seinen Dienst
wieder mit 40 Gld. Gehalt au,
zieht aber noch in demselben Jahre
von dannen, da Steigleder den
Dienst wieder übernimmt. Oster-
maier findet als Praeceptor in
Bietigheim von 1561 — 63 einen
Dienst (M. f. M. 31 s. Reg.).
Osterspiele (3) mit lateiu. und
deutscbem Text luid Istim. Gesängen.
Ms. c. 1500. [B. Zw. Nr. 190.
Ostia.
254
Oswald, Heinr. Siegm.
ein englischer Kom-
in Einsiedeln, Perg. Hds. des 12. Jhs.
Univ. Prag. Papierlidschrft. des 16.
Jhs. — Prager Osterspielo mit Gesgen.
in böliniischer Sprache. 1.5. Jh.
Ostia, Frater Petrus de.
Im Codex Autiphonae et Psalnii sub
notis mnsicis, Motetten enthaltend, 16. Jh.,
im Domkapitel zu Verona, ist 0. durch
Mot. vertreten. Den übrigen Kompo-
nisten zufolge, muss er in das erste
Drittel des 16. Jhs. gehören.
Ostiano, Viücenzo, bez. sich
als Organist au der „Magnifica
communita di Seraualle" (?) und
ist bekannt durch
... II 1. Hb. delle Napolitane a 3 voci
nouam. . . In Yen. 1579 Gardano. 3 Stb.
qu80. 22 Gesge. [B. M.
Ostresio, Griorgio, Sopranist
a/d. Hofkapelle in W^ien von 1657
bis 1G69 (Küchel 1),
Oswald,
ponist des 17. Jhs., ein anderer
als James,
ist im Samhvk. Ayrs 1676 b mit einer
Ayr vertreten.
Oswald von Wolkeiistein, ge-
wöhnlich der Wülkensteiuer ge-
nannt, geb. 1367 zu Groben in
Tirol, gest. 1445 auf seiner Burg
Hauenstein Tirol, ein ritterlicher
Minnesänger, der sich oft auf
Kriegspfaden befand (siehe Beda
Weber's 0. v. W. und Friedrich
mit der leeren Tasche. Innsbruck
1850. 11 Bücher. Derselbe gab
auch seine Gedichte heraus, doch
sollen sie nicht fehlerlos sein).
Ueber sein hinterlassenes Ms. in
2 Abschriften (Hofb. Wien u. der
Statthalter von Innsbruck, ein
Nachkomme O.'s, siehe M. f. M.
25, 168). Dasselbe ist auch mit
den Melodien und scheinbar drei-
stim. Tonsätzen versehen, deren
Stimmen aber trotz aller ange-
stellten Versuche nicht zu ein-
ander passen, so dass man an-
nehmen muss: die Stimmen sind
nicht für den Zusammenklang ge-
schrieben, sondern abwechselnd
zu singen
Eiae Neuausgabe er-
schien 1902 im 9. Jhrg. der Denk-
mäler in Oesterreich, siehe M. f.
M. 34, 103.
Oswald (üswaldt), Pater An-
dreas, geb. zu Karlsbad im An-
fange des 18. Jhs.; er bez. sich
im Drucke von 1734 mit ,,a Cae-
cilia c Clericus regularis schola-
rum piarum Boemo, Carolo-Ther-
mensi" (d. i. Karlsbad und nicht
Augsburg wie Fotis sagt). Er gab
heraus :
Psalmodia harinonica sive i)salmi ves-
pertini uumero viginti pro toto anno cou-
sueti, ariose et i)er fugas duplicis subjecti
stylo novissimo ... 4 voc. 2 Violinis
necessar. 2 Clarinis al latuis ad Dixit et
Magnificat ad Hb. cum organo . . . Au-
gustao Vindel. 1734 Jo. Jac. Lotter. 6
Stb. fol. [Karlsruhe 3 Exerapl. B. M.
fehlt Org.
Ms. Upsala: Sonata k 3 V. c. Bc. 4«.
Oswald, Christian Karl, gab
heraus :
Boyträge zu Künstlerbiographien, ge-
sammelt von . . . Budissin u. Leipz. 1800
Arnold. 8». 196 S. [Musikfr. Wien.
Der Inhalt besteht aus einer Samm-
lung Anekdoten, ohne biographischen Wert.
Oswald (Ofswald), Heinrich
Siegmuud, geb. 1751 zu Nimmer-
saat in Schlesien, widmete sich
dem Kaufmann sstande, wurde 1790
Vorleser bei Friedrich Wilhelm IL
von Preufsen, erhielt den Titel
eines Geh. Rats, wurde aber beim
Regierungsantritt Friedr. Wilh. III.
pensioniert und zog sich nach
Breslau zurück. Die Titel seiner
Kompositionen tragen zum Teil
seinen Geheimratstitel (Schilling.
Hoffmann). Er betrieb eifrig Musik
und bildete sich zum Komponisten
aus. Von seinen Werken sind
bekannt :
Der Christ nach dem Tode. Oratorium
im vollständigen Ciavierauszug. Breslau
1786 W. G. Korn. fol. [Schwerin F.
nebst geschrieb. Stimmen. Stadtb. Augs-
burg. Glasgow.
Arist, oder das Ende des Gerechten,
Oswald, James.
255
Oswald, James.
ein Singstück beym Ciavier. Bresl. 1784
W. G. Koru. qufol. 21 Seit. [B. Lpz.
Musikfr Wien. br. Mus.
Lieder beym Ciavier mit einer be-
gleitenden obligaten Violine. Breslau
1782 Korn. fol. [B. B.
Singstücke, Lieder und Choräle zum
Singen am Ciavier. 1. Tbl. Brefsku
1790. (iufol. IV u. 31 Seit. [B. Hbg.
B. Wagener.
Gesänge am Klavier mit 1 Flöte oder
Violine. Breslau 1799 Selbstverlag. 4P.
[B. B.
Gesänge am Ciavier mit wiUkührlicher
Begltg. von einer Flöte als V. 2. Samlg.
Breslau 1800 gedr. b. G. F. Starcke in
Berlin, qufol. 32 S. [Stadtb. Br.
Gesäuge u. Lieder 1823. [Berlin K.H.
Sonata per il Clavicembalo acc. per 1
V. obl. e Vcl. Op. 2. Pressa in Spira.
[Dresd. Mus.
Im Samhvk: 6 Rondo, 1784. — In
Heniy Roberts Clio and Euterpe 12 Gesge.
Oswald, James, ein Schotte,
soll Ende des 17. Jhs. geboren
sein, war anfänglich Tanzmeister
in Uimfermline, siedelte nach Edin-
burgh als Musik- und Tanzlehrer
über, 1742 nach London, wo er
eine Musikdruckerei und Verlag
errichtete und sich bis zum Kam-
merkomponisten König Georg III.
emporschwang. Brown setzt die
Jahreszahl 1761 an, doch dann
könnte er wohl nicht im 17. Jh.
geboren sein. Sein Tod ist un-
bekannt. Als Inhaber einer Ver-
lagshandlung und als Hofkomponist
liegen mir Beweise in seinen
eigenen Kompositionen vor, das
Uebrige nach Brown's Lexikon.
An Kompositionen und Sammel-
werken seines Verlages lassen sich
nachweisen:
The old woman's oratory. The dust
cart, a Cautata (Lond.). fol. [br. Mus.
The wheel barrow, a cautata. Loud.
fol. [br. Mus.
12 songs compos'd in the Scotch taste.
Lond. c. 1740. fol. [br. Mus.
The favourite, sung . . . at Ranelagh.
Lond. c. 1755. fol. [br. Mus.
A coUection of the best old Scotch &
Enghsh songs .
[br. Mus.
Lond. c. 1760. fol.
Aufserdem besitzt das br. Mus. noch
27 Einzeldrucke von Gesängen und In-
strumeutalpiecen.
Airs . . . (The Seasons). London, Straight
& Skülern. 2 books for the Spring. 2
books for the Summer. 2 b. for the
Autumn a. 2 b. for tlie Winter. Ent-
hält Arien, Pastorales, Sicilianen, Gigen
u. a. für Klavier. [B. Hbg. br. Mus. nur
for the Summer.
12 Serenatas for 2 V. & a Vcl. with
a B. for the haiiisich. London, for the
author. 3 Stb. [B. Hbg. B. Wagener.
(Hier ist er als Kgl. Kammerkomponist
gez.)
ApoUo's CoUection being six Sonatas
or Duets for 2 German Flutes or 2 V.
Book 1. 2. Das 2. Buch im Besitze der
B. Wagener's enth. Blavet^ Nie. Jornelli.,
St. Martini, Oswald, Rameau u. Tartini.
A coUection of 43 Scot's tunes with
Variations, particularly adapted for the
Violin and Harpsic. Lond., Bland &
WeUer. fol. [br. Mus.
A second collect, of curious Scots tunes
for a V. and germ. Fl. with a Thorough
B. for the Harpsic. Lond., C. and S.
Thompson, fol. [br. Mus,
Six pastoral solos for a V. and Vcl.
with Thor. B. for the org. or harps. Priu-
ted for the Author. qufol. [br. Mus.
Six solos for a germ. Fl. or V. with a
Thor. B. for the Harpsic. First publish'd
with the Title of a Second Set of Six
Solos by J. R. Esqr London, W. Ran-
daU. qufol. [br. Mus.
The Caledouian Pocket Companion. In
ten volumes. Containing aU the favourite
Scotch tunes, with Variations for the Ger-
man flute. With an index to the whole
by James Oswald. qu8*^. London, prin-
ted for the author at bis music shop on
the Pavemeut, St. Martin's Church Yard
(c. 1745). 12 Bücher in 1 vol. in 8».
Index im Ms. [Sir John Stainer in Lond.,
Privatbibl. R. C of Mus : 8 Bücher in
1 vol. in 40 ? br. Mus. 7 Bücher. Da-
selbst noch eine Ausg. with Variat. for
2 Germ, flutes. London (c. 1770) printed
for Straight & SkiUern. 8". 12 Bücher.
— WilUam Chappell veranstaltete da-
von eine neue Ausgabe in London, er setzt
die Originalausgabe c. ins Jahr 1760 (?).
[br. Mus.
The musical Magazine, by . . . & other
celebrated Masters. Containing an histori-
cal account of the lise & progress of
musick. London, for J, Coote. 4". [Glas-
br. Mus.
In Simpson (John) The delightful Pocket
gew.
Oswaldus.
256
Othmayr.
Corapanion für Flöte u. B. einige Piecen.
— In Clio & Euterpe ist auch ein Oswald
verz., wahisch. ist es der Engländer. —
Ebenso in Johu Corri's Samlwk. von 1788,
Bd. 3 p. 100. — lu Playford's Clioice
Äyres 1676 zwei Gesge. (Tke dust cart
ist fraglich). — Im R. C. of Mus. 1373,
Londoner Einzeldrucke einige Nrn. Eben-
so in 1376. — Siehe Mac Gibbon A fa-
vourite collection. — Im br. Mus. noch
3 Einzeldrucke: 2 Cantatas und 1 Song.
Oswaldus, Aegidius, Cantorei-
knaben-Praeceptor oder Expenditor
a/d. Hofkapelle in Wien von 1553
bis 1557 (Köchel 1).
Osy, ... ein Komponist, der
durch folgendes Werk bekannt ist,
welches noch ins 18. Jh. gehört:
Six Quatuors pour 2 V. A. e B. op. 1.
Paris, aux adresses ordinaires. [B. Wa-
gener.
Otbi (Ottbi, Octobi, Ottobi),
nennen die Italiener den John
Hothby.
Otlimarus, (jcorj:?.
Die im Kat. der Bibl. Breslau ange-
zeigten Lieder sind von Kaspar , der
Vorname Georg ist ein Irrtum Bohn's.
Freigius zeigt G. Otmarus an und meint
damit den Vornamen Gaspai'd. Bohu
verz. dort (Kat. p. 8) noch einen C. Ot-
mayer, das ist auch falsch, denn Freigius
schreibt auch wieder ü. Ütniayer (siehe
M. f. M. 2, 56/57).
Othmayr (Otmaier, Othraarus,
Othmayer), Kasi)ar, geb. den 12.
März 1515 zu Amberg, gest. 4. Febr.
1553 zu Nürnberg, begraben in
Ansbach, wo auch einst sein Grab-
stein stand. Er studierte in Hei-
delberg (im Matrikelbuche im März
1533 eingetragen) und wie Georg
Forster, der Arzt u. Liedersammler
sagt, war er sein Tischgenosse da-
selbst. 1545 bekleidete er eine
Rektorstelle in Heilsbionn, 1546
bewirbt er sich um ein Kanonikat
an St. Gumprccbt zu Ansbach und
erhält es 1547, wo er sich mit der
Tochter des Heilsbronuer Richters
Hans Härtung vermählt. 1548
wurde er zum Probst in Ansbach
gewählt, die Stelle wurde ihm je-
doch streitig gemacht und ein
Mitbewerber ernannt, daraus ent-
wickelte sich ein langwieriger Fro-
zess, der erst mit dem Tode O.'s
seine Erledigung fand. Er zog
nach Nürnberg und eine lang-
wierige schwere Krankheit be-
endete sein Leben, erst 37 Jahr
alt. (Biogr. von mir in der A. d.
Biogr. Vielfache Dokumente und
biogr. Skizzen in M. f. M., siehe
die beiden ersten Hauptregister
von je 10 Jahren. Mettenleiter
2, 261. In Symbola 1547 sein
Porträt. Seine Zeitgenossen schätz-
ten ihn als Komponisten sehr hoch.)
Von seinen Kompositionen sind be-
kannt:
Caatilonau aliquot elegantes ac pius
quibus bis turbuleutis temporibus ecclesia
Christi utitur. Musicis harmonijs ornata,
ä . . . Noribg. 1546 Montanus et Neuber.
4 Stb. qu4". 11 deutsche und lateinische
4- u. 5 st. Gesge. [Ileilbr., im Kat. das Reg.
Epitui)hium D. Martini Lutheri, A Gas-
{tare Otmaier Musicis rodditum. 1546.
Tenor. Noribg., Joli. Montanus et ülr.
Neuber. 4 Stb. qu4". Text: Per quem
salvifici, Beschreibg. M. f. M. 8, 10. [B.
Basel.
Symbola illustrissimorum principum,
nobilium, aliorumque doctrina, ac virtutum
ornamentis i)raestantium virorum. Musi-
cis uumeris explicata per . . . Tomi primi
Symbol. 5 vocum. Noribg. 1547 Mon-
tanus et Neuber. 5 Stb. qu4**, im Alt
das Porträt: 28 Jahr alt (ist 1543 ge-
stochen). 33 Gesg. [Ileilbr., im Kat. das
Reg. B. Proske.
Bicinia sacra. Schöne geistliche Lieder
vund Psalmen, mit zwo stimmen lieblich
zu singen. Gestelt durch . . . Nürmbg.
1547 Joh. vom Berg vnd ülr. Neuber.
2 Stb. qu40. 44 Gesge. Nr. 44 mit J. H.
gez. (Joh. Heugel?). [B. Zw.
Triciniu in pias aliquot ac maxime salu-
tares ex cantionibus Joan. Damasceni ex-
cerptas sententias, pio studio cautata, . . .
Noribg. 1549 ib. 3 Stb. qu4o. 30 Ge-
sänge. Der Diso. u. Bassus haben den
Titel: Sacrarum cantionum trium vocum.
[B. Zw: CT., im Jahre 1875 fand ich
noch den Bassus dort, siehe Beschrbg.
M. f. M. 7, 163/164.
Othmayr.
257
Ott, Hans.
Reutterisclie und Jegerisclie Liedlein
. . . Nürnbg. 1549 ib. [Paris Nat: A. T. B.
In alteu Samlwk. 29 Gesänge, besonders
deutsche 4 st. Lieder im Forster (Eitner 1).
Otto Kade beschreibt in M. f. M. 8, 11
eine Bassstimme in seinem Besitze, deren
Gesänge dem Andenken O.'s gewidmet
sind, darin auch 2 Gesge. vod Ü. Nr. 1
u. 2, bis jetzt unbekannter Druck.
In Mss. B. B. W94 u. 96, sieben
deutsche weltliche Lieder in P. — T42
einige Gesge in P.
In B. M: Quisquis requiem 6 voc.
6 Stb. im Ms.
In B. Proske sehr reichlich in den
Mss. 812, 876 und 940 vertreten. In
Abtlg. Putsch, 5 Stb. von 1538 in qu4«
obiges Quisquis requiem 6 voc. Notieii
habe ich nur folgende Gesänge: Philippe
qui videt me 4 voc. in 876 Nr. 20. —
Sanctae Trinitatis festum 4 voc. redditum
per Othmarum Anno L. — Ein gutes
nerrisch tenzlin 4 voc. in 940, 61, andere
Nr. 243—251. 280—283. — Trink wein,
so beschert dir Gott, 5 voc. 940 Nr. 14.
Nr. 22 ein Satz mit' lat. Text.
In B. Zw. 4 lat. Gesge. im Ms. 4, siehe
Kat. — In B. Br. 2 lat. Gesge.
In der Bibl. des Archivs des Departe-
ment du Nord in Frankreich ein Ms., be-
titelt: De familia Hangouartiaua, enthält
den 4stim. Gesang: Injuriaioim remedium
oblivio 1550 (Coussemaker 6, 114).
Im Ochsenkhun 1558 ein arrangierter
Satz für Laute.
In neuen Ausg. 2 Gesge. (Eitner 2)
und in M. f. M. 26, 115 ein Urteil über
seine deutschen Lieder nebst Abdruck
von 2 Liedern. Ferner hat Prof. Zelle
im Schulprogramm von 1895 eine 2stim.
Bearbeitung des Chorals Ein feste bürg
veröffentlicht und in der Fortsetzung 1896
zwei vierstim. Choräle über dieselbe Me-
lodie gebracht.
Otipka, Ernst, bekannt durch
den Druck:
Die Flüchtigkeit des menschlichen
Lebens, welche nach seeligem Absterben
der ... Fr. Anna Elisabeth . . des Hrn.
Heinrich Knors . . zu Brefslau . . In einer
Trauer-Bühne, den 15. Sept. 1678 in Leip-
zig jnitleidend vorstellete E. 0. Lpz. bey
Sam. Spöreln. 6 BlI. in fol. 4 Arien f.
1 Stirn, u. B. [B. Br.
Otkerus Eatisbonensis, bekannt
durch die Abhandlung:
Monochordum encheriadis. Ed. Ravais-
son. Paris 1853 Patrolog. lat. ed. Migue
in Bd. 1391 vol. 151. [B. B.
Kob. Eitnor's Quellen-Lexikon. Bd. 7.
Otker lebte wahrscheinlich im 12. Jh.
als Mönch in Strafsburg, nach Anderen
im 11. Jh. — Gerbert 2, 348 teilt den
Tractat: „Mensura quadripartitae figurae"
mit. Er steht auch in Petz' Thesaunis
Anecd. T. VI. Mettenleiter 1, 12 giebt
einen Auszug in deutscher Sprache. In
Bologna eine Kopie von Pat. Martini.
Otricoli, siehe Ercoleo, Marzio.
Ots, Charles, ein Violinist, geb.
um 1775 zu Brüssel, gest. 1845
ebd., liefs sich in Gent als Musik-
lehrer nieder und schrieb Kirchen-
musik, von der Eetis einige nament-
lich anführt, wie
ein Dixit, ein Laudato pueri und ein
Tantum ergo mit Orchestei'. Pougin fiihrt
noch drei Opern von Uim an, die in Gent
zur Aufführung von 1796 — 1818 gelangten.
Ott, Pater Floridus, ein Augu-
stiner,
der in Franz Lang's Theatrum 1717
mit einem mehrst. Gesänge vertreten ist.
Ott (Ottl, Otto), Hans. Ein
Nürnberger Buchhändler, Musik-
verleger u. Herausgeber bedeuten-
der Sammelwerke in der 1. Hälfte
des 16. Jhs. Seine Druckwerke
liefs er bei Hieronymus Form-
schneider in Nürnberg herstellen.
Nur beim letzten Samlwk. von 1544
nennt er keinen Buchdrucker, son-
dern nur sich als Verleger. Es heifst
dort „Impressum Normbergae (?),
impensis honesti viri Johannis Ot-
thonis Bibliopolae. Anno 1544''
(verdruckt in 1564, da die X nach
der L steht). Er war nicht Kom-
ponist, doch ein feiner Kunst-
kenner, was er sowohl in der Aus-
wahl seiner selbst zusammengestell-
ten Samlwke. bekundet, als in den
Vorworten, die er denselben giebt
(siehe Publikation, Bd. 4, Einlei-
tung von Kade). La meiner Biblio-
graphie sind die Drucke genau
verz. und erwähne ich sie hier
nur in Kürze.
1534n. Der erst teil. 121 newe Lie-
der, von berümbtenn dieser Kunst gesetzt
. . . Nurenberg 1534 gedr. durch Jheron.
17
Ott, Hans.
258
Ottani.
Fonuschneyder. 5 Stb. kl. quS". Nur
im Privilegium und imter derDedic. nennt
er sieb „hans Ott Buchfürer (Buchhänd-
ler). [ß.M. B. Zw. B. B: Disc. T. B.
und eine hds. Part, von Dehn, inkompl.,
da die 5 a vox fehlt.
1537. Novum et insigne opus musi-
cum, 6, 5 et 4 voc. . . Ott und Form-
schneider (Grapheus) zeichnen wie bei
1534. Ott nennt sich hier Otto civis
Noribergensis. 6 Stb. kl. qu4". 57 Ge-
sänge. [B.B. B.M. B.Jena. B. K. B. A.
B. Frkft. B. Heübronn. Hofb. Wien.
Dreikonigskirche in Dresden (kompl. ?).
Brüs.sel. Rostock? B. Zw: 6a.
1538. Secundus Tomus Novi operis
musici, 6, 5 et 4 vocum . . . (Firma wie
oben.) 5 Stb. in kl. qu4". 43 Gesge.
(die Ga vox in der 5a voreinigt). [B. B.
B. M. B. Jena ohne Alt u. def. B. Heü-
bronn. Hofb. Wien: fehlt B.
Montanus und Neuber diiicktcn in
1558 b u. 1559 viele Motetten nach.
1539. Missae tredecim 4 vocum a
praestautiss : ai'tificib: compositae . . Ver-
lag wie vorher. 4 Stb. kl. qu4''. [B.
Jena. B. Kgsbg. B. Zw. Heilbr. Proske.
B. K. Rostock. Hofb. Wien jetzt kompl.
Nr. 10 ist nicht von Josquin, sondern
von La Rue.
1544 d. 115 newer guter Liedlein, mit
4, 5, 6 stimmen . . . Am Ende des Disc.
u. Bass hinter den 5stim. Liedern: Norin-
bergae . . . Johannis Otthouis Bibl. 1564
(sie?). 4 Stb. kl. qu40. [B.B. B. Zw.
im Altus fohlen die 5stim., im Tenor der
1. Bog. B. inkompl. B. Jena fehlt T.
br. Mus.
Eine neue Paiiiturausg. in Publikation
Bd. 1 —3, in Bd. 4 die Gedichte, Melodien
u. Biographien.
Im Vorworte zum 1. Teil des Opus
novum musicum 1537 verspricht er auch
die Herausgabe des Heinrich Isaac'schen
AVerkes Coralis Constantini in 3 TeUen.
Wie weit er das Werk vorbereitete, ist
nicht bekannt, nur so viel ist gewiss, dass
sein Dl ucker Formschneider d;xs Werk
nach seinem Tode 1550 herausgab und in
der Dedication an den Senat von Nüi-nberg
seiner gedenkt.
Ott, Johann Jakob, geb. um
1715, gest. 1769, lebte in Zürich
und machte sich bekannt durch
folgende Werke:
Thomsons Lobgesang auf die 4 Jahi-es-
zeiten, von Herrn Brockes übersetzt und
zu 3 Stim. in Musik gebracht von . . .
Zürich, Orell-Gessner-Fuessli u. Co. 1747.
gr. fol.
(G. Becker 1, 134.)
L Auserlesene, meistens neue geistliche
Lieder, zu 1. 2. 3. u. 4 Stim. Samt einer
Cantata und untermischten kleinen Soli.
Zürich 1739. 8». 229 S. S. 230 die
Kantate. [B. B. Bibl. Zahn, Bd. 6, 327
Beschi'eibung.] Eine 2te Aufl. erschien
1768: Sammlung auserlesener geistl. L . . .
vermehrte Auflage von Lavater heraus-
gegeben. Zürich 1768. [Stadtb. Augsburg.
Ott, Johann 3Iichel, 1738 Chor-
direktor an St. Wiihehn in Strafs-
burg i/Els. und 1740 am alten
St. Peter ebd. Ob der weiter verz.
Jakßb Michael^ der 1742 Chor-
direktor an St. Aurelien ebd. war,
nicht etwa derselbe ist, bedarf
noch der Untersuchung (Lobstein
78. 89. 94).
Ott, Joseph, geb. 22. Okt. 1758
zu Tütschengereuth in Baiern,
Oberfranken. Knabensänger im
Kloster Wettenburg (?), trat 1773
ins Seminar zu Jvloster-Keuburg
an der Donau, dann in Amberg
und erhielt dort die Stelle eines
Musikdirektors. Nach dem Tode
Löhlein's erhielt er 1783 dessen
Stelle (Löhlein starb 1781 und war
in Danzig Kapellmeister!). Fetis
nennt keinen Ort, lässt aber nur
die Deutung zu, dass er Amberg
meint. Eine andere Quelle wie
Fetis ist mir nicht bekannt, und
so falsch wie seine Ortsnamen
sind, ebenso scheint mir auch das
Uebrige zu sein. Ott soll Messen,
Sinfonien u. a. hinterlassen haben.
Ottani, Bernardo (Berardino),
aus Bologna wie Burney 1, 169
und 2, 94 und Fetis sagen, geb.
um 1735 nach seiner Todesanzeige,
gest. 26. April 1827 zu Turin.
Studierte Musik beim Fat. Martini,
wurde darauf Kapellmeister an
der Kirche PF. Rochettini, genannt
S. Giovanni in monte, dann am
ungarischen Kollegium. Schrieb
Ottaui.
259
Otter.
1767 für Venedig seine erste Oper,
L'amore senza malizia, die auch
Burney 2, 94 erwälint, ging dann
nach München, kehrte darauf nach
Itaüen zurück und schrieb Oper
an Oper. Setzte sich dann in
Turin fest, wurde Direktor der
Tbeaterkapclle, dann Kapellmeister
an der Katliedrale unter der Be-
dingung, dass er auch ferner für
die Bühne schreiben und seine
Werke einstudieren dürfe. Von
seinen Opem besitzt die Kgl. Mu-
sikaliensamlg. in Dresden:
L'Amore industrioso, Dramma giocoso
per musica, Ms. 552, 3 voll. P.
UAmore senza üializia, Dr. gioc. p,
mus. Ms. 553 P. 3 voll.
Arminio, opera seconda. Fiorino 1781.
3 voll. P. Ms. 554.
Le Virtuose ridicole. Dr. gioc. p. mus.
Ms. 554 a. 3 voll. P.
An Einzelnem : 6 Arie a Sopr. c. ström.
Ms. 555. P. — 2 Alle ä S. c. B. Ms.
556. P. — Terzetto ä 2 S. e T. c. ström.
Ms. 556. P. — 6 Arie h. S. c. ström.
Ms. 557. P. — 2 Rondo ä S. c. ström.
P. — Aria ä S. c. ström. P. — 5 Duetti
ä 2 Sopr. c. ström, und nur mit Bc, alle
in Ms. 557. P. — Finale ä 6 voci c.
Strom. Ms. 558. P.
In B. Neapel Turchini die Oper: Catone
in Utica. Ms. P.
In Brässel Cons: Le nozze della citta,
Opera buffa in 1 atto (Fiorenze c. 1778)
Ms. P.
Mottetto: Ferrores infermi per Sopr.
c. V. e B. Ms. P. [Mailand Cons.
Calipso, Cautata per il Sopr. c. ström.
Ms. 171 P. [B. B.
Cavatina <\ Alte solo c. ström: Pietoso
amor, deli insegnami. Ms. P. und Stb.
[Daruist.
In C. P. 1 vol. d'aii'S de differens opera
ital. avec un air Orlandini.
Im Ms. Bologna (Kat. 3, 5) 1. Domine
fUi S. 148. 2. In gloria Dei patris S. 270.
3. Chine eleison S. 277. 4. Et in sae-
cula S. 68. 5. Et scitote quoniam.
Ebendort im Autogr., als Schüler Mar-
tini's geschrieben, in qufol. , Band von
133 Bll., 1. Chirie a 4 voci c. Y. e
Corni da caccia (auch in P. von Busi
gesetzt). 2. Nisi Dominus a Canto, A. e
B. conc. c. istrom. 3. Ave regina coel.
a C. e T. c. V. e Corni 1763. 4. Gloria
in exe. intero, a 4 v. c. V. e Cor. da
cacc. 5. Cum invocai'em a 4 conc. c.
istrom. 6. Dixit a 4 v. conc. c. V.,
Corni e Ob.
Autogr. in Bologna Accad. filarm. eine
Antifona 4 voc. 1768.
Ms. 129 in B. B: Duetto a 2 Sopr. c.
Cemb. „Ah che nel dirti.
In Musikfr. '\^"ien, 6 Duetti notturni ä
2 Sopr. e Cemb.
In Mailand Cons: Duetto „Se spirar ti
senti in volto", per 2 S. neU'opera Catone
in Utica (?).
Cavatina: Constantiua, ,,H(j perduto il
mio cerveUo", Nr. 22 c. V. Va. Bc. Ms.
P. u. Stb. — Canone ä 3 v: FUeno, Clori
e Coro. 3 Gesge. Ms. P. [Schwerin F.
Im Archiv der Cappella Antoniana zu
Padua ein Rondo: In un mar di tante
pene, per Sopr. con orch. P. Ms.
In Wolfeub. 1 Aria aus Amore senza
Malizia: Senti alocco. Ms. P.
Sinfonien (d. h. zu Opern) in Musikfr.
Wien und Mailand Cons.
6 Senates faciles pour le clavecin.
[Paris Nat.
In Mich. Corrette's L'art de V. 1 Piece.
Im Archiv des Theaters zu Timn liegen
an Textbüchern: L'amore senza malizia
1768. Calipso 1778. Zatima 1779. Ar-
minio 1781. Amaione 1784. La cle-
menza di Tito 1798. — In B. Kgsbg: Le
Virtuose ridicole. Drefsdeu 1769. 107 S.
Ottavio Alessandri da Foligno
(Stadt am Topino in Perugia), ein
Priester, von dem Bologna im Ms.
besitzt
Modo facihssimo per imparare a can-
tare e conoscere le regele del canto fermo,
composto dal . . . l'anno 1719, kopiert
1744 von Giov. Chiti (Kat. 1, 162).
Otter, Frauz Joseph, geb. um
1760, ein Violinist, der vom 21.
Mai 1809 bis zu seinem Tode am
1. Sept. 1836, 76 Jahr alt an der
Hofkapelle in "Wien angestellt war
(Köchel 1). Vordem war er von
1803—1807 am Dome in Salzburg
nebst seinem Bruder Ludwig als
Violinist mit 200 Gld. augestellt
(sein Bruder hatte nur 150 Gld.
jährl. Peregrinus). Reichard im
Gothaer Kalender 1798, 242 ver-
zeichnet ihn schon in diesem Jahre
als Konzertmeister am Hoftheater
17*
Ottho, Wolfgang.
260
Otto, Georg.
und 1800, 287 als Musikdirektor
in Wien. — Lipovvsky sagt: er ist
zu Nandelstadt in Baiern geb. u.
wurde auf Kosten des Bischofs
von Freising nach Florenz zur
Ausbildung geschickt. Nardini war
sein Lehrer im Violinspiel. Li-
powsky zeigt Konzerte u. Sonaten
an, gedruckt soll nur 1 Band
Variationen über: „Ich bin lieder-
lich" sein (Wien, Haslinger).
In B. M. befindet sich in Mich. Haydn's
Gesängen zu 4 Münnerstini. ein Canon zu
9 Stirn, unter Nr. 6.
In Fürst Esterhazy's Bibl. in Eisen-
stadt: Canone a 7 voci (AVolthun edler
Freund, erwirkt dir Segen . . .) Herrn J.
Haydn bei Gelegenheit seines Namens-
festes gewidmet. Autograph.
Ottho, WoLfg'aiig, Egranus, also
aus Eger gebürtig, ist
im Samlwk. 15G9c mit 1 Gesg. ver-
treten (Eitner l). Die Hofb. in AVien
besitzt von dem Samlwk. eine Partitur,
Ms. 1.5 591.
Otto, . . . Organist um 1448 zu
Herzogenbusch au der Liebfrauen
Bruderschaft (Bouwst. 2, 211).
Otto, Franz, geb. um 1730,
gest. 5. Dez. 1805, 74 Jahr alt, zu
Glatz, wo er Organist a/d. kathol.
Pfarrkirche war. Hoffmanu wid-
met ihm in seinem Lexikon einen
sehr anerkennenden Artikel. Er
schrieb vieles für die Kirche, er-
halten hat sich nur sein
Neues vollständiges Choralbuch zu dem
allgemeinen und vollständigen Gesang-
buche. Breslau 1784 Korn. 4". [B. B.
Musikfr. AVien.
Otto, Friedrich, Jägerhornist
a/d. Hofkapelle in Wien mit 3G0
Gld. jährl. von 1712 bis f 7. Dez.
1718, 32 J. alt (Köchel 1).
Otto, Friedrich Wilhelm, Kgl.
preufsischer geh. Sekretär zu Ber-
lin, gab heraus:
4 Sonaten für das Ciavier. 1. Samlg.
Berlin 178S Birustiel. [B.B.
In Rellstab's Winterblumen am Ciavier
ist ein Otto mit einem Liede vertreten.
Otto, (xeorg, geb. um 1544 in
Torgau, gest. kurz vor dem 11.
Jan. 1619 in Kassel (M. f. M. 21,
16), war 1564 Alumnus in Schul-
pforte (Taubort 2, 18); um 1574
ist er Musicus u. Kantor in Salza
(nicht Suiza), meldet sich 1574 zu
der Hofkantorei am Dresdner Hofe
und sendet Kompositionen ein,
1580 ebendort zur erledigten Ka-
pellmeisterstelle, erhält jedoch keine
von beiden, dagegen wählt ihn der
Landgraf von Hessen- Kassel vor
1588 zu seinem Kapellmeister (M.
f. M. 10, 145. — Pertuch 's Chro-
nica p. 21 und die Titel seiner
Drucke). Von seinen Kompositio-
nen sind bekannt:
1588. Geistliche deutsche Gesenge D.
Martini Lutheri auff die fürnembste Feste,
vnd sonsten zu singen, auch allerley In-
strumenten zu gebrauchen, mit Fünft
vnd Sechs Stimmen compouiret. Durch
G. Ottonem Fürstl. Hefsischen Capi^el-
meister zu Cassel, etc. Am Ende: Gedr.
zu Erffurdt (1588) durch Georg Bawman.
Dedic. dem Landgrafen, gez. Cassel 26.
Sept. 1588. 5 Stb. qu4o. 24 Gesge.
[B. Lpz. B. M. B. K. felüt T.
1604. Opus rausicum novum, conti-
nens textus Evangelicos, dierum festorum,
Dominicarum et Feriarum, per totum
annum : J]x mandato lUustr. Cattorum
Principis D. Mauritii etc. ... Octo, 6 &
5 vocibus compositum . . . Lib. 1. Casselis
1604 Wilh. Wesselius. 8 Stb. 4». 16
Gesge. zu 8 Stirn, durchweg mit einem
2. u. 3. Teile.
— Lib. 2. continens Motetas dierum
Dominicalium, per totum annum ... 6
voc. comp. Casselis 1604 ib. 6 Stb. 4".
52 Gesge.
— Lib. 3. cont. Motetas dierum feria-
rum quinque vocum. Cass. 1604 ib. 5
Stb. 40. 21 Mot. [Alle drei Bücher be-
sitzen : B. B. B. Br. B. K. und eine
Kopie des 3. Buches von Andr. Oster-
maier. B. Proske. Berlin Kircheninst:
A. 5 a. 6 a. Musikfr. Wien. Kopenhag.
Glasgow, br. Mus.
In Mss. besitzt die B. Kassel:
Melodiae continentes Introitus totius
auni praecipuos 5 voc. opera et studio
Georg. Otthonis Torgensis, Musici Sal-
zensis 1574. 4. 54 e.
Otto, Jakob Ausaist.
261
Otto, Stephau.
Cantiones sex et quinque vocum. 1583.
Ms. 4*^, 54 li. Enth. Beatus vir u 6 und
Die edle Sommerzeit a 5 mit 2. und 3.
Teilen.
Der deutsche Psalter des Ambr. Lob-
■wassers, dem Durchl. . . "Wilhelm, Land-
grafen zu Hessen . . . dediz. von 1591.
fol. 1.
Gratulatio de recens illustri filiola nata,
qua aucta est domus Illustr. D. D. Mau-
ritii L. H. quam Psalmo 149. 8 voc.
Cassellis 1596. Ms. 1 vol. fol. 1(5.
Canticum B. M. V. 8 tonoram et 4
voc. comp. 1599. 4 voll. fol. 55 o.
Cantate Domino 8 voc. 1600. fol. 55 k.
Bicinia. Cassellis 1601. 2 Stb. 65
Gesge. 40. 36.
Psalm 99, 8 voc. 1602. fol. 551.
Psalm 12, 8 voc. 1603. fol. 55 m.
Psalm 144, 10 voc. 1607. fol. 55 m.
Canticum B. M. Y. 12 voc. 1607.
fol. 55 p.
Domine quid multiplicati sunt, 10 voc.
1610. fol. 55 n.
Im Ms. 36, 14 B. Zw. Ein kindelein
so löbelich 5 voc. und Ms. 47 ein Ton-
satz ohne Text.
In alten Samlwk. 3 Gesänge (Eitner 1,
lies aber statt Gregor: Georg).
Otto, Jakob August, ein In-
striimentenbauer von Geigeninstru-
menten, geb. 1762 zu Gotha, gest.
zu Weimar 1830. Er bez. sich
als Weimarischer Hofinstrumenten-
macher und gab heraus:
Ueber den Bau imd die Erhaltung der
Geige und aller Bogeninstrumente. Halle
u. Lpz. 1817 Ruff. 120. yill u. 156 S.
[B. B. B. Wagener. Brüssel.
— Neue umgeaa-beitete Aufl. Ueber
den Bau der Bogeninstramente und über
die Arbeiten der vorzüglichsten Instni-
mentenmacher . . . Jena 1828 Bran. 8".
[B. B. Brüssel. Musikfr. Wien.
— In englischer TJebersetzung von J.
Bishop. Treatise on the structure &
preseivation of the Violin. . . I.ond. 1848
R. Cooks & Co. 80. [Glasgow. Bmssel.
— andere Aufl. in gleicher Ueber-
setzung, London 1860 ib. [Brässel.
— neue deutsche Aufl. 1873. [B. B.
Otto, Johann I., 1658 Tenorist
in Kremsmünster u. Gesanglehrer
mit eiuem Gehalte von 91 Gld.
6 Kr. (Hueraer 29).
Otto, Johann II., ein Kompo-
nist aus dem Ende des 18. Jhs.,
ist in der B. Wolfenb. mit den
Mss. vertreten.
1. Sinfouia ä gr. orch: 2 V. 2 Clari-
netti, 2 Cor. 2 Fag. 2 Viele e B. Dd.
3 Sätze.
2. Sinfonia ä 2 Cor. 2 Fl. 2 V. Va.
e B. Dd. 3 Sätze.
Otto, Justus, war bis 1607,
seinem Todesjahre, Kantor zu Ko-
burg; ihm folgte Heinrich Hart-
mann, siehe des Letzteren Confor-
tativae 1613 in der Dedic.
Otto, Karl, Musiklehrer zu
Gosslar am Ende des 18. Jhs.,
gab 1796 Lieder von Voss in Musik
gesetzt und eine Ode in Gosslar heraus
(Fetis).
Otto, Martin, schwor am 30/9
1615 als Gentleman an der Kgl.
Kapelle in London, f 2/7 1620
(Rimbault).
Otto (Ottho), Stephan, geb. zu
Freiberg i/S., Schüler des Deman-
tius', wurde dann zu Augsburg
am evangelischen Gymnasium an
St. Anna KoUaborator und Suc-
centor (d. h. der Vertreter des
Kantors), nach 8 Jahren von 1632
bis 1633 Succentor in Freiberg,
kam darauf nach Weesenstein als
Kantor und nach 8 Jahren nach
Schandau i/S., 1643 bewarb er
sich um das Kantorat in Freiberg,
wurde aber nicht gewählt, sondern
blieb in Schandau, wo er noch
1648 lebte. Zieht man die nach
seinen eigenen Angaben verflosse-
nen Dienstjahre zusammen: 8 Jahre
in Augsburg, 8 Jahre in Weesen-
stein u. 1634 4 Jahre in Schandau,
so trat er 1614 in Augsburg die
Stelle an, 1622 in Weesenstein u.
1630 in Schandau, so dass er etwa
1594 geboren sein kann (Titel u.
Kat. Freiberg von R. Kade S. 22
und 24). An Kompositionen sind
bis jetzt bekannt:
Dreyfache Frewd aus hlg. Schrifft . . .
Elochzeitsgesaiig mit 8 Stirn. Freyberg 1631
G. Beuther (Lobet den Herrn). [Proske,
Otto, Steplian.
262
Oudot.
Die Luther'sche Burgk, das ist: das
Hertzenhaffte freudenreiche vnndt tröst-
liche Gesang des theuren . . . Dr. M.
Luthers . . . Ein feste Burgk ist Vnser
Gott etc. vff iustendige Eathswahl in der
Chur Saechischen alten vnnd freyeu
Bergkstadt Freyherg in Meissen . . vorn
19 Stimmen zu Vier unterschiedlichen
Chor gesetzet . . . den 10. April 1632.
Ms. 19 Stb. in 40. [B. Freiberg i/S.
Kronen -Krönlein oder musicalischer
Vorläuffer, auff geistliche Concert-Madri-
gal - Dialog-Melod- Symphon -Motet-ische
Manier, etc. Mit 3. 4. 5. 6. 7. vnd 8
Stim., sanipt einem General Bafs, aufs-
gesand von . . . Schandawischer Phonas-
cus. Freihergk in Meifsen 1648 G.
Beuther. 6 Stb. 4». 15 Gesge., dabei
eine Missa super Gloria in excelsis nach
Urb. Loth. [B. B. B. D. Nr. 82: 1. 2.
3. Stim. u. Bc. Lüneburg. B. Lpz. B.
Br.: 1. und 4. Stim. Löbau 4 Stb. br.
Mus. fehlt 1. Stim.
Im Vorworte S. 5—7 sagt er, dass er
schon ein Andachts - Kröulein, Frewden-
Krönlein, Trawer-Krönlcin, Epistel-Krön-
lein und Evangelien - Krönlein verfertigt
(herausgegeben ?) habe. Bisjetzt ist nichts
bekannt von ihnen.
In der Bibl. Breslau befinden sich 4
deutsche geistliche Lieder zu 5—8 Stim.
im Ms. (siehe Kat.V
Mattheson in der Ehrenpforte 243 er-
wähnt eine in seinem Besitze befindliche
Schrift im Ms. von 0. „Etliche noth-
wendige Fragen von der poetischen oder
Tichtkunst etc. in 4 Abtheilungen. An-
gehängt war noch eine Schrift von J. H.
Schein „Etliche Lehren, so einem In-
cipienten in der Musica poetica" etc. in
4". 1 Bog. Vielleicht befinden sie sich
in einem Samlbde. in der B. Hbg.
Otto (Ottho), Valentin, geb. in
Cleberg (nach Stall bäum, vielleicht
das heutige Kleeberg, deren es
aber nach Ritter fünf Orte giebt),
war von 1564 bis 1594 Kantor
an der Thoraaskirche zu Leipzig
(Dorf fei 1, 3).
In David Oberndorffer s AUegrezza
mus. von 1620 unter 11—18 allerlei
Tänze, Paduanen u. a.
Otto, Valerius, aus Leipzig geb.,
bezeichnet sich 1611 als Fürstl.
Leuchtenbergischer Hofinstrumen-
tist und Organist in der Altstadt
Prag bei uDser lieben Frauen im
Thein. Man kennt von ihm nur
Newe Paduanen, Galliarden, Intraden
vnd Currenten, nach englischer vnd fran-
tzösischer Art. Allen denen Musicanten
vnd Instrumentisten, welche keinen Text
nicht gebrauchen (sie?), zu Liebe mit 5
Stim. componirt vnd in Druck gegeben,
durch . . . Leipzig 1611 Abr. Lamberg.
5 Stb. 4°. 62 Nrn. [ß. Br. B. L. B.B.
fehlt Bass.
Ein Magnificat 7. toni im Ms. 98, 8
Stb. zu 4 Stim. in B. Br.
Mir liegen noch mehrere Werke mit
Otto ohne Vornamen gez. vor, die ich
hier besonders verzeichne, da ihre Ein-
ordnung unter einen der vorhergehenden
gewagt wäre.
2 Graduale im Ms. P. u. Stb. [Kloster-
neuburg.
Menuet f. Orchester qu40. 12 Menuets
di Carneval 1783. 12 Menuets f. Orch.
1784. 12 Menuets für Orch. 1803. 6
Menuets f. Orch. 1811. Ms. 20 in qu40.
[Dresden Mus.
Lautenpiecen aus dem Anfange des
18. Jhs. in einem Ms. der B. des Pariser
Cons. (Kat. 485).
Ottonis, Cliristoff, Augustiner-
Mönch in München, wird an der
Hofkapelle in München als Bassist
und Musicus am 1/6 1596 ange-
stellt; 1597 wird sein Gehalt auf
125, 1602 auf 200 Gld. erhöht.
f im 3. Quartal 1007 (Kreisarchiv).
Oudemont, Mathias, 1547/48
Bassist an der Ksl. kleinen Hof-
kapelle Karl V. in Madrid. Strae-
ten 3, 146/147 glaubt, dass dies
derselbe ist den Mameranus und
Butkens Mathias (Mathieu) Rudu-
mel und Rudimel nennen.
Oudinot, . . . Deutscher Opern-
u. Operetten-Komponist um 1779.
In Bonn wm-de 1779 am 5. Mai das
Singspiel „Der Fassbinder" vou ihm ge-
geben (Thayer 1, 64).
Oiulot, M., wie auf seinen Wer-
ken zu lesen ist, doch soll sein
Vorname nach Gerber 1 Claude ge-
wesen sein, so dass obiges M. nur
Monsieur bedeutet. Er lebte am
Ende des 17. bis ins 18. Jh. hinein
Oudoux.
268
Outrepont.
und war als Komponist allgemein
bekannt. Um 1684 stand er als
Bassist in Diensten des Herzogs
von Orleans, darauf in denen des
Dauphin, dann Kapellmeister der
Akademie fran9aise, die in der
Kapelle des Louvre ihre Auffüh-
rungen veranstaltete; auch bei den
Jesuiten leitete er eine Zeit lang
die Aufführungen und starb um
1696 (Brenet, Les Concerts en
France 1900, 88). Yon seinen
Kompositionen sind nachweisbar:
Stances chrestiennes de M. L. T. . . h
2, 3 et 4 parties avec des Symphonies
(Dedic. an Mons. Abbe Testu, von dem
auch die Texte herrühren). Paris 1692
Christophe Baliard. 4». Part. [B. Lpz.
Glasgow, br. Mus. Stadtbibl. in Troyes.
C. P.
— 2. edit. Ib. 169G. 4«. [Paris Nat.
— Nouvelle ed. Paris 1704 Chrstph.
BaUard. 4». [Karlsrahe.
— 3. edit. (?). Paris 1722. 4°. [Paris Nat.
Oudoux, ... ein Priester, Ka-
pellan und Sänger an der Kirche
zu Noyon (Gerber 1, der ihn aber
fälschlich Oudeux nennt) , gab
heraus :
Methode uouveile pour apprendre fa-
cilement le piain -chant, avec quelques
exemples d'hymnes et de proses. par M.
Oudoux. Paris 1772 Lettin aine, 8".
[B. B. Brüssel.
— Ausgabe: Paris 1776 Lettin, kl. 8«.
[Leo Liepm., auch Gerber kannte diese
Ausgabe.
Sie ist in Frag und Antwort abgefasst
und enthält auch eine Theorie der Musik
in den Anfangsgründen. — Er gab auch
ein „Hymnaire de Noyon" ebendort 1772
in 8" heraus. [Brüssel 1209.
Oughtrcd, William, ein Theo-
loge und Mathematiker, geb. 5.
März 1574 zu Eton, gest. 30. Juni
1660 in Albury bei Guilford in
der Grafschaft Surrey in England.
Er bekleidete zuletzt die Pfarrsteile
in Albury und gab unter anderem
heraus :
Opuscula mathematica hactenus inedita.
Oxford 1676. 8". Unter Nr. 7 die Ab-
handlung: Musicae elementa (Petis).
Oultoii, William Charles, ein
Schauspieler, geb. um 1770 zu
Dublin, ist bekannt durch:
The history of the theatres in London;
cont. an annual register of all the new
and revived Tragedies, Comedies, Operas,
Farces, Pantominies, etc. that have been
peiformed at the theatres royal in Lon-
don from the years 1771 to 1795 with
occasional notes and anecdotes. London
1796 Martin & Bain. 2 voll. 8». [br. Mus.
— Eine vermehrte Ausg. erschien
London 1818 mit der FortsetziTug bis
zum Jahre 1817 in 3 voll. 12". [br. Mus.
und R. C. of Mus.
Oultre, Jean La, s. La Oultre.
Ouseley, Sir William, Baron,
geb. 1767 in der Grafschaft Mon-
mouth, gest. zu Boulogne im Sept.
1842. Er edierte:
The Oriental coUections. London 1797
bis 1799. 3 voll, in 4», in der sich vol. I.
pag. 70 eine Abhandlung über indische
Musik u. Musikinstrumente befindet. Sein
Neffe, Sir Frederic Ai'thur Gore Ouseley,
hinterliefs eine kostbare Musikbibliothek,
die sich seit 1889 in Tenbuiy (Worcester-
shire) befindet.
Outen aine. Tan der, war 1767
erster Violinist an der Oper zu
Brüssel (Gregoir, Panth. 6, 131).
Outreine oder Outreme, An-
toine d', lebte um 1770 als Sänger
in Lüttich und ging dann nach
Rom (Straeten 6, 535).
Outreine, Jean, geb. zu Middel-
burg, f um 1722.
Er verfasste eine Abhandlung über die
Musik der Hebraeer (Straeten 6, 536).
Outrepont, Charles- Tliomas-
FranQois d', geb. 26. Juni 1777
zu Brüssel, gest. 4. April 1840 zu
Paris, wo er sich seit etwa 1804
niedergelassen hatte, unter seinen
Schriften befindet sich auch:
Dialogues des morts, suivis d'une lettre
de J. - J. Eousseau , ecrite des Champs
Elysees ä M. Castil-Blaze. Paiis 1825
F. Didot. 8». Er wirft darin Castil-Blaze
vor, dass er in seinem Dictionnaire de
musique moderne, 342 Artikel aus Rous-
seau's Werk abgeschrieben habe. Fetis
meint dazu, dass 0. hierin viel Partei-
lichkeit und vorgefasste Meinung zeigt.
Ouvertüren.
264
Overbeck, Job. Dan.
Ouvertüren.
Overtures 3 celebratnd Englisli Royal
Sbepberd. A Peep behind the Curtain
Barthelomon , Tbe Widow of Delphi.
Lond., Harrison & Co. 8". 20 S. [B.
AVagener.
Ouvertures ä 3 voc. [Ms. 4«. 148 B.
Kassel.
Anonyme Ouvertüren in grofser An-
zahl im Dmck und im Ms. in allen
gröfseren öffentlichen Bibliotheken.
6 favourite Overtures in 6 parts for
2 V. 2 fr. homs, a T. & B. composed
by . . . öaluppi, St. Martini and Jo-
melli. London (c. 1770) in Stb. fol.
[br. Mus.
Six 0. for V. in all their parts. Lon-
don, 1.- — 4. collection in fol. Sämtl. von
Händel. Die 5. coli, fehlt, die 6. coli,
enth. Bach (Joh. Clirstn.), Jotnelli., Öa-
luppi und Perez. 6 Stb. zu jeder Collect,
[br. Mus.
Overtures and Act tunes by various
composers, for Englisli plays produced at
the commencement of the 18 th Century.
The V. 2., Ten. and Bass (fehlt V. 1. und
das Titelbl.). London, 3 Stb. qufol. [R.
C. ofMus. Nr. 1592.
A collection of several excellont Over-
tures, Symphonies and Aires for a Fl.
and a B., compos'd by tho most eminent
Masters, to whicli is addod that incompe-
rable Sonata for a Flute, a V. and a B. . .
(Compos'd by Mr. Oasperine). The wbole
fairly engraven. Lond., Walsh & Hare.
Stb in fo. [br. Mus.
OuTrard, Ren^», geb. 16. Juni
1624 zu Chinoii in der Touraine,
gest. 19. Juli 1694 zu Tours. Stu-
dierte Theologie, beschäftigte sich
aber nebenbei mit Musik. Nach-
dem er zum Priester geweiht war,
trat er in den Chor der Kathe-
drale zu Bordeaux, später in den
zu Narbonne ein, wurde dann als
Musikdirektor an die Sainte-Cha-
pelle zu Paris berufen — auf
seinem Werke von 1660 u. 1677
führt er diesen Titel — und er-
hielt in der Folge ein Kanonikat
an St.-Gratien zu Tours. Neben
der Musik betrieb er noch Mathe-
matik und Astronomie. Von seinen
schriftstellerischen Werken gehören
hierher :
Secret pour composer en musique par
un art nouveau si facile, que ceux mes-
mes qui ne s^avent pas chanter, pourront
en moins d'un jour composer h quatre
parties sur toute Sorte de basses; presente
au roi par R. 0., maistre de musique.
A Paris 1660 Alliot & Clement. 4». 8 Bll.
u. 46 S. 1 Taf. [Kopenhag. Paris Mazar.
C. P. im Kat. Weckerlin's 211 Beschreibg.
Im Ms. Autographe , 2 voll. 4" be-
findet sich in der Stadtb. zu Tours: La
musique retablic depuis son origine, et
l'histoire des divers progres qui s'y sont
faits, jusqua' a uotre temps, avec l'expli-
cation de tous les auteurs grecs et latins,
frangais, allomands, espagnols et angiais
qui en ont ecrit, etc. Dieses "Werk ist
bereits im Drackprivelegium 1677 in
seinem arithemetischen Buche auf der
Rückseite des Titels angezeigt, scheint
aber nicht gedruckt worden zu sein (siehe
Weckerlin's Kat. des C P. p. 212).
Overbeck, Christian Adolf,
geb. 21. Aug. 1755 zu Lübeck,
starb als Bürgermeister daselbst
am 9. Mai 1821. Man kennt ihn
als Komponisten von
Lieder und Gesänge mit Klaviermelodien
als Versuche eines Liebhabers. Ilambg.
1781 C. Ernst Bohn. qufol. 61 S. [B. B.
B. Wagener. br. Mus.
Danket dem Herrn für Chor und
Orchester. Ms. P. u. St. [Lübeck.
Er gab auch Pergolese's Salve regina
im Kl.-A. mit deutscher Parodie in Lübeck
1785 bei Donatius heraus. [Lübeck.
Stadtb. Augsbg.
Einige Lieder im Akadem. Liederb.
Altena 1783. — Auch im Ms. 910 der
B. Dresden.
Auch als Textdichter ist er durch die
von E. AV. Wolf komponierte Kantate:
Der Sieg des Erlösers bekannt. (Stiehl's
Lübeckisches Tonk.-Lex.)
Overbeck, Johann Daniel, geb.
1715 zu Rethem in Hannover, an-
fangs Conrector und später Rektor
am Gymnasium Katharineum zu
Lübeck, wahrscheinlich der Vater
des Christian Adolfs. Auch er
beteiligte sich an musikalischen
Dingen und schrieb in Marpurg's
Beyträge Bd. 1 S. 312:
Antwort auf das Sendschreiben des
Herrn Cantor Ruetz über die Ausdrücke
des Herrn Batteux von der Musik. 1754,
Overbeke.
265
Oyart.
Terner gegen Abt Vogler: Musikalische
Gemälilde, in Lübecker Anzeigen 1786
27. Mai u. 10. Juni.
Verfasste auch „Leben Kaspar Ruetz",
Musikdirektor. Lübeck 1755. fol.
Alle 3 Schriften in B. Lübeck.
Overbeke, Aernout Tan, lebte
im 17. Jh. und gab heraus:
De geestige werken van Aernout . . .
bestaende Li Liederen en Gedichten . . .
Amsterd. 1678. S». [br.Mus. Anist.
Er gab auch 1663 die Psalmen mit
neuen Melodien verraehii; heraus: Amst.
1663 J. B. Smit. 12». [Amst.
Overbury, . . . nur bekannt
durch den Gesang im Einzeldrucke
ohne Ort und Jahr:
Whilst I gazed (composed by . . .).
[br. Museum.] — In Oxford Ch. Ch: Airs
for Violin.
Overeiid, Marmadake, ein eng-
lischer Musikschriftsteller u. Kom-
ponist, Schüler von Dr. Boyce,
1760 Organist zu Isleworth (Mid-
delsex), begraben am 25. Juni 1790
(Stephen). Er schrieb
A brief accouut of, and introduction
to eight Lectures on the science of Music.
London 1781 Payne & Son. 4». 2 Bog.
[br. Mus. Glasgow. Brüssel 6761.
The Epithalamium made on the marriage
of King George IIL & Queen Charlotte
(s. 1. 1761). fol. [hr. Mus.
Grove führt noch an: Canon for eight
voices „Glory be to the Father" in War-
ren's CoUection, auch im Ms. im R. C.
of Mus.
Student in Music, eine Selbstbiographie,
1781 erschienen.
12 Sonaten f. 2 V. u. Vcl. ediert 1779.
Fetis erwähnt von obigem „A brief"
noch eine umgearbeitete Ausgabe von 1783.
Overstrateii, Petrus van, Lug-
duno-Batavus (Leyden) ist am 22.
Febr. 1691 als Academ. music. an
der Universität zu Leyden ein-
gezeichnet (Bouwst. 3, 3). Auch
1704 ist er dort als „Musicae dr."
gezeichnet (ib. 4).
Owen, . . . trat 1751 als Fagot-
tist in London öffentlich auf (Pohl
2, 373). Schon im 16. Jh. gab es
einen Trompeter Patrick Owen^ der
im Dienste der englischen Kapelle
stand (Nagel 1, 31).
Owenson, Sidney T . . ., gab
heraus :
Twelve Original Hibemian Melodies
with Engiish words, imitated and trans-
lated, from the works of the ancient Irish
Bards, with an introductory Preface and
Dedication, . . Arranged for the voice,
with an acc. for the Pfte. Lond., Preston.
fol. [br. Mus.
Oyart, Hans von Köln, der
Ältere, ein Niederländer?^ um 1524
Organist beim Kurfürsten Johann
Friedrich von Sachsen in Torgau
mit 32 Gld. jährl. Besoldung und
Naturalienlieferung; 1526 wird er
auf Lebenszeit angestellt. Als 1530
der Kurfürst seine Kapellmitglieder
entliefs, weil er die Gehälter zu
der Kriegsvorbereitung bedurfte,
blieb nur Oyart als Schlossorganist
auf seinen eigenen ausdrückKchen
Wunsch im Dienst. Als dann 1548
an Stelle Johann Friedrich der
Kurfürst Moritz von Sachsen trat,
schloss sich Oyart der Einverlei-
bung in dessen Kapelle aus und
bat den gefangenen Fürsten, ihn
in seinem Dienste zu behalten.
Derselbe gab seinen Söhnen in
Weimar Ordre, den 0. in Dienst
zu nehmen und wurde ihm die-
selbe Besoldung wie in Torgau
schriftlich zugesagt, doch nicht ge-
halten, wie sich 0. 1549 bei dem
gefangenen Kurfürsten beklagt. Er
starb bald darauf im Jahre 1550
zu Weimar (Taubert 1, 1 und eine
Richtigstellung der Thatsachen in
M. f. M. 20, 62 ff. Pasque in der
Niederrh. Ztg. 1865, 13, 27 u. 85
gab die ersten Nachrichten über
ihn, die aber vielfache Berich-
tigungen bedurften).
Von einem Sohne desselben,
Hans von Oyart junior^ weifs man
nur, dass er nach Dresden ge-
schickt wurde, um sich im Orgel-
Oym.
266
Ozi.
spiel auszubilden, dass er ferner
1556 den Organistenposten an der
Schlosskirche in Torgau erhielt
neben dem Amt eines Gewand-
Austeilers, 1566 aber seinen Ab-
schied erhielt und verscholl (Ibid.).
— Ein zweiter Sohn desselben,
Namens Oabriel^ besuchte 1555
die Universitcät Jena und wird von
den beiden Theologen Vict. Strigel
und Joh. Stigel als ein sehr talent-
voller junger Mann bezeichnet.
Oym (Oyn, Ohyu), Dietrich
von, kommt noch in jungen Jahren,
nachdem er in Onolzbach am Hofe
Sänger gewesen war, 1574 an die
Hofkapello in Dresden (Reinh. Kade
in der Biographie Rog. Michael in
Viertelj. 5, 272 ff.). Sein Gehalt
betrug 1586 144 Gld., 1587 wer-
den ihm 100 Gld. vorgeschossen.
Am 13/6 1588 empfängt die Wittwe
desselben den letzten Gehalt von
57 Gld. (s. Staatsarchiv).
Oystermayre, Jehan, lebte im
16. Jh. und ist
im Virginal book der FW. - Bibliothek
in Cambridge 168 S. 373 Nr. 255 mit
einer Galiarda vertreten. Eine Neuaus-
gabe von Maitland und Squire erschien
in Lpz. bei Br. & H.
Ozabelski, Hans Friedrich,
ist 1672 Trompeter und lustrumen-
tist an der Hofkapelle zu München
mit 450 Gld. Gehalt (Kreisarch.).
Ozanam, Joannes, Paduanus;
der Antiquar Rosenthal in Mün-
chen besafs einst von ihm:
Instihitiones ad diversas et plurim.
vocum harmonia cantilenas. Veronae 1578
ap. Seb. et Joan. fratres a Dennis. 4<'.
4 BU. u. 100 S.
Ozi, Etienne, geb. 9. Dez. 1754
zu Nimes, gest. 5. Okt. 1813 zu
Paris. 1777 kam er nach Paris
als virtuoser Fagottist, trat im Con-
cert spirituel mit Erfolg auf und
wurde erster Fagottist an der Kgl.
Kapelle, später auch an der Oper
und Lehrer am Conservatoire de
musique (Fctis). Er schrieb zahl-
reiche Piecen für sein Instrument;
nachweisbar sind:
Senates facilcs pour le basson. 2 liv.
Leips., Breitk. & H. [B. B.
Quarant-deux Caprices p. le Pfte. pour
servir de suite ä la methode pour le
basson par lo meme auteur. Lps., ib.
[B. B.
Premiere Suite d'airs p. 2 Fl. Paris.
[Lübeck.
Nouvclle mcthode de basson par Ozi,
Membro du Conservatoire pour servir ä
TEtude dans cet Etablissement. Gravce
par Mme. Le Roy. A Paris an XL
(1802/1803) Diifaut. fol. [Dresd. Mus.
B. M. Stadtb. Amiens. Paris Nat. Mai-
land Cons. Bologna: Ausg. Paris s. a.
chez Janet et Cotelle. fol. 145 S.
— Milano. [Musikfr. Wien.
— deutsche Ausg. Lpz., Br. & H. [ib.
Die Musikfr. in Wien besitzen noch
Grandes Senates ä 2 Fag. — Duos concert.
ä 2 F. — Senates. — 6 Duos facile. —
Suite d'Aires varies. — Esercizi in tutti
tuoni per il Fag.
In ßibl. Darmst: 1. Nouvelle Suite de
l)ieces d'harmonie cont. des Ouvertures,
Airs et Ariettes d'opera. Paris. Stb.
2. 8. Concerto p. Basson av. acc. de 2 V.
A. B. Hautb. et Cors. Paris. Stb.
267
P. S. M. F.
P.
P. == Pinet, Lautenist.
P, A. = Paolo Agostino.
P. A. siehe Apfel, P., ein Lau-
tenist.
P. B. in John Playford's Divi-
sion Violin 1685 eine Piece.
P. C. V. siehe Cesena, Pelegrino,
Yeronensis.
P. D. In Thomas Moore L The
Psalm Singer, 2. ed. ein Tonsatz.
P. D. E. Monaco benedettino.
Im Ms. D 5 des Archivs Antoniana zu
Padua die Kantaten 1. A un lampo di
beltä. 2. Lagrime sventurate. 3. Ti lascio
anima mia.
P. D. O.
Von eitern erbt man geld und gutt,
7 voc. (6 a fehlt, 7 a im Tenor). Hds. an-
gehängt an Nr. 33, 5 Stb. [Elbing.
P. D. Lu, oder Phi de Lu.,
Philip. L., Philip, de L., Philip, de
Lu., siehe Luprano.
P. D. T. = Pontus de Thiard.
Pe. ph. A. = Petro Philip'po
Anglese.
P. F.
3 Canzoni 4 voc. in 1526 d (Eitner 1)
und 4 andere im Samlwk. Dorich's 1531
(Vogel 2, 378).
P. F. (de Bretagne)
De excellentia mus. ant. Hebraeor.
Monach. 1718. [Kat. Asher & Co. in Berlin.
P. e.
Drei Lieder in Miisik gesetzt u. zum
Besten eines Schullehrers herausgegeben,
in 40. [Ms. B. K.
Ph: Qual segno piu maggior,
4 voc. in Gardane's Samlwk. 1557 p. 23
(Eitner 1).
P. H. == Paul Hoffheiyner. 15. ü.
16. Jh.
P. H., s. i?a?Zwaww, Paul. 16. Jh.
P. n. = Paul Heinlein. 17. Jh.
P. H. der Junge,
könnte der vorige, oder auch Pape
sein, da es auch einen Pape der Alte
giebt. In B. Zw. 51 Gesge.
P. H. = Plaijford.Remj. 17. Jh.
P. H. C.
Orgelstücke aus dem Anfange des 16.
Jhs., siehe Kotter, Ms. 2. und in B. Basel,
Ms. 16 ein Orgelbuch, das Lied in Be-
arbeitung: Was ich durch glück. (Kommt
auch in Amt v. Aich vor, ohne Autor.)
Ph. D. Ch. = Philipp Didich
aus Chemnitz.
P. H. E. = Erlebach, Phil. Heinr.
P. J.
Se je ne mal fors que par leesce 3 voc.
in Codex Ms. 213 in Oxford Bodleian.
P. I. C. = Pater Justinus (ä
Despons) Carraelit, siehe Despons.
P. I. V. E. A. = El^t, Pater
Joh. vander, Augustiner.
P. L. = Lichterfeldt.
P. L. W.
Ms. B. B. 12 150 Nr. 6. HeUig, 4 voc.
et Bc. ist Peter Laurentius Wockenficfs,
1700 im Elmeuhorst so gezeichnet.
P. M. = Peter Morhardt.
P. M. C. In B. Zw. 2 geistl.
Gesge. im Ms.
P. M. H. hält Junghans 33 für
Peter Morhardt, was ich sehr be-
zweifle, denn so ist kein Name als
Monogramm geteilt. Siehe dort die
verz. Choralbearbeitungen f. Orgel
unter Nr. 29. 50. 66.
P. P. B. ist Pietro Paolo Bor-
roni, auch Pietro Paolo da Milano
genannt.
P. R. = Paul Rehhun.
P. R:
2 Missae 5 v. Ms. B. L. (Rebhun?).
P. R. R;
2 Courant. Sarabande. Ms. angehängt
an Gabr. Voigtländer's Oden und Lieder
1642. [Kopenhagen,
p. S. = Peter Sohr.
P. S. Cant. et Verba, siehe
Scott, Paulo.
P. S. d. R. = Le Sage de Richee.
P. S. M. F. vide Serranus.
P. AV.
268
Pacchioni.
P. W. siehe Wüst, Paul.
Pabst, Andreas,
bekannt durch das Lied: Habe deine
Lust an dem . . . für 1 St. u. Bc. im
Samlwk. 1637 (Eitner 1).
Pacaeus (Face, Pacey), Richard,
geb. um 1482 in der Diöcese von
Winchester, begraben 1536 zu
Stepney, nahe bei London. Stu-
dierte zu Oxford, später in Padua,
wurde Kanonikus zu York, dann
zu Dorset, darauf Dekan zu Exeter
und endlich an St. Paul in Lon-
don (Stephen). Balei im Catal. SS.
Brit. Cent. 8 p. 653 verz. eine Ab-
handlung:
De restitutione musices, im Ms., die
aber bis jetzt noch unbekannt ist.
Polydorus Vergil erzählt von Pacaeus,
dass er sich durch seine musikaUsch wie
literarische Kenntnisse in unglaublicher
"Weise in die Gunst des Königs Hein-
rich Vni. von England eingeschmeichelt
hatte, so dass er die Eifersucht des Kar-
dinals AVolsey erregte (Nagel 1, 5).
Paccelli, Antonio, Priester und
Komponist, Sänger an S. Marco in
Venedig um 1740 (Caffi 1, 368).
Pacehiarotti( nicht Pacchierotti),
Graspare, ein Kastrat, geb. um 1744
zu Fabriano (Ancona), gest. 29. Okt.
1821 zu Padua. Sang als Knabe
im Knabenchore der Kathedrale zu
Forü, trat nach der Kasti-ation als
Sopranist schon mit 16 Jahren
öffentlich auf und wurde einer der
gefeiertesten Sänger. Er wechselte
oft seine Stellungen an den ver-
schiedenen Theatern Italiens, hielt
sich auch lange in London auf
und kehrte 1790 als reicher Mann
nach Italien zurück, wo er sich
in Padua fest niederliefs (Fetis). —
Mit Änt. Calegari gab er eine Ge-
sangschule heraus:
Modi generali del canto premessi alle
maniere parziali onde adornare o rifiorire
le nude o semplici Melodie o Cautilene
giusta il metodo di Gasp. P., opera di
Ant. C. Milano, Ricordi. [Mailand Cons.
Pacchioni, Antonio Maria, geb.
5. Juli 1654 zu Modena, gest. 16.
Juli 1738 ebd., Schüler des Ge-
sanglehrers Murzio Erculeo d'Otri-
coli zu Modena. In der Komposi-
tion bildete er sich nach Pale-
strina, bereitete sich dabei für
den geistlichen Stand vor, wurde
Priester und Mansionario am Mo-
denaschen Hofe und 1699 Vice-
kapellmeister mit einem Gehalte
von monatlich 76 Lire, der aber
1720 auf 68 L. 8 c. herabgesetzt
wurde (Fotis, die letzteren Nach-
richten nach dem Cod. Ms. I. H. 3
in Modena. Fetis von da ab un-
genau, lieber das Schiedsrichter-
amt zwischen Martini und Redi im
Jahre 1733 berichtet Baini Bd. 1,
120 Nr. 105. 2 Briefe von P. in
Bologna, siehe Kat. 1). Von seinen
Kompositionen sind nachweisbar:
Le Porporo trionfali del Santo martire
Ignazio, il patriarca Antiocheno. Oratorio
a 8 voci con cori e ström. Modena 1G78.
Ms. P. [B. Modena.
La gran Matildo d'Este. Oratorio a 6
voci con cori o ström. Modena 1682.
Ms. P. [Modena.
In Bibl. Bologna: Kyrie e Gloria 4 v.
c. V. — Gloria in exe. Fragm. — Dixit
Dnus., Salmo a 4 v. c. V. — Laudate
pueri a Sopr. e T. c. V. — Magnificat
a 4 V. 0. V. in 1 vol. Ms. P. — Ein
2ter vol. enth. 2 Domine ad adjuvandum
a pieno, 4 v. c. V. — Dixit Dnus. —
Confitebor 4 v. c. V. — Timebunt gentes,
Antifona 4 voc. col Bc. — Laudate pueri
B voc. c. V. — Confitebor 2 voci c. V.
— Miserere 4 e 5 voc. se piace c. stnim.
e ripieni. — Dne. ad adjuvandum a 4
pieno c. strum. obbl. — Confitebor a 4
coU'org. — Laudate pueri a 4 coll'org. —
Im Kat. 3, 4 sind noch verz: 3 Sicut erat
a 4 voci. 1 Miserere und 1 Tunc imponet
4 voc.
In Ms. 16450 in B. B: Sicut erat in
principio 4 voc. c. org. — Auch in Ms.
T38 einige Gesänge.
In Modena in den 28 Bden. Cantate
zwei von P. und 1 Nr. in den 5 Bden.
Arien, Canz., Duet., Madr. 4 voc.
In neuen Ausg. 3 Gesge. (Eitner 2.
Das Sicut erat im Paolucci 2, 69 ist ein
anderes als im Martini A2, 104).
Face, Antonio.
269
Face, Fietro.
Paco, Antonio, Cavaliere, gest.
1579 zu FJorenz, im 35. Lebens-
jahre, nach einem Ms. in Florenz,
Bibl. naz. Nr. 148 S. 107. Siehe
Näheres in Viertel]. 5, 399. Er
gab heraus:
II 1. lib. de Madrigal! a 6 voci del . . .
Yen. 1575 Gius. Guilelmo. 6 Stb. fiu40.
21 Madr. [Florenz ß. n, Modena fehlen
5 a. 6 a
n 2! Hb. de Madr. a 6 voci. Ib. 1575.
6 Stb. qu40. 21 Madr. [Florenz B. n.
Im Sanilwk. 1583 c ein Gesg. (Eitner 1).
Ferner in Galilei's Fronimo. Die obigen
Madrigale bez. er als seine ersten Kom-
positionen itn Dinick. — Ein arraug. Gesg.
in Eudenius' Lautenb.
Pace, Benedetto, aus Pesaro,
ein Mönch der Silvestriner (Orden
von Monte Fano der Benediktiner),
bekannt durch die Motette:
Iste cognovit 3 v. c. Bc. in seinem
Samlwke: Motetti d'autori ecceUentissimi
a 2—6 voci 1646 a (Eitner 1). Nur der
C 1. in der Bibl. Haberl's in Regensburg
bekannt.
Pace, Domenico, ein Kompo-
nist des 16. Jhs.,
bekannt durch 2 Madrigale zu 3 Stim.
im Samhvk. 1587 a (Eitner 1), ferner
kommen nach Vogel in Fier' Andrea Bo-
nini's Madrigale von 1591 2 Madr. vor
1. Se ben Hispido. 2. Cai'e dolci parole
5 voc.
Pace, (xioYanniBattista, Schü-
ler des Stefano Felis da Bari, gab
mit seinem Mitschüler Giovando-
nato Yopa heraus:
II 1, lib. de Madrigali a 5 voci di . . .
Yen. 1585 Ang. Gardano. 5 Stb. qu4<'.
21 Madr. davon 9 von Face, inclus. der
Mehrteiligen. [B. D. Lincoln Ch. L. B.
defekt (siehe Eitner 1 und Vogel 2, 35).
In Stef. Felis' 1. lib. Madr. 5 v. 1585
das Madr. Bench'al gran duol. — In Fr.
Lindner's Bicinia 1591 ein Gesg. inkompl.
Pace, Luigi, ein Musiker aus
Padna,
bekannt durch 2 Madrigale im Samlwk.
1598 a und c (Eitner 1), auTserdem in
Gasp. Torelli's Brevi Concetti d'amore
1598 das Madrigal: Sembra il ciel 5 voci
und in seinem 2. Buche Canzonette a 3
et 4 voci 1594: S'hai desio di 4 voci.
Pace (Pacius), Pietro, aus Lo-
reto, war seit etwa 1597 Organist
am Dome zu Pesaro, wurde dann
gegen 1613 Organist an der Santa
Casa di Loreto. Von seinen Kom-
positionen sind bekannt:
II 1. Hb. de Motetti a 1. 2. 3. & 4.
Voci con un Magnificat a doi con suo B.
per sonar nell'organo Di . . . Ven. 1613
G. Vincenti. 4 Stb. 4«. [B. B : B. Bo-
logna.
B 3. lib. de Motetti a 1, 2, 3, 4 et 5
voci, con il suo B. . . Opera 8. Ven.
1614 Vincenti. 4 Stb. 40 (2 C. B. Bc.)
23 Mot. [B. Frkft.
II 4. üb. de Motetti a 1, 2, 3, 4 et 5
voci, con il suo B. . . Opera 9. Ven.
1614 Vincenti. Stb.? 4". [Bologna: 02. B.
II 5. lib. de Motetti a 1, 2, 3, 4 et 5
voci. In lode della gloriosiss. Verg. Mar.
Con ü suo B. . . Op. 10. Ven. 1615 ib.
4 Stb. 4». 22 Mot. [Froske. Bologna.
11 2. lib. de Scherzi, et Arie spirituali.
Sopra la Eomanesca, & Ruggiero, con
altre Arie a 1, 2, in sino a 7 voci, per
cantare nei Clauicembalo, Chitarrone,
altre simile istrom. . . Op. 14. Ven. 1617
ib. Stb. ? fol. 42 Gesge. [Bologna: Bc.
II 6. Üb. de Motetti a 1, 2, 3, e 4
voci con il Salmo Dixit Dominus, Laudate
pueri, & Magnificat, a 2, et a 3 se piace,
con il B. . . Op. 16. Ven. 1618 ib. 4
Stb. 40. 19 Mot. [Froske. Bologna.
Motetti a 4, a 5 et a 6 voci. Con il
B. . . Et ciascheduno Mot. ha una Ana
spirituale volgare se piace a 1 e 2 voci
imitando le latine dette Arie volgare;
Con il Salmo Dixit & Magnif. ä 8 voci,
da concertarsi in organo 6 altri istrom.
. . . Op. 18. Ven. 1619 ib. 7 Stb. 4».
17 Nrn. [Froske. Bologna.
L'ottavo lib. de Motetti a 1, 2, 3, e 4
voci. Con il Sabno Dixit, & Magnif., h
6 V. , il tutto conceriati. Con ü B. . .
Op. 19. Roma 1619 Luc. Aut. Soldi. 4
Stb. 4". [Bologna.
Salmi a 8 voci . . . op. 20. Ven. 1619
Vincenti. [FarisNat: A. T.
II nono libro de Motetti a 1, 2, 3 e
4 voc, con il ß. . . op. 21. Ven. 1619
Aless. Vincenti. 4 Stb. 4». [Froske.
Madrigali a 5 voci, con uno a 6, & un
dialogo a 7 , di Fietro Faci da Loreto,
Organista del Domo di Fesaro. Lib. 1.
Ven. 1597 R. Amadino. 5 Stb. 4". 21
Madr., bez. sie in der Dedic. als seine
ersten im Druck erschienenen Kompo-
sitionen. [B. Lpz.
face, Vincenzo.
270
Pacelli.
n 1. lib. de Madr. di . . . j^er cautare
sopra il chitaroue o tiorba 6 altri ström,
da una voce sola, cou uq dialogo trä il
Peccatore, e la morte nuouamente . . .
Ven. 1613 Viiicenti. 1 vol. fol. 20 Madr.
[Florenz B. L.
II 4. lib. de Madr. a 4 v., con quattro
Madr. sopra l'aria & istesse parole, a caso
uü gioruo; con uno iu ultimo ä 5 sopra
Ruggiero; auerteudosi che sonno (!j fatti
per concertare sopra il Clauicimbolo (!) ö
simili instrum. . . . Op. 6. Roma 1614
Robletti. . . 5 Stb. 4». 21 Madr. [Hofb.
Wien.
Madrigali a 4 et a 5 voci parte con
Siufonia se piace, e parte senza, averteudo
perö che quelli delle Sinfonie nou si
possano cantare senza sonarli ma gli
altri si, di . . . Op. 15. Ven. 1617 Vin-
centi. 6 Ötb. 40. 20 Madr. [Bologna,
br. Mus: A.
2 Maguif, u. 1 Mot. in alten Sanüwk.
(Eitner 1).
In neuen Ausg. in Commer's Musica
Sacra, I3d. 20, 2 Magnif. 4 voc.
Im Ms. T119 in B. B. einige Gesge.
in F.
In Berlin Singakad. unter Petrus Patius
ein Magnificat 4 voc. in P. Ms.
Pace (Pacius), Vincenzo, Fotis
sagt aus Assisi gebürtig, doch lässt
sich nur feststellen, dass er um
1617 „olim Seminarii Seraphici
Alumnus et Cathedral. Asisiensis
musices praefectus" war. Fctis
dagegen führt einen Titelwortlaut
von 1617 an, wo er genannt wird
,,Vincentius Pacius Assisiensis in
cath. eccl. Reatina musicae prae-
fectus". Mir sind bekannt:
Sacroram conceutuiim qui 2 — 4 voc.
Liber et opus 1. Ven. 1617 Gardano.
Dedic. in Venedig unterz. Sein Amt bez.
er wie oben gesagt ist. [ß. Haberl in
Regens bg.
In alten Samlwken. findet man 12
latein. Gesge. (Eitner 1). Ferner in Ant.
Perconti's Fioretti nuovi 1621 einen 4 st.
Satz ebenfalls mit Kapellmeister zu Assisi
gezeichnet.
Pacelli, Don Antonio, Vene-
ziano, ein Sopranist an der Kapelle
S. Marco in Venedig und Opern-
komponist, dessen erste Oper „11
finto Esaü ovvero Gli odii fra-
terni" 1698 iu Venedig zur Auf-
führung gelangte. Er lebte noch
1740, denn er bewarb sich in
diesem Jahre um den Vicekapell-
meisterposten am S. Marco, den
aber Saratelli erhielt (Caffi 2, 33.
Galvani).
Pacelli, Asprilio, geb. zu Vas-
ciano bei Narni um 1570, gest.
4. Mai 1623, 53 Jahr alt, zu
Warschau (Walther teilt seine (jrab-
schrift mit). War um 1597 Ka-
pellmeister am deutschen Kollegium
zu Kom („in alma urbe collegii
germanici musicus magister") und
von 1603 bis zu seinem Tode Ka-
pellmeister a/d. Warschauer Hof-
kapelle (Walther. Haberl Jahrbuch
1890, 76. Surzynski p. VEI. Vier-
tel]. 7, 400). Von seinen Kompo-
sitionen kennt man:
. . . Motectorum et Psahnorum qui
octonis vocibus . . . Lib. 1. Romae 1597
Nie. Mutius. 8 Stb. 40. 20 Mot. [B. B.
Proske: B 2. Hofb. Wien: C 1. br. Mus.
C2. Tl. Darmst. Ausg: Francof. 1607,
C. B. 5a. 6a.
Chorici Psalmi et Motecta 4 voc. Lib, 1.
Roma 1599 Mutius. [B. Haberl in Regens-
burg: A.
— Psalmi, Magnificat et Motecta 4
vocum. Francof. 1608 W. Richter, sumpt.
Nie. Stein. 4 Stb. 4'>. 22 Nrn. Ist ein
Nachdruck, zum Teil des vorigen Werkes ;
er wird noch als Kapellmeister am deut-
scheu Kolleg, zu Rom bez. [gr. Kloster
Berlin. Proske: A. Darmst: Gl. ß. 5a.
6 a.?
. . . Sacrae cantiones quae 5, 6, 7, 8,
9, 10, 12, 16 & 20 vocib. concin. Lib. 1.
Ven. 1608 Gard. et fratres. 10 Stb. 4P.
27 Mot. Hier bez. er sich als Kapellm.
des Kgs. Sigismund III. von Polen und
Schweden, unterz. aber in Venedig. [B. Br.
B. Bohn in Bresl. 11 Stb. Upsala fehlt
Alt, sonst bis 10. vox.
Madrigali di . . . Lib. 1. A4 voci.
Ven. 1601 Vincenti. 4 Stb. 4». 21 Madr.
Noch als Kapellm. am römischen deutschen
Kolleg, gez. [Bologna.
Im Ms. B. A. 22 geistl. Gesge. (siehe
Kat.).
Im Ms. 16470 in B. B: Veni sancte
Spiritus 8 voc. von Kiese wetter spartiert.
Pach.
271
Pachelbel, Johann.
Derselbe Satz in F. im Peitsch, Ms. 110
Bl. 461, c. 2. p.
6 Motetten zu 4—8 Stirn, in Mss. der
B. L.
5 Motett. zu 8 Stirn, im Ms. 16703,
Chorb. des 16. Jhs. gr. fol. [Hofb. Wien.
16 Gesge. in alten Samlwk. (Eitner 1),
ferner in Verovio's Canzonette spirituali
3 voc. Roma 1591: Degü beati spiriti.
— Gesü solo piacer.
Pach, S . . ., bekannt durch
Caroline , a pastoral song . . . op. 6.
London, c. 1798. fol.
3 Italian songs for the harps. . . vnth
acc. op. 5. London, fol. [beide im
br. Mus.
Paclielbel (Bacbelbel, auch nur
J. P., Job. Bacb., J. B. gez.), Jo-
hann, getauft am 1. Sept. 1653
in der Lorenzkircbe in Nürnberg,
gest. 3. März 1706 ebd. (Nacb Dr.
Sandberger's Auseinandersetzungen
muss der Todestag der 6. oder
7. März gewesen sein.) Studierte
Musik in Altorf und Regensburg,
ging um 1672 nacli Wien und soll
am Stephansdome Vertreter des
Organisten gewesen sein. Matthe-
son 1 sagt zwar Vertreter des Or-
ganisten Job. Kaspar Kerl, doch
ist dies nicht möglich, denn Kerl
wurde erst Anfang 1674 in Mün-
chen pensioniert und am 26/3 1677
Hof Organist an der Ksl. Kapelle in
Wien, nicht an St. Stephan. 1677
war aber Pachelbel nicht mehr in
Wien. Den 4. Mai 1677 Hof-
organist zu Eisenach. Den 18.
Mai 1678 nimmt er seinen Ab-
schied und erhielt am 19. Juni
den Orgauistenposten an der Pre-
digerkiiche zu Erfurt, wo er sich
auch mit einer Gabeler verheiratete.
1684 geht er eine zweite Heirat
mit einer Drommer ein. Vom 1.
Sept. 1690 bis 1. Dez. 1692 ist er
Hoforganist an der herz. Kapelle
in Stuttgart (Sittard 2, 66) und
von Ende 1692—1695 in Gotiia,
von da kommt er noch 1695 an
die Sebalduskirche in Nürnberg,
wo er bis zu seinem Ende aus-
harrte (Mattheson 1, 249 nach einer
Leichenpredigt. Im Ms. Z 35 der
B. B., Bl. 10 liest man von einem
seiner Schüler (Crompholtz), dass P.
bis Johanni 1690 in Erfurt lebte
„darnach ist er weggezogen nach
stückhart (Stuttgart), daselbst er
ietzund Hofforganist". Im Drucke
von 1699 bez. er sich „in aede
patria Sebaldina Organoedi". Spitta
1, 106 ff. 120 ff. nebst Urteile.
V. Winterfeld 2, 589. 626 ff. Ab-
schied von Stuttgart in M. f. M.
17, 53). Pachelbel war nicht nur
einer der bedeutendsten Orgel-
spieler, sondern auch als Kompo-
nist von Bedeutung. W^enn er
auch nicht der Erste war, welcher
den protestantischen Choral als
Grundlage zu Orgelkompositionen
benützte, die sich dann als so-
genannte Choralvorspiele ausbilde-
ten, so ist doch seinen Bestrebungen
und seinem Können gelungen, das
Choralvorspiel auf eine gewisse
Höhe zu bringen, die dann von
dem 32 Jahre jüngeren Seb. Bach
zur höchsten Vollkommenheit ent-
wickelt wurde (Näheres bei Spitta
1, 111. Eine ausführlichere Biogr.
im 8. Jahrg. der Denkmäler der
Tonk. in Oesterreich von Botstiber
1901 und dann wieder in den
Denkmälern Baierns von Dr. Sand-
berger nebst Abdruck zahlreicher
Orgelsätze in beiden Ausgaben).
Von seinen gedruckten Komposi-
tionen sind nachweisbar:
Hexachordum ApoUinis. Sex Ärias
exhibens Organo pneumatico, vel clavato
Cymbalo, modulaudas, quaruni singulis
suae sunt subjectae Variationes . . . Cornel.
Nicol. Schurtz sciüpsit Norimberg. 1699.
1 vol. in fol. 43 S. Dedic. Tob. Richter
u. Buxtehude. [B. B. Kircheninst. Berlin.
Proske. B. Wagener. br. Mus.
Erster Theil etlicher Chorale welche
bey währenden Gottes Dienst Zum praeam-
bulii'en gebraucht werden können, gesetzet,
Pachelbel, Johann.
272
Pachelbel, Johann.
Und dem Ciavier -Liebenden Zum besten
herauTs gegeben von loh. Bachelbeln. Org:
Zu St. Sebald in Nürnberg. Joh. Christ.
Weigel. excudit.
In kl. fol. Titel in einem Lorbeerkranze,
16 Seiten Notenstich mit 8 Choralbearbtg.
[K. Inst. f. Kirchenmus. in Berlin.
Die in neuen Ausg. erschienenen Kom-
positionen siehe Eitner 2. Ferner ein
Praeludium f. die Orgel (Hm.) Berlin,
T. Trautwein, qufol. 3 S. 2 Ciaconen f.
Klavier. 5 Orgelst, im Ritter 82—86.
8 Magoific. und anderes für Orgel in den
oben angezeigten Denkmälern.
In Maniiscripten :
Ms. 189 B. B., ohne Vornamen, Dens
in adjutorium 4 voc. c. ström. — Ms. 198.
Deinem Namen sey ewig Ehr' 5 Stim.
mit 4 V. u. Bc. P. — Ms. 444, Samlbd.
Part. Nr. 11, Magnific. 4 voc. 4 Viole ad
lib. 4 voces pro choro et Cembalo. —
Nr. 12, Domiue ad adjuvandum me, 4 voc.
c. Bc. — Nr. 13, Magnif. 4 voc. 2 Instr.
et Bc.
Mss. Berlin Kircheninstitut: Laetatus
smn, 2 Sopr. 1 A. T. B. 2 V. 2 Viole,
Trombetta, 2 Cornetti, Trombone, Fag. &
Org. 43 BU. P. in fol., moderne Hds. u.
16 Stim. in älterer Kopie.
— Tröste uns Gott, Motette zu 8 Singst,
u. Bc. P. u. Chorst. fol. — Deus in adju-
torium 4 voc. 5 Instr. Bc. Part. u. 12 Stb.
fol. 18. Jh. — Singet dem Herrn ein
neues Lied, 8 stim. zu 2 Chören. — Was
mein Gott thut, das ist wohlgethan, a 9 1.
pl. 2 V. 2 Viole, Fag. C. A. T. B. e Cont.
in G ^. Part, in 2 Heften fol. u. qufol. —
2 voll, in kl. qu4", 16 Magnificat I. bis
8. toni, 2 mal. Pait. des 18. Jhs.
Mss. in B. Dresden Mus. 571: In no-
mine Jesu, 4 V. c. Strom. P. — Magnif.
4 voc. c. ström.
In Strafsburg, St. Thomaskirche:
Was Gott thut das ist wohlgethan,
Cantate zu 4 St. mit 2 V., Alt- und
Teuorviola, Bass und Orgel.
— Meine Sünden beti-üben mich, 4 st.,
mit 4 Viole di Gamba, Fagott und Orgel.
Franx, Commer besafs einst einen Band
in fol. von 48 S. Partituren in Kopie von
13 Nrn: Deus in adjutorium. in Dd. u.
Cd. für Chor u. Streichquart. Tröste uns
Gott und Singet dem Herrn f. 2 Chöre
u. Bc. Wohl euch die ihr in Gott und
VoUer Wimder, 4 stim. Chor u. Bc. Mein
Leben dessen Kreuz, T. B. mit Streich-
quint. Augen streut Perlenthränen, A. T.
Streichquint. grofses Musenlicht und
Guter Walther unsers Raths, f. T. u.
Streichquint. Geliebtes Vaterherz f. Bass
u. Streichquint. Auf werthe Gast, f. Sopr.
2 V. u. B. Choral: Was Gott thut das
ist wohlgethan, f. Chor u. Orch. 13 S.
Ms. B. Weimar, beschrieben in M. f. M.
6, 119: Tabulatur Buch GeistUcher Ge-
sänge D. M. Lutheri . . . sambt beygefüg-
ten Choral Fugen . . . des Claviers. Enth.
80 Choralfugen in schlechter fehlerhafter
unvollständiger Kopie von nur zum Teil
PachelbeFscher Arbeit.
B. B. allerlei Orgelpiecen: Mss. 119
Fuga in D t?. — 135''p. 48 ff. 15 Choral-
bearbtg. — 136 p. 7 ff. 7 dito. — 194,
8 Choräle zum präam bohren aus 1693.
— 240 in K. p. 2, Ich ruf zu dir, Cho-
ralbearbtg. — 520, Chaconne mit Variat.
— 5473, Ricercar in D. — 7365, Cia-
conna, Menuet, Arietta c. Var. — 16490
Praelud. u. Fuga in Cd. — 2 Piecen im
Autogr.
— Ms. Z35 Cod. von 1692 gez. mit
J. P.; Joh. Bach.; Joh. Pach; J. B., Joh.
P. und Joh. Pachelbel, enth. zahlreiche
Orgelstücke von Bl. 3 ab mit Unter-
brechungen bis Bl. 57, geschrieben in
Wernigerode im H., nach den Vorlagen
eines Schülers P.'s Namens Crompholtz.
Mss. in Berlin^ Kircheninstitut:
6 lose BU. und 4 Lagen Papier in fol.
im Umschlage:
1. Canon a 3 V. c. B. 6 Bll. Stim.
2. Parthie f. V. 2 Gamben; mit 9 Variat.
6 Bll.
3. ZwiUings Partie ä 2 V. 2 Bll. Stim.
4. Partie G i;j tl 5. 2 V. 2 Braccio c.
Bc. comp, von ... 8. Junij Ao. 1689
Communicirt von Gottlieb Rosenberg G.
S. Thoolog. Studioso. 5 Bll. Stim.
• 5. Partie ä 2 V. Scordat. Sonata. 3 Stb.
Ricerca a 4. 1 Bog. in fol.
Fuga f. Klav. 1 Bog.
In einem Convolut Hefte in fol. 1. Fuga
f. Klav. 2. Ricercar f. Klav. 3. 2 Toc-
caten von Walther geschrieben. 4. — 7.
Toccaten. 8. Ciacona D ^. 9. Ciacona
Dd. mit 12 Veränderungen. 10. Fuga ex
Gh sopra Allein Gott in der Höh sey Ehr.
11. 12. Fugae (1765 kopiert). 13. Toc-
cata. 14.— 16. Fantasien. 17. Durch
Adams Fall. 18. Was mein Gott will.
19. Mensch bewein. 20. Erhalt uns
Herr. 21. Vom himmel hoch. 22. Aria
mit 4 Var. 23. Fuga. 24. Aria mit 4
Var. Ao 98. Juhj. 25. Fuga. — Ms. an
Frescobaldi Nr. 5: 13 Ariae f. Orgel.
B. M: Kopie von Fugen, 2 Praeludien
und 3 Fugen.
B. Lpz. (Kopie in Dresd. Mus. Ms. 62 a):
Orgelsttick in Joh. Andreas Bach's Ms. —
— Ms. K. Nr. 7 hoch fol. 118 Bll. aus
Pachelbel, Wilh. Hieron.
273
Pachschmidt.
dem 18. Jh. enthält neben anderem von
P. 2 Toccaten Bl. 4b und 5b; Bl. 67b
eine Ciacona ex D [?, Bass : d. e. fga., mit
Pedal; Bl. 70b eine Toccata in Dm.
B. Joachimsthal Ms. 39 Nr. 340, nur
mit J. P. gez. Bl. 3 eine Fautasia ex D.,
Bl. 19 ein Capricio ex A., Bl. 21 eine
Fantasia ex G h.
Bibl. der Hochschule zu Berlin besitzt
in der Abteilung Spitta viele Kopien.
In B.Kgsbg. Ms. 499 Choralvorsp.
Musikfr. Wien in Nicol. Gerber's Ms.
von 1715 einige Klavierpiecen.
In B. Brüssel fds. Fetis 2013 Ciacouen
im Ms.
In Bmssel Cons. im Druck: Praelu-
dium und Fuge f. Orgel. Nürnbg., Weigel.
Bei der Fehlerhaftigkeit des gedr. Kata-
loges bedarf der Drack erst der Unter-
suchung.
In B. Darmst: Praelud. Allgo. Cour.
Sarah. Giijue f. Klav. — Fantasie dito.
In B. Dresd. im Ms: Singet dem Herrn,
8 V. c. Bc. — Tröste uns Gott, 8 v. c.
Bc. Ms. B282.
In Hofb. Wien, Ms. 16798, 16: Aria c.
6 Variat., Ciacone con 13 Variat. — Ms.
18591 Fuga pro organo.
Pachelbel, Wilhelm Hierony-
mus, Sohn des Johann, geb. zu
Erfurt um 1685. Sein Todesjahr
unbekannt. Schüler seines Vaters,
wurde zuerst Organist zu Wöhrd
bei Nürnberg (Andere schreiben
Fürth) und erhielt am 2. März
1706 den Posten an St. Jakobi
(sie?) zu Nürnberg (Mattheson 1,
249), nach dem unten folgenden
Titel jedoch war es nicht die Ja-
kobikirche, sondern die Sebaldus-
kirche, an der sein Vater bis da-
hin angestellt war. Das Werk ist
betitelt :
Musicalisches Vergnügen bestehend in
einem Praeludio, Fuga und Fantasia, so
Avohl auf die Orgel als auch auf da« Cia-
vier Denen Liebhabern der Music vorge-
stellt und componirt von Wilhelm Hiero-
nymo Pachelbel j^Organisten der Haupt-
und Pfarr-Kirchen zu St. Sebald in Nürn-
berg. J: W: Franck fculp. (handschrftl.
„Ums Jahr 1725")- 1 vol. in gr. qufol.
15 Seit. Stich, [k. Inst, für Kirehenmus.
in Berlin. B. B. Dresd. Mus. B. Lpz.
Praeludium imd Fuga, s. 1. fol. [B.B.
br. Mus.
Rob. Eitner's Quellen-Lexikon. Bd. 7.
Ms. 7 in Dresd. Mus : Fuga di Pachelbel
per il Cembalo, Gm. qvitol.
Ms. 16490 in B. B., ältere Kopie:
Praelud. u. Fuge in Cd. Fuga: Vivace.
— Ms. P. 802, Orgelpiecen.
8 Klaviersätze, 2 Fantasien, Capriccio,
2 Fugen, 2 Praeludien, 1 Toccata auf 2
Ciavier ex £[;. 1 Convolut in fol. [Ber-
lin Kircheninst.
Mss. in Musikfr. Wien : Praeludium f.
Orgel. — Andante mit 12 Variat. f. Kla-
vier, seinem Vater gewidmet.
In B. Darmst. im Ms. eine Fautasia
per Clavicemb.
In Körner's Orgelvirtuos Nr. 226 eine
Orpelpiece.
2 Praeludien mit Fugen und 1 Fan-
tasie im 2. Jahrg. der Denkmäler Baierns.
Spitta 1, 797, 20 zu S. 427 schreibt
obiges Praeludium u. Fuge in B. B. Seb.
Bach zu. Siehe dort seine Gründe. Siehe
auch Gesamtausg. Bach's Bd. 42 S. XXVII
u. 211.
Fächer, Anton, Altist an der
Ksl. Hof kapeile in Wien von 1772
bis zu seinem Tode am 1. März
1796, 67 J. alt. Erhielt 400 Gld.
jährl. (Köchel 1). 1751 ist er In-
strumenten-Dien